![]() Dürr AktiengesellschaftStuttgartKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012Dürr im Überblick: Organisation und TätigkeitsbereichePROFILDürr ist ein weltweit führender Maschinen- und Anlagenbaukonzern. Gemäß unserem Claim "Leading in Production Efficiency" haben wir den Anspruch, unseren Kunden zu mehr Effizienz in ihrer Produktion zu verhelfen. Gut 80 % des Umsatzes erwirtschaften wir mit Produktionstechnik für Automobilhersteller und -zulieferer. Zu unseren weiteren Abnehmerbranchen zählen der Flugzeug- und Maschinenbau, die Chemie-, Pharma- und Elektroindustrie sowie die Energiewirtschaft. Unser Geschäft entfällt jeweils rund zur Hälfte auf den Anlagenbau und den Maschinenbau. Der Dürr-Konzern ist weltweit aufgestellt: Wir betreiben 51 Standorte in 23 Ländern; neben Nordamerika und Westeuropa sind wir besonders stark in den Emerging Markets1 vertreten. Auf sie entfielen im Berichtsjahr 55 % unseres Auftragseingangs und 33 % der Belegschaft. 45 % unserer Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt.
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Asien (ohne Japan), Mexiko, Brasilien, Osteuropa KONZERNSTRUKTUR: HOLDING, UNTERNEHMENS- UND GESCHÄFTSBEREICHEDie Dürr AG nimmt als Management-Holding konzernübergreifende Aufgaben wahr, unter anderem Finanzierung, Konzern-Controlling und -Rechnungswesen sowie Recht, interne Revision, Unternehmenskommunikation und Personalmanagement. Die konzernweite Informationstechnologie wird durch die Tochtergesellschaft Dürr IT Service GmbH gesteuert. Das operative Geschäft verteilt sich auf vier Unternehmensbereiche. Sie bilden auch die berichtspflichtigen Segmente im Sinne der IFRS:
Den vier Unternehmensbereichen sind insgesamt sechs Geschäftsbereiche zugeordnet; einen Überblick über die Konzernstruktur gibt Tabelle 2.1. Eine organisatorische Veränderung gab es zum Jahresende 2012 im Unternehmensbereich Clean Technology Systems: Dort wurden die zuvor getrennten Geschäftsbereiche Environmental and Energy Systems sowie Energy Technology Systems im neuen Geschäftsbereich Clean Technology Systems unter gemeinsamer Führung zusammengefasst, um Synergien in Entwicklung, Vertrieb und internationaler Präsenz zu realisieren. 2.1 KONZERNSTRUKTURscroll
GESCHÄFTSBEREICHE UND MARKTPOSITIONENPaint and Final Assembly Systems plant und baut schlüsselfertige Lackieranlagen und Endmontagelinien für die Automobilindustrie. Als Systempartner übernehmen wir die komplette Projektabwicklung von der Layout-Planung bis zur Inbetriebnahme. In der Lackieranlagentechnik bieten wir Hard- und Software-Lösungen für alle Prozessstufen. Zu den Kernprodukten zählen unsere RoDip-Anlagen, in denen die aus dem Rohbau kommenden Karosserien gereinigt, vorbehandelt und mit einer Korrosionsschutzschicht versehen werden. Weitere wichtige Produkte sind Lackierkabinen für den Auftrag von Füller-, Basis- und Klarlack mit dem energieeffizienten LACKABSCHEIDESYSTEM EcoDryScrubber, TROCKNER und Fördertechnik sowie die zugehörige Steuerungs- und LEITTECHNIK mit der Produktmarke EcoEMOS. Zusammen mit dem Schwesterbereich Application Technology sind wir weltweit der einzige Systemanbieter, der Lackieranlagentechnik und APPLIKATIONSTECHNIK aus einer Hand entwickelt und liefert. Mit rund 50 % Weltmarktanteil stehen wir an der Spitze des Wettbewerbs, gefolgt von zwei Unternehmen aus Japan und Deutschland. Aircraft and Technology Systems betreibt das Geschäft mit Lackier- und Montagetechnik für den Flugzeugbau. Der Geschäftsbereich wurde im Jahr 2008 gegründet, um aus dieser ehemaligen Randaktivität ein vollwertiges Geschäftsfeld zu entwickeln. Die Wachstumschancen sind gut: Zum einen konsolidiert die Flugzeugindustrie ihre Lieferantenbasis und platziert verstärkt größere Auftragspakete bei Systempartnern. Zum anderen werden immer häufiger erprobte Techniken aus der hochautomatisierten Automobilproduktion auf die Flugzeugfertigung übertragen. Unsere Kernkompetenzen sind die Entwicklung und der Bau schlüsselfertiger Anlagen zum Lackieren von Flugzeugen sowie zum Positionieren und Fügen vormontierter Flugzeugbauteile. Auch im Aircraft-Geschäft zählen wir weltweit zu den führenden Unternehmen. Das Wettbewerbsumfeld ist relativ fragmentiert, daher liegen die Marktanteile aller Anbieter im einstelligen Prozentbereich. Neben der Flugzeugproduktionstechnik gehört auch die Einheit Dürr Consulting zum Geschäftsbereich Aircraft and Technology Systems. Sie berät Kunden aus unterschiedlichen Branchen bei der Planung und Optimierung ihrer Produktion. Application Technology erwirtschaftet rund 85 % des Umsatzes mit Hard- und Software-Lösungen für den automatischen Sprühauftrag von Lack. Die wichtigsten Produkte sind der HOCHROTATIONSZERSTÄUBER EcoBell3 sowie die Lackierroboterfamilie EcoRP. Weitere Produktlösungen dienen zum Beispiel der Farbversorgung, der Qualitätssicherung sowie der Prozesssteuerung und -auswertung. Mit über 50 % Weltmarktanteil sind wir der größte Anbieter. Die drei wichtigsten Wettbewerber sind in ihrem Kerngeschäft Hersteller von Industrierobotern und kommen auf Marktanteile von jeweils rund 15 %. Neben der Lackapplikationstechnik bauen wir zwei angrenzende Geschäftsfelder aus: die SEALING-Technik und die KLEBETECHNIK. Sealing-Verfahren werden in Automobillackierereien bei der Schweißnahtversiegelung, dem Unterbodenschutz und dem Spritzen von Dämmmatten eingesetzt. Die Klebetechnik dient dem Verbinden von Bauteilen im Rohbau und in der Endmontage von Autos. Das Kleben ergänzt und ersetzt zunehmend das Schweißen, da im Zuge des LEICHTBAUS neue Materialkombinationen verwendet werden, die sich nicht schweißen lassen. In der Endmontage dient die Klebetechnik unter anderem zum Einbau von Scheiben, Glasdächern und Cockpits. Balancing and Assembly Products ist in zwei Bereichen aktiv: AUSWUCHT- UND DIAGNOSETECHNIK einerseits sowie Montage-, PRÜF- und BEFÜLLTECHNIKPRODUKTE andererseits. Unsere Auswuchtanlagen der Marke Schenck kommen in vielen Branchen zum Einsatz, mit rund 40 % Marktanteil sind wir der weltweit größte und am breitesten aufgestellte Anbieter. Die beiden nachfolgenden Wettbewerber erreichen einen Marktanteil von insgesamt 25 %. Zu den wichtigsten Produkten gehören Auswuchtanlagen für Kurbelwellen und Turbolader sowie für den allgemeinen Maschinenbau, die Energiewirtschaft und die Luftfahrt. In der Montage-, Prüf- und Befülltechnik ist die Automobilindustrie unsere Hauptkundengruppe. Mit Marktanteilen von jeweils 25 bis 30 % sind diese drei Bereiche weltweit führend. In der Befülltechnik liefern wir über die Agramkow-Gruppe auch Anlagen zur automatisierten Befüllung von Haushaltsgeräten und Wärmepumpen mit Kältemitteln. In der PRÜFTECHNIK liegt der Nachfrageschwerpunkt auf Prüfständen für Fahrwerkgeometrie, Bremsen und Elektronik, in der Montagetechnik auf HOCHZEITSSTATIONEN, in denen Karosserie und Antriebsstrang zusammengeführt werden. Cleaning and Filtration Systems ist mit rund 30 % Marktanteil Weltmarktführer in der INDUSTRIELLEN REINIGUNGSTECHNIK. Unsere Hauptwettbewerber sind mittelständische Unternehmen, die vor allem in ihren jeweiligen Heimatmärkten aktiv sind. Neben Reinigungsanlagen, die Werkstücke von Schmutzpartikeln aus der mechanischen Bearbeitung befreien, umfasst unser Produktspektrum auch FILTRATIONSSYSTEME und Automationstechnik zur Verkettung unterschiedlicher Stationen in Fertigungsprozessen. Unsere internationale Aufstellung erlaubt es uns, Automobilwerke eines Kunden in verschiedenen Ländern mit einheitlicher Technik auszurüsten. Wichtige Produkte sind das roboterbasierte Reinigungssystem EcoCFlex und die kompakte Reinigungsanlage EcoCBase. Clean Technology Systems bietet Umwelttechnikanlagen und Produkte zur Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion. In der Umwelttechnik steht Dürr für Abluftreinigungsanlagen, die Luftströme von Lösemitteln und anderen Schadstoffen befreien. Ursprünglich auf die Abluftreinigung in Automobillackierereien spezialisiert, stammen heute rund 80 % unseres Umsatzes aus Branchen wie Chemie, Pharma, Druck, Holzverarbeitung und Carbonfaserherstellung. Im Automobilbereich beträgt unser Marktanteil zwischen 40 und 50 %, im fragmentierteren Non-Automotive-Segment zählen wir mit rund 15 % ebenfalls zu den größten Anbietern. Besonders wichtig sind thermische Abluftreinigungsanlagen zur Schadstoffverbrennung. Diese rüsten wir immer öfter mit energieeffizienten Technologien zur Prozesswärme-Rückgewinnung aus. Dieser Fokus auf nachhaltige Verfahren bildet die Brücke zu unserem zweiten Standbein, der Energieeffizienz. In diesem Geschäftsfeld bauen wir seit Anfang 2011 ein breiteres Technologieportfolio rund um die effiziente Nutzung von Wärme, Kälte und Strom auf. Dabei setzen wir neben Eigenentwicklungen auch auf kleinere Technologieakquisitionen. Zurzeit umfasst unser Angebot Energieeffizienz-Lösungen wie Organic Rankine Cycle (ORC) und Compact Power System (CPS) zur Stromerzeugung sowie WÄRMETAUSCHER, Wärmespeicher und Wärmepumpen. Weitere Verfahren werden folgen, um ein breites Kundenspektrum bei der energetischen Optimierung unterstützen zu können. UMFANGREICHES SERVICE-ANGEBOTUnsere Service-Qualität ist ein wichtiges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb. Das Angebot umfasst Planung, Umbau, Modernisierung, Optimierung und Verlagerung von Anlagen und Maschinen, ferner Software-Updates, Schulungen, Reparaturen und Ersatzteillieferungen. Im Jahr 2012 erhöhte sich der Service-Umsatz um 13,8 % auf 506,9 Mio. €. Sein Anteil am Konzernumsatz reduzierte sich jedoch auf 21,1 % (Vorjahr: 23,2 %), da das Neugeschäft mit Maschinen und Anlagen mit 28,2 % noch dynamischer wuchs. Die Perspektiven im Service-Geschäft sind gut: Durch das starke Neugeschäft wächst unsere installierte Basis und damit der Bedarf an After-Sales-Dienstleistungen stetig. Ab 2013 sollte der Service-Anteil am Konzernumsatz wieder zulegen, mittelfristig sind Werte von über 25 % zu erwarten. Ende 2012 beschäftigte der Service-Bereich 982 Mitarbeiter, was 13 % der Konzernbelegschaft entspricht (31.12.2011: 860 Mitarbeiter / 13 %). In jeder Landesgesellschaft koordiniert ein National Service Manager die Service-Aktivitäten. Weltweit betreiben wir 51 Service-Stützpunkte - so genannte Antennas - auf dem Werkgelände unserer Kunden oder in unmittelbarer Nähe. TIP: TECHNOLOGIE- UND INDUSTRIEPARK IN DARMSTADTDie Schenck Technologie- und Industriepark GmbH (TIP) gehört zum Unternehmensbereich Measuring and Process Systems, wird aber nicht als eigener Geschäftsbereich geführt. Als Immobiliendienstleister vermarktet sie am Schenck-Zentralstandort Darmstadt Büros sowie Produktions- und Lagerflächen. Auf 105.000 m2 Grund und Boden werden 134.000 m2 Fläche vermietet; davon entfallen 53 % auf Büros. RECHTLICHE UNTERNEHMENSSTRUKTURDie Dürr AG ist mit jeweils 100 % an folgenden Gesellschaften beteiligt: Dürr Systems GmbH, Dürr International GmbH, Dürr IT Service GmbH und Carl Schenck AG. Die drei erstgenannten Unternehmen haben mit der Dürr AG Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen. Der Ergebnisabführungsvertrag zwischen Dürr AG und Carl Schenck AG wurde aus Gründen der steuerlichen Optimierung zum Jahresende 2012 aufgehoben und soll - nach Zustimmung durch die Hauptversammlung 2013 - durch einen Beherrschungsvertrag ersetzt werden. Dürr Systems GmbH, Dürr International GmbH und Carl Schenck AG halten direkte oder indirekte Beteiligungen an allen übrigen 54 Konzerngesellschaften. Meist handelt es sich um 100 %ige Beteiligungen, wie die Übersicht unter TEXTZIFFER 43 im Anhang zum Konzernabschluss zeigt. Die Vorstandsmitglieder der Dürr AG und der Carl Schenck AG sowie die Geschäftsführer der Dürr Systems GmbH sind in den Aufsichtsgremien aller wesentlichen Auslandsgesellschaften vertreten. 2.2 / TÄTIGKEITSFELDER UND KUNDENGRUPPENUNTERNEHMENSBEREICH PAINT AND ASSEMBLY SYSTEMSscroll
UNTERNEHMENSBEREICH APPLICATION TECHNOLOGYscroll
UNTERNEHMENSBEREICH MEASURING AND PROCESS SYSTEMSscroll
UNTERNEHMENSBEREICH CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMSscroll
AKQUISITIONEN UND BETEILIGUNGSERWERBEIm Rahmen der Strategie "Dürr 2015" haben wir im Jahr 2012 Beteiligungen an drei kleineren Unternehmen erworben. Alle drei sind im Bereich Wärmenutzung aktiv und ergänzen das Technologieportfolio des Unternehmensbereichs Clean Technology Systems.
Weitere Informationen zu unseren Akquisitionen finden Sie in Tabelle 2.3, im Kapitel STRATEGIE und unter TEXTZIFFER 18 im Anhang zum Konzernabschluss. Die Dürr Cyplan Ltd., an der wir im Jahr 2011 eine 50 %-Beteiligung erworben haben, wurde zum 21. November 2012 erstmals vollkonsolidiert, da Dürr beherrschenden Einfluss auf die Gesellschaft hat. 2.3 / BETEILIGUNGSERWERBEscroll
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Zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung beziehungsweise
des Beteiligungserwerbs 2.4 / PROZESSE DES ANLAGENBAUS![]() GESCHÄFTSPROZESSE/PROZESSVORTEILEUnsere wichtigsten Geschäftsprozesse sind Planung, ENGINEERING/Konstruktion und Auftragsabwicklung. Im Anlagenbau ist professionelles Projektmanagement die Voraussetzung für das reibungslose Abwickeln eines Auftrags. Dürr-Projektmanager steuern interne Teams sowie zahlreiche Lieferanten - beides über Ländergrenzen hinweg. Zudem tragen sie die Gesamtverantwortung für die Einhaltung von Terminen, Qualitätsvorgaben, Budgets und Projekt-Cashflows. Ein Großprojekt im Anlagenbau dauert in der Regel 15 bis 24 Monate, Projekte im Maschinenbau meist zwei bis zwölf Monate. Bei Großaufträgen stellt die reibungslose Kooperation verschiedener Funktionen und Standorte des Konzerns einen erfolgskritischen Faktor dar. Darauf haben wir uns eingestellt: Die Prozesse in Planungsphase, Auftragsabwicklung, Einkauf, Service und Verwaltung sind weltweit standardisiert. Einheitliche Methoden und Instrumente vermeiden Schnittstellenprobleme, Doppelarbeit und Fehler. Ein weiterer Vorteil ist unser konzernweites ERP-SYSTEM, das die Geschäftsabläufe IT-seitig steuert und transparent macht. Es reduziert Schnittstellen, automatisiert Abläufe und erlaubt je nach Auslastung eine optimale internationale Verteilung von Arbeitspaketen zwischen Standorten. Die derzeit wichtigste Aufgabe bei der Prozessoptimierung ist, die wachsenden Standorte in den Emerging Markets bestmöglich zu unterstützen. Neben der IT-Integration stehen dabei die Entsendung von Spezialisten aus westlichen Ländern, die Schulung ausländischer Mitarbeiter in Deutschland und der internationale Wissenstransfer im Vordergrund. Außerdem richten wir das weltweite Produktions-, Engineering- und Einkaufsnetzwerk noch stärker an den Anforderungen in nachfragestarken Märkten wie China, Brasilien, Indien oder Mexiko aus. KUNDENBEZIEHUNGENUnsere Kundenbasis in der Automobilindustrie ist aufgrund der geringen Anzahl von Fahrzeugproduzenten relativ konzentriert. Entsprechend hoch ist die Marktdurchdringung: Alle großen Automobilhersteller weltweit sowie zahlreiche Teilezulieferer setzen in ihren Werken Dürr-Technik ein. Wir pflegen enge Kontakte zu diesen Unternehmen, da unser technisch komplexes Geschäft langfristig ausgerichtet ist und eine stetige Abstimmung mit den Kunden erfordert. Größeren Projekten gehen lange Planungsphasen voraus, in denen wir unsere Kunden beraten. Nach der Inbetriebnahme einer Produktionsanlage treten wir in eine langjährige Service-Beziehung mit dem Betreiber und übernehmen Ersatzteillieferungen, Umbauten und Modernisierungen. Auch in der Produktentwicklung arbeiten wir eng mit den Kunden zusammen, um unsere Innovationen so bedarfsorientiert wie möglich zu gestalten. Das Geschäft in anderen Branchen, zum Beispiel Chemie, Pharma und Flugzeugbau, ist ebenfalls durch enge Projektkooperationen mit den Kunden geprägt. Im Aircraft-Geschäft verbreitern wir unsere Marktbasis kontinuierlich. Nachdem wir früher fast ausschließlich für einen europäischen Flugzeugbauer gearbeitet haben, konnten wir seit dem Jahr 2008 über 15 Hersteller und Teilezulieferer als Neukunden akquirieren. LIEFERANTENBEZIEHUNGENUnser weltweiter Lieferantenstamm umfasst über 10.000 Unternehmen. Meist handelt es sich um Teile- und Komponentenzulieferer sowie Auftragsfertiger, auch Ingenieurbüros, Logistikunternehmen und andere Dienstleister gehören dazu. Bei der Beschaffung besonders wichtiger Warengruppen, zum Beispiel Pumpen, Antriebe und Armaturen, schließen wir internationale Rahmenverträge ab. Hierbei kooperieren wir mit leistungsfähigen Vorzugslieferanten, zu denen wir langfristige Geschäftsbeziehungen unterhalten. Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl von Rahmenvertragspartnern ist die internationale Lieferfähigkeit. Sie erlaubt es, Bedarfe mehrerer Konzerngesellschaften zu bündeln und dadurch Mengenvorteile zu realisieren. Weitere Informationen enthält das Kapitel BESCHAFFUNG. MERKMALE UNSERES GESCHÄFTSMODELLSUnsere Kernkompetenzen sind die Planung sowie das Engineering von Produktionsprozessen und die Montage der dafür benötigten Maschinen und Anlagen. Unser Eigenfertigungsanteil ist relativ gering und deckt vor allem anspruchsvolle Kernprodukte sowie ausgewählte Standardkomponenten ab. Im Maschinenbau beträgt die FERTIGUNGSTIEFE rund 30 %, im Anlagenbau etwa 20 %. Daher sind Kapitalbindung und Fixkostenanteil bei Dürr vergleichsweise niedrig. Dies begünstigt die Rendite auf das eingesetzte Kapital und macht uns flexibler bei zyklischen Auftragsschwankungen. Im Anlagenbau benötigen wir allenfalls ein geringes Nettoumlaufvermögen (NET WORKING CAPITAL, NWC), zeitweise ist es sogar negativ. Das bedeutet, dass den Vorräten und Forderungen im Umlaufvermögen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in gleichem oder etwas höherem Umfang gegenüberstehen. Im Maschinenbau benötigen wir durchschnittlich rund 90 Tage, um unser Nettoumlaufvermögen in Umsatz umzuwandeln (Days Working Capital). Im Gesamtkonzern lag die NWC-Umschlagdauer zum Jahresende 2012 bei 15 Tagen und damit besser als der Zielkorridor von 20 bis 25 Tagen. Die geringe ANLAGENINTENSITÄT unseres Geschäfts bedeutet, dass auch der Investitionsbedarf entsprechend niedrig ist. Wichtiger als Sachanlagen ist das Know-how unserer Mitarbeiter. So können wir mit überschaubarem Kapitaleinsatz wachsen, zum Beispiel durch die Erschließung neuer Marktregionen oder technologisch anspruchsvoller Nachbar-Geschäftsfelder. Aufgrund unserer geringen Wertschöpfungstiefe erreicht der konsolidierte Materialaufwand des Konzerns 46,8 % des Umsatzes (einschließlich bezogener Dienstleistungen). Wir kalkulieren unsere Angebote überwiegend mit aktuellen Materialkosten und berücksichtigen dabei Preisschwankungen auf dem Beschaffungsmarkt. Im Maschinenbau kaufen wir vor allem Komponenten und Baugruppen zu. Ihre Preise sind üblicherweise weniger volatil als die von Rohstoffen und werden in Rahmenverträgen mittelfristig fixiert. Durch die weltweite Aufstellung des Konzerns ist unser Währungsrisiko verhältnismäßig gering. Ins Gewicht fallen hauptsächlich Translationseffekte, die bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro entstehen. Transaktionseffekte beim Warenexport spielen eine geringere Rolle: Unser Ausfuhranteil ist meist gering, da der Großteil unserer Wertschöpfung und des Einkaufs in den Ländern anfällt, in denen die Aufträge abgewickelt werden. Die Vorlaufzeit unserer Projekte beträgt in der Regel mehrere Monate, bei Großaufträgen ist sogar mit ein bis zwei Jahren für Planung und Vorbereitung zu rechnen. Dadurch verfügen wir über eine relativ gute Visibilität bezüglich unserer künftigen Umsatz-, Auslastungs- und Ertragssituation. STANDORTE UND ARBEITSTEILUNG IM KONZERNDie 51 Standorte des Konzerns garantieren weltweite Kundenähe. Immer wichtiger werden unsere Aktivitäten in den nachfragestarken Emerging Markets, zum Beispiel in Schanghai (China), São Paulo (Brasilien), Querétaro (Mexiko) sowie Chennai und Delhi (Indien). An diesen fünf Standorten arbeiten bereits über 2.100 fest angestellte Beschäftigte für Dürr. Eine Führungsrolle kommt den Standorten in Deutschland zu. Der Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen - die Zentrale des Konzerns - ist mit 1.812 Mitarbeitern die Drehscheibe für das internationale Geschäft der Unternehmensbereiche Paint and Assembly Systems, Application Technology und Clean Technology Systems. Der Standort Darmstadt (495 Mitarbeiter) steuert die Aktivitäten von Measuring and Process Systems und ist unser Kompetenzzentrum für AUSWUCHTTECHNIK. In den USA haben wir unsere Standortstruktur in den zurückliegenden Jahren bereinigt und Aktivitäten räumlich zusammengefasst. An den fünf US-Standorten, die schwerpunktmäßig im Großraum Detroit liegen, waren zum 31. Dezember 2012 647 Mitarbeiter beschäftigt. Durch Erweiterungen und Neubauten passen wir unsere Kapazitäten an das gestiegene Geschäftsvolumen an:
Die Gesamtausgaben für die Expansionsmaßnahmen im Konzern werden in den Jahren 2012 und 2013 voraussichtlich rund 50 Mio. € erreichen und vorwiegend in Form von Leasing- und Mietaufwendungen anfallen. Durch Konzernrichtlinien, Prozessvorgaben und eine durchgängige IT-Architektur ist im Dürr-Verbund klar geregelt, wie die Konzerngesellschaften bei länderübergreifenden Systemprojekten im Anlagenbau kooperieren. Die Projektführerschaft bei Großaufträgen im Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems übernimmt stets das System Center Bietigheim-Bissingen. Die Auslandsgesellschaften sind für Vertrieb und Service vor Ort zuständig und unterstützen die Auftragsabwicklung, zum Beispiel durch ENGINEERING-, Einkaufs- und Fertigungsleistungen. Auch im Maschinenbaugeschäft werden unsere internationalen Aktivitäten weitestgehend von den deutschen Hauptstandorten gesteuert und unterstützt. 2.5 / WESENTLICHE DÜRR-STANDORTE![]()
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Standort mit Fertigung oder Montage Die weiteren Standorte nehmen vor allem Vertriebs- und Service-Funktionen wahr. BERICHT ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN (ABHÄNGIGKEITSBERICHT)Der Vorstand der Dürr AG hat gemäß § 312 Aktiengesetz einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und darin folgende Schlusserklärung abgegeben: "Unsere Gesellschaft sowie die mit unserer Gesellschaft verbundenen Unternehmen erhielten bei jedem im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen Umstände zugrunde, die uns im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren." ANGABEN GEMÄSS §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS. 4 HGB
Unternehmensspezifische Frühindikatoren2.6 / VERÄNDERUNG VON AUTOMOBILPRODUKTION UND BRUTTOINLANDSPRODUKT (WELTWEIT) Veränderung gegenüber Vorjahr, in %![]() Quelle: OECD , eigene Schätzungen Zur Unternehmenssteuerung nutzen wir verschiedene Frühindikatoren, die für den Maschinen- und Anlagenbau relevant sind. Vier Indikatortypen sind zu unterscheiden:
Wirtschaftliche und rechtliche EinflussfaktorenEntscheidend für den Absatz unserer Systeme, Produkte und Dienstleistungen ist das Investitionsverhalten der Automobilindustrie und anderer Branchen. Den Investitionsentscheidungen unserer Kunden liegt die Analyse von Einnahmen, Erträgen, Produktion und Auslastung zugrunde, ferner ihre langfristigen Absatzerwartungen und strategischen Ziele. Die Emerging Markets, auf die 55 % unseres Auftragseingangs entfallen, sind besonders wichtig für unsere Geschäftsentwicklung. Die Nachfrage wird dort von zwei Faktoren getrieben: dem weiteren Ausbau der Automobil-Produktionskapazitäten und dem Wettlauf der Fahrzeughersteller um Marktanteile. In Nordamerika wächst der Automobilmarkt stärker als erwartet, was die Nachfrage nach Werkerweiterungen und -modernisierungen stimuliert. In Deutschland sind Flexibilität, Produktivität und Energieeffizienz die wichtigsten Investitionsmotive der Automobilhersteller, vor allem bei der Modernisierung bestehender Fabriken. In den anderen westeuropäischen Ländern dürfte die Branche ihre Investitionen infolge der schwachen Konjunktur weiterhin begrenzen, gezielte Projekte zur Steigerung der Produktionseffizienz sind jedoch auch hier zu erwarten. Ein wichtiges Kriterium für unsere Geschäftsentwicklung ist das Wachstumstempo der Weltwirtschaft. Im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre stieg die Weltautomobilproduktion um den Faktor 1,3 stärker als das weltweite Bruttoinlandsprodukt. Zu Beginn der 2000er-Jahre fiel dieser Wert niedriger aus, da der Anteil der Emerging Markets an der Weltautomobilproduktion geringer war. In den kommenden vier Jahren ist mit einer Zunahme der weltweiten Automobilproduktion um rund 20 Millionen Einheiten zu rechnen. Rechnerisch werden dafür 80 bis 100 zusätzliche Automobilwerke benötigt. Neben dem Bau neuer Automobilwerke wird die Modernisierung bestehender Anlagen als Nachfragefaktor immer wichtiger. Nach unseren Erkenntnissen ist weltweit die Hälfte der rund 470 Automobilfabriken älter als 20 Jahre. In der Regel müssen Produktionsanlagen aber spätestens nach 20 Jahren grundlegend modernisiert werden, sofern dies zuvor nicht schrittweise geschah. Durch die technologische Weiterentwicklung unserer Produkte in den vergangenen Jahren hat sich die Wirtschaftlichkeit von Modernisierungsinvestitionen erhöht. Die Entwicklung von Löhnen und Gehältern hat eine hohe Bedeutung für uns, da 19,9 % des Umsatzes auf Personalkosten entfallen (476,4 Mio. €). Im Jahr 2013 gehen wir für den Gesamtkonzern von einer Zunahme der Lohnsumme um rund 10 % aus. Dem liegt zum einen der Anstieg der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl um voraussichtlich 6 % im Jahr 2013 zugrunde. Zum anderen steigen Löhne und Gehälter in den Emerging Markets stärker als in den etablierten Märkten. Auch die Materialkosten, die 46,8 % des Umsatzes betragen, wirken sich auf den wirtschaftlichen Erfolg aus. Die Effekte von Wechselkursschwankungen auf Umsatz und Ergebnis sind überschaubar, wie die Sensitivitätsanalyse unter TEXTZIFFER 39 im Anhang zum Konzernabschluss zeigt. Rechtliche und steuerliche Regelungen können unser Geschäft spürbar beeinflussen. Beispiele sind Produktsicherheits- und Produkthaftungsgesetze, bau-, umwelt- und beschäftigungsrechtliche Normen sowie das Außenhandels- und Patentrecht. Einschränkungen beim grenzüberschreitenden Transfer flüssiger Mittel wirken sich auf unser Cash-Pooling-System aus (siehe Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG). In Ländern, in denen keine Teilnahme am Cash Pooling möglich ist, müssen wir Cash-Bestände vorhalten. Die umweltrechtliche Regulierung nimmt vor allem in den Emerging Markets zu. Um dieser Entwicklung zu entsprechen, investieren Kunden verstärkt in verbrauchs- und emissionsarme Maschinen und Anlagen. Dadurch wird Nachhaltigkeit zu einem immer wichtigeren Faktor für unsere Umsatz- und Ertragsentwicklung. Da wir unsere Produktentwicklung schon seit Jahren daran ausrichten, sind Dürr-Anlagen verbrauchs- und emissionsärmer als viele Wettbewerbsprodukte. Das Auftragsvolumen, das wir im Jahr 2012 aufgrund dieses Vorteils erhielten, schätzen wir auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Damit leistet das Geschäft mit nachhaltigen Technologien im laufenden Jahr einen signifikanten Ergebnisbeitrag. Den Anspruch, unsere Kunden mit verbrauchs- und materialeffizienten Technologien zu unterstützen, bringt auch unser Claim "Leading in Production Efficiency" zum Ausdruck. Corporate-Governance-BerichtDürr bekennt sich zu den Prinzipien und Zielen einer guten Corporate Governance. Wir sind der festen Überzeugung, dass nachhaltige Wertsteigerung nur möglich ist, wenn das Unternehmen im Einklang mit den relevanten Rechtsvorgaben und Selbstverpflichtungen geleitet und überwacht wird. Gute Corporate Governance schafft Transparenz und trägt dazu bei, das Vertrauen von Investoren, Geschäftspartnern und Kunden sowie Mitarbeitern und Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Wir verstehen Corporate Governance als praxisnahes System, das wir kontinuierlich an neue Anforderungen anpassen. Den Schwerpunkt dieses Prozesses bildeten im Jahr 2012 die Weiterentwicklung unseres Compliance-Management-Systems und dessen Verankerung im Bewusstsein der Führungskräfte und Mitarbeiter. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Kapiteln NACHHALTIGKEIT und RISIKOBERICHT. CORPORATE GOVERNANCE KODEX: ANPASSUNGEN BERÜCKSICHTIGTDie neue Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex (veröffentlich am 15. Juni 2012) enthält einige materielle Anpassungen, zum Beispiel in puncto Unabhängigkeit und Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder. Wir haben uns intensiv mit dem aktuellen Wortlaut des Kodex auseinandergesetzt und begrüßen ausdrücklich die neu in die Präambel aufgenommene Klarstellung, dass eine gut begründete Abweichung von einer Kodexempfehlung im Interesse einer guten Unternehmensführung liegen kann. Die Entsprechenserklärung, die am 12. Dezember 2012 durch die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand unterzeichnet wurde, legt offen, an welchen Stellen und weshalb wir von den Empfehlungen des Kodex abweichen. Die Erklärung bezieht sich für den Zeitraum 17. Dezember 2011 bis 14. Juni 2012 auf die alte Fassung des Kodex und ab dem 15. Juni 2012 auf die neue Fassung. Den vollständigen Wortlaut finden Sie unter WWW.DURR.COM/DE/INVESTOR/CORPORATE-GOVERNANCE/ERKLAERUNG-ZUR-UNTERNEHMENSFUEHRUNG/ENTSPRECHENSERKLAERUNG. Unsere aktuelle Entsprechenserklärung enthält drei Abweichungen von den Kodexempfehlungen; den entsprechenden Auszug finden Sie im Folgenden. Die deutliche Mehrzahl der Kodexanregungen setzen wir um. AUSZUG AUS DER ENTSPRECHENSERKLÄRUNG VOM 12. DEZEMBER 2012 Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung (Ziffer 3.8 Absätze 2 und 3 Fassungen 2010 und 2012)Für die Mitglieder des Aufsichtsrats bestand und besteht eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt (Gruppenversicherung). Der Empfehlung in Ziffer 3.8 Absatz 3 i.V.m. Absatz 2 des Kodex wurde und wird daher nicht entsprochen. Die Einführung eines Selbstbehalts für Mitglieder des Aufsichtsrats ist nicht geplant, weil die Dürr AG nicht der Auffassung ist, dass das bereits hohe Engagement und das Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder des Aufsichtsrats durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts weiter gesteigert werden können. Zudem ist zu berücksichtigen, dass für die sechs Arbeitnehmervertreter des paritätisch besetzten Aufsichtsrats der Dürr AG die persönliche Versicherung des verbleibenden Restrisikos (in Höhe des Selbstbehalts) auf eigene Kosten unverhältnismäßig teuer wäre. Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats, Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 Fassungen 2010 und 2012)Den Empfehlungen in Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 des Kodex wird nicht entsprochen. Nach Auffassung des Aufsichtsrats geht mit der Benennung und Veröffentlichung konkreter Ziele für seine Zusammensetzung und deren regelmäßiger Anpassung ein nicht unerheblicher Aufwand einher, der mit Blick auf die Größe des Aufsichtsrats und die nochmals gestiegene Arbeitsbelastung des Gremiums aufgrund gesetzlicher Neuerungen nicht mehr gerechtfertigt erscheint. Außerdem ginge mit der Festsetzung starrer Ziele die Möglichkeit verloren, herausragende Persönlichkeiten, die nicht in den gesteckten Rahmen passen, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen. Der Aufsichtsrat wird sich deshalb jeweils erst im Vorfeld der Beschlussfassung über seine Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern mit der gewünschten Zusammensetzung des Gremiums befassen. Dabei wird er auch andere als die in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex benannten Kriterien berücksichtigen. Im Zeitpunkt dieser Erklärung verfügt der Aufsichtsrat über ein weibliches Mitglied und über mehrere Mitglieder, die fundierte Auslandserfahrung mitbringen. Eine Altersgrenze, wie sie Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex fordert, ist für Mitglieder des Aufsichtsrats nicht vorgesehen, weil nach Auffassung der Dürr AG die Leistungsfähigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nicht vom Erreichen einer unflexiblen Altersgrenze abhängig ist. Darüber hinaus wird sich die Dürr AG auch in Zukunft nicht pauschal auf eine Altersgrenze festlegen, weil die Gesellschaft hierdurch der Möglichkeit beraubt würde, herausragend geeignete Persönlichkeiten, die diese Altersgrenze bereits überschritten haben oder während der Laufzeit ihres Mandats überschreiten werden, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen. Variable Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.6 Absatz 2 Satz 2 Fassung 2012)Die variable Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats, die sich am Konzernergebnis vor Steuern (EBT) orientiert, hat sich bewährt. Dürr möchte dem allgemeinen Trend, die variablen Vergütungsbestandteile in eine fixe Vergütung umzuwandeln, nicht folgen. In der Anerkennung einer erfolgreichen Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr in Verbindung mit einer Begrenzung der variablen Vergütung auf einen vernünftigen Höchstbetrag sieht Dürr ein geeignetes variables Vergütungsinstrument. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.6 Absatz 2 Satz 2 des Kodex (Fassung 2012) wurde und wird daher seit dem 15. Juni 2012 nicht entsprochen. WEITERE ANGABEN ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG BEI DÜRR1VORSTAND UND AUFSICHTSRATAls Leitungsorgan führt der Vorstand der Dürr AG die Geschäfte, bestimmt die Strategie und setzt sie in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat um. In seiner Arbeit ist er dem Interesse und den geschäftspolitischen Grundsätzen des Unternehmens verpflichtet. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über Geschäftsverlauf, Strategie und Risiken. Den Rahmen für seine Arbeit setzt eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung, die Ressortzuständigkeiten im Vorstand, Modalitäten der Beschlussfassung und weitere Aspekte regelt. Der Aufsichtsrat der Dürr AG berät und überwacht den Vorstand. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich paritätisch aus zwölf Mitgliedern zusammen. Die sechs Vertreter der Anteilseigner werden von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt, die sechs Arbeitnehmervertreter werden von den Mitarbeitern der deutschen Dürr-Standorte gewählt. Herrscht bei Abstimmungen im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, zählt das Votum des Vorsitzenden doppelt. Der Aufsichtsrat kann eilbedürftige Beschlüsse auch in einem schriftlichen Umlaufverfahren fassen. Diese Möglichkeit wurde im Jahr 2012 nicht in Anspruch genommen. Die Aufsichtsratswahlen finden turnusgemäß alle fünf Jahre statt, zuletzt wurde im Jahr 2011 gewählt. Scheidet ein Mitglied des Aufsichtsrats vor Ende seiner Amtszeit aus, wird gerichtlich ein Nachfolger bestellt, sofern kein bereits gewähltes Ersatzmitglied zur Verfügung steht. Gerichtlich bestellte Aufsichtsratsmitglieder müssen auf der folgenden Hauptversammlung beziehungsweise bei der nächsten Wahl durch die Arbeitnehmer kandidieren. Der Aufsichtsrat der Dürr AG hat aus seiner Mitte vier Ausschüsse gebildet. Sie erörtern Spezialthemen und bereiten Beschlüsse vor. Die Ausschussvorsitzenden informieren das Plenum anschließend über die Arbeitsergebnisse.
