Deutsche Post AGBonnKonzernabschluss zum 31. Dezember 2009 und Konzernlagebericht 2009KonzernlageberichtLIVING RESPONSIBILITYAls weltweit tätiges Unternehmen tragen wir eine besondere Verantwortung dafür, unser Wissen und unsere Erfahrungen zum Wohle der Gesellschaft einzusetzen und die möglichen negativen Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt zu begrenzen. Unter dem Motto „Living Responsibility“ liegen die Schwerpunkte unseres Engagements in den Bereichen Umweltschutz, Katastrophenhilfe und Bildung. Unsere Programme GoGreen, GoHelp und GoTeach bündeln eine Vielzahl von Maßnahmen und werden vom Engagement, den Fähigkeiten und der Begeisterung unserer rund 500.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen. Wir wollen unsere Zukunft positiv gestalten, damit diese Welt auch morgen noch lebenswert ist. GoGreen: Minimierung der Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt durch den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. GoHelp: Hilfe für Menschen, die von Naturkatastrophen betroffen sind. GoTeach: Engagement für mehr Bildung und bessere Bildungschancen als Voraussetzungen für gesellschaftlichen Fortschritt. Geschäft und Umfeld Geschäftstätigkeit und Organisation Übernahmerechtliche Angaben Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat Rahmenbedingungen Konzernstrategie Unternehmenssteuerung Kapitalmarkt Deutsche-Post-Aktie Roadmap to Value Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Wirtschaftliche Lage des Konzerns Wesentliche Ereignisse Ertragslage Finanzlage Vermögenslage Unternehmensbereiche Überblick BRIEF EXPRESS GLOBAL FORWARDING, FREIGHT SUPPLY CHAIN Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Mitarbeiter Unternehmerische Verantwortung Beschaffung Forschung und Entwicklung Marken Risiken Chancen- und RisikocontrollingRisikokategorien und Einzelrisiken Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns Nachtrag und Prognose Nachtragsbericht Prognosebericht Chancen GESCHÄFT UND UMFELDGESCHÄFTSÄTIGKEIT UND ORGANISATION Der führende Post- und Logistikkonzern Deutsche Post DHL unterhält ein globales Netzwerk, das dem Kunden vom Standardprodukt bis zur maßgeschneiderten Lösung alle Möglichkeiten für den Transport und die Verarbeitung von Waren und Informationen bietet. Wir legen größten Wert auf Service, Qualität und Nachhaltigkeit und übernehmen mit unseren Programmen für Klimaschutz, Katastrophenhilfe und Bildung gesellschaftliche Verantwortung. Im Unternehmensbereich BRIEF sind wir der einzige postalische Universaldienstleister in Deutschland. Wir befördern bundesweit wie international Briefe und Pakete, sind Spezialist für Dialogmarketing, die flächendeckende Verteilung von Presseprodukten und elektronische Dienstleistungen. Im Unternehmensbereich EXPRESS halten wir für Geschäfts- und Privatkunden Kurier- und Expressdienstleistungen bereit. Unser Netzwerk umfasst mehr als 220 Länder und Territorien. Im Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT befördern wir Güter über Schiene, Straße, Luft und See. Wir sind auf der Welt die Nummer eins für Luft- und Seefracht und einer der führenden Landfrachttransporteure in Europa. Im Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN erbringen wir als Weltmarktführer in der Kontraktlogistik Lager-, Transport- und Mehrwertleistungen entlang der gesamten Lieferkette für Kunden verschiedener Branchen. Überdies bieten wir Gesamtlösungen für fremdvergebene Dokumentenmanagementprozesse von Unternehmen. Interne Dienstleistungen wie Finance Services (Rechnungswesen), IT und Einkauf haben wir konzernweit im Bereich Global Business Services (GBS) gebündelt. Dadurch können wir unsere Ressourcen effizient nutzen und zugleich auf die sich schnell ändernden Anforderungen unseres Geschäfts flexibel reagieren. Vier operative Unternehmensbereiche Der Konzern ist in vier operative Unternehmensbereiche gegliedert, die durch eigene Zentralen (Divisional Headquarters) gesteuert werden und für die Berichtsstruktur in Geschäftsfelder gegliedert sind. Aufgaben der Konzernführung werden im Corporate Center wahrgenommen. A.01 Organisationsstruktur Deutsche Post DHL scroll
Eine neue Strategie und ein neuer Name Im ersten Quartal 2009 haben wir den Konzern im Rahmen unserer neuen Strategie in Deutsche Post DHL umbenannt. Damit unterstreichen wir unser auf zwei Säulen ausgerichtetes Ziel: „Die Post für Deutschland“ zu bleiben und „Das Logistikunternehmen für die Welt“ zu werden. Wir schaffen damit auch eine neue Transparenz im Konzern, übersichtliche Strukturen und integrierte Kundenlösungen. Hierfür haben wir die Markenarchitektur angepasst und den Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN/CORPORATE INFORMATION SOLUTIONS in SUPPLY CHAIN umbenannt. Er umfasst die Geschäftsfelder Supply Chain und Williams Lea. Weiter haben wir im Corporate Center einen neuen Geschäftsbereich „DHL Solutions & Innovations“ eingerichtet sowie die Zuständigkeit für Personal den beiden Säulen Deutsche Post und DHL zugeordnet. A .02 Konzernstruktur aus verschiedenen Perspektiven scroll
Neue Vorstände für EXPRESS und Finanzen Am 26. Februar 2009 hat Ken Allen von John Mullen die Leitung des Unternehmensbereichs EXPRESS übernommen. Mit Wirkung vom 1. September 2009 hat Lawrence Rosen das Ressort Finanzen, Global Business Services übernommen und ist damit dem am 30. Juni 2009 ausgeschiedenen John Allan nachgefolgt. In der Übergangszeit wurde das Ressort von Frank Appel kommissarisch verantwortet. Organisation des operativen Geschäfts angepasst Wie angekündigt, haben wir uns Anfang 2009 aus dem nationalen US-Expressgeschäft zurückgezogen und unsere regionale Organisationsstruktur entsprechend verschlankt. Unsere amerikanische Organisation für den Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT wurde ebenfalls neu geordnet: Nordamerika und Lateinamerika wurden zur Region Americas zusammengefasst. Im Zuge der Neuausrichtung des Unternehmensbereichs EXPRESS haben wir im vierten Quartal 2009 die Absicht bekannt gegeben, die regionalen europäischen Zentralfunktionen aus Brüssel nach Bonn, Leipzig und Prag zu verlagern, also dorthin, wo auch die übrigen Funktionen angesiedelt sind. So können wir unsere Ressourcen effektiver einsetzen und enger zusammenarbeiten. Die Länderorganisation in Belgien ist von diesem Umzug ebenso wenig betroffen wie der Betrieb am Brüsseler Luftdrehkreuz und den Gateways. Im Unternehmensbereich BRIEF haben wir im vierten Quartal den Vertrieb neu organisiert. Dadurch ist es uns gelungen, Abläufe und Strukturen zu vereinfachen, Kosten zu sparen und flexibler auf Kundenanforderungen zu reagieren. ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB und erläuternder Bericht Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals, Stimmrechte und Übertragung von Aktien Zum 31. Dezember 2009 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 1.209.015.874 €, eingeteilt in ebenso viele auf den Namen lautende Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag). Jede Aktie gewährt die gleichen gesetzlich vorgesehenen Rechte und Pflichten und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Keinem Aktionär und keiner Aktionärsgruppe stehen Sonderrechte, insbesondere solche, die Kontrollbefugnisse verleihen, zu. Die Ausübung der Stimmrechte und die Übertragung der Aktien richten sich nach den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen und der Satzung der Gesellschaft, die beides nicht beschränkt. § 19 der Satzung bestimmt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um als Aktionär an der Hauptversammlung teilzunehmen und sein Stimmrecht auszuüben. Gegenüber der Gesellschaft gilt als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Dem Vorstand sind keine Vereinbarungen zwischen Aktionären bekannt, die das Stimmrecht oder die Aktienübertragung beschränken. Kapitalbeteiligungen von mehr als 10 % Die KfW Bankengruppe (KfW), Frankfurt am Main, ist mit einer Beteiligung von rund 30,5 % am Grundkapital unser größter Aktionär. Die Bundesrepublik Deutschland ist mittelbar über die KfW an der Deutsche Post AG beteiligt. KfW und Bund sind gemäß den uns vorliegenden Mitteilungen nach §§ 21 ff. WpHG die einzigen Aktionäre, die direkt oder indirekt mehr als 10 % des Grundkapitals halten. Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder Die Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften bestellt und abberufen (§§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG). Gemäß § 84 AktG, § 31 MitbestG erfolgt die Bestellung durch den Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Gemäß § 6 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern. Im Übrigen wird die Zahl der Vorstandsmitglieder durch den Aufsichtsrat bestimmt, der auch einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen kann. Im Berichtsjahr gab es Änderungen im Vorstand, über die wir im Kapitel Geschäftstätigkeit und Organisation berichten. Satzungsänderungen Die Satzung kann gemäß §§ 119 Abs. 1 Ziff. 5, 179 Abs. 1 Satz 1 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung geändert werden. Gemäß § 21 Abs. 2 der Satzung in Verbindung mit §§ 179 Abs. 2, 133 AktG beschließt die Hauptversammlung über Satzungsänderungen grundsätzlich mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und mit der einfachen Mehrheit des vertretenen Grundkapitals. Soweit das Gesetz für Satzungsänderungen zwingend eine größere Mehrheit vorschreibt, ist diese Mehrheit entscheidend. Gemäß § 14 Abs. 7 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen. Ferner ist der Aufsichtsrat durch Hauptversammlungsbeschlüsse vom 8. Mai 2007 (Bedingtes Kapital III) und 21. April 2009 (Genehmigtes Kapital 2009) jeweils ermächtigt worden, die Fassung der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausgabe von Aktien bzw. der Ausnutzung des genehmigten Kapitals sowie nach Ablauf des jeweiligen Ermächtigungszeitraums anzupassen. Befugnisse des Vorstands, insbesondere zu Aktienausgabe und Aktienrückkauf Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20. April 2014 bis zu 240 Mio neue, auf den Namen lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen auszugeben und hierdurch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 240 Mio € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2009, § 5 Abs. 2 der Satzung). Der Vorstand hat diese Ermächtigung bisher nicht ausgenutzt. Den Aktionären steht bei Ausgabe von neuen Aktien aus dem Genehmigten Kapital 2009 grundsätzlich ein Bezugsrecht zu, das nur unter den in § 5 Abs. 2 der Satzung genannten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden kann. Die Einzelheiten dazu ergeben sich aus § 5 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft. Das Genehmigte Kapital 2009 ist ein Finanzierungs- und Akquisitionsinstrument entsprechend den internationalen Standards, das der Gesellschaft die Möglichkeit gibt, schnell, flexibel und kostengünstig Eigenkapital aufzunehmen. Das genehmigte Kapital entspricht einem Anteil von weniger als 20 % des Grundkapitals. Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Mai 2007 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Mai 2012 einmal oder mehrmals Options-, Wandel- und/oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (nachfolgend zusammen „Options- und/oder Wandelanleihen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu 1 Mrd € auszugeben und dabei Options- und/oder Wandelungsrechte auf neue Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt bis zu 56 Mio € zu gewähren. Hierzu ist das Grundkapital um bis zu 56 Mio € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital III, § 5 Abs. 3 der Satzung). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann bei der Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen nur unter den in dem vorgenannten Ermächtigungsbeschluss aufgeführten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden. Die Einzelheiten dazu ergeben sich aus dem von der Hauptversammlung beschlossenen Beschlussvorschlag zu Tagesordnungspunkt 7 der Hauptversammlung vom 8. Mai 2007. Die Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen entspricht der üblichen Unternehmenspraxis bei börsennotierten Aktiengesellschaften. Sie eröffnet der Gesellschaft die Möglichkeit zur flexiblen und zeitnahen Finanzierung ihrer Aktivitäten und gibt den notwendigen Handlungsspielraum, um günstige Marktsituationen kurzfristig und schnell zu nutzen, indem beispielsweise Aktien oder Options-/Wandelanleihen der Gesellschaft im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen, beim Erwerb von Unternehmen oder von Beteiligungen an Unternehmen als Gegenleistung angeboten werden können. Der Vorstand hat diese Ermächtigung bisher nicht ausgenutzt. Schließlich hat die Hauptversammlung vom 21. April 2009 die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 30. September 2010 eigene Aktien bis zu 10 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Dabei gilt die Maßgabe, dass die so erworbenen Aktien zusammen mit Aktien, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals darstellen. Der Erwerb der Aktien kann über die Börse, aufgrund eines öffentlichen Kaufangebots, mittels einer an die Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder auf andere Weise nach Maßgabe des § 53a AktG erfolgen. Die Ermächtigung kann zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck ausgeübt werden; insbesondere ist der Vorstand ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem von der Hauptversammlung beschlossenen Beschlussvorschlag zu Tagesordnungspunkt 6 der Hauptversammlung vom 21. April 2009. In Ergänzung zu dieser Ermächtigung hat die Hauptversammlung vom 21. April 2009 den Vorstand ermächtigt, in dem zu Tagesordnungspunkt 6 der Hauptversammlung vom 21. April 2009 beschlossenen Rahmen eigene Aktien auch in Erfüllung von Optionsrechten, die die Gesellschaft zum Erwerb der eigenen Aktien bei Ausübung der Option verpflichten („Put-Optionen“), oder in Ausübung von Optionsrechten zu erwerben, die der Gesellschaft das Recht vermitteln, eigene Aktien bei Ausübung der Option zu erwerben („Call-Optionen“), und eigene Aktien unter Einsatz einer Kombination von Put- und Call-Optionen zu erwerben. Dabei sind alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Put-Optionen, Call-Optionen oder einer Kombination aus Put- und Call-Optionen auf höchstens 5 % des bei Beschlussfassung vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Die Laufzeiten der Optionen müssen spätestens am 30. September 2010 enden und so gewählt werden, dass der Erwerb der eigenen Aktien in Ausübung der Optionen nicht nach dem 30. September 2010 erfolgen kann. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem von der Hauptversammlung beschlossenen Beschlussvorschlag zu Tagesordnungspunkt 7 der Hauptversammlung vom 21. April 2009. Die Erteilung einer Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien durch die Hauptversammlung entspricht einer verbreiteten Praxis bei börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland. Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien unter Einsatz von Derivaten soll das Instrumentarium des Aktienrückkaufs lediglich ergänzen und der Gesellschaft die Gelegenheit geben, einen Rückkauf optimal zu strukturieren. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 28. April 2010 vorschlagen, beide Ermächtigungen erneut zu erteilen. Bei öffentlichen Angeboten zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft gelten ausschließlich Gesetz und Satzung einschließlich der Bestimmungen des deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes. Die Hauptversammlung hat den Vorstand nicht zur Vornahme von in ihre Zuständigkeit fallenden Handlungen ermächtigt, um den Erfolg von etwaigen Übernahmeangeboten zu verhindern. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern Für den Fall eines Kontrollwechsels ist den Vorstandsmitgliedern Ken Allen, Bruce Edwards, Lawrence Rosen und Hermann Ude das Recht eingeräumt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands jeweils aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags unter den gleichen Voraussetzungen hat das Mitglied des Vorstands Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Vorstandsvertrags, begrenzt durch die vom Deutschen Corporate Governance Kodex (Ziff. 4.2.3 in der Fassung vom 18. Juni 2009) empfohlenen Caps. Die Vereinbarungen sind im Vergütungsbericht dargestellt. VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT Vergütungsbericht Struktur der Vergütung des Konzernvorstands im Geschäftsjahr 2009 Die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2009 hat der Aufsichtsrat bzw. sein Präsidialausschuss festgelegt, der vom Aufsichtsratsvorsitzenden geleitet wird. Der Aufsichtsrat hat auf Vorschlag des Präsidialausschusses über das Vergütungssystem für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente beraten und beschlossen. Die Vorstandsvergütung orientiert sich an der Größe und der globalen Ausrichtung des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an den Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die Vergütung ist so bemessen, dass sie im internationalen und nationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit einen Anreiz für engagierte und erfolgreiche Arbeit bietet. Die Vergütung des Vorstands im Jahr 2009 ist marktüblich, angemessen und leistungsorientiert; sie setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten sowie aus Komponenten mit langfristiger Wirkung zusammen. Erfolgsunabhängige Komponenten sind die Jahresfestvergütung (Grundgehalt), Nebenleistungen und Pensionszusagen. Die Jahresfestvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten nachträglich zum Monatsende gezahlt. Nebenleistungen bestehen vor allem aus Firmenwagennutzung, Zuschüssen zu Versicherungen sowie besonderen Pauschalen und Leistungen bei Einsatz außerhalb des Heimatlandes. Die variablen Vergütungsbestandteile im Jahr 2009 enthalten sowohl eine Komponente, die an den jährlichen geschäftlichen Erfolg gebunden ist (Jahreserfolgsvergütung), als auch eine Komponente mit langfristiger Anreizwirkung (Long-Term-Incentive-Plan). Die Höhe der an den jährlichen geschäftlichen Erfolg gebundenen Komponente, die Jahreserfolgsvergütung (Jahresbonus), wird durch den Aufsichtsrat auf der Grundlage der Geschäftsentwicklung des Unternehmens nach pflichtgemäßem Ermessen festgelegt. Die individuelle Höhe der Jahreserfolgsvergütung richtet sich nach dem Grad, in dem vorab festgelegte Zielwerte erreicht, unter- oder überschritten werden. Maßgebend ist dabei die Steuerungsgröße „EBIT after Asset Charge“ (Gewinn nach Kapitalkosten) des Konzerns. Für die Vorstände der Bereiche BRIEF, GLOBAL FORWARDING, FREIGHT, EXPRESS und SUPPLY CHAIN ist zusätzlich das „EBIT after Asset Charge“ (Gewinn nach Kapitalkosten) der jeweils verantworteten Division maßgeblich. Ist der für das Geschäftsjahr festgelegte obere Zielwert realisiert, wird die maximale Jahreserfolgsvergütung (Maximalbonus) gewährt. Sie ist der Höhe nach auf den Betrag der Jahresfestvergütung begrenzt. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat bei außergewöhnlichen Leistungen einen angemessenen Sonderbonus beschließen. Die vom jährlichen Geschäftserfolg abhängige Vergütungskomponente ist entsprechend den Vorgaben des am 5. August 2009 in Kraft getretenen Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) für Anstellungsverträge und Vertragsverlängerungen nach dem 5. August 2009 um eine Nachhaltigkeitskomponente erweitert worden. Damit wird die Ausrichtung der Vorstandsvergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung erhöht. Die Jahreserfolgsvergütung wird in diesen Fällen künftig, auch wenn die vereinbarten Ziele erreicht worden sind, nicht mehr vollständig auf Jahresbasis ausgezahlt. 50 % der Jahreserfolgsvergütung werden vielmehr in eine neue Mittelfristkomponente mit dreijährigem Bemessungszeitraum (ein Jahr Leistungsphase, zwei Jahre Nachhaltigkeitsphase) überführt. Eine Auszahlung dieser Mittelfristkomponente erfolgt erst nach Ablauf der Nachhaltigkeitsphase und nur, wenn die vom berichteten EBIT after Asset Charge (einschließlich Kapitalkosten auf Goodwill und vor Wertminderung auf Firmenwerte) abhängigen Zielwerte während der Nachhaltigkeitsphase erreicht werden. Bei Nichterfüllung des Nachhaltigkeitskriteriums entfällt die Zahlung ersatzlos. Die Regelung wirkt somit im Sinne eines Malussystems, das die Ausrichtung der Vorstandsvergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung stärkt. Auf Grundlage des vom Aufsichtsrat im Jahr 2006 beschlossenen Long-Term-Incentive-Plans (LTIP 2006) werden SAR (Stock Appreciation Rights) als langfristige Vergütungskomponente gewährt. Jedes SAR berechtigt zum Barausgleich in Höhe der Differenz zwischen dem Durchschnitt der Schlusskurse der Deutsche-Post-Aktie während der letzten fünf Handelstage vor dem Ausübungstag und dem Ausübungspreis der SAR. Die Mitglieder des Vorstands haben im Jahr 2009 je Tranche ein Eigeninvestment in Höhe von 10 % ihres Jahreszielgehalts geleistet. Die Sperrfirst für die Ausübung der Rechte wurde im Rahmen der Gewährung der SAR im Rahmen der Zuteilung im Geschäftsjahr 2009 von bislang drei auf vier Jahre verlängert. Die SAR können nach Ende der Sperrfrist innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren ganz oder teilweise ausgeübt werden, wenn am Ende der Wartezeit die absoluten bzw. relativen Erfolgsziele erreicht wurden. Nach Ablauf des Ausübungszeitraums verfallen nicht ausgeübte SAR. Um zu ermitteln, ob und wie viele der gewährten SAR ausübbar sind, werden der Durchschnittskurs bzw. der Durchschnittsindexwert während Referenz- und Performancezeitraum miteinander verglichen. Beim Referenzzeitraum handelt es sich um die letzten zwanzig aufeinander folgenden Handelstage vor dem Ausgabetag. Der Performancezeitraum betrifft die letzten sechzig Handelstage vor Ablauf der Wartezeit. Der Durchschnittskurs (Endkurs) wird aus dem Durchschnitt der jeweiligen Schlusskurse der Deutsche-Post-Aktie im Xetra-Handel der Deutsche Börse AG ermittelt. Von je sechs SAR können maximal vier über das absolute Erfolgsziel und maximal zwei über das relative Erfolgsziel „verdient“ werden. Wird zum Ablauf der Wartezeit kein absolutes oder relatives Erfolgsziel erreicht, verfallen die darauf entfallenden SAR der entsprechenden Tranche ersatz- und entschädigungslos. Jeweils ein SAR wird verdient, wenn der Endkurs der Deutsche-Post-Aktie mindestens 10, 15, 20 oder 25 % über dem Ausgabepreis liegt. Das relative Erfolgsziel ist an die Performance der Aktie im Verhältnis zur Performance des Dow Jones STOXX 600 Index (SXXP; ISIN EU0009658202) gekoppelt. Es ist erreicht, wenn die Wertentwicklung der Aktie während des Performancezeitraums der des Indexes entspricht oder die Outperformance mindestens 10 % beträgt. Der Long-Term-Incentive-Plan wird auch in nach dem 5. August 2009 abge-schlossenen Verträgen und Vertragsverlängerungen fortgeführt, allerdings mit der An-passung, dass das Eigeninvestment 10 % der Grundvergütung beträgt. Die Vergütung aus den Wertsteigerungsrechten ist auf 300 % der Zielbarvergütung (Grundvergütung zuzüglich Zieljahreserfolgsvergütung) beschränkt. Regelungen zur Begrenzung der Abfindungshöhe gemäß Kodex-Empfehlung, Change-of-Control-Regelungen und nachvertragliches Wettbewerbsverbot in Verträgen ab 2008 Die seit dem Geschäftsjahr 2008 neu abgeschlossenen Vorstandsverträge sehen entsprechend der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex (Ziff. 4.2.3 in der Fassung vom 6. Juni 2008) eine Vereinbarung vor, dass im Falle vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit, die nicht durch einen wichtigen Grund veranlasst ist, nicht mehr als der Wert der Ansprüche für die Restlaufzeit des Vertrages vergütet wird. Dabei sind Zahlungen begrenzt auf den Wert von maximal zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen (Abfindungs-Cap). Für den Fall eines Kontrollwechsels ist den Mitgliedern des Vorstands das Recht eingeräumt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt jeweils aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht). Nach der vertraglichen Regelung wird ein Kontrollwechsel unter der Voraussetzung angenommen, dass entweder ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte – einschließlich der ihm nach § 30 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) zuzurechnenden Stimmrechte Dritter – die Kontrolle im Sinne von § 29 Abs. 2 WpÜG erworben hat oder mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Beherrschungsvertrag nach § 291 Aktiengesetz geschlossen und wirksam geworden ist oder die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Werts der Gesellschaft. Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts oder einvernehmlicher Aufhebung des Vorstandsvertrags innerhalb von neun Monaten seit Kontrollwechsel hat das Mitglied des Vorstands Anspruch auf Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages. Hierbei wird der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex entsprochen und die Höhe der Abfindung auf 150 % des Abfindungs-Caps begrenzt. Der Abfindungsbetrag wird um 25 % gekürzt, wenn das Vorstandsmitglied bei seinem Ausscheiden noch nicht das 60. Lebensjahr vollendet hat. Sofern die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages weniger als zwei Jahre beträgt und das Vorstandsmitglied bei seinem Ausscheiden das 62. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, entspricht der Abfindungsbetrag dem Abfindungs-Cap. Dasselbe gilt, wenn der Vorstandsvertrag vor Vollendung des 62. Lebensjahres durch Zeitablauf endet, weil er im Zeitpunkt des Kontrollwechsels nur noch eine Laufzeit von weniger als neun Monaten hatte und nicht verlängert wurde. Geregelt ist darüber hinaus ein zweijähriges nachvertragliches Wettbewerbsverbot. Zur Kompensation wird während der Dauer des Wettbewerbsverbots 50 % (im Fall von Lawrence Rosen 75 %) der zuletzt vertraglich vereinbarten monatlichen anteiligen Jahresfestvergütung (Grundgehalt) gezahlt. Auf diese Karenzentschädigung wird grundsätzlich anderweitiges Arbeitseinkommen angerechnet, soweit dies zusammen mit der Karenzzahlung die zuletzt monatlich bezogene Festvergütung übersteigen würde. Die Karenzzahlung selbst wird auf etwaige Abfindungszahlungen oder Pensionszahlungen mindernd berücksichtigt. Die Gesellschaft kann vor oder gleichzeitig mit dem Ende des Vorstandsvertrages auf die Einhaltung des Wettbewerbsverbots mit der Wirkung verzichten, dass sie sechs Monate nach Zugang der Erklärung von der Verpflichtung befreit wird, die Karenzentschädigung zu zahlen. Der Vertrag von Lawrence Rosen sieht keine solche einseitige Verzichtsmöglichkeit vor. Sonstige Regelungen Als Kompensation für entfallene Rechte infolge des Wechsels von Lawrence Rosen zur Deutsche Post AG erhält er in den Jahren 2010, 2011 und 2012 insgesamt Zahlungen in Höhe von 2,55 Mio €. Aufgrund einer in seinem Anstellungsvertrag enthaltenen Regelung unterliegt John Allan seit seinem Ausscheiden einem zweijährigen nachvertraglichen Wettbewerbsverbot. Für die Dauer des Wettbewerbsverbots erhält er 50 % seiner zuletzt gewährten anteiligen Jahresfestvergütung (47.031 € monatlich). Etwaige anderweitige Einkünfte werden angerechnet, soweit sie die Hälfte der Jahresfestvergütung übersteigen. Der Anstellungsvertrag mit John Mullen wurde mit Wirkung zum 28. Februar 2010 aufgehoben. Seine Bezüge werden bis zu diesem Zeitpunkt fortgezahlt. Die nachfolgende ursprüngliche restliche Vertragslaufzeit bis 31. Dezember 2010 wird anschließend in Höhe der vertraglichen Ansprüche abgefunden. Darüber hinaus wurden im Zusammenhang mit der Vertragsbeendigung keine Abfindungszahlungen vereinbart. Abgesehen von den dargestellten Regelungen sind darüber hinaus keinem Vorstandsmitglied weitere Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit zugesagt worden. Die Vergütung der aktiven Mitglieder des Vorstands belief sich im Geschäftsjahr 2009 insgesamt auf 14,92 Mio € (Vorjahr: 11,89 Mio €). Davon entfielen 9,81 Mio € auf erfolgsunabhängige Komponenten (Vorjahr: 9,01 Mio €) und 5,11 Mio € auf erfolgsabhängige Komponenten (Vorjahr: 2,88 Mio €). Die Vorstandsmitglieder erhielten im Geschäftsjahr 2009 insgesamt 1.800.000 Stück SAR im Gesamtwert zum Ausgabezeitpunkt (1. Juli 2009) von 7,25 Mio € (Vorjahr: 4,78 Mio €). Höhe der Vergütung der aktiven Mitglieder des Konzernvorstands im Geschäftsjahr 2009 Die Gesamtvergütung der aktiven Vorstandsmitglieder ist in folgender Tabelle individualisiert ausgewiesen: B.01 Vergütung des Konzernvorstands 2009: Barkomponenten scroll
B.02 Vergütung des Konzernvorstands 2009: Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung scroll
Höhe der Vergütung des Konzernvorstands im Vorjahr (2008) B.03 Vergütung des Konzernvorstands 2008: Barkomponenten scroll
B.04 Vergütung des Konzernvorstands 2008: Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung scroll
Versorgungszusagen nach altem System Die Mitglieder des Vorstands verfügen über einzelvertragliche unmittelbare Pensionszusagen. Vorgesehen sind Versorgungsleistungen, wenn das Vorstandsmitglied wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit, Tod oder altersbedingt aus dem Dienst ausscheidet. Bei Ablauf des Vorstandsvertrages nach mindestens fünf Vorstandsdienstjahren bleiben die erworbenen Anwartschaften in vollem Umfang aufrechterhalten. Voraussetzung für Leistungen wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit ist eine erbrachte Dienstzeit von mindestens fünf Jahren. Altersleistungen werden frühestens ab Vollendung des 55. Lebensjahres gewährt, bei Jürgen Gerdes ab dem 62. Lebensjahr. Die Vorstände haben ein Wahlrecht zwischen laufender Ruhegeldleistung und Kapitalzahlung. Die Höhe der Leistungen ist abhängig von den pensionsfähigen Bezügen und dem Versorgungsgrad, der sich aus der Anzahl der Dienstjahre ergibt. Pensionsfähiges Einkommen ist die Jahresfestvergütung (Grundgehalt), berechnet nach dem Durchschnitt der letzten zwölf Kalendermonate der Beschäftigung. In den Jahren 2002 bis 2007 neu bestellte Vorstände erhalten nach fünf Jahren Dienstzeit als Vorstand einen Versorgungsgrad von 25 %, der maximale Versorgungsgrad (50 %) wird nach einer Dienstzeit von zehn Jahren erreicht. Der höchstmögliche Versorgungsgrad eines noch vor 2002 berufenen aktiven Vorstands beträgt 60 %. Der Versorgungsgrad steigt stufenweise, je nach individueller vertraglicher Regelung entweder entsprechend der Dienstzeit oder den Bestellperioden als Vorstand. Die späteren Rentenleistungen werden entsprechend der Entwicklung des Verbraucherpreisindexes für Deutschland erhöht oder ermäßigt. B.05 Individualausweis der Versorgungszusagen nach altem System im Geschäftsjahr 2009 scroll
1) Mindestzeit noch nicht erfüllt. Im Versorgungsfall greifen so lange die Bestimmungen der bisherigen Versorgungsregelung 2) Ganzjahreswert B.06 Individualausweis der Versorgungszusagen nach altem System im Vorjahr (2008) scroll
1) Erhöhung der Bezüge durch Übernahme des Vorstandsvorsitzes 2) Mindestzeit noch nicht erfüllt. Im Versorgungsfall greifen so lange die Bestimmungen der bisherigen Versorgungsregelung Versorgungszusagen nach neuem System Im Geschäftsjahr 2008 wurde die Systematik der Versorgungszusagen neu geregelt. Ab dem 4. März 2008 neu berufene Vorstände erhalten statt der bisherigen endgehaltsbezogenen Pensionszusage eine Zusage auf der Basis eines beitragsorientierten Systems. Im Rahmen der neuen beitragsorientierten Leistungszusage hat das Unternehmen für die betreffenden Mitglieder des Vorstands einen jährlichen Beitrag in Höhe von 25 % der Jahresfestvergütung auf ein virtuelles Versorgungskonto gutgeschrieben. Die Dauer der Beitragszahlung ist auf 15 Jahre begrenzt. Das Versorgungskapital wird bis zum Eintritt des Versorgungsfalles oder bis zum Ausscheiden mit dem für die Bildung steuerlicher Pensionsrückstellungen jeweils geltenden Rechnungszins verzinst. Die Versorgungsleistung wird als Kapital in Höhe des angesammelten Wertes des Versorgungskontos ausgezahlt. Der Leistungsfall tritt bei Erreichen der Altersgrenze (Vollendung des 62. Lebensjahres), bei Invalidität oder bei Tod als Aktiver ein. Der Begünstigte hat ein Rentenwahlrecht. Bei Ausübung wird das Kapital in eine Rente nach den jeweiligen maßgeblichen steuerlichen Rechnungsgrundlagen umgerechnet, wobei individuelle Daten der Hinterbliebenen und eine künftige Rentenanpassung von 1 % berücksichtigt werden. Bei vorzeitigem Ausscheiden des Vorstandsmitglieds ohne Eintritt eines Versorgungsfalles wird das Versorgungskonto in Höhe des bis zum Ausscheiden erdienten Kapitals beitragsfrei und zinslos fortgeführt. In dieses neue Versorgungssystem sind die Vorstände Ken Allen, Bruce Edwards, Lawrence Rosen und Hermann Ude einbezogen. Die Versorgungszusage von Hermann Ude enthält eine Regelung, die ihm eine Mindestleistung zusichert, deren Höhe den Leistungen bei Fortführung der abgelösten Zusage mit den zum Zeitpunkt seiner Berufung zum Vorstand maßgeblichen Bemessungsgrößen entspricht. B.07 Individualausweis der Versorgungszusagen nach neuem System im Geschäftsjahr 2009 scroll
1) Mitglied des Vorstands seit 26. Februar 2009 2 ) Mitglied des Vorstands seit 1. September 2009 3) Anteiliger Beitrag für zehn Monate 4) Anteiliger Beitrag für vier Monate zuzüglich 800.000 € Startbaustein 5) Mindestkapital bei Tod: 929.765 €, Mindestkapital bei Invalidität: 1.606.058 € (Stand jeweils 31. Dezember 2009) 6) Fiktiv zum 1. Januar 2009 bei 5,75 % Zins ermittelt B.08 Individualausweis der Versorgungszusagen nach neuem System im Vorjahr (2008) scroll
1) Mitglied des Vorstands seit 4. März 2008 2) Einschließlich Startgutschrift von 331.298 € zur Ablösung der bisherigen Versorgungszusage Bezüge für ehemalige Mitglieder des Vorstands Die Bezüge für ehemalige Mitglieder des Vorstands bzw. deren Hinterbliebene betrugen im Geschäftsjahr 2009 8,1 Mio € (Vorjahr: 43,1 Mio €). Der nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen ermittelte Verpflichtungsumfang (DBO) für laufende Pensionen beläuft sich auf 26,1 Mio € (Vorjahr: 25,3 Mio €). Vergütung des Aufsichtsrats Die jährliche Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats besteht gemäß § 17 der von der Hauptversammlung beschlossenen Satzung der Deutsche Post AG aus einem Fixum, einer kurzfristigen erfolgsabhängigen Vergütung sowie einer erfolgsabhängigen Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung. Das Fixum beträgt 20.000 €, die kurzfristige erfolgsorientierte Vergütung 300 € für jeweils 0,03 €, um die der Konzerngewinn je Aktie im jeweiligen Geschäftsjahr den Betrag von 0,50 € übersteigt. Im Jahr 2009 betrug der Konzerngewinn je Aktie 0,53 € und lag damit einmal 0,03 € oberhalb von 0,50 €. Für das Geschäftsjahr 2009 besteht ein Anspruch auf die erfolgsorientierte jährliche Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung in Höhe von 300 € für jeweils 3 %, um die der Konzerngewinn je Aktie des Geschäftsjahres 2011 den Konzerngewinn je Aktie des Geschäftsjahres 2008 übersteigt. Der Betrag darf 20.000 € nicht überschreiten. Die Vergütung wird mit Ablauf der Hauptversammlung 2012 fällig. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Zweifache, sein Stellvertreter das Eineinhalbfache der Vergütung. Für den Vorsitzenden eines Aufsichtsratsausschusses erhöht sie sich jeweils um das Einfache, für ein Mitglied jeweils um die Hälfte. Dies gilt nicht für die Mitgliedschaft im Vermittlungs- und Nominierungsausschuss. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen angehören, erhalten die Vergütung zeitanteilig. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben Anspruch auf Ersatz der ihnen bei der Ausübung ihres Amtes entstehenden Auslagen. Anfallende Umsatzsteuern auf die Aufsichtsratsvergütung und Auslagen werden erstattet. Darüber hinaus erhält jedes teilnehmende Mitglied des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld von 500 € je Sitzung des Gesamtaufsichtsrats oder eines Ausschusses. Die erfolgsunabhängige Vergütung (Fixum und Sitzungsgeld) betrug im Jahr 2009 insgesamt 747.500 € (Vorjahr: 766.833 €). Die erfolgsabhängige Vergütung betrug im Jahr 2009 insgesamt 9.263 € (Vorjahr: 0 €). In der folgenden Tabelle ist die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats individuell ausgewiesen: B.09 Individualausweis der Aufsichtsratsvergütung scroll
1) Zeitanteiliges Fixum plus Sitzungsgeld. Eine kurzfristig variable Vergütung wurde im Geschäftsjahr 2008 nicht gezahlt RAHMENBEDINGUNGEN Weltwirtschaft in der Krise Die globale Wirtschaft befand sich zu Beginn des Jahres 2009 in der schwersten Rezession seit Jahrzehnten. Die Finanzmarktkrise hat dazu geführt, dass Unternehmen erheblich weniger investiert haben, die Industrieproduktion ist so stark eingebrochen wie nie zuvor. Am schwersten aber hat es den internationalen Handel getroffen. Viele Staaten haben umfangreiche Konjunkturpakete aufgelegt, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Im Jahresverlauf zeigten diese Wirkung: Weltwirtschaft und Welthandel haben sich langsam erholt. Dennoch ist die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2009 um 0,8 % geschrumpft, im Vorjahr war sie noch um 3 % gewachsen. Der internationale Güteraustausch hat sogar um gut 12 % (IWF: −12,3 %, OECD: −12,5 %) abgenommen. A.03 Weltwirtschaft: Wachstumsindikatoren 2009 scroll
1) Basiert auf Schätzungen von Postbank Research Quelle: Nationale Statistiken, Stand: 19. Februar 2010 Die Vereinigten Staaten erlebten den schärfsten Konjunktureinbruch seit 60 Jahren. Die Bruttoanlageinvestitionen sind um 18,4 % gesunken, Ex- und Importe ebenfalls massiv. Auch der private Verbrauch, in den Vereinigten Staaten die wichtigste Stütze der Konjunktur, ist unter das Vorjahresniveau gefallen. Die Konjunktur hat sich in der zweiten Jahreshälfte wieder erholt. Insgesamt ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aber um 2,4 % zurückgegangen. Asien wurde von der Krise auch getroffen, erholte sich aber wesentlich schneller als andere Regionen. Die Schwellenländer des Kontinents wiesen immer noch ein Wachstum von 6,5 % auf – in den vorangegangenen acht Jahren waren die Zuwachsraten allerdings teilweise wesentlich höher ausgefallen. Nach wie vor behaupteten sie damit aber ihre globale Spitzenposition. Vorreiter war China, dessen Binnenwirtschaft durch ein massives Infrastrukturprogramm gestützt wurde. Das Wachstum des BIP fiel deshalb nur mäßig auf 8,7 % (Vorjahr: 9,6 %), obwohl die Exporte um 16 % eingebrochen waren. Der Handelsbilanzüberschuss ist deutlich von 298 Mrd US-$ auf 196 Mrd US-$ gesunken. Die Direktinvestitionen behaupteten sich mit 90 Mrd US-$ auf hohem Niveau. Weil Japans Wirtschaft sehr vom Export abhängt, hat sie der Einbruch des internationalen Handels besonders stark getroffen. Die Ausfuhren sind um fast ein Viertel zurückgegangen, das BIP um mehr als 5 %. Auch den Euroraum hat die Krise Anfang 2009 tief getroffen. Exporte brachen ein, Investitionen sanken drastisch. Die Arbeitslosigkeit ist kräftig gestiegen, der private Verbrauch dementsprechend gesunken. Dank staatlicher Konjunkturprogramme hat die Wirtschaft seit dem Frühjahr wieder Tritt gefasst und im zweiten Halbjahr begonnen, sich langsam zu erholen. Der Einbruch zu Beginn des Jahres konnte aber nicht annähernd ausgeglichen werden. Das BIP ist daher im Berichtsjahr um 4,0 % geschrumpft (Vorjahr: +0,6 %). Deutschland war zu Jahresbeginn noch stärker vom Einbruch der internationalen Nachfrage betroffen. Die Exporte sind um 14,7 %, die Ausrüstungsinvestitionen sogar um 20 % gesunken. Das BIP ist damit um 5,0 % gefallen (Vorjahr: +1,3 %), wobei sich der private Verbrauch, nicht zuletzt dank der Abwrackprämie für ältere Personenkraftwagen, annähernd auf Vorjahresniveau gehalten hat. Ölpreis wieder im Aufwind Im Durchschnitt lag der Ölpreis mit 62 US-$ für ein Fass (159 Liter) der Sorte Brent um rund 36 % unter dem Niveau des Vorjahres. Mit der Krise zu Jahresbeginn fiel er mit rund 40 US-$ auf das niedrigste Niveau seit mehreren Jahren. Förderkürzungen der OPEC und bessere Konjunkturdaten haben dann jedoch dafür gesorgt, dass der Ölpreis zur Jahresmitte bereits wieder ein Niveau von 70 US-$ erreicht hat. Am Jahresende waren es dann fast 80 US-$. ![]() Euro kräftig aufgewertet Auf die Wirtschaftskrise haben die Notenbanken mit einer expansiven Geldpolitik reagiert. Die US-Notenbank hielt ihren Leitzins das gesamte Jahr über mit 0 % bis 0,25 % auf einem extrem niedrigen Niveau. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte ihren Leitzins von 2,5 % zu Jahresbeginn bis Mai auf 1 %. Dort hielt sie ihn bis zum Jahresende konstant. Auf die Entwicklung des Eurokurses zum US-Dollar hatte die Zinspolitik aber keinen entscheidenden Einfluss. Zu Jahresbeginn wertete der Euro noch deutlich von 1,40 US-$ bis auf 1,25 US-$ ab, da in der Krise die US-Währung als sicherer Hafen gefragt war. Mit steigender Zuversicht auf eine wirtschaftliche Erholung verlor dieses Argument an Bedeutung und der Eurokurs ist bis Jahresende um knapp 3 % auf 1,43 US-$ gestiegen. Gegenüber dem Britischen Pfund verlor der Euro dagegen gut 7 %. Unternehmensanleihen erholen sich Die Furcht vor einer lang anhaltenden Wirtschaftskrise hatte die Kapitalmarktzinsen um die Jahreswende 2008/2009 auf tiefste Stände fallen lassen. Im Jahresverlauf nahm aber die Risikoneigung wieder zu. Die Kapitalmarktzinsen sind gestiegen, wenngleich auf niedrigem Niveau. Am Jahresende lag die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen mit 3,39 % um 0,44 Prozentpunkte höher als Ende 2008. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zog im gleichen Zeitraum um 1,62 Prozentpunkte auf 3,84 % an. Unternehmensanleihen profitierten von der wirtschaftlichen Erholung im Jahresverlauf. Die Risikoaufschläge fielen teilweise unter das Niveau, wie es vor der Eskalation der Finanzmarktkrise im September 2008 verzeichnet worden war. Internationaler Handel im Krisenjahr stark gebremst Der internationale Handel ist gekoppelt an die weltwirtschaftliche Konjunktur. Entsprechend stark ist er im Berichtsjahr zurückgegangen, was sich besonders bei den europäischen und amerikanischen Importen bemerkbar gemacht hat. Der asiatisch-pazifische Raum hingegen, der mehr als zwei Drittel des gesamten internationalen Handels ausmacht, hat weniger unter der Finanzkrise gelitten. Weltweit sind die Handelsvolumina um etwa 7 % zurückgegangen. Zuletzt gab es jedoch Anzeichen dafür, dass der Handel im Jahr 2010 wieder moderat wachsen könnte. Es ist davon auszugehen, dass Asien als globaler Wachstumsmotor auch in Zukunft überdurchschnittlich dazu beitragen wird. A.05 Handelsvolumina: Durchschnittliche annualisierte Wachstumsrate 2008 bis 2009 scroll
Quelle: IHS Global Insight, Global Trade Navigator, Stand: 15. Januar 2010 ![]() Unsere M ä rkte Wir sind in mehr als 220 Ländern und Territorien vertreten, darunter in allen wichtigen Wirtschaftsregionen. Eine Übersicht über die Gesamtmärkte sowie die für uns relevanten Teilmärkte zeigen wir im Folgenden. Der Zuschnitt der Regionen entspricht unserer Geschäftsstruktur. Die jeweiligen Rahmenbedingungen sowie unsere Marktanteile schildern wir im Kapitel Unternehmensbereiche. A.07 Marktvolumina scroll
1) Unternehmensschätzung 2) Daten basieren ausschließlich auf Export-Frachttonnen. Quelle: Global Insight, Global Trade Navigator, Geschäftsberichte, Pressemitteilungen und Unternehmensschätzungen 3) Twenty-foot equivalent units (20-Fuß-Container-Einheiten); geschätzter Anteil des Gesamtmarktes, der von Spediteuren kontrolliert wird. Quelle: Global Insight, Global Trade Navigator, Geschäftsberichte, Pressemitteilungen und Unternehmensschätzung 4) Quelle: Transport Intelligence. Vorjahreszahlen sind nicht vergleichbar, da das erhebende Institut und die Erhebungsmethodik gewechselt wurden 5) Umfasst die Expressprodukte Time Definite International und Day Definite International. Länderbasis: AT, BE, CH, CZ, DK, ES, FR, GE, IT, NL, NO, PL, SE, UK. Quelle: MRSC 6) Länderbasis: Gesamtmarktzahl für 20 europäische Länder ohne Schüttgut- und Spezialtransporte. Quelle: MRSC-Marktanalysen 2008 und 2009, Eurostat 2008, Geschäftsberichte, Pressemitteilungen, Internetseiten der Unternehmen, Schätzungen und Analystenberichte 7) Vorjahreszahlen sind nicht vergleichbar, da die Erhebungsmethodik gewechselt wurde. Quelle: USPS-Produktumsätze 2009 8) Umfasst die Expressprodukte Time Definite International und Day Definite International. Länderbasis: CA, MX, BR, CO, AR, VE, PA, CL, PE, BO, UY, PY, DO, JM. Quelle: MRSC, Geschäftsberichte von UPS, TNT, FedEx, Pressemitteilungen, Internetseiten der Unternehmen, Schätzungen, Analystenberichte 9) Länderbasis: AU, CN, HK, ID, IN, JP, KR, NZ, MY, PH, SG, TH, TW, VN. Quelle: MRSC-Studie von 2007, Geschäftsberichte, Pressemitteilungen, Internetseiten der Unternehmen, Schätzungen, Analystenberichte Einflussgrößen unseres Geschäfts Im Berichtsjahr haben wir unsere neue Konzernstrategie vorgestellt, die „Strategie 2015“. Im Vorfeld wurden die wesentlichen Einflussgrößen, die unser Geschäft bestimmen, erneut überprüft. Obwohl sich das geschäftliche und konjunkturelle Umfeld erheblich verändert hat, gehen wir nach wie vor davon aus, dass vier Entwicklungen unser Geschäft maßgeblich beeinflussen:
Rechtliche Rahmenbedingungen Als Marktführer unterliegen viele unserer Dienstleistungen der sektorspezifischen Regulierung nach dem Postgesetz. Angaben hierzu sowie zu rechtlichen Risiken finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss. KONZERNSTRATEGIE Hervorragend im Wettbewerb positioniert Der Konzern Deutsche Post DHL hat sich in den letzten Jahren hervorragend im Wettbewerb behauptet: Wir sind Marktführer im deutschen Briefgeschäft und weltweit in fast allen Geschäftsfeldern des Logistikbereichs. Damit verbunden sind langfristige Wachstumsperspektiven. Wir haben eine starke globale Präsenz aufgebaut und können unseren Kunden ein derart breites Portfolio an Produkten und Dienstleistungen anbieten, wie es kaum ein anderes Unternehmen unserer Branche vermag. Diese Marktstärke haben wir in der Vergangenheit mit Akquisitionen erreicht, seit nunmehr drei Jahren aber vornehmlich durch organisches Wachstum. Strategische Ausrichtung während der Krise geschärft Die globale Rezession hat im Jahr 2009 die gesamte Logistikbranche und viele unserer Kunden getroffen. Wir sind aber nicht untätig geblieben. Unser Konzern hat die vergangenen zwei Jahre genutzt, um zentrale strategische Fragen zu beantworten. Für unsere frühere Konzerntochter Deutsche Postbank AG haben wir in der Deutschen Bank einen verlässlichen Partner für die Zukunft gefunden. Wir werden uns künftig auf unsere Kernkompetenzen im Brief- und im Logistikgeschäft konzentrieren. Um die Verluste im US-Expressgeschäft zu verringern und die Risiken für unseren Konzern abzumildern, haben wir es neu geordnet. Auch hier konzentrieren wir uns jetzt auf unsere Kernkompetenz: Sendungen in die USA und aus den USA heraus. Über diese beiden zentralen Weichenstellungen hinaus haben wir erfolgreich ein weitreichendes Programm zur Kostensenkung umgesetzt und so die Grundlage dafür gelegt, dass das Unternehmen gestärkt aus dieser globalen Krise hervorgehen und nachhaltig profitabel wachsen wird. Unser Potenzial voll entfalten Die „Strategie 2015“ soll uns helfen, unsere Potenziale voll zu entfalten. So wollen wir zum bevorzugten Anbieter für unsere Kunden, zum attraktiven Investment für unsere Aktionäre und zum besten Arbeitgeber werden. In Zahlen ausgedrückt: Wir wollen, dass das Wachstum unserer operativen Unternehmensbereiche das jeweilige jährliche Marktwachstum um ein bis zwei Prozentpunkte übertrifft. Die zwei Säulen: Brief- und Logistikgeschäft Wir wollen unsere Position als „DiePost für Deutschland“ bewahren. Gleichzeitig möchten wir die globale Stärke unseres Logistikgeschäfts nutzen und „DasLogistikunternehmen für die Welt“ werden. Unser neuer Konzernname Deutsche Post DHL unterstreicht die Bedeutung dieser beiden Säulen unseres Geschäfts. Die Marke Deutsche Post steht für ein Unternehmen, das weltweit Maßstäbe für Qualität, Technik und Effizienz setzt und sich den Herausforderungen dieses reifen Marktes sehr erfolgreich gestellt hat. Unser Ziel ist es, im Unternehmensbereich BRIEF weiterhin in hohem Maße profitabel zu arbeiten und unser Leistungsangebot um weitere Kommunikationsdienstleistungen zu erweitern. Die Marke DHL steht für ein umfassendes Angebot und eine weltweite Präsenz in der Logistik. Mit den Unternehmensbereichen EXPRESS, GLOBAL FORWARDING, FREIGHT und SUPPLY CHAIN sind wir in attraktiven Marktsegmenten tätig. Ziel ist es, die nach wie vor großen Wachstumschancen in der Logistikindustrie weiter auszuschöpfen und die Potenziale unseres Unternehmens voll zu entfalten. Unser Leitprinzip: Respekt und Resultate Die Leistungsstärke eines Unternehmens wird in hohem Maße von seiner Kultur beeinflusst. Unser Leitprinzip „Respekt und Resultate“ steht für die tägliche Herausforderung, erstklassige Ergebnisse mit der Verantwortung für die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter und Kunden zu verbinden. Gegenüber unseren Aktionären zeigen wir Respekt, indem wir Herausforderungen offen benennen und deutlich machen, wie wir sie angehen wollen. Wir wissen: Unsere unternehmerischen Aktivitäten haben einen Einfluss auf die Gesellschaft. Darum zeigen wir unseren Respekt auch gegenüber den Menschen, mit denen wir umgehen, und der Umwelt, in der wir leben. Den Kunden das Leben einfacher machen Ein zentraler Bestandteil unserer Konzernstrategie ist das Kundenversprechen: Wir möchten unseren Kunden Leistungen anbieten, die ihnen das Leben einfacher machen und die nachhaltig wirken. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir eine Reihe von konzernweiten Initiativen aufgesetzt. Von zentraler Bedeutung bleibt das First-Choice-Programm, über das unsere Kundenorientierung in allen Bereichen verbessert wird und Prozesse entsprechend ausgerichtet werden. Um uns vom Wettbewerb abzuheben, wollen wir Innovationsführer in der Logistikbranche und Marktführer in ausgewählten Sektoren bleiben beziehungsweise werden. Dies erreichen wir mit der neuen Einheit „DHL Solutions & Innovations“ (DSI) und dem „Sector Management“. DSI bündelt die Innovationstätigkeit innerhalb von DHL mit dem Ziel, aus vorhandenem Know-how innovative Lösungen zu entwickeln. Mit dem „Sector Management“ institutionalisieren wir den bereichsübergreifenden Austausch unseres Branchenwissens innerhalb von DHL. So werden neue Produkte, Dienstleistungen und Lösungen entwickelt, die Kundenbedürfnisse in bestimmten Branchen gezielter erfüllen. Ein Beitrag für unsere Umwelt Als größtes Unternehmen unserer Branche nehmen wir unsere ökologische und gesellschaftliche Verantwortung ernst. Die Schwerpunkte unserer Nachhaltigkeitsstrategie liegen in drei Bereichen: Mit dem Konzernprogramm „GoGreen“ haben wir einen systematischen Ansatz entwickelt, das Klimaschutzziel des Konzerns zu erreichen. Unter dem Themenschwerpunkt „GoHelp“ setzen wir unsere Kompetenz dafür ein, die Lebensbedingungen von Menschen im Katastrophenfall zu verbessern. Dritter Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements ist die Bildung. Um ihn inhaltlich zu definieren und strategisch auszurichten, wurde das Projekt „GoTeach“ ins Leben gerufen. Unternehmenssteuerung Gewinn nach Kapitalkosten weitere Steuerungskennzahl Im Jahr 2008 hat der Konzern Deutsche Post DHL eine neue Steuerungsgröße eingeführt, an der sich der Grad der Zielerreichung bemisst. Das „EBIT after Asset Charge“ (EAC, Gewinn nach Kapitalkosten) war im Berichtsjahr neben dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) eine weitere entscheidende Steuerungskennzahl. Wir richten unser operatives Geschäft in allen Bereichen auf nachhaltige Wertsteigerung aus, indem wir neben dem zu erzielenden Gewinn auch den dafür erforderlichen Ressourceneinsatz sorgfältig steuern. Die Führungskräfte sollen dadurch ein stärkeres Gewicht auf die Kapitalkosten legen, die ihr operatives Geschäft erwirtschaften muss. Um die „Asset Charge“ zu ermitteln, wird die Nettovermögensbasis mit dem durchschnittlichen Kapitalkostensatz („Weighted Average Cost of Capital“, WACC) multipliziert. Der Konzernkapitalkostensatz (WACC) wird aus dem gewichteten Durchschnitt der Nettokosten für verzinsliches Fremdkapital und Eigenkapital ermittelt. Dabei werden gemäß „Capital Asset Pricing Model“ unternehmensbereichsspezifische Risikofaktoren berücksichtigt, die durch den Beta-Faktor abgebildet werden. Der Konzern Deutsche Post DHL verfolgt das Ziel, durch eine effiziente Steuerung der Nettovermögensbasis den Unternehmenswert zu steigern. Um den optimalen Verschuldungsgrad für einen niedrigen WACC zu erreichen, sind folgende zwei Faktoren gegeneinander abzuwägen:
Seit dem Jahr 2008 gilt ein Kapitalkostensatz von 8,5 % als Mindestzielgröße für Projekte und Investitionen im Konzern. Im Jahr 2009 betrug das EAC −959 Mio € (Vorjahr: −2.484 Mio €). In beiden Geschäftsjahren war das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit durch Einmaleffekte negativ belastet. A.10 EBIT after Asset Charge (EAC, Gewinn nach Kapitalkosten) scroll
