![]() Deutsche Lufthansa AGKölnKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010Konzernlagebericht, -abschluss und -anhang, Bericht des AufsichtsratsAn unsere AktionäreBericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren,
in dem besonderen Geschäftsjahr 2010 hat der Aufsichtsrat erneut gut und effektiv
mit dem Vorstand zusammengearbeitet. Dabei haben wir die Aufgaben wahrgenommen, für
die wir nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnungen verantwortlich sind: die Mitglieder
des Vorstands zu bestellen, deren Arbeit zu überwachen und sie beratend zu begleiten. Der Vorstand hat uns zeitnah und umfassend über das Wettbewerbsumfeld, alle strategischen
und wichtigen operativen Entscheidungen und die beabsichtigte Geschäftspolitik informiert.
Die Investitions- und Beteiligungsvorhaben sowie die geplanten Maßnahmen zur Konzernfinanzierung
wurden mit uns abgestimmt. Die Berichtspflichten des Vorstands und der Katalog zustimmungspflichtiger
Geschäfte sind in einer Geschäftsordnung festgelegt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats habe ich die Protokolle der Vorstandssitzungen
eingesehen und mit dem Vorstandsvorsitzenden laufend die aktuelle Geschäftsentwicklung
erörtert. Im Jahr 2010 hat sich der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen am 10. März,
28. April, 22. September und 6. Dezember getroffen. Kein Mitglied des Aufsichtsrats
hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. Die Effizienz unserer Arbeit haben wir im Dezember erneut geprüft und gemeinsam mit
dem Vorstand eine aktualisierte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance
Kodex abgegeben. Anzeigepflichtige Interessenkonflikte lagen 2010 nicht vor. In der Entsprechenserklärung hat der Aufsichtsrat die grundsätzliche Bedeutung von
Vielfalt bei seiner Zusammensetzung für das Unternehmen unterstützt. Zugleich strebt
er eine stärkere Repräsentanz von Frauen an. Anders als in Ziffer 5.4.1 des Kodexes
gefordert, werden hierfür jedoch keine konkreten Ziele benannt. Der Aufsichtsrat wird
sich bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung von Kenntnissen, Fähigkeiten
und fachlichen Erfahrungen infrage kommender Personen leiten lassen. Im Mittelpunkt der Sitzungen des Aufsichtsrats stand die wirtschaftliche Entwicklung
bei Lufthansa und ihren Konzern- und Beteiligungsgesellschaften. Besonderes Augenmerk
fanden dabei der Streik des Cockpit-Personals Ende Februar und die mehrtägige behördliche
Luftraumschließung im April nach dem Vulkanausbruch auf Island, die bei Lufthansa
zu erheblichen negativen Ergebniseffekten geführt haben. Ferner ließ sich der Aufsichtsrat
ausführlich über die Fortschritte bei der Integration von Austrian Airlines und British
Midland in den Konzern unterrichten. Weitere wichtige Tagesordnungspunkte betrafen die Zustimmungen zur Anschaffung von
insgesamt 56 Flugzeugen verschiedener Muster für die Fluggesellschaften des Konzerns,
zur weiteren Zusammenarbeit mit dem Münchener Flughafen bei der Erweiterung des Terminals
2, zur Veräußerung von Amadeus-Aktien im Rahmen eines Börsengangs und zur Restrukturierung
des Teilkonzerns Lufthansa Systems AG. Turnusmäßig hat uns der Vorstand über die Veränderungen der Aktionärsstruktur, die
Geschäfte mit derivativen Instrumenten sowie über die Dotierung und Rendite des Lufthansa
Pensionsfonds unterrichtet. Zu den Angaben des Vorstands in den Lageberichten gemäß
§§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB sind keine weiteren Erläuterungen erforderlich. Über die Tätigkeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats wurde jeweils zu Beginn der Aufsichtsratssitzungen
informiert. Der nach § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz obligatorische Vermittlungsausschuss musste
im Berichtsjahr nicht einberufen werden. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats
hat im Frühjahr einmal zur Vorbereitung von Neuwahlen in den Aufsichtsrat getagt.
Im Prüfungsausschuss, der 2010 viermal, davon dreimal im Beisein der Wirtschaftsprüfer,
getagt hat, wurden mit dem Finanzvorstand die Zwischenberichte vor ihrer Veröffentlichung
erörtert. Ferner befasste sich der Ausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
sowie der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagement-Systems und
des internen Revisionssystems. Dazu wurden Berichte über Risikomanagement, Compliance
und die Prüftätigkeit der internen Konzernrevision zur Kenntnis genommen. Die von der Hauptversammlung 2010 als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählte
PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf,
ist vom Aufsichtsrat beauftragt worden, den Jahres- und Konzernabschluss, die Lageberichte
und das Risikomanagement-System zu prüfen. Der Prüfungsausschuss hat die von PricewaterhouseCoopers
vorgelegte Unabhängigkeitserklärung zur Kenntnis genommen und die Schwerpunkte der
Abschlussprüfung abgestimmt. Während der Prüfung sind keine möglichen Ausschluss-
oder Befangenheitsgründe aufgetreten. Der Konzernabschluss wurde nach Maßgabe der International Financial Reporting Standards
(IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) unter Berücksichtigung
der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee
(IFRIC) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Prüfer
hat den Jahres- und den Konzernabschluss der Deutschen Lufthansa AG und die jeweiligen
Lageberichte zum 31. Dezember 2010 entsprechend den gesetzlichen Vorschriften geprüft
und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Prüfer hat weiter bestätigt,
dass das vom Vorstand eingerichtete Risikomanagement-System geeignet ist, Entwicklungen
frühzeitig zu erkennen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten. Während
der Abschlussprüfung hat der Prüfer keine Tatsachen festgestellt, die der Entsprechenserklärung
widersprechen. Der Prüfungsausschuss hat Anfang März 2011 die Prüfungsberichte in meinem Beisein
und in Anwesenheit der beiden den Jahresabschluss unterzeichnenden Prüfer mit dem
Finanzvorstand eingehend erörtert. In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats haben die
Prüfer über ihre Prüfungsergebnisse berichtet und Fragen beantwortet. Den Jahres-
und Konzernabschluss der Deutschen Lufthansa AG, die jeweiligen Lageberichte und den
Vorschlag zur Gewinnverwendung haben wir eingehend geprüft und keine Einwendungen
erhoben. Jahres- und Konzernabschluss wurden gebilligt. Damit ist der vom Vorstand
aufgestellte Jahresabschluss 2010 der Deutschen Lufthansa AG festgestellt. Dem Vorschlag
für die Verwendung des Bilanzgewinns haben wir uns angeschlossen. Die Herren Ulrich Hartmann und Dr. Herbert Walter haben ihr Mandat im Aufsichtsrat
der Deutschen Lufthansa AG zum Ablauf der Hauptversammlung am 29. April 2010 niedergelegt.
An ihrer Stelle wurden die Herren Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der adidas
AG, und Dr. h.c. Robert M. Kimmitt, Senior International Counsel in der Anwaltssozietät
WilmerHale, in den Aufsichtsrat gewählt. Im Aufsichtsrat bestätigt wurde Herr Martin
Koehler, Managing Director der Boston Consulting Group, Inc., der bereits Anfang März
2010 vom Amtsgericht als Nachfolger für den Ende 2009 ausgeschiedenen Herrn John Allan
in den Aufsichtsrat bestellt worden war. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Hartmann, der
dem Aufsichtsrat seit 1998 und dem Prüfungsausschuss seit seiner Gründung 2002 angehört
hat, und Herrn Dr. Walter für ihre Mitarbeit und Unterstützung sowie für die während
ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat getragene Verantwortung. Auf Empfehlung des Präsidiums, das 2010 fünfmal getagt hat, hat der Aufsichtsrat im
September Dr. Christoph Franz, bis Ende 2010 stellvertretender Vorstandsvorsitzender
und Vorstand Lufthansa Passage, mit Wirkung zum 1. Januar 2011 zum Vorstandsvorsitzenden
und damit zum Nachfolger von Herrn Wolfgang Mayrhuber bestellt. Gleichzeitig wurde
seine Bestellung bis zum 31. Mai 2014 verlängert. Zum Nachfolger von Herrn Franz als
Vorstand Lufthansa Passage wurde auf Vorschlag des Präsidiums Herr Carsten Spohr,
bis Ende 2010 Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Cargo AG, mit Wirkung vom 1. Januar
2011 bis 31. Dezember 2013 bestellt. Ebenfalls in seiner September-Sitzung hat der Aufsichtsrat eine neue Vergütungsstruktur
für den Vorstand verabschiedet, die ab dem Geschäftsjahr 2011 für alle vier Vorstandsmitglieder
gilt. Dabei wurden die geänderten Regelungen berücksichtigt, die sich aus dem seit
Sommer 2009 geltenden Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) und
aus dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) ergeben. Börsennotierte Gesellschaften
sind hiernach aufgefordert, die Vergütungsstruktur stärker auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung
auszurichten. Außerdem war es ein Anliegen des Aufsichtsrats, die in den letzten Jahren
weit überdurchschnittlich schwankenden Vorstandsbezüge im zyklischen Luftverkehrsgeschäft
spürbar zu glätten. Der Aufsichtsrat hat daher bei den variablen Vergütungsbestandteilen
kurzfristige finanzielle Anreize reduziert, indem ein Teil der einjährigen variablen
Vergütung in die Grundvergütung übertragen und die variable Vergütung auf eine überwiegend
mehrjährige Bemessungsgrundlage gestellt wurde. Die neue Struktur ist in ihrer Gesamtheit
im Vergütungsbericht dargestellt und wird der Hauptversammlung 2011 zur Billigung
vorgelegt werden. Mit Ablauf des Geschäftsjahres hat Herr Wolfgang Mayrhuber, der dem Vorstand seit
Anfang 2001 und damit genau zehn Jahre angehörte, seine fast achtjährige Tätigkeit
als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG beendet. In dieser Zeit hat er
den Ausbau des Aviation-Konzerns zum führenden Airline-Verbund maßgeblich vorangetrieben
und Lufthansa sicher durch die diversen Krisen der letzten Jahre gesteuert. Damit
hat sich Wolfgang Mayrhuber, der auf eine insgesamt 40 Jahre umfassende Laufbahn im
Lufthansa Konzern zurückblicken kann, in besonderer Weise um das Unternehmen verdient
gemacht. Am 19. September 2010 ist Herr Dr. Rolf Jetzer, Präsident des Verwaltungsrats des
Konzernunternehmens SWISS, im Alter von 59 Jahren verstorben. Herr Dr. Jetzer hat
an der reibungslosen Integration der SWISS in den Lufthansa Konzern äußerst verdienstvoll
mitgewirkt. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Dem Vorstand und allen Mitarbeitern des Konzerns und seiner Beteiligungsgesellschaften
sprechen wir für ihre persönlichen Beiträge zum unerwartet großen Erfolg des Lufthansa
Konzerns im Geschäftsjahr 2010 unseren besonderen Dank aus. Köln, 16. März 2011 Für den Aufsichtsrat Konzernlagebericht
Unternehmen und Organisation
➚ Lufthansa verfügt über fünf Geschäftsfelder mit führenden Marktpositionen. ➚ Die Passagier- und Frachtfluggesellschaften des Konzerns positionieren sich als Qualitäts-Airlines und bilden das Kerngeschäft. ➚ Unser Ziel ist es, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. ➚ Das wertorientierte Managementsystem beeinflusst auch die erfolgsorientierte Vergütung der Führungskräfte. ➚ 2010 konnten wir so gut wie alle gesteckten finanziellen Ziele erreichen und viele sogar übertreffen.Geschäftstätigkeit und KonzernstrukturWeltweit führend in Passagierbeförderung, Luftfracht und Dienstleistungen für FluggesellschaftenDie Deutsche Lufthansa AG ist ein weltweit operierendes Luftverkehrsunternehmen mit
insgesamt über 400 Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften. Die Aktivitäten
im Bereich der Passagierbeförderung, der Luftfracht und der Dienstleistungen für Fluggesellschaften
sind in fünf Geschäftsfelder gegliedert: Passage Airline Gruppe, Logistik sowie die
Luftverkehrs-Dienstleistungsgeschäftsfelder Technik, IT Services und Catering. Sie
nehmen führende Positionen, teilweise auch die globale Marktführerschaft, in ihren
Branchen ein. Der strategische Fokus liegt auf den Fluggesellschaften des Lufthansa Konzerns. Die
Airlines positionieren sich in ihren Segmenten als Qualitäts-Carrier. Durch ihr Wachstum
und die laufende Industriekonsolidierung hat Lufthansa 2010 eine deutlich stärkere
Marktposition im Heimatmarkt Europa eingenommen. Gemessen an Passagier- und Umsatzzahlen
ist sie nun die größte Airline Europas. Auch das Segment Logistik zählt zu den Marktführern
im internationalen Luftfrachtverkehr. Die Geschäftsfelder Technik, IT Services und Catering ergänzen das Spektrum um Dienstleistungen
für eigene und zunehmend auch konzernfremde Fluggesellschaften. Weltweit führend ist
Lufthansa Technik in der Wartung, Reparatur und Überholung von zivilen Flugzeugen.
Sie deckt die gesamte Bandbreite vom Einzelauftrag bis zur Betreuung ganzer Flotten
ab. Mit dem Geschäftsfeld IT Services ist Lufthansa einer der global führenden IT-Dienstleister
für die Luftfahrtindustrie. Die Produkt- und Dienstleistungspalette von Lufthansa
Systems umfasst maßgeschneiderte IT-Lösungen ebenso wie den Betrieb kompletter Infrastrukturen.
Das Geschäftsfeld Catering, die LSG Sky Chefs-Gruppe, ist mit rund 130 Unternehmen
Weltmarktführer im Airline-Catering und versorgt internationale, nationale und regionale
Fluggesellschaften. Darüber hinaus positioniert sich LSG Sky Chefs zunehmend als Anbieter
weiterer Dienstleistungen aus dem Bereich der Entwicklung, Beschaffung und Logistik
von Bordartikeln sowie in angrenzenden Märkten. Detaillierte Informationen zu den
einzelnen Geschäftsfeldern finden Sie auf [S. 78 - 119]. Einzelheiten zu wesentlichen
Beteiligungsgesellschaften finden Sie ab [S. 220]. Konzernstruktur![]() Im Jahr 2010 beschäftigte der Konzern durchschnittlich 117.066 Mitarbeiter und erzielte einen Jahresumsatz von rund 27,3 Mrd. EUR. Leitung und KontrolleZweigeteilte Führungs- und ÜberwachungsstrukturDie Deutsche Lufthansa AG verfügt über die in Deutschland übliche zweigeteilte Leitungs-
und Überwachungsstruktur. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung,
legt die strategische Ausrichtung fest und sorgt für die nachhaltige Steigerung des
Unternehmenswerts. Der Aufsichtsrat bestellt, berät und überwacht den Vorstand. Wechsel im VorstandIm September 2010 hat der Aufsichtsrat den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden
der Deutschen Lufthansa AG, Christoph Franz, zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Er
löste damit zum 1. Januar 2011 Wolfgang Mayrhuber an der Konzernspitze ab. Christoph
Franz hatte seine Karriere 1990 bei Lufthansa begonnen. Zwischen 1992 bis 1994 war
er Mitglied des Stabs, der unter dem damaligen Vorstandschef und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden
Jürgen Weber für die Sanierung von Lufthansa verantwortlich zeichnete. 1994 wechselte
Christoph Franz zur Deutschen Bahn AG und später als CEO zur Swiss International Air
Lines AG. Im März 2005 kehrte er mit ihrer Integration in den Lufthansa Konzern zurück.
Im April 2009 wurde er schließlich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der
Deutschen Lufthansa AG berufen und übernahm den Vorsitz des Passagevorstands. Ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2011 beriefen die Mitglieder des Aufsichtsrats
Carsten Spohr in den Vorstand. Als Leiter des Ressorts Lufthansa Passage übernimmt
er den Vorsitz des Passagevorstands von Christoph Franz. Sein Nachfolger im Amt des
Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa Cargo AG ist Karl Ulrich Garnadt, bis Ende 2010
Mitglied des Passagevorstands. Der Lufthansa Konzern wird somit auch weiterhin durch vier Vorstände geführt: den
Vorstandsvorsitzenden, den Vorstand des Ressorts Lufthansa Passage, den Vorstand für
Finanzen und Aviation Services sowie den Vorstand für Verbund-Airlines und Konzern-Personalpolitik.
Die Deutsche Lufthansa AG fungiert dabei als Obergesellschaft und ist gleichzeitig
die größte operative Einzelgesellschaft des Konzerns. Die einzelnen Geschäftsfelder
werden mit Ausnahme von Teilen des Geschäftsfelds Passage Airline Gruppe in jeweils
eigenen Konzerngesellschaften geführt. Sie besitzen eigene Geschäfts- und Ergebnisverantwortung
und werden von ihren jeweiligen Aufsichtsräten überwacht, in denen auch Mitglieder
des Konzernvorstands vertreten sind. Weitere Informationen finden Sie im Konzernanhang
unter "Erläuterung 49" auf [S. 210]. Erfolgsorientierte Vergütung für FührungskräfteSeit langem verfügt Lufthansa über Anreizprogramme in der Vergütung von Vorstand,
Führungskräften und Mitarbeitern. Führungskräfte erhalten in diesem Rahmen neben der
Grundvergütung eine zweistufige, erfolgsabhängige Entlohnung. Das Programm "LH-Bonus" beinhaltet eine auf die Berichtsperiode bezogene, variable
Vergütungskomponente. Diese bemisst sich an der Wertschaffung des Unternehmens (gemessen
am CVA, siehe Kapitel "Wertorientierte Steuerung und Ziele" ab [S. 48]) und der persönlichen
Zielerreichung der jeweiligen Führungskraft. Abhängig von der Leitungsebene entfallen
dabei zwischen 30 und 60 Prozent der variablen Vergütung auf das Erreichen des geplanten
Cash Value Added (CVA). Seit 1997 bieten wir unseren Führungskräften im Rahmen des
jährlich neu aufgelegten Programms "LH-Performance" zusätzlich eine übergreifende
und längerfristige Komponente an. Dieses Programm verbindet ein persönliches Investment
der Teilnehmer in Lufthansa Aktien mit der Gewährung von Wertsteigerungsrechten. Seit 2002 kann auch der Vorstand an diesem Programm teilnehmen, seit 2003 gilt dies
auch für die außertariflichen Mitarbeiter. Für die im Rahmen von "LH-Performance"
erworbenen Aktien gewährt Lufthansa einen Rabatt. Im Gegenzug unterliegen die Aktien
dafür einer Sperrfrist bis zum Programmende nach drei Jahren. Die Wertsteigerungsrechte
setzen sich seit 2007 aus einer Performance- und einer Outperformance-Option zusammen.
Zum Ende des Programms erfolgt eine Auszahlung aus der Performance-Option, wenn die
Wertsteigerung der Lufthansa Aktie über die gesamte Laufzeit eine festgelegte Schwelle
überschritten hat, die sich an den Eigenkapitalkosten von Lufthansa orientiert. Aus
der Outperformance-Option wird bei Programmende eine Zahlung ausgelöst, wenn sich
der Aktienkurs von Lufthansa über die Laufzeit hinweg besser entwickelt hat als ein
Vergleichskorb aus Aktien der wichtigsten europäischen Konkurrenzunternehmen. Der
Betrag hängt vom Grad der Performance beziehungsweise der Outperformance ab, wobei
eine Obergrenze definiert ist. Damit werden die Programmteilnehmer zum einen Aktionäre von Lufthansa mit den damit
verbundenen Chancen und Risiken. Zum anderen werden sie für eine besondere, vom Kapitalmarkt
honorierte Leistung des Unternehmens von der Gesellschaft belohnt. Nähere Informationen
zu unseren Aktienprogrammen finden Sie unter i www.lufthansa.com/investor-relations. Ergebnisse "LH-Performance"scroll
Vergütungsbericht nach § 315 Abs. 2 Nr. 4 HGBMit der aktuellen Struktur der Vorstandsvergütung wird angestrebt, die drei Komponenten
fixe Jahresgrundvergütung, variable Jahresvergütung und Vergütung mit langfristiger
Anreizwirkung und Risikocharakter in etwa gleich zu bemessen. Voraussetzung dafür
sind ein zufriedenstellendes operatives Ergebnis und eine nennenswerte Performance
beziehungsweise Outperformance des Lufthansa Aktienkurses. Den Aufsichtsratsmitgliedern
wird neben festen Bezügen auch eine variable Vergütung in Abhängigkeit vom Konzernergebnis
gezahlt, wobei die Gesamtvergütung 100.000 EUR nicht übersteigen darf. Der ausführliche
Vergütungsbericht für Vorstand und Aufsichtsrat sowie die auf die einzelnen Vorstands-
und Aufsichtsratsmitglieder entfallenden Beträge sind im Konzernanhang "Erläuterung
49" ab [S. 210] nachzulesen. Wertorientierte Steuerung und ZieleDer Unternehmenswert soll nachhaltig gesteigert werdenZur Führung und Steuerung des Konzerns verwendet Lufthansa seit mehr als zehn Jahren
ein wertorientiertes Managementsystem. Dieser Ansatz findet sich in allen Prozessen
der Planung, Steuerung und Kontrolle wieder, sodass die Anforderungen der Kapitalgeber
an einen nachhaltigen Wertzuwachs unseres Unternehmens in der gesamten Unternehmenssteuerung
verankert sind. Unser Ziel ist dabei die nachhaltige Wertschaffung über den Zyklus
hinweg. Wir überprüfen regelmäßig den Zielerreichungsgrad und lassen die Ergebnisse in unser
internes und externes Berichtswesen einfließen. Das wertorientierte Managementsystem
schlägt sich auch in der erfolgsorientierten Vergütung nieder, siehe "Erfolgsorientierte
Vergütung für Führungskräfte" auf [S. 47]. Der Wertzuwachs wird am CVA gemessenDer Lufthansa Konzern nutzt den Cash Value Added (CVA) als zentrale Steuerungskennzahl.
Dieser misst den Wertbeitrag, der in einer Berichtsperiode vom Konzern insgesamt sowie
von jedem einzelnen Geschäftsfeld erwirtschaftet wurde. Der CVA ist eine absolute Überschussgröße, die berechnet wird, indem von dem erwirtschafteten
Cashflow die Kosten für das gebundene Kapital als zur Werterhaltung notwendigem Mindest-Cashflow
abgezogen werden. Übersteigt der erwirtschaftete den Mindest-Cashflow, drückt der
dann positive CVA eine entsprechende Wertschöpfung aus. Die einzelnen Parameter ergeben
sich wie folgt: Ermittlung des Cash Value Added (CVA)![]() Der Mindest-Cashflow besteht aus der Summe der Verzinsung des eingesetzten Kapitals,
der Kapitalwiedergewinnung und der pauschaliert ermittelten Steuerlast. Die Kapitalbasis
wiederum errechnet sich aus der Summe aus Anlage- und Umlaufvermögen abzüglich der
zinslosen Verbindlichkeiten. Hierbei wird die Kapitalbasis anhand der historischen
Anschaffungskosten bestimmt. So bleibt die Wertermittlung und -entwicklung unabhängig
von den jeweiligen Abschreibungsbedingungen. Die Kapitalverzinsung berechnen wir mit
einem gewichteten Durchschnitt der Fremd- und Eigenkapitalkosten (Weighted Average
Cost of Capital - WACC). Die Faktoren für die Kapitalkosten des Geschäftsjahres 2010
sind in der folgenden Tabelle ersichtlich: Kapitalverzinsung 2010
scroll
Wir überprüfen diese Faktoren jährlich und aktualisieren sie bei Bedarf für die Unternehmensplanung
und Erfolgsmessung des Folgejahres. Dabei berücksichtigen wir die langfristige Ausrichtung
des Konzepts und versuchen, kurzfristige Schwankungen zu glätten. In der Folge kann
der WACC in Einzeljahren selbst dann konstant bleiben, wenn sich einzelne Werte kurzfristig
ändern sollten. Aufgrund der stark gesunkenen Basiszinsen, die den Effekt höherer
Risikozuschläge mehr als kompensierten, hat sich so bei der turnusmäßigen Überprüfung
der Einzelparameter für 2010 rechnerisch ein niedrigerer WACC ergeben. In Erwartung
wieder steigender Zinsen hatten wir uns aber dafür entschieden, den WACC bei dem bestehenden
Wert von 7,9 Prozent zu belassen. Für 2011 wurde er zwischenzeitlich angepasst und
auf 7,0 Prozent reduziert. Auf Basis unserer Finanzstrategie wird zur Berechnung des WACC eine Zielkapitalstruktur
von 50 Prozent marktbewerteten Eigenkapitals und 50 Prozent Fremdkapitals gleichermaßen
für den Konzern wie auch die Geschäftsfelder angesetzt. Die unterschiedlichen Risiken
der Geschäftsfelder bilden wir über individuelle Eigen- und damit auch Gesamtkapitalkosten
ab, um so auch eine risikoadäquate Kapitalfreigabe für die Projekte der Geschäftsfelder
zu gewährleisten. Die Differenzierung erfolgt über Betafaktoren, die in einem zweijährigen
Turnus überprüft werden. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht die geforderte Kapitalverzinsung für den
Konzern und die einzelnen Geschäftsfelder. Kapitalkosten (WACC) für den Konzern und die Geschäftsfelderscroll
Um den Wertverlust, der sich durch den Verschleiß betrieblichen Anlagevermögens im
Produktionsprozess ergibt, zu berücksichtigen, fließt die sogenannte Kapitalwiedergewinnung
(ökonomische Abschreibung) in den Mindest-Cashflow mit ein. Sie bezieht sich auf das
abschreibbare Anlagevermögen und entspricht dem Betrag, den wir jedes Jahr, angelegt
zum WACC, zurücklegen müssen, um am Ende der Nutzungsdauer wieder über Mittel in Höhe
des Anschaffungswerts zu verfügen. Darüber hinaus wird die erwartete Steuerlast durch
einen prozentualen Zuschlag von derzeit 1,2 Prozent auf die Kapitalbasis berücksichtigt.
Der so berechnete Mindest-Cashflow lag für das Jahr 2010 bei 3,2 Mrd. EUR (Vorjahr:
2,9 Mrd. EUR). Als Kennzahl für den tatsächlich erwirtschafteten Cashflow wird im Lufthansa Konzern das EBITDAplus verwendet, das sich aus einer operativen und einer finanziellen Komponente zusammensetzt. Dabei leiten wir den operativen EBITDAplus aus dem operativen Ergebnis ab, indem dieses um die nicht zahlungswirksamen Positionen adjustiert wird. Es handelt sich hierbei vor allem um Abschreibungen, Erträge aus Rückstellungsauflösungen und die Nettoveränderung der Pensionsrückstellungen. Hinzu kommt der finanzielle EBITDAplus mit den Positionen der anteiligen Vorsteuerergebnisse nicht vollkonsolidierter Beteiligungen, Zinserträge und Ergebniseffekte aus dem Abgang von Finanzanlagen. Damit werden im EBITDAplus alle wesentlichen cashrelevanten Posten berücksichtigt. Der Lufthansa EBITDAplus betrug im Berichtsjahr 3,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 2,0 Mrd. EUR). Überleitung EBITDAscroll
Für die Berechnung des CVA wird schließlich vom EBITDAplus der Mindest-Cashflow abgezogen. Für den Konzern ergab sich so für 2010 ein CVA von 71 Mio. EUR. Damit haben wir im ersten Jahr nach der Krise wieder Wert geschaffen. Die deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert (-858 Mio. EUR) ist vor allem auf die verbesserte Ergebnislage zurückzuführen, die den gegenläufigen Effekt aus dem gestiegenen Mindest-Cashflow übersteigt. Dies wollen wir auch im laufenden Geschäftsjahr erreichen. Denn der Ausblick auf die kommenden Jahre hat sich im Zuge der Ergebnisentwicklung deutlich aufgehellt. Damit können wir an den seit Einführung des Konzepts bislang geschaffenen Wert von insgesamt 2,1 Mrd. EUR wieder anknüpfen und wollen ihn weiter steigern. Wertschaffung (CVA) des Lufthansa Konzerns und der Geschäftsfelderscroll
Wertentwicklung des Lufthansa KonzernsCash Value Added in Mio. € ![]() Neben der Wertschaffung bestehen eine Reihe weiterer finanzieller Ziele, auf die wir
im folgenden Kapitel sowie im Abschnitt "Finanzstrategie" auf [S. 53] näher eingehen. Wir haben viele Ziele für 2010 übertroffenAls wir vor einem Jahr unsere Ziele für das Geschäftsjahr 2010 formuliert hatten,
siehe "Prognosebericht" im Geschäftsbericht 2009 auf [S. 141], gingen wir von einer
Verbesserung der Nachfragesituation im Laufe des Jahres aus. Doch herrschte noch große
Unsicherheit bezüglich des Zeitpunkts und der Intensität dieser Erholung. Auch die
weiteren Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel der Ölpreis, hätten sich aus dieser Perspektive
förderlich oder hemmend auf die Zielerreichung auswirken können. Gleichwohl war es
unser Anspruch, unabhängig von der Entwicklung der Rahmenparameter das Bestmögliche
für den Lufthansa Konzern daraus zu machen und unserem Führungsanspruch hinsichtlich
der Profitabilität in der Airline-Industrie gerecht zu werden. 2010 wurde ein Geschäftsjahr, in dem sich die Wirtschaft deutlich besser erholte als
prognostiziert, wenn auch mit regional sehr unterschiedlicher Dynamik. Diese Erholung
wurde begleitet von einem ebenfalls ansteigenden Ölpreis und gestört durch viele Sondereffekte,
bis hin zu weitreichenden Luftraumsperrungen. Der Lufthansa Konzern konnte aufgrund
seiner starken und breiten Aufstellung, der soliden Finanzlage und des professionellen
Managements in allen Geschäftsfeldern im Umgang mit diesen Entwicklungen das Wachstum
für sich sehr erfolgreich nutzen. Wir waren konzernweit, anders als viele Wettbewerber, auf die Nachfragerückkehr vorbereitet.
Geholfen hat uns dabei, dass wir bereits während des Krisenmanagements in den vergangenen
Jahren die mittelfristige Perspektive nicht aus den Augen gelassen und Wachstumschancen
vorbereitet beziehungsweise bereits genutzt hatten. Die Bestätigung dieses Kurses
erfolgte nach der deutlich stabileren Krisenbewältigung 2009 nun auch in der Performance
im Aufschwungjahr 2010. Fast alle wirtschaftlichen Ziele, die wir uns für das Berichtsjahr gesetzt hatten,
konnten wir erreichen und haben sie teilweise sogar übertroffen. Selbstverständlich
bleiben auch weiterhin viele Herausforderungen bestehen. Auf sie gehen wir in den
kommenden Kapiteln näher ein. Mit dem Geschäftsverlauf 2010 ist der Vorstand der Deutschen
Lufthansa AG aber ausgesprochen zufrieden und spricht allen Führungskräften und Mitarbeitern
des Konzerns seinen aufrichtigen Dank für ihren Einsatz aus. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Erreichung unserer Ziele. Auf
die einzelnen Dimensionen gehen wir in den jeweiligen Kapiteln detailliert ein. scroll
Konzernstrategie➚ Der weltweite Luftverkehr wächst bei gleichzeitiger ausgeprägter Zyklizität. ➚ Lufthansa verfolgt in diesem Branchenumfeld einen auf nachhaltiges, profitables Wachstum ausgerichteten Kurs. ➚ Unsere Kernkompetenzen bilden hierfür die Basis. ➚ Das weitere Wachstum im Airline-Geschäft kann organisch oder gemeinsam mit Partnern erfolgen. ➚ Die konsequente Weiterentwicklung des Konzerns bleibt ein Erfolgsfaktor unserer Strategie. ➚ Die Finanzstrategie unterstützt und schafft die Handlungsfreiheit für die weitere operative und strategische Unternehmensentwicklung.➚ Chancen zur Wertsteigerung wahrnehmenDas internationale Luftfahrtgeschäft steht für solide Wachstumsraten, gleichzeitig
aber auch für ausgeprägte Zyklizität. Vor diesem Hintergrund haben wir die Geschäftsfelder
des Lufthansa Konzerns mit dem Ziel, profitabel zu wachsen, positioniert und weiterentwickelt.
Dabei verlieren wir die langfristigen Ziele der Wertschaffung in konjunkturell anspruchsvollen
Phasen nicht aus dem Auge, sondern nutzen auch in Krisenzeiten Chancen, die sich am
Markt und in Bezug auf Partnerschaften ergeben. Mit Weitblick untersuchen wir strategische
Optionen auf ihren langfristigen Wertbeitrag zum Konzern. Von den auf diese Weise
geschaffenen Wachstumsperspektiven und der gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit des Lufthansa
Konzerns profitieren alle Interessengruppen: unsere Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter
sowie nicht zuletzt der Luftverkehrsstandort Deutschland und Europa. Ein wettbewerbsfähiger
Standort trägt maßgeblich zu einem ausgewogenen Mobilitätsangebot und Wohlstand der
Bevölkerung bei. Profitabilität bleibt bei alledem unser primäres Ziel. Da sich Ökologie
und Ökonomie gerade im Luftverkehr auf besondere Weise ergänzen, sehen wir uns in
der Verantwortung, die Umwelt zu entlasten und Ressourcen zu schonen, beispielsweise
über umfassende Investitionen in eine moderne, treibstoffeffiziente Flugzeugflotte. Unser Kurs ist dabei klar vorgegeben:
Alle Unternehmensbereiche werden im Rahmen des wertorientierten Managements über das
Cash Value Added-Konzept gesteuert, siehe Kapitel "Wertorientierte Steuerung und Ziele"
ab [S. 48]. Bei der Sicherstellung unserer Ziele kommt dem kontinuierlichen Kostenmanagement
eine besondere Rolle zu. Hierzu unternehmen alle Geschäftsfelder wesentliche Anstrengungen.
Die Konzerninitiative "Upgrade to Industry Leadership", in der bis zum Februar 2010
rund 140 Projekte in allen Geschäftsfeldern mit einem jährlichen nachhaltigen Ergebnisbeitrag
von rund 700 Mio. EUR identifiziert wurden, ist inzwischen erfolgreich abgeschlossen.
Darüber hinaus haben wir weitere Initiativen in allen Konzerngesellschaften zur Sicherung
der Wettbewerbsfähigkeit und Stückkostenverbesserung lanciert. So hat zum Beispiel
das Projekt Climb 2011 in der Lufthansa Passage eine nachhaltige Ergebnisverbesserung
von 1 Mrd. EUR bis Ende 2011 zum Ziel, siehe Kapitel "Lufthansa Passage" ab [S. 85]. ➚ Mobilität à la carte - hochwertige Produkte in allen KundensegmentenDie Fluggesellschaften der Passage Airline Gruppe und Lufthansa Cargo bieten in jedem
Segment nachfragegerechte Mobilität für Passagiere und Fracht. Alle Kundensegmente
werden abgedeckt, vom Budgetangebot unserer Tochter Germanwings bis hin zum Premium-Produkt
von Lufthansa Private Jet. So erhält jeder Kunde auf seiner gewünschten Reiseroute
und entsprechend seiner Bedürfnisse die für ihn passenden Angebote aus einer Hand. Ergänzend bieten unsere drei weiteren Geschäftsfelder Technik, IT Services und Catering
hochwertige Serviceleistungen für Airline-Kunden innerhalb und außerhalb des Lufthansa
Konzerns. Alle Geschäftsfelder profitieren untereinander von der Wechselwirkung der
hohen Produktstandards und der hohen Reputation von Lufthansa in der globalen Luftverkehrsbranche.
So prägt beispielsweise Lufthansa Technik das Image der Kernmarke Lufthansa hinsichtlich
Qualität, Sicherheit und technischer Zuverlässigkeit entscheidend mit. ➚ Kernkompetenzen sind Garant für die anhaltende ErfolgsgeschichteDurch unsere exzellent ausgebildeten Mitarbeiter und eine erfahrene Führungsmannschaft
sind wir in der Lage, Ressourcen erfolgreich zu steuern und laufend zu optimieren.
Wir beherrschen die Kernprozesse des Luftverkehrs, wie etwa operative Abläufe am Boden
und in der Luft. Unser Ziel ist dabei, Qualität, Kosten und Flexibilität ständig zu
verbessern - unter Beibehaltung unseres sehr hohen Sicherheitsniveaus. Auch im Bereich
Innovationen können unsere Gesellschaften immer wieder neue Ideen zur Marktreife bringen
und so allen Kunden neue Produkte anbieten. Um unser Produktangebot stetig zu optimieren,
setzen unsere Geschäftsfelder maßgeschneiderte Lösungen um, beispielsweise durch eine
Vielzahl lokaler Produktionsstätten im Catering-Bereich oder durch den Ausbau des
Streckennetzes für unsere Passagiere. Dem übergreifenden Management von Netzwerken
kommt hierbei in der Luftverkehrsbranche eine herausragende Rolle zu. Der Lufthansa
Konzern hat seine Fähigkeit zur erfolgreichen Integration neuer Verbundpartner bereits
mehrfach bewiesen und kann künftig darauf aufbauen. ➚ Profitables Wachstum untermauert den Führungsanspruch in der europäischen Airline-IndustrieUnsere Krisenstrategie und die Steuerung in der Finanz- und Wirtschaftskrise haben
sich bewährt und bilden gleichzeitig die Basis, um am derzeitigen Wachstumsschub im
Luftverkehr partizipieren zu können. In konjunkturell soliden Phasen hatten wir bereits
die Weichen gestellt, um vor dem Hintergrund der ausgeprägten Zyklizität unserer Branche
auch für einen konjunkturellen Abschwung gerüstet zu sein. Dazu zählen ein größtmögliches
Maß an Kapazitäts- und Kostenflexibilität, eine schnelle Reaktion auf Marktveränderungen,
lokales Unternehmertum, das Wahrnehmen von Opportunitäten sowie ein solides Finanzprofil.
Auf Konzern- und Geschäftsfeldebene bewerten wir kontinuierlich die Chancen und Risiken
in den Märkten und richten die Wachstumsszenarien flexibel darauf aus. Wir wollen an dem erwarteten weiteren Wachstum, insbesondere in unserem Kerngeschäft
der Passagierbeförderung, partizipieren. Dies kann sowohl über organisches Wachstum
als auch - sofern sich strategisch und wirtschaftlich wertschaffende Opportunitäten
ergeben - über die Integration von Partnern in unseren Airline-Verbund oder weitere
Partnerschaften, insbesondere in der Star Alliance, erfolgen. Der Aus- und Aufbau
von Kooperationen und Allianzen bietet den Vorteil eines raschen Marktzugangs bei
geringem Investitionsvolumen und begrenztem Markteintrittsrisiko. Durch intensivierte
Partnerschaften, wie im Rahmen des Transatlantik-Joint Ventures Atlantic++, können
dabei weitere Erlös- und Ergebnispotenziale realisiert werden. Nähere Ausführungen
zur Entwicklung der Star Alliance und zu Atlantic++ finden Sie im Kapitel "Passage
Airline Gruppe" ab [S. 78]. ➚ Unternehmertum und Flexibilität für die erfolgreiche Weiterentwicklung des KonzernsDie Weiterentwicklung des Konzerns und seiner Organisation bleibt ein elementarer
Bestandteil und Erfolgsfaktor unserer Strategie: Hiermit können wir den Anforderungen
der sich stetig wandelnden Umwelt- und Marktgegebenheiten gerecht werden. Nachdem
Lufthansa in den 1990er Jahren die Fertigungstiefe flexibilisiert und das Airline-Profil
geschärft hatte, entwickelt sich der Konzern zu einem Verbund operativ eigenständiger
Fluggesellschaften. In diesem Multi-Airline- und Service-Verbund profitieren alle
Partner von dem gegenseitigen Austausch von Best Practices sowie umfangreichen Kosten-
und Erlössynergien. Im Airline Development Board, in dem der Konzernvorstand und die
CEOs der Verbund-Airlines regelmäßig zusammenkommen, wird der Verbund kontinuierlich
weiterentwickelt. Über die dezentralen Strukturen im gesamten Konzern fördern wir
zudem Ergebnisverantwortung und Unternehmertum. Angesichts limitierter finanzieller Mittel und Managementressourcen ist es dabei jedoch
mehr denn je erforderlich, sich auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren. Dies gilt
für den Konzern ebenso wie für alle Geschäftsfelder. Ihre Relevanz wiederum bestimmt
sich im Wesentlichen dadurch, wie wichtig sie für die Wettbewerbsfähigkeit, die Wechselwirkungen
und den "Kompetenz-Fit" mit dem strategischen Geschäftsfeld der Passage Airline Gruppe
sind. Wenn die Aktivitäten eines Geschäftsfelds für die Passage Airline Gruppe weniger
relevant sind, prüfen wir auch Lösungen außerhalb des Konzerns, um das betreffende
Geschäftsfeld weiterzuentwickeln. Wie bisher werden wir auch bei künftigen Portfoliomaßnahmen
das Wertsteigerungspotenzial einer Transaktion für eine solche Entscheidung zu Grunde
legen. Finanzstrategie➚ Starkes Finanzprofil begleitet UnternehmensentwicklungUnsere Finanzstrategie ist darauf ausgerichtet, jederzeit weitgehende Handlungsfreiheit
hinsichtlich der operativen, finanziellen und strategischen Unternehmensentwicklung
für den Konzern zu sichern. So wird die Unternehmensentwicklung von einem starken
Finanzprofil begleitet und abgesichert. Lufthansa hat in der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre von
dieser Finanzstrategie profitiert. Ausgerüstet mit einer guten Liquiditätsvorsorge
und finanziellen Konstitution verfügte Lufthansa auch in der Krise über einen deutlichen
Vorteil gegenüber ihren Wettbewerbern. Somit waren wir in der Lage, trotz des starken
Gegenwinds an unserem strategischen Kurs, insbesondere an unseren Investitionen, festzuhalten
und neben dem Krisenmanagement auch aktiv die zukünftige Wettbewerbsposition zu gestalten. Die Konsolidierung der neuen Airlines und das Krisenjahr 2009 hatten spürbare Auswirkungen
auf das Finanzprofil des Konzerns. Unsere Zielwerte der Kapitalstruktur wurden in
der Konsequenz unterschritten. Die erfreuliche Ergebnisentwicklung des Geschäftsjahres
2010 hat sich jedoch positiv auf diese Werte ausgewirkt und lässt eine Zielerreichung
- wo noch nicht erfolgt - absehbar erscheinen, um in Zukunft wieder für mögliche wirtschaftliche
Chancen oder Turbulenzen gerüstet zu sein. ➚ Die Finanzstrategie folgt klar definierten ZieldimensionenDie Finanzstrategie ist ein integraler Bestandteil der Gesamtstrategie des Lufthansa
Konzerns. Ihre zentralen Aspekte fließen in alle wesentlichen Entscheidungen des Unternehmens
ein. Umgesetzt wird die Finanzstrategie über eine Reihe klar definierter Zieldimensionen.
Im Jahr 2010 haben wir diese um eine weitere Zielgröße erweitert. Zur Beurteilung
und Planung einer für den Konzern tragfähigen Verschuldung wurde die Kennzahl "Dynamische
Tilgungsquote" eingeführt. Sie ist ein Maß für die Tilgungsfähigkeit des Konzerns.
Der Zielwert von mindestens 60 Prozent wurde so bestimmt, dass bei dessen Erreichung
die Zielgrößen vergleichbarer Kennzahlen der Ratingagenturen für eine Investment Grade
Beurteilung nachhaltig erfüllt werden. Darüber hinaus haben folgende Eckpfeiler weiterhin Bestand:
Dynamische Tilgungsquotescroll
➚ Die Dividendenpolitik wahrt die Balance zwischen Gewinnbeteiligung und SubstanzerhaltUnsere Dividendenpolitik folgt einer klaren Logik und fügt sich in die Finanzstrategie
ein: Dividendenzahlungen orientieren sich primär am operativen Gewinn des Konzerns
nach IFRS. Nach erfolgreichen Geschäftsjahren haben wir in der Vergangenheit zwischen
30 und 40 Prozent des operativen Gewinns als Dividende ausgeschüttet. Voraussetzung
hierfür ist jedoch die Möglichkeit einer Dividendenzahlung aus dem Jahresüberschuss
des Einzelabschlusses nach HGB der Deutschen Lufthansa AG. Dabei berücksichtigt die
vorgeschlagene Höhe der Dividendenzahlungen auch die Aufrechterhaltung beziehungsweise
sukzessive Erreichung unserer finanzstrategischen Ziele. Durch die Kontinuität dieser
Dividendenpolitik beteiligen wir unsere Aktionäre am Erfolg des Lufthansa Konzerns
und erhalten die finanzielle Substanz des Unternehmens. Dividende in €
scroll
Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf➚ Der weltweite Luftverkehr hat sich mit der gesamtwirtschaftlichen Belebung schnell von der Krise erholt. ➚ Der Absatz stieg weltweit im Passagier- und stärker noch im Frachtverkehr. ➚ Der Sektor bleibt von Konsolidierungen geprägt. ➚ Im regulatorischen Umfeld fehlt es weiterhin an globalen Lösungen, vor allem beim Klimaschutz. ➚ Lufthansa profitierte 2010 von der positiven Entwicklung und fand zu alter Stärke zurück. ➚ Das Geschäftsjahr war insgesamt überplanmäßig erfolgreich.Gesamtwirtschaftliche LageDie Weltwirtschaft erholt sich schneller als erwartetNach dem starken Einbruch im Jahr 2009 erholte sich die Weltwirtschaft 2010 überraschend
schnell, vor allem im ersten Halbjahr. Maßgeblich hierfür waren insbesondere die expansive
Geld- und Fiskalpolitik vieler Länder sowie der verlängerte Lagerzyklus. Zugleich
legte der Welthandel deutlich zu. Die wirtschaftliche Erholung verlief jedoch insgesamt
heterogen und wurde vor allem von den lateinamerikanischen und asiatischen Schwellenländern
getragen. Wegen zurückgehender Impulse des Lagerzyklus sowie der auslaufenden Konjunkturprogramme
und der notwendigen Konsolidierung einiger Länder schwächte sich die Erholung im zweiten
Halbjahr leicht ab. Auch das Wachstum des Welthandels büßte an Tempo ein. Überlagert
wurde die wirtschaftliche Entwicklung von internationalen Währungskonflikten, die
Sorge um den Welthandel hervorriefen. Insgesamt wird für das Gesamtjahr 2010 dennoch
von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 4,1 Prozent ausgegangen (Vorjahr: - 1,9
Prozent). Unterschiedliche Dynamik in den RegionenIn der ersten Jahreshälfte hat sich die Wirtschaft in den USA spürbar erholt. Wachstumsbeiträge
lieferten trotz hoher Arbeitslosigkeit und gestiegener Sparquote der Lagerzyklus und
die privaten Konsumausgaben. Die expansive Geld- und Finanzpolitik wurde auch in der
zweiten Jahreshälfte fortgesetzt. So hat die US-Notenbank etwa zur Belebung der Binnennachfrage
beschlossen, US-Staatsanleihen in Höhe von weiteren 600 Mrd. USD bis Mitte 2011 zu
kaufen. Für 2010 wird ein Wachstum von 2,9 Prozent erwartet (Vorjahr: - 2,6 Prozent). Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)scroll
Quelle: Global Insight World Overview per 14.01.2011. Die Volkswirtschaften Asiens zeigen ein gewohnt differenziertes Bild hinsichtlich
der Wirtschaftsdynamik. In Japan schwächte sich die Konjunkturdynamik im Laufe des
Jahres 2010 ab. Ein gegenüber dem US-Dollar stark aufgewerteter Yen erschwerte die
Ausweitung der Exporte; neue Konjunkturpakete wurden initiiert. Der hierdurch gestiegene
private Verbrauch dürfte jedoch nicht nachhaltig sein. Für 2010 wird mit einem Wachstum
der japanischen Wirtschaft von 4,3 Prozent gerechnet (Vorjahr: - 6,3 Prozent). Die
weiteren Volkswirtschaften Asiens wuchsen im Laufe des Jahres 2010 kräftig, wenn auch
zunehmend langsamer. Für sie wird 2010 insgesamt ein Wachstum von 8,2 Prozent erwartet
(Vorjahr: 5,2 Prozent). Mittlerweile wirken deshalb einige Länder einer drohenden
konjunkturellen Überhitzung durch Straffung der geldpolitischen Zügel entgegen, etwa
durch Zinserhöhungen. Infolge stark zunehmender Bauinvestitionen sowie einer sehr robusten privaten Konsumnachfrage
führt China die positive konjunkturelle Entwicklung an. Die chinesische Wirtschaft
ist 2010 voraussichtlich um 10,1 Prozent gewachsen (Vorjahr: 9,1 Prozent). Für Indien
wird für 2010 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 8,5 Prozent prognostiziert
(Vorjahr: 6,8 Prozent). Die europäische Wirtschaft entwickelte sich Anfang des Jahres auch wegen ungünstiger
Witterungsverhältnisse eher moderat, seit dem zweiten Quartal dann aber positiv. Allerdings
besteht eine große Heterogenität innerhalb der Länder Europas. Von der weltwirtschaftlichen
Erholung profitierten vor allem die exportorientierten Volkswirtschaften, allen voran
Deutschland. Spanien, Irland, Italien und Griechenland erholten sich unter anderem
aufgrund fehlender Anpassungsprozesse in der Bauwirtschaft und im Finanzsektor sowie
der angespannten Lage der Staatsfinanzen langsamer. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts
wird für Europa auf 2,0 Prozent prognostiziert. Für Deutschland wird ein Wachstum
von 3,6 Prozent erwartet. Währungsentwicklungen sind ohne bedeutenden EinflussDie Besorgnis bezüglich der Staatsverschuldungen einiger Euroländer und der USA spiegelte
sich in einer hohen Schwankungsbreite der Währungsparitäten wider. Insgesamt gewann
der US-Dollar im Vorjahresvergleich gegenüber dem Euro an Stärke. Zum Jahresende lag
der US-Dollar-Kurs um 7,0 Prozent über dem des Vorjahresultimos. Im Durchschnitt stieg
er um 5,1 Prozent. Die Aufwertung des US-Dollars führte zu einer Nettozunahme der
Kosten von Lufthansa, insbesondere für Treibstoff sowie für Flugzeuginvestitionen. Wechselkursentwicklung 2010
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| USD | 1,3239 | 1,3945 | 1,4743 | 1,3615 | 1,2565 |
| YEN | 115,94 | 130,39 | 153,59 | 161,04 | 146,14 |
| GBP | 0,8574 | 0,8907 | 0,7901 | 0,6807 | 0,6817 |
| CHF | 1,3780 | 1,5095 | 1,5896 | 1,643 | 1,573 |
Quelle: Reuters, Tagesendkurse im Jahresdurchschnitt.
Auf der Einnahmenseite profitierte Lufthansa sowohl von einem stärkeren Chinesischen
Renminbi, der im Jahresvergleich durchschnittlich um 5,7 Prozent aufwertete, als auch
von einem stärkeren Japanischen Yen, der im Durchschnitt um 10,9 Prozent gegenüber
Vorjahr zunahm. Durch Ausnutzung von Natural Hedges im Konzern und einer strukturierten
Absicherung des verbleibenden Exposures versuchen wir, die Auswirkungen der Währungsschwankungen
zu glätten. Einzelheiten zur Währungssicherung finden Sie im "Risiko- und Chancenbericht"
auf [S. 141] sowie im Konzernanhang "Erläuterung 2" ab [S. 161]. Unter Berücksichtigung
dieser Sicherungen hatten die Währungseffekte insgesamt einen positiven Effekt auf
das operative Ergebnis in Höhe von 204 Mio. EUR.
Sowohl kurz- als auch langfristige Zinsen haben im Verlauf des Jahres 2010 historische
Tiefststände erreicht. So setzte der 6-Monats-Euribor seinen Abwärtstrend im ersten
Quartal um 5 Basispunkte bis auf unter 1 Prozent fort. Der 10-Jahres-Swap-Satz verlor
um bis zu 130 Basispunkte und erreichte ein Allzeittief von knapp 2,3 Prozent. Bis
zum Jahresende verzeichneten beide Zinskurven jedoch wieder moderate Anstiege, die
kurzfristigen Zinsen lagen sogar wieder über Vorjahresniveau.
Wir nutzen die positive Korrelation des konjunkturabhängigen operativen Ergebnisses
mit der Entwicklung der kurzfristigen Zinssätze als Natural Hedge und halten den überwiegenden
Anteil der Finanzverbindlichkeiten variabel. Einzelheiten hierzu sind ebenfals im
"Risiko- und Chancenbericht" auf [S. 141] erläutert.
Auch 2010 schwankten die Ölpreise stark: Die Preise für ein Barrel (bbl) der Sorte
ICE Brent bewegten sich mit hoher Volatilität in einer Bandbreite zwischen rund 70
USD/bbl und 95 USD/bbl. Zum Jahresende stieg der Preis bis knapp 95 USD/bbl. Der Durchschnittspreis
lag bei 80,36 USD/bbl, rund 28 Prozent höher als im Vorjahr (62,74 USD/bbl).
Der Jet Fuel Crack, die Preisdifferenz zwischen Rohöl und Kerosin, bewegte sich in
der ersten Jahreshälfte 2010 zwischen 7,50 und 12 USD/bbl. Anfang der zweiten Jahreshälfte
2010 brach der Jet Fuel Crack aus einer fast 12-monatigen Seitwärtsbewegung nach oben
aus und quotierte bei über 13,50 USD/bbl. Dieser schnelle und starke Anstieg war aufgrund
komfortabler Kerosinbestände sowie einer soliden Raffinerieproduktion im dritten Quartal
2010 nicht nachhaltig. Die tendenziell steigende Nachfrage und der frühe Wintereinbruch
in Europa festigten die Preisdifferenz zwischen Rohöl und Kerosin im vierten Quartal
bei ca. 13 USD/bbl.

Im Zusammenhang mit den gestiegenen Rohölpreisen erhöhten sich im Laufe des Jahres
2010 dementsprechend auch die Preise für Kerosin. Dabei schwankten sie im Jahresverlauf
zwischen rund 625 USD und 845 USD je Tonne. Im Jahresdurchschnitt betrug der Preis
für Kerosin rund 721 USD je Tonne und lag damit um ca. 160 USD je Tonne, beziehungsweise
28,5 Prozent, über dem Vorjahreswert. Aufgrund der hohen Bedeutung der Treibstoffkosten
für die Profitabilität des Konzerns verfolgen wir eine kontinuierliche Sicherungspolitik
mit dem Ziel, die Schwankungsbreiten zu reduzieren. Deren Ansatzpunkte, Instrumente
und Auswirkungen werden im "Risiko- und Chancenbericht" auf [S. 140] näher erläutert.
Einhergehend mit der allgemeinen wirtschaftlichen Wiederbelebung hat sich auch der
globale Passagier- und Luftfrachtverkehr 2010 schnell von der Krise erholt. Seit Anfang
des Jahres verzeichnete er trotz der europäischen Luftraumsperrung im April ein rasantes
Wachstum. Bis zur Jahresmitte stieg der Absatz im weltweiten Passagier- und Frachtverkehr
bereits wieder auf das Niveau von Anfang 2008 an. Nach aktuellen Berichten der IATA
hat die Airline-Industrie im Jahr 2010 einen Zuwachs von 8,2 Prozent im internationalen
Passagierverkehr und 20,6 Prozent im internationalen Frachtverkehr erzielt. Die während
der Krise eingebrochenen Durchschnittserlöse erholten sich allerdings nur zögerlich
und liegen zum Teil noch deutlich unter Vorkrisenniveau.
Als wichtigster Ergebnistreiber der Netzwerk-Airlines hat das hochwertige Geschäft
mit First- und Business-Class-Kunden im Langstreckenbereich wieder kräftig zugelegt,
insbesondere in Asien. Der innereuropäische Flugverkehr verzeichnete hingegen nur
eine verzögerte Erholung. Bis zum November 2010 legte der Ticketverkauf für die First-
und Business-Class im internationalen Verkehr um 9,3 Prozent zu, wobei das Wachstum
im innereuropäischen Verkehr lediglich bei 3,0 Prozent lag. Insgesamt rechnet die
IATA für das Geschäftsjahr 2010 nach mehrmaligen Prognosekorrekturen nunmehr mit einem
branchenweiten Gewinn in Höhe von 15,1 Mrd. USD (Vorjahr: - 9,9 Mrd. USD).

Das größte Verkehrswachstum war vor allem In Asien, Afrika und dem Nahen Osten zu
beobachten. Hervorzuheben ist dabei die Expansion der Fluggesellschaften aus dem Nahen
Osten. Im Jahr 2010 verzeichneten diese eine Zunahme der Passagierbeförderung von
17,8 Prozent. Die Fluggesellschaften in Asien und Afrika wiesen ein Absatzwachstum
im Passagierverkehr von 9,0 beziehungsweise 12,9 Prozent aus. Nordamerika verzeichnete
mit 7,4 Prozent einen verhältnismäßig moderaten Zuwachs. Als Folge langsamerer Wirtschaftserholung,
verschiedener Streiks und der temporären Luftraumsperrung betrug das Absatzwachstum
europäischer Fluggesellschaften lediglich 5,1 Prozent.
Infolge der wieder zunehmenden Wirtschaftsaktivitäten, die sich unmittelbar auf den
Frachtverkehr auswirken, hat sich der weltweite Luftfrachtmarkt 2010 rasant erholt.
Im ersten Halbjahr wurde im internationalen Luftfrachtverkehr ein kräftiges Wachstum
von 30 Prozent verzeichnet. Seit dem dritten Quartal lässt die Wachstumsdynamik aufgrund
des Basiseffekts jedoch erwartungsgemäß nach. Gemäß IATA-Prognose ist der internationale
Frachtverkehr 2010 um insgesamt 20,6 Prozent gewachsen. Und auch hier gibt es regionale
Unterschiede: Während die meisten Regionen ein Wachstum des Luftfrachtaufkommens von
über 20 Prozent verzeichnen, wird in Europa ein vergleichsweise geringeres Wachstum
von 10,8 Prozent erzielt.
| in % gegenüber Vorjahr | Passagierkilometer | Fracht-Tonnenkilometer |
| Europa | 5,1 | 10,8 |
| Nordamerika | 7,4 | 21,8 |
| Mittel- und Südamerika | 8,2 | 29,1 |
| Asien / Pazifik | 9,0 | 24,0 |
| Naher Osten | 17,8 | 26,7 |
| Afrika | 12,9 | 23,8 |
| Industrie | 8,2 | 20,6 |
Quelle: IATA Carrier Tracker 12 / 10.
Die Fluggesellschaften versuchen, ihre strategische Position zunehmend durch Fusionen
und Allianzen zu stärken und so ihr Netzwerk zu erweitern. So wurde im März 2010 Air
China Mehrheitseigentümerin von Shenzhen Airlines. Im September schlossen sich die
zwei amerikanischen Star Alliance-Mitglieder United und Continental zusammen. In Lateinamerika
wollen LAN Airlines und die brasilianische TAM fusionieren. Ferner wurde die transatlantische
Allianz aus den drei Oneworld-Mitgliedern British Airways, American Airlines und Iberia
unterzeichnet und British Airways und Iberia schlossen sich zu einer der weltweit
größten Fluggesellschaften zusammen.
Durch die Aufnahme der drei lateinamerikanischen Airlines TAM, Avianca-TACA und Copa
Airlines hat die Star Alliance ihre Präsenz auf dem südamerikanischen Kontinent ausgeweitet.
Auch die Aufnahme von Aegean Airlines und die Anerkennung von Air India und Ethiopian
Airlines als zukünftige Mitglieder tragen zu einer weiteren Stärkung des Streckennetzes
dieser Allianz bei. Air Berlin und die russische Fluggesellschaft S7 Airlines gaben
2010 ihren Beitritt in das Airline-Bündnis Oneworld bekannt. Zudem verkündete Skyteam
die Aufnahme der neuen Mitglieder-Airlines Shanghai Airlines, Garuda Indonesia und
Aerolineas Argentinas.
Auch 2010 kam es jedoch zu einigen Insolvenzfällen in der Luftverkehrsbranche. Dazu
zählten die japanische Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL), die deutschen Fluggesellschaften
Blue Wings und Hamburg International sowie die slowakische Air Slovakia.
Weitere Informationen zu den relevanten Branchen für unsere Geschäftsfelder erhalten
Sie in den jeweiligen Kommentierungen ab [S. 78].
Die Geschäftsfelder des Lufthansa Konzerns sind zahlreichen rechtlichen und regulatorischen
Einflussfaktoren ausgesetzt. 2010 wurden in einigen Bereichen, wie zum Beispiel dem
Single European Sky, verhaltene Fortschritte erzielt. In vielen Fällen besteht jedoch
weiterhin Klärungs- und politischer Korrekturbedarf, um einseitige wettbewerbsverzerrende
Lösungen zu vermeiden. Dies gilt insbesondere für den Klimaschutz.
Im internationalen Luftverkehr variieren die geforderten Sicherheitsmaßnahmen von
Staat zu Staat. Dadurch kommt es zu einem ständigen Anstieg der an die zuständigen
Stellen zu übermittelnden Informationen über Passagiere und Besatzungen. Diese Entwicklung
hat nicht nur einen kontinuierlichen Änderungsbedarf der betrieblichen Abläufe der
Fluggesellschaften zur Folge, sondern verursacht darüber hinaus hohe Zusatzkosten
sowie andauernde Rechtsunsicherheit aufgrund konfliktärer Rechtsnormen. Deswegen wirkt
Lufthansa mit anderen Partnern darauf hin, die Rahmenbedingungen und Verfahren weltweit
zu vereinheitlichen. Nach den Vorfällen im Luftfrachtverkehr rücken zudem Luftsicherheitsmaßnahmen
in Drittstaaten außerhalb der EU erneut in den Fokus. Lufthansa setzt sich dafür ein,
dass nationale und europäische Behörden die Luftsicherheitsprozesse in Drittstaaten
verstärkt beobachten.
Das Thema Klimaschutz hat für die Luftfahrtindustrie einen unverändert hohen Stellenwert. Sie hat sich daher - aufbauend auf der von Lufthansa mitentwickelten und umfassenden 4-Säulen-Strategie zum Klimaschutz - als erste Branche weltweit selbst Ziele zur CO2 -Reduzierung gesetzt. Der Ansatz und Vorteil dieses "IATA-Global Approach" ist, dass er einen globalen Lösungsansatz für ein weltweites Problem darstellt.
Auch der ab dem 1. Januar 2012 beginnende EU-Emissionshandel für den Luftverkehr hat
den Klimaschutz als Ziel definiert, stellt aber nur einen regionalen Regelungsansatz
dar. Wettbewerbsverzerrungen und Ineffizienzen werden dabei bewusst in Kauf genommen.
Zudem sieht Lufthansa bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht noch erheblichen
Handlungsbedarf seitens der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, zum Beispiel hinsichtlich
der Bewertungsgrundlage angesichts der Verzerrungen im Basisjahr 2010 sowie hinsichtlich
eines einheitlichen Berichtswesens. So müssen beispielsweise die vom Emissionshandel
betroffenen 17 Unternehmen im Lufthansa Konzern an sieben verschiedene nationale Behörden
berichten - mit jeweils unterschiedlichen Formaten und Anforderungen. Hierdurch entstehen
für die Unternehmen erhebliche Mehrkosten, die zu vielen weiteren Einzelbelastungen
hinzukommen. Entsprechend den von der deutschen Bundesregierung im Koalitionsvertrag
formulierten Zielen bleibt Wettbewerbsneutralität auch für den Lufthansa Airline-Verbund
bei der Einführung des Emissionshandels im Luftverkehr von enormer Bedeutung.
Trotz der teils schwierigen Rahmenbedingungen sind die Vorbereitungen für den Emissionshandel in allen Gesellschaften des Lufthansa Konzerns weit fortgeschritten. Gemeinsam mit der gesamten Luftverkehrsbranche fordert Lufthansa unverändert einen global einheitlichen Ansatz - und konnte dabei bereits erste Erfolge erzielen. So beschloss die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) in Zusammenarbeit mit der Industrie als erste UN-Organisation weltweit anzustrebende CO2 -Reduktionsziele. Bis 2020 sollen danach Effizienzgewinne von 2 Prozent und ab 2021 weitere 2 Prozent pro Jahr erzielt werden. Ab 2020 sollen die Emissionen trotz eines zu erwartenden Verkehrswachstums konstant bleiben. Der Luftverkehr ist damit die erste Branche, die sich - unter maßgeblicher Beteiligung von Lufthansa - weltweit verpflichtend diesem Thema gewidmet hat. Die weitere Entwicklung dieses vielversprechenden Ansatzes liegt nun bei den nationalen Regierungen, insbesondere denen der USA, China, Indien, Russland und Brasilien sowie denen der Europäischen Union.
Die von der deutschen Bundesregierung beschlossene Einführung einer nationalen Luftverkehrsteuer
ab dem 1. Januar 2011 trägt nicht zu einer globalen Lösung bei. Mit der einseitigen
Belastung von Abflügen ab Deutschland mit einer fluglängenabhängigen Abgabe werden
die Wettbewerbsbedingungen der Gesellschaften des deutschen Luftverkehrs und der Export-
und Tourismusindustrie im internationalen Wettbewerb massiv negativ beeinflusst.
Ein grenzüberschreitend organisiertes Luftraummanagement der Flugsicherungen stellt
eine wichtige Säule einer umfassenden Klima- und Nachhaltigkeitspolitik dar. Die EU
hatte daher 2004 den Single European Sky (SES) verabschiedet, dessen Umsetzung allerdings
weiterhin schleppend verläuft. 2009 wurde von der EU eine Verordnung zur Überarbeitung
des SES in Kraft gesetzt (SES II), die die Realisierung des SES sachlich vertiefen
und zeitlich beschleunigen soll. 2010 wurde ein Verfahren eingeführt, das den Flugsicherungen
verbindliche Leistungsziele vorgibt. Im Dezember 2010 schlossen Deutschland, Belgien,
Frankreich, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz darüber hinaus einen Staatsvertrag
zur Errichtung des Functional Airspace Block Europe Central (FABEC). Dieser soll das
europäische Luftraummanagement schrittweise erheblich effizienter machen. Zugleich
gilt es, die Anbieter von Flugsicherungsdienstleistungen zu mehr Effizienz zu verpflichten.
Für Lufthansa bedeutet dies bei erfolgreicher Umsetzung mehr Luftraumkapazität, weniger
Verspätungen, stabilere Flugpläne, geringere Flugsicherungsgebühren und erhebliche
Einsparungen von Treibstoff und Emissionen.
Um das weitere Luftverkehrswachstum in Deutschland zu sichern, ist die Umsetzung des
genehmigten Ausbaus des Frankfurter Flughafens sehr wichtig. Der Planfeststellungsbeschluss
enthält jedoch eine Betriebsregelung, die dem Bedarf, den die Lufthansa Konzerngesellschaften
im bisherigen Verwaltungsverfahren geltend gemacht haben, nicht in ausreichendem Maße
gerecht wird. Unter anderem wird die Zahl der Nachtflüge für die Zeit zwischen 23
und 5 Uhr auf 17 beschränkt. Diese sollen am Frankfurter Flughafen ansässige Fluggesellschaften
vorrangig für reine Frachtflüge nutzen dürfen.
Beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel haben die Deutsche Lufthansa AG und die
Lufthansa Cargo AG vor allem gegen die Beschränkung der Nachtflüge geklagt; jedoch
wurden die Klagen durch ein Urteil vom 21. August 2009 abgewiesen. Das Gericht hat
somit den Ausbauplan bestätigt. Selbst die im Planfeststellungsbeschluss zugelassenen
Flugbewegungen würden dem gesetzlich gebotenen Schutz der Nachtruhe nicht hinreichend
Rechnung tragen. Für die Zulassung planmäßiger Flüge in dieser Zeit bestehe laut VGH
Kassel kaum Spielraum. Hinsichtlich der aufgehobenen Nachtflugregelung wurde eine
Revision sowohl der Ausbaugegner als auch des beklagten Landes, nicht aber der Lufthansa
zugelassen. Seitens des Landes wurde Revision eingelegt. Lufthansa versucht, die Zulassung
der Revision durch eine Nichtzulassungsbeschwerde zu erstreiten. Über den Ausgang
der Verfahren lässt sich derzeit keine belastbare Aussage treffen.
Dem Verbraucherschutz wird durch zahlreiche Bestimmungen Rechnung getragen. In diesen
ist zum Beispiel festgelegt, dass bei Ticketpreisen alle Kosten umfassend auszuweisen
sind und dass es für Kunden in Europa keine Preisdiskriminierung geben darf. Auch
durch das Internet wird Preistransparenz geschaffen und so der Einfluss der Konsumenten
gesteigert. Für Lufthansa erfordert dies, sich weiter durch maßgeschneiderte Produkte
und besonderen Service für die unterschiedlichen Kundengruppen im Markt als Qualitätsanbieter
zu positionieren. Das industrieübliche Verfahren zur Preisgestaltung wurde nach einer
Klage durch die Verbraucherzentralen in Deutschland gerichtlich überprüft. Die angegriffenen
allgemeinen Geschäftsbedingungen sahen vor, dass Flugscheine nur vollständig und in
der kontrahierten Reihenfolge abgeflogen werden dürfen. Andernfalls verloren sie ihre
Gültigkeit und der Flugpreis wurde entsprechend der tatsächlich geflogenen Strecke
neu berechnet.
Im April 2010 hat der Bundesgerichtshof diese Klausel für unwirksam erklärt. Allerdings
eröffnen die Urteilsgründe die Möglichkeit, die Beförderung von der Zahlung eines
Aufpreises auf Basis der tatsächlichen Streckenführung abhängig zu machen. Im Ergebnis
trägt das Gericht damit dem Interesse der Lufthansa Rechnung, ein Unterlaufen des
Tarifsystems zu unterbinden. Da die betroffene Regel zur Couponreihenfolge industrieüblich
und auch in den Handlungsempfehlungen der IATA enthalten ist, hat die rechtskräftige
und im Ergebnis positive Entscheidung für Lufthansa keine negativen Auswirkungen.
Im Dezember 2008 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass es nur in
Ausnahmefällen als Entlastungsgrund für die Fluggesellschaft angesehen werden kann,
wenn ein Flug wegen technischer Probleme annulliert wird. Wenn diese sich nicht entlasten
kann, muss sie Ausgleichsleistungen ("Denied Boarding Compensation", DBC) zwischen
250 EUR und 600 EUR pro Passagier zahlen. Laut einem Urteil des EuGH vom November
2009 sind Fluggesellschaften zudem verpflichtet, auch bei Ankunftsverspätungen von
mehr als drei Stunden eine solche Ausgleichsleistung zu zahlen. Dieses Urteil ist
juristisch fragwürdig, da der EuGH die DBC-Verordnung (Verordnung (EG) 261/2004) gegen
ihren Wortlaut auslegt und damit in die Kompetenzen der Legislative eingreift. Erschwerend
kommt hinzu, dass die Auslegung zu einer Rückwirkung führt, was gegen den Grundsatz
des Vertrauensschutzes verstößt. Gegen das Urteil sind keine Rechtsmittel gegeben.
Der High Court in London hat die strittigen Fragen im Sommer 2010 erneut dem EuGH
zur Entscheidung vorgelegt.
Vor den nationalen Gerichten wird eine Entlastung wegen technischer Probleme in aller
Regel restriktiv gehandhabt und nur noch in engem Rahmen anerkannt. In Großbritannien
wurden nach der Vorlageentscheidung Verfahren wegen Ausgleichsleistung aufgrund Verspätung
ruhend gestellt. Im Übrigen wenden die meisten nationalen Gerichte die Verordnung
inzwischen auch auf Verspätungsfälle an. Es besteht die Hoffnung, dass es zu weiteren
Vorlageverfahren nationaler Gerichte kommen wird. Ob der EuGH seine Rechtsprechung
revidieren wird, ist nicht vorherzusagen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass
der zunehmende öffentliche Druck das Luftfahrtbundesamt veranlasst hat, für jeden
Fall der Zuwiderhandlung gegen die Verordnung zur DBC Ordnungswidrigkeitenverfahren
mit Bußgeldern von bis zu 25.000 EUR einzuleiten. Entgegen allgemeinem Rechtsverständnis
wird dem Luftfahrtbundesamt durch die Verordnung die Möglichkeit gegeben, die Durchsetzung
zivilrechtlicher Ansprüche mit Hilfe des Ordnungswidrigkeitenrechts durchzusetzen.
Wie viele Verfahren zu erwarten sind und inwieweit Lufthansa sich gegenüber dem Luftfahrtbundesamt
oder im Rechtsmittelverfahren vor dem Amtsgericht erfolgreich gegen die Vorwürfe verteidigen
kann, ist insbesondere angesichts der Rechtsprechung des EuGH nicht zu beurteilen.
Sowohl auf europäischer als auch auf amerikanischer Seite gibt es derzeit Bemühungen
zur Regulierung von OTC ("over the counter")-Derivaten. Für Lufthansa ist die Absicherung
mit Derivaten essenzieller Bestandteil des Risikomanagements, um damit Schwankungen
des Ölpreises sowie der Wechselkurse und Zinsen, beispielsweise bei der Flugzeugfinanzierung,
abzufedern. Bisher konnte Lufthansa diese Geschäfte direkt abwickeln. Die Diskussion,
auch bei Realgeschäften, wie etwa der Absicherung von Rohstoffgeschäften, einen Handel
über Dritte vorzuschreiben (sogenannte "central counterparties") oder sie mit Eigenkapital
zu unterlegen, ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Beides würde die Liquidität
des Unternehmens belasten. Lufthansa setzt sich weiter dafür ein, eine spezifische
Regulierung für Unternehmen zu schaffen, wenn diese nicht der Finanzindustrie angehören
und Derivate nur einsetzen, um ihre industriebezogenen Grundgeschäfte abzusichern.
Der Lufthansa Konzern profitierte im Geschäftsjahr 2010 von der weltweiten konjunkturellen
Belebung und fand nach dem Krisenjahr 2009 rasch wieder zur Stärke vergangener Jahre
zurück. Die Treiber für ein erfolgreiches Geschäftsjahr waren insbesondere die erfreuliche
Absatz- und Umsatzentwicklung im Fracht- und interkontinentalen Passagiergeschäft,
die positiven Effekte der Kostensenkungsmaßnahmen sowie die zunehmende Ausschöpfung
von Synergiepotenzialen im Airline-Verbund.
Zu Beginn des Jahres standen der einsetzenden positiven Marktentwicklung diverse turbulente
Sonderereignisse gegenüber. Sowohl der strenge Winter als auch die durch Pilotenstreik
und Luftraumsperrung hervorgerufenen Flugausfälle belasteten das Ergebnis. Hohe Zuwachsraten
bei Absatz, Auslastung und Preisniveau führten den Konzern schließlich zu einem Rekordergebnis
im dritten Quartal. Lufthansa Passage reagierte auf die konjunkturelle Erholung mit
Kapazitätsanpassungen, ohne dabei das Preisniveau senken zu müssen. Lufthansa Cargo
profitierte besonders stark von der anziehenden Nachfrage und erzielte 2010 einen
Rekordgewinn. Dämpfend wirkte sich bei den fliegenden Gesellschaften der wieder steigende
Ölpreis und der steigende Preisdruck im Europaverkehr aus.
Die nicht fliegenden Gesellschaften leisteten in Summe einen recht stabilen Ergebnisbeitrag.
Lufthansa Technik musste als Spätzykliker erwartungsgemäß einen Rückgang des operativen
Ergebnisses gegenüber dem Rekordniveau von 2009 hinnehmen. Auch Lufthansa Systems
verbuchte einen Ergebnisrückgang und begegnet den anhaltenden strukturellen Veränderungen
in ihrem Markt durch ein 2010 gestartetes umfassendes Restrukturierungsprogramm. LSG
Sky Chefs hingegen profitierte besonders vom wieder anziehenden Premium-Geschäft und
erwirtschaftete einen operativen Gewinn, der sogar das durch einen Einmaleffekt positiv
geprägte Niveau von 2009 überstieg.
Die im letzten Jahr konsolidierten Gesellschaften bmi und Austrian Airlines belasteten
erwartungsgemäß noch deutlich das Ergebnis. Die unternommenen Restrukturierungsmaßnahmen
liegen jedoch im Plan und führten bereits zu ersten Erfolgen. Die laufenden Kostensenkungsmaßnahmen
im Konzern werden ebenfalls fortgeführt, um das Profitabilitätsniveau nachhaltig zu
steigern und Wert zu schaffen.
Der Lufthansa Konzern konnte im Geschäftsjahr 2010 seine Eigenkapitalquote und den
Cashflow durch mehrere Portfoliomaßnahmen stärken. So wurde im April 2010 durch den
Börsengang der Amadeus IT Holding S.A. ein positiver Eigenkapitaleffekt von 464 Mio.
EUR verbucht. Lufthansa hielt zum Zeitpunkt des Börsengangs Anteile von rund 11,6
Prozent an dem spanischen Unternehmen. Durch den Verkauf eigener Aktien im Rahmen
des Börsengangs sank dieser Anteil auf aktuell rund 7,6 Prozent. Hieraus resultierten
Zusatzeinnahmen von insgesamt 97 Mio. EUR und ein Buchgewinn von 67 Mio. EUR. Die
Beteiligung an der Amadeus IT Holding S.A. hatte zum 31. Dezember 2010 einen Marktwert
von 534 Mio. EUR.
Ende Juni übertrug Lufthansa rund 8,5 Prozent der Fraport-Anteile zur Ausfinanzierung
der Pensionsverpflichtungen in den Pensionsfonds. Dabei wurde ein Buchgewinn von 94
Mio. EUR realisiert. Eine weitere Dotierung erfolgte im zweiten Halbjahr mit Barmitteln.
Die Verbesserung unseres Finanzprofils und des wirtschaftlichen Umfelds in der Luftverkehrsbranche
führte zu einer Stärkung unseres Ratings. Die Ratingagentur Standard & Poor's verbesserte
den Ausblick für die Kreditratings der Deutschen Lufthansa AG (BBB-/A-3) von negativ
auf stabil.
Das strenge Winterwetter im Januar sowie im Dezember wirkte sich in erheblichem Maße
auf den Flugbetrieb aus und führte zu zahlreichen Flugausfällen. Diese generierten
Zusatzkosten, beispielsweise durch erhöhte Ausgaben für die Enteisung der Flugzeuge.
Im Februar führte ein eintägiger Streik des Cockpit-Personals zu einer schweren Beeinträchtigung
des Flugbetriebs.
Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im April wirkte sich in großräumigen
Luftraumsperrungen über ganz Europa aus. So sperrten einige Länder ihre Flughäfen
komplett; auch in Deutschland waren Starts und Landungen nur noch sehr begrenzt möglich
und Flughäfen teilweise geschlossen. Auf Anweisung der Flugsicherheitsbehörden war
der Luftverkehr zeitweise vollständig untersagt. Erst nach fünf Tagen hatte sich der
Flugbetrieb wieder weitgehend normalisiert. Insgesamt mussten allein bei Lufthansa
Passage im April 10.562 Flüge gestrichen werden.
Der Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG hat im September 2010 den stellvertretenden
Vorstandsvorsitzenden, Christoph Franz, mit Wirkung zum 1. Januar 2011 zum Vorstandsvorsitzenden
bestellt. Er tritt damit die Nachfolge von Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber an. Des
Weiteren wurde Carsten Spohr ebenfalls zum 1. Januar 2011 als Vorstand Lufthansa Passage
in den Vorstand berufen. Ausführliche Informationen zu den Veränderungen im Vorstand
finden Sie auf [S. 47].
Ebenfalls zugestimmt hat der Aufsichtsrat der Bestellung neuer Flugzeuge, mit denen
die Modernisierung und Erweiterung der Konzernflotte weiter vorangetrieben wird. Insgesamt
hat Lufthansa im Berichtsjahr 56 neue Flugzeuge für die Fluggesellschaften des Konzerns
bestellt, die ab 2012 sukzessive ausgeliefert werden sollen. Nähere Informationen
zur Flotte des Lufthansa Konzerns finden Sie ab [S. 74].
Der Lufthansa Konzern hat nach Überzeugung des Vorstands im Geschäftsjahr 2010 eine
sehr gute Leistung erbracht. Trotz des wieder ansteigenden Ölpreises und zahlreicher
Sonderbelastungen, wie zum Beispiel dem Pilotenstreik und den Flugraumsperrungen,
hat der Konzern ein Ergebnis erwirtschaftet, das deutlich besser als erwartet und
höher als das vieler Wettbewerber ausgefallen ist. Alle Geschäftsfelder haben diesen
Erfolg mit positiven Ergebnisbeiträgen unterstützt, einige haben die Nachfragerückkehr
in ihren Märkten für eine beeindruckende Ergebnisdynamik nutzen können.
Die Voraussetzungen für diese Entwicklung wurden bereits im Rahmen des Krisenmanagements
der vergangenen Jahre geschaffen, in dem, bei allem Fokus auf kurzfristig wirksames
Kosten- und Kapazitätsmanagement, die mittelfristigen Entwicklungsmöglichkeiten nicht
aus dem Auge gelassen wurden. Auf dieser Basis konnten die Geschäftsfelder des Konzerns
nun aufbauen. Sowohl das Krisenmanagement als auch die Nutzung des Aufschwungs gelangen
Lufthansa aufgrund ihrer finanziellen Stabilität, der Flexibilität in ihrer Kosten-
und Kapazitätsbasis und vor allem des tatkräftigen Einsatzes der Führungskräfte und
Mitarbeiter des Konzerns.
Zusammen mit der Ertragslage hat sich auch das Finanzprofil des Konzerns verbessert.
Unterstützt wurde es weiter durch Portfoliomaßnahmen (zum Beispiel Amadeus, Fraport).
Die Eigenkapitalquote liegt mit 28,4 Prozent nur noch knapp unterhalb ihrer Zielmarke.
Die Nettokreditverschuldung und das Gearing haben sich reduziert. Die Stärkung des
Finanzprofils führte auch zu einer Verbesserung des Ratingausblicks.
Der Cash Value Added, die zentrale Kennzahl für die Wertschaffung im Konzern, konnte
mit der gezeigten Leistung gegenüber Vorjahr deutlich auf 71 Mio. EUR verbessert werden.
Damit wurde im ersten Jahr nach der Krise wieder eine Verzinsung der Kapitalkosten
und Wertschaffung erreicht. Die Anstrengungen der Geschäftsfelder bleiben unverändert
darauf gerichtet, die Kosten im Griff zu behalten, Wachstumschancen zu nutzen und
die Profitabilität weiter zu stärken.
Der Konzernabschluss 2010 und die Quartalsberichte sind nach den International Financial
Reporting Standards (IFRS) unter Berücksichtigung der Interpretationen des International
Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie sie in der Europäischen
Union (EU) anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315 a Abs.1 HGB zu beachtenden
handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Alle für das Geschäftsjahr 2010 verpflichtend
anzuwendenden Standards und Interpretationen wurden beachtet.
Aus den ab 1. Januar 2010 verpflichtend anzuwendenden Änderungen des IAS 39 "Finanzinstrumente:
Ansatz und Bewertung" haben sich Veränderungen im Berichtsstandard ergeben. Die in
diesem Bericht aufgeführten Vorjahreszahlen wurden zur besseren Vergleichbarkeit so
errechnet, als wären die veränderten Standards bereits im Vorjahr angewendet worden.
Die übrigen zum 1. Januar 2010 erstmals anzuwendenden Standards und Interpretationen
hatten im Berichtszeitraum keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns, für weitere Informationen siehe "Konzernanhang" ab [S.
156].
|
|
|
2010 | 2009 | Veränderung in % |
| Fluggäste | Tsd. | 91 157 | 77 315 | 17,9 |
| Angebotene Sitzkilometer | Mio. | 235 837 | 208 226 | 13,3 |
| Verkaufte Sitzkilometer | Mio. | 187 000 | 162 286 | 15,2 |
| Sitzladefaktor | % | 79,3 | 77,9 | 1,4 P. |
| Fracht / Post | Tsd. t | 2 023 | 1 712 | 18,2 |
| Angebotene Fracht-Tonnenkilometer | Mio. | 15 430 | 14 372 | 7,4 |
| Verkaufte Fracht-Tonnenkilometer | Mio. | 10 491 | 8 706 | 20,5 |
| Fracht-Nutzladefaktor | % | 68,0 | 60,6 | 7,4 P. |
| Angebotene Gesamt-Tonnenkilometer | Mio. | 39 000 | 35 469 | 10,0 |
| Verkaufte Gesamt-Tonnenkilometer | Mio. | 29 033 | 24 943 | 16,4 |
| Gesamt-Nutzladefaktor | % | 74,4 | 70,3 | 4,1 P. |
| Flüge | Anzahl | 1 021 266 | 899 928 | 13,5 |
*
Lufthansa Konzern ohne Germanwings.
Aufgrund der deutlich verbesserten Geschäftsentwicklung sowie der Effekte des erweiterten
Konsolidierungskreises haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr die betrieblichen
Erträge des Lufthansa Konzerns um 5,1 Mrd. EUR auf 30,1 Mrd. EUR (+ 20,4 Prozent)
erhöht. Konsolidierungskreisbereinigt hat sich ein Anstieg um 12,6 Prozent ergeben.
Diese Entwicklung ist in erster Linie auf eine positive Entwicklung der Verkehrserlöse
zurückzuführen. Doch auch die anderen Betriebserlöse und die sonstigen betrieblichen
Erträge legten im Berichtsjahr zu.
Die Verkehrserlöse des Konzerns erhöhten sich deutlich um 26,5 Prozent auf 22,3 Mrd.
EUR (konsolidierungskreisbereinigt: + 16,2 Prozent). Dabei wirkten sich die Mengenentwicklung
mit 7,3 Prozent, die Währungseffekte mit 4,6 Prozent und die Veränderungen des Konsolidierungskreises
mit 10,3 Prozent positiv auf die Verkehrserlöse aus. Höhere Preise führten zu einem
Erlösanstieg von 4,3 Prozent.
|
|
2010 | 200 | Veränderung | Veränderung konsolidierungskreisbereinig |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % | in % |
| Verkehrserlöse | 22 268 | 17 604 | 26,5 | 16,2 |
| Andere Betriebserlöse | 5 056 | 4 679 | 8,1 | 7,6 |
| Umsatzerlöse | 27 324 | 22 283 | 22,6 | 14,4 |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen | 165 | 225 | - 26,7 | - 26,7 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2 655 | 2 531 | 4,9 | 0,1 |
| Summe betriebliche Erträge | 30 144 | 25 039 | 20,4 | 12,6 |
Der größte Anteil der Verkehrserlöse entfiel mit 86,2 Prozent auf das Geschäftsfeld
Passage Airline Gruppe. Es erwirtschaftete mit rund 19,2 Mrd. EUR ein Plus von 24,3
Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei führten insbesondere die Mengenentwicklung
sowie der im Vorjahr erweiterte Konsolidierungskreis zu einem Anstieg der Erlöse um
5,5 Prozent beziehungsweise 11,3 Prozent. Zusätzlich wirkten höhere Preise (+ 3,2
Prozent) und positive Währungseffekte (+ 4,3 Prozent) erlössteigernd.

Im Geschäftsfeld Logistik führte die enorme Erholung der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur
zu einem noch stärkeren Anstieg der Verkehrserlöse um 42,8 Prozent auf 2,6 Mrd. EUR.
Hiervon entfielen 19,9 Prozent auf die gestiegene Menge und 14,8 Prozent auf höhere
Preise. Die Währungseffekte wirkten sich mit 8,1 Prozent positiv auf die Verkehrserlöse
aus. Insgesamt trugen die Verkehrserlöse des Konzerns 81,5 Prozent zu den Gesamtumsätzen
bei (Vorjahr: 79,0 Prozent).
Die anderen Betriebserlöse werden größtenteils in den Geschäftsfeldern Technik, Catering
und IT Services erwirtschaftet, in einem kleineren Umfang ebenfalls in den Bereichen
Passage Airline Gruppe und Logistik. Mit 5,1 Mrd. EUR lagen diese um 8,1 Prozent über
dem Vorjahreswert.
Während das Geschäftsfeld Technik die anderen Betriebserlöse auf 2,4 Mrd. EUR (+ 3,3
Prozent) erhöhen konnte, verzeichnete Catering einen Erlösanstieg von 8,0 Prozent
auf 1,7 Mrd. EUR. Die Erlöse im Geschäftsfeld IT Services verminderten sich um 4,9
Prozent auf 232 Mio. EUR. Die fliegenden Gesellschaften der Passage Airline Gruppe
und der Logistik trugen 1,2 Mrd. EUR (+ 34,7 Prozent, konsolidierungskreisbereinigt:
+ 32,0 Prozent) zu den anderen Betriebserlösen bei.

| 2010 | Außenumsatz | Veränderung gegenüber Vorjahr |
Anteil am Konzernumsat |
|
|
in Mio. € | in % | in % |
| Passage Airline Gruppe | 20 233 | 24,7 | 74,0 |
| Logistik | 2 770 | 43,7 | 10,1 |
| Technik | 2 373 | 3,3 | 8,7 |
| IT Services | 232 | - 4,9 | 0,9 |
| Catering | 1 716 | 8,0 | 6,3 |
Der Außenumsatz des Konzerns erhöhte sich in Summe um 22,6 Prozent auf 27,3 Mrd. EUR.
Der Anteil des Geschäftsfelds Passage Airline Gruppe am Gesamtumsatz stieg aufgrund
der verbesserten Geschäftsentwicklung sowie konsolidierungskreis-bedingt auf 74,0
Prozent. Während der Umsatzanteil des Geschäftsfelds Logistik auf 10,1 Prozent zulegte,
waren die Anteile der anderen Geschäftsfelder rückläufig.
Die regionale Betrachtung der Umsatzerlöse nach Verkaufsorten wird in der Segmentberichterstattung
im Konzernanhang "Erläuterung 47" ab [S. 204] dargestellt. Die regionalen Aufteilungen
der Verkehrserlöse nach Verkehrsgebieten für die Passage Airline Gruppe und Logistik
finden Sie in den Kapiteln zum jeweiligen Geschäftsfeld auf [S. 82] und [S. 97].
Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 4,9 Prozent auf 2,7 Mrd. EUR.
Die höheren Erträge sind vor allem auf Buchgewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen
in Höhe von 246 Mio. EUR (Vorjahr: 51 Mio. EUR) zurückzuführen. Hierin enthalten sind
realisierte Gewinne aus der Übertragung von 8,5 Prozent der Anteile an Fraport in
den Lufthansa Pension Trust (94 Mio. EUR) sowie Buchgewinne in Höhe von 67 Mio. EUR
aus dem Verkauf von 6,2 Mio. Aktien der Amadeus IT Holding S.A.. Erträge aus Zuschreibungen
in Höhe von 39 Mio. EUR (Vorjahr: 14 Mio. EUR) beinhalten unter anderem 15 Mio. EUR
aus einer zuvor wertberichtigten Darlehensforderung sowie 9 Mio. EUR wechselkursbedingte
Aufwertungen von Ausleihungen in Fremdwährung. Die Erträge aus Rückstellungsauflösungen
erhöhten sich auf 234 Mio. EUR (Vorjahr: 187 Mio. EUR).
In den Erträgen aus Schadensersatzleistungen von 67 Mio. EUR (Vorjahr: 132 Mio. EUR)
sind in Höhe von 25 Mio. EUR Erträge aus Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit
der im Juli 2010 verunglückten MD-11 der Lufthansa Cargo enthalten. Im Vorjahr waren
hier Ausgleichszahlungen für das Internetsystem FlyNet sowie Erträge aus Versicherungsleistungen
im Zusammenhang mit einem Schadensfall der LSG Sky Chefs in Skandinavien von insgesamt
69 Mio. EUR erfasst. Die Kursgewinne aus der Umrechnung von in Fremdwährung valutierenden
Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus der Realisierung von Devisensicherungsgeschäften
verminderten sich um 72 Mio. EUR. Ihnen stehen korrespondierend Kursverluste in den
sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber. Auch die Erträge aus EDV-Vertriebssystemen
gingen um 34 Mio. EUR zurück.
Die übrigen Positionen weisen keine nennenswerten Abweichungen gegenüber dem Vorjahr
auf. Der Konzernanhang "Erläuterung 6" auf [S. 168] enthält eine detaillierte Liste
der sonstigen betrieblichen Erträge.
Die betrieblichen Aufwendungen wuchsen um 16,7 Prozent, und damit deutlich unterproportional
zur Ertragsentwicklung, auf 28,9 Mrd. EUR. Bereinigt um die Effekte aus dem im Vorjahr
erweiterten Konsolidierungskreis ergab sich ein Anstieg von 8,3 Prozent. Die Auswirkungen
der nunmehr ganzjährigen Einbeziehung von bmi und Austrian Airlines schlagen sich
dabei in sämtlichen betrieblichen Aufwandsarten nieder und werden insbesondere im
Material- und Personalaufwand deutlich sichtbar.
Der Materialaufwand stieg im Geschäftsjahr 2010 um 21,0 Prozent auf 15,4 Mrd. EUR
(konsolidierungskreisbereinigt: + 11,7 Prozent). Diese Entwicklung war entscheidend
von dem höheren Treibstoffaufwand geprägt. Die erhebliche Zunahme von 41,5 Prozent
auf 5,2 Mrd. EUR ist dabei mit 21,2 Prozent auf die höheren Preise (inklusive Preissicherung)
und mit 11,2 Prozent auf die Veränderung des Konsolidierungskreises zurückzuführen.
Darüber hinaus führten die um 1,9 Prozent gestiegene Menge sowie der stärkere US-Dollar-Kurs
(+ 7,2 Prozent) ebenfalls zu Aufwandssteigerungen. Die Maßnahmen zur Preissicherung
haben die Treibstoffkosten im Geschäftsjahr um insgesamt 21 Mio. EUR entlastet.
Die anderen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erhöhten sich um 7,0 Prozent auf 2,6 Mrd.
EUR. Bereinigt um Änderungen des Konsolidierungskreises nahmen sie um 4,3 Prozent
zu.
Die Gebühren stiegen insbesondere konsolidierungskreisbedingt um 21,8 Prozent auf
4,6 Mrd. EUR. Ohne die im Vorjahr neu einbezogenen Gesellschaften ergab sich eine
Steigerung von 6,9 Prozent, die vor allem durch gestiegene Abfertigungsgebühren (+
7,1 Prozent) sowie höhere Flugsicherungsgebühren (+ 6,9 Prozent) verursacht wurde.
Die übrigen bezogenen Leistungen stiegen nahezu ausschließlich konsolidierungskreisbedingt
um 5,8 Prozent auf 3,1 Mrd. EUR.
Der Personalaufwand legte um 11,1 Prozent auf 6,7 Mrd. EUR zu. Im Jahresdurchschnitt
beschäftigte der Konzern mit 117.066 Mitarbeitern 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Ohne die Veränderungen des Konsolidierungskreises erhöhte sich der Personalaufwand
bei einer um 2,2 Prozent zurückgehenden durchschnittlichen Mitarbeiterzahl um 4,4
Prozent. Ausschlaggebend hierfür waren im Wesentlichen gestiegene Zuführungen zu Pensionsrückstellungen,
höhere ergebnisabhängige Vergütungen und Sonderzahlungen sowie währungsbedingte Aufwandssteigerungen.
|
|
2010 | 2009 |
Veränderung | Anteil am Gesamtaufwand |
Veränderung konsolidierungskreisbereinigt |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % | in % | in % |
| Materialaufwand | 15 370 | 12 700 | 21,0 | 53,2 | 11,7 |
| davon Treibstoff | 5 158 | 3 645 | 41,5 | 17,8 | 30,3 |
| davon Gebühren | 4 582 | 3 762 | 21,8 | 15,9 | 6,9 |
| davon Operating Lease | 246 | 281 | - 12,5 | 0,9 | - 27,0 |
| Personalaufwand | 6 659 | 5 996 | 11,1 | 23,0 | 4,4 |
| Abschreibungen | 1 682 | 1 475 | 14,0 | 5,8 | 5,2 |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand | 5 193 | 4 597 | 13,0 | 18,0 | 5,1 |
| davon Agenturprovisionen | 500 | 447 | 11,9 | 1,7 | 0,9 |
| davon indirekter Personalaufwand und Fremdpersonal | 780 | 777 | 0,4 | 2,7 | - 5,3 |
| davon Miet- und Erhaltungsaufwand | 789 | 717 | 10,0 | 2,7 | 2,5 |
| Summe betriebliche Aufwendungen | 28 904 | 24 768 | 16,7 | 100,0 | 8,3 |
Die Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr insgesamt 1,7 Mrd. EUR (+ 14,0 Prozent).
Der Anstieg entfiel mit 197 Mio. EUR auf planmäßige Abschreibungen auf Flugzeuge,
im Wesentlichen aufgrund der Flugzeugneuzugänge im vergangenen und laufenden Jahr
sowie der Veränderungen des Konsolidierungskreises. Außerplanmäßige Abschreibungen
(72 Mio. EUR) betrafen mit 47 Mio. EUR fünf Boeing B737-500, zwei Airbus A330-200,
einen Airbus A321-200, 18 Canadair Regional Jet 200 und vier Cessna Citation. Die
betroffenen Flugzeuge sind teilweise bereits stillgelegt; andere werden aufgrund der
aktuellen Unternehmensplanungen bis Ende 2011 sukzessive freigestellt beziehungsweise
verkauft. Weitere Wertminderungen in Höhe von 16 Mio. EUR auf Flugzeuge und reparaturfähige
Flugzeugersatzteile, die in der Konzernbilanz unter zum Verkauf stehenden Vermögenswerten
ausgewiesen werden, sind unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Darüber
hinaus resultieren außerplanmäßige Abschreibungen aus dem Verlust einer MD-11 von
Lufthansa Cargo im Juli 2010 (9 Mio. EUR) sowie in Höhe von insgesamt 15 Mio. EUR
aus in der Erstellung befindlichen, nicht mehr werthaltigen immateriellen Vermögenswerten.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 13,0 Prozent, bereinigt
um die Veränderung des Konsolidierungskreises betrug der Anstieg 5,1 Prozent. Ursache
hierfür waren insbesondere die um 216 Mio. EUR höheren Kursverluste, welche maßgeblich
durch den gestiegenen US-Dollar-Kurs getrieben wurden. Ihnen stehen korrespondierend
Kursgewinne in den sonstigen betrieblichen Erträgen gegenüber. Reduzierte Aufwendungen
für EDV-Vertriebssysteme (-31 Mio. EUR), verminderte Verluste aus kurzfristigen Finanzinvestitionen
und Forderungen (- 37 Mio. EUR) und geringere Aufwendungen für Werbung und Verkaufsförderung
sorgten demgegenüber für Aufwandsentlastungen. Auch die personalabhängigen sonstigen
Aufwendungen gingen um 41 Mio. EUR zurück. Aus der Veränderung des Konsolidierungskreises
ergaben sich insgesamt aufwandserhöhende Effekte von 7,9 Prozent. Die übrigen Positionen
zeigen keine nennenswerten Veränderungen zum Vorjahr.
Die operativen Ergebniskennzahlen reflektieren die wieder verbesserte Geschäftsentwicklung,
insbesondere der fliegenden Gesellschaften. Dabei konnten alle Geschäftsfelder einen
operativen Gewinn erwirtschaften.
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit nach IFRS verbesserte sich im Geschäftsjahr
um 969 Mio. EUR auf 1,2 Mrd. EUR. Wie in den vergangenen Jahren wurde es um Nettobuchgewinne,
aufgelöste Rückstellungen, außerplanmäßige Abschreibungen, Ergebnisse aus Finanzinvestitionen
und aus der Stichtagskursbewertung von Finanzschulden bereinigt. Das so ermittelte
operative Ergebnis ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit der wirtschaftlichen Leistung
mit anderen Geschäftsjahren. Die Anpassungen sind in der Tabelle auf [S. 67] aufgeführt.
Im Jahr 2010 wurden insgesamt Nettoerträge von 364 Mio. EUR (Vorjahr: 141 Mio. EUR)
abgezogen.
Nach dieser Bereinigung ergab sich ein operativer Gewinn von 876 Mio. EUR (Vorjahr:
130 Mio. EUR). Die mit dem Wettbewerb vergleichbare operative Marge, die sich durch
Hinzurechnung der Rückstellungsauflösungen ergibt, beträgt 4,1 Prozent (Vorjahr: 1,4
Prozent).
Die Anteile der einzelnen Geschäftsfelder am operativen Gewinn sind dabei sehr unterschiedlich.
Hervorzuheben ist die erhebliche Ergebnisverbesserung in den Geschäftsfeldern Passage
Airline Gruppe und Logistik. Während die Passage Airline Gruppe nach einem knapp negativen
Vorjahresergebnis von - 8 Mio. EUR einen deutlichen Gewinn von 436 Mio. EUR erwirtschaftete,
konnte die Logistik den operativen Verlust des Vorjahres von 171 Mio. EUR sogar in
einen Rekordgewinn von 310 Mio. EUR drehen. Auch das Geschäftsfeld Catering verzeichnete
einen um 5,6 Prozent auf 76 Mio. EUR erhöhten operativen Gewinn. Die operativen Ergebnisse
der Geschäftsfelder Technik und IT Services waren ebenfalls positiv, mit 268 Mio.
EUR (- 15,2 Prozent) beziehungsweise 10 Mio. EUR (- 37,5 Prozent) gegenüber Vorjahr
jedoch rückläufig. Die übrigen, nach IFRS 8 nicht separat berichtspflichtigen Konzerngesellschaften
sowie die zentralen Konzernfunktionen gingen mit insgesamt - 226 Mio. EUR (Vorjahr:
- 134 Mio. EUR) in das operative Ergebnis ein.


