WSP Deutschland AG

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Organisatorische und rechtliche Struktur

Die WSP Deutschland AG ist ein führender deutscher Anbieter von spezialisierten und integrierten Ingenieurleistungen für Gebäude und natürliche Umwelt. Von sechs Niederlassungen in Deutschland (München, Düsseldorf, Hamburg, Würzburg, Frankfurt, Berlin) aus sowie am Airport-Projektstandort Schönefeld erbringt die Gesellschaft mit rd. 250 Mitarbeitern, davon rd. 210 Ingenieure und Architekten, Planungs-, Beratungs- und Managementleistungen für Bauprojekte aller Größenordnungen.

Die WSP AG ist ein Konzernunternehmen der WSP Global Inc, Montreal, Kanada, einem internationalen börsennotierten Planungs- und Beratungskonzern mit rd. 42.000 Mitarbeitern in über 500 Büros auf allen fünf Kontinenten. Die WSP AG bietet überwiegend ihre Dienstleistungen Drittkunden außerhalb des Konzernverbundes im Inland an.

Rechtliche Grundlage für die Geschäftstätigkeit bildet dabei in Deutschland insbesondere die Honorarordnung der Architekten und Ingenieure (HOAI). Als Alleinvorstand ist Petr Bilek bestellt, er ist zugleich Chief Operating Officer der WSP Central Europe.

Die negative Entwicklung der Ertragslage in den Vorjahren machte eine umfassende Reorganisation der Gesellschaft und Kostensenkungsmaßnahmen unumgänglich. Eine Straffung des Angebotsportfolios sowie ein verbessertes Risiko- und Projektmanagement wurden umgesetzt. Die vorgenommenen Restrukturierungsmaßnahmen haben sich auch auf die Ertragslage im Geschäftsjahr 2017 ausgewirkt.

Durch die Neuausrichtung wird sich die Gesellschaft zukünftig auf die Kernkompetenzen höherwertiger Dienstleistungen bei erfahrungsbasierten Beratungsleitungen im Ingenieurbereich fokussieren.

Die WSP AG war im Geschäftsjahr 2016 jeweils als Alleingesellschafterin an der WSP CBP Airport GmbH, München, an der WSP Consult GmbH, Frankfurt am Main, und an der WSP CBP Ingenieurbau GmbH, München, beteiligt. Die WSP CBP Airport GmbH und die WSP Consult GmbH wurden auf Grund des Verschmelzungsvertrages vom 21. Juli 2017 sowie des Beschlusses der Hauptversammlung vom 28. Juli 2017 und der Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen der übertragenden Gesellschaften vom 21. Juli 2017 mit der WSP AG als übernehmendem Rechtsträger verschmolzen. Die Verschmelzung wurde am 5. September 2017 in das Handelsregister eingetragen.

1.2. Niederlassungen, Geschäftsfelder und Dienstleistungen

Die WSP Deutschland AG deckt derzeit das gesamte Spektrum der Ingenieurleistungen im Zusammenhang mit Gebäuden in den Geschäftsbereichen Baumanagement, Projektmanagement, Technische Ausrüstung sowie Energie und Umwelt ab. Es werden Planungsleistungen für Neu- und Umbaumaßnahmen, Altbausanierungen und Bestandsaufnahmen sowie Gutachten und Zertifizierungen angeboten. Die Dienstleistungen erstrecken sich dabei über alle Leistungsphasen der HOAI. Die Niederlassungen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, München und Würzburg sowie das Airport-Projekt in Berlin werden jeweils als eigene Profit Center geführt.

Die Angebotspalette umfasste alle bedeutenden Sektoren in der Bauwirtschaft: Bahn & Schiene, Bildung, Büro & Verwaltung, Bund & Länder, Flughäfen, Forschung, Gesundheit, Handel & Logistik, Hotel & Gastronomie, Industrie & Anlagen, Infrastruktur und Erschließung, Kultur, Sport & Freizeit, Wohnungsbau sowie Umwelt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer konjunkturellen Aufschwungsphase. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2017 preisbereinigt um 2,2% gestiegen. Für das laufende Jahr erwartet die Bundesregierung eine weitere Expansion um 2,4%. Begünstigend für die den Außenhandel der deutschen Wirtschaft wirkt das freundlichere weltwirtschaftliche Umfeld. Die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte bleiben eine solide Grundlage der positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die mit der wirtschaftlichen Entwicklung verbundenen positiven Effekte auf dem Arbeitsmarkt - z. B. durch steigende Einkommen - bilden bei einem gemäßigten Anstieg der Verbraucherpreise günstige Rahmenbedingungen für die privaten Haushalte. Diese haben gegenüber den letzten Jahren ihre Konsumausgaben deutlich erhöht und investieren verstärkt in Wohnbauten.

Die verbesserte Wirtschaftslage wirkt sich auch auf die Steuereinnahmen der öffentlichen Haushalte aus und ermöglicht steigende Ausgaben des Staates für Konsum und Investitionen. Zum Anstieg der gesamtstaatlichen Investitionen hat der Bund im Rahmen seiner Investitionsstrategie, welche ein Element der vom Sachverständigenrat geforderten zukunftsorientierten Wirtschaftspolitik ist, maßgeblich beigetragen. So wurden die Ausgaben für Investitionen im Bundeshaushalt zwischen 2013 und 2017 um rund 45 Prozent auf EUR 36,1 Milliarden erhöht. Die Gesamtausgaben des Bundes stiegen im selben Zeitraum nur um knapp sieben Prozent. Schwerpunktbereiche der öffentlichen Investitionen sind die Verkehrsinfrastruktur, der Breitbandausbau, die Mikroelektronik, die Entwicklung der Elektromobilität, Förderungen von Energieeffizienzmaßnahmen für Gebäude und die Förderung des sozialen Wohnungsbaus.

