![]() Deutsche Börse AGFrankfurt am MainHalbjahresabschluss 2018 Deutsche Börse AG KonzernHalbjahresfinanzbericht Q2/2018
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Die Gruppe Deutsche Börse steigerte ihre Nettoerlöse im zweiten Quartal 2018 um 10 Prozent auf 687,0 Mio. € (Q2/2017: 623,6 Mio. €). Von diesem Anstieg gehen rund 7 Prozent auf strukturelle und rund 3 Prozent auf zyklische Wachstumsfaktoren zurück. Zudem ist ein kleiner Anteil auf Konsolidierungseffekte zurückzuführen. |
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Die bereinigten operativen Kosten lagen insgesamt bei 262,9 Mio. € (Q2/2017: 245,4 Mio. €). Sie sind bereinigt um Sondereffekte in Höhe von 54,3 Mio. €, im Wesentlichen für Maßnahmen zur Senken der strukturellen Kosten, die im Rahmen der "Roadmap 2020" initiiert wurden. Unbereinigt beliefen sich die operativen Kosten auf 317,2 Mio. € (Q2/2017: 271,4 Mio. €). |
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Die Gruppe erzielte ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) von 371,2 Mio. € (Q2/2017: 353,8 Mio. €). Bereinigt um Sondereffekte steigerte die Gruppe Deutsche Börse ihr EBITDA um 12 Prozent auf 425,5 Mio. € (Q2/2017: 379,5 Mio. €). |
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Der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss lag bei 210,3 Mio. € (Q2/2017: 176,3 Mio. €). Um Sondereffekte bereinigt stieg der Periodenüberschuss um 13 Prozent auf 261,9 Mio. € (Q2/2017: 232,8 Mio. €). |
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Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 1,13 € bei durchschnittlich 185,0 Mio. Aktien, bereinigt um Sondereffekte 1,42 € (Q2/2017: 0,94 € bei 186,8 Mio. Aktien; bereinigt: 1,25 €). |
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Mit diesem Ergebnis bestätigt die Gruppe nach der Hälfte des Geschäftsjahres ihre Prognose von mindestens 10 Prozent Ergebniswachstum (ohne Sondereffekte) für das Gesamtjahr 2018. |
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Für das Geschäftsjahr 2017 schüttete die Deutsche Börse AG im Mai 2018 eine Dividende von 2,45 € je Stückaktie an ihre Aktionäre aus (für das Geschäftsjahr 2016: 2,35 €). |
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Clearstream, der Nachhandelsdienstleister der Gruppe Deutsche Börse, erweiterte sein Angebot im Fondsbereich durch die Übernahme der Swisscanto Funds Centre Ltd., London, (SFCL) von der Zürcher Kantonalbank. Der Verkaufsvertrag wurde am 23. April 2018 von beiden Vertragsparteien unterzeichnet. Die Transaktion im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich wird voraussichtlich im vierten Quartal 2018 abgeschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden. Die Akquisition wird sich bereits im ersten Jahr wertsteigernd auf das Konzernergebnis der Gruppe Deutsche Börse auswirken. |
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Die Gruppe Deutsche Börse hat zudem das GTX Electronic Communication Network (ECN)-Geschäft von GAIN Capital Holdings, Inc. für 100 Mio. US$ übernommen. Mit der Übernahme der US-amerikanischen ECN-Plattform für den Devisenhandel baut 360T, der Devisenbereich der Gruppe Deutsche Börse, seine Position im globalen Währungsmarkt aus. Die Akquisition ist ein weiterer Schritt der "Roadmap 2020", mit der die Gruppe Deutsche Börse ihr Geschäft erweitert. |
Die im Finanzbericht 2017 auf den Seiten 18 bis 31 beschriebenen Grundlagen des Konzerns
sind grundsätzlich nach wie vor gültig.
Zum ersten Quartal 2018 hat die Gruppe Deutsche Börse ihre interne Segmentsteuerung
angepasst. Die detailliertere Gliederung der Berichtssegmente schafft zusätzliche
Transparenz und hebt die Wachstumsbereiche hervor.
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Das ehemalige Segment Eurex wurde aufgeteilt in die drei Segmente Eurex (Finanzderivate), EEX (Commodities) und 360T (Devisenhandel). |
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Das ehemalige Segment Clearstream wurde aufgeteilt in die drei Segmente Clearstream (Nachhandel), IFS (Investment Fund Services) und GSF (Sicherheitenmanagement). |
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Über das ehemalige Segment Market Data + Services (MD + S) wird differenziert nach STOXX (Indexgeschäft) und Data (Datengeschäft) berichtet. Erlöse aus dem Geschäftsbereich Infrastructure Services, der dritten Säule des ehemaligen Segments MD + S, wurden den Segmenten Eurex und Xetra zugeordnet. |
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Über die Geschäftsentwicklung im Kassamarkt berichtet die Gruppe weiterhin im Segment Xetra (Wertpapierhandel). |
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung der einzelnen Geschäftsfelder werden
neben den Nettoerlösen auch deren Kostenbasis und das EBITDA auf Segmentebene berichtet.
Seit dem 3. Mai 2017 wird die EEX US Holdings, Inc., Muttergesellschaft der im ersten
Quartal 2017 akquirierten Nodal Exchange Holdings, LLC, voll in den Konzernabschluss
der Deutsche Börse AG einbezogen. Erlöse und Kosten werden im Segment EEX (Commodities)
berichtet.
Die Gruppe Deutsche Börse hat zum 29. Juni 2018 das GTX Electronic Communications
Network (ECN) übernommen. Im Rahmen der Transaktion hat die 360 Treasury Systems AG,
eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutsche Börse AG, das Tochterunternehmen
360TGTX, Inc. gegründet, welches GTX erworben hat. Die 360TGTX, Inc. wird seit dem
29. Juni 2018 in den Konzernabschluss der Deutsche Börse AG einbezogen. Aufgrund des
Stichtags 30. Juni 2018 wird lediglich die Bilanz konsolidiert, während Gewinne und
Verluste ab dem 1. Juli voll konsolidiert werden. Erlöse und Kosten werden im Segment
360T (Devisenhandel) berichtet.
Die Gruppe Deutsche Börse hat im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 9 ihre Bilanzstruktur
seit dem ersten Quartal 2018 transparenter gestaltet und weist nun die Finanzinstrumente
nach Bewertungskategorien in der Konzernbilanz aus. Die Vergleichszahlen zur Vorjahresperiode
werden ebenfalls nach der neuen Struktur dargestellt; hinsichtlich der Bilanzierungs-
und Bewertungsvorschriften für das erste Halbjahr 2017 wurde unverändert IAS 39 angewendet.
Details zu den wesentlichen Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und
Personen werden in Erläuterung 17 dieses Zwischenabschlusses aufgeführt.
Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sowie die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen
Rahmenbedingungen haben sich im Vergleich zur Darstellung im Finanzbericht 2017 (Seite
18 bis 19 sowie Seiten 33 bis 34) nicht wesentlich geändert.
Auf ihrem jährlichen Investorentag, der Ende Mai in London stattfand, stellte die
Gruppe Deutsche Börse ihre Unternehmensstrategie "Roadmap 2020" im Detail vor. Im
Fokus der "Roadmap 2020" stehen die drei Stoßrichtungen organisches Wachstum, zielgerichtete
Akquisitionen und Investitionen in innovative Technologien. Ziel ist es, die Stellung
der Deutschen Börse als führender europäischer Infrastrukturanbieter für die Finanzmärkte
mit globalen Wachstumsambitionen zu festigen und weiter auszubauen. Dabei wird sich
die Gruppe Deutsche Börse noch konsequenter auf die Skalierung ihres Geschäftsmodells
und die Verbesserung ihrer operativen Prozesse konzentrieren.
Die "Roadmap 2020" beinhaltet als erste ihrer drei Stoßrichtungen eine verbesserte
und beschleunigte Nutzung der bestehenden strukturellen sowie zyklischen Wachstumschancen.
Die Deutsche Börse sieht vor allem die längerfristig anhaltende höhere Volatilität
an den Märkten als zyklische Wachstumschance. Strukturelle Wachstumschancen sind u.a.
der Trend zu börslichem Handel und Clearing. Wachstumsmöglichkeiten bestehen über
alle neun Geschäftsbereiche hinweg.
Im Rahmen des Strategieprogramms plant die Deutsche Börse bis einschließlich 2020
einen organischen Anstieg der Nettoerlöse aus strukturellen Wachstumschancen von mindestens
5 Prozent pro Jahr. Hinzu kommen die erwarteten positiven zyklischen Effekte bei den
Nettoerlösen. Insgesamt erwartet das Unternehmen auf dieser Basis für den bereinigten
Periodenüberschuss ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10 bis 15 Prozent
bis 2020.
Die Strategie der Deutschen Börse sieht zweitens eine Stärkung des Geschäftes durch
zielgerichtete Akquisitionen in fünf definierten Wachstumsbereichen vor. Diese beinhalten
festverzinsliche Wertpapiere, Energieprodukte, Währungen, Dienste für Investmentfonds
sowie Daten und Indizes. Voraussetzung für jede Transaktion ist ein spürbarer Mehrwert
für das Unternehmen und die Aktionäre. Als Richtwert für die Investitionen wird dabei
ein ROIC (Return on invested capital) von mehr als 10 Prozent nach 3 bis 5 Jahren
angesetzt.
Das dritte Kernelement der "Roadmap 2020" bilden verstärkte Investitionen in die vier
Schlüsseltechnologien Blockchain, Big Data-Analysen, Cloud sowie Robotik und Künstliche
Intelligenz. Mittels Blockchain plant die Deutsche Börse neue Geschäftsfelder samt
entsprechenden Gewinnen zu erschließen. Investitionen in Cloud-Technologien sowie
Robotik und Künstliche Intelligenz sollen vor allem zur weiteren Effizienzsteigerung
im bestehenden Geschäft dienen. Ziel der Investitionen in Big Data ist die Steigerung
von Gewinn und Effizienz. Laufende Initiativen in diesen Bereichen werden weiter vorangetrieben
und darüber hinaus ausgebaut.
Durch die Unterteilung in neun Geschäftssegmente, die die gesamte Wertschöpfungskette
abbilden, kann die Deutsche Börse ihre Bereiche besser steuern. Darüber hinaus will
die Deutsche Börse ihre operative Effizienz erhöhen und die strukturellen Kosten senken.
Dies bedeutet eine Verbesserung von Entscheidungsprozessen sowie die Verschlankung
der Organisation mit dem geplanten Abbau von 350 Arbeitsplätzen, darunter 50 Führungskräfte.
Die strukturellen Kosten sollen so bis Ende 2020 um rund 100 Mio. € sinken. Die Einmalkosten
des Strategieprogramms liegen bei rund 200 Mio. €, die zum größten Teil 2018 anfallen
werden. Die Einsparung der Kosten schafft Spielraum für Investitionen in Wachstum
und Technologie.
Verantwortlich für die Umsetzung der Strategie ist das gesamte Vorstandsteam. Dieses
wurde mit Thomas Book (Trading- und Clearing-Geschäft ohne den Kassamarkt) und Stephan
Leithner (Post-Trading-Geschäft sowie Daten- und Indexgeschäft) seit Anfang Juli 2018
sowie mit Christoph Böhm (Chief Information Officer und Chief Operating Officer) ab
dem 1. November 2018 neu aufgestellt.
Hinsichtlich der Unternehmenssteuerung gab es im zweiten Quartal 2018 keine Änderungen.
Für eine umfassende Darstellung derselben siehe den Finanzbericht 2017 (Seiten 25
bis 27).
Als Dienstleistungsunternehmen betreibt die Gruppe Deutsche Börse keine mit produzierenden
Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung. Daher entfällt ein detaillierter
Teilbericht. Allerdings entwickelt die Deutsche Börse die durch sie betriebenen Handels-
und Clearingsysteme sowie Systemlösungen für die Umsetzung ihrer strukturellen Wachstumsziele.
Vor diesem Hintergrund arbeitet das Unternehmen beständig daran, Technologieführerschaft
und Stabilität seiner elektronischen Systeme aufrechtzuerhalten und weiter zu steigern
- im Interesse seiner Kunden und im Interesse der systemischen Stabilität der Finanzmärkte.
IT-Projekte im ersten Halbjahr 2018 betreffen beispielsweise das offene Orderbuch
und die im dritten Quartal 2018 geplante Einführung der Clearingfunktionalität bei
360T über die Clearingplattform der Eurex Clearing AG sowie den Ausbau des Request-For-Quote-Service
Eurex EnLight.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung % | 30.06.2018 | 30.06.2017 | ||
| Nettoerlöse | Mio. € | 687,0 | 623,6 | 10 | 1.378,6 | 1.247,0 |
| Operative Kosten | Mio. € | 317,2 | 271,4 | 17 | 592,2 | 545,0 |
| EBITDA | Mio. € | 371,2 | 353,8 | 5 | 788,8 | 821,2 |
| Abschreibung und Wertminderungsaufwand | Mio. € | 58,4 | 39,6 | 47 | 99,7 | 75,5 |
| EBIT | Mio. € | 312,8 | 314,2 | 0 | 689,1 | 745,7 |
| Den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnender Periodenüberschuss |
Mio. € | 210,3 | 176,3 | 19 | 459,3 | 456,4 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) | € | 1,13 | 0,94 | 20 | 2,47 | 2,44 |
| Veränderung % | |
| Nettoerlöse | 11 |
| Operative Kosten | 9 |
| EBITDA | -4 |
| Abschreibung und Wertminderungsaufwand | 32 |
| EBIT | -8 |
| Den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnender Periodenüberschuss | 1 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) | 1 |
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung % | 30.06.2018 | 30.06.2017 | ||
| Nettoerlöse | Mio. € | 687,0 | 623,6 | 10 | 1.378,6 | 1.247,0 |
| Operative Kosten | Mio. € | 262,9 | 245,4 | 7 | 517,4 | 490,5 |
| EBITDA | Mio. € | 425,5 | 379,5 | 12 | 863,6 | 759,7 |
| Abschreibung und Wertminderungsaufwand | Mio. € | 42,1 | 39,2 | 7 | 82,9 | 74,4 |
| EBIT | Mio. € | 383,4 | 340,3 | 13 | 780,7 | 685,3 |
| Den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnender Periodenüberschuss |
Mio. € | 261,9 | 232,8 | 13 | 532,6 | 465,0 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) | € | 1,42 | 1,25 | 14 | 2,87 | 2,49 |
| Veränderung % | |
| Nettoerlöse | 11 |
| Operative Kosten | 5 |
| EBITDA | 14 |
| Abschreibung und Wertminderungsaufwand | 11 |
| EBIT | 14 |
| Den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnender Periodenüberschuss | 15 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) | 15 |
Die globale wirtschaftliche Lage im zweiten Quartal 2018 war angespannt. Der Handelsstreit
der USA mit der EU, China und weiteren wichtigen Handelspartnern sowie die von den
jeweiligen Parteien verhängten Strafzölle auf die Einfuhr von Rohstoffen oder Waren
nährten die Sorge vor einem globalen Handelskrieg und dämpften die Erwartungen hinsichtlich
der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Auch die Entscheidung der US-Regierung,
das Atomabkommen mit dem Iran zu kündigen, blieb makroökonomisch nicht ohne Konsequenzen.
Der Ölpreis stieg im Zuge dieser Entscheidung auf den höchsten Stand seit 2014 und
dämpft möglicherweise die konjunkturelle Entwicklung. So senkten mehrere Wirtschaftsinstitute
ihre Wachstumsprognosen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beispielsweise
nahm seine BIP-Wachstumsprognose für Deutschland aus dem März dieses Jahres deutlich
zurück: von 2,4 auf 1,9 Prozent für dieses Jahr und von 1,9 auf 1,7 Prozent für das
Jahr 2019. Die Wirtschaftsforscher des Ifo-Instituts in München erwarten für das laufende
Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,8 statt zuvor 2,6 Prozent in Deutschland.
Auch die Aktienmärkte sind durch den Handelskonflikt verunsichert - im zweiten Quartal
kam es an den großen Börsenplätzen weltweit zu Kursverlusten.
Die Sorge um die Eskalation des Handelsstreits überdeckte in den letzten Monaten andere
Themen, wie den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU, der nach wie vor viele
Fragen aufwirft, auf die es derzeit keine Antworten, geschweige denn Lösungen gibt.
Zudem nährte die politische Konstellation in Italien mit EU-kritischen Parteien in
der Regierungsverantwortung die Befürchtungen von Skeptikern, dass die EU auseinanderbrechen
könne.
Die am Volatilitätsindex VDAX® gemessene Volatilität - einer der Haupttreiber der Handelsaktivität auf den Kassa- und Terminmärkten - lag deswegen im Quartalsdurchschnitt über derjenigen des zweiten Quartals 2017, erreichte allerdings nicht mehr das Niveau des ersten Quartals 2018.
In die Zinspolitik der Zentralbanken kam im zweiten Quartal 2018 Bewegung. Die Europäische
Zentralbank kündigte an, ihr Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen (QE-Programm,
Quantitative Easing) in den letzten drei Monaten 2018 auf 15 Mrd. € pro Monat zu reduzieren
und im nächsten Jahr komplett einzustellen. Obwohl die Leitzinsen damit nach wie vor
bis mindestens zum Sommer 2019 unverändert bleiben werden, sorgte dieser Einstieg
in den Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik wieder für mehr Fantasie im Markt der Zinsderivate.
Dagegen straffte die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) erneut ihre
Geldpolitik und erhöhte die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 bis 2,00 Prozent.
Gleichzeitig kündigte sie zwei weitere Zinsschritte für 2018 an. Dies belebte das
Geschäft von Eurex mit Zinsderivaten und auch die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft
stiegen deutlich.
Vor diesem Hintergrund verzeichnete die Gruppe Deutsche Börse ein Wachstum der Nettoerlöse
um 10 Prozent. Davon gehen 7 Prozent auf strukturelle Faktoren zurück, während die
zyklisch bedingten Faktoren 3 Prozent zum Wachstum beisteuerten. Darüberhinaus trugen
auch Konsolidierungseffekte in geringem Umfang zu den gestiegenen Nettoerlösen bei.
Als Treiber des strukturellen Wachstums erwiesen sich die Segmente Eurex (Finanzderivate)
inklusive dem außerbörslichen ("over the counter", OTC-) Clearing, EEX (Commodities),
Clearstream (Nachhandel), sowie IFS (Investment Fund Services). Zudem profitierten
der Handel mit Zinsderivaten im Segment Eurex (Finanzderivate) u.a. von der politischen
Unsicherheit in Italien und die Zinserträge aus dem Bankgeschäft im Segment Clearstream
(Nachhandel) von höheren Zinsen in den USA. Im Segment Xetra (Wertpapierhandel) stabilisierte
sich das Geschäft auf hohem Niveau, nachdem die Volatitlität zwar leicht über der
des Vorjahres lag, aber nicht mehr die Werte des ersten Quartals 2018 erreichte.
Die bereinigten operativen Kosten stiegen gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 262,9
Mio. € (Q2/2017: 245,4 Mio. €). Dies lag zum einen an der höheren Zahl der Mitarbeiter
und an höheren Aufwendungen für die aktienbasierte Vergütung, nachdem der Aktienkurs
des Unternehmens seit dem zweiten Quartal 2017 deutlich zugelegt hat. Zudem stiegen
die Kosten inflationsbedingt sowie aufgrund der Konsolidierung von Nodal Exchange
im Mai 2017. Unbereinigt lagen die operativen Kosten um 17 Prozent über dem Niveau
des Vorjahresquartals. Sie enthalten Sondereffekte in Höhe von 54,3 Mio € (Q2/2017:
26,0 Mio. €). Diese entstanden v. a. im Zuge der Umsetzung der Roadmap 2020, welche
eine Verschlankung der Managementstruktur und die Verbesserung der Prozesse vorsieht.
Weitere Sondereffekte entstanden aus der Integration akquirierter Unternehmen und
Restrukturierungen.
Die Position Abschreibung und Wertminderungsaufwand erhöhte sich im zweiten Quartal
2018 auf 58,4 Mio. € (Q2/2017: 39,6 Mio. €). Der Hauptgrund ist die außerordentliche
Minderung des Wertes einer technologischen Infrastruktur in Höhe von 15,9 Mio. €.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) steigerte die
Gruppe Deutsche Börse um 12 Prozent. Dieser Anstieg ist v. a. auf die deutlich höheren
Erlöse zurückzuführen. Infolgedessen lag auch der den Anteilseignern der Deutsche
Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss deutlich über dem Wert des Vorjahresquartals.
Um Sondereffekte bereinigt stieg der Periodenüberschuss um 13 Prozent.
Das Finanzergebnis der Gruppe belief sich im zweiten Quartal 2018 auf -16,6 Mio. €
(Q2/2017: -18,1 Mio. €). Die bereinigte Steuerquote lag im zweiten Quartal 2018 wie
erwartet bei 27,0 Prozent (Q2/2017: 27,0 Prozent).
Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr deckte sich im Wesentlichen mit der im
zweiten Quartal. Sie zeigt signifikantes Wachstum der Nettoerlöse in den Segmenten
EEX (plus 17 Prozent), IFS (plus 14 Prozent) und STOXX (plus 14 Prozent), deren Entwicklung
ausschließlich auf strukturellen Wachstumstreibern basiert. Im Handelsgeschäft legte
Eurex in beiden Quartalen zweistellig zu, während Xetra aufgrund der sehr hohen Volatilität
im ersten Quartal 2018 und eines guten zweiten Quartals in Summe um 10 Prozent höhere
Nettoerlöse erzielte. Clearstream wuchs in beiden Quartalen insbesondere bei den Zinserträgen
aus dem Bankgeschäft. Im Datengeschäft erzielte die Gruppe Deutsche Börse ein leichtes
Plus im ersten Halbjahr 2018, während das Segment GSF leicht hinter dem Ergebnis des
Vorjahres zurückblieb.
Insgesamt lagen die Nettoerlöse der Gruppe Deutsche Börse im ersten Halbjahr 2018
um 11 Prozent über denjenigen der Vorjahresperiode. Die operativen Kosten stiegen
auf Halbjahressicht um 9 Prozent; um Sondereffekte bereinigt nahmen sie um 5 Prozent
zu. Sondereffekte beliefen sich bei den operativen Kosten auf 74,8 Mio. € (H1/2017:
54,5 Mio. €). Sie setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen
im Kontext der Roadmap 2020 sowie Kosten für die Integration akquirierter Unternehmen.
Das EBITDA der Gruppe Deutsche Börse ging im ersten Halbjahr 2018 um 4 Prozent zurück.
Das EBITDA der Vorjahresperiode hatte im Beteiligungsergebnis einen einmaligen Erlös
von 116,6 Mio. € aus der Veräußerung der verbleibenden Anteile an BATS Global Markets,
Inc im ersten Quartal 2017 enthalten. Um Sondereffekte bereinigt stieg das EBITDA
der Gruppe um 14 Prozent. Aufwendungen für Abschreibungen und Wertminderungsaufwand
nahmen um 11 Prozent zu.
Das Finanzergebnis der Gruppe belief sich im ersten Halbjahr 2018 auf -32,9 Mio. €
(H1/2017: -36,4 Mio. €).
Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2018 entsprach in Summe den Erwartungen
des Unternehmens. Entsprechend geht die Gruppe Deutsche Börse davon aus, ihre Ergebnisprognose
für das Geschäftsjahr 2018 zu erreichen. Für Details zur Prognose siehe den Prognosebericht.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | ||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | 30.06.2018 | 30.06.2017 | ||
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) | € | 1,13 | 0,94 | 2,47 | 2,44 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert, bereinigt) | € | 1,42 | 1,25 | 2,87 | 2,49 |
| Eröffnungskurs1) | € | 110,65 | 86,16 | 96,80 | 76,42 |
| Höchster Kurs2) | € | 119,80 | 98,42 | 119,80 | 98,42 |
| Niedrigster Kurs2) | € | 108,60 | 84,76 | 95,30 | 74,73 |
| Schlusskurs (am 30. Juni) | € | 114,15 | 92,42 | 114,15 | 92,42 |
| Anzahl der Aktien (zum 30. Juni) | Mio. | 193,0 | 193,0 | 193,0 | 193,0 |
| Marktkapitalisierung (zum 30. Juni) | Mrd. € | 22,0 | 17,8 | 22,0 | 17,8 |
1)
Schlusskurs des Vorhandelstages
2)
Intraday-Kurs
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | |
| FINANZKENNZAHLEN | Mio. € | Mio. € | % | Mio. € | Mio. € | % |
| Nettoerlöse | 239,6 | 212,7 | 13 | 476,6 | 427,3 | 12 |
| Aktienindexderivate | 112,3 | 109,1 | 3 | 235,1 | 212,4 | 11 |
| Zinsderivate | 63,1 | 52,4 | 20 | 122,2 | 111,6 | 9 |
| Aktienderivate | 12,2 | 10,4 | 17 | 23,5 | 20,7 | 14 |
| OTC-Clearing1) | 6,2 | 2,4 | 158 | 11,4 | 4,8 | 138 |
| Entgelte für hinterlegte Sicherheiten | 15,4 | 8,4 | 83 | 23,5 | 18,8 | 25 |
| Sonstige2) | 30,4 | 30,0 | 1 | 60,9 | 59.0 | 3 |
| Operative Kosten | -84,5 | -79,3 | 7 | -165,3 | -153,9 | 7 |
| EBITDA | 154,9 | 132,9 | 17 | 310,8 | 390,1 | -20 |
| EBITDA (bereinigt) | 168,8 | 141,4 | 19 | 334,9 | 291,7 | 15 |
| KENNZAHLEN DES GESCHÄFTS | ||||||
| Finanzderivate: Handelsvolumen auf Eurex Exchange | Mio. Kontrakte | Mio. Kontrakte | % | Mio. Kontrakte | Mio. Kontrakte | % |
| Derivate3) | 532,4 | 478,8 | 11 | 1.036,7 | 924,9 | 12 |
| Aktienindexderivate | 228,9 | 233,7 | -2 | 483,2 | 444,5 | 9 |
| Zinsderivate | 174,6 | 147,5 | 18 | 337,7 | 314,4 | 7 |
| Aktienderivate | 128,9 | 97,6 | 32 | 215,7 | 165,9 | 30 |
| OTC-Clearingvolumen | Mrd. € | Mrd. € | % | Mrd. € | Mrd. € | % |
| Durchschnittliches ausstehendes Nominalvolumen4) | 6.271,3 | 1.381,2 | 354 | 4.917,2 | 1.252,0 | 291 |
| Verrechnetes Nominalvolumen | 3.768,0 | 373,4 | 909 | 7.029,3 | 718,9 | 878 |
1)
u.a. Zinserträge aus hinterlegten Sicherheiten für außerbörslich gehandelte Zinsswaps
2)
u.a. Konnektivität und Gebühren der Marktteilnehmer
3)
Die Gesamtsumme weicht aufgrund von Rundungsdifferenzen von der Summe der Einzelwerte
ab.
4)
Stichtag am Ende der Berichtsperiode
Im Segment Eurex (Finanzderivate) berichtet die Gruppe Deutsche Börse über die Geschäftsentwicklung
im Handel und Clearing von Finanzderivaten an der Terminbörse Eurex Exchange. Zudem
wird das Clearingvolumen von OTC-Zinsderivaten, einem der strukturellen Wachstumsfaktoren
für die Gruppe Deutsche Börse, als weitere Position ausgewiesen.
Während im ersten Quartal 2018 Aktienindexderivate aufgrund der deutlich höheren Aktienmarktvolatilität
deutliche Zuwächse im Handelsvolumen erzielt hatten, verzeichneten im zweiten Quartal
2018 die Zinsderivate starkes Wachstum. Hier gaben die Entscheidungen der Fed und
der EZB dem Handel mit Zinsderivaten auf lang laufende Basiswerte wichtige Impulse,
da nun auch auf mittlere Sicht wieder mit steigenden Zinsen im Euroraum zu rechnen
ist. Zudem haben Eurex-Derivate auf italienische BTP-Anleihen im Mai 2018 Umsätze
auf Rekordniveau verzeichnet. Die hohen Volumina wurden durch die Ereignisse rund
um die Regierungsbildung ausgelöst - dank der breiten Eurex-Produktpalette mit Futures
und Optionen konnten Investoren ihre Portfolios entsprechend absichern. In Summe nahm
die Zahl der gehandelten Zinskontrakte im zweiten Quartal 2018 um 18 Prozent zu, am
4. Juni erzielte Eurex einen neuen Tagesrekord mit 10,5 Mio. gehandelten Zinsderivaten.
Noch stärker (plus 32 Prozent) wuchsen die Derivate auf Einzelaktien - der Rückfluss
von Liquidität in Einzelaktiengeschäfte ist bei allen großen europäischen Terminbörsen
zu beobachten. Hier überträgt sich u.a. das derzeit positive Investitionsklima der
Aktienbörsen in Europa auf die Futures und Optionen. Der Handel mit Aktienindexderivaten
blieb mit einem Minus von 2 Prozent dagegen aufgrund einer wieder gesunkenen Aktienmarktvolatilität
leicht hinter dem Vorjahr zurück.
Das Partnerschaftsprogramm der Eurex Clearing nimmt weiter Fahrt auf. Dieses wurde
im Oktober 2017 aufgelegt, um eine liquide, in den EU-27-Staaten angesiedelte Alternative
für die Verrechnung von Eurodenominierten Zinsswaps zu schaffen. Bislang sind 29 Teilnehmer
aus den USA, Großbritannien, Asien und Kontinentaleuropa beigetreten. Im zweiten Quartal
2018 verzehnfachte sich das geclearte Volumen im Zinsderivatesegment gegenüber dem
zweiten Quartal des vergangenen Jahres. Das ausstehende Nominalvolumen lag Ende Juni
2018 rund fünfmal über dem Niveau im Juni 2017. Damit hält Eurex Clearing inzwischen
einen Anteil von rund 8 Prozent des weltweiten in Euro denominierten Zinsderivatemarktes,
basierend auf dem ausstehenden Nominalvolumen von in Euro denominierten OTC-Zinsderivaten,
die auf den Internetseiten von Eurex Clearing, LCH und CME veröffentlicht wurden (per
30. Juni 2018).
Zum 1. April 2018 wurde an der Eurex eine temporäre Reduzierung der Bearbeitungsentgelte
für durch die Kunden hinterlegte Barsicherheiten aufgehoben. Auf Barsicherheiten wird
seitdem wieder ein Bearbeitungsentgelt von 20 Basispunkten erhoben. Dadurch sind die
Zinserträge, die Bestandteil der "Entgelte für hinterlegte Sicherheiten" sind, gegenüber
dem Vorjahresquartal deutlich gestiegen.
Auch auf Halbjahressicht ist das Segment für Finanzderivate zweistellig gewachsen.
Waren es im ersten Quartal noch die Aktienindexderivate, mit denen Eurex im Zuge der
höheren Volatilität starke Zugewinne erzielte, so waren es im zweiten Quartal v. a.
die Zinsprodukte, die das Ergebnis beflügelten. Dies bestätigt die Strategie von Eurex,
eine breit diversifizierte Produktpalette in allen Anlageklassen anzubieten. So kann
Eurex die Handels- und Absicherungsstrategien der Marktteilnehmer bei unterschiedlichen
makroökonomischen Einflussfaktoren bedienen.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | |
| FINANZKENNZAHLEN | Mio. € | Mio. € | % | Mio. € | Mio. € | % |
| Nettoerlöse | 61,1 | 51,7 | 18 | 122,9 | 105,3 | 17 |
| Strom-Spotmarkt | 17,4 | 14,7 | 18 | 33,9 | 30,1 | 13 |
| Strom-Terminmarkt | 19,0 | 14,2 | 34 | 37,1 | 30,1 | 23 |
| Gas | 7,7 | 6,8 | 13 | 18,6 | 15,6 | 19 |
| Sonstige1) | 17,0 | 16,0 | 6 | 33,3 | 29,5 | 13 |
| Operative Kosten | -35,2 | -30,3 | 16 | -68,5 | -60,9 | 12 |
| EBITDA | 25,9 | 21,4 | 21 | 54,4 | 44,4 | 23 |
| EBITDA (bereinigt) | 27,2 | 21,6 | 26 | 57,1 | 45,9 | 24 |
| KENNZAHLEN DES GESCHÄFTS | ||||||
| Commodities: Handelsvolumen an der EEX | TWh | TWh | % | TWh | TWh | % |
| Strom-Spotmarkt | 147,0 | 135,8 | 8 | 288,4 | 270,4 | 7 |
| Strom-Terminmarkt2) | 1.024,0 | 783,6 | 31 | 2.009,2 | 1.590,6 | 26 |
| Gas | 434,0 | 432,2 | 0 | 959,2 | 929,1 | 3 |
1)
u.a. Konnektivität, Gebühren der Marktteilnehmer, Emissionshandel
2)
Inklusive Handelsvolumen an der Nodal Exchange (seit Mai 2017)
Im Segment EEX (Commodities) berichtet die Gruppe Deutsche Börse über die Handelsaktivität
auf den Plattformen der EEX Group mit Standorten in Europa, Asien und den USA. Die
beiden wichtigsten Erlösträger im Segment Commodities sind der Strom- und der Gasmarkt.
Die EEX Group konnte die positive Entwicklung aus dem ersten Quartal 2018 fortsetzen.
Das Wachstum im Strom-Spotmarkt geht v. a. auf höhere Volumina in Frankreich zurück.
Im Strom-Terminmarkt gewinnt EEX zunehmend Liquidität im neuen Produkt Phelix-DE Future
für Deutschland zurück, nachdem die Debatte über Preiszonen und die erwartete Trennung
der gemeinsamen deutsch-österreichischen Preiszone zu einem deutlichen Rückgang der
Volumina ab dem zweiten Quartal 2017 geführt hatte. Inzwischen hat EEX fast wieder
den Marktanteil erreicht, welchen sie im alten Produkt für einen gemeinsamen deutsch-österreichischen
Markt hatte. Für das wieder gestiegene Vertrauen der Marktteilnehmer in das Underlying
spricht auch die Tatsache, dass der Handel in Phelix-Optionen um über 200 Prozent
zugenommen hat. Auch die kleineren europäischen Strommärkte der EEX Group in Osteuropa
oder den Niederlanden zeigten starke Wachstumsraten im zweiten Quartal 2018. Ebenfalls
erfreulich entwickelte sich die US-amerikanische Nodal Exchange, die die EEX Group
im Mai 2017 übernommen hatte. In einem rückläufigen Gesamtmarkt konnte Nodal die Handelsvolumina
stabilisieren und somit seinen Marktanteil gegenüber den Wettbewerbern ausbauen.
Der Gasmarkt zeigte im zweiten Quartal 2018 ein differenziertes Bild: Im Spotmarkt konnte EEX als Marktführer ihre Position weiter ausbauen, sie profitiert dabei u.a. von dem großen Netzwerk der angeschlossenen Händler an die PEGAS® -Plattform. Im Terminmarkt hingegen gingen die Volumina zurück; hier scheint die Regulierung im Zuge der überarbeiteten Finanzmarktrichtlinie MiFID II die Handelsaktivität zu bremsen. In Summe erzielte die EEX Group ein stabiles Resultat im Gasgeschäft.
Am 12. Juni 2018 startete die europäische Stromplattform (XBID) - ein von der Europäischen
Kommission initiiertes Projekt. Die Deutsche Börse hatte die Ausschreibung für Entwicklung
und Betrieb dieser grenzüberschreitenden Intraday-Plattform Ende 2013 gewonnen. Das
Vertragswerk dazu wurde im Juni 2015 zwischen der Deutsche Börse AG und den vier führenden
Strombörsen Europas (EPEX SPOT, GME, Nord Pool und OMIE) unterzeichnet. Der Start
von XBID markiert einen wichtigen Schritt hin zu einem integrierten europäischen Intraday-Strommarkt.
Durch XBID werden die nationalen Märkte für den Wettbewerb geöffnet. Das Intraday-gehandelte
Volumen machte im zweiten Quartal 2018 rund 15 Prozent des Gesamtvolumens am Strom-Spotmarkt
der EEX Group aus.
Das Commodities-Segment der Gruppe Deutsche Börse zeigte im ersten Halbjahr 2018 Zuwächse
sowohl im Strom- als auch im Gasgeschäft. Im Strom-Terminmarkt ist die EEX durch die
sukzessive Migration der Marktteilnehmer in die neuen Phelix DE-Produkte auf einem
guten Weg, die im letzten Jahr im Zuge der Preiszonendebatte erlittenen Verluste wieder
auszugleichen.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | |
| FINANZKENNZAHLEN | Mio. € | Mio. € | % | Mio. € | Mio. € | % |
| Nettoerlöse | 18,5 | 16,3 | 13 | 36,1 | 32,8 | 10 |
| Handel | 15,9 | 13,7 | 16 | 30,9 | 27,7 | 12 |
| Sonstige1) | 2,6 | 2,6 | 0 | 5,2 | 5,1 | 2 |
| Operative Kosten | -14,0 | -12,0 | 17 | -25,3 | -23,5 | 8 |
| EBITDA | 4,5 | 4,3 | 5 | 10,8 | 9,3 | 16 |
| EBITDA (bereinigt) | 8,2 | 7,1 | 15 | 16,1 | 14,5 | 11 |
| KENNZAHLEN DES GESCHÄFTS | ||||||
| Devisengeschäft: Handelsvolumen auf 360T® | Mrd. € | Mrd. € | % | Mrd. € | Mrd. € | % |
| Durchschnittliches tägliches Volumen | 66,7 | 62,9 | 6 | 64,8 | 61,0 | 6 |
1)
u.a. Konnektivität, Gebühren der Marktteilnehmer
Im Segment 360T (Devisenhandel) berichtet die Gruppe Deutsche Börse über die Geschäftsentwicklung
im Devisenhandel, der auf der Plattform ihrer Tochtergesellschaft 360T abgewickelt
wird.
Neben der Ausweitung des Geschäfts durch Neukunden ist im Devisenmarkt eine insgesamt
höhere, die Geschäftsentwicklung begünstigende Volatilität zu konstatieren, einerseits
bedingt durch die bereits erfolgten und angekündigten Zinsbewegungen der Fed und die
Ankündigung der EZB, das QE-Programm mittelfristig herunterzufahren; andererseits
bedingt durch die Entscheidungen der US-Regierung und deren Einfluss auf globale Handelsströme.
Infolge der höheren Handelsaktivität der Marktteilnehmer verzeichnete 360T Wachstum
in allen Produktgruppen. Am 27. Juni 2018 erzielte 360T einen neuen Tagesrekord mit
einem Handelsumsatz von 108,6 Mrd. €. Die Nettoerlöse stiegen proportional stärker
als die Handelsumsätze - dies liegt im Wesentlichen am Produktmix mit höheren Volumina
in Produkten, die eine höhere Marge erzielen.
Die Gruppe Deutsche Börse schloss am 29. Juni 2018 die Übernahme des GTX Electronic
Communication Network (ECN)-Geschäfts der GAIN Capital Holdings, Inc. ab; der Kaufpreis
beläuft sich auf 100 Mio. US$. Mit der Übernahme der US-amerikanischen ECN-Plattform
für den Devisenhandel baut 360T seine Position im globalen Währungsmarkt und seine
Präsenz im US-Markt aus. Die Akquisition ist ein weiterer Schritt der "Roadmap 2020",
mit der die Deutsche Börse ihr Geschäft erweitert. Die Transaktion schafft einen der
größten und diversifiziertesten außerbörslichen Devisenmärkte. Mit GTX gewinnt 360T
eine Spotplattform für den Interbankhandel, deren Produktpalette und Kundenstamm komplementär
zum bestehenden Geschäft sind. Es wird erwartet, dass die Übernahme im ersten Jahr
nach Abschluss der Transaktion wertschaffend für die Aktionäre der Deutsche Börse
AG ist.
Gleichzeitig kommt 360T mit verschiedenen Maßnahmen zum Erzielen von Erlössynergien
voran: Das zentrale Orderbuch ist technologisch fertiggestellt und befindet sich in
der Einführungsphase. Der Start der Pilotphase von Clearingdienstleistungen für außerbörsliche
Devisengeschäfte ist geplant für das dritte Quartal 2018. Nach erfolgreicher Beendigung
des Testbetriebs werden im Anschluss erstmalig Marktteilnehmer Clearing-Dienstleistungen
für außerbörslich gehandelte Devisengeschäfte nutzen können. Drittes Projekt ist die
Einführung der Rolling Spot-Futures und Classic Futures, die Anfang Juni per "soft
launch" ausgerollt wurden. Bei allen drei Maßnahmen wird es für 360T in den nächsten
Monaten darum gehen, Marktteilnehmer zu gewinnen, die das Angebot regelmäßig nutzen
werden, und somit sukzessive Liquidität aufzubauen.
Die Geschäftsentwicklung im Segment Devisenhandel im ersten Halbjahr 2018 deckt sich
mit der im zweiten Quartal 2018. Vor dem Hintergrund eines für den Devisenhandel günstigeren
Marktumfelds nahmen die Handelsvolumina um 6 Prozent zu, während die Nettoerlöse bedingt
durch den Produktmix etwas stärker zulegten.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | |
| FINANZKENNZAHLEN | Mio. € | Mio. € | % | Mio. € | Mio. € | % |
| Nettoerlöse | 55,5 | 53,5 | 4 | 117,2 | 106,5 | 10 |
| Handel und Clearing | 38,3 | 36,3 | 6 | 81,9 | 72,1 | 14 |
| Listing | 3,9 | 3,3 | 18 | 7,8 | 6,5 | 20 |
| Sonstige1) | 13,3 | 13,9 | -4 | 27,5 | 27,9 | -1 |
| Operative Kosten | -28,9 | -24,8 | 17 | -54,3 | -52,8 | 3 |
| EBITDA | 28,1 | 30,9 | -9 | 65,9 | 56,4 | 17 |
| EBITDA (bereinigt) | 32,2 | 32,6 | -1 | 71,4 | 60,1 | 19 |
| KENNZAHLEN DES GESCHÄFTS | ||||||
| Handelsvolumen2) | Mrd. € | Mrd. € | % | Mrd. € | Mrd. € | % |
| Aktien | 384,4 | 325,5 | 18 | 813,8 | 648,9 | 25 |
| ETF/ETC/ETN | 42,2 | 39,7 | 6 | 92,9 | 77,7 | 20 |
1)
u.a. Konnektivität, Gebühren der Marktteilnehmer
2)
Orderbuchumsatz in Einfachzählung an den Handelsplätzen Xetra®
, Börse Frankfurt und Tradegate
Im Segment Xetra (Wertpapierhandel) berichtet die Gruppe Deutsche Börse über die Entwicklung auf ihren Handelsplätzen im Kassamarkt (Xetra® , Börse Frankfurt und Tradegate). Neben Handel und Verrechnung (Clearing) erzielt die Deutsche Börse Erlöse aus der Zulassung und Notierung von Wertpapieren (Listing) sowie aus der Anbindung von Kunden an ihre Handelsplätze und durch Services für Partnerbörsen.
Obwohl die Aktienmarktvolatilität nicht mehr auf dem Niveau des ersten Quartals 201 8 lag, setzte der Kassamarkt sein solides Wachstum gegenüber der Vorjahresperiode fort. Auch gemessen an anderen europäischen Handelsplattformen schnitten die Handelsplätze der Gruppe Deutsche Börse sehr erfolgreich ab: Im Wettbewerb mit paneuropäischen Handelsplätzen konnte Xetra seine Position als Referenzmarkt für den Handel mit DAX® -Aktien ausbauen und den entsprechenden Marktanteil auf 69 Prozent steigern (Q2/2017: 65 Prozent). Gefördert wurde die Attraktivität des börslichen Handels auf Xetra u.a. durch die neue Handelstechnologie T7® , die im Juli 2017 eingeführt worden war und den Kunden zahlreiche Vorteile bietet. Die Nettoerlöse im Wertpapierhandel erreichten - u.a. bedingt durch Rabattmodelle - nicht ganz die Steigerungsraten der Handelsumsätze.
Auch die Volumina der börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) lagen
über denen des Vorjahresquartals. Das von den Emittenten über ETFs verwaltete Fondsvermögen
belief sich auf 570,3 Mrd. € (Q2/2017: 452,6 Mrd. €), ein Anstieg von 26 Prozent.
Im zweiten Quartal 2018 stieg der Handelsumsatz im Segment um 5 Prozent auf 38,0 Mrd.
€ (Q2/2017: 36,1 Mrd. €). Damit bleibt die Deutsche Börse der führende Marktplatz
in Europa im Handel mit ETFs.
Das Zinstief und die allgemeine Marktlage haben die Nachfrage nach Xetra-Gold® als Anlageinstrument weiter steigen lassen, wenn auch nicht mehr so rasant wie im Vorjahr. Die Inhaberschuldverschreibung ist mit physischem Gold hinterlegt. Zum Ende des zweiten Quartals 2018 lagerten 181,4 Tonnen des Edelmetalls in den Tresoren der Deutschen Börse (30. Juni 2017: 167,6 Tonnen), dies entspricht einem Gegenwert des verwahrten Goldes von rund 6,3 Mrd. € (30. Juni 2017: 5,9 Mrd. €). Von den auf Xetra handelbaren Rohstoffen (Exchange Traded Commodities, ETCs) ist Xetra-Gold das mit Abstand umsatzstärkste Wertpapier. Im zweiten Quartal 2018 lag der Orderbuchumsatz auf Xetra in Summe bei rund 796 Mio. €; das entspricht einem Marktanteil bei ETCs von 40 Prozent.
Auf Halbjahressicht lagen die Handelsumsätze auf den Kassamarkt-Plattformen der Gruppe
Deutsche Börse um 25 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Das IPO-Umfeld im ersten
Halbjahr 2018 war günstig: An der Frankfurter Wertpapierbörse gab es 13 Börsengänge,
so viele wie seit 2007 nicht mehr. Gemessen am Gesamt-Emissionsvolumen von 7,3 Mrd.
€ war es das stärkste erste Halbjahr seit 2000. Elf Unternehmen entschieden sich für
ein Listing im Prime Standard, zwei der Emittenten notieren im Segment Scale für kleine
und mittlere Unternehmen. Der mit Abstand größte Börsengang war derjenige der Siemens
Healthineers AG mit 4,2 Mrd. € im März 2018. Dabei bestätigt sich, dass das Deutsche
Börse Venture Network als Möglichkeit zur Wachstumsfinanzierung von jungen Unternehmen
gut funktioniert, denn zwei der Börsengänge im ersten Halbjahr entfielen auf Kandidaten
aus dem Netzwerk.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | |
| FINANZKENNZAHLEN | Mio. € | Mio. € | % | Mio. € | Mio. € | % |
| Nettoerlöse | 180,9 | 164,4 | 10 | 359,6 | 328,8 | 9 |
| Verwahrung (Custody) | 96,0 | 96,3 | 0 | 190,7 | 189,0 | 1 |
| Abwicklung (Settlement) | 18,1 | 18,0 | 1 | 39,4 | 41,4 | -5 |
| Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft | 39,7 | 25,9 | 53 | 73,9 | 50,0 | 48 |
| Third Party Services | 10,1 | 5,1 | 98 | 19,4 | 12,4 | 56 |
| Sonstige1) | 17,0 | 19,1 | -11 | 36,2 | 36,0 | 1 |
| Operative Kosten | -84,8 | -71,9 | 18 | -149,3 | -143,4 | 4 |
| EBITDA | 96,2 | 92,5 | 4 | 210,4 | 185,4 | 13 |
| EBITDA (bereinigt) | 109,3 | 99,5 | 10 | 225,6 | 201,4 | 12 |
| KENNZAHLEN DES GESCHÄFTS | % | % | ||||
| Wert der verwahrten Wertpapiere ICSD und CSD (Durchschnitt) (Mrd. €) | 11.354 | 11.234 | 1 | 11.255 | 11.284 | 0 |
| Abwicklungstransaktionen ICSD (Mio.) | 11,8 | 10,9 | 8 | 24,4 | 22,0 | 11 |
| Durchschnittlicher täglicher Liquiditätsbestand (Mrd. €) | 13,3 | 14,0 | -5 | 13,1 | 14,6 | -10 |
1)
u.a. Konnektivität, Kontoführung
Im Segment Clearstream (Nachhandel) berichtet die Gruppe Deutsche Börse über die Abwicklung
(Settlement) und Verwahrung (Custody) von Wertpapieren sowie über die Entwicklung
der Nettozinserträge, die Clearstream im Bankgeschäft erzielt.
Anfang Februar 2017 migrierte Clearstream das inländische Abwicklungsgeschäft ihrer
nationalen Zentralverwahrer (Central Securities Depository, CSD) auf die TARGET2-Securities
(T2S)-Plattform der EZB. Infolge dieser Migration erzielt das Segment keine Nettoerlöse
mehr aus der Abwicklung inländischer Transaktionen. Obwohl Clearstream keine zusätzliche
Marge auf die Abwicklungsgebühren der EZB erhebt, konnte der Wegfall der Abwicklungserlöse
durch ein an die neue T2S-Landschaft angepasstes Preismodell und zusätzliche Dienstleistungen
im CSD-Geschäft annähernd kompensiert werden. Der Wert der verwahrten Wertpapiere
stieg im zweiten Quartal v. a. im CSD-Geschäft, während er im internationalen Geschäft
(International Central Securitis Depository, ICSD) im Wesentlichen konstant blieb.
Die Zahl der internationalen Abwicklungstransaktionen stieg im zweiten Quartal 2018
ebenfalls leicht an.
Für das Wachstum im zweiten Quartal 2018 sorgten jedoch die Nettozinserträge, die
Clearstream mit den Bareinlagen ihrer Kunden erzielt. Grund hierfür sind v. a. steigende
Zinsen in den USA - die Fed hat den Leitzins im bisherigen Jahresverlauf zwei Mal
angehoben, zuletzt im Juni auf die Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent -, denn rund 55
Prozent der Bareinlagen lauten auf US-Dollar.
Auch das Geschäft mit Dienstleistungen im Rahmen von regulatorischen Meldepflichten
ist im zweiten Quartal 2018 deutlich gewachsen. Clearstream bietet diese regulatorischen
Dienstleistungen für Marktteilnehmer und Aufsichtsbehörden über REGIS-TR an, ein Gemeinschaftsunternehmen
mit der spanischen Iberclear. Die Nettoerlöse sind in den Third-Party Services erfasst;
diese stiegen insgesamt um 98 Prozent.
Im April 2018 migrierten fünf Märkte auf das neue Investor-CSD-Modell für T2S von
Clearstream: die Märkte in Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden.
Damit bringt Clearstream das erste wirklich grenzüberschreitende Volumen auf die europaweite
Abwicklungsplattform für Wertpapiere der EZB. Clearstream ist damit zugleich der erste
Zentralverwahrer, der seinen Kunden mit einer umfassenden Investor-CSD-Strategie Zugriff
auf alle T2S-Märkte (mittels Zentralbankgeld) sowie auf internationale Märkte ermöglicht
- und dies über einen einzigen Zugang. Die Einführung des neuen Modells erfolgte für
jeden Markt individuell; weitere an T2S angeschlossene Märkte werden in den kommenden
Monaten nachziehen. Auf dieser Basis erwartet Clearstream mittel- bis langfristig
einen Anstieg der Verwahrvolumina von Euro-denominierten Wertpapieren.
Der Blick auf das erste Halbjahr 2018 im Segment Clearstream ergibt ein ähnliches
Bild: Die Zinserträge aus dem Bankgeschäft sorgten für einen deutlichen Anstieg der
Nettoerlöse, während die Erlöse aus dem Verwahr- und Abwicklungsgeschäft im Wesentlichen
stabil blieben.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | |
| FINANZKENNZAHLEN | Mio. € | Mio. € | % | Mio. € | Mio. € | % |
| Nettoerlöse | 37,5 | 32,1 | 17 | 76,8 | 67,2 | 14 |
| Verwahrung (Custody) | 16,5 | 15,0 | 10 | 32,5 | 30,3 | 7 |
| Abwicklung (Settlement) | 12,2 | 10,4 | 17 | 25,5 | 22,3 | 14 |
| Sonstige1) | 8,8 | 6,7 | 31 | 18,8 | 14,6 | 29 |
| Operative Kosten | -26,5 | -20,0 | 33 | -47,3 | -41,3 | 15 |
| EBITDA | 11,0 | 12,0 | -8 | 29,5 | 25,7 | 15 |
| EBITDA (bereinigt) | 16,2 | 12,7 | 28 | 35,0 | 27,3 | 28 |
| KENNZAHLEN DES GESCHÄFTS | % | % | ||||
| Wert der verwahrten Wertpapiere (Durchschnitt) (Mrd. €) | 2.377,9 | 2.193,7 | 8 | 2.381,0 | 2.159,0 | 10 |
| Abwicklungstransaktionen (Mio.) | 6,0 | 5,6 | 7 | 12,6 | 11,4 | 11 |
1)
u.a. Konnektivität, Order Routing, Gebühren für Reporting
Im Segment IFS (Investment Fund Services) berichtet die Gruppe Deutsche Börse über die Abwicklung und Verwahrung von Investmentfonds und Hedgefonds über Clearstream. Kunden können ihr gesamtes Fondsportfolio über die Fondsverarbeitungsplattform Vestima® von Clearstream abwickeln und verwahren.
Der Wert der verwahrten Wertpapiere hat deutlich zugenommen - hauptsächlich aufgrund
neuer Kunden, die Clearstream für ihre Dienstleistungen für Investmentfonds gewonnen
hat. Zu den namhaften neuen Kunden zählen die Banque Internationale à Luxembourg (BIL)
und SIX. Sie haben Clearstream als strategischen Partner zur Konsolidierung ihres
Fondsgeschäfts gewählt. Mit Vestima können alle Fondsarten - von Investmentfonds über
ETFs bis hin zu Hedgefonds - über eine einzige Plattform verarbeitet werden. Neue
Kunden migrieren ihre Fondsbestände sukzessive auf Clearstream. Während die BIL ihre
Publikumsfonds bereits migriert hat und im nächsten Schritt die Hedgefonds übertragen
wird, wird SIX diesen Prozess demnächst starten.
Der Anstieg der Abwicklungstransaktionen beruht auf dem im Vergleich zur Vorjahresperiode
regeren Handel, insbesondere im internationalen Geschäft, sowie auf der Handelsaktivität
neuer Kunden. Durch das Wachstum bei beiden Geschäftstreibern sind auch die Nettoerlöse
deutlich gestiegen.
Um das Angebot im Fondsbereich weiter auszubauen, hat Clearstream die Swisscanto Funds
Centre Ltd., London, (SFCL) von der Zürcher Kantonalbank übernommen. Die Transaktion
im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich wird voraussichtlich im vierten Quartal
2018 abgeschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden. Die Akquisition
wird sich bereits im ersten Jahr wertsteigernd auf das Konzernergebnis der Gruppe
Deutsche Börse auswirken. Mit der Transaktion erweitert Clearstream ihr Dienstleistungsangebot
im Fondsbereich mit dem Management von Vertriebsverträgen und der Datenaufbereitung.
Neben den bestehenden Kunden von SFCL wird Clearstream das Dienstleistungsangebot
von SFCL auch ihrer internationalen Kundschaft anbieten können. Durch diese Ausweitung
der Angebotspalette erwartet Clearstream für das Segment IFS Umsatzerlöse im niedrigen
zweistelligen Millionen-Euro-Bereich und wird auch Cross-Selling-Synergien erzielen
können.
Das erste Halbjahr 2018 im Segment IFS war wie das zweite Quartal von zweistelligem
Wachstum geprägt. Sowohl Verwahrvolumina als auch Abwicklungstransaktionen lagen deutlich
über der Vergleichsperiode des Vorjahres - ein geschäftlicher Erfolg, der sich in
deutlich höheren Nettoerlösen des Segments widerspiegelte.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | |
| FINANZKENNZAHLEN | Mio. € | Mio. € | % | Mio. € | Mio. € | % |
| Nettoerlöse | 21,0 | 19,6 | 7 | 40,1 | 40,7 | -1 |
| Repo | 10,9 | 10,2 | 7 | 21,5 | 20,9 | 3 |
| Wertpapierleihe | 10,1 | 9,4 | 7 | 18,6 | 19,8 | -6 |
| Operative Kosten | -12,2 | -8,6 | 42 | -21,5 | -17,6 | 22 |
| EBITDA | 8,8 | 11,0 | -20 | 18,6 | 23,1 | -19 |
| EBITDA (bereinigt) | 11,3 | 11,4 | -1 | 21,3 | 24,0 | -11 |
| KENNZAHLEN DES GESCHÄFTS | Mrd. € | Mrd. € | % | Mrd. € | Mrd. € | % |
| Ausstehendes Volumen Repo (Durchschnitt) | 385,8 | 392,1 | -2 | 375,3 | 409,6 | -8 |
| Ausstehendes Volumen Wertpapierleihe (Durchschnitt) | 56,9 | 62,7 | -9 | 57,4 | 60,9 | -6 |
Im Segment GSF (Sicherheitenmanagement) berichtet die Gruppe Deutsche Börse über die
Geschäftsentwicklung von Clearstream im Bereich Sicherheitenmanagement.
Im Repo-Markt ging das durchschnittlich ausstehende Volumen im Vergleich zur Vorjahresperiode
erneut leicht zurück, da Finanzinstitute weiterhin Liquidität größtenteils über die
Zentralbank beziehen und nicht den besicherten Geldmarkt nutzen. Die Entwicklung zeigt
aber seit Jahresbeginn wieder leichte Aufwärtstendenzen. Da das Volumen überproportional
in Produkten mit niedrigeren Margen zurückging, stiegen die Nettoerlöse im Repo-Geschäft
leicht an. Ähnlich ist die Erlöslage in der Wertpapierleihe: Das ausstehende Volumen
blieb hinter den Vorjahreswerten zurück, während die Nettoerlöse aufgrund des Produktmixes
zulegten.
Mit Blick auf das erste Halbjahr ergibt sich das gleiche Bild: Die Volumina im Repogeschäft
sind rückläufig, dies kann das Segment allerdings durch einen Produktmix mit einem
höheren Anteil an höhermargigen Produkten kompensieren, sodass die Nettoerlöse über
den ersten sechs Monaten des Vorjahres liegen. In der Wertpapierleihe gingen die Volumina
ebenfalls leicht zurück. Hinzu kam ein Einmaleffekt im ersten Quartal 2018, den das
Segment trotz des gestiegenen Ergebnisses im zweiten Quartal nicht ausgleichen konnte.
Somit steht unter dem Strich ein leichtes Minus bei den Erlösen aus der Wertpapierleihe.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | |
| FINANZKENNZAHLEN | Mio. € | Mio. € | % | Mio. € | Mio. € | % |
| Nettoerlöse | 34,8 | 35,0 | -1 | 68,6 | 60,0 | 14 |
| ETF-Lizenzerlöse | 10,6 | 11,2 | -5 | 21,7 | 18,6 | 17 |
| Börsen-Lizenzerlöse | 7,4 | 7,7 | -4 | 16,0 | 15,1 | 6 |
| Sonstige Lizenzerlöse1) | 16,8 | 16,1 | 4 | 30,9 | 26,3 | 17 |
| Operative Kosten | -14,5 | -10,2 | 42 | -27,2 | -22,6 | 20 |
| EBITDA | 20,3 | 24,8 | -18 | 41,4 | 37,4 | 11 |
| EBITDA (bereinigt) | 24,1 | 26,0 | -7 | 47,3 | 39,9 | 19 |
| KENNZAHLEN DES GESCHÄFTS | Mrd. € | Mrd. € | % | Mrd. € | Mrd. € | % |
| Vermögen in ETFs auf STOXX® -Indizes (Periodendurchschnitt) | 84,7 | 75,7 | 12 | 86,5 | 71,5 | 21 |
| Vermögen in ETFs auf DAX® -Indizes (Periodendurchschnitt) | 28,1 | 28,6 | -2 | 28,6 | 28,2 | 1 |
| Gehandelte Indexderivate (Mio. Kontrakte) | 211,8 | 218,7 | -3 | 446,7 | 418,2 | 7 |
1)
u.a. Lizenzen auf strukturierte Produkte
Im Segment STOXX (Indexgeschäft) berichtet die Gruppe Deutsche Börse über die Entwicklung
ihres Indexgeschäfts, das sie über ihre Tochtergesellschaft STOXX Ltd. betreibt. Das
Unternehmen bietet mit einem umfangreichen Indexangebot eine Vielzahl von Möglichkeiten
für Emittenten, Finanzprodukte für unterschiedlichste Investitionsstrategien aufzulegen.
Die ETF-Lizenzerlöse hängen ab von dem Vermögen, das weltweit in börsengehandelten
Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) auf STOXX- und DAX-Indizes investiert wird.
Das verwaltete Vermögen in diesem Bereich ist im zweiten Quartal 2018 weiter gewachsen.
Aufgrund von geänderten Bilanzierungsstandards kommt es zu zeitlichen Verschiebungen
der Erlöse (siehe hierzu Erläuterung 1 im Konzernanhang). Die Börsen-Lizenzerlöse
hängen maßgeblich vom Handel mit Indexderivaten auf STOXX- und Deutsche Börse-Indizes
bei Eurex ab. Nachdem im zweiten Quartal 2018 etwas weniger Indexkontrakte bei Eurex
gehandelt wurden, gingen auch die Nettoerlöse leicht zurück. Gestiegen sind dagegen
die Lizenzerlöse aus strukturierten Produkten, die unter den sonstigen Lizenzerlösen
erfasst werden.
Mit dem Launch von Rentenindizes mit Fokus auf das sog. Liability-driven Investing
(LDI) im zweiten Quartal 2018 adressiert STOXX einen Markt mit einem Volumen von ca.
1 Bio. £. Diese Indizes können leistungsorientierten Pensionsplänen (Defined Benefit-Pläne)
als unabhängige Referenzpunkte dienen; sie können als flexible und investierbare Bausteine
für LDI-Portfolios herangezogen werden. Ihre Methodologie erlaubt es Rentenversicherungen,
ihr Vermögen im Zeitverlauf besser auf ihre Verbindlichkeiten abzustimmen. Bereits
im ersten Quartal 2018 hatte STOXX einen globalen Index eingeführt, der auf der sog.
Knowledge Graph-Technologie basiert, einer Methode, die auch im Bereich der künstlichen
Intelligenz angewandt wird: Der STOXX AI Global Artificial Intelligence Index umfasst
etwa 200 Unternehmen aus zahlreichen Branchen, die sich "Intellectual Property" im
Bereich Artificial Intelligence mittels relevanter Patente aneignen. Diese Unternehmen
kommen u.a. aus den Bereichen Technologie, Telekommunikation, Finanzen und Internetdienstleistungen.
Neben diesem IP-basierten Index hat STOXX auch einen klassischen umsatzbasierten AI-Index
eingeführt. Mit diesen neuartigen Konzepten stellt STOXX erneut seine Innovationskraft
unter Beweis.
Ein ausgesprochen starkes erstes Quartal und ein stabiles zweites Quartal bedeuten
in Summe ein Wachstum gegenüber dem ersten Halbjahr 2017. Auf Halbjahressicht steigerte
das Segment STOXX dabei seine Nettoerlöse in allen Geschäftsbereichen.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | 30.06.2018 | 30.06.2017 | Veränderung | |
| FINANZKENNZAHLEN | Mio. € | Mio. € | % | Mio. € | Mio. € | % |
| Nettoerlöse | 38,1 | 38,3 | -1 | 80,7 | 78,4 | 3 |
| Daten aus den Kassa- und Derivatemärkten | 26,0 | 26,6 | -2 | 54,5 | 55,8 | -2 |
| Regulatorische Dienstleistungen | 3,2 | 3,2 | 0 | 7,9 | 5,9 | 34 |
| Sonstige1) | 8,9 | 8,5 | 5 | 18,3 | 16,7 | 10 |
| Operative Kosten | -16,6 | -14,3 | 16 | -33,5 | -29,0 | 16 |
| EBITDA | 21,5 | 24,0 | -10 | 47,0 | 49,4 | -5 |
| EBITDA (bereinigt) | 28,2 | 27,2 | 4 | 54,9 | 54,9 | 0 |
| KENNZAHLEN DES GESCHÄFTS | Tsd. | Tsd. | % | Tsd. | Tsd. | % |
| Abonnements (Subscriptions) | 381,9 | 441,3 | -13 | 400,4 | 444,5 | -10 |
Im Segment Data (Datengeschäft) berichtet die Gruppe Deutsche Börse über die Entwicklung
ihres Geschäfts mit der Vermarktung von Lizenzen für Handels- und Marktsignale in
Echtzeit sowie für die Lieferung von historischen Daten. Die wichtigsten Produkte
sind Orderbuchdaten aus den Kassa- und Terminmärkten, aber auch Referenzdaten der
Deutschen Börse und ihrer Partnerbörsen. Erlöse aus Services für die regulatorische
Berichterstattung werden als struktureller Wachstumsfaktor explizit ausgewiesen.
Das Segment Data erzielte stabile Nettoerlöse im zweiten Quartal 2018. Leichte Rückgänge
im Geschäft mit Daten aus den Kassa- und Terminmärkten konnten durch Zuwächse u.a.
bei den Indexdaten kompensiert werden. Die Nettoerlöse im Bereich der regulatorischen
Dienstleistungen lagen ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Anfang Januar
2018 ging der Regulatory Reporting Hub live, den die Deutsche Börse im letzten Jahr
entwickelt hat. Der Hub bietet Kunden gebündelt Lösungen für deren Berichtsverpflichtungen
gemäß der überarbeiteten EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II.
Auf Halbjahressicht erreichte das Segment Data ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr,
für das insbesondere die regulatorischen Dienstleistungen gesorgt haben.
Die Gruppe Deutsche Börse erzielte im ersten Halbjahr 2018 einen Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit vor Veränderung der stichtagsbezogenen CCP-Positionen von 558,6
Mio. € (H1/2017: 729,2 Mio. €).
Der Rückgang des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit ist dabei v. a. auf auf
nicht zahlungswirksame Erträge in Höhe von 53,7 Mio. € (H1/2017: nicht zahlungswirksame
Aufwendungen in Höhe von 45,2 Mio. €) sowie eine Verringerung des Working Capital
um 39,8 Mio. € (H1/2017: 113,3 Mio. €) zurückzuführen. Die nicht zahlungswirksamen
Komponenten sind insbesondere durch Währungseffekte und durch die Bewertung von Finanzinstrumenten
zum beizulegenden Zeitwert beeinflusst.
Die Gruppe Deutsche Börse leistete im ersten Halbjahr 2018 Steuerzahlungen in Höhe
von 117,8 Mio. € (H1/2017: 102,7 Mio. €).
Berücksichtigt man die Veränderung der CCP-Positionen, ergibt sich ein Cashflow aus
laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 544,8 Mio. € (H1/2017: 674,0 Mio. €).
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2018 bei 318,5
Mio. € (H1/2017: Mittelzufluss in Höhe von 970,5 Mio. €). Aus fälligen Finanzinstrumenten
resultierte ein Zahlungsmittelzufluss in Höhe von 179,8 Mio. €. Im Zusammenhang mit
dem Erwerb von Finanzinstrumenten sind 318,5 Mio. € abgeflossen. Zum Vorjahreswert
hatten insbesondere Zahlungsmittelzuflüsse aufgrund der Fälligkeit oder Veräußerung
von Finanzinstrumenten in Höhe von 1.518,1 Mio. € beigetragen. Die Investitionen in
immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich auf 66,6 Mio. € (H1/2017:
67,1 Mio. €). Darüber hinaus erwarb die Gruppe Eigenkapitalinstrumente und Finanzinstrumente
mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als drei Monaten in Höhe von 20,2 Mio.
€ (H1/2017: 315,0 Mio. €). Im Rahmen des Erwerbs des Electronic Communication Network
(ECN)-Geschäfts von GAIN Capital Holdings sind Zahlungsmittel in Höhe von 86,1 Mio.
€ abgeflossen. Im Vorjahr hatte der Erwerb der Nodal Exchange Holdings, LLC durch
die EEX zu einem Kaufpreis von 206,9 Mio. US$ (umgerechnet 189,6 Mio. €) zu einem
Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 157,5 Mio. € geführt.
Im ersten Halbjahr 2018 sind Mittel aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 625,4 Mio.
€ abgeflossen (H1/2017: Mittelabfluss von 449,8 Mio. €). Der Mittelabfluss resultierte
insbesondere aus der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 453,3
Mio. € (H1/2017: 439,0 Mio. €) sowie aus Aktienrückkäufen im Volumen von 164,0 Mio.
€. Darüber hinaus hat die Deutsche Börse AG eine Anleihe in Höhe von nominal 600 Mio.
€ platziert sowie eine fällige Anleihe in gleichem Volumen zurückgeführt. Commercial
Paper wurden im ersten Halbjahr 2018 weder begeben noch zurückgezahlt.
Der Finanzmittelbestand belief sich damit zum 30. Juni 2018 auf 183,3 Mio. € (30.
Juni 2017: 1.046,1 Mio. €). Der Kassenbestand sowie die Bankguthaben beliefen sich
auf 1.042,6 Mio. € (30. Juni 2017: 1.415,2 Mio. €).
Generell erwarten die Kunden der Gesellschaft, dass diese konservative Zinsdeckungs-
und Verschuldungsgrade aufweist und gute Kreditratings erzielt. Die Gruppe verfolgt
daher das Ziel, einen Zinsdeckungsgrad (Verhältnis von EBITDA zu Zinsaufwendungen
aus Finanzierungstätigkeit) von mindestens 16 auf Gruppenebene zu erreichen. Die Gruppe
Deutsche Börse hat dieses Ziel im ersten Halbjahr 2018 mit einem Zinsdeckungsgrad
von 41,6 erreicht (H1/2017: 35,4). Diesem Wert liegt ein relevanter Zinsaufwand von
20,8 Mio. € und ein bereinigtes EBITDA von 863,6 Mio. € zugrunde.
Um die Zinsdeckung zu berechnen, werden u.a. die Zinsaufwendungen für die Finanzierung
der Gruppe Deutsche Börse herangezogen, abzüglich der Zinsaufwendungen der Konzerngesellschaften,
die auch als Finanzinstitute tätig sind. Zu diesen gehören die Clearstream Banking
S.A., die Clearstream Banking AG und die Eurex Clearing AG. Zinsaufwendungen, die
nicht im Zusammenhang mit der Finanzierung der Gruppe stehen, werden nicht in die
Zinsdeckung einbezogen.
Zudem strebt die Deutsche Börse auf Gruppenebene ein Verhältnis der verzinslichen
Bruttoschulden zum EBITDA von höchstens 1,5 an. Im ersten Halbjahr 2018 erreichte
die Gruppe ein Verhältnis der Bruttoschulden zum EBITDA von 1,1. Diesem Wert liegt
eine Bruttoverschuldung von 1.981,5 Mio. € sowie ein bereinigtes EBITDA von 863,6
Mio. € zugrunde.
Das Unternehmen strebt ferner an, das starke "AA"-Kreditrating der Clearstream Banking
S.A. aufrechtzuerhalten, um den nachhaltigen Erfolg des in der Wertpapierverwahrung
und -abwicklung tätigen Segments Clearstream sicherzustellen. Darüber hinaus verlangen
die Aktivitäten der Tochtergesellschaft Eurex Clearing AG eine hohe Bonität der Deutsche
Börse AG. In ihrer jüngsten Bewertung am 25. Juli 2017 hat S&P das "AA"-Kreditrating
der Deutsche Börse AG mit einem stabilen Ausblick bestätigt.
Generell strebt die Gruppe Deutsche Börse eine Dividendenausschüttungsquote von 40
bis 60 Prozent des bereinigten Periodenüberschusses, der den Anteilseignern der Deutsche
Börse AG zuzurechnen ist, an. In den zurückliegenden Jahren mit niedrigeren Jahresüberschüssen
lag die Quote am oberen Ende dieser Bandbreite, um eine stabile Dividende an die Aktionäre
auszuschütten. Im Zusammenhang mit dem erwarteten Ergebniswachstum der Gruppe strebt
das Unternehmen künftig eine Ausschüttungsquote in der Mitte der Bandbreite von 40
bis 60 Prozent an.
Für das Geschäftsjahr 2017 hat die Deutsche Börse AG am 22. Mai 2018 eine Dividende
von 2,45 € je Stückaktie ausgeschüttet (2017 für das Geschäftsjahr 2016: 2,35 €).
Die bereinigte Ausschüttungsquote betrug somit 53 Prozent (2017 für das Geschäftsjahr
2016: 54 Prozent). Bei 185,0 Mio. dividendenberechtigten Stückaktien ergab sich damit
eine Dividendensumme von 453,3 Mio. € (2016: 439,0 Mio. €). Die Summe der dividendenberechtigten
Aktien ergibt sich aus dem Grundkapital von 193,0 Mio. Aktien minus 8,0 Mio. Aktien
im Eigenbestand.
Darüber hinaus schloss die Deutsche Börse im ersten Quartal 2018 ein Aktienrückkaufprgoramm
ab, das seit dem 27. November 2017 durchgeführt worden war und ein Volumen von rund
200 Mio. € hatte.
Im Folgenden werden Auszüge aus der Konzernbilanz gezeigt und wesentliche Änderungen
in der Vermögenslage beschrieben. Die komplette Konzernbilanz finden Sie im Konzernabschluss.
Der Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte erklärt sich überwiegend aus dem Rückgang
der Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten. Der Forderung steht eine Verbindlichkeit
in gleicher Höhe gegenüber.
Die langfristigen Schulden stiegen v. a. aus zwei Gründen. Zum einen stiegen die Finanzinstrumente
der zentralen Kontrahenten. Dieser Verbindlichkeit steht ein Vermögenswert in gleicher
Höhe gegenüber. Zum anderen stiegen die Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten
finanziellen Verbindlichkeiten, da die im Geschäftsjahr 2018 fälligen Anleihen in
Höhe von 599,1 Mio. € unter den kurzfristigen Schulden ausgewiesen wurden und nach
der Refinanzierung im März dieses Jahres wieder unter den langfristigen Schulden ausgewiesen
werden.
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | |
| AKTIVA | ||
| Langfristige Vermögenswerte | 12.160,3 | 11.836,2 |
| Davon immaterielle Vermögenswerte | 4.146,9 | 4.103,8 |
| Davon Geschäfts- oder Firmenwerte | 2.823,5 | 2.773,9 |
| Davon andere immaterielle Vermögenswerte | 920,4 | 927,9 |
| Davon Finanzanlagen | 1.518,2 | 1.744,5 |
| Davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schuldinstrumente | 1.353,0 | - |
| Davon zur Veräußerung verfügbare Schuldinstrumente | - | 1.610,2 |
| Davon Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 6.283,8 | 5.815,5 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 123.489,9 | 153.115,3 |
| Davon Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 75.241,3 | 105.043,4 |
| Davon Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung | 28.747,1 | 30.127,5 |
| Davon Kassenbestand und sonstige Bankguthaben | 1.042,6 | 1.415,2 |
| PASSIVA | ||
| Eigenkapital | 4.808,1 | 4.585,1 |
| Schulden | 130.842,1 | 160.366,5 |
| Davon langfristige Schulden | 9.057,9 | 8.001,8 |
| Davon Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 6.283,8 | 5.815,5 |
| Davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 2.287,2 | 1.687,3 |
| Davon latente Steuerschulden | 205,0 | 228,1 |
| Davon kurzfristige Schulden | 121.784,2 | 152.364,7 |
| Davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 17.460,3 | 16.664,9 |
| Davon Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 74.544,1 | 104.544,0 |
| Davon Bardepots der Marktteilnehmer | 28.568,4 | 30.127,5 |
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.
Die Gruppe Deutsche Börse stellt in ihrem Finanzbericht 2017 auf den Seiten 88 bis
112 Rahmebedingungen, Strategie, Grundsätze, Organisation, Prozesse, Methoden und
Konzepte ihres Risikomanagements sowie Maßnahmen zur Steuerung bzw. Verringerung von
Risiken umfassend dar.
Operationelle Risiken für die Gruppe Deutsche Börse bestehen hinsichtlich Verfügbarkeit,
Verarbeitung, materiellen Gütern sowie aus Rechtsstreitigkeiten und der Geschäftspraxis.
Details zu den operationellen Risiken und den Maßnahmen zu ihrer Minderung sind im
Finanzbericht 2017 der Gruppe Deutsche Börse auf den Seiten 98 bis 105 dargestellt.
In ihrem Unternehmensbericht 2012 informierte die Gruppe Deutsche Börse über eine
Sammelklage Peterson vs. Clearstream Banking S.A., dem ersten Peterson-Verfahren,
auf die Herausgabe bestimmter Kundenpositionen im Sammeldepot der Lagerstelle der
Clearstream Banking S.A. bei Citibank NA sowie auf Schadenersatz gegen die Clearstream
Banking S.A. in Höhe von 250,0 Mio. US$. Ein Vergleich wurde zwischen der Clearstream
Banking S.A. und den Klägern geschlossen und die Schadenersatzforderungen gegen die
Clearstream Banking S.A. zurückgenommen.
Im Juli 2013 ordnete das US-Gericht in seinem Urteil die Herausgabe der Kundenpositionen
an die Kläger an und stellte fest, dass diese im Eigentum von Bank Markazi, der iranischen
Zentralbank, stünden. Bank Markazi legte Berufung ein. Die Entscheidung wurde am 9.
Juli 2014 von dem zuständigen Berufungsgericht (Second Circuit Court of Appeals) und
anschließend am 20. April 2016 vom Obersten US-Bundesgericht bestätigt. Sobald das
Verfahren über die Verteilung der Positionen an die Kläger abgeschlossen ist, sollte
auch der hieran angelehnte Fall Heiser vs. Clearstream Banking S.A., der die Herausgabe
derselben Positionen zum Gegenstand hat, abgeschlossen sein.
Am 30. Dezember 2013 erhoben verschiedene US-Kläger des ersten Peterson-Verfahrens
sowie weitere Kläger Klage, die auf die Herausgabe bestimmter Vermögenswerte, die
die Clearstream Banking S.A. als Verwahrer in Luxemburg hält, gerichtet ist. Die Beklagten
in diesem Verfahren, einschließlich der Clearstream Banking S.A., hatten 2014 Klageabweisung
beantragt. Am 19. Februar 2015 erließ das US-Gericht die Entscheidung, die Klage abzuweisen.
Die Kläger legten Berufung gegen die Entscheidung beim zuständigen Berufungsgericht
(Second Circuit Court of Appeals) ein, das am 21. November 2017 weite Teile der Entscheidung
des Ausgangsgerichts bestätigt hat. Das Berufungsgericht hat den Fall in einem anderen
Punkt an das Ausgangsgericht zurückverwiesen. Dieses soll beurteilen, ob die Vermögenswerte
in Luxemburg der Vollstreckung in den USA unterliegen. Die Clearstream Banking S.A.
hat hiergegen am 8. Mai 2018 Beschwerde vor dem Obersten US-Bundesgericht eingelegt.
Am 14. Oktober 2016 erhoben mehrere Kläger aus den USA Klage gegen die Clearstream
Banking S.A. und weitere juristische Personen; die Klage in diesem Verfahren (Havlish
vs. Clearstream Banking S.A.) basiert auf ähnlichen Vermögensgegenständen und Vorwürfen
wie in den Peterson-Verfahren. Die Klage ist auf die Herausgabe bestimmter Vermögensgegenstände
gerichtet, die die Clearstream Banking S.A. als Verwahrer in Luxemburg hält. Darüber
hinaus werden in der Klage direkte Forderungen gegen die Clearstream Banking S.A.
und weitere Beklagte auf Schadenersatz von bis zu rund 6,6 Mrd. US$ (zuzüglich Strafschadenersatz
und Zinsen) erhoben.
Die Clearstream Banking S.A. wurde am 2. April 2014 darüber informiert, dass der US-Staatsanwalt
des Southern District von New York (United States Attorney for the Southern District
of New York) gegen die Clearstream Banking S.A. ein Ermittlungsverfahren wegen der
Geschäftstätigkeit der Clearstream Banking S.A. mit dem Iran und anderen Ländern im
Hinblick auf US-Sanktionsvorschriften eingeleitet hat. Die Clearstream Banking S.A.
kooperiert mit dem US-Staatsanwalt.
Im Zusammenhang mit den laufenden Rechtsstreitigkeiten betreffend Vermögensgegenstände
der Bank Markazi ist der Clearstream Banking S.A. am 17. Januar 2018 eine Klage der
Bank Markazi zugestellt worden, in der die Banca UBAE S.P.A. und die Clearstream Banking
S.A. als Beklagte benannt sind. Die bei den luxemburgischen Gerichten eingereichte
Klage ist in erster Linie auf die Herausgabe von Vermögensgegenständen der Bank Markazi
über rund 4,9 Mrd. US$ zuzüglich Zinsen gerichtet, die gemäß Behauptung der Klage
auf Konten der Banca UBAE S.P.A. und der Bank Markazi bei der Clearstream Banking
S.A. gehalten werden. Alternativ verlangt die Bank Markazi Schadenersatz in gleicher
Höhe. Die verlangten Vermögensgegenstände betreffen Vermögen über rund 1,9 Mrd. US$,
das gemäß einem bindenden und vollstreckbaren Urteil eines US-amerikanischen Gerichts
aus dem Jahre 2013 im Rahmen eines Verfahrens, an dem die Bank Markazi als Partei
beteiligt war, an US-Kläger herausgegeben wurde. Die Klage betrifft auch Kundenvermögen
in Höhe von rund 2 Mrd. US$, das bei der Clearstream Banking S.A. gehalten wird und
das derzeit Gegenstand von durch US-Kläger erhobenen Klagen in den USA und Luxemburg
ist, sowie Vermögen, das bereits in der Vergangenheit von der Clearstream Banking
S.A. an die Banca UBAE S.P.A. übertragen wurde.
Am 15. Juni 2018 hat Banca UBAE S.p.A. Klage gegen Clearstream Banking S.A. vor den
luxemburgischen Gerichten erhoben. Diese Rückgriffsklage steht mit der gegen Clearstream
Banking S.A. und Banca UBAE S.p.A. erhobenen Klage der Bank Markazi in Verbindung
und verlangt von Clearstream Banking S.A., Banca UBAE S.p.A. für den Fall schadlos
zu halten, dass Banca UBAE S.p.A. in der Klage der Bank Markazi unterliegt und zur
Zahlung von Schadensersatz an Bank Markazi verurteilt wird.
Beginnend am 16. Juli 2010 erhoben die Insolvenzverwalter der auf den Britischen Jungferninseln
domizilierten Fonds Fairfield Sentry Ltd. und Fairfield Sigma Ltd. Klagen vor einem
US-amerikanischen Insolvenzgericht (US Bankruptcy Court for the Southern District
of New York) gegen mehr als 300 Finanzinstitute gerichtet auf Rückgewähr von an Investoren
der Fonds gezahlte Beträge, die diese für die Rückgaben von Anteilen vor dem Dezember
2008 erhalten haben. Am 14. Januar 2011 erhoben die Insolvenzverwalter der Fonds gerichtlich
Ansprüche gegen Clearstream Banking S.A. in Höhe von 13,5 Mio. US$ auf Rückgewähr
von Zahlungen für die Rückgabe von Fondsanteilen, die die Fonds an Investoren unter
Nutzung des Abwicklungssystems der Clearstream Banking S.A. geleistet haben. Das Verfahren,
welches über mehrere Jahre ausgesetzt war, dauert an.
Bezüglich einer Anleihe der MBB Clean Energy AG (MBB), die durch die Clearstream Banking
AG verwahrt ist, ist es zu Auseinandersetzungen gekommen. MBB hat eine erste Tranche
der Anleihe im April 2013 und eine zweite Tranche der Anleihe im Dezember 2013 begeben.
Die Globalurkunden für beide Tranchen der Anleihe wurden der Clearstream Banking AG
durch die Zahlstelle des Emittenten geliefert. Die Auseinandersetzungen drehen sich
darum, dass die Anleihe nicht bedient wurde und angeblich ungültig ist. Die Rolle
der Clearstream Banking AG im Kontext der angeblich ungültigen Anleihe der MBB besteht
vorrangig darin, die Globalurkunde als nationaler Zentralverwahrer zu verwahren. Über
den Emittenten MBB ist zwischenzeitlich das Insolvenzverfahren eröffnet worden.
Wie der Clearstream Banking AG und der Clearstream Banking S.A. im September 2017
bekannt wurde, führt die Staatsanwaltschaft Köln ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung
im Zusammenhang mit der Beteiligung eines Mitarbeiters der Clearstream Banking AG
an der Umsetzung von Transaktionen von Marktteilnehmern über den Dividendenstichtag
(Cum/Ex-Transaktionen). Mit Schreiben vom 22. Januar 2018 an die Clearstream Banking
AG hat die Staatsanwaltschaft Köln die Clearstream Banking AG und die Clearstream
Banking S.A. als mögliche Nebenbeteiligte angehört. Aufgrund des frühen Verfahrensstadiums
ist es nicht möglich, Zeitpunkt, Ausmaß und Umfang sowie Folgen einer etwaigen Entscheidung
vorherzusagen. Die Gesellschaften kooperieren mit den zuständigen Behörden.
Am 1. Februar 2017 gab die Deutsche Börse AG bekannt, dass die Staatsanwaltschaft
Frankfurt am Main bei der Deutsche Börse AG wegen des Aktienerwerbs ihres damaligen
Vorstandsvorsitzenden Carsten Kengeter am 14. Dezember 2015 zur Umsetzung des vom
Aufsichtsrat der Gesellschaft beschlossenen Vorstandsvergütungsprogramms ermittelt.
Am 18. Juli 2017 übermittelte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main der Deutsche
Börse AG ein Anhörungsschreiben. Nach diesem beabsichtigte die Staatsanwaltschaft,
die Gesellschaft formal an dem laufenden Ermittlungsverfahren gegen Carsten Kengeter
zu beteiligen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main stellte in dem Anhörungsschreiben
im Hinblick auf die Gesellschaft in Aussicht, dass gegen die Deutsche Börse AG zwei
Geldbußen in Höhe von insgesamt 10,5 Mio. € gemäß § 30 Gesetz über Ordnungswidrigkeiten
(OWiG) wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Insiderhandelsverbot im Dezember
2015 und einer angeblichen Unterlassung einer Ad-hoc-Mitteilung im Januar 2016 verhängt
werden könnten. Am 13. September 2017 entschieden Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche
Börse AG, den von der Staatsanwaltschaft in Aussicht gestellten Bußgeldbescheid des
zuständigen Amtsgerichts zu akzeptieren. Am 23. Oktober 2017 lehnte jedoch das Amtsgericht
Frankfurt am Main die von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main beantragte Einstellung
des Ermittlungsverfahrens gegen den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Börse
AG, Carsten Kengeter, gegen Auflagen in Form einer Zahlung von 500.000 € ab. Dem Gericht
erschien eine Fortführung der Ermittlungen angesichts der Bedeutung des Verfahrens
opportun. Die weitergehenden Ermittlungen könnten von einer Einstellung des Verfahrens
mangels hinreichenden Tatverdachts bis hin zur Anklageerhebung führen. Das Gericht
hat die Sache, sowohl in Bezug auf die Ermittlungen gegen Carsten Kengeter als auch
hinsichtlich möglicher Schritte gegen die Deutsche Börse AG, an die Staatsanwaltschaft
zurückgegeben, die gegenwärtig das Ermittlungsverfahren fortsetzt und dann über das
weitere Verfahren entscheiden wird. Am 26. Oktober 2017 informierte Carsten Kengeter
den Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG darüber, dass er als Vorstandsvorsitzender
mit Wirkung vom 31. Dezember 2017 zurücktreten möchte. Dies akzeptierte der Aufsichtsrat.
Die Deutsche Börse AG ist weiterhin auch nach Hinzuziehung von Experten der Auffassung,
dass die erhobenen Vorwürfe in jeder Hinsicht unbegründet sind.
Zusätzlich zu den oben und in früheren Veröffentlichungen erwähnten Sachverhalten
ist die Gruppe Deutsche Börse von Zeit zu Zeit in verschiedene Rechtsstreitigkeiten
involviert, die sich aus dem Verlauf ihres normalen Geschäfts ergeben. Die Gruppe
bildet Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und aufsichtsrechtliche Angelegenheiten,
wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung besteht, der Abfluss
von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich
ist und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. In solchen
Fällen kann sich ein Verlustrisiko ergeben, das höher ist als die entsprechenden Rückstellungen.
Wenn die oben genannten Bedingungen nicht erfüllt sind, bildet die Gruppe keine Rückstellungen.
Wenn sich eine Rechtsstreitigkeit oder eine aufsichtsrechtliche Angelegenheit entwickelt,
bewertet die Gruppe kontinuierlich, ob die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung
erfüllt sind. Die Gruppe kann eventuell nicht absehen, wie hoch der mögliche Verlust
oder die Verlustspanne im Hinblick auf diese Angelegenheiten sein wird. Auf der Basis
aktuell verfügbarer Informationen geht die Gruppe Deutsche Börse insgesamt nicht davon
aus, dass das Ergebnis eines dieser Verfahren die Finanzzahlen erheblich beeinträchtigen
wird.
Finanzwirtschaftliche Risiken treten in der Gruppe Deutsche Börse v. a. als Kredit-
und Liquiditätsrisiko in den Finanzinstituten der Clearstream Holding-Gruppe und Eurex
Clearing AG auf. Darüber hinaus sind die Geldanlagen und Forderungen der Gruppe mit
einem Kreditrisiko behaftet. Geldanlagen werden zum überwiegenden Teil über kurzfristige
Geschäfte getätigt, die besichert sind. Damit werden Liquiditätsrisiken sowie auch
Marktpreisrisiken aus der Geldanlage minimiert. Marktpreisrisiken sind für die Gruppe
unwesentlich. Details zu den finanzwirtschaftlichen Risiken sind im Finanzbericht
2017 auf den Seiten 105 bis 111 dargestellt.
Das Geschäftsrisiko spiegelt die Abhängigkeit der Gruppe von der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung und ihre Anfälligkeit für Ereignisrisiken wie regulatorische Initiativen
oder Veränderungen im Wettbewerbsumfeld wider. Darüber hinaus umfasst es das unternehmensstrategische
Risiko, worunter der Einfluss von Risiken auf die Geschäftsstrategie und damit eine
mögliche Anpassung dieser verstanden wird. Zudem können sich externe Faktoren wie
fehlendes Vertrauen der Investoren in die Finanzmärkte auf die Ertragslage auswirken.
Details zu den Geschäftsrisiken sind im Finanzbericht 2017 auf der Seite 111 dargestellt.
Die Gruppe verfolgt derzeit verschiedene größere Projekte. Diese werden ständig überwacht,
um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.
Details zu den Projektrisiken sind im Finanzbericht 2017 auf den Seiten 111 bis 112
dargestellt.
Die Gruppe bewertet fortlaufend ihre Risikosituation. Unter Berücksichtigung der vorgenommenen
Stresstestberechnungen, des erforderlichen ökonomischen Kapitals und der Earnings
at Risk (risikobehaftete Erträge) sowie des von ihm als wirksam eingestuften Risikomanagementsystems
kommt der Vorstand der Deutsche Börse AG zu dem Schluss, dass die Risikodeckungsmasse
ausreichend ist. Eine wesentliche Änderung der im Finanzbericht 2017 beschriebenen
Risikosituation des Konzerns ist für den Vorstand derzeit nicht erkennbar.
Das Chancenmanagement der Gruppe Deutsche Börse verfolgt das Ziel, Chancen frühestmöglich
zu erkennen, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit aus Chancen geschäftliche
Erfolge werden. Eine wesentliche Änderung der Chancen, die im Finanzbericht 2017 auf
den Seiten 114 bis 119 ausführlich beschrieben wurden, ist für den Vorstand derzeit
nicht erkennbar. Die Umsetzung bzw. Implementierung der aus den Wachstumschancen heraus
identifizierten Produkte und Services erfolgt gemäß der im April 2018 angekündigten
Wachstumsstrategie "Roadmap 2020" (siehe Wirtschaftsbericht).
Der Prognosebericht beschreibt die voraussichtliche Entwicklung der Gruppe Deutsche
Börse im Geschäftsjahr 2018. Er enthält Aussagen und Informationen über Vorgänge,
die in der Zukunft liegen, und beruht auf Erwartungen und Annahmen des Unternehmens
zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung. Diese wiederum unterliegen bekannten und unbekannten
Chancen, Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren beeinflussen den Erfolg,
die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse des Konzerns. Viele dieser Faktoren liegen
außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens. Sollten Chancen oder Risiken eintreten
oder eine der Ungewissheiten Realität werden oder sollte sich erweisen, dass eine
der zugrunde liegenden Annahmen nicht richtig war, kann die tatsächliche Entwicklung
des Konzerns sowohl positiv als auch negativ von den Erwartungen und Annahmen in den
zukunftsgerichteten Aussagen und Informationen dieses Prognoseberichts abweichen.
Die Gruppe Deutsche Börse beabsichtigt in den kommenden Jahren keine grundlegende
Änderung ihrer Geschäftspolitik.
Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2018 erwartet die Gruppe Deutsche Börse
keine wesentliche Abweichung zur Prognose der Entwicklung der Rahmenbedingungen, wie
sie im Konzernjahresabschluss 2017 dargestellt wurde.
Die Gruppe Deutsche Börse erwartet im Prognosezeitraum einen Anstieg der Nettoerlöse
aus strukturellen Wachstumschancen sowie aus dem Erfolg neuer Produkte und Funktionalitäten
von mindestens 5 Prozent. Gleichzeitig erwartet die Gruppe, dass sich die zyklischen
Rahmenbedingungen so entwickeln, dass in Summe zumindest kein Rückgang der Nettoerlöse
in den von zyklischen Faktoren abhängenden Geschäftsfeldern eintreten wird.
Im ersten Halbjahr 2018 wuchsen die Nettoerlöse um rund 11 Prozent. Die strukturell
bedingten Nettoerlöse lagen mit einem Anstieg von rund 7 Prozent leicht über den Erwartungen
der Gruppe, während zyklische Faktoren bei einem insgesamt positiven Marktumfeld rund
4 Prozent zum Nettoerlöswachstum beitrugen. Zudem ist das Nettoerlöswachstum zu einem
kleinen Anteil auf Konsolidierungseffekte zurückzuführen.
Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie verfolgt die Gruppe Deutsche Börse zudem konkrete
Prinzipien zur Steuerung der operativen Kosten. Kernbestandteil dieser Prinzipien
ist es, die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells der Gruppe zu gewährleisten. Um dies
zu erreichen, steuert das Unternehmen die um Sondereffekte bereinigten operativen
Kosten kontinuierlich in Abhängigkeit von der Entwicklung der Nettoerlöse. Zum Zeitpunkt
der Veröffentlichung dieses Lageberichts rechnet das Unternehmen bei den operativen
Kosten mit Sondereffekten in Höhe von rund 80 Mio. €, die bereits mit der Veröffentlichung
des Geschäftsberichts 2017 prognostiziert wurden: Sie entfallen mehrheitlich auf die
Integration akquirierter Unternehmen, aber auch auf Kosten für Effizienzmaßnahmen
und Restrukturierung sowie Kosten in Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen
in den USA gegen die Clearstream Banking S.A. Zudem hat die Gruppe im Rahmen des Strategieprogramms
"Roadmap 2020" Ende April 2018 angekündigt, ihre strukturellen Kosten bis Ende 2020
um jährlich rund 100 Mio. € zu senken. Hierfür rechnet das Unternehmen mit zusätzlichen
Einmalkosten von insgesamt rund 200 Mio. €, von denen rund 150 Mio. € im Jahr 2018
anfallen werden. Somit erwartet die Gruppe für das Geschäftsjahr 2018 nun insgesamt
Sondereffekte in Höhe von rund 230 Mio. €.
Aufgrund des erwarteten Anstiegs der strukturell getriebenen Nettoerlöse von mindestens
5 Prozent, der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells und des effizienten Kostenmanagements
wird für den Periodenüberschuss, der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen
ist, im Prognosezeitraum mit einem Wachstum (ohne Sondereffekte) von mindestens 10
Prozent gerechnet und somit die Prognose für das Geschäftsjahr 2018 bestätigt.
Die der Prognose zugrundeliegenden Annahmen sowie die Überleitung der Nettoerlöse
und operativen Kosten (inkl. Abschreibungen) sind im Finanzbericht 2017 auf den Seiten
119 bis 126 veröffentlicht.
Das Unternehmen erwartet, auch künftig einen deutlich positiven Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit zu generieren; er ist das primäre Finanzierungsinstrument der Gruppe
Deutsche Börse. Das Unternehmen plant, im Prognosezeitraum 180 Mio. € pro Jahr auf
Gruppenebene in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zu investieren. Diese
sollen hauptsächlich der Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen
in den Segmenten Eurex und Clearstream dienen. Die Summe ergibt sich hauptsächlich
aus Investitionen in Handelsinfrastruktur und Funktionalitäten im Bereich Risikomanagement.
Die Gruppe hat darüber hinaus angekündigt, zwei Aktienrückkaufprogramme im Umfang
von jeweils 200 Mio. € durchzuführen. Das erste Programm hat die Gruppe Ende November
2017 gestartet und Ende März 2018 abgeschlossen. Das zweite Programm wird spätestens
bis zum Jahresende 2018 durchgeführt werden.
Im Rahmen des Programms zur Optimierung der Kapitalstruktur strebt die Gruppe Deutsche
Börse generell eine Dividendenausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des bereinigten
den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnenden Periodenüberschusses an. In
den zurückliegenden Jahren mit niedrigeren Jahresüberschüssen lag die Quote am oberen
Ende dieser Bandbreite, um eine stabile Dividende an die Aktionäre auszuschütten.
Im Zusammenhang mit dem erwarteten Ergebniswachstum strebt das Unternehmen künftig
eine Ausschüttungsquote in der Mitte der Bandbreite von 40 bis 60 Prozent an.
Um die starken Kreditratings auf Gruppenebene zu erhalten, strebt das Unternehmen
ein Verhältnis der verzinslichen Bruttoschulden zum EBITDA von höchstens 1,5 an. Für
2018 rechnet die Gruppe damit, diesen Wert knapp zu unterschreiten.
| Anhang | 30.06.2018 | 2. Quartal zum 30.06.2017 (angepasst) | 30.06.2018 | 1. Halbjahr zum 30.06.2017 (angepasst) | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | ||
| Umsatzerlöse | 719,5 | 665,8 | 1.452,7 | 1.332,2 | |
| Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft | 55,0 | 33,5 | 95,9 | 63,4 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 3,3 | 6,7 | 8,3 | 12,9 | |
| Gesamterlöse | 777,8 | 706,0 | 1.556,9 | 1.408,5 | |
| Volumenabhängige Kosten | -90,8 | -82,4 | -178,3 | -161,5 | |
| Nettoerlöse (Gesamterlöse abzüglich volumenabhängiger Kosten) | 687,0 | 623,6 | 1.378,6 | 1.247,0 | |
| Personalaufwand | -199,9 | -162,7 | -374,0 | -316,7 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 5 | -117,3 | -108,7 | -218,2 | -228,3 |
| Operative Kosten1) | -317,2 | -271,4 | -592,2 | -545,0 | |
| Ergebnis strategischer Beteiligungen | 1,4 | 1,6 | 2,4 | 119,2 | |
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) | 371,2 | 353,8 | 788,8 | 821,2 | |
| Abschreibung und Wertminderungsaufwand | -58,4 | -39,6 | -99,7 | -75,5 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 312,8 | 314,2 | 689,1 | 745,7 | |
| Finanzerträge | 0,6 | 0,5 | 5,6 | 2,9 | |
| Finanzaufwendungen | -17,2 | -18,6 | -38,5 | -39,3 | |
| Periodenergebnis vor Steuern (EBT) | 296,2 | 296,1 | 656,2 | 709,3 | |
| Sonstige Steuern | -0,1 | -0,3 | -0,4 | -0,7 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -79,9 | -115,4 | -183,2 | -241,9 | |
| Periodenüberschuss | 216,2 | 180,4 | 472,6 | 466,7 | |
| davon den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen | 210,3 | 176,3 | 459,3 | 456,4 | |
| davon den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzurechnen | 5,9 | 4,1 | 13,3 | 10,3 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) (€) | 1,13 | 0,94 | 2,47 | 2,44 | |
| Ergebnis je Aktie (verwässert) (€) | 1,13 | 0,94 | 2,47 | 2,44 |
| Anhang | 30.06.2018 | 2. Quartal zum 30.06.2017 (angepasst) | 30.06.2018 | 1. Halbjahr zum 30.06.2017 (angepasst) | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | ||
| Periodenüberschuss laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | 216,2 | 180,4 | 472,6 | 466,7 | |
| Posten, die künftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden: | 8 | ||||
| Veränderung aus leistungsorientierten Verpflichtungen | -1,7 | -1,1 | -0,6 | 24,7 | |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Beteiligungen | 4,0 | - | -1,1 | - | |
| Latente Steuern | -0,3 | 0,3 | -0,4 | -6,7 | |
| 2,0 | -0,8 | -2,1 | 18,0 | ||
| Posten, die künftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden: | 8 | ||||
| Währungsdifferenzen | 11,6 | -14,3 | 0,8 | -12,4 | |
| Sonstiges Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 0,3 | -0,2 | -4,4 | 0,8 | |
| Neubewertung der Cashflow-Hedges | -2,4 | -1,6 | -1,0 | -1,9 | |
| Neubewertung der sonstigen Finanzinstrumente | - | 4,4 | - | -82,1 | |
| Latente Steuern | -1,0 | 3,1 | 0,7 | 45,0 | |
| 8,5 | -8,6 | -3,9 | -50,6 | ||
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 10,5 | -9,4 | -6,0 | -32,6 | |
| Gesamtergebnis | 226,7 | 171,0 | 466,6 | 434,1 | |
| davon Anteilseigner der Deutsche Börse AG | 218,5 | 170,4 | 452,2 | 426,9 | |
| davon nicht beherrschende Gesellschafter | 8,2 | 0,6 | 14,4 | 7,2 |
| Anhang | 30.06.2018 | 01.01.2018 | 31.12.2017 (angepasst) | 30.06.2017 (angepasst) | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | ||
| LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE | |||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 6 | ||||
| Software | 362,4 | 322,1 | 322,1 | 315,5 | |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 2.823,5 | 2.770,9 | 2.770,9 | 2.773,9 | |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 40,6 | 86,8 | 86,8 | 86,5 | |
| Andere immaterielle Vermögenswerte | 920,4 | 911,2 | 911,2 | 927,9 | |
| 4.146,9 | 4.091,0 | 4.091,0 | 4.103,8 | ||
| Sachanlagen | 6 | ||||
| Einbauten in Gebäuden | 31,9 | 34,8 | 34,8 | 35,2 | |
| Computerhardware, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 75,1 | 76,4 | 76,4 | 74,2 | |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 5,6 | 2,2 | 2,2 | 1,6 | |
| 112,6 | 113,4 | 113,4 | 111,0 | ||
| Finanzanlagen | 7 | ||||
| Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen | 37,6 | 38,7 | 38,7 | 35,5 | |
| Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete Beteiligungen | 109,9 | 101,6 | - | - | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schuldinstrumente | 1.353,0 | 1.574,1 | - | - | |
| Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente | 17,7 | 15,9 | - | - | |
| Derivate | 0 | 0,1 | - | - | |
| Zur Veräußerung verfügbare Beteiligungen | - | - | 99,4 | 93,0 | |
| Zur Veräußerung verfügbare Schuldinstrumente | - | - | 1.592,6 | 1.610,2 | |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Fair Value Option) | - | - | 1,2 | 0 | |
| Derivate (zu Handelszwecken gehalten) | - | - | 0,1 | 0,1 | |
| Kredite und Forderungen | - | - | 4,9 | 5,7 | |
| 1.518,2 | 1.730,4 | 1.736,9 | 1.744,5 | ||
| Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 6.283,8 | 4.837,2 | 4.837,2 | 5.815,5 | |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 4,1 | 4,1 | 4,1 | 4,1 | |
| Latente Steueransprüche | 94,7 | 101,4 | 101,1 | 57,3 | |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 12.160,3 | 10.877,5 | 10.883,7 | 11.836,2 | |
| KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE | |||||
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | |||||
| Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 75.241,3 | 79.510,7 | 79.510,7 | 105.043,4 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente | 17.488,1 | 13.172,6 | - | - | |
| Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente | 0 | 1,5 | - | - | |
| Derivate | 64,6 | 5,2 | 5,2 | 0,9 | |
| Zur Veräußerung verfügbare Schuldinstrumente | - | - | 254,5 | 351,2 | |
| Kredite und Forderungen | - | - | 12.922,8 | 15.472,3 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 355,0 | 330,9 | 329,4 | 494,7 | |
| Forderungen gegenüber nahe stehenden Unternehmen | 1,0 | 2,5 | 2,5 | 1,1 | |
| Forderungen aus Ertragsteuern | 93,3 | 91,3 | 91,3 | 106,2 | |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 456,9 | 451,7 | 451,7 | 102,9 | |
| 93.700,2 | 93.566,4 | 93.568,1 | 121.572,7 | ||
| Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung | 28.747,1 | 29.392,0 | 29.392,0 | 30.127,5 | |
| Kassenbestand und sonstige Bankguthaben | 1.042,6 | 1.297,6 | 1.297,6 | 1.415,2 | |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 123.489,9 | 124.256,0 | 124.257,7 | 153.115,4 | |
| Summe Aktiva | 11 | 135.650,2 | 135.133,5 | 135.141,4 | 164.951,6 |
| Anhang | 30.06.2018 | 01.01.2018 | 31.12.2017 (angepasst) | 30.06.2017 (angepasst) | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | ||
| EIGENKAPITAL | 8 | ||||
| Gezeichnetes Kapital | 193,0 | 193,0 | 193,0 | 193,0 | |
| Kapitalrücklage | 1.332,3 | 1.332,3 | 1.332,3 | 1.327,8 | |
| Eigene Aktien | -498,6 | -334,6 | -334,6 | -311,4 | |
| Neubewertungsrücklage | 10,6 | 11,8 | 19,6 | 18,8 | |
| Angesammelte Gewinne | 3.638,6 | 3.633,6 | 3.631,0 | 3.229,5 | |
| Konzerneigenkapital | 4.675,9 | 4.836,1 | 4.841,3 | 4.457,7 | |
| Ausgleichsposten für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 132,2 | 118,1 | 118,1 | 127,4 | |
| Summe Eigenkapital | 4.808,1 | 4.954,2 | 4.959,4 | 4.585,1 | |
| LANGFRISTIGE SCHULDEN | |||||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 9 | 156,4 | 144,2 | 144,2 | 149,3 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 122,6 | 120,3 | 120,3 | 114,0 | |
| Latente Steuerschulden | 205,0 | 225,4 | 226,8 | 228,1 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 2.282,7 | 1.689,7 | 1.688,4 | 1.687,3 | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 0,9 | 0,8 | 0,8 | 0,2 | |
| Derivate | 0 | 0 | 0 | 1,5 | |
| Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 6.283,8 | 4.837,2 | 4.837,2 | 5.815,5 | |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 6,5 | 6,1 | 6,1 | 5,9 | |
| Summe langfristige Schulden | 9.057,9 | 7.023,7 | 7.023,8 | 8.001,8 | |
| KURZFRISTIGE SCHULDEN | |||||
| Steuerrückstellungen | 399,0 | 339,4 | 339,4 | 349,3 | |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 189,9 | 191,6 | 191,6 | 139,1 | |
| Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 74.544,1 | 78.798,6 | 78.798,6 | 104.544,0 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 17.460,3 | 13.975,9 | 14.340,3 | 16.664,9 | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 0,3 | 0 | 0 | |
| Derivate | 2,5 | 29,1 | 32,0 | 93,6 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 115,1 | 148,9 | 148,9 | 270,5 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen | 1,0 | 1,5 | 1,5 | 1,1 | |
| Bardepots der Marktteilnehmer | 28.568,4 | 29.215,3 | 29.215,3 | 30.127,5 | |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 503,9 | 455,0 | 90,6 | 174,7 | |
| Summe kurzfristige Schulden | 121.784,2 | 123.155,6 | 123.158,2 | 152.364,7 | |
| Summe Schulden | 130.842,1 | 130.179,3 | 130.182,0 | 160.366,5 | |
| Summe Passiva | 11 | 135.650,2 | 135.133,5 | 135.141,4 | 164.951,6 |
| Anhang | 30.06.2018 | 1. Halbjahr zum 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | ||
| Periodenüberschuss | 472,6 | 466,7 | |
| Abschreibung und Wertminderungsaufwand | 6 | 99,7 | 75,5 |
| Zunahme der langfristigen Rückstellungen | 13,9 | 3,1 | |
| Latente Steuer(-erträge)/Steueraufwendungen | 8 | -13,6 | 24,0 |
| Übrige nicht zahlungswirksame (Erträge)/Aufwendungen | -53,7 | 45,2 | |
| Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile: | 39,8 | 113,3 | |
| (Zunahme)/Abnahme der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | -66,4 | 141,4 | |
| Zunahme/(Abnahme) der kurzfristigen Schulden | 106,5 | -27,8 | |
| Abnahme der langfristigen Schulden | -0,3 | -0,3 | |
| (Nettogewinn)/Nettoverlust aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | -0,1 | 1,4 | |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ohne CCP-Positionen | 558,6 | 729,2 | |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus CCP-Positionen | 14,4 | -440,1 | |
| Veränderung der Forderungen aus CCP-Positionen | -28,2 | 384,9 | |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 544,8 | 674,0 | |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | -46,4 | -49,0 | |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen | -20,2 | -18,1 | |
| Auszahlungen für Investitionen in langfristige Finanzinstrumente | -20,2 | -315,0 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen | -0,5 | -8,0 | |
| Auszahlungen im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen abzüglich erworbener Zahlungsmittel | -86,1 | -157,5 | |
| Nettoabnahme/(Nettozunahme) der kurzfristigen Forderungen und Wertpapiere aus dem Bankgeschäft mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als drei Monaten | -318,5 | 909,8 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von langfristigen Finanzinstrumenten | 179,8 | 608,3 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -312,1 | 970,5 | |
| Mittelabfluss aus dem Erwerb eigener Aktien | -164,0 | 0 | |
| Mittelabfluss an nicht beherrschende Gesellschafter | -0,5 | -10,8 | |
| Mittelabfluss aus langfristiger Finanzierung | -600,0 | 0 | |
| Mittelzufluss aus langfristiger Finanzierung | 592,4 | 0 | |
| Ausschüttung an Aktionäre | -453,3 | -439,0 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -625,4 | -449,8 | |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands | -392,7 | 1.194,7 | |
| Einfluss von Währungsdifferenzen | -4,2 | -1,7 | |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 580,2 | -146,9 | |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 13 | 183,3 | 1.046,1 |
| Ergänzende Informationen zu im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthaltenen Zahlungsströmen: | |||
| Erhaltene Zinsen und ähnliche Erträge | 218,7 | 179,5 | |
| Erhaltene Dividenden | 3,9 | 4,3 | |
| Gezahlte Zinsen | -157,9 | -148,2 | |
| Ertragsteuerzahlungen | -117,8 | -102,7 |
| Den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen | Den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen | |||||
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Eigene Aktien | Neubewertungsrücklage | Angesammelte Gewinne | Konzerneigenkapital | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Bilanz zum 1. Januar 2017 | 193,0 | 1.327,8 | -311,4 | 41,5 | 3.230,1 | 4.481,0 |
| Periodenüberschuss | 0 | 0 | 0 | 0 | 456,4 | 456,4 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 | 0 | -22,7 | -6,8 | -29,5 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | -22,7 | 449,6 | 426,9 |
| Währungsdifferenzen und sonstige Anpassungen | 0 | 0 | 0 | 0 | -4,7 | -4,7 |
| Veränderung aus Kapitalmaßnahmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erwerb des Anteils nicht beherrschender Gesellschafter an der European Energy Exchange AG | 0 | 0 | 0 | 0 | -6,5 | -6,5 |
| Ausschüttung an Aktionäre | 0 | 0 | 0 | 0 | -439,0 | -439,0 |
| Transaktionen mit Anteilseignern | 0 | 0 | 0 | 0 | -450,2 | -450,2 |
| Bilanz zum 30. Juni 2017 | 193,0 | 1.327,8 | -311,4 | 18,8 | 3.229,5 | 4.457,7 |
| Bilanz zum 1. Januar 2018 | 193,0 | 1.332,3 | -334,6 | 13,4 | 3.632,0 | 4.836,1 |
| Periodenüberschuss | 0 | 0 | 0 | 0 | 459,3 | 459,3 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 0 | -2,8 | -4,3 | -7,1 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | -2,8 | 455,0 | 452,2 |
| Währungsdifferenzen und sonstige Anpassungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 4,9 | 4,9 |
| Erwerb eigener Aktien | 0 | 0 | -164,0 | 0 | 0 | -164,0 |
| Veränderung aus Kapitalmaßnahmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ausschüttung an Aktionäre | 0 | 0 | 0 | 0 | -453,3 | -453,3 |
| Transaktionen mit Anteilseignern | 0 | 0 | -164,0 | 0 | -448,4 | -612,4 |
| Bilanz zum 30. Juni 2018 | 193,0 | 1.332,3 | -498,6 | 10,6 | 3.638,6 | 4.675,9 |
| Ausgleichsposten für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | Summe Eigenkapital | |
| Mio. € | Mio. € | |
| Bilanz zum 1. Januar 2017 | 142,2 | 4.623,2 |
| Periodenüberschuss | 10,3 | 466,7 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -3,1 | -32,6 |
| Gesamtergebnis | 7,2 | 434,1 |
| Währungsdifferenzen und sonstige Anpassungen | 0,3 | -4,4 |
| Veränderung aus Kapitalmaßnahmen | -29,6 | -29,6 |
| Erwerb des Anteils nicht beherrschender Gesellschafter an der European Energy Exchange AG | 7,3 | 0,8 |
| Ausschüttung an Aktionäre | 0 | -439,0 |
| Transaktionen mit Anteilseignern | -22,0 | -472,2 |
| Bilanz zum 30. Juni 2017 | 127,4 | 4.585,1 |
| Bilanz zum 1. Januar 2018 | 118,1 | 4.954,2 |
| Periodenüberschuss | 13,3 | 472,6 |
| Sonstiges Ergebnis | 1,1 | -6,0 |
| Gesamtergebnis | 14,4 | 466,6 |
| Währungsdifferenzen und sonstige Anpassungen | 0,2 | 5,1 |
| Erwerb eigener Aktien | 0 | -164,0 |
| Veränderung aus Kapitalmaßnahmen | -0,5 | -0,5 |
| Ausschüttung an Aktionäre | 0 | -453,3 |
| Transaktionen mit Anteilseignern | -0,3 | -612,7 |
| Bilanz zum 30. Juni 2018 | 132,2 | 4.808,1 |
Die Deutsche Börse AG ("die Gesellschaft") ist eine in der Bundesrepublik Deutschland
eingetragene, börsennotierte Kapitalgesellschaft. Der Sitz der Gesellschaft befindet
sich in Frankfurt am Main.
Der Zwischenabschluss wurde im Einklang mit den International Financial Reporting
Standards (IFRS) und den diesbezüglich veröffentlichten Interpretationen des Financial
Reporting Standards Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie sie gemäß der
Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung
internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.
Zusätzlich zu den am 31. Dezember 2017 berücksichtigten Standards und Interpretationen
wurden folgende Standards und Interpretationen erstmalig zum 1. Januar 2018 angewandt:
| ― |
Änderungen IFRS 2 "Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen" |
| ― |
IFRS 9 "Finanzinstrumente" (Juli 2014) und Änderungen bezüglich Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung (Oktober 2017); für Details siehe den Abschnitt "Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". |
| ― |
IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" (Mai 2014 und Klarstellung April 2016); für Details siehe den Abschnitt "Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". |
| ― |
Änderungen IAS 40 "Übertragung von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien" (Dezember 2016) |
| ― |
Änderungen aus dem "Annual Improvements Project 2014-2016" (Dezember 2016) |
| ― |
IFRIC 22 "Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen" (Dezember 2016) |
Die Gruppe Deutsche Börse wendet IFRS 9 "Finanzinstrumente" und IFRS 15 "Erlöse aus
Verträgen mit Kunden" erstmalig an. Gemäß den nach IFRS 9 und IFRS 15 zulässigen Übergangsregelungen
(siehe IFRS 9.7.2.15 und IFRS 9.7.2.26 bzw. IFRS 15.C3(b)) wurden die Vergleichszahlen
nicht angepasst.
Die Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die aus der erstmaligen
Anwendung von IFRS 9 und IFRS 15 resultieren, sind im Folgenden beschrieben. Für weitere
Details zu den Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Deutsche Börse AG siehe Erläuterung
2.
Die Änderungen an den anderen oben aufgeführten Standards hatten keine Auswirkungen
auf die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und erforderten daher keine retrospektiven
Anpassungen.
Zudem wurde IAS 34 ("Zwischenabschluss") berücksichtigt. Der Ertragsteueraufwand wurde
in der Zwischenberichtsperiode anhand eines prognostizierten effektiven Gruppensteuersatzes
von 27 Prozent ermittelt. Die in die Ermittlung des Gruppensteuersatzes einbezogenen
nominalen Steuersätze betragen zwischen 12,5 und 36 Prozent. Für steuerliche Verlustvorträge
am Ende dieser Zwischenberichtsperiode wurden aktive latente Steueransprüche bilanziert,
soweit mit einer Realisierung über die nächsten fünf Steuerperioden zu rechnen ist.
Der Zwischenabschluss wurde entsprechend den Vorgaben des Wertpapierhandelsgesetzes
(WpHG) um einen Konzern-Zwischenlagebericht ergänzt. Beide Berichtsbestandteile unterliegen
einer prüferischen Durchsicht.
Wie bereits im Unternehmensbericht 2017 beschrieben, erwartet die Gruppe Deutsche
Börse als Leasingnehmer durch die erstmalige Anwendung der neuen Vorschriften für
Leasingverträge zum 1. Januar 2019 wesentliche Anpassungseffekte in der Konzernbilanz.
Durch die Bilanzierung von Nutzungsrechten und den entsprechenden Leasingverbindlichkeiten
wird sich die Bilanzsumme zum Zeitpunkt der Umstellung voraussichtlich um einen Eurobetrag
im mittleren dreistelligen Millionenbereich erhöhen. Der maßgebliche Anteil ist hierbei
auf langfristige Verträge für Büroimmobilien und Rechenzentren zurückzuführen.
Zudem werden sich durch die Aufteilung des bisherigen Miet- bzw. Leasingaufwands Verschiebungen
innerhalb der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung von der Position "Sonstige betriebliche
Aufwendungen" in die Positionen "Abschreibung und Wertminderungsaufwand" und "Finanzaufwand"
voraussichtlich in Höhe eines Eurobetrags im zweistelligen Millionenbereich ergeben.
Dies wird letztlich zu einer Verbesserung des EBITDA führen. Die exakten Auswirkungen
sind stark abhängig vom Vertragsportfolio zum Erstanwendungszeitpunkt und der einzelfallbezogenen
Ausübung von Optionen im Rahmen der modifizierten retrospektiven Erstanwendungsmethode.
Finanzielle Vermögenswerte werden erfasst, wenn der Konzern oder eine seiner Gesellschaften
eine Partei der vertraglichen Bestimmungen eines Instruments wird. Der regelmäßige
Kauf und Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird grundsätzlich zum Handelstag
erfasst bzw. ausgebucht. Der Kauf und Verkauf von zu fortgeführten Anschaffungskosten
ausgewiesenen Schuldinstrumenten sowie von Aktien, deren Abwicklung über eine zentrale
Gegenpartei der Gruppe Deutsche Börse erfolgt, wird zum Erfüllungstag erfasst bzw.
ausgebucht.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf die
Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert auslaufen, oder wenn die Gesellschaft
diese Rechte in einer Transaktion überträgt, in der im Wesentlichen alle Chancen und
Risiken aus dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes übertragen werden.
Seit 1. Januar 2018 weist die Gruppe Deutsche Börse ihre finanziellen Vermögenswerte
den folgenden Bewertungskategorien zu:
| ― |
beizulegender Zeitwert (Ausweis entweder im "sonstigen Ergebnis" oder erfolgswirksam) |
| ― |
fortgeführte Anschaffungskosten |
Die Zuordnung zu den einzelnen Kategorien erfolgt auf Basis des Geschäftsmodells,
nach dem die finanziellen Vermögenswerte verwaltet werden, und aufgrund der vertraglichen
Bedingungen der Zahlungsströme.
Die im Zusammenhang mit zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten entstehenden
Gewinne oder Verluste werden entweder direkt erfolgswirksam erfasst ("fair value through
profit or loss", FVPL) oder im sonstigen Ergebnis ausgewiesen ("fair value through
other comprehensive income", FVOCI). Bei Anlagen in Schuldinstrumente hängt der Ausweis
von dem Geschäftsmodell ab, dem die jeweilige Anlage zugeordnet wird. Bei Anlagen
in Eigenkapitalinstrumenten, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, hängt die
Zuordnung davon ab, ob die Gruppe Deutsche Börse im Rahmen des erstmaligen Ansatzes
von der Option Gebrauch gemacht hat, die entsprechende Position erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert auszuweisen. Diese Zuordnung darf in Folgeperioden nicht geändert
werden.
Der Konzern nimmt eine Umklassifizierung von Schuldinstrumenten nur dann vor, wenn
sich das Geschäftsmodell zur Verwaltung solcher Positionen ändert.
Bei der Erstbewertung weist die Gruppe Deutsche Börse finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert aus. Wird ein finanzieller Vermögenswert erfolgsneutral
ausgewiesen, fließen in den Wertansatz auch die Transaktionskosten ein, die unmittelbar
dem Erwerb dieses Vermögenswertes zugeordnet werden können. Die Transaktionskosten
von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerten
werden ebenfalls erfolgswirksam erfasst.
Finanzielle Vermögenswerte mit eingebetteten Derivaten werden bei der Beurteilung,
ob die Zahlungsflüsse ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen, ganzheitlich
betrachtet.
Die Folgebewertung von Schuldinstrumenten richtet sich nach dem Geschäftsmodell des
Konzerns hinsichtlich der Verwaltung des jeweiligen Vermögenswertes und den Eigenschaften
der Zahlungsströme, die im Zusammenhang mit diesem entstehen. Die Gruppe Deutsche
Börse ordnet jedes Schuldinstrument einer der folgenden Bewertungskategorien zu:
| ― |
Fortgeführte Anschaffungskosten: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden, und deren Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Ein Gewinn oder Verlust im Zusammenhang mit einem Schuldinstrument, das im Rahmen der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wird, wird zum Zeitpunkt der Ausbuchung oder Wertminderung des Vermögenswertes erfolgswirksam erfasst. Die Zinserträge aus solchen finanziellen Vermögenswerten werden mittels der Effektivzinsmethode ermittelt und als Teil der Finanzerträge oder der Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft ausgewiesen. Wechselkursbedingte Gewinne oder Verluste werden in den "sonstigen Erträgen und Aufwendungen" oder in den "Finanzerträgen und -aufwendungen" erfasst. |
| ― |
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI): Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung gehalten werden, und deren Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen. Die Entwicklung des Buchwertes wird über das sonstige Ergebnis abgebildet, ausgenommen jedoch Wertminderungen oder -aufholungen, Zinserträge sowie wechselkursbedingte Gewinne oder Verluste, welche erfolgswirksam erfasst werden. Bei der Ausbuchung des jeweiligen finanziellen Vermögenswertes werden die zuvor im sonstigen Ergebnis kumulativ erfassten Gewinne und Verluste aus dem Eigenkapital erfolgswirksam umgegliedert und in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. Die Zinserträge aus solchen finanziellen Vermögenswerten werden mittels der Effektivzinsmethode ermittelt und als Teil der Finanzerträge oder der Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft ausgewiesen. Wechselkursbedingte Gewinne oder Verluste werden in den "sonstigen Erträgen und Aufwendungen" oder in den "Finanzerträgen und -aufwendungen" erfasst. Wertminderungen werden als sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen. Die Gruppe Deutsche Börse hat das Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" im Berichtszeitraum nicht angewandt und dieser Bewertungskategorie dementsprechend keine Schuldinstrumente zugewiesen. |
| ― |
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL): Sämtliche Vermögenswerte, die weder die Kriterien der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" noch die der FVOCI-Kategorie erfüllen, sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert auszuweisen. Gewinne oder Verluste im Zusammenhang mit einem Schuldinstrument, das im Rahmen der Folgebewertung erfolgswirksam erfasst und nicht als Teil einer Sicherungsbeziehung genutzt wird, werden erfolgswirksam ausgewiesen und auf Nettobasis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im "Ergebnis aus strategischen Investitionen" in der Periode ihrer Entstehung zu erfassen. |
Die Folgebewertung von Eigenkapitalinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.
Wurde für den Ausweis eines Eigenkapitalinstruments von der Option Gebrauch gemacht,
die Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis auszuweisen, so erfolgt bei der Ausbuchung
der entsprechenden Position keine erfolgswirksame Umgliederung dieser Gewinne und
Verluste. Die Dividenden aus solchen Anlagen werden erfolgswirksam im Ergebnis aus
strategischen Investitionen ausgewiesen, sobald der Konzern zum Erhalt der entsprechenden
Zahlungen berechtigt ist.
Die Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes finanzieller Vermögenswerte, die erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
im Ergebnis aus strategischen Investitionen ausgewiesen.
Wertminderungen (und deren Aufholung) auf erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
bewertete Eigenkapitalinstrumente werden nicht gesondert von anderen Veränderungen
des beizulegenden Zeitwertes ausgewiesen.
Zum Stichtag dieses Zwischenabschlusses hat die Gruppe Deutsche Börse sämtliche Eigenkapitalinstrumente
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen.
Die Gruppe Deutsche Börse nimmt für die zu fortgeführten Anschaffungskosten und erfolgsneutral
zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen Schuldinstrumente eine Schätzung der erwarteten
künftigen Kreditausfälle vor. Wertminderungen werden anhand des Wertes ausgewiesen,
der entweder dem erwarteten Verlust der kommenden zwölf Monate oder dem erwarteten
Verlust über die gesamte Restlaufzeit des entsprechenden Instruments entspricht. Die
Entscheidung, welcher Wertminderungsansatz zu verwenden ist, hängt davon ab, ob es
zu einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos gekommen ist. Sofern sich das Kreditrisiko
eines finanziellen Vermögenswertes seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht
hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten
Verluste gebildet.
Die Vorgaben von IFRS 9 sehen vor, dass wertgeminderte Positionen - also solche, bei
denen ein oder mehrere Ereignisse stattgefunden haben, die eine deutliche Auswirkung
auf die erwarteten künftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswertes haben
- als Ausfall eingestuft werden, womit solche Positionen zwangsläufig der Stufe 3
des Risikovorsorgemodells zuzuweisen sind. Die Gruppe Deutsche Börse hat die folgenden
drei Ausfallereignisse identifiziert, die eine Zuweisung in Stufe 3 des Risikovorsorgemodells
auslösen:
| ― |
Rechtliches Ausfallereignis: ein Vertragspartner der Gruppe Deutsche Börse kann seine vertraglichen Verpflichtungen aufgrund seiner Insolvenz nicht erfüllen. |
| ― |
Vertragliches Ausfallereignis: ein Vertragspartner der Gruppe Deutsche Börse kann oder will seine vertraglichen Verpflichtungen nicht zeitnah erfüllen. Die Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen könnte für die Gruppe Deutsche Börse zu einem finanziellen Verlust führen. |
IFRS 9 geht in diesem Zusammenhang davon aus, dass dann ein Ausfall anzunehmen ist,
wenn ein Schuldner seinen Verpflichtungen mehr als 90 Tage nicht nachgekommen ist.
Die Gruppe Deutsche Börse wendet diesen Ansatz lediglich als Behelfsmittel an, da
der potenzielle Ausfall eines Schuldners anhand der zuvor genannten Kriterien bereits
vor der 90-Tage-Schwelle erkannt werden sollte. Bei Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen wird ein Ausfallereignis angenommen, wenn die entsprechenden Beträge mehr
als 360 Tage überfällig sind.
Bei finanziellen Vermögenswerten wird ein geringes Kreditrisiko angenommen, wenn die
entsprechenden börsengehandelten Anleihen oder sonstigen Finanzanlagen bzw. Gegenparteien
über ein "Investment Grade"-Kreditrating verfügen. Für finanzielle Vermögenswerte
mit einem schlechten Kreditrating wird eine Risikovorsorge in Höhe der in den kommenden
zwölf Monaten erwarteten Verluste berechnet.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nutzt die Gruppe Deutsche Börse den
nach IFRS 9 zulässigen vereinfachten Ansatz, dem zufolge bereits zum erstmaligen Ausweis
einer Forderung die über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Verluste ausgewiesen
werden.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel und Sichteinlagen
sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden
können. Sie unterliegen nur geringen Wertschwankungen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten
Anschaffungskosten.
Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung umfassen Bardepots von Marktteilnehmern, die
größtenteils über Nacht im Wesentlichen bei Zentralbanken oder im Rahmen von Reverse
Repurchase Agreements bei Banken angelegt werden.
Derivate werden erstmals zum beizulegenden Zeitwert an dem Tag angesetzt, an dem ein
Terminkontrakt abgeschlossen wird; die Folgebewertung erfolgt am Ende jedes Berichtszeitraums
ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert. Die Erfassung von nachgelagerten Änderungen
des beizulegenden Zeitwerts hängt davon ab, ob das Derivat als Sicherungsinstrument
ausgewiesen wird.
Die Gruppe weist Währungs- und Zinsderivate als Sicherungsinstrumente für Fremdwährungsrisiken
im Zusammenhang mit den Cashflows sehr wahrscheinlicher Transaktionen und Zinsswaps
aus, um bei Bedarf eine Absicherung gegen Zinsrisiken vorzunehmen, die im Rahmen der
geplanten Ausgabe festverzinslicher Anleihen entstehen können (beides Cashflow-Hedges).
2017 und 2018 hat die Gruppe Deutsche Börse keine Absicherungsgeschäfte von beizulegenden
Zeitwerten (Fair Value Hedges) abgeschlossen.
Beim Abschluss einer zu Sicherungszwecken designierten Transaktion dokumentiert die
Gruppe Deutsche Börse das wirtschaftliche Verhältnis zwischen dem Sicherungsinstrument
und der abgesicherten Position. Die Dokumentation enthält auch Angaben über die Erwartungen
der Gruppe, inwiefern das Sicherungsinstrument zu einem Ausgleich der Schwankungen
der mit der abgesicherten Position erzielten Zahlungsströme beiträgt. Darüber hinaus
dokumentiert die Gruppe die zum jeweiligen Zeitpunkt definierten Ziele und die Strategie
des Risikomanagements, nach denen die verschiedenen Sicherungsgeschäfte ausgerichtet
werden.
Der beizulegende Zeitwert eines zu Sicherungszwecken genutzten Derivats wird als langfristiger
Vermögenswert oder langfristige Verbindlichkeit ausgewiesen, wenn die Restlaufzeit
der abgesicherten Position über zwölf Monaten liegt. Hingegen wird der beizulegende
Zeitwert solcher Derivate als kurzfristiger Vermögenswert oder kurzfristige Verbindlichkeit
ausgewiesen, wenn die Restlaufzeit der abgesicherten Position nicht mehr als zwölf
Monate beträgt.
Der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die als
Cashflow-Hedge designiert und als solche anerkannt sind, wird im sonstigen Ergebnis
(OCI) ausgewiesen; hierbei gilt jedoch eine Begrenzung auf die kumulierte Veränderung
des beizulegenden Zeitwerts der abgesicherten Position auf Basis des Barwertes seit
Abschluss des Sicherungsgeschäfts. Der Gewinn oder Verlust aus dem ineffektiven Teil
wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst, entweder in den Nettozinserträgen aus dem
Bankgeschäft oder in den Finanzerträgen und -aufwendungen.
Die im sonstigen Ergebnis kumulierten Beträge werden gemäß folgender Methodik erfolgswirksam
umgegliedert, sobald sich aus der abgesicherten Position erfolgswirksame Effekte ergeben:
| ― |
Der in der Rücklage für Cashflow-Hedges kumulierte Betrag wird in der Periode bzw. den Perioden, in der bzw. in denen sich aus den abgesicherten künftigen Zahlungsströmen erfolgswirksame Auswirkungen ergeben, aus dieser Rücklage erfolgswirksam in Form einer Umgliederungsanpassung umgegliedert; ergibt sich aus diesem Betrag ein Verlust und geht die Gruppe Deutsche Börse davon aus, dass der gesamte oder ein Teil dieses Verlusts in einer oder mehreren künftigen Perioden nicht aufgeholt werden kann, so ist der als Verlust betrachtete Betrag in Form einer Umgliederungsanpassung unmittelbar erfolgswirksam zu erfassen. |
| ― |
Der Gewinn oder Verlust aus dem effektiven Teil eines zinsbasierten Instruments, das zur Absicherung von festverzinslichen Darlehen genutzt wird, ist erfolgswirksam in den Finanzaufwendungen auszuweisen. |
Falls ein Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert oder beendet wird, oder das Sicherungsgeschäft
die Kriterien des Hedge Accounting nicht mehr erfüllt, beendet die Gruppe das Hedge
Accounting. Wenn nicht mehr vom Eintritt der erwarteten Transaktion ausgegangen wird,
ist der im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust sowie die abgegrenzten
Hedging-Kosten unmittelbar erfolgswirksam aufzulösen.
Der ineffektive Teil wird erfolgswirksam erfasst, entweder in den Nettozinserträgen
aus dem Bankgeschäft oder in den Finanzerträge und -aufwendungen.
Der Teil des mit einem Absicherungsinstrument erzielten Gewinns oder Verlusts, der
als effektiv identifiziert wird, ist im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Solche Beträge
werden erfolgswirksam mit der Veräußerung des ausländischen Geschäftsbetriebs aufgelöst.
Hingegen wird der Teil des mit einem Absicherungsinstrument erzielten Gewinns oder
Verlusts, der als ineffektiv identifiziert wird, unmittelbar erfolgswirksam erfasst.
Die Gruppe Deutsche Börse hat IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" in der Fassung
vom Mai 2014 einschließlich der im April 2016 veröffentlichten Klarstellungen umgesetzt.
IFRS 15 ersetzt die folgenden Standards und Interpretationen:
| ― |
IAS 11 "Fertigungsaufträge" |
| ― |
IAS 18 "Erlöse" |
| ― |
IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme" |
| ― |
IFRIC 15 "Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien" |
| ― |
IFRIC 18 "Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden" |
| ― |
SIC-31 "Erträge - Tausch von Werbeleistungen" |
Gemäß den Überleitungsvorschriften von IFRS 15 wendet die Gruppe Deutsche Börse die
neuen Rechnungslegungsgrundsätze nach dem modifizierten rückwirkenden Ansatz an.
Die bilanzielle Behandlung der wichtigsten Leistungsverpflichtungen der Segmente der
Gruppe Deutsche Börse wird im Folgenden dargestellt:
Die Gruppe Deutsche Börse betreibt eine der weltweit führenden Terminbörsen sowie
eines der weltweit führenden Clearinghäuser. Erlöse werden im Derivategeschäft hauptsächlich
durch Entgelte erzielt, die im Zusammenhang mit dem Matching bzw. der Registrierung,
der Verwaltung und Regulierung von Transaktionen erhoben werden, die über das Orderbuch
von Eurex Deutschland bzw. außerhalb des Orderbuchs zustande kommen. Zusätzlich werden
Anbindungsentgelte erhoben. Die Entgelte sowie ggf. gewährte Vergünstigungen in Form
von Abschlägen oder Nachlässen sind in Preislisten bzw. in Rundschreiben festgelegt.
Die Gewährung von monatlichen Nachlässen für die Bereitstellung eines bestimmten Volumens
oder eines bestimmten Liquiditätsniveaus hängt von den monatlichen Gesamtvolumina
bzw. der monatlichen Erfüllung bestimmter Vorgaben zur Liquiditätsbereitstellung ab.
Ebenfalls werden Erlöse für Clearing- und Abwicklungsleistungen von außerbörslichen
Transaktionen generiert. Hauptsächlich werden diese in Form von Buchungs- und Verwaltungsentgelten
erzielt. Die Entgelte sowie ggf. gewährte Vergünstigungen in Form von Abschlägen oder
Nachlässen sind in Preislisten bzw. in Rundschreiben der Eurex Clearing AG festgelegt.
Erlöse für Transaktionen von gelisteten Finanzderivaten werden mit dem Matching bzw.
der Registrierung eines Kontrakts ausgewiesen; d.h. wenn gegenüber Kunden keine unerfüllten
Verpflichtungen bestehen. Eine Forderung wird erfasst, wenn die zugesagte Dienstleistung
zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht wird und der Anspruch auf Gegenleistung allein
vom Zeitverlauf abhängt. Transaktionsentgelte werden monatlich in Rechnung gestellt
und sind mit der Rechnungsstellung fällig. Da Nachlässe im Wesentlichen auf monatlicher
Basis gewährt werden, ist der Ansatz einer vertraglichen Schuld nicht erforderlich.
Grundsätzlich werden Zahlungen von den Clearingmitgliedern unmittelbar eingezogen,
womit keine Finanzierungskomponente besteht.
Für außerbörsliche ("over the counter", OTC-) Transaktionen werden Buchungsentgelte
mit Novation realisiert. Diese Entgelte werden zeitpunktbezogen erfasst. Eine Forderung
wird erfasst, wenn die zugesagte Dienstleistung zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht
wird und der Anspruch auf Gegenleistung allein vom Zeitverlauf abhängt. Entgelte für
die Verwaltung von OTC-Positionen werden zeitraumbezogen realisiert, da die Dienstleistung
bis zu dem Zeitpunkt erbracht wird, an dem eine Transaktion geschlossen, gekündigt
oder ausgelaufen ist. Eine Forderung wird monatlich auf Basis der Inanspruchnahme
im entsprechenden Monat erfasst, vorausgesetzt dass die Position zum Ende des Monats
noch geöffnet ist. Grundsätzlich werden Zahlungen von den Clearingmitgliedern unmittelbar
eingezogen, womit keine Finanzierungskomponente besteht.
Die Gruppe Deutsche Börse stellt eine Vielzahl von technischen Anbindungen an ihre
Handels- und Clearinginfrastruktur bereit. Dem Kunden fließt der Nutzen aus der Leistung
des Unternehmens zu und er nutzt gleichzeitig die Leistung, während diese über die
Vertragslaufzeit erbracht wird. Aufgrund dessen, dass die kleinste Berichtseinheit
mit der Vertragslaufzeit übereinstimmt, entspricht der Leistungsfortschritt der vollständigen
Leistungserfüllung. Erlöse werden in der Regel analog zur Rechnungstellung monatlich
realisiert. Die Anbindungserlöse werden in der Position "Sonstige" (siehe Erläuterung
15) ausgewiesen.
Das Segment betreibt den zentralen Marktplatz für Energie und andere Commodity-Produkte
in Europa. Zum Produktportfolio gehören Kontrakte auf Strom und Gas, auf Emissionszertifikate
sowie auf Frachtraten und Agrarprodukte. Erlöse werden hauptsächlich durch Entgelte
erzielt, die auf den börslichen Handel und das Clearing von Commodity-Produkten erhoben
werden. Die Transaktionsentgelte sowie ggf. gewährte Vergünstigungen in Form von Abschlägen
oder Nachlässen sind in der Preisliste festgelegt. Nachlässe werden hauptsächlich
in Form von monatlichen Nachlässen für die Bereitstellung eines bestimmten Volumens
bzw. Liquiditätsniveaus gewährt. Solche Nachlässe hängen von den monatlichen Gesamtvolumina
bzw. der monatlichen Erfüllung bestimmter Vorgaben zur Liquiditätsbereitstellung ab.
Die Erlöse werden mit dem Matching bzw. der Registrierung eines Kontrakts ausgewiesen;
d.h. wenn gegenüber Kunden keine unerfüllten Verpflichtungen bestehen, denn zu diesem
Zeitpunkt wurde die Dienstleistung bereits erbracht. EEX weist eine Forderung aus,
wenn die zugesagte Dienstleistung zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht wird und
der Anspruch auf Gegenleistung allein vom Zeitverlauf abhängt. Die Mehrzahl der in
Rechnung gestellten Zahlungen wird den Clearingmitgliedern unmittelbar belastet, womit
keine Finanzierungskomponenten bestehen.
Über die 360T-Gruppe betreibt das Segment TEX, eine der weltweit größten unabhängigen
Multibank-Handelsplattformen für verschiedene Instrumente. 360T ist einer der weltweit
größten Anbieter von optimierten Dienstleistungen im gesamten Handelsprozess von Devisenprodukten.
360T generiert Provisionen in Form von Transaktions- und Zugangsentgelte, die für
die Nutzung von TEX erhoben werden. Darüber hinaus erzielt 360T Erlöse aus Entgelten
für die Nutzung von Technologie (I-Tex), Installationsentgelten im Rahmen der Anbindung
von Kunden an TEX, Entgelten für die Einrichtung von Nutzern sowie für Programmierung
und Instandhaltung bzw. Wartung (Maintenance) der notwendigen Schnittstellen.
Erlöse werden mit der Erbringung der zugesagten Dienstleistung an den Kunden erfasst.
Das ist der Fall, sobald sich die Vertragspartner über die Bedingungen des Vertrags
einig sind. Erlöse aus der Nutzung der Plattform sowie aus Maintenance-Entgelten werden
auf Pro-rata-Basis erfasst.
Zugangsentgelte, Transaktiosentgelte sowie Entgelte für die I-Tex-Nutzung enthalte
unterschiedliche Nachlässe auf monatlicher Basis. Sie werden monatlich in Rechnung
gestellt und sind innerhalb von 21 Tagen nach Rechnungsstellung fällig. Entgelte für
die Installation und Einrichtung von Nutzern sind einmalige Entgelte. Maintenance-Entgelte
werden jährlich in Rechnung gestellt.
Wertpapiere, die im regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) notiert
werden sollen, bedürfen grundsätzlich der Zulassung und Einführung oder der Einbeziehung
durch die Geschäftsführung der FWB. Für diese Dienstleistungen (Zulassung, Einführung,
Einbeziehung und Notierung) im regulierten Markt werden von der Deutsche Börse AG
als Betreiber der öffentlich-rechtlichen Börse hoheitliche Gebühren erhoben. Die Dienstleistungen
sind inhaltlich, rechtlich und faktisch klar abgrenzbar und werden demnach im Folgenden
als separate Leistungsverpflichtungen behandelt.
Für die Zulassung, die Einführung und Einbeziehung erfolgt die Erlösrealisierung,
sobald die zugesagte Dienstleistung übertragen wird und der Kunde die Verfügungsgewalt
über die zugesagte Leistung erlangt. Dies ist der Zeitpunkt, an dem die Geschäftsführung
über die Zulassung beschließt bzw. die erstmalige Notierung des Wertpapiers erfolgt.
Eine Forderung wird zeitpunktbezogen erfasst, wenn die jeweilige Dienstleistung erbracht
ist, der unbedingte Anspruch auf Gegenleistung besteht und die Fälligkeit nur noch
an den Zeitablauf geknüpft ist. Die Rechnungstellung an den Kunden erfolgt quartalsweise
und die Forderung ist mit Rechnungstellung fällig.
Auf Verträge von strukturierten Produkten im Freiverkehr werden zwei Obergrenzen für
Einbeziehungsentgelte pro Jahr angewandt. Bis zum Erreichen der ersten Obergrenze
ist ein festes Entgelt pro Einbeziehung eines Emittenten zu entrichten. Danach gibt
es gestaffelt nach Anzahl der getätigten Einbeziehungen und Gesamtsumme von Entgelten
pro Kalenderjahr Entgeltobergrenzen, welche die Rechnungstellung begrenzen. Im Einklang
mit IFRS 15 werden die Umsatzerlöse über die Vertragslaufzeit erfasst. Jeden Monat
wird der Erlös pro Emittent geschätzt auf Basis seiner in den letzten zwölf Monaten
getätigten Einbeziehungen.
Notierungsgebühren werden für die Tätigkeit aller Organe der FWB erhoben, die den
Handel und die Börsengeschäftsabwicklung überwachen sowie den ordnungsgemäßen Ablauf
des Handels gewährleisten (dauerhafte Nutzungsmöglichkeit der Börseneinrichtung).
Die Notierungsgebühr ist eine wiederkehrende Gebühr, die für zeitraumbezogene Dienstleistungen
erhoben wird. Die Erlöse sind entsprechend dann zu realisieren, wenn dem Kunden der
Nutzen aus der Dienstleistung zufließt (Verteilung über die Vertragslaufzeit).
Im Segment Xetra (Wertpapierhandel) gelten für Verträge des Handels von Kassamarktprodukten
die gleichen Bilanzierungsbedingungen wie sie unter dem Segment Eurex (Finanzderivate)
beschrieben sind.
Clearstream bietet Infrastruktur und Dienstleistungen für das Nachhandelsgeschäft
und ist für die Abwicklung von Wertpapiergeschäften sowie für die Verwahrung und Verwaltung
von Wertpapieren verantwortlich. Kunden im Verwahrgeschäft erhalten den Nutzen aus
der erbrachten Leistung und verbrauchen diesen gleichzeitig mit der Erfüllung der
Leistung während der Vertragslaufzeit.
Dem Kunden von Verwahrdienstleistungen fließt der Nutzen aus der Leistung des Unternehmens
zu und er nutzt gleichzeitig die Leistung, während diese über die Vertragslaufzeit
erbracht wird. Erlöse aus der Verwaltung von Wertpapieren sowie aus Dienstleistungen
zu Abwicklung und Verwahrung werden mit der Erbringung der zugesagten Leistung an
den Kunden erfasst. Das ist dann der Fall, wenn die Instruktionen eingegangen und
Transaktionen verarbeitet werden. Die Leistung gilt zu diesem Zeitpunkt als erbracht.
Die Erlöserfassung beruht auf den in der Preisliste festgelegten Preisen sowie den
entsprechend gewährten Nachlässen. Kunden erhalten eine monatliche Rechnung, die Gegenleistung
ist nach Rechnungsstellung zahlbar. Gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nehmen
Kunden von Clearstream an einem Lastschriftverfahren teil. Dementsprechend wurden
keine Finanzierungskomponenten identifiziert.
Das Segment bietet Dienstleistungen zur Standardisierung der Fondsverarbeitung und
zur Steigerung von Effizienz und Sicherheit im Bereich der Investmentfonds an. Die
angebotenen Services umfassen Orderrouting, Abwicklung, Vermögensverwaltung und Verwahrdienstleistungen.
Erlöse werden mit der Erbringung der zugesagten Dienstleistung an den Kunden erfasst.
Das ist dann der Fall, wenn die Instruktionen eingegangen und Transaktionen verarbeitet
werden. Die Leistung gilt zu diesem Zeitpunkt als erbracht.
Die Erlöserfassung beruht auf den in der Preisliste festgelegten Preisen sowie den
entsprechend gewährten Nachlässen. Kunden erhalten eine monatliche Rechnung, die Gegenleistung
ist nach Rechnungsstellung zahlbar. Gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nehmen
Kunden von Clearstream an einem Lastschriftverfahren teil. Dementsprechend wurden
keine Finanzierungskomponenten identifiziert.
Die Gruppe Deutsche Börse bietet über Clearstream eine breite Palette an Diensten
zur globalen Wertpapierfinanzierung (Global Securities Financing, GSF) an. Hierzu
zählen insbesondere das Sicherheitenmanagement sowie Dienste zur Wertpapierleihgeschäfte.
Kunden im Sicherheitenmanagement erhalten den Nutzen aus der erbrachten Leistung und
verbrauchen diesen gleichzeitig mit der Erfüllung der Leistung.
Die Erlöse werden mit der Erbringung der Leistungen im Sicherheitenmanagement über
einen bestimmten Zeitraum hinweg erfasst. Hingegen werden die Leistungen im Wertpapierleihgeschäft
zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht.
STOXX ist der global Indexanbieter der Gruppe Deutsche Börse; er berechnet und verbreitet
eine umfassende Palette an Indizes. Das Angebot des Segments reicht von Bluechip-,
Benchmark-, und Strategieindizes über Nachhaltigkeitsindizes bis zu Smart-Beta-Indizes.
Die Gruppe erzielt Erlöse aus der Berechnung und Vermarktung von Indizes, die von
Finanzmarktteilnehmern als Basiswerte oder Benchmark für die Performance von Investmentfonds
genutzt werden. Kunden von STOXX erhalten den Nutzen aus der erbrachten Leistung und
verbrauchen diesen gleichzeitig mit der Erfüllung der Leistung während der Vertragslaufzeit.
Die Erfassung von Erlösen aus Indexlizenzen beruht auf Festpreisen, variablen Preisen
(nutzungsbasierte Volumenerfassung, meist verwaltetes Vermögen) oder einer Kombination
aus beiden.
Bei variablen Zahlungen wird die vom Kunden in Anspruch genommene Leistung dokumentiert
und im jeweiligen Folgequartal in Rechnung gestellt. Die Gruppe Deutsche Börse weist
monatliche Schätzungen aus, die entweder auf dem durchschnittlichen Nutzungsverhalten
der letzten zwölf Monate des jeweiligen Kunden - angepasst um jüngste Marktentwicklungen
- oder auf den tatsächlichen Marktdaten auf Kundenebene beruhen. Die Erlösschätzungen
werden angepasst, wenn die Umstände dies erfordern. Dabei werden die entsprechenden
Erhöhungen oder Minderungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Periode
ausgewiesen, in der die Geschäftsleitung von den entsprechenden Umständen erfährt,
welche die Anpassung erforderlich machen.
Für zwei Gebührenbestandteile (Mindestgebühr und Nutzungsgebühr) wird eine Vertragsverbindlichkeit
ausgewiesen, die sich gemäß der monatlichen Nutzung reduziert. Kunden erhalten auf
Quartalsbasis eine Rechnung, die Gegenleistung ist nach Rechnungsstellung zahlbar.
Marktteilnehmer nutzen Leistungen für den Bezug von Echtzeit-Handelsdaten oder Marktsignalen,
oder sie lizenzieren diese Leistungen zur eigenen Nutzung, Verarbeitung oder Verbreitung.
Kunden erhalten den Nutzen aus der erbrachten Leistung und nutzen diesen gleichzeitig
mit der Erfüllung der Leistung während der Vertragslaufzeit. Die von den Kunden in
Anspruch genommene Leistung wird dokumentiert und im jeweiligen Folgemonat in Rechnung
gestellt. Die Gruppe Deutsche Börse realisiert monatliche Schätzungen, die auf der
Entwicklung der vorangegangenen Monate beruhen. Die Erlösschätzungen werden angepasst,
wenn die Umstände dies erfordern. Dabei werden die entsprechenden Erhöhungen oder
Minderungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Periode ausgewiesen,
in der die Geschäftsleitung von den entsprechenden Umständen erfährt, welche die Anpassung
erforderlich machen.
Die Erlöserfassung beruht auf den in der Preisliste festgelegten Preisen. Kunden erhalten
auf monatlicher Basis eine Rechnung, die Gegenleistung ist nach Rechnungsstellung
zahlbar.
Änderungen aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 beziehen sich auf vertragliche
Vermögenswerte und vertragliche Verbindlichkeiten. Die Gruppe Deutsche Börse hat den
Ausweis einiger Angaben/Positionen in der Konzernbilanz geändert, um die Terminologie
von IFRS 9 und IFRS 15 zu berücksichtigen. Vertragspositionen, die nicht vollständig
erfüllt wurden, sind nun als "vertragliche Vermögenswerte" zu erfassen. Sie waren
bisher als Teil der "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige
Forderungen" erfasst. "Vertragliche Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig)" wurden
bisher als "sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten" ausgewiesen.
Zur Verbesserung der Transparenz in der Berichterstattung werden die personalbezogenen
Aufwendungen für Training, Essen und Getränke mit Wirkung zum 1. Januar 2018 im Personalaufwand
ausgewiesen. Bislang waren diese Kosten im sonstigen betrieblichen Aufwand enthalten.
Die Umgliederung beträgt ca. 1,0 Mio. € je Monat, die Vergleichszahlen wurden entsprechend
angepasst.
Am 20. Juli 2018 hat die Heubeck AG neue Sterbetafeln veröffentlicht, die aktuelle
Statistiken des Statistischen Bundesamts sowie der gesetzlichen Rentenversicherung
in Deutschland berücksichtigen. Die neuen Sterbetafeln führen voraussichtlich zu einem
Anstieg der in Deutschland bestehenden Pensionsverpflichtungen in Höhe von etwa 1,5
bis 2,5 Prozent mit einem entsprechend gegenläufigen Effekt in der Neubewertungsrücklage.
Die Gruppe Deutsche Börse hat die neuen Sterbetafeln noch nicht angewandt.
Die Gruppe Deutsche Börse hat IFRS 9 zum 1. Januar 2018 umgesetzt. Daraus resultieren
Änderungen der Rechnungslegungsgrundsätze sowie Anpassungen an den in den Abschlüssen
ausgewiesenen Beträgen. Darüber hinaus hat die Gruppe Deutsche Börse die Darstellung
der Bilanz angepasst, um die Transparenz im Hinblick auf Finanzinstrumente zu erhöhen.
In der neuen Struktur werden die Bewertungskategorien nach IFRS 9 im Wesentlichen
direkt in der Bilanz ersichtlich.
| Kredite und Forderungen | zur Veräußerung verfügbar | FVPL (FV-Option) | zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | FVPL (obligatorisch) | FVOCI | |
| Finanzielle Vermögenswerte | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € |
| Stand zum 31.12.2017 - IAS 39 | 12.927,7 | 1.946,5 | 1,2 | 0 | 0 | 0 |
| Umklassifizierung der Eigenkapitalinstrumente aus "zur Veräußerung verfügbar" in "FVOCI" | 0 | -99,4 | 0 | 0 | 0 | 99,4 |
| Umklassifizierung der Finanzinstrumente aus "zur Veräußerung verfügbar" in "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" | 0 | -1.832,0 | 0 | 1.832,0 | 0 | 0 |
| Umklassifizierung der Finanzinstrumente aus "zur Veräußerung verfügbar" in "FVPL (obligatorisch)" | 0 | -15,1 | 0 | 0 | 15,1 | 0 |
| Umklassifizierung der Finanzinstrumente aus "Kredite und Forderungen" in "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" | -12.923,6 | 0 | 0 | 12.923,6 | 0 | 0 |
| Umklassifizierung der Finanzinstrumente aus "Kredite und Forderungen" in "FVPL (obligatorisch)" | -4,1 | 0 | 0 | 0 | 4,1 | 0 |
| Umklassifizierung der Finanzinstrumente aus "FVPL (Fair Value Option)" in "FVPL (obligatorisch)" | 0 | 0 | -1,2 | 0 | 1,2 | 0 |
| Stand zum 01.01.2018 - IFRS 9 | 0 | 0 | 0 | 14.755,6 | 20,4 | 99,4 |
Aus der Umklassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten sowie aus der erstmaligen
Anwendung von IFRS 15 "Erlöse aus Kundenverträgen" ergaben sich zum 1. Januar 2018
folgende Auswirkungen auf die Neubewertungsrücklage und die Angesammelten Gewinne
der Gruppe:
| Neubewertungsrücklage | Angesammelte Gewinne | |
| Mio. € | Mio. € | |
| Saldo zum 31.12.2017 - IAS 39 / IAS 18 | 19,6 | 3.631,0 |
| Umklassifizierung von Eigenkapitalinstrumenten aus "zur Veräußerung verfügbar" in "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet" | 2,2 | 0 |
| Umklassifizierung von Schuldinstrumenten aus "zur Veräußerung verfügbar" in "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" | -8,6 | 0 |
| Umklassifizierung von Finanzinstrumenten aus "zur Veräußerung verfügbar" in "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" | -2,0 | 1,6 |
| Änderung der Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 1,5 |
| Änderung der Wertberichtigung für zu fortgeführten Abschaffungskosten bewertete Schuldinsrumente | 0 | -0,3 |
| Erfassung der aktiven latenten Steuern | 1,0 | -0,7 |
| Erfassung der passiven latenten Steuern | 1,2 | -0,1 |
| Anpassung aufgrund erstmaliger Anwendung von IFRS 9 am 01.01.2018 | -6,2 | 2,0 |
| Erfassung der passiven Vertragsposten | 0 | -1,4 |
| Erfassung der aktiven latenten Steuern | 0 | 0,4 |
| Anpassung aufgrund erstmaliger Anwendung von IFRS 15 am 01.01.2018 | 0 | -1,0 |
| Saldo zum 01.01.2018 - IFRS 9 / IFRS 15 | 13,4 | 3.631,4 |
Bis zum 31. Dezember 2017 wurden Eigenkapitalinstrumente der Kategorie "zur Veräußerung
verfügbar" (99,4 Mio. €) in den anderen Beteiligungen ausgewiesen. Seit 1. Januar
2018 erfolgt der Ausweis in der Position "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
bewertete Beteiligungen (FVOCI)".
Die Gruppe Deutsche Börse hat zum 1. Januar 2018 sämtliche Eigenkapitalinstrumente
als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet ausgewiesen.
Eigenkapitalinstrumente, für die kein aktiver Markt bestand und für die keine alternative
Bewertungsmethode angewendet werden konnte, wurden nach IAS 39 zu Anschaffungskosten
ausgewiesen. Die Gruppe hat für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte solcher
finanziellen Vermögenswerte Bewertungsmodelle entwickelt, aus denen sich eine Erhöhung
der in der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Beteiligungen
(FVOCI)" ausgewiesenen Beträge um 2,2 Mio. € ergibt.
Die Geschäftsleitung der Gruppe hat das Geschäftsmodell der nach IAS 39 als zur Veräußerung
verfügbar ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte zum 1. Januar 2018 überprüft.
Ausgehend von den Ergebnissen dieser Überprüfung wurden sämtliche Schuldinstrumente,
deren Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen und die
die Kriterien des Geschäftsmodells "Halten" erfüllen, in die Kategorie "zu fortgeführten
Anschaffungskosten" umklassifiziert. Sie werden fortan in der Position "zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertete Schuldinstrumente" ausgewiesen. 2017 wurden diese Instrumente
in den langfristigen und kurzfristigen Forderungen und den Wertpapiere aus dem Bankgeschäft
(1.563,0 Mio. € bzw. 254,5 Mio. €) sowie in den sonstigen langfristigen Finanzinstrumenten
(14,5 Mio. €) ausgewiesen. Die in diesem Zusammenhang entstandenen Gewinne aus den
beizulegenden Zeitwerten in Höhe von 8,6 Mio. € wurden zum 1. Januar 2018 aus der
Neubewertungsrücklage und den entsprechenden finanziellen Vermögenswerten ausgebucht.
Schuldinstrumente, die die Kriterien für den Ausweis zu fortgeführten Anschaffungskosten
gemäß IFRS 9 nicht erfüllen, da ihre Zahlungsströme nicht ausschließlich aus Zins-
und Tilgungszahlungen bestehen, wurden in die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (FVPL)" umgegliedert (15,1 Mio. €). Da die Gruppe
Deutsche Börse für Instrumente ohne aktiven Markt von der unter IAS 39 zulässigen
Ausnahmeregelung (Ausweis zu Anschaffungskosten) Gebrauch gemacht hat, führte die
Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert zu einer Reduzierung der angesammelten Gewinne
um 0,4 Mio. €. Darüber hinaus führte die erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden
Zeitwert bei bisher bereits zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten
zu einer Reduzierung der Neubewertungsrücklage um 2,0 Mio. € und einem entsprechenden
Anstieg der angesammelten Gewinne in gleicher Höhe.
Für die Ermittlung der erwarteten künftigen Kreditausfälle bei Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen nutzt die Gruppe den vereinfachten Ansatz, dem zufolge eine Risikovorsorge
für die über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Verluste zu bilden ist. Durch den
Übergang vom Modell der eingetretenen Verluste (Incurred Loss Model) gemäß IAS 39
auf das Modell der erwarteten künftigen Verluste (Expected Loss Model) gemäß IFRS
9 gingen die auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Wertminderungen
um 1,5 Mio. € zurück, während die Gewinnrücklage um den gleichen Betrag zunahm.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schuldinstrumente werden grundsätzlich
als Positionen mit geringen Risiken eingestuft. Daher wird die Risikovorsorge in Höhe
der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Verluste gebildet. Die entsprechende
Risikovorsorge wurde zum 1. Januar 2018 in einer Höhe von 0,3 Mio. € ermittelt, während
die Gewinnrücklage um den gleichen Betrag abnahm.
Die Veränderung der latenten Steuern geht hauptsächlich auf die Umklassifizierung
von Finanzinstrumenten zurück, die unter IAS 39 als zur Veräußerung verfügbar ausgewiesen
wurden und unter IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten auszuweisen sind.
Es existiert eine Staffelpreisvereinbarung für eine kontinuierliche Dienstleistungsbereitstellung.
Folglich wird ein Durchschnittspreis ermittelt und für die Erlösrealisierung herangezogen.
Aufgrund dessen, dass zu Vertragsbeginn der Kunde eine höhere Gegenleistung schuldet,
als ihm Dienstleistungen übertragen werden, ist eine vertragliche Schuld zu bilanzieren
bis zum Ende der Vertragslaufzeit aufzulösen.
Die Gruppe Deutsche Börse hat zum 29. Juni 2018 das GTX Electronic Communication Network
(ECN)-Geschäft von GAIN Capital Holdings, Inc., Bedminster, USA, übernommen. Im Rahmen
der Transaktion hat die 360 Treasury Systems AG, Frankfurt am Main, Deutschland, eine
100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutsche Börse AG, das Tochterunternehmen 360TGTX,
Inc., New York, USA, gegründet, welche das Geschäft zu einem Kaufpreis in Höhe von
100,1 Mio. US$ im Rahmen eines Asset Deal erworben hat. Die Transaktion schafft einen
der größten und diversifiziertesten außerbörslichen Devisenmärkte der Welt. 360T und
GTX bieten derzeit mehr als 2.000 Kunden aus 75 Ländern Währungslösungen an. Das Geschäft
der 360TGTX wird zum 29. Juni 2018 erstmals in den Konsolidierungskreis der Gruppe
Deutsche Börse einbezogen. Auf Basis der zum Bilanzstichtag vorläufigen Kaufpreisallokation
ergeben sich die folgenden Effekte:
| Vorläufige Berechnung des Geschäfts- oder Firmenwertes | |
| 29.06.2018 | |
| Mio. € | |
| Übertragene Gegenleistung | |
| Kaufpreis in bar | 86,1 |
| Summe Gegenleistung | 86,1 |
| Erworbene Vermögenswerte und Schulden | |
| Kundenbeziehungen | 20,4 |
| Markennamen | 0,3 |
| Software | 11,9 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 0,4 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Schulden | 2,3 |
| Summe erworbener Vermögenswerte und Schulden | 35,3 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 50,8 |
Der aus der Transaktion resultierende Geschäfts- oder Firmenwert spiegelt im Wesentlichen
die erwarteten Kosten- und Umsatzsynergien wider.
Am 23. April 2018 hat die Clearstream International S.A., Luxemburg, einen Vertrag
zur vollständigen Übernahme der Swisscanto Funds Centre Ltd., London, Vereinigtes
Königreich, (SFCL) unterzeichnet. Die Transaktion im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag
wird voraussichtlich im vierten Quartal 2018 abgeschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung
der zuständigen regulatorischen Behörden. Derzeit ist die SFCL eine 100-prozentige
Tochtergesellschaft der Swisscanto Holding AG, Zürich, Schweiz, einer Gruppengesellschaft
der Zürcher Kantonalbank, Zürich, Schweiz. Mit der Transaktion erweitert das Segment
IFS (Investment Fund Services) sein Dienstleistungsangebot im Fondsbereich mit dem
Management von Vertriebsverträgen und der Datenaufbereitung.
Der Konzernumsatz wird stärker durch die Volatilität und das Transaktionsvolumen auf
den Kapitalmärkten als durch saisonale Faktoren beeinflusst. Aufgrund einer Kostenkonzentration
für Projekte, die erst im vierten Quartal zum Abschluss gebracht werden, sind die
Kosten im vierten Quartal üblicherweise höher als in den ersten drei Quartalen des
Geschäftsjahres.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 (angepasst) | 30.06.2018 | 30.06.2017 (angepasst) | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Kosten für IT-Dienstleister und sonstige Beratung | 35,2 | 30,6 | 63,8 | 79,2 |
| EDV-Kosten | 29,5 | 22,8 | 56,8 | 46,7 |
| Raumkosten | 22,1 | 18,1 | 39,7 | 35,3 |
| Nicht abzugsfähige Vorsteuer | 8,5 | 10,7 | 17,2 | 20,2 |
| Reise-, Bewirtungs- und Repräsentationsaufwendungen | 6,1 | 5,4 | 10,5 | 11,1 |
| Werbe- und Marketingkosten | 4,5 | 4,1 | 8,6 | 7,6 |
| Personalnebenkosten und freiwillige soziale Leistungen | 1,9 | 1,1 | 3,1 | 2,2 |
| Versicherungen, Beiträge und Gebühren | 4,1 | 3,8 | 7,5 | 7 |
| Aufwendungen aus Geschäftsbesorgungsverträgen | 0 | 0,9 | 0,2 | 1,8 |
| Vergütung des Aufsichtsrats | 1 | 0,5 | 2 | 1,4 |
| Aufwendungen aus Währungsdifferenzen | 0,5 | -0,1 | 0,5 | 0 |
| Übrige | 3,9 | 10,8 | 8,3 | 15,8 |
| Summe | 117,3 | 108,7 | 218,2 | 228,3 |
Die Kosten für IT-Dienstleister und sonstige Beratung betreffen im Wesentlichen Aufwendungen
im Zusammenhang mit der Entwicklung von Software. Ferner enthalten diese Kosten Aufwendungen
für strategische und rechtliche Beratungsdienstleistungen sowie für Prüfungstätigkeiten.
Zur Verbesserung der Transparenz werden mit Wirkung zum 1. Januar 2018 die personalbezogenen
Aufwendungen für Training, Essen und Getränke im Personalaufwand ausgewiesen. Bislang
waren diese Kosten im sonstigen betrieblichen Aufwand enthalten. Die Umgliederung
beträgt ca. 1 Mio. € je Monat, die Vergleichszahlen wurden entsprechend angepasst.
Zum 30. Juni 2018 beliefen sich die immateriellen Vermögenswerte auf 4.146,9 Mio.
€ (31. Dezember 2017: 4.091,0 Mio. €).
Der Posten enthält im Wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 2.823,5
Mio. € (31. Dezember 2017: 2.770,9 Mio. €), andere immaterielle Vermögenswerte (Lizenzen,
Markennamen und Kundenbeziehungen) in Höhe von 920,4 Mio. € (31. Dezember 2017: 911,2
Mio. €) sowie selbst erstellte Software in Höhe von 316,8 Mio. € (31. Dezember 2017:
285,5 Mio. €).
Der Anstieg der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 52,6 Mio. € ist vorwiegend
auf die Erstkonsolidierung des GTX-ECN-Geschäfts in Höhe von 50,8 Mio. € (für Details
zu dieser Transaktion siehe Erläuterung 3) sowie auf positive Währungseffekte in Höhe
von 1,8 Mio. € zurückzuführen.
Der Anstieg bei den anderen immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 9,2 Mio. € beruht
im Wesentlichen auf der oben erwähnten Änderung im Konsolidierungskreis (siehe Erläuterung
3) in Höhe von 20,7 Mio. € sowie positiven Währungseffekten in Höhe von 2,2 Mio. €.
Demgegenüber stehen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 13,7 Mio. €.
Der Anstieg bei der selbst erstellten Software in Höhe von 31,3 Mio. € setzt sich
im Wesentlichen aus Umgliederungen aus den Anlagen im Bau in einer Gesamthöhe von
73,7 Mio. € sowie Zugängen in Höhe von 9,7 Mio. € zusammen. Dem stehen planmäßige
Abschreibungen in Höhe von 39,5 Mio. € sowie eine außerplanmäßige Abschreibung in
Höhe von 12,7 Mio. € gegenüber. Letztere sowie eine außerplanmäßige Abschreibung auf
immaterielle Vermögenswerte im Bau in Höhe von 3,2 Mio. € betreffen den Buchwert an
der Regulatory Reporting Hub-Plattform, da aufgrund veränderter Anforderungen signifikante
Anpassungen an der Plattform erforderlich geworden sind. Der Ausweis erfolgt in der
Position "Abschreibungen und Wertminderungsaufwand" und betrifft das Segment Data.
Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten
ermittelt; Grundlage hierfür bildet ein Discounted Cashflow-Modell (Inputfaktoren
auf Ebene 3).
Der Bestand an Sachanlagen belief sich zum 30. Juni 2018 auf 112,6 Mio. € (31. Dezember
2017: 113,4 Mio. €).
Die Finanzanlagen beliefen sich zum 30. Juni 2018 auf 1.518,2 Mio. € (1. Januar 2018:
1.730,4 Mio. €). Der Rückgang betrifft in Höhe von 221,1 Mio. € die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewerteten Schuldinstrumente. Instrumente mit einem Buchwert von
232,3 Mio. € werden innerhalb des nächsten Jahres fällig und wurden entsprechend als
kurzfristig eingestuft.
Das Eigenkapital ist im Geschäftsjahr 2018 um 151,3 Mio. € auf 4.808,1 Mio. € (31.
Dezember 2017: 4.959,4 Mio. €) zurückgegangen. Es enthält den Periodenüberschuss,
der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen ist, in Höhe von 459,3 Mio.
€ sowie gegenläufig die von der Deutsche Börse AG ausgeschüttete Dividende in Höhe
von 453,3 Mio. €.
In Folge des Rückkaufs eigener Aktien reduzierte sich das Eigenkapital um 164,0 Mio.
€.
Der Ausgleichsposten für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter hat sich im Berichtszeitraum
um 14,1 Mio. € erhöht.
Die Pensionsrückstellungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren
gemäß IAS 19 bewertet. Zum 30. Juni 2018 betrug der Rechnungszins für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen in Deutschland und Luxemburg 1,80 Prozent (31. Dezember 2017:
1,80 Prozent; 30. Juni 2017: 1,90 Prozent), in der Schweiz wurde ein gegenüber dem
Jahresende 2017 unveränderter Rechnungszins von 0,70 Prozent (30. Juni 2017: 0,60
Prozent) zugrunde gelegt.
Die von der Deutsche Börse AG ausgegebenen Euro-Schuldverschreibungen haben einen
Buchwert in Höhe von 2.281,6 Mio. € (31. Dezember 2017: 2.288,1) und einen beizulegenden
Zeitwert in Höhe von 2.435,1 Mio. € (31. Dezember 2017:2.451,5) und werden unter "Zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" ausgewiesen.
Ende des ersten Quartals 2018 hat die Deutsche Börse AG eine Unternehmensanleihe im
Nominalvolumen in Höhe von 600 Mio. € begeben. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zehn
Jahren und einen Zinskupon von 1,125 Prozent jährlich. Sie dient der Refinanzierung
der ebenfalls Ende des ersten Quartals 2018 ausgelaufenen Anleihe im Nominalvolumen
in Höhe von 600 Mio. €.
Der Rückgang der Konzern-Bilanzsumme um 10,4 Mrd. € auf 135,7 Mrd. € zum 30. Juni
2018 (31. März 2018: 146,1 Mrd. €) wird überwiegend durch die Finanzinstrumente der
zentralen Kontrahenten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft und
Bardepots der Marktteilnehmer bestimmt. Die Höhe dieser Positionen kann sich entsprechend
den Bedürfnissen und Handlungen der Kunden täglich stark ändern.
Die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert
bewertet werden, sind den folgenden drei Hierarchieebenen zuzuordnen: Der Ebene 1
sind finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zuzuordnen, sofern ein Börsenpreis
für gleiche Vermögenswerte und Schulden auf einem aktiven Markt vorliegt. Die Zuordnung
zur Ebene 2 erfolgt, sofern die Parameter, die der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes
zugrunde gelegt werden, entweder direkt oder indirekt beobachtbare Inputfaktoren darstellen;
diese Inputfaktoren müssen auf Markterwartungen beruhen. Finanzielle Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten werden in der Ebene 3 ausgewiesen, sofern der beizulegende Zeitwert
aus nicht beobachtbaren Parametern ermittelt wird.
Gemäß IFRS 9 sind zum 30. Juni 2018 die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten,
die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, den Hierarchieebenen 1 bis 3 wie folgt
zugeordnet:
| Beizulegender Zeitwert zum 30.06.2018 | davon entfallen auf: | |||
| Ebene 1 | Ebene 2 | Ebene 3 | ||
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewertet | ||||
| VERMÖGENSWERTE | ||||
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete Beteiligungen | 109,9 | 26,9 | 0 | 83,0 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVPL) | ||||
| Langfristige erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente | 17,7 | 9,8 | 0 | 7,9 |
| Langfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 6.283,8 | 0 | 6.283,8 | 0 |
| Kurzfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 75.241,3 | 0 | 75.241,3 | 0 |
| Kurzfristige Derivate | 64,6 | 0 | 64,6 | 0 |
| Summe | 81.607,4 | 9,8 | 81.589,7 | 7,9 |
| Summe Vermögenswerte | 81.717,3 | 36,7 | 81.589,7 | 90,9 |
| VERBINDLICHKEITEN | ||||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL) | ||||
| Langfristige erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL) | -0,9 | 0 | 0 | -0,9 |
| Langfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | -6.283,8 | 0 | -6.283,8 | 0 |
| Kurzfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | -74.544,1 | 0 | -74.544,1 | 0 |
| Kurzfristige Derivate | -2,5 | 0 | -2,5 | 0 |
| Summe Verbindlichkeiten | -80.831,3 | 0 | -80.830,4 | -0,9 |
Nach IAS 39 waren zum 30. Juni 2017 die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten,
die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, den Hierarchieebenen 1 bis 3 wie folgt
zugeordnet:
| Beizulegender Zeitwert zum 30.06.2017 | davon entfallen auf: | |||
| Ebene 1 | Ebene 2 | Ebene 3 | ||
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewertet | ||||
| VERMÖGENSWERTE | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare Beteiligungen | 45,9 | 39,3 | 0 | 6,6 |
| Langfristige zur Veräußerung verfügbare Schuldinstrumente | 1.606,1 | 1.606,1 | 0 | 0 |
| Kurzfristige zur Veräußerung verfügbare Schuldinstrumente | 351,2 | 351,2 | 0 | 0 |
| Summe | 2.003,2 | 1.996,6 | 0 | 6,6 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Langfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 5.815,5 | 0 | 5.815,5 | 0 |
| Kurzfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | 104.934,7 | 0 | 104.934,7 | 0 |
| Langfristige Derivate | 0,1 | 0 | 0 | 0,1 |
| Kurzfristige Derivate | 0,8 | 0 | 0,8 | 0 |
| Summe | 110.751,1 | 0 | 110.751,0 | 0,1 |
| Summe Vermögenswerte | 112.754,3 | 1.996,6 | 110.751,0 | 6,7 |
| VERBINDLICHKEITEN | ||||
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL) | -0,2 | 0 | 0 | -0,2 |
| Langfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | -5.815,5 | 0 | -5.815,5 | 0 |
| Kurzfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten | -104.435,3 | 0 | -104.435,3 | 0 |
| Langfristige Derivate | -1,5 | 0 | 0 | -1,5 |
| Kurzfristige Derivate | -93,6 | 0 | -91,7 | -1,9 |
| Summe Verbindlichkeiten | -110.346,1 | 0 | -110.342,5 | -3,6 |
Die in Ebene 2 aufgeführten Derivate betreffen Devisentermingeschäfte. Grundlage für
die Ermittlung des Marktwertes der Devisentermingeschäfte bilden die Devisenterminkurse
zum Bilanzstichtag für die verbleibende Restlaufzeit.
Basis für die Marktwertermittlung der der Ebene 2 zugeordneten Finanzinstrumente der
zentralen Kontrahenten sind Markttransaktionen für identische oder ähnliche Vermögenswerte
auf nicht aktiven Märkten sowie Optionspreismodelle, die auf beobachtbaren Marktpreisen
basieren.
Der Ebene 3 sind zum Bilanzstichtag folgende Positionen zugeordnet, deren Bewertung
sich wie folgt darstellt:
| Vermögenswerte | Verbindlichkeiten | |||||
| Beteiligungen (FVOCI) | Langfristige Finanzinstrumente (FVPL) | Langfristige Derivate | Kurzfristige Finanzinstrumente (FVPL) | Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL) | Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL) | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Stand zum 01.01.2018 | 67,8 | 5,9 | 0,1 | 1,5 | -0,8 | -0,3 |
| Zugang | 13,5 | 1,6 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgang | -0,2 | -0,1 | 0 | -1,5 | 0 | 0,3 |
| Ergebniswirksame unrealisierte Gewinne (Verluste) | 0 | 0,5 | -0,1 | 0 | -0,1 | 0 |
| Erfolgsneutrale unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus der Währungsumrechnung | 0,4 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| In der Neubewertungsrücklage erfasste Veränderungen | 1,5 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand zum 30.06.2018 | 83,0 | 7,9 | 0 | 0 | -0,9 | 0 |
| Summe | |
| Mio. € | |
| Stand zum 01.01.2018 | 74,2 |
| Zugang | 15,1 |
| Abgang | -1,5 |
| Ergebniswirksame unrealisierte Gewinne (Verluste) | 0,3 |
| Erfolgsneutrale unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus der Währungsumrechnung | 0,4 |
| In der Neubewertungsrücklage erfasste Veränderungen | 1,5 |
| Stand zum 30.06.2018 | 90,0 |
Der Wert der in Ebene 3 ausgewiesenen Beteiligungen wird vierteljährlich mittels interner
Bewertungsmodelle überprüft. Im ersten Halbjahr 2018 ergaben sich aus der Bewertung
zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutrale positive Effekte in Höhe von 3,4 Mio. €
und erfolgsneutrale negative Effekte in Höhe von 1,9 Mio. €.
Unter den langfristigen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten
sind Anteile an Investmentfonds enthalten. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
basiert auf dem vom Emittenten bestimmten Nettoinventarwert und führte zu einem erfolgswirksamen
positiven Effekt in Höhe von 0,5 Mio. €. Weiterhin sind in dieser Position eine Wandelanleihe
und ein Wandeldarlehen enthalten, deren Marktwert anhand unternehmensinterner Bewertungsmodelle
ermittelt wird. Der beizulegende Zeitwert der beiden Finanzinstrumente beträgt zum
30. Juni 2018 unverändert 2,3 Mio. €.
Der in den langfristigen Derivaten enthaltene beizulegende Zeitwert einer Kaufoption
wurde mit Hilfe des Black-Scholes-Modells auf Basis nicht beobachtbarer Marktdaten
ermittelt und beträgt zum Stichtag null. Dies führte zu einem unrealisierten ergebniswirksamen
Verlust von -0,1 Mio. €.
Das in der Position "Kurzfristige erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente"
Anfang 2018 ausgewiesene Finanzinstrument aus einem Incentive-Programm ist im ersten
Halbjahr 2018 ausgelaufen und führte zu einem Abgang in Höhe von 1,5 Mio. €.
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2018 waren in der Position "Langfristige erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL)" zwei bedingte
Kaufpreiskomponenten in Höhe von 0,8 Mio. € enthalten. Im Berichtsjahr ergaben sich
aus der Neueinschätzung bezüglich der potenziellen Inanspruchnahme ergebniswirksame,
unrealisierte Verluste in Höhe von -0,1 Mio. €. Beide Kaufpreiskomponenten basieren
auf internen Discounted Cashflow-Modellen, welche die erwarteten künftigen Zahlungsverpflichtungen
mit risikoadäquaten Zinssätzen auf den Bewertungsstichtag diskontieren.
Die Veränderungen in der Position "Kurzfristige erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL)" resultieren aus einer Auszahlung in
Höhe von 0,3 Mio. €.
Die beizulegenden Zeitwerte der übrigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden,
die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden wie folgt ermittelt:
Die von der Gruppe Deutsche Börse ausgegebenen Schuldverschreibungen haben einen beizulegenden
Zeitwert in Höhe von 2.435,1 Mio. € (31. Dezember 2017: 2.451,5 Mio. €) und werden
unter den "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten"
ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert ergibt sich aus den Notierungen der Anleihen.
Diese sind dem entsprechend der Ebene 2 zuzuordnen.
Die von der Gruppe Deutsche Börse als Investition gehaltenen Schuldverschreibungen
haben einen beizulegenden Zeitwert in Höhe von 1.671,6 Mio. € und werden unter den
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Schuldinstrumenten ausgewiesen.
Für die nachfolgenden Positionen stellt der jeweilige Buchwert eine angemessene Näherung
für den beizulegenden Zeitwert dar:
| ― |
Die unter den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten langfristigen Schuldinstrumenten ausgewiesenen sonstigen Ausleihungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte |
| ― |
Die unter den kurzfristigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten ausgewiesenen sonstigen finanziellen Vermögenswerte |
| ― |
Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung |
| ― |
Kassenbestand und sonstige Bankguthaben |
| ― |
Bardepots der Marktteilnehmer |
| ― |
Die unter den langfristigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten |
| 30.06.2018 | 01.01.2018 | |
| Mio. € | Mio. € | |
| Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung | 28.747,1 | 29.392,0 |
| Kassenbestand und sonstige Bankguthaben | 1.042,6 | 1.297,6 |
| Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten (saldiert) | 697,2 | 712,1 |
| 30.486,9 | 31.401,7 | |
| Überleitung zum Finanzmittelbestand | ||
| zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete kurzfristige Finanzinstrumente | 17.488,1 | 13.172,6 |
| abzüglich Kredite und Forderungen, die nicht als Finanzmittelbestand qualifizieren | -1.475,2 | -1.140,8 |
| abzüglich Forderungen der zentralen Kontrahenten | -170,0 | -112,3 |
| abzüglich Wertpapiere, mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als drei Monaten | -318,9 | -254,0 |
| zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | -17.460,3 | -13.975,9 |
| abzüglich Verbindlichkeiten, die nicht Bestandteil des Cash Managements sind | 67,4 | 704,2 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Bardepots der Marktteilnehmer | -28.568,4 | -29.215,3 |
| -30.437,3 | -30.821,5 | |
| Finanzmittelbestand | 49,6 | 580,2 |
In Übereinstimmung mit IAS 33 wird das Ergebnis je Aktie ermittelt, indem der den
Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss durch die gewichtete
Durchschnittszahl der ausgegebenen Aktien dividiert wird.
Zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie werden der durchschnittlichen
Aktienanzahl die potenziell verwässernden Stammaktien zugerechnet, die im Rahmen der
aktienbasierten Vergütung erworben werden können. Hierbei werden zur Berechnung der
Zahl der potenziell verwässernden Stammaktien die Ausübungspreise um den beizulegenden
Zeitwert der Dienstleistungen, die noch zu erbringen sind, korrigiert.
Für die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird - unabhängig von der
tatsächlichen Bilanzierung nach IFRS 2 - angenommen, dass alle Tranchen des langfristigen
Nachhaltigkeitsplans (LSI), für die keine Erfüllung durch Barausgleich beschlossen
wurde, durch Eigenkapitalinstrumente erfüllt werden.
Zum 30. Juni 2018 gab es folgende Bezugsrechte, die zu einer Verwässerung des Gewinns
je Aktie hätten führen können:
| Tranche | Ausübungspreis | Anpassung des Ausübungspreises nach IAS 331) | Durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Bezugsrechte | Durchschnittskurs für die Periode2) | Zahl der potenziell verwässernden Stammaktien |
| € | € | 30.06.2018 | € | 30.06.2018 | |
| 20143) | 0 | 0 | 10.346 | 109,24 | 7.674 |
| 20184) | 0 | 0 | 15.222 | 109,24 | 15.222 |
1)
Nach IAS 33.47 A müssen bei Aktienoptionen und anderen anteilsbasierten Vergütungsvereinbarungen
der Ausgabe- sowie der Ausübungspreis den beizulegenden Zeitwert aller Güter und Dienstleistungen
enthalten, die dem Unternehmen künftig im Rahmen der Aktienoption oder einer anderen
anteilsbasierten Vergütungsvereinbarung zu liefern bzw. zu erbringen sind.
2)
Volumengewichteter Durchschnittskurs der Aktie der Deutsche Börse AG auf Xetra in
der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2018
3)
Hierbei handelt es sich um Bezugsrechte auf Aktien im Rahmen des langfristigen Nachhaltigkeitsplans
für leitende Angestellte. Die Anzahl der Aktienbezugsrechte der Tranche 2014 kann
sich im Vergleich zu der am Bilanzstichtag angegebenen Anzahl noch ändern, da die
Bezugsrechte erst in künftigen Geschäftsjahren gewährt werden.
4)
Hierbei handelt es sich um Bezugsrechte im Rahmen des Group Share Plans (GSP).
Da der volumengewichtete durchschnittliche Aktienkurs über den angepassten Ausübungspreisen
der Tranche 2014 lag, gelten diese Bezugsrechte zum 30. Juni 2018 im Sinne von IAS
33 als verwässernd.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Zahl der Aktien, die sich am Anfang der Periode im Umlauf befanden | 185.075.293 | 186.805.015 | 186.610.158 | 186.805.015 |
| Zahl der Aktien, die sich zum Ende der Periode im Umlauf befanden | 185.013.738 | 186.805.015 | 185.013.738 | 186.805.015 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Umlauf | 185.015.091 | 186.805.015 | 185.597.258 | 186.805.015 |
| Zahl der potenziell verwässernden Stammaktien | 37.879 | 40.482 | 22.896 | 43.554 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie | 185.052.970 | 186.845.497 | 185.620.154 | 186.848.569 |
| Konzern-Periodenüberschuss (Mio. €) | 210,3 | 176,3 | 459,3 | 456,4 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) (€) | 1,13 | 0,94 | 2,47 | 2,44 |
| Ergebnis je Aktie (verwässert) (€) | 1,13 | 0,94 | 2,47 | 2,44 |
Zum 30. Juni 2018 wurden 2.672 Bezugsrechte von der Berechnung des gewichteten Durchschnitts
der potenziell verwässernden Aktien ausgeschlossen, da ihre Auswirkungen im Geschäftsjahr
bis zum Bilanzstichtag nicht verwässernd sind.
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Umsatzerlöse mit fremden Dritten | ||||
| Eurex (Finanzderivate) | 236,1 | 212,0 | 476,6 | 426,0 |
| Aktienindexderivate | 124,0 | 118,5 | 259,1 | 230,9 |
| Zinsderivate | 63,5 | 52,8 | 123,0 | 112,4 |
| Aktienderivate | 13,8 | 11,5 | 26,6 | 22,9 |
| OTC-Clearing | 5,4 | 2,1 | 10,2 | 4,2 |
| Sonstige | 29,4 | 27,1 | 57,7 | 55,6 |
| EEX (Commodities) | 67,0 | 55,9 | 133,2 | 113,7 |
| Strom-Spotmarkt | 17,3 | 15,1 | 33,9 | 30,6 |
| Strom-Terminmarkt | 22,1 | 17,0 | 43,2 | 35,2 |
| Gas | 9,9 | 8,6 | 23,1 | 19,3 |
| Sonstige | 17,7 | 15,2 | 33,0 | 28,6 |
| 360T (Devisenhandel) | 18,4 | 16,4 | 36,2 | 33,0 |
| Handel | 15,9 | 13,8 | 31,0 | 27,8 |
| Sonstige | 2,5 | 2,6 | 5,2 | 5,2 |
| Xetra (Wertpapierhandel) | 59,4 | 58,5 | 126,5 | 118,2 |
| Handel und Clearing | 45,9 | 44,6 | 98,8 | 90,6 |
| Listing | 3,8 | 3,5 | 7,5 | 6,7 |
| Sonstige | 9,7 | 10,4 | 20,2 | 20,9 |
| Clearstream (Nachhandel) | 191,2 | 185,9 | 384,2 | 370,4 |
| Verwahrung (Custody) | 130,1 | 129,5 | 257,2 | 253,5 |
| Abwicklung (Settlement) | 27,3 | 27,3 | 58,6 | 58,0 |
| Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Third Party Services | 10,2 | 5,2 | 19,5 | 12,6 |
| Sonstige | 23,6 | 23,9 | 48,9 | 46,3 |
| IFS (Investment Fund Services) | 39,6 | 34,2 | 80,7 | 71,1 |
| Verwahrung (Custody) | 17,3 | 15,2 | 33,9 | 31,0 |
| Abwicklung (Settlement) | 13,0 | 11,3 | 27,1 | 23,9 |
| Sonstige | 9,3 | 7,7 | 19,7 | 16,2 |
| GSF (Sicherheitenmanagement) | 35,4 | 32,8 | 68,8 | 67,2 |
| Repo | 11,0 | 10,3 | 21,8 | 21,1 |
| Wertpapierleihe | 24,4 | 22,5 | 47,0 | 46,1 |
| STOXX (Indexgeschäft) | 38,4 | 36,9 | 75,4 | 65,4 |
| ETF-Lizenzerlöse | 11,6 | 11,9 | 23,6 | 20,2 |
| Börsen-Lizenzerlöse | 8,3 | 8,5 | 17,6 | 16,7 |
| Sonstige Lizenzerlöse | 18,5 | 16,5 | 34,2 | 28,5 |
| Data | 45,3 | 44,4 | 94,3 | 90,4 |
| Daten aus den Kassa- und Derivatemärkten | 29,3 | 30,6 | 61,4 | 62,8 |
| Regulatorische Dienstleistungen | 3,8 | 3,5 | 8,6 | 6,8 |
| Sonstige | 12,2 | 10,3 | 24,3 | 20,8 |
| Summe Umsatzerlöse mit fremden Dritten | 730,8 | 677,0 | 1.475,9 | 1.355,4 |
| Konsolidierung der Innenumsätze | -11,3 | -11,2 | -23,2 | -23,2 |
| Summe Umsatzerlöse | 719,5 | 665,8 | 1.452,7 | 1.332,2 |
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Nettozinserträge | ||||
| Eurex (Finanzderivate) | 13,3 | 7,6 | 18,7 | 13,5 |
| EEX (Commodities) | 2,0 | 0 | 3,3 | -0,1 |
| Clearstream (Nachhandel) | 39,7 | 25,9 | 73,9 | 50,0 |
| Summe Nettozinserträge | 55,0 | 33,5 | 95,9 | 63,4 |
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Eurex (Finanzderivate) | 239,6 | 212,7 | 476,6 | 427,3 |
| EEX (Commodities) | 61,1 | 51,7 | 122,9 | 105,3 |
| 360T (Devisenhandel) | 18,5 | 16,3 | 36,1 | 32,8 |
| Xetra (Wertpapierhandel) | 55,5 | 53,5 | 117,2 | 106,5 |
| Clearstream (Nachhandel) | 180,9 | 164,4 | 359,6 | 328,8 |
| IFS (Investment Fund Services) | 37,5 | 32,1 | 76,8 | 67,2 |
| GSF (Sicherheitenmanagement) | 21,0 | 19,6 | 40,1 | 40,7 |
| STOXX (Indexgeschäft) | 34,8 | 35,0 | 68,6 | 60,0 |
| Data (Datengeschäft) | 38,1 | 38,3 | 80,7 | 78,4 |
| Summe | 687,0 | 623,6 | 1.378,6 | 1.247,0 |
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Eurex (Finanzderivate) | 84,5 | 79,3 | 165,3 | 153,9 |
| EEX (Commodities) | 35,2 | 30,3 | 68,5 | 60,9 |
| 360T (Devisenhandel) | 14,0 | 12,0 | 25,3 | 23,5 |
| Xetra (Wertpapierhandel) | 28,9 | 24,8 | 54,3 | 52,8 |
| Clearstream (Nachhandel) | 84,8 | 71,9 | 149,3 | 143,4 |
| IFS (Investment Fund Services) | 26,5 | 20,0 | 47,3 | 41,3 |
| GSF (Sicherheitenmanagement) | 12,2 | 8,6 | 21,5 | 17,6 |
| STOXX (Indexgeschäft) | 14,5 | 10,2 | 27,2 | 22,6 |
| Data (Datengeschäft) | 16,6 | 14,3 | 33,5 | 29,0 |
| Summe | 317,2 | 271,4 | 592,2 | 545,0 |
| 2. Quartal zum | 1. Halbjahr zum | |||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Eurex (Finanzderivate) | 154,9 | 132,9 | 310,8 | 390,1 |
| EEX (Commodities) | 25,9 | 21,4 | 54,4 | 44,4 |
| 360T (Devisenhandel) | 4,5 | 4,3 | 10,8 | 9,3 |
| Xetra (Wertpapierhandel) | 28,1 | 30,9 | 65,9 | 56,4 |
| Clearstream (Nachhandel) | 96,2 | 92,5 | 210,4 | 185,4 |
| IFS (Investment Fund Services) | 11,0 | 12,0 | 29,5 | 25,7 |
| GSF (Sicherheitenmanagement) | 8,8 | 11,0 | 18,6 | 23,1 |
| STOXX (Indexgeschäft) | 20,3 | 24,8 | 41,4 | 37,4 |
| Data (Datengeschäft) | 21,5 | 24,0 | 47,0 | 49,4 |
| Summe | 371,2 | 353,8 | 788,8 | 821,2 |
| 1. Halbjahr zum | ||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | |
| Eurex (Finanzderivate) | 15,6 | 14,8 |
| EEX (Commodities) | 7,1 | 4,9 |
| 360T (Devisenhandel) | 1,4 | 1,7 |
| Xetra (Wertpapierhandel) | 2,9 | 4,6 |
| Clearstream (Nachhandel) | 27,3 | 28,1 |
| IFS (Investment Fund Services) | 3,2 | 0,6 |
| GSF (Sicherheitenmanagement) | 0,4 | 1,8 |
| STOXX (Indexgeschäft) | 3,8 | 0,1 |
| Data (Datengeschäft) | 4,9 | 10,6 |
| Summe | 66,6 | 67,2 |
Aus den verzinslichen Verbindlichkeiten ergaben sich zum 30. Juni 2018 folgende künftig
erwartete Zahlungsverpflichtungen:
| Erwartete Zahlungsverpflichtungen zum | ||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | |
| Bis 1 Jahr | 38,9 | 645,6 |
| 1 bis 5 Jahre | 1.349,5 | 739,0 |
| Länger als 5 Jahre | 1.164,9 | 1.146,8 |
| Summe | 2.553,3 | 2.531,4 |
In ihrem Unternehmensbericht 2012 informierte die Gruppe Deutsche Börse über eine
Sammelklage Peterson vs. Clearstream Banking S.A., dem ersten Peterson-Verfahren,
auf die Herausgabe bestimmter Kundenpositionen im Sammeldepot der Lagerstelle der
Clearstream Banking S.A. bei Citibank NA sowie auf Schadenersatz gegen die Clearstream
Banking S.A. in Höhe von 250,0 Mio. US$. Ein Vergleich wurde zwischen der Clearstream
Banking S.A. und den Klägern geschlossen und die Schadenersatzforderungen gegen die
Clearstream Banking S.A. zurückgenommen.
Im Juli 2013 ordnete das US-Gericht in seinem Urteil die Herausgabe der Kundenpositionen
an die Kläger an und stellte fest, dass diese im Eigentum von Bank Markazi, der iranischen
Zentralbank, stünden. Bank Markazi legte Berufung ein. Die Entscheidung wurde am 9.
Juli 2014 von dem zuständigen Berufungsgericht (Second Circuit Court of Appeals) und
anschließend am 20. April 2016 vom Obersten US-Bundesgericht bestätigt. Sobald das
Verfahren über die Verteilung der Positionen an die Kläger abgeschlossen ist, sollte
auch der hieran angelehnte Fall Heiser vs. Clearstream Banking S.A., der die Herausgabe
derselben Positionen zum Gegenstand hat, abgeschlossen sein.
Am 30. Dezember 2013 erhoben verschiedene US-Kläger des ersten Peterson-Verfahrens
sowie weitere Kläger Klage, die auf die Herausgabe bestimmter Vermögenswerte, die
die Clearstream Banking S.A. als Verwahrer in Luxemburg hält, gerichtet ist. Die Beklagten
in diesem Verfahren, einschließlich der Clearstream Banking S.A., hatten 2014 Klageabweisung
beantragt. Am 19. Februar 2015 erließ das US-Gericht die Entscheidung, die Klage abzuweisen.
Die Kläger legten Berufung gegen die Entscheidung beim zuständigen Berufungsgericht
(Second Circuit Court of Appeals) ein, das am 21. November 2017 weite Teile der Entscheidung
des Ausgangsgerichts bestätigt hat. Das Berufungsgericht hat den Fall in einem anderen
Punkt an das Ausgangsgericht zurückverwiesen. Dieses soll beurteilen, ob die Vermögenswerte
in Luxemburg der Vollstreckung in den USA unterliegen. Die Clearstream Banking S.A.
hat hiergegen am 8. Mai 2018 Beschwerde vor dem Obersten US-Bundesgericht eingelegt.
Am 14. Oktober 2016 erhoben mehrere Kläger aus den USA Klage gegen die Clearstream
Banking S.A. und weitere juristische Personen; die Klage in diesem Verfahren ("Havlish
vs. Clearstream Banking S.A.") basiert auf ähnlichen Vermögenswerten und Vorwürfen
wie in den Peterson-Verfahren. Die Klage ist auf die Herausgabe bestimmter Vermögenswerte
gerichtet, die die Clearstream Banking S.A. als Verwahrer in Luxemburg hält. Darüber
hinaus werden in der Klage direkte Forderungen gegen die Clearstream Banking S.A.
und weitere Beklagte auf Schadenersatz von bis zu rund 6,6 Mrd. US$ (zuzüglich Strafschadenersatz
und Zinsen) erhoben.
Die Clearstream Banking S.A. wurde am 2. April 2014 darüber informiert, dass der US-Staatsanwalt
des Southern District von New York (United States Attorney for the Southern District
of New York) gegen die Clearstream Banking S.A. ein Ermittlungsverfahren wegen der
Geschäftstätigkeit der Clearstream Banking S.A. mit dem Iran und anderen Ländern im
Hinblick auf US-Sanktionsvorschriften eingeleitet hat. Die Clearstream Banking S.A.
kooperiert mit dem US-Staatsanwalt.
Im Zusammenhang mit den laufenden Rechtsstreitigkeiten betreffend Vermögenswerte der
Bank Markazi ist der Clearstream Banking S.A. am 17. Januar 2018 eine Klage der Bank
Markazi zugestellt worden, in der die Banca UBAE S.p.A. und die Clearstream Banking
S.A. als Beklagte benannt sind. Die bei den luxemburgischen Gerichten eingereichte
Klage ist in erster Linie auf die Herausgabe von Vermögenswerten der Bank Markazi
über rund 4,9 Mrd. US$ zuzüglich Zinsen gerichtet, die gemäß Behauptung der Klage
auf Konten der Banca UBAE S.p.A. und der Bank Markazi bei der Clearstream Banking
S.A. gehalten werden. Alternativ verlangt die Bank Markazi Schadenersatz in gleicher
Höhe. Die verlangten Vermögenswerte betreffen Vermögen über rund 1,9 Mrd. US$, das
gemäß einem bindenden und vollstreckbaren Urteil eines US-amerikanischen Gerichts
aus dem Jahre 2013 im Rahmen eines Verfahrens, an dem die Bank Markazi als Partei
beteiligt war, an US-Kläger herausgegeben wurde. Die Klage betrifft auch Kundenvermögen
in Höhe von rund 2 Mrd. US$, das bei der Clearstream Banking S.A. gehalten wird und
das derzeit Gegenstand von durch US-Kläger erhobenen Klagen in den USA und Luxemburg
ist, sowie Vermögen, das bereits in der Vergangenheit von der Clearstream Banking
S.A. an die Banca UBAE S.p.A. übertragen wurde.
Am 15. Juni 2018 hat die Banca UBAE S.p.A. Klage gegen die Clearstream Banking S.A.
vor den luxemburgischen Gerichten erhoben. Diese Rückgriffsklage steht mit der gegen
die Clearstream Banking S.A. und die Banca UBAE S.p.A. erhobenen Klage der Bank Markazi
in Verbindung und verlangt von der Clearstream Banking S.A., die Banca UBAE S.p.A.
für den Fall schadlos zu halten, dass die Banca UBAE S.p.A. in der Klage der Bank
Markazi unterliegt und zur Zahlung von Schadensersatz an Bank Markazi verurteilt wird.
Beginnend am 16. Juli 2010 erhoben die Insolvenzverwalter der auf den Britischen Jungferninseln
domizilierten Fonds Fairfield Sentry Ltd. und Fairfield Sigma Ltd. Klagen vor einem
US-Insolvenzgericht (US Bankruptcy Court for the Southern District of New York) gegen
mehr als 300 Finanzinstitute gerichtet auf Rückgewähr von an Investoren der Fonds
gezahlte Beträge, die diese für die Rückgaben von Anteilen vor Dezember 2008 erhalten
haben. Am 14. Januar 2011 erhoben die Insolvenzverwalter der Fonds gerichtlich Ansprüche
gegen die Clearstream Banking S.A. in Höhe von 13,5 Mio. US$ auf Rückgewähr von Zahlungen
für die Rückgabe von Fondsanteilen, die die Fonds an Investoren unter Nutzung des
Abwicklungssystems der Clearstream Banking S.A. geleistet haben. Das Verfahren, welches
über mehrere Jahre ausgesetzt war, dauert an.
Bezüglich einer Anleihe der MBB Clean Energy AG (MBB), die durch die Clearstream Banking
AG verwahrt ist, ist es zu Auseinandersetzungen gekommen. MBB hat eine erste Tranche
der Anleihe im April 2013 und eine zweite Tranche der Anleihe im Dezember 2013 begeben.
Die Globalurkunden für beide Tranchen der Anleihe wurden der Clearstream Banking AG
durch die Zahlstelle des Emittenten geliefert. Die Auseinandersetzungen drehen sich
darum, dass die Anleihe nicht bedient wurde und angeblich ungültig ist. Die Rolle
der Clearstream Banking AG im Kontext der angeblich ungültigen Anleihe der MBB besteht
vorrangig darin, die Globalurkunde als nationaler Zentralverwahrer zu verwahren. Über
den Emittenten MBB ist zwischenzeitlich das Insolvenzverfahren eröffnet worden.
Wie der Clearstream Banking AG und der Clearstream Banking S.A. im September 2017
bekannt wurde, führt die Staatsanwaltschaft Köln ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung
im Zusammenhang mit der Beteiligung eines Mitarbeiters der Clearstream Banking AG
an der Umsetzung von Transaktionen von Marktteilnehmern über den Dividendenstichtag
(Cum/Ex-Transaktionen). Mit Schreiben vom 22. Januar 2018 an die Clearstream Banking
AG hat die Staatsanwaltschaft Köln die Clearstream Banking AG und die Clearstream
Banking S.A. als mögliche Nebenbeteiligte angehört. Aufgrund des frühen Verfahrensstadiums
ist es nicht möglich, Zeitpunkt, Ausmaß und Umfang sowie Folgen einer etwaigen Entscheidung
vorherzusagen. Die Gesellschaften kooperieren mit den zuständigen Behörden.
Am 1. Februar 2017 gab die Deutsche Börse AG bekannt, dass die Staatsanwaltschaft
Frankfurt am Main bei der Deutsche Börse AG wegen des Aktienerwerbs ihres damaligen
Vorstandsvorsitzenden Carsten Kengeter am 14. Dezember 2015 zur Umsetzung des vom
Aufsichtsrat der Gesellschaft beschlossenen Vorstandsvergütungsprogramms ermittelt.
Am 18. Juli 2017 übermittelte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main der Deutsche
Börse AG ein Anhörungsschreiben. Nach diesem beabsichtigte die Staatsanwaltschaft,
die Gesellschaft formal an dem laufenden Ermittlungsverfahren gegen Carsten Kengeter
zu beteiligen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main stellte in dem Anhörungsschreiben
im Hinblick auf die Gesellschaft in Aussicht, dass gegen die Deutsche Börse AG zwei
Geldbußen in Höhe von insgesamt 10,5 Mio. € gemäß § 30 Gesetz über Ordnungswidrigkeiten
(OWiG) wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Insiderhandelsverbot im Dezember
2015 und einer angeblichen Unterlassung einer Ad-hoc-Mitteilung im Januar 2016 verhängt
werden könnten. Am 13. September 2017 entschieden Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche
Börse AG, den von der Staatsanwaltschaft in Aussicht gestellten Bußgeldbescheid des
zuständigen Amtsgerichts zu akzeptieren. Am 23. Oktober 2017 lehnte jedoch das Amtsgericht
Frankfurt am Main die von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main beantragte Einstellung
des Ermittlungsverfahrens gegen den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Börse
AG, Carsten Kengeter, gegen Auflagen in Form einer Zahlung von 500.000 € ab. Dem Gericht
erschien eine Fortführung der Ermittlungen angesichts der Bedeutung des Verfahrens
opportun. Die weitergehenden Ermittlungen könnten von einer Einstellung des Verfahrens
mangels hinreichenden Tatverdachts bis hin zur Anklageerhebung führen. Das Gericht
hat die Sache, sowohl in Bezug auf die Ermittlungen gegen Carsten Kengeter als auch
hinsichtlich möglicher Schritte gegen die Deutsche Börse AG, an die Staatsanwaltschaft
zurückgegeben, die gegenwärtig das Ermittlungsverfahren fortsetzt und dann über das
weitere Verfahren entscheiden wird. Am 26. Oktober 2017 informierte Carsten Kengeter
den Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG darüber, dass er als Vorstandsvorsitzender
mit Wirkung vom 31. Dezember 2017 zurücktreten möchte. Dies akzeptierte der Aufsichtsrat.
Die Deutsche Börse AG ist weiterhin auch nach Hinzuziehung von Experten der Auffassung,
dass die erhobenen Vorwürfe in jeder Hinsicht unbegründet sind.
Zusätzlich zu den oben und in früheren Veröffentlichungen erwähnten Sachverhalten
ist die Gruppe Deutsche Börse von Zeit zu Zeit in verschiedene Rechtsstreitigkeiten
involviert, die sich aus dem Verlauf ihres normalen Geschäfts ergeben. Die Gruppe
bildet Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und aufsichtsrechtliche Angelegenheiten,
wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung besteht, der Abfluss
von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich
ist und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. In solchen
Fällen kann sich ein Verlustrisiko ergeben, das höher ist als die entsprechenden Rückstellungen.
Wenn die oben genannten Bedingungen nicht erfüllt sind, bildet die Gruppe keine Rückstellungen.
Wenn sich eine Rechtsstreitigkeit oder eine aufsichtsrechtliche Angelegenheit entwickelt,
bewertet die Gruppe kontinuierlich, ob die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung
erfüllt sind. Die Gruppe kann eventuell nicht absehen, wie hoch der mögliche Verlust
oder die Verlustspanne im Hinblick auf diese Angelegenheiten sein wird. Auf der Basis
aktuell verfügbarer Informationen geht die Gruppe Deutsche Börse insgesamt nicht davon
aus, dass das Ergebnis eines dieser Verfahren die Finanzzahlen erheblich beeinträchtigen
wird.
Die Gruppe Deutsche Börse unterliegt aufgrund ihrer Tätigkeit in verschiedenen Ländern
Steuerrisiken. Zur Erfassung und Bewertung dieser Risiken wurde ein Prozess entwickelt,
bei dem diese zunächst in Abhängigkeit von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit erfasst
werden. In einem zweiten Schritt werden diese Risiken mit einem Erwartungswert bewertet.
Sofern mehr für als gegen die Eintrittswahrscheinlichkeit spricht, wird eine Steuerrückstellung
gebildet. Die Gruppe Deutsche Börse überprüft kontinuierlich, ob die Voraussetzungen
für die Bildung entsprechender Steuerrückstellungen erfüllt sind.
Als nahe stehend im Sinne von IAS 24 gelten die Organmitglieder der Deutsche Börse
AG sowie sämtliche als assoziiert eingestufte Unternehmen, Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht, und Unternehmen, die von Organmitgliedern beherrscht
oder maßgeblich beeinflusst werden.
Die folgende Tabelle zeigt die Transaktionen im Rahmen der Geschäftsbeziehungen mit
nicht konsolidierten Unternehmen der Deutsche Börse AG im ersten Halbjahr 2018. Sämtliche
Geschäfte erfolgten hierbei zu marktüblichen Bedingungen.
| Betrag der Geschäftsvorfälle Ertrag -2. Quartal zum | Betrag der Geschäftsvorfälle Aufwand -2. Quartal zum | Betrag der Geschäftsvorfälle Ertrag -1. Halbjahr zum | ||||
| 2018 | 30.06.2017 | 2018 | 30.06.2017 | 2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Assoziierte Unternehmen | 2,3 | 3,3 | -4,7 | -4,5 | 5,1 | 6,3 |
| Gemeinschaftsunternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Beteiligungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Beträge der Geschäftsvorfälle | 2,3 | 3,3 | -4,7 | -4,5 | 5,1 | 6,3 |
| Betrag der Geschäftsvorfälle Aufwand - 1. Halbjahr zum | Ausstehende Salden Forderungen | Ausstehende Salden Verbindlichkeiten | ||||
| 2018 | 30.06.2017 | 2018 | 30.06.2017 | 2018 | 30.06.2017 | |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| Assoziierte Unternehmen | -9,7 | -8,4 | 1,4 | 1,5 | -1,0 | -1,2 |
| Gemeinschaftsunternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Beteiligungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Beträge der Geschäftsvorfälle | -9,7 | -8,4 | 1,4 | 1,5 | -1,0 | -1,2 |
Personen in Schlüsselpositionen sind Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung
der Tätigkeiten der Gruppe Deutsche Börse direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich
sind. Für die Gruppe zählen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats für
Zwecke des IAS 24 zu Personen in Schlüsselpositionen.
Die European Commodity Clearing Luxembourg S.à r.l., Luxemburg (ECC Luxembourg), -
eine Tochtergesellschaft der European Commodity Clearing AG und somit ein Mitglied
der EEX-Gruppe - hat einen Dienstleistungsvertrag über die Ausübung der Geschäftsführertätigkeit
mit der IDS Lux S.à r.l., Luxemburg, abgeschlossen. Gegenstand dieses Vertrags ist
es, eine natürliche Person in der Funktion des Geschäftsführers im Management der
ECC Luxembourg zu stellen. Dieser Geschäftsführer übt neben seinem Amt als Geschäftsführer
der ECC Luxembourg ebenfalls eine Schlüsselposition innerhalb der IDS Lux S.a r.l.
aus. Im ersten Halbjahr 2018 hat die ECC Luxembourg Zahlungen in Höhe von rund 7,0
T € für diese Geschäftsführungstätigkeiten geleistet.
Ein Mitglied des Verwaltungsrats der STOXX Ltd., Zürich, Schweiz, übt gleichzeitig
eine Schlüsselposition innerhalb der Rechtsanwaltskanzlei Lenz & Staehelin, Genf,
Schweiz, aus. Die Gruppe Deutsche Börse hat im ersten Halbjahr 2018 Aufwendungen in
Höhe von rund 594,8 T€ gegenüber der Anwaltskanzlei ausgewiesen.
Innerhalb des Board of Directors der Powernext SA, Paris, Frankreich, eines der Tochterunternehmen
der European Energy Exchange AG, Leipzig, Deutschland, sind Repräsentanten der Unternehmen
GRTgaz, Bois-Colombes, Frankreich, Mutterunternehmen der 3GRT, Tarascon, Frankreich,
und EDEV S.A., Courbevoie, Frankreich vertreten. Die Powernext SA erbrachte im ersten
Halbjahr 2018 Dienstleistungen im Rahmen der Entwicklung und Instandhaltung individueller
Softwarelösungen für das Market Coupling und Balancing sowie einer elektronischen
Handelsplattform für 3GRT. Im Zuge dieser Dienstleistungen wurden im ersten Halbjahr
2018 Erlöse in Höhe von 361,9 T € erwirtschaftet. Zum 30. Juni 2018 bestanden Forderungen
in Höhe von 130,8 T €.
Im Verwaltungsrat des, aus Sicht der Gruppe Deutsche Börse, assoziierten Unternehmens
LuxCSD S.A., Luxemburg, besetzen zwei Mitglieder des Managements von vollkonsolidierten
Gesellschaften der Gruppe Deutsche Börse Schlüsselpositionen. Zu LuxCSD S.A. werden
Geschäftsbeziehungen seitens der Clearstream Banking S.A., Luxemburg, der Clearstream
Services S.A., Luxemburg, der Clearstream International S.A., Luxemburg, und der Clearstream
Banking AG, Frankfurt am Main, Deutschland, gehalten. Im Rahmen dieser Verträge sind
im ersten Halbjahr 2018 Aufwendungen in Höhe von 640,2 T € und Erlöse in Höhe von
394,8 T € angefallen.
Ferner übt ein Vorstandsmitglied der Clearstream Banking AG zeitgleich eine Führungsposition
innerhalb des, aus Sicht der Gruppe Deutsche Börse, assoziierten Unternehmens Deutsche
Börse Commodities GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, aus. Die Gruppe Deutsche Börse
hat im ersten Halbjahr 2018 Erlöse in Höhe von rund 1.872,5 T € sowie Aufwendungen
in Höhe von 8.215,4 T € aus der Geschäftsbeziehung mit der Deutsche Börse Commodities
GmbH erwirtschaftet.
Zwei Vorstandsmitglieder der Deutsche Börse AG und Eurex Frankfurt AG sind im Aufsichtsrat
der China Europe International AG (CEINEX), Frankfurt am Main, Deutschland, vertreten.
Diese Aktiengesellschaft ist ein gemeinschaftlich gegründetes Unternehmen der Shanghai
Stock Exchange Ltd., Shanghai, China, der China Financial Futures Exchange, Shanghai,
China, und der Deutsche Börse AG. Im ersten Halbjahr 2018 wurden Erlöse in Höhe von
26,6 T € sowie Aufwendungen in Höhe von 85,6 T € aus der Geschäftsbeziehung mit CEINEX
erwirtschaftet.
Im Aufsichtsrat des, aus Sicht der Gruppe Deutsche Börse, assoziierten Unternehmens
PHINEO gAG, Berlin, Deutschland, besetzt ein Mitglied des Vorstands der Eurex Frankfurt
AG eine Schlüsselposition.
Im ersten Halbjahr 2018 sind Aufwendungen in Höhe von 250,0 T €, in Form einer Spende
für das Jahr 2017, an das gemeinnützige Unternehmen angefallen.
Ausgewählte Führungskräfte der Tochterunternehmen der Gruppe Deutsche Börse besetzen
ebenfalls Schlüsselpositionen innerhalb des Clearstream Pension Fund ("association
d'épargne pension", ASSEP). Der leistungsorientierte Pensionsplan zu Gunsten der luxemburgischen
Mitarbeiter der Clearstream International S.A., der Clearstream Banking S.A. sowie
der Clearstream Services S.A. wird durch Barzahlungen an eine ASSEP gemäß luxemburgischem
Recht finanziert.
| 2. Quartal zum |
1. Halbjahr zum |
|||
| 30.06.2018 | 30.06.2017 | 30.06.2018 | 30.06.2017 | |
| Im Periodendurchschnitt beschäftigt | 5.742 | 5.575 | 5.707 | 5.491 |
| Am Bilanzstichtag beschäftigt | 5.789 | 5.613 | 5.789 | 5.613 |
Der Anstieg der Mitarbeiter resultiert im Wesentlichen aus Internalisierungen von
externen Dienstleistern.
Unter Berücksichtigung von Teilzeitkräften betrug die Mitarbeiterkapazität im Quartalsdurchschnitt
5.350 Mitarbeiter (Q2/2017: 5.183).
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns
so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Frankfurt am Main, den 25. Juli 2018
Deutsche Börse AG
Der Vorstand
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung,
Konzern-Eigenkapitalentwicklung sowie ausgewählten Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht
der Deutsche Börse Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, für den Zeitraum vom 1.
Januar bis 30. Juni 2018, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115
WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten
Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung",
wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung
der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung
zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf
der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und
des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen
vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen,
dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können,
dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung
mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der der EU anzuwenden ist, und der
Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden
sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen
von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb
nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß
keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht
erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt
geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss
in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung",
wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Frankfurt am Main, den 25. Juli 2018
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Dielehner | Hommel |
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüfer |