![]() Deutsche Börse AGFrankfurt am MainDBAG Halbjahresabschluß 2016 KonzernQ2/2016: Deutsche Börse steigert bereinigten Periodenüberschuss um 21 ProzentQuartalsergebnis im Überblick
Wesentliche Ereignisse im Überblick
Konzern-ZwischenlageberichtGrundlagen des KonzernsDie im Finanzbericht 2015 auf den Seiten 18 bis 30 beschriebenen Grundlagen des Konzerns
sind grundsätzlich nach wie vor gültig. Änderungen haben sich jedoch im Konsolidierungskreis
ergeben. Vergleichbarkeit von Angaben■ Nicht fortgeführte GeschäftstätigkeitDer Verkauf der International Securities Exchange Holdings, Inc. (ISE) zum 30. Juni
2016 stellt eine nicht fortgeführte Geschäftstätigkeit im Sinne des IFRS 5 dar. Gemäß
den Anforderungen des IFRS berichtet der Konzern-Zwischenlagebericht die finanziellen
Kennzahlen ohne diese nicht fortgeführte Geschäftstätigkeit. Die Vorjahreswerte für
das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2015 wurden entsprechend angepasst. ■ Änderungen im Konsolidierungskreis und in der SegmentberichterstattungDarüber hinaus hat sich der Kreis der konsolidierten Unternehmen im Vergleich zum
zweiten Quartal 2015 wie folgt verändert:
Innerhalb der Organisation der Gruppe gab es Änderungen, die sich wie folgt auf die
Segmentberichterstattung auswirkten: ■ Segment Xetra
■ Segment Clearstream
■ Segment Market Data + Services
■ Wesentliche Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und PersonenDetails zu den wesentlichen Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und
Personen werden in Erläuterung 17 des Konzernanhangs aufgeführt. ■ Detaillierte Informationen zum geplanten Zusammenschluss mit LSEGAm 16. März 2016 gaben die Deutsche Börse AG und die LSEG bekannt, dass sie eine Vereinbarung
für einen Zusammenschluss beider Unternehmen unter Gleichen im Zuge eines Aktientauschs
getroffen haben. Am 1. Juni 2016 veröffentlichte die Deutsche Börse das Scheme-Dokument,
die Angebotsunterlage und den HoldCo-Prospekt zum geplanten Zusammenschluss mit der
LSEG. Mit dem Zusammenschluss können Aktionäre an der Wertschöpfung eines weltweit
führenden, in Europa verankerten Marktinfrastrukturanbieters partizipieren. Das zusammengeschlossene Unternehmen wird:
Die Deutsche Börse erwartet Umsatzsynergien von mind. 250 Mio. € p.a. vor Steuern
im fünften Jahr nach Vollzug der Transaktion (ca. 160 Mio. € bereits im dritten Jahr)
sowie Kostensynergien von ca. 450 Mio. € p.a. im dritten Jahr nach Vollzug der Transaktion. Der Zusammenschluss wird über die neue britische Holdinggesellschaft vollzogen, die
im Vereinigten Königreich errichtet wurde, steuerlich ausschließlich im Vereinigten
Königreich ansässig ist und von einem Board of Directors geführt wird. Die Zusammensetzung
des Boards entspricht den Anforderungen des britischen Corporate Governance Code.
Die Akquisition der LSEG durch die HoldCo wird über ein Scheme of Arrangement (Vereinbarung
über den Zusammenschluss nach britischem Recht; kurz: Scheme) realisiert. Für die
Akquisition der Deutschen Börse unterbreitet die HoldCo allen Aktionären der Deutschen
Börse ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot (Tauschangebot). Gemäß den Bedingungen für den Zusammenschluss haben die LSEG-Aktionäre ein Anrecht
auf Zuteilung von 0,4421 HoldCo-Aktien im Tausch gegen eine LSEG-Aktie. Die Aktionäre
der Deutschen Börse haben ein Anrecht auf Zuteilung einer HoldCo-Aktie im Tausch gegen
eine Aktie der Deutschen Börse. Angesichts der Entwicklungen im Nachgang zum britischen Referendum betonten Deutsche
Börse und LSEG, dass die vereinbarte Transaktion sämtliche erforderlichen Mechanismen
enthält, um dem Ausgang des Referendums Rechnung zu tragen. Die Gremien der Deutschen
Börse und der London Stock Exchange Group haben in Erwartung des Votums Großbritanniens
für den Austritt aus der EU einen Referendumsausschuss unter dem Vorsitz des Aufsichtsratsvorsitzenden
der Deutschen Börse, Dr. Joachim Faber, eingesetzt, der dem Verwaltungsrat der kombinierten
Gruppe Empfehlungen unterbreitet, um sicherzustellen, dass die kombinierte Gruppe
sämtliche regulatorischen Anforderungen im Hinblick auf den Vollzug der Transaktion
erfüllen und ihre wirtschaftlichen Ziele erreichen wird. Unabhängig davon, ob Großbritannien
nur europäisch oder Mitglied der EU ist, wird der Zusammenschluss zur Bildung eines
international wettbewerbsstarken, branchenprägenden Marktinfrastrukturanbieters im
Dienste der europäischen Wirtschaft führen. Der vereinbarte Zusammenschluss von Deutscher
Börse und LSEG wird sowohl für die Anteilseigner als auch für die Kunden von Nutzen
sein, und zwar unabhängig von der Bewältigung dieser Unsicherheiten. ■ Verkauf der International Securities ExchangeAm 9. März 2016 schlossen die Deutsche Börse AG und die Nasdaq, Inc. eine Vereinbarung
ab über den Verkauf der International Securities Exchange Holdings, Inc. (ISE), Betreiber
von drei Aktienoptionsbörsen in den USA, sowie der ISE-Muttergesellschaft U.S. Exchange
Holdings, Inc. an Nasdaq gegen eine Barleistung in Höhe von insgesamt 1,1 Mrd. US$.
Die Transaktion wurde zum 30. Juni 2016 abgeschlossen, nachdem alle notwendigen regulatorischen
Zustimmungen in den vergangenen Monaten erteilt worden waren. Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie "Accelerate" hat die Gruppe Deutsche Börse tiefgreifende,
organisatorische Reformen durchgeführt und ihre finanziellen Zielvorgaben definiert.
Das Unternehmen bewertet dabei für alle seine Beteiligungen sowie für eigene Aktivitäten
die künftige Position im Wettbewerb, die Ertragskraft, die Innovationsfähigkeit sowie
den strategischen Nutzen. Die Deutsche Börse verfolgt das Ziel, in allen von ihr betriebenen
Geschäftsbereichen die Nummer eins oder zwei zu werden. Dazu gehört auch eine aktive
Steuerung des Portfolios. Wo sie dieses Ziel nicht erreichen kann, evaluiert sie andere
Optionen. WirtschaftsberichtDie Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sowie die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen
Rahmenbedingungen haben sich im Vergleich zur Darstellung im Finanzbericht 2015 (Seite
18 sowie Seiten 32 bis 33) nicht wesentlich geändert. Im zweiten Quartal 2016 gab es keine Änderungen der Unternehmensstrategie und -steuerung.
Für eine umfassende Darstellung derselben siehe den Finanzbericht 2015 (Seiten 22
bis 25). ■ Forschung und EntwicklungAls Dienstleistungsunternehmen betreibt die Gruppe Deutsche Börse keine mit produzierenden Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung. Daher entfällt ein detaillierter Teilbericht. Allerdings entwickelt die Deutsche Börse die durch sie betriebenen Handels- und Clearingsysteme sowie Systemlösungen für die Umsetzung ihrer strukturellen Wachstumsziele. Vor diesem Hintergrund arbeitet das Unternehmen beständig daran, Technologieführerschaft und Stabilität seiner elektronischen Systeme aufrechtzuerhalten und weiter zu steigern - im Interesse seiner Kunden und im Interesse der systemischen Stabilität der Finanzmärkte. Deshalb hat die Deutsche Börse ihre Handels- und Clearingsysteme unter den Markennamen T7® und C7® grundlegend erneuert. Hinzu kommen weitere technologisch anspruchsvolle Projekte wie die Umsetzung des Plans der Europäischen Zentralbank, die EU-weite Wertpapierabwicklung zu vereinheitlichen (TARGET2-Securities). ■ Ertragslage■ Ertragslage im zweiten Quartal 2016Die makroökonomischen Rahmenbedingungen blieben im zweiten Quartal 2016 unverändert. Die Europäische Zentralbank hielt an ihrer Politik der monetären Lockerung fest und erhöhte im März sogar die negativen Einlagezinsen um weitere 10 Basispunkte auf -0,4 Prozent. Zudem erhöhte sie das Volumen ihres Programms zum Ankauf von Staatsanleihen (Quantitative Easing, QE) auf 80 Mrd. € pro Monat und erweiterte das Spektrum der ankauffähigen Anleihen. Allerdings profitierte der Kassamarkt nicht mehr wie noch im Vorjahr von dieser zusätzlichen Liquidität im Markt, sondern das Investitionskapital floss vermehrt auch wieder anderen Anlageformen zu. Die Indexstände der Leitindizes DAX® und STOXX® erreichten nicht ganz das Niveau des Vorjahres, was sich u. a. auf die Erlöse im Kassamarkt und im Segment MD + S auswirkte. Insgesamt war die Handelsaktivität von der unsicheren Gesamtlage geprägt; die Volatilität gemessen am VDAX® lag im Quartalsdurchschnitt leicht über derjenigen des Vorjahresquartals. Rund um den Termin der Volksabstimmung in Großbritannien nahmen die Handelsvolumina im Kassa- und Terminmarkt erwartungsgemäß zu und kulminierten am Tag nach dem Referendum in sehr hohen Stückzahlen. Die Systeme der Gruppe Deutsche Börse bewältigten diese Höchstlasten ohne Ausfall und garantierten auch in sehr volatilen Zeiten einen allzeit stabilen, fairen und transparenten Handel. In diesem herausfordernden Marktumfeld steigerte die Gruppe Deutsche Börse ihre Nettoerlöse
im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10 Prozent. Die Nettoerlöse setzen sich aus den
Umsatzerlösen zuzüglich der Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft und der sonstigen
betrieblichen Erträge zusammen, abzüglich der volumenabhängigen Kosten. Als Treiber
erwies sich wie schon im ersten Quartal das Segment Eurex mit einem Wachstum von 20
Prozent, und hier insbesondere das Commodities-Geschäft der European Energy Exchange
AG (EEX) sowie die hohe Handelsaktivität in Aktienindexderivaten. Die Segmente Clearstream
und Market Data + Services erzielten ebenfalls einen Zuwachs, während der Kassamarkt
hinter einem Vorjahresquartal mit sehr hoher Handelsaktivität bei deutlich höheren
Indexständen zurückblieb. Die mit den Veränderungen im Konsolidierungskreis zusammenhängenden
Nettoerlöse beliefen sich in Summe auf 17,8 Mio. €. Die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft, die das Segment Clearstream mit verwahrten
Kundenbareinlagen sowie das Segment Eurex über die Clearinghäuser erzielt, stiegen
im zweiten Quartal 2016 auf 21,1 Mio. € (Q2/2015: 14,1 Mio. €), im Wesentlichen bedingt
durch einen Anstieg der Nettozinserträge im Segment Clearstream. Aufgrund von Sonder- und Konsolidierungseffekten lagen die operativen Kosten im zweiten
Quartal 2016 über denen des Vorjahresquartals. Die Sondereffekte stiegen im Vergleich
zum Vorjahr um 28,7 Mio. € auf 40,5 Mio. €. Sie enthalten im Wesentlichen Kosten im
Kontext mit dem geplanten Zusammenschluss mit der LSEG (22,7 Mio. €) und wie erwartet
Kosten für die Integration von akquirierten Gesellschaften (8,1 Mio. €). Konsolidierungsbedingte
Kosten beliefen sich im zweiten Quartal 2016 auf 11,0 Mio. €. Ohne Berücksichtigung
der Sondereffekte stiegen die Kosten leicht an, zusätzlich um Konsolidierungseffekte
bereinigt sanken sie sogar um 3 Prozent. Das Beteiligungsergebnis belief sich auf -5,4 Mio. € (Q2/2015: -4,1 Mio. €), im Wesentlichen
aufgrund einer Wertberichtigung. Kennzahlen zur Ertragslage der Gruppe Deutsche Börse (bereinigt)scroll
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Kennzahlen zur Ertragslage der Gruppe Deutsche Börse (berichtet)scroll
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Das EBIT im zweiten Quartal 2016 lag infolge der Entwicklung der Nettoerlöse und der
operativen Kosten um 8 Prozent über dem Vorjahresquartal; um Sondereffekte bereinigt
stieg das EBIT im zweiten Quartal 2016 um 19 Prozent. Das Finanzergebnis der Gruppe belief sich im zweiten Quartal 2016 auf -17,8 Mio. €
(Q2/2015: -13,9 Mio. €). Der Anstieg zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus höheren
Zinsaufwendungen infolge der Akquisitionen von 360T und STOXX im vorigen Jahr. ■ Ertragslage im ersten Halbjahr 2016Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr deckte sich im Wesentlichen mit der im
zweiten Quartal: ein deutliches Wachstum auf dem Terminmarkt mit den Commodities-Produkten
der EEX und den Aktienindexderivaten als Treiber, eine ebenfalls positive Geschäftsentwicklung
in den Segmenten Clearstream und MD + S sowie ein Kassamarkt, der hinter dem starken
ersten Halbjahr 2015 zurückblieb. Insgesamt lagen die Nettoerlöse der Gruppe Deutsche Börse im ersten Halbjahr 2016
um 9 Prozent über denjenigen der Vorjahresperiode. Ohne Konsolidierungseffekte in
Höhe von 39,4 Mio. € stiegen die Nettoerlöse um 5 Prozent. Die Nettozinserträge aus
dem Bankgeschäft stiegen deutlich auf 39,7 Mio. € (H1/2015: 22,5 Mio. €). Auf Halbjahressicht beliefen sich die Sondereffekte bei den operativen Kosten auf
72,9 Mio. € (H1/2015: 22,3 Mio. €). Sie setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Kosten,
die im Zusammenhang mit dem geplanten Zusammenschluss mit der LSEG (38,4 Mio. €) stehen,
ferner den Kosten für die Integration von akquirierten Gesellschaften (17,8 Mio. €),
Rechtsstreitigkeiten (12,4 Mio. €) und Effizienzmaßnahmen (4,3 Mio. €). Hinzu kamen
konsolidierungsbedingte Kosten im ersten Halbjahr 2016 in Höhe von 28,6 Mio. €. Ohne
Berücksichtigung der Sonderkosten stiegen die operativen Kosten um 4 Prozent, zusätzlich
um Konsolidierungseffekte bereinigt waren sie leicht rückläufig. Das Beteiligungsergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2016 auf -3,8 Mio. € (H1/2015:
2,9 Mio. €). Das Finanzergebnis der Gruppe ging im ersten Halbjahr 2016 auf -38,0 Mio. € zurück
(H1/2015: -26,3 Mio. €). Die Verschlechterung ist maßgeblich auf höhere Zinsaufwendungen
infolge der Akquisitionen von 360T und STOXX im vorigen Jahr zurückzuführen. ■ Vergleich der Ertragslage mit der Prognose für 2016Das Geschäft entwickelte sich im Jahr 201 6 bislang im Rahmen der Prognose, die die
Deutsche Börse aufgestellt hatte. Details für die der Prognose zugrundeliegenden Daten
siehe den Prognosebericht. Kennzahlen der Aktie der Deutsche Börse AGscroll
1)
Schlusskurs des Vorhandelstages ■ Segment Eurex■ Zweites Quartal 2016Das Segment Eurex konnte im zweiten Quartal die gehandelten Volumina in allen essenziellen
Geschäftsfeldern - Finanzderivate (Eurex Exchange), Commodities (EEX), Devisen (360T)
- steigern und auch im Ergebnis gegenüber einem bereits sehr erfolgreichen Vorjahresquartal
weiter zulegen. Die Konsolidierungseffekte bei den Nettoerlösen betrugen 16,3 Mio.
€ für die seit dem vierten Quartal 2015 konsolidierte 360T Beteiligungs GmbH und 3,4
Mio. € für die seit Anfang Mai 2015 konsolidierte APX Holding-Gruppe (APX). Von den
operativen Kosten entfielen 11,7 Mio. € auf 360T und 1,0 Mio. € auf APX. Für das Wachstum im Geschäft mit Finanzderivaten an Eurex Exchange zeichneten im zweiten
Quartal die europäischen Aktienindexderivate verantwortlich. Maßgeblich für die positive
Entwicklung war die etwas höhere Volatilität im Markt, die den Absicherungsbedarf
der Marktteilnehmer steigen ließ, und die rund um den Termin des Referendums in Großbritannien
deutlich gestiegene Anzahl gehandelter Kontrakte. Der Handel mit Zinsderivaten erreichte
dagegen nicht ganz das Niveau des Vorjahresquartals, nachdem die EZB die Leitzinsen
im März ein weiteres Mal gesenkt hatte: den Einlagenzins auf -0,4 Prozent und den
Hauptrefinanzierungssatz im Euroraum auf 0 Prozent. Im Terminmarkt erschweren diese
Entscheidungen v. a. das Geschäft mit langfristigen Zinsderivaten und reduzieren die
Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft. Zum weiteren Ausbau des Geschäfts mit Derivaten auf den koreanischen Index KOSPI haben Eurex und die Korea Exchange (KRX) ihre Partnerschaft um die Notierung von Mini KOSPI 200-Indexfutures während der Eurex-Handelszeiten erweitert. Zudem wird die KRX mit der Einführung der auf koreanischen Won basierenden EURO STOXX 50® -Futures der Eurex erstmals ein Derivateprodukt auf Basis eines globalen bedeutenden Benchmark-Index notieren. Die deutsch-koreanische Kooperation bewährte sich von Anbeginn an. Seit dem Start von KOSPI-Produkten an der Eurex im August 2010 wurden insgesamt 129 Mio. Kontrakte gehandelt. Zum 30. Juni 2016 schloss die Gruppe Deutsche Börse den Verkauf der ISE an Nasdaq
ab; künftig werden keine Kennzahlen aus dem Handel mit US-Optionen berichtet. Kennzahlen des Segments Eurexscroll
1)
Die Gesamtsumme weicht von der Summe der Einzelwerte ab, da sie weitere gehandelte
Produkte wie ETF-, Volatilitäts-, Währungs- und Edelmetallderivate enthält. Die EEX-Gruppe setzte ihr Wachstum der letzten Quartale unvermindert fort. Der Anstieg
der Volumina am Terminmarkt für Strom ging im Wesentlichen auf das Wachstum im deutschen,
französischen und italienischen Markt zurück. Im Zuge des Ölpreisverfalls herrschte
besonders im April eine hohe Preisvolatilität im Markt, die sich positiv auf das Geschäft
auswirkte. Im April erzielte EEX mit 416 TWh einen neuen Monatsrekord im Strom Terminmarkt.
Seit Juni ist die in Prag ansässige Power Exchange Central Europe (PXE) ein Unternehmen
der EEX-Gruppe. Auch im Handel mit Erdgasprodukten auf der Plattform PEGAS konnte
EEX dank der breiten Produktpalette und hohen Preisqualität Marktanteile gewinnen
und die Volumina mehr als verdoppeln. Im niederländischen Gas-Terminmarkt steigerte
sie die Handelsvolumen sogar um 267 Prozent. Im Handel mit Emissionsrechten, erlösseitig
zu den kleineren Geschäftsfeldern der EEX zählend, nahmen die Volumina um 47 Prozent
zu. Eine positive Bilanz zog die EEX zum ersten Jahrestag der Migration der Agrarprodukte
von Eurex auf ihre Plattform: Anfang Mai überstieg das Volumen am Terminmarkt für
Milchprodukte 2016 bereits das Gesamtvolumen, das im Jahr 2015 an EEX und Eurex gehandelt
wurde. Die Deutsche Börse konnte mit ihrer Handelsplattform 360T® im Berichtszeitraum steigende Volumina erzielen und ihren Marktanteil, gemessen an den Volumina vergleichbarer Handelsplattformen, ausbauen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal steigerte 360T die täglich in Devisen (Foreign Exchange, FX) gehandelten FX-Volumina dabei um 5 Prozent, während die gehandelten FX-Volumina auf vergleichbaren Handelsplattformen stagnierten. Der Anstieg der durchschnittlichen täglichen FX-Volumina auf 360T basiert v.a. auf dem Ausbau des Kundennetzwerks in regionalen und internationalen Märkten, einer der strategischen Säulen für die Geschäftsentwicklung von 360T. ■ Erstes Halbjahr 2016Nach zwei erfolgreichen Quartalen lag das Halbjahresergebnis 2016 ebenfalls über dem
der ersten sechs Monate des Vorjahres. Die oben im Kontext des Quartalsergebnisses
beschriebenen Einflussfaktoren gelten gleichermaßen für das gesamte Halbjahr. Haupttreiber
für die ausgesprochen positive Entwicklung im ersten Halbjahr waren die europäischen
Aktienindexderivate, die Commodities-Produkte sowie das Devisengeschäft. ■ Segment Xetra■ Zweites Quartal 2016Die Kassamärkte in Europa erzielten im zweiten Quartal 2016 nicht mehr solch hohe Handelsvolumina wie im Rekordjahr 2015 - eine Entwicklung, der sich auch die Deutsche Börse mit ihren Marktplätzen Xetra®, Börse Frankfurt und Tradegate nicht entziehen konnte. Im Vorjahr hatten die Kassamärkte erheblich vom Start des Ankaufs von Anleihen durch die Europäische Zentralbank ("quantitative easing") und der hohen Liquidität im Markt profitiert. Im zweiten Jahr des QE-Programms ließ dieser Effekt nach, Investoren zogen vermehrt auch wieder andere Anlageoptionen in Betracht. Zum Ende des Quartals führte das Referendum in Großbritannien mit der Entscheidung zum Austritt aus der EU zu deutlich erhöhten Handelsumsätzen. In Summe erhöhte sich die Zahl der Orderausführungen im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar leicht, doch niedrigere Bewertungen der gelisteten Unternehmen und damit einhergehend niedrigere Indexstände führten dazu, dass die Handelsvolumina hinter dem Vorjahr zurückblieben: auf Xetra und an der Börse Frankfurt um jeweils 16 Prozent. Lediglich bei Tradegate war ein Anstieg um 5 Prozent zu verzeichnen. Auch die Volumina der börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds) gingen
im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück. Das von den Emittenten über ETFs verwaltete
Fondsvermögen belief sich hingegen auf 358,2 Mrd. € (Q2/2015: 336,6 Mrd. €), ein Anstieg
von 6 Prozent zum Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal 2016 sank der Handelsumsatz
im Segment um 17 Prozent auf 40,6 Mrd. € (Q2/2015: 48,8 Mrd. €). Mit einem Marktanteil
von 32 Prozent (Q2/2015: 33 Prozent) behauptete die Deutsche Börse ihre Stellung als
Europas größter Marktplatz für den Handel von ETFs. Das Zinstief und die allgemein unsichere Marktphase haben die Nachfrage nach Xetra-Gold® als Anlageinstrument auf ein Rekordhoch getrieben. Zum Ende des zweiten Quartals 2016 lagerten 81,7 Tonnen des Edelmetalls in den Tresoren der Deutschen Börse (30. Juni 2015: 59,3 Tonnen). Im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres stieg der Bestand damit um 38 Prozent an. Bei einem Preis von 38,25 € (Xetra-Kurs vom 30. Juni 2016) entspricht dies einem Gegenwert des verwahrten Goldes von rund 3,1 Mrd. € (30. Juni 2015: 2,0 Mrd. €). Von den auf Xetra handelbaren ETCs ist Xetra-Gold das mit Abstand umsatzstärkste Wertpapier. Im zweiten Quartal 2016 lag der Orderbuchumsatz auf Xetra in Summe bei 650,7 Mio. €; das entspricht einem Marktanteil bei ETCs von 40 Prozent. Kennzahlen des Segments Xetrascroll
Das im Vorjahr gestartete "Deutsche Börse Venture Network" ist zum Ende des zweiten
Quartals 2016 auf 87 Wachstumsunternehmen und 166 Investoren angewachsen. Das Programm
dient der Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten von jungen Wachstumsunternehmen.