Der Welthandel wird verstärkt durch protektionistischen Strömungen beeinträchtigt. Bedeutsame Risiken ergeben sich daher insbesondere aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld. Dies dämpft die Aussichten für die Exporte und damit auch die Investitionsneigung der Unternehmen in Ausrüstungen und Gebäude.

Die allgemeine konjunkturelle Situation wirkt sich unmittelbar auf die Bauwirtschaft aus und hat dadurch Einfluss auf die Nachfragesituation von Ingenieurdienstleistungen. Die Nachfrage auf dem Markt der Planungsunternehmen für Gebäude und Infrastruktur spiegelt sich durch die längeren Projektlaufzeiten in der Regel zeitverzögert zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wider.

2.2. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Typisch für das Geschäft der WSP Deutschland sind langfristige Projekte, die im Wesentlichen über Werkverträge abgewickelt werden und erst bei vollumfänglicher Erbringung der werkvertraglichen Leistung umsatzerlöswirksam werden. Dadurch können sich erhebliche Schwankungen der Umsatzerlöse ergeben. Branchenbedingt zeigt die Betriebsleistung (Umsatzerlöse + Bestandsveränderung) die wirtschaftliche Wertschöpfung eines Jahres, da sie neben den Umsatzerlösen der schlussgerechneten Projekte auch die Veränderungen der unfertigen Leistungen einschließt.

Der Geschäftsverlauf im Jahr 2017 entwickelte sich insgesamt in Bezug auf die Betriebsleistung und Betriebsergebnis positiv gegenüber dem Vorjahr. Besonders erfreulich war die Geschäftslage in der Niederlassung Düsseldorf, in welcher mit stabilem Personalstamm interessante neue Aufträge sowohl bei bestehenden Kunden als auch bei Neukunden akquiriert und umgesetzt werden konnten. Durch die Verschmelzung mit der WSP CBP Airport GmbH konnte aus dem Airport-Projekt in Berlin ein positiver Ergebnisbeitrag erzielt werden. Auch der Standort Frankfurt verbesserte das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr, während die Standorte München, Berlin, Hamburg und Würzburg, vor allem bedingt durch einige verlustträchtige Alt-Projekte und Wechsel im Personalstamm, hinter unseren Erwartungen geblieben sind.

Auftrags bestand

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Auftragsbestand ohne Airport-Projekt in Berlin zum Jahresende 2017 um EUR 2,3 Mio. auf rd. EUR 12,2 Mio. schlussrechnungsbedingt vermindert. Einschließlich Airport-Projekt lag der Auftragsbestand zum Jahresende 2017 EUR Mio. 12,7.

2.3. Finanzielle Leistungsindikatoren

Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren zur internen Steuerung des Unternehmens sind die Betriebsleistung (Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen) und das Betriebsergebnis. Im Rahmen der Führung des Unternehmens werden weitere finanzielle Indikatoren auf Projektebene erhoben. Die wesentlichen einzelprojektbezogenen Kennzahlen sind Anteil der bezogenen Leistungen je Projekt, Fakturierungsgrad und Anzahlungsquote je Projekt.

Werte
in TEUR
Prognose 2017 2017
Betriebsleistung 26.000 – 27.000 26.112
Betriebsergebnis -1.600 -1.584

Die prognostizierte Betriebsleistung konnte erreicht werden. Die für das Geschäftsjahr 2017 erwartete Verbesserung des Betriebsergebnisses gegenüber dem Vorjahr ist planmäßig eingetreten, jedoch sind immer noch Verluste aus einigen älteren Großprojekten zu verzeichnen. Der Break Even des Betriebsergebnisses wird planmäßig erst nach dem Geschäftsjahr 2019 erwartet.

Vermögens-, Finanz und Ertragslage

Durch die Verschmelzung der WSP CBP Airport GmbH und die WSP Consult GmbH auf die WSP AG rückwirkend zum 1. Januar 2017 ist die Vermögens-, Finanz und Ertragslage nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme (ohne den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag) ist gegenüber dem Vorjahr mit TEUR 6.247 weitgehend konstant geblieben; vgl. unten angefügte Tabelle. Die Veränderungen der Aktiva stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen haben sich bei etwa gleichmäßig gesunkenen Abschreibungen und Reinvestitionen geringfügig um TEUR 14 erhöht. Die Kundenforderungen erhöhten sich stichtagsbedingt um TEUR 107 durch eine gegenüber dem Vorjahr höhere Anzahl von Schlussrechnungen von Projekten (verbunden mit einer Verminderung der Unfertigen Leistungen). Die Forderungen im Konzern sind aufgrund der Verschmelzung der WSP CBP Airport GmbH und der WSP Consult GmbH um TEUR 1.548 auf TEUR 696 gesunken. Dem gegenüber nahmen die Flüssigen Mittel um TEUR 1.194 auf TEUR 2.694 und das sonstige Umlaufvermögen um TEUR 313 auf TEUR 1.291 verschmelzungsbedingt zu.

Zusammengefasst stellt sich die Vermögenslage (Aktivseite) in betriebswirtschaftlicher Gliederung wie folgt dar:

31.12.2017 31.12.2016
TEUR % TEUR %
Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen 466 7,5% 452 7,2%
Finanzanlagen 100 1,6% 175 2,8%
Kundenforderungen 1.000 16,0% 893 14,3%
Forderungen im Konzern 696 11,1% 2.244 36,0%
Flüssige Mittel 2.694 43,1% 1.500 24,0%
Sonstiges Umlaufvermögen 1.291 20,7% 978 15,7%
Aktiva 6.247 100,0% 6.242 100,0%

Finanzlage

Die Rückstellungen nahmen durch die Ausweitung des Geschäftsvolumens aufgrund der Verschmelzung mit der WSP CBP Airport GmbH um TEUR 1.361 auf TEUR 6.425 zu. Aus demselben Grund erhöhten sich die vereinnahmten Anzahlungen um TEUR 8.131 auf TEUR 8.391. Die Lieferantenverbindlichkeiten verminderten sich stichtagsbedingt um TEUR 75 auf TEUR 174. Die Verbindlichkeiten im Konzern nahmen aufgrund von einer Darlehenstilgung an die WSP Europe AB von TEUR 745 sowie im Übrigen aufgrund der Verschmelzung mit der WSP Airport GmbH auf TEUR 1.424 ab. Die sonstigen Verbindlichkeiten haben sich im Wesentlichen durch Begleichung einer Umsatzsteuerzahllast von TEUR 703 auf TEUR 415 vermindert.

Zusammengefasst stellt sich die Finanzlage (Passivseite) wie folgt dar:

31.12.2017 31.12.2016
TEUR % TEUR %
Eigenkapital -10.582 -169,4% -8.933 -143,1%
Rückstellungen 6.425 102,8% 5.064 81,1%
Erhaltene Anzahlungen (Überhang) 8.391 134,3% 260 4,2%
Lieferantenverbindlichkeiten 174 2,8% 249 4,0%
Verbindlichkeiten im Konzern 1.424 22,9% 8.254 132,2%
Sonstige Verbindlichkeiten 415 6,6% 1.348 21,6%
Passiva 6.247 100,0% 6.242 100,0%

Die Finanzierung des langfristigen operativen Projektgeschäfts erfolgt im Wesentlichen über Kundenanzahlungen. Bei Bedarf werden Darlehen innerhalb des Konzernverbundes in Anspruch genommen. Eine insolvenzrechtliche Überschuldung liegt trotz des negativen bilanziellen Eigenkapitals nicht vor, da die Muttergesellschaft WSP Europe AB, Stockholm / Schweden, eine Patronatserklärung mit Rangrücktrittsvereinbarung bei Inanspruchnahme zugunsten der WSP Deutschland AG abgegeben hat. Die WSP Europe AB stellt bei Bedarf der WSP Deutschland AG bis zu TEUR 11.000 finanzielle Mittel zur Verfügung, um ihre fälligen Verbindlichkeiten bedienen zu können. Die Finanzierung der Gesellschaft ist dadurch bis 01. Januar 2022 gesichert.

Ertragslage

Die Ertragslage stellt sich wie folgt dar:

2017 2016
TEUR % TEUR %
Betriebsleistung (Umsatz + Bestandsveränderung) 26.112 100,0% 17.159 100,0%
Sonstige betriebliche Erträge 2.459 9,4% 4.466 26,0%
Bezogene Leistungen -3.606 -13,8% -3.185 -18,6%
Personalaufwand -16.308 -62,5% -11.454 -66,8%
Abschreibungen -219 -0,8% -318 -1,9%
Sonstiger betrieblicher Aufwand -10.022 -38,4% -10.194 -59,4%
Betriebsergebnis -1.584 -6,1% -3.525 -20,5%
Finanz- und Zinsergebnis -69   589  
Steueraufwand 4   0  
Jahresfehlbetrag -1.649   -2.936  

Die Betriebsleistung ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 8.953 bzw. 52,2% auf TEUR 26.112 gestiegen. Von dem Anstieg der Betriebsleistung resultieren TEUR 12.503 aus dem verschmelzungsbedingten Zugang des Airport-Geschäftes.

Der Anteil der bezogenen Leistungen (Subunternehmer und freie Mitarbeiter) an der Betriebsleistung ist aufgrund der Kostensenkungsmaßnahmen auf 13,8% gesunken (Vorjahr: 18,6%). Die Bestandsprojekte werden verstärkt durch eigene Mitarbeiter abgewickelt.

Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand / Betriebsleistung) ist mit 62,5% gegenüber 66,8% im Vorjahr gesunken. Der Anstieg des Personalaufwandes ist hauptsächlich bedingt durch die Verschmelzung mit der WSP CBP Airport GmbH und dem damit verbundenen Zugang von ca. 80 Mitarbeitern.

Die sonstige Aufwandsquote (sonstiger betrieblicher Aufwand / Betriebsleistung) verminderte sich von 59,4% auf 38,4%. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einer im Vorjahr gebildeten Einzelwertberichtigung auf die Kundenforderung eines Großprojektes im Frankfurter Raum. Des Weiteren haben sich die Aufwendungen zur Gewährleistungsvorsorge und für Schadensfälle sowie die Rechts- und Beratungskosten nach dem Auslaufen der Restrukturierungsmaßnahmen reduziert, während die Fixkosten wie Miet- und Leasingaufwendungen weitgehend konstant bleiben.

Insgesamt endete das Geschäftsjahr 2017 mit einem Jahresfehlbetrag von TEUR 1.649 nach TEUR -2.936 im Vorjahr.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das wirtschaftliche Ergebnis des Geschäftsjahres 2017 war von der Stabilisierung der Ertragslage und dem Auslaufen der Restrukturierungsmaßnahmen der vorangegangenen Jahre geprägt. Einmalige Aufwendungen zur Umstrukturierung des Unternehmens sowie Verluste im Zusammenhang mit Großprojekten haben auch im Geschäftsjahr 2017 zu einem Verlust geführt. Wegen Nachlaufkosten in Altprojekten und einem hohen Wertberichtigungsbedarf von Kundenforderungen konnte der Break-Even im Geschäftsjahr 2017 noch nicht erreicht werden.

Für das Jahr 2018 wird durch die weitere Stabilisierung des Geschäftes und neuer, nachhaltig positiver Auftragseingänge mit einer leichten Verbesserung sowohl der Betriebsleistung als auch des Ergebnisses gerechnet.

3. Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand der Gesellschaft erklärt gemäß § 312 Abs. 3 AktG Folgendes:

"Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr bei allen im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und anderen Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen wurden, jeweils eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt worden.“

4. Chancen- und Risikobericht

Die WSP Deutschland AG ist im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Die Gesellschaft verfolgt systematisch die Entwicklung aller relevanten Risiken und ist ebenfalls in das konzernweite Risikomanagement der WSP Group eingebunden. Die Geschäftsführung setzt Steuerungs- und Kontrollsysteme ein, um drohende Risiken laufend zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten. Gleichzeitig werden sich bietende Chancen erschlossen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern und auszubauen.

Im Einzelnen stellen sich Risiken und Chancen wie folgt dar:

4.1. Volkswirtschaftliche Risiken und Branchenrisiken

Unverändert bestehen im Euroraum Unsicherheiten über den Fortgang der konjunkturellen Entwicklung. Die Nachfrage nach Planungsleitungen ist stark konjunkturabhängig, wobei sich die Auswirkungen durch längere Projektlaufzeiten erst zeitverzögert auswirken. Daraus resultierende Auslastungsrisiken müssen durch eine kurzfristige Anpassung der Kapazitäten im Hinblick auf zeitweise stark schwankende Auftragslagen vermieden werden. Zudem kann die hohe Verschuldung der staatlichen Haushalte die Nachfrage nach Bauleistungen im öffentlichen Bereich dämpfen.

Das Risiko wird – entsprechend unserer Risikokategorisierung – als „mittel“ eingestuft.

4.2. Finanzrisiken

Die WSP Deutschland ist als Dienstleistungsunternehmen verschiedenen Finanzrisiken ausgesetzt. Die Risiken umfassen Ausfallrisiken für Kundenforderungen, Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zins- und Währungskursschwankungen.

Zur Vermeidung von Ausfallrisiken wird die Bonität des Kunden vor Projektabschluss überprüft. Ausstehende Honorarforderungen sind mit der kaufmännisch notwendigen Vorsicht in die Bilanz eingeflossen. Einzelrisiken wurde mit der Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Zur Vermeidung von Liquiditätsrisiken werden für die Projekte Liquiditätspläne erstellt, die einen Überblick über die Zahlungsausgänge an Personal und Fremdleistungen vermitteln. Bei Unterdeckung werden im Rahmen des Debitorenmanagements Anzahlungen von den Kunden angefordert.

Risiken aus Wechselkursschwankungen bestehen nur in unbedeutenden Umfang, da die Gesellschaft nur in Euro fakturiert. Lediglich Eingangsrechnungen in ausländischer Währung wurden vereinzelt an die WSP Deutschland AG gestellt. Derivative Finanzinstrumente werden nicht eingesetzt.

Zinsrisiken bestehen in geringem Umfang. Die Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit erfolgt im Wesentlichen über Anzahlungen von Kunden. Darüber hinaus werden lediglich Darlehen von Konzerngesellschaften der WSP Group in Anspruch genommen.

Das Risiko wird – entsprechend unserer Risikokategorisierung – als „mittel“ eingestuft.

4.3. Personalrisiken

Die stetige Rekrutierung von qualifiziertem Personal sowie die Fortbildung der Mitarbeiter sichern die Verfügbarkeit des notwendigen Knowhows und die Unternehmensentwicklung. Mangelnde Verfügbarkeit und Fluktuation von qualifiziertem Personal kann die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen.

Das Risiko wird – entsprechend unserer Risikokategorisierung – als „mittel“ eingestuft.

4.4. Risiken aus Großprojekten

Größere Projekte bergen auf Grund ihrer höheren Komplexität auch größere Abwicklungsrisiken. Diese sind insbesondere die Fähigkeit zur Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen, die Gefahr unvergüteter Mehrleistungen und das Auslastungsrisiko nach Ende großer Projekte. Durch eine kontinuierliche Beobachtung der Projekte erkennen wir etwaige Probleme frühzeitig und können unmittelbar Gegenmaßnahmen ergreifen. Zur Risikovorsorge werden bei Bedarf in einzelnen Projekten Wertberichtigungen vorgenommen bzw. Rückstellungen für drohende Verluste gebildet. Potentielle Gewährleistungsrisiken sind grundsätzlich bis auf einen geringen Selbstbehalt über die Berufshaftpflichtversicherung abgedeckt. Darüber hinaus werden bei erhöhten Risiken gesonderte Projektversicherungen abgeschlossen.

Das Risiko wird – entsprechend unserer Risikokategorisierung – als „hoch“ eingestuft.

4 .5. Going Concern

Die Neuausrichtung der Gesellschaft, verbunden mit der Restabwicklung verlustträchtiger Altprojekte erfordert erhebliche finanzielle Mittel, die ggf. nicht vollständig aus den eigen erwirtschafteten Cash-Flows gedeckt werden können. Die WSP AG ist deshalb mittelfristig auf die weitere finanzielle Unterstützung durch ihre Gesellschafterin bzw. den Konzernverbund angewiesen. Die Gewährung dieser finanziellen Unterstützung wird durch einen „letter of comfort“ (Patronatserklärung) mit einer Laufzeit bis zum 01. Januar 2022 in Höhe von Mio. EUR 11,0 untermauert.

Das Risiko wird – entsprechend unserer Risikokategorisierung – als „gering“ eingestuft.

4 .6. Chancen der künftigen Entwicklung

Für Großprojekte sind Frühindikatoren implementiert, um Schieflagen rechtzeitig zu erkennen und ggf. gegensteuern zu können. Dies beinhaltet auch die Chance, frühzeitig Potentiale für Nachverhandlungen zu erkennen. Ebenso wird die Verbesserung der Effizienz in den Projekten sich positiv auf die Ertragslage auswirken. Durch die Übertragung von mehr Verantwortung und Kontrolle auf die operativen Projektmanager soll die Leistung und Flexibilität in den Projekten in Zukunft gesteigert werden.

Der einheitliche Marktauftritt unter dem globalen Netzwerk der WSP ermöglicht uns eine deutliche Verbesserung in der Projektgewinnung und -abwicklung. Die WSP Deutschland AG konzentriert sich insbesondere auf beratungsintensive Dienstleitungen und wird zukünftig den Fokus verstärkt auf Industriekunden richten.

4 .7. Gesamteinschätzung

In Bezug auf die vorgenommene Kategorisierung zeigt sich ein Schwerpunkt der Risiken im Zusammenhang mit größeren und langfristigen Projekten. Die WSP Deutschland hat ein Frühwarnsystem eingerichtet. Es informiert das Management, die bestehenden Risiken frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnamen einzuleiten. Dabei werden fortlaufend die externen und internen Einflussfaktoren – insbesondere Auftragsbestand, Auftragsreichweite, Zahlungsverhalten, Liquiditätsstatus, Kostenentwicklung und Angebotspotentiale – überprüft und Chancen und Risiken für alle unternehmerischen Entscheidungen und Aktivitäten abgewogen.

Wir überprüfen in regelmäßigen Abständen unsere Aktivitäten und Systeme zur Erkennung und Überwachung von geschäftsspezifischen Risiken und haben festgestellt, dass diese geeignet sind zur Erkennung und Gegensteuerung von Risiken, die die Entwicklung und den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Auf Grund der Patronatserklärung in Höhe von TEUR 11.000 durch die WSP Europe AB sind angemessene finanzielle Mittel zur Bedienung der fälligen Verbindlichkeiten vorhanden. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts sind keine entwicklungsbeeinträchtigen bzw. bestandsgefährdenden Risiken erkennbar. Die Risiken im allgemeinen Geschäftsverlauf bewegen sich insgesamt im branchenüblichen Rahmen.

5. Prognosebericht

5.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Bundesregierung geht derzeit von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2,4% für 2018 aus. Die Bauindustrie blickt ebenfalls mit Zuversicht in das Jahr 2018. Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie e.V., Berlin, rechnet für das Jahr 2018 mit einem Wachstum der Umsätze im Bauhauptgewerbe von nominal 4,0%. Wie im Vorjahr kurbeln zwei wesentliche Effekte die Bauwirtschaft an:

Wohnungsbau (für 2018 ein nominales Umsatzplus von 3,5%)

Öffentliche Bauten (für 2018 ein Umsatzwachstum von nominal 4%).

Der in der vergangenen Legislaturperiode eingeleitete Ausbau der Investitionen des Bundes bei den Verkehrswegen macht sich besonders positiv bemerkbar.

Quelle: Hauptverband der deutschen Bauindustrie e. V.

5.2. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Die deutlich verbesserte, jedoch noch nicht zufriedenstellende Wirtschaftlichkeit des Unternehmens bedingt eine Optimierung der operativen Abläufe und Kostensenkungen in unseren Projekten. Maßnahmen zur Kostensenkung und Budgetierung bei den Gemeinkosten sowie die Verschlankung administrativer Abläufe werden unverändert vorangetrieben.

Das gesteigerte Akquisitionsengagement der Gesellschaft sowie ein allgemein unverändert positives Investitionsumfeld (Nullzinspolitik) werden voraussichtlich zu einem Auftragseingang über dem Vorjahresniveau führen. Für 2018 und 2019 gehen wir daher von einer moderaten Steigerung der Auftragseingänge aus.

Unser integrativer Planungsansatz ermöglicht uns, die Aufgabenstellungen weitestgehend über alle Leistungsphasen hinweg wahrzunehmen. Durch die Bündelung unserer Aktivitäten in Sektoren und die damit verbundenen Kompetenzen aus vorangegangenen Referenzprojekten können wir einen Großteil der Aufgabenstellungen mit eigenen Knowhow abdecken. Bei Spezialkenntnissen können wir auf die weltweiten Ressourcen der WSP Group zugreifen.

Aufgrund des sich schnell veränderbaren Marktumfeldes ist eine Prognose von zukünftigen Entwicklungen mit Unsicherheiten behaftet. Mit dem vorhandenen Auftragsbestand von rd. Mio. EUR 20,6 (Stand Ende Mai 2018) und den überwiegend langfristigen Projekten haben wir jedoch eine gute Basisauslastung.

Für das Geschäftsjahr 2018 rechnen wir mit ca. Mio. EUR 25 bis 26 Betriebsleistung. Auf Basis vorläufiger Zahlen für 2018 rechnet der Vorstand der WSP mit einer weiteren Verbesserung des Betriebsergebnisses im zweistelligen %-Bereich. Für 2019 rechnen wir mit einer weiteren Verbesserung des Betriebsergebnisses in ähnlicher Höhe. Diesen positiven Aussichten steht die weitere Bewältigung diverser Altlasten entgegen, die in den vergangenen Jahren nach dem jeweils vorliegenden Kenntnisstand bilanziell berücksichtigt wurden, das Unternehmen in Zukunft aber zumindest liquiditätsmäßig belasten können.

Personal

Die Qualifikation unserer Mitarbeiter stellt für die WSP Deutschland eine wichtige Ressource dar. Mit gezielten Recruiting-Aktivitäten für qualifiziertes Fachpersonal und Weiterbildungsmaßnahmen stellt das Unternehmen sicher, den stetig wachsenden Kundenanforderungen gerecht zu werden. Spezialisierte Fachkompetenz, langjährige Erfahrung und persönlicher Einsatz machen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem bedeutenden Faktor für unseren Unternehmenserfolg.

Gesamtaussage über die voraussichtliche Entwicklung

Wir werden weiterhin alle strukturellen Maßnahmen ergreifen, um die Effizienz im Unternehmen zu verbessern und bedeutende Risiken zu erkennen, zu bewerten und adäquat darauf zu reagieren. Die kundenorientierte Marktbearbeitung und die Nutzung der globalen Infrastruktur der WSP Group ermöglichen uns ein umfangreiches Wachstumspotential.

Durch unsere Reorganisationsmaßnahmen der letzten Jahre haben wir uns trotz Verzögerungen auf dem Markt gut positioniert und werden positiv gestimmt die Herausforderungen der kommenden Jahre angehen.

 

München, 11. Juli 2018

WSP Deutschland AG

Petr Bilek

Bilanz zum 31. Dezember 2017

Aktiva

31.12.2017 31.12.2016
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte   150.071,10   207.305,75
II. Sachanlagen        
Betriebs- und Geschäftsausstattung   315.815,72   244.368,09
III. Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen   100.000,00   174.891,00
    565.886,82   626.564,84
B. Umlaufvermögen        
I. Vorräte        
1. In Arbeit befindliche Aufträge 106.907.976,85   24.948.968,66  
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (106.907.976,85) - (24.948.968,66) -
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände        
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 999.651,04   892.582,38  
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 696.404,05   2.244.113,53  
3. Sonstige Vermögensgegenstände 781.636,85 2.477.691,94 477.190,28 3.613.886,19
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten   2.693.916,47   1.500.120,10
    5.171.608,41   5.114.006,29
C. Rechnungsabgrenzungsposten   509.733,40   307.890,58
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag   10.582.385,74   8.933.456,63
    16.829.614,37   14.981.918,34

Passiva

       
    31.12.2017
EUR
  31.12.2016
EUR
A. Eigenkapital        
I. Gezeichnetes Kapital   500.000,00   500.000,00
II. Kapitalrücklage   17.950.000,00   17.950.000,00
III. Gewinnrücklagen        
1. Gesetzliche Rücklage   6.089,52   6.089,52
2. Andere Gewinnrücklagen   450.000,00   450.000,00
IV. Bilanzverlust   -29.488.475,26   -27.839.546,15
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag   10.582.385,74   8.933.456,63
    0,00   0,00
B. Rückstellungen        
Sonstige Rückstellungen   6.425.007,94   5.064.233,18
    6.425.007,94   5.064.233,18
C. Verbindlichkeiten        
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen   8.390.588,51   259.599,62
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   173.874,98   278.453,01
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   1.424.122,80   8.254.448,19
4. Sonstige Verbindlichkeiten   416.020,14   1.125.184,34
(davon aus Steuern € 340.081,19; Vj. € 1.104.659,98)        
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 36,00; Vj. € 79,03)        
    10.404.606,43   9.917.685,16
    16.829.614,37   14.981.918,34

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017

2017
EUR
2016
EUR
1. Umsatzerlöse 12.857.942,51 19.964.451,51
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen 13.254.541,09 (2.805.245,16)
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.458.695,20 4.466.351,48
(davon aus Währungsumrechnung € 3.669,78; Vorjahr € 8.117,25)    
  28.571.178,80 21.625.557,83
4. Materialaufwand    
Aufwendungen für bezogene Leistungen (3.605.772,05) (3.184.552,04)
5. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter (13.963.184,95) (9.898.227,15)
b) Soziale Abgaben (2.344.393,29) (1.555.716,29)
  (16.307.578,24) (11.453.943,44)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (218.808,02) (317.578,37)
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen (10.022.500,88) (10.194.494,20)
(davon aus Währungsumrechnung € 6.208,35; Vorjahr € 9.982,10)    
  (1.583.480,39) (3.525.010,22)
8. Erträge aus Beteiligungen - 600.000,00
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 146,67 679,55
(davon aus verbundenen Unternehmen € 0,00; Vorjahr € 0,00)    
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (69.617,85) (11.452,52)
(davon an verbundene Unternehmen € 6.158,24; Vorjahr € 1.030,44)    
  (1.652.951,57) (2.935.783,19)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (512,39) 68,85
12. Ergebnis nach Steuern (1.653.463,96) (2.935.714,34)
13. Sonstige Steuern 4.534,85 (103,58)
14. Jahresfehlbetrag (1.648.929,11) (2.935.817,92)
15. Verlustvortrag (27.839.546,15) (24.903.728,23)
16. Bilanzverlust (29.488.475,26) (27.839.546,15)

Anhang für das Geschäftsjahr 2017

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt worden. Die Gliederung der Bilanz entspricht § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB. Die WSP Deutschland AG mit Sitz in München ist beim Amtsgericht München unter der Registernummer HRB 169832 im Handelsregister eingetragen.

Die Gesellschaft ist bilanziell überschuldet. Eine Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne liegt jedoch nicht vor, da die Muttergesellschaft WSP Europe AB, Stockholm / Schweden, eine Patronatserklärung mit Rangrücktrittsvereinbarung in Höhe von TEUR 11.000 zugunsten der WSP Deutschland AG abgegeben hat. Darüber hinaus sind in den bestehenden Projekten stille Reserven enthalten. Entsprechend wurde gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB der Jahresabschluss unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Die WSP CBP Airport GmbH mit dem Sitz in München und die WSP Consult GmbH mit dem Sitz in Frankfurt wurden auf Grund des Verschmelzungsvertrages vom 21. Juli 2017 sowie des Beschlusses der Hauptversammlung vom 28. Juli 2017 und der Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen der übertragenden Gesellschaften vom 21. Juli 2017 mit der WSP Deutschland AG als übernehmendem Rechtsträger mit Wirkung zum 1. Januar 2017 verschmolzen. Die Verschmelzungen wurden am 5. September 2017 in das Register des übernehmenden Rechtsträgers eingetragen. Durch die Verschmelzungen sind die Bilanz und GuV-Werte des laufenden Jahres nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis zu EUR 410,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Abgang gezeigt.

Die Nutzungsdauer betragen für immaterielle Vermögenswerte 3 bis 5 Jahre und für Sachanlagen 3 bis 15 Jahre.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert ausgewiesen.

Die in Arbeit befindlichen Aufträge sind mit ihren Herstellungskosten unter Berücksichtigung von Kosten der allgemeinen Verwaltung (angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten) bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Anteilige Fremdkapitalzinsen wurden nicht mit angesetzt.

Die geleisteten und erhaltenen Anzahlungen sind netto mit ihrem Auszahlungsbetrag ausgewiesen. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht Gebrauch, die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen gemäß § 268 Abs. 5 HGB offen von den Vorräten abzusetzen. Ein nach Verrechnung verbleibender passivischer Saldo wird unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihren Nominalbeträgen oder dem niedrigeren beizulegenden Wert unter Berücksichtigung notwendiger Wertberichtigungen angesetzt.

Die liquiden Mittel werden mit den Nennwerten angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Auszahlungen vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Vom Ansatzwahlrecht aktiver latenter Steuern wurde kein Gebrauch gemacht.

Das Grundkapital ist mit den Nennwerten angesetzt.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen sind jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden mit dem gültigen Zinssatz der Bundesbank abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Umrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr aus Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag.

Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die vertraglich geschuldeten Leistungen durch Kundenabnahme bzw. die vertragliche Dokumentation vorliegen.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Die in den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an Unternehmen, von denen die Gesellschaft mindestens den fünften Teil der Anteile besitzt, betreffen:

Anteil am gezeichneten Kapital Eigenkapital Jahresüberschuss/ -fehlbetrag (-) Aus Geschäftsjahr
% TEUR TEUR TEUR
Verbundene Unternehmen          
WSP CBP Ingenieurbau GmbH, München 100,0 50 52 -9 2017

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben mit Ausnahme der unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Kautionen in Höhe von TEUR 21 (Vorjahr TEUR 20) Restlaufzeiten bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 696 setzen sich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 145 und sonstigen Forderungen in Höhe von TEUR 552 zusammen.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist im Geschäftsjahr 2017 unverändert in 500.000 Stück auf den Namen lautende vinkulierte Stückaktien mit einem Nennbetrag von je 1,00 EUR pro Stück eingeteilt.

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr am 31. Dezember 2017 TEUR 17.950.

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Personal 888 765
Jahresabschluss, Steuerberatung 368 204
Fremdleistungen 1.113 610
Gewährleistungen 1.913 1.422
Sonstige 2.143 2.063
  6.425 5.064

Die Verbindlichkeiten, gegliedert nach Restlaufzeiten, setzen sich wie folgt zusammen:

mit einer Restlaufzeit
Gesamt
TEUR
bis 1 Jahr
TEUR
>1 Jahr
TEUR
davon >5 Jahre
TEUR
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 8.391 8.391 0 0
(Vorjahr) (260) (260) (0) (0)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 174 174 0 0
(Vorjahr) (278) (278) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.424 1.424 0 0
(Vorjahr) (8.254) (8.254) (0) (0)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 416 416 0 0
(Vorjahr) (1.125) (1.125) (0) (0)
  10.405 10.415 0 0

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden entsprechend dem Wahlrecht des § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB offen von dem Posten "Vorräte" abgesetzt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.424 setzen sich aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 118, Verbindlichkeiten aus Darlehen in Höhe von TEUR 1.306 und sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0,3 zusammen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gesellschaft erbringt Ingenieurleistungen und erzielt ihre Umsatzerlöse im Wesentlichen im Inland.

Periodenfremde Erträge / Aufwendungen sind in folgenden Posten enthalten:

2017
TEUR
2016
TEUR
Sonstige betriebliche Erträge 2.459 4.466
davon aus Auflösung von Rückstellungen 966 2116
davon aus der Auflösung von EWBs 656 2.024
davon außerordentliche Erträge 167 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 10.022 10.194
davon aus der Zuführung vom EWB 3.164 4.3 95

Aus der Verschmelzung der WSP CBP Airport GmbH und der WSP Consult GmbH auf die WSP Deutschland AG zum 1. Januar 2017 ergab sich ein Verschmelzungsgewinn von TEUR 278.

Sonstige Angaben

Es bestehen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Pachtverträgen wie folgt:

Restlaufzeiten bis 1 Jahr
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
>5 Jahre
TEUR
Gesamt
TEUR
Mieten für Gebäude 1.037 4.020 1.926 6.983
Übrige Verpflichtungen 161 128 0 289
  1.198 4.148 1.926 7.272

Im Geschäftsjahr waren im Durchschnitt 247 Angestellte (Vorjahr 157), davon 28 Führungskräfte, 209 technische und 23 administrative Angestellte und 15 Aushilfen, Studenten oder Praktikanten beschäftigt. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Zugang der auf die WSP Deutschland AG verschmolzenen Gesellschaften.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

Konzernzugehörigkeit

Die WSP Europe AB, Arenavägen 7, SE 12188 Stockholm-Globen / Königreich Schweden, hat uns im Oktober 2007 gemäß § 20 Abs. 1 und Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihr mehr als der vierte Teil der Aktien der WSP Deutschland AG, München (damals firmierend als CBP Consulting Engineers AG), und zwar eine Mehrheitsbeteiligung gemäß § 16 Abs. 1 AktG, unmittelbar gehört.

Oberstes Mutterunternehmen der Gesellschaft, das einen Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen veröffentlicht, ist die WSP Global Inc., Montreal / Kanada. Der Konzernabschluss ist auf der Homepage www.wspgroup.com veröffentlicht. Der kleinste Konsolidierungskreis wird durch den Abschluss der WSP Europe AB, Stockholm, Schweden, aufgestellt.

Eine gesetzliche Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts für den Teilkonzern der WSP besteht nicht, da die Größenkriterien des § 293 HGB nicht erfüllt sind.

Organe der Gesellschaft

Als Mitglied des Vorstands war im Geschäftsjahr bestellt:

 

Petr Bilek, Prag / Tschechische Republik, Chief Operating Officer WSP Central Europe

Auf die Angabe der Vorstandsbezüge wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Der Aufsichtsrat besteht laut Satzung aus drei Mitgliedern. Aufsichtsratsmitglieder im Geschäftsjahr waren:

 

Paul Dollin, Bristol / Großbritannien (Vorsitzender des Aufsichtsrats), Chief Operating Officer WSP Global Inc., Montreal / Kanada

 

Eva Aspengren, Saltsjö-Bo / Schweden (stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats), CFO WSP Europe AB, Stockholm / Schweden

 

Petr Kurka, Horgen / Schweiz, Business Development Director Central Europe (ab 4. September 2017)

 

Anders Fryk, Uppsala / Schweden, General Counsel (bis 4. September 2017)

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit keine Vergütung.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, den zum 31. Dezember 2017 ausgewiesenen Bilanzverlust von insgesamt TEUR 29.488 auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

 

München, den 11. Juli 2018

Petr Bilek, Vorstand

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2017

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2017
EUR
Verschmelzung
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2017
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen, an solchen Rechten und Werten 1.510.375,11 194.261,87 4.944,32 139.000,54 1.570.580,76
II. Sachanlagen          
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.149.459,21 467.763,36 166.357,93 207.200,33 2.576.380,17
III. Finanzanlagen          
Anteile an verbundenen Unternehmen 174.891,00 (74.891,00) - - 100.000,00
  3.834.725,32 587.134,23 171.302,25 346.200,87 4.246.960,93
Kummulierte Abschreibungen
01.01.2017
EUR
Verschmelzung
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2017
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen, an solchen Rechten und Werten 1.303.069,36 174.310,80 82.130,04 139.000,54 1.420.509,66
II. Sachanlagen          
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.905.091,12 425.995,68 136.677,98 207.200,33 2.260.564,45
III. Finanzanlagen          
Anteile an verbundenen Unternehmen - - - - -
  3.208.160,48 600.306,48 218.808,02 346.200,87 3.681.074,11
Restbuchwerte
31.12.2017
EUR
31.12.2016
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen, an solchen Rechten und Werten 150.071,10 207.305,75
II. Sachanlagen    
Betriebs- und Geschäftsausstattung 315.815,72 244.368,09
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 100.000,00 174.891,00
  565.886,82 626.564,84

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die WSP Deutschland AG, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der WSP Deutschland AG, München, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der WSP Deutschland AG für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 16. Juli 2018

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Holger Graßnick, Wirtschaftsprüfer

ppa. Christian Mersch, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 wurde am 30. August 2018 festgestellt.