Außer dem Nominierungsausschuss, dem drei Vertreter der Anteilseigner angehören, setzen sich alle Ausschüsse paritätisch aus vier Mitgliedern zusammen. HAUPTVERSAMMLUNGAuf der Hauptversammlung haben die Aktionäre Gelegenheit zur Generaldebatte mit Vorstand und Aufsichtsrat und können ihr Stimmrecht ausüben. Über die Beschlussanträge - etwa zu Gewinnverwendung und Kapitalmaßnahmen - informiert die Tagesordnung, die vom Unternehmen fristgerecht vor der Hauptversammlung zu versenden ist. Den Vorsitz auf der Hauptversammlung führt der Aufsichtsratsvorsitzende. Er berichtet den Aktionären über die Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im zurückliegenden Geschäftsjahr. TRANSPARENZUnsere externe Kommunikation informiert die Öffentlichkeit umfassend, konsistent und zeitnah über Dürr. Zahlen und Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung bieten der Geschäftsbericht, die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte sowie Pressemitteilungen und Ad-hoc-Meldungen, bei besonders wichtigen Neuigkeiten laden wir zu Presse- und Telefonkonferenzen ein. Alle Mitteilungen, Berichte und Präsentationen stehen unter WWW.DURR.DE zum Download bereit. Fragen werden von unserer Investor-Relations- und Presseabteilung beantwortet. RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNGSeit dem Jahr 2003 erstellen wir unsere Konzernabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die Abschlussprüfung nimmt seit mehreren Jahren die Ernst & Young GmbH vor, die auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung bestellt wird. Sie prüft den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss, bevor dieser vom Aufsichtsrat geprüft, gebilligt und spätestens 90 Tage nach dem Bilanzstichtag veröffentlicht wird. Gemäß Ziffer 7.2.3 des Corporate Governance Kodex informiert der Abschlussprüfer den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich, falls er bei der Prüfung Erkenntnisse erlangt, die für die Arbeit des Aufsichtsrats wesentlich sind. Auch eventuelle Abweichungen von der Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz soll der Prüfer dem Aufsichtsrat mitteilen. Bevor das Prüfungsmandat erteilt wird, versichert der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat seine Unabhängigkeit. 2.7 / GESCHÄFTSVERTEILUNG IM VORSTANDscroll
STEUERUNGSGRÖSSEN, KONTROLLSYSTEM, INSIDERVERZEICHNISEBIT, operativer Cashflow, FREE CASHFLOW und ROCE sind unsere wichtigsten Kennzahlen für die Unternehmenssteuerung. Die im Jahr 2012 erzielten Werte sowie Informationen zur Berechnung finden sich im Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG. Wir haben ein umfassendes Risikomanagementsystem etabliert, das genau auf die 15 spezifischen Risikofelder des Dürr-Konzerns abgestimmt ist. Es umfasst auch das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess (IKS). Ausführliche Informationen enthält das Kapitel RISIKOBERICHT. Das Insiderverzeichnis, das gemäß § 15b Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) anzulegen ist, wird regelmäßig gepflegt und auf Vollständigkeit überprüft. Die darin eingetragenen Personen wurden über die gesetzlichen Pflichten und Sanktionen informiert. ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT BEI DÜRRDer Vorstand der Dürr AG besteht aus zwei Mitgliedern. Dies gewährleistet schnelle und effiziente Kommunikations-, Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse. Der Vorstand arbeitet eng mit dem Management der Unternehmens- und Geschäftsbereiche sowie den Fachabteilungen der Dürr AG zusammen. Der Vorstandsvorsitzende Ralf W. Dieter leitet verschiedene Zentralfunktionen sowie die Unternehmensbereiche Paint and Assembly Systems, Application Technology und Measuring and Process Systems, dabei stimmt er sich intensiv mit den Leitern der Geschäftsbereiche ab. Er steht an der Spitze des Vertriebs und vertritt Dürr auf den Entscheidungsebenen der Kunden. Finanzvorstand Ralph Heuwing verantwortet neben dem Finanzbereich und weiteren Zentralfunktionen auch den Unternehmensbereich Clean Technology Systems. Eine komplette Übersicht zur Geschäftsverteilung im Vorstand bietet Tabelle 2.7. Auf Konzernebene gibt es bei Dürr zwei internationale Führungskreise: Dem obersten Führungskreis (Dürr Management Board) gehören neben dem Vorstand die Leiter und Finanzverantwortlichen der Geschäftsbereiche sowie weitere Führungskräfte an. Die weiter gefasste Senior Management Group setzt sich aus den Geschäftsführern und Führungskräften der Konzerngesellschaften und der Dürr AG zusammen. 2.8 / MELDEPFLICHTIGE TRANSAKTIONEN MIT DÜRR-AKTIEN IM JAHR 2012scroll
KONTROLLENach § 6 der Satzung der Dürr AG bestimmt der Aufsichtsrat Größe und Besetzung des Vorstands. Die vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand enthält einen Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte und einen Geschäftsverteilungsplan. In den Aufsichtsratssitzungen nimmt der Vorstand schriftlich und mündlich zu den einzelnen Tagesordnungspunkten Stellung und beantwortet Fragen. Die konkreten Beschlussanträge für den Aufsichtsrat werden den Mitgliedern mindestens eine Woche vor der Sitzung zusammen mit einer ausführlichen Unterlage in schriftlicher Form zugestellt. Am Sitzungstag finden im Allgemeinen zunächst getrennte Vorgespräche der Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter statt, dabei steht der Vorstand für Erläuterungen zur Verfügung. Auch außerhalb der Sitzungen tauscht sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstand aus. AKTIENBESITZ UND DIRECTORS' DEALINGSDer Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Dürr ist Mehrheitsgesellschafter der Heinz Dürr GmbH, die zusammen mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH 29,97 % der Anteile an der Dürr AG hält (31.12.2012). Weitere 0,1 % der Aktien sind im Besitz anderer Mitglieder des Aufsichtsrats. Der Vorstand der Dürr AG verfügt in Summe über 1,0 % der Anteile an der Dürr AG, auf Ralf W. Dieter entfallen 0,4 %, auf Ralph Heuwing 0,6 %. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte veröffentlichen wir gemäß § 15a WpHG umgehend nach Eingang der Mitteilung unter WWW.DURR.DE. Eine Übersicht über die Directors' Dealings im Jahr 2012 bietet Tabelle 2.8. Der Erlös aus den beiden Verkaufstransaktionen von Finanzvorstand Ralph Heuwing wurde überwiegend zur Tilgung eines Darlehens verwendet, das die Heinz Dürr GmbH zum Aktienkauf gewährt hatte. VERGÜTUNGSBERICHTNeben den folgenden Angaben enthält TEXTZIFFER 41 des Anhangs zum Konzernabschluss weitere Informationen zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat. Sie sind ausdrücklicher Bestandteil dieses Vergütungsberichts. NEBENTÄTIGKEITENDie Mitglieder des Vorstands halten keine wesentlichen Beteiligungen an anderen Unternehmen und üben außer den Mandaten, die unter TEXTZIFFER 41 des Anhangs zum Konzernabschluss genannt sind, keine weiteren Nebentätigkeiten aus. VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN VORSTANDDer Personalausschuss des Aufsichtsrats überprüft das Vergütungssystem für den Vorstand regelmäßig und erarbeitet gegebenenfalls Empfehlungen für dessen Weiterentwicklung. Der Aufsichtsrat wägt diese Vorschläge sorgfältig ab und fasst auf dieser Basis seine Beschlüsse. Die Angemessenheit der Vorstandsvergütung wird anhand mehrerer Kriterien beurteilt, zu ihnen gehören die Aufgaben des Gesamtvorstands und der Einzelmitglieder, die persönliche Leistung, das wirtschaftliche Umfeld sowie der nachhaltige Erfolg und die Perspektiven des Unternehmens. Darüber hinaus berücksichtigt der Aufsichtsrat, wie sich die Vorstandsvergütung in anderen Unternehmen entwickelt. Im Jahr 2010 hat der Aufsichtsrat das Vergütungssystem für den Vorstand an die Vorgaben des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsbezüge (VorstAG) angepasst. Seither sind in den Verträgen beider Vorstandsmitglieder so genannte Long Term und Short Term Incentives berücksichtigt, also langfristige und kurzfristige erfolgsabhängige Vergütungskomponenten. Zudem ist ein Selbstbehalt bei der Versicherung für Haftungsfälle (D&O-Versicherung) vereinbart, wie ihn das VorstAG vorschreibt. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat keine Veränderungen am Vergütungssystem für den Vorstand vorgenommen. Der Gesamtvergütungsaufwand für den Vorstand belief sich im Jahr 2012 auf 7.355 Tsd. € (Vorjahr: 4.560 Tsd. €). Frühere Vorstandsmitglieder erhielten Pensionsbezüge in Höhe von 836 Tsd. € (Vorjahr: 928 Tsd. €). Die Vorstandsvergütung setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Zur erfolgsunabhängigen Vergütung zählen das feste Jahresgehalt (Fixum), das in gleichen monatlichen Raten ausgezahlt wird, sowie die sonstigen Vergütungen. Letztere bestehen aus der Dienstwagennutzung und den Beiträgen zur Risikolebensversicherung, beides wird von Dürr versteuert. Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus den Long Term und Short Term Incentives zusammen; außerdem sind Sondervergütungen möglich. Das Short Term Incentive (STI) besteht aus einem vereinbarten Anteil des Konzernergebnisses vor Steuern (EBT) eines jeden Geschäftsjahres, wobei der Auszahlungsbetrag eine Höchstgrenze (Cap) nicht überschreiten darf. Die Vergütung aus dem Long-Term-Incentive-Programm (LTI) basiert auf der Kursentwicklung der Dürr-Aktie und der durchschnittlichen EBIT-Marge des Konzerns während der dreijährigen LTI-Laufzeit. Für das rollierende LTI-Programm wird pro Jahr eine festgelegte Anzahl an virtuellen Dürr-Aktien ausgegeben, so genannte Performance Share Units. Im Jahr 2012 erhielt Ralf W. Dieter 25.000 und Ralph Heuwing 21.500 Performance Share Units (Vorjahr: 25.000 und 21.500). Der Auszahlungsbetrag am Ende der dreijährigen LTI-Laufzeit ergibt sich aus der Multiplikation der Anzahl der Performance Share Units mit einem Aktienkurs-Multiplikator und einem EBIT-Multiplikator. Die Höhe des Aktienkurs-Multiplikators entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Dürr-Aktie an den letzten 20 Börsentagen vor der ersten Hauptversammlung nach Ablauf der dreijährigen LTI-Laufzeit. Der EBIT-Multiplikator bemisst sich nach der durchschnittlichen EBIT-Marge, die der Konzern während der dreijährigen LTI-Laufzeit erzielte. Für EBIT-Multiplikator, Aktienkurs-Multiplikator und LTI-Auszahlung sind Höchstgrenzen festgelegt. Während der Laufzeit des LTI-Programms müssen die Teilnehmer dauerhaft eine bestimmte Anzahl von Dürr-Aktien halten, die aus eigenen Mitteln finanziert werden. Der in Tabelle 2.9 gezeigte LTI-Aufwand beinhaltet die Beträge, die für die LTI-Tranchen in den Jahren 2010 bis 2012 anteilig zurückgestellt wurden. Für die Rückstellung wurden zwei Größen zugrunde gelegt: der durchschnittliche Schlusskurs der Dürr-Aktie an den 20 letzten Handelstagen im Dezember des jeweiligen Jahres sowie die geplante durchschnittliche EBIT-Marge für die jeweiligen LTI-Tranchenlaufzeiten. Die tatsächlichen LTI-Bezüge können, je nach weiterer Entwicklung von Aktienkurs und EBIT, von den zurückgestellten Beträgen abweichen. Die Abschlusszahlung aus der ersten LTI-Tranche, die im Jahr 2010 für den Vorstand aufgelegt wurde, ist nach der Hauptversammlung 2013 fällig. Im Jahr 2011 erhielt der Vorstand auf diese Tranche eine Abschlagszahlung von 325 Tsd. €, die mit der nun anstehenden Abschlusszahlung für die erste Tranche verrechnet wird. Eine weitere Abschlagszahlung über 560 Tsd. € wurde im Jahr 2012 geleistet, diese wird mit der späteren Abschlusszahlung für die zweite Tranche verrechnet. Die dritte LTI-Tranche für den Vorstand wurde im Geschäftsjahr 2012 aufgelegt und hat eine Laufzeit von 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2014. 2.9 / VERGÜTUNGSAUFWAND FÜR DEN VORSTAND 2012scroll
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Sachbezüge, Zuschüsse zu Versicherungen etc. 2.10 / VERGÜTUNGSAUFWAND FÜR DEN VORSTAND 2011scroll
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Sachbezüge, Zuschüsse zu Versicherungen etc. Auch bei der STI-Vergütung sind Abschlagszahlungen möglich. Diese werden mit der STI-Abschlusszahlung verrechnet, die nach Feststellung des Konzernabschlusses für das betreffende Geschäftsjahr fällig wird. Im Geschäftsjahr 2012 erhielt der Vorstand eine STI-Abschlagszahlung von 1.500 Tsd. € (Vorjahr: 1.175 Tsd. €). Neben dem Vorstand können sich auch die 16 weiteren Mitglieder des obersten Führungskreises des Konzerns (Dürr Management Board) an unserem LTI-Programm beteiligen. Auch sie müssen dazu eine individuell definierte Anzahl von Dürr-Aktien kaufen und während der Teilnahmedauer halten. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, mit den Vorstandsmitgliedern Ziele zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns zu vereinbaren und bei erfolgreicher Umsetzung eine zusätzliche Sondervergütung zu gewähren. Auch für außerordentliche Leistungen und Erfolge eines Vorstandsmitglieds ist eine Sondervergütung möglich. Einen weiteren Vergütungsbestandteil bildet der arbeitgeberfinanzierte Beitrag für die Altersversorgung, der in unser "VORaB"-Programm ("Vorsorge aus Bruttogehalt") einbezahlt wird. VORaB ist ein betriebliches Altersvorsorgeinstrument, das in Form einer aufgeschobenen Vergütung als rückgedeckte Pensionszusage ausgestaltet ist. Ferner wurden für beide Mitglieder des Vorstands Unfall- und Risikolebensversicherungen abgeschlossen. Die Vorstandsverträge werden bei Dienstantritt zunächst für eine Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen. Bei Verlängerung des Vertragsverhältnisses wird meist die gesetzlich mögliche Verlängerung auf insgesamt fünf Jahre gewählt. Die Dienstverträge beider Vorstandsmitglieder haben eine Laufzeit von fünf Jahren. Der Vertrag von Ralf W. Dieter endet am 31. Dezember 2015. Im Mai 2011 hat der Aufsichtsrat den bis 14. Mai 2012 laufenden Dienstvertrag von Ralph Heuwing um fünf weitere Jahre bis 14. Mai 2017 verlängert. Im Fall einer Change of Control, also einer Übernahme von mehr als 50 % der Stimmrechte der Dürr AG, haben beide Vorstandsmitglieder eine Option auf Weiterbeschäftigung. Alternativ können sie ein Eigenkündigungsrecht ausüben, das ihnen die Möglichkeit verschafft, innerhalb von fünf Monaten nach Bekanntgabe der Übernahme ihr Amt niederzulegen und den Dienstvertrag zu kündigen. Bei Eigenkündigung besteht Anspruch auf maximal drei Jahresvergütungen - wie im Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Allerdings darf dabei nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergütet werden. VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN AUFSICHTSRATDie Vergütung des Aufsichtsrats regelt § 15 der Satzung der Dürr AG; den Text finden Sie auf WWW.DURR.DE unter Investor Relations/Corporate Governance/Satzung. Um das Vergütungssystem anzupassen, ist eine Satzungsänderung durch die Hauptversammlung erforderlich. Im Jahr 2012 beliefen sich die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats auf 986 Tsd. € (Vorjahr: 999 Tsd. €). Die individuelle Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in TEXTZIFFER 41 im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. Neben dem Ersatz ihrer Auslagen erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste Vergütung von 20.000 € jährlich sowie ein Sitzungsgeld von 1.000 € pro Sitzung. Wie bei allen Mitarbeitern im Inland ist auch für den Aufsichtsrat eine variable Vergütung vorgesehen. Pro Mitglied beträgt sie grundsätzlich 0,4 vom Tausend des Konzernergebnisses vor Steuern, darf aber 35.000 € nicht überschreiten. Die feste Vergütung wird am Ende des Geschäftsjahres ausgezahlt. Der Vorsitzende erhält das Dreifache, die stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache der Gesamtvergütung eines einfachen Mitglieds. Die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss wird mit 9.000 € pro Jahr vergütet, der Vorsitzende dieses Ausschusses bekommt das Zweifache. Die Vergütung für Mitglieder des Personalausschusses beträgt 5.000 € pro Jahr, der Vorsitzende erhält das Eineinhalbfache. Mitglieder des Nominierungsausschusses haben Anspruch auf 2.500 € pro Sitzung, im Falle des Vorsitzenden auf das Eineinhalbfache. Scheidet ein Mitglied unterjährig aus dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss aus, wird eine zeitanteilige Vergütung fällig. ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG FÜR WEITERE ANGESTELLTEAußertariflich bezahlte Mitarbeiter haben neben dem Jahresgrundgehalt Anspruch auf eine erfolgsabhängige Tantieme. Der Betrag richtet sich nach dem Konzernergebnis und dem Grad der individuellen Zielerreichung. Meist beträgt die Tantieme zwischen 5 und 10 % des Grundgehalts, bei Führungskräften ist der variable Anteil höher. Die tariflich bezahlten Mitarbeiter in Deutschland erhalten eine Erfolgsbeteiligung, wenn das Konzernergebnis einen zuvor mit dem Betriebsrat vereinbarten Wert übersteigt. Die Erfolgsbeteiligung für das Jahr 2012 beträgt 2.000 €, hinzu kommt eine Sonderprämie von 500 € für die besondere Arbeitsbelastung. Bezugsberechtigt für beide Zahlungen sind alle Vollzeit-Tarifmitarbeiter an den deutschen Standorten. Strategie"DÜRR 2015": WACHSTUM, OPTIMIERUNG, NEUE GESCHÄFTSFELDERMit einer EBIT-Marge von 7,4 % haben wir im Geschäftsjahr 2012 den strategischen Zielwert von 6 % übertroffen. Der ROCE erreichte mit 43,9 % ein Spitzenniveau. Entsprechend haben wir neue Ziele formuliert:
Beim Umsatz streben wir weiterhin ein durchschnittliches Wachstum von 5 bis 10 % in den kommenden Jahren an. Von 2010 bis 2012 erreichten wir deutlich höhere Zuwachsraten, da wir von Aufholeffekten nach der Krise von 2008/2009 profitierten, die sich naturgemäß nicht fortschreiben lassen. Die Strategie "Dürr 2015", mit der wir die genannten Kennzahlenziele erreichen wollen, knüpft an die erfolgreiche Strategie "Dürr 2010" an, setzt in einigen Bereichen aber neue Akzente. Ihre Hauptstoßrichtungen sind Wachstum, Optimierung und die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Die konkreten Maßnahmen, die den drei Stoßrichtungen zugeordnet sind, stellen wir im Folgenden dar. WACHSTUMUm profitabel zu wachsen, setzen wir auf vier Bereiche: 1. AUSBAU DES KERNGESCHÄFTS IN DEN EMERGING MARKETSIn den Emerging Markets bieten sich nachhaltig gute Wachstumschancen. Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien werden ihr Bruttoinlandsprodukt weiterhin kräftig steigern. Auch die Perspektiven für den Automobilabsatz sind günstig. Die Automobildichte ist noch immer sehr gering, während zunehmender Wohlstand den Wunsch nach individueller Mobilität verstärkt. Von 2012 bis 2017 wird die Weltautomobilproduktion Prognosen zufolge um rund 23 Millionen Einheiten steigen. Rund drei Viertel davon werden voraussichtlich auf die Emerging Markets entfallen. Wir haben gute Voraussetzungen, um überdurchschnittlich von den Wachstumspotenzialen in den Emerging Markets zu profitieren. 33 % unserer Belegschaft sind dort beschäftigt, wir sind in den lokalen Märkten seit vielen Jahren etabliert und bieten vor Ort ein breites Leistungsspektrum. Diese starke Position werden wir weiter verbessern, indem wir zusätzliche Kapazitäten und Kompetenzen aufbauen und die gesamte Konzernorganisation noch konsequenter an den Anforderungen der Emerging Markets ausrichten (siehe Absatz "Optimierung"). Neben den gut erschlossenen BRIC-Märkten und Mexiko richten wir den Fokus auch auf die zukünftigen Wachstumsmärkte Südostasien und - mit langfristiger Perspektive - Afrika. In Thailand haben wir im Jahr 2012 eine neue Konzerngesellschaft gegründet, in Südafrika planen wir den Bezug eines neuen Standorts. 2.11 / ENTWICKLUNG DER STRATEGISCHEN SCHWERPUNKTE 2005 BIS 2015![]() 2. BUY-AND-BUILD-AKQUISITIONENSeit dem Jahr 2009 haben wir verschiedene Akquisitionen getätigt, um Geschäftsfelder mit guten Perspektiven für profitables Wachstum zu erschließen. Diesen Kurs werden wir fortsetzen, Informationen zur Akquisitionsfinanzierung finden Sie im Kapitel PROGNOSEBERICHT. Unserer Akquisitionsstrategie liegen folgende Leitlinien zugrunde:
2.12 / GLOBALE AUTOMOBILPRODUKTION Millionen Einheiten![]() Quelle: PwC 01/2013 Unsere bisherigen Akquisitionen haben wir in folgenden Geschäftsfeldern vorgenommen:
Über unsere Akquisitionen im Bereich Energieeffizienz informiert der Absatz "Neue Geschäftsfelder: Clean Technology Systems" in diesem Kapitel. Bitte beachten Sie auch die entsprechenden Informationen im Kapitel ORGANISATION UND TÄTIGKEITSBEREICHE. 3. SERVICE UND MODERNISIERUNGDurch das hohe Geschäftsvolumen der vergangenen drei Jahre hat sich unsere installierte Basis nochmals deutlich vergrößert. Zum Beispiel stieg die Anzahl der Dürr-Roboter im Markt von knapp 4.400 Ende 2009 auf 7.300 Ende 2012. Auch in den anderen Geschäftsbereichen gab es hohe Zuwächse im Anlagenbestand. Mit der installierten Basis ist auch unser Service-Potenzial weiter gewachsen. Daher bestehen gute Voraussetzungen, um das Geschäft mit Modernisierungen, Ersatzteilen und anderen Dienstleistungen auszubauen. Bis 2015 wollen wir einen Service-Anteil am Umsatz von über 25 % erreichen. Im Jahr 2012 entfielen 21,1 % auf das Service-Geschäft. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr (23,2 %) resultiert aus dem überproportional starken Umsatzwachstum bei Neuanlagen und -maschinen. 2.13 / AUSBAU DER STAMMBELEGSCHAFT IN DEN EMERGING MARKETSscroll
Besonders hoch ist das zusätzliche Service-Potenzial in den Emerging Markets. In China, unserem größten Markt, resultieren zurzeit nur 5 % des Umsatzes aus dem Service, Indien liegt mit rund 12 % ebenfalls unter dem Konzerndurchschnitt. Bei der Modernisierung von Automobilfabriken sehen wir ebenfalls gute Wachstumsperspektiven. Vor allem in den etablierten Märkten Nordamerika und Westeuropa planen unsere Kunden verstärkt Modernisierungsprojekte, um die Produktionseffizienz älterer Werke zu erhöhen. In den USA kommt hinzu, dass die vorhandenen Fertigungskapazitäten angesichts der starken Automobilnachfrage vergrößert werden müssen. Die Produktinnovationen, die wir in den vergangenen Jahren auf den Markt gebracht haben, machen Modernisierungsinvestitionen wirtschaftlicher. 4. FOKUS AUF PRODUKTINNOVATIONDürr ist ein technologieorientiertes Unternehmen. Unsere Marktführerschaft basiert auf der Kompetenz, kontinuierlich Innovationen zu entwickeln, die unseren Kunden zu mehr Effizienz in der Produktion verhelfen. Wir haben die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Jahr 2012 um 26 % erhöht und planen für die nächsten Jahre weitere Zuwächse. Unsere F&E-Kapazitäten sind deutlich größer als bei unseren Wettbewerbern. Daher können wir neue Technologien schneller entwickeln und damit den Abstand zum Wettbewerb halten und ausbauen. Eine Übersicht zu aktuellen F&E-Trends und Innovationen finden Sie im Kapitel FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG. OPTIMIERUNGDie Anforderungen, die unser internationales Marktumfeld an uns stellt, verändern sich permanent. Darauf stellen wir uns ein, indem wir kontinuierlich unsere Geschäftsprozesse optimieren und die regionale Kapazitätsverteilung anpassen. Durch beides erschließen wir immer wieder Kostensenkungs- und Ertragspotenziale. 1. KAPAZITÄTSOPTIMIERUNGBei der regionalen Kapazitätssteuerung berücksichtigen wir neben der aktuellen Nachfrage auch die langfristige Entwicklung des Marktvolumens. In den vergangenen Jahren haben wir unsere Kapazitäten in den Emerging Markets stark ausgeweitet, aktuell beschäftigen wir dort 33 % unserer Mitarbeiter, Ende 2005 waren es lediglich 14 %. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir die Belegschaft in Brasilien besonders stark ausgebaut (+ 51 %). Zukünftig wird Südostasien eine immer wichtigere Rolle spielen. Eine Übersicht über den Aus- und Neubau diverser Standorte enthält das Kapitel ORGANISATION UND TÄTIGKEITSBEREICHE. 2. WELTWEITE PROZESSE/LOKALISIERUNGWir haben unsere Geschäftsprozesse in den vergangenen Jahren weltweit vereinheitlicht und dadurch die Effizienz in der internationalen Auftragsabwicklung erhöht. Zudem treiben wir die Lokalisierung von Produkten und Wertschöpfung weiter voran. Lokalisierung von Produkten: Mit unserem Local-Design-Ansatz entwickeln wir Maschinen und Anlagen, die sich speziell an den Anforderungen der Emerging Markets orientieren, zum Beispiel in puncto Komplexität, Automatisierung und Bedienung. In einigen Ländern, zum Beispiel in China, betreiben wir bereits eine gezielte lokale Produktentwicklung. Lokalisierung der Wertschöpfung: Da unsere Gesellschaften in den Emerging Markets immer wichtiger werden, erweitern wir systematisch ihr Kompetenzspektrum. Im Gegensatz zu anderen Maschinen- und Anlagenbauern betreiben wir nicht nur Vertriebs-, Service- und Produktionsniederlassungen, sondern sind auch in ENGINEERING, Projekt- und Baustellenmanagement lokal gut aufgestellt. Unsere Ressourcen in den Emerging Markets unterstützen auch die Projektabwicklung in anderen Teilen der Welt, was uns Kostenvorteile eröffnet. NEUE GESCHÄFTSFELDER: CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMSDer Anfang 2011 gegründete Unternehmensbereich Clean Technology Systems bündelt unsere Aktivitäten in der Umwelt- und Energieeffizienztechnik - ein Zukunftssektor, der weltweit an Bedeutung gewinnt. Wir werden dieses Geschäft in den kommenden Jahren stark ausbauen und zu einem neuen Standbein des Konzerns entwickeln. Für das Jahr 2015 streben wir einen Umsatz von mindestens 200 Mio. € an. Die Perspektiven dafür sind gut:
Dürr bringt alle Voraussetzungen mit, um vom weltweiten Trend zur Energieeffizienz zu profitieren. Wir verfügen neben der Fachkompetenz in den Bereichen Abluft und Abwärme auch über Erfahrung in Engineering und Projektmanagement. Durch unsere weltweite Präsenz können wir das stark wachsende Marktpotenzial für energieeffiziente Technologien gut erschließen, auch in China und anderen Emerging Markets. Durch Akquisitionen und Eigenentwicklungen bauen wir ein Produktportfolio auf, mit dem wir Kunden bei der energetischen Optimierung ihrer Produktion unterstützen können - unabhängig von Branche und Unternehmensgröße. Dabei konzentrieren wir uns auf unterschiedliche Technologien zur Nutzung von Wärme und Abwärme:
Unsere Aktivitäten in der Abluftreinigungstechnik bilden die Plattform für die Expansion im Energieeffizienzgeschäft. Sie stellen zum Beispiel Ressourcen in Vertrieb, Engineering, Projektmanagement und Vermarktung zur Verfügung. ABLUFTREINIGUNGSTECHNIK: POTENZIALE IN DEN EMERGING MARKETS UND NEUEN ANWENDUNGSFELDERNAuch in der Abluftreinigungstechnik bestehen gute Wachstumschancen: Zum einen bauen wir unsere Position in den Emerging Markets weiter aus; dort werden die Emissionsrichtlinien zunehmend verschärft. Zum anderen entwickeln wir Anwendungen für neue Einsatzbereiche. Ein Beispiel ist die VAM-RTO-Technik. Hier verbrennen unsere Anlagen Methangas in der Abluft von Steinkohlebergwerken (VAM: Ventilation Air Methane). Diese Technologie bietet mehrere Vorteile: Das extrem klimagefährdende Methan wird durch die kontrollierte Verbrennung unschädlich gemacht. Bei Ankopplung einer Dampfturbine kann Strom für den Minenbetrieb oder die Einspeisung in das Stromnetz gewonnen werden. In vielen Ländern lassen sich ferner Erträge aus Emissionszertifikaten erzielen. Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf 2012Wir beurteilen den Geschäftsverlauf im Jahr 2012 positiv. Umsatz und Ergebnis erreichten Höchstwerte, der Auftragseingang blieb nur knapp hinter dem Spitzenwert des Vorjahres zurück. Unsere ursprünglichen Ziele für alle drei Größen haben wir Ende Juni 2012 mit Blick auf das starke erste Halbjahr deutlich angehoben. Diese höheren Ziele konnten wir sogar leicht übertreffen, wie Tabelle 2.14 zeigt. Im Geschäftsjahr 2012 profitierten wir davon, dass viele Kunden stärker und stetiger investierten als zu Jahresbeginn erwartet. In der Automobilindustrie nahmen die Modernisierungsinvestitionen zu. Die Erweiterungsinvestitionen in China erreichten nach einem moderaten Start nahezu das hohe Vorjahresniveau, da die Automobilproduzenten Marktanteile sichern und am langfristigen Marktwachstum teilhaben wollen. Mit 2.596,8 Mio. € übertraf der Auftragseingang unser ursprüngliches Ziel um knapp 600 Mio. €. Damit lagen wir erneut klar über dem Niveau der Geschäftsjahre vor 2011. Der Umsatz erhöhte sich um 24,9 % auf 2.399,8 Mio. € und übertraf den zunächst erwarteten Wert von mindestens 2 Mrd. € deutlich. Die Kosten entwickelten sich insgesamt plangemäß. Personalkosten (+18 %), Materialkosten (+19 %) und Overhead-Kosten (+17 %) stiegen jeweils unterproportional zum Umsatz. Der EBIT-Anstieg auf 176,9 Mio. € basiert auf Degressionseffekten bei den Fixkosten und dem höheren Bruttoergebnis. Die EBIT-Marge erreichte mit 7,4 % ein erfreuliches Niveau, zu Jahresbeginn hatten wir 5,5 bis 6,0 % angepeilt. 2.14 / ZIELERREICHUNG KONZERN 2012scroll
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in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
(ohne Akquisitionen) 2.15 / ZIELERREICHUNG UNTERNEHMENSBEREICHE 2012scroll
Das Finanzergebnis fiel schwächer aus als zunächst geplant. Hauptgründe waren niedrige Anlagezinsen sowie Einmalbelastungen in Höhe von 6,5 Mio. €, die aus der vorgezogenen Abschreibung von Transaktionskosten für den Konsortialkredit und dem geringeren Abzinsungsfaktor für Langzeitarbeitskonten resultierten. Mit 24,6 % unterschritt die Steuerquote das bereits niedrige Vorjahresniveau, da wir zusätzliche aktive latente Steuern auf noch vorhandene steuerliche Verlustvorträge bilden konnten. Als Resultat stieg das Ergebnis nach Steuern um 73,3 % - und damit wesentlich stärker als erwartet - auf 111,4 Mio. €. Wie erwartet erreichte der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit mit 117,6 Mio. € nicht ganz den hohen Vorjahreswert. Dem starken Ergebnis- und Erlösanstieg stand ein Aufbau des NET WORKING CAPITAL gegenüber, der mit dem gestiegenen Geschäftsvolumen einherging. Der FREE CASHFLOW erreichte mit 65,9 Mio. € trotz höherer Investitions- und Zinsausgaben ein sehr zufriedenstellendes Niveau. Der NETTOFINANZSTATUS erhöhte sich auf 96,7 Mio. € (31.12.2012) und verbesserte sich damit zum sechsten Mal in Folge, was die Nachhaltigkeit unseres Entschuldungskurses belegt. Die flüssigen Mittel lagen zum Bilanzstichtag bei 349,3 Mio. € und damit - genauso wie der Nettofinanzstatus - über unseren Erwartungen. Die Investitionen (ohne Beteiligungen) wurden stark erhöht und erreichten 32,5 Mio. €. Sie flossen unter anderem in die Erweiterung von Standorten und Kapazitäten und tragen dem gestiegenen Auftragsvolumen Rechnung. UNTERNEHMENSBEREICHEDrei von vier Unternehmensbereichen haben ihre Umsatz- und Ergebnisziele im Jahr 2012 deutlich übertroffen. Paint and Assembly Systems erreichte mit 6,6 % eine unerwartet hohe EBIT-Marge, nachdem diese bereits im Vorjahr auf 4,6 % gestiegen war. Auch Application Technology konnte mit einer EBIT-Marge von 9,9 % erheblich zulegen (Vorjahr: 7,6 %). Dasselbe gilt für Measuring and Process Systems mit 8,9 % (Vorjahr: 5,7 %). Dort steuerte der margenstarke Geschäftsbereich Balancing and Assembly Products den Großteil des Ergebnisses bei, auch der Geschäftsbereich Cleaning and Filtration Systems erzielte eine weitere Ergebnisverbesserung. Im Unternehmensbereich Clean Technology Systems blieb das Ergebnis hinter dem Zielwert zurück, da vor allem im ersten Quartal Anlaufkosten im Geschäftsfeld Energieeffizienz anfielen. In den anderen drei Unternehmensbereichen bewegten sich die Funktionskosten in etwa auf dem Planniveau. Die Ziele der Unternehmensbereiche für 2013 und 2014 finden Sie im PROGNOSEBERICHT. GRÖSSEN DER UNTERNEHMENSSTEUERUNG IM SOLL-IST-VERGLEICHBei der Unternehmenssteuerung orientieren wir uns an vier übergeordneten Größen:
Wie Tabelle 2.14 zeigt, haben wir unsere EBIT-Zielmarge überschritten und den geplanten operativen Cashflow erreicht. Auch der FREE CASHFLOW bewegt sich auf einem zufriedenstellenden Niveau. Ein konkretes Ziel für die Rendite auf das eingesetzte Kapital hatten wir nicht formuliert, nachdem der ROCE im Vorjahr mit 28,4 % klar über den Planwert gestiegen war. 2012 erreichte der ROCE 43,9 %, damit lag er im internationalen Vergleich auf einem Spitzenniveau und deutlich über den Kapitalkosten. WESENTLICHE FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF URSÄCHLICHE EREIGNISSEWie im Vorjahr wurde unser Geschäftsverlauf von zwei übergeordneten Faktoren stimuliert: der starken Automobilnachfrage und den entsprechend hohen Investitionen der Automobilindustrie. Singuläre Ereignisse, die sich wesentlich auf den Geschäftsverlauf sowie die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns auswirkten, gab es nicht. Konjunktur und Branchenumfeld2012: ERHÖHTE KONJUNKTURELLE UNSICHERHEITEN2012 schwächte sich das weltwirtschaftliche Wachstum von Quartal zu Quartal ab. Unter dem Strich stand ein Plus von 2,9 %, was einem Rückgang von 0,9 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die konjunkturelle Entwicklung wurde zunehmend von der Schuldenkrise in der Eurozone belastet, wo die Wirtschaftsleistung um 0,5 % abnahm. Deutschland konnte dem negativen Umfeld zwar besser trotzen als viele europäische Nachbarn, verzeichnete aber dennoch nur ein geringes Wachstum von 0,8 %. Robuster zeigten sich die USA, wo das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 % zulegte und einige Frühindikatoren auf eine Fortsetzung des positiven Trends im laufenden Jahr hindeuten. Die japanische Wirtschaft erzielte nach der Erdbebenkatastrophe vom März 2011 ein basisbedingtes Plus von 1,6 %. Die meisten Schwellenländer - allen voran China - mussten im Jahr 2012 Abstriche hinnehmen, erreichten aber im zweiten Halbjahr beachtliche Wachstumsraten. Der Euro gab im Lauf des Jahres gegenüber anderen Leitwährungen etwas nach, wodurch die europäische Exportindustrie leichten Rückenwind erhielt. Die kurzfristigen Zinsen, die von den Notenbanken stark beeinflusst werden, blieben niedrig. Bei längerfristigen Anleihen gingen die Renditen weltweit zurück. Sogar die Anleihen südeuropäischer Staaten wurden wieder höher notiert, da die Konsolidierungsmaßnahmen der Regierungen und die klare Positionierung der Europäischen Zentralbank das Vertrauen der Investoren stärkten. Die Kapitalmärkte zeigten sich insbesondere im zweiten Halbjahr in guter Verfassung. 2.16 / WACHSTUM BRUTTOINLANDSPRODUKTscroll