Bezogen auf das EAC konnten wir die Kapitalkosten über alle Segmente um 328 Mio € auf 1.190 Mio € senken, unter anderem durch ein verbessertes Management des Net Working Capital. KAPITALMARKT DEUTSCHE-POST-AKTIE Ein B ö rsenjahr der Extreme 2009 war ein Börsenjahr der Extreme. Zu Jahresbeginn flüchteten Investoren noch in Scharen aus Aktien in traditionell konservative Anlageformen. So trieb die Angst der Anleger den DAX am 6. März auf einen Jahrestiefststand von 3.666 Punkten – ein Wertverlust von 23,8 % gegenüber dem Schlusskurs des Jahres 2008. Vom Frühjahr an verbesserte sich die Stimmung an den Kapitalmärkten allmählich. Gute Nachrichten aus der Wirtschaft und besonders aus dem Bankensektor ließen die Märkte wieder hoffen. Es zeichnete sich ab, dass die Politik der Finanzwelt in bislang einzigartiger Weise unter die Arme greifen würde. Die ersten Frühindikatoren waren ebenfalls positiv. Der DAX stieg wieder auf über 5.000 Punkte, legte im Sommer dann eine kurze Verschnaufpause ein, erholte sich Mitte Juli weiter und beendete das Jahr nahe der 6.000-Punkte-Marke mit einer Wertsteigerung von rund 24 % gegenüber dem Schlusskurs des Vorjahres. Der EURO STOXX 50 gewann 21,1 % und der Dow Jones stieg um 18,8 %. A .11 Mehrjahresübersicht Deutsche-Post-Aktie scroll
scroll
1) Erhöhung aufgrund der Ausübung von Aktienoptionen, Anhang: Textziffer 39 2) Ab 2006: Beta 3 Jahre; Quelle: Bloomberg 3) Bezogen auf das Jahresergebnis nach Abzug von Minderheiten, Anhang: Textziffer 24 4) Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 5) Jahresschlusskurs ÷ Ergebnis je Aktie 6) Jahresschlusskurs ÷ Cashflow je Aktie 7) Vorschlag A.12 Peergroup-Vergleich: Schlusskurse am 30. Dezember scroll
Kurs unserer Aktie deutlich von Jahrestief erholt In den ersten Wochen des Jahres verlor unsere Aktie deutlich mehr an Wert als der DAX. Die Dividendenkürzung auf 0,60 € je Aktie für das Geschäftsjahr 2008 hat die Aktionäre nachhaltig enttäuscht und große US-Fonds zu Verkäufen bewegt. So erreichte unsere Aktie am 9. März ein Allzeittief von 6,65 €. Danach begann sie eine beachtenswerte Aufholjagd. Ihr Kurs stieg innerhalb weniger Wochen über die 10-Euro-Marke, bevor er analog zum Markt im Sommer wieder leicht nachgab. Die Ergebnisse des zweiten Quartals belegten deutlich, dass die Maßnahmen zu greifen begannen, die der Konzern eingeleitet hatte, um die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu begrenzen. Der Kurs stieg wieder nachhaltig. Die Zahlen für das dritte Quartal bestätigten erneut, dass die Maßnahmen griffen. Nun erholte sich erstmals in diesem Jahr auch die Wirtschaftsleistung der wichtigsten Industrieländer. Diese positive Stimmung führte dazu, dass unsere Aktie ihr Jahreshoch am 29. Dezember bei 13,79 € erreichte. Sie schloss das Jahr mit einem Wertzuwachs von 13,3 % bei 13,49 €. Das durchschnittlich gehandelte Volumen betrug nur noch 5,4 Mio Stück (Vorjahr: 7,7 Mio Stück). ![]() Mehrheit der Analysten empfiehlt Kauf Dem Vorjahrestrend folgend haben zum Jahresende 18 Analysten unsere Aktie zum Kauf empfohlen, zehn haben zum Halten und acht zum Verkauf geraten. Zum Jahresende betrug das durchschnittliche Kursziel 14 € und war damit gegenüber dem Vorjahr unverändert. Aktionärsstruktur stabil Die Aktionärsstruktur ist gegenüber dem Vorjahr fast unverändert. Die KfW Bankengruppe hält weiterhin 30,5 % der Aktien. Der Streubesitz beträgt 69,5 %, wovon 31,8 % in den USA, 14,2 % in Deutschland und 28,0 % in Großbritannien gehalten werden. ![]() ADR-Programm erleichtert US-Investoren den Zugang zu unserer Aktie Am 7. Dezember 2009 haben wir ein Level-1-ADR-Programm (American Depositary Receipt) aufgelegt. Diese Hinterlegungsscheine (Tickersymbol: DPSGY) ermöglichen es US-Investoren, indirekt Aktien an Deutsche Post DHL zu halten. Investor-Relations-Arbeit erneut ausgezeichnet Im Jahr 2009 waren Investoren besonders daran interessiert, wie sich die Wirtschaftskrise auf das Unternehmen ausgewirkt hat und welche Maßnahmen dagegen ergriffen wurden. Im Fokus standen zudem der Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank und das Briefgeschäft, hier vor allem die Tarifverhandlungen und die mögliche Einführung einer Mehrwertsteuer auf Briefprodukte. Über diese und andere Themen haben das IR-Team und die Mitglieder des Managements Investoren in zahlreichen Einzelgesprächen und auf Konferenzen informiert. Zum wiederholten Mal haben wir bei dem in der Branche viel beachteten „Pan-European Extel Survey“ von Thomson Reuters den ersten Platz im Transportsektor belegt. ROADMAP TO VALUE Klarer Fokus auf Profitabilit ä t Unser Kapitalmarktprogramm Roadmap to Value, das im November 2007 verkündet wurde, haben wir im Jahr 2009 weiter erfolgreich umgesetzt. Besonders unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität haben signifikant dazu beigetragen, das Konzernergebnis zu erreichen. Mit dem IndEx-Programm haben wir unsere indirekten Kosten konzernweit um 1,108 Mrd € gesenkt, davon 138 Mio € im Jahr 2008 und 970 Mio € im Jahr 2009. Unser Gesamteinsparziel wurde damit sogar übertroffen und doppelt so schnell realisiert wie geplant. Nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Krise haben die Unternehmensbereiche ihre Sparmaßnahmen schneller umgesetzt. Umsatzausfälle durch Volumenrückgänge konnten zum Teil durch geringere Kosten kompensiert werden. Striktes Cash-Management Im Jahr 2009 haben wir 1,2 Mrd € investiert und damit 0,5 Mrd € weniger als im Vorjahreszeitraum. Neben dieser deutlichen Senkung der Ausgaben für Investitionen haben wir das Working Capital (kurzfristiges Nettoumlaufvermögen) im Berichtszeitraum um 426 Mio € verbessert. Insgesamt haben wir das Working Capital seit Ende 2007 um 890 Mio € reduziert und damit das gesetzte Ziel übererfüllt, das Working Capital um 700 Mio € zu senken. A .16 Ergebnisse der Roadmap to Value scroll
Ertrags-, Finanz- und VermögenslageWIRTSCHAFTLICHE LAGE DES KONZERNS Gesamtaussage des Vorstands Deutsche Post DHL hat im Geschäftsjahr 2009 in Anbetracht der globalen Wirtschaftskrise eine solide Leistung gezeigt. Obwohl die transportierten Volumina weit unter dem Vorjahresniveau lagen, konnten wir den Rückgang des EBIT vor Einmaleffekten dämpfen und mit rund 1,5 Mrd € unsere unterjährig auf mindestens 1,35 Mrd € angehobene Prognose sogar leicht übertreffen. Um in der Krise zu bestehen und aus ihr gestärkt hervorzugehen, haben wir entsprechende Maßnahmen ergriffen: Mit dem IndEx-Programm haben wir mehr als 1 Mrd € indirekte Kosten eingespart. Wir haben das Expressgeschäft neu geordnet, was sich auch weiterhin positiv auf unsere Profitabilität auswirken wird. Der Verkauf der Postbank hat unsere finanzielle Situation gefestigt. Nicht zuletzt dank einer Nettoliquidität von 1,7 Mrd € zum Jahresende wird unsere kurzfristige Kreditwürdigkeit von den Rating-Agenturen positiv bewertet. Die Investitionen haben wir deutlich reduziert und uns auf organisches Wachstum konzentriert. A .17 Ausgewählte Kennzahlen zur Ertragslage (fortgeführte Geschäftsbereiche) scroll
1 ) EBIT ÷ Umsatz 2) Nach Abzug von Minderheiten, inklusive Postbank 3) Inklusive Postbank 4 ) Vorschlag WESENTLICHE EREIGNISSE Transaktion zum Verkauf von Postbank-Aktien abgeschlossen Die im Januar vereinbarte Transaktion über den Verkauf von Postbank-Aktien an die Deutsche Bank ist am 25. Februar 2009 wie geplant abgeschlossen worden. Die Deutsche Bank hat für 50 Millionen eigene Aktien aus einer Kapitalerhöhung einen Anteil von 22,9 % an der Postbank von Deutsche Post DHL erhalten (erste Tranche). Bis Juli 2009 hat Deutsche Post DHL, wie vorgesehen, sämtliche Anteile ihres Aktienpakets der Deutsche Bank AG am Markt verkauft und damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum reinen Brief- und Logistikkonzern vollzogen. Aus dem Verkauf der 50 Millionen Deutsche-Bank-Aktien konnte der Konzern einen Mehrerlös von rund 100 Mio € erzielen. Deutsche Post DHL hält nun keine Aktien an der Deutschen Bank mehr. Die erste Tranche führte im Jahr 2009 zu einem Ergebniseffekt in Höhe von 571 Mio €, der im Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen und im Finanzergebnis enthalten ist. Ein weiterer Anteil von 27,4 % wird nach Ablauf von drei Jahren mit Fälligkeit einer Pflichtumtauschanleihe auf Postbank-Aktien an die Deutsche Bank übertragen (zweite Tranche). In einer dritten Tranche haben Deutsche Post DHL und die Deutsche Bank Optionen zum Kauf bzw. Verkauf weiterer 12,1 % der Postbank-Aktien vereinbart. Die Optionen können frühestens im Februar 2012 ausgeübt werden. Das Finanzergebnis enthält Erträge in Höhe von 647 Mio €, die die Marktentwicklung der Optionen abbilden. Insgesamt sind der Deutschen Post DHL bisher rund 5 Mrd € aus dem Verkauf des Postbank-Anteils zugeflossen. Insolvenzverfahren für Karstadt und Quelle eröffnet Am 1. September 2009 sind die Insolvenzverfahren für die Arcandor-Töchter Karstadt Warenhaus GmbH und Quelle GmbH eröffnet worden, zwei großen Kunden von Deutsche Post DHL in Deutschland. Die Quelle GmbH ist zwischenzeitlich liquidiert worden. Als Resultat aus diesen Insolvenzverfahren ist im Abschluss zum 31. Dezember 2009 insgesamt eine Ergebnisbelastung von 247 Mio € enthalten. ERTRAGSLAGE Berichtsweise und Portfolio geändert Bis zum Verkauf der Postbank Ende Februar 2009 haben wir ihre Aktivitäten als „Aufgegebene Geschäftsbereiche“ ausgewiesen. Unsere übrigen Geschäftstätigkeiten berichten wir als „Fortgeführte Geschäftsbereiche“. Im Einklang mit der internationalen Praxis und im Sinne einer transparenten Berichterstattung zeigen wir die Erträge aus dem Planvermögen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen nicht mehr als Bestandteil des EBIT, sondern im Finanzergebnis. Um die Transparenz der finanziellen Vermögenswerte und Schulden gemäß IAS 39 zu erhöhen, haben wir unseren Kontenrahmen überarbeitet und den Bilanzausweis entsprechend geändert. Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Im Berichtsjahr hat sich unser Portfolio im Wesentlichen wie folgt geändert:
Konzernumsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche gesunken Der Konzernumsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche ist im Geschäftsjahr 2009 um 15,2 % auf 46.201 Mio € gesunken (Vorjahr: 54.474 Mio €). Negative Währungseffekte haben mit 675 Mio € zu diesem Rückgang beigetragen. Nach unserem Rückzug aus dem nationalen US-Expressgeschäft hat sich der im Ausland erwirtschaftete Anteil am Umsatz von 69,0 % auf 65,7 % verringert. ![]() Niedrigere Erträge und Aufwendungen Für die Restrukturierung des US-Expressgeschäfts sind Einmalaufwendungen in Höhe von 495 Mio € angefallen (Vorjahr: 2.117 Mio €). Weitere Restrukturierungskosten haben das Ergebnis des Geschäftjahres 2009 mit 747 Mio € belastet (Vorjahr: 440 Mio €). Im Vorjahr waren zusätzliche Einmalaufwendungen für die Wertberichtigung auf den Firmenwert von Supply Chain (610 Mio €) sowie die Abschreibung der Marke Exel (382 Mio €) angefallen. Die Rückzahlung aus dem EU-Beihilfeverfahren hatte im Jahr 2008 zu einem Einmalertrag von 572 Mio € geführt. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind vor allem dadurch um 595 Mio € auf 2.141 Mio € gesunken. Der geringere Absatz in Verbindung mit einem niedrigeren Ölpreis ließ den Materialaufwand um 6.205 Mio € auf 25.774 Mio € zurückgehen. Der Personalaufwand hat sich um 1.368 Mio € auf 17.021 Mio € verringert, was in erster Linie auf unseren Rückzug aus dem nationalen US-Expressgeschäft zurückzuführen ist. Die Abschreibungen liegen mit 1.620 Mio € um 39,1 % unter dem Vorjahreswert (2.662 Mio €). Vor allem die Restrukturierung des US-Expressgeschäfts und die Insolvenz von Arcandor haben das Berichtsjahr belastet. Im Jahr 2008 hatten besonders die Abschreibungen des Firmenwertes von Supply Chain und der Marke Exel erhöhend gewirkt. Mit unserem Kostensenkungsprogramm haben wir die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 5.146 Mio € im Vorjahr auf 3.696 Mio € reduzieren können. Vor allem die Reise- und Beratungskosten konnten deutlich verringert werden. Arcandor-Insolvenz belastet Ergebnis Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag mit 231 Mio € um 1.197 Mio € über dem Vorjahreswert. Im Vorjahr waren darin der Ertrag aus dem Beihilfeverfahren (572 Mio €), Restrukturierungsaufwendungen (2.557 Mio €) und Wertberichtigungen (992 Mio €) enthalten. Im Berichtsjahr haben die genannten Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis mit 1.242 Mio € belastet. Bereinigt um diese Einmaleffekte ist das EBIT um 26,8 % auf 1.473 Mio € gesunken. Durch die Insolvenz von Arcandor ist im Ergebnis des Berichtsjahres ein Gesamtaufwand von 247 Mio € enthalten, der nicht im Ergebnis vor Einmaleffekten bereinigt wird. Die Bewertung der Derivate aus dem Verkauf der Postbank hat sich positiv auf das Finanzergebnis ausgewirkt: Es stieg um 145 Mio € von –100 Mio € auf 45 Mio €. Im Vorjahr war der Zinsanteil aus der Rückzahlung der Beihilfe enthalten. Im Finanzergebnis ist das Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung der Postbank mit 19 Mio € enthalten. Die Postbank hat mitgeteilt, dass es im Rahmen einer Stichprobenprüfung durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. zu einer Korrektur des Vorjahresabschlusses und einem gegenläufigen Effekt im Berichtsjahr gekommen ist. Aus Sicht von Deutsche Post DHL ist dieser Fehler nicht wesentlich. Er wurde daher im laufenden Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung berücksichtigt und hat das Finanzergebnis mit 25 Mio € belastet. Das Ergebnis vor Ertragsteuern der fortgeführten Geschäftsbereiche hat sich auf 276 Mio € (Vorjahr: –1.066 Mio €) verbessert. Die Ertragsteuern fielen mit 15 Mio € (Vorjahr: 200 Mio €) dagegen geringer aus. Insgesamt liegt das Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche mit 261 Mio € um 1.527 Mio € über dem Vorjahreswert. ![]() Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche enthält Entkonsolidierungseffekt Das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche liegt mit 432 Mio € um 1.145 Mio € über dem Vorjahr. Darin enthalten ist das Nettoergebnis der Postbank aus den ersten beiden Monaten 2009 sowie der Entkonsolidierungseffekt in Höhe von 444 Mio €. Details hierzu zeigen wir im Anhang. Konzernjahresergebnis deutlich gestiegen Die Ergebnisse aus fortgeführten und aus aufgegebenen Geschäftsbereichen addieren sich zu einem Konzernjahresergebnis von 693 Mio € (Vorjahr: –1.979 Mio €). Davon stehen 644 Mio € den Aktionären der Deutschen Post und 49 Mio € den Minderheiten zu. Sowohl das unverwässerte als auch das verwässerte Ergebnis je Aktie ist von –1,40 € auf 0,53 € gestiegen. Für die fortgeführten Geschäftsbereiche betrug es 0,17 €, für die aufgegebenen Geschäftsbereiche 0,36 € je Aktie. Dividende von 0,60 € je Aktie vorgeschlagen Vorstand und Aufsichtsrat werden den Aktionären auf der Hauptversammlung am 28. April 2010 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2009 eine Dividende von 0,60 € je Aktie (Vorjahr: 0,60 €) auszuschütten. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das Konzernjahresergebnis, das auf die Aktionäre der Deutsche Post AG entfällt, beträgt 112,6 %. Berechnet auf den Jahresschlusskurs unserer Aktie ergibt sich eine Netto-Dividendenrendite von 4,4 %. Die Dividende wird am 29. April 2010 ausgezahlt und ist für inländische Investoren steuerfrei. ![]() FINANZLAGE Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Das Finanzmanagement des Konzerns umfasst das Steuern von Cash und Liquidität, das Absichern von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken, die Konzernfinanzierung, die Vergabe von Bürgschaften und Patronatserklärungen sowie die Kommunikation mit den Rating-Agenturen. Wir steuern die Abläufe zentral und können so effizient arbeiten und Risiken erfolgreich kontrollieren. Die Verantwortung dafür trägt Corporate Finance in der Bonner Konzernzentrale, unterstützt durch drei regionale Treasury Center in Bonn (Deutschland), Fort Lauderdale (USA) und Singapur. Sie bilden die Schnittstelle zwischen der Zentrale und den operativen Gesellschaften, beraten diese in allen Fragen des Finanzmanagements und stellen sicher, dass die konzernweiten Vorgaben umgesetzt werden. Diese Richtlinien und Prozesse stimmen mit dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) vom 27. April 1998 überein. Hauptaufgabe von Corporate Finance ist es, finanzielle Risiken und Kapitalkosten zu minimieren und dabei die nachhaltige finanzielle Stabilität und Flexibilität des Konzerns zu erhalten. Um auch in Zukunft ungehindert Zugang zu den Kapitalmärkten zu haben, strebt der Konzern weiterhin ein der Branche angemessenes Kreditrating an. Daher prüfen wir vor allem, wie sich unser operativer Cashflow im Verhältnis zur angepassten Verschuldung entwickelt. Diese entspricht den Nettofinanzverbindlichkeiten des Konzerns unter Berücksichtigung der nicht direkt mit Kapital unterlegten Pensionsverpflichtungen und Verbindlichkeiten aus operativem Leasing. Zentrales Cash- und Liquiditätsmanagement Das Cash- und Liquiditätsmanagement der weltweit tätigen Tochtergesellschaften erfolgt zentral über das Corporate Treasury. Mehr als 80 % des konzernexternen Umsatzes wird in Cash Pools konzentriert und zum internen Liquiditätsausgleich genutzt. In Ländern, in denen dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, werden interne oder externe Kredite und Anlagen zentral vom Corporate Treasury vermittelt. Dabei achten wir auf eine ausgeglichene Bankenpolitik, um unabhängig von einzelnen Banken zu bleiben. Der konzerninterne Umsatz der Tochtergesellschaften wird ebenfalls konzentriert und über die Inhouse-Bank abgewickelt. So vermeiden wir externe Bankgebühren und -margen (Inter-Company Clearing). Der Zahlungsverkehr erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, mit standardisierten Abläufen und IT-Systemen. Management von Marktpreisrisiken Um Marktpreisrisiken zu begrenzen, nutzt der Konzern originäre und derivative Finanzinstrumente. Zinsrisiken werden nur mit Hilfe von Swaps abgesichert. Im Währungsbereich kommen zusätzlich auch Termingeschäfte, Cross-Currency Swaps und Optionen zum Einsatz. Risiken aus Rohstoffpreisschwankungen geben wir weitgehend an unsere Kunden weiter, das Restrisiko steuern wir mit Rohstoffpreis-Swaps. Die für den Einsatz von Derivaten nötigen Rahmenbedingungen, Kompetenzen und Kontrollen sind in internen Richtlinien geregelt. Flexibel und stabil finanziert Der Konzern deckt seinen Finanzierungsbedarf langfristig durch ein ausgewogenes Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital. Dadurch werden sowohl die finanzielle Stabilität als auch eine hinreichende Flexibilität sichergestellt. Unsere wichtigste Finanzierungsquelle ist grundsätzlich der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit. Den Fremdmittelbedarf decken wir über verschiedene unabhängige Finanzierungsquellen. Dazu zählen fest zugesagte bilaterale Kreditlinien, Anleihen und strukturierte Finanzierungen sowie operatives Leasing. Die Fremdmittel werden weitgehend zentral aufgenommen, um Größen- und Spezialisierungsvorteile zu nutzen und so die Kapitalkosten zu minimieren. Die fest zugesagten, unbesicherten Kreditlinien des Konzerns betragen 2,7 Mrd €, von denen am 31. Dezember 2009 nur 0,2 Mrd € ausgenutzt waren. Bei unserer Bankenpolitik achten wir darauf, das Volumen breit zu streuen und mit den Kreditinstituten langfristige Geschäftsbeziehungen zu unterhalten. Neben den üblichen Gleichbehandlungsklauseln und Kündigungsrechten finden sich in den entsprechenden Kreditverträgen keine weiter gehenden Zusagen, was die Finanzkennziffern des Konzerns betrifft. 2009 lag die durchschnittliche Inanspruchnahme der Kreditlinien lediglich bei rund 7 % (Vorjahr: 17 %). Bürgschaften und Patronatserklärungen Die Deutsche Post AG besichert bei Bedarf Kredit-, Leasing- oder Lieferantenverträge, die von Konzerngesellschaften, assoziierten Unternehmen oder Joint-Venture-Gesellschaften abgeschlossen werden, indem sie Patronatserklärungen, Bürgschaften oder Garantien begibt. Dadurch lassen sich lokal bessere Konditionen durchsetzen. Die Herauslage und Überwachung der Besicherungen erfolgt zentral. Kreditwürdigkeit des Konzerns Kreditratings stellen ein unabhängiges und aktuelles Urteil über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens dar. Dazu werden der Geschäftsbericht sowie entsprechende Plandaten quantitativ analysiert und bewertet. Zusätzlich werden qualitative Faktoren wie Branchenspezifika, Marktposition sowie Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens berücksichtigt. Die Kreditwürdigkeit unseres Konzerns wird von den Rating-Agenturen Standard & Poor’s und Moody’s Investors Service laufend überprüft. Standard & Poor’s bewertet die langfristige Fähigkeit unseres Konzerns, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, mit BBB+ und damit als angemessen. Moody’s bewertet uns gleichermaßen. Mit diesem Rating ist Deutsche Post DHL in der Transport- und Logistikbranche gut positioniert. Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Ratings sowie die Bewertungsfaktoren. Die vollständigen Analysen der Rating-Agenturen sowie die Rating-Definitionen finden Sie auf unserer Internetseite. A.21 Bewertung der Rating-Agenturen scroll
Liquidität und Mittelherkunft Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 3,1 Mrd € (Vorjahr: 1,4 Mrd €), wovon ein Großteil auf die Deutsche Post AG entfällt. Die flüssigen Mittel werden weitgehend zentral am Geldmarkt angelegt. Das Volumen dieser kurzfristigen Geldmarktanlagen betrug zum Bilanzstichtag 1,9 Mrd €. Zu den flüssigen Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten kommen jederzeit kündbare Investment Funds in Höhe von 1,6 Mrd € hinzu, die in der Bilanz als kurzfristige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen werden. Aus dem Verkauf der Postbank sind uns im Berichtsjahr Mittel in Höhe von rund 5 Mrd € zugeflossen. Demgegenüber stehen außerordentliche Mittelabflüsse für Restrukturierungen in Höhe von 1,4 Mrd €, hier vor allem im US-Expressbereich, sowie für die vorzeitige Rückzahlung einer Kommunalanleihe (Municipal Bond), die zur Finanzierung der Investitionen auf dem Flughafen Cincinnati begeben worden war (0,1 Mrd €). Die in unserer Bilanz ausgewiesenen Finanzschulden gliedern sich wie folgt: A .22 Finanzverbindlichkeiten scroll
Die größten Einzelpositionen sind die beiden börsennotierten Anleihen der Deutsche Post Finance B.V. Ebenfalls bedeutend sind die Kommunalanleihe zur Finanzierung der Investitionen auf dem Flughafen Wilmington in den Vereinigten Staaten sowie Projektfinanzierungen der Europäischen Investitionsbank für Briefsortierzentren in Deutschland und für ein IT-Zentrum in Tschechien. Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten bestehen hauptsächlich aufgrund der Verkaufstransaktion von Aktien der Deutsche Postbank AG in Form einer Pflichtumtauschanleihe, einer Barsicherheit und einer Hedging-Verbindlichkeit. Weitere Angaben zu den bilanzierten Finanzverbindlichkeiten enthält der Anhang. Weiterhin stellt auch das operative Leasing eine wichtige Finanzierungsquelle für den Konzern dar. Wir nutzen es vor allem, um Immobilien zu finanzieren, aber auch für Flugzeuge, Fuhrparks und IT-Ausstattung. A .23 Operative Leasingverpflichtungen nach Anlageklassen scroll
Die operativen Leasingverpflichtungen sind im Jahr 2009 deutlich auf 6,2 Mrd € (Vorjahr fortgeführte Geschäftsbereiche: 7,1 Mrd €) zurückgegangen, vor allem weil das US-Expressgeschäft stark reduziert wurde, aber auch der Kapitalbedarf allgemein geringer war. Diese Effekte wurden teilweise durch den Zuwachs bei Flugzeugen kompensiert, der auf den Flottenaufbau bei der AeroLogic GmbH zurückzuführen ist. Investitionen auf Planniveau Die Capital Expenditure (Capex) im Konzern lag Ende Dezember 2009 bei 1.171 Mio € (Vorjahr: 1.727 Mio €) und damit leicht unterhalb des geplanten Niveaus von gut 1.200 Mio €. Mit den Mitteln haben wir unsere Produktivität und Qualität verbessert. Wir haben Vermögenswerte erworben, mit denen wir Kundenaufträge bedienen und die Leistungsfähigkeit unseres Netzwerkes erhalten. Der Schwerpunkt lag auf Ersatzinvestitionen. Dabei haben wir, der wirtschaftlichen Situation entsprechend, 32,2 % weniger ausgegeben als im Vorjahr, im vierten Quartal waren es 25,2 % weniger. Zu diesem deutlichen Rückgang haben besonders die Unternehmensbereiche EXPRESS und SUPPLY CHAIN beigetragen. Mit den Mitteln haben wir im Wesentlichen folgende Vermögenswerte ersetzt und erweitert: 930 Mio € flossen in Sachanlagen und 241 Mio € in immaterielles Anlagevermögen ohne Firmenwerte. Die Investitionen in Sachanlagen bezogen sich vorwiegend auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau (207 Mio €), technische Anlagen und Maschinen (182 Mio €), EDV-Ausstattung (132 Mio €), Transporteinrichtungen (128 Mio €), Flugzeuge (110 Mio €) sowie sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung (98 Mio €). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte betrafen selbst erstellte und gekaufte Software (166 Mio €) sowie geleistete Anzahlungen und immaterielle Anlagen in Entwicklung (59 Mio €). Wir haben überwiegend in Europa, Amerika und Asien investiert. Investitionsschwerpunkte in Europa waren Deutschland, Belgien und Großbritannien, in Asien Indien, Malaysia und China. ![]() A.25 Capex und Abschreibungen, Gesamtjahr scroll
scroll
scroll
1) Abschreibungen inklusive Firmenwertabschreibung und Abschreibung der Marke Exel A .26 Capex und Abschreibungen, 4. Quartal scroll
scroll
scroll
1) Abschreibungen inklusive Firmenwertabschreibung und Abschreibung der Marke Exel BRIEF investiert in die Zukunft Die Investitionen im Unternehmensbereich BRIEF sind im Berichtsjahr von 282 Mio € auf 329 Mio € gestiegen und vor allem in technische Anlagen und Maschinen (92 Mio €), selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte (76 Mio €), sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung (73 Mio €) sowie EDV-Ausstattung (55 Mio €) geflossen. Im nationalen Briefgeschäft lag der Investitionsschwerpunkt auf dem Ersatz von technischen Anlagen und Maschinen, IT sowie sonstiger Betriebs- und Geschäftsausstattung. Für die Briefzentren in Deutschland haben wir Briefsortiermaschinen angeschafft, mit denen sich Standard- und Kompaktbriefe effizienter bearbeiten lassen. Zudem wurden Transportmittel erneuert. Im nationalen Paketgeschäft gingen Mittel vor allem in sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung, technische Anlagen und IT. Die Zahl der Packstationen haben wir im Berichtsjahr um mehr als 1.000 auf rund 2.500 erhöht. Im Bereich Filialen haben wir die IT-Infrastruktur modernisiert, die an den Schaltern eingesetzte Software verbessert und das Netz neu geordnet. Im internationalen Briefgeschäft haben wir erheblich weniger investiert. Der Schwerpunkt lag auf dem Ersatz von Sachanlagen. EXPRESS konsolidiert weltweites Netzwerk Im Unternehmensbereich EXPRESS haben wir die Investitionen im Berichtsjahr der wirtschaftlichen Lage entsprechend von 727 Mio € auf 380 Mio € stark reduziert. Im Mittelpunkt der Investitionen in Sachanlagen standen Flugzeuge (110 Mio €), geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau (100 Mio €), technische Anlagen und Maschinen (46 Mio €), Mietereinbauten (26 Mio €) und EDV-Ausstattung (16 Mio €). Im Bereich der immateriellen Vermögenswerte ist besonders in geleistete Anzahlungen und immaterielle Anlagen in Entwicklung (38 Mio €) sowie in Software (19 Mio €) investiert worden. Wir haben unser weltweites Flugzeugnetzwerk und unsere Fahrzeugflotte instand gehalten sowie Drehkreuze und Terminals auf- und ausgebaut. Regional lag der Schwerpunkt auf Europe, Americas und Asia Pacific. In der Region Europe haben wir vor allem in Benelux, Skandinavien und Großbritannien Terminals ausgestattet. In der Region Americas haben wir vornehmlich im Rahmen der Restrukturierung des US-Expressgeschäfts Anlagen und IT erneuert. In der Region Asia Pacific haben wir in unser Netzwerk, Terminals, Gateways und Bürogebäude investiert. Moderne Infrastruktur für das Speditions- und Frachtgeschäft Im Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT wurden im Berichtsjahr insgesamt 82 Mio € (Vorjahr: 94 Mio €) investiert. Davon entfielen auf das Geschäftsfeld Global Forwarding 58 Mio €. Die Mittel flossen hauptsächlich in immaterielle Vermögenswerte (20 Mio €), Mietereinbauten (10 Mio €), EDV-Ausstattung (10 Mio €), geleistete Anzahlungen und Sachanlagen im Bau (6 Mio €) und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung (5 Mio €). Damit haben wir die Grundlage für eine moderne IT-Infrastruktur geschaffen, Abläufe vereinfacht und Gebäude ausgestattet. Regional lag der Schwerpunkt auf Asien/Pazifik, Amerika und Europa. Für das Geschäftsfeld Freight wurden Mittel in Höhe von 24 Mio € eingesetzt, vor allem für den Ausbau von Terminals und moderne IT. Regional lag der Schwerpunkt auf Deutschland, Skandinavien und den Benelux-Ländern. Konsolidierung in der Kontraktlogistik Im Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN lagen die Investitionen mit 204 Mio € merklich unter dem Vorjahresniveau (390 Mio €). Davon entfielen 183 Mio € auf das Geschäftsfeld Supply Chain. Hier wurde vor allem in Projekte mit Neu- und Bestandskunden investiert, um langfristige Kundenbeziehungen auf- und auszubauen. Rund 45 % der Capex wurde für Neugeschäft eingesetzt. In Großbritannien haben wir sektorübergreifend in Lagerlösungen und die damit verbundene Ausstattung für Neu- und Bestandskunden sowie in Transportmittel investiert. In der Region Americas sind Mittel in technische Ausrüstung und Maschinen geflossen, von denen unsere Neukunden in den Bereichen Konsumgüter, Einzelhandel, Energie und Automobil profitieren. Außerdem haben wir für Bestandskunden aller Sektoren Läger modernisiert. In der Region Kontinentaleuropa wurden die Investitionen am stärksten zurückgefahren. Mit den Mitteln wurden vornehmlich für Neukunden Läger ausgestattet und die damit verbundene IT angeschafft. Im Geschäftsfeld Williams Lea ist für insgesamt 21 Mio € unter anderem moderne Drucktechnologie erworben worden, vornehmlich in Deutschland. Bereichsübergreifende Investitionen weiter gesenkt Auch die bereichsübergreifenden Investitionen sind weiter gesunken, von 234 Mio € im Vorjahr auf nun 176 Mio €. Die Ausgaben wurden größtenteils für den Kauf von Fahrzeugen und für IT getätigt. Das Investitionsvolumen war rückläufig, vor allem weil wir weniger Fahrzeuge angeschafft haben. Die Deutsche Post Fleet GmbH hat für 103 Mio € (Vorjahr: 160 Mio €) Fahrzeuge ersetzt und neu erworben. In den IT-Bereich flossen Mittel in Höhe von 58 Mio € (Vorjahr: 41 Mio €). Der Anstieg ist im Wesentlichen durch Restrukturierungen begründet. Kapitalflussrechnung der fortgeführten Geschäftsbereiche Verglichen mit dem Vorjahr ist der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit im Jahr 2009 um 2.118 Mio € auf 1.244 Mio € gesunken. Hauptgrund für diesen Rückgang ist der Verbrauch von Rückstellungen, die vor allem für die Restrukturierung des US-Expressgeschäfts verwendet wurden. Aus diesem Grund lag der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit vor Änderung des kurzfristigen Nettovermögens mit 763 Mio € deutlich unter dem Vorjahreswert (2.714 Mio €). Die Reduzierung des Working Capital (des kurzfristigen Nettovermögens) hat ebenfalls zu einem Zufluss operativer Mittel geführt. Besonders der Abbau der Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte hat zu dieser Entwicklung positiv beigetragen. Insgesamt ist der Mittelzufluss aus dem Working Capital um 167 Mio € geringer als im Vorjahr ausgefallen. ![]() A.28 Ausgewählte Kennzahlen zur Finanzlage (fortgeführte Geschäftsbereiche) scroll
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag mit 1.469 Mio € deutlich über dem Vorjahreswert (914 Mio €), vor allem weil im Vorjahr der Verkauf von Immobilien zu einem Zufluss von Mitteln in Höhe von 942 Mio € geführt hat und wir zudem 495 Mio € Zinsen aus der Rückzahlung der EU-Beihilfe erhalten haben. Die Auszahlungen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte sind dagegen deutlich um 1.713 Mio € auf 1.456 Mio € gesunken. Wir haben unter anderem Briefzentren und IT modernisiert und unser globales Flugzeugnetzwerk instand gehalten. Im Vorjahr sind besonders in den Aufbau der europäischen und asiatischen Luftdrehkreuze erhebliche Mittel geflossen und wir haben uns an der Kapitalerhöhung der Postbank beteiligt. Die Veränderung der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte hat per Saldo zu einem Mittelabfluss in Höhe von 659 Mio € geführt. Aus dem Verkauf der Deutsche-Bank-Aktien sind Mittel zugeflossen, die in Kapitalmarktanlagen investiert wurden. Die Auszahlungen für Investitionen in Tochterunternehmen und sonstige Geschäftseinheiten sind von 1.417 Mio € im Vorjahr auf 53 Mio € deutlich reduziert worden. Die Mittelabflüsse aus operativer Geschäftstätigkeit und aus Investitionstätigkeit addieren sich zu einem Free Cashflow von –225 Mio €. Im Vorjahr war der Free Cashflow mit 2.448 Mio € noch deutlich positiv. Aus der Finanzierungstätigkeit sind im Berichtsjahr Mittel in Höhe von 1.681 Mio € zugeflossen. Dazu haben in erster Linie die Zeichnung der Pflichtumtauschanleihe durch die Deutsche Bank im Rahmen des Postbank-Verkaufs sowie die Zahlung der Besicherung der Verkaufsoption für die verbleibenden Postbank-Anteile beigetragen. Größte Auszahlung in diesem Tätigkeitsbereich war mit 725 Mio € die Dividendenzahlung an unsere Aktionäre. Der Rückgang der kurzfristigen Finanzverschuldung schlägt sich in geringeren Zinszahlungen nieder: Sie sind um 143 Mio € auf 291 Mio € gesunken. Im Vorjahr sind aus der Finanzierungstätigkeit liquide Mittel in Höhe von 2.386 Mio € abgeflossen. Aufgrund der Veränderungen in den einzelnen Tätigkeitsbereichen der fortgeführten sowie der aufgegebenen Geschäftsbereiche ist der Bestand an flüssigen Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten gegenüber dem Vorjahr von 1.350 Mio € auf 3.064 Mio € gestiegen. VERMÖGENSLAGE Konzernbilanzsumme sinkt durch Postbank-Verkauf Durch die Entkonsolidierung der Postbank hat sich die Bilanzsumme des Konzerns zum 31. Dezember 2009 deutlich verringert: Sie betrug 34.738 Mio € und lag um 228.226 Mio € unter dem Wert zum 31. Dezember 2008. Die langfristigen Vermögenswerte sind von 20.517 Mio € auf 22.022 Mio € gestiegen, in erster Linie weil sich die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen um 1.711 Mio € erhöht haben. Nach ihrer Entkonsolidierung weisen wir die noch verbleibenden Anteile an der Postbank in dieser Position aus. Insbesondere die im Rahmen des Postbank-Verkaufs erhaltenen Verkaufsoptionen haben die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte von 718 Mio € auf 1.448 Mio € erhöht. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte sind leicht um 22 Mio € auf 348 Mio € gesunken. Die Sachanlagen haben sich vor allem aufgrund von Abschreibungen und Wertminderungen von 6.676 Mio € auf 6.220 Mio € verringert. Die aktiven latenten Steuern haben ebenfalls abgenommen, und zwar um 365 Mio € auf 668 Mio €. Der erhebliche Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte von 242.447 Mio € auf 12.716 Mio € ist größtenteils auf den Verkauf der Postbank zurückzuführen: Nach der Entkonsolidierung sind alle Vermögenswerte der Postbank abgegangen und haben die Position „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ nahezu vollständig gemindert. Auf Grund der beabsichtigten Veräußerung unseres Geschäfts mit nationalen taggenauen Sendungen in Frankreich und Großbritannien haben wir die entsprechenden Vermögenswerte als „zur Veräußerung gehalten“ umklassifiziert. Ein Teil der aus dem Postbank-Verkauf erhaltenen Mittel ist kurzfristig am Kapitalmarkt angelegt worden und hat maßgeblich zu einem Anstieg der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte von 684 Mio € auf 1.894 Mio € geführt. Der übrige Teil der erhaltenen Barmittel hat hauptsächlich zu einem Anstieg der flüssigen Mittel und Zahlungsmitteläquivalente von 1.350 Mio € auf 3.064 Mio € beigetragen. Dagegen sind die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte besonders durch die allgemeine wirtschaftliche Situation von 8.081 Mio € auf 7.157 Mio € zurückgegangen. Das den Aktionären der Deutschen Post zustehende Eigenkapital hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2008 um 350 Mio € auf 8.176 Mio € erhöht. Es wurde vor allem durch das Konzernjahresergebnis gestärkt, während die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2008 mindernd gewirkt hat. Der deutliche Rückgang der Minderheitsanteile um 1.929 Mio € auf 97 Mio € ist auf die Entkonsolidierung der Postbank zurückzuführen. Der Rückgang der lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten ist ebenfalls maßgeblich auf den Verkauf der Postbank zurückzuführen. Alle ihre Verbindlichkeiten und Rückstellungen waren zum 31. Dezember 2008 in der Position „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ enthalten und sind nach der Entkonsolidierung vollständig abgegangen. Der Gesamteffekt daraus beträgt –227.736 Mio €. Die Finanzschulden sind von 4.874 Mio € auf 7.439 Mio € gestiegen. Die kurzfristigen Finanzschulden konnten von 1.422 Mio € auf 740 Mio € abgebaut werden, vornehmlich weil Bankdarlehen zurückgezahlt wurden und die Verbindlichkeiten aus Fremdwährungsderivaten zurückgegangen sind. Dagegen sind die langfristigen Finanzschulden von 3.452 Mio € auf 6.699 Mio € gestiegen, da im Rahmen des Postbank-Verkaufs eine Pflichtumtauschanleihe gezeichnet wurde und die Verkaufsoptionen besichert worden sind. Besonders der Verbrauch von Rückstellungen für Restrukturierungen sowie niedrigere passive latente Steuern ließen die lang- und kurzfristigen Rückstellungen von 10.836 Mio € auf 9.677 Mio € sinken. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen am 31. Dezember 2009 mit 4.861 Mio € knapp unter dem Niveau des Vorjahres (5.016 Mio €). Auch die lang- und kurzfristigen anderen Verbindlichkeiten sind gesunken, und zwar um 253 Mio € von 4.299 Mio € auf 4.046 Mio €. Kennzahlen der fortgeführten Geschäftsbereiche Um die Kennzahlen vergleichbar zu machen, weisen wir sie zum 31. Dezember 2008 in der Betrachtung „Postbank at Equity“ aus. Die Überarbeitung unseres Kontenrahmens hat sich auch auf die Zusammensetzung der Nettofinanzverschuldung/-liquidität ausgewirkt: In dieser Kennzahl sind jetzt unter anderem auch die Effekte aus der Bewertung von Derivaten enthalten. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Details hierzu finden Sie im Anhang. Mit dem Verkauf der Postbank haben wir unsere Nettofinanzverschuldung erheblich reduziert und Nettoliquidität aufgebaut. Zwar haben sich die Finanzverbindlichkeiten erhöht, nachdem die Pflichtumtauschanleihe gezeichnet und die Besicherung der Verkaufsoption für die verbleibenden Postbank-Anteile gezahlt worden waren. Dagegen sind die im Austausch gegen die Postbank-Aktien erhaltenen Zahlungsmittel und finanziellen Vermögenswerte gestiegen. Bei der Berechnung der Nettofinanzverschuldung berücksichtigen wir die Pflichtumtauschanleihe allerdings nicht, da sie vollständig mit Aktien der Postbank beglichen wird. Unberücksichtigt bleiben dabei auch die Besicherung der Verkaufsoption für die restlichen Postbank-Anteile sowie der Nettoeffekt aus der Bewertung der Derivate aus dem Postbank-Verkauf. In Summe sank die Nettofinanzverschuldung oder stieg die Nettoliquidität von 2.466 Mio € auf –1.690 Mio €. Die Eigenkapitalquote liegt mit 23,8 % exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Das Net Gearing – berechnet als Quotient aus Nettofinanzverschuldung und Summe aus Eigenkapital und Nettofinanzverschuldung – ist von 23,7 % auf –25,7 % gesunken. Die Kennzahl Net Interest Cover – berechnet als Quotient aus EBIT und dem Saldo aus erhaltenen und gezahlten Zinsen – zeigt die Deckung der Nettozinsverpflichtung durch das EBIT an. Sie hat sich von 7,1 auf 1,2 verringert. Der dynamische Verschuldungsgrad gibt als Indikator für die Innenfinanzierungskraft an, wie viele Jahre ein Unternehmen durchschnittlich benötigt, um seine Schulden zu tilgen, wenn es dazu den im Berichtsjahr erwirtschafteten Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit einsetzt. Er hat sich von durchschnittlich 0,7 Jahre auf –1,4 Jahre verändert. A.29 Ausgewählte Kennzahlen zur Vermögenslage (fortgeführte Geschäftsbereiche) scroll
1 ) Postbank at Equity A .30 Berechnung Nettofinanzverschuldung (fortgeführte Geschäftsbereiche) scroll
1) In der Bilanz ausgewiesen unter den Finanzanlagen „Available for Sale“ 2) In der Bilanz ausgewiesen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten 3) In der Bilanz ausgewiesen unter den langfristigen Finanzschulden 4) In der Bilanz ausgewiesen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten und Finanzschulden UnternehmensbereicheÜberblick A.31 Kennzahlen der operativen Unternehmensbereiche scroll
1) EBIT ÷ Umsatz BRIEFscroll
GESCHÄFTSFELDER UND MARKTPOSITION Die Post für Deutschland Rund 70 Millionen Briefe, die wir in Deutschland jeden Werktag zustellen, machen uns zum größten Postunternehmen Europas. Unser Angebot für Privat- und Geschäftskunden reicht vom Standardbrief über die Warensendung bis zu Zusatzleistungen wie Nachnahme oder Einschreiben. Briefmarken können nicht nur in der Filiale oder am Automaten gekauft werden, sondern mittlerweile auch im Internet oder per SMS mit dem Mobiltelefon. Für Geschäftskunden und Organisationen entwickeln wir zudem maßgeschneiderte Lösungen für den Postversand. So haben wir sämtliche Anträge auf die Umweltprämie, mit der die Bundesregierung im Jahr 2009 den Pkw-Absatz gefördert hat, digitalisiert und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle elektronisch zugestellt. Der Schwerpunkt unseres Briefgeschäfts liegt in Deutschland. Hier wurde der Briefmarkt Anfang 2008 vollständig liberalisiert. Seither hat sich der Wettbewerb verschärft. Zugleich schrumpft der nationale Briefmarkt weiter, weil elektronische Kommunikation die papiergebundene mehr und mehr ersetzt. Die Wirtschaftskrise hat diesen Trend noch verstärkt. Der Markt belief sich im Berichtsjahr auf rund 6,3 Mrd €, 3,1 % weniger als im Vorjahr (6,5 Mrd €). Unseren Anteil haben wir dank hoher Qualität bei 87,2 % gehalten. ![]() Zielgruppengenau werben Mit unseren technischen Lösungen können Unternehmen ihre Werbepost nicht nur selbst gestalten und drucken, sondern auch das Porto dafür zum jeweils günstigsten Preis berechnen. Wichtig für den Erfolg von Direktwerbung sind ständig aktualisierte Adressen. Dafür bieten wir Online-Tools und Dienstleistungen an, mit denen die Adressqualität gesichert wird. Zudem entwickeln wir Lösungen für den medienübergreifenden Kundendialog: von Beratung und Konzeption der Werbung über Planung und Einkauf der geeigneten Werbeträger bis hin zu Produktion und Versand von Werbemitteln. So verbinden wir Dialogmarketing mit klassischer Werbung. Die Werbewirkung messen wir durch begleitende Marktforschung. ![]() Presseprodukte im Abonnement Wir stellen Zeitungen und Zeitschriften flächendeckend und auf den Tag genau zu. Im Geschäftsfeld Presse Services bieten wir zwei Produkte an: Mit dem Postvertriebsstück versenden Verlage traditionell ihre abonnierten Auflagen. Die Pressesendung wird vorwiegend von Unternehmen genutzt, die Kunden- oder Mitarbeiterzeitschriften über uns verteilen. Als Zusatzleistungen bieten wir unter anderem die elektronische Aktualisierung von Adressen und ein Reklamations- und Qualitätsmanagement an. Das Gesamtvolumen des deutschen Marktes für Pressepost betrug im Jahr 2009 nach einer Studie von Simon-Kucher & Partners 17,0 Mrd Stück, 4,5 % weniger als im Vorjahr. Presseerzeugnisse haben an Auflage und Gewicht verloren, weil weniger Anzeigen geschaltet wurden. Unsere Wettbewerber sind hier vornehmlich die Zustellgesellschaften der regionalen Tageszeitungsverlage. In einem schrumpfenden Gesamtmarkt konnten wir unseren Anteil (11,4 %) aber halten. ![]() Pakete rund um die Uhr aufgeben und abholen Wir befördern täglich rund 2,5 Millionen Pakete in Deutschland. Für unsere Privat- und Geschäftskunden sind wir immer und überall verfügbar: Rund 17.000 Filialen und Verkaufspunkte, rund 2.500 Packstationen und rund 1.000 Paketboxen bieten ihnen die Möglichkeit, Pakete und Päckchen aufzugeben und abzuholen. Unsere Packstation ist in mehr als 1.600 Orten vertreten und für 90 % der dort lebenden Einwohner innerhalb von etwa 10 Minuten erreichbar. Privatkunden können zudem im Internet Kartonagen kaufen, Pakete frankieren, Abholaufträge erteilen und Sendungen nachverfolgen. Für Geschäftskunden entwickeln wir Lösungen, die auf Branchen zugeschnitten sind: Im dynamisch wachsenden Internethandel legen Anbieter wie Kunden Wert auf schnelle, einfache und sichere Bestellungen. Daher transportieren wir für sie nicht nur Kataloge, Waren und Retouren. Unser Angebot umfasst auch eine individuell auf den Kunden zugeschnittene Software für Versand und Rücksendungen, daneben Zusatzleistungen wie „Postident“ – ein Produkt, mit dem Händler Alter und Identität ihrer Internetkunden überprüfen können. Der deutsche Paketmarkt belief sich im Jahr 2009 auf ein Volumen von rund 6,3 Mrd €, etwa 2,7 % weniger als im Vorjahr. Er ist wettbewerbsintensiv und umfasst mehrere starke Anbieter, darunter DPD, UPS, GLS und Hermes. Seit Jahren profitiert das Paketgeschäft vom Internethandel. Dieser ist im Berichtsjahr trotz Wirtschaftskrise wieder zweistellig gewachsen. Während die private Nachfrage nach wie vor lebhaft ist – wenn auch verstärkt auf die Preise geachtet wird −, blieb der Business-to-Business-Markt rückläufig. Der klassische Katalog-Versandhandel befindet sich sogar in einer Krise, wie die Insolvenz der Quelle GmbH zeigt. In diesem schwierigen Umfeld haben wir unseren Anteil am deutschen Paketmarkt auf 39 % gesteigert. ![]() Import und Export von Briefen Wir befördern Briefe grenzüberschreitend, bedienen Inlandsmärkte im Ausland und erbringen Zusatzleistungen über den reinen Transport hinaus. Für Geschäftskunden sind wir in bedeutenden nationalen Briefmärkten tätig, darunter in den Vereinigten Staaten, den Niederlanden, Großbritannien und Spanien. In Frankreich haben wir unsere Leistungen mit dem Verkauf der DHL Global Mail Services SAS eingeschränkt. In den Vereinigten Staaten bieten wir DHL@home – ein Produkt für Versandhändler – nicht mehr an, nachdem das dortige Expresstransportnetz verkleinert wurde. Weltweit lag das Marktvolumen für den internationalen Briefverkehr (outbound) im Jahr 2009 bei rund 7 Mrd €. Die globale Rezession und ein schärferer Wettbewerb haben das Geschäftsumfeld im Berichtsjahr geprägt. Wir haben Marktanteile verloren, weil wir uns streng am Ergebnis orientiert und uns daher von unprofitablen Kunden getrennt haben. Insgesamt erwarten wir für 2009 einen Marktanteil von 14,5 %. ![]() QUALITÄT Vorteil durch Technologie In Deutschland unterhalten wir ein flächendeckendes Transport- und Zustellnetz mit 82 Brief- und 33 Paketzentren, in denen Sendungen qualitativ hochwertig und effizient bearbeitet werden. Die hohe Automationsquote im Briefbereich haben wir mit mehr als 90 % gehalten. Aus Marktforschung und Reklamationen wissen wir: Unsere Kunden erwarten von uns höchste Qualität. Sie bewerten unsere Leistung danach, ob ihre Sendungen schnell, zuverlässig und unbeschädigt ankommen. Unser Qualitätsmanagement basiert auf einem System, das jährlich vom Technischen Überwachungsverein (TÜV) Nord geprüft und zertifiziert wird. Bei der Laufzeit von Briefen in Deutschland haben wir erneut eine sehr hohe Qualität erzielt: Nach Erhebungen des Qualitätsforschungsinstituts Quotas wurden deutlich mehr als 94 % der Briefe, die uns während der täglichen Annahmezeiten oder bis zur letzten Briefkastenleerung erreicht haben, dem Empfänger bereits am nächsten Tag zugestellt. Im Paketbereich konnte die Laufzeit im Berichtsjahr weiter verbessert werden: Fast 90 % der Sendungen, die wir bei gewerblichen Kunden abgeholt haben, sind schon am nächsten Tag zugestellt worden. Unser internes Laufzeitmesssystem für den Paketversand wird seit 2008 durch den TÜV Rheinland zertifiziert. Die Laufzeiten der internationalen Briefe werden von der International Post Cooperation (IPC) ermittelt. Nach Vorgabe der Europäischen Union müssen 85 % aller grenzüberschreitenden Sendungen in der EU innerhalb von drei Tagen nach Einlieferung zugestellt sein. Diese Maßgabe werden wir erneut deutlich übertroffen und die Marke 97 % erreicht haben. Die durchschnittliche Wochenöffnungszeit unserer rund 17.000 Filialen und Verkaufspunkte liegt dank der Kooperation mit dem Handel bei 46 Stunden. Der „Kundenmonitor Deutschland“ befragt unsere Filialkunden jährlich danach, wie zufrieden sie mit unseren Leistungen sind. Unsere Noten haben sich in den letzten zehn Jahren auf hohem Niveau stetig verbessert. Vor allem die Partnerfilialen erreichen Werte, die sich denen des Einzelhandels klar angenähert, sie teilweise sogar übertroffen haben. Mehr als 90 % der Kunden werden innerhalb von drei Minuten bedient. Das bestätigen Testkunden von TNS Infratest, die in unserem Auftrag die Filialen etwa 30.000 Mal im Jahr prüfen. Wir betrachten umweltschonendes Arbeiten als zentrales Qualitätsmerkmal. In Deutschland arbeiten wir deshalb im Brief- und Paketbereich mit einem vom TÜV Nord zertifizierten Umweltmanagementsystem. Im Rahmen der „GoGreen“-Initiative bieten wir Privat- und Geschäftskunden einen klimaneutralen Versand an und testen Hybrid-, Erdgas- und Elektroantriebe im Transport. STRATEGIE UND ZIELE Mit drei strategischen Ansätzen stellen wir uns den heutigen und künftigen Herausforderungen unseres Geschäfts. Die Leistung des Kerngeschäfts sichern Wir sparen überall dort, wo es möglich und sinnvoll ist, und stärken mit neuen Produkten und intensiven Kundenbeziehungen unser Geschäft. Zugleich bewahren wir die hohe Qualität unserer Leistungen und schonen die Umwelt. Im Idealfall lassen sich mehrere Ziele verbinden: Eine neue Maschinengeneration in unseren Briefzentren steigert nicht nur den Automatisierungsgrad und damit die Qualität, sondern senkt gleichzeitig die Fertigungskosten und den CO2-Ausstoß. Kundennähe ist uns wichtig. Mit rund 17.000 Filialen und Verkaufspunkten betreiben wir das mit Abstand größte stationäre Vertriebsnetz in Deutschland. Wir bauen unsere Kooperation mit dem Handel aus und schaffen über das Internet einen schnellen und einfachen Zugang zu unseren Brief- und Paketdienstleistungen. Das Netz aus rund 2.500 Packstationen werden wir in den kommenden drei Jahren um 150 Automaten erweitern. Netzwerk flexibler gestalten Damit das Briefgeschäft auch in Zukunft einen stabilen Ergebnisbeitrag leistet, müssen wir unser Netzwerk grundlegend verändern und seine Kosten flexibilisieren. Im Jahr 2009 haben wir Maßnahmen erprobt, mit denen wir ohne Qualitätsverlust auf schwankende und sinkende Mengen reagieren können. Während der Haupturlaubszeit im Sommer haben wir Zustellbezirke zusammengelegt, die Sortierung von Sendungsmengen in benachbarte Briefzentren verlagert und unser Nachtluftpostnetz verkleinert. Maßnahmen, die sich bewährt haben, werden wir bei Bedarf wiederholen. Auch das Paketnetz wollen wir im Interesse der Kunden ausbauen und flexibilisieren. In digitalen Märkten wachsen Wir übertragen unsere Kompetenz, über die wir in der physischen Kommunikation verfügen, auf die elektronische. Schon heute erleichtert das Internet Kunden den Zugang zu unseren Leistungen: Sie können online und mobil zum Beispiel Porto kalkulieren, frankieren, Filialen und Packstationen suchen. Darüber hinaus werden wir ab dem Jahr 2010 den Brief im Internet anbieten und damit eine verbindliche, vertrauliche und verlässliche elektronische Schriftkommunikation schaffen. Am wachsenden Werbemarkt Internet werden wir weiter teilhaben. Schon heute bieten wir kleinen und mittelständischen Unternehmen unter „www.allesnebenan.de“ eine Plattform für lokale Angebote und mit dem „Werbemanager“ die Möglichkeit, einfach und kalkulierbar in verschiedenen Medien zu werben. Im Paketgeschäft entwickeln wir Lösungen für den Internethandel. Unter „www.meinpaket.de“ machen wir Einkauf und Bezahlung online einfach, sicher und transparent. Wir informieren Paketempfänger vorab darüber, wann ihre Sendung zugestellt wird. In Zukunft werden sie sogar selbst wählen können, wann und wo sie ihr Paket erhalten. UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG Umsatz unter hohem Vorjahresniveau Der Umsatz lag im Berichtsjahr mit 13.684 Mio € unter dem hohen Niveau des Vorjahres (14.393 Mio €). Erwartungsgemäß sind die Umsätze in konjunkturell sensiblen Bereichen hinter den Vorjahreswerten zurückgeblieben. Positive Währungseffekte fielen in geringem Umfang (3 Mio €) an. Umsatz mit Geschäftskunden stabilisiert sich im zweiten Halbjahr Im Geschäftsfeld Brief Kommunikation ist der Umsatz von 6.031 Mio € auf 5.820 Mio € zurückgegangen. Der Markt schrumpft kontinuierlich, weil zunehmend elektronische Kommunikation genutzt wird. Die Rezession hat diesen Effekt noch verstärkt. Privatkunden haben in diesem wirtschaftlichen Umfeld weniger Briefe versendet als im Vorjahr. Bei unseren Geschäftskunden haben sich im dritten und vierten Quartal die Umsätze stabilisiert, sind jedoch insgesamt unter dem Vorjahresniveau geblieben. Wir haben qualitätsbewusste Kunden gehalten und zurückgewonnen, aber Kunden, die im schlechten konjunkturellen Umfeld preissensibler geworden sind, an den Wettbewerb verloren. Im regulierten Briefbereich haben wir die Preise unter der Maßgabe des Price-Cap-Verfahrens stabil gehalten. Unser Porto zählt nach wie vor zu den günstigsten in Europa – so das Ergebnis einer von uns erhobenen Vergleichsstudie. Sie bezieht neben den Nominalpreisen für einen Standardbrief (20 Gramm) der schnellsten Kategorie auch wesentliche makroökonomische Faktoren mit ein, wie Kaufkraft und Arbeitskosten. A .37 Brief Kommunikation: Volumina scroll