Der saisonale Ergebnisverlauf variierte dabei sehr stark. Die einzelnen Geschäftsfelder
des Konzerns weisen zudem unterschiedliche Verteilungen und Schwankungsbreiten auf.
Insgesamt hatte dies jedoch einen stabilisierenden Effekt und führte zu einem operativen
Ergebnissockel für den Konzern. Auf dieser Basis konnte Lufthansa im Geschäftsjahr
2010 von der deutlichen Konjunkturerholung profitieren und ein auch im Verhältnis
zu den Wettbewerbern beachtliches positives operatives Konzernergebnis erzielen.
Das Finanzergebnis verbesserte sich um 143 Mio. EUR auf - 262 Mio. EUR. Das Beteiligungsergebnis
stieg, im Wesentlichen aufgrund des im Vorjahr enthaltenen negativen Equity-Ergebnisses
der bmi sowie teils erheblich verbesserter Beteiligungserträge in den Geschäftsfeldern
Logistik und Technik, um 46 Mio. EUR auf 104 Mio. EUR. Das Zinsergebnis verringerte
sich um 32 Mio. EUR auf - 357 Mio. EUR (Vorjahr: - 325 Mio. EUR). Grund hierfür waren
insbesondere die 2009 neu aufgenommenen Finanzschulden sowie die Effekte aus dem erweiterten
Konsolidierungskreis. Der Aufwand aus den übrigen Finanzposten verminderte sich um
129 Mio. EUR auf 9 Mio. EUR. Hierbei entfielen auf positive Wertänderungen von Sicherungsinstrumenten,
die nach IAS 39 als Handelsgeschäfte angesehen werden, Erträge von 25 Mio. EUR. Die
seit 1. Januar 2010 ebenfalls im Finanzergebnis zu erfassende Veränderung des Zeitwerts
von zur Sicherung eingesetzten Optionen, siehe Konzernanhang auf [S. 182], führte
zu einer Ergebnisbelastung von 18 Mio. EUR. Im Vorjahr war unter den übrigen Finanzposten
auch eine Wertberichtigung auf die Fraport-Anteile in Höhe von 140 Mio. EUR erfasst.
Das international geläufige Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) betrug 1,3 Mrd.
EUR und lag damit um 1,1 Mrd. EUR über dem Vorjahreswert. Es beinhaltet das Ergebnis
der betrieblichen Tätigkeit sowie das Beteiligungsergebnis und die übrigen Finanzposten.
Unter Hinzurechnung der Abschreibungen ergibt sich ein EBITDA von 3,0 Mrd. EUR (65,9
Prozent über Vorjahr).
|
|
2010 | 2009 | Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % |
| Betriebliche Erträge | 30 144 | 25 039 | 20,4 |
| Betriebliche Aufwendungen | - 28 904 | - 24 768 | 16,7 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 1 240 | 271 | 357,6 |
| Finanzergebnis | - 262 | - 405 | 35,3 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 978 | - 134 |
|
| Ertragsteuern | 165 | 112 | 47,3 |
| Auf Minderheiten entfallendes Ergebnis | - 12 | - 12 | 0,0 |
| Auf Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG entfallendes Konzernergebnis | 1 131 | - 34 |
|
Die Summe aus dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit und dem Finanzergebnis ergibt
ein deutlich positives Ergebnis vor Ertragsteuern von 978 Mio. EUR (Vorjahr: - 134
Mio. EUR). Es lag damit um 1,1 Mrd. EUR über dem negativen Vorjahresergebnis. Aus
den Ertragsteuern ergaben sich Erträge von insgesamt 165 Mio. EUR. Trotz des positiven
Vorsteuerergebnisses führten im Wesentlichen die im Zuge der finanziellen Umstrukturierung
des Geschäftsfelds Catering resultierende Nutzung bisher nicht aktivierungsfähiger
steuerlicher Verlustvorträge der LSG Sky Chefs USA-Gruppe sowie in diesem Zusammenhang
gewährte Forderungsverzichte zu Steuerentlastungseffekten von insgesamt rund 400 Mio.
EUR. Im Vorjahr waren Erträge von 112 Mio. EUR angefallen. Das Ergebnis nach Ertragsteuern
belief sich somit auf 1,1 Mrd. EUR (Vorjahr: - 22 Mio. EUR). Nach Abzug des auf Minderheiten
entfallenden Ergebnisses von 12 Mio. EUR (Vorjahr: 12 Mio. EUR) entfällt auf die Aktionäre
der Deutschen Lufthansa AG ein Konzernergebnis von 1,1 Mrd. EUR (Vorjahr: - 34 Mio.
EUR).

Das Ergebnis je Aktie beträgt unverwässert wie verwässert 2,47 EUR (Vorjahr: - 0,07
EUR), siehe auch [s. 172] im Konzernanhang.
Lufthansa hat in den vergangenen Jahren demonstriert, dass sie eine höhere Stabilität
in der Krise mit der Nutzung von Perspektiven im Aufschwung kombinieren kann. So erzielte
der Konzern im Vorfeld der Finanz- und Wirtschaftskrise ein operatives Rekordergebnis
von rund 1,4 Mrd. EUR. Im Krisenjahr 2009 gelang es dem Unternehmen, als eine von
wenigen Fluggesellschaften operativ profitabel zu bleiben. Im ersten Jahr des Aufschwungs
erholte sich der Konzern rasch und erzielte schnell wieder ein auch im Wettbewerbsvergleich
beachtliches operatives Ergebnis von 876 Mio. EUR. Lufthansa setzt damit ihren auf
nachhaltiges, profitables Wachstum ausgerichteten Kurs weiter fort.
Die Dividendenpolitik der Lufthansa basiert auf dem Prinzip der Kontinuität auf Basis
einer stabilen Ausschüttungsquote vom operativen Ergebnis. Voraussetzung hierfür ist,
dass eine Ausschüttung aus dem Jahresüberschuss des nach handelsrechtlichen Vorschriften
ermittelten Einzelabschlusses der Deutschen Lufthansa AG möglich ist, siehe auch Kapitel
"Finanzstrategie" [S. 53]. Der für die Dividendenausschüttung relevante Einzelabschluss
der Deutschen Lufthansa AG als Obergesellschaft des Konzerns weist für das Geschäftsjahr
2010 nach HGB einen Jahresüberschuss von 483 Mio. EUR aus. Nach einer Einstellung
in andere Gewinnrücklagen von 208 Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 275 Mio.
EUR. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 3. Mai 2011 vorschlagen,
diesen Bilanzgewinn in Höhe einer Dividende von 0,60 EUR je Aktie auszuschütten.
|
|
2010 | 2009 | ||
| in Mio. € | GuV | Überleitung operatives Ergebnis |
GuV | Überleitung operatives Ergebnis |
| Umsatzerlöse | 27 324 | - | 22 283 | - |
| Bestandsveränderungen | 165 | - | 225 | - |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2 655 | - | 2 531 | - |
| davon Erträge aus Buchgewinnen und kurzfristigen Finanzinvestitionen |
- | - 275 | - | - 83 |
| davon Erträge aus Auflösung von Rückstellungen | - | - 234 | - | - 187 |
| davon Zuschreibungen Anlagevermögen | - | - 39 | - | - 14 |
| davon Stichtagskursbewertung langfristiger Finanzschulden | - | - 52 | - | 0* |
| Summe betriebliche Erträge | 30 144 | - 600 | 25 039 | - 284 |
| Materialaufwand | - 15 370 | - | - 12 700 | - |
| Personalaufwand | - 6 659 | - | - 5 996 | - |
| davon nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | - | 19 | - | - 6 |
| Abschreibungen | - 1 682 |
|
- 1 475 | - |
| davon außerplanmäßige Abschreibungen | - | 72 | - | 88 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 5 193 |
|
- 4 597 | - |
| davon außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögen zum Verkauf - nicht operativ |
|
16 | - | 4 |
| davon Aufwendungen aus Buchverlusten und kurzfristigen Finanzinvestitionen |
- | 53 | - | 51 |
| davon Stichtagskursbewertung langfristiger Finanzschulden |
- | 76 | - | 6 |
| Summe betriebliche Aufwendungen | - 28 904 | 236 | - 24 768 | 143 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 1 240 | - | 271 | - |
| Summe Überleitung operatives Ergebnis | - | - 364 | - | - 141 |
| Operatives Ergebnis | - | 876 | - | 130 |
| Beteiligungsergebnis | 104 | - | 58 | - |
| Übrige Finanzposten | - 9 | - | - 138 | - |
| EBIT | 1 335 | - | 191 | - |
| Abschreibungen (aus betrieblichem Ergebnis) | 1 682 | - | 1 475 | - |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen, Wertpapiere und Vermögenswerte zum Verkauf |
32 | - | 172 | - |
| EBITDA | 3 049 | - | 1 838 | - |
|
|
2010 | 2009 |
Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % |
| Umsatzerlöse | 13 792 | 12 199 | 13,1 |
| Andere betriebliche Erträge | 1 976 | 1 854 | 6,6 |
| Betriebliche Erträge | 15 768 | 14 053 | 12,2 |
| Betriebliche Aufwendungen | 15 538 | 14 457 | 7,5 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 230 | - 404 | - |
| Finanzergebnis | 488 | 298 | 63,8 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 718 | - 106 | - |
| Außerordentliches Ergebnis | - 37 | 0 | - |
| Sonstige Steuern | - 26 | - 42 | 38,1 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 655 | - 148 | - |
| Ertragsteuern | - 172 | 0 | - |
| Jahresergebnis | 483 | - 148 | - |
| Entnahmen aus den Gewinnrücklagen | 0 | 148 | - 100,0 |
| Einstellungen in die Gewinnrücklagen | - 208 | 0 | - |
| Bilanzergebnis | 275 | 0 | - |
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 |
Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % |
| Aktiva |
|
|
|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 140 | 138 | 1,4 |
| Flugzeuge | 4 338 | 3 828 | 13,3 |
| Übrige Sachanlagen | 101 | 110 | - 8,2 |
| Finanzanlagen | 8 583 | 11 128 | - 22,9 |
| Anlagevermögen | 13 162 | 15 204 | - 13,4 |
| Vorräte | 27 | 24 | 12,5 |
| Forderungen und übrige Aktiva | 2 120 | 2 007 | 5,6 |
| Flüssige Mittel und Wertpapiere | 3 057 | 1 922 | 59,1 |
| Umlaufvermögen | 5 204 | 3 953 | 31,6 |
| Bilanzsumme | 18 366 | 19 157 | - 4,1 |
| Passiva |
|
|
|
| Gezeichnetes Kapital | 1 172 | 1 172 | 0,0 |
| Kapitalrücklage | 857 | 857 | 0,0 |
| Gewinnrücklagen | 1 567 | 1 318 | 18,9 |
| Bilanzergebnis | 275 | 0 | - |
| Eigenkapital | 3 871 | 3 347 | 15,7 |
| Pensionsrückstellungen | 1 823 | 4 853 | - 62,4 |
| Langfristige Verbindlichkeiten |
|
|
|
| Restlaufzeit > 5 Jahre | 2 087 | 1 786 | 69,5 |
| Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | 3 027 | 2 901 | - 28,1 |
| Langfristiges Kapital | 10 808 | 12 887 | - 16,1 |
| Rückstellungen Flugdokumente und Miles & More | 2 339 | 1 967 | 18,9 |
| Andere Rückstellungen und Rechnungsbegrenzungsposten | 2 227 | 2 111 | 5,5 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 2 992 | 2 192 | 36,5 |
| Kurzfristiges Kapital | 7 558 | 6 270 | 20,5 |
| Bilanzsumme | 18 366 | 19 157 | - 4,1 |
Bei weiterhin straffem Kostenmanagement hat der Lufthansa Konzern im abgelaufenen
Geschäftsjahr wesentliche Investitionen getätigt und damit weitere Gestaltungsperspektiven
für die Zukunft geschaffen. So wurde das umfassende Flottenmodernisierungsprogramm
auch im Jahr 2010 konsequent fortgeführt, um die Kostenbasis durch treibstoffeffiziente
Flugzeuge weiter zu verbessern. Das Investitionsvolumen lag im Konzern mit 2,3 Mrd.
EUR um 5,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die darin enthaltenen Primärinvestitionen,
das sind An- und Schlusszahlungen für Flugzeuge, Flugzeugüberholungen und -zubehör
sowie Reservetriebwerke, erhöhten sich allerdings um 8,4 Prozent auf 2,0 Mrd. EUR.
Sekundärinvestitionen, das heißt Investitionen in andere Sachanlagen und immaterielle
Vermögensgegenstände, wurden hingegen um 32,4 Prozent auf 227 Mio. EUR reduziert.
Davon entfielen insgesamt 173 Mio. EUR (Vorjahr: 261 Mio. EUR) auf Sachanlagen, wie
etwa technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. 54
Mio. EUR (Vorjahr: 75 Mio. EUR) wurden in immaterielle Vermögenswerte, wie Lizenzen,
Geschäfts- und Firmenwerte, investiert.
Für Finanzinvestitionen, die neben Kapitalausstattungen von Beteiligungen und sonstigen
Ausleihungen auch kleinere Anteilserwerbe umfassten, wurden insgesamt 49 Mio. EUR
(Vorjahr: 127 Mio. EUR) aufgebracht.

*
Ohne erworbenes Nettovermögen aus Veränderung des Konsolidierungskreises.
Auf das Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe entfiel auch 2010 das größte Investitionsvolumen
in Höhe von 2,0 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,9 Mrd. EUR). Hier wurde vor allem in neues Fluggerät
und Anzahlungen für Flugzeuge investiert. Die Investitionen im Geschäftsjahr 2010
betrafen vier Airbus A380, fünf Airbus A330, vier Airbus A321, zehn Airbus A320, zehn
Airbus A319, eine Boeing B737, sieben Bombardier CRJ900, eine Embraer 195, acht Embraer
E190, eine ATR 700, eine ATR 42-500 und drei Dash 8-400.
Die Investitionen im Geschäftsfeld Logistik sind aufgrund der eingeschränkten Investitionstätigkeit
im Rahmen des Programms zur Ergebnisstabilisierung auf 21 Mio. EUR (Vorjahr: 25 Mio.
EUR) gesunken. Auch im Geschäftsfeld Technik verminderten sich die Investitionen auf
67 Mio. EUR (Vorjahr: 121 Mio. EUR). Der Rückgang resultierte aus den hohen Vorjahresinvestitionen
für den Kauf von Reservetriebwerken und die Ausstattung der A380-Wartungshalle.
Die Investitionen im Geschäftsfeld IT Services sanken auf 36 Mio. EUR (Vorjahr: 52
Mio. EUR) und dienten im Wesentlichen der Sicherung des bestehenden Geschäfts. Das
Geschäftsfeld Catering reduzierte auch im Geschäftsjahr 2010 seine Investitionen.
Im Geschäftsjahr 2010 lagen diese bei 38 Mio. EUR (Vorjahr: 58 Mio. EUR). Die Mittel
flossen auch hier insbesondere in die Sicherung der bestehenden Produktionsstätten.
Die verbesserte Geschäftsentwicklung spiegelte sich auch in dem bislang höchsten operativen
Cashflow in der Unternehmensgeschichte in Höhe von 3,1 Mrd. EUR wider. Dieser lag
rund 1,1 Mrd. EUR oder 54,4 Prozent über dem Vorjahr. Der Anstieg ist insbesondere
auf das um 1,1 Mrd. EUR höhere Ergebnis vor Ertragsteuern zurückzuführen. Darüber
hinaus resultierte aus der starken Erholung des operativen Geschäfts eine Verbesserung
des Working Capitals, was sich im Vergleich zum Vorjahr mit 346 Mio. EUR positiv auf
den Cashflow auswirkte. Negative Effekte von -158 Mio. EUR ergaben sich hingegen aus
gezahlten Ertragsteuern. Im Ergebnis vor Ertragsteuern enthaltene Buchgewinne aus
Anlageverkäufen sowie Beteiligungserträge sind der Investitionstätigkeit zuzurechnen.


Die Bruttoinvestitionen des Lufthansa Konzerns lagen bei 2,3 Mrd. EUR und enthalten
die oben beschriebenen Primär-, Sekundär- und Finanzinvestitionen sowie reparaturfähige
Flugzeugersatzteile.
Die Veräußerungen von Vermögenswerten einschließlich des Verkaufs nicht konsolidierter
Anteile hatten Einnahmen von 511 Mio. EUR zur Folge. Davon entfielen 205 Mio. EUR
auf den Verkauf von Flugzeugen, 129 Mio. EUR auf die Veräußerung von Wertpapieren
und 45 Mio. EUR auf die Tilgung von Ausleihungen. Aus dem Verkauf von 6,2 Mio. A-Aktien
sowie dem Einzug bestehender B-Aktien der Amadeus IT Holding S.A. wurden Einnahmen
in Höhe von 97 Mio. EUR erzielt.
Die Zins- und Dividendeneinnahmen erhöhten sich um 34,7 Prozent auf 388 Mio. EUR.
Insgesamt betrugen die für die Investitionstätigkeit eingesetzten Nettozahlungsmittel
1,5 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,7 Mrd. EUR).
Nach Abzug dieser Nettozahlungsabflüsse aus Investitionstätigkeit ergab sich für das
Geschäftsjahr 2010 ein wieder deutlich verbesserter Free Cashflow von 1,6 Mrd. EUR
(Vorjahr: 251 Mio. EUR). Der Anteil der aus dem Cashflow finanzierten Investitionen,
die Innenfinanzierungsquote, belief sich auf 135,3 Prozent (Vorjahr: 82,8 Prozent).
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unsere Politik der mittelfristigen, flexiblen
Ausfinanzierung unserer Pensionsverpflichtungen fortgesetzt. Um die Unternehmensliquidität
zu schonen, haben wir eine von zwei planmäßigen Tranchen durch die Übertragung von
8,5 Prozent der Anteile an Fraport mit einem Wert von 283 Mio. EUR in den Lufthansa
Pension Trust vorgenommen. Für die weitere Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen
im In- und Ausland wurden darüber hinaus 407 Mio. EUR verwendet. Durch den Erwerb
von Wertpapieren in Höhe von 2,3 Mrd. EUR und Erlöse aus dem Verkauf von Wertpapieren
(823 Mio. EUR) ergaben sich Nettoabflüsse von 1,4 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,8 Mrd. EUR).
Aus dem Saldo der Finanzierungstätigkeit ergab sich insgesamt ein Abfluss an Nettozahlungsmitteln
in Höhe von 300 Mio. EUR (Vorjahr: Zahlungsmittelzufluss von 1,3 Mrd. EUR). Er entfiel
im Wesentlichen auf neu aufgenommene Finanzmittel (925 Mio. EUR), insbesondere aus
Flugzeugfinanzierungen, regelmäßige Tilgungen (756 Mio. EUR, davon 93 Mio. EUR auf
Anleihen) sowie Zinsausgaben (451 Mio. EUR). Die Ausschüttungen an die Minderheitsgesellschafter
anderer Konzernunternehmen betrugen 18 Mio. EUR.
Die Zahlungsmittel verringerten sich im Geschäftsjahr um 39 Mio. EUR und lagen so
bei rund 1,1 Mrd. EUR. Darin enthalten sind wechselkursbedingte Aufwertungen des Zahlungsmittelbestands
von 64 Mio. EUR. Insgesamt beliefen sich die flüssigen Mittel (einschließlich kurzfristiger
Wertpapiere) auf 5,4 Mrd. EUR und übertrafen damit das Vorjahr um 21,2 Prozent.
Die Konzernbilanzsumme lag zum Ende des Geschäftsjahres 2010 bei 29,3 Mrd. EUR und
damit 2,9 Mrd. EUR über der Bilanzsumme des Vorjahres. Dabei stiegen auf der Aktivseite
die langfristigen Vermögenswerte um 1,3 Mrd. EUR auf 19,0 Mrd. EUR, während sich die
kurzfristigen Vermögenswerte sogar um 1,6 Mrd. EUR auf 10,3 Mrd. EUR erhöhten.
Innerhalb des langfristigen Vermögens stieg die Position Flugzeuge und Reservetriebwerke
um 709 Mio. EUR auf 11,2 Mrd. EUR. Der im Jahresabschluss 2009 noch zum Buchwert bilanzierte
Anteil an der Amadeus IT Holding S.A. (34 Mio. EUR) wird seit dem Börsengang der Amadeus
IT Holding S.A. im April 2010 zum Marktwert in der Konzernbilanz angesetzt. Zum 31.
Dezember 2010 betrug der Marktwert 534 Mio. EUR. Im Rahmen des Börsengangs hat Lufthansa
6,2 Mio. A-Aktien veräußert und einschließlich des Einzugs bestehender B-Aktien Einnahmen
von rund 97 Mio. EUR erzielt.
|
|
2010 | 2009 |
Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 978 | - 134 |
|
| Abschreibungen / Zuschreibungen | 1 688 | 1 708 | - 1,2 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen | - 209 | - 27 | 674,1 |
| Zinsergebnis / Beteiligungsergebnis | 253 | 267 | - 5,2 |
| Gezahlte Ertragsteuern | - 110 | 48 |
|
| Veränderung des Working Capitals | 475 | 129 | 268,2 |
| Operativer Cashflow | 3 075 | 1 991 | 54,4 |
| Investitionen und Zugänge reparaturfähige Ersatzteile | - 2 349 | - 2 570 | - 8,6 |
| Einnahmen aus Verkäufen von Anteilen /Abgang von Anlagevermögen | 511 | 542 | - 5,7 |
| Zinseinnahmen und Dividenden | 388 | 288 | 34,7 |
| Für Investitionstätigkeit eingesetzte Nettozahlungsmittel | - 1 450 | - 1 740 | - 16,7 |
| Free Cashflow | 1 625 | 251 | 547,4 |
| Erwerb / Veräußerung von Wertpapieren / Geldanlagen in Fonds | - 1 428 | - 1 823 | - 21,7 |
| Kapitalerhöhung | - | 6 |
|
| Aufnahme / Rückführung langfristiger Finanzschulden | 169 | 1 879 | - 91,0 |
| Dividenden | - 18 | - 333 | - 94,6 |
| Zinsausgaben | - 451 | - 281 | 60,5 |
| Für Finanzierungstätigkeit eingesetzte Nettozahlungsmittel | - 300 | 1 271 |
|
| Veränderung Zahlungsmittel aus Wechselkursänderungen | 64 | - 7 |
|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-Äquivalente 01.01. | 1 136 | 1 444 | - 21,3 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-Äquivalente 31.12. | 1 097 | 1 136 | - 3,4 |
Darüber hinaus wurden im zweiten Quartal 8,5 Prozent der Anteile an Fraport (Buchwert:
283 Mio. EUR) zur weiteren Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen in den Lufthansa
Pension Trust eingebracht. In der Folge nahm die Position übrige Beteiligungen insgesamt
um 250 Mio. EUR zu. Zudem erhöhten sich die positiven Marktwerte derivativer Finanzinstrumente
(vorwiegend aus Devisen- und Zinssicherungen) um 95 Mio. EUR. Während die Ausleihungen
und Forderungen ebenfalls um 114 Mio. EUR zulegten, sanken die langfristigen Wertpapiere
im Wesentlichen aufgrund von Verkäufen um 99 Mio. EUR.
Im kurzfristigen Vermögen erhöhten sich die Forderungen, insbesondere aufgrund des
positiven Geschäftsverlaufs, um 368 Mio. EUR. Darüber hinaus wuchsen die Marktwerte
kurzfristiger Finanzderivate (vorwiegend aus Treibstoffpreis- und Devisensicherungen)
um 232 Mio. EUR. Die flüssigen Mittel - bestehend aus kurzfristigen Wertpapieren sowie
Bankguthaben und Kassenbeständen -stiegen um 941 Mio. EUR auf 5,4 Mrd. EUR.
Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital (inklusive der Anteile der Minderheitsgesellschafter)
um 2,1 Mrd. EUR (+ 34,5 Prozent) und betrug zum Bilanzstichtag 8,3 Mrd. EUR. Diese
Zunahme ist im Wesentlichen auf das positive Nachsteuerergebnis von 1,1 Mrd. EUR,
die im Geschäftsjahr 2010 erstmals vorgenommene Marktbewertung des Anteils an der
Amadeus IT Holding S.A. (+ 524 Mio. EUR), die Marktwertveränderungen sonstiger finanzieller
Vermögenswerte (+ 170 Mio. EUR) sowie positive Währungsumrechnungsdifferenzen (+ 311
Mio. EUR) zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote stieg in der Folge auf 28,4 Prozent
(Jahresende 2009: 23,5 Prozent) und nähert sich damit wieder ihrer mittelfristigen
Zielmarke von 30 Prozent.
Die langfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen verminderten sich im Berichtsjahr
um 260 Mio. EUR auf 11,2 Mrd. EUR, während die kurzfristigen Fremdmittel um 1,1 Mrd.
EUR auf 9,8 Mrd. EUR zunahmen. Innerhalb der langfristigen Fremdmittel stiegen die
Finanzschulden insbesondere aufgrund von Flugzeugfinanzierungen um 118 Mio. EUR, während
sich die negativen Marktwerte derivativer Finanzinstrumente (vorwiegend aus Devisen-
und Zinssicherungen) um 114 Mio. EUR verminderten. Die Pensionsrückstellungen reduzierten
sich im Zuge der fortlaufenden Ausfinanzierung um 139 Mio. EUR auf 2,6 Mrd. EUR. Die
Verminderung der latenten Ertragsteuerverpflichtungen um 258 Mio. EUR ist im Wesentlichen
auf die Effekte aus einer finanziellen Umstrukturierung des Geschäftsfelds Catering
zurückzuführen.


Der Anstieg im Bereich der kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen resultierte
im Wesentlichen aus erhöhten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (+ 397 Mio. EUR) sowie gestiegenen Verbindlichkeiten
aus nicht ausgeflogenen Flugdokumenten (+ 483 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist auf
die erhebliche Zunahme des operativen Geschäfts zurückzuführen. Der Rückgang der sonstigen
Rückstellungen um 241 Mio. EUR entfällt unter anderem auf geleistete Zahlungen für
Restrukturierungsmaßnahmen und Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen. Die kurzfristigen
Finanzschulden stiegen im Wesentlichen fristigkeitsbedingt um 264 Mio. EUR.
Der Anteil der langfristigen Mittel - bestehend aus Eigenkapital und langfristigem
Fremdkapital - an der Bilanzsumme beträgt 66,5 Prozent (Vorjahr: 66,7 Prozent). Die
langfristig zur Verfügung stehenden Mittel decken die langfristigen Vermögenswerte
zu 102,8 Prozent (Vorjahr: 99,5 Prozent).
Die Nettokreditverschuldung des Konzerns wurde bis zum Ende des Geschäftsjahres 2010
auf 1,6 Mrd. EUR reduziert. Zum Jahresende 2009 hatte sie noch 2,2 Mrd. EUR betragen.
Die Nettokreditverschuldung errechnet sich dabei als Saldo aus den Bruttofinanzschulden
und dem vorhandenen Finanzvermögen zuzüglich der jederzeit liquidierbaren langfristigen
Wertpapiere.
Das Gearing verminderte sich auf 50,0 Prozent (Vorjahr: 79,1 Prozent) und liegt damit
wieder innerhalb des Zielkorridors von 40 bis 60 Prozent. Es wird aus dem Verhältnis
der Nettokreditverschuldung zuzüglich Pensionsrückstellungen zum Eigenkapital ermittelt.
Eine Zehn-Jahres-Übersicht über die wesentlichen wirtschaftlichen Kennzahlen finden
Sie im Kapitel "Zehn-Jahres-Übersicht" ab [S. 230].
|
|
2010 | 2009 |
Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € |
in % |
| Verbindlichkeiten Kreditinstitute | 1 925 | 1 909 | 0,8 |
| Anleihen | 2 177 | 2 264 | - 3,8 |
| Übrige langfristige Finanzschulden | 3 082 | 2 629 | 17,2 |
|
|
7 184 | 6 802 | 5,6 |
| Übrige Bankverbindlichkeiten | 23 | 58 | - 60,3 |
| Konzernkreditverschuldung | 7 207 | 6 860 | 5,1 |
| Flüssige Mittel | 1 097 | 1 136 | - 3,4 |
| Wertpapiere | 4 283 | 3 303 | 29,7 |
| Langfristige Wertpapiere (Liquiditätsreserve)* | 231 | 226 | 2,2 |
| Nettokreditverschuldung | 1 596 | 2 195 | - 27,3 |
| Pensionsrückstellungen | 2 571 | 2 710 | - 5,1 |
| Nettokreditverschuldung und Pensionen | 4 167 | 4 905 | - 15,0 |
| Gearing in % | 50,0 | 79,1 | - 29,1 P. |
Den mit Abstand größten Vermögenswert in der Bilanz des Lufthansa Konzerns bildet
die Flugzeugflotte. Sie ist das zentrale Betriebsmittel und Kern der Wertschöpfungskette
in den Fluggesellschaften des Konzerns. Eine ausgewogene Flottenstruktur bildet für
uns die Basis, um ein nachfragegerechtes Angebot ermöglichen zu können. So besteht
die Konzernflotte zum großen Teil aus Flugzeugen der Hersteller Airbus und Boeing
sowie im Regionalsegment auch von Bombardier und Embraer.
Die Konzernflotte umfasste zum Bilanzstichtag 710 Flugzeuge mit einem Durchschnittsalter von 10,9 Jahren. Der spezifische Treibstoffverbrauch wurde durch die laufende Modernisierung im Berichtsjahr um 2,4 Prozent auf 4,20 Liter pro 100 pkm weiter gesenkt. So wurde beispielsweise der 2009 im Rahmen des Ergebnisverbesserungsprogramms Climb 2011 beschlossene Ausstieg aus dem Segment der 50-sitzigen Regionalflugzeuge weiter vorangetrieben. Diese kleineren Flugzeuge, die gegenüber größerem Fluggerät Effizienznachteile haben, wurden durch modernste und umweltschonendere Flugzeuge mit deutlich höherer Sitzplatzkapazität ersetzt. Dies ist ein wesentliches Beispiel dafür, wie die Investitionen in die Flotte auch aktiv dem Umweltschutz dienen - nicht nur durch einen geringeren spezifischen Treibstoffverbrauch und damit CO2 -Ausstoß, sondern auch durch erheblich niedrigere Lärmemissionen.
Deutsche Lufthansa AG (LH), SWISS (LX), Austrian Airlines (OS), British Midland (bmi),
Germanwings (4U), Lufthansa CityLine (CLH), Air Dolomiti (EN), Eurowings (EW) und
Lufthansa Cargo (LCAG) am 31.12.2010
| Hersteller / Typ | LH | LX | OS | bmi | 4U | CLH |
| Airbus A300 | 0 |
|
|
|
|
|
| Airbus A310 | 24) |
|
|
|
|
|
| Airbus A319 | 30 | 7 | 7 | 11 | 30 |
|
| Airbus A320 | 46 | 23 | 8 | 7 |
|
|
| Airbus A321 | 44 | 7 | 6 | 7 |
|
|
| Airbus A330 | 15 | 16 | 14) | 2 |
|
|
| Airbus A340 | 51 | 13 | 22) |
|
|
|
| Airbus A380 | 4 |
|
|
|
|
|
| Boeing 737 | 63 |
|
11 | 14 |
|
|
| Boeing 747 | 30 |
|
|
|
|
|
| Boeing 767 |
|
|
6 |
|
|
|
| Boeing 777 |
|
|
4 |
|
|
|
| Boeing MD-11F |
|
|
|
|
|
|
| Bombardier CRJ | 241) |
|
3 |
|
|
40 |
| Bombardier C-Series |
|
|
|
|
|
|
| Bombardier Q-Series |
|
|
19 |
|
|
|
| ATR | 51) |
|
|
|
|
|
| Avro RJ |
|
20 |
|
|
|
16 |
| BAe 146 |
|
|
|
|
|
|
| Embraer | 241) | 44) | 34) | 18 |
|
|
| Fokker F70 |
|
|
9 |
|
|
|
| Fokker F100 |
|
|
15 |
|
|
|
| Cessna Citation | 42) |
|
|
|
|
|
| Flugzeuge gesamt | 342 | 90 | 94 | 59 | 30 | 56 |
| Hersteller / Typ | EN | EW | LCAG | Konzernflotte | davon Finance Lease |
davon Operating Lease |
| Airbus A300 |
|
|
|
0 |
|
|
| Airbus A310 |
|
|
|
2 |
|
|
| Airbus A319 |
|
|
|
85 | 4 | 21 |
| Airbus A320 |
|
|
|
84 | 10 | 5 |
| Airbus A321 |
|
|
|
64 | 5 | 5 |
| Airbus A330 |
|
|
|
34 |
|
7 |
| Airbus A340 |
|
|
|
66 | 2 | 2 |
| Airbus A380 |
|
|
|
4 |
|
|
| Boeing 737 |
|
|
|
88 | 1 | 13 |
| Boeing 747 |
|
|
|
30 |
|
|
| Boeing 767 |
|
|
|
6 |
|
2 |
| Boeing 777 |
|
|
|
4 |
|
|
| Boeing MD-11F |
|
|
18 | 18 |
|
|
| Bombardier CRJ |
|
10 |
|
77 |
|
10 |
| Bombardier C-Series |
|
|
|
0 |
|
|
| Bombardier Q-Series |
|
|
|
19 | 1 |
|
| ATR | 8 | 3 |
|
16 |
|
8 |
| Avro RJ |
|
|
|
36 |
|
17 |
| BAe 146 |
|
|
|
0 |
|
|
| Embraer |
|
|
|
49 | 3 | 8 |
| Fokker F70 |
|
|
|
9 | 1 |
|
| Fokker F100 |
|
|
|
15 |
|
|
| Cessna Citation |
|
|
|
4 |
|
|
| Flugzeuge gesamt | 8 | 13 | 18 | 710 | 27 | 98 |
| Hersteller / Typ | Veränderung zum 31.12.09 |
Zugänge 2011 bis 2016 |
Zusätzliche Optionen |
| Airbus A300 | - 6 |
|
|
| Airbus A310 | - 1 |
|
|
| Airbus A319 | + 8 | 14 |
|
| Airbus A320 | + 5 | 27 | 103) |
| Airbus A321 | + 1 | 22 |
|
| Airbus A330 | + 4 | 10 | 3 |
| Airbus A340 | - 1 |
|
|
| Airbus A380 | + 4 | 11 | 5 |
| Boeing 737 | - 3 |
|
|
| Boeing 747 | - | 20 |
|
| Boeing 767 | - |
|
|
| Boeing 777 | - |
|
|
| Boeing MD-11F | - 1 |
|
|
| Bombardier CRJ | - 13 | 7 |
|
| Bombardier C-Series | - | 30 | 30 |
| Bombardier Q-Series | - 1 |
|
|
| ATR | - 8 |
|
|
| Avro RJ | - 2 |
|
|
| BAe 146 | - 8 |
|
|
| Embraer | + 10 | 14 |
|
| Fokker F70 | - |
|
|
| Fokker F100 | - |
|
|
| Cessna Citation | - |
|
|
| Flugzeuge gesamt | - 12 | 155 | 48 |
1)
Vermietet an Lufthansa Regionalgesellschaften.
2)
Vermietet an SWISS.
3)
A320-Familie.
4)
Vermietet an konzernexterne Gesellschaft.
|
|
Auslieferungszeitraum |
| Langstreckenflotte |
|
| 11 Airbus A380 | 2011 bis 2015 |
| 20 Boeing 747-8i | 2012 bis 2015 |
| 3 Airbus A330 | 2012 |
| 7 Airbus A330 | 2011 bis 2013 (SWISS) |
| Kurzstreckenflotte |
|
| 46 Airbus A320-Familie | 2011 bis 2015 |
| 8 Airbus A320-Familie | 2012 bis 2014 (Germanwings) |
| 6 Airbus A320-Familie | 2011 bis 2014 (SWISS) |
| 3 Airbus A320-Familie | 2012 (bmi) |
| Regionalflotte |
|
| 30 Bombardier C-Series | 2014 bis 2016 (SWISS) |
| 14 Embraer EMB190-Familie | 2011 bis 2012 |
| 7 Bombardier CRJ900 | 2011 |
Durch diese kontinuierliche Modernisierung sowie eine an der zukünftigen Bedarfsplanung
ausgerichtete Erweiterung der Flotte sichern und stärken wir unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.
Unsere Flotten- und Bestellpolitik ermöglicht es uns auch, auf die industrietypischen
Nachfrageschwankungen bestmöglich reagieren zu können. So befindet sich der überwiegende
Teil der Flotte im Eigentum der Konzerngesellschaften und ist darüber hinaus finanziell
unbelastet; der Anteil an extern geleasten Flugzeugen wird gering gehalten. Dies ermöglicht
es dem Konzern, in Zeiten hoher Nachfrage schnell auf verfügbares Fluggerät zugreifen
zu können. Bei sinkender Nachfrage führt eine Reduzierung des Angebots auch zu einer
entsprechend geringeren Kostenbelastung. Vor diesem Hintergrund veranlassen wir die
gestaffelte Auslieferung bestellter Flugzeuge. Je nach Bedarf kann dann entschieden
werden, ob bereits vorhandene Flugzeuge noch weiter genutzt oder durch neues Gerät
ersetzt werden sollen.
Während 2009 noch alle Auslieferungen als Ersatz für bereits genutzte Flugzeuge eingesetzt
wurden, dienten Auslieferungen im Berichtsjahr auch wieder dazu, zu wachsen. Dies
und das erwartete Verkehrsaufkommen sind auch der Gradmesser für die Zahl und Größe
neuer Flugzeuge. Je nach Einsatzgebiet werden dabei konzernweit Lang-, Mittel- und
Kurzstreckenflugzeuge bestellt, um für die zu bedienenden Strecken das jeweils optimale
Fluggerät einsetzen zu können. Eine weitgehende Harmonisierung der Konfigurationen
ermöglicht es uns darüber hinaus, die Flugzeuge mit größtmöglicher Flexibilität innerhalb
des Airline-Verbunds einzusetzen.
Damit wird die notwendige Flexibilität geschaffen, um das Angebot bedarfsgerecht auf
die Nachfrage in einzelnen Zielmärkten abzustimmen.
Neben der Bestellung neuer Flugzeuge verfolgen wir eng den technischen Fortschritt
und modifizieren laufend die bereits vorhandenen Flugzeuge. Somit wird die stetige
Modernisierung der Flotte insbesondere hinsichtlich Treibstoffverbrauch, Lärmemissionen
und Zuverlässigkeit nicht nur über die Neubestellungen getrieben, sondern konsequent
auch in der Bestandsflotte durchgeführt. So wird beispielsweise die Boeing 737-Flotte
der Lufthansa umgerüstet und an die aktuellen technischen Standards angepasst, siehe
[S. 127].
Im Mai 2010 wurde die erste Maschine unseres neuen Flaggschiffs, des Airbus A380-800,
an uns ausgeliefert. Bis zum Jahresende wurden vier A380 in Dienst gestellt und auf
Verbindungen mit hohem Passagieraufkommen nach Asien und Südafrika eingesetzt. Dieses
hochmoderne Flugzeug bietet neben einer vorteilhaften Stückkostenposition auch klare
Vorteile für den Umweltschutz und unterstützt uns in dem Bemühen, den spezifischen
Treibstoffverbrauch der gesamten Flotte nachhaltig zu senken.
Die vier A380 sind Teil von insgesamt 47 neuen Flugzeugen, die im Berichtsjahr an
den Lufthansa Konzern ausgeliefert wurden. Dies waren überwiegend Flugzeuge für die
Kurz- und Mittelstrecke. Für 2011 rechnen wir derzeit mit 34 weiteren Flugzeugauslieferungen,
von denen knapp die Hälfte zur Airbus A320-Familie gehören wird.
Der Aufsichtsrat hat 2010 der Bestellung von insgesamt 56 neuen Flugzeugen zugestimmt:
acht Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A330 sowie 32 Flugzeuge aus der A320-Familie
und 16 Regionalflugzeuge. Damit sind bis zum Jahr 2016 insgesamt 155 Flugzeuge bestellt,
darunter auch 20 Boeing 747-8 Intercontinental als weiteres hochmodernes Langstreckengerät.
Die Finanzstrategie von Lufthansa hat zum Ziel, hinsichtlich der operativen, finanziellen
und strategischen Unternehmensentwicklung eine permanente Handlungsfreiheit für den
Konzern zu sichern, siehe Kapitel "Finanzstrategie" auf [S. 53]. Sie ermöglicht es
dem Unternehmen, sich unabhängig vom Finanzmarktumfeld zu entwickeln. Eine wesentliche
Grundlage für ein effizientes Finanzmanagement liegt deshalb darin, die kurz- und
mittelfristigen Liquiditätsflüsse zu optimieren. Daher verfügt der Lufthansa Konzern
über ein zentrales Finanzmanagement, in dem alle Zahlungsströme zusammenlaufen und
überschüssige Liquidität angelegt wird beziehungsweise bei Bedarf neue Finanzmittel
extern aufgenommen werden.
Auf Basis einer konzernweit integrierten Finanz- und Liquiditätsplanung stellen wir
sicher, dass das Unternehmen und seine Geschäftsfelder stets über ausreichende Liquidität
verfügen. Allen zum Lufthansa Konzern gehörenden Gesellschaften werden durch ein zentrales
Finanzberichtssystem Informationen über den tatsächlichen Finanzstatus und zu erwartende
Zahlungsströme zur Verfügung gestellt. Jeweils zum Monatsende wird die Planung der
Zahlungsströme aller Konzerngesellschaften für die nächsten 24 Monate hinterlegt.
Daraus ergibt sich ein jederzeit aktuelles Bild hinsichtlich der künftigen Entwicklung
der Konzernliquidität. Über den konzerninternen Finanzausgleich und ein Cash-Managementsystem
reduzieren wir das Kreditvolumen und optimieren die Anlage der Liquidität des Konzerns.
Im Wesentlichen nimmt die Deutsche Lufthansa AG den externen Finanzmittelbedarf des
Konzerns auf und reicht diesen dann durch konzerninterne Darlehen teilweise an Tochtergesellschaften
weiter. Nur in Ausnahmefällen - wenn es notwendig oder vorteilhaft ist -schließen
Tochtergesellschaften in Abstimmung mit dem Konzernfinanzmanagement direkt externe
Finanzierungen ab.
Die Eckpfeiler unserer Finanzstrategie geben grundsätzlich die Auswahl der jeweiligen
Finanzierungsinstrumente vor. Der Finanzierungsmix zielt darauf ab, die Finanzierungskonditionen
zu optimieren, ein ausgeglichenes Fälligkeitsprofil zu wahren und die Kapitalgeber
zu diversifizieren.

Dank der im Industrievergleich hohen Unternehmensbonität steht uns die volle Bandbreite
der verschiedenen Finanzierungsinstrumente zur Verfügung. Flugzeugfinanzierungen spielen
dabei eine wesentliche Rolle, da sie in Verbindung mit der guten Unternehmensbonität
sehr vorteilhafte Konditionen mit sich bringen. In den kommenden Jahren erwarten wir
weiterhin viele Flugzeugauslieferungen, sodass flugzeugbasierte Finanzierungsformen
auch künftig einen zentralen Bestandteil unserer Finanzierung bilden werden.
Darüber hinaus führen wir regelmäßig erfolgreich Transaktionen am Kapitalmarkt durch
und verbreitern damit den Kreis unserer Kapitalgeber und Finanzierungsinstrumente.
Unsere Creditor Relations-Aktivitäten ermöglichen uns einen kontinuierlichen Austausch
mit Fremdkapitalgebern und stärken somit zusätzlich unsere Investorenbasis.
Außerdem haben uns eine Vielzahl von Banken bilaterale Kreditlinien mit einer Laufzeit
von einem Jahr eingeräumt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2010 standen Lufthansa freie
Kreditlinien in Höhe von rund 1,9 Mrd. EUR zur Verfügung.
Lufthansa refinanziert sich hauptsächlich in ihrer Bilanzwährung Euro. 85 Prozent
der Finanzverbindlichkeiten sollen variabel verzinst werden. Weitere Informationen
hierzu finden Sie im Konzernanhang "Erläuterung 46" ab [S. 200]. Der Verschuldungsgrad
im Konzern belief sich zum Ende des Geschäftsjahres auf 5,4 Prozent (Vorjahr: 8,3
Prozent). Die aktuelle Finanzierungsstruktur finden Sie im Konzernanhang "Erläuterung
39" auf [S. 196]. Für die wesentlichen Finanzverbindlichkeiten der Deutschen Lufthansa
AG existieren keine Financial Covenants.
Nachdem 2009 zwei Anleihen und ein Schuldscheindarlehen den wesentlichen Teil der
externen Finanzierung des Lufthansa Konzerns darstellten, standen 2010 wieder Flugzeugfinanzierungen
im Vordergrund.
Durch mehrere Transaktionen dieser Art haben wir im Berichtsjahr insgesamt rund 800
Mio. EUR aufgenommen. Dazu zählen in erster Linie zwei Finanzierungstransaktionen,
bei denen zwei der neu zugegangenen Airbus A380 in sogenannte French-Lease-Strukturen
eingebracht wurden. Mit diesen von Lufthansa erstmals abgeschlossenen Finanzierungen
konnte langfristiges Fremdkapital zu sehr vorteilhaften Konditionen gesichert werden.
Auch 2010 haben wir darüber hinaus wieder erfolgreich eine Reihe von Japanese-Operating-Lease-Finanzierungen
abgeschlossen. Mit insgesamt sieben Transaktionen wurden ein Airbus A340-600, fünf
A320 und eine A319 für diese bewährt attraktive Finanzierungsform verwendet. Weiteres
Fremdkapital haben wir durch zwei Bankdarlehen aufgenommen, die mit zwei Airbus A321
und 14 Bombardier CRJ900-Flugzeugen besichert wurden.
Die 2004 begonnene Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen haben wir 2010 durch
8,5 Prozent der Anteile an Fraport und Barmittel fortgesetzt. Die Absicherung des
bereits ausfinanzierten Vermögens wurde zum Jahresende 2009 vollständig aufgelöst.
So konnte das Vermögen vollständig an der Marktperformance des Jahres 2010 partizipieren.
Wesentliche Finanzierungen außerhalb der Bilanz haben im abgelaufenen Geschäftsjahr
nicht stattgefunden. Verschiedene Gesellschaften des Lufthansa Konzerns haben jedoch
eine Reihe von Miet- oder Operating-Lease-Verträgen abgeschlossen. Im Wesentlichen
handelt es sich hierbei um das Leasing von Flugzeugen und die Miete von Gebäuden,
siehe Konzernanhang "Erläuterung 21" [S. 179].
| Rating / Ausblick | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| Standard & Poor's | BBB-/ stabil | BBB - / negativ | BBB / negativ | BBB / stabil | BBB / stabil |
| Moody's | Ba1 / stabil | Ba1 / stabil | Baa3 / stabil | Baa3 / positiv | Baa3 / stabil |
Mit ihren aktuellen Kreditratings ist Lufthansa die am besten bewertete europäische
Fluggesellschaft und eine von drei Airlines weltweit, die über ein Investment Grade
Rating verfügen. Im November 2010 hat Standard & Poor's den Ausblick für die Kreditratings
der Lufthansa von negativ auf stabil angehoben. Dies reflektiert das verbesserte Finanzprofil
aufgrund der Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds in der Airline-Industrie, der
Erholung von Lufthansa Cargo, des stabilen Beitrags der anderen Geschäftsfelder sowie
der effizienten Kostenkontrolle. Ein nachhaltiger Industrieaufschwung in Verbindung
mit einer weiteren Stärkung des Finanzprofils des Lufthansa Konzerns könnte nach Angaben
der Agentur das Rating noch weiter verbessern.
| Stärken | Stärken | ||
| ⊕ | Eine der weltweit führenden Fluggesellschaften mit einer starken Position an den Drehkreuzen Frankfurt und München, großes Streckennetz |
⊕ | Eine der größten Fluggesellschaften weltweit |
| ⊕ | Diversifikation der Umsätze als einer der führenden europäischen Anbieter von Frachtbeförderung, Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen sowie Airline-Catering |
⊕ | Robustes Geschäftsprofil mit diversifiziertem Streckennetz und diversifizierten Geschäftsbereichen |
| ⊕ | Starke Liquiditätsposition. Fokus auf Kostenkontrolle |
⊕ | Solide Liquiditätsposition, großer Anteil der Flotte im Eigentum, vergleichsweise niedriger Leverage |
| ⊕ | Starke Position im profitablen Langstreckengeschäft und Premium-Verkehr |
⊕ | Climb 2011 -Initiative zur Sicherung der langfristigen Konkurrenzfähigkeit und Verbesserung der Kostenstruktur und der Erlöse |
| ⊕ | Wachstumspotenzial durch starke Position im profitablen und schnell wachsenden Asien / Pazifik-Raum |
|
|
| Schwächen | Schwächen | ||
| ⊖ | Profitabilität abhängig von volatilen Treibstoffkosten |
⊖ | Kostenstruktur stark durch Treibstoffkosten beeinflusst, konservative Hedging-Strategie führt zu eingeschränkter Flexibilität während einer Rezessionsphase |
| ⊖ | Schwieriges Umfeld, zyklische Industrie, starker Preiswettbewerb und Kapitalintensivität |
⊖ |
Beeinflussung der Margen durch Nicht-Passagiergeschäft und Akquisitionen |
| ⊖ | Akquisition der defizitären Austrian Airlines und bmi |
⊖ | Wachstum der No-Frills-Carrier mit besseren Kostenstrukturen |
| ⊖ | Heimat- und europäischer Markt mit starker Konkurrenz, Druck durch No-Frills-Carrier |
|
|

| Kennzahlen Passage Airline Gruppe | Davon Lufthansa Passage2) |
|||||
|
|
|
2010 | 2009 | Veränderung in % |
2010 | Veränderung in % |
| Umsatz | Mio. € | 20 912 | 16 798 | 24,5 | 13 986 | 13,4 |
| davon mit Gesellschaften des Lufthansa Konzerns | Mio. € | 679 | 573 | 18,5 |
|
|
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 436 | - 8 | - | 382 | - |
| Vergleichbare operative Marge | % | 3,0 | 0,8 | 2,2 P. | 3,5 | 3,5 P. |
| Segmentergebnis | Mio. € | 572 | 78 | - |
|
|
| EBITDA3) | Mio. € | 2 601 | 1 430 | 81,9 | 1 988 | 87,0 |
| CVA | Mio. € | - 198 | - 691 | 71,4 |
|
|
| Segmentinvestitionen | Mio. € | 2 047 | 1 898 | 7,9 |
|
|
| Mitarbeiter zum 31.12. | Anzahl | 57 157 | 58 083 | - 1,6 | 37 689 | 1,2 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | Anzahl | 57 226 | 52 317 | 9,4 | 37 257 | - 0,9 |
| Fluggäste1) | Tsd. | 91 157 | 77 315 | 17,9 | 58 841 | 5,9 |
| Angebotene Sitzkilometer1) | Mio. | 235 837 | 208 226 | 13,3 | 163 178 | 3,1 |
| Verkaufte Sitzkilometer1) | Mio. | 187 000 | 162 286 | 15,2 | 129 630 | 5,4 |
| Sitzladefaktor1) | % | 79,3 | 77,9 | 1,4 P. | 79,4 | 1,7 P. |
1)
Lufthansa Passage, SWISS (ab 2010 inkl. Edelweiss Air), British Midland (ab Juli 2009)
und Austrian Airlines (ab September 2009), ohne Germanwings.
2)
Inkl. Regionalpartnern.
3)
Vor Ergebnisübernahme anderer Gesellschafter.
| ➚ |
20,9 Mrd. EUR Umsatz |
| ➚ |
436 Mio. EUR Operatives Ergebnis |
Das Kerngeschäft im Lufthansa Konzern ist die Passagierbeförderung. Zum Geschäftsfeld
Passage Airline Gruppe gehören Lufthansa Passage, SWISS, Austrian Airlines, bmi, Germanwings
sowie die Beteiligungen an Brussels Airlines, JetBlue und SunExpress. In der Zusammenarbeit
dieses Airline-Verbunds werden wichtige Synergien realisiert, wie bereits bei der
Integration von SWISS in den Konzern vor nunmehr fünf Jahren unter Beweis gestellt.
Das zu Grunde liegende Integrations- und Verbundkonzept ist daher auch zum Modell
für die Aufnahme neuer Fluggesellschaften in den Konzern geworden. Durch die operative
Eigenständigkeit und das lokale Management der Partner sollen dabei eine größtmögliche
Marktnähe und ein ergebnisverantwortliches Unternehmen vor Ort erhalten werden. Im
Airline Development Board entwickeln der Konzernvorstand und die CEOs der Fluggesellschaften
den Airline-Verbund kontinuierlich weiter.
Erklärtes Ziel von Lufthansa ist es, die Position als führender Verbund eigenständiger
europäischer Qualitäts-Carrier auszubauen und Chancen zu nutzen, die sich aus der
weltwirtschaftlichen Erholung ergeben. Sicherheit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit
und professioneller Service haben dabei Priorität. Alle Fluggesellschaften des Verbunds
haben das Ziel, profitabel zu wachsen. Dies schafft die Voraussetzung für Investitionen
in moderne Flotten, finanzielle Stabilität in einer volatilen Branche und sichere
Arbeitsplätze mit attraktiven Entwicklungsperspektiven. Zugleich werden die Gesellschaften
durch nachhaltiges Wirtschaften ihrer Verantwortung für den Erhalt natürlicher Ressourcen
gerecht.
Die Gründung und Weiterentwicklung des Airline-Verbunds folgt einer klaren Logik:
Heimatmarkt der Lufthansa ist Europa, wobei Deutschland als größter Einzelmarkt der
zentrale Standort ist. Wachstumspotenzial bieten hingegen die globalen Langstreckenmärkte.
Um diese mit dem Heimatmarkt bestmöglich zu verbinden, gilt es, die Marktstellung
im Heimatmarkt abzusichern und auszubauen. Denn mit einer Spitzenposition in Europa
wird zum einen das Angebot für Kunden immer attraktiver, zum anderen steigt die Relevanz
als Partner zur Erschließung außereuropäischer Wachstumsmärkte.
Die Multi-Hub-Strategie ermöglicht es, am jeweiligen Drehkreuz ein umfassendes Streckennetz
anbieten zu können. Durch die Zubringerflüge aus dem europäischen Umland können Interkontinentalflüge
zudem profitabler ausgelastet und das Angebot für die lokalen Kunden erweitert werden.
Flankiert wird das Wachstum durch die kontinuierliche und nachhaltige Senkung der
Stückkosten, beispielsweise durch die Modernisierung der Flotte und Steigerung ihrer
Produktivität. Lufthansa kann in diesem Bereich von ihrer finanziell weitgehend unbelasteten
Flotte und der damit verbundenen hohen Flexibilität im Kapazitäts- und Kostenmanagement
in besonderem Maße profitieren.
Lufthansa und die Verbund-Airlines verfolgen eine abgestimmte Netzstrategie in den
verschiedenen Absatzmärkten. Sie basiert in Europa auf mehreren Drehkreuzen und Einzugsgebieten.
Der Megahub Frankfurt deckt dabei ein umfassendes Angebot ab und maximiert dadurch
das Umsteigeangebot. Daneben fokussieren sich die Drehkreuze München, Zürich, Wien,
Brüssel und Düsseldorf überwiegend auf die lokale Nachfrage und bieten ein auf den
jeweiligen Quellmarkt ausgerichtetes Streckennetz an. Zusätzlich werden in den wichtigen
deutschen Einzugsgebieten Hamburg, Stuttgart und Berlin attraktive Kurz- und Mittelstreckenziele
mit Direktflügen angeboten.
Daneben werden auch die Kooperationen und Allianzen ausgebaut. 2010 sind die brasilianische
TAM sowie die griechische Aegean Airlines dem größten und erfolgreichsten globalen
Airline-Bündnis Star Alliance beigetreten. 2011 werden sich Air India und Ethiopian
Airlines sowie die lateinamerikanischen Fluggesellschaften Avianca (Kolumbien), TACA
(El Salvador) und Copa Airlines (Panama) anschließen. Das Netz der Star Alliance umfasst
derzeit 1.160 Ziele in 181 Ländern.
Ein wichtiger Ausbau des Streckennetzes nach Nordamerika wurde mit der Gründung des
größten transatlantischen Joint Ventures Atlantic++ zwischen Lufthansa Passage und
den Partnern Air Canada, Continental und United Airlines vollzogen. Die enge Kooperation
umfasst den gesamten Verkehr zwischen Nordamerika und Europa sowie Afrika, dem Nahen
Osten und dem indischen Subkontinent. Im Kern beläuft sich das gemeinsame Angebot
täglich auf rund 280 Transatlantikflüge zu 61 Destinationen in 23 Ländern an 15 Hubs.
Atlantic++ hat einen Marktanteil von 29 Prozent bei einem Umsatzvolumen von über 7
Mrd. EUR.

In Asien konnte durch den Einsatz des Airbus A380 auf den Strecken nach Tokio und
Peking die Kapazität ausgeweitet werden. Im Verkehrsgebiet Naher Osten/Afrika wurde
die Angebotsstruktur durch eine verstärkte Direktbedienung verbessert und Pointe Noire
als neue Destination in Westafrika aufgenommen. Auf dem afrikanischen Kontinent bleibt
der Wachstumsfokus auf der Branche "Oil & Energy". Das Destinationsportfolio in Südamerika
konnte, in Zusammenarbeit mit dem Codeshare-Partner Avianca, durch die Aufnahme von
Lufthansa Flügen nach Bogotá ausgebaut werden.
Das regionale Exposure der Verkehrsströme ist stark gewachsen, hat sich dabei aber
zugleich deutlich ausgewogener entwickelt als noch vor einigen Jahren.
Zu den Wettbewerbern zählen Air Berlin in Deutschland sowie in Europa neben Air France-KLM
und British Airways auch No-Frills-Carrier, wie Ryanair und Easyjet. Im interkontinentalen
Verkehr gehören amerikanische Fluggesellschaften, wie American Airlines und Delta
Airlines, sowie die stark wachsenden Gesellschaften aus dem Nahen Osten und Asien
zu den Hauptwettbewerbern. Mit ihrer Positionierung im Markt, ihrem Produkt- und Serviceangebot,
dem weltumspannenden Netzwerk und der Bündelung der Kräfte, wie im Joint Venture Atlantic++,
ist das Geschäftsfeld jedoch für den globalen Wettbewerb gut positioniert.
Im Rahmen der Verbundstrategie richten die Airlines ihre Vertriebsaufstellung an den
Märkten aus, in denen sie tätig sind. Erläuterungen zur Kundenbasis und Vertriebsaufstellung
der einzelnen Gesellschaften finden Sie daher ab [S. 85]. Das übergreifende Kundenbindungsprogramm
Miles & More ist auch im siebzehnten Jahr seines Bestehens gewachsen. Mit nunmehr
über 20 Mio. Teilnehmern und über 250 Kooperationspartnern konnte es seine Rolle als
führendes europäisches Vielfliegerprogramm weiter ausbauen. Sehr positiv wurden von
den Kunden die neu geschaffene Meilensammelfunktion auf allen Flügen von Germanwings,
die verbesserten Konditionen auf bmi-Flügen sowie die neu eingeführten Social Marketing-Aktivitäten
aufgenommen. 2011 soll die Internationalisierung von Miles & More in strategischen
Märkten wie China und Indien mit neuen lokalen Partnerschaften vorangetrieben werden.
Die im Jahr 2010 grundsätzlich positive konjunkturelle Entwicklung wurde durch mehrere
Ereignisse, wie den Pilotenstreik, die Luftraumsperrungen und den strengen Winter,
gedämpft. Allein durch die Luftraumsperrungen verzeichnete die Passage Airline Gruppe
einen Umsatz- und Ergebnisausfall in dreistelliger Millionenhöhe. In der zweiten Jahreshälfte
setzte sich aber die konjunkturelle Erholung durch. Dabei wurden sowohl Premium-Passagiere
zurückgewonnen als auch - vor allem in Europa - die Absatzmenge deutlich gesteigert.
Im besonders stark anziehenden Langstreckenverkehr profitierte insbesondere Lufthansa
Passage und baute ihre Marktanteile aus. Austrian Airlines und bmi verfolgen mit Nachdruck
ihre Restrukturierungsprogramme. Gleichzeitig realisieren alle Airlines im Verbund
wichtige Synergien durch Kooperationen und eine optimierte Netzabstimmung.

*
Frequenzen pro Woche, Lufthansa inkl. Codeshare.
Die positive konjunkturelle Entwicklung und die Konsolidierung der neuen Gesellschaften
führten zu einem deutlichen Anstieg von Absatz und Auslastung im Berichtsjahr. Die
Passage Airline Gruppe (exklusive Germanwings) beförderte so insgesamt 91,2 Mio. Passagiere
(+ 17,9 Prozent). Bereinigt um die Konsolidierungseffekte betrug der Anstieg 6,1 Prozent.
Das Angebot der Passage Airline Gruppe stieg im Berichtszeitraum um 13,3 Prozent,
bereinigt um die Konsolidierungseffekte lediglich um 4,6 Prozent. Der Absatz konnte
im selben Zeitraum um 15,2 Prozent gesteigert werden (bereinigt: + 7,1 Prozent), was
bezogen auf den Sitzladefaktor einen Anstieg von 1,4 Prozentpunkten auf 79,3 Prozent
bedeutet. Dieser positive Trend wurde im Wesentlichen durch die Entwicklung bei der
Lufthansa Passage geprägt, siehe Kommentierung ab [S. 86].
Die Sonderereignisse zum Jahresbeginn konnten die positive Entwicklung der Verkehrserlöse
nicht nachhaltig trüben. Durch die mit der wirtschaftlichen Erholung gestiegene Nachfrage
im Premium-Segment erhöhten sich die Durchschnittserlöse gegenüber dem Vorjahr deutlich
um insgesamt 8,4 Prozent. Dazu trug auch das vierte Quartal mit einem Anstieg von
6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei.
Die Betrachtung der einzelnen Verkehrsgebiete zeigt, dass die Erlöse in allen Regionen
deutlich gesteigert werden konnten. Das Angebot in Europa wurde, vor allem aufgrund
der Konsolidierung von Austrian Airlines und bmi, um 19,8 Prozent ausgeweitet (bereinigt:
+ 4,3 Prozent). Durch eine gleichzeitige Absatzsteigerung von 23,3 Prozent (bereinigt:
+ 7,3 Prozent) verbesserte sich der Sitzladefaktor um 2,0 Prozentpunkte auf 71,4 Prozent.
Die Durchschnittserlöse lagen 3,6 Prozent unter Vorjahr. Die Verkehrserlöse kletterten
hingegen um 18,9 Prozent auf 8,2 Mrd. EUR (bereinigt: + 4,7 Prozent).
Das Angebot in Nord- und Südamerika wurde um 7,4 Prozent (bereinigt: + 4,2 Prozent)
erhöht. Durch eine Absatzsteigerung von 7,9 Prozent (bereinigt: + 4,9 Prozent) konnte
das Angebot vollkommen im Markt abgesetzt und der Sitzladefaktor um 0,3 Prozentpunkte
auf 85,0 Prozent gesteigert werden. Die Durchschnittserlöse stiegen dabei um 17,9
Prozent. Dies spiegelt sich auch in um 27,2 Prozent höheren Verkehrserlösen wider
(bereinigt: + 24,2 Prozent).
Ebenfalls deutlich positiv entwickelte sich die Verkehrsregion Asien/ Pazifik, in
der das Angebot konsolidierungsbedingt um 7,7 Prozent ausgeweitet wurde (bereinigt:
- 0,3 Prozent). Aufgrund eines um 11,7 Prozent erhöhten Absatzes (bereinigt: + 4,2
Prozent) stieg der Sitzladefaktor um 3,1 Prozentpunkte auf 84,9 Prozent. Ebenso erhöhten
sich die Durchschnittserlöse um 17,6 Prozent. Die Verkehrserlöse stiegen um 31,4 Prozent
(bereinigt: + 24,8 Prozent).
Im Verkehrsgebiet Nahost/Afrika wurde das Angebot im Zuge der Konsolidierung um 16,6
Prozent ausgebaut und der Absatz um 19,3 Prozent gesteigert. Der Sitzladefaktor konnte
hierdurch um 1,7 Prozentpunkte auf 75,4 Prozent verbessert werden. Bereinigt um die
Konsolidierungseffekte wuchs das Angebot um 6,3 Prozent und der Absatz stieg um 8,6
Prozent. Aufgrund einer Verbesserung der Durchschnittserlöse um 8,3 Prozent konnten
die Verkehrserlöse um 29,3 Prozent zulegen (bereinigt: + 15,7 Prozent).
|
|
Nettoverkehrserlöse in Mio. € Außenumsatz |
Fluggäste in Tsd. |
Angebotene Sitzkilometer in Mio. |
|||
|
|
2010 | Veränderung in % |
2010 | Veränderung in % |
2010 | Veränderung in % |
| Europa | 8 172 | 18,9 | 70 472 | 19,0 | 77 574 | 19,8 |
| Amerika | 4 594 | 27,2 | 8 415 | 7,5 | 72 960 | 7,4 |
| Asien / Pazifik | 3 698 | 31,4 | 5 817 | 11,3 | 53 380 | 7,7 |
| Nahost / Afrika | 1 920 | 29,3 | 5 257 | 22,8 | 27 941 | 16,6 |
| Linienverkehr | 18 384 | 24,3 | 89 961 | 17,5 | 231 855 | 12,4 |
| Charter | 181 | 145,3 | 1 196 | 55,9 | 3 982 | 97,2 |
| Gesamtverkehr | 18 565 | 24,9 | 91 157 | 17,9 | 235 837 | 13,3 |
|
|
Verkaufte Sitzkilometer in Mio. |
Sitzladefaktor in % |
||
|
|
2010 | Veränderung in % |
2010 | Veränderung in P. |
| Europa | 55 400 | 23,3 | 71,4 | 2,0 |
| Amerika | 62 016 | 7,9 | 85,0 | 0,3 |
| Asien / Pazifik | 45 323 | 11,7 | 84,9 | 3,1 |
| Nahost / Afrika | 21 075 | 19,3 | 75,4 | 1,7 |
| Linienverkehr | 183 814 | 14,4 | 79,3 | 1,4 |
| Charter | 3 186 | 95,3 | 80,0 | - 0,8 |
| Gesamtverkehr | 187 000 | 15,2 | 79,3 | 1,4 |
Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung und der Erweiterung des Konsolidierungskreises
erhöhten sich die Verkehrserlöse der Passage Airline Gruppe gegenüber Vorjahr auf
19,2 Mrd. EUR (+ 24,3 Prozent). Bereinigt betrug der Anstieg 13,0 Prozent. Neben dem
konsolidierungsbedingten Wachstum führten die konsolidierungskreisbereinigt um 5,5
Prozent gestiegene Absatzmenge, höhere Preise (+ 3,2 Prozent) und positive Währungseffekte
von 4,3 Prozent ebenfalls zur Erlössteigerung. Der Umsatz kletterte insgesamt auf
20,9 Mrd. EUR (+ 24,5 Prozent, bereinigt: + 13,3 Prozent).

Die sonstigen operativen Erträge verminderten sich konsolidierungskreisbereinigt unter
anderem aufgrund gesunkener Erträge für EDV-Vertriebssysteme (- 38 Mio. EUR) sowie
verringerter Erträge aus Schadensersatzleistungen (- 27 Mio. EUR) um insgesamt 91
Mio. EUR auf 1,2 Mrd. EUR. Im Vorjahr waren hier unter anderem Ausgleichszahlungen
für das von Boeing eingestellte Internetsystem FlyNet in Höhe von 29 Mio. EUR erfasst.
Die operativen Gesamterlöse erhöhten sich um 22,3 Prozent auf 22,1 Mrd. EUR. Ohne
die Einbeziehung von Austrian Airlines und bmi stiegen sie um 11,5 Prozent.
Die operativen Aufwendungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 19,8 Prozent
auf 21,7 Mrd. EUR. Bereinigt nahmen sie um 8,4 Prozent zu. Ursache für den Anstieg
war im Wesentlichen der deutlich erhöhte Materialaufwand von 13,3 Mrd. EUR (+ 21,5
Prozent, bereinigt: + 9,8 Prozent), vor allem bedingt durch die um 1,4 Mrd. EUR oder
41,8 Prozent auf 4,8 Mrd. EUR erhöhten Treibstoffkosten (bereinigt: + 29,7 Prozent).
Zusätzlich zu den um 20,7 Prozent höheren Treibstoffpreisen (nach Sicherung) führten
die Erweiterung des Konsolidierungskreises sowie der stärkere US-Dollar zu weiteren
nennenswerten Aufwandserhöhungen von 12,1 Prozent beziehungsweise 7,2 Prozent. Die
Mengenentwicklung wirkte sich mit + 1,8 Prozent hingegen nur geringfügig auf den Treibstoffaufwand
aus. Die Gebühren legten im Wesentlichen konsolidierungskreisbedingt sowie aufgrund
gestiegener Abfertigungs- und Flugsicherungsgebühren um 22,0 Prozent auf 4,3 Mrd.
EUR (bereinigt: + 6,3 Prozent) zu. Die übrigen bezogenen Leistungen stiegen ausschließlich
aufgrund der Veränderung des Konsolidierungskreises um 3,5 Prozent auf 3,8 Mrd. EUR.
Bereinigt entspricht dies einem Rückgang von 3,8 Prozent, der unter anderem auf geringeren
bezogenen Technikleistungen (- 3,6 Prozent) beruht.
|
|
2010 | 2009 | Veränderung | Veränd. konsolidierungskreisbereinigt |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % | in % |
| Materialaufwand | 13 250 | 10 904 | 21,5 | 9,8 |
| davon Treibstoff | 4 793 | 3 381 | 41,8 | 29,7 |
| davon Gebühren | 4 335 | 3 552 | 22,0 | 6,3 |
| davon Technikleistungen | 1 869 | 1 790 | 4,4 | - 3,6 |
| davon Operating Lease | 247 | 281 | - 12,1 | - 26,7 |
| Personalaufwand | 3 829 | 3 330 | 15,0 | 3,9 |
| Abschreibungen | 1 261 | 1 032 | 22,2 | 10,4 |
| Sonstiger operativer Aufwand | 3 310 | 2 805 | 18,0 | 7,3 |
| davon Agenturprovisionen | 433 | 356 | 21,6 | 8,1 |
| davon Fremdpersonal | 539 | 499 | 8,0 | - 0,4 |
| Summe operative Aufwendungen | 21 650 | 18 071 | 19,8 | 8,4 |
Während sich die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr um 9,4 Prozent
auf 57.226 erhöhte, stieg der Personalaufwand um 15,0 Prozent auf 3,8 Mrd. EUR. Ohne
die neuen Gesellschaften stieg der Personalaufwand bei einer um 1,9 Prozent reduzierten
durchschnittlichen Mitarbeiterzahl um 3,9 Prozent an. Gründe hierfür waren höhere
Zuführungen zu Pensionsrückstellungen, Aufwendungen für Ergebnisbeteiligungen sowie
währungsbedingte Aufwandssteigerungen.
Die planmäßigen Abschreibungen wuchsen um 22,2 Prozent auf 1,3 Mrd. EUR. Der konsolidierungskreisbereinigte
Anstieg von 10,4 Prozent resultierte im Wesentlichen aus den im vergangenen und laufenden
Jahr neu zugegangenen Flugzeugen.
Die sonstigen operativen Aufwendungen stiegen um 18,0 Prozent auf 3,3 Mrd. EUR. Konsolidierungskreisbereinigt
wuchsen sie um 7,3 Prozent. Dies ist auf höhere Kursverluste (+ 216 Mio. EUR) sowie
Agentur- und Kreditkartenprovisionen (+ 62 Mio. EUR) zurückzuführen. Gegenläufig wirkten
sich verminderte Aufwendungen für EDV-Vertriebssysteme (- 36 Mio. EUR) und Aufwendungen
für Werbung und Verkaufsförderung (- 14 Mio. EUR) aus.
Das operative Ergebnis des Geschäftsfelds verbesserte sich aufgrund der guten Geschäftsentwicklung
deutlich gegenüber Vorjahr. Trotz erheblicher Sonderbelastungen erzielte die Passage
Airline Gruppe 2010 einen operativen Gewinn von 436 Mio. EUR, nachdem sie im Vorjahr
ein knapp negatives Ergebnis von - 8 Mio. EUR ausgewiesen hatte.

Die Ergebnisbeiträge von Austrian Airlines und bmi belasteten das operative Ergebnis
mit insgesamt 211 Mio. EUR. Im Vorjahr hatten sich aus der erstmaligen Einbeziehung
von bmi und Austrian Airlines - einschließlich des erfolgswirksam aufzulösenden Badwills
-Ergebnisbelastungen von insgesamt 23 Mio. EUR ergeben.
Die übrigen Segmenterträge kletterten insbesondere aufgrund höherer Rückstellungsauflösungen
(+ 55 Mio. EUR) und Buchgewinne (+ 25 Mio. EUR) um 61 Mio. EUR auf 244 Mio. EUR. Die
übrigen Segmentaufwendungen beliefen sich auf 98 Mio. EUR. Außerplanmäßige Abschreibungen
(49 Mio. EUR) entfielen mit insgesamt 47 Mio. EUR auf fünf Boeing B737-500, zwei Airbus
A330-200, einen Airbus A321-200 und 18 Canadair Regional Jet 200. Die betroffenen
Flugzeuge sind teilweise bereits stillgelegt; andere werden aufgrund der aktuellen
Unternehmensplanungen bis Ende 2011 sukzessive freigestellt beziehungsweise verkauft.
Darüber hinaus sind in den übrigen Segmentaufwendungen Wertminderungen auf Flugzeuge
und reparaturfähige Flugzeugersatzteile in Höhe von 16 Mio. EUR erfasst, die in der
Bilanz unter zum Verkauf stehenden Vermögenswerten ausgewiesen werden.
Das Ergebnis aus der Equity-Bewertung von - 10 Mio. EUR (Vorjahr: - 9 Mio. EUR) betraf
insbesondere SunExpress (- 9 Mio. EUR) und SN Airholding (- 2 Mio. EUR). Das Segmentergebnis
verbesserte sich insgesamt um 494 Mio. EUR auf 572 Mio. EUR.
Die Segmentinvestitionen stiegen um 149 Mio. EUR auf 2,0 Mrd. EUR. Sie betrafen im
Wesentlichen Investitionen in Flugzeuge, siehe [S. 74].
In der Mehrperiodenübersicht sind die Ertragskraft des Geschäftsfelds, aber auch die
konjunkturellen Einflüsse auf die Ergebnisentwicklung deutlich zu erkennen. In den
Jahren 2005 bis 2007 hatte sich die Ertragskraft stetig verbessert. Auch 2008 wies
das Geschäftsfeld trotz der bereits belastenden Finanzkrise in vielen Regionen noch
ein hohes positives Ergebnis aus.
Anschließend schlugen sich jedoch die immensen Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise
im Geschäftsjahr 2009 auch bei der Passage Airline Gruppe nieder. Das Geschäftsfeld
erholte sich jedoch rasch und wies bereits im ersten Jahr nach der Krise wieder ein
ordentliches operatives Ergebnis aus.
Für 2011 wird von einem normalisierten Wirtschaftswachstum mit entsprechend positiver
Nachfrageentwicklung im Passagierverkehr ausgegangen. Von dieser Erholung werden die
Fluggesellschaften besonders profitieren, die nicht nur in Europa, sondern auch im
Langstreckenverkehr gut aufgestellt sind und über ein breites Netzwerk und kundenorientierte
Produkte die Kunden an sich binden können. Gleichzeitig muss jedoch von einem weiteren
Anstieg des Ölpreises ausgegangen werden, der in Extremszenarien auch zur Überschreitung
der bisherigen Höchstwerte führen kann. Seine Auswirkungen auf die Ertragslage werden
durch die systematische Absicherungspolitik des Konzerns reduziert. Andere Sonderbelastungen
aus dem Jahr 2010 sollten nicht zu vergleichbaren Effekten führen. Allerdings haben
die deutsche und die österreichische Bundesregierung mit der Einführung und Ankündigung
einer Luftverkehrsteuer eine neue Belastung besonderer Art eingeführt, die sich ab
2011 nachteilig auf die Nachfrage der betroffenen Fluggesellschaften auswirken kann.
Über ihre Wirkung kann noch keine belastbare Aussage getroffen werden. Weitere Risiken
für die Geschäftsentwicklung liegen in den wachsenden Kapazitäten der Golf-Carrier
sowie in einem sich weiter intensivierenden Wettbewerb mit den No-Frills-Carriern.
Dem anhaltenden Preisdruck begegnen alle Gesellschaften des Airline-Verbunds mit auf
sie zugeschnittenen Ergebnissicherungsprogrammen, die auch 2011 weiter vorangetrieben
werden. Die im Rahmen der Stückkostensenkung verfolgten Maßnahmen tragen dabei wesentlich
zur Angebotsentwicklung des Geschäftsfelds bei. Die Restrukturierungen von Austrian
Airlines und bmi werden 2011 mit Vehemenz fortgeführt.
Alle Airlines werden ihre Stellung in ihren Märkten weiter stärken und dabei von ihren
eigenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ebenso profitieren wie von der vertieften
Zusammenarbeit im Airline-Verbund. Diese strukturellen Entwicklungen werden das Geschäftsfeld
und seine Profitabilität absehbar nachhaltig stärken. So wird für die Passage Airline
Gruppe auch 2011 eine Steigerung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses erwartet.
Auf Basis der aktuellen Prognosen für die weitere Wirtschaftsentwicklung soll dieser
Trend auch 2012 fortgesetzt werden. Besonders geprägt wird die Ertragsentwicklung
des Geschäftsfelds von Lufthansa Passage als der mit Abstand größten Airline im Verbund.
Lufthansa Passage versteht sich als Qualitäts-Carrier und verfolgt die Strategie eines
Vollsortimenters. Das Streckennetz deckt 206 Destinationen in 82 Ländern ab. Ihre
Hauptdrehkreuze befinden sich in Frankfurt und München. Hinzu kommen ein lokales Drehkreuz
in Düsseldorf und europaweite Direktverkehre. Die Leistungs- und Wirtschaftsdaten
der Lufthansa Passage beinhalten die vollkonsolidierten Produktionsgesellschaften
im Regionalverkehr (zum Beispiel Lufthansa CityLine, Air Dolomiti) und Lufthansa Italia.
Die weltweite Konjunkturerholung und die Stärke der deutschen Exportwirtschaft prägten
2010 den Geschäftsverlauf der Lufthansa Passage. Störungen durch den Pilotenstreik
und die behördlichen Luftraumsperrungen wirkten der positiven Tendenz entgegen. Insgesamt
brachte die verbesserte wirtschaftliche Lage jedoch eine deutlich positive Nachfrageentwicklung
mit sich. Aufgrund kundenorientierter Angebote, der hohen Marktdurchdringung im Firmen-
und Privatkundensegment sowie der Loyalitätsprogramme im Firmenkundensegment profitierte
Lufthansa Passage überdurchschnittlich von der Nachfrageerholung. Während im Interkontinentalverkehr
eine starke Erholung der Premium-Nachfrage und damit der Durchschnittserlöse zu verzeichnen
war, blieb das Preisniveau im Kontinentalbereich aufgrund strukturell veränderter
Kundenpräferenzen auf dem niedrigen Niveau des Krisenjahres 2009.
Lufthansa Passage hatte im Sommer 2009 im Zuge der weltweiten konjunkturellen Schwäche
und der sich langfristig verändernden Marktgegebenheiten das Kostensenkungsprogramm
Climb 2011 initiiert. Die Maßnahmen der darin enthaltenen Fokusthemen sollen das Ergebnis
jährlich um insgesamt 1 Mrd. EUR verbessern. 2010 leisteten die etablierten Projekte
einen Ergebnisbeitrag von 230 Mio. EUR. Ergänzend wurde 2010 das Projekt "Lean Management"
initiiert.
| Flottenstruktur | Lieferanten |
| Kapazitäten | Administration |
| Personalproduktivität | Erlöse |
Der Ausstieg aus dem 50-Sitzer-Segment und der Wechsel auf effizientere Flugzeugtypen
im Regionalsegment, wie den Bombardier CRJ900 und den Embraer 195, wird bis zum Sommer
2011 abgeschlossen.
Im dezentralen Verkehr wurde durch den Flotten-Rollover seit Oktober 2009 die durchschnittliche
Flugzeuggröße von 76 auf 91 Sitze gesteigert. Dadurch ergaben sich signifikante Stückkostenverbesserungen.
Die zusätzlichen Sitze konnten 2010 vollständig vermarktet werden. Dies belegt den
Vertriebserfolg, dass Lufthansa als Qualitäts-Airline auch im preissensiblen Kundensegment
als relevanter und erfolgreicher Anbieter wahrgenommen wird.
| ― |
Projekt EU-DIRection: Im dezentralen Verkehr wurden eine veränderte Marktbearbeitung, ein angepasstes Kapazitätsmanagement und ein striktes Kostenmanagement identifiziert, um eine Reduktion der Stückkosten um 40 Prozent zu erreichen. Durch die neue Vermarktungsstrategie konnten ein starkes Passagierwachstum erzielt und die Attraktivität in Europa gesteigert werden. |
| ― |
Projekt Zukunft Regional: Im Rahmen der Neuausrichtung der Regionalfluggesellschaften der Lufthansa Passage (CityLine, Eurowings und Air Dolomiti) erfolgt eine nachhaltige Stückkostensenkung durch das Ausschöpfen von Synergieeffekten und eine Optimierung der Produktions- und Wartungsstandorte. |
Ziel ist eine Senkung der Personalstückkosten um 10 Prozent. Durch die Tarifabschlüsse
konnten hierzu im Jahr 2010 wichtige Beiträge erzielt werden. Die Nullrunden und insbesondere
die dynamische Gestaltung der 95-Sitzer-Regelung im Regionalsegment sind von zentraler
Bedeutung, um dort langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Gemeinsame Projekte zur Prozessoptimierung und Kostensenkung mit externen und internen
Lieferanten befinden sich in Umsetzung. Erste Erfolge wurden hierbei durch die Senkung
der Vertriebskosten und Abfertigungsentgelte im europäischen Ausland erzielt. Mit
LSG Sky Chefs wurden neue Verträge vereinbart, die über die nächsten drei Jahre deutliche
Kostenentlastungen ermöglichen. Auch mit Lufthansa Technik werden im Wesentlichen
durch die Schaffung bedarfsgerechter Lieferbeziehungen an den einzelnen Drehkreuzen
Einsparungen erzielt.
Durch den Abbau von 400 Stellen (ca. 20 Prozent) im administrativen Bereich bis Ende
2011 soll die Fixkostenbasis weiter verbessert werden. Bis Ende 2010 wurden dafür
knapp 300 Verträge, beispielsweise durch Abfindungen oder im Rahmen von Altersteilzeit,
auf freiwilliger Basis sozialverträglich abgeschlossen.
Durch die Überarbeitung des Kabinenlayouts und die damit verbundene Erhöhung der Sitzplatzkapazität
durch den Einbau eines neuen Sitzmodells für die Europaflotte werden pro Jahr Zusatzerlöse
von bis zu 276 Mio. EUR erwartet. Im Dezember 2010 wurde das erste umgerüstete Flugzeug
der Öffentlichkeit vorgestellt, bis Ende 2011 soll die gesamte Kontinentalflotte umgerüstet
werden.
Am Drehkreuz Frankfurt hat Lufthansa Passage ihre erfolgreiche Systempartnerschaft
mit Fraport fortgesetzt. Neben dem Richtfest für den im Bau befindlichen Flugsteig
A-Plus wurden 2010 wesentliche kommerzielle Abkommen, wie etwa der Einkauf von Bodenabfertigungsleistungen,
partnerschaftlich verhandelt. Die daraus resultierende langfristige Planungssicherheit
schafft eine solide Basis für das zukünftige Wachstum am Standort Frankfurt.
Mit 8,9 Prozent Passagierzuwachs war der Hub München für Lufthansa Passage 2010 der
stärkste Wachstumstreiber. Der Flughafen gewann zum fünften Mal seit 2005 den Titel
"Europas bester Airport". Die Vorplanungen zur Erweiterung des Terminals 2 um einen
Satelliten-Terminal, dessen Eröffnung für 2015 geplant ist, konnten gemeinsam mit
der Flughafengesellschaft München abgeschlossen und eine langfristige Vereinbarung
zum gemeinschaftlichen Betrieb des Terminals 2 getroffen werden. Das Streckennetz
des Hubs München wurde 2010 mit dem Fokus auf eine verbesserte Rentabilität um vier
Langstreckendestinationen erweitert.
Der dezentrale Punkt-zu-Punkt-Verkehr außerhalb der Drehkreuze steht unter besonderem
Wettbewerbsdruck. Die im Rahmen von Climb 2011 getroffenen Maßnahmen zeigten 2010
bereits erste Wirkung. Durch die Stilllegung aller Turbo-Prop-Flugzeuge und den sukzessiven
Ersatz von 50- und 70-Sitzern durch größere Flugzeuge wie Bombardier CRJ900, Embraer
195 und Airbus A320 konnte eine Stückkostensenkung von 14 Prozent erzielt werden.
Erfolgreich entwickelte sich der Interkontinentalverkehr ab Düsseldorf. Er eroberte
seit der Umstellung auf den Airbus A330 die Marktführerschaft im Ruhrgebiet nach Nordamerika
zurück.
Lufthansa Italia hat im zweiten Jahr ihres Bestehens mit neun Airbus A319 rund 1,2
Mio. Passagiere zu 15 Destinationen in Italien und Europa befördert. Zum Winter 2010/2011
wurde Prag neu in den Flugplan aufgenommen. Im Zuge der Restrukturierung des Italien-Geschäfts
wird Lufthansa Italia zukünftig gemeinsam mit Air Dolomiti ihre Kräfte bündeln, um
dem intensiven Wettbewerb in Italien noch besser begegnen zu können.
Mit 58,8 Mio. Fluggästen verzeichnete Lufthansa Passage einen Passagierzuwachs von
5,9 Prozent. Das Angebot wurde um 3,1 Prozent ausgeweitet, bei gleichzeitiger Reduzierung
der Flüge um 2,9 Prozent. Hierin spiegelt sich die Restrukturierung der Europaflotte
wider. Der Absatz kletterte um 5,4 Prozent und führte zu einer Steigerung des Sitzladefaktors
auf 79,4 Prozent (+ 1,7 Prozentpunkte). Bei einer Erhöhung der Durchschnittserlöse
um 7,6 Prozent erreichte Lufthansa Passage im Berichtsjahr einen Anstieg der Verkehrserlöse
um 13,4 Prozent auf 12,9 Mrd. EUR.
Insgesamt stiegen die Umsatzerlöse auf 14,0 Mrd. EUR (+13,4 Prozent). Trotz der zahlreichen
Sonderbelastungen und des wieder ansteigenden Ölpreises konnte Lufthansa Passage bereits
ein Jahr nach der Finanz- und Wirtschaftskrise das operative Ergebnis um 489 Mio.
EUR auf einen Gewinn von 382 Mio. EUR steigern.
Trotz nachhaltiger Kostensenkungspläne investiert Lufthansa Passage kontinuierlich
in den Ausbau ihres Bord- und Bodenprodukts. So bietet sie den Kunden mit der Wiedereinführung
des Systems FlyNet seit Dezember 2010 die volle Kommunikationsfreiheit des Internets
über den Wolken und übernimmt wieder ihre weltweite Führungsrolle im Bereich "Inflight
Connectivity".
Die First Class zeigte Mitte 2010 im Rahmen der Einführung des Airbus A380 erstmalig
ihr neues Gesicht. Im Zuge der Modernisierung wurde das gesamte Kabinenprodukt, wie
das Sitzkonzept, die Gestaltung von Kabine und Waschräumen und das Unterhaltungsangebot,
aufgewertet. Auch die Economy Class wurde hier weiterentwickelt und verfügt nun über
persönliche Bildschirme mit umfassendem Entertainment-Programm. Künftig wird die komplette
Airbus-Flotte mit der neuen First Class ausgestattet sein. Bereits seit März 2010
verfügt die Airbus-Flotte über persönliche Bildschirme in der Economy Class. 2011
werden weitere Boeing 747-400 mit einer neuen First Class und der neuen Economy Class
ausgestattet.
Auch das Bodenprodukt entwickelt sich weiter. In Frankfurt wurde die größte Senator
Lounge mit dem ersten integrierten Jet Friends-Bereich für Kinder eröffnet. Zusätzlich
wird das Lounge-Angebot durch zwei Sports Corners für sportbegeisterte Vielflieger
ergänzt. In München wurde die Zahl der Senator Lounges verdoppelt und der erste Lufthansa
Indoor-Biergarten mit Alpenpanorama eröffnet.

Dieser Kundenfokus wird honoriert: Nach den Auszeichnungen als "Beste Business Class
auf innerdeutschen und europäischen Flügen" sowie "Beste Airline-Webseite für Geschäftsreisende"
durch die Leser des Geschäftsreisemagazins Business Traveller Deutschland erhielt
Lufthansa 2010 auch den "Skytrax World Airline Award" als beste Fluggesellschaft Europas.
Vier Eckpfeiler stützten die Vermarktungsstrategie der Lufthansa Passage 2010: Fokus
auf das Firmenkundenmanagement, systematischer Ausbau hochwertiger Marktsegmente,
fortgesetzte Erschließung volumenstarker Privatreisenachfrage in Wachstumsmärkten
wie den USA, China und Indien sowie Realisierung von Vertriebssynergien innerhalb
des Verbunds.
Im Firmenkundensegment konnte der Erlös über vielfältige Vermarktungs- und Kundengewinnungsmaßnahmen
erfolgreich gesteigert werden. Dabei kann Lufthansa auf ein sehr ausgewogenes Branchenportfolio
in den Firmenkundenbeziehungen blicken. Der Umsatz mit Firmenkunden wuchs 2010 um
12 Prozent, getrieben durch starkes Wachstum in Asien und Nordamerika sowie einen
höheren Buchungsanteil in der Business- und First-Class. Der Anteil der Business-
und First-Class-Erlöse an den Verkehrserlösen lag mit rund 40 Prozent deutlich über
dem Krisenniveau. Im Langstreckenverkehr stieg die Passagierzahl im Jahr 2010 insgesamt
um 5 Prozent; die Zahl der Premium-Passagiere stieg sogar um 12 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr. Rund 49 Prozent der Verkehrserlöse im Langstreckenverkehr werden von
den Premium-Passagieren generiert, die 18 Prozent der Gesamtpassagiere darstellen.
Daneben wurde der bereits 2009 gesetzte Fokus auf volumenstarke Vertriebskanäle weiter
verstärkt. So stieg der Online-Ticketabsatz durch gezielte Vermarktungsmaßnahmen deutlich
auf rund 26 Prozent an.


