DF Deutsche Forfait Aktiengesellschaft

Köln

Konzern-Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023

Weiter nach vorn

Konzernzwischenabschluss der DF Deutsche Forfait AG für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023

I. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

(1) Geschäftsmodell des Konzerns

Die DF-Gruppe ist ein Spezialist für Außenhandelsfinanzierungen und damit zusammenhängende Dienstleistungen. Zu ihren Kunden zählen Exporteure, Importeure und andere Finanzunternehmen. Die DF-Gruppe hat sich mit ihren Angeboten aktuell auf die Länder des Nahen und Mittleren Ostens und hier insbesondere den Iran spezialisiert. Im Hinblick auf den Handel mit dem Iran konzentriert sie sich seit dem Sommer 2018 aus geschäftspolitischen Gründen ausschließlich auf humanitäre Güter.

Das Produktportfolio der DF-Gruppe ist auf den geographischen Fokus und die spezifischen Kundenbedürfnisse abgestimmt. Sie bietet insbesondere den Marketing-Service an, bei dem nach eigener Compliance-Prüfung Geschäfte aus den Bereichen Nahrungsmittel, Pharma und Healthcare an ihre strategischen Partner vermittelt werden, die diese dann abwickeln. Der Konzern betreibt zudem das Inkasso von Außenhandelsforderungen, welches für die Region Naher und Mittlerer Osten über ihre tschechische Tochter DF Deutsche Forfait Middle East s.r.o. ausgeführt wird. Die DF Deutsche Forfait s.r.o. deckt das übrige geographische Spektrum mit Schwerpunkt auf Emerging Markets ab.

Das Factoring-Geschäft wird ebenfalls von der Prager Tochtergesellschaft vornehmlich tschechischen Kunden angeboten und erweitert das Produktportfolio der DF-Gruppe seit Ende 2020. Die Forfaitierung hat ebenfalls im Berichtszeitraum zu den Erlösen beigetragen; hier werden die Forderungen unter Berücksichtigung individueller Risiken des einzelnen Geschäfts von der Deutsche Forfait GmbH oder der DF ME s.r.o. angekauft. Die DF-Gruppe akquiriert ihre Geschäfte durch den eigenen Vertrieb oder über Vermittler beziehungsweise strategische Partner in der Regel im Land des Importeurs. Daneben vertreibt die DF-Gruppe Beratungs- und Schulungsleistungen im Bereich Compliance, bei denen sie ihr länderspezifisches Know-how, ihr Netzwerk sowie ihre Compliance-Kompetenz vermarktet.

Die Struktur der Produktlösungen, die im Berichtsjahr von der DF-Gruppe angeboten wurden, ist in der folgenden Grafik dargestellt.

Zur weiteren Diversifizierung hat die DF-Gruppe ihr Produktportfolio durch das Geschäftsfeld Project Finance Activities erweitert. Hier liegt der Schwerpunkt auf Service- und Beratungsleistungen im Rahmen von Projektfinanzierungen, die auch über die Zielregion hinaus - vornehmlich in Schwellenländern - angeboten werden. Damit wird die Geschäftstätigkeit der DF-Gruppe auch geographisch breiter gestreut.

Seit 2023 tritt die DF-Gruppe darüber hinaus im neuen Geschäftsfeld Trading als selbstständiger Händler von Agrarprodukten unter Wahrung der geltenden Compliance-Anforderungen auf.

Das Geschäftsmodell der DF-Gruppe unterliegt rechtlichen, politischen sowie wirtschaftlichen Einflussfaktoren, vor allem im Hinblick auf Sanktionierungen und Handelsbeschränkungen. Insbesondere die Einhaltung von Restriktionen wird durch das unternehmensinterne und erfahrene Compliance-Team intensiv überwacht.

(2) Struktur der DF-Gruppe

Die in Köln ansässige DF Deutsche Forfait AG ("DF AG" oder "Gesellschaft") ist die Holding- und Konzernobergesellschaft der DF-Gruppe. Die DF AG hat drei operative Tochtergesellschaften. Hierbei handelt es sich um die Deutsche Forfait GmbH in Köln ("DF GmbH"), die DF Deutsche Forfait s.r.o. ("DF s.r.o.") sowie die DF Deutsche Forfait Middle East s.r.o. ("DF ME s.r.o.") in Prag, Tschechische Republik.

Organisationsstruktur

Die DF GmbH konzentriert sich mit ihrem Produktangebot, das vor allem den Marketing-Service, das Forfaitierungsgeschäft und das Inkasso von Außenhandelsforderungen sowie Beratungsleistungen umfasst, auf die Region Naher und Mittlerer Osten. Daneben erbringt sie Serviceleistungen für die anderen Gesellschaften der DF-Gruppe. Hierzu zählen unter anderem die Bereiche Rechnungswesen, Vertragsabwicklung, Compliance, Vertrieb und Risikomanagement.

Bei den Tochtergesellschaften in Prag sind das Factoring-Geschäft, die Abwicklung einzelner Geschäfte, wie z.B. die Vergabe von Darlehen, der An- und Verkauf von Solawechseln sowie Inkassotätigkeiten angesiedelt. Die DF ME s.r.o. konzentriert sich hierbei auf Transaktionen und das Produkt Trading im Nahen und Mittleren Osten mit Schwerpunkt Iran; die DF s.r.o. deckt das übrige geographische Spektrum mit Schwerpunkt auf Emerging Markets ab. Alle Tochtergesellschaften sind rechtlich selbständige Einheiten.

II. WIRTSCHAFTSBERICHT

(1) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die weltwirtschaftliche Lage war im ersten Halbjahr 2023 nach wie vor von den Auswirkungen des Ukraine-Krieges und den damit verbundenen Einflüssen auf die weltweite Wirtschaft geprägt.

Anfang des Jahres 2023 erwartete der IWF eine Wachstumsrate für die Weltwirtschaft in Höhe von 2,9 % im Jahr 2023 und von 3,1 % im Jahr 2024. Im Vergleich zur letzten Prognose vom Oktober 2022 war das für 2023 eine Aufwärtsrevision von 0,2 Prozentpunkten, für 2024 eine Abwärtsrevision um 0,1 Prozentpunkte. Allerdings sollte das Wachstum damit im Vergleich zum Jahr 2022 nochmals deutlich um 0,5 Prozentpunkte sinken und die Wachstumsraten klar unterhalb des langjährigen Durchschnitts von 3,8 % der Jahre 2000 bis 2019 bleiben.

Der Rückgang der weltwirtschaftlichen Dynamik gehe dabei insbesondere auf die Industriestaaten zurück: nach 2,7 % Wachstum im letzten Jahr wird für dieses Jahr nur noch eine Wachstumsrate in Höhe von 1,2 % erwartet. Anders in den Schwellen- und Entwicklungsländern: diese Ländergruppe hat nach Berechnungen des IWF die Talsohle des Wachstums bereits im Jahr 2022 erreicht. Entsprechend werde ab 2023 eine sehr leichte Erholung erwartet - auch ein Resultat der Öffnung der Wirtschaft in China nach der Pandemie. In 2023 könnten mehr als 50 % des Wachstums der Weltwirtschaft auf China und Indien zurückgeführt werden.

Für das Welthandelsvolumen prognostizierte der IWF noch 2022 für das Jahr 2023 ein Wachstum von 2,2 %, bevor im Jahr 2024 ein Wachstum von 3,3 % erwartet wurde. Die WTO veröffentlichte im April 2023, das man nur von einer Zunahme des globalen Handels von 1,7 % für 2023 ausgehe. Das sei zwar mehr als die vorherige Schätzung vom Oktober 2022, wo die WTO nur von einem Prozent mehr Handelsvolumen ausging, aber dennoch sehr schwach. Zum Vergleich: In 2021 war das Handelsvolumen um 10,4 % gewachsen, in 2022 immerhin noch um 5,6 %.

Für 2023 hob die WTO ihre Prognose nun an, weil sich der Ausblick auf das globale Wirtschaftswachstum von 2,3 % auf 2,4 % verbessert hatte. Für 2024 wird dann ein Wachstum von 3,2 % erwartet. Allerdings können Faktoren wie geopolitische Spannungen, Versorgungsengpässe auf dem Nahrungsmittelmarkt und negative Effekte der Zinserhöhungen diesen Wert noch dämpfen.

Im Juli 2023 korrigierten auch die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) in ihrem Update zum World Economic Outlook (WEO) ihre letztjährige Einschätzung zum globalen Wirtschaftswachstum 2023 um 0,2 % auf 3 % nach oben und behielten die Prognose für 2024 mit 3 % bei. Trotzdem gebe es weiterhin aber viele Probleme, insbesondere die weltweit hohe Inflation machte dem IWF Sorgen. Getrieben würde das Wachstum vor allem von den großen Schwellenländern wie China und Indien, das Wachstum in den Schwellenländern sollte jeweils für 2023 und 2024 bei 4 % liegen.

Der Euroraum würde nach Ansicht der Experten auf 0,9 % im Jahr 2023 und 1,4 % im Jahr 2024 zurückgehen (von 3,5 % im Jahr 2022). Für Deutschland prognostizierte man eine Schrumpfung von 0,3 % für 2023 und dann wieder einen Anstieg für 2024 von 1,2 %. In den USA sollte sich das Wachstum von 2,1 % im Jahr 2022 auf 1,8 % in 2023 und 1,0 % im Jahr 2024 abschwächen. Hier begründete der IWF die nachlassende Dynamik mit dem überwiegenden Verbrauch der Ersparnisse privater Verbraucher während der Coronapandemie.

Die Kerninflation wurde für 2023 mit 6,8 % vorausgesagt (nach 8,7 % in 2022) und sollte 2024 dann auf 5,2 % zurückgehen.

Für den für die DF-Gruppe relevanten Markt in Tschechien prognostizierte das tschechische Finanzministerium im April 2023 ein "Mini-Wachstum" von 0,1 % in 2023 und einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes in 2024 um 3,0 %. Die Jahresinflationsrate würde 2023 bei knapp über 10 % liegen und sich 2024 deutlich auf 2,4 % abschwächen.

Die Schätzungen für das Haushaltsjahr 2022/​23 in dem für die DF-Gruppe wichtigen Zielmarkt Iran reichten von einem Anstieg von 2,5 % (IWF) bis zu 2,7 % (Weltbank) und einer Inflationsrate um 50 %. Nach vorläufigen Berechnungen der iranischen Zentralbank ist die Wirtschaft im Iran 2022/​23 um 5,3 % gewachsen. Nach drei Jahren mit starken Rückgängen zeigt auch Irans Außenhandel seit 2021/​22 wieder Wachstum. Gemäß iranischen Zollangaben erhöhten sich zum Beispiel die Einfuhren in 2022/​23 um 12,6 % auf 59,7 Milliarden US-$.

Nach dem letzten statistischen Bericht der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat sich der monetäre Wert der weltweiten Lebensmittelexporte zwischen 2000 und 2019 nominal um das 3,6-fache erhöht, von rund USD 380 Mrd. im Jahr 2000 auf knapp USD 1,4 Billionen im Jahr 2019. Die weltweiten Ausgaben für Medizin oder medizinische Produkte sind in den vergangenen Jahren ebenfalls angestiegen. Nach aktuellen Erhebungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben sich die Gesundheitsausgaben aufgrund der Pandemie im Verhältnis zum jeweiligen Bruttoinlandsprodukt erhöht. So haben sich die Ausgaben in den OECD-Ländern von 8,8 % in 2019 auf 9,7 % im Folgejahr erhöht. In Deutschland stiegen die Gesundheitsausgaben im selben Zeitraum von 11,7 % auf 12,5 % an.

(2) Geschäftsverlauf

a. Ertragslage

Das Konzern-Gesamtergebnis der DF-Gruppe lag im ersten Halbjahr nahezu unverändert auf Vorjahresniveau. Die DF-Gruppe erwirtschaftete ein Ergebnis in Höhe von EUR 1,9 Mio. (Vorjahr EUR 2,0 Mio.), das aus einem Volumen der fortgeführten Geschäftsbereiche von insgesamt EUR 83,1 Mio. (Vorjahr: EUR 72,2 Mio.) generiert wurde.

Die stichtagsbezogenen Buchungen des ersten Trading-Geschäfts ließen die transaktionsbezogenen Erträge insgesamt auf EUR 25,4 Mio. ansteigen (Vorjahr: EUR 5,3 Mio.). Die Provisionserträge aus dem Marketing-Service gingen erwartungsgemäß auf EUR 4,1 Mio. (Vorjahr EUR 4,7 Mio.) zurück, die Erträge aus dem Forfaitierungsgeschäft lagen mit EUR 0,3 Mio. unter dem Vorjahr. Grund dafür war überwiegend die Verunsicherung vieler Marktteilnehmer aufgrund der Untersuchungen der BaFin bei der Varengold Bank AG (siehe auch unter III. Chancen- und Risikobericht).

Die transaktionsbezogenen Aufwendungen stiegen äquivalent zu den Erträgen aufgrund des Trading-Geschäfts von EUR 0,4 Mio. auf EUR 20,9 Mio. was in der Summe zu einem Rückgang des Rohergebnisses auf EUR 4,4 Mio. (Vorjahr: EUR 4,9 Mio.) führte.

Der Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 0,1 Mio. auf EUR 1,1 Mio. durch Personalanpassungen und gestiegene Personalkosten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen bedingt durch erhöhte Rechtsberatungskosten und allgemeine Preissteigerungen von EUR 0,9 Mio. auf EUR 1.2 Mio. Die Zinserträge stiegen durch die Zunahme vertraglich vereinbarter Verzugszinsen für im ersten Halbjahr getilgte Forfaitierungsforderungen und dem Trading-Geschäft auf EUR 0,6 Mio. Die Zinsaufwendungen stiegen auf EUR 0,4 Mio. im ersten Halbjahr 2023 an und resultieren fast ausschließlich aus Darlehenszinsen für das der DF GmbH zur Verfügung gestellte Darlehen des Mehrheitsaktionärs der DF AG.

Das Konzernergebnis vor Steuern lag im ersten Halbjahr 2023 mit EUR 2,4 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR 3,0 Mio. Der Rückgang basiert größtenteils auf dem erwarteten gesunkenen Rohergebnis. Das Konzernergebnis nach Steuern hat sich gegenüber dem Vorjahr dagegen nicht verändert und liegt weiterhin bei EUR 2,0 Mio., wobei das Ergebnis je Aktie auf 0,16 Euro zurückging.

Insgesamt hat die DF-Gruppe unter den gegebenen Marktverhältnissen damit ein zufriedenstellendes Ergebnis realisiert.

b. Finanzlage

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit der DF-Gruppe betrug im ersten Halbjahr 2023 EUR -13,4 Mio. (Vorjahr EUR 6,6 Mio.). Die wesentliche Ursache für den stichtagsbezogenen Rückgang ist die deutliche Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Vermögenswerte. Diese resultieren aus dem vor dem Bilanzstichtag initiierten ersten Trading-Geschäft, das erst nach Bilanzstichtag abgeschlossen wurde und im zweiten Halbjahr zu einem Ertrag im hohen sechsstelligen Bereich geführt hat.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit war im Berichtszeitraum von untergeordneter Bedeutung. Überwiegend durch die Zahlung der Dividende an unsere Aktionäre bedingt, betrug der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit EUR -0,6 Mio. Die DF-Gruppe ist im abgelaufenen Geschäftsjahr zielkonform allen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachgekommen.

Die Finanzmittel betrugen am Ende des Berichtszeitraums insgesamt EUR 9,5 Mio., wobei sich davon EUR 5,5 Mio. auf gesperrten Konten der Varengold Bank AG befanden. Die frei verfügbaren Finanzmittel betrugen zum Bilanzstichtag daher EUR 4,0 Mio.

Der Anstieg des Eigenkapitals der DF-Gruppe zum 30. Juni 2023 auf EUR 29,1 Mio. (Vorjahr EUR 27,6 Mio.) ist auf die Erhöhung der Gewinnrücklagen zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote beträgt 58,9 % nach 58,7 % zum 31. Dezember 2022.

Zum 30. Juni 2023 verfügte die DF-Gruppe neben dem Darlehen des Mehrheitsgesellschafters der DF AG nicht über Kredite oder Kreditlinien bei Kreditinstituten oder weiteren Personen.

c. Vermögenslage

Die Summe aller Vermögenswerte der DF-Gruppe betrug zum Bilanzstichtag 30. Juni 2023 insgesamt EUR 49,3 Mio. (zum Jahresende 2022 EUR 46,9 Mio.). Die langfristigen Vermögenswerte sind aufgrund der Reduzierung latenter Steuerforderungen leicht auf insgesamt EUR 6,3 Mio. gesunken (zum Jahresende 2022 EUR 6,6 Mio.); die kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich auf EUR 43,0 Mio. (zum Jahresende 2022 EUR 40,4 Mio.). Der Anstieg ist vor allem auf Buchungen in Verbindung mit dem Trading-Geschäft zurückzuführen.

Die DF-Gruppe verfügte zum 30. Juni 2023 über Zahlungsmittel in Höhe von EUR 9,5 Mio, die durch den erfolgreichen Abschluss des Trading-Geschäftes nach Bilanzstichtag deutlich erhöht wurden.

d. Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklungen und des Ukraine Krieges

Die für die DF-Gruppe wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren Geschäftsvolumen, Rohergebnis sowie das Konzernergebnis vor Steuern wurden im ersten Halbjahr 2023 durch die sich weltweit verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht signifikant beeinflusst. Insbesondere der ertragsstarke Marketing-Service hat sich nach wie vor als stabiles Element der vom Konzern angebotenen Leistungen erwiesen. Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage sowie der Zurückhaltung der Marktteilnehmer aufgrund der BaFin - Untersuchungen bei der Varengold Bank AG verzögert sich die geplante Diversifikation.

Der im Februar 2022 begonnene russische Militäreinsatz gegen die Ukraine hat weiterhin weltweit politisch sowie wirtschaftlich negative Auswirkungen. Da die DF-Gruppe jedoch keine direkten Kunden in Russland hat, gab es im ersten Halbjahr 2023 kaum Auswirkungen auf das operative Geschäft.

Die immer wiederkehrenden Unruhen im Iran haben keinen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit.

(3) Entwicklung der DF-Aktie

Die Aktie der DF Deutsche Forfait AG hat sich im ersten Halbjahr 2023 positiv entwickelt. Nach dem Jahresstart bei EUR 1,96 bewegte sich der Kurs zunächst in einem Korridor von EUR 2,10 bis EUR 2,30 mit einem Ausreißer auf EUR 1,93 seitwärts. Schließlich schloss unser Kurs am 30. Juni 2023 bei EUR 2,32. Das entspricht einer Steigerung von EUR 0,36 oder 18,4 % gegenüber dem Jahresende 2022.

Grund für den positiven Verlauf waren sicherlich das erneute sehr starke Konzernergebnis 2022 sowie die Ankündigung der Zahlung einer Dividende.

Der Auswahlindex für Small Caps SDAX stieg im Berichtszeitraum um 14 %, der Branchenindex für Finanzwerte, der DAXsector Financial Services, stagnierte im gleichen Zeitraum.

Die stichtagsbezogene Marktkapitalisierung der DF Deutsche Forfait AG am 30. Juni 2022 betrug EUR 27,6 Mio. (Vorjahr: EUR 21,4 Mio.). Insgesamt wurden im Verlauf des ersten Halbjahres rund 255 Tsd. DF-Aktien über die Börsenplätze Frankfurt und XETRA gehandelt.

(4) Hauptversammlung

Die DF Deutsche Forfait AG hat am 29. Juni 2023 ihre ordentliche Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2022 abgehalten. Vorstand und Aufsichtsrat berichteten auf der in Präsenz in Köln abgehaltenen Versammlung über die operativen Leistungen des Unternehmens im vergangenen Jahr und erläuterten die strategischen Initiativen und Zukunftspläne.

Allen Tagesordnungspunkten wurden von der Hauptversammlung mit deutlicher Mehrheit des mit über 86 % anwesenden Grundkapitals zugestimmt. Die zur Abstimmung stehenden Beschlussvorschläge umfassten die Teilausschüttung des Bilanzgewinns aus dem Geschäftsjahr 2022, die Wahl der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton AG zum Abschlussprüfer, die Billigung des Vergütungsberichts, die Ermächtigung des Vorstands, die Abhaltung einer virtuellen Hauptversammlung vorzusehen und die Neuwahl zweier Mitglieder des Aufsichtsrates.

Mit Abschluss der Veranstaltung begrüßte die DF Deutsche Forfait AG in seiner konstituierenden Aufsichtsratssitzung ihr neues Aufsichtsratsmitglied, Herrn Wolfgang Habermann, sowie das wiedergewählte Aufsichtsratsmitglied, Herrn Prof. Wulf-W. Lapins, und wählte sodann aus seiner Mitte Herrn Dr. Ludolf von Wartenberg als Vorsitzenden und Herrn Prof. Dr. Wulf-W. Lapins als stellvertretenden Vorsitzenden. Herr Wolfgang Habermann ist daneben ordentliches Mitglied des Aufsichtsrats.

III. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Im Hinblick auf den Chancen- und Risikobericht wird auf die ausführliche Darstellung im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2022 verwiesen.

Die dort erläuterten Risiken selbst sind auch unter Berücksichtigung des andauernden Ukrainekriegs bis zum Ende des Berichtszeitraums unverändert geblieben. Die substanziellen Risiken für die DF-Gruppe liegen weiterhin auf der Ertragsseite. Aufgrund der geographischen Spezialisierung der DF-Gruppe besteht eine hohe Abhängigkeit von der weiteren politischen und wirtschaftlichen Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten, dem sogenannten Länderrisiko, sowie von der Zusammenarbeit mit ihren strategischen Partnern.

Durch die Spezialisierung und Alleinstellung im Markt ist die DF-Gruppe in der Lage, hohe Erträge zu erzielen. Gleichzeitig birgt die Spezialisierung des Geschäftsmodells der DF-Gruppe und die enge Zusammenarbeit mit eingespielten Partnern auch ein erhebliches Risiko. Sollte ein wichtiger Partner der DF-Gruppe aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen ausfallen, kann dies zu einer Beeinträchtigung der Geschäftsentwicklung für die DF-Gruppe führen.

Neben den zuvor dargestellten Geschäftsrisiken beeinflussen die steigende Inflation, steigende Energiepreise und der Ukrainekrieg nach wie vor die globale Wirtschaftsleistung und somit auch den Welthandel. Da jedoch der humanitäre Bereich mit Nahrungsmitteln, Pharma- und HealthCare-Produkten, auf den sich die DF-Gruppe konzentriert, im Vergleich zum Handel mit anderen Gütern deutlich weniger stark von den entsprechenden Einflussfaktoren betroffen war und dies auch für das laufende Geschäftsjahr 2023 zu erwarten ist, geht die DF-Gruppe von einer vergleichbaren Risikosituation wie im Vorjahr aus. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die Mittel für den Import von medizinischen Gütern und Nahrungsmitteln im Nahen und Mittleren Osten nur eingeschränkt zur Verfügung stehen oder einzelne Produkte der DF-Gruppe aufgrund regulatorischer oder sonstiger Gegebenheiten nicht weiter vermarktet werden können, was zu einer Verringerung des Geschäftsvolumens der DF-Gruppe führen kann.

Die stetige Beobachtung der Märkte, das hohe Maß an Flexibilität sowie die langjährige Expertise im Trade-Finance Bereich in Verbindung mit einem bewährten Compliance-System bieten der Gesellschaft gute Chancen, ihr Geschäftsvolumen künftig weiter auszudehnen.

Die bestehenden Sanktionen schränken weiterhin die Nutzung vorhandener Finanzmittel im Iran ein und halten zugleich die Transaktionskosten auf einem hohen Niveau, wodurch der bestehenden Nachfrage nicht gänzlich nachgekommen werden kann. Aufgrund der Vorrangigkeit, der dem Geschäft der DF-Gruppe zugrundeliegenden nicht sanktionierten Warenbewegungen, konnte bisher keine Beeinträchtigung beobachtet werden. Des Weiteren verbessern sich derzeit die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Iran und China, was sich auch positiv auf die Entwicklung des Geschäftsvolumens der DF-Gruppe auswirken könnte.

Am 02. Juni 2023 vermeldete die Varengold Bank AG, das die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Rahmen einer Sonderprüfung das Zahlungsverkehrsgeschäft im Geschäftsbereich Commercial Banking geprüft und mögliche Compliance-Verstöße beanstandet habe. In diesem Zusammenhang gab die Varengold Bank AG bekannt, den Zahlungsverkehr mit einem Teil der internationalen Firmenkunden im Bereich Commercial Banking, welche u. a. auch einen Bezug zum Iran haben, bis zur endgültigen Klärung des Sachverhaltes einzuschränken. Von diesen Einschränkungen war und ist auch die DF Deutsche Forfait AG betroffen, die Konten bei der Varengold Bank unterhält.

Aufgrund der Meldung der Varengold Bank kam es im Markt zu einer generellen Verunsicherung der Teilnehmer am internationalen Handel und damit auch im Geschäftsfeld der DF Deutschen Forfait AG im Handel mit dem Iran, die die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft belastete.

Der Vorstand der DF Deutsche Forfait AG teilte daher am 27. Juli 2023 per Ad-hoc-Meldung mit, aufgrund dieser Unsicherheit im Markt, die nicht in der Verantwortung der Gesellschaft lag oder liegt, die Prognose für das Konzernergebnis vor Steuern für das Geschäftsjahr 2023 nach aktueller Planung von EUR 6,6 Mio. auf EUR 4,7 Mio. anzupassen. Das Rohergebnis wird sich nach der stichtagsbezogenen Planung um 20 % gegenüber dem Vorjahresergebnis von EUR 10,6 Mio. verringern, wobei bisher eine Steigerung prognostiziert worden war.

Die DF Deutsche Forfait AG weist ausdrücklich darauf hin, dass sie nicht Gegenstand der Untersuchungen der BaFin war oder ist. Die DF Deutsche Forfait AG steht jedoch in Kontobeziehung zur Varengold Bank AG und hält auf ihren dortigen Konten ein Guthaben von etwa EUR 5,5 Mio. Diese Konten wurden im Zuge der Ermittlungen durch die Varengold Bank AG vorübergehend bis zum Abschluss der Untersuchungen gesperrt.

Wir weisen darauf hin, dass dieser Betrag nur einen Teil der uns zur Verfügung stehenden liquiden Mittel darstellt. Zudem besteht die Möglichkeit, unsere Zahlungsaktivitäten über andere Banken abzuwickeln, so dass auch kein Klumpenrisiko durch die Sperrung dieses Kontos besteht.

Der Vorstand der DF Deutsche Forfait AG hat zeitnah geeignete Maßnahmen, auch rechtlicher Art, gegen die nach seiner Überzeugung unberechtigte Kontensperrung eingeleitet, um schnellstmöglich wieder über das Guthaben verfügen zu können.

Für mögliche bzw. ausstehende Gerichts- und Anwaltskosten in Verbindung mit der Varengold Bank AG wurden Rückstellungen in Höhe von EUR 0,1 Mio. gebildet.

Nach aktueller Beurteilung des Vorstands zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses und dieses Zwischenlageberichts überwiegen trotz der aktuellen Begebenheiten um die Varengold Bank AG auf Basis der politischen, geographischen sowie wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Monate die Chancen die Risiken deutlich. Die DF-Gruppe rechnet mit einer anhaltenden Profitabilität.

IV. PROGNOSEBERICHT

Gemäß aktuellen Erwartungen der Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) von Mai 2023 wird sich die schwierige weltwirtschaftliche Entwicklung auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Dafür verantwortlich sind hauptsächlich die weiterhin hohe Inflation als Folge einer restriktiven Geldpolitik der Notenbanken und der damit verbundene Kaufkraftverlust, die wirtschaftliche Unsicherheit aufgrund des Ukraine-Krieges und steigende Zinsen, die die Investionsnachfrage bremsen.

Für die Industriestaaten geht der IWF in seiner aktuellen Prognose ebenfalls von einem geringeren Wachstum aus als bislang angenommen. Für die Gesamtjahre 2023 und 2024 wird derzeit von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von lediglich jeweils 3,0 % ausgegangen. Die Aussichten für die Schwellen- und Entwicklungsländer wurden hingegen auf jeweils 4 % für 2023 und 2024 nach oben korrigiert.

Auch die Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung der Länder im Euroraum wurde gesenkt. Unter der Annahme eines gleichbleibenden politischen Szenarios wird eine Entwicklung der Wirtschaftsleistung in Höhe von nur noch 0,9 % in 2023 sowie 1,4 % in 2024 erwartet (von 3,5 % im Jahr 2022).

Der globale Handel wird im laufenden und kommenden Jahr stärker prognostiziert. In 2023 gehen die Experten der WTO von einer Steigerung in Höhe von 1,7 % aus; im Jahr 2024 wird sich das Wachstum auf 3,2 % belaufen.

Von der Entwicklung ist auch der für die DF-Gruppe wichtige Zielmarkt Iran betroffen. Der IWF geht für 2022/​23 von einem Anstieg von 2,5 % des Bruttoinlandsproduktes und für 2023/​24 von 3 % aus. Für Tschechien wird eine Steigerung der Wirtschaftsleistung für 2023 von nur 0,1 % bei einer Inflationsrate von 10,0 % im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert. In 2024 soll das Wachstum 3 % betragen bei einer stark fallenden Inflationsrate von 2,4 %.

Der Fokus der Geschäftstätigkeit der DF-Gruppe in der Zielregion Naher und Mittlerer Osten liegt nach wie vor auf den Produktgruppen Nahrungsmittel, Pharma und Healthcare. Diese Güter dienen der Grundversorgung der Bevölkerung und sind im Hinblick auf den Iran somit befreit von den bestehenden Sanktionen. Die DF-Gruppe rechnet mit einer im Vergleich zum Vorjahr weiterhin steigenden Nachfrage und somit einer grundsätzlich positiven Auswirkung für das Geschäftsjahr 2023. Die bestehenden US-Sanktionen schränken zwar nach wie vor die Nutzung vorhandener Finanzmittel im Iran ein, jedoch werden die Verhandlungen zum sogenannten "Joint Comprehensive Plan of Action", dem JCPOA-Abkommen, fortgeführt, was eine Lockerung der bestehenden Sanktionen durch die US-Regierung gegenüber dem Iran zur Folge haben könnte.

Bezugnehmend auf den im Februar 2022 begonnenen russischen Militäreinsatz gegen die Ukraine und die resultierenden Sanktionen unter anderem der USA, der EU und des Vereinigten Königreichs gegen Russland, sind weiterhin negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sowie das globale Handelsgeschehen zu erwarten.

Für das Geschäftsjahr 2023 wird aus dem neuen Geschäftsfeld Trading erstmals mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisbeitrag gerechnet.

Die DF Deutsche Forfait AG hat am 27. Juli 2023 die Prognose für das Gesamtjahr 2023 aufgrund der Geschehnisse um die Varengold Bank AG angepasst. Aufgrund der Zurückhaltung der Marktteilnehmer im Zuge der Ermittlungen gegen die Varengold Bank AG und unter der Voraussetzung, dass in den kommenden Monaten die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen insbesondere in der Zielregion stabil bleiben und die negativen Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts nicht zunehmen, erwartet die Geschäftsleitung weiterhin, wie in der AdHoc vom 27. Juli 2023 veröffentlicht, dass die DF-Gruppe im Geschäftsjahr 2023 ein im Vergleich zum Vorjahr leicht reduziertes Geschäftsvolumen und ein leicht rückläufiges Rohergebnis sowie Konzernergebnis vor Steuern erzielt.

Köln, 29. September 2023

Der Vorstand

KONZERNZWISCHENABSCHLUSS FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023

Aktiva

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(in EUR) Anhangnummer 30.06.2023 31.12.2022
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 36.974,20 43.165,08
Sachanlagen 1.338.149,82 1.427.550,63
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 61.298,62 54.968,68
Latente Steuern (11) 4.843.317,80 5.028.155,32
6.279.740,44 6.553.839,71
Kurzfristige Vermögenswerte
Vermögenswerte Gläubiger (17) 18.177,16 31.378,58
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (12) 22.164.778,52 15.747.234,88
Steuerforderungen (11) 383.959,67 383.189,29
Andere kurzfristige Vermögenswerte 10.879.087,36 681.477,30
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (13) 9.545.533,96 23.565.133,35
42.991.536,67 40.408.413,40
Summe Aktiva 49.271.277,11 46.962.253,11

Passiva

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(in EUR) Anhangnummer 30.06.2023 31.12.2022
Eigenkapital (14)
Gezeichnetes Kapital 11.887.483,00 11.887.483,00
Kosten der Kapitalerhöhung -623.481,04 -623.481,04
Gewinnrücklagen 17.940.561,57 16.467.287,22
Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung -176.758,25 -172.241,37
29.027.805,28 27.559.047,81
Langfristige Schulden (18)
Darlehen 15.000.000,00 15.000.000,00
Rückstellungen 20.054,33 19.975,95
Leasing-Verpflichtungen 1.060.667,30 1.133.409,66
16.080.721,63 16.153.385,61
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen 131.000,00 0,00
Verbindlichkeiten Gläubiger (17) 18.177,16 31.378,58
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 77,22 4,33
Ertragsteuerverbindlichkeiten (11) 1.678.412,00 1.511.537,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (15) 521.751,50 218.616,08
Sonstige kurzfristige Schulden (16) 1.813.332,32 1.488.283,69
4.162.750,20 3.249.819,68
Summe Passiva 49.271.277,11 46.962.253,11

Verkürzte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

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(in EUR) Anhangnummer 01.01.-30.06.2023 01.01.-30.06.2022
Transaktionsbezogene Erträge (5)
a) Forfaitierungserträge 292.016,15 393.895,13
b) Provisionserträge 4.145.604,62 4.715.172,30
c) Kursgewinne 287.087,06 116.130,29
d) Tradingerträge 20.652.158,44 0,00
e) Wertaufholung auf Forderungen 0,00 57.029,18
25.376.866,26 5.282.226,90
Transaktionsbezogene Aufwendungen (6)
a) Forfaitierungsaufwendungen 643,75 0,00
b) Provisionsaufwendungen 199.225,67 225.029,43
c) Kursverluste 921,83 163.217,60
d) Tradingaufwendungen 20.738.842,83 0,00
20.939.634,08 388.247,03
Rohergebnis (7) 4.437.232,19 4.893.979,87
Sonstige Erträge (8) 68.390,42 17.003,09
Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 1.024.001,48 946.686,41
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 117.816,49 139.307,13
1.141.817,97 1.085.993,54
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 105.370,83 119.025,15
Sonstige betriebliche Aufwendungen (9) 1.196.166,36 915.682,92
Zinserträge (10) 615.440,64 365.151,98
Zinsaufwendungen (10) 377.221,92 122.180,55
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.300.486,18 3.033.252,78
Ertragsteuern (11)
a) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 166.875,00 281.430,00
b) Latente Steuern 184.837,52 766.290,00
Konzernergebnis 1.948.773,66 1.985.532,78
Unverwässertes Ergebnis je Aktie 0,17 0,17
Verwässertes Ergebnis je Aktie 0,17 0,17

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

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(in EUR) Anhangnummer 01.01. - 30.06.2023 01.01. - 30.06.2022
Konzernergebnis 1.948.773,66 1.985.532,78
Sonstiges Ergebnis
Bestandteile, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
Währungsumrechnungsdifferenz ausländischer Tochtergesellschaften (21) 4.516,88 1.090,37
4.516,88 1.090,37
Konzern-Gesamtergebnis 1.944.256,78 1.986.623,15

Das Konzernergebnis sowie das Konzern-Gesamtergebnis sind vollumfänglich den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen.

Konzern-Kapitalflussrechnung

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(in EUR) Anhangnummer 01.01.-30.06.2023 01.01.-30.06.2022
Konzerngewinn 1.948.773,66 1.985.532,78
+ Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen 105.370,83 119.025,15
+ Ertragsteueraufwand 351.712,52 1.047.720,00
+ Zinsaufwendungen 377.221,92 122.180,55
- Zinserträge -615.440,64 -365.151,98
+/​- Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 1,00 0,00
+/​- Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge 24.257,78 -356.918,65
+/​- Veränderung Vermögenswerte Gläubiger 13.201,42 -1.986,39
+/​- Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -6.417.543,64 3.829.477,19
+/​- Veränderung sonstiger Vermögenswerte -10.204.710,38 -274.804,85
+/​- Veränderung der Verbindlichkeiten Gläubiger -13.201,42 1.986,39
+/​- Veränderung der Rückstellungen 131.078,38 0,00
+/​- Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 303.135,42 58.411,48
+/​- Veränderung übriger Schulden 511.848,30 131.956,12
- Gezahlte Ertragsteuern 0,00 0,00
= Operativer Cash Flow -13.484.294,86 6.297.427,79
- Gezahlte Zinsen -14.084,82 -43.706,26
+ Erhaltene Zinsen 52.500,00 362.166,34
= Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit -13.445.879,68 6.615.887,87
- Auszahlungen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte -5.626,25 -41.844,78
= Cash Flow aus Investitionstätigkeit -5.626,25 -41.844,78
- Tilgungsanteil Leasingverbindlichkeiten -92.594,14 -84.314,03
+/​- Veränderung Finanzverbindlichkeiten 0,00 156,17
+/​- An die Anteileigner der Gesellschaft gezahlte Dividende -475.499,32 0,00
= Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -568.093,46 -84.157,86
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes -14.019.599,39 6.489.885,23
+ Finanzmittel am Anfang der Periode 23.565.133,35 6.993.617,34
+/​- Effekte aus der Währungsumrechnung 0,00 71,36
= Finanzmittel am Ende der Periode 9.545.533,96 13.483.573,93
- verpfändete Bankguthaben -55.000,00 -55.000,00
- Bankguthaben Varengoldbank -5.514.030,21 0,00
= frei verfügbare Finanzmittel am Ende der Periode (33) 3.976.503,75 13.428.573,93

Konzern-Eigenkapital-Veränderungsrechnung 01.01.2023 bis 30.06.2023

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(in EUR) Anhangnummer Gezeichnetes Kapital Zur Kapitalerhöhung bestimmtes Kapital Kapitalrücklage Kosten der Kapitalerhöhung Gewinnrücklagen
Stand 1. Januar 2022 11.887.483,00 - - (623.481,04) 11.065.459,36
Konzern-Gesamtergebnis 1.985.532,78
Stand 30. Juni 2022 (14) 11.887.483,00 - - (623.481,04) 13.050.992,14
Stand 1. Januar 2023 11.887.483,00 - - (623.481,04) 16.467.287,22
Konzern-Gesamtergebnis 1.948.773,66
Dividendenzahlung (475.499,32)
Stand 30. Juni 2023 (14) 11.887.483,00 - - (623.481,04) 17.940.561,56
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(in EUR) Ausgleichsposten aus der
Währungsumrechnung 1
Summe
Stand 1. Januar 2022 (167.849,48) 22.161.611,84
Konzern-Gesamtergebnis 1.090,37 1.986.623,15
Stand 30. Juni 2022 (166.759,11) 24.148.234,99
Stand 1. Januar 2023 (172.241,37) 27.559.047,81
Konzern-Gesamtergebnis (4.516,88) 1.944.256,78
Dividendenzahlung (475.499,32)
Stand 30. Juni 2023 (176.758,25) 29.027.805,27

1 Other Comprehensive Income (OCI)

I. GRUNDSÄTZE

(1) Grundlagen

Die DF Deutsche Forfait AG (auch "DF AG" oder "Gesellschaft") ist Muttergesellschaft der DF-Gruppe (auch "DF Konzern" oder "Konzern") und hat die Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Die Anschrift der Gesellschaft lautet Gustav-Heinemann-Ufer 56, 50968 Köln. Sie wird am Amtsgericht Köln unter der Nummer HRB 112638 geführt.

Die DF AG ist ein Finanzunternehmen im Sinne des § 1 Abs. 3 Nr. 2 KWG; darüber hinaus nimmt sie die Holding-Funktion innerhalb der DF-Gruppe wahr.

Die DF-Gruppe hat sich auf Außenhandelsfinanzierungen und damit zusammenhängende Dienstleistungen für Exporteure, Importeure und andere Finanzunternehmen spezialisiert. Der Konzern ist somit als ein Ein-Segment-Unternehmen anzusehen. Eine Segmentierung im Sinne des IFRS 8 erfolgt daher nicht. Der geographische Schwerpunkt der DF-Gruppe liegt innerhalb dieses Marktsegments auf den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens sowie insbesondere dem Iran. Im Hinblick auf den Handel mit dem Iran beschränkt sich die DF-Gruppe aus geschäftspolitischen Gründen derzeit auf humanitäre Güter.

Die Darstellung des Zwischenabschlusses erfolgt im Einklang mit IAS 34 in verkürztem Umfang gegenüber dem Konzernjahresabschluss. Der ungeprüfte verkürzte Konzernzwischenabschluss der DF AG zum 30. Juni 2023 wurde unter Beachtung der gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Der Zwischenabschluss wurde grundsätzlich unter Beachtung derselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt, die auch dem vorangegangenen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 zugrunde lagen. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die noch gültigen International Accounting Standards (IAS). Alle für das erste Halbjahr 2023 verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden ebenfalls angewendet.

Die Konzernwährung lautet auf Euro. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Die angegebenen Werte werden kaufmännisch gerundet. Dies kann im Rahmen von Summierungen und Prozentangaben zu geringfügigen Rundungsdifferenzen führen.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind seit dem Konzernabschluss zum 1. Juli 2016 die Forderungen und Verbindlichkeiten, die im Rahmen des Insolvenzplans als verwertbare Masse bzw. als zur Tabelle angemeldete Forderungen festgestellt wurden, in den Posten Vermögenswerte Gläubiger und Verbindlichkeiten Gläubiger zusammengefasst. Diese Posten sind in der Konzernbilanz gesondert ausgewiesen und unter den Anhangangaben erläutert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Erträge und Aufwendungen nach Arten gruppiert und die Summe der Hauptertrags- und Hauptaufwandsarten angegeben, um den Besonderheiten einer Forfaitierungsgesellschaft Rechnung zu tragen.

Hinsichtlich der wesentlichen Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung haben sich keine erheblichen Änderungen ergeben; hierzu verweisen wir daher auch auf die Erläuterungen im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022.

(2) Änderungen der Standards durch das IASB

In diesem verkürzten Konzernzwischenabschluss werden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 angewendet. Hinsichtlich der Grundsätze und Methoden im Rahmen der Konzernrechnungslegung wird auf den Konzernanhang des Geschäftsberichts 2022 verwiesen.

Die vom IASB veröffentlichten und von der EU bestätigten Verlautbarungen bzw. Änderungen von Verlautbarungen des IASB mit einem erstmaligen Anwendungszeitpunkt zum 1. Januar 2023 hat die Gruppe im 1. Halbjahr 2023 beachtet und sofern relevant, angewandt. Aus diesen Änderungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens- Finanz- und Ertragslage der DF AG.

Auch aus der zukünftigen Anwendung veröffentlichter, aber noch nicht angewendeter Standards, Interpretationen und Änderungen werden keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Die vom IASB im Mai 2023 veröffentlichten Änderungen des IAS 12 ,International Tax Reform -Pillar Two Model Rules' führen Offenlegungspflichten ein, die sofort nach erfolgter Übernahme durch die EU Anwendung auf die Berichterstattung für das Geschäftsjahr finden. Aus dieser Änderung erwartet die DF AG keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern.

(3) Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis der DF AG ist im Folgenden dargestellt und ist im Vergleich zum Konzernabschluss vom 31. Dezember 2022 unverändert. Der Abschlussstichtag für die Muttergesellschaft und für die Tochtergesellschaften ist einheitlich der 31. Dezember. Der Anteil am jeweiligen Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

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Konsolidierungskreis Anteil am Eigenkapital Konsolidierung
DF Deutsche Forfait AG, Köln (Muttergesellschaft) Vollkonsolidierung
Deutsche Forfait GmbH, Köln ("DF GmbH") 100 % Vollkonsolidierung
DF Deutsche Forfait s.r.o., Prag /​ Tschechische Republik ("DF s.r.o.") 100 % Vollkonsolidierung
DF Deutsche Forfait Middle East s.r.o., Prag /​ Tschechische Republik ("DF ME") 100 % Vollkonsolidierung

(4) Währungsumrechnung

Der Konzernzwischenabschluss wird in Euro, der funktionalen und Berichtswährung des Mutterunternehmens gemäß IAS 21, "Auswirkungen von Wechselkursänderungen", dargestellt.

Da die Tochterunternehmen ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben, ist die funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung des Tochterunternehmens. Im Konzernzwischenabschluss werden daher die Aufwendungen und Erträge aus Abschlüssen von Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, zum Durchschnittskurs, Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet.

Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird innerhalb des Eigenkapitals als Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausgewiesen. Die Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen zwischen der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung resultieren, werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden bei Zugang zum Anschaffungskurs bewertet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und -verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Die für die Währungsumrechnung in Euro zugrunde gelegten Wechselkurse entsprechen den von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Euro-Referenzkursen und stellen sich wie folgt dar:

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Stichtagskurs Durchschnittskurs
30.06.2023 31.12.2022 01.01. - 30.06.2023 01.01. - 30.06.2022
Tschechische Kronen 23,742 24,116 23,690 24,636

II. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(5) Transaktionsbezogene Erträge

Die transaktionsbezogenen Erträge beinhalten:

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Transaktionsbezogene Erträge
in Tausend Euro
01.01.-30.06.2023 01.01.-30.06.2022
Forfaitierungserträge 292 394
Provisionserträge 4.146 4.715
Kursgewinne 287 116
Tradingerträge 20.652 -
Erträge aus der Herabsetzung der Wertberichtigungen auf Forderungen - 57
Gesamt 25.377 5.282

Provisionserträge ergeben sich im Wesentlichen aus Vermittlungs-, Beratungs- und Serviceleistungen im Bereich des Zahlungsverkehrs. Die darin enhaltenen Marketingerlöse werden von der DF GmbH ausschließlich mit einem Kunden in der Region Naher Osten erzielt. Die mit TEUR 15 (Vj. TEUR 309) in den Provisionserträgen enthaltenen Factoring-Erträge werden ausschließlich von der DF s.r.o. in der Tschechischen Republik erwirtschaftet.

Die Tradingerträge resultieren aus dem seit dem Geschäftsjahr 2023 erstmalig aufgenommenen Handelsgeschäft und stehen im kausalen Zusammenhang mit den entsprechenden Tradingaufwendungen. Für weitere Informationen über das Trading-Geschäft möchten wir auf unsere Ausführungen im Konzenzwischenlagebericht verweisen.

(6) Transaktionsbezogene Aufwendungen

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Transaktionsbezogene Aufwendungen
in Tausend Euro
01.01.-30.06.2023 01.01.-30.06.2022
Forfaitierungsaufwendungen 1 -
Provisionsaufwendungen 199 225
Kursverluste 1 163
Tradingaufwendungen 20.739 -
Gesamt 20.940 388

Die Provisionsaufwendungen als auch Tradingaufwendungen stehen in kausalem Zusammenhang mit den entsprechenden Erträgen. Die Provisionsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus für die DF-Gruppe erbrachten Vermittlerleistungen und betreffen im Wesentlichen den Marketing-Service mit TEUR 171 (Vorjahr TEUR 145) sowie Bankprovisionen in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr TEUR 13).

(7) Ergebnis aus transaktionsbezogenen Erträgen und Aufwendungen (Rohergebnis)

Das Rohergebnis errechnet sich als Differenz zwischen den transaktionsbezogenen Erträgen und Aufwendungen.

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Rohergebnis in Tausend Euro 01.01.-30.06.2023 01.01.-30.06.2022
Forfaitierungsergebnis 291 394
Provisionsergebnis 3.947 4.490
Ergebnis aus Kursdifferenzen 286 (47)
Tradingergebnis (87) -
Sonstiges Bewertungsergebnis - 57
Gesamt 4.437 4.894

(8) Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

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Sonstige Erträge
in Tausend Euro
01.01.-30.06.2023 01.01.-30.06.2022
Entgelt für die Verwertung der Vermögenswerte Gläubiger 6 15
Erträge aus der Auflösung sonstiger Schulden 25 -
Erträge aus Weiterbelastungen 5 1
Übrige sonstige betriebliche Erträge 32 1
Gesamt 68 17

(9) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

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Sonstige betriebliche Aufwendungen
in Tausend Euro
01.01.-30.06.2023 01.01.-30.06.2022
Rechts-, Beratungs- und Abschlusskosten, Honorare 471 187
Investor Relations, Hauptversammlung 163 113
Raumkosten 45 101
Versicherungen, Gebühren, Beiträge 78 73
Reisekosten 81 65
IT-Kosten 70 61
Gebühren des Zahlungsverkehrs 44 51
Verwaltungskosten/​Kooperationspartner 26 47
Übrige sonstige Aufwendungen 218 117
Gesamt 1.196 916

Die Rechts-, Beratungs- und Abschlusskosten sowie Honorare betreffen überwiegend Aufwendungen für Abschluss- und Zwischenprüfungen, Steuerberatung sowie gesellschaftsrechtliche Beratung.

Für einen laufenden Gerichtsprozess in Verbindung mit der Varengold Bank AG wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 130 erfasst.

(10) Finanzergebnis

Die Zinserträge des ersten Halbjahres 2023 in Höhe von TEUR 615 (Vorjahr TEUR 365) beruhen auf Verzugszinsen aus dem Forfaitierungsgeschäft sowie dem Trading-Geschäft. Die Zinsaufwendungen des Berichtszeitraums resultieren fast ausschließlich aus Zinsen in Höhe von TEUR 354 (Vorjahr TEUR 67) für das der DF GmbH zur Verfügung gestellte Darlehen des Mehrheitsaktionärs der DF AG.

(11) Ertragsteuern

Bis zum Jahr 2019 hat die DF AG steuerliche Verluste erzielt, von denen nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit angenommen werden konnte, dass künftig zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen, gegen welche die Verluste verwendet werden können. Mit Anwendung des Gewinnabführungsvertrags zwischen der DF AG und der DF GmbH, der am 3. August 2020 mit Zustimmung der Hauptversammlung vom 30. Juni 2020 durch Eintragung in das Handelsregister wirksam geworden ist und rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 gilt, war die bisherige Annahme bezüglich der Verlustverrechnung zu revidieren. Bezüglich der steuerlichen Situation der DF AG verweisen wir auch auf die Erläuterungen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022.

Der für das erste Halbjahr 2023 ausgewiesene Steueraufwand setzt sich aus der auf den Berichtszeitraum entfallenden Ertragsteuer in Höhe von TEUR 167 (Vorjahr TEUR 281) sowie der Auflösung latenter Steuerforderungen in Höhe von TEUR 185 (Vorjahr TEUR 766) zusammen. Die im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 bilanzierten latenten Steuern in Höhe von TEUR 5.028 reduzierten sich mithin auf TEUR 4.843 zum 30. Juni 2023.

Steuerforderungen bestehen in Höhe von TEUR 384 (Vorjahr TEUR 383 zum 31. Dezember 2022), die sich einerseits in Höhe von TEUR 335 aus der Verrechnung gezahlter Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag mit der für den Veranlagungszeitraum 2020 ermittelten Körperschaftsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag der DF AG ergeben, andererseits in Höhe von TEUR 49 (Vorjahr TEUR 98) aus Erstattungsansprüchen der DF Deutsche Forfait Middle East s.r.o. resultieren.

Von den bilanzierten Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 1.678 (TEUR 1.512 zum 31. Dezember 2022) entfallen im Wesentlichen TEUR 167 (Vorperiode TEUR 281) auf das im Berichtszeitraum erzielte Ergebnis, TEUR 841 auf Gewerbesteuer und TEUR 671 auf Körperschaftsteuer für vorangegangene Jahre.

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(12) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im ersten Halbjahr 2023 um TEUR 6.418 auf TEUR 22.165 resultiert im Wesentlichen aus zum Stichtag ausstehende Forderungen im Rahmen des Trading-Geschäfts. Die Forderungen aus Trading in Höhe von TEUR 21.601 wurden bis zur Erstellung des Zwischenabschlusses vollständig zurückgeführt.

(13) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von TEUR 9.546 (Vorjahr TEUR 23.565) handelt es sich um Guthaben bei Kreditinstituten mit Fälligkeiten bis zu drei Monaten.

Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 5.513 unterliegen aktuell der Zugriffsbeschränkung bei der Varengold Bank.

(14) Eigenkapital

Die Veränderung des Eigenkapitals des DF Konzerns zum 30. Juni 2023 ist in der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Das Grundkapital des Konzerns ist in voller Höhe eingezahlt und beträgt zum Bilanzstichtag unverändert EUR 11.887.483. Es ist, ebenfalls unverändert zum Vorjahr, eingeteilt in 11.887.483 nennwertlose Stückaktien, die auf den Namen lauten.

Unter Berücksichtigung der durchgeführten Dividendenausschüttung in Höhe von TEUR 476 sowie des im Berichtszeitraum erzielten Konzernergebnisses hat sich das Eigenkapital zum 30. Juni 2023 auf TEUR 29.027 erhöht nach TEUR 27.559 zum 31. Dezember 2022. Die Eigenkapitalquote beträgt somit 58,9 % (Vorjahr 58,7 %).

(15) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beinhalten nahezu ausschließlich Verpflichtungen aus im zweiten Quartal 2023 bezogenen Leistungen und nahmen stichtagsbedingt um TEUR 303 auf TEUR 522 (Vorjahr TEUR 219) zu.

(16) Sonstige kurzfristige Schulden

Die Anstieg der sonstigen kurzfristigen Schulden von TEUR 1.488 zum 31. Dezember 2022 um TEUR 325 auf nun TEUR 1.813 ist im Wesentlichen auf die im Berichtszeitraum erfolgte Ausschüttung an die Aktionäre zurückzuführen. Die zum Stichtag ausgewiesenen kurzfristigen Schulden betreffen zudem überwiegend kurzfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 148, Tantiemeverpflichtungen mit TEUR 180, Zinsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 764 und Abschluss- und Prüfungskosten mit TEUR 84.

(17) Vermögenswerte Gläubiger und Verbindlichkeiten Gläubiger

Die Vermögenswerte Gläubiger beinhalten den gesamten Massebestand der Gesellschaft. Die verteilungsfähige Masse umfasst im Wesentlichen Forderungen aus dem Forfaitierungsgeschäft vor Insolvenz und setzt sich wie folgt zusammen:

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Vermögenswerte Gläubiger
in Tausend Euro
30.06.2023 31.12.2022
Restrukturierungsportfolio 18 18
Handelsportfolio - -
Bankguthaben - 13
Gesamt 18 31

Das Restrukturierungsportfolio betrifft überfällige und rechtsanhängige Forderungen gegen diverse Schuldner. Die Wertänderung des Restrukturierungs- und Handelsportfolios resultiert im Wesentlichen aus Fair Value-Anpassungen.

Die Vermögenswerte Gläubiger (Forderungen des Restrukturierungsportfolios) werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, der auch dem Buchwert entspricht. Dieser Bewertung liegt im Wesentlichen die Einschätzung der jeweiligen Erfolgsaussichten der gerichtlichen Durchsetzung der rechtshängigen Forderungen zugrunde. Gemäß der im Konzernanhang zum 31. Dezember 2022 beschriebenen Kategorisierung handelt es sich um Vermögenswerte der Stufe 3 der Bemessungshierarchie. Die Bewertungsgrundlagen der Vermögenswerte Gläubiger und der Verbindlichkeiten Gläubiger sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert; wir verweisen auch auf die Angaben im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022.

Bei den Verbindlichkeiten Gläubiger handelt es sich um Verbindlichkeiten, die zur Insolvenztabelle angemeldet wurden.

Unter Verrechnung von Zahlungseingängen der Schuldner und Ausgaben, die im Wesentlichen aus der Rechtsverfolgung resultierten, sowie Zahlungsmitteln, die die Treuhänderin für künftig anfallende Rechtsverfolgungskosten zur Verfügung gestellt hat, wurden Treuhand-Guthaben mit Verpflichtungen gegenüber der Treuhänderin in Höhe von TEUR 277 saldiert.

Gemäß Insolvenzplan erfolgt die Bedienung der nach dem Teilverzicht der Gläubiger verbleibenden Verbindlichkeiten ausschließlich in dem Maße, wie das zum Zeitpunkt der Feststellung des Insolvenzplans bestehende Vermögen der DF AG verwertet wird. Durch die Regelungen im Insolvenzplan gehen somit alle Chancen und Risiken aus der Verwertung der Vermögenswerte Gläubiger auf die Gläubiger über. Die Verbindlichkeiten Gläubiger können daher zu keinem Zeitpunkt höher sein als die Vermögenswerte Gläubiger. Um eine Rechnungslegungsanomalie ("accounting mismatch") zu vermeiden, erfolgt die Bewertung der Verbindlichkeiten Gläubiger zum, durch den durch die Wertentwicklung der Vermögenswerte bestimmten, beizulegenden Zeitwert (IAS 39.9b). Hieraus resultiert im Berichtszeitraum ein ergebniswirksamer Ertrag in Höhe von TEUR 13 (Vorjahr Aufwand TEUR 2).

IV. SONSTIGE ANGABEN

(18) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Der DF Konzern ist wie in der Vorperiode von den Angabepflichten des IAS 24 ausschließlich in Bezug auf Geschäfte mit Personen und Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss sowie zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen (Vorstand und Aufsichtsrat) der DF AG betroffen. Zum Bilanzstichtag sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und nicht konsolidierte Tochtergesellschaften als nahestehend anzusehen.

Herr Dr. Shahab Manzouri ist aufgrund seines Anteilsbesitzes eine Person mit maßgeblichem Einfluss und verkörpert die oberste herrschende Ebene des Konzerns. Herr Dr. Manzouri hat der DF GmbH im Februar 2019 ein Darlehen in Höhe von EUR 15,0 Mio. mit einer Mindestlaufzeit von drei Jahren zur Verfügung gestellt, das mit dem EURIBOR für 12 Monate zuzüglich 1,0 % und abzüglich etwaiger Guthabengebühren (Negativzins) zu verzinsen ist. Die DF GmbH hat im Berichtszeitraum Darlehenszinsen in Höhe von TEUR 354 (Vorjahr TEUR 67) als Aufwand erfasst und als sonstige kurzfristige Schuld zum 30. Juni 2023 bilanziert. Zum Bilanzstichtag waren insgesamt TEUR 15.410 ausstehend.

(19) Besondere Ereignisse nach Ende der Berichtsperiode

Am 29. Juni 2023 fand die ordentliche Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2022 statt, die allen Tagesordnungspunkten, unter anderem der Dividendenzahlung an die Aktionäre der DF AG, den Vorschlägen entsprechend zugestimmt hat. Die Dividendenzahlung an die Aktionäre erfolgte am 04. Juli 2023.

Weitere besondere Ereignisse nach dem Stichtag 30. Juni 2023 waren nicht zu verzeichnen.

Köln, 29. September 2023

Der Vorstand

BESCHEINIGUNG NACH PRÜFERISCHER DURCHSICHT

An die DF Deutsche Forfait AG

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus verkürzter Bilanz, verkürzter Gesamtergebnisrechnung, verkürzter Kapitalflussrechnung, verkürzter Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der DF Deutsche Forfait AG, Köln, für den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss der DF Deutsche Forfait AG, Köln, für den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023 in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern-zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Frankfurt am Main, den 29. September 2023

Grant Thornton AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2023 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzenzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Köln, 29. September 2023

Der Vorstand

DF Deutsche Forfait AG

Gustav-Heinemann-Ufer 56 50968 Köln

Telefon +49 221 9 73 76-0

Telefax +49 221 7 90 761 063

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