Deutsche Börse AktiengesellschaftFrankfurt am MainHalbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2012Deutsche Börse behauptet sich in einem von Unsicherheit geprägten MarktumfeldDie Nettoerlöse (Gesamterlöse abzüglich volumenabhängiger Kosten) lagen im zweiten Quartal 2012 bei Anhaltender Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung mit 506,7 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahresquartals (Q2/2011: 506,4 Mio. €) und des ersten Quartals 2012 (Q1/2012: 506,9 Mio. €). Dabei zahlte sich der Erwerb der restlichen Kapitalanteile an der Eurex Zürich AG aus, da deren Umsatzerlöse seit Anfang des Jahres 2012 voll der Gruppe Deutsche Börse zufließen. Die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft sanken aufgrund niedrigerer Zinssätze auf 13,6 Mio. € (Q2/2011: 18,5 Mio. €). Die operativen Kosten waren im zweiten Quartal 2012 mit 228,9 Mio. € etwas niedriger als im Vorjahresquartal (Q2/2011: 233,1 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb stabil bei 278,8 Mio. € (Q2/2011: 279,0 Mio. €). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 0,99 € bei durchschnittlich 188,6 Mio. Aktien (Q2/2011: 0,97 € bei 186,0 Mio. Aktien). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ohne CCP-Positionen lag im zweiten Quartal 2012 bei 228,5 Mio. € (Q2/2011: 191,5 Mio. €). An ihre Aktionäre schüttete die Deutsche Börse AG am 16. Mai 2012 eine Dividende von 2,30 € je Aktie (2011: 2,10 €) zuzüglich einer Sonderausschüttung von 1,00 € je Aktie aus. Das entspricht einer Summe von 622,9 Mio. €. Darüber hinaus hat die Deutsche Börse im Juni und Juli 2012 eigene Aktien im Gesamtwert von rund 100 Mio. € zurückgekauft. Die Aktie der Deutsche Börse AG seit Beginn des zweiten Quartals 2012 ![]() Konzern-ZwischenlageberichtErtrags-, Finanz- und VermögenslageErtragslage im ersten Halbjahr 2012 Die Gruppe Deutsche Börse hat sich im ersten Halbjahr 2012 angesichts des schwierigen Umfelds gut behauptet und ein solides Ergebnis erzielt. Zwar hat die anhaltende Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur und insbesondere über die Zukunft der Eurozone im ersten Halbjahr 2012 die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen der Gruppe Deutsche Börse gebremst. Doch einzelne Bereiche wie die Aktienindexderivate im Segment Eurex, Global Securities Financing (GSF) im Segment Clearstream oder das von beiden Segmenten gemeinsam angebotene GC Pooling® setzten ihren Wachstumskurs fort. Insgesamt lagen die Nettoerlöse der Gruppe Deutsche Börse im ersten Halbjahr 2012 mit 1.013,6 Mio. € um 2 Prozent unter dem Niveau der Vorjahresperiode (H1/2011: 1.032,7 Mio. €). Stabilisierend wirkte sich der Erwerb der restlichen Anteile an der Eurex Zürich AG von der SIX Group AG aus, der seit Anfang 2012 im Konzernabschluss der Gruppe Deutsche Börse reflektiert wird. Die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft, die das Segment Clearstream mit verwahrten Kundenbareinlagen erzielt, verringerten sich um 7 Prozent auf 32,1 Mio. € (H1/2011: 34,6 Mio. €). Zwar stieg der durchschnittliche Liquiditätsbestand an, aber da der Leitzinssatz im ersten Halbjahr 2012 bei 1,0 Prozent unter dem Zinssatz des Vorjahres verharrte diesen hatte die Europäische Zentralbank (EZB) im Vorjahr zum 13. April von 1,0 auf 1,25 Prozent erhöht und im Jahresverlauf wieder gesenkt , blieben die Erträge hinter dem Vorjahr zurück. Im Juli 2012 hat die EZB die Zinsen erneut gesenkt. Dieser Zinsschritt wird sich aber erst im dritten Quartal auf die Nettozinserträge auswirken. Die operativen Kosten stiegen um 7 Prozent auf 477,5 Mio. € (H1/2011: 444,9 Mio. €). Wesentlich für den Anstieg der operativen Kosten waren folgende Faktoren:
Die operativen Kosten enthalten darüber hinaus Sondereffekte in Höhe von 27,8 Mio. € (H1/2011: 29,8 Mio. €). Sie setzen sich zusammen aus Aufwendungen für Fusionen und Übernahmen, insbesondere im Zusammenhang mit dem untersagten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext in Höhe von 16,7 Mio. € (H1/2011: 29,0 Mio. €), und Kosten für Effizienzprogramme in Höhe von 11,1 Mio. € (H1/2011: 0,8 Mio. €). Zur Verbesserung der Transparenz hat die Gruppe Deutsche Börse zum 1. Januar 2012 die Bilanzierungs- und Bewertungsmethodik für leistungsorientierte Verpflichtungen vorzeitig nach IAS 19 umgestellt: Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden nunmehr unmittelbar in der Neubewertungsrücklage erfasst. Zudem weist die Gruppe Deutsche Börse den bisher im Personalaufwand ausgewiesenen Nettozinsaufwand im Zusammenhang mit leistungsorientierten Verpflichtungen im Finanzergebnis aus. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2011 wurden daher bei den operativen Kosten um 5,3 Mio. € reduziert und bei den Finanzaufwendungen um 1,2 Mio. € erhöht. Weitere Informationen sind den Erläuterungen 1 und 6 der Erläuterungen zum Zwischenabschluss zu entnehmen.Das Beteiligungsergebnis lag mit 2,7 Mio. € deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (H1/2011: 10,3 Mio. €): Es wird im Wesentlichen durch die Scoach Holding S.A., die Direct Edge Holdings, LLC und die European Energy Exchange AG (EEX) erzielt. Der Rückgang ist auf das schwierige Marktumfeld zurückzuführen. Infolge der stabilen Nettoerlöse verbunden mit höheren Kosten sank das EBIT um 10 Prozent auf 538,8 Mio. € (H1/2011: 598,1 Mio. €). Dabei belief sich das zusätzliche EBIT infolge des Erwerbs der restlichen Kapitalanteile an der Eurex Zürich AG auf 37,7 Mio. €. Das Finanzergebnis der Gruppe belief sich im ersten Halbjahr 2012 auf 69,0 Mio. € (H1/2011: 38,2 Mio. €). Die Veränderung ist auf die seit Anfang des Jahres wirksame Übernahme der restlichen Anteile der Eurex Zürich AG von der SIX Group AG durch die Deutsche Börse AG zurückzuführen. Die Aktienkomponente der Kaufpreisverbindlichkeit wurde am 1. Februar 2012 abschließend erfolgswirksam zum Marktwert bewertet. Für das Finanzergebnis ergab sich ein nicht zahlungswirksamer und steuerneutraler Aufwand in Höhe von 26,3 Mio. € aus der Bewertung der Aktienkomponente sowie ein Aufwand von 1,1 Mio. € aus der Aufzinsung der Barkomponente. Bereinigt um diesen Effekt belief sich die Steuerquote im ersten Halbjahr 2012 auf 26,0 Prozent und entsprach damit der Erwartung der Gesellschaft. Der Konzern-Periodenüberschuss für das erste Halbjahr 2012 betrug 332,4 Mio. € (H1/2011: 394,6 Mio. €), eine Verringerung um 16 Prozent. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie sank im ersten Halbjahr 2012 auf Basis des gewichteten Durchschnitts von 188,7 Mio. ausstehenden Aktien entsprechend auf 1,76 € (H1/2011: 2,12 € bei 186,0 Mio. ausstehenden Aktien). Nettoerlöse und EBIT nach Quartalen ![]() Zusammensetzung der Nettoerlöse nach Segmenten ![]() Ertragslage im zweiten Quartal 2012 Die eingangs beschriebene und für das gesamte erste Halbjahr geltende Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur und die Zukunft der Eurozone wirkte sich im zweiten Quartal 2012 auf das Geschäft der Gruppe Deutsche Börse aus. Im Vergleich zu den Vorjahreswerten sind die Handelsumsätze in Wertpapieren und Derivaten im zweiten Quartal 2012 daher gesunken. Dennoch lagen die Nettoerlöse der Gruppe Deutsche Börse mit 506,7 Mio. €, u. a. aufgrund des oben erwähnten vollständigen Erwerbs der Eurex Zürich AG von der SIX Group AG, auf dem Niveau des Vorjahresquartals (Q2/2011: 506,4 Mio. €) sowie des ersten Quartals 2012 (Q1/2012: 506,9 Mio. €). Wie im ersten Halbjahr insgesamt konnten Einzelbereiche wie Aktienindexderivate, GSF oder GC Pooling ihren Wachstumskurs fortsetzen. Die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft, die das Segment Clearstream erzielt, verringerten sich im zweiten Quartal maßgeblich aufgrund der um 0,25 Prozentpunkte niedrigeren EZB-Leitzinsen (1,0 statt 1,25 Prozent) um 26 Prozent auf 13,6 Mio. € (Q2/2011: 18,5 Mio. €). Die operativen Kosten waren mit 228,9 Mio. € um 2 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal (Q2/2011: 233,1 Mio. €). Sie enthalten Kosten für Effizienzprogramme in Höhe von 4,8 Mio. € (Q2/2011: 2,6 Mio. €); im Nachgang des untersagten Zusammenschlusses mit der NYSE Euronext fielen im zweiten Quartal 2012 Kosten in Höhe von 0,1 Mio. € an (Q2/2011: 18,8 Mio. €). Das Beteiligungsergebnis war mit 1,0 Mio. € wesentlich niedriger als im Vorjahr (Q2/2011: 5,7 Mio. €). Es wird im Wesentlichen generiert von der Scoach Holding S.A., der Direct Edge Holdings, LLC und der EEX. Das EBIT blieb mit 278,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahresquartal stabil (Q2/2011: 279,0 Mio. €). Dabei belief sich der zusätzliche EBIT-Beitrag infolge des Erwerbs der restlichen Kapitalanteile an der Eurex Zürich AG auf 21,8 Mio. €. Das Finanzergebnis belief sich im zweiten Quartal 2012 auf 21,8 Mio. € (Q2/2011: 17,4 Mio. €). Die effektive Gruppensteuerquote lag im zweiten Quartal 2012 bei 26,0 Prozent (Q2/2011: 27,4 Prozent) und entsprach damit der Erwartung der Gesellschaft. Die im Vorjahr höhere Quote ist darauf zurückzuführen, dass die im zweiten Quartal 2011 angefallenen Aufwendungen für den Anfang 2012 untersagten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext in Bezug auf den geplanten Zusammenschluss als steuerlich nicht abzugsfähig anzusehen waren. Der Konzern-Periodenüberschuss für das zweite Quartal 2012 stieg um 2 Prozent auf 186,2 Mio. € (Q2/2011: 180,5 Mio. €). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie stieg im zweiten Quartal 2012 auf Basis des gewichteten Durchschnitts von 188,6 Mio. ausstehenden Aktien entsprechend auf 0,99 € (Q2/2011: 0,97 € bei 186,0 Mio. ausstehenden Aktien). Segment Xetra Erstes Halbjahr 2012 Die Nettoerlöse verringerten sich im ersten Halbjahr 2012 um 15 Prozent auf 113,2 Mio. € (H1/2011: 133,4 Mio. €). Das EBIT sank um 25 Prozent auf 52,0 Mio. € (H1/2011: 69,5 Mio. €). Zweites Quartal 2012 Die Nettoerlöse lagen bei 53,8 Mio. €, ein Minus von 14 Prozent (Q2/2011: 62,2 Mio. €). Das EBIT nahm um 19 Prozent auf 25,0 Mio. € ab (Q2/2011: 30,7 Mio. €). Die Nachfrage institutioneller und privater Anleger nach Handelsdienstleistungen des Segments Xetra ist im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum gesunken. Die Verringerung war im zweiten Quartal 2012 etwas höher als im ersten, da die Unsicherheit an den Märkten anhielt, insbesondere im Hinblick auf die Zukunft der Eurozone, und die Anleger deshalb bei der Erteilung von Aufträgen Zurückhaltung übten. Nettoerlöse im Segment Xetra ![]() Die Handelsvolumina auf Xetra® sanken im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 17 Prozent auf 583,7 Mrd. € (H1/2011: 700,1 Mrd. €). Die Zahl der Transaktionen nahm im elektronischen Xetra-Handel im ersten Halbjahr 2012 um 2 Prozent auf 109,1 Mio. ab (H1/2011: 111,5 Mio.). Der durchschnittliche Wert einer Transaktion auf Xetra sank im ersten Halbjahr 2012 um 15 Prozent auf 10,7 T € (H1/2011: 12,6 T €). Die Preismodelle im Kassamarkt reflektieren sowohl Volumen als auch Anzahl an Handelsaufträgen: Die Handelsentgelte werden pro ausgeführter Order und abhängig vom Ordervolumen errechnet. Dabei hat das Ordervolumen aufgrund der Preisstruktur generell ein höheres Gewicht für den Gesamtumsatz des Segments. Im zweiten Quartal 2012 sanken die Xetra-Handelsvolumina im Vergleich zum Vorjahresquartal um 18 Prozent auf 278,0 Mrd. € (Q2/2011: 338,8 Mrd. €). Im Vergleich zum Vorjahresquartal blieb die Zahl der Xetra-Transaktionen mit 51,9 Mio. (Q2/2011: 52,0 Mio.) annähernd konstant. Der durchschnittliche Wert einer Transaktion auf Xetra ging im zweiten Quartal 2012 auf 10,7 T € zurück (Q2/2011: 13,0 T€). Technologisch setzt die Deutsche Börse den Ausbau ihres Handelsnetzwerks fort. Ab dem dritten Quartal 2012 soll in dem von Equinix betriebenen Rechenzentrum in Zürich ein weiterer Zugangspunkt zu Xetra und Eurex® zur Verfügung stehen. Damit ist eine weitere Steigerung der Handelsgeschwindigkeit möglich. Das Handelsvolumen im Xetra Frankfurt Spezialistenhandel sank im ersten Halbjahr 2012 um 22 Prozent auf 22,5 Mrd. € (H1/2011: 29,0 Mrd. €). Im zweiten Quartal ergab sich aufgrund der gleichen Effekte wie im Xetra-Hauptmarkt mit 10,2 Mrd. € ein Minus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q2/2011: 11,6 Mrd. €). Die Tradegate Exchange, an deren Trägergesellschaft die Deutsche Börse eine Mehrheitsbeteiligung hält, erzielte im ersten Halbjahr 2012 ein Handelsvolumen von 17,5 Mrd. € (H1/2011: 14,6 Mrd. €); dies entspricht einem Anstieg von 20 Prozent. Auch im zweiten Quartal erreichte die Tradegate Exchange mit einem Volumen von 7,1 Mrd. € einen Zuwachs um 9 Prozent, insbesondere durch weiterhin gute Erfolge in der Anbindung neuer Kunden. Seit dem 1. Juli 2012 hat die Deutsche Börse AG die Clearingentgelte für Aktiengeschäfte auf Xetra und im Xetra Frankfurt Spezialistenhandel gesenkt. Das volumenabhängige Clearingentgelt verringert sich für alle Teilnehmer um 0,02 Basispunkte. Im Xetra Frankfurt Spezialistenhandel beträgt das volumenabhängige Entgelt seitdem 0,0008 Prozent, im vollelektronischen Xetra-Handel liegt das Entgelt zwischen 0,0008 und 0,0003 Prozent je nach monatlichem Umsatzvolumen. Die Deutsche Börse geht davon aus, dass die Senkung des Entgelts durch höhere Handelsvolumina kompensiert wird und daher keinen Effekt auf die Umsatzerlöse haben wird. Seit über zwölf Jahren betreibt die Deutsche Börse Europas führenden Marktplatz für den Handel von Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs). Zum 30. Juni 2012 waren an der Deutschen Börse 985 ETFs gelistet (H1/2011: 819 ETFs). Die Zahl der Emittenten lag Ende Juni 2012 bei 19 (H1/2011: 20). Das von den Emittenten über ETFs verwaltete Vermögen belief sich auf 168,3 Mrd. € (H1/2011: 172,7 Mrd. €). Im ersten Halbjahr 2012 lag der Handelsumsatz im Segment XTF® bei 71,9 Mrd. € und damit um 15 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert (H1/2011: 84,5 Mrd. €). Im zweiten Quartal 2012 reduzierte sich der Handelsumsatz in diesem Segment um 8 Prozent auf 35,2 Mrd. € (Q2/2011: 38,2 Mrd. €). Die am meisten gehandelten ETFs basieren auf den europäischen Aktienindizes von STOXX und auf dem DAX®-Index. Der Marktanteil der Deutschen Börse in Europa lag im zweiten Quartal 2012 stabil bei 36 Prozent (Q2/2011: 36 Prozent). Außer für ETFs betreibt die Deutsche Börse ein Segment für Exchange Traded Commodities (ETCs). Das erfolgreichste Produkt bei den ETCs ist Xetra-Gold®, eine Inhaberschuldverschreibung, die von der Deutsche Börse Commodities GmbH emittiert wird und physisch besichert ist. Zum 30. Juni 2012 verwahrte die Gruppe Deutsche Börse 52,4 Tonnen Gold (30. Juni 2011: 49,6 Tonnen). Das entspricht einem Wert von rund 2,1 Mrd. € ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresstichtag (30. Juni 2011: 1,6 Mrd. €). Im Listinggeschäft verzeichnete die Deutsche Börse im zweiten Quartal 41 Neuzugänge, davon einen im Prime Standard, einen im General Standard und 39 im Entry Standard. Die 41 Neuzugänge untergliedern sich in 13 Erstnotizen und 28 Transfers. Im zweiten Quartal 2012 nahmen vier Unternehmen über öffentliche Angebote rund 30 Mio. € auf. Des Weiteren nutzten im Berichtszeitraum drei Unternehmen den Entry Standard, um über die Platzierung von Unternehmensanleihen Zugang zu Fremdkapital zu erhalten. Das Emissionsvolumen belief sich hier auf 95 Mio. €. Segment Eurex Erstes Halbjahr 2012 Die Nettoerlöse erhöhten sich in den ersten sechs Monaten um 1 Prozent auf 451,5 Mio. € (H1/2011: 446,7 Mio. €). Die insgesamt geringere Geschäftsaktivität wurde dabei durch die Übernahme der restlichen Kapitalanteile an der Eurex Zürich AG kompensiert. Das EBIT nahm um 3 Prozent auf 248,5 Mio. € ab (H1/2011: 256,5 Mio. €). Gegenüber dem Vorjahr erzielte das Segment im ersten Halbjahr 2012 zusätzliches EBIT in Höhe von rund 37,7 Mio. € infolge der oben genannten Transaktion. Zweites Quartal 2012 Eurex verzeichnete mit 234,8 Mio. € um 7 Prozent höhere Nettoerlöse (Q2/2011: 218,6 Mio. €). Die geringere Geschäftsaktivität wurde auch in diesem Zeitraum durch die Übernahme der restlichen Anteile an der Eurex Zürich AG und den höheren Anteil von Aktienindexderivaten am Produktmix ausgeglichen. Das EBIT erhöhte sich um 20 Prozent auf 139,3 Mio. € (Q2/2011: 115,8 Mio. €). Gegenüber dem Vorjahr erzielte das Segment im zweiten Quartal 2012 zusätzliches EBIT in Höhe von rund 21,8 Mio. € aus der oben genannten Transaktion. Insgesamt lagen die Handelsvolumina im ersten Halbjahr und im zweiten Quartal 2012 unter denen des jeweiligen Vorjahreszeitraumes. Der Handel in Eurex-Derivaten erhöhte sich jedoch im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten Quartal 2012. Der Markt ist durch anhaltende Unsicherheiten und Zurückhaltung der institutionellen Kunden geprägt. Dies ist auf die Schuldenkrise einiger Länder der Eurozone zurückzuführen. Das zweite Quartal 2012 war geprägt von Unsicherheit in Bezug auf den Verbleib von Griechenland im Europäischen Währungsraum sowie auf den Hilfsantrag Spaniens zur Bankenrettung. Kennzahlen des Segments Xetra scroll
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Bis 23. Mai 2011 Präsenzhandel; ohne Zertifikate und Optionsscheine Der Anlagebedarf in Zinsprodukten sank aufgrund konstant niedriger Leitzinsniveaus sowie andauernd hoher Zinsdivergenzen einiger Euroländer im Vergleich zu Deutschland. Bei Investitionen in auf Aktien basierenden Derivaten war eine Verschiebung von Aktienderivaten zu Indexderivaten aufgrund erhöhter Risikoaversion zu beobachten. Diese Entwicklung betrifft insgesamt auch andere weltweite Derivatebörsen mit vergleichbaren Produktportfolios in Zins-, Aktien- und Indexderivaten. Die Handelsvolumina der europäischen Futures und Optionen verringerten sich dementsprechend im ersten Halbjahr 2012 um 11 Prozent auf 930,8 Mio. Kontrakte (H1/2011: 1.043,5 Mio.). Die Handelsvolumina an der International Securities Exchange (ISE) sanken gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent. Der US-amerikanische Aktienoptionsmarkt bleibt weiterhin durch ein stark wettbewerbliches Umfeld geprägt. Insgesamt wurden an den Terminmärkten der Eurex im ersten Halbjahr 1.262,8 Mio. Kontrakte (H1/2011: 1.420,9 Mio.) gehandelt. Im zweiten Quartal 2012 sank die Zahl der an Eurex gehandelten europäischen Futures und Optionen um 6 Prozent auf 521,6 Mio. Kontrakte (Q2/2011: 553,8 Mio.). Unter Berücksichtigung der ISE belief sich das Handelsvolumen auf 687,3 Mio. Kontrakte (Q2/2011: 733,5 Mio.). Umsatzstärkste Produktgruppe am Eurex-Terminmarkt blieben die in Europa gehandelten Aktienindexderivate. Ihr Anteil am Kontraktvolumen der Eurex wuchs auf 46 Prozent im ersten Halbjahr 2012 (H1/2011: 40 Prozent) bzw. 44 Prozent im zweiten Quartal 2012 (Q2/2011: 36 Prozent). Sie erzielten mit 428,0 Mio. Kontrakten im ersten Halbjahr 2012 ein Plus von 4 Prozent (H1/2011: 413,3 Mio.) und im zweiten Quartal 2012 einen Zuwachs um 16 Prozent auf 229,0 Mio. Kontrakte (Q2/2011: 197,3 Mio.). Die Produktgruppe profitierte von einem weiter gestiegenen Absicherungsbedarf der Marktteilnehmer vor dem Hintergrund der Unsicherheit über die Zukunft der Eurozone. Positiv ausgewirkt hat sich zudem der Erfolg von Derivaten auf den koreanischen Leitindex KOSPI (s.u.). Bei den Aktienderivaten sanken die Kontraktvolumina im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 15 Prozent auf 250,4 Mio. Kontrakte (H1/2011: 292,9 Mio.). Im zweiten Quartal 2012 lag das Handelsvolumen mit 162,6 Mio. Kontrakten gegenüber dem Vorjahresquartal um 12 Prozent im Minus (Q2/2011: 185,2 Mio.). Bei den Zinsderivaten kam es bei Eurex im ersten Halbjahr 2012 zu einem Minus von 26 Prozent auf 250,0 Mio. Kontrakte (H1/2011: 336,1 Mio.). Die Handelsvolumina haben sich in europäischen Benchmark-Staatsanleihen und deren Derivaten im zweiten Quartal 2012 trotz der anhaltenden Unsicherheiten innerhalb der Eurozone auf dem Niveau des ersten Quartals stabilisiert. Insgesamt verringerte sich das Handelsvolumen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 25 Prozent auf 128,7 Mio. Kontrakte (Q2/2011: 170,5 Mio.). Die Gründe dafür liegen in dem eingangs erwähnten schwierigen Marktumfeld in Europa, das Staatsanleihen wenig attraktiv erscheinen lässt, sodass eine Absicherung allein über Derivate auf deutsche Staatsanleihen vielen Investoren nicht mehr als ausreichend erscheint. Umso erfolgreicher waren deshalb die 2009 eingeführten Futures auf italienische Staatsanleihen sowie die im März 2012 eingeführten Futures auf französische Staatsanleihen als alternative Absicherungsinstrumente. Kennzahlen des Segments Eurex scroll
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Die Dividendenderivate wurden den Aktienindex- und den Aktienderivaten zugeordnet. An der ISE war das Handelsvolumen in US-Optionen in einem nach wie vor von hohem Wettbewerb geprägten Marktumfeld ebenfalls rückläufig: Im ersten Halbjahr handelten Marktteilnehmer mit 332,0 Mio. Kontrakten um 12 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode (H1/2011: 377,4 Mio.). Der Gesamtmarkt in US-Aktienoptionen verringerte sich im ersten Halbjahr 2012 um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr (Quelle: Options Clearing Corporation). Die Kontraktzahlen in US-Optionen an der ISE verringerten sich im zweiten Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahresquartal um 8 Prozent auf 165,7 Mio. Kontrakte (Q2/2011: 179,7 Mio.). Der Marktanteil der ISE in US-Aktienoptionen lag im zweiten Quartal 2012 bei 17,5 Prozent (Q2/2011: 17,9 Prozent). Unter den neuen Anlageklassen entwickelten sich die Dividendenderivate weiterhin positiv. Mit 3,2 Mio. Kontrakten im ersten Halbjahr 2012 stieg die Zahl der gehandelten Kontrakte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 um 31 Prozent (H1/2011: 2,5 Mio.). Das Gleiche gilt für die Volatilitätsderivate, die mit 2,0 Mio. Kontrakten im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 82 Prozent wuchsen (H1/2011: 1,1 Mio.). Die Nachfrage nach besicherten Geldmarktgeschäften führte aufgrund anhaltender Unsicherheiten über die Risikobewertung im unbesicherten Geldmarkt zu weiteren Zuwächsen im Handel auf Eurex Repo®. Das durchschnittlich ausstehende Volumen des Euro-Repo-Marktes stieg im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35 Prozent auf 171,7 Mrd. € (H1/2011: 127,1 Mrd. €, jeweils Einfachzählung) und im zweiten Quartal 2012 um 38 Prozent auf 186,0 Mrd. € (Q2/2011: 134,8 Mrd. €). Das Volumen des Schweizer-Franken-Repo-Marktes fiel aufgrund der Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Abwertung des Franken durch ihre Zinspolitik und aufgrund fehlender Emissionen eigener Geldmarktpapiere (SNB Bills) im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 um 58 Prozent auf 80,3 Mrd. CHF (H1/2011: 190,4 Mrd. CHF) und im zweiten Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahresquartal 2011 um 63 Prozent auf 68,5 Mrd. CHF (Q2/2011: 187,3 Mrd. CHF). Sehr positiv entwickelte sich als Teil des Euro-Repo-Marktes der besicherte Geldmarkt GC Pooling (General Collateral Pooling), den Eurex Repo gemeinsam mit Eurex Clearing und Clearstream betreibt und der sich für die Marktteilnehmer als zuverlässiger Liquiditätspool erwiesen hat. Die durchschnittlich ausstehenden Volumina wuchsen im ersten Halbjahr 2012 um 36 Prozent auf 134,5 Mrd. € (H1/2011: 98,9 Mrd. €) und im zweiten Quartal 2012 auf 144,7 Mrd. €; sie waren damit um 39 Prozent höher als im Vorjahresquartal (Q2/2011: 104,4 Mrd. €). GC Pooling ermöglicht einen besicherten und anonymen Geldmarkthandel, bei dem standardisierte Collateral Baskets (eine Gruppe von Wertpapieren mit ähnlichen Qualitätsmerkmalen wie der Bonität des Emittenten) gehandelt und über einen zentralen Kontrahenten (Eurex Clearing) verrechnet werden. Im zweiten Quartal 2012 konnten fünf neue Teilnehmer für den GC Pooling-Markt gewonnen werden. Insgesamt sind nunmehr 93 Teilnehmer zum Handel zugelassen (Q2/2011: 67). Gemeinsam mit führenden Banken betreibt Eurex die Handelsplattform Eurex Bonds® für den Interbankenhandel von europäischen Staatsanleihen und Treasury Bills (Schatzanweisungen), Basisinstrumenten aus Staatsanleihen und Futures, besicherten Schuldverschreibungen und Agencies sowie Länderanleihen. Eurex Bonds steigerte im ersten Halbjahr 2012 sein Handelsvolumen um 6 Prozent auf 64,6 Mrd. € (H1/2011: 60,6 Mrd. €, jeweils Einfachzählung). Der Bereich setzt so den stabilen Aufwärtstrend seiner Geschäftsentwicklung fort. Der Handel in den wichtigen Segmenten niederländischer, französischer und belgischer Staatsanleihen stieg im ersten Halbjahr 2012 um über 51 Prozent auf 13,3 Mrd. € gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 (H1/2011: 8,8 Mrd. €). Das Handelsvolumen im zweiten Quartal 2012 belief sich auf insgesamt 29,7 Mrd. €, ein Plus von über 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (Q2/2011: 27,9 Mrd. €). Die positive Gesamtentwicklung ist auf den nach wie vor hohen Bedarf an Investitionen in Emissionen mit hochwertigen Ratings zurückzuführen. Nettoerlöse im Segment Eurex ![]() Darüber hinaus hat die Terminbörse Eurex im ersten Halbjahr 2012 ihre Expansion in Asien weiter vorangetrieben: So hat die Deutsche Börse mit der China Financial Futures Exchange (CFFEX) aus China und unabhängig davon mit dem GreTai Securities Market (GTSM) aus Taiwan Kooperationsvereinbarungen (Memorandum of Understanding, MoU) unterzeichnet. Im Rahmen dieser MoUs streben jeweils beide Partner einen umfassenden Informationsaustausch an, um die weitere gegenseitige Entwicklung der Finanzmärkte voranzutreiben. Darüber hinaus ist das Eurex-Produkt auf den koreanischen Leitindex KOSPI, das erst seit dem 30. August 2010 gehandelt wird, erneut kräftig gewachsen und erzielte im ersten Halbjahr 2012 ein Volumen von 21,0 Mio. Kontrakten (H1/2011: 1,6 Mio.). Derivate auf den KOSPI zählen zu den meistgehandelten Terminkontrakten der Welt. Für den weiteren Jahresverlauf ist allerdings aufgrund der von der koreanischen Aufsicht verfügten Erhöhung der Mindestkontraktgröße mit einer Verringerung der Kontraktzahlen zu rechnen. Die Eurex Clearing AG plant, ab dem zweiten Halbjahr 2012 mit führenden Marktteilnehmern bei der Einführung ihres neuen Clearingangebots für außerbörsliche (over-the-counter, OTC) Zinsswaps zusammenzuarbeiten. EurexOTC Clear für IRS (Interest Rate Swaps) wird den Marktteilnehmern ein effizientes Risikomanagement