Nachdem zum 1. Januar 2011 Carsten Spohr den Vorstandsvorsitz der Lufthansa Passage
von Christoph Franz übernommen hat, wurde mit Wirkung zum 1. April 2011 auch die Organisationsstruktur
an das veränderte Marktumfeld angepasst. Mit ihr soll eine stärkere Fokussierung auf
Kunden und Wettbewerb erreicht sowie die internen Entscheidungs- und Managementprozesse
beschleunigt werden. Mit der neuen Organisation setzt Lufthansa Passage gleichzeitig
ihre Strategie der Divisionalisierung fort.
Die ergriffenen Initiativen und die positive Ergebnisentwicklung sollen weiter fortgesetzt
werden. So wird für 2011 eine weitere Verbesserung des Umsatzes und operativen Ergebnisses
erwartet. Die Maßnahmen zur Senkung der Stückkosten und die Zusammenarbeit mit den
Verbund-Airlines werden die Position der Lufthansa Passage im Europa-Verkehr nachhaltig
stärken. Auch Climb 2011 wird unverändert fortgeführt, das volle Potenzial des insgesamt
1 Mrd. EUR schweren Programms wird 2012 in den wirtschaftlichen Kennziffern sichtbar
werden. Für 2011 ist ein Ergebnisbeitrag von mindestens 350 Mio. EUR vorgesehen. Inwieweit
eine Kompensation der steigenden Treibstoffkosten sowie die Weiterleitung der ab 2011
eingeführten Luftverkehrsteuer durch Zuschläge an die Passagiere möglich sein wird,
kann die Ertragsentwicklung maßgeblich beeinflussen. Dies gilt auch für den Verlauf
und die Ergebnisse der 2011 wieder anstehenden Tarifgespräche, beginnend mit der Ende
März auslaufenden Tarifvereinbarung für das Cockpit-Personal.
Eine besondere Rolle für die Kostensenkung wie für das Wachstum trägt die laufende
Modernisierung der Flotte. 31 Flugzeuge sind 2011 zur Auslieferung an die Lufthansa
Passage vorgesehen, darunter auch vier weitere Airbus A380. Die Entwicklung der Drehkreuze
bietet weiteres Potenzial. Mit der für Ende 2011 geplanten Eröffnung der neuen Landebahn
in Frankfurt und dem vereinbarten Ausbau des Satelliten-Terminals in München verfügt
Lufthansa im europäischen Wettbewerb über einzigartige Entwicklungsperspektiven.
|
|
|
2010 | Veränderung in % |
| Umsatz | Mio. € | 3 459 | 24,9 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 298 | 220,4 |
| EBITDA | Mio. € | 531 | 90,9 |
| Fluggäste | Tsd. | 15 153 | 6,8 |
| Mitarbeiter zum 31.12. | Anzahl | 7 640 | 6,2 |
*
Weitere Informationen zur SWISS unter www.swiss.com.
Swiss International Air Lines (SWISS) blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr
2010. Im Winterflugplan 2010/2011 bedient sie von ihrem Drehkreuz Zürich und den Flughäfen
Basel, Genf und Lugano 72 Destinationen in 39 Ländern. Mit einem modernen Produkt
positioniert sie sich dabei durchgängig in allen drei Klassen als Qualitäts-Airline
und Premium-Marke und verkörpert als nationale Fluggesellschaft der Schweiz und Mitglied
der Star Alliance insbesondere die Markenwerte persönliche Betreuung, höchste Qualität,
Zuverlässigkeit und Schweizer Gastfreundschaft. Zur Zielgruppe von SWISS gehören vor
allem Geschäftsreisende, aber auch im Privatreisesegment ist sie stark vertreten.
In diesem Segment wird sie ergänzt um die Ferienfluggesellschaft Edelweiss Air, die
in den Zahlen der SWISS Gruppe ebenfalls konsolidiert ist. Im März 2010 feierte SWISS
das fünfjährige Jubiläum des erfolgreichen Zusammengehens mit der Lufthansa Gruppe
als weitgehend eigenständige Airline. Seit 2005 konnte SWISS die jährliche Passagierzahl
um 50 Prozent steigern und rund 1.000 neue Mitarbeiter einstellen.
Maßgeblich für den Erfolg von SWISS sind vor allem das effektive Kostenmanagement,
aber auch die starke Nachfrage und der Aufwärtstrend im Interkontinental- und Frachtgeschäft
sowie der gute Absatz im Heimatmarkt Schweiz. Vor allem im Premium-Segment der Langstrecke
war eine erfreuliche Buchungszunahme zu beobachten. Im Europaverkehr bleiben die Durchschnittserlöse
hingegen stark unter Druck. SWISS setzt daher nach wie vor auf konsequente Kostendisziplin
und Flexibilität, um auf Nachfrageschwankungen rasch reagieren zu können.
Im Oktober wurde der 100-millionste SWISS Passagier seit der Firmengründung im Frühjahr
2002 gezählt. 2010 beförderte SWISS (ohne Edelweiss Air) mehr als 14 Mio. Passagiere
- ein Rekordwert in der Firmengeschichte. Die Kapazitäten wurden während des Berichtsjahres
flexibel, punktuell und nachfragegerecht angepasst. Insgesamt wurden sie gegenüber
2009 um 4,4 Prozent erhöht. Die Flüge waren mit durchschnittlich 82,3 Prozent besser
ausgelastet als im Vorjahr - ein auch im Vergleich mit der Passage Airline Gruppe
und im Branchenvergleich hoher Wert.
Seit Mitte 2010 bedient SWISS von Zürich aus mit San Francisco eine neue Langstreckendestination
und verzeichnet auf dieser Strecke seit dem ersten Monat eine hohe Auslastung. Darüber
hinaus fliegt SWISS seit Anfang 2010 sechsmal täglich von Genf aus nach London-Heathrow.
Im Dezember wurde die Strecke Genf-Madrid neu eröffnet. Zudem wurden ab Zürich und
Genf die Frequenzen zu weiteren Zielen aufgestockt. Damit wurde in Genf in den letzten
fünf Jahren das Angebot verdoppelt. Aus Basel bietet SWISS in Kooperation mit bmi
neue Strecken nach London-Heathrow sowie nach Kopenhagen und Rom an. Die Kapazitäten
aus Basel werden hierdurch um rund 70 Prozent gesteigert.
Im September verlor der SWISS Verwaltungsrat seinen langjährigen und geschätzten Präsidenten
Dr. Rolf Jetzer, der mit 59 Jahren unerwartet verstarb. Im November wurde daraufhin
Dr. Bruno Gehrig, Präsident der Swiss Luftfahrtstiftung, zum neuen Präsidenten des
Verwaltungsrats berufen.
SWISS engagiert sich auf verschiedenen Ebenen für den sorgsamen Umgang mit Ressourcen.
So senkte sie den spezifischen Treibstoffverbrauch in den letzten fünf Jahren kontinuierlich.
Mit Investitionen in den technologischen Fortschritt wird dieser Kurs durch die Flottenerneuerung
und -erweiterung weiter vorangetrieben. Im Rahmen dieses Flottenprogramms erwartet
SWISS in den kommenden Jahren die Auslieferung von sieben Airbus A330-300 und fünf
Airbus A320. Ab 2014 wird sie ihre Avro-RJ Regionalflotte durch umweltfreundlichere
und deutlich leisere Flugzeuge der Bombardier C-Series vollständig ersetzen. Insgesamt
hat SWISS somit 42 Flugzeuge auf der Bestellliste.
Darüber hinaus investiert SWISS bis Mitte 2011 in ein durchgängiges und modernes Dreiklassen-Produkt
ihrer Langstreckenflotte. Neben den Investitionen in die Business- und First-Class
hat das Unternehmen 2010 auch in die Economy Class investiert. Der unverminderte Fokus
auf ein hochwertiges Produkt zahlt sich aus: Im ersten Halbjahr 2010 erhielt SWISS
mehrere Auszeichnungen, darunter den "Skytrax 2010 World Airline Award" für "Staff
Service Excellence" in Europa. Anfang 2011 wurde SWISS von den Lesern des Magazins
Business Traveller zur besten Fluggesellschaft Europas gewählt und für das beste Business
Class-Angebot auf den Strecken nach Nord- und Südamerika ausgezeichnet.
Nach einem schwierigen Start entwickelte sich das Geschäftsjahr 2010 äußerst positiv.
SWISS erzielte einen Umsatz von 3,5 Mrd. EUR (+ 24,9 Prozent) und einen operativen
Gewinn von 298 Mio. EUR (Vorjahr: 93 Mio. EUR). SWISS will auch 2011 eine moderate
Ergebnisverbesserung erreichen und wird den eingeschlagenen nachhaltigen Wachstumskurs
konsequent weiterverfolgen.
|
|
|
2010 | Veränderung in % |
| Umsatz | Mio. € | 2 033 | - |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | - 66 | - |
| EBITDA | Mio. € | 169 | - |
| Fluggäste | Tsd. | 10 895 | - |
| Mitarbeiter zum 31.12. | Anzahl | 6 943 | - |
1)
Weitere Informationen zu Austrian Airlines unter www.aua.com.
2)
Austrian Airlines wird seit dem 3. September 2009 vollkonsolidiert.
Mit Austrian Airlines, Lauda Air und Tyrolean Airways umfasst die Austrian Airlines
AG drei Fluggesellschaften. Neben dem Heimatmarkt Österreich, in dem die Gesellschaft
als umsatzstärkste Fluggesellschaft Marktführerin ist, hat sie sich erfolgreich auf
die Wachstumsregionen Zentral- und Osteuropa sowie den Nahen Osten spezialisiert.
Insgesamt betreibt Austrian Airlines ein weltweites Streckennetz mit mehr als 130
Flugzielen, das schrittweise ausgebaut wird. Nach der erwarteten Rückkehr in die Gewinnzone
wird der Fokus auf profitables Wachstum gelegt werden. Ab Sommer 2011 werden zwei
Airbus A320 die Kontinentalflotte verstärken.
Im Rahmen der neu etablierten zentralen Vertriebssteuerung bei Austrian Airlines wurde
der Ausbau des Eigenvertriebs insbesondere über das Internet und durch gezielte Vermarktungsaktionen
vorangetrieben. Durch die infolge der Integration in den Lufthansa Konzern größere
Präsenz in allen relevanten Vertriebskanälen verbesserte sich auch die Kundenzufriedenheit.
Die Fokussierung auf krisenresistente Marktsegmente trug darüber hinaus zum Passagierwachstum
bei. Mit der Einführung der Verbundvertriebsstrategie und dem gemeinsamen Corporate
Contract Management innerhalb des Lufthansa Verbunds verbesserten sich die Umsätze
auch im Firmenkundenbereich.
Das Geschäftsjahr 2010 war durch die Sanierung und die Integration von Austrian Airlines
in den Lufthansa Konzern geprägt. In deren Folge sank die Kostenbasis um 250 Mio.
EUR, die internen Prozesse wurden verbessert und der Mitarbeiterstand von 7.600 Vollzeitstellen
im Jahr 2008 auf rund 6.000 Stellen reduziert. Schritt für Schritt werden zudem Einsparungen
durch Verhandlungen mit Lieferanten realisiert. Für die Restrukturierung ist insbesondere
das Programm "Austrian Next Generation" wichtig, das auf drei Säulen beruht: Senkung
der Kostenbasis, Einführung einer neuen, aktiven Marktstrategie und Nutzung von Synergien
im Lufthansa Verbund.
Mit den Maßnahmen zur Kostensenkung bringt Austrian Airlines ihre Kosten auf ein konkurrenzfähiges
Niveau; durch die neue Marktstrategie soll die Zahl der Passagiere um 1 Mio. Passagiere
pro Jahr gesteigert werden. Synergien werden bereits intensiv durch Maßnahmen wie
die Integration der Vertriebsaktivitäten und Kooperationen mit Lufthansa und den anderen
Verbund-Airlines genutzt.
Erste wesentliche Erfolge aus den Maßnahmen zeigten sich im Geschäftsjahr 2010: So
stärkte Austrian Airlines ihre Marktposition am Drehkreuz Wien weiter und steigerte
ihren Marktanteil um 1,4 Prozentpunkte auf 50,9 Prozent. Das Erlösniveau im Kontinentalverkehr
liegt jedoch weiterhin unter den Erwartungen. Eine deutliche Erholung zeichnete sich
dagegen im Langstreckenverkehr ab. Das anziehende Firmenkundengeschäft führte hier
zu einer positiven Entwicklung der Durchschnittserlöse.
Der Aufsichtsrat hat mit Wirkung vom 1. April 2011 Thierry Antinori zum Vorstandsvorsitzenden
von Austrian Airlines berufen. Er verantwortete bislang als Vorstand der Lufthansa
Passage die Bereiche Marketing und Vertrieb. Der Vorstand von Austrian Airlines wurde
damit auf drei Mitglieder erweitert.
Im Geschäftsjahr 2010 zeigten sich die Auswirkungen der erheblichen Restrukturierungsmaßnahmen
deutlich. Besonders die Einbeziehung des Vertriebs von Austrian Airlines in den Lufthansa
Vertrieb hatte zur Folge, dass die Auslastung mit 76,8 Prozent klar über Vorjahr lag
(+ 2,8 Prozentpunkte). Insgesamt wurden 10,9 Mio. Passagiere befördert, beinahe 1
Mio. mehr als noch 2009. Das Angebot erhöhte sich dabei nur leicht um 0,3 Prozent.
Der Umsatz wurde mit über 2,0 Mrd. EUR stabil gehalten. Im Vorjahr hatte sich konsolidierungsbedingt
lediglich ein Umsatz von 665 Mio. EUR im Lufthansa Konzernabschluss gezeigt. Im Jahr
2010 war das operative Ergebnis der Austrian Airlines mit - 66 Mio. EUR noch negativ,
es hat sich damit jedoch deutlich verbessert. Im Vorjahr hatte das operative Ergebnis
allein für den im Lufthansa Abschluss konsolidierten Zeitraum September bis Dezember
- 31 Mio. EUR betragen.
Für 2011 hat sich Austrian Airlines das Ziel gesetzt, ein positives operatives Ergebnis
zu erwirtschaften, und ist zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Die Sanierung
wird hierfür konsequent fortgesetzt, wobei auch die Systempartner ihren Beitrag zu
einem notwendigen nachhaltigen Wachstum erbringen. Austrian Airlines will dieses Ziel
trotz der 2011 in Österreich neu eingeführten Luftverkehrsabgabe erreichen. Deren
Auswirkungen sind allerdings noch nicht vorhersehbar.
|
|
|
2010 | Veränderung in % |
| Umsatz | Mio. € | 896 | - |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | - 145 | - |
| EBITDA | Mio. € | - 117 | - |
| Fluggäste | Tsd. | 6 194 | - |
| Mitarbeiter zum 31.12. | Anzahl | 3 613 | - |
1)
Weitere Informationen zu British Midland unter www.flybmi.com.
2)
British Midland wird seit dem 1. Juli 2009 vollkonsolidiert.
Seit November 2009 ist Lufthansa über die britische Holdinggesellschaft LHBD Holding
Ltd. wirtschaftlich alleinige Gesellschafterin von British Midland Ltd. (bmi). 2010
wurde die Gesellschaft erfolgreich in den Lufthansa Konzern integriert. Gleichzeitig
wurden umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt, um bmi mittelfristig
profitabel zu machen.
Die bmi Gruppe umfasst drei Fluggesellschaften: British Midland International, bmi
Regional und bmibaby, die jeweils verschiedene Märkte und Kundengruppen abdecken.
Die Kernmärkte aller drei Fluggesellschaften befinden sich dabei in Großbritannien.
Das Streckennetz von British Midland International als klassischem Anbieter deckt
ab London-Heathrow Ziele im Heimatmarkt Großbritannien, in Europa, den GUS-Staaten,
dem Nahen Osten und Afrika ab. Die Slots am Flughafen London-Heathrow sind dabei von
hohem strategischen Wert für die Gruppe. Im Verlauf des Berichtsjahres wurden Strecken
innerhalb Großbritanniens zu Gunsten neuer Strecken im Nachbarschaftsverkehr und im
Verkehr mit dem Nahen Osten aufgegeben, um der ertragsoptimierten Neuausrichtung des
Netzes zu entsprechen.
bmi Regional bietet mit ihrer Embraer-Flotte Kurzstreckenflüge innerhalb Großbritanniens
und Europas an. Mit ihrem hochwertigen Produkt und hoher Pünktlichkeit richtet sie
sich vor allem an Geschäftsreisende. Das Chartergeschäft der Linie bringt positive
Ergebnisbeiträge.
Mit 14 Flugzeugen der Boeing 737-Familie operiert bmibaby als Low-Cost-Airline vor
allem aus East Midlands und Birmingham, wo sie eine hohe Marktpräsenz aufweisen kann.
2010 wurden von East Midlands aus auch Flüge nach Deutschland ins Programm aufgenommen.
Die Restrukturierung von bmi verlief im Geschäftsjahr plangemäß. Dabei wurde die Anzahl
der Flugzeuge um 10 und die Kapazität deutlich reduziert. Gleichzeitig wurde die Produktivität
der Flugzeuge erhöht. Die mit der Restrukturierung verbundenen Personalabbaumaßnahmen
konnten im Laufe des Jahres abgeschlossen werden; insgesamt wurden rund 750 Stellen
abgebaut. Weitere Maßnahmen auf der Kostenseite zeigten entsprechende Wirkung und
trugen zur Ergebnisverbesserung bei.
Auf der Ertragsseite konnten die gesetzten Ziele nicht vollständig erreicht werden,
unter anderem bedingt durch außerordentliche externe Einflüsse (wie zum Beispiel die
wiederholten Luftraum- und wetterbedingten Flughafensperrungen). Die wirtschaftliche
Entwicklung in Großbritannien ist weiterhin mit hohen Unsicherheiten behaftet. Dies
und die im Heimatmarkt Großbritannien hohe Präsenz von No-Frills-Carriern führen dazu,
dass die Durchschnittserlöse dort nachhaltig auf niedrigem Niveau liegen. Die Strecken
nach Europa, in den Nahen Osten und in die GUS-Staaten weisen hingegen eine anhaltend
positive Entwicklung auf. Durch das auf die Kurz- und Mittelstrecke beschränkte Streckennetz
konnte bmi aber nicht vom weltweiten Aufschwung des Interkontinentalverkehrs profitieren.
Darüber hinaus belasteten die Flugausfälle aufgrund der Luftraumsperrungen und der
ungünstige Kurs des Britischen Pfunds die Ergebnisentwicklung. Insgesamt erwirtschaftete
bmi 2010 einen Umsatz von umgerechnet 896 Mio. EUR und einen operativen Verlust, der
sich auf 145 Mio. EUR belief.
Im Jahresverlauf wurde die Vertriebsintegration mit der Lufthansa Gruppe in allen
wesentlichen Märkten außerhalb Großbritanniens abgeschlossen, sodass die Gesellschaft
in Zukunft von dem größeren Vertriebsnetz der Lufthansa profitieren kann. Darüber
hinaus wurden Investitionen in die Produktqualität, insbesondere in die Flotten- und
Kabinenausstattung sowie in EDV-Steuerungssysteme, beschlossen.
Das finanzielle Profil der Gesellschaft wurde im Juli 2010 durch die Umwandlung eines
kurzfristigen Darlehens von Lufthansa in Höhe von 45 Mio. GBP in Eigenkapital gestärkt.
Die Strategie, defizitäre Kurzstrecken durch profitablere Strecken in die Nachbarmärkte
und auf der Mittelstrecke zu ersetzen, wird fortgesetzt. Dabei wird sichergestellt,
dass die Slots der Gesellschaft in London-Heathrow erhalten bleiben. Es ist verstärkt
geplant, mit bmi Regional aus England die Hubs der Lufthansa Gruppe anzufliegen.
Für 2011 wird aufgrund der strukturellen Situation von bmi noch ein negatives operatives
Ergebnis erwartet. Das Ziel, mittelfristig wieder profitabel zu werden, wird jedoch
unverändert bestätigt.
|
|
|
2010 | Veränderung in % |
| Umsatz | Mio. € | 630 | 8,6 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | - 39 |
|
| EBITDA | Mio. € | - 9 | - 113,5 |
| Fluggäste | Tsd. | 7 730 | 7,9 |
| Mitarbeiter zum 31.12. | Anzahl | 1 272 | 14,5 |
*
Weitere Informationen zu Germanwings unter www.germanwings.com.
Mit einer Flotte von 30 Airbus A319 bietet Germanwings von ihren fünf Standorten Köln/Bonn,
Stuttgart, Berlin-Schönefeld, Hannover und Dortmund aus Flüge in über 75 europäische
Destinationen an. Um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, hat das Unternehmen
im April 2010 drei Flugzeuge am Flughafen Hannover-Langenhagen stationiert und diesen
Standort als neue Basis ausgebaut. In der Hauptreisezeit wurden von Germanwings 14
europäische Non-Stop-Ziele aus Hannover heraus angeboten. Durch Umsteigeverbindungen
über den Flughafen Stuttgart konnten die Passagiere von hier aus weitere 13 Ziele
erreichen.
2010 hat Germanwings mit der Einführung einer neuen Tarifstruktur in Deutschland einen
neuen Branchentrend gesetzt. Reisende haben die Möglichkeit, zwischen den Tarifen
"Basic", "Best" oder "Flex" zu entscheiden. Der neue "Best"-Tarif bietet den Passagieren
deutliche Preisvorteile und ermöglicht ihnen, einige Zusatzleistungen zu einem Paket
zu bündeln. Für die Kunden bietet diese Kombination Vorteile, da diese Zusatzleistungen
um 25 Prozent günstiger sind als bei separater Buchung aller einzelnen Bestandteile.
Darüber hinaus erhöht Germanwings beständig ihre Attraktivität für die Passagiere.
Seit dem 1. September 2010 können Miles & More-Teilnehmer auf allen Germanwings Flügen
Prämienmeilen für das Miles & More-Programm sammeln. Hierbei gelten die gleichen Meilenwerte
wie auf Lufthansa Flügen. Bereits seit Dezember 2009 können Miles & More-Teilnehmer
im gesamten Streckennetz von Germanwings außerdem ihre Meilen gegen Flüge einlösen.
Germanwings erhielt auch 2010 mehrere Auszeichnungen. So wurde das Unternehmen von
Profiles International zu Deutschlands produktivster Airline gewählt. Im aktuellen
"Flugatlas", einer Untersuchung von Mobil in Deutschland e.V., wurde Germanwings Testsieger
und erreichte Spitzenwerte in den Kategorien Pünktlichkeit, Vielfliegerprogramm, Preis
und Buchungsfunktionalität.
Der innereuropäische Flugverkehr ist auch weiterhin von einer hohen Wettbewerbsintensität
und niedrigen Durchschnittserlösen geprägt. In diesem Umfeld wurde das operative Ergebnis
von Germanwings im ersten Halbjahr 2010 zusätzlich durch exogene Effekte wie den Pilotenstreik
und die vorübergehende Luftraumsperrung belastet. Darüber hinaus entstanden Start-up-Kosten
für den Aufbau der Station in Hannover-Langenhagen. Im Dezember schließlich schlug
der harte Winter abermals ins Kontor. In diesem Marktumfeld konnte das Angebot nicht
vollständig abgesetzt werden. Die eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnissicherung konnten
die Einmaleffekte zum Jahresende nicht vollständig kompensieren.
Trotz der beschriebenen Sondereffekte setzte Germanwings ihren Wachstumskurs fort.
So steigerte Germanwings die Passagierzahl im Geschäftsjahr 2010 um 7,9 Prozent auf
7,7 Mio. Der Sitzladefaktor erreichte mit 77,2 Prozent beinahe das hohe Vorjahresniveau.
Die Umsatzerlöse erhöhten sich auf 630 Mio. EUR (+ 8,6 Prozent). Insgesamt weist Germanwings
für das Geschäftsjahr 2010 jedoch ein durch die Sondereffekte geprägtes operatives
Ergebnis von - 39 Mio. EUR aus (Vorjahr: + 24 Mio. EUR).
Für 2011 erwartet Germanwings, dass der Druck auf die Nachfrage und die Ergebnisse
durch die neue staatliche Luftverkehrsteuer sowie die anhaltenden Überkapazitäten
und den wieder steigenden Ölpreis hoch bleiben wird.
Um die Durchschnittserlöse und die Nachfrage stabilisieren zu können, baut Germanwings
im kommenden Jahr ihre Vertriebsstruktur weiter aus. So werden ab 2011 Tarife von
Germanwings und Lufthansa kombinierbar sein und beide Fluggesellschaften werden im
Firmenkundengeschäft noch enger zusammenarbeiten. Kunden können so zukünftig von einem
gemeinsamen Angebot profitieren. Zudem wird Germanwings zukünftig in allen globalen
Distributionssystemen buchbar sein. Germanwings hat das Ergebnissicherungsprogramm
WIN4U aufgesetzt, das sowohl Einsparungen als auch strukturelle Kostensenkungsmaßnahmen,
wie eine strategische Zusammenarbeit mit Lufthansa Technik, umfasst. Für das Geschäftsjahr
2011 wird daher insgesamt ein über dem Vorjahr liegender Umsatz und operatives Ergebnis
erwartet.
Neben der laufenden Ergebnisverbesserung investiert Germanwings auch weiterhin in
ihr Produkt, beispielsweise in neue Qualitätssitze, um noch komfortabler an Bord zu
werden und den Kunden eine verbesserte Sitzkonfiguration zu bieten. Auch die Flotte
wird weiterentwickelt. Acht neue Airbus A319 werden in den Jahren 2012 bis 2014 sukzessive
die bestehende Flotte ergänzen.

|
|
|
2010 | 2009 | Veränderung in % |
| Umsatz | Mio. € | 2 795 | 1 951 | 43,3 |
| davon mit Gesellschaften des Lufthansa Konzerns | Mio. € | 25 | 23 | 8,7 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 310 | - 171 | - |
| Vergleichbare operative Marge | % | 11,4 | - 8,0 | 19,4 P. |
| Segmentergebnis | Mio. € | 330 | - 152 | - |
| EBITDA | Mio. € | 445 | - 28 | - |
| CVA | Mio. € | 233 | - 264 |
|
| Segmentinvestitionen | Mio. € | 21 | 25 | - 16,0 |
| Mitarbeiter zum 31.12. | Anzahl | 4 517 | 4 488 | 0,6 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | Anzahl | 4 469 | 4 568 | - 2,2 |
| Fracht und Post | Tsd. t | 1 795 | 1 519 | 18,2 |
| Angebotene Fracht-Tonnenkilometer | Mio. | 12 564 | 11 681 | 7,6 |
| Verkaufte Fracht-Tonnenkilometer | Mio. | 8 905 | 7 425 | 19,9 |
| Nutzladefaktor | % | 70,9 | 63,6 | 7,3 P. |
| ➚ |
2,8 Mrd. EUR Umsatz |
| ➚ | 310 Mio. EUR Operatives Ergebnis |
Im Lufthansa Konzern Ist Lufthansa Cargo der Dienstleister für das Logistikgeschäft.
Mit 18 eigenen Frachtflugzeugen vom Typ MD-11, Beteiligungen wie AeroLogic und Jade
Cargo International sowie weiterer Frachtkapazität auf Passagierflugzeugen ist die
Gesellschaft eine der weltweit größten Frachtfluggesellschaften. Die Frachtsendungen
werden per Flugzeug oder im Rahmen sogenannter Road Feeder Services per Lkw transportiert.
Diese kommen vor allem auf Zu- und Abbringerstrecken zum Einsatz. Die Lufthansa Cargo
Charter Agency ist auf Ad-hoc-Charterlösungen für besonders individuelle Transporte,
beispielsweise Fracht mit außergewöhnlichen Maßen, spezialisiert. Das Produktportfolio
von Lufthansa Cargo umfasst sowohl Standard- als auch Expressfracht und als wesentlichen
Eckpfeiler Spezialfracht. Dazu zählen lebende Tiere, Wertfracht, Post, Gefahrgut und
auch die Beförderung temperatursensibler Güter.
Alle Produktsegmente profitieren vom dichten, weltumspannenden Netz der Lufthansa
Cargo und ihrer Produktionsplattformen mit über 300 Zielorten in mehr als 100 Ländern.
Rund 37 Prozent ihres Angebots stellt Lufthansa Cargo dabei durch ihre MD-11-Flotte
dar. Darüber hinaus vermarktet Lufthansa Cargo die Frachtkapazitäten an Bord der Lufthansa
Passage Flugzeuge, die rund 46 Prozent zur Gesamtkapazität der Lufthansa Cargo beitragen.
Weitere Frachtkapazitäten bestehen über Joint Ventures, wie AeroLogic in Leipzig,
an dem Lufthansa Cargo und DHL Express zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind. Das Joint
Venture Jade Cargo International in Shenzhen, China, bedient zudem mit sechs Boeing
747F-Flugzeugen vor allem Strecken von und nach China. Im Geschäftsjahr 2010 flog
es erstmals Transpazifikstrecken von Asien in die USA. Lufthansa Cargo hält 25 Prozent
an Jade Cargo; weitere Anteilseigner sind mit 51 Prozent Shenzhen Airlines und mit
24 Prozent die Deutsche Entwicklungsgesellschaft.


Seit 1. Juli 2010 ergänzt auch das Frachtgeschäft von Austrian Airlines das Netzwerk,
vor allem in Osteuropa. Der Flughafen Wien wurde neben den bestehenden Hubs zu einem
weiteren Frachtdrehkreuz ausgebaut. Mit den Konzerngesellschaften SWISS, bmi und Brussels
Airlines, die ihre Frachtkapazitäten selbst vermarkten, besteht ebenfalls eine enge
Zusammenarbeit.
Der Aufsichtsrat der Lufthansa Cargo AG hat Karl Ulrich Garnadt, bislang Mitglied
im Vorstand der Lufthansa Passage, mit Wirkung vom 1. Januar 2011 zum Nachfolger von
Carsten Spohr als Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Cargo AG bestellt.
Lufthansa Cargo hat in den vergangenen Jahren wichtige Tochtergesellschaften und Beteiligungen
aufgebaut. Dazu zählen etwa die Jettainer GmbH als globale Anbieterin für das Management
von Lademitteln wie Containern und Paletten oder auch die handling counts GmbH, die
rund 300 Mitarbeiter in der Frachtabfertigung am Frankfurter Flughafen beschäftigt.
Im Wachstumsmarkt China ist Lufthansa Cargo über Beteiligungen und Joint Ventures
ebenfalls stark positioniert. Neben Jade Cargo sind auch die Beteiligungen am Shanghai
Pudong International Airport Cargo Terminal, am International Cargo Center Shenzhen
und am Tianjin Aircargo Terminal Ltd. Eckpfeiler der China-Strategie.
Im Geschäftsjahr 2010 haben sich alle Absatzmärkte deutlich erholt. Dabei blieb Asien/Pazifik
für Lufthansa Cargo mit rund 50 Prozent der Verkehrserlöse wichtigster Absatzmarkt.
Der bereits im vierten Quartal 2009 in China begonnene Aufwärtstrend setzte sich im
Berichtsjahr fort. Auch das Verkehrsgebiet Amerika verzeichnete eine signifikante
Erholung der Nachfrage. Hier stieg die beförderte Frachtmenge sogar noch stärker als
in Asien.
Aufgrund des weltweiten Nachfrageeinbruchs in der Wirtschaftskrise hatten zahlreiche
Fluggesellschaften in den Vorjahren ihre Kapazitäten reduziert. Auch bei Lufthansa
Cargo wurden Flugzeuge stillgelegt. Dies führte dazu, dass die Überkapazitäten abnahmen
und bei einer anziehenden wirtschaftlichen Lage wieder deutlich höhere Durchschnittspreise
erzielt werden konnten. Lufthansa Cargo hat die Marktchancen, die sich seit Ende der
Krise ergaben, zielgerichtet genutzt. So wurde etwa die Frachterkapazität nach Japan
deutlich aufgestockt, nachdem die japanische Fluggesellschaft JAL ihren Frachterdienst
eingestellt hatte.
Lufthansa Cargo steht im Wettbewerb mit anderen internationalen Frachtfluggesellschaften,
wie beispielsweise Air France-KLM, Cargolux oder Korean Airlines. Bei insgesamt intensivem
Wettbewerb ist Lufthansa Cargo traditionell unter den größten Frachtfluggesellschaften
der Welt positioniert und wuchs auch im Jahr 2010 mit dem Markt. Unangefochtener Marktführer
bleibt Lufthansa Cargo im Heimatmarkt Deutschland mit einem Marktanteil von deutlich
über 20 Prozent.
Nach dem von Partnerschaft und großer Loyalität geprägten Krisenjahr 2009 gelang es
Lufthansa Cargo 2010, die strategischen und langfristigen Partnerschaften mit ihren
Kunden wieder auszubauen. Bedeutend ist dafür das etablierte "Global Partnership Program".
Mit ihren zwölf Global Partnern erzielte Lufthansa Cargo 2010 rund 51 Prozent ihres
Umsatzes. Ziel des Programms ist es, gemeinsam am weltweiten Wachstum des Luftfrachtmarkts
zu partizipieren. Im Rahmen des achten Global Partner Council, dem jährlichen Spitzentreffen,
wurde UPS mit dem "Planet Award of Partner Excellence" ausgezeichnet. Auch kleinere
und mittelgroße Speditionen sind für Lufthansa Cargo sehr wichtig und werden deshalb
intensiv im "Business Partnership Program" durch ein spezielles Key Account Management
betreut.
2010 hat Lufthansa Cargo erstmals einen Qualitätspreis für den Speditionskunden mit
der besten Anlieferqualität in Deutschland ausgelobt. Rund 30 Speditionen nahmen an
der Ausschreibung teil, den ersten Preis gewann die Spedition Streck Transport. In
der Bewertung wurden wesentliche Parameter, wie etwa die Einhaltung von Lieferumfängen,
Pünktlichkeit oder Sorgfalt im Handling, berücksichtigt. Prozessfehler, die negative
Auswirkungen auf die Qualität haben, sollen so bereits zu Beginn der Transportkette
vermieden werden. So gelingt es Lufthansa Cargo, wichtige Impulse für eine nachhaltig
höhere Qualität zu setzen.
Die Entwicklung und Einführung von Innovationen haben für Lufthansa Cargo einen hohen Stellenwert. So wurden im vergangenen Jahr die Ausweitung der papierlosen Luftfracht (eFreight) vorangetrieben und zahlreiche neue Stationen in das eFreight-Netzwerk integriert. Die Einführung des elektronischen Luftfrachtbriefs (eAWB) Anfang 2011 ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu papierlosen Luftfrachtprozessen. Ebenfalls erfolgreich abgeschlossen wurden die Tests an der weltweit größten Pilotanlage für Ortung und Identifikation mit passiver RFID-Technologie in der Luftfrachtindustrie. Weitere erfolgreiche Tests mit Leichtgewichtscontainern ermöglichen in Zukunft signifikante Treibstoff- und CO2 -Einsparungen. Einen deutlichen Beweis für ihre Innovationsführerschaft erbrachte Lufthansa Cargo im Februar 2010: Mit gleich drei Projekten war sie im Spitzencluster-Wettbewerb der Bundesregierung erfolgreich, der die Förderung von Innovationsprojekten zum Ziel hat.
Ein Fokus des weltweiten Vertriebs im Jahr 2010 lag auf der Weiterentwicklung der
Verkaufsorganisation. Dabei konnten die Geschäftsbeziehungen zu bestehenden Kunden
intensiviert und gleichzeitig Neugeschäft generiert werden. Auch die Verlagerung der
Buchungen von Standardsendungen auf eigene elektronische Kanäle wie die Online-Plattform
eServices wurde weiter vorangetrieben. 2010 erfolgten so bereits 45 Prozent der Buchungen
über diesen Kanal. 2011 soll diese Zahl auf über 50 Prozent gesteigert werden.
Die Leistungen und die Qualität von Lufthansa Cargo fanden 2010 sowohl im direkten
Kundenfeedback als auch über bedeutende Preise Anerkennung. Im Mai erhielt das Unternehmen
den begehrten Preis bei den "Cargo Airline of the Year Awards" in London. Nur einen
Monat später wurde Lufthansa Cargo auch in Asien bei den "Asian Freight & Supply Chain
Awards" zur besten europäischen Cargo-Airline gewählt.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Lufthansa Cargo stark vom Aufschwung der Weltwirtschaft
und dem deutschen Exportboom profitiert. Die umfangreichen Ergebnissicherungsmaßnahmen
hatten den Verlust im Geschäftsjahr 2009 deutlich begrenzt und zeigten auch im Jahr
2010 positive Wirkung. Dank der weiterhin greifenden Kostensenkungsmaßnahmen und einer
gestiegenen Frachtnachfrage konnte schon das erste Quartal deutlich über den Erwartungen
abgeschlossen werden. Die bereits im Herbst 2009 eingeleiteten Preisanpassungen setzte
Lufthansa Cargo im Frühjahr und Herbst 2010 fort.
Mit der wachsenden Nachfrage nach Luftfrachtdienstleistungen stieg auch der Kapazitätsbedarf
von Lufthansa Cargo. Das Gemeinschaftsunternehmen AeroLogic erweiterte seine Flotte
im Jahresverlauf planmäßig um vier Boeing 777-Frachter und nahm Direktflüge von Leipzig
nach Hongkong, Chicago und Atlanta sowie weitere Neuanflüge auf. Zeitgleich setzte
Lufthansa Cargo die zielgerichtete Anpassung des Streckennetzes und fokussierte Kapazitätsausweitungen
fort. So nahm sie die chinesische Metropole Tianjin neu in ihr Streckennetz auf und
bot ihren Kunden mehr Flüge, unter anderem nach Mumbai, Hyderabad, São Paulo und Atlanta,
an. Zudem verdoppelte Lufthansa Cargo nahezu die wöchentlichen Verbindungen von Frankfurt
nach Tokio und Osaka.
Die gute wirtschaftliche Entwicklung ermöglichte es, die Einschnitte auf der Personalebene
sukzessive zu reduzieren. Nach einer Senkung von 25 auf 20 Prozent im Februar wurde
die Kurzarbeit, die seit März 2009 für alle Bodenmitarbeiter in Deutschland galt,
im April zunächst ausgesetzt und schließlich vollständig beendet. Der dynamische Aufschwung
ermöglichte auch die Wiederinbetriebnahme der vier zeitweise stillgelegten Frachtflugzeuge.
Nachdem das erste Flugzeug im Mai nach Frankfurt zurückgekehrt war, folgten die weiteren
drei MD-11 bis Ende des Jahres.
Den positiven Nachrichten rund um die Lufthansa Cargo stand im Juli der Totalverlust
einer MD-11 gegenüber. Bei der Landung in Riad verunglückte die Maschine und erlitt
einen Totalschaden. Glücklicherweise konnten sich beide Piloten aus dem Flugzeug retten
und fliegen mittlerweile wieder für Lufthansa Cargo. Der wirtschaftliche Schaden des
Unglücks war durch Versicherungen gedeckt.
Die Integration des Frachtgeschäfts von Austrian Airlines war ein Meilenstein für
die Lufthansa Cargo Gruppe. Zum 1. Juli 2010 wurde gemeinsam mit Austrian Airlines
die Austrian Lufthansa Cargo GmbH mit Firmensitz in Wien gegründet. Die Gesellschaft
vermarktet die Frachtkapazitäten von Austrian Airlines und Lufthansa Cargo im Markt
Österreich und verantwortet die gesamte Frachtabfertigung an den österreichischen
Flughäfen. In allen anderen Ländern wurden die Frachtaktivitäten unter der Leitung
von Lufthansa Cargo zusammengelegt. Durch die Kooperation baute Lufthansa Cargo ihre
Kapazität weiter aus; vor allem in der Wachstumsregion Osteuropa profitieren die Kunden
seit Juli 2010 von einem noch dichteren Streckennetz und mehr Flexibilität.

Aufgrund einer wachsenden Nachfrage nach temperaturgeführten Transporten wurde die
Produktentwicklung in diesem Segment weiter forciert. Im Sommer 2010 präsentierte
Lufthansa Cargo ihren Kunden aus der Pharmabranche mit dem "Opticooler" den modernsten
Kühlcontainer der Luftfrachtindustrie. Zudem wurde im Dezember mit dem Flughafen Hyderabad
eine Absichtserklärung für die Entwicklung des Flughafens zum wichtigsten Drehkreuz
für temperaturgeführte Transporte in Südasien unterzeichnet. Lufthansa Cargo will
durch diese Partnerschaft in dem stark wachsenden und hochprofitablen Segment weitere
Marktanteile gewinnen und profitabel wachsen.
Gestiegene Sicherheitsanforderungen in der Luftfrachtindustrie waren 2010 eines der
zentralen Themen für Lufthansa Cargo. Neue Auflagen in der EU und den USA führten
bereits im Frühjahr und Sommer zu zahlreichen Änderungen. Nach den vereitelten Paketbombenanschlägen
im Oktober verschärfte sich die Debatte erneut. Viele Länder erließen strengere Sicherheitsbestimmungen,
die zu teilweise deutlichen Prozessveränderungen für Luftfrachtgesellschaften und
ihre Kunden führten. Lufthansa Cargo räumt dem Thema Sicherheit jedoch bereits seit
Jahren höchste Priorität ein und hat frühzeitig entsprechende Maßnahmen ergriffen.
Dadurch gelang es ihr, die neuen Anforderungen ohne größere Schwierigkeiten umzusetzen.
Zudem hat Lufthansa Cargo auch 2010 wieder zwei Sicherheitskonferenzen in Frankfurt
und New York ausgerichtet. Im Herbst waren Experten der Lufthansa Cargo als einzige
Vertreter einer ausländischen Fluggesellschaft in den US-Kongress geladen, um zu Fragen
der Luftfrachtsicherheit zu referieren. Mit diesem sich ständig weiterentwickelnden
Know-how will das Unternehmen auch in Zukunft die industrieweit führende Rolle in
Fragen der Luftfrachtsicherheit einnehmen.
Neben den operativen Aufgaben war das gesellschaftliche Engagement von Lufthansa Cargo
auch im letzten Jahr ein wichtiges Thema. Sowohl für die Erdbebenopfer in Haiti als
auch für die nach der Flutkatastrophe Not leidende Bevölkerung Pakistans stellte das
Unternehmen kostenlose Frachtflüge zum Transport von Hilfsgütern zur Verfügung. Und
auch das Hilfsprojekt Cargo Human Care in Nairobi, das von Mitarbeitern der Lufthansa
Cargo gegründet wurde, wird weiter in hohem Maße unterstützt.
2010 erholte sich das Geschäftsfeld Logistik deutlich und knüpfte hinsichtlich der
transportierten Mengen an das Niveau vor der Finanzkrise an: Gegenüber 2009 stiegen
die Mengen um 18,2 Prozent, der Absatz erhöhte sich um 19,9 Prozent. Das Angebot wurde
um 7,6 Prozent gesteigert, der Ladefaktor stieg, leicht gebremst durch die schlechten
Witterungsverhältnisse im Dezember, um 7,3 Prozentpunkte.
Das Verkehrsgebiet Amerika erzielte mit einem Plus von 24,9 Prozent gegenüber Vorjahr
das größte Mengenwachstum aller Verkehrsgebiete. Der Motor dieser Entwicklung waren
die Verkehre nach Amerika. Das Angebot wurde um 6,1 Prozent gesteigert, der Ladefaktor
um 9,9 Prozentpunkte.
Das Gebiet Asien/Pazifik entwickelte sich mit 20,6 Prozent Tonnagewachstum ebenfalls
überdurchschnittlich und wurde dabei vom Verkehr in beide Richtungen getragen. Die
überdurchschnittliche Ertragskraft der Verkehre aus Asien heraus führte zur höchsten
Angebotssteigerung im Vorjahresvergleich: Die Kapazität wurde um 10,7 Prozent gesteigert.
Der Ladefaktor lag 7,1 Prozentpunkte über Vorjahr und war damit der beste Ladefaktor
aller Verkehrsgebiete.

Die Nachfrage im Verkehrsgebiet Nahost/Afrika stagnierte gegenüber 2009 - die transportierte
Tonnage und die Auslastung blieben stabil. Die Hauptmärkte Kenia und Südafrika zeigen
weiterhin keine Erholung, was im Wesentlichen auf dürrebedingte Produktionsausfälle
verderblicher Güter zurückzuführen ist.
Die Frachtmenge innerhalb Europas stieg um 15,8 Prozent. Der Absatz entwickelte sich
mit einer Zunahme von 11,2 Prozent noch stärker als die Angebotssteigerung von 7,2
Prozent, sodass Lufthansa Cargo die Auslastung um 1,7 Prozentpunkte verbessern konnte.
|
|
Nettoverkehrserlöse in Mio. € Außenumsatz |
Fracht / Post in Tsd. t |
Angebotene Fracht- Tonnenkilometer in Mio. |
|||
|
|
2010 | Veränderung in % |
2010 | Veränderung in % |
2010 | Veränderung in % |
| Europa | 215 | 28,5 | 616 | 15,8 | 792 | 7,2 |
| Amerika | 886 | 58,3 | 525 | 24,9 | 5 013 | 6,1 |
| Asien / Pazifik | 1 328 | 54,0 | 515 | 20,6 | 5 595 | 10,7 |
| Nahost /Afrika | 205 | 25,0 | 139 | 0,1 | 1 164 | 0,0 |
| Gesamtverkehr | 2 634 | 50,2 | 1 795 | 18,2 | 12 564 | 7,6 |
|
|
Verkaufte Fracht- Tonnenkilometer in Mio. |
Fracht-Nutzladefaktor in % |
||
|
|
2010 | Veränderung in % |
2010 | Veränderung in P. |
| Europa | 368 | 11,2 | 46,4 | 1,7 |
| Amerika | 3 676 | 22,7 | 73,3 | 9,9 |
| Asien / Pazifik | 4 169 | 22,3 | 74,5 | 7,1 |
| Nahost /Afrika | 693 | 0,5 | 59,5 | 0,3 |
| Gesamtverkehr | 8 905 | 19,9 | 70,9 | 7,3 |
Im Berichtszeitraum stieg der Umsatz von Lufthansa Cargo um 43,3 Prozent auf 2,8 Mrd.
EUR. Wesentlicher Bestandteil und Haupttreiber für dieses Wachstum waren die Verkehrserlöse,
die mit 2,6 Mrd. EUR insgesamt 42,8 Prozent über dem Vorjahr lagen. Die Wechselkursänderungen
hatten mit 8,1 Prozent einen positiven Einfluss. Die Preisentwicklung wirkte sich
mit 14,8 Prozent positiv auf die Verkehrserlöse aus. Nachdem die bis Mitte 2009 von
Lufthansa Cargo für DHL durchgeführten Frachtflüge nunmehr durch das gemeinsame Tochterunternehmen
AeroLogic abgewickelt werden, sanken die in den Verkehrserlösen enthaltenen Frachtchartererlöse
um 54,3 Prozent auf 71 Mio. EUR.

Die anderen Betriebserlöse beliefen sich auf 145 Mio. EUR (+ 60,5 Prozent). Wesentliche
Bestandteile waren die Erlöse aus dem Ad-hoc-Flugzeugchartergeschäft und der Frachtabfertigung.
Die sonstigen operativen Erträge sanken um 14,4 Prozent auf 95 Mio. EUR, was vor allem
auf stark gesunkene Kursgewinne zurückzuführen ist. Gegenläufig wirkte sich die Zunahme
der erhaltenen Schadensersatzleistungen aus, insbesondere infolge der Versicherungserstattung
in Höhe von 25 Mio. EUR im Zusammenhang mit dem Flugzeugunfall in Riad.
Die operativen Gesamterlöse lagen mit 2,9 Mrd. EUR um 40,2 Prozent über dem Vorjahreswert.
Die operativen Aufwendungen stiegen im Berichtszeitraum um 15,5 Prozent auf 2,6 Mrd.
EUR, blieben damit jedoch deutlich hinter dem Umsatzanstieg zurück. Wesentliche Ursache
war die deutliche Zunahme des Materialaufwands. So erhöhte sich der Treibstoffaufwand
sowohl mengen- als auch preisbedingt um 37,0 Prozent auf 363 Mio. EUR. Die Gebühren
nahmen aufgrund der gesteigerten Transportleistung auf 282 Mio. EUR (+ 18,5 Prozent)
zu.
Der Charteraufwand stieg um 21,5 Prozent auf 996 Mio. EUR. Neben den zusätzlich von
AeroLogic zur Verfügung gestellten Transportkapazitäten wirkten sich höhere Aufwendungen
für die Frachträume der Passagierflugzeuge von Lufthansa Passage und Austrian Airlines
aus.
|
|
2010 | 2009 | Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % |
| Materialaufwand | 1 846 | 1 511 | 22,2 |
| davon Treibstoff | 363 | 265 | 37,0 |
| davon Gebühren | 282 | 238 | 18,5 |
| davon Charter | 996 | 820 | 21,5 |
| davon Technikleistungen | 125 | 114 | 9,6 |
| Personalaufwand | 338 | 311 | 8,7 |
| Abschreibungen | 107 | 123 | - 13,0 |
| Sonstiger operativer Aufwand | 289 | 288 | 0,3 |
| Summe operative Aufwendungen | 2 580 | 2 233 | 15,5 |
Infolge der Wiederinbetriebnahme der stillgelegten MD-11-Flug-zeuge und aufgrund der
Mehrflüge durch neue oder wieder aufgenommene Ziele erhöhten sich die Technikaufwendungen
um 9,6 Prozent auf 125 Mio. EUR.
Der Personalaufwand stieg um 8,7 Prozent auf 338 Mio. EUR. Der Anstieg war wesentlich
geprägt durch den Wegfall der Kurzarbeit und die höheren erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile.
Insgesamt waren im Geschäftsfeld Logistik im Jahresdurchschnitt 4.469 Mitarbeiter
beschäftigt. Dies entspricht einem Rückgang um 2,2 Prozent.
Die Abschreibungen fielen mit 107 Mio. EUR um 13,0 Prozent niedriger aus als im Vorjahr.
Ursächlich hierfür war das Auslaufen der planmäßigen Abschreibungen für die im Jahre
1998 zugegangenen Frachtflugzeuge.
Die sonstigen operativen Aufwendungen lagen mit 289 Mio. EUR auf Vorjahresniveau.
Während unter anderem Kursverluste und Reiseaufwendungen höher ausfielen als im Vorjahr,
verringerten sich Agenturprovisionen und Wertberichtigungszuführungen.
Insgesamt gelang Lufthansa Cargo nach dem operativen Verlust von 171 Mio. EUR im Vorjahr
mit einem operativen Gewinn von 310 Mio. EUR eine beeindruckende Wende. Das Geschäftsfeld
profitierte dabei nicht nur von Absatzpreissteigerungen und der Zunahme der abgesetzten
Mengen, sondern auch von den im Vorjahr eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen.
Die übrigen Segmenterträge reduzierten sich auf 9 Mio. EUR (Vorjahr: 15 Mio. EUR),
im Wesentlichen aufgrund geringerer Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.
Die übrigen Segmentaufwendungen erhöhten sich hingegen auf 12 Mio. EUR (Vorjahr: 1
Mio. EUR). Hierin enthalten sind die außerordentliche Abschreibung auf die verunglückte
MD-11 in Höhe von 9 Mio. EUR sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in Höhe von
2 Mio. EUR. Von allen nach der At-Equity-Methode bilanzierten Tochtergesellschaften
wurden steigende Gewinnbeiträge vereinnahmt, sodass das Equity-Ergebnis auf 23 Mio.
EUR anstieg (Vorjahr: 5 Mio. EUR). Das Segmentergebnis betrug im Berichtsjahr 330
Mio. EUR (Vorjahr: - 152 Mio. EUR).
Die Segmentinvestitionen reduzierten sich um 21 Mio. EUR (- 16,0 Prozent) und betrafen
im Wesentlichen aktivierungspflichtige Wartungsereignisse und Investitionen in die
Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Die Logistik ist das volatilste Geschäftsfeld im Lufthansa Konzern. In den vergangenen
fünf Jahren musste das Geschäftsfeld jedoch lediglich 2009 einen operativen Verlust
hinnehmen. Nach einer stetigen Ergebnisverbesserung zwischen 2006 und 2008 fiel das
operative Ergebnis 2009 auf - 171 Mio. EUR. Im Zuge der deutlichen Markterholung konnte
Lufthansa Cargo jedoch bereits ein Jahr darauf ein neues Rekordergebnis in Höhe von
310 Mio. EUR erwirtschaften.

Nach dem Rekordjahr 2010 ist Lufthansa Cargo auch für das Geschäftsjahr 2011 optimistisch.
Es wird erwartet, dass die Nachfrageentwicklung anhaltend positiv verläuft. Daher
hat Lufthansa Cargo im Laufe des vergangenen Jahres die Kapazität wieder erhöht, unter
anderem durch die Reaktivierung der vier vorübergehend stillgelegten MD-11-Frachtflugzeuge.
Mit dieser Angebotssteigerung und der Ausweitung profitabler Transportsegmente wird
für das Jahr 2011 ein weiterer Ausbau der Marktposition und des Umsatzes erwartet.
Auch nach der überwundenen Wirtschaftskrise bleibt Kostenmanagement für Lufthansa
Cargo von hoher Priorität. So soll auch 2011 ein deutlich positives operatives Ergebnis
erwirtschaftet werden. Eine Wiederholung des Rekordergebnisses aus dem Jahr 2010 ist
allerdings nicht zu erwarten, da dieses stark durch Nachholeffekte der Weltwirtschaftskrise
geprägt war. Auch für das Folgejahr 2012 rechnet Lufthansa Cargo derzeit mit einer
positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

|
|
|
2010 | 2009 | Veränderung in % |
| Umsatz | Mio. € | 4 018 | 3 963 | 1,4 |
| davon mit Gesellschaften des Lufthansa Konzerns | Mio. € | 1 645 | 1 666 | - 1,3 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 268 | 316 | - 15,2 |
| Vergleichbare operative Marge | % | 7,4 | 8,3 | - 0,9 P. |
| Segmentergebnis | Mio. € | 319 | 331 | - 3,6 |
| EBITDA | Mio. € | 412 | 436 | - 5,5 |
| CVA | Mio. € | 172 | 164 | 4,9 |
| Segmentinvestitionen | Mio. € | 67 | 121 | - 44,6 |
| Mitarbeiter zum 31.12. | Anzahl | 20 159 | 19 796 | 1,8 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | Anzahl | 20 297 | 19 758 | 2,7 |
| ➚ | 4,0 Mrd. EUR Umsatz |
| ➚ | 268 Mio. EUR Operatives Ergebnis |
Lufthansa Technik ist der weltweit führende und herstellerunabhängige Anbieter von
Leistungen zur Wartung, Reparatur und Überholung (Maintenance, Repair & Overhaul -
MRO) von zivilen, kommerziellen Flugzeugen. Zu dem Technikverbund gehören weltweit
30 technische Instandhaltungsbetriebe. Das Unternehmen ist direkt und indirekt an
54 Gesellschaften beteiligt.
Seit mehr als 50 Jahren beteiligt sich Lufthansa Technik an der Entwicklung neuer
Wartungs- und Instandhaltungsverfahren für Produkte großer Hersteller und unterstützt
Fluggesellschaften bei der Einführung neuer Flugzeugtypen in den Linienbetrieb. Nach
der erfolgreichen Aufnahme der technischen Dienstleistungen für den Airbus A380 bereitet
sich das Unternehmen bereits jetzt auf die technische Betreuung der neuen Flugzeugmuster
Boeing 787 und 747-8i vor.
Das komplette Leistungsspektrum der Lufthansa Technik wird durch insgesamt sechs Produktdivisionen
angeboten: Wartung, Flugzeugüberholung, Triebwerke, Geräte, Fahrwerke sowie die Erstausstattung
und Wartung von VIP-Flugzeugen. Dabei bietet das Unternehmen unterschiedlich strukturierte
Produkte und Produktkombinationen an - von der Einzelreparatur eines Geräts bis zur
vollintegrierten Versorgung ganzer Flotten einschließlich Reservetriebwerken und -komponenten.
Die sogenannten Total Support Leistungen garantieren dem Kunden eine umfangreiche
Betreuung bis hin zum kompletten Flottenmanagement und sind eines der erfolgreichsten
Leistungspakete auf dem Weltmarkt.
Für den Instandhaltungsbetrieb ist Hamburg mit der Flugzeugüberholung, der Erstausstattung
von VIP-Flugzeugen, der Triebwerks- und Geräteinstandhaltung, dem Logistikzentrum
sowie dem Entwicklungs- und Herstellerbetrieb der wichtigste Standort und Hauptsitz
von Lufthansa Technik. Die größten Wartungsstationen sind in Frankfurt, München und
Berlin, weitere Stationen befinden sich an allen größeren deutschen Flughäfen und
an 50 weiteren Standorten weltweit. Lufthansa Technik nutzt ihr internationales Netzwerk,
um Leistungen bei ihren Kunden vor Ort erbringen zu können, wie zum Beispiel seit
2010 auch in Riga, Lettland, mit der neuen Wartungsstation der Lufthansa Bombardier
Aviation Services für Geschäftsreiseflugzeuge. Mit kostengünstigen Standorten erhöht
Lufthansa Technik ihre Wettbewerbsfähigkeit; dazu trägt auch der schon vor Jahren
erfolgte Eintritt in den asiatischen Markt bei. Heute unterhält Lufthansa Technik
Wartungseinrichtungen in fünf asiatischen Ländern, wie zum Beispiel seit 10 Jahren
Lufthansa Technik Philippines sowie Lufthansa Technik Shenzhen, Lufthansa Technik
Services India und Ameco Beijing. 2011 wird die Marktpräsenz in Deutschland durch
die Errichtung eines neuen Hangars für die Flugzeugwartung mit drei Stellplätzen für
Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge am künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg International
weiter ausgebaut.
Im Berichtsjahr stellte Lufthansa Technik eine Vielzahl neuer Produkte vor. Dazu zählten
etwa ein neues, bordeigenes Kamera-Überwachungssystem sowie ein flexibles Schnell-Wechsel-Kit
für VIP-Kabinen in Airbus- und Boeing-Flugzeugen. Mit diesem Kit können Airline-Kunden
bei Bedarf in kurzer Zeit einen Teilbereich einer Flugzeugkabine in ein exklusives
VIP-Compartment umrüsten.


Außerdem wird das "Mobile Aircraft and Cabin Services"-Team eingesetzt, um zahlreiche
VIP- und Geschäftsflugzeugkunden nunmehr weltweit vor Ort zu betreuen.
Auch die Produktpalette im Triebwerksbereich wurde erweitert. So können nun Wartungs-
und Überholungsarbeiten am Trent 900 des Airbus A380 sowie an der Hilfsturbine der
Embraer E-Jets durchgeführt werden. Mit Volvo Aero Corporation unterzeichnete Lufthansa
Technik ein Kooperationsabkommen, um gemeinsam neue Reparaturmethoden für Triebwerkseinzelteile
zu entwickeln und zu vermarkten. Zudem plant das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit
Panasonic Avionics Corporation bei der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von
Bordunterhaltungs- und Kommunikations- sowie Kabinenmanagement-Systemen für VIP-Flugzeuge
im Rahmen eines Joint Ventures.
Die sich fortsetzende Erholung des Weltluftverkehrs ließ mit einiger Verzögerung auch
die weltweite Nachfrage nach technischen Instandhaltungsleistungen für die Luftfahrtindustrie
wieder ansteigen. Der Gesamtmarkt für technische Dienstleistungen an Verkehrsflugzeugen
hatte im Jahr 2010 ein geschätztes Volumen von 45 Mrd. USD und wuchs gegenüber dem
Vorjahr um 2,5 Prozent. Das moderne Portfolio der Lufthansa Technik deckt 82 Prozent
des Marktvolumens ab. Der Portfoliomarkt wuchs durch den Rollover auf junge Flotten
noch stärker, nämlich um 3,9 Prozent. Aufgrund des moderaten Umsatzwachstums der Lufthansa
Technik im Jahr 2010 reduzierte sich der Marktanteil leicht auf 14 Prozent.
Zu den Wettbewerbern der Lufthansa Technik zählen auf der einen Seite Flugzeug-, Triebwerks-
und Gerätehersteller (Original Equipment Manufacturer - OEM). Auf der anderen Seite
bieten auch andere Fluggesellschaften wie Air France-KLM Wartungsleistungen an, ebenso
wie unabhängige Anbieter (zum Beispiel ST AERO, SR Technics). Dabei nimmt der Wettbewerb
weiter zu: Neue MRO-Kapazitäten drängen in den Markt und verstärken den Preisdruck
bei einem gleichzeitig weiterhin hohen Kosten- und Margendruck der Airlines. Lufthansa
Technik hat jedoch als Gegenmaßnahme frühzeitig Programme eingeführt, auf deren Basis
Kapazitäten flexibler gestaltet, Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden
können.
Lufthansa Technik betreut rund 750 Kunden weltweit, darunter vor allem Fluggesellschaften
und VIP-Jet-Betreiber, aber auch Flugzeug-Leasinggesellschaften. Dabei entwickelte
sich der Umsatz mit Kunden außerhalb des Lufthansa Konzerns 2010 weiter positiv. Er
wuchs um 1,1 Prozentpunkte auf 59,1 Prozent der Umsatzerlöse. Die wichtigste Absatzregion
bildete mit einem Umsatzanteil von rund 68 Prozent im Jahr 2010 unverändert Europa
einschließlich der GUS-Staaten. In Asien betrug der Anteil 13 Prozent, in den Regionen
Nahost/Afrika und Amerika lag er bei 10 Prozent beziehungsweise 9 Prozent.
Ihre Leistungen vertreibt Lufthansa Technik in erster Linie zentral über den Direktvertrieb;
Einzelprodukte werden jedoch auch dezentral verkauft. Vor dem Hintergrund eines grundsätzlich
regional gegliederten Vertriebs werden große und bedeutende Kunden auch von Key Accounts
betreut, teilweise direkt vor Ort. Im Rahmen des E-Marketings, gibt das Kundenportal
einen schnellen Überblick über die Produkte, Standorte und Neuerungen von Lufthansa
Technik. Ihre Kundenbeziehungen festigt und erweitert Lufthansa Technik außerdem durch
die Herausgabe unterschiedlicher Printmedien, die Teilnahme an internationalen Fachmessen
sowie durch eigene produktorientierte Fachkonferenzen. Regelmäßig durchgeführte Kundenzufriedenheitsstudien
sowie das direkte Kundenfeedback gegenüber Vertriebsmitarbeitern und den dezentralen
Kundendiensten ergeben ein genaues Bild der Kundenwünsche.
Lufthansa Technik musste als Spätzykliker In der Luftverkehrsbranche 2010 zunächst
Einbußen im Umsatz in Kauf nehmen, der aber in der zweiten Jahreshälfte zunehmend
an das Niveau des Vorjahres anknüpfte. Insgesamt wurde mit 34 neuen Kunden und 460
neuen Verträgen ein gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent gesteigertes Vertragsvolumen
von 504 Mio. EUR für das Gesamtjahr 2010 erreicht. Einige Kunden gingen aber auch
krisenbedingt durch Insolvenzen verloren, woraus sich Umsatzverluste sowie Ergebnisausfälle
und Wertberichtigungen auf Forderungen ergeben haben. Dennoch konnte der Kundenverlust
im Jahr 2010 überkompensiert und die betreute Flotte um 27 Flugzeuge auf insgesamt
2.055 Flugzeuge vergrößert werden.
Im Berichtsjahr übergab Lufthansa Technik den zweiten Airbus A319 an die Flugbereitschaft
des Bundesministeriums der Verteidigung. Während einer Liegezeit von sieben Monaten
wurde dieser mit einer VIP-Kabine ausgestattet. Daneben wird in Hamburg derzeit ein
weiterer Airbus A340 für die Bundesregierung ausgestattet. Lufthansa Technik und China
Airlines haben des Weiteren einen langfristigen Vertrag über Komponenten-Services
für 24 Airbus A330/A340 der Fluggesellschaft unterzeichnet. Außerdem hat Lufthansa
Technik für Aeromexico die Komponentenversorgung für die 34 Boeing B737NG übernommen.
Auch Lufthansa Technik AERO Alzey gelangen im abgelaufenen Jahr zahlreiche Auftragsgewinne.
Dazu zählen beispielsweise die Instandhaltungsmaßnahmen für die Triebwerke und -motoren
einer Vielzahl von Flugzeugen der Lufthansa CityLine, Eurowings, der österreichischen
Regionalfluggesellschaft InterSky, der spanischen Regionalfluggesellschaft Air Nostrum
sowie Air Mauritius.
Lufthansa Technik konnte einen über zehn Jahre laufenden Kooperationsvertrag mit der
National Air Services (NAS) in Saudi-Arabien abschließen. Dieser beinhaltet die Wartungsleistungen
für Triebwerke und Komponenten der gesamten NAS-Flotte. Daneben unterstützen Ingenieure
und technische Berater von Lufthansa Technik die neue Technik-Tochter des Kunden,
die NAS Tech, beim Aufbau von eigenem Instandhaltungs-Know-how vor Ort.
Von Austrian Airlines kam der Auftrag für die Überholung der Triebwerke ihrer Airbus
A320-Familie für die nächsten acht Jahre. Damit wird die langjährige Kooperation und
Partnerschaft mit Austrian Airlines, die seit September 2009 Teil des Lufthansa Konzerns
ist, auch im Wartungsbereich weiter ausgebaut.
Im Berichtszeltraum wurde der Konsolidierungskreis des Geschäftsfelds um die Flugzeugüberholungsbetriebe
Lufthansa Technik Malta und Lufthansa Technik Budapest erweitert.
Lufthansa Technik konnte durch ein starkes viertes Quartal ihren Wachstumspfad fortsetzen
und die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 4,0 Mrd. EUR steigern.
Während der Umsatz mit Gesellschaften des Lufthansa Konzerns leicht um 1,3 Prozent
sank, konnte Lufthansa Technik das konzernexterne Geschäft um 3,3 Prozent auf 2,4
Mrd. EUR weiter ausbauen.

Die sonstigen operativen Erträge wuchsen infolge positiver Bestandsveränderungen sowie
gestiegener Erträge aus Personalüberlassungen und Serviceleistungen um 54 Mio. EUR
auf 211 Mio. EUR.
Das Geschäftsfeld erwirtschaftete operative Gesamterlöse in Höhe von 4,2 Mrd. EUR
(+2,6 Prozent).
Die operativen Aufwendungen stiegen um 4,1 Prozent auf 4,0 Mrd. EUR. Der größte Zuwachs
entfiel auf den Materialaufwand, der um 3,9 Prozent auf 2,1 Mrd. EUR anstieg. Hier
schlug sich das Umsatzwachstum der Triebwerks- und Geräteinstandhaltung nieder.
Der Personalaufwand erhöhte sich um 4,0 Prozent auf 1,1 Mrd. EUR. Die durchschnittliche
Anzahl der Mitarbeiter im Geschäftsfeld Technik wuchs gegenüber dem Vorjahr durch
die neu konsolidierten Gesellschaften um 955. In mehreren Betrieben wurde die Beschäftigtenzahl
jedoch reduziert, sodass im Jahresdurchschnitt ein Zuwachs von 539 auf 20.297 verblieb.
|
|
2010 | 2009 |
Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % |
| Materialaufwand | 2 056 | 1 979 | 3,9 |
| davon übrige Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 1 329 | 1 243 | 6,9 |
| davon Fremdleistungen | 604 | 617 | - 2,1 |
| Personalaufwand | 1 101 | 1 059 | 4,0 |
| Abschreibungen | 94 | 87 | 8,0 |
| Sonstiger operativer Aufwand | 710 | 679 | 4,6 |
| Summe operative Aufwendungen | 3 961 | 3 804 | 4,1 |
Die Abschreibungen wuchsen um 8,0 Prozent auf 94 Mio. EUR. Der sonstige operative
Aufwand stieg durch erhöhte Rückstellungsbildungen, vermehrte Miet- und Erhaltungsaufwendungen
und den verstärkten Einsatz von Fremdpersonal um 4,6 Prozent auf 710 Mio. EUR.
Das operative Ergebnis konnte erwartungsgemäß nicht auf dem hohen Vorjahresniveau
gehalten werden. Es sank um 15,2 Prozent auf 268 Mio. EUR.
Die übrigen Segmenterträge stiegen infolge von Rückstellungsauflösungen und einer
Zuschreibung auf Finanzanlagen um 16 Mio. EUR auf 34 Mio. EUR. Die übrigen Segmentaufwendungen
blieben auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis aus der Equity-Bewertung wuchs deutlich
um 20 Mio. EUR auf 19 Mio. EUR. Zurückzuführen ist dies auf die 2010 zusätzlich berücksichtigten
Equity-Ergebnisse der Technik-Gesellschaften N 3 (Triebwerks-Joint Venture mit Rolls
Royce), Spairliners (A380 Komponenten-Joint Venture mit Air France) und Lufthansa
Bombardier Aviation Services sowie verbesserte Ergebnisse der Beteiligungen Heico
und Ameco und den Verkauf der verlustbringenden Alitalia Maintenance Services. Dadurch
gelang es, das Segmentergebnis auf 319 Mio. EUR zu halten (- 3,6 Prozent).

Die Segmentinvestitionen lagen mit 67 Mio. EUR um 54 Mio. EUR unter dem relativ hohen
Vorjahreswert, in dem der Kauf von Reservetriebwerken und die Ausstattung der A380-Wartungshalle
enthalten waren.
Das Geschäftsfeld Technik ist der Spätzykliker im Lufthansa Konzern, aber auch verlässlicher
Träger bedeutender operativer Ergebnisbeiträge. So ist es Lufthansa Technik in den
vergangenen Jahren auch unter wechselnden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelungen,
durch stetiges Umsatzwachstum, konsequentes Kostenmanagement, eine moderne Produktpalette
und einen internationalen Produktionsverbund kontinuierlich hohe operative Gewinne
zu erzielen. Das bisherige Rekordergebnis erzielte das Geschäftsfeld 2009, dem Jahr,
das für viele Luftverkehrsunternehmen als das Krisenjahr in die Unternehmensgeschichte
eingeht. Das Ergebnis 2010 liegt um 15 Prozent erwartungsgemäß hinter dieser Marke
zurück.
Die MRO-Industrie schaut vor dem Hintergrund weltweit wachsender Flugzeugflotten grundsätzlich
optimistisch in die Zukunft und erwartet mittelfristig ein Wachstum von durchschnittlich
4,6 Prozent pro Jahr. Dabei soll der vom Produktportfolio der Lufthansa Technik bediente
Markt sogar um 5,2 Prozent pro Jahr wachsen. Durch den kontinuierlichen Markteintritt
neuer MRO-Kapazitäten wird der bestehende Wettbewerb jedoch noch intensiver werden.
Zudem ist eine weitere Verschärfung des Preis- und Kostendrucks durch die krisenbelasteten
Fluggesellschaften zu erwarten. Von diesem Marktwachstum werden daher nur MRO-Betriebe
mit wettbewerbsfähigen Stückkosten profitieren.
Lufthansa Technik ist dank ihres modernen, innovativen Produktportfolios, ihrer kostengünstigen
Standorte und der permanent vorangetriebenen Kostensenkungs-, Effizienzsteigerungs-
und Flexibilisierungsprojekte für die Herausforderungen des Wettbewerbs gut aufgestellt.
Für 2011 und 2012 rechnet Lufthansa Technik wieder mit einem Anstieg der Umsätze und
operativen Ergebnisse.

|
|
|
2010 | 2009 | Veränderung in % |
| Umsatz | Mio. € | 595 | 605 | - 1,7 |
| davon mit Gesellschaften des Lufthansa Konzerns | Mio. € | 363 | 361 | 0,6 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 10 | 16 | - 37,5 |
| Vergleichbare operative Marge | % | 1,8 | 2,8 | -1,0 P. |
| Segmentergebnis | Mio. € | -6 | 16 |
|
| EBITDA | Mio. € | 45 | 54 | - 16,7 |
| CVA | Mio. € | - 23 | 3 |
|
| Segmentinvestitionen | Mio. € | 36 | 52 | - 30,8 |
| Mitarbeiter zum 31.12. | Anzahl | 2 935 | 3 027 | - 3,0 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | Anzahl | 2 974 | 3 041 | - 2,2 |
| ➚ |
595 Mio. EUR Umsatz |
| ➚ |
10 Mio. EUR Operatives Ergebnis |
Lufthansa Systems bietet Beratungs- und IT-Dienstleistungen für ausgewählte Branchen
und hat eine weltweit führende Position in der Luftverkehrsindustrie. Zu ihren Kunden
gehören mehr als 200 Fluggesellschaften, aber auch Unternehmen aus anderen Branchen.
Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Kelsterbach bei Frankfurt am Main und unterhält
mehrere andere Standorte in Deutschland sowie in 14 weiteren Ländern. Als international
operierender IT-Dienstleister ist Lufthansa Systems weltweit präsent. Das Rechenzentrum
in Kelsterbach ist eines der modernsten und leistungsfähigsten in Europa. Seit dem
1. Juli 2010 ist Stefan Hansen Vorsitzender des Vorstands der Lufthansa Systems AG.
Mit ihrem Portfolio bietet Lufthansa Systems maßgeschneiderte Lösungen für ihre Kunden
an. Ihre Produkte und Beratungsleistungen liefern einen besonderen Mehrwert, indem
sie dazu beitragen, die Effizienz zu steigern, Kosten zu senken oder zusätzliche Erlöse
zu generieren. Das branchenübergreifende Leistungsangebot von Lufthansa Systems reicht
von der IT-Beratung über die Entwicklung individueller Anwendungen, die Vermarktung
eigener Branchenlösungen und die Anpassung branchenspezifischer Software bis zur Betreuung
der Anwendung im Routinebetrieb.
Bei der Entwicklung von IT-Applikationen für Fluggesellschaften kann Lufthansa Systems
auf ihre langjährige Erfahrung zurückgreifen. Als weltweit einziger Anbieter deckt
sie die gesamte Prozesskette des Luftverkehrs ab. Mit den integrierten Plattformlösungen,
in denen zusammenhängende Teilprozesse zu einer Gesamtfunktion kombiniert werden,
hält das Unternehmen eine führende Position am Markt.
In anderen Branchen bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Produkte sowie seine umfangreiche
Expertise im Management von Projekten aller Größenordnungen an. Dies umfasst beispielsweise
die Optimierung von Vertriebsprozessen, hochentwickelte OnlineLösungen oder die Einführung
komplett neuer IT-Landschaften. Dabei profitieren die Kunden nicht nur von der langjährigen
Projekterfahrung, sondern auch von dem umfassenden Verständnis komplexer Geschäftsprozesse
und dem fundierten Technologie-Know-how.
Der weltweite Airline-IT-Markt ist in der Krise geschrumpft und hat nun ein Volumen
von etwa 7,5 Mrd. EUR (Vorjahr: 7,8 Mrd. EUR) erreicht. Davon wenden die Fluggesellschaften
im Durchschnitt etwa 50 Prozent für Betriebsleistungen, 30 Prozent für Projekte und
20 Prozent für IT-Produkte auf. Im Markt Europa/Nahost/Afrika (EMEA) hat Lufthansa
Systems an den extern vergebenen IT-Leistungen einen Anteil von 35 Prozent; in Asien
und Amerika liegt der Marktanteil bei jeweils 3 Prozent. Insgesamt ist in diesem Segment
des IT-Markts in den kommenden Jahren bei anhaltend schwacher Investitionsneigung
auf Kundenseite nur ein geringes Wachstum zu erwarten, sodass das Vor-Krisen-Volumen
voraussichtlich erst 2015 wieder erreicht werden wird.
Neben den etablierten Wettbewerbern Amadeus, Sabre Airline Solutions, EDS, SITA sowie
Boeing mit seiner Tochtergesellschaft Jeppesen drängen zunehmend auch Google, beispielsweise
durch die Übernahme von ITA Software, und Amazon in den Markt für Airline-IT. Wettbewerber
im Bereich Aviation & Industry sind alle großen Anbieter von Beratungsleistungen und
IT-Outsourcing.
Bedingt durch die Kostenvorteile der Schwellenländer gibt es einen weiterhin anhaltenden
Preisverfall und damit einen Trend zur Verlagerung bestimmter Tätigkeiten ins Ausland.
Wachsende Bedeutung haben außerdem integrierte Lösungen, wie Lufthansa Systems sie
im Airline-Bereich bereits anbietet. Wettbewerbsfähige Kostenstrukturen sowie die
Fähigkeit, in neue technologische Entwicklungen investieren zu können, sind in diesem
Umfeld zentrale Erfolgsfaktoren.
Die Kundenbasis von Lufthansa Systems umfasst über 300 Unternehmen. Rund zwei Drittel
von ihnen sind Fluggesellschaften aus aller Welt, darunter internationale Netzwerk-Carrier
ebenso wie No-Frills-Airlines und Regionalfluggesellschaften. Ihnen bietet Lufthansa
Systems unabhängig vom Geschäftsmodell ein umfassendes Spektrum an IT-Lösungen für
ihre Geschäftsprozesse. Die Kunden außerhalb der Luftfahrt kommen überwiegend aus
den Bereichen Logistik und Transport, Medien und Verlage sowie Gesundheitswesen. Die
Zusammenarbeit mit den Kunden erfolgt, abgesehen von Einzelprojekten, überwiegend
auf Basis langjähriger Verträge.
Der Vertrieb ist nach den Regionen Europa/Nahost/Afrika (EMEA), Asien/Pazifik und
Amerika ausgerichtet. Ansprechpartner vor Ort ermöglichen dabei kurze Reaktionszeiten
und größtmögliche Kundennähe. Das Key Account Management für die Lufthansa Passage
als größte Einzelkundin wird derzeit um den Vertrieb für die weiteren Fluggesellschaften
im Lufthansa Konzern erweitert und agiert künftig als Bereich "Lufthansa Passage &
Verbund-Airlines".

Mit der Einführung der Integrated Commercial Platform (ICP) im Jahr 2010 setzte Lufthansa
Systems ihre Produktstrategie mit Fokus auf integrierten Plattformlösungen fort. Die
ICP deckt sämtliche Prozesse des Netzmanagements und der Ertragssteuerung ab und ermöglicht
so eine konsistente, ganzheitliche Sicht auf alle für die kommerzielle Planung relevanten
Informationen. Darüber hinaus können Fluggesellschaften, die für die Abrechnung von
Tickets mit ihren Interline-Partnern die Sirax AirFinance Platform nutzen, dank exakterer
Kalkulation Mehrerlöse von bis zu 2 USD pro Passagier erzielen. Darüber hinaus erhalten
sie einen zeitnahen, umfassenden Überblick über ihre Finanzlage und können so schnell
auf veränderte Bedingungen reagieren.
Eine besondere Stärke im Geschäft mit Kunden anderer Branchen liegt in der Analyse
komplexer Geschäftsprozesse und deren Optimierung mit Hilfe maßgeschneiderter IT-Lösungen.
Im vergangenen Geschäftsjahr unterstrichen erfolgreiche Projektabschlüsse im SAP-Umfeld
das Know-how und die langjährige Erfahrung von Lufthansa Systems. Als zertifizierter
SAP-Partner bietet das Unternehmen das gesamte Leistungsspektrum von der Konzeption
und Anpassung über die Implementierung und Konsolidierung bis zur Wartung von SAP-Systemen
an.
Lufthansa Systems hat sich 2010 in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bewegt,
das von sinkenden Umsatzzahlen bei Fluggesellschaften wie auch bei sonstigen Industriekunden
geprägt war. Obwohl die Fluggesellschaften auf globaler Basis wieder schwarze Zahlen
schreiben, ist die Bereitschaft zu Investitionen nach wie vor gering. Hinzu kommt,
dass die Erholung des Luftverkehrs in Europa nicht so ausgeprägt ist wie in den USA
und Asien. Auch in anderen Branchen war 2010 noch eine deutliche Zurückhaltung bei
IT-Investitionen zu spüren, sodass Lufthansa Systems noch nicht von der teilweise
kräftigen Erholung der Konjunktur profitieren konnte. Durch die konsequente Fortführung
der bereits 2009 eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen ist es im abgelaufenen Geschäftsjahr
aber gelungen, die gesunkenen Umsätze ergebnisseitig zu kompensieren.
In dem insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konnte Lufthansa Systems ihr
Geschäft mit Neu- und Bestandskunden weiter ausbauen. So entschieden sich mit Transaero
und Tunisair zwei Fluggesellschaften für die Steuerung ihres operativen Flugbetriebs
mit der Integrated Operations Control Center Platform (IOCC), wobei Tunisair ebenfalls
wesentliche Komponenten der Integrated Commercial Platform (ICP) einführen wird. Auch
im Bereich der Navigationslösungen konnte Lufthansa Systems ihre Marktposition deutlich
ausbauen. Mit dem Lido/eRouteManual machen Fluggesellschaften den Schritt ins papierlose
Cockpit und können in diesem Bereich ihre Prozesse spürbar vereinfachen.
Zahlreiche Neukunden und Vertragsverlängerungen konnten zum Beispiel auch für Lido/Flight,
das zu den leistungsstärksten Flugwegplanungslösungen weltweit gehört, gewonnen werden.
Es erlaubt für jeden einzelnen Flug die Optimierung der Streckenführung in Abhängigkeit
von Wetter, Luftraumsituation und anderen Parametern. Fluggesellschaften können so
ihre Treibstoffkosten um bis zu 5 Prozent senken und damit auch die Umwelt spürbar
entlasten. Zugleich sinkt dank eines hohen Grades an Automatisierung der Aufwand für
die Planung, sodass sich für die Kunden auch hier Kostensenkungen ergeben. Wichtige
Verträge wurden außerdem mit Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo über die Verlängerung
des Server- und Applikationsbetriebs geschlossen.
Im Industriebereich erteilte die Hamburg Port Authority den Auftrag zur Modernisierung
ihrer Systeme für den Schienengüterverkehr im Hamburger Hafen. Nachdem Lufthansa Systems
bereits die Konzeption für die Entwicklung eines Nachfolgers für das derzeitige Betriebs-
und Informationssystem entwickelt hat, wird sie nun auch die neue Integrationsplattform
bis 2012 realisieren. Dank ihrer umfangreichen Erfahrung mit komplexen logistischen
Systemen wird sie dazu beitragen, dass die Bahninfrastruktur im Hamburger Hafen für
weiteres Wachstum gerüstet ist.
Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Marktkonsolidierung in der IT-Industrie
und eines zunehmenden Wettbewerbsdrucks hat Lufthansa Systems im zweiten Halbjahr
das Programm "Jetzt!" gestartet. Zu den Zielen des Programms gehört es, jeweils 25
Mio. EUR Kostensenkungen und zusätzliche Umsätze bis zum 30. Juni 2011 zu realisieren.
Darüber hinaus soll Lufthansa Systems so ausgerichtet werden, dass die Profitabilität
dauerhaft gesichert wird und das Unternehmen mittelfristig auf einen Wachstumspfad
zurückkehren kann. Gemäß dem neuen Zielbild einer schlankeren Unternehmensstruktur
wird Lufthansa Systems in Zukunft über drei kundenorientierte Profit-Center gesteuert,
die die Projekte und Leistungen gegenüber ihren Kunden verantworten. Das Portfolio
wird weiter bereinigt, Querschnittsfunktionen werden in der Lufthansa Systems AG gebündelt
und für alle Bereiche bereitgestellt. Der Infrastrukturbetrieb wird künftig als Cost-Center
geführt.

Für das Geschäftsjahr 2010 verzeichnete Lufthansa Systems Umsatzerlöse, die mit 595
Mio. EUR rund 1,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Mit den Lufthansa Konzerngesellschaften
wurden Erlöse in Höhe von 363 Mio. EUR (+0,6 Prozent) erzielt. Dieser leichte Anstieg
resultiert hauptsächlich aus Konsolidierungseffekten. Bereinigt um diese Effekte gingen
die konzerninternen Erlöse aufgrund von Preissenkungen für Betreibermodelle und den
Betrieb spezifischer Applikationen sowie der Auslagerung von IT-Leistungen im Bereich
Passagiersysteme zurück. Die Umsatzerlöse mit externen Kunden betrugen 232 Mio. EUR
(- 4,9 Prozent) und trugen mit rund 39,0 Prozent des Gesamtumsatzes wesentlich zum
Geschäftserfolg bei.

Die sonstigen operativen Erträge sanken im Wesentlichen bedingt durch rückläufige
Investitionen für Kundenprojekte um 15,8 Prozent auf 32 Mio. EUR.
Die operativen Gesamterlöse gingen um 2,5 Prozent auf 627 Mio. EUR zurück.
Der um 7,4 Prozent auf 75 Mio. EUR reduzierte Materialaufwand steht im Zusammenhang
mit rückläufigen Umsatzerlösen.
Im Jahresdurchschnitt 2010 beschäftigte Lufthansa Systems 2.974 Mitarbeiter, das waren
2,2 Prozent weniger als im vergangenen Geschäftsjahr. Demgegenüber stiegen die Personalaufwendungen
auf 247 Mio. EUR (+6,0 Prozent). Zurückzuführen ist dies vor allem auf Veränderungen
im Personalbereich und Restrukturierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Programm
"Jetzt!".
Die im Vergleich zum Vorjahr rückläufigen Investitionstätigkeiten führten zu einer
Abnahme der Abschreibungen auf 34 Mio. EUR (- 8,1 Prozent).
Die sonstigen operativen Aufwendungen konnten im Wesentlichen durch den erheblichen
Abbau von Fremdpersonal und eine Reduzierung der Zukaufleistungen auf Stundenbasis
um 5,4 Prozent auf 261 Mio. EUR reduziert werden.
Die operativen Gesamtaufwendungen reduzierten sich damit auf insgesamt 617 Mio. EUR
(- 1,6 Prozent).
|
|
2010 | 2009 |
Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % |
| Materialaufwand | 75 | 81 | - 7,4 |
| Personalaufwand | 247 | 233 | 6,0 |
| Abschreibungen | 34 | 37 | - 8,1 |
| Sonstiger operativer Aufwand | 261 | 276 | - 5,4 |
| davon Fremdpersonal | 59 | 75 | - 21,3 |
| davon Miete / Erhaltung IT | 106 | 104 | 1,9 |
| Summe operative Aufwendungen | 617 | 627 | - 1,6 |
Das operative Ergebnis der Lufthansa Systems verminderte sich aufgrund der eingeleiteten
Maßnahmen des Programms "Jetzt!" auf 10 Mio. EUR (- 37,5 Prozent). Darin enthalten
sind 9,0 Mio. EUR Restrukturierungsaufwendungen.
Während die übrigen Segmenterträge mit 1 Mio. EUR konstant blieben, erhöhten sich
die übrigen Segmentaufwendungen auf 17 Mio. EUR (Vorjahr: 1 Mio. EUR). Dies ist im
Wesentlichen auf Wertberichtigungen im Rahmen der Repriorisierung von Entwicklungsprojekten
zurückzuführen. Das Segmentergebnis ging infolge deutlich zurück auf - 6 Mio. EUR
(Vorjahr: 16 Mio. EUR).
Die Investitionen von Lufthansa Systems in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
erreichten im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 36 Mio. EUR (- 30,8 Prozent). Der Rückgang
im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus der im Rahmen der Wirtschaftskrise getroffenen
Entscheidung, die Investitionen deutlich zu reduzieren und sich vorrangig auf die
Erhaltung des Bestandsgeschäfts zu konzentrieren.

Lufthansa Systems hat auch 2010 einen positiven operativen Ergebnisbeitrag erwirtschaftet.
Die Umsätze sind jedoch seit 2007 leicht rückläufig. Neben den vorgenommenen Veränderungen
im Produkt- und Beteiligungsportfolio sind sinkende Absatzpreise und eine krisenbedingt
schwächere Nachfrage ursächlich für diese Entwicklung. Kostensenkungsmaßnahmen konnten
im Betrachtungszeitraum den mit dem Umsatzrückgang verbundenen Margendruck zwar mindern,
jedoch nicht vollständig ausgleichen. Lufthansa Systems hat Mitte 2010 zur Reorganisation
und Verschlankung des Unternehmens das Programm "Jetzt!" gestartet. Einmalaufwendungen
im Rahmen dieses Programms führten 2010 zu einer weiteren Verminderung des operativen
Ergebnisses.
Unternehmen aller Branchen stehen auch angesichts einer wieder anziehenden Weltkonjunktur
vor der Herausforderung, dass sie ihre Kosten nachhaltig senken und ihre Anpassungsfähigkeit
in einem volatilen ökonomischen Umfeld verbessern müssen.
Voraussetzung dafür ist eine weitere Optimierung von Geschäftsprozessen, bei der dem
IT-Bereich branchenunabhängig eine Schlüsselrolle zukommt.
Mit innovativen, technologisch führenden Produkten und einer umfassenden IT-Kompetenz
unterstützt Lufthansa Systems ihre Kunden innerhalb und außerhalb der Luftverkehrsbranche
bei den notwendigen Veränderungen, indem sie ihnen Lösungen von hohem Nutzen bietet.
Damit ist das Unternehmen mit seinen Produkten und seinem Know-how in Bezug auf die
Bedürfnisse der Kunden gut positioniert.
Insbesondere für Fluggesellschaften besteht die Notwendigkeit, die Effizienz und die
Flexibilität zu steigern, um dem Wettbewerbsdruck und dem Verfall der Preise zu begegnen.
Dennoch ist es nicht abzusehen, dass die IT-Ausgaben in der Airline-Industrie in den
nächsten Jahren wesentlich steigen werden. Bedingt durch zahlreiche Faktoren unterliegt
der IT-Markt insgesamt einem anhaltend hohen Veränderungsdruck. Wichtige technologische
Treiber sind dabei Zukunftstechnologien, wie etwa Tablet-PCs und Cloud Computing.
Durch gezielte Investitionen in die IT-Infrastruktur und in die Produktentwicklung
schafft Lufthansa Systems aber die Voraussetzungen, dass ihre Kunden von den Vorteilen
neuer Technologien profitieren können.
Der Umsatz von Lufthansa Systems wird 2011 und 2012 erwartungsgemäß zunächst weiter
zurückgehen. Ursache hierfür ist der Wechsel zu neuen, für den Kunden kostengünstigeren
Technologien. Hinzu kommt die Beendigung von Verträgen im Zusammenhang mit der Bereinigung
des Portfolios. Beides kann nur zum Teil durch Neugeschäft kompensiert werden. Deshalb
wird Lufthansa Systems ihre Produktionsstrukturen diesem Wandel anpassen. Um die Kosten
dauerhaft zu senken, ist für 2011 im Rahmen des Programms "Jetzt!" der Abbau von Führungspositionen
und Arbeitsplätzen geplant. Gleichzeitig wird Lufthansa Systems in die Weiterbildung
der Mitarbeiter investieren, um das Qualifikationsspektrum zu verbreitern und die
Voraussetzung zu schaffen, neben dem Luftverkehr auch in anderen Märkten erfolgreich
bestehen zu können.
Neben der Verschlankung der Administration und einer Verringerung der Schnittstellen
in der Lufthansa Systems-Gruppe soll die Wettbewerbsfähigkeit durch die Senkung der
Entwicklungs-, Wartungs- und Betriebskosten gesteigert werden. Die Umsetzung dieser
Maßnahmen wurde teilweise bereits 2010 eingeleitet. Einen wichtigen Anteil an der
Reduzierung von Kosten und Komplexität wird die für Anfang 2011 geplante Verschmelzung
von fünf Tochtergesellschaften auf die Lufthansa Systems AG haben. Mit diesem Maßnahmenpaket
wird für 2011 wieder eine Umkehr des Ergebnistrends erwartet. 2012 soll eine weitere
Steigerung des operativen Ergebnisses erreicht werden.

|
|
|
2010 | 2009 | Veränderung in % |
| Umsatz | Mio. € | 2 249 | 2 102 | 7,0 |
| davon mit Gesellschaften des Lufthansa Konzerns | Mio. € | 533 | 513 | 3,9 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 76 | 72 | 5,6 |
| Vergleichbare operative Marge | % | 3,4 | 3,5 | - 0,1 P. |
| Segmentergebnis | Mio. € | 87 | 75 | 16,0 |
| EBITDA | Mio. € | 174 | 120 | 45,0 |
| CVA | Mio. € | - 28 | - 68 | 58,8 |
| Segmentinvestitionen | Mio. € | 38 | 58 | - 34,5 |
| Mitarbeiter zum 31.12. | Anzahl | 28 499 | 28 390 | 0,4 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | Anzahl | 28 369 | 28 935 | - 2,0 |
| ➚ | 2,2 Mrd. EUR Umsatz |
| ➚ |
76 Mio. EUR Operatives Ergebnis |
Die LSG Sky Chefs-Gruppe hält die weltweit führende Marktposition im Bereich Airline-Catering
und den dem Bordservice vor- und nachgelagerten Dienstleistungen. Nach eigenen Berechnungen
hat das Unternehmen einen Weltmarktanteil von rund 30 Prozent. Die Gruppe umfasst
133 Unternehmen und ist an rund 200 Standorten in 50 Ländern aktiv. Muttergesellschaft
ist die LSG Lufthansa Service Holding AG mit Sitz in Neu-Isenburg.
In nahezu 70 Jahren hat LSG Sky Chefs fundiertes und weitreichendes Wissen im Management
des Airline-Bordservice aufgebaut. Seit 1990 hat das Unternehmen, ausgehend von der
LSG Lufthansa Service, kontinuierlich und erfolgreich die Expansion in Wachstumsmärkte
vorangetrieben. Der Durchbruch zum Weltmarktführer gelang im Sommer 2001 mit dem vollständigen
Erwerb der Anteile an Sky Chefs, der ehemaligen Tochtergesellschaft von American Airlines,
mit Standorten in Nord- und Südamerika sowie in Westeuropa. Nach erfolgreicher Restrukturierung
des Unternehmens standen in den vergangenen Jahren auch wieder Expansionsaktivitäten,
vor allem in Märkten mit hohem Zukunftspotenzial in Asien, Osteuropa und Afrika, im
Fokus. Zudem treibt LSG Sky Chefs ihr Wachstum aktiv voran, indem sie ihr Produkt-
und Dienstleistungsportfolio für Airline-Kunden erweitert sowie stufenweise in angrenzende
Märkte eintritt.
Im letzten Jahrzehnt ist die Nachfrage nach Airline-Catering in den reifen Märkten
Nordamerikas und Europas aufgrund der Reduktion des Bordservice bei Netzwerk-Carriern
und des Wachstums der No-Frills-Carrier zurückgegangen. Die Mehrzahl der Wachstumsmärkte
Asiens, Lateinamerikas und Afrikas zeichnet sich hingegen nach wie vor durch eine
höhere Wertschätzung des Bordservice aus. Daher haben wirtschaftliche Krisen in diesen
Regionen weniger langfristige Folgen für das Catering-Geschäft. Insgesamt üben die
Fluggesellschaften jedoch einen unverändert hohen Preisdruck aus, der durch neue Wettbewerber,
vor allem im weniger anspruchsvollen Catering für Kurz- und Mittelstrecken, noch verschärft
wird.

LSG Sky Chefs überprüft im Rahmen ihres jährlichen Strategieprozesses kontinuierlich
ihre Positionierung. Die vor wenigen Jahren formulierte strategische Grundrichtung
bestimmt auch heute die Unternehmensentwicklung und besteht aus vier wesentlichen
Initiativen: Fortlaufende Verbesserung durch Standardisierung der Abläufe in Produktion
und Verwaltung, Ausbau der bestehenden Kundenbeziehungen über erweiterte Dienstleistungen,
Eingehen von Partnerschaften zur Erweiterung des Portfolios und zum Eintritt in neue
Märkte sowie Verfolgen von ausgewählten Wachstumschancen in angrenzenden Märkten wie
Catering für Züge, Schulen, Gesundheitseinrichtungen oder den Vertrieb an den Einzelhandel.
Mit Erdmann Rauer wurde der Vorstand der LSG Lufthansa Service Holding AG durch Beschluss
des Aufsichtsrats mit Wirkung zum 1. Januar 2011 um einen Vertriebsvorstand erweitert.
Die Aktivitäten im Kerngeschäft Airline-Catering wurden auf die stark variierenden
Marktbedingungen in den Regionen Nordamerika, Lateinamerika, Europa, Deutschland,
Emerging Markets und Asien/Pazifik ausgerichtet. Diese werden durch übergreifende
Kompetenzzentren für die Bereiche Tiefkühlkost, Bordverkaufsprogramme, Logistik und
Bordservice-Equipment unterstützt. Darüber hinaus wurden im Jahresverlauf 2010 Kompetenzzentren
zum Eintritt in die angrenzenden Märkte gebildet.
Der weltweite Airline-Catering-Markt hat sich seit dem Frühsommer 2010 - nach Überwindung
der Wirtschafts- und Finanzkrise und den Auswirkungen des Vulkanausbruchs auf Island
- nachhaltig erholt. Auch die Zunahme von Passagieren in den Premium-Klassen macht
sich positiv bemerkbar. Regional betrachtet wächst die Nachfrage vor allem in Asien
und Südamerika, während die Volumina in den reifen Märkten Nordamerikas und Europas
moderater steigen.
Die weltweite Marktführerschaft von LSG Sky Chefs zeigt sich auch in einer starken
Präsenz in den wichtigsten Absatzmärkten. Mit Gate Gourmet existiert nur ein Wettbewerber
mit ebenfalls weltweitem Netzwerk, während andere Catering-Unternehmen derzeit lediglich
regional oder gar lokal präsent sind. Die Branche ist jedoch zunehmend von Konsolidierungen
geprägt. In Amerika und Europa liegt der Marktanteil von LSG Sky Chefs nach eigenen
Berechnungen jeweils zwischen 35 und 40 Prozent. In Asien, dem Nahen Osten und Afrika
betreibt die Mehrzahl der nationalen Fluggesellschaften an ihren Drehkreuzen noch
ihr eigenes Catering. In diesen Märkten baut LSG Sky Chefs ihre Präsenz über Joint
Venture-Abkommen und Managementverträge erfolgreich aus. Während LSG Sky Chefs fundiertes
Catering-Know-how sowie den Zugriff auf ihr weltweites Netzwerk beisteuert, verfügen
die Partner vor Ort über die erforderlichen Marktkenntnisse und das lokale Netzwerk.
Über die geografische Expansion hinaus setzt LSG Sky Chefs auch zunehmend auf Partnerschaften
zur Erweiterung ihres Angebots an Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen
Logistik, Equipment und IT.
LSG Sky Chefs zählt fast alle internationalen sowie zahlreiche nationale und regionale
Netzwerk-Carrier, Chartergesellschaften sowie No-Frills-Airlines zu ihren Kunden.
Insgesamt bedient das Unternehmen rund 300 Hauptkunden. Die größten Kunden werden
innerhalb einer oder mehrerer Regionen an nahezu allen Stationen mit Catering versorgt
und beziehen darüber hinaus Dienstleistungen wie die Entwicklung, Beschaffung und
Logistik von Bordartikeln. Andere Fluggesellschaften, die beispielsweise über eigenes
Catering verfügen, werden zum Teil nur an einzelnen Stationen bedient. Die Kundenbeziehungen
variieren auch bezüglich ihrer Vertragslaufzeiten. Deren Dauer liegt zwischen wenigen
Monaten und mehreren Jahren.
In den regionalen Vertriebsteams betreuen Key Account Manager ihre Kunden ganzheitlich
in strategischen und vertraglichen Themen. Bei regionenübergreifenden Ausschreibungen,
die über das Airline-Catering hinaus auch Beratungs-, Entwicklungs- und Logistikdienstleistungen
umfassen, werden die Regionen durch ein zentrales Vertriebsteam und Kompetenzzentren
unterstützt. Das Vertriebsteam ist darüber hinaus, in enger Abstimmung mit den Regionen,
für die Ausarbeitung der weltweiten Vertriebsstrategie und ihre Verfolgung verantwortlich.
Die zu Jahresbeginn noch moderate Nachfrage nach Catering-Leistungen zog in den asiatischen
und südamerikanischen Märkten im ersten Quartal zügig an und belebte sich ab dem zweiten
Quartal auch in Europa und Nordamerika. Das Premium-Segment konnte ebenfalls zulegen.
Trotz der vorübergehenden Sperrung großer Teile des europäischen Luftraums im Frühjahr
2010 lag der Umsatz für das Gesamtjahr 2010 in allen Regionen über Vorjahr.

Im Berichtsjahr konnte LSG Sky Chefs nahezu alle bestehenden Kundenaufträge sichern
und auf neue Standorte ausdehnen. Wesentliche Vertragsfortführungen wurden mit Lufthansa,
Virgin Atlantic, Thomson Airways, Condor, Emirates, Virgin America, American Airlines
und Air Canada abgeschlossen. Auch im neuen Bereich Schulcatering sowie im Retail-Geschäft
konnte die Kundenbasis in Asien/Pazifik beziehungsweise Amerika verstärkt werden.
Das Unternehmen setzte seine regional fokussierte Expansionspolitik im Kerngeschäft
Airline-Catering im Berichtsjahr konsequent fort. In Russland wurden mit jeweils lokalen
Anbietern in Krasnodar und Vnukovo eine Vereinbarung zur Optimierung der Material-
und Produktionsprozesse und zum Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems beziehungsweise
ein Managementvertrag unterzeichnet. Im Frühjahr nahmen zwei neue Joint Venture Catering-Betriebe
an den chinesischen Flughäfen in Lanzhou und Urumqi ihren Betrieb auf. Im Sommer wurde
in Bulgarien ein Joint Venture-Vertrag zur Eröffnung eines Catering-Betriebs am Flughafen
Sofia unterzeichnet. Des Weiteren wurde in der Türkei mit einem lokalen Partner ein
Joint Venture zur Einrichtung einer Produktion von Fertiggerichten, Backwaren und
vorgefertigten Lebensmitteln geschlossen. Dieses wird nach Fertigstellung gemeinsam
mit den Vorproduktionsbetrieben in Deutschland (Tiefkühlkost) sowie Italien (vorbereitete
Speisen, Tiefkühlkost) als Zulieferer für die europäischen Catering-Betriebe etabliert.
Im Berichtszeitraum wurden vier kleine Betriebe in Norwegen und den USA aufgrund veränderter
Servicekonzepte und der verstärkten Umstellung auf Rückbeladung stillgelegt.
Zur Erweiterung des Portfolios im Bordservice ging LSG Sky Chefs eine Kooperation
mit Formia, einem Anbieter von Bordservice-Artikeln mit Sitz in Hongkong, ein. Um
den Einstieg in den Catering-Markt für Gesundheitseinrichtungen zu forcieren, wurde
mit der deutschen Ahr Service GmbH eine Kooperation zur gemeinsamen Versorgung von
Krankenhäusern und Seniorenheimen geschlossen.
LSG Sky Chefs setzt weiterhin verstärkt auf Differenzierung über Innovation und Umweltbewusstsein.
Das Kreativpotenzial des Unternehmens zeigte sich auch 2010 in einer Reihe von neuen
Produkten und Prozessoptimierungen, die sowohl von Branchenvertretern als auch branchenübergreifend
anerkannt und prämiert wurden.
Der neue Leichtbau-Trolley "Quantum" bringt gegenüber herkömmlichen Modellen eine
Gewichtsersparnis von bis zu 40 Prozent. Er wurde im Frühjahr von einer Jury internationaler
Luftfahrtexperten als innovativstes Kabinenprodukt mit dem "Crystal Cabin Award" ausgezeichnet.
Nach sehr positiven Tests soll er künftig auf der gesamten Langstreckenflotte von
Lufthansa zum Einsatz kommen. Weitere Airlines haben ebenfalls bereits Interesse bekundet.
Zudem wurden erneut einige vom LSG Sky Chefs Design Team entwickelte Bordprodukte
prämiert: Dazu zählt die im Rahmen des Lufthansa Bordprogramms "Special Moments" entwickelte
"Starter-Box", die den international anerkannten red dot Award gewann. Die im Vorjahr
als "red dot - best of the best" ausgezeichnete Lufthansa Economy Class-Geschirrserie
"Leaves", die auf der 2010 Expo Weltausstellung in Shanghai im Deutschen Pavillon
ausgestellt war, erhielt zudem den Good Design Award vom japanischen Ministerium für
Wirtschaft, Handel und Industrie. Die aus Zuckerrohr hergestellten Bordservice-Produkte,
die seit Frühjahr an Bord der brasilianischen TAM präsentiert werden, erhielten auf
der jährlich in Paris stattfindenden "observeur du design"-Ausstellung den gleichnamigen
Preis.
Für Prozessoptimierungen wurde LSG Sky Chefs gleich zweifach ausgezeichnet: Die Jury
des International Quality and Productivity Centers (IQPC) verlieh dem Unternehmen
den "Best Green Improvement Project Award" für die weltweite Optimierung der Spülprozesse
sowie eine Auszeichnung für das "Best Start-up Program" zur Würdigung der Lean-Enterprise-Initiative.
Im Herbst 2010 startete das Unternehmen in vier Betrieben die Pilotphase zur weltweiten
Einführung eines neuen Produktionssystems. Aufbauend auf den Erfolgen der Lean-Initiative
werden Produktions- und Materialfluss ganzheitlich betrachtet und optimiert. Damit
soll dem hohen Qualitätsanspruch der Kunden bei gleichzeitiger Kostensenkung Rechnung
getragen werden.
Das 2009 gestartete unternehmensweite Programm Upgradeplus verläuft planmäßig. Es zielt darauf ab, bis Ende 2011 die Kosten gegenüber 2008 um 200 Mio. EUR zu senken und 50 Mio. EUR zusätzliches Ergebnis über Neugeschäft mit Fluggesellschaften und in angrenzenden Märkten zu generieren. Langfristig betrachtet soll das Programm die Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern. Die Umsetzung wird durch die Einführung eines einheitlichen Projektreportings und -monitorings unterstützt. Dieses erhöht die Transparenz und Vergleichbarkeit im Unternehmen, führt zum Austausch von Best Practices und unterstützt die Erreichung der kurz- und langfristigen Ziele. Bei den US-amerikanischen Tochtergesellschaften wurde die Finanzierungsstruktur durch Umwandlung von Darlehen in Eigenkapital vereinfacht. Es ergaben sich hieraus jedoch vernachlässigbare Auswirkungen auf die Ertragslage des Geschäftsfelds.
Im Geschäftsjahr 2010 ist der Umsatz der LSG Sky Chefs-Gruppe um 7,0 Prozent auf 2,2
Mrd. EUR angestiegen (wechselkursbereinigt: + 2,7 Prozent). Diese Entwicklung ist
hauptsächlich auf die wachsenden Passagiervolumina sowie die höhere Nachfrage im Premium-Segment
zurückzuführen. Der Außenumsatz erhöhte sich dabei um 8,0 Prozent auf 1,7 Mrd. EUR,
während der Innenumsatz um 3,9 Prozent auf 533 Mio. EUR gestiegen ist. Aus Veränderungen
im Konsolidierungskreis ergab sich ein zusätzlicher Umsatzbeitrag in Höhe von 32 Mio.
EUR im Vergleich zum Vorjahr.