Das Deutsche Börse Venture Network bringt junge und wachstumsstarke Unternehmen mit
internationalen Investoren zusammen, um ihnen die Kapitalaufnahme - einschließlich
eines möglichen Börsengangs - zu erleichtern und ein umfassendes Netzwerk aufzubauen.
Zur speziellen Förderung von Fintech-Unternehmen in der Anfangs- und Wachstumsphase
hat die Deutsche Börse im April einen Fintech-Hub in Frankfurt eröffnet, um die Gründer-
und Investitionskultur in Deutschland voranzutreiben. Vier Start-ups haben mittlerweile
ihre kostenfrei von der Deutschen Börse zur Verfügung gestellten Büros im Fintech-Hub
bezogen. ■ Erstes Halbjahr 2016Die Geschäftsentwicklung im Segment Xetra im ersten Halbjahr 2016 deckt sich mit der
im zweiten Quartal: Die Marktteilnehmer im Kassamarkt handelten weniger als im Vorjahreszeitraum,
die Volumina auf den Marktplätzen der Gruppe Deutsche Börse erreichten nicht mehr
die sehr hohen Werte aus dem Jahr 2015, nachdem der Effekt des QE-Programms der EZB
nachgelassen hat. Entsprechend blieben auch die Nettoerlöse im ersten Halbjahr 2016
hinter denen des Vorjahres zurück. ■ Segment Clearstream■ Zweites Quartal 2016Während das Segment Clearstream bei den verwahrten Wertpapieren im internationalen
ICSD-Geschäft (International Central Securities Depository, ICSD) leicht zulegen konnte,
gab das inländische CSD-Geschäft im Zuge der allgemeinen Entwicklung im deutschen
Kassamarkt im Vergleich zum Vorjahresquartal nach. Im internationalen Geschäft stieg der Wert der verwahrten Wertpapiere leicht an; die
Zahl der Transaktionen blieb im Vergleich zum Vorjahresquartal stabil. Die Kundenbareinlagen
lagen durchschnittlich um 6 Prozent über denen des Vorjahres. Die Nettozinserträge
aus dem Bankgeschäft lagen aus zwei Gründen deutlich über denen des Vorjahres: Zum
einen berechnet Clearstream den Kunden die negativen Einlagezinsen nun bei allen Positionen
weiter, zum anderen trugen auch die wieder gestiegenen US-Zinsen zu einem Anstieg
der Nettozinserträge bei. Das inländische CSD-Geschäft bildet im Wesentlichen die Geschäftsentwicklung auf dem
deutschen Kassamarkt ab: Durch den Rückgang der Handelsaktivität sanken die Abwicklungsvolumina
und durch die im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich niedrigeren Indexstände reduzierte
sich der Wert des verwahrten Vermögens. Die Entwicklung des Geschäfts bei den Investment Funds Services war im Vergleich zum
Vorjahr leicht positiv in Bezug auf die Verwahrvolumina; allerdings gingen die Abwicklungsvolumina
um 10 Prozent zurück. Im Geschäft der globalen Wertpapierfinanzierung (Global Securities Financing, GSF) sank das durchschnittliche ausstehende Volumen um 15 Prozent. Nachdem die EZB im Rahmen ihres QE-Programms viel Liquidität im Markt bereitgestellt hat, gingen die Volumina v. a. beim Produkt GC Pooling® deutlich zurück. Zugleich verschoben sich die Aufträge in Richtung kleinerer, höher bepreister Leihevolumina, sodass die Nettoerlöse bei GSF insgesamt stiegen. Kennzahlen des Segments Clearstreamscroll
■ Erstes Halbjahr 2016Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2016 entsprach im Wesentlichen der des
Segments im zweiten Quartal: Das internationale Geschäft wuchs leicht, der Fondsmarkt
blieb stabil, während sowohl das inländische CSD-Geschäft als auch die Volumina in
der globalen Wertpapierfinanzierung aufgrund der makroökonomischen Rahmenbedingungen
- genauer gesagt wegen der niedrigeren Handelsaktivität im deutschen Kassamarkt und
der Geldpolitik der EZB - hinter dem Vorjahr zurückblieben. Die Kundenbareinlagen,
die im ersten Quartal unter dem Vorjahresquartal lagen, stiegen im zweiten Quartal
wieder an. ■ Segment Market Data + Services■ Zweites Quartal 2016Im Geschäftsfeld Index stiegen die Erlöse um 26 Prozent, getrieben u. a. durch das
um 22 Prozent höhere Handelsvolumen von Kontrakten auf STOXX- und Deutsche Börse-Indizes
im Segment Eurex. Das in börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs)
verwaltete Vermögen hingegen fiel im Einklang mit den niedrigeren Indexständen um
5 Prozent. Neue innovative Produkte zur Optimierung des Angebots für strukturierte
Produkte wurden erfolgreich lanciert und trugen zum Erlöswachstum bei. Im Geschäftsfeld Data Services (vormals Information) stiegen die Nettoerlöse um 12
Prozent. Verantwortlich hierfür ist geschäftsseitig die Weiterentwicklung der Lizenzmodelle,
beispielsweise durch die Einführung eines neuen Lizenztyps (sog. CFD-Lizenzen, contracts
for difference). Zusätzlich entstand ein positiver Sondereffekt aus der Auflösung
von Rückstellungen. Als Reaktion auf regulatorische Anforderungen arbeitet das Segment
an einer deutlichen Verbreiterung seines Angebots an Reportinglösungen. Diese werden
im Regulatory Reporting Hub gebündelt und 2017 bzw. 2018 in den Kundenbetrieb gehen. Bei Infrastructure Services ist das laufende Geschäft stabil. Der Rückgang der Nettoerlöse
beruht auf der Entkonsolidierung der Infobolsa S.A. im ersten Quartal 2016. ■ Erstes Halbjahr 2016Die Geschäftsfelder des Segments wurden zu Jahresbeginn neu strukturiert: Die drei
Bereiche Data Services, Index und Infrastructure Services ersetzen seit 1. Januar
2016 die bisherigen vier Bereiche Information, Index, Tools und Market Solutions. Für das erste Halbjahr 2016 ergibt sich ein differenziertes Bild. Waren die Nettoerlöse
des Segments im ersten Quartal in Summe noch rückläufig, so konnte MD + S die Erlöse
im zweiten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahresquartal steigern und so für das erste
Halbjahr ein leichtes Wachstum erzielen. Das Indexgeschäft wuchs in beiden Quartalen, im zweiten jedoch stärker als im ersten.
Data Services verzeichnete im ersten Halbjahr deutlich niedrigere Einmalerlöse, ohne
diesen Sondereffekt legten die Erlöse auf Halbjahressicht leicht zu. Auch bei Infrastructure
Services sind Sondereffekte wie die Umstellung von Abrechnungsmodalitäten in einigen
Verträgen für das leicht rückläufige Ergebnis verantwortlich, während das laufende
Geschäft stabil blieb. Kennzahlen des Segments Market Data + Servicesscroll
1)
Bis 31. Dezember 2015 "Information" ■ Finanzlage■ CashflowDie Gruppe Deutsche Börse erzielte im ersten Halbjahr 2016 einen Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit vor Veränderung der stichtagsbezogenen CCP-Positionen von 519,5
Mio. € (H1/2015: 475,2 Mio. €). Der Anstieg des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit ist dabei v. a. auf eine
Verringerung des Working Capital um 81,8 Mio. € (H1/2015: -15,6 Mio. €) zurückzuführen.
Dieser Rückgang resultiert insbesondere aus einer Erhöhung der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die Gruppe Deutsche Börse leistete im ersten Halbjahr 2016 Steuerzahlungen in Höhe
von 169,6 Mio. € (H1/2015: 105,8 Mio. €). Berücksichtigt man die Veränderung der CCP-Positionen, ergibt sich ein Cashflow aus
laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.309,1 Mio. € (H1/2015: 478,2 Mio. €). Die
Veränderung der CCP-Positionen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 war beeinflusst
durch am Stichtag nicht belieferte GC Pooling-Transaktionen über insgesamt 869,5 Mio.
US$. Diese konnten nicht termingerecht am 31. Dezember 2015, sondern erst am 4. Januar
2016 abgewickelt werden, weil ein Clearingmitglied die erforderlichen Zahlungsmittel
nicht rechtzeitig bereitgestellt hatte. Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2016 bei 783,9
Mio. € (H1/2015: Mittelabfluss von 339,5 Mio. €). Der Anstieg geht maßgeblich auf
die im Folgenden aufgeführten Veränderungen zurück:
Im ersten Halbjahr 2016 sind 518,5 Mio. € Mittel aus Finanzierungstätigkeit abgeflossen
(H1/2015; Mittelabfluss von 258,0 Mio. €). Der Mittelabfluss resultierte insbesondere
aus der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 420,1 Mio. € (H1/2015;
386,8 Mio. €). Darüber hinaus wurden Commercial Paper in Höhe von 400,0 Mio. € (H1/2015;
885,0 Mio. €) begeben sowie 495,0 Mio. € aufgrund der Fälligkeit von Commercial Paper
gezahlt (H1/2015; 570,0 Mio. €). Der Finanzmittelbestand belief sich damit zum 30. Juni 2016 auf 23,0 Mio. € (30. Juni
2015; -188,2 Mio. €). Der Kassenbestand sowie die Bankguthaben beliefen sich auf 1.498,3
Mio. € (30. Juni 2015; 838,4 Mio. €). ■ KapitalmanagementGenerell strebt die Gruppe Deutsche Börse eine Dividendenausschüttungsquote von 40
bis 60 Prozent des bereinigten Periodenüberschusses, der den Anteilseignern der Deutsche
Börse AG zuzurechnen ist, an. In den zurückliegenden Jahren mit niedrigeren Jahresüberschüssen
lag die Quote am oberen Ende dieser Bandbreite, um eine stabile Dividende an die Aktionäre
auszuschütten. Im Juli 2015 wurden im Zusammenhang mit der Ankündigung der Wachstumsstrategie
"Accelerate" auch die Ergebnisziele der Gruppe angehoben, sodass das Unternehmen künftig
eine Ausschüttungsquote in der Mitte der Bandbreite von 40 bis 60 Prozent anstrebt. Darüber hinaus hat das Unternehmen bis 2012 frei verfügbare Mittel teilweise über
Aktienrückkäufe an die Aktionäre ausgeschüttet. Seit 2013 wurden diese v. a. für die
Weiterentwicklung des Unternehmens, Anforderungen in Bezug auf das Kreditrating sowie
zur Erfüllung von aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen verwendet. Vor dem Hintergrund
der im Juli 2015 bekanntgegebenen Wachstumsstrategie erwartet das Unternehmen, dass
verfügbare Mittel künftig verstärkt in die organische, aber auch in die komplementäre
externe Weiterentwicklung der Gruppe fließen - wie es bereits 2015 mit der Akquisition
von STOXX (inklusive Indexium) und 360T der Fall war. Die Kunden der Gesellschaft erwarten, dass diese konservative Zinsdeckungs- und Verschuldungsgrade
aufweist und gute Kreditratings erzielt. Die Gruppe verfolgt daher weiterhin das Ziel,
einen Zinsdeckungsgrad (Verhältnis von EBITDA zu Zinsaufwendungen aus Finanzierungstätigkeit)
von mind. 16 auf Gruppenebene zu erreichen, um so die derzeitigen Anforderungen der
Ratingagenturen an ein "AA"-Rating für die Deutsche Börse AG zu erfüllen. Die Gruppe
Deutsche Börse hat dieses Ziel im ersten Halbjahr 2016 mit einem Zinsdeckungsgrad
von 25,0 erreicht (H1/2015; 29,2). Diesem Wert liegt ein relevanter Zinsaufwand von
28,8 Mio. € und ein bereinigtes EBITDA von 719,2 Mio. € zugrunde. Zudem strebt die
Deutsche Börse auf Gruppenebene ein Verhältnis der verzinslichen Bruttoschulden zum
EBITDA von höchstens 1,5 an. Auch diese Kennzahl ist wesentlich, um das Rating auf
Ebene der Muttergesellschaft zu bestimmen (derzeit "AA"). Per Juni 2016 hat die Gruppe
dieses Verhältnis mit 1,6 leicht überschritten. Diesem Wert liegt eine Bruttoverschuldung
von 2.243,7 Mio. € sowie ein bereinigtes EBITDA von 356,4 Mio. € zugrunde. Die Bruttoverschuldung
setzt sich zusammen aus verzinslichen Verbindlichkeiten in Höhe von 2.243,7 Mio. €.