anbieten und stellt eine sichere Lösung für die künftigen regulatorischen Anforderungen in Europa dar, wie sie die EU-Marktinfrastruktur-Verordnung (EMIR) vorschreibt. Anfang Juli 2012 hat Eurex Clearing für diesen Service eine technische Plattform entwickelt, deren offizieller Start im weiteren Jahresverlauf geplant ist. Ein weiteres Element der Investitionen in den Ausbau von Eurex Clearing ist zum einen Prisma als neuer, portfoliobasierter Ansatz zur Berechnung der Sicherheiten, die von den Teilnehmern zu hinterlegen sind. Er wird das bisher eingesetzte Risk-Based Margining mit dem Ziel ablösen, das Nettorisiko noch genauer zu ermitteln, indem u. a. Liquiditäts- und Modellrisiken als zusätzliche Faktoren berücksichtigt werden. Zum anderen entwickelt Eurex eine Client Asset Protection-Lösung, die verschiedene Möglichkeiten zur Abgrenzung von Kundenvermögen eröffnet, damit diese Vermögen beim Ausfall eines Clearingteilnehmers noch besser geschützt sind. Ende Juni 2012 hat der Eurex-Börsenrat einstimmig der geplanten Einführung einer neuen Handelsarchitektur zugestimmt. Damit liegt eine wesentliche rechtlich erforderliche Zustimmung vor. Das neue Eurex-System wird vollständig intern entwickelt und basiert auf der unternehmenseigenen globalen Handelsarchitektur der Gruppe Deutsche Börse, die heute bereits bei der ISE im Einsatz ist. Die Migration soll ab Dezember 2012 erfolgen, wobei die Produkte sukzessive in vier Schritten vom derzeitigen auf das neue System überführt werden. Segment Clearstream Erstes Halbjahr 2012 Die Nettoerlöse des Segments sanken um 2 Prozent auf 339,7 Mio. € (H1/2011: 345,3 Mio. €).
Zweites Quartal 2012
Im Verwahrgeschäft sank der durchschnittliche Gegenwert der verwahrten Wertpapiere im ersten Halbjahr 2012 um 2 Prozent auf 11,0 Bio. € (H1/2011: 11,3 Bio. €). Der entsprechende Wert im zweiten Quartal 2012 verringerte sich um 2 Prozent auf 11,1 Bio. € (Q2/2011: 11,3 Bio. €). Bei den Wertpapieren auf der internationalen Plattform entwickelte sich das durchschnittlich verwahrte Vermögen in den ersten sechs Monaten mit 5,9 Bio. € stabil (H1/2011: 5,9 Bio. €). Im zweiten Quartal 2012 erhöhte sich der Wert um 2 Prozent auf 6,0 Bio. € (Q2/2011: 5,9 Bio. €). Der durchschnittliche Wert der verwahrten inländischen Wertpapiere sank im H1/2012 um 5 Prozent auf 5,1 Bio. € (H1/2011: 5,4 Bio. €). In Q2/2012 verringerte sich der Wert um 6 Prozent auf 5,1 Bio. € (Q2/2011: 5,4 Bio. €). Der im Jahresvergleich ausgewiesene Rückgang im Inlandsmarkt war in erster Linie auf den Abwärtstrend der Marktwerte für Aktien zurückzuführen. Die Nettoerlöse im Verwahrgeschäft sanken in H1/2012 um 1 Prozent auf 167,3 Mio. € (H1/2011: 168,9 Mio. €) und erhöhten sich in Q2/2012 geringfügig auf 84,1 Mio. € (Q2/2011: 83,0 Mio. €). Die Gesamtzahl der von Clearstream in den ersten sechs Monaten zum 30. Juni 2012 durchgeführten Abwicklungstransaktionen ging um 8 Prozent auf 58,6 Mio. (H1/2011: 63,9 Mio.) zurück. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 lag die Zahl der abgewickelten OTC-Geschäfte mit insgesamt 29,0 Mio. auf dem Niveau der Vorjahresperiode (H1/2011: 29,1 Mio.). Während die Zahl internationaler OTC-Transaktionen um 8 Prozent auf 15,8 Mio. stieg, verzeichneten die OTC-Geschäfte im inländischen deutschen Markt eine Abnahme um 9 Prozent auf 13,2 Mio. Die börslichen Handelsgeschäfte verringerten sich um 15 Prozent auf 29,6 Mio. (H1/2011: 34,8 Mio.). Die Entwicklung sowohl der inländischen als auch der internationalen Transaktionen in H1/2012 ist dabei vor allem auf die Handelsaktivität deutscher Privatanleger zurückzuführen. Nettoerlöse im Segment Clearstream ![]() Im zweiten Quartal 2012 verzeichnete Clearstream eine Abnahme der Abwicklungstransaktionen um 7 Prozent auf 27,8 Mio. (Q2/2011: 29,8 Mio.). Mit 14,1 Mio. Transaktionen (Q2/2011: 14,2 Mio.) lagen die von Clearstream im zweiten Quartal 2012 abgewickelten OTC-Geschäfte geringfügig unter dem Vergleichswert des Vorjahres: Die Zahl internationaler OTC-Transaktionen stieg um 8 Prozent auf 7,8 Mio. und die OTC-Geschäfte im inländischen Markt sanken um 9 Prozent auf 6,3 Mio. Die Transaktionen im börslichen Geschäft verringerten sich im zweiten Quartal um 12 Prozent auf 13,7 Mio. (Q2/2011: 15,6 Mio.), ausgelöst durch die schwächere Handelsaktivität deutscher Privatanleger im zweiten Quartal 2012. Die Nettoerlöse gingen im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 51,2 Mio. € (H1/2011: 54,9 Mio. €) und im zweiten Quartal 2012 um 4 Prozent auf 24,4 Mio. € (Q2/2011: 25,5 Mio. €) zurück. Der Erfolg der Investment Funds Services trug positiv zum Ergebnis im Abwicklungs- und Verwahrgeschäft bei. Im Berichtsjahr verarbeitete Clearstream 3,0 Mio. Transaktionen, 9 Prozent mehr als im Vorjahr (H1/2011: 2,7 Mio.). Der Wert des im Kundenauftrag verwahrten Vermögens im Bereich Investment Funds Services erreichte im ersten Halbjahr 2012 einen durchschnittlichen Wert von 221,7 Mrd. € (H1/2011: 221,0 Mrd. €). Für das zweite Quartal lag der Durchschnittswert noch etwas höher bei 224,3 Mrd. € (Q2/2011: 222,8 Mrd. €). Kennzahlen des Segments Clearstream scroll
Der Geschäftsbereich der globalen Wertpapierfinanzierung (Global Securities Financing, GSF), der die Bereiche Triparty Repo, Wertpapierleihe und Collateral Management umfasst, war sowohl in Bezug auf die ersten sechs Monate als auch auf das zweite Quartal 2012 von einem anhaltenden Wachstum des durchschnittlich ausstehenden Volumens gekennzeichnet: Im ersten Halbjahr 2012 betrug das durchschnittlich ausstehende Volumen 585,6 Mrd. €, ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (H1/2011: 548,2 Mrd. €). Der entsprechende Wert im zweiten Quartal 2012 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent auf 582,7 Mrd. € (Q2/2011: 553,4 Mrd. €). Das Wachstum reflektiert die zunehmende Bedeutung besicherter Finanzierungen und den anhaltend starken Trend, Sicherheiten in zentralen, internationalen Liquiditätspools zu bündeln. Insbesondere die Collateral Management Services haben erheblich zum Anstieg des Volumens beigetragen. Der gemeinsam mit Eurex angebotene Euro GC Pooling®-Service verzeichnete mit einem Tagesdurchschnitt von 134,5 Mrd. € im ersten Halbjahr bzw. 144,7 Mrd. € im zweiten Quartal 2012 (H1/2011: 98,9 Mrd. €, Q2/2011: 104,4 Mrd. €) weiterhin eine starke Zunahme des ausstehenden Volumens. scroll
Insgesamt konnten die Nettoerlöse im GSF-Geschäft im ersten Halbjahr 2012 um 23 Prozent auf 30,0 Mio. € (H1/2011: 24,4 Mio. €) und im zweiten Quartal 2012 um 18 Prozent auf 14,7 Mio. € (Q2/2011: 12,4 Mio. €) steigen. Dieses Wachstum erzielte Clearstream hauptsächlich aufgrund der höheren Volumina bei margenstarken Produkten im Wertpapierleihegeschäft (insbesondere im Bereich Automated Securities Lending, ASL) und im Sicherheitenmanagement (hauptsächlich Triparty Collateral Management Services), die in der Berichtsperiode erheblich zunahmen. Die durchschnittlichen Kundenbareinlagen stiegen im ersten Halbjahr 2012 um 14 Prozent auf 10,5 Mrd. € (H1/2011: 9,2 Mrd. €) und sanken im zweiten Quartal um 4 Prozent auf 9,8 Mrd. € (Q2/2011: 10,2 Mrd. €). Bereinigt um die Beträge, die aufgrund von Sanktionsmaßnahmen der EU und der USA gesperrt waren, haben sich die Kundenbareinlagen im ersten Halbjahr 2012 auf 8,5 Mrd. € (H1/2011: 7,9 Mrd. €) erhöht. Im zweiten Quartal 2012 betrug der Wert ebenfalls rund 8,5 Mrd. € (Q2/2011: 7,7 Mrd. €). Die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft verringerten sich im ersten Halbjahr 2012 um 7 Prozent auf 32,1 Mio. € (H1/2011: 34,6 Mio. €) und lagen mit 13,6 Mio. € in Q2/2012 um 27 Prozent unter dem Vorjahreswert (Q2/2011: 18,5 Mio. €). Der Rückgang reflektiert die rückläufige Zinsentwicklung. Eine wichtige strategische Initiative von Clearstream ist das Outsourcing-Angebot im Bereich Sicherheitenmanagement, das im Juli 2011 gemeinsam mit dem brasilianischen Zentralverwahrer Cetip den Betrieb aufnahm. Clearstream ist der einzige internationale Zentralverwahrer, der Sicherheitenbestände und Risikopositionen über Zeitzonen und Regionen hinweg und in Echtzeit verwalten kann und gleichzeitig die regulatorischen Vorgaben des Gastlandes erfüllt, die eine Verwahrung der Vermögenswerte nach lokalem Recht verlangen eine Voraussetzung in vielen internationalen Märkten. Im Mai 2012 unterzeichnete Clearstream eine Vereinbarung über die Entwicklung eines solchen Sicherheitenmanagement-Services über drei Parteien (Triparty Collateral Management) für den spanischen Markt mit dem spanischen Zentralverwahrer Iberclear, einer Tochtergesellschaft des spanischen Börsenbetreibers Bolsas y Mercados Españoles. Iberclear ist der erste europäische Nachhandelsdienstleister, der die Zuweisung, Optimierung und Substitution inländischer Sicherheiten an das bewährte