Dierig Holding AktiengesellschaftAugsburgHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023Wertpapier-Kenn-Nr. 558.000 (ISIN DE 0005580005)
Halbjahresfinanzbericht1. Januar - 30. Juni 20231. GRUNDLAGEN DES KONZERNSDie Dierig Holding AG als Hauptgesellschaft des
Dierig-Konzerns ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem
Recht und fungiert als Holding. Ihre Tochtergesellschaft
Dierig Textilwerke GmbH ist als konzernleitende
Zwischenholding die Muttergesellschaft der operativen
Tochtergesellschaften in Deutschland. Zudem verfügt
die Dierig Textilwerke GmbH im Immobiliensegment über
ein eigenes operatives Geschäft. Das Unternehmen
Dierig wurde im Jahr 1805 im schlesischen Langenbielau als
textiles Verlagsgeschäft gegründet.
Die Konzernstrategie fußt auf unternehmerischer
Nachhaltigkeit. Die Sicherung und langfristige Mehrung der
Substanz hat in jedem Fall Vorrang vor dem Erreichen
kurzfristiger Renditeziele. Die Dividendenpolitik basiert
darauf, die Anteilseigner an Erträgen aus dem
operativen Geschäft angemessen zu beteiligen.
Die operativen Konzerngesellschaften sind in der
folgenden Übersicht dargestellt:
scrollen
Bei der grundsätzlichen Ausrichtung des
Dierig-Konzerns, also bei seinen übergeordneten
Strategien und Zielen, Geschäftsmodellen, seinem
Steuerungssystem und seinen Aktivitäten in Forschung
und Entwicklung ergaben sich im ersten Halbjahr 2023 keine
oder nur unwesentliche Veränderungen gegenüber
der im Konzernlagebericht 2022 (vgl. Geschäftsbericht
2022, S. 45ff.) dargestellten Situation. Daher verweisen
wir auf die dortige Darstellung der Grundlagen des
Konzerns.
Die Steuerung des Konzerns und seiner Unternehmen
erfolgte im ersten Halbjahr 2023 wie in der Vergangenheit
im Wesentlichen anhand der Kennzahlen Umsatzerlöse,
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräte
und Eigenkapitalquote. Im Immobiliensegment ist
zusätzlich der Vermietungsgrad steuerungsrelevant.
2. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN2.1 Entwicklung der WeltwirtschaftAls internationales Textilunternehmen mit Kunden in rund
30 Ländern und weltumspannenden Aktivitäten in
der Beschaffung ist der Dierig-Konzern abhängig von
globalen weltwirtschaftlichen Entwicklungen. Im ersten
Halbjahr 2023 befand sich die Weltwirtschaft in einer
starken Abkühlungsphase. Ursächlich waren
dafür die Auswirkungen der sich überlappenden
Krisen - der andauernde Krieg in der Ukraine, die
Energiepreiskrise und generell eine hohe Inflation. Die
negativen Auswirkungen dieser Krisen waren umso deutlicher,
als dass sie auf eine von der Corona-Pandemie und den damit
verbundenen einschränkenden Pandemiemaßnahmen
noch deutlich geschwächte Wirtschaft trafen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in
seinem am 25. Juli 2023 veröffentlichten Update zum
Konjunkturbericht "World Economic Outlook" in den Jahren
2023 und 2024 jeweils ein Wachstum der Weltwirtschaft in
Höhe von 3,0 Prozent. Damit liegen die Wachstumsraten
im langjährigen Vergleich auf einem extrem niedrigen
Niveau. Die Anhebung der Leitzinsen durch die Zentralbanken
zur Bekämpfung der Inflation sieht der IWF als
anhaltende Belastung für die
Wirtschaftstätigkeit. Die weltweite Inflation soll
nach IWF-Vorhersagen von 8,7 Prozent im Jahr 2022 auf 6,8
Prozent im Jahr 2023 und auf 5,2 Prozent im Jahr 2024
sinken.
2.2 Entwicklung der Textilkonjunktur in den relevanten AbsatzmärktenEin schwaches Wirtschaftswachstum und eine hohe
Inflation waren im ersten Halbjahr 2023 nicht nur die
weltwirtschaftlich prägenden Faktoren. Beide
Einflussgrößen wirkten sich auch hemmend auf das
Konsumverhalten der privaten Haushalte aus und belasteten
damit die Textilkonjunktur in den relevanten
Absatzmärkten des Dierig-Konzerns.
Der Kernmarkt Deutschland befand sich nach Angaben des
Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr 2023 in einer
Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten
Quartal 2023 gegenüber dem ersten Quartal 2023
(preis-, saison- und kalenderbereinigt) nicht weiter
gesunken (0,0%). In den beiden vorherigen Quartalen war die
Wirtschaftsleistung in Deutschland zum Vorquartal jeweils
zurückgegangen (revidiert -0,1 Prozent im ersten
Quartal 2023 und -0,4 Prozent im vierten Quartal 2022). Die
Inflation war weiterhin hoch, im Juni 2023 lag der
Verbraucherpreisindex bei 6,4 Prozent über dem
Vorjahresmonat. Einen Lichtblick gab es bei den
Konsumausgaben der privaten Haushalte, die sich nach
Angaben des Statistischen Bundesamtes im zweiten Quartal
2023 nach einem schwachen Winterhalbjahr stabilisiert
haben. Die Textilkonjunktur in Deutschland entwickelte sich
besser als die Gesamtkonjunktur, zeigt aber ein nach
Teilbereichen gespaltenes Bild. Nach Angaben des
Gesamtverbands Textil+Mode gingen die Umsätze der
Textilindustrie in den ersten fünf Monaten des Jahres
2023 um 0,5 Prozent zurück. Darin spiegeln sich die
hohe Inflation und die damit verbundene
Kaufzurückhaltung der Konsumenten wider. Die
Umsätze der Bekleidungsindustrie stiegen hingegen im
betrachteten Zeitraum um 15,0 Prozent.
Zurückzuführen ist diese positive Entwicklung
überwiegend auf Vorjahreseffekte. Das
Bekleidungssegment hatte im ersten Halbjahr 2022 noch stark
unter coronabedingten Schließungen und der
Kaufzurückhaltung der Konsumenten gelitten. Saldiert
ergibt sich für die beiden Segmente Textil und
Bekleidung in den ersten fünf Monaten des Jahres 2023
ein Umsatzwachstum von 4,9 Prozent.
Der Umsatz des Bekleidungshandels entwickelte sich nach
Angaben des Gesamtverbands Textil+Mode in den ersten
fünf Monaten des Jahres positiv. Dennoch kam es im
Bekleidungshandel zu mehreren Insolvenzen, etwa bei der TK
Fashion Group und bei Peek & Cloppenburg
Düsseldorf. Die Insolvenzen unterstreichen, in welchem
Ausmaß der Textilhandel von der Konsumkrise betroffen
ist. Im Onlinehandel war im ersten Halbjahr 2023 eine
weitere Abschwächung der Wachstumsraten zu beobachten.
Über den deutschen Heimtextilmarkt, ein für
die Bettwäschemarken des Dierig-Konzerns besonders
wichtiges Marktsegment, liegen keine zuverlässigen
statistischen Angaben vor. Basis der Markteinschätzung
sind daher größtenteils eigene
Marktbeobachtungen. Im ersten Halbjahr 2023 war der Markt
geprägt von einer starken Kaufzurückhaltung der
Konsumenten. Insbesondere die Debatte um das
Gebäudeenergiegesetz sorgte für eine starke
Verunsicherung der Verbraucher, die aus Furcht, ihre
Heizkosten nicht mehr tragen zu können, aufschiebbare
Konsumausgaben auf einen späteren Zeitpunkt verlegten.
Betroffen davon war auch die Bettwäsche. Der Handel
reagierte auf die ausbleibende Endkundennachfrage mit einem
zunehmenden Preisdruck auf die Hersteller.
Ein ähnliches Bild wie in Deutschland zeigte sich
in Österreich. Dort wuchs das Bruttoinlandsprodukt im
ersten Quartal 2023 nach Angaben von Statistik Austria
saison- und arbeitstagsbereinigt um 0,1 Prozent
gegenüber dem Vorquartal und unbereinigt um 1,9
Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das
Jahr 2023 werden äußerst geringe Wachstumsraten
erwartet. Das Österreichische Institut für
Wirtschaftsforschung (WIFO) geht in seiner Prognose vom 28.
Juni 2023 von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Beleg
für die Konsumkrise in Österreich ist die im Juni
2023 angemeldete Insolvenz der Leiner & kika
Möbelhandels GmbH. Die Möbelhauskette mit 40
Häusern zählt zu den großen Kunden der
österreichischen Bettwäschegesellschaft Christian
Dierig GmbH.
Auch die Schweizer Wirtschaft zeigte im ersten Halbjahr
2023 ein unterdurchschnittliches Wachstum. Nach Prognosen
des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) vom 15.
Juni 2023 wird für 2023 ein Wirtschaftswachstum
(Sportevent-bereinigtes BIP) von 1,1 Prozent erwartet. Mit
ursächlich für die schwache wirtschaftliche
Entwicklung sind die in europäischem Maßstab
moderaten, für Schweizer Verhältnisse jedoch
historisch hohen Energiekosten. Das geringe Wachstum
brachte - typisch für die Schweiz - keine Verwerfungen
in der Unternehmenslandschaft mit sich. Die Schweizer
Bettwäschegesellschaft Dierig AG konnte daher ihre
Geschäfte in einem stabilen Umfeld erfolgreich
betreiben.
Frankreich, Italien und Spanien sind wichtige
Absatzmärkte für den internationalen Gewebehandel
des Dierig-Konzerns. In diese Länder wird
hauptsächlich Rohware exportiert. Nach der
Frühjahresprognose der EU-Kommission vom 15. Mai 2023
wird für Frankreich im Jahr 2023 ein Wachstum der
Wirtschaftsleistung in Höhe von 0,7 Prozent bei einer
Inflationsrate von 5,5 Prozent erwartet. Für Italien
liegen die Erwartungen bei einem Wachstum von 1,2 Prozent
bei 6,1 Prozent Inflation. Für Spanien wird ein
vergleichsweise hohes Wachstum von 1,9 Prozent bei einer
relativ niedrigen Inflation von 4,0 Prozent erwartet.
Insgesamt ergibt sich hieraus ein schwieriges Umfeld
für den internationalen Gewebehandel.
2.3 Immobilienkonjunktur in Deutschland und an den KonzernstandortenDer bedeutsamste Faktor im Immobilienmarkt war die
Zinsentwicklung. Im Kampf gegen die hohe Inflation setzte
die Europäische Zentralbank ihren
Zinserhöhungskurs fort und hob den Leitzins bis zur
Jahresmitte auf 4,0 Prozent an. Einen höheren Stand
hatte es zuletzt zu Beginn der weltweiten Finanzkrise
Anfang Oktober 2008 mit damals 4,25 Prozent gegeben.
Folglich stiegen auch die Zinsen für Immobilienkredite
weiter an. Der Immobilienmarkt befand sich damit im ersten
Halbjahr 2023 weiterhin in einem toxischen Umfeld aus
steigenden Zinsen sowie Kosten und einem dadurch nahezu zum
Erliegen gekommenen Investmentmarkt.
Wegen der massiv gestiegenen Refinanzierungskosten war
die Zurückhaltung von Immobilieninvestoren weiterhin
groß. Aufgrund erhöhter Finanzierungskosten und
rückläufiger Bewertungen gerieten aber auch
Bestandshalter unter Druck, was sich in ersten
Insolvenzmeldungen von Immobilienunternehmen
widerspiegelte. Der Einbruch im Investmentmarkt führte
dazu, dass sich die Wohnungsnot in Deutschland
vergrößerte und die Wohnungsmieten weiter
stiegen.
Diese negativen Entwicklungen spiegeln sich auch im von
der Deutschen Hypo - NORD/LB Real Estate Finance
herausgegebenen Immobilienkonjunktur-Index wider, der im
ersten Halbjahr 2023 auf das Niveau des Jahres 2009
zurückfiel. Die Krise am Immobilienmarkt wird auch
daran deutlich, dass der Konjunktureinbruch ausnahmslos
alle Asset-Klassen betraf. Immobilieninvestoren hatten
daher keine Möglichkeit, auf Segmente mit einer
Sonderkonjunktur auszuweichen, sondern gingen dazu
über, ihr Kapital aus dem Immobilienmarkt abzuziehen
und in lukrativeren und risikoärmeren Anlageformen zu
investieren.
Der Immobilienmarkt in der Region Augsburg, wo sich die
Mehrzahl der Dierig-Immobilien befindet, zeichnete im
ersten Halbjahr 2023 die deutschlandweit krisenhaften
Entwicklungen nach. Die wohnwirtschaftlichen Bauvorhaben,
die zum allergrößten Teil bereits 2022 von den
Investoren zurückgestellt worden waren, wurden im
Berichtszeitraum größtenteils nicht reaktiviert.
Das Transaktionsgeschäft war von der
Immobilienkrise besonders stark betroffen. Da
Verkäufer nicht von hohen Preisvorstellungen
abrücken, die potentiellen Käufer hingegen nur
bei deutlich niedrigeren Preisen in die Investition gehen
wollten, waren Immobilientransaktionen kaum mehr
feststellbar. Dies gilt nicht nur für
größere Transaktionen zwischen Investoren und
Projektentwicklern. Auch der Verkauf von eigengenutzten
Eigentumswohnungen an Privatleute brach komplett ein.
Für Bauträgergesellschaften ist dieses
Marktumfeld mittlerweile existenzbedrohend.
Die Krise auf dem Immobilienmarkt hat im ersten Halbjahr
2023 die zeitlich nachlaufende Bauwirtschaft noch nicht
erreicht. Die Bauunternehmen im Regionalmarkt Augsburg
waren im Berichtszeitraum mit bestehenden Aufträgen
meist noch gut ausgelastet, klagten aber über fehlende
Anschlussaufträge. Das Stimmungsbild in der
Bauwirtschaft ist extrem schlecht, spätestens im
vierten Quartal 2023 wird eine Rezession erwartet.
Dafür erreichte die Immobilienkrise bereits im
Berichtszeitraum den regionalen Mietmarkt insbesondere im
Bereich Wohnen. Weil keine neuen Flächen mehr auf den
Markt kamen, war ein weiteres Steigen der Wohnungsmieten zu
beobachten. Da sich weniger Menschen eine Wohnung in der
Stadt oder im näheren Umland leisten können oder
wollen, war als Ausweichbewegung eine Abwanderung ins
weitere Umland zu beobachten. Begünstigt wurde diese
Entwicklung durch den Trend hin zur Telearbeit. Dies
ließ wiederum die Nachfrage auf dem Büromarkt
sinken, wodurch die Büromieten unter Druck gerieten.
Durch zurückgegebene Flächen waren auch
Bestandshalter von dieser Entwicklung betroffen. Die
Anschlussvermietung gelingt nicht mehr so schnell wie die
Jahre zuvor. Das verarbeitende Gewerbe ist ungleich
stärker an einen Standort gebunden als
Bürobetriebe oder Privathaushalte. Aus diesem Grund
blieb im Berichtszeitraum der Markt für
Gewerbeflächen im Großraum Augsburg relativ
stabil.
Ähnlich wie in Augsburg zeigte sich der
Immobilienmarkt in der Mittelstadt Kempten, wo Dierig mit
dem rein gewerblich genutzten Dierig-Park engagiert ist.
Auch in Kempten neigten Investoren zu größter
Vorsicht. Von der gewerblichen Wirtschaft gingen
vereinzelte Nachfrageimpulse aus, die Wohnungsmieten
entwickelten sich wie im Bundestrend steigend.
2.4 WährungsentwicklungFür das internationale Geschäft im
Textilsegment von Dierig ist die Entwicklung des US-Dollars
zum Euro von Bedeutung, da Zahlungsströme
beschaffungsseitig auch in US-Dollar getätigt werden.
Während der Berichtsperiode gewann der Euro
gegenüber dem US-Dollar konstant, aber im geringen
Umfang an Wert. Zu Jahresanfang 2023 kostete ein Euro 1,07
US-Dollar. Seinen Höchstkurs erreichte der Euro Anfang
Mai 2023 mit 1,11 US-Dollar. Zum Halbjahresende lag der
Euro bei 1,09 US-Dollar. Angesichts der geringen
Schwankungen hatten Währungseffekte im
Berichtszeitraum weder einen spürbaren Einfluss auf
die Einkaufspreise von Geweben im Dollarraum noch auf die
Bewertung von Lagervorräten.
Die Schweizer Landesgesellschaft des Dierig-Konzerns,
die Dierig AG in Wil, erwirbt Bettwäsche im Euroraum
und verkauft diese größtenteils auf dem
Schweizer Inlandsmarkt. Der Euro verlor im Verlauf des
Jahres 2023 in geringfügigem Umfang an Wert. Zu
Jahresanfang 2023 kostete ein Euro 0,99 Schweizer Franken.
Den Höchststand erreichte der Euro Mitte Januar mit
1,01 Schweizer Franken. Der Tiefstkurs des Euro bezifferte
sich am 29. Mai 2023 auf 0,97 Schweizer Franken. Am
Halbjahresende stand der Euro bei 0,98 Schweizer Franken.
Damit wurde das Schweiz-Geschäft nur im unwesentlichen
Umfang von Währungseffekten beeinflusst.
Einen Teil ihrer Ware lassen die
Bettwäschegesellschaften in der Türkei bedrucken
und nähen. In der Vergangenheit bezog die Dierig
Holding AG daher die Entwicklung der Türkischen Lira
in ihre Berichterstattung ein. Aufgrund der Schwäche
der Türkischen Lira werden diese Geschäfte
mittlerweile nahezu ausschließlich in Euro
fakturiert. Direkte Währungseffekte sind damit im
Türkeigeschäft von nachgelagerter Bedeutung. Nach
dem Grundsatz der Wesentlichkeit wird daher auf die
Darstellung der Entwicklung der Türkischen Lira
verzichtet.
2.5 Entwicklung des Baumwollpreises und der RohstoffmärkteNachdem sich die Baumwollpreise im Jahr 2022 stark
volatil verhielten, beruhigten sich die Preise im Jahr 2023
deutlich. Die Notierungen pendelten im Berichtszeitraum bei
geringen Ausschlägen nach unten und oben um die Marke
von 80 US-Cent pro amerikanisches Pfund. Im Markt für
Gewebe war zu beobachten, dass die Hersteller danach
strebten, ihre höheren Energiekosten weiterzugeben.
Aufgrund der Nachfrageschwäche gelang dies nur
teilweise. Der Gewebemarkt war im ersten Halbjahr 2023
wieder ein Käufermarkt.
2.6 ZinsentwicklungUm die Inflation zu bekämpfen, beendete die
Europäische Zentralbank (EZB) im Jahr 2022 mit einer
Zinswende ihre lockere Geldpolitik der vergangenen Jahre.
Bis Jahresmitte 2023 erhöhte sich der Leitzins in vier
Zinsschritten von 2,5 Prozent auf 4,0 Prozent, im Juli 2023
folgte ein weiterer Zinsschritt auf 4,25 Prozent.
Entsprechend lagen die Kreditzinsen der
Geschäftsbanken auf einem relativ hohen Niveau.
3. WIRTSCHAFTSBERICHT3.1 Gesamtaussage des Vorstandes zur wirtschaftlichen Lage des KonzernssZum Halbjahr 2023 liegt der Dierig-Konzern mit einem
Umsatz von 25,6 Millionen Euro exakt auf Vorjahresniveau.
Unsere Textil-umsätze sind leicht gesunken, unsere
Immobilienumsätze dafür gestiegen. Das Ergebnis
liegt etwas unter den Vorgaben des Vorjahreszeitraums. Auch
die meisten anderen Kennzahlen liegen im geplanten
Korridor.
Im Verlauf des ersten Halbjahrs 2023 mehrten sich die
Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur in beiden
Segmenten des Dierig-Konzerns weiter eintrübt. Wenn
etwa bei drei Reisen nach Italien kein einziger neuer
Gewebeauftrag akquiriert werden kann, weil die Kunden zu
verunsichert sind, um sich selbst bei niedrigen Preisen mit
Ware einzudecken, wenn namhafte Großkunden im
Bettwäschebereich mit einem jahrzehntelang
erfolgreichen Geschäftsmodell Insolvenz anmelden
müssen oder wenn in Augsburg Immobilienpreise nicht
mehr bestimmt werden können, weil über Monate
hinweg nichts mehr gekauft wird, sind das
unüberhörbare Alarmsignale.
Das zweite Halbjahr 2023 wird noch deutlich schwieriger
als es das erste Halbjahr war. Trotzdem bestätigen wir
für 2023 im Wesentlichen die Prognose aus dem
Geschäftsbericht 2022. Der Umsatz wird jedoch 2023
leicht rückläufig sein, auch das Ergebnis wird
sich etwas verringern, aber im deutlich positiven Bereich
bleiben. Angesichts der äußeren Verwerfungen,
denen wir unsere Segmente ausgesetzt sehen, sind dies
ambitionierte Ziele.
Dank der Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sind wir sehr zuversichtlich, dass wir
diese Ziele erreichen werden. Wir danken allen unseren
Beschäftigten für ihr über das
Normalmaß hinausgehende Engagement und ihre
Verbundenheit mit dem Unternehmen.
3.2 Erklärung des Vorstandes zum Krieg in der UkraineDer Dierig-Konzern unterhält weder beschaffungs-
noch absatzseitig direkte Geschäftsbeziehungen zu in
Russland und in der Ukraine ansässigen Unternehmen
oder Personen. Daher ist der Konzern auch nicht vom
direkten Kriegsgeschehen oder von Sanktionen betroffen.
Gleichwohl gehen vom Krieg in der Ukraine weitreichende
negative Auswirkungen auf die Geschäfte aus. Besonders
schwerwiegend waren dabei die Verknappung und Verteuerung
von Energie, die daraus resultierende hohe Inflation und
die Eintrübung der Konjunktur.
Betroffen davon waren sämtliche
Geschäftsbereiche und -aktivitäten. Die
Beschäftigten des Dierig-Konzerns sind dafür
sensibilisiert, dass in einer von Unsicherheit und
konjunkturellen Risiken geprägten Zeit ein besonders
vorsichtiges Wirtschaften vonnöten ist. Die kurzen
Entscheidungswege im Dierig-Konzern begünstigen eine
rasche Reaktion auf eintretende Störungen und sich
verändernde Einflussfaktoren. Die Einrichtung
spezieller Krisenstäbe als Reaktion auf die
wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine war
daher nicht erforderlich.
3.3 GeschäftsverlaufIm Textilsegment erwirtschafteten die Gesellschaften des
Dierig-Konzerns im ersten Halbjahr 2023 einen Umsatz in
Höhe von 17,9 Millionen Euro (im Vorjahreszeitraum
18,5 Millionen Euro). Dies kommt einem Umsatzrückgang
in Höhe von 3,2 Prozent gleich. Im Inland wurde ein
Umsatz in Höhe von 10,6 Millionen Euro erlöst (im
Vorjahreszeitraum 10,9 Millionen Euro), der Auslandsumsatz
bezifferte sich auf 7,3 Millionen Euro (im
Vorjahreszeitraum 7,6 Millionen Euro). Die textile
Exportquote belief sich im ersten Halbjahr 2023 auf 40,5
Prozent (im Vorjahreszeitraum 41,1 Prozent).
Der Bettwäschebereich litt unter der
Kaufzurückhaltung der Konsumenten, im Berichtszeitraum
lag der Umsatz um 4,2 Prozent niedriger als im
Vorjahreszeitraum. Trotz des schwierigen Umfelds konnten
sich zwei Bettwäschegesellschaften vom Negativtrend
lösen. So steigerte die fleuresse GmbH in Deutschland
ihren Umsatz. Ursächlich dafür war
größtenteils die erfolgreiche Neupositionierung
der Marke fleuresse.
Wie die fleuresse GmbH konnte auch die Schweizer
Landesgesellschaft Dierig AG die Umsätze steigern. Die
Dierig AG bedient den kleinen und sehr speziellen Schweizer
Inlandsmarkt und kann daher nur ein niedriges Umsatzniveau
erreichen, dies allerdings zu in der Regel guten Margen.
Zusätzlich zu den Effekten aus der veränderten
Markenpolitik profitierte die Dierig AG im Berichtszeitraum
von einer konstanten Endverbrauchernachfrage in der Schweiz
sowie von einer stabilen Entwicklung des Einzelhandels.
Bei der österreichischen Landesgesellschaft
Christian Dierig GmbH, die sich mit höherpreisiger
Ware der Marke fleuresse an den Fachhandel wendet und damit
in den vergangenen Jahrzehnten stets stabile Umsätze
verzeichnen konnte, führte die Kaufzurückhaltung
der privaten Konsumenten im ersten Halbjahr 2023 zu einem
Umsatzrückgang. Zudem verschlechterten sich die
Margen. Der Umsatzverlust ist hauptsächlich auf die
Konsumkrise in Österreich und nur indirekt auf die im
Juni 2023 angemeldete Insolvenz des Großkunden Leiner
& kika Möbelhandels GmbH zurückzuführen.
Die Möbelhauskette hatte bereits vor ihrer Insolvenz
angesichts der geringen Nachfrage die Einkaufsmengen
deutlich reduziert.
Sehr schwierig gestalteten sich hingegen die
Geschäfte der Adam Kaeppel GmbH, die sich mit ihrer
Ware der Marke Kaeppel im Mittelpreissegment vorrangig an
Großabnehmer wendet. Diese Ware wird vom Handel
preisaggressiv angeboten. Bei einem Rückgang des
privaten Konsums tendieren die Händler zu
Direktimporten von Ware insbesondere aus China, die
anschließend unter Eigenmarken oder Phantasielabels
vermarktet wird. Infolge der Direktimporte gingen der Adam
Kaeppel GmbH im ersten Halbjahr 2023 Mengen und
Umsätze im deutlichen Umfang verloren.
In Teilen ist der rückläufige Umsatz auch auf
die erneute Insolvenz des Großkunden Galeria Karstadt
Kaufhof zurückzuführen. Mit ihrem
Geschäftsmodell und ihrer Lieferfähigkeit konnte
die Adam Kaeppel GmbH frühere Krisen gut
bewältigen und wies selbst in ausgesprochenen
Krisenjahren stabile, teilweise sogar steigende
Umsätze auf. Dass es im ersten Halbjahr 2023 nicht
mehr gelang, den Umsatz zu halten, ist ein Beleg für
das Ausmaß der Konsumkrise im Mittelpreissegment.
Seit der Übernahme der Geschäfte der Christian
Dierig GmbH durch die BIMATEX GmbH im Dezember 2022 in Form
eines Asset-Deals bildet der Dierig-Konzern den
internationalen Gewebehandel nur noch in dieser
Gesellschaft ab. Im ersten Halbjahr 2023 blieb der Umsatz
im internationalen Gewebehandel auf dem Niveau des
Vorjahreszeitraums. Trotz der erfreulich stabilen
Umsatzentwicklung zeichneten sich auch in diesem
Geschäftsfeld Schwierigkeiten ab. Im
Kerngeschäft, dem Handel mit Meterware an die
südeuropäische Heimtextilindustrie,
erfüllten die Kunden im ersten Halbjahr 2023 zwar ihre
Abrufverpflichtungen, aber aus dem wichtigen Land Italien
konnte die BIMATEX GmbH trotz der im langjährigen
Vergleich niedrigen Gewebepreise nur Neuaufträge auf
einem niedrigen Niveau generieren. Die Auswirkungen des
ausbleibenden Neugeschäfts werden erst im zweiten
Halbjahr 2023 spürbar. Das Geschäft mit
Objekttextilien erfüllte im Berichtszeitraum die
Erwartungen, Nachfrage zeigte sich unter anderem aus dem
Bereich des Hotelwesens. Das Geschäft mit technischen
Textilien für die Schleifmittel- und
Polierscheibenproduktion verlief im ersten Halbjahr 2023
zufriedenstellend. Allerdings stellte ein
Großabnehmer von Basisgeweben für Polierscheiben
im Berichtszeitraum seine Produktion ein. Die Auswirkungen
werden erst zukünftig spürbar werden. Zudem
beliefert die BIMATEX GmbH in diesem Bereich mehrere
zueinander im Wettbewerb stehende Unternehmen, sodass sich
im Idealfall die Volumina zukünftig nur anders
verteilen. Bei den Filtrationsgeweben entwickelten sich die
Umsätze erfreulich. Die Vermarktung von
Afrika-Damasten wurde wie angekündigt als
Nischengeschäft weitergeführt.
3.3.2 Geschäftsverlauf im ImmobiliensegmentDas Immobiliensegment (einschließlich PWI)
erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2023 einen Umsatz von
7,7 Millionen Euro und damit um 0,7 Millionen Euro oder
10,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Diese
Umsatzsteigerung ist auf ein leicht vergrößertes
Flächenangebot, auf Anpassungen bei Index-Mieten und
insbesondere auf höhere Nebenkostenvorauszahlungen
zurückzuführen. Diese Vorauszahlungen
beeinflussen den Umsatz, wie schon erwähnt, nur
temporär. Zur Umsatzsteigerung trug auch die PWI
erfreulich bei.
Trotz einiger Mieterwechsel blieb der Vermietungsgrad
auf Vorjahresniveau bei 96 Prozent. Das Flächenangebot
stieß auch in Krisenzeiten auf hohe Nachfrage,
allerdings zeigte sich, dass Nachvermietungen schwieriger
zu realisieren waren als in der jüngeren
Vergangenheit. Die Dauer der Leerstandsperioden stieg
leicht an, wobei die durch ungeplanten und ungewollten
Leerstand entgangenen Umsätze sehr gering sind.
Mieterwechsel und damit verbundener kurzzeitiger Leerstand
werden nach wie vor als Chance angesehen, Flächen
aufzuwerten und anschließend höherwertig zu
vermieten. In Summe entwickelte sich das operative
Immobiliengeschäft im ersten Halbjahr 2023 erfreulich
krisenfest.
Trotz des anhaltenden Fachkräftemangels auf dem Bau
blieben alle laufenden Bauvorhaben im Plan. Im
SchlachthofQuartier kamen die Umbauarbeiten an
Eddis-Fitness termingerecht zum Abschluss. Die Flächen
auf einer zusätzlich angemieteten Etage des ehemaligen
Kühlhauses wurden am 1. Juli 2023 dem Betreiber
übergeben und werden daher im zweiten Halbjahr 2023
umsatzrelevant.
Am Standort Augsburg-Mühlbach befasste sich Dierig
mit einem weiteren großen Umbauprojekt. Ein
Einzelmieter hatte eine 1.700 Quadratmeter große
Fläche im Obergeschoss des Geschäftshauses an der
Spicherer Straße bis Ende 2022 als
Bürofläche genutzt. Nach dem Auszug konnte die
Fläche an die Evangelische Diakonissenanstalt Augsburg
weitervermietet werden. Sie wird die Fläche als
Pflegeschule nutzen. Der für den Schulbetrieb
erforderliche Umbau wird termingerecht zum 1. August 2023
abgeschlossen werden. Damit können mit der Fläche
im zweiten Halbjahr 2023 wieder Mieteinnahmen erzielt
werden.
Bei dem projektierten Wohnbau im Mühlbach-Quartier
wurden wie im Konzernlagebericht 2022 angekündigt die
Planungsund Erschließungsarbeiten fortgeführt.
Die Bauarbeiten für die geplanten 211 Wohnungen werden
aufgenommen, sobald sich die Kostensituation sowohl im
Bereich Bauen als auch im Bereich der Finanzierung deutlich
verbessert hat. Durch den geplanten Anschluss des
Mühlbach-Quartiers an das Fernwärmenetz
stünde die Stadt als Energieversorger in der
Verantwortung, die Anforderungen aus dem künftigen
Gebäudeenergiegesetz zu erfüllen. Aus der
Beheizung mit Fernwärme würden sich demnach
Vorteile ergeben. Dennoch werden weiterhin andere
Möglichkeiten der Energieerzeugung geprüft. Um
die Realisierungschancen des Wohnbauvorhabens zu
vergrößern, wurden darüber hinaus Optionen
geprüft, die Baukosten durch Umplanungen zu senken.
Am Standort Porschestraße Gersthofen hat der
Mieter Forvia (ehemals Faurecia Clean Mobility) wie
angekündigt im ersten Halbjahr 2023 den Betrieb
eingestellt und das Gelände verlassen. Der bis 2026
bindende Mietvertrag wurde im Berichtszeitraum ohne
Abstriche erfüllt. Die gemeinsame Suche nach einem
Nachmieter ist angelaufen. Der Mieter Forvia
präferiert dabei einen Einzelmieter, der in den
Mietvertrag eintritt und die daraus resultierenden
Verpflichtungen erfüllt.
Für den 2022 im Tausch erworbenen Standort
Augsburger Straße Gersthofen wurden im ersten
Halbjahr 2023 Nachnutzungskonzepte entwickelt und mit der
Stadt Gersthofen diskutiert. Vorgesehen ist, die rund
13.700 Quadratmeter große Liegenschaft nach Auszug
des Mieters hauptsächlich als Wohnbaugrundstück
zu nutzen und zusätzlich ein Bäckerei-Cafe
anzusiedeln. Die Pläne wurden bei der Stadt Gersthofen
positiv aufgenommen.
Im Berichtszeitraum wurden weder Grundstücke
veräußert noch neue Liegenschaften erworben. Die
Suche nach interessanten anzukaufenden
Entwicklungsstandorten wurde fortgesetzt, allerdings
ließ das nach wie vor überhöhte Preisniveau
keine Investition zu.
Die aus Dienstleistungen bei Investment und Verkauf,
Vermietung und Verwaltung sowie Finanzierungsberatung und
-vermittlung bestehenden Aktivitäten der PWI erwiesen
sich erneut als krisenfest. Trotz der anhaltenden Flaute im
Transaktionsgeschäft konnte die Gesellschaft ihre
Umsätze im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum dank eines guten
Vermietungsgeschäfts und insbesondere aufgrund hoher
Erlöse aus dem Verwaltungsgeschäft steigern.
3.3.3 Prognose-Ist-VergleichDer Dierig-Konzern setzt sich neben finanziellen Zielen
weitere Ziele in der Unternehmensentwicklung und
detaillierte Projektziele. Um die nachhaltige
Unternehmensentwicklung und eine langfristige
Wertsteigerung nicht zu gefährden, hat bei Planungen
die Vermeidung konjunktureller Risiken Vorrang vor dem
Erreichen kurzfristiger Renditeziele. Daher werden
Prognosen konservativ aufgestellt. Dies gilt auch für
die im Konzernlagebericht 2022 dargestellte Prognose (siehe
Geschäftsbericht 2022, Seite 62ff.).
Auch wenn einzelne Tochtergesellschaften aufgrund der
schwierigen konjunkturellen Lage die prognostizierten
Ergebnisse im ersten Halbjahr 2023 verfehlten, erreichte
der Dierig-Konzern in einer Gesamtbetrachtung die
wesentlichen Ziele.
Die nachfolgende Tabelle bezieht sich auf die dortige
Darstellung und erläutert die Zielsetzungen des
Konzerns und der Einzelgesellschaften für das Jahr
2023 sowie den Grad der Zielerreichung im ersten Halbjahr
2023:
scrollen
✓ Ziel erreicht O Ziel in Teilen erreicht - Ziel
nicht erreicht
3.4 Lage3.4.1 ErtragslageAusgewählte Positionen der Gesamtergebnisrechnung des Dierig-Konzernsscrollen
Der Dierig-Konzern erlöste im ersten Halbjahr 2023
einen konsolidierten Umsatz in Höhe von 25,6 Millionen
Euro (im Vorjahreszeitraum 25,5 Millionen Euro). Der
Textilumsatz lag um 3,2 Prozent unter und der
Immobilienumsatz um 10,0 Prozent über Vorjahresniveau.
Zu berücksichtigen ist, dass die Umsatzsteigerung im
Immobiliensegment auch auf höhere
Nebenkostenvorauszahlungen zurückzuführen ist,
die den Umsatz nur temporär beeinflussen werden.
Der Materialaufwand bezifferte sich zum 30. Juni 2023
auf 12,2 Millionen Euro und blieb damit exakt auf dem
Niveau des Vorjahreszeitraums. Damit zeigte sich auch die
Materialaufwandsquote nur geringfügig verändert
(47,6 Prozent im ersten Halbjahr 2023 zu 47,8 Prozent im
ersten Halbjahr 2022). Der Personalaufwand bezifferte sich
im ersten Halbjahr 2023 auf 4,0 Millionen Euro und blieb
damit um 0,2 Millionen Euro unter dem des
Vorjahreszeitraums. Auch die Abschreibungen blieben auf dem
Niveau des Vorjahreszeitraums. Bei den sonstigen
betrieblichen Ausgaben ergab sich größtenteils
inflationsbedingt ein leichter Anstieg (5,9 Millionen Euro
im ersten Halbjahr 2023 zu 5,6 Millionen Euro im ersten
Halbjahr 2022).
Aufgrund steigender Zinsen verschlechterte sich im
ersten Halbjahr 2023 das Finanzergebnis von -0,4 Millionen
Euro im ersten Halbjahr 2022 auf -0,6 Millionen Euro im
ersten Halbjahr 2023.
Das Ergebnis vor Ertragsteuern belief sich im ersten
Halbjahr 2023 auf 1,9 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum
lag das Ergebnis bei 2,4 Millionen Euro. Allerdings waren
im Ergebnis des Vorjahreszeitraums Anlagenverkaufsgewinne
in Höhe von 0,5 Millionen Euro vor Steuern enthalten,
während im aktuellen Halbjahr keine
Anlagenverkaufsgewinne anfielen. Bereinigt um diese Effekte
liegt das Vorsteuerergebnis im ersten Halbjahr 2023 demnach
auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das
Konzernperiodenergebnis (nach Steuern) bezifferte sich auf
1,5 Millionen Euro (im Vorjahreszeitraum 2,0 Millionen
Euro.). Das rechnerische Ergebnis je Aktie lag im ersten
Halbjahr 2023 bei 0,38 Euro (im Vorjahreszeitraum 0,48
Euro).
3.4.2 Finanzlagescrollen
Angaben in Millionen Euro
Der Dierig-Konzern erzielte im ersten Halbjahr 2023
einen Mittelzufluss aus dem Ergebnis in Höhe von 2,9
Millionen Euro (im Vorjahr 2,9 Millionen Euro). Der
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
stieg von 0,2 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,7 Millionen
Euro im Jahr 2023. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den
Rückgang der Vorräte zurückzuführen.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war im
ersten Halbjahr 2023 zum einen geprägt von
Investitionen am Standort Mühlbach im Zusammenhang mit
dem Wohnbauprojekt, zum anderen durch geplante
Umbaumaßnahmen am Standort SchlachthofQuartier
für den Mieter des ansässigen Fitnessstudios. Im
Vorjahreszeitraum war der Cash Flow aus der
Investitionstätigkeit zum einen geprägt von
Investitionen am Standort Mühlbach im Zusammenhang mit
dem Wohnbauprojekt, zum anderen durch den
Grundstückstausch in Gersthofen.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bezifferte
sich im ersten Halbjahr 2023 auf -0,8 Millionen Euro (im
Vorjahr -0,3 Millionen Euro). Der wesentliche Abfluss im
ersten Halbjahr 2023 war bestimmt durch Tilgungen von
bestehenden Finanzierungen.
Zum 30. Juni 2023 standen dem Dierig-Konzern 2,7
Millionen Euro an flüssigen Mitteln zur
Verfügung, dies bedeutet im Vergleich zum
Vorjahresstichtag mit 2,4 Millionen Euro ein Anstieg in
Höhe von 0,3 Millionen Euro. Der Dierig-Konzern zeigte
sich auch im ersten Halbjahr 2023 gut finanziert, konnte
seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen.
Eventuell erforderliche Fremdmittel können bei den
Hausbanken zu marktüblichen Konditionen beschafft
werden. Die eingeräumten Kreditlinien sind ausreichend
zur Finanzierung der laufenden Geschäfte und des
weiteren Wachstums. Dabei weist der von den Hausbanken zur
Verfügung gestellte Kreditrahmen per 30.06.2023 freie
Kreditlinien in Höhe von 22,9 Millionen Euro auf. Die
Finanzierungsstrategie des Dierig-Konzerns hat zum Ziel,
die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der einzelnen
Tochtergesellschaften bei gleichzeitiger Optimierung der
Kapitalkosten sicherzustellen. Zur Optimierung der
Zahlungsströme und Bankkonditionen verfügt der
Dierig-Konzern über ein zentrales Cash-Management. Die
notwendigen Finanzmittel werden über die
Zwischenholding Dierig Textilwerke GmbH bereitgestellt und
mit den Kreditinstituten verhandelt.
3.4.3. VermögenslageDie Bilanzsumme des Dierig-Konzerns beziffert sich zum
30. Juni 2023 auf 113,2 Millionen Euro und lag damit um 1,3
Millionen Euro unter der Bilanzsumme am Stichtag 31.
Dezember 2022 in Höhe von 114,5 Millionen Euro.
Ausgewählte Positionen der Aktiv-Seite der Bilanz des Dierig-Konzernsscrollen
Im ersten Halbjahr 2023 konnte der Dierig-Konzern seine
Vorräte verringern. Trotz Anstieg der Forderungen ist
keine Verschlechterung der Zahlungsmoral der Kunden im
Berichtszeitraum zu verzeichnen.
Ausgewählte Positionen der Passiv-Seite der Bilanz des Dierig-Konzernsscrollen
Das Eigenkapital hat sich durch das Ergebnis und den
damit einhergehenden Anstieg der Gewinnrücklagen um
0,8 Millionen Euro erhöht. Der Dierig-Konzern
erreichte zum 30. Juni 2023 eine Eigenkapitalquote in
Höhe von 44,0 Prozent (zu Jahresbeginn 42,8 Prozent).
Damit liegt die Eigenkapitalquote abermals höher als
im Langfristziel festgelegt. Im Hinblick auf das geplante
Wohnbauprojekt mit Immobilieninvestitionen in
beträchtlicher Höhe wird angesichts des damit
einhergehenden Fremdfinanzierungsbedarfs ein möglichst
hohes Eigenkapital angestrebt.
In den langfristigen Schulden sind zum Halbjahresende
Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 13,5 Millionen
Euro, Pensionsrückstellungen in Höhe von 11,4
Millionen Euro sowie latente Steuern in Höhe von 9,3
Millionen Euro enthalten. Damit ergaben sich keine
Veränderungen gegenüber dem Stand zu
Jahresbeginn. Unterschiede ergeben sich bei den sonstigen
kurzfristigen Schulden, die um 1,2 Millionen Euro abgebaut
werden konnten.
3.5 Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenDie Gesellschaften des Dierig-Konzerns betreiben ihre
Geschäfte im Einklang mit geltendem Recht und nach
hohen unternehmensethischen und ökologischen
Standards.
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung findet im
jährlichen Zyklus rückblickend auf das gesamte
Geschäftsjahr statt. Die
Nachhaltigkeitsberichterstattung über das
Geschäftsjahr 2023 erfolgt folglich im
Konzernlagebericht 2023. In diese Berichterstattung wird
erstmalig auch die Fortschrittsmitteilung an den UN Global
Compact einfließen, dem sich der Dierig-Konzern 2022
angeschlossen hat.
Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sind im
Konzernlagebericht 2022 (vgl. Geschäftsbericht 2022,
S. 60ff.) umfassend dargestellt. Wesentliche
Änderungen gegenüber dieser Darstellung ergaben
sich nur in einzelnen Teilbereichen.
Weitere Veränderungen ergaben sich bei der Zahl der
Beschäftigten. Am Ende des ersten Halbjahres 2023
beschäftigte der Dierig-Konzern 132 Mitarbeiter (113
Angestellte und 19 gewerbliche Mitarbeiter). Ende 2022
waren 145 Mitarbeiter beschäftigt gewesen. Der
Rückgang resultiert hauptsächlich aus
natürlicher Fluktuation sowie Eintritten in den
Ruhestand.
4. NACHTRAGSBERICHTNach Ende des Berichtszeitraums haben sich keine
Vorgänge von besonderer Bedeutung ergeben.
5. PROGNOSEBERICHTIn diesem Prognosebericht bezieht sich der
Dierig-Konzern auf das restliche Geschäftsjahr 2023.
Wo dies möglich ist, blickt der Dierig-Konzern
freiwillig über den Prognosezeitraum hinaus.
Infolge der multiplen krisenhaften Entwicklungen (Krieg
in der Ukraine, Energiepreiskrise und globale Teuerung) hat
sich die Konsumkonjunktur in den für den
Dierig-Konzern relevanten Textilmärkten im Verlauf des
Jahres 2023 deutlich verschlechtert. Das Immobiliensegment
ist ebenfalls in einem schwierigen Umfeld tätig.
Zusätzlich zu diesem schlechten wirtschaftlichen
Umfeld haben sich im ersten Halbjahr 2023 die Aussichten
für verschiedene operative Tochtergesellschafen
eingetrübt.
Im Bettwäschebereich haben die deutsche fleuresse
GmbH und die Schweizer Dierig AG zum Halbjahr ihre
Umsätze steigern können. Durch die
Eintrübung der Konjunktur rechnen beide Gesellschaften
bis Jahresende mit einem nur noch leichten Umsatzwachstum.
Die österreichische Bettwäschegesellschaft
Christian Dierig GmbH hat zum Halbjahr infolge der
Konsumkrise deutlich an Umsatz verloren und sieht sich nun
überdies mit der im Juni 2023 angemeldeten Insolvenz
des Großkunden Leiner & kika Möbelhandels
GmbH konfrontiert. Der Sanierungsplan sieht vor, dass von
40 Häusern 23 geschlossen werden.
Die Adam Kaeppel GmbH hat zum Halbjahr aufgrund der
Insolvenz des Kunden Galeria Karstadt Kaufhof deutlich an
Umsatz verloren. Der Umsatzverlust konnte aufgrund der
aktuellen konjunkturellen Situation nicht anderweitig
kompensiert werden. In Summe ist im
Bettwäschegeschäft mit einem spürbar
rückläufigen Umsatz zu rechnen.
Die Bimatex GmbH hat die Umsätze im ersten Halbjahr
stabilisiert. Da im Bereich Meterware im ersten Halbjahr
2023 aus dem wichtigen Land Italien nur Neuaufträge
auf einem niedrigen Niveau generiert werden konnten, ist
hier im zweiten Halbjahr mit geringeren Umsätzen zu
rechnen.
Saldiert bedeutet dies für das Textilsegment einen
im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um fünf bis
acht Prozent sinkenden Umsatz. Durch die frühzeitige
Anpassung der Kostenstrukturen erscheint ein ausgeglichenes
Segmentergebnis möglich.
Im Immobiliensegment ist der Umsatz im ersten Halbjahr
2023 um 10,0 Prozent gestiegen. Zu dem Umsatzanstieg haben
auch höhere Nebenkostenvorauszahlungen beigetragen.
Dank der stabilen Mietverhältnisse kann dieses
Umsatzplus bis Jahresende aller Wahrscheinlichkeit aufgrund
zweier neu- oder wiedervermieteter Flächen
(Eddis-Fitness im SchlachthofQuartier, die Pflegeschule der
Evangelischen Diakonissenanstalt Augsburg am Standort
Augsburg-Mühlbach) sogar leicht ausgebaut werden.
Angesichts steigender Kosten ist im Immobiliensegment
jedoch kein Ergebniszuwachs zu erwarten.
In der Gesamtbetrachtung kann daher die Prognose aus dem
Konzernlagebericht 2022 (siehe Geschäftsbericht 2022,
Seite 62ff.) für das Geschäftsjahr 2023
grundsätzlich bestätigt werden. Jedoch wird
gegenüber 2022 ein leicht sinkender Konzernumsatz
erwartet, bei einem ebenfalls leicht sinkenden, aber
deutlich positiven Konzernergebnis.
Der zu erwartende rückläufige Textilumsatz
wird im Jahr 2023 die Höhe der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen kaum beeinflussen, da
krisenbedingt erfahrungsgemäß mit einer
Verschlechterung der Zahlungsmoral zu rechnen ist. Es wird
versucht, die Höhe der Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen gegenüber dem Stand zum Halbjahresende zu
reduzieren. Allerdings ist es im internationalen
Gewebehandel vielfach notwendig, die Zahlungsziele zu
verlängern, da anderenfalls Geschäfte nicht
zustande kommen. Diese Option wird nur treuen Stammkunden
mit entsprechender Bonität eingeräumt.
Für die textilen Gesellschaften der Dierig-Gruppe
sind Lagerbestände unabdingbar, um die Kundennachfrage
schnell bedienen zu können. Die Lagerbestände
sind aktuell und weisen demnach eine hohe
Verkäuflichkeit auf. Im ersten Halbjahr 2023 wurden
Lagerbestände abgebaut. Grundsätzlich verfolgt
der Dierig-Kon-zern das Ziel, den Lagerbestand bei
Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit möglichst
niedrig zu halten. Darüber hinaus trachtet der
Dierig-Konzern danach, Gewebe antizyklisch einzukaufen. Bei
entsprechenden Opportunitäten kann der Lagerbestand
folglich bis Ende des Jahres 2023 steigen.
Die Entwicklung der Eigenkapitalquote ist im hohen
Maße von der Höhe möglicher Investitionen
und von Grundstückstransaktionen im Immobiliensegment
abhängig. Im Restjahr 2023 besteht kein
größerer Fremdfinanzierungsbedarf. Falls sich
die Möglichkeit ergibt, einen Standort mit
Entwicklungsperspektive zu einem interessanten Preis zu
kaufen, kann dies einen Fremdfinanzierungsbedarf nach sich
ziehen. Sollten bis Jahresende keine
Grundstückskäufe erfolgen, ist mit einem weiteren
Anstieg der Eigenkapitalquote zu rechnen.
Der Auftragsbestand im Textilsegment des Dierig-Konzerns
bezifferte sich zum 30. Juni 2023 auf 12,2 Millionen Euro
und reduzierte sich damit leicht im Vergleich zum 31.
Dezember 2022 mit 12,3 Millionen Euro. Durch die zunehmende
Kurzfristigkeit der Aufträge und durch die zunehmende
Neigung der Kunden, Aufträge bei Nachfragestockungen
zu stornieren oder zumindest den Abruf bestellter Ware zu
verschieben, verliert der Auftragsbestand als
Frühindikator immer mehr an Bedeutung.
Die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr 2023
sieht der Vorstand als herausfordernd an,
existenzbedrohende Risiken bestehen jedoch nicht.
Wie in der Vergangenheit ist die Grundlage der Prognose
konservativ und fußt auf einer realistischen
Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung, wobei
genügend Spielräume bestehen, um
Geschäftschancen zu nutzen. Der Dierig-Konzern wird
auch in Zukunft solide finanziert sein. Geplant ist, den
Finanzierungsbedarf für die operative
Geschäftstätigkeit aus dem laufenden Cashflow
abzudecken. Der Dierig-Konzern wird im Gesamtjahr 2023
unter Berücksichtigung bestehender Kreditlinien
über liquide Mittel in ausreichender Höhe
verfügen.
Die nachfolgende Tabelle erläutert die
Zielsetzungen 2023 des Konzerns und der
Einzelgesellschaften sowie Zielbestätigungen bzw.
Zielanpassungen:
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6. CHANCEN- UND RISIKOBERICHTDas Geschäft der Dierig-Gruppe wird von einer Reihe
externer Größen beeinflusst, die zahlreiche
Chancen eröffnen oder verschiedene Risiken bergen.
Diese Einflussfaktoren werden im Rahmen des
Risikomanagementsystems erfasst und entsprechend ihrer
Eintrittswahrscheinlichkeit und Tragweite bewertet. Dies
gilt auch für neue Geschäftsrisiken, die von der
gegenwärtigen Konsumkrise hervorgerufen werden.
Diese Risiken sind bereits im Konzernlagebericht 2022
(vgl. Geschäftsbericht 2022, S. 65ff.) hinreichend
erfasst und dargestellt. Dies bezieht sich auch auf das
interne Kontroll- und Risikomanagement-System bezogen auf
den Rechnungslegungsprozess. Daher verweisen wir auf die
dort getroffenen Aussagen. Über die Nutzung aktueller
Geschäftschancen berichten wir im Wirtschaftsbericht,
über konkrete Ziele im Prognosebericht.
Infolge der Summe der risikomindernden Maßnahmen
und Systeme sowie der guten Ausstattung mit Eigenkapital
sieht der Vorstand im gesamten Umfeld der Aktivitäten
weder bestandsgefährdende Risiken noch Risiken
für die künftige Entwicklung des Konzerns.
7. VERGÜTUNGSBERICHTDer nach § 162 AktG aufgestellte
Vergütungsbericht über die im Jahr 2022
geschuldete und gewährte Vergütung von Vorstand
und Aufsichtsrat wurde der Hauptversammlung vom 23. Mai
2023 zur Abstimmung vorgelegt und von dieser ohne
Gegenstimmen gebilligt.
Der Beschluss über die Neugestaltung der
Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates wurde von
der Hauptversammlung vom 24. Mai 2023 mit einer Mehrheit
von 99,78 Prozent gebilligt.
Über die Anpassung der Aufsichtsratsvergütung
hinaus gab es im ersten Halbjahr 2023 im
Vergütungssystem von Vorstand und Aufsichtsrat keine
strukturellen Änderungen im Vergleich zum Jahr 2022.
Daher verweisen wir auf die Darstellung auf der
Internetseite
https://www.dierig.de/investor-relations/corporate-governance.
8. ERGÄNZENDE ANGABENBei den ergänzenden übernahmerechtlichen
Angaben nach § 289a Abs. 1 und § 315 Abs. 1 HGB
kam es im ersten Halbjahr 2023 zu keinen Änderungen.
Daher verweisen wir auf die Darstellung im
Konzernlagebericht 2022 (vgl. Geschäftsbericht 2022,
S. 71ff.).
9. BERICHT ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMENIm Rahmen der Beziehungen zu verbundenen Unternehmen kam
es im ersten Halbjahr 2023 zu keinen Änderungen. Daher
verweisen wir auf die Darstellung im Konzernlagebericht
2022 (vgl. Geschäftsbericht 2022, S. 73ff.).
Augsburg, den 18. August 2023
Dierig Holding AG
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Konzernbilanz zum 30. Juni 2023AKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar - 30. Juni 2023scrollen
1) 6% Anteil an der Prinz GmbH
Konzerngesamtperiodenergebnis vom 1. Januar - 30. Juni 2023scrollen
1) 6% Anteil an der Prinz GmbH
Konzernkapitalflussrechnung 1. Halbjahr 2023scrollen
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung zum 30. Juni 2023scrollen
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Verkürzter Konzern-Anhang vom 1. Januar bis 30. Juni 2023Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss
der Dierig Holding AG zum 30. Juni 2023 wurde
gemäß § 37w WpHG sowie im Einklang mit den
am Abschlussstichtag anzuwendenden International Financial
Reporting Standards (IFRS) erstellt. Dementsprechend wurde
der Halbjahresfinanzbericht in Übereinstimmung mit dem
für die Zwischenberichterstattung gültigen IAS 34
aufgestellt. Vom Wahlrecht der Erstellung eines
verkürzten Zwischenabschlusses gemäß IAS
34.8 wird Gebrauch gemacht. Die im
Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten
Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Der
vorstehende Halbjahresfinanzbericht wird in Euro erstellt
und zum Teil auf Tausend Euro gerundet. Eine detaillierte
Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im
Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts
2022 (vgl. S. 85-89) veröffentlicht.
Die zum 1. Januar 2023 erstmalig anzuwendenden
geänderten Rechnungslegungsvorschriften hatten keinen
Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage. Eine ausführliche Aufstellung dieser
Rechnungslegungsvorschriften ist dem Konzernanhang des
Geschäftsberichts 2022 zu entnehmen.
SchätzvorgängeIm Rahmen der Erstellung eines
Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS
34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand
Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen
treffen, die die Anwendung von
Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis
der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der
Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Sämtliche
Annahmen und Schätzungen beruhen auf Prämissen,
die zum Stichtag Gültigkeit hatten. Die
tatsächlichen Beträge können von diesen
Schätzungen abweichen, wenn die angenommenen
Rahmenbedingungen sich entgegen den Erwartungen entwickelt
haben. Änderungen werden zum Zeitpunkt der Erlangung
von besseren Kenntnissen erfolgswirksam berücksichtigt
und die Prämissen entsprechend angepasst. Es haben
sich keine Änderungen bei Annahmen und
Schätzungen im Vergleich zum Jahresabschluss 2022
ergeben.
Veränderungen im KonsolidierungskreisIn den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss zum 30.
Juni 2023 der Dierig Holding AG werden die Abschlüsse
des Mutterunternehmens und der von ihr beherrschten
Unternehmen einbezogen. Im ersten Halbjahr 2023 ergaben
sich keine Veränderungen im Konsolidierungskreis. Der
Konsolidierungskreis umfasst zum 30. Juni 2023
einschließlich der Muttergesellschaft elf (31.
Dezember 2022: elf) Inlandsgesellschaften und zwei
Auslandsgesellschaften (31. Dezember 2022: zwei). Bei allen
Tochterunternehmen wird die Verfügungsmacht durch eine
Stimmrechtsmehrheit erreicht; atypische Fälle liegen
nicht vor.
Unverändert wie im Vorjahr werden drei
Tochtergesellschaften (eine inaktive Gesellschaft sowie
zwei reine Komplementär-Verwaltungsgesellschaften)
wegen aus Konzernsicht untergeordneter Bedeutung nicht
konsolidiert, sondern gemäß IFRS 9 bewertet.
Grundlage für die Beurteilung der Wesentlichkeit sind
der Konzernumsatz, das Ergebnis sowie die Bilanzsumme. Die
Nichteinbeziehung der Tochtergesellschaften führt zu
keiner Veränderung des Konzernumsatzes und würde
die Bilanz nur unwesentlich (<0,1%) ändern.
Auswirkungen durch den anhaltenden Krieg in der UkraineDie Unsicherheiten bei der Beurteilung der Auswirkungen
des Kriegs in der Ukraine sowie zahlreicher anderer geo-
und handelspolitischer Konflikte auf die aktuelle
Geschäftsentwicklung bleiben unverändert
bestehen. Da weder beschaffungs- noch absatzseitig direkte
Geschäftsbeziehungen mit in den kriegführenden
Ländern ansässigen Unternehmen unterhalten
werden, sind keine Geschäfte von diesen
Kriegshandlungen bzw. daraus resultierenden Sanktionen
unmittelbar betroffen. Es bestehen keine Forderungen mit
oder Vermögenswerte in der Ukraine oder in Russland.
Daher ergeben sich durch den Angriffskrieg keine Hinweise
auf Wertminderungsbedarf von Vermögenswerten oder
Forderungen, keine wesentlichen Änderungen von
Schätzungen oder Auswirkungen auf Kredite oder
Tilgungsleistungen.
Auch wenn die wirtschaftlichen Aktivitäten des
Dierig-Konzerns nicht direkt vom Kriegsgeschehen
berührt werden, ist auch im zweiten Halbjahr 2023 mit
einer wesentlichen Beeinträchtigung des
Geschäftsverlaufs durch anhaltend hohe
Inflationsraten, durch weiterhin hohe Energie-, Material-
und Rohstoffkosten, durch weitere Zinserhöhungen,
durch eine weiter anhaltende Volatilität der
Fremdwährungskurse, durch Zahlungsausfälle oder
verspätete Zahlungen, durch Verzögerungen im
Auftragseingang und durch sich zuspitzende
Lieferengpässe zu rechnen.
FinanzinstrumenteInsgesamt entspricht die Bewertung der Finanzinstrumente
zum Halbjahresabschluss im Wesentlichen den Parametern zum
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022. Die
Fair-Value-Bewertungen unterliegen im Wesentlichen dem
gleichen Bewertungsvorgehen und -ansätzen.
Ein erhöhter Wertminderungsbedarf nach IAS 36 wird
durch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges derzeit nicht
gesehen, zumal die Investment Properties und die
Geschäfts- und Firmenwerte dem Immobiliensegment
zugeordnet sind und daher weiterhin eine stabile
Entwicklung aufweisen. Wesentliche Effekte durch
Parameteränderungen waren nicht zu beobachten. Im
Übrigen verweisen wir auf die Ausführungen im
Anhang des Geschäftsberichts 2022 ab Seite 101ff.
Das Liquiditätsrisiko wird derzeit nicht als
erhöht angesehen. Im ersten Halbjahr konnten Kredite
planmäßig getilgt bzw. zurückgeführt
werden. Zusätzliche Darlehensaufnahmen bei
Kreditinstituten waren nicht notwendig. Das
Liquiditätsrisiko wird weiterhin als gering
eingestuft.
Ergebnis je Aktie (IAS 33)scrollen
Segmentangaben 1. Halbjahr 2023scrollen
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1) Das operative Immobilienergebnis beträgt
T€ 1.844 (i.Vj. T€ 1.695).
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EigenkapitalDas gezeichnete Kapital der Dierig Holding AG ist in
4.200.000 nennwertlose Stückaktien zum rechnerischen
Anteil am Grundkapital von EUR 2,62 eingeteilt, ist
vollständig eingezahlt und beträgt
unverändert EUR 11.000.000. Auf Basis der
Ermächtigung der Hauptversammlung hat der Vorstand mit
Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Anteile im Umfang von
96.900 Stückaktien zum Wert von EUR 627.150 als
Akquisitionswährung erworben. Der Nennwert der eigenen
Anteile in Höhe von EUR 253.786 wurde vom gezeichneten
Kapital abgesetzt. Entsprechend beträgt das
rechnerische Grundkapital zum 31. Dezember 2022 und zum 30.
Juni 2023 unverändert EUR 10.746.214.
Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und UnternehmenNach IAS 24 gelten als nahestehende Personen bzw.
Unternehmen solche, die vom berichtenden Unternehmen
beeinflusst werden können bzw. die auf das Unternehmen
Einfluss nehmen können. Die Textil-Treuhand GmbH, die
als Muttergesellschaft eine Mehrheitsbeteiligung von 70,13
Prozent an der Dierig Holding AG hält, hat an die
Dierig Textilwerke GmbH ein unbesichertes Darlehen in
Höhe von T€ 13.555 (i.Vj. T€ 14.669)
ausgereicht. Die Verzinsung erfolgt zu marktüblichen
Bedingungen. Der Zinsaufwand belief sich im ersten Halbjahr
auf T€ 138 (T€ i.Vj. 115).
Daneben bestehen mit nicht-konsolidierten verbundenen
Unternehmen zum 30. Juni 2023 kurzfristige
Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 117 (i.Vj.
T€ 114) Die im ersten Halbjahr 2023 erfassten
Zinsaufwendungen dafür belaufen sich auf T€ 0,6
(i.Vj. T€ 0,6). Bei sich veränderten
Marktverhältnissen wird der Zinssatz entsprechend
angepasst.
Mit Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern bzw. ihnen
nahestehenden Personen bestehen Mietverträge, für
die im ersten Halbjahr 2023 T€ 17 (i.Vj. T€ 22)
vereinnahmt bzw. T€ 38 (i.Vj. T€ 34) ausgegeben
wurden. Die Mieten sind marktüblich. Zum Stichtag des
Zwischenabschlusses bestanden keine Forderungen und
Verbindlichkeiten.
Ereignisse nach dem BilanzstichtagNach Ende des Berichtszeitraums haben sich bis
Redaktionsschluss des Halbjahresfinanzberichts keine
Vorgänge von besonderer Bedeutung ergeben.
Angabe gemäß § 37w Abs. 5 Satz 6 WpHGDer verkürzte Konzernabschluss vom 1. Januar bis
30. Juni 2023 -bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung, Konzerngesamtperiodenergebnis,
Konzernkapitalflussrechnung,
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung sowie
ausgewählten erläuternden Anhangsangaben - und
der Konzernlagebericht vom 1. Januar bis 30. Juni 2023
wurden weder entsprechend § 317 HGB geprüft noch
einer prüferischen Durchsicht durch eine zur
Abschlussprüfung befähigten Person unterzogen.
Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Augsburg, 18. August 2023
Dierig Holding AG
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DisclaimerDieser Halbjahresfinanzbericht enthält in die
Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen oder
Schätzungen des Managements der Dierig Holding AG
beruhen. Trotz der Annahme, dass die vorausschauenden
Aussagen realistisch sind, kann nicht dafür garantiert
werden, dass diese Erwartungen sich auch als richtig
erweisen werden.
Service & KontaktWeitere Informationen erhalten Sie unter www.dierig.de.
Hier stehen Ihnen auch der Geschäftsbericht 2022 sowie
weitere Informationen zum Download zur Verfügung.
Dierig Holding AGKirchbergstraße 23
Finanzkalender Restjahr 2023Geschäftsjahresende 31.12.2023
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