Quelle: Deutsche Bank 12/2012 2.17 / DURCHSCHNITTLICHE WECHSELKURSEscroll
Quelle: Commerzbank 2.18 / PRODUKTION LIGHT VEHICLESscroll
Quellen: PwC 01/2013, eigene Schätzungen ÜBERRASCHEND STARKES PRODUKTIONSWACHSTUM IN DER AUTOMOBILINDUSTRIEDer weltweite Automobilabsatz entwickelte sich im Jahr 2012 wesentlich besser als das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen stieg um 5,9 % auf 79 Mio. Einheiten (Vorjahr: +4,3 %). In China fiel das Plus mit 7,2 % höher aus als im Vorjahr (+6,3 %). In Südostasien und Russland wurde die Automobilproduktion mit zweistelligen Wachstumsraten kräftig ausgeweitet. Auch in Nordamerika setzte sich der positive Trend mit einem Produktionszuwachs von 17,6 % fort (Vorjahr: +10,1 %). Dank der hohen Nachfrage waren die Automobilfabriken im Jahr 2012 mit Ausnahme Westeuropas gut ausgelastet. Bei vielen Herstellern führte dies zu steigenden Erträgen und Cashflows. Die japanischen Automobilproduzenten konnten ihre Ergebnisse nach der Erdbebenkatastrophe von 2011 erheblich steigern. WEITERE ZUWÄCHSE IN LUFTFAHRT UND FLUGZEUGINDUSTRIEIn der Luftfahrt wuchs das Passagieraufkommen im Jahr 2012 um rund 5 % und damit erneut stärker als die Weltwirtschaft. Trotz anhaltend hohen Kostendrucks beließen viele Airlines die Investitionen auf hohem Niveau, da sie angesichts des steigenden Luftverkehrsaufkommens zusätzliche Maschinen benötigen. Davon profitierte die Flugzeugindustrie: Airbus steigerte die Auslieferungen von 525 auf 588 Flugzeuge, Boeing von 483 auf 601. Noch höher als die Auslieferungen fielen bei beiden Herstellern die Neubestellungen aus. Flugzeugbauer aus China und Russland setzten ihren Expansionskurs im Jahr 2012 fort. Bei der Erschließung dieser Kunden ist unsere starke internationale Präsenz ein Vorteil. SCHWÄCHERE NACHFRAGE IM MASCHINEN- UND ANLAGENBAUNach dem starken Vorjahr verzeichnete die deutsche Investitionsgüterindustrie im Jahr 2012 einen Bestellrückgang von rund 2 %. Besonders in Europa nahmen die Ausrüstungsinvestitionen ab. Dennoch konnten viele Hersteller von Investitionsgütern die Ertragslage weiter verbessern, da der Umsatz angesichts hoher Auftragsbestände stieg. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) meldete für 2012 ein Produktionsplus von 2 %, das Produktionsvolumen erreichte mit 196 Mrd. € erstmals wieder den Spitzenwert aus dem Jahr 2008. GeschäftsverlaufIFRS UND AUSWEISPRAXISDie nachfolgenden Grafiken und Tabellen enthalten in der Regel IFRS-Werte für die Jahre 2010 bis 2012. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben seit 2004 im Wesentlichen unverändert, sie wurden lediglich der jeweils aktuellen Rechtslage angepasst. Das EBIT versteht sich als Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Beteiligungsergebnis. Die Behandlung der Zinsanteile bei den Pensionsrückstellungen wurde im Vorjahr an die branchenübliche Praxis angepasst. Daher werden die Zinsanteile seit dem Jahr 2011 nicht mehr in den Funktionskosten, sondern im Zinsergebnis ausgewiesen. Im vorliegenden Bericht wurde die neue Ausweispraxis für alle drei dargestellten Geschäftsjahre angewendet. Sie führte zu einem EBIT-Anstieg von 3,0 Mio. € im Jahr 2010 sowie von 2,5 Mio. € im Jahr 2011 und 2,8 Mio. € im Berichtsjahr. Zugleich sank das Zinsergebnis in allen drei Perioden um den jeweiligen Betrag. Änderungen der IFRS hatten im Geschäftsjahr 2012 keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der wirtschaftlichen Lage. Die IFRS räumen relativ wenige Wahlrechte ein, ihre Nutzung beeinflusst die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Dürr nur geringfügig. Wahlrechte existieren zum Beispiel bei Positionen wie Vorratsvermögen oder Sachanlagevermögen, die für Dürr von untergeordneter Bedeutung sind. Bei wichtigen Bilanzpositionen nehmen wir Wahlrechte so wahr, dass größtmögliche Bewertungskontinuität gewährleistet ist. Zum Beispiel werden Finanzinstrumente, soweit möglich, zu fortgeführten Anschaffungskosten und nicht zu Zeitwerten bilanziert. Im Geschäftsjahr 2012 haben wir sämtliche Wahlrechte unverändert wahrgenommen, sodass ein vollständiger Vergleich der Perioden 2010, 2011 und 2012 möglich ist. Der Einsatz bilanzpolitischer Maßnahmen hat bei Dürr kaum Einfluss auf die Darstellung der operativen Ertragslage. Zudem widerspricht er in vielen Fällen unserem Streben nach Kontinuität und periodenübergreifender Transparenz. AUFTRAGSEINGANG BEINAHE AUF VORJAHRESNIVEAUMit 2.596,8 Mio. € erreichte der Auftragseingang des Konzerns im Geschäftsjahr 2012 erneut ein sehr hohes Niveau. Im Vergleich zur Rekordmarke des Vorjahres betrug der Rückgang lediglich 3,3 %. Das Jahr 2011 war von außerordentlich hohen Bestellzuwächsen geprägt, da viele Kunden Investitionen nachholten, die sie in der Wirtschaftskrise von 2008/2009 zurückgestellt hatten. Auch im Jahr 2012 wurde das hohe Bestellvolumen vor allem von der Automobilindustrie getragen. Zwar investierte die Branche etwas weniger in Kapazitätserweiterungen, dafür steigerte sie die Modernisierungsinvestitionen für ältere Werke. Aufgrund des hohen Auftragsvolumens waren unsere Kapazitäten überwiegend zu mindestens 100 % ausgelastet, obwohl wir im Jahresverlauf weltweit über 800 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt haben. 2.19 / KONSOLIDIERTER AUFTRAGSEINGANG NACH ABSATZGEBIETEN![]() 2.20 / KONSOLIDIERTER AUFTRAGSEINGANG NACH QUARTALEN Mio. €![]() Aus den Emerging Markets (Mexiko, Brasilien, Osteuropa, Asien ohne Japan) erhielten wir Aufträge im Wert von 1.421,3 Mio. € und damit rund 19 % weniger als im Jahr 2011. Daraus errechnet sich ein Anteil von 55 % am Auftragseingang des Konzerns. Im Vorjahr lag die Emerging-Markets-Quote infolge zahlreicher Großaufträge bei 65 % (1.755,9 Mio. €). Die Marktdynamik in den Emerging Markets hat sich nach der vorübergehenden Abkühlung des ersten Halbjahres 2012 zuletzt wieder beschleunigt, für 2013 rechnen wir dort mit einem steigenden Vergabevolumen bei unseren Kunden. In Nord- und Südamerika verringerte sich der Auftragseingang gegenüber dem Jahr 2011 um 25 %. Dagegen nahm er in Europa (ohne Deutschland) um 26 % zu. Unter anderem erhielten wir den Zuschlag für Lackiertechnik-Großprojekte in Frankreich, Spanien und der Türkei. In Deutschland betrug das Orderplus 20 %, hier erhielten wir einen Großauftrag über den Bau einer energieeffizienten Lackiererei sowie zahlreiche Modernisierungsaufträge. In der ersten Jahreshälfte 2012 verzeichneten wir eine breite regionale Verteilung des Auftragseingangs. Im dritten und vierten Quartal lag der Schwerpunkt wieder auf den Emerging Markets und dort vor allem auf China. AUFTRAGSBESTAND ÜBER 2,3 MRD. €Auch 2012 übertraf der Auftragseingang den Umsatz, obwohl dieser um knapp 25 % zulegte. Daher stieg der Auftragsbestand zum Jahresende auf das hohe Niveau von 2.316,8 Mio. € (31.12.2011: 2.142,7 Mio. €). Rund die Hälfte davon entfiel auf Asien, wo wir in den vergangenen Jahren besonders hohe Auftragseingänge verzeichneten. Der Großteil unseres Service-Geschäfts, das 2012 auf 506,9 Mio. € wuchs, ist nicht im Auftragsbestand enthalten, da es sich meist um kurzfristige Aufträge handelt. Betrachtet man Auftragsbestand und kurzfristiges Service-Geschäft zusammen, scheint der für 2013 angestrebte Umsatz von 2,4 bis 2,6 Mrd. € gut erreichbar. Die rechnerische Reichweite des Auftragsbestands ist mit 11,6 Monaten komfortabel. Ende 2011 lag sie etwas höher (13,4 Monate), da die Umsatzbasis geringer war. Zwischen den Unternehmensbereichen bestehen sichtbare Unterschiede: Im Anlagenbaugeschäft von Paint and Assembly Systems ist die rechnerische Reichweite mit 15,4 Monaten wie üblich am höchsten (31.12.2011: 17,2 Monate). Bei Application Technology ist der Auftragsvorlauf mit 9,9 Monaten ebenfalls komfortabel (31.12.2011: 12,1 Monate). Measuring and Process Systems kommt auf 6,7 Monate (31.12.2011: 9,0 Monate), Clean Technology Systems auf 9,2 Monate (31.12.2011: 8,4 Monate). STARKES UMSATZWACHSTUM VON 25 %Infolge des hohen Auftragseingangs der Jahre 2011 und 2012 stieg der Umsatz um 24,9 % auf den Höchstwert von 2.399,8 Mio. €. Unterjährig legte der Umsatz nach einem soliden Jahresauftakt zu und fiel im vierten Quartal am höchsten aus. Starke Schlussquartale sind bei Dürr üblich, da am Jahresende verstärkt Projekte abgerechnet werden. 2.21 / KONSOLIDIERTER AUFTRAGSBESTAND (31.12.) NACH ABSATZGEBIETEN![]() 2.22 / KONSOLIDIERTER UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN![]() 2.23 / KONSOLIDIERTER UMSATZ NACH QUARTALEN Mio. €![]() Eine Differenzierung des Umsatzanstiegs nach Mengenwachstum und Preisentwicklung ist aufgrund des Systemcharakters unseres Anlagenbaugeschäfts kaum möglich. Im Anlagenbaugeschäft setzen sich die Preise aus den aktuell kalkulierten Herstell- und Overhead-Kosten zuzüglich eines Ergebnisanteils zusammen. Der Umsatz aus dem Service-Geschäft stieg im Jahr 2012 um 13,8 % auf 506,9 Mio. €. Sein Anteil am Konzernumsatz erreichte 21,1 %. In den kommenden Jahren streben wir wieder Service-Anteile von 25 bis 30 % an. Grundlagen dafür sind unsere breite installierte Basis und die Marktanteilsgewinne in den vergangenen Jahren. Unsere umsatzstärkste Marktregion war auch 2012 Asien. Zusammen mit Afrika und Australien steuerte sie 38,1 % der Erlöse bei und damit 24,6 % mehr als im Vorjahr. In den Emerging Markets generierten wir 58,1 % des Konzernumsatzes (Vorjahr: 58,6 %), wobei der Schwerpunkt auf den BRIC-STAATEN und Mexiko lag. Die höchste Zuwachsrate erreichte Nordamerika mit 57,7 %; auch in Europa (ohne Deutschland) und Deutschland verzeichneten wir mit 16,6 % und 15,5 % erfreuliche Umsatzausweitungen. 2.24 / GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND RENDITEKENNZIFFERNscroll
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Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten BRUTTOMARGE GESTIEGENDie Gesamtkosten, das heißt Umsatz-, Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten plus sonstige betriebliche Aufwendungen, beliefen sich im Jahr 2012 auf 2.247,4 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr (1.841,3 Mio. €) stiegen sie um 22,1 % und damit unterproportional zum Umsatz. Auch die Umsatzkosten von 1.962,0 Mio. €, die sämtliche Anschaffungs- und Herstellkosten für unsere Produkte und Dienstleistungen beinhalten, wuchsen mit 23,3 % langsamer als der Umsatz. Entsprechend erhöhte sich die Bruttomarge, also die Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten im Verhältnis zum Umsatz, auf 18,2 % (Vorjahr: 17,2 %). Zu beachten ist, dass sich der Umsatzmix im Jahr 2012 weiter zugunsten des Anlagen-Neugeschäfts und zulasten des Service-Geschäfts veränderte. Im zweiten Halbjahr 2012 kamen margenstärkere Aufträge zur Abrechnung, was die Bruttomarge anhob. Im Gesamtkonzern wuchs das Bruttoergebnis um 106,4 Mio. € auf 437,8 Mio. €. MATERIALKOSTEN UNTERPROPORTIONAL ZUM UMSATZ GESTIEGENDie konsolidierten Materialkosten1 beliefen sich auf 1.123,0 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sie sich um 19,1 % und damit unterproportional zum Umsatz. Hauptgrund dafür ist, dass sich mehr Projekte in Abwicklungsphasen mit höherem Eigenleistungsanteil und geringerem Zulieferanteil befanden. Zudem haben wir unseren Eigenfertigungsanteil durch Effizienzsteigerungen, höhere Auslastung und Kapazitätserweiterungen gesteigert. Der Anteil der konsolidierten Materialkosten am Umsatz sank von 49,1 % auf 46,8 %. Sie werden vollständig in den Umsatzkosten gebucht und entfielen vorwiegend auf Kaufteile und Bestellungen bei externen Dienstleistern. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel BESCHAFFUNG. 2.25 / OVERHEAD 2012scroll
2.26 / MITARBEITERBEZOGENE KENNZAHLENscroll
Der zweitgrößte Block in den Umsatzkosten sind die Personalkosten. Sie stiegen von 259,2 Mio. € auf 304,4 Mio. € und damit deutlich langsamer als der Umsatz - ein Beleg für unsere gestiegene Produktivität. MASSVOLLER ANSTIEG DER OVERHEAD-KOSTENDie Vertriebskosten sind im Jahr 2012 moderat (+15,4 %) auf 123,7 Mio. € gestiegen. Sie beinhalten Marketingaufwendungen von 6,7 Mio. € (Vorjahr: 4,5 Mio. €), von denen rund ein Drittel aus Personalkosten besteht. Mit 0,3 % vom Umsatz sind die Marketingaufwendungen bei Dürr sehr niedrig, da unser Kundenkreis - besonders im Anlagenbau - sehr konzentriert ist und langjährige Kontakte zu den Abnehmern bestehen. Ein Grund für den Anstieg der Marketingaufwendungen im Jahr 2012 war die Hausmesse Open House in Bietigheim-Bissingen. Sie findet alle zwei Jahre statt, zudem haben wir 2012 erstmals alle Produktpräsentationen digital aufbereitet und in einem "Virtual Open House" zusammengefasst. 2012 setzten wir unseren Innovationskurs fort. Im Zuge dessen erhöhten wir die Ausgaben für Forschung und Entwicklung leicht überproportional zum Umsatz um 26,1 % auf 37,2 Mio. €. Die Overhead-Kosten (einschließlich Forschung und Entwicklung) stiegen infolge von Stellenaufbau und Gehaltssteigerungen von 225,4 auf 262,9 Mio. €. Da der Zuwachs mit 16,6 % aber deutlich geringer als beim Umsatz ausfiel, sank ihr Anteil am Umsatz auf 11,0 % (Vorjahr: 11,7 %). Bis Ende 2012 vergrößerte sich die Konzernbelegschaft um 12,2 % auf 7.652 Mitarbeiter. Hauptgrund war das hohe Geschäftsvolumen, 30 Mitarbeiter kamen durch die Vollkonsolidierung der Thermea Energiesysteme GmbH und der Dürr Cyplan Ltd. hinzu. Im Jahresdurchschnitt stieg die Mitarbeiterzahl um 14,2 % auf 7.337. Die gesamten Personalkosten, die sich auf alle operativen Aufwandsarten der Gewinn- und Verlustrechnung verteilten, wuchsen um 18,3 % auf 476,4 Mio. €. Neben dem Stellenaufbau trugen dazu steigende Löhne, Gehälter und erfolgsabhängige Tantiemen bei. Abgemildert wurde der Kostenanstieg durch Produktivitätseffekte und den höheren Mitarbeiteranteil in den Emerging Markets. Die Personalkostenquote sank auf 19,9 % (Vorjahr: 20,9 %), da die Personalkosten weniger stark stiegen als der Umsatz. Der Umsatz je Mitarbeiter erreichte mit 327,1 Tsd. € im Jahresdurchschnitt einen sehr hohen Wert. 2.27 / EBIT NACH QUARTALEN Mio. €![]() Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen betrugen saldiert lediglich 2,0 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €), entsprechend gering war ihr Einfluss auf die Ertragslage. Weitere Informationen finden Sie unter TEXTZIFFER 13 im Anhang zum Konzernabschluss. EBIT AUF HOHEM NIVEAUDas hohe Bruttoergebnis und die moderaten Overhead-Kosten sorgten dafür, dass das EBIT um 66,1 % auf den sehr guten Wert von 176,9 Mio. € stieg (Vorjahr: 106,5 Mio. €). Auch die EBIT-Marge erreichte mit 7,4 % ein hohes Niveau und übertraf unser im Jahr 2007 formuliertes Langfristziel von 6 %. Unterjährig verbesserte sich die Marge kontinuierlich und erreichte im vierten Quartal 9,0 %. Das EBITDA stieg parallel zum EBIT auf 205,4 Mio. € (Vorjahr: 127,1 Mio. €). Der Impairment-Test, mit dem wir die Werthaltigkeit unserer Geschäfts- oder Firmenwerte prüfen, ergab wie in den Vorjahren keinen Abschreibungsbedarf. FINANZERGEBNIS DURCH EINMALKOSTEN BELASTETDas Finanzergebnis enthält zahlungswirksame Zinsaufwendungen von 22,6 Mio. €, die hauptsächlich auf unsere Unternehmensanleihe entfallen. Im Vergleich zum Vorjahr schwächte sich das Finanzergebnis um 8,5 Mio. € auf - 29,2 Mio. € ab. Maßgeblich dafür waren vorwiegend Einmaleffekte:
ERGEBNIS NACH STEUERN ERSTMALS ÜBER 100 MIO. €Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich auf 147,7 Mio. € nach 85,8 Mio. € im Vorjahr. Trotz des Ergebnisanstiegs ging die Steuerquote mit 24,6 % im Vergleich zum Vorjahr zurück. Aufgrund unserer verbesserten Ertragsperspektiven sowie der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge durch die Kündigung des Ergebnisabführungsvertrags mit der Carl Schenck AG konnten wir in Deutschland aktive latente Steuern bilden. Nach einem Steueraufwand von 36,3 Mio. € (Vorjahr: 21,6 Mio. €) fiel der Jahresüberschuss mit 111,4 Mio. € erstmals dreistellig aus (Vorjahr: 64,3 Mio. €). Nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile stieg das Ergebnis je Aktie auf 6,20 € (Vorjahr: 3,58 €). Aufgrund der guten Ertragsentwicklung schlagen wir für 2012 eine Dividende von 2,25 € je Aktie vor, also 87,5 % mehr als im Vorjahr (1,20 €). Bei 17.300.520 ausgegebenen Aktien errechnet sich eine Ausschüttungssumme von 38,9 Mio. €. Gemessen am Konzernergebnis nach Steuern beträgt die Ausschüttungsquote 35 % (Vorjahr: 32 %). Damit liegt sie in der Mitte der Bandbreite von 30 bis 40 %, die wir im Rahmen unserer langfristigen Dividendenpolitik anstreben. Das verbleibende Bilanzergebnis der Dürr AG in Höhe von 74,1 Mio. € (Vorjahr: 56,2 Mio. €) soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. JAHRESABSCHLUSS DER DÜRR AGDas Ergebnis der Dürr AG verbesserte sich im Geschäftsjahr 2012 erheblich. Maßgeblich dafür war vor allem die Ertragsentwicklung bei der Dürr Systems GmbH und der Carl Schenck AG in Deutschland. Wir erstellen die Einzelabschlüsse von Dürr AG, Dürr Systems GmbH und Carl Schenck AG nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB). Der komplette Einzelabschluss der Dürr AG findet sich unter WWW.DURR.COM/DE/INVESTOR/FINANZBERICHTE.HTML. 2.28 / GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG EINZELABSCHLUSS DÜRR AG (HGB)scroll
2.29 / BILANZ EINZELABSCHLUSS DÜRR AG (HGB)scroll
UNTERNEHMENSBEREICHEDie Ertragsentwicklung der Unternehmensbereiche war im Jahr 2012 insgesamt erfreulich. Paint and Assembly Systems, Application Technology und Measuring and Process Systems erzielten starke Zuwächse. Bei Clean Technology Systems wurde das Ergebnis durch Anlaufkosten für das neue Geschäftsfeld Energieeffizienz beeinflusst. In allen vier Unternehmensbereichen lagen Auftragseingang und Umsatz in etwa gleichauf, sodass weiterhin mit einer guten Auslastung zu rechnen ist. Das EBIT des Corporate Centers betrug - 10,8 Mio. € nach - 1,4 Mio. € im Vorjahr. Grund für den Rückgang waren steigende Aufwendungen, die nicht vollständig auf die Tochtergesellschaften umgelegt wurden. Das Ergebnis des Corporate Centers beinhaltet Konsolidierungseffekte in Höhe von - 3,0 Mio. € (2011: 2,0 Mio. €). Zum Corporate Center gehört neben der Dürr AG auch die Ende 2010 gegründete Dürr IT Service GmbH. Sie bündelt die IT-Aktivitäten des Konzerns, die zuvor in den operativen Gesellschaften angesiedelt waren. Seit der Umstellung werden die IT-Investitionen, die unter anderem für Software-Lizenzen anfallen, im Corporate Center und nicht mehr in den Unternehmensbereichen erfasst. 2.30 / EBIT NACH UNTERNEHMENSBEREICHENscroll
2.31 / INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE1scroll
2.32 / ABSCHREIBUNGEN (INKL. AUSSERPLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN UND ZUSCHREIBUNGEN)1scroll
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Im Zinsergebnis berücksichtigte Abschreibungen
sind nicht enthalten. 2.33 / UNTERNEHMENSBEREICHE: UMSATZ, AUFTRAGSEINGANG, MITARBEITER![]() ![]() ![]() 2.34 / KENNZAHLEN PAINT AND ASSEMBLY SYSTEMSscroll
Paint and Assembly SystemsPaint and Assembly Systems entwickelte sich im Geschäftsjahr 2012 durchweg positiv. Beim Auftragseingang konnte der Unternehmensbereich das außerordentlich hohe Niveau des Vorjahres halten. Der Lackieranlagenbau konnte sogar leicht zulegen. Großaufträge kamen zum Beispiel aus China und den USA, aber auch aus Frankreich, Spanien, der Türkei und Deutschland. In der Flugzeugproduktionstechnik normalisierte sich der Auftragseingang, nachdem ein russischer Flugzeugbauer im Vorjahr einen großvolumigen Auftrag erteilt hatte. Ab dem dritten Quartal erhielt Paint and Assembly Systems verstärkt wieder Aufträge aus den Emerging Markets, deren Anteil am Bestellvolumen im Gesamtjahr bei 59 % lag (Vorjahr: 75 %). Der Umsatz erhöhte sich um 28,1 % auf 1.125,2 Mio. €. Um dem hohen Geschäftsvolumen gerecht zu werden, haben wir die Mitarbeiterzahl um 13,2 % angehoben. Da der Auftragseingang die Erlöse überstieg, nahm der Auftragsbestand weiter zu. Die Bruttomarge stieg auf 13,0 % (2011: 12,0 %). Die gute Qualität der Auftragsabwicklung, die hohe Auslastung und die moderate Entwicklung der Overhead-Kosten bewirkten, dass die EBIT-Marge auf 6,6 % stieg. Die Investitionen von Paint and Assembly Systems erhöhten sich um 5,1 Mio. € auf 10,0 Mio. € und flossen vor allem in Kapazitätserweiterungen. Application TechnologyApplication Technology konnte den positiven Trend bei Umsatz und Ergebnis im Jahr 2012 fortsetzen. Der Auftragseingang verringerte sich nach dem sehr hohen Vorjahreswert um 4,2 %. Nach wie vor plant die Automobilindustrie allerdings viele Investitionsprojekte, zum Beispiel für die Automatisierung der Fahrzeuginnenlackierung. Anders als im Anlagenbau überwiegen bei Application Technology kleinere Auftragsvolumina im mittleren einstelligen Millionenbereich. 2.35 / KENNZAHLEN APPLICATION TECHNOLOGYscroll
2.36 / KENNZAHLEN MEASURING AND PROCESS SYSTEMSscroll
Obwohl der Umsatz um 30,6 % zunahm, lag die Book-to-Bill-Ratio abermals über 1. Generell erzielen wir im Hightech-Geschäft mit Robotern und Applikationsprodukten höhere Margen als im Lackieranlagenbau (Paint and Final Assembly Systems). Im Geschäftsjahr 2012 trug die hohe Auslastung dazu bei, dass die EBIT-Marge von Application Technology mit 9,9 % ein gutes Niveau erreichte. Die Mitarbeiterzahl erhöhten wir um 14,6 %. Measuring and Process SystemsNach dem sehr hohen Vorjahreswert verringerte sich der Auftragseingang des Unternehmensbereichs Measuring and Process Systems im Jahr 2012 um 9,4 %. Der Geschäftsbereich Balancing and Assembly Products konnte das Bestellvolumen nach den Zuwächsen von 2010 und 2011 erneut um 6,5 % steigern. Cleaning and Filtration Systems verzichtete zugunsten einer besseren Margenqualität auf einige Großaufträge und verzeichnete basisbedingt einen Orderrückgang. Der Umsatz von Measuring and Process Systems erhöhte sich um 17,7 %. Dabei legte Balancing and Assembly Products stärker zu als Cleaning and Filtration Systems. Beim Ergebnis verzeichnete Balancing and Assembly Products auslastungsbedingt starke Zuwächse, entsprechend hoch fiel die EBIT-Marge aus. Auch Cleaning and Filtration Systems erzielte nach der schwarzen Null im Vorjahr wieder ein positives EBIT. In der Summe stieg die EBIT-Marge von Measuring and Process Systems auf 8,9 %. Die Belegschaft wuchs seit Jahresbeginn um 8,1 % auf 3.017 Mitarbeiter und damit wesentlich moderater als der Umsatz. Der Schenck Technologie- und Industriepark (TIP) steigerte die externen Umsätze auf 14,5 Mio. € und erzielte eine zufriedenstellende EBIT-Marge. 2.37 / KENNZAHLEN SCHENCK TECHNOLOGIE- UND INDUSTRIEPARKscroll
2.38 / KENNZAHLEN CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMSscroll
Clean Technology SystemsDas Zahlenwerk des Anfang 2011 gegründeten Unternehmensbereichs Clean Technology Systems beinhaltet zurzeit noch vorwiegend die Aktivitäten in der Abluftreinigungstechnik. Von den Unternehmen, an denen wir uns seit dem Jahr 2011 im Geschäftsfeld Energieeffizienztechnik beteiligt haben, werden bisher zwei vollkonsolidiert: die Thermea Energiesysteme GmbH und die Dürr Cyplan Ltd. Ihr Beitrag zu Umsatz und Ergebnis ist allerdings noch gering. Ausführliche Informationen zu beiden Unternehmen sowie zu unseren weiteren Energieeffizienz-Aktivitäten finden Sie im Kapitel STRATEGIE. In der Abluftreinigungstechnik konnten wir den Auftragseingang mit einem Zuwachs von 12,4 % abermals steigern. Einen wichtigen Beitrag lieferte das Geschäft in Branchen wie Chemie, Pharma und Carbonfaserherstellung. Auch in neuen Bereichen konnten wir unsere Technologien erfolgreich vermarkten. Ein Beispiel ist das Geschäftsfeld VAM-RTO, in dem wir Betreiber von Steinkohleminen mit Abluftreinigungsanlagen beliefern. Die energieeffizienten VAM-RTO-Anlagen verbrennen klimaschädliches Methangas, das in der Minenabluft enthalten ist. Trotz eines Umsatzanstiegs von 10,9 % erreichte die Book-to-Bill-Ratio einen Wert von 1,19. Das EBIT belief sich auf 3,8 Mio. € nach 4,9 Mio. € im Vorjahr. Ursache waren Sonderkosten, die vor allem im ersten Quartal für den Aufbau des Energieeffizienzgeschäfts und die Expansion in den Emerging Markets anfielen. Die Mitarbeiterzahl stieg seit Ende 2011 um 73 auf 278 Personen; 30 Mitarbeiter kamen durch die erstmalige Vollkonsolidierung von Thermea und Dürr Cyplan hinzu. Finanzwirtschaftliche EntwicklungFINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENTIm Fokus unseres zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements stehen drei Ziele: Ertrags- und Kostenoptimierung, Transparenz sowie die Begrenzung sämtlicher finanzwirtschaftlicher Risiken, die den Bestand des Konzerns gefährden könnten. Besonderen Wert legen wir auf die Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven, um unseren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können (siehe auch Kapitel RISIKOBERICHT). Der operative Cashflow ist unsere wichtigste Finanzierungsquelle. Fremdmittel werden in der Regel von der Dürr AG aufgenommen und den Konzerngesellschaften bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Das Liquiditätsmanagement liegt ebenfalls in der Verantwortung der Dürr AG. Sie organisiert ein Cash-Pooling-System, bei dem - soweit rechtlich möglich - alle flüssigen Mittel des Konzerns konzentriert werden. In Ländern mit gesetzlichen Beschränkungen des Kapitalverkehrs (zum Beispiel China, Indien, Südkorea) finanzieren sich unsere Gesellschaften lokal. Das Konzern-Treasury steuert die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Wir beauftragen nur Banken guter Bonität und nutzen ein Limitsystem, um die Risiken mit einzelnen Kontrahenten zu reduzieren. Mit 349,3 Mio. € beziehungsweise 19,3 % der Bilanzsumme bewegten sich die flüssigen Mittel zum Jahresende 2012 auf sehr hohem Niveau (31.12.2011: 298,6 Mio. €/18,0 %). Bestandteil des Finanz- und Liquiditätsmanagements ist die Optimierung der Innenfinanzierung durch ein aktives Net Working Capital Management. Es trägt dazu bei, flüssige Mittel freizusetzen und Kennzahlen wie Bilanzstruktur und Kapitalrentabilität zu verbessern. Das Net Working Capital Management ist Aufgabe der Unternehmens- und Geschäftsbereiche und berücksichtigt die Anforderungen des operativen Geschäfts. Die Dürr AG als Konzern-Holding formuliert Vorgaben und überwacht die Zielerreichung. FINANZIERUNGUnsere Fremdkapitalfinanzierung besteht im Wesentlichen aus vier Komponenten:
2.39 / FINANZVERBINDLICHKEITEN (31.12.)scroll
Ferner verfügen wir über bilaterale Kreditfazilitäten in geringerem Umfang sowie über Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. Neben Geld- und Kapitalmarktinstrumenten nutzen wir in geringem Umfang auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme und Operating Leases. Sowohl zum Bilanzstichtag 2012 als auch unterjährig haben wir die Barkreditlinie des syndizierten Kredits nicht in Anspruch genommen. Auch das EIB-Darlehen ist bislang ungenutzt. Avale nutzen wir üblicherweise, um erhaltene Anzahlungen von Kunden abzusichern. Von der Avallinie aus dem syndizierten Kredit (180 Mio. €) waren am Bilanzstichtag 64,4 Mio. € genutzt (31.12.2011: 125,8 Mio. €). Weitere Avallinien im Volumen von 250 Mio. € (31.12.2011: 223,0 Mio. €) bestehen bei Kreditversicherern; hier belief sich die Inanspruchnahme am Jahresende auf 142,8 Mio. € (31.12.2011: 211,9 Mio. €). Die Financial Covenants für den syndizierten Kredit und die EIB-Darlehenszusage haben wir zum Bilanzstichtag 2012 eingehalten. Die Verzinsung ergibt sich in beiden Fällen aus dem laufzeitkongruenten Refinanzierungssatz (EURIBOR) zuzüglich einer variablen Marge, für die das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zu Ergebnis (Adjusted Total Net Debt to EBITDAR) maßgeblich ist. Mit Blick auf unsere verbesserte Bonität konnten wir die Kreditkonditionen mit den Konsortialbanken im Jahr 2012 zu unseren Gunsten anpassen. Unter anderem besteht nun die Möglichkeit, die Laufzeit ohne zusätzliche Kosten bis Juni 2015 zu verlängern. Zudem wurden die verbliebenen Sicherheiten aus dem Anlage- und Umlaufvermögen freigegeben, sodass nun nur noch Anteile an Tochtergesellschaften als Sicherheiten verpfändet sind. Weitere Informationen zur Fremdkapitalfinanzierung enthält der Anhang zum Konzernabschluss unter TEXTZIFFER 28. CASHFLOW IM JAHRESVERLAUF STARK VERBESSERTIm Jahr 2012 erreichte der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit mit 117,6 Mio. € ein hohes Niveau, wenngleich er den sehr guten Vorjahreswert wie erwartet unterschritt. Nach - 64,6 Mio. € im ersten Halbjahr 2012 stieg er in der zweiten Jahreshälfte um 182,2 Mio. €. Maßgeblich für den guten Cashflow waren der starke Ergebnis- und Erlösanstieg. Er kompensierte nahezu den Aufbau des NET WORKING CAPITAL (+ 69,1 Mio. €), der aus dem stark gestiegenen Geschäftsvolumen resultierte. Die Veränderung der Rückstellungen (- 17,2 Mio. €) geht vor allem auf die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen zurück. Durch diese Maßnahme haben wir Zins- und Langlebigkeitsrisiken reduziert. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich auf - 23,4 Mio. € (Vorjahr: - 62,6 Mio. €). Neben den regulären Erhaltungsinvestitionen reflektiert er die Ausbauinvestitionen in den Emerging Markets und Deutschland sowie Mittelabflüsse für die Beteiligungen an HeatMatrix, LaTherm und Thermea. Der Verringerung der Termingelder stehen Anlagen in Finanzanlagewerten (unter anderem Anleihen) gegenüber. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei - 43,6 Mio. € (Vorjahr: - 24,2 Mio. €). Die wichtigsten Einflussgrößen waren die Zinszahlungen sowie die Dividendenausschüttung für 2011. 2.40 / CASHFLOWscroll
Der Free Cashflow belief sich im Jahr 2012 auf 65,9 Mio. € (Vorjahr: 91,8 Mio. €). Die Kennzahl drückt aus, welche Mittel für Dividendenausschüttungen, Aktienrückkäufe, Akquisitionen und die Verbesserung des NETTOFINANZSTATUS verfügbar sind. Der FREE CASHFLOW enthält neben dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auch Zinseinnahmen und Investitionen (im Cashflow aus Investitionstätigkeit enthalten) sowie Zinsausgaben (im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthalten). Die sonstigen Zahlungsströme (- 21,0 Mio. €) in Tabelle 2.40 beinhalten unter anderem die Abflüsse für Beteiligungserwerbe, Finanzierungsleasing und die Dividendenausschüttung. Unter dem Strich verbesserte sich der Nettofinanzstatus zum Jahresende 2012 um 44,9 Mio. € auf 96,7 Mio. €. STEUERUNGSGRÖSSEN: EBIT, OPERATIVER CASHFLOW, FREE CASHFLOW, ROCEDie Unternehmenssteuerung orientiert sich vor allem an EBIT, ROCE (EBIT zu Capital Employed), operativem Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit) und Free Cashflow. Die zwei erstgenannten Kennzahlen erreichten im Jahr 2012 höhere Werte als ursprünglich erwartet, operativer Cashflow und Free Cashflow lagen auf zufriedenstellendem Niveau. Vor allem infolge des höheren NET WORKING CAPITAL erhöhte sich das CAPITAL EMPLOYED, also das gebundene Kapital, um 27,8 Mio. € auf 402,6 Mio. €. Durch den deutlichen EBIT-Anstieg erreichten wir einen klar positiven Economic Value Added (EVA) von 97,3 Mio. €. Der EVA zeigt den Wert, den ein Unternehmen in einem Geschäftsjahr generiert oder vernichtet, und wird wie folgt berechnet: EVA = NOPAT - (WACC x Capital Employed)
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Eigenkapitalkosten = Risikoloser Zins (2,40 %) + Risikoprämie (6,00 %) x Betafaktor (0,855) = 7,53 % 2.41 / STEUERUNGSGRÖSSENscroll
2.42 / WERTBEITRAGscroll
2.43 / ROCE DER UNTERNEHMENSBEREICHEscroll
Die Unternehmensbereiche Application Technology und Measuring and Process Systems haben ihren ROCE im Geschäftsjahr 2012 erheblich verbessert (Tabelle 2.43). Für Paint and Assembly Systems lässt sich kein ROCE errechnen, da das Capital Employed negativ war. Der Renditeunterschied zwischen den Unternehmensbereichen geht vor allem darauf zurück, dass die Kapitalbindung im Anlagenbau üblicherweise geringer ist als im Maschinenbau. Sowohl im Konzern als auch in den Geschäftsbereichen werden ROCE und Capital Employed regelmäßig analysiert, um Geschäftssteuerung und Mittelallokation zu optimieren. BILANZ: EIGENKAPITALQUOTE DEUTLICH ERHÖHTDie Bilanzsumme stieg zum 31. Dezember 2012 um 8,8 % auf 1.807,7 Mio. € - gemessen am starken Anstieg des Geschäftsvolumens eine moderate Ausweitung. Auf der Aktivseite stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Vorräte um insgesamt 89,2 Mio. €. Dagegen erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf der Passivseite lediglich um 23,2 Mio. €. Bei den langfristigen Vermögenswerten sorgten vor allem die höheren Finanzanlagen für einen Anstieg um 22,9 Mio. €. Das Net Working Capital (NWC) wuchs seit Ende 2011 - bereinigt um Währungseffekte und Erstkonsolidierungen - um 69,1 Mio. € auf 98,6 Mio. €. Zum Bilanzstichtag machte es lediglich 4,1 % des Umsatzes aus (31.12.2011: 1,7 %). Die Umschlagdauer des Nettoumlaufvermögens (Days Working Capital) lag zum Bilanzstichtag bei 14,8 Tagen und damit besser als unser Zielkorridor von 20 bis 25 Tagen. Da die Forderungen unterproportional zum Umsatz stiegen, verkürzte sich ihre Umschlagdauer (Days Sales Outstanding) auf 104,3 Tage. 2.44 / BILANZKENNZAHLENscroll
Die aus Unternehmenskäufen entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 288,2 Mio. € beziehungsweise 52,2 % der langfristigen Vermögenswerte. Ursache für den leichten Anstieg gegenüber dem 31. Dezember 2011 (284,5 Mio. €) sind vor allem Goodwill-Aktivierungen im Umfang von 4,7 Mio. €, die mit dem Thermea-Beteiligungserwerb und der Erstkonsolidierung von Dürr Cyplan zusammenhängen. Weitere Informationen zu den immateriellen Vermögenswerten enthält TEXTZIFFER 18 im Anhang zum Konzernabschluss. Maschinen, Gebäude und andere Gegenstände des Sachanlagevermögens haben bei Dürr eine vergleichsweise untergeordnete Bedeutung. Das Eigenkapital stieg zum Jahresende 2012 um 67,8 Mio. € auf 432,1 Mio. €. Die Verbesserung wurde vor allem durch den hohen Jahresüberschuss getragen; gegenläufige Effekte hatten die Dividendenzahlung für 2011 (20,8 Mio. €) und der im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Rechnungszins für Pensionsrückstellungen. Trotz der höheren Bilanzsumme stieg die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2012 spürbar auf 23,9 % (31.12.2011: 21,9 %). Wir rechnen mit einer weiteren Erhöhung in den Jahren 2013 und 2014. Bei den langfristigen Verbindlichkeiten zeigen sich gegenüber dem 31. Dezember 2011 nur geringe Veränderungen. Die größte Position auf der Passivseite sind weiterhin die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit insgesamt 740,9 Mio. €. Die darin enthaltenen Anzahlungen von Kunden nahmen um weitere 39,5 Mio. € zu und erreichten 486,3 Mio. €. Die Rückstellungen blieben mit 113,5 Mio. € trotz der Geschäftsausweitung praktisch unverändert (31.12.2011: 110,3 Mio. €). Eine Entlastung der Pensionsrückstellungen ergab sich durch die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen, gegenläufig wirkte sich der gesunkene Rechnungszins für Pensionen aus. Unsere Aktivseite enthält künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen, die direkt mit den passivisch ausgewiesenen Anzahlungen korrespondieren. Daher sollten die passivisch ausgewiesenen Anzahlungen nicht separat betrachtet werden. Aussagekräftiger ist der Saldo aus künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen und erhaltenen Anzahlungen. Er zeigt, mit welchem Betrag unsere Kunden in Vorleistungen gegangen sind. Zum 31. Dezember verringerte sich der negative Saldo (inklusive Kleinserienfertigung) auf - 109,2 Mio. € (31.12.2011: - 126,1 Mio. €). Über die Zusammensetzung der künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sowie der erhaltenen Anzahlungen informiert TEXTZIFFER 21 des Anhangs zum Konzernabschluss. 2.45 / LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE (31.12.)scroll
2.46 / EIGENKAPITAL (31.12.)scroll
2.47 / KURZ- UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN (31.12.)scroll
2.48 / VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR (31.12.) %![]() STILLE RESERVENDie Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten bilanzieren wir in der Regel zu fortgeführten Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, dabei werden Niederstwerttests berücksichtigt. Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden gemäß der Percentage-of-Completion-Methode (POC) ausgewiesen. Derivative Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte sowie Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen und Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten ermitteln wir zu Zeitwerten. Erläuterungen zur Buchwertermittlung bei Finanzinstrumenten enthält TEXTZIFFER 33 im Anhang zum Konzernabschluss. Die Buchwerte auf der Aktiv- und Passivseite der Bilanz entsprechen weitestgehend den Zeitwerten. Auf der Aktivseite werden die sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer, die hauptsächlich Rechte, Konzessionen und selbst erstellte Software umfassen, gemäß der erwarteten Nutzungsdauer abgeschrieben. In dieser Position können meist keine stillen Reserven gebildet werden. Im Sachanlagevermögen können stille Reserven in erster Linie bei Grundstücken und Immobilien vorhanden sein. Zu nennen ist die Schenck Technologie- und Industriepark GmbH (TIP) in Darmstadt; nach unserer Einschätzung übersteigt deren Zeitwert den Buchwert um mehrere Millionen Euro. In den Finanzanlagen können sich nur bei Anleihen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden sollen, Bewertungsreserven bilden. Im Jahr 2012 war dies nicht der Fall. In den langfristigen Vermögenswerten sind latente Steuern in Höhe von 15,5 Mio. € aktiviert. Die noch nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge, die voraussichtlich genutzt werden können, betragen insgesamt rund 100 Mio. € (Vorjahr: 110 Mio. €) und stellen einen nicht bilanzierten Wert dar. Diesen Verlustvorträgen lässt sich rechnerisch ein Wert von rund 30 Mio. € zuordnen. F&E-Kosten, die nicht aktiviert wurden, sind im F&E-Aufwand enthalten. Sie betreffen auch den Aufwand für Patente in Höhe von 3,8 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €). Der genaue Wert lässt sich bei über 3.400 Einzelpatenten schwer beziffern. Auf der Passivseite unterschreiten die Bilanzansätze der Verbindlichkeiten die Zeitwerte in drei Fällen: bei der Dürr-Anleihe, bei den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und bei dem Darlehen für die Campus-Finanzierung. In Summe beläuft sich die Differenz auf 28,1 Mio. € (31.12.2011: 19,3 Mio. €; TEXTZIFFER 33 im Anhang zum Konzernabschluss) und macht somit 1 ,6% der Bilanzsumme aus. 2.49 / INVESTITIONEN1 UND ABSCHREIBUNGEN2scroll
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Gemäß den IFRS weichen die Investitionen
in dieser Übersicht von den Angaben in der Cashflow-Rechnung ab. INVESTITIONEN ABERMALS GESTIEGENGrundsätzlich ist unser Investitionsbedarf (ohne Akquisitionen) aufgrund des niedrigen Eigenfertigungsanteils relativ gering. In der Regel liegt der Schwerpunkt auf Erhaltungsinvestitionen, die üblicherweise rund 20 Mio. € jährlich erreichen. Im Jahr 2012 kamen hohe Investitionen in den Aufbau neuer Fertigungskapazitäten hinzu. Ihr Anteil an den Investitionen (ohne Akquisitionen) in Höhe von 32,5 Mio. € (Vorjahr: 23,4 Mio. €) erreichte rund 40 %. Die Gesamtinvestitionen inklusive Akquisitionen erreichten 35,4 Mio. € und lagen 4,6 % unter dem Vorjahreswert (37,1 Mio. €). Während die Sachinvestitionen um 72,8 % auf 23,5 Mio. € zunahmen, gingen die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte leicht zurück und erreichten 9,0 Mio. €. Die Beteiligungsinvestitionen waren im Jahr 2012 rückläufig. Unser Ziel, auch über Akquisitionen zu wachsen, verfolgen wir jedoch unverändert weiter. Bei Abschreibungen von 28,5 Mio. € (Vorjahr: 20,6 Mio. €) betrug die Investitionsdeckung 114,0 % (Vorjahr: 113,6 %). Der operative Cashflow deckte die Ausgaben für Investitionen, Dividende und Zinszahlungen im Jahr 2012 komfortabel ab. Daher verbesserte sich der NETTOFINANZSTATUS zum Bilanzstichtag um 44,9 Mio. € auf 96,7 Mio. €. Die flüssigen Mittel erhöhten sich nochmals und erreichten 349,3 Mio. €; langfristige Anlagen wie beispielsweise Anleihen oder Termingelder sind darin nicht enthalten. Für 2013 erwarten wir, dass allein der FREE CASHFLOW den operativen Finanzierungsbedarf problemlos abdecken wird. Darüber hinaus stehen uns die flüssigen Mittel sowie unsere Kredit- und Avallinien zur Finanzierung zur Verfügung. Die Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen (Operating Lease) belaufen sich im Jahr 2013 auf 21,2 Mio. €. Aus Finanzierungs-Leasingverträgen sind 0,9 Mio. €, fällig, aus anderen finanziellen Verpflichtungen weitere 10,4 Mio. €. Die Fälligkeiten aus Finanzverschuldung erreichen im Jahr 2013 lediglich 14,8 Mio. €. 2.50 / LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG Mio. €![]() 2.51 / FÄLLIGKEITSSTRUKTUR FINANZVERBINDLICHKEITEN Mio. €![]() AUSSERBILANZIELLE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE UND VERPFLICHTUNGENZu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten und Verpflichtungen zählen Operating-Lease-Verträge, Forderungsverkäufe und Verbindlichkeiten aus Dauerschuldverhältnissen. Ihr Volumen erhöhte sich im Jahr 2012 leicht, da wir den Standort- und Kapazitätsausbau teilweise über Operating Leases finanziert haben. Zum 31. Dezember 2012 lagen die künftigen Mindestzahlungen aus Operating-Lease-Verträgen mit 110,9 Mio. € höher als vor Jahresfrist (72,0 Mio. €); weitere Informationen enthält TEXTZIFFER 38 im Anhang zum Konzernabschluss. Die Mittelbindung reduzieren wir durch selektive Forderungsverkäufe (Forfaitierung, Factoring, Negoziierung). Sie erreichten zum Jahresende 2012 ein Volumen von 21,9 Mio. € (31.12.2011: 20,5 Mio. €). Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Dauerschuldverhältnissen betrugen 15,3 Mio. € (31.12.2011: 9,7 Mio. €), weitere außerbilanzielle Verpflichtungen bestanden nicht. Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente verringern die Bilanzsumme und verbessern bestimmte Kapitalkennziffern. Ihr Umfang steht bei Dürr in einem angemessenen Verhältnis zum Geschäftsvolumen. Die größte außerbilanzielle Finanzierungsposition sind die Operating-Lease-Verträge. Würden wir die vorhandenen außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente nicht einsetzen, würde die Bilanzsumme um rund 8 % steigen und die Eigenkapitalquote um etwa zwei Prozentpunkte sinken. Bei der Ergebniszusammensetzung gäbe es ebenfalls Veränderungen: Das EBIT würde ungefähr um denselben Betrag steigen, um den sich das Zinsergebnis verschlechtern würde. Die Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern bewegen sich daher in einem engen Rahmen. Forschung und EntwicklungF&E-ZIELEForschung und Entwicklung (F&E) bildet die Grundlage unserer Technologieführerschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Differenzierung im Wettbewerb. Die F&E-Aktivitäten des Konzerns orientieren sich an unserem Claim "Leading in Production Efficiency". Ihr Hauptziel ist es, Lösungen zu entwickeln, mit denen sich die Produktionsprozesse unserer Kunden effizienter gestalten lassen. Darüber hinaus sollen unsere Innovationen über technische Alleinstellungsmerkmale verfügen und global einsetzbar sein. F&E-KENNZAHLEN UND -MITARBEITERIm Geschäftsjahr 2012 haben wir unseren Innovationskurs weiter intensiviert und die direkten F&E-Kosten um 26,1 % auf 37,2 Mio. € gesteigert. Aufgrund der nahezu parallelen Entwicklung von Umsatz und direkten F&E-Kosten stieg die F&E-Quote nur leicht auf 1,6 %. Beim Blick auf unsere F&E-Leistung sollten auch Entwicklungsarbeiten berücksichtigt werden, die wir im Rahmen von Kundenaufträgen erbringen. Der Aufwand hierfür wird in den Umsatzkosten erfasst und übersteigt die direkten F&E-Kosten. Weitere 3,1 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €) wurden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert und flossen daher ebenfalls nicht in die direkten F&E-Kosten ein. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten haben sich deutlich erhöht, weil wir einige Prototypen und Demonstrationsanlagen vorsichtiger bewertet haben. Weitere Informationen enthält TEXTZIFFER11 im Anhang zum Konzernabschluss. Wir verwenden rund 70 % unserer F&E-Mittel für die Entwicklung neuer Lösungen; zu den Schwerpunkten im Geschäftsjahr 2012 gehörten die Energieeffizienz-, Lackierkabinen-, Roboter- und Zerstäubertechnik. Die verbleibenden rund 30 % fließen in die Pflege, Standardisierung und Modularisierung vorhandener Produkte. Die Steuerung der einzelnen F&E-Projekte liegt bei den jeweiligen Geschäftsbereichen. Neben den F&E-Abteilungen sind auch Vertrieb, ENGINEERING und Beschaffung eng eingebunden. Auf diese Weise werden Kundenbedürfnisse und konstruktive Anforderungen genau berücksichtigt und die erforderlichen Lieferanten und Produktionsstrukturen stehen zur Verfügung. Das übergreifende Team "F&E/Technologie" stimmt die F&E-Aktivitäten im Konzern aufeinander ab und sorgt dafür, dass F&E-Ergebnisse allen Geschäftsbereichen zugänglich sind. 2.52 / F&E-KENNZAHLENscroll
2.53 / F&E-MITARBEITER 2012scroll
Auch die Personalstärke in den F&E-Abteilungen haben wir erhöht: von 180 Mitarbeitern am Jahresende 2011 auf nunmehr 199, dies entspricht 2,6 % der Gesamtbelegschaft (31.12.2011: 2,6 %). Zahlreiche weitere Ingenieure und Techniker entwickeln im Rahmen von Aufträgen kundenspezifische Lösungen. Am entwicklungsintensivsten ist der Hightech-Bereich Application Technology. Dort liegt die F&E-Quote bei 3,6 % und der Anteil der F&E-Mitarbeiter bei 9,9 % (Vorjahr: 3,4 %/10,6 %). Im Jahr 2012 haben wir 34 Neuentwicklungen abgeschlossen und auf 74 Messen und Fachkonferenzen vorgestellt (Vorjahr: 42/49). Die mit Abstand wichtigste Innovationsschau war unsere Hausmesse Open House, die im Mai auf dem Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen stattfand. Dort präsentierten wir 13 Innovationen und empfingen über 800 Besucher aus 29 Ländern. Ende 2012 verfügten wir über 612 Patentfamilien (Vorjahr: 598), darunter 28 Neuanmeldungen aus dem Berichtsjahr. Von den über 3.400 Einzelpatenten entfällt rund die Hälfte auf den Unternehmensbereich Application Technology. Die Kosten für den Schutz unseres geistigen Eigentums beliefen sich im Jahr 2012 auf 3,8 Mio. €. Seit dem Jahr 2001 fördern wir die Innovationskultur bei Dürr mit dem Heinz Dürr Innovation Award. Der Preis belohnt Mitarbeiterteams, die außergewöhnliche Produkt- oder Prozessinnovationen entwickeln. Wir kooperieren mit rund 60 wissenschaftlichen Stellen und externen Entwicklungspartnern. Enge Verbindungen bestehen zu den Universitäten Aachen, Darmstadt und Stuttgart sowie zu verschiedenen Fraunhofer-Instituten in Deutschland. Aus Wettbewerbsgründen machen wir über den Gegenstand unserer F&E-Kooperationen keine Angaben. Der Aufwand für den Zukauf von F&E-Dienstleistungen belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf 5,2 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €). Von der öffentlichen Hand erhielten wir Fördermittel in Höhe von 2,7 Mio. € für Forschungszwecke (Vorjahr: 0,7 Mio. €). Der Großteil davon entfiel auf unsere Aktivitäten in der Energieeffizienztechnik. F&E-AUSRICHTUNGUnsere Hauptkundengruppe, die Automobilindustrie, bietet breite Modellpaletten mit abgestuften Ausstattungsvarianten an, um unterschiedliche Käuferschichten anzusprechen. Dieses vielfältige Produktspektrum muss effizient und - immer wichtiger - möglichst nachhaltig produziert werden. Aus dieser grundlegenden Herausforderung für unsere Kunden leiten sich die übergeordneten Themen unserer F&E-Arbeit ab:
F&E-ERGEBNISSEPaint and Final Assembly SystemsEine wichtige Innovation des Geschäftsjahres 2012 ist das kompakte Lackierkabinenkonzept EcoReBooth. Das System basiert auf der energiesparenden EcoDryScrubber-Technologie, mit der überschüssige Nasslackpartikel aus der Kabinenluft entfernt werden. Anders als herkömmliche Lackierkabinen ist die EcoReBooth nicht mehr an eine zentrale Umluftanlage angeschlossen, sondern verfügt über ein eigenes Umluftsystem. Daher kann jede EcoReBooth-Kabine autark betrieben werden; zudem verringert sich der Platzbedarf in der Lackiererei. Im Bereich Fördertechnik haben wir unsere FASmotion-Produktreihe weiterentwickelt. Dabei handelt es sich um mobile Carrier-Systeme mit individuellem Antrieb, die zum Beispiel Automobilkarosserien oder Flugzeugturbinen in der Produktion transportieren. Durch eine optimierte Steuerungsplattform lassen sich die FASmotion-Carrier nun noch besser an die spezifischen Anforderungen verschiedener Einsatzbereiche anpassen. Aircraft and Technology SystemsIn der Flugzeugproduktionstechnik haben wir unsere Kompetenz für das Handling von Bauteilen aus Carbonfaser (CFK) ausgebaut. Ein qualitätskritischer Aspekt ist, dass sich die Montagevorrichtungen aus Stahl und die darin gelagerten CFK-Bauteile bei Temperaturschwankungen unterschiedlich stark ausdehnen. Um dies zu verhindern, werden die Produktionshallen üblicherweise klimatisiert, was jedoch energieaufwändig und teuer ist. Unsere Lösung EcoJig-TC ist einfacher und arbeitet mit der so genannten Temperaturkompensation: An bestimmten Stellen setzen wir CFK-Elemente in die Stahlvorrichtungen ein. Sie bewirken, dass sich die Vorrichtung genauso ausdehnt wie das in ihr gelagerte CFK-Bauteil. Um Flugzeugbauteile, zum Beispiel Rumpfsegmente oder Leitwerkkomponenten, passgenau zusammenfügen zu können, müssen diese vorher exakt zueinander positioniert werden. Hierzu vermisst ein Lasertracker zunächst die Bauteile in der Montagestation. Eine Software wertet die Messdaten aus und leitet sie an das Anlagenbediensystem weiter. Für diesen Übermittlungsvorgang haben wir die neue Schnittstellen-Software EcoMVI entwickelt. Sie beschleunigt den Montageprozess deutlich, vereinfacht die Kontrolle der Messabläufe und trägt durch die Protokollierung und Archivierung der Messergebnisse zur Qualitätssicherung bei. Application TechnologyIn der Lackapplikationstechnik haben wir die zweite Generation des Farbwechslers EcoLCC präsentiert. Wie sein Vorgänger ist er direkt auf dem Arm des Lackierroboters platziert und kann in Sekundenschnelle zwischen maximal 36 Farben wechseln, wobei pro Farbwechsel nur minimale Lackverluste von rund 10 bis 15 Milliliter anfallen. Neu ist, dass der EcoLCC2 mit deutlich kleineren Farbventilen arbeitet, dadurch ist er kompakter und lässt sich flexibler auf dem Roboterarm anbringen. Der so genannte Andockschlitten, der das gewünschte Farbventil mit dem zum Zerstäuber führenden Farbkanal verbindet, wird mit einem Servomotor betrieben. Das spart zusätzlichen Platz und sorgt für ein präziseres Andocken. Die Kompaktbauweise reduziert das Gewicht des EcoLCC2, wodurch sich die Roboterleistung erhöht. Zudem lässt sich der EcoLCC2 einfacher warten als sein Vorgänger. Für den Einsatz in SEALING-Prozessen, zum Beispiel Schweißnahtversiegelung, Unterbodenschutz und Dämmmattenspritzen, hat Application Technology die EcoGun Sealing IDS auf den Markt gebracht. Das kompakte System vereint den Dosierer und den Applikator, mit dem der Dichtstoff aufgetragen wird, in einer Baugruppe. Neben der flexiblen Einsetzbarkeit zählen geringes Gewicht und reduzierter Wartungsaufwand zu den wichtigsten Vorteilen der EcoGun Sealing IDS. Balancing and Assembly ProductsEin neues Service-Produkt in der AUSWUCHTTECHNIK ist die Anlagen-Ferndiagnose mithilfe des so genannten "Fingerprints". Bevor wir eine neue Auswuchtanlage ausliefern, ermitteln wir ihr ideales Schwingungsbild, also ihren "Fingerabdruck". Tritt später im Betrieb ein Problem auf, kann beim Kunden ein weiteres Schwingungsbild angefertigt und mit den gespeicherten Idealwerten abgeglichen werden. Aus der Abweichung können wir in vielen Fällen schnell und per Ferndiagnose darauf schließen, an welcher Komponente der Maschine Reparaturbedarf besteht. Die Automobilindustrie entwickelt verstärkt hubraumreduzierte Motoren, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. In solchen DOWNSIZING-Motoren sorgen Turbolader für mehr Leistung. Für das Auswuchten von Turboladern in Produktion und Instandsetzung entwickeln wir die passende Technik. Das im Jahr 2012 vorgestellte Anlagenpaar TBcomfort und TBsonio zielt auf Kunden ab, die gebrauchte Turbolader instand setzen. Während TBcomfort die so genannte Urunwucht beseitigt, übernimmt TBsonio im Anschluss das hochtourige Auswuchten des Turboladers. Nach diesem zweistufigen Prozess hat der reparierte Turbolader wieder die Qualität eines Neuprodukts. In der Automobil-Endmontagetechnik haben wir unser Spektrum in den Bereichen virtuelles ENGINEERING und virtuelle Inbetriebnahme weiterentwickelt. Beim virtuellen Engineering konstruieren wir Montageanlagen unter Einbeziehung kinematischer Modelle, die den Anlagenablauf als 3-D-Computersimulation darstellen. So lässt sich prüfen, ob alle Bauteile reibungslos interagieren und der Montageprozess kollisionsfrei und taktzeitgenau abläuft. Bei der anschließenden virtuellen Inbetriebnahme wird die Steuerungssoftware mit dem KINEMATIKMODELL der Anlage gekoppelt. Es wird überprüft, ob die Steuerungsbefehle korrekt sind und richtig ausgeführt werden. Die Vorteile von virtuellem Engineering und virtueller Inbetriebnahme liegen auf der Hand: Durch die virtuelle Anlagenbetrachtung in der Konstruktionsphase lassen sich eventuelle Probleme frühzeitig erkennen und lösen. Der Kunde erhält eine vorgetestete Anlage, die schnell in Betrieb gehen kann. Außerdem kann sein Personal frühzeitig geschult werden, was die Anlaufphase der Anlage weiter verkürzt. Cleaning and Filtration SystemsIn der INDUSTRIELLEN REINIGUNGSTECHNIK haben wir die schnelle, kostengünstige und verlässliche Sauberkeitsprüfung mit dem EcoCLab eingeführt. Mithilfe dieses mobilen Kompaktlabors lässt sich der Restschmutz, den ein Werkstück nach dem Reinigungsprozess noch aufweist, direkt im Fertigungsprozess messen, sofort analysieren und dokumentieren. So kann der Kunde die Effektivität seiner Reinigungsprozesse vor Ort wesentlich schneller kontrollieren und das Risiko von Nacharbeit reduzieren. Bisher war die Sauberkeitsprüfung nur abgekoppelt vom Produktionsprozess in externen Labors möglich. Clean Technology SystemsEine ebenso umweltfreundliche wie energieeffiziente Innovation haben wir in der Abluftreinigungstechnik vorgestellt. Mit dem Anlagentyp VAM-RTO lässt sich die Grubenabluft aus Steinkohlebergwerken effektiv von klimaschädlichem Methangas befreien. Im VAM-RTO-Prozess (VAM: Ventilation Air Methane) wird das Methan, das beim Abbau aus den Flözen austritt und als Grubengas abgesaugt wird, bei rund 1.000 °C verbrannt. Bei Ankopplung einer Dampfturbine lässt sich aus der Prozesswärme Strom für den Minenbetrieb oder die Einspeisung in das Stromnetz erzeugen. In vielen Ländern können die Betreiber darüber hinaus Erträge aus Emissionszertifikaten erzielen. Im Bereich Energieeffizienztechnik haben wir neue Anwendungen für unsere Technologien zur Stromerzeugung aus Wärmeenergie entwickelt. Das Organic-Rankine-Cycle-Verfahren (ORC), das Strom aus Abwärme gewinnt, lässt sich nun auch im Kraft-Wärme-Kopplungsbetrieb (KWK) einsetzen. Unsere dafür entwickelte Hochtemperatur-ORC-Anlage gibt nach dem Verstromungsprozess Restwärme mit einer Temperatur von bis zu 90 °C ab, die zum Beispiel in Trocknungsprozessen oder in Nahwärmenetzen genutzt werden kann. Ein neuer Einsatzbereich für unser Compact Power System (CPS) ist die Versorgung von Bürogebäuden und Industrieanlagen mit Strom, Wärme und Kälte auf Basis einer Mikrogasturbine. Außerdem haben wir das Verfahren auch für Gewächshäuser nutzbar gemacht, in denen neben Wärme und Strom auch CO2 zur Düngung benötigt wird. Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von Schwachgasen, wie sie beispielsweise in Biomasseanlagen vorkommen, als Brennstoff für das Compact Power System. BeschaffungVor dem Hintergrund des hohen Geschäftsvolumens erreichten die konsolidierten Materialkosten, also die im Berichtsjahr als Aufwand gebuchten Bestellungen bei Lieferanten, 1.123,0 Mio. € beziehungsweise 46,8 % des Umsatzes (Vorjahr: 942,8 Mio. €/49,1 %). Im Vorjahresvergleich stiegen sie um 19,1 % und damit unterproportional zum Umsatz. Hauptgrund dafür ist, dass sich mehr Projekte in Abwicklungsphasen mit höherem Eigenleistungsanteil und geringerem Zulieferanteil befanden. Darüber hinaus haben wir unseren Eigenfertigungsanteil durch Effizienzsteigerungen, höhere Auslastung und Kapazitätserweiterungen erhöht. Neben Dienstleistungen wie Fertigung und Konstruktion kaufen wir vor allem Fertig- und Halbfertigprodukte zu; unser Bedarf an unverarbeiteten Rohstoffen ist relativ gering. Sowohl bei Kaufteilen als auch bei Stahl blieben die Preise im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil. Der Edelstahlpreis gab insbesondere in China etwas nach, dafür zog der Kupferpreis auf dem Weltmarkt weiter an. Die Verfügbarkeit von Lieferanten und Material konnten wir dank unserer international leistungsfähigen Einkaufsorganisation sicherstellen. Dabei gliederte sich der Lieferantenmarkt in zwei Gruppen: Bei Komponentenherstellern, die neben der Automobilindustrie auch andere Branchen bedienen, haben sich die Lieferzeiten meist verkürzt, da die Nachfrage in einigen Wirtschaftszweigen nachließ. Zudem profitierten wir in diesem Segment von unseren hohen Bestellvolumina. Dagegen waren ENGINEERING- und Fertigungsdienstleister, die hauptsächlich den Maschinen- und Anlagenbau für die Automobilindustrie beliefern, stark ausgelastet. Hier mussten wir einen höheren Koordinationsaufwand erbringen, um unseren Bedarf zu decken. Unsere neue Fertigung in Schanghai Qingpu trug gleich im ersten Jahr maßgeblich dazu bei, die hohe Nachfrage der Kunden zu decken. Zur Kostenoptimierung in der Beschaffung nutzen wir verschiedene Instrumente. Durch internationale Rahmenverträge und die projektübergreifende Bündelung von Bedarfen erhöhen wir das Bestellvolumen bei einzelnen Lieferanten. Dadurch erzielen wir Preisvorteile durch Mengeneffekte. Weitere Volumeneffekte erreichen wir, indem wir unsere Produkte konsequent standardisieren und entsprechend viele Gleichteile einsetzen. Auch unser System der internationalen Total Cost and Risk Consideration senkt die Einkaufskosten. Bei internationalen Systemprojekten liefern wir aus den Landesgesellschaften, die in der Gesamtbetrachtung die kostengünstigste Lösung ermöglichen. Dabei werden neben den internationalen Kapazitäten auch projektspezifische Anforderungen berücksichtigt, zum Beispiel Zölle, lokale Lieferanteile oder rechtliche Einschränkungen. Die im Einkauf genutzten Instrumente und Prozesse haben wir weiter optimiert. Ein Beispiel ist unser internationales Supplier-Relationship-Management-Tool, das konzernweit über alle Lieferantendaten Auskunft gibt. Auch unser international standardisiertes Verfahren zur Lieferantenbewertung haben wir ausgebaut. Bei der Bewältigung des hohen Beschaffungsvolumens in China profitierten wir von einer intensivierten Terminverfolgung und der neuen, leistungsfähigeren Logistik in Qingpu. Die weltweite Einkaufssteuerung übernimmt das Global Sourcing Board (GSB), das sich aus den Einkaufsleitern der Geschäftsbereiche zusammensetzt. In den Unternehmensbereichen Paint and Assembly Systems, Application Technology und Clean Technology Systems entscheidet das Global Sourcing Committee (GSC) über große Vergaben, die internationale Bündelung von Bedarfen und den Abschluss von Rahmenverträgen. Auch die drei Maschinenbau-Geschäftsbereiche (Application Technology, Balancing and Assembly Products, Cleaning and Filtration Systems) kooperieren bei der Beschaffung wichtiger Warengruppen. Die Dürr-Gesellschaften erhalten strategische und operative Einkaufsunterstützung durch das Team Coordination International Purchasing (CIP) in Bietigheim-Bissingen. MitarbeiterAngesichts des nachhaltig hohen Geschäftsvolumens sind im Berichtsjahr 829 zusätzliche Mitarbeiter in den Konzern eingetreten. 30 Mitarbeiter kamen durch die erstmalige Vollkonsolidierung der Thermea Energiesysteme GmbH und der Dürr Cyplan Ltd. hinzu. Zum 31. Dezember 2012 waren 7.652 Mitarbeiter bei Dürr beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahresstichtag wuchs die Stammbelegschaft um 12,2 %. Die Zahl der externen Mitarbeiter haben wir auf rund 1.400 erhöht. Dadurch stellen wir ausreichende Kapazitäten bei größtmöglicher Flexibilität sicher. 49 % des Personalzuwachses entfielen auf die Emerging Markets, wo mittlerweile 2.514 Mitarbeiter beziehungsweise 33 % der Stammbelegschaft tätig sind (31.12.2011: 2.105/31 %). Das Belegschaftswachstum erreichte in den Emerging Markets 19,4 % und war damit ausgeprägter als im Gesamtkonzern. Die meisten Mitarbeiter - nämlich 3.412 oder 44,6 % der Konzernbelegschaft - beschäftigen wir in Deutschland, wo im vergangenen Jahr 284 Mitarbeiter hinzukamen. An zweiter Stelle liegt China mit 1.221 Mitarbeitern beziehungsweise 16,0 % der Belegschaft und einem Zuwachs um 215 Personen. Berücksichtigt man auch die externen Mitarbeiter, erreicht die Personalstärke in China über 1.600 Kräfte. Einen markanten Stellenaufbau - von 186 auf 281 Mitarbeiter - nahmen wir in Brasilien mit Blick auf das dortige Marktwachstum vor. Weitere Informationen enthalten die Grafiken 2.54 und 2.55. 2.54 / MITARBEITER NACH UNTERNEHMENSBEREICHEN (31.12.)![]() 2.55 / MITARBEITER NACH REGIONEN (31.12.)![]() WEITERBILDUNG UND PERSONALENTWICKLUNGMit 1.086 Gruppen- und Einzeltrainings fanden im Jahr 2012 so viele Schulungsveranstaltungen statt wie nie zuvor (Vorjahr: 933). Die Zahl der Teilnahmen im Inland erhöhte sich von 5.215 im Vorjahr auf nunmehr 6.737. Knapp 80 % der Mitarbeiter in Deutschland haben an einer Weiterbildung teilgenommen, damit liegen wir erheblich über dem Durchschnitt in deutschen Unternehmen (43 %). Auch das Weiterbildungsbudget erreichte mit 650 € pro Mitarbeiter in Deutschland ein hohes Niveau. Die Effektivität unserer Trainings messen wir mit einer speziellen Feedback-Software. Eine Besonderheit bei Dürr ist der große Anteil interner Schulungen. Zwei Drittel aller Trainings werden von erfahrenen Mitarbeitern für Kollegen gehalten. Dies passt zum hohen Spezialisierungsgrad unseres Geschäfts, sichert einen hohen Praxisbezug und senkt die Kosten. Dürr-Experten, die interne Schulungen anbieten wollen, können sich in einem Fachtrainer-Lehrgang didaktische Grundlagen aneignen. Zum Jahresende 2012 waren 81 intern zertifizierte Fachtrainer im Einsatz. Auch 2012 bildeten Software-Schulungen den Schwerpunkt in der Weiterbildung. Ferner spielten interkulturelle Workshops und Sprachtrainings eine wichtige Rolle. Gefragt waren neben Englisch auch Chinesisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch. Weitere Schwerpunkte bildeten kaufmännische und technische Fachkurse, Projektmanagement-Trainings und die zahlreichen Einführungsveranstaltungen für neue Mitarbeiter. Über Compliance-Sachverhalte haben wir unsere Mitarbeiter in zahlreichen internationalen Schulungen und mithilfe des Dürr-Intranets informiert. Besonderen Wert legten wir 2012 auf die internationale Vermittlung unserer Konzernwerte und -standards. An den Auslandsstandorten wurden verstärkt so genannte Corporate Trainings zu übergreifenden Themen wie Projektmanagement, Vertriebskommunikation und Mitarbeiterführung angeboten. Daran beteiligten sich knapp 400 Mitarbeiter. Die Resonanz auf die Trainingsangebote im Rahmen des Dürr-Führungskompetenzmodells war mit 332 Teilnahmen sehr gut (Vorjahr: 221). Das lag auch an neuen Formaten wie der Führungswerkstatt für Absolventen oder dem Dialogforum, bei dem sich Führungskräfte mit Vertretern gesellschaftlicher Gruppen, zum Beispiel Kirchen und Verbänden, austauschen können. 2013 werden wir ein Closed-Circle-Feedback für das Management einführen, aus dem wir individuelle Trainingsmaßnahmen ableiten können. PERSONAL- UND HOCHSCHULMARKETINGDie Nachfrage der Wirtschaft nach qualifizierten Arbeitnehmern hat sich gegenüber dem Boom-Jahr 2011 etwas beruhigt. Daher konnten wir offene Stellen im Allgemeinen problemlos besetzen. Hierbei kam uns das positive Bild von Dürr in den Medien zugute, das von unseren positiven Geschäftszahlen und der sehr guten Aktienkursentwicklung getragen wurde. Im Wettbewerb um Professionals und Nachwuchstalente spielt zielgruppengerechtes Personalmarketing eine immer wichtigere Rolle. Daher haben wir neue Online- und Printmedien für Job-Interessenten entwickelt und das Hochschul-Sponsoring intensiviert. Die Präsenz auf Hochschulmessen haben wir mit 25 Teilnahmen deutlich erhöht (Vorjahr: 16). Ein neuer Weg im Rahmen unseres Employer Brandings ist der "Dürr Challenge", den wir 2013 erstmals ausschreiben: Wir schicken je ein Studententeam nach Schanghai, São Paulo und Detroit mit der Aufgabe, eine Reportage über die dortige Arbeitswelt zu produzieren. Immer mehr Arbeitnehmer legen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Darauf reagieren wir mit Angeboten für Gesundheitsvorsorge, Sport und Stressmanagement sowie mit flexiblen Arbeitszeiten und Teilzeitbeschäftigungen. Mitarbeiter mit Kindern unterstützen wir durch Ferienbetreuungen und Plätze in Kindertagesstätten - beides soll 2013 weiter ausgebaut werden. Einen wichtigen Beitrag zum positiven Arbeitgeberimage von Dürr leisten auch gute Sozialleistungen, internationale Karrieremöglichkeiten und eine attraktive Vergütung, bei der die Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Für das Geschäftsjahr 2012 erhalten die tariflich bezahlten Vollzeitmitarbeiter in Deutschland eine Erfolgsbeteiligung von 2.000 € und einen Sonderbonus von 500 €. Die außertariflich bezahlten Mitarbeiter beziehen eine Tantieme, die sich am Unternehmenserfolg und an der individuellen Zielerreichung orientiert. Weitere Informationen zu Weiterbildung und Arbeitsumfeld unserer Mitarbeiter finden Sie im Kapitel NACHHALTIGKEIT. AUSBILDUNGIm Jahr 2012 haben wir 83 Auszubildende auf ihr Berufsleben vorbereitet, sei es als Industriekaufmann, Industriemechaniker, Mechatroniker, Kaufmann für Speditions- und Lagerdienstleistungen oder als Spezialist für technisches Produktdesign. 58 Studenten Dualer Hochschulen (DH) durchliefen ihre Praxisphasen in den Fächern Automatisierungs-, Elektro- oder Informationstechnik, Mechatronik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft. Da wir großen Wert auf Internationalität legen, wird jeder DH-Student für drei bis fünf Monate an einen unserer Auslandsstandorte entsandt. Nach Ausbildungsende übernehmen wir Azubis und DH-Studenten größtenteils sofort in unbefristete Anstellungsverhältnisse. 50 Studenten haben im Jahr 2012 bei Dürr ihre Bachelor- und Masterarbeiten geschrieben, weitere 55 haben uns als Werkstudenten regelmäßig unterstützt. 109 junge Menschen erhielten als Praktikanten einen Einblick in den Maschinen- und Anlagenbau, zwölf von ihnen haben wir einen Aufenthalt in einer Auslandsgesellschaft ermöglicht. Von den examensnahen Studenten, die im Jahr 2012 bei Dürr beschäftigt waren, haben wir 63 % nach ihrem Hochschulabschluss in unbefristete Anstellungsverhältnisse übernommen. NachhaltigkeitNachhaltigkeit bedeutet für uns, dass wirtschaftliches Handeln im Einklang mit dem Schutz von Umwelt und Ressourcen steht. Zudem nehmen wir unsere soziale Verantwortung aktiv wahr und pflegen einen respektvollen und fairen Umgang mit allen Stakeholdern. Neben Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden zählen dazu auch Investoren, Medien und gesellschaftliche Gruppen, die mit uns in Kontakt stehen. Auch von unseren Geschäftspartnern fordern wir, sich an den Prinzipen der Nachhaltigkeit zu orientieren. DÜRR-VERHALTENSKODEXDie Leitlinien für nachhaltiges Handeln haben wir im Jahr 2011 in einem umfassenden Verhaltenskodex zusammengefasst (WWW.DURR.DE/UNTERNEHMEN/NACHHALTIGKEIT). Er hilft unseren Mitarbeitern, sich rechtlich und ethisch korrekt zu verhalten und die Werte unseres Unternehmens zu leben. Konkrete Themenbereiche sind unter anderem der Umgang mit fremdem Eigentum, vertraulichen Daten, Insiderwissen, Geschenken und Einladungen. Der Dürr-Kodex unterstreicht das Legalitätsprinzip und missbilligt gesetzeswidrige Geschäftspraktiken wie Korruption und Betrug. Ferner geht er ausführlich auf faire Arbeits- und Lieferantenbeziehungen sowie zwischenmenschlichen Respekt ein. Die Abschnitte des Verhaltenskodex, die für Lieferanten relevant sind, wurden in einem eigenen Regelwerk zusammengefasst. Im Jahr 2012 haben wir die Compliance-Grundsätze noch stärker im Bewusstsein der Mitarbeiter verankert und die Compliance-Organisation optimiert.
MITARBEITERDas Wissen und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sind für uns als ENGINEERING-Unternehmen besonders wichtig. Daher fördern wir gezielt die Weiterentwicklung von Kompetenzen und Persönlichkeit. Damit sich weitere qualifizierte Professionals und Nachwuchskräfte für uns entscheiden, schärfen wir unser Profil als internationales Technologieunternehmen, das Innovationsgeist, Eigenverantwortlichkeit und Work-Life-Balance unterstützt. 2.56 / KENNZAHLEN SOZIALES (KONZERN)scroll
Mehrere Auszeichnungen unterstreichen die Attraktivität von Dürr als Arbeitgeber:
Das Feedback unserer Mitarbeiter ist für uns sehr wichtig. Wertvolle Ergebnisse liefern die regelmäßigen Online-Mitarbeiterbefragungen, die ein externer Dienstleister für uns durchführt. In den beiden vergangenen Befragungen (2008 und 2011) erhielten wir bessere Bewertungen als andere Unternehmen unserer Branche, unter anderem bei Kriterien wie Sichtbarkeit der eigenen Arbeitsergebnisse, Kollegen, Management, Vorgesetzte und Unternehmenskultur. Die nächste Mitarbeiterbefragung steht im Jahr 2013 an. Erstmals werden dann alle Standorte weltweit einbezogen. Damit die Mitarbeiter ihre Aufgaben auch bei hohem Geschäftsvolumen unter guten Rahmenbedingungen wahrnehmen können, haben wir im Jahr 2012 über 800 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt. An verschiedenen Standorten wurden die Arbeitsbedingungen durch neue Räumlichkeiten und bauliche Maßnahmen weiter verbessert. Klassische Personalkennzahlen sprechen für eine hohe Loyalität und Zufriedenheit in der Belegschaft. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit ist bei Dürr in Deutschland trotz der vielen Neuzugänge mit 15 Jahren außerordentlich hoch. Die Fluktuation, also der Anteil der Austritte an der Gesamtbelegschaft, ist auf niedrigem Niveau weiter gesunken: In Deutschland waren es im Jahr 2012 3,1 % (2011: 4,7 %), weltweit 4,6 % (2011: 6,0 %). Die Krankenquote sank konzernweit auf 1,9 % (Vorjahr 2,1 %), in Deutschland betrug sie unverändert 3,0 %. 2.57 / KENNZAHLEN ÖKOLOGIEscroll
UMWELT UND STANDORTEIm Vergleich mit ähnlichen Industrieunternehmen hinterlassen unsere Aktivitäten einen kleinen "ökologischen Fußabdruck". Verbräuche, Abfallmengen und Emissionen sind relativ gering. Das resultiert aus der niedrigen FERTIGUNGSTIEFE sowie den eingesetzten Produktionstechnologien. Gefahrstoffe kommen nur in mäßigem Umfang zum Einsatz. Abfälle wie Stahl, Kunststoffe, Papier, Elektroaltgeräte und Altholz führen wir der Wiederverwertung zu. Durch Recycling konnten wir in Bietigheim-Bissingen 129 Tonnen Treibhausgase einsparen. Das Abfallentsorgungsunternehmen ALBA verlieh uns hierfür Ende 2012 sein Klimaschutz-Zertifikat. Wie Tabelle 2.57 zeigt, stiegen unsere Verbrauchswerte und Emissionen mit Ausnahme der Position Gas/Öl/Fernwärme im Jahr 2012 leicht an - sie erhöhten sich allerdings unterproportional zum Umsatz. Bei Neubauten wie den zusätzlichen Fertigungsstätten in China und Mexiko sowie bei Gebäudemodernisierungen legen wir Wert auf eine energiesparende Bauweise. Paradebeispiel ist der Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen. Das nachhaltige Bau- und Betriebskonzept "Campus Energy 21" kombiniert Verfahren wie Tiefengeothermie, Blockheizkraftwerk, Fotovoltaik, Erdwärmetausch, Betonkernaktivierung, Fassadendämmung und sensorgesteuerte Beleuchtung. Damit sparen wir im Vergleich zu einer konventionellen Energieversorgung rund 40 % ein. Seit dem Jahr 2008 beteiligen wir uns am internationalen Carbon Disclosure Project (WWW.CDPROJECT.NET). In dieser Datenbank für Investoren legen börsennotierte Unternehmen Emissionen und Verbrauchswerte offen und informieren über Produkte, die zum Klimaschutz beitragen, sowie die damit verbundenen Geschäftschancen. VERBRAUCHSOPTIMIERTE PRODUKTEUnsere Kunden achten zunehmend auf einen reduzierten Material- und Energieverbrauch in der Produktion. Diesen nachhaltigen Ansatz unterstützen wir, indem wir stetig an der Neu- und Weiterentwicklung energie- und verbrauchseffizienter Maschinen und Anlagen arbeiten. Aktuelle Beispiele aus allen Geschäftsbereichen finden Sie im Kapitel FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG dieses Berichts. Im Unternehmensbereich Clean Technology Systems entwickeln wir das Geschäft mit energieeffizienten Technologien zu einem neuen Standbein des Konzerns. Dafür bauen wir ein breites Produktportfolio rund um die Nutzung von Wärme und Abwärme auf. Beispiele sind ORC-Technik und Mikrogasturbine - beides Verfahren zur Stromgewinnung aus Wärmeenergie - sowie Latentwärmespeicher, WÄRMETAUSCHER und Wärmepumpen. Wir arbeiten daran, weitere Märkte und Anwendungsgebiete für diese Technologien zu erschließen. GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENTIm Jahr 2012 spendeten wir in Deutschland 511 Tsd. € (2011: 406 Tsd. €). Den Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements legen wir auf die Bildungsförderung und gesellschaftliche Projekte vor Ort. Bildungsförderung beginnt im frühkindlichen Bereich. Hier engagieren wir uns zusammen mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung - und mit Mitarbeiterspenden - als Kooperationspartner einer Kindertagesstätte in Bietigheim-Bissingen. 15 Betreuungsplätze sind für Mitarbeiterkinder reserviert, um deren Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Dieses Angebot soll zukünftig dem Bedarf entsprechend ausgebaut werden. Mit verschiedenen Schulen gibt es Kooperationsverträge. Wir bieten Praktikantenstellen, Ausbildungsberatungen und Bewerbertrainings. An Gymnasien in Bietigheim-Bissingen und Sachsenheim haben wir Bildungspatenschaften übernommen. Erstmals verliehen wir 2012 den Dürr-MINT-Preis an vier Absolventen der Realschule Bissingen. MINT ist eine Abkürzung für die Fächer, die an technische Berufe heranführen: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Wir unterstützen die START-Stiftung, die ein Stipendienprogramm für Schüler mit Migrationshintergrund anbietet. Bereits seit vielen Jahren spenden Unternehmen und Mitarbeiter regelmäßig an eine Stuttgarter Schule für Kinder mit geistiger Behinderung. Über die Initiative Deutschlandstipendium fördern wir fünf Studierende der Universitäten Stuttgart und Darmstadt. Ein weiteres Stipendium vergibt unsere Befülltechnikgesellschaft Dürr Somac zusammen mit der Technischen Universität Freiberg. An der Universität Stuttgart haben wir einen ständigen Sitz in der Kommission zur Auswahl von Stipendiaten. Mehrere Mitarbeiter engagieren sich als Lehrbeauftragte an Hochschulen. Außerdem fördern wir verschiedene Einrichtungen mit Spenden, darunter den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die Universität Mannheim und die WHU - Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Als größter Arbeitgeber in Bietigheim-Bissingen leisten wir unseren Beitrag zum gesellschaftlichen Leben der Stadt, indem wir Kulturveranstaltungen, die Jugendarbeit von Sportvereinen und das Rote Kreuz unterstützen. Unter dem Motto "Kultur erlebt" lädt Dürr zu Musik, Theater oder Ausstellungen auf dem Dürr-Campus ein. Dabei können auch Mitarbeiter ihr künstlerisches Talent präsentieren. Auch unsere Auslandsstandorte engagieren sich. Seit seiner Gründung vor neun Jahren hat das Dürr Systems Employee Charity Committee in Plymouth (USA) circa 145.000 US-Dollar eingeworben und gespendet. In Großbritannien übernahm Dürr die Schirmherrschaft für örtliche und nationale Benefizveranstaltungen, gemeinsam mit den Mitarbeitern spendeten wir für ein Krankenhaus und die Krebsforschung. Dürr Brasil unterstützt ein Waisenhaus, während Dürr de México unter anderem den Schulbesuch behinderter Kinder finanziert. RisikoberichtBei der Abwägung der Chancen und Risiken unseres Geschäfts orientieren wir uns an drei elementaren Grundsätzen: 1. Bei allen Geschäften müssen die Chancen eindeutig überwiegen. 2. Rein spekulative Transaktionen sind verboten. 3. Unser Handeln muss geltendes Recht sowie ethische und moralische Standards stets einhalten. Bei Dürr wird eine offene Risikokultur gelebt: Wir fördern die Risikosensibilität unserer Mitarbeiter und ermutigen sie, Gefahren und Probleme frühzeitig und offen anzusprechen. Das Risikomanagementsystem hat sich in den vergangenen Jahren als integrierter und anerkannter Bestandteil unserer Geschäftsprozesse etabliert. Es basiert auf standardisierten Verfahren und wird in allen Konzerngesellschaften angewandt. Dadurch können wir Risiken einheitlich und konzernübergreifend analysieren und bewerten. Zudem gewinnen wir eine hohe Risikotransparenz, die uns bei der Auswahl geeigneter Steuerungs- und Gegenmaßnahmen zugutekommt. Das Risikomanagement ist auf allen Ebenen des Konzerns etabliert - von Aufsichtsrat und Vorstand bis in die Abteilungen einzelner Landesgesellschaften hinein. RISIKOMANAGEMENTPROZESSDer Standardrisikozyklus bei Dürr besteht aus neun Modulen und beginnt alle sechs Monate von Neuem. Das zentrale Modul ist die Risikoinventur durch das Management der operativen Einheiten. Dabei werden die Einzelrisiken ermittelt, bewertet und verdichtet, das heißt einem von 15 Dürrspezifischen Risikofeldern zugeordnet (Abbildung 2.58). Die Risikofelder decken unsere Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse sowie die externen Risikobereiche ab. Die Bewertung der Einzelrisiken wird von den Risikomanagern für jedes Risikofeld vorgenommen, als Leitfaden für die Ermittlung dienen das Risikomanagement-Handbuch sowie die Risikostrukturblätter des Konzerns. Der Bewertungsprozess unterteilt sich in drei Stufen:
Je geringer die Eintrittswahrscheinlichkeit und je höher die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen ist, desto stärker reduziert sich das EBIT-Risiko. Unter dem Strich steht das rechnerische Nettorisiko, das wir auch als tatsächliches Risikopotenzial bezeichnen. Aus der Summe aller einzelnen Risikopotenziale ergibt sich das Gesamtrisiko des Konzerns. Dabei werden Portfolio-Effekte nicht berücksichtigt. Das Gesamtrisiko lässt sich in Risiken der Geschäftsbereiche einerseits und übergreifende Konzernrisiken andererseits unterteilen. Die Resultate des halbjährlichen Risikozyklus erfassen wir im Konzernrisikobericht, der über alle Einzelrisiken und die Gesamtrisikosituation des Konzerns informiert. Der Risikobericht wird zunächst in den verschiedenen Managementgremien und im Vorstand diskutiert. Darauf folgt die Analyse im Prüfungsausschuss, dessen Vorsitzender dann dem Aufsichtsrat Bericht erstattet. Akute Risiken werden ad hoc an Vorstand und Geschäftsbereichsleiter gemeldet. Die Verantwortung für den Standardrisikozyklus liegt bei den Risikomanagern des Konzerns und der Geschäftsbereiche; bei ihnen handelt es sich um die Leiter der jeweiligen Controlling-Abteilungen. Auch die interne Revision und die Risikomanager der Landesgesellschaften sind eng in den Prozess eingebunden. RICHTLINIE FÜR DAS FINANZRISIKOMANAGEMENTDas Management von Fremdwährungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken regelt eine spezielle Richtlinie. Im Zentrum des Prozesses steht das Finanzrisiko-Komitee, das sich aus dem Finanzvorstand, den Leitern von Konzern-Controlling und Konzern-Treasury sowie den Finanzverantwortlichen der Geschäftsbereiche zusammensetzt. Dieses Gremium diskutiert finanzstrategische Fragen und bereitet entsprechende Vorstandsbeschlüsse vor. ABSICHERUNG VON FREMDWÄHRUNGSRISIKENIst ein Projekt mit Fremdwährungsrisiken verbunden, sichern wir bei Auftragseingang den Umsatzanteil ab, der über die Kosten in der entsprechenden Fremdwährung hinausgeht. Grundsätzlich vereinbaren wir für jedes Einzelprojekt ein separates Sicherungsgeschäft (Micro Hedge). Im Standardmaschinen- und Ersatzteilgeschäft, das durch kleinere Auftragsvolumina geprägt ist, nutzen wir auch Macro Hedges für mehrere Aufträge, um den Transaktionsaufwand zu reduzieren. Für Hedging-Geschäfte ist in der Regel das Konzern-Treasury der Dürr AG zuständig, das dafür ein konzernweites Treasury-Management-System einsetzt. ABSICHERUNG VON ZINSRISIKENUnser Zinsrisikomanagement deckt alle zinstragenden und zinsreagiblen Bilanzpositionen ab. Durch regelmäßige Zinsanalysen sind wir in der Lage, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihre Auswirkungen zu simulieren. Fremdfinanzierung, Anlage und Zinssicherung obliegen grundsätzlich dem Konzern-Treasury; ab einer definierten Größenordnung sind Ausnahmen dem Finanzvorstand zur Genehmigung vorzulegen. ABSICHERUNG VON LIQUIDITÄTSRISIKENUm unseren Liquiditätsbedarf zu decken, legen wir bei der Steuerung des operativen Geschäfts besonderes Augenmerk auf den Cashflow. Bei vorübergehend negativen Cashflows - etwa in Phasen mit höherem Net-Working-Capital-Bedarf - sichert unsere Fremdkapitalfinanzierung ausreichenden Liquiditätsspielraum. Bitte beachten Sie dazu auch das Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG. Mithilfe eines internationalen Cash-Pooling-Systems können wir den Liquiditätsbedarf einzelner Gesellschaften durch Überschüsse anderer Konzerntöchter abdecken, ohne Kredite in Anspruch zu nehmen und Zinsaufwendungen zu verursachen. Bestimmte Landesgesellschaften können nicht am Cash Pooling teilnehmen, da nationales Recht den Kapitaltransfer beschränkt. Cash Pooling und externe Liquiditätsbeschaffung werden durch das Konzern-Treasury gesteuert. ABSICHERUNG VON ANLAGERISIKENUnsere Richtlinie für das Financial Asset Management enthält wirksame Bestimmungen zur Risikobegrenzung bei der Anlage freier Mittel. Unter anderem definiert sie die zulässigen Asset-Klassen, die Anforderungen an die Emittentenbonität und den Umgang mit Klumpenrisiken. 2.58 / RISIKOFELDER BEI DÜRR![]() WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLLSYSTEMS/RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS FÜR DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESSDas interne Kontrollsystem beziehungsweise das Risikomanagementsystem (IKS/RMS) für den Rechnungslegungsprozess umfasst alle Regelungen, Maßnahmen und Verfahren, die als Bestandteil des Risikomanagementsystems die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung mit hinreichender Sicherheit gewährleisten und sicherstellen, dass die Abschlüsse des Konzerns und der Konzerngesellschaften gemäß den IFRS erstellt werden. Die Gesamtverantwortung für das IKS/RMS trägt der Vorstand. Er hat eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation für das IKS/RMS eingerichtet, die alle organisatorischen und rechtlichen Einheiten des Konzerns abdeckt. Die Überwachung des IKS/RMS ist Aufgabe der internen Revision der Dürr AG. Im Mittelpunkt des IKS/RMS für den Rechnungslegungsprozess stehen die folgenden Kontroll- und Sicherungsroutinen:
Die Mitarbeiter der Finanzabteilungen bilden sich in regelmäßigen Trainings fort, um die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen. Die Schulungen berücksichtigen neben den anzuwendenden Rechnungslegungsstandards und Bilanzierungsregeln auch den Umgang mit den eingesetzten Software-Tools. Um Risiken vorzubeugen und eine hohe Qualität unserer Abschlüsse zu gewährleisten, beschäftigen wir uns sorgfältig mit zentralen Themen der Rechnungslegung. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Bilanzierung von Fertigungsaufträgen nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC). Sie erfordert unter anderem die Abschätzung der erwarteten Gesamtkosten und -erlöse von Aufträgen. Wichtige Themen sind auch der Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die Zuverlässigkeit der qualitativen Aussagen im Lagebericht und im Corporate-Governance-Bericht. BEURTEILUNG DER GESAMTRISIKOSITUATION DURCH DEN VORSTANDAus heutiger Sicht beurteilen wir die Gesamtrisikosituation des Konzerns als gut beherrschbar. Derzeit sind keine Risiken zu erkennen, die einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken unsere Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage nachhaltig schwächen könnten. Auch Risiken, die den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten, sind nicht in Sicht. Infolge des stark gestiegenen Geschäftsvolumens hat sich unser absolutes Netto-Risikopotenzial seit Ende 2011 erhöht. Allerdings war der Anstieg mit 19 % deutlich niedriger als das Umsatzwachstum. Der prozentuale Anteil des Netto-Risikopotenzials am Umsatz ist spürbar gesunken. Zwei Drittel des Netto-Risikopotenzials entfallen auf die Geschäftsbereiche, ein Drittel bezieht sich auf konzernübergreifende Risiken. Mit einem Anteil von 27 % am Netto-Risikopotenzial des Konzerns ist der Sektor "Projektabwicklung/Engineering" das mit Abstand wichtigste Risikofeld bei Dürr. Wie erwartet hat dieser Bereich im Jahr 2012 zusammen mit dem Risikofeld "Markt" am stärksten zum Anstieg des Netto-Risikopotenzials beigetragen. In beiden Feldern ist das Risikopotenzial eng an die Umsatzentwicklung gekoppelt. So bedeutet ein hohes Geschäftsvolumen, dass mehr Großprojekte parallel und bei hoher Auslastung abgewickelt werden, wodurch es zu Kapazitätsengpässen und Verzögerungen kommen kann. Dem wirken wir durch zusätzliche Mitarbeiter, die Nutzung unseres flexiblen Zeitmodells und eine effektive konzernweite Kapazitätssteuerung entgegen. EINZELRISIKENWIRTSCHAFTLICHES UMFELD/KONJUNKTURDas gesamtwirtschaftliche Umfeld birgt nach wie vor zahlreiche Risiken. Zu nennen sind vor allem die EU-Schuldenkrise und die Rezession in Westeuropa sowie die hohe Staatsverschuldung in den USA und Japan. Aufgrund unserer globalen Aufstellung stufen wir Dürr als überdurchschnittlich widerstandsfähig gegenüber konjunkturellen Risiken ein. Der hohe Auftragsbestand sichert Auslastung und Umsatz für 2013 weitgehend ab. Die Konjunkturschwäche in Westeuropa können wir durch die starke Position in den Emerging Markets gut ausgleichen. Dort erzielten wir im Geschäftsjahr 2012 erneut mehr als die Hälfte unseres Auftragseingangs. Regelmäßige Szenarioanalysen, die eine konjunkturinduzierte Geschäftsabschwächung simulieren, unterstreichen unsere Robustheit: Auch bei einem Umsatzrückgang von rund 20 % im Jahr 2013 sind ein EBIT von über 60 Mio. € und ein klar positives Ergebnis nach Steuern realistisch. Generell reagiert unser Maschinenbaugeschäft, in dem kleinere Auftragsvolumina dominieren, früher auf konjunkturelle Abschwächungen als der spätzyklische Anlagenbau. Das Anlagenbaugeschäft wird stark von den langfristigen Investitionsplänen der Automobilindustrie geprägt, zudem vergehen zwischen Auftragseingang und Umsatz in der Regel zwölf bis 18 Monate. Vorübergehende regionale Nachfrageschwankungen können wir durch unsere ausgewogene internationale Präsenz meist ausgleichen. KAPITALMARKTNach wie vor besteht das Risiko, dass die europäische Schuldenkrise die Stabilität des Kapitalmarkts beeinträchtigt. Die negativen Konsequenzen für Dürr wären jedoch begrenzt, da wir kurzfristig keine Kapitalmarkttransaktionen planen. Das Risiko einer feindlichen Übernahme der Dürr AG ist relativ gering. Die Gründerfamilie Dürr, deren Anteile bei der Heinz Dürr GmbH und der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH liegen, ist mit 29,97 % (31.12.2012) größter Aktionär und verfügt damit über eine starke Abstimmungsposition auf der Hauptversammlung. Über die Change-of-Control-Klauseln im Zusammenhang mit unserer Unternehmensanleihe informieren die Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB im Kapitel ORGANISATION UND TÄTIGKEITSBEREICHE. OPERATIVE RISIKEN: ANGEBOTSPHASEBei der Kalkulation langfristiger Aufträge besteht das Risiko, dass wir die für eine erfolgreiche Projektabwicklung erforderlichen Kosten falsch einschätzen. Daher werden solche Kalkulationen durch die Zentralabteilung Global Proposal Assurance geprüft, bevor sie als Angebot an den Kunden gehen. OPERATIVE RISIKEN: PROJEKTABWICKLUNG/ENGINEERINGBesonders bei Großprojekten können Mehrkosten anfallen, falls wir Termine oder andere Vereinbarungen nicht einhalten. Dieses Risiko ist mit dem Umsatzwachstum gestiegen: Aktuell wickeln wir zahlreiche Großaufträge parallel ab, was zu Kapazitätsengpässen führen könnte. Um dieses Risiko zu reduzieren, haben wir die Stammbelegschaft vergrößert und beschäftigen zusätzliche externe Mitarbeiter. Zudem sind wir dank standardisierter Produkte, Geschäftsprozesse und IT-Strukturen in der Lage, Arbeitspakete, zum Beispiel im ENGINEERING, ausgewogen auf unsere weltweiten Standorte zu verteilen. Auch die technische und logistische Komplexität eines Projekts kann zu Risiken führen. Dies gilt besonders für die Emerging Markets, da dort mehr Unwägbarkeiten bestehen. Aus diesem Grund haben wir spezielle Risikomanagement-Instrumente für die Auftragsabwicklung in den Wachstumsmärkten etabliert. Dazu zählen die Einbindung des System Centers Bietigheim-Bissingen, ein engmaschiges Lieferanten-Monitoring, das Vertrags- und CLAIM-MANAGEMENT und regelmäßige Projekt-Reviews. GESETZE UND STEUERNWir operieren weltweit und müssen daher unterschiedliche Rechtsnormen beachten. Um unwissentliche Rechtsverstöße zu vermeiden, ziehen wir Spezialisten für das jeweilige nationale Recht zurate. Durch veränderte rechtliche Rahmenbedingungen können unsere Kosten steigen und die Absatzchancen sinken. Aus heutiger Sicht sind keine neuen Steuer- und Gesetzesvorhaben absehbar, die zu erheblichen Nachteilen führen könnten. Im Jahr 2012 haben die deutschen Steuerbehörden die Betriebsprüfungen für die Jahre 2005 bis 2009 bei allen wesentlichen deutschen Tochtergesellschaften fortgeführt und auf das Jahr 2010 ausgeweitet. Für erkennbare Steuernachforderungen haben wir entsprechende Rückstellungen gebildet. Wir erwarten den Abschluss der inländischen Betriebsprüfungen für Ende 2013. Die steuerlichen Außenprüfungen, die in verschiedenen Auslandsgesellschaften durchgeführt werden, lassen derzeit keinen Nachzahlungsbedarf erkennen. Angesichts angespannter Staatshaushalte sind Steuererhöhungen nicht vollständig auszuschließen. Gegebenenfalls würden wir darauf mit professioneller externer Hilfe reagieren, wofür Mehrkosten einzukalkulieren wären. MARKTDie meisten Automobilhersteller können die Nachfrageschwäche in Europa gut bewältigen, da sie ihre Produkte weltweit fertigen und verkaufen. Lediglich eine kleinere Gruppe von Herstellern, deren Absatzschwerpunkt auf Westeuropa liegt, ist mit größeren Problemen konfrontiert. Für uns ergibt sich folgendes Bild: Durch den hohen Geschäftsanteil in den Emerging Markets sind wir relativ unabhängig vom westeuropäischen Markt. Zudem verlaufen Pkw-Absatz und Investitionsverhalten unserer Kunden in Westeuropa nicht parallel, im Jahr 2012 erhielten wir trotz der Krise mehrere Großaufträge für Werkmodernisierungen aus Spanien und Frankreich. Weltweit ist die Anzahl der Automobilhersteller begrenzt. Daher haben wir relativ wenige Großkunden, was zu Abhängigkeitsrisiken führen kann. Im Jahr 2012 entfielen 44 % unseres Umsatzes auf die fünf größten Kunden (Vorjahr: 42 %), der größte Einzelkunde trug knapp 12 % zum Konzernumsatz bei. Die Gruppe der fünf größten Kunden setzt sich von Jahr zu Jahr aus unterschiedlichen Unternehmen zusammen. Auf den Preisdruck in unseren Märkten reagieren wir mit unterschiedlichen Maßnahmen:
Das Risiko von Forderungsausfällen beurteilen wir als gut beherrschbar. Denn unser Forderungsvolumen ist gering, da wir in der Regel hohe Anzahlungen von Kunden erhalten. Hohe Forderungen bestehen vor allem gegenüber Automobilherstellern mit guter Ertrags- und Liquiditätssituation. Zudem haben sich die Ratings vieler Produzenten nach der Krise von 2008/2009 wieder verbessert, die Mehrzahl der Hersteller besitzt ein Investment-Grade-Rating. Bei Kunden ohne Investment-Grade-Rating überwachen wir die Zahlungseingänge genau. UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKENEmerging MarketsSeit dem Jahr 2005 haben wir unseren Geschäftsschwerpunkt Schritt für Schritt in die Emerging Markets verlagert. Damit sind spezielle Risiken verbunden:
Neue GeschäftsfelderBeim Eintritt in neue Geschäftsfelder, zum Beispiel KLEBETECHNIK und Energieeffizienztechnik, können wir Kundenanforderungen, Ressourceneinsatz oder die Nachfrage- und Wettbewerbssituation falsch einschätzen. Dieses Risiko stufen wir als beherrschbar ein: Wir erschließen nur Bereiche, die an unser Kerngeschäft angrenzen, und führen im Vorfeld intensive Analysen durch. Akquisitionen erfolgen erst, wenn belastbare Due-Diligence-Ergebnisse und Integrationspläne vorliegen. Die Energieeffizienztechnik ist ein junger Markt in der Formierungsphase. Aufgrund der wachsenden Nachfrage positionieren sich darin viele neue Anbieter - zum Teil auch namhafte Großunternehmen. Zugleich wird der Markt durch staatliche Lenkungsmaßnahmen wie Anreizprogramme, Subventionen und Emissionsregeln beeinflusst. Vor diesem Hintergrund bestehen Unsicherheiten über die zukünftige Wettbewerbs- und Nachfragestruktur und das Durchsetzungspotenzial unterschiedlicher Technologiearten in der Energieeffizienz. Der strategische Ausbau des Geschäfts mit Flugzeugproduktionstechnik (Aircraft and Technology Systems) ist mit spezifischen Risiken verbunden. Die Investitionszyklen sind länger als in der Automobilindustrie, es werden weniger Einzelprojekte vergeben und die Kundenanzahl ist geringer. Um unsere Marktbasis zu erweitern, haben wir seit dem Jahr 2008 über 15 Neukunden erschlossen. Da die Flugzeugentwicklung ein langwieriger und komplexer Prozess ist, kann es besonders bei Großprojekten auch nach der Auftragsvergabe zu technischen Änderungen kommen. Diesem Risiko begegnen wir mit einem systematischen Change- und Claim-Management. KUNDEN/PRODUKTEBei unseren Kunden sind derzeit keine Innovationsvorhaben zu erkennen, die wesentliche Nachteile für uns mit sich bringen könnten. Die Automobilindustrie dürfte neben Hybrid- und Elektroantrieben auch langfristig überwiegend auf Verbrennungsmotoren setzen. Ein Durchbruch der Elektromobilität im Massenmarkt ist noch nicht absehbar; vielmehr investiert die Branche stark in die Entwicklung sparsamer Verbrennungsaggregate. Dies eröffnet uns Geschäftschancen in der Reinigungs- und AUSWUCHTTECHNIK. Im Karosseriebau werden auch weiterhin die Werkstoffe Aluminium und Stahl dominieren. Daher bestehen im Lackiertechnikgeschäft aus heutiger Sicht keine gravierenden Substitutionsrisiken. Allerdings nutzt die Automobilindustrie für verbrauchsarme Leichtbaufahrzeuge verstärkt Kunst- und Verbundwerkstoffe. Da auch diese neuen Materialien lackiert werden müssen, entwickeln wir spezielle Produkte für die Kunststofflackierung. Kunst- und Verbundwerkstoffe lassen sich nicht schweißen, sondern müssen geklebt werden. Dadurch wächst die Nachfrage in der KLEBETECHNIK. F&E- UND PRODUKTHAFTUNGSRISIKENUm technischen Risiken und einer mangelhaften Akzeptanz von Innovationen vorzubeugen, analysieren wir den Marktbedarf genau, binden Pilotkunden in den Innovationsprozess ein und entwickeln Produkte mit schnellem Return on Investment für den Kunden. Außerdem prüfen wir neue Produkte in Hinblick auf unterschiedliche Betriebsszenarien und mögliche Bedienfehler. Dies senkt auch das Risiko, aktivierte Entwicklungsleistungen außerplanmäßig abschreiben zu müssen. Wir beobachten regelmäßig die für uns relevanten Patentanmeldungen, um mit neuen Produkten keine Schutzrechte Dritter zu verletzen. Wenngleich Produkthaftungsfälle in unserem Geschäft selten vorkommen, schließen wir Produkthaftungsversicherungen ab und stellen sicher, dass unsere Produkte den Arbeitsschutzvorschriften genügen. WETTBEWERBSRISIKENDer japanische Wettbewerber Taikisha hat im Jahr 2011 eine Mehrheitsbeteiligung an dem kleineren italienischen Lackieranlagenbauer Geico erworben, um seinen Marktzugang in Europa zu verbessern. Im selben Jahr hat der deutsche Anlagenbauer Eisenmann das chinesische Unternehmen Hightec übernommen, das hauptsächlich Kunststofflackiertechnik für die allgemeine Industrie liefert. Aufgrund unserer Leistungsfähigkeit in den Bereichen Technologie, Auftragsabwicklung und Service sind wir davon überzeugt, dass wir durch diese Marktkonsolidierung keine Marktanteile einbüßen werden. Anhaltspunkte für weitere Zusammenschlüsse zwischen Wettbewerbern liegen uns derzeit nicht vor. Konkurrenzprodukte, die unsere Marktstellung signifikant bedrohen könnten, sind nicht erkennbar. Weder in China noch in anderen wichtigen Märkten gibt es nennenswerte Benachteiligungen zugunsten inländischer Wettbewerber. Eine Abschwächung des Euro gegenüber US-Dollar, chinesischem Renminbi und japanischem Yen begünstigt unser Geschäft. BESCHAFFUNGSRISIKENDie Risiken im Beschaffungsbereich, der aufgrund unseres hohen Einkaufsvolumens besonders wichtig ist, haben sich im Lauf des Jahres 2012 reduziert. Wir sehen wieder eine höhere Verfügbarkeit bei Lieferanten, Vorprodukten, Zulieferteilen und externen Fertigungskapazitäten. Dies resultiert aus der Verbreiterung unseres Lieferantenstamms in den Emerging Markets, aber auch aus der allgemeinen Konjunkturabkühlung. Auch das Preissteigerungsrisiko ist gesunken, während das Insolvenzrisiko auf der Lieferantenseite nach wie vor keine größere Rolle spielt. Verfügbarkeits- und Preisrisiken in der Beschaffung begegnen wir durch Rahmenverträge mit Vorzugslieferanten, die Bündelung von Einkaufsvolumina und ein Materialplanungssystem. Da wir über eine breite Lieferantenbasis verfügen, sind wir nicht von einzelnen Unternehmen abhängig. Rahmenverträge über größere Volumina werden nur mit Vorzugslieferanten guter Bonität vereinbart. In den Emerging Markets lässt sich nicht ausschließen, dass einzelne Lieferanten unsere Qualitäts- und Terminanforderungen nicht erfüllen. Daher überprüfen wir bei kritischen Lieferanten regelmäßig den Auftragsfortschritt. Um unser geistiges Eigentum zu schützen, geben wir in den Emerging Markets keine anspruchsvollen Konstruktionen an Auftragsfertiger. PERSONALRISIKENViele Arbeitsgebiete bei Dürr sind hoch spezialisiert und erfordern fundiertes Know-how. Wir schützen uns gegen Wissensverluste, indem wir Spezialkenntnisse nicht bei einzelnen Mitarbeitern bündeln, sondern breiter verteilen. Dazu fördern wir den internen Wissenstransfer durch Dokumentationen, Schulungen, Patenschaften und unser konzernweites Intranet. In den Emerging Markets sind wir höheren Fluktuationsrisiken ausgesetzt als in Deutschland, wo die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit mit 15 Jahren äußerst hoch und die Fluktuationsrate mit 3,1 % vergleichsweise niedrig ist. Das Durchschnittsalter der inländischen Belegschaft beträgt 44 Jahre, bei den neu eingestellten Mitarbeitern sind es 36 Jahre. Dadurch sinkt das Überalterungsrisiko langfristig. Auslastungsrisiken begegnen wir, indem wir externe Zeitarbeitskräfte beschäftigen. Dies ist zum Beispiel in der Fertigung und bei einfacheren Konstruktionsarbeiten der Fall. Im Jahr 2012 konnten wir die meisten offenen Stellen adäquat besetzen. Im Vergleich zum Vorjahr gingen wieder mehr Bewerbungen auf Stellenangebote ein. In Deutschland decken die Absolventenzahlen in naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern den Bedarf der Wirtschaft nicht vollständig ab. Bei Dürr begegnen wir diesem Risiko mit einer dreigliedrigen Strategie: Experten sollen durch eine langfristige Karriereplanung an das Unternehmen gebunden werden; am Arbeits- und Absolventenmarkt treten wir mit einem professionellen Personal- und Hochschulmarketing auf; Trainees, Studenten an Dualen Hochschulen und Auszubildende werden nach Möglichkeit in feste Arbeitsverhältnisse übernommen. IT-RISIKENDie IT-Risiken, vor allem Datenverlust, Hacking und Virenangriffe, haben in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Dies ist der wachsenden Bedeutung der IT für die Geschäftsprozesse geschuldet und trifft sowohl auf die Häufigkeit als auch auf das Schadenspotenzial zu. Wir begegnen diesen Risiken durch eine IT-Sicherheitsorganisation, IT-Sicherheitsrichtlinien sowie eine robuste IT-Infrastruktur mit modernen Firewall- und Antivirenprogrammen. Back-up-Server, redundante Datenleitungen und unterbrechungsfreie Stromversorgungen reduzieren die Gefahr von Produktivitätsverlusten oder gar Komplettausfällen. Unser Risiko von Hacker- und Ausspähungsangriffen stufen wir als branchenüblich ein. UMWELT- UND ARBEITSSICHERHEITSRISIKENUnsere Produktions- und Entwicklungsstandorte weisen relativ geringe Umwelt- und Arbeitssicherheitsrisiken auf. Die FERTIGUNGSTIEFE bei Dürr ist gering, unsere Produktionsstätten sind mehrheitlich modern ausgerüstet, verschiedene ältere Werke werden durch Neubauten ersetzt. Gesundheits- und umweltschädliche Stoffe verwenden wir nur in begrenztem Umfang. Ihr Einsatz, beispielsweise bei Versuchen in der Reinigungs- und Lackiertechnik, unterliegt gesetzlichen Regelungen, internen Richtlinien und den Vorgaben der entsprechenden Zertifizierungssysteme. RECHTLICHE RISIKENUnser wichtigstes rechtliches Risiko ist die Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen. Sofern wir Termine oder andere vertragliche Verpflichtungen nicht einhalten, können Konventionalstrafen fällig werden. Bevor wir vertragliche Zusagen abgeben, etwa zur Verfügbarkeit einer Anlage, werden mögliche haftungsrechtliche Konsequenzen sorgfältig geprüft. Ansprüche, die wir nicht erfüllen können, schließen wir aus. Auch Patentstreitigkeiten können in unserem Geschäft auftreten. Derzeit sind wir in keine außergewöhnlichen Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Bei keinem der anhängigen Verfahren überschreitet der Streitwert einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag. WÄHRUNGS-, ZINS- UND LIQUIDITÄTSRISIKENWährungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken werden ausführlich im Anhang zum Konzernabschluss unter TEXTZIFFER 39 beschrieben. Daher geben wir im Folgenden lediglich einen kursorischen Überblick. Unser wichtigstes Währungsrisiko ist das Translationsrisiko, das bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro besteht. Dieses Risiko ist bei Dürr relativ gering ausgeprägt. Transaktionsrisiken beim Export von Produkten sind von untergeordneter Bedeutung, da der Großteil der benötigten Güter vor Ort produziert oder in Landeswährung gekauft wird. Auch Zinsänderungsrisiken spielen keine wesentliche Rolle, da unsere Finanzverschuldung beinahe komplett auf die festverzinsliche Anleihe und die langfristige Campus-Finanzierung entfällt. Außergewöhnliche Liquiditäts- und Verschuldungsrisiken sind aus heutiger Sicht nicht vorhanden. Die Barlinie über 50 Mio. €, die unser syndizierter Kredit vorsieht, und die Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank (EIB) über 40 Mio. € waren zum Bilanzstichtag 2012 ungenutzt; die Liquiditätssituation ist mit 349,3 Mio. € komfortabel. Wir verfügen über eine langfristige Fremdkapitalfinanzierung und müssen kurzfristig keine Refinanzierungen vornehmen. Die Unternehmensanleihe vom September 2010 hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2015. Ihre Bedingungen sind unter WWW.DURR.DE einsehbar und enthalten die marktüblichen Beschränkungen und Verpflichtungen. Sollten wir dagegen verstoßen, könnte der Anleihebetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen fällig gestellt werden. Der Vertrag zu unserem syndizierten Kredit verpflichtet uns, bestimmte Finanzkennzahlen einzuhalten. Diese so genannten Financial Covenants werden vierteljährlich ermittelt, dabei gilt ein rollierender Berechnungszeitraum von zwölf Monaten. Sollten wir die Covenants nicht einhalten, kann das Bankenkonsortium den Kredit mit einer Zweidrittelmehrheit der beteiligten Banken fällig stellen. Die EIB-Darlehenszusage, für die dieselben Covenants gelten, ist bei einer Verletzung ebenfalls vorzeitig kündbar. Im Einklang mit unserer Richtlinie für das Financial Asset Management besitzen wir keine Staatsanleihen, deren fristgerechte Rückzahlung unsicher ist. Daher besteht kein erhöhtes Risiko einer außerplanmäßigen Abschreibung bei den finanziellen Vermögenswerten oder Finanzanlagen. RATINGSSeit September 2010 beauftragen wir keine Ratings mehr. Die Kursentwicklung - und damit die Rendite - unserer Unternehmensanleihe spricht dafür, dass die Investoren unsere Bonität hoch einschätzen. Aus heutiger Sicht erscheint es daher realistisch, dass wir künftige Anleihen zu günstigeren Konditionen begeben können. NachtragsberichtEreignisse, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns beeinflussten oder beeinflussen könnten, sind zwischen dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres und dem 1. März 2013 nicht eingetreten. PrognoseberichtCHANCENCHANCENMANAGEMENTSYSTEMAnalog zum Risikomanagementsystem basiert auch das Chancenmanagementsystem auf einem Bottom-up-Prozess. Die zentrale Rolle spielen die Geschäftsbereiche: Sie sammeln über die Konzerngesellschaften Marktinformationen und tauschen sich mit Kunden, Lieferanten, Partnern und Marktbeobachtern über neue Anforderungen und Trends aus. Diese Informationen werden zu Chancen-Komplexen verdichtet und bewertet. Chancen-Komplexe mit nachhaltigem Geschäftspotenzial werden im nächsten Schritt in Strategiebesprechungen und -Workshops mit dem Vorstand der Dürr AG diskutiert. Nach Billigung durch den Vorstand fließen sie in die jeweiligen Strategien der Geschäftsbereiche und die Konzernstrategie ein. Zudem werden Budgetziele definiert und Finanzierungsmittel zugewiesen. Neue Geschäftschancen für Dürr gehen oft auf Produkt- und Prozessinnovationen der Automobilindustrie zurück. Daher stehen wir in engem Dialog mit unseren Kunden, um rechtzeitig in deren Innovationsprozesse eingebunden zu werden. Ein gutes Beispiel ist der Automobilleichtbau: Hier haben wir den Trend zum Einsatz neuer Materialien (zum Beispiel Kunststoffe, Glas- und Carbonfasern) frühzeitig erkannt und mit der Klebetechnik ein entsprechendes Produktspektrum zum Fügen der neuen Werkstoffe aufgebaut. Die Chancenidentifikation auf Ebene der Geschäftsbereiche ist ein kontinuierlicher Prozess, der von den Leitern der Geschäftsbereiche vorangetrieben wird. Eine wichtige Rolle kommt auch den FSE-Abteilungen zu. Sie untersuchen neue Möglichkeiten und Effizienzpotenziale in der Produktionstechnik und prüfen, welchen Beitrag Dürr leisten kann. Bei Chancen mit erheblicher strategischer Bedeutung bilden wir interdisziplinäre Teams für Potenzialanalyse, Organisationsaufbau und - gegebenenfalls - Akquisitionsprozesse. Je nach Komplexität und vorhandenen Ressourcen ziehen wir auch die Expertise von Unternehmensberatungen hinzu. Ein weiterer Bestandteil des Chancenmanagements ist die Kooperation mit Hochschulen und Forschungsinstituten. Hier wird geprüft, wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse in unsere Produkte einfließen können. Zudem verfolgen wir aufmerksam, ob rechtliche Regelungen, zum Beispiel im Emissionsschutz, Bedarf an neuen Produktionstechnologien nach sich ziehen. Neben produktbezogenen Chancen bewerten wir auch Potenziale, die sich in einzelnen Regionen, mit bestimmten Kunden oder durch neue Geschäftsmodelle ergeben. Auch Chancen durch Prozessoptimierungen werden analysiert. STRATEGISCHE CHANCEN
CHANCEN IN DEN GESCHÄFTSBEREICHEN
AUSBLICKEMERGING MARKETS WEITER AUF WACHSTUMSKURSKonjunkturforscher erwarten, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2013 mit 3,1 % etwas stärker wächst als 2012. Da Westeuropa weiter unter der Schuldenkrise leidet, ist in der Eurozone mit einem abermaligen BIP-Rückgang zu rechnen. In den Emerging Markets wird für 2013 ein BIP-Zuwachs von 5,5 % prognostiziert, nachdem das Wachstum 2012 mit 4,7 % etwas ruhiger ausfiel. In China dürfte die Wirtschaftsleistung 2013 und 2014 jeweils wieder um mehr als 8 % zunehmen, zumal die neue Regierung Maßnahmen zur Belebung der Binnennachfrage plant. In den USA ist mit einer relativ stabilen Konjunkturentwicklung zu rechnen. Die japanische Wirtschaft dürfte vor dem Hintergrund der hohen Staatsverschuldung auch weiterhin nur moderat wachsen. Für 2014 ist bei anziehender Konjunktur ein weltwirtschaftliches Wachstum von rund 4 % zu erwarten. Ausschlaggebend dafür dürfte vor allem die Dynamik in den Emerging Markets sein, auch von der Belebung in den USA dürften positive Impulse ausgehen. AUTOMOBILPRODUKTION: STETIGER AUFWÄRTSTRENDPricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge wird die globale Automobilproduktion im Jahr 2013 um 5,1 % und damit deutlich stärker als die Weltwirtschaft wachsen. 2014 dürfte das Produktionsvolumen, so die Prognose, um 7 % auf 89 Mio. Einheiten steigen. In beiden Jahren ist in China mit zweistelligen Wachstumsraten zu rechnen. Die US-Produktion dürfte 2013 um rund 5 % zulegen, nachdem sie 2012 mit knapp 19 % überraschend stark zulegte. In Westeuropa wird die Automobilfertigung nach dem Einbruch von 2012 nur noch leicht sinken, für 2014 ist basisbedingt mit Zuwächsen zu rechnen. Vieles spricht dafür, dass die Wachstumsunterschiede zwischen den Emerging Markets und den etablierten Automobilmärkten langfristig Bestand haben und sich die Gewichte weiter in Richtung der Emerging Markets verschieben werden. 2.59 / WACHSTUMSPROGNOSE BRUTTOINLANDSPRODUKTscroll
Quelle: Deutsche Bank 12/2012 2.60 / PRODUKTION PKW UND LEICHTE NUTZFAHRZEUGE IN MIO. EINHEITEN (Veränderung gegenüber Vorjahr)scroll