Commercial Papier standen zum Ende des zweiten Quartals nicht aus. Die Gruppe wird
einen Teil der Mittelzuflüsse aus dem Verkauf der ISE dazu verwenden, Anleihen in
Höhe von 290 Mio. US$ bis Ende Juli zurückzukaufen. Hierdurch wird sich die für das
Rating wichtige Kenngröße der Bruttoschulden im Verhältnis zum EBITDA von 1,6 per
Juni 2016 auf 1,4 verbessern und damit unter der Zielgröße von 1,5 liegen. Das Unternehmen strebt ferner an, das starke "AA"-Kreditrating der Clearstream Banking
S.A. aufrechtzuerhalten, um den nachhaltigen Erfolg des in der Wertpapierverwahrung
und -abwicklung tätigen Segments Clearstream sicherzustellen. Darüber hinaus verlangen
die Aktivitäten der Tochtergesellschaft Eurex Clearing AG eine hohe Bonität der Deutsche
Börse AG. Für das Geschäftsjahr 2015 hat die Deutsche Börse AG am 12. Mai 2016 eine Dividende
von 2,25 € je Stückaktie ausgeschüttet (2015 für das Geschäftsjahr 2014; 2,10 €).
Die bereinigte Ausschüttungsquote betrug 55 Prozent (2015 für das Geschäftsjahr 2014;
58 Prozent). ■ VermögenslageZum 30. Juni 2016 beliefen sich die langfristigen Vermögenswerte der Gruppe Deutsche
Börse auf 16.362,7 Mio. € (30. Juni 2015: 15.137,0 Mio. €). Sie setzten sich v. a.
aus immateriellen Vermögenswerten und Finanzanlagen sowie Finanzinstrumenten der zentralen
Kontrahenten zusammen. Die immateriellen Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen
Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 2.719,2 Mio. € (30. Juni 2015: 2.344,7 Mio.
€) und andere immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 870,0 Mio. € (30. Juni 2015:
1.108,2 Mio. €). Bei den Finanzanlagen, die zum Bilanzstichtag 2.002,1 Mio. € betrugen
(30. Juni 2015: 2.047,2 Mio. €), stellten die Forderungen und Wertpapiere aus dem
Bankgeschäft mit 1.676,9 Mio. € (30. Juni 2015: 1.774,0 Mio. €) die größte Position
dar. Den langfristigen Vermögenswerten stand Eigenkapital in Höhe von 4.260,9 Mio.
€ (30. Juni 2015: 3.877,4 Mio. €) gegenüber. Die langfristigen Schulden in Höhe von
13.299,9 Mio. € (30. Juni 2015: 11.229,9 Mio. €) setzten sich hauptsächlich zusammen
aus Finanzinstrumenten der zentralen Kontrahenten, die aufgrund der Fälligkeit von
mehr als drei Monaten getrennt von den kurzfristigen Finanzinstrumenten der zentralen
Kontrahenten ausgewiesen werden, in Höhe von 10.212,0 Mio. € (30. Juni 2015: 9.031,3
Mio. €), verzinslichen Verbindlichkeiten in Höhe von 2.543,7 Mio. € (30. Juni 2015:
1.450,6 Mio. €) sowie latenten Steuerschulden in Höhe von 226,2 Mio. € (30. Juni 2015:
478,8 Mio. €). Veränderungen bei den kurzfristigen Schulden ergaben sich u. a. durch den Anstieg
der Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft auf 18.876,3 Mio. € (30. Juni 2015: 14.134,5
Mio. €) sowie den Rückgang der Bardepots der Marktteilnehmer auf 29.175,1 Mio. € (30.
Juni 2015: 30.268,9 Mio. €). Zum Ende des zweiten Quartals 2016 standen nominal keine
Commercial Paper aus (30. Juni 2015: 375,0 Mio. €). NachtragsberichtPer Vertrag vom 1. Juli 2016 hat die Deutsche Börse AG ihr 100-prozentiges Tochterunternehmen
Market News International Inc. (MNI) an Hale Global verkauft, einen der führenden
Anbieter von makroökonomischen Hintergrundinformationen und Marktnachrichten für Akteure
an den globalen Devisen- und Rentenmärkten. Über Details der Transaktion ist Vertraulichkeit
vereinbart worden. Die Veräußerung ist ein weiterer Teil der Deutsche-Börse-Wachstumsstrategie "Accelerate",
mit der sich das Unternehmen noch stärker auf definierte Wachstumsbereiche konzentriert.
"Accelerate" beinhaltet organisatorische Reformen und Veränderungen im Portfolio,
um die neuen strategischen und finanziellen Zielvorgaben der Gruppe zu erreichen.
Im Jahr 2015 trug MNI weniger als 1 Prozent zum Umsatz der Deutschen Börse bei. RisikoberichtDie Gruppe Deutsche Börse stellt in ihrem Finanzbericht 2015 auf den Seiten 76 bis
98 Rahmenbedingungen, Strategie, Grundsätze, Organisation, Prozesse, Methoden und
Konzepte ihres Risikomanagements umfassend dar. Die Einschätzung der betrieblichen,
finanziellen, geschäftlichen und projektbezogenen Risiken hat sich im Berichtszeitraum
nicht wesentlich geändert. Betriebliche Risiken für die Gruppe Deutsche Börse bestehen hinsichtlich Verfügbarkeit,
Verarbeitung, materiellen Gütern sowie aus Rechtsstreitigkeiten und der Geschäftspraxis.
Details zu den betrieblichen Risiken und den Maßnahmen zu ihrer Minderung sind im
Finanzbericht 2015 der Gruppe Deutsche Börse auf den Seiten 85 bis 90 dargestellt. In ihrem Unternehmensbericht 2012 informierte die Gruppe Deutsche Börse über eine
Sammelklage Peterson vs. Clearstream Banking S.A., dem ersten Peterson-Verfahren,
auf die Herausgabe bestimmter Kundenpositionen im Sammeldepot der Lagerstelle der
Clearstream Banking S.A. bei Citibank NA sowie auf Schadenersatz gegen die Clearstream
Banking S.A. in Höhe von 250 Mio. US$. Ein Vergleich wurde zwischen der Clearstream
Banking S.A. und den Klägern geschlossen und die Schadenersatzforderungen gegen die
Clearstream Banking S.A. zurückgenommen. Im Juli 2013 ordnete das US-Gericht in seinem Urteil die Herausgabe der Kundenpositionen
an die Kläger an und stellte fest, dass diese im Eigentum von Bank Markazi, der iranischen
Zentralbank, stünden. Bank Markazi legte Berufung ein, aber die Entscheidung wurde
am 9. Juli 2014 bestätigt. Die Rechtsmittel, die Bank Markazi vor dem US-Verfassungsgericht
eingelegt hatte, sind zurückgewiesen worden. Sobald die Herausgabe der Kundenpositionen
vollzogen ist, ist auch der hieran angelehnte Fall, Heiser vs. Clearstream Banking
S.A., der die Herausgabe derselben Positionen zum Gegenstand hat, gegenstandslos. Am 30. Dezember 2013 erhoben verschiedene US-Kläger des ersten Peterson-Verfahrens
sowie weitere Kläger Klage, die auf die Herausgabe bestimmter eingefrorener Vermögenswerte,
die die Clearstream Banking S.A. als Verwahrer in Luxemburg hält, gerichtet ist. Die
Beklagten in diesem Verfahren, einschließlich der Clearstream Banking S.A., hatten
2014 Klageabweisung beantragt. Am 19. Februar 2015 erließ das US-Gericht die Entscheidung,
die Klage abzuweisen. Die Kläger haben das Recht, gegen die Entscheidung bei dem zuständigen
Berufungsgericht Berufung einzulegen. Am 6. März 2015 haben die Kläger gegen die Entscheidung
bei dem zuständigen Berufungsgericht (Second Circuit Court of Appeals) Berufung eingelegt. Die Clearstream Banking S.A. wurde am 2. April 2014 darüber informiert, dass der US-Staatsanwalt
des Southern District von New York (United States Attorney for the Southern District
of New York) gegen Clearstream Banking S.A. ein Ermittlungsverfahren wegen der Geschäftstätigkeit
von Clearstream Banking S.A. mit dem Iran und anderen Ländern im Hinblick auf US-Sanktionsvorschriften
eingeleitet hat. Clearstream Banking S.A. kooperiert mit dem US-Staatsanwalt. Zwischen der MBB Clean Energy AG (MBB) als Emittent einer Anleihe, die über die Clearstream
Banking AG verfügbar ist, und Investoren ist es zu einer Auseinandersetzung gekommen.
MBB hat eine erste Tranche der Anleihe im April 2013 und eine zweite Tranche der Anleihe
im Dezember 2013 begeben. Die Globalurkunden für beide Tranchen der Anleihe wurden
der Clearstream Banking AG durch die Zahlstelle des Emittenten geliefert. Die Auseinandersetzung
dreht sich darum, dass die zweite Tranche der Anleihe mit einem Nominalwert von 500
Mio. € nicht bedient wurde, und die Anleihe angeblich ungültig ist. Die Rolle der
Clearstream Banking AG in der Auseinandersetzung um die angeblich ungültige Anleihe
der MBB Clean Energy AG besteht vorrangig darin, die Globalurkunde, die durch die
Zahlstelle des Emittenten eingeliefert wurde, als nationaler Zentralverwahrer zu verwahren.
Es ist zu diesem Zeitpunkt offen, ob und in welchem Umfang potenzielle Schäden entstehen
und, falls dies der Fall ist, wer für diese letztlich verantwortlich wäre. Über den
Emittenten MBB Clean Energy AG ist zwischenzeitlich das vorläufige Insolvenzverfahren
eröffnet worden. Finanzwirtschaftliche Risiken treten in der Gruppe Deutsche Börse v. a. als Kredit-
und Liquiditätsrisiko in den Finanzinstituten der Clearstream Holding-Gruppe und Eurex
Clearing AG auf. Darüber hinaus sind die Geldanlagen und Forderungen der Gruppe mit
einem Kreditrisiko behaftet. Geldanlagen werden zum überwiegenden Teil über kurzfristige
Geschäfte getätigt, die besichert sind. Damit werden Liquiditätsrisiken sowie auch
Marktpreisrisiken aus der Geldanlage minimiert. Marktpreisrisiken sind für die Gruppe
unwesentlich. Details zu den finanzwirtschaftlichen Risiken sind im Finanzbericht
2015 auf den Seiten 91 bis 96 dargestellt. Das Geschäftsrisiko spiegelt die Abhängigkeit der Gruppe von der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung und ihre Anfälligkeit für Ereignisrisiken wie regulatorische Initiativen
oder Veränderungen im Wettbewerbsumfeld wider. Darüber hinaus umfasst es das unternehmensstrategische
Risiko, worunter der Einfluss von Risiken auf die Geschäftsstrategie und damit eine
mögliche Anpassung dieser verstanden wird. Zudem können sich externe Faktoren wie
fehlendes Vertrauen der Investoren in die Finanzmärkte auf die Ertragslage auswirken.
Details zu den Geschäftsrisiken sind im Finanzbericht 2015 auf den Seiten 96 und 97
dargestellt. Die Gruppe verfolgt derzeit verschiedene größere Projekte. Diese werden ständig überwacht,
um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.