Collateral Management-System von Clearstream, den Global Liquidity Hub, auslagert. In den vorangegangenen Quartalen schloss Clearstream bereits Vereinbarungen mit Zentralverwahrern in Australien, Kanada, Südafrika und Südamerika. Im April 2012 gab die Clearstream Banking AG bekannt, dass sie sich an der TARGET2-Securities (T2S)-Initiative der Europäischen Zentralbank beteiligen wird, und unterzeichnete als einer der ersten Zentralverwahrer den Rahmenvertrag zu T2S. T2S ist eine zentrale paneuropäische Plattform für die nationale und grenzüberschreitende Abwicklung von Wertpapiergeschäften in Zentralbankgeld. Die Plattform, die 2015 in Betrieb gehen wird, soll zu einer deutlichen Reduzierung der Abwicklungskosten im grenzüberschreitenden Wertpapierhandel führen. Der deutsche Zentralverwahrer, die Clearstream Banking AG, wird rund 40 Prozent des künftigen T2S-Abwicklungsvolumens in der Eurozone ausmachen und hat sich zum Ziel gesetzt, der bevorzugte Zugangspunkt zu T2S zu werden. Segment Market Data & Analytics Erstes Halbjahr 2012 Die Nettoerlöse stiegen in den ersten sechs Monaten leicht um 2 Prozent auf 109,2 Mio. € (H1/2011: 107,3 Mio. €). Das EBIT nahm aufgrund gestiegener Kosten um 8 Prozent auf 67,9 Mio. € ab (H1/2011: 73,5 Mio. €). Zweites Quartal 2012 Die Nettoerlöse lagen mit einem Minus von 5 Prozent bei 52,2 Mio. € (Q2/2011: 54,7 Mio. €). Das EBIT sank aufgrund von Kostensteigerungen im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf 32,5 Mio. € (Q2/2011: 35,6 Mio. €). Das Segment Market Data & Analytics erzielte aufgrund der guten geschäftlichen Entwicklung im ersten Halbjahr 2012 einen Nettoerlösanstieg gegenüber der Vorjahresperiode. Hauptgrund dafür war erneut die verbreiterte Produktpalette, vor allem bei STOXX® und bei AlphaFlash®. Im Bereich Front Office waren die Nettoerlöse im ersten Halbjahr insgesamt im Vergleich zum Vorjahrszeitraum stabil. Im zweiten Quartal 2012 haben sie allerdings im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen. Hauptursache für den Rückgang im zweiten Quartal waren die abnehmenden Nutzerzahlen in den Handelsbereichen der Banken und Finanzhäuser. Die Nachfrage nach Direktanbindungen und Informationsprodukten nimmt dagegen aufgrund verstärkter regionaler Vermarktungsaktivitäten zu. Die neue Handelsapplikation AlphaFlash® Trader gibt Nutzern von Handelsplattformen seit Mai 2012 die Möglichkeit, die Erteilung von Aufträgen in Abhängigkeit von preisrelevanten Ereignissen zu automatisieren. Die Applikation ist bereits über die Handelsbildschirm-Software X_TRADER® Pro von Trading Technologies International verfügbar und wird zukünftig über weitere Handelsplattformen erhältlich sein. Dadurch erschließt AlphaFlash neue Kundengruppen und erhöht somit sein Wachstumspotenzial. Die Nettoerlöse im Indexgeschäft sind sowohl im zweiten Quartal 2012 als auch im gesamten ersten Halbjahr 2012 gegenüber den entsprechenden Vorjahreszeiträumen gestiegen. Die Expansion im Buy Side-Geschäft konnte in beiden Zeiträumen weiter vorangetrieben werden. Obwohl die gefallenen Indexstände im zweiten Quartal 2012 im Vergleich zum vorangegangenen Quartal das über börsengehandelte Indexfonds (ETFs) verwaltete Vermögen unter Druck gebracht hat, sind die damit verbundenen Nettoerlöse stabil geblieben. Das Angebot an Indizes wurde auch im zweiten Quartal erweitert, u. a. durch den DAX ex Financials-Index, der die Aktien aller im deutschen Bluechip-Index DAX enthaltenen Unternehmen mit Ausnahme von Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen abbildet. Darüber hinaus hat STOXX gemeinsam mit dem Dienstleister Axioma die Indexfamilie STOXX+ Minimum Variance eingeführt, die es ermöglicht, risikooptimierte Portfolios auf Basis einer Kombination verschiedener anderer STOXX®-Indizes zusammenzustellen. Ferner hat STOXX u. a. die Familie der nachhaltigkeitsorientierten Indexfamilie STOXX Global ESG Leaders erweitert. Das Geschäft mit Back Office-Daten war im zweiten Quartal 2012 leicht rückläufig. Ausschlaggebend waren dafür insbesondere Einmaleffekte bei der Vermarktung historischer Daten sowie die geringere Nachfrage nach dem Service TRICE®. Mit TRICE unterstützt die Deutsche Börse Wertpapierfirmen in deren Meldeverpflichtungen für Wertpapiergeschäfte. Die Umsatzerlöse mit proprietären Referenzdaten dagegen konnten stabil gehalten werden; sie tragen signifikant zum Back Office-Geschäft bei. Finanzlage Cashflow Die Gruppe Deutsche Börse erzielte im ersten Halbjahr 2012 einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Veränderung der stichtagsbezogenen CCP-Positionen von 387,3 Mio. € (H1/2011: 242,9 Mio. €). Berücksichtigt man die Veränderung der CCP-Positionen, ergibt sich ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 378,7 Mio. € (H1/2011: 317,4 Mio. €). Die Gruppe Deutsche Börse ermittelt ihren Cashflow ausgehend vom Jahresüberschuss. Dieser wird um nicht zahlungswirksame Veränderungen bereinigt; ergänzend werden die Zahlungsströme berücksichtigt, die aus der Veränderung der Bilanzposten abgeleitet werden. Vor Anpassung um die stichtagsbezogenen CCP-Positionen ergeben sich die im Folgenden aufgeführten Veränderungen des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit: Rückgang des Periodenüberschusses um 66,2 Mio. € auf 340,5 Mio. €. Anstieg der nicht zahlungswirksamen Aufwendungen um 44,4 Mio. € auf 42,6 Mio. €, insbesondere aufgrund der Neubewertung der Aktienkomponente im Zusammenhang mit dem Erwerb zusätzlicher Anteile an der Eurex Zürich AGVerringerung der Kapitalbindung, verursacht durch eine Abnahme der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte um 42,5 Mio. € (H1/2011: 31,8 Mio. €) sowie einen Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten um 4,9 Mio. € (H1/2011: 178,7 Mio. €). Die Forderungen haben sich im Wesentlichen aufgrund des Rückgangs der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduziert. Im Vorjahr war der Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten v. a. auf Steuerzahlungen sowie den Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen im Zusammenhang mit aktienbasierter Vergütung sowie den im Jahr 2010 eingeleiteten Effizienzmaßnahmen zurückzuführen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2012 bei 660,7 Mio. € (H1/2011: Mittelzufluss von 845,7 Mio. €), primär aufgrund des Erwerbs von Wertpapieren mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als einem Jahr im ersten Halbjahr 2012 in Höhe von 228,1 Mio. € (H1/2011: 52,3 Mio. €) sowie der Zahlung von 295,0 Mio. € im Zusammenhang mit dem Erwerb weiterer Anteile an der Eurex Zürich AG. Im ersten Halbjahr 2011 resultierte der Zahlungsmittelzufluss primär aus Fälligkeiten und Veräußerungen von Wertpapieren mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 466,4 Mio. € sowie der Nettoabnahme der kurzfristigen Forderungen und Wertpapiere aus dem Bankgeschäft um 542,3 Mio. €, während sich im ersten Halbjahr 2012 die kurzfristigen Forderungen und Wertpapiere aus dem Bankgeschäft um 85,4 Mio. € erhöhten. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf 270,8 Mio. € (H1/2011: Mittelabfluss von 393,9 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält regelmäßig Effekte aus Dividendenzahlungen sowie aus Verbindlichkeiten für Commercial Paper, die im Rahmen des kurzfristigen Liquiditätsmanagements von der Gesellschaft ausgegeben bzw. getilgt wurden. Die Dividendenzahlung im Mai 2012 für das Geschäftsjahr 2011 betrug 622,9 Mio. € (Dividende für das Geschäftsjahr 2010, die im Mai 2011 gezahlt wurde: 390,7 Mio. €). Die Deutsche Börse AG hat im ersten Halbjahr 2012 Commercial Paper im Volumen von 409,3 Mio. € begeben (H1/2011: null) sowie eigene Aktien in Höhe von 35,6 Mio. € erworben (H1/2011: null). Der Finanzmittelbestand belief sich damit zum 30. Juni 2012 auf 96,5 Mio. € (30. Juni 2011: 317,4 Mio. €). Kapitalstruktur Die Grundsätze der Gruppe Deutsche Börse zur Optimierung ihrer Kapitalstruktur sind unverändert: Generell strebt die Gruppe eine Dividendenausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des Konzern-Jahresüberschusses an und setzt Aktienrückkäufe ein, um den Aktionären Mittel zur Verfügung zu stellen, die für den operativen Betrieb und die Weiterentwicklung des Unternehmens nicht benötigt werden. Die Grundsätze berücksichtigen den Kapitalbedarf, der sich aus rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowie aus Anforderungen in Bezug auf das Kredit-Rating, das wirtschaftlich notwendige Kapital und die Liquidität des Unternehmens ableitet. Das Unternehmen strebt an, das starke „AA“ Kredit-Rating der Clearstream Banking S.A. aufrechtzuerhalten, um den nachhaltigen Erfolg des in der Wertpapierverwahrung und -abwicklung tätigen Segments Clearstream sicherzustellen. Darüber hinaus verlangen die Aktivitäten der Tochtergesellschaft Eurex Clearing AG ein starkes Kreditprofil der Deutsche Börse AG. Die Kunden erwarten, dass ihre Dienstleister über konservative Zinsdeckungs- und Verschuldungsgrade verfügen und so ihre guten Kredit-Ratings beibehalten. Die Gruppe Deutsche Börse verfolgt daher weiterhin das Ziel, einen Zinsdeckungsgrad (Verhältnis von EBITDA zu Zinsaufwendungen aus Finanzierungstätigkeit) von mindestens 16 auf Gruppenebene zu erreichen. Die Gruppe Deutsche Börse hat dieses Ziel im ersten Halbjahr 2012 mit einem Zinsdeckungsgrad von 17,1 erreicht. Dem Zinsdeckungsgrad liegen ein relevanter Zinsaufwand von 36,1 Mio. € und ein EBITDA von 615,6 Mio. € zugrunde, bereinigt um Aufwendungen für Fusionen und Übernahmen, insbesondere im Zusammenhang mit dem untersagten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext, und Kosten für Effizienzprogramme. Für das zweite Quartal 2012 ergibt sich auf Basis eines relevanten Zinsaufwands von 18,6 Mio. € und einem EBITDA von 308,6 Mio. € ein Zinsdeckungsgrad von 16,6, ebenfalls bereinigt um die genannten Sondereffekte. Für das Geschäftsjahr 2011 hat die Deutsche Börse AG am 17. Mai 2012 eine im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent höhere Dividende von 2,30 € je Aktie gezahlt. Die Ausschüttungsquote betrug 52 Prozent. Sie ist bereinigt um: Kosten für Fusionen und Übernahmen, insbesondere im Zusammenhang mit dem untersagten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext Kosten für Effizienzprogramme den Ertrag im Zusammenhang mit der Neubewertung der Aktienkomponente des Kaufpreises für die Übernahme der Anteile der SIX Group AG an der Eurex Zürich AG 2010 hatte die Ausschüttungsquote 54 Prozent betragen (bereinigt um Kosten für Effizienzprogramme und den ISE-Wertminderungsaufwand im vierten Quartal 2010). Zusätzlich zu dieser Dividende hat das Unternehmen eine Sonderausschüttung von 1,00 € je Aktie gezahlt. Vermögenslage Zum 30. Juni 2012 beliefen sich die langfristigen Vermögenswerte der Gruppe Deutsche Börse auf 5.292,0 Mio. € (30. Juni 2011: 4.726,3 Mio. €). Sie setzten sich v. a. aus immateriellen Vermögenswerten und Finanzanlagen zusammen. Die immateriellen Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 2.123,0 Mio. € (30. Juni 2011: 1.987,6 Mio. €) und andere immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 913,8 Mio. € (30. Juni 2011: 869,9 Mio. €). Bei den Finanzanlagen, die zum Bilanzstichtag 1.929,4 Mio. € betrugen (30. Juni 2011: 1.575,2 Mio. €), stellten die Forderungen und Wertpapiere aus dem Bankgeschäft mit 1.646,4 Mio. € (30. Juni 2011: 1.255,9 Mio. €) die größte Position dar. Ihr Anstieg hat maßgeblich die Veränderung der langfristigen Vermögenswerte insgesamt gegenüber dem 30. Juni 2011 bestimmt. Den langfristigen Vermögenswerten stand Eigenkapital in Höhe von 3.049,1 Mio. € (30. Juni 2011: 2,753,9 Mio. €) gegenüber. Der Anstieg des Eigenkapitals resultiert im Wesentlichen aus der Lieferung von Deutsche Börse-Aktien zur Zahlung von 50 Prozent des Kaufpreises für den Erwerb des wirtschaftlichen Anteils von 15 Prozent an der Eurex Zürich AG. Die langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 1.962,4 Mio. € (30. Juni 2011: 1.830,1 Mio. €) setzten sich hauptsächlich aus verzinslichen Verbindlichkeiten in Höhe von 1.469,6 Mio. € (30. Juni 2011: 1.420,6 Mio. €) sowie latenten Steuerschulden in Höhe von 334,6 Mio. € (30. Juni 2011: 250,7 Mio. €) zusammen. Veränderungen bei den kurzfristigen Schulden ergaben sich u. a. durch die Abnahme der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten auf 869,4 Mio. € (30. Juni 2011: 993,9 Mio. €) im Zusammenhang mit dem Erwerb des 15-Prozent-Anteils an der Eurex Zürich AG. Zum Ende des zweiten Quartals 2012 standen 410,0 Mio. € Commercial Paper aus (30. Juni 2011: null). Insgesamt investierte die Gruppe Deutsche Börse im ersten Halbjahr 53,4 Mio. € (H1/2011: 41,7 Mio. €) in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen und damit 28 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Die Investitionen betrafen insbesondere die Segmente Eurex und Clearstream. RisikoberichtDie Gruppe Deutsche Börse stellt in ihren Jahresberichten Strategie, Organisation, Prozesse und Methoden ihres Risikomanagements umfassend dar. Die wesentlichen operativen Risiken liegen für die Gruppe Deutsche Börse in einer Nichtverfügbarkeit ihrer Handels-, Clearing- und Abwicklungssysteme (Verfügbarkeitsrisiko) sowie in einer fehlerhaften Verarbeitung von Kundenaufträgen im Verwahrgeschäft (Fehlverarbeitungen). Dem Verfügbarkeitsrisiko begegnet die Gruppe durch umfangreiche Aktivitäten auf dem Gebiet des Business Continuity Management. Das Risiko aus Fehlverarbeitungen wird durch Reduktion oder durch bessere Absicherung der notwendigen manuellen Eingriffe verringert. Zudem bestehen rechtliche Risiken und Risiken der Geschäftspraxis. Darüber hinaus können Unfälle oder Naturkatastrophen sowie Sabotage und Terrorismus zu finanziellen Verlusten aus Schäden an materiellen Gütern führen. In ihrem Geschäftsbericht informierte die Gruppe Deutsche Börse über ein per Sammelklage erwirktes Vollstreckungsverfahren, durch das bestimmte Kundenpositionen im Sammeldepot der Lagerstelle der Clearstream Banking S.A. in den USA eingefroren wurden. Im März 2011 hat eine weitere Gruppe von Klägern vor einem amerikanischen Gericht ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet, das die bereits eingefrorenen Kundenpositionen betrifft. Sollte das Verfahren auf eine Herausgabe hinauslaufen, wird sich die Clearstream Banking S.A. gegen diese Klage gemäß der ihr als Verwahrer obliegenden Pflichten verteidigen. Clearstream kooperiert mit der US-amerikanischen Exportkontrollbehörde, dem Office of Foreign Assets Control (OFAC), im Rahmen einer laufenden Untersuchung der OFAC nach „Iranian Transaction Regulations” im Zusammenhang mit Vermögensübertragungen über das Abwicklungssystem von Clearstream. Die Ertragslage der Gruppe Deutsche Börse hängt auch vom externen Umfeld ab. Externe Faktoren z. B. Zinssätze, Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Entwicklung und Volatilität der Aktienmärkte können sich auf die Ertragslage auswirken. Zudem kann fehlendes Vertrauen der Investoren in die Finanzmärkte einen negativen Einfluss auf die Ertragslage haben. Regulatorische Maßnahmen stellen eine weitere Unsicherheit dar. Sie können einerseits die Wettbewerbsposition der Gruppe Deutsche Börse negativ beeinflussen, andererseits aber auch die Geschäftsmodelle der Kunden der Gruppe Deutsche Börse tangieren und deren Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der Gruppe Deutsche Börse reduzieren. Zudem ist die Gruppe Deutsche Börse dem Risiko eines veränderten wettbewerblichen Umfelds ausgesetzt. So kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Ertragslage der Gruppe Deutsche Börse aufgrund des intensiven Wettbewerbs um Marktanteile in einzelnen Geschäftsbereichen verschlechtert. Dies könnte unter Umständen dazu führen, dass immaterielle Vermögenswerte wie Geschäfts- oder Firmenwerte im Rahmen einer Werthaltigkeitsprüfung ganz oder teilweise abzuschreiben sind. Finanzwirtschaftliche Risiken treten in der Gruppe Deutsche Börse vor allem als Kreditrisiko in Unternehmen der Clearstream Holding-Gruppe und in der Eurex Clearing AG auf. Darüber hinaus sind die Geldanlagen und Forderungen der Gruppe mit einem Kreditrisiko behaftet. In geringem Umfang bestehen zudem Marktpreisrisiken aus Geldanlagen und Liquiditätsrisiken. Allerdings werden bei den Geldanlagen zum überwiegenden Teil kurzfristige Geschäfte getätigt, die besichert sind. Damit werden gleichzeitig Liquiditätsrisiken aus der Geldanlage minimiert. Die Gruppe bewertet fortlaufend ihre Risikosituation. Aus heutiger Sicht ist für den Vorstand eine signifikante Änderung der Risikosituation und somit eine Gefährdung des Fortbestands der Gruppe nicht erkennbar. PrognoseberichtDer Prognosebericht beschreibt die voraussichtliche Entwicklung der Gruppe Deutsche Börse in den Geschäftsjahren 2012 und 2013. Er enthält Aussagen und Informationen über Vorgänge, die in der Zukunft liegen. Diese vorausschauenden Aussagen und Informationen beruhen auf Erwartungen und Annahmen des Unternehmens zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Prognoseberichts. Diese wiederum unterliegen bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse des Konzerns. Viele dieser Faktoren liegen außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens. Sollte eines der Risiken eintreten oder eine der Ungewissheiten Realität werden oder sollte sich erweisen, dass eine der zugrunde liegenden Annahmen nicht korrekt war, kann die tatsächliche Entwicklung des Konzerns sowohl positiv als auch negativ von den Erwartungen und Annahmen in den zukunftsgerichteten Aussagen und Informationen dieses Prognoseberichts abweichen. Entwicklung der Ertragslage Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Prognoseberichts zeichnet sich aufgrund eines schwachen Kapitalmarktumfeldes im ersten Halbjahr sowie der weiterhin anhaltenden Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur in Zusammenhang mit der Euroschuldenkrise ab, dass die Gruppe Deutsche Börse die Prognose-Bandbreite hinsichtlich der Nettoerlöse für das Geschäftsjahr 2012 moderat unterschreiten wird, sofern sich das Marktumfeld im zweiten Halbjahr 2012 nicht signifikant verbessern wird. Für 2012 rechnet die Gesellschaft unverändert mit operativen Kosten in Höhe von unter 930 Mio. € (bereinigt um Kosten für Fusionen und Übernahmen sowie für Effizienzprogramme in Höhe von rund 30 Mio. €) gegenüber 890 Mio. € im Jahr 2011. Eine moderate Unterschreitung der Prognose-Bandbreite bei den Nettoerlösen würde sich entsprechend negativ auf die prognostizierte EBIT-Bandbreite sowie den Zinsdeckungsgrad auswirken. Entwicklung der Finanzlage Das Unternehmen erwartet weiterhin einen positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Die Deutsche Börse plant, im Prognosezeitraum rund 150 Mio. € pro Jahr als Bestandteil des Cashflows aus Investitionstätigkeit in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zu investieren. Die Investitionen sollen hauptsächlich der Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen in den Segmenten Eurex und Clearstream dienen. Der Anstieg gegenüber den Vorjahren ergibt sich hauptsächlich aus erhöhten Investitionen in Handelsinfrastruktur und Funktionalitäten im Bereich Risikomanagement. Im Rahmen des Programms zur Optimierung der Kapitalstruktur wird die Deutsche Börse flexibel auf ein sich änderndes Marktumfeld im Prognosezeitraum reagieren. Die Gruppe Deutsche Börse verfolgt weiterhin das Ziel, einen Zinsdeckungsgrad (Verhältnis EBITDA zu Zinsaufwendungen aus Finanzierungstätigkeit) von mindestens 16 auf Gruppenebene zu erreichen. Die generell angestrebte Dividendenausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des Konzern-Jahresüberschusses sowie Aktienrückkäufe stehen unter dem Vorbehalt von Anforderungen an die Kapitalstruktur, von Investitionsbedürfnissen sowie von generellen Liquiditätserwägungen. Konzernbilanz zum 30. Juni 2012AKTIVA scroll
Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid)Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Frankfurt am Main, den 26. Juli 2012 Deutsche Börse AG Der Vorstand Reto Francioni Andreas Preuß Frank Gerstenschläger Michael Kuhn Gregor Pottmeyer Jeffrey Tessler Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2012scroll
Erläuterungen zum Zwischenabschluss1. RechnungslegungsgrundsätzeDer Zwischenabschluss wurde im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglich veröffentlichten Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind. Zum 30. Juni 2012 gab es keine geltenden Standards oder Interpretationen, die bis dato nicht von der EU übernommen wurden und die Auswirkungen auf den Zwischenabschluss hatten. Entsprechend stimmt der Zwischenabschluss auch mit den IFRS in ihrer vom IASB herausgegebenen Fassung überein. Mit Ausnahme der Regelungen zu IAS 19 wurden alle Rechnungslegungsgrundsätze der Gesellschaft, die dem Konzernabschluss für das am 31. Dezember 2011 abgeschlossene Geschäftsjahr zugrunde lagen, auch für den Zwischenabschluss berücksichtigt. Der Zwischenabschluss steht in Einklang mit IAS 34 („Zwischenabschluss“). Die Gruppe Deutsche Börse wendet im Geschäftsjahr 2012 den am 16. Juni 2011 vom IASB veröffentlichten und am 5. Juni 2012 von der EU übernommenen IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ vorzeitig an; entsprechend wurde die Bilanzierungs- und Bewertungsmethodik für leistungsorientierte Verpflichtungen wie folgt umgestellt: Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungszinssatzes, der der Bewertung der Pensionsverpflichtung zugrunde liegt, angenommen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden nunmehr unmittelbar in der Neubewertungsrücklage erfasst; der Korridoransatz wird nicht mehr angewandt. Zudem weist die Gruppe Deutsche Börse den bisher im Personalaufwand ausgewiesenen Nettozinsaufwand seit 1. Januar 2012 im Finanzergebnis aus. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Die sich aus der Anpassung der Vorjahreszahlen ergebenden Effekte sowie der erfasste Aufwand für die leistungsorientierten Verpflichtungen sind in Erläuterung 6 dargestellt. Guthaben bei Zentralnotenbanken, die einer Mindestreserve-Verpflichtung unterliegen, werden seit 1. Januar 2012 nicht mehr als verfügungsbeschränkt, sondern als Forderungen und Wertpapiere aus dem Bankgeschäft ausgewiesen; die Vorjahresbeträge wurden entsprechend angepasst. Zusätzlich zu den am 31. Dezember 2011 berücksichtigten Standards und Interpretationen sowie dem geänderten IAS 19 wird der folgende Standard erstmalig angewandt: Anpassung IFRS 7 „Finanzinstrumente: Anhangangaben Übertragung von finanziellen Vermögenswerten” (Oktober 2010) Die Anwendung dieses Standards hatte auf die Finanzberichterstattung der Gruppe Deutsche Börse keine wesentlichen Auswirkungen. Der IASB hat bis zur Veröffentlichung dieses Halbjahresfinanzberichts folgende Standards, die noch nicht von der EU anerkannt sind, veröffentlicht: Änderungen aus dem „Annual Improvements Project” (Mai 2012) Änderung der Übergangsbestimmungen für IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 (Juni 2012) Der Zwischenabschluss wurde entsprechend den Vorgaben des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) um einen Konzernzwischenlagebericht ergänzt. 2. KonsolidierungskreisDie Deutsche Börse AG, die SIX Group AG und die SIX Swiss Exchange AG haben am 7. Juni 2011 einen Aktienkaufvertrag abgeschlossen; demnach verpflichtete sich die SIX Swiss Exchange AG, das schweizerische Derivategeschäft die Eurex Zürich AG betreffend in eine neu zu gründende Tochtergesellschaft, die Eurex Global Derivatives AG, einzubringen und 100 Prozent der Aktien dieser Tochtergesellschaft als Sachdividende an die SIX Group AG auszuschütten. Die SIX Group AG hat am 30. April 2012 diese Anteile an die Deutsche Börse AG veräußert. Der Kaufpreis wurde in Höhe von 295,0 Mio. € in bar sowie durch Lieferung von 5.286.738 Aktien der Deutsche Börse AG erfüllt; die Aktien hatten bei Lieferung einen Marktwert von 255,9 Mio. €. Gemäß Aktienkaufvertrag erfolgte der Verkauf mit wirtschaftlicher Wirkung bereits zum 1. Januar 2012. Da die wesentlichen Bedingungen für den Vollzug der Transaktion schon im ersten Quartal 2012 erfüllt waren, wurden die Umsatzerlöse bereits seit dem ersten Quartal 2012 der Gruppe Deutsche Börse zugerechnet. Durch die Veröffentlichung des Jahresabschlusses der ID’s SAS, Paris, Frankreich, für das Jahr 2011 wurde am 21. März 2012 offiziell bekannt, dass das EBIT gemäß der Vereinbarung über das Aktienbezugsrecht zwischen ID’s SAS und Deutsche Börse AG nicht erreicht wurde. Dadurch erlangte die Deutsche Börse AG das Recht auf Ausübung der Optionen der Tranche 2011. Demzufolge erwarb die Deutsche Börse AG am 19. April 2012 zu einem Kaufpreis von 1.235,00 € einen zusätzlichen Anteil von 10,52 Prozent an der ID’s SAS und steigerte dadurch ihren Beteiligungsanteil auf insgesamt 25,01 Prozent. Da die Deutsche Börse AG bereits einen maßgeblichen Einfluss durch die Zugehörigkeit zum Board of Directors im Sinne des IAS 28.7 (a) ausgeübt hatte, wird das Unternehmen weiterhin als assoziiertes Unternehmen eingestuft und nach der Equity-Methode bilanziert. Mit Wirkung zum 29. März 2012 erwarb die International Securities Exchange Holdings, LLC, New York, USA, zum Kaufpreis in Höhe von 1,0 Mio. US$ einen zusätzlichen Anteil von 6,54 Prozent an der Hanweck Associates, LLC, New York, USA, und steigerte dadurch ihren Beteiligungsanteil auf insgesamt 26,44 Prozent. Da die International Securities Exchange Holdings, LLC einen maßgeblichen Einfluss im Sinne des IAS 28 ausübt, wird die Hanweck Associates, LLC seither als assoziiertes Unternehmen eingestuft und nach der Equity-Methode bilanziert. Am 30. Mai 2012 gründete die International Securities Exchange Holdings, LLC, New York, USA, das Unternehmen Topaz Exchange, LLC, Dover, USA. Die hundertprozentige Tochtergesellschaft wird seither voll in den Konzernabschluss einbezogen. Am 1. Juni 2012 gründete die Deutsche Börse AG die Gesellschaft Komunumo Ltd., London, Großbritannien. Da die Deutsche Börse AG 100 Prozent der Anteile an der Komunumo Ltd. hält, wird die Gesellschaft seither voll in den Konzernabschluss einbezogen. Am 28. Juni 2012 gründete die International Securities Exchange Holdings, LLC, New York, USA, das Unternehmen Longitude S.A. mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg. Als hundertprozentige Tochtergesellschaft wird die Longitude S.A. seit dem zweiten Quartal voll in den Konzernabschluss einbezogen. 3. Saisonale EinflüsseDer Konzernumsatz wird stärker durch die Volatilität und das Transaktionsvolumen auf den Kapitalmärkten als durch saisonale Faktoren beeinflusst. Aufgrund einer Kostenkonzentration für Projekte, die erst im vierten Quartal zum Abschluss gebracht werden, sind die Kosten im vierten Quartal üblicherweise höher als in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres. 4. BilanzsummeDer Anstieg der Konzern-Bilanzsumme um 22,9 Mrd. € auf 250,8 Mrd. € zum 30. Juni 2012 (31. März 2012: 227,9 Mrd. €) wird maßgeblich durch die Finanzinstrumente der Eurex Clearing AG bestimmt. Während die Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft fast unverändert blieben, stiegen die Bardepots der Marktteilnehmer sowie die Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung stark an. Die Höhe dieser Positionen kann sich entsprechend den Bedürfnissen und Handlungen der Kunden täglich stark ändern. 5. SegmentberichterstattungZusammensetzung der Umsatzerlöse pro Segment scroll
Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft scroll
Nettoerlöse scroll
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) scroll
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen scroll
6. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie Anpassung der Bilanzierung für leistungsorientierte Verpflichtungen führte zu folgenden Effekten: scroll
7. Sonstige finanzielle VerpflichtungenZusätzlich zu den in früheren Veröffentlichungen erwähnten Sachverhalten ist die Gruppe Deutsche Börse von Zeit zu Zeit in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus dem Verlauf ihres normalen Geschäfts ergeben. Die Gruppe Deutsche Börse bildet Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und aufsichtsrechtliche Angelegenheiten, wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung besteht, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. In solchen Fällen kann sich ein Verlustrisiko ergeben, das höher ist als die entsprechenden Rückstellungen. Wenn die oben genannten Bedingungen nicht erfüllt sind, bildet die Gruppe Deutsche Börse keine Rückstellungen. Wenn sich eine Rechtsstreitigkeit oder eine aufsichtsrechtliche Angelegenheit entwickelt, bewertet die Gruppe Deutsche Börse kontinuierlich, ob die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung erfüllt sind. Die Gruppe Deutsche Börse kann eventuell nicht absehen, wie hoch der mögliche Verlust oder die Verlustspanne im Hinblick auf diese Angelegenheiten sein wird. Auf der Basis aktuell verfügbarer Informationen geht die Gruppe Deutsche Börse insgesamt nicht davon aus, dass das Ergebnis eines dieser Verfahren die Finanzzahlen erheblich beeinträchtigen wird. 8. Ergebnis je AktieIn Übereinstimmung mit IAS 33 wird das Ergebnis je Aktie ermittelt, indem der Periodenüberschuss, der den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist (Konzern-Periodenüberschuss), durch die gewichtete Durchschnittszahl der ausgegebenen Aktien dividiert wird. Zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie werden der durchschnittlichen Aktienanzahl die potenziell verwässernden Stammaktien zugerechnet, die im Rahmen des Aktientantiemeprogramms (ATP) erworben werden können. Hierbei werden zur Berechnung der Zahl der potenziell verwässernden Stammaktien die Ausübungspreise um den beizulegenden Zeitwert der Dienstleistungen, die noch zu erbringen sind, korrigiert. Für die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird unabhängig von der tatsächlichen Bilanzierung nach IFRS 2 angenommen, dass alle ATP-Tranchen, für die keine Erfüllung durch Barausgleich beschlossen wurde, durch Eigenkapitalinstrumente erfüllt werden. Zum 30. Juni 2012 gab es folgende Bezugsrechte, die zu einer Verwässerung des Gewinns je Aktie hätten führen können: Ermittlung der Anzahl potenziell verwässernder Stammaktien scroll
1)
Nach IAS 33.47A müssen bei Aktienoptionen und anderen anteilsbasierten Vergütungsvereinbarungen
der Ausgabe- sowie der Ausübungspreis den beizulegenden Zeitwert aller Güter und Dienstleistungen
enthalten, die dem Unternehmen künftig im Rahmen der Aktienoption oder einer anderen
anteilsbasieren Vergütungsvereinbarung zu liefern bzw. zu erbringen sind. Da der volumengewichtete durchschnittliche Aktienkurs über den angepassten Ausübungspreisen der Tranchen 2010 bis 2012 lag, gelten diese Bezugsrechte zum 30. Juni 2012 im Sinne von IAS 33 als verwässernd. Ermittlung des verwässerten und unverwässerten Ergebnisses je Aktie scroll
9. Wesentliche Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden UnternehmenDie beiden folgenden Tabellen zeigen die sonstigen wesentlichen Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen. Alle Geschäfte kamen zu marktgerechten Preisen zustande. Wesentliche Beziehungen zu assoziierten Unternehmen scroll
1)
Ausstehender Saldo nach im zweiten Quartal 2012 vorgenommenen Wertminderungsaufwendungen
in Höhe von 0,6 Mio. € auf das von der Deutsche Börse AG an die Indexium AG gewährte
Darlehen Wesentliche Beziehungen zu sonstigen nahe stehenden Unternehmen scroll
Geschäfte mit Personen in Schlüsselpositionen Personen in Schlüsselpositionen sind Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten der Gruppe Deutsche Börse direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich sind. Die Gruppe Deutsche Börse zählt die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats für Zwecke des IAS 24 zu Personen in Schlüsselpositionen. Im Rahmen der inzwischen von der Europäischen Kommission untersagten Transaktion der Gruppe Deutsche Börse mit der NYSE Euronext hat die Deutsche Börse AG mit der Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main, und Mayer Brown LLP, Washington, Verträge über den Bezug von Beratungsdienstleistungen abgeschlossen. In der Berichtsperiode waren zwei Mitglieder des Aufsichtsrats der Deutsche Börse AG gleichzeitig in Schlüsselpositionen dieser Gesellschaften tätig. Im ersten Halbjahr 2012 hat die Gruppe Deutsche Börse in Zusammenhang mit dieser Transaktion insgesamt 1,0 Mio. € (H1/2011: 0,7 Mio. €) für Beratungsleistungen an die Deutsche Bank AG und Mayer Brown LLP gezahlt. Darüber hinaus besteht zwischen der Deutsche Börse AG und der Richard Berliand Limited, dessen Executive Director Herr Richard Berliand gleichzeitig Mitglied des Aufsichtsrats der Deutsche Börse AG ist, ein Vertrag über den Bezug von Beratungsdienstleistungen. Wesentliche Inhalte dieses Vertrags umfassen Strategien für eine wettbewerbsorientierte Positionierung des neuen Clearinggeschäfts der Deutsche Börse AG im Marktumfeld sowie Beratungsdienstleistungen im Zusammenhang mit wesentlichen strategischen Projekten. Im ersten Halbjahr 2012 hat die Gruppe Deutsche Börse keine Zahlungen (H1/2011: keine) für den Bezug von Beratungsdienstleistungen an Herrn Berliand geleistet. Weitere Transaktionen mit nahe stehenden Unternehmen und Personen Im Rahmen der in Erläuterung 2 dargestellten Transaktion zwischen der Deutsche Börse AG und der SIX Swiss Exchange AG war vereinbart, dass der Deutsche Börse AG mit Wirkung zum 1. Januar 2012 die Eurex-Umsätze und -Gewinne in voller Höhe zufließen; bis zu diesem Datum war im Konzernabschluss der Deutsche Börse AG ein wirtschaftlicher Anteil von 85 Prozent enthalten. Im Gegenzug erhielt die SIX Swiss Exchange AG am 30. April 2012 ein Entgelt von 295 Mio. € in bar und 5.286.738 Anteile an der Deutsche Börse AG. 10. MitarbeiterMitarbeiter scroll
Unter Berücksichtigung von Teilzeitkräften betrug die Mitarbeiterkapazität im Quartalsdurchschnitt 3.390 (Q2/2011: 3.251). Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2012scroll
1)
Im Rahmen des Erwerbs weiterer Anteile an der Eurex Zürich AG wurden 295,0 Mio. €
gezahlt. Konzern-Eigenkapitalentwicklung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2012scroll
Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss bestehend aus verkürzter Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten Anhangangaben und den Konzernzwischenlagebericht der Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2012, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbart worden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben. Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie vom IASB verlautbart worden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen. Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie vom IASB verlautbart worden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Frankfurt am Main, den 26. Juli 2012 KPMG AG Braun, Wirtschaftsprüfer Beier, Wirtschaftsprüfer |
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