Kunden werben weniger In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ändert sich das Werbeverhalten der Kunden, was wir im Geschäftsfeld Dialog Marketing deutlich zu spüren bekommen haben. Vor allem Versandhändler haben im Berichtsjahr erheblich weniger geworben und Kataloge verschickt, die Volumina bei adressierten wie unadressierten Werbesendungen sind gesunken. Im dritten Quartal ist die Menge der unadressierten Werbesendungen im Vorfeld der Bundestagswahl zwar leicht gestiegen, im vierten Quartal jedoch nach der Insolvenz von Arcandor erneut gesunken. Der Umsatz ist im Berichtsjahr mit 2.678 Mio € um 6,2 % hinter dem Vorjahr (2.855 Mio €) zurückgeblieben. A .38 Dialog Marketing: Volumina scroll
1 ) Vorjahreswerte angepasst aufgrund von Portfolioänderungen Im stark zur ü ckgehenden Pressegeschäft behauptet Im Geschäftsfeld Presse Services lag der Umsatz mit 819 Mio € (Vorjahr: 860 Mio €) um 4,8 % unter dem Niveau des Vorjahres. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hat Verleger dazu bewogen, Auflagen zu reduzieren oder einzelne Titel ganz einzustellen. Darüber hinaus haben Presseerzeugnisse an Umfang und Gewicht verloren, weil der Anteil der darin geschalteten Anzeigen abgenommen hat. Infolgedessen sind die erzielten Durchschnittspreise gesunken. Mehr Pakete durch Internethandel Im Geschäftsfeld Paket Deutschland lag der Umsatz mit 2.574 Mio € auf dem Niveau des Vorjahres (2.582 Mio €). Im deutschen Paketmarkt haben wir dank des wachsenden Internethandels unseren Umsatz gesteigert, obwohl mit den klassischen Versandhändlern eine bedeutende Kundengruppe in die Krise geraten und im Fall der Quelle GmbH sogar liquidiert worden ist. Im Privatkundengeschäft sind die Volumina insgesamt leicht gewachsen. In unserem internationalen Geschäft haben wir das Paketprodukt Europlus in den Unternehmensbereich EXPRESS verlagert, dadurch liegt im Geschäftsfeld Paket der Umsatz insgesamt nur auf Vorjahresniveau. A .39 Paket Deutschland: Volumina scroll
Filialumsatz leicht gesunken Der in den rund 17.000 Filialen und Verkaufspunkten erzielte Umsatz ist vor allem durch reduzierte Innenumsätze leicht von 815 Mio € auf 806 Mio € gesunken. Preissensibilit ä t auch im internationalen Briefgeschäft gestiegen Im Geschäftsfeld Global Mail ist der Umsatz von 1.970 Mio € auf 1.679 Mio € zurückgegangen. Besonders die Einstellung des Produkts DHL@home hat den Umsatz belastet. Es wird nicht mehr angeboten, nachdem das US-Expressnetz verkleinert wurde. Das internationale Briefgeschäft entwickelt sich ebenso wie der deutsche Markt: Kunden werden preissensibler, worunter das klassische Im- und Exportgeschäft leidet. A .40 Brief International: Volumina scroll
Solides Ergebnis trotz Krise Die Vorjahreswerte für das EBIT wurden angepasst, weil wir die Erträge aus dem Planvermögen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen nicht mehr im EBIT, sondern im Finanzergebnis ausweisen. Das EBIT des Unternehmensbereichs blieb mit 1.383 Mio € deutlich hinter dem Vorjahreswert (2.179 Mio €) zurück, im vierten Quartal betrug es 503 Mio € (Vorjahr: 442 Mio €). Im Vorjahr hatte die Rückzahlung aus dem EU-Beihilfeverfahren das Ergebnis um 572 Mio € verbessert. Bereinigt um Einmaleffekte, wie den Verkauf der DHL Global Mail Services SAS in Frankreich, in Höhe von −29 Mio € (Vorjahr: +538 Mio €) ist das EBIT im Berichtsjahr um 14,0 % auf 1.412 Mio € (Vorjahr: 1.641 Mio €) gesunken, im vierten Quartal dank straffem Kostenmanagement aber um 7,4 % auf 511 Mio € gestiegen. Aus der Arcandor-Insolvenz ist im Berichtsjahr ein Aufwand von 34 Mio € enthalten, um den das Ergebnis vor Einmaleffekten nicht bereinigt worden ist. Umsatzeinbußen durch die Wirtschaftskrise und strukturelle Effekte nach dem Ausscheiden der Postbank aus der umsatzsteuerlichen Organschaft konnten durch striktes Kostenmanagement weitgehend kompensiert werden, Lohn- und Kostensteigerungen haben das Ergebnis belastet. Die Umsatzrendite lag bei 10,1 %. Der operative Cashflow betrug 1.148 Mio € (Vorjahr: 2.235 Mio €) und war im Vorjahr wesentlich beeinflusst durch die Rückzahlung aus dem EU-Beihilfeverfahren. Das Working Capital beträgt −878 Mio € und liegt damit auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres (−894 Mio €). EXPRESS![]() GESCHÄFTSFELDER UND MARKTPOSITION Weltumspannendes Netz für zeitkritische Sendungen Der Unternehmensbereich EXPRESS befördert eilige Dokumente und Waren zuverlässig von Tür zu Tür – auf festen Routen und mit standardisierten Abläufen. Unser Netzwerk umspannt mehr als 220 Länder und Territorien der Welt, in denen mehr als 100.000 Mitarbeiter über acht Millionen Kunden bedienen. Auch im Jahr 2009 haben wir die Reichweite für zeitkritische Sendungen erweitert: Allein in Asien bieten wir nun auf zusätzlich 3.000 Handelsrouten eine Zustellung vor 12 Uhr an. Als globaler Netzwerkbetreiber wissen wir, dass die Qualität unserer Leistungen und die Zufriedenheit unserer Kunden über den Erfolg entscheiden. Daher verbessern wir kontinuierlich unseren Service. Standardisierte zeitkritische Produkte Mit unseren drei Produktlinien DHL Time Definite, DHL Same Day und DHL Day Definite bieten wir den Kunden Kurier- und Express-Sendungen in jedem der drei gängigen Zeitsegmente. Ergänzt wird das Angebot um spezielle Dienstleistungen des Expressgeschäfts wie Customs Brokerage, Medical Services oder Repair and Return. In der Regel bestellen Kunden Transporte über unsere Servicenummern oder das Internet. In Deutschland nutzen wir die rund 17.000 Filialen und Verkaufspunkte der Deutschen Post. Außerhalb Deutschlands unterhalten wir mehr als 22.000 Servicepoints, an denen gelegentliche Nutzer unserer Dienste Sendungen aufgeben, abholen und kostenlos verpacken lassen können. Die standardisierten Preise richten sich nach den Gewichtsklassen. In einer Zeit, in der die ökologischen Auswirkungen der Globalisierung insgesamt und besonders in der Logistik kritisch diskutiert werden, bieten wir unter dem Namen „GoGreen“ als erster Expressdienstleister in rund 30 Ländern klimaneutrale Versandprodukte an. Unsere Flugzeugflotte – wirtschaftlich und ökologisch Im Sommer 2009 hat die Frachtfluggesellschaft AeroLogic den Betrieb aufgenommen. Das Gemeinschaftsunternehmen von DHL Express und Lufthansa Cargo hat seinen Firmensitz am Flughafen Leipzig/Halle. Die gegenwärtige Flotte besteht aus sieben neuen Boeing-Maschinen: vier des Typs 777 und drei des Typs 767. Bis 2012 soll die Flotte um elf Maschinen erweitert werden, acht des Typs 777 und drei des Typs 767. Dieses Fluggerät erfüllt alle wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen. Verglichen mit Vorgängermodellen reduziert es den Kerosinverbrauch und damit auch den CO2-Ausstoß, um jeweils mehr als 20 %. Wir erwarten, den Emissionsausstoß somit um bis zu 66.000 Tonnen jährlich zu verringern. Damit trägt unsere Flugzeugflotte wesentlich dazu bei, die Klimaschutzziele des Konzerns zu erfüllen. Während der Woche fliegen die Frachtflugzeuge für unser Expressgeschäft die Ziele in Asien und in den Vereinigten Staaten an, am Wochenende ergänzen sie die Dienste von Lufthansa Cargo. Beide Partner gewinnen dadurch mehr Kapazität und Flexibilität, während die Kunden von kürzeren Laufzeiten und geringeren Stückkosten profitieren. Globalisierung treibt weiterhin das Wachstum Der globale Expressmarkt war bis zum Jahr 2006 vor allem durch die Globalisierung um durchschnittlich 6 % bis 8 % jährlich gewachsen. Die dann einsetzende Konjunkturschwäche hat dieses Wachstum spürbar auf 2 % bis 4 % jährlich verlangsamt. Dies betrifft auch das Jahr 2009. Dennoch bleibt die Globalisierung ein wichtiger Wachstumstreiber. Wir bauen unsere Präsenz und Infrastruktur in Wachstumsmärkten weiter aus. So errichten und erweitern wir Luftdrehkreuze vor allem im asiatisch-pazifischen Raum. Zudem schöpfen wir unser großes Potenzial in vielen nationalen Märkten außerhalb der Vereinigten Staaten weiter aus. In Latein- und Südamerika, China und Indien sehen wir Wachstumschancen auf den nationalen Expressmärkten. Als DHL Express sind wir schon seit vielen Jahren in allen Teilen der Welt sehr gut positioniert und in allen Regionen außerhalb Nordamerikas Marktführer für internationale Express-Sendungen. Internationales Angebot in der Region Americas erweitert Im Februar 2009 haben wir uns aus dem nationalen US-Expressgeschäft zurückgezogen. Wir konzentrieren uns dort nun wieder vollständig auf das internationale Expressgeschäft – unsere Kernkompetenz. Somit bleiben die Vereinigten Staaten ein wesentlicher Bestandteil unseres globalen Netzwerks, dessen Reichweite und Leistungsfähigkeit uns eine führende Position im Expressmarkt garantieren. Unsere Servicequalität haben wir weiter spürbar verbessert und veraltete IT-Systeme durch standardisierte Anwendungen ersetzt. Unsere lokalen Mitarbeiter wurden mit dem Programm „Certified International Specialist“ zusätzlich geschult. Damit wurde unsere Expertenrolle für internationale Expressdienstleistungen weiter gestärkt, während wir unseren Kunden einen erstklassigen Service garantieren. Nach erfolgreicher Restrukturierung des US-Geschäfts wurde im Juli 2009 die Region Americas neu gegliedert: Sie umfasst die USA und die sechs Subregionen Kanada, Mexiko, Karibik, Zentralamerika, Brasilien und das Spanisch sprechende Südamerika. Im internationalen Expressgeschäft der Region Americas sind wir in zahlreichen Ländern weiterhin Marktführer. Wir haben unser internationales Serviceangebot ausgebaut, unter anderem die Zustellung vor 9 Uhr nach Europa, die Zustellung vor 10 Uhr 30 aus allen Gebieten Süd- und Mittelamerikas in die USA sowie die Zustellung vor 12 Uhr innerhalb Südamerikas. ![]() Führende Position in Europa behauptet In Europa haben wir unsere führende Position mit einem Marktanteil von fast 24 % behauptet, obwohl dort der internationale Expressmarkt besonders stark unter der Rezession zu leiden hatte. Wir haben auf allen Handelsrouten – vor allem bei Verbindungen von und nach Asien und Osteuropa – unsere Kunden zu einem konkurrenzfähigen Preis und mit erstklassigem Service bedient. Zwar verzeichnete das Produkt Time Definite International (TDI) im Berichtsjahr einen Volumenrückgang. Zugleich aber hat sich der Trend verstärkt, Luftexpress-Sendungen auf den günstigeren Landtransport zu verlagern. Im Produkt Day Definite International (DDI) konnten wir unsere Marktposition daher ausbauen und unseren Anteil leicht erhöhen. Unser Day-Definite-Domestic-Geschäft (DDD) haben wir auf Profitabilität und Produktivität überprüft. So haben wir Maßnahmen zur Bereinigung unseres Portfolios in Großbritannien und Frankreich eingeleitet. Im Bereich Time Definite stellen wir mittlerweile mehr als 94 % (Vorjahr: 92,2 %) der Sendungen bis 12 Uhr zeitgerecht zu. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet unser interkontinentales Drehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle, an dem werktäglich etwa 60 Flugzeuge starten und landen und rund 1.500 Tonnen Fracht umgeschlagen werden. Wir unterhalten Verbindungen in 46 Ländern auf drei Kontinenten mit mehr als 27.000 Städteverbindungen zwischen Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Ende 2009 haben wir angekündigt, Zentralfunktionen unseres Verwaltungsstandorts Brüssel auf die Standorte Bonn, Leipzig und Prag zu verlagern und damit Synergien zu schaffen. ![]() DHL dominiert asiatischen Expressmarkt Asien bleibt selbst in Krisenzeiten der Wachstumsmotor. Dies gilt vor allem für den Bereich Produktion, auf den der Hauptteil des internationalen Export- und Expressgeschäfts entfällt. In China, Korea und Taiwan hat die industrielle Produktion bereits wieder den Stand von vor der Rezession erreicht. Wie in anderen großen Volkswirtschaften wird diese Entwicklung maßgeblich von den Konjunkturprogrammen der Regierungen gestützt. Im Jahr 2009 konnten wir unseren Marktanteil um zwei Prozentpunkte auf 36 % steigern. Im April haben wir in Taipeih (Taiwan) und Incheon (Südkorea) neue Gateways eröffnet. Ingesamt haben wir in den vergangenen Jahren mehr als 1,9 Mrd € in unsere regionale Infrastruktur investiert und werden auch in Zukunft in Kernmärkte Asiens investieren. DHL ist eine der bekanntesten Marken im Bereich Luftfracht und Kurierdienstleistungen in Asien. So wurden wir von Reader’s Digest mit dem „Trusted Brands Award 2009“ ausgezeichnet. Im Berichtsjahr haben wir die Reichweite unseres Time-Definite-Angebots stark ausgeweitet: Auf 3.000 zusätzlichen Handelsrouten bieten wir jetzt einen Premium-Service mit Zustellung vor 12 Uhr an. Unsere internationale Präsenz, die durch unsere transpazifische Partnerschaft mit Polar Air noch verstärkt wurde, ergänzen wir um unsere Präsenz im Inlandsgeschäft der wichtigsten asiatischen Märkte. So konnte das landgestützte nationale Transportgeschäft von Blue Dart in Indien erfreulich zulegen. ![]() Service in aufstrebenden M ä rkten ausgebaut In der 89 Länder umfassenden Region EEMEA (Eastern Europe, the Middle East and Africa) konnten wir unseren Marktanteil auf 44 % ausbauen. Die Region ist stark von der Konsumgüterindustrie abhängig und diese hat sich vor allem in Russland, Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten, aber auch in vielen anderen Schwellenländern im zweiten Halbjahr 2009 gut erholt. Wir haben unseren Service im Time-Definite-Bereich erheblich verbessert. In einer Region, die von der Infrastruktur her große Anforderungen stellt, beliefern wir über 20 % mehr Geschäftsadressen vor 12 Uhr als im Vorjahr. Mittlerweile werden hier 67 % der Kunden mit diesem Express Time Service bedient. In Russland haben wir in Kooperation mit BP Servicepoints in St. Petersburg errichtet. Unsere ausgezeichneten Leistungen konnten wir auch bei der im September stattfindenden „Fashion Week“ in Moskau unter Beweis stellen. Ebenfalls erweitert wurden die taggenauen Straßentransporte im Mittleren Osten, in Nordafrika und in der Türkei, wo DHL als einziger Expressdienstleister nach ISO-10002:2004 zertifiziert ist. Mit unseren Investitionen in Infrastruktur und Qualität konnten wir neue Aufträge in der Automobilbranche und in der Konsumgüterindustrie gewinnen. Verwaltungstechnisch haben wir die Regionen Asia Pacific und EEMEA am Standort Singapur zusammengelegt. ![]() QUALITÄT Vorteil durch Service Ein wichtiges Qualitätsmerkmal für den Kunden im Expressgeschäft ist die rechtzeitige Auslieferung. Dafür halten wir ein die gesamte Organisation erfassendes Programm bereit, mit dem Abläufe standardisiert und überwacht werden. So lässt sich die Pünktlichkeit der Lieferungen ermitteln, lassen sich Verspätungen bei einzelnen Abläufen analysieren und Wege festlegen, wie Lieferungen noch schneller zum Kunden gelangen. Für einen globalen Netzwerkbetreiber ist ein beständig hoher Servicegrad entscheidend. Wir haben daher ein „Operations Performance Monitoring System“ entwickelt, mit dem wir die Qualität unserer Dienstleistungen messen und verbessern. Auch im Berichtsjahr wurde so – trotz Restrukturierung und Kosteneinsparungen – die Qualität auf Vorjahresniveau gehalten. Zugleich wurden Zustellung und Abholung verbessert. Mit modern ausgestatteten Qualitätskontrollzentren können wir Sendungen weltweit verfolgen und unsere Abläufe dynamisch anpassen. Bei unvorhersehbaren Ereignissen werden zum Beispiel Flug- und Sendungsrouten unmittelbar angepasst, um sicherzustellen, dass die Sendungen zur vereinbarten Zeit die Empfänger erreichen. Betriebliche Sicherheit, finanzielle Compliance und Servicequalität unserer Standorte werden regelmäßig überprüft. Mehr als 165 Standorte sind zudem von der „Transported Asset Protection Association“ (TAPA), einer der weltweit angesehensten Sicherheitsorganisationen, zertifiziert. Zurzeit bauen wir ein Qualitätsmanagement auf, das unsere zahlreichen Zertifizierungen nach ISO, TAPA und „Customer Centre of Excellence“ vereinigt. STRATEGIE UND ZIELE Im Rezessionsjahr 2009 ist die Wirtschaftsleistung fast überall eingebrochen. Das Transportwesen, stark vom Export abhängig, hat es besonders schwer getroffen. Wir haben uns dagegen gewappnet: durch Einsparungen und mehr Effizienz im operativen Betrieb. Direkte und indirekte Kosten außerhalb der USA wurden dadurch um rund 1 Mrd € verringert. Zudem wurde die Kostenbasis unserer US-Aktivitäten durch die erfolgreiche Restrukturierung um mehr als 2,4 Mrd € reduziert. Wichtige Voraussetzungen, um unser Ziel nachhaltig zu verwirklichen: Wir wollen Anbieter erster Wahl im internationalen Expressgeschäft bleiben – für alle Produkte und in allen Regionen. Unsere Strategie ruht auf drei Säulen: Kundenservice stetig verbessern Oberstes Ziel unserer Arbeit sind zufriedene Kunden. Mit demkonzernweiten First-Choice-Programm stellen wir sicher, dass wir die hohen Anforderungen der Kunden in Bezug auf Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz erfüllen. Mit standardisierten Systemen und Abläufen haben wir die Produktivität des Vertriebs erhöht und damit Kosten signifikant gesenkt. Zugleich wurden unsere Kunden öfter persönlich angerufen und besucht. Dass wir besser geworden sind, zeigen mehr als 120 Auszeichnungen, die wir 2009 von externen Experten erhalten haben, darunter waren so renommierte wie „China Best Call Centre“, „Best Manager“ und „Best Agent“. Im Rahmen des Mystery-Shopper-Programms testen und bewerten eigene Mitarbeiter den Service unserer Kundenzentren. Zudem führen wir regelmäßig Kundenzufriedenheitsstudien durch, um auch auf diese Weise Kundenwünsche und -anforderungen zeitnah berücksichtigen zu können. Profitabilität und Produktivität steigern Zentrales Element unserer Strategie ist das internationale Time-Definite-Luftverkehrsnetz. Alle großen Handelsstrecken werden zu einem konkurrenzfähigen Preis und mit erstklassigem Service bedient. Wir optimieren unsere Leistungsstandards und unsere Kosten kontinuierlich, um unsere Marktführerschaft als profitabler Expressdienstleister auszubauen. Im Einzelnen bedeutet dies:
Unternehmenskultur festigen Unsere Mitarbeiter sind der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Wir fördern das Leitbild „Respekt und Resultate“ in unserer Unternehmenskultur und haben den Ehrgeiz, überall dort, wo wir tätig sind, zu den attraktivsten Arbeitgebern zu zählen. In der Region Americas beispielsweise haben wir bereits mehrere angesehene Wettbewerbe zum „Besten Arbeitsplatz“ gewonnen. Die Mitarbeiterfluktuation ist dort weiter rückläufig. UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG Umsatz und Sendungsvolumina im Gesamtjahr rückläufig Im Gesamtjahr 2009 ist der Umsatz im Unternehmensbereich um 24,4 % auf 10.312 Mio € (Vorjahr: 13.637 Mio €) gesunken. Er wurde durch negative Währungseffekte in Höhe von 198 Mio € belastet. In den Landeswährungen und bereinigt um Akquisitionen reduzierte sich der Umsatz um 24,0 %. Dazu haben vor allem der Rückzug aus dem nationalen US-Expressgeschäft, Volumenrückgänge und geringere Erlöse aus Treibstoffzuschlägen beigetragen. Außerhalb der USA hat sich der Umsatz in den Landeswährungen und bereinigt um Akquisitionen um 11,8 % verringert. Unsere täglichen Sendungsvolumina sind im Jahr 2009 im Vorjahresvergleich insgesamt gesunken: im Produktbereich TDI um 9,4 %, in den Produktgruppen TDD und DDD außerhalb der USA um 1,1 % bzw. 0,7 %. Während die globale Rezession in den ersten drei Quartalen unser Geschäft beeinträchtigt hat, zeigte sich im vierten Quartal eine leichte Erholung der täglichen Sendungsvolumina. Im Produktbereich TDI haben sie sich fast wieder auf Vorjahresniveau eingependelt, in den Produktgruppen TDD and DDD außerhalb der USA sind sie um 3,5 % bzw. 3,4 % gestiegen. Während sich die wirtschaftliche Entwicklung auf die Sendungsvolumina stark ausgewirkt hat, konnten wir die Auswirkung des Rückzugs aus dem nationalen US-Geschäft recht erfolgreich abfedern. A .45 EXPRESS: Umsatz nach Produkten scroll
A .46 EXPRESS: Volumina nach Produkten scroll
Europageschäft leidet unter Mengen- und Gewichtsrückgängen In der Region Europe hat sich der Umsatz um 15,5 % auf 5.603 Mio € (Vorjahr: 6.631 Mio €) verringert. Darin enthalten sind negative Währungseffekte in Höhe von 196 Mio €, die vor allem aus unserer Geschäftstätigkeit in Großbritannien/Irland, Skandinavien und Mitteleuropa stammen. Bereinigt darum sowie um Akquisitionen in Spanien und Rumänien ist der Umsatz der Region um 12,9 % gesunken. Das Europageschäft litt in Folge der Rezession unter geringeren Sendungsmengen im Produktbereich TDI und niedrigeren Sendungsgewichten in der Produktgruppe DDD. Im vierten Quartal begannen die täglichen Sendungsvolumina für TDD and DDD sich zu erholen, wir verzeichneten sogar einen leichten Anstieg. Kosten in der Region Americas massiv gesenkt In den Vereinigten Staaten bieten wir seit Februar 2009 kein nationales Expressprodukt mehr an und haben unsere Kostenbasis massiv gesenkt. Die Restrukturierung des US-Geschäfts verlief im Berichtsjahr planmäßig und hat insgesamt zu Aufwendungen in Höhe von 495 Mio € geführt. Der Umsatz in der Region Americas – sie umfasst die USA und die übrigen Regionen Amerikas (Lateinamerika, Kanada und die Karibik) – ist um 58,6 % auf 1.473 Mio € (Vorjahr: 3.559 Mio €) gesunken. Darin enthalten sind negative Wechselkurseffekte in Höhe von 3 Mio €. In den Landeswährungen ist der Umsatz um 58,5 % zurückgegangen. Außerhalb der USA hat sich der Umsatz organisch um 12,0 % gegenüber dem Vorjahreswert reduziert. Rezession und Restrukturierungsmaßnahmen haben in den USA die täglichen Sendungsvolumina für TDI um 25,3 % sinken lassen − weniger stark, als wir es erwartet hatten. Niedriges Sendungsvolumen in Asia Pacific Berücksichtigt man positive Währungseffekte in Höhe von 42 Mio €, ist der Umsatz in der Region Asia Pacific um 6,0 % auf 2.580 Mio € (Vorjahr: 2.746 Mio €) gesunken. Vor allem geringere Erlöse aus Treibstoffzuschlägen und konjunkturell bedingte Volumenrückgänge ließen den Umsatz organisch – bereinigt um Währungseffekte und Akquisitionen vor allem im nationalen chinesischen Expressgeschäft und in Australien – um 9,4 % zurückgehen. Die täglichen Sendungsvolumina in den Produktbereichen TDI und TDD lagen 2009 leicht unter dem Vorjahr. Auch hier hat sich im vierten Quartal der Trend gewendet: Die Volumina für TDI und TDD sind im Vorjahresvergleich gestiegen. Nationale Sendungsvolumina auf Schwellenmärkten weiterhin stabil In der Region EEMEA (Eastern Europe, the Middle East and Africa) ist der Umsatz im Gesamtjahr um 10,4 % auf 1.054 Mio € (Vorjahr: 1.176 Mio €) zurückgegangen. Er enthielt negative Währungseffekte von 40 Mio €. In den Landeswährungen belief sich der Umsatzrückgang auf 7,0 %. Während die täglichen Sendungsmengen im Bereich TDI im Berichtsjahr konjunkturbedingt abnahmen, blieben die nationalen Sendungsvolumina im Berichtsjahr durch mehr Geschäft im Mittleren Osten und in Afrika im Vorjahresvergleich stabil. Striktes Kostenmanagement schlägt sich in Ergebnisentwicklung nieder Die Vorjahreswerte für das EBIT wurden angepasst, weil wir die Erträge aus dem Planvermögen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen nicht mehr im EBIT, sondern im Finanzergebnis ausweisen. Das EBIT des Unternehmensbereichs hat sich im Berichtsjahr verbessert: um 63,2 % auf –807 Mio € (Vorjahr: −2.194 Mio €) für den gesamten Zeitraum und um 83,0 % auf −375 Mio € (Vorjahr: –2.206 Mio €) für das vierte Quartal. Bereinigt um Restrukturierungskosten (1.045 Mio €; viertes Quartal: 537 Mio €) belief es sich sogar auf 238 Mio € (Vorjahr: 164 Mio €) im Gesamtjahr und auf 162 Mio € (Vorjahr: 66 Mio €) im vierten Quartal, 96 Mio € mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Neuausrichtung unseres Geschäfts schreitet weiter voran und hat trotz der schlechten Wirtschaftslage das Ergebnis erfreulich verbessert. Besonders in den Vereinigten Staaten konnte der Verlust vor Einmaleffekten stark reduziert werden. Das ganzjährige US-Ergebnis hat sich planmäßig entwickelt. Im vierten Quartal haben wir unser Ziel, den annualisierten Verlust in den USA auf weniger als 400 Mio US-$ zu verringern, weitgehend erreicht. Außerhalb der USA ist das EBIT vor Einmaleffekten von 1.118 Mio € auf 692 Mio € zurückgegangen, weil die Sendungsvolumina international und national gesunken sind. Wir konnten diesem Effekt teilweise mit striktem Kostenmanagement entgegenwirken. Über kontinuierliches Working-Capital-Management haben wir die Zahlungsbedingungen bei Lieferanten und Kunden verbessert. Vor allem die Restrukturierungskosten für das US-Geschäft haben jedoch die Verbesserungen aufgezehrt, die wir beim EBIT vor Einmaleffekten, im Working Capital und durch niedrigere Investitionen erzielt haben. Der operative Cashflow, in dem der Mittelabfluss aus Restrukturierungen und die Verluste im US-Geschäft enthalten sind, ist dementsprechend im Vergleich zum Vorjahr von 263 Mio € auf –459 Mio € gesunken. GLOBAL FORWARDING, FREIGHT![]() GESCHÄFTSFELDER UND MARKTPOSITIONEN Globale und individuelle Transportlösungen Mit den Geschäftsfeldern Global Forwarding und Freight ist DHL der weltweit größte Anbieter für Luft- und Seefracht und einer der führenden Landfrachtspediteure in Europa und im Mittleren Osten. Wir entwickeln globale und individuelle Transportlösungen für unsere Kunden, stellen Kapazitäten bereit und koordinieren den Versand von Waren und Informationen in mehr als 150 Ländern. Wir setzen dabei auf die Kompetenz von rund 39.000 Mitarbeitern sowie auf verlässliche Partner. Wir makeln als Spediteur zwischen Kunden und Frachtunternehmen, bündeln deren Nachfrage und erzielen ein Volumen, mit dem wir Laderaum und Charterkapazitäten bei Fluggesellschaften, Reedereien und Frachtführern zu wettbewerbsfähigen Preisen sichern können. Dabei nutzen wir auch die Luftfrachtkapazitäten des Unternehmensbereichs EXPRESS. Da wir Transportleistungen nicht selbst erbringen, sondern einkaufen, können wir unser Geschäft mit sehr niedrigem Anlagevermögen betreiben. Weltmarktführer in der Luft- und Seefracht DHL Global Forwarding ist der führende Anbieter von Luft- und Seefracht. Rund 29.000 Mitarbeiter sorgen dafür, dass Sendungen aller Art mit Flugzeug oder Schiff befördert werden. Zudem unterstützen wir unsere Kunden mit transportnahen Zusatzleistungen: Wir lagern die Waren, holen sie ab, liefern sie aus, regeln die Zollformalitäten, versichern den Transport und stellen Informationen bereit. So gewährleisten wir Sicherheit und Zuverlässigkeit auch über Landesgrenzen hinweg. Unsere Kunden stammen aus Unternehmen aller Größenklassen. Sie sind vor allem in den Branchen Technologie, Pharmazie, Automobil, Produktion/Maschinenbau, Mode und Konsumgüter tätig. Wir planen und realisieren aber auch weltweit logistische Großprojekte, besonders für die Mineralöl- und Energiewirtschaft. Im Rahmen von Transportmanagementkontrakten kombinieren wir in steigendem Umfang für unsere Kunden auch alle Transportmittel, mit dem Ziel, Komplexität zu reduzieren, Qualität zu verbessern und Kosten zu senken. ![]() DHL bleibt führend auf dem von der Krise besonders betroffenen Luftfrachtmarkt Auf dem Luftfrachtmarkt hat sich der Rückgang des Welthandelsvolumens besonders stark ausgewirkt. IATA berichtet einen Rückgang des Marktvolumens, gemessen in Fracht-Tonnen-Kilometern, um 10,1 %, während der Rückgang bei DHL rund 13 % betrug. Da die Zahlen der IATA keine Daten über Charterflugzeuge und Nicht-IATA-Carrier wie CargoLux enthalten, sind sie jedoch nur begrenzt vergleichbar. In beiden Betrachtungen ist DHL Marktführer geblieben. Globale Präsenz im Seefrachtmarkt erhöht Wir sind sowohl bei Teilladungen (LCL, Less than Container Load) als auch bei Komplettladungen (FCL, Full Container Load) weltweit führend. Allerdings hat auch das Seefrachtgeschäft unter dem stark rückläufigen Welthandel gelitten. Das Marktvolumen hat sich nach unserer Einschätzung im Jahr 2009 um 12 % bis 13 % verringert. Unser Volumen ist hingegen nur um rund 9 % zurückgegangen, wodurch wir unseren Marktanteil ausbauen konnten. ![]() Marktanteil im europäischen Landverkehr stabilisiert Als zweitgrößter Landverkehrsspediteur in Europa, dem Nahen und Mittlerem Osten bietet DHL im Geschäftsfeld Freight mit rund 10.000 Mitarbeitern seine Dienste in mehr als 53 Ländern an. Wir verstehen uns als Makler von Frachtkapazitäten. Im Landverkehr transportieren wir Komplettladungen, Teilladungen und Stückgut. Zudem bieten wir die Kombination mit anderen Verkehrsträgern an, vor allem dem Schienenverkehr. Ergänzt wird das Angebot um Zusatzleistungen wie Zolldienste und Versicherungen. DHL zählt aber auch zu den führenden Anbietern in der Messe-, Ausstellungs- und Veranstaltungslogistik. Unser Angebot umfasst Messetransporte sowie individuelle Full-Service-Lösungen für Aussteller, Veranstalter, Durchführungsgesellschaften und Event-Agenturen. Im Jahr 2008 ist der europäische Markt für Straßentransporte um 1,3 % (Vorjahr: rund 4,2 %) gewachsen, obwohl die Krise im vierten Quartal 2008 die gesamte Transportbranche zu erfassen begann. In der ersten Hälfte des Jahres 2009 ist die Nachfrage allerdings weiter zurückgegangen, durchschnittlich um 20 % bis 25 % gegenüber dem Vorjahr. Zudem übten Überkapazitäten Druck auf die Frachtraten aus. Seit Jahresmitte hat sich die Lage zwar wieder entspannt, die beförderte Menge ist im Berichtszeitraum jedoch um fast ein Sechstel zurückgegangen. Unseren Marktanteil haben wir eigenen Berechnungen zufolge bei 2,1 % stabilisieren können. ![]() QUALITÄT Vorteil durch Kundennähe Die Zufriedenheit unserer Kunden ist für uns die zentrale Messgröße für die Qualität unserer Leistung. Im Berichtsjahr stand sie erneut im Mittelpunkt: Wir haben mehr als 15.000 Kunden in über 50 Ländern danach befragt und aus den Ergebnissen rund 600 Maßnahmen abgeleitet. Verbesserungen erzielen wir oft gemeinsam mit unseren Kunden und wenden dabei die Six-Sigma-Methodik an, die unserem First-Choice-Programm zugrunde liegt: So haben wir mit einem großen Seefrachtkunden dessen Vorlaufzeit um 63 % von 45 auf 16,5 Tage verringert. Damit wir unsere Qualität noch schneller steigern, sind mehr als 1.000 unserer Führungskräfte in der First-Choice-Methodik zertifiziert. Dass unsere Bemühungen um noch bessere Qualität erfolgreich waren, bestätigen einmal mehr verschiedene Auszeichnungen. Unter anderem erhielten wir als einziges Logistikunternehmen bereits zum zweiten Mal in Folge von Huawei, einem unserer Schlüsselkunden im Bereich Technologie, den „Excellent Core Partner Award“ für hervorragende bereichsübergreifende Leistungen. Von der Logistikzeitschrift „Supply Chain Asia“ wurden wir abermals zum „Air Freight Forwarder of the Year“ und zum „Best Logistics Provider of the Year“ in Indien gewählt. Insgesamt bestätigen unsere Kunden, dass sich die Qualität unseres Angebots verbessert hat. Die Kundenzufriedenheit hat sich gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich erhöht. STRATEGIE UND ZIELE Mit unserem Angebot in der Luft- und Seefracht und im Straßentransport sind wir auf unseren Märkten gut aufgestellt. Unser Ziel ist ein kontinuierliches organisches Wachstum über dem Marktdurchschnitt. Dazu verfolgen wir drei Ansätze: Präsenz in Wachstumsmärkten stärken Wir verfeinern unser Netzwerk dort, wo wir die größten Wachstumschancen sehen, vor allem in Asien, im Mittleren Osten, in Afrika und in Lateinamerika. So haben wir im Jahr 2009 unsere Präsenz in Afrika um vier Länder erweitert, in China 19 neue Geschäftsstellen und in Pakistan eigene Büros eröffnet. Außerdem erweitern wir unser Serviceangebot auf den expandierenden Handelsrouten, die diese Regionen miteinander verbinden, um Transport- und Charterverträge. In der Seefracht bauen wir unser dichtes LCL-Netz weiter aus; derzeit bietet es wöchentlich rund 1.000 Verbindungen. Branchenspezifische Lösungen schaffen Wir entwickeln Transportlösungen für die Bedürfnisse einzelner Industrien. Schwerpunkt im Berichtsjahr waren die Branchen Mode und Bekleidung, Öl und Gas, Wein und Spirituosen sowie Pharmazie und Technologie. Gemeinsam mit Branchenexperten haben wir in wichtigen asiatischen Märkten wie Indien, Vietnam, Kambodscha und Hongkong Kompetenzzentren für die Mode- und Bekleidungsindustrie errichtet. Vergleichbare Einrichtungen für die Öl- und Gasindustrie unterhalten wir in Singapur und Houston. Infrastruktur modernisieren Wir investieren in eine vernetzte IT-Infrastruktur und neue Technologie. So bieten wir Kunden aus dem Einzelhandel und der Konsumgüterindustrie einen kompletten Überblick über ihren Einkaufs- und Bestellprozess entlang der gesamten Lieferkette. UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG Speditionsgeschäft hat sich zufriedenstellend entwickelt Der im Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT erzielte Umsatz ist im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 23,3 % auf 10.870 Mio € (Vorjahr: 14.179 Mio €) gesunken. Darin waren negative Wechselkurseffekte in Höhe von 97 Mio € enthalten. Organisch ist der Umsatz im Berichtsjahr um 22,7 % zurückgegangen. In einem für die Branche schwierigen Umfeld bewerten wir unsere Geschäftsentwicklung im Jahr 2009 als zufriedenstellend. Das Geschäftsfeld Global Forwarding hat mit 7.891 Mio € einen Umsatz erzielt, der um 25,5 % unter dem Vorjahreswert von 10.585 Mio € lag. Bereinigt um 45 Mio € negative Wechselkurseffekte betrug der Rückgang 25,0 %. In Folge der Wirtschaftskrise sind im ersten Halbjahr die Luft- und Seefrachtraten auf ein historisches Tief gesunken. Dadurch konnten wir Transporte günstiger einkaufen und so den Rückgang unseres Bruttoergebnisses begrenzen; es sank insgesamt um 12,6 % auf 1.943 Mio € (Vorjahr: 2.222 Mio €). Volumenrückgang stabilisiert sich in der zweiten Jahreshälfte Während die Transportvolumina im Gesamtjahr 2009 kumuliert unter dem Vorjahr lagen, haben sie sich im dritten und vierten Quartal stabilisiert. So sind die Luftfrachtvolumina (Export) im Berichtsjahr um 13,2 % hinter dem Vorjahr zurückgeblieben. Im vierten Quartal verzeichneten sie jedoch ein Plus von 12,5 %, wiederum 20 % mehr als im ebenfalls verbesserten Vorquartal. Geringere Treibstoffzuschläge und niedrige Frachtraten in der ersten Jahreshälfte ließen unseren Umsatz in der Luftfracht im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 26,6 % sinken. Im Ergebnis waren besonders die Handelsrouten aus Nordasien schwächer als im Vorjahr. Weiterhin robust blieb das Geschäft im Mittleren Osten und in Afrika. A .50 Global Forwarding: Umsatz scroll
A .51 Global Forwarding: Volumina scroll
scroll
1 ) Twenty-foot Equivalent Unit (20-Fuß-Container-Einheit) In der Seefracht haben wir uns mit einem Volumenrückgang um 9,3 % im Jahresvergleich insgesamt besser als der Markt entwickelt, dessen Volumen um 12 % bis 13 % gesunken ist. Aufgrund des Ratenverfalls ging der Umsatz im Berichtsjahr um 28,3 % zurück. Im Mittleren Osten, in Afrika und im Raum Südasien/Pazifik hat sich das Geschäft erfreulich entwickelt. Das industrielle Projektgeschäft hat sich im Berichtszeitraum weiterhin gut entwickelt und in etwa das starke Niveau des Vorjahres erreicht. In den letzten Monaten des Jahres sind die Transportkapazitäten erheblich reduziert worden, wodurch die Transportdienstleistungen in der Luft- und Seefracht wesentlich teuerer geworden sind. Die höheren Preise konnten wir noch nicht vollständig an unsere Kunden weitergeben. Der Anstieg der Frachtraten, vor allem in der Luftfracht, hat im vierten Quartal unsere Bruttoergebnismarge belastet. Den schwierigen Rahmenbedingungen entsprechend ist das EBIT gegenüber dem Vorjahr gesunken. Umsatzrückgang im europäischen Landverkehrsgeschäft Das Geschäftsfeld Freight weist für das Berichtsjahr mit 3.065 Mio € einen Umsatz aus, der um 17,4 % hinter dem Vorjahreswert von 3.710 Mio € zurückbleibt. Bereinigt um 54 Mio € negative Wechselkurseffekte ist der Umsatz organisch um 15,9 % gesunken. Das Bruttoergebnis lag mit 846 Mio € unter dem des Vorjahres (955 Mio €). Besonders starke Rückgänge verzeichneten Länder, die in hohem Maß vom Automobilsektor abhängig sind. Operativer Cashflow und Net Working Capital erfreulich entwickelt Die Vorjahreswerte für das EBIT wurden angepasst, weil wir die Erträge aus dem Planvermögen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen nicht mehr im EBIT, sondern im Finanzergebnis ausweisen. Das EBIT für den Unternehmensbereich betrug 191 Mio € (Vorjahr: 362 Mio €) im Gesamtjahr und 23 Mio € (Vorjahr: 73 Mio €) im vierten Quartal. Bereinigt um Restrukturierungskosten (81 Mio €; viertes Quartal: 44 Mio €) betrug das EBIT vor Einmaleffekten im Gesamtjahr 272 Mio € (Vorjahr: 403 Mio €), im vierten Quartal belief es sich auf 67 Mio € (Vorjahr: 114 Mio €). Mit Restrukturierungen und Kostensenkungsprogrammen haben wir operative und indirekte Kosten laufend verringert. Zudem hat der Vertrieb erfolgreich Neugeschäft generiert. Dank striktem Cash Management haben wir den operativen Cashflow im Berichtsjahr mit 528 Mio € auf einem hohen Niveau (Vorjahr: 630 Mio €) halten können, im vierten Quartal war er durch Restrukturierungskosten belastet. Das Net Working Capital hat sich sehr positiv, von 514 Mio € im Vorjahr auf 271 Mio € im Berichtsjahr, entwickelt, so dass wir den Effekt des Ergebnisrückgangs auf den operativen Cashflow teilweise kompensieren konnten. SUPPLY CHAIN![]() GESCHÄFTSFELDER UND MARKTPOSITIONEN Einheitlicher Markenauftritt aller DHL-Bereiche Im Zuge eines einheitlichen Markenauftritts aller DHL-Bereiche haben wir im ersten Quartal 2009 den Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN/CORPORATE INFORMATION SOLUTIONS in SUPPLY CHAIN umbenannt. Er umfasst die Geschäftsfelder Supply Chain und Williams Lea. Globale, kundenorientierte Lösungen entlang der Logistikkette Wir versorgen viele Branchen mit kundenorientierten Lösungen entlang der gesamten Lieferkette. Mit Lager-, Distributions-, Transport- und Mehrwertleistungen sorgen wir dafür, dass Produkte und Informationen unserer Kunden ihre Märkte schnell und effizient erreichen. So sichern wir ihnen entscheidende Wettbewerbsvorteile. Geografisch ist unser Supply-Chain-Geschäft in vier Regionen unterteilt. Da wir die lokalen Märkte kennen und global vernetzt sind, bedienen wir Kunden in mehr als 60 Ländern und unterstützen sie bei komplexen Prozesstransformationen. Unser Geschäftsfeld Williams Lea ist Spezialist für fremdvergebene Dokumentenmanagementprozesse von Unternehmen: Dazu zählen Dokumenten- und Marketinglösungen sowie Lösungen für Kundenkorrespondenz. Wir sind für Kunden in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Einzelhandel, Konsumgüter, Pharma, Verlagswesen und für den öffentlichen Sektor tätig. So versorgen wir Wal-Mart in den USA mit Druckdienstleistungen. Dazu zählt die Produktion von Werbebeilagen für Zeitungen oder Direktmailings. Mitte 2009 haben wir mit diesem Kunden einen Vierjahresvertrag abgeschlossen, der einen Großteil seines regelmäßigen Printbedarfs und die dazugehörige Logistik abdeckt. Expertise für Schlüsselbranchen Im Supply-Chain-Geschäft haben wir sieben strategische Schlüsselbranchen definiert: Konsumgüter, Einzelhandel, Technologie, Life Sciences und Gesundheitswesen, Automobil, Energie und Luftfahrt. Jede wird von einem Branchenleiter betreut, dem ein globales Expertenteam zur Seite steht, das Kundenprojekte steuert und branchenspezifische Logistiklösungen entwickelt. Hohes Wachstumspotenzial sehen wir weiterhin in unseren umsatzstärksten Sektoren Konsumgüter und Einzelhandel, wo wir die Lieferketten unserer Kunden von der Bezugsquelle bis in die Filiale betreuen. Hier sind Flexibilität, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz kritische Werttreiber unseres Angebots, das von internationaler Inbound-Logistik über Lagerhaltung und Transport bis zu Verpackung und anderen Mehrwertleistungen reicht. Für Kunden im Technologiesektor sind schnelle, flexible und effiziente Lieferketten von größter Bedeutung. Zudem steigt die Nachfrage nach integrierter Produkt- und Ersatzteillogistik. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unterstützen wir unsere Kunden dabei, Kosten zu sparen. Unser Produktportfolio reicht von Inbound-to-Manufacturing-Leistungen über Lagerhaltung und Distribution bis zu integrierten Verpackungslösungen, Retourenmanagement und technischen Servicelösungen. Gute Chancen sehen wir im Bereich Life Sciences und Gesundheitswesen, zumal hier die Lieferketten und Abläufe in vielen Teilen der Welt noch nicht ausgereift sind, andererseits aber der Effizienz- und Kostendruck ständig zunimmt. So haben wir für die britische Gesundheitsbehörde NHS (National Health Service) erfolgreich ein Modell entwickelt, mit dem wir für die Gesundheitsbehörde innerhalb von zehn Jahren Einsparungen von rund einer Milliarde Euro erzielen wollen. Im Rahmen dieses Projekts hat uns die NHS mit der Beschaffung und Distribution von medizinischen Versorgungsmitteln in Großbritannien beauftragt. Von der globalen Wirtschaftskrise ist die Automobilindustrie härter als die meisten anderen Sektoren getroffen worden. Das entsprechende Branchenteam arbeitet daher vor allem daran, unser Serviceportfolio an ein strukturell verändertes Umfeld anzupassen sowie spezielle Dienstleistungen weiterzuentwickeln. In der wachstumsstarken Energiebranche begleiten wir gemeinsam mit Kollegen der anderen DHL-Bereiche die Entwicklungs- und Betriebsphasen großer Energieprojekte mit integrierten Logistiklösungen. So betreiben wir in Oman einen 4PL-Dienst, der zu den weltweit größten zählt: Wir transportieren Frachtgut sowie Wasser und koordinieren die Verlegung von etwa 40 Festland-Ölplattformen pro Monat. Wir rechnen mit einer stark steigenden Nachfrage nach Energie sowie zunehmenden regulatorischen Initiativen im Bereich der Nachhaltigkeit. Beides dürfte die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen vermehren. Der neue Schwerpunktbereich Luftfahrt ist aus unseren Aktivitäten in der Luftfahrtindustrie mit Kunden wie Fluggesellschaften, Flughafenbetreibern und Flugzeugherstellern entstanden. Die Fluggesellschaft British Airways hat uns 2009 beauftragt, Catering und Logistik für die Kurzstreckenflüge ab dem Flughafen Heathrow abzuwickeln. Mit diesem Auftrag unterstreichen wir unsere Vorreiterrolle in diesem Segment. Weltmarktführer in der Kontraktlogistik DHL Supply Chain ist mit einem Marktanteil von 8,5 % (2008) globaler Marktführer in der Kontraktlogistik. Auf diesem stark fragmentierten Markt vereinen die zehn größten Anbieter gerade einmal 23 % des Gesamtmarkts mit einem geschätzten Volumen von 147 Mrd € auf sich. In unseren beiden größten Märkten – Nordamerika und Europa – sind wir der führende Anbieter von Kontraktlogistiklösungen. In allen Regionen stehen wir im Wettbewerb mit starken lokalen Anbietern, besonders im Wachstumsraum Asien/Pazifik. Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere globale Expertise und unsere guten Beziehungen zu multinationalen Unternehmen für die weitere Expansion nutzen können. Mit Williams Lea sind wir Marktführer für fremdvergebene Dokumentenmanagementprozesse. Dieser Markt ist ebenfalls stark fragmentiert und geprägt von Spezialanbietern, die entweder nur über ein begrenztes Angebot verfügen oder spezielle Nischen besetzen. Dank unseres breiten, internationalen Angebots und langjähriger Kundenbeziehungen haben wir unsere marktführende Position ausgebaut. Wir nutzen auch die sehr guten Kundenbeziehungen von DHL, um Neugeschäft für Williams Lea zu gewinnen. ![]() QUALITÄT Höhere Kundenzufriedenheit treibt Neugeschäft voran Als Vorreiter qualitativ hochwertiger Serviceangebote und Leistungsmodelle in der Supply-Chain-Industrie wollen wir unseren Kunden den besten Service und den höchsten Mehrwert bieten. Erreichen wollen wir dieses Ziel mit Hilfe unserer First-Choice-Initiativen. Weltweit konsistente Prozesse unterstützen unsere Bemühungen, den Kunden überall einheitliche und replizierbare Lösungen und Servicestandards zu bieten. Die Anwendung bewährter Industriestandards gewährleistet eine nachhaltig hohe Kundenzufriedenheit. In jeder Region wird speziellen Teams von Projektmanagern die moderne Methodik des Projektmanagements vermittelt und ein Standardtool-Set an die Hand gegeben. Eigens dafür eingesetzte Experten (Process Improvement Advisors) haben im Berichtsjahr rund 1.300 Workshops durchgeführt. Häufig wurden in Zusammenarbeit mit unseren Kunden kosten- und leistungsverbessernde Maßnahmen entwickelt, dokumentiert und während des Jahres umgesetzt. Wir haben eine Reihe von Kennzahlen festgelegt, an denen wir Leistung und Qualität unseres operativen Lagerhaltungs- und Transportgeschäfts messen, darunter Arbeitssicherheit, Produktivität und Warenbestandsgenauigkeit. Unsere CO2-Effizienz ist einer dieser Leistungsindikatoren, die monatlich an allen Standorten weltweit gemessen werden, da wir mit unserem Klimaschutzprogramm „GoGreen“ das Ziel verfolgen, unsere CO2-Effizienz zu verbessern. Geschäftsübergreifend haben wir Projekte umgesetzt und überwacht, mit denen die CO2-Effizienz gesteigert werden soll, darunter die energieeffiziente Beleuchtung in allen Regionen, das „GoGreen Office“ in 24 Büros weltweit und die Mitarbeiterkampagne „Switch off“. Wir haben uns auch mit unserer Fahrzeugflotte befasst: In Großbritannien haben wir beispielsweise unter anderem Geschwindigkeitsbegrenzungen, Aerodynamik und Fahrertraining eingeführt, um den Treibstoffverbrauch zu verringern. STRATEGIE UND ZIELE Profitables Wachstum in allen M ä rkten Auch in Zukunft werden wir Ressourcen und Expertise nutzen, um unsere Marktführung weiter auszubauen. Ziel ist es, überall nachhaltig profitabel zu wachsen und unsere Kunden mit qualitativ hochwertigen Dienstleistungen zu versorgen. Um unsere Rentabilität zu verbessern, werden wir das „5 to Thrive“-Programm weiter umsetzen. Es ist Anfang 2009 angelaufen und soll Kosten senken und die Leistungsfähigkeit verbessern. Langfristige Partnerschaften mit Kunden Wir wollen langfristige Beziehungen zu unseren Kunden aufbauen und uns als Innovationsführer in der Kontraktlogistik positionieren. Als Beispiel sind die Outsourcing-Komplettlösungen zu nennen, die wir der NHS oder British Airways anbieten. Prozesse kontinuierlich verbessern In jeder unserer Schlüsselbranchen wollen wir neue Produkte entwickeln und an den Markt bringen. Wir wollen Spitzenleistungen bieten. Für dieses Ziel überprüfen und verbessern wir ständig unsere Betriebsabläufe und verwenden Best-Practice-Methoden im Projektmanagement. Wir wollen auch die Leistungsfähigkeit unseres Vertriebs und unserer operativen Plattform kontinuierlich erhöhen. So haben wir 2009 ein Rationalisierungsprogramm aufgelegt, um die Anzahl unserer IT-Systeme zu verringern. Wartungs-, Installations- und Schulungskosten werden damit gesenkt. UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG Wirtschaftskrise belastet Geschäft der Kunden Der Umsatz des Unternehmensbereichs SUPPLY CHAIN ist im Gesamtjahr 2009 um 8,8 % auf 12.507 Mio € (Vorjahr: 13.718 Mio €) gesunken, im vierten Quartal um 8,8 % auf 3.223 Mio € (Vorjahr: 3.535 Mio €). Organisch betrug der Rückgang im Gesamtjahr und im vierten Quartal jeweils rund 6 %. Darin werden Währungseffekte in Höhe von −399 Mio € im Berichtsjahr und –103 Mio € im vierten Quartal nicht berücksichtigt. Wir haben eine Reihe von unrentablen Verträgen nicht erneuert oder gekündigt, was uns hilft, die EBIT-Marge zu verbessern. Rund 21 % des organischen Umsatzrückgangs ist auf diese Portfoliobereinigung zurückzuführen. Die Auswirkung auf das EBIT ist unwesentlich. Das Geschäftsfeld Supply Chain verzeichnete einen Umsatz in Höhe von 11.302 Mio € (Vorjahr: 12.469 Mio €), dies entspricht einem Rückgang von 9,4 %. Organisch ging der Umsatz um 6,6 % zurück. Die meisten Regionen und Branchen litten unter niedrigeren Kundenvolumina aufgrund der Wirtschaftskrise. Davon waren in der Region Americas die Branchen Automobil, Technologie, Home Delivery und Transport am stärksten betroffen. In Deutschland ist der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte infolge der Arcandor-Insolvenz gesunken. Positiv entwickelte sich dagegen der Umsatz in Großbritannien, was vor allem auf das Wachstum im Gesundheitssektor zurückzuführen ist. ![]() Williams Lea verzeichnete im Gesamtjahr einen Umsatz von 1.206 Mio € (Vorjahr: 1.243 Mio €) – ein wechselkursbedingter Rückgang um 3,0 % −, organisch aber einen Anstieg um 0,6 %. Umsatzrückgänge infolge geringerer Volumina konnten durch Neugeschäft und die erfolgreiche Diversifizierung des Geschäfts, das ursprünglich auf den Finanzsektor konzentriert war, gemildert werden. ![]() Erfreuliches Neugeschäft in schwierigem Marktumfeld Trotz der schwierigen Marktbedingungen konnten wir im Geschäftsfeld Supply Chain im Berichtsjahr mit Bestands- und Neukunden zusätzliche Verträge mit einem Volumen von 1,1 Mrd € (Umsatz auf Jahresbasis) abschließen. Die Luftfahrt ist ein neuer Schlüsselsektor geworden, seitdem British Airways uns beauftragt hat. Die Vertragsverlängerungsrate ist im Jahresverlauf bei mehr als 90 % konstant geblieben. Williams Lea konnte auch erhebliches Neugeschäft gewinnen, darunter Verträge mit Wal-Mart in den USA und einem großen europäischen Elektronikunternehmen – beide bereits wichtige DHL-Kunden. Ergebnis von Arcandor-Insolvenz und Sonderaufwendungen belastet Die Vorjahreswerte für das EBIT wurden angepasst, weil wir die Erträge aus dem Planvermögen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen nicht mehr im EBIT, sondern im Finanzergebnis ausweisen. Der Unternehmensbereich weist für das Gesamtjahr 2009 ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) von –208 Mio € (Vorjahr: –920 Mio €) aus, im vierten Quartal betrug es −171 Mio € (Vorjahr: −1.069 Mio €). Im Jahr 2009 fielen bereichsübergreifend Restrukturierungskosten in Höhe von 87 Mio € an, allein im vierten Quartal betrugen sie 73 Mio €. Hieraus ergibt sich ein EBIT vor Einmaleffekten von −121 Mio € im Gesamtjahr und −98 Mio € im vierten Quartal. Die Arcandor-Insolvenz führte im Gesamtjahr zu einem Aufwand von 213 Mio € (viertes Quartal: 48 Mio €), um den das Ergebnis vor Einmaleffekten nicht bereinigt worden ist. Weitere Kosten von 97 Mio € im Gesamtjahr entstanden in Europa durch Mitarbeiterabfindungen, sonstige Verpflichtungen und Wertminderungen bei übernommenen Immobilien. Das Vorjahr war durch Abschreibungen auf die Marke Exel, auf den Firmenwert sowie durch Restrukturierungen mit insgesamt 1.116 Mio € belastet. Die Umsatzrendite verbesserte sich auf −1,7 % (Vorjahr: −6,7 %). Die schwierigen Geschäftsbedingungen konnten durch Restrukturierungen und Einsparungen bei den indirekten Kosten gemildert werden. Ein hoher operativer Cashflow von 432 Mio € (Vorjahr: 481 Mio €) wurde unter anderem durch eine Reduktion des Working Capital um 98 Mio € erzielt. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATORENMITARBEITER Zahl der Mitarbeiter gesunken Unsere Mitarbeiter in über 220 Ländern und Territorien stehen für den Erfolg von Deutsche Post DHL. Zum 31. Dezember 2009 haben wir 424.686 Vollzeitkräfte beschäftigt, 5,9 % weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist vor allem mit Restrukturierungen aufgrund der Rezession zu erklären. Die Personalaufwendungen haben sich auch aus diesem Grund um 7,4 % auf 17.021 Mio € (Vorjahr: 18.389 Mio €) verringert. A .55 Anzahl der Mitarbeiter (fortgeführte Geschäftsbereiche) scroll