Details zu den Projektrisiken sind im Finanzbericht 2015 auf der Seite 97 dargestellt. Die Gruppe bewertet fortlaufend ihre Risikosituation. Unter Berücksichtigung der vorgenommenen
Stresstestberechnungen, des erforderlichen ökonomischen Kapitals und der Earnings
at Risk (risikobehaftete Erträge) sowie des von ihm als wirksam eingestuften Risikomanagementsystems
kommt der Vorstand der Deutsche Börse AG zu dem Schluss, dass die Risikodeckungsmasse
ausreichend ist. Eine wesentliche Änderung der Risikosituation des Konzerns ist für
den Vorstand derzeit nicht erkennbar. ChancenberichtDas Chancenmanagement der Gruppe Deutsche Börse verfolgt das Ziel, Chancen frühestmöglich
zu erkennen, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit aus Chancen geschäftliche
Erfolge werden. Eine wesentliche Änderung der Chancen, die im Finanzbericht 2015 auf
den Seiten 98 bis 105 ausführlich beschrieben wurden, ist für den Vorstand derzeit
nicht erkennbar. Die Umsetzung bzw. Implementierung der aus den Wachstumschancen heraus
identifizierten Produkte und Services erfolgt gemäß der im Unternehmensbericht beschriebenen
Wachstumsstrategie "Accelerate". PrognoseberichtDer Prognosebericht beschreibt die voraussichtliche Entwicklung der Gruppe Deutsche
Börse im Geschäftsjahr 2016. Er enthält Aussagen und Informationen über Vorgänge,
die in der Zukunft liegen, und beruht auf Erwartungen und Annahmen des Unternehmens
zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung. Diese wiederum unterliegen bekannten und unbekannten
Chancen, Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren beeinflussen den Erfolg,
die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse des Konzerns. Viele dieser Faktoren liegen
außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens. Sollten Chancen oder Risiken eintreten
oder eine der Ungewissheiten Realität werden oder sollte sich erweisen, dass eine
der zugrunde liegenden Annahmen nicht richtig war, kann die tatsächliche Entwicklung
des Konzerns sowohl positiv als auch negativ von den Erwartungen und Annahmen in den
zukunftsgerichteten Aussagen und Informationen dieses Prognoseberichts abweichen. Die Gruppe Deutsche Börse beabsichtigt in den kommenden Jahren keine grundlegende
Änderung ihrer Geschäftspolitik. ■ Entwicklung der ErtragslageFür den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2016 erwartet die Gruppe Deutsche Börse
keine wesentliche Abweichung zur Prognose der Entwicklung der Rahmenbedingungen, wie
sie im Konzernjahresabschluss 2015 dargestellt wurde. In Abhängigkeit von der Entwicklung der Rahmenbedingungen, der Ausprägung sowohl der
zyklischen als auch der strukturellen Wachstumstreiber sowie dem Erfolg neuer Produkte
und Funktionalitäten erwartet die Gruppe Deutsche Börse im Prognosezeitraum einen
Anstieg der Nettoerlöse in einer Bandbreite von 5 bis 10 Prozent. Die Basis für das
erwartete Nettoerlöswachstum im Prognosezeitraum bilden die 2015 erreichten pro-forma
Nettoerlöse in Höhe von rund 2.264 Mio. €. Diese setzen sich zusammen aus den berichteten
Nettoerlösen in Höhe von 2.367,4 Mio. € zuzüglich rund 56 Mio. €, um die Effekte der
Vollkonsolidierung der APX Holding-Gruppe innerhalb der EEX-Gruppe und der 360T Beteiligungs
GmbH (360T) auf das ganze Jahr hochzurechnen. Zudem werden die Erlöse aufgrund des
Verkaufs von ISE, Infobolsa S.A. (Infobolsa) und Market News International Inc. (MNI)
in Höhe von rund 159 Mio. € entsprechend reduziert. Sollten sich die Rahmenbedingungen
wider Erwarten schlechter entwickeln als im Finanzbericht 2015 beschrieben und die
Kunden, insbesondere in den vom Handel abhängigen Geschäftsbereichen der Gruppe, ihre
Geschäftsaktivitäten wieder zurückfahren, sieht sich die Gruppe Deutsche Börse aufgrund
ihres erfolgreichen Geschäftsmodells sowie ihrer Kostendisziplin trotzdem weiterhin
in der Lage, ihr Geschäft profitabel zu betreiben. Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie
"Accelerate" hat die Gruppe Deutsche Börse 2015 zudem Prinzipien zur Steuerung der
operativen Kosten eingeführt. Kernbestandteil dieser Prinzipien ist es, die Skalierbarkeit
des Geschäftsmodells der Gruppe zu gewährleisten. Um dies zu erreichen, steuert das
Unternehmen die operativen Kosten kontinuierlich in Abhängigkeit von der Entwicklung
der Nettoerlöse. So wird das untere Ende der Spanne des Nettoerlöswachstums von rund
5 Prozent im Prognosezeitraum und den darauf folgenden Jahren zu stabilen operativen
Kosten gegenüber dem Vorjahr führen. Erreichen die Nettoerlöse das obere Ende der
Spanne von rund 10 Prozent Wachstum, können die operativen Kosten im Berichtsjahr
und in den folgenden Jahren jährlich um bis zu 5 Prozent ansteigen. Die Basis für
die erwartete Entwicklung der Kosten im Prognosezeitraum bilden die pro-forma operativen
Kosten 2015 in Höhe von rund 1.188 Mio. €. Diese setzen sich zusammen aus den berichteten
operativen Kosten im Jahr 2015 von 1.248,8 Mio. € zuzüglich 47 Mio. €, um den Ganzjahreseffekt
der Vollkonsolidierung der APX Holding-Gruppe, der Indexium AG und der 360T Beteiligungs
GmbH abzubilden. Dagegen reduziert der Verkauf von ISE, Infobolsa und MNI die operativen
Kosten um 108 Mio. €. Aufgrund des erwarteten Anstiegs der Nettoerlöse in einer Bandbreite von 5 bis 10
Prozent und der operativen Kosten in einer davon abhängigen Bandbreite von 0 bis 5
Prozent rechnet die Gruppe für das EBIT und den Periodenüberschuss, der den Anteilseignern
der Deutsche Börse AG zuzurechnen ist, im Prognosezeitraum mit einem jährlichen Wachstum
(ohne Sondereffekte) von rund 10 bis 15 Prozent. Die der Prognose zugrundeliegenden Annahmen sowie die Überleitung der pro-forma Nettoerlöse
und operativen Kosten sind im Finanzbericht 2015 auf den Seiten 106 bis 112 veröffentlicht. ■ Entwicklung der FinanzlageDas Unternehmen erwartet, auch künftig einen deutlich positiven Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit zu generieren; er ist das primäre Finanzierungsinstrument der Gruppe
Deutsche Börse. Das Unternehmen plant, im Prognosezeitraum 150 Mio. € pro Jahr auf
Gruppenebene in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zu investieren. Diese
sollen hauptsächlich der Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen
in den Segmenten Eurex und Clearstream dienen. Die Summe ergibt sich hauptsächlich
aus Investitionen in Handelsinfrastruktur und Funktionalitäten im Bereich Risikomanagement. Im Rahmen des Programms zur Optimierung der Kapitalstruktur strebt die Gruppe Deutsche
Börse generell eine Dividendenausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des bereinigten,
den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnenden Periodenüberschusses an. In
den zurückliegenden Jahren mit niedrigeren Jahresüberschüssen lag die Quote am oberen
Ende dieser Bandbreite, um eine stabile Dividende an die Aktionäre auszuschütten.
Im Juli 2015 wurden im Zusammenhang mit der Ankündigung der Wachstumsstrategie "Accelerate"
auch die Ergebnisziele der Gruppe angehoben, sodass das Unternehmen künftig eine Ausschüttungsquote
in der Mitte der Bandbreite von 40 bis 60 Prozent anstrebt. Darüber hinaus hat das Unternehmen bis 2012 frei verfügbare Mittel teilweise über
Aktienrückkäufe an die Aktionäre ausgeschüttet. Seit 2013 wurden diese v. a. für die
Weiterentwicklung des Unternehmens, Anforderungen in Bezug auf das Kreditrating sowie
zur Erfüllung von aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen verwendet. Vor dem Hintergrund
der Wachstumsstrategie "Accelerate" erwartet das Unternehmen, dass verfügbare Mittel
künftig verstärkt in die organische, aber auch in die komplementäre externe Weiterentwicklung
der Gruppe fließen. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungfür die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2016scroll
Konzern-Gesamtergebnisrechnungfür die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2016scroll
Konzernbilanzzum 30. Juni 2016Aktivascroll
Passivascroll
1)
Enthalt die Geschäftsaktivitäten der Market News International Inc. Konzern-Kapitalflussrechnungfür die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2016scroll
Konzern-Eigenkapitalentwicklungfür die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2016scroll
Erläuterungen zum ZwischenabschlussGrundlagen und Methoden1. RechnungslegungsgrundsätzeDie Deutsche Börse AG ("die Gesellschaft") ist eine in der Bundesrepublik Deutschland
eingetragene, börsennotierte Kapitalgesellschaft. Der Sitz der Gesellschaft befindet
sich in Frankfurt am Main. Der Zwischenabschluss wurde im Einklang mit den International Financial Reporting
Standards (IFRS) und den diesbezüglich veröffentlichten Interpretationen des Financial
Reporting Standards Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie sie gemäß der
Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung
internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind. Im Rahmen der Übernahme in das EU-Recht wurde die verpflichtende Anwendung für die
Änderungen von IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28, die sich im Zusammenhang mit der Anwendung
der Konsolidierungsausnahme für Investmentgesellschaften ergeben, verschoben. Die
Änderungen haben keinen Einfluss auf die Darstellung des Abschlusses und entsprechend
stimmt der Zwischenabschluss auch mit den IFRS in ihrer vom International Accounting
Standards Board (IASB) herausgegebenen Fassung überein. Zusätzlich zu den am 31. Dezember 2015 berücksichtigten Standards und Interpretationen
wurden folgende Erweiterungen und Interpretationen erstmalig angewandt:
Zudem wurde IAS 34 ("Zwischenabschluss") berücksichtigt. Der Ertragsteueraufwand wurde
in der Zwischenberichtsperiode anhand eines prognostizierten effektiven Gruppensteuersatzes
von 27 Prozent ermittelt. Die in die Ermittlung des Gruppensteuersatzes einbezogenen
nominalen Steuersätze betragen zwischen 12,5 und 45 Prozent. Für steuerliche Verlustvorträge
am Ende dieser Zwischenberichtsperiode wurden aktive latente Steueransprüche bilanziert,
soweit mit einer Realisierung über die nächsten fünf Steuerperioden zu rechnen ist. Der Zwischenabschluss wurde entsprechend den Vorgaben des Wertpapierhandelsgesetzes
(WpHG) um einen Konzern-Zwischenlagebericht ergänzt. Beide Berichtsbestandteile unterliegen
einer prüferischen Durchsicht. 2. KonsolidierungskreisMit Wirkung zum 1. Januar 2016 fusionierte die Indexium AG, Zürich, Schweiz, an der
die Deutsche Börse AG zu 100 Prozent beteiligt war, mit der STOXX Ltd., Zürich, Schweiz,
an der die Deutsche Börse AG ebenfalls 100 Prozent der Anteile hält. Gemäß Fusionsvertrag
vom 3. Juni 2016 gingen alle Aktiva und Passiva der Indexium AG auf die STOXX Ltd.
über. Die Indexium AG wurde mit Eintragung der Fusion im Handelsregister am 24. Juni
2016 gelöscht. Am 25. Februar 2016 hat der Verwaltungsrat des spanischen Börsenbetreibers Bolsas
y Mercados Españoles Sociedad Holding de Mercados y Sistemas Financieros, S.A., Madrid,
Spanien, (BME) der Übernahme des Beteiligungsanteils der Deutsche Börse AG an der
Infobolsa S.A., Madrid, Spanien, zugestimmt. Durch den Kauf übernimmt die BME von
der Deutsche Börse AG auch die Beteiligungsanteile an den 100-prozentigen Tochtergesellschaften
der Infobolsa S.A. - an der Difubolsa, Serviços de Difusão e Informação de Bolsa,
S.A., Lissabon, Portugal; an der Infobolsa Deutschland GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland;
sowie an der Open Finance, S.L., Madrid, Spanien. Bislang hatten Deutsche Börse AG
und BME jeweils 50 Prozent der Anteile an der Infobolsa S.A. gehalten. Als Kaufpreis
hat die BME einen Barbetrag in Höhe von 8,2 Mio. € an die Deutsche Börse AG bezahlt. Mit dem Abschluss des Gesellschaftsvertrags vom 16. März 2016 gründete die Deutsche
Börse AG die am 2. Mai 2016 in das Handelsregister eingetragene DB1 Ventures GmbH,
Frankfurt am Main, Deutschland, und übernahm 25.000 Geschäftsanteile zu je 1,00 €.
Da die Deutsche Börse AG der alleinige Anteilseigner ist, wird von einem beherrschenden
Einfluss im Sinne von IFRS 10 ausgegangen. Die Tochtergesellschaft wird seit dem ersten
Quartal voll in den Konzernabschluss einbezogen. Mit Wirkung zum 31. Mai 2016 erwarb die European Energy Exchange, Leipzig, Deutschland,
(EEX) weitere 47,78 Prozent der stimmberechtigten Anteile an der Cleartrade Exchange
Pte. Limited, Singapur, und steigerte damit ihren Beteiligungsanteil an der Gesellschaft
auf 100 Prozent. Als Gegenleistung wurde ein Kaufpreis in Höhe von 1,00 £ zuzüglich
einer umsatzabhängigen Kaufpreiskomponente vereinbart. Die Gesellschaft wird weiterhin
voll in den Konzernabschluss einbezogen. Zum Ausbau des Stromderivatemarktes in Mittel- und Osteuropa erwarb die EEX mit Wirkung
zum 31. Mai 2016 zu einem Kaufpreis von 4,4 Mio. € einen Beteiligungsanteil von 66,67
Prozent an der Power Exchange Central Europe a.s., Prag, Tschechien (PXE). Nach endgültiger
Genehmigung durch die tschechische Nationalbank am 16. Juni 2016 erlangte die EEX
Kontrolle über die PXE im Sinne von IFRS 10. Die Gesellschaft wird seither voll in
den Konzernabschluss einbezogen. Der aus dem Erwerb resultierende Geschäfts- oder
Firmenwert in Höhe von 1,7 Mio. € spiegelt im Wesentlichen erwartete Umsatzsynergien
durch die Verbesserung des grenzüberschreitenden Handels wider. Mit Gesellschafterbeschluss vom 15. Juni 2014 wurde die Liquidation der Gesellschaft
EMCC European Market Coupling GmbH i.L., Hamburg, Deutschland, an der die EEX zu 20
Prozent beteiligt war, beschlossen. Die Gesellschaft ist mit Wirkung zum 15. Juni
2016 liquidiert. Zur Erschließung des dänischen Gashandelsmarktes hat die EEX mit Wirkung zum 1. Juli
2016 weitere 50 Prozent der Anteile an der Gaspoint Nordic A/S, Brøndby, Dänemark,
zu einem Kaufpreis von 700 T € erworben und steigerte damit ihren Beteiligungsanteil
an der Gaspoint Nordic A/S auf 100 Prozent. Im Juli wurden die Anteile auf die Powernext
SA, Paris, Frankreich, übertragen. Als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Powernext
SA, an der die Deutsche Börse AG wiederrum mittelbar 55,19 Prozent hält, wird die
Gesellschaft seither voll in den Konzernabschluss einbezogen und folglich nicht mehr
als assoziiertes Unternehmen eingestuft. Die Deutsche Börse AG und Hale Global haben eine Vereinbarung über den Verkauf des
Geschäfts (Asset Deal) der Market News International, Inc., New York, USA, (MNI) und
ihre beiden Tochtergesellschaften - die MNI Financial and Economic Information (Beijing)
Co. Ltd., Peking, China, (MNI Beijing) sowie die Need to Know News, LLC, Chicago,
USA - geschlossen. Der Abschluss der Transaktion erfolgte am 8. Juli 2016. Die Transaktion
erfolgte im Rahmen eines Asset Deal, sodass die Deutsche Börse AG, mit Ausnahme der
Anteile an MNI Beijing, weiterhin mittel- bzw. unmittelbar zu 100 Prozent an den oben
genannten Gesellschaften beteiligt bleibt. Der Verkauf der Anteile an MNI Beijing
steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der chinesischen Behörden.
Die abgehenden langfristigen Vermögenswerte werden unter den zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerten ausgewiesen. Nicht fortgeführte GeschäftstätigkeitDie Deutsche Börse AG hat mit Wirkung zum 30. Juni 2016 die International Securities
Exchange Holdings, Inc., New York, USA, (ISE) und deren Muttergesellschaft, die U.S.
Exchange Holdings, Inc., Chicago, USA, gegen eine Barzahlung in Höhe von 1,1 Mrd.
US$ an die Nasdaq, Inc. verkauft. Mit dem Verkauf der ISE übernimmt die Nasdaq, Inc.
von der Deutsche Börse AG auch Beteiligungsanteile an den 100-prozentigen Tochtergesellschaften
der ISE - International Securities Exchange, LLC, New York, USA; ETC Acquisition Corp.,
New York, USA; ISE Gemini, LLC, New York, USA; Longitude LLC, New York, USA; und an
der Longitude S.A., Luxemburg. An allen Gesellschaften hatte die Deutsche Börse AG
einen Beteiligungsanteil von 100 Prozent gehalten. Der Verkauf der ISE zum 30. Juni 2016 stellt eine nicht fortgeführte Geschäftstätigkeit
im Sinne des IFRS 5 dar. Die Vorjahreswerte für das zweite Quartal und das erste Halbjahr
2015 wurden entsprechend angepasst. Das Ergebnis aus nicht fortgeführter Geschäftstätigkeit
im zweiten Quartal 2016 in Höhe von 563,6 Mio. € (Q2/2015: 6,9 Mio. €) und im ersten
Halbjahr 2016 in Höhe von 570,4 Mio. € (H1/2015: 28,6 Mio. €) setzt sich wie folgt
zusammen: Ergebnis aus nicht fortgeführter Geschäftstätigkeitscroll
Die zahlungswirksamen Veränderungen des Finanzmittelbestands aus nicht fortgeführter
Geschäftstätigkeit setzen sich wie folgt zusammen. Kapitalflussrechnung aus nicht fortgeführter Geschäftstätigkeitscroll
Der Gewinn aus der Transaktion ermittelt sich wie folgt: Gewinn aus der Veräußerung der ISEscroll
3. Saisonale Einflüsse und BewertungDer Konzernumsatz wird stärker durch die Volatilität und das Transaktionsvolumen auf
den Kapitalmärkten als durch saisonale Faktoren beeinflusst. Aufgrund einer Kostenkonzentration
für Projekte, die erst im vierten Quartal zum Abschluss gebracht werden, sind die
Kosten im vierten Quartal üblicherweise höher als in den ersten drei Quartalen des
Geschäftsjahres. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung4. Sonstige betriebliche Erträge (fortgeführte Geschäftstätigkeit)Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Erträgescroll
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen (fortgeführte Geschäftstätigkeit)Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen
scroll
Die Kosten für IT-Dienstleister und sonstige Beratung betreffen im Wesentlichen Aufwendungen
im Zusammenhang mit der Entwicklung von Software. Ferner enthalten diese Kosten Aufwendungen
für strategische und rechtliche Beratungsdienstleistungen sowie für Prüfungstätigkeiten. Erläuterungen zur Konzernbilanz6. Immaterielle Vermögenswerte und SachanlagenZum 30. Juni 2016 beliefen sich die immateriellen Vermögenswerte auf 3.968,3 Mio.
€ (31. Dezember 2015: 4.633,0 Mio. €). Der Posten enthält im Wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 2.719,2
Mio. € (31. Dezember 2015: 2.898,8 Mio. €), andere immaterielle Vermögenswerte (Lizenzen,
Markennamen und Kundenbeziehungen) in Höhe von 870,0 Mio. € (31. Dezember 2015: 1.356,3
Mio. €), selbst erstellte Software in Höhe von 174,8 Mio. € (31. Dezember 2015: 191,6
Mio. €) sowie geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau in Höhe von 172,8 Mio. € (31.
Dezember 2015: 152,5 Mio. €). Der Rückgang der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 179,6 Mio. € ist vorwiegend
auf die Veräußerung der International Securities Exchange Holdings, Inc. (ISE), New
York, USA, Betreiber von drei Aktienoptionsbörsen in den USA, sowie deren Muttergesellschaft,
die U.S. Exchange Holdings, Inc. (USEH), New York, USA, zurückzuführen. Für Details
zu dieser Transaktion siehe Erläuterung 2. Der Rückgang bei den anderen immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 486,3 Mio.
€ ist hauptsächlich auf die Veräußerung der ISE-Gruppe zurückzuführen (siehe Erläuterung
2). Der Rückgang bei der selbst erstellten Software in Höhe von 16,8 Mio. € beruht im
Wesentlichen auf der oben erwähnten Änderung im Konsolidierungskreis (siehe Erläuterung
2) in Gesamthöhe von 20,3 Mio. € sowie auf den Abgängen in Gesamthöhe von 2,8 Mio.
€, die hauptsächlich durch den Verkauf des Geschäfts (Asset Deal) mit MNI begründet
werden (siehe Erläuterung 2). Dem stehen plan- und außerplanmäßigen Abschreibungen
von insgesamt 26,4 Mio. € sowie Zugänge und Umgliederungen aus Anlagen in Bau in einer
Gesamthöhe von 31,9 Mio. € sowie Währungseffekte gegenüber. Der Anstieg bei den Anlagen im Bau in Höhe von 20,3 Mio. € setzt sich aus Zugängen
in Höhe von 43,1 Mio. € und den Umgliederungen in selbsterstellte Software in Höhe
von 22,6 Mio. € zusammen. Der Bestand an Sachanlagen belief sich zum 30. Juni 2016 auf 101,8 Mio. € (31. Dezember
2015: 109,7 Mio. €). 7. FinanzanlagenDie Finanzanlagen beliefen sich zum 30. Juni 2016 auf 2.002,1 Mio. € (31. Dezember
2015: 2.309,0 Mio. €). Der Rückgang betrifft mit 341,7 Mio. € im Wesentlichen die
Forderungen und Wertpapiere aus dem Bankgeschäft. Aufgrund der unbefriedigenden wirtschaftlichen Entwicklung eines Unternehmens, an
dem die Deutsche Börse AG beteiligt ist, wurde im ersten Halbjahr 2016 ein Wertminderungsaufwand
in Höhe 6,1 Mio. € erfasst. 8. EigenkapitalDas Eigenkapital ist im Geschäftsjahr 2016 um 565,8 Mio. € auf 4.260,9 Mio. € (31.
Dezember 2015: 3.695,1 Mio. €) gestiegen. Es enthält den Periodenüberschuss, der den
Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen ist, in Höhe von 952,5 Mio. € sowie
gegenläufig die von der Deutsche Börse AG ausgeschüttete Dividende in Höhe von 420,1
Mio. €. Der Anstieg der Neubewertungsrücklage in Höhe von 10,9 Mio. € ist überwiegend auf
die Veränderung aus leistungsorientierten Verpflichtungen sowie der Neubewertung einer
bestehenden Beteiligung zurückzuführen. Die direkt im Eigenkapital erfassten Währungsdifferenzen und die damit verbundenen
latenten Steuern wirkten sich insgesamt in Höhe von -55,6 Mio. € auf die Veränderung
des Eigenkapitals aus. Der Ausgleichsposten für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter hat sich im Berichtszeitraum
nicht wesentlich verändert. 9. PensionsrückstellungenDie Pensionsrückstellungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren
gemäß IAS 19 bewertet. Zum 30. Juni 2016 betrug der Rechnungszins für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen in Deutschland und Luxemburg 1,50 Prozent (31. Dezember 2015:
2,20 Prozent; 30. Juni 2015: 2,20 Prozent), in der Schweiz wurde ein gegenüber dem
Jahresende 2015 unveränderter Rechnungszins von 0,80 Prozent (30. Juni 2015: 1,10
Prozent) zugrunde gelegt. 10. Verzinsliche VerbindlichkeitenDie von der Deutsche Börse AG ausgegebenen Euro- und US-Dollar-Schuldverschreibungen
haben einen Buchwert in Höhe von 2.543,7 Mio. € (31. Dezember 2015: 2.546,5 Mio. €)
und einen beizulegenden Zeitwert in Höhe von 2.741,4 Mio. € (31. Dezember 2015: 2.679,9
Mio. €). 11. BilanzsummeDer Rückgang der Konzern-Bilanzsumme um 3,2 Mrd. € auf 227,0 Mrd. € zum 30. Juni 2016
(31. März 2016: 230,2 Mrd. €) wird überwiegend durch die Finanzinstrumente der zentralen
Kontrahenten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft und Bardepots
der Marktteilnehmer bestimmt. Die Höhe dieser Positionen kann sich entsprechend den
Bedürfnissen und Handlungen der Kunden täglich stark ändern. 12. Fair Value-HierarchieDie finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert
bewertet werden, sind den folgenden drei Hierarchieebenen zuzuordnen: Der Ebene 1
sind finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zuzuordnen, sofern ein Börsenpreis
für gleiche Vermögenswerte und Schulden auf einem aktiven Markt vorliegt. Die Zuordnung
zur Ebene 2 erfolgt, sofern die Parameter, die der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes
zugrunde gelegt werden, entweder direkt oder indirekt beobachtbare Inputfaktoren darstellen;
diese Inputfaktoren müssen auf Markterwartungen beruhen. Finanzielle Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten werden in der Ebene 3 ausgewiesen, sofern der beizulegende Zeitwert
aus nicht beobachtbaren Parametern ermittelt wird. Zum 30. Juni 2016 sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die
zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, den Hierarchieebenen 1 bis 3 wie folgt
zugeordnet: Fair Value-Hierarchiescroll
Zum 30. Juni 2015 waren die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die
zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, den Hierarchieebenen 1 bis 3 wie folgt
zugeordnet: Fair Value-Hierarchiescroll
Im ersten Halbjahr 2016 wurde der Wert einer Beteiligung an einer Gesellschaft von
Level 2 auf Level 1 übertragen. Aufgrund des Börsengangs dieser Gesellschaft waren
im März 2016 Preise auf aktiven Märkten verfügbar. Die in den Ebenen 2 und 3 aufgeführten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen
Verbindlichkeiten werden wie folgt bewertet. Die in Ebene 2 aufgeführten Derivate enthalten Devisentermingeschäfte. Grundlage für
die Ermittlung des Marktwertes der Devisentermingeschäfte bilden die Devisenterminkurse
zum Bilanzstichtag für die verbleibende Restlaufzeit. Die der Ebene 2 zugeordneten Beteiligungen werden auf Grundlage aktueller, vergleichbarer
Markttransaktionen bewertet. Basis für die Marktwertermittlung der der Ebene 2 zugeordneten Finanzinstrumente der
zentralen Kontrahenten sind Marktransaktionen für identische oder ähnliche Vermögenswerte
auf nicht aktiven Märkten sowie Optionspreismodelle, die auf beobachtbaren Marktpreisen
basieren. Der Ebene 3 sind zum Bilanzstichtag folgende Positionen zugeordnet, deren Bewertung
sich wie folgt darstellt: Entwicklung der Finanzinstrumente in Ebene 3scroll
Der Wert einer in Ebene 3 ausgewiesenen Beteiligung wird vom Emittenten jährlich überprüft,
wobei dieser Transaktionen initiieren kann. Im ersten Halbjahr ergab sich aus der
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ein erfolgsneutraler positiver Effekt in Höhe
von 0,9 Mio. €. Zudem ist in dieser Position ein Aktienfonds enthalten, dessen beizulegender Zeitwert
sich durch den vom Emittenten bestimmten Nettoinventarwert berechnet. In den ersten
beiden Quartalen 2016 wurden die Anteile an dieser Beteiligung reduziert, was zu einem
Abgang von 0,4 Mio. € führte. In der Position "Sonstige langfristige Verbindlichkeiten" kam es im ersten Halbjahr
zu einem Zugang in Höhe von 1,0 Mio. €. Es handelt sich hierbei um eine bedingte Kaufpreiskomponente.
Des Weiteren wurde der beizulegende Zeitwert einer weiteren bedingten Kaufpreiskomponente
im März 2016 in die Position "Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten" umgegliedert.
In den ersten beiden Quartalen ergaben sich aus der Neueinschätzung bezüglich der
potenziellen Inanspruchnahme sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 4,2 Mio. €.
Die Bewertung der beiden Kaufpreiskomponenten basiert auf internen Discounted Cashflow-Modellen,
welche die erwarteten künftigen Zahlungsverpflichtungen mit risikoadäquaten Zinssätzen
auf den Bewertungsstichtag diskontieren. Darüber hinaus sind der Ebene 3 unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten wie zum
Jahresbeginn derivative Finanzinstrumente eines Incentive-Programms in Höhe von 3,9
Mio. € zugeordnet. Diese Finanzinstrumente werden regelmäßig zu den Quartalsstichtagen
unter Anwendung eines internen Modells ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet. Zum Stichtag 30. Juni 2016 ergab sich hieraus ein Ertrag in Höhe von 2,3
Mio. €. Das Modell berücksichtigt die Kriterien, die der bedingten Rückzahlung des
von der Eurex Clearing AG gewährten Zuschusses zugrunde liegen. Die Kriterien umfassen
insbesondere nichtfinanzielle Indikatoren wie die erwartete Anzahl der Kunden in einem
spezifischen Marktsegment sowie erwartete Handelsvolumina. Sie werden kontinuierlich
im Hinblick auf eventuell notwendige Anpassungen untersucht, hierzu werden auch Informationen
von Kunden herangezogen. Da es sich um ein internes Modell handelt, können die Parameter
im Erfüllungszeitpunkt abweichen; allerdings wird das derivative Finanzinstrument
einen Wert von 7,0 Mio. € nicht überschreiten. Dieser Wert ergibt sich, wenn alle
Begünstigten des Incentive-Programms die Bedingungen erfüllen und eine Rückzahlung
des Zuschusses insoweit nicht mehr in Betracht kommt. Die beizulegenden Zeitwerte der übrigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden,
die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden wie folgt ermittelt;
Die von der Deutsche Börse AG ausgegebenen Euro- und US-Dollar-Schuldverschreibungen
haben einen beizulegenden Zeitwert in Höhe von 2.741,4 Mio. € (31. Dezember 2015;
2.679,9 Mio. €) und werden unter den verzinslichen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Der beizulegende Zeitwert ergibt sich für die Euro-Schuldverschreibungen in Höhe von
2.460,5 Mio. € aus den Notierungen der Anleihen bzw. für die US-Dollar-Schuldverschreibungen
in Höhe von 280,9 Mio. € als Barwert der mit den Privatplatzierungen zusammenhängenden
Cashflows auf Basis der Marktparameter. Dementsprechend sind die Euro-Schuldverschreibungen
der Ebene 2 und die US-Dollar-Schuldverschreibungen der Ebene 3 zuzuordnen. Für die nachfolgenden Positionen stellt der jeweilige Buchwert eine angemessene Näherung
für den beizulegenden Zeitwert dar:
Sonstige Erläuterungen13. Überleitungsrechnung zum FinanzmittelbestandÜberleitungsrechnung zum Finanzmittelbestandscroll
14. Ergebnis je AktieIn Übereinstimmung mit IAS 33 wird das Ergebnis je Aktie ermittelt, indem der den
Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss durch die gewichtete
Durchschnittszahl der ausgegebenen Aktien dividiert wird. Zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie werden der durchschnittlichen
Aktienanzahl die potenziell verwässernden Stammaktien zugerechnet, die im Rahmen der
aktienbasierten Vergütung erworben werden können. Hierbei werden zur Berechnung der
Zahl der potenziell verwässernden Stammaktien die Ausübungspreise um den beizulegenden
Zeitwert der Dienstleistungen, die noch zu erbringen sind, korrigiert. Für die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird - unabhängig von der
tatsächlichen Bilanzierung nach IFRS 2 - angenommen, dass alle Tranchen des Aktientantiemeprogramms
(ATP) und des langfristigen Nachhaltigkeitsplans (LSI), für die keine Erfüllung durch
Barausgleich beschlossen wurde, durch Eigenkapitalinstrumente erfüllt werden. Zum 30. Juni 2016 gab es folgende Bezugsrechte, die zu einer Verwässerung des Gewinns
je Aktie hätten führen können: Ermittlung der Anzahl potenziell verwässernder Stammaktienscroll
1)
Nach IAS 33.47 A müssen bei Aktienoptionen und anderen anteilsbasierten Vergütungsvereinbarungen
der Ausgabe- sowie der Ausübungspreis den beizulegenden Zeitwert aller Güter und Dienstleistungen
enthalten, die dem Unternehmen künftig im Rahmen der Aktienoption oder einer anderen
anteilsbasierten Vergütungsvereinbarung zu liefern bzw. zu erbringen sind. Da der volumengewichtete durchschnittliche Aktienkurs über den angepassten Ausübungspreisen
der Tranche 2014 lag, gelten diese Bezugsrechte zum 30. Juni 2016 im Sinne von IAS
33 als verwässernd. Ermittlung des verwässerten und unverwässerten Ergebnisses je Aktiescroll
Zum 30. Juni 2016 wurden 89.194 Bezugsrechte von der Berechnung des gewichteten Durchschnitts
der potenziell verwässernden Aktien ausgeschlossen, da ihre Auswirkungen im Geschäftsjahr
bis zum Bilanzstichtag nicht verwässernd sind. 15. Segmentberichterstattung (fortgeführte Geschäftstätigkeit)Zusammensetzung der Umsatzerlöse pro Segmentscroll
Nettozinserträge aus dem Bankgeschäftscroll
Nettoerlösescroll
Operative Kostenscroll
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)scroll
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagenscroll
16. Finanzielle Verpflichtungen und sonstige RisikenVerzinsliche VerbindlichkeitenAus den verzinslichen Verbindlichkeiten ergaben sich zum 30. Juni 2016 folgende künftig
erwartete Zahlungsverpflichtungen: Zukünftig erwartete Zahlungsverpflichtungen aus verzinslichen Verbindlichkeitenscroll
Sonstige RisikenPeterson vs. Clearstream Banking S.A., Citibank NA et al. ("Peterson I") und Heiser vs. Clearstream Banking S.A.In ihrem Unternehmensbericht 2012 informierte die Gruppe Deutsche Börse über eine
Sammelklage Peterson vs. Clearstream Banking S.A., dem ersten Peterson-Verfahren,
auf die Herausgabe bestimmter Kundenpositionen im Sammeldepot der Lagerstelle der
Clearstream Banking S.A. bei Citibank NA sowie auf Schadenersatz gegen die Clearstream
Banking S.A. in Höhe von 250 Mio. US$. Ein Vergleich wurde zwischen der Clearstream
Banking S.A. und den Klägern geschlossen und die Schadenersatzforderungen gegen die
Clearstream Banking S.A. zurückgenommen. Im Juli 2013 ordnete das US-Gericht in seinem Urteil die Herausgabe der Kundenpositionen
an die Kläger an und stellte fest, dass diese im Eigentum von Bank Markazi, der iranischen
Zentralbank, stünden. Bank Markazi legte Berufung ein, aber die Entscheidung wurde
am 9. Juli 2014 bestätigt. Bank Markazi hat nunmehr Revision vor dem obersten Bundesgericht
eingelegt. Die Rechtsmittel, die Bank Markazi vor dem U.S- Verfassungsgericht einlegt
hatte, sind zurückgewiesen worden. Sobald die Herausgabe der Kundenpositionen vollzogen
ist, ist auch der hieran angelehnte Fall, Heiser vs. Clearstream Banking S.A., der
die Herausgabe derselben Positionen zum Gegenstand hat, gegenstandslos. Peterson vs. Clearstream Banking S.A. ("Peterson II")Am 30. Dezember 2013 erhoben verschiedene US-Kläger des ersten Peterson-Verfahrens
sowie weitere Kläger Klage, die auf die Herausgabe bestimmter eingefrorener Vermögenswerte,
die die Clearstream Banking S.A. als Verwahrer in Luxemburg hält, gerichtet ist. Die
Beklagten in diesem Verfahren einschließlich der Clearstream Banking S.A. hatten 2014
Klageabweisung beantragt. Am 19. Februar 2015 erließ das US-Gericht die Entscheidung,
die Klage abzuweisen. Am 6. März 2015 haben die Kläger gegen die Entscheidung bei
dem zuständigen Berufungsgericht (Second Circuit Court of Appeals) Berufung eingelegt. Strafrechtliche Ermittlungen gegen die Clearstream Banking S.A.Die Clearstream Banking S.A. wurde am 2. April 2014 darüber informiert, dass der US-Staatsanwalt
des Southern District von New York (United States Attorney for the Southern District
of New York) gegen die Clearstream Banking S.A. ein Ermittlungsverfahren wegen der
Geschäftstätigkeit der Clearstream Banking S.A. mit Iran und anderen Ländern im Hinblick
auf US-Sanktionsvorschriften eingeleitet hat. Die Clearstream Banking S.A. kooperiert
mit dem US-Staatsanwalt. Auseinandersetzung zwischen der MBB Clean Energy AG und InvestorenZwischen der MBB Clean Energy AG (MBB) als Emittent einer Anleihe, die über die Clearstream
Banking AG verfügbar ist, und Investoren ist es zu einer Auseinandersetzung gekommen.
MBB hat eine erste Tranche der Anleihe im April 2013 und eine zweite Tranche der Anleihe
im Dezember 2013 begeben. Die Globalurkunden für beide Tranchen der Anleihe wurden
der Clearstream Banking AG durch die Zahlstelle des Emittenten geliefert. Die Auseinandersetzung
dreht sich darum, dass die zweite Tranche der Anleihe mit einem Nominalwert von 500
Mio. € nicht bedient wurde, und die Anleihe angeblich ungültig ist. Die Rolle der
Clearstream Banking AG in der Auseinandersetzung um die angeblich ungültige Anleihe
der MBB Clean Energy AG besteht vorrangig darin, die Globalurkunde, die durch die
Zahlstelle des Emittenten eingeliefert wurde, als nationaler Zentralverwahrer zu verwahren.
Es ist zu diesem Zeitpunkt offen, ob und in welchem Umfang potenzielle Schäden entstehen
und, falls dies der Fall ist, wer für diese letztlich verantwortlich wäre. Über den
Emittenten MBB Clean Energy AG ist zwischenzeitlich das Insolvenzverfahren eröffnet
worden. Zusätzlich zu den oben und in früheren Veröffentlichungen erwähnten Sachverhalten
ist die Gruppe Deutsche Börse von Zeit zu Zeit in verschiedene Rechtsstreitigkeiten
involviert, die sich aus dem Verlauf ihres normalen Geschäfts ergeben. Die Gruppe
Deutsche Börse bildet Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und aufsichtsrechtliche
Angelegenheiten, wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung
besteht, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser
Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung
möglich ist. In solchen Fällen kann sich ein Verlustrisiko ergeben, das höher ist
als die entsprechenden Rückstellungen. Wenn die oben genannten Bedingungen nicht erfüllt
sind, bildet die Gruppe Deutsche Börse keine Rückstellungen. Wenn sich eine Rechtsstreitigkeit
oder eine aufsichtsrechtliche Angelegenheit entwickelt, bewertet die Gruppe Deutsche
Börse kontinuierlich, ob die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung erfüllt
sind. Die Gruppe Deutsche Börse kann eventuell nicht absehen, wie hoch der mögliche
Verlust oder die Verlustspanne im Hinblick auf diese Angelegenheiten sein wird. Auf
der Basis aktuell verfügbarer Informationen geht die Gruppe Deutsche Börse insgesamt
nicht davon aus, dass das Ergebnis eines dieser Verfahren die Finanzzahlen erheblich
beeinträchtigen wird. SteuerrisikenDie Gruppe Deutsche Börse unterliegt aufgrund ihrer Tätigkeit in verschiedenen Ländern
Steuerrisiken. Zur Erfassung und Bewertung dieser Risiken wurde ein Prozess entwickelt,
bei dem diese zunächst in Abhängigkeit von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit erfasst
werden. In einem zweiten Schritt werden diese Risiken mit einem Erwartungswert bewertet.
Sofern mehr für als gegen die Eintrittswahrscheinlichkeit spricht, wird eine Steuerrückstellung
gebildet. Die Gruppe Deutsche Börse überprüft kontinuierlich, ob die Voraussetzungen
für die Bildung entsprechender Steuerrückstellungen erfüllt sind. 17. Wesentliche Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und PersonenAls nahe stehend im Sinne von IAS 24 gelten die Organmitglieder der Deutsche Börse
AG sowie sämtliche als assoziiert eingestufte Unternehmen, Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht, und Unternehmen, die von Organmitgliedern beherrscht
oder maßgeblich beeinflusst werden. Geschäftsbeziehungen mit nahe stehenden UnternehmenDie folgende Tabelle zeigt die Transaktionen im Rahmen der Geschäftsbeziehungen mit
nicht konsolidierten Unternehmen der Deutsche Börse AG im ersten Halbjahr 2016. Sämtliche
Geschäfte erfolgten hierbei zu marktüblichen Bedingungen. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen1)scroll
scroll
Monetäre Geschäftsbeziehungen mit Personen in SchlüsselpositionenPersonen in Schlüsselpositionen sind Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung
der Tätigkeiten der Gruppe Deutsche Börse direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich
sind. Für die Gruppe zählen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats für
Zwecke des IAS 24 zu Personen in Schlüsselpositionen. Die European Commodity Clearing Luxembourg S.à r.l., Luxemburg (ECC Luxembourg) -
eine Tochtergesellschaft der European Commodity Clearing AG und somit ein Mitglied
der EEX-Gruppe - hat einen Dienstleistungsvertrag über die Ausübung der Geschäftsführertätigkeit
mit der IDS Lux S.à r.l., Luxemburg, abgeschlossen. Gegenstand dieses Vertrags ist
es, eine natürliche Person in der Funktion des Geschäftsführers im Management der
ECC Luxembourg zu stellen. Dieser Geschäftsführer übt neben seinem Amt als Geschäftsführer
der ECC Luxembourg ebenfalls eine Schlüsselposition innerhalb der IDS Lux S.à r.l.
aus. Im ersten Halbjahr 2016 hat die ECC Luxembourg Zahlungen in Höhe von rund 7,0
T € für diese Geschäftsführungstätigkeiten geleistet. Des Weiteren übt ein Mitglied des Verwaltungsrats der STOXX Ltd., Zürich, Schweiz,
gleichzeitig eine Schlüsselposition innerhalb der Rechtsanwaltskanzlei Lenz & Staehelin
AG, Genf, Schweiz, aus. Die Gruppe Deutsche Börse hat im ersten Halbjahr 2016 Aufwendungen
in Höhe von rund 630,0 T € gegenüber der Anwaltskanzlei ausgewiesen. Innerhalb des Board of Directors der Powernext SA, Paris, Frankreich, Tochterunternehmen
der EEX AG, bekleiden Repräsentanten der weiteren Anteilseigner der Powernext SA Schlüsselpositionen.
Diese Repräsentanten besetzen gleichzeitig Schlüsselpositionen in dem jeweilig anteilseignenden
Unternehmen GRTgaz, Bois-Colombes, Frankreich, Mutterunternehmen der 3GRT, Tarascon,
Frankreich, und EDEV S.A., Courbevoie, Frankreich. Powernext erbrachte im ersten Halbjahr
2016 Dienstleistungen im Rahmen der Entwicklung und Instandhaltung individueller Softwarelösungen
für das Market Coupling und Balancing sowie einer elektronischen Handelsplattform
für die 3GRT. Im Zuge dieser Dienstleistungen wurden im ersten Halbjahr 2016 Erlöse
in Höhe von 252,0 T € erwirtschaftet. Sowohl im Verwaltungsrat als auch im Vorstand des, aus Sicht der Gruppe Deutsche Börse,
assoziierten Unternehmens LuxCSD S.A. besetzen zwei Mitglieder des Managements von
vollkonsolidierten Tochterunternehmen der Gruppe Deutsche Börse Schlüsselpositionen.
Zu LuxCSD werden Geschäftsbeziehungen seitens der Clearstream Banking S.A., der Clearstream
Services S.A., der Clearstream International S.A. und der Clearstream Banking AG gehalten.
Im Rahmen dieser Verträge sind im ersten Halbjahr 2016 Aufwendungen in Höhe von 897,8
T € und Erlöse in Höhe von 442,0 T € angefallen. Ferner übt ein Vorstandsmitglied der Clearstream Banking AG zeitgleich eine Führungsposition
innerhalb des, aus Sicht der Gruppe Deutsche Börse, assoziierten Unternehmens Deutsche
Börse Commodities GmbH aus. Die Gruppe Deutsche Börse hat im ersten Halbjahr 2016
Erlöse in Höhe von rund 841,0 T € sowie Aufwendungen in Höhe von 3.569,0 T € aus der
Geschäftsbeziehung mit der Deutsche Börse Commodities GmbH erwirtschaftet. Zudem bekleidet ein Aufsichtsratsmitglied der 360 Treasury Systems AG und der Deutsche
Börse Asia Holding Pte. Ltd. zugleich ein Amt im Aufsichtsrat der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank,
die aus Sicht der Gruppe Deutsche Börse als assoziiertes Unternehmen einzustufen ist.
Die Gruppe Deutsche Börse hat im ersten Halbjahr 2016 Erlöse in Höhe von rund 2.795,0
T € sowie Aufwendungen in Höhe von 215,0 T € aus der Geschäftsbeziehung mit der Tradegate
AG Wertpapierhandelsbank erwirtschaftet. Ein Vorstandsmitglied der Eurex Frankfurt AG hat bis zum Februar 2016 das Amt des
Chief Executive Officer des aus Sicht der Gruppe Deutsche Börse assoziierten Unternehmens
Deutsche Börse Cloud Exchange GmbH bekleidet. Die Gruppe Deutsche Börse hat im ersten
Halbjahr 2016 Erlöse in Höhe von rund 317,0 T € aus der Geschäftsbeziehung mit der
Deutsche Börse Cloud Exchange GmbH verzeichnet. Zwei Vorstandsmitglieder der Deutsche Börse AG sind im Aufsichtsrat der China Europe
International AG (CEINEX) vertreten. Diese AG ist ein Gemeinschaftsunternehmen der
Shanghai Stock Exchange Ltd., der China Financial Futures Exchange und der Deutsche
Börse AG. Im ersten Halbjahr 2016 wurden Erlöse in Höhe von 338,0 T€ sowie Aufwendungen
in Höhe von 5,0 T€ aus der Geschäftsbeziehung mit CEINEX erwirtschaftet. Sonstige Geschäftsbeziehungen mit Personen in SchlüsselpositionenAusgewählte Führungskräfte der Tochterunternehmen der Gruppe Deutsche Börse besetzen
ebenfalls Schlüsselpositionen innerhalb des Clearstream Pension Fund ("association
d'épargne pension", ASSEP). Der leistungsorientierte Pensionsplan zu Gunsten der luxemburgischen
Mitarbeiter der Clearstream International S.A., der Clearstream Banking S.A. sowie
der Clearstream Services S.A. wird durch Barzahlungen an eine ASSEP gemäß luxemburgischem
Recht finanziert. 18. Mitarbeiter (fortgeführte Geschäftstätigkeit)Mitarbeiterscroll
Der Anstieg der Mitarbeiter resultiert im Wesentlichen aus Konsolidierungskreisänderungen
(518 Mitarbeiter). Da im Rahmen strategisch wichtiger Projekte neue Stellen geschaffen
wurden, hat sich die Zahl der Beschäftigten zum Bilanzstichtag um weitere 319 Personen
gegenüber dem Vorjahresquartal erhöht. Unter Berücksichtigung von Teilzeitkräften betrug die Mitarbeiterkapazität im Quartalsdurchschnitt
4.730 Mitarbeiter (Q2/2015; 4.354). 19. Ereignisse nach dem BilanzstichtagPer Vertrag vom 1. Juli 2016 hat die Deutsche Börse AG ihr 100-prozentiges Tochterunternehmen
Market News International, Inc. (MNI) an Hale Global verkauft, einen der führenden
Anbieter von makro-ökonomischen Hintergrundinformationen und Marktnachrichten für
Akteure an den globalen Devisen- und Rentenmärkten. Über Details der Transaktion ist
Vertraulichkeit vereinbart worden. Die Veräußerung ist ein weiterer Teil der Deutsche-Börse-Wachstumsstrategie "Accelerate",
mit der sich das Unternehmen noch stärker auf definierte Wachstumsbereiche konzentriert.
"Accelerate" beinhaltet organisatorische Reformen und Veränderungen im Portfolio,
um die neuen strategischen und finanziellen Zielvorgaben der Gruppe zu erreichen.
Im Jahr 2015 trug MNI weniger als 1 Prozent zum Umsatz der Deutschen Börse bei. Versicherung der gesetzlichen Vertreter
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