Die sonstigen operativen Erträge sind im Wesentlichen aufgrund von Einmaleffekten
im Vorjahr (40 Mio. EUR aus einer D&O-Police) sowie durch negative Wechselkurseffekte
um 46,4 Prozent auf 67 Mio. EUR gesunken. Insgesamt erhöhten sich die operativen Gesamterlöse
um 4,0 Prozent auf 2,3 Mrd. EUR.
Die operativen Aufwendungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr unterproportional zum
Umsatz um 3,9 Prozent und betrugen im Geschäftsjahr 2,2 Mrd. EUR.
Infolge der höheren Absatzmengen sowie negativer Wechselkurseffekte hat sich der Materialaufwand
um 6,0 Prozent auf 997 Mio. EUR erhöht. Die Materialkostenquote sank um 0,5 Prozentpunkte
auf 44,3 Prozent. Maßgeblich für diese Entwicklung waren die im Einkauf erzielten
Einsparungen.
Die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter hat sich im Berichtsjahr im
Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent auf 28.369 Mitarbeiter vermindert. Dem überwiegend
in Skandinavien und Deutschland erfolgten Personalabbau stand ein Aufbau in China
gegenüber. Trotz der reduzierten Mitarbeiterzahl erhöhte sich der Personalaufwand
- im Wesentlichen wechselkursbedingt - um 4,6 Prozent auf 811 Mio. EUR, die Personalkostenquote
sank jedoch um 0,8 Prozentpunkte auf 36,1 Prozent.
Die Abschreibungen beliefen sich auf 59 Mio. EUR und entsprachen damit in etwa dem
Vorjahresniveau (58 Mio. EUR).
Die sonstigen operativen Aufwendungen lagen mit 373 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahreswert
(- 2,1 Prozent).
|
|
2010 | 2009 | Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % |
| Materialaufwand | 997 | 941 | 6,0 |
| Personalaufwand | 811 | 775 | 4,6 |
| Abschreibungen | 59 | 58 | 1,7 |
| Sonstiger operativer Aufwand | 373 | 381 | - 2,1 |
| Summe operative Aufwendungen | 2 240 | 2 155 | 3,9 |
LSG Sky Chefs weist für 2010 einen operativen Gewinn von 76 Mio. EUR aus. Er lag damit
über dem Vorjahreswert von 72 Mio. EUR, der zudem durch den genannten Einmaleffekt
aus der D&O-Police geprägt war. Bereinigt um diesen Einfluss hat sich das operative
Ergebnis gegenüber dem Vorjahreswert um 44 Mio. EUR verbessert und damit mehr als
verdoppelt.
Der Saldo aus den übrigen Segmenterträgen und Segmentaufwendungen in Höhe von insgesamt
- 3 Mio. EUR lag in etwa auf Vorjahresniveau (Vorjahr: - 5 Mio. EUR). Das Ergebnis
aus der Equity-Bewertung fiel hingegen mit 14 Mio. EUR um 75,0 Prozent höher als im
Vorjahr aus.

Das Segmentergebnis von LSG Sky Chefs betrug insgesamt 87 Mio. EUR (Vorjahr: 75 Mio.
EUR). Gegenüber dem um den vorgenannten Einmaleffekt bereinigten Vorjahreswert hat
es sich somit um 52 Mio. EUR verbessert.
LSG Sky Chefs konnte in 2010 ihr operatives Ergebnis gegenüber dem bereinigten Vorjahreswert
mehr als verdoppeln und sogar das Niveau des Geschäftsjahres 2008 übertreffen. Wesentliche
Einflüsse sind höhere Auslastung aufgrund gestiegener Volumina, die Schaffung von
Synergien als Folge konsequenter Prozessstandardisierung sowie striktes Kostenmanagement.
Der weitere Fokus auf Standardisierung und profitables Wachstum soll dazu führen,
die Ertragslage weiter auszubauen.
Im Rahmen der eingeleiteten Ergebnissicherungsmaßnahmen wurden die Investitionen weltweit
auf ein zur Instandhaltung und Betriebssicherung erforderliches Maß reduziert. Die
Segmentinvestitionen fielen daher mit 38 Mio. EUR um 34,5 Prozent niedriger als im
Vorjahr aus.
Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet LSG Sky Chefs eine Fortsetzung der aktuellen Marktentwicklung
mit moderatem Wachstum in den entwickelten Märkten Europas und Nordamerikas sowie
einer stärker anziehenden Nachfrage im Rest der Welt. Das Wettbewerbsumfeld wird weiterhin
von Konsolidierung und hartem Preiskampf gekennzeichnet sein.
Um die Marktposition im Kerngeschäft zu sichern und auszubauen, setzt das Unternehmen
auf die Erweiterung seiner bestehenden Kundenbeziehungen über den Vertrieb zusätzlicher
Dienstleistungen sowie die Gewinnung von Neukunden. In den angrenzenden Märkten wird
die fokussierte Verfolgung von Marktopportunitäten durch neu etablierte Expertenteams
in den kommenden Jahren Wachstum generieren. Die konsequente Prozessstandardisierung
in Produktion und Verwaltung wird die Qualität und Transparenz im Unternehmen erhöhen
und gleichzeitig wettbewerbsfähige Kostenstrukturen schaffen. Das Ergebnis der Neugestaltung
der heute nur teilweise wettbewerbsfähigen Tarifstrukturen in den beiden größten Märkten
Deutschland und USA, in denen rund die Hälfte der Belegschaft beschäftigt ist, wird
auch im Jahr 2011 die Unternehmenssituation prägen. Insgesamt erwartet LSG Sky Chefs
für die Jahre 2011 und 2012 einen weiteren Anstieg des Umsatzes und operativen Gewinns.
|
|
2010 | 2009 | Veränderung |
|
|
in Mio. € | in Mio. € | in % |
| Operative Gesamterlöse | 1 232 | 1 230 | 0,2 |
| Operatives Ergebnis | - 226 | - 134 | - 68,7 |
| Segmentergebnis | -196 | - 94 | -108,5 |
| EBITDA | 268 | 49 | 446,9 |
| Segmentinvestitionen | 17 | 65 | - 73,8 |
| Mitarbeiter zum 31.12. | 3 752 | 3 737 | 0,4 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | 3 731 | 3 701 | 0,8 |
Der Bereich Sonstige umfasst zum einen die Service- und Finanzgesellschaften, unter
deren Dach die Aktivitäten des Lufthansa Konzerns im Finanz- und Dienstleistungsbereich
gebündelt sind. Hierzu gehören zum Beispiel die AirPlus Servicekarten GmbH (AirPlus),
die Lufthansa Flight Training GmbH und die Lufthansa Commercial Holding GmbH. Zum
anderen werden seit 1. Januar 2009 gemäß dem IFRS 8 "Operating Segments" die zentralen
Konzernfunktionen der Deutschen Lufthansa AG in diesem Segment berichtet.
Die operativen Gesamterlöse des Bereichs Sonstige lagen mit 1,2 Mrd. EUR auf dem Niveau
des Vorjahres. Die Aufwendungen stiegen hingegen um 94 Mio. EUR auf 1,5 Mrd. EUR an.
Das operative Ergebnis sank entsprechend auf -226 Mio. EUR (Vorjahr: - 134 Mio. EUR).

Die übrigen Segmenterträge verringerten sich um 20 Mio. EUR auf 49 Mio. EUR, die übrigen
Segmentaufwendungen um 10 Mio. EUR auf 19 Mio. EUR. Der Bereich weist damit ein Segmentergebnis
von -196 Mio. EUR aus (Vorjahr: - 94 Mio. EUR).
Zurückzuführen ist der Ergebnisrückgang auf die zentralen Konzernfunktionen, während
sowohl AirPlus als auch Lufthansa Flight Training höhere Ergebnisbeiträge beisteuerten.
Wesentlich geprägt wird die Ergebnisentwicklung des Bereichs Sonstige regelmäßig durch
die seit 2009 einbezogenen Konzernfunktionen. Ihre Ergebnissituation bestimmt sich
dabei aus der Währungssicherungs- und Finanzierungsfunktion der Deutschen Lufthansa
AG für die Konzerngesellschaften, sodass sich Kursschwankungen in der Volatilität
des Segmentergebnisses besonders stark widerspiegeln.
Die operativen Gesamterlöse der Konzernfunktionen blieben im Vergleich zum Vorjahr
mit 742 Mio. EUR nahezu unverändert. Die operativen Aufwendungen nahmen demgegenüber
aufgrund von Währungseffekten und einer vom Konzern getragenen Sonderzahlung an die
Mitarbeiter in Höhe von rund 50 Mio. EUR auf insgesamt 1,0 Mrd. EUR zu. Somit wurde
ein Rückgang des operativen Ergebnisses der Konzernfunktionen auf -288 Mio. EUR verzeichnet
(Vorjahr: - 183 Mio. EUR).
AirPlus gilt als einer der führenden weltweiten Anbieter von Lösungen, die das Bezahlen
und Auswerten von Geschäftsreisen ermöglichen. Die Gesellschaft stellt unter der Marke
AirPlus International maßgeschneiderte Produkte und integrierte Lösungen zur Verfügung,
mit denen Unternehmen ihr tägliches Travel Management einfacher und kostengünstiger
gestalten können. AirPlus ermöglicht ihren Kunden dabei eine unternehmensweite Transparenz
hinsichtlich sämtlicher Geschäftsreiseausgaben und liefert so alle Voraussetzungen
für ein effektives Reisekostencontrolling.
Hauptsitz des Unternehmens ist Neu-Isenburg. Daneben ist Air-Plus mittlerweile in
über 25 Ländern mit Niederlassungen und eigenen Tochtergesellschaften vertreten. Weltweit
betreuten im Berichtsjahr ca. 900 Mitarbeiter mehr als 33.000 Firmenkunden.
2010 erlebten Geschäftsreisen weltweit einen deutlichen Aufschwung - ein klarer Indikator
für das Ende der globalen Rezession. Dank der gestiegenen Reisetätigkeit internationaler
Unternehmenskunden und der Gewinnung von Neukunden konnte AirPlus im Berichtsjahr
in allen Märkten ein signifikantes Umsatzwachstum verzeichnen. Der gesamte Abrechnungsumsatz
stieg auf 19,8 Mrd. EUR. Die Anzahl der über AirPlus abgerechneten Transaktionen lag
bei 125 Mio. (+13,8 Prozent). Hauptwachstumstreiber waren dabei erneut die internationalen
Märkte, die mit einem Zuwachs von 34,0 Prozent zur starken Expansion von AirPlus beitrugen.
Inzwischen liegt der Anteil der internationalen Märkte am gesamten Abrechnungsumsatz
im Geschäftsreisemanagement bei 50 Prozent. Auch 2010 hat AirPlus zum wiederholten
Mal ihre klare Marktführerschaft in Deutschland verteidigt.
Die positive Geschäftsentwicklung spiegelte sich auch im Ergebnis wider. Im Geschäftsjahr
wurden operative Erlöse in Höhe von 281 Mio. EUR erwirtschaftet. Der operative Gewinn
der Gesellschaft lag mit 20 Mio. EUR um 17,6 Prozent über dem Vorjahreswert.
Lufthansa Flight Training ist einer der weltweit führenden Anbieter von Trainingsdienstleistungen
für Fluggesellschaften. An ihren Standorten in Frankfurt am Main, Berlin, Wien, Bremen,
München und Phoenix/Arizona verfügt sie über jahrzehntelange Erfahrung bei der Ausbildung
von Cockpit- und Kabinenbesatzungen in Bereichen wie Simulatortraining, Service- und
Emergency-Schulungen sowie bei computergestützten Lernprogrammen.
Zum Kundenstamm von Lufthansa Flight Training zählen neben den Lufthansa Konzerngesellschaften
rund 150 weitere Fluggesellschaften. Die steigende Nachfrage nach Simulator- und Kabinentraining
sowie die langfristige Zusammenarbeit mit wichtigen Kunden der Luftfahrtbranche bringen
stabile Ergebnisbeiträge. Im Bereich Aviation Safety & Service Training führt etwa
die Umstellung bei Lufthansa Passage auf ein neue regionale Einteilung des Kabinenpersonals
zu einer erhöhten Nachfrage nach Umschulungen. Die höhere Anzahl an Grundkursen zur
Flugbegleiterausbildung bestätigt daneben den positiven wirtschaftlichen Trend. Das
kontinuierliche Kostenmanagement im Rahmen des 2007 begonnenen Programms ESP 8+2 trägt
darüber hinaus nachhaltig zur positiven Ergebnisentwicklung bei. Die operativen Gesamterlöse
von Lufthansa Flight Training konnten um 14,9 Prozent auf 170 Mio. EUR gesteigert
werden. Das operative Ergebnis erhöhte sich gegenüber Vorjahr um 36,4 Prozent auf
30 Mio. EUR.
Die CityLine Canadair Simulator und Training GmbH (CCST) ist seit dem 1. Juli 2010
Teil der Lufthansa Flight Training. Der Kaufvertrag über die zukünftige "Lufthansa
Flight Training - CST GmbH" wurde am 28. Juni 2010 in Frankfurt von den Anteilseignern
der CCST und von Lufthansa Flight Training unterzeichnet. In direkter Nachbarschaft
zur Lufthansa Flight Training Berlin betreibt die CCST drei Full Flight-Simulatoren
für den Canadair Regional Jet, wodurch die Präsenz im wachsenden Markt der Regionalflugzeuge
gestärkt wird.
Angesichts der steigenden Nachfrage nach Trainingsdienstleistungen hat Lufthansa Flight
Training zusätzliche Anlagen in Betrieb genommen. In Frankfurt wird seit März 2010
eine weitere Simulatorhalle mit acht Simulatorstellplätzen bezogen, in der bis März
2011 fast alle Stellplätze belegt sein werden. In München wurden die bestehenden Trainingskapazitäten
um einen A320 Simulator erweitert, der zum zweiten Quartal 2011 in Betrieb gehen wird.
|
|
|
2010 | 2009 | Veränderung in % |
| Konzernmitarbeiter | Anzahl | 117 019 | 117 521 | - 0,4 |
| davon Passage Airline Gruppe | Anzahl | 57 157 | 58 083 | - 1,6 |
| davon Logistik | Anzahl | 4 517 | 4 488 | 0,6 |
| davon Technik | Anzahl | 20 159 | 19 796 | 1,8 |
| davon IT Services | Anzahl | 2 935 | 3 027 | - 3,0 |
| davon Catering | Anzahl | 28 499 | 28 390 | 0,4 |
| davon Sonstige | Anzahl | 3 752 | 3 737 | 0,4 |
| Umsatz je Mitarbeiter | Tsd. € | 233 | 198 | 17,7 |
| Umsatz je Beschäftigungsjahr | Tsd. € | 268 | 231 | 16,2 |
Das erste Halbjahr 2010 stand aufgrund der Wirtschaftskrise auch für den Lufthansa
Konzern im Zeichen des Krisenmanagements. Im Rahmen von Ergebnissicherungsprogrammen
galt es in fast allen Gesellschaften, mit den zur Verfügung stehenden betrieblichen
Instrumenten Personalkosten zu senken und Personalkapazitäten den Erfordernissen anzupassen.
Lufthansa hat aus den Krisen der vergangenen Jahre gelernt und kann auf einen reichhaltigen
Erfahrungsschatz im Umgang mit unterschiedlichen Szenarien zurückgreifen. Neben einem
externen Einstellungsstopp wurden freiwillige Ausstiegsmodelle wie etwa Sonderurlaubsverträge,
(Alters-)Teilzeitverträge oder Aufhebungsverträge mit Abfindungszahlungen angeboten.
Mitunter waren Maßnahmen wie die Einführung von Kurzarbeit und ein Nichtverlängern
befristeter Verträge notwendig. Die erfolgreiche Umsetzung basierte dabei nicht zuletzt
auf der konstruktiven Zusammenarbeit mit den Mitbestimmungspartnern. Daneben wurden
mit Hilfe des konzernweiten Vermittlungsprozesses "JobChange" auch im Krisenjahr 2010
betriebsbedingte Umstrukturierungen unterstützt. Vielen Mitarbeitern eröffneten sich
so neue berufliche Perspektiven innerhalb des Konzerns.

Die gewählte Form der Anpassung der Personalkapazitäten ermöglichte es uns auch, unmittelbar
auf das einsetzende und dynamischer als erwartete wirtschaftliche Wachstum zu reagieren.
So konnte die in einigen Konzernbereichen eingeführte Kurzarbeit zeitnah beendet werden.
Die hinsichtlich ihrer Dynamik nicht vorhersehbare Ergebnisentwicklung im Lufthansa
Konzern schaffte den Spielraum für ein besonderes Dankeschön an unsere tariflichen
und außertariflichen Beschäftigten. Auf Basis des guten Ergebnisses für 2010 hat der
Vorstand im Dezember eine einmalige Sonderzahlung von 700 EUR pro Vollzeitbeschäftigten
beschlossen und im Januar 2011 ausgezahlt.
Auch für 2011 und darüber hinaus gehen wir von weiterem Nachfragewachstum aus. Die
vor diesem Hintergrund geplante Flottenerweiterung wird einen erhöhten Personalbedarf
zur Folge haben. Dies gilt vor allem für die operativen Bereiche, für die intensive
Anwerbekampagnen gestartet wurden.
Darüber hinaus war die bereits 2009 begonnene Integration der Verbund-Airlines ein
prägendes personalpolitisches Thema. Dabei wurden auch Themenfelder in den Personalbereichen
(Human Resources, HR) für wechselseitige Synergien identifiziert und verbundübergreifend
geregelt, wie etwa der gesellschaftsübergreifende Wechsel von Mitarbeitern.
Die Zugehörigkeit der neuen Partner-Airlines zum Lufthansa Verbund ermöglicht ihnen
die Inanspruchnahme der im Rahmen der HR Shared Service Organisation angebotenen Dienstleistungen.
Dank der neuen HR-IT-Plattform des Lufthansa Business Service Center können auch die
Verbund-Airlines ihre Standardprozesse im Personalbereich, wie beispielsweise Personalabrechnungen
oder die operative Personalbetreuung, nunmehr im Konzern einkaufen und dabei Synergien
realisieren.
Lufthansa hat in der Krise erfolgreich ihre interne Kommunikation intensiviert. Die
dabei eingesetzte Kommunikationsplattform eTeaming erhielt in der Kategorie "Beste
interne Kommunikationsstrategie" eine Auszeichnung anlässlich des "7. IIR Technology
Web 2.0 Kongresses" im April 2010. Sie ermöglicht die effektive Zusammenarbeit in
Arbeits- und Projektgruppen, fördert die Vernetzung der Mitarbeiter und bildet das
Unternehmenswissen ab. So hat sich zum Thema "Fuel Efficiency" beispielsweise eine
Gruppe von rund 100 Experten aus unterschiedlichsten Unternehmensbereichen gebildet,
die eTeaming nutzt, um Maßnahmen der Treibstoffeinsparungen zu diskutieren und zu
koordinieren. Im "Digital Innovators Club" wiederum erörtern die Mitarbeiter Ideen
und Best Practices. Konzernweit wird eTeaming bereits von über 25.000 Mitarbeitern
genutzt.
Im Lufthansa Konzern waren zum Jahresende 2010 weltweit 117.019 Mitarbeiter beschäftigt.
Dies entspricht einem leichten Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber 2009, der im Wesentlichen
auf einen Personalrückgang bei Austrian Airlines und bmi zurückzuführen ist. 6.341
externen Einstellungen standen 7.702 Austritte gegenüber. Die Fluktuationsrate bei
den deutschen Gesellschaften verringerte sich leicht von 6,7 auf 6,0 Prozent.

Der Frauenanteil im Konzern war mit 44,2 Prozent um 0,9 Prozentpunkte leicht rückläufig.
Die durchschnittliche Firmenzugehörigkeitsdauer erhöhte sich leicht um 0,2 auf 13,4
Jahre. Rund 27 Prozent der Mitarbeiter nutzen eines der Teilzeitmodelle im Konzern.
Im Rahmen seiner Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex unterstützt
der Aufsichtsrat die grundsätzliche Bedeutung von Vielfalt bei seiner Zusammensetzung
und strebt zugleich eine stärkere Repräsentanz von Frauen an. Nicht nur im Kontext
der Neufassung dieses Kodexes, siehe [S. 42], blieb Chancengleichheit zwischen Frauen
und Männern auch 2010 ein zentrales Thema. Zum 31. Dezember 2010 betrug in den Lufthansa
Gesellschaften der Anteil von Frauen bei den Vorgesetzten-Positionen mit Personalverantwortung
unterhalb der Leitungsebene 37,8 Prozent. Bei den leitenden Angestellten betrug der
Anteil der Frauen in diesem Zeitraum 13,3 Prozent. Bereits bewährte Programme, wie
das von Lufthansa 1998 initiierte Cross-Mentoring für weibliche Nachwuchskräfte, wurden
mit einer neuen Generation gestartet. 43 Prozent der bisherigen Teilnehmerinnen arbeiten
inzwischen als Führungskraft. Ein weiterer wesentlicher Baustein des Programms ist
die Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen.

Die Quote der Mitarbeiter mit Behinderung hat sich im Konsolidierungskreis in Deutschland
mit 3,5 Prozent gegenüber 2009 stabil gehalten. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiterschaft
erhöhte sich um 0,4 auf 40,7 Jahre. Auch in den Folgejahren ist mit einem steigenden
Durchschnittsalter zu rechnen. Für den Lufthansa Konzern ist der demografische Wandel
ein wichtiges personalpolitisches Thema. Aufgrund der unterschiedlichen Herausforderungen
der einzelnen Gesellschaften werden Maßnahmen für den Umgang mit einer alternden Gesellschaft
überwiegend dezentral umgesetzt.

Für seinen innovativen Umgang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels und
die Förderung älterer Mitarbeiter wurde der Lufthansa Konzern im November 2010 mit
dem "International Innovative Employer Award" der amerikanischen Seniorenorganisation
AARP ausgezeichnet.
Die Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu erhalten, wird wegen der demografischen Veränderungen
zunehmend wichtig für Lufthansa und ihre Mitarbeiter. Auch 2010 wurden wertvolle Beiträge
zur Gesundheitsförderung in den verschiedenen Bereichen des Lufthansa Konzerns erbracht.
Das Gesundheitsmanagement etwa umfasst standort- und gesellschaftsspezifische Maßnahmen
zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter aller Konzerngesellschaften,
wie zahlreiche medizinische Spezialtage und sogenannte Gesundheitswochen. Schwerpunkte
bildeten 2010 dabei klassische Beratungsthemen wie Ernährung, Bewegung, gesunde Lebensweise,
Stressabbau sowie das Erkennen und Reduzieren von Gesundheitsrisikofaktoren. Abgerundet
wurde das Angebot durch konkrete Maßnahmen wie konzernweite Initiativen zur sportlichen
Betätigung und das jährliche Angebot zur kostenfreien Grippeimpfung.
In der Tarifpolitik des Lufthansa Konzerns war das Jahr 2010 erneut von intensiven
Verhandlungen für alle Mitarbeitergruppen in den Bereichen Boden, Kabine und Cockpit
geprägt. Als nachhaltig wirkender struktureller Beitrag konnte für das Boden-, Kabinen-
und Cockpit-Personal jeweils ein längerfristiger Tarifabschluss mit dem Ergebnis einer
Nullrunde vereinbart werden.
Der am 15. Oktober 2009 neu gegründete Arbeitgeberverband Luftverkehr e.V. (AGVL)
hat am 1. Januar 2010 offiziell seine Arbeit zur Wahrnehmung der konzernübergreifenden
tarifpolitischen Aufgaben aufgenommen. Damit trägt der Konzern den veränderten Anforderungen
in der tarifpolitischen Zusammenarbeit Rechnung, gewährleistet unter anderem eine
geschäftsfeldspezifische Tarifpolitik und schafft die Voraussetzungen für eine luftfahrtspezifische
Verbandstätigkeit, zum Beispiel bei Gesetzgebungsverfahren und im Rahmen einer verstärkten
Repräsentation in Dachverbänden. Der AGVL ist seit Anfang 2010 an Stelle des bisherigen
Arbeitgeberverbands "Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg " (AVH) neuer Tarifpartner
für die Gewerkschaften im Lufthansa Konzern. Dies gilt sowohl für alle in der Vergangenheit
mit der AVH abgeschlossenen Tarifverträge als auch für die ab dem Jahr 2010 neu geschlossenen
Tarifverträge. Alle bisherigen Gesellschaften des Konzerns in der AVH sind mit Wirkung
vom 31. Dezember 2010 aus der AVH in den neu gegründeten Arbeitgeberverband Luftverkehr
übergetreten.

Für die Beschäftigten des Bodenpersonals der Deutschen Lufthansa AG wurde im Juli
2010 zwischen dem AGVL und der Gewerkschaft ver.di ein Tarifabschluss erzielt. Als
Teil eines Gesamtpakets wurde unter anderem die Laufzeit der Vergütungstarifverträge
ohne Anpassung der Gehälter bis zum 31. Dezember 2011 verlängert. Für den Fall, dass
das operative Konzernergebnis 2011 eine festgelegte Grenze überschreitet, wurde die
Auszahlung einer einmaligen Sonderzahlung vereinbart. Außerdem wurde die Systematik
der Ergebnisbeteiligung neu geregelt. Nach dem neuen Modell bemisst sich die Ergebnisbeteiligung
nach der operativen Marge des Geschäftsfelds und des Konzerns.
|
|
2010 | 2009 | Veränderung in P. |
| Passage Airline Gruppe | 2,1 | 0,0 | 2,1 |
| Lufthansa Passage | 2,7 | - 0,9 | 3,6 |
| Logistik | 11,1 | - 8,8 | 19,9 |
| Technik | 6,7 | 8,0 | - 1,3 |
| IT Services | 1,7 | 2,6 | - 0,9 |
| Catering | 3,4 | 3,4 | 0,0 |
| Konzern | 3,2 | 0,6 | 2,6 |
*
Operatives Ergebnis / Umsatz.
Ein neuer Rahmentarifvertrag zur Ausgestaltung des Bildungsfonds für Schichtgänger
regelt die Förderung von beruflichen Bildungsmaßnahmen für diese. Die Tarifpartner
tragen zudem der erhöhten Belastung der Mitarbeiter im Schichtdienst durch einen neuen
Tarifvertrag Altersteilzeitarbeit Rechnung. Auch ist es gelungen, einen Tarifvertrag
zur Bewältigung von kurzfristig eintretenden Krisenereignissen abzuschließen. So kann
unmittelbar reagiert werden, beispielsweise durch die Umverteilung von Arbeitszeit.
Ferner wurde eine Vereinbarung zur Leiharbeit im Konzern getroffen.
Sowohl der Vergütungstarifvertrag für das Cockpit-Personal der Deutschen Lufthansa
AG als auch der Vertrag für die Germanwings-Piloten befanden sich bereits seit März
beziehungsweise Juni 2009 in der Nachwirkung. Die äußerst schwierigen Verhandlungen
spitzten sich im Februar 2010 zu einem Streikaufruf zu. Der für vier Tage angesetzte
Ausstand wurde am ersten Tag nach einem gerichtlichen Vergleich abgebrochen. In den
darauf folgenden Verhandlungen verständigten sich beide Parteien auf die Durchführung
einer Schlichtung. Als Schlichter wurde der ehemalige Bundesminister und Hamburger
Bürgermeister Dr. Klaus von Dohnanyi bestellt. Das zweimonatige Schlichtungsverfahren
wurde am 23. Juni 2010 durch die Schlichtungsschlussempfehlung beendet. Mit der getroffenen
Vereinbarung ist eine Balance zwischen den Arbeitsplatzschutzinteressen der Piloten
und notwendigen unternehmerischen Handlungsspielräumen gefunden worden.
Das Schlichtungsergebnis sieht eine 24-monatige Nullrunde sowie eine Verlängerung
des Manteltarifvertrags bis zum 31. Dezember 2012 vor. Kostensenkend wirken außerdem
eine andere Form der Arbeitszeitberechnung und eine Erhöhung der Auslösegrenze für
die zusätzlich vergüteten Mehrflugstunden. Auch in Bezug auf strittige Forderungen
bezüglich Lufthansa Italia und zu Nachbarschaftsverkehren konnte eine Einigung erzielt
werden. Die sogenannte 70-Sitzer-Regelung, die vorsah, dass Flugzeuge ab 70 Sitzen
zu den Arbeitsbedingungen des Konzerntarifvertrags bereedert werden müssen, wurde
auf 95 Sitze angehoben. Zusätzlich wurde die starre Regelung durch eine dynamische
Klausel ergänzt, nach der 21 Prozent der kleinsten Flugzeuge der Lufthansa Flotte
außerhalb des Konzerntarifvertrags betrieben werden können.
Für das Kabinenpersonal befand sich der Vergütungs- und Manteltarifvertrag seit dem
28. Februar 2010 in der Nachwirkung. Die intensiv geführten Verhandlungen brachten
zwar in einigen Punkten eine Annäherung, strittig blieb jedoch vor allem eine Regelung
zur Erhöhung der Stabilität von Einsatz- und Dienstplänen. Nachdem am Verhandlungstisch
keine Einigung erzielt werden konnte, verständigten sich beide Tarifparteien Anfang
November auf eine Schlichtung. Den Vorsitz übernahm die ehemalige Ministerpräsidentin
von Schleswig-Holstein, Heide Simonis. Das Schlichtungsverfahren wurde am 19. Januar
2011 abgeschlossen. Das Ergebnis sieht unter anderem eine 22-monatige Nullrunde bis
Ende 2011 vor. Der neue Manteltarifvertrag hat eine Laufzeit bis Februar 2014 und
legt unter anderem Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen fest. So wird die Anzahl
der möglichen Dienstplanänderungen reduziert und damit einhergehend eine höhere Planungssicherheit
für die Kabinenmitarbeiter hergestellt. Um die besonderen Belastungen auf der Langstrecke
zu reduzieren, wurden verbindliche Regeln festgelegt, nach denen sich die Ruhezeiten
an bestimmten Destinationen verlängern. Als Ausgleich für die erst sukzessive umsetzbaren
Änderungen erhalten die Kabinenmitarbeiter eine Strukturausgleichszahlung von 1.000
EUR. Das Ergebnis der Schlichtung findet die Balance zwischen den Forderungen der
Gewerkschaft UFO nach verbesserten Arbeitsbedingungen einerseits und den notwendigen
strukturellen Kostenentlastungen andererseits.
Lufthansa bietet seit vielen Jahren ein breites Spektrum an Ausbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten.
2010 gab sie 1.128 jungen Menschen in Deutschland als Auszubildenden eine berufliche
Zukunftsperspektive. Im Fokus stehen dabei nicht nur die traditionellen Ausbildungsberufe,
von denen Lufthansa im vergangenen Jahr 24 unterschiedliche Ausrichtungen anbot. Immer
bedeutender werden duale Studiengänge - 2010 unterstützte Lufthansa 353 Nachwuchskräfte
in 18 Studiengängen darin, eine Berufsausbildung mit einem Bachelor-Abschluss zu verbinden.
Auch in anderen Berufsgruppen bietet Lufthansa vielen Menschen eine berufliche Zukunft.
2010 wurden 3.115 neue Mitarbeiter für die Kabine qualifiziert und 144 Kabinenmitarbeiter
zum Purser weiterentwickelt. Außerdem wurden in diesem Jahr 240 neue Flugschüler für
das Cockpit eingestellt. An ihren Flughäfen, insbesondere an den Drehkreuzen Frankfurt
und München, bildete Lufthansa knapp 800 neue Mitarbeiter aus.
Wir sind unabhängig von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung überzeugt, dass
sich Investitionen in die Entwicklung und Weiterbildung unserer Mitarbeiter und Führungskräfte
auszahlen. So wurden auch im Berichtsjahr umfangreiche Bildungsmaßnahmen durchgeführt.
Die Lufthansa School of Business (LHSB), seit 1998 Deutschlands erste Corporate University,
optimierte 2010 insbesondere die fachübergreifenden Trainings im Konzern. Dabei konnten
die Mitarbeiter der Verbund-Airlines das Angebot ebenfalls weitestgehend nutzen. Insgesamt
stieg das interne Bildungsbudget um 3 Prozent auf 102 Mio. EUR und die Zahl der Teilnehmertage
um 5 Prozent auf 619.000.
Die Führungskräfteentwicklung der Lufthansa basiert auf dem konzernweit eingesetzten
Kompetenzprofil "Aviation Leadership Compass". Dieser ermöglicht eine bedarfsgerechte
Führungskräfteentwicklung und zielgerichtete Besetzung von Führungspositionen über
Geschäftsfeld- und Verbund-Airline-Grenzen hinweg.
Lufthansa beschäftigt sich zudem mit der Gestaltung digitaler Lernwelten in Form von
Web Based Trainings. Zu den Schwerpunktthemen des vergangenen Jahres gehörten Arbeitssicherheit,
Corporate Compliance sowie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.
Lufthansa ist weiterhin einer der beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands und konnte
bei Umfragen unter Studenten, Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren und Informatikern
Spitzenplätze in Arbeitgeber-Rankings erzielen. Bestätigt wird das Ergebnis von der
Umfrage des trendence Instituts, in der vergleichbare Ergebnisse erzielt wurden.
| Studienrichtung | Platzierung 2010 | Platzierung 2009 |
| Wirtschaftswissenschaften | 2. Platz | 2. Platz |
| Ingenieure | 7. Platz | 9. Platz |
| Informatik | 14. Platz | 18. Platz |
Diese Attraktivität zeigt sich auch durch ein großes Interesse am Lufthansa Karriereportal
i www.be-lufthansa.com, der zentralen Konzern-Plattform für Personalmarketing und
Recruiting. Die Homepage verzeichnet durchschnittlich 138.255 Besucher pro Monat.
Die Zahl der Bewerbungen bewegte sich 2010 mit 115.000 Eingängen für 2.000 ausgeschriebene
Stellen erneut auf hohem Niveau. Der seit April 2010 etablierte Facebook-Auftritt
des Karriereportals erfreut sich ebenfalls größter Beliebtheit und ist dort eines
der beliebtesten Karriereportale deutscher Unternehmen. Über diese zusätzliche Kommunikationsplattform
kann Lufthansa zielgruppengerecht und speziell mit jüngeren Bewerbern und Interessenten
in Kontakt treten sowie schnell und effektiv Informationen verbreiten.
Die Nachfrage für die diversen Nachwuchsprogramme von Lufthansa ist auch über den
deutschen Arbeitsmarkt hinaus groß: Für unser Trainee-Programm ProTeam wurden Hochschulabsolventen
aus Frankreich, der Ukraine und Vietnam eingestellt, die so zur weiteren Internationalisierung
des Lufthansa Konzerns beitragen.
Lufthansa wird sich auch künftig als attraktiver Arbeitgeber in der internationalen
Hochschullandschaft positionieren und so personalpolitisch der zunehmenden Internationalisierung
des Konzerns gerecht werden. So wurde in Zusammenarbeit mit der EBS Business School
erstmals ein Wettbewerb zum Thema "Social Media" von Lufthansa an internationalen
Hochschulen ausgeschrieben. Die erste "Lufthansa Case Challenge" gab Studenten die
Möglichkeit, innovative Konzepte zu entwickeln und Lufthansa vorzustellen. 130 Teams
aus der ganzen Welt haben sich um einen Platz im Finale beworben, bei dem im Lufthansa
Trainings- und Conference Center Seeheim die besten sechs Teams die Gelegenheit hatten,
ihr Konzept vor einer Jury zu präsentieren. Darüber hinaus wurde, wie in den Vorjahren,
auch 2010 der "Lufthansa Award für exzellente Leistungen in deutscher Sprache" an
insgesamt drei Hochschulen verliehen. Die Preise gingen an Studenten des Boston College
und des MIT in den USA sowie an Teilnehmer des Chinesisch-Deutschen Hochschulkollegs
in Shanghai.
Die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten
geht davon aus, dass.....die Zukunft von den Ideen der Menschen in diesem Land bestimmt
ist". Derselben Überzeugung ist Lufthansa in Bezug auf ihre Mitarbeiter. So haben
Lufthanseaten auch 2010 dazu beigetragen, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit
des Konzerns zu stärken. Das Ideenmanagement "Impulse" ist bei uns ein wichtiges Instrument,
um Mitarbeitern aller Konzernbereiche die Möglichkeit zur Mitgestaltung einzuräumen.
Dass dieser Gestaltungsraum genutzt wird, spiegelt sich in den Zahlen des zurückliegenden
Jahres wider. Die Mitarbeiter waren dem Aufruf "Wir suchen überall nach guten Ideen"
gefolgt und haben 3.406 Vorschläge eingereicht. Aus den insgesamt rund 838 weiterentwickelten
Ideen konnte ein Einsparpotenzial von rund 11,3 Mio. EUR identifiziert werden, beispielsweise
durch die eigenständige Entwicklung eines IT-gestützten Suchfilters, mit dessen Hilfe
kurzfristig noch freie Kapazitäten auf Linienflügen für den Transport von Fracht festgestellt
werden können.
Die Prinzipien der unternehmerischen Verantwortung sind fest im Leitbild sowie den
Unternehmenswerten und Führungsprinzipien des Lufthansa Konzerns verankert. Im Berichtsjahr
haben wir unsere bisherige Aufstellung weiterentwickelt und sämtliche Aspekte zu diesem
Thema in eine Struktur unter dem Begriff "Verantwortung" eingebettet. Dieser umfasst
neben der Nachhaltigkeit und damit Ökonomie, Ökologie und Soziales auch unsere Tätigkeiten
in Hinblick auf Grundsätze nachhaltiger Unternehmensführung (Corporate Governance)
und gesellschaftliches Engagement (Corporate Citizenship).
Um alle Tätigkeiten, die im Bezug zur unternehmerischen Verantwortung und zum nachhaltigen
Wirtschaften im Lufthansa Konzern stehen, noch effektiver steuern zu können, wurde
das bisher verantwortliche Nachhaltigkeits-Board erweitert und enger mit der Konzernstrategie
verzahnt. Das so entstandene, weiterhin interdisziplinäre und bereichsübergreifende
Corporate Responsibility Council wird vom Leiter der Konzernstrategie koordiniert.
In dem Gremium wirken die Leiter der Konzernabteilungen Politik, Umweltkonzepte, Personalpolitik,
Recht, Kommunikation, Investor Relations und Konzerncontrolling. Über das Controlling
wird zudem eine engere Verzahnung der Nachhaltigkeitsziele mit den konzernweiten Steuerungs-
und Berichtsprozessen vorgenommen. Um auch in der Lieferkette die Kriterien unserer
Verantwortung sicherzustellen, wird die Konzernabteilung Corporate Sourcing in beratender
Rolle hinzugezogen. Der hohen Relevanz aller Aspekte messen wir großes Gewicht bei
- insofern berichtet das Gremium unmittelbar an den Konzernvorstand, der die Gesamtverantwortung
trägt.
| Wirtschaftliche Nachhaltigkeit |
Langfristige und nachhaltige Wertschöpfung, Chancen- und Risikosteuerung, Supply Chain Management / Sourcing, Investorendialog |
| Klima- und Umweltverantwortung |
Emissionsminderung, Umweltmanagementsysteme, Ressourcenmanagement, Umweltvorsorge, Green IT, Umweltförderung (Biodiversität), Reisemanagement |
| Soziale Verantwortung |
Beschäftigungs- und Vergütungsbedingungen, Vereinigungsfreiheit / Kollektivrechtliche Vereinbarungen, Arbeitsplatzsicherungspolicy, Rekrutierungspolitik, Versorgungsregelungen, Führungsgrundsätze / -kultur, Mitarbeiterbildung / Personalentwicklung, Diversitätsmanagement / Antidiskriminierung, Gesundheitsmanagement / Arbeitssicherheit, Work-Life-Balance, Menschenrechte / Internationale Sozialstandards, interne Stakeholderdialoge |
| Corporate Governance und Compliance |
Corporate Governance, Corporate Compliance, Recht, Steuern, Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung, Datenschutz |
| Corporate Citizenship | Politik, externe Stakeholderdialoge, Mitgliedschaften, Sponsoring, Hilfsprojekte, Unterstützung von Bildungsprojekten, Spenden |
Wie in den Vorjahren wurden auch 2010 die Tätigkeiten von Lufthansa, die sich mit
verantwortlichem Handeln befassen, von unternehmensexternen Experten und Ratingagenturen
bewertet und anerkannt. Lufthansa ist weiterhin in zahlreichen Nachhaltigkeitsindizes,
beispielsweise FTSE4Good, ASPI (Advanced Sustainable Performance Indices) und ESI
(Ethibel Sustainability Index), vertreten.
Trotz vielfältiger Bemühungen ist es Lufthansa, neben anderen DAX-Konzernen, erstmals
seit 2005 jedoch nicht gelungen, die verschärften Bedingungen für die Mitgliedschaft
im Dow Jones Sustainability Index zu erfüllen. Verbesserungspotenzial sahen die Analysten
vor allem in den Bereichen des gesellschaftlichen Engagements, den Bedingungen für
Lieferanten und dem unternehmerischen Engagement mit unternehmensexternen Interessentengruppen.
Sehr positiv hingegen fiel die Bewertung in den Bereichen Klimastrategie, Lärmschutz
und lokale Luftqualität aus.
Der Vorstand und das Corporate Responsibility Council nehmen die Bewertungen und Empfehlungen
sehr ernst. Gemeinsam mit den Experten im Unternehmen werden die genannten Verbesserungsbereiche
untersucht und notwendige Maßnahmen eingeleitet.
Lufthansa bekennt sich zu den Grundsätzen des UN Global Compact und unterstützt dessen
Tätigkeiten. Seit 2002 hatte Lufthansa außerdem allen Empfehlungen des Corporate Governance
Kodexes entsprochen und auch die meisten fakultativen Anregungen befolgt. In der Aufsichtsratssitzung
vom 6. Dezember 2010 wurde die Entsprechenserklärung mit wenigen Einschränkungen aktualisiert.
Nähere Erläuterungen finden Sie im Kapitel "Corporate Governance" auf [S. 42].
Das 15 Leitsätze umfassende "Strategische Umweltprogramm" besteht bei Lufthansa seit
2008. Es spiegelt den hohen Stellenwert wider, den die Umweltvorsorge in den Unternehmenszielen
einnimmt. Unsere vorrangige Priorität ist es, bis zum Jahr 2020 weitere entscheidende
Fortschritte und qualitative Ziele im Umweltschutz zu erreichen. Umweltgerechtes Handeln
soll noch mehr als bisher als eines der Entscheidungskriterien in das alltägliche
Geschäft integriert werden. Unsere Leitsätze und eine Übersicht über unsere aktuellen
Umweltziele einschließlich ihres Status, erzielter Fortschritte und auch noch nicht
erreichter Ziele ebenso wie die Maßnahmen, mit deren Hilfe wir unsere Ziele erreichen
wollen, finden Sie auf unserer Website i www.lufthansa.com/verantwortung.
Mit Hilfe der umfassenden Umweltdatenbank werden alle sich auf die Umwelt auswirkenden
betrieblichen Vorgänge und Tätigkeiten im Lufthansa Konzern systematisch erfasst,
dokumentiert und bewertet. So können wir unsere Leistungen und den Erfolg unserer
Bestrebungen für den Klima- und Umweltschutz anhand diverser Schlüsselkennzahlen messen.
Dazu gehören beispielsweise Informationen zu Energie- und Kerosinverbrauch, Emissionen,
Lärm, Abfall sowie Wasser und Abwasser. Diese Kennzahlen helfen unseren Umweltexperten,
den Umweltschutz im und durch den Konzern kontinuierlich zu verbessern. Mittelfristig
soll dies auch dazu führen, in allen großen Konzerngesellschaften ein zertifizierungsfähiges
Umweltmanagementsystem implementieren zu können.
Oberste Priorität hat die Reduzierung der CO2 -Emissionen. Das konkrete Ziel besteht darin, den CO2 -Ausstoß pro geflogenem Passagierkilometer (pkm) bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent im Vergleich zu 2006 (110,5 g/pkm) zu reduzieren. Daraus ergäbe sich ein reduzierter CO2 -Ausstoß von ca. 84 g/pkm. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2010 lag diese Marke bei 105,8 g/pkm, gegenüber 108,4 g/pkm im Vorjahr - eine Verbesserung um 2,4 Prozent.
Misst man den absoluten CO2 -Ausstoß, so entstanden 2010 durch Transportleistungen des Lufthansa Konzerns insgesamt 26,6 Mio. Tonnen CO2 . Dem Anstieg von 10,1 Prozent zum Vorjahr stand eine Erhöhung der Transportleistung um 15,6 Prozent gegenüber. Das weiterhin voranschreitende Flottenmodernisierungsprogramm und damit einhergehend neue Flugzeuge mit modernen und sparsamen Triebwerken führen also unmittelbar und sichtbar dazu, dass der CO2 -Ausstoß weiter von der Transportleistung entkoppelt wird. Ebenso führt das Programm auch zu einer weiteren Optimierung des Treibstoffverbrauchs, der in Litern pro geflogenen 100 Passagierkilometern gemessen wird. Mit 4,20 Litern für das Geschäftsjahr 2010 lag dieser Wert erneut unter dem des Vorjahres (4,30 l/100 pkm) und auch dem des Vorvorjahres (4,34 l/100 pkm). Weitere und noch ausführlichere Umweltkennzahlen für das Geschäftsjahr 2010 können Sie ab Mitte des Jahres unter i www.lufthansa.com/verantwortung abrufen.
|
|
|
2010 | Veränderung in % | 2009 | Veränderung in % | 2008 |
| Treibstoffverbrauch | in l/ 100 pkm | 4,20 | - 2,3 | 4,30 | - 0,9 | 4,34 |
| CO2 -Ausstoß (direkt) | in g / pkm | 105,8 | - 2,4 | 108,4 | - 0,8 | 109,3 |
Neben den ökologischen Auswirkungen auf Klima und Umwelt bieten Einsparungen beim
Treibstoffverbrauch auch ökonomische Vorteile. So senken sie die Treibstoffkosten,
die neben dem Personalaufwand grundsätzlich eine der größten Kostenpositionen in der
Gewinn- und Verlustrechnung von Lufthansa sind. Hinzu kommt nach den derzeitigen Vorgaben
der Europäischen Union ab 2012 auch die Einbeziehung des Luftverkehrs in den europaweiten
Emissionshandel, dessen negative finanzielle Auswirkungen durch eine treibstoffeffiziente
Flotte gedämpft werden, Näheres siehe auch Kapitel "Regulatorische und weitere Einflussfaktoren"
auf [S. 58].
Als Dienstleistungsunternehmen betreibt Lufthansa keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung
im klassischen Sinne. Stattdessen sind wir an zahlreichen Forschungsprojekten beteiligt
und unterstützen diese aktiv. Ausführlich werden diese in unserem Nachhaltigkeitsbericht
"Balance" dargestellt. Als Beispiel dient hier das EU-Forschungsprojekt CARIBIC mit
dem Ziel, die komplexen chemischen und physikalischen Abläufe in der Atmosphäre zu
untersuchen. Ein an Bord eines Airbus-Langstreckenflugzeugs installiertes Messlabor
liefert detaillierte und präzise Daten über verschiedenste Spurenstoffe und die Konzentration
und Größenverteilung von Aerosolen. Im Frühjahr 2010 konnten die Gerätschaften zudem
genutzt werden, um verlässliche Messergebnisse zur Aschekonzentration im Luftraum
über Europa nach Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull zu erhalten.
Im November 2010 hat Lufthansa gemeinsam mit dem Koordinator der Bundesregierung für
die Luft- und Raumfahrt und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein
im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms der Bundesregierung gefördertes Biokraftstoff-Projekt
zur Nachhaltigkeit des Luftverkehrs vorgestellt: Nach erfolgter Zulassung wird Lufthansa
voraussichtlich ab Frühjahr 2011 einen Airbus A321 für sechs Monate im regulären Flugbetrieb
auf der Strecke Hamburg-Frankfurt-Hamburg einsetzen, der eine Treibstoffmischung mit
50 Prozent biosynthetischem Kerosin auf einem Triebwerk verwendet.
Wesentliches Ziel des Vorhabens ist im Rahmen eines Langzeitversuchs, die Auswirkungen von Biokraftstoffen auf Wartung und Lebensdauer von Triebwerken zu untersuchen. In den sechs Monaten Erprobung werden allein dadurch rund 1.500 Tonnen CO2 eingespart. Lufthansa wird damit weltweit die erste Airline sein, die im Rahmen eines Langzeitversuchs Biokraftstoff im Flugbetrieb einsetzt. Dieses Projekt mit dem Namen BurnFAIR ist Teil des von der Bundesregierung geförderten Gesamtprojekts "FAIR" (Future Aircraft Research), in dem neben der Verträglichkeit von Biokraftstoffen auch andere Themen wie neue Antriebs- und Flugzeugkonzepte oder andere Kraftstoffe, wie zum Beispiel Flüssiggas, untersucht werden. Aufgrund aufwendiger Beschaffungs- und Ablaufprozesse kalkulieren wir die Gesamtkosten für Lufthansa zur Durchführung des Projekts BurnFAIR mit rund 4,1 Mio. EUR.
Der Einsatz von biosynthetischem Kerosin ist ein Element der 4-Säulen-Klimaschutzstrategie des Luftverkehrssektors, die auch vom UN-Luftfahrtverband ICAO anerkannt ist und den Luftverkehrsgesellschaften effektive Maßnahmen zur CO2 -Reduzierung bietet. Nur mit einer Kombination aus unterschiedlichsten Maßnahmen, etwa einer kontinuierlichen Flottenerneuerung, operativer Maßnahmen wie Triebwerkswäsche oder dem Einsatz von leichteren Materialien und einer verbesserten Infrastruktur, wird es gelingen, die ambitionierten Umweltziele zu erreichen. Auch zu diesen Themen laufen bereits entsprechende Förderprojekte im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms.
Daneben treiben wir unser Engagement im Bereich der Lärmforschung weiter voran. So
investiert Lufthansa in aktive Schallschutzmaßnahmen, indem bis Ende 2011 die gesamte
in Frankfurt stationierte Boeing 737-Flotte umgerüstet wird und die Triebwerke von
Flugzeugen des Typs Boeing 737-300 und 737-500 technisch angepasst werden. Rund ein
Fünftel der Flugbewegungen der Lufthansa in Frankfurt werden künftig mit diesen Flugzeugtypen
durchgeführt. Durch die Maßnahme werden die Lärmemissionen bei An- und Abflug um bis
zu 2,4 Dezibel reduziert, womit wir auch unsere Verantwortung gegenüber den Flughafenanwohnern
wahrnehmen.
Weitere Erläuterungen zur 4-Säulen-Strategie im Luftverkehr können Sie in unserem
Nachhaltigkeitsbericht "Balance" nachlesen.
Für ein Dienstleistungsunternehmen wie Lufthansa ist die Bedeutung motivierter Mitarbeiter
ausgesprochen hoch, ebenso wie der Ausbau und das Wahren von Fachwissen. Die Maßnahmen,
die im Lufthansa Konzern vorangetrieben werden, um die Attraktivität des Unternehmens
als Arbeitgeber für bestehende und künftige Mitarbeiter sicherzustellen, werden im
Kapitel "Mitarbeiter" auf [S. 124] ausführlich beschrieben.
Als international tätiger Luftverkehrskonzern ist sich Lufthansa ihrer gesellschaftlichen
Verantwortung (Corporate Citizenship) bewusst und engagiert sich weltweit seit vielen
Jahren in den Bereichen Kultur, Umwelt, Soziales, Bildung und Sport.
In der Kultur hat sich das jährlich stattfindende "Lufthansa Festival of Baroque Music"
in London in den 26 Jahren seines Bestehens bereits zu einem international beachteten
Festival entwickelt. Darüber hinaus fördern wir seit 2010 als "First Global Partner"
das Gürzenich-Orchester in Köln und unterstützen es mit 250.000 EUR pro Jahr. Das
Orchester zählt im Konzert- wie im Opernbereich zu den führenden Deutschlands. Mit
der jährlichen Sponsoring-Einnahme plant es die weitere Stärkung seines musikpädagogischen
Angebots "Ohren auf!" für Kinder und Jugendliche in Form von gemeinsamen Proben- und
Konzertbesuchen, Musikprojekten, Workshops und Begegnungen.
Im Bereich Natur und Umwelt kooperiert Lufthansa mit über zehn nationalen und internationalen
Naturschutz- und Umweltverbänden in Projekten zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Schwerpunkt ist hierbei der Artenschutz. Lufthansa engagiert sich insbesondere in
grenzüberschreitenden Maßnahmen für wandernde Tierarten und ihre Lebensräume. Traditionell
groß ist unser Engagement für den Schutz bedrohter Kranicharten. Zudem haben Lufthansa
und die Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International 2010 die Wanderausstellung
"World Champions of Nature" konzipiert, die in zahlreichen deutschen Großstädten präsentiert
wird. Sie versteht sich als konkreter Beitrag zur stärkeren Etablierung von Naturwissen
und Sensibilisierung für den Artenschutz. Dazu zählt auch, dass mit "Vielfalt Leben
- Faszination Natur" ein neuer Artenschutz-Kurzfilm an Bord unserer Flugzeuge gezeigt
wird.
Herausragendes Beispiel für das soziale Engagement des Lufthansa Konzerns ist die
HelpAlliance. Sie wurde 1999 von Mitarbeitern aus allen Teilen des Lufthansa Konzerns
gegründet. Der Verein arbeitet ehrenamtlich sowie politisch und konfessionell unabhängig.
Zu den von der HelpAlliance betreuten Projekten zählen Schulen, Ausbildungseinrichtungen,
Waisenhäuser, Straßenkinderprojekte, Existenzgründungen und Buschkrankenhäuser in
Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika. Wir unterstützen die HelpAlliance seit ihrem
Bestehen finanziell, logistisch und kommunikativ. So wurde beispielsweise der Gesamtbetrag,
der von Lufthansa Mitarbeitern 2010 im Rahmen einer Aktion zur Unterstützung des HelpAlliance-Projekts
in Pakistan zur Hilfe in den dort von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten gespendet
wurde, von Lufthansa verdoppelt.
2004 haben Mitarbeiter von Lufthansa Cargo gemeinsam mit deutschen Ärzten außerdem
den gemeinnützigen Verein "Cargo Human Care" gegründet. Unkomplizierte und professionelle
medizinische Hilfe für die Not leidende Bevölkerung Nairobis ist die Grundidee dieses
humanitären Hilfsprojekts. Lufthansa Cargo stellt dafür unentgeltlich die Flugtickets
für Ärzte sowie freie Transportkapazitäten an Bord ihrer Frachtflugzeuge zur Verfügung.
Bei Katastrophen wie dem Erdbeben in Haiti oder der Flut in Pakistan leistet Lufthansa
Cargo zudem durch Hilfsgütertransporte schnelle und unmittelbare Hilfe, zum Beispiel
zur Unterstützung der medizinischen Behandlung von Kindern.
SWISS engagiert sich daneben seit Jahren für SOS-Kinderdörfer. So ist beispielsweise
das SWISS-Haus eines von 13 Familienhäusern im SOS-Kinderdorf Daressalam in Tansania.
Ermöglicht wurde die Errichtung durch Spenden von SWISS-Fluggästen und -Mitarbeitern.
Die starke Verbundenheit mit dem afrikanischen Kontinent drückt sich auch bei der
Verbund-Airline Brussels Airlines in der Unterstützung zahlreicher humanitärer Projekte
aus. Um das Engagement bestmöglich zu bündeln, arbeitet Brussels Airlines unter anderem
eng mit zwei belgischen Nichtregierungsorganisationen zusammen.
Das Thema Bildung besitzt bei uns ebenfalls einen traditionell hohen Stellenwert.
Mit dem innovativen Bildungsangebot "Lufthansa Erlebnis Wissen" werden die vielfältigen
Arbeits- und Berufswelten im Lufthansa Konzern vorgestellt, um so Kinder und Jugendliche
über die Luftfahrt zu informieren. Die Schülerinnen und Schüler erhalten so zusätzlich
eine erste berufliche Orientierung. Seit 2008 unterstützt Lufthansa außerdem die gemeinnützige
Initiative "Teach First Deutschland", die sich für mehr Chancengerechtigkeit für Schülerinnen
und Schüler auf dem Weg in den Arbeitsmarkt einsetzt. Ziel der im Jahr 1998 von der
Unternehmensberatung Boston Consulting Group gegründeten Initiative "business@school"
ist es, Schüler der Klassen 10 bis 13 praxisnah mit Wirtschaftsthemen vertraut zu
machen. Wir unterstützen seit 2002 auch diese Bildungsinitiative, an der jährlich
mehr als 70 Schulen mit gymnasialer Oberstufe in Deutschland, Österreich, der Schweiz,
Singapur, Italien und Norwegen teilnehmen.
Auch die Pflege von Traditionen wird im Unternehmen als Teil des verantwortlichen
Handelns verstanden. In diesem Sinne unterstützen wir auch die Deutsche Lufthansa
Berlin-Stiftung. Als ein Leuchtturmprojekt baut die Stiftung in detailreicher Arbeit
und mit hoher Expertise gemeinsam mit Kollegen der Lufthansa Technik und externen
Fachleuten ein Flugzeug der legendären Lockheed Super Constellation-Reihe neu auf.
Zudem wird es wieder flugfähig gemacht sowie Cockpit-Personal geschult und mit den
benötigten Lizenzen ausgestattet. Anhaltend großer Beliebtheit erfreut sich auch die
Junkers Ju 52 ("Tante Ju") mit dem Namen "Berlin-Tempelhof", mit der in zahlreichen
Städten Rundflüge angeboten werden.
Außerdem tritt das Unternehmen seit vielen Jahren als Partner des Sports auf. Das
Sport-Engagement ist sowohl Bekenntnis zu Leistungsbereitschaft im Wettbewerb als
auch ein Bekenntnis zur sozialen Verantwortung des Unternehmens. Zu dem Engagement
zählen unter anderem die Partnerschaft mit der Stiftung "Deutsche Sporthilfe", die
Unterstützung von München als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018 als
Nationaler Förderer sowie die Partnerschaft mit dem Deutschen Olympischen Sportbund
und dem Deutschen Behindertensportverband zur Unterstützung der deutschen Leistungssportler
bei den Olympischen Spielen und den Paralympics.
Im Bereich Beschaffung haben wir Anfang 2009 das Projekt "Procurement Leadership"
aufgesetzt, um die konzernweiten Beschaffungsprozesse weiter zu professionalisieren.
Im Fokus steht dabei die Einführung eines strategischen Warengruppenmanagements, durch
das die Einkaufsbereiche bis 2011 rund 300 Mio. EUR pro Jahr zum operativen Ergebnis
beitragen sollen. Begleitet wird die Strategieentwicklung durch eine intensive Arbeit
an Grundlagenthemen. Dazu zählt neben neuen IT-Systemen und diversen Prozessveränderungen
eine grundlegende Neuausrichtung des Lieferantenmanagements, mit der wir unseren Anspruch
an Verantwortung auch in unserer Einkaufsorganisation und entlang der gesamten Lieferantenkette
bekräftigen.
In diesem Zusammenhang fordert Lufthansa als "Procurement Leader" von ihren Lieferanten
künftig nicht mehr nur dezentral über ihre Gesellschaften die Einhaltung von verbindlichen
Verantwortungskriterien ein, sondern verankert diese nun konzernweit in allen Verträgen
und internen Richtlinien mittels eines Einkaufshandbuchs. Dabei orientieren wir uns
an international anerkannten Konventionen zum Umwelt- und Arbeitsschutz, den gesetzlichen
Vorschriften zur Bekämpfung von Korruption sowie Sicherheitsrichtlinien bei der Informationsverarbeitung.
Grundlage aller Aktivitäten des Lufthansa Konzerns und wesentliche Voraussetzung für
verantwortliches Handeln ist die langfristige Steigerung des Unternehmenswerts durch
nachhaltiges Wirtschaften. Hierzu steuern wir das Unternehmen mit Hilfe einer Wertorientierung
und messen den Erfolg am Cash Value Added (CVA), siehe "Wertorientierte Steuerung
und Ziele" ab [S. 48]. Die variablen Vergütungsanteile der Führungskräfte und des
Vorstands orientieren sich ebenfalls am CVA. Damit ist gewährleistet, dass die Führung
des Unternehmens unmittelbaren Anteil an der nachhaltigen Entwicklung des Konzerns
hat. Gleichzeitig minimiert es die Gefahr, kurzfristig Erfolg versprechende, jedoch
nicht dauerhaft wirkende Entscheidungen als attraktiv anzusehen.
Auch das Risikomanagement einschließlich des Managements der Finanzrisiken trägt zur
Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs bei. Eine ausführliche Darstellung
der Ansätze und Maßnahmen finden Sie im "Risiko- und Chancenbericht" ab [S. 132].
Das deutsche Aktien-, Mitbestimmungs- und Kapitalmarktrecht sowie unsere Satzung und
der unternehmensspezifisch umgesetzte Corporate Governance Kodex dienen als Grundlage
für die Ausgestaltung der Führungs- und Überwachungsstruktur im Konzern. Dazu gehört
auch, dass für alle Lufthansa Mitarbeiter die Regeln der "Competition Compliance"
sowie der "Integrity Compliance" verbindlich sind.
Offene und transparente Kommunikation ist unser oberstes Gebot im regelmäßigen Dialog
mit allen Stakeholdern. Damit schaffen wir die wesentlichen Voraussetzungen für das
Vertrauen, das Lufthansa bei ihren Kapitalgebern, Mitarbeitern und in der Öffentlichkeit
genießt.
Das Grundkapital der Deutschen Lufthansa AG beträgt 1.172 Mio. EUR, aufgeteilt in
457.937.572 auf den Namen lautende Stückaktien. Auf jede Stückaktie entfällt ein Anteil
von 2,56 EUR am Grundkapital. Die Übertragung der Aktien ist an die Zustimmung der
Gesellschaft gebunden (Vinkulierung). Die Gesellschaft darf die Zustimmung dazu nur
verweigern, wenn durch die Eintragung des neuen Aktionärs in das Aktienregister die
Aufrechterhaltung der luftverkehrsrechtlichen Befugnisse gefährdet sein könnte. Jede
Namensaktie gewährt eine Stimme. Die Aktionäre nehmen nach Maßgabe der gesetzlichen
Vorschriften und der Satzung ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort
ihr Stimmrecht aus.
Damit die Luftverkehrsbetriebsgenehmigung nach Europarecht und die Luftverkehrsrechte
zum Anflug internationaler außereuropäischer Ziele gewahrt bleiben, darf der Anteil
ausländischer Aktionäre 50 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen.
Erreicht der Anteil ausländischer Aktionäre 40 Prozent, so wird die Deutsche Lufthansa
AG gemäß § 4 Abs. 1 Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz (LuftNaSiG) in Verbindung
mit § 71 Abs. 1 Nr. 1 AktG in die Lage versetzt, eigene Aktien zu erwerben, um eine
drohende Überfremdung abzuwehren. Wird ein Ausländeranteil von 45 Prozent im Aktienregister
erreicht, ist die Gesellschaft ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital
gegen Bareinlage durch die Ausgabe neuer Aktien um bis zu 10 Prozent zu erhöhen und
hierbei das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen (§ 4 Abs. 2 und 3 LuftNaSiG i.
V. m. § 4 Abs. 4 der Satzung der Gesellschaft). Nähert sich der Anteil ausländischer
Aktionäre der 50 Prozent-Grenze, hat die Gesellschaft das Recht, die Zustimmung zur
Eintragung neuer ausländischer Aktionäre ins Aktienregister zu verweigern (§ 5 Abs.
1 der Satzung der Gesellschaft). Sollte gleichwohl der 50-prozentige Anteil ausländischer
Aktionäre überschritten werden, ist die Deutsche Lufthansa AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats
befugt, zuletzt eingetragene Aktionäre aufzufordern, ihre Aktien zu veräußern. Wird
dieser Aufforderung nicht binnen vier Wochen nachgekommen, ist die Gesellschaft nach
Verstreichen einer Nachfrist von drei Wochen berechtigt, die betreffenden Aktien gegen
Entschädigung für verlustig zu erklären (§ 5 LuftNaSiG).
Am 31. Dezember 2010 lag der Anteil ausländischer Aktionäre bei 31,5 Prozent. Detaillierte
Informationen zum LuftNaSiG und die quartalsweise aktualisierte Aktionärsstruktur
finden Sie auf unserer Internetseite i www.lufthansa.com/investor-relations.
Zum 31. Dezember 2010 gab es keine Aktionäre mit einem Anteil am Grundkapital von
mehr als 10 Prozent.
Aktien mit Sonderrechten sind bei Lufthansa nicht vorhanden.
In Deutschland wird diese Regelung nicht angewendet.
Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und bestimmt deren Anzahl. Der Aufsichtsrat
kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands
widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Jede Satzungsänderung bedarf eines
Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei
der Beschlussfassung durch die Aktionäre vertretenen Grundkapitals.
Die Deutsche Lufthansa AG verfügt über ein genehmigtes Kapital in Höhe von 586.160.092
EUR:
Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. April 2010 wurde der Vorstand
ermächtigt, bis zum 28. April 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital
der Gesellschaft um bis zu 561.160.092 EUR durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von
neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen
(Genehmigtes Kapital A). Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen.
Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 24. April 2009 wurde der Vorstand
ermächtigt, bis zum 23. April 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital
der Gesellschaft um bis zu 25 Mio. EUR durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von neuen,
auf den Namen lautenden Stückaktien an die Mitarbeiter gegen Bareinlage zu erhöhen
(Genehmigtes Kapital B). Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen.
Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, bis zum 16. Mai 2011 Wandel-, Options-, Gewinnschuldverschreibungen
oder Genussrechte - oder Kombinationen hieraus - bis zu einem Gesamtnennbetrag von
1,5 Mrd. EUR zu begeben und das Grundkapital in diesem Zusammenhang um bis zu 117.227.520
EUR durch Ausgabe von bis zu 45.792.000 neuen Aktien (rund 10 Prozent) zu erhöhen.
Darüber hinaus ist die Gesellschaft durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung
vom 29. April 2010 ermächtigt, bis zum 28. April 2015 eigene Aktien zu erwerben. Die
Ermächtigung kann unter anderem dazu genutzt werden, die Finanzierungsmöglichkeiten
für den Fall eines Erwerbs eines Unternehmens oder einer Unternehmensbeteiligung zu
erweitern. Dabei darf der rechnerische Anteil der aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen
Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, die die Gesellschaft bereits
erworben hat und noch besitzt, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 Prozent des Grundkapitals
betragen.
Weitere Angaben zum genehmigten Kapital, bedingten Kapital und zum Erwerb eigener
Aktien sind im Konzernanhang "Erläuterung 33" ab [S. 188] aufgeführt.
Derartige Vereinbarungen sind bei Lufthansa nicht vorhanden.
Für den Fall eines im Anstellungsvertrag näher definierten Kontrollwechsels bei der
Deutschen Lufthansa AG haben das Vorstandsmitglied und die Gesellschaft das Recht,
den Vertrag innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten seit dem Kontrollwechsel zu
kündigen.
Falls der Vertrag endet, weil das Sonderkündigungsrecht ausgeübt oder der Vertrag
innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten seit und im Zusammenhang mit dem Kontrollwechsel
einvernehmlich aufgehoben wurde, hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf eine Abfindung
seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Vertrags.
Gemäß der entsprechenden Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodexes darf
die Höhe der Abfindung 150 Prozent der vertraglich vereinbarten Abfindungshöchstgrenze,
siehe Konzernanhang "Erläuterung 49" ab [S. 210], nicht übersteigen.
Am 19. Januar 2011 haben die Deutsche Lufthansa AG und die Unabhängige Flugbegleiter
Organisation UFO e.V. eine Empfehlung zur Schlichtung des Tarifkonflikts angenommen
und damit die seit März 2010 andauernde Tarifrunde abgeschlossen.
Mit Hilfe des Schlichterspruchs wurden Regelungen zu einer Verlängerung des Vergütungs-
und Neufassung des Manteltarifvertrags getroffen, die für die rund 16.000 Lufthansa
Flugbegleiter Anwendung finden. Im Rahmen des Vergütungstarifvertrags, der ohne Änderungen
mit einer Laufzeit von 22 Monaten, bis zum 31. Dezember 2011, neu abgeschlossen wurde,
vereinbarten die Parteien eine Nullrunde. Für den neuen Manteltarifvertrag gilt eine
Laufzeit bis zum 28. Februar 2014.
Inbegriffen in den neuen Verträgen sind auch Vereinbarungen zur weiteren Verbesserung
der Arbeitsbedingungen, unter anderem eine Reduzierung von Dienstplanänderungen und
einhergehend damit eine höhere Planungssicherheit für Kabinenbeschäftigte sowie Regelungen
zu Ruhe- und Pausenzeiten. Außerdem wurde eine Strukturausgleichszahlung in Höhe von
1.000 EUR beschlossen, die im März 2011 ausbezahlt wird.
Die Einigung trägt sowohl dem Bedürfnis der Kabinenmitarbeiter nach Planstabilität
und den besonderen Belastungsgrenzen im Flugverkehr Rechnung als auch der Notwendigkeit,
im Unternehmen Flexibilität und Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.
Als international tätiges Luftfahrtunternehmen ist Lufthansa gesamtwirtschaftlichen,
branchenspezifischen und unternehmerischen Risiken ausgesetzt. Dank unserer auf aktuellem
Stand gehaltenen Managementsysteme erkennen wir frühzeitig Risiken und Chancen und
richten unser Handeln daran aus. Unsere bewährte Risikostrategie erlaubt es uns, günstige
Geschäftsgelegenheiten zu nutzen, sofern das Rendite-Risiko-Verhältnis marktgerecht
ist. Darüber hinaus müssen die Risiken in Bezug auf unsere Wertschaffung angemessen
und tragbar sein.
Ein integraler Faktor unserer Unternehmensführung ist die bewusste Steuerung von Chancen
und Risiken. Unser Risikomanagement ist daher in die bestehenden Geschäftsprozesse
integriert. Das System, mit dem Risiken früh erkannt und gemanagt werden, besteht
aus mehreren Modulen. Deren Bausteine sind systematisch miteinander verknüpft - mit
Ausnahme der Organisation des Finanzrisikomanagements, das zentral verantwortet wird.
Auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass homogene Risiken gesamthaft erkannt
und mit der erforderlichen Kompetenz wirtschaftlich verantwortungsvoll gesteuert werden.
Die Funktionen des Handels, der Abwicklung und des Finanzrisikocontrollings sind dabei
streng voneinander getrennt und in eigenständigen Organisationseinheiten angesiedelt.
Das Risikomanagement-System für Finanzinstrumente ist Teil des zentralen Finanzmanagements.
Es wird im Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken" ab [S. 139] und im
Konzernanhang "Erläuterung 46" ab [S. 200] detailliert dargestellt.
Unser Risikomanagement-Ausschuss stellt im Auftrag des Vorstands sicher, dass Geschäftsrisiken
laufend über alle Funktionen und Prozesse hinweg erkannt und bewertet werden. Der
Ausschuss besteht aus acht Direct Reports des Lufthansa Vorstands aus den Bereichen
Konzerncontrolling, -justitiariat, -finanzen, -rechnungswesen, -revision (permanentes
Mitglied ohne Stimmrecht), IT, Controlling Lufthansa Passage sowie der Delvag Gruppe.
Er ist dafür verantwortlich, das Risikosystem in Effektivität und Effizienz ständig
zu verbessern.
Ein wichtiges Instrument dafür ist die Risikolandkarte, in der alle wesentlichen Risiken,
die das Ergebnis und den Bestand des Unternehmens gefährden könnten, aufgeführt werden.
Zugleich werden darin alle Instrumente zum Management dieser Risiken identifiziert.
Wesentliche Risiken sind danach solche, die zu einem Verlust von mindestens einem
Drittel des operativen Ergebnisses führen können, das zum Werterhalt notwendig ist.
Für 2010 wurde dieser Wert für den Lufthansa Konzern unverändert mit 300 Mio. EUR
beziffert. Auf Ebene der Geschäftsfelder werden die jeweiligen Wesentlichkeitsgrenzen
nach dem gleichen Prinzip individuell berechnet.
Die Risikolandkarte wird regelmäßig aktualisiert und orientiert sich in ihrer Struktur
am Prozess des gesamten Risikomanagements: Identifikation, Steuerung, Kommunikation
und Kontrolle. Beim Risikomanagement wendet Lufthansa konzerneinheitliche Standards
an. In allen Geschäftsfeldern werden zudem Risikomanagement-Beauftragte durch die
jeweiligen Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften ernannt. Diese sind für die
Umsetzung der Konzernrichtlinie in ihren jeweiligen Gesellschaften verantwortlich
und stehen in engem und regelmäßigem Kontakt zum Risikomanagement-Ausschuss. Auf diese
Weise kann beispielsweise auch die kurzfristige Integration neuer Töchter, wie Austrian
Airlines oder British Midland, sichergestellt werden.
Das Chancen- und Risikocontrolling stellt einen weiteren Baustein im Rahmen der Planungs-
und Steuerungsprozesse dar. Dabei werden vor allem durch die Analyse des Markt- und
Wettbewerbsumfelds die Ergebnisziele, die die Risiko- und Chancenpotenziale beeinflussen,
identifiziert, bewertet und Maßnahmen zu ihrer Steuerung eingeleitet. Da gleichermaßen
positive wie negative Planabweichungen im Fokus stehen, bedeutet dies, dass Risiken
und Chancen mit den gleichen Instrumenten identifiziert, bewertet, gesteuert und kontrolliert
werden. In der Planung werden zusätzlich verstärkt Szenariotechniken angewendet.
Über das gesamte Jahr hinweg verfolgen wir die identifizierten Chancen und Risiken
mit Bezug zum geplanten Ergebnis mit Hilfe eines quartalsweise erscheinenden Chancen-
und Risikoberichts. Um das Augenmerk auf die wichtigsten Faktoren zu legen, werden
die potenziellen Planabweichungen zum operativen Ergebnis von den Risikoverantwortlichen
quantifiziert. Dabei werden sowohl positive als auch negative Abweichungen, also Chancen
und Risiken, in Form einer Best-/Worst-Case-Analyse bewertet. Auch ist die Diskussion
der Chancen und Risiken fester Bestandteil der regelmäßigen Gespräche des Konzerncontrollings
mit den jeweiligen Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften.
Darüber hinaus werden potenzielle Planabweichungen in separaten Gesprächen mit den
Risikoträgern erörtert. Der Fokus liegt hier darauf, den Handlungsbedarf beziehungsweise
den Umsetzungsstand der ergriffenen Maßnahmen zur systematischen Steuerung der entsprechenden
Chancen und Risiken zu identifizieren.
Die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC)
hat das Risikofrüherkennungssystem der Deutschen Lufthansa AG im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
hinsichtlich der aktienrechtlichen Anforderungen untersucht. Es erfüllt alle gesetzlichen
Anforderungen, die an ein solches System gestellt werden.
Für den Lufthansa Konzern ergeben sich gemäß den Kategorien der Risikolandkarte insbesondere
die folgenden Risiken:
Die Weltkonjunktur erholt sich von dem Produktionseinbruch der Jahre 2008 und 2009
bislang schneller als erwartet. Vor allem aufgrund der hohen Wachstumsdynamik in den
asiatischen Schwellenländern wird sie sich auch weiter erholen, allerdings dürfte
sich das Expansionstempo abschwächen. Nähere Ausführungen zum Verlauf und den Erwartungen
der konjunkturellen Entwicklung finden Sie in den Kapiteln "Gesamtwirtschaftliche
Lage" ab [S. 54] und "Gesamtwirtschaftlicher Ausblick" ab [S. 145].
Vor dem Hintergrund ihrer weltweiten Geschäftstätigkeit ist Lufthansa sowohl globalen
als auch regionalen gesamtwirtschaftlichen Veränderungen in starkem Maße ausgesetzt.
Von großer Bedeutung ist dafür das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den
verschiedenen Wirtschaftsregionen der Welt. Hiervon hängt auch das Wachstum der Luftverkehrsnachfrage
ab. So korreliert auf Basis historischer Werte beispielsweise ein BIP-Wachstum von
1 Prozent positiv mit einem Wachstum des Passagierluftverkehrs von ca. 1,5 Prozent
in reifen Märkten und bis zu 2,5 Prozent in den Wachstumsmärkten Asiens, Lateinamerikas
und Osteuropas.
Sollten sich die Prognosen eines, wenn auch abgeschwächten, konjunkturellen Wachstums
als falsch erweisen, so besteht das Risiko einer geringer als geplant ausfallenden
Nachfrage nach Luftverkehrsleistungen.

Dies ist insbesondere dann relevant, wenn die geringe konjunkturelle Dynamik in den
USA unter den Erwartungen bleiben sollte. Aufgrund der Nachfrageentwicklung bei den
Fluggesellschaften des Konzerns wäre dann auch davon auszugehen, dass sich die Auftragseingänge
in den übrigen Geschäftsfeldern schwächer entwickeln als ursprünglich für 2011 angenommen.
Durch die unterschiedlichen Geschäftsmodelle würden die Ergebnisse der Geschäftsfelder
dadurch jedoch in ungleichem Maß und zu abweichenden Zeitpunkten beeinflusst.
Regelmäßig führen Änderungen des weltwirtschaftlichen Wachstums auch zu Veränderungen
der Währungsparitäten und Zinsen. Zu den Auswirkungen und dem Management dieser Risiken
verweisen wir auf die Darstellungen im Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Chancen und
Risiken" ab [S. 139] dieses Berichts.
Die konjunkturelle Entwicklung, insbesondere in den Wachstumsmärkten Asiens, wird
sich auch erheblich auf die Nachfrage nach Öl und damit auf die Preisentwicklung des
Treibstoffs Kerosin auswirken. Es besteht das Risiko, dass der Anstieg der Treibstoffpreise
stärker ausfällt als das Nachfragewachstum in den für Lufthansa wichtigsten Märkten.
Gegenüber ungesicherten Wettbewerbern ergeben sich durch unsere Treibstoffsicherungsmaßnahmen
hingegen Chancen, bei einem Anstieg der Treibstoffpreise von unseren Sicherungsgeschäften
zu profitieren. Nähere Erläuterungen zur Systematik und Wirkung der Treibstoffpreissicherung
finden Sie im Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken" ab [S. 139].
Beeinflusst von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sich auch der internationale
Passagierluftverkehr 2010 schneller erholt als erwartet. Und auch hier ist davon auszugehen,
dass das starke Nachfragewachstum an Dynamik verlieren wird. Laut IATA-Prognose wird
sich die Steigerung der weltweiten Passagiernachfrage 2011 wieder auf den langjährigen
Durchschnitt von etwa 5 Prozent einpendeln. Gleichwohl sind die Prognosen für die
erwartete Nachfrageentwicklung mit hohen Unsicherheiten behaftet. Nähere Ausführungen
finden Sie in den Kapiteln "Branchenentwicklung" ab [S. 56] und "Branchenausblick"
ab [S. 146].
Neben der Nachfrageentwicklung bestimmt aber auch die Entwicklung des Kapazitätsangebots
der Fluggesellschaften wesentlich das Risikoprofil der Industrie. Aufgrund der Flugzeugneubestellungen,
insbesondere durch die stark wachsenden Fluggesellschaften aus der Golfregion und
Asien, sowie der Reaktivierungen stillgelegter Flugzeuge weltweit ist mit Überkapazitäten
zu rechnen, was den Druck auf die Auslastung und Durchschnittserlöse erhöhen wird.
In diesem Umfeld wird die Wettbewerbsfähigkeit der Fluggesellschaften wesentlich davon
beeinflusst, wie schnell sie auf Veränderungen der Nachfrage reagieren können.
Die Kosten variabel zu halten, ist in diesem Umfeld ein entscheidender Faktor. An
erster Stelle steht hierbei die Flexibilität, die eigenen Flugzeugkapazitäten potenziellen
Nachfrageveränderungen anpassen zu können. Unsere vorausschauende Orderpolitik mit
gestaffelten Flugzeugbestellungen und der Möglichkeit, jederzeit einen Teil älterer
Flugzeuge durch neu ausgelieferte Flugzeuge auszutauschen, ermöglicht es uns, eine
der Nachfrage entsprechende Kapazität anbieten zu können. Da der Großteil der Flugzeuge
finanziell unbelastet und teilweise bereits abgeschrieben ist, kann bei Bedarf eine
temporäre Stilllegung schnell und ohne hohe Remanenzkosten erfolgen.
Alle Geschäftsfelder des Lufthansa Konzerns sind in wettbewerbsintensiven Märkten
tätig. Die vielerorts zu beobachtenden Subventionen könnten den Wettbewerb für Lufthansa
nachteilig verzerren. Andere Wettbewerber entwickeln sich ihrerseits ebenfalls weiter
und prägen beispielsweise mit neuen Geschäftsmodellen und günstigeren Kostenstrukturen
sowohl auf europäischer als auch auf internationaler Ebene den Markt. Die Gesellschaften
des Lufthansa Konzerns stellen sich darauf vor allem mit kundenorientierten und qualitativ
hochwertigen Produkten und Dienstleistungen ein. In den Erläuterungen zu den jeweiligen
"Geschäftsfeldern" ab [S. 78] wird hierauf detailliert eingegangen.
Entscheidend im Wettbewerb ist zudem die Fähigkeit, die Kostenstruktur beständig zu
optimieren. Im Lufthansa Konzern setzen wir dies um, indem wir bedarfsgerechte Ergebnissicherungsprogramme
initiieren beziehungsweise umsetzen und gleichzeitig die Kostenbasis im Tagesgeschäft
stetig senken und flexibilisieren. In der Lufthansa Passage sollen auf Basis des Programms
Climb 2011 bis Ende 2011 die Kosten nachhaltig um 1 Mrd. EUR reduziert werden, siehe
auf [S. 85]. Durch die Sanierung von Austrian Airlines und bmi sowie durch die Nutzung
entstehender Synergien sollen auch diese Gesellschaften kurz- beziehungsweise mittelfristig
einen positiven Ergebnis- und Wertbeitrag liefern. Alle übrigen Konzerngesellschaften
setzen ebenfalls umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen um. Wie bei jeder Maßnahme,
die auf eine Reduzierung der Risiken abzielt, gilt auch hier, dass eine verzögerte
Ergebniswirkung der Maßnahmen grundsätzlich ein Risiko darstellt. Die geplante Ergebniswirkung
von 1 Mrd. EUR allein durch Climb 2011 verdeutlicht die wirtschaftliche Bedeutung
der konsequenten Umsetzung.
Der internationale Wettbewerb weitet sich zunehmend auf einen Wettbewerb der Gesamtsysteme
bestehend aus Flughäfen, Flugsicherung und Fluggesellschaften aus. Denn diese haben
erheblichen Einfluss auf die Effizienz der gesamten Wertschöpfungskette des Standorts
und damit auf die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Fluggesellschaft. Die Bedeutung
des infrastrukturellen Umfelds erstreckt sich sowohl auf die erforderlichen Kapazitäten
als auch auf reibungslose Prozesse sowie wettbewerbsfähige Kosten- und Preisstrukturen.
Die Initiative "Luftverkehr für Deutschland" bietet uns und unseren Partnern aus Flughäfen,
Flugsicherung und Behörden eine gemeinsame Plattform zur Sicherung und zum Ausbau
des Luftverkehrsstandorts Deutschland. Um die derzeitige Position als führendes Luftverkehrsdrehkreuz
beibehalten zu können, ist der Ausbau der Landebahn- und Terminalsysteme an den Flughäfen
Frankfurt und München eine wichtige Voraussetzung. Dies gilt insbesondere angesichts
der in anderen Regionen der Welt entstehenden Megahubs, die mit kostengünstigen Strukturen
versuchen, globale Verkehrsströme über sich zu leiten. Für Lufthansa bedeutet der
Ausbau des heimischen Drehkreuzes hingegen die Chance, umfangreiche Produkt- und Prozessverbesserungen
umsetzen und damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit steigern zu können, vorausgesetzt,
die Produktivitäts- und Kostenziele sind an den Erfordernissen des Wettbewerbs ausgerichtet.
Ein ernstzunehmendes Problem sind zudem die Engpässe in der fragmentierten europäischen
Flugsicherung. Sie führen noch immer zu erheblichen Verspätungen im Luftverkehr, zu
unnötigen Umwegen, Wartezeiten, erhöhtem Treibstoffverbrauch und vermeidbaren Emissionen.
Dies belastet die wirtschaftliche Entwicklung aller europäischen Fluggesellschaften
ebenso wie die Umwelt und gefährdet zudem das Wachstum des Luftverkehrs. Gemeinsam
mit ihren Wettbewerbern fordert Lufthansa deshalb von der EU-Kommission und den nationalen
Regierungen weiterhin mit Nachdruck, kurzfristig ein leistungsfähiges europäisches
Flugsicherungssystem zu schaffen. Zu den hierbei erzielten Fortschritten, siehe auch
[S. 58].
Durch "Open Skies"-Abkommen, wie dem, das zwischen den USA und der Europäischen Union
besteht, ergeben sich für Lufthansa sowohl Chancen als auch Risiken. Der ungehinderte
Zugang für Fluggesellschaften der EU-Staaten und der USA zu den jeweiligen Lufträumen
wird den Wettbewerb im Transatlantikverkehr deutlich erhöhen und zu einem größeren
Preisdruck führen. Gleichzeitig entstehen neue Potenziale in benachbarten Märkten,
die Lufthansa systematisch beobachten und wirtschaftlich sinnvoll nutzen wird. So
ergeben sich durch das Joint Venture Atlantic++ neue Erlöschancen, unter anderem durch
die Abstimmung von Flugplänen, integrierte Vertriebsprogramme sowie eine gemeinsame
Preisgestaltung. Durch die steigende Komplexität, zum Beispiel bei der Erlösaufteilung,
aber auch bei der Abstimmung unter den Carriern, entstehen jedoch gleichzeitig neue
Risiken, die im Rahmen der Projektarbeit zu Atlantic++ identifiziert, gesteuert und
berichtet werden.
In diesem Wettbewerbsumfeld spielen Allianzen und tiefer gehende Kooperationen insgesamt
eine zunehmend wichtige Rolle. Die Star Alliance ist nach wie vor das führende Bündnis
mit dem weltweit breitesten Angebot. Lufthansa ergänzt deren Angebot, indem sie gezielt
regionale Kooperationen entwickelt und eingeht. Nähere Ausführungen zur Entwicklung
der Star Alliance und Atlantic++ finden Sie im Kapitel "Passage Airline Gruppe" ab
[S. 78].
Schließlich verfügt Lufthansa über das seit Jahren bewährte Kundenbindungsprogramm
Miles & More. Dessen Angebote werden stetig weiterentwickelt, was sich nicht nur in
beständig steigenden Mitgliederzahlen, sondern auch in der hohen Attraktivität des
HONCircles, dem exklusivsten Kundenkreis für Vielflieger, auswirkt.
Auch Gesetze und Änderungen im nationalen und internationalen Regelwerk wirken sich
entscheidend auf den künftigen Geschäftserfolg von Lufthansa aus. Dabei sind Verkehrsrechte,
Sicherheitsbestimmungen und Regelungen im Bereich Compliance ebenso wichtig wie Vorschriften
und Entwicklungen in der Rechtsprechung im In- und Ausland im Bereich Steuern, Kapitalmarkt-
und Kartellrecht. Die jüngsten rechtlichen Änderungen, die sich auf die Geschäftsentwicklung
der Lufthansa auswirken könnten, sind im Kapitel "Regulatorische und weitere Einflussfaktoren"
ab [S. 58] dargestellt. Risiken bestehen auch in Verstößen gegen wettbewerbsrechtliche
Anforderungen. Lufthansa verfügt dabei über ein Compliance-Programm, das im Kapitel
"Corporate Governance" auf [S. 44] detailliert erläutert wird.
Nach wie vor beeinflussen geopolitische Ereignisse wie Kriege, Terroranschläge oder
Umweltkatastrophen die Luftfahrtbranche in hohem Maße. Doch auch politische Entscheidungen
- insbesondere auf nationaler und europäischer Ebene - können sich erheblich auswirken.
Dies trifft insbesondere dann zu, wenn durch sie in den Wettbewerb eingegriffen wird,
wie beispielsweise durch Subventionen oder einseitige Belastungen für bestimmte Marktteilnehmer.
Einen massiven Eingriff im Bereich der Fiskalpolitik stellt die in Deutschland eingeführte
und ab dem 1. Januar 2011 geltende Luftverkehrsteuer dar. Danach werden Abflüge ab
Deutschland mit einer fluglängenabhängigen Abgabe besteuert. So wird eine Flugstrecke
von bis zu 2.500 km mit 8 EUR belastet, eine Strecke bis 6.000 km mit 25 EUR und Langstreckenflüge
ab 6.000 km mit 45 EUR. Ausgenommen von dieser Regelung sind internationale Umsteiger
und Frachtflüge. Obwohl man so zumindest in gewissem Maße auf Deutschlands Luftverkehrsstrukturen
Rücksicht genommen hat, werden der deutsche Luftverkehr sowie die Export- und Tourismusindustrie
dennoch durch den Beschluss beeinträchtigt. Insgesamt plant die Bundesregierung, mit
der Steuer Einnahmen von jährlich 1 Mrd. EUR zu erzielen. Ähnliche nationale Steuern
bestehen in Großbritannien, Frankreich, Irland und Österreich. Andere Staaten, wie
beispielsweise die Niederlande, haben nach signifikant negativen volkswirtschaftlichen
Effekten eine derartige Steuer kurzfristig wieder abgeschafft beziehungsweise auf
eine geplante Erhebung verzichtet. Der internationale Konsens, dass der Luftverkehr
seine externen Kosten über die Infrastrukturgebühren internalisiert, verliert durch
diese unilateralen Zusatzbelastungen weiter an Gültigkeit.
Ähnliches geschieht durch den ab dem 1. Januar 2012 beginnenden EU-Emissionshandel,
der einen regionalen Regelungsansatz für ein weltweites Problem in einer globalen
Industrie darstellt. Selbst unter Einbeziehung aller Fluggesellschaften, die die Europäische
Union anfliegen, belastet er europäische Wettbewerber in einem wesentlich höheren
Maße als nicht-europäische Unternehmen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf
[S. 58].
Im Zusammenhang mit Umweltthemen bestehen weitere Risiken. So könnte zum Beispiel
eine restriktive Nachtflugregelung, insbesondere am Flughafen Frankfurt, die Ergebnisentwicklung
und Wachstumsperspektiven an diesem Drehkreuz negativ beeinflussen. Für eine wirtschaftliche
und bedarfsgerechte Nutzung der Kapazitäten ist, eine praktikable Regelung am Flughafen
Frankfurt unabdingbar, zum Stand des Verfahrens siehe [S. 59].
Neben den genannten umweltrechtlichen Vorschriften und Regularien ist in den kommenden
Jahren auch mit weiteren Verschärfungen verbraucherrechtlicher Vorschriften zu rechnen.
Für Lufthansa als Full-Service-Carrier sind die meisten der im Gespräch befindlichen
Standards allerdings schon selbstverständlich. Kritisch ist insbesondere, wenn sich
europäische Regelungen, beispielsweise hinsichtlich der Höhe von Ausgleichsleistungen
oder hinsichtlich der Verantwortung für Flugunregelmäßigkeiten, nicht am international
üblichen Standard orientieren und die europäische Industrie dadurch einseitig im globalen
Wettbewerb benachteiligt wird.
Darüber hinaus können sich plötzlich und ohne Vorwarnung Umweltrisiken konkretisieren.
Ein solcher Fall war im Frühjahr 2010 die Sperrung weiter Teile des europäischen Luftraums
wegen der möglichen Ausbreitung von Vulkanasche. Um ähnlichen Szenarien in Zukunft
angemessen begegnen zu können, wurde auf europäischer Ebene eine Krisenkoordinationsstelle
geschaffen, der "ICAO Volcanic Ash Contingency Plan" für Europa aktualisiert und eine
bessere Abstimmung unter den Staaten der Europäischen Union in die Wege geleitet.
Die "ICAO Volcanic Ash Task Force" ist mit der Weiterentwicklung globaler Standards
für anzuwendende Verfahren und die Bestimmung der Grenzwerte befasst. Lufthansa strebt
gemeinsam mit anderen Fluggesellschaften an, hier mehr Entscheidungskompetenzen zu
erhalten. Umfassende Informationen über Atmosphärenverhältnisse würden selbständige
und dezentrale Entscheidungen ermöglichen, ob und inwieweit der Betrieb eingestellt
oder aufrechterhalten werden sollte.
Um diesen Risiken wirkungsvoll zu begegnen, unterhält Lufthansa ein ausgedehntes politisches
Risikomanagement und Mitgliedschaften in zahlreichen Verbänden, in deren Führungsgremien
zumeist Mitglieder des Vorstands vertreten sind. Um die Effizienz und Effektivität
der Verbandsarbeit der Luftverkehrsbranche weiter zu steigern, wurde Ende 2010 der
Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet, der sowohl Fluggesellschaften
als auch Luftverkehrskontrolle, Hersteller und Flughäfen miteinander vereint und voraussichtlich
Mitte 2011 die Arbeit aufnehmen soll.
Die jüngste Wirtschaftskrise hat die Dynamik marktstruktureller Veränderungen beschleunigt.
Während im Interkontinentalverkehr eine deutliche Erholung zu spüren ist, hat sich
das Reise- und Buchungsverhalten im Europaverkehr nachhaltig verändert. Hier ist nicht
davon auszugehen, dass sich die Durchschnittserlöse wieder auf das Vorkrisenniveau
anheben lassen. Lufthansa reagiert darauf durch eine entsprechende strukturelle Anpassung
ihrer Aufstellung im Europaverkehr und Absenkung der Stückkosten, Details siehe Kapitel
"Passage Airline Gruppe" [S. 85]. Die Produktivitätsverbesserungen führen zu einer
Anhebung der Kapazitäten. Die Zielerreichung einer stärkeren Kostenentlastung gegenüber
den zu erwartenden Rückgängen in den Durchschnittserlösen wird eng beobachtet. Bei
Bedarf wird zu bereits festgelegten Parametern und Auslösegrenzen eine Anpassung der
angebotenen Kapazitäten vorgenommen.
Der Erfolg eines global operierenden Netzwerk-Carriers hängt wesentlich von einem
weltweiten und dichten Streckennetzwerk ab. Gemeinsam mit den Fluggesellschaften des
Airline-Verbunds und unseren Partnern der Star Alliance stellen wir unseren Kunden
das größte globale Streckennetz zur Verfügung. Durch ein systematisches Airline-Verbund-
und Allianzmanagement können Risiken frühzeitig erkannt und Chancen effektiv genutzt
werden. So sind wir in den Wachstumsmärkten Asiens gut aufgestellt und auch in Afrika
hat sich die Positionierung der Lufthansa Gruppe, nicht zuletzt durch die Netzwerke
der SWISS und Brussels Airlines, entscheidend verbessert. In beiden Regionen rechnen
wir uns weiterhin gute Entwicklungschancen aus. In Lateinamerika konnte die Position
mit dem Star Alliance-Beitritt von TAM und den beabsichtigten Neuzugängen Avianca-TACA
sowie Copa deutlich verbessert werden. Im Falle einer geplanten Fusion von TAM mit
dem Oneworld-Mitglied LAN Airlines würde eine Entscheidung zur zukünftigen Allianzzugehörigkeit
der neuen Gesellschaft anstehen. Eine erweiterte Kooperation in der Wachstumsregion
Lateinamerika birgt für Lufthansa hohes Wachstumspotenzial.
Im Rahmen der Industriekonsolidierung hat Lufthansa eine aktive Rolle eingenommen.
Die Erweiterung der Passage Airline Gruppe stärkt das Airline-Profil im Beteiligungsportfolio
von Lufthansa. Dadurch gewinnen spezifische Risiken des Airline-Geschäfts, wie der
Druck auf die Durchschnittserlöse und Ölpreisentwicklungen, für den Konzern an Gewicht.
Lufthansa investiert weiterhin in Modernisierung und Wachstum. So standen zum Jahresende
alleine 155 Flugzeuge zur Modernisierung und Erweiterung der Flotte auf der Bestellliste
des Konzerns. Es bedarf frühzeitig vielfältiger Investitionsentscheidungen, um Zukunftschancen
im Markt nutzen zu können. Risiken ergeben sich hierbei aus dem insgesamt volatilen
Branchenumfeld.
Dennoch sind auf Basis des erwarteten Wachstumspfads der Branche längerfristig globale
Marktchancen zu erwarten. Gemeinsam mit den Allianzpartnern und ihren Standorten in
den Regionen der Welt sowie der vertieften Kooperation im Transatlantikverkehr bieten
sich hier unternehmensstrategische Chancen. Risiken können vor allem bei Verschiebungen
in den Allianzsystemen oder im Handlungsrahmen entstehen. Die kundenorientierte Strategie
von Multi-Market, Multi-Hub und Multi-Brand wird weiter fortgesetzt. Sie fördert lokales
Unternehmertum und vereint die typischen Stärken eines Großunternehmens mit den Vorteilen
weitgehend selbständiger standort- und marktplatzorientierter Einheiten.
Die erfolgreiche Umsetzung der Verbundstrategie hängt wesentlich davon ab, inwieweit
die Synergiepotenziale im Verbund erschlossen werden und die neuen Partner Austrian
Airlines und bmi zur Profitabilität zurückkehren können. Die Chancen im Verbund sollen
durch den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit genutzt werden. Bei der Integration der
neuen Partner können sich durch die operative Entwicklung und das Finanzprofil der
Unternehmen im aktuellen und zukünftigen Marktumfeld Risiken, aber auch Chancen ergeben.
In die Integrationsaktivitäten fließen die bisherigen Erfahrungen, insbesondere aus
der Integration von SWISS, ein. Zur Verbundentwicklung wurde ein Airline Development
Board etabliert, dem neben dem Vorstand der Deutschen Lufthansa AG die CEOs der Verbund-Airlines
angehören.
Andere Konsolidierungsprojekte wurden in den vergangenen Jahren geprüft und aufgrund
mangelnder Wirtschaftlichkeit und strategischer Perspektiven nicht weiterverfolgt.
Im norditalienischen Markt wurde hingegen 2009 unter der Marke Lufthansa Italia ein
eigener Flugbetrieb etabliert. Risiken liegen hier unter anderem in der weiteren Entwicklung
des lokalen Markts und in den Wettbewerbsbedingungen. Anfang 2011 wurde die Zusammenführung
der italienischen Aktivitäten in einem eigenen Bereich gebündelt.
Die Bedeutung von Lufthansa Cargo und der Servicegesellschaften für den Konzern wird
sich auch zukünftig vor allem an ihrer jeweiligen finanziellen und strategischen Entwicklungsfähigkeit
sowie ihrer Bedeutung für das strategische Geschäftsfeld der Passage Airline Gruppe
orientieren. Die Perspektive von Lufthansa Cargo am Standort Frankfurt steht zudem
unter dem spezifischen Risiko eines drohenden Nachtflugverbots.
Die ungewöhnlich raschen Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen
sowie bislang unbekannte kurzfristig auftretende Krisensituationen kennzeichneten
das Umfeld im Personalbereich 2010. Die Beschäftigten im Konzern haben diese Belastungsprobe
bestanden - nicht zuletzt dank der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Mitarbeiter.
Risikofaktoren sind weiterhin die Reaktionshebel und -geschwindigkeit, die wir durch
nochmaligen Ausbau flexibilisierender Elemente beim Personaleinsatz bearbeiten.
Eine zunehmende personalpolitische Herausforderung ist es dabei, im Konzern beim Einsatz
lang- und kurzfristiger Steuerungsmaßnahmen verstärkt zu differenzieren. Die Größe
und Heterogenität der Unternehmen und die beschriebene Volatilität des Geschäfts,
die die Konzernbeschäftigten an unterschiedlichen Stellen und zu unterschiedlichen
Zeitpunkten treffen, verlangen, Personal parallel sowohl ab- als auch aufzubauen,
siehe auch Kapitel "Mitarbeiter" ab [S. 120]. So müssen aktuell besonders im administrativen
Bereich Personalkapazitäten weiter reduziert werden. Einige Konzerngesellschaften,
wie Austrian Airlines, bmi oder Lufthansa Systems, sind derzeit mit umfangreichen
Restrukturierungsmaßnahmen konfrontiert. Betriebsbedingte Kündigungen stellen dabei
zwar nur die Ultima Ratio des Handelns dar, sind jedoch leider nicht immer zu vermeiden.
Der klare Vorrang sozialverträglicher Maßnahmen und eine aktive konzerninterne Vermittlungspolitik
kennzeichnen unsere Vorgehensweise. Davon profitiert auch unsere Stellung im Arbeitsmarkt.
Sie hilft uns, an anderen Stellen im Konzern rasch wieder Personalkapazitäten aufzubauen.
So stellte sich im Berichtsjahr im Bereich Passage-Flugbetrieb wieder eine Wachstumssituation
mit deutlichem Personalbedarf ein. Hier bewährt sich die Strategie, in wirtschaftlich
schwächeren Phasen an der Professionalisierung der Personalsysteme für spätere Hochphasen
zu arbeiten. Unsere modernen Systeme und Methoden im Personalmarketing und der Personalentwicklung
nutzen wir erfolgreich, um unsere qualitativen und quantitativen Personalziele zu
erreichen. Dabei gilt es schon heute, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, auch
künftig, unter sich verändernden demografischen Bedingungen und in unterschiedlich
wieder anziehenden Arbeitsmärkten, neue Mitarbeiter unter den Besten auswählen zu
können.
Weitere klassische Personalrisiken sind im Bereich tarifvertraglicher und betriebsverfassungsrechtlicher
Vereinbarungen angesiedelt. Dabei stehen tarifliche Vergütungs- und Versorgungsregelungen
im Mittelpunkt. Die in den verschiedenen Gesellschaften zu führenden Verhandlungen
bergen umso größere Risiken, als stärkere Differenzierungen in den unterschiedlichen
Wettbewerbsumfeldern der Unternehmen abzubilden sind. Im traditionell intensiven Dialog
mit den Tarif- und Betriebspartnern versuchen wir, durch langfristige Vereinbarungen
mit unternehmensspezifischen und erfolgsabhängigen Komponenten, für den Konzern und
seine Beschäftigten Planbarkeit und Sicherheit wie auch angemessene Teilhabe am wirtschaftlichen
Erfolg sicherzustellen.
Tarifauseinandersetzungen bis hin zu Arbeitskämpfen sind jedoch systemimmanent und
können auch für 2011 nicht ausgeschlossen werden. Neben der Schädigung des Images
von Lufthansa als zuverlässigem Dienstleister bergen Arbeitskämpfe auch das Risiko
erheblicher Erlösausfälle und Zusatzkosten.
Die Wahrnehmung konzernübergreifender tarifpolitischer Aufgaben im Konzern erfolgt
seit Anfang 2010 im Rahmen einer Arbeitgeberverbandsstruktur (Arbeitgeberverband Luftverkehr
e.V.). Dies trägt den veränderten Anforderungen in der tarifpolitischen Zusammenarbeit
im Konzern Rechnung und schafft daneben die Voraussetzungen für eine luftfahrtspezifische
Verbandstätigkeit, beispielsweise bei Gesetzgebungsverfahren und der verstärkten Repräsentation
in Dachverbänden.
Die Abkehr der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts vom Grundsatz der Tarifeinheit
hat Rechtsunsicherheit zur Folge und ebnet den Weg für Tarifpartner, die partikulare
Interessen noch stärker vertreten. Damit verbunden sind Gefahren für den Tariffrieden
mit betrieblichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen.
Im Wettbewerb entscheidend sind sowohl die Qualifikationen der Mitarbeiter als auch
eine auf die Schaffung eines leistungsfähigen Führungsteams ausgerichtete Personalentwicklung.
Hier zeigen Investitionen in Schulung und Fortbildung in Höhe von 189 Mio. EUR im
Jahr 2010 sowie nachhaltige ausgefeilte Personalentwicklungsinstrumente die Intensität
unseres diesbezüglichen Risikomanagements.
Nach der Erweiterung des Konzernbeteiligungsportfolios haben wir unsere dezentrale
Führungsphilosophie beibehalten. Unsere Diversity-Kultur trägt dazu bei, die spezifische
Leistungsbereitschaft aller Mitarbeiter zu erhalten.
Sollten erneut Risiken aufgrund epidemischer Gefahren auftreten, stehen professionelle
medizinische Dienste und ausgearbeitete Pandemiepläne bereit.
Vorstand und Aufsichtsrat sind bei schuldhafter Verletzung ihrer Pflichten der Gesellschaft
gegenüber zu Schadensersatz verpflichtet. Für beide Gremien wurde eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung
(D&O) mit einem dem Deutschen Corporate Governance Kodex entsprechenden Selbstbehalt
abgeschlossen.
Die Geschäftsprozesse werden bei Lufthansa durch entsprechende IT-Systeme in allen
Bereichen unterstützt. Mit dem Einsatz von IT gehen auch Risiken für die Verfügbarkeit
und Stabilität der Geschäftsprozesse sowie der Vertraulichkeit von Daten einher. Unser
IT-Risikomanagementprozess sorgt dafür, dass die IT-Risiken erkannt und bewertet werden
sowie dass gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zur Risikoreduzierung eingeleitet
werden. Die IT-Systeme werden regelmäßig hinsichtlich ihres Sicherheitsniveaus bewertet.
Dabei wird berücksichtigt, inwieweit die Prozessverantwortlichen die Geschäftsprozesse
als kritisch und unterstützungswürdig eingestuft haben. Die Betrachtung umfasst kritische
Anwendungen und gemeinsame Infrastrukturen, wobei unterschiedliche Bedrohungsszenarien,
wie zum Beispiel Systemausfälle, Hackerangriffe oder Datendiebstahl/-manipulation,
in Betracht gezogen werden. Der IT-Risikomanagementprozess ist geschäftsfeldübergreifend
organisiert. Die Ergebnisse werden jährlich auf Konzernebene konsolidiert und im Risikomanagement-Ausschuss
diskutiert.
Sicherheitslücken werden mit organisatorischen und technischen Maßnahmen adressiert.
Die IT-Sicherheitspolitik des Lufthansa Konzerns wird stets an die aktuellen Anforderungen
zur IT-Sicherheit angepasst. Um die Sicherungsregularien umzusetzen, wurde eine IT-Sicherheitsorganisation,
bestehend aus einem Corporate Information Security Officer für den Konzern und Information
Security Officers für die Gesellschaften, etabliert. Sie sind dafür verantwortlich,
die IT-Sicherheitsstandards in den Gesellschaften umzusetzen sowie mit gezielten Schulungsmaßnahmen
allen Mitarbeitern die Notwendigkeit von IT-Sicherheit zu verdeutlichen. Auf diese
Weise können wir ein hohes IT-Sicherheitsniveau halten und garantieren, sodass Risiken
wirtschaftlich sinnvoll reduziert werden. Die Risiko- und Sicherheitsmanagement-Systeme
sowie ausgewählte Maßnahmen werden regelmäßig durch die Revision überprüft.
In diesem Zusammenhang erhält das Thema Datenschutz eine besondere Bedeutung. Der
Datenschutz soll die Kunden, Aktionäre, Lieferanten und Mitarbeiter des Lufthansa
Konzerns davor schützen, dass ihr Persönlichkeitsrecht durch falschen Umgang mit ihren
personenbezogenen Daten verletzt wird. Der Bereich Konzerndatenschutz wirkt einerseits
darauf hin, dass die Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes im Lufthansa Konzern
befolgt, die Mitarbeiter mit den entsprechenden Vorgaben aus dem Gesetz vertraut gemacht
und Datenschutzaudits durchgeführt werden. Andererseits beraten die Datenschutzexperten
die Fachbereiche bei der Einführung von neuen Systemen sowie der Gestaltung oder Veränderung
von Prozessen, um datenschutzrechtliche und wirtschaftliche Belange frühzeitig optimal
aufeinander abzustimmen.
Durch den Einsatz moderner Informationstechnologie, zum Beispiel im Bereich mobiler
Services für unsere Kunden, wie das papierlose Reisen, ergeben sich Chancen für eine
Differenzierung vom Wettbewerb, die gleichzeitig dem Premium-Anspruch des Lufthansa
Konzerns Rechnung tragen. Innovative IT-Lösungen für interne Prozesse wie zum Beispiel
beim Crew Management oder Revenue Management erhöhen die Effizienz und Effektivität.
Für das Jahr 2011 wird ein hohes Mengenwachstum in Passagierzahlen und Flugbewegungen
erwartet. Dies stellt ein Risiko für die Stabilität der Flugabfertigung dar, vor allem,
da eine adäquate Infrastruktur, wie etwa die neue Landebahn und der Terminalausbau
am Flughafen Frankfurt, noch nicht zur Verfügung steht. Durch die zunehmende Automatisierung
der Prozesse, wie beispielsweise durch Check-in-Automaten und Self Boarding, hat Lufthansa
Maßnahmen getroffen, die den Ablauf der Bodenprozesse vereinfachen und beschleunigen.
Weiterhin sind jedoch externe Einflüsse nicht auszuschließen. So wird der Personalengpass
bei der Deutschen Flugsicherung auch im Jahre 2011 voraussichtlich weiter bestehen.
Für jeden Großkonzern existieren Kommunikationsrisiken - so auch für Lufthansa. Die
Bereiche Konzernkommunikation und Investor Relations gewährleisten, die richtigen
Informationen den entsprechenden Adressaten stets aktuell zur Verfügung zu stellen.
Ein Ad-hoc-Komitee, dem der Chefsyndikus und die Leiter Investor Relations und Konzernkommunikation
angehören, prüft darüber hinaus alle wesentlichen Sachverhalte darauf, ob sie für
eine Ad-hoc-Veröffentlichung gemäß Wertpapierhandelsgesetz relevant sind.
Hinsichtlich der Rechnungslegung und Erstellung der Abschlüsse gelten für Lufthansa
ebenso wie für alle anderen börsennotierten Unternehmen in Deutschland zahlreiche
nationale und europaweit gültige Vorschriften und Gesetze. Aus einer unzutreffenden
Rechnungslegung könnten sich Risiken ergeben. Die Organisation unseres Rechnungswesens
trägt dafür Sorge, dass bei der Rechnungslegung und Erstellung der Abschlüsse die
nationalen und europaweit gültigen Vorschriften und Gesetze angewendet werden. Informationen
dazu finden Sie im Kapitel "Corporate Governance" auf [S. 43], im Kapitel "Beschreibung
des internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems" ab [S. 143] sowie im "Konzernanhang"
ab [S. 156].
Zu den steuerlichen Risiken zählen unter anderem Betriebsprüfungsrisiken. Diese beinhalten
im Wesentlichen vor 2008 vorgenommene Teilwertabschreibungen auf Gesellschafterdarlehen
an diverse in- und ausländische Konzerngesellschaften. Daneben sind einzelne Leasingstrukturen,
die Behandlung von Erträgen aus Spezialfonds sowie diverse Rückstellungsthemen weitere
risikobehaftete Diskussionspunkte mit der Finanzverwaltung.
Für steuerliche Risiken wurde im Abschluss in ausreichender Höhe bilanzielle Vorsorge
getroffen. Durch die Erweiterung des Lufthansa Konzerns um ausländische Fluggesellschaften
und die damit einhergehende Erbringung von grenzüberschreitenden konzerninternen Dienstleistungen
ergeben sich steuerliche Unsicherheiten bei der Gestaltung der Verrechnungspreise
und dem Ort der Versteuerung im Lichte der statischen Auslegung von Art. 8 OECDMA
(Prinzip der Heimatstaatbesteuerung bei Fluggesellschaften).
Lufthansa ist wie jede Fluggesellschaft potenziellen Flug- und technischen Betriebsrisiken
ausgesetzt. Darunter ist zum einen das Risiko zu verstehen, den Flugbetrieb aus technischen
oder externen Gründen nicht regelmäßig abwickeln zu können. Wenn Flugzeuge etwa aus
Witterungsgründen nicht pünktlich starten oder landen können, hat dies möglicherweise
negativen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit und die zukünftige Kaufentscheidung
des Kunden.
Darüber hinaus zählt auch das Flugunfallrisiko mit der Gefahr von Sach- und Personenschäden
zu den Flug- und technischen Betriebsrisiken. Bedrohungen, die das Unfallrisiko beeinflussen,
werden in vier Gruppen unterteilt: Umweltfaktoren (zum Beispiel Wetter, Vogelschlag),
technische Faktoren (beispielsweise Triebwerksausfälle), Organisationsfaktoren (etwa
Fehler bei der Personalauswahl, widersprüchliche Vorschriften) und - von besonderer
Bedeutung - der Faktor Mensch. Lufthansa forscht systematisch nach solchen Bedrohungen,
um durch geeignete Abwehrmaßnahmen das jeweilige Risiko zu steuern und das Flugsicherheitsniveau
weiter zu steigern. So wird etwa jeder einzelne Lufthansa Flug anhand der in den Flugdatenschreibern
("Black Box") aufgezeichneten Parameter routinemäßig analysiert, um frühzeitig auf
Besonderheiten aufmerksam zu werden. Auch andere Informationsquellen, zum Beispiel
weltweit bekannt gewordene Unfälle und Gefahrensituationen, werden analysiert und
die Ergebnisse gegebenenfalls in Vorsorgemaßnahmen wie beispielsweise Schulungen integriert.
Das Sicherheitsmanagement-System von Lufthansa kann so das operationelle Risiko von
Lufthansa verringern - etwa durch gezielte Maßnahmen in der Pilotenschulung oder durch
technische Modifikationen wie dem Nachrüsten neuartiger Warnsysteme. Dabei wird auch
das Sicherheitsmanagement-System laufend verbessert und weiterentwickelt.
Als international tätiger Luftverkehrskonzern trägt Lufthansa auch finanzwirtschaftliche
Risiken aus der Änderung von Treibstoffpreisen, Zinsen und Devisenkursen. Die grundsätzlich
konservative Ausrichtung beim Management der Finanz- und Rohstoffrisiken spiegelt
sich in einem systematischen Finanzmanagement wider. Dafür setzen wir geeignete Management-
und Kontrollsysteme ein, mit denen wir die Risiken messen, steuern und überwachen.
Dabei sind die Funktionen des Handels, der Abwicklung und des Finanzrisikocontrollings
organisatorisch strikt voneinander getrennt. Hierbei stützt sich Lufthansa auf interne
Richtlinien, die vom Vorstand vorgegeben und ständig weiterentwickelt werden. Das
Konzern-Finanzrisikocontrolling und die Konzernrevision wachen darüber, dass diese
Richtlinien eingehalten werden. Darüber hinaus wird die aktuelle Sicherungspolitik
laufend in bereichsübergreifenden Managementgremien erörtert. Zudem wird der Aufsichtsrat
regelmäßig über die Risikopositionen informiert. Auskunft über den Stand der Währungs-,
Zins- und Treibstoffpreissicherungsgeschäfte im Einzelnen finden Sie im Konzernanhang
"Erläuterung 46" ab [S. 200].
Die eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich dazu, Grundgeschäfte
abzusichern. Die Marktwerte der Derivate müssen daher im Zusammenhang mit dem Grundgeschäft
betrachtet werden. Aus der geplanten Regulierung der OTC-Derivate könnte sich, je
nach Ausgestaltung, ein wesentliches Liquiditätsrisiko für den Lufthansa Konzern ergeben,
siehe hierzu auch [S. 60].
Das wesentliche Ziel der Treibstoffpreis- und Devisensicherungen ist es, Schwankungen
bei den Ergebnissen zu verringern. Dies wird dadurch erreicht, dass über eine Regelsicherung
Durchschnittskurse gebildet werden. Die Zinssicherung verfolgt das Ziel, die Zinskosten
zu reduzieren und gleichzeitig Schwankungen beim Zinsaufwand zu minimieren. Alle Grund-
und Sicherungsgeschäfte werden in einem Treasury-System abgebildet, sodass sie jederzeit
bewertet werden können. Wir arbeiten bei dieser Art von Geschäften grundsätzlich nur
mit Kontrahenten zusammen, die mindestens über ein "BBB" oder ein vergleichbares Langfrist-Rating
verfügen.
Die Bonitätsbewertungen der Lufthansa wurden 2009 von den Ratingagenturen Moody's
und Standard & Poor's herabgestuft. Das sich dadurch ergebende sogenannte "Split Rating"
mit einer Investment- und einer Non-Investment-Grade-Bewertung hat jedoch zu keiner
wesentlichen Verteuerung der Finanzierungskonditionen geführt. Eine weitere Herabstufung
der Bewertung durch eine Ratingagentur, insbesondere ein Downgrade in den Non-Investment-Grade-Bereich
auch durch Standard & Poor's, könnte zu einer deutlichen Verschlechterung der Konditionen
in der Finanzierung und im Finanzrisikomanagement führen und den Zugang zu neuen Finanzierungsmitteln
und Absicherungsinstrumenten erschweren. Derzeit rechnen wir jedoch nicht mit einer
Herabstufung. Vielmehr hat Standard & Poor's Ende 2010 den Ausblick für das Lufthansa
Rating auf "stabil" verbessert. Zur aktuellen Bewertung der Ratingagenturen, siehe
[S. 77].
Der Treibstoffverbrauch des Lufthansa Konzerns lag im Berichtsjahr bei rund 9 Mio.
Tonnen Kerosin. Er stellt aktuell mit rund 17,8 Prozent der betrieblichen Aufwendungen
für den Lufthansa Konzern einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Starke Veränderungen
der Treibstoffpreise können somit das operative Ergebnis erheblich beeinflussen. So
würde eine Veränderung des Treibstoffpreises um + 10 Prozent (- 10 Prozent) im Jahr
2011 den Treibstoffaufwand im Lufthansa Konzern um 175 Mio. EUR (- 236 Mio. EUR) nach
Sicherung erhöhen (senken).

Lufthansa setzt deswegen eine regelbasierte Treibstoffpreissicherung mit einem Zeithorizont
von bis zu 24 Monaten ein. Ziel ist es, die Schwankungen der Treibstoffpreise zu verringern.
Sicherungsgrad und Zeithorizont sind abhängig von dem Risikoprofil, das sich aus dem
Geschäftsmodell der jeweiligen Konzerngesellschaft ergibt. Die in der Grafik dargestellte
Hedging-Politik und -Struktur wird so für Lufthansa Passage, SWISS und das Liniengeschäft
von Austrian Airlines umgesetzt.
Bei der Treibstoffpreissicherung bedienen wir uns der marktüblichen Instrumente und
sichern Treibstoffpreisrisiken mit einem Vorlauf von bis zu 24 Monaten überwiegend
durch Optionskombinationen. Die Sicherungen erfolgen aus Gründen der Marktliquidität
mehrheitlich in Rohöl. Den Sicherungsgeschäften liegt eine feste Regel zu Grunde;
sie bilden damit einen Durchschnittskurs der Rohölpreise ab. Je nach Konzerngesellschaft
werden über monatliche Sicherungen bis zu 85 Prozent des geplanten Treibstoffverbrauchs
gesichert. Die jeweils nächsten sechs Monate sind zum Beispiel für die Lufthansa Passage
bis zu 85 Prozent gesichert. Anfang Februar bestanden für 72 Prozent des voraussichtlichen
konzernweiten Treibstoffbedarfs des Jahres 2011 Rohöl- und Kerosinpreissicherungen
in Form von bedingten und unbedingten Termingeschäften. Für das Jahr 2012 bestanden
für rund 29 Prozent des voraussichtlichen Treibstoffbedarfs Sicherungen. Als Maßnahme
zur Risikoreduktion hat sich zudem der Treibstoffzuschlag im Markt etabliert. Es ist
jedoch ungewiss, in welchem Umfang sich der Zuschlag weiter durchsetzen lässt. Im
Falle eines Rückgangs der Treibstoffpreise um 20 Prozent unter das aktuelle Preisniveau
würde sich der Aufwand des Lufthansa Konzerns von den erwarteten rund 6,6 Mrd. EUR
auf rund 5,9 Mrd. EUR reduzieren. Die hiermit verbundene Ergebnisentlastung würde
durch reduzierte Treibstoffzuschläge jedoch wieder eingeschränkt. Da der Treibstoff
in US-Dollar abgerechnet wird, können Schwankungen des Euro/US-Dollar-Wechselkurses
die Treibstoffpreise in Euro zusätzlich positiv oder negativ beeinflussen. Dies ist
jedoch bereits im Währungsexposure berücksichtigt.

Aus internationalen Ticketverkäufen und dem Einkauf von Treibstoffen, Flugzeugen und
Ersatzteilen ergeben sich Fremdwährungsrisiken für den Lufthansa Konzern. Alle Tochtergesellschaften
melden ihre Währungsexposures mit einem Zeithorizont von mindestens 24 Monaten an
den Konzern. Auf Konzernebene wird eine aggregierte Nettoposition pro Währung gebildet
und so die Möglichkeit des "natural hedging" genutzt. Von den 69 Währungen des Lufthansa
Konzerns werden für 22 Positionen Sicherungen abgeschlossen. Die wichtigsten Währungen
sind US-Dollar, Yen und Britisches Pfund. Mit dem operativen US-Dollar-Exposure werden
dabei auch hoch korrelierte Fremdwährungen verrechnet. Das operative Exposure sowie
weitere Informationen zur Absicherung der allgemeinen Währungspositionen und zur Absicherung
der Währungsrisiken aus Flugzeuginvestitionen sind im Konzernanhang "Erläuterung 46"
ab [S. 200] zu finden.
Eine jederzeit ausreichende Liquidität zu gewährleisten, ist eine zentrale Aufgabe
des Finanzmanagements der Lufthansa. Durch unser Finanzberichtssystem werden Informationen
über den tatsächlichen Finanzstatus und über zu erwartende Zahlungsströme der einzelnen
Konzerngesellschaften zentral zur Verfügung gestellt. Daraus ergibt sich jederzeit
ein aktuelles Bild über die Liquiditätsentwicklung des Konzerns. Um immer handlungsfähig
zu sein, hat Lufthansa im Rahmen ihrer Finanzstrategie definiert, eine kurzfristig
verfügbare, strategische Mindestliquidität von 2,3 Mrd. EUR vorzuhalten. Zum 31. Dezember
2010 verfügte der Konzern über eine Gesamtliquidität von 5,6 Mrd. EUR. Darüber hinaus
standen Lufthansa zum Jahresende bilateral zugesagte freie Kreditlinien in Höhe von
weiteren 1,9 Mrd. EUR zur Verfügung.
Um die anstehenden Investitionen der kommenden Jahre umsetzen zu können, wird Lufthansa
auch zukünftig regelmäßig auf die Aufnahme von Fremdkapital angewiesen sein. Aufgrund
ihrer insbesondere im Branchenvergleich hohen Bonität sowie ihrer Marktposition ist
Lufthansa nach wie vor ein bevorzugter Partner von Banken und Investoren. Damit dies
auch zukünftig der Fall ist, bauen wir auf ein nachhaltig stabiles Finanzprofil. Auf
die Eckpfeiler unserer Finanzstrategie gehen wir im Abschnitt "Finanzstrategie" auf
[S. 53] dieses Berichts detailliert ein.
Aus der Finanzierung der Geschäftstätigkeit resultieren Zinsänderungsrisiken. Die
Gesamthöhe der ausstehenden Finanzierungen belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 7,2
Mrd. EUR. Um das allgemeine Zinsänderungsrisiko zu steuern, nutzt Lufthansa die gleichlaufenden
Bewegungen des konjunkturabhängigen operativen Ergebnisses und der Entwicklung der
kurzfristigen Zinssätze (Natural Hedge). So werden 85 Prozent der Finanzverbindlichkeiten
entweder bereits originär variabel aufgenommen oder per Derivat in variabel gewandelt.
Damit minimiert Lufthansa gleichzeitig den durchschnittlichen langfristigen Zinsaufwand.
Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen werden grundsätzlich zu 100 Prozent gesichert.
Bei den benutzten Derivaten handelt es sich um Zinsswaps und Cross Currency Swaps.
Weitere Informationen sind im Konzernanhang "Erläuterung 46" ab [S. 200] aufgeführt.
Aus den Geschäftsabschlüssen im Rahmen des Finanzmanagements ergeben sich Adressausfallrisiken.
Dies wird durch eine Kontrahentenlimitsystematik gesteuert, mit der wir kontinuierlich
das Kontrahentenausfallrisiko einschätzen können. Je Kontrahent ist eine maximale
Risikobereitschaft festgelegt. Diese leitet sich überwiegend aus der Bonitätseinstufung
anerkannter Ratingagenturen sowie aus der Überwachung der jeweiligen CDS-Werte (Credit
Default Swap) ab. Für Mineralölgesellschaften ohne Rating liegt der maximale Kreditrahmen
in der Regel bei 20 Mio. EUR. In welchem Ausmaß die Kontrahentenlimits durch bestehende
Finanzmarktgeschäfte tatsächlich genutzt werden, ermitteln und überwachen wir werktäglich.
Bei Überschreitung eines Limits wird ein dokumentierter Eskalationsprozess angestoßen
und dabei entschieden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.
In Zeiten hoher wirtschaftlicher Schwankungen steigen auch die Risiken des Ausfalls
von Kundenforderungen. Wir beobachten auch hier zeitnah die Entwicklung der Forderungen
auf Ebene des Konzerns und der einzelnen Geschäftsfelder. Zudem werden Präventivmaßnahmen
durchgeführt. So erfolgt der Verkauf von Passagier- und Frachtdokumenten größtenteils
über Vermittler, deren Bonität überprüft und teilweise über Bürgschaften oder ähnliche
Instrumente abgesichert wird. Kontrahentenrisiken in Zusammenhang mit Kreditkartengesellschaften
werden ebenfalls eng überwacht, Zahlungseingänge täglich überprüft. Um das Ausfallrisiko
zu senken, wurden außerdem Zahlungsziele mit einzelnen Kreditkartengesellschaften
deutlich reduziert.
Weitere Informationen sowie die zum Jahresende 2010 bestehenden Kreditrisikopositionen
sind im Konzernanhang "Erläuterung 46" auf [S. 203] zu finden.
Die Kapitalanlagen von Lufthansa werden im Rahmen der operativen und der strategischen
Liquidität verwaltet. Zusätzlich finden Anlagen durch den Lufthansa Pension Trust
statt.
Die Risiken erstrecken sich hierbei im Wesentlichen auf Kursänderungsrisiken bei Aktien,
Renten und Zinsen sowie auf Bonitätsrisiken. Durch ein Risikomanagement-System wird
das Risiko jedes einzelnen Bausteins der Kapitalanlagen eigenständig überwacht und
gegebenenfalls steuernd eingegriffen.
Hinsichtlich der operativen Liquidität der Lufthansa erfolgt die Anlage gemäß Konzernfinanzrichtlinie.
Die Anlagedauer erstreckt sich auf maximal zwölf Monate, wobei mindestens 300 Mio.
EUR in Anlagen mit einer täglichen Verfügbarkeit investiert sein müssen. Lufthansa
nutzt in der operativen Liquidität im Wesentlichen täglich liquidierbare Geldmarktfonds,
Tages- und Termingelder sowie kurzlaufende Wertpapiere, insbesondere Commercial Papers,
von kreditwürdigen Emittenten. Die Anlagen müssen bei Kontrahenten erfolgen, die ein
Rating von mindestens "BBB" vorweisen können.
Nur 20 Prozent der Anlagen der operativen Liquidität dürfen bei Kontrahenten mit einem
geringeren Rating als "A-" angelegt sein. Bei der Investition in Geldmarktfonds darf
ein Anteil von 10 Prozent am Gesamtvermögen des Fonds nicht überschritten werden.
Die besondere Herausforderung im Jahr 2010 bestand darin, trotz der geringen Renditen
auf dem Geldmarkt eine nachhaltige Outperformance gegenüber der Benchmark EONIA (Euro
OverNight Index Average) zu erzielen.
Die Anlagestruktur der strategischen Mindestliquidität haben wir für den Lufthansa
Konzern mittels einer stochastischen Allokationsstudie entwickelt. Grundlage hierfür
waren die Liquiditätsanforderungen und unsere konservativen Anlagegrundsätze. Der
größte Teil dieser Anlagen ist in geldmarktnahe Produkte investiert. Die strategische
Mindestliquidität ist in verschiedene Bausteine mit unterschiedlichen Anlagehorizonten
unterteilt. Diese werden von mehreren externen Asset-Managern in separaten Mandaten
verwaltet. Als Vorgabe ist unter anderem eine Liquidierbarkeit innerhalb von maximal
vier Wochen zu berücksichtigen. Jeder Manager hat dabei eigene, von den allgemeinen
Lufthansa Anlagegrundsätzen abgeleitete Anlagerichtlinien zu befolgen. Die Asset-Allokation
wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Insbesondere die Erfahrung
aus der letztjährigen Krise hat zu einem noch stärkeren Fokus auf Liquidität und Kontrahentenrisiken
geführt.
Lufthansa steht beim Anlagemanagement in ständigem Kontakt mit den mandatierten Asset-Managern
und überwacht die Wertentwicklung mittels täglicher und monatlicher Performance- und
Risikoberichte. 2010 betrug die Performance der strategischen Liquidität 1,1 Prozent.
Die Anlagen des Lufthansa Pension Trust erfolgen auf Basis einer Allokationsstudie,
die im Jahr 2010 aktualisiert wurde. Auch hier sind die konservativen Anlagegrundsätze
der Lufthansa maßgeblich, sie bilden die Grundlage für die speziellen Anlagerichtlinien
der einzelnen Asset-Manager. Durch eine breite Aufteilung auf Anlageklassen und Manager
folgen wir hier dem Prinzip der Risikodiversifikation. Zusätzlich existiert ein Risikomanagement-System,
das eine Risikosteuerung auf täglicher Basis zulässt. Die während der Finanzkrise
abgeschlossenen Sicherungsmaßnahmen wurden bis zum Ende des Jahres 2009 vollständig
zurückgefahren, sodass an der Erholung der weltweiten Finanzmärkte im Jahr 2010 entsprechend
partizipiert werden konnte.
Die planmäßige Dotierung des Pensionsvermögens wurde im ersten Halbjahr in Form der
Übertragung von 8,5 Prozent der Anteile an Fraport sowie im zweiten Halbjahr durch
eine Dotierung mit Barmitteln vollzogen. Für das Pensionsvermögen wurde im Jahr 2010
eine Performance von 6,9 Prozent erreicht.
Die Chancen und Risiken des Lufthansa Konzerns werden ganz wesentlich von den gesamtwirtschaftlichen
Einflussfaktoren und den hieraus resultierenden Einflüssen auf die Luftverkehrsmärkte
und den Wettbewerb geprägt. Die Entwicklung der externen Parameter ist erfahrungsgemäß
mit hohen Unsicherheiten behaftet. Aktuell wird mit einer weiterhin positiven Entwicklung
der Weltwirtschaft gerechnet, jedoch mit rückläufigen Wachstumsraten. Als Folge der
Finanz- und Wirtschaftskrise ist eine spürbare Prognoseunsicherheit in der Einschätzung
der weiteren konjunkturellen Entwicklung zu beobachten. Für die Zukunft werden höhere
Volatilitäten erwartet als bisher beobachtet. Folglich ist das unterstellte Wachstum
der globalen Passagier- und Frachtnachfrage mit hohen Chancen und Risiken für Lufthansa
behaftet. Weiterhin stellt eine Erhöhung des Treibstoffpreises ein unverändert großes
Risiko dar. Aufgrund der Zusatzbelastung durch die in Deutschland und Österreich beschlossene
und in Österreich geplante Einführung einer Luftverkehrsteuer ist die vollständige
Kompensation von Treibstoffmehrkosten nicht vorstellbar. Hinzu kommt, dass durch die
erhöhte Steuerbelastung Absatzrückgänge im preissensiblen Segment wahrscheinlich sind.
Als Folge der Diskussion über die Sicherheit von Luftfracht sind zudem weitere regulatorische
Eingriffe in den Luftfrachtverkehr möglich. Diesen Risiken stehen entsprechende Chancen
gegenüber, wenn sich die Parameter Nachfrage, Durchschnittserlös und Treibstoffpreis
besser als unterstellt entwickeln.
Lufthansa baut in diesem Umfeld auf ihre Fähigkeit, Kapazitäten und Ressourcen flexibel
den sich ändernden Marktbedingungen anpassen sowie Kosten senken zu können. Trotz
der besser als erwartet ausfallenden Nachfrage- und Erlösentwicklung und der nur moderat
gestiegenen Treibstoffpreise hält Lufthansa an der Umsetzung der Programme zur Ergebnissicherung
fest, unter anderem im Rahmen des Programms Climb 2011. Auch in den anderen Geschäftsfeldern
werden die Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung fortgesetzt. Dies gilt insbesondere
für die noch nicht abgeschlossenen Restrukturierungen der Gesellschaften Austrian
Airlines und bmi.
Aufgrund der positiven Entwicklung 2010 und der aktuell erfreulichen konjunkturellen
Aussichten haben sich die finanzwirtschaftlichen Risiken, wie etwa der vollständige
Verlust des Ratings und die Kontrahentenrisiken, reduziert.
Insgesamt ist unter Berücksichtigung aller bekannten sonstigen Sachverhalte und Umstände
derzeit keine den Fortbestand des Konzerns gefährdende Entwicklung erkennbar.
Das interne Kontrollsystem im Lufthansa Konzern umfasst alle Grundsätze, Verfahren
und Maßnahmen, die die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung
sowie die Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften sicherstellen sollen.
Es orientiert sich am "COSO"-Modell (Committee of the Sponsoring Organizations of
the Treadway Commission). Seit dem Bilanzstichtag haben sich keine maßgeblichen Änderungen
ergeben.
Die Gesamtverantwortung für das zur Risikoabsicherung erforderliche interne Kontrollsystem
liegt beim Vorstand der Deutschen Lufthansa AG, der den Umfang und die Ausrichtung
der eingerichteten Systeme anhand spezifischer Anforderungen im Lufthansa Konzern
ausgestaltet.
Prozessintegrierte und prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen bilden die Elemente
des internen Überwachungssystems im Lufthansa Konzern. Neben manuellen Prozesskontrollen
- wie zum Beispiel dem "Vier-Augen-Prinzip" - sind auch die maschinellen IT-Prozesskontrollen
ein wesentlicher Teil der prozessintegrierten Maßnahmen.
Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Prüfungsausschuss der Deutschen Lufthansa
AG, und die Konzernrevision der Deutschen Lufthansa AG sowie die dezentralen internen
Revisionen in den Konzerngesellschaften sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten
in das interne Überwachungssystem im Lufthansa Konzern eingebunden.
Der Konzernabschlussprüfer und sonstige Prüfungsorgane, wie zum Beispiel die steuerliche
Betriebsprüfung, sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das Kontrollumfeld
des Lufthansa Konzerns einbezogen. Insbesondere die Prüfung der Konzernabschlüsse
durch den Konzernabschlussprüfer beziehungsweise die Prüfung der einbezogenen Formularabschlüsse
der Konzerngesellschaften bilden die wesentlichen prozessunabhängigen Überwachungsmaßnahmen
im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.
Risikomanagement ist im Lufthansa Konzern definiert als ein nachvollziehbares, alle
Unternehmensaktivitäten umfassendes Regelsystem, das auf Basis einer definierten Risikostrategie
ein systematisches und permanentes Vorgehen mit folgenden Elementen umfasst: Risikoidentifikation
(Identifikation, Analyse, Bewertung), Risikosteuerung und Risikokommunikation (Dokumentation
und interne Kommunikation) sowie Überwachung dieser Aktivitäten.
Das Risikomanagement-System als Bestandteil des internen Kontrollsystems ist mit Bezug
auf die Konzernrechnungslegung auf das Risiko der Falschaussage in der Konzernbuchführung
sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet. Ziel des internen Kontrollsystems
des Rechnungslegungsprozesses ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende
Sicherheit zu gewährleisten, dass trotz der identifizierten Risiken ein regelungskonformer
Konzernabschluss erstellt wird.
Die Lufthansa Bilanzierungsrichtlinien regeln entsprechend den Vorschriften zur Rechnungslegung
nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) die einheitlichen Bilanzierungs-
und Bewertungsgrundsätze für die in den Lufthansa Konzernabschluss einbezogenen inländischen
und ausländischen Unternehmen. Neben allgemeinen Bilanzierungsgrundsätzen und -methoden
sind vor allem Regelungen zu Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Cashflow-Rechnung
und Segmentberichterstattung bei Einhaltung der in der EU geltenden Rechtslage getroffen.
Für inländische Konzerngesellschaften werden entsprechende Regelungen für die Bilanzierung
der Einzelabschlüsse nach HGB in einer Richtlinie vorgegeben.
Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten
Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung
mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst
werden. Weiterhin ist gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden,
Vermögensgegenstände und Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet
und ausgewiesen werden. Die Regelungsaktivitäten stellen ebenfalls sicher, dass durch
die Buchungsunterlagen verlässliche und nachvollziehbare Informationen zur Verfügung
gestellt werden.
Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit
der Rechnungslegung umfassen die analytische Prüfung anhand spezifischer Kennzahlenanalysen
sowie die Bearbeitung und Kontrolle wesentlicher und komplexer Geschäftsvorfälle durch
verschiedene Personen. Die Trennung von Verwaltungs-, Ausführungs-, Abrechnungs- und
Genehmigungsfunktionen und deren Wahrnehmung durch verschiedene Personen (Vier-Augen-Prinzip)
reduzieren die Risiken aus dolosen Handlungen.
Die konzerninternen Richtlinien regeln auch konkrete formale Anforderungen an den
Konzernabschluss. Neben der Festlegung des Konsolidierungskreises sind auch die Bestandteile
der durch die Konzerngesellschaften zu erstellenden Berichtspakete und ihre Übermittlung
an das zentrale Konsolidierungssystem im Detail festgelegt. Die formalen Anforderungen
regeln unter anderem die verbindliche Verwendung eines standardisierten und vollständigen
Formularsatzes und die Anwendung eines konzernweit einheitlichen Kontenrahmens. Die
konzerninternen Richtlinien enthalten weiterhin zum Beispiel konkrete Vorgaben zur
Abbildung und Abwicklung des Konzernverrechnungsverkehrs und der darauf aufbauenden
Saldenabstimmungen. Die konzernweite Saldenabstimmung findet weltweit über eine internetbasierte
Plattform statt.
Auf Konzernebene umfassen die spezifischen Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung
der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung die Analyse und
gegebenenfalls Korrektur der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse
unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte beziehungsweise der
hierzu geführten Abschlussbesprechungen. Die Richtigkeit und Vollständigkeit der von
den einzelnen Konzernunternehmen vorgelegten Berichtspakete werden durch einen Prüfungsvermerk
der jeweiligen Abschlussprüfer bestätigt. Auf Grundlage bereits systemtechnisch in
der Konsolidierungssoftware SAP SEM-BCS festgelegter Kontrollmechanismen beziehungsweise
durch systemtechnische Plausibilitätskontrollen werden fehlerbehaftete Einzelabschlüsse
selektiert und auf Konzernebene gegebenenfalls korrigiert. Über das Konsolidierungssystem
werden die verschiedenen Termine für die unterschiedlichen Teile des Berichtspakets
vorgegeben und im Verlauf des Erstellungsprozesses zentral überwacht. Änderungen bereits
abgeschlossener Abschlussbestandteile sind dann nur noch durch systemtechnische Freigabe
durch die für den Konzernabschluss zuständige Abteilung möglich. Mit der zentralen
Kontrolle durchgeführter Werthaltigkeitstests für die aus Konzernsicht spezifischen
zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheiten wird die Anwendung einheitlicher und
standardisierter Bewertungskriterien sichergestellt.
Der Regelungsumfang erstreckt sich auf Konzernebene unter anderem auch auf die zentrale
Festlegung der für die Bewertung von Pensionsrückstellungen anzuwendenden Parameter.
Darüber hinaus erfolgt auf Konzernebene die Aufbereitung und Aggregation der Daten
für die Erstellung externer Informationen im Anhang und Lagebericht.
Die rechnungslegungsrelevanten Prozesse werden prozessunabhängig regelmäßig durch
die Konzernrevision beziehungsweise die dezentralen internen Revisionen in den Konzerngesellschaften
überprüft.
Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen
der Deutschen Lufthansa AG im Wesentlichen durch lokale Buchhaltungssysteme des Herstellers
SAP. Zur Aufstellung des Konzernabschlusses der Deutschen Lufthansa AG werden durch
die Tochterunternehmen die jeweiligen Einzelabschlüsse durch weitere Informationen
zu standardisierten Berichtspaketen ergänzt, die dann durch die Tochterunternehmen
mittels einer automatisierten Übertragung über entsprechende Schnittstellen oder mittels
eines Erfassungsmoduls in die Konsolidierungssoftware SAP SEM-BCS eingestellt werden.
Durch den Konzernabschlussprüfer wurde SAP SEM-BCS bei Einführung einer gesonderten
Systemprüfung unterzogen. Durchgeführte Systemanpassungen unterliegen der regelmäßigen
Prüfung des Abschlussprüfers.
In SAP SEM-BCS werden sämtliche Konsolidierungsvorgänge zur Erstellung des Konzernabschlusses
der Deutschen Lufthansa AG, wie zum Beispiel die Kapitalkonsolidierung, die Schuldenkonsolidierung
sowie die Aufwands- und Ertragseliminierung einschließlich der Equity-Bewertung, generiert
und vollständig dokumentiert. Die Konsolidierung erfolgt in einem Schritt.
Die im Bereich Rechnungslegung verwendeten IT-Systeme sind durch spezielle Sicherheitseinrichtungen
gegen unbefugte Zugriffe geschützt.
Das interne Kontroll- und Risikomanagement-System ermöglicht durch die im Lufthansa
Konzern festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige
Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie
deren sachgerechte Darstellung in der Konzernrechnungslegung.
Insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle
Handlungen involvierter Personen oder sonstige Umstände können die Wirksamkeit und
Verlässlichkeit des eingesetzten internen Kontroll- und des Risikomanagement-Systems
einschränken, sodass auch die konzernweite Anwendung der eingesetzten Systeme keine
vollständige Sicherheit hinsichtlich der richtigen, vollständigen und zeitnahen Erfassung
von Sachverhalten in der Konzernrechnungslegung gewährleisten kann.
Die getroffenen Aussagen beziehen sich nur auf die in den Konzernabschluss der Deutschen
Lufthansa AG einbezogenen wesentlichen Tochterunternehmen, die unter der rechtlichen
und / oder faktischen Kontrolle der Deutschen Lufthansa AG stehen.
| in % | 2010* | 2011* | 2012* | 2013* | 2014* |
| Welt | 4,1 | 3,7 | 3,8 | 4,0 | 4,2 |
| Europa | 2,0 | 1,9 | 2,0 | 2,2 | 2,4 |
| Deutschland | 3,6 | 2,7 | 2,0 | 1,7 | 1,8 |
| Nordamerika | 2,9 | 3,1 | 2,9 | 3,1 | 3,3 |
| Südamerika | 5,6 | 4,5 | 4,5 | 4,5 | 4,8 |
| Asien / Pazifik | 7,0 | 5,3 | 5,7 | 5,9 | 6,1 |
| China | 10,1 | 9,5 | 8,8 | 8,9 | 8,8 |
| Naher Osten | 4,1 | 5,4 | 5,3 | 4,9 | 4,7 |
| Afrika | 4,6 | 5,1 | 5,0 | 4,8 | 4,8 |
Quelle: Global Insight World Overview per 14.01.2011.
Im Jahr 2011 soll sich die weltwirtschaftliche Erholung fortsetzen, jedoch mit reduziertem
Tempo, sodass eine moderate Expansion der Weltwirtschaft erwartet wird. Ursächlich
hierfür ist zum einen eine weiterhin angespannte Situation auf den Finanz- und Immobilienmärkten
der Industrieländer. Zum anderen ist in den Schwellenländern, die bislang Motor der
weltwirtschaftlichen Konjunktur waren, mit einer leichten Eintrübung der Konjunkturperspektiven
zu rechnen. So besteht etwa die Sorge, dass die sprunghafte Entwicklung der Immobilienpreise
in China zu einem abrupten Ende kommt. Gleichzeitig stehen viele Industrieländer vor
der Herausforderung, ihre stark gestiegene Verschuldung durch Sparmaßnahmen zurückzuführen.
Der Welthandel wird sich zwar weiter ausweiten, allerdings mit reduziertem Tempo.
Der Inflationsdruck dürfte moderat bleiben.
Insgesamt wird für die Weltwirtschaft 2011 mit einem Wachstum von 3,7 Prozent gerechnet,
das sich im Folgejahr leicht erhöhen soll.
Die Konjunktur in den USA wird sich voraussichtlich 2011 allmählich aufhellen. Vieles
deutet darauf hin, dass die Investitionstätigkeit, gestützt durch ein sehr günstiges
Zinsniveau und eine expansive Geldpolitik, anziehen wird. Belastend dürfte hingegen
die zurückhaltende private Nachfrage wirken, basierend auf dem Schuldenabbau bei den
privaten Haushalten sowie der hohen Arbeitslosigkeit. Ein kräftiger Aufschwung ist
aufgrund des Fortbestehens der strukturellen Probleme vorerst nicht in Sicht. Insgesamt
wird für 2011 ein Wachstum um 3,1 Prozent prognostiziert, das 2012 leicht zurückgehen
soll.
Die wirtschaftliche Dynamik der asiatischen Volkswirtschaften bleibt insgesamt auch
weiterhin hoch. Allerdings wird erwartet, dass das Wachstum vor dem Hintergrund des
sich abschwächenden Welthandels geringer ausfallen wird. Gleichzeitig scheint sich
die Binnennachfrage zu beleben. Die eingeleiteten fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen
sollen das Wachstum in China bremsen. Die chinesische Wirtschaft wird 2011 voraussichtlich
um 9,5 Prozent wachsen. Die konjunkturelle Entwicklung Japans wird 2011 voraussichtlich
durch einen starken Außenwert des Yen und ein schwächeres außenwirtschaftliches Umfeld
gebremst. Das Wachstum soll etwa 1,2 Prozent betragen. Für die Region Asien / Pazifik
wird insgesamt mit einem Wachstum von 5,3 Prozent gerechnet, mit leicht steigender
Tendenz im Folgejahr.
Für den Euroraum wird erwartet, dass die fiskalischen Konsolidierungsmaßnahmen der
Regierungen die Nachfrage dämpfen werden. In einigen Mitgliedsländern werden zudem
die anhaltenden Probleme auf den Immobilienmärkten private Investitionen belasten.
Auch 2011 wird sich deshalb die Konjunktur im Euroraum heterogen entwickeln. Während
für die Mitgliedsländer im nördlichen Europa weiterhin von einer schwungvollen Erholung
ausgegangen werden kann, soll sich die Konjunktur in den Peripherieländern Griechenland,
Spanien und Portugal allenfalls schleppend entwickeln. In diesen Ländern gibt es deutliche
realwirtschaftliche Probleme, die durch die Sanierung der öffentlichen Haushalte nur
langsam gelöst werden können. Insgesamt wird für 2011 ein Wachstum von 1,9 Prozent
für Europa vorhergesagt, das in den Folgejahren leicht ansteigen wird. Deutschland
wird weiterhin eine prägende Rolle beim europäischen Wirtschaftswachstum einnehmen,
die hohe Wachstumsrate aus 2010 im neuen Jahr aber voraussichtlich nicht erneut erreichen
können. Gleichwohl wird ein weiteres Wachstum erwartet, das 2011 bei 2,7 Prozent liegen
soll.
Aufgrund der Verschuldungssituation im Euroraum und einer unsicheren Konjunkturentwicklung
in den Industrienationen wird die Volatilität der Währungsmärkte weiterhin auf einem
hohen Niveau bleiben. Für das Zinsumfeld wird 2011 ebenfalls ein hohes Volatilitätsniveau
erwartet, in dem eine Fortsetzung der moderat ansteigenden Zinsstruktur denkbar ist.
Dies gilt insbesondere, wenn sich Anzeichen einer Leitzinsanhebung in der zweiten
Jahreshälfte verdichten sollten.
Auf Basis der weiteren weltweiten konjunkturellen Erholung wird mit einer wachsenden
Nachfrage nach Rohöl vor allem aus den Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas
gerechnet. Vor diesem Hintergrund ist auf dem derzeitigen hohen Niveau kurz- bis mittelfristig
von stabilen bis weiter steigenden Preisen auszugehen. Preissteigernd können sich
politische Entwicklungen, zum Beispiel im Nahen Osten, aber auch nichtfundamentale
Faktoren, wie beispielsweise spekulative Investitionen von Fonds und Hedge Fonds,
auswirken.
Einhergehend mit der positiven Wirtschaftsentwicklung wird für die kommenden Jahre
ein moderates Wachstum in der Luftverkehrsbranche erwartet. Die IATA rechnet für 2011
mit einem Wachstum im internationalen Passagierverkehr, das sich mit rund 5 Prozent
wieder auf den langjährigen Durchschnitt einpendeln wird. Bis 2014 soll die durchschnittliche
Wachstumsrate laut IATA bei 6,1 Prozent pro Jahr für den internationalen Verkehr liegen.
Das Wachstum im internationalen Verkehr wäre damit doppelt so hoch wie das prognostizierte
globale Wirtschaftswachstum von 3 Prozent pro Jahr bis 2014, was dem historischen
Verhältnis zwischen den beiden Größen entspräche.
Die regionale Entwicklung der Märkte wird auch künftig sehr verschieden sein. Laut
IATA wird zwischen 2010 und 2014 das stärkste Wachstum im internationalen Passagierverkehr
im Nahen Osten erwartet. Auch der internationale Passagierverkehr im Raum Asien/Pazifik
soll deutlich zulegen. Das starke Wirtschaftswachstum sowie eine weitere Liberalisierung
des Luftverkehrsmarkts machen Asien zu einem wichtigen Treiber des Passagierverkehrs
in den nächsten Jahren. Relativ dazu werden für die europäischen und nordamerikanischen
Märkte eher moderate Zuwachsraten prognostiziert.
Nach einer rasanten Erholung des Luftfrachtverkehrs 2010 wird die Dynamik in den kommenden
Jahren insgesamt etwas abnehmen. Laut IATA-Prognose wird die weltweite Luftfrachtnachfrage
ab 2011 wieder in Höhe des langjährigen Durchschnitts von rund 6 Prozent pro Jahr
erwartet. Dies wäre etwas niedriger als die Wachstumsrate des Welthandels, der historisch
gesehen immer mit einer ähnlichen Rate wie der internationale Frachtverkehr gewachsen
ist. Grund dafür ist, dass die Luftfracht bereits 2010 in hohem Maße von dem dringenden
Bedarf der Industrie an schnellem Lageraufbau profitiert hat. Noch nicht eingeschätzt
werden kann, ob und gegebenenfalls inwieweit sich verschärfte Regeln für Luftfrachtkontrollen
in Europa und den USA auf die Gewinnaussichten des Luftfrachtsektors auswirken werden.
Angesichts der steigenden Treibstoffpreise, der Zusatzkapazität auf dem Markt und
des sich zögerlich erholenden Preisniveaus erwartet die IATA für die weltweite Airline-Industrie
nach einem Branchengewinn von 15,1 Mrd. USD im Jahr 2010 einen Rückgang auf 9,1 Mrd.
USD im Jahr 2011. Das positive Ergebnis soll im Wesentlichen durch die Airlines in
Asien/Pazifik mit einem Gewinn von 4,8 Mrd. USD getragen werden. Fluggesellschaften
aus Nordamerika, dem Nahen Osten und Afrika werden leichte Gewinnrückgänge gegenüber
dem Vorjahr verzeichnen, aber weiterhin positive Ergebnisse berichten. Für die europäischen
Fluggesellschaften ist ein Break-even-Ergebnis für 2011 vorgesehen. Auf dem deutschen
Markt repräsentiert die Einführung der Luftverkehrsteuer ab 2011 eine Zusatzbelastung
und führt zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Airlines
im Vergleich zur internationalen Konkurrenz. Insbesondere die im preissensiblen Segment
operierenden No-Frills-Airlines werden davon stark betroffen.

Die Luftverkehrsindustrie ist in stetigem Wandel. Lufthansa stellt ihre Ausrichtung
kontinuierlich darauf ein und überprüft dabei auch fortlaufend ihre Organisationsstruktur.
Bei Bedarf passt sie diese an veränderte Marktgegebenheiten an. So wurden im Zusammenhang
mit dem Wechsel des Vorstandsvorsitzenden mit Wirkung vom 1. Januar 2011 auch einige
Veränderungen in der Geschäftsordnung vorgenommen. Lufthansa Passage hat ihre Organisationsstruktur
ebenfalls überarbeitet und stärker an Kunden und Wettbewerb ausgerichtet, siehe [S.
87]. Mit Wirkung vom 1. April 2011 werden dort die neuen Ressorts ihre Arbeit aufnehmen.
Das Geschäftsfeld IT Services befindet sich in einer Restrukturierung, die ebenfalls
organisatorische Veränderungen beinhalten wird. Einzelheiten zu den organisatorischen
Entwicklungen der Geschäftsfelder sowie zu ihren wirtschaftlichen, Produkt- und anderen
Entwicklungen können Sie den jeweiligen Kommentierungen entnehmen.
Lufthansa hat 2010 ihren Kurs des profitablen Wachstums wieder aufgenommen. Der Konzern
hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er sich in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten stabiler als der Wettbewerb entwickelt und sich im Aufschwung ergebende Chancen
rasch ergreifen und für sich nutzen kann. Von diesen Fähigkeiten wird Lufthansa auch
in den kommenden Jahren profitieren. Dabei ist die Dynamik der weiteren konjunkturellen
Entwicklung alles andere als klar vorgezeichnet. Insgesamt gehen wir aber von einem
weiteren Wirtschaftswachstum aus, siehe [S. 145], das sich in unseren Geschäftsfeldern
auch in entsprechender Nachfrageentwicklung widerspiegeln wird. Gegenwind erwarten
wir von dem wieder angestiegenen Ölpreis sowie vom intensiven Wettbewerb, dem sich
alle Geschäftsfelder des Konzerns ausgesetzt sehen. Auf die einzelnen Ausblicke der
Geschäftsfelder gehen wir in den entsprechenden Kommentierungen ab [S. 78] näher ein.
Übergreifend können sich die 2011 wieder anstehenden Tarifgespräche förderlich oder
hemmend auf die weitere Unternehmensentwicklung auswirken. Konstruktive Diskussionen
und maßvolle Abschlüsse, die die Mitarbeiter am profitablen Wachstum beteiligen, dieses
aber nicht blockieren, stehen dabei im Mittelpunkt der Zielsetzung für eine Unternehmensentwicklung
im Sinne aller Stakeholder. Unverändert vorangetrieben werden die Maßnahmen zur Effizienzerhöhung
in allen Geschäftsfeldern oder - wo erforderlich - zur notwendigen Restrukturierung
einiger Gesellschaften.
Für das Geschäftsjahr 2011 erwarten wir insgesamt eine Fortsetzung des Umsatzwachstums
und eine weitere Steigerung des operativen Ergebnisses. Sofern die prognostizierten
Konjunkturentwicklungen eintreten und der Geschäftsverlauf nicht durch einen unverhältnismäßigen
Anstieg der Treibstoffpreise oder andere unvorhersehbare Einflussfaktoren beeinträchtigt
wird, ist nach heutiger Einschätzung davon auszugehen, dass sich Umsatz und Ergebnis
auch 2012 weiter positiv entwickeln werden. Das Ausmaß der durch die vorgesehene Luftverkehrsteuer
verursachten Nachfragedämpfung bleibt allerdings weiterhin eine schwer zu prognostizierende
Unwägbarkeit. Dennoch halten wir unseren Anspruch unverändert aufrecht, in der Luftfahrtindustrie
hinsichtlich Profitabilität und nachhaltiger Wertschaffung auch weiterhin eine führende
Position einzunehmen.
Die erwartete positive Geschäftsentwicklung wird sich auch im Konzernergebnis und
Ergebnis pro Aktie widerspiegeln. Diese sind aufgrund der zahlreichen Einflussfaktoren
und Stichtagseffekte jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht näher quantifizierbar.
Wir gehen heute aber davon aus, dass auch im Geschäftsjahr 2011 die Voraussetzungen
für die Ausschüttung einer Dividende erfüllt werden dürften.
Die erfreuliche Ergebnisentwicklung wird sich weiter positiv auf das Finanzprofil
der Lufthansa auswirken. So erwarten wir, trotz eines weiterhin investitionsintensiven
Flottenerneuerungsprogramms auch im laufenden Jahr einen Free Cashflow zu erzielen.
Dabei gehen wir derzeit für 2011 von einem Investitionsvolumen von insgesamt 2,6 Mrd.
EUR aus.
Die definierte Mindestliquidität von 2,3 Mrd. EUR wird angesichts der verfügbaren
liquiden Mittel und Cashflow-Generierung nicht angetastet. Die Vermögenslage der Lufthansa
bleibt werthaltig, der überwiegende Teil der Flotte in unbelastetem Eigentum. Die
Eigenkapitalquote wird sich ihrer Zielmarke von 30 Prozent weiter annähern oder sie
gar erreichen. Das Gearing bleibt im Zielkorridor von 40 bis 60 Prozent. Auch die
neu eingeführte "Dynamische Tilgungsquote", siehe Kapitel "Finanzstrategie" [S. 53],
wird ihre Zielvorgabe erreichen. Damit werden unsere Kreditratings weiter gestärkt,
was sich auch in den Kommentierungen der Ratingagenturen ausdrücken sollte.
Die Anforderungen unserer Eigenkapital- und Fremdkapitalgeber spiegeln sich in unserem
Konzept der werthaltigen Unternehmensführung nach Cash Value Added (CVA), siehe [S.
48], wider. Unser Bestreben ist es, über den Luftverkehrszyklus hinweg nachhaltigen
Wert in Form eines positiven Cash Value Added zu schaffen. Nachdem im Krisenjahr 2009
eine Wertschaffung nicht möglich war, konnten wir bereits im ersten Jahr des Aufschwungs
wieder einen positiven CVA erzielen. Wir wollen auch 2011 einen positiven CVA erwirtschaften
und damit die anspruchsvollste Zieldimension unseres profitablen Wachstumskurses abermals
erfüllen.
Die Aussichten des Lufthansa Konzerns bewerten wir sehr positiv. Die vergangenen Jahre
haben gezeigt, dass die Aufstellung des Konzerns mehr Stabilität in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten bietet und diese mit hoher Ertragskraft im Aufschwung kombiniert.
Damit kann der Konzern auch weiterhin das enorme Potenzial der Wachstumsindustrie
Luftverkehr bestmöglich nutzen.
Der Konzern verbindet dabei strategischen Weitblick mit operativer Anpassungsfähigkeit
und sichert seine Entwicklung durch ein starkes Finanzprofil und etabliertes Risikomanagement
ab. Lufthansa profitiert von den hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards sowie der
Kunden- und Serviceorientierung in allen Geschäftsfeldern. Der Kranich mit seiner
weltweiten Reputation steht für Zuverlässigkeit, bei den Kunden ebenso wie bei den
Aktionären und den Mitarbeitern. Sie alle verbindet das Interesse an einer nachhaltigen
Entwicklung des Unternehmens. Dafür setzen wir unseren Kurs des profitablen Wachstums
fort.
| in Mio. € | Anhang | 2010 | 2009 |
| Erlöse aus den Verkehrsleistungen |
|
22 268 | 17 604 |
| Andere Betriebserlöse | 3 | 5 056 | 4 679 |
| Umsatzerlöse | 4 |
27 324 | 22 283 |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen | 5 | 165 | 225 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 6 | 2 655 | 2 531 |
| Materialaufwand | 7 | - 15 370 | - 12 700 |
| Personalaufwand | 8 | -6 659 | - 5 996 |
| Abschreibungen | 9 | - 1 682 | - 1 475 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 10 | - 5 193 | - 4 597 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit |
|
1 240 | 271 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Finanzanlagen | 11 |
46 | 5 |
| Übriges Beteiligungsergebnis | 11 |
58 | 53 |
| Zinserträge | 12 | 198 | 181 |
| Zinsaufwendungen | 12 |
- 555 | - 506 |
| Übrige Finanzposten | 13 | - 9 | - 138 |
| Finanzergebnis |
|
- 262 | - 405 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern |
|
978 | - 134 |
| Ertragsteuern | 14 | 165 | 112 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern |
|
1 143 | - 22 |
| Auf Minderheiten entfallendes Ergebnis |
|
- 12 | - 12 |
| Auf Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG entfallendes Konzernergebnis |
|
1 131 | - 34 |
| "Unverwässertes" Ergebnis je Aktie in € | 15 | 2,47 | - 0,07 |
| "Verwässertes" Ergebnis je Aktie in € | 15 | 2,47 | - 0,07 |
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 1 143 | - 22 |
| Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge |
|
|
| Differenzen aus Fremdwährungsumrechnung | 311 | - 18 |
| Folgebewertung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten | 485 | 193 |
| Folgebewertung von Cashflow Hedges | 288 | - 188 |
| Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge von nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen | - 4 | - 7 |
| Neubewertung von Anteilen im Rahmen von Sukzessiverwerben | - | - 44 |
| Sonstige erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge | 14 | - 13 |
| Für erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge erfasste Ertragsteuern | - 79 | 34 |
| Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge ("other comprehensive income") nach Ertragsteuern | 1 015 | - 43 |
| Gesamte Aufwendungen und Erträge ("total comprehensive income") | 2 158 | - 65 |
| Auf Minderheiten entfallende gesamte Aufwendungen und Erträge | - 16 | - 52 |
| Auf Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG entfallende gesamte Aufwendungen und Erträge | 2 142 | - 117 |
| in Mio. € | Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 01.01.2009 |
| Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer* | 16 |
1 582 | 1 511 | 821 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 17 |
329 | 328 | 261 |
| Flugzeuge und Reservetriebwerke | 18 21 | 11 153 | 10 444 | 8 764 |
| Reparaturfähige Flugzeugersatzteile |
|
877 | 810 | 669 |
| Übriges Sachanlagevermögen | 19 21 | 2 120 | 2 157 | 1 931 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 20 | - | 3 | 3 |
| Nach der Equity-Methode bewertete Finanzanlagen | 22 | 385 | 320 | 298 |
| Übrige Beteiligungen | 23 24 | 1 128 | 878 | 790 |
| Langfristige Wertpapiere | 23 24 | 250 | 349 | 509 |
| Ausleihungen und Forderungen | 23 25 | 620 | 506 | 475 |
| Derivative Finanzinstrumente | 23 26 | 350 | 255 | 339 |
| Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten | 29 |
26 | 31 | 15 |
| Effektive Ertragsteuerforderungen | 14 | 61 | 69 | 72 |
| Latente Ertragsteuer-Erstattungsansprüche | 14 | 82 | 35 | 28 |
| Langfristige Vermögenswerte |
|
18 963 | 17 696 | 14 975 |
| Vorräte | 27 |
662 | 646 | 581 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 23 28 | 3 401 | 3 033 | 3 015 |
| Derivative Finanzinstrumente | 23 26 | 484 | 252 | 213 |
| Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten | 29 |
146 | 128 | 119 |
| Effektive Ertragsteuerforderungen |
|
98 | 105 | 130 |
| Wertpapiere | 23 30 | 4 283 | 3 303 | 1 834 |
| Bankguthaben und Kassenbestände | 23 31 | 1 097 | 1 136 | 1 444 |
| Zum Verkauf stehende Vermögenswerte | 32 | 186 | 93 | 97 |
| Kurzfristige Vermögenswerte |
|
10 357 | 8 696 | 7 433 |
| Bilanzsumme |
|
29 320 | 26 392 | 22 408 |
*
Inkl. Geschäfts- oder Firmenwerte.
| in Mio. € | Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 01.01.2009 |
| Gezeichnetes Kapital | 33 34 | 1 172 | 1 172 | 1 172 |
| Kapitalrücklage | 35 |
1 366 | 1 366 | 1 366 |
| Gewinnrücklagen | 35 | 2 944 | 2 972 | 2 750 |
| Übrige neutrale Rücklagen | 35 | 1 629 | 618 | 701 |
| Konzernergebnis |
|
1 131 | - 34 | 542 |
| Anteile der Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG am Eigenkapital |
|
8 242 | 6 094 | 6 531 |
| Minderheitenanteile |
|
98 | 108 | 63 |
| Eigenkapital |
|
8 340 | 6 202 | 6 594 |
| Pensionsrückstellungen | 36 | 2 571 | 2 710 | 2 400 |
| Sonstige Rückstellungen | 37 |
643 | 620 | 291 |
| Finanzschulden | 38 39 | 6 227 | 6 109 | 3 161 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 40 |
110 | 87 | 51 |
| Erhaltene Anzahlungen, Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten |
41 |
1 087 | 1 000 | 1 024 |
| Derivative Finanzinstrumente | 26 38 | 111 | 225 | 118 |
| Latente Ertragsteuerverpflichtungen | 14 |
405 | 663 | 710 |
| Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten |
|
11 154 | 11 414 | 7 755 |
| Sonstige Rückstellungen | 37 |
881 | 1 122 | 847 |
| Finanzschulden | 38 39 | 957 | 693 | 420 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten |
38 42 | 4 193 | 3 796 | 3 626 |
| Verbindlichkeiten aus nicht ausgeflogenen Flugdokumenten |
|
2 389 | 1 906 | 1 693 |
| Erhaltene Anzahlungen, Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten |
43 |
1 066 | 1 008 | 882 |
| Derivative Finanzinstrumente | 26 38 | 103 | 106 | 492 |
| Effektive Ertragsteuerverpflichtungen |
|
237 | 145 | 99 |
| Rückstellung und Verbindlichkeiten aus zum Verkauf stehenden Vermögenswerten |
44 | - | - | - |
| Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten |
|
9 826 | 8 776 | 8 059 |
| Bilanzsumme |
|
29 320 | 26 392 | 22 408 |
| in Mio. € | Gezeichnetes Kapital |
Kapital- rücklage |
Marktbewertung Finanz- instrumente |
Unterschieds- betrag aus Währungs- umrechnung |
Neubewertungs- rücklage (Sukzessiverwerbe) |
Sonstige neutrale Rücklagen |
| Stand am 31.12.2008 | 1 172 | 1 366 | 1 | - 52 | 237 | 393 |
| Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | - | - | 122 | - | - | - |
| Angepasster Stand am 31.12.2008 | 1 172 | 1 366 | 123 | - 52 | 237 | 393 |
| Kapitalerhöhungen / -herabsetzungen | - | - | - | - | - | - |
| Umbuchungen* | - | - | - | - | - | 1 |
| Dividenden an Lufthansa Aktionäre/Minderheiten | - | - | - | - | - | - |
| Konzern- / Minderheitenergebnis | - | - | - | - | - | - |
| Übrige erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge* | - | - | 39 | - 18 | - 44 | - 61 |
| Angepasster Stand am 31.12.2009 | 1 172 | 1 366 | 162 | - 70 | 193 | 333 |
| Stand am 31.12.2009 | 1 172 | 1 366 | 118 | - 70 | 193 | 333 |
| Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | - | - | 44 | - | - | - |
| Angepasster Stand am 31.12.2009 | 1 172 | 1 366 | 162 | - 70 | 193 | 333 |
| Kapitalerhöhungen / -herabsetzungen | - | - | - | - | - | - |
| Umbuchungen | - | - | - | - | - | - |
| Dividenden an Lufthansa Aktionäre/Minderheiten | - | - | - | - | - | - |
| Transaktionen mit Minderheiten | - | - | - | - | - | - |
| Konzern- / Minderheitenergebnis | - | - | - | - | - | - |
| Übrige erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge* | - | - | 694 | 311 | - | 6 |
| Stand am 31.12.2010 | 1 172 | 1 366 | 856 | 241 | 193 | 339 |
| in Mio. € | Summe übrige neutrale Rücklagen |
Gewinnrücklagen | Konzernergebnis | Anteil der Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG am Eigenkapital |
Minderheitenanteile | Gesamt Eigenkapital |
| Stand am 31.12.2008 | 579 | 2 872 | 542 | 6 531 | 63 | 6 594 |
| Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | 122 | - 122 | - | - | - | - |
| Angepasster Stand am 31.12.2008 | 701 | 2 750 | 542 | 6 531 | 63 | 6 594 |
| Kapitalerhöhungen / -herabsetzungen | - | - | - | - | 6 | 6 |
| Umbuchungen* | 1 | 222 | - 222 | 1 | - 1 | - |
| Dividenden an Lufthansa Aktionäre/Minderheiten | - | - | - 320 | - 320 | - 13 | - 333 |
| Konzern- / Minderheitenergebnis | - | - | - 34 | - 34 | 12 | - 22 |
| Übrige erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge* | - 84 | - | - | - 84 | 41 | - 43 |
| Angepasster Stand am 31.12.2009 | 618 | 2 972 | - 34 | 6 094 | 108 | 6 202 |
| Stand am 31.12.2009 | 574 | 3 094 | - 112 | 6 094 | 108 | 6 202 |
| Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | 44 | - 122 | 78 | - | - | - |
| Angepasster Stand am 31.12.2009 | 618 | 2 972 | - 34 | 6 094 | 108 | 6 202 |
| Kapitalerhöhungen / -herabsetzungen | - | - | - | - | - | - |
| Umbuchungen | - | - 34 | 34 | - | - | - |
| Dividenden an Lufthansa Aktionäre/Minderheiten | - | - | - | - | - 18 | - 18 |
| Transaktionen mit Minderheiten | - | 6 | - | 6 | - 8 | - 2 |
| Konzern- / Minderheitenergebnis | - | - | 1 131 | 1 131 | 12 | 1 143 |
| Übrige erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge* | 1 011 | - | - | 1 011 | 4 | 1 015 |
| Stand am 31.12.2010 | 1 629 | 2 944 | 1 131 | 8 242 | 98 | 8 340 |
| in Mio. € | Anhang | 2010 | 2009 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-Äquivalente 01.01. |
|
1 136 | 1 444 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern |
|
978 | - 134 |
| Abschreibungen auf Anlagevermögen (saldiert mit Zuschreibungen) | 9 13 | 1 665 | 1 634 |
| Abschreibungen auf Umlaufteile |
|
23 | 74 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen | 6 | - 209 | - 27 |
| Beteiligungsergebnis | 11 |
- 104 | - 58 |
| Zinsergebnis | 12 | 357 | 325 |
| Erstattete / Gezahlte Ertragsteuern |
|
- 110 | 48 |
| Veränderung des Working Capitals1) |
|
475 | 129 |
| Operativer Cashflow |
|
3 075 | 1 991 |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 16 - 20 | - 2 222 | - 2 174 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 24 25 | - 38 | - 29 |
| Zugänge an reparaturfähigen Flugzeugersatzteilen |
|
- 76 | - 165 |
| Einnahmen aus Verkäufen von nicht konsolidierten Anteilen |
|
113 | 94 |
| Einnahmen aus Verkäufen von konsolidierten Anteilen |
|
- | - |
| Ausgaben aus Käufen von nicht konsolidierten Anteilen | 22 24 | - 11 | - 98 |
| Ausgaben aus Käufen von konsolidierten Anteilen2) | 1 |
- 2 | - 104 |
| Einnahmen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten, Sach- und sonstigen Finanzanlagen |
|
398 | 448 |
| Zinseinnahmen |
|
314 | 214 |
| Erhaltene Dividenden |
|
74 | 74 |
| Nettozu- / -abflüsse aus der Investitionstätigkeit |
|
- 1 450 | - 1 740 |
| Erwerb von Wertpapieren / Geldanlagen in Fonds3) |
|
- 2 251 | - 3 107 |
| Veräußerung von Wertpapieren / Geldanlagen in Fonds |
|
823 | 1 284 |
| Nettozu- / -abflüsse aus der Investitionstätigkeit und Geldanlagen |
|
-2 878 | -3 563 |
| Kapitalerhöhung4) | 33 - 35 | - | 6 |
| Aufnahme langfristiger Finanzschulden |
|
925 | 2 633 |
| Rückführung langfristiger Finanzschulden |
|
- 720 | - 755 |
| Übrige Finanzschulden |
|
- 36 | 1 |
| Gewinnausschüttung |
|
- 18 | - 333 |
| Zinsausgaben |
|
- 451 | - 281 |
| Nettozu- / -abflüsse aus der Finanzierungstätigkeit |
|
- 300 | 1 271 |
| Nettozu- / -abnahme von Zahlungsmitteln und Zahlungsmittel-Äquivalenten |
|
- 103 | - 301 |
| Veränderung Zahlungsmittel aus Wechselkursänderungen |
|
64 | - 7 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-Äquivalente 31.12. | 31 |
1 097 | 1 136 |
| Wertpapiere |
|
4 283 | 3 303 |
| Flüssige Mittel gesamt | 30 | 5 380 | 4 439 |
| Nettozu- / -abnahme der flüssigen Mittel gesamt |
|
941 | 1 161 |
1)
Das Working Capital besteht aus Vorräten, Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen.
2)
Im Vorjahr abzüglich erworbener Zahlungsmittel von 431 Mio. EUR.
3)
Inkl. Dotierung des LH Pension Trust in Höhe von 293 Mio. EUR (Vorjahr: 283 Mio. EUR).
4)
Im Vorjahr Kapitalerhöhung von Minderheitsgesellschaftern.
Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-Äquivalente
des Lufthansa Konzerns im Berichtsjahr verändert haben. Dabei wurden die Zahlungsströme
entsprechend IAS 7 nach dem operativen Cashflow, der dem Mittelzufluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit entspricht, nach der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit
gegliedert. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-Äquivalente
umfassen die Bilanzposition Bankguthaben und Kassenbestände. Der Bestand an flüssigen
Mitteln im weiteren Sinne ergibt sich unter Hinzurechnung der kurzfristigen Wertpapiere.
Der Konzernabschluss der Deutschen Lufthansa AG, Köln, und ihrer Tochtergesellschaften
wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International
Accounting Standards Board (IASB) unter Berücksichtigung der Interpretationen des
International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie
sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind.
Nach der Änderung des IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" sind Anteilserwerbe beziehungsweise
-verkäufe nach und unter Beibehaltung der Beherrschungsmöglichkeit gemäß dem sogenannten
"Economic Entity Approach" zu erfassen. Derartige Transaktionen werden als Geschäftsvorfälle
auf Ebene der Gesellschafter betrachtet und erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Das bisher bestehende Wahlrecht wurde von Lufthansa bereits in entsprechender Weise
ausgeübt.
Der neu gefasste IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" umfasst Regelungen zum Anwendungsbereich,
zu Kaufpreisbestandteilen, der Behandlung von Minderheitenanteilen und des Geschäfts-
und Firmenwerts sowie zum Umfang der anzusetzenden Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden.
Da im Geschäftsjahr 2010 keine Unternehmenserwerbe im Sinne von IFRS 3 stattgefunden
haben, hatten diese Änderungen keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns.
Nach der Änderung des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" ist es ab dem
Geschäftsjahr 2010 nicht mehr zulässig, die Veränderung des gesamten Marktwerts einer
zur Sicherung eingesetzten Option (Full Fair Value-Methode) erfolgsneutral im Rahmen
des Hedge Accountings abzubilden, sondern lediglich den "inneren Wert" der Option.
Die Veränderung des Zeitwerts (Time Value) wird im Finanzergebnis erfasst, was zu
entsprechenden Schwankungen des Konzernergebnisses führt. Auswirkungen auf die realisierten
Sicherungsergebnisse zu Gunsten oder zu Lasten der gesicherten Grundgeschäfte ergeben
sich nicht. Die Veränderungen der Zeitwerte der Optionen werden sich bis zum Realisierungszeitpunkt
vollständig ausgleichen, da der Zeitwert der vorwiegend eingesetzten Sicherungskombinationen
bei Abschluss des Sicherungsgeschäfts und bei Realisierung des Finanzderivats stets
null ist. Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns ergeben sich
insofern nicht. Die Änderung wird im Lufthansa Konzern ab dem Geschäftsjahr 2010 retrospektiv
dargestellt, d. h. die Vorjahreszahlen wurden so angepasst, als wären die Änderungen
des IAS 39 bereits in Vorjahren angewandt worden. Bei Anwendung des geänderten IAS
39 bereits im Geschäftsjahr 2009 wäre das Ergebnis vor Ertragsteuern um 95 Mio. EUR,
das Ergebnis nach Ertragsteuern um 78 Mio. EUR höher ausgewiesen worden.
Die nachfolgenden, zum 1. Januar 2010 anzuwendenden Standards und Interpretationen
hatten im Berichtszeitraum keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns.
Die Änderungen des IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich
im Konzern" zum Anwendungsbereich des Standards sowie der Standard "IFRS für kleine
und mittelgroße Unternehmen" hatten keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns.
Daneben wurden im Rahmen des Annual Improvement Project 2009 bestimmte redaktionelle
Änderungen an den bestehenden Standards IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche", IFRS 8 "Geschäftssegmente", IAS
1 "Darstellung des Abschlusses", IAS 7 "Kapitalflussrechnungen", IAS 17 "Leasingverhältnisse",
IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" und IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und
Bewertung" vorgenommen. Einige Änderungen sind dabei bereits zwingend für Geschäftsjahre
anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Dies betrifft Änderungen an
IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung", IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte", IFRIC 9
"Neubeurteilung eingebetteter Derivate" sowie IFRIC 16 "Absicherung einer Nettoinvestition
in einen ausländischen Geschäftsbetrieb".
Die Änderungen des IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der IFRS" sind für den Konzern ohne
Relevanz. Dies gilt ebenso für IFRIC 12 "Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen",
in dem die Bilanzierung von Auftragsvergaben der öffentlichen Hand an private Unternehmen
zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben im Wege der Konzessionsvergabe geregelt wird.
Die Interpretation IFRIC 15 "Verträge über die Errichtung von Immobilien" legt dar,
bei welchen Transaktionen IAS 18 "Umsatzerlöse" beziehungsweise IAS 11 "Fertigungsaufträge"
anzuwenden ist.
IFRIC 16 "Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb"
präzisiert die bilanzielle Behandlung von Sicherungen für Investitionen in Unternehmen,
deren funktionale Währung nicht der Konzernwährung entspricht.
IFRIC 17 "Sachdividenden an Eigentümer" regelt die bilanzielle Behandlung von Sachausschüttungen
an Parteien außerhalb des Konzerns.
IFRIC 18 "Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden" wurde als primär für den Energiesektor
relevante Verlautbarung im Januar 2009 veröffentlicht.
IFRIC 15, 16, 17 und 18 haben derzeit für den Lufthansa Konzern keine Relevanz.
Ergänzend wurden die nach § 315a Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften
berücksichtigt. Sämtliche vom IASB herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung
des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der Deutschen Lufthansa AG angewendeten
IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.
Der in Mio. EUR aufgestellte Konzernabschluss der Deutschen Lufthansa AG entspricht
damit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs.
1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften.
Der Konzernabschluss 2010 wird vom Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG in seiner
Sitzung am 16. März 2011 geprüft und gebilligt und ist damit zur Veröffentlichung
freigegeben.
Die nachfolgend beschriebenen Standardänderungen sind überwiegend ab dem Geschäftsjahr
2011 anzuwenden. Sofern die im Folgenden dargestellten Änderungen erst zu einem späteren
Zeitpunkt anzuwenden sind, wird hierauf gesondert hingewiesen.
Mit der Neufassung von IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen
und Personen" wird unter anderem die Definition einer "related party" präzisiert.
Die Änderungen sind für den Konzern ohne Relevanz.
Der IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung" wurde dahingehend ergänzt, dass bisher
als finanzielle Verbindlichkeiten auszuweisende Bezugsrechte sowie Optionen oder Optionsrechte
auf Aktien in anderer Währung als der funktionalen Währung des Unternehmens unter
bestimmten Bedingungen als Eigenkapitalinstrumente auszuweisen sind. Diese Änderung
ist für den Lufthansa Konzern nicht relevant.
Die Änderungen des IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der IFRS" betreffen Erleichterungen
für erstmalige Anwender der IFRS. Darüber hinaus haben sich kleinere redaktionelle
Änderungen ergeben. Die Änderungen sind für den Konzern ohne Relevanz.
Im Rahmen des Annual Improvement Project 2010 wurden redaktionelle Überarbeitungen
und kleinere Änderungen an sechs IFRS und einer Interpretation vorgenommen. Diese
betreffen IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der IFRS", IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse",
IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben", IAS 1 "Darstellung des Abschlusses", IAS 27 "Konzern-
und separate Einzelabschlüsse", IAS 34 "Zwischenberichterstattung" und IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme".
Die Änderungen sind für am oder nach dem 1. Juli 2010 beziehungsweise 1. Januar 2011
beginnende Geschäftsjahre anzuwenden, werden jedoch nach derzeitigem Stand keine wesentlichen
Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
Die Änderungen des IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" betreffen die Ausdehnung von
Angabepflichten bei Transaktionen zum Zwecke der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten,
bei denen bestimmte Rechte und Pflichten beim übertragenden Unternehmen verbleiben
beziehungsweise im Rahmen der Transaktion übernommen wurden. Die Angaben sollen die
Beziehungen zwischen der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten und den korrespondierenden
finanziellen Verbindlichkeiten aufzeigen. Eine Übernahme in europäisches Recht ist
bislang noch nicht erfolgt. Die Änderungen sind für am oder nach dem 1. Juli 2011
beginnende Geschäftsjahre anzuwenden. Mögliche Auswirkungen für den Konzern werden
gegenwärtig geprüft.
Das IASB hat im November 2009 den IFRS 9 "Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung
- Finanzielle Vermögenswerte" verabschiedet. Der neue Standard umschreibt Klassifizierungs-
und Bewertungsanforderungen von finanziellen Vermögenswerten und beendet unter dem
Stichwort "Classification and Measurement" die erste von insgesamt drei Phasen, an
deren Ende der bestehende IAS 39 "Financial Instruments: Recognition and Measurement"
abgeschafft werden soll. Die Verabschiedung der Phasen II ("Impairment") und III ("Hedge
Accounting") ist zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses noch nicht erfolgt.
Die Übernahme in europäisches Recht steht noch aus. Die neuen Vorschriften sind für
Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Die Auswirkungen
von IFRS 9 für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Darstellung des Konzerns
werden gegenwärtig und fortlaufend geprüft.
Zusätzlich zu den im November 2009 herausgegebenen Regelungen des IFRS 9 hat das IASB
am 28. Oktober 2010 IFRS 9 "Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung - Finanzielle
Verbindlichkeiten" herausgegeben. Finanzielle Verbindlichkeiten können weiterhin den
Bewertungskategorien "Fortgeführte Anschaffungskosten" ("Amortised Cost") oder "Beizulegender
Zeitwert" ("Fair Value") zugeordnet werden. Nach den neuen Vorschriften hat ein Unternehmen,
das für die Bilanzierung seiner finanziellen Verbindlichkeiten die sogenannte Fair
Value-Option gewählt hat, Wertänderungen des beizulegenden Zeitwerts, die durch eine
Veränderung des eigenen Kreditrisikos hervorgerufen wurden, nicht mehr erfolgswirksam
in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern erfolgsneutral in der Gesamtergebnisrechnung
im sonstigen Ergebnis ("Other Comprehensive Income") - und somit direkt im Eigenkapital
- zu erfassen. Eine Abweichung von dieser Regelung soll dann möglich sein, wenn eine
solche Darstellung zu einer Bewertungsinkongruenz in der Gewinn- und Verlustrechnung
führt. Eine Übernahme der Neuregelung in europäisches Recht ist bislang noch nicht
erfolgt. Die neuen Vorschriften sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar
2013 beginnen, anzuwenden. Die Auswirkungen von IFRS 9 für die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage sowie die Darstellung des Konzerns werden gegenwärtig und fortlaufend
geprüft.
Die punktuelle Änderung des IAS 12 "Ertragsteuern" beinhaltet für bestimmte Fälle
eine verpflichtende Ausnahmevorschrift von der Grundsatzregelung des IAS 12.51, wonach
Steuerlatenzen mit der aus der geplanten Verwendungsabsicht des zu Grunde liegenden
Vermögenswerts (oder der Schuld) zu erwartenden Steuerkonsequenz zu bewerten sind.
Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen,
anzuwenden. Die Auswirkungen der Änderungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
sowie die Darstellung des Konzerns werden gegenwärtig und fortlaufend geprüft.
Die Änderungen des IFRIC 14 "Vorauszahlungen einer Mindestdotierungsverpflichtung"
betreffen die bilanzielle Behandlung von geleisteten Vorauszahlungen auf im Zusammenhang
mit Pensionsplänen bestehenden Mindestdotierungsverpflichtungen. Die Änderung der
Interpretation ermöglicht bei Vorliegen der Voraussetzungen, den Nutzen aus diesen
Vorauszahlungen als Vermögenswert anzusetzen. Die Änderungen des IFRIC 14 sind für
am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden. Die Auswirkungen
für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Darstellung des Konzerns werden
gegenwärtig und fortlaufend geprüft.
Der IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente"
beinhaltet Anforderungen, wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen
Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu verhandelt und der Gläubiger dabei Aktien oder
andere Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens zur vollen oder teilweisen Tilgung
der finanziellen Verbindlichkeit erhält. IFRIC 19 ist für am oder nach dem 1. Juli
2010 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden. Die Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage sowie die Darstellung des Konzerns werden gegenwärtig und fortlaufend
geprüft.
Der Konzern hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften freiwillig
vorzeitig angewendet.
Alle wesentlichen Tochterunternehmen, die unter der rechtlichen und/oder faktischen
Kontrolle der Deutschen Lufthansa AG stehen, sind in den Konzernabschluss einbezogen.
Wesentliche Joint Ventures beziehungsweise assoziierte Unternehmen werden nach der
Equity-Methode bilanziert, sofern der Konzern 20 bis 50 Prozent der Anteile hält und/oder
gemeinsam mit anderen Gesellschaftern Kontrolle beziehungsweise einen maßgeblichen
Einfluss ausüben kann.
Eine Aufstellung der wesentlichen Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten
Unternehmen befindet sich auf den [S. 220 - 229]. Die Liste des Anteilsbesitzes ist
dem Anhang als Anlage beigefügt.
Die LSG Sky Chefs/GCC Ltd. ist in den Kreis der vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen
trotz eines Stimmrechtsanteils von 50 Prozent einbezogen, weil die wirtschaftliche
und finanzielle Führung der Gesellschaft durch den Lufthansa Konzern erfolgt.
Zweckgesellschaften, bei denen der Konzern nicht über die Mehrheit der Stimmrechte
verfügt, sind dennoch dem Kreis der Tochterunternehmen zugeordnet, wenn der Konzern
die Mehrheit des Nutzens aus der Tätigkeit der Zweckgesellschaft zieht beziehungsweise
den wesentlichen Teil des Risikos trägt. Die betreffenden Gesellschaften sind in der
Liste der wesentlichen Konzernunternehmen gekennzeichnet.
Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Deutschen Lufthansa AG als Obergesellschaft
inklusive Zweckgesellschaften 67 inländische und 155 ausländische Gesellschaften (Vorjahr:
70 inländische und 135 ausländische Gesellschaften).
Die Veränderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2010 sind in der folgenden
Tabelle zusammengefasst:
| Name, Sitz | Zugang zum | Abgang zum | Grund |
| Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe |
|
|
|
| AirNavigator Ltd., Tokio, Japan | 29.06.10 |
|
Gründung |
| Edelweiss Air AG, Kloten, Schweiz | 01.01.10 |
|
Erstmals konsolidiert |
| Ellen Finance 2010 S.N.C., Paris, Frankreich | 25.06.10 |
|
Gründung |
| FI Beauty Leasing Ltd., Tokio, Japan | 28.06.10 |
|
Gründung |
| First Valley Highway Kumiai, Tokio, Japan | 29.06.10 |
|
Gründung |
| Second Valley Highway Kumiai, Tokio, Japan | 29.06.10 |
|
Gründung |
| Third Valley Highway Kumiai, Tokio, Japan | 29.06.10 |
|
Gründung |
| Global Brand Management AG, Basel, Schweiz | 15.11.10 |
|
Gründung |
| Ingrid Finance 2010 S.N.C., Paris, Frankreich | 15.05.10 |
|
Gründung |
| Jour Leasing Co., Ltd., Tokio, Japan | 16.07.10 |
|
Gründung |
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 2, Salzburg, Österreich | 06.07.10 |
|
Gründung |
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 3, Salzburg, Österreich | 06.07.10 |
|
Gründung |
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 4, Salzburg, Österreich | 06.07.10 |
|
Gründung |
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 5, Salzburg, Österreich | 06.07.10 |
|
Gründung |
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 6, Salzburg, Österreich | 06.07.10 |
|
Gründung |
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 7, Salzburg, Österreich | 06.07.10 |
|
Gründung |
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 8, Salzburg, Österreich | 06.07.10 |
|
Gründung |
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 9, Salzburg, Österreich | 06.07.10 |
|
Gründung |
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 10, Salzburg, Österreich | 06.07.10 |
|
Gründung |
| Soir Leasing Co., Ltd., Tokio, Japan | 25.06.10 |
|
Gründung |
| GOAL Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. Projekt Nr. 5 KG, Grünwald, Deutschland |
|
31.12.10 | Liquidation |
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Bravo oHG, Grünwald, Deutschland |
|
15.07.10 | Liquidation |
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Charlie oHG, Grünwald, Deutschland |
|
15.07.10 | Liquidation |
| Suriba Beteiligungsverwaltungs GmbH, Wien, Österreich |
|
10.06.10 | Fusion |
| UIA Beteiligungsgesellschaft mbH, Wien, Österreich |
|
01.04.10 | Verkauf |
| Geschäftsfeld Technik |
|
|
|
| Lufthansa Technik Budapest Repülögép Nagyjavító Kft., Budapest, Ungarn | 01.01.10 |
|
Erstmals konsolidiert |
| Lufthansa Technik Malta Limited, Malta | 01.01.10 |
|
Erstmals konsolidiert |
| Lufthansa Technik Aircraft Services Ireland Limited, Shannon, Irland |
|
26.02.10 | Liquidation |
| Geschäftsfeld Catering |
|
|
|
| Starfood Antalya Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei | 10.08.10 |
|
Gründung |
Folgende vollkonsolidierte deutsche Konzerngesellschaften machten im Geschäftsjahr
2010 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. III HGB beziehungsweise § 264b HGB
Gebrauch.
| Name der Gesellschaft | Sitz |
| Germanwings GmbH | Köln |
| Hamburger Gesellschaft für Flughafenanlagen mbH | Hamburg |
| In-Flight Management Solutions GmbH | Neu-Isenburg |
| LSG Asia GmbH | Neu-Isenburg |
| LSG-Food & Nonfood Handel GmbH | Frankfurt am Main |
| LSG Lufthansa Service Catering- und Dienstleistungsgesellschaft mbH | Neu-Isenburg |
| LSG Lufthansa Service Europa / Afrika GmbH | Neu-Isenburg |
| LSG Lufthansa Service Holding AG | Neu-Isenburg |
| LSG Sky Chefs Catering Logistics GmbH | Neu-Isenburg |
| LSG Sky Chefs Deutschland GmbH | Neu-Isenburg |
| LSG Sky Chefs Lounge GmbH | Neu-Isenburg |
| LSG-Sky Food GmbH | Alzey |
| LSG South America GmbH | Neu-Isenburg |
| Lufthansa Technik AERO Alzey GmbH | Alzey |
| Lufthansa Cargo AG | Kelsterbach |
| Lufthansa Cargo Charter Agency GmbH | Kelsterbach |
| Lufthansa CityLine GmbH | Köln |
| Lufthansa Commercial Holding GmbH | Köln |
| Lufthansa Flight Training Berlin GmbH | Berlin |
| Lufthansa Flight Training GmbH | Frankfurt am Main |
| Lufthansa Leasing GmbH & Co Echo-Zulu oHG | Grünwald |
| Lufthansa Systems Aeronautics GmbH | Raunheim |
| Lufthansa Systems Airline Services GmbH | Kelsterbach |
| Lufthansa Systems Aktiengesellschaft | Kelsterbach |
| Lufthansa Systems AS GmbH | Norderstedt |
| Lufthansa Systems Berlin GmbH | Berlin |
| Lufthansa Systems Business Solutions GmbH | Raunheim |
| Lufthansa Systems Infratec GmbH | Kelsterbach |
| Lufthansa Systems Passenger Services GmbH | Kelsterbach |
| Lufthansa Process Management GmbH | Neu-Isenburg |
| Lufthansa Technik AG | Hamburg |
| Lufthansa Technik Immobilien und Verwaltungsgesellschaft mbH | Hamburg |
| Lufthansa Technik Logistik GmbH | Hamburg |
| Lufthansa Technik Maintenance International GmbH | Frankfurt am Main |
| Lufthansa Technik Objekt- und Verwaltungsgesellschaft mbH | Hamburg |
| Lufthansa Training & Conference Center GmbH | Seeheim-Jugenheim |
| Lufthansa WorldShop GmbH | Frankfurt am Main |
| MARDU Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. oHG | Grünwald |
| Miles & More International GmbH | Neu-Isenburg |
Im Konzernabschluss sind Beteiligungen an 60 Joint Ventures und 41 assoziierten Unternehmen
bilanziert (Vorjahr: 65 Joint Ventures und 40 assoziierte Unternehmen), von denen
11 Joint Ventures (Vorjahr: 9) und 17 assoziierte Unternehmen (Vorjahr: 17) at equity
bewertet werden. Die übrigen Joint Ventures und assoziierten Unternehmen werden wegen
ihrer insgesamt nachrangigen Bedeutung zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.
Aufgrund der Anteilsquote am jeweiligen Joint Venture beziehungsweise assoziierten
Unternehmen sind dem Konzern folgende Vermögenswerte, Schulden sowie Aufwendungen
und Erträge zuzurechnen:
|
|
2010 | 2009 | ||||
| in Mio. € | Joint Ventures | Assoziierte Unternehmen | Nicht at equity bewertete assoziierte Unternehmen |
Joint Ventures | Assoziierte Unternehmen | Nicht at equity bewertete assoziierte Unternehmen |
| Langfristige Vermögenswerte | 146 | 252 | 351 | 79 | 246 | 357 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 205 | 117 | 28 | 132 | 117 | 20 |
| Eigenkapital | 128 | 131 | 28 | 95 | 122 | 27 |
| Langfristiges Fremdkapital | 51 | 171 | 219 | 22 | 148 | 230 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 172 | 67 | 132 | 94 | 93 | 120 |
| Erträge | 512 | 201 | 57 | 324 | 308 | 57 |
| Aufwendungen | 491 | 187 | 50 | 313 | 289 | 52 |
Bei Anwendung der von den IFRS und IFRIC vorgegebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
müssen zahlreiche Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, welche
die Zukunft betreffen und naturgemäß nicht den später tatsächlich eintretenden Verhältnissen
entsprechen müssen. Alle im Rahmen der Bilanzierung und Bewertung zu Grunde gelegten
Schätzungen und Annahmen werden aber fortlaufend überprüft und basieren entweder auf
historischen Erfahrungen und/oder auf Erwartungen über das Eintreten künftiger Ereignisse,
die unter den gegebenen Umständen kaufmännisch vernünftig erscheinen.
Schätzungen und Annahmen, die bei der Ermittlung der Buchwerte von Vermögenswerten
und Schulden eine wesentliche Rolle spielen, werden im Rahmen der folgenden Beschreibung
der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wesentlicher Bilanzpositionen erläutert.
Als grundlegendes Bewertungskonzept wird im Konzernabschluss das Anschaffungskostenprinzip
angewendet. Dort, wo die IFRS andere Bewertungskonzepte vorschreiben, werden diese
verwendet; in den folgenden Ausführungen zur Bewertung von Aktiv- und Passivposten
wird hierauf gesondert hingewiesen.
Umsatzerlöse beziehungsweise sonstige betriebliche Erträge werden mit Erbringung der
Leistung beziehungsweise mit Übergang der Gefahren auf den Kunden realisiert. Erlöse
aus den Verkehrsleistungen der Geschäftsfelder Passage Airline Gruppe und Logistik
werden nach Abflug eines Passagiercoupons beziehungsweise Luftfrachtbriefs erfolgswirksam.
Dabei wird der realisierte Betrag anteilig aus dem für das Dokument vereinnahmten
Gesamtbetrag ermittelt. Bei kundenbezogener, längerfristiger Fertigung in den Segmenten
Technik und IT Services werden die Umsätze nach der Percentage-of-Completion-Methode
dem Leistungsfortschritt entsprechend erfasst. Dabei wird einerseits der Anteil der
erbrachten Leistungen im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Kundenauftrags, andererseits
der Gewinn des gesamten Auftrags geschätzt. Das Gesamtvolumen der realisierten Gewinnanteile
aus langfristigen Aufträgen betrug im Geschäftsjahr 2010 36 Mio. EUR (Vorjahr: 50
Mio. EUR).
Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise
zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam. Rückstellungen für Gewährleistungen
werden zum Zeitpunkt der Realisierung der entsprechenden Umsatzerlöse gebildet. Zinserträge
und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst. Dividenden aus Beteiligungen, die
nicht at equity bewertet sind, werden mit Entstehen des Rechtsanspruchs vereinnahmt.
Die Erstkonsolidierung von Konzernunternehmen wird nach der Erwerbsmethode vorgenommen.
Dabei werden die nach den Vorschriften des IFRS 3 identifizierten Vermögenswerte,
Schulden und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens mit dem beizulegendem
Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet und den Kosten des Erwerbers gegenübergestellt
(Kaufpreisallokation). Die nicht erworbenen Anteile an den beizulegenden Zeitwerten
von Vermögenswerten und Schulden werden unter den Minderheitenanteilen ausgewiesen.
Ein Überhang der Kosten über den Wert des erworbenen Eigenkapitals wird als Firmenwert
aktiviert und in der Folgezeit einem regelmäßigen, jährlichen Werthaltigkeitstest
unterzogen.
Übersteigt der erworbene Wert des Eigenkapitals die hierfür aufgewendeten Kosten des
Erwerbers, so wird der Differenzbetrag sofort erfolgswirksam vereinnahmt.
Differenzbeträge aus nach Übernahme der Kontrolle erworbenen Minderheitenanteilen
werden direkt gegen das Eigenkapital verrechnet.
Die jährlich vorzunehmenden Werthaltigkeitstests für Firmenwerte werden mittels anerkannter
Discounted Cashflow-Methoden durchgeführt. Dabei werden die zukünftig zu erwartenden
Cashflows aus der jüngsten Managementplanung zu Grunde gelegt, mit langfristigen Umsatzwachstumsraten
sowie Annahmen über die Margenentwicklung fortgeschrieben und mit den Kapitalkosten
der Unternehmenseinheit abgezinst. Getestet wird auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden
Einheit. Zu einzelnen für die Werthaltigkeitstests im Geschäftsjahr 2010 verwendeten
Prämissen siehe "Erläuterung 16" ab [S. 173].
Darüber hinaus wird ein Werthaltigkeitstest zusätzlich während des Jahres dann durchgeführt,
wenn aufgrund eingetretener Ereignisse ein Verdacht besteht, dass der Wert nachhaltig
gesunken sein könnte.
Die Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften werden nach dem Konzept
der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Ihre funktionale Währung ist überwiegend
die jeweilige Landeswährung, in Einzelfällen weicht die funktionale Währung von der
Landeswährung ab. Vermögenswerte und Schulden werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag,
die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.
Diese Translationsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Geschäftswerte,
die bei ausländischen Tochtergesellschaften aus der Kapitalkonsolidierung vor 2005
entstanden sind, werden zu historischen Anschaffungswerten abzüglich der bis Ende
2004 aufgelaufenen Abschreibungen fortgeführt.
Nach 2005 entstandene Firmenwerte werden in der Währung des erworbenen Unternehmens
bilanziert.
Transaktionsdifferenzen werden dagegen erfolgswirksam erfasst. Sie entstehen in den
Abschlüssen der konsolidierten Gesellschaften aus Vermögenswerten und Verpflichtungen,
deren Basis eine von der funktionalen Währung der Gesellschaft abweichende Währung
ist. Kursdifferenzen hieraus sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen (Kursgewinne)
beziehungsweise sonstigen betrieblichen Aufwendungen (Kursverluste) enthalten.
Die wichtigsten im Konzernabschluss verwendeten Kurse haben sich in Relation zum Euro
wie folgt entwickelt:
|
|
2010 | 2009 | ||
|
|
Bilanzkurs | GuV-Durchschnittskurs | Bilanzkurs | GuV-Durchschnittskurs |
| USD | 0,74864 | 0,75815 | 0,69730 | 0,71635 |
| YEN | 0,00920 | 0,00863 | 0,00754 | 0,00765 |
| GBP | 1,16044 | 1,16902 | 1,12120 | 1,11784 |
| CAD | 0,74918 | 0,72974 | 0,66046 | 0,62882 |
| HKD | 0,09630 | 0,09761 | 0,08994 | 0,09247 |
| THB | 0,02495 | 0,02384 | 0,02092 | 0,02086 |
| SEK | 0,11145 | 0,10425 | 0,09741 | 0,09429 |
| NOK | 0,12793 | 0,12431 | 0,12029 | 0,11457 |
| DKK | 0,13414 | 0,13428 | 0,13438 | 0,13430 |
| CHF | 0,79847 | 0,72014 | 0,67283 | 0,66078 |
| KRW | 0,00067 | 0,00065 | 0,00060 | 0,00056 |
Im Rahmen der Konsolidierung werden die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle
vollständig eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten
Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet, Zwischengewinne und -verluste im
Anlage- und Vorratsvermögen werden eliminiert. Konzerninterne Erträge werden mit den
korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung
werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, selbst erstellte
immaterielle Vermögenswerte, aus denen dem Konzern wahrscheinlich ein künftiger Nutzen
zufließt und die verlässlich bewertet werden können, werden mit ihren Herstellungskosten
aktiviert und jeweils über eine geschätzte Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben.
Die Herstellungskosten umfassen dabei alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren
Kosten einschließlich der nach IAS 23 zu berücksichtigenden Fremdkapitalkosten sowie
angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten.
Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer sowie noch nicht
genutzte immaterielle Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern
wie Firmenwerte einem regelmäßigen, jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen.
Materielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden,
sind mit ihren Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich planmäßiger
linearer Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem
Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen
Gemeinkosten.
Aufgrund der letztjährigen Änderung des IAS 23 werden Fremdkapitalkosten, die in engem
Zusammenhang mit der Finanzierung von Kauf oder Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts
stehen, aktiviert. Im Berichtsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 2 Mio. EUR
aktiviert. Die zu Grunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den geschätzten/erwarteten
Nutzungsdauern im Konzern.
Neue Verkehrsflugzeuge und Reservetriebwerke werden über zwölf Jahre bis auf einen
Restwert von 15 Prozent abgeschrieben.
Für Gebäude werden Nutzungsdauern zwischen 20 und 45 Jahren zu Grunde gelegt, Bauten
und Einbauten auf fremden Grundstücken werden entsprechend der Laufzeit der Mietverträge
beziehungsweise einer niedrigeren Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungssätze
liegen überwiegend zwischen 10 und 20 Prozent pro Jahr. Als Nutzungsdauer von technischen
Anlagen und Maschinen werden bis zu zehn Jahre angesetzt. Betriebs- und Geschäftsausstattung
wird bei normaler Beanspruchung über drei bis zehn Jahre abgeschrieben.
Gebraucht erworbene Vermögenswerte werden über die erwartete Restnutzungsdauer abgeschrieben.
Das wirtschaftliche Eigentum an Leasinggegenständen wird gemäß IAS 17 dann dem Leasingnehmer
zugerechnet, wenn dieser im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken
und Chancen aus dem Leasinggegenstand trägt. Hierbei wird neben der Länge der unkündbaren
Grundmietzeit und dem Anteil des Barwerts der Leasingraten am Gesamtinvestment insbesondere
die Verteilung von Chancen und Risiken aus dem während der Laufzeit nicht amortisierten
Restwert des Vermögenswerts betrachtet. Sofern das wirtschaftliche Eigentum dem Lufthansa
Konzern zuzurechnen ist, erfolgt die Aktivierung zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses
zum Barwert der Leasingraten (höchstens aber zum Zeitwert des Vermögenswerts) zuzüglich
gegebenenfalls vom Leasingnehmer getragener Nebenkosten. Die Abschreibungsmethoden
und Nutzungsdauern entsprechen denen vergleichbarer erworbener Vermögenswerte.
Immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen werden über die planmäßige Abschreibung
hinaus dann zusätzlich zum Bilanzstichtag außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der "erzielbare
Betrag" des Vermögenswerts unter den Buchwert gesunken ist. Der "erzielbare Betrag"
wird als der jeweils höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten
("Nettoveräußerungswert") beziehungsweise dem Barwert des erwarteten Nettomittelzuflusses
aus der fortgeführten Nutzung des Vermögenswerts ("Nutzungswert") ermittelt.
Der Nettoveräußerungswert wird dabei - soweit vorhanden -aus zuletzt beobachteten
Markttransaktionen abgeleitet.
Ist eine Prognose eines erwarteten Mittelzuflusses für einen einzelnen Vermögenswert
nicht möglich, so wird der Mittelzufluss für die nächste größere Gruppe von Vermögenswerten
geschätzt, mit einem Risikozinssatz diskontiert und der erzielbare Betrag proportional
zu den Buchwerten der einzelnen Vermögenswerte auf diese verteilt.
Entfällt der Grund für eine in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung
ganz oder teilweise in Folgeperioden wieder, wird eine entsprechende Wertaufholung
vorgenommen.
Reparaturfähige Flugzeugersatzteile werden zu laufend angepassten Preisen, die auf
durchschnittlichen Anschaffungskosten basieren, erfasst. Für die Bewertung werden
die Ersatzteile den einzelnen Flugzeugmustern zugerechnet und grundsätzlich wie Flugzeuge
der Flottenmuster, für die sie verwendet werden können, abgeschrieben.
Immobilien, die im Konzern ausschließlich der Vermietung an Konzernfremde dienen,
sind als Finanzinvestition klassifiziert und zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten
bewertet.
Nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen werden zum Erwerbszeitpunkt zu Anschaffungskosten
aktiviert.
In den Folgeperioden werden die Buchwerte jährlich um die auf den Lufthansa Konzern
entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens beziehungsweise
Joint Ventures erhöht beziehungsweise vermindert. Auf die erstmalige Bewertung eines
in dem Beteiligungsansatz enthaltenen Unterschiedsbetrags zwischen den Anschaffungskosten
der Beteiligung und dem anteiligen Eigenkapital der Gesellschaft werden die für die
Vollkonsolidierung geltenden Grundsätze der Kaufpreisallokation entsprechend angewendet.
Ein Werthaltigkeitstest für einen im Beteiligungsansatz enthaltenen Firmenwert wird
in Folgeperioden nur durchgeführt, sofern ein Hinweis auf eine mögliche Wertminderung
des gesamten Beteiligungsansatzes vorliegt. Zwischengewinne und -verluste aus Verkäufen
zwischen Konzerngesellschaften und at equity bewerteten Gesellschaften werden in Höhe
des Beteiligungsprozentsatzes eliminiert.
Finanzielle Vermögenswerte werden im Lufthansa Konzern in die Kategorien "Zum beizulegenden
Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)", "Ausleihungen und Forderungen"
sowie "Zur Veräußerung verfügbar" eingeteilt.
Die Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert über die GuV" umfasst finanzielle Vermögenswerte,
die zu Handelszwecken gehalten werden, wie zum Beispiel Derivate, die nicht als Sicherungsgeschäfte
im Rahmen einer Sicherungsbeziehung qualifizieren.
Die Kategorie "Ausleihungen und Forderungen" besteht aus finanziellen Vermögenswerten
mit festgelegten Zahlungsmodalitäten, die nicht an einem aktiven Markt gehandelt werden.
Je nach Restlaufzeit werden sie als langfristige beziehungsweise kurzfristige Vermögenswerte
ausgewiesen.
"Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind nicht derivative finanzielle
Vermögenswerte, die keiner der beiden anderen Kategorien zuordenbar sind. Als zur
Veräußerung verfügbar gelten Wertpapiere, Beteiligungen sowie Kassen- und Bankbestände.
Derivate, die als Sicherungsgeschäfte im Rahmen einer Sicherungsbeziehung qualifizieren,
sind keiner der genannten Kategorien zugeordnet.
Finanzielle Vermögenswerte werden am Erfüllungstag, d. h. zum Zeitpunkt des Entstehens
beziehungsweise der Übertragung des Vermögenswerts, zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich
Kosten der Transaktion aktiviert. Langfristige unter- beziehungsweise nichtverzinsliche
Ausleihungen werden dabei zum Barwert unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.
Kundenforderungen aus zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossenen Fertigungs- beziehungsweise
Dienstleistungsaufträgen sind mit ihren Herstellungskosten einschließlich der nach
IAS 23 zu berücksichtigenden Fremdkapitalkosten zuzüglich eines ihrem Fertigstellungsgrad
entsprechenden Gewinnaufschlags aktiviert, soweit das Ergebnis des Fertigungsauftrags
verlässlich geschätzt werden kann. Übrige unfertige Kundenaufträge sind in Höhe der
entstandenen Herstellungskosten aktiviert, soweit diese voraussichtlich durch Erlöse
gedeckt sind.
Die der Kategorie der finanziellen Vermögenswerte "Zum beizulegenden Zeitwert über
die GuV" zugeordneten Vermögenswerte werden immer zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.
Wertschwankungen sind erfolgswirksam und im Finanzergebnis enthalten.
Die Folgebewertung von Ausleihungen und Forderungen erfolgt zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten
unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bei unter- oder nichtverzinslichen
Forderungen.
Bestehen an der Einbringbarkeit von Forderungen Zweifel, werden diese mit dem niedrigeren
realisierbaren Betrag angesetzt. Spätere Wertaufholungen (Zuschreibungen) werden erfolgswirksam
vorgenommen.
In Fremdwährung valutierende Forderungen werden zum Stichtagskurs bewertet.
Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen werden dagegen in den Folgeperioden
zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern dieser verlässlich bestimmbar ist.
Für Wertpapiere wird der beizulegende Zeitwert aus dem an einem aktiven Markt notierten
Preis ermittelt. Im Fall festverzinslicher Wertpapiere, die nicht notiert sind, wird
der beizulegende Zeitwert aus der Differenz zwischen Effektiv- und Marktzinssatz zum
Bewertungsstichtag ermittelt.
Wertschwankungen im beizulegenden Zeitwert zwischen den Bilanzstichtagen werden erfolgsneutral
in die Rücklagen eingestellt. Die erfolgswirksame Auflösung der Rücklagen erfolgt
entweder mit der Veräußerung oder bei nachhaltigem Absinken des Marktwerts unter die
Buchwerte. Ist aufgrund des nachhaltigen Absinkens des beizulegenden Zeitwerts unter
den Buchwert eine Wertberichtigung in Vorjahren erfolgswirksam vorgenommen worden
und später eine Wertaufholung erforderlich, so wird diese bei Wertpapieren, die Eigenkapitaltitel
darstellen, erfolgsneutral, bei Wertpapieren, die Fremdkapitaltitel darstellen, erfolgswirksam
vorgenommen.
Die Folgebewertung von Beteiligungen, für die kein an einem aktiven Markt notierter
Wert existiert, erfolgt dagegen zu Anschaffungskosten. Sinkt der erzielbare Betrag
zum Bilanzstichtag unter den Buchwert, werden erfolgswirksame Wertberichtigungen vorgenommen.
Spätere Wertaufholungen sind ausgeschlossen.
Derivative Finanzinstrumente sind zum beizulegenden Zeitwert auf Basis von veröffentlichten
Marktpreisen bewertet. Sofern kein an einem aktiven Markt notierter Preis existiert,
wird auf andere geeignete Bewertungsmethoden zurückgegriffen.
Geeignete Bewertungsmethoden umfassen alle Faktoren, die unabhängige, sachkundige
Marktteilnehmer bei der Preisbildung berücksichtigen würden und die anerkannte, gängige
ökonomische Modelle zur Preisbildung von Finanzinstrumenten darstellen.
Der Lufthansa Konzern setzt entsprechend einer konzerninternen Richtlinie derivative
Finanzinstrumente zur Sicherung von Zins- und Devisenkursänderungsrisiken sowie zur
Absicherung des Treibstoffpreisrisikos ein. Basis ist die vom Vorstand definierte
und von einem Ausschuss überwachte Sicherungspolitik. Dabei werden auch Zins- und
Devisenkurssicherungsgeschäfte mit nicht konsolidierten Konzerngesellschaften abgeschlossen.
Zur Steuerung des Zinsrisikos werden Zinsswaps und Zins-Währungsswaps abgeschlossen.
Letztere sichern gleichzeitig das Devisenkursänderungsrisiko aus Finanzierungen in
Fremdwährungen.
Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen setzt der Lufthansa Konzern zur Absicherung
von Wechselkursrisiken ein. Dabei kommen auch Bandbreitenoptionen zum Einsatz, die
Kauf und gleichzeitigen Verkauf von Devisenoptionen derselben Währung kombinieren.
Die Bandbreitenoptionen werden als Zero-Cost-Optionen abgeschlossen, d. h. die zu
zahlende Prämie entspricht der Prämie, die aus dem Optionsverkauf resultiert.
Treibstoffpreissicherungen werden in Form von Bandbreitenoptionen und anderen Sicherungskombinationen
primär in Rohöl abgeschlossen. In begrenztem Umfang werden darüber hinaus auch Sicherungen
in anderen Produkten wie Gasoil abgeschlossen.
Sicherungsgeschäfte dienen entweder der Absicherung beizulegender Zeitwerte oder der
Absicherung künftiger Cashflows.
Soweit die eingesetzten Finanzinstrumente wirksame Cashflow-Sicherungen im Rahmen
einer Sicherungsbeziehung nach den Vorschriften des IAS 39 sind, führen die Veränderungen
des Marktwerts grundsätzlich nicht zu Auswirkungen auf das Periodenergebnis während
der Laufzeit des Derivats. Sie werden erfolgsneutral in der entsprechenden Rücklagenposition
erfasst. Nach einer Änderung des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung"
ist es ab dem Geschäftsjahr 2010 jedoch nicht mehr zulässig, die Veränderungen des
gesamten Marktwerts einer zur Sicherung eingesetzten Option (Full Fair Value-Methode)
erfolgsneutral im Rahmen des Hedge Accountings abzubilden, sondern lediglich den "inneren
Wert" einer Option. Die Veränderung des Zeitwerts (Time Value) der Option wird im
Finanzergebnis erfasst.
Ist der gesicherte Zahlungsstrom eine Investition, wird zum Zeitpunkt des Fälligwerdens
des Grundgeschäfts das bis dahin im Eigenkapital erfasste Ergebnis aus dem Sicherungsgeschäft
mit den Anschaffungskosten der Investition verrechnet.
In allen anderen Fällen wird der angesammelte Wert im Eigenkapital bei Fälligwerden
des gesicherten Zahlungsstroms als Gewinn oder Verlust im Periodenergebnis berücksichtigt.
Im Falle des effektiven Teils einer wirksamen Absicherung von beizulegenden Zeitwerten
gleichen sich die Marktwertschwankungen des gesicherten Vermögenswerts beziehungsweise
der gesicherten Schulden und die des Finanzinstruments in der Gewinn- und Verlustrechnung
aus.
Soweit die eingesetzten Finanzinstrumente nicht als wirksame Sicherungsgeschäfte,
sondern als Handelsgeschäfte nach IAS 39 qualifiziert werden, wirken sich alle Marktwertschwankungen
unmittelbar als Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung aus. Auch "eingebettete
Derivate" sind, soweit sie nicht vom finanziellen Basiskontrakt separierbar sind,
gemeinsam mit diesem für Bewertungszwecke als Handelsgeschäfte anzusehen. Marktwertschwankungen
wirken sich ebenfalls unmittelbar als Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung
aus. Beide sind der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung"
zuzurechnen.
Sicherungspolitik des Konzerns ("Erläuterung 46" auf [S. 200]) ist es, ausschließlich
wirksame Derivate zur Absicherung von Zins-, Währungs- und Treibstoffpreisrisiken
abzuschließen.
Die Geschäfte mit nicht konsolidierten Konzerngesellschaften sowie Zins-Währungsswaps
erfüllen in der Regel dennoch nicht die speziellen Wirksamkeitsdefinitionen des IAS
39. Marktwertschwankungen aus diesen Geschäften sind daher unmittelbar in der Gewinn-
und Verlustrechnung berücksichtigt.
Der Posten Vorräte umfasst nicht reparaturfähige Ersatzteile, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
sowie bezogene Waren und geleistete Anzahlungen auf Vorräte. Der Ansatz erfolgt zu
Anschaffungskosten, die auf Basis von Durchschnittspreisen ermittelt werden, oder
zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess
zurechenbaren Kosten einschließlich der nach IAS 23 zu berücksichtigenden Fremdkapitalkosten
sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Die Bewertung zum Bilanzstichtag
erfolgt zum jeweils niedrigeren Betrag aus Anschaffungs-/Herstellungskosten einerseits
und realisierbarem Nettoveräußerungspreis abzüglich noch anfallender Kosten andererseits.
Bei der Ermittlung der Herstellungskosten wurde ein Beschäftigungsgrad von durchschnittlich
95 Prozent berücksichtigt. Dabei wird grundsätzlich der Nettoveräußerungspreis des
Endprodukts zu Grunde gelegt.
Einzelne, ehemals langfristige Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten, deren
Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate zu erwarten ist, sind mit dem niedrigeren
Betrag aus fortgeschriebenem Buchwert zum Umgliederungszeitpunkt beziehungsweise erzielbarem
Nettoveräußerungswert aktiviert.
Die Bewertung der Pensionsrückstellungen beruht auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen
Anwartschafts-Barwertverfahren für leistungsorientierte Altersversorgungspläne. Der
bilanziellen Bewertung der Verpflichtung liegen verschiedene Schätzannahmen zu Grunde.
Dabei sind insbesondere Annahmen über den langfristigen Gehalts- und Rentenentwicklungstrend
sowie die durchschnittliche Lebenserwartung zu treffen. Die Annahmen zum Gehalts-
und Rententrend stützen sich auf in der Vergangenheit beobachtete Entwicklungen, berücksichtigen
das länderspezifische Zins- und Inflationsniveau und die jeweiligen Arbeitsmarktentwicklungen.
Basis für die Schätzung der durchschnittlichen Lebenserwartung bilden anerkannte biometrische
Rechnungsgrundlagen.
Der für die Abzinsung der künftigen Zahlungsverpflichtungen verwendete Zinssatz ist
der länderspezifische Marktzinssatz für risikoadäquate langfristige Geldanlagen mit
einer vergleichbaren Laufzeit.
Die erwartete langfristige Entwicklung eines vorhandenen Planvermögens wird ebenfalls
länderspezifisch und in Abhängigkeit von der Fondsstruktur sowie unter Berücksichtigung
historischer Erfahrungswerte festgelegt.
Veränderungen der Schätzannahmen von Jahr zu Jahr sowie Abweichungen zu den tatsächlichen
Jahreseffekten sind in den versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten abgebildet
und werden, soweit ihre Höhe 10 Prozent des höheren Werts aus Verpflichtung und Planvermögen
übersteigt, über die Restdienstzeit der Anspruchsberechtigten ratierlich über die
Gewinn- und Verlustrechnung amortisiert. Mit der Anwendung der 10-Prozent-Korridor-Regel
werden von Jahr zu Jahr auftretende Schwankungen in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
vermieden.
Die zum 31. Dezember 2010 nicht bilanzierten versicherungsmathematischen Verluste
betragen 1.416 Mio. EUR (Vorjahr: 866 Mio. EUR), 15 Mio. EUR (Vorjahr: 21 Mio. EUR)
wurden im Geschäftsjahr 2010 über den Personalaufwand amortisiert.
Sonstige Rückstellungen sowie Steuerrückstellungen (effektive Ertragsteuerverpflichtungen)
werden gebildet, wenn eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung
gegenüber Dritten besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Vermögensabfluss führt
und sich dieser zuverlässig schätzen lässt. Konnte keine Rückstellung gebildet werden,
weil eines der genannten Kriterien nicht erfüllt war, sind die entsprechenden Verpflichtungen
unter den Eventualschulden ausgewiesen.
Die Rückstellungshöhe wird durch den Betrag determiniert, der die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit
aufweist.
Rückstellungen für Verpflichtungen, die voraussichtlich nicht bereits im Folgejahr
zu einer Vermögensbelastung führen, werden in Höhe des Barwerts des erwarteten Vermögensabflusses
unter Berücksichtigung absehbarer Preissteigerungen gebildet.
Der Wertansatz der Rückstellungen wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Rückstellungen
in Fremdwährung sind zum Stichtagskurs umgerechnet.
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses
mit dem Barwert der Leasingraten, übrige finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden
Zeitwert angesetzt. Dabei werden nicht zum Marktzins verzinste Verbindlichkeiten zum
Barwert passiviert.
In den Folgeperioden erfolgt die Bewertung zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten
unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bei über- oder unterverzinslichen Verbindlichkeiten.
In Fremdwährung valutierende Verbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs bewertet.
Für aktienbasierte Verbindlichkeiten aus Führungskräfte-Optionsprogrammen wurde eine
nach IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" vorgeschriebene Bewertung zu beizulegenden
Zeitwerten durchgeführt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte mit Hilfe
der finanzmathematischen Methode der Monte-Carlo-Simulation.
Die Verpflichtung wurde auf Basis des so ermittelten beizulegenden Zeitwerts unter
Berücksichtigung der noch verbliebenen Programmlaufzeit passiviert.
Einzelheiten der in das Modell eingeflossenen Prämissen und der Ausgestaltung der
Optionsprogramme finden sich in "Erläuterung 41" ab [S. 197].
Verkaufte Flugdokumente werden bis zu ihrer Ausnutzung als Verpflichtung aus nicht
ausgeflogenen Flugdokumenten passiviert. Nach Abflug eines Passagier-Coupons oder
eines Luftfrachtbriefs wird der passivierte Betrag erfolgswirksam vereinnahmt und
als "Erlöse aus Verkehrsleistungen" in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
Coupons, die voraussichtlich nicht mehr abgeflogen werden, werden in Höhe ihres geschätzten
Werts zum Jahresende ebenfalls erfolgswirksam als Erlöse aus den Verkehrsleistungen
vereinnahmt. Die Schätzung stützt sich dabei auf statistische Vergangenheitsdaten.
Der Bewertung der Verpflichtungen aus Meilenbonusprogrammen liegen verschiedene Schätzannahmen
zu Grunde.
Gemäß IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme" werden angesammelte, noch nicht ausgenutzte
Bonusmeilen, soweit sie voraussichtlich auf Flügen von Fluggesellschaften des Lufthansa
Konzerns ausgenutzt werden, nach der Deferred Revenue-Methode zum beizulegenden Zeitwert
abgegrenzt. Dabei werden die beizulegenden Zeitwerte der auf eigenen Flügen angesammelten
Meilen unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten und die bei Dritten angesammelten
Prämienansprüche unter den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Der beizulegende Zeitwert bemisst sich dabei nach dem Wert, zu dem die Flugprämie
separat veräußert werden könnte, d. h. den durchschnittlichen Erlösen unter Berücksichtigung
von Buchungsklasse und Verkehrsgebiet.
Meilen, die voraussichtlich bei Partnern ausgenutzt werden, werden mit dem an den
jeweiligen Partner zu entrichtenden Preis je Meile bewertet.
Für wahrscheinlich verfallende Meilen wird keine Abgrenzung gebildet. Für die Schätzung
der Anzahl wahrscheinlich verfallender Meilen wird auf die bisher beobachtete Verfallsquote
unter Berücksichtigung aktueller Verfallsregeln zurückgegriffen.
Zum 31. Dezember 2010 waren 198 Mrd. Meilen zu bewerten. Die daraus resultierenden
Verpflichtungen wurden mit 605 Mio. EUR (Vorjahr: 549 Mio. EUR) unter den sonstigen
nicht finanziellen Verbindlichkeiten und mit 944 Mio. EUR (Vorjahr: 887 Mio. EUR)
unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfasst, "Erläuterung 41" auf [S. 197]
und "Erläuterung 43" auf [S. 199].
Wird eine Inanspruchnahme aus Dritten gewährten finanziellen Garantiezusagen wahrscheinlich,
so wird die Verpflichtung in Höhe des beizulegenden Zeitwerts passiviert. Für die
Folgebewertung wird der jeweils höhere Wert aus Erstbewertung beziehungsweise der
bestmöglichen Schätzung der Ausgabe, die zur Erfüllung der Verpflichtung am Bilanzstichtag
erforderlich wäre, angesetzt.
Latente Steuern werden gemäß IAS 12 für Ansatz- und Bewertungsunterschiede zwischen
den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften und dem Konzernabschluss gebildet. Steuerliche
Verlustvorträge, die wahrscheinlich zukünftig genutzt werden können, werden in Höhe
des latenten Steueranspruchs aktiviert. Zur Beurteilung der Frage, ob latente Steueransprüche
aus steuerlichen Verlustvorträgen nutzbar, d. h. werthaltig sind, wird auf die Ergebnisplanungen
der Gesellschaft sowie konkret umsetzbare Steuerstrategien zurückgegriffen.
Die Höhe der insgesamt zum 31. Dezember 2010 nicht aktivierbaren latenten Steueransprüche
aus steuerlichen Verlustvorträgen beträgt 564 Mio. EUR (Vorjahr: 834 Mio. EUR).
Die latenten Steuersätze im Ausland betrugen im Geschäftsjahr 2010 wie im Vorjahr
5 bis 40 Prozent. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die zum Abschlussstichtag
gültigen beziehungsweise verabschiedeten relevanten Steuervorschriften herangezogen.
Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbarer
entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen
und -verbindlichkeiten gegen dieselbe Steuerbehörde bestehen.
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Passage | 19 186 | 15 430 |
| Fracht und Post | 3 082 | 2 174 |
|
|
22 268 | 17 604 |
| Liniendienste | 21 829 | 17 262 |
| Charter | 439 | 342 |
|
|
22 268 | 17 604 |
Von den Fracht- und Posterlösen sind 2.633 Mio. EUR im Geschäftsfeld Logistik erwirtschaftet
worden. Die Fracht- und Posterlöse der SWISS, der Austrian Airlines, der British Midland
sowie der Germanwings aus der Vermarktung der Frachträume auf Passagierflügen in Höhe
von 449 Mio. EUR (Vorjahr: 330 Mio. EUR) sind in der Segmentberichterstattung in den
übrigen Umsatzerlösen des Geschäftsfelds Passage Airline Gruppe enthalten.
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Technikleistungen | 2 207 | 2 162 |
| Catering-Leistungen | 1 539 | 1 450 |
| Reiseleistungen (Provisionen) | 183 | 133 |
| EDV-Leistungen | 248 | 254 |
| Abfertigungsleistungen | 98 | 77 |
| Sonstige Leistungen | 781 | 603 |
|
|
5 056 | 4 679 |
Die Technikleistungen stellen den größten Teil der Außenumsätze des Geschäftsfelds
Technik dar. Weitere Umsätze des Geschäftsfelds Technik aus Materialverkäufen, Material-
und Triebwerksverleih sowie logistische Leistungen sind den sonstigen Leistungen zugeordnet.
Die als Catering-Leistungen bezeichneten Umsatzerlöse wurden ausschließlich vom Geschäftsfeld
Catering erbracht. Insbesondere von der LSG Food & Nonfood Handel GmbH und der LSG
Airport Gastronomiegesellschaft mbH werden im Geschäftsfeld Catering außerdem Umsätze
erwirtschaftet, die nicht Catering-Leistungen betreffen, sondern unter den sonstigen
Leistungen ausgewiesen werden.
Unter den EDV-Leistungen sind die Umsätze des Geschäftsfelds IT Services abgebildet.
Die anderen Betriebserlöse enthalten auch Erlöse aus unfertigen Leistungen im Zusammenhang
mit längerfristigen Fertigungsbeziehungsweise Dienstleistungsaufträgen in Höhe von
188 Mio. EUR (Vorjahr: 230 Mio. EUR). Diese Erlöse wurden in Höhe der geschätzten,
dem Fertigstellungsgrad entsprechenden anteiligen Auftragserlöse erfasst. Wenn das
Ergebnis des gesamten Auftrags nicht verlässlich geschätzt werden konnte, wurden die
angefallenen Auftragskosten angesetzt. Liegen in diesen Fällen die erzielbaren Erlöse
unter den Auftragskosten, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Der
Fertigstellungsgrad wurde anhand des Verhältnisses der zum Bilanzstichtag angefallenen
Auftragskosten zu den geschätzten gesamten Auftragskosten abgeleitet.
Kumulativ, d. h. unter Berücksichtigung in Vorjahren erfasster Beträge, ergeben sich
Kosten für unfertige Aufträge in Höhe von 213 Mio. EUR (Vorjahr: 229 Mio. EUR). Die
hierauf verrechneten Gewinne betragen 36 Mio. EUR (Vorjahr: 50 Mio. EUR). Von Kunden
bereits angezahlt wurden 201 Mio. EUR (Vorjahr: 233 Mio. EUR). Unfertige Aufträge
mit aktivischem Saldo werden - soweit erforderlich um Wertberichtigungen vermindert
- unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ("Erläuterung 28" auf [S. 187]
) ausgewiesen. Unfertige Aufträge, bei denen die erhaltenen Anzahlungen die Kosten
zuzüglich gegebenenfalls verrechneter Gewinnanteile übersteigen, sind als erhaltene
Anzahlungen ("Erläuterung 43" auf [S. 199]) passiviert. Von Kunden wurden keine Beträge
einbehalten.
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Erhöhung / Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 5 | - 4 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 160 | 229 |
|
|
165 | 225 |
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen | 65 | 24 |
| Erträge aus dem Abgang von langfristigen finanziellen Vermögenswerten, die der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" angehören |
181 | 27 |
| Erträge aus der Wertaufholung von Anlagevermögen | 39 | 14 |
| Kursgewinne aus Fremdwährungsposten | 990 | 1 062 |
| Auflösung von Rückstellungen und Abgrenzungen | 234 | 187 |
| Provisionserträge | 185 | 165 |
| Weiterberechnete Gebühren für EDV-Vertriebssysteme | 8 | 42 |
| Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen | 52 | 43 |
| Personalüberlassung | 47 | 42 |
| Schadensersatzleistungen | 67 | 132 |
| Mieterträge | 25 | 20 |
| Sublease-Erträge Fluggerät | 30 | 29 |
| Erträge aus dem Abgang von kurzfristigen Finanzinvestitionen, die der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" angehören |
29 | 32 |
| Passivischer Unterschiedsbetrag (Badwill) | 2 | 86 |
| Übrige betriebliche Erträge | 701 | 626 |
|
|
2 655 | 2 531 |
Die Erträge aus dem Abgang von langfristigen finanziellen Vermögenswerten betreffen
mit 94 Mio. EUR realisierte Gewinne aus der Übertragung von 8,5 Prozent der Anteile
an Fraport in den Lufthansa Pension Trust sowie Buchgewinne aus dem Verkauf von 6,2
Mio. Aktien der Amadeus IT Holding S.A. in Höhe von 67 Mio. EUR.
Erträge aus der Wertaufholung von Anlagevermögen beinhalten unter anderem 15 Mio.
EUR aus einer zuvor wertberichtigten Darlehensforderung sowie 9 Mio. EUR wechselkursbedingte
Aufwertungen von Ausleihungen in Fremdwährung.
Die Kursgewinne aus Fremdwährungsposten enthalten im Wesentlichen Gewinne aus Kursveränderungen
zwischen Entstehungszeitpunkt (Monatsdurchschnittskurs) und Zahlungszeitpunkt (Kassakurs)
sowie Kursgewinne aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Kursverluste aus diesen Vorgängen
werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ("Erläuterung 10" auf [S. 170])
ausgewiesen.
Die Rückstellungsauflösungen betreffen eine Vielzahl von in Vorjahren gebildeten und
nicht vollständig verbrauchten Rückstellungen. Dagegen ist der Aufwand aus in Vorjahren
nicht ausreichend gebildeten Rückstellungen der jeweiligen primären Aufwandsart zugeordnet.
In den Erträgen aus Schadensersatzleistungen sind in Höhe von 25 Mio. EUR Erträge
aus Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit einer im Juli 2010 verunglückten MD-11
der Lufthansa Cargo enthalten. Im Vorjahr waren hier Ausgleichszahlungen für das Internetsystem
FlyNet sowie Erträge aus Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit einem Schadensfall
der LSG Sky Chefs in Skandinavien von insgesamt 69 Mio. EUR erfasst.
Aus der Wertveränderung des im Rahmen des Unternehmenserwerbs der AUA begebenen Besserungsscheins
ergeben sich im Geschäftsjahr Erträge von 2 Mio. EUR.
Die übrigen betrieblichen Erträge enthalten Posten, die sich keiner der bereits genannten
Positionen zuordnen lassen, unter anderem Erträge aus Schulungsleistungen, Reisemanagement
und sonstige Serviceleistungen des Konzerns.
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Betriebsstoffe für Flugzeuge | 5 158 | 3 645 |
| Übrige Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 2 175 | 2 028 |
| Bezogene Waren | 396 | 374 |
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren gesamt |
7 729 | 6 047 |
| Gebühren | 4 582 | 3 762 |
| Charteraufwendungen | 671 | 649 |
| Fremdleistungen Technik | 1 112 | 1 066 |
| Borddienstleistungen | 340 | 250 |
| Operating Lease | 246 | 281 |
| Fremdleistungen EDV | 117 | 106 |
| Übrige bezogene Leistungen | 573 | 539 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen gesamt | 7 641 | 6 653 |
|
|
15 370 | 12 700 |
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Löhne und Gehälter | 5 444 | 4 909 |
| Soziale Abgaben | 787 | 678 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 428 | 409 |
|
|
6 659 | 5 996 |
Als Aufwendungen für Altersversorgung werden im Wesentlichen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen
("Erläuterung 36" ab [S. 191]) ausgewiesen.
|
|
Im Jahresdurchschnitt 2010 |
Im Jahresdurchschnitt 2009 |
Zum 31.12.2010 |
Zum 31.12.2009 |
| Bodenpersonal | 81 803 | 80 123 | 81 097 | 82 645 |
| Bordpersonal im Einsatz | 33 770 | 30 759 | 34 319 | 33 288 |
| Personal in Ausbildung | 1 493 | 1 438 | 1 603 | 1 588 |
|
|
117 066 | 112 320 | 117 019 | 117 521 |
Der Jahresdurchschnitt wird unter Berücksichtigung des Zeitpunkts der Erst- beziehungsweise
Entkonsolidierung zeitanteilig berechnet.
Eine Aufteilung der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Flugzeuge und
übrige Sachanlagen ist den Erläuterungen der jeweiligen Position zu entnehmen. Die
Gesamtabschreibungen betragen 1.682 Mio. EUR (Vorjahr: 1.475 Mio. EUR).
Im Geschäftsjahr 2010 wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 72 Mio. EUR
vorgenommen. Sie entfallen mit 47 Mio. EUR auf insgesamt 30 Flugzeuge, die zum Verkauf
stehen beziehungsweise nach den aktuellen Unternehmensplanungen sukzessive freigestellt
werden und zum Nettoveräußerungswert beziehungsweise dem Barwert der erwarteten Nettomittelzuflüsse
angesetzt wurden. Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind zusätzlich Wertminderungen
auf Flugzeuge und reparaturfähige Flugzeugersatzteile in Höhe von 16 Mio. EUR erfasst,
die in der Konzernbilanz unter den zum Verkauf stehenden Vermögenswerten ausgewiesen
werden. Weitere außerplanmäßige Abschreibungen resultieren aus dem Verlust einer MD-11
der Cargo im Juli 2010 (9 Mio. EUR) sowie in Höhe von 15 Mio. EUR aus nicht mehr werthaltigen
immateriellen Vermögenswerten.
Im Geschäftsjahr 2009 wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 88 Mio. EUR
vorgenommen. Hiervon entfielen 80 Mio. EUR auf insgesamt 33 Flugzeuge, die zum Verkauf
standen beziehungsweise nach den aktuellen Unternehmensplanungen sukzessive freigestellt
werden sollten und zum Nettoveräußerungswert beziehungsweise dem Barwert der erwarteten
Nettomittelzuflüsse angesetzt wurden. Weitere 8 Mio. EUR betrafen immaterielle Vermögenswerte
und sonstige Sachanlagen, die auf den Nettoveräußerungswert abzuschreiben waren, weil
keine weitere Nutzung mehr zu erwarten war.
Im Geschäftsjahr 2010 und 2009 waren aufgrund der jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitstests
keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Firmenwerte vorzunehmen.
Weitere Angaben zu den Werthaltigkeitstests enthält "Erläuterung 16" ab [S. 173].
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Verkaufsprovisionen für Agenturen | 500 | 447 |
| Mieten und Erhaltungsaufwendungen | 789 | 717 |
| Personalabhängiger Aufwand | 780 | 777 |
| Aufwendungen für EDV-Vertriebssysteme | 343 | 339 |
| Werbung und Verkaufsförderung | 322 | 301 |
| Kursverluste aus Fremdwährungsposten | 1 073 | 797 |
| Prüfungs-, Beratungs- und Rechtsaufwendungen | 146 | 136 |
| Sonstige Serviceleistungen | 130 | 110 |
| Versicherungsaufwendungen für den Flugbetrieb | 64 | 52 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | 110 | 129 |
| Aufwand für Nachrichtenübermittlung | 59 | 54 |
| Sonstige Steuern | 63 | 67 |
| Verluste aus Abgängen von Sachanlagevermögen | 37 | 24 |
| Verluste aus kurzfristigen Finanzinvestitionen, die der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" angehören |
15 | 27 |
| Beratungskosten in Zusammenhang mit finanziellen Transaktionen | 0* | 14 |
| Verluste aus dem Abgang von übrigem Umlaufvermögen | 0* | - |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | 762 | 606 |
|
|
5 193 | 4 597 |
Die Kursverluste aus Fremdwährungsposten enthalten im Wesentlichen Verluste aus Kursveränderungen
zwischen Entstehungszeitpunkt (Monatsdurchschnittskurs) und Zahlungszeitpunkt (Kassakurs)
sowie Kursverluste aus der Bewertung zum Stichtagskurs, "Erläuterung 6" auf [S. 168].
Verluste aus Abgängen von Sachanlagevermögen resultieren mit insgesamt 11 Mio. EUR
aus dem Verkauf von einem Airbus A310, drei Airbus A300, sechs Canadair Regional Jet
200 sowie sechs ATR 42-500.
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Joint Ventures | 28 | 5 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten assoziierten Unternehmen | 18 | 0* |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Finanzanlagen | 46 | 5 |
| Dividenden aus sonstigen Joint Ventures | 2 | 3 |
| Dividenden aus sonstigen assoziierten Unternehmen | 16 | 7 |
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 33 | 27 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahme | - 10 | - 5 |
| Dividenden aus übrigen Beteiligungen | 17 | 21 |
| Übriges Beteiligungsergebnis | 58 | 53 |
|
|
104 | 58 |
Erträge und Aufwendungen aus Gewinnabführungsverträgen sind einschließlich Organsteuerumlagen/-gutschriften
ausgewiesen.
Das Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen stieg insbesondere aufgrund der
teilweise erheblich verbesserten Beteiligungserträge in den Geschäftsfeldern Logistik
und Technik.
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens |
6 | 10 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 192 | 171 |
| Zinserträge | 198 | 181 |
| Zinsaufwand Pensionsverpflichtungen | - 182 | - 183 |
| Zinsaufwand sonstige Rückstellungen | - 42 | - 29 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 331 | - 294 |
| Zinsaufwendungen | - 555 | - 506 |
|
|
- 357 | - 325 |
Das nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinsergebnis aus Finanzinstrumenten beträgt
- 133 Mio. EUR (Vorjahr: - 113 Mio. EUR) und stammt ausschließlich aus Finanzinstrumenten,
die nicht zum beizulegenden Zeitwert über die GuV klassifiziert sind.
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Abschreibungen auf zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte |
- 5 | - 145 |
| Abschreibungen auf Ausleihungen | - 11 | - 21 |
| Gewinne / Verluste aus der Veränderung der Zeitwerte von gesicherten Grundgeschäften |
- 43 | 3 |
| Gewinne / Verluste aus der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten, die der Sicherung von Zeitwerten dienen |
43 | 5 |
| Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten, die als Handelsgeschäfte "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert wurden |
25 | - 75 |
| Ineffektiver Teil von Derivaten, die der Sicherung von Cashflows dienen |
- 18 | 95 |
|
|
- 9 | - 138 |
Aufgrund der ab 1. Januar 2010 rückwirkend anzuwendenden Änderung des IAS 39, wonach
die Veränderungen der Zeitwerte von zur Sicherung eingesetzten Optionen im Finanzergebnis
zu erfassen sind, wurde das Vorjahresergebnis um 95 Mio. EUR höher ausgewiesen.
Im Vorjahr war unter den übrigen Finanzposten eine Wertberichtigung auf die Fraport-Anteile
in Höhe von 140 Mio. EUR erfasst.
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Tatsächliche Ertragsteuern | 221 | 35 |
| Latente Steuern | - 386 | - 147 |
|
|
- 165 | - 112 |
Die tatsächlichen Ertragsteuern für das Jahr 2010 enthalten die Körperschaftsteuer,
den Solidaritätszuschlag, die Gewerbesteuer sowie sonstige im Ausland angefallene
Ertragsteuern in Höhe von insgesamt 112 Mio. EUR (Vorjahr: 38 Mio. EUR). Darüber hinaus
entfallen Steueraufwendungen von 109 Mio. EUR (Vorjahr: Steuererträge von 3 Mio. EUR)
auf Vorjahre.
Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom erwarteten zum tatsächlich
ausgewiesenen Steueraufwand. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird das
Ergebnis vor Ertragsteuern mit einem Steuersatz der Konzernobergesellschaft von 25
Prozent (Vorjahr: 25 Prozent) multipliziert. Dieser setzt sich aus einem Steuersatz
von 15 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent) für Körperschaftsteuer und 10 Prozent für Gewerbeertragsteuer/Solidaritätszuschlag
zusammen.
|
|
2010 | 2009 | ||
| in Mio. € | Bemessungsgrundlage | Steueraufwand | Bemessungsgrundlage | Steueraufwand |
| Erwartete(r) Ertragsteueraufwand / -erstattung | 978 | 244 | - 134 | - 34 |
| Steuerfreie Einnahmen, sonstige Abzugsbeträge und permanente Differenzen | - |
- 133 | - |
- 113 |
| Bei Beteiligungen angefallene Gewinne, die nicht mit latenten Steuern belastet sind | - |
- 16 | - |
- 5 |
| Abweichung lokale Steuern vom latenten Steuersatz der Konzernobergesellschaft* | - |
- 46 | - |
15 |
| Nichtansatz steuerlicher Verlustvorträge bzw. Nichtansatz von aktiven latenten Steuern bei Verlusten | - |
- 213 | - |
27 |
| Sonstige | - | - 1 | - | - 2 |
| Ausgewiesener Ertragsteueraufwand | - | - 165 | - | - 112 |
*
Inkl. im tatsächlichen Steueraufwand enthaltener periodenfremder Steuern.
In der Zeile "Nichtansatz steuerlicher Verlustvorträge beziehungsweise Nichtansatz
von aktiven latenten Steuern bei Verlusten" betreffen 190 Mio. EUR Erträge aus bisher
nicht aktivierungsfähigen steuerlichen Verlustvorträgen der LSG Sky Chefs USA-Gruppe,
die im Zuge der finanziellen Umstrukturierung des Geschäftsfelds Catering steuerwirksam
verrechnet werden konnten.
Im Rahmen der Equity-Bewertung werden latente Steuern auf thesaurierte Gewinne der
Beteiligungen in Höhe der bei Ausschüttung fälligen Steuern gebildet.
Auf temporäre Unterschiede in Anteilswerten an Tochterunternehmen zwischen Steuerbilanz
und Konzernabschluss wurden in Höhe von 21 Mio. EUR (Vorjahr: 9 Mio. EUR) keine latenten
Steuerschulden bilanziert, da eine Veräußerung der Gesellschaften in absehbarer Zeit
nicht wahrscheinlich ist.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden passive latente Steuern erfolgsneutral in Höhe von 82
Mio. EUR (Vorjahr: 92 Mio. EUR) gebildet.
Die Steuerabgrenzungen 2010 und 2009 sind den folgenden Sachverhalten zuzuordnen:
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 | ||
| in Mio. € | aktivisch | passivisch | aktivisch | passivisch |
| Verlust- bzw. Zinsvorträge und Steuergutschriften | 89 | - |
205 | - |
| Pensionsrückstellungen | 342 | - | 238 | - |
| Finanzierungsleasing Fluggeräte | - | - | - | 2 |
| Immaterielles und Sachanlagevermögen | - | 684 | - | 815 |
| Finanzanlagevermögen | 112 | - | 152 | - |
| Marktbewertung Finanzinstrumente | 10 | - | - | 28 |
| Drohverlustrückstellung | 40 | - | 37 | - |
| Forderungen / Verbindlichkeiten / Übrige Rückstellungen | - |
315 | - |
500 |
| Saldierungen | - 594 | - 594 | - 682 | - 682 |
| Sonstiges | 83 | - | 85 | - |
|
|
82 | 405 | 35 | 663 |
Es wird erwartet, dass sich die aus Forderungen/Verbindlichkeiten / übrigen Rückstellungen
bestehenden Steuerabgrenzungen innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag
umkehren werden.
Neben den aktivierten latenten Steueransprüchen aus Verlustbeziehungsweise Zinsvorträgen
und Steuergutschriften bestehen noch steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen
in Höhe von 2.737 Mio. EUR (Vorjahr: 3.742 Mio. EUR), für die keine aktiven latenten
Steuern gebildet werden konnten.
Von den nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen sind 1 Mio. EUR nur bis 2014,
63 Mio. EUR bis 2015, 2 Mio. EUR bis 2016, 1 Mio. EUR bis 2017, 5 Mio. EUR bis 2018,
1 Mio. EUR bis 2019 und 2.035 Mio. EUR bis nach 2019 nutzbar. Insgesamt wurden 564
Mio. EUR (Vorjahr: 834 Mio. EUR) aktive latente Steueransprüche nicht aktiviert.
Das "unverwässerte" Ergebnis je Aktie wird als Quotient aus dem Konzernergebnis und
dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen
Aktienzahl ermittelt. Zur Ermittlung der durchschnittlichen Aktienzahl wurden die
für die Mitarbeiterbeteiligungsprogramme zurückgekauften und wieder ausgegebenen Aktien
in der Berechnung zeitanteilig berücksichtigt. Zur Ermittlung des "verwässerten" Ergebnisses
je Aktie werden dem Durchschnitt außerdem die Stammaktien zugerechnet, die bei Ausübung
der Wandlungsrechte aus der am 4. Januar 2002 begebenen Wandelanleihe der Deutschen
Lufthansa AG maximal ausgegeben werden könnten. Gleichzeitig wird das Konzernergebnis
um die für die Wandelanleihe aufgewendeten Beträge erhöht. Nach einer im Geschäftsjahr
2010 erfolgten teilweisen Tilgung der Wandelanleihe betrug die aus einer möglichen
Wandlung entstehende maximale Aktienzahl zum Jahresende 336.404 Aktien (Vorjahr: 2.524.622
Aktien).
|
|
|
2010 | 2009 |
| "Unverwässertes" Ergebnis je Aktie | € | 2,47 | - 0,07 |
| Konzernergebnis | Mio. € | 1 131 | - 34 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl |
|
457 934 014 | 457 875 372 |
| "Verwässertes" Ergebnis je Aktie | € | 2,47 | - 0,07 |
| Konzernergebnis | Mio. € | 1 131 | - 34 |
| + Zinsaufwand Wandelanleihe | Mio. € | 0* | + 3 |
| - Laufende und latente Steuern | Mio. € | 0* | - 1 |
| Berichtigtes Periodenergebnis | Mio. € | 1 131 | - 32 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl |
|
458 270 418 | 460 399 994 |
Aufgrund der Änderung des IAS 39 und der damit verbundenen Anpassung der Vorjahreswerte
hat sich das Ergebnis je Aktie des Jahres 2009 ("unverwässert" und "verwässert") von
- 0,24 EUR je Aktie auf - 0,07 EUR je Aktie erhöht.
Die Deutsche Lufthansa AG als Obergesellschaft des Konzerns weist für das Geschäftsjahr
2010 einen Bilanzgewinn von 275 Mio. EUR aus. Vorstand und Aufsichtsrat werden der
Hauptversammlung am 3. Mai 2011 vorschlagen, diesen Bilanzgewinn in Höhe einer Dividende
von 0,60 EUR je Aktie auszuschütten.
Im Geschäftsjahr 2010 wurde für das Geschäftsjahr 2009 keine Dividende ausgeschüttet.
| in Mio. € | Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Konsolidierung |
Immaterielle Vermögenswerte mit unbeschränkter Nutzungsdauer |
Gesamt |
| Anschaffungskosten am 01.01.2009 | 895 | 226 | 1 121 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 300 | - | - 300 |
| Buchwert 01.01.2009 | 595 | 226 | 821 |
| Währungsdifferenzen | 1 | - 25 | -24 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - | 705 | 705 |
| Zugänge | 3 | 6 | 9 |
| Umbuchungen | - | - | - |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - |
| Abgänge | - | - | - |
| Zum Verkauf vorgesehen | - | - | - |
| Abschreibungen | - | - | - |
| Zuschreibungen | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2009 | 599 | 912 | 1 511 |
| Anschaffungskosten am 01.01.2010 | 899 | 912 | 1 811 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 300 | - | -300 |
| Buchwert 01.01.2010 | 599 | 912 | 1 511 |
| Währungsdifferenzen | 6 | 65 | 71 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - | - | - |
| Zugänge | - | 0* | 0* |
| Umbuchungen | - | - | - |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - |
| Abgänge | - | - | - |
| Zum Verkauf vorgesehen | - | - | - |
| Abschreibungen | - | - | - |
| Zuschreibungen | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2010 | 605 | 977 | 1 582 |
| Anschaffungskosten am 31.12.2010 | 906 | 977 | 1 883 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 301 | - | -301 |
Alle Firmenwerte sowie Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer
wurden im Geschäftsjahr 2010 wie im Vorjahr einem regelmäßigen Werthaltigkeitstest
nach IAS 36 unterzogen. Die Tests wurden auf der Ebene der kleinsten zahlungsmittelgenerierenden
Einheit ("CGU") auf Basis des Nutzungswerts durchgeführt. Die aus dem Erwerb der Air
Dolomiti S.p.A. und der Eurowings-Gruppe stammenden Firmenwerte wurden dabei auf der
Ebene der Deutschen Lufthansa AG und ihrer Regionalpartner als kleinste unabhängige
zahlungsmittelgenerierende Einheit getestet.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die getesteten Firmenwerte und die
in die jeweiligen Werthaltigkeitstests eingeflossenen Annahmen.
| Bezeichnung der CGU |
Deutsche Lufthansa AG und Regionalpartner |
SWISS Aviation Training Ltd. |
LSG Sky Chefs USA-Gruppe |
LSG Sky Chefs Korea |
LSG Sky Chefs Havacilik Hizmetleri A.S. |
ZAO AeroMEAL |
| Segment | Passage Airline Gruppe |
Passage Airline Gruppe |
Catering | Catering | Catering | Catering |
| Buchwert Firmenwert |
249 Mio. EUR | 2 Mio. EUR | 277 Mio. EUR | 52 Mio. EUR | 7 Mio. EUR | 6 Mio. EUR |
| Außerplanmäßige Abschreibungen |
- | - | - | - | - | - |
| Umsatzwachstum p. a. Planungszeitraum |
5,6 % bis 10,4 % |
1,3 % bis 2,6 % |
1,3 % bis 3,5 % |
5,0 % bis 7,1 % |
4,0 % bis 5,0 % |
5,5 % bis 10,0 % |
| EBITDA-Marge Planungszeitraum |
9,5 % bis 11,4 % |
19,9 % bis 25,9 % |
6,3 % bis 8,3 % |
27,4 % bis 28,7 % |
14,5 % bis 15,1 % |
17,5 % bis 19,7 % |
| Investitionsquote Planungszeitraum |
7,4 % bis 10,1 % |
5,2 % bis 26,2 % |
1,5 % bis 3,7 % |
1,6 % bis 2,0 % |
1,5 % bis 4,0 % |
0,7 % bis 1,0 % |
| Dauer des Planungszeitraums |
3 Jahre | 3 Jahre | 5 Jahre | 5 Jahre | 5 Jahre | 5 Jahre |
| Umsatzwachstum p. a. nach Ende des Planungszeitraums |
4,1% | 1,0 % | 2,0 % | 3,3 % | 4,0 % | 5,0 % |
| EBITDA-Marge nach Ende des Planungszeitraums |
11,3 % | 25,9 % | 8,0 % | 28,7 % | 15,0 % | 19,0 % |
| Investitionsquote nach Ende des Planungszeitraums |
7,4 % | 8,8 % | 1,5 % | 2,0 % | 1,5 % | 1,0 % |
| Diskontierungssatz | 7,4 % | 8,5 % | 8,1 % | 7,8 % | 7,4 % | 7,4 % |
| Bezeichnung der CGU | Verschiedene LSG- Gesellschaften* |
| Segment | Catering |
| Buchwert Firmenwert | 12 Mio. EUR |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | - |
| Umsatzwachstum p. a. Planungszeitraum | 1,0 % bis 12,3 % |
| EBITDA-Marge Planungszeitraum | 5,4 % bis 29,5 % |
| Investitionsquote Planungszeitraum | 0,0 % bis 4,0 % |
| Dauer des Planungszeitraums | 5 Jahre |
| Umsatzwachstum p. a. nach Ende des Planungszeitraums | 1,0 % bis 5,0 % |
| EBITDA-Marge nach Ende des Planungszeitraums | 8,0 % bis 29,0 % |
| Investitionsquote nach Ende des Planungszeitraums | 1,0 % bis 4,0 % |
| Diskontierungssatz | 7,4 % bis 8,1 % |
*
Firmenwerte mit einem Buchwert von im Einzelfall unter 5 Mio. EUR.
Die für die Werthaltigkeitstests verwendeten Umsatzwachstumsannahmen basieren im Planungszeitraum
auf extern veröffentlichten Quellen. Sie wurden teilweise mit Risikoabschlägen für
regionale Besonderheiten beziehungsweise gesellschaftsspezifische Marktanteilsentwicklungen
versehen. Unter Zugrundelegung der in der Tabelle beschriebenen Annahme eines nachhaltigen
Umsatzwachstums der Deutschen Lufthansa AG und Regionalpartner von am Ende des Planungszeitraums
4 Prozent liegt der erzielbare Betrag deutlich über dem Buchwert. Auch bei einer erheblichen,
nicht zu erwartenden Reduzierung der Annahmen zu Umsatzentwicklung und/oder Diskontierungssatz
ergäbe sich ein über dem Buchwert liegender erzielbarer Betrag.
Ausgehend von der in der Tabelle beschriebenen Annahme eines nachhaltigen Umsatzwachstums
der LSG Sky Chefs USA-Gruppe am Ende des Planungszeitraums von 2 Prozent, übersteigt
der erzielbare Betrag den Buchwert erheblich. Auch bei einer deutlichen, nicht zu
erwartenden Reduzierung der Annahmen zu Umsatzentwicklung und/oder Diskontierungssatz
ergäbe sich ein über dem Buchwert liegender erzielbarer Betrag.
Die verwendeten EBITDA-Margen basieren auf vergangenen Erfahrungswerten beziehungsweise
wurden auf Basis eingeleiteter kostenreduzierender Maßnahmen weiterentwickelt. Investitionsquoten
stützen sich auf Erfahrungswerte der Vergangenheit und berücksichtigen im Planungszeitraum
vorgesehene Ersatzbeschaffungen von Produktionsmitteln.
Bei den immateriellen Werten mit unbestimmter Nutzungsdauer handelt es sich um im
Rahmen von Unternehmenserwerben erworbene Slots sowie erworbene Markennamen.
Der regelmäßige Werthaltigkeitstest für die erworbenen Marken wurde auf Basis des
jeweils beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten beziehungsweise des Nutzungswerts
durchgeführt. Hierbei wurden insbesondere die mit der jeweiligen Marke generierten
Umsätze zu Grunde gelegt.
Für den Werthaltigkeitstest der erworbenen Marken wurden folgende weitere Prämissen
verwendet:
| Konzerngesellschaft | SWISS | AUA | bmi |
| Buchwert Marke | 207 Mio. EUR | 109 Mio. EUR | 21 Mio. EUR |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | - | - | - |
| Umsatzwachstum Marke p. a. Planungszeitraum | 5,2 % bis 6,4 % | 1,5 % bis 11,7 % | 4,1 % bis 12,8 % |
| Dauer des Planungszeitraums | 3 Jahre | 3 Jahre | 3 Jahre |
| Umsatzwachstum Marke p. a. nach Ende des Planungszeitraums |
2,0 % | 2,0 % | 2,0 % |
| Ersparnis an hypothetischen Leasingzahlungen vor Steuern (Royalty Rate) |
0,6 % | 0,35 % | 0,2 % |
| Diskontierungssatz* | 6,4 % | 6,4 % | 6,4 % |
Unter der Annahme eines nachhaltigen markenbezogenen Umsatzwachstums nach Ende der
Planungsperiode von 2,0 Prozent übersteigt der erzielbare Betrag der Marke SWISS den
Buchwert um 330 Mio. EUR. Auch bei einer erheblichen, nicht absehbaren Reduzierung
der Annahmen zur Entwicklung des markenbezogenen Umsatzes ergäbe sich ein über dem
Buchwert liegender erzielbarer Betrag.
Unter der Annahme eines nachhaltigen markenbezogenen Umsatzwachstums nach Ende der
Planungsperiode von 2,0 Prozent übersteigt der erzielbare Betrag der Markennamen der
AUA den Buchwert um 68 Mio. EUR. Auch bei einer erheblichen, nicht zu erwartenden
Reduzierung der Annahmen zur Entwicklung des markenbezogenen Umsatzes ergäbe sich
ein über dem Buchwert liegender erzielbarer Betrag.
Unter der Annahme eines nachhaltigen markenbezogenen Umsatzwachstums nach Ende der
Planungsperiode von 2,0 Prozent übersteigt der erzielbare Betrag der Marke bmi den
Buchwert um 10 Mio. EUR. Unter der Annahme eines nachhaltigen Umsatzrückgangs von
0,5 Prozent entspräche der erzielbare Betrag dem Buchwert.
Die Werthaltigkeit der erworbenen Slots mit einem Buchwert in Höhe von 640 Mio. EUR
wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten beziehungsweise
im Rahmen der Ermittlung des Nutzungswerts der jeweiligen kleinsten zahlungsmittelgenerierenden
Einheit ("CGU") getestet. Für die Bewertung auf Basis des beizulegenden Zeitwerts
abzüglich Veräußerungskosten wurden aktuelle, veröffentlichte Transaktionspreise,
die für Käufe/Verkäufe von Slots zwischen Marktteilnehmern erzielt wurden, zu Grunde
gelegt. Es ergab sich kein Abschreibungsbedarf im Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe.
| in Mio. € | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
Selbst erstellte Software | Geleistete Anzahlungen | Gesamt |
| Anschaffungskosten am 01.01.2009 | 646 | 96 | 82 | 824 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 438 | - 81 | - 44 | - 563 |
| Buchwert 01.01.2009 | 208 | 15 | 38 | 261 |
| Währungsdifferenzen | 0* | 0* | 0* | 0* |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 51 | - | 15 | 66 |
| Zugänge | 27 | 0* | 39 | 66 |
| Umbuchungen | 12 | 14 | - 23 | 3 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - | - |
| Abgänge | - 1 | - 1 | 0* | - 2 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - | - | - | - |
| Abschreibungen | - 55 | - 11 | - | - 66 |
| Zuschreibungen | - | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2009 | 242 | 17 | 69 | 328 |
| Anschaffungskosten am 01.01.2010 | 726 | 109 | 112 | 947 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 484 | - 92 | - 43 | - 619 |
| Buchwert 01.01.2010 | 242 | 17 | 69 | 328 |
| Währungsdifferenzen | 25 | 0* | 1 | 26 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 7 | - | - | 7 |
| Zugänge | 31 | 1 | 22 | 54 |
| Umbuchungen | 26 | 30 | - 51 | 5 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - | - |
| Abgänge | - | - | - 1 | - 1 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - | - | - | - |
| Abschreibungen | - 64 | - 26 | - | - 90 |
| Zuschreibungen | - | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2010 | 267 | 22 | 40 | 329 |
| Anschaffungskosten am 31.12.2010 | 800 | 140 | 41 | 981 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 533 | - 118 | - 1 | - 652 |
Im Wege des Finanzierungsleasings sind immaterielle Vermögenswerte mit einem Buchwert
von 5 Mio. EUR (Vorjahr: 5 Mio. EUR) beschafft worden. Nicht aktivierte Forschungs-
und Entwicklungskosten für immaterielle Vermögenswerte sind in Höhe von 8 Mio. EUR
(Vorjahr: 7 Mio. EUR) angefallen. Immaterielle Vermögenswerte im Wert von 8 Mio. EUR
(Vorjahr: 7 Mio. EUR) wurden bereits fest bestellt, sind aber noch nicht in die wirtschaftliche
Verfügungsmacht des Konzerns gelangt.
| in Mio. € | Flugzeuge und Reservetriebwerke |
Anzahlungen auf Flugzeuge und Reservetriebwerke |
Gesamt |
| Anschaffungskosten am 01.01.2009 | 17 918 | 1 393 | 19 311 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 10 547 | - | - 10 547 |
| Buchwert 01.01.2009 | 7 371 | 1 393 | 8 764 |
| Währungsdifferenzen | 0* | 0* | 0* |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 1 130 | 19 | 1 149 |
| Zugänge | 1 423 | 418 | 1 841 |
| Umbuchungen | 548 | - 548 | 0* |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - |
| Abgänge | - 39 | - | - 39 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - 86 | - | -86 |
| Abschreibungen | - 1 185 | - | - 1 185 |
| Zuschreibungen | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2009 | 9 162 | 1 282 | 10 444 |
| Anschaffungskosten am 01.01.2010 | 19 973 | 1 282 | 21 255 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 10 811 | - | - 10 811 |
| Buchwert 01.01.2010 | 9 162 | 1 282 | 10 444 |
| Währungsdifferenzen | 271 | 42 | 313 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 0* | - | 0* |
| Zugänge | 1 434 | 561 | 1 995 |
| Umbuchungen | 731 | - 726 | 5 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - |
| Abgänge | - 53 | - 6 | - 59 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - 187 | - | - 187 |
| Abschreibungen | - 1 358 | - | - 1 358 |
| Zuschreibungen | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2010 | 10 000 | 1 153 | 11 153 |
| Anschaffungskosten am 31.12.2010 | 21 699 | 1 153 | 22 852 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 11 699 | - | - 11 699 |
In der Position Flugzeuge sind 16 Flugzeuge (13 Boeing MD-11F und drei Boeing B747-400)
mit einem Buchwert von 336 Mio. EUR (Vorjahr: 429 Mio. EUR) ausgewiesen, die Gegenstand
von Transaktionen sind, die der Realisierung von Barwertvorteilen aus Cross-border
Leasing-Konstruktionen dienen. Bei diesen Transaktionen wird in der Regel ein 40-
oder 50-jähriger Headlease-Vertrag mit einem Leasingnehmer auf den Bermudas abgeschlossen.
Die von diesem zu entrichtenden Leasingraten werden in einer Summe an den Leasinggeber
gezahlt. Gleichzeitig schließt der Leasinggeber einen Sublease-Vertrag mit kürzerer
Laufzeit (zwischen 14 und 16 Jahren) mit dem Leasingnehmer ab und entrichtet die hieraus
entstehenden Leasingzahlungsverpflichtungen in einer Summe schuldbefreiend an eine
Bank.
Da wie vor der Transaktion Risiken und Chancen an dem Flugzeug ebenso wie das juristische
Eigentum im Lufthansa Konzern verbleiben, werden die Flugzeuge gemäß SIC 27 nicht
als Leasinggegenstände nach IAS 17 behandelt, sondern so, wie sie ohne diese Transaktion
behandelt werden würden.
Mit der Transaktion sind operative Einschränkungen verbunden; die Flugzeuge dürfen
nicht überwiegend im amerikanischen Luftraum eingesetzt werden.
Der realisierte Barwertvorteil aus diesen Transaktionen wird über die Laufzeit des
Sublease-Vertrags ratierlich ergebniswirksam vereinnahmt. Im Jahr 2010 wurden hieraus
wie im Vorjahr 7 Mio. EUR im sonstigen betrieblichen Ertrag realisiert.
Darüber hinaus enthält die Position 56 Flugzeuge mit einem Buchwert von 1.728 Mio.
EUR (Vorjahr: 57 Flugzeuge mit einem Buchwert von 1.928 Mio. EUR), die überwiegend
mit dem Ziel der Realisierung günstiger Finanzierungskonditionen an japanische und
britische Leasinggesellschaften, Leasinggesellschaften auf den Bermudas beziehungsweise
an eine schwedische Bank verkauft und zurückgeleast wurden. Die Laufzeit der Leasingverträge
beträgt zwischen zehn und 26 Jahren. Der Konzern hat das Recht, zu einem bestimmten
Zeitpunkt die Flugzeuge zu einem festgelegten Preis zurückzuerwerben.
Da Risiko und Chancen an diesen Flugzeugen beim Lufthansa Konzern verbleiben, werden
die Flugzeuge ebenfalls nach SIC 27 nicht als Leasinggegenstände behandelt.
Operative Einschränkungen bestehen für zwei dieser über Leasinggesellschaften auf
den Bermudas finanzierten Flugzeuge. Diese dürfen nicht überwiegend im amerikanischen
Luftraum eingesetzt werden.
Das Bestellobligo für Flugzeuge und Reservetriebwerke beträgt 6,8 Mrd. EUR (Vorjahr:
6,4 Mrd. EUR).
Von der Position Flugzeuge dienen 3.245 Mio. EUR (Vorjahr: 2.700 Mio. EUR) als Sicherheiten
für bestehende Finanzierungen, Flugzeuge im Buchwert von 342 Mio. EUR (Vorjahr: 277
Mio. EUR) sind zudem im Wege des Finanzierungsleasings beschafft worden, "Erläuterung
21" ab [S. 179].
| in Mio. € | Grundstücke und Bauten |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
Gesamt |
| Anschaffungskosten am 01.01.2009 | 1 982 | 925 | 1 178 | 191 | 4 276 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 795 | - 666 | - 883 | - 1 | - 2 345 |
| Buchwert 01.01.2009 | 1 187 | 259 | 295 | 190 | 1 931 |
| Währungsdifferenzen | 2 | 0* | 0* | 0* | 2 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 152 | 27 | 24 | 8 | 211 |
| Zugänge | 68 | 43 | 97 | 53 | 261 |
| Umbuchungen | 120 | 30 | 31 | - 184 | - 3 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - |
| Abgänge | - 13 | - 5 | - 2 | - 2 | - 22 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - | - | - | - | - |
| Abschreibungen | - 72 | - 49 | - 102 | - | - 223 |
| Zuschreibungen | - | - | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2009 | 1 444 | 305 | 343 | 65 | 2 157 |
| Anschaffungskosten am 01.01.2010 | 2 297 | 1 008 | 1 218 | 65 | 4 588 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 853 | - 703 | - 875 | - | -2 431 |
| Buchwert 01.01.2010 | 1 444 | 305 | 343 | 65 | 2 157 |
| Währungsdifferenzen | 18 | 7 | 6 | 1 | 32 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 13 | 2 | 6 | 0* | 21 |
| Zugänge | 16 | 24 | 87 | 46 | 173 |
| Umbuchungen | 18 | 11 | 25 | - 64 | - 10 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - |
| Abgänge | - 5 | - 4 | - 8 | - 4 | - 21 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - | - | - | - | - |
| Abschreibungen | - 77 | - 52 | - 104 | - | - 233 |
| Zuschreibungen | 1 | - | - | - | 1 |
| Buchwert 31.12.2010 | 1 428 | 293 | 355 | 44 | 2 120 |
| Anschaffungskosten am 31.12.2010 | 2 372 | 1 015 | 1 265 | 44 | 4 696 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 944 | - 722 | - 910 | - | -2 576 |
Im Zusammenhang mit Grundstücken und Gebäuden existieren Grundschulden in Höhe von
21 Mio. EUR (Vorjahr: 26 Mio. EUR). Für Grundvermögen im Wert von 251 Mio. EUR (Vorjahr:
259 Mio. EUR) besteht wie im Vorjahr ein grundbücherliches Ankaufsrecht. Von dem gesamten
übrigen Sachanlagevermögen dienen außerdem 39 Mio. EUR (Vorjahr: 40 Mio. EUR) als
Sicherheiten für bestehende Finanzierungen. Im Wege des Finanzierungsleasings sind
zudem übrige Sachanlagen mit einem Buchwert in Höhe von 192 Mio. EUR (Vorjahr: 203
Mio. EUR) beschafft worden, "Erläuterung 21" ab [S.179].
Fest bestellte, aber noch nicht in die wirtschaftliche Verfügungsmacht des Konzerns
übergegangene Sachanlagen weisen folgende Werte auf:
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Grundstücke und Bauten | 2 |
3 |
| Technische Anlagen | 23 | 13 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 35 | 21 |
|
|
60 | 37 |
| in Mio. € | Als Finanzinvestition gehaltene Grundstücke und Bauten |
| Anschaffungskosten am 01.01.2009 | 3 |
| Kumulierte Abschreibungen | 0* |
| Buchwert 01.01.2009 | 3 |
| Währungsdifferenzen | 0* |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - |
| Zugänge | - |
| Umbuchungen | - |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - |
| Abgänge | - |
| Zum Verkauf vorgesehen | - |
| Abschreibungen | - |
| Zuschreibungen | - |
| Buchwert 31.12.2009 | 3 |
| Anschaffungskosten am 01.01.2010 | 3 |
| Kumulierte Abschreibungen | 0* |
| Buchwert 01.01.2010 | 3 |
| Währungsdifferenzen | 0* |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - |
| Zugänge | - |
| Umbuchungen | - |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - |
| Abgänge | - 3 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - |
| Abschreibungen | - |
| Zuschreibungen | - |
| Buchwert 31.12.2010 | 0* |
| Anschaffungskosten am 31.12.2010 | 0* |
| Kumulierte Abschreibungen | 0* |
Ein ausschließlich als Finanzinvestition gehaltenes Grundstück hat einen Buchwert
von 0,1 Mio. EUR. Der beizulegende Zeitwert beträgt 1 Mio. EUR und wurde von Sachverständigen
unter Berücksichtigung der jeweiligen Marktgegebenheiten geschätzt. Im Geschäftsjahr
2010 wurde ein bisher als Finanzinvestition gehaltenes Grundstück mit einem Buchwert
und einem beizulegenden Zeitwert von jeweils 3 Mio. EUR zu einem Verkaufspreis von
3 Mio. EUR veräußert.
Im Vorjahr betrugen die beizulegenden Zeitwerte von beiden Grundstücken 4 Mio. EUR.
Im Sachanlagevermögen sind gemietete Vermögenswerte enthalten, die wegen der Gestaltung
der zu Grunde liegenden Verträge als Finanzierungsleasing dem wirtschaftlichen Eigentum
des Konzerns zugerechnet werden. Gemietete sowie vermietete Vermögenswerte können
der folgenden Tabelle entnommen werden:
| in Mio. € | Vermietete Flugzeuge und Reservetriebwerke |
Gemietete Flugzeuge und Reservetriebwerke |
Gemietete und weitervermietete Flugzeuge und Reservetriebwerke |
Gemietete Bauten | Vermietete Bauten und Grundstücke |
Gemietete immaterielle und technische Anlagen |
| Anschaffungskosten am 01.01.2009 | 243 | 239 | 5 | 170 | - | 6 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 190 | - 95 | - 2 | - 65 | - | 0* |
| Buchwert 01.01.2009 | 53 | 144 | 3 | 105 | - | 6 |
| Währungsdifferenzen | - | 3 | - | 0* | - | 0* |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 43 | - | - | 108 | - | - |
| Zugänge | 0* | 195 | - | 9 | - | - |
| Umbuchungen | 2 | 5 | - 2 | - 8 | - | - |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - | - |
| Abgänge | 0* | - 8 | - | - 2 | - | 0* |
| Zum Verkauf vorgesehen | - | - 10 | - | - | - | - |
| Abschreibungen | - 4 | - 52 | - 1 | - 10 | - | 0* |
| Zuschreibungen | - | - | - | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2009 | 94 | 277 | - | 202 | - | 6 |
| Anschaffungskosten am 01.01.2010 | 269 | 387 | - | 273 | - | 6 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 175 | - 110 | - | - 71 | - | 0* |
| Buchwert 01.01.2010 | 94 | 277 | - | 202 | - | 6 |
| Währungsdifferenzen | - | 49 | - | 7 | - | 0* |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - | - |
| Zugänge | - | 76 | - | 1 | - | 0* |
| Umbuchungen | 78 | 5 | 9 | - 5 | - | 0* |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - | - |
| Abgänge | - 24 | - | - | 0* | - | 0* |
| Zum Verkauf vorgesehen | - 40 | - 3 | - | - | - | - |
| Abschreibungen | - 5 | - 62 | - 1 | - 14 | - | 0* |
| Zuschreibungen | - | - | - | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2010 | 103 | 342 | 8 | 191 | - | 6 |
| Anschaffungskosten am 31.12.2010 | 219 | 489 | 9 | 275 | - | 7 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 116 | - 147 | - 1 | - 84 | - | - 1 |
| in Mio. € | Gemietete andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
| Anschaffungskosten am 01.01.2009 | 17 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 17 |
| Buchwert 01.01.2009 | 1 |
| Währungsdifferenzen | 0* |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - |
| Zugänge | - |
| Umbuchungen | - |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - |
| Abgänge | - |
| Zum Verkauf vorgesehen | - |
| Abschreibungen | 0* |
| Zuschreibungen | - |
| Buchwert 31.12.2009 | 0* |
| Anschaffungskosten am 01.01.2010 | 16 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 16 |
| Buchwert 01.01.2010 | 0* |
| Währungsdifferenzen | 0* |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - |
| Zugänge | - |
| Umbuchungen | - |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - |
| Abgänge | - |
| Zum Verkauf vorgesehen | - |
| Abschreibungen | 0* |
| Zuschreibungen | - |
| Buchwert 31.12.2010 | 0* |
| Anschaffungskosten am 31.12.2010 | 1 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 1 |
Die Summe der gemieteten Vermögenswerte, die dem wirtschaftlichen Eigentum des Konzerns
gemäß IAS 17 zuzurechnen sind, beträgt 547 Mio. EUR (Vorjahr: 485 Mio. EUR), davon
entfallen 350 Mio. EUR (Vorjahr: 277 Mio. EUR) auf Flugzeuge (zwei Airbus A340, fünf
Airbus A321, zehn Airbus A320, vier Airbus A319, eine Boeing B737, drei Embraer 145,
eine Dash 8-300 und eine Fokker 70).
Die Flugzeugfinanzierungsleasingverträge sind in der Regel im Rahmen einer festen
Grundmietzeit, die mindestens vier Jahre beträgt, unkündbar und haben eine maximale
Gesamtlaufzeit von zwölf Jahren.
Nach Ablauf der Mietzeit besteht in der Regel ein Ankaufsrecht für den Leasingnehmer
zum jeweiligen Restwert. Übt der Leasingnehmer in diesen Fällen die Option nicht aus,
wird der Leasinggeber das Flugzeug bestmöglich am Markt verwerten. Liegt der Vermarktungserlös
unter dem Restwert, ist die Differenz vom Leasingnehmer auszugleichen. In den Verträgen
sind teilweise variable Leasingzahlungen insoweit vereinbart, als der darin enthaltene
Zinsanteil an die Marktzinsentwicklung, in der Regel an den 3- oder 6-Monats-Libor,
gekoppelt wurde.
Daneben bestehen Finanzierungsleasingverträge für Gebäude und Gebäudeteile sowie Betriebs-
und Geschäftsausstattung in unterschiedlichsten Ausprägungen. Für Gebäude und Gebäudeteile
liegen die Vertragslaufzeiten zwischen 15 und 30 Jahren. Die Leasingverträge beinhalten
Leasingraten, die teilweise auf variablen, teilweise auf fixen Zinssätzen basieren,
außerdem zum Teil Kaufoptionen zum Ende der vertraglichen Laufzeit. Eine Auflösung
der Verträge ist nicht möglich. Vertragsverlängerungsoptionen liegen - soweit vorhanden
- in der Regel auf Seiten des Mieters.
Für technische Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung liegen die Vertragslaufzeiten
zwischen vier und fünf Jahren. Die Verträge enthalten in der Regel fixe Leasingraten
sowie in Einzelfällen Kaufoptionen zum Ende der Leasinglaufzeit. Eine Verlängerung
der Verträge seitens des Leasingnehmers ist in der Regel nicht möglich. Die Verträge
sind nicht auflösbar.
Aus den Finanzierungsleasingverträgen werden in den Folgeperioden folgende Leasingzahlungen
fällig, wobei die variablen Leasingraten auf Basis des zuletzt gültigen Zinssatzes
fortgeschrieben wurden.
| in Mio. € | 2011 | 2012-2015 | ab 2016 |
| Leasingzahlungen | 92 | 338 | 261 |
| Abzinsungsbeträge | 7 | 69 | 129 |
| Barwerte | 85 | 269 | 132 |
| Einzahlung aus Untervermietung (Sublease) | 2 | 4 | 0 |
Im Vorjahr sind aus den Finanzierungsleasingverträgen folgende Beträge genannt worden:
| in Mio. € | 2010 | 2011- 2014 | ab 2015 |
| Leasingzahlungen | 78 | 257 | 266 |
| Abzinsungsbeträge | 4 | 55 | 132 |
| Barwerte | 74 | 202 | 134 |
| Einzahlung aus Untervermietung (Sublease) | 2 | 6 | - |
Ein Flugzeug, das Ende 2010 im juristischen Eigentum des Konzerns steht, ist im Wege
eines bis 2016 laufenden Finanzierungsleasingvertrags vermietet. Aus diesem Vertrag
werden in den Folgeperioden folgende Einzahlungen erzielt:
| in Mio. € | 2011 | 2012-2015 | ab 2016 |
| Leasingzahlungen | 2 | 8 | 5 |
| Abzinsungsbeträge | 0 | 2 | 2 |
| Barwerte | 2 | 6 | 3 |
Im Vorjahr sind aus diesem Finanzierungsleasingvertrag folgende Beträge genannt worden:
| in Mio. € | 2010 | 2011- 2014 | ab 2015 |
| Leasingzahlungen | 2 | 7 | 6 |
| Abzinsungsbeträge | 0 | 2 | 2 |
| Barwerte | 2 | 5 | 4 |
Neben den Finanzierungsleasingverträgen sind in erheblichem Umfang Mietverträge abgeschlossen,
die von ihrem wirtschaftlichen Inhalt her als Operating Lease-Verträge zu qualifizieren
sind, sodass der Leasinggegenstand dem Leasinggeber zuzurechnen ist. Neben weiteren
98 Flugzeugen, für die Operating Lease-Vereinbarungen bestehen, handelt es sich hauptsächlich
um die im Rahmen des Lufthansa-Regional-Konzepts gemieteten Flugzeuge sowie um Gebäudemietverträge.
Die Operating Lease-Verträge für Flugzeuge haben Laufzeiten zwischen ein und neun
Jahren. Die Verträge enden in der Regel automatisch nach Ablauf der Vertragslaufzeit,
zum Teil bestehen Mietverlängerungsoptionen.
Die Mietverträge für Gebäude haben in der Regel Laufzeiten bis zu 25 Jahren. Die Einrichtungen
auf den Flughäfen Frankfurt und München sind für 30 Jahre gemietet.
Folgende Beträge werden in den Folgeperioden fällig:
| in Mio. € | 2011 | 2012-2015 | ab 2016 |
| Flugzeuge | 210 | 377 | 30 p. a. |
| Diverse Gebäude | 237 | 886 | 198 p. a. |
| Übrige Mietverträge | 75 | 256 | 54 p. a. |
|
|
522 | 1 519 | 282 p. a. |
| Einzahlungen aus Untervermietung (Sublease) | 17 | 39 | 2 p. a. |
Im Vorjahr wurden folgende Beträge aus Operating Lease-Verträgen genannt:
| in Mio. € | 2010 | 2011 - 2014 | ab 2015 |
| Flugzeuge | 227 | 351 | 14 p. a. |
| Diverse Gebäude | 229 | 898 | 186 p. a. |
| Übrige Mietverträge | 81 | 279 | 63 p. a. |
|
|
537 | 1 528 | 263 p. a. |
| Einzahlungen aus Untervermietung (Sublease) | 11 | 34 | 2 p. a. |
Elf Flugzeuge sowie Reservetriebwerke und immaterielle Vermögenswerte, die Ende 2010
im wirtschaftlichen und juristischen Eigentum des Konzerns stehen, sind im Wege von
nicht kündbaren Operating Leases vermietet. Aus diesen Verträgen, die Laufzeiten bis
zu zehn Jahren haben, resultieren folgende Einzahlungen:
| in Mio. € | 2011 | 2012-2015 | ab 2016 |
| Flugzeuge | 19 | 12 | 5 p. a. |
| Immaterielle Vermögenswerte | 11 | 8 | - |
|
|
30 | 20 | 5 p. a. |
Neun Flugzeuge sowie Reservetriebwerke, die Ende 2009 im wirtschaftlichen und juristischen
Eigentum des Konzerns standen, waren im Wege von nicht kündbaren Operating Leases
vermietet. Aus den Verträgen resultierten folgende Einzahlungen:
| in Mio. € | 2010 | 2011 - 2014 | ab 2015 |
| Einzahlungen aus Operating Lease-Verträgen | 17 | 30 | 5 p. a. |
| in Mio. € | Anteile an Joint Ventures |
Anteile an assoziierten Unternehmen |
Gesamt |
| Anschaffungskosten am 01.01.2009 | 165 | 140 | 305 |
| Kumulierte Abschreibungen | - | - 7 | - 7 |
| Buchwert 01.01.2009 | 165 | 133 | 298 |
| Währungsdifferenzen | - 2 | - 2 | - 4 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - | 4 | 4 |
| Zugänge | 17 | 79 | 96 |
| Umbuchungen | 5 | 0* | 5 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - 4 | - 14 | - 18 |
| Abgänge | - 33 | - 25 | - 58 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - 1 | - | - 1 |
| Abschreibungen | - 2 | - | - 2 |
| Zuschreibungen | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2009 | 145 | 175 | 320 |
| Anschaffungskosten am 01.01.2010 | 145 | 183 | 328 |
| Kumulierte Abschreibungen | - | - 8 | - 8 |
| Buchwert 01.01.2010 | 145 | 175 | 320 |
| Währungsdifferenzen | 11 | 7 | 18 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - | - | - |
| Zugänge | 39 | 18 | 57 |
| Umbuchungen | 31 | - | 31 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - | - | - |
| Abgänge | - 28 | - 7 | - 35 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - 2 | - 4 | - 6 |
| Abschreibungen | - | - | - |
| Zuschreibungen | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2010 | 196 | 189 | 385 |
| Anschaffungskosten am 31.12.2010 | 196 | 194 | 390 |
| Kumulierte Abschreibungen | - | - 5 | - 5 |
Die Buchwerte der assoziierten Unternehmen wurden in einem Fall (Vorjahr: zwei Fälle)
bei einem Wert von null Mio. EUR angehalten. Verluste bei assoziierten Unternehmen
in Höhe von 16 Mio. EUR (Vorjahr: 21 Mio. EUR) blieben unberücksichtigt.
| in Mio. € | Ausleihungen und Forderungen |
Zum beizulegenden Zeitwert über die GuV |
Zur Veräußerung verfügbar |
Derivative Finanzinstrumente, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind |
| Übrige Beteiligungen | - | - | 1 128 | - |
| Langfristige Wertpapiere | - | - | 250 | - |
| Ausleihungen | 170 | - | - | - |
| Langfristige Forderungen | 450 | - | - | - |
| Langfristige derivative Finanzinstrumente | - | 124 | - | 226 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstige kurzfristige Forderungen | 3 401 | - | - | - |
| Kurzfristige derivative Finanzinstrumente | - | 167 | - | 317 |
| Kurzfristige Wertpapiere | - | 7 | 4 276 | - |
| Bankguthaben und Kassenbestände | - | - | 1 097 | - |
| Summe | 4 021 | 298 | 6 751 | 543 |
| in Mio. € | Ausleihungen und Forderungen |
Zum beizulegenden Zeitwert über die GuV |
Zur Veräußerung verfügbar |
Derivative Finanzinstrumente, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind |
| Übrige Beteiligungen | - | - | 878 | - |
| Langfristige Wertpapiere | - | - | 349 | - |
| Ausleihungen | 132 | - | - | - |
| Langfristige Forderungen | 374 | - | - | - |
| Langfristige derivative Finanzinstrumente | - | 121 | - | 134 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstige kurzfristige Forderungen | 3 033 | - | - | - |
| Kurzfristige derivative Finanzinstrumente | - | 107 | - | 145 |
| Kurzfristige Wertpapiere | - | 9 | 3 294 | - |
| Bankguthaben und Kassenbestände | - | - | 1 136 | - |
| Summe | 3 539 | 237 | 5 657 | 279 |
In der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert über die GuV" enthaltene, finanzielle
Vermögenswerte beider Geschäftsjahre sind neben zu Handelszwecken gehaltenen Vermögenswerten
auch Zeitwerte von zur Sicherung eingesetzten Optionen von 218 Mio. EUR (Vorjahr:
179 Mio. EUR) enthalten, deren Wertveränderungen nach einer entsprechenden Änderung
des IAS 39 im Finanzergebnis zu erfassen sind. Darüber hinaus wurden keine finanziellen
Vermögenswerte der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert über die GuV" zugeordnet.
Das Nettoergebnis der verschiedenen Kategorien von finanziellen Vermögenswerten setzt
sich wie folgt zusammen:
| in Mio. € | Sonstige betriebliche Erträge |
Sonstige betriebliche Aufwendungen |
Beteiligungsergebnis | Übrige Finanzposten |
Nettoergebnis |
| Ausleihungen und Forderungen | 52 | - 110 | - | - 11 | - 69 |
| Zum beizulegenden Zeitwert über die GuV erfasste finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | 25 | 25 |
| Ineffektiver Teil von Derivaten, die der Sicherung von Cashflows dienen |
- | - | - | - 18 | - 18 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 210 | -15 | - | - 5 | 190 |
| in Mio. € | Sonstige betriebliche Erträge |
Sonstige betriebliche Aufwendungen |
Beteiligungsergebnis | Übrige Finanzposten |
Nettoergebnis |
| Ausleihungen und Forderungen | 43 | - 129 | - | - 21 | - 107 |
| Zum beizulegenden Zeitwert über die GuV erfasste finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - 75 | - 75 |
| Ineffektiver Teil von Derivaten, die der Sicherung von Cashflows dienen |
- | - | - | 95 | 95 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 59 | - 27 | - | - 145 | - 113 |
In der nachfolgenden Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen
Vermögenswerte nach Bewertungskategorien gegliedert. Die Bewertungskategorien sind
dabei folgendermaßen definiert:
Kategorie 1:
| ― |
Auf aktiven Märkten gehandelte Finanzinstrumente, deren notierte Preise unverändert für die Bewertung übernommen wurden. |
Kategorie 2:
| ― |
Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungsverfahren, deren verwendete Einflussfaktoren direkt oder indirekt aus beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden. |
Kategorie 3:
| ― |
Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungsverfahren, deren verwendete Einflussfaktoren nicht ausschließlich auf beobachtbaren Marktdaten beruhen. |
| in Mio. € | Kategorie 1 | Kategorie 2 | Kategorie 3 | Gesamt |
| Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value über GuV |
- |
- |
- |
- |
| Als Handelsgeschäfte klassifizierte Finanzderivate |
- |
291 | - |
291 |
| Kurzfristige Wertpapiere | - | 3 | 4 | 7 |
| Finanzielle Vermögenswerte über GuV gesamt | - | 294 | 4 | 298 |
| Derivative Finanzinstrumente, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind |
- |
543 | - |
543 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte |
|
|
|
|
| Eigenkapitalinstrumente | 841 | - | - | 841 |
| Fremdkapitalinstrumente | 809 | 3 684 | 20 | 4 513 |
|
|
1 650 | 3 684 | 20 | 5 354 |
| Vermögenswerte gesamt | 1 650 | 4 521 | 24 | 6 195 |
Im Geschäftsjahr 2009 ergab sich folgende Untergliederung der zum beizulegenden Zeitwert
bilanzierten finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien:
| in Mio. € | Kategorie 1 | Kategorie 2 | Kategorie 3 | Gesamt |
| Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value über GuV |
- |
- |
- |
- |
| Als Handelsgeschäfte klassifizierte Finanzderivate |
- |
228 | - |
228 |
| Kurzfristige Wertpapiere | - | 6 | 3 | 9 |
| Finanzielle Vermögenswerte über GuV gesamt | - | 234 | 3 | 237 |
| Derivative Finanzinstrumente, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind |
- |
279 | - |
279 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte |
|
|
|
|
| Eigenkapitalinstrumente | 652 | - | - | 652 |
| Fremdkapitalinstrumente | 780 | 2 694 | 24 | 3 498 |
|
|
1 432 | 2 694 | 24 | 4 150 |
| Vermögenswerte gesamt | 1 432 | 3 207 | 27 | 4 666 |
| in Mio. € | 01.01.2009 | Im Periodenergebnis erfasst |
Marktwertveränderung im Eigenkapital erfasst |
Zu- / Abgänge | 31.12.2009 |
| Zum beizulegenden Zeitwert über die GuV erfasste finanzielle Vermögenswerte | 4 | - 1 | - |
- |
3 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 27 | - 2 | - 1 | - | 24 |
| Gesamt | 31 | - 3 | - 1 | - | 27 |
Die übrigen Beteiligungen und langfristigen Wertpapiere zeigten in den Jahren 2010
und 2009 folgende Bewegungen:
| in Mio. € | Anteile an nahestehenden Unternehmen |
Beteiligungen | Wertpapiere des Anlagevermögens |
Gesamt |
| Anschaffungskosten am 01.01.2009 | 272 | 674 | 516 | 1 462 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 43 | - 113 | - 7 | - 163 |
| Buchwert 01.01.2009 | 229 | 561 | 509 | 1 299 |
| Währungsdifferenzen | 0* | - 2 | 0* | - 2 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 93 | 2 | 175 | 270 |
| Zugänge | 16 | 194 | 12 | 222 |
| Umbuchungen | - 5 | - | - | - 5 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - 10 | - | - | - 10 |
| Abgänge | - 4 | - 53 | - 346 | - 403 |
| Zum Verkauf vorgesehen | 2 | - | - | 2 |
| Abschreibungen | - 4 | - 141 | - 1 | - 146 |
| Zuschreibungen | - | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2009 | 317 | 561 | 349 | 1 227 |
| Anschaffungskosten am 01.01.2010 | 361 | 814 | 354 | 1 529 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 44 | - 253 | - 5 | - 302 |
| Buchwert 01.01.2010 | 317 | 561 | 349 | 1 227 |
| Währungsdifferenzen | 4 | 0* | 0* | 4 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | - | - | - | - |
| Zugänge | 12 | 667 | 3 | 682 |
| Umbuchungen | - 34 | - 1 | - | - 35 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | - 11 | - | - | - 11 |
| Abgänge | - 5 | - 377 | - 102 | - 484 |
| Zum Verkauf vorgesehen | - | - | - | - |
| Abschreibungen | - 5 | - | 0* | - 5 |
| Zuschreibungen | - | - | - | - |
| Buchwert 31.12.2010 | 278 | 850 | 250 | 1 378 |
| Anschaffungskosten am 31.12.2010 | 327 | 979 | 250 | 1 556 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 49 | - 129 | 0* | - 178 |
Beteiligungen sowie Wertpapiere sind, soweit ein aktiver Markt mit öffentlich zugänglichen
Marktpreisen besteht, zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Für Beteiligungen mit
einem Buchwert von 20 Mio. EUR (Vorjahr: 51 Mio. EUR) und langfristige Wertpapiere
mit einem Buchwert von 8 Mio. EUR (Vorjahr: 9 Mio. EUR) existiert kein aktiver Markt
mit öffentlich zugänglichen Marktpreisen. Der im Jahresabschluss 2009 noch zum Buchwert
bilanzierte Anteil an der Amadeus IT Holding S.A. (34 Mio. EUR) wird nach erfolgtem
Börsengang der Amadeus IT Holding S.A. im April 2010 zum Marktwert in der Konzernbilanz
angesetzt.
Zum 31. Dezember 2010 betrug der Marktwert 534 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr 2010 wurden
Beteiligungen mit einem Buchwert von 34 Mio. EUR verkauft, die vorher nicht zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden konnten, da kein aktiver Markt bestand.
Hierbei wurde ein Gewinn von 73 Mio. EUR erzielt. Gewinne in Höhe von 67 Mio. EUR
entfielen dabei auf den Verkauf von 6,2 Mio. Aktien der Amadeus IT Holding S.A.
Von den Wertpapieren waren 11 Mio. EUR (Vorjahr: 26 Mio. EUR) als Sicherheit für Verbindlichkeiten
begeben.
Der Buchwert der langfristigen Ausleihungen und Forderungen entspricht deren beizulegendem
Zeitwert, da sie variabel verzinst sind beziehungsweise marktübliche Verzinsungen
aufweisen.
Für sonstige Ausleihungen erhaltene Sicherheiten weisen einen beizulegenden Zeitwert
von 3 Mio. EUR auf.
Die sonstigen Forderungen enthalten erwartete Erstattungen für zurückgestellte Verpflichtungen
in Höhe von 2 Mio. EUR (Vorjahr: 5 Mio. EUR).
Von den langfristigen Forderungen dienen 122 Mio. EUR (Vorjahr: 113 Mio. EUR) der
Besicherung von Verbindlichkeiten.
Die derivativen Finanzinstrumente, die sich als wirksame Sicherungsgeschäfte im Rahmen
einer Sicherungsbeziehung qualifizieren, weisen folgenden Saldo auf:
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Positive Marktwerte - langfristig | 226 | 134 |
| Positive Marktwerte - kurzfristig | 317 | 145 |
| Negative Marktwerte - langfristig | - 78 | - 137 |
| Negative Marktwerte - kurzfristig | - 85 | - 100 |
|
|
380 | 42 |
Sie entfallen auf folgende Sicherungsinstrumente:
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Treibstoffpreissicherung | 311 | 192 |
| Devisensicherung | - 76 | -251 |
| Zinssicherung | 145 | 101 |
Die derivativen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert über die GuV bewertet
werden, sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Positive Marktwerte - langfristig | 124 | 121 |
| Positive Marktwerte - kurzfristig | 167 | 107 |
| Negative Marktwerte - langfristig | - 33 | - 88 |
| Negative Marktwerte - kurzfristig | - 18 | - 6 |
|
|
240 | 134 |
Die ausgewiesenen positiven und negativen Marktwerte entfallen auf Derivate, die sich
nicht als wirksame Sicherungsgeschäfte im Rahmen einer Sicherungsbeziehung nach IAS
39 qualifizieren.
Die beizulegenden Zeitwerte werden ausschließlich mit Hilfe anerkannter finanzmathematischer
Methoden unter Verwendung öffentlich zugänglicher Marktinformationen ermittelt.
| in Mio. € |
31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 550 | 536 |
| Fertige und unfertige Erzeugnisse und Waren | 111 | 110 |
| Geleistete Anzahlungen | 1 | 0* |
|
|
662 | 646 |
Vorräte im Wert von 39 Mio. EUR (Vorjahr: 32 Mio. EUR) sind als Kreditsicherheiten
verpfändet.
Der Bruttowert der Vorräte betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 841 Mio. EUR (Vorjahr:
810 Mio. EUR). Vorräte mit einem Buchwert von 499 Mio. EUR (Vorjahr: 516 Mio. EUR)
sind zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten ("Nettoveräußerungswert")
angesetzt. Abwertungen auf den Nettoveräußerungswert bestanden in Höhe von 179 Mio.
EUR (Vorjahr: 164 Mio. EUR). Im Berichtsjahr wurden neue Wertberichtigungen in Höhe
von 30 Mio. EUR (Vorjahr: 15 Mio. EUR) vorgenommen. Im Vorjahr vorgenommene Wertberichtigungen
wurden in Höhe von 4 Mio. EUR (Vorjahr: 2 Mio. EUR) wieder aufgeholt.
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
|
|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen nahestehende Unternehmen | 117 | 102 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen übrige Beteiligungen | 3 | 1 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Konzernfremde | 2 542 | 1 937 |
|
|
2 662 | 2 040 |
| davon aus unfertigen Aufträgen abzüglich erhaltener Anzahlungen | (148) | (116) |
| Sonstige Forderungen |
|
|
| Forderungen gegen nahestehende Unternehmen | 93 | 88 |
| Forderungen gegen übrige Beteiligungen | 0* | 0* |
| Sonstige Forderungen | 646 | 905 |
|
|
739 | 993 |
| Summe | 3 401 | 3 033 |
Der Buchwert dieser Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhaltene Sicherheiten weisen einen
beizulegenden Zeitwert von 1 Mio. EUR auf.
Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren 61 Mio. EUR (Vorjahr: 5 Mio.
EUR) als Kreditsicherheiten begeben.
Die sonstigen Forderungen enthalten erwartete Erstattungen für zurückgestellte Verpflichtungen
in Höhe von 5 Mio. EUR (Vorjahr: 4 Mio. EUR).
Von den sonstigen Forderungen dienten im Vorjahr 30 Mio. EUR der Besicherung von Verbindlichkeiten.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen vorausbezahlte Mieten,
Versicherungsprämien und Zinsen, die Folgeperioden betreffen.
Bei den kurzfristigen Wertpapieren handelt es sich nahezu ausschließlich um Rentenpapiere,
Genussscheine sowie Anteile an Geldmarktfonds. Sie sind zum beizulegenden Zeitwert,
fast vollständig abgeleitet aus öffentlich zugänglichen Marktpreisen an aktiven Märkten,
angesetzt.
Die Euro-Guthaben bei Kreditinstituten waren zum Bilanzstichtag bei verschiedenen
Banken überwiegend zu Zinssätzen zwischen 0,3 und 1,5 Prozent (Vorjahr: zwischen 0,2
und 0,9 Prozent) verzinst. USD-Guthaben waren zum Zinssatz von durchschnittlich 1,5
Prozent (Vorjahr: 0,1 Prozent), Guthaben in Schweizer Franken zu einem durchschnittlichen
Zinssatz von 0,25 Prozent (Vorjahr: 0,25 Prozent) angelegt.
Von den Guthaben bei Kreditinstituten waren 47 Mio. EUR (Vorjahr: 27 Mio. EUR) als
Sicherheiten für Verbindlichkeiten begeben.
Fremdwährungsguthaben sind zum Stichtagskurs bewertet.
Zum Jahresende 2010 werden ein Airbus A340-300, ein Airbus A330-200, zwei Airbus A330-300,
sechs Canadair Regional Jet 200, fünf ATR 42-500, zwei Dash 8-300 und vier Cessna
Citation als zum Verkauf stehende Vermögenswerte ausgewiesen. Auf diese Vermögenswerte
entfielen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 24 Mio. EUR.
Zum Jahresende 2009 enthielt diese Position einen Airbus A340-300, sechs Airbus A300-600,
zwölf Canadair Regional Jet 200, drei ATR 42-500 und zwei Dash 8-300. Alle Vermögenswerte
wurden im Geschäftsjahr 2010 verkauft, "Erläuterung 44" auf [S. 200].
Das Grundkapital der Deutschen Lufthansa AG beträgt 1.172,3 Mio. EUR. Das Grundkapital
ist in 457.937.572 auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt, auf jede Stückaktie
entfällt ein Anteil von 2,56 EUR am Grundkapital.
Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. April 2010 wurde der Vorstand
dazu ermächtigt, bis zum 28. April 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital
der Gesellschaft um bis zu 561.160.092 EUR durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von
neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und Sacheinlagen zu erhöhen
(Genehmigtes Kapital A). Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen.
Bei Aktienausgabe gegen Sacheinlagen kann das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, im
Falle der Aktienausgabe gegen Bareinlagen können Spitzenbeträge vom Bezugsrecht der
Aktionäre ausgenommen werden. Darüber hinaus wird der Vorstand ermächtigt, im Falle
der Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht
der Aktionäre auszuschließen mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts
ausgegebenen Aktien insgesamt zehn vom Hundert des Grundkapitals nicht überschreiten
dürfen und der Ausgabebetrag den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet. Die
durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 25. Mai 2005 erteilte und bis
zum 24. Mai 2010 befristete Ermächtigung des Vorstands wird für die Zeit ab Wirksamwerden
dieser neuen Ermächtigung in dem Umfang aufgehoben, in dem noch nicht von ihr Gebrauch
gemacht wurde.
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Mai 2006 wurde der Vorstand bis zum 16.
Mai 2011 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den
Inhaber oder auf den Namen lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen,
Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bis zu 1,5 Mrd. EUR mit oder ohne Laufzeitbegrenzung
zu begeben. In diesem Zusammenhang wurde bedingtes Kapital (Bedingtes Kapital II)
zur bedingten Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 117.227.520 EUR durch Ausgabe von
bis zu 45.792.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien geschaffen. Die bedingte
Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber von Wandelschuldverschreibungen
oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen von ihrem Wandlungs- und/oder
Optionsrecht Gebrauch machen.
Im Rahmen der Ermächtigung vom 16. Juni 1999 hatte die Deutsche Lufthansa AG mit Wirkung
zum 4. Januar 2002 eine Wandelanleihe über 750 Mio. EUR begeben. Das Bezugsrecht der
Altaktionäre wurde ausgeschlossen. Es wurden insgesamt 750.000 Wandlungsrechte ausgegeben,
die nach der Kapitalerhöhung in 2004 das Recht zur Wandlung in bis zu 37.764.350 Aktien
der Deutschen Lufthansa AG zu einem Kurs von 19,86 EUR verbrieften. Nach vorzeitiger
Rückzahlung von Wandelanleihen zum 4. Januar 2006 zu einem Gesamtbetrag von 699 Mio.
EUR sowie der Ausübung von 309 Wandlungsrechten (15.558 Aktien) in 2006, weiteren
40 Wandlungsrechten (2.014 Aktien) in 2007, einer Rückzahlung von Wandelanleihen zum
4. Januar 2008 zu einem Gesamtbetrag von 205 TEUR und am 4. Januar 2010 in Höhe von
43.458.000 EUR bestanden zum Bilanzstichtag noch 6.681 Wandlungsrechte, die das Recht
zur Wandlung in bis zu 336.404 Aktien der Deutschen Lufthansa AG zu einem Kurs von
19,86 EUR verbriefen.
Es besteht danach noch bedingtes Kapital (Bedingtes Kapital I) zur bedingten Erhöhung
des Grundkapitals um 97.644.615,68 EUR durch Ausgabe von 38.142.428 neuen, auf den
Namen lautenden Stückaktien.
Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 24. April 2009 wurde der Vorstand
ermächtigt, bis zum 23. April 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital
um 25 Mio. EUR durch Ausgabe von neuen, auf den Namen lautenden Aktien an die Mitarbeiter
(Genehmigtes Kapital B) gegen Bareinlage zu erhöhen. Das Bezugsrecht der Aktionäre
ist ausgeschlossen.
Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. April 2010 wurde der Vorstand
gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 28. April 2015 zum Erwerb eigener Aktien ermächtigt.
Der Erwerb ist auf 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals beschränkt und kann über
die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots
erfolgen. In derselben Hauptversammlung wurde die derzeit bestehende und bis zum 23.
Oktober 2010 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien aufgehoben.
Im Geschäftsjahr 2010 hat die Deutsche Lufthansa AG Insgesamt 495.122 eigene Aktien
zum Durchschnittskurs von 16,14 EUR erworben. Dies entspricht 0,11 Prozent vom Grundkapital.
Die Aktien wurden wie folgt verwendet:
| ― |
493.610 als Teil der leistungsorientierten variablen Vergütung 2010 für Führungskräfte und außertariflich beschäftigte Mitarbeiter der Deutschen Lufthansa AG und 24 weiterer verbundener Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften zum Kurs von 15,38 EUR. |
| ― |
372 Aktien wurden noch aus der leistungsorientierten variablen Vergütung des Jahres 2008 Führungskräften und außertariflich beschäftigten Mitarbeitern zum Kurs von 10,73 EUR zugeteilt. |
| ― |
1.140 Aktien wurden noch aus der leistungsorientierten variablen Vergütung des Jahres 2009 Führungskräften und außertariflich beschäftigten Mitarbeitern zum Kurs von 10,50 EUR zugeteilt. |
Zum Bilanzstichtag waren keine eigenen Aktien mehr im Bestand.
Der Lufthansa Konzern verfolgt weiterhin das Ziel einer nachhaltigen Eigenkapitalquote
von 30 Prozent, um dauerhafte finanzielle Flexibilität und Stabilität als Basis für
seine Wachstumsziele sicherzustellen. Eigenkapital und Bilanzsumme betrugen zum 31.
Dezember 2010 und 2009:
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Eigenkapital | 8 340 | 6 202 |
| In % der Bilanzsumme | 28,4 | 23,5 |
| Fremdkapital | 20 980 | 20 190 |
| In % der Bilanzsumme | 71,6 | 76,5 |
| Gesamtkapital | 29 320 | 26 392 |
Im Geschäftsjahr 2010 stieg die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozentpunkte
auf 28,4 Prozent. Diese Zunahme ist im Wesentlichen auf das positive Nachsteuerergebnis
von 1.143 Mio. EUR, die im Geschäftsjahr 2010 erstmals vorgenommene Marktbewertung
des Anteils an der Amadeus IT Holding S.A. (+ 524 Mio. EUR), die Marktwertveränderungen
sonstiger finanzieller Vermögenswerte (+ 170 Mio. EUR) sowie positive Währungsumrechnungsdifferenzen
(+ 311 Mio. EUR) zurückzuführen.
Lufthansa unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Verpflichtungen
zur Ausgabe von Aktien bestehen in Zusammenhang mit den noch bestehenden Rechten aus
der Wandelanleihe, soweit diese noch zur Wandlung genutzt werden. Im Geschäftsjahr
2010 wurden keine Wandlungsrechte genutzt. Die noch bestehenden Wandlungsrechte sind
den Ausführungen zum bedingten Kapital zu entnehmen.
Die Deka Investment GmbH, Frankfurt, Deutschland, hat uns namens und mit Vollmacht
der Deka International S.A., Luxemburg, Luxemburg, am 14. April 2010 mitgeteilt, dass
der Stimmrechtsanteil der Deka International S.A., Luxemburg, Luxemburg, am 9. April
2010 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte an der Deutschen Lufthansa AG überschritten
hat und zu diesem Tag 3,21 Prozent (14.690.725 Stimmrechte) betrug.
Die Deka Investment GmbH, Frankfurt, Deutschland, hat uns namens und mit Vollmacht
der Deka International S.A., Luxemburg, Luxemburg, am 21. April 2010 mitgeteilt, dass
der Stimmrechtsanteil der Deka International S.A., Luxemburg, Luxemburg, am 19. April
2010 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte an der Deutschen Lufthansa AG unterschritten
hat und zu diesem Tag 2,55 Prozent (11.690.725 Stimmrechte) betrug.
Die Janus Capital Management LLC, Denver, Colorado, USA, hat uns mit Schreiben vom
30. April 2010 gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der
Deutschen Lufthansa AG am 29. April 2010 die Schwelle von 3 Prozent überschritten
hat und zu diesem Zeitpunkt 3,29 Prozent (15.088.270 Stimmrechte) beträgt. Davon sind
ihr 3,29 Prozent (15.088.270 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.
Die BlackRock Investment Management (UK) Limited, London, Großbritannien, hat uns
namens und mit Vollmacht der nachfolgenden Gesellschaften am 14. Januar 2011 mitgeteilt,
dass der Stimmrechtsanteil der BlackRock, Inc., New York, USA, am 10. Januar 2011
die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte an der Deutschen Lufthansa AG überschritten
hat und zu diesem Tag 5,08 Prozent (23.255.011 Stimmrechte) betrug. Davon sind ihr
5,08 Prozent (23.255.011 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 i.V.m. Satz 2
WpHG zuzurechnen.
Der Stimmrechtsanteil der BlackRock Financial Management, Inc., New York, USA, hat
am 10. Januar 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte an der Deutschen Lufthansa
AG überschritten und betrug zu diesem Tag 5,003 Prozent (22.912.821 Stimmrechte).
Davon sind ihr 5,003 Prozent (22.912.821 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.
6 i.V.m. Satz 2 WpHG zuzurechnen.
Der Stimmrechtsanteil der BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, Delaware, USA, hat
am 10. Januar 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte an der Deutschen Lufthansa
AG überschritten und betrug zu diesem Tag 5,003 Prozent (22.912.821 Stimmrechte).
Davon sind ihr 5,003 Prozent (22.912.821 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.
6 i.V.m. Satz 2 WpHG zuzurechnen.
Die Kapitalrücklage enthält nur das Agio aus Kapitalerhöhungen sowie einer Wandelanleihe.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden wie im Vorjahr keine Wandlungsrechte genutzt.
Die in den Gewinnrücklagen enthaltene gesetzliche Rücklage beträgt unverändert 26
Mio. EUR, im Übrigen handelt es sich um andere Gewinnrücklagen.
Die übrigen neutralen Rücklagen haben sich im Geschäftsjahr 2010 wie folgt entwickelt:
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge (other comprehensive income) nach Ertragsteuern |
|
|
| Differenzen aus Fremdwährungsumrechnung | 311 | - 18 |
| davon erfolgswirksame Reklassifizierung | - | - |
| Folgebewertung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten |
|
|
| Gewinne / Verluste der Periode | 666 | 117 |
| Abzüglich erfolgswirksamer Reklassifizierung von Gewinnen / Verlusten |
- 181 | 76 |
| Folgebewertung von Cashflow Hedges |
|
|
| Gewinne / Verluste der Periode | 396 | - 205 |
| Abzüglich erfolgswirksamer Reklassifizierung von Gewinnen / Verlusten |
- 11 | - 94 |
| Abzüglich Übertragung auf Anschaffungskosten gesicherter Posten |
- 97 | 111 |
| Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträg e von nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen |
- 4 | - 7 |
| Neubewertung von Anteilen im Rahmen von Sukzessiverwerben | - | - 44 |
| Sonstige erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge | 14 | - 13 |
| Für erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge erfasste Ertragsteuern |
- 79 | 34 |
| Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge nach Ertragsteuern |
1 015 | - 43 |
|
|
2010 | 2009 | ||||
| in Mio. € | Wert vor Ertragsteuern |
Steueraufwand / -ertrag |
Wert nach Ertragsteuern |
Wert vor Ertragsteuern |
Steueraufwand / -ertrag |
Wert nach Ertragsteuern |
| Differenzen aus Fremdwährungsumrechnung | 311 | - | 311 | - 18 | - | - 18 |
| Folgebewertung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten | 485 | - 15 | 470 | 193 | - 5 | 188 |
| Folgebewertung von Cashflow Hedges | 288 | - 64 | 224 | - 188 | 39 | - 149 |
| Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge von nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen |
- 4 | - |
- 4 | - 7 | - |
- 7 |
| Neubewertung von Anteilen im Rahmen von Sukzessiverwerben | - | - | - | - 44 | - | - 44 |
| Sonstige erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge | 14 | - | 14 | - 13 | - | - 13 |
| Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge | 1 094 | - 79 | 1 015 | - 77 | 34 | - 43 |
Die Veränderung des Eigenkapitals insgesamt ist der Entwicklung des Lufthansa Konzern-Eigenkapitals
zu entnehmen.
Für Mitarbeiter im Inland sowie für die ins Ausland entsandten Mitarbeiter bestehen
betriebliche Altersversorgungszusagen. Für Mitarbeiter, die vor 1995 in den Konzern
eingetreten waren, wurde zunächst die Gesamtversorgungszusage der Versorgungsanstalt
des Bundes und der Länder als Betriebsrentenzusage fortgeführt. Mit den im Jahr 2003
abgeschlossenen Tarifverträgen zur Vereinheitlichung der betrieblichen Altersversorgung
für das Boden- und Kabinenpersonal wurde die betriebliche Versorgungszusage für Mitarbeiter
des Boden- und Kabinenpersonals, im Rahmen der Tarifvereinbarung vom 4. Dezember 2004
auch für Mitarbeiter des Cockpit-Personals, auf einen Durchschnittsgehaltsplan umgestellt.
Die Zusage entspricht nunmehr der auch bisher schon für die Mitarbeiter, die nach
1994 neu eingestellt wurden, gültigen Versorgung. Dabei wird jährlich in Abhängigkeit
von Vergütung und Lebensalter ein Rentenbaustein erdient und die Altersrente als Summe
der Rentenbausteine definiert. Nach IAS 19 sind diese Zusagen als leistungsorientierte
Zusagen einzustufen und dementsprechend im Verpflichtungsumfang und bei den Kosten
berücksichtigt.
Mitarbeitern des Bordpersonals wird zusätzlich eine Übergangsversorgung zugesagt,
die den Zeitraum ab Beendigung des fliegerischen Beschäftigungsverhältnisses bis zum
Einsetzen der gesetzlichen/betrieblichen Altersversorgung abdeckt. Die Versorgung
hängt vom Endgehalt vor dem Ausscheiden ab (Endgehaltspläne).
Darüber hinaus bestehen innerhalb des Konzerns beitragsorientierte Versorgungszusagen,
deren Leistungen vollständig durch Beiträge an einen externen Versorgungsträger finanziert
werden. Lufthansa trägt aus diesen Zusagen keinerlei finanzielle oder aktuarielle
Risiken. Im Jahr 2010 beliefen sich die Beiträge in beitragsorientierte Pläne auf
358 Mio. EUR (Vorjahr: 345 Mio. EUR).
Die Finanzierung der betrieblichen Alters- und Übergangsversorgung erfolgt für die
inländischen Pläne durch Planvermögen und bzgl. der übersteigenden Beträge über Pensionsrückstellungen.
Die zugesagten Leistungen werden jährlich unter Anwendung des Verfahrens der laufenden
Einmalprämie (Projected Unit Credit Methode) bewertet. Im Geschäftsjahr 2004 war mit
dem Aufbau eines Fondsvermögens zur Finanzierung künftiger Rentenzahlungen und dessen
Übertragung an den Lufthansa Pension Trust mit dem Ziel der vollständigen Ausfinanzierung
der Versorgungsverpflichtungen innerhalb von 10 bis 15 Jahren begonnen worden. Im
Geschäftsjahr 2010 wurden für die Mitarbeiter weitere 576 Mio. EUR dotiert, insgesamt
sind damit bereits Mittel in Höhe von 4.342 Mio. EUR an den Trust übertragen worden.
Für die Mitarbeiter im Ausland bestehen ebenfalls Ansprüche auf Alters- und zum Teil
auf medizinische Versorgung, die im Wesentlichen von der Dienstzugehörigkeit und dem
bezogenen Gehalt abhängig sind. Die Leistungen werden in der Regel über externe Fonds
finanziert.
Mit dem Erwerb der Swiss International Air Lines im Geschäftsjahr 2007 wurden Pensionsverpflichtungen
übernommen, die zum überwiegenden Teil auf gesetzlichen Verpflichtungen beruhen. Die
Versorgungsleistungen werden über Pensionskassen, sogenannte Sammelstiftungen, finanziert.
Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen und der Ermittlung der Pensionskosten
wird die 10-Prozent-Korridor-Regel angewendet. Versicherungsmathematische Gewinne
oder Verluste werden nicht berücksichtigt, soweit sie 10 Prozent des Verpflichtungsumfangs
beziehungsweise 10 Prozent des beizulegenden Zeitwerts des vorhandenen Planvermögens
nicht übersteigen. Der den Korridor übersteigende Betrag wird über die durchschnittliche
Restdienstzeit der aktiven Belegschaft ergebniswirksam verteilt und bilanziell erfasst.
Der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Prämissen zu Grunde gelegt:
| in % | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2008 |
| Zinssatz Inland | 5,0 | 5,5 | 6,0 |
| Gehaltssteigerungstrend Inland | 2,75 | 2,75 | 2,75 |
| Rentensteigerungstrend Inland | 1,0 - 2,75 | 1,0 - 2,75 | 1,0 - 2,75 |
| Zinssätze Ausland | 2,75 - 5,75 | 3,3 - 5,9 | 3,9 - 6,7 |
| Gehaltssteigerungstrends Ausland | 1,5 - 5,0 | 1,5 - 5,0 | 1,5 - 4,5 |
| Rentensteigerungstrends Ausland | 0,0 - 3,7 | 0,0 - 3,5 | 0,0 - 2,8 |
| Krankenkostentrend Rentner Ausland | 7,5 | 12,0 | 10,0 |
| Erwarteter Ertrag des externen Planvermögens Inland* | 5,2 | 5,2 | 5,2 |
| Erwartete Erträge des externen Planvermögens Ausland | 2,4 - 8,3 | 2,8 - 8,3 | 3,5 - 8,3 |
Als biometrische Rechnungsgrundlage werden im Inland seit dem 31. Dezember 2005 die
Richttafeln Heubeck 2005 G verwendet, die Fluktuationswahrscheinlichkeit wurde alters-
und geschlechtsspezifisch geschätzt.
Die Festlegung des erwarteten Ertrags aus dem Planvermögen folgt grundsätzlich der
Anlagenpolitik des Plans in Bezug auf die Zusammensetzung der Anlageklassen. Die erwartete
Verzinsung von Eigenkapitaltiteln berücksichtigt die historische Verzinsung, künftige
Inflationsraten, erwartete Dividenden und das ökonomische Wachstum. Die erwarteten
Erträge aus festverzinslichen Anlagen basieren auf dem gegenwärtigen Zinsniveau für
langfristige Wertpapiere, gegebenenfalls korrigiert um einen Risikoabschlag. Die erwarteten
Erträge aus Immobilienvermögen entsprechen denen von Eigenkapitaltiteln. Für sonstige
Anlagen, in der Regel Bankguthaben, wurde das Zinsniveau für kurzfristige Geldanlagen
zum Bilanzstichtag angesetzt.
Bei Erhöhung beziehungsweise Minderung des angenommenen Krankenkostentrends für Rentner
um 1 Prozent ergeben sich folgende Auswirkungen:
| in Tsd. € | Erhöhung | Minderung |
| Dienstzeit- und Zinsaufwand | +21 | - 22 |
| Verpflichtung aus medizinischen Versorgungsleistungen | +420 | - 427 |
Der Barwert der Pensionsverpflichtungen und die beizulegenden Zeitwerte des Planvermögens
betrugen zum Bilanzstichtag:
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2006 |
| Barwert der fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen Inland | 5 485 | 4 730 | 4 081 | 4 068 | 4 455 |
| Planvermögen Inland | 4 805 | 3 921 | 3 445 | 3 580 | 1 839 |
| Unter- (+) / Überdeckung (-) | 680 | 809 | 636 | 488 | 2 616 |
| Barwert der fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen Ausland | 3 266 | 2 726 | 1 712 | 1 603 | 532 |
| Planvermögen Ausland | 2 682 | 2 212 | 1 476 | 1 648 | 469 |
| Unter- (+) / Überdeckung (-) | 584 | 514 | 236 | - 45 | 63 |
| Barwert der nicht fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen | 2 411 | 2 157 | 1 961 | 1 948 | 2 042 |
Das Portfolio der externen Planvermögen setzt sich zum Bilanzstichtag 2010 wie folgt
zusammen:
|
|
Planvermögen Inland | Planvermögen Ausland | ||
|
|
in Mio. € | in % | in Mio. € | in % |
| Aktien | 1 494 | 31,1 | 1 155 | 43,1 |
| Renten, Anleihen | 2 220 | 46,2 | 1 135 | 42,3 |
| Immobilien | - | - | 283 | 10,5 |
| Sonstiges | 1 091 | 22,7 | 109 | 4,1 |
|
|
4 805 | 100,0 | 2 682 | 100,0 |
Der tatsächliche Gewinn aus dem Planvermögen betrug im Geschäftsjahr 2010 426 Mio.
EUR (Vorjahr: Gewinn von 392 Mio. EUR).
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Vortrag 01.01. | 9 613 | 7 754 |
| Währungsdifferenzen Vortrag | 304 | - 13 |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | - | 901 |
| Sonstige Änderungen Konsolidierungskreis | 17 | - |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 353 | 299 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 23 | - 73 |
| Zinsaufwand | 497 | 444 |
| Beiträge der Planteilnehmer | 27 | 29 |
| Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste | 652 | 557 |
| Rentenzahlungen | - 290 | - 268 |
| Plankürzungen / Abgeltungen | - 34 | - 17 |
| Stand 31.12. | 11 162 | 9 613 |
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Vortrag 01.01. | 6 133 | 4 921 |
| Währungsdifferenzen Vortrag | 282 | - 3 |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | - | 479 |
| Sonstige Änderungen Konsolidierungskreis | 17 | - |
| Erwartete Erträge aus Planvermögen | 315 | 261 |
| Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste | 111 | 133 |
| Beiträge der Planteilnehmer | 27 | 29 |
| Beiträge des Arbeitgebers | 690 | 380 |
| Rentenzahlungen | - 83 | - 67 |
| Plankürzungen / Abgeltungen | - 5 | - |
| Stand 31.12. | 7 487 | 6 133 |
Wegen nicht erfasster versicherungsmathematischer Verluste sind die bilanzierten Pensionsrückstellungen
niedriger als der Barwert der Pensionsverpflichtungen:
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Barwert der nicht fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen | 2 411 | 2 157 |
| Barwert fondsfinanzierter Pensionsverpflichtungen Ausland | 3 266 | 2 726 |
| Barwert fondsfinanzierter Pensionsverpflichtungen Deutschland | 5 485 | 4 730 |
| Externes Planvermögen Ausland | - 2 682 | - 2 212 |
| Externes Planvermögen Deutschland | - 4 805 | - 3 921 |
| Nicht erfasste versicherungsmathematische Verluste | - 1 416 | - 866 |
| Nicht erfasster nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 75 | 68 |
| "Unechte" Vermögensüberhänge | 237 | 28 |
|
|
2 571 | 2 710 |
Die Veränderung des Finanzierungsstands gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen
aus den Dotierungen in inländisches und ausländisches Planvermögen sowie gegenläufig
dazu aus der Absenkung des Zinssatzes auf inländische Pensionsverpflichtungen.
In den Geschäftsjahren 2010 und 2009 entwickelten sich die Pensionsrückstellungen
wie folgt:
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Vortrag | 2 710 | 2 400 |
| Währungsdifferenz Vortrag | 9 | - 7 |
| Änderung Konsolidierungskreis | - | 421 |
| Gezahlte Renten | - 207 | - 201 |
| Zuführung | 545 | 480 |
| Dotierung von Planvermögen / Mitarbeiterwechsel | - 486 | - 383 |
| Stand 31.12. | 2 571 | 2 710 |
Zusätzlich zu den rückstellungsmindernd erfassten Dotierungen wird weiteres Planvermögen
von insgesamt 237 Mio. EUR gemäß IAS 19 als "unechte" Vermögensüberhänge auf der Aktivseite
der Konzernbilanz ausgewiesen.
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Aufwand aus der Dotierung der Pensionsrückstellung
setzt sich wie folgt zusammen:
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Dienstzeitaufwand | 353 | 299 |
| Amortisierte versicherungsmathematische Verluste | 15 | 21 |
| Amortisierte versicherungsmathematische Gewinne | - | - |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 19 | - 6 |
| Plankürzungen / -abgeltungen | - 29 | - 17 |
| Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen | 497 | 444 |
| Erwarteter Ertrag des externen Planvermögens | - 315 | - 261 |
| Nettoeffekt aus der Korrektur der Vermögenswertbegrenzung (asset ceiling) | 5 | - |
|
|
545 | 480 |
Der Dienstzeitaufwand und die amortisierten versicherungsmathematischen Verluste/Gewinne
werden als Personalaufwand, die Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen,
gemindert um den erwarteten Ertrag des externen Planvermögens, als Zinsaufwand ausgewiesen.
Die erfahrungsbedingten Anpassungen betrugen, bezogen auf die Pensionsverpflichtungen
beziehungsweise das Planvermögen:
| in Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| Pensionsverpflichtungen | - 111 | - 139 | + 122 | + 30 | + 7 |
| Planvermögen | + 111 | + 132 | -1 006 | -77 | 0* |
| Gesamt | + 222 | + 271 | -1 128 | -107 | -7 |
In der Tabelle bedeutet ein negatives Vorzeichen bei den Pensionsverpflichtungen eine
Minderung der Verpflichtung und daher einen Gewinn. Ein positives Vorzeichen beim
Planvermögen bedeutet ebenfalls einen Gewinn. In der Gesamtsumme bedeutet ein positives
Vorzeichen einen Gesamtgewinn.
Im Geschäftsjahr 2011 werden voraussichtlich 950 Mio. EUR in Pläne eingezahlt werden.
Die Einzahlungen umfassen die geplanten Dotierungen sowie die Zahlungen von Versorgungsleistungen,
die nicht durch entsprechende Erstattungen aus Planvermögen gedeckt sind.
Die in der Bilanz unter lang- und kurzfristig ausgewiesenen sonstigen Rückstellungen
setzen sich wie folgt zusammen:
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
| in Mio. € | Gesamt | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | Langfristig | Kurzfristig |
| Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen | 41 | 6 | 35 | 64 | 10 | 54 |
| Übrige Personalkosten | 279 | 219 | 60 | 284 | 214 | 70 |
| Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften | 197 | 126 | 71 | 142 | 73 | 69 |
| Umweltlastensanierungen | 32 | 28 | 4 | 30 | 25 | 5 |
| Prozesse | 72 | 17 | 55 | 77 | 15 | 62 |
| Restrukturierungen / Abfindungen | 61 | 3 | 58 | 199 | 4 | 195 |
| Festpreis Kundenverträge Technik | 104 | 19 | 85 | 139 | 22 | 117 |
| Überholung Operating Lease-Flugzeuge | 363 | 175 | 188 | 402 | 209 | 193 |
| Gewährleistungen | 38 | - | 38 | 30 | - | 30 |
| Übrige Rückstellungen | 337 | 50 | 287 | 375 | 48 | 327 |
| Summe | 1 524 | 643 | 881 | 1 742 | 620 | 1 122 |
Die Rückstellungen für Personalkosten betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber
Mitarbeitern aus Jubiläumsgratifikationen, aus variablen Vergütungsanteilen und sonstigen
kurzfristigen Verpflichtungen. Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften resultieren
aus schwebenden Dauerschuldverhältnissen oder aus sonstigen Vertragsverhältnissen,
bei denen Leistung und Gegenleistung nicht ausgeglichen sind. Rückstellungen für Umweltlastensanierung
werden auf Basis eines Sachverständigengutachtens unter der Annahme gebildet, dass
der Schaden in zehn Jahren vollständig beseitigt ist und die öffentlichen Auflagen
zur Sanierung entfallen. Rückstellungen für laufende Prozesse sind unter Einschätzung
des voraussichtlichen Prozessausgangs gebildet.
Im Geschäftsjahr 2010 haben sich die einzelnen Rückstellungsgruppen wie folgt entwickelt:
| in Mio. € | Verpflichtungen aus Altersteil- zeitverträgen |
Übrige Personalkosten |
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften |
Umweltlasten- sanierungen |
Prozesse | Restrukturierungen / Abfindungen |
| Stand 01.01.2010 | 64 | 284 | 142 | 30 | 77 | 199 |
| Änderung Konsolidierungskreis | - | 0* | - | - | - | - |
| Währungsdifferenzen | - | 2 | 7 | 0* | 1 | 0* |
| Verbrauch | - 64 | - 36 | - 59 | - 2 | - 7 | - 109 |
| Zuführung / Neubildung | 34 | 39 | 112 | 3 | 17 | 27 |
| Aufzinsung | 7 | 16 | 2 | 1 | 0* | 0* |
| Auflösung | 0* | - 11 | - 7 | 0* | - 16 | - 56 |
| Umgliederungen | 0* | - 15 | - | - | 0* | 0* |
| Stand 31.12.2010 | 41 | 279 | 197 | 32 | 72 | 61 |
| in Mio. € | Festpreis Kundenverträge Technik |
Überholung Operating Lease-Flugzeuge |
Gewährleistungen | Übrige Rückstellungen |
Summe |
| Stand 01.01.2010 | 139 | 402 | 30 | 375 | 1 742 |
| Änderung Konsolidierungskreis | - | 5 | 1 | - | 6 |
| Währungsdifferenzen | 0* | 10 | 0* | 2 | 22 |
| Verbrauch | - 89 | - 160 | - 14 | - 130 | - 670 |
| Zuführung / Neubildung | 60 | 106 | 24 | 123 | 545 |
| Aufzinsung | 1 | 12 | - | 1 | 40 |
| Auflösung | - 7 | - 3 | - 3 | - 20 | - 123 |
| Umgliederungen | - | - 9 | - | - 14 | - 38 |
| Stand 31.12.2010 | 104 | 363 | 38 | 337 | 1 524 |
Die Rückstellungen für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus Altersteilzeitverträgen
zeigen folgenden Finanzierungsstand:
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen | 190 | 219 |
| Externes Planvermögen | - 149 | - 155 |
|
|
41 | 64 |
Im Jahr 2005 sind zur Insolvenzversicherung der Erfüllungsrückstände des Arbeitgebers
aus Altersteilzeitverträgen, in denen der Mitarbeiter im sogenannten Blockmodell zunächst
die volle Arbeitsleistung gegen ein reduziertes Entgelt erbringt und danach unter
Fortzahlung des reduzierten Entgelts von der Arbeit freigestellt wird, 97 Mio. EUR,
in den Jahren 2007 und 2009 weitere 39 Mio. EUR beziehungsweise 2 Mio. EUR an ein
externes Treuhandvermögen übertragen worden. Dieses ausgelagerte Vermögen, das die
Anforderungen an Planvermögen erfüllt und daher den Nettoverpflichtungsumfang entsprechend
mindert, wird am Bilanzstichtag zu Marktwerten bewertet.
Der Ermittlung der Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen wurden folgende Annahmen
zu Grunde gelegt:
| in % | 2010 | 2009 | 2008 |
| Zinssatz | 2,2 | 5,5 | 6,0 |
| Erwarteter Ertrag des externen Planvermögens | 3,1 | 3,2 | 6,0 |
Für den langfristigen Anteil der übrigen Rückstellungsgruppen werden folgende Zahlungsabflüsse
geschätzt:
| in Mio. € | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 und Folgejahre |
| Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften | 43 | 18 | 16 | 57 |
| Umweltlastensanierungen | 4 | 3 | 3 | 20 |
| Restrukturierungen / Abfindungen | 2 | 0* | 0* | 0* |
| Festpreis Kunden-Verträge Technik | 11 | 7 | 0* | 2 |
| Überholung Operating Lease-Flugzeuge | 89 | 42 | 22 | 35 |
| Übrige Rückstellungen | 22 | 18 | 5 | 47 |
Zum Ende des Geschäftsjahres 2009 waren folgende Zahlungsabflüsse geschätzt worden:
| in Mio. € | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 und Folgejahre |
| Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften | 35 | 15 | 23 | 10 |
| Umweltlastensanierungen | 3 | 3 | 3 | 19 |
| Restrukturierungen / Abfindungen | 1 | 1 | 0* | 0* |
| Festpreis Kunden-Verträge Technik | 17 | 6 | - | - |
| Überholung Operating Lease-Flugzeuge | 99 | 63 | 30 | 36 |
| Übrige Rückstellungen | 12 | 6 | 4 | 46 |
| in Mio. € | Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert über die GuV |
Derivative Finanzinstrumente, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind |
Andere finanzielle Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten |
| Finanzschulden | - | - | 7 184 |
| Derivative Finanzinstrumente | 51 | 163 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - |
- |
2 902 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | 1 401 |
| Summe | 51 | 163 | 11 487 |
| in Mio. € | Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert über die GuV |
Derivative Finanzinstrumente, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind |
Andere finanzielle Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten |
| Finanzschulden | - | - | 6 802 |
| Derivative Finanzinstrumente | 94 | 237 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - |
- |
2 552 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | 1 331 |
| Summe | 94 | 237 | 10 685 |
Für die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten derivativen Finanzinstrumente erfolgte
die Bewertung auf Basis beobachtbarer Marktdaten.
Die Finanzschulden setzen sich aus einem langfristigen Teil, der eine Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr aufweist und einem unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten
ausgewiesenen Teil mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr zusammen. Die Gesamtsumme
ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:
| in Mio. € |
Gesamt |
Langfristig | Kurzfristig |
| Anleihen | 2 177 | 2 177 | 0* |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1 925 | 1 358 | 567 |
| Leasingverbindlichkeiten und sonstige Darlehen | 3 082 | 2 692 | 390 |
|
|
7 184 | 6 227 | 957 |
| in Mio. € |
Gesamt | Langfristig |
Kurzfristig |
| Anleihen | 2 264 | 2 170 | 94 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1 909 | 1 535 | 374 |
| Leasingverbindlichkeiten und sonstige Darlehen | 2 629 | 2 404 | 225 |
|
|
6 802 | 6 109 | 693 |
Die nachfolgende Tabelle enthält die Buch- und Marktwerte der einzelnen Klassen von
Finanzschulden. Die angegebenen Marktwerte der Anleihen entsprechen ihren Börsennotierungen.
Die Marktwerte für die übrigen Finanzschulden wurden auf Basis der am Bilanzstichtag
gültigen Zinssätze für entsprechende Restlaufzeiten/Tilgungsstrukturen unter Zugrundelegung
von zugänglichen Marktinformationen (Reuters) ermittelt.
| Finanzschulden | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||
| in Mio. € | Buchwert | Marktwert | Buchwert | Marktwert |
| Anleihen | 2 177 | 2 462 | 2 264 | 2 597 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1 925 | 2 089 | 1 909 | 1 961 |
| Leasingverbindlichkeiten und sonstige Darlehen | 3 082 | 3 133 | 2 629 | 2 752 |
| Summe | 7 184 | 7 684 | 6 802 | 7 310 |
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren 1.155 Mio. EUR (Vorjahr:
1.095 Mio. EUR) besichert.
Weder im Geschäftsjahr 2010 noch im Geschäftsjahr 2009 sind Zahlungsverpflichtungen
unter den genannten Darlehensverträgen nicht beziehungsweise nur verzögert erfüllt
worden.
Die Leasingverbindlichkeiten und sonstigen Darlehen stehen ausschließlich in Zusammenhang
mit den unter "Erläuterung 21 ab [S. 179] geschilderten Finanzierungsleasingverträgen
und den unter "Erläuterung 18" auf [S. 176] beschriebenen Flugzeugfinanzierungen.
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen | - | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber übrigen Beteiligungen | - | - |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 110 | 87 |
|
|
110 | 87 |
Der Buchwert der finanziellen Verbindlichkeiten entspricht deren beizulegendem Zeitwert,
da sie variabel beziehungsweise marktüblich verzinst sind.
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Erhaltene Anzahlungen | 5 | 4 |
| Passiver Rechnungsabgrenzungsposten | 666 | 623 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 416 | 373 |
|
|
1 087 | 1 000 |
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält mit 630 Mio. EUR (Vorjahr: 581 Mio.
EUR) abzugrenzende Beträge für Verpflichtungen aus Meilenbonusprogrammen. Unter den
sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen aus Meilenbonusprogrammen
von 401 Mio. EUR (Vorjahr: 364 Mio. EUR) erfasst.
Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten mit 4 Mio. EUR (Vorjahr:
4 Mio. EUR) Materialherausgabeverpflichtungen und mit 6 Mio. EUR (Vorjahr: 4 Mio.
EUR) den Langfristanteil der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verpflichtungen
aus aktienbasierten Vergütungsvereinbarungen, die Teil der variablen Vergütung von
Vorstand, Führungskräften und außertariflichen Mitarbeitern sind. In den kurzfristigen
sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten sind weitere 7 Mio. EUR (Vorjahr: 7
Mio. EUR) enthalten.
Im Rahmen der aktienbasierten Vergütungsvereinbarungen gewähren Lufthansa und weitere
beteiligte Konzerngesellschaften auf ein Eigeninvestment in Lufthansa Aktien einen
Abschlag von 50 Prozent für Vorstand, Führungskräfte und außertarifliche Mitarbeiter.
Die gewährten Optionspakete 2008, 2009 und 2010 beinhalten eine Outperformance-Option
und eine Performance-Option. Die Outperformance-Option ist an die Entwicklung der
Lufthansa Aktie im Vergleich zu einem fiktiven Index aus Aktien europäischer Wettbewerber
geknüpft, während die Performance-Option an die absolute Entwicklung des Aktienkurses
der Lufthansa Aktie gebunden ist. Aus der Outperformance-Option erhält der Inhaber
je Prozentpunkt Outperformance bei Ausübung eine Barzahlung. Bei einer Outperformance
von mehr als 20 Prozent ist die Barzahlung auf einen festgelegten Betrag beschränkt.
Aus den Performance-Optionen 2008 und 2009 ist eine Barzahlung fällig, wenn sich der
Aktienkurs um mehr als 33 Prozent verbessert. Diese ist bei mehr als 49 Prozent (außertarifliche
Mitarbeiter: 48 Prozent) auf einen Maximalbetrag begrenzt. Aus der Performance-Option
2010 ist eine Barzahlung fällig, wenn sich der Aktienkurs um mehr als 29 Prozent verbessert.
Diese ist bei mehr als 45 Prozent (außertarifliche Mitarbeiter: 44 Prozent) auf einen
Maximalbetrag begrenzt.
|
|
€ je Prozentpunkt ab 1 % |
Maximalbetrag pro Tranche in € |
| Vorstand | 1 000 | 20 000 |
| Führungskräfte | 400 | 8 000 |
| Außertarifliche Mitarbeiter | 200 | 1 000 |
|
|
€ je Prozentpunkt ab 33 % Performance |
Maximalbetrag pro Tranche in € |
| Vorstand | 10 000 + 1 250 je P | 20 000 |
| Führungskräfte | 4 000 + 500 je P. | 8 000 |
| Außertarifliche Mitarbeiter | 500 + 100 je P. | 1 000 |
|
|
€ je Prozentpunkt ab 29 % Performance |
Maximalbetrag pro Tranche in € |
| Vorstand | 10 000 + 625 je P. | 20 000 |
| Führungskräfte | 4 000 + 250 je P. | 8 000 |
| Außertarifliche Mitarbeiter | 500 + 100 je drei P. | 1 000 |
Die Laufzeit der Programme 2008, 2009 und 2010 beträgt jeweils drei Jahre.
Alle Optionen sind jeweils im letzten Jahr der Laufzeit zu einem festgelegten Zeitpunkt
ausübbar. Die Outperformance-Abrechnung erfolgt in allen Programmen nach dem "Total-Shareholder-Return-Prinzip".
Die Aktien des Eigeninvestments sind bis zur Ausübung gesperrt.
Die Outperformance-Option des Jahres 2007 für Vorstand, Führungskräfte und außertarifliche
Mitarbeiter wurde im Geschäftsjahr 2010 zur Ausübung fällig. Aus der Outperformance-Option
2007 wurden insgesamt 16 Mio. EUR ausgezahlt. Aus der Performance-Option 2007 erfolgte
wegen Unterschreiten des Schwellenwerts von 33 Prozent keine Auszahlung. Die Outperformance-Option
des Jahres 2006 war im Geschäftsjahr 2010 letztmalig ausübbar und führte zu Auszahlungen
von 0,4 Mio. EUR.
Insgesamt hat sich im Laufe des Geschäftsjahres 2010/2009 der Bestand an Optionen
wie folgt verändert:
|
|
2010 | 2009 | ||
|
|
Anzahl an Optionen / Optionspaketen* |
Barausgleich in Tsd. € | Anzahl an Optionen / Optionspaketen* |
Barausgleich in Tsd. € |
| Ausstehende Optionen zum 01.01. | 9 884 | - | 8 547 | - |
| Gewährte Optionen | 3 697 | - | 3 464 | - |
| Ausgelaufene bzw. verfallene Optionen | 126 | - | 80 | - |
| Ausgeübte Optionen | 3 126 | 16 231 | 2 047 | 12 562 |
| Ausstehende Optionen zum 31.12. | 10 329 | - | 9 884 | - |
Zum 1. Januar 2010 haben Vorstand, Führungskräfte und außertariflich angestellte Mitarbeiter
im Rahmen der Programme Insgesamt 2.483.781 Aktien, zum 31. Dezember 2010 insgesamt
2.481.196 Aktien gehalten.
Die beizulegenden Zeitwerte der insgesamt neun noch laufenden Optionsprogramme wurden
mit Hilfe von Monte-Carlo-Simulationen ermittelt. Hierbei werden die zukünftigen Renditen
der Aktien des Vergleichsindex sowie der Deutschen Lufthansa AG simuliert und der
Wert der Optionsrechte als zu erwartender Ausschüttungsbetrag ermittelt.
Insgesamt wurden folgende beizulegende Werte ermittelt:
| in € pro Option | Eigeninvestition | Beizulegender Zeitwert |
| Vorstand |
|
|
| Optionen 2008 | 2 000 | 10 949 |
| Optionen 2009 | 2 000 | 16 131 |
| Optionen 2010 | 2 000 | 14 337 |
| Führungskräfte |
|
|
| Optionen 2008 | 2 000 | 4 379 |
| Optionen 2009 | 2 000 | 6 452 |
| Optionen 2010 | 2 000 | 5 735 |
| Außertarifliche Mitarbeiter |
|
|
| Optionen 2008 | 1 000 | 555 |
| Optionen 2009 | 1 000 | 810 |
| Optionen 2010 | 1 000 | 723 |
In die Monte-Carlo-Simulation sind die gewichteten durchschnittlichen Aktienkurse
zum Stichtag eingeflossen. Gemäß Programmbedingungen handelt es sich dabei um die
100-Tage-Durch-schnittskurse (Programme 2008, 2009 und 2010: 50-Tage-Durch-schnittskurse)
der Deutschen Lufthansa AG sowie der jeweils im Vergleichsindex enthaltenen Aktien
der Wettbewerber. Die verwendeten Volatilitäten und Korrelationen stellen stichtagsbezogene
und laufzeitabhängige Erwartungswerte auf Basis aktueller Markteinschätzungen dar.
Als Zinssatz wurden der Restlaufzeit der Outperformance-Option jeweils entsprechende
Swap-Rates verwendet. Für die Bewertung wurden die maximalen Laufzeiten der Programme
berücksichtigt.
Die vom externen Dienstleister verwendeten Parameter sind in folgender Übersicht zusammengestellt.
| in EUR / GBP | Optionen 2008 |
Optionen 2009 |
Optionen 2010 |
| Lufthansa |
13,54 | 11,57 | 13,74 |
| Air France-KLM |
15,14 | 11,51 |
11,60 |
| British Airways | 191,45 | 209,98 | 246,88 |
| Iberia | 1,82 | 2,00 | 2,90 |
| Ryanair | 2,46 | 3,33 | 4,19 |
| easyJet | 326,86 |
365,33 |
400,87 |
| Air Berlin |
3,46 | 3,78 | 3,27 |
| in % | Optionen 2008 | Optionen 2009 | Optionen 2010 |
| Lufthansa | 28,14 | 33,70 | 37,69 |
| Air France-KLM | 36,54 | 44,36 | 48,82 |
| British Airways | 35,67 | 47,23 | 56,01 |
| Iberia | 35,93 | 38,88 | 48,15 |
| Ryanair | 32,68 | 39,54 | 52,41 |
| easyJet | 30,88 | 38,35 | 50,89 |
| Air Berlin | 30,32 | 40,60 | 56,26 |
| Risikoloser Zinssatz | 0,67 % - 1,16 % für Eurozone |
||
|
|
0,58 % - 1,20 % für Großbritannien | ||
| Fluktuation | 5,1 % | ||
Der im Personalaufwand enthaltene Gesamtaufwand für Optionsprogramme betrug 19 Mio.
EUR (Vorjahr: 10 Mio. EUR).
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
|
|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen | 107 | 105 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber übrigen Beteiligungen | 18 | 12 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Konzernfremden | 2 777 | 2 435 |
|
|
2 902 | 2 552 |
| Sonstige Verbindlichkeiten |
|
|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 23 | 58 |
| Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen | 197 | 185 |
| Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber übrigen Beteiligungen | 1 | - |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1 070 | 1 001 |
|
|
1 291 | 1 244 |
| Summe | 4 193 | 3 796 |
Der Buchwert dieser Verbindlichkeiten entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Erhaltene Anzahlungen | 187 | 192 |
| Passivischer Saldo aus erhaltenen Anzahlungen und Forderungen aus unfertigen Aufträgen | 107 | 81 |
| Passiver Rechnungsabgrenzungsposten | 351 | 344 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 421 | 391 |
|
|
1 066 | 1 008 |
Verpflichtungen aus Meilenbonusprogrammen, "Erläuterung 37" ab [S. 194] und "Erläuterung
41" ab [S. 197], sind in Höhe von 314 Mio. EUR (Vorjahr: 306 Mio. EUR) unter den passiven
Rechnungsabgrenzungsposten und mit 204 Mio. EUR (Vorjahr: 185 Mio. EUR) unter den
sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten erfasst.
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält zudem 10 Mio. EUR (Vorjahr: 7 Mio.
EUR) aus für Investitionen erhaltenen Zuschüssen und Zulagen, die entsprechend der
Nutzungsdauer der Investitionsgüter in Folgejahren aufgelöst werden.
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten mit 210 Mio. EUR (Vorjahr: 199 Mio. EUR)
abgegrenzte Beträge für nicht genommene Urlaubstage und Überstunden und mit 7 Mio.
EUR (Vorjahr: 7 Mio. EUR) den Kurzfristanteil der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Verpflichtungen aus aktienbasierten Vergütungsvereinbarungen, "Erläuterung 41" ab
[S. 197].
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften | 883 | 855 |
| Aus Gewährleistungsverträgen | 960 | 897 |
| Aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten | 14 | 13 |
In den Bürgschaften ist ein Betrag von 867 Mio. EUR (Vorjahr: 831 Mio. EUR), in den
Gewährleistungen ein Betrag von 296 Mio. EUR (Vorjahr: 290 Mio. EUR) enthalten, der
jeweils Eventualverbindlichkeiten gegenüber Gläubigern von Joint Ventures betrifft.
Insgesamt 1.157 Mio. EUR (Vorjahr: 1.114 Mio. EUR) entfallen auf die Übernahme gesamtschuldnerischer
Bürgschaften und Gewährleistungen. Diesem Betrag stehen Ausgleichsansprüche gegen
die übrigen Gesamtschuldner in Höhe von 1.062 Mio. EUR (Vorjahr: 1.022 Mio. EUR) gegenüber.
Soweit Jahresabschlüsse noch nicht vorliegen, sind die vorgenannten Beträge vorläufig.
Wegen geringer Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme musste die Bildung verschiedener
Rückstellungen mit einer gesamten möglichen finanziellen Ergebnisauswirkung von 210
Mio. EUR (Vorjahr: 163 Mio. EUR) für Folgejahre unterbleiben.
Aus den bereits im Vorjahr fest kontrahierten Flugzeugkaufverträgen über sechs Airbus
A300-600 wurden im Geschäftsjahr 2010 Gewinne von 12 Mio. EUR erzielt. Aus diesen
Verkäufen sowie ebenfalls im Geschäftsjahr 2009 bereits fest kontrahierten Flugzeugkaufverträgen
über zwölf Canadair Regional Jet 200 flossen im Jahr 2010 insgesamt 77 Mio. EUR zu.
Aus fest kontrahierten Flugzeugkaufverträgen über fünf Canadair Regional Jet 200 werden
für das Geschäftsjahr 2011 Gewinne von 3 Mio. EUR und finanzielle Zuflüsse von 16
Mio. EUR erwartet.
Angaben zu den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag sind im Lagebericht auf [S. 131]
zu finden.
Zum 31. Dezember 2010 besteht ein Bestellobligo für Investitionen in das Sachanlagevermögen
und für immaterielle Vermögenswerte von insgesamt 6,8 Mrd. EUR (Vorjahr: 6,4 Mrd.
EUR). Darüber hinaus bestehen aus Beteiligungsverhältnissen Eigenkapitalbeziehungsweise
Gesellschafterdarlehenszusagen von 34 Mio. EUR (Vorjahr: 49 Mio. EUR). Aus Kaufverträgen
und gewährten Put-Optionen bestehen Übernahmeverpflichtungen für Gesellschaftsanteile
in Höhe von 14 Mio. EUR (Vorjahr: 15 Mio. EUR).
Der Lufthansa Konzern ist als international tätiger Luftverkehrskonzern Wechselkurs-,
Zins- und Treibstoffpreisänderungsrisiken sowie Kredit- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt.
Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken durch ein systematisches Finanzmanagement
zu begrenzen.
Wechselkursschwankungen zwischen dem Euro und anderen Währungen, Zinsschwankungen
an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten sowie Preisschwankungen an den Märkten
für Rohöl und Ölprodukte stellen die wesentlichen Preisrisiken für den Lufthansa Konzern
dar. Die Sicherungspolitik zur Eingrenzung dieser Risiken wird vom Vorstand vorgegeben
und ist in konzerninternen Richtlinien dokumentiert. Sie sieht auch den Einsatz derivativer
Finanzinstrumente vor. Die entsprechenden Finanztransaktionen werden nur mit bonitätsmäßig
erstklassigen Kontrahenten abgeschlossen.
Im Hinblick auf Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft befindet sich Lufthansa
im Wesentlichen im US-Dollar aufgrund der dollarabhängigen Treibstoffzahlungen in
einer Nettozahlerposition. In den übrigen Währungen liegen grundsätzlich Nettoüberschüsse
vor. Als Hauptrisiken gelten hier das Britische Pfund und der Japanische Yen. Währungsrisiken
aus dem geplanten operativen Exposure werden in der Regel schrittweise über einen
Zeitraum von 24 Monaten mittels Termingeschäften gesichert. Angestrebt wird ein durchschnittlicher
Sicherungsgrad von 50 Prozent.
Das Exposure zum Ende des Geschäftsjahres 2010 zeigt im operativen Geschäft für die
nächsten 24 Monate folgende Werte:
| in Mio. | USD | YEN | GBP |
| Exposure (Währung) | - 11 645 | 161 414 | 1 091 |
| Exposure (EUR zum Kassakurs) | - 8 715 | 1 486 | 1 267 |
| Sicherungen (Währung) | 4 967 | - 73 529 | - 387 |
| Sicherungsgrad | 43 % | 46 % | 35 % |
Währungsrisiken aus Flugzeuginvestitionen werden grundsätzlich zu 50 Prozent bei Vertragsabschluss
gesichert. Der Sicherungsgrad wird erhöht, wenn während der Vertragslaufzeit der Kalkulationskurs
des Investvorhabens deutlich über- oder unterschritten wird. In den letzten 24 Monaten
vor Zahlung wird der Sicherungsgrad in halbjährlichen 10 Prozent-Schritten erhöht,
sodass der Sicherungsgrad am Ende 90 Prozent entspricht. Als Sicherungsinstrumente
kommen neben Termingeschäften auch Bandbreitenoptionen zum Einsatz.
Das Exposure für Investitionen betrug aus Sicht des Jahresendes 2010:
| in Mio. | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 |
| Exposure Nettoinvestitionen (USD) | - 2 235 | - 1 902 | - 1 081 | - 742 | - 457 | - 280 |
| Exposure Nettoinvestitionen (EUR zum Kassakurs) | - 1 673 | - 1 424 | - 809 | - 555 | - 342 | - 210 |
| Sicherungen (USD) | 1 946 | 1 504 | 900 | 604 | 329 | 207 |
| Sicherungsgrad | 87 % | 79 % | 83 % | 81 % | 72% | 74% |
| in Mio. | 2017 |
| Exposure Nettoinvestitionen (USD) | - |
| Exposure Nettoinvestitionen (EUR zum Kassakurs) | - |
| Sicherungen (USD) | - |
| Sicherungsgrad | - |
Lufthansa verfolgt das Ziel, 85 Prozent ihrer Finanzverbindlichkeiten variabel zu
verzinsen. Mit diesem Prozentsatz wird sowohl dem Ziel der langfristigen Zinsaufwandsminimierung
als auch dem Ziel der Reduzierung der Ergebnisvolatilität Rechnung getragen. Zinsänderungsrisiken
aus Finanzverbindlichkeiten werden daher nur zu 15 Prozent gesichert.
Die Float/Fix-Ratio der langfristigen Geldaufnahmen betrug aus Sicht des Geschäftsjahresendes
2010:
| in Mio. € | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 |
| Fix | 1 100 | 858 | 669 | 558 | 464 | 388 |
| Variabel | 4 972 | 4 391 | 3 674 | 2 260 | 1 870 | 864 |
| Float / Fix-Ratio | 82 % | 84 % | 85 % | 80 % | 80 % | 69 % |
| in Mio. € | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
| Fix | 301 | 230 | 151 | 82 |
| Variabel | 693 | 509 | 318 | 237 |
| Float / Fix-Ratio | 70 % | 69 % | 68 % | 74 % |
Fremdwährungsrisiken aus Finanzverbindlichkeiten werden dagegen grundsätzlich mittels
Zins-Währungsswaps zu 100 Prozent gesichert. Diese Sicherungsgeschäfte werden nach
IAS 39 als Handelsgeschäfte behandelt.
Im Geschäftsjahr 2010 betrug der Anteil der Treibstoffaufwendungen an den betrieblichen
Aufwendungen des Lufthansa Konzerns 17,8 Prozent (Vorjahr: 14,7 Prozent). Starke Veränderungen
der Treibstoffpreise können daher das Ergebnis des Konzerns erheblich beeinflussen.
Zur Begrenzung des Treibstoffpreisrisikos werden in der Regel Rohöl-Preissicherungsgeschäfte
abgeschlossen. Sicherungsgrad und Sicherungshorizont sind abhängig von dem Risikoprofil,
das sich aus dem Geschäftsmodell einer Konzerngesellschaft ergibt. Grundsätzlich erfolgt
hierbei eine monatliche Absicherung von jeweils bis zu 5 Prozent des Exposures für
bis zu 24 Monate in Bandbreitenoptionen und sonstigen Sicherungskombinationen. Der
so erreichte maximale Sicherungsgrad im Monat sieben beträgt bis zu 85 Prozent.
Von dem beschriebenen, regelbasierten Sicherungsvorgehen kann in einem durch eine
Limitsystematik begrenzten Umfang abgewichen werden.
Die Treibstoffexposures betrugen aus Sicht des Geschäftsjahresendes:
|
|
|
2011 | 2012 |
| Treibstoffbedarf | Tsd. t | 9 854 | 10 579 |
| Sicherungen | Tsd. t | 6 951 | 2 681 |
| Sicherungsgrad | in % | 70,5 | 25,3 |
Zur Absicherung der Wechselkurs-, Zins- und Treibstoffpreisrisiken bestehen zum Bilanzstichtag
folgende Sicherungsgeschäfte:
|
|
Absicherung von Zeitwerten | Absicherung von Cashflows | ||
| in Mio. € | Marktwert 31.12.2010 |
Marktwert 31.12.2009 |
Marktwert 31.12.2010 |
Marktwert 31.12.2009 |
| Zinsswaps | 145 | 101 | - | - |
| Bandbreitenoptionen Treibstoffpreissicherung | - |
- |
43 | 142 |
| Sicherungskombinationen Treibstoffpreissicherung | - |
- |
268 | 49 |
| Termingeschäfte Devisensicherung | - 6 | - 14 | - 152 | - 227 |
| Bandbreitenoptionen Devisensicherung | - | - | 82 | - 9 |
| Gesamt | 139 | 87 | 241 | - 45 |
Die angegebenen Marktwerte der Finanzderivate entsprechen jeweils dem Preis, zu dem
ein unabhängiger Dritter die Rechte und/oder Pflichten aus diesem Finanzinstrument
übernehmen würde.
Die beizulegenden Zeitwerte der Zinsderivate entsprechen dem jeweiligen Marktwert,
der durch geeignete finanzmathematische Verfahren, wie durch Diskontierung erwarteter
künftiger Cashflows, bestimmt wird. Die Diskontierung berücksichtigt marktübliche
Zinsen und die Restlaufzeiten der jeweiligen Instrumente.
Devisentermingeschäfte und -swaps werden einzeln mit ihren jeweiligen Terminkursen
bewertet und auf Basis der entsprechenden Zinskurve auf den Stichtag diskontiert.
Die Marktpreise von Devisenoptionen sowie den Optionen, die im Rahmen der Treibstoffpreissicherung
verwendet werden, werden über anerkannte Optionspreismodelle ermittelt.
Die Treibstoffpreis- und Devisensicherungsgeschäfte zur Absicherung von Cashflows
werden sich im Periodenergebnis beziehungsweise in den Anschaffungskosten von gesicherten
Investitionen nach derzeitigem Kenntnisstand zum Fälligkeitszeitpunkt wie folgt auswirken:
*
Gerundet unter 1 Mio. EUR.
**
Negative Vorzeichen bedeuten eine Erhöhung der Anschaffungskosten.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden aus fälligen Treibstoffpreissicherungsgeschäften aus
dem Eigenkapital 136 Mio. EUR aufwandsmindernd in den Treibstoffaufwand gebucht. Aus
Devisensicherungsgeschäften wurden 541 Mio. EUR aus dem Eigenkapital in den sonstigen
betrieblichen Ertrag und 502 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwand gebucht.
Weitere 111 Mio. EUR wurden als Anschaffungskostenminderungen von Flugzeugen erfasst.
Die Marktwertentwicklung der Derivate, die nicht als wirksame Sicherungsgeschäfte
nach IAS 39 qualifiziert werden konnten, ist der Gewinn- und Verlustrechnung, "Erläuterung
13" auf [S. 171], zu entnehmen.
Die folgenden Sensitivitätsanalysen nach IFRS 7 zeigen, wie Ergebnis und Eigenkapital
sich verändern, wenn die Preisrisikovariablen aus Sicht des Bilanzstichtags anders
ausgefallen wären.
| in Mio. € | Auswirkungen auf das Ergebnis* |
Auswirkungen auf das Eigenkapital* |
| Treibstoffpreis |
|
|
| + 10 % | - 114 | + 344 |
| - 10 % | - 25 | - 179 |
| Währung - USD |
|
|
| + 10 % | - 182 | + 516 |
| - 10 % | + 169 | - 646 |
| Währung - YEN |
|
|
| + 10 % | - 10 | - 46 |
| - 10 % | + 8 | + 56 |
| Währung - GBP |
|
|
| + 10 % | + 19 | - 36 |
| - 10 % | - 15 | + 44 |
| Zins |
|
|
| - 100 Basispunkte | + 30 | + 23 |
| + 100 Basispunkte | - 30 | - 22 |
Die obigen Werte für die Zinsrisikokomponente enthalten keine Sensitivierung für ein
Schuldscheindarlehen, für das eine Value-at-Risk-Betrachtung durchgeführt wurde. Die
Wertentwicklung dieses Schuldscheindarlehens ist an ein spezielles Anlagenportfolio
geknüpft.
Die durchgeführte historische Value-at-Risk-Analyse zeigt, dass in 99 Prozent aller
Fälle in den folgenden 10 Tagen der Wertverlust 2,0 Prozent (2 Mio. EUR) nicht überschritten
hat.
Komplexe Finanzplanungssysteme sichern die frühzeitige Erkennung der künftigen Liquiditätssituation.
Auf Basis der Ergebnisse der Konzernstrategie und Konzernplanungsprozesse erfolgt
eine monatliche rollierende und grundsätzlich währungsdifferenzierte Liquiditätsplanung
mit einem Planungshorizont von 24 Monaten. Diese Planung bietet ein aktuelles Bild
der zu erwartenden Liquiditätsentwicklung auf Gesellschafts- und Währungsebene.
Als Liquiditätsreserve hält Lufthansa grundsätzlich eine kurzfristig verfügbare Liquidität
in Höhe von mindestens 2,3 Mrd. EUR vor. Zum 31. Dezember 2010 verfügte der Lufthansa
Konzern über zugesagte freie Kreditlinien in Höhe von 1,9 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,7 Mrd.
EUR).
Eine Laufzeitenanalyse für die unter "Erläuterung 39" ab [S. 196] aufgeführten Finanzschulden
sowie die unter "Erläuterung 26" auf [S. 186] aufgeführten derivativen Finanzinstrumente,
basierend auf undiskontierten Bruttozahlungsströmen inklusive zugehöriger Zinszahlungen,
zeigt die folgenden zu erwartenden Zahlungszu- und -abflüsse aus Sicht des Bilanzstichtags
31. Dezember 2010.
Aufgrund der eingesetzten Sicherungsgeschäfte bestehen zum überwiegenden Teil unmittelbare
Zusammenhänge zwischen den dargestellten Zahlungsmittelzuflüssen und -abflüssen der
derivativen Finanzinstrumente.
| in Mio. € | Zuflüsse | Abflüsse | Netto |
| Im 1. Quartal | 3 865 | - 3 757 | 108 |
| Bis 1 Jahr1) | 6 492 | - 6 287 | 205 |
| 1 - 5 Jahre | 7 692 | - 7 522 | 170 |
| Später | 1 007 | - 987 | 20 |
1)
Ohne Zahlungen des ersten Quartals.
1)
Ohne Zahlungen des ersten Quartals.
2)
Die hier dargestellten Zuflüsse aus Finanzschulden sind Zuflüsse aus einem Deposit,
welches zur Tilgung des Darlehens verwendet wird. Den Zuflüssen stehen Abflüsse in
gleicher Höhe gegenüber.
Der Verkauf von Passage- und Frachtdokumenten wird größtenteils über Agenturen abgewickelt.
Diese Agenturen sind überwiegend länderspezifischen Clearingsystemen für die Abrechnung
von Passage- beziehungsweise Frachtverkäufen angeschlossen. Die Bonität der Agenten
wird von den jeweiligen Clearingstellen überprüft. Das Kreditrisiko bei Verkaufsagenten
ist aufgrund der breiten Streuung weltweit relativ gering.
Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Luftverkehrsgesellschaften werden auf
bilateraler Basis oder mittels Verrechnung über ein Clearing House der International
Air Transport Association (IATA) beglichen, soweit die einer Leistung zu Grunde liegenden
Verträge nicht ausdrücklich etwas anderes vorsehen. Die grundsätzliche Verrechnung
mittels Saldierung aller Forderungen und Verbindlichkeiten in wöchentlichen Intervallen
führt zu einer deutlichen Reduzierung des Ausfallrisikos. Zusätzlich besteht eine
Vertrauensschadensversicherung, die Teilrisiken innerhalb einer bestimmten Bandbreite
abdeckt. Im Einzelfall wird im jeweiligen Leistungsvertrag bei sonstigen Geschäften
eine gesonderte Sicherheit gefordert.
Für alle übrigen Leistungsbeziehungen gilt, dass zur Vermeidung von Zahlungsausfällen
in Abhängigkeit von Art und Höhe der jeweiligen Leistung Sicherheiten verlangt, Kreditauskünfte/Referenzen
eingeholt oder historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere
dem Zahlungsverhalten, genutzt werden.
Kontrahentenrisiken in Zusammenhang mit Kreditkartengesellschaften werden eng überwacht,
Zahlungseingänge täglich überprüft. Neben dem Forderungsmonitoring auf Gesellschafts-
beziehungsweise Geschäftsfeldebene besteht ein konzernweites Kontrahentenmonitoring
mit individuell zugeordneten Limits, um konzernübergreifende, sich akkumulierende
Risiken im Portfolio zu erkennen und bei Bedarf geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen
zu können.
Bei erkennbaren Risiken werden angemessene Wertberichtigungen auf Forderungen gebildet.
Das maximale Kreditrisiko aus einer möglichen Zahlungsunfähigkeit von Schuldnern aus
Ausleihungen und Forderungen beträgt zum 31. Dezember 2010 4.021 Mio. EUR und setzt
sich wie folgt zusammen:
| in Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Ausleihungen | 170 | 132 |
| Langfristige Forderungen | 450 | 374 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen | 3 401 | 3 033 |
|
|
4 021 | 3 539 |
Die wertberichtigten Ausleihungen und Forderungen haben sich wie folgt entwickelt:
| in Mio. € | 01.01.2010 |
| Bruttowert | 211 |
| Wertberichtigung | - 188 |
| Buchwert 01.01.2010 | 23 |
| in Mio. € | 31.12.2010 |
| Bruttowert | 193 |
| Wertberichtigung | - 171 |
| Buchwert 31.12.2010 | 22 |
Weitere 116 Mio. EUR (Vorjahr: 127 Mio. EUR) waren bereits überfällig, aber nicht
abgeschrieben.
Die Altersstruktur der überfälligen Forderungen stellt sich wie folgt dar:
| in Mio. € |
|
| Bis zu 90 Tagen | 80 |
| Zwischen 90 und 180 Tagen | 19 |
| Älter als 180 Tage | 17 |
Sicherheiten für wertberichtigte Forderungen bestehen in Höhe von 4 Mio. EUR (Vorjahr:
13 Mio. EUR). Für überfällige, noch nicht wertberichtigte Forderungen bestehen keine
Sicherheiten.
Das Kreditrisiko aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten besteht
in Höhe der Wertpapiere, die keine Eigenkapitalinstrumente darstellen. Die lang- und
kurzfristig klassifizierten Wertpapiere entfallen auf:
| in Mio. € | 31.12.2010 |
| Fremdkapitalinstrumente | 4 521 |
| Eigenkapitalinstrumente | 12 |
| Wertpapiere gesamt | 4 533 |
Die Wertpapiere, die Fremdkapitaltitel sind, weisen folgende Ratings (Standard & Poor's)
auf:
| in Mio. € |
|
| AAA | 2 028 |
| AAA - | - |
| AA+ | 85 |
| AA | 288 |
| AA - | 194 |
| A+ | 696 |
| A | 521 |
| A - | 367 |
| BBB+ | 161 |
| BBB | 139 |
| Unter BBB bzw. kein Rating | 42 |
| Gesamt | 4 521 |
Das Kreditrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten besteht in der Gefahr des Ausfalls
eines Vertragspartners. Das maximale Kreditrisiko ergibt sich aus der Summe an Geschäften
mit den Vertragspartnern, bei denen per saldo positive Marktwerte vorliegen.
Zum 31. Dezember 2010 betrug das Kreditrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten,
die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind, 543 Mio. EUR, zum 31. Dezember
2009 458 Mio. EUR. Das Kontrahentenausfallrisiko aus Finanzmarktgeschäften ist durch
die Festlegung des maximalen Risikos unter Berücksichtigung der Bonitätseinstufung
anerkannter Ratingagenturen begrenzt.
Die zum Bilanzstichtag vorliegenden positiven Marktwerte stammen aus Geschäften mit
Vertragspartnern, die folgende Ratings (Standard & Poor's) aufweisen:
| in Mio. € |
|
| AA | 154 |
| AA - | 122 |
| A+ | 247 |
| A | 5 |
| A - | 11 |
| BBB+ | 2 |
| Kein Rating | 2 |
| Gesamt | 543 |
Das Kreditrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert
über die GuV bilanziert sind, besteht am 31. Dezember 2010 in Höhe von 290 Mio. EUR
und ergibt sich aus der Summe an Geschäften mit den Vertragspartnern, bei denen per
saldo positive Marktwerte vorliegen. Dieser Wert umfasst in Höhe von 218 Mio. EUR
auch die Zeitwerte zur Sicherung eingesetzter Optionen, deren Veränderungen ab dem
1. Januar 2010 im Finanzergebnis zu erfassen sind. Die Vertragspartner weisen folgende
Ratings (Standard & Poor's) auf:
| in Mio. € |
|
| AA- | 75 |
| A+ | 12 |
| A | 187 |
| A- | 2 |
| BBB+ | 5 |
| BBB | 9 |
| Gesamt | 290 |
Der Lufthansa Konzern ist in fünf wesentlichen Geschäftsfeldern tätig, im Passagier-Linienluftverkehr
("Passage Airline Gruppe") durch die Deutsche Lufthansa AG, die Lufthansa CityLine
GmbH, die Swiss International Air Lines AG, die Austrian Airlines AG, die British
Midland Ltd., die Air Dolomiti S.p.A., die Eurowings Luftverkehrs AG und die Germanwings
GmbH, im Fracht-Linienluftverkehr ("Logistik") durch die Lufthansa Cargo-Gruppe, in
der Flugzeugwartung und -Überholung ("Technik") durch die Lufthansa-Technik-Gruppe,
im Bereich EDV-Dienstleistungen ("IT Services") durch die Lufthansa Systems-Gruppe
und im Bereich Catering durch die LSG Lufthansa Service/Sky Chefs-Gruppe.
Die Erträge und Aufwendungen der Lufthansa Commercial Holding GmbH, der Lufthansa
AirPlus Servicekarten GmbH, der Lufthansa Flight Training GmbH und weiterer Konzerngesellschaften,
die keinem berichtspflichtigen Segment zugeordnet sind, werden gemeinsam mit den Erträgen
und Aufwendungen der zentralen Konzernfunktionen in der Spalte "Sonstige" der Segmentberichterstattung
dargestellt.
Verkäufe und Erlöse zwischen den Geschäftsfeldern werden grundsätzlich zu Preisen
erbracht, wie sie auch mit Dritten vereinbart würden. Verwaltungsleistungen werden
als Kostenumlagen berechnet.
Zu den Außenumsätzen bei den Verkehrserlösen siehe auch "Erläuterung 3" auf [S. 167].
|
|
Passage Airline Gruppe2) |
Logistik | Technik2) | IT Services | Catering2) | Summe berichtspflichtiger operativer Segmente |
| in Mio. € |
|
|
|
|
|
|
| Außenumsätze | 20 233 | 2 770 | 2 373 | 232 | 1 716 | 27 324 |
| davon Verkehrserlöse | 19 186 | 2 633 | - | - | - | 21 819 |
| Konzerninnenumsätze | 679 | 25 | 1 645 | 363 | 533 | 3 245 |
| Umsatzerlöse | 20 912 | 2 795 | 4 018 | 595 | 2 249 | 30 569 |
| Operative sonstige Erträge | 1 174 | 95 | 211 | 32 | 67 | 1 579 |
| Operative Gesamterlöse | 22 086 | 2 890 | 4 229 | 627 | 2 316 | 32 148 |
| Operative Aufwendungen | 21 650 | 2 580 | 3 961 | 617 | 2 240 | 31 048 |
| davon Materialaufwand | 13 250 | 1 846 | 2 056 | 75 | 997 | 18 224 |
| davon Personalaufwand | 3 829 | 338 | 1 101 | 247 | 811 | 6 326 |
| davon Abschreibungen (planmäßig) | 1 261 | 107 | 94 | 34 | 59 | 1 555 |
| davon operative sonstige Aufwendungen | 3 310 | 289 | 710 | 261 | 373 | 4 943 |
| Operatives Ergebnis1) | 436 | 310 | 268 | 10 | 76 | 1 100 |
| Übrige Segmenterträge | 244 | 9 | 34 | 1 | 2 | 290 |
| Übrige Segmentaufwendungen | 98 | 12 | 2 | 17 | 5 | 134 |
| davon außerplanmäßige Abschreibungen | 65 | 9 | - | 14 | 0* | 88 |
| Ergebnis Equity-Bewertung | - 10 | 23 | 19 | - | 14 | 46 |
| Segmentergebnis3) | 572 | 330 | 319 | - 6 | 87 | 1 302 |
| Übriges Finanzergebnis |
|
|
|
|
|
|
| Ergebnis vor Ertragsteuern |
|
|
|
|
|
|
| Segmentvermögen4) | 14 839 | 805 | 3 030 | 222 | 1 215 | 20 111 |
| davon aus Equity-Bewertung | 112 | 46 | 155 | - | 67 | 380 |
| Segmentschulden5) | 9 416 | 431 | 1 376 | 221 | 479 | 11 923 |
| Segmentinvestitionen6) | 2 047 | 21 | 67 | 36 | 38 | 2 209 |
| davon aus Equity-Bewertung | - | - | - | - | - | - |
| Mitarbeiter zum Stichtag | 57 157 | 4 517 | 20 159 | 2 935 | 28 499 | 113 267 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | 57 226 | 4 469 | 20 297 | 2 974 | 28 369 | 113 335 |
|
|
Sonstige | Überleitung | Konzern | |
| in Mio. € |
|
Nicht zugeordnet |
Konsolidierung |
|
| Außenumsätze | - | - | - | 27 324 |
| davon Verkehrserlöse | - | 449 | - | 22 268 |
| Konzerninnenumsätze | - | - | - 3 245 | - |
| Umsatzerlöse | - | - | - 3 245 | 27 324 |
| Operative sonstige Erträge | 1 232 | - | - 592 | 2 219 |
| Operative Gesamterlöse | 1 232 | - | - 3 837 | 29 543 |
| Operative Aufwendungen | 1 458 | - | - 3 839 | 28 667 |
| davon Materialaufwand | 100 | - | - 2 954 | 15 370 |
| davon Personalaufwand | 320 | - | - 6 | 6 640 |
| davon Abschreibungen (planmäßig) | 44 | - | 10 | 1 609 |
| davon operative sonstige Aufwendungen | 994 | - | - 889 | 5 048 |
| Operatives Ergebnis1) | - 226 | - | 2 | 876 |
| Übrige Segmenterträge | 49 | 387 | - 125 | 601 |
| Übrige Segmentaufwendungen | 19 | 139 | - 55 | 237 |
| davon außerplanmäßige Abschreibungen | 0* | - | - | 88 |
| Ergebnis Equity-Bewertung | 0* | - | - | 46 |
| Segmentergebnis3) | - 196 | 248 | - 68 | 1 286 |
| Übriges Finanzergebnis |
|
|
|
- 308 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern |
|
|
|
978 |
| Segmentvermögen4) | 1 337 | 14 691 | - 6 819 | 29 320 |
| davon aus Equity-Bewertung | 5 | - | - | 385 |
| Segmentschulden5) | 1 196 | 10 632 | - 2 771 | 20 980 |
| Segmentinvestitionen6) | 17 | 998 | - 951 | 2 273 |
| davon aus Equity-Bewertung | - | - | - | - |
| Mitarbeiter zum Stichtag | 3 752 | - | - | 117 019 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | 3 731 | - | - | 117 066 |
*
Gerundet unter 1 Mio. EUR.
1)
Zur Überleitung vom operativen Ergebnis zum Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit siehe
Seite 67 des Lageberichts.
2)
Vorjahreszahlen aufgrund von Konsolidierungskreisänderungen nur bedingt vergleichbar
3)
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit inkl. des Ergebnisses aus Equity-Bewertung.
4)
Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagevermögen, at equity bewertete Beteiligungen,
Vorräte, Forderungen aus LuL sowie sonstige Vermögensgegenstände - unter "Konzern"
sind sämtliche Vermögenswerte ausgewiesen.
5)
Sämtliche Schulden mit Ausnahme der Finanzschulden, Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften,
derivative Finanzinstrumente, sonstige Rechnungsabgrenzungsposten, Steuerverpflichtungen
- unter "Konzern" sind sämtliche Schulden ausgewiesen.
6)
Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen sowie in
at equity bewertete Beteiligungen.
|
|
Passage Airline Gruppe2) |
Logistik2) | Technik | IT Services | Catering2) | Summe berichtspflichtiger operativer Segmente |
| in Mio. € |
|
|
|
|
|
|
| Außenumsätze | 16 225 | 1 928 | 2 297 | 244 | 1 589 | 22 283 |
| davon Verkehrserlöse | 15 430 | 1 844 | - | - | - | 17 274 |
| Konzerninnenumsätze | 573 | 23 | 1 666 | 361 | 513 | 3 136 |
| Umsatzerlöse | 16 798 | 1 951 | 3 963 | 605 | 2 102 | 25 419 |
| operative sonstige Erträge | 1 265 | 111 | 157 | 38 | 125 | 1 696 |
| Operative Gesamterlöse | 18 063 | 2 062 | 4 120 | 643 | 2 227 | 27 115 |
| Operative Aufwendungen | 18 071 | 2 233 | 3 804 | 627 | 2 155 | 26 890 |
| davon Materialaufwand | 10 904 | 1 511 | 1 979 | 81 | 941 | 15 416 |
| davon Personalaufwand | 3 330 | 311 | 1 059 | 233 | 775 | 5 708 |
| davon Abschreibungen (planmäßig) | 1 032 | 123 | 87 | 37 | 58 | 1 337 |
| davon operative sonstige Aufwendungen | 2 805 | 288 | 679 | 276 | 381 | 4 429 |
| Operatives Ergebnis1) | - 8 | - 171 | 316 | 16 | 72 | 225 |
| Übrige Segmenterträge | 183 | 15 | 18 | 1 | 3 | 220 |
| Übrige Segmentaufwendungen | 88 | 1 | 2 | 1 | 8 | 100 |
| davon außerplanmäßige Abschreibungen | 80 | - | - | - | 8 | 88 |
| Ergebnis Equity-Bewertung | - 9 | 5 | - 1 | - | 8 | 3 |
| Segmentergebnis3) | 78 | - 152 | 331 | 16 | 75 | 348 |
| Übriges Finanzergebnis |
|
|
|
|
|
|
| Ergebnis vor Ertragsteuern |
|
|
|
|
|
|
| Segmentvermögen4) | 13 612 | 798 | 2 843 | 241 | 1 184 | 18 678 |
| davon aus Equity-Bewertung | 127 | 30 | 110 | - | 49 | 316 |
| Segmentschulden5) | 8 840 | 454 | 1 318 | 199 | 466 | 11 277 |
| Segmentinvestitionen6) | 1 898 | 25 | 121 | 52 | 58 | 2 154 |
| davon aus Equity-Bewertung | 65 | 5 | - | - | - | 70 |
| Mitarbeiter zum Stichtag | 58 083 | 4 488 | 19 796 | 3 027 | 28 390 | 113 784 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | 52 317 | 4 568 | 19 758 | 3 041 | 28 935 | 108 619 |
|
|
Sonstige | Überleitung | Konzern | |
| in Mio. € |
|
Nicht zugeordnet |
Konsolidierung |
|
| Außenumsätze | - | - | - | 22 283 |
| davon Verkehrserlöse | - | 330 | - | 17 604 |
| Konzerninnenumsätze | - | - | - 3 136 | - |
| Umsatzerlöse | - | - | - 3 136 | 22 283 |
| operative sonstige Erträge | 1 230 | - | - 454 | 2 472 |
| Operative Gesamterlöse | 1 230 | - | - 3 590 | 24 755 |
| Operative Aufwendungen | 1 364 | - | - 3 629 | 24 625 |
| davon Materialaufwand | 89 | - | - 2 805 | 12 700 |
| davon Personalaufwand | 299 | - | - 5 | 6 002 |
| davon Abschreibungen (planmäßig) | 44 | - | 6 | 1 387 |
| davon operative sonstige Aufwendungen | 932 | - | - 825 | 4 536 |
| Operatives Ergebnis1) | - 134 | - | 39 | 130 |
| Übrige Segmenterträge | 69 | 487 | - 492 | 284 |
| Übrige Segmentaufwendungen | 29 | 432 | - 418 | 143 |
| davon außerplanmäßige Abschreibungen | - | - | - | 88 |
| Ergebnis Equity-Bewertung | - | - | - | 3 |
| Segmentergebnis3) | - 94 | 55 | - 35 | 274 |
| Übriges Finanzergebnis |
|
|
|
- 503 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern |
|
|
|
- 229 |
| Segmentvermögen4) | 1 372 | 11 366 | - 5 024 | 26 392 |
| davon aus Equity-Bewertung | 4 | - | - | 320 |
| Segmentschulden5) | 1 187 | 11 099 | - 3 373 | 20 190 |
| Segmentinvestitionen6) | 65 | 387 | - 201 | 2 405 |
| davon aus Equity-Bewertung | - | - | - | 70 |
| Mitarbeiter zum Stichtag | 3 737 | - | - | 117 521 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | 3 701 | - | - | 112 320 |
1)
Zur Überleitung vom operativen Ergebnis zum Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit siehe
Seite 67 des Lageberichts.
2)
Vorjahreszahlen aufgrund von Konsolidierungskreisänderungen nur bedingt vergleichbar.
3)
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit inkl. des Ergebnisses aus Equity-Bewertung.
4)
Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagevermögen, at equity bewertete Beteiligungen,
Vorräte, Forderungen aus LuL sowie sonstige Vermögensgegenstände - unter "Konzern"
sind sämtliche Vermögenswerte ausgewiesen.
5)
Sämtliche Schulden mit Ausnahme der Finanzschulden, Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften,
derivative Finanzinstrumente, sonstige Rechnungsabgrenzungsposten, Steuerverpflichtungen
- unter "Konzern" sind sämtliche Schulden ausgewiesen.
6)
Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen sowie in
at equity bewertete Beteiligungen.
In der Überleitungsspalte sind die aus Konsolidierungsvorgängen resultierenden Effekte
ebenso enthalten wie die Beträge, die sich aus der unterschiedlichen Definition von
Inhalten der Segmentposten im Vergleich zu den dazugehörigen Konzernposten ergeben.
Die eliminierten Umsätze der Geschäftsfelder, die mit anderen, ebenfalls konsolidierten
Geschäftsfeldern erzielt wurden, sind in der Überleitungsspalte zu den Umsatzerlösen
erkennbar.
Bei den sonstigen operativen Erträgen wurden ebenfalls die Erträge eliminiert, die
aus Beziehungen mit den anderen Geschäftsfeldern stammen (Überleitungsspalte operative
Erträge). Im Geschäftsjahr 2010 waren dies insbesondere Mieterträge aus untervermieteten
Gebäuden, Kursgewinne aus im Konzern vergebenen kurzfristigen Fremdwährungsdarlehen
sowie Erträge aus Schulungen und Serviceleistungen im Konzern. Stehen den eliminierten
Umsätzen und sonstigen operativen Erträgen bei den Gesellschaften, die die Leistungen
in Anspruch genommen haben, operative Aufwendungen gegenüber, so wurden diese ebenfalls
eliminiert (Überleitungsspalten operative Aufwandsarten).
Die Beträge in der Überleitungsspalte zum operativen Ergebnis beinhalten die Effekte
aus erfolgswirksamen Konsolidierungsvorgängen, in denen Erträge und Aufwendungen bei
zwei Partnern sich nicht in derselben Höhe oder derselben Periode gegenüberstehen.
Die übrigen Segmenterträge beinhalten zum Beispiel Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
sowie Buchgewinne aus Veräußerungsvorgängen, die zwar dem Segmentergebnis, nicht aber
dem operativen Ergebnis zugerechnet werden. Auch hier werden Erträge, die aus Beziehungen
mit den anderen Geschäftsfeldern stammen, eliminiert (Überleitungsspalte übrige Segmenterträge).
Umgekehrt enthalten die übrigen Segmentaufwendungen Aufwandsposten, die nicht dem
operativen Bereich zugerechnet werden, aber in das Segmentergebnis einfließen müssen,
wie etwa Buchverluste oder außerplanmäßige Abschreibungen. In der jeweiligen Überleitungsspalte
zu den übrigen Segmenterträgen und -aufwendungen werden außerdem die Bestandteile
des betrieblichen Ergebnisses des Konzerns, die weder im operativen noch im Segmentergebnis
enthalten sind, wie zum Beispiel Gewinne/Verluste aus kurzfristigen Finanzinvestitionen,
wieder hinzugerechnet.
Das Ergebnis aus der Equity-Bewertung von Beteiligungen des Geschäftsfelds ist dagegen
Bestandteil des Segmentergebnisses eines Geschäftsfelds, aus Konzernsicht aber nicht
dem betrieblichen, sondern dem Finanzergebnis zuzurechnen.
Das Segmentvermögen umfasst in erster Linie Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte,
at equity bewertete Beteiligungen, Vorräte und Forderungen.
Die Segmentschulden bestehen aus betrieblichen Verbindlichkeiten und Rückstellungen.
Nicht den Segmenten zugeordnet wurden Steuer- und Finanzposten. Das Segmentvermögen
und die Segmentschulden in der Spalte "Sonstige" enthalten auch die finanziellen Vermögenswerte
und Schulden der hierin zusammengefassten Konzerngesellschaften, für die nach IFRS
8 keine Berichtspflicht im Rahmen der Segmentberichterstattung besteht.
Die Segmentinvestitionen beinhalten Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
sowie Investitionen in at equity bewertete Beteiligungen.
Auf die wesentlichen Länder entfallen dabei folgende Werte:
*
Gerundet unter 1 Mio. EUR.
1)
Die Aufteilung der Verkehrserlöse erfolgt hier nach Ursprungsverkaufsorten.
2)
Die langfristigen Vermögenswerte beinhalten das Sachanlagevermögen und immaterielle
Vermögenswerte exkl. reparaturfähiger Flugzeugersatzteile.
Auf die wesentlichen Länder entfallen dabei folgende Werte:
*
Gerundet unter 1 Mio. EUR
**
Anpassung der regionalen Zuordnung an den IATA-Standard.
1)
Die Aufteilung der Verkehrserlöse erfolgt hier nach Ursprungsverkaufsorten.
2)
Die langfristigen Vermögenswerte beinhalten das Sachanlagevermögen und immaterielle
Vermögenswerte exkl. reparaturfähige Flugzeugersatzteile.
Die Aufteilung der Verkehrserlöse auf die Regionen erfolgt nach Ursprungsverkaufsorten,
die der anderen Betriebserlöse nach dem geografischen Sitz des Kunden.
Die Definition der Regionen folgt grundsätzlich geografischen Regeln. Abweichend hiervon
sind die in der Türkei erzielten Verkehrserlöse Europa zugeordnet.
Lufthansa steuert ihre Luftverkehrsaktivitäten über Netzergebnisse und nicht über
regionale Ergebnisbeiträge. Ähnliches gilt für das Geschäftsfeld Catering. Eine Darstellung
regionaler Segmentergebnisse ist daher für den Lufthansa Konzern nicht aussagekräftig.
Eine Aufteilung der Verkehrserlöse der Geschäftsfelder Passage Airline Gruppe und
Logistik nach Verkehrsgebieten statt nach Ursprungsverkaufsorten befindet sich in
den Erläuterungen zum jeweiligen Geschäftsfeld im Lagebericht.
Die Geschäftsfelder des Lufthansa Konzerns erbringen im Rahmen ihrer normalen Geschäftstätigkeit
zahlreiche Leistungen auch für nahestehende Unternehmen. Umgekehrt erbringen die jeweiligen
Konzernbeteiligungen im Rahmen ihres Geschäftszwecks auch Leistungen für den Lufthansa
Konzern. Diese umfangreichen Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen
abgewickelt.
Darüber hinaus bestehen zwischen dem Konzern und nicht konsolidierten Tochterunternehmen
zahlreiche Abrechnungsverträge, die zum Teil gegenseitige Inanspruchnahme von Dienstleistungen
regeln. In diesen Fällen werden die erbrachten Verwaltungsleistungen als Kostenumlagen
berechnet.
Das Cash-Management des Lufthansa Konzerns ist zentralisiert, insoweit nimmt der Lufthansa
Konzern auch gegenüber den nicht konsolidierten Konzerngesellschaften eine "Bankenfunktion"
wahr. Die einbezogenen, nicht konsolidierten Konzerngesellschaften legen ihre baren
Mittel im Konzern an beziehungsweise nehmen dort bare Mittel auf und tätigen dort
ihre derivativen Sicherungsgeschäfte. Alle Transaktionen werden zu Marktkonditionen
abgewickelt.
Aufgrund der zum Teil räumlichen Nähe existiert eine große Zahl von Untermietverträgen
zwischen dem Lufthansa Konzern und nahestehenden Unternehmen, in denen in der Regel
die vom Lufthansa Konzern selbst gezahlten Mieten und Umlagen anteilig weiterberechnet
werden.
Aus der folgenden Tabelle ist das Volumen der wesentlichen an nahestehende Unternehmen
erbrachten beziehungsweise von nahestehenden Unternehmen in Anspruch genommenen Leistungen
ersichtlich:
|
|
Volumen der erbrachten Leistungen |
Volumen der in Anspruch genommenen Leistungen |
||
| in Mio. € | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 |
| Verbundene, nicht konsolidierte Unternehmen |
|
|
|
|
| Airline Accounting Center Sp. z o.o., Polen | 0* | 1 | 6 | 5 |
| Albatros Versicherungsdienste GmbH, Deutschland | 10 | 6 | 53 | 47 |
| Austrian Airlines Technik-Bratislava, s.r.o., Slowakei | 3 | 1 | 6 | 1 |
| Cargo Future Communications (CFC) GmbH, Deutschland | 0* | 0* | 5 | 4 |
| City Net Catering Holdings Ltd., Großbritannien | 3 | 0* | 7 | - |
| Delvag Luftfahrtversicherungs-AG, Deutschland | 7 | 7 | 9 | 6 |
| DLH Fuel Company mbH, Deutschland | 2 | 3 | 508 | 370 |
| Global Tele Sales (PTY) Ltd., Südafrika | 1 | 1 | 13 | 11 |
| Global Tele Sales Ltd., Irland | 1 | 1 | 8 | 7 |
| Global Tele Sales Pty Limited, Australien | 0* | 0* | 5 | 3 |
| Global Telesales of Canada, Inc., Kanada | 0* | 0* | 8 | 6 |
| handling counts GmbH, Deutschland | 1 | 1 | 10 | 5 |
| LRS Lufthansa Revenue Services GmbH, Deutschland | 7 | 7 | 46 | 45 |
| Lufthansa Cagri Merkezi ve Müsteri Hizmetleri A.S., Türkei | 0* | 0* | 5 | 5 |
| Lufthansa Engineering and Operational Services GmbH, Deutschland | 4 | 5 | 30 | 31 |
| Lufthansa Global Tele Sales GmbH, Deutschland | 1 | 1 | 12 | 11 |
| Lufthansa Service-Center Kassel GmbH, Deutschland | 0* | 0* | 3 | 7 |
| Lufthansa Systems FlightNav AG, Schweiz | 2 | 2 | 15 | 13 |
| Lufthansa Systems Hungaria Kft., Ungarn | 2 | 2 | 28 | 29 |
| Lufthansa Systems Network Services GmbH, Deutschland | 1 | 1 | 28 | 46 |
| Lufthansa Systems Poland Sp. z o.o., Polen | 1 | 0* | 7 | 7 |
| Lufthansa Technical Training GmbH, Deutschland | 5 | 7 | 25 | 26 |
| Lufthansa Technik Component Services LLC, USA | 3 | 2 | 5 | 5 |
| Lufthansa Technik Logistik of America LLC, USA | 5 | 5 | 13 | 12 |
| Lufthansa Technik Logistik Services GmbH, Deutschland | 6 | 2 | 27 | 16 |
| Lufthansa Technik Milan s.r.l., Italien | 6 | 2 | 9 | 2 |
| Lufthansa Technik Services India Private Limited, Indien | 10 | 1 | 7 | 9 |
| Lufthansa Technik Shenzhen Co., Ltd., China | 11 | 5 | 3 | 5 |
| Lufthansa Technik Sofia OOD, Bulgarien | 4 | 2 | 26 | 24 |
| Lufthansa Technik Tulsa Corporation, USA | 1 | 1 | 7 | 5 |
| Lufthansa Technik Turbine Shannon Limited, Irland | 7 | 3 | 23 | 20 |
| LZ-Catering GmbH, Deutschland | 10 | 10 | 16 | 16 |
| Swiss Private Aviation AG, Schweiz | 4 | 2 | 0* | 15 |
| Joint Ventures |
|
|
|
|
| Aerologic GmbH, Deutschland | 5 | 2 | 68 | 8 |
| Aircraft Maintenance and Engineering Corp., China | 7 | 9 | 11 | 13 |
| Airfoil Services Sdn. Bhd., Malaysia | 1 | 0* | 6 | 4 |
| EFM - Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München mbH, Deutschland |
0* | 0* | 14 | 9 |
| FraCareServices GmbH, Deutschland | 10 | 11 | 1 | 2 |
| Günes Ekspres Havacilik Anonim Sirketi (Sun Express), Türkei | 13 | 2 | 0* | 0* |
| LTQ Engineering Pty Limited, Australien | 2 | 2 | 22 | 7 |
| Lufthansa Bombardier Aviation Services GmbH, Deutschland | 4 | 7 | 0* | 0* |
| N3 Engine Overhaul Services GmbH & Co. KG, Deutschland | 5 | 5 | 0* | 0* |
| Shanghai Pudong International Airport Cargo Terminal Co. Ltd., China | 1 | 0* | 5 | 5 |
| Spairliners GmbH, Deutschland | 11 | 11 | 1 | - |
| Star Alliance Services GmbH, Deutschland | 8 | 7 | 7 | 7 |
| Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH & Co oHG, Deutschland | 15 | 12 | 83 | 83 |
| Terminal One Group Association, L.P., USA | 0* | 0* | 10 | 9 |
| Assoziierte Unternehmen |
|
|
|
|
| Airmail Center Frankfurt GmbH, Deutschland | 0* | 0* | 7 | 6 |
| AviationPower GmbH, Deutschland | 0* | 0* | 24 | 19 |
| BELAC LLC, USA | 1 | 0* | 9 | 5 |
| HEICO Aerospace Holdings Corp., USA | 0* | 0* | 17 | 16 |
| Jade Cargo International Company Limited, China | 12 | 5 | 109 | 126 |
Es gibt keine einzelnen Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG mit maßgeblichem Einfluss
auf den Konzern. Zu Beziehungen mit Vorständen und Aufsichtsratsmitgliedern, vgl.
die Ausführungen in "Erläuterung 49"
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sind auf [S. 217] angegeben.
Die Vorstandsvergütung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
| ― |
Die Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. |
| ― |
Die variable Vergütung richtet sich nach dem operativen Ergebnis des Lufthansa Konzerns sowie der Veränderung dieses operativen Ergebnisses im Vorjahresvergleich. Das Präsidium kann dem Vorstand in Jahren mit auf außerordentlichen exogenen Einflüssen beruhenden schwachen operativen Ergebnissen eine Ermessenstantieme zuteilen. |
| ― |
Den Vorstandsmitgliedern wird ferner die Teilnahme an den Optionsprogrammen für Führungskräfte ermöglicht, seit 2006 mit abweichend vom allgemeinen Führungskräfteprogramm strukturierten eigenen Parametern, "Erläuterung 41" ab [S. 197]. |
Für die Mitglieder des Vorstands fielen im Einzelnen im Jahr 2010 folgende Vergütungen
an:
| in € | Grundvergütung | Variable Vergütung |
Auszahlung von fälligen Optionsprogrammen |
Veränderung des Zeitwerts der Optionsprogramme |
Sonstiges* | Gesamt |
| Wolfgang Mayrhuber | 805 000 | 1 610 000 | 900 000 | 66 255 | 110 434 | 3 491 689 |
| Christoph Franz | 700 000 | 1 378 700 | - | 226 101 | 86 946 | 2 391 747 |
| Stephan Gemkow | 575 000 | 1 135 400 | 600 000 | 44 170 | 86 701 | 2 441 271 |
| Stefan Lauer | 575 000 | 1 135 400 | 600 000 | 36 262 | 110 536 | 2 457 198 |
| Tatsächliche Vergütung für das Geschäftsjahr 2010 |
2 655 000 | 5 259 500 | 2 100 000 | 372 788 | 394 617 | 10 781 905 |
Für die Mitglieder des Vorstands fielen im Einzelnen im Jahr 2009 folgende Vergütungen
an:
| in € | Grundvergütung | Variable Vergütung |
Auszahlung von fälligen Optionsprogrammen |
Veränderung des Zeitwerts der Optionsprogramme |
Sonstiges* | Gesamt |
| Wolfgang Mayrhuber | 805 000 | 130 000 | 1 647 000 | - 290 087 | 211 772 | 2 503 685 |
| Christoph Franz (Vorstand seit 01.06.2009) | 350 000 | 55 250 | - | 35 477 | 79 066 | 519 793 |
| Stephan Gemkow | 575 000 | 91 000 | 1 098 000 | - 193 391 | 85 806 | 1 656 415 |
| Stefan Lauer | 575 000 | 91 000 | 1 098 000 | - 192 687 | 102 986 | 1 674 299 |
| Tatsächliche Vergütung für das Geschäftsjahr 2009 | 2 305 000 | 367 250 | 3 843 000 | - 640 688 | 479 630 | 6 354 192 |
In den derzeit laufenden Optionsprogrammen werden zum 31. Dezember 2010 (2009) von
den Vorstandsmitgliedern folgende Aktien gehalten:
|
|
Programm 2007 | Programm 2008 | Programm 2009 | |||
| Anzahl der Aktien | Anzahl aus Eigenmitteln erworbener Aktien |
Anzahl der Outperformance-Optionen |
Anzahl aus Eigenmitteln erworbener Aktien |
Anzahl der Outperformance-Optionen |
Anzahl aus Eigenmitteln erworbener Aktien |
Anzahl der Outperformance-Optionen |
| Wolfgang Mayrhuber | - | - | 16 740 | 45 | 17 100 | 45 |
|
|
(11 714) | (45) | (16 740) | (45) | (17 100) | (45) |
| Christoph Franz (Vorstand seit 01.06.2010) |
- | - | - | - | 14 060 |
37 |
|
|
- |
- |
- | - |
(14 060) | (37) |
| Stephan Gemkow | - | - | 11 160 | 30 | 11 400 | 30 |
|
|
(7 809) | (30) | (11 160) | (30) | (11 400) | (30) |
| Stefan Lauer | - | - | 10 788 | 29 | 11 400 | 30 |
|
|
(7 809) | (30) | (10 788) | (29) | (11 400) | (30) |
|
|
Programm 2010 | |
| Anzahl der Aktien | Anzahl aus Eigenmitteln erworbener Aktien |
Anzahl der Outperformance-Optionen |
| Wolfgang Mayrhuber | 11 700 | 45 |
|
|
(-) | (-) |
| Christoph Franz (Vorstand seit 01.06.2010) |
9 620 |
37 |
|
|
(-) | (-) |
| Stephan Gemkow | 7 800 | 30 |
|
|
(-) | (-) |
| Stefan Lauer | 7 800 | 30 |
|
|
(-) | (-) |
Zu den maximalen Auszahlungsbeträgen siehe "Erläuterung 41" ab [S. 197].
Die auf das Jahr 2010 entfallende anteilige Veränderung der beizulegenden Zeitwerte
der Optionsprogramme ist Bestandteil der Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder
und ist der Vergütungstabelle zu entnehmen.
Der gesamte beizulegende Zeitwert des Optionsprogramms 2010 betrug für Herrn Mayrhuber
zum Ausgabezeitpunkt 645.165 EUR, für Herrn Franz 530.469 EUR, für Herrn Gemkow 430.110
EUR und für Herrn Lauer 430.110 EUR.
Den aktiven Vorstandsmitgliedern sind für den Fall der Beendigung ihrer Tätigkeit
vertraglich verschiedene Zusagen erteilt worden.
Seit dem Geschäftsjahr 2006 ist für jeden Vorstand ein persönliches Versorgungskonto
eingerichtet, dem die Deutsche Lufthansa AG während der Dauer des Anstellungsverhältnisses
jährlich Beiträge in Höhe von jeweils 25 Prozent der vertraglich vereinbarten Jahresvergütung
einschließlich der variablen Vergütung zuführt. Dabei richten sich die Anlageregeln
des Versorgungskontos nach dem Anlagekonzept für den Lufthansa Pension Trust, das
auch für die Mitarbeiter der Deutschen Lufthansa AG gilt.
Zum 31. Dezember 2010 betrug der Anspruch aus dem Versorgungsguthaben von Herrn Mayrhuber
11,3 Mio. EUR (Vorjahr: 10,9 Mio. EUR), von Herrn Franz 0,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1
Mio. EUR), von Herrn Gemkow 4,1 Mio. EUR (Vorjahr: 3,7 Mio. EUR) und von Herrn Lauer
5,7 Mio. EUR (Vorjahr: 5,2 Mio. EUR). Weitere Ansprüche von Herr Mayrhuber in Höhe
von 0,6 Mio. EUR resultieren aus einer Karenzentschädigung zur Kompensation des vertraglich
vereinbarten zweijährigen Wettbewerbsverbots.
Endet das Arbeitsverhältnis vor Eintritt des Versorgungsfalls, bleibt die Anwartschaft
aus dem Versorgungskonto erhalten und wird beitragsfrei fortgeführt. Bei Eintritt
des Versorgungsfalls (Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren beziehungsweise der
vorgezogenen Altersgrenze von 60 bis 65 Jahren oder bei Invalidität) erwerben die
Berechtigten ein Versorgungsguthaben in Höhe des zu diesem Zeitpunkt aktuellen Stands
des Versorgungskontos. Dabei garantiert Lufthansa den Bestand der bereitgestellten
Beiträge.
Für die Herren Franz, Gemkow und Lauer sowie ab 2011 auch für Herrn Spohr wird bei
Inanspruchnahme als Invaliden- oder Hinterbliebenenleistung das Versorgungsguthaben
um ein ergänzendes Risikokapital angehoben. Dieses besteht aus dem Durchschnittsbetrag
der letzten drei auf dem Versorgungskonto bereitgestellten Beiträge multipliziert
mit der Anzahl der ab Eintritt des Versorgungsfalls bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres
fehlenden vollen Jahre.
Die Auszahlung des Versorgungsguthabens erfolgt grundsätzlich in zehn Raten. Auf Antrag
des Vorstands oder von dessen Witwe wird das Versorgungsguthaben mit Zustimmung des
Unternehmens verrentet; auf Antrag des Vorstands oder von dessen Hinterbliebenen ist
mit Zustimmung des Unternehmens auch eine Auszahlung als Einmalkapital oder in weniger
als zehn Teilbeträgen möglich.
Die Witwenrente beträgt 60 Prozent der Rentenansprüche des Verstorbenen. Tritt der
Todesfall während des laufenden Anstellungsverhältnisses ein, erhält die Witwe bis
zum Ende des laufenden Geschäftsjahres, mindestens jedoch für die Dauer von sechs
Monaten, die Bezüge des Verstorbenen weiter.
Der Aufwand für die im Geschäftsjahr 2010 hierzu erworbenen Pensionsanwartschaften
betrug für Herrn Mayrhuber 0,6 Mio. EUR, für Herrn Franz 0,5 Mio. EUR, für Herrn Gemkow
0,2 Mio. EUR und für Herrn Lauer 0,1 Mio. EUR. Der Gesamtbetrag von 1,4 Mio. EUR (Vorjahr:
0,9 Mio. EUR) zuzüglich der Gesamtvergütung gemäß Vergütungstabelle von 10,8 Mio.
EUR (Vorjahr: 6,4 Mio. EUR) ist mit einem Betrag von 12,2 Mio. EUR (Vorjahr: 7,3 Mio.
EUR) im Personalaufwand enthalten.
Herr Lauer hat Anspruch auf eine Übergangsversorgung bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres,
wenn das Anstellungsverhältnis ohne einen von ihm selbst zu vertretenden wichtigen
Grund nicht fortgeführt wird. Der Übergangsversorgungsanspruch belief sich zum 31.
Dezember 2010 auf 57 Prozent der Jahresgrundvergütung ohne Berücksichtigung der variablen
Vergütung. Seit dem 1. Januar 2011 hat der Übergangsversorgungsanspruch den maximal
möglichen Versorgungsgrad von 60 Prozent der Jahresgrundvergütung erreicht. Aufgrund
der ab 2011 in der neuen Vergütungsstruktur ("Erläuterung 49" ab [S. 210]) erhöhten
Jahresgrundvergütung wurde dieser Versorgungsgrad proportional auf 40 Prozent reduziert;
die absolute Höhe der Übergangsversorgung bleibt somit unverändert.
Herr Gemkow hat Anspruch auf eine Übergangsversorgung bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres,
wenn er das 55. Lebensjahr vollendet hat und das Anstellungsverhältnis ohne einen
von ihm selbst zu vertretenden wichtigen Grund nicht fortgeführt wird. Der Übergangsversorgungsanspruch
belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 36 Prozent der Jahresgrundvergütung. Aufgrund
der ab 2011 in der neuen Vergütungsstruktur ("Erläuterung 49" ab [S. 210]) erhöhten
Jahresgrundvergütung wurde dieser Versorgungsgrad proportional auf 24 Prozent reduziert;
die absolute Höhe der Übergangsversorgung bleibt somit unverändert. Der Versorgungsgrad
erhöht sich für jedes ab dem 1. Februar 2011 beginnende Jahr als ordentliches Vorstandsmitglied
um zwei Prozentpunkte auf maximal 40 Prozent.
Herr Franz hat seit dem 1. Januar 2011 Anspruch auf eine Übergangsversorgung bis zur
Vollendung des 60. Lebensjahres, wenn er das 55. Lebensjahr vollendet hat und das
Anstellungsverhältnis ohne einen von ihm selbst zu vertretenden wichtigen Grund nicht
fortgeführt wird. Der Übergangsversorgungsanspruch beläuft sich auf 10 Prozent der
Jahresgrundvergütung und erhöht sich für jedes ab dem 1. Juni 2014 beginnende Jahr
als ordentliches Vorstandsmitglied um zwei Prozentpunkte auf maximal 20 Prozent.
Herr Mayrhuber ist vertragsgemäß zum 31. Dezember 2010 aus dem Vorstand ausgeschieden.
Für den Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis zum Erreichen der Altersgrenze für Versorgungsleistungen
erhält Herr Mayrhuber zur Kompensation des vertraglich vereinbarten zweijährigen Wettbewerbsverbots
eine Karenzentschädigung in Höhe von 65 Prozent der Jahresgrundvergütung. Während
dieser Zeit ruhen alle Versorgungsansprüche.
Bei einer vorzeitigen Beendigung des Vertrags, die nicht durch einen wichtigen Grund
oder durch einen Kontrollwechsel veranlasst ist, wird die Gesellschaft gemäß der Empfehlung
des Deutschen Corporate Governance Kodex nicht mehr als den Wert der Ansprüche für
die Restlaufzeit des Vertrags vergüten, wobei die Zahlungen einschließlich Nebenleistungen
zwei Jahresvergütungen nicht übersteigen dürfen (Abfindungshöchstgrenze). Die Berechnung
der Abfindungshöchstgrenze bestimmt sich nach der Gesamtvergütung für das letzte volle
Geschäftsjahr vor dem Ausscheiden aus dem Vorstand, wie sie im Vergütungsbericht ausgewiesen
wird, unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Gesamtvergütung für das laufende
Geschäftsjahr.
Wird der Vertrag zwischen dem Vorstandsmitglied und der Deutschen Lufthansa AG im
Zusammenhang mit einem Kontrollwechsel bei der Gesellschaft beendet, hat das Vorstandsmitglied
Anspruch auf eine Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Vertrags.
Gemäß der entsprechenden Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex darf
die Höhe der Abfindung 150 Prozent der vertraglich geregelten, zuvor beschriebenen
Abfindungshöchstgrenze nicht übersteigen.
Die laufenden Zahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
betrugen 3,2 Mio. EUR (3,2 Mio. EUR). Darin enthalten sind von Tochterunternehmen
gewährte Bezüge sowie geldwerte Leistungen und Beförderungsvergünstigungen.
Für ehemalige Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen bestehen Pensionsverpflichtungen
in Höhe von 39,5 Mio. EUR (38,3 Mio. EUR). Diese Beträge sind in den Pensionsrückstellungen
unter "Erläuterung 36" ab [S. 191] enthalten.
Der Aufwand für die Bezüge des Aufsichtsrats enthält im Geschäftsjahr 2010 Aufwand
für feste Vergütungen für die Aufsichtsratstätigkeit bei der Deutschen Lufthansa AG
in Höhe von 1.304 TEUR (Vorjahr: 525 TEUR). Darüber hinaus fielen variable Vergütungen
von 1.304 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) an. Ab dem Geschäftsjahr 2010 ist die variable Vergütung
aufgrund einer entsprechenden Satzungsänderung an das Konzernergebnis je Aktie und
nicht mehr an die für das Geschäftsjahr gezahlte Dividende gebunden. Auf die einzelnen
Mitglieder des Aufsichtsrats entfallen die in der nachfolgenden Tabelle aufgelisteten
Beträge.
Sonstige Bezüge, überwiegend Sitzungsgelder, fielen in Höhe von insgesamt 82 TEUR
(Vorjahr: 76 TEUR) an. Im Vorjahr wurden an Herrn Dr. Schlede für seine Beratungsleistung
in Zusammenhang mit der Integration der Swiss International Air Lines AG in den Lufthansa
Konzern insgesamt 27 TEUR gezahlt. Diese Beratertätigkeit endete im Oktober 2009.
Darüber hinaus erhielten Mitglieder des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa AG,
die Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften wahrnehmen, für diese Tätigkeit
56 TEUR (Vorjahr: 50 TEUR) vergütet.
|
|
2010 | 2009 | ||||
| in €* | Feste Vergütungen |
Vergütung für Ausschusstätigkeit |
Variable Vergütungen |
AR- Vergütungen gesamt |
Feste Vergütungen |
Vergütung für Ausschusstätigkeit |
| Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Jürgen Weber, Vorsitzender | 150 000 | 37 500 | 187 500 | 375 000 | 60 000 | 15 000 |
| Frank Bsirske, stellvertretender Vorsitzender | 75 000 | 12 500 | 87 500 | 175 000 | 30 000 | 5 000 |
| Jacques Aigrain | 50 000 | 0 | 50 000 | 100 000 | 20 000 | 0 |
| John Allan (bis 31.12.2009) | 0 | 0 | 0 | 0 | 20 000 | 0 |
| Dr. Werner Brandt | 50 000 | 12 500 | 62 500 | 125 000 | 20 000 | 5 000 |
| Bernd Buresch | 50 000 | 12 500 | 62 500 | 125 000 | 20 000 | 5 000 |
| Jörg Cebulla | 50 000 | 0 | 50 000 | 100 000 | 20 000 | 0 |
| Dipl.-Vwt. Jürgen Erwert | 50 000 | 12 500 | 62 500 | 125 000 | 20 000 | 5 000 |
| Herbert Hainer (ab 29.04.2010) | 33 750 | 0 | 33 750 | 67 500 | 0 | 0 |
| Dr. Jürgen Hambrecht | 50 000 | 20 950 | 70 950 | 141 900 | 20 000 | 5 000 |
| Ulrich Hartmann (bis 29.04.2010) | 16 250 | 8 100 | 24 350 | 48 700 | 20 000 | 10 000 |
| Dominique Hiekel | 50 000 | 0 | 50 000 | 100 000 | 20 000 | 0 |
| Dr. h.c. Robert Kimmitt (ab 29.04.2010) | 33 750 | 0 | 33 750 | 67 500 | 0 | 0 |
| Martin Koehler (ab 02.03.2010) | 41 800 | 8 450 | 50 250 | 100 500 | 0 | 0 |
| Dr. Nicola Leibinger-Kammüller | 50 000 | 0 | 50 000 | 100 000 | 20 000 | 0 |
| Eckhard Lieb | 50 000 | 12 500 | 62 500 | 125 000 | 20 000 | 5 000 |
| Simon Reimann | 50 000 | 0 | 50 000 | 100 000 | 20 000 | 0 |
| Marlies Rose | 50 000 | 0 | 50 000 | 100 000 | 20 000 | 0 |
| Dr. Klaus G. Schlede | 50 000 | 37 500 | 87 500 | 175 000 | 20 000 | 15 000 |
| Dr. Herbert Walter (bis 29.04.2010) | 16 250 | 0 | 16 250 | 32 500 | 20 000 | 0 |
| Matthias Wissmann | 50 000 | 0 | 50 000 | 100 000 | 20 000 | 0 |
| Dr. Michael Wollstadt | 50 000 | 12 500 | 62 500 | 125 000 | 20 000 | 5 000 |
| Stefan Ziegler | 50 000 | 0 | 50 000 | 100 000 | 20 000 | 0 |
| Gesamt | 1 116 800 | 187 500 | 1 304 300 | 2 608 600 | 450 000 | 75 000 |
|
|
2009 | |
| in €* | Variable Vergütungen |
AR- Vergütungen gesamt |
| Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Jürgen Weber, Vorsitzender | 0 | 75 000 |
| Frank Bsirske, stellvertretender Vorsitzender | 0 | 35 000 |
| Jacques Aigrain | 0 | 20 000 |
| John Allan (bis 31.12.2009) | 0 | 20 000 |
| Dr. Werner Brandt | 0 | 25 000 |
| Bernd Buresch | 0 | 25 000 |
| Jörg Cebulla | 0 | 20 000 |
| Dipl.-Vwt. Jürgen Erwert | 0 | 25 000 |
| Herbert Hainer (ab 29.04.2010) | 0 | 0 |
| Dr. Jürgen Hambrecht | 0 | 25 000 |
| Ulrich Hartmann (bis 29.04.2010) | 0 | 30 000 |
| Dominique Hiekel | 0 | 20 000 |
| Dr. h.c. Robert Kimmitt (ab 29.04.2010) | 0 | 0 |
| Martin Koehler (ab 02.03.2010) | 0 | 0 |
| Dr. Nicola Leibinger-Kammüller | 0 | 20 000 |
| Eckhard Lieb | 0 | 25 000 |
| Simon Reimann | 0 | 20 000 |
| Marlies Rose | 0 | 20 000 |
| Dr. Klaus G. Schlede | 0 | 35 000 |
| Dr. Herbert Walter (bis 29.04.2010) | 0 | 20 000 |
| Matthias Wissmann | 0 | 20 000 |
| Dr. Michael Wollstadt | 0 | 25 000 |
| Stefan Ziegler | 0 | 20 000 |
| Gesamt | 0 | 525 000 |
*
Einzelbeträge auf glatte Euro gerundet.
Die nach § 161 AktG geforderte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance
Kodex wurde von Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären im Internet
unter i http://investor-relations.lufthansa.com/de/corporate-governance/ erklaerung-zur-unternehmensfuehrung-289a-hgb/entsprechenserklaerung-161-aktg.html
zugänglich gemacht.
Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar für den Abschlussprüfer nach § 319
Abs. 1 HGB setzt sich wie folgt zusammen:
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Abschlussprüfungsleistungen | 2,8 | 2,8 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 0,5 | 0,7 |
| Steuerberatungsleistungen | 0,3 | 0,8 |
| Sonstige Leistungen | 1,2 | 1,7 |
| Gesamt | 4,8 | 6,0 |
Im Ausland wurden zusätzlich mit Gesellschaften des weltweiten PricewaterhouseCoopers-Verbunds
folgende Honorare als Aufwand erfasst:
| in Mio. € | 2010 | 2009 |
| Abschlussprüfungsleistungen | 2,5 | 2,4 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 0,2 | 0,3 |
| Steuerberatungsleistungen | 0,5 | 0,4 |
| Sonstige Leistungen | 0,3 | 0,1 |
| Gesamt | 3,5 | 3,2 |
Der Vorstand, 9. März 2011
| Dr. Christoph Franz | Stephan Gemkow | Stefan Lauer | Carsten Spohr |
| Vorstandsvorsitzender | Mitglied des Vorstands Finanzen und Aviation Services |
Mitglied des Vorstands Verbund-Airlines und Konzern-Personalpolitik |
Mitglied des Vorstands Lufthansa Passage |
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind,
dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie
die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns
beschrieben sind.
Der Vorstand, 9. März 201
| Dr. Christoph Franz | Stephan Gemkow | Stefan Lauer | Carsten Spohr |
| Vorstandsvorsitzender | Mitglied des Vorstands Finanzen und Aviation Services |
Mitglied des Vorstands Verbund-Airlines und Konzern-Personalpolitik |
Mitglied des Vorstands Lufthansa Passage |
Wir haben den von der Deutschen Lufthansa Aktiengesellschaft, Köln, aufgestellten
Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung,
Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung
von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften
liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es,
auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss
und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut
der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) vorgenommen.
Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße,
die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden
Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit
erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über
die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns
sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden
die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise
für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis
von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse
der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises,
der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen
Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses
und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend
sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht
der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend
nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt
unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht
steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes
Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Düsseldorf, den 9. März 2011
PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Dr. Norbert Vogelpoth | Frank Hübner |
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüfer |
Ehemaliger Vorsitzender des
Aufsichtsrats Deutsche Lufthansa AG
Ehrenvorsitzender
Ehemaliger Vorsitzender des
Vorstands Deutsche Lufthansa AG
Vorsitzender
Vorsitzender ver.di
Arbeitnehmervertreter
Stellvertretender Vorsitzende
Chairman
LCH.Clearnet Group Limited, Großbritannien
Mitglied des Vorstands SAP AG
Koordinator
Enterprise Operation Center
Arbeitnehmervertreter
Flugkapitän und
Mitglied des Vorstands der Vereinigung Cockpit
Arbeitnehmervertreter
Kaufm. Angestellter
Arbeitnehmervertreter
Vorstandsvorsitzender adidas AG
(seit 29. April 2010)
Vorsitzender des Vorstands BASF SE
Vorsitzender des Aufsichtsrats E.ON AG
(bis 29. April 2010)
Purser
Arbeitnehmervertreterin
Senior International Counsel WilmerHale, USA
(seit 29. April 2010)
Managing Director The Boston Consulting Group Inc.
(seit 2. März 2010)
Geschäftsführende Gesellschafterin und
Vorsitzende der Geschäftsführung TRUMPF GmbH + Co. KG
Triebwerksmechaniker
Arbeitnehmervertreter
Flugbegleiter und Mitglied der Gewerkschaft UFO
Arbeitnehmervertreter
Flight Manager
Arbeitnehmervertreterin
Ehemaliger stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Deutsche Lufthansa AG
Ehemaliger Vorsitzender der Vorstands
Dresdner Bank AG und
ehemaliges Mitglied de Vorstands Allianz SE
(bis 29. April 2010)
Präsident des Verbands der Automobilindustrie e.V. (VDA)
Leiter IT-Entwicklung
Netzmanagement
Arbeitnehmervertreter
Flugkapitän
Arbeitnehmervertreter
Vorsitzender des Vorstands
(bis 31. Dezember 2010)
Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands
Ressort Lufthansa Passage
(bis 31. Dezember 2010)
Vorsitzender des Vorstands
(seit 1. Januar 2011)
Mitglied des Vorstands
Ressort Finanzen und Aviation Services
Mitglied des Vorstands
Ressort Verbund-Airlines und Konzern-Personalpolitik
Mitglied des Vorstands
Ressort Lufthansa Passage
(seit 1. Januar 2011)
| Präsidium Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Jürgen Weber (Vorsitzender) Frank Bsirske (stellv. Vorsitz) Bernd Buresch Dr. Jürgen Hambrecht 5 Sitzungen im Jahr 2010 |
Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte ein paritätisch besetztes Präsidium gewählt, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter sowie zwei weitere Mitglieder des Aufsichtsrats angehören. Das Präsidium gibt dem Aufsichtsrat Beschlussempfehlungen hinsichtlich Inhalt, Gestaltung und Abschluss der Anstellungsverträge mit den Vorstandsmitgliedern und ist zuständig für sonstige personelle Angelegenheiten von Vorständen und Prokuristen (zum Beispiel Kreditgewährung gemäß § 89 AktG). Das Präsidium vertritt die Gesellschaft gegenüber den Vorstandsmitgliedern (§ 112 AktG). Es ist ferner zuständig für Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern (§ 114 AktG) sowie für die Kreditgewährung an Aufsichtsratsmitglieder (§ 115 AktG). Der Ausschuss beschließt ferner über sonstige Personalangelegenheiten, die dem Aufsichtsrat gemäß der Geschäftsordnung für den Vorstand zur Zustimmung vorzulegen sind. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden den Ausschlag. |
| Prüfungsausschuss Dr. Klaus G. Schlede (Vorsitzender) Dr. Werner Brandt Jürgen Erwert Ulrich Hartmann (bis 29. April 2010) Martin Koehler (seit 29. April 2010) Eckhard Lieb Dr. Michael Wollstadt 4 Sitzungen im Jahr 2010 |
Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte einen paritätisch besetzten Prüfungsausschuss gewählt, dem sechs Mitglieder des Aufsichtsrats angehören. Den Vorsitz übernimmt das dazu gewählte Mitglied des Aufsichtsrats. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sollen über besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Rechnungslegung sowie der Betriebs- und Finanzwirtschaft verfügen. Von den Mitgliedern des Aufsichtsrats qualifiziert sich unter anderem das Mitglied des Prüfungsausschusses Dr. Werner Brandt als Finanzvorstand der SAP AG als unabhängiger Finanzexperte. Der Prüfungsausschuss hat die Aufgabe, nach Zuweisung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden insbesondere Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements, des internen Kontrollsystems und der Compliance, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung zu erörtern und dem Aufsichtsrat insbesondere zum Abschlussprüfer-Vorschlag an die Hauptversammlung und zur Billigung des Konzern- und Jahresabschlusses eine Beschlussempfehlung zu geben. Ferner erörtert der Prüfungsausschuss die Quartalszwischenberichte vor ihrer Veröffentlichung mit dem Vorstand. Der Prüfungsausschuss ist ermächtigt, die innere Ordnung der Ausschusstätigkeit in einer eigenen Geschäftsordnung zu regeln, und legt diese dem Aufsichtsrat zur Kenntnisnahme vor. |
| Nominierungsausschuss Dr. Jürgen Hambrecht (seit 29. April 2010) Ulrich Hartmann (bis 29. April 2010) Dr. Klaus G. Schlede Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Jürgen Weber 1 Sitzung im Jahr 2010 |
Der Aufsichtsrat hat aus der Mitte der Anteilseignervertreter einen mit drei gleichberechtigten Mitgliedern besetzten Nominierungsausschuss gewählt. Der Ausschuss soll dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlagen. Der Aufsichtsrat soll so zusammengesetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Unter Beachtung dieser Voraussetzung ist eine angemessene Beteiligung von Frauen und Mitgliedern mit langjähriger Erfahrung aus einer Geschäftstätigkeit außerhalb Deutschlands anzustreben. |
| Vermittlungsausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Jürgen Weber (Vorsitzender) Frank Bsirske (stellv. Vorsitz) Dr. Jürgen Hambrecht Dominique Hiekel Keine Sitzung im Jahr 2010 |
Der gemäß § 9 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft bestellte Ausschuss hat die Aufgabe, die Rechte gemäß § 31 Abs. 3 Satz 1 MitbestG bei der Bestellung der Vorstandsmitglieder sowie bei einem Widerruf der Bestellung wahrzunehmen. |
| a) | Deutsche Postbank AG (stellv. AR-Vorsitz) IBM Centrai Holding GmbH RWE AG (stellv. AR-Vorsitz) |
| b) | J.A. Consulting SA, Schweiz Resolution Limited, Großbritannien Swiss International Air Lines AG |
| a) | Lufthansa Systems AG |
| a) | Allianz Deutschland AG FC Bayern München AG (stellv. AR-Vorsitz) Engelhorn KGaA |
| a) | Daimler AG |
| a) | E.ON AG (AR-Vorsitz) |
| a) | Delton AG |
| a) | Axel Springer AG Siemens AG Voith GmbH |
| b) | Albatros Versicherungsdienste GmbH |
|
a)
|
Seeburger AG (stellv. Vorsitz) |
| a) | Delvag Luftfahrtversicherungs-AG*
(AR-Vorsitz) Evonik Industries AG GfK SE LSG Lufthansa Service Holding AG* (AR-Vorsitz) Lufthansa AirPlus Servicekarten GmbH* (AR-Vorsitz) Lufthansa Cargo AG* (AR-Vorsitz) Lufthansa Systems Aktiengesellschaft* (AR-Vorsitz) Lufthansa Technik AG* (AR-Vorsitz) |
| b) | Amadeus IT Group S.A. Amadeus IT Holding S.A. JetBlue Airways Corp. |
| a) | Fraport AG LSG Lufthansa Service Holding AG* Lufthansa Cargo AG* Lufthansa Flight Training GmbH* (AR-Vorsitz) Pensions-Sicherungs-Verein VVaG (Aufsichtsrat) |
| b) | Aircraft Maintenance and Engineering Corp. (stv. Vorsitz Board of Directors) Austrian Airlines AG (AR-Vorsitz) British Midland Ltd.* (Vorsitz Board of Directors) ESMT European School of Management and Technology GmbH Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale SN Airholding SA/NV Günes Ekspres Havacilik A.S. (Sun Express) (stv. Vorsitz Board of Directors) Swiss International Air Lines AG* |
a)
Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten.
b)
Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen.
*
Konzernmandat.
| Wesentliche verbundene Unternehmen zum 31.12.2010 | Kapitalanteil | Stimmrechtsanteil | Abweichendes Geschäftsjahr |
|
| Name, Sitz | in % | in % |
|
|
| Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe |
|
|
|
|
| A319 LDA-LDB-LDC Ltd., George Town, Grand Cayman, Kaimaninseln | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| A319 LDD-LDE-LDF Ltd., George Town, Grand Cayman, Kaimaninseln | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| Air Dolomiti S.p.A. Linee Aeree Regionali Europee, Dossobuono di Villafranca (Verona), Italien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AirNavigator Ltd., Tokio, Japan | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| AirTrust AG, Zug, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AUA 2006 MSN 263 Ltd., George Town, Grand Cayman, Kaimaninseln | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| AUA A320 / A321 2001 Ltd., George Town, Grand Cayman, Kaimaninseln | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| AUA Beteiligungen Gesellschaft m.b.H., Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AUA LNR/ LNS/ LNT/ LNU Ltd., George Town, Grand Cayman, Kaimaninseln | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| Austrian Airlines AG, Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Austrian Airlines Lease and Finance Company Ltd., Guernsey, Channel Islands, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| British Midland Airways Ltd., Donington Hall, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| British Midland Ltd., Donington Hall, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Edelweiss Air AG, Kloten, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Ellen Finance 2010 S.N.C., Paris, Frankreich | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| Eurowings Luftverkehrs AG, Düsseldorf | 100,00 | 100,001) |
|
|
| FI Beauty Leasing Ltd, Tokio, Japan | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| First Valley Highway Kumiai, Tokio, Japan | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| Germanwings GmbH, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Global Brand Management AG, Basel, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| GOAL Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. Projekt Nr. 7 oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Ingrid Finance 2010 S.N.C., Paris, Frankreich | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| Jour Leasing Co., Ltd., Tokio, Japan | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| Lauda Air Luftfahrt GmbH, Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LeaseAir GmbH & Co. Verkehrsflugzeuge V KG, Dortmund | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LHBD Holding Limited, London, Großbritannien | 100,00 | 100,002) |
|
|
| LLG Nord GmbH & Co. Bravo KG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| LNN / LNO / LAE Ltd., George Town, Grand Cayman, Kaimaninseln | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| LPC / LNP/LNQ Finance Ltd., George Town, Grand Cayman, Kaimaninseln | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| Lufthansa CityLine GmbH, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Italia S.p.A., Milano, Italien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 1, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 2, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 3, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 4, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 5, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 6, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 7, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 8, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 9, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 10, Salzburg, Österreich | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Alfa oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Delta oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Echo oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Golf oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Hotel oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Quebec oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Romeo oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Sierra oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Tango oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Uniform oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Victor oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Fox-Yankee oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Golf-Lima oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Golf-Mike oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Lufthansa Malta Aircraft-Leasing Ltd., St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Malta Holding Ltd., St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Process Management GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa WorldShop GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Miles & More International GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| ÖLB Österreichische Luftverkehrs-Beteiligungs GmbH, Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
|
| ÖLH Österreichische Luftverkehrs-Holding GmbH, Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,003) |
|
|
| ÖLP Österreichische Luftverkehrs-Privatstiftung, Wien Flughafen, Österreich | 0,00 | 0,004) |
|
|
| Second Valley Highway Kumiai, Tokio, Japan | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| Soir Leasing Co., Ltd., Tokio, Japan | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| Swiss Aviation Software AG, Basel, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Swiss Aviation Training Ltd., Basel, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Swiss European Air Lines AG, Basel, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Swiss International Air Lines AG, Basel, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Third Valley Highway Kumiai, Tokio, Japan | 0,00 | 0,00 | SPE |
|
| TRAVIAUSTRIA Datenservice für Reise und Touristik Gesellschaft m.b.H. & Co NFG. KG, Wien, Österreich | 69,00 | 69,00 |
|
|
| Tyrolean Airways Tiroler Luftfahrt GmbH, Innsbruck, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Geschäftsfeld Logistik |
|
|
|
|
| Jettainer GmbH, Raunheim | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Cargo AG, Kelsterbach | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Cargo Charter Agency GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Echo-Zulu oHG, Grünwald | 100,00 | 66,67 |
|
|
| Geschäftsfeld Technik |
|
|
|
|
| AirLiance Materials LLC, Roselle, IL 60172, USA | 50,21 | 50,21 |
|
|
| BizJet International Sales & Support, Inc., Tulsa, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Hamburger Gesellschaft für Flughafenanlagen mbH, Hamburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Hawker Pacific Aerospace Inc., Sun Valley, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Hawker Pacific Aerospace Ltd., Kestrel Way, Hayes, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| JASEN Grundstücksgesellschaft mbH & Co. oHG, Grünwald | 100,00 | 50,00 | SPE |
|
| Lufthansa Technik AERO Alzey GmbH, Alzey | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik AG, Hamburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Airmotive Ireland Holdings Ltd., Co. Dublin, Irland | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Airmotive Ireland Leasing Ltd., Co. Dublin, Irland | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Airmotive Ireland Ltd., Co. Dublin, Irland | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Budapest Repülögép Nagyjavító Kft., Budapest, Ungarn | 85,00 | 85,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Immobilien- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Logistik GmbH, Hamburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Maintenance International GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Malta Limited, Luqa, Malta | 92,00 | 92,00 |
|
|
| Lufthansa Technik North America Holding Corp., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Objekt- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Philippines, Inc., Manila, Philippinen | 51,00 | 51,00 |
|
|
| Lufthansa Technik Switzerland GmbH, Basel, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Shannon Aerospace Ltd., Co. Claire, Irland | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Geschäftsfeld IT Services |
|
|
|
|
| Lufthansa Systems Aeronautics GmbH, Raunheim | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Systems Airline Services GmbH, Kelsterbach | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Systems Aktiengesellschaft, Kelsterbach | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Systems Americas, Inc., Miami, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Systems AS GmbH, Norderstedt | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Systems Berlin GmbH, Berlin | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Systems Business Solutions GmbH, Raunheim | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Systems Infratec GmbH, Kelsterbach | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Systems Passenger Services GmbH, Kelsterbach | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Geschäftsfeld Catering |
|
|
|
|
| 41 / 42 Bartlett (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Aerococina S.A. de C.V., Mexico City, Mexiko | 51,00 | 51,00 |
|
|
| AIRO Catering Services Eesti OÜ, Tallinn, Estland | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Airo Catering Services Latvija SIA, Marupe, Lettland | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AIRO Catering Services Sweden AB, Stockholm-Arlanda, Schweden | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AIRO Catering Services - Ukraine, Boryspil, Ukraine | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Arlington Services, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Arlington Services Mexico, S.A. de C.V., Mexico City, Mexiko | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Arlington Services Panama S.A., Panama City, Panama | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AVIAPIT-SOCHI OOO, Sochi, Russland | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Bahia Catering Ltda., Sao Cristovao (Salvador), Brasilien | 95,00 | 95,00 |
|
|
| Belém Serviços de Bordo Ltda., Belém, Brasilien | 70,00 | 70,00 |
|
|
| Capital Gain International (1986) Ltd., Hongkong, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Caterair Servicos de Bordo e Hotelaria S.A., Rio de Janeiro, Brasilien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Caterair Taiwan In-Flight Services, Inc., Taipei, Taiwan | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Cater Suprimento de Refeições, Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| CLS Catering Services Ltd., Richmond, Kanada | 70,00 | 70,00 |
|
|
| Comercializadora de Servicios Limitada, Santiago de Chile, Chile | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Comisariato de Baja California, S.A. de C.V., Tijuana, Mexiko | 51,00 | 51,00 |
|
|
| Comisariatos Gotre, S.A. de C.V., Torreon, Mexiko | 51,00 | 51,00 |
|
|
| Fortaleza Serviços de Bordo Ltda., Fortaleza, Brasilien | 70,00 | 70,00 |
|
|
| Inflight Catering (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Inflight Catering Services Limited, Daressalam, Tansania | 61,99 | 61,99 |
|
|
| In-flight Management Solutions GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| International Food Services Ltd., Hongkong, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Inversiones Turisticas Aeropuerto Panama, S.A., Panama City, Panama | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Asia GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Catering China Ltd., Hongkong, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Catering Guam, Inc., Guam, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Catering Hong Kong Ltd., Hongkong, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Catering Saipan, Inc., Saipan, Mikronesien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Catering (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG-Food & Nonfood Handel GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Holding Asia Ltd., Hongkong, China | 86,88 | 86,88 |
|
|
| LSG Lufthansa Service Asia Ltd., Hongkong, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Lufthansa Service Cape Town (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Lufthansa Service Catering- und Dienstleistungsgesellschaft mbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Lufthansa Service Enterprises Ltd., Hongkong, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Lufthansa Service Europa / Afrika GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Lufthansa Service Guam, Inc., Guam, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Lufthansa Service Holding AG, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Lufthansa Service Hong Kong Ltd., Hongkong, China | 41,62 | 47,905) |
|
|
| LSG Lufthansa Service Saipan, Inc., Saipan, Mikronesien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Lufthansa Service - Sky Chefs do Brasil Catering, Refeições Ltda., São Paulo, Brasilien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Australasia Pty Limited, Sydney, Australien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Belgium N.V., Zaventem, Belgien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Birmingham Ltd., Feltham, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Building AB, Stockholm, Schweden | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Catering Logistics GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Culinary Service GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Danmark A / S, Kastrup, Dänemark | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Deutschland GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs de Venezuela C.A., Caracas, Venezuela | 99,99 | 99,93 |
|
|
| LSG / Sky Chefs Europe Holdings Ltd., Horley, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs / GCC Ltd., Feltham, Großbritannien | 50,00 | 50,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Gulf Solutions W.L.L., Manama, Bahrain | 60,00 | 60,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Havacilik Hizmetleri A.S., Sefaköy-Istanbul, Türkei | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs (India) Private Ltd., Mumbai, Indien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs In-Flight Logistics Asia Pacific Ltd., Hongkong, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Istanbul Catering Hizmetleri A.S., Istanbul, Türkei | 100,00 | 100,006) |
|
|
| LSG Sky Chefs Korea Co Ltd., Incheon, Südkorea | 80,00 | 80,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Lounge GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs New Zealand Limited, Auckland, Neuseeland | 100,00 | 100,00 |
|
März |
| LSG Sky Chefs Norge AS, Oslo, Norwegen | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs North America Solutions, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Objekt- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs (Qingdao) Co., Ltd., Laixi City, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Rus, Moskau, Russland | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Schweiz AG, Rümlang, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Solutions Asia Limited, Hongkong, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs South Africa (Proprietary) Ltd., Johannesburg, Südafrika | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs S.p.A., Case Nuove di Somma Lombardo, Italien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Supply Chain Solutions, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Sverige AB, Stockholm, Schweden | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand | 64,30 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs UK Ltd., Feltham, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs USA, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG Sky Chefs Verwaltungsgesellschaft mbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG-Sky Food GmbH, Alzey | 100,00 | 100,00 |
|
|
| LSG South America GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Myanmar LSG Lufthansa Service Ltd., Yangon, Myanmar | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Natal Catering Ltda., Natal, Brasilien | 70,00 | 70,00 |
|
|
| Oakfield Farms Solutions, L.L.C., Wilmington, Delaware, USA | 51,00 | 51,00 |
|
|
| SC International Services, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| SCIS Air Security Corporation, Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| ServCater Internacional Ltda., Guarulhos, Brasilien | 90,00 | 90,00 |
|
|
| Siam Flight Services Ltd., Bangkok, Thailand | 49,00 | 66,67 |
|
|
| Sky Chefs Argentine, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Sky Chefs Chile S.A., Santiago de Chile, Chile | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Sky Chefs De Mexico, S.A. de C.V., Mexico City, Mexiko | 51,00 | 51,00 |
|
|
| Sky Chefs de Panama, S.A., Panama City, Panama | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Sky Chefs, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| SkylogistiX GmbH, Neu-Isenburg | 75,00 | 75,00 |
|
|
| Starfood Antalya Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei | 51,00 | 51,00 |
|
|
| Starfood S.r.l., Fiumicino, Italien | 51,00 | 51,00 |
|
|
| UAB Airo Catering Services Lietuva, Wilna (Vilnius), Litauen | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Western Aire Chef, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| ZAO AeroMEAL, Yemelyanovo, Russland | 55,00 | 55,00 |
|
|
| Sonstige |
|
|
|
|
| AirPlus Air Travel Card Vertriebsgesellschaft mbH, Wien, Österreich | 66,67 | 66,67 |
|
|
| AirPlus Holding GmbH, Wien, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AirPlus International AG, Kloten, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AirPlus International, Inc., Springfield, USA | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AirPlus International Limited, London, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AirPlus International S.r.l., Bologna, Italien | 100,00 | 100,00 |
|
|
| AirPlus Payment Management Co., Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa AirPlus Servicekarten GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Commercial Holding GmbH, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Flight Training Berlin GmbH, Berlin | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Flight Training GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Malta Finance plc, St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa SICAV-FIS-Fonds, Luxemburg, Luxemburg | 100,00 | 100,00 |
|
|
| Lufthansa Training & Conference Center GmbH, Seeheim-Jugenheim | 100,00 | 100,00 |
|
|
| MARDU Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. oHG, Grünwald | 100,00 | 50,00 | SPE |
|
| MUSA Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. oHG, Grünwald | 100,00 | 50,00 | SPE |
|
| Quinto Grundstücksgesellschaft mbH & Co. oHG, Grünwald | 99,73 | 49,75 | SPE |
|
| TGV DLH, Düsseldorf | 100,00 | 100,00 | SPE |
|
| SPE: | Konsolidierte Zweckgesellschaft (Special Purpose Entity). |
1)
50,91 Prozent der Kapitalanteile bzw. Stimmrechte sind über eine Call-Option zuzurechnen.
2)
11,50 Prozent der Kapitalanteile bzw. 65,00 Prozent der Stimmrechte sind über eine
Call-Option zuzurechnen.
3)
50,20 Prozent der Kapitalanteile bzw. Stimmrechte sind über die ÖLP zuzurechnen.
4)
Eine Beherrschung der ÖLP resultiert aus der Möglichkeit, drei von fünf Vorstandsmitgliedern
zu nominieren.
5)
Die unternehmerische Führung der Gesellschaft liegt im Konzern.
6)
33,34 Prozent der Kapitalanteile bzw. 50,01 Prozent der Stimmrechte sind über eine
Call-Option zuzurechnen.
| Wesentliche Joint Ventures zum 31.12.2010* | Kapitalanteil | Stimmrechtsanteil | Abweichendes Geschäftsjahr |
| Name, Sitz | in % | in % |
|
| Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe |
|
|
|
| CityLine Avro Simulator und Training GmbH Berlin, Berlin | 50,00 | 50,00 |
|
| Günes Ekspres Havacilik Anonim Sirketi (Sun Express), Antalya, Türkei | 50,00 | 50,00 |
|
| Geschäftsfeld Logistik |
|
|
|
| Aerologic GmbH, Leipzig | 50,00 | 50,00 |
|
| Global Logistics System Europe Company for Cargo Information Services GmbH, Frankfurt am Main1) | 46,85 | 42,86 |
|
| Shanghai Pudong International Airport Cargo Terminal Co. Ltd., Shanghai, China | 29,00 | 22,22 |
|
| Geschäftsfeld Technik |
|
|
|
| Aircraft Maintenance and Engineering Corp., Peking, China | 40,00 | 42,86 |
|
| Lufthansa Bombardier Aviation Services GmbH, Schönefeld | 51,00 | 51,00 |
|
| N3 Engine Overhaul Services GmbH & Co. KG, Arnstadt | 50,00 | 50,00 |
|
| Spairliners GmbH, Hamburg | 50,00 | 50,00 |
|
| Geschäftsfeld Catering |
|
|
|
| Brahim's - LSG Sky Chefs Holdings Sdn Bhd, Bandar Baru Bangi, Malaysia | 49,00 | 49,00 |
|
| Sonstige |
|
|
|
| Diners Club Spain S.A., Madrid, Spanien | 25,00 | 25,00 |
|
| Wesentliche assoziierte Unternehmen zum 31.12.2010* | Kapitalanteil | Stimmrechtsanteil | Abweichendes Geschäftsjahr |
| Name, Sitz | in % | in % |
|
| Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe |
|
|
|
| Alpar Flug- und Flugplatz-Gesellschaft AG, Belp, Schweiz | 17,00 | 17,00 |
|
| SN Airholding SA/NV, Brüssel, Belgien | 45,00 | 45,00 |
|
| Geschäftsfeld Logistik |
|
|
|
| Jade Cargo International Company Limited, Shenzhen, China | 25,00 | 28,57 |
|
| time:matters Holding GmbH, Düsseldorf1) | 49,26 | 49,00 |
|
| Geschäftsfeld Technik |
|
|
|
| BELAC LLC, Oldsmar, USA | 21,05 | 21,05 |
|
| HEICO Aerospace Holdings Corp., Hollywood, USA | 20,00 | 20,00 |
|
| Geschäftsfeld Catering |
|
|
|
| CateringPor - Catering de Portugal, S.A., Lissabon, Portugal | 49,00 | 49,00 |
|
| Hongkong Beijing Air Catering Ltd., Hongkong, China | 45,00 | 45,00 |
|
| Hongkong Shanghai Air Catering Ltd., Hongkong, China | 45,00 | 45,00 |
|
| Inflight Service Production Sweden AB, Sigtuna, Schweden | 25,00 | 25,00 |
|
| Inflite Holdings (Cayman) Ltd., Grand Cayman, Kaimaninseln | 49,00 | 49,00 | September |
| Inflite Holdings (St. Lucia) Ltd., Castries, St. Lucia | 49,00 | 49,00 | September |
| Nanjing Lukou International Airport LSG Catering Co Ltd., Nanjing, China | 40,00 | 40,00 |
|
| Xian Eastern Air Catering Co. Ltd, Xian, China | 30,00 | 28,57 |
|
| Yunnan Eastern Air Catering Co. Ltd., Kunming, China | 24,90 | 28,57 |
|
| ZAO Aeromar, Moskau Region, Russland | 49,00 | 49,00 |
|
| Gansu HNA LSG Sky Chefs Co., Ltd, Lanzhou, China | 49,00 | 40,00 |
|
*
Einbeziehung at equity.
1)
Klassifizierung als "Held for Sale".
| Übrige Anteile der Deutschen Lufthansa AG zum 31.12.2010 | Kapitalanteil | Stimmrechtsanteil | Konsolidiert |
| Name, Sitz | in % | in % |
|
| Verbundene, nicht konsolidierte Unternehmen |
|
|
|
| ACS Aircontainer Services Gesellschaft m.b.H., Fischamend, Österreich | 76,00 | 76,00 |
|
| Air Dolomiti Deutschland GmbH, München | 100,00 | 100,00 |
|
| Airline Accounting Center de Mexico S.A. de C.V., Mexico City, Mexiko | 100,00 | 100,00 |
|
| Airline Accounting Center Sp. z o.o., Krakau, Polen | 100,00 | 100,00 |
|
| Airline Administration Center (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand | 100,00 | 100,00 |
|
| Airline Marketing Services India Private Limited, Mumbai 400 021, Indien | 75,00 | 75,00 |
|
| Airline Training Center Arizona Inc., Goodyear, AZ 85338, USA | 100,00 | 100,00 |
|
| AirPlus International GmbH, Neu-Isenburg | 100,00 | 100,00 |
|
| Airport Services Dresden GmbH, Dresden | 100,00 | 100,00 |
|
| Airport Services Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen | 100,00 | 100,00 |
|
| Airport Services Leipzig GmbH, Schkeudiz | 100,00 | 100,00 |
|
| Albatros Service Center GmbH, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
| Albatros Versicherungsdienste GmbH, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
| AS InPro GmbH, Oldenburg | 100,00 | 100,00 |
|
| ATC - Austrian Technik Consulting, s.r.o., Trencin, Slowakei | 100,00 | 100,00 |
|
| AUA Versicherungs-Service Gesellschaft m.b.H., Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
| Austrian Airlines Technik-Bratislava, s.r.o., Bratislava, Slowakei | 100,00 | 100,00 |
|
| Austrian Airlines Technik Marketing GmbH, Wien, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
| Austrian Airlines Tele Sales & Service GmbH, Innsbruck, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
| Austrian Lufthansa Cargo GmbH, Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
| AVICON Aviation Consult Gesellschaft m.b.H., Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
| Aviation Quality Services GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
| BM Handling Services Ltd., Derby, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
| BMI Airways Ltd., Derby, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
| bmibaby Ltd., Donington, Derby, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
| British Mediterranean Airways Limited, Derby, Großbritannien | 59,38 | 79,68 |
|
| British Midland Engineering Ltd., Derby, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
| British Midland Holdings Ltd., Derby, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
| British Midland Regional Ltd., Aberdeen, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
| Cargo Future Communications (CFC) GmbH, Büchenbeuren | 65,00 | 65,00 |
|
| Caterair Portugal - Assistencia A Bordo, Lda., Sacavém, Portugal | 100,00 | 100,00 |
|
| City Net Catering Holdings Ltd., Alcester, Großbritannien1) | 100,00 | 100,00 |
|
| Crossair AG, Basel, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
| Cross Travel Club AG, Basel, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
| Diamond Insurance Company Limited, Douglas, Isle of Man, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
| Delvag Luftfahrtversicherungs-AG, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
| Delvag Rückversicherungs-AG, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
| Deutsche Lufthansa Unterstützungswerk GmbH, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
| DLH Fuel Company mbH, Hamburg | 100,00 | 100,00 |
|
| DLH Malta Pension Ltd., St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
| Europe Continental Airways S.A. (i.L.), Saint Louis, Frankreich | 100,00 | 100,00 |
|
| EW Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Dortmund | 100,00 | 100,00 |
|
| GERANOS Grundstücksgesellschaft mbH & Co. IMMOBILIEN KG, Köln | 85,00 | 100,00 |
|
| GGG Service for Airlines GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
| Global Tele Sales Brno s.r.o., Brno, Tschechien | 100,00 | 100,00 |
|
| Global Tele Sales Ltd., Contaf, Dublin, Irland | 100,00 | 100,00 |
|
| Global Telesales of Canada, Inc., Peterborough, Kanada | 100,00 | 100,00 |
|
| Global Tele Sales Pty Limited, Melbourne, Australien | 100,00 | 100,00 |
|
| Global Tele Sales (PTY) Ltd., Kapstadt, Südafrika | 100,00 | 100,00 |
|
| GOAL Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. Projekt Nr. 5 KG, Grünwald | 100,00 | 83,33 |
|
| handling counts GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
| Hinduja Lufthansa Cargo Holding B.V., Amsterdam, Niederlande | 100,00 | 100,00 |
|
| IBYKUS-KG THG Grundbuchtreuhandgesellschaft mbH & Co., Köln | 85,00 | 88,14 |
|
| In-Flight Management Solutions Latin America, S.A. de C.V., Mexico City, Mexiko | 100,00 | 100,00 |
|
| International Cargo Marketing Ltd., Derby, Großbritannien | 100,00 | 100,00 |
|
| LCAG Malta Pension Ltd., St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
| LCAG USA, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | 100,00 |
|
| LCH Grundstücksgesellschaft Berlin mbH, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
| LGHS Holding (Thailand) Limited i.L., Bangkok, Thailand | 49,00 | 90,74 |
|
| LH Cargo Holding GmbH, Kelsterbach | 100,00 | 100,00 |
|
| LHT Malta Pension Ltd., St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
| LRS Lufthansa Revenue Services GmbH, Norderstedt | 100,00 | 100,00 |
|
| LSG Malta Pension Ltd., St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
| LSG Sky Chefs Argentina S.A. i.G., Buenos Aires, Argentinien | 100,00 | 100,00 |
|
| LSI Malta Pension Ltd., St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
| LTMES FZE, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Cagri Merkezi ve Müsteri Hizmetleri A.S., Istanbul, Türkei | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Cargo India (Priv) Ltd., Neu Delhi, Indien | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Cargo Servicios Logisticos de Mexico, S.A. de C.V., Mexiko, Mexiko | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa City Center International GmbH, Frankfurt am Main | 50,00 | 50,00 |
|
| Lufthansa Consulting GmbH, Köln | 92,50 | 100,00 |
|
| Lufthansa Consulting Managementbeteiligungs GmbH & Co. KG, Köln | 62,50 | 62,50 |
|
| Lufthansa Druck und Distribution GmbH, Köln | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Engineering and Operational Services GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Flight Training - CST GmbH, Berlin | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Flight Training Vienna GmbH, Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Global Tele Sales GmbH, Berlin | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Inmobiliaria S. A. de C. V., Mexico City, Mexiko | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa International Finance (Netherlands) N. V., Amsterdam, Niederlande | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Malta Pension Holding Ltd., St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Pension Beteiligungs GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Pension GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Resource Technical Training Ltd., Cwmbran, Großbritannien | 51,00 | 51,00 |
|
| Lufthansa Service-Center Kassel GmbH, Kassel | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Services (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand | 64,19 | 80,00 |
|
| Lufthansa Shenzhen Management Company Limited, Shenzhen, China | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Systems 25. GmbH, Raunheim | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Systems Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Systems FlightNav AG, Opfikon, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Systems Hungaria Kft, Budapest, Ungarn | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Systems Infrastructure Services Inc., Dallas, Texas 75247-3726, USA | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Systems IS Consulting GmbH, Norderstedt | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Systems Network GmbH, Norderstedt | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Systems Network Services GmbH, Norderstedt | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Systems Poland Sp. z o.o., Danzig, Polen | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technical Training GmbH, Hamburg | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Brussels N.V., Steenokkerzeel-Melsbroek, Belgien | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Component Services LLC, Dallas, USA | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Intercoat GmbH, Kaltenkirchen | 51,00 | 51,00 |
|
| Lufthansa Technik Logistik of America LLC, New York 11554, USA | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Logistik Services GmbH, Hamburg | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Milan s.r.l., Somma Lombardo (VA), Italien | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Services India Private Limited, Gurgaon - 122002 (Harayana), Indien | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Shenzhen Co., Ltd., Shenzhen, China | 90,00 | 71,40 |
|
| Lufthansa Technik Sofia OOD, Sofia, Bulgarien | 80,00 | 80,00 |
|
| Lufthansa Technik Tulsa Corporation, Tulsa, USA | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Turbine Shannon Limited, Shannon / Co. Clare, Irland | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Vostok OOO, Moskau, Russland | 100,00 | 100,00 |
|
| Lufthansa Technik Vostok Services OOO, Moscow Region, Russland | 100,00 | 100,00 |
|
| LZ-Catering GmbH, Hamburg | 100,00 | 100,00 |
|
| Malta Pension Investments, St. Julians, Malta | 0,00 | 100,00 |
|
| Maptext, Inc., Monmouth Junction, USA | 100,00 | 100,00 |
|
| Marriott Export Services, C.A., Caracas, Venezuela | 99,99 | 100,00 |
|
| Marriott International Trade Services, C.A., Caracas, Venezuela | 99,99 | 100,00 |
|
| Österreichische Luftfahrtschule Aviation TRAINING CENTER Austria Gesellschaft m.b.H., Feldkirchen bei Graz, Österreich |
60,00 | 60,00 |
|
| OP-Fonds LVG, Köln | 88,73 | 88,73 |
|
| Passage Services Holding GmbH, München | 100,00 | 100,00 |
|
| Pilot Training Network d.o.o. (i.L.), Zemunik Gornij, Kroatien | 100,00 | 100,00 |
|
| Pilot Training Network GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
| Quinto Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH, Grünwald | 94,80 | 94,80 |
|
| Reservation Data Maintenance India Private Ltd., Neu Delhi, Indien | 51,00 | 51,00 |
|
| Servicios Complementarios de Cabina, S.A. de C.V., Mexico, D.F., Mexiko | 50,90 | 99,80 |
|
| Shared Services International India Private Limited, Neu Delhi - 110 001, Indien | 100,00 | 100,00 |
|
| Shared Services International, Singapore PTE. LTD, Singapur 238871, Singapur | 100,00 | 100,00 |
|
| SLL, s.r.o., Bratislava, Slowakei | 100,00 | 100,00 |
|
| Slovenske Aerolinie, a.s. (i.L.), Bratislava, Slowakei | 62,00 | 62,00 |
|
| Star Risk Services Inc., Southlake, Texas 76092, USA | 100,00 | 100,00 |
|
| Swiss Private Aviation AG, Kloten, Schweiz | 100,00 | 100,00 |
|
| Swiss WorldCargo (India) Private Limited, Mumbai 400071, Indien | 75,00 | 75,00 |
|
| TATS - Travel Agency Technologies & Services GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | 100,00 |
|
| THG Grundbuchtreuhandgesellschaft mbH, Köln | 85,00 | 85,00 |
|
| TRAINICO Training und Ausbildung Cooperation in Berlin-Brandenburg GmbH, Berlin | 100,00 | 100,00 |
|
| TTI Travel Transport Innovation Consult GmbH i.L., Kelsterbach | 100,00 | 100,00 |
|
| TRAVI Holding GmbH, Wien, Österreich | 69,00 | 69,00 |
|
| VPF Malta Pension Ltd., St. Julians, Malta | 100,00 | 100,00 |
|
| Wien Oberlaa Liegenschaftsentwicklungs GmbH, Wien Flughafen, Österreich | 100,00 | 100,00 |
|
| Beteiligungen |
|
|
|
| Aerologic Management GmbH i.L., Bonn | 50,00 | 50,00 |
|
| Aeroxchange Ltd., Wilmington, USA | 9,46 | 9,46 |
|
| AFC Aviation Fuel Company mbH, Hamburg | 50,00 | 50,00 |
|
| Airfoil Services Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | 50,00 | 50,00 |
|
| Airmail Center Frankfurt GmbH, Frankfurt am Main | 40,00 | 40,00 |
|
| Amadeus IT Holding, S.A., Madrid, Spanien | 7,61 | 7,61 |
|
| ATLECON Fuel Corporation, Atlanta, USA | 11,11 | 11,11 |
|
| AviationPower GmbH, Frankfurt am Main | 49,00 | 49,00 |
|
| AVS Privatkunden Versicherungsservice GmbH, Österreich | 10,00 | 10,00 |
|
| Beijing Lufthansa Center Co. Ltd., Peking, China | 11,23 | 12,50 |
|
| BGB-Gesellschaft der Gesellschafter der AFC Aviation Fuel Company mbH, Hamburg | 0,00 | 50,00 |
|
| CommuniGate Kommunikationsservice GmbH, Passau | 50,00 | 50,00 |
|
| Deutsche Akademie für Flug- und Reisemedizin gemeinnützige GmbH, Frankfurt am Main | 90,00 | 90,00 |
|
| EFM - Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München mbH, Freising | 51,00 | 51,00 |
|
| Egyptian Aviation Services Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten | 5,83 | 5,83 |
|
| ETACS GmbH, Frankfurt am Main | 25,20 | 25,20 |
|
| Finairport Service S.r.l., Turin, Italien | 36,00 | 36,00 |
|
| Flughafen München Baugesellschaft mbH, München-Flughafen | 40,00 | 40,00 |
|
| FMO Passenger Services GmbH, Greven | 33,33 | 33,33 |
|
| FM Terminal 2 Immobilien-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co oHG, Freising | 40,00 | 40,00 |
|
| FraCareServices GmbH, Frankfurt am Main | 49,00 | 49,00 |
|
| Fraport AG, Frankfurt am Main | 9,95 | 9,95 |
|
| Global Airline Services S.r.l., Fiumicino, Italien | 40,00 | 40,00 |
|
| Global Logistics System Worldwide Company for Development of Freight Information Network GmbH, Frankfurt am Main |
25,00 | 25,00 |
|
| GOAL German Operating Aircraft Leasing GmbH & Co. KG, Grünwald | 40,00 | 39,99 |
|
| GOAL German Operating Aircraft Leasing GmbH, München | 40,00 | 40,00 |
|
| Guangzhou Baiyun International Airport LSG Sky Chefs Co Ltd, Guangzhou, China | 30,00 | 28,57 |
|
| Gulf International Caterers, W.L.L., Bahrain, Bahrain | 49,00 | 49,00 |
|
| Hangzhou Xiaoshan Airport LSG Air Catering Co Ltd, Hangzhou, China | 25,00 | 28,57 |
|
| Jetblue Airways Corporation, City of Dover, County of Kent, Delaware, USA | 15,85 | 15,85 |
|
| LifeConEx, LLC, Miramar, USA | 50,00 | 50,00 |
|
| Link & Learn Aviation Training GmbH, Zirl, Österreich | 33,33 | 33,33 |
|
| LSG Gate Gourmet Paris S.A.S. i.L., Roissy, Frankreich | 50,00 | 50,00 |
|
| LSG-Hygiene Institute GmbH, Neu-Isenburg | 25,00 | 25,00 |
|
| LSG Sky Chefs Catering Egypt S.A.E., Kairo, Ägypten | 15,00 | 15,00 |
|
| LSG Sky Chefs TAAG Angola S.A., Luanda, Angola | 40,00 | 40,00 |
|
| LTQ Engineering Pty Limited, Tullamarine VIC 3043, Australien | 50,00 | 50,00 |
|
| Luftfahrzeugverwaltungsgesellschaft GOAL mbH, Grünwald | 40,00 | 40,00 |
|
| Lufthansa HNA Technical Training Co., Ltd., Meilan Airport, Hainan, 571126, China | 50,00 | 1,00 |
|
| Lufthansa LAN Technical Training S.A., Santiago de Chile, Chile | 50,00 | 50,00 |
|
| Lufthansa Leasing GmbH & Co. Bravo-Juliett KG i.L., Grünwald | 100,00 | 50,00 |
|
| Lufthansa Leasing GmbH, Grünwald | 49,00 | 49,00 |
|
| Luxair Société Luxembourgeoise de Navigation Aérienne S.A., Luxemburg, Luxemburg | 14,44 | 14,44 |
|
| N3 Engine Overhaul Services Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg | 50,00 | 50,00 |
|
| Nigerian Aviation Handling Company PLC., Lagos, Nigeria | 7,00 | 7,00 |
|
| North Hub Cleaning Services SIA, Marupe, Lettland | 49,00 | 49,00 |
|
| Portland Fueling Facilities Corporation, Portland, USA | 6,25 | 6,25 |
|
| Pro Flight GmbH, Bremen | 50,00 | 50,00 |
|
| SAEMS Special Airport Equipment and Maintenance Services GmbH & Co. KG, Hamburg | 40,00 | 40,00 |
|
| S.A.E.M.S. Verwaltungs-GmbH, Hamburg | 40,00 | 40,00 |
|
| Santander AirPlus Corporate Payment Solutions S.A., Pozuelo de Alarcón (Madrid), Spanien | 25,00 | 50,00 |
|
| Sanya LSG Air Catering Co. Ltd, Sanya, China | 45,00 | 40,00 |
|
| SCA Schedule Coordination Austria GmbH, Wien, Österreich | 25,00 | 25,00 |
|
| Shenzhen Airport International Cargo Terminal Company Limited, Shenzhen, China | 50,00 | 50,00 |
|
| Sichuan Airlines LSG Air Catering Co. Ltd., Chengdu, China | 49,00 | 40,00 |
|
| Skill Portal AG, Langen | 8,33 | 8,33 |
|
| Sky Bird Services Ltd., Hongkong, China | 10,00 | 10,00 |
|
| Sky Chefs for Airlines Catering Company, Tripolis, Libyen | 44,50 | 44,50 |
|
| Star Alliance Services GmbH, Frankfurt am Main | 5,56 | 5,56 |
|
| STARS Special Transport and Ramp Services GmbH & Co. KG, Hamburg | 49,00 | 49,00 |
|
| S.T.A.R.S. Verwaltungs-GmbH, Hamburg | 49,00 | 49,00 |
|
| Tanklager & Hydranten Betriebsgesellschaft mbH (THBG BBI), Schönefeld | 30,00 | 30,00 |
|
| Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH & Co oHG, Oberding | 40,00 | 40,00 |
|
| Terminal One Group Association, L.P., New York, USA | 24,75 | 0,00 |
|
| Terminal One Management Inc., New York, USA | 25,00 | 25,00 |
|
| The Airline Group Limited, London, Großbritannien | 14,52 | 14,52 |
|
| Tianjin Airport Hua Yu Air Cargo Terminal Co. Ltd., Tianjin Airport, China | 46,00 | 46,00 |
|
| Universal Air Travel Plan, Inc., Washington, DC, USA | 5,26 | 5,26 |
|
| Xinjiang HNA LSG Sky Chefs Co Ltd., Urumqi, China | 49,00 | 40,00 |
|
| Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH, Hamburg | 20,00 | 20,00 |
|
| ZFB Zentrum für Flugsimulation Berlin GmbH, Berlin | 50,00 | 50,00 |
|
1)
75,10 Prozent der Kapitalanteile bzw. Stimmrechte sind über eine Call-Option zuzurechnen.
|
|
|
2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| Gewinn- und Verlustrechnung Lufthansa Konzern |
|
|
|
|
|
|
| Umsatz | Mio. € | 27 324 | 22 283 | 24 842 | 22 420 | 19 849 |
| Ergebnis |
|
|
|
|
|
|
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 876 | 130 | 1 280 | 1 378 | 845 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit1) | Mio. € | 1 240 | 271 | 1 309 | 1 586 | 1 078 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern1)8) | Mio. € | 978 | - 134 | 730 | 2 125 | 1 129 |
| Ertragsteuern8) | Mio. € | - 165 | - 112 | 178 | 365 | 232 |
| Auf Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG entfallendes Konzernergebnis | Mio. € | 1 131 | - 34 | 542 | 1 655 | 803 |
| Wesentliche Aufwandspositionen |
|
|
|
|
|
|
| Personalaufwand | Mio. € | 6 659 | 5 996 | 5 692 | 5 498 | 5 029 |
| Gebühren | Mio. € | 4 582 | 3 762 | 3 499 | 3 174 | 2 824 |
| Treibstoff | Mio. € | 5 158 | 3 645 | 5 377 | 3 860 | 3 355 |
| Abschreibungen | Mio. € | 1 682 | 1 475 | 1 289 | 1 204 | 1 051 |
| Zinssaldo | Mio. € | - 357 | - 325 | - 172 | - 194 | - 254 |
| Bilanz Lufthansa Konzern |
|
|
|
|
|
|
| Vermögensstruktur |
|
|
|
|
|
|
| Langfristiges Vermögen4) | Mio. € | 18 963 | 17 696 | 14 975 | 14 076 | 12 969 |
| Kurzfristiges Vermögen4) | Mio. € | 10 357 | 8 696 | 7 433 | 8 244 | 6 492 |
| davon Flüssige Mittel | Mio. € | 5 380 | 4 439 | 3 278 | 3 607 | 2 538 |
| Kapitalstruktur |
|
|
|
|
|
|
| Eigenkapital2) | Mio. € | 8 340 | 6 202 | 6 594 | 6 900 | 4 903 |
| davon gezeichnetes Kapital3) | Mio. € | 1 172 | 1 172 | 1 172 | 1 172 | 1 172 |
| davon Rücklagen | Mio. € | 5 939 | 4 956 | 4 817 | 4 018 | 2 648 |
| davon Konzerngewinn / -verlust | Mio. € | 1 131 | - 34 | 542 | 1 655 | 803 |
| davon Minderheitenanteile | Mio. € | 98 | 108 | 63 | 55 | 280 |
| Fremdkapital | Mio. € | 20 980 | 20 190 | 15 814 | 15 420 | 14 558 |
| davon Pensionsrückstellungen | Mio. € | 2 571 | 2 710 | 2 400 | 2 461 | 3 814 |
| davon Finanzschulden | Mio. € | 7 184 | 6 802 | 3 581 | 3 345 | 2 956 |
| Bilanzsumme | Mio. € | 29 320 | 26 392 | 22 408 | 22 320 | 19 461 |
| Sonstige Finanzdaten Lufthansa Konzern |
|
|
|
|
|
|
| Investitionen | Mio. € | 2 271 | 2 304 | 2 152 | 1 737 | 1 929 |
| davon Sachanlagen | Mio. € | 2 222 | 2 177 | 1 798 | 1 621 | 1 380 |
| davon Finanzanlagen | Mio. € | 49 | 127 | 354 | 116 | 549 |
| Operativer Cashflow | Mio. € | 3 075 | 1 991 | 2 473 | 2 862 | 2 105 |
| Free Cashflow | Mio. € | 1 625 | 251 | 612 | 2 688 | 584 |
| Kreditverschuldung |
|
|
|
|
|
|
| Brutto | Mio. € | 7 207 | 6 860 | 3 639 | 3 369 | 2 971 |
| Netto7) | Mio. € | 1 596 | 2 195 | - 125 | - 768 | - 101 |
| Deutsche Lufthansa AG |
|
|
|
|
|
|
| Jahresüberschuss / -fehlbetrag | Mio. € | 483 | - 148 | 276 | 1 123 | 523 |
| Verlustvortrag | Mio. € | - | - | - | - | - |
| Rücklagenzuführung / -entnahme | Mio. € | - 208 | 148 | 44 | - 551 | - 202 |
| Ausschüttungssumme vorgeschlagen / ausgezahlt | Mio. € | 275 | - | 320 | 572 | 321 |
| Dividende vorgeschlagen / ausgezahlt | € | 0,6 | - | 0,7 | 1,25 | 0,70 |
| Wirtschaftliche Kennzahlen Lufthansa Konzern |
|
|
|
|
|
|
| Umsatzrendite (Ergebnis vor Ertragsteuern1)8) / Umsatz) |
% | 3,6 | - 0,6 | 2,9 | 9,5 | 5,7 |
| Gesamtkapitalrendite (Ergebnis vor Ertragsteuern1)8) plus Zinsen auf Fremdkapital/Bilanzsumme) |
% | 5,2 | 1,4 | 4,9 | 11,2 | 8,2 |
| Eigenkapitalrendite (Ergebnis nach Ertragsteuern / Eigenkapital2) ) |
% | 13,7 | - 0,4 | 8,4 | 25,5 | 18,3 |
| Eigenkapitalrendite (Ergebnis vor Ertragsteuern1)8) / Eigenkapital2) ) |
% | 11,7 | - 2,2 | 11,1 | 30,8 | 23,0 |
| Eigenkapitalquote (Eigenkapital2) / Bilanzsumme) | % | 28,4 | 23,5 | 29,4 | 30,9 | 25,2 |
| Gearing6) (Nettokreditverschuldung plus bilanzieller Pensionsverpflichtungen/Eigenkapital2) ) |
% | 50,0 | 79,1 | 34,5 | 24,5 | 75,7 |
| Verschuldungsgrad (Nettokreditverschuldung / Bilanzsumme) |
% | 5,4 | 8,3 | - 0,6 | - 3,4 | - 0,5 |
| Innenfinanzierung (Cashflow / Investitionen) | % | 135,4 | 86,4 | 114,9 | 164,8 | 109,1 |
| Dynamischer Verschuldungsgrad (Nettokreditverschuldung / Cashflow) | % | 51,9 | 110,2 | - 5,1 | - 26,8 | - 4,8 |
| Umsatzeffektivität (Cashflow / Umsatz) | % | 11,3 | 8,9 | 10,0 | 12,8 | 10,6 |
| Net Working Capital (kurzfristige Vermögenswerte minus kurzfristiges Fremdkapital)4) |
Mrd. € | 0,5 | - 0,1 | - 0,6 | 0 | - 0,2 |
| Anlagenvermögensintensität (Anlagevermögen / Gesamtvermögen) | % | 64,7 | 67,1 | 66,8 | 63,1 | 66,6 |
| Abschreibungsquote Flugzeuge / Reservetriebwerke (kumulierte Anschaffungskosten / kumulierte Abschreibung) |
% | 53,9 | 54,2 | 58,9 | 58,0 | 57,9 |
| Personalkennziffern |
|
|
|
|
|
|
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | Anzahl | 117 066 | 112 320 | 108 123 | 100 779 | 93 541 |
| Umsatz / Mitarbeiter | € | 233 407 | 198 384 | 229 757 | 222 467 | 212 196 |
| Personalaufwand / Umsatz | % | 24,4 | 26,9 | 22,9 | 24,5 | 25,3 |
| Leistungsdaten Lufthansa Konzern5)9) |
|
|
|
|
|
|
| Angebotene Tonnenkilometer | Mio. | 39 000,0 | 35 469,4 | 34 960,2 | 30 339,3 | 26 666,8 |
| Verkaufte Tonnenkilometer | Mio. | 29 033,4 | 24 942,7 | 24 972,5 | 22 612,8 | 19 215,7 |
| Nutzladefaktor | % | 74,4 | 70,3 | 71,4 | 74,5 | 72,1 |
| Angebotene Sitzkilometer | Mio. | 235 837,4 | 208 225,7 | 195 430,8 | 169 108,4 | 146 719,6 |
| Verkaufte Sitzkilometer | Mio. | 187 000,1 | 162 286,2 | 154 155,5 | 135 011,3 | 110 329,5 |
| Sitzladefaktor | % | 79,3 | 77,9 | 78,9 | 79,8 | 75,2 |
| Fluggäste | Mio. | 91,2 | 77,3 | 70,5 | 62,9 | 53,4 |
| Zahlgast-Tonnenkilometer | Mio. | 18 542,0 | 16 236,3 | 15 462,6 | 13 569,4 | 11 112,3 |
| Fracht / Post | t | 2 022 670 | 1 712 167 | 1 914 925 | 1 910 846 | 1 758 968 |
| Fracht / Post-Tonnenkilometer | Mio. | 10 491,5 | 8 706,3 | 9 509,9 | 9 043,4 | 8 103,4 |
| Flüge | Anzahl | 1 021 266 | 899 928 | 830 832 | 749 431 | 664 382 |
| Flugkilometer | Mio. | 1 324,2 | 1 177,9 | 1 124,6 | 979,3 | 794,6 |
| Blockstunden | Anzahl | 2 219 323 | 1 949 857 | 1 855 842 | 1 629 416 | 1 341 810 |
| Verkehrsflugzeuge | Anzahl | 710 | 722 | 524 | 513 | 430 |
|
|
|
2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |
| Gewinn- und Verlustrechnung Lufthansa Konzern |
|
|
|
|
|
|
| Umsatz | Mio. € | 18 065 | 16 965 | 15 957 | 16 971 | 16 690 |
| Ergebnis |
|
|
|
|
|
|
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 577 | 383 | 36 | 718 | 28 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit1) | Mio. € | 719 | 954 | - 176 | 1 544 | - 378 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern1)8) | Mio. € | 875 | 541 | - 814 | 904 | - 807 |
| Ertragsteuern8) | Mio. € | 263 | 133 | 164 | 182 | - 202 |
| Auf Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG entfallendes Konzernergebnis | Mio. € | 453 | 404 | - 984 | 717 | - 633 |
| Wesentliche Aufwandspositionen |
|
|
|
|
|
|
| Personalaufwand | Mio. € | 4 853 | 4 813 | 4 612 | 4 660 | 4 481 |
| Gebühren | Mio. € | 2 543 | 2 542 | 2 290 | 2 239 | 2 311 |
| Treibstoff | Mio. € | 2 662 | 1 819 | 1 352 | 1 347 | 1 621 |
| Abschreibungen | Mio. € | 1 398 | 1 112 | 1 930 | 1 243 | 1 714 |
| Zinssaldo | Mio. € | - 248 | - 331 | - 341 | - 415 | - 398 |
| Bilanz Lufthansa Konzern |
|
|
|
|
|
|
| Vermögensstruktur |
|
|
|
|
|
|
| Langfristiges Vermögen4) | Mio. € | 12 318 | 11 543 | 10 885 | 12 103 | 13 244 |
| Kurzfristiges Vermögen4) | Mio. € | 6 954 | 6 527 | 5 847 | 7 034 | 4 962 |
| davon Flüssige Mittel | Mio. € | 3 598 | 3 788 | 2 721 | 3 638 | 1 182 |
| Kapitalstruktur |
|
|
|
|
|
|
| Eigenkapital2) | Mio. € | 4 522 | 4 014 | 2 696 | 4 172 | 3 528 |
| davon gezeichnetes Kapital3) | Mio. € | 1 172 | 1 172 | 977 | 977 | 977 |
| davon Rücklagen | Mio. € | 2 707 | 2 398 | 2 660 | 2 431 | 3 154 |
| davon Konzerngewinn / -verlust | Mio. € | 453 | 404 | - 984 | 717 | - 633 |
| davon Minderheitenanteile | Mio. € | 190 | 40 | 43 | 47 | 30 |
| Fremdkapital | Mio. € | 14 750 | 14 056 | 14 036 | 14 965 | 14 678 |
| davon Pensionsrückstellungen | Mio. € | 4 022 | 4 132 | 4 327 | 4 020 | 3 701 |
| davon Finanzschulden | Mio. € | 3 563 | 3 306 | 3 240 | 4 713 | 4 446 |
| Bilanzsumme | Mio. € | 19 272 | 18 070 | 16 732 | 19 137 | 18 206 |
| Sonstige Finanzdaten Lufthansa Konzern |
|
|
|
|
|
|
| Investitionen | Mio. € | 1 829 | 1 783 | 1 155 | 880 | 2 979 |
| davon Sachanlagen | Mio. € | 1 221 | 1 647 | 992 | 646 | 2 549 |
| davon Finanzanlagen | Mio. € | 608 | 136 | 163 | 234 | 430 |
| Operativer Cashflow | Mio. € | 1 956 | 1 881 | 1 581 | 2 312 | 1 736 |
| Free Cashflow | Mio. € | 815 | 1 061 | 1 024 | 2 813 | - 796 |
| Kreditverschuldung |
|
|
|
|
|
|
| Brutto | Mio. € | 3 605 | 3 370 | 3 312 | 4 771 | 4 995 |
| Netto7) | Mio. € | - 143 | - 418 | 591 | 1 133 | 3 812 |
| Deutsche Lufthansa AG |
|
|
|
|
|
|
| Jahresüberschuss / -fehlbetrag | Mio. € | 455 | 265 | - 1 223 | 1 111 | - 797 |
| Verlustvortrag | Mio. € | - | - | - | - 797 | - |
| Rücklagenzuführung / -entnahme | Mio. € | - 226 | - 128 | 1 223 | - 85 | - |
| Ausschüttungssumme vorgeschlagen / ausgezahlt | Mio. € | 229 | 137 | - | 229 | - |
| Dividende vorgeschlagen / ausgezahlt | € | 0,50 | 0,30 | - | 0,60 | - |
| Wirtschaftliche Kennzahlen Lufthansa Konzern |
|
|
|
|
|
|
| Umsatzrendite (Ergebnis vor Ertragsteuern1)8) / Umsatz) |
% | 4,8 | 3,2 | - 5,1 | 5,3 | - 4,8 |
| Gesamtkapitalrendite (Ergebnis vor Ertragsteuern1)8) plus Zinsen auf Fremdkapital / Bilanzsumme) |
% | 7,0 | 5,8 | - 1,7 | 7,6 | - 1,7 |
| Eigenkapitalrendite (Ergebnis nach Ertragsteuern / Eigenkapital2) ) |
% | 13,5 | 10,2 | - 36,3 | 17,3 | - 17,1 |
| Eigenkapitalrendite (Ergebnis vor Ertragsteuern1)8) / Eigenkapital2) ) |
% | 19,3 | 13,5 | - 30,2 | 21,7 | - 22,9 |
| Eigenkapitalquote (Eigenkapital2) / Bilanzsumme) | % | 23,5 | 22,2 | 16,1 | 21,8 | 19,4 |
| Gearing6) (Nettokreditverschuldung plus bilanzieller Pensionsverpflichtungen/Eigenkapital2) ) |
% | 85,8 | 92,5 | 182,4 | 123,5 | 213,0 |
| Verschuldungsgrad (Nettokreditverschuldung / Bilanzsumme) |
% | - 0,7 | - 2,3 | 3,5 | 5,9 | 20,9 |
| Innenfinanzierung (Cashflow / Investitionen) | % | 106,9 | 105,5 | 136,9 | 262,7 | 58,3 |
| Dynamischer Verschuldungsgrad (Nettokreditverschuldung / Cashflow) | % | - 7,3 | - 22,2 | 37,4 | 49,0 | 219,6 |
| Umsatzeffektivität (Cashflow / Umsatz) | % | 10,8 | 11,1 | 9,9 | 13,6 | 10,4 |
| Net Working Capital (kurzfristige Vermögenswerte minus kurzfristiges Fremdkapital)4) |
Mrd. € |
0 | 0,9 | - 0,3 | - 0,4 | - 1,5 |
| Anlagenvermögensintensität (Anlagevermögen / Gesamtvermögen) | % | 63,9 | 62,2 | 65,1 | 61,2 | 70,8 |
| Abschreibungsquote Flugzeuge / Reservetriebwerke (kumulierte Anschaffungskosten / kumulierte Abschreibung) |
% | 55,7 | 53,4 | 55,5 | 53,8 | 49,5 |
| Personalkennziffern |
|
|
|
|
|
|
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | Anzahl |
90 811 | 92 743 | 94 798 | 94 135 | 87 975 |
| Umsatz / Mitarbeiter | € |
198 930 | 182 925 | 168 326 | 180 284 | 189 713 |
| Personalaufwand / Umsatz | % |
26,9 | 28,4 | 28,9 | 27,5 | 26,8 |
| Leistungsdaten Lufthansa Konzern5)9) |
|
|
|
|
|
|
| Angebotene Tonnenkilometer | Mio. |
26 485,6 | 25 950,3 | 23 237,3 | 22 755,6 | 23 941,3 |
| Verkaufte Tonnenkilometer | Mio. |
18 726,6 | 18 445,0 | 16 226,5 | 16 080,8 | 16 186,9 |
| Nutzladefaktor | % |
70,7 | 71,1 | 69,8 | 70,7 | 67,6 |
| Angebotene Sitzkilometer | Mio. |
144 181,9 | 140 647,7 | 124 026,6 | 119 876,9 | 126 400,4 |
| Verkaufte Sitzkilometer | Mio. |
108 184,5 | 104 063,7 | 90 708,2 | 88 570,0 | 90 388,5 |
| Sitzladefaktor | % |
75,0 | 74,0 | 73,1 | 73,9 | 71,5 |
| Fluggäste | Mio. |
51,3 | 50,9 | 45,4 | 43,9 | 45,7 |
| Zahlgast-Tonnenkilometer | Mio. |
10 897,5 | 10 484,0 | 9 137,9 | 8 922,8 | 9 105,4 |
| Fracht / Post | t |
1 735 771 | 1 752 900 | 1 580 430 | 1 624 983 | 1 655 870 |
| Fracht / Post-Tonnenkilometer | Mio. | 7 829,1 | 7 961,0 | 7 088,6 | 7 158,0 | 7 081,5 |
| Flüge | Anzahl |
653 980 | 647 785 | 543 549 | 517 922 | 540 674 |
| Flugkilometer | Mio. | 794,1 | 798,7 | 703,6 | 668,1 | 687,9 |
| Blockstunden | Anzahl |
1 340 948 | 1 351 932 | 1 172 034 | 1 112 062 | 1 157 982 |
| Verkehrsflugzeuge | Anzahl |
432 | 377 | 382 | 344 | 345 |
Die Zahlen wurden auf Mio.-EUR-Werte ohne Nachkommastelle gerundet. Dadurch ergeben
sich Abweichungen von den früheren Geschäftsberichten.
| * | Umgerechnet in EUR. |
1)
Ab 2005 Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit und Ergebnis vor Ertragsteuern (bis 2004
Ergebnis vor Steuern) inkl. sonstiger Steuern; Vorjahre vergleichbar gerechnet.
2)
Ab 2005 Eigenkapital inkl. Minderheitenanteil; Vorjahre vergleichbar gerechnet.
3)
Kapitalerhöhung 2004 um 195.379.200 EUR (76.320.000 Aktien).
4)
Abschlusszahlen ab 2004 gemäß neuem Bilanzschema IAS 1, die Vorjahreszahlen sind annähernd
vergleichbar.
5)
Ab 2003 inkl. Air Dolomiti, ab 2006 inkl. Eurowings.
6)
Ab 2004 Nettokreditverschuldung zzgl. bilanzierter Pensionsverpflichtungen; Vorjahre
vergleichbar gerechnet.
7)
Ab 2005 inkl. Schuldscheindarlehen (jederzeit liquidierbar).
8)
Ab 2008 inkl. aufgegebenem Geschäftsfeld Touristik.
9)
Lufthansa Passage, Lufthansa Regional (inkl. Air Dolomiti eigener Verkehr), Lufthansa
Cargo, SWISS, (ab 2010 inkl. Edelweiss Air), British Midland (ab Juli 2009) und Austrian
Airlines (ab September 2009).
Zeit, in der ein Flugzeug "off blocks" ist, inklusive des Zeitpunkts vom Abrollen
des Flugzeugs zum Start ("off blocks") bis zum Stillstand nach der Landung ("on blocks").
Bei Chodeshare-Flügen wird eine Strecke unter der eigenen Flugnummer einer Fluggesellschaft
verkauft, obwohl die Beförderung teilweise oder ganz von einer anderen Fluggesellschaft
durchgeführt wird. Dabei treten beide Gesellschaften am Markt selbständig auf.
Die durchschnittlich pro Leistungseinheit erzielten Erlöse. Sie beziehen sich auf
verkaufte Sitz-/ Passagier- oder Tonnenkilometer, können aber auch für reine Mengeneinheiten
- etwa pro Passagier oder Kilometer - ermittelt werden.
In der Luftfahrt ist ein Hub ein zentraler Verkehrsknotenpunkt bzw. der "Umsteigeflughafen"
einer Fluggesellschaft. Fluggäste sowie Güter werden zunächst von ihrem Abflugort
zu einem "Heimatflughafen" der Airline (dem Hub) transportiert, um von dort mit Passagieren
und Gütern aus anderen Abflugorten -aber mit dem gleichen Ziel - zu ihrem Zielort
zu fliegen.
International Air Transport Association - Internationaler Dachverband der Luftverkehrsgesellschaften.
Abkürzung (Maintenance, Repair and Overhaul) für die Wartung, Reparatur und Überholung
von Flugzeugen.
Diese Fluggesellschaften bieten im Unterschied zu den No-Frills-Carriern ein ausgedehntes,
meist weltweites Streckennetz über ein oder mehrere Drehkreuze (Hubs) mit aufeinander
abgestimmten Anschlussflügen an.
No-Frills-Carrier sind Fluggesellschaften mit überwiegend niedrigen Ticketpreisen,
jedoch mit reduziertem bzw. zusätzlich kostenpflichtigem Service an Bord und Boden.
Die Abflüge erfolgen meist von Sekundärflughäfen, dementsprechend außerhalb der Ballungszentren
(z. B. Hahn im Hunsrück).
Leistungseinheit im Luftverkehr. Ein verkaufter Sitz-/Passagierkilometer (PKT) bedeutet:
Ein Passagier wird einen Kilometer weit befördert; ein verkaufter Tonnenkilometer
(TKT): Eine Tonne Ladung (Fracht, Passagiere oder beides) wird einen Kilometer weit
transportiert.
Auslastung der Kapazitäten in Prozent. Der Nutzladefaktor bezeichnet das Verhältnis
der verkauften zur angebotenen Leistung. Der Sitzladefaktor (SLF) gilt für die Passagierbeförderung,
der Nutzladefaktor (NLF) für den Frachttransport oder die Gesamtleistung.
Kaufoption, mit der man das Recht erwirbt, einen bestimmten Bezugswert innerhalb eines
festgelegten Zeitraums zum vereinbarten Preis zu erwerben.
Kennzahl zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens. Der Cashflow
wird ermittelt aus dem Zufluss und Abfluss von Zahlungsmitteln und Zahlungsmittel-Äquivalenten
aus der laufenden Geschäftstätigkeit, siehe "Konzern-Kapitalflussrechnung" auf [S.
155].
Kennzahl zur Erfolgsmessung der Wertschaffung. Wenn der in einer Periode erzielte Cashflow (EBITDAplus ) größer ist als der zur Deckung der Kapitalkosten notwendige Mindest-Cashflow, fällt der CVA positiv aus und es wird Wert geschaffen, siehe "Wertorientierte Steuerung und Ziele" ab [S. 48].
Compliance soll das rechtmäßige Verhalten eines Unternehmens, seiner Leitungsorgane
und Mitarbeiter im Hinblick auf die Einhaltung relevanter gesetzlicher Ge- und Verbote
sicherstellen.
Handel von Aufsichtsrats-, Vorstands- und Bereichsvorstandsmitgliedern oder deren
Angehörigen mit Wertpapieren "ihres" Unternehmens. Es besteht die gesetzliche Verpflichtung,
diese Geschäfte zu melden, wenn die Geschäfte einen Betrag von 5.000 EUR im Kalenderjahr
überschreiten.
Kennzahl für die Beurteilung der Rentabilität einer Aktienanlage. Sie wird ermittelt,
indem man die Dividende durch den Aktienschlusskurs des Berichtsjahres dividiert und
mit 100 multipliziert.
Finanzkennzahl, die dem Verhältnis von adjustiertem operativen Cashflow zur Nettokreditverschuldung
und Pensionen entspricht, vgl. [S. 53]. Bei Erreichen des Zielwerts von mindestens
60 Prozent werden die vergleichbaren Zielgrößen der Ratingagenturen für ein Investment
Grade Rating nachhaltig erfüllt.
Finanzkennzahl. Sie umfasst das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern.
Finanzkennzahl. Sie wird ermittelt aus dem Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und
Abschreibungen. Der Begriff Abschreibungen umfasst hier sowohl die Abschreibungen
auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen als auch auf lang- und kurzfristige
Finanzvermögenswerte. Weiterhin sind die außerordentlichen Abschreibungen der nach
der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen und der zum Verkauf vorgesehenen Vermögenswerte
enthalten.
EBITDAplus
Beim EBITDAplus handelt es sich um das um nicht zahlungswirksame Positionen bereinigte operative Ergebnis. Im EBITDAplus werden alle cashrelevanten Posten berücksichtigt, die durch das Management beeinflussbar sind, siehe "Wertorientierte Steuerung und Ziele" ab [S. 48].
Finanzkennzahl. Sie gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital (Bilanzsumme)
an.
Finanzkennzahl. Damit bezeichnet man das Verhältnis von Ergebnis nach Ertragsteuern/Konzernergebnis
zum eingesetzten Eigenkapital.
Bilanzierungsmethode von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures.
Danach werden diese von der bilanzierenden Gesellschaft entsprechend ihrem Anteil
am Reinvermögen (Equity) der Beteiligung bewertet.
Covenants sind Verpflichtungen des Kreditnehmers, die im Rahmen von Kreditverträgen
zwischen der finanzierenden Bank und dem kreditnehmenden Unternehmen vereinbart werden.
Financial Covenants können dabei auch als Kapitalstrukturauflagen beschrieben werden.
Diese verpflichten den Kreditnehmer, während der Laufzeit des Kredits bestimmte Kennzahlen
(z. B. zum Eigenkapital, zur Verschuldung oder Liquidität) einzuhalten. Unter den
wesentlichen Finanzverbindlichkeiten der Deutschen Lufthansa AG existieren keine Financial
Covenants.
Finanzkennzahl. Zeigt die in der Berichtsperiode nach Abzug der für Investitionstätigkeit
eingesetzten Nettozahlungsmittel verbliebenen Zahlungsmittel aus dem operativen Cashflow.
Finanzkennzahl. Sie zeigt das Verhältnis der Summe Nettokreditverschuldung und Pensionsrückstellungen
zum Eigenkapital.
Finanzkennzahl. Sie gibt an, bis zu welcher Quote die Investitionen aus dem Cashflow
finanziert werden konnten.
Preisdifferenz zwischen Rohöl und Kerosin.
Gruppe der Tochterunternehmen eines Konzerns, die in den Konzernabschluss einbezogen
werden.
Posten zur Darstellung steuerlicher Bewertungsunterschiede. Latente Steuern bildet
man bei zeitlich begrenzten Differenzen zwischen Konzernbilanz und Steuerbilanz, um
den Steueraufwand entsprechend dem Konzernergebnis auszuweisen.
Fondsvermögen, das Lufthansa seit 2004 zur Ausfinanzierung künftiger Rentenzahlungen
an Mitarbeiter im Inland sowie an ins Ausland entsandte Mitarbeiter aufbaut. Zur Dotierung
sind jährliche Zuführungen geplant, Ziel ist die vollständige Ausfinanzierung der
Versorgungsverpflichtungen.
Finanzkennzahl. Sie zeigt die langfristigen Finanzschulden abzüglich der flüssigen
Mittel und der Wertpapiere des Umlaufvermögens.
Ergebnisgröße. Das operative Ergebnis wird ermittelt aus dem Ergebnis der betrieblichen
Tätigkeit, bereinigt um Buchgewinne und -verluste, Rückstellungsauflösungen, Kursgewinne
und -verluste aus Stichtagsbewertungen langfristiger Finanzschulden und sonstige aperiodische
Erträge und Aufwendungen (aperiodische Posten), vgl. [S. 65].
Verkaufsoption bzw. der dieser zu Grunde liegende Vertrag, durch den der Käufer der
Option das Recht erwirbt, einen bestimmten Bezugswert innerhalb eines festgelegten
Zeitraums zum vereinbarten Preis (Basispreis) zu verkaufen.
Eine auf den internationalen Finanzmärkten standardisierte Kennziffer zur Bewertung
und Einstufung der Bonität eines Unternehmens. Ein Rating kann Rückschlüsse darauf
zulassen, ob ein Emittent in der Lage ist, seine in den Emissionsbedingungen getätigten
Verpflichtungen in vollem Umfang zu erfüllen.
Zuführung von einbehaltenen Gewinnen zum Eigenkapital. Sie dient der Stärkung der
Finanzkraft eines Unternehmens.
Finanzkennzahl. Sie zeigt die Rendite, die der Anleger aus der Steigerung des Börsenwerts
bzw. Aktienkurses plus der Dividendenzahlung erwirtschaftet. Den Total Shareholder
Return ermittelt man aus: Schlusskurs des Berichtsjahres plus ausgezahlter Dividende
aus dem Vorjahr, multipliziert mit 100, dividiert durch den Schlusskurs des Vorjahres.
Finanzkennzahl. Sie gibt das Verhältnis von Ergebnis vor Ertragsteuern/Konzernergebnis
zu Umsatzerlösen an.
Erlöse aus dem reinen Flugbetrieb. Dazu zählen Umsätze, die im Passagier- und Frachttransport
und mit damit zusammenhängenden Nebenleistungen erzielt wurden.
Namensaktien, die nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden dürfen.
Durchschnittliche Verzinsung des Kapitals. Die Kapitalverzinsung wird mit einem gewichteten
Durchschnitt der Fremd- und Eigenkapitalkosten errechnet.
Außerplanmäßige Abschreibung von Vermögenswerten. Eine Wertberichtigung wird notwendig,
wenn der "erzielbare Betrag" - der höhere der beiden Werte Nettoveräußerungspreis
oder Nutzungswert - unter den Buchwert gesunken ist. Planmäßige Abschreibungen stellen
dagegen die systematische Verteilung des Abschreibungsvolumens eines Vermögenswerts
über dessen Nutzungsdauer dar.
Finanzkennzahl. Zur Beurteilung der Liquidität eines Unternehmens wird die Differenz
zwischen kurzfristigen Vermögenswerten und kurzfristigen Schulden ermittelt.
Deutsche Lufthansa AG
Von-Gablenz-Str. 2- 6
50679 Köln
Registereintragung: Amtsgericht Köln HRB 2168
Frank Hülsmann (Ltg.)
Claudio Rizzo
Anna-Maria Wehenkel
Deutsche Lufthansa AG, Investor Relations
Deutsche Lufthansa AG
Andreas Teichmann, Essen
HGB Hamburger Geschäftsberichte GmbH & Co. KG, Hamburg
Broermann Druck + Medien GmbH, Troisdorf
Gedruckt auf Circlesilk Premium White
(100 Prozent Recyclingpapier, ausgezeichnet
mit dem EU Ecolabel, Lizenznummer 03/05/5)
Printed in Germany
ISSN 1616-0231
Leiter Investor Relations
+49 69 696 -28001
+49 69 696 -28003
+49 69 696 -28011
+49 69 696 -28012
Deutsche Lufthansa AG
Investor Relations
LAC, Airportring
60546 Frankfurt am Main
Telefon: + 49 69 696 -28008
Telefax: + 49 69 696 -90990
E-Mail: investor.relations@dlh.de
Geschäftsberichte und Quartalsberichte in deutscher und englischer Sprache können
über unseren Bestellservice im Internet -www.lufthansa.com/investor-relations -oder
unter oben genannter Adresse angefordert werden.
Aktuelle Finanzinformationen im Internet: www.lufthansa.com/investor-relations
| 2011 | 2012 | ||
| 17. März | Bilanz-Pressekonferenz und Analystenkonferenz zum Jahresergebnis 2010 |
15. März |
Bilanz-Pressekonferenz und Analystenkonferenz zum Jahresergebnis 2011 |
| 3. Mai |
Hauptversammlung in Berlin | 3. Mai |
Veröffentlichung Zwischenbericht zum 1. Quartal 2012 |
| 5. Mai |
Veröffentlichung Zwischenbericht zum 1. Quartal 2011 | 8. Mai |
Hauptversammlung in Köln |
| 28. Juli |
Veröffentlichung Zwischenbericht zum 1. Halbjahr 2011 | 2. Aug. |
Veröffentlichung Zwischenbericht zum 1. Halbjahr 2012 |
| 27. Okt. |
Presse- und Analystenkonferenz zum Zwischenbericht Januar - September 2011 |
31. Okt. |
Presse- und Analystenkonferenz zum Zwischenbericht Januar - September 2012 |
Bei den in unserem Geschäftsbericht 2010 veröffentlichten Angaben, die sich auf die
zukünftige Entwicklung des Lufthansa Konzerns und seiner Gesellschaften beziehen,
handelt es sich lediglich um Prognosen und Einschätzungen und damit nicht um feststehende
historische Tatsachen. Sie dienen allein informatorischen Zwecken und sind gekennzeichnet
durch Begriffe wie "glauben", "erwarten", "vorhersagen", "beabsichtigen", "prognostizieren",
"planen", "schätzen", "rechnen mit" oder "bestreben". Diese zukunftsgerichteten Aussagen
beruhen auf allen uns derzeit erkennbaren und verfügbaren Informationen, Fakten und
Erwartungen. Sie können daher nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Gültigkeit beanspruchen.
Da zukunftsgerichtete Aussagen naturgemäß mit Ungewissheiten und in ihren Auswirkungen
nicht einschätzbaren Risikofaktoren - wie etwa einer Änderung der wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen - behaftet sind oder zugrunde gelegte Annahmen nicht oder abweichend
eintreffen können, besteht die Möglichkeit, dass sich die tatsächlichen Ergebnisse
und die Entwicklung des Unternehmens von den Prognosen wesentlich unterscheiden. Lufthansa
ist stets bemüht, die veröffentlichten Daten zu kontrollieren und auf dem aktuellen
Stand zu halten. Dennoch kann seitens des Unternehmens keine Verpflichtung übernommen
werden, zukunftsgerichtete Aussagen an später eintretende Ereignisse bzw. Entwicklungen
anzupassen. Eine Haftung oder Garantie für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit
dieser Daten und Informationen wird demnach weder ausdrücklich noch konkludent übernommen.
Zur Vereinfachung der Sprache haben wir in unserem Bericht die maskuline Form verwendet.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
www.lufthansa.com
www.lufthansa.com/investor-relations
www.lufthansa.com/verantwortung