1) Mit Auszubildenden 2) Ohne Auszubildende Im Unternehmensbereich BRIEF ist die Zahl der Mitarbeiter um 0,3 % auf 143.042 gewachsen. Wir haben zusätzliche Aushilfskräfte eingestellt und so Überstunden des Stammpersonals und damit verbundene Kosten gespart. Außerdem werden Beamte, die zu Behörden abgeordnet sind, nun mitgezählt. Beide Maßnahmen haben den gegenläufigen Effekt überkompensiert, der aus weiteren Produktivitätssteigerungen und dem Umbau des Filialnetzes resultierte. Im Unternehmensbereich EXPRESS beschäftigen wir mit 96.520 Mitarbeitern 10,9 % weniger als im Vorjahr. Hauptgrund war die Restrukturierung des US-Geschäfts. Zudem mussten wir wegen der Rezession besonders in Europa die Zahl der Mitarbeiter verringern. In Asien hingegen kamen durch einen Unternehmenserwerb in China Mitarbeiter hinzu. Die Anzahl der Vollzeitkräfte bei GLOBAL FORWARDING, FREIGHT ging insgesamt um 6,4 % auf 38.859 zurück. Durch die Reduktion der Mitarbeiterzahl um 7,9 % auf 132.367 konnte die Wettbewerbsposition des Unternehmensbereichs SUPPLY CHAIN verbessert werden. Im Segment Corporate Center/Anderes ist die Belegschaft weiter um 9,0 % auf 13.898 gesunken. Unser Kostensenkungsprogramm beginnt zu greifen, vor allem bei indirekten Funktionen wie IT und Rechnungswesen. Der größte Teil unserer Mitarbeiter ist nach wie vor in Deutschland tätig, wo die Beschäftigung stabil geblieben ist. Im übrigen Europa, in Amerika und den sonstigen Regionen ist die Belegschaft gesunken, vor allem durch die Konjunktur und den Umbau des US-Expressgeschäfts. Der Zuwachs in Asien ist akquisitionsbedingt. ![]() Unser Ziel: attraktivster Arbeitgeber unserer Branche zu werden Engagement und Qualifikation unserer Mitarbeiter entscheiden über den Erfolg von Deutsche Post DHL. Daher wollen wir uns überall dort, wo wir tätig sind, als bevorzugter Arbeitergeber ausweisen. Mit der zur Jahresmitte eingeführten neuen Organisation unseres Personalwesens werden wir die Anforderungen des Konzerns noch besser erfüllen können. Für die Personalarbeit haben wir fünf Eckpunkte definiert. Wir wollen: eine Führungskultur etablieren, die auf unserem Leitbild „Respekt und Resultate“ basiert, unsere Mitarbeiter noch besser motivieren, die Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns stärken, das Wachstum unseres Geschäfts fördern und die Effizienz unserer Personalarbeit durch vereinfachende und nachhaltige Lösungen steigern. Wichtiger Schritt: Tarifeinigung erzielt Am 30. Oktober 2009 haben wir mit der Gewerkschaft ver.di umfangreiche Maßnahmen zur Kostenentlastung und Beschäftigungssicherung für die rund 130.000 Mitarbeiter der Deutsche Post AG vereinbart. Demnach wird es 2010 und 2011 keine Entgelterhöhungen geben. Zudem haben wir bezahlte Pausen bei der Nachtarbeit gekürzt, die Bezahlung von Überstundenzuschlägen ausgesetzt und weitere Kosten senkende Maßnahmen vereinbart. Im Gegenzug werden betriebsbedingte Beendigungskündigungen um weitere sechs Monate bis Ende 2011 ausgeschlossen und damit Arbeitsplätze gesichert. Gesund und sicher arbeiten Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter haben für uns einen hohen Wert. Wir verwenden dafür eine konzernweite Systematik. Sie umfasst beispielsweise unseren „Corporate Health Award“, mit dem wir jährlich vorbildliche Gesundheitsinitiativen auszeichnen. Unser betriebliches Gesundheitsmanagement wurde wie schon im Vorjahr von der EU-Kommission und vom BKK Bundesverband mit dem „Deutschen Unternehmenspreis Gesundheit“ prämiert. Dank umfassender Vorbereitungen auf eine Grippe-Pandemie haben wir die Gefahr einer A/H1N1-Infektion („Schweinegrippe“) für Mitarbeiter minimiert. Der Krankenstand in Deutschland lag mit 6,9 % (Vorjahr: 6,6 %) weiter auf niedrigem Niveau. ![]() Im Bereich des Arbeitsschutzes wurde unser konzernweites Expertennetzwerk ausgeweitet. Rund 200 Spezialisten in 61 Ländern tauschen über eine Intranetplattform Erfahrungen, bewährte Verfahren und Materialien aus. Das Qualitätsmanagementsystem unserer Arbeits- und Gesundheitsschutzorganisation wurde im Berichtsjahr erneut zertifiziert. A.58 Arbeitsschutz 1) scroll
1 ) Umfasst Mitarbeiter der Deutsche Post AG 2 ) Ausfall von mindestens einem Arbeitstag, einschließlich Wegeunfälle 3) Stand: 5. Februar 2010, da Wegeunfälle auch nach dem Bilanzstichtag gemeldet werden können 4 ) Ohne Wegeunfälle Junge Menschen – unsere Zukunft Mit der Ausbildung junger Menschen sichern wir unseren Bedarf an qualifizierten Fachkräften und leisten einen wichtigen gesellschaftspolitischen Beitrag. Im Jahr 2009 haben wir in Deutschland rund 1.600 Auszubildende und Studierende eingestellt. Das Spektrum der mehr als 20 Ausbildungsberufe reicht von der Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen über Kaufleute für Luftverkehr bis zum Studium an der Dualen Hochschule. Wir haben fast 70 % der geeigneten Nachwuchskräfte übernommen und damit den mit ver.di geschlossenen Ausbildungspakt, der die Übernahme von 30 % der Auszubildenden der Prüfungsjahrgänge 2007 bis 2009 garantiert, deutlich übertroffen. Mit dem „Top-Azubi-Programm“ fördern wir besonders leistungsstarke Nachwuchskräfte. Wir sichern damit den besten 5 % unserer insgesamt rund 3.600 Auszubildenden in Deutschland die unbefristete Übernahme nach erfolgreichem Abschluss und setzen so einen zusätzlichen Anreiz für Engagement. Mit dem Förderprogramm „Perspektive Gelb“ eröffnen wir Jugendlichen, die auf dem Ausbildungsmarkt nur eingeschränkt vermittelbar sind, die Chance auf einen Ausbildungsplatz. Von den 212 Teilnehmern des Jahrgangs 2008 haben wir im Berichtsjahr knapp 90 % übernommen. 2009 haben wir erneut 300 Plätze angeboten. In unserem konzernweiten Trainee-Programm „GrOW“ (Graduate Opportunities Worldwide) haben wir im Berichtsjahr 31 Hochschulabsolventen eingestellt. ![]() Bewerbersuche und Weiterbildung im Internet Wir setzen auf moderne Technologie, wenn es darum geht, Personal zu gewinnen und zu entwickeln. Unser Karriereportal im Internet ist im Ranking „Top Employer Web Benchmark 2009“ des Marktforschungsinstituts Potentialpark Communications in Deutschland und in Europa wieder unter den ersten drei zu finden. Wir schreiben jährlich mehr als 12.000 Stellen elektronisch aus. Auf großes Interesse stieß unser Online-Planspiel im Rahmen der Initiative „Discover Logistics“: Es haben sich 8.500 Teilnehmer aus 122 Ländern registriert. Mit dieser Initiative ist es uns gelungen, qualifizierte Nachwuchskräfte für unsere Branche zu interessieren. Unsere Online-Trainingsplattform „mylearningworld.net“ ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lern- und Entwicklungskonzepts. 50.000 Mitarbeiter weltweit nutzen das Angebot von mehr als 2.000 Kursen. Im Berichtsjahr haben wir die Plattform um Sprachtraining ergänzt. An Mitarbeiter des Unternehmensbereichs GLOBAL FORWARDING, FREIGHT richtet sich die „DHL Freight Forwarding Academy“. Im Jahr 2009 haben unsere Beschäftigten mehr als 48.000 Online-Kurse absolviert, dreimal so viel wie im Vorjahr. 2010 werden wir beide Angebote ausbauen. Talente gezielt entwickeln Wir fördern gezielt qualifizierte und engagierte Nachwuchskräfte, um Führungspositionen aus den eigenen Reihen zu besetzen. Unsere interne Besetzungsquote ist, bezogen auf die Grade B bis F unseres internen Systems zur Leistungsbeurteilung, im Berichtsjahr auf 89,9 % (Vorjahr: 86,9 %) gestiegen. Ausgewählten Talenten ermöglichen wir ein berufsbegleitendes MBA-Studium an externen Business Schools. Mit Programmen wie „Women in Leadership“ und dem „International Mentoring Programm“ fördern wir besonders weibliche Nachwuchskräfte. In unserem „International Business Leadership Program“ haben im Berichtsjahr 100 Führungskräfte an Geschäftsstrategien gearbeitet und ihre Führungsqualitäten weiterentwickelt. Wir ermuntern die Mitarbeiter, bereichsübergreifende Erfahrungen zu sammeln. So wollen wir die Zusammenarbeit im Konzern im Sinne unserer Konzernstrategie verbessern. Bereits 19,1 % der internen Stellenbesetzungen von Top-Führungskräften waren 2009 bereichsübergreifend. Unser Ziel ist, dass bis 2015 jede zweite Führungskraft auf den obersten beiden Managementebenen diese Möglichkeit nutzt, um ihre Kompetenzen so zu erweitern. ![]() Leistungsanreize schaffen Das neue, variable Incentive- und Beteiligungssystem für Führungskräfte ist ein wichtiger Hebel, um die Leistungsfähigkeit unserer Organisation nachhaltig zu stärken. Es legt den Schwerpunkt der Anreize auf die Konzernleistung, gestaltet die Vergütung der Führungskräfte noch leistungsorientierter und honoriert herausragende Leistungen. Gleichzeitig beteiligen wir unsere Führungskräfte mit Firmenaktien und ermöglichen ihnen so, am Erfolg unseres Unternehmens teilzuhaben. „ Vielfalt leben “ Die Devise unserer Unternehmenskultur − „Vielfalt leben“ − ist im Verhaltenskodex des Konzerns verankert und wird im Rahmen des Diversity-Managements gezielt gefördert. Unsere Personalpolitik wurde wiederholt mit dem Prädikat „TOTAL E-QUALITY“ ausgezeichnet. Der gleichnamige Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf nachhaltig zu verankern. Eines unserer Ziele ist es, dass Menschen mit Schwerbehinderung gleichberechtigt am Arbeitsleben teilhaben können. Ihre Beschäftigungsquote im Jahresdurchschnitt liegt bei der Deutsche Post AG mit 7,5 % (Stand: 25. Januar 2010) deutlich über der vergleichbaren Quote der privaten Wirtschaft in Deutschland. Durch den demografischen Wandel rückt die Beschäftigtengruppe der Älteren stärker in den Vordergrund. Da wir wissen, dass sich die zunehmende Alterung in vielen Ländern auch auf die Beschäftigungsstruktur des Konzerns auswirken wird, identifizieren wir Handlungsfelder und leiten geeignete Maßnahmen ein. Zudem wollen wir allen Mitarbeitern, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und Identifikation, ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld bieten. A.61 Work-Life-Balance 1) scroll
1 ) Umfasst Mitarbeiter der Deutsche Post AG 2 ) Ohne Beschäftigte in Altersteilzeit in der Freistellungsphase Die Meinung der Mitarbeiter ist uns wichtig Wir wollen erste Wahl für unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre werden. Daher müssen wir auch wissen, was die Mitarbeiter von uns halten und wo wir uns noch verbessern können. Im September haben wir daher unsere dritte konzernweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Die Beteiligung war mit 76 % stabil. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftskrise freut es uns, dass 68 % (Vorjahr: 65 %) der Befragten mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Auch die Werte für Kundenversprechen (70 %) und Zusammenarbeit (72 %) liegen auf hohem Niveau. In den Bereichen Folgemaßnahmen zur Mitarbeiterbefragung (45 %), Kommunikation (56 %) und Strategie (56 %) sehen wir nach wie vor Handlungsbedarf. Basierend auf den Ergebnissen entwickeln wir Maßnahmen, die wir gemeinsam mit Führungskräften und Mitarbeitern umsetzen. Auch das „360-Grad-Feedback“ wird von unseren Führungskräften intensiv genutzt: Im Berichtsjahr haben sich alle Top-Führungskräfte anonymisiert von Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern bewerten lassen. Anschließend haben wir basierend auf unserem Leitbild „Respekt und Resultate“ Verhaltensregeln für einen respektvollen Umgang miteinander festgelegt. Mehrwert durch Mitarbeiterideen Im Berichtsjahr haben Mitarbeiter des Konzerns wieder zahlreiche Vorschläge eingereicht, mit denen Arbeitsprozesse effektiver gestaltet, Reparatur- und Energiekosten gesenkt werden können und sich der Umweltschutz verbessern lässt. Letzterer stand erneut im Vordergrund: Mitarbeiter entwickelten im Rahmen des Wettbewerbs „Spritspar-Idee 2009“ fast 7.000 Ideen, wie sich der Kraftstoffverbrauch reduzieren ließe. Im Jahr 2010 möchten wir unser Ideenmanagement weltweit noch stärker im Konzern verankern. A .62 Ideenmanagement scroll
1) Basieren zum Teil auf Hochrechnungen UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG Gelebte Verantwortung Als größtes Unternehmen unserer Branche nehmen wir unsere ökologische und gesellschaftliche Verantwortung ernst. Unter dem Motto „Living Responsibility“ haben wir eine Vielzahl von Maßnahmen in den Bereichen Umweltschutz, Katastrophenhilfe und Bildung gebündelt, mit denen wir die Motivation und Identifikation unserer Mitarbeiter erhöhen und den Konzern bekannter, angesehener und wettbewerbsfähiger machen wollen. „ GoGreen “ – Umwelt schützen Mit dem Programm „GoGreen“ haben wir einen systematischen Ansatz entwickelt, um unser Klimaschutzziel zu erreichen: Wir wollen unsere CO2-Effizienz bis zum Jahr 2020 gegenüber 2007 um 30 % verbessern. Das schließt auch die Emissionen aus Transportleistungen unserer Subunternehmer ein, die einen Anteil von rund 80 % am gesamten CO2-Fußabdruck des Konzerns haben. Wir sind das erste global tätige Unternehmen unserer Branche, das sich ein messbares Klimaschutzziel gesetzt hat. Damit minimieren wir auch unsere Abhängigkeit von begrenzten fossilen Energieträgern, reduzieren Kostenrisiken bei Energie und Kraftstoffen und wappnen uns für eine Zukunft, in der CO2-Emissionen zunehmend bepreist werden. Wir ermitteln und berechnen die CO2-Emissionen basierend auf dem international anerkannten Standard „Greenhouse Gas (GHG) Protocol“. Dieser unterscheidet zwischen Emissionen, die direkt aus eigenen Quellen („Scope 1“) stammen, und solchen, die indirekt durch den Bezug von Energie („Scope 2“) verursacht werden. Im Berichtsjahr betrugen unsere CO2-Emissionen aus „Scope 1“ und „Scope 2“ rund 5,6 Mio Tonnen (Vorjahr gemäß Nachhaltigkeitsbericht 2009, Stand April 2009: rund 6,7 Mio Tonnen). Diese Emissionen resultieren aus dem eigenen Verbrauch von rund 520 Mio Liter Kraftstoffen (Diesel, Benzin etc.) sowie von rund 1.300 Mio Liter Kerosin. Weiterhin haben wir in Immobilien Energie (Strom, Erdgas etc.) im Umfang von rund 3.500 Mio kWh verbraucht. Verbesserte Effizienz, erfolgreiche „GoGreen“-Maßnahmen und die Wirtschaftskrise haben zum Rückgang der Emissionen beigetragen. Darüber hinaus haben wir die Qualität der CO2-Daten verbessert, die wir nun über das Finanzsystem erfassen. Der CO2-Ausstoß aus fremdvergebenen Transportleistungen wird im nächsten „Bericht zur Unternehmensverantwortung“ spezifiziert, der auch eine Aussage zu unserer CO2-Effizienz im Jahr 2009 enthalten wird. ![]() F ü nf Handlungsfelder des „ GoGreen “ -Programms Das Konzernprogramm „GoGreen“ ist gleichsam das Dach für unsere Umweltaktivitäten. In unseren fünf zentralen Handlungsfeldern haben wir im Berichtsjahr zum Beispiel folgende Fortschritte erzielt:
„ GoHelp “ – Menschen helfen Mit logistischem Fachwissen und weltweiter Präsenz leisten wir gemeinsam mit starken Partnern Hilfe im Katastrophenfall. Die Partnerschaft mit den Vereinten Nationen ist Ausdruck dieses gesellschaftlichen Engagements, das wir in zahlreichen Projekten überall auf der Welt umsetzen. Gemeinsam mit dem Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) leisten wir logistische Hilfe nach Naturkatastrophen. Um Menschenleben zu retten, müssen Hilfsgüter schnell und gezielt verteilt werden. Wir verfügen über ein globales Netzwerk von Teams zum Katastropheneinsatz, die innerhalb von maximal 72 Stunden einsatzbereit sind, um an Flughäfen kostenlos logistische Hilfe zu leisten. So war unser „DHL Disaster Response Team“ für die betroffene Region nach dem Erdbeben auf Haiti im Januar 2010 bereits am zweiten Tag nach der Katastrophe vor Ort. Im September 2009 wurden wir in Asien nach Tropenstürmen auf den Philippinen, dem Tsunami vor Samoa und einem Erdbeben auf Indonesien gleich zu drei Einsätzen an den Flughäfen angefordert. Im November 2009 haben wir die lokalen Behörden El Salvadors nach dem Tropensturm Ida bei der logistischen Organisation der Nothilfe unterstützt. Gemeinsam mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) betreiben wir das Projekt GARD („Get Airports Ready for Disaster“), mit dem lokale Behörden und Mitarbeiter von Flughäfen auf Notfallsituationen vorbereitet werden. Im Berichtsjahr haben wir zwei Pilotprojekte in Indonesien erfolgreich abgeschlossen. Weitere Trainingsprogramme in gefährdeten Gebieten Asiens und Lateinamerikas werden folgen. Seit dem Jahr 2006 unterstützen wir UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, bei Hilfsprojekten in Peru, Kenia und Indien. Im Mittelpunkt unserer Partnerschaft steht das Überleben von Kindern – stark machen wir uns in den Bereichen Gesundheitsvorsorge, frühkindliche Entwicklung, Ernährung und Hygiene. Bis Ende 2009 konnte Deutsche Post DHL Spendengelder aufbringen, die ausreichen, um 50.000 Kinder gegen tödliche und vermeidbare Krankheiten wie Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung zu impfen. „ GoTeach “ – Bildung fördern Bildung ist der dritte Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements. Mit dem Programm „GoTeach“ setzen wir uns für bessere Bildung und gerechte Bildungschancen ein. So unterstützen wir als Gründungspartner von „Teach First Deutschland“ maßgeblich die Förderung von weniger privilegierten Kindern und Jugendlichen. Über diese Zusammenarbeit hinaus wollen wir unser Engagement für Bildung weltweit verstärken und weiterentwickeln. Eigene Leistung im Spiegel externer Bewertungen Deutsche Post DHL ist im Jahr 2009 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategie“ ausgezeichnet worden. Darüber hinaus wurden unsere Leistungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit wiederum von Fachagenturen geprüft. Nachhaltiges Wirtschaften und sichtbare Wahrnehmung der Unternehmensverantwortung wird auch an den Finanzmärkten immer wichtiger für Investmententscheidungen. Laut oekom Research AG betrug das Volumen nachhaltig orientierter Publikumsfonds im Jahr 2009 in Deutschland 29 Mrd €, in Europa sogar 53 Mrd €. Sustainable Asset Management hat uns mit 91 (Vorjahr: 65) von 100 Punkten bewertet. Bestnoten haben wir in den Kategorien „Umwelt“, „Corporate Citizenship“, „Social Reporting“ sowie „Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit“ erhalten. Unternehmen der Transport- und Logistikbranche haben im Durchschnitt 61 Punkte erreicht. Der FTSE4Good-Index hat uns als Mitglied bestätigt. Wir werden weiterhin von der französischen Rating-Agentur Vigeo im „Advanced Sustainability Performance Index Eurozone“ geführt und sind im „FTSE KLD Global Climate 100 Index“ sowie weiteren Indices der FTSE-KLD-Indexserie gelistet. Das „Carbon Disclosure Project“ hat uns mit 63 (Vorjahr: 66) von 100 Punkten bewertet. Nachhaltigkeitsbericht erfüllt internationale Richtlinien Ergänzende Informationen und Kennzahlen zum Thema Nachhaltigkeit, die nicht Bestandteil des Konzernlageberichts sind, schildern wir in unserem dritten Nachhaltigkeitsbericht, der im April 2009 erschienen ist. Er wurde erneut auf der Grundlage der „Global Reporting Initiative (GRI) Sustainability Reporting Guidelines“, ergänzt durch das „GRI Sector Supplement for the Logistics and Transport Sector“, erstellt. Er erreicht gemäß der nach GRI vorgesehenen Selbstbewertung den „GRI-Level B+“, erfüllt also wesentliche Anforderungen und bietet durch unabhängige externe Prüfer verifizierte Informationen. Unser nächster Bericht wird als „Bericht zur Unternehmensverantwortung“ im zweiten Quartal 2010 erscheinen und erstmals ausschließlich in elektronischer Form über das Internet abrufbar sein. BESCHAFFUNG Volumen gesunken Im Jahr 2009 hat der Konzern Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 7,7 Mrd € (Vorjahr: 9,0 Mrd €) zentral eingekauft. Darin nicht enthalten sind Transportleistungen, die generell von den Geschäftsbereichen selbst beschafft werden. Der Konzerneinkauf ist dabei aber mittlerweile zunehmend eingebunden. Die Beschaffungsausgaben sind in fast allen Bereichen gesunken, für Immobilien dagegen gestiegen, weil die rund 1.300 an den US-Investor Lone Star verkauften Gebäude rückgemietet wurden. Vor dem Hintergrund der weltweiten Rezession hat sich der Einkauf verstärkt bemüht, die Kosten im Konzern weiter zu senken: Dies ist uns unter anderem auch mit neuen Richtlinien für Geschäftsreisen und Gästebewirtungen gelungen. Außerdem haben wir – wie schon in den Vorjahren – Produkte und Dienstleistungen gebündelt und als Gesamtpaket bei leistungsstarken Partnern eingekauft. So haben wir international wie regional bessere Konditionen erzielt. Mit AT&T in den USA und Puerto Rico haben wir beispielsweise einen Kooperationsvertrag über Telefon- und Netzwerkdienste abgeschlossen – zu geringeren Kosten, aber mit besserem Service. Mit T-Systems wurde ein Fünfjahresvertrag unterzeichnet, um unsere internationalen Rechenzentren stärker zu vernetzen. Beide Vereinbarungen gehören zu einem weltweiten Programm zur Effizienzsteigerung im Bereich Telekommunikation. Hierdurch sollen in den nächsten fünf Jahren mehr als 190 Mio € eingespart werden. Auch im Bereich Facility Management wollen wir Leistungen gezielt bündeln, was in Deutschland und Singapur erprobt wurde. Von der Reinigung über Sicherheitsdienste bis zur Instandhaltung wurden sämtliche Dienstleistungen gemeinsam ausgeschrieben und vergeben. Die Pilotprojekte haben gezeigt, dass integriertes Facility Management ein bedeutendes Einsparpotenzial birgt. ![]() Organisation weiterentwickelt Im Konzern wird der Einkauf zentral gesteuert. Die Leiter des Global Sourcing und ihre 16 Materialgruppenmanager arbeiten eng mit den Einkaufsleitern der Regionen zusammen und berichten an den Konzerneinkauf. So können wir den Bedarf weltweit bündeln und zugleich die Anforderungen der internen Kunden in puncto Service und Qualität erfüllen. Um die regionale Organisation zu straffen, haben wir Nord- und Südamerika zu einer Einkaufsregion zusammengefasst und damit die Anzahl der Einkaufsregionen auf fünf reduziert. Strategische Beschaffung und deren Abwicklung werden jetzt in stärkerem Maße von regionalen Kompetenzzentren übernommen. Im Berichtsjahr haben wir in Shanghai das „DHL Procurement Office China“ eröffnet. Es verfolgt das Prinzip des „Best Cost Country Sourcing“, das eine optimale Balance zwischen Kosten, Qualität und Risiko anstrebt. Das neue Büro wird eng mit allen Regionen zusammenarbeiten und unseren internationalen Bedarf besser bedienen. Entscheidend für den Erfolg unserer Einkaufstätigkeit sind qualifizierte Mitarbeiter. Daher haben wir das Programm „Fit4Procurement“ im Berichtsjahr erfolgreich weitergeführt und sind damit unter die zehn besten Unternehmen gekommen, die für den internationalen Preis „Talents in Supply Chain Management“ nominiert worden waren. Der Preis wird von der privaten European Business School und dem Supply Chain Management Institute verliehen. Gemeinsam mit diesen beiden Organisationen haben wir im Jahr 2009 zum dritten Mal den „ProLog Award“ für Beschaffung und Logistik vergeben. Er zeichnet wissenschaftliche Arbeiten aus, deren Ergebnisse für die Praxis bedeutungsvoll sind. Unter anderem wurde eine Studie honoriert, die sich mit ökologischen Aspekten des Einkaufs befasst. Grüner Einkauf Um die ökologischen Aspekte des Einkaufs kümmern sich Einkäufer verschiedener Regionen und Materialgruppen in einem „Grünen Team“. Es hat unter anderem ein weltweit standardisiertes Formular eingeführt, mit dem Lieferanten Auskunft darüber geben, inwiefern sie Umweltaspekte erfüllen. Zudem ist geplant, ökologische Kennzahlen im strategischen Beschaffungsprozess zu verankern. So wird bei der Berechnung des „Total Cost of Ownership“ nun auch die Energie- und CO2-Effizienz berücksichtigt. Dies soll helfen, die Reife unserer Beschaffungsmärkte in Sachen Umweltfreundlichkeit zu erkunden und – wenn nötig – damit umweltfreundlichere Einkaufsquellen zu erschließen. Vielfach werden auch bereits beim Einkauf umweltrelevante Aspekte berücksichtigt. Als einer der ersten Großkunden der Deutschen Bahn nutzen wir für alle Geschäftsreisen ein neues klimafreundliches Produkt: das „Umwelt-Plus-Ticket“. Der Strom für Fahrten damit stammt zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen. Der Vertrag wurde rückwirkend zum 1. Januar 2009 abgeschlossen, so dass im Berichtsjahr bereits 74.319 klimafreundliche Bahntickets verwendet und damit etwa 2.134 Tonnen an CO2-Emissionen eingespart wurden. Ein weiteres Beispiel: Bei der Siemens AG haben wir neue Briefsortiermaschinen erworben, die umweltschonend sind. Bis zum Jahr 2012 wird Siemens 288 Sortiermaschinen für Standard- und Kompaktbriefe sowie bis zu 97 Sortieranlagen für Groß- und Maxibriefe liefern. Wir werden allein durch die neuen Sortieranlagen für Standard- und Kompaktbriefe den jährlichen CO2-Ausstoß um fast 5.000 Tonnen reduzieren, zugleich brauchen diese Maschinen 55 % weniger Energie. Verstärkter Einsatz von IT Im Berichtsjahr haben wir den Einsatz von IT-Anwendungen verstärkt, mit denen Waren und Dienstleistungen effizient beschafft werden können. Unser elektronisches Bestellsystem „GeT“ wurde bisher vor allem in Deutschland und den USA, aber auch in Frankreich, Mexiko, Polen und der Schweiz eingesetzt. Seit dem Jahr 2009 nutzen es nun auch Anwender in Dänemark, Finnland, den Niederlanden und Norwegen. Außerdem haben wir bei Einkaufsprojekten verstärkt „eSourcing“ eingesetzt, mit dem alle wichtigen Schritte einer Ausschreibung elektronisch erfolgen – einschließlich Bieterauktionen. So werden die Abläufe beim Einkauf für die internen Kunden effizienter und transparenter. Zudem lassen sich damit die Beschaffungsmärkte leichter beobachten und analysieren. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Da der Konzern als Dienstleistungsunternehmen keine Forschung und Entwicklung im engeren Sinne betreibt, sind hierzu keine nennenswerten Aufwendungen zu berichten. MARKEN A.65 Marken und Geschäftsfelder scroll
Entscheidender Wettbewerbsfaktor Für uns als weltweit tätiges Dienstleistungsunternehmen gehören gut geführte Marken zu den zentralen Elementen unserer Strategie. In hart umkämpften Märkten tragen sie zum wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns bei. Ein hoher Bekanntheitsgrad und ein guter Ruf machen uns für Aktionäre, Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten attraktiver. Im Rahmen der „Strategie 2015“ und nach Verkauf der Postbank haben wir den Konzern im ersten Halbjahr 2009 in Deutsche Post DHL umbenannt. Der neue Name unterstreicht unsere Strategie mit den zwei Säulen Brief und Logistik. Im Verlauf des Jahres haben wir verstärkt unser zentrales Kundenversprechen kommuniziert: vereinfachende Services und nachhaltige Lösungen. Mitarbeiter prägen das Markenerlebnis Markenbücher beschreiben detailliert, wie Deutsche Post und DHL positioniert sind und wie die Marken unsere Strategie unterstützen. Von zentraler Bedeutung für den Markenauftritt ist, wie Kunden den Umgang mit den weltweit rund 500.000 Mitarbeitern erleben. Dafür haben wir Mitarbeiter im Kundenkontakt überall mit hochwertiger Unternehmensbekleidung ausgestattet sowie Fahrzeuge, Gebäude, Werbe- und Informationsmedien einheitlich und einprägsam gestaltet. Mit gezielten internen Maßnahmen wollen wir die gesamte Belegschaft weiterhin kontinuierlich zu aktiven Botschaftern unserer Marken machen. Für die Mitarbeiter von DHL gibt es seit dem Jahr 2008 eine mehrsprachige Internetplattform. Diesen modernen, dialogorientierten Ansatz wollen wir im Jahr 2010 als „DHL Markenwelt“ auch für Kunden und Interessenten öffnen. Die Deutsche Post hat eine Motivationsplattform ins Leben gerufen, um die Marke bei ihren Beschäftigten zu stärken, den „Fan Club der Marke Deutsche Post“. Über Sportveranstaltungen, Mitmachaktionen und ein interaktives Portal vermittelt sie den Mitarbeitern die zentralen Markenbotschaften. Konsequent den Wert steigern Unsere Marken stehen im harten Wettbewerb mit nationalen und internationalen Anbietern. Klar und einprägsam aufgestellt, erleichtern sie bestehenden wie potenziellen Kunden Kauf- und Investitionsentscheidungen. Begleitet von Marktforschung haben wir im Berichtsjahr rund 70 Mio € (Vorjahr: 80 Mio €) in den Ausbau unserer Marken investiert. Unsere Print- und Online-Kampagne für die Marke DHL erschien in namhaften internationalen Wirtschaftsmedien. Der Schwerpunkt der nationalen Markenkampagne der Deutschen Post lag auf der Qualität unserer Dienstleistungen. Neben Online-, Print- und Plakatmotiven umfasste sie eine Umfrage: Rund 34 Millionen Haushalte in Deutschland wurden eingeladen, sich zur Servicequalität der Deutschen Post zu äußern. Parallel zur klassischen Werbung verstärken wir unseren Auftritt mit dem Sponsoring bestimmter Ereignisse, mit Messeauftritten, Pressearbeit und vertriebsunterstützenden Maßnahmen. Der Erfolg lässt sich quantifizieren: Für die Deutsche Post ermittelte das Beratungsunternehmen Semion Brand-Broker 2009 einen Markenwert von 12.614 Mio € − Platz sechs im Ranking der wertvollsten deutschen Marken. Analysiert wurden unter anderem der Finanzwert, der Markenschutz, das Markenimage und die Markenstärke. DHL wurde 2009 erstmals auf der Liste der 100 wertvollsten Marken geführt: Die Marktforscher Millward Brown errechneten für die Marke DHL einen Wert von 9.719 Mio US-$ und damit Platz 68 in der weltweiten Rangliste. RisikenCHANCEN- UND RISIKOCONTROLLING Risikocontrolling als Bestandteil des Risikomanagements Das Management von Chancen und Risiken ist zentraler Bestandteil jeder erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit. Wir wollen beide früh erkennen und so steuern, dass damit der Unternehmenswert nachhaltig gesteigert wird. Dies unterstützen wir mit einem konzernweiten Chancen- und Risikocontrolling. Wir befragen weltweit und systematisch unsere Manager danach, wie sie künftige Szenarien einschätzen, und werten diese Daten aus. Ein integrierter Freigabeprozess stellt sicher, dass die Ergebnisse in die Steuerungsprozesse des Managements einfließen und Chancen und Risiken systematisch kommuniziert werden. ![]() Die wichtigsten Schritte im Ablauf:
Internes auf die Rechnungslegung bezogenes Kontroll- und Risikomanagementsystem (Angaben nach § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB und erläuternder Bericht) Deutsche Post DHL stellt die Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung mit Hilfe eines internen darauf bezogenen Kontrollsystems (IKS) sicher. Es soll gewährleisten, dass die gesetzlichen Regelungen eingehalten werden und die interne wie externe Rechnungslegung im Hinblick auf die numerische Abbildung der Geschäftsprozesse valide ist. Der Buchungsstoff soll vollständig und richtig erfasst und verarbeitet werden. Fehler in der Rechnungslegung sollen grundsätzlich vermieden beziehungsweise wesentliche Fehlbewertungen zeitnah aufgedeckt werden. Die Ausgestaltung dieses Kontrollsystems umfasst organisatorische und technische Maßnahmen, in die alle Gesellschaften des Konzerns einbezogen sind. Zentral vorgegebene Bilanzierungsrichtlinien regeln die Überleitung der lokalen Abschlüsse und stellen sicher, dass die Bilanzierungsstandards nach IFRS einheitlich und konzernweit angewendet werden. Ein einheitlicher Kontenrahmen ist für alle Konzerngesellschaften verpflichtend. Vielfach wird die Rechnungslegung in „Shared Service Center“ gebündelt, um Abläufe zu zentralisieren und zu standardisieren. Die IFRS-Abschlüsse der einzelnen Konzerngesellschaften werden in einem einheitlichen System, basierend auf einer SAP-Software, erfasst und dann in einer einstufigen Konsolidierung an einem zentralen Standort verarbeitet. Automatische Plausibilitätsprüfungen und systemseitige Validierungen der Buchhaltungsdaten sind ein weiterer Bestandteil unseres Kontrollsystems. Daneben erfolgen regelmäßig manuelle Kontrollen, auf dezentraler Ebene durch die lokalen Verantwortlichen (zum Beispiel CFO) und zentral im Corporate Center durch die Zentralbereiche Konzernrechnungslegung, Steuern und Treasury. Über die genannten Strukturen des IKS und des Risikomanagements hinaus ist die Konzernrevision ein wesentliches Organ im Steuerungs- und Überwachungssystem des Konzerns. Im Rahmen ihrer risikoorientierten Prüfungshandlungen kontrolliert sie regelmäßig die rechnungslegungsrelevanten Prozesse und berichtet dem Vorstand über die Ergebnisse. Unter chronologischen Aspekten werden vor- und nachgelagerte Kontrollen und Analysen der gemeldeten Daten erstellt. Falls erforderlich, wird auf die Expertise externer Gutachter zurückgegriffen, zum Beispiel bei Pensionsrückstellungen. Schließlich garantiert die konzerneinheitlich gesteuerte Durchführung des Abschlussprozesses im Rahmen eines zentral verwalteten Abschlusskalenders einen strukturierten und effizient gestalteten Rechnungslegungsprozess. RISIKOKATEGORIEN UND EINZELRISIKEN Im Folgenden stellen wir die Risiken dar, die aus heutiger Sicht unsere Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage wesentlich negativ beeinflussen könnten. Dies sind nicht notwendigerweise die einzigen Risiken, denen der Konzern ausgesetzt ist. Risiken, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder die wir noch nicht als wesentlich einschätzen, könnten unsere Geschäftstätigkeiten ebenfalls beeinträchtigen. Risiken aufgrund politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen Umfeldrisiken entstehen uns vor allem dadurch, dass Konzern und Tochtergesellschaften einen Teil ihrer Dienstleistungen in einem regulierten Markt erbringen. Seit dem 1. Januar 2008 ist die gesetzliche Exklusivlizenz in Deutschland aufgehoben. Allerdings war es Wettbewerbern bereits seit Januar 1998 durch Ausnahmeregelungen des Postgesetzes möglich, auch innerhalb der Gewichts- und Preisgrenzen der Exklusivlizenz tätig zu werden. Die Bundesnetzagentur hat als Regulierungsbehörde bis Jahresende rund 1.500 Wettbewerbern eine Lizenz erteilt, von denen rund 840 am Markt tätig sind. Die Rahmenbedingungen, unter denen die genehmigungspflichtigen Briefentgelte in den Jahren 2008 bis Ende 2011 im Price-Cap-Verfahren reguliert werden, hat die Regulierungsbehörde am 7. November 2007 mit der Maßgrößenentscheidung festgelegt. Danach sind für die genehmigungspflichtigen Briefpreise im Wesentlichen die gesamtwirtschaftliche Preissteigerungsrate und die erwartete Produktivitätsfortschrittsrate der Deutsche Post AG maßgeblich. Preissenkungen sind erforderlich, sofern die Inflationsrate im Referenzzeitraum unter der von der Regulierungsbehörde vorgegebenen Produktivitätsfortschrittsrate liegt. Für das Jahr 2010 bestehen die Entgelte der entgeltgenehmigungspflichtigen Briefprodukte weitestgehend unverändert fort. Die Regulierungsbehörde hat einen entsprechenden Antrag der Deutsche Post AG am 17. November 2009 genehmigt. Die dritte EU-Postrichtlinie ist am 27. Februar 2008 in Kraft getreten. Sie schreibt der Mehrzahl der EU-Mitgliedstaaten grundsätzlich die Marktöffnung für das Jahr 2011 vor. Neun neue Mitgliedstaaten sowie Griechenland und Luxemburg haben die Möglichkeit, die Marktöffnung bis 2013 zu verschieben. Bis dahin gelten in Europa die bisherigen Grenzen: Der reservierbare Bereich umfasst Briefe bis 50 Gramm bzw. das Zweieinhalbfache des Standardbriefpreises. Seitdem besteht Planungssicherheit darüber, wann in Europa alle nationalen Monopole enden. Für die Deutsche Post AG ergeben sich aus der Liberalisierung der Postmärkte Risiken durch mehr Wettbewerb in Deutschland, aber auch Chancen auf den anderen europäischen Postmärkten. Der grenzüberschreitende Briefaustausch in Europa wurde 2009 zwischen der Deutsche Post AG und 13 anderen westeuropäischen Postgesellschaften auf der Grundlage des REIMS-III-Abkommens und mit weiteren neun osteuropäischen Postgesellschaften nach dem REIMS-EAST-Abkommen abgewickelt. Als Nachfolger zu den beiden Abkommen trat am 1. Januar 2010 REIMS IV in Kraft. Weiter wird diskutiert, inwieweit Postdienstleistungen von der Mehrwertsteuer befreit werden dürfen. In Deutschland wird eine Änderung des Umsatzsteuergesetzes vorbereitet, um die Mehrwertsteuerbefreiung der Deutsche Post AG zu reduzieren. Über einen entsprechenden Gesetzentwurf, der zum 1. Juli 2010 in Kraft treten soll, hat das Bundeskabinett am 16. Dezember 2009 entschieden. Danach sollen nur noch bestimmte Universaldienstleistungen nach der EU-Postrichtlinie von der Mehrwertsteuer befreit werden, die nicht auf der Grundlage individuell ausgehandelter Vereinbarungen oder zu Sonderkonditionen (Rabatte etc.) erbracht werden. Diese Mehrwertsteuerbefreiung soll für alle Unternehmen gelten, die sämtliche oder einen Teilbereich dieser Leistungen im gesamten Bundesgebiet anbieten. In dem deutschen Gesetzgebungsverfahren wird eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 23. April 2009 zu beachten sein, die anlässlich der Mehrwertsteuerbefreiung von Postdienstleistungen in Großbritannien erging. Der EuGH hat darin abschließend entschieden, dass auch in einem liberalisierten Postmarkt Universaldienstleistungen, zu deren Gewährleistung sich ein Unternehmen verpflichtet, von der Mehrwertsteuer befreit sein müssen. Als Ausnahme davon nannte der EuGH nur Leistungen zu individuell ausgehandelten Bedingungen. Dem deutschen Gesetzentwurf müssen noch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Wie die Deutsche Post AG ist auch die Regulierungsbehörde der Auffassung, dass die von ihr genehmigten Entgelte keine Umsatzsteuer beinhalten und es sich vielmehr um Nettoentgelte handelt. Eine mögliche Umsatzsteuer könnte daher auf die genehmigten Entgelte aufgeschlagen werden. Dennoch lässt sich nicht ausschließen, dass sich aus einer Steuererhebung Umsatz- und Ergebniseinbußen ergeben. Die Frage des Umfangs der Mehrwertsteuerbefreiung von Postdienstleistungen betrifft auf europäischer Ebene auch das Vertragsverletzungsverfahren, das die EU-Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland am 10. April 2006 eröffnet hatte. Die Kommission hat am 24. Juli 2007 entschieden, dass die Mehrwertsteuerbefreiung der von der Deutsche Post AG erbrachten postalischen Universaldienste zu weitgehend sei, und die Bundesregierung aufgefordert, die entsprechenden Rechtsvorschriften zu ändern. Die Bundesrepublik Deutschland hat der EU-Kommission in dem Verfahren seinerzeit geantwortet, die Mehrwertsteuerbefreiung stehe im Einklang mit geltendem Recht und sie werde die Anwendung der deutschen Rechtsvorschriften über die Mehrwertsteuer auf Postdienstleistungen nochmals eingehend prüfen. Dieses Vertragsverletzungsverfahren wurde angesichts des genannten Verfahrens vor dem EuGH bezüglich der Mehrwertsteuerbefreiung von Postdienstleistungen in Großbritannien bisher nicht weiter betrieben. Die Finanzverwaltung hat angekündigt, ein bisher von der Mehrwertsteuer befreites Briefprodukt rückwirkend als steuerpflichtig zu behandeln. Es ist davon auszugehen, dass geänderte Steuerbescheide für alle offenen Besteuerungszeiträume erlassen werden. Die Mehrwertsteuerbefreiung von Postdienstleistungen richtet sich nach Europarecht (Postdienste-Richtlinie, Mehrwertsteuersystem-Richtlinie) und nationalen Rechtsnormen (Postgesetz, Post-Universaldienstleistungsverordnung, Umsatzsteuergesetz). In diesem Rahmen hat die Deutsche Post AG ihre Postdienstleistungen entweder als umsatzsteuerfrei oder als umsatzsteuerpflichtig eingeordnet. Dieses Vorgehen hat die Finanzverwaltung über Jahre geprüft und nicht beanstandet. Wir werden gegen entsprechend geänderte Umsatzsteuerbescheide klagen. Auch wenn die Umsatzsteuerbefreiung des Produktes nach unserer Auffassung sowohl geltendem Europarecht als auch den nationalen Rechtsnormen entspricht, lässt sich das Risiko einer Steuernachzahlung nicht ganz ausschließen. Sollten sich politische oder regulatorische Rahmenbedingungen ändern, könnte sich dies finanziell erheblich auf den Konzern auswirken, besonders auf das Briefgeschäft in Deutschland. Da es sich grundsätzlich um politische Entscheidungen handelt, können keine belastbaren Einschätzungen zur Eintrittswahrscheinlichkeit angegeben werden. Risiken aus branchenspezifischen Rahmenbedingungen Neben den regulatorischen bestimmen markt- und branchenspezifische Rahmenbedingungen wesentlich den Geschäftserfolg unseres Konzerns. Die Weltkonjunktur beeinflusst maßgeblich die Nachfrage nach Logistikleistungen. Im Berichtsjahr ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, weil durch die Wirtschaftskrise die Sendungsmengen in allen Unternehmensbereichen zurückgegangen sind. Sollte sich die Wirtschaftslage nicht verbessern, kann das erhebliche Auswirkungen auf das geplante Ergebnis haben. Umgekehrt kann ein Konjunkturaufschwung über dem erwarteten Niveau zu einem weitaus besseren Ergebnis führen. Aufgrund der Ungewissheit über den weiteren Verlauf und das Ende der Wirtschaftskrise lässt sich die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos oder auch einer Chance für unseren Konzern zum heutigen Zeitpunkt nicht näher bestimmen. Da der Erfolg unserer Geschäftstätigkeit maßgeblich von der wirtschaftlichen Stärke unserer Kunden abhängt, besteht für uns zudem das Risiko von Kundeninsolvenzen. Im Berichtsjahr hat die Insolvenz der deutschen Arcandor AG unser Unternehmensergebnis schwer belastet. Ein weiteres Risiko in ähnlicher Größenordnung erwarten wir aus heutiger Sicht nicht. Unser Ziel ist es, kritische Entwicklungen bei den Kunden früh zu erkennen und unsere Kosten derart zu flexibilisieren, dass wir potenzielle finanzielle Folgen begrenzen können. Wir stehen mit unseren Produkten und Dienstleistungen im Wettbewerb. Im Brief- und Logistikgeschäft werden Kunden mit Qualität sowie wettbewerbsfähigen Preisen gewonnen und gehalten. Dank unserer hohen Qualität und der im Berichtsjahr erzielten Einsparungen sehen wir uns in der Lage, eine potenzielle Gefährdung unseres geplanten Ergebnisses durch Wettbewerb auf eher niedrigem Niveau zu halten. Für den Unternehmensbereich BRIEF gelten zudem, wie oben geschildert, eine Reihe politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen. Risiken aus der Unternehmensstrategie Während der Wirtschaftskrise, die das gesamte Berichtsjahr anhielt, hat sich der Konzern verstärkt auf seine Kernkompetenzen und auf organisches Wachstum konzentriert. Wir wollen profitabel wachsen und unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern, indem wir unsere Bereiche und Abläufe optimal verzahnen. Der Unternehmensbereich BRIEF hat in der Vergangenheit erheblich zum Unternehmensergebnis beigetragen, hat nun aber verstärkt mit sinkenden Absatzmengen im deutschen Briefgeschäft zu rechnen. Gründe für diesen Rückgang sind die allgemeine Konjunkturschwäche, mehr Wettbewerb und die fortschreitende Substitution physischer durch elektronische Kommunikation. Sinkende Umsätze im Geschäftsfeld Brief Kommunikation in Deutschland sind in der Unternehmensplanung berücksichtigt. Das Risiko einer signifikanten Planabweichung sehen wir dabei als gering an, begreifen die Digitalisierung aber auch als Chance und entwickeln neue elektronische Produkte im Briefbereich. Im Unternehmensbereich EXPRESS ist der Umsatz im Berichtsjahr rezessionsbedingt in allen Regionen zurückgegangen. Verstärkt wurde dieser Effekt durch den Rückzug aus dem nationalen US-Expressgeschäft. Netzwerk-, Preis- und Verwaltungsstrukturen mussten dieser Entwicklung angepasst werden. Auch in Europa werden wir nicht profitable Einheiten veräußern. Der Ende 2008 begonnene Umbau des Expressgeschäfts hat das Ziel, die EBIT-Marge hier zu stärken. Derzeit halten wir die für die Restrukturierung geplanten Aufwendungen für ausreichend. Zudem suchen wir auf wirtschaftlich attraktiven Märkten nach Möglichkeiten, Umsätze und unser Ergebnis zu steigern. Im Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT haben wir teilweise fixe Transportraten mit den Kunden vereinbart. Aufgrund der gesunkenen Nachfrage nach Transporten haben die Frachtführer zuletzt ihre Transportkapazitäten verringert, um die Preise hoch zu halten. Bei steigenden Preisen schrumpft die Marge. Darüber hinaus haben die Frachtführer im Berichtsjahr ihre Raten generell angepasst. Hier besteht das Risiko, dass wir höhere Preise teilweise nicht an die Kunden weitergeben können. Ob und in welcher Höhe unsere Gewinnspanne gefährdet ist, hängt wesentlich davon ab, wie sich die Weltwirtschaft erholt. Negative wie positive Planabweichungen sind möglich. Im Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN unterhalten wir enge und langfristige Geschäftsbeziehungen zu unseren Kunden. Dies führt zu einer gewissen Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage und den Branchenrisiken unserer Kunden. Wie oben bereits erwähnt, hat der Fall Arcandor gezeigt, wie stark sich die Insolvenz eines großen Kunden finanziell auf unser Unternehmen auswirken kann. Wir erwarten für die Zukunft keine Auswirkungen dieser Größenordnung. Insgesamt sind wir zuversichtlich, dass Unternehmen aufgrund von Kostendruck verstärkt zentrale logistische Abläufe auslagern und wir davon auch in der Krise profitieren können. Risiken aus internen Prozessen Zuverlässigkeit und Schnelligkeit sind wesentliche Qualitätsmerkmale für unsere logistischen Dienstleistungen. Sollte es in unserer komplexen betrieblichen Infrastruktur zu einer Störung in den Bereichen Einlieferung, Sortierung, Transport, Lagerung oder Zustellung kommen, kann dies die Qualität beeinträchtigen. Wir wollen Betriebsunterbrechungen durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden. Hierzu zählt ein detaillierter Notfallplan, der unter anderem vorbeugende Brandschutzmaßnahmen und Ausweichmöglichkeiten im Schadensfall umfasst. Da unsere Leistungen zudem dezentral in über 200 Ländern erbracht werden, schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von für den Konzern signifikanten Betriebsunterbrechungen als gering ein. Bestehende Versicherungen reduzieren mögliche finanzielle Auswirkungen. Bereits im Jahr 2005 haben wir begonnen, Pandemie-Notfallpläne auszuarbeiten und ein internationales Krisenteam einzuberufen. Im Fall einer Pandemie wollen wir das Risiko einer Infektion für unsere Mitarbeiter minimieren und die Geschäftstätigkeit aufrechterhalten. Mit dem First-Choice-Programm richten wir unsere internen Abläufe strikt an den Kundenanforderungen aus. Gleichzeitig wollen wir die Kosteneffizienz steigern. Teilweise ist dies mit Investitionen verbunden. Investitionsentscheidungen über mehr als 10 Mio € werden von Ausschüssen des Gesamtvorstands getroffen. Bei Investitionen im Bereich Global Business Services und Corporate Center gilt dies bereits ab 5 Mio €. Die Vorstände werden über Investitionen regelmäßig informiert und können so wesentliche Risiken früh erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen. Als Dienstleistungsunternehmen betreiben wir keine Forschung und Entwicklung im engeren Sinne, so dass in diesem Bereich über keine maßgeblichen Risiken zu berichten ist. Risiken aus der Informationstechnologie Wir haben alle nötigen Voraussetzungen geschaffen, um IT-Risiken sachgerecht erkennen und ihnen begegnen zu können. Sie werden konzernübergreifend von Risikomanagement, IT-Revision, Datenschutz und Konzern-Sicherheit überwacht. Für sichere IT in den Divisionen sorgt das „Information Security Committee“. Als Minimalanforderung, die wir erfüllen wollen, gilt der Industrie-Sicherheitsstandard (ISO 27002). Unsere Logistik- und Serviceprozesse funktionieren nur dann reibungslos, wenn die dafür benötigte IT verfügbar ist. Ein kompletter Ausfall eines oder mehrerer Systeme könnte die betrieblichen Abläufe erheblich stören und zu Datenverlusten führen. Ausfälle wollen wir daher grundsätzlich vermeiden. Wir begrenzen die Wahrscheinlichkeit eines Eintritts von IT-Risiken durch folgende Maßnahmen: Wir unterhalten zwei zentrale Rechenzentren in Tschechien und Malaysia. Weitere Rechenleistung wird von unserem Dienstleister T-Systems bereitgestellt, der diese ebenfalls auf mehrere Rechenzentren verteilt hat und mit dem wir Standards für ausgelagerte Dienste vereinbart haben. Zudem haben wir konzernweit Notfallverfahren für die geschäftskritischen Anwendungen eingerichtet. Als Schutz gegen unberechtigte Datenzugriffe und Datenmanipulationen verbessern wir ständig unsere Sicherheitsmechanismen. Auch mobile Endgeräte sind abgesichert. Die Zugriffsberechtigten sind verpflichtet, kritische Daten standardmäßig zu verschlüsseln und Passwörter alle 80 bis 90 Tage zu ändern. Kritische Daten werden zudem mit Backups gesichert, je nach Relevanz fallbezogen oder in Echtzeit in mehreren Rechenzentren. Unsere Dienstleistungen erfordern den Einsatz ständig aktualisierter und neu entwickelter Software. Vor allem bei komplexen IT-Systemen ist hiermit nicht nur ein generelles Kostenrisiko verbunden, sondern auch die Gefahr einer verzögerten Erstellung und mangelnden Funktionalität bei Inbetriebnahme. Ein effizientes Projektmanagement – von der Planung über die Konzeption bis zur Inbetriebnahme − verringert dieses Risiko. Die getroffenen Vorsorgemaßnahmen senken die Eintrittswahrscheinlichkeit eines folgenschweren IT-Risikos. Wir sind darauf vorbereitet, die dabei entstehenden Auswirkungen so zu minimieren, dass Kunden davon nicht oder nur geringfügig betroffen sind. Ein Restrisiko mit mittleren bis hohen finanziellen Folgen lässt sich jedoch nicht ganz ausschließen. Risiken aus dem Umweltmanagement Das konzernweite Risikomanagement erstreckt sich auch auf umweltpolitische Rahmenbedingungen. So hat die EU beschlossen, im Jahr 2012 ein Emissionshandelssystem für den Luftverkehr einzuführen. Die finanziellen Auswirkungen hängen stark davon ab, zu welchen Ergebnissen die Emissions-Erhebungen der EU für den Basiszeitraum 2004 bis 2006 geführt haben. Diese Daten werden bestimmen, welche Menge an Emissionsrechten unseren betroffenen Fluggesellschaften kostenlos zugeteilt wird und in welchem Umfang wir anschließend Emissionsrechte ersteigern müssen, um unseren Bedarf zu decken. Auch lässt sich noch nicht abschätzen, welche Handelspreise für Emissionsrechte sich am Markt bilden. Wir meinen aber, dass der Konzern dank seines „GoGreen“-Programms gut gerüstet ist, die finanziellen Risiken zu begrenzen. Mögliche Planabweichungen schätzen wir eher niedrig ein. Risiken aus dem Personalbereich Unser künftiger Erfolg hängt maßgeblich von unseren Mitarbeitern ab. Daher wollen wir der beliebteste Arbeitgeber unserer Branche werden. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass es uns nicht gelingt, den richtigen Mitarbeiter für die richtige Position zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Zudem stehen wir im Wettbewerb um qualifizierte internationale Führungskräfte. Diese Risiken beobachten wir anhand interner und externer Messgrößen. So befragt das US-Beratungsunternehmen Universum regelmäßig 120.000 Studierende in 26 Ländern nach den beliebtesten Arbeitgebern. DHL rangiert hier als einziges Logistikunternehmen unter den Top 50. Intern messen wir die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter jährlich mit einer konzernweiten Mitarbeiterbefragung. Danach hat sich das Engagement unserer Mitarbeiter in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert, besonders im Rezessionsjahr 2009 ein erfreuliches Ergebnis. Wir wollen qualifizierte Mitarbeiter gewinnen, ihr Potenzial ausschöpfen und sie an uns binden. So bleibt die Berufsausbildung in Deutschland für uns auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine wichtige Investition in die Zukunft, vor allem mit Blick auf den demografischen Wandel. Führungskräfte, die die Herausforderungen unserer Branche kennen und ihre Mitarbeiter nach dem Leitprinzip „Respekt und Resultate“ führen, haben eine Schlüsselrolle, um Mitarbeiter zu motivieren. Wir fördern unsere Führungskräfte mit einer Reihe von Programmen, vergüten sie leistungsgerecht – auch mit erfolgsabhängigen Anreizsystemen – und bieten ihnen Karrierechancen im In- und Ausland. Damit begrenzen wir das Risiko, durch Fluktuation Fachwissen und Kundenbeziehungen zu verlieren. Während wir die finanziellen Auswirkungen der genannten Risiken in einem mittleren Ausmaß einschätzen, halten wir ihre Eintrittswahrscheinlichkeit dank der getroffenen Maßnahmen für gering. Allein schon wegen der wirtschaftlichen Lage hat sich dieses Risiko gegenüber den Vorjahren verringert. Finanzwirtschaftliche Risiken Am 14. Januar 2009 haben Deutsche Post AG und Deutsche Bank AG vereinbart, die Transaktion zur Veräußerung der von der Deutsche Post AG gehaltenen Anteile an der Deutsche Postbank AG neu zu strukturieren. Die Veräußerung erfolgt nunmehr in drei Tranchen. Die erste Tranche sah die Veräußerung von 50 Millionen Postbank-Aktien durch ihre Einbringung unter Verzicht auf Kaufpreisanspruch als Sachkapitalerhöhung gegen Ausgabe von 50 Millionen neuer Aktien der Deutsche Bank AG und durch die Erbringung von Zahlungen und geldwerten Leistungen durch die Deutsche Bank AG im Zusammenhang mit Kurssicherungsgeschäften vor. Im Zeitraum April bis Juli 2009 ist die erste Tranche durch den Markt schonenden Verkauf der im Besitz befindlichen Deutsche-Bank-Aktien vollständig umgesetzt worden. Am 31. Dezember 2009 befanden sich noch 86.417.432 Postbank-Aktien im Besitz der Deutsche Post AG. Weitere 60 Millionen Postbank-Aktien werden im Rahmen einer von der Deutsche Bank AG gezeichneten Pflichtumtauschanleihe veräußert, die einen Ausgabebetrag von 2.568 Mio € und eine Laufzeit von drei Jahren hat (zweite Tranche). Die Umtauschanleihe ist mit 4 % (Zinseszins) jährlich aufzuzinsen und wird am 25. Februar 2012 durch Übertragung von 60 Millionen Postbank-Aktien ausgeglichen. In der dritten Tranche sollen die restlichen 26.417.432 Postbank-Aktien übertragen werden. Dazu haben die Deutsche Post AG und die Deutsche Bank AG Verkaufs- und Kaufoptionen abgeschlossen, die zwischen dem dritten und dem vierten Jahr nach Vertragsabschluss (Closing) vom 25. Februar 2009 ausübbar sind. Bilanziell können die mit der zweiten und dritten Tranche vereinbarten derivativen Finanzinstrumente zu erheblichen bilanziellen Volatilitäten führen. Dieses Risiko beschreiben wir weitergehend im Anhang. Dort finden Sie auch Angaben zu weiteren bilanziellen und finanzwirtschaftlichen Risiken. Risiken aus anhängigen Rechtsverfahren Angaben zu rechtlichen Risiken finden Sie im Anhang. Weitere Risiken des Konzerns Unsere Versicherungsstrategie unterteilt die versicherbaren Risiken in zwei Gruppen: Die erste umfasst Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einer niedrigen Schadensumme je Fall. Sie werden über einen sogenannten Captive versichert. Dabei handelt es sich um eine konzerneigene Versicherungsgesellschaft, die derartige Risiken zu niedrigeren Kosten versichern kann als ein kommerzieller Versicherer. Die Mehrheit unserer Versicherungsaufwendungen fällt in diese Risikogruppe, was neben den geringeren Kosten weitere Vorteile bietet: Die Kosten bleiben stabil, da der Konzern weniger von Änderungen bei Verfügbarkeit und Preis externer Versicherungen betroffen ist. Wir erhalten verlässliche Daten, auf deren Basis wir Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit und geringer Schadensumme analysieren und für sie Mindeststandards und Ziele festlegen können. Die zweite Gruppe umfasst Risiken mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, aber potenziell hohen Schäden, zum Beispiel Luftverkehrsrisiken. Sie werden über kommerzielle Anbieter versichert. Mit dieser Finanzierungs- und Versicherungsstrategie haben wir im Jahr 2009 fast 97 Mio € eingespart. Auf dem jährlich stattfindenden „World Captive Forum“ zur Eigenversicherung erhielt der Konzern den „Award of Excellence“, mit dem die globale Strategie der Versicherung über einen Captive gewürdigt wurde. Im Rahmen der „Unclaimed-Property-Gesetze“ in den Vereinigten Staaten werden zurzeit Betriebsprüfungen bei DHL Express (USA) und Airborne Inc. durchgeführt. Nach diesen Gesetzen müssen herrenlose Vermögensgegenstände entweder an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden oder dem Heimatstaat des letzten Eigentümers oder, falls dieser nicht bekannt ist, dem Staat übertragen werden, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von wesentlichen finanziellen Auswirkungen für den Konzern ist eher gering. GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS Die wesentlichen Risiken für unseren Geschäftserfolg sehen wir derzeit in wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, allen voran in der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und in veränderten Rahmenbedingungen auf dem deutschen Briefmarkt. Aus dem konzernweiten Früherkennungssystem wie auch nach Einschätzung des Konzernvorstands waren im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Konzerns gefährden. Diese drohen auch nicht in absehbarer Zukunft. NACHTRAG UND PROGNOSENACHTRAGSBERICHT Keine weiteren wesentlichen Ereignisse Berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor. PROGNOSEBERICHT Weltwirtschaft: Ausstieg aus der Krise Zu Beginn des Jahres 2010 befindet sich die Weltwirtschaft in einer Erholungsphase. Der Aufschwung wird allerdings noch durch die extrem expansive Geldpolitik mit niedrigen Zinsen und umfangreiche staatliche Maßnahmen gestützt. Von einer sich selbst tragenden Entwicklung kann deshalb noch nicht gesprochen werden. So gesehen könnte die wirtschaftliche Dynamik schon bald wieder nachlassen. Die Wachstumsaussichten werden dennoch verhalten positiv eingeschätzt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2010 um 3,9 % zunimmt. Vor diesem Hintergrund dürfte der Welthandel mäßig expandieren (IWF: 5,8 %, OECD: 6,0 %). A.67 Weltwirtschaft: Wachstumsprognosen scroll
Quelle: Internationaler Währungsfond (IWF) World Economic Outlook, Oktober 2009, Aktualisierung Januar 2010 In den Vereinigten Staaten dürfte sich die Konjunktur erholen, der private Verbrauch aber weiter schwach bleiben. Das BIP dürfte insgesamt solide wachsen (IWF: 2,7 %, OECD: 2,5 %, Postbank Research: 2,3 %). Die japanische Wirtschaft sollte vom Aufschwung des Welthandels profitieren, die Exporte stark zunehmen. So wird das BIP wieder ordentlich wachsen (IWF: 1,7 %, OECD: 1,8 %, Postbank Research: 2,0 %). In China wird sich das Wachstum wieder beschleunigen, ohne jedoch ganz an die Rekordwerte vergangener Jahre heranzukommen (IWF: 10,0 %). Die Konjunktur im Euroraum wird sich voraussichtlich erholen. Impulse dürften von den Exporten und den Bruttoanlageinvestitionen ausgehen. Die Auftriebskräfte könnten aber erlahmen, wenn die staatlichen Konjunkturprogramme nicht mehr in demselben Maße greifen. Das Wachstum wird eher verhalten bleiben (EZB: 0,8 %, Postbank Research: 1,7 %). Die exportorientierte deutsche Wirtschaft dürfte von der globalen Belebung profitieren, die Ausfuhren dürften stark wachsen und die Ausrüstungsinvestitionen von niedrigem Niveau aus erhöht werden. Zudem dürfte das staatliche Infrastrukturprogramm seine volle Wirkung entfalten. Dagegen sind vom privaten Verbrauch keine Impulse zu erwarten, da die Arbeitslosigkeit weiter zunehmen dürfte. Das BIP sollte stärker wachsen als im Euroraum (Sachverständigenrat: 1,6 %, Postbank Research: 2,2 %). Beim Ölpreis werden voraussichtlich weder die Tiefststände des Jahres 2009 noch die Höchststände des Jahres 2008 erreicht werden. Im Jahresdurchschnitt wird sich Öl gegenüber dem Vorjahr wohl verteuern. Die US-Notenbank dürfte ihren Leitzins zunächst auf seinem extrem niedrigen Niveau belassen. Sollte sich die Konjunktur erholen, könnten ab dem Sommer die Zinsen leicht steigen. Man erwartet, dass die EZB ihren Leitzins noch für längere Zeit bei 1 % belassen wird. Im späteren Jahresverlauf könnte sie, je nach konjunktureller Entwicklung, die Geldpolitik dann leicht straffen. Die Kapitalmarktzinsen dürften tendenziell steigen. Die Renditeaufschläge sollten sich aber bei einem anhaltend hohen Maß an Preisstabilität in engen Grenzen halten. Das Briefgeschäft im Wandel Die Briefnachfrage in Deutschland hängt davon ab, wie sich die Konjunktur entwickelt und in welchem Ausmaß elektronische Medien den physischen Brief ersetzen. Wir rechnen damit, dass der Markt für Briefkommunikation weiter schrumpft, der Kommunikationsbedarf aber weiter steigt. Wir wollen unsere Kompetenz in der physischen Kommunikation auf die elektronische übertragen und daraus neues Geschäft generieren. Zudem haben wir uns darauf eingestellt, dass die Wettbewerbsintensität hoch bleibt. Der deutsche Werbemarkt ist ebenfalls konjunkturabhängig und wird nach Prognosen des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft im Jahr 2010 schrumpfen. Der Trend zu zielgruppenorientierter Werbung und zur Kombination mit Internetangeboten dürfte anhalten. Daneben werden Unternehmen aber verstärkt auf günstigere Werbeformen unseres Portfolios zurückgreifen. Im liberalisierten Markt für papiergebundene Werbung wollen wir unsere Position sichern, im gesamten Werbemarkt sogar ausbauen. Der Markt für Pressepost dürfte weiterhin leicht zurückgehen, weil verstärkt neue Medien genutzt werden. Die konjunkturelle Entwicklung wird sich auf Abonnementzahlen und Durchschnittsgewichte auswirken und so unseren künftigen Umsatz bestimmen. Die konjunkturelle Entwicklung wird sich auch auf den internationalen Briefmarkt auswirken. Wir wollen hier neue Geschäftsfelder rund um unsere Kernkompetenz Brief erschließen. Auf dem Paketmarkt werden sich zwei Trends fortsetzen: Bei den Geschäftskunden bleibt der klassische Versandhandel weiter unter Druck – die Sendungsmengen werden sinken. Der Privatkundenbereich wird vom Internethandel profitieren. Hier wollen wir unsere Position ausbauen. Internationales Expressgeschäft ausbauen Der internationale Expressmarkt dürfte im Jahr 2010 um 0,5 % bis 1,5 % steigen (Datamonitor Consulting, August 2009). Mittelfristig rechnen Experten mit einem leichten Wachstum für Europa zwischen 0,1 % und 0,5 % und mit einem stärkeren für den innerasiatischen Raum zwischen 1,5 % und 2,0 %. In Europa und Amerika ist die private Nachfrage immer noch sehr verhalten. Das wirkt sich negativ auf die Exportaktivitäten der asiatischen Länder aus. Insgesamt sind wir jedoch zuversichtlich, dass wir vom Marktwachstum profitieren werden. Gleiches gilt für unsere Ergebnisentwicklung. Die Einsparungen im Berichtsjahr und das geschärfte Kostenbewusstsein werden wesentlich dazu beitragen, dass sich das Ergebnis selbst dann weiter verbessert, wenn die Marktlage schwierig bleiben sollte. Hier werden unsere Programme greifen, mit denen wir Effizienz und Qualität steigern und das Portfolio bereinigen. Unsere Marktführerschaft werden wir weiter ausbauen oder sie verteidigen. Sektorenfokus im Speditionsgeschäft ausbauen Nachdem die See- und Luftfrachtvolumina Anfang des Jahres 2009 deutlich zurückgegangen waren, konnten wir im vierten Quartal feststellen, dass sich der Markt zu erholen beginnt und wir Anteile gewinnen. Wir erwarten, dass sich der Markt im Jahr 2010 weiterhin leicht belebt. Da die Kapazitäten in der Luft- und Seefracht in den vergangenen Monaten erheblich reduziert worden sind, rechnen wir mit stark steigenden Einkaufs- und Verkaufspreisen für Transportleistungen. Aufgrund fundamentaler Wirtschaftsdaten erwarten wir Wachstum im intra-asiatischen Verkehr sowie auf den Handelsrouten zwischen Asien, dem Mittleren Osten und Afrika sowie zwischen Asien und Lateinamerika. Als Marktführer werden wir dieses Wachstum durch Investitionen in Infrastruktur und Innovationen begleiten. Im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 haben wir besonders kleine und mittlere Unternehmen von unserer Kompetenz als verlässlicher Logistikdienstleister überzeugt. So konnten wir die Auswirkungen der Rezession begrenzen und Marktanteile gewinnen. Daran wollen wir im kommenden Jahr anknüpfen und unser Transportangebot noch attraktiver gestalten – nicht zuletzt für diese Zielgruppe. Zudem soll unser Angebot für bestimmte Industriesektoren weiterentwickelt werden, 2010 vor allem für die Modebranche, die Öl- und Energiewirtschaft, den Handel mit leicht verderblichen Gütern, die Pharmaindustrie sowie den Technologiesektor. Angeregt von Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern haben wir eine einheitliche „Scorecard“ für unsere Niederlassungen eingeführt. So kann jedes Team vor Ort direkt ersehen, was es zum Gesamterfolg des Unternehmens beigetragen hat und wo Verbesserungen möglich sind. Bis zum Ende des Jahres 2010 soll diese Methode in allen Niederlassungen des Geschäftsfelds Global Forwarding eingeführt sein. Performance von Supply Chain weiter steigern Übereinstimmend mit den führenden Konjunkturforschungsinstituten rechnen wir für das kommende Jahr mit einem moderaten Aufschwung der weltweiten Wirtschaftsleistung, besonders getrieben durch steigende Konsumausgaben sowie ein besseres Investitionsklima. Dadurch sollte sich der Markt für Kontraktlogistik ebenfalls leicht positiv entwickeln. In unseren Hauptmärkten Europa und Nordamerika rechnen wir mit einem noch verhaltenen Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich, während wir für die Märkte Asiens und Lateinamerikas von einem Wachstum im oberen einstelligen Bereich ausgehen. In allen Regionen werden wir unser Geschäftswachstum durch gezielte Vertriebs-, Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen fördern. Der Markt für Kontraktlogistik wird von der Gesamtkonjunktur beeinflusst. Sollte sich die wirtschaftliche Erholung verzögern, würde sich dies entsprechend auf unser Geschäft auswirken. Wir werden das erfolgreiche „5 to Thrive“-Programm fortsetzen und unsere operativen Abläufe weiter optimieren. Die gemeinsam mit unseren Kunden veranstalteten Workshops haben sich bewährt und werden daher fortgeführt. Wir wollen unsere Leistungen ständig verbessern. Das ist für uns oberstes Gebot. Gleichzeitig wollen wir die Erfolgsquote unserer Aktivitäten verbessern, ebenso die Ertragskraft des Neugeschäfts. Hierfür werden wir Expertise, Leistungsfähigkeit und Eigeninitiative des Vertriebsteams weiter stärken. Auf der Produktseite arbeiten unsere Branchenteams an gemeinsamen Dienstleistungen, die sich noch besser standardisieren lassen. Bei Williams Lea rechnen wir damit, dass das Geschäft weiter zweistellig wächst. Getragen wird es von unserem einzigartigen Angebot sowie von der zunehmenden Nutzung unserer breiten DHL-Kundenbasis. Erwartungen an den Geschäftsverlauf Zu Beginn des Jahres 2010 setzt sich der moderate Erholungstrend fort, der bereits im Verlauf des zweiten Halbjahres 2009 zu beobachten war. Für unsere Planungs- und Budgetierungsprozesse haben wir für das Jahr 2010 insgesamt unterstellt, dass sich die Handelsvolumina moderat erholen. Unverändert bestehen jedoch Unwägbarkeiten über das Ausmaß und die Dauer dieser Erholung. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das Gesamtjahr 2010 ein Konzern-EBIT vor Einmaleffekten in Höhe von 1,6 Mrd € bis 1,9 Mrd €. Dazu sollte der Unternehmensbereich BRIEF in einer Größenordnung zwischen 1,0 Mrd € und 1,2 Mrd € beitragen. Gegenüber dem Vorjahr erwarten wir für die DHL-Unternehmensbereiche insgesamt eine kräftige Ergebnisverbesserung auf 1,0 Mrd € bis 1,1 Mrd €. Das Ergebnis des Segments Corporate Center/Anderes sollte mit rund −0,4 Mrd € knapp unter dem Vorjahresniveau liegen. Das Konzern-EBIT sollte sich nach den hohen Einmalaufwendungen für die Restrukturierung des Expressgeschäfts im Jahr 2009 im Gesamtjahr 2010 überproportional verbessern. Unsere vorsichtige Finanzpolitik werden wir auch im Jahr 2010 beibehalten und das im Jahr 2009 auf knapp 1,2 Mrd € reduzierte Investitionsvolumen auf rund 1,4 Mrd € aufstocken. Unserer Konzernstrategie entsprechend, setzen wir auf organisches Wachstum und erwarten im Jahr 2010 erneut nur sehr wenige kleine Akquisitionen. Der operative Cashflow wird im Jahr 2010, wie geplant, durch die im Vorjahr getroffenen Restrukturierungsmaßnahmen in der Größenordnung von rund 1 Mrd € belastet sein. Das Konzernergebnis sollte sich im Jahr 2010 analog zum operativen Geschäft weiter verbessern. Unter der Voraussetzung, dass die Weltwirtschaft sich weiter erholt, sollte sich die positive Ergebnisentwicklung, die wir für das Jahr 2010 erwarten, auch im Jahr 2011 tendenziell fortsetzen. Dabei sollten im Unternehmensbereich BRIEF die eingeleiteten Kostenmaßnahmen das EBIT stabilisieren, auch wenn die Briefmengen substitutionsbedingt weiter sinken dürften. In den DHL-Unternehmensbereichen erwarten wir, dass sich das EBIT bei einer fortgesetzten Erholung der Sendungsmengen weiter verbessert. Mit Beginn des Jahres 2010 wird die nach IFRS erforderlich gewordene Mark-to-Market-Bewertung aller Finanzinstrumente im Zusammenhang mit der Postbank-Transaktion zu einem positiven, allerdings nicht liquiditätswirksamen Effekt im Finanzergebnis führen. Im weiteren Jahresverlauf wird dieser Effekt – wie im Vorjahr bereits für einen Teil dieser Instrumente – analog zur Entwicklung des Marktwertes der Postbank jeweils zum Quartalsende überprüft und gegebenenfalls angepasst. Künftige organisatorische Anpassungen Im Jahr 2010 planen wir, im Unternehmensbereich EXPRESS mit dem Umbau der regionalen europäischen Zentralfunktionen zu beginnen. Zudem fassen wir unsere verschiedenen Klimaschutzaktivitäten im Zentralbereich „Politik und Unternehmensverantwortung“ zusammen, um auf diesem wichtigen Feld noch effizienter agieren zu können. Anhaltend gute Liquidität und neue Finanzstrategie Die Liquiditätssituation wird zwar im Jahr 2010 auf Grund der Restrukturierungsaufwendungen zurückgehen, aber weiterhin gut bleiben. Der Konzern erarbeitet zurzeit eine umfassende Finanzstrategie, deren Bestandteile unter anderem das Kreditrating, den Verschuldungsgrad und die künftige Liquidität betreffen. Wir wollen mehr investieren Da alle Prognosen vorsichtig optimistisch sind, wollen wir, entgegen unserer bisherigen Planung, die Investitionen im Jahr 2010 auf rund 1,4 Mrd € hochfahren. Der größte Anteil wird auf Sachanlagen entfallen und die Unternehmensbereiche BRIEF, EXPRESS und SUPPLY CHAIN betreffen. In diesen Segmenten werden mehr Mittel für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bereitgestellt. Die Mittel für den Unternehmensbereich BRIEF werden deutlich über dem Vorjahr liegen und sind vorwiegend für das nationale Brief- und Paketgeschäft geplant. Wir wollen die im Berichtsjahr begonnenen Investitionen fortsetzen und weitere Briefzentren mit Sortiermaschinen für Standard- und Kompaktbriefe ausstatten. Zudem ist der Kauf von Anlagen geplant, mit denen sich Großbriefe effizienter bearbeiten lassen. Außerdem wollen wir eine Internetplattform für den Versand von Briefen aufbauen, die IT im Geschäftsfeld Paket Deutschland erneuern und das Filialnetz weiter umstrukturieren. Im Unternehmensbereich EXPRESS wird die Capex über dem Niveau des Berichtsjahres liegen. 2010 werden wir uns wiederum darauf konzentrieren, unsere Flugzeugflotte wie gesetzlich vorgeschrieben instand zu halten und zu modernisieren. Darüber hinaus sollen Mittel in unsere Drehkreuze, Gateways und Terminals fließen, unter anderem in Leipzig und Nordasien. Investitionsschwerpunkte sind erneut die Regionen Europe, Americas und Asia Pacific. Im Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT wollen wir in etwa auf Vorjahresniveau investieren. Im Geschäftsfeld Global Forwarding beabsichtigen wir, Kompetenzzentren vor allem für die Pharmaindustrie in Betrieb zu nehmen und in Systeme zur besseren Transparenz von Sendungsverläufen zu investieren. Im Geschäftsfeld Freight wollen wir in unser Niederlassungsnetz, die IT-Ausstattung sowie in Transportmittel investieren. Hier werden wir uns vor allem auf Deutschland, Skandinavien und den Mittleren Osten konzentrieren. 'Im Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN beabsichtigen wir, etwas mehr zu investieren. Der größte Teil wird auf das Geschäftsfeld Supply Chain entfallen. Hier werden wir in allen Sektoren kundenspezifische Lösungen für den Auf- und Ausbau des Geschäfts mit bestehenden und neuen Kunden entwickeln. Der Schwerpunkt liegt hier auf Großbritannien und Amerika. Im Geschäftsfeld Williams Lea werden wir vor allem in Deutschland investieren. Geplant sind kundenspezifische Lösungen im Druck- und Dokumentengeschäft. Die bereichsübergreifenden Investitionen sollen 2010 steigen. Wie im Vorjahr stehen Fahrzeuge und IT im Vordergrund. Darüber hinaus wollen wir im Rahmen unseres Klimaschutzprogramms „GoGreen“ neue Umwelttechnologien fördern. Vermehrt elektronisch einkaufen Im kommenden Jahr wollen wir verstärkt IT-Anwendungen einsetzen, mit denen Waren und Dienstleistungen effizient erworben werden können. Unser elektronisches Beschaffungssystem „GeT“ sollen Anwender in weiteren europäischen Ländern erhalten. Zudem wollen wir „eSourcing“ stärker nutzen und damit unsere Einkaufsprojekte effizienter und transparenter machen. CHANCEN Chancenmanagement durch Controllingprozesse unterstützen Die Steuerung unserer Chancen wird durch das konzernweite Chancen- und Risikocontrolling unterstützt. Wie dieser Prozess organisiert ist, veranschaulichen wir im Risikobericht. Wesentliche Chancen sehen wir in der weiteren Entwicklung unserer Märkte und in unserer strategischen Positionierung. Wir wollen unser Dienstleistungsangebot erweitern, unsere Abläufe verbessern und interne Synergien vermehrt nutzen. Noch stärker als bisher wollen wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen und gleichzeitig unsere Kostenstruktur verbessern. Zusätzliche Impulse erwarten wir von unserem Ideenmanagement. Chancen aus der Marktentwicklung Im Rahmen unserer Konzernstrategie haben wir die vier zentralen Größen vorgestellt, die unser Geschäft beeinflussen. Sie bergen für uns folgende Chancen: Durch die Globalisierung wird das Wachstum der Logistikindustrie auch in Zukunft stärker ausfallen als das jeweilige volkswirtschaftliche Wachstum. Da wir global tätig sind, haben wir die Chance, daran teilzuhaben. Das gilt besonders für stark wachsende Regionen wie Asien, wo wir besser vertreten sind als der Wettbewerb. Als Weltmarktführer in der Kontraktlogistik können wir überdurchschnittlich davon partizipieren, dass Unternehmen Logistikleistungen vermehrt auslagern und integrierte Lösungen entlang der Lieferketten nachfragen. Kommunikation und Handel über das Internet schaffen Bedarf für den Transport von Dokumenten und Waren. Daraus entstehen uns Wachstumschancen. Das Umweltbewusstsein der Kunden bietet Chancen auf zusätzliches, überdurchschnittliches Wachstum. Unsere Kunden wollen ihre CO2-Emissionen nachhaltig senken, fragen daher vermehrt energieeffiziente Transporte und klimaneutrale Produkte nach. Auf diesem Gebiet sind wir führend in unserer Branche: Als erstes Logistikunternehmen bieten wir unseren Kunden CO2-neutrale Brief-, Paket- und Expressprodukte sowie Luft- und Seefrachttransporte an. Chancen aus der strategischen Marktpositionierung Wir sind so positioniert, dass wir Wachstum jeder Art, ob global oder regional, branchenübergreifend oder industriespezifisch nutzen können. Ein zentraler Bestandteil unserer Konzernstrategie ist zudem unser Versprechen, den Kunden Leistungen anzubieten, die ihnen das Leben einfacher machen und zugleich nachhaltig wirken. Folgende konzernweite Initiativen sollen uns in den kommenden Jahren organisches Wachstum sichern: Mit dem First-Choice-Programm verbessern wir unsere Abläufe und richten uns noch stärker als bisher an den Bedürfnissen der Kunden aus. Wir sehen darin die Chance, dass die Kunden zufriedener werden und wir sie enger an uns binden können. Die neue Einheit DSI bündelt die Innovationstätigkeit innerhalb von DHL mit dem Ziel, aus vorhandenem Branchen-Know-how neue Lösungen zu entwickeln. Wir sehen darin die Chance, Ressourcen besser zu nutzen. Das ebenfalls neue „Sector Management“ eröffnet uns die Chance, Kundenbedürfnisse in bestimmten Branchen gezielter zu erfüllen und dadurch zusätzliche Potenziale auszuschöpfen. Unsere Mitarbeiter – eine wichtige Ideenquelle Innovationsfähigkeit sichert unseren Erfolg und eine besonders ergiebige Ideenquelle für neue Produkte und verbesserte Abläufe sind unsere Mitarbeiter. Daraus haben wir in den vergangenen Jahren erhebliche Einsparungen erzielt und wollen dies auch in Zukunft tun. Chancen der Unternehmensbereiche Im Unternehmensbereich BRIEF optimieren und flexibilisieren wir kontinuierlich die Kosten des Transport- und Zustellnetzes und können so ohne Qualitätsverlust schneller auf veränderte Sendungsmengen reagieren. Ab dem Jahr 2010 werden wir zudem den Brief im Internet anbieten und damit eine verbindliche, vertrauliche und verlässliche elektronische Schriftkommunikation schaffen. Wir wollen damit das Interesse vieler Großkunden gewinnen und sind sicher, das Produkt erfolgreich einführen zu können. Mit der Neuordnung des US-Geschäfts hat der Unternehmensbereich EXPRESS begonnen, sich auf das ertragsstarke Kerngeschäft auszurichten. Das Portfolio wird durch geplante Veräußerungen europäischer Paketdienste weiter bereinigt. Eine strenge Kostenkontrolle unterstützt die gesetzten finanziellen Ziele. So gesehen sind wir gut gewappnet, unsere Ergebnislage vor allem nach Ende der Wirtschaftskrise zu verbessern. Im Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT verbessern wir unser modulares Serviceportfolio durch flexiblere Kombinationen und nachhaltige Lösungen für den Kunden weiter. Wir sehen darin die Chance, die Produktivität zu steigern, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen, die Kosten streng zu begrenzen und neue Vertriebsaktivitäten anzustoßen. Da der Kostendruck überall anhält, wird der Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN weiter von der Bereitschaft der Unternehmen profitieren, Logistikleistungen fremdzuvergeben. Wir werden Ressourcen und Expertise nutzen, um nachhaltig profitabel zu wachsen und unsere Kunden mit qualitativ hochwertigen Dienstleistungen zu versorgen. Williams Lea hat im Berichtsjahr erfolgreich Neuabschlüsse erzielt. Diese schärfen das Profil, belegen die Leistungsstärke des Geschäftsfelds gegenüber potenziellen Neukunden und ebnen so den Weg für weitere langfristige Outsourcing-Verträge mit großen Kunden. Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die sich auf das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge der Deutsche Post AG beziehen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind keine historischen Fakten und werden mitunter durch Verwendung der Begriffe „glauben“, „erwarten“, „vorhersagen“, „beabsichtigen“, „prognostizieren“, „planen“, „schätzen“, „bestreben“, „voraussehen“, „annehmen“, „das Ziel verfolgen“ und ähnliche Formulierungen kenntlich gemacht. Zukunftsgerichtete Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Plänen, Schätzungen, Prognosen und Erwartungen und unterliegen daher Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlich erreichte Entwicklung oder die erzielten Erträge oder Leistungen wesentlich von der Entwicklung, den Erträgen oder den Leistungen abweichen, die in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Die Leser werden darauf hingewiesen, dass sie kein unangemessenes Vertrauen in diese zukunftsgerichteten Aussagen setzen sollten, die nur zum Zeitpunkt dieser Darstellung Gültigkeit haben. Die Deutsche Post AG beabsichtigt nicht und übernimmt keine Verpflichtung, eine Aktualisierung dieser zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, um Ereignisse oder Umstände nach dem Datum der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichts zu berücksichtigen. Soweit der Lagebericht auf Inhalte von Internetseiten verweist, sind diese Inhalte nicht Bestandteil des Lageberichts. KonzernabschlussLIVING RESPONSIBILITY – GoHelp Mit logistischem Fachwissen und weltweiter Präsenz leisten wir in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen Hilfe im Katastrophenfall. Um Menschenleben zu retten, müssen Hilfsgüter schnell und gezielt verteilt werden. Wir verfügen über ein globales Netzwerk von Teams zum Katastropheneinsatz, die innerhalb von maximal 72 Stunden einsatzbereit sind, um an Flughäfen kostenlos logistische Hilfe zu leisten. Zusätzlich organisieren wir Schulungsprogramme, die Verantwortliche an Flughäfen in gefährdeten Regionen auf die logistischen Herausforderungen im Ernstfall vorbereiten. Unser Anspruch: Mit einem globalen Netzwerk kurzfristig einsetzbarer Teams wollen wir im Falle von Naturkatastrophen mithelfen, die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern. Unser Ansatz: Drei strategisch platzierte DHL Disaster Response Teams (DRT) mit rund 200 freiwilligen DHL-Helfern sind jederzeit und überall auf der Welt einsatzbereit. Unser Programm „Get Airports Ready for Disaster“ bereitet lokale Behörden und Mitarbeiter von Flughäfen auf Notfallsituationen vor. GEWINN- UND VERLUSTRECHUNG GESAMTERGEBNISRECHNUNG BILANZ KAPITALFLUSSRECHNUNG EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS DER DEUTSCHE POST AG Grundlagen und Methoden 1 Grundlagen der Rechnungslegung 2 Konsolidierungskreis 3 Wesentliche Geschäftsvorfälle 4 Neuerungen in der internationalen Rechnungslegung nach IFRS 5 Anpassungen von Vorjahreszahlen 6 Währungsumrechnung 7 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 8 Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 9 Konsolidierungsmethoden Erläuterungen zur Segmentberichterstattung 10 Erläuterungen zur Segmentberichterstattung Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung 11 Umsatzerlöse 12 Sonstige betriebliche Erträge 13 Materialaufwand 14 Personalaufwand/Mitarbeiter 15 Abschreibungen 16 Sonstige betriebliche Aufwendungen 17 Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 18 Sonstiges Finanzergebnis 19 Ertragsteuern 20 Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 21 Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 22 Konzernjahresergebnis 23 Minderheiten 24 Ergebnis je Aktie 25 Dividende je Aktie Erläuterungen zur Bilanz 26 Immaterielle Vermögenswerte 27 Sachanlagen 28 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 29 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 30 Langfristige finanzielle Vermögenswerte 31 Sonstige langfristige Vermögenswerte 32 Latente Steuern 33 Vorräte 34 Ertragsteueransprüche und Ertragsteuerverpflichtungen 35 Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 36 Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 37 Flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente 38 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 39 Gezeichnetes Kapital 40 Andere Rücklagen 41 Gewinnrücklage 42 Aktionären der Deutsche Post AG zuzuordnendes Eigenkapital 43 Minderheitsanteile 44 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 45 Sonstige Rückstellungen 46 Finanzschulden 47 Sonstige Verbindlichkeiten 48 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung 49 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Sonstige Erläuterungen 50 Risiken und Finanzinstrumente des Konzerns 51 Eventualverbindlichkeiten 52 Sonstige finanzielle Verpflichtungen 53 Rechtsverfahren 54 Aktienbasierte Vergütung 55 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 56 Honorare des Abschlussprüfers 7 Inanspruchnahme von § 264 Abs. 3 HGB 58 Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex 59 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 60 Sonstiges 61 Anteilsbesitzliste Versicherung des Vorstands Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers C.01 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscroll
1) Anhang, Textziffer 5 C.02 GESAMTERGEBNISRECHNUNGscroll
C.03 BILANZscroll
1) Anhang, Textziffer 5 C.04 KAPITALFLUSSRECHNUNGscroll
1) Anhang, Textziffer 5 C.05 EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGscroll
scroll
1) Umgliederung innerhalb der Anteile der Minderheit in 2008 AnhangGRUNDLAGEN UND METHODEN1 Grundlagen der Rechnungslegung Als börsennotiertes Unternehmen hat die Deutsche Post AG ihren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU)anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Der Abschluss stellt einen Jahresfinanzbericht im Sinne des Transparenzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (§ 37 v WpHG) vom 5. Januar 2007 dar. Die Anforderungen der angewandten Standards wurden vollständig erfüllt und vermitteln ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernabschluss umfasst die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und die Gesamtergebnisrechnung, die Bilanz, die Kapitalflussrechnung, die Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie den Anhang (Notes). Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Bilanzierung und Bewertung sowie die Erläuterungen und Angaben zum IFRS-Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2009 basieren grundsätzlich auf denselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die auch dem Konzernabschluss 2008 zugrunde lagen. Ausnahmen bilden hier die unter Textziffer 4 aufgeführten Änderungen in der internationalen Rechnungslegung nach IFRS, die vom Konzern seit dem 1. Januar 2009 verpflichtend anzuwenden sind, sowie die unter Textziffer 5 genannten Anpassungen von Vorjahreszahlen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind unter Textziffer 7 erläutert. Das Geschäftsjahr der Deutsche Post AG und ihrer einbezogenen Tochterunternehmen entspricht dem Kalenderjahr. Die in das Handelsregister des Amtsgerichts Bonn eingetragene Deutsche Post AG hat ihren Sitz in Bonn, Deutschland. Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit Beschluss des Vorstands der Deutsche Post AG vom 19. Februar 2010 zur Veröffentlichung freigegeben. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, sofern nicht besonders darauf hingewiesen wird, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. 2 Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 sind neben der Deutsche Post AG grundsätzlich alle in- und ausländischen Unternehmen einbezogen, bei denen die Deutsche Post AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft verfügt oder auf andere Weise auf die Tätigkeit beherrschenden Einfluss nehmen kann. Die Unternehmen werden beginnend mit dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Konzern die Möglichkeit der Beherrschung erlangt. Neben der Deutsche Post AG als Mutterunternehmen umfasst der Konsolidierungskreis die in untenstehender Tabelle aufgeführten Unternehmen. scroll
Die Veränderung des Konsolidierungskreises resultiert unter anderem aus der Entkonsolidierung der Deutsche Postbank AG sowie ihrer Tochterunternehmen Ende Februar 2009 als vollkonsolidierte Unternehmen und ihrer Berücksichtigung als assoziierte Unternehmen ab März 2009. Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 und Abs. 3 HGB findet sich unter Textziffer 61. Kaufpreisallokationen Das US-amerikanische Unternehmen Polar Air Cargo Worldwide, Inc. (Polar Air) wird aufgrund vertraglicher Vereinbarungen, die Ende Oktober 2008 in Kraft traten, seit November 2008 voll konsolidiert. Zuvor war Polar Air Cargo als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen worden. Die entsprechende Kaufpreisallokation wurde im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 vorläufig veröffentlicht, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Informationen zur Durchführung der finalen Kaufpreisallokation vorlagen. Auf dieser Basis entstand ein vorläufiger Firmenwert in Höhe von 100 Mio €. Die finale Kaufpreisallokation wurde zum 30. September 2009 durchgeführt und führte zu keinen Anpassungen im Vergleich zu der bereits veröffentlichten, vorläufigen Kaufpreisallokation. scroll
Unwesentliche Unternehmenserwerbe Deutsche Post DHL tätigte im Geschäftsjahr 2009 Akquisitionen von Tochtergesellschaften, die jede für sich genommen und in Summe sich nicht wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ausgewirkt haben. scroll
scroll
Die unwesentlichen Unternehmenserwerbe des Geschäftsjahres 2009 trugen in Summe mit 26 Mio € zum Konzernumsatz bzw. –11 Mio € zum Konzern-EBIT bei. Wären die Gesellschaften alle zum 1. Januar 2009 erworben worden, hätten sich die Beträge nur unwesentlich verändert. scroll
scroll
Die unwesentlichen Unternehmenserwerbe des Geschäftsjahres 2008 trugen in Summe mit 208 Mio € zum Konzernumsatz bei. Die Gesellschaften hatten wesentliche Leistungsbeziehungen zum Konzern. Wären die Gesellschaften alle zum 1. Januar 2008 erworben worden, hätten sich die Beträge nur unwesentlich verändert. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2009 für den Erwerb von Tochtergesellschaften 58 Mio € (Vorjahr: 458 Mio €) aufgewandt. Die Kaufpreise der erworbenen Gesellschaften wurden durch die Übertragung von Zahlungsmitteln beglichen. Weitere Angaben zu den Zahlungsströmen finden sich unter Textziffer 49. Abgangs- und Entkonsolidierungseffekte Die folgende Tabelle zeigt die Abgangs- und Entkonsolidierungseffekte von vollkonsolidierten Gesellschaften. Im Berichtszeitraum wurden folgende Gesellschaften verkauft bzw. entkonsolidiert: Deutsche Postbank Gruppe, Deutschland; DHL Global Mail Services SAS, Frankreich; DHL Container Logistics UK Ltd., Großbritannien; 4C Associates Ltd., Großbritannien. scroll
1) Daten vor Entkonsolidierung Verkauf Deutsche-Postbank-Aktien: Am 25. Februar 2009 ist die vereinbarte Transaktion über den Verkauf von 50 Millionen Postbank-Aktien (1. Tranche) an die Deutsche Bank AG abgeschlossen worden. Die Deutsche Bank AG hatte für 50 Millionen eigene Aktien aus einer Kapitalerhöhung einen Anteil von 22,9 % an der Deutsche Postbank AG von Deutsche Post DHL erhalten. Bis Anfang Juli wurde das Aktienpaket an der Deutsche Bank AG am Markt veräußert. 25 Millionen Aktien waren mittels einer Forward und Call-Put Transaktion zu 100 % gesichert. Die aus dieser Transaktion zusätzlich generierten Erlöse, stehen der Deutsche Bank AG zu und wurden als Sicherheit bei dieser hinterlegt. Die Abrechnung der Derivate und damit die Freigabe der Sicherheiten, erfolgt bei Ausübung der Pflichtumtauschanleihe im Jahr 2012, siehe Textziffer 3. Die Veräußerung der Beteiligung an der Deutsche Postbank AG führte im Geschäftsjahr 2009 zu einem Ergebniseffekt in Höhe von 571 Mio €, der im Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen und im Finanzergebnis enthalten ist. Der Betrag von 444 Mio € entfiel auf den Entkonsolidierungserfolg. Die verbliebenen 39,5 % an der Deutsche Postbank AG werden als At-Equity-Beteiligung unter den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Angaben zu den weiteren Tranchen finden sich unter Textziffer 3. Gemeinschaftsunternehmen Die folgende Tabelle gibt Aufschluss über die Posten der Bilanz und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, die den wesentlichen einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen zuzurechnen sind: scroll
1) Quotierte Einzelabschlussdaten 2) Umsatzerlöse ohne Konzerninnenumsätze Bei den einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Express Couriers Ltd., Neuseeland, Express Couriers Australia Pty Ltd., Australien, sowie AeroLogic GmbH, Deutschland, und Bahwan Exel LLC, Oman. 3 Wesentliche Geschäftsvorfälle Neben den unter Textziffer 2 genannten Änderungen im Konsolidierungskreis ergaben sich für das Geschäftsjahr 2009 folgende wesentliche Geschäftsvorfälle, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns beeinflusst haben: Im Rahmen des Verkaufs von Deutsche-Postbank-Aktien, siehe Textziffer 2, wird ein weiterer Anteil von 27,4 % nach Ablauf von drei Jahren mit Fälligkeit einer Pflichtumtauschanleihe auf Postbank-Aktien an die Deutsche Bank AG übertragen (zweite Tranche). Die Pflichtumtauschanleihe wurde im Februar 2009 von der Deutsche Post AG ausgegeben und zu 100 % von der Deutsche Bank AG gezeichnet. Die Laufzeit beträgt 36 Monate. Erfüllt wird die Anleihe durch Hingabe von 60 Millionen Aktien der Deutsche Postbank AG. Die Pflichtumtauschanleihe ist in eine Vorauszahlung und ein Termingeschäft strukturiert und ist deshalb als vorausgezahlter Forward zu bilanzieren. Zum 31. Dezember 2009 ist eine langfristige Verbindlichkeit in Höhe von rund 2,6 Mrd € zuzüglich angefallener Zinsen aus der Aufzinsung in Höhe von 103 Mio € passiviert worden. Das eingebettete Termingeschäft ist zwingend aus dem Anwendungsbereich des IAS 39 ausgenommen und am Bilanzstichtag als schwebendes Geschäft zu behandeln. Die Bilanzierung des Termingeschäfts ändert sich zum 1. Januar 2010, siehe Textziffer 50. In einer dritten Tranche haben die Deutsche Post AG und die Deutsche Bank AG Optionen zum Verkauf bzw. Kauf weiterer 12,1 % der Postbank-Aktien vereinbart. Die Derivate können frühestens im Februar 2012 ausgeübt werden. Die Optionen werden in Höhe von 669 Mio € unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten sowie mit 22 Mio € unter den langfristigen Finanzschulden ausgewiesen. Das Finanzergebnis enthält Erträge in Höhe von 647 Mio €, die die Marktwertentwicklung der Optionen abbilden. Aufgrund des Kursanstiegs der Postbank-Aktie zwischen der erstmaligen Erfassung der Optionen und dem Abschlussstichtag reduzierte sich der Ansatz der Optionen um 297 Mio €. Die Deutsche Bank AG hat auf den Kaufpreis für die verbliebenen 12,1 % der Postbank-Aktien eine Sicherheit in Höhe von rund 1,2 Mrd € geleistet, die neben den Zinsen in den langfristigen Finanzschulden ausgewiesen wird. Der Deutsche Post AG sind aus dem Verkauf des Postbank-Anteils rund 5 Mrd € zugeflossen. Am 1. September 2009 sind die Insolvenzverfahren für die Karstadt Warenhaus GmbH und die Quelle GmbH eröffnet worden. Die Quelle GmbH ist per Beschluss der Gläubigerversammlung am 11. November 2009 zwischenzeitlich liquidiert worden. Die Deutsche Post hatte im Jahr 2005 den Logistikbereich des damals noch unter KarstadtQuelle firmierenden Handelskonzerns einschließlich der Läger übernommen und einen Zehnjahresvertrag über die weitere Zusammenarbeit abgeschlossen. Trotz des Insolvenzverfahrens hatte Deutsche Post DHL alle Leistungen für Karstadt und Quelle fortgesetzt. Ein geänderter Kundenrahmenvertrag wird jedoch die Umsatz- und Ergebnisplanungen für 2010 und darüber hinaus reduzieren. Die Auswirkung der Insolvenz führte im Geschäftsjahr zu einer Ergebnisbelastung in Höhe von 247 Mio €. Seit Anfang Februar 2009 hat sich Deutsche Post DHL aus dem nationalen US-Expressgeschäft zurückgezogen. Die internationalen Produkte werden weiterhin uneingeschränkt angeboten. Im Geschäftsjahr 2009 fielen für die Restrukturierungsmaßnahmen Aufwendungen in Höhe von 495 Mio € (Vorjahr: 2.117 Mio €) an. 4 Neuerungen in der internationalen Rechnungslegung nach IFRS Folgende Standards, Änderungen zu Standards und Interpretationen sind verpflichtend am bzw. nach dem 1. Januar 2009 anzuwenden: scroll
IFRS 8 „Operating Segments“, der den bisherigen IAS 14 „Segment Reporting“ ersetzt, enthält neue Vorschriften für die Darstellung der Segmentberichterstattung. Nach IFRS 8 ist die Segmentberichterstattung nach dem sogenannten „Management Approach“ aufzustellen. Danach liegen der Abgrenzung der Segmente und den Angaben für die Segmente die Informationen zugrunde, die vom Management für Zwecke der Ressourcenallokation und Leistungsbeurteilung der Unternehmensbestandteile intern verwendet werden. Zu den Auswirkungen von IFRS 8, siehe Textziffer 10. IFRIC 14 „IAS 19 – Die Obergrenze von Vermögenswerten bei leistungsorientierten Plänen, Mindestfinanzierungsanforderungen und ihre Wechselwirkung“ ergänzt die bestehenden Regelungen des IAS 19 zum sogenannten Asset Ceiling (IAS 19.58 ff.). Zusätzlich wird hiermit die Anwendung des Asset Ceiling bei gesetzlichen oder vertraglichen Mindestdotierungsanforderungen (sogenannte Minimum Funding Requirements) geregelt. Die bisherige Bilanzierungspraxis entsprach schon den Vorschriften dieser Interpretation, sodass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben haben. Die überarbeitete Fassung des IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ soll den Anwendern die Analyse und den Vergleich von Abschlüssen erleichtern. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen geänderte Bezeichnungen für Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung, die Einführung eines Rechenwerks für bestimmte Veränderungen im Eigenkapital (Gesamtergebnisrechnung) und die Verpflichtung zur Offenlegung einer Eröffnungsbilanz für die erste von einer rückwirkenden Bilanzierungsänderung betroffene dargestellte Periode. Die Änderungen werden entsprechend angewendet. Der IASB hat am 5. März 2009 Änderungen an IFRS 7 „Verbesserte Angaben zu Finanzinstrumenten“ veröffentlicht. Die Änderungen sehen erweiterte Angaben zur Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert und zu den Liquiditätsrisiken vor. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Bei der erstmaligen Anwendung sind bezüglich der zusätzlichen Angabepflichten allerdings keine Vorjahresvergleichsangaben erforderlich. Neue Rechnungslegungsvorschriften, die durch die EU anerkannt wurden, deren verpflichtende Anwendung in der Zukunft liegt Folgende Standards, Änderungen zu Standards und Interpretationen sind bereits durch die Europäische Union anerkannt worden. Eine verpflichtende Anwendung ist jedoch erst für die Zukunft vorgesehen. scroll
IFRIC 16 „Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb“ stellt klar, dass das Fremdwährungsrisiko zwischen der funktionalen Währung des ausländischen Geschäftsbetriebs und der funktionalen Währung eines übergeordneten Unternehmens Gegenstand einer Sicherungsbeziehung sein kann. Die Sicherungsinstrumente können von jedem Unternehmen des Konzerns gehalten werden. Fremdwährungsdifferenzen aus der Bewertung des Sicherungsinstruments sind gemäß IAS 39 im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital zu erfassen. Den Zeitpunkt der Umgliederung vom sonstigen Ergebnis in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung regelt IAS 21. Die Anwendung der Interpretation erfolgt prospektiv. IFRIC 16 wird keine Auswirkung auf den Konzernabschluss haben, da die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb bereits im Sinne dieser Interpretation erfolgt. Die überarbeiteten Fassungen des IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ und des IAS 27 „Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS“ beinhalten folgende Änderungen: Bei der Bilanzierung von Erwerben von weniger als 100 % der Anteile eines Unternehmens wird ein Wahlrecht eingeführt. Danach kann die Bewertung von Minderheitsanteilen entweder zum beizulegenden Zeitwert (Full-Goodwill-Methode) oder zum beizulegenden Zeitwert des anteiligen identifizierbaren Nettovermögens erfolgen. Weiterhin sind Erwerbe bzw. teilweise Veräußerungen von Anteilen ohne Kontrollverlust als Transaktionen zwischen Anteilseignern erfolgsneutral abzubilden. Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs sind in voller Höhe als Aufwand zu erfassen. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden auf Unternehmenszusammenschlüsse in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Unternehmenszusammenschlüsse ab dem Geschäftsjahr 2010 werden gemäß den Änderungen der beiden Standards behandelt, woraus sich entsprechende Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Im Juli 2008 wurden Änderungen des IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ bezüglich zulässiger Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen veröffentlicht. Dabei sollen Leitlinien zur Anwendung für die Designation von Sicherungsinstrumenten zur Verfügung gestellt werden, da insbesondere bei der Behandlung eines einseitigen Risikos sowie bei der Berücksichtigung von Inflation innerhalb eines Sicherungsgeschäfts Uneinheitlichkeiten in der Praxis auftreten. Die Änderungen sind retrospektiv für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen, anzuwenden. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft. Der IASB hat am 8. Oktober 2009 Änderungen des IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ bezüglich der Klassifizierung von Bezugsrechten (Classification of Rights Issues) veröffentlicht. IAS 32 wird dahingehend ergänzt, dass Bezugsrechte, Optionen und Optionsscheine auf eine feste Anzahl eigener Anteile gegen einen festen Betrag in einer beliebigen Währung als Eigenkapitalinstrumente auszuweisen sind, solange diese anteilig allen bestehenden Anteilseignern derselben Klasse gewährt werden. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft. Neue Rechnungslegungsvorschriften, bei denen die Anerkennung durch die EU noch aussteht (Endorsement-Verfahren) Der IASB und das IFRIC haben im Geschäftsjahr 2009 weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2009 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Die Anwendung dieser IFRS setzt voraus, dass die noch ausstehende Anerkennung durch die EU erfolgt. scroll
Der IASB hat am 16. April 2009 erneut einen Sammelstandard zur Vornahme kleinerer Änderungen an den IFRS, die sogenannten „Improvements to IFRS“ veröffentlicht. Der Standard enthält verschiedene Änderungssachverhalte, die zwölf bestehende IFRS betreffen. Die Mehrzahl der Änderungen ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen, anzuwenden. Ein Teil der Änderungen ist allerdings bereits für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen, anzuwenden. Mit dem zum 1. Januar 2010 in Kraft getretenen überarbeiteten IAS 39 wird der bisher aufgrund IAS 39.2 (g) in der Pflichtumtauschanleihe, siehe Textziffer 3, nicht bilanzierte Terminverkauf (Forward) für 27,4 % der Postbank-Aktien zum Marktwert (1.453 Mio €) erfolgswirksam erfasst werden. Die bereits in den vergangenen Monaten abgebildeten Volatilitäten im Finanzergebnis von Deutsche Post DHL können durch die Änderung des IAS 39 zunehmen. Die Auswirkungen der sonstigen Überarbeitungen werden zurzeit geprüft. Der IASB hat am 18. Juni 2009 Änderungen des IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütungen“ veröffentlicht, die die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich im Konzern klarstellen. Die Änderungen sehen nunmehr grundlegende Prinzipien vor, die zu einer Änderung des Anwendungsbereichs sowie zu einer Anpassung einiger Definitionen des IFRS 2 geführt haben. Die Änderungen sind retrospektiv erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am 1. Januar 2010 oder danach beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft. Am 4. November 2009 veröffentlichte der IASB den überarbeiteten Standard IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“. Die Änderungen beinhalten im Wesentlichen eine Anpassung der Definition von nahestehenden Unternehmen und Personen (related party) und die Einführung einer Erleichterungsvorschrift bezüglich der Angabepflichten für Unternehmen, die unter der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder dem maßgeblichen Einfluss der öffentlichen Hand stehen (sogenannte government-related entities). Weiterhin wird klargestellt, dass auch schwebende Geschäfte (executory contracts) unter die berichtspflichtigen Geschäftsvorfälle fallen. Die überarbeitete Fassung des IAS 24 soll erstmals verpflichtend auf Geschäftsjahre anzuwenden sein, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Eine frühere Anwendung wird zulässig sein, wobei die Möglichkeit bestehen soll, allein die neue Befreiungsvorschrift für regierungsverbundene Unternehmen vorzeitig anzuwenden. Die Änderung wird zu erweiterten Angabepflichten führen. Der IASB hat am 12. November 2009 IFRS 9 „Finanzinstrumente“ zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten herausgegeben. Die Veröffentlichung stellt den Abschluss des ersten Teils eines dreiphasigen Projekts dar, mit dem IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ durch einen neuen Standard ersetzt wird. Mit IFRS 9 werden neue Vorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten eingeführt. Die Vorschriften sind erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Der IASB beabsichtigt, IFRS 9 im Jahr 2010 auszuweiten, um neue Vorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Schulden, die Ausbuchung von Finanzinstrumenten, Wertminderung und Sicherungsbilanzierung aufzunehmen. Bis Ende 2010 soll IFRS 9 vollständig IAS 39 ersetzen. Die Entwicklungen bei der Europäischen Kommission sind abzuwarten und die entsprechenden Auswirkungen auf den Konzern werden geprüft. IFRIC 19 „Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten“ wurde am 26. November 2009 veröffentlicht. Diese Interpretation stellt klar, wie zu verfahren ist, wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu aushandelt und der Gläubiger dabei Aktien oder andere Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens als Tilgung akzeptiert. Die Regelung ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden derzeit geprüft. 5 Anpassungen von Vorjahreszahlen Bilanz Mit der Überarbeitung des Kontenplans wurde die Transparenz der Bilanz hinsichtlich der finanziellen Vermögenswerte und Schulden verbessert. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Weitere Informationen finden sich unter den entsprechenden Textziffern. scroll
scroll
Gewinn-und-Verlust-Rechnung Seit dem Geschäftsjahr 2009 werden die erwarteten Erträge aus Planvermögen zusammen mit dem in den Pensionsaufwendungen enthaltenen Zinsanteil im Finanzergebnis ausgewiesen. Die angepasste Darstellung entspricht der allgemein gebräuchlichen Vorgehensweise und erhöht somit die Vergleichbarkeit des Abschlusses. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Weiterhin werden zur Erhöhung der Transparenz seit Januar 2009 die Einflüsse aus den Währungsumrechnungsdifferenzen und die dazugehörigen Kurssicherungseffekte im Finanzergebnis gesondert gezeigt. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. scroll
6 Währungsumrechnung Die in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währungen in Euro umgerechnet. Die funktionale Währung ausländischer Gesellschaften wird durch das primäre Wirtschaftsumfeld bestimmt, in dem sie hauptsächlich Zahlungsmittel erwirtschaften und verwenden. Innerhalb des Konzerns entspricht die funktionale Währung im Wesentlichen der lokalen Währung. Entsprechend werden im Konzernabschluss die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen, die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den monatlichen Stichtagskursen umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Im Geschäftsjahr 2009 wurden 182 Mio € (Vorjahr: –500 Mio €) im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ausgewiesen. Siehe hierzu die Gesamtergebnis- und Eigenkapitalveränderungsrechnung. Durch Unternehmenszusammenschlüsse nach dem 1. Januar 2005 entstandene Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswerte des erworbenen Unternehmens behandelt und entsprechend in der funktionalen Währung des erworbenen Unternehmens geführt. Die Kurse der für den Konzern wesentlichen Währungen stellen sich wie folgt dar: scroll
Bei konsolidierten Unternehmen, die ihre Geschäfte in hochinflationären Volkswirtschaften betreiben, werden die bilanziellen Wertansätze der nicht monetären Vermögenswerte grundsätzlich gemäß IAS 29 indexiert und spiegeln damit die aktuelle Kaufkraft am Bilanzstichtag wider. In den in lokaler Währung aufgestellten Abschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Forderungen und Verbindlichkeiten gemäß IAS 21 zum Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen erfasst. Im Geschäftsjahr 2009 ergaben sich in Höhe von 161 Mio € Erträge (Vorjahr: 269 Mio €) und 163 Mio € Aufwendungen (Vorjahr: 269 Mio €) aus Währungsumrechnungsdifferenzen. Abweichend davon werden Währungsumrechnungsdifferenzen, die auf Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb beruhen, im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. 7 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt mit Ausnahme bestimmter Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten ausgewiesen werden, auf Basis der historischen Kosten. Ertrags- und Aufwandsrealisierung Die gewöhnliche Geschäftstätigkeit von Deutsche Post DHL liegt in der Erbringung von logistischen Dienstleistungen. Jegliche Erträge, die im Zusammenhang mit der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stehen, werden als Umsatzerlöse in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung dargestellt. Alle anderen Erträge werden als sonstige betriebliche Erträge gezeigt. Der Ansatz von Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt grundsätzlich dann, wenn die Leistung erbracht, die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern wahrscheinlich zufließen wird. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam. Immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Unter den immateriellen Vermögenswerten werden originäre und erworbene immaterielle Vermögenswerte und erworbene Firmenwerte ausgewiesen. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Herstellungskosten aktiviert, wenn durch die Herstellung der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist und Kosten zuverlässig ermittelt werden können. Im Konzern betrifft dies selbst entwickelte Software. Sind die Aktivierungskriterien nicht erfüllt, werden die Aufwendungen im Jahr der Entstehung sofort ergebniswirksam erfasst. Die Herstellungskosten der selbst entwickelten Software enthalten neben den Einzelkosten angemessene Anteile der zurechenbaren Fertigungsgemeinkosten. Gegebenenfalls anfallende Fremdkapitalkosten sind bei qualifizierten Vermögenswerten Bestandteil der Herstellungskosten. Die im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung von immateriellen Vermögenswerten anfallenden Umsatzsteuern gehen insoweit in die Anschaffungs- und Herstellungskosten ein, wie sie nicht als Vorsteuer in Abzug gebracht werden können. Aktivierte Software wird entsprechend ihrer Nutzungsdauer linear über zwei bis fünf Jahre abgeschrieben. Die immateriellen Vermögenswerte werden ihrer Nutzungsdauer entsprechend linear abgeschrieben. Lizenzen werden entsprechend ihrer Vertragslaufzeit abgeschrieben. Bilanzierte Kundenbeziehungen werden linear über einen Zeitraum von 5 bis 18 Jahren abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen/Wertminderungen folgen den unter Punkt „Wertminderungen“ beschriebenen Grundsätzen. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer (z. B. Markennamen) werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung auf Wertminderungsbedarf geprüft. Der Werthaltigkeitstest unterliegt den Grundsätzen, die unter dem Punkt „Wertminderungen“ beschrieben werden. Sachanlagen Die Bilanzierung von Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die kumulierten Abschreibungen und Wertberichtigungen. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Anteile der zurechenbaren Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung zugeordnet werden können, werden aktiviert. Die im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Sachanlagegegenstände anfallenden Umsatzsteuern gehen insoweit in die Anschaffungs- und Herstellungskosten ein, wie sie nicht als Vorsteuer in Abzug gebracht werden können. Die planmäßige Abschreibung erfolgt grundsätzlich nach der linearen Methode. Dabei werden folgende Nutzungsdauern im Konzern zugrunde gelegt. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, siehe Punkt „Wertminderungen“. scroll
Wertminderungen Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen sowie als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien daraufhin geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Liegen solche Hinweise vor, ist ein Werthaltigkeitstest durchzuführen. Hierbei wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt und dem entsprechenden Buchwert gegenübergestellt. Nach IAS 36 entspricht der erzielbare Betrag dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert. Maßgeblich ist der höhere Wert. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert der erwarteten Free Cashflows vor Steuern. Als Diskontierungszinssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz vor Steuern verwendet. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die Cash Generating Unit (CGU) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann und die unabhängige Cashflows generiert. Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertminderung des Vermögenswertes. Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der CGU, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrags. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertminderung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertminderungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig. Seit Januar 2005 werden Firmenwerte gemäß IFRS 3 nach dem sogenannten „Impairment-only Approach“ bilanziert. Dieser legt fest, dass ein Firmenwert im Rahmen der Folgebewertung grundsätzlich zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. kumulierter Korrekturen aus außerplanmäßigen Wertminderungen zu bewerten ist. Damit darf ein erworbener Firmenwert nicht mehr planmäßig abgeschrieben werden, sondern muss, ebenso wie immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, unabhängig vom Vorliegen von Indikatoren für eine mögliche Wertminderung jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung nach IAS 36 unterzogen werden. Daneben bleibt die Verpflichtung zu einer Werthaltigkeitsprüfung bei Vorliegen von Anzeichen für eine Wertminderung bestehen. Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den CGU bzw. Gruppen von CGU zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene dar, auf der das Management den Firmenwert für interne Steuerungszwecke kontrolliert. Der Buchwert einer CGU, die einen Firmenwert enthält, wird jährlich auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit CGU, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertminderungsbedarf den Buchwert des Firmenwerts, wird die Differenz auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der CGU verteilt. Finance Lease Ein Leasingverhältnis ist eine Vereinbarung, in der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht an der Nutzung eines Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum überträgt. Das wirtschaftliche Eigentum an Leasinggegenständen wird gemäß IAS 17 dann dem Leasingnehmer zugerechnet, wenn dieser die wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand trägt. Sofern das wirtschaftliche Eigentum dem Konzern zuzurechnen ist, erfolgt die Aktivierung zum Zeitpunkt des Nutzungsbeginns entweder zum beizulegenden Zeitwert oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser den Zeitwert unterschreitet. In gleicher Höhe wird eine Leasingverbindlichkeit unter den langfristigen Verbindlichkeiten passiviert. Die Folgebewertung erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern entsprechen denen vergleichbarer erworbener Vermögenswerte. Operating Lease Als Leasinggeber bei einem Operating Lease weist der Konzern das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus. Die in der Periode vereinnahmten Leasingraten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt. Als Leasingnehmer werden die geleisteten Leasingraten als Mietaufwendungen im Materialaufwand ausgewiesen. Die Erfassung der Mietaufwendungen und Mieterträge erfolgt auf linearer Basis. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden gemäß IAS 28 (Accounting for Investments in Associates) nach der Equity-Methode bewertet. Ausgehend von den Anschaffungskosten zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile wird der jeweilige Beteiligungsbuchwert jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden und sonstige Veränderungen im Eigenkapital der assoziierten Gesellschaften erhöht bzw. vermindert, soweit diese auf die Anteile der Deutsche Post AG bzw. auf deren einbezogene Tochterunternehmen entfallen. Die Behandlung der in den Beteiligungsbuchwerten enthaltenen Firmenwerte erfolgt gemäß IFRS 3. Nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet. Finanzinstrumente Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Zu den finanziellen Vermögenswerten zählen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, ausgereichte Kredite und Forderungen und zu Handelszwecken gehaltene derivative finanzielle Vermögenswerte. Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen eine vertragliche Verpflichtung, Zahlungsmittel oder einen anderen finanziellen Vermögenswert an ein anderes Unternehmen abzugeben. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Anleihen und Finanzierungsleasing sowie derivative Finanzverbindlichkeiten. Wahlrecht der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert Der Konzern hat die Fair Value Option erstmals für das Geschäftsjahr 2006 angewendet. Danach können finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wenn dies Inkongruenzen bei der Bewertung oder beim Ansatz (Accounting Mismatch) beseitigt oder erheblich verringert. Von dem Wahlrecht macht der Konzern zur Vermeidung von Accounting Mismatches Gebrauch. Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte werden nach den Regelungen des IAS 39 bilanziert, dabei werden vier Kategorien für Finanzinstrumente unterschieden. Kategorie „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ Diese Finanzinstrumente sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte und werden, soweit verlässlich bestimmbar, mit ihrem Zeitwert angesetzt. Ist ein Zeitwert nicht ermittelbar, erfolgt der Ansatz zu Anschaffungskosten. Wertschwankungen zwischen den Bilanzstichtagen werden grundsätzlich erfolgsneutral in das sonstige Ergebnis (Neubewertungsrücklage) eingestellt. Die Auflösung der Rücklage erfolgt entweder mit der Veräußerung oder bei nachhaltigem Absinken des Zeitwerts unter die Anschaffungskosten erfolgswirksam. Ergibt sich zu einem späteren Bilanzstichtag die Tatsache, dass der beizulegende Wert eines Schuldinstruments infolge von Ereignissen, die nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertminderung eingetreten sind, objektiv gestiegen ist, sind die Wertminderungen in entsprechender Höhe zurückzunehmen. Wertminderungen von Eigenkapitalinstrumenten dürfen nicht erfolgswirksam rückgängig gemacht werden. Werden die Eigenkapitalinstrumente zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, darf eine Wertaufholung nur erfolgsneutral erfolgen. Für Eigenkapitalinstrumente, die zu Anschaffungskosten bilanziert sind, ist eine Wertaufholung ausgeschlossen. „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ sind den langfristigen Vermögenswerten zuzuordnen, sofern nicht die Absicht besteht, sie innerhalb von zwölf Monaten nach Bilanzstichtag zu veräußern. In dieser Kategorie werden insbesondere Anteile an nicht einbezogenen verbundenen Unternehmen, Wertpapiere und sonstige Beteiligungen ausgewiesen. Kategorie „Bis zur Endfälligkeit zu haltende Vermögenswerte“ Finanzinvestitionen sind dieser Kategorie zuzurechnen, wenn die Absicht besteht, das Instrument bis zur Endfälligkeit zu halten, und die wirtschaftlichen Voraussetzungen darauf schließen lassen. Diese Instrumente sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Kategorie „Ausleihungen und Forderungen“ Es handelt sich um nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden, sofern sie nicht zu Handelszwecken gehalten werden, am Bilanzstichtag zu Anschaffungskosten bzw. zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die Buchwerte der Geldmarktforderungen entsprechen aufgrund ihrer kurzen Laufzeit annähernd den Zeitwerten. „Ausleihungen und Forderungen“ zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, soweit deren Fälligkeit nicht zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag übersteigt, ansonsten werden sie als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Bestehen an der Einbringbarkeit von Forderungen Zweifel, werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich angemessener Einzelwertberichtigungen oder pauschalierter Einzelwertberichtigung angesetzt. Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht vollständig einbringlich sind. Die Wertminderung wird über ein Wertberichtigungskonto und erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte“ Alle zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumente sowie Derivate, die nicht im Hedge Accounting stehen, sind dieser Kategorie zuzuordnen. Sie werden grundsätzlich zum Marktwert (Fair Value) bewertet. Sämtliche Marktwertänderungen werden ergebniswirksam erfasst. Die Bilanzierung aller Finanzinstrumente dieser Kategorie erfolgt zum Handelstag. Vermögenswerte dieser Kategorie werden als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen, wenn sie entweder zu Handelszwecken gehalten oder voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert werden. Um Ergebnisschwankungen aus Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten zu vermeiden, wird – soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll – Hedge Accounting angewandt. Gewinne und Verluste aus Grundgeschäft und Derivat werden zeitgleich im Ergebnis erfasst. Nach Art des Grundgeschäfts und des zu sichernden Risikos werden im Konzern Fair Value und Cashflow Hedges designiert. Zu jedem Abschlussstichtag sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Wert zu bewerten sind, auf ihre Werthaltigkeit untersucht. Ein Wertminderungsaufwand ergibt sich im Vergleich zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert. Liegt ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung vor, ist ein Wertminderungsaufwand erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Aufwand bzw. im Finanzergebnis zu erfassen. Wertminderungen sind zurückzunehmen, soweit sich nach dem Bilanzstichtag objektive Sachverhalte ergeben, die für eine Wertaufholung sprechen. Die Zuschreibung kann nur bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten, die sich ergeben hätten, wenn die Wertminderung nicht erfasst worden wäre, vorgenommen werden. Im Konzern werden Wertminderungen vorgenommen, wenn der Schuldner erhebliche finanzielle Schwierigkeiten hat, gegen ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, wenn sich das technologische, ökonomische, rechtliche Umfeld sowie das Marktumfeld des Emittenten wesentlich verändert oder der Fair Value eines Finanzinstruments andauernd unter die fortgeführten Anschaffungskosten sinkt. Ein Fair Value Hedge sichert den beizulegenden Zeitwert von bilanzierten Vermögenswerten und Schulden. Die Änderung des Zeitwerts der Derivate sowie die Marktwertänderung des Grundgeschäfts, die auf dem abgesicherten Risiko basiert, werden zeitgleich ergebniswirksam erfasst. Ein Cashflow Hedge sichert die Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus bilanzierten Vermögenswerten und Schulden (im Fall von Zinsrisiken), geplante und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende künftige Transaktionen und festkontrahierte, bilanzunwirksame Verpflichtungen, aus denen ein Währungsrisiko resultiert. Der effektive Teil eines Cashflow Hedge ist in der Hedge-Rücklage im Eigenkapital zu erfassen. Ineffektivitäten aus der Wertänderung des Sicherungsinstruments sind erfolgswirksam zu buchen. Die mit den Sicherungsmaßnahmen verbundenen Gewinne und Verluste bleiben zunächst im Eigenkapital stehen und sind später in der Periode erfolgswirksam zu erfassen, in der der finanzielle Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit das Periodenergebnis beeinflusst. Resultiert eine Absicherung einer festkontrahierten Transaktion später im Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswertes, sind die im Eigenkapital erfassten Gewinne und Verluste dem Vermögenswert bei Zugang zuzurechnen (Basis Adjustment). Absicherungen von Nettoinvestitionen (Net Investment Hedges) in ausländische Gesellschaften werden wie Cashflow Hedges behandelt. Der Gewinn oder Verlust aus dem effektiven Teil des Sicherungsgeschäftes wird im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst; der Gewinn oder Verlust des ineffektiven Teils ist unmittelbar in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassen. Die erfolgsneutral erfassten Gewinne oder Verluste verbleiben bis zum Abgang oder Teilabgang der Nettoinvestition im Eigenkapital. Ausführliche Angaben zu den Sicherungsgeschäften finden sich unter Textziffer 50.2. Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten im Rahmen von marktüblichen Käufen und Verkäufen erfolgt zum Erfüllungstag, ausgenommen hiervon sind Held-for-Trading-Instrumente, insbesondere Derivate. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die Rechte auf den Erhalt der Cashflows aus dem Vermögenswert ausgelaufen sind. Bei Übertragung eines finanziellen Vermögenswertes wird nach den Abgangsregelungen nach IAS 39 überprüft, ob eine Ausbuchung erfolgt. Mit dem Abgang entsteht ein Veräußerungsgewinn /-verlust. Die in den Vorperioden erfolgsneutral erfassten Wertänderungen sind zum Veräußerungszeitpunkt zwingend aufzulösen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die Zahlungsverpflichtungen daraus ausgelaufen sind. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Properties) sind gemäß IAS 40 solche Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zur Wertsteigerung gehalten werden und nicht zur Erbringung von Dienstleistungen oder für Verwaltungszwecke bzw. zum Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens genutzt werden. Die Bewertung erfolgt nach dem Anschaffungskostenprinzip. Die abnutzbaren Investment Properties werden über eine Laufzeit von 5 bis 50 Jahren linear abgeschrieben. Der beizulegende Zeitwert wird anhand von Gutachten ermittelt. Die außerplanmäßigen Abschreibungen/Wertminderungen folgen den unter dem Punkt „Wertminderungen“ beschriebenen Grundsätzen. Vorräte Vorräte sind diejenigen Vermögenswerte, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden, die sich in der Herstellung befinden oder die im Zuge der Herstellung von Produkten bzw. der Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden. Sie sind mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Wertberichtigungen werden für veraltete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit vorgenommen. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 zu ihrem beizulegenden Zeitwert nur dann erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Die Zuwendungen werden erfolgswirksam behandelt und grundsätzlich in den Perioden verrechnet, in denen die Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, anfallen. Erfolgen die Zuwendungen für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögenswerten, werden die Zuwendungen passivisch abgegrenzt und über die Nutzungsdauer der Vermögenswerte als Ertrag erfasst. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten Bei den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten handelt es sich um Vermögenswerte, die in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung sehr wahrscheinlich ist. Die Veräußerung muss erwartungsgemäß innerhalb von einem Jahr ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung als abgeschlossener Verkauf in Betracht kommen. Dabei kann es sich um einzelne langfristige Vermögenswerte, um Gruppen von Vermögenswerten (Veräußerungsgruppen) oder um Unternehmensbestandteile (aufgegebene Geschäftsbereiche) handeln. Verbindlichkeiten, die zusammen mit Vermögenswerten in einer Transaktion abgegeben werden sollen, sind Bestandteil einer Veräußerungsgruppe oder eines aufgegebenen Geschäftsbereiches und werden als „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ ebenfalls gesondert ausgewiesen. Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, sofern dieser niedriger ist als der Buchwert. Ergebnisse aus der Bewertung einzelner zur Veräußerung stehender Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden bis zur endgültigen Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Gewinne und Verluste aus der Bewertung von zur Veräußerung bestimmten Geschäftsbereichen mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten werden als Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen ausgewiesen. Dies gilt auch für Ergebnisse aus der Geschäftstätigkeit bzw. aus der Veräußerung dieser Unternehmensbereiche. Flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente Flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen, andere kurzfristige liquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten und sind zum Nennwert angesetzt. Ausgenutzte Kontokorrentkredite werden in der Bilanz als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gezeigt. Aktienbasierte Vergütung Die Bewertung der Aktienoptionspläne für Führungskräfte sowie des neuen Bonusprogramms für Führungskräfte erfolgt gemäß IFRS 2 anhand finanzmathematischer Methoden auf der Grundlage von Optionspreismodellen. Ziel ist dabei die Ermittlung eines Fair Value der Optionen. Hierzu wird ein stochastisches Simulationsmodell (Monte-Carlo-Simulation) eingesetzt, das von einer logarithmischen Normalverteilung der Renditen von Deutsche-Post-Aktien und Dow Jones Euro STOXX Total Return Index ausgeht. Die Optionen werden am Tag der Gewährung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der ermittelte Fair Value der voraussichtlich ausübbaren Optionen wird als Personalaufwand erfolgswirksam über den Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit der Optionen verteilt. Die Bewertung der ausgegebenen Stock Appreciation Rights (SAR) für Vorstand und Führungskräfte erfolgt gemäß IFRS 2 auf Basis eines analogen finanzmathematischen Optionspreismodells. Die SAR werden zu jedem Berichtsstichtag und am Erfüllungstag bewertet. Der ermittelte Wert der voraussichtlich unverfallbar werdenden SAR wird als Personalaufwand entsprechend der im Erdienungszeitraum (Sperrfrist) erbrachten Gegenleistung zeitratierlich erfolgswirksam erfasst. In gleichem Umfang werden Rückstellungen gebildet. Pensionsverpflichtungen In vielen Ländern unterhält der Konzern leistungsorientierte Altersversorgungssysteme (Defined Benefit Pension Plans) auf der Grundlage der ruhegehaltsfähigen Vergütung der Mitarbeiter und ihrer Dienstzeiten. Diese Versorgungssysteme werden über externe Planvermögen sowie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen finanziert. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) für leistungsorientierte Altersversorgungspläne. Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste werden gemäß IAS 19.92 nur insoweit erfasst, wie sie 10 % des Maximums von Verpflichtungsumfang und Planvermögen übersteigen. Der übersteigende Betrag wird über die erwartete Restdienstzeit der Aktiven verteilt und ergebniswirksam erfasst. Die in den Pensionsaufwendungen enthaltenen Bestandteile Zinsaufwand und erwartete Erträge aus Planvermögen werden seit Januar 2009 im Finanzergebnis gezeigt, die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Der Konzern unterhält außerdem eine Reihe von beitragsorientierten Altersversorgungssystemen (Defined Contribution Pension Plans). Die Beiträge zu diesen Pensionsplänen werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst. Im Jahr 2009 wurden hierfür Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 189 Mio € (Vorjahr angepasst: 152 Mio €, ohne Deutsche Postbank Gruppe) entrichtet. Altersversorgungssysteme für Beamte in Deutschland Neben den staatlichen Versorgungssystemen der gesetzlichen Rentenversicherungsträger, deren Beiträge für die Arbeiter und Angestellten in Form von Lohnnebenkosten abgeführt werden, leistet die Deutsche Post AG für Beamte aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Beiträge an beitragsorientierte Altersversorgungssysteme. Für ihre aktiven und früheren beamteten Mitarbeiter unterhielt die Deutsche Post AG bis zum Jahr 2000 eine unternehmenseigene Unterstützungskasse. Diese wurde mit der Unterstützungskasse der Deutsche Telekom AG und der Deutsche Postbank AG zu der gemeinsamen Versorgungskasse Bundes-Pensions-Service für Post und Telekommunikation e.V. (BPS-PT) verschmolzen. Nach den Vorschriften des Gesetzes zur Neuordnung des Postwesens und der Telekommunikation (PTNeuOG) erbringt die Deutsche Post AG über eine Unterstützungskasse Versorgungs- und Beihilfeleistungen an im Ruhestand befindliche Mitarbeiter und deren Hinterbliebene, denen aus einem Beamtenverhältnis Versorgungsleistungen zustehen. Die Höhe der Zahlungsverpflichtungen der Deutsche Post AG ist in § 16 Postpersonalrechtsgesetz geregelt. Die Deutsche Post AG ist gesetzlich verpflichtet, seit dem Jahr 2000 einen jährlichen Beitrag in Höhe von 33 % der ruhegehaltsfähigen Bruttobezüge der aktiven und der fiktiven ruhegehaltsfähigen Bruttobezüge der beurlaubten Beamten an die Unterstützungskassen zu zahlen. Im Berichtsjahr zahlte die Deutsche Post AG Beiträge in Höhe von 559 Mio € (Vorjahr: 557 Mio €) an den Bundes-Pensions-Service für Post und Telekommunikation e.V. Nach dem PTNeuOG gleicht der Bund Unterschiedsbeträge zwischen laufenden Zahlungsverpflichtungen der Unterstützungskasse einerseits und laufenden Zuwendungen der Deutsche Post AG oder den Vermögenserträgen andererseits auf geeignete Weise aus und gewährleistet, dass die Unterstützungskasse jederzeit in der Lage ist, die gegenüber ihren Trägerunternehmen übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Soweit der Bund danach Zahlungen an die Unterstützungskasse erbringt, kann er von der Deutsche Post AG keine Erstattung verlangen. Altersversorgungssysteme für Arbeiter und Angestellte Die Versorgungsverpflichtungen für Arbeiter und Angestellte des Konzerns entfallen überwiegend auf Rentenverpflichtungen in Deutschland sowie signifikante kapitalgedeckte Verpflichtungen in Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz und den USA. Es bestehen verschiedene Zusagen für einzelne Mitarbeitergruppen. Die Zusagen sind in der Regel abhängig von der Dienstzeit sowie endgehaltsabhängig (z. B. UK), beitragsorientiert (z. B. Schweiz) oder in Form eines Festbetragssystems (z. B. Deutschland). Die Verpflichtungen für die leistungsorientierten Altersversorgungssysteme sind unter Anwendung des IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet worden. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen nach versicherungsmathematischen Methoden und unter Verwendung versicherungsmathematischer bzw. ökonomischer Annahmen ermittelt. Die zu erwartenden Versorgungsleistungen werden unter Berücksichtigung der dynamischen Einflussfaktoren über die gesamte Beschäftigungszeit der Mitarbeiter aufgebaut. Der Großteil der leistungsorientierten Altersversorgungsverpflichtungen in Deutschland bezieht sich auf die Deutsche Post AG. Die Deutsche Post AG hat zum 30. Dezember 2009 einen Pensionsfonds gegründet. Auf diesen wurden Verpflichtungen der Deutsche Post AG zusammen mit Vermögenswerten in Höhe von 650 Mio € übertragen. Durch diese Maßnahme hat sich weder die Höhe der Gesamtverpflichtungen noch der Finanzierungsstand der Deutsche Post AG verändert. In den USA wurden bestehende leistungsorientierte Altersversorgungssysteme per 31. Dezember 2009 geschlossen und für Dienstzeiten ab 2010 auf beitragsorientierte Altersversorgungssysteme umgestellt. Sonstige Rückstellungen Sonstige Rückstellungen werden für sämtliche am Bilanzstichtag gegenüber Dritten bestehenden rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gebildet, die auf vergangenen Ereignissen beruhen, die zukünftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führen und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit dem nach bestmöglicher Schätzung (Best Estimate) ermittelten Betrag angesetzt werden. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen, die dem Risiko, der Region und dem Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen, abgezinst. Die Zinssätze lagen im Geschäftsjahr zwischen 1 % und 12,75 % (Vorjahr: 2 % bis 19,50 %). Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden unter Berücksichtigung der oben genannten allgemeinen Ansatzkriterien gebildet, wenn ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist. Die versicherungstechnischen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für bekannte Schäden sowie Spätschadenrückstellungen. Bei den Rückstellungen für bekannte Schäden handelt es sich um geschätzte Beträge für künftige Verpflichtungen aus bekannten Schadensfällen bzw. bekannten Vorfällen, die voraussichtlich zu Schadensfällen werden. Diese bekannten oder voraussichtlichen Schadensfälle sind dem Unternehmen mitgeteilt, jedoch noch nicht vollständig abgewickelt und zur Zahlung vorgelegt worden. Die Rückstellungen für bekannte Schäden basieren auf individuellen Bewertungen von Schadensfällen, die vom Unternehmen oder von dessen Erstversicherern durchgeführt werden. Die Spätschadenrückstellungen basieren auf geschätzten Beträgen für künftige Verpflichtungen aus Vorfällen, die am oder vor dem Bilanzstichtag eintreten, dem Unternehmen bisher nicht mitgeteilt wurden, jedoch zu Schadensfällen führen werden. Diese Rückstellungen beinhalten auch Rückstellungen für mögliche Fehler bei der Erfüllung von Verpflichtungen aus bekannten Schäden. Das Unternehmen führt die Beurteilung künftig zahlbarer Verluste anhand versicherungsmathematischer Methoden selbst durch und gibt darüber hinaus jedes Jahr eine unabhängige versicherungsmathematische Prüfung dieser Beurteilung in Auftrag, um die Angemessenheit seiner Schätzungen zu verifizieren. Finanzschulden Finanzschulden werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Transaktionskosten, angesetzt. Als Zeitwert wird der auf einem preiseffizienten und liquiden Markt festgestellte Preis oder ein mittels des im Konzern eingesetzten Treasury-Risk-Management-Systems ermittelter Zeitwert eingesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Jede Differenz zwischen Auszahlungsbetrag und Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Ausleihung unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Der beizulegende Zeitwert der Verbindlichkeiten entspricht näherungsweise dem Buchwert. Latente Steuern Die latenten Steuern werden gemäß IAS 12 für temporäre Bewertungsunterschiede zwischen der IFRS-Bilanz und den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten künftigen Nutzung bestehender steuerlicher Verlustvorträge ergeben und deren Realisierung wahrscheinlich ist. Auf die temporären Differenzen zwischen Wertansätzen in der IFRS- und der Steuerbilanz der Deutsche Post AG wurden unter Beachtung des IAS 12.24 (b) bzw. IAS 12.15 (b) nur insoweit aktive bzw. passive latente Steuern gebildet, wie die Differenzen nach dem 1. Januar 1995 entstanden sind. Auf Wertdifferenzen, die aus der Erstverbuchung in der steuerlichen Eröffnungsbilanz der Deutsche Post AG zum 1. Januar 1995 resultieren, werden keine latenten Steuern gebildet. Weitere Angaben zu den latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge finden sich unter Textziffer 19. Die latenten Steuern werden gemäß IAS 12 auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten oder für den Zeitpunkt angekündigt sind, in dem die latenten Steueransprüche und -schulden realisiert werden. Der für deutsche Konzernunternehmen angewandte Steuersatz in Höhe von 29,8 % setzt sich aus dem Körperschaftsteuersatz zuzüglich des Solidaritätszuschlags sowie einem Gewerbesteuersatz, der als Durchschnitt aus den unterschiedlichen Gewerbesteuersätzen ermittelt wurde, zusammen. Die ausländischen Konzerngesellschaften verwenden bei der Berechnung der latenten Steuerposten ihren individuellen Ertragsteuersatz. Die angewandten Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften betragen bis zu 41 %. Ertragsteuern Die Bewertung der Ertragsteueransprüche bzw. -verpflichtungen erfolgt mit dem Betrag, in dessen Höhe eine Erstattung von der bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Eventualverbindlichkeiten Eventualverbindlichkeiten stellen zum einen mögliche Verpflichtungen dar, deren tatsächliche Existenz aber erst noch durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse, die nicht vollständig beeinflusst werden können, bestätigt werden muss. Zum anderen sind darunter bestehende Verpflichtungen zu verstehen, die aber wahrscheinlich zu keinem Vermögensabfluss führen oder deren Vermögensabfluss sich nicht zuverlässig quantifizieren lässt. Die Eventualverbindlichkeiten sind gemäß IAS 37 nicht in der Bilanz zu erfassen, siehe Textziffer 51. 8 Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Aufstellung eines im Einklang mit den IFRS stehenden Konzernabschlusses erfordert Ermessensentscheidungen. Sämtliche Ermessensentscheidungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte: Bei der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bestehen unterschiedliche Möglichkeiten der Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste. Der Konzern wendet hierbei das sogenannte Korridorverfahren gemäß IAS 19.92 an (10-%-Korridor). Bei Vermögenswerten, die veräußert werden sollen, ist zu bestimmen, ob sie in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und ihre Veräußerung sehr wahrscheinlich ist. Ist das der Fall, sind die Vermögenswerte und die zugehörigen Schulden als „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ auszuweisen und zu bewerten. Schätzungen und Beurteilungen des Managements Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen gemacht werden, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie die Angaben der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Diese Annahmen beziehen sich unter anderem auf die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist der Abzinsungsfaktor eine wichtige Schätzgröße. Dieser ermittelt sich aus der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Risikoaufschläge der Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen wieder deutlich zurückgegangen, so dass sich auch die Marktrenditen, aus denen der Rechnungszins hergeleitet wird, reduziert haben. Eine Erhöhung oder Verminderung des Abzinsungsfaktors um einen Prozentpunkt würde die Pensionsverpflichtung der Pläne im Inland um rund 800 Mio € reduzieren bzw. erhöhen. Bei den Konzerngesellschaften in Großbritannien hätte eine solche Veränderung des Abzinsungsfaktors eine Verminderung bzw. Erhöhung der Pensionsverpflichtung um rund 450 Mio € zur Folge. Da versicherungsmathematische Gewinne und Verluste nur dann erfasst werden, wenn sie 10 % des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens übersteigen, haben Änderungen des Abzinsungsfaktors bei den im Konzern vorhandenen Versorgungssystemen in der Regel keine oder nur geringe Auswirkungen auf den Aufwand bzw. den Buchwert der Rückstellungen im nächsten Geschäftsjahr. Der Konzern ist weltweit tätig und unterliegt den örtlichen Steuergesetzen. Das Management hat zur Berechnung tatsächlicher und latenter Steuern in den jeweiligen Ländern einen Beurteilungsspielraum. Obwohl das Management davon ausgeht, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Eine Abweichung der tatsächlichen Ergebnisse von dieser Einschätzung könnte in der jeweiligen Periode, in der die Angelegenheit endgültig entschieden wird, Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben. Die angesetzten aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Einschätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen oder der durch Steuerstrategien zur Verfügung stehenden erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden, oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Als Folge von Unternehmenszusammenschlüssen entstehen regelmäßig Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs sind alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag anzusetzen. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel durch unabhängige Gutachter bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, kann in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts auf das Gutachten eines unabhängigen externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen werden, der den beizulegenden Zeitwert unter Verwendung einer angemessenen Bewertungsmethodik ermittelt, deren Basis üblicherweise die künftig erwarteten Cashflows sind. Diese Bewertungen sind neben den Annahmen über die Entwicklung künftiger Cashflows auch wesentlich beeinflusst von den verwendeten Diskontierungszinssätzen. Der Werthaltigkeitstest für Firmenwerte basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Konzern führt diese Tests jährlich durch und zusätzlich bei Anlässen, sofern ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der CGU zu ermitteln. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswerts beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen – z. B. Verringerung der EBIT-Marge, Anstieg der Kapitalkosten oder Rückgang der langfristigen Wachstumsrate – zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte. Unter Textziffer 53 werden die anhängigen Rechtsverfahren des Konzerns ausgewiesen. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte hinzugezogen. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen den Konzern oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko gebildet wurde. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld in den Branchen und Regionen, in denen der Konzern tätig ist, berücksichtigt. Durch die Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen, die von den Annahmen abweichen, können sich die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten unterscheiden. In solchen Fällen werden die Annahmen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses ist nicht von einer wesentlichen Änderung der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen auszugehen, sodass aus gegenwärtiger Sicht keine wesentliche Anpassung der angesetzten Vermögenswerte und Schulden im Geschäftsjahr 2010 zu erwarten ist. 9 Konsolidierungsmethoden Grundlage für den Konzernabschluss sind die nach einheitlichen Regeln zum 31. Dezember 2009 erstellten und von unabhängigen Abschlussprüfern geprüften IFRS-Abschlüsse der Deutsche Post AG und ihrer einbezogenen Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen. Für in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen wird die Kapitalkonsolidierung nach der Erwerbsmethode durchgeführt. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt zuzüglich der dem Erwerb direkt zurechenbaren Kosten. Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß IAS 31 auf quotaler Basis einbezogen. Die Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen der gemeinschaftlich geführten Unternehmen gehen entsprechend der Anteilsquote an diesen Unternehmen in den Konzernabschluss ein. Die quotale Kapitalkonsolidierung und die Behandlung von Firmenwerten erfolgen analog der Vorgehensweise bei der Einbeziehung von Tochterunternehmen. Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode in Form der Buchwertmethode bewertet. Vorhandene Firmenwerte werden unter den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Die Umsätze, die sonstigen betrieblichen Erträge und die Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen, die nicht durch Veräußerung an Dritte realisiert sind, werden herausgerechnet. ERLÄUTERUNGEN ZUR SEGMENTBERICHTERSTATTUNG10 Erläuterungen zur Segmentberichterstattung Seit dem Geschäftsjahr 2009 ist IFRS 8 „Geschäftssegmente“ verpflichtend anzuwenden. Deutsche Post DHL berichtet über vier operative Segmente, die entsprechend der Art der angebotenen Produkte und Dienstleistungen, Marken, Vertriebswege und Kundenprofile eigenständig von segmentverantwortlichen Gremien geführt werden. Die Bestimmung von Unternehmensbestandteilen als Geschäftssegment basiert auf der Existenz von ergebnisverantwortlichen Segmentmanagern, die direkt an das oberste Führungsgremium von Deutsche Post DHL berichten. Mit der Überarbeitung des Kontenplans hinsichtlich der Finanzinstrumente hat sich auch die Zuordnung der Konten zum Segmentvermögen und zu den Segmentverbindlichkeiten geändert. Die Auswirkungen waren unwesentlich. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Der dominierenden Organisationsstruktur des Konzerns entsprechend, orientiert sich die primäre Berichterstattung an den Unternehmensbereichen. Folgende Unternehmensbereiche werden im Konzern unterschieden: 10.1 Segmente nach Unternehmensbereichen BRIEF Neben dem Transport und der Zustellung schriftlicher Kommunikation versteht sich der Unternehmensbereich BRIEF als umfassender Dienstleister für das Management schriftlicher Mitteilungen. Er ist in folgende Geschäftsfelder aufgeteilt: Brief Kommunikation, Dialog Marketing, Presse Services, Paket Deutschland, Global Mail, Filialen und Renten-Service. EXPRESS Der Unternehmensbereich EXPRESS bietet Geschäfts- und Privatkunden internationale und nationale Kurier- und Expressdienstleistungen an. Er ist in die Geschäftsfelder Express Europe, Express Americas, Express Asia Pacific und Express EEMEA eingeteilt. GLOBAL FORWARDING, FREIGHT Der Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT beinhaltet den Schienen-, Straßen-, Luft- und Seetransport von Gütern. Die Geschäftsfelder heißen Global Forwarding und Freight. SUPPLY CHAIN Der Unternehmensbereich ist spezialisiert auf Kontraktlogistik und bietet Lager- und Transportdienstleistungen sowie Mehrwertleistungen entlang der gesamten Lieferkette verschiedener Sektoren. Weiterhin werden Gesamtlösungen für das Informations- und Kommunikationsmanagement in Unternehmen angeboten. Die Geschäftsfelder umfassen Supply Chain sowie Williams Lea (ehemals Corporate Information Solutions). Zusätzlich zu den oben genannten berichtspflichtigen Segmenten werden in der Segmentberichterstattung noch folgende Kategorien dargestellt: Corporate Center/Anderes Das Sammelsegment umfasst die Global Business Services (GBS), das Corporate Center, Tätigkeiten aus dem nicht-operativen Bereich sowie andere Geschäftstätigkeiten. Das Ergebnis von GBS wird auf die anderen operativen Segmente verteilt, Vermögen und Verbindlichkeiten verbleiben bei GBS (asymmetrische Verteilung). Konsolidierung Die Daten zu den Unternehmensbereichen werden nach Konsolidierung der Beziehungen innerhalb der Unternehmensbereiche dargestellt. Die Beziehungen zwischen den Unternehmensbereichen werden in der Spalte Konsolidierung eliminiert. Aufgegebener Geschäftsbereich Die Deutsche Postbank Gruppe wird für die Monate Januar und Februar 2009 sowie für das Vorjahr als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. Seit März 2009 werden die verbliebenen Anteile, die unter „Beteiligungen an assoziierten Unternehmen“ ausgewiesen werden, und das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in der Spalte „Corporate Center/Anderes“ berichtet. Segmente nach Unternehmensbereichen scroll
scroll
scroll
scroll
Informationen über geographische Bereiche scroll
scroll
scroll
scroll
1) Anhang, Textziffer 5 und 10 2) Stichtagsbezogen zum 31. Dezember 3) Inklusive unverzinsliche Rückstellungen 4) Im Durchschnitt (Teilzeitkräfte auf Vollzeitkräfte umgerechnet) Überleitung der Segment- auf Konzernzahlen scroll
scroll
Der Außenumsatz repräsentiert den Umsatz der Unternehmensbereiche mit Konzernexternen. Der Innenumsatz zeigt die Umsätze mit anderen Unternehmensbereichen. Existieren für intern angebotene Dienstleistungen oder Produkte vergleichbare externe Marktpreise, werden diese Marktpreise oder marktorientierte Preise als interner Verrechnungspreis herangezogen (At-Arm’s-Length-Prinzip). Den Verrechnungspreisen für nicht marktfähige Leistungen liegen grundsätzlich inkrementelle Kosten zugrunde. Die Aufwendungen für die in den IT-Service-Centern erbrachten IT-Dienstleistungen werden verursachungsgemäß den Unternehmensbereichen belastet. Zusätzliche Aufwendungen, die aus der Universaldienstleistungsverpflichtung für Postdienstleistungen der Deutsche Post AG (flächendeckendes Filialnetz, werktägliche Zustellung) und der Übernahme der Vergütungsstruktur als Rechtsnachfolgerin der Deutschen Bundespost resultieren, werden im Unternehmensbereich BRIEF berücksichtigt. Das Segmentvermögen setzt sich aus dem langfristigen Vermögen (ohne langfristige finanzielle Vermögenswerte) und dem kurzfristigen Vermögen (ohne Ertragsteueransprüche, flüssige Mittel und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte) zusammen. Derivative Firmenwerte sind den Unternehmensbereichen zugerechnet. scroll
Die Segmentverbindlichkeiten betreffen die unverzinslichen Rückstellungen und Verbindlichkeiten (ohne Ertragsteuerverpflichtungen). scroll
In Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung wird anstelle der Segmentinvestitionen die Capital Expenditure (Capex) ausgewiesen. Der Unterschied besteht darin, dass in der Capex die immateriellen Vermögenswerte ohne Firmenwerte ausgewiesen werden. Die Abschreibungen betreffen das den einzelnen Unternehmensbereichen zugeordnete Segmentvermögen. Zu den sonstigen nicht zahlungswirksamen Aufwendungen zählen im Wesentlichen die Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen. 10.2 Informationen über geografische Bereiche Die wesentlichen geografischen Regionen, in denen der Konzern tätig ist, sind Deutschland, Europa, Amerikas, Asien/Pazifik und übrige Regionen. Für diese Regionen werden Außenumsätze, langfristige Vermögenswerte sowie Capex dargestellt. Die Zuordnung der Umsätze, der Vermögenswerte sowie der Capex zu den einzelnen Regionen erfolgt nach dem Sitz der berichtenden Gesellschaft. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Die langfristigen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen sowie sonstige langfristige Vermögenswerte. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG11 Umsatzerlöse scroll
Im Geschäftsjahr 2009, wie auch im Vorjahr, entstanden keine Umsatzerlöse, denen ein Tauschgeschäft zugrunde lag. Die Umsatzerlöse lagen in allen Bereichen unter dem Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür waren die globale Rezession sowie der Rückzug aus dem nationalen US-Expressgeschäft und negative Währungseffekte. Die weitere Aufteilung der Umsatzerlöse nach Unternehmensbereichen sowie die Zuordnung der Umsatzerlöse zu geografischen Regionen ist der Segmentberichterstattung zu entnehmen. 12 Sonstige betriebliche Erträge scroll
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sind wesentlich beeinflusst durch geänderte Einschätzungen über die Höhe einzelner zukünftiger Zahlungsverpflichtungen aus der Restrukturierung des US-Expressgeschäfts sowie durch Neuverhandlungen der im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen in den USA übernommenen Verpflichtungen für Ausgleichszahlungen. In den übrigen Erträgen ist eine Vielzahl von kleineren Einzelsachverhalten enthalten. 13 Materialaufwand scroll
Die Verringerung des Materialaufwands beruht sowohl auf dem gesunkenen Absatz aufgrund der allgemeinen Marktsituation und dem Rückzug aus dem nationalen US-Expressgeschäft als auch auf dem Rückgang des Ölpreises. In den sonstigen Aufwendungen ist eine Vielzahl von Einzelsachverhalten enthalten. 14 Personalaufwand/Mitarbeiter scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Insbesondere der Rückzug aus dem nationalen US-Expressgeschäft ließ den Personalaufwand sinken. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind 559 Mio € (Vorjahr: 557 Mio €) an Beiträgen der Deutsche Post AG zum Bundes-Pensions-Service für Post und Telekommunikation e.V. enthalten. Nähere Angaben finden sich unter Textziffer 7. Den überwiegenden Teil der Aufwendungen für Personal stellen die Entgelte dar, die die Löhne, Gehälter, Bezüge und alle sonstigen Vergütungen für im Geschäftsjahr geleistete Arbeiten der Mitarbeiter des Konzerns umfassen. Unter den sozialen Abgaben werden die vom Unternehmen zu tragenden gesetzlichen Pflichtabgaben, insbesondere die Beiträge zur Sozialversicherung, ausgewiesen. Die Verringerung resultiert im Wesentlichen aus den im Vorjahr im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen in den USA übernommenen Verpflichtungen für Ausgleichszahlungen. Aufwendungen für Altersversorgung beziehen sich auf tätige und nicht mehr tätige Betriebsangehörige oder deren Hinterbliebene. Diese Aufwendungen umfassen die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen, Arbeitgeberanteile zur betrieblichen Zusatzversorgung und vom Unternehmen übernommene Leistungen für die Altersversorgung von Mitarbeitern. Im Berichtsjahr waren im Konzern nach Personengruppen differenziert durchschnittlich beschäftigt: scroll
Für Gesellschaften, die während des Geschäftsjahres hinzugekommen oder abgegangen sind, wurde das Personal zeitanteilig einbezogen. Auf Vollzeitkräfte umgerechnet betrug die Zahl der Beschäftigten zum 31. Dezember 2009 424.686 Personen (31. Dezember 2008: 451.515 Personen). Die Mitarbeiterzahl der einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen betrug quotiert 1.589 (Vorjahr: 1.709). 15 Abschreibungen scroll
In den Abschreibungen sind mit 264 Mio € (Vorjahr: 213 Mio €) Wertminderungen enthalten. Dabei stehen 92 Mio € Wertminderungen im Zusammenhang mit der Arcandor-Insolvenz. Weitere 23 Mio € betreffen Wertminderungen auf Sachanlagen im US-Expressgeschäft sowie 24 Mio € Wertminderungen auf Flugzeuge. Von den Wertminderungen betreffen 81 Mio € (Vorjahr: 79 Mio €) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, 98 Mio € Abschreibungen auf Grundstücke und Bauten (Vorjahr: 9 Mio €) sowie 85 Mio € das restliche Sachanlagevermögen (Vorjahr: 125 Mio €). Auf Segmentebene stellen sich die Wertminderungen des Anlagevermögens (ohne Abschreibungen Firmenwerte) wie folgt dar: scroll
Die Wertminderungen der Firmenwerte im Vorjahr betrafen mit 436 Mio € den Firmenwert von DHL Supply Chain sowie mit 174 Mio € Williams Lea (ehemals CIS). 16 Sonstige betriebliche Aufwendungen scroll
Die Verringerung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen beruht im Wesentlichen auf dem konzernweit durchgeführten Kostensenkungsprogramm. In den „Wertberichtigungen kurzfristiges Vermögen“ sind Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von 51 Mio € gegenüber Arcandor/KarstadtQuelle enthalten. In den übrigen Aufwendungen ist eine Vielzahl von kleineren Einzelsachverhalten enthalten. Andere Steuern als die von Einkommen und Ertrag werden entweder unter den zugehörigen Aufwandsposten oder, soweit eine individuelle Zuordnung nicht möglich ist, unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. 17 Ergebnis aus assoziierten Unternehmen scroll
Aus den Beteiligungen an Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann und die nach der Equity-Methode zu konsolidieren sind, resultiert ein Beitrag zum Finanzergebnis in Höhe von 28 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €). Die Veränderung zum Vorjahr resultiert aus der Einbeziehung der Deutsche Postbank AG als assoziiertes Unternehmen. 18 Sonstiges Finanzergebnis scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Im sonstigen Finanzergebnis sind die realisierten Ergebnisse aus dem Verkauf der Deutsche-Bank-Aktien in Höhe von 127 Mio € enthalten. Des Weiteren ergibt sich ein Ertrag in Höhe von 505 Mio €, der sich zum einen aus der Verzinsung der Umtauschanleihe (–103 Mio €) sowie zum anderen aus dem Ergebnis der Bewertungsmaßnahmen der Optionen der dritten Tranche und der Verzinsung der Barsicherheit in Höhe von 608 Mio € zusammensetzt. Im Finanzergebnis sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 106 Mio € (Vorjahr: 576 Mio €) sowie Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 820 Mio € (Vorjahr: 664 Mio €) enthalten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. 19 Ertragsteuern scroll
Ausgehend vom Konzernjahresergebnis vor Ertragsteuern und der rechnerischen Ertragsteuer gestaltet sich die Überleitung auf den tatsächlichen Ertragsteueraufwand wie folgt: scroll
Der Unterschied zwischen dem rechnerischen Steueraufwand und dem tatsächlichen Steueraufwand gründet insbesondere auf temporären Differenzen zwischen der IFRS- und der Steuerbilanz der Deutsche Post AG, die aus abweichenden Wertansätzen in der steuerlichen Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 1995 resultieren (Initial Differences). Gemäß IAS 12.15 (b) und IAS 12.24 (b) hat der Konzern keine aktiven latenten Steuern auf diese temporären Differenzen, die im Wesentlichen das Sachanlagevermögen, die Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen betreffen, gebildet. Die verbleibenden temporären Differenzen zwischen den IFRS-Bilanzansätzen und den Wertansätzen basierend auf der steuerlichen Eröffnungsbilanz belaufen sich zum 31. Dezember 2009 noch auf 1,0 Mrd € (Vorjahr: 2,0 Mrd €). Die Effekte aus auf steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen nicht gebildeten aktiven latenten Steuern inländischer Konzerngesellschaften betreffen im Wesentlichen die Deutsche Post AG und deren Organgesellschaften. Effekte aus auf steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen nicht gebildeten aktiven latenten Steuern ausländischer Gesellschaften resultieren überwiegend aus der Region Amerikas. Effekte aus nicht gebildeten aktiven latenten Steuern entfallen in Höhe von 648 Mio € (Vorjahr: 585 Mio € Aufhebung) auf eine Abwertung eines latenten Steueranspruchs. In Höhe von 128 Mio € (Vorjahr: 17 Mio €) minderte sich der Ertragsteueraufwand aufgrund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste. Für inländische Gesellschaften wurde ein latenter Steueranspruch in Höhe von 472 Mio € (Vorjahr: 332 Mio €) aktiviert, da die Realisierung des Steueranspruchs aufgrund der steuerlichen Ergebnisplanung insoweit wahrscheinlich ist. Im Geschäftsjahr 2009 ergab sich wie im Vorjahr bei inländischen Konzerngesellschaften kein Effekt aus einer Steuersatzänderung. Die Steuersatzänderung in einigen ausländischen Steuerjurisdiktionen führte nicht zu wesentlichen Effekten. Im tatsächlichen Steueraufwand sind periodenfremde Steuererträge von in- und ausländischen Unternehmen in Höhe von 5 Mio € (Vorjahr: –45 Mio €) enthalten. Die folgende Tabelle stellt die steuerlichen Effekte auf die Bestandteile des sonstigen Ergebnisses (Other Comprehensive Income) dar: scroll
20 Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen Das Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen betrug im Geschäftsjahr 2009 261 Mio € (Vorjahr: –1.266 Mio €). Das Vorjahr war im Wesentlichen beeinflusst durch Restrukturierungsmaßnahmen im Konzern und durch die Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten in den Bereichen Supply Chain und Williams Lea (ehemals CIS). 21 Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen Für die Monate Januar und Februar 2009 wird das Ergebnis der Deutschen Postbank Gruppe gemäß IFRS 5 in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter „Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ dargestellt. scroll
Seit März 2009 werden die verbliebenen Anteile an der Deutschen Postbank Gruppe als Equity-Beteiligungsbuchwert in den „Beteiligungen an assoziierten Unternehmen“ und das Ergebnis unter „Ergebnis aus assoziierten Unternehmen“ ausgewiesen. 22 Konzernjahresergebnis Im Geschäftsjahr 2009 erwirtschaftete der Konzern ein Konzernjahresergebnis in Höhe von 693 Mio € (Vorjahr: –1.979 Mio €). Davon entfielen auf die Aktionäre der Deutsche Post AG 644 Mio € (Vorjahr: –1.688 Mio €). 23 Minderheiten Das den Minderheiten zustehende Ergebnis in Höhe von 49 Mio € erhöhte sich im Geschäftsjahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 340 Mio €. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der geänderten Einbeziehungsart der Deutschen Postbank Gruppe als At-Equity-Unternehmen. 24 Ergebnis je Aktie Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (Basic Earnings per Share) wird nach IAS 33 (Earnings per Share) mittels Division des Konzerngewinns durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien ermittelt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie liegt für das Geschäftsjahr 2009 bei 0,53 € (Vorjahr: –1,40 €). scroll
Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird die durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien um die Anzahl aller potenziell verwässernden Aktien berichtigt. Am 30. Juni 2009 endete die Ausübungsphase der Tranche 2004 aus dem Aktienoptionsprogramm 2003. Nach den Planbedingungen verfielen alle bis zum 30. Juni 2009 nicht ausgeübten Optionen und Wertsteigerungsrechte (Stock Appreciation Rights, SAR) dieser Tranche. Damit bestanden zum Stichtag aus der Tranche 2004 keine weiteren Optionsrechte für Führungskräfte (Vorjahr: 2.726.658 Stück). Für das Geschäftsjahr 2009 bestanden mit dem neu eingeführten Bonus-System (Share Matching Scheme) für Führungskräfte 389.585 Rechte auf Aktien, von denen keine verwässernd waren. scroll
25 Dividende je Aktie Für das Geschäftsjahr 2009 wird eine Dividende je Aktie von 0,60 € vorgeschlagen. Dies entspricht bei einer im Handelsregister eingetragenen Aktienzahl von 1.209.015.874 (Stand 31. Dezember 2009) einer Ausschüttung von 725 Mio €. Im Vorjahr betrug die Dividende je Aktie 0,60 €. Weitere Erläuterungen zur Ausschüttung finden sich unter Textziffer 42. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ26 Immaterielle Vermögenswerte 26.1 Übersicht scroll
scroll
Unter den erworbenen immateriellen Vermögenswerten werden erworbene Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte und Werte ausgewiesen. Die selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte betreffen Entwicklungskosten für selbst erstellte Software. 26.2 Firmenwert-Allokation auf Cash Generating Units (CGU) scroll
1) Firmenwert aus Überleitung beträgt –114 Mio € (Vorjahr: –114 Mio €) Die Struktur der CGU wurde gegenüber dem Vorjahr nicht angepasst. Die in der oben stehenden Abbildung dargestellte CGU Williams Lea entspricht der im Vorjahr als Corporate Information Solutions (CIS) bezeichneten CGU. Für Zwecke des jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitstests nach IAS 36 ermittelt der Konzern den erzielbaren Betrag einer CGU auf Basis eines Nutzungswerts. Diese Berechnungen beruhen auf Prognosen von Free Cashflows, die zunächst mit einem Kapitalkostensatz nach Steuern diskontiert werden. Im Anschluss werden Diskontierungssätze vor Steuern auf Basis eines iterativen Prozesses ermittelt. Die Cashflow-Prognosen basieren auf vom Management verabschiedeten Detailplanungen für das EBIT und Investitionen und berücksichtigen unternehmensinterne Erfahrungswerte sowie externe ökonomische Rahmendaten. Methodisch umfasst die Detailplanungsphase einen dreijährigen Planungszeitraum von 2010 bis 2012. Für den Wertbeitrag ab 2013 wird sie ergänzt durch die ewige Rente. Diese wird über eine langfristige Wachstumsrate ermittelt, die für jede CGU einzeln festgelegt wird und deren Höhe der unten stehenden Abbildung entnommen werden kann. Die angewandte Wachstumsrate spiegelt die Erwartungen hinsichtlich des Branchenwachstums der CGU wider, übersteigt jedoch nicht die geschätzte langfristige Wachstumsrate derjenigen Länder, die den höchsten Ergebnisbeitrag zu den jeweiligen CGU liefern. Den Cashflow-Prognosen liegen sowohl Vergangenheitswerte als auch die zukünftig erwartete generelle Marktentwicklung zugrunde. Außerdem werden für die Prognosen das Wachstum der jeweiligen nationalen Geschäftstätigkeiten und des internationalen Handels sowie die zunehmende Auslagerung der Logistikaktivitäten berücksichtigt. Die Kosteneinschätzungen für das Transportnetzwerk und Dienstleistungen haben ebenfalls einen Einfluss auf den Nutzungswert. Der Kapitalkostensatz vor Steuern basiert auf dem Konzept der durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital). Den Diskontierungssatz (vor Steuern) für die einzelnen CGU sowie die für die ewige Rente unterstellten jeweiligen Wachstumsraten zeigt folgende Tabelle: scroll
Für die CGU BRIEF National waren zum 31. Dezember 2008 sämtliche Voraussetzungen des IAS 36.99 erfüllt, so dass auf eine detaillierte Neuberechnung des erzielbaren Betrags verzichtet werden konnte. Ein Wertminderungsrisiko bestand zum 31. Dezember 2008 nicht. Auf Basis dieser Annahmen und der durchgeführten Werthaltigkeitstests für die einzelnen CGU, denen ein Firmenwert zugeordnet wurde, wurde festgestellt, dass die erzielbaren Beträge bei sämtlichen CGU die entsprechenden Buchwerte der jeweiligen CGU übersteigen. Ein Wertminderungsbedarf für Firmenwerte wurde zum 31. Dezember 2009 für keine CGU festgestellt. 27 Sachanlagen 27.1 Übersicht scroll
scroll
Unter den geleisteten Anzahlungen werden nur Anzahlungen für Sachanlagen ausgewiesen, wenn im Rahmen eines schwebenden Geschäfts Vorleistungen seitens des Konzerns erbracht wurden. Als Anlagen im Bau sind Sachanlagen aktiviert, für deren Herstellung bereits Kosten aus Eigen- oder Fremdleistung angefallen sind, die bis zum Bilanzstichtag aber noch nicht fertig gestellt wurden. Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen liegen wie im Vorjahr unter 1 Mio €. 27.2 Finance Lease Folgende Vermögenswerte sind im Rahmen eines Finance Lease im Anlagevermögen bilanziert: scroll
Die korrespondierenden Verbindlichkeiten aus dem Finance Lease werden unter den Finanzschulden, Textziffer 46, dargestellt. 28 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien scroll
Im Geschäftsjahr 2009 entfielen wie im Vorjahr 18 Mio € auf Exel Inc., USA, sowie 14 Mio € auf die Deutsche Post AG. Die auf diese Immobilien entfallenden Mieteinnahmen und Aufwendungen betragen jeweils 1 Mio € (Vorjahr: jeweils 1 Mio €). Der beizulegende Zeitwert beträgt 77 Mio € (Vorjahr: 78 Mio €). 29 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt: scroll
Die Veränderung innerhalb der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen beruht im Wesentlichen auf der Deutsche Postbank AG. Seit März 2009 werden die nach der Veräußerung eines Anteils in Höhe von 22,9 % verbliebenen Anteile in Höhe von 39,5 % als At-Equity-Beteiligung ausgewiesen. Da sie auch gleichzeitig den größten Bestand innerhalb dieser Bilanzposition ausmacht, werden in der folgenden Tabelle ausschließlich die Vermögenswerte, Schulden, Erträge aus Bankgeschäften und das Ergebnis der Deutsche Postbank AG zu 100 % angegeben. Die Werte der Deutsche Postbank AG basieren auf dem letzten veröffentlichten Zwischenabschluss zum 30. September 2009 und dem letzten veröffentlichten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008, da zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses der Deutsche Post AG noch kein testierter Konzernabschluss der Deutsche Postbank AG zum 31. Dezember 2009 vorlag. Ausgenommen hiervon ist das vorläufige Ergebnis, dass das Gesamtjahr 2009 betrifft und auf einer Pressemitteilung beruht. scroll
1) Werte ohne Berücksichtigung des Restatements der Deutsche Postbank AG 2) Vorläufiger Wert, mit Berücksichtigung des Restatements der Deutsche Postbank AG 3) Die Erträge aus Bankgeschäften umfassen Zinserträge, Provisionserträge und Handelsergebnis Die der Deutsche Post AG zuzurechnende Beteiligung an der Deutsche Postbank AG hatte am 31. Dezember 2009, bewertet zum Kurs von 22,88 € pro Aktie, einen Börsenkurswert von 1.977 Mio €. Am 31. Dezember 2009 befanden sich noch 86.417.432 Deutsche-Postbank-Aktien im Besitz der Deutsche Post AG. Im Zusammenhang mit der zweiten und dritten Tranche des Verkaufs der Postbank-Anteile sind die gesamten Postbank-Aktien als Sicherheit begeben worden, siehe Textziffern 2,3 und 50. 30 Langfristige finanzielle Vermögenswerte scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Mit der Bereinigung des Kontenplans wurden die ehemals unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Derivate (2008: 89 Mio €; 1. Jan. 2008: 95 Mio €) sowie die Kautionen (2008: 55 Mio €; 1. Jan. 2008: 33 Mio €) in die langfristigen finanziellen Vermögenswerte umgegliedert sowie die Kontenzuordnungen innerhalb der Kategorien „Ausleihungen und Forderungen“ und „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ neu geordnet. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen eine Put-Option, die im Zusammenhang mit dem Verkauf der Deutsche-Postbank-Anteile an die Deutsche Bank AG steht, siehe Textziffer 50. Darin enthalten sind auch Derivate zur Sicherung von Fremdwährungsrisiken. In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind 33 Mio € (Vorjahr: 30 Mio €) Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte enthalten, da sie nicht mehr in voller Höhe werthaltig waren. Sie entfielen im Wesentlichen mit 26 Mio € auf Ausleihungen und Forderungen, mit 6 Mio € auf erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte sowie mit 1 Mio € auf zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Die Ausleihungen für Wohnungsbauförderungen sind gegenüber dem am 31. Dezember 2009 geltenden Marktzins für vergleichbare langfristige finanzielle Vermögenswerte mehrheitlich unterverzinslich oder unverzinslich. In der Bilanz werden sie mit einem Barwert von 21 Mio € (Vorjahr: 19 Mio €) erfasst. Der Nominalwert dieser Ausleihungen beträgt 23 Mio € (Vorjahr: 24 Mio €). Angaben zur Einschränkung der Veräußerbarkeit, Textziffer 50 (Sicherheiten). 31 Sonstige langfristige Vermögenswerte scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Mit der Bereinigung des Kontenplans wurden die Derivate (2008: 89 Mio €; 1. Jan. 2008: 95 Mio €) sowie die Kautionen (2008: 55 Mio €; 1. Jan. 2008: 33 Mio €) in die langfristigen finanziellen Vermögenswerte umgegliedert. Weitere Informationen zum Pensionsvermögen finden sich unter Textziffer 44. 32 Latente Steuern scroll
Die latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge entfallen mit 85 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) auf inländische sowie mit 57 Mio € (Vorjahr: 56 Mio €) auf ausländische Verlustvorträge. Auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von rund 16,6 Mrd € (Vorjahr: 16,3 Mrd €) und auf temporäre Wertdifferenzen von rund 3.208 Mio € (Vorjahr: 696 Mio €) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da davon auszugehen ist, dass die steuerlichen Verlustvorträge und temporären Differenzen im Rahmen der steuerlichen Ergebnisplanung wahrscheinlich nicht genutzt werden können. Der überwiegende Teil der Verlustvorträge entfällt auf die Deutsche Post AG. Diese Verlustvorträge sind zeitlich unbefristet nutzbar. Bei ausländischen Gesellschaften verfallen die wesentlichen Verlustvorträge nicht vor dem Jahr 2020. Für aufgelaufene Ergebnisse in- und ausländischer Tochtergesellschaften wurden in Höhe von 464 Mio € (Vorjahr: 386 Mio €) keine latenten Steuern gebildet, da es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. scroll
33 Vorräte Festwerte für Postwertzeichen und Ersatzteile in Frachtzentren bestanden in Höhe von 13 Mio € (Vorjahr: 12 Mio €). Wesentliche Wertberichtigungen auf die Vorratsbestände waren nicht erforderlich. scroll
34 Ertragsteueransprüche und Ertragsteuerverpflichtungen scroll
Sämtliche Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen sind kurzfristig und haben Fälligkeiten von unter einem Jahr. 35 Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte Mit der Bereinigung des Kontenplans wurden die ehemals unter dieser Position ausgewiesenen Derivate (2008: 475 Mio €; 1. Januar 2008: 52 Mio €), Forderungen aus Leasing (2008: 25 Mio €; 1. Januar 2008: 17 Mio €) sowie weitere finanzielle Vermögenswerte (2008: 124 Mio €; 1. Januar 2008: 39 Mio €) und Kautionen aus Mietverhältnissen (2008: 10 Mio €; 1. Januar 2008: 22 Mio €) in die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte umgegliedert. scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Die Steuerforderungen betreffen mit 307 Mio € (Vorjahr: 341 Mio €) Umsatzsteuer, mit 34 Mio € (Vorjahr: 43 Mio €) Zölle und Abgaben sowie mit 45 Mio € (Vorjahr: 66 Mio €) sonstige Steuerforderungen. In den anderen Vermögenswerten ist eine Vielzahl von Einzelsachverhalten enthalten. 36 Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte Mit der Bereinigung des Kontenplans sind die ehemals unter den Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Derivate (2008: 475 Mio €; 1. Jan. 2008: 52 Mio €), Forderungen aus Leasing (2008: 25 Mio €; 1. Jan. 2008: 17 Mio €) sowie weitere finanzielle Vermögenswerte (2008: 124 Mio €; 1. Jan. 2008: 39 Mio €), Kautionen aus Mietverhältnissen (2008: 10 Mio €; 1. Jan. 2008: 22 Mio €; der Ausweis erfolgt innerhalb der Ausleihungen und Forderungen) in die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte umgegliedert worden. scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Von den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wurden 1.605 Mio € zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Mit dem Verkauf der Deutsche-Bank-Aktien sind dem Konzern Mittel zugeflossen, die in Kapitalmarktanlagen (Kategorie: zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) investiert wurden. Angaben zur Einschränkung der Veräußerbarkeit, siehe Textziffer 50 (Sicherheiten). 37 Flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente scroll
38 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten Die unter diesen Positionen ausgewiesenen Beträge betreffen im Wesentlichen folgende Sachverhalte: scroll
DHL Express Frankreich beabsichtigt, sich von seinem Day-Definite-Domestic-Geschäft, dem Geschäft mit nationalen taggenauen Sendungen, zu trennen. Ein möglicher Käufer ist der Finanzinvestor Caravelle. Die Vermögenswerte und Schulden wurden gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten umgegliedert. scroll
Weiterhin hat DHL Express in Großbritannien sein Day-Definite-Domestic-Geschäft an Home Delivery Network (HDN), einen britischen Versandanbieter, verkauft. Zum Bilanzstichtag stand der Verkauf noch unter Kartellvorbehalt. Die Vereinbarung beschränkt sich auf das Geschäft mit nationalen, taggenauen Sendungen (Day Definite Domestic) von DHL Express. DHL Express wird sich in Großbritannien künftig ausschließlich auf internationale und nationale zeitdefinierte (Time Definite) und taggleiche Express-Sendungen (Same Day) konzentrieren. Gemäß IFRS 5 werden die Vermögenswerte und Schulden als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausgewiesen. scroll
Die auf DHL Express UK im Eigenkapital entfallenden Erträge und Aufwendungen zeigt die folgende Tabelle: scroll
Die letztmalige Bewertung der langfristigen Vermögenswer-te vor Umgliederung in das kurzfristige Vermögen gemäß IFRS 5 führte bei DHL Express UK und DHL Express Frankreich zu einer Wertminderung von je 32 Mio €. Bei DHL Express UK wurden nach der Umgliederung weitere Anpassungen auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten in Höhe von 16 Mio € vorgenommen. Im Rahmen der Restrukturierung des US-Expressgeschäfts wurden aufgrund vertraglicher Vereinbarungen bzw. durch die Ablösung eines Operate-Lease-Vertrags Flugzeuge, die durch die ABX Air genutzt wurden, von DHL Network Operations, USA, erworben und stehen nun zur Weiterveräußerung zur Verfügung. Durch die Restrukturierung des US-Expressgeschäfts und die Auswirkungen der Rezession sind bei Astar AirCargo Überkapazitäten vorhanden. Daher ist geplant, Flugzeuge in einem Wert von 5 Mio € zu veräußern. Zum 31. Dezember 2008 sowie bis einschließlich 28. Februar 2009 wurden die Beträge der Deutschen Postbank Gruppe gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausgewiesen. scroll
Zum 28. Februar 2009 wurde die Deutsche Postbank Gruppe aufgrund der Veräußerung von Anteilen in Höhe von 22,9 % und des damit verbundenen Kontrollverlusts entkonsolidiert. Seit dem 1. März 2009 werden die restlichen 39,5 % der Anteile an der Deutschen Postbank Gruppe unter den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen und at-Equity bewertet. Die folgende Tabelle zeigt die der Deutschen Postbank Gruppe zugeordneten im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen. scroll
39 Gezeichnetes Kapital 39.1 Anteilsverhältnisse Die KfW Bankengruppe (KfW), siehe Textziffer 55.1, zuvor Kreditanstalt für Wiederaufbau, hält ca. 30,5 % am Grundkapital der Deutsche Post AG. Der Anteil der im Streubesitz befindlichen Aktien beträgt 69,5 %. scroll
39.2 Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital beträgt – unverändert zum 31. Dezember 2008 1.209 Mio €. Es besteht aus 1.209.015.874 auf den Namen lautenden Stückaktien (Stammaktien) mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1 € und ist voll eingezahlt. scroll
scroll
39 .3 Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Die Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 21. April 2009 ermächtigt, bis zum 30. September 2010 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung sieht vor, dass der Vorstand sie zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck ausüben kann, insbesondere zur Verfolgung der im Beschluss der Hauptversammlung genannten Ziele. Am 31. Dezember 2009 hielt die Deutsche Post AG keine eigenen Aktien. 39.4 Angaben zum unternehmerischen Kapital Im Geschäftsjahr 2009 lag die Eigenkapitalquote bei 23,8 % (Vorjahr: 23,8 % auf Basis „Postbank at Equity“). Die Kontrolle des unternehmerischen Kapitals erfolgt über die Net Gearing Ratio, die definiert ist als Nettofinanzverschuldung dividiert durch das Gesamtkapital, wobei dies der Summe aus Eigenkapital und Nettofinanzverschuldung entspricht. Für 2009 betrug die Ratio –25,7 % (Vorjahr: 23,7 %). scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 40 Andere Rücklagen scroll
40.1 Kapitalrücklage scroll
Am 30. Juni 2009 endete die Ausübungsphase der Tranche 2004 aus dem Aktienoptionsprogramm 2003. Nach den Planbedingungen verfielen alle bis zum 30. Juni 2009 nicht ausgeübten Optionen und Wertsteigerungsrechte (Stock Appreciation Rights, SAR) dieser Tranche. Somit gibt es seit dem 1. Juli 2009 aus dem Aktienoptionsplan 2003 keine ausstehenden Optionsrechte bzw. SAR mehr. Im Berichtsjahr wurde für einen Teil der Konzernführungskräfte ein neues System zur Gewährung variabler Gehaltsbestandteile eingeführt, das als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente gemäß IFRS 2 bilanziert wird. Dementsprechend ist zum 31. Dezember 2009 ein Betrag in Höhe von 5 Mio € in der Kapitalrücklage erfasst. Weitere Angaben siehe Textziffer 54. 40.2 Neubewertungsrücklage gemäß IAS 39 Die Neubewertungsrücklage enthält die erfolgsneutral berücksichtigten Auf- und Abwertungen aus Zeitwertänderungen von Finanzinstrumenten der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“. Die erfolgswirksame Auflösung der Rücklage erfolgt entweder mit der Veräußerung oder bei dauerhaftem Absinken des Marktwertes unter die Anschaffungskosten. scroll
Die erfolgswirksamen Umbuchungen in Höhe von 351 Mio € sowie die Zuführung zur Rücklage in Höhe von 455 Mio € stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Anteile an der Deutsche Postbank AG. 40.3 Hedge-Rücklage gemäß IAS 39 Die Hedge-Rücklage wird um den effektiven Teil des Sicherungsgeschäftes eines Cashflow Hedge angepasst. Bei Abwicklung des Grundgeschäftes wird die Hedge-Rücklage erfolgswirksam aufgelöst. scroll
Die Veränderung der Hedge-Rücklage ergibt sich im Wesentlichen aus der Vereinnahmung bisher unrealisierter Gewinne und Verluste aus der Absicherung künftiger operativer Fremdwährungstransaktionen. Im Geschäftsjahr wurden insgesamt 54 Mio € (Vorjahr: –148 Mio €) unrealisierte Gewinne aus der Hedge-Rücklage ergebniswirksam im operativen Ergebnis in den sonstigen betrieblichen Erträgen und 5 Mio € (Vorjahr: –5 Mio €) unrealisierte Verluste im Finanzergebnis erfasst. Weitere 4 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €) betreffen realisierte Verluste aus Sicherungstransaktionen zur Anschaffung von langfristigen nichtfinanziellen Vermögenswerten. Die Verluste wurden den Anschaffungskosten der Vermögenswerte zugeordnet. Latente Steuern auf die Marktwerte wirkten sich ebenfalls auf die Hedge-Rücklage aus. 40.4 Neubewertungsrücklage gemäß IFRS 3 scroll
Die Neubewertungrücklage gemäß IFRS 3 enthält die aus der Kaufpreisallokation entstandenen stillen Reserven der DHL Logistics Co. Ltd., China (ehemals Exel Sinotrans Freight Forwarding Co. Ltd.). Sie beziehen sich auf die in dem zuvor gehaltenen 50-%-Anteil enthaltenen Kundenbeziehungen sowie Anpassungen auf latente Steuern. 40.5 Währungsumrechnungsrücklage Die Währungsumrechnungsrücklage enthält das im Rahmen der Kapitalkonsolidierung entstandene Umrechnungsergebnis aus der Konsolidierung der in Fremdwährung bilanzierenden Tochterunternehmen. scroll
41 Gewinnrücklage Die Gewinnrücklage enthält die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Zur Entwicklung der Rücklagen im Geschäftsjahr siehe auch die Eigenkapitalveränderungsrechnung. scroll
42 Aktionären der Deutsche Post AG zuzuordnendes Eigenkapital Das den Aktionären der Deutsche Post AG zuzuordnende Eigenkapital im Geschäftsjahr 2009 beträgt 8.176 Mio € (Vorjahr: 7.826 Mio €). Ausschüttungen Für Ausschüttungen an die Aktionäre der Deutsche Post AG ist der Bilanzgewinn der Deutsche Post AG in Höhe von 881 Mio € nach deutschem Handelsrecht maßgeblich. Der nach Abzug der geplanten Dividendensumme von 725 Mio € (entspricht 0,60 € pro Aktie) verbleibende Betrag von 156 Mio € soll vorgetragen werden. Im Geschäftsjahr 2009 wurde für das Jahr 2008 eine Dividende von 725 Mio € ausgeschüttet. Im Vorjahr betrug die Dividendenzahlung für das Jahr 2007 1.087 Mio €. Dies entsprach für das Jahr 2008 einer Dividende je Aktie von 0,60 € bzw. für das Jahr 2007 von 0,90 €. Die Dividende unterliegt bei den in Deutschland ansässigen Aktionären nicht der Besteuerung. Von der Ausschüttung wird keine Kapitalertragsteuer einbehalten. 43 Minderheitsanteile Die Minderheitsanteile beinhalten Ausgleichsposten für Anteile fremder Gesellschafter am konsolidierungspflichtigen Kapital aus der Kapitalkonsolidierung sowie die ihnen zustehenden Gewinne und Verluste. Die Anteile entfallen im Wesentlichen auf folgende Unternehmen: scroll
44 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die nachstehenden Angaben über die Pensionsverpflichtungen gliedern sich nach den Bereichen Deutschland, Großbritannien, Sonstige sowie Deutsche Postbank Gruppe. Die Deutsche Postbank Gruppe wird seit März 2009 als assoziiertes Unternehmen berücksichtigt. Ihre Werte wurden zum 31. Dezember 2008 gemäß IFRS 5 umgegliedert und sind in den Angaben über die Pensionsverpflichtungen für 2009 nicht mehr enthalten. 44.1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen nach Bereichen scroll
44.2 Versicherungsmathematische Parameter Der Großteil der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen des Konzerns bezieht sich auf Versorgungssysteme in Deutschland und Großbritannien. Darüber hinaus werden signifikante Versorgungssysteme in Ländern des restlichen Euroraums, der Schweiz und den USA angeboten. Die versicherungsmathematische Bewertung wesentlicher Pensionspläne erfolgte auf Basis der folgenden Parameter: scroll
Die Berechnung der Lebenserwartung bei den deutschen Konzernunternehmen basiert auf den Richttafeln 2005 G, herausgegeben von Klaus Heubeck. Für die britischen Pensionspläne wurden die Sterblichkeitsraten angesetzt, die für die laufende sogenannte Funding Valuation vereinbart sind. Diese beruhen auf planspezifischen Analysen der Sterblichkeit und beinhalten einen Zuschlag für eine erwartete Zunahme der Lebenserwartung in der Zukunft. In den anderen Ländern wurden landesspezifische Sterbetafeln verwendet. 44.3 Ermittlung des Periodenaufwands Zur Ermittlung des Periodenaufwands wurde folgender durchschnittlich erwarteter Ertrag aus Planvermögen verwendet: scroll
Der durchschnittlich erwartete Ertrag aus Planvermögen wurde auf Basis aktueller langfristiger Erträge aus Anleihen (Staat und Industrie) bestimmt. Dabei wurden geeignete Risikozuschläge auf Basis historischer Kapitalmarktrenditen und gegenwärtiger Kapitalmarkterwartungen unter Beachtung der Struktur des Planvermögens einbezogen. 44.4 Abstimmung von Barwert der Verpflichtung, Zeitwert des Planvermögens und der Pensionsrückstellung scroll
44.5 Entwicklung des Barwerts der Gesamtverpflichtung scroll
44.6 Entwicklung des Planvermögens scroll
Nach den negativen Renditen im Vorjahr aufgrund der Finanzmarktkrise haben im Geschäftsjahr 2009 alle wesentlichen Pläne eine positive Rendite erzielt. Die Gesamtrendite (vor Währungsgewinnen) lag bei ca. 9 % (ca. 510 Mio €). Durch Währungsgewinne, insbesondere in den britischen Pensionsplänen, hat sich das Planvermögen in Euro zusätzlich um ca. 4 % (ca. 230 Mio €) erhöht. Diesem Währungsgewinn steht allerdings ein ähnlich großer Verlust auf der Verpflichtungsseite gegenüber. Das Planvermögen besteht aus festverzinslichen Wertpapieren (37 %; Vorjahr: 33 %), Aktien und Investmentfonds (29 %; Vorjahr: 28 %), Immobilien (20 %; Vorjahr: 20 %), liquiden Mitteln (11 %; Vorjahr: 11 %), Versicherungsverträgen (1 %; Vorjahr: 6 %) und anderen Vermögenswerten (2 %; Vorjahr: 2 %). Von den Immobilien werden 83 % (Vorjahr: 84 %) mit einem Zeitwert von 1.050 Mio € (Vorjahr: 1.041 Mio €) durch die Deutsche Post AG selbst genutzt. 44.7 Finanzierungsstand Der Finanzierungsstand wird bis zum Geschäftsjahr 2008 inklusive der Werte der Deutschen Postbank Gruppe ausgewiesen. scroll
Ohne Berücksichtigung der Werte für die Deutsche Postbank Gruppe hätten sich zum 31. Dezember 2008 ein Barwert der Verpflichtungen in Höhe von 10.853 Mio €, ein Zeitwert des Planvermögens in Höhe von 5.843 Mio € sowie ein gesamter Finanzierungsstand in Höhe von 5.010 Mio € ergeben. 44.8 Gewinne und Verluste Die Gewinne und Verluste werden bis zum Geschäftsjahr 2008 inklusive der Werte der Deutschen Postbank Gruppe ausgewiesen. scroll
Ohne Berücksichtigung der Werte für die Deutsche Postbank Gruppe hätten sich für das Geschäftsjahr 2008 ein tatsächlicher Ertrag aus Planvermögen in Höhe von –642 Mio €, ein erwarteter Ertrag aus Planvermögen in Höhe von 399 Mio € sowie erfahrungsbedingte Gewinne (+)/Verluste (–) aus Planvermögen in Höhe von –1.041 Mio € ergeben. Die gesamten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus Verpflichtungen werden bis zum Geschäftsjahr 2008 inklusive der Werte der Deutschen Postbank Gruppe ausgewiesen. scroll
Ohne Berücksichtigung der Werte für die Deutsche Postbank Gruppe hätten sich für das Geschäftsjahr 2008 erfahrungsbedingte Gewinne aus Verpflichtungen in Höhe von 11 Mio €, annahmenänderungsbedingte Gewinne aus Verpflichtungen in Höhe von 582 Mio € sowie gesamte versicherungsmathematische Gewinne aus Verpflichtungen in Höhe von 593 Mio € ergeben. 44.9 Entwicklung der Nettopensionsrückstellungen scroll
In Bezug auf die Nettopensionsrückstellungen werden im Jahr 2010 Zahlungen in Höhe von 641 Mio € erwartet (hiervon entfallen 288 Mio € auf direkte erwartete Rentenzahlungen des Unternehmens und 353 Mio € auf erwartete Arbeitgeberbeiträge an Pensionsfonds). 44.10 Pensionsaufwand scroll
Vom gesamten Pensionsaufwand aus fortgeführten Geschäftsbereichen sind im Jahr 2009 im Personalaufwand 163 Mio € (Vorjahr: 225 Mio €, angepasst) und im sonstigen Finanzergebnis 298 Mio € (Vorjahr: 234 Mio €, angepasst) enthalten. 45 Sonstige Rückstellungen scroll
45.1 Entwicklung sonstige Rückstellungen scroll
In der Rückstellung „Sonstige Personalleistungen“ sind im Wesentlichen Aufwendungen für die Personalreduzierung (Abfindungen, Überbrückungsgelder, Altersteilzeit etc.) passiviert. Die Restrukturierungsrückstellungen umfassen sämtliche Aufwendungen, die aus den Restrukturierungsmaßnahmen innerhalb des US-Expressbereichs sowie auch aus dem übrigen Konzern resultieren. Diese betreffen Maßnahmen, die im Wesentlichen auf Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern anlässlich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Altersteilzeitprogramme, Überbrückungsgelder) sowie Aufwendungen für die Schließung von z. B. Terminals beruhen. Die versicherungstechnischen Rückstellungen enthalten überwiegend Rückstellungen für bekannte Schäden sowie Spätschadenrückstellungen, nähere Angaben hierzu finden sich unter Textziffer 7. Die Rückstellung für Postwertzeichen beinhaltet offene Leistungsverpflichtungen gegenüber den Kunden für Brief- und Paketzustellungen aus verkauften, aber vom Kunden noch vorgehaltenen Postwertzeichen und basiert auf Untersuchungen von Marktforschungsunternehmen. Sie werden zum Nominalwert der ausgegebenen Wertzeichen bewertet. 45.2 Übrige Rückstellungen scroll
Die Steuerrückstellungen enthalten mit 218 Mio € (Vorjahr: 227 Mio €) Umsatzsteuer, mit 9 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €) Zölle und Abgaben sowie mit 88 Mio € (Vorjahr: 86 Mio €) sonstige Steuerrückstellungen. Die Risiken aus der Geschäftstätigkeit umfassen Verpflichtungen wie Drohverlust- und Gewährleistungsverpflichtungen. In den sonstigen Rückstellungen ist eine Vielzahl von Einzelsachverhalten enthalten, die den Betrag von jeweils 30 Mio € nicht überschreiten. 45.3 Fälligkeitsstruktur Die Fälligkeitsstruktur zu den im Geschäftsjahr 2009 bilanzierten Rückstellungen zeigt sich wie folgt: scroll
scroll
46 Finanzschulden Mit der Überarbeitung des Kontenplans wurden die ehemals unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Derivate (2008: 652 Mio €; 1. Januar 2008: 157 Mio €) in die Finanzschulden „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten“ sowie weitere finanzielle Verbindlichkeiten (2008: 125 Mio €; 1. Januar 2008: 186 Mio €) aus den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten in die sonstigen Finanzschulden umgegliedert, siehe Textziffern 46.4 und 46.5. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Unter den Finanzschulden werden alle verzinslichen Verpflichtungen des Konzerns ausgewiesen. scroll
scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 46.1 Anleihen Weitere Angaben zu den wesentlichen Anleihen enthält die folgende Tabelle. Die Anleihen der Deutsche Post Finance B.V. sind in voller Höhe durch die Deutsche Post AG garantiert. scroll
scroll
46.2 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die folgende Tabelle enthält die Laufzeiten und Konditionen einzelner wesentlicher Kontrakte, die unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen werden. Die genannten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in voller Höhe durch die Deutsche Post AG garantiert. scroll
46.3 Verbindlichkeiten aus Finance Lease Die Verbindlichkeiten aus Finance Lease betreffen im Wesentlichen folgende Sachverhalte: scroll
Die Verbindlichkeiten der DHL Aviation wurden im Ge-schäftsjahr außerplanmäßig abgelöst. Die Leasinggegenstände sind mit Buchwerten in Höhe von 521 Mio € (Vorjahr: 592 Mio €) in den Sachanlagen ausgewiesen. Die Abweichung zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten resultiert aus der längeren wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Vermögenswerte gegenüber dem kürzeren Rückzahlungszeitraum der Leasingraten. Der Nominalwert der Mindestleasingzahlungen beträgt 319 Mio € (Vorjahr: 869 Mio €). scroll
46.4 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Die unter dieser Position ausgewiesenen Beträge betreffen die negativen Marktwerte derivativer Finanzinstrumente. scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Ausführliche Erläuterungen zu den Veränderungen finden sich unter unter Textziffer 50. 46.5 Sonstige Finanzschulden scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Die Erhöhung der sonstigen Finanzschulden resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf von Deutsche-Postbank-Aktien. Die Finanzverbindlichkeiten bestehen aus einer Pflichtumtauschanleihe auf 60 Millionen Postbank-Aktien, einer Sicherheitsleistung für den Erwerb weiterer 26 Millionen Postbank-Aktien (Cash Collateral) sowie aus Ausgleichszahlungen auf abgewickelte Sicherungsgeschäfte, die zur Sicherung der Deutsche-Bank-Aktien abgeschlossen worden sind, siehe Textziffer 2. 47 Sonstige Verbindlichkeiten scroll
scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 47.1 Gliederung der sonstigen Verbindlichkeiten scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Mit der Bereinigung des Kontenplans wurden die Derivate (2008: 652 Mio €; 1. Januar 2008: 157 Mio €) und weitere finanzielle Verbindlichkeiten (2008: 125 Mio €; 1. Januar 2008: 186 Mio €) aus den sonstigen Verbindlichkeiten in die Finanzschulden sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen (2008: 36 Mio €; 1. Januar 2008: 69 Mio €) in die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Die Steuerverbindlichkeiten betreffen mit 318 Mio € (Vorjahr: 349 Mio €) Umsatzsteuer, mit 214 Mio € (Vorjahr: 199 Mio €) Zölle und Abgaben sowie mit 129 Mio € (Vorjahr: 124 Mio €) sonstige Steuerverbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Wohnungsbaudarlehen betreffen Verpflichtungen der Deutsche Post AG zur Zahlung von Zinssubventionen an Darlehensnehmer zum Ausgleich von Konditionsnachteilen im Zusammenhang mit den in Vorjahren erfolgten Forderungsabtretungen sowie Verpflichtungen aus weiterzuleitenden Tilgungen und Zinsen für verkaufte Wohnungsbaudarlehen. In den sonstigen Verbindlichkeiten ist eine Vielzahl von Einzelsachverhalten enthalten. 47.2 Fälligkeitsstruktur scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Für die sonstigen Verbindlichkeiten ergeben sich aufgrund kurzer Laufzeiten bzw. einer marktnahen Verzinsung keine signifikanten Unterschiede zwischen den bilanziellen Buch- und Zeitwerten. Es besteht kein signifikantes Zinsrisiko, da sie größtenteils marktnah variabel verzinslich sind. 48 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Mit der Bereinigung des Kontenplans wurden die ehemals unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen (2008: 36 Mio €; 1. Jan. 2008: 69 Mio €) in die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entfallen mit 862 Mio € (Vorjahr: 986 Mio €) auf die Deutsche Post AG. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben im Wesentlichen eine Fälligkeit von unter einem Jahr. Der ausgewiesene Buchwert entspricht dem Marktwert. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG49 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung der fortgeführten Geschäftsbereiche wird gemäß IAS 7 (Cashflow-Statement) erstellt. Sie legt die Zahlungsströme offen, um Herkunft und Verwendung der flüssigen Mittel aufzuzeigen. Sie unterscheidet dabei zwischen Mittelveränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Die flüssigen Mittel beinhalten Kassenbestand, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten und entsprechen den flüssigen Mitteln laut Bilanz. Effekte der Währungsumrechnung sowie Änderungen des Konsolidierungskreises werden bei der Berechnung bereinigt. Da die Deutsche Postbank Gruppe nicht mehr Bestandteil der fortgeführten Geschäftsbereiche ist, wurden deren Mittelveränderungen in den einzelnen Tätigkeitsbereichen jeweils separat ausgewiesen. Die im Januar vereinbarte Transaktion über den Verkauf von Postbank-Aktien an die Deutsche Bank war am 25. Februar 2009 wie geplant abgeschlossen worden. In Folge der anschließenden Entkonsolidierung umfasst die Kapitalflussrechnung für die aufgegebenen Geschäftsbereiche im Berichtszeitraum nur die Monate Januar und Februar. Da eine Vergleichbarkeit von Berichtsjahr und Vorjahr demnach nicht gegeben ist, wird auf die Kapitalflussrechnung der aufgegebenen Geschäftsbereiche im Folgenden nicht weiter eingegangen. 49.1 Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wird ermittelt, indem zunächst das Ergebnis vor Steuern um das Finanzergebnis sowie nicht zahlungswirksame Größen bereinigt wird, ergänzt um die Steuerzahlungen, die Veränderungen der Rückstellungen sowie die Veränderungen der sonstigen langfristigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit vor Änderung des kurzfristigen Nettovermögens). Nach Berücksichtigung der Veränderungen der kurzfristigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) ergibt sich ein Mittelzufluss/-abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit. Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche vor Änderung des kurzfristigen Vermögens liegt mit 763 Mio € deutlich unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 2.714 Mio €). Dies ist vor allem auf den Verbrauch von Rückstellungen zurückzuführen, die vornehmlich für die Restrukturierung des US-Expressgeschäfts verwendet wurden. Die Reduzierung des Working Capital (kurzfristiges Nettovermögen) hat insgesamt zu einem Zufluss liquider Mittel von 481 Mio € geführt. Einem Mittelabfluss für Verbindlichkeiten und sonstige Posten in Höhe von 344 Mio € stand ein Mittelzufluss aus der Veränderung der Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte von 778 Mio € gegenüber. Per Saldo liegt der Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit mit 1.244 Mio € um 2.118 Mio € unter dem Vorjahresniveau. scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 49.2 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ergibt sich im Wesentlichen aus dem Mittelzufluss aus Abgängen langfristiger Vermögenswerte und dem Mittelabfluss für Investitionen in langfristige Vermögenswerte. Daneben werden in diesem Tätigkeitsbereich erhaltene Zinsen und Dividenden sowie die Mittelzu- bzw. -abflüsse aus der Veränderung der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte berücksichtigt. Im Berichtsjahr lag der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit mit 1.469 Mio € um 555 Mio € über dem Wert des Vorjahres. Dies resultierte aus dem im Vorjahr getätigten Verkauf des Immobilienpakets an Lone Star, der zu einem Zufluss von Mitteln in Höhe von 942 Mio € geführt hat, sowie der Zinsrückerstattung in Höhe von 495 Mio € aus der Rückzahlung der EU-Beihilfe. Die Auszahlungen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte sind deutlich gesunken. Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind unter anderem für die Modernisierung der Briefzentren und IT sowie für die Instandhaltung des globalen Flugzeugnetzwerkes angefallen. Im Vorjahr sind insbesondere erhebliche Mittel in den Aufbau der europäischen und asiatischen Luftdrehkreuze geflossen. Die Veränderung der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte hat per Saldo zu einem Mittelabfluss in Höhe von 659 Mio € geführt: Aus dem Verkauf der Deutsche-Bank-Aktien sind Mittel zugeflossen, die in Kapitalmarktanlagen investiert wurden. Die Auszahlungen für Investitionen in Tochterunternehmen und sonstige Geschäftseinheiten sind von 1.417 Mio € im Vorjahr auf 53 Mio € deutlich reduziert worden. Im Vorjahr sind Mittel vor allem für die Kapitalerhöhung der Deutsche Postbank AG aufgewendet worden. Bei den Akquisitionen von Unternehmen, siehe Textziffer 2 wurden folgende Vermögenswerte und Schulden übernommen: scroll
Die Zusammenfassung des Mittelzuflusses aus operativer Tätigkeit und des Mittelabflusses aus Investitionstätigkeit bildet den Free Cashflow. Der Free Cashflow wird als Indikator dafür angesehen, wie viele Zahlungsmittel dem Unternehmen für Dividendenzahlungen oder für die Rückführung der Verschuldung zur Verfügung stehen. Da der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit gesunken und der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit gestiegen ist, hat sich der Free Cashflow negativ entwickelt: er verringerte sich von 2.448 Mio € im Vorjahr auf –225 Mio € im Berichtsjahr. 49.3 Mittelabfluss/-zufluss aus Finanzierungstätigkeit Aus der Finanzierungstätigkeit sind im Berichtsjahr Mittel in Höhe von 1.681 Mio € zugeflossen. Dazu haben in erster Linie die Zeichnung der Pflichtumtauschanleihe durch die Deutsche Bank AG im Rahmen des Postbank-Verkaufs sowie die Zahlung der Besicherung der Verkaufsoption für die verbliebenen Postbank-Anteile beigetragen, die sich in den aufgenommenen langfristigen Finanzschulden in Höhe von 3.981 Mio € niedergeschlagen haben. Die Tilgung langfristiger Finanzschulden hat gegenüber 2008 mit 587 Mio € zu einem leicht erhöhten Mittelabfluss geführt, während der Mittelabfluss aus der Veränderung der kurzfristigen Finanzschulden mit 548 Mio € um 211 Mio € deutlich über dem Vorjahreswert liegt. Größte Auszahlung in diesem Tätigkeitsbereich war mit 725 Mio € die Dividendenzahlung an die Aktionäre. Der Rückgang der kurzfristigen Finanzverschuldung schlägt sich in geringeren Zinszahlungen nieder: Sie sind um 143 Mio € auf 291 Mio € gesunken. Im Vorjahr sind aus der Finanzierungstätigkeit liquide Mittel in Höhe von 2.386 Mio € abgeflossen. 49.4 Flüssige Mittel Die dargestellten Mittelzu- und -abflüsse der einzelnen Tätigkeitsbereiche haben zu einem Bestand an flüssigen Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten der fortgeführten Geschäftsbereiche von 3.064 Mio € geführt, siehe Textziffer 37. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Bestand deutlich um 1.714 Mio € erhöht. Dazu haben Währungsumrechnungsdifferenzen mit 20 Mio € beigetragen. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN50 Risiken und Finanzinstrumente des Konzerns 50.1 Risikomanagement Aufgrund seiner operativen Geschäftstätigkeit sieht sich der Konzern mit Finanzrisiken konfrontiert, die aus der Änderung von Wechselkursen, Rohstoffpreisen und Zinssätzen entstehen können. Zur Steuerung dieser Finanzrisiken werden neben originären Finanzinstrumenten auch Derivate eingesetzt. Die Nutzung von Derivaten erfolgt ausschließlich zur Begrenzung originärer Finanzrisiken, der Einsatz von Derivaten zu spekulativen Zwecken ist daher in den internen Konzernrichtlinien nicht vorgesehen. Änderungen von Wechselkursen, Zinssätzen oder Rohstoffpreisen können zu signifikanten Schwankungen der Marktwerte der eingesetzten Derivate führen. Diese Marktwertschwankungen sollten nicht isoliert von den gesicherten Grundgeschäften betrachtet werden, da Derivate und Grundgeschäfte hinsichtlich ihrer gegenläufigen Wertentwicklung eine Einheit bilden. Die für den Einsatz von Derivaten erforderlichen Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen sind in den internen Richtlinien des Konzerns eindeutig geregelt. Für die Erfassung, Bewertung und Abwicklung der Finanztransaktionen kommt eine geeignete Risikomanagement-Software zum Einsatz, mit der auch die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen regelmäßig kontrolliert wird. Zur Begrenzung des Kontrahentenrisikos, das aus dem Abschluss von Finanztransaktionen entstehen kann, sind als Geschäftspartner nur Banken erstklassiger Bonität zugelassen. Jedem Kontrahenten wird ein individuelles Kontrahentenlimit zugeordnet, dessen Ausschöpfung regelmäßig überprüft wird. Der Konzernvorstand wird intern in regelmäßigen Abständen über die existierenden Finanzrisiken und die zur Risikosteuerung eingesetzten Sicherungsgeschäfte informiert. Die externe Bilanzierung der genutzten Finanzinstrumente erfolgt gemäß IAS 39. Liquiditätsmanagement Die Liquidität wird im Konzern so weit wie möglich zentral gesteuert, um die ständige Versorgung der Konzerngesellschaften mit ausreichender Liquidität sicherzustellen. Zentrale Liquiditätsreserven bestehen einerseits in Form zentraler kurzfristiger Geldmarktanlagen und Geldmarktfonds im Gesamtvolumen von 3,5 Mrd € (Vorjahr: 0 Mrd €). Darüber hinaus existieren fest zugesagte bilaterale Kreditlinien von Banken in Höhe von 2,7 Mrd € (Vorjahr: 3,1 Mrd €), von denen zum Bilanzstichtag lediglich 200 Mio € ausgeschöpft waren. Weiterhin verfügt der Konzern über ein nicht ausgenutztes Commercial-Paper-Programm in Höhe von 1 Mrd €. Dadurch stehen dem Konzern auch zukünftig ausreichend finanzielle Mittel zur Finanzierung notwendiger Investitionen zur Verfügung. Die Fälligkeitsstruktur der originären finanziellen Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich des IFRS 7 basierend auf Cashflows stellt sich wie folgt dar: scroll
1) Anpassung der Vorjahreszahl, siehe Textziffer 5 Unter den langfristigen Verbindlichkeiten „Über 2 Jahre bis 3 Jahre“ wird im Geschäftsjahr 2009 die Pflichtumtauschanleihe (Zero-Bond) in Höhe von 2.568 Mio € zzgl. Zinsen ausgewiesen, die im Februar 2009 begeben worden ist und zu 100 % von der Deutschen Bank gezeichnet wurde, siehe Textziffer 3. Die Erfüllung der Verbindlichkeit führt zu keinem Cashflow. Im Februar 2012 ist die Deutsche Post AG verpflichtet, 60 Mio Aktien der Deutsche Postbank AG an die Deutsche Bank AG zu übertragen. Unter der Position wird weiterhin der Cash Collateral in Höhe von 1.161 Mio € zzgl. Zinsen ausgewiesen, der von der Deutsche Bank AG im Februar 2009 als Anzahlung auf die geschriebene Put-Option auf weitere 26.417.432 Postbank-Aktien ausgegeben worden ist. Der Ausübungszeitraum der Option beginnt mit dem ersten Geschäftstag nach Ausübung der Pflichtumtauschanleihe und endet im Februar 2013. Neben der Put-Option besteht eine Call-Option, die die Deutsche Post AG verpflichtet 26.417.432 Aktien der Deutsche Postbank AG zu einem festgelegten Preis an die Deutsche Bank AG abzugeben. Der Ausübungszeitraum entspricht dem der Put-Option. Es ist davon auszugehen, dass eine der Optionen ausgeübt wird. Die Erfüllung erfolgt durch Übertragung von 26.417.432 Aktien der Deutsche Postbank AG. Darüber hinaus werden Verbindlichkeiten gegenüber der Deutsche Bank AG in Höhe von 120 Mio € ausgewiesen, die Ausgleichszahlungen aus abgewickelten Geschäften zur Sicherung der Deutsche-Bank-Aktien betreffen, siehe Textziffer 2. In gleicher Höhe wurden Sicherheiten hinterlegt. Die Fälligkeitsstruktur der derivativen Finanzinstrumente basierend auf Cashflows stellt sich wie folgt dar: scroll
Aus derivativen Finanzinstrumenten resultieren sowohl Ansprüche als auch Verpflichtungen. Die vertragliche Gestaltung legt fest, ob diese Ansprüche und Verpflichtungen miteinander verrechnet werden und damit zu einem Nettoausgleich führen oder ob beide Vertragsparteien ihre Verpflichtungen vollständig zu erfüllen haben (Bruttoausgleich). Die mit der Deutsche Bank AG abgeschlossenen Optionen auf Aktien der Deutsche Postbank AG sind in der Übersicht nicht enthalten, da sie zu keinem Cashflow führen. Währungsrisiko und Währungsmanagement Durch seine globalen operativen Geschäftsaktivitäten entstehen für den Konzern Währungsrisiken sowohl aus geplanten, als auch aus gebuchten Transaktionen in Fremdwährung. Alle Fremdwährungsrisiken werden im Corporate Treasury zentral erfasst und gesteuert. Zu diesem Zweck melden alle Konzerneinheiten ihre Fremdwährungsrisiken an das Treasury, wo aus diesen Daten die Nettoposition je Währung ermittelt und gegebenenfalls extern abgesichert wird. Zur Risikosteuerung werden Devisentermingeschäfte, Swaps und Devisenoptionen eingesetzt. Der Nominalwert der ausstehenden Devisentermingeschäfte und Swaps betrug zum Bilanzstichtag 4.502 Mio € (Vorjahr: 10.531 Mio €). Der entsprechende Marktwert belief sich auf –44 Mio € (Vorjahr: –101 Mio €). Diese Transaktionen wurden zur Absicherung geplanter und gebuchter operativer Risiken und zur Absicherung interner und externer Finanzierungen und Anlagen eingesetzt. Außerdem existierten zur Absicherung von operativen Währungsrisiken Devisenoptionen mit einem Nominalwert von 275 Mio € (Vorjahr: 460 Mio €) und einem Marktwert von 1 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €). Zur Absicherung langfristiger Fremdwährungsfinanzierungen bestanden außerdem Cross-Currency Swaps mit einem Nominalwert von 240 Mio € (Vorjahr: 269 Mio €) und einem Marktwert von –11 Mio € (Vorjahr: –28 Mio €). Fremdwährungsrisiken, die aus der Umrechnung von Vermögenswerten und Schulden ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzernwährung resultieren (Translationsrisiken) waren zum 31. Dezember 2009 nicht gesichert. Die Bestimmung der Marktwerte für Devisentermingeschäfte erfolgte auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cashflows unter Berücksichtigung von Terminkursen auf dem Devisenmarkt. Die Devisenoptionen wurden mittels des Optionspreismodells von Black-Scholes bewertet. Von den zum 31. Dezember 2009 nach IAS 39 im Eigenkapital erfassten unrealisierten Ergebnissen aus währungsbezogenen Derivaten werden voraussichtlich –15 Mio € (Vorjahr: 77 Mio €) im Verlauf des Jahres 2010 ergebniswirksam. IFRS 7 fordert eine Sensitivitätsanalyse, welche Auswirkungen von hypothetischen Änderungen der Wechselkurse am Bilanzstichtag auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und das Eigenkapital untersucht. Dabei werden die hypothetischen Wechselkursänderungen auf den Bestand der Finanzinstrumente, welche nicht in ihrer funktionalen Währung denominiert und monetärer Art sind, bezogen. Es wird unterstellt, dass der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Die Auswirkungen hypothetischer Wechselkursänderungen auf das Translationsrisiko fallen nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 7. Folgende Annahmen werden der Sensitivitätsanalyse zugrunde gelegt: Originäre monetäre Finanzinstrumente von Konzerngesellschaften sind entweder unmittelbar in funktionaler Währung denominiert oder das Währungsrisiko wurde zu den von der Deutsche Post AG garantierten Währungskursen über die Inhouse-Bank an die Deutsche Post AG transferiert. Währungskursbedingte Änderungen haben daher keinen Einfluss auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und das Eigenkapital der Konzerngesellschaften. Vereinzelt können Konzerngesellschaften aus rechtlichen Gründen nicht am Inhouse Banking teilnehmen. Diese Gesellschaften sichern ihr Währungsrisiko aus originären monetären Finanzinstrumenten mit der Deutsche Post AG durch den Einsatz von Derivaten. Die internen Derivate werden im Konzern konsolidiert. Das auf Konzernebene verbleibende Risiko wird bei Kalkulation der Nettoposition berücksichtigt. Hypothetische Wechselkursänderungen haben einen erfolgswirksamen Einfluss auf die Marktwerte der externen Derivate der Deutsche Post AG und auf die Fremdwährungsergebnisse aus der Stichtagsbewertung der auf fremde Währung lautenden Inhouse-Bank-Salden, Salden von externen Bankkonten und internen und externen Darlehen der Deutsche Post AG. Weiterhin haben hypothetische Wechselkursänderungen Auswirkungen auf das Eigenkapital und auf die Marktwerte der Derivate, die zur Sicherung von bilanzunwirksamen festen Verpflichtungen und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Fremdwährungstransaktionen – Cashflow Hedges – abgeschlossen worden sind. Eine Aufwertung des Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2009 um 10 % hätte eine Veränderung des Ergebnisses um –7 Mio € (Vorjahr: –1 Mio €) zur Folge gehabt. Im Wesentlichen resultieren diese hypothetischen Ergebnisauswirkungen aus den Währungssensitivitäten des Euro gegenüber dem Singapur-Dollar mit –10 Mio € (Vorjahr: –15 Mio €), gegenüber der Pakistanischen Rupie mit –3 Mio € (Vorjahr: –2 Mio €), gegenüber dem Bahrein-Dinar mit 5 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) und gegenüber dem Chinesischen Yuan 5 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €). Eine Abwertung des Euro würde zu annähernd gegenläufigen Sensitivitäten führen. Die im Eigenkapital bilanzierte Hedge-Rücklage hätte sich bei einer Aufwertung des Euro um 10 % um 17 Mio € (Vorjahr: 17 Mio €) erhöht. Die hypothetische Eigenkapitalveränderung resultiert im Wesentlichen aus Währungssensitivitäten des Euro gegenüber dem US-Dollar mit –33 Mio € (Vorjahr: –48 Mio €), gegenüber dem Britischen Pfund mit 12 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) und gegenüber dem Japanischen Yen mit 10 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €). Eine Abwertung würde sich in Höhe von –16 Mio € (Vorjahr: –11 Mio €) negativ auf das Eigenkapital auswirken. Rohstoffpreisrisiko Risiken aus Rohstoffpreisschwankungen wurden wie im Vorjahr weitgehend über operative Maßnahmen an die Kunden weitergegeben, insbesondere für Preisschwankungen von Kerosin, Diesel und Schiffsdiesel. Darüber hinaus wurden in geringem Umfang aber auch Rohstoffpreis-Swaps für Diesel und Schiffsdiesel zur Steuerung der verbliebenen Risiken genutzt. Der Nominalwert der Commodity-Swaps betrug 16 Mio € (Vorjahr: keine ausstehenden Sicherungen) bei einem Marktwert von 1 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €). IFRS 7 fordert eine Sensitivitätsanalyse, die die Effekte hypothetischer Rohstoffpreisänderungen auf Gewinn-und-Verlust-Rechnung und Eigenkapital darstellt. Rohstoffpreisänderungen hätten Auswirkungen auf den Marktwert der zur Absicherung zukünftiger hochwahrscheinlicher Rohstoffeinkäufe abgeschlossenen Derivate (Cashflow Hedges) und die Hedge Reserve im Eigenkapital. Da alle Rohstoffpreisderivate als Cashflow Hedges bilanziert werden, hätte eine Rohstoffpreisänderung keinen Einfluss auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung gehabt. Wären die den Derivaten zugrunde liegenden Rohstoffpreise zum Bilanzstichtag 10 % höher gewesen, hätte dies zu einer Erhöhung der Marktwerte und des Eigenkapitals um 1 Mio € geführt. Ein entsprechender Rückgang der Rohstoffpreise hätte eine gegenläufige Entwicklung zur Folge gehabt. Zinsrisiko und Zinsmanagement Einen Überblick über die bestehenden Finanzschulden enthält die Textziffer 46. Mit Hilfe von Zinsderivaten stellt der Konzern ein angemessenes Verhältnis von variabel und fest verzinslichen Finanzierungsinstrumenten sicher. Die Marktwerte der Zinssicherungsgeschäfte wurden auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cashflows ermittelt, dafür wird das im Corporate Treasury eingesetzte Risikomanagementsystem verwendet. Zum 31. Dezember 2009 bestanden Zins-Swaps mit einem Nominalvolumen von 1.182 Mio € (Vorjahr: 1.197 Mio €). Der Marktwert dieser Zins-Swap-Position betrug 51 Mio € (Vorjahr: –8 Mio €). Wie im Vorjahr existierten zum Stichtag keine Zinsoptionsgeschäfte. Der Konzern hat den Anteil von Instrumenten mit kurzfristiger Zinsbindung im Verlauf des Jahres 2009 nicht wesentlich geändert. Das Verhältnis der Nominalvolumina von Instrumenten mit kurz- und langfristiger Zinsbindung ist weiterhin recht ausgeglichen. Der Einfluss einer Zinsveränderung auf die Finanzlage des Konzerns ist nach wie vor unmaßgeblich. In dieser Betrachtung nicht enthalten sind festverzinsliche Finanzschulden im Zusammenhang mit der Veräußerung der Postbank, da diese Schulden mit Postbank-Aktien getilgt werden und daher kein Zinsrisiko besteht. Zur Darstellung der Zinsänderungsrisiken gemäß IFRS 7 wird die Sensitivitätsanalyse herangezogen. Mit dieser Methode können die Effekte aus hypothetischen Marktzinsänderungen auf die Zinserträge und Zinsaufwendungen und auf das Eigenkapital zum Stichtag ermittelt werden. Folgende Annahmen liegen der Sensitivitätsanalyse zugrunde: Originäre variabel verzinsliche Finanzinstrumente unterliegen einem Zinsänderungsrisiko und sind deshalb in die Sensitivitätsanalyse einzubeziehen. Originäre variabel verzinsliche Finanzinstrumente, die mittels Cashflow Hedging in festverzinsliche Finanzinstrumente transformiert wurden, werden nicht einbezogen. Marktzinsänderungen wirken sich bei derivativen Finanzinstrumenten, die zur Sicherung von zinsbedingten Zahlungsschwankungen abgeschlossen wurden (Cashflow Hedging), durch Marktwertänderungen auf das Eigenkapital aus und sind deshalb im Rahmen der Sensitivitätsanalyse zu berücksichtigen. Alle festverzinslichen und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente unterliegen keinem Zinsänderungsrisiko. Designierte Fair Value Hedges zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken werden in die Analyse nicht einbezogen, da sich die zinsbedingten Wertänderungen des Grundgeschäfts und des Sicherungsgeschäfts nahezu vollständig für die Periode in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgleichen. Lediglich der variable Teil des Sicherungsinstruments hat Auswirkungen auf das Finanzergebnis und ist in die Sensitivitätsanalyse einzubeziehen. Zinsderivate, die nicht Bestandteil einer Sicherungsbeziehung waren und die aufgrund von Marktzinsänderungen Auswirkungen auf das Finanzergebnis hätten, waren zum 31. Dezember 2009 nicht im Bestand. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2009 um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, hätte sich das Ergebnis um 6 Mio € (Vorjahr: –12 Mio €) erhöht. Die Änderung des Vorzeichens gegenüber dem Vorjahr ist auf die Liquiditätszuflüsse aus dem Postbank-Verkauf zurückzuführen. Eine Absenkung des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte hätte den gegenläufigen Effekt zur Folge gehabt. Eine Veränderung des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte hätte Auswirkungen auf die im Eigenkapital bilanzierten Marktwerte der Zinsderivate. Eine Zinserhöhung hätte zu einer Erhöhung des Eigenkapitals um 24 Mio € (Vorjahr: 38 Mio €) geführt und eine Absenkung hätte eine Verringerung des Eigenkapitals um 30 Mio € (Vorjahr: 38 Mio €) zur Folge gehabt. Marktpreisrisiko Im Rahmen des „Amendment Agreement Regarding the Acquisition of Shares in Deutsche Postbank AG“ hat die Deutsche Post AG derivative Finanzinstrumente abgeschlossen, die im Zusammenhang mit der Übertragung der Postbank-Aktien stehen. Es handelt sich dabei um bedingte Instrumente auf 26.417.432 Deutsche-Postbank-Aktien in Form von einer Put- und einer Call-Option und um ein unbedingtes Geschäft in Form eines Terminverkaufs auf 60.000.000 Aktien der Deutsche Postbank AG. Vertragspartner ist jeweils die Deutsche Bank AG. Die Put- und die Call-Optionen wurden bei Vertragsabschluss mit ihren Marktwerten erfolgswirksam erfasst. Daraus resultierte ein Ertrag in Höhe von 944 Mio € im Finanzergebnis. Der Put war mit einem Marktwert in Höhe von 961 Mio € zu erfassen und der Call mit –17 Mio € zu passivieren. Die Marktwertänderungen der Optionen werden bis zur Ausübung oder Verfall im Finanzergebnis gezeigt. Wäre der Marktwert der Postbank-Aktie am Bilanzstichtag 10 % niedriger gewesen, hätten sich die Marktwerte der Put- und Call-Option netto aktivisch um 61 Mio € erhöht. Ein Anstieg der Postbank-Aktie hätte den gegenläufigen Effekt gehabt und zu einem Aufwand im Finanzergebnis geführt. Der in die Pflichtumtauschanleihe eingebettete Terminverkauf ist gemäß IAS 39 abzuspalten und als schwebendes Geschäft zu behandeln, da es zwingend aus dem Anwendungsbereich des IAS 39 ausgenommen ist. Da bei Abschluss keine Gegenleistung geflossen ist, betragen die Anschaffungskosten des Termingeschäfts Null. Mit Wirkung vom 1. Januar 2010 hat der IASB den Anwendungsausschluss des IAS 39.2 (g) hinsichtlich der Fristigkeit zur Abwicklung notwendiger Geschäfte, die mit dem Anteilsverkauf einhergehen, präzisiert. Termingeschäfte fallen nicht mehr unter die Anwendungsausnahme des IAS 39.2 (g), wenn bei Vertragsabschluss ersichtlich ist, dass die Abwicklung derartiger Geschäfte die übliche notwendige Zeit übersteigt. Im vorliegenden Fall übersteigt die Laufzeit des Termingeschäfts die übliche Laufzeit. Deshalb ist zum 1. Januar 2010 neben den Optionen (dritte Tranche) nun auch das Termingeschäft mit seinem Marktwert von 1.453 Mio € erfolgswirksam zu erfassen. Marktwertänderungen an den darauffolgenden Bilanzstichtagen wirken sich auf das Finanzer-gebnis aus. Damit kann die Volatilität des Finanzergebnisses der Deutsche Post AG und damit des Konzerns zunehmen. Künftige Marktwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente reflektieren die Entwicklung der Postbank-Aktie. Eine positive Entwicklung der Postbank-Aktie führt zu einem negativen Effekt im Finanzergebnis. Eine Bewertung, der nach Entkonsolidierung weiter im Besitz befindlichen Postbank-Aktien zu Marktwerten, würde die Ergebniseffekte aus den derivativen Finanzinstrumenten weitestgehend ausgleichen. Nach IFRS ist das unzulässig. Die verbleibenden Postbank-Aktien sind bis zur Ausübung der Pflichtumtauschanleihe als At-Equity-Beteiligung zu zeigen und zu bewerten. Bis zum 25. Februar 2012 werden sich die Effekte aus dem Abgang des At-Equity-Buchwertes und der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente weitestgehend ausgleichen. Bei Vertragsabschluss wurde der Ertrag aus der Übertragung der Postbank-Aktien für Tranche 2 und Tranche 3 bereits fixiert. Die bilanzierten Gewinne und Verluste aus dem Ansatz und der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente dokumentieren die Marktwertentwicklung der Postbank-Aktien. Der Abgangsertrag oder -verlust der Postbank-Beteiligung hängt auch vom Marktwert der Postbank-Aktie ab, da bei Abgang der Beteiligung die entsprechenden derivativen Finanzinstrumente erfolgswirksam ausgebucht werden. Nähert sich der Marktwert dem Terminverkaufspreis bzw. dem festgelegten Preis der Optionen an, ist der Entkonsolidierungseffekt entsprechend höher, da die Werte der derivativen Finanzinstrumente in nahezu gleicher Höhe abnehmen. Verliert der Marktwert der Postbank-Aktie, steigen die Marktwerte der Derivate, was zu einem Abgangsverlust führen kann. Die Effekte aus der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente hätten den Abgangsertrag dann vorweggenommen. Mit Ausübung der Pflichtumtauschanleihe sind die verbliebenen 26.417.432 Postbank-Aktien (dritte Tranche) zu Marktwerten zu bewerten. Sie werden der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“ zugeordnet. Marktwertänderungen der Aktien und Optionen gleichen sich ab dem Zeitpunkt im Finanzergebnis aus. Kreditrisiko Ein Kreditrisiko besteht für den Konzern dahingehend, dass Vertragspartner ihren Verpflichtungen aus operativer Geschäftstätigkeit und aus Finanztransaktionen nicht nachkommen. Um das Kreditrisiko aus Finanztransaktionen zu minimieren, werden nur Geschäfte mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen. Aufgrund der heterogenen Kundenstruktur besteht keine Risikokonzentration. Jedem Vertragspartner wird ein individuelles Limit zugewiesen, dessen Ausschöpfung regelmäßig überwacht wird. An den Bilanzstichtagen wird geprüft, ob aufgrund der Bonität der einzelnen Kontrahenten ein Impairment auf die positiven Marktwerte notwendig ist. Zum 31. Dezember 2009 war dies bei keinem Kontrahenten der Fall. Im operativen Geschäft werden die Ausfallrisiken fortlaufend überwacht. Der Gesamtbetrag der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellt das maximale Ausfallrisiko dar. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 4.881 Mio € (Vorjahr: 5.591 Mio €) sind innerhalb eines Jahres fällig. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Überfälligkeiten bei Forderungen: scroll
scroll
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt: scroll
Alle übrigen Finanzinstrumente sind weder überfällig noch wertgemindert. Die heterogene Struktur der Vertragspartner schließt eine Risikokonzentration aus. Es wird von einer jederzeitigen Einbringlichkeit der übrigen Vermögenswerte ausgegangen. 50.2 Sicherheiten Unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten werden zum Bilanzstichtag 289 Mio € (Vorjahr: 323 Mio €) gestellte Sicherheiten ausgewiesen, die unter anderem im Zusammenhang mit der Veräußerung der Postbank-Aktien stehen. Die Deutsche Post AG ist verpflichtet, Zahlungen aus bereits abgewickelten Sicherungstransaktionen im Rahmen der Veräußerung der Deutsche-Bank-Aktien als Sicherheit bei der Deutsche Bank AG zu hinterlegen. Die Freigabe der hinterlegten Sicherheiten erfolgt mit Ausübung der Pflichtumtauschanleihe im Februar 2012. Weitere Sicherheiten betreffen die Abwicklung der Wohnungsbaudarlehen und bestehende Mietverhältnisse. Unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten werden 40 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) ausgewiesen. Der wesentliche Teil betrifft Sicherheiten im Rahmen der QTE Lease. Daneben hat die Deutsche Post AG 86.417.432 Aktien der Deutsche Postbank AG an die Deutsche Bank AG verpfändet. Die Freigabe der Sicherheiten erfolgt für 60 Millionen Aktien bei Ausübung der Pflichtumtauschanleihe und für die verbleibenden 26.417.432 Aktien bei Ausübung einer der Optionen (siehe Marktpreisrisiko). Derivative Finanzinstrumente Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die im Konzern eingesetzten bilanzierten derivativen Finanzinstrumente und ihre Marktwerte. Derivate mit amortisierenden Nominalvolumen werden mit voller Höhe bei Endfälligkeit gezeigt. scroll
scroll
scroll
Im Jahr 2008 abgeschlossene Sicherungsgeschäfte für interne Finanzierungen und Anlagen wurden im Jahr 2009 teilweise prolongiert. Da dabei nur die Nettoposition prolongiert wurde, hat sich das Nominalvolumen der entsprechenden währungsbezogenen Sicherungsgeschäfte gegenüber dem 31. Dezember 2008 deutlich verringert. Unter der Position Aktien-Optionen werden die Put- und Call-Optionen auf Aktien der Deutsche Postbank AG ausgewiesen. Der Forward war aufgrund des IAS 39.2 (g) nicht zu bilanzieren. Fair Value Hedges Zur Absicherung des Fair-Value-Risikos von festverzinslichen Euro-Verbindlichkeiten wurden Zins-Swaps als Fair Value Hedges eingesetzt. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Zins-Swaps betragen 57 Mio € (Vorjahr: 34 Mio €). Der signifikante Anstieg der Zeitwerte im Vergleich zu 2008 basiert auf der Entwicklung des Marktzinsniveaus. Zum 31. Dezember 2009 bestand außerdem eine Buchwertanpassung auf das Grundgeschäft aus einem in der Vergangenheit aufgelösten Zins-Swap von 24 Mio € (Vorjahr: 30 Mio €). Die Buchwertanpassung wird über die Restlaufzeit der Verbindlichkeit anhand der Effektivzinsmethode erfolgswirksam aufgelöst und reduziert den künftigen Zinsaufwand. Außerdem wurden zur Absicherung von Fremdwährungsverbindlichkeiten gegen negative Marktveränderungen Zins-Währungs-Swaps eingesetzt, durch die die Verbindlichkeit in eine variabel verzinsliche Euro-Verbindlichkeit transformiert worden ist. Damit wurde im Ergebnis das Fair-Value-Risiko aus der Zins- und Währungskomponente gesichert. Der Marktwert dieser Zins-Währungs-Swaps zum 31. Dezember 2009 betrug –14 Mio € (Vorjahr: –19 Mio €). Eine Übersicht der aus den gesicherten Grundgeschäften und den entsprechenden Sicherungsgeschäften entstandenen Gewinne und Verluste gibt die folgende Tabelle: scroll
Cashflow Hedges Cashflow-Risiken aus zukünftigen operativen Fremdwährungsumsätzen und -aufwendungen werden im Konzern mit Devisentermingeschäften und Swaps abgesichert. Die Zeitwerte der Devisentermingeschäfte und Swaps lagen zum Stichtag bei –7 Mio € (Vorjahr: 74 Mio €). Darüber hinaus bestanden zum Stichtag Devisenoptionsgeschäfte mit einem Marktwert von 1 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €) für operative Forderungen und Verbindlichkeiten. Die gesicherten Grundgeschäfte werden 2010 erfolgswirksam. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus zukünftigen Leasingzahlungen und Annuitäten in fremder Währung wurden Devisentermingeschäfte abgeschlossen, deren Zeitwert zum Bilanzstichtag –21 Mio € (Vorjahr: –26 Mio €) betrug. Die Zahlungen aus den gesicherten Grundgeschäften erfolgen ratierlich, letztmals im Jahr 2013. Aus fest kontrahierten Flugzeugkäufen resultieren für den Konzern Cashflow-Risiken im Zusammenhang mit zukünftig zu leistenden Zahlungen in US-Dollar. Diese Risiken wurden mit Termingeschäften abgesichert. Der Zeitwert dieser Cashflow Hedges zum 31. Dezember 2009 betrug –3 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €). Die Flugzeuge gehen im Jahr 2012 zu. Das Sicherungsergebnis wird mit den Anschaffungskosten verrechnet und mit Amortisation des Vermögenswerts erfolgswirksam erfasst. Risiken aus festverzinslichen Fremdwährungsanlagen wurden mit synthetischen Zins-Währungs-Swaps gesichert und in festverzinsliche Euroanlagen transformiert. Diese synthetischen Zins-Währungs-Swaps mit einem Zeitwert zum Stichtag von 28 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €) sichern das Währungsrisiko. Bei den Anlagen handelt es sich um interne Konzerndarlehen, die 2014 fällig werden. Aus einer variabel verzinslichen Verbindlichkeit bestehen für den Konzern Cashflow-Risiken. Zur Vermeidung dieser Risiken wurde ein Zins-Swap abgeschlossen, der das Zinsänderungsrisiko aus dem Grundgeschäft ausgleicht. Zum 31. Dezember 2009 hatte der betreffende Cashflow Hedge einen Marktwert in Höhe von –24 Mio € (Vorjahr: –53 Mio €). Die gesicherte Verbindlichkeit wird im Jahr 2037 fällig. Weiterhin wurde eine festverzinsliche Fremdwährungsverbindlichkeit mittels eines Zins-Währungs-Swaps in eine festverzinsliche Euro-Verbindlichkeit transformiert. Der Marktwert des Derivates betrug zum Bilanzstichtag –7 Mio € (Vorjahr: –12 Mio €). Risiken aus dem Einkauf von Diesel und Schiffsdiesel, die nicht an Kunden weitergereicht werden können, wurden mit Rohstoffpreis-Swaps teilweise abgesichert. Der Zeitwert dieser Cashflow Hedges betrug zum Jahresende 1 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €). Es sind unwesentliche Ineffektivitäten angefallen. 50.3 Zusätzliche Angaben zu den im Konzern eingesetzten Finanzinstrumenten Im Konzern werden Finanzinstrumente analog zu den jeweiligen Bilanzposten klassifiziert. Die folgende Übersicht zeigt eine Überleitung der Klassen auf die Kategorien des IAS 39 und die jeweiligen Marktwerte: scroll
scroll
1) Die in den Finanzschulden enthaltenen Anleihen wurden teilweise als Grundgeschäft zum Fair Value Hedge designiert und unterliegen damit einem Basis Adjustment Die Bilanzierung erfolgt deshalb weder vollständig zum Fair Value noch zu fortgeführten Anschaffungskosten scroll
scroll
1) Die in den Finanzschulden enthaltenen Anleihen wurden teilweise als Grundgeschäft zum Fair Value Hedge designiert und unterliegen damit einem Basis Adjustment Die Bilanzierung erfolgt deshalb weder vollständig zum Fair Value noch zu fortgeführten Anschaffungskosten Existiert für ein Finanzinstrument ein liquider Markt (z. B. Wertpapierbörse), wird der Fair Value durch den Markt- bzw. Börsenpreis am Bilanzstichtag bestimmt. Soweit sich kein Marktwert am aktiven Markt ablesen lässt, werden zur Bewertung notierte Marktpreise am aktiven Markt für ähnliche Instrumente oder anerkannte Bewertungsmodelle zur Ermittlung der Marktwerte verwendet. Die Modelle berücksichtigen die wesentlichen wertbestimmenden Faktoren der Finanzinstrumente. Die verwendeten Bewertungsparameter werden aus den Marktkonditionen zum Bilanzstichtag abgeleitet. Das Kontrahentenrisiko wird auf Basis der aktuellen Credit Default Swaps der Vertragspartner analysiert. Die beizulegenden Zeitwerte von sonstigen langfristigen Forderungen sowie von bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen mit Restlaufzeiten über einem Jahr entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. In den als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifizierten Finanzanlagen sind in Höhe von 97 Mio € (Vorjahr: 158 Mio €) Anteile an Personen- und Kapitalgesellschaften enthalten. Für diese Instrumente besteht kein aktiver Markt. Da die zukünftigen Cashflows nicht zuverlässig ermittelt werden können, kann kein Marktwert mit Bewertungsmodellen ermittelt werden. Die Anteile dieser Gesellschaften werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen. Es ist nicht geplant, von den zum 31. Dezember 2009 ausgewiesenen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern oder auszubuchen. Im Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr wurden keine wesentlichen zu Anschaffungskosten bewerteten Anteile veräußert. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte, die zum Fair Value bewertet werden, betreffen Eigenkapital- und Schuldinstrumente. Unter den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden Wertpapiere, für welche die Fair Value Option in Anspruch genommen wurde, ausgewiesen. Es handelt sich dabei um Wertpapiere, die nicht zur kurzfristigen Gewinnerzielung angeschafft worden sind. Für die Vermögenswerte existiert ein aktiver Markt. Die Bilanzierung erfolgt zu Marktwerten. In der folgenden Tabelle sind die angewandten Methoden der Marktwertermittlung je Klasse dokumentiert: scroll
Im Rahmen der Veräußerung der Aktien der Deutsche Postbank AG ist die Deutsche Post AG ein Termingeschäft mit der Deutschen Bank AG eingegangen, das unter die Anwendung des zum 31. Dezember 2009 geltenden IAS 39.2 (g) fällt und damit nicht mit seinem positiven Marktwert bilanziert wurde. Der Marktwert in Höhe von 1.453 Mio € wurde mit Hilfe wesentlicher Marktdaten (Level 2) ermittelt. In den Geschäftsjahren 2009 und 2008 wurden keine Vermögenswerte reklassifiziert. Die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten, gegliedert nach den einzelnen Bewertungskategorien des IAS 39, stellen sich wie folgt dar: scroll
Die Nettoergebnisse berücksichtigen im Wesentlichen Effekte aus den Wertberichtigungen, der Fair-Value-Bewertung und aus der Veräußerung (Veräußerungsgewinne/-verluste). Bei den erfolgswirksam zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten wurden keine Dividenden und Zinsen berücksichtigt. Angaben zum Nettoergebnis der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte erfolgen unter Textziffer 40. Erträge und Aufwendungen aus Zinsen und Provisionsvereinbarungen der nicht erfolgswirksam zum Marktwert bewerteten Finanzinstrumente werden in den Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung dargestellt. Die kumulierten Aufwendungen für Ausleihungen und Forderungen beinhalten Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Arcandor AG in Höhe von 51 Mio €. 51 Eventualverbindlichkeiten Die Eventualverbindlichkeiten des Konzerns belaufen sich auf insgesamt 2.310 Mio € (Vorjahr: 1.828 Mio €). Von den Eventualverbindlichkeiten betreffen 63 Mio € Bürgschaftsverpflichtungen (Vorjahr: 84 Mio €), 246 Mio € Gewährleistungsverpflichtungen (Vorjahr: 279 Mio €) sowie 114 Mio € Verpflichtungen aus Prozessrisiken (Vorjahr: 87 Mio €). Die sonstigen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 1.887 Mio € (Vorjahr: 1.378 Mio €) berücksichtigen im Wesentlichen die Verpflichtungen aus einem formalen Beihilfeverfahren, siehe Textziffer 53. 52 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Neben den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 6.193 Mio € (Vorjahr: 7.274 Mio €) aus unkündbaren operativen Leasingverhältnissen gemäß IAS 17. Die künftigen unkündbaren Leasingverpflichtungen des Konzerns entfallen auf folgende Anlageklassen: scroll
Grund für den Rückgang der operativen Leasingverpflichtungen ist die Reduzierung des US-Expressgeschäfts (Vorjahr: 404 Mio €). Der Anstieg bei den Flugzeugen ist im Wesentlichen auf den Flottenaufbau bei der AeroLogic GmbH zurückzuführen. Im Vorjahr waren Leasingverpflichtungen der Deutschen Postbank Gruppe in Höhe von 139 Mio € enthalten. scroll
Der Barwert der abgezinsten Mindestleasingzahlungen beläuft sich auf 4.773 Mio € (Vorjahr: 5.554 Mio €). Dabei wurde ein Abzinsungsfaktor von 6,00 % (Vorjahr: 6,00 %) zugrunde gelegt. Insgesamt sind Miet- und Leasingzahlungen in Höhe von 2.370 Mio € (Vorjahr: 2.389 Mio €) entstanden, davon entfallen 1.820 Mio € (Vorjahr: 1.735 Mio €) auf unkündbare Miet- und Leasingverträge. Die künftigen Leasingverpflichtungen aus unkündbaren Verträgen entfallen im Wesentlichen auf die Deutsche Post Immobilien GmbH mit 2.747 Mio € (Vorjahr: 3.006 Mio €). Das Bestellobligo für Investitionen in langfristige Vermögenswerte betrug 234 Mio € (Vorjahr: 150 Mio €). 53 Rechtsverfahren Als Marktführer unterliegen viele Dienstleistungen der Deutsche Post AG der sektorspezifischen Regulierung nach dem Postgesetz. Die Regulierungsbehörde genehmigt bzw. überprüft insbesondere Entgelte, gestaltet Bedingungen des Zugangs zu Teilleistungen und übt die allgemeine Missbrauchskontrolle aus. Aus den daraus resultierenden Verfahren können sich Umsatz- und Ergebniseinbußen ergeben. Rechtliche Risiken resultieren unter anderem aus den Klagen eines Wettbewerbers gegen die Preisgenehmigungsentscheidungen im Rahmen des Price-Cap-Verfahrens für die Jahre 2003, 2004 und 2005 sowie eines Verbandes gegen die Preisgenehmigungsentscheidung im Rahmen des Price-Cap-Verfahrens für das Jahr 2008. Rechtliche Risiken resultieren ebenso aus Klagen der Deutschen Post gegen weitere Entgeltgenehmigungsentscheidungen der Regulierungsbehörde. Aufgrund einer Beschwerde des Deutschen Verbands für Post und Telekommunikation wegen des Vorwurfs überhöhter Briefentgelte ist ein Wettbewerbsverfahren vor der Europäischen Kommission anhängig. Im Rahmen dieses Verfahrens hat die Deutsche Post AG detailliert ihre Auffassung dargelegt, dass die Porti in ihrer Höhe angemessen sind. Die Deutsche Post AG ist dazu verpflichtet, Kunden und Wettbewerbern Zugang zu Teilleistungen aufgrund regulatorisch festgesetzter Bedingungen zu gewähren. Gegen die entsprechenden Entscheidungen der Regulierungsbehörde sind weiterhin Verfahren vor den Verwaltungsgerichten anhängig. Daraus können sich je nach Ausgang der Verfahren weitere Umsatz- und Ergebniseinbußen ergeben. Ein von der Monopolkommission erhobener Vorwurf ist Gegenstand von Auskunftsersuchen, die die EU-Kommission auf Beschwerde eines Dritten an die Bundesregierung richtete. Der Vorwurf lautet, dass die Deutsche Post AG der Deutsche Postbank AG ermögliche, Postfilialen zu nicht marktgerechter Vergütung zu nutzen, und dadurch gegen das Beihilfeverbot des EG-Vertrags verstoße. Deutsche Post AG und Deutsche Postbank AG sind der Auffassung, dass dieser Vorwurf nicht zutreffend ist und dass das von der Deutsche Postbank AG entrichtete Entgelt den wettbewerbs- und beihilferechtlichen Vorgaben des EU-Rechts entspricht. Die EU-Kommission bat die Bundesrepublik Deutschland auch um eine Stellungnahme zu dem 1999 erfolgten Verkauf aller Anteile der Deutsche Postbank AG an die Deutsche Post AG. Allerdings hatte die EU-Kommission den Erwerb der Deutsche Postbank AG bereits im Rahmen des Beihilfeverfahrens untersucht, das mit Entscheidung vom 19. Juni 2002 abgeschlossen wurde. Damals war sie ausdrücklich zu dem Ergebnis gelangt, dass der Erwerb der Postbank „ohne jede staatliche Beihilfe“ erfolgte. Die Bundesregierung hat gegenüber der EU-Kommission dargelegt, dass die Vorwürfe ihrer Auffassung nach unbegründet sind. Dennoch lässt sich für beide im Zusammenhang mit dem Auskunftsersuchen stehenden Vorwürfe nicht gänzlich ausschließen, dass die EU-Kommission einen Beihilfetatbestand bejahen wird. Am 12. September 2007 hat die EU-Kommission ein förmliches Beihilfeprüfverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland eröffnet. Darin wird untersucht, ob die Bundesrepublik Deutschland die Kosten der von der Deutsche Post AG bzw. ihrer Rechtsvorgängerin Deutsche Bundespost POSTDIENST in den Jahren 1989 bis 2007 erbrachten Universaldienstleistungen durch staatliche Mittel überkompensiert habe und ob dem Unternehmen dadurch eine europarechtswidrige Beihilfe gewährt worden sei. Gemäß der Eröffnungsentscheidung will die Kommission alle in diesem Zeitraum erfolgten staatlichen Vermögenstransfers prüfen, ebenso die vom Staat übernommenen Bürgschaften, die gesetzlich eingeräumten Exklusivrechte, die Preisregulierung der Briefdienste und die staatliche Finanzierung von Beamtenpensionen. Untersucht werden soll zudem die Kostenzuordnung zwischen reguliertem Briefdienst, Universaldienst und Wettbewerbsdiensten innerhalb der Deutsche Post AG und ihrer Vorgängerin. Dies betrifft auch die Kooperationsvereinbarungen zwischen Deutsche Post AG und Deutsche Postbank AG sowie zwischen Deutsche Post AG und dem durch die DHL Vertriebs GmbH vermarkteten Geschäftskunden-Paketdienst. Die Deutsche Post AG ist ebenso wie die Deutsche Postbank AG der Ansicht, dass die neue Untersuchung ohne jede Grundlage ist. Alle im Zuge der Privatisierung der Deutschen Bundespost erfolgten Vermögensübertragungen, die staatlichen Bürgschaften sowie die Finanzierung der Pensionsverpflichtungen waren schon Gegenstand des Beihilfeprüfverfahrens, das durch Entscheidung vom 19. Juni 2002 beendet wurde. Darin wurden diese Maßnahmen nicht als rechtswidrige staatliche Beihilfen gewertet. Die Deutsche Post AG und die Deutsche Postbank AG sind weiter der Ansicht, dass die Exklusivrechte, die gesetzlich gewährt wurden, und die Briefpreise, die der Regulierung unterliegen, schon tatbestandlich nicht als staatliche Beihilfen eingeordnet werden können. Die Deutsche Post AG ist ferner der Auffassung, dass die internen Kostenverrechnungen mit ihren Tochtergesellschaften im Einklang mit den EU-Beihilferegeln sowie der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs stehen. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die EU-Kommission in dem Verfahren das Vorliegen einer rechtswidrigen Beihilfe bejaht. Das Europäische Gericht erster Instanz (EuG) hat am 1. Juli 2008 geurteilt, dass die Entscheidung der EU-Kommission vom 19. Juni 2002 nichtig ist, in der die Deutsche Post AG zur Rückzahlung angeblich erhaltener Beihilfen verpflichtet wurde. Als Folge jener Entscheidung der EU-Kommission hatte die Deutsche Post AG im Januar 2003 insgesamt 907 Mio € (572 Mio € angebliche Beihilfe zzgl. Zinsen) an die Bundesrepublik Deutschland zahlen müssen, obwohl sie gegen die Entscheidung unverzüglich Rechtsmittel eingelegt hatte. Nach dem Urteil des EuG wurde dieser Betrag von der Bundesrepublik Deutschland ebenfalls verzinst an die Deutsche Post AG zurückgezahlt; die Gesamtsumme in Höhe von 1.067 Mio € hat die Deutsche Post AG von der Bundesrepublik Deutschland am 1. August 2008 zurückerhalten. Gegen das Urteil des EuG hat die EU-Kommission Berufung zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingelegt. Die Deutsche Post AG geht davon aus, dass die Berufung nur geringe Aussicht auf Erfolg hat. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass der EuGH der Berufung stattgibt, so dass das EuG neu entscheiden müsste. Trotz des andauernden Rechtsstreits könnte dadurch unter Umständen die Entscheidung der EU-Kommission aus dem Jahr 2002 wieder wirksam werden, so dass die infolge des Urteils des EuG vom 1. Juli 2008 zurückerlangte Gesamtsumme erneut verzinst an die Bundesrepublik zu zahlen wäre. Im Zusammenhang mit einer offiziellen Untersuchung der Festlegung von Zuschlägen und Entgelten in der internationalen Speditionsbranche gingen bei DHL Global Forwarding, wie auch bei allen anderen großen Unternehmen im Speditionsgewerbe, im Oktober 2007 ein Auskunftsersuchen der Wettbewerbsdirektion der Europäischen Kommission, eine Vorladung der Kartellabteilung des US-Justizministeriums sowie Auskunftsersuchen von Wettbewerbsbehörden anderer Jurisdiktionen ein. Im Januar 2008 wurde im Namen von Käufern von Speditionsleistungen eine Kartellsammelklage gegen die Deutsche Post AG und DHL am Bezirksgericht von New York (New York District Court) angestrengt. Dieser Zivilprozess scheint sich darauf zu gründen, dass Kartelluntersuchungen im Gange sind, jedoch nicht auf ein bekanntes Ergebnis oder einen bezifferten Verlust. Der Konzern Deutsche Post DHL kann das Ergebnis der Untersuchungen oder die Chancen der Sammelklage nicht vorhersagen oder kommentieren, ist jedoch der Auffassung, dass das damit verbundene finanzielle Risiko begrenzt ist. Deshalb wurden keine Rückstellungen gebildet. 54 Aktienbasierte Vergütung Aktienorientiertes Vergütungssystem für Führungskräfte (Share Matching Scheme) Im Jahr 2009 wurde für einen Teil der Konzernführungskräfte ein neues System zur Gewährung variabler Gehaltsbestandteile eingeführt, das als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente gemäß IFRS 2 bilanziert wird. Es sieht vor, dass die betroffenen Konzernführungskräfte einen Teil ihres variablen Gehalts für 2009 im Jahr 2010 in Aktien der Deutsche Post AG erhalten, wobei jede Führungskraft diesen verpflichtenden Aktienanteil individuell durch Umwandlung eines weiteren Teils des variablen Gehaltes aus 2009 erhöhen kann. Bei Erfüllung bestimmter Bedingungen erhält die Führungskraft vier Jahre später nochmals die gleiche Anzahl an Aktien der Deutsche Post AG (sogenannte Matching Shares). Für die Tranche 2009 läuft somit das Programm 2014 aus. Der Fair Value dieser Matching Shares entspricht dem Aktienkurs der Deutsche Post AG zum Gewährungstag (11,48 €). Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 ist aus diesem neuen System zur Gewährung variabler Gehaltsbestandteile insgesamt ein Betrag in Höhe von 5 Mio € im Eigenkapital erfasst. Dieses System wird im Jahr 2010 auf weitere Teile der Konzernführungskräfte ausgeweitet werden. Aktienorientierte Vergütungssysteme für Führungskräfte (Aktienoptionsplan 2003) Am 30. Juni 2009 endete die Ausübungsphase der Tranche 2004 aus dem Aktienoptionsprogramm 2003. Nach den Planbedingungen verfielen alle bis zum 30. Juni 2009 nicht ausgeübten Optionen und Wertsteigerungsrechte (Stock Appreciation Rights, SAR) dieser Tranche. Somit gibt es seit dem 1. Juli 2009 aus dem Aktienoptionsplan 2003 keine ausstehenden Optionsrechte bzw. SAR mehr. scroll
1) Aufgrund von rechtlichen Restriktionen wurden in einzelnen Ländern anstelle von Aktienoptionen SAR gewährt. Aufgrund des ermittelten Zeitwertes der SAR wurde den Rückstellungen im Jahr 2009 kein Betrag zugeführt Die Bewertung des AOP wurde anhand finanzmathematischer Methoden auf der Grundlage von Optionspreismodellen (Fair-Value-Bewertung) vorgenommen. Für die im Geschäftsjahr 2009 verfallenen Optionen wurde kein Personalaufwand (Vorjahr: 4 Mio €) ausgewiesen. Für SAR aus diesem Plan ist ebenfalls wie im Vorjahr, kein Personalaufwand gebucht worden. Weitere Angaben zu der aktienbasierten Vergütung der Vorstandsmitglieder finden sich unter Textziffer 55. SAR (Stock Appreciation Rights)-Plan 2006 für Führungskräfte Der SAR-Plan ist der Nachfolgeplan für den AOP 2003, aus dem im Jahr 2005 letztmalig Optionen ausgegeben werden durften. Zum 3. Juli 2006 erhielten ausgewählte Führungskräfte SAR aus dem neu aufgelegten Plan. Danach erhalten die Führungskräfte die Möglichkeit, nach Erfüllung von anspruchsvollen Erfolgszielen innerhalb eines festgelegten Zeitraumes eine Barzahlung in Höhe der Differenz zwischen dem jeweiligen Kurs der Deutsche Post-Aktie und dem festgelegten Ausgabepreis zu erhalten. Long-Term Incentive Plan (LTIP 2006) für Vorstandsmitglieder Der LTIP 2006 ist der Nachfolgeplan für den AOP 2003, aus dem im Jahr 2005 letztmalig Optionen ausgegeben werden durften. Zum 1. Juli 2006 erhielten die Mitglieder des Vorstands SAR aus dem neu aufgelegten Plan. Jedes Stock Appreciation Right (SAR) aus dem LTIP 2006 berechtigt zum Barausgleich in Höhe der Differenz zwischen dem Durchschnitt der Schlusskurse der Deutsche Post-Aktie während der letzten fünf Handelstage vor dem Ausübungstag und dem Ausgabepreis des SAR. Wie bisher müssen die Mitglieder des Vorstands je Tranche ein Eigeninvestment in Höhe von 10 % ihres Jahreszielgehalts leisten. Die Anzahl der an die Vorstandsmitglieder auszugebenden SAR wird für jede Tranche neu vom Aufsichtsrat bzw. seinem Präsidialausschuss festgelegt. Die übrigen wesentlichen Merkmale des Aktienoptionsplans wurden übernommen. So können die bis 2008 gewährten SAR frühestens nach Ablauf einer dreijährigen Wartezeit nach dem Ausgabetag innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren ganz oder teilweise ausgeübt werden, wenn am Ende der Wartezeit ein absolutes bzw. ein relatives Erfolgsziel erreicht wird. Nach Ablauf des Ausübungszeitraums verfallen nicht ausgeübte SAR. Entsprechend den Regelungen des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) wurde die Wartezeit für die im Jahr 2009 ausgegebenen SAR auf vier Jahre verlängert. Um zu ermitteln, ob und wie viele der gewährten SAR ausübbar sind, werden der Durchschnittskurs bzw. der Durchschnittsindex während des Referenz- und Performancezeitraums miteinander verglichen. Beim Referenzzeitraum handelt es sich um die letzten zwanzig aufeinanderfolgenden Handelstage vor dem Ausgabetag. Der Performancezeitraum betrifft die letzten sechzig Handelstage vor Ablauf der Wartezeit. Der Durchschnittskurs (Endkurs) wird aus dem Durchschnitt der Schlusskurse der Deutsche Post-Aktie im Xetra-Handel der Deutsche Börse AG ermittelt. Das absolute Erfolgsziel ist erreicht, wenn der Endkurs der Deutsche Post-Aktie mindestens 10, 15, 20 oder 25 % über dem Ausgabepreis liegt. Das relative Erfolgsziel ist an die Performance der Aktie im Verhältnis zur Performance des Dow Jones STOXX 600 Index (SXXP; ISIN EU0009658202) gekoppelt. Es ist erreicht, wenn die Wertentwicklung der Aktie während des Performancezeitraums der des Indexes entspricht oder die Outperformance mindestens 10 % beträgt. Von je sechs SAR können maximal vier über das absolute Erfolgsziel und maximal zwei über das relative Erfolgsziel „verdient“ werden. Wird zum Ablauf der Wartezeit kein absolutes oder relatives Erfolgsziel erreicht, verfallen die darauf entfallenden SAR der entsprechenden Tranche ersatz- und entschädigungslos. Weitere Details zu den Tranchen des LTIP 2006 zeigt die folgende Tabelle: scroll
Für die SAR aus dem SAR-Plan 2006 und dem Long-Term Incentive Plan für Vorstände (LTIP 2006) wurde mit einem stochastischen Simulationsmodell ein Zeitwert ermittelt. Daraus ergab sich, dass für das Geschäftsjahr 2009 ein Aufwand in Höhe von 2 Mio € gebucht wurde (Vorjahr: 0 €). Weitere Angaben zu der aktienbasierten Vergütung der Vorstandsmitglieder finden sich unter Textziffer 55.2. Für den LTIP 2006 und SAR-Plan 2006 (Vorstände und Führungskräfte) ergab sich zum Bilanzstichtag eine Rückstellung in Höhe von 16 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €). 55 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 55.1 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und der Bundesrepublik Deutschland Sämtliche nahestehenden Unternehmen, die von dem Konzern beherrscht werden oder auf die vom Konzern ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, sind in der Anteilsliste mit Angaben zum Beteiligungsanteil, zum Eigenkapital und zum Jahresergebnis – geordnet nach geografischen Bereichen – verzeichnet. Die Deutsche Post AG unterhält vielfältige Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland und anderen von der Bundesrepublik Deutschland kontrollierten Unternehmen. Der Bund ist Kunde der Deutsche Post AG und nimmt als solcher Dienste des Unternehmens in Anspruch. Die Geschäftsbeziehungen der Deutsche Post AG bestehen jeweils unmittelbar zu den einzelnen Behörden und sonstigen staatlichen Stellen als voneinander unabhängigen Einzelkunden; die diesen gegenüber erbrachten Leistungen sind jeweils nicht erheblich für die Gesamteinnahmen der Deutsche Post AG. Beziehungen zur KfW Bankengruppe Die KfW Bankengruppe (KfW) unterstützt den Bund bei der Fortsetzung der Privatisierung von Unternehmen wie Deutsche Post AG oder Deutsche Telekom AG. Im Jahre 1997 entwickelte die KfW zusammen mit dem Bund das sogenannte Platzhaltermodell als Instrumentarium für Privatisierungen des Bundes. Nach diesem Modell verkauft der Bund ganz oder teilweise seine Beteiligungen an die KfW mit dem Ziel der vollständigen Privatisierung dieser staatlichen Unternehmen. Seit 1997 hat die KfW auf dieser Grundlage in mehreren Schritten Aktien der Deutsche Post AG vom Bund gekauft und verschiedene Kapitalmarktransaktionen mit diesen Aktien durchgeführt. Der Anteil der KfW am Grundkapital der Deutsche Post AG beträgt aktuell 30,5 %. Beziehungen zur Bundesanstalt für Post und Telekommunikation (BanstPT) Die Bundesrepublik Deutschland verwaltet ihren Aktienbesitz an der Deutsche Post AG und nimmt ihre Aktionärsrechte durch die rechtsfähige Bundesanstalt für Post und Telekommunikation (Bundesanstalt) wahr, die der Aufsicht des Bundesministeriums der Finanzen untersteht. Der Bundesanstalt sind nach dem Gesetz über die Errichtung einer Bundesanstalt für Post und Telekommunikation (Bundesanstalt-Post-Gesetz) bestimmte gesetzliche Aufgaben und Rechte übertragen worden, die die gemeinsamen Angelegenheiten der Deutsche Post AG, der Deutsche Postbank AG und der Deutsche Telekom AG betreffen. Die Bundesanstalt führt darüber hinaus die Postbeamtenkrankenkasse, das Erholungswerk, die Versorgungsanstalt der Deutsche Bundespost (VAP) und das Betreuungswerk für Deutsche Post AG, Deutsche Postbank AG, Deutsche Telekom AG und Bundesanstalt weiter. Die Koordinations- und Verwaltungsaufgaben werden auf der Grundlage von Geschäftsbesorgungsverträgen wahrgenommen. Im Jahr 2009 wurden der Deutsche Post AG für Leistungen der Bundesanstalt Abschlagszahlungen in Höhe von 68 Mio € (Vorjahr: 64 Mio €) in Rechnung gestellt. Beziehungen zum Bundesministerium der Finanzen Zwischen dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) und der Deutsche Post AG wurde im Geschäftsjahr 2001 eine Vereinbarung getroffen, die die Modalitäten der Abführung der Einnahmen der Deutsche Post AG aus der Erhebung der Ausgleichszahlung nach den Gesetzen über den Abbau der Fehlsubventionierung im Wohnungswesen der Postwohnungsfürsorge regelt. Im Geschäftsjahr 2009 hat die Deutsche Post AG den Gesamtbetrag von rund 0,1 Mio € für das Geschäftsjahr 2008 sowie 0,61 Mio € für das Geschäftsjahr 2009 an den Bund abgeführt. Die Endabrechnung für das Geschäftsjahr 2009 erfolgt vereinbarungsgemäß bis zum 1. Juli 2010. Mit Vertrag vom 30. Januar 2004 hat die Deutsche Post AG mit dem BMF eine Vereinbarung bezüglich der Überleitung von Beamten zu Bundesbehörden getroffen. Danach werden Beamte mit dem Ziel der Versetzung für 6 Monate abgeordnet und bei Bewährung anschließend versetzt. Die Deutsche Post AG beteiligt sich nach vollzogener Versetzung durch Zahlung eines Pauschalbetrages an der Kostenbelastung des Bundes. Für das Jahr 2009 ergaben sich hieraus 8 Versetzungen (Vorjahr: 6) und 18 Abordnungen mit dem Ziel der Versetzung im Jahr 2010 (Vorjahr: 2). Beziehungen zur Deutsche Telekom AG und deren verbundenen Unternehmen Der Bund ist direkt und indirekt (über die KfW Bankengruppe) mit insgesamt 31,70 % (Stand 31. Dezember 2009) an der Deutsche Telekom AG beteiligt. Da der Bund trotz seiner Minderheitsbeteiligung aufgrund der durchschnittlichen Hauptversammlungspräsenz eine sichere Hauptversammlungsmehrheit besitzt, ist ein Abhängigkeitsverhältnis der Deutschen Telekom vom Bund begründet. Daher gilt die Deutsche Telekom als nahestehendes Unternehmen der Deutsche Post AG. Im Geschäftsjahr 2009 hat der Konzern für die Deutsche Telekom AG Waren und Dienstleistungen in Höhe von 0,31 Mrd € (Vorjahr: 0,35 Mrd €) erbracht. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Beförderungsleistungen für Briefe und Paketsendungen. Im gleichen Zeitraum hat der Konzern für 0,4 Mrd € (Vorjahr: 0,4 Mrd €) Waren und Dienstleistungen (darunter IT-Produkte und Dienstleistungen) von der Deutschen Telekom erworben. Beziehungen zur Commerzbank AG Die Commerzbank AG ist aufgrund der Aktienbeteiligung des Bundes in Höhe von 25 % plus einer Aktie ein nahestehendes Unternehmen. Es besteht zwischen der Commerzbank AG und der Deutsche Post AG eine zum Stichtag nicht genutzte Rahmenkreditvereinbarung in Höhe von 200 Mio €. Bundes-Pensions-Service für Post und Telekommunikation e.V. Angaben zum Bundes-Pensions-Service für Post- und Telekommunikation e.V. finden sich unter Textziffer 7. Beziehungen zu Pensionsfonds Die Immobilien im rechtlichen oder wirtschaftlichen Eigentum des Deutsche Post Betriebsrenten Service e.V. (DPRS) bzw. der Deutsche Post Pensions-Treuhand GmbH & Co. KG, der Deutsche Post Betriebsrenten-Service e.V. & Co. Objekt Gronau KG sowie Deutsche Post Grundstücks Vermietungsgesellschaft beta mbH Objekt Leipzig KG mit einem Zeitwert von 1.050 Mio € (Vorjahr: 1.041 Mio €) werden ausschließlich an die Deutsche Post Immobilien GmbH vermietet. Der Mietaufwand der Deutsche Post Immobilien GmbH beträgt 66 Mio € für das Jahr 2009 (Vorjahr: 58 Mio €). Die Mieten wurden termingerecht bezahlt. Die Deutsche Post Pensions-Treuhand GmbH & Co. KG ist zu 100 % Eigentümerin der Ende 2009 gegründeten Deutsche Post Pensionsfonds AG. Zum 31. Dezember 2009 bestanden keine Forderungen bzw. Verbindlichkeiten. Im Jahr 2009 gab es keine Verkaufsbeziehungen zwischen den externen Trägern und einem Konzernunternehmen der Deutsche Post AG. Beziehungen zu nichteinbezogenen Unternehmen und assoziierten Unternehmen Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen steht der Konzern unmittelbar oder mittelbar in Ausübung der normalen Geschäftstätigkeit mit einer Vielzahl von nichteinbezogenen Unternehmen und assoziierten Gesellschaften, die als nahestehende Unternehmen des Konzerns gelten, in Beziehung. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurden sämtliche Liefer- und Leistungsbeziehungen, die mit den nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen stattfanden, zu markt-üblichen Bedingungen und Konditionen durchgeführt, wie sie auch mit konzernfremden Dritten üblich sind. Im Geschäftsjahr 2009 wurden mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen Geschäfte getätigt, die zu folgenden Posten im Konzernabschluss geführt haben: scroll
55.2 Beziehungen zu nahestehenden Personen Gemäß IAS 24 berichtet der Konzern auch über Geschäftsvorfälle zwischen ihm und seinen nahestehenden Personen bzw. deren Familienangehörigen. Als nahestehende Personen wurden Vorstand, Aufsichtsrat, Zentral- sowie Geschäftsbereichsleiter (Führungskräfte der Ebene 2) und deren Familienangehörige definiert. Berichtspflichtige Geschäftsvorfälle zwischen Vorstand sowie deren Familienangehörigen und dem Konzern lagen im Geschäftsjahr 2009 nicht vor. In einigen Fällen waren Aufsichtsratsmitglieder in Rechtsgeschäfte mit der Deutsche Post AG involviert. Diese betrafen im Wesentlichen Dienstleistungserbringungen in einem Umfang von 1 Mio €. In einem Fall hatte eine Führungskraft der Ebene 2 bzw. dessen Familienangehöriger Geschäftsbeziehungen zur Deutsche Post AG, die jedoch im Geschäftsjahr 2008 endete. Die Zahlung erfolgte im Jahr 2009. Der Umfang dieses Geschäftes lag unter 0,5 Mio €. Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats. Die aktiven Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet: scroll
Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (Service Cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 erfassten Aufwand für die aktienbasierte Vergütung. Er wird in der folgenden Tabelle individualisiert dargestellt: scroll
Weitere Angaben zu den aktienbasierten Vergütungen der Vorstände für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 sind den folgenden Tabellen zu entnehmen: scroll
scroll
1) Bis 24. Februar 2009 2) Bis 30. Juni 2009 scroll
1) Bis 9. November 2008 scroll
2) Bis 17. Februar 2008 Vergütung des Vorstands Die Gesamtvergütung der aktiven Mitglieder des Vorstands inklusive der Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung belief sich im Geschäftsjahr 2009 insgesamt auf 22,2 Mio € (Vorjahr: 16,7 Mio €). Davon entfielen 9,8 Mio € (Vorjahr: 9,0 Mio €) auf erfolgsunabhängige Komponenten (Fixum und Nebenleistung), 5,1 Mio € (Vorjahr: 2,9 Mio €) auf erfolgsbezogene Komponenten (Variable) sowie 7,3 Mio € (Vorjahr: 4,8 Mio €) auf Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung (SAR). Die Anzahl der SAR betrug 1.800.000 Stück (Vorjahr: 1.725.000 Stück). Ehemalige Mitglieder des Vorstandes Die Bezüge für ehemalige Mitglieder des Vorstands bzw. deren Hinterbliebene betrugen 8,1 Mio € (Vorjahr: 43,1 Mio €). Der nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen ermittelte Verpflichtungsumfang (DBO) für laufende Pensionen beläuft sich auf 26,1 Mio € (Vorjahr: 25,3 Mio €). Vergütung des Aufsichtsrats Im Geschäftsjahr 2009 betrug die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats rund 0,7 Mio € (Vorjahr: 0,8 Mio €), davon entfielen 0,6 Mio € auf das Fixum (Vorjahr: 0,6 Mio €), 0 Mio € auf erfolgsabhängige Vergütung (Vorjahr: 0 Mio €) sowie 0,1 Mio € auf Sitzungsgelder (Vorjahr: 0,2 Mio €). Weitere Angaben zur individualisierten Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats finden sich im Corporate-Governance-Bericht, dessen Vergütungsbericht gleichzeitig Bestandteil des Konzernlageberichts ist. Aktienbesitz des Vorstands und des Aufsichtsrats Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Post AG halten am 31. Dezember 2009 Aktien der Gesellschaft im Umfang von weniger als 1 % des Grundkapitals der Gesellschaft. Meldepflichtige Transaktionen Die der Deutsche Post AG gem. § 15 a Wertpapierhandelsgesetz gemeldeten Transaktionen von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern mit Wertpapieren der Gesellschaft sind auf der Website der Gesellschaft unter www.dp-dhl.com einsehbar. 56 Honorare des Abschlussprüfers Für die im Geschäftsjahr 2009 und im Vorjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses, PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden: scroll
57 Inanspruchnahme von § 264 Abs. 3 HGB Die Deutsche Post AG nimmt für das Geschäftsjahr 2009 die Erleichterungen des § 264 Abs. 3 HGB für folgende Gesellschaften in Anspruch:
58 Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Deutsche Post AG haben gemeinsam am 7. Dezember 2009 die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex für das Geschäftsjahr 2009 abgegeben. Die Entsprechenserklärung ist im Internet unter www.corporate-governance-codex.de und auf der Homepage www.dp-dhl.com im Wortlaut abrufbar. 59 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Mit dem zum 1. Januar 2010 in Kraft getretenen geänderten IAS 39 wird der bisher in der Pflichtumtauschanleihe nicht bilanzierte Terminverkauf (Forward) erfolgswirksam mit seinem Marktwert in der Bilanz abgebildet, siehe Textziffern 3 und 4. Weitere berichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor. 60 Sonstiges Ende Januar 2009 hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig aus formalen Gründen gegen die Mindestlohn-Verordnung des Bundesarbeitsministeriums entschieden. In der Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts wird im Wesentlichen auf Verfahrensfehler beim Zustandekommen der Verordnung durch das Bundesarbeitsministerium verwiesen. 61 Anteilsbesitzliste scroll
IAS-Werte gemäß Einzelabschluss vor Gewinnabführung 1)Nur Teilkonzerndaten vorhanden2)Angaben aus 20083)Lokale Rechnungslegungsgrundsätze4)Nicht verfügbar5)Ruhend6)Einbezug nach SIC-12 (Zweckgesellschaft)7)Stimmrechte8)Vorläufig VERSICHERUNG DES VORSTANDSWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens,- Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Bonn, 19. Februar 2010 Deutsche Post AG Der Vorstand Dr. Frank Appel Ken Allen Jürgen Gerdes Walter Scheurle Bruce Edwards Lawrence Rosen Hermann Ude BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERSWir haben den von der Deutsche Post AG, Bonn, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Gewinn-und-Verlust-Rechnung und Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie die Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht im Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Düsseldorf, den 19. Februar 2010 PricewaterhouseCoopers Klaus-Dieter Ruske; Wirtschaftsprüfer Dietmar Prümm; Wirtschaftsprüfer |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||