Ad-hoc | 2 July 1998 07:49
Ad hoc-Service: Gildemeister AG
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GILDEMEISTER befreit sich von finanziellen Altlasten
Die auf der letzten Hauptversammlung angekündigte Lösung
bezüglich der Genuß- und Besserungsscheine wurde
zwischenzeitlich ausgearbeitet und vertraglich fixiert.
Die GILDEMEISTER Aktiengesellschaft will ihre aus der
Sanierungsphase der Vorjahre stammenden Altlasten vorzeitig
ablösen und damit den Weg für eine frühere Dividendenfähigkeit
freimachen.
Ausgangssituation: Mit dem Jahresabschluß 1997 wurden die durch
Verluste geminderten Genußscheine wieder auf ihren Nominalbetrag
von 15 Mio DM aufgefüllt. Damit verbunden ist ein Aufleben der
Zinsansprüche aus den Jahren 1994 – 1997. Die vertragliche
Laufzeit der Genußscheine reicht mindestens bis zum Jahre 2009.
Die Besserungsscheine im Nominalwert von 32 Mio DM wären unter
Berücksichtigung des aktuellen Geschäftsverlaufs von GILDEMEISTER
in den Jahren 1999 und 2000 rückzahlbar. Die Besserungsscheine
müßten vorrangig (nach den Genußscheinansprüchen) in Höhe von
50 % des Jahresüberschusses bedient werden.
Dem Vorstand ist es nach einem langwierigen und schwierigen
Verhandlungsprozeß gelungen, mit den kreditgebenden Banken und
dem Land Nordrhein-Westfalen, den Inhabern der Genuß- und
Besserungsscheine, die folgende Lösung auszuarbeiten und
vertraglich zu fixieren. Der Aufsichtsrat hat dem Konzept auf
seiner gestrigen Sitzung zugestimmt.
Lösung: Vorstand und Aufsichtsrat werden den Aktionären auf
der diesjährigen Hauptversammlung am 21. August 1998 eine
Sachkapitalerhöhung nach § 183 AktG durch Einbringung der
Ansprüche aus Genuß- und Besserungsscheinen unter Ausschluß
des gesetzlichen Bezugsrechts vorschlagen. Durch die Umwandlung
der Forderungen der Banken und des Landes Nordrhein-Westfalen
aus Genuß- und Besserungsscheinen in Eigenkapital wird ein
Liquiditätsabfluß vermieden. Die Wachstumsdynamik bleibt damit
erhalten. Der Einbringungswert der Genuß- und Besserungsscheine
entspricht ihrem gutachterlich bestimmten Barwert. Der
Ausgabebetrag der neuen Aktien wird entsprechend dem
Durchschnittskurs der GILDEMEISTER-Aktie in der Zeit vom 10.
August bis einschließlich zum 20. August 1998 auf der Basis
der Schlußkurse der Düsseldorfer Börse festgelegt; er beträgt
jedoch mindestens DM 115,– und höchstens DM 150,– je Aktie
im Nennbetrag von DM 50,–. Die neuen Aktien sind ab 01.
Januar 1998 gewinnberechtigt.
GILDEMEISTER kann mit dieser Vorgehensweise seine Altlasten
vorzeitig ablösen und seine Position auf dem Einkaufs-, Absatz-
und nicht zuletzt auf dem Kapitalmarkt im Sinne seiner
Aktionäre gestärkt und damit besser wahrnehmen. Der Weg für
eine frühere Dividende ist damit gegeben. Voraussetzung einer
Dividendenfähigkeit ist, daß das Konzernjahresergebnis nach
Aufwandsbelastung durch die Besserungsscheine ausreicht, den
Bilanzverlust des Konzerns aus den Vorjahren auszugleichen.
GILDEMEISTER hat das Geschäftsjahr 1997 erfolgreich
abgeschlossen. Der Konzernumsatz stieg erneut um 12 % auf
869,5 Mio DM. Insbesondere beim Auftragseingang legte der
Konzern mit 23 % kräftig zu. Das Auftragsvolumen erreichte
einen Wert von 940,8 Mio DM.
Damit lag GILDEMEISTER auch 1997 wiederum über dem Branchentrend.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1997 betrug
18,3 Mio DM.
Ein Ausblick auf den Geschäftsverlauf des ersten Halbjahres
1998 bestätigt den Wachstumskurs und deutet auf eine weitere
Ergebnisverbesserung hin. Die Arbeiten zum Halbjahresabschluß
laufen, und zur Bilanzpressekonferenz der GILDEMEISTER
Aktiengesellschaft am 07.07.1998 werden konkrete Aussagen zum
ersten Halbjahr 1998 möglich sein.
Ende der Mitteilung