EPCOS AG

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2015 bis zum 31.03.2016

Lagebericht und Konzernlagebericht

der EPCOS AG, München

Jahresabschluss 31. März 2016

Dieser Geschäftsbericht enthält in Bezug auf die Geschäftsergebnisse, die finanzielle Situation, die Strategie und die Pläne von EPCOS Aussagen, die in die Zukunft gerichtet sind. Diese Aussagen sind durch Formulierungen wie »dürften«, »anstreben«, »beabsichtigen«, »davon ausgehen«, »erwarten«, »werden« oder vergleichbare Begriffe erkennbar. Solche vorausschauende Aussagen basieren auf einer Vielzahl von Annahmen, die sich als unrichtig erweisen können. Sie unterliegen außerdem einer Vielzahl äußerer Risikofaktoren, die EPCOS nur sehr bedingt beeinflussen kann. Das können zum Beispiel geringeres Wachstum in bedeutenden Märkten oder Veränderungen in Abnehmerbranchen, in Kundenbeziehungen, in der Durchführbarkeit von Kostensenkungen oder in allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Bedingungen sein. Eine Aktualisierung der in die Zukunft gerichteten Aussagen durch EPCOS ist weder geplant noch übernimmt das Unternehmen die Verpflichtung dazu.

ALLGEMEINES

Die EPCOS AG, ein Unternehmen der TDK Corporation ("TDK"), ist ein führender Hersteller elektronischer Bauelemente, Module und Systeme mit Sitz in München, Deutschland. Mit seinem breit gefächerten Portfolio bietet EPCOS ein umfassendes Produkt- und Leistungsangebot aus einer Hand. Das Unternehmen konzentriert sich auf schnell wachsende und technologisch anspruchsvolle Märkte auf den Gebieten der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Automobil-, Industrie- und der Konsum-Elektronik. EPCOS verfügt weltweit über mehr als 20 Entwicklungs- und Fertigungsstandorte sowie ein engmaschiges Vertriebsnetz außerhalb Europas.

Den Vertrieb in Europa hat mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Oktober 2014 die TDK Europe GmbH ("TDK Europe") übernommen, unter deren Dach die beiden zuvor bestehenden europäischen Vertriebskanäle für EPCOS und TDK Produkte zusammengeführt wurden. Die Gesellschaft hat ihren Sitz ebenfalls in München.

Historie

EPCOS war aus dem 1989 von Siemens und Matsushita gegründeten Gemeinschaftsunternehmen Siemens Matsushita Components entstanden und ging 1999 in Frankfurt und New York an die Börse. Der Handel an der New York Stock Exchange wurde 2007 eingestellt. Am 1. Oktober 2009 wurde EPCOS mit dem Bauelemente-Geschäft von TDK unter dem Dach der in Japan gegründeten TDK-EPC Corporation ("TDK-EPC") zusammengeführt. Die Notierung von EPCOS an allen deutschen Börsenplätzen endete Anfang November 2009.

Die TDK-EPC Corporation und die TDK Germany GmbH halten seit März 2010 alle Aktien der EPCOS AG.

Geschäftsjahr und Berichterstattung

Der Berichtszeitraum der EPCOS AG erstreckt sich jeweils vom 1. April bis zum 31. März des darauf folgenden Kalenderjahres, das Geschäftsjahr 2016 umfasst also den Zeitraum vom 1. April 2015 bis 31. März 2016.

Frauenquote in Aufsichtsrat und Vorstand

Der Bundestag hat im Frühjahr 2015 das Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst beschlossen. Gesellschaften, die, wie die EPCOS AG, nicht börsennotiert, aber paritätisch mitbestimmt sind, müssen danach sowohl Zielquoten zur Erhöhung ihres Frauenanteils in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden unterhalb des Vorstands liegenden Führungsebenen festlegen als auch Fristen zur Erreichung dieser Zielquoten.

Die Zielquoten für Aufsichtsrat und Vorstand sind durch den Aufsichtsrat, die Zielquoten für die beiden unterhalb des Vorstands liegenden Führungsebenen durch den Vorstand zu bestimmen. Die Frist für die Erreichung der erstmals gesetzten Zielquoten darf sich nicht länger als bis zum 30. Juni 2017 erstrecken.

Beschlüsse von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat der EPCOS AG hat beschlossen, bis 30. Juni 2017 die Mitgliedschaft zumindest eines weiblichen Aufsichtsratsmitgliedes anzustreben, was einer Frauenquote von 8,3 Prozent im Aufsichtsrat entsprechen würde.

Hingegen erschien dem Aufsichtsrat die Mitgliedschaft eines weiblichen Mitglieds im Vorstand - jedenfalls bis zum 30. Juni 2017 - nicht realisierbar. Der Aufsichtsrat hat deshalb beschlossen, sich nicht zu verpflichten, bis 30. Juni 2017 die Bestellung eines weiblichen Vorstandsmitglieds anzustreben.

Darüber hinaus hat der Vorstand der EPCOS AG beschlossen, innerhalb der EPCOS AG bis zum 30. Juni 2017 auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Frauenquote von 5 Prozent (bisher 0%) und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Frauenquote von 14 Prozent (bisher 11,5%) anzustreben.

Geeignete Ingenieurinnen schlecht verfügbar

Das EPCOS Kerngeschäft mit elektronischen Bauelementen fußt ganz wesentlich auf der Leistung seiner Ingenieure. Gerade aber im Bereich der Ingenieurswissenschaften ist die Anzahl an Universitätsabgängerinnen nach wie vor ausgesprochen niedrig. Insoweit ist es für EPCOS schwerer als für Unternehmen anderer Branchen Kandidatinnen zu finden, die als Verantwortungsträgerinnen in seinen Gesellschaftsorganen oder den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands geeignet sind.

Für die Verwaltungsbereiche des Unternehmens hingegen ist ein derartiger Mangel gut qualifizierter Mitarbeiterinnen nicht festzustellen. Hier bestehen für EPCOS mit Unternehmen aus anderen Branchen vergleichbare Chancen, Führungspositionen mit dafür geeigneten Kandidatinnen zu besetzen. Allerdings ist die Anzahl der mit dem Kerngeschäft verbundenen einschlägigen Führungspositionen deutlich höher als die Anzahl von vergleichbaren Positionen im Verwaltungsbereich der Gesellschaft.

Zielquoten für Aufsichtsrat und Vorstand

In Bezug auf die Aufstellung des Aufsichtsrats gelten die oben gemachten Feststellungen ebenfalls, also die verhältnismäßig schlechte Verfügbarkeit von Kandidatinnen, die für das Kerngeschäft der EPCOS AG gut qualifiziert sind, bei gleichzeitig besserer Verfügbarkeit von Kandidatinnen mit hoher Qualifikation für Verwaltungsdisziplinen.

Auch ist zu bedenken, dass die sechs Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat erst im vorletzten Kalenderjahr für fünf Jahre gewählt worden sind, also insoweit bis zum Ablauf der ersten vom Gesetzgeber gesetzten Frist am 30. Juni 2017 keine greifbare Chance besteht, einen Arbeitnehmervertreter durch eine -vertreterin zu ersetzen. Basierend auf der in aller Regel nur einjährigen Amtszeit der Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat eröffnen sich hier bessere Möglichkeiten als auf Seiten der Arbeitnehmervertreter, ohne Eingriff in bestehende Mandatslaufzeiten das eine oder andere Mitglied bis zum 30. Juni 2017 - oder jedenfalls bis kurz nach Ablauf dieser Frist - durch eine Nachfolgerin abzulösen. Dabei wird der Aufsichtsrat darauf achten, nicht mit Blick auf die Verwirklichung einer hohen Frauenquote den Kompetenzschwerpunkt im Aufsichtsrat in wenig sachdienlicher Weise zu stark auf Verwaltungsexpertise zu verlagern.

Was den Vorstand anbelangt, erscheint es mit Blick auf Alter, Kompetenz, Ressortverteilung und auch persönliche Zusammenarbeit der derzeitigen Mitglieder des Vorstands - jedenfalls bis 30. Juni 2017 - nicht angezeigt, die bestehende Aufstellung zu verändern. Demzufolge könnte eine Frauenquote nur über die Erweiterung der Vorstandschaft um ein weibliches Vorstandsmitglied erfüllt werden. Eine Erweiterung des Vorstands erscheint allerdings auf Sicht in der Sache nicht notwendig; sie lediglich zur Realisierung einer Frauenquote herbeizuführen wäre demnach unverhältnismäßig.

TDK und Qualcomm vertiefen ihre Zusammenarbeit mit folgenden Zielen:

Betrieb eines Gemeinschaftsunternehmens für Hochfrequenz-Produkte, Kooperation auch auf anderen zukunftsträchtigen Technologiegebieten

TDK und Qualcomm Inc. ("Qualcomm"), ein führendes amerikanisches Unternehmen bei Mobilfunk-Technologien, haben im Januar 2016 eine Vereinbarung unterzeichnet, die zwei Ziele verfolgt:

Zum einen die Gründung und Ausgestaltung sowie den Betrieb des Gemeinschaftsunternehmens RF360 Holdings Singapore PTE. Ltd. ("RF360"). Es wird HF1-Filter und -Module für den Einsatz in immer stärker integrierten HF-Lösungen entwickeln, fertigen und vertreiben. Das Joint Venture wird damit Schlüsselkomponenten für wachstumsstarke Märkte liefern, etwa für Mobilfunkgeräte jeder Art sowie Anwendungen rund um das Internet der Dinge und das Automobil. Zum anderen haben die Partner vereinbart, auch auf anderen zukunftsträchtigen Technologiegebieten wie Sensorik, Batterien und Wireless Charging ihre Kooperation zu vertiefen und so Wettbewerbsvorteile für beide Unternehmen zu schaffen.

RF360 wird den überwiegenden Teil des EPCOS Geschäfts mit OFW-Komponenten umfassen, das zu diesem Zweck aus dem EPCOS Konzern herausgelöst wird. Übertragen werden die OFW-Werke München, Singapur und Wuxi sowie die dort Beschäftigten. Die heute mit der Entwicklung oder dem Vertrieb der HF-Produktpalette maßgeblich beschäftigten EPCOS Mitarbeiter2 sollen ebenfalls vom Joint Venture oder fallweise von Qualcomm übernommen werden.

Vorbehaltlich der Zustimmungen durch die zuständigen Behörden wird das Gemeinschaftsunternehmen voraussichtlich Anfang 2017 seinen Betrieb aufnehmen. Qualcomm wird mit 51 Prozent die Mehrheit der Gesellschaftsanteile und EPCOS die restlichen 49 Prozent halten. Hinsichtlich dieses Anteils und für den Zeitpunkt von 30 Monaten nach Abschluss der Transaktion ("Closing") räumt die Vereinbarung Qualcomm eine Kauf- und EPCOS eine Verkaufsoption ein, so dass das Joint Venture zweieinhalb Jahre nach Aufnahme seiner Betriebstätigkeit von Qualcomm komplett übernommen werden kann. In diesem Fall wird Qualcomm im Rahmen der gesamten Transaktion Zahlungen in Höhe von insgesamt rund 3 Mrd. US-Dollar an EPCOS bzw. TDK leisten.

Mit der Entscheidung zur Gründung von RF360 haben EPCOS bzw. TDK auf die im Mobilfunk-Geschäft rasant wachsenden Anforderungen und Risiken reagiert, denen alle Marktteilnehmer in Bezug auf Technologie- und Marktentwicklung ausgesetzt sind.3 Die Vorbereitungen zur Herauslösung des EPCOS Geschäfts mit OFW-Komponenten verliefen bis zum Redaktionsschluss dieses Geschäftsberichts (Mai 2016) planmäßig.

1 Hochfrequenz
2 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in unserem Geschäftsbericht der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.
3 siehe auch Lagebericht, Kapitel Branchen

KONZERN

Umsatz und Gewinn erneut deutlich gesteigert

in Mio. EUR 2016 2015
Umsatz 2.499 2.197
Operating Profit 302 172
Jahresüberschuss 310 173
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 446 240
Abschreibungen 140 128

Die Konjunktur hat sich im Verlauf des Kalenderjahres 2015 gegenüber Vorjahr zusehends eingetrübt, in Summe ist die Weltwirtschaft aber immer noch um 3,1 Prozent4 gewachsen (Vorjahr: 3,4%).

In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften nahm die Wachstumsdynamik leicht zu: Während sich das Wachstum in den Vereinigten Staaten stabil entwickelte, wurden im Euro-Raum die Erwartungen an die Konjunkturentwicklung sogar leicht übertroffen. In den Schwellen- sowie Entwicklungsländern dagegen verlor die Wachstumsdynamik insgesamt an Fahrt. Insbesondere im wachstumsstarken China, dem größten regionalen Markt für elektronische Bauelemente und Anwendungen, hat sich die Konjunkturentwicklung verlangsamt. Wie es scheint, wird die Wirtschaft dort in absehbarer Zukunft von immer noch hohen Wachstumsraten gekennzeichnet sein, die allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau liegen als jene in den zurückliegenden beiden Dekaden. In Summe haben die Schwellen- und Entwicklungsländer zu dem insgesamt moderaten Wachstum der Weltwirtschaft weiterhin ganz wesentlich beigetragen.

In diesem uneinheitlichen wirtschaftlichen Umfeld war der Bedarf an elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen je nach Abnehmerbranche und Region unterschiedlich stark ausgeprägt. Weltweit in Summe allerdings hat sich die Nachfrage nach EPCOS Produkten im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr nochmals deutlich belebt.

4 Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook April 2016

Ertragslage

Umsatz

EPCOS konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um 14 Prozent auf 2,5 Milliarden EUR weiter steigern, wozu alle drei Geschäftssegmente beigetragen haben. Während der Zuwachs bei den Other Passive Components mit 21 Prozent erneut am stärksten ausfiel, stieg der Umsatz mit Inductive Devices um 6 Prozent und mit Capacitors um 1 Prozent.

Nach Abnehmerbranchen betrachtet, erzielte EPCOS mit einem Plus von 25 Prozent das stärkste Umsatzwachstum im Geschäft mit Produkten für die Informations- und Kommunikationstechnik. Im Geschäft mit Bauelemente-Distributoren konnte eine ebenfalls hohe Zuwachsrate in Höhe von 17 Prozent erreicht werden. Der Umsatz mit Bauelementen für die Automobil-Elektronik stieg um 7 Prozent, bei den Produkten für die Industrie-Elektronik konnte ein Wachstum von 4 Prozent erzielt werden. Der Umsatz mit Bauelementen für die Konsum-Elektronik bewegte sich auf dem Niveau des Vorjahres.

Zusätzlich zur hohen Nachfrage wurde das Umsatzwachstum in Summe durch positive Währungseffekte begünstigt.

Ergebnis

Neben dem deutlichen Umsatzwachstum und den positiven Währungseffekten haben sich umfangreiche Rationalisierungsmaßnahmen in der Fertigung sowie Erfolge im Materialeinkauf positiv auf das EPCOS Ergebnis ausgewirkt. Die Maßnahmen zur Kostensenkung sowie Skaleneffekte aus dem gestiegenen Volumen hatten zur Folge, dass sich die Umsatzkosten gegenüber Vorjahr nur unterproportional erhöhten. Das Bruttoergebnis vom Umsatz konnte EPCOS im Berichtszeitraum auf 667 Millionen EUR steigern (Vorjahr: 474 Mio. EUR).

Auch den Operating Profit hat das Unternehmen erneut erheblich verbessert und um 130 Millionen EUR auf plus 302 Millionen EUR erhöht (Vorjahr: 172 Mio. EUR). Unter Berücksichtigung des Umstands, dass in dem Vorjahreswert die Umstellung auf ein neues System der betrieblichen Altersversorgung mit 23 Millionen EUR einmalig positiv gewirkt hat, konnte der Operating Profit sogar verdoppelt werden.

Der Jahresüberschuss von EPCOS belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 310 Million EUR (Vorjahr: 173 Mio. EUR). Darin beinhaltet ist ein Einmaleffekt in Höhe von plus 92 Millionen EUR aus der Wertaufholung der latenten Steuern5. Auch im Vorjahreswert war ein Einmaleffekt in Höhe von plus 86 Millionen EUR enthalten gewesen; dieser resultierte aus der Übertragung der europäischen EPCOS Vertriebsaktivitäten in die Vertriebsgesellschaft TDK Europe6, die nicht zum Kreis konsolidierter Gesellschaften gehört.

5 siehe auch Konzernanhang, Kapitel 6.28

6 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines sowie Konzernanhang, Kapitel 6.8

Investitionen

EPCOS hat im Berichtsjahr 446 Millionen EUR in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte investiert. Damit erhöhten sich die Investitionen im Jahresvergleich um 86 Prozent (Vorjahr: 240 Mio. EUR) und überstiegen den Wert der Abschreibungen in Höhe von 140 Millionen EUR (Vorjahr: 128 Mio. EUR).

Mit 437 Millionen EUR wendete EPCOS fast die gesamte Investitionssumme für Sachanlagen auf, vor allem für die Anschaffung von Fertigungseinrichtungen. Bei dem Restbetrag (rund 9 Mio. EUR) handelt es sich überwiegend um Aufwendungen für den Erwerb von Software.

Nach Geschäftssegmenten betrachtet und wie schon im Vorjahr, entfiel der größte Investitionsanteil auf den Fertigungsausbau bei Other Passive Components. Wesentlicher Grund für den erheblich gestiegenen Investitionsbedarf war hier erneut das stark wachsende Geschäft mit OFW-Komponenten für Anwendungen im Mobilfunk. Dagegen wurde in den Segmenten Capacitors und Inductive Devices neben dem Fertigungsausbau für neue sowie bestehende Produkte auch stark in Maßnahmen zur Steigerung von Qualität und Produktivität investiert, etwa den Ausbau der Fertigungsautomatisierung. Solche Maßnahmen tragen wesentlich dazu bei, die Fehlerrate und -kosten einzelner Arbeitsschritte zu senken und den gesamten Prozessablauf zu beschleunigen. Ziel ist, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig zu stärken sowie zukünftiges Wachstum zu sichern.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

In der Bewertung des EPCOS Vorstands hat sich das Geschäftsjahr 2016 insgesamt noch besser entwickelt als im letzten Geschäftsbericht prognostiziert. Das erneut prozentual zweistellige Umsatzwachstum übertraf die im Mai 2015 formulierte Erwartung eines gegenüber Vorjahr spürbar höheren Umsatzes. EPCOS war damals von einem in Summe weiter steigenden Bedarf an elektronischen Bauelementen ausgegangen - vor allem das Ausmaß des überdurchschnittlichen Umsatzwachstums im Segment Other Passive Components7 war aber nicht abzusehen. In Folge hat EPCOS auch die erwartete spürbare Steigerung des Operating Profit übertroffen. Neben dem starken Umsatzwachstum und den positiven Währungseffekten ist die Verbesserung dieser Ergebniskennzahl insbesondere auf die Wirkung der fortlaufenden Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung zurückzuführen.

7 siehe auch Lagebericht, Kapitel Geschäftssegmente

GESCHÄFTSSEGMENTE

Erneut Wachstum in allen Segmenten, wenn auch unterschiedlich stark ausgeprägt

Kennzahlen nach Geschäftssegmenten

Umsatz
in Mio. EUR
2016 2015
Capacitors 493 490
Inductive Devices 384 362
Other Passive Components 1.622 1.345
Gesamtumsatz 2.499 2.197
Umsatzanteile 2016 2015
Capacitors 20% 22%
Inductive Devices 15% 17%
Other Passive Components 65% 61%

Zusammenfassung

Die drei EPCOS Geschäftssegmente haben im Geschäftsjahr 2016 in sehr unterschiedlichem Ausmaß zum starken Anstieg des Gesamtumsatzes beigetragen.

Den mit 21 Prozent größten Zuwachs konnte das Unternehmen im Segment Other Passive Components erzielen, wo sich der Umsatz auf 1.622 Millionen EUR erhöht hat. Bei Inductive Devices wurde der Umsatz um 6 Prozent auf 384 Millionen EUR gesteigert, während das Geschäft im Segment Capacitors um knapp ein Prozent auf 493 Millionen EUR gewachsen ist.

Entsprechend hat sich die Aufteilung des EPCOS Konzernumsatzes nach Segmenten gegenüber Vorjahr merklich verschoben: So sank der Capacitors-Anteil weiter auf 20 Prozent (Vorjahr: 22%) und der Anteil der Inductive Devices auf 15 Prozent (Vorjahr: 17%). Dagegen wuchs der Anteil des Geschäfts mit Other Passive Components erneut an auf jetzt 65 Prozent (Vorjahr: 61%); dieses Segment erbringt damit annähernd zwei Drittel des Gesamtumsatzes.

Die Geschäftssegmente im Einzelnen

1. Capacitors

Bei Kondensatoren ist der Umsatz im abgelaufenen Berichtsjahr auf 493 Millionen EUR leicht gewachsen (+1%; Vorjahr: 490 Mio. EUR).

In diesem Segment führt EPCOS seine Produktgruppen Aluminium-Elektrolyt- und Folien-Kondensatoren, die beide vor allem zum Stabilisieren elektrischer Spannungen und zum Entstören verwendet werden. Während bei den Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren der Umsatz insbesondere mit Herstellern von Automobil-Elektronik gesteigert werden konnte, wurde der Zuwachs bei den Folien-Kondensatoren hauptsächlich mit Typen für die Industrie-Elektronik erzielt. Positiv hat sich auch das Folien-Kondensatoren-Geschäft mit Bauelemente-Distributoren entwickelt. Mit diesen wesentlichen Umsatzsteigerungen konnte EPCOS die Rückgänge im Geschäft mit Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren für die Industrie-Elektronik sowie mit Aluminium-Elektrolyt- und Folien-Kondensatoren für den Einsatz in der Konsum-Elektronik ausgleichen.

Aufgeteilt nach Abnehmerbranchen trägt die Industrie-Elektronik unverändert den größten Teil zum Segmentumsatz bei.

2. Inductive Devices

Der Umsatz mit induktiven Bauelementen hat sich im Berichtszeitraum auf 384 Millionen EUR erhöht (+6%; Vorjahr: 362 Mio. EUR).

Getragen wurde das Umsatzwachstum in diesem Segment insbesondere von dem guten Geschäft mit Produkten für die Automobil-Elektronik, das weiterhin mit Abstand den größten Anteil zum Segmentumsatz beiträgt. Für diese Abnehmerbranche bietet das Unternehmen unter anderem Übertrager und Drosseln, die in Kraftfahrzeugen für den störungsfreien Datenaustausch zwischen einer Vielzahl elektronischer Steuergeräte benötigt werden. Positiv verlief auch das Geschäft mit Bauelemente-Distributoren, und der Umsatz mit induktiven Bauelementen für Anwendungen in der Industrie-Elektronik konnte ebenfalls gesteigert werden. Im Geschäft mit Kunden aus der Konsum-Elektronik entwickelte sich der Segmentumsatz stabil, während der Umsatz mit Produkten für die Informations- und Kommunikationstechnik etwas rückläufig war.

3. Other Passive Components

Im Segment Other Passive Components führt EPCOS das Geschäft mit OFW-Komponenten, keramischen Bauelementen sowie Sensoren und Sensor-Systemen. Der Umsatz mit diesen Produkten ist im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1.622 Millionen EUR und damit im Segmentvergleich am stärksten gewachsen (+21%; Vorjahr: 1.345 Mio. EUR).

3.1 OFW-Komponenten

Mit OFW-Komponenten bedient EPCOS im Wesentlichen den traditionell sehr hart umkämpften und schnelllebigen Mobilfunkmarkt. Dessen Volatilität und Dynamik waren weiterhin hoch, insbesondere der Anteil hergestellter Smartphones gegenüber technisch einfacher ausgestatteten Mobiltelefonen ist im Berichtszeitraum weiter stark gewachsen8.

EPCOS beliefert den Mobilfunkmarkt hauptsächlich mit applikations- und kundenspezifischen Produkten. Dabei konnte das Unternehmen vor allem den Umsatz mit Mobiltelefon-Herstellern und Zulieferern von Chipsets für Mobilfunkgeräte in Asien und der NAFTA-Region sowie den über Bauelemente-Distributoren erzielten Umsatz deutlich steigern. Das im Vergleich zum Mobilfunkgeschäft deutlich kleinere OFW-Geschäft mit Herstellern von Automobil-Elektronik entwickelte sich ebenfalls sehr gut.

8 siehe auch Lagebericht, Kapitel Abnehmerbranchen

Mobilfunk-Filter

Im Geschäft mit Filtern und Duplexern für Mobiltelefone aller Art konnte EPCOS seinen Umsatz im Berichtsjahr um mehr als ein Drittel erhöhen; über die Hälfte des OFW-Umsatzes wurde mit diesen Einzelbauelementen erzielt. Dabei profitierte das Unternehmen vom Hochlauf der Massenproduktion vor allem neuer Smartphone-Modelle, die im Vergleich zu einfacheren Mobiltelefonen pro Gerät deutlich mehr Hochfrequenz-Filterprodukte benötigen.

Integrierte Hochfrequenzprodukte

Der Umsatz mit Hochfrequenz-Modulen blieb stabil. Fast 30 Prozent des OFW-Umsatzes entfielen auf diese hochintegrierten Produkte, die überwiegend in Smartphones und Tablets und damit in Geräten eingesetzt werden, die besonders umfangreich mit technischen Leistungsmerkmalen und Komfortfunktionen ausgestattet sind.

3.2 Keramische Bauelemente

Der Umsatz mit keramischen Bauelementen ist im Geschäftsjahr 2016 ebenfalls gewachsen, wozu vor allem das gute Geschäft mit Varistoren und Thermistoren sowie mit miniaturisierten Vielschicht-Bauelementen beigetragen hat.

Schutzbauelemente

Im Geschäft mit Schutzbauelementen konnte EPCOS seinen Umsatz weiter steigern. Dazu haben vor allem die Zuwächse bei Produkten für die Industrie-Elektronik beigetragen. Daneben hat sich auch das Geschäft mit Herstellern von Konsum-Elektronik und mit Bauelemente-Distributoren positiv entwickelt.

Schutzbauelemente machten unverändert den höchsten Anteil des EPCOS Umsatzes mit keramischen Bauelementen aus. Zum Portfolio gehören unter anderem Thermistoren sowie Scheiben- und Vielschichtvaristoren; diese temperatur- oder spannungsabhängigen Widerstände kommen vor allem in der Automobil-, Industrie- und Konsum-Elektronik zum Einsatz und übernehmen dort entweder Schutz- oder Heizfunktionen. Zu den keramischen Schutzbauelementen zählen auch Ableiter, die insbesondere Telefonanlagen vor zu hohen Spannungen schützen, wie sie bei Blitzschlägen auftreten können.

Piezo-Aktuatoren

Der Umsatz mit Piezo-Aktuatoren lag merklich unter dem hohen Niveau des Vorjahres. Dessen ungeachtet bleiben Aktuatoren Schlüsselbauelemente in Piezo-Kraftstoff-Einspritzsystemen, die in Diesel- und Benzinmotoren von Kraftfahrzeugen eine sehr effiziente und schadstoffarme Verbrennung ermöglichen und damit die Trends zu mehr Energieeffizienz und Umweltschutz bedienen.

3.3 Sensoren und Sensor-Systeme

Auf dem Gebiet der Sensoren und Sensor-Systeme konnte EPCOS im Berichtsjahr seinen Umsatz deutlich steigern, wobei der gute Geschäftsverlauf mit Produkten für die Automobil-Elektronik hervorzuheben ist. Aber auch der Umsatz im Geschäft mit Bauelemente-Distributoren sowie mit Herstellern von Industrie- und Konsum-Elektronik ist deutlich gewachsen.

Zum Sensoren-Angebot des Unternehmens gehören unter anderem Temperatur- und Drucksensoren. Die einen messen, ob sich beispielsweise in Maschinen Betriebsflüssigkeiten wie Öl und Kühlwasser zu sehr erhitzt haben; die anderen messen den Druck etwa in rauen Umgebungen wie Abgasen und Kraftstoffdämpfen. In Systemen, mit denen Leistung, Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit von Verbrennungsmotoren merklich verbessert werden kann, sind Drucksensoren von EPCOS Schlüsselbauelemente.

ABNEHMERBRANCHEN

Informations- und Kommunikationstechnik bleibt stärkster Wachstumstreiber

Umsatz nach Abnehmerbranchen
in Mio. EUR
2016 2015
Informations- und Kommunikationstechnik 914 731
Automobil-Elektronik 552 517
Distribution und Andere 461 395
Industrie-Elektronik 411 394
Konsum-Elektronik 161 160
Gesamtumsatz 2.499 2.197
Umsatzanteile nach Abnehmerbranchen 2016 2015
Informations- und Kommunikationstechnik 37% 33%
Automobil-Elektronik 22% 24%
Distribution und Andere 19% 18%
Industrie-Elektronik 16% 18%
Konsum-Elektronik 6% 7%

Zusammenfassung

Der starke Umsatzanstieg im Berichtsjahr 2016 wurde getragen von dem sehr guten Geschäft sowohl mit Kunden aus der Informations- und Kommunikationstechnik als auch mit Bauelemente-Distributoren, das jeweils im zweistelligen Prozentbereich gewachsen ist. Auch das Geschäft mit Herstellern von Automobil- und von Industrie-Elektronik entwickelte sich gut. Beim Umsatz mit Kunden aus der Konsum-Elektronik hat EPCOS das Niveau des Vorjahres zumindest leicht übertroffen.

Unverändert sind es die Megatrends Umweltschutz, Energieeffizienz, Miniaturisierung und - zunehmend - Vernetzung, die das Geschäft mit elektronischen Bauelementen über alle Zielmärkte hinweg prägen.

Die Abnehmerbranchen im Einzelnen

1. Informations- und Kommunikationstechnik

Mit Lösungen für die Informations- und Kommunikationstechnik konnte EPCOS im abgelaufenen Geschäftsjahr 914 Millionen EUR umsetzen (Vorjahr: 731 Mio. EUR). Gegenüber Vorjahr stieg der Umsatz um 25 Prozent und damit am stärksten im Verhältnis zu den anderen Abnehmerbranchen. Gemessen am Umsatzvolumen des Konzerns hat die Informations- und Kommunikationstechnik mit einem Anstieg ihres Anteils um 4 Prozentpunkte auf 37 Prozent ihre Position als größte EPCOS Abnehmerbranche ausgebaut (Vorjahr: 33%).

Smartphones sind starke Wachstumstreiber

Das Geschäft mit Herstellern von Informations- und Kommunikationstechnik wurde zu mehr als 90 Prozent von Produkten für Mobilfunk-Anwendungen getragen. Auf diesem Gebiet konnte das Unternehmen seinen Umsatz um mehr als ein Viertel steigern. In diesem größtenteils von ausgeprägter Volatilität und Dynamik sowie immer kürzeren Innovations- und Produktzyklen charakterisierten Geschäft kam EPCOS zugute, dass im Mobilfunkmarkt der Anteil an Smartphones im Kalenderjahr 2015 erneut deutlich zugenommen hat: Laut Marktforschungsinstitut Gartner wurden weltweit mehr als 1,4 Milliarden dieser umfangreich mit Leistungsmerkmalen und Komfortfunktionen ausgestatteten Mobiltelefone verkauft, was einer Steigerung um rund 14 Prozent gegenüber Vorjahr entspricht. Damit waren etwa drei Viertel aller verkauften Mobiltelefone Smartphones - Tendenz weiter steigend.

Mobilfunk-Markt bleibt zwar zukunftsträchtig, Trends gehen aber hin zu Integration und Vertikalisierung

Der Mobilfunkmarkt - und damit der Markt für HF9-Filter und -Module - wird in den kommenden Jahren zukunftsträchtig bleiben. Getrieben wird die Dynamik überwiegend von integrierten Lösungen, mit denen sich die zunehmende Komplexität von 4G-LTE10-Geräten und mobilen Kommunikations-Netzwerken sowie von Technologien der nächsten Mobilfunkgeneration realisieren lässt.

EPCOS bzw. TDK sind davon überzeugt, dass sich eine nachhaltige Differenzierung vom Wettbewerb nur mit einem auf Systemebene optimierten Zusammenspiel von HF-Komponenten und HF-ICs11 erreichen lässt. Die technologische Evolution treibt den Trend hin zu verstärkter vertikaler Kooperation zwischen einem Filterhersteller wie EPCOS und einem Chipset-Hersteller wie Qualcomm, der auf seinem Gebiet nicht nur eine Spitzenposition einnimmt, sondern bereits seit Jahren auch Leitkunde und Technologiepartner ist.

Die entsprechende Marktkonsolidierung hat bereits begonnen. Künftig wird die Wettbewerbsfähigkeit eines Anbieters von HF-Komponenten also auch wesentlich davon abhängen, wie eng er mit jenen Chipset-Anbietern zusammenarbeitet, die in großem Maßstab die Technologie-Standards für den Weltmarkt vorgeben. Und genau hier setzt das zwischen TDK und Qualcomm vereinbarte Joint Venture RF36012 an.

9 Hochfrequenz
10 Long Term Evolution; Bezeichnung für den Mobilfunkstandard der vierten Generation
11 Integrierte Schaltungen
12 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines

Breite Produktpalette für die Festnetz-Telekommunikation

Für die klassische Festnetz-Telekommunikation bietet EPCOS ebenfalls ein breites Portfolio. Dazu gehören unter anderem Entstör- und Schutzbauelemente für Telekommunikationsanlagen sowie Produkte für den Einsatz in DSL-Modems für den schnellen Internet-Zugang.

2. Automobil-Elektronik

Mit Lösungen für die Automobil-Elektronik hat EPCOS im Berichtszeitraum seinen Umsatz auf 552 Millionen EUR gesteigert (+7%; Vorjahr: 517 Mio. EUR). Der Anteil am Konzernumsatz sank um 2 Prozentpunkte auf 22 Prozent (Vorjahr: 24%), womit die Automobil-Elektronik die zweitgrößte Abnehmerbranche des Unternehmens geblieben ist.

Konventionelle Kraftfahrzeugtechnik unverändert wichtigster Umsatzträger

EPCOS beliefert seine Kunden in der Automobil-Elektronik mit Produkten aus allen drei Geschäftssegmenten. Dabei sind viele dieser Produkte für Fahrzeugsysteme und -geräte unverzichtbar. Getrieben wird das von besonders anspruchsvollen Qualitätsstandards gekennzeichnete Geschäft vor allem von der Anforderung, dass Kraftfahrzeuge ihren Treibstoff immer effizienter nutzen und die Umwelt immer weniger belasten sollen sowie von den steigenden Ansprüchen bei Sicherheit und Komfort.

Keyless Entry und Keyless Start, Fahrerassistenzsysteme und Multimedia-Infotainment gehören zunehmend zur Standardausstattung von Automobilen; erst recht trifft dies auf Sicherheitssysteme wie Airbags, Antiblockier- und Stabilisierungssysteme zu. Entsprechend wachsen die Anforderungen an die Bordsysteme des Automobils, speziell im Hinblick auf Menge und Übertragungsgeschwindigkeit der dabei auszutauschenden Daten. Für dieses Anwendungsgebiet bietet EPCOS unter anderem eine umfassende Palette von Induktivitäten - etwa Übertrager und Drosseln - sowie EMV-Filtern, die für einwandfreie Signalübertragung und für Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) sorgen und damit für den störungsfreien Betrieb von Dutzenden elektronischer Steuersysteme. Auf diese Produktgruppen entfiel mit insgesamt mehr als einem Drittel der größte Umsatzanteil im Geschäft mit Automobil-Elektronik.

EPCOS Piezo-Aktuatoren sind im Automobil ebenfalls Schlüsselbauelemente. Kraftfahrzeughersteller setzen im Motor Piezo-Einspritzsysteme ein, weil sich damit Kraftstoff sehr effizient und schadstoffarm verbrennen lässt. Zur Verbesserung der Energiebilanz von Automobilen tragen auch die ebenfalls umsatzstarken EPCOS Sensoren und Sensorsysteme bei. Diese messen unter anderem die Temperatur der angesaugten Luft sowie von Abgas, Öl und Kühlmittel und liefern damit wichtige Daten, die von Steuergeräten zur Optimierung des Motorbetriebs genutzt werden. Auch in Klimaanlagen ermöglichen die Temperatursensoren eine verbesserte Regelung. EPCOS Drucksensoren dagegen werden etwa in Abgas-Rückführungssystemen eingesetzt, mit denen sich die Emissionswerte von Verbrennungsmotoren spürbar weiter senken lassen.

Für viele Anwendungen in Kraftfahrzeugen müssen die eingesetzten elektronischen Bauelemente äußerst robust sein, wie beispielsweise sehr vibrationsfeste EPCOS Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren. Die meisten EPCOS Produktfamilien umfassen auch Typen für den Einsatz bei Betriebstemperaturen von bis zu 150 °C und damit einer Hitze, wie sie typischerweise in Motornähe entsteht.

Die Telematik gewinnt im Straßenverkehr ebenfalls an Bedeutung - und damit die Technologien, die Telekommunikation und Informatik miteinander verknüpfen und von den Bordsystemen der Fahrzeuge verarbeitet werden müssen. Dazu gehören satellitengestützte Navigation genauso wie funkbasierte Verkehrsleit-, Notruf- und Mautsysteme sowie Internet-Zugang. Für dieses wachsende Anwendungsfeld bietet EPCOS unter anderem eine ganze Reihe von Hochfrequenz-Filterprodukten.

Vorbereitet für den Zukunftsmarkt Elektromobilität

Neben dem wachsenden Elektronik-Anteil im Kraftfahrzeug, der guten Verankerung von EPCOS im Markt sowie den steigenden Ansprüchen an die konventionelle Kraftfahrzeugtechnik wird auch der Trend zur Elektromobilität dem Unternehmen zunehmend neues Geschäftspotential bieten. Sowohl in Hybridfahrzeugen (Hybrid Electric Vehicles (HEV)) als auch in komplett elektrisch angetriebenen Fahrzeugen (Electric Vehicles (EV)) gibt es eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Für den Zukunftsmarkt Elektromobilität stellt EPCOS schon heute Folien- und Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren, induktive Bauelemente sowie Temperatursensoren und keramische Heizelemente her.

3. Industrie-Elektronik

Der Umsatz von EPCOS mit Kunden aus der Industrie-Elektronik ist im Berichtszeitraum auf 411 Millionen EUR gestiegen (+4%; Vorjahr: 394 Mio. EUR). Dennoch verringerte sich der Beitrag dieser Abnehmerbranche zum Konzernumsatz um 2 Prozentpunkte auf 16 Prozent (Vorjahr: 18%).

Fertigungsautomatisierung erneut wichtiger Umsatztreiber, leichte Belebung im Markt der erneuerbaren Energie-Erzeugung

Vor allem das Geschäft mit Lösungen für die Automatisierung und die Erhöhung der Energieeffizienz von Fertigungsanlagen hat sich im Geschäftsjahr 2016 positiv auf den EPCOS Umsatz mit Herstellern von Industrie-Elektronik ausgewirkt. Treiber waren neben der fortschreitenden Fertigungsautomatisierung in klassischen Industrieländern die Modernisierung und Neuerrichtung von Fabrikanlagen in wachstumsstarken Ländern wie China, Indien und einigen ASEAN-Staaten, wo zunehmend Produktionsabläufe ebenfalls zu einem durchgängig automatisierten Prozess verkettet werden.

Auf dem Gebiet der regenerativen Energie-Erzeugung, die weltweit von staatlichen Investitionen geprägt ist, kam der Auf- und Ausbau etwas voran; EPCOS hat in diesem Markt ein spürbares Umsatzwachstum erreicht. Das Geschäft mit Produkten für die Energieverteilung verlief dagegen schwächer. Der Verzicht auf Investitionen in Erdöl-Fördertechnik, ausgelöst durch den derzeit sehr niedrigen Preis für Rohöl, hat sich ebenfalls negativ auf die Umsatzentwicklung mit Herstellern von Industrie-Elektronik ausgewirkt.

Anwendungen rund um die mit Hilfe von Windkraft und Photovoltaik erzeugte Energie bleiben von wesentlicher Bedeutung für das Geschäft mit der Industrie-Elektronik. In den entsprechenden Anlagen werden EPCOS Kondensatoren beispielsweise in Wechsel- und Umrichtern verbaut, die den gewonnenen Strom zur Einspeisung ins Netz umformen. Der Trend zu höherer Energieeffizienz bleibt auch in diesem Anwendungsgebiet ein bestimmender Faktor. Bei Windkraftanlagen, die fernab von Versorgungsnetzen etwa auf hoher See installiert werden, arbeitet die mit Systemen der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) realisierte Netz-anbindung erheblich verlustärmer als konventionelle Wechselspannungs-Lösungen. Für HGÜ liefert EPCOS mit seinen großen Leistungskondensatoren Schlüsselbauelemente.

Umfassendes Produktspektrum für Industrie-Anwendungen

Auf dem Gebiet der regenerativen Energie-Erzeugung spielen Schutzbauelemente eine weitere Schlüsselrolle: Varistoren und Ableiter von EPCOS bewahren kapitalintensive Photovoltaik- und Windkraftanlagen zuverlässig vor Schäden durch Überspannungen, wie sie etwa durch Blitzeinschläge entstehen können. Den Überspannungsschutz in den Versorgungsnetzen übernehmen hoch belastbare Blockvaristoren, kleinere Varianten in Scheibenausführung schützen Stromversorgungen und Steuereinrichtungen.

Der Markt verlangt grundsätzlich nach Lösungen, mit denen sich der Energieverbrauch von Anlagen und Maschinen sowie die Energieverluste bei der Stromerzeugung und -übertragung senken lassen. Um Energie zu sparen, setzt die Industrie beispielsweise auf drehzahlvariable Antriebe. Dafür sind Frequenzumrichter erforderlich, in denen Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren von EPCOS zur Glättung der Spannung eingesetzt werden und damit entscheidende Funktionen übernehmen. Rund um den Globus werden Anstrengungen zur Kompensation elektrischer Blindleistung (BLK) in Stromnetzen unternommen mit dem Ziel, die Netze zu entlasten und bei den Energienutzern Stromverbrauch und Kosten zu senken. EPCOS bietet auch für solche BLK-Systeme ein umfassendes Portfolio.

4. Konsum-Elektronik

Unter der Bezeichnung Konsum-Elektronik fasst EPCOS die Haushalts- und die Unterhaltungselektronik als weitere Abnehmerbranche zusammen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen mit Herstellern von Konsum-Elektronik einen Umsatz in Höhe von 161 Millionen EUR getätigt und diesen damit leicht oberhalb des Vorjahresniveaus gehalten (Vorjahr: 160 Mio. EUR). Der entsprechende Anteil am Konzernumsatz verringerte sich um einen Prozentpunkt auf 6 Prozent (Vorjahr: 7%).

Fokus auf Haushaltselektronik

Nahezu drei Viertel des Umsatzes mit der Konsum-Elektronik erzielte das Unternehmen mit seinem breiten Produktspektrum für Haushaltsgeräte. EPCOS Bauelemente werden etwa in Induktionsherden, Klimaanlagen und Kühlschränken vor allem für elektronische Regelungen und Lösungen eingesetzt, mit deren Hilfe sich der Energieverbrauch senken lässt. Auch in Haushaltsgeräten steigt der Elektronikanteil weiter an.

Der restliche EPCOS Umsatz mit der Konsum-Elektronik entfiel auf Bauelemente und Module für Entertainment-Anwendungen, beispielsweise Fernsehgeräte mit HDTV-Flachbildschirmen, DVD- und Blu-ray-Geräte sowie internetfähige Spielekonsolen und MP3-Player. Darin sorgen EPCOS Produkte insbesondere für Elektromagnetische Verträglichkeit und Schutz vor elektrostatischen Entladungen.

5. Distribution und Andere

Seinen Umsatz mit Bauelemente-Distributoren und Anderen konnte EPCOS im Berichtszeitraum um 17 Prozent auf 461 Millionen EUR erhöhen (Vorjahr: 395 Mio. EUR). Der starke Zuwachs ist insbesondere in der positiven Geschäftsentwicklung in Asien begründet. Der entsprechende Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich um einen Prozentpunkt auf 19 Prozent (Vorjahr: 18%).

Weltweites Netzwerk

95 Prozent des unter "Distribution und Andere" ausgewiesenen Umsatzes entfielen auf das Geschäft mit Bauelemente-Distributoren. Auch im Distributionsgeschäft passt sich das Unternehmen laufend den sich ändernden Rahmenbedingungen mit dem Ziel an, eine jederzeit marktgerechte Aufstellung sicherzustellen. Distributoren tragen maßgeblich dazu bei, dass Kunden zeitnah mit EPCOS Standard-Bauelementen und technologischer Expertise versorgt werden. Darüber hinaus gewinnen Distributoren zunehmend an Bedeutung bei der Versorgung des Marktes mit Bauelemente-Mustern - insbesondere mit solchen neuer Produkte.

Distributionspartner als zusätzlicher wichtiger Vertriebskanal

EPCOS kann über seine Distributionspartner den Markt besser durchdringen, weil über diese Brücke Spezialisten in großen F&E-Abteilungen genauso erreicht werden wie kleinere Ingenieurbüros, zu denen der direkte Zugang für ein Unternehmen wie EPCOS nicht wirtschaftlich ist. Solche kleinen, flexiblen und gut vernetzten Labore sind bei großen Kunden immer häufiger in Entwicklungs- und Designprojekte eingebunden - und können dabei maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung haben, dass später auf Kundenseite EPCOS Produkte in der Serienproduktion neuer Geräte und Systeme eingesetzt werden.

Mit Hilfe der Distribution als zusätzlichem Vertriebskanal ist EPCOS außerdem in der Lage, seine eigene Vertriebsmannschaft noch zielgerichteter und wirkungsvoller einzusetzen und Vertriebskosten einzusparen. Kunden wiederum können ihren Einkauf von Standard-Bauelementen auf Distributoren konzentrieren und die Anzahl ihrer Lieferanten und Kosten senken.

Bei den restlichen 5 Prozent des unter "Distribution und Andere" ausgewiesenen Umsatzes handelt es sich um Geschäft, das sich keiner Abnehmerbranche eindeutig zuordnen ließ.

REGIONEN

Starker Umsatzanstieg in der NAFTA-Region und in Asien, Umsatz in Europa stabil auf hohem Niveau

Umsatz nach Regionen
in Mio. EUR
2016 2015
EMEA (Europe, Middle East, Africa) 814 813
darin Deutschland 458 447
EMEA ohne Deutschland 356 366
Asien 1.349 1.122
darin Greater China 931 824
NAFTA 303 225
Andere 33 37
Gesamtumsatz 2.499 2.197
Umsatzanteile nach Regionen 2016 2015
EMEA (Europe, Middle East, Africa) 33% 37%
darin Deutschland 19% 20%
EMEA ohne Deutschland 14% 17%
Asien 54% 51%
darin Greater China 37% 38%
NAFTA 12% 10%
Andere 1% 2%

Im Rahmen einer moderat wachsenden Weltwirtschaft, deren Entwicklung im Kalenderjahr 2015 allerdings regional uneinheitlich verlief und sich über die Zeit hinweg abgekühlt hat13, konnte EPCOS im Berichtsjahr seinen Umsatz sowohl in der NAFTA-Region als auch in Asien erheblich steigern. Der Umsatz im EMEA-Wirtschaftsraum (Europa, Naher Osten, Afrika) bewegte sich stabil auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

Nach Anteilen betrachtet trägt Asien mehr als die Hälfte zum EPCOS Gesamtumsatz bei, gefolgt von den Regionen EMEA und NAFTA.

13 siehe auch Lagebericht, Kapitel Konzern

Asien

In Asien hat EPCOS im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um 20 Prozent gesteigert, in Folge erhöhte sich der Umsatzanteil Asiens am Konzernumsatz um 3 Prozentpunkte auf 54 Prozent (Vorjahr: 51%). Fundament dieses starken Anstiegs war das erneut deutliche Umsatzwachstum in Greater China. Dieses ist ganz wesentlich durch die hohe Nachfrage nach EPCOS OFW-Produkten für Smartphones getrieben worden, und auch das wachsende Geschäft mit Bauelemente-Distributoren hat dazu beigetragen. Das Unternehmen ist in dem regional größten Elektronikmarkt hervorragend positioniert; allein der in Greater China getätigte Umsatz machte 37 Prozent des gesamten EPCOS Umsatzes aus.

Europa, Naher Osten, Afrika (EMEA)

Im EMEA-Wirtschaftsraum lag der Umsatz im Berichtszeitraum in etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres, sein Anteil am Konzernumsatz verringerte sich um 4 Prozentpunkte auf 33 Prozent (Vorjahr: 37%). In Deutschland allerdings verzeichnete EPCOS einen Umsatzanstieg in Höhe von 2 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren Zuwächse im Geschäft mit Bauelemente-Distributoren und hier ansässigen Herstellern von Industrie-Elektronik. Der Anteil Deutschlands am EPCOS Umsatz betrug 19 Prozent.

In den EMEA-Ländern ohne Deutschland ging der Umsatz im Vorjahresvergleich um 3 Prozent zurück, ihr Anteil am Konzernumsatz machte 14 Prozent aus. Die rückläufige Nachfrage europäischer Mobiltelefonhersteller konnte durch die positive Entwicklung im Geschäft mit Automobil-Zulieferern nicht vollständig kompensiert werden.

NAFTA

In der NAFTA-Region hat EPCOS im Berichtszeitraum das regional höchste Umsatzwachstum in Höhe von 35 Prozent erzielt, wodurch der Anteil am Konzernumsatz um 2 Prozentpunkte auf 12 Prozent gewachsen ist (Vorjahr: 10%). Die positive Umsatzentwicklung wurde vor allem durch das gute Geschäft mit Herstellern von Mobilfunktechnik und -geräten bedingt. Aber auch die Umsätze mit Produkten für die Automobil-Elektronik sowie im Geschäft mit Bauelemente-Distributoren konnten deutlich gesteigert werden.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

F&E-Aufwendungen weiter auf hohem Niveau

in Mio. EUR 2016 2015
Kosten für Forschung und Entwicklung 163 120

Die F&E-Aufwendungen von EPCOS sind im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 163 Millionen EUR gestiegen (Vorjahr: 120 Mio. EUR), der Anteil der F&E-Kosten am Konzernumsatz hat sich dabei auf 6,5 Prozent erhöht (Vorjahr: 5,5%).

Erfolgsfaktor Innovation

Entwicklungsarbeit bei elektronischen Bauelementen ist häufig davon geprägt, auf Grundlage bewährter und beherrschter Technologien die Leistungsfähigkeit von Produkten zu steigern und ihre technischen Eigenschaften in Übereinstimmung mit den Markt- und Kundenbedürfnissen zu optimieren. Weitaus seltener ist der Fall echter Basisinnovation; diese kann das Unternehmen in die Lage versetzen, neues zukunftsträchtiges Geschäftspotenzial zu erschließen und in Anwendungsfelder vorzudringen, die den eigenen Produkten bislang verschlossen waren. Innovation schafft die Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum und sichert den Geschäftserfolg in der Zukunft.

EPCOS hat im Berichtszeitraum erneut eine ganze Reihe innovativer elektronischer Bauelemente, Module und Systeme präsentiert:

Zwei Drittel der F&E-Aufwendungen flossen in neue Mikroakustik-, Gehäuse- und Modulintegrations-Technologien für die stark nachgefragten HF14-Filterprodukte. Dazu zählen zum Beispiel temperaturkompensierte mikroakustische Duplexer und hochintegrierte Module für den Einsatz in Smartphones.

Auf dem Gebiet der Automobil-Elektronik konnte das Unternehmen robuste Hochtemperatursensoren für den Messbereich bis zu 650 °C vorstellen. Diese Sensoren werden in verschiedenen Anwendungen sowohl in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor als auch mit Elektroantrieb genutzt.

Die neue kompakte PhaseCap® Energy-Kondensatorbaureihe mit sehr hoher Lebensdauer dagegen wird in der Industrie-Elektronik zur Blindleistungs-Kompensation (BLK) eingesetzt. Mit elektrischen Schaltungen zur BLK kann die Blindleistung von elektrischen Verbrauchern erheblich verringert werden. Weil die Blindleistung von den Energieversorgern über das Stromnetz geliefert werden muss, können deren Anlagen sowie Stromleitungen und Übertragungseinrichtungen mit Hilfe von BLK-Maßnahmen entlastet werden. Energienutzer wiederum profitieren durch geringeren Stromverbrauch und verringerte Kosten.

14 Hochfrequenz

Gemeinsam mit TDK noch stärker

Forschung und Entwicklung bei EPCOS basiert auf seiner jahrzehntelang aufgebauten, breit gefächerten Material- und Technologiekompetenz. Durch die Zusammenarbeit mit TDK ist die Innovationskraft des Unternehmens zusätzlich gestärkt worden und sie wird auch künftig von der engen Kooperation profitieren: Die F&E-Abteilungen auf EPCOS Seite sind gut in das entsprechende Netzwerk von TDK eingebunden und nutzen sowohl die starke Technologie-Organisation des Mutterkonzerns als auch die daraus resultierenden Synergien. Das sind für EPCOS gute Rahmenbedingungen, um gemeinsam mit TDK technologische Trends mitzugestalten.

Megatrends bleiben bestimmend

Die Megatrends Umweltschutz, Energieeffizienz und Miniaturisierung sowie - in zunehmendem Ausmaß - der Megatrend Vernetzung werden die F&E-Arbeit von EPCOS weiterhin prägen und damit das Wachstum des Unternehmens. Dabei gibt es auf Seite der zukunftsträchtigen Anwendungsfelder eine Vielzahl von Trendtechnologien wie die regenerative Energieerzeugung und die sehr verlustarme Hochspannungs-Gleichstromübertragung, mit der insbesondere Windkraft- und Solaranlagen über weite Strecken an das Stromnetz angebunden werden sollen. Hinzu kommen neue Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten in der herkömmlichen als auch der von Elektromobilität geprägten Automobil-Elektronik, in der immer stärker zusammenwachsenden Welt aus mobiler Kommunikation, Multimedia, Informationstechnologie und Internet sowie in der automatisierten und zunehmend vernetzten industriellen Fertigungslandschaft.

PERSONAL

Nur geringer Stellenaufbau bei deutlich steigender Nachfrage

2016 31.03.2016 Veränderung zum Vorjahr 2015 31.03.2015
Mitarbeiter Gesamt 25.569 +1% 25.282
Absolut Anteile
Mitarbeiter nach Regionen 2016 31.03.2016 2016 31.03.2016 2015 31.03.2015
Deutschland 2.160 8% 8%
Europa ohne Deutschland 3.766 15% 15%
China 10.954 43% 42%
Asien ohne China 6.907 27% 28%
Amerika 1.782 7% 7%

EPCOS beschäftigte im Geschäftsjahr 2016 weltweit rund 25.600 Mitarbeiter15 (Stichtag 31. März 2016). Damit ist deren Anzahl gegenüber Vorjahr (Stichtag 31. März 2015: rund 25.300 Mitarbeiter) um rund 300 Mitarbeiter bzw. 1 Prozent gestiegen.

Der Stellenaufbau resultierte im Wesentlichen aus dem um 14 Prozent gewachsenen Umsatzvolumen und fand überwiegend an Entwicklungs- und Fertigungsstandorten in China und Europa statt. Der Anteil der Beschäftigten in Niedriglohnländern hat sich nicht verändert und betrug für das Berichtsjahr 86 Prozent.

15 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in unserem Geschäftsbericht der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.

Mehr als zwei Drittel der Belegschaft in Asien

Mit annähernd 17.900 Personen und unverändert zum Vorjahr waren 70 Prozent der EPCOS Mitarbeiter in Asien tätig. Fast zwei Drittel davon beschäftigt das Unternehmen in China, womit im größten regionalen Elektronikmarkt 43 Prozent der Belegschaft arbeiten (Vorjahr: 42%). Dem Stellenaufbau in China in Höhe von fast 330 Mitarbeitern stand ein Abbau von etwa 160 Beschäftigten in der restlichen Region Asien gegenüber. Damit hat sich im Berichtszeitraum die Belegschaft in Asien um rund 170 Mitarbeiter erhöht.

Stellenaufbau in Europa gleicht Abbau in Amerika mehr als aus

In Europa waren zum Stichtag 31. März 2016 rund 5.900 Personen beschäftigt und damit fast 230 mehr als im Vorjahr. Der Mitarbeiteraufbau fand insbesondere an jenen Standorten in Deutschland und Österreich statt, wo die von starker Nachfrage betroffenen OFW-Komponenten für den Mobilfunk entwickelt und gefertigt werden. Dennoch blieben gegenüber Vorjahr die Anteile sowohl der in Deutschland als auch der im europäischen Ausland Beschäftigten mit 8 Prozent bzw. 15 Prozent unverändert.

In Amerika beschäftigte EPCOS zum genannten Stichtag rund 1.800 Personen und damit rund 100 Mitarbeiter weniger als noch zum Vorjahreszeitpunkt. Der Grund dafür war, dass die Belegschaftsgröße im Kondensatoren-Werk in Brasilien an das verringerte Fertigungsvolumen dort angepasst wurde. Der Anteil der in Amerika Beschäftigten hat sich dadurch aber nicht verändert und betrug im Berichtszeitraum 7 Prozent.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Bilanzstruktur
in Mio. EUR
2016 2015
Eigenkapital 900 571
Fremdkapital 1.618 1.548
Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad 2016 2015
Eigenkapitalquote 36% 27%
Verschuldungsgrad 102% 149%
Netto-Cash-Flow
in Mio. EUR
2016 2015
Jahresüberschuss 310 173
Abschreibungen 140 128
Veränderung Nettoumlaufvermögen -38 -29
Veränderung Rückstellungen und sonstige Überleitungspositionen -75 -127
Mittelzuflüsse aus betrieblicher Tätigkeit, netto 337 145
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -446 -240
Einzahlungen aus Verkäufen/ Sonstige 40 132
Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit -406 -108
Netto-Cash-Flow -69 37

Die Vermögens- und Finanzlage wurde im Geschäftsjahr 2016 wesentlich von drei Faktoren geprägt: den Effekten aus dem gestiegenen Umsatzvolumen sowie starken Währungseffekten und der Wertaufholung latenter Steuern16.

16 siehe auch Konzernanhang, Kapitel 6.28

Aktiva

Im Berichtszeitraum belief sich das kurzfristige Vermögen von EPCOS inklusive der liquiden Mittel auf 1.066 Millionen EUR (Vorjahr: 1.098 Mio. EUR). Die liquiden Mittel stiegen auf 198 Millionen EUR (Vorjahr: 172 Mio. EUR), der Vorratsbestand erhöhte sich um 49 Millionen EUR auf 343 Millionen EUR. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich auf 448 Millionen EUR (Vorjahr: 508 Mio. EUR), was vor allem durch höhere Umsatzanteile von Kunden mit kürzeren Zahlungszielen und einen deutlich schwächeren US-Dollar-Kurs zum Bilanzstichtag bedingt war.

Das langfristige Vermögen hat sich in Summe auf 1.451 Millionen EUR erhöht (Vorjahr: 1.022 Mio. EUR), was vor allem auf das gestiegene Sachanlagevermögen zurückzuführen ist. Dieses stieg - hauptsächlich wegen der hohen Investitionen im Segment Other Passive Components - um 255 Millionen EUR auf 1.142 Millionen EUR an. Außerdem ist im langfristigen Vermögen ein Einmaleffekt in Höhe von 134 Millionen EUR aus der Wertaufholung latenter Steuern enthalten.

Somit ergab sich zum Stichtag 31. März 2016 für EPCOS eine Bilanzsumme in Höhe von 2.518 Millionen EUR (Vorjahr: 2.119 Mio. EUR).

Passiva

Aufgrund der Finanzierung der Investitionen erhöhten sich die Finanzschulden von EPCOS im Berichtszeitraum auf 716 Millionen EUR (Vorjahr: 611 Mio. EUR); darin sind die Dividendenverbindlichkeiten an TDK in Höhe von 71 Millionen EUR enthalten.

Die Netto-Finanzschulden betrugen zum Bilanzstichtag 917 Millionen EUR (Vorjahr: 848 Mio. EUR); enthalten sind darin Pensionsverpflichtungen, die sich auf 399 Millionen EUR verringert haben (Vorjahr: 409 Mio. EUR). Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die versicherungsmathematisch notwendige Anpassung des Rechnungszinssatzes aufgrund des leicht gestiegenen Marktzinsniveaus zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich auf 217 Millionen EUR (Vorjahr: 263 Mio. EUR); zurückzuführen ist der Rückgang vor allem auf den deutlich schwächeren US-Dollar-Kurs zum Bilanzstichtag und den geringeren Umsatz mit Handelsware. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen und nicht finanziellen Schulden sowie die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen blieben mit 234 Millionen EUR (Vorjahr: 230 Mio. EUR) nahezu unverändert.

Das Eigenkapital des Unternehmens hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 900 Millionen EUR erhöht (Vorjahr: 571 Mio. EUR). Der Anstieg um 329 Millionen EUR resultierte im Wesentlichen aus dem positiven Ergebnis nach Steuern in Höhe von 310 Millionen EUR, worin 92 Millionen EUR aus der Wertaufholung latenter Steuern enthalten sind. Zusätzlich wirkten noch ergebnisneutrale Veränderungen im Eigenkapital: Diese bestanden vor allem aus einem Teil der Wertaufholung bei den latenten Steuern (plus 42 Millionen EUR), welcher durch ergebnisneutrale Währungseffekte im Eigenkapital aber nahezu neutralisiert wurde (minus 35 Millionen EUR). Die Eigenkapitalquote stieg um 9 Prozentpunkte auf 36 Prozent (Vorjahr: 27%).

Vor allem durch das gestiegene Eigenkapital bedingt konnte EPCOS seinen Verschuldungsgrad auf 102 Prozent verringern (Vorjahr: 149%). Definiert ist der Verschuldungsgrad als das Verhältnis der Finanzschulden einschließlich Pensions- und Dividenden-Verbindlichkeiten (1.115 Mio. EUR) abzüglich liquider Mittel (198 Mio. EUR) zum Eigenkapital (900 Mio. EUR).

Neben den vorhandenen liquiden Mitteln stand zum 31. März 2016 EPCOS eine von TDK gewährte Kreditlinie in Höhe von 620 Millionen EUR zur Verfügung, von der 505 Millionen EUR in Anspruch genommen waren. Darüber hinaus verfügte das Unternehmen über weitere externe Kreditlinien in Höhe von 178 Millionen EUR - davon waren zum Bilanzstichtag 66 Millionen EUR in Anspruch genommen.

Gestützt auf die Finanzplanung für das angelaufene neue Geschäftsjahr 2017 hat TDK die Kreditlinie für EPCOS nach dem 31. März 2016 erhöht, um den künftigen Finanzbedarf zu decken.

Netto-Cash-Flow

Der Netto-Cash-Flow von EPCOS belief sich im Berichtsjahr auf minus 69 Millionen EUR (Vorjahr: 37 Mio. EUR).

Der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit lag bei 337 Millionen EUR (Vorjahr: 145 Mio. EUR); positiv wirkten darin der Jahresüberschuss in Höhe von 310 Millionen EUR sowie Abschreibungen in Höhe von 140 Millionen EUR. Dem gegenüber standen die Veränderungen des Netto-Umlaufvermögens mit minus 38 Millionen EUR sowie der Rückstellungen und sonstigen Überleitungspositionen mit minus 75 Millionen EUR. Die Position Veränderung Rückstellungen und sonstige Überleitungspositionen beinhaltet unter anderem die Neutralisierung von ergebnis-, aber nicht zahlungswirksamen Vorgängen wie Wertaufholung latenter Steuern und Währungseffekte.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug 406 Millionen EUR. Die Ausgaben für Investitionen in Anlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 446 Millionen EUR. Bei der Position Einzahlungen aus Verkäufen/Sonstige in Höhe von 40 Millionen EUR handelt es sich vor allem um Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen sowie aus der Reduzierung der Finanzanlagen.

EPCOS AG

Bilanzkennzahlen der EPCOS AG

2016 Veränderung zum Vorjahr 2015
Gesamtvermögen in Mio. EUR 1.649 +4,6% 1.577
Eigenkapital in Mio. EUR 545 -3,9% 567
  Anteil am Gesamtvermögen 33% --- 36%
Anlagevermögen in Mio. EUR 777 +7,3% 724
  Anteil am Gesamtvermögen 47% --- 46%

Die EPCOS AG, München, entstand am 2. September 1999 durch formwechselnde Umwandlung aus der Siemens Matsushita Components GmbH, München (S+M GmbH). Diese Gesellschaft firmierte bis zum 17. August 1999 als Siemens Matsushita Components Verwaltungsgesellschaft mbH, München (SMV mbH). Die SMV mbH hatte zuvor, mit Wirkung zum 1. Juli 1999, durch Anwachsung die Aktivitäten der Siemens Matsushita Components GmbH & Co. KG, München (S+M KG), übernommen.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 waren in der EPCOS AG 1.865 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 1.738 Mitarbeiter).

Der Jahresabschluss der EPCOS AG zum 31. März 2016 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt - im Gegensatz zum Konzernabschluss, der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt wurde, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Umsatz

Der Umsatz der EPCOS AG ging im Berichtszeitraum um 2 Prozent auf 1.505 Millionen EUR (Vorjahr: 1.530 Mio. EUR) zurück.

Die drei Geschäftssegmente haben in unterschiedlichem Ausmaß zum AG-Umsatz beigetragen: Bei Other Passive Components stieg der Umsatz um 11 Prozent, womit dieses Segment erneut das umsatzstärkste war und seinen Anteil auf 75 Prozent ausgebaut hat (Vorjahr: 67%). Im Segment Inductive Devices dagegen verringerte sich der Umsatz um 24 Prozent, sein Anteil am Gesamtumsatz der EPCOS AG ging auf 14 Prozent zurück (Vorjahr: 18%). Im Segment Capacitors sank der Umsatz um 30 Prozent und verringerte seinen Anteil am AG-Umsatz auf 11% (Vorjahr: 15%). Der Umsatzrückgang ist in beiden Segmenten hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die EPCOS AG im vorangegangenen Geschäftsjahr ihre europäischen Vertriebsaktivitäten in die TDK Europe GmbH übertragen hatte.

Bei der regionalen Aufteilung des AG-Umsatzes haben sich folgende Veränderungen ergeben: Während die Anteile des in Deutschland getätigten Umsatzes auf 14 Prozent und des europäischen Auslands auf 15 Prozent zurückgingen (Vorjahr: jeweils 24%), stieg der Umsatzbeitrag der übrigen Regionen entsprechend auf 71 Prozent (Vorjahr: 52%).

Ergebnis

Die EPCOS AG hat im Geschäftsjahr 2016 das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 16 Millionen EUR auf minus 16 Millionen EUR verbessert (Vorjahr: minus 32 Mio. EUR). Der Jahresfehlbetrag lag bei minus 22 Millionen EUR (Vorjahr: 34 Mio. EUR Jahresüberschuss) - im vorangegangen Geschäftsjahr hatte im Jahresüberschuss ein positiver Einmaleffekt in Höhe von 73 Millionen EUR gewirkt, resultierend aus der Übertragung der europäischen Vertriebsaktivitäten in die Vertriebsgesellschaft TDK Europe GmbH.17

17 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines sowie Konzernanhang, Kapitel 6.8

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagevermögen in der EPCOS AG beliefen sich während des Berichtszeitraums auf insgesamt 98 Millionen EUR. Sie wurden überwiegend im Geschäftssegment Other Passive Components für die Erweiterung von Fertigungskapazitäten getätigt.

Ausblick EPCOS AG

Im Rahmen einer voraussichtlich moderat wachsenden Weltkonjunktur18 geht EPCOS von einem in Summe weiter steigenden Bedarf an Bauelementen aus. Es wird erwartet, dass sich diese Entwicklung in einer spürbaren Erhöhung der Umsatzerlöse der EPCOS AG im Vergleich zum Vorjahr widerspiegeln wird.

18 Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook April 2016

RISIKOBERICHT

Zuverlässiges Risikomanagement

EPCOS ist einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Diese Risiken zu begrenzen und gleichzeitig die sich bietenden Geschäftschancen wahrzunehmen, ist die dringendste Aufgabe des Unternehmens. Dementsprechend ist die Risikopolitik von EPCOS seiner Geschäftsstrategie angepasst. Innerhalb ihres Rahmens werden kontinuierlich Vorkehrungen getroffen, um unangemessene Risiken möglichst zu vermeiden.

Um Risiken zu erfassen und zu überwachen, bedient sich EPCOS einer Reihe festgelegter Verfahren. Diese sind in dem konzernübergreifenden Kontroll- und Risikomanagementsystem von EPCOS zusammengefasst, zu dem unter anderem ein regelmäßiges unternehmensweites Planungs- und Berichtswesen gehört, das einen jährlichen Bericht an Vorstand und Aufsichtsrat einschließt. EPCOS überprüft laufend die Zweckmäßigkeit und Effizienz seines Kontroll- und Risikomanagementsystems. Zusätzlich unterliegt das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der EPCOS AG der regelmäßigen Kontrolle durch den Abschlussprüfer. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über ein geprüftes, rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem gemäß den Anforderungen des J-SOX für Japan. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über Kontrollmechanismen in Anlehnung an den Sarbanes-Oxley-Act Section 404 (SOX).

Um Compliance-Risiken zu begrenzen, hat EPCOS die Funktion des Chief Compliance Officer eingerichtet, regionale Compliance-Beauftragte ernannt und ein Whistleblower-Meldesystem geschaffen. Über substantielle Vorkommnisse werden Vorstand, Aufsichtsratsvorsitzender und Prüfungsausschussvorsitzender zeitnah informiert.

Insgesamt wird das Kontrollumfeld des Unternehmens als effektiv eingestuft. EPCOS verfügt in allen wesentlichen Belangen über ein wirksames internes Kontrollsystem für die Finanzberichterstattung.

Durch die in der Folge aufgeführten Risiken könnten das Geschäft, die Finanzausstattung und die Ergebnisse von EPCOS beeinträchtigt werden. Diese Risiken sind aber nicht die einzigen, denen das Unternehmen ausgesetzt ist. Zusätzliche Risiken, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt sind oder derzeit für immateriell gehalten werden, könnten das EPCOS Geschäft ebenfalls beeinflussen.

Teile der beschriebenen Risiken, insbesondere im Währungs- und Zinsbereich, sichert EPCOS mit derivativen Finanzinstrumenten ab. Die zur Finanzierung des weltweiten Geschäfts zur Verfügung stehenden Kredite sind in verschiedenen Währungen mit unterschiedlichen Laufzeiten vereinbart und unterliegen zum Teil einem Zinsänderungsrisiko. Um diese Risiken auf ein Minimum zu reduzieren, führt EPCOS regelmäßig Zinsrisikoanalysen in den für das Unternehmen relevanten Währungen durch. Alle derivativen Finanzinstrumente werden im Konzernabschluss - den IFRS-Vorschriften entsprechend - zu Marktwerten bilanziert. Im Abschluss der EPCOS AG werden diese Sicherungsgeschäfte imparitätisch bewertet, das heißt: Ansatz von Rückstellungen bei negativen Marktwerten und kein Ansatz von Vermögenswerten bei positiven Marktwerten. Als Vertragspartner bei derivativen Finanzinstrumenten wählt EPCOS Banken erstklassiger Bonität, um Ausfallrisiken entgegenzuwirken. Darüber hinaus setzt das Unternehmen im Bedarfsfall derivative Finanzinstrumente ein, um Risiken aus Marktpreisschwankungen von Edelmetallen zu vermeiden.

Weitere Angaben zu den bestehenden Finanzinstrumenten einschließlich der abgeschlossenen Derivate sind im Konzernanhang unter 6.30 enthalten.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Volatilität und zyklisches Nachfrageverhalten kennzeichnen den Markt für elektronische Bauelemente, Module und Systeme. Die Nachfrage hängt in beträchtlichem Ausmaß von den Schwankungen der Weltkonjunktur ab.

Die Weltkonjunktur hat sich über das Geschäftsjahr 2016 hinweg zwar zusehends eingetrübt, in Summe ist die Wirtschaft aber weiter moderat gewachsen (3,1% gegenüber Vorjahr19).

Noch im Januar dieses Jahres war der Internationale Währungsfond (IWF) für 2016 von einem gegenüber Vorjahr stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft ausgegangen. Vier Monate später, zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Lageberichts (Mai 2016), hatte der IWF seine globale Konjunkturprognose aber bereits um 2 Prozentpunkte auf plus 3,2 Prozent abgesenkt. Laut IWF hat die Unsicherheit hinsichtlich der weltweiten Wirtschaftsentwicklung weiter zugenommen: Geopolitische Unsicherheiten, wachsende Risiken auf den Finanzmärkten und vor allem Probleme in Schwellen- und Entwicklungsländern, die alle ein schwächeres Wachstum bedingen können, werden konkreter und die Konjunkturentwicklung fragiler.

Ein großes Risiko stellt nach Ansicht des IWF der mögliche Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) dar. Dieser sogenannte Brexit könne dazu führen, dass traditionelle Handelsbeziehungen unterbrochen und dadurch erhebliche wirtschaftliche Schäden regionalen und weltweiten Ausmaßes verursacht werden. Außerdem zeigen die Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten kaum Anzeichen einer Beruhigung. Darüber hinaus scheinen die Wachstumsraten insbesondere in China absehbar zwar immer noch verhältnismäßig hoch zu sein, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau als jene in den zurückliegenden beiden Dekaden. Für China, wo EPCOS mehr als 40 Prozent seiner Belegschaft beschäftigt, ist in diesem Zusammenhang auch die anhaltende Steigerung der Arbeitskosten zu nennen.

Daneben kämpft auch Japan als drittgrößte Volkswirtschaft mit erheblichen Wachstumsproblemen. Und die weitere Stabilisierung des Euro-Raums dürfte ebenfalls weiter für Störungen anfällig sein - so stellt etwa die andauernde Flüchtlingskrise die Europäische Union vor große Herausforderungen, nicht zuletzt aufgrund damit einhergehender Behinderungen von Verkehrs- und Warenströmen, die innerhalb der EU die wieder stärker kontrollierten Grenzen überwinden müssen. Risiken bergen vor allem auch die Kriege und Krisen im arabischen Raum sowie die nach wie vor instabile Lage in der Ukraine, die alle die globale Wirtschaftsentwicklung in Mitleidenschaft ziehen könnten.

Die Entwicklung auf den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten stellt für den Geschäftsverlauf von EPCOS einen weiteren wesentlichen Einflussfaktor dar. Auch wenn die für EPCOS relevanten Rohstoffpreise im Berichtszeitraum überwiegend unterhalb des Vorjahresniveaus lagen, sind sie nach wie vor teils starken Schwankungen unterworfen. Darüber hinaus könnte es bei weiterer Eskalation von Konflikten insbesondere im arabischen Raum zu einem starken Anstieg von Energie- und Rohstoffpreisen kommen. Zusätzliches Risikopotential ergibt sich aus den beiden Umständen, dass mit Rohstoffen an den Kapitalmärkten spekuliert wird und dass stark von der Erdölförderung abhängige Volkswirtschaften von dauerhaft niedrigen Erdölpreisen destabilisiert werden können.

Auch die Volatilität der Wechselkurse und eine verbreitete Investitionszurückhaltung20 tragen zu einer allgemeinen Verunsicherung der Märkte bei.

Zusammengefasst belegen die beschriebenen Einflussfaktoren, dass das Konjunkturumfeld von einer Unentschiedenheit geprägt ist, welche die Prognosen über künftige Verkaufspreise und Umsatzvolumina von EPCOS erschwert. Dazu kommt, dass die Kunden des Unternehmens teilweise selbst in zyklischen Branchen tätig sind, demzufolge ihr Bedarf an elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen in starker Abhängigkeit von der Entwicklung ihrer eigenen Märkte schwankt und dass die Zyklen dabei zunehmend kürzer und ausgeprägter werden. Dies führt dazu, dass die zeitliche Abfolge und das Ausmaß von Nachfrageschwankungen zunehmend schlechter abschätzbar sind.

Die Zyklizität des Geschäfts kann bei EPCOS zu markanten Umsatzveränderungen und in Folge zu steigenden Stückkosten führen. Darüber hinaus können widrige Rahmenbedingungen die Planung von Produktionsstückzahlen und Materialverbrauch behindern. Gleiches gilt für die Vorhersage künftiger Lieferanforderungen von Kunden. Daher passt EPCOS seine Bestände regelmäßig aufgrund möglicher Verbrauchs- bzw. Reichweitenrisiken sowie technischer Risiken an. Das Risiko fallender Preise bezieht das Unternehmen in seine Bestandsbewertung und im Rahmen seiner Bilanzierungsrichtlinien laufend ein.

19 siehe auch Lagebericht, Kapitel Konzern
20 Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook April 2016

Risiken durch schnellen technologischen Wandel und steigende Kundenansprüche

Die Märkte, in denen EPCOS überwiegend aktiv ist, zeichnen sich durch hohes Innovationstempo und schnellen technologischen Wandel aus. Dabei werden die Produktzyklen immer kürzer: Neue Mobilfunkgeräte etwa lösen ihre Vorgänger bereits nahezu halbjährlich ab, bei Automobilen hat sich der Produktzyklus auf inzwischen drei bis fünf Jahre verkürzt. Daher besteht das Risiko, dass auf neue Marktentwicklungen bzw. Technologien nicht rasch genug reagiert werden und Marktanteile an den Wettbewerb verloren gehen könnten. Zur Begrenzung dieses Risikos investiert EPCOS einen im Wettbewerbsvergleich verhältnismäßig hohen Anteil seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Risiken für die Geschäftsentwicklung von EPCOS ergeben sich auch aus dem Umstand, dass Kunden im Rahmen der immer kürzeren Produkt- und Projektzyklen ihre Entscheidungen immer kurzfristiger treffen. Das gilt sowohl hinsichtlich der Festlegung, welche elektronischen Bauelemente in der Kundenlösung eingesetzt werden als auch wie viele davon. Von EPCOS wird dabei zunehmend gefordert, Fertigungseinrichtungen für kunden- und anwendungsspezifische Bauelemente und Module in ausreichender Menge vorzuhalten. Sollten sich dann aber bei den Kundenprojekten kurzfristig und nicht vorhersehbar Änderungen ergeben, lässt sich bei EPCOS die eigens dafür geschaffene Fertigungskapazität in der Regel nicht umgehend durch die Produktion anderer Produkte auslasten.

Für das Unternehmen EPCOS, das sich auf dem Gebiet hochintegrierter Module für Mobilfunkanwendungen als ein technologisch führender Anbieter positioniert hat, bietet der zunehmende Bedarf dieser immer komplexeren Module nicht nur Chancen, sondern zunehmend auch wachsende Risiken. Diese bestehen zum einen darin, dass der eigene Wertschöpfungsanteil aufgrund zugekaufter Komponenten wie etwa Halbleiter in der Regel weiter abnimmt - und damit auch der relative Beitrag zur Deckung der Fixkosten bei EPCOS. Zum anderen könnte eine fehlerhafte Komponente allein ausreichen, um das gesamte Modul unbrauchbar zu machen.

Hinsichtlich des HF-Komponenten- und Modul-Geschäfts haben EPCOS bzw. TDK mit der Entscheidung zur Gründung des mit Qualcomm zu betreibenden Gemeinschaftsunternehmens RF360 auf die im Mobilfunkmarkt rasant wachsenden Anforderungen und Risiken sowie die fortschreitende Integration in Systemlösungen und die damit einhergehende Konsolidierung im Wettbewerbsumfeld reagiert.21

21 siehe Lagebericht, Kapitel Allgemeines und Abnehmerbranchen

Risiken durch Wettbewerb

Die Industrie der elektronischen Bauelemente, Module und Systeme ist von einem starken, aggressiven Wettbewerb geprägt. In der Regel fallen die Preise von EPCOS Produkten im Laufe ihres Lebenszyklus. Diesbezüglich haben sich im Zuge der Globalisierung die Rahmenbedingungen gerade des Geschäfts mit elektronischen Bauelementen zusätzlich erschwert: Viele Konkurrenten aus Asien, insbesondere aus China, drängen mit niedrigen Preisen auf den Markt, etablieren sich zunehmend und üben auf Bauelemente-Hersteller wie EPCOS den Druck aus, neue wettbewerbsfähige Lösungen in immer kürzeren Zeiträumen zu entwickeln und zu vermarkten. Dabei besteht das Risiko, dass der Anlauf neuer Produkte unerwartet hohe Kosten verursacht und sich negativ auf die Ertragslage auswirkt.

Diesen Herausforderungen begegnet EPCOS mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Qualität seiner Prozesse, Produkte und Dienstleistungen sowie mit dem Verlagern von Geschäftsprozessen in Niedriglohnländer. Ziel ist, die Kosten laufend zu verringern und gleichzeitig den Kunden den höchst möglichen Nutzen eigener Technologiekompetenz zu bieten. EPCOS investiert daher fortlaufend in die Entwicklung und Vermarktung seiner Technologien und Produkte.

Kreditrisiken

Den finanziellen Verlust, der dadurch entsteht, dass ein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, definiert EPCOS als Kreditrisiko. Kredit- bzw. Ausfallrisiken bestehen in erster Linie in Zusammenhang mit Forderungen aus operativen Lieferungen und Leistungen. Zur Verringerung dieses Risikos hat das Unternehmen für jeden Kunden ein maximales Volumen offener Forderungen festgelegt. Aufgrund dessen sowie aufgrund der breiten Kundenbasis erreicht diese Forderungshöhe bei einzelnen Kunden keine Größenordnung, die im Falle eines Zahlungsausfalls den Bestand von EPCOS gefährden könnte.

Die aktuelle Höhe der ausstehenden Forderungen wird im Rahmen des EPCOS Asset Managements fortlaufend überwacht und etwaige Überfälligkeiten werden durch ein zeitnahes Mahnwesen verfolgt. Ebenso prüft das Unternehmen die Kreditwürdigkeit seiner Kunden und holt dazu unter anderem Bankauskünfte ein. Um dem erhöhten Ausfallrisiko seit der Finanz- und Wirtschaftskrise Rechnung zu tragen, hat EPCOS seine Überwachungsmethoden verfeinert.

Das maximale Ausfallrisiko aus operativen Lieferungen und Leistungen entspricht in der Regel dem Buchwert. In der Vergangenheit musste EPCOS keine nennenswerten Forderungsausfälle verzeichnen.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken stellen das Risiko dar, den eigenen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen zu können. Diese Verpflichtungen ergeben sich unter anderem aus Zins- und Tilgungsleistungen, aus Investitionen, Steuern und anderen Zahlungen aus dem operativen Geschäft.

Zum Bilanzstichtag am 31. März 2016 verfügte EPCOS über eine Kreditlinie bei TDK in Höhe von 620 Millionen EUR, die bei Bedarf kurzfristig aufgestockt werden kann. Zusätzlich verfügt EPCOS über bilaterale Kreditlinien bei verschiedenen Banken, die weiterhin im bisherigen Umfang bereitgestellt werden. Ergänzend zu diesen Instrumenten verfolgt das Unternehmen kontinuierlich die an den Finanzmärkten verfügbaren Finanzierungsalternativen einschließlich deren Kosten. Ein wesentliches Ziel ist dabei, die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu erhalten und unangemessene Refinanzierungskosten und -risiken zu begrenzen. EPCOS wird ein besonderes Augenmerk darauf legen, mit Hilfe eines restriktiven Asset Managements und eines nachhaltig positiven Cash Flow seinen im Berichtszeitraum zwar erheblich gesenkten, aber immer noch hohen Verschuldungsgrad über die nächsten Jahre hinweg wieder auf ein Niveau von deutlich unter 100 Prozent zurückzuführen.

Grundlage des langfristigen EPCOS Liquiditätsmanagements ist eine rollierende 3-Jahresplanung, auf deren Basis die Finanzierungsstruktur für die zukünftigen Jahre festgelegt wird. Für das kurzfristige Liquiditätsmanagement wird eine regelmäßige Liquiditätsvorschau sowie eine rollierende Abschätzung des Mittelzu- bzw. -abflusses aus betrieblicher Tätigkeit und Investitionstätigkeit erstellt. Dadurch kann EPCOS auf etwaige Veränderungen rechtzeitig reagieren, Refinanzierungsrisiken minimieren und kurzfristig überschüssige Mittel zinsoptimiert anlegen.

Die Zahlungsverpflichtungen aus den bilanzierten Verbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter Punkt 6.30 dargestellt22.

22 Tabelle Fälligkeiten finanzieller Schulden

Steuerliche Risiken

Die mangelhafte Erfüllung steuerlicher Pflichten kann global zu finanziellen Risiken führen. Die zentrale Steuerabteilung der EPCOS AG hat deswegen Richtlinien und Arbeitsprozesse geschaffen, die eine rechtzeitige und korrekte Erfüllung steuerlicher Pflichten gewährleisten. Darüber hinaus werden alle selbständigen EPCOS Organisationseinheiten von externen Steuerberatern vor Ort unterstützt. Jede Business Group verfügt über geschulte Transferprice Officers, die an die zentrale Steuerabteilung berichten.

Das von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) initiierte Programm gegen die Aushöhlung der Steuerbasis und die Gewinnverlagerung (Base Erosion and Profit Shifting (BEPS)) erhöht bei den Unternehmen die Anforderungen an die Dokumentation des grenzüberschreitenden Warenverkehrs und von Verrechnungspreisen. Um diesem zu begegnen haben TDK und EPCOS ein Projekt mit dem Ziel gestartet, die möglichen steuerlichen Risiken aus dem BEPS Programm frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Rechtliche Risiken

Die derzeit anhängigen rechtlichen Verfahren begründen keine bestandsgefährdenden Risiken für EPCOS.

Zinsänderungsrisiken

Die Auswirkung einer Zinsänderung auf die Gewinn- und Verlustrechnung stuft EPCOS als insgesamt moderat ein. Zum einen wurde das niedrige Zinsniveau für einen Teil des Finanzierungsvolumens (200 Mio. EUR) über ein 5-jähriges festverzinsliches Darlehen mit TDK gesichert. Zum anderen schätzt EPCOS das mittelfristige Zinsänderungsrisiko an sich als gering ein. Deswegen wird der kurzfristige Finanzierungsanteil zum Stichtag über einen rollierenden 3-Monatszeitraum fixiert. Dieser Zeitraum lässt sich im Rahmen der bestehenden Kreditvereinbarung nach Ablauf der 3-Monatsfrist verlängern.

Zur Senkung der Zinsänderungsrisiken stellt die zentrale Finanzabteilung der EPCOS AG den Konzerngesellschaften finanzielle Mittel über interne Darlehen bzw. entsprechende Cashpooling-Systeme zur Verfügung, soweit dies aufgrund länderspezifischer Vorschriften möglich und sinnvoll ist. Umgekehrt führen die Konzerngesellschaften ihre überschüssige Liquidität an die zentrale Finanzabteilung ab, soweit dies lokale Vorschriften erlauben.

EPCOS erfasst und kontrolliert ausschließlich liquiditätswirksame Zinsänderungsrisiken. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Darlehen ergibt sich in Abhängigkeit des Zinsniveaus. Dieses Risiko wirkt sich bilanziell allerdings nicht aus, da Darlehensverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Die Zinszahlungen für die per 31. März 2016 variabel verzinsten Kredite würden bei einem Anstieg des Zinsniveaus um 100 Basispunkte um 3,4 Millionen EUR pro Jahr steigen.

EPCOS bilanziert leistungsorientierte Pensionspläne in Übereinstimmung mit IAS 19. Die dafür angewandten versicherungsmathematischen Methoden erfordern die Bestimmung wesentlicher Annahmen, zu denen unter anderem der Zinssatz für die Abzinsung zählt. Eine Herabsetzung dieses Zinssatzes kann zu einer signifikanten Erhöhung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung führen, wohingegen steigende Zinssätze den Barwert signifikant senken können. Die daraus entstehenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Periode ihrer Entstehung direkt erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Die tatsächliche Entwicklung kann aufgrund sich ändernder Marktbedingungen oder wirtschaftlicher Bedingungen von diesen Annahmen abweichen und hierdurch zu einem Anstieg oder Rückgang der Verpflichtung führen.

Währungsrisiken

Die weltweite Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten von EPCOS bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichsten Währungen mit sich, wobei Euro (EUR), US-Dollar (USD), Japanischer Yen (JPY) und Singapur-Dollar (SGD) für das Unternehmen unverändert die größte Bedeutung haben. Da die Konzerngesellschaften einem Währungsrisiko ausgesetzt sind, ist die Absicherung von Wechselkursrisiken ein wesentlicher Bestandteil des EPCOS Risikomanagements. Hinzu kommt, dass sich - bedingt durch Schwankungen in anderen Währungen wie etwa Chinesischer Yuan (CNY), Indische Rupie (INR), Brasilianischer Real (BRL) oder Ungarischer Forint (HUF) - die Kostenposition von EPCOS verschlechtern und dadurch negative Auswirkungen auf das Ergebnis entstehen können. Aus diesem Kostenvorteil anderer Bauelemente-Hersteller können sich zudem Auswirkungen auf das Marktpreisniveau ergeben.

Währungsrisiken ergeben sich außerdem aus Zahlungsströmen in den EPCOS Konzerngesellschaften, die nicht auf die jeweilige Bilanzwährung lauten - im Wesentlichen Euro, US-Dollar, Japanischer Yen und Singapur-Dollar. Zur Verringerung dieser Risiken wird darauf geachtet, möglichst viele Transaktionen - etwa Umsätze, Einkäufe und Finanzierungen - in der jeweiligen Bilanzwährung zu vereinbaren bzw. eine ausgeglichene Netto-Währungsposition zu schaffen. Verbleibende Währungsrisiken werden durch das zentrale EPCOS Währungsmanagement laufend erfasst. Die Netto-Währungsposition in den einzelnen Währungen sichert das Unternehmen mit Hilfe geeigneter Instrumente, insbesondere Devisentermingeschäften, in der Regel über einen Zeitraum von drei Monaten ab. Die abgeschlossenen Sicherungsinstrumente werden nicht gemäß Hedge-Accounting-Vorschriften bilanziert.

Zum 31. März 2016 bzw. 31. März 2015 war der EPCOS Konzern im Wesentlichen die folgenden Devisensicherungen (saldiert) in Millionen eingegangen:

2016 2015
in Fremdwährung Gegenwert
EUR
in Fremdwährung Gegenwert
EUR
USD -112,4 -98,7 -120,3 -111,9
EUR -60,7 -60,7 -51,8 -51,8
JPY 6.505,6 50,9 4.142,5 32,1
SGD 9,5 6,2 6,7 4,5
HUF 3.700,0 11,8 3.800,0 12,7
CZK 63,3 2,3 -70,4 -2,6
HKD 26,3 3,0 31,9 3,8
IDR 62.662,7 4,2 42.983,4 3,1

Die in der folgenden Tabelle dargestellten Währungssensitivitäten und ihre Wirkung auf das Vorsteuerergebnis ergeben sich unter der Annahme, der Euro habe sich gegenüber dem US-Dollar, Japanischen Yen und Singapur-Dollar zum 31. März 2016 bzw. 31. März 2015 um 10 Prozent auf- bzw. abgewertet. Ferner unterstellt diese Analyse, dass alle anderen Variablen - insbesondere Zinsen sowie andere als die genannten Währungspaare - unverändert bleiben und Währungsschwankungen auch keinen Einfluss auf die Marktpreise unserer Produkte haben.

Wechselkurs-Sensitivitäten in Mio. EUR, zum 31. März 2016 bzw. 31. März 2015

2016 2015
USD JPY SGD USD JPY SGD
Ergebnis aus Aufwertung des EUR um 10% -2,4 -3,0 -1,4 -1,1 -2,2 -1,2
Ergebnis aus Abwertung des EUR um 10% 2,9 3,7 1,7 1,4 2,7 1,4

Beschaffungsrisiken

Um Lieferengpässe und Abhängigkeiten bei den wichtigsten Rohmaterialien möglichst zu vermeiden, verfügt EPCOS in der Regel über alternative Bezugsquellen und arbeitet eng mit Lieferanten zusammen. Darüber hinaus begrenzt EPCOS Risiken bei der Energieversorgung seiner Fertigungen durch entsprechende technische Vorsorgemaßnahmen und vertragliche Regelungen mit Lieferanten.

Innovationen und die Weiterentwicklung seiner Technologien und Prozesse tragen zudem wesentlich dazu bei, den Bedarf des Unternehmens an kostenintensiven sowie quantitativ und/oder regional beschränkt verfügbaren Rohmaterialien zu verringern. EPCOS legt grundsätzlich Wert darauf, bei Bedarf auf alternative, besser verfügbare Materialen sowie Versorgungswege ausweichen zu können.

Für einige seiner Produkte allerdings benötigt das Unternehmen Materialien, die in der geforderten Qualität nur von einer begrenzten Anzahl an Lieferanten bereitgestellt werden können oder auf Rohmaterialien beruhen, die an der Börse gehandelt werden. Daher kann es vereinzelt zu Versorgungsengpässen oder von EPCOS nicht beeinflussbaren Preisschwankungen kommen. Silber-Palladium-Pasten für die Fertigung etwa von Piezo-Aktuatoren sowie Wafer aus Lithium-Niobat, Lithium-Tantalat oder Quarz für die Herstellung von OFW-Komponenten zählen zu solchen Materialien.

Produkthaftung und Gewährleistungsansprüche

EPCOS haftet für die Qualität seiner Produkte gegenüber Kunden und Endverbrauchern. Trotz der umfassenden, regelmäßig kontrollierten sowie fortlaufend weiterentwickelten Maßnahmen des Unternehmens zur Qualitätssicherung verbleibt ein geringes Restrisiko, dass einzelne seiner Produkte fehlerhaft sind. Solche Fehler könnten auch in den Anwendungen der Kunden Schäden verursachen. Fehlerhafte EPCOS Produkte könnten also zu Gewährleistungsansprüchen gegen das Unternehmen oder zu einer Haftung für Schäden führen, die durch solche fehlerhaften Produkte bei Kunden innerhalb der gesamten nachfolgenden Lieferkette entstanden sind.

Gegen diese Risiken sichert sich das Unternehmen mit Hilfe entsprechender Versicherungen ab. Sobald stichhaltige Anhaltspunkte für Haftungsfälle vorliegen, bildet die Gesellschaft angemessene Rückstellungen.

Fehlerhafte Produkte könnten außerdem den Vermarktungserfolg und die Reputation von EPCOS beeinträchtigen.

Personalrisiken

Der Erfolg des Unternehmens hängt von dem Wissen und der Erfahrung sowie der Motivation, dem Leistungswillen und dem Einsatz seiner Mitarbeiter23 ab.

Die Weiterentwicklung einer Unternehmenskultur, in der unternehmerisches Denken und eigenverantwortliches Handeln auf allen Ebenen und in allen Teilen der Organisation gefördert werden und zur Entfaltung kommen sollen, steht bei EPCOS im Mittelpunkt der Personalführung. Um sich im globalen Wettbewerb behaupten und gegen zunehmende Konkurrenz immer besser durchsetzen zu können, ist das Unternehmen darauf angewiesen, dass sich alle Mitarbeiter - und insbesondere die besten und talentiertesten darunter - umfassend einbringen und Spitzenleistungen erbringen.

EPCOS steigert die dazu notwendige Bereitschaft seiner Beschäftigten auch mit Hilfe leistungs- und erfolgsabhängiger Einkommenskomponenten und Entlohnungssysteme. Das Unternehmen ist sich dessen bewusst, dass Leistungsträger kurzfristig nur sehr schwer ersetzt werden können. Um aufstrebende Mitarbeiter möglichst langfristig zu binden und den Verlust von Kompetenz so gut es geht auszuschließen, zumindest aber schnell kompensieren zu können, betreibt EPCOS Nachwuchsförderung und Karriereplanung. Im Bedarfsfall werden hochqualifizierte und erfahrene Fachleute angeworben.

23 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in unserem Geschäftsbericht der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.

Informationstechnische Risiken

Zur Sicherung seines internen Datenverkehrs nutzt EPCOS weltweit ein umfassendes System von Datenleitungen und Netzwerken. Informationstechnische Risiken bestehen darin, dass Netzwerke ausfallen und Daten durch Bedien- und Programmfehler sowie externe Einflüsse - beispielsweise einen unerwünschten Zugriff - missbraucht, gestohlen, verfälscht oder zerstört werden könnten. Diesen Risiken begegnet EPCOS durch regelmäßige Investitionen in Hard- und Software, durch den Einsatz von Virenscannern, Firewall-Systemen, Zugangs- und Zugriffskontrollen, durch regelmäßige Datensicherungen sowie durch Nutzung von Backup-Systemen. Die zentralen Rechensysteme sind hochverfügbar ausgelegt, sodass ein Komplettausfall dieser Systeme unwahrscheinlich ist. Außerdem vergewissern wir uns in regelmäßigen Abständen durch extern durchgeführte Tests, ob unsere Systeme bzw. Netze gegen Angriffe von außen nach dem jeweiligen Stand der Technik abgesichert sind.

Kontrolliert werden diese Maßnahmen fortlaufend von den für die informationstechnische Sicherheit zuständigen Mitarbeitern. Zusätzlich überprüft werden sie auch von der Internen Revision.

Umweltrisiken

Aufgrund seines globalisierten Geschäfts unterliegt EPCOS länderspezifischen Umweltgesetzen und -vorschriften, unter anderem zu Luftemission, Grundwasserverschmutzung, Abwasserbehandlung, Abfallentsorgung, Gebrauch und Behandlung gefährlicher Substanzen sowie Bodenuntersuchung und -entgiftung. Daraus könnten sich für EPCOS Haftungsrisiken aus dem laufenden wie auch vergangenen Geschäftsbetrieb ergeben.

Zusätzliche künftige Umweltanforderungen könnten es erforderlich machen, die bestehenden hohen EPCOS Umweltstandards den neuen Verpflichtungen anzupassen. Die Konsequenzen daraus könnten sich etwa in höheren Produktionskosten und in notwendigen Veränderungen der Produktionsprozesse auswirken.

Zusammenfassende Darstellung der Risiken

Zu den größten Herausforderungen für das Risikomanagement von EPCOS zählen Risiken, die durch die Konjunktur und das wirtschaftliche Umfeld bedingt werden. Beschrieben sind diese Risiken in dem vorliegenden Geschäftsbericht unter den Zwischenüberschriften "Gesamtwirtschaftliche Risiken", "Risiken durch schnellen technologischen Wandel und steigende Kundenansprüche" sowie "Risiken durch Wettbewerb". Auch wenn sich die Einschätzung einzelner Risikoausmaße im Verlauf des Geschäftsjahres 2016 aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und in Folge von Gegenmaßnahmen des Unternehmens gewandelt hat, ist das Gesamtrisiko für den EPCOS Geschäftserfolg im Jahresvergleich weitgehend unverändert geblieben.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Lageberichts (Mai 2016) hat das Unternehmen keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand von EPCOS gefährden könnten. Das Unternehmen ist überzeugt, dass sich die Herausforderungen, die sich aus den oben genannten Risiken ergeben, meistern lassen.

Chancen

EPCOS gehört seit 2009 zum TDK Konzern und wird dort zusammen mit dem Bauelemente-Geschäft von TDK geführt. Mit Hilfe von EPCOS konnte TDK auf dem Gebiet der elektronischen Bauelemente, Module und Systeme sein breites Fundament in den wichtigen Märkten weiter festigen. Der TDK Konzern profitiert davon, dass sich die Geschäftsaktivitäten von TDK und EPCOS sehr gut ergänzen. Dies gilt sowohl im Hinblick auf Technologien und Produkte als auch bezüglich Kunden und Absatzmärkten.

Unter dem Dach von TDK ergeben sich zusätzliche Chancen für das EPCOS Geschäft: So sind beide Unternehmen auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung sowie der Fertigung nahe zusammengerückt: Vorhandenes Know-how lässt sich gemeinsam immer besser nutzen, womit sich beispielsweise Produktionsabläufe optimieren und aufeinander abstimmen lassen.24 Vergleichbar ist die Situation im europaweiten Vertrieb, wo TDK seine beiden Vertriebskanäle für EPCOS und TDK Produkte in der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft TDK Europe zusammengeführt hat. Unter diesem Dach können Kunden aus einer Hand markenübergreifend mit einem erweiterten, wettbewerbsstarken Produktangebot und über ein noch engmaschigeres Vertriebsnetz bedient werden als zuvor. In den anderen Regionen wie China und NAFTA sind die Vertriebsbüros von TDK und EPCOS zwar noch nicht in gemeinsamen Vertriebsgesellschaften zusammengeführt, jeweils aber unter einem Dach untergebracht.

Das verbreiterte Produktportfolio stärkt die Präsenz bei Kunden vor Ort und schafft neue Geschäftsmöglichkeiten. Durch die schrittweise Umsetzung eines einheitlichen Vertriebsauftritts wird EPCOS zunehmend als ein in TDK integriertes Unternehmen wahrgenommen. Darüber hinaus bieten sich aufgrund der Bündelung von Volumina bei Lieferanten und Logistikpartnern Kostensenkungspotentiale.

Neben den allgemein gültigen Chancen unternehmerischer Tätigkeit ergeben sich für EPCOS weiterhin Chancen aus den anhaltenden Megatrends Umweltschutz, Energieeffizienz, Miniaturisierung sowie - in zunehmendem Ausmaß - aus dem Megatrend Vernetzung, die sich - wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß - in allen EPCOS Abnehmerbranchen auswirken.

Eine dauerhafte Technologie- und Innovationsführerschaft bietet EPCOS die Chance, seine Positionen in den Abnehmerbranchen nachhaltig zu stärken und weiter auszubauen. Auch auf diesem Gebiet ergibt sich aus der intensiven Zusammenarbeit mit TDK - und künftig auch mit Qualcomm25- die Chance, auf Grundlage einer vertieften Technologiekompetenz wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln. Zusammen mit TDK sind eine ganze Reihe gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Arbeit oder haben bereits zu guten Ergebnissen geführt. Überlegene Innovationskraft bei Technologien, Prozessen und Produkten ist ein entscheidender Erfolgsfaktor zur Absicherung und Steigerung künftigen Wachstums. Zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren im globalen Wettbewerb gehört auch die einwandfreie Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Insofern bietet die etwa im Rahmen der Null-Fehler-Qualitätsoffensive von EPCOS fortlaufend verbesserte Qualität die Chance, die Marktpositionen des Unternehmens auf den immer qualitätssensibleren Märkten zu festigen und auszubauen.

24 siehe auch Lagebericht, Kapitel Forschung und Entwicklung
25 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines

AUSBLICK

Weitere Umsatz- und Ergebnissteigerung erwartet

Nachdem die Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2015 gegenüber Vorjahr um 3,1 Prozent26 zwar gewachsen war, sich dabei über den Jahresverlauf hinweg aber zusehends eingetrübt hatte, hielt die Wachstumsschwäche über das Frühjahr 2016 hinweg an. Dennoch erwartet der Internationale Währungsfond (IWF) zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts (Mai 2016), dass die globale Wirtschaft im laufenden Kalenderjahr moderat weiter wachsen wird. Dabei bleiben deutliche regionale Unterschiede bestehen.

Während das Wachstum in den klassischen Industrieländern insgesamt stabil verlaufen soll, werden für die Schwellenländer in Summe gegenüber Vorjahr leicht verbesserte Konjunkturdaten erwartet. Das insgesamt geringe Wachstumsplus soll insbesondere von den höheren Zuwächsen in Indien und im ASEAN-Raum getragen werden, in China hingegen wird sich laut IWF die Konjunktur weiter abkühlen. Auch wenn in 2016 die stark wachsenden Schwellen- und Entwicklungsländer in Summe erneut den größten Anteil zum globalen Wirtschaftswachstum beitragen werden, so entwickelten sich die einzelnen Länder doch sehr uneinheitlich; die prognostizierten Wachstumsraten liegen auf teilweise erheblich niedrigerem Niveau als jene in den zurückliegenden beiden Dekaden.

26 Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook April 2016

Weltwirtschaft:

Störungsanfällige Rahmenbedingungen, weitere Konjunkturabschwächung in China, ansonsten in Summe Wachstumsraten auf Vorjahresniveau

Der IWF erwartet für das laufende Kalenderjahr eine Wachstumsrate von weltweit 3,2 Prozent (2015: 3,1%). Dabei werde in den klassischen Industrieländern das Wachstum wie im Vorjahr unverändert bei insgesamt 1,9 Prozent liegen; insbesondere auch für die USA wird ein stabiles Wachstum von 2,4 Prozent prognostiziert. Im Euroraum soll sich die Konjunktur auf 1,5 Prozent etwas abkühlen (2015: 1,6%), und dabei zähle Deutschland mit einem erwarteten Zuwachs in Höhe von erneut 1,5 Prozent weiterhin zu den Ländern mit der solidesten Wirtschaftsentwicklung. Die nach wie vor höchsten Wachstumsraten würden 2016 weiterhin - wenn auch insgesamt auf deutlich niedrigerem Niveau als in früheren Jahren - in Schwellen- und stark wachsenden Entwicklungsländern erzielt. Dort prognostiziert der IWF eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um insgesamt 4,1 Prozent (2015: 4,0%). Das vereinzelte Bild für die Schwellen- und Entwicklungsländer bleibt uneinheitlich: Während etwa für Indien ein verstärktes Wachstum in Höhe von 7,5 Prozent erwartet wird (2015: 7,3%), rechnet der IWF für China mit einem Wachstumsrückgang auf 6,5 Prozent (2015: 6,9%).

Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Lageberichts (Mai 2016) hatte der IWF seine ursprünglich im Januar veröffentlichte globale Konjunkturprognose bereits um 2 Prozentpunkte mit der Begründung abgesenkt - die Unsicherheiten hinsichtlich der weltweiten Wirtschaftsentwicklung seien größer geworden: Geopolitische und wachsende Risiken auf den Finanzmärkten sowie vor allem Probleme in Schwellen- und Entwicklungsländern, die ein schwächeres Wachstum bedingen könnten, hätten sich konkretisiert und in Folge sei die Konjunkturentwicklung fragiler geworden.

So etwa war im Mai 2016 noch unklar, ob sich Großbritannien tatsächlich für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) entscheidet - dieser sogenannte Brexit könnte laut IWF die Konjunktur sowohl regional als auch weltweit in erheblichem Ausmaß beeinträchtigen. Darüber hinaus zeigen Turbulenzen an den Finanzmärkten großer Schwellenländer wie China, Brasilien und Russland kaum Anzeichen einer Beruhigung, das Industrieland Japan sieht sich derzeit erheblichen Wachstumsproblemen gegenüber, und die Stabilisierung des Euro-Raums dürfte ebenfalls weiterhin für Störungen anfällig sein. Die andauernde Flüchtlingskrise beispielsweise stellt die EU vor große politische Herausforderungen, und auch die nach wie vor instabile Lage in der Ukraine birgt Risiken für Europa.

In den überdurchschnittlich stark wachsenden Schwellen- und Entwicklungsländern sind es zusätzlich Engpässe in der Infrastruktur und andere binnenwirtschaftliche Faktoren, die das Wachstum dämpfen. Auf globaler Ebene verunsichert darüber hinaus insbesondere die weiter zunehmende Instabilität im arabischen Raum - für die Weltkonjunktur stellt sie vor allem hinsichtlich der Versorgung mit Erdöl ein Risiko dar und könnte die Konjunkturentwicklung bremsen. Auch wenn die derzeit niedrigen Erdölpreise für viele Marktteilnehmer von Vorteil sind, bergen sie mittel- und langfristig doch die Gefahr, stark von der Erdölförderung abhängige Volkswirtschaften zu destabilisieren.

EPCOS:

Wachstum im Fokus

EPCOS setzt auf weiteres Wachstum und will sowohl in neuen als auch in den angestammten Märkten wachsen, wo das Unternehmen bereits starke Positionen besetzt. Dementsprechend wird EPCOS im laufenden Geschäftsjahr 2017 (1. April 2016 bis 31. März 2017) mehr als die Hälfte seiner Investitionen für den Ausbau von Fertigungskapazitäten aufwenden. Weitere Schwerpunkte bilden die Entwicklung neuer Produkte über das gesamte Technologiespektrum hinweg sowie Projekte zur Verbesserung von Qualität und Produktivität.

Seine Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung führt EPCOS fort. Im Rahmen dessen wird das Unternehmen beispielsweise den Automatisierungsgrad seiner Fertigungsanlagen weiter erhöhen und diesbezüglich insbesondere in Ländern mit steigenden Arbeitskosten aktiv sein, etwa in China. Entsprechende Maßnahmen senken nicht nur die Fehlerrate einzelner Arbeitsprozesse und verbessern damit Produktqualität und Kostenposition, sondern sie beschleunigen auch den gesamten Fertigungsablauf und erhöhen die Produktivität.

Erneut Umsatz- und Ergebnissteigerung

Im Rahmen einer voraussichtlich moderat wachsenden Weltkonjunktur geht EPCOS von einem in Summe weiter steigenden Bedarf an Bauelementen aus. Dabei dürfte sich insbesondere im Geschäft mit Herstellern von Smartphones und anderen Mobilfunkgeräten sowie mit Produkten und Lösungen für die Automobil-Elektronik ein deutliches Umsatzwachstum erzielen lassen.

Das mit Qualcomm vereinbarte Gemeinschaftsunternehmen RF36027 wird voraussichtlich Anfang 2017 an den Markt gehen und damit erst gegen Ende des laufenden Geschäftsjahres. Dementsprechend dürften die daraus resultierenden Rückgänge bei Umsatz und Operating Profit des EPCOS Konzerns noch eher moderat ausfallen. Unter Berücksichtigung dieses Umstands sowie der genannten Unwägbarkeiten geht EPCOS davon aus, den Umsatz und den Operating Profit des Unternehmens im Geschäftsjahr 2017 erneut spürbar im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen (Umsatz Geschäftsjahr 2016: 2,5 Mrd. EUR, Operating Profit Geschäftsjahr 2016: 302 Mio. EUR).

27 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines

NACHTRAGSBERICHT

Nach dem Geschäftsjahr 2016 sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, die für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des EPCOS Konzerns oder der EPCOS AG von besonderer Bedeutung sind.

Konzernabschluss

Geschäftsjahr 2016

1. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

Anhang 2016 2015
Umsatzerlöse      
aus Lieferungen und Leistungen an Dritte   1.638.748 1.749.636
aus Lieferungen und Leistungen an nahe stehende Unternehmen und Personen 6.9 859.856 447.771
Umsatzerlöse gesamt 6.4.4 2.498.604 2.197.407
Umsatzkosten   (1.831.745) (1.723.205)
Bruttoergebnis vom Umsatz   666.859 474.202
Vertriebskosten   (187.902) (172.002)
Forschungs- und Entwicklungskosten 6.4.5 (163.381) (120.000)
Allgemeine Verwaltungskosten   (13.412) (10.061)
Operating Profit   302.164 172.139
Sonstige Aufwendungen und Erträge einschließlich Wechselkursgewinne und -verluste 6.1 2 (21.477) 87.760
Zinserträge 6.10 4.518 4.072
Zinsaufwendungen 6.10 (24.428) (28.839)
Sonstiges Beteiligungsergebnis   257 665
Übrige finanzielle Erträge und Aufwendungen 6.11 636 (2.988)
Ergebnis vor Steuern   261.670 232.809
Steuern vom Einkommen und Ertrag 6.4.6, 6.28 48.589 (59.745)
Ergebnis nach Steuern   310.259 173.064
Zurechenbar zu      
Eigentümer des Mutterunternehmens EPCOS AG   308.441 171.954
Nicht beherrschende Gesellschafter   1.818 1.110

2. Konzern-Gesamtergebnisrechnung

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

Anhang 2016 2015
Ergebnis nach Steuern inklusive Anteile nicht beherrschender Gesellschafter   310.259 173.064
Sonstiges Ergebnis, das in Folgeperioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird      
Neubewertungen der Nettoschuld aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 6.29 56.456 (106.463)
    56.456 (106.463)
Sonstiges Ergebnis, das in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird      
Unterschied aus Währungsumrechnung 6.4.3 (34.590) 71.429
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 6.4.11 (1.358) 1.207
    (35.948) 72.636
Summe sonstiges Ergebnis nach Steuern   20.508 (33.827)
Gesamtergebnis   330.767 139.237
Zurechenbar zu      
Nicht beherrschende Gesellschafter   817 3.833
Eigentümern des Mutterunternehmens EPCOS AG   329.950 135.404

In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ist die Entwicklung der im Konzerneigenkapital erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen dargestellt.

Dabei ergeben sich die folgenden ertragsteuerlichen Effekte auf das sonstige Ergebnis:

Ertragsteuerliche Effekte

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

Anhang 2016 2015
Sonstiges Ergebnis, das in Folgeperioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird      
Neubewertungen der Nettoschuld aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 6.28, 6.29 45.405 9.598
Sonstiges Ergebnis, das in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird      
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 6.4.11, 6.28 (419) 70

3. Konzern-Bilanz

zum 31. März (in Tausend EUR, außer Anzahl der Aktien)

AKTIVA

Anhang 2016 2015
Sachanlagen 6.4.7, 6.13 1.142.160 886.988
Immaterielle Vermögenswerte 6.4.8, 6.13 32.497 35.858
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 6.4.11, 6.30 16.446 17.842
Aktive latente Ertragsteuern 6.4.6, 6.28 196.886 51.178
Übrige langfristige Vermögenswerte 6.18 63.309 29.759
Langfristiges Vermögen gesamt   1.451.298 1.021.625
Vorräte 6.4.12, 6.14 342.584 293.681
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.15 448.156 508.384
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.4.13, 6.16 1 98.381 171.874
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 6.17 14.971 34.121
Ertragsteuerforderungen   3.128 2.528
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 6.18 59.271 83.526
Kurzfristiges Vermögen gesamt   1.066.491 1.094.114
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 6.5.7, 6.19 - 3.520
Summe der Aktiva   2.517.789 2.119.259

PASSIVA

     
  Anhang 2016 2015
Gezeichnetes Kapital - 66.682.270 Aktien genehmigt, 66.682.270 ausgegeben und ausstehend für 31.03.2016 und 31.03.2015 6.20 66.682 66.682
Kapitalrücklage 6.20 283.174 283.174
Gewinnrücklagen 6.20 624.725 316.284
Sonstige Eigenkapitalbestandteile   (84.808) (106.317)
Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital   889.773 559.823
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 6.20 10.319 11.111
Eigenkapital   900.092 570.934
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6.29 379.236 389.820
Sonstige langfristige Rückstellungen 6.5.4, 6.22 17.386 15.480
Langfristige Finanzschulden 6.23 303.378 258.424
Sonstige langfristige finanzielle Schulden 6.24 1.682 1.983
Übrige langfristige Schulden 6.24 8.218 6.133
Passive latente Ertragsteuern 6.4.6, 6.29 24.588 12.173
Langfristige Schulden und Rückstellungen   734.488 684.013
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6.29 19.742 18.994
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 6.5.4, 6.22 35.331 46.599
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   217.031 262.963
Kurzfristige Finanzschulden 6.23 412.906 352.725
Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden 6.24 71.949 55.261
Übrige kurzfristige Schulden 6.24 107.864 110.015
Ertragsteuerschulden   18.386 17.755
Kurzfristige Schulden und Rückstellungen   883.209 864.312
Summe der Passiva   2.517.789 2.119.259

4. Konzern-Kapitalflussrechnung

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

Mittelzu- bzw. -abflüsse aus betrieblicher Tätigkeit Anhang 2016 2015
Periodenergebnis   310.259 173.064
Abschreibungen auf Sachanlagen 6.13 133.796 114.920
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 6.13 6.539 1 3.209
(Gewinne)/ Verluste aus dem Verkauf von Sachanlagen, Geschäftseinheiten und Tochterunternehmen   2.172 (84.439)
Latente Ertragsteuern   (91.235) 27.669
Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge   18.587 (55.933)
(Zunahme)/ Abnahme der Vorräte 6.14 (63.045) 36.349
(Zunahme)/ Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen/Vermögenswerte 6.15 64.81 8 (174.612)
Zunahme/ (Abnahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten   (39.720) 109.029
Zunahme/ (Abnahme) der kurz- und langfristigen Rückstellungen 6.22 (8.802) 5.660
Zunahme/ (Abnahme) der Pensionsverpflichtungen 6.29 4.301 (18.524)
Einzahlung in Contractual Trust Arrangement 6.29 (925) (1.501)
Mittelzuflüsse aus betrieblicher Tätigkeit, netto   336.745 144.891
Mittelzu- bzw. -abflüsse aus Investitionstätigkeit      
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 6.1 3 (445.415) (240.226)
(Zunahme)/ Abnahme der Finanzanlagen/ Finanzforderungen   16.253 (2.814)
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten   16.357 36.862
Einzahlung aus der Veräußerung von Tochterunternehmen abzüglich veräußerter Zahlungsmittel   7.360 -
Einzahlung aus der Veräußerung von Geschäftseinheiten   - 98.031
Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit, netto   (405.445) (108.147)
Mittelzu- bzw. -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit      
Nettozunahme/ (-abnahme) der kurzfristigen Kredite   106.507 (47.696)
Einzahlungen aus der Aufnahme von langfristigen Krediten 6.23 12.353 10.163
Tilgung langfristiger Verbindlichkeiten   (2.533) (12.530)
Kapitalanteil aus Zahlungen für Finanzierungs-Leasing   (5.813) (1.629)
Ausschüttungen an nicht beherrschende Gesellschafter   (2.655) (2.501)
Mittelabflüsse aus Finanzierungstätigkeit, netto   107.859 (54.193)
Umrechnungseffekte auf Fremdwährungsbestände   (12.652) 19.590
Nettozunahme des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 6.16 26.507 2.141
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zu Beginn des Geschäftsjahres 6.16 171.874 169.733
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum Ende des Geschäftsjahres 6.16 198.381 171.874
2016 2015
Ergänzende Informationen zu geleisteten und erhaltenen Zahlungen    
Erhaltene Zinsen 2.604 1.021
Gezahlte Zinsen (21.786) (17.827)
Erhaltene Dividenden von verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen 257 665
Netto-Zahlungsmittelabflüsse aus Ertragsteuern (41.201) (26.897)

5. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

Sonstige Eigenkapitalbestandteile
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinn-
rücklagen
Währungs-
umrechnung
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Anpassung Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Stand zum 1. April 2014 66.682 283.174 144.330 11.297 1.055 (82.025)
Ergebnis nach Steuern - - 171.954 - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - 68.706 1.207 (106.463)
Gesamtergebnis nach Steuern - - 171.954 68.706 1.207 (106.463)
Dividendenausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter - - - - - -
Übertragung von Pensionsverpflichtungen an die TDK Europe GmbH - - - - - (94)
Stand zum 31. März 2015 66.682 283.174 316.284 80.003 2.262 (188.582)
Stand zum 1. April 2015 66.682 283.174 316.284 80.003 2.262 (188.582)
Ergebnis nach Steuern - - 308.441 - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - (33.589) (1.358) 56.456
Gesamtergebnis nach Steuern - - 308.441 (33.589) (1.358) 56.456
Dividendenausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter - - - - - -
Veräußerung eines Tochterunternehmens mit nicht beherrschenden Anteilen - - - - - -
Stand zum 31. März 2016 66.682 283.174 624.725 46.414 904 (132.126)
Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Gesamt
Stand zum 1. April 2014 424.513 9.654 434.167
Ergebnis nach Steuern 171.954 1.110 173.064
Sonstiges Ergebnis nach Steuern (36.550) 2.723 (33.827)
Gesamtergebnis nach Steuern 135.404 3.833 139.237
Dividendenausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter - (2.376) (2.376)
Übertragung von Pensionsverpflichtungen an die TDK Europe GmbH (94) - (94)
Stand zum 31. März 2015 559.823 11.111 570.934
Stand zum 1. April 2015 559.823 11.111 570.934
Ergebnis nach Steuern 308.441 1.818 310.259
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 21.509 (1.001) 20.508
Gesamtergebnis nach Steuern 329.950 817 330.767
Dividendenausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter - (895) (895)
Veräußerung eines Tochterunternehmens mit nicht beherrschenden Anteilen - (714) (714)
Stand zum 31. März 2016 889.773 10.319 900.092

6. Erläuternde Anhangsangaben zum Konzernabschluss

6.1 Ergänzende Erläuterungen zum Konzernanhang gemäß § 315a HGB

6.1.1 Angaben gemäß § 313 Abs. 2 HGB

Beteiligungen zum 31. März 2016

Konsolidierte Tochtergesellschaften Kapitalanteil
in Prozent
Deutschland  
TDK-EPC AG & Co. KG, Berlin 100
Herrmann Beteiligungs GmbH, Berlin 100
RF360 Europe GmbH, München 100
Europa ohne Deutschland  
Becromal Iceland ehf, Akureyri/Island 100
Becromal S.p.A., Rozzano, Mailand/Italien 100
EPCOS Beteiligungs GmbH, Deutschlandsberg/Österreich 100
EPCOS Lagerbetriebs GmbH, Deutschlandsberg/Österreich 100
EPCOS OHG, Deutschlandsberg/Österreich 100
EPCOS Verwaltungsgesellschaft m.b.H., Deutschlandsberg/Österreich 100
EPCOS Croatia d.o.o., Kutina/Kroatien 100
EPCOS Netherlands B.V., Nijmegen/Niederlande 100
EPCOS Electronic Components S.A.U., Málaga/Spanien 100
EPCOS s.r.o., Šumperk/Tschechien 100
EPCOS Elektronikai Alkatrész Kft., Szombathely/Ungarn 100
Asien  
EPCOS (China) Investment Ltd., Shanghai/China 100
EPCOS (Shanghai), Ltd., Shanghai/China 100
EPCOS (Xiamen) Co., Ltd., Xiamen/China 60
EPCOS (Xiaogan) Co., Ltd., Xiaogan/China 76
EPCOS (Zhuhai) Co., Ltd., Zhuhai/China 100
EPCOS (Zhuhai FTZ) Co., Ltd., Zhuhai/China 100
EPCOS Limited, Hong Kong/China 100
EPCOS Technology (Wuxi) Co., Ltd., Wuxi/China 100
EPCOS Electronic (Wuxi) Co., Ltd., Wuxi/China 100
EPCOS India Private Ltd., Kalyani/Indien 100
PT. EPCOS Indonesia, Batam/Indonesien 100
EPCOS RDC SDN. BHD., Johor Bahru/Malaysia 100
EPCOS SDN. BHD., Johor Bahru/Malaysia 100
EPCOS PTE LTD, Singapur 100
RF360 Holding Singapore Pte., Ltd., Singapur 100
Amerika  
EPCOS Inc., Iselin, New Jersey/USA 100
EPCOS CTI Inc., Palo Alto/USA 100
EPCOS do Brasil Ltda., Gravataí/Brasilien 100
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften Eigenkapital
in Tsd. EUR
Ergebnis
in Tsd. EUR
Kapitalanteil
in Prozent
Europa ohne Deutschland      
EPCOS Schweiz Vertriebs GmbH, Baden/Schweiz 280 253 100
Asien      
EPCOS Korea LLC, Seoul/Südkorea 2.451 806 100
EPCOS Taiwan Co. Ltd., Taipei/Taiwan (1.537) 84 100

6.1.2 Angaben gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB

In den zum 31. März 2016 und 2015 endenden Geschäftsjahren beliefen sich die Personalaufwendungen im EPCOS Konzern auf 590,5 Millionen EUR bzw. 533,8 Millionen EUR.

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2016 konzernweit durchschnittlich 25.385 (Vorjahr: 24.932) Mitarbeiter (Teilzeitmitarbeiter wurden anteilig gezählt) beschäftigt.

Mitarbeiter

Durchschnittliche Anzahl im Geschäftsjahr 2016 2015
Deutschland 2.080 2.007
Ausland 23.305 22.925
Gesamt 25.385 24.932

6.1.3 Angaben gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB

Für Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Deutschland, für die Geschäftsjahre 2016 bzw. 2015 als Aufwand berechnete Honorare in Deutschland beliefen sich auf:

Art der Honorare für die am 31. März endenden Geschäftsjahre

(in Tausend EUR) 2016 2015
Abschlussprüfungen 351 320
Andere Bestätigungsleistungen 738 371
Gesamt 1.089 691

Die anderen Bestätigungsleistungen betreffen im Wesentlichen die prüferische Durchsicht der Quartalsberichterstattung sowie Prüfungen hinsichtlich der geplanten Übertragung des überwiegenden Teil des EPCOS Geschäfts mit OFW-Komponenten gemäß der Vereinbarung zur Gründung eines gemeinschaftlichen Unternehmens zwischen TDK und Qualcomm Inc., San Diego, USA (vgl. Abschnitt 6.4.2).

6.1.4 Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

TDK Corporation und verbundene Unternehmen

a) Die TDK Germany GmbH, Düsseldorf, Deutschland, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21. Oktober 2008 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der EPCOS AG am 17. Oktober 2008 die Schwellen von 3 Prozent, 5 Prozent, 10 Prozent, 15 Prozent, 20 Prozent, 25 Prozent und 30 Prozent überschritten hat und zu diesem Tag 35,96 Prozent (das entspricht 23.890.050 Stimmrechten) betrug.

b) Die TDK-EPC Corporation, Tokio, Japan, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 5. Oktober 2009 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der EPCOS AG am 1. Oktober 2009 die Schwellenwerte von 3 Prozent, 5 Prozent, 10 Prozent, 15 Prozent, 20 Prozent, 25 Prozent, 30 Prozent, 50 Prozent und 75 Prozent überschritten hat und zu diesem Tag 95,82 Prozent (63.897.064 Stimmrechte) betrug. Davon werden der TDK-EPC Corporation 30.244.901 Stimmrechte, entsprechend einem Stimmrechtsanteil von 45,36 Prozent, gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Der TDK-EPC Corporation zugerechnete Stimmrechte werden dabei über die TDK Germany GmbH gehalten, die von der TDK-EPC Corporation kontrolliert wird, und deren Stimmrechtsanteil an der EPCOS AG 3 Prozent oder mehr beträgt.

Nach der Eintragung der Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre am 22. Oktober 2009 in das Handelsregister hält die TDK Corporation, Tokio, Japan, direkt und indirekt 100 Prozent der Aktien der EPCOS AG.

Zum 31. März 2016 werden die Stimmrechte an der EPCOS AG von der TDK-EPC Corporation, Tokio, Japan, zu 54,6 Prozent und von der TDK Germany GmbH, Düsseldorf, Deutschland, zu 45,4 Prozent gehalten.

6.1.5 Organe der Gesellschaft und deren Vergütung

6.1.5.1. Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016

Dr. Werner Faber Vorsitzender; ehemaliges Mitglied des Vorstands der EPCOS AG.
Takehiro Kamigama Representative Director, President & Chief Executive Officer und General Manager der Humidifier Countermeasures HQ und General Manager der Technology HQ der TDK Corporation, Japan; Director der Amperex Technology (HK) Limited.
Dr. Bodo Lüttge Stellvertreter des Vorsitzenden; Ehemaliges Mitglied des Vorstands der EPCOS AG; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats bei der Messer Group GmbH.
Seiji Osaka Senior Vice President der TDK Corporation, Japan; General Manager der Electronic Components Sales & Marketing Group, Director der Amperex Technology (HK) Limited; Executive Vice President der TDK Corporation of America; Director der TDK Taiwan Corporation.
Noboru Saito Director und Senior Vice President der TDK Corporation, Japan; General Manager der Corporate Strategy HQ; Director der TDK U S A. Corporation; Director der TDK China Co., Ltd.; Director der Toppan TDK Label Co. Ltd., Japan; Director der Tabuchi Electric Co. Ltd., Japan.
Dominik Asam Executive Vice President und Mitglied des Vorstands der Infineon Technologies AG.
Gültekin Demirel Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der EPCOS AG; Vorsitzender des Betriebsrats der Betriebsstätte München der EPCOS AG.
Martin Heigl (bis 24.11.2015) Gewerkschaftssekretär der IG Metall Verwaltungsstelle München.
Murat Karahan Einrichter bei der EPCOS AG.
Hans-Jörg Napravnik Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Geschäftsstelle Heidenheim.
Joachim Niestroj Leitung Vertrieb Geschäftsentwicklung für Kommunikationsprodukte der EPCOS AG.
Michael Pfeiffer (ab 26.01.2016) Gewerkschaftssekretär der IG Metall Geschäftsstelle München.
Claus Ryschawy Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der EPCOS AG; Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Betriebsstätte München der EPCOS AG; Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats des EPCOS Konzerns.

6.1.5.2. Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016

Joachim Zichlarz Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer (CEO) und Chief Financial Officer (CFO), Kaufmännische Leitung, Personal, Recht, Informationstechnik und Logistik, Revision, Strategische Planung.
Dr. Norbert Hess Chief Operating Officer (COO), Geschäftsbereiche Capacitors (CAP) (inkl. Becromal), Magnetics (MAG), Piezo and Protection Devices (PPD), Sensors (SEN), Technologie und Qualität.
Christian Block Chief Technology Officer (CTO); Geschäftsbereich SAW, Innovationsmanagement, Bereichsübergreifende Koordination F&E-Aktivitäten.
Joachim Thiele Chief Sales Officer (CSO); Vertrieb und Corporate Communications.

6.1.5.3. Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütungen für den Aufsichtsrat betrugen im Berichtszeitraum insgesamt 312 Tausend EUR (Vorjahr: 296 Tausend EUR).

6.1.5.4. Vergütung des Vorstands

a. Gesamtbezüge

Die Gesamtbezüge aller Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2016 betrugen 2.440 Tausend EUR (Vorjahr: 2.094 Tausend EUR). Davon entfielen 1.274 Tausend EUR (Vorjahr: 1.129 Tausend EUR) auf erfolgsunabhängige Vergütungsbestandteile und 1.166 Tausend EUR (Vorjahr: 965 Tausend EUR) auf erfolgsbezogene Vergütungsbestandteile.

Die Beträge sind dem Geschäftsjahr zugeordnet, für das die variable Vergütungskomponente gezahlt wurde. Die tatsächliche Auszahlung erfolgt im Juni des nächsten Geschäftsjahres.

b. Ruhegehaltszusagen Jahresbetrag

Die Jahresbeträge der am 31. März 2016 an die Vorstandsmitglieder erteilten Ruhegehaltszusagen betrugen im Geschäftsjahr 2016 zusammen 300 Tausend EUR (Vorjahr: 265 Tausend EUR).

c. Pensionsrückstellungen

Die Pensionsrückstellungen für die Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2016 haben sich nach Handelsgesetzbuch (HGB) um insgesamt rund 771 Tausend EUR erhöht (Vorjahr: 1.036 Tausend EUR). Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) ("Defined Benefit Obligation" - DBO) der Pensionszusagen gegenüber Mitgliedern des Vorstands betrug 5.082 Tausend EUR zum 31. März 2016 und 4.778 Tausend EUR zum 31. März 2015.

d. Ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen

An ausgeschiedene Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2016 Bezüge in Höhe von insgesamt 563 Tausend EUR (Vorjahr: 556 Tausend EUR) gezahlt. Darüber hinaus gehende Ansprüche wurden entweder von der Siemens AG erfüllt oder sind bereits abgewickelt. Die Rückstellungen für Pensionsansprüche dieses Personenkreises betrugen zum 31. März 2016 nach HGB insgesamt 9.855 Tausend EUR und zum 31. März 2015 beliefen sie sich auf 9.250 Tausend EUR. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung nach IFRS ("Defined Benefit Obligation" - DBO) sämtlicher Pensionszusagen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern und deren Hinterbliebenen betrug 14.264 Tausend EUR zum 31. März 2016 und 15.012 Tausend EUR zum 31. März 2015.

e. Sonstiges

Den Vorstandsmitgliedern wurden weder Vorschüsse oder Kredite gewährt, noch wurden für sie Haftungsverhältnisse eingegangen.

6.2 Beschreibung der Gesellschaft

Die EPCOS AG (die "Gesellschaft") ist ein führender Hersteller und Lieferant von elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen mit Sitz in München, Deutschland. Die Gesellschaft verfügt über Entwicklungs- und Fertigungsstandorte in Europa, Asien, Nord- und Südamerika sowie ein Vertriebsnetz außerhalb Europas. Elektronische Bauelemente, Module und Systeme werden in allen elektronischen Schaltungen verwendet. Das Produktangebot der Gesellschaft ist so gestaltet, dass der Bedarf ihrer wichtigsten Abnehmergruppen, wie der Telekommunikations-, der Automobil-, der Informations- sowie der elektronischen Verbrauchs- und Investitionsgüterindustrie gedeckt wird. Ihre Kunden sind Geräte-, Automobil- und Maschinenhersteller sowie andere Unternehmen, die für diese Hersteller Systeme produzieren, und Distributoren.

Zum 31. März 2016 hält die TDK Corporation, Tokio, Japan, als oberstes beherrschendes Unternehmen direkt und indirekt 100 Prozent der Aktien der EPCOS AG.

Das Geschäftsjahr läuft satzungsgemäß vom 1. April eines Jahres bis zum 31. März des nächsten Jahres.

Als Berichtswährung im Konzernanhang wird, soweit nicht anders angegeben, der Euro (EUR) verwendet. Rundungen sind, soweit erforderlich, nach kaufmännischen Grundsätzen durchgeführt.

6.3 Rechnungslegungsgrundsätze und Grundlagen der Darstellung

Der vorliegende Konzernabschluss für das zum 31. März 2016 endende Geschäftsjahr wurde in Einklang mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, unter Berücksichtigung der zusätzlichen Anforderungen des § 315a Abs. 1 HGB aufgestellt.

Der Lagebericht und Konzernlagebericht wurde in Übereinstimmung mit dem Deutschen Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" und dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 17 (DRS 17) "Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder" erstellt.

Der Abschluss für das zum 31. März 2016 endende Geschäftsjahr wurde am 20. Mai 2016 durch den Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben. Die tatsächliche Veröffentlichung im Bundesanzeiger erfolgt nach Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat und Vorlage an die Hauptversammlung.

6.4 Übersicht wesentlicher Rechnungslegungs- und Bilanzierungsgrundsätze

6.4.1 Konsolidierung

Unternehmen, welche die Gesellschaft gemäß den geltenden Gesetzen in wirksamer Weise beherrscht, werden in Übereinstimmung mit IFRS konsolidiert. Beherrschung liegt vor, wenn die Gesellschaft Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus seiner Beteiligung ausgesetzt ist und diese Renditen aufgrund seiner Verfügungsgewalt der Höhe nach beeinflussen kann.

Sofern erforderlich werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern angewandten Methoden anzugleichen.

Alle wesentlichen konzerninternen Salden und Transaktionen sowie alle wesentlichen aus konzerninternen Transaktionen entstandenen Zwischenergebnisse sind aus den konsolidierten Abschlüssen eliminiert worden.

6.4.2 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen Tochterunternehmen im In- und Ausland einbezogen. Bei diesen Unternehmen übt die EPCOS AG direkt oder indirekt die Kontrolle aus. Zum 31. März 2016 und 2015 zählten neben der EPCOS AG die folgende Anzahl der Tochterunternehmen zum Konsolidierungskreis:

31. März 2016 31. März 2015
Vollkonsolidiert    
Deutschland 3 2
Ausland 29 30
  32 32

Für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen Abschlüsse zum 31. März 2016 bzw. 2015 zugrunde.

Im Geschäftsjahr 2016 wurden die Anteile in Höhe von 90 Prozent an EPCOS (Anhui) Feida Electronics Co., Ltd., Ningguo City, China, veräußert. Die Gesellschaft EPCOS 2 Portugal LDA, Lissabon, Portugal, wurde im Geschäftsjahr 2016 liquidiert.

Des Weiteren wurden die im Geschäftsjahr 2016 neu gegründeten Gesellschaften RF360 Europe GmbH, München, Deutschland, und RF360 Holding Singapore Pte., Ltd., Singapur, in den Konsolidierungskreis einbezogen.

TDK und Qualcomm Inc., San Diego, USA, ("Qualcomm") haben am 13. Januar 2016 eine Vereinbarung zur Gründung eines gemeinsamen Unternehmens unterzeichnet. Mit der Umsetzung dieser Vereinbarung, die für das kommende Geschäftsjahr erwartet wird, wird der überwiegende Teil des EPCOS Geschäfts mit OFW-Komponenten aus dem EPCOS Konzern herausgelöst und in das neu gegründete Unternehmen RF360 Holdings Singapore Ptd., Ltd., Singapur, eingebracht.

Qualcomm wird mit 51 Prozent die Mehrheit der Gesellschaftsanteile und EPCOS die restlichen 49 Prozent an dem neu gegründeten Unternehmen RF360 Holdings Singapore Ptd., Ltd., Singapur, halten. Vorbehaltlich der Erfüllung der Abschlussbedingungen wird das assoziierte Unternehmen voraussichtlich Anfang 2017 seinen Betrieb aufnehmen. Die Vereinbarung enthält die Option, dass nach 30 Monaten die restlichen Anteile auf Qualcomm übertragen werden.

6.4.3 Fremdwährungen

6.4.3.1 Transaktionen in Fremdwährungen

Einkäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Tageskurs umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs zum Bilanzstichtag in die funktionale Währung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gebucht.

6.4.3.2 Umrechnung von Jahresabschlüssen auf den Euro (EUR)

Die Berichtswährung des Unternehmens ist der EUR. Bilanzposten von Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der EUR ist, werden zum Stichtagskurs umgerechnet, die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls. Die daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis ausgewiesen.

Die für die Währungsumrechnung zugrundeliegenden wesentlichen Wechselkurse gegenüber einem EUR lauten für die zum 31. März 2016 bzw. 2015 endenden Geschäftsjahre wie folgt:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
31. März 2016 31. März 2015 31. März 2016 31. März 2015
US Dollar (USD) 1,1385 1,0759 1,1008 1,2616
Japanischer Yen (JPY) 127,9000 128,9500 132,5193 138,8618
Singapur Dollar (SGD) 1,5304 1,4774 1,5263 1,6285
Chinesischer Renminbi/Yuan (CNY) 7,3312 6,6648 6,9629 7,7717

6.4.4 Ertragsrealisierung

Umsätze werden bilanziert, wenn sie realisiert oder realisierbar sind. Sie sind unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Zahlung zu berücksichtigen. Als Umsatz wird nur der Nettobetrag nach Abzug von Skonti, Kundenboni, Rabatten und Retouren erfasst. Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst. Dividenden werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs ertragswirksam erfasst. Die Ergebniswirkung erfolgt jeweils unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung.

6.4.5 Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden von den Entwicklungskosten abgegrenzt und im Forschungs- und Entwicklungsaufwand der jeweiligen Periode erfasst.

Entwicklungskosten werden, sofern sie die Ansatzvoraussetzungen des IAS 38 erfüllen, aktiviert. Diese aktivierten Kosten sind als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in den Immateriellen Vermögenswerten enthalten. Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden in den Folgeperioden unter dem Posten Umsatzkosten in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Können die aktivierten Entwicklungskosten einem Produktionsvorgang zugeordnet werden, wird der entsprechende Wertverzehr in die Herstellungskosten der betreffenden Produkte anteilig einbezogen.

Soweit die Voraussetzungen zur Aktivierung von Entwicklungskosten nicht gegeben sind, werden Entwicklungskosten in der jeweiligen Periode aufwandswirksam im Posten Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst.

6.4.6 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Laufende Steuern werden für die durch die Konzernunternehmen geschuldeten Steuern vom Einkommen und Ertrag im Zeitpunkt ihrer Verursachung und nach Maßgabe der relevanten Steuerjurisdiktion erfasst. Ertragsteuern werden nach der Asset and Liability Method gemäß den Regeln des IAS 12 "Ertragsteuern" berechnet. Aktive und passive latente Steuern werden dann angesetzt, wenn künftige steuerliche Auswirkungen zu erwarten sind, die auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten bestehender Aktiva und Passiva und ihrer steuerlichen Bemessungsgrundlage einerseits und Verlustvorträgen und Steuerguthaben andererseits zurückzuführen sind. Aktive latente Steuern werden nur insoweit ausgewiesen, als es wahrscheinlich ist, dass diese in Zukunft durch die Umkehrung zu versteuernder temporärer Differenzen und durch ein positives zu versteuerndes Einkommen genutzt werden können.

Aktive und passive latente Steuern werden unter Verwendung der Steuersätze errechnet, die voraussichtlich in den Jahren gelten werden, in welchen sich diese temporären Differenzen umkehren oder ausgleichen. Die Wirkung von Steuersatzänderungen auf aktive und passive latente Steuern wird in der Periode berücksichtigt, in welcher das Gesetz, welches der Steueränderung zugrunde liegt, verabschiedet wurde.

6.4.7 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten umfassen aktivierungspflichtige Stilllegungskosten bzw. Kosten für den Rückbau sowie direkt zurechenbare Anschaffungsnebenkosten. Gewährte und in Anspruch genommene Rabatte, Boni und Skonti werden vom Kaufpreis abgezogen.

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten enthalten auch die wesentlichen Aufwendungen für Verbesserungen, sofern dadurch die Nutzungsdauer verlängert oder die Kapazität erhöht wird. Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden nach Anfall als Aufwand gebucht. Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert, soweit sie den Wert der Sachanlagen erhöhen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, wenn sie einzelnen Vermögenswerten zugeordnet werden können bzw. für diese Vermögenswerte gewährt worden sind.

Bei Anlageabgängen werden die zugehörigen historischen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen ausgebucht und die Differenz zum Verkaufserlös als Gewinn oder Verlust in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übernommen.

Im Allgemeinen wird die Nutzungsdauer von abschreibungsfähigen Sachanlagen wie folgt angesetzt:

Gebäude, Außenanlagen und Mietereinbauten 5 bis 50 Jahre
Maschinen und Technische Anlagen 5 bis 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 5 Jahre

Soweit nicht andere Verfahren den tatsächlichen Nutzungsverlauf besser widerspiegeln, wenden die Gesellschaften des EPCOS Konzerns die lineare Abschreibungsmethode an.

6.4.8 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit Ausnahme des Goodwill werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden grundsätzlich über die entsprechende Nutzungsdauer nach der linearen Methode oder anhand der erwarteten Umsatzvolumina der zugehörigen Produkte berechnet, wenn diese den tatsächlichen Nutzungsverlauf besser widerspiegeln.

Die immateriellen Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen neben Goodwill, der als Differenz zwischen Kaufpreis und Zeitwert des Nettovermögens der erworbenen Unternehmen bzw. Unternehmensteile definiert wird, aus erworbenem Kundenstamm, Patenten und Lizenzen sowie selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten. Patente werden gemäß ihrer Patenturkunde bzw. wie der Kundenstamm über maximal zehn Jahre und Lizenzen laut Vertrag abgeschrieben.

Der Goodwill wird nach IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" nicht planmäßig abgeschrieben. Der den Geschäftseinheiten zugeordnete Goodwill wird zumindest jährlich, oder wenn Indikatoren auf eine Wertminderung hinweisen, auf seine Werthaltigkeit überprüft und gegebenenfalls auf einen geminderten Wert abgeschrieben. Eine Wertminderung des Goodwill darf in späteren Perioden nicht rückgängig gemacht werden.

6.4.9 Wertminderung von langlebigen Anlagen

Die Gesellschaft prüft langlebige Anlagen einschließlich immaterieller Vermögenswerte auf Wertminderung, wann immer bestimmte Ereignisse oder Änderungen der Umstände darauf schließen lassen, dass der Buchwert einer Anlage nicht mehr realisierbar sein könnte.

In Übereinstimmung mit IAS 36 wird der Buchwert dieser Vermögenswerte mit deren erzielbarem Betrag, der dem höheren Betrag aus dem Nutzungswert des Vermögenswertes und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten entspricht, verglichen.

Im Allgemeinen wird der erzielbare Betrag einer Anlage entweder auf der Grundlage eines Gutachtens oder der diskontierten zukünftigen Netto-Mittelzuflüsse ermittelt. Im Rahmen der Schätzung der künftigen Netto-Mittelzuflüsse sind vom Management Annahmen zu treffen. Dem entsprechend können sich Abweichungen zwischen den tatsächlichen Werten und diesen Schätzwerten ergeben.

Überschreitet der Buchwert den korrespondierenden erzielbaren Betrag, so wird eine Wertminderung in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen Buchwert und erzielbarem Betrag vorgenommen. Sofern die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen sind, werden diese Vermögenswerte (außer Goodwill) zugeschrieben. Dabei darf diese Wertaufholung nicht den Buchwert der Anlage übersteigen, der bestimmt worden wäre, wenn in den früheren Perioden keine Wertminderung erfasst worden wäre.

6.4.10 Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

Die Bilanzierung von Finanzinstrumenten erfolgt bei Kauf oder Verkauf zum Handelstag, das heißt zu dem Tag, an dem eine Verpflichtung zum Kauf bzw. Verkauf eines Vermögenswertes oder einer Verbindlichkeit eingegangen wurde.

Finanzinstrumente beinhalten originäre und derivative Finanzinstrumente. Für die interne und externe Berichterstattung werden sie einzelnen Klassen und Kategorien zugeordnet. Die Bewertungs- und weiteren Bilanzierungsvorschriften der einzelnen Klassen und Kategorien weichen grundlegend voneinander ab. Sie werden wie folgt näher erläutert:

Originäre Finanzinstrumente der Aktivseite setzen sich im Wesentlichen aus Wertpapieren, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zusammen. Originäre Finanzinstrumente der Passivseite umfassen insbesondere Finanzschulden und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Wertpapiere sind im Wesentlichen als zur Veräußerung verfügbar (Kategorie: Available-for-Sale-Securities, AfS) klassifiziert. Sie werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser wird, sofern vorhanden, aus dem Markt- oder Börsenwert abgeleitet. Übersteigt der Zeitwert dieser Wertpapiere die Anschaffungskosten, wird die Differenz unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis erfasst. Liegt der Zeitwert voraussichtlich dauerhaft unter den Anschaffungskosten, wird die Differenz ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gebucht. Aus Verträgen resultierende Forderungen wie beispielsweise Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie gewährte Darlehen (Kategorie: Loans and Receivables, LaR) sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Wertberichtigungen angesetzt. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind mit ihren Nominalwerten ausgewiesen. Bestände, die nicht auf den EUR lauten, werden mit dem Stichtagskurs bewertet. Finanzschulden sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Kategorie: Financial Liabilities at Amortized Cost, FLAC) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bilanziert.

Wenn für Beteiligungen an nicht konsolidierten Unternehmen kein verlässlich bestimmbarer beizulegender Zeitwert und kein Marktpreis vorliegen, werden Beteiligungen zu Anschaffungskosten im Konzernabschluss angesetzt. Bei Vorliegen von Hinweisen auf eine Wertminderung wird ein entsprechender Werthaltigkeitstest durchgeführt und wenn nötig der Ansatz ergebniswirksam korrigiert.

IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" enthält unter anderem Rechnungslegungs- und Berichterstattungsvorschriften für derivative Finanzinstrumente einschließlich bestimmter, in anderen Kontrakten eingebetteter derivativer Finanzinstrumente und für bilanzielle Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting).

Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich von der Gesellschaft zur Vermeidung von Wechselkurs- und Zinsrisiken sowie von Risiken aus Marktpreisschwankungen von Edelmetallen verwendet. EPCOS hält grundsätzlich keine und gibt keine derivativen Finanzinstrumente für Handels- oder Spekulationszwecke aus. Zur Verringerung bestimmter, mit ihrer Geschäftstätigkeit inhärent verbundener Risiken, schließt die Gesellschaft auf der Grundlage der voraussichtlichen Risiken Devisen-, Zins- und Warentermingeschäfte ab.

Derivative Finanzinstrumente werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in den Folgeperioden zum Fair Value bewertet. Gewinne und Verluste aus Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Wird ein derivatives Finanzinstrument nach IAS 39 als Sicherungsgeschäft in einem Cashflow Hedge eingesetzt, wird der effektive Teil der Fair-Value-Veränderung des Sicherungsinstruments erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Der ineffektive Anteil der Fair-Value-Veränderungen eines Sicherungsgeschäfts, für das ein Cashflow Hedge gebildet wurde, wird sofort erfolgswirksam erfasst. Eine Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung wird in der Periode vorgenommen, in der das Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Entfällt das gesicherte Grundgeschäft, wird das Sicherungsergebnis sofort erfolgswirksam erfasst.

Zeitwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten mit fehlender Designation einer Sicherungsbeziehung werden ebenfalls bei Anfall in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gebucht (Kategorie: Financial Liabilities/ Assets Held for Trading, FLHfT/ FAHfT). Der Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten wird anhand von Markt- oder Börsenwerten ermittelt.

Bei einem Sicherungsgeschäft mit operativem Grundgeschäft wird das Ergebnis des Sicherungsgeschäfts sowie des Grundgeschäfts im operativen Ergebnis erfasst. Bei einem Sicherungsgeschäft mit finanziellem Grundgeschäft wird das Ergebnis des Sicherungsgeschäfts sowie des Grundgeschäfts im sonstigen finanziellen Ergebnis erfasst.

Von der Möglichkeit der Hedge-Accounting-Bilanzierung nach IAS 39 wird kein Gebrauch gemacht.

6.4.11 Wertpapiere

Die Gesellschaft klassifiziert ihre Wertpapiere im Wesentlichen als Available-for-Sale-Securities. Diese Wertpapiere werden am Bilanzstichtag zum Marktwert angesetzt, soweit vorhanden. Kumulierte unrealisierte Gewinne und Verluste sind erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Realisierte Gewinne oder Verluste und voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten zu designieren, hat die Gesellschaft keinen Gebrauch gemacht.

6.4.12 Vorräte

Die Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert angesetzt, wobei die Herstellungskosten vorwiegend nach der Methode der gewogenen Durchschnittswerte ermittelt werden. Die Herstellungskosten enthalten die direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten sowie anteilige Material- und Produktionsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen unter Annahme einer Normalauslastung.

6.4.13 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Für die Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung werden von der Gesellschaft alle hochliquiden Finanzinstrumente mit ursprünglichen Fälligkeiten von bis zu drei Monaten als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente angesetzt. Sie beinhalten sowohl Kassenbestände, Schecks und Bankguthaben als auch kurzfristige Kapitalanlagen mit einer Laufzeit, die zum Zeitpunkt der Investition weniger als drei Monate betragen.

6.4.14 Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder gewährte Darlehen werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit ihren beizulegenden Werten, die normalerweise den Anschaffungskosten entsprechen, bilanziert. Im Rahmen der Folgebewertung werden diese finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung potentieller Wertminderungen bilanziert.

Finanzielle Verbindlichkeiten wie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder erhaltene Darlehen sind bei ihrer erstmaligen Erfassung mit den Anschaffungskosten bewertet, die dem Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung entsprechen. In der Folgezeit werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten in der Bilanz ausgewiesen.

6.4.15 Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten vom Zeitpunkt der Anschaffung bzw. Herstellung bis zum Zeitpunkt des Beginns der Nutzung entstehen, werden aktiviert. Diese Aktivierung erhöht die Bemessungsgrundlage für die laufende nutzungsbedingte Abschreibung des qualifizierten Vermögenswertes entsprechend.

6.4.16 Leasing

Die bilanzielle Behandlung von Leasing-Transaktionen nach IAS 17 "Leasingverhältnisse" hängt davon ab, ob der jeweilige Geschäftsvorfall als Finanzierungs-Leasing (finance lease) oder als Operating-Leasing (operating lease) klassifiziert wird. Ein Leasingverhältnis wird dann als Finanzierungs-Leasing klassifiziert, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer übertragen werden. Im Rahmen von Finanzierungs-Leasing gemietete Vermögenswerte aktiviert die Gesellschaft im Konzernabschluss und weist eine korrespondierende Verpflichtung aus. Nutzt die Gesellschaft Vermögenswerte im Rahmen von Operating-Leasing Verträgen, werden die entsprechenden Leasingzahlungen linear über die Laufzeit in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen resultierende Ergebnisse grenzt die Gesellschaft ab und vereinnahmt sie über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam (finance lease). Eine sofortige Vereinnahmung des Ergebnisses ist nicht zulässig. Führt die Sale-and-Leaseback-Transaktion zu einem Operating-Leasing, ist ein Gewinn oder Verlust bei Vorliegen gewisser Kriterien sofort zu vereinnahmen.

6.4.17 Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft durch Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse während der Berichtsperioden verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten beinhaltet hochliquide Finanzmittel mit ursprünglichen Fälligkeiten von bis zu drei Monaten, die nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt. Die Ermittlung der Ein- und Auszahlungen im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit erfolgt nach der sogenannten indirekten Methode. Bei der Ermittlung der Kapitalflussrechnung werden Veränderungen der einzelnen Bilanzposten um zahlungsunwirksame Effekte wie Währungsumrechnung von Gesellschaften, die nicht in EUR berichten, oder Zu- bzw. Abgängen im Konsolidierungskreis korrigiert. Somit können Veränderungen mit den entsprechenden Bilanzunterschieden nicht in voller Höhe abgestimmt werden. Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind jedoch gesondert in der Kapitalflussrechnung gezeigt. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit zeigt die Mittelzu- bzw. -abflüsse, die aus Investitionen bzw. Desinvestitionen in bzw. aus Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten sowie Finanzanlagen resultieren. Bei der Finanzierungstätigkeit werden alle zahlungswirksamen Vorfälle erläutert, die entweder zwischen EPCOS und den Aktionären der Gesellschaft oder zwischen EPCOS und ihren Fremdkapitalgebern in den jeweiligen Berichtsperioden stattgefunden haben.

6.4.18 Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Die Konzernbilanz der EPCOS AG ist in Übereinstimmung mit IAS 1 aufgestellt. Hiernach sind die Vermögenswerte und Schulden getrennt in lang- und kurzfristig darzustellen. Dabei sind diejenigen Bilanzposten als kurzfristig ausgewiesen worden, die im Normalfall binnen zwölf Monaten realisiert oder erfüllt werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem sogenannten Umsatzkostenverfahren aufgestellt worden.

6.5 Schätz- und prämissensensitive Bilanzierungsgrundsätze

In bestimmten Fällen wird die Anwendung schätz- und prämissensensitiver Bilanzierungsgrundsätze notwendig. Diese beinhalten komplexe und subjektive Bewertungen sowie Schätzungen aufgrund von Sachverhalten, die sich von Natur aus durch Ungewissheit auszeichnen und Veränderungen unterliegen können. Schätz- und prämissensensitive Bilanzierungsgrundsätze können sich im Zeitablauf verändern und die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erheblich beeinflussen. Schätz- und prämissensensitive Bilanzierungsgrundsätze können auch Annahmen umfassen, die von der Unternehmensleitung in derselben Berichtsperiode mit gleichermaßen vernünftigen Gründen anders hätten getroffen werden können. Die Unternehmensleitung weist darauf hin, dass zukünftige Ereignisse häufig von Prognosen abweichen und Schätzungen routinemäßige Anpassungen erfordern.

6.5.1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Wertberichtigung zweifelhafter Forderungen umfasst Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, der aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse historischer Forderungsausfälle auf Portfoliobasis beruhen. Der Buchwert des Vermögenswerts wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert und der Wertminderungsverlust erfolgswirksam erfasst. Forderungen werden einschließlich der damit verbundenen Wertberichtigung ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden. Ändert sich die Höhe eines geschätzten Wertminderungsaufwands in einer folgenden Berichtsperiode aufgrund eines Ereignisses, das nach der Erfassung der Wertminderung eintrat, wird der früher erfasste Wertminderungsaufwand durch Anpassung des Wertberichtigungskontos erfolgswirksam erhöht oder verringert. Wird eine ausgebuchte Forderung später wieder als einbringlich eingestuft, wird der entsprechende Betrag unmittelbar gegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

6.5.2 Goodwill

EPCOS überprüft den Goodwill mindestens einmal jährlich auf mögliche Wertminderung und zusätzlich, wenn Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen. Die Gesellschaft verwendet Bewertungsmethoden, die auf diskontierten Zahlungsströmen (Cashflows) über die Restnutzungsdauer basieren. Die Cashflow-Prognosen berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und basieren auf vom Management vorgenommenen Einschätzungen über die zukünftigen Entwicklungen. Zahlungsströme nach dem Planungszeitraum von fünf Jahren werden unter Beachtung von Wachstumsraten extrapoliert. Die zugrundeliegenden Annahmen, insbesondere die Wachstumsraten, der gewogene durchschnittliche Kapitalkostensatz (WACC) sowie der Steuersatz, haben eine wesentliche Auswirkung auf den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

6.5.3 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Bilanzierung von leistungsorientierten Plänen (Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses) erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer". Zur Bestimmung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung und damit des Dienstzeitaufwands wird das Verfahren der laufenden Einmalprämien angewendet. Das Planvermögen wird mit dem beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag bewertet und für den Bilanzausweis vom Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung in Abzug gebracht.

Die Anwendung versicherungsmathematischer Methoden erfordert die Bestimmung wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen, u.a. den Zinssatz für die Abzinsung, das künftige Gehalts- und Leistungsniveau sowie die erwartete Ausübung der Auszahlungsoption. Die verwendeten Abzinsungssätze werden grundsätzlich auf Basis der Marktrenditen für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen mit kongruenter Laufzeit bestimmt. Bei der Schätzung von künftigen Gehalts- und Rentensteigerungen werden u. a. Inflation und Erfahrungen der Vergangenheit berücksichtigt. Die Zinserträge aus dem Planvermögen werden durch Multiplikation des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens zum Bilanzstichtag mit dem festgelegten Abzinsungssatz für die Leistungsverpflichtung ermittelt.

Die tatsächliche Entwicklung kann von den zugrunde gelegten Parametern abweichen, was ebenso wie die Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen zu versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten führt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der Periode ihrer Entstehung direkt erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis erfasst.

Zusätzlich leistet die Gesellschaft Beiträge im Rahmen gesetzlicher Bestimmungen zu staatlichen Plänen/ Rentenversicherung. Da für diese Defined-Contribution-Pläne die Verpflichtung des Unternehmens im Gegensatz zu Defined-Benefit-Plänen ausschließlich in der Bereitstellung von Beiträgen besteht, ist die Bilanzierung einer Verbindlichkeit nicht erforderlich.

6.5.4 Rückstellungen

Die Ermittlung aller Rückstellungen, insbesondere für drohende Verluste aus Verkaufsverträgen, von Gewährleistungsrückstellungen und von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ist mit Einschätzungen verbunden.

6.5.5 Vorräte

Die Schätzung von Marktdaten, also die Berücksichtigung von Preis-, Mengen- oder technischen Risiken, basiert auf statistischen Verfahren, historischen Erfahrungswerten und aktuellen Einschätzungen des Managements. Diese Risiken gehen in die Ermittlung von Wertberichtigungen ein. Später am Absatzmarkt erzielbare Preise können von den Schätzprämissen abweichen.

6.5.6 Aktive latente Steuern

EPCOS schätzt zu jedem Bilanzstichtag ein, ob die künftige Realisierung von Steuervorteilen ausreichend wahrscheinlich ist für den Ansatz von aktiven latenten Steuern. Dies erfordert die Einschätzung und Berücksichtigung von künftigen steuerpflichtigen Erträgen über die kommenden fünf Jahre, Steuerplanungsstrategien und anderen positiven wie negativen Faktoren, wobei die tatsächliche Realisierung dieser Steuervorteile auch von künftigen steuerrechtlichen Regelungen abhängt.

6.5.7 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte umfassen langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, bei denen der Buchwert überwiegend durch ein hochwahrscheinliches Veräußerungsgeschäft innerhalb der nächsten zwölf Monate und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Vermögenswerte werden zum Bilanzstichtag zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung in den nächsten zwölf Monaten sowie die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten sind mit Unsicherheiten verbunden.

6.6 Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften - umgesetzte Rechnungslegungsverlautbarungen

Im November 2013 hat das IASB Änderungen zu IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" veröffentlicht. Die Änderung regelt die Erfassung von Beiträgen von Arbeitnehmern oder Dritten zum Pensionsplan als Reduktion des Dienstzeitaufwands, sofern diese die in der Berichtsperiode erbrachte Leistung widerspiegeln. Der geänderte Standard ist für Berichtsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2015 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Die Anwendung des geänderten Standards hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Weitere geänderte oder neue Standards und Interpretationen, die erstmals ab diesem Geschäftsjahr anzuwenden sind, hatten keinen Einfluss auf den Konzernabschluss von EPCOS.

6.7 Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften - noch umzusetzende Rechnungslegungsverlautbarungen

Im Januar 2016 veröffentlichte das IASB IFRS 16 "Leasingverhältnisse", den neuen Standard zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen. Für Leasingnehmer sieht der neue Standard ein Bilanzierungsmodell vor, das auf eine Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Mietleasing verzichtet. Künftig werden die meisten Leasingvereinbarungen in der Bilanz zu erfassen sein. Gemäß IFRS 16 liegt ein Leasingverhältnis vor, wenn dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Beherrschung eines identifizierten Vermögenswertes für einen festgelegten Zeitraum eingeräumt wird und der Leasinggeber im Gegenzug eine Gegenleistung vom Leasingnehmer erhält. Der Leasingnehmer erfasst gemäß IFRS 16 einen "Vermögenswert aus einem Nutzungsrecht" (right-of-use asset) sowie eine Leasingverbindlichkeit im Zugangszeitpunkt. Der Vermögenswert wird wie andere, nicht finanzielle Vermögenswerte bewertet und (planmäßig und ggf. außerplanmäßig) abgeschrieben. Aus der Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit entsteht laufender Zinsaufwand. Anders als unter den Vorschriften in IAS 17, wo sich für EPCOS als Leasingnehmer bei Mietleasingverträgen ein gleichbleibender Aufwandsverlauf ergab, wird es künftig einen "front-loading"-Effekt geben, da bei unterstellter linearer Abschreibung des Vermögenswertes und dem abnehmenden Zinsaufwand aus der Leasingverbindlichkeit in der Summe ein abnehmender Gesamtaufwand über die Berichtsperioden resultiert. Für kurz laufende (short-term) Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit nicht mehr als 12 Monaten und ohne Kaufoption sowie für Leasingvereinbarungen, bei dem der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert (low value) ist (z.B. PCs, kleinteilige Vermögenswerte oder Büroeinrichtung), hat der Leasingnehmer das Wahlrecht, die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit der Leasingvereinbarung als Aufwand zu erfassen oder eine andere systematische Grundlage der Verteilung dafür heranziehen. Für Leasinggeber bleiben die Regelungen aus IAS 17 "Leasingverhältnisse" weitgehend bestehen, so dass hier auch künftig zwischen Finanzierungs- und Mietleasingvereinbarungen zu unterscheiden ist mit entsprechend unterschiedlichen Bilanzierungskonsequenzen. IFRS 16 ersetzt IAS 17 sowie die dazugehörigen Interpretationen und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist möglich, sofern zeitgleich IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden" angewendet wird. IFRS 16 ist bisher noch nicht von der EU in Europäisches Recht übernommen worden (endorsed). Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden insbesondere aufgrund der bestehenden Leasingverträge für Gebäude und technische Anlagen und Maschinen erwartet. Die Anwendung des neuen Standards führt für EPCOS als Leasingnehmer bei bisherigen Mietverträgen in der Konzern-Bilanz zu einer Zunahme der Sachanlagen, gleichzeitig werden aber auch die Finanzverbindlichkeiten steigen. Durch die Zunahme der Finanzverbindlichkeiten wird sich der Verschuldungsgrad erhöhen. Zudem ergibt sich eine geänderte Darstellung in der Kapitalflussrechnung, da der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen dem Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit zuzuordnen ist. In der Gewinn- und Verlustrechnung wird die Abschreibungs- und Zinsaufwandskomponente getrennt ausgewiesen. EPCOS erwartet aus der Anwendung des neuen Standards keine wesentlichen Auswirkungen auf das Gesamtergebnis.

Im Januar 2016 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 12 "Ertragsteuern" in Bezug auf den Ansatz latenter Steueransprüche für unrealisierte Verluste. Das IASB ist zu dem Schluss gekommen, dass die unterschiedliche Handhabung in der Praxis beim Ansatz latenter Steueransprüche aus zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Vermögenswerten im Wesentlichen auf Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Anwendung einiger Prinzipien in IAS 12 zurückgeht. Daher bestehen die Änderungen aus eingefügten klarstellenden Paragraphen und einem zusätzlichen erläuternden Beispiel. Der geänderte Standard ist erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Als Übergangserleichterung ist es einem Unternehmen gestattet, bei erstmaliger Anwendung die Veränderungen im Eigenkapital der Eröffnungsbilanz der frühesten angegebenen Vergleichsperiode der Gewinnrücklage zuzuführen, ohne diese zwischen der Gewinnrücklage und anderen Bestandteilen des Eigenkapitals aufzuteilen. Die Änderungen sind bisher noch nicht von der EU in Europäisches Recht übernommen worden (endorsed). Die Anwendung des geänderten Standards wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

Im Juli 2014 veröffentlichte das IASB die finale Version des IFRS 9 "Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung". Der Standard spiegelt alle Phasen des IASB-Projekts zu Finanzinstrumenten wider und ersetzt IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" sowie alle vorherigen Versionen des IFRS 9. IFRS 9 enthält neue Anforderungen im Hinblick auf die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, Wertminderungen sowie Sicherungsbeziehungen. Der Standard ist erstmals für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2018 anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Der Standard ist rückwirkend anzuwenden, allerdings ist die Angabe von Vergleichsinformationen nicht zwingend vorgeschrieben. Eine vorzeitige Anwendung der vorherigen Versionen des IFRS 9 (2009, 2010 und 2013) ist gestattet, sofern der Erstanwendungszeitpunkt vor dem 1. Februar 2015 liegt. Der Standard ist bisher noch nicht von der EU in Europäisches Recht übernommen worden (endorsed). Die Anwendung des neuen Standards wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

Im Mai 2014 veröffentlichte das IASB den neuen Standard IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden". Der Standard sieht ein neues, fünfstufiges Modell vor, das auf die Bilanzierung von Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden anzuwenden ist. Gemäß IFRS 15 werden Umsatzerlöse in der Höhe erfasst, in der für die übernommenen Leistungsverpflichtungen, also die Übertragung von Waren bzw. die Erbringung von Dienstleistungen, Gegenleistungen erwartet werden. Die Grundsätze des IFRS 15 geben einen systematischen Ansatz für die Bewertung und Erfassung von Umsatzerlösen vor. Der neue Standard ist für alle Unternehmen anzuwenden und wird alle bisherigen Regelungen zur Umsatzrealisierung gemäß IFRS ersetzen. Im September 2015 hat das IASB den Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 15 von Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen, auf Berichtsperioden, die am oder den 1. Januar 2018 beginnen, verschoben. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Der Standard ist bisher noch nicht von der EU in Europäisches Recht übernommen worden (endorsed). Die Anwendung des neuen Standards wird voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

Im Mai 2014 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 16 "Sachanlagen" und IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte". Die Vorschriften in IAS 16 wurden geändert, um klarzustellen, dass eine Abschreibung, die auf Erlösen basiert, die aus einer Tätigkeit entstehen, die die Verwendung eines Vermögenswerts beinhaltet, nicht sachgerecht ist. Das liegt daran, dass Erlöse die Erzeugung erwarteten wirtschaftlichen Nutzens und nicht dessen Verbrauch darstellen. Die Vorschriften in IAS 38 wurden geändert, um eine widerlegbare Annahme aufzunehmen, dass eine erlösbasierte Abschreibungsmethode aus denselben Gründen wie in IAS 16 nicht sachgerecht ist. Der IASB merkt jedoch an, dass es begrenzte, definierte Umstände geben kann, unter denen diese Annahme widerlegt werden kann. Die Änderungen treten für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Änderungen wurden im Dezember 2015 von der EU in Europäisches Recht übernommen. Die Änderungen werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben, da EPCOS derzeit keine umsatzbasierten Abschreibungsmethoden verwendet.

Im Mai 2014 veröffentlichte das IASB Änderungen an IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen". Gemäß der Änderung an IFRS 11 hat der Erwerber von Anteilen an einer gemeinsamen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb darstellen wie in IFRS 3 definiert, alle Prinzipien in Bezug auf die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen aus IFRS 3 und anderen IFRS anzuwenden, solange diese nicht im Widerspruch zu den Leitlinien in IFRS 11 stehen. Die Änderungen stellen unter anderem klar, dass bisher gehaltene Anteile an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit beim Erwerb von zusätzlichen Anteilen an der gleichen Geschäftstätigkeit nicht neu zu bewerten sind, wenn die gemeinsame Kontrolle beibehalten wird. Die Änderungen treten für Berichtsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Eine frühere Anwendung ist gestattet, wobei entsprechende Angaben erforderlich sind. Die Änderungen wurden im November 2015 von der EU in Europäisches Recht übernommen. Die Änderungen werden voraussichtlich keinen Einfluss auf den Konzernabschluss haben.

Im August 2014 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 27 "Einzelabschlüsse". Mit den Änderungen wird Unternehmen gestattet, Anteile an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen im separaten Abschluss unter Anwendung der Equity-Methode zu bilanzieren. Folgeänderungen aus der Änderung von IAS 27 haben sich an IAS 28 zur Vermeidung eines potentiellen Konflikts mit IFRS 10 "Konzernabschlüsse" und an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" ergeben. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2016 anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die Änderungen wurden im Dezember 2015 von der EU in Europäisches Recht übernommen. Die Änderungen werden keinen Einfluss auf den Konzernabschluss haben.

Im September 2014 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" sowie IFRS 10 "Konzernabschlüsse". Die Vorschrift des IAS 28 im Hinblick auf Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen einem Unternehmen und seinem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen wurde so geändert, dass sie sich nur auf Vermögenswerte bezieht, die keinen Geschäftsbetrieb darstellen. Gewinne oder Verluste aus solchen Transaktionen im Zusammenhang mit Vermögenswerten, die einen Geschäftsbetrieb darstellen, sind vollständig im Abschluss des Investors zu erfassen. In IFRS 10 wurde eine Ausnahme von der allgemeinen vollständigen Erfolgserfassungsvorschrift für den Verlust der Kontrolle über ein Tochterunternehmen, das keinen Geschäftsbetrieb beinhaltet, aufgenommen, wenn der Verlust aufgrund einer Transaktion mit einem assoziierten Unternehmen oder einem Gemeinschaftsunternehmen eintritt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Im Dezember 2015 wurden weitere Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 veröffentlicht. Mit den Änderungen wird der Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderungen vom September 2014 so lange auf unbestimmte Zeit verschoben, bis das Forschungsprojekt zur Bilanzierung nach der Equity-Methode abgeschlossen ist. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen vom September 2014 ist weiterhin gestattet. Die Änderungen sind bisher noch nicht von der EU in Europäisches Recht übernommen worden (endorsed). Die Änderungen werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

Im September 2014 veröffentlichte das IASB im Rahmen des jährlichen "Improvement"-Projekts einen weiteren Sammelstandard "Improvements to IFRSs". Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, anzuwenden. Die Änderungen wurden im Dezember 2015 von der EU in Europäisches Recht übernommen. Die Änderungen werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

Im Dezember 2014 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses". Mit den Änderungen sollen Ausweis- und Angabevorschriften verbessert und vereinfacht werden. Mit den Änderungen wird bspw. klargestellt, dass Informationen nicht durch Aggregierung verschleiert werden sollten, dass Wesentlichkeitserwägungen auf alle Bestandteile des Abschlusses anzuwenden sind und dass selbst dann die Wesentlichkeit zu berücksichtigen ist, wenn in einem Standard eine gewisse Angabe vorgeschrieben wird. Zudem wurden weitere Klarstellungen zur Darstellung der Vermögenslage oder des Gesamtergebnisses und zur Reihenfolge von Angaben aufgenommen. Die Änderungen treten für Berichtperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Änderungen wurden im Dezember 2015 von der EU in Europäisches Recht übernommen. Die Anwendung dieser Änderung wird keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

Im Dezember 2014 veröffentlichte das IASB Änderungen an IFRS 10 "Konzernabschlüsse", IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen" und IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen". Mit den Änderungen wird bestätigt, dass ein Unternehmen die Konsolidierungsausnahme auch dann anwenden kann, wenn sein Mutterunternehmen seine Tochtergesellschaften zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 10 bilanziert. Ein Tochterunternehmen, das Dienstleistungen erbringt, die sich auf die Anlagetätigkeit des Mutterunternehmens beziehen, ist nicht zu konsolidieren, wenn das Tochterunternehmen selbst eine Investmentgesellschaft ist. Bei der Anwendung der Equity-Methode auf ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen, das eine Investmentgesellschaft ist, kann ein Investor, der keine Investmentgesellschaft ist, die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert beibehalten, die das Beteiligungsunternehmen auf seine Beteiligungen an Tochterunternehmen anwendet. Eine Investmentgesellschaft, die alle ihre Tochterunternehmen zum beizulegenden Zeitwert bewertet, hat die Angaben in Bezug auf Investmentgesellschaften zu leisten, die nach IFRS 12 vorgeschrieben sind. Die Änderungen treten für Berichtperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Änderungen sind bisher noch nicht von der EU in Europäisches Recht übernommen worden (endorsed). Die Anwendung dieser Änderung wird keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

Das IASB hat weitere Standards und Interpretationen veröffentlicht, die zwischenzeitlich von der EU in Europäisches Recht übernommen worden (endorsed) sind und auch solche, die noch nicht übernommen wurden. Diese haben keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss von EPCOS.

6.8 Übertragung der europäischen Vertriebsaktivitäten an die TDK Europe GmbH

Im Geschäftsjahr 2015 hat EPCOS seine europäischen Vertriebsaktivitäten vollständig an die TDK Europe GmbH, München, übertragen, um die beiden europäischen Vertriebskanäle für EPCOS und TDK Produkte unter dem Dach des TDK Konzerns zusammenzuführen.

In diesem Zusammenhang sind die nachfolgend dargestellten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Oktober 2014 abgegangen.

Übertragene Vermögenswerte und Schulden

zum 1. Oktober 2014 (in Tausend EUR)

Sachanlagen (547)
Immaterielle Vermögenswerte (127)
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (826)
Aktive latente Ertragsteuern (1.149)
Übrige langfristige Vermögenswerte (488)
Langfristiges Vermögen gesamt (3.137)
Vorräte (19.695)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (489)
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (315)
Ertragsteuerforderungen (5)
Übrige kurzfristige Vermögenswerte (1.139)
Kurzfristiges Vermögen gesamt (21.643)
Summe der Vermögenswerte (24.780)
Sonstige Eigenkapitalbestandteile (Pensionen und ähnliche Verpflichtungen) 94
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 12.640
Sonstige langfristige Rückstellungen 251
Übrige langfristige Schulden 317
Passive latente Ertragsteuern 2
Langfristige Schulden und Rückstellungen 13.210
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 503
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 506
Kurzfristige Finanzschulden (3.360)
Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden 19
Übrige kurzfristige Schulden 4.800
Ertragsteuerschulden 27
Kurzfristige Schulden und Rückstellungen 2.495
Summe der Schulden 15.799
Übertragenes Nettovermögen (8.981)
Erhaltene Gegenleistung 94.955
Gewinn aus der Übertragung der Vertriebsaktivitäten 85.974

Zahlungsmittelzufluss

zum 1. Oktober 2014 (in Tausend EUR)

Erhaltene Gegenleistung 94.955
Übertragene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (489)
Netto-Zahlungsmittelzufluss aus der Übertragung der europäischen Vertriebsaktivitäten 94.466

Der Netto-Zahlungsmittelzufluss ist in der Position "Einzahlung aus der Veräußerung von Geschäftseinheiten" in der Konzern-Kapitalflussrechnung enthalten.

Der Gewinn aus der Übertragung der europäischen Vertriebsaktivitäten in Höhe von 86,0 Millionen EUR wurde in den sonstigen Erträgen erfasst.

6.9 Beziehungen mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Die Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen beliefen sich für die am 31. März 2016 bzw. 2015 endenden Geschäftsjahre auf:

Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Umsatzerlöse    
TDK Konzern 856.148 437.703
Andere Gesellschaften 3.708 10.068
  859.856 447.771
Bezüge von Vorräten und Leistungen    
TDK Konzern (312.417) (271.523)
Andere Gesellschaften (682) (1.675)
  (313.099) (273.198)

Der starke Anstieg der Umsatzerlöse mit TDK-Konzern-Gesellschaften resultiert im Wesentlichen aus der unter 6.8 beschriebenen Übertragung der europäischen Vertriebsaktivitäten an die TDK Europe GmbH.

Die Umsatzerlöse mit anderen nahe stehenden Unternehmen der Geschäftsjahre 2016 und 2015 entfallen auf die Anhui Feida Industry Stock Co., Ltd., Ningguo City, China.

Transaktionen mit nahe stehenden Unternehmen wurden zu marktüblichen Konditionen durchgeführt.

Die in den Konzernbilanzen ausgewiesenen sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bzw. Finanzierungstätigkeit gegen bzw. gegenüber nahe stehenden Unternehmen beliefen sich zum 31. März 2016 bzw. 2015 auf:

Forderungen und Verbindlichkeiten gegen bzw. gegenüber nahe stehenden Unternehmen

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
TDK Konzern    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/ sonstige Forderungen 160.280 160.446
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen/ sonstige Verbindlichkeiten (56.921) (89.626)
Verbindlichkeiten aus kurzfristiger Finanzierung (376.964) (286.730)
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (200.000) (200.000)
Andere Gesellschaften    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/ sonstige Forderungen - 3.171
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen/ sonstige Verbindlichkeiten (49) (244)
Dividendenverbindlichkeiten gegenüber Minderheitsgesellschaftern - (1.801)

Bezüglich der Angaben zu Vergütungen für Mitglieder des Managements bzw. Personen in Schlüsselpositionen verweisen wir auf die Ausführungen im Vergütungsbericht im Abschnitt 6.1.5.

6.10 Zinserträge und Zinsaufwendungen

Die Zinserträge und Zinsaufwendungen stellen sich wie folgt dar:

Zinserträge und Zinsaufwendungen

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Zinserträge 4.518 4.072
Zinsaufwendungen (24.428) (28.839)

In dem zum 31. März 2016 bzw. 2015 endenden Geschäftsjahr ist kein Zinsergebnis enthalten, das auf zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Schulden entfällt.

6.11 Übrige finanzielle Erträge und Aufwendungen

Insbesondere Ergebnisse aus Sicherungsgeschäften, die nicht in direktem Zusammenhang mit der operativen Tätigkeit der Gesellschaft stehen, werden unter diesem Posten ausgewiesen.

6.12 Sonstige Aufwendungen und Erträge einschließlich Wechselkursgewinne und -verluste

Die sonstigen Aufwendungen der Geschäftsjahre 2016 bzw. 2015 betragen 26,8 Millionen EUR bzw. 35,0 Millionen EUR. Die sonstigen Erträge der entsprechenden Geschäftsjahre belaufen sich auf 7,4 Millionen EUR bzw. 108,9 Millionen EUR.

In den sonstigen Aufwendungen des Geschäftsjahres 2016 sind im Wesentlichen Kosten für strategische Projekte und geplante Kapazitätsreduzierungen bei Konzerngesellschaften ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2015 wurden in den sonstigen Aufwendungen hauptsächlich Kosten für geplante Kapazitätsreduzierungen erfasst.

Die sonstigen Erträge des Geschäftsjahres 2016 bzw. 2015 enthalten Forschungsprämien in Österreich in Höhe von 1,8 Millionen EUR bzw. 3,5 Millionen EUR. Die sonstigen Erträge des Vorjahres beinhalten einen Gewinn in Höhe von 86,0 Millionen EUR aus der Übertragung der europäischen Vertriebsaktivitäten an die TDK Europe GmbH (vgl. Abschnitt 6.8).

Das Wechselkursergebnis beläuft sich für die Geschäftsjahre 2016 bzw. 2015 auf minus 2,1 Millionen EUR bzw. 13,9 Millionen EUR.

6.13 Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte

6.13.1 Anlagespiegel

Der Anlagespiegel zeigt die Entwicklung der Sachanlagen und Immateriellen Vermögenswerte sowie der Finanzanlagen:

Anschaffungs- und Herstellungskosten

zum 31. März (in Tausend EUR)

2014 Zugänge Umbuchungen Abgänge Klassifizierung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte Währungsanpassung 2015
Goodwill 33.697 - - - (3.570) 1.287 31.414
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 89.446 5.140 - (18.241) (2.943) 2.884 76.286
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 9.037 - - - - - 9.037
Immaterielle Vermögenswerte 132.180 5.140 - (18.241) (6.513) 4.171 116.737
Grundstücke 9.115 305 1.628 (426) - 213 10.835
Gebäude 207.443 5.746 182 (8.660) - 12.273 216.984
Technische Anlagen, Maschinen und sonstige Anlagen 2.132.466 165.785 (4.501) (98.756) (15.665) 54.348 2.233.677
Anlagen im Bau 11.972 49.725 2.691 (1.957) - 4.400 66.831
Sachanlagen 2.360.996 221.561 - (109.799) (15.665) 71.234 2.528.327
Assoziierte Unternehmen - - - - - - -
Anteile an verbundenen Unternehmen 849 - - (61) - - 788
Sonstige Finanzanlagen 11.255 1.682 - (1.678)     11.259
Finanzanlagen 12.104 1.682 - (1.739) - - 12.047

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen

zum 31. März (in Tausend EUR)

2014 Zugänge Wertaufholungen Abgänge Klassifizierung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte Währungsanpassung 2015
Goodwill 18.839 3.504 - - (3.570) 85 18.858
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 61.013 9.425 - (14.400) (2.762) 635 53.911
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 7.830 280 - - - - 8.110
Immaterielle Vermögenswerte 87.682 13.209 - (14.400) (6.332) 720 80.879
Grundstücke 381 - - - - - 381
Gebäude 69.036 7.495 - (3.438) - 1.472 74.565
Technische Anlagen, Maschinen und sonstige Anlagen 1.526.157 107.403 (116) (73.251) (14.673) 18.995 1.564.515
Anlagen im Bau 1.740 138 - - - - 1.878
Sachanlagen 1.597.314 115.036 (116) (76.689) (14.673) 20.467 1.641.339
Assoziierte Unternehmen - - - - - - -
Anteile an verbundenen Unternehmen - - - - - - -
Sonstige Finanzanlagen - - - - - - -
Finanzanlagen - - - - - - -

Buchwert, netto

zum 31. März (in Tausend EUR)

2015 2014
Goodwill 12.556 14.858
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 22.375 28.433
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 927 1.207
Immaterielle Vermögenswerte 35.858 44.498
Grundstücke 10.454 8.734
Gebäude 142.419 138.407
Technische Anlagen, Maschinen und sonstige Anlagen 669.162 606.309
Anlagen im Bau 64.953 10.232
Sachanlagen 886.988 763.682
Assoziierte Unternehmen - -
Anteile an verbundenen Unternehmen 788 849
Sonstige Finanzanlagen 11.259 11.255
Finanzanlagen 12.047 12.104

Anschaffungs- und Herstellungskosten

zum 31. März (in Tausend EUR)

2015 Zugänge Umbuchungen Abgänge Währungsanpassung 2016
Goodwill 31.414 - - - (362) 31.052
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 76.286 6.1 60 - (6.702) (942) 74.802
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 9.037 - - - - 9.037
Immaterielle Vermögenswerte 116.737 6.160 - (6.702) (1.304) 114.891
Grundstücke 10.835 155 - - (122) 10.868
Gebäude 216.984 41.681 1.538 (5.338) (5.376) 249.489
Technische Anlagen, Maschinen und sonstige Anlagen 2.233.677 346.993 5.851 (79.866) (34.1 80) 2.472.475
Anlagen im Bau 66.831 48.429 (5.723) (495) (3.319) 105.723
Sachanlagen 2.528.327 437.258 1.666 (85.699) (42.997) 2.838.555
Anteile an verbundenen Unternehmen 788 - - - - 788
Sonstige Finanzanlagen 11.259 1.797 - (4.450) - 8.606
Finanzanlagen 12.047 1.797 - (4.450) - 9.394

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen

zum 31. März (in Tausend EUR)

2015 Zugänge Abgänge Währungsanpassung 2016
Goodwill 18.858 - - (199) 18.659
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 53.911 6.259 (4.552) (273) 55.345
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 8.110 280 - - 8.390
Immaterielle Vermögenswerte 80.879 6.539 (4.552) (472) 82.394
Grundstücke 381 - - - 381
Gebäude 74.565 7.914 (1.371) (752) 80.356
Technische Anlagen, Maschinen und sonstige Anlagen 1.564.515 125.477 (63.541) (13.076) 1.613.375
Anlagen im Bau 1.878 405 - - 2.283
Sachanlagen 1.641.339 133.796 (64.912) (13.828) 1.696.395
Assoziierte Unternehmen - - - - -
Anteile an verbundenen Unternehmen - - - - -
Sonstige Finanzanlagen - - - - -
Finanzanlagen - - - - -

Buchwert, netto

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Goodwill 12.393 12.556
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 19.457 22.375
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 647 927
Immaterielle Vermögenswerte 32.497 35.858
Grundstücke 10.487 10.454
Gebäude 169.133 142.419
Technische Anlagen, Maschinen und sonstige Anlagen 859.100 669.162
Anlagen im Bau 103.440 64.953
Sachanlagen 1.142.160 886.988
Anteile an verbundenen Unternehmen 788 788
Sonstige Finanzanlagen 8.606 11.259
Finanzanlagen 9.394 12.047

Bei den unter den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen Wertpapieren handelt es sich vorwiegend um Fondsanteile, die als Available-for-Sale-Securities gemäß IAS 39 definiert werden. Die Fondsanteile haben kein festgelegtes Laufzeitende.

Zum 31. März 2016 sind Sachanlagen in Höhe von 15,4 Millionen EUR als Sicherheiten verpfändet worden (Vorjahr: 16,0 Millionen EUR).

6.13.2 Sachanlagen

Abschreibungen auf Sachanlagen

Für die am 31. März 2016 und 2015 endenden Geschäftsjahre beliefen sich die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen auf 130,1 Millionen EUR und 113,7 Millionen EUR. Liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass die Buchwerte wertgemindert sein könnten, so wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Maßgeblich ist der erzielbare Betrag, der dem höheren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert entspricht. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert des erwarteten Cashflows der jeweiligen Cash Generating Units, die bei EPCOS den Geschäftsbereichen entsprechen. Sofern der erzielbare Betrag niedriger als der Buchwert ist, wird eine Wertberichtigung der Sachanlage durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2016 bzw. 2015 sind unter den Abschreibungen Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 3,7 Millionen EUR bzw. 1,3 Millionen EUR enthalten, die auf geplante Kapazitätsreduzierungen bei Konzerngesellschaften entfallen. Die Wertminderungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Sonstige Aufwendungen und Erträge" erfasst und entfallen im Geschäftsjahr 2016 mit 3,1 Millionen EUR bzw. im Geschäftsjahr 2015 mit 1,2 Millionen EUR auf technische Anlagen, Maschinen und sonstige Anlagen. In den Geschäftsjahren 2016 bzw. 2015 wurden zudem Wertminderungen von 0,4 Millionen EUR bzw. 0,1 Millionen EUR auf Anlagen im Bau vorgenommen. Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr 2016 Wertminderungen in Höhe von 0,2 Millionen EUR auf Gebäude erfasst (Vorjahr: 0 Millionen EUR).

Wertaufholung auf Sachanlagen

Ergäbe sich für eine Sachanlage nach vorgenommener Wertminderung ein höherer erzielbarer Betrag, erfolgte eine Wertaufholung bis maximal auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Im Geschäftsjahr 2016 erfolgten keine Wertaufholungen. Für das am 31. März 2015 endende Geschäftsjahr wurde eine Wertaufholung in Höhe von 0,1 Millionen EUR auf technische Anlagen, Maschinen und sonstige Anlagen vorgenommen. Diese ist in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Sonstige Aufwendungen und Erträge" erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Kumulierte Zuwendungen der öffentlichen Hand betragen in den zum 31. März 2016 und 2015 endenden Geschäftsjahren 1,8 Millionen EUR und 9,1 Millionen EUR. Sie mindern die historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, da sie einzelnen Vermögenswerten zugeordnet werden können bzw. für diese Vermögenswerte gewährt worden sind. Die Zuwendungen der öffentlichen Hand betreffen im Wesentlichen staatliche Investitionszuschüsse für technische Anlagen, Maschinen und andere Anlagen. Die Gewährung der Zuwendungen der öffentlichen Hand ist an weitere Kriterien, wie z.B. die Schaffung einer bestimmten Anzahl an Arbeitsplätzen, gebunden.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten vom Zeitpunkt der Anschaffung bzw. Herstellung bis zum Zeitpunkt der Nutzung entstehen, werden aktiviert. Diese Aktivierung erhöht die Bemessungsgrundlage für die laufende nutzungsbedingte Abschreibung des qualifizierten Vermögenswertes entsprechend. Bei spezifischer Fremdfinanzierung finden die spezifischen Fremdkapitalkosten Berücksichtigung. Bei nicht spezifischer Finanzierung wurde ein konzerneinheitlicher Fremdfinanzierungskostensatz von 1,91 Prozent (Vorjahr: 2,33 Prozent) zugrunde gelegt. In den zum 31. März 2016 bzw. 2015 endenden Geschäftsjahren wurden Fremdkapitalkosten in unwesentlicher Höhe aktiviert.

6.13.3 Goodwill

Nach den Regelungen des IAS 36 werden Geschäfts- oder Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich, oder wenn Indikatoren auf eine Wertminderung hinweisen, auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft.

Die Gesellschaft verwendet Bewertungsmethoden, die auf diskontierten Zahlungsströmen (Cashflows) basieren. Die Cashflow-Prognosen und sonstige bewertungsrelevante Annahmen berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und basieren auf den besten vom Management vorgenommenen Einschätzungen über die zukünftigen Entwicklungen. Dieser Wertminderungstest erfolgt auf Ebene der Cash Generating Units, die den Geschäftsbereichen von EPCOS entsprechen. Die Basis des im vierten Quartal des Geschäftsjahres durchgeführten Wertminderungstests ist die Planung für den jeweiligen Geschäftsbereich. Die Abzinsung erfolgt zum gewogenen durchschnittlichen Kapitalkostensatz nach Steuern (WACC) von 7,8 bis 9,3 Prozent (Vorjahr: 7,7 bis 8,6 Prozent) unter Zugrundelegung einer Wachstumsrate von 1,0 Prozent (Vorjahr: 1,0 Prozent). Eine Wertminderung läge dann vor, wenn der erzielbare Betrag als der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert kleiner als der Buchwert des Geschäftsbereichs wäre.

Im Vorjahr wurden Wertminderungen, die auf eine Veräußerungsgruppe entfallen und der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet war, in Höhe von 3,5 Millionen EUR gebildet (vgl. Abschnitt 6.19). Die Wertminderungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Sonstige Aufwendungen und Erträge" erfasst.

Die Gesellschaft ist darüber hinaus im Rahmen des durchgeführten Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte zu dem Ergebnis gekommen, dass für den vorliegenden Abschluss die Erfassung eines weiteren Wertminderungsaufwands nicht notwendig war. Die Nutzungswerte aller Cash Generating Units übersteigen jeweils ihre Buchwerte. Auch nach Durchführung einer Sensitivitätsanalyse durch Verringerung der Wachstumsrate und Erhöhung des WACCs um jeweils 25 Basispunkte (Vorjahr: 25 Basispunkte) würde sich kein Wertminderungsbedarf ergeben.

6.13.4 Sonstige erworbene immaterielle Vermögenswerte

In den Konzernabschlüssen zum 31. März 2016 und 2015 sind folgende Kategorien sonstiger erworbener immaterieller Vermögenswerte enthalten:

Sonstige erworbene immaterielle Vermögenswerte (endliche Lebensdauer)

zum 31. März (in Tausend EUR)

31. März 2016 31. März 2015
Brutto Netto Brutto Netto
Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte 61.761 13.150 56.293 12.727
Kundenstamm 1.251 0 1.251 -
Sonstige 11.790 6.307 18.742 9.648
Summe Immaterielle Vermögenswerte 74.802 19.457 76.286 22.375

Abschreibungen auf sonstige erworbene immaterielle Vermögenswerte

Die planmäßigen Abschreibungen auf erworbene immaterielle Vermögenswerte (endliche Lebensdauer) für die am 31. März 2016 bzw. 2015 endenden Geschäftsjahre beliefen sich auf insgesamt 6,2 Millionen EUR bzw. 6,7 Millionen EUR und wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Wesentlichen mit einem Betrag von 4,9 Millionen EUR bzw. 5,6 Millionen EUR unter dem Posten Umsatzkosten und mit einem Betrag von 1,1 Millionen EUR bzw. 0,9 Millionen EUR unter dem Posten Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst. Liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass die Buchwerte wertgemindert sein könnten, so wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Maßgeblich ist der erzielbare Betrag, der dem höheren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert entspricht. Sofern der erzielbare Betrag niedriger als der Buchwert ist, wird eine Wertberichtigung durchgeführt. EPCOS ist zu dem Ergebnis gekommen, dass im Geschäftsjahr 2016 keine Wertminderungen notwendig waren. Im Vorjahr wurden Wertminderungen in Höhe von 2,7 Millionen EUR erfasst, die auf geplante Kapazitätsreduzierungen bei Konzerngesellschaften entfallen. Die Wertminderungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Sonstige Aufwendungen und Erträge" erfasst.

Nach Ablauf der planmäßigen Nutzungsdauer werden Restwerte für diese immateriellen Vermögenswerte zudem nicht erwartet. Patente werden gemäß ihrer Patenturkunde bzw. wie der Kundenstamm über maximal zehn Jahre und Lizenzen laut Vertrag abgeschrieben. Veränderungen dieser Nutzungsdauern waren nicht vorzunehmen. Mit Ausnahme des Goodwills sind im Konzernabschluss keine immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer ausgewiesen.

6.13.5 Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte

In den Konzernabschlüssen zum 31. März 2016 und 2015 sind folgende selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte enthalten:

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte (endliche Lebensdauer)

zum 31. März (in Tausend EUR)

31. März 2016 31. März 2015
Brutto Netto Brutto Netto
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 9.037 647 9.037 927

Abschreibungen auf selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte

Für die am 31. März 2016 bzw. 2015 endenden Geschäftsjahre beliefen sich die planmäßigen Abschreibungen auf selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte auf 0,3 Millionen EUR bzw. 0,3 Millionen EUR, die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Umsatzkosten erfasst wurden.

EPCOS überprüft selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte mindestens einmal jährlich auf Hinweise auf mögliche Wertminderungen. Noch nicht nutzungsbereite selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden mindestens einmal im Jahr auf eine Wertminderung überprüft, indem der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag verglichen wird. Dabei verwendet die Gesellschaft Bewertungsmethoden, die auf diskontierten Zahlungsströmen (Cashflows) basieren. Die Cashflow-Prognosen berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und basieren auf den besten vom Management vorgenommenen Einschätzungen über die zukünftigen Entwicklungen. Diese Prämissen können einen erheblichen Einfluss haben. Dieser Wertminderungstest erfolgt auf Ebene der einzelnen Projekte, wobei zugehörige Sachanlagen mit einbezogen werden. Basis sind die künftigen korrespondierenden Zahlungsströme der diesen Projekten zurechenbaren Vermögenswerte. Der Zeitraum der künftigen Zahlungsströme wird durch die Lebensdauer der Vermögenswerte bestimmt. Eine Wertminderung läge dann vor, wenn der Nutzungswert kleiner als der Buchwert des Geschäftsbereichs wäre.

EPCOS ist zu dem Ergebnis gekommen, dass in den Geschäftsjahren 2016 und 2015 keine Wertminderungen notwendig waren.

6.14 Vorräte, netto

Vorräte, netto

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 115.602 105.393
Unfertige Erzeugnisse 74.207 72.300
Fertige Erzeugnisse 152.775 115.988
Vorräte gesamt, netto 342.584 293.681

Die Vorräte zum 31. März 2016 bzw. 2015 sind netto ausgewiesen unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen in Höhe von 33,7 Millionen EUR bzw. 34,6 Millionen EUR. Zum 31. März 2016 und 2015 befinden sich von den oben ausgewiesenen Vorräten 55,4 Millionen EUR bzw. 31,6 Millionen EUR in Kundenkonsignationslagern.

In den Vorräten zum 31. März 2016 bzw. 2015 sind aufgrund von Preis-, Mengen- und Technikrisiken wertgeminderte Vorräte in Höhe von 147,3 Millionen EUR bzw. 113,0 Millionen EUR zu Nettoveräußerungswerten ausgewiesen.

Zum 31. März 2016 und 2015 sind keine Vorräte als Sicherheiten verpfändet worden.

Der Materialaufwand in den zum 31. März 2016 bzw. 2015 endenden Geschäftsjahren belief sich auf 872,9 Millionen EUR bzw. 840,8 Millionen EUR.

Folgende Entwicklung ergab sich bei den Wertminderungen für Vorräte für die am 31. März 2016 und 2015 abgeschlossenen Geschäftsjahre:

Wertminderung Vorräte

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Wertminderung, Beginn des Geschäftsjahres 34.567 47.521
Erhöhung Wertminderung 14.203 20.367
Verbrauch und sonstiges (13.323) (36.713)
Währungsanpassung (1.783) 3.392
Wertminderung, Ende des Geschäftsjahres 33.664 34.567

6.15 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden nach Abzug von Wertberichtigungen für Ausfallrisiken von Forderungen ausgewiesen. Zum 31. März 2016 und 2015 sind keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Sicherheit an Dritte verpfändet worden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in voller Höhe kurzfristig.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen für die am 31. März 2016 und 2015 endenden Geschäftsjahre:

Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Wertberichtigung für Ausfallrisiken von Forderungen, Beginn des Geschäftsjahres 7.910 3.069
Veränderung, netto, zur Wertberichtigung 755 4.437
Verbrauch der Wertberichtigung durch Forderungsausbuchung und sonstiges (4.648) -
Währungsanpassung (376) 404
Wertberichtigung für Ausfallrisiken von Forderungen, Ende des Geschäftsjahres 3.641 7.910

Bei der EPCOS (Anhui) Feida Electronics Co., Ltd., Ningguo City, China, war eine Wertberichtigung auf Forderungen in Höhe von 4,6 Millionen EUR enthalten, die durch den Verkauf der Gesellschaft ausgebucht wurde (vgl. Abschnitt 6.19).

Sämtliche zweifelhafte Forderungen wurden individuell wertberichtigt.

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto, für die am 31. März 2016 und 2015 endenden Geschäftsjahre setzt sich wie folgt zusammen:

Altersstruktur Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Noch nicht fällig 426.917 468.356
Weniger als 30 Tage fällig 15.348 31.565
Seit 30 bis 90 Tage fällig 3.473 5.282
Mehr als 90 Tage fällig 2.418 3.181
Gesamt 448.156 508.384

In den zum 31. März 2016 bzw. 2015 endenden Geschäftsjahren wurden keine Forderungen verkauft.

6.16 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind zum 31. März 2016 und 2015 in nur unwesentlicher Höhe verfügungsbeschränkt.

6.17 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten zum 31. März 2016 bzw. 2015 Forderungen gegenüber Lieferanten in Höhe von 1,7 Millionen EUR bzw. 1,4 Millionen EUR sowie positive Marktwerte aus Derivaten in Höhe von 8,5 Millionen EUR bzw. 9,5 Millionen EUR. Zum 31. März 2016 bzw. 2015 sind des Weiteren Forderungen aus vertraglich vereinbarten Zuschüssen in Höhe von 1,1 Millionen EUR bzw. 3,0 Millionen EUR aktiviert. Im Vorjahr enthalten die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte darüber hinaus ein Anspardarlehen für den Erwerb einer Halle in Deutschlandsberg, Österreich, in Höhe von 11,5 Millionen EUR.

6.18 Übrige kurz-/ langfristige Vermögenswerte

Die übrigen kurzfristigen Vermögenswerte beinhalten zum 31. März 2016 bzw. 2015 im Wesentlichen Steuerforderungen in Höhe von 41,0 Millionen EUR bzw. 41,3 Millionen EUR sowie aktive Rechnungs-abgrenzungsposten in Höhe von 3,7 Millionen EUR bzw. 3,7 Millionen EUR. Des Weiteren beinhalten die übrigen kurzfristigen Vermögenswerte Forderungen gegenüber der öffentlichen Hand in Höhe von 6,4 Millionen EUR bzw. 4,3 Millionen EUR. Zum 31. März 2015 wurden erworbene Maschinen in Höhe von 25,7 Millionen EUR innerhalb der übrigen kurzfristigen Vermögenswerte gezeigt, die zum zeitnahen Weiterverkauf an einen Leasinggeber bestimmt waren und anschließend über eine Operating-Leasing-Vereinbarung zurück geleast wurden (vgl. Abschnitt 6.27 a).

Die übrigen langfristigen Vermögenswerte umfassen zum 31. März 2016 bzw. 2015 Anzahlungen auf Sachanlagen in Höhe von 47,5 Millionen EUR bzw. 14,8 Millionen EUR. Darüber hinaus beinhalten die übrigen langfristigen Vermögenswerte zum 31. März 2016 bzw. 2015 Forderungen gegenüber der öffentlichen Hand in Höhe von 14,5 Millionen EUR bzw. 13,5 Millionen EUR.

6.19 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Im Vorjahr hat EPCOS den Beschluss gefasst, das AC-Geschäft in Ningguo, China, zu veräußern. Dabei war vorgesehen, immaterielle Vermögenswerte (z.B. Patente, Kundenstamm), Sachanlagen (außer Land und Gebäude) sowie Vorräte zu verkaufen und Mitarbeiter zu übertragen. Im Geschäftsjahr 2015 wurden die Verhandlungen über den Verkauf des AC-Geschäfts mit einem Interessenten intensiviert und im März 2015 waren die Kriterien erfüllt, um die Vermögenswerte als "zur Veräußerung gehalten" zu klassifizieren. Die Vermögenswerte wurden zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Das Management ging davon aus, dass der Verkauf innerhalb eines Jahres abgeschlossen wird.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Hauptklassen der Vermögenswerte, die zum 31. März 2015 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, dargestellt:

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

zum 31. März 2015 (in Tausend EUR)

2015
Immaterielle Vermögenswerte 181
Sachanlagen 992
Vorräte 2.305
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 42
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 3.520

Zum 28. Oktober 2016 wurden die Anteile in Höhe von 90 Prozent an EPCOS (Anhui) Feida Electronics Co., Ltd., Ningguo City, China, und das damit verbundene AC-Geschäft veräußert.

Zahlungsmittelzufluss

im Oktober 2015 (in Tausend EUR)

Erhaltene Gegenleistung 7.381
Übertragene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (21)
Netto-Zahlungsmittelzufluss 7.360

Der Netto-Zahlungsmittelzufluss ist in der Position "Einzahlung aus der Veräußerung von Tochterunternehmen abzüglich veräußerter Zahlungsmittel" in der Konzern-Kapitalflussrechnung enthalten.

Der Verlust aus dem Verkauf in Höhe von 1,5 Millionen EUR wurde in den sonstigen Aufwendungen erfasst.

6.20 Eigenkapital

(1) Grundkapital

Die Gesellschaft verfügt zum 31. März 2016 über ein voll eingezahltes Grundkapital von 66.682.270 EUR, eingeteilt in 66.682.270 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 EUR je Stück.

(2) Bedingtes Kapital

Die Gesellschaft verfügt zum 31. März 2016 bzw. 2015 über kein Bedingtes Kapital.

(3) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält im Wesentlichen Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien der EPCOS AG.

(4) Gewinnrücklage

Wesentlicher Bestandteil der Gewinnrücklagen sind die in vergangenen Geschäftsjahren erzielten und nicht ausgeschütteten Ergebnisse der EPCOS AG sowie Ergebnisse von Tochtergesellschaften, die während deren Konzernzugehörigkeit erwirtschaftet worden sind. Zusätzlich sind die Effekte aus der Umstellung von US-GAAP auf IFRS mit Stichtag zum 1. Oktober 2006 unter diesem Posten erfasst.

Gemäß Aktiengesetz ergibt sich grundsätzlich der an die Anteilseigner ausschüttungsfähige Betrag aus dem Bilanzgewinn der Gesellschaft gemäß dem Einzelabschluss nach dem Handelsgesetzbuch. Dieses Bilanzergebnis belief sich zum 31. März 2016 auf 11.491.966 EUR bzw. 2015 auf 33.664.571 EUR.

(5) Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Hält die EPCOS AG bei konsolidierten Tochtergesellschaften weniger als 100 Prozent der Anteile, so werden die entsprechenden Anteile nicht beherrschender Gesellschafter in der Konzernbilanz unter Berücksichtigung auf sie entfallender Periodenergebnisse gesondert ausgewiesen.

(6) Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement der EPCOS AG dient der Strategie eines ertragsorientierten Wachstums, um den Unternehmenswert des EPCOS Konzerns zu erhöhen. Grundlage dazu ist eine ausgewogene Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die EPCOS AG unterliegt dabei keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Wesentliche Ziele des Kapitalmanagements sind dabei die Sicherstellung einer nachhaltigen Unternehmensfortführung, die Wiedergewinnung einer ausgewogenen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und damit die Rückkehr zu einer risikoadäquaten Verzinsung der durch die Aktionäre eingelegten Mittel. Die Steuerung des Kapitals wird sowohl über einen zweckgerichteten Einsatz von Fremdkapital als auch über eine angemessene Dividendenpolitik vollzogen.

Wesentliche Kennzahlen, nach denen die Gesellschaft die Steuerung und Zuteilung der Ressourcen im EPCOS Konzern regelt, sind der Operating Profit, das Ergebnis vor Steuern nach Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Profit before tax after invested capital interest - PbT after ICI) sowie der Verschuldungsgrad.

Der Verschuldungsgrad ist definiert als das Verhältnis der Finanzschulden inklusive Pensionsverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Eigenkapital.

Der Verschuldungsgrad ergibt sich zum 31. März 2016 bzw. 2015 wie folgt:

Verschuldungsgrad

zum 31. März (in Millionen EUR bzw. in Prozent)

2016 2015
Kurzfristige Finanzschulden 413 353
Langfristige Finanzschulden 303 258
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 399 409
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (198) (172)
Eigenkapital 900 571
Verschuldungsgrad (in Prozent) 102 149

Das Ergebnis vor Steuern nach Verzinsung des eingesetzten Kapitals ergibt sich in den Geschäftsjahren wie folgt:

Ergebnis vor Steuern nach Verzinsung des eingesetzten Kapitals

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Millionen EUR)

2016 2015
Bruttoergebnis vom Umsatz 667 474
Vertriebskosten (188) (172)
Forschungs- und Entwicklungskosten (163) (120)
Allgemeine Verwaltungskosten (13) (10)
Operating Profit 303 172
Zinsen für Pensionen (7) (10)
Saldo sonstiger Erträge und Aufwendungen inklusive Wechselkurseffekt auf ausgewählte Bilanzpositionen (22) 89*
Kalkulatorische Zinsen auf eingesetztes Kapital (12) (43)
Ergebnis vor Steuern nach Verzinsung des eingesetzten Kapitals 262 208

* inklusive Gewinn aus der Übertragung der europäischen Vertriebsaktivitäten in Höhe von 86,0 Millionen EUR

Das eingesetzte Kapital setzt sich zusammen aus dem Nettoumlaufvermögen, dem Sachanlagevermögen ohne Grundstücke und Gebäude sowie den immateriellen Vermögenswerten ohne Goodwill abzüglich der Pensionsverbindlichkeiten.

Kalkulatorische Zinsen auf eingesetztes Kapital

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Millionen EUR)

2016 2015
Durchschnittlich eingesetztes Kapital des Geschäftsjahres 1.025 778
Interner Zinsaufwand auf durchschnittlich eingesetztes Kapital (2016: 1,5% p.a., 2015: 6% p.a.) 15 46
Interner Zinsertrag auf aufgelaufene Gewinnrücklagen (2016: 1,5% p.a., 2015: 6% p.a.) (3) (3)
Saldierte kalkulatorische Zinsen auf durchschnittlich eingesetztes Kapital 12 43

6.21 Vorgeschlagene Dividenden

Aufsichtsrat und Vorstand beabsichtigen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, den zum 31. März 2016 ausgewiesenen Bilanzgewinn der EPCOS AG in Höhe von 11.491.966 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

6.22 Sonstige Rückstellungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen sonstigen lang- und kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Sonstige Rückstellungen

(in Tausend EUR)

31. März 2015 Zuführungen Auf-/ Abzinsung Verbrauch Auflösung Sonstiges/ Währungsanpassung 31. März 2016
Personalbezogene Rückstellungen 22.196 8.718 62 (11.416) (4.140) (81) 15.339
Drohende Verluste aus Verkaufsverträgen 7.249 2.228 - (426) (1.228) (349) 7.474
Gewährleistungsrückstellungen 19.346 11.670 - (5.057) (6.286) (1.647) 18.026
Rückbauverpflichtung 6.625 1.537 27 - (27) (6) 8.156
Übrige Rückstellungen 6.663 4.516 - (5.935) (1.323) (199) 3.722
Sonstige Rückstellungen, gesamt 62.079 28.669 89 (22.834) (13.004) (2.282) 52.717

Die Fristigkeit der sonstigen Rückstellungen ergibt sich wie folgt:

Fristigkeit der sonstigen Rückstellungen

(in Tausend EUR)

31. März 2016 31. März 2015
Gesamt Fällig binnen eines Jahres Gesamt Fällig binnen eines Jahres
Personalbezogene Rückstellungen 15.339 7.006 22.196 14.213
Drohende Verluste aus Verkaufsverträgen 7.474 7.474 7.249 7.249
Gewährleistungsrückstellungen 18.026 18.026 19.346 19.346
Rückbauverpflichtung 8.156 - 6.625 -
Übrige Rückstellungen 3.722 2.825 6.663 5.791
Sonstige Rückstellungen, gesamt 52.717 35.331 62.079 46.599

Die zum 31. März 2016 bzw. 2015 passivierten personalbezogenen Rückstellungen beinhalten mit 3,3 Millionen EUR bzw. 7,8 Millionen EUR im Wesentlichen Rückstellungen für Altersteilzeit und Restrukturierung sowie mit 8,7 Millionen EUR bzw. 10,6 Millionen EUR Jubiläumsrückstellungen.

6.23 Lang- und kurzfristige Finanzschulden

6.23.1 Finanzierung

EPCOS verfügt am 31. März 2016 über eine Kreditlinie der TDK Europe S.A. mit Sitz in Luxemburg in Höhe von 620,0 Millionen EUR. Diese Linie war zum 31. März 2016 mit 505,0 Millionen EUR bzw. zum 31. März 2015 mit 415,0 Millionen EUR in Anspruch genommen.

Darüber hinaus hat EPCOS eine Reihe von weiteren Kreditlinien zum 31. März 2016 in Höhe von 178,3 Millionen EUR bzw. zum 31. März 2015 in Höhe von 186,2 Millionen EUR bei internationalen und nationalen Bankinstituten. Diese Kreditlinien wurden zum 31. März 2016 in Höhe von 65,9 Millionen EUR bzw. zum 31. März 2015 in Höhe von 86,9 Millionen EUR in Anspruch genommen.

6.23.2 Kurzfristige Finanzschulden

Die kurzfristigen Finanzschulden zum 31. März 2016 bzw. 31. März 2015 betrugen 412,9 Millionen EUR bzw. 352,7 Millionen EUR. In den zum 31. März 2016 bzw. zum 31. März 2015 ausgewiesenen kurzfristigen Finanzschulden sind Verbindlichkeiten gegenüber dem TDK Konzern in Höhe von 377,0 Millionen EUR bzw. 286,7 Millionen EUR enthalten. Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten im Berichtsjahr eine Finanzverbindlichkeit in Höhe von 71,3 Millionen EUR gegenüber dem TDK Konzern (Vorjahr: 71,1 Millionen EUR), die aus einer Dividendenzahlung für das zum 31. März 2011 endende Geschäftsjahr resultiert. Im Geschäftsjahr 2016 wurde vertraglich vereinbart, die Fälligkeit vom 31. Januar 2016 um ein weiteres Jahr auf den 31. Januar 2017 zu verlängern. Weiterhin bestehen die sonstigen kurzfristigen Kredite aus teilweise besicherten Bankkrediten. Die kurzfristigen Finanzschulden betreffen verschiedene Betriebsmittelkredite von Banken und TDK zu einem gewogenen durchschnittlichen Zinssatz von 0,39 Prozent im Geschäftsjahr 2016 sowie 1,08 Prozent im Geschäftsjahr 2015.

6.23.3 Langfristige Finanzschulden

Die langfristigen Finanzschulden stellen sich wie folgt dar:

Langfristige Finanzschulden

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Langfristige Finanzverbindlichkeiten gesamt 315.387 262.650
Abzüglich kurzfristig fällige Beträge 12.009 4.226
Langfristige Finanzverbindlichkeiten ohne kurzfristig fällige Beträge 303.378 258.424

Details zu Währungen, Zinssätzen, Fälligkeiten und Darlehensgebern zeigt die folgende Tabelle:

Langfristige Finanzschulden inklusive kurzfristiger Anteile (Darlehen)

zum 31. März 2016 (Währungen in Millionen)

Darlehenssumme EUR- Äquivalent Zinssatz
(in %)
Fälligkeit (Kalenderjahr) Darlehensgeber
EUR 8,1   -1,132 bis 1,00 2017 bis 2021 Österreichische Bankenkonsortium sowie staatliche Institutionen
EUR 7,5 7,5 6,0 2022 Heidenheim - Finanzierungs-Leasing mit Gewerbepark Heidenheim GmbH
EUR 200,0 200,0 1,7 2017 TDK Europe S.A.
CNY 40,8 5,6 9,30 2022 China/Wuxi - Finanzierungs-Leasing mit Wuxi-Singapore Industrial Park Development Co., Ltd.
EUR 0,4 0,4 0,00 2018 bis 2023 Spanien - verschiedene Darlehen staatlicher Stellen
USD 30,1 26,4 14,29 2039 Island - Finanzierungs-Leasing mit Krossanes Eignir ehf
EUR 3,7 3,7 18,47 2039 Island - Finanzierungs-Leasing mit Norak ehf
USD 20,0 17,6 1,925 2017 bis 2018 Citibank, Indien
EUR 31,7 31,7 2,37 2020 Singapur - Finanzierungs-Leasing mit Sumitomo Mitsui Finance and Leasing (Singapore) PTE. LTD.
USD 16,2 14,3 2,74 2020 Singapur - Finanzierungs-Leasing mit Hitachi Capital Asia Pacific PTE. LTD., Singapore

Langfristige Finanzschulden inklusive kurzfristiger Anteile (Darlehen)

zum 31. März 2015 (Währungen in Millionen)

Darlehenssumme EUR-Äquivalent Zinssatz
(in %)
Fälligkeit (Kalenderjahr) Darlehensgeber
EUR 7,0 7,0 -0,921 bis 2,00 2016 bis 2019 Österreichische Bankenkonsortium sowie staatliche Institutionen
EUR 8,3 8,3 6,0 2022 Heidenheim - Finanzierungs-Leasing mit Gewerbepark Heidenheim GmbH
EUR 200,0 200,0 1,7 2017 TDK Europe S.A.
CNY 36,7 5,5 10,66 2022 China/Wuxi - Finanzierungs-Leasing mit Wuxi-Singapore Industrial Park Development Co., Ltd.
EUR 0,7 0,7 0,00 2018 bis 2023 Spanien - verschiedene Darlehen staatlicher Stellen
USD 29,9 27,8 14,29 2039 Island - Finanzierungs-Leasing mit Krossanes Eignir ehf
EUR 3,7 3,7 18,47 2039 Island - Finanzierungs-Leasing mit Norak ehf
EUR 0,2 0,2 0,887 2015-2016 GEFA-Leasing GmbH
USD 10,0 9,3 1,8052 2017 Citibank, Indien

Nach Fälligkeiten geordnet, ergibt sich für die langfristigen Finanzverbindlichkeiten zum 31. März 2016 bzw. 2015 folgendes Bild:

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

zum 31. März 2016 (in Tausend EUR)

Geschäftsjahr der Fälligkeit
2017 12.009
2018 225.282
2019 22.823
2020 12.986
2021 9.786
Danach 32.463

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

zum 31. März 2015 (in Tausend EUR)

Geschäftsjahr der Fälligkeit
2016 4.226
2017 2.190
2018 214.832
2019 2.940
2020 2.294
Danach 36.167

In den zum 31. März 2016 und 2015 endenden Geschäftsjahren traten keine Zahlungsstörungen oder sonstige Vertragsverletzungen bei den lang- und kurzfristigen Finanzschulden auf.

6.24 Sonstige kurz-/ langfristige finanzielle und übrige Schulden

Die übrigen kurz- und langfristigen Schulden entfallen im Wesentlichen mit 102,5 Millionen EUR (davon kurzfristig: 99,3 Millionen EUR) auf Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich (Vorjahr: 101,4 Millionen EUR, davon kurzfristig: 98,3 Millionen EUR). Die sonstigen kurz- und langfristigen finanziellen Schulden umfassen weiterhin Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Sachanlagen, negative Marktwerte aus Sicherungsgeschäften und ähnliche Schulden.

6.25 Restrukturierung

Permanenter Kostendruck aus internationalem Wettbewerb macht es für die Gesellschaft notwendig, Restrukturierungsmaßnahmen in Form von Kapazitätsanpassungen durchzuführen. Die im Geschäftsjahr 2015 ausgewiesenen Restrukturierungsaufwendungen entfielen im Wesentlichen auf Italien, Österreich und Indien.

Im Geschäftsjahr 2016 sind insgesamt Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 0,4 Millionen EUR (Vorjahr: 7,3 Millionen EUR) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Davon entfallen 0 Millionen EUR auf personenbezogene Aufwendungen (Vorjahr: 7,3 Millionen EUR). Die Auszahlungen in den Geschäftsjahren 2016 bzw. 2015 beliefen sich auf 6,1 Millionen EUR bzw. 5,2 Millionen EUR.

Die Entwicklung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Personalrestrukturierungen stellt sich im Laufe der Geschäftsjahre 2016 und 2015 wie folgt dar:

Entwicklung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Restrukturierungen

(in Tausend EUR)

Bestand zum 31. März 2014 5.989
Netto-Zuführung zu Rückstellungen/Erhöhung der Verbindlichkeiten 6.806
Veränderung Währungsumrechnung (7)
Verbrauch (5.157)
Bestand zum 31. März 2015 7.631
Netto-Zuführung zu Rückstellungen/Erhöhung der Verbindlichkeiten 405
Veränderung Währungsumrechnung (2)
Verbrauch (6.123)
Bestand zum 31. März 2016 1.911

6.26 Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. März 2016 bestanden Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 2,5 Millionen EUR aus Rechtsstreitigkeiten (Vorjahr: 1,4 Millionen EUR).

Es bestehen generelle Risiken aus der allgemeinen Geschäftstätigkeit, die nachfolgend kurz erläutert werden:

Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften sind im Hinblick auf verschiedene Streitgegenstände und Angelegenheiten Partei in einigen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren. Nach Meinung des Vorstands, der sich dabei auf Aussagen der Rechtsberater der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften stützt, werden diese Rechtsstreitigkeiten und Verfahren allerdings selbst für den Fall ihres negativen Ausgangs keine wesentlichen Auswirkungen auf die finanzielle Situation oder das Ergebnis der Gesellschaft haben.

Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften unterliegen in jedem für ihre Betriebstätigkeit relevanten Rechtssystem einer Vielzahl von Umweltschutzbestimmungen, die z.B. Emissionen, Abwasserentsorgung und Lagerung von gefährlichen Materialien und Abfällen regeln. Diese Vorschriften werden auch für die zukünftige Geschäftstätigkeit des Unternehmens eine bedeutende Rolle spielen. Bereits in der Vergangenheit wurden die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften vereinzelt für die Beseitigung von Boden- und Grundwasserverschmutzungen an ihren Standorten verantwortlich gemacht. Wesentlichen Aufwendungen, Straf- oder Bußgeldern im Zusammenhang damit sahen sich aber weder die Gesellschaft noch ihre Tochtergesellschaften ausgesetzt.

Unabhängig davon ist allerdings nicht auszuschließen, dass es in Zukunft Fälle geben könnte, in denen die Gesellschaft oder ihre Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Umweltschutzbestimmungen Auflagen zu erfüllen haben, in die Haftung genommen oder Straf- oder Bußgeldern unterliegen werden. Da einige der Betriebsstätten des Unternehmens sehr nahe an denen anderer Unternehmen liegen oder sogar gemeinsam genutzt werden, könnten sich vorgenannte Belastungen vereinzelt sogar aus Sachverhalten ergeben, die nicht von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften selbst verursacht wurden.

Ebenfalls ist nicht auszuschließen, dass zukünftige Novellierungen in Umweltgesetzgebungen die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften zu substantiellen finanziellen Aufwendungen zwingen, die erhebliche negative Auswirkungen auf die finanzielle Lage bzw. das Ergebnis der Gesellschaft haben könnten.

Zum 31. März 2016 bzw. 2015 besteht ein Bestellobligo in Höhe von 127,2 Millionen EUR bzw. 41,3 Millionen EUR für Sachanlagen. Weiterhin bestehen zum Bilanzstichtag langfristige, vertragliche Energieabnahmeverpflichtungen (bis 2029) in Höhe von 222,9 Millionen EUR (Vorjahr: 245,4 Millionen EUR). Zum 31. März 2016 bestehen darüber hinaus Abnahmeverpflichtungen für Vorräte (bis 2021) in Höhe von 494,3 Millionen EUR (Vorjahr: 0 Millionen EUR).

6.27 Leasing

a) Operating-Leasing

Derzeit least die Gesellschaft diverse Einrichtungen für Fertigung, Geschäftsführung und Verwaltung sowie verschiedene Ausrüstungsgegenstände unter Operating-Leasing-Verträgen. Die Summe der zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen stellt sich wie folgt dar:

Zukünftige Mindestzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Bis zu einem Jahr 28.839 18.316
Zwischen einem und fünf Jahre 99.692 40.843
Länger als fünf Jahre 41.322 466
Gesamt 169.853 59.625

In den zum 31. März 2016 bzw. 2015 endenden Geschäftsjahren sind Aufwendungen aus Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von 24,8 Millionen EUR bzw. 18,0 Millionen EUR erfolgswirksam erfasst worden.

Im Geschäftsjahr 2016 wurden Sale-and-Operating-Leaseback-Vereinbarungen mit einer Laufzeit von 60 Monaten über Sachanlagen abgeschlossen, um den zusätzlichen Investitionsbedarf zu finanzieren. Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen dafür betragen 53,7 Millionen EUR.

Ferner resultiert der Anstieg im Berichtsjahr im Wesentlichen aus der Mietverlängerung für den Standort Münchner Anzinger Straße und dem neuen Mietvertrag für die neue Liegenschaft München Rosenheimer Str. 141 e-h.

b) Finanzierungs-Leasing

EPCOS hat im September 2007 ein Finanzierungs-Leasing mit einer Laufzeit von ursprünglich 10 Jahren in Form einer Sale-and-Leaseback-Vereinbarung für Grundstück und Gebäude am Standort Heidenheim abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2012 wurde die Laufzeit des Leasingvertrags auf 15 Jahre (bis 2022) verlängert. Das Leasing wird als Finanzierungs-Leasing bilanziell erfasst, dabei entspricht der Barwert der Leasingzahlung den Verbindlichkeiten aus dem Finanzierungs-Leasing. EPCOS hat weiterhin eine Option zur zweimaligen Verlängerung von jeweils fünf Jahren. Die monatliche Grundmiete wird jeweils zum 1. Januar 2014, zum 1. Oktober 2017 und zum 1. Oktober 2020 um 3 Prozent angepasst sowie bei Ausübung der Verlängerungsoption jeweils alle drei Jahre um 3 Prozent erhöht. Am 31. März 2016 bestanden wie im Vorjahr keine Untermietverhältnisse.

Die von EPCOS erstmals im Geschäftsjahr 2009 konsolidierte Gesellschaft Becromal Iceland ehf hat mit der Gesellschaft Becromal Properties ehf im Geschäftsjahr 2009 ein Finanzierungs-Leasing für eine Immobilie abgeschlossen. Das Leasing wurde als Finanzierungs-Leasing bilanziell erfasst, dabei entspricht der Barwert der Leasingzahlung den Verbindlichkeiten aus dem Finanzierungs-Leasing. EPCOS hat eine Option zur Verlängerung. Die monatliche Grundmiete beträgt ein Prozent der Herstellkosten. Ferner wurde von Becromal Iceland ehf ein weiteres Finanzierungs-Leasing über Geschäftsausstattung mit einer Laufzeit über fünfzehn Jahre abgeschlossen. Die Miete beträgt 1,2 Prozent der Herstellkosten. Dieser Vertrag wurde im Geschäftsjahr 2010 auf 20 Jahre mit einer Option zur Verlängerung um 10 Jahre angepasst. Die Bilanzierung dieser Verträge wurde im Geschäftsjahr 2010 auf die voraussichtliche Nutzungsdauer von 30 Jahren angepasst.

Im Geschäftsjahr 2013 wurde eine weitere Leasingvereinbarung mit einer Laufzeit von 10 Jahren für Grundstück und Gebäude am Standort Wuxi, China, abgeschlossen. Das Leasing wurde als Finanzierungs-Leasing bilanziell erfasst, dabei entspricht der Barwert der Leasingzahlung den Verbindlichkeiten aus dem Finanzierungs-Leasing. Am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses wird das Eigentum an den Vermögenswerten an EPCOS übertragen.

Im Geschäftsjahr 2016 hat EPCOS weitere Finanzierungs-Leasingvereinbarungen mit Laufzeiten von fünf Jahren im Rahmen von Sale-and-Leaseback-Transaktionen für technische Anlagen und Maschinen am Standort Singapur abgeschlossen. Das Leasing wurde als Finanzierungs-Leasing bilanziell erfasst, dabei entspricht der Barwert der Leasingzahlung den Verbindlichkeiten aus dem Finanzierungs-Leasing. EPCOS hat die Option, die Vermögenswerte am Ende der Vertragslaufzeit zu erwerben.

Vermögenswerte aus Finanzierungs-Leasing werden über den kürzeren der beiden Zeiträume, Vertragslaufzeit oder geschätzte Nutzungsdauer, abgeschrieben. Zugleich wird eine entsprechende Verbindlichkeit angesetzt, die in der Folgezeit nach der Effektivzinsmethode fortgeschrieben und getilgt wird.

Die Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Finanzierungs-Leasingverhältnissen sowie die entsprechenden Barwerte stellen sich wie folgt dar:

Zukünftige Mindestleasingzahlungen und Barwerte

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Mindestleasingzahlungen Zins Barwerte Mindestleasingzahlungen Zins Barwerte
Bis zu einem Jahr 17.572 6.146 11.426 7.213 5.475 1.738
Zwischen einem und fünf Jahre 71.337 24.634 46.703 33.912 24.849 9.063
Länger als fünf Jahre 79.406 48.386 31.020 89.535 54.778 34.757
Gesamt 168.315 79.166 89.149 130.660 85.102 45.558

Zum 31. März 2016 bzw. 2015 sind Grundstücke und Gebäude in Höhe von 29,2 Millionen EUR bzw. 30,5 Millionen EUR sowie Technische Anlagen, Maschinen und sonstige Anlagen in Höhe von 49,0 Millionen EUR bzw. 3,4 Millionen EUR aus Finanzierungs-Leasing in der Konzernbilanz enthalten. Zudem sind im Vorjahr Softwarelizenzen aus Finanzierungs-Leasing in Höhe von 0,1 Millionen EUR in der Konzernbilanz ausgewiesen.

6.28 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Das konsolidierte Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und Ertrag verteilt sich nach steuerlichen Kriterien auf In- und Ausland wie folgt:

Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und Ertrag

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Deutschland (66.318) 47.332
Ausland 327.988 185.477
Gesamt 261.670 232.809

Der Aufwand/ (Ertrag) für Steuern vom Einkommen und Ertrag setzt sich wie folgt zusammen:

Aufwand/ (Ertrag) für Steuern vom Einkommen und Ertrag

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Laufende Steuern    
Deutschland 2.372 1.936
Ausland 40.275 30.140
Latente Steuern    
Deutschland (85.345) 23.934
Ausland (5.891) 3.735
Gesamt (48.589) 59.745

Der latente Steuerertrag in Höhe von 91,2 Millionen EUR resultiert im Wesentlichen aus der Wertaufholung latenter Steuern, wovon ein Großteil (85,0 Millionen EUR) auf die EPCOS AG entfällt. In der Zukunft wird ausreichend positives steuerliches Einkommen zur Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge erwartet. Diese Einschätzung berücksichtigt die detailliert geplanten Maßnahmen des Konzerns auf Gesellschaftsebene, die für einen Zeitraum von in der Regel fünf Jahren durchgeführt werden sowie weitere geplante Maßnahmen im Zusammenhang mit der Übertragung des überwiegenden Teils des EPCOS Geschäfts mit OFW-Komponenten in das von TDK und Qualcomm gemeinschaftlich betriebene Unternehmen (vgl. Abschnitt 6.4.2.) bzw. einem steuerlich wirksamen Forderungsverzicht seitens TDK bei bestehenden Darlehen.

Die Abstimmung der Steuern vom Einkommen und Ertrag für die am 31. März 2016 und 2015 endenden Geschäftsjahre ergibt nachfolgendes Bild. Zugrunde gelegt wurde der deutsche Körperschaftsteuersatz zuzüglich des effektiven Gewerbeertragsteuersatzes, das heißt eine gesetzliche Gesamtsteuerbelastung von 31,7 Prozent für 2016 und 2015.

Ausgewiesener Steueraufwand/ (-ertrag)

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Erwarteter Steueraufwand/ (-ertrag) 82.949 73.800
Steuersatzunterschiede Ausland (50.338) (20.213)
Veränderung in der Realisierbarkeit latenter Steueransprüche (81.225) 4.060
Nichtabziehbare Betriebsausgaben 6.045 7.460
Steuerfreie Erträge (4.041) (16.038)
Ausländische Quellensteuer 2.683 2.136
Steueraufwand/ (-ertrag) aus vergangenen Jahren 61 8 547
Steuersatzänderung 4.050 5.805
Steuereffekte aus Abweichungen der steuerlichen Bemessungsgrundlage 2.974 4.639
Veränderung der Outside Basis Difference (3.335) 365
Andere permanente Differenzen (9.542) (2.471)
Sonstiges 573 (345)
Ausgewiesener Steueraufwand (48.589) 59.745

Der Steuerertrag aus vergangenen Jahren beinhaltet im Vorjahr einen Steueraufwand von 0,2 Millionen EUR aus laufenden Steuern und im aktuellen Jahr einen Steueraufwand von 3,6 Millionen EUR.

Für 2016 und 2015 wird die Gesellschaft in Deutschland mit einem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent belastet. Hierauf wird ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben. Die Gesamtbelastung mit Körperschaftsteuer beträgt somit für die Geschäftsjahre 2016 und 2015 15,8 Prozent. Der effektive Gewerbeertragsteuersatz beträgt für 2016 und 2015 15,9 Prozent.

Die Gesellschaft wird kontinuierlich von Steuerbehörden in verschiedenen Ländern geprüft. Die Steuerrückstellungen decken nach Einschätzung der Gesellschaft mögliche Belastungen für alle noch offenen Jahre ausreichend ab.

Aktive und passive latente Steuern

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Vorräte 10.248 7.114
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.739 4.700
Verlustvorträge und vorgetragene Steuerguthaben 102.569 24.077
Rückstellungen 9.954 10.184
Pensionsverpflichtungen 49.556 5.932
Sonstige Verbindlichkeiten 16.038 14.452
Sonstige 9.784 2.832
Aktive latente Steuern 201.888 69.291
Wertberichtigungen auf Forderungen (1.950) (4.737)
Vorräte (344) (296)
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (23.492) (17.796)
Rückstellungen (399) (98)
Sonstige (3.405) (7.359)
Passive latente Steuern (29.590) (30.286)
Aktive latente Steuern (saldiert) 172.298 39.005

Der latente Steuerertrag auf temporäre Differenzen betrug im Geschäftsjahr 2016 12,7 Millionen EUR (Vorjahr: 26,4 Millionen EUR Steueraufwand). Dem Eigenkapital wurden im Geschäftsjahr 2016 latente Steuern erfolgsneutral in Höhe von 45,0 Millionen EUR gutgeschrieben (Vorjahr: 9,6 Millionen EUR), die im Wesentlichen auf Pensionen entfallen. Davon entfällt auf die EPCOS AG ein Betrag in Höhe von 42,6 Millionen EUR (Vorjahr: 9,5 Millionen EUR).

Die Verlustvorträge stammen überwiegend aus den deutschen, österreichischen, spanischen, chinesischen und italienischen Gesellschaften.

Von aktiven latenten Steuern fallen 134,2 Millionen EUR auf Gesellschaften, die im laufenden Jahr einen Verlust erzielt haben.

Es wurden nur diejenigen aktiven Steuerlatenzen bilanziert, deren Realisierung durch die Umkehrung von zu versteuernden temporären Differenzen oder durch die Erzielung von ausreichend positivem steuerlichen Einkommen als gesichert erscheint.

Für folgende Sachverhalte wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt:

Nichtansatz latenter Steuern

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Abzugsfähige temporäre Differenzen 13.450 78.348
Steuerliche Verlustvorträge und Steuerguthaben 83.845 159.631
Gesamt 97.295 237.979

Davon entfällt auf den Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf Pensionsverpflichtungen zum 31. März 2016 6,0 Millionen EUR und zum 31. März 2015 56,4 Millionen EUR. Wertaufholungen auf steuerliche Verlustvorträge wurden zum 31. März 2016 in Höhe von 58,8 Millionen EUR geltend gemacht (Vorjahr: 7,2 Millionen EUR).

Die aktiven und passiven latenten Steuern sind in den konsolidierten Bilanzen zum 31. März 2016 und 2015 jeweils wie folgt ausgewiesen:

Latente Steuern in konsolidierten Bilanzen

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Aktive latente Steuern 196.886 51.178
Passive latente Steuern (24.588) (12.173)
Gesamt 172.298 39.005

Zum 31. März 2016 verfügte der Konzern über ertragsteuerliche Verlustvorträge/ Net Operating Losses ("NOL") in Höhe von 703,4 Millionen EUR, von denen 92,9 Millionen EUR bis zum Jahr 2021 verfallen. Die weiteren Verlustvorträge in Höhe von 5,5 Millionen EUR können über das Jahr 2022 hinaus vorgetragen werden, beziehungsweise 605 Millionen EUR verfallen nicht. Diese Zahlen zeigen den Bruttobetrag der zur Verfügung stehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge, gewerbesteuerliche Verlustvorträge können hiervon abweichen. Von den steuerlichen Verlustvorträgen, auf die keine aktive latente Steuer angesetzt wurde, verfallen 26,2 Millionen EUR im Zeitraum bis einschließlich 2025. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge und Steuerguthaben wurden in einer Höhe von 83,8 Millionen EUR für das Geschäftsjahr 2016 nicht berücksichtigt.

Zum 31. März 2016 wurden auf die thesaurierten Gewinne von ausländischen Tochtergesellschaften latente Steuerrückstellungen in Höhe von 1,3 Millionen EUR und zum 31. März 2015 in Höhe von 4,6 Millionen EUR gebildet. Im Vergleich zum Vorjahr wurden geringere Ausschüttungen von den Tochtergesellschaften geplant. Auf die nach derzeitiger Ausschüttungsplanung verbleibenden Gewinnrücklagen zum 31. März 2016 der ausländischen Tochtergesellschaften in Höhe von 642,8 Millionen EUR wurden keine latenten Steuerrückstellungen gebildet, weil geplant ist, diese Gewinne zeitlich unbegrenzt zu reinvestieren bzw. weil diese Ermittlung wegen Geringfügigkeit zu vernachlässigen ist. Die Schätzung von nicht ausgewiesenen passiven latenten Steuern auf nicht ausgeschüttete Gewinne ist nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich.

6.29 Pensionen

Die Gesellschaft gewährt Betriebsrenten hauptsächlich auf der Grundlage von mehreren leistungsorientierten Pensionsplänen. Der Bewertungsstichtag für die Pläne ist der 31. März. Die Gesellschaft gewährt gegenwärtig fast allen Mitarbeitern in Deutschland und vielen Beschäftigten im Ausland Pensionszusagen, die feste Leistungsansprüche umfassen und daher nach IFRS als Defined-Benefit-Pläne zu bilanzieren sind. Darüber hinaus gewährt das Unternehmen pensionsähnliche Zusagen, die vor allem aus Übergangszahlungen an inländische Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand sowie aus pensionsähnlichen Leistungen in Form von medizinischen Versicherungsleistungen in den USA und Brasilien bestehen.

Die Höhe der Versorgungszusagen bemisst sich im Einzelfall nach Lohn- bzw. Gehaltsniveau und/oder Position in der Unternehmenshierarchie sowie Betriebszugehörigkeit. Dabei können die konkreten Versorgungszusagen in Abhängigkeit von den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes variieren.

In Deutschland gibt es darüber hinaus ein Programm zur eigenfinanzierten betrieblichen Altersvorsorge, das den Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, einen Teil des Gehalts für eine Rentenzahlung inklusive aufgelaufener Zinsen zum Renteneintritt umzuwandeln. Die Verbindlichkeit für zukünftige Zahlungen ist versicherungsmathematisch bestimmt. Die Verbindlichkeit wird in Höhe des Maximums aus dem Marktwert der Fondsanteile und dem Barwert des garantierten Versicherungskapitals passiviert.

In das Treuhandvermögen des Contractual Trust Arrangement (CTA) wurden von der EPCOS AG im Geschäftsjahr 2008 14,3 Millionen EUR übertragen, zum 31. März 2016 beträgt der Bestand des Treuhandvermögens 14,4 Millionen EUR (31. März 2015: 13,1 Millionen EUR). Das Treuhandvermögen ist dem Zugriff der Konzerngesellschaft entzogen und darf ausschließlich für Ansprüche der Mitarbeiter bzw. Mitglieder des Vorstands im Insolvenzfall verwendet werden. Das jeweilige Treuhandvermögen deckt diejenigen Ansprüche ab, die nicht bereits durch den Pensionssicherungsverein abgedeckt sind und ist in seiner Höhe daher Schwankungen unterworfen. Das Treuhandvermögen des Contractual Trust Arrangement (CTA) wird nach den vom EPCOS Vermögenstreuhänder e.V. (bis 4. September 2009) bzw. EPCOS Mitarbeitertreuhänder e.V. (ab 4. September 2009) und der Konzerngesellschaft gemeinsam erstellten Anlagerichtlinien am Kapitalmarkt investiert.

Die Beiträge zu beitragsorientierten Pensionsplänen beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf 5,0 Millionen EUR und im Geschäftsjahr 2015 auf 4,4 Millionen EUR. Die geschätzten Beiträge für das Geschäftsjahr 2017 belaufen sich auf rund 4,8 Millionen EUR. Da für diese Defined-Contribution-Pläne die Verpflichtung des Unternehmens im Gegensatz zu Defined-Benefit-Plänen ausschließlich in der Bereitstellung von Beiträgen besteht, ist die Bilanzierung einer Verbindlichkeit nicht erforderlich.

Zusätzlich leistete der Konzern im Geschäftsjahr 2016 und 2015 Beiträge im Rahmen gesetzlicher Bestimmungen (staatliche Pläne/ Rentenversicherung) in Höhe von 50,8 Millionen EUR und 49,1 Millionen EUR.

Die Darstellungen erfolgen für alle leistungsorientierten Pläne zusammengefasst, soweit nicht anders erwähnt, da sich die Verpflichtung überwiegend aus dem Plan in Deutschland ergibt. In den folgenden Tabellen sind die konsolidierten Informationen in Bezug auf alle von der Gesellschaft unterhaltenen Pensionspläne für die angegebenen Stichtage zusammengefasst.

Die folgende Tabelle zeigt jeweils die Entwicklung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung ("Defined Benefit Obligation" - DBO) im Berichts- und Vorjahr:

Änderung der leistungsorientierten Verpflichtung

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) zu Beginn des Geschäftsjahres 470.187 369.878
Dienstzeitaufwand 13.171 (13.264)
Laufender Dienstzeitaufwand 12.832 9.797
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 303 (23.147)
Verlust aus Planabgeltung 36 86
Zinsaufwand 8.807 11.983
Neubewertungen (15.843) 116.417
Erfahrungsbedingte Anpassungen 14.338 12.622
Versicherungsmathematische Verluste aus Änderungen der biometrischen Annahmen 247 6.084
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Änderungen der finanziellen Annahmen (30.428) 97.711
Gezahlte Leistungen (14.237) (13.088)
Übertragung von Pensionsverpflichtungen an die TDK Europe GmbH (86) (13.484)
Wechselkursänderungen (4.972) 11.745
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) zum Ende des Geschäftsjahres 457.027 470.187

Die folgende Tabelle zeigt jeweils die Änderung des Planvermögens während des angegebenen Geschäftsjahres:

Änderung des Planvermögens

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres 63.257 48.942
Zinserträge des Planvermögens 2.552 2.729
Neubewertungen (4.722) 90
Beiträge des Arbeitgebers 4.322 6.179
Gezahlte Leistungen (1.969) (2.172)
Übertragung von Pensionsverpflichtungen an die TDK Europe GmbH - (844)
Wechselkursänderungen (3.517) 8.333
Zeitwert des Planvermögens zum Ende des Geschäftsjahres 59.923 63.257

Aus Planvermögen wurden in 2016 2,2 Millionen EUR tatsächliche Verluste und in 2015 2,8 Millionen EUR tatsächliche Erträge erzielt.

Die Aufteilung des Planvermögens ist wie folgt:

Das deutsche Planvermögen in Höhe von 14,4 Millionen EUR wird ausschließlich in EUR-Anlagen am Geldmarkt mit Laufzeiten von jeweils längstens drei Monaten investiert, wobei das Rating der erworbenen Schuldtitel zu jeder Zeit bei mindestens A (S&P) bzw. A2 (Moody's) oder einem vergleichbaren Rating liegen muss.

Aufteilung des Planvermögens Ausland

zum 31. März (in Prozent)

2016 2015
Aktien 32,5 44,5
Schuldverschreibungen 39,3 50,2
Sonstige 28,2 5,3
Gesamt 100,0 100,0

Die Fondsmanager des Planvermögens versuchen mit Hilfe der Investitionsstrategie die Volatilität zu reduzieren. Die Anlage für den wesentlichen in den USA gehaltenen Teil des Planvermögens ist daher auf maximal 50 Prozent in Schuldverschreibungen begrenzt, die ein Minimum-Rating gemäß Standard & Poor's (S&P) oder Moody's von A oder besser zum Kaufzeitpunkt haben. Die voraussichtliche Einlage in das Planvermögen für 2017 beträgt 4,0 Millionen EUR.

Die Darstellung der Verpflichtung, des Vermögens und der Rückstellung ergibt folgendes Bild:

Verpflichtung, Vermögen und Rückstellung

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
1a. Fondsfinanzierte leistungsorientierte Verpflichtung 417.323 429.816
1b. Nicht fondsfinanzierte leistungsorientierte Verpflichtung 39.704 40.371
1a+b.Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) 457.027 470.187
2a. Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (59.923) (63.257)
2b. Kumulierter Effekt aus "asset ceiling" 1.874 1.884
3. Nettopensionsverpflichtung (= DBO - Planvermögen+"asset ceiling") 398.978 408.814
Der Bilanzbetrag ist in folgenden Bilanzpositionen enthalten:    
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (kurzfristig) 19.742 18.994
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (langfristig) 379.236 389.820
4. Im sonstigen Ergebnis berücksichtigte Beträge Neubewertungen (11.051) 116.061

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen beträgt zum 31. März 2016 14,4 Jahre (Vorjahr: 15,3 Jahre).

In der folgenden Tabelle sind die Komponenten der Netto-Pensionsaufwendungen für die am 31. März 2016 und 2015 endenden Geschäftsjahre dargestellt:

Netto-Pensionsaufwendungen

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Dienstzeitaufwand 13.171 (13.264)
Laufender Dienstzeitaufwand 12.832 9.797
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 303 (23.147)
Verlust aus Planabgeltung 36 86
Netto-Zinsaufwand/ (-ertrag) 6.462 9.505
Zinsaufwand 9.014 12.234
Zinserträge aus Planvermögen (2.552) (2.729)
Netto-Pensionsaufwendungen der Periode 19.633 (3.759)

Im Zinsaufwand des aktuellen Berichtsjahres ist die Verzinsung des "asset ceiling" Brasilien in Höhe von 0,2 Millionen EUR enthalten (Vorjahr: 0,3 Millionen EUR).

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden der Zinsaufwand und der Zinsertrag des Planvermögens innerhalb des Zinsergebnisses ausgewiesen. Alle übrigen Komponenten der Netto-Pensionsaufwendungen werden entsprechend der Zuordnung der anspruchsberechtigten Mitarbeitergruppen hauptsächlich in den Umsatzkosten ausgewiesen. Der geringere verbleibende Rest wird auf die weiteren Funktionskosten aufgeteilt.

In Deutschland führte im Vorjahr bei der EPCOS AG eine Neuregelung der betrieblichen Altersversorgung zu einer Reduktion der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 23,1 Millionen EUR. Der entstandene Ertrag wurde als nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die versicherungsmathematischen Annahmen, die der Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung (DBO) zugrunde gelegt wurden, sind je nach den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes, in denen die Pensionspläne gelten, unterschiedlich.

Im Folgenden sind die wesentlichen Prämissen für die Pensionspläne in Deutschland und den USA dargestellt:

Prämissen zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtung

zum 31. März (in Prozent)

Deutschland 2016 (nur EPCOS AG) Deutschland 2015 (nur EPCOS AG) USA 2016 USA 2015
Abzinsungsfaktor 1,94 1,43 3,78 3,70
Anwartschaftsdynamik (Gehaltstrend) 2,75 2,75 3,00 3,00
Rentendynamik 1,50 1,50 - -

Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse zeigt auf, wie sich der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung (DBO) veränderte, wenn jeweils eine versicherungsmathematische Annahme (unter Beibehaltung der übrigen versicherungsmathematischen Annahmen) geändert würde. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden nicht berücksichtigt.

Sensitivitätsanalyse Auswirkung

zum 31. März 2016 (in Tausend EUR)

Veränderung Deutschland (nur EPCOS AG) USA
Abzinsungsfaktor + 0,25 Prozent (12.167) (2.572)
  - 0,25 Prozent 12.916 2.731
Anwartschaftsdynamik (Gehaltstrend) + 0,25 Prozent 1.803 375
  - 0,25 Prozent (1.747) (365)
Rentendynamik + 0,25 Prozent 8.659 -
  - 0,25 Prozent (8.247) -

Für den EPCOS Konzern würde eine Erhöhung des Abzinsungssatzes von +0,25 Prozent zu einer Reduzierung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung in Höhe von 16,0 Millionen EUR führen, eine entsprechende Herabsetzung um -0,25 Prozent zu einer Erhöhung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung in Höhe von 16,9 Millionen EUR.

Für die medizinischen Pläne wurden in Brasilien im Bereich der medizinischen Versorgung 9,20 Prozent als Kostentrend (Vorjahr: 9,20 Prozent) angesetzt, für den medizinischen Plan in den USA wurden 5,50 Prozent (Vorjahr: 5,50 Prozent) zugrunde gelegt.

Nachfolgend sind die Auswirkungen dargestellt, die aus einer Erhöhung bzw. Verminderung der angenommenen Kostenentwicklung im medizinischen Bereich um einen Prozentpunkt resultieren würden:

Entwicklung der erwarteten medizinischen Versorgungskosten

Auswirkung zum 31. März 2016 (in Tausend EUR)

angenommene Kostenentwicklung + 1 Prozent angenommene Kostenentwicklung - 1 Prozent
Effekt auf die laufenden Dienstzeit-/ Zinsaufwandskomponente der periodischen Nettokosten für medizinische Versorgung nach Beendigung des Arbeitszeitverhältnisses 19 (27)
Effekt auf die Verpflichtung hinsichtlich der Kosten für medizinische Versorgung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 467 (394)

Die nachfolgende Tabelle zeigt die im Sonstigen Ergebnis erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Beträge:

Im Sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 188.582 82.025
Neubewertungen (11.051) 116.061
Ertragsteuerertrag (45.407) (9.598)
Übertragung von Pensionsverpflichtungen an die TDK Europe GmbH - 94
Stand zum Ende des Geschäftsjahres 132.124 188.582

6.30 Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7

Die Buch- und Zeitwerte der einzelnen Finanzinstrumente nach den Kategorien des IAS 39 stellen sich zum 31. März 2016 bzw. 2015 wie folgt dar:

Buch- und Zeitwerte nach Kategorien

In Tausend
EUR
Buchwert 31.03.2016 Fortgeführte AK Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam IAS 17 Lease Zeitwert 31.03.2016 Bewertungskategorie
AKTIVA              
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte              
Finanzanlagen des Anlagevermögens (Wertpapiere) 8.606 - 8.606 - - 8.606 AfS
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 2.139 - - 2.139 - 2.139 FAHfT
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 4.913 4.913 - - - 4.913 LaR
Beteiligungen 788 788* - - - - AfS
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 448.156 448.156 - - - 448.156 LaR
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 198.381 198.381 - - - 198.381 LaR
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte              
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 8.483 - - 8.483 - 8.483 FAHfT
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.488 6.488 - - - 6.488 LaR
PASSIVA              
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 217.031 217.031 - - - 217.031 FLAC
Lang- und kurzfristige Finanzschulden 627.135 627.135 - - - 632.665 FLAC
Lease Verbindlichkeit 89.149 - - - 89.149 123.062 n.a
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 82 - - 82 - 82 FLHfT
Sonstige langfristige finanzielle Schulden 1.600 1.600 - - - 1.600 FLAC
Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden              
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 3.031 - - 3.031 - 3.031 FLHfT
Sonstige finanzielle Schulden 68.918 68.918 - - - 68.918 FLAC

* Bei Beteiligungen kann wegen Fehlen eines aktiven Marktes kein Zeitwert ermittelt werden. Somit erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Eine Veräußerung dieser Finanzinstrumente ist nicht vorgesehen.

Buch- und Zeitwerte nach Kategorien

In Tausend
EUR
Buchwert 31.03.2015 Fortgeführte AK Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam IAS 17 Lease Zeitwert 31.03.2015 Bewertungskategorie
AKTIVA              
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte              
Finanzanlagen des Anlagevermögens (Wertpapiere) 9.072 - 9.072 - - 9.072 AfS
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 1.175 - - 1.175 - 1.175 FAHfT
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 4.620 4.620 - - - 4.620 LaR
Beteiligungen 2.975 2.975* - - - - AfS
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 508.384 508.384 - - - 508.384 LaR
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 171.874 171.874 - - - 171.874 LaR
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte              
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 9.494 - - 9.494 - 9.494 FAHfT
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 22.316 22.316 - - - 22.316 LaR
PASSIVA              
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 262.963 262.963 - - - 262.963 FLAC
Lang- und kurzfristige Finanzschulden 565.591 565.591 - - - 573.790 FLAC
Lease Verbindlichkeit 45.558 - - - 45.558 78.240 n.a
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 147 - - 147 - 1 47 FLHfT
Sonstige langfristige finanzielle Schulden 1.835 1.835 - - - 1.835 FLAC
Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden              
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 11.525 - - 11.525 - 11.525 FLHfT
Sonstige finanzielle Schulden 43.736 43.736 - - - 43.736 FLAC

* Bei Beteiligungen kann wegen Fehlen eines aktiven Marktes kein Zeitwert ermittelt werden. Somit erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Eine Veräußerung dieser Finanzinstrumente ist nicht vorgesehen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die nicht auf den EUR lauten, werden mit dem Tageskurs umgerechnet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und andere kurzfristige finanzielle Vermögenswerte sind dem kurzfristigen Vermögen zugeordnet. Aufgrund der kurzen Restlaufzeiten wird angenommen, dass die ausgewiesenen Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

Bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wird als beizulegender Zeitwert der Kurswert in einem aktiven Markt angesetzt.

Die Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten sind auf Basis von Marktwerten ermittelt worden. Dies erfolgt beispielsweise durch Abzinsung erwarteter zukünftiger Zahlungsströme auf Basis aktueller Marktzinsen und der Zinsstrukturkurve oder finanzmathematischer Modelle, in die Annahmen wie Volatilitäten oder aktuelle Kurse einfließen.

Die Buchwerte der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen aufgrund der kurzen Restlaufzeiten im Wesentlichen den Zeitwerten.

Die langfristigen finanziellen Schulden wie beispielsweise Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasing werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Verwendung marktüblicher, fristgerechter Zinssätze ermittelt.

Der Zeitwert der nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten lang- und kurzfristigen Finanzschulden wird anhand der vertraglichen Zahlungsströme unter Anwendung aktueller Marktzinsen bewertet (Stufe 2).

Die Buchwerte nach den Bewertungskategorien des IAS 39 stellen sich zum 31. März 2016 und 2015 wie folgt dar:

Buchwerte nach Bewertungskategorien

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Available-for-Sale assets (AfS) 9.394 12.047
Loans and Receivables (LaR) 657.938 707.194
Financial Assets Held For Trading (FAHfT) 10.622 10.669
Financial Liabilities Measured at Amortized Cost (FLAC) (914.684) (874.125)
Financial Liabilities Held For Trading (FLHfT) (3.113) (11.672)

Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasing sind in obiger Tabelle nicht enthalten.

Die Zuordnung der zum Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden in die drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie ist folgender Tabelle zu entnehmen:

Fair-Value-Hierarchie

zum 31. März 2016 (in Tausend EUR)

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe
finanzielle Vermögenswerte, zum Zeitwert bilanziert:        
AfS Wertpapiere 8.606 - - 8.606
Derivative Instrumente   10.622 - 10.622
finanzielle Schulden/Verbindlichkeiten, zum Zeitwert bilanziert:        
Derivative Instrumente - (3.113) - (3.113)

Fair-Value-Hierarchie

zum 31. März 2015 (in Tausend EUR)

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe
finanzielle Vermögenswerte, zum Zeitwert bilanziert:        
AfS Wertpapiere 9.072 - - 9.072
Derivative Instrumente   10.669 - 10.669
finanzielle Schulden/Verbindlichkeiten, zum Zeitwert bilanziert:        
Derivative Instrumente - (11.672) - (11.672)

In Stufe 1 können die Zeitwerte durch öffentlich notierte Marktpreise auf aktiven Märkten bestimmt werden, während die Zeitwerte der Stufe 2 direkt oder indirekt auf Basis von beobachtbaren Marktdaten bestimmt werden. Für Vermögenswerte und Schulden der Stufe 3 stehen für die Ermittlung der Zeitwerte keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung.

Nettoergebnis nach Bewertungskategorien

für die am 31. März endenden Geschäftsjahre (in Tausend EUR)

2016 2015
Available-for-Sale (AfS) 719 99
Loans and Receivables (LaR) 1.346 8.912
Financial Liabilities Measured at Amortized Cost (FLAC) (5.244) (1.532)
Financial Assets / Liabilities Held For Trading (FAHfT) / (FLHfT) 4.562 (6.030)

Die Nettogewinne bzw. -verluste resultierten insbesondere aus Währungseffekten, Veränderungen von Wertberichtigungen und Marktwertänderungen.

Im Geschäftsjahr 2016 bzw. 2015 wurden neben obigen Zahlen Nettoverluste in Höhe von 1,4 Millionen EUR bzw. Nettogewinne von 1,2 Millionen EUR aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen direkt im Sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasst. In den Geschäftsjahren 2016 und 2015 wurden keine Nettogewinne/-verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen aus dem Sonstigen Ergebnis entnommen und in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

In den Geschäftsjahren 2016 und 2015 bestehen keine Derivate mit Sicherungsbeziehungen.

Die Fälligkeiten der finanziellen Schulden ergeben sich zum 31. März 2016 bzw. 2015 wie folgt (Zinszahlungen aus variabel verzinslichen Verbindlichkeiten sind mit dem zum 31. März 2016 bzw. 2015 vorliegenden Konditionen errechnet worden):

Fälligkeiten finanzieller Schulden

für das am 31. März 2016 endende Geschäftsjahr (in Tausend EUR)

Restlaufzeit bis ein Jahr Restlaufzeit zwischen ein bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Finanzschulden 412.906 297.804 80.380 791.090
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 217.031 - - 217.031
Derivative Finanzinstrumente 3.031 82 - 3.113
Sonstige finanzielle Schulden 68.918 1.600 - 70.518

Fälligkeiten finanzieller Schulden

für das am 31. März 2015 endende Geschäftsjahr (in Tausend EUR)

Restlaufzeit bis ein Jahr Restlaufzeit zwischen ein bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre Gesamt
Finanzschulden 352.725 249.242 90.788 692.755
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 262.963 - - 262.963
Derivative Finanzinstrumente 11.525 147 - 11.672
Sonstige finanzielle Schulden 43.736 1.835 - 45.571

Volumen und Fälligkeiten von Sicherungsgeschäften sind folgender Tabelle zu entnehmen:

Sicherungsvolumen und Fälligkeiten

zum 31. März (in Tausend EUR)

2016 2015
bis ein Jahr zwischen ein bis fünf Jahre Gesamt bis ein Jahr zwischen ein bis fünf Jahre Gesamt
Devisentermingeschäfte 447.241 - 447.241 371.811 - 371.811
Cross-Currency-Swaps und Zins-Swaps 11.858 41.274 53.132 17.731 40.431 58.162
Rohstoffterminkontrakte 4.115 - 4.115 - - -

6.31 Risikomanagement

Detaillierte Angaben zum Risikomanagement befinden sich im Konzernlagebericht.

6.32 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Abschluss des Geschäftsjahres 2016 sind für den Konzernabschluss des EPCOS Konzerns keine wesentlichen Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten.

 

München, den 20. Mai 2016

Zichlarz

Thiele

Dr. Hess

Block

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Zu dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Wir haben den von der EPCOS AG, München, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang - sowie den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (,Lagebericht und Konzernlagebericht') für das Geschäftsjahr vom 1. April 2015 bis zum 31. März 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Lagebericht und Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Lagebericht und Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Lagebericht und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Lageberichts und Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Lagebericht und Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

 

München, den 23. Mai 2016

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Barth, Wirtschaftsprüfer

Westermeier, Wirtschaftsprüfer

Geschäftsjahr 2016

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre,

die erfreuliche Entwicklung der Geschäftsjahre 2013/2014 (T118) und 2014/2015 (T119) hat sich im Geschäftsjahr 2015/2016 (T120) fortgesetzt. Mit einer Volumensteigerung von 14 Prozent gegenüber Vorjahr hat EPCOS in 2015/2016 erstmals die Umsatzmarke von 2,5 Milliarden EUR erreicht und dabei ein operatives Ergebnis von über 300 Millionen EUR erwirtschaftet. Letzteres stellt gegenüber 2014/2015 einen Ergebniszuwachs von über 130 Millionen EUR dar. Mit den vorgenannten Werten hat EPCOS die entsprechenden Planvorgaben für das abgelaufene Geschäftsjahr weit übertroffen.

Das Wachstum des Unternehmens hat allerdings auch deutlich mehr Investitionen erfordert, als dies im Budget vorgesehen war und in der Folge einen negativen Cash Flow in Höhe von annähernd 70 Millionen EUR gezeitigt. Dennoch darf sicherlich das Fazit gezogen werden, dass der bei EPCOS gesetzte Kurs der richtige ist und das Unternehmen über gute bis sehr gute Zukunftsperspektiven verfügt.

Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und ausführlich über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Gesellschaft, über deren Risikolage und Risikomanagement sowie über alle wesentlichen Vorhaben und Planungen mündlich und schriftlich informiert. Vorstand und Aufsichtsrat haben Abweichungen des Geschäftsverlaufs von Plänen und Zielvorgaben umfassend diskutiert und beraten. Alle zustimmungsbedürftigen Angelegenheiten wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand vorgelegt. Daneben standen alle Mitglieder des Vorstands mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden sowohl in regelmäßigen Sitzungen als auch häufig auf bilateraler Basis in Kontakt, um mit ihm wesentliche Pläne, anstehende Entscheidungen und wichtige Vorkommnisse zu besprechen. Auf dieser Grundlage hat der Aufsichtsrat die Führung der Geschäfte des Unternehmens sorgfältig überwacht und ist seinen Beratungsaufgaben nachgekommen.

Im Berichtszeitraum fanden fünf ordentliche und zwei außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt.

Die wichtigsten Themen der ordentlichen Sitzungen waren die Feststellung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2014/2015 (T119), die Verabschiedung von Budget und Finanzplanung für das Geschäftsjahr 2015/2016 (T120) sowie die stetige Überwachung der Quartalskennzahlen und des Geschäftsverlaufs des Unternehmens.

Thema der außerordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats waren in erster Linie die Zustimmung des Aufsichtsrats zu Erweiterungen des Investitionsbudgets im Zusammenhang mit überplanmäßigen Umsatzsteigerungen im Geschäftsbereich SAW sowie die Genehmigung des Aufsichtsrats zum Abschluss des sogenannten "Master Transaction Agreements (MTA)" mit Qualcomm. Das MTA wurde Mitte Januar 2016 unterzeichnet und hat die Einbringung des Geschäftsbereichs SAW in ein Joint Venture zum Gegenstand, das mehrheitlich von Qualcomm gehalten werden wird. Das "Closing" des MTA ist für Anfang 2017 vorgesehen. Die mit Closing erfolgende Umsetzung des MTA wird eine neue Aufstellung des Unternehmens EPCOS zur Folge haben und ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte eröffnen, über das der Aufsichtsrat nächstes Jahr an dieser Stelle berichten wird.

Der Prüfungsausschuss tagte im Berichtszeitraum vier Mal. Den Schwerpunkt der Arbeit des Ausschusses bildeten dabei wie immer die Prüfung der Quartalskennzahlen des Konzerns sowie die Vorbereitung der Verabschiedung der Jahresabschlüsse der EPCOS AG und des Konzerns durch den Aufsichtsrat. Außerdem überwachte der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und legte dessen Prüfungsschwerpunkte fest. Daneben standen die Vorbereitung des Zustimmungsbeschlusses des Aufsichtsrats zur Budget- und Finanzplanung für das Geschäftsjahr 2015/2016 (T120) und die Erörterung der Prüfungspläne der internen Unternehmensrevision im Berichtszeitraum auf den Tagesordnungen des Ausschusses.

Der Präsidialausschuss trat während des abgelaufenen Geschäftsjahres einmal zusammen. In dieser Sitzung wurden die Plenumsbeschlüsse über alle Angelegenheiten der Vorstandsvergütung vorbereitet.

Der gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildete Vermittlungsausschuss musste nicht einberufen werden.

Interessenskonflikte in der Person einzelner Mitglieder des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse sind nicht aufgetreten.

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Ende des Kalenderjahres 2015 schied Herr Martin Heigl, einer der beiden Vertreter der IG Metall im Aufsichtsrat, aufgrund eines Wechsels in die freie Wirtschaft aus dem Aufsichtsrat aus. Als sein Nachfolger im Aufsichtsrat wurde Herr Michael Pfeiffer von der IG Metall München gerichtlich bestimmt.

Wir danken Herrn Heigl für seine mehrjährige konstruktive Mitwirkung im Plenum und im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats und wünschen Herrn Pfeiffer bei der Ausübung seines neuen Amtes eine glückliche Hand.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2015/2016 (T120) gab es keine Umbesetzungen im Vorstand.

Jahresabschluss

Der für das Geschäftsjahr 2015/2016 zum 31. März 2016 aufgestellte Jahresabschluss der EPCOS AG sowie der entsprechende Konzernabschluss gleichen Stichtags wurden, ebenso wie der mit dem Lagebericht der EPCOS AG zusammengefasste Konzernlagebericht, von Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft. Ernst & Young hat allen vorgenannten Unterlagen den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats und der Aufsichtsrat haben die Abschlüsse und den Lagebericht auch selbst geprüft. Ergänzend hat der Aufsichtsrat Ernst & Young beauftragt, die Wirksamkeit des EPCOS-internen Systems zur Kontrolle der Finanzberichterstattung des Unternehmens in Anlehnung an die Anforderungen des US-amerikanischen Sarbanes Oxley Act Section 404 (SOA 404) und an die entsprechenden Anforderungen des japanischen "J-SOX" zu auditieren. Die Prüfung hat ergeben, dass EPCOS diesbezüglich in allen wesentlichen Belangen über ein wirksames Kontrollsystem verfügt.

Die vorgenannten Abschlüsse einschließlich Lagebericht sowie die Berichte von Ernst & Young über deren Prüfung wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats mit ausreichendem zeitlichem Vorlauf übermittelt. Sowohl in der Sitzung des Prüfungsausschusses vom 2. August 2016 als auch in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vom selben Tage wurden diese Unterlagen jeweils in Anwesenheit und unter Einbeziehung des Abschlussprüfers erörtert. Der Abschlussprüfer erstattete dabei über seine Abschlussprüfung und deren Ergebnisse Bericht und führte im Rahmen dessen auch aus, dass das Unternehmen den Feststellungen des Abschlussprüfers zufolge ein in allen wesentlichen Belangen funktionsfähiges Kontroll- bzw. Risikomanagementsystem eingerichtet habe. Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat hatten gegen die ihnen vorgelegten Unterlagen keine Einwendungen und stimmten dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat haben auch den Vorschlag des Vorstands geprüft, den Bilanzgewinn der EPCOS AG aus dem Geschäftsjahr 2015/2016 (T120) in Höhe von 11.491.966,13 EUR auf neue Rechnung vorzutragen. Der Aufsichtsrat stimmt diesem Vorschlag zu.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitarbeitern, den Betriebsräten und dem Vorstand für die geleistete Arbeit.

 

München, im August 2016

Dr. Werner Faber, Vorsitzender des Aufsichtsrats