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Prognose FLUGZEUGINDUSTRIE EBENFALLS IM STEIGFLUGDie International Air Transport Association (IATA) erwartet, dass die Passagierzahlen in der Luftfahrt bis 2016 um durchschnittlich 5 % pro Jahr zunehmen (2012: + 5 %), während das Transportaufkommen jährlich um 3 % zulegen soll. Trotz Margendrucks dürften viele Fluglinien angesichts ihrer hohen Auslastung weiter in neue Maschinen investieren, zumal in der Krise 2008/2009 zahlreiche Anschaffungen zurückgestellt wurden. Die Investitionen der Airlines dürften in etwa parallel zum Passagier- und Transportaufkommen steigen. Wir gehen für 2013 und 2014 von einem zunehmenden Geschäftsvolumen im Aircraft-Bereich aus. Zentrale Investitionsmotive der Flugzeughersteller sind Effizienzsteigerungen, die termingerechte Einführung neuer Modelle und die Reduktion des Kerosinverbrauchs. Hinzu kommen die Globalisierung der Produktion und der Einsatz neuer Werkstoffe wie Carbonfaser. UMSATZSCHWERPUNKT WEITERHIN AUF AUTOMOBILGESCHÄFTAuch für 2013 und 2014 erwarten wir hohe Investitionen der Automobilhersteller, allerdings dürfte das von Nachholeffekten geprägte Spitzenniveau des Jahres 2011 nicht zu erreichen sein. Die Automobilindustrie bleibt weiterhin unser mit Abstand wichtigster Absatzmarkt, in den Jahren 2013 und 2014 dürften rund 80 % des Umsatzes auf sie entfallen. Langfristig werden andere Kundengruppen, zum Beispiel die Flugzeugbauer und die allgemeine Industrie, an Bedeutung gewinnen. Auch das Geschäft mit Umwelttechnik und energieeffizienten Technologien werden wir stark ausbauen, für 2015 strebt der Unternehmensbereich Clean Technology Systems ein Umsatzvolumen von über 200 Mio. € an (2012: 95,5 Mio. €). AUFTRAGSEINGANG, UMSATZ, KOSTENUnser Geschäftsausblick setzt voraus, dass sich die Konjunktur in den BRIC-STAATEN weiter positiv entwickelt und in den etablierten Ländern 2013 eine konjunkturelle Stabilisierung und 2014 eine Beschleunigung eintritt. Ferner haben wir ein anhaltend hohes Investitionsniveau bei unseren Kunden unterstellt. Wir beurteilen unsere Geschäftsperspektiven für 2013 und 2014 positiv, obwohl die konjunkturellen Unsicherheiten fortbestehen. Die Ausgaben der Automobilhersteller für neue Werke (Greenfield-Projekte) sollten sich aufgrund der insgesamt günstigen Absatzprognosen auf hohem Niveau verstetigen. Mit Blick auf die Altersstruktur der bestehenden Werke werden die Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen (Brownfield-Projekte) voraussichtlich steigen. Die wichtigsten Investitionsmotive der Automobilindustrie sind der wachsende Kapazitätsbedarf, Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen, die Reduktion der Energiekosten und der Technologiewettlauf in der Antriebstechnik. Dank unserer starken Position in den Emerging Markets dürften wir dort auch weiterhin überdurchschnittlich von der hohen Marktdynamik profitieren. Wir erwarten, dass die Emerging Markets in den Jahren 2013 und 2014 jeweils 55 bis 60 % zu Auftragseingang und Umsatz des Konzerns beitragen werden. Die Bedeutung Westeuropas wird tendenziell nachlassen, während der amerikanische Markt wieder mehr ins Gewicht fallen sollte. Langfristig streben wir im Konzern ein nachhaltiges Umsatzwachstum von 5 bis 10 % pro Jahr an. Dies setzt voraus, dass der Ausbau unserer neuen Geschäftsfelder planmäßig voranschreitet und wir auch durch Akquisitionen wachsen. Auf Basis des hohen Auftragsbestands und der anhaltend starken Nachfrage unserer Kunden ist für 2013 aus heutiger Sicht ein Umsatz zwischen 2,4 und 2,6 Mrd. € zu erwarten (2012: 2,4 Mrd. €). 2014 sollte ein Umsatz zwischen 2,3 und 2,6 Mrd. € erzielbar sein. Der Auftragseingang dürfte sich nach den beiden überaus starken Vorjahren leicht abschwächen. Für 2013 erwarten wir ein Niveau zwischen 2,3 und 2,5 Mrd. €; 2014 dürfte das Ordervolumen wieder leicht zulegen. Der Auftragsbestand sollte am Jahresende 2013 und 2014 jeweils mindestens 2,0 Mrd. € betragen. Auf der Kostenseite bleiben Personal und Material die größten Positionen. Bei den Personalkosten rechnen wir für 2013 mit einem Zuwachs von rund 10 %, der auf das steigende Lohnniveau in den Emerging Markets und die höhere durchschnittliche Mitarbeiterzahl zurückgeht. 2014 wird die durchschnittliche Mitarbeiterzahl voraussichtlich kaum noch steigen, sodass die Personalkosten um rund 5 % zulegen dürften. Die Materialkosten dürften allenfalls leicht zunehmen, nachdem sie im Jahr 2012 unterproportional zum Umsatz gestiegen sind. Maßgeblich dafür ist, dass wir unsere Eigenleistung durch die zusätzlichen Personal- und Fertigungskapazitäten erhöhen und den Outsourcing-Aufwand entsprechend senken werden. Darüber hinaus verfolgen wir grundsätzlich das Ziel, die Materialkosten nicht stärker als den Umsatz ansteigen zu lassen. Um Preisvorteile zu nutzen, werden wir verstärkt Beschaffungsmärkte in Osteuropa und Asien nutzen. 2.61 / AUSBLICK KONZERNscroll
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in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
(ohne Akquisitionen) 2.62 / AUSBLICK UNTERNEHMENSBEREICHEscroll
LEICHTER ERGEBNISANSTIEG FÜR 2013 ERWARTETDas Ergebnis dürfte 2013 in etwa parallel zum Umsatz wachsen. Im Konzern streben wir eine EBIT-Marge zwischen 7,0 und 7,5 % an. Grundlage dafür sind die hohe Auslastung und die gute Qualität des Auftragsbestands, zudem erwarten wir einen höheren Service-Anteil am Umsatz. Das Finanzergebnis wird sich 2013 voraussichtlich deutlich verbessern, da die belastenden Einmaleffekte des Jahres 2012 wegfallen. Der Steueraufwand sollte parallel zum Ergebnis steigen, die Steuerquote dürfte durch die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge bei rund 25 % verbleiben. Folglich dürfte das Ergebnis nach Steuern weiter zulegen. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2013 soll gemäß unserer Ausschüttungspolitik zwischen 30 und 40 % des Konzerngewinns betragen und ebenfalls steigen. 2014 wollen wir an das hohe Ergebnisniveau anknüpfen. Aus heutiger Sicht erscheint eine EBIT-Marge zwischen 6,0 und 8,0 % realistisch; diese Prognose werden wir zu gegebener Zeit konkretisieren. Das Finanzergebnis dürfte sich 2014, dem positiven Cashflow folgend, leicht verbessern, während wir bei der Steuerquote einen Anstieg unterstellen. Dementsprechend könnte sich das Ergebnis nach Steuern gegenüber dem Jahr 2013 leicht abschwächen oder knapp behaupten. UNTERNEHMENSBEREICHEDie Unternehmensbereiche planen im Jahr 2013 mehrheitlich Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. Die Entwicklung im Folgejahr ist derzeit schwer abzuschätzen. Aus heutiger Sicht erwarten wir bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis keine größeren Veränderungen gegenüber dem Jahr 2013. CASHFLOWDer operative Cashflow sollte im Jahr 2013 steigen, da sich das NET WORKING CAPITAL nach dem Aufbau des Jahres 2012 voraussichtlich normalisieren wird. Parallel dazu dürfte sich auch der FREE CASHFLOW spürbar erhöhen. 2014 werden sich operativer Cashflow und Free Cashflow voraussichtlich auf dem hohen Niveau des Jahres 2013 bewegen. Wir gehen davon aus, dass der Cashflow den operativen Finanzierungsbedarf (Investitionen, Zinszahlungen etc.) und die Dividendenzahlungen in den Jahren 2013 und 2014 sicher abdecken wird. Zudem können wir bei der Akquisitionsfinanzierung auf die flüssigen Mittel und die ungenutzten Kreditlinien in Höhe von 90 Mio. € zugreifen. INVESTITIONENIm Jahr 2013 planen wir, 35 bis 40 Mio. € in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zu investieren (ohne Akquisitionen). Davon werden voraussichtlich gut 50 % auf Ersatzbeschaffungen entfallen. Die restlichen Mittel dürften in Erweiterungsinvestitionen in China, Brasilien, Mexiko und Deutschland fließen. Dadurch passen wir unsere Kapazitäten an die nachhaltig gestiegene Nachfrage an und setzen den strategischen Ausbau unserer Position in den Emerging Markets fort. Das größte Investitionsprojekt ist der Bau des neuen Standorts von Measuring and Process Systems in Schanghai, den wir Mitte 2013 beziehen werden. Die zusätzlichen Kapazitäten werden voraussichtlich schnell ausgelastet sein, da wir unseren Eigenfertigungsanteil erhöhen. Folglich sehen wir keine Unterauslastungsrisiken. Im Jahr 2014 dürften die Investitionen deutlich unter 30 Mio. € liegen und voraussichtlich zu rund 80 % auf Ersatzbeschaffungen entfallen. Für 2013 und 2014 planen wir weitere Technologieakquisitionen, um das Kerngeschäft zu stärken und die Energieeffizienz-Aktivitäten von Clean Technology Systems auszubauen. Das Volumen der beabsichtigten Zukäufe lässt sich noch nicht angeben, sollte die durchschnittliche Akquisitionssumme der vergangenen Jahre (12 Mio. €) aber deutlich übersteigen. LIQUIDITÄT, EIGENKAPITAL UND FINANZIERUNGAus heutiger Sicht dürfte sich der NETTOFINANZSTATUS Ende 2013 auf über 100 Mio. € belaufen; für das Jahresende 2014 rechnen wir derzeit mit 100 bis 150 Mio. €. In beiden Fällen sind mögliche größere Akquisitionen nicht berücksichtigt. Die flüssigen Mittel sollten zum Bilanzstichtag jeweils über 250 Mio. € betragen. Über die voraussichtlichen Auszahlungen aus den Finanzverbindlichkeiten und aus den derivativen Finanzinstrumenten informiert TEXTZIFFER 39 im Anhang zum Konzernabschluss. Beim Eigenkapital rechnen wir mit weiteren Zuwächsen, sodass die Eigenkapitalquote Ende 2014 klar über 25 % liegen sollte. Die bevorstehenden Akquisitionen und die Expansion in der Energieeffizienztechnik sollen vorwiegend aus dem Cashflow und den liquiden Mitteln finanziert werden. Für 2013 planen wir aus heutiger Sicht keine Anleiheemissionen. Die ausstehende Anleihe aus dem Jahr 2010 können wir ab September 2014 vorzeitig zurückkaufen. Von diesem Recht werden wir je nach Umfeld möglicherweise Gebrauch machen. Den syndizierten Kredit wollen wir allenfalls zum Ausgleich temporärer Schwankungen im NET WORKING CAPITAL oder bei einer außergewöhnlich großen Akquisition in Anspruch nehmen. Eine Kapitalerhöhung ist aus heutiger Sicht nicht geplant. MITARBEITERVoraussichtlich wird die Mitarbeiterzahl bis Ende 2013 nochmals um rund 5 % steigen. Dabei liegt der Fokus auf den Emerging Markets; Ende 2013 dürften dort rund 35 % der Konzernbelegschaft beschäftigt sein (31.12.2012: 33 %). In den etablierten Märkten wird die Mitarbeiterzahl allenfalls geringfügig zunehmen. FORSCHUNG & ENTWICKLUNGGemäß unserer Strategie werden wir sowohl den FSE-Aufwand als auch die Zahl der FSE-Mitarbeiter in den kommenden Jahren weiter anheben. Geplant sind Erhöhungen von 5 bis 10 %. In der Produktentwicklung stehen die folgenden Themen im Vordergrund:
Aus Wettbewerbsgründen veröffentlichen wir keine konkreten Innovationsprojekte. Übergeordnetes Ziel unserer F&E-Arbeit bleibt, uns durch Innovation im Wettbewerb zu differenzieren und Technologien zu entwickeln, die eine Preisprämie rechtfertigen. Weitere Informationen zur F&E-Strategie finden Sie im Kapitel Forschung und Entwicklung. ZUSAMMENFASSUNG ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNGIn den beiden kommenden Jahren erwarten wir eine positive Entwicklung des Konzerns, sofern sich die Konjunktur wie unterstellt entwickelt. Die Projektanfragen unserer Kunden bewegen sich weiterhin auf einem guten Niveau, besonders in den Emerging Markets werden hohe Investitionen in neue Automobilwerke geplant. Zudem nehmen die Erhaltungs- und Modernisierungsinvestitionen aufgrund der Altersstruktur der bestehenden Fabriken zu. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf den hohen Auftragsbestand ist die Visibilität des zukünftigen Geschäftsverlaufs gut. Für 2013 rechnen wir bei Umsatz und Ergebnis mit leicht höheren Niveaus als im Berichtsjahr. Die EBIT-Marge soll 7,0 bis 7,5 % erreichen, im Folgejahr soll dieses Niveau nach Möglichkeit gehalten werden. Durch steigende Dividenden wollen wir unsere Aktionäre am Erfolg von Dürr beteiligen.
Bietigheim-Bissingen, den 1. März 2013 Dürr Aktiengesellschaft Der Vorstand RALF W. DIETER RALPH HEUWING 3.1 / Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungDER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2012scroll
3.2 / Konzern-GesamtergebnisrechnungDER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2012scroll
3.3 / KonzernbilanzDER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, ZUM 31. DEZEMBER 2012AKTIVA scroll
3.4 / Konzern-KapitalflussrechnungDER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2012scroll
3.14 / Konzern-EigenkapitalspiegelDER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2012scroll
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Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2012GRUNDLAGEN UND METHODEN1. GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNGDas UnternehmenDie Dürr Aktiengesellschaft ("Dürr AG" oder "die Gesellschaft") hat ihren juristischen Firmensitz in Stuttgart, Deutschland; der Sitz der Geschäftstätigkeit ist in der Carl-Benz-Straße 34 in 74321 Bietigheim-Bissingen. Der Dürr-Konzern ("Dürr" oder "der Konzern") besteht aus der Dürr AG und ihren Tochtergesellschaften. Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in nahezu allen seinen Tätigkeitsfeldern an der Spitze des Weltmarkts steht und gut 80 % seines Umsatzes im Geschäft mit der Automobilindustrie erwirtschaftet. Darüber hinaus werden Branchen wie die Flugzeugindustrie, der Maschinenbau, die Energiewirtschaft sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit Produktionstechnik beliefert. Dürr agiert mit vier Unternehmensbereichen: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien, aber auch für Flugzeuge. Application Technology realisiert Produkte und Systeme für den automatisierten Lackauftrag sowie für die Sealing- und Klebetechnik. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Endmontage zum Einsatz. Clean Technology Systems erstellt Anlagen zur Abluftreinigung und entwickelt Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz von Produktionsprozessen. RechnungslegungsmethodenDer Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Abschlussstichtag anzuwenden waren, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Darüber hinaus hat der Konzern die neuen beziehungsweise überarbeiteten Standards angewandt, die das Geschäftsjahr 2012 verbindlich sind. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergaben sich aus der Anwendung der folgenden neuen oder überarbeiteten Standards: Im Geschäftsjahr erstmals anzuwendende neue oder überarbeitete Standards, die jedoch keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss habenÄnderung von IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Die Änderungen betreffen Regelungen für Hyperinflation und die Streichung der festen Daten für Erstanwender. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen. IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben": Im Oktober 2010 veröffentlichte das International Accounting Standards Board (IASB) die Änderungen an IFRS 7 bezüglich der Angabepflichten bei der Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen. Änderung von IAS 12 "Ertragsteuern": Die Änderung an IAS 12 enthält eine Konkretisierung des Bewertungsmaßstabs für latente Steuern bei Unterscheidung des Steuersystems zwischen laufender Nutzung und Veräußerung eines Vermögenswerts. Der Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen. Folgende von der EU im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommene neue oder überarbeitete Standards und Interpretationen sind noch nicht in Kraft getretenÄnderung von IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben": Die Änderung enthält ergänzende Pflichtangaben zu allen bilanzierten Finanzinstrumenten, die nach IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung" saldiert werden. Zudem werden Angaben zu sämtlichen bilanzierten Finanzinstrumenten gefordert, die durchsetzbaren Globalverrechnungs- oder ähnlichen Vereinbarungen unterliegen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. IFRS 10 "Konzernabschlüsse": Mit IFRS 10 wird ein einheitliches Konzept der Beherrschung eingeführt, das bei der Bestimmung der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen Anwendung findet. IFRS 10 ersetzt die Vorschriften von IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" sowie Standing Interpretations Committee (SIC)-12 "Konsolidierung - Zweckgesellschaften". Gemäß der Europäischen Union ist der Standard verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen": IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinschaftlichen Vereinbarungen unter gemeinschaftlicher Führung. Er löst IAS 31 "Anteile an Gemeinschaftsunternehmen" und SIC-13 "Gemeinschaftlich geführte Unternehmen - Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen" ab. Gemäß der Europäischen Union ist der Standard verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen": IFRS 12 enthält alle Angabevorschriften für die Beteiligungen eines Unternehmens an Tochtergesellschaften, gemeinschaftlichen Unternehmen, assoziierten Unternehmen und strukturierten Unternehmen, die bisher auf verschiedene Standards (IAS 27, IAS 28 und IAS 31) entfielen, und erweitert sie. Gemäß der Europäischen Union ist der Standard verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, und führt zu erweiterten Angabepflichten. IFRS 13 "Fair Value Bewertung": Der Standard enthält Leitlinien zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts, wenn dessen Verwendung durch einen Standard vorgeschrieben wird oder zulässig ist. Der Standard tritt für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Änderung von IAS 1 "Darstellung des Abschlusses": Die Änderungen betreffen die Darstellung der ergebnisneutralen Bestandteile des Gesamtergebnisses. Diese sind künftig - abhängig von der Möglichkeit einer späteren Umbuchung in den Gewinn oder Verlust - in zwei Kategorien zu klassifizieren. Der Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen, und hat Auswirkungen auf die Darstellung des Gesamtergebnisses. Änderung von IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer": Die Änderungen an IAS 19 heben das Wahlrecht zur Nutzung der Korridormethode auf und regeln die Bilanzierung der ergebniswirksamen und ergebnisneutralen Erfassung der Veränderungen der Pensionsverpflichtungen. Ebenfalls ändert sich die Bilanzierung von Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Betroffen von dieser Neuregelung ist auch die Bewertung und Bilanzierung von Aufstockungsbeträgen bei Altersteilzeitarbeitsverhältnissen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Die Auswirkungen auf verschiedene Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung, die ergebnisneutralen Bestandteile des Gesamtergebnisses und die Rückstellungen werden voraussichtlich nicht wesentlich sein. Änderung von IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse": Aufgrund der Auslagerung der Vorschriften zur Konsolidierung nach IFRS 10 enthält der geänderte IAS 27 Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen in Einzelabschlüssen. In diesem Zusammenhang wird IAS 27 in "Einzelabschlüsse" umbenannt. Gemäß der Europäischen Union ist der geänderte Standard verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Änderung von IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen": Der Standard wird umbenannt in "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen". In den geänderten IAS 28 wurden der ehemalige SIC-13 "Gemeinschaftlich geführte Unternehmen - Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen" sowie weitere Klarstellungen eingearbeitet. Gemäß der Europäischen Union ist der geänderte Standard verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Änderung von IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung": Durch die Ergänzung wurden einige Details in Bezug auf die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten mit finanziellen Verbindlichkeiten klargestellt. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) 20 "Abraumkosten in der Produktionsphase einer über Tagebau erschlossenen Mine": Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wird keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Standards und Interpretationen, die noch nicht in Kraft getreten sind und von der EU noch nicht im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommen wurdenÄnderung von IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Die Änderungen enthalten Ausnahmen für Erstanwender für die rückwirkende Bewertung von Zuwendungen der öffentlichen Hand. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wird keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. IFRS 9 "Finanzinstrumente": Im November 2009 veröffentlichte das IASB den neuen Standard IFRS 9 zur Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Die Veröffentlichung von IFRS 9 schließt Phase 1 des dreiteiligen IASB-Projekts zur vollständigen Überarbeitung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten und somit von IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" ab. Gemäß IFRS 9 regelt ein neuer, weniger komplexer Ansatz die Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Im Oktober 2010 veröffentlichte das IASB eine Ergänzung des IFRS 9 um Vorgaben zu finanziellen Verbindlichkeiten. IFRS 9 ist ab dem 1. Januar 2015 verpflichtend anzuwenden. Dürr hat die Analyse möglicher Auswirkungen auf den Konzernabschluss noch nicht abgeschlossen. Änderungen zu den Übergangsvorschriften für IFRS 10 "Konzernabschlüsse", IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen" und IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen": Der Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung sowie die Fassungen der anzuwendenden IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" und IAS 27 "Einzelabschlüsse" bei rückwirkender Anwendung des IFRS 10 werden definiert. Damit verbunden sind auch Erleichterungen in IFRS 11 und IFRS 12. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und werden voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Änderungen zu IFRS 10 "Konzernabschlüsse", IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen" und IAS 27 "Einzelabschlüsse" bezüglich Ausnahmen von der Konsolidierungspflicht für Investmentgesellschaften. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, und werden voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Jährliches Änderungsverfahren: Im Mai 2012 veröffentlichte das IASB im Rahmen des jährlichen Änderungsverfahrens den vierten finalen Standard mit Änderungen an bestehenden IFRS ("Omnibus-Standard"). Durch das Annual Improvement Project 2009 - 2011 wurden kleinere Änderungen an insgesamt fünf Standards vorgenommen. Die verabschiedeten Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Insbesondere seien folgende Änderungen genannt, deren Anwendung jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben werden:
Der Konzern hat Standards und IFRIC-Interpretationen, die bereits herausgegeben wurden, jedoch noch nicht in Kraft getreten sind, nicht vorzeitig angewendet. Dürr beabsichtigt grundsätzlich, alle Standards zum Zeitpunkt der erstmaligen verpflichtenden Anwendung zu berücksichtigen. Die Anforderungen der angewandten Standards wurden vollständig erfüllt. Der Abschluss vermittelt damit ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und der Cashflows des Konzerns. Das Geschäftsjahr von Dürr entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt; alle Beträge werden in Tausend Euro (Tsd. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Vermögenswerte und Schulden sind grundsätzlich mit historischen beziehungsweise fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Ausnahmen bilden derivative Finanzinstrumente, Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile, Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten, Verpflichtungen aus anteilsbasierter Vergütung sowie finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar und als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert sind. Diese sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als kurzfristig behandelt, sofern sie innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Bei einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren erfolgt der Ausweis als mittelfristig, bei einer Restlaufzeit von über fünf Jahren als langfristig. 2. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEGrundlage für den Konzernabschluss von Dürr sind die nach einheitlichen Regeln zum 31. Dezember 2012 erstellten und von unabhängigen Abschlussprüfern geprüften IFRS-Abschlüsse der Dürr AG sowie ihrer einbezogenen Tochtergesellschaften und at equity bilanzierten Unternehmen. Für erstmals in den Konzernabschluss einbezogene Tochtergesellschaften wird die Kapitalkonsolidierung gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" nach der Erwerbsmethode durchgeführt. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet. Die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten gehen vollständig zum Anschaffungszeitpunkt in die Konzernbilanz ein, dabei werden stille Reserven und Lasten berücksichtigt. Verbleibende positive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen. Bei der Entkonsolidierung wird der Geschäfts- oder Firmenwert erfolgswirksam aufgelöst. Negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam erfasst. Für Unternehmenserwerbe, bei denen weniger als 100 % der Anteile erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht zwischen der Erfassung des beteiligungsproportionalen Geschäfts- oder Firmenwerts (Purchased-Goodwill-Methode) und der Erfassung des Geschäfts- oder Firmenwerts inklusive des auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden Anteils (Full-Goodwill-Methode) vor. Dieses Wahlrecht kann für jeden Unternehmenserwerb neu ausgeübt werden. Dürr prüft für jeden einzelnen Unternehmenserwerb, welche Methode zur Aktivierung des Geschäfts- oder Firmenwerts angewandt wird. Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bewertet; dies ist in der Regel bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % bis 50 % der Fall. Die Equity-Methode findet auch bei Gemeinschaftsunternehmen Anwendung, bei denen Dürr gemeinsam mit anderen Partnern wirtschaftliche Tätigkeiten unter gemeinschaftlicher Führung durchführt. Vorhandene Geschäfts- oder Firmenwerte werden unter den Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen. Alle übrigen Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bilanziert, da Marktwerte nicht zur Verfügung stehen und Zeitwerte auch anderweitig nicht zuverlässig ermittelt werden können. Umsatzerlöse, sonstige Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. Ergebnisse zwischen konsolidierten Gesellschaften (Zwischenergebnisse), die nicht durch Veräußerung an konzernfremde Dritte realisiert wurden, werden herausgerechnet. 3. KONSOLIDIERUNGSKREISIn den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 sind neben der Dürr AG die in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, bei denen die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar die Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses hat (Control-Verhältnis). Die Gesellschaften werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, an dem die Möglichkeit der Beherrschung erlangt wird. Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen werden ab dem Zeitpunkt nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die gemeinschaftliche Führung beziehungsweise die Möglichkeit des maßgeblichen Einflusses besteht. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie viele Gesellschaften der Konsolidierungskreis neben der Dürr AG als Mutterunternehmen umfasst. 3.6 / ANZAHL VOLLKONSOLIDIERTER GESELLSCHAFTENscroll
Der Konzernabschluss enthält zehn (Vorjahr: acht) Gesellschaften, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind. 3.7 / ANZAHL AT EQUITY BILANZIERTER GESELLSCHAFTENscroll
4. VERÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISESAm 22. Februar 2012 gründete Dürr die Gesellschaft Dürr (Thailand) Co., Ltd. mit Sitz in Bangkok, Thailand. Im Rahmen eines am 11. September 2012 unterzeichneten Kaufvertrags hat Dürr zum 24. Oktober 2012 26,9 % der Anteile an der Thermea Energiesysteme GmbH mit Sitz in Freital, Deutschland, erworben. Nach dem Erwerb wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung die Anteile an der Thermea Energiesysteme um 0,6 Prozentpunkte auf 27,5 % erhöht. Aufgrund vertraglicher Regelungen hat Dürr die Möglichkeit, einen beherrschenden Einfluss auszuüben, und bezieht die Thermea Energiesysteme GmbH daher als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss ein. Mit Wirkung zum 21. November 2012 schloss Dürr mit der Dürr Cyplan Ltd. mit Sitz in Aldermaston, Großbritannien, einen Vertrag zur Übernahme der operativen Führung. Damit hat Dürr die Möglichkeit, einen beherrschenden Einfluss auszuüben, und bezieht die Dürr Cyplan Ltd. als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss ein. Durch den Erwerb weiterer 21 % der Anteile an der LaTherm GmbH mit Sitz in Dortmund, Deutschland, am 22. März 2012 hält Dürr jetzt 29,2 % der Anteile der Gesellschaft. Damit wird die LaTherm GmbH seit dem Erwerbszeitpunkt als assoziiertes Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft war bisher unter den übrigen Finanzanlagen bilanziert. 5. WÄHRUNGSUMRECHNUNGDie Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" in Euro. Bei der überwiegenden Anzahl der ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen am Konzernabschlussstichtag, die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Durchschnittskursen umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. In den Einzelabschlüssen der Dürr AG und ihrer Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Anschaffungskurs bewertet; laufende Geschäftsvorfälle werden zum Tageskurs umgerechnet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Für eine betragsmäßige Darstellung der erfolgswirksamen Kursgewinne und -verluste wird auf die Textziffern 8 und 13 verwiesen. 3.8 / MASSGEBENDE WECHSELKURSEscroll
In den Einzelabschlüssen der ausländischen Tochtergesellschaften werden die Geschäfts- oder Firmenwerte mit dem Kurs am Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die nicht in den ausländischen Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften bilanziert sind und bereits zum 1. Januar 2005 vorhanden waren, werden unter Anwendung der Übergangsregelung des IAS 21.59 weiterhin zum Konzernabschlussstichtag zu historischen Kursen (Kurs zum Zeitpunkt des Erwerbs) bilanziert. Die aus Akquisitionen aufgedeckten stillen Reserven werden größtenteils in der funktionalen Währung der erworbenen Gesellschaft bilanziert. 6. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZEImmaterielle VermögenswerteImmaterielle Vermögenswerte sind Geschäfts- oder Firmenwerte, Konzessionen, Markennamen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie aktivierte Entwicklungskosten, aktivierte Transaktionskosten aus Finanzierungstätigkeit und erworbenes technologisches Know-how. Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden unter den Voraussetzungen des IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" aktiviert. Neben anderen Kriterien muss mit der Nutzung des Vermögenswerts ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil wahrscheinlich sein; zudem müssen die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig bestimmbar sein. Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Amortisation von immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer erfolgt planmäßig linear über die Nutzungsdauer, soweit keine außerplanmäßige Wertminderung vorliegt. Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben. Bei den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wird einmal jährlich überprüft, ob die Ereignisse und Umstände die Einschätzung der unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin rechtfertigen. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Nutzungsdauer von unbestimmt auf bestimmt als Schätzungsänderung gemäß IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler" prospektiv bilanziert. Ebenfalls einmal jährlich oder wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte, wird auf Wertminderung der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer geprüft. Im Konzern werden Entwicklungskosten als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte nur unter den Voraussetzungen des IAS 38 aktiviert. Danach müssen unter anderem die folgenden Kriterien erfüllt sein:
Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten ab dem Zeitpunkt, an dem die Ansatzkriterien erstmals erfüllt werden. Entwicklungskosten, die diese Kriterien nicht erfüllen, sowie Forschungskosten werden sofort als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen. 3.9 / NUTZUNGSDAUERN IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE (GESCHÄTZT)scroll
SachanlagenDie Bilanzierung von Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen über die Nutzungsdauer. Die Herstellungskosten umfassen alle direkten Kosten des Herstellungsprozesses. 3.10 / NUTZUNGSDAUERN SACHANLAGEN (GESCHÄTZT)scroll
Die Anschaffungs- und Herstellungskosten für Sachanlagen enthalten größere Aufwendungen für Ersatzbeschaffungen, die die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verlängern oder die Kapazität erhöhen. Bei verkauften und verschrotteten Anlagegütern werden die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen ausgebucht. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige betriebliche Erträge oder Aufwendungen erfasst. Instandhaltungen und kleinere Reparaturen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienAls Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden bei der erstmaligen Bewertung zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten bewertet. Der Buchwert enthält die Kosten für Ersatzinvestitionen einer bestehenden, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie zum Zeitpunkt des Anfalls dieser Kosten, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Der Buchwert beinhaltet nicht die Kosten der täglichen Instandhaltung dieser Immobilien. Im Rahmen der Folgebewertung werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden ausgebucht, wenn sie veräußert werden oder wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden und kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen bei ihrer Veräußerung erwartet wird. Gewinne oder Verluste aus der Stilllegung oder der Veräußerung einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie werden im Jahr der Stilllegung oder der Veräußerung erfasst. Immobilien werden dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zugeordnet, wenn eine Nutzungsänderung vorliegt, die durch das Ende der Selbstnutzung oder den Beginn eines Operating-Leasingverhältnisses mit einer anderen Partei belegt wird. WertminderungsprüfungBei allen immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, bei immateriellen Vermögenswerten, die noch nicht nutzungsbereit sind, sowie bei Geschäfts- oder Firmenwerten wird die Werthaltigkeit des Buchwerts am Ende jedes Geschäftsjahres überprüft. Bei den weiteren immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen wird eine Wertminderungsprüfung dann durchgeführt, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte, das heißt, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht erzielbar ist. Überwiegend fremdvermietete, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden einmal jährlich einer Wertminderungsprüfung unterzogen. Eine Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert des Vermögenswerts. Der Nettoveräußerungspreis ist der aus einem Verkauf eines Vermögenswerts zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag abzüglich der Veräußerungskosten. Der Nutzungswert ist der Kapitalwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert einzeln oder, falls dies nicht möglich ist, für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, der er zugeordnet ist, ermittelt. Für im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte entsprechen die relevanten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten den Geschäftsbereichen des Dürr-Konzerns aufgrund der internen Berichtsstrukturen. Zur Ermittlung der erwarteten Cashflows jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit müssen Grundannahmen getroffen werden. Diese beinhalten Annahmen hinsichtlich der Finanzpläne sowie der zur Abzinsung herangezogenen Zinssätze. Frühere Wertminderungen werden erfolgswirksam revidiert, soweit sie nicht mehr bestehen oder sich verringert haben. Die Werterhöhung beziehungsweise die Verringerung der Wertminderung eines Vermögenswerts wird jedoch nur so weit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich unter Berücksichtigung der Abschreibungseffekte ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre. Wertaufholungen bei Geschäfts- oder Firmenwerten dürfen nicht vorgenommen werden. Weitere Erläuterungen zu den Bilanzpositionen Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen finden sich unter Textziffer 18. Zuwendungen der öffentlichen HandZuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Sofern die Zuwendungen eine Investition betreffen, werden sie vom Buchwert des geförderten Vermögenswerts abgesetzt. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden passivisch abgegrenzt und dann periodengerecht aufgelöst. LeasingvereinbarungenDie Gesellschaften des Dürr-Konzerns sind Leasingnehmer von Grundstücken, Bauten sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Mehrheit der Leasingverträge wird als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. Leasingzahlungen innerhalb eines Operating-Leasingverhältnisses werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst. Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken an dem übertragenen Vermögenswert auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasinggegenstands zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses zum beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstands oder zum Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist. Leasingzahlungen werden so in Finanzaufwendungen und Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass über die Periode ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Gleichzeitig wird eine Verbindlichkeit in gleicher Höhe gebildet. Der Leasinggegenstand wird über den kürzeren der beiden Zeiträume - geschätzte Nutzungsdauer oder Laufzeit des Leasingverhältnisses - abgeschrieben. Beteiligungen an at equity bilanzierten UnternehmenIn den Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen werden Unternehmen erfasst, bei denen Dürr entweder einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann oder bei denen Dürr gemeinsam mit anderen Partnern wirtschaftliche Tätigkeiten unter gemeinschaftlicher Führung durchführt. Anteilige Gewinne und Verluste werden in der Konzernbilanz als Veränderung des Buchwerts und in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns unter der Position "Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen" ausgewiesen. Unmittelbar im Eigenkapital des at equity bilanzierten Unternehmens erfasste Änderungen werden vom Konzern in Höhe der Beteiligungsquote des at equity bilanzierten Unternehmens ebenfalls unmittelbar im Eigenkapital erfasst und in die Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals aufgenommen. Erhaltene Dividenden mindern den Buchwert. FinanzinstrumenteEin Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 in die folgenden Kategorien eingeteilt:
Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag bilanziert. Finanzielle VermögenswerteFinanzielle Vermögenswerte mit festgelegten oder bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, die das Unternehmen bis zur Endfälligkeit zu halten beabsichtigt und halten kann, ausgenommen nach IAS 39 vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen klassifiziert. Finanzielle Vermögenswerte, die hauptsächlich erworben wurden, um einen Gewinn aus der kurzfristigen Wertentwicklung zu erzielen, werden als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte, ausgenommen nach IAS 39 vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eingestuft. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden unter den langfristigen Vermögenswerten bilanziert. Dies gilt nicht, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag fällig sind. Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden unter den kurzfristigen Vermögenswerten bilanziert. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen, wenn die Unternehmensleitung die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten ab dem Bilanzstichtag zu veräußern. Bei der erstmaligen Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts wird dieser mit den Anschaffungskosten angesetzt. Diese setzen sich aus dem Zeitwert der Gegenleistung und - mit Ausnahme der zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte - den Transaktionskosten zusammen. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten werden erfolgswirksam erfasst. Als Zeitwert eines Finanzinstruments gilt der Betrag, der im Geschäftsverkehr zwischen vertragswilligen und unabhängigen Vertragspartnern unter aktuellen Marktbedingungen erzielt werden kann. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Ist es wahrscheinlich, dass bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerten eine Wertminderung eintritt, so wird diese erfolgswirksam erfasst. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird ertragswirksam korrigiert, wenn eine Wertaufholung objektiv auf einen nach der ursprünglichen Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden kann. Eine Werterhöhung wird nur insoweit erfasst, wie sie denjenigen Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten nicht übersteigt, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, werden zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden abzüglich eines Steueranteils im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Die erfolgswirksame Auflösung der Rücklage erfolgt entweder mit der Veräußerung oder bei Vorliegen einer Wertminderung. Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte ("Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss") zu designieren, hat Dürr bislang keinen Gebrauch gemacht. Finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen, derivative finanzielle Verbindlichkeiten und andere Verbindlichkeiten. Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden nach der erstmaligen Erfassung unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, enthalten zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten. Derivate werden als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, es sei denn, sie werden als Sicherungsinstrument designiert und sind als solches effektiv. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst. Bei den finanziellen Verbindlichkeiten hat Dürr von dem Wahlrecht, diese bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten ("Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss") zu designieren, bisher keinen Gebrauch gemacht. Derivative Finanzinstrumente und SicherungsgeschäfteDürr setzt derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte ein, um sich gegen Währungsrisiken abzusichern. Derivative Finanzinstrumente werden bei erstmaliger Bilanzierung und in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Um dessen Veränderungen zu erfassen, sei es erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital (Sicherungsrücklage), ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden ist oder nicht. Sind die Voraussetzungen des IAS 39, die die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting ermöglichen, nicht erfüllt, werden die Veränderungen der Zeitwerte erfolgswirksam erfasst. Nach Art des abgesicherten Grundgeschäfts werden Sicherungsinstrumente wie folgt klassifiziert:
Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge Accounting)Bei Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird der Buchwert eines gesicherten Grundgeschäfts erfolgswirksam um den Gewinn oder Verlust angepasst, der dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist. Ferner wird das derivative Finanzinstrument mit seinem beizulegenden Zeitwert neu bewertet; Gewinne oder Verluste, die sich daraus ergeben, werden ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei einem perfekten Hedge gleichen sich die ergebniswirksam erfassten Zeitwertschwankungen des Grund- und des Sicherungsgeschäfts nahezu aus. Bei Sicherungsgeschäften zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, die sich auf zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzte Grundgeschäfte beziehen, werden die Buchwertanpassungen ergebniswirksam über die Laufzeit des Buchwerts bis zur Fälligkeit aufgelöst. Jede Anpassung des Buchwerts eines gesicherten Finanzinstruments wird ergebniswirksam aufgelöst. Dabei wird die Effektivzinsmethode angewandt. Die Auflösung kann beginnen, sobald eine Anpassung vorgenommen wird. Sie muss aber spätestens dann beginnen, wenn das Grundgeschäft nicht mehr um die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts angepasst wird, die auf das abzusichernde Risiko zurückzuführen sind. Wird das Grundgeschäft ausgebucht, so wird der nicht amortisierte beizulegende Zeitwert sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wird eine bilanzunwirksame feste Verpflichtung als Grundgeschäft designiert, so wird die nachfolgende kumulierte Änderung ihres beizulegenden Zeitwerts, die auf das gesicherte Risiko zurückzuführen ist, als Vermögenswert oder Schuld mit einem entsprechenden Gewinn oder Verlust im Periodenergebnis erfasst. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments werden ebenfalls im Periodenergebnis erfasst. Dies ist allerdings nicht der Fall, wenn es sich um die Absicherung des Währungsrisikos handelt, da dieses als Absicherung von Cashflows behandelt wird. Die Bilanzierung eines Sicherungsgeschäfts zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird eingestellt, wenn das Sicherungsinstrument vorzeitig bedient oder fällig wird oder die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht weiter erfüllt. Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow Hedge Accounting)Bei der Absicherung des Risikos von Schwankungen in Zahlungsströmen wird der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem Sicherungsinstrument direkt im Eigenkapital ausgewiesen. Der ineffektive Teil wird dagegen erfolgswirksam erfasst. Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in derjenigen Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst. Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um die Anschaffungskosten eines nichtfinanziellen Vermögenswerts oder einer nichtfinanziellen Schuld, so werden die Beträge, die im Eigenkapital erfasst werden, im Zugangszeitpunkt Teil der Anschaffungskosten des nichtfinanziellen Vermögenswerts beziehungsweise der nichtfinanziellen Schuld. Wird mit dem Eintritt der vorhergesehenen Transaktion nicht länger gerechnet, werden die Beträge, die zuvor im Eigenkapital erfasst wurden, in das Periodenergebnis umgegliedert. Wenn das Sicherungsinstrument vorzeitig bedient oder fällig wird, verbleiben die zuvor ausgewiesenen Beträge so lange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die vorhergesehene Transaktion eingetreten ist. Dasselbe gilt, wenn das Sicherungsinstrument ohne Ersatz oder ohne Überrollen in ein anderes Sicherungsinstrument ausgeübt wird und wenn die Voraussetzungen für ein Cashflow Hedge Accounting nicht mehr vorliegen. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, so wird der Betrag ergebniswirksam erfasst. Weitere Ausführungen zu derivativen Finanzinstrumenten enthält Textziffer 39. Übrige FinanzanlagenDie unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesenen marktgängigen Wertpapiere enthalten als zur Veräußerung verfügbar eingestufte Papiere, die am Bilanzstichtag zum Marktwert bewertet werden, sowie als bis zur Endfälligkeit gehalten eingestufte Papiere, die zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet werden. Vorräte und geleistete AnzahlungenVorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertige Erzeugnisse aus Kleinserienfertigung und Fertigerzeugnisse werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Angesetzt wird in der Regel ein Durchschnittswert oder ein auf Basis des FIFO-Verfahrens ("first in, first out") ermittelter Wert. Wertberichtigungen werden für veraltete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit vorgenommen. Die Herstellungskosten umfassen Material- und Fertigungseinzelkosten sowie sämtliche produktionsbezogenen Gemeinkosten und Abschreibungen. Die Gemeinkostenzuschläge werden auf der Basis durchschnittlicher Auslastungen ermittelt. Fremdkapitalkosten werden nicht einbezogen, sofern sie nicht qualifizierte Vermögenswerte betreffen. Kundenspezifische FertigungsaufträgeDürr erwirtschaftet seine Umsatzerlöse überwiegend aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen. Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden grundsätzlich nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC-Methode) gemäß IAS 11 "Fertigungsaufträge" ausgewiesen. Dabei werden die Umsatzerlöse und die geplante Marge entsprechend des Fertigstellungsgrads eines Auftrags bilanziert. Der Fertigstellungsgrad berechnet sich auf der Basis der entstandenen Kosten im Verhältnis zu den insgesamt erwarteten Kosten eines Auftrags. Durch diese Bilanzierungsmethode werden sowohl Umsatzerlöse als auch die zugehörigen Kosten und damit die Ergebnisse periodengerecht realisiert. Die Zero-Profit-Methode (ZP-Methode) wird bei Aufträgen angewandt, bei denen die bis zur Fertigstellung eines Auftrags anfallenden Kosten nicht verlässlich geschätzt werden können, die Erstattung der angefallenen Kosten jedoch wahrscheinlich ist. Bei dieser Methode werden Umsatzerlöse und zugehörige Kosten bis zum Abschluss des Auftrags in gleicher Höhe realisiert. Das Ergebnis wird damit erst mit Abschluss des Auftrags erfolgswirksam. Die übrigen Umsatzerlöse werden in Übereinstimmung mit IAS 18 "Erträge" erfasst, wenn die maßgeblichen Chancen und Risiken übertragen wurden. Dies ist üblicherweise der Zeitpunkt, an dem die Erzeugnisse oder Waren geliefert beziehungsweise die Leistungen erbracht wurden. An Kunden gestellte Teilabrechnungen und von Kunden erhaltene Zahlungen werden erfolgsneutral mit den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen verrechnet oder unter den erhaltenen Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen erfasst. Soweit aufgelaufene Auftragskosten entsprechend den vertraglichen Regelungen noch nicht an den Kunden fakturiert werden können, werden sie zusammen mit den geschätzten Teilgewinnen als "künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen" unter den Forderungen ausgewiesen. Die Fakturierung dieser Beträge ist vom Erreichen vertraglich festgelegter Größen (Meilensteine) abhängig. Die noch nicht abgerechneten künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen enthalten unmittelbar zurechenbare Einzelkosten (Material- und Personalkosten sowie Fremdleistungen) sowie in angemessenem Umfang produktionsbezogene Gemeinkosten und den anteiligen Gewinn. In den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sind auch Beträge enthalten, die auf von Kunden zu vertretenden Änderungen oder Fehlern hinsichtlich des Projektumfangs, auf nachträglichen, hinsichtlich Preis und Umfang noch nicht endgültig vereinbarten Änderungswünschen oder auf sonstigen von Kunden verursachten, nicht vorhersehbaren Zusatzaufwendungen und Anpassungen beruhen und die Dürr diesen Kunden oder sonstigen Dritten zu berechnen beabsichtigt. Diese Beträge werden mit den zu erwartenden Werten angesetzt, sofern ihre Realisierung wahrscheinlich ist und sie hinreichend zuverlässig geschätzt werden können. Zusätzlich zu den aufgelaufenen Kosten werden keine Gewinne ausgewiesen. Noch nicht endgültig vereinbarte Auftragsänderungen erfordern die Verwendung von Schätzwerten. Dabei kann eine spätere Anpassung der geschätzten Erträge aus den oben genannten Sachverhalten erforderlich werden. Die POC-Methode und die ZP-Methode basieren auf Schätzungen. Aufgrund der hierbei gegebenen Unsicherheiten ist es möglich, dass die Schätzungen der bis zur Fertigstellung erforderlichen Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Vertragsstrafen und Gewährleistungen nachträglich berichtigt werden müssen. Derartige Berichtigungen von Aufwendungen und Erträgen werden in der Periode ausgewiesen, in der der Anpassungsbedarf festgestellt wird. Rückstellungen für drohende Verluste werden in der Periode berücksichtigt, in der die Verluste erkennbar werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen / Sonstige originäre finanzielle VermögenswerteForderungen und originäre finanzielle Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten beziehungsweise mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Der Konzern bewertet deren Einbringlichkeit auf Grundlage mehrerer Faktoren. Für den Fall, dass Sachverhalte bekannt sind, die die Fähigkeit eines bestimmten Schuldners mindern könnten, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, bucht Dürr eine Einzelwertberichtigung bezüglich der fälligen Beträge und setzt die erfassten Nettovermögenswerte auf den Betrag herab, der angemessenerweise als einbringbar erscheint. Die Wertminderungen werden unter Verwendung von Wertberichtigungskonten gebucht. Forderungen und originäre finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind. Die Einschätzung einzelner debitorischer Konten als überfällig beziehungsweise in Verzug erfolgt durch das Management. Für sämtliche anderen Schuldner bildet der Konzern auf Grundlage des Zeitraums, in dem die Forderungen beziehungsweise originären finanziellen Vermögenswerte überfällig sind, des aktuellen Geschäftsumfelds und von Vergangenheitswerten pauschalierte Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen beziehungsweise originäre finanzielle Vermögenswerte. Den Risiken eines Forderungsausfalls wird durch ein zentrales Monitoring und ein dezentrales Inkassomanagement begegnet. Sie umfassen regelmäßige Bonitätsprüfungen, den Abschluss von Kreditversicherungen und - besonders im Exportgeschäft - die Einräumung von Akkreditiven. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen sowie andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Fälligkeit von weniger als drei Monaten ab Erwerb und werden zum Nennwert angesetzt. Kumuliertes übriges EigenkapitalIn dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern (zum Beispiel Kapitalerhöhungen oder Ausschüttungen) beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, aufgelaufene versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und von derivativen Finanzinstrumenten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert. FremdkapitalkostenFremdkapitalkosten umfassen Zinsaufwendungen, zinsähnliche Aufwendungen, sonstige Finanzierungsaufwendungen und Anschaffungskosten des Fremdkapitals. Gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" wurden die durch die Begebung einer Anleihe entstandenen Fremdkapitalkosten in der Konzernbilanz passivisch von der Anleihe gekürzt ausgewiesen. Die Amortisation der Fremdkapitalkosten - berechnet nach der Effektivzinsmethode - erfolgt über die Laufzeit der Anleihe. Die Transaktionskosten im Zusammenhang mit dem syndizierten Kredit wurden in der Konzernbilanz als sonstiger immaterieller Vermögenswert ausgewiesen und entsprechend der Laufzeit des syndizierten Kredits amortisiert. Die Transaktionskosten aus der Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank wurden in der Konzernbilanz in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Bei Inanspruchnahme des Darlehens wären sie mit dem Auszahlungsbetrag des Darlehens verrechnet und nach der Effektivzinsmethode über die Restlaufzeit aufgelöst worden. Gemäß IAS 23 "Fremdkapitalkosten" sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, zu aktivieren. Die Anwendung des Standards führt im Zusammenhang mit der kundenspezifischen Auftragsfertigung dazu, dass entsprechende Finanzierungsaufwendungen in den Umsatzkosten erfasst werden. Rückstellungen für PensionsverpflichtungenDie Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von Leistungs- und Beitragszusagen. Bei den Beitragszusagen ("Defined Contribution Plans") zahlt Dürr aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Nach Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die betrieblichen Altersversorgungssysteme basierend auf Leistungszusagen ("Defined Benefit Plans") garantieren den Begünstigten grundsätzlich eine monatliche Altersrente. Die Leistungszusagen sind sowohl unternehmens- als auch mitarbeiterfinanziert. Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen erfolgt nach dem in IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Hierbei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen (zum Beispiel bezüglich Gehaltsentwicklungen) für die relevanten Größen berücksichtigt, die sich auf die Leistungshöhe auswirken. Zur Vermeidung der erfolgswirksamen Erfassung von Aufwendungen und Erträgen, die aus stichtagsbezogenen Schwankungen der Bewertungsparameter für Pensionsverpflichtungen resultieren, wendet Dürr bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen die SORIE-Methode anstatt der alternativ zulässigen Korridormethode an. Nach der SORIE-Methode werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ergebnisneutral und nach Abzug latenter Steuern im Eigenkapital erfasst. Rückstellungen für rückgedeckte Pensionsverpflichtungen werden nach den Kriterien des IAS 19 mit dem darauf entfallenden Fondsvermögen unter Berücksichtigung der Vermögenswertbegrenzung gemäß IAS 19.58(b) ("Asset Ceiling") saldiert. Zinsen aus der Bewertung von Pensionszusagen und die erwarteten Erträge aus Fondsvermögen werden innerhalb des Zinsergebnisses erfasst. Übrige RückstellungenÜbrige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen" gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Vermögensabflüsse erwarten lässt und deren Höhe zuverlässig ermittelbar ist. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit bestmöglich geschätzten Beträgen zur Erfüllung der Verpflichtungen erfasst werden. Sofern die Höhe der Rückstellung nur innerhalb einer Bandbreite bestimmbar ist, wird der wahrscheinlichste Wert angesetzt. Bei gleicher Wahrscheinlichkeit wird der gewichtete Durchschnittswert erfasst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen abgezinst, die dem Risiko und dem Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen. VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverträgen werden zu Leasingbeginn mit dem Zeitwert des Leasinggegenstands oder mit dem niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt (wir verweisen auf die vorgenannten Erläuterungen zu den Leasingvereinbarungen). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die übrigen Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Verbindlichkeiten für Restrukturierung werden gebildet, sofern ein detaillierter, formaler Plan aufgestellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt wurde. Verbindlichkeiten, die nicht schon im Folgejahr zu einem Vermögensabfluss führen, werden zum Bilanzstichtag mit Marktzinssätzen abgezinst. Latente SteuernLatente Steuern werden auf Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode nach IAS 12 "Ertragsteuern" gebildet. Danach werden latente Steuern grundsätzlich für sämtliche temporären Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen gebildet. Sie werden nicht gebildet, wenn die temporäre Differenz aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder aus dem erstmaligen Ansatz anderer Vermögenswerte und Schulden in einer Transaktion (soweit sie kein Unternehmenszusammenschluss ist) entsteht, die sich weder auf das steuerliche noch auf das IFRS-Ergebnis auswirkt. Latente Steuerschulden werden für zu versteuernde temporäre Differenzen gebildet, die aus Anteilen an Tochtergesellschaften oder assoziierten Unternehmen sowie aus Anteilen an Joint Ventures entstehen, es sei denn, die Muttergesellschaft kann die Umkehrung der temporären Differenz steuern und die temporäre Differenz wird sich in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht umkehren. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für künftige Vermögensvorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen und nicht genutzten Steuergutschriften berücksichtigt, wenn ihre Nutzung in hohem Maße gesichert erscheint. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze, die zum Realisierungszeitpunkt erwartet werden, auf Basis des geltenden Steuerrechts beziehungsweise von sicher einzuschätzenden Steuerrechtsänderungen. Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern werden dann gebildet, wenn ein Verfall des steuerlichen Vorteils wahrscheinlicher ist als dessen Nutzung. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht besteht, tatsächliche Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden aufzurechnen, und die latenten Steuern sich auf dasselbe Steuersubjekt und dieselbe Steuerbehörde beziehen. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Anteilsbasierte VergütungDie aktienbasierte Vergütung gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" umfasst Vergütungssysteme, deren Ausgleich in bar erfolgt. Bis zu ihrer Abgeltung werden die Verpflichtungen aus den Vergütungsinstrumenten mit Barausgleich mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in den übrigen Verbindlichkeiten erfasst. Die Verbindlichkeiten werden zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam in den Personalaufwendungen erfasst. Forschungs- und nicht aktivierungsfähige EntwicklungskostenForschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst. EventualverbindlichkeitenAls Eventualverbindlichkeiten werden Schulden ausgewiesen, die aus einer möglichen Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens stehen. Eventualverbindlichkeiten können auch aus einer gegenwärtigen Verpflichtung entstehen, die auf vergangenen Ereignissen beruht, jedoch nicht erfasst wurde, weil
Wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen für die Gesellschaft unwahrscheinlich ist, wird keine Eventualverbindlichkeit offengelegt. 3.11 / ZUSAMMENFASSUNG AUSGEWÄHLTER BEWERTUNGSMETHODENscroll
Beim Vorliegen von Wertminderungen können sich abweichende Bewertungsmaßstäbe ergeben. Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie wird nach IAS 33 "Ergebnis je Aktie" ermittelt. Es resultiert aus der Division des Ergebnisanteils der Aktionäre der Dürr AG durch den gewogenen Durchschnitt der Zahl der ausgegebenen Aktien. Die Berechnung ist in nachfolgender Übersicht dargestellt. In den Geschäftsjahren 2012 und 2011 gab es keine Verwässerungseffekte. 3.12 / ERGEBNIS JE AKTIEscroll
Verwendung von Ermessensentscheidungen und SchätzungenDie Erstellung des Konzernabschlusses gemäß den IFRS-Regelungen macht Annahmen und Schätzungen erforderlich, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von den Schätzungen abweichen. ErmessensentscheidungenBei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen getroffen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen: Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen - Konzern als LeasinggeberDer Konzern hat Leasingverträge zur gewerblichen Vermietung seiner als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien abgeschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass alle maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum dieser im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen vermieteten Immobilien verbunden sind, im Konzern verbleiben. Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen - Konzern als LeasingnehmerDer Konzern hat Leasingverträge zur Anmietung von Immobilien geschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass die mit dem Eigentum an diesen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen angemieteten Immobilien verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken bei den vermietenden Zweckgesellschaften verbleiben. Konsolidierung von ZweckgesellschaftenDie Anmietung von Produktions- und Bürogebäuden erfolgt teilweise über Objektgesellschaften. Dürr verfügt bei keiner der Objektgesellschaften über die Möglichkeit, die Finanz- und Geschäftspolitik zu bestimmen. Auch aufgrund der Chancen- und Risiken-Strukturen der Zweckgesellschaften scheidet eine Konsolidierung aus. Schätzungen und AnnahmenDie wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer sich im nächsten Geschäftsjahr das Risiko einer Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden ergeben könnte, werden nachstehend erläutert. Künftige Forderungen aus AuftragsfertigungKundenspezifische Fertigungsaufträge machen den Großteil des Geschäfts von Dürr aus. Die Umsatzrealisierung und die Bilanzierung von Forderungen aus Fertigungsaufträgen erfolgen in der Regel gemäß Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode). Wesentlich hierbei ist die präzise Einschätzung des Fertigstellungsgrads. Zu den maßgeblichen Schätzgrößen zählen vor allem die Gesamtauftragserlöse und -kosten, die weiteren bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie Auftragsrisiken. Diese Schätzungen werden regelmäßig überprüft und angepasst. Wertminderung der Geschäfts- oder FirmenwerteDer Konzern überprüft mindestens einmal jährlich, ob die Geschäfts- oder Firmenwerte wertgemindert sind. Dies erfordert eine Schätzung der Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen die Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind. Dazu muss die Unternehmensleitung die voraussichtlichen künftigen Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten schätzen. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren aus. Darüber hinaus muss ein angemessener Abzinsungssatz gewählt werden, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte betrug zum 31. Dezember 2012 288.159 Tsd. € (Vorjahr: 284.482 Tsd. €). Für weitere Informationen wird auf Textziffer 18 verwiesen. ErtragsteuernDürr ist in zahlreichen Ländern tätig und unterliegt daher unterschiedlichen Steuerhoheiten. Für jedes Besteuerungssubjekt müssen die erwarteten laufenden und latenten Ertragsteuern bestimmt werden. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie voraussichtlich genutzt werden können. Die Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit wird unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren, wie zum Beispiel zukünftig zu versteuernde Ergebnisse in den Planperioden und erreichte Ergebnisse der Vergangenheit, beurteilt. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren aus. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Sie werden dann entsprechend der ursprünglichen Bildung erfolgswirksam oder erfolgsneutral angepasst. Für weitere Informationen wird auf Textziffer 17 verwiesen. Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des ArbeitsverhältnissesDer Aufwand aus leistungsorientierten Plänen wird anhand versicherungsmathematischer Berechnungen ermittelt. Diese erfolgen auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf Abzinsungssätze, erwartete Erträge aus Fondsvermögen, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit und künftige Rentensteigerungen. Die angesetzten Abzinsungssätze basieren auf den Renditen für erstrangige festverzinsliche Anleihen. Die erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens wird auf der Grundlage historischer langfristiger Renditen und der Struktur des Portfolios festgelegt. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Annahmen wesentlichen Unsicherheiten. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2012 53.480 Tsd. € (Vorjahr: 57.779 Tsd. €). Für weitere Informationen wird auf Textziffer 26 verwiesen. EntwicklungskostenEntwicklungskosten werden entsprechend der unter Textziffer 6 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aktiviert. Zur Ermittlung der zu aktivierenden Beträge hat die Unternehmensleitung Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus Vermögenswerten, über die anzuwendenden Zinssätze und über den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren, vorzunehmen. Der Buchwert der aktivierten Entwicklungskosten betrug zum 31. Dezember 2012 11.768 Tsd. € (Vorjahr: 14.439 Tsd. €). Verkaufsoptionen über im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindliche GeschäftsanteileIm Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung der CPM S.p.A. im Geschäftsjahr 2007 sowie der Agramkow Fluid Systems A/S im Geschäftsjahr 2011 und der Thermea Energiesysteme GmbH im Geschäftsjahr 2012 wurden Verkaufsoptionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile über deren Geschäftsanteile nach IAS 32 zum beizulegenden Zeitwert bewertet und als sonstige finanzielle Verbindlichkeit bilanziert. Der beizulegende Zeitwert wird zu jedem Bilanzstichtag ermittelt. Im Fall der CPM S.p.A. erfordert dies eine Schätzung der zukünftigen Erträge. Der Zeitwert der Option der Agramkow Fluid Systems A/S ermittelt sich aus dem höheren Wert eines Marktwerts nach der Discounted-Cashflow-Methode und einer Hochrechnung des Kaufpreises aus dem Erwerb der ersten 55 % der Anteile. Für die Option der Thermea Energiesysteme GmbH ist der höhere Betrag aus dem anteiligen Unternehmenswert, der mittels eines Multiplikatorverfahrens bestimmt wird, und einem anteiligen Festpreis maßgeblich. Kaufoptionen über im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindliche GeschäftsanteileBeim Erwerb der Thermea Energiesysteme GmbH wurde eine jederzeit ausübbare Kaufoption für zusätzliche, sich im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindenden Anteile erfasst. Gemäß IAS 39 wird die Kaufoption analog zu einem Derivat auf einen Anteil an einer Tochtergesellschaft als finanzieller Vermögenswert bilanziert. Der Ausübungspreis für die Kaufoption ist nach oben begrenzt. Zum 31. Dezember 2012 betrug der beizulegende Zeitwert der Kaufoption 0 Tsd. €. Für den Fall, dass der anteilige Unternehmenswert der Thermea Energiesysteme GmbH den nach oben begrenzten Ausübungspreis zukünftig übersteigt, wird der finanzielle Vermögenswert erfolgswirksam angepasst. Anteilsbasierte VergütungDie Bewertung der Vergütungsinstrumente mit Barausgleich basiert auf dem erwarteten Aktienkurs am Ende der vertraglich festgelegten Laufzeit sowie einer durchschnittlichen Ergebnisgröße im Zeitraum des Programms. Der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendete Aktienkurs beruht auf historischen Kursen. Die verwendete durchschnittliche Ergebnisgröße basiert auf unternehmensinternen Planungen. Die tatsächlich eintretenden Aktienkurse und Ergebnisgrößen können von den getroffenen Annahmen abweichen. Schätzungen und Annahmen sind zudem erforderlich für die Bilanzierung und Bewertung von Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen (wir verweisen auf Textziffer 39) sowie für Eventualverbindlichkeiten und sonstige Rückstellungen; ferner bei der Bestimmung des beizulegenden Werts langlebiger Sachanlagen und immaterieller Vermögenswerte. ERLÄUTERUNGEN DER ABSCHLUSSPOSTENERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG7. UMSATZERLÖSE3.13 / UMSATZERLÖSEscroll
8. UMSATZKOSTENDie Umsatzkosten umfassen die gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die für die verkauften Produkte und Dienstleistungen anfallen. Sie betrugen im Geschäftsjahr 2012 1.962.040 Tsd. € (Vorjahr: 1.590.584 Tsd. €), was zu einer Bruttomarge von 18,2 % (Vorjahr: 17,2 %) führte. Auf den Umsatzprozess entfallene Währungsgewinne in Höhe von 9.921 Tsd. € (Vorjahr: 7.430 Tsd. €) und Währungsverluste in Höhe von 13.242 Tsd. € (Vorjahr: 6.047 Tsd. €) sind in den Umsatzkosten berücksichtigt. In den Umsatzkosten sind keine Finanzierungsaufwendungen enthalten, die im Rahmen der Anwendung des IAS 23 "Fremdkapitalkosten" erfasst wurden. Weitere Informationen hierzu sind unter Textziffer 35 dargestellt. Ebenfalls in den Umsatzkosten ausgewiesen sind Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte in Höhe von 15.543 Tsd. € (Vorjahr: 11.621 Tsd. €). 9. VERTRIEBSKOSTENDie Vertriebskosten umfassen Vertriebseinzelkosten und Vertriebsgemeinkosten. Darunter fallen grundsätzlich alle Personal-, Material- und Abschreibungsaufwendungen sowie sonstige Aufwendungen des Vertriebsbereichs. Zudem sind in den Vertriebskosten Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten. 3.14 / VERTRIEBSKOSTENscroll
Für nähere Informationen zu Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen verweisen wir auf Textziffer 21. 10. ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTENDie allgemeinen Verwaltungskosten umfassen die Personal- und Sachkosten der zentralen Verwaltungsbereiche, die nicht mit Auftragsabwicklung, Produktion, Vertrieb oder Forschung und Entwicklung in Verbindung stehen. 3.15 / VERWALTUNGSKOSTENscroll
11. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTENDie Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die Kosten für Aktivitäten, die unternommen werden, um neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse zu gewinnen oder Produkte und Produktionsprozesse zu verbessern. Sie enthalten Personal- und Sachkosten. Vermindert werden die Forschungs- und Entwicklungskosten um die Entwicklungskosten, die die Voraussetzungen für eine Aktivierung erfüllen. Die in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthaltenen Abschreibungen schließen die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten mit ein. 3.16 / FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTENscroll
Von den Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte entfallen 6.111 Tsd. € (Vorjahr: 4.025 Tsd. €) auf aktivierte Entwicklungskosten. 12. PERSONALAUFWENDUNGENIn den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen enthalten: 3.17 / PERSONALAUFWENDUNGENscroll
In den Personalaufwendungen sind pauschalierte Erstattungen der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 430 Tsd. € (Vorjahr: 484 Tsd. €) enthalten. Diese Erstattungen erfolgten für die Wiederbesetzung von Arbeitsplätzen einzelner Arbeitnehmer mit Altersteilzeitverträgen bei diversen deutschen Gesellschaften. Im Vorjahr enthielt der Betrag auch Erstattungen für die von Dürr getragenen Aufwendungen zur Sozialversicherung im Rahmen der Kurzarbeit. Gemäß IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" werden diese Erstattungen mit den jeweiligen Aufwendungen saldiert ausgewiesen. Hierzu verweisen wir auch auf Textziffer 13. 13. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN3.18 / SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGENscroll
Abgesehen von der Auflösung von in Vorjahren gebildeten Rückstellungen und den Aufwendungen aus der Abgeltung von Pensionen ehemaliger Mitarbeiter gibt es keine weiteren wesentlichen periodenfremde Erträge oder Aufwendungen. 14. ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HANDIm Geschäftsjahr 2012 wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Erstattung von Aufwendungen des Konzerns in Höhe von 2.386 Tsd. € (Vorjahr: 1.296 Tsd. €) erfasst. Die Zuwendungen beinhalten die Förderung kostenintensiver Innovationsprojekte wie auch Erstattungen der Bundesagentur für Arbeit (siehe Textziffer 12). Darüber hinaus führten Zuwendungen der öffentlichen Hand zu einer Reduzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten in Höhe von 292 Tsd. € (Vorjahr: 56 Tsd. €). Die Gewährung der Zuwendungen ist mit Auflagen verbunden, von deren Erfüllung derzeit ausgegangen wird. 15. ERGEBNIS AUS AT EQUITY BILANZIERTEN UNTERNEHMENDas Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen betrug 452 Tsd. € (Vorjahr: 580 Tsd. €). Es beinhaltet die Ergebnisanteile aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode. Fremdwährungseffekte wurden im kumulierten übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst. 16. ZINSERGEBNIS3.19 / ZINSERGEBNISscroll
Der Zinsaufwand wurde im Berichtsjahr im Rahmen der Anwendung des IAS 23 "Fremdkapitalkosten" nicht um Finanzierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der kundenspezifischen Auftragsfertigung verringert (Vorjahr: 0 Tsd. €), da die Aufträge ohne Inanspruchnahme der Barkreditlinien finanziert werden konnten. Weitere Informationen hierzu sind unter Textziffer 35 dargestellt. 17. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAGDie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen die inländische Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag, die Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare Steuern der ausländischen Tochtergesellschaften. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern wird ein Steuersatz von 29,5 % (Vorjahr: 29,5 %) herangezogen. 3.20 / ZUSAMMENSETZUNG DES ERTRAGSTEUERAUFWANDSscroll
Die folgende Tabelle leitet den theoretischen Ertragsteueraufwand auf den tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand über. Die Überleitung basiert auf der inländischen Gesamtsteuerbelastung von 29,5 % (Vorjahr: 29,5 %). 3.21 / ÜBERLEITUNG ERTRAGSTEUERAUFWANDscroll
Im Inland bestehen zum 31. Dezember 2012 bewertete Verlustvorträge in Höhe von 83.184 Tsd. € (Vorjahr: 112.723 Tsd. €) für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, Verlustvorträge für Gewerbesteuer in Höhe von 59.483 Tsd. € (Vorjahr: 26.030 Tsd. €) sowie Zinsvorträge in Höhe von 5.969 Tsd. € (Vorjahr: 24.696 Tsd. €). Ein latenter Steueranspruch für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge ist nach IAS 12 "Ertragsteuern" nur in dem Umfang zu bilanzieren, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verrechnet werden können. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren aus und berücksichtigt die in einigen Ländern anzuwendende Mindestbesteuerung bei der Bestimmung der Verlustnutzungsmöglichkeiten. Mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2012 wurde der seit dem Geschäftsjahr 2008 bestehende Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Dürr AG und der Carl Schenck AG aufgehoben. Dadurch realisierte Dürr im Berichtsjahr einen einmaligen Effekt aus der erstmaligen Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge von 6.831 Tsd. € sowie aus Veränderungen der Wertberichtigungen auf Verlust- und Zinsvorträge von 5.181 Tsd. € in Deutschland. In einigen Steuergebieten werden aufgrund kumulativer Verluste der letzten drei Jahre nach wie vor keine latenten Steuern auf Verlustvorträge aktiviert. Insgesamt bestanden Verlustvorträge in Höhe von 252.943 Tsd. € (Vorjahr: 293.236 Tsd. €). Die Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern bilanziert wurden, betrugen 167.950 Tsd. € (Vorjahr: 176.187 Tsd. €). Die Reduzierung entfiel im Wesentlichen auf nachaktivierte Verlustvorträge im Inland. Es verfallen Verlustvorträge in Höhe von 1.038 Tsd. € (Vorjahr: 1.185 Tsd. €) innerhalb der nächsten fünf Jahre und in Höhe von 87.454 Tsd. € innerhalb der nächsten 20 Jahre (Vorjahr: 98.476 Tsd. €). Die restlichen Verlustvorträge sind zurzeit unverfallbar. 3.22 / AKTIVE UND PASSIVE LATENTE STEUERNscroll
Die Währungseffekte von 169 Tsd. € (Vorjahr: 236 Tsd. €) korrigieren die rechnerischen Differenzen der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen latenten Steuern. Im Geschäftsjahr 2012 wurden latente Steuern in Höhe von 2.102 Tsd. € (Vorjahr: 1.372 Tsd. €) erfolgsneutral erfasst. Eine Verrechnung latenter Steueransprüche und -schulden erfolgt, wenn eine Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden einklagbar ist. Ferner müssen sich die Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern eines Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden. Für ausschüttungsfähige Gewinne von Tochtergesellschaften werden im Zusammenhang mit der Ausschüttung anfallende Ertrag- und Quellensteuern als passive latente Steuern ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon auszugehen ist, dass diese Gewinne einer entsprechenden Besteuerung unterliegen, oder beabsichtigt ist, diese Gewinne auf Dauer nicht zu reinvestieren. Für aufgelaufene Gewinne von Tochtergesellschaften in Höhe von 67.351 Tsd. € (Vorjahr: 51.540 Tsd. €) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ: AKTIVA18. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGENEinzelheiten zu Veränderungen der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen des Konzerns sind aus der Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte unter Textziffer 42 ersichtlich. In der Position Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte waren im Vorjahr aktivierte Transaktionskosten in Höhe von 2.834 Tsd. € aus der Finanzierung des Konzerns enthalten. Diese wurden im Geschäftsjahr 2012 in voller Höhe abgeschrieben. Es entfielen 850 Tsd. € auf die planmäßige und 1.984 Tsd. € auf die außerplanmäßige Abschreibung. Nähere Informationen hierzu enthält Textziffer 28. Bei den als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer bilanzierten Markennamen Agramkow und Thermea im Wert von 2.170 Tsd. € (Vorjahr: Markenname Agramkow im Wert von 1.658 Tsd. €) lagen zum Bilanzstichtag keine Hinweise auf eine Wertminderung vor. Dürr beabsichtigt, diese Markennamen auch weiterhin einzusetzen. Die geleisteten Anzahlungen betreffen ausschließlich Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte, Transaktionskosten sowie Sachanlagen. Als Anlagen im Bau sind Sachanlagen aktiviert, für deren Herstellung bereits Kosten aus Eigen- und/oder Fremdleistung angefallen sind, die bis zum Bilanzstichtag aber noch nicht fertiggestellt wurden. Zum 31. Dezember 2012 bestanden vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 4.200 Tsd. € (Vorjahr: 479 Tsd. €). Der größte Teil entfällt auf Verpflichtungen im Rahmen der Erweiterung des Standorts Bietigheim-Bissingen. Die planmäßigen Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in folgenden Funktionskosten ausgewiesen: 3.23 / PLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGENscroll
Die außerplanmäßigen Abschreibungen und Zuschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in folgenden Funktionskosten ausgewiesen: 3.24 / AUSSERPLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN / ZUSCHREIBUNGENscroll
Im Geschäftsjahr 2012 wurden 1.984 Tsd. € (Vorjahr: 986 Tsd. €) als außerplanmäßige Abschreibungen und 0 Tsd. € (Vorjahr: 71 Tsd. €) als Zuschreibungen erfasst. Die außerplanmäßigen Wertberichtigungen in den immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 1.984 Tsd. € betrafen Transaktionskosten für den syndizierten Kredit aus dem Jahr 2011, da wesentliche Vertragsbedingungen geändert wurden. Im Geschäftsjahr 2011 wurde eine Zuschreibung in Höhe von 71 Tsd. € auf ein Gebäude in Polen vorgenommen. Werthaltigkeitstest von Geschäfts- oder FirmenwertenDie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden zur Überprüfung der Werthaltigkeit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten hat Dürr die Geschäftsbereiche innerhalb der Unternehmensbereiche definiert. Das Berechnungsschema ist für alle zahlungsmittelgenerierende Einheiten identisch, da die wesentlichen Parameter alle Geschäftsbereiche gleichermaßen betreffen. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird durch die Berechnung eines Nutzungswerts ermittelt. Die Nutzungswerte der Geschäftsbereiche übertrafen jeweils das zugeordnete Nettovermögen. Die Berechnung basiert auf Cashflow-Prognosen, die auf Planungen für einen Zeitraum von vier Jahren beruhen. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz vor Steuern lag im Berichtsjahr zwischen 8,63 % und 8,91 % (Vorjahr: 10,16 % bis 10,33 %). Cashflows nach dem Zeitraum von vier Jahren werden mit einer Wachstumsrate von 1,5 % (Vorjahr: 1,5 %) extrapoliert, die sich an der langfristigen Wachstumsrate der Geschäftsbereiche orientiert. Geplante BruttogewinnmargenDie geplanten Bruttogewinnmargen werden im Rahmen der Bottom-up-Planung durch die Konzerngesellschaften und Geschäftsbereiche ermittelt. Sie basieren auf den im vorangegangenen Geschäftsjahr ermittelten Werten unter Berücksichtigung erwarteter Preis- und Kostenentwicklungen sowie Effizienzsteigerungen. Kapitalkosten (Abzinsungssatz)Die Kapitalkosten ergeben sich aus dem gewogenen Mittel der Fremd- und Eigenkapitalkosten vor Steuern. Im Rahmen der Berechnung der Eigenkapitalkosten wird ein Betafaktor berücksichtigt, der sich aus Kapitalmarktdaten und der Kapitalstruktur mit Dürr vergleichbarer Unternehmen ergibt. Die Fremdkapitalkosten basieren auf einem Basiszinssatz für quasisichere Anleihen und einem Aufschlag, der aus dem Kredit-Rating vergleichbarer Unternehmen ermittelt wird. MaterialpreissteigerungenDie Preissteigerung der von Dürr benötigten Vorprodukte und Materialien wird vorrangig abgeleitet aus den erwarteten Preisänderungen der zu ihrer Herstellung notwendigen Rohstoffe. Bei diesen wiederum werden die Preisindizes der Länder zugrunde gelegt, aus denen die Vorprodukte und Materialien durch die jeweiligen Konzerngesellschaften bezogen werden. Steigerung von GehaltskostenDie deutschen Tochtergesellschaften haben für die Vierjahresplanung Gehaltssteigerungen von durchschnittlich 2,6 % p.a. ab dem Jahr 2013 (Vorjahr: 2,9 % p.a.) unterstellt. Alle ausländischen Tochtergesellschaften haben für die jeweilige Planungsperiode ihre jeweiligen nationalen Steigerungsraten verwendet. Sensitivitätsanalyse von Geschäfts- oder FirmenwertenUnabhängig von der aktuellen und erwarteten wirtschaftlichen Lage der Automobilindustrie hat Dürr Sensitivitätsanalysen zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte in den Geschäftsbereichen vorgenommen. Geprüft wurden die Auswirkungen folgender Szenarien:
Die Sensitivitätsanalysen haben ergeben, dass auch unter diesen Annahmen aus heutiger Sicht bei keinem Geschäftsbereich ein Wertminderungsbedarf bei den Geschäfts- oder Firmenwerten bestehen würde. Entwicklung der Geschäfts- oder FirmenwerteZum Ende des Geschäftsjahres 2012 wurden die Geschäftsbereiche Environmental and Energy Systems und Energy Technology Systems zum Geschäftsbereich Clean Technology Systems im gleichnamigen Unternehmensbereich zusammengefasst. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte nach Geschäfts- und Unternehmensbereichen. 3.25 / ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTEscroll
Die Veränderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte aus Zugängen werden nachfolgend erläutert. FirmenerwerbeGeschäftsjahr 2012Thermea Energiesysteme GmbH: Mit Kaufvertrag vom 11. September 2012 erwarb Dürr zum 24. Oktober 2012 26,9 % der Anteile an der Thermea Energiesysteme GmbH mit Sitz in Freital, Deutschland. Nach dem Erwerb wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung die Anteile an der Thermea Energiesysteme um 0,6 Prozentpunkte auf 27,5 % erhöht. Aufgrund vertraglicher Regelungen hat Dürr die Möglichkeit, einen beherrschenden Einfluss auszuüben, und bezieht die Thermea Energiesysteme GmbH als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss ein. Thermea ist einer der weltweit ersten Anbieter von Großwärmepumpen, die mit dem natürlichen Kältemittel CO2 arbeiten. Die Technologien von Thermea erweitern das Produktspektrum des Anfang 2011 gegründeten Unternehmensbereichs Clean Technology Systems, in dem das Geschäft mit Energieeffizienztechnologien ausgebaut wird. Die Erstkonsolidierung der Thermea Energiesysteme GmbH erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode nach der Purchased-Goodwill-Methode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaft werden seit dem Erstkonsolidierungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Der Kaufpreis für die Anteile an der Thermea Energiesysteme GmbH betrug 2.135 Tsd. € und wurde in bar beglichen. Die Anschaffungsnebenkosten für die erworbene Gesellschaft betrugen 45 Tsd. €, die als Aufwand im Geschäftsjahr 2012 erfasst wurden. Die Ermittlung des erworbenen Nettovermögens und des Geschäfts- oder Firmenwerts aus der Akquisition von Thermea am 24. Oktober 2012 stellt sich wie folgt dar: 3.26 / GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT AKQUISITION THERMEA 2012scroll
Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1.604 Tsd. € spiegelt Technologie-, Kosten- und Vertriebssynergien in der Wärmepumpentechnik und die Ertragsaussichten der Thermea Energiesysteme GmbH wider. Er wurde dem Geschäftsbereich Clean Technology Systems zugeordnet und ist steuerlich nicht absetzbar. Im Rahmen des Erwerbs wurde eine Verkaufsoption über zusätzliche Anteile im Besitz von Inhabern nicht beherrschender Anteile als finanzielle Verbindlichkeit erfasst. Die gegenläufige Buchung erfolgte in den Gewinnrücklagen, die mit dem anteiligen auf die Inhaber nicht beherrschender Anteile entfallenden Teil des Eigenkapitals in Höhe von 1.442 Tsd. € saldiert wurden. In Folgeperioden wird die Option zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden ergebnisneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Dürr Cyplan Ltd.: Mit Wirkung zum 21. November 2012 erhielt Dürr im Rahmen einer Vereinbarung zur Übernahme der operativen Führung die Kontrolle über die Dürr Cyplan Ltd. Es befinden sich 50 % der Anteile an der Dürr Cyplan Ltd. im Besitz von Dürr. Die Gesellschaft hat ihren rechtlichen Sitz in Aldermaston, Großbritannien, und ihren operativen Sitz in Bietigheim-Bissingen. Sie war bisher als assoziiertes Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Dürr Cyplan Ltd. entwickelt ORC-Anlagen (Organic Rankine Cycle), die aus Abwärme Strom erzeugen und bisher ungenutzte Wärmeenergiepotenziale effizient und kostenschonend nutzbar machen. Die erstmalige Vollkonsolidierung der Dürr Cyplan Ltd. erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode nach der Purchased-Goodwill-Methode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaft wurden ab dem Erstkonsolidierungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Der Kaufpreis für die Anteile an der Dürr Cyplan Ltd. betrug 3.542 Tsd. € im Geschäftsjahr 2011. Er setzte sich zusammen aus einem Grundpreis von 2.000 Tsd. €, der bar beglichen wurde, sowie vier von der Absatzmenge an ORC-Anlagen abhängigen Raten zu je 500 Tsd. €. Für den bedingten Anteil des Kaufpreises wurden zum Erwerbszeitpunkt 1.520 Tsd. € passiviert. Die Anschaffungsnebenkosten für die Gesellschaft, die seit dem Erwerb als at equity bilanziert wurde, betrugen 22 Tsd. € im Geschäftsjahr 2011 und sind in den Anschaffungskosten enthalten. Die Vereinbarung über die operative Führung änderte die Anschaffungskosten für die Anteile nicht. Die Ermittlung des erworbenen Nettovermögens und des Geschäfts- oder Firmenwerts aus der erstmaligen Vollkonsolidierung der Dürr Cyplan Ltd. zum 21. November 2012 stellt sich wie folgt dar: 3.27 / BEIZULEGENDER ZEITWERT DES NETTOVERMÖGENS CYPLAN 2012scroll
3.28 / GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT ERSTMALIGE VOLLKONSOLIDIERUNG CYPLAN 2012scroll
Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 3.080 Tsd. € spiegelt Technologie-, Kosten- und Vertriebssynergien und die Ertragsaussichten der Dürr Cyplan Ltd. wider. Er wurde dem Geschäftsbereich Clean Technology Systems zugeordnet und ist steuerlich nicht absetzbar. Der Kaufpreis für die Thermea Energiesysteme GmbH und der beizulegende Zeitwert der Dürr Cyplan Ltd. wurden den erworbenen Vermögenswerten und Schulden wie folgt zugerechnet: 3.29 / ALLOKATION DES KAUFPREISES THERMEA UND DES BEIZULEGENDEN ZEITWERTS ANTEILE CYPLAN 2012scroll
Die Buchwerte nach Akquisition entsprechen den beizulegenden Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt. Der vertragliche Bruttobetrag der erworbenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entspricht nahezu dem beizulegenden Zeitwert. Die wesentlichen Anpassungen erfolgten bei den immateriellen Vermögenswerten, bei denen im Rahmen der Kaufpreisallokationen technologisches Know-how sowie Patente und Schutzrechte und der Markenname Thermea aktiviert wurden. Im Rahmen der Erstkonsolidierungen wurden keine Eventualverbindlichkeiten passiviert. Die Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar: 3.30 / NUTZUNGSDAUERN DER ERWORBENEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE AUS AKQUISITIONEN/ ERSTKONSOLIDIERUNGEN 2012scroll
Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte wurden mittels einkommensorientierter Ansätze bewertet. Der beizulegende Zeitwert des technologischen Know-hows wurde anhand des Verfahrens der Lizenzpreisanalogie, die Zeitwerte der Patente, Schutzrechte und des Markennamens wurden nach der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Die übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden anhand der in Textziffer 6 erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bewertet. Der Ergebnisbeitrag der Thermea Energiesysteme GmbH und der Dürr Cyplan Ltd. vom Akquisitions- beziehungsweise Erstkonsolidierungszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2012 stellt sich wie folgt dar: 3.31 / ERGEBNISBEITRAG AUS AKQUISITIONEN/ERSTKONSOLIDIERUNGEN 2012scroll
Wären die Thermea Energiesysteme GmbH und die Dürr Cyplan Ltd. bereits zum 1. Januar 2012 in den Konsolidierungskreis einbezogen worden, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns für das Geschäftsjahr 2012 2.400.559 Tsd. € sowie das Ergebnis des Konzerns 109.223 Tsd. € betragen. Auf eine Vergleichsrechnung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung wurde verzichtet, da die Veränderung des Konsolidierungskreises nicht wesentlich war. Zum 31. Dezember 2012 betrug der Anteil der erstkonsolidierten Unternehmen Thermea Energiesysteme GmbH und Dürr Cyplan Ltd. an Bilanzsumme und Umsatzerlösen nur 0,28 % beziehungsweise 0,02 %. Geschäftsjahr 2011Agramkow Fluid Systems A/S: Am 24. Mai 2011 erwarb Dürr 55 % der Anteile an der Agramkow Fluid Systems A/S mit Sitz in Sønderborg, Dänemark. Durch den Kauf der Agramkow Fluid Systems A/S und ihrer Tochtergesellschaften hat sich Dürr Zugang zu neuen Kunden in der Befülltechnik erschlossen. Agramkow ist Weltmarktführer bei Anlagen zum Befüllen von Haushaltsgeräten und Wärmepumpen mit Kältemitteln. Die Erstkonsolidierung der Agramkow Fluid Systems A/S und ihrer Tochtergesellschaften erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode nach der Purchased-Goodwill-Methode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaften wurden ab dem Erstkonsolidierungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Der Kaufpreis für die Agramkow Fluid Systems A/S und ihre Tochtergesellschaften betrug 8.186 Tsd. € und wurde in Höhe von 7.170 Tsd. € bar beglichen, für den noch ausstehenden Betrag in Höhe von 1.016 Tsd. € wurde eine finanzielle Verbindlichkeit passiviert. Die Anschaffungsnebenkosten für die erworbenen Gesellschaften betrugen 214 Tsd. €. Davon wurden 118 Tsd. € als Aufwand im Geschäftsjahr 2011 und 96 Tsd. € im Geschäftsjahr 2010 erfasst. Die Ermittlung des erworbenen Nettovermögens und des Geschäfts- oder Firmenwerts aus der Akquisition der Agramkow-Gesellschaften am 24. Mai 2011 stellt sich wie folgt dar: 3.32 / GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT AKQUISITION AGRAMKOW 2011scroll
Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1.859 Tsd. € spiegelt Technologie-, Kosten- und Vertriebssynergien in der Befülltechnik und die Ertragsaussichten der Agramkow-Gesellschaften wider. Er wurde dem Geschäftsbereich Balancing and Assembly Products zugeordnet und ist steuerlich nicht absetzbar. Der Gesamtkaufpreis wurde den erworbenen Vermögenswerten und Schulden wie folgt zugerechnet: 3.33 / KAUFPREISALLOKATION AKQUISITION AGRAMKOW 2011scroll
Die Buchwerte nach Akquisition entsprechen den beizulegenden Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt. Der vertragliche Bruttobetrag der erworbenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entspricht nahezu dem beizulegenden Zeitwert. Die wesentlichen Anpassungen erfolgten bei den immateriellen Vermögenswerten, bei denen im Rahmen der Kaufpreisallokation technologisches Know-how sowie Kundenbeziehungen und der Markenname Agramkow aktiviert wurden. Im Rahmen des Übergangs auf die Wertansätze, die unter Anwendung von IAS 11 "Fertigungsaufträge" nach der Percentage-of-Completion-Methode ermittelt werden, wurden die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angepasst. Den Altgesellschaftern der Agramkow Fluid Systems A/S zustehende Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurden umgegliedert. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurden keine Eventualverbindlichkeiten passiviert. Die Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar: 3.34 / NUTZUNGSDAUERN DER ERWORBENEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE AKQUISITION AGRAMKOW 2011scroll
Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte wurden mittels einkommensorientierter Ansätze bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte des technologischen Know-hows und des Markennamens wurden anhand des Verfahrens der Lizenzpreisanalogie ermittelt, der Zeitwert der Kundenbeziehung wurde nach der Multiperiod-Excess-Earnings-Methode ermittelt. Die übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden anhand der in Textziffer 6 erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bewertet. Im Rahmen des Erwerbs wurde eine Verkaufsoption der Inhaber nicht beherrschender Anteile als finanzielle Verbindlichkeit erfasst. Die gegenläufige Buchung erfolgte in den Gewinnrücklagen, die mit dem auf die Inhaber nicht beherrschender Anteile entfallenden Teil des Eigenkapitals in Höhe von 4.346 Tsd. € saldiert wurden. In Folgeperioden wird die Option zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden ergebnisneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Der Ergebnisbeitrag der Agramkow Fluid Systems A/S und ihrer Tochtergesellschaften vom Erstkonsolidierungszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2011 stellt sich wie folgt dar: 3.35 / ERGEBNISBEITRAG DER AGRAMKOW-GRUPPE AB ERSTKONSOLIDIERUNGSZEITPUNKTscroll
Wären die Agramkow Fluid Systems A/S und ihre Tochtergesellschaften bereits zum 1. Januar 2011 in den Konsolidierungskreis einbezogen worden, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns für das Geschäftsjahr 2011 1.929.293 Tsd. € sowie das Ergebnis des Konzerns 64.663 Tsd. € betragen. Grundstücke und GebäudeIm Geschäftsjahr 2012 erwarb Dürr am Standort Bietigheim-Bissingen weitere Grundstücke und Gebäude, die der Erweiterung der Kapazitäten dienen. In diesem Zusammenhang erstellt Dürr derzeit eine weitere Fertigungshalle. Im Vorjahr erwarb Dürr den Komplementäranteil an der Dürr GmbH & Co. Campus KG, die am Standort Bietigheim-Bissingen Immobilien an Konzerngesellschaften vermietet. Da die Gesellschaft nicht über einen eigenständigen Geschäftsbetrieb verfügt, lag kein Unternehmenserwerb im Sinne des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" vor. Dürr übernahm somit die Grundstücke und Gebäude und die darauf entfallenden Verbindlichkeiten. Die Anschaffungskosten für die Grundstücke sowie die im Jahr 2009 fertiggestellten Gebäude betrugen 51.353 Tsd. €. Gleichzeitig übernahm Dürr Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 46.572 Tsd. €. Die Gebäude wurden zuvor im Rahmen eines Operating-Leasingvertrags gemietet. Im Berichtsjahr waren ein Gebäude in Großbritannien und ein unter den Grundstücken und Gebäuden aktiviertes Heizwasserverteilnetz in Deutschland als Finanzierungsleasing aktiviert. Dürr ist nicht rechtlicher Eigentümer des Gebäudes und Heizwasserverteilnetzes. Die Abschreibungen auf diese Immobilien sind in den Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen enthalten. Im Geschäftsjahr 2012 wurde ein neuer Finanzierungsleasingvertrag für das Gebäude in Großbritannien abgeschlossen. Dies führte zu einer Erhöhung der Anschaffungswerte der Grundstücke und Gebäude um 967 Tsd. €. Die nachfolgende Tabelle zeigt die in den Sachanlagen enthaltenen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen für die als Finanzierungsleasing aktivierten Immobilien. 3.36 / ALS FINANZIERUNGSLEASING AKTIVIERTE IMMOBILIENscroll
Im Vorjahr waren im Rahmen des syndizierten Kredits Gesamtbuchgrundschulden ausgewählter Dürr-Gesellschaften in Höhe von 63.956 Tsd. € als Sicherheiten gewährt. Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienDürr unterscheidet zwischen überwiegend fremd- und überwiegend eigengenutzten Immobilien. Eine überwiegende Fremdnutzung liegt vor, wenn die Immobilie zu mehr als 90 % von konzernfremden Unternehmen gemietet wird. Dürr bewertet diese als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach dem Anschaffungskostenmodell. Bei den Immobilien handelt es sich um eine Gruppe von Gebäuden sowie anteilige Infrastrukturflächen der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH in Darmstadt. Mit diesen Immobilien wurden im Geschäftsjahr 2012 Mieteinnahmen in Höhe von 3.427 Tsd. € (Vorjahr: 3.070 Tsd. €) erlöst. Die künftigen Mieteinnahmen auf Basis der bestehenden Verträge setzen sich wie folgt zusammen: 3.37 / KÜNFTIGE MIETEINNAHMENscroll
Die direkt zurechenbaren Aufwendungen betrugen 1.921 Tsd. € (Vorjahr: 1.764 Tsd. €). Auf leer stehende Immobilien entfielen direkt zurechenbare Aufwendungen von 96 Tsd. € (Vorjahr: 94 Tsd. €). Die Gebäude werden planmäßig linear über gebäudespezifische Nutzungsdauern zwischen 20 und 50 Jahren abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2012 hat sich die Zusammensetzung der Gruppe aufgrund veränderter Eigen- und Fremdnutzung geringfügig geändert. Der beizulegende Zeitwert zum 31. Dezember 2012 lag unter Berücksichtigung des Zugangs der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bei 29.050 Tsd. € (Vorjahr: 26.800 Tsd. €). Grundlage für die Wertermittlung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien bildet eine jährlich erstellte interne Berechnung; ein Gutachter wurde zur Bestimmung der Werte nicht herangezogen. Der Zeitwert wird anhand der kapitalisierten Erträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt; Basis hierfür sind die Marktmieten unter Berücksichtigung regional üblicher Risikoabschläge. Für die Berechnung wurden eine Leerstandsquote von 15 % (Vorjahr: 15 %) und ein Liegenschaftszins von 7,5 % (Vorjahr: 7,5 %) zugrunde gelegt. Die kumulierten Anschaffungswerte der Grundstücke und Gebäude betrugen zum 1. Januar 2012 39.832 Tsd. € und zum 31. Dezember 2012 42.796 Tsd. €. Die kumulierten Abschreibungen einschließlich aller Wertminderungen beziehungsweise Zuschreibungen erhöhten sich von 17.499 Tsd. € zum 1. Januar 2012 auf 19.618 Tsd. € zum 31. Dezember 2012. Die folgende Überleitungsrechnung zeigt die Entwicklung des Buchwerts der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die dem Unternehmensbereich Measuring and Process Systems zugeordnet sind, von Beginn bis Ende des Geschäftsjahres. 3.38 / ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIENscroll
19. BETEILIGUNGEN AN AT EQUITY BILANZIERTEN UNTERNEHMEN UND ÜBRIGE FINANZANLAGENBeteiligungen an at equity bilanzierten UnternehmenDie Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen erhöhten sich durch den Zukauf weiterer 21 % der Anteile an der LaTherm GmbH mit Sitz in Dortmund, Deutschland, um 400 Tsd. €. Damit verbunden war eine Umgliederung aller Anteile an der Gesellschaft in die Bilanzposition "Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen". Vor dem Zukauf waren die Anteile an der LaTherm GmbH in Höhe von 355 Tsd. € unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesen. Durch die Umgliederung der Anteile an der Dürr Cyplan Ltd. in die Anteile an verbundenen Unternehmen sanken die Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen um 3.453 Tsd. €. Im Vorjahr stiegen die Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen durch den Erwerb von 50 % der Anteile an der Cyplan Ltd. um 3.542 Tsd. €, während sie durch die Übernahme des Komplementäranteils an der Dürr GmbH & Co. Campus KG um 333 Tsd. € sanken. 3.39 / ANGABEN ZU ASSOZIIERTEN UNTERNEHMENscroll
In obiger Tabelle sind die Werte der Dürr Cyplan Ltd. bis zur Vollkonsolidierung in den Umsatzerlösen und im Periodenergebnis enthalten. In Bilanzsumme, Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ist die Dürr Cyplan Ltd. nicht enthalten, da sie am Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 als vollkonsolidiertes Unternehmen bilanziert wurde. Ein assoziiertes Unternehmen hat den Abschlussstichtag 30. September und wird auf Basis seiner Abschlussdaten in die Equity-Bewertung einbezogen. Wesentliche Effekte zwischen diesem Stichtag und dem 31. Dezember werden berücksichtigt. 3.40 / ANGABEN ZU GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN (ANTEILIG)scroll
Die anteiligen Erträge der at equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen betrugen 2 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €), die Aufwendungen 0 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €). Die Eventualverbindlichkeiten für die Gemeinschaftsunternehmen setzen sich wie folgt zusammen: 3.41 / EVENTUALVERBINDLICHKEITEN FÜR GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENscroll
Für weitere Informationen zu den einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf die Textziffern 3 und 4. Übrige Finanzanlagen3.42 / ÜBRIGE FINANZANLAGENscroll
Am 30. Januar 2012 erwarb Dürr 15 % der Anteile an der HeatMatrix Group B.V. mit Sitz in Rotterdam, Niederlande. Hierdurch stiegen die übrigen Finanzanlagen um 400 Tsd. €, während sie durch die Umgliederung der Anteile an der LaTherm GmbH um 355 Tsd. € sanken. Bei den Wertpapieren des Anlagevermögens handelt es sich überwiegend um Unternehmensanleihen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Der Buchwert dieser Wertpapiere betrug 10.908 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €). Im Rahmen der Anlagestrategie investiert Dürr zur Verbesserung des Zinsergebnisses freie Liquidität in höher verzinsliche Wertpapiere deutscher Emittenten. Im Vorjahr erhöhte der Erwerb einer 10 %-Beteiligung an der Parker Engineering Co., Ltd. mit Sitz in Tokio, Japan, die übrigen Finanzanlagen um 1.956 Tsd. €. 20. VORRÄTE UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN3.43 / VORRÄTE UND GELEISTETE ANZAHLUNGENscroll
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden in Höhe von 79.569 Tsd. € (Vorjahr: 71.764 Tsd. €) zu den durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und in Höhe von 8.370 Tsd. € (Vorjahr: 7.899 Tsd. €) nach der FIFO-Methode ("first in, first out") bewertet. Die Summe der Wertberichtigungen erhöhte sich nach Berücksichtigung von Wechselkursdifferenzen sowie Verbrauchen auf 13.354 Tsd. € (Vorjahr: 10.267 Tsd. €). Die Zuführung zu den Wertberichtigungen von 9.383 Tsd. € im Berichtsjahr (Vorjahr: 5.503 Tsd. €) wurde erfolgswirksam erfasst. 21. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN3.44 / FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENscroll
Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Fälligkeitsanalyse der bilanzierten, nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. 3.45 / FÄLLIGKEITSANALYSE FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENscroll
Bei den weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuteten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte sowie gegen at equity bilanzierte Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt: 3.46 / ENTWICKLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGENscroll
Im Geschäftsjahr 2012 wurden Forderungen in Höhe von 650 Tsd. € (Vorjahr: 1.621 Tsd. €) ausgebucht, wovon 502 Tsd. € (Vorjahr: 1.524 Tsd. €) bereits im Vorjahr wertberichtigt worden waren. Die Ausbuchung der restlichen 148 Tsd. € (Vorjahr: 97 Tsd. €) wurde im Geschäftsjahr 2012 aufwandswirksam. 3.47 / ZUSAMMENSETZUNG DER KÜNFTIGEN FORDERUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN SOWIE ERHALTENEN ANZAHLUNGENscroll
Diese Beträge sind je Auftrag saldiert entweder in den künftigen Forderungen aus Fertigungsauftragen (aktivischer Ausweis) oder in den Verbindlichkeiten (passivischer Ausweis) enthalten; wir verweisen auch auf Textziffer 29. 22. SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE3.48 / SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTEscroll
In den übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind unter anderem Guthaben bei Lieferanten in Höhe von 3.699 Tsd. € (Vorjahr: 1.303 Tsd. €) und Forderungen gegen Mitarbeiter in Höhe von 2.108 Tsd. € (Vorjahr: 1.860 Tsd. €) enthalten. Die entsprechenden Angaben nach IFRS 7 sind unter Textziffer 33 dargestellt. Vom Bruttobetrag der sonstigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 39.144 Tsd. € (Vorjahr: 53.651 Tsd. €) waren 39.011 Tsd. € (Vorjahr: 53.517 Tsd. €) zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig. Bei diesen Vermögenswerten bestehen keine Anzeichen dafür, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könnten. Die Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt: 3.49 / ENTWICKLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTEscroll
23. SONSTIGE VERMÖGENSWERTE3.50 / SONSTIGE VERMÖGENSWERTEscroll
Die sonstigen Vermögenswerte enthalten vor allem Steuererstattungsansprüche, die nicht Ertragsteuern betreffen, in Höhe von 22.128 Tsd. € (Vorjahr: 20.719 Tsd. €). Im Vorjahr waren noch Transaktionskosten aus der Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 632 Tsd. € enthalten. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ: PASSIVA24. EIGENKAPITAL DER AKTIONÄRE DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFTGezeichnetes Kapital (Dürr AG)Das Grundkapital der Dürr AG betrug zum 31. Dezember 2012 44.289 Tsd. € (Vorjahr: 44.289 Tsd. €) und setzte sich aus 17.300.520 Aktien (Vorjahr: 17.300.520 Aktien) zusammen. Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 € und lautet auf den Inhaber. Die ausgegebenen Aktien waren zu jedem Bilanzstichtag vollständig eingezahlt. Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb und zur Veräußerung eigener AktienDie Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrfach, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke eigene auf den Inhaber lautende Stückaktien über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots zu erwerben. Die Anzahl der so erworbenen Aktien darf zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals betragen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien darf im Fall des Erwerbs über die Börse vom Börsenkurs nicht um mehr als 5 % abweichen. Im Fall eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre darf der Erwerbspreis bis zu 20 % über dem Börsenkurs liegen, muss jedoch mindestens dem Börsenkurs entsprechen. Ferner wurde der Vorstand von der Hauptversammlung am 30. April 2010 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats aufgrund der vorgenannten oder einer früheren Ermächtigung erworbene Aktien über die Börse oder durch ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre zu veräußern. In näher bestimmten Fällen dürfen die Aktien auch in anderer Weise und damit unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert werden. Schließlich ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats erworbene Aktien ohne Kapitalherabsetzung ganz oder teilweise einzuziehen, ohne dass dies eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Genehmigtes Kapital (Dürr AG)Die Hauptversammlung vom 30. April 2009 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2014 um bis zu 22.145 Tsd. € gegen Sach- oder Bareinlagen einmalig oder mehrmals durch die Ausgabe von bis zu 8.650.260 Inhaber-Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Bedingtes Kapital (Dürr AG)Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte, Gewinnschuldverschreibungen oder Kombinationen dieser Instrumente mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag von bis zu 221.447 Tsd. € zu begeben. Zu diesem Zweck ist das Grundkapital um bis zu 22.145 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 8.650.260 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien in der Form von Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital). Kapitalrücklage (Dürr AG)Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien und betrug zum 31. Dezember 2012 wie zum Vorjahresstichtag 200.186 Tsd. €. Die Kapitalrücklage unterliegt den Verfügungsbeschränkungen des § 150 AktG. GewinnrücklagenDie Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden, und betrugen zum 31. Dezember 2012 223.073 Tsd. € (Vorjahr: 146.003 Tsd. €). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Einstellung des Jahresergebnisses, der Erfassung und Bewertung der auf die Inhaber nicht beherrschender Anteile entfallenen Optionen sowie der Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2011. Die Gewinnrücklagen unterliegen nach § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von 1.099 Tsd. € (Vorjahr: 895 Tsd. €) einer Ausschüttungssperre, da gemäß Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) im handelsrechtlichen Einzelabschluss der Dürr AG Vermögensgegenstände zum beizulegenden Zeitwert aktiviert wurden. DividendeNach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die ausschüttungsfähige Dividende nach dem Bilanzgewinn, den die Dürr AG in ihrem gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs aufgestellten Jahresabschluss (Einzelabschluss) ausweist. Im Geschäftsjahr 2012 schüttete die Dürr AG eine Dividende von 1,20 € (Vorjahr: 0,30 €) je Aktie in einer Gesamthöhe von 20.760 Tsd. € (Vorjahr: 5.190 Tsd. €) aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2011 an ihre Aktionäre aus. Aufgrund der Ertragslage des Geschäftsjahres 2012 schlägt der Vorstand der Dürr AG dem Aufsichtsrat vor, eine Dividende in Höhe von 2,25 € je Aktie auszuschütten. Kumuliertes übriges EigenkapitalDie nachfolgende Übersicht zeigt die Veränderung des kumulierten übrigen Eigenkapitals und der damit verbundenen Steuereffekte aus ergebnisneutralen Bestandteilen des Gesamtergebnisses unter Berücksichtigung der Veränderung der Position "Nicht beherrschende Anteile". 3.51 / KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITALscroll
Der Rückgang der währungsabhängigen ergebnisneutralen Bestandteile des Gesamtergebnisses ist im Wesentlichen auf die Schwankung des Euro gegenüber US-Dollar, japanischem Yen, brasilianischem Real und koreanischem Won zurückzuführen. In der Veränderung des kumulierten Eigenkapitals aus versicherungsmathematischen Nettogewinnen und -verlusten aus Pensionsverpflichtungen sind 2.015 Tsd. € aus der Ausfinanzierung der deutschen Pensionspläne und der damit verbundenen Vermögenswertbegrenzung enthalten. Für weitere Informationen verweisen wir auf Textziffer 26. Angaben zum KapitalmanagementVorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung ist es, die operative Geschäftstätigkeit zu unterstützen, eine angemessene Eigenkapitalquote sicherzustellen und den Unternehmenswert zu steigern. Dürr überwacht sein Kapital auf monatlicher Basis mithilfe der so genannten Gearing Ratio. Dabei handelt es sich um eine Kapitalausstattungskennzahl, die das Verhältnis von Nettofinanzstatus zu Eigenkapital abzüglich Nettofinanzstatus wiedergibt. Gemäß den konzerninternen Richtlinien soll die Kennzahl keinen größeren Wert als 30 % annehmen. Dieser Wert wurde am Bilanzstichtag 2012 mit - 28,8 % (Vorjahr: - 16,6 %) signifikant unterschritten, da wie im Vorjahr ein Nettofinanzguthaben anstelle einer Nettofinanzverschuldung bestand. 3.52 / GEARING RATIOscroll
Das Eigenkapital fließt in die Berechnung eines Total Net Worth Covenants ein, den die Verträge für den syndizierten Kredit und die Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank (EIB) vorsehen. Dabei darf der Total Net Worth Covenant einen bestimmten Wert nicht unterschreiten. Diese Anforderung war in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 zu jedem Berechnungsstichtag erfüllt. 25. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILEDie nicht beherrschenden Anteile beinhalten Ausgleichsposten aus der Kapitalkonsolidierung für Inhaber nicht beherrschender Anteile am konsolidierungspflichtigen Kapital sowie die ihnen zustehenden Gewinne und Verluste. In den Konzernabschluss sind zehn (Vorjahr: acht) Gesellschaften einbezogen, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind. 3.53 / ZUSAMMENSETZUNG DER NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEscroll
Entsprechend IAS 32 "Finanzinstrumente: Ausweis" wurden die Verkaufsoptionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile der CPM S.p.A., der Agramkow Fluid Systems A/S und der Thermea Energiesysteme GmbH zu ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Die Optionen sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten passiviert, Veränderungen werden ergebnisneutral in den Gewinnrücklagen erfasst. Die auf die drei Gesellschaften einschließlich ihrer Tochtergesellschaften entfallenden nicht beherrschenden Anteile sind mit diesen Gewinnrücklagen saldiert. Entsprechend erfolgt kein oder ein verringerter Ausweis unter der Position "Nicht beherrschende Anteile". 26. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONSVERPFLICHTUNGENDie Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von Beitrags- und Leistungszusagen. Beitragsorientierte PensionszusagenDen Mitarbeitern der deutschen Dürr-Gesellschaften steht im Rahmen der Altersversorgung ein der Tarifgruppe entsprechendes Lebensversicherungsprogramm (Betriebliche Zusatzversorgung - BZV) beziehungsweise eine betriebliche Altersversorgung (DAZU) zur Verfügung, für die der Konzern Beiträge von 790 Tsd. € (Vorjahr: 784 Tsd. €) als Aufwand erfasst hat. Darüber hinaus hat Dürr Beiträge von 17.730 Tsd. € (Vorjahr: 16.210 Tsd. €) in das deutsche Rentenversicherungssystem eingezahlt, das ebenfalls einen beitragsorientierten Versorgungsplan darstellt. Die US-Tochtergesellschaften entrichten für die einer Gewerkschaft angehörenden Arbeitnehmer Beiträge in externe Pensionsfonds. Die Pensionsaufwendungen für diese Arbeitnehmer betrugen im Berichtsjahr 2.846 Tsd. € (Vorjahr: 1.549 Tsd. €). Dürr hat für seine US-Tochtergesellschaften darüber hinaus einen Gewinnbeteiligungsplan nach dem Regelwerk "401(k)" für bestimmte Beschäftigte eingerichtet. Grundlage für die Gewinnbeteiligung sind die geleisteten Dienstjahre und die Höhe der Vergütung der Angestellten. Der Konzern leistet hierzu Beiträge nach seinem Ermessen, die durch die Geschäftsleitung jährlich festgelegt werden. Die Aufwendungen betrugen im Berichtsjahr rund 545 Tsd. € (Vorjahr: 297 Tsd. €). Leistungsorientierte PensionszusagenGegenüber einzelnen ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Dürr AG sowie den Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern der deutschen Tochtergesellschaften bestehen Pensionszusagen, die sich nach den zuletzt bezogenen Festgehältern und der Dauer der Betriebszugehörigkeit richten. Bei den deutschen Dürr-Tochtergesellschaften haben die zum Zeitpunkt der Übernahme beschäftigten Mitarbeiter der Standorte Wyhlen und Filderstadt sowie der Schenck-Gesellschaften Pensionszusagen. Grundlage dafür sind die geleisteten Dienstjahre. Die nach den Pensionsplänen vorgesehenen Zahlungen bestehen aus fixen Beträgen zuzüglich einer Komponente, die von den geleisteten Dienstjahren abhängt. Im Geschäftsjahr 2012 wurden zur Reduzierung des Zins- und Langlebigkeitsrisikos bei den deutschen Dürr-Tochtergesellschaften Rückdeckungsversicherungen mit einem Zeitwert von 14.416 Tsd. € erworben. Für die Beschäftigten der deutschen Dürr-Gesellschaften besteht die Möglichkeit, eine arbeitnehmerfinanzierte Versorgungszusage in Anspruch zu nehmen. Dabei können die Berechtigten bestimmte Teile ihrer künftigen Bezüge in eine Anwartschaft auf betriebliche Zusatzleistungen umwandeln. Zur Absicherung und Finanzierung der daraus resultierenden Verpflichtung hat Dürr eine Rückdeckungsversicherung auf das Leben der Berechtigten abgeschlossen. Die daraus resultierenden Leistungen stehen ausschließlich Dürr zu. Die Höhe der Altersrente entspricht der Leistung aus der von Dürr abgeschlossenen Rückdeckungsversicherung, die sich aus einer garantierten Rente sowie den vom Versicherer zugeteilten Überschussanteilen zusammensetzt. Die Verpflichtung aus der Versorgungszusage bilanziert Dürr saldiert mit dem Fondsvermögen aus der Rückdeckungsversicherung, wobei sich durch versicherungsmathematische Gewinne und Verluste eine Über- beziehungsweise Unterdeckung ergeben kann. Bei mehreren US-amerikanischen Dürr-Tochtergesellschaften bestehen für die nicht gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter Pensionspläne. Grundlage der zukünftigen Pensionszahlungen sind die durchschnittlich verdienten Gehälter und die Dienstzeiten vor dem Einfrieren der Pensionszusagen im Jahr 2003. Bei zwei US-amerikanischen Dürr-Tochtergesellschaften bestand ein gemeinsamer Pensionsplan, der seit Ende 2006 eingefroren und für Neueintritte geschlossen war. Dieser Plan wurde durch Einmalkapitalzahlungen und den Erwerb versicherungsförmiger Produkte zugunsten der Planteilnehmer zum Ende des Geschäftsjahres 2012 komplett abgegolten. Der zur Abgeltung notwendige Zahlungsmittelabfluss über das ebenfalls verwendete Planvermögen hinaus belief sich auf 8.866 Tsd. €. Der im Geschäftsjahr 2012 erfasste Aufwand betrug 1.676 Tsd. €. Bei einer US-amerikanischen Dürr-Tochtergesellschaft besteht ein so genannter "Multi-Employer-Plan", dem außer Dürr noch weitere metallverarbeitende Trägerunternehmen angehören und der als leistungsorientierter Versorgungsplan ausgestaltet ist. Der Plan wird als beitragsorientierter Plan bilanziert, da eine anteilige Zuordnung von Verpflichtungen und Planvermögen zu den einzelnen Trägerunternehmen nicht ermittelt werden kann. Mögliche künftige Beitragssteigerungen aus nicht ausfinanzierten Versorgungsverpflichtungen werden keinen wesentlichen Einfluss auf den Dürr-Konzern haben. 3.54 / VERÄNDERUNG DES ANWARTSCHAFTSBARWERTSscroll
3.55 / VERÄNDERUNG DES FONDSVERMÖGENSscroll
3.56 / FINANZIERUNGSSTATUSscroll
3.57 / BILANZPOSITIONEN BEI DER BILANZIERUNG DER PENSIONSVERPFLICHTUNGENscroll
Zum 31. Dezember 2012 war das Fondsvermögen in diversifizierten Portfolios angelegt, die hauptsächlich aus festverzinslichen Wertpapieren und Aktien bestanden. Der beizulegende Zeitwert des Fondsvermögens setzte sich zum Ende des Geschäftsjahres wie folgt zusammen: 3.58 / ZUSAMMENSETZUNG DES FONDSVERMÖGENSscroll
Das Fondsvermögen der deutschen Gesellschaften beinhaltet im Wesentlichen Rückdeckungsversicherungen und deckt die erworbenen Pensionsansprüche. Diese Rückdeckungsversicherungen sind überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren (darunter Bundesanleihen und Pfandbriefe) angelegt. Bei der Auswahl der Emittenten werden unter anderem das individuelle Rating durch internationale Agenturen sowie die Eigenkapitalausstattung der Emittenten berücksichtigt. Grundsätzlich werden die erwarteten Gesamterträge aus Fondsvermögen auf der Basis der zu diesem Zeitpunkt gängigen Marktpreise berechnet. Diese gelten für den Zeitraum, über den die Verpflichtung erfüllt wird. Die Investitionsstrategie zielt einerseits auf einen langfristigen Kapitalzuwachs ab, andererseits auf laufende Zinseinnahmen. Dies führt zu einer leicht höheren Volatilität. Im Rahmen eines ausgewogenen Ansatzes sieht der Portfolio-Mix fremdkapital- und eigenkapitalverbriefte Wertpapiere vor. Der langfristige Kapitalzuwachs soll hauptsächlich über festverzinsliche Wertpapiere, die auch laufende Zinseinnahmen sicherstellen sollen, erreicht werden. Einen weiteren Anteil am Anlagenportfolio bilden Aktienanlagen. Bei dem verbliebenen wesentlichen Pensionsplan in den USA beträgt der Anteil der Aktienanlagen am Anlagenportfolio 5,6 % (Vorjahr: 2 % für beide US-amerikanischen Pläne). Für das Geschäftsjahr 2013 werden Zuwendungen zu den Plänen in Höhe von 810 Tsd. € erwartet. 3.59 / ZUSAMMENSETZUNG DER NETTOPENSIONSAUFWENDUNGENscroll
Die tatsächlichen Erträge des Fondsvermögens betrugen im Geschäftsjahr 2012 4.707 Tsd. € (Vorjahr: 369 Tsd. €). Im Gesamtergebnis wurde ein Betrag von 2.015 Tsd. € aus der Vermögenswertbegrenzung gemäß IAS 19.58(b) ergebnisneutral und eigenkapitalmindernd erfasst. Die Nettopensionsaufwendungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten: 3.60 / NETTOPENSIONSAUFWENDUNGEN IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscroll
Der Stichtag für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen und des Fondsvermögens ist der 31. Dezember; der Bewertungsstichtag für die Pensionsaufwendungen ist der 1. Januar. 3.61 / DURCHSCHNITTLICHE FAKTOREN ZUR BERECHNUNG DER PENSIONSVERPFLICHTUNGENscroll
Der Rententrend, der in Deutschland eine wesentliche Wirkung auf den Anwartschaftsbarwert zum Bilanzstichtag hat, betrug im Geschäftsjahr 2012 2,00 % (Vorjahr: 2,00 %). 3.62 / DURCHSCHNITTLICHE FAKTOREN ZUR BERECHNUNG DER PENSIONSAUFWENDUNGENscroll
Die Berechnung der durchschnittlichen Werte basiert auf dem gewichteten Durchschnitt der Pensionsverpflichtung. Die Annahmen zur langfristigen Verzinsung des Fondsvermögens basieren auf der Analyse historischer und erwarteter Renditen und Volatilitäten der einzelnen Portfoliobestandteile. Dabei werden die üblichen Benchmarks berücksichtigt. 3.63 / BETRÄGE DER AKTUELLEN UND VORANGEGANGENEN BERICHTSPERIODENscroll
SensitivitätenDie künftige Höhe des Finanzierungsstatus und damit der Pensionsrückstellungen ist unter anderem abhängig von der Entwicklung des Abzinsungsfaktors insbesondere in Deutschland. Der prozentuale Anteil der in Deutschland ansässigen Gesellschaften an den Pensionsrückstellungen (Finanzierungsstatus) beträgt 81 %. Eine hypothetische Zunahme des Abzinsungsfaktors zur Berechnung der leistungsorientierten Pensionszusagen von in Deutschland ansässigen Gesellschaften um 0,25 % führt zu einer Abnahme des Finanzierungsstatus um 1.787 Tsd. € (Vorjahr: 2.392 Tsd. €). Eine Abnahme des Abzinsungsfaktors um 0,25 % erhöht den Finanzierungsstatus um 1.873 Tsd. € (Vorjahr: 1.234 Tsd. €). 27. ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN3.64 / ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGENscroll
Die Auftragsrückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Nachtragsaufwendungen, Garantien und drohende Verluste im Auftragsbestand. Rund 75 % der Auftragsrückstellungen entfallen auf Rückstellungen für Garantien und Nachtragsaufwendungen. Die Personalrückstellungen umfassen hauptsächlich Rückstellungen für Verpflichtungen aus der Altersteilzeit sowie für Jubiläumsaufwendungen. Die sonstigen Rückstellungen betreffen unterschiedliche erkennbare Einzelrisiken und ungewisse Verpflichtungen. Die als kurzfristig eingestuften übrigen Rückstellungen werden voraussichtlich innerhalb des nachfolgenden Geschäftsjahres in Anspruch genommen. Die Auszahlungen für langfristige Rückstellungen werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre anfallen. 3.65 / ENTWICKLUNG DER ÜBRIGEN RÜCKSTELLUNGEN IM BERICHTSJAHRscroll
28. ANLEIHE UND ÜBRIGE FINANZVERBINDLICHKEITENUnter "Anