Berichtigungsvermerk, hinzugefügt am 14.05.2018:

Neufassung, ersetzt die Offenlegung vom 02.01.2018

WSP Deutschland AG

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014

Bilanz zum 31. Dezember 2014

Aktiva

31.12.2014 31.12.2013
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte   401.308,10   619.795,22
II. Sachanlagen        
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 281.909,68   507.308,22  
2. Anlagen im Bau 0,00 281.909,68 0,00 507.308,22
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbunden Unternehmen 174.891,00   174.892,00  
2. Beteiligungen 30.000,00 204.891,00 35.002,00 209.894,00
    888.108,78   1.336.997,44
B. Umlaufvermögen        
I. Vorräte        
1. In Arbeit befindliche Aufträge 39.320.267,37   46.373.276,80  
2. Geleistete Anzahlungen 0,00   8.000,00  
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -39.320.267,37 0,00 -45.597.547,17 783.729,63
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände        
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.172.743,89   1.813.064,58  
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.855.387,84   188.183,38  
3. Sonstige Vermögensgegenstände 735.470,42 3.763.602,15 92.356,16 2.093.604,12
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten   700.989,07   7.717.794,03
    4.464.591,22   10.595.127,78
C. Rechnungsabgrenzungsposten   1.350.171,53   193.081,67
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag   6.080.671,69    
    12.783.543,22   12.125.206,89

Passiva

       
    31.12.2014   31.12.2013
    EUR   EUR
A. Eigenkapital        
I. Gezeichnetes Kapital   500.000,00   500.000,00
II. Kapitalrücklage   15.500.000,00   13.000.000,00
III. Gewinnrücklagen        
1. Gesetzliche Rücklage   6.089,52   6.089,52
2. Andere Gewinnrücklagen   450.000,00   450.000,00
IV. Bilanzverlust   -22.536.761,21   -12.230.051,39
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag   6.080.671,69   0,00
    0,00   1.726.038,13
B. Rückstellungen        
1. Steuerrückstellungen   0,00   0,00
2. Sonstige Rückstellungen   8.968.184,26   6.365.045,35
    8.968.184,26   6.365.045,35
C. Verbindlichkeiten        
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen   769.029,74   0,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   1.090.555,74   520.821,59
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   1.776.021,14   3.083.898,11
4. Sonstige Verbindlichkeiten   179.752,34   429.403,71
- davon aus Steuern EUR 159.129,38 (i. Vj. EUR 322.454,73)-        
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 0,00 (i. Vj. EUR 3.258,22)-        
    3.815.358,96   4.034.123,41
    12.783.543,22   12.125.206,89

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

2014 2013
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse   21.269.518,92   15.466.239,06
2. Verminderung / Erhöhung des Bestands an in Arbeit befindlichen Aufträgen   -7.053.009,43   10.702.713,24
3. Sonstige betriebliche Erträge   1.761.931,05   457.376,36
- davon Erträge aus Währungsumrechnung 18.804,36   189,82  
    15.978.440,54   26.626.328,66
4. Materialaufwand        
Aufwendungen für bezogene Leistungen   -4.657.089,52   -8.157.544,11
5. Personalaufwand        
a) Löhne und Gehälter -8.995.036,54   -14.220.890,65  
b) Soziale Abgaben -1.516.569,15 -10.511.605,69 -2.213.686,59 -16.434.577,24
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -448.334,57   -528.792,43
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen   -12.586.111,26   -10.075.376,57
- davon Aufwendungen für Währungsumrechnung -278,68   -670,39  
    -12.224.700,50   -8.569.961,69
8. Erträge aus Beteiligungen   1.929.946,49   0,00
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 522,44   2.642,02  
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 522,44 (i. Vj. EUR 304,60)-        
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen   0,00   -25.999,00
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -11.309,05 -10.786,61 -13.730,37 -11.088,35
- davon an verbundene Unternehmen EUR 1.260,30 (i. Vj. EUR 3.234,98)-        
12 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   -10.305.540,62   -8.607.049,04
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -1,20   122.372,62
14. Sonstige Steuern   -1.168,00   -749,13
15. Jahresfehlbetrag   -10.306.709,82   -8.485.425,55
16. Verlustvortrag   -12.230.051,39   -3.744.625,84
17. Bilanzverlust   -22.536.761,21   -12230.051,39

Anhang für das Geschäftsjahr 2014

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt worden. Die Gliederung der Bilanz entspricht § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die Gewinn-und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i. 5. d. § 267 Abs. 2 HGB.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis zu EUR 410,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Abgang gezeigt. In den Geschäftsjahren 2008 und 2009 wurden geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten von EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 aus Vereinfachungsgründen in einem jährlichen Sammelposten aktiviert und über die Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.

Die Nutzungsdauer betragen für immaterielle Vermögenswerte 3 bis 5 Jahre und für Sachanlagen 3 bis 15 Jahre.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert ausgewiesen.

Die in Arbeit befindlichen Aufträge sind mit ihren Herstellungskosten unter Berücksichtigung von Kosten der allgemeinen Verwaltung (angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten) bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Anteilige Fremdkapitalzinsen wurden nicht mit angesetzt.

Die geleisteten und erhaltenen Anzahlungen sind netto mit ihrem Auszahlungsbetrag ausgewiesen. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht Gebrauch, die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen gemäß § 268 Abs. 5 HGB offen von den Vorräten abzusetzen. Ein nach Verrechnung verbleibender passivischer Saldo wird unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihren Nominalbeträgen oder dem niedrigeren beizulegenden Wert unter Berücksichtigung notwendiger Wertberichtigungen angesetzt.

Die liquiden Mittel werden mit den Nennwerten angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Auszahlungen vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Vom Ansatzwahlrecht aktiver latenter Steuern wurde kein Gebrauch gemacht.

Das Grundkapital ist mit den Nennwerten angesetzt.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen sind jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden mit dem gültigen Zinssatz der Bundesbank abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Umrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr aus Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag.

Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die vertraglich geschuldeten Leistungen durch Kundenabnahme bestätigt wurden bzw. die vertragliche Dokumentation vorliegt.

Die Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden wurden im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.

Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Die in den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an Unternehmen betreffen:

Anteil am gezeichneten Kapital Eigenkapital Jahres- überschuss/ -fehlbetrag (-) Aus Geschäftsjahr
% TEUR TEUR TEUR
Verbundene Unternehmen          
WSP CEP Ingenieurbau GmbH, München 100,0 50 85 -16 2014
WSP CBP Airport GmbH, München 100,0 50 196 146 2014
WSP Consult GmbH, Frankfurt 100,0 26 224 -355 2013
Beteiligungen          
GBM Gencralbaumanagement GmbH i.L., München 1) 50,0 50 69 n/a 2013
GHG GERMAN HOSPITAL GROUP Design & Consulting GmbH i.L., München 2) 22,2 27 6 n/a 2014

Anmerkungen:

1) Liquidationseröffnungsbilanz zum 1.1.2013
2) Liquidationseröffnungsbilanz zum 1.1.2014

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben - mit Ausnahme der unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Mietkautionen in Höhe von TEUR 24 (i. Vj. TEUR 25) - Restlaufzeiten bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.855 setzen sich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 161 und sonstigen Forderungen in Höhe von TEUR 1.694 zusammen.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist im Geschäftsjahr 2014 unverändert in 500.000 Stück auf den Namen lautende vinkulierte Stückaktien mit einem Nennbetrag von je 1,00 EUR pro Stück eingeteilt.

Die Kapitalrücklage entwickelte sich im Geschäftsjahr 2014 wie folgt:

TEUR
Stand 01.01.2014 13.000
Sacheinlage Gesellschafterdarlehen 2.500
Stand 31.12.2014 15.500

Der Bilanzverlust von TEUR 22.937 beinhaltet einen Verlustvortrag von TEUR 12.230.

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

31.12.2014 31.12.2013
TEUR TEUR
Personal 1.241 698
Jahresabschluss, Steuerberatung 122 122
Fremdleistungen 924 840
Gewährleistungen 3.786 1.615
Restrukturierung 0 1.543
Sonstige 3.295 1.547
  9.368 6.365

Die Verbindlichkeiten, gegliedert nach Restlaufzeiten, setzen sich wie folgt zusammen:

Restlaufzeiten bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 769 0 0 769
Vorjahr 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.091 0 0 1.091
Vorjahr 521 0 0 521
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 286 0 0 286
Vorjahr 3.084 0 0 3.084
Sonstige Verbindlichkeiten 258 0 0 258
Vorjahr 429 0 0 429
  2.404 0 0 2.404

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 286 bestehen vollumfänglich aus Lieferung und Leistungsbeziehungen.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden entsprechend dem Wahlrecht des § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB offen von dem Posten "Vorräte" abgesetzt.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gesellschaft erbringt Ingenieurleistungen und erzielt ihre Umsatzerlöse im Wesentlichen im Inland.

Periodenfremde Erträge/ Aufwendungen sind in folgenden Posten enthalten:

2014 2013
TEUR TEUR
Sonstige betriebliche Erträge 1.438 170
davon Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 111  
davon Erträge aus der Auflösung von EWBs 1.327  
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0 -445
Steuern vom Einkommen und vorn Ertrag 0 122
  1.438 -153

Haftungsverhältnisse und Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Pachtverträgen wie folgt:

Restlaufzeiten bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre > 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Mieten für Gebäude 2.084 2.815 1.149 6.048
Übrige Verpflichtungen 174 46 0 220
  2.258 2.861 1.149 6.268

Sonstige Angaben

Im Geschäftsjahr waren im Durchschnitt 193 Angestellte (Vorjahr 351), davon 134 technische, 36 administrative Angestellte und 23 Aushilfen, Studenten oder Praktikanten beschäftigt. Zusätzlich waren 34 Führungskräfte im GJ. 2014 angestellt.

Mitteilungen nach § 20 AktG

Die WSP Europe AB, Arenavägen 7, SE 12188 Stockholm-Globen / Königreich Schweden, hat uns im Oktober 2007 gemäß § 20 Abs. 1 und Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihr mehr als der vierte Teil der Aktien der WSP Deutschland AG, München (damals firmierend als CBP Consulting Engineers AG), und zwar eine Mehrheitsbeteiligung gemäß § 16 Abs. 1 AktG, unmittelbar gehört.

Konzernzugehörigkeit

Oberstes Mutterunternehmen der Gesellschaft, das einen Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen veröffentlicht, ist die WSP Global Inc., Montreal / Kanada. Der Konzernabschluss ist auf der Homepage www.wspgroup.coni veröffentlicht. Der kleinste Konsolidierungskreis wird durch den Abschluss der WSP Europe AB, Stockholm, Schweden, aufgestellt.

Eine gesetzliche Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts für den Teilkonzern der WSP besteht nicht, da die Größenkriterien des § 293 HGB nicht erfüllt sind.

Organe der Gesellschaft

Als Mitglied des Vorstands waren im Geschäftsjahr bestellt:

Torsten Schink, Bad Homburg, Diplom-Ingenieur (FH) (bis 30. November 2014)

Petr Bilek, Prag / Tschechische Republik, Chief Operating Officer WSP Central Europe (ab 28. November 2014)

Für das Geschäftsjahr 2014 wird gemäß § 286 Absatz 4 HGB auf die Angabe der Vorstandsbezüge verzichtet.

Der Aufsichtsrat besteht laut Satzung aus drei Mitgliedern. Aufsichtsratsmitglieder im Geschäftsjahr waren:

Paul Dollin, Bristol / Großbritannien (Vorsitzender des Aufsichtsrats), COO WSP Global Inc., Montreal / Kanada (ab 22. September 2014)

Eva Aspengren, Saltsjö-Bo / Schweden (stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats), CFO WSP Euro-pe AB, Stockholm / Schweden

Anders Fryk, Uppsala / Schweden, General Counsel (ab 22. September 2014)

Bo Rikard Appelgren, Loddekopinge / Schweden, Ingenieur

(Vorsitzender des Aufsichtsrats), CEO WSP Sverige AB, Stockholm, Schweden (bis 22. September 2014)

Lutz Hofmann, München, Diplom-Ingenieur, selbstständiger Berater (bis 22. September 2014) Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit 2014 keine Vergütung.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, den zum 31. Dezember 2014 ausgewiesenen Bilanzverlust von insgesamt EUR 22.937 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

München, 26. Mai 2017

Petr Bilek, Vorstand

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014

WSP Deutschland AG, München
- im Folgenden kurz: WSP AG oder Gesellschaft -

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1.Organisatorische und rechtliche Struktur

Die WSP Deutschland AG ist ein führender deutscher Anbieter von spezialisierten und integrierten Ingenieurleistungen für Gebäude und natürliche Umwelt. Von sechs Standorten in Deutschland aus erbrachte die Gesellschaft mit rd. 193 Ingenieuren Planungs-, Beratungs- und Managementleistungen für Bauprojekte aller Größenordnungen.

Als Mitglied der WSP Group plc, Montreal, Kanada, ist die WSP Deutschland AG ein integraler Bestandteil eines internationalen Planungs- und Beratungskonzern mit rd. 32.000 Mitarbeitern in über 300 Büros auf allen fünf Kontinenten und damit als deutsche Niederlassung der WSP Group überwiegend im Inland tätig. Rechtliche Grundlage für die Geschäftstätigkeit bildet dabei insbesondere die Honorarordnung der Architekten und Ingenieure (HOAI).

Seit Dezember 2014 ist Petr Bilek als Vorstand bestellt, er ist zugleich Chief Operating Officer der WSP Central Europe. Torsten Schink ist Ende November 2014 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden.

Die in den letzten Geschäftsjahren entstandene Ertragslage machte eine Restrukturierung der Gesellschaft unumgänglich. Neben der Straffung des Angebotsportfolios und der Reduzierung der Standorte sowie einem verbesserten Risiko- und Projektmanagement wurde Mitarbeiteranzahl an die neuen Strukturen angepasst.

Die Neuausrichtung der Gesellschaft soll die Partizipation der WSP Deutschland AG im Bereich höherwertiger Dienstleistungen bei erfahrungsbasierten Beratungsleitungen im Ingenieurbereich steigern.

1.2.Niederlassungen, Geschäftsfelder und Dienstleistungen

Die WSP Deutschland AG deckt derzeit das gesamte Spektrum der Ingenieurleistungen im Zusammenhang mit Gebäuden in den Geschäftsbereichen Baumanagement, Projektmanagement, Tragwerksplanung, Ingenieurbau, Technische Ausrüstung, Generalplanung sowie Energie und Umwelt ab. Es werden Planungsleistungen für Neu- und Umbaumaßnahmen, Altbausanierungen und Bestandsaufnahmen sowie Gutachten und Zertifizierungen angeboten. Die Dienstleistungen erstrecken sich dabei über alle Leistungsphasen der HON. Die Niederlassungen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, München und Würzburg sind jeweils als eigene Profit Center geführt.

Unsere Angebotspalette umfasste alle bedeutenden Sektoren in der Bauwirtschaft: Bahn & Schiene, Bildung, Büro & Verwaltung, Bund & Länder, Flughäfen, Forschung, Gesundheit, Handel & Logistik, Hotel & Gastronomie, Industrie & Anlagen, Infrastruktur und Erschließung, Kultur, Sport & Freizeit, Straßen und Brücken, Wohnungsbau sowie Umwelt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1.Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft hat sich im Verlauf des Jahres 2014 leicht belebt. Das reale Bruttoinlandsproduktes (BIP) hat sich im Jahr 2014 und 2015 gegenüber dem Vorjahr um rd. 1,6% erhöht (Quelle: "Ausgewählte Daten zur wirtschaftlichen Lage" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, Stand 04/2015). Strukturelle Probleme sowohl im Bereich der Finanzmärkte als auch im Bereich der Realwirtschaft bestehen jedoch unverändert fort. Die notwendigen Anpassungsprozesse dämpfen noch immer die wirtschaftliche Dynamik. Die wesentlichen wirtschaftlichen Impulse resultieren aus den Exportüberhängen der deutschen Industrie. Die Investitionen in Ausrüstungen und Bauten belebten sich ebenfalls. Dem gegenüber haben die staatlichen Konsumausgaben nicht weiter zugenommen. Die allgemeine konjunkturelle Situation wirkt sich unmittelbar auf die Bauwirtschaft aus und hat dadurch Einfluss auf die Nachfragesituation von Ingenieurdienstleistungen. Die Nachfrage auf dem Markt der Planungsunternehmen für Gebäude spiegelt sich durch die längeren Projektlaufzeiten in der Regel zeitverzögert zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wider.

2.2. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Typisch für das Geschäft der WSP Deutschland sind langfristige Projekte, die im Wesentlichen über Werkverträge abgewickelt werden und erst bei vollumfänglicher Erbringung der werkvertraglichen Leistung umsatzerlöswirksam werden. Dadurch können sich erhebliche Schwankungen der Umsatzerlöse ergeben. Branchenbedingt zeigt die Betriebsleistung (Umsatzerlöse + Bestandsveränderung) die wirtschaftliche Wertschöpfung eines Jahres, da sie neben den Umsatzerlösen der schlussgerechneten Projekte auch die Veränderungen der unfertigen Leistungen einschließt.

Die Entwicklung in den Niederlassungen stellt sich im Geschäftsjahr 2014 wie folgt dar:

Der Geschäftsverlauf an den Standorten München und Frankfurt war durch größere verlustige Altprojekte, Mitarbeiterfluktuation sowie dem Abbau der Leistungsbereiche Ingenieurbau und Tragwerksplanung geprägt. Dadurch entwickelte sich der Geschäftsverlauf der beiden größten Standorte sowohl umsatzseitig als auch ertragsseitig negativ.

Dem gegenüber stand eine positive Umsatz- und Ertragsentwicklung an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Würzburg.

Die Standorte Stuttgart und Essen wurden im Geschäftsjahr 2014 aufgelöst. Die vorhandenen Projekte wurden weitgehend aus den verbleibenden Niederlassungen fortgeführt. Auch hier beeinflussten die Abwicklung von Altprojekten und Restrukturierungskosten die Umsatz- und Ertragsentwicklung negativ.

Auftragseingang

Im Zusammenhang mit den Restrukturierungsmaßnahmen ist der Auftragsbestand gesunken. Davon waren neben den geschlossenen Niederlassungen Stuttgart und Essen auch die Niederlassungen München, Frankfurt und Hamburg betroffen. Zum Jahresende 2014 wurde daher die Arbeit des Business Development neu ausgerichtet, um zielgerichteter neue Aufträge zu erwerben.

2.3.Finanzielle Leistungsindikatoren

Wesentlicher finanzieller Leistungsindikator zur internen Steuerung des Unternehmens sind die Betriebsleistung und das Betriebsergebnis. Im Rahmen der Führung des Unternehmens werden weitere finanzielle Kennzahlen auf Projektebene erhoben, die wesentlichen einzelprojektbezogenen Kennzahlen sind Anteil der bezogenen Leistungen je Projekt, Fakturierungsgrad und Anzahlungsquote je Projekt.

Werte in TEUR Prognose 2014 2014 2015 (ungepr.) 2013
Betriebsleistung 14.000 14.217 14.216 26.169
Betriebsergebnis Deutlicher Anstieg -12.225 -3.150 -8.570

Die Prognose der Betriebsleistung konnte erreicht werden.

Der in 2013 prognostizierte deutliche Anstieg des Betriebsergebnisses ist aufgrund hoher Rückstellungen für Abfindungen und Schadensfälle nicht eingetroffen.

2.4.Vermögens-, Finanz und Ertragslage

Vermögenslage

Die Vermögenslage zeigt einen Rückgang der Bilanzsumme um TEUR 353 auf TEUR 11.772.

Aktiva

Das Anlagevermögen hat aufgrund zurückhaltender Investitionstätigkeit abschreibungs- und abgangsbedingt um TEUR 449 abgenommen. Die Nettobestände (Net-WIP) sowie die Kundenforderungen verminderten sich um TEUR 1.424. Ursächlich dafür waren unterjährige Schlussrechnungen von Projekten (Verminderung der Unfertigen Leistungen) sowie ein Saldowechsel der Nettobestände (Net WIP) auf die Passivseite aufgrund von den Leistungsfortschritt übersteigenden erhaltenen Anzahlungen. Während sich die Flüssigen Mittel um TEUR 7.017 auf TEUR 701 verminderten, sind die Forderungen im Konzern um TEUR 1.667 auf TEUR 1.855 und die übrigen Aktiva (darin enthalten sind die Körperschaftsteuer-rückforderungen aus den Beteiligungserträgen der Tochtergesellschaften) um TEUR 484 auf TEUR 576 gestiegen. Durch den Jahresfehlbetrag von TEUR -10.706 abzüglich der Einlage einer Gesellschafterforderung von TEUR 2.500 in die Kapitalrücklage ergab sich im Geschäftsjahr 2014 nach einem Eigenkapital von TEUR 1.726 im Vorjahr ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von TEUR 6.481.

Zusammengefasst stellt sich die Vermögenslage (Aktivseite) wie folgt dar:

31.12.2014 31.12.2013
TEUR % TEUR %
Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen 683 6,0% 1.127 9,3%
Finanzanlagen 205 1,8% 210 1,7%
Vorräte .1. Erhaltene Anzahlungen (Net-WIP) 0 0,0% 784 6,5%
Kundenforderungen 1.173 10,3% 1.813 14,9%
Forderungen im Konzern 1.855 16,3% 188 1,6%
Flüssige Mittel 701 6,2% 7.718 63,7%
Sonstiges Umlaufvermögen 674 5,9% 285 2,3%
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 6.481 53,5% 0 0,0%
Aktiva 11.772 100,0% 12.125 100,0%

Passiva

Die Rückstellungen nahmen von TEUR 6.365 auf TEUR 9.368 zu. Ursache dafür war im Wesentlichen ein Anstieg der Projektrückstellungen (insbesondere von Garantien und Rückstellungen für Schadensfälle). Die vereinnahmten Anzahlungen führten zum Jahresende 2014 zu einem Passivüberhang von TEUR 769 nach einem Aktivüberhang der Nettovorratsbestände im Vorjahr. Die Lieferantenverbindlichkeiten erhöhten sich um TEUR 570 auf TEUR 1.091. Dem gegenüber nahmen die Verbindlichkeiten im Konzern aufgrund der Einlage einer Darlehensforderung von TEUR 2.500 in die Kapitalrücklage durch die Gesellschafterin WSP Europe AB bei gleichzeitigem Abbau von Lieferantenverbindlichkeiten um TEUR 2.798 ab.

Zusammengefasst stellt sich die Vermögenslage (Passivseite) wie folgt dar:

31.12.2014 31.12.2013
TEUR % TEUR
Eigenkapital 0 0,0% 1.726 14,2%
Rückstellungen 9.368 79,6% 6.365 52,5%
Erhaltene Anzahlungen (Überhang) 769 6,5% 0 0,0%
Lieferantenverbindlichkeiten 1.091 9,3% 521 4,3%
Verbindlichkeiten im Konzern 285 2,4% 3.084 25,4%
Sonstige Verbindlichkeiten 258 2,2% 429 3,6%
Passiva 11.772 100,0% 12.125 100,0%

Finanzierung

Die Finanzierung des langfristigen operativen Projektgeschäfts erfolgt im Wesentlichen über Kundenanzahlungen. Bei Bedarf werden Darlehen innerhalb des Konzernverbundes in Anspruch genommen. Eine insolvenzrechtliche Überschuldung liegt trotz des negativen bilanziellen Eigenkapitals nicht vor, da die Muttergesellschaft WSP Europe AB, Stockholm / Schweden, eine Patronatserklärung mit Rangrücktrittsvereinbarung bei Inanspruchnahme zugunsten der WSP Deutschland AG abgegeben hat. Die WSP Europe AB stellt bei Bedarf der WSP Deutschland AG bis zu TEUR 6.500 finanzielle Mittel zur Verfügung, um ihre fälligen Verbindlichkeiten bedienen zu können. Die weitere Gewährung dieser finanziellen Unterstützung wird durch die Verlängerung und Aufstockung des ursprünglich bis Ende 2017 befristeten und auf Mio. € 6,5 limitierten „Letter of Comfort" (Patronatserklärung) um weitere 2 Jahre (bis Ende 2019) bei gleichzeitiger Erhöhung des ggf. in Anspruch zu nehmenden Betrags auf Mio. € 9,0 deutlich untermauert. Die Finanzierung der Gesellschaft ist dadurch gesichert.

Ertragslage

Die Ertragslage stellt sich wie folgt dar:

2014 2013
TEUR % TEUR %
Betriebsleistung (Umsatz + Bestandsveränderung) 14.217 100,0% 26.169 100,0%
Sonstige betriebliche Erträge 1.762 12,4% 457 1,7%
Bezogene Leistungen -4.657 -32,8% -8.157 -31,2%
Personalaufwand -10.512 -73,9% -16.435 -62,8%
Abschreibungen -448 -3,2% -529 -2,0%
Sonstiger betrieblicher Aufwand -12.986 -91,3% -10.075 -38,5%
Betriebsergebnis -12.625 -88,8% -8.570 -32,8%
Finanz- und Zinsergebnis 1.919   -37  
Steueraufwand -1   122  
Jahresfehlbetrag -10.706   -8.485  

Die Betriebsleistung ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 11.952 bzw. 45,7 % auf TEUR 14.217 gesunken. Der Rückgang resultiert aus den Restrukturierungsmaßnahmen wie der Schließung einiger Niederlassungen, der Business Units Ingenieurbau und Tragwerksplanung, dem Ausstieg aus Projekten und dem Abbau von Personal.

Der Anteil der bezogenen Leistungen (Subs und freie Mitarbeiter) an der Betriebsleistung blieb trotz des deutlichen Rückgangs der Betriebsleistung mit rd. 32% weitgehend stabil.

Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand / Betriebsleistung) erhöhte sich im Wesentlichen durch Strukturmaßnahmen und betriebsbedingte Kündigungen zur Anpassung der Mitarbeiterzahl auf den bestehenden Auftragsbestand von 62,8% auf 73,9%. Dafür leistete WSP Zahlungen in Höhe von TEUR 168 für Abfindungen.

Die sonstige Aufwandsquote (sonstiger betrieblicher Aufwand / Betriebsleistung) erhöhte sich in 2014 einerseits durch gleichbleibende Fixkosten wie Miet- und Leasingaufwendungen bei rückläufiger Betriebsleistung sowie aufgrund einmaliger Sondereffekte aus Gewährleistungsvorsorge und Schadensfällen.

Insgesamt endete das Geschäftsjahr 2014 mit einem Jahresfehlbetrag von TEUR -10.706 nach einem Jahresfehlbetrag von TEUR -8.485 im Vorjahr.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das wirtschaftliche Ergebnis des Geschäftsjahres 2014 war wie auch das vorangegangene Geschäftsjahr durch Restrukturierungsmaßnahmen geprägt. Einmalige Aufwendungen zur Umstrukturierung des Unternehmens sowie Verluste aus mehreren Großprojekten waren dafür ursächlich. Zudem konnte der prognostizierte Auftragseingang nicht wie geplant realisiert werden und erhöhte damit den Margendruck. Wegen nachlaufender Kosten auf alte Projekte gepaart mit dem Verlust von Mitarbeitern, auch im Jahr 2015 und 2016, erwarten wir einen Break-Even nicht vor dem Geschäftsjahr 2017.

3. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

4. Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand der Gesellschaft erklärt gemäß § 312 Abs. 3 AktG Folgendes:

"Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr bei allen im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und anderen Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen wurden, jeweils eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt worden."

5. Chancen- und Risikobericht

Die WSP Deutschland AG ist im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Die Gesellschaft verfolgt systematisch die Entwicklung aller relevanten Risiken und ist ebenfalls in das konzernweite Risikomanagement der WSP Group eingebunden. Die Geschäftsführung setzt Steuerungs- und Kontrollsysteme ein, um drohende Risiken laufend zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten. Gleichzeitig werden sich bietende Chancen erschlossen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern und auszubauen.

Im Einzelnen stellen sich nach abnehmender Bedeutung für die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage die Risiken und Chancen wie folgt dar:

5.1.Risiken aus Großprojekten

Größere Projekte bergen auf Grund ihrer höheren Komplexität auch größere Abwicklungsrisiken. Diese sind insbesondere die Fähigkeit zur Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen, die Gefahr unvergüteter Mehrleistungen und das Auslastungsrisiko nach Ende großer Projekte. Durch eine kontinuierliche Beobachtung der Projekte erkennen wir etwaige Probleme frühzeitig und können unmittelbar Gegenmaßnahmen ergreifen. Zur Risikovorsorge werden bei Bedarf in einzelnen Projekten Wertberichtigungen vorgenommen bzw. Rückstellungen für drohende Verluste gebildet. Potentielle Gewährleistungsrisiken sind grundsätzlich bis auf einen geringen Selbstbehalt über die Berufshaftpflichtversicherung abgedeckt. Darüber hinaus werden bei erhöhten Risiken gesonderte Projektversicherungen abgeschlossen.

Das Risiko wird — entsprechend unserer Risikokategorisierung — als „hoch" eingestuft.

5.2.Volkswirtschaftliche Risiken und Branchenrisiken

Die Konjunktur im Euroraum wird noch immer von der Unsicherheit über den Fortgang der Finanzkrise belastet. Die Nachfrage nach Planungsleitungen ist stark konjunkturabhängig, wobei sich die Auswirkungen durch längere Projektlaufzeiten erst zeitverzögert auswirken. Daraus resultierende Auslastungsrisken müssen durch eine kurzfristige Anpassung der Kapazitäten im Hinblick auf zeitweise stark schwankende Auftragslagen vermieden werden. Zudem kann die hohe Verschuldung der staatlichen Haushalte die Nachfrage nach Bauleistungen im öffentlichen Bereich dämpfen.

Das Risiko wird — entsprechend unserer Risikokategorisierung — als „mittel" eingestuft.

5.3. Finanzrisiken

Die WSP Deutschland ist als Dienstleistungsunternehmen verschiedenen Finanzrisiken ausgesetzt. Die Risiken umfassen Ausfallrisiken für Kundenforderungen, Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zins- und Währungskursschwankungen.

Zur Vermeidung von Ausfallrisiken wird die Bonität des Kunden vor Projektabschluss überprüft. Ausstehende Honorarforderungen sind mit der kaufmännisch notwendigen Vorsicht in die Bilanz eingeflossen. Einzelrisiken wurde mit der Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Im Übrigen wurde eine angemessene Pauschalwertberichtigung gebildet.

Zur Vermeidung von Liquiditätsrisiken werden für die Projekte Liquiditätspläne erstellt, die einen Überblick über die Zahlungsausgänge an Personal und Fremdleistungen vermitteln. Bei Unterdeckung werden im Rahmen des Debitorenmanagements Anzahlungen von den Kunden angefordert.

Risiken aus Wechselkursschwankungen bestehen nur in unbedeutenden Umfang, da die Gesellschaft nur in Euro fakturiert. Lediglich Eingangsrechnungen in ausländischer Währung wurden vereinzelt an die WSP Deutschland AG gestellt. Derivative Finanzinstrumente werden nicht eingesetzt.

Zinsrisiken bestehen in geringem Umfang. Die Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit erfolgt im Wesentlichen über Anzahlungen von Kunden. Darüber hinaus werden lediglich Darlehen von Konzerngesellschaften der WSP Group in Anspruch genommen.

Das Risiko wird — entsprechend unserer Risikokategorisierung — als „mittel" eingestuft.

5.4. Personalrisiken

Die stetige Rekrutierung von qualifiziertem Personal sowie die Fortbildung der Mitarbeiter sichern die Verfügbarkeit des notwendigen Know-How und die Unternehmensentwicklung. Mangelnde Verfügbarkeit und Fluktuation von qualifiziertem Personal kann die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen.

Das Risiko wird — entsprechend unserer Risikokategorisierung — als „mittel" eingestuft.

5.5.Going Concern

Die Neuausrichtung der Gesellschaft verbunden mit der Restabwicklung verlustträchtiger Altprojekte erfordert erhebliche finanzielle Mittel, die ggf. nicht vollständig aus dem eigen erwirtschafteten Cash Flows gedeckt werden können. Die WSP AG ist deshalb mittelfristig auf die weitere finanzielle Unterstützung durch ihre Gesellschafterin bzw. den Konzernverbund angewiesen. Die weitere Gewährung dieser finanziellen Unterstützung wird durch die Verlängerung und Aufstockung des ursprünglich bis Ende 2017 befristeten und auf Mio. € 6,5 limitierten „Letter of Comfort" (Patronatserklärung) um weitere 2 Jahre (bis Ende 2019) bei gleichzeitiger Erhöhung des ggf. in Anspruch zu nehmenden Betrags auf Mio.€ 9,5 deutlich untermauert.

Das Risiko wird — entsprechend unserer Risikokategorisierung — als „mittel" eingestuft.

5.6.Chancen der künftigen Entwicklung

Die Restrukturierung des Unternehmens befindet sich in der letzten Phase. Für Großprojekte wurden Frühindikatoren eingeführt, um Schieflagen rechtzeitig zu erkennen und ggf. gegensteuern zu können, was auch die Chance beinhaltet, frühzeitig Raum für Nachverhandlungen zu eröffnen. Ebenso wird die Verbesserung der Effizienz in den Projekten sich positiv auf die Ertragslage auswirken. Durch die Übertragung von mehr Verantwortung und Kontrolle auf die operativen Projektmanager soll die Leistung und Flexibilität in den Projekten in Zukunft gesteigert werden.

Der einheitliche Marktauftritt unter dem globalen Netzwerk der WSP wird zu neuen Potentialen in der Projektgewinnung und -abwicklung führen. Die WSP Deutschland AG wird sich verstärkt auf beratungsintensive Dienstleitungen, welche einen hohen Erfahrungs- und Kompetenzhintergrund erfordern, konzentrieren und zukünftig verstärkt die Potentiale von Industriekunden entwickeln.

Durch den zum ersten Quartal 2016 auslaufenden Mietvertrag in der Parkstadt Schwabing können die Fixkosten zukünftig erheblich reduziert werden. Die neuen Räumlichkeiten befinden sich nahe dem Münchener Ostbahnhof.

5.7. Gesamteinschätzung

Im Bezug auf die vorgenommene Kategorisierung zeigt sich ein Schwerpunkt der Risiken im Zusammenhang mit größeren und langfristigen Projekten. Die WSP Deutschland hat ein Frühwarnsystem eingerichtet. Es informiert das Management, die bestehenden Risiken frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnamen einzuleiten. Dabei werden fortlaufend die externen und internen Einflussfaktoren — insbesondere Auftragsbestand, Auftragsreichweite, Zahlungsverhalten, Liquiditätsstatus, Kostenentwicklung und Akquisepotentiale — überprüft und Chancen und Risiken für alle unternehmerischen Entscheidungen und Aktivitäten abgewägt.

Wir überprüfen in regelmäßigen Abständen unsere Aktivitäten und Systeme zur Erkennung und Überwachung von geschäftsspezifischen Risiken und haben festgestellt, dass diese geeignet sind zur Erkennung und Gegensteuerung von Risiken, die die Entwicklung und den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Nach Durchführung einer Einlage von TEUR 2.500 in die Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2014 und einer weiteren Einzahlung in die Kapitalrücklage von TEUR 2.450 im Geschäftsjahr 2015 sowie durch die Patronatserklärung in Höhe von TEUR 9.500 der WSP Europe AB sind angemessene finanzielle Mittel zur Bedienung der fälligen Verbindlichkeiten vorhanden.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts sind keine entwicklungsbeeinträchtigen bzw. bestandsgefährdenden Risiken die erkennbar. Die Risiken im allgemeinen Geschäftsverlauf bewegen sich insgesamt im branchenüblichen Rahmen.

6. Prognosebericht

6.1.Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Bundesregierung geht von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,7 % für 2015, von 1,8 % für 2016 und von 5,0 % für 2017 aus. Im Bauhauptgewerbe wird gemäß Hautverband der deutschen Bauindustrie ein nominales Umsatzwachstum von insgesamt rd. 5,0 % erwartet, allem voran der Wohnungsbau mit rd. 7,0 % sowie gewerbliche Bauten mit 3,0 % und öffentliche Bauten mit rd. 5,0 %. Typisch für gewerbliche und öffentliche Bauten sind deutliche Nachfrageschwankungen im Mehrjahresvergleich. Unverändert hoch im Vergleich zu den Vorjahren ist die Bautätigkeit im Wohnungsbau. Hier besteht die Besorgnis der Bauherren über die Stabilität der Finanzmärkte, wodurch finanzielle Kapitalanlagen in Sachwerte wie Immobilien umgeschichtet werden.

6.2. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Die noch nicht zufriedenstellende Wirtschaftlichkeit des Unternehmens bedingt die Fortsetzung unseres Engagements bei der Verbesserung der operativen Abläufe zur Senkung des Aufwandes in unseren Projekten. Maßnahmen zur Kostensenkung und Budgetierung bei den Gemeinkosten sowie die Verschlankung administrativer Abläufe werden konsequent vorangetrieben.

Unser integrierter Planungsansatz ermöglicht uns, umfangreiche Aufgabenstellungen weitestgehend über alle Leistungsphasen hinweg wahrzunehmen. Durch die Bündelung unserer Aktivitäten in Sektoren und die damit verbundenen Kompetenzen und den umfangreichen Referenzen können wir einen Großteil der Aufgabenstellungen mit eigenen Knowhow abdecken. Bei Spezialkenntnissen können wir auf die weltweiten Ressourcen der WSP Group zugreifen.

Aufgrund des sich schnell veränderbaren Marktumfeldes ist eine Prognose von zukünftigen Entwicklungen mit Unsicherheiten behaftet. Mit dem vorhandenen Auftragsbestand von rd. Mio. EUR 20 und den überwiegend langfristigen Projekten haben wir jedoch eine gute Basisauslastung.

Für das Geschäftsjahr 2017 erwarten wir, nach einem sukzessiven Rückgang von Mio. EUR 21 auf Mio. EUR 14 im Geschäftsjahr 2015 bzw. Mio. EUR 17 im Geschäftsjahr 2016 - eine konstante Betriebsleistung. Das Betriebsergebnis 2015 hat sich mit Mio. EUR -2,4 (ungeprüfter Wert) gegenüber 2014 deutlich verbessert das Betriebsergebnis 2016 wird auf gleichem Niveau erwartet. Für 2017 wird aus diesem Grund mit einem ausgewogenen Betriebsergebnis geplant.

Personal

Die Qualifikation unserer Mitarbeiter stellt für die WSP Deutschland eine wichtige Ressource dar. Mit gezielten Recruiting-Aktivitäten für qualifiziertes Fachpersonal und Weiterbildungsmaßnahmen stellt das Unternehmen sicher, den stetig wachsenden Kundenanforderungen gerecht zu werden. Unsere Mitarbeiter arbeiten integriert in projektbezogenen Teams über das gesamte Spektrum der Management-, Planungs- und Beratungsdienstleistungen hinweg.

6.3.Gesamtaussage über die voraussichtliche Entwicklung

In den vergangenen Jahren haben wir umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet. Die serviceorientierte Marktbearbeitung und Synergien aus der Nutzung der globalen Infrastruktur der WSP Group bieten uns Potential für künftiges Wachstum. Durch unsere umfangreichen Referenzprojekte sind wir auf dem Markt gut positioniert und werden positiv gestimmt die Herausforderungen der kommenden Jahre angehen.

 

München, 26. Mai 2017

WSP Deutschland AG

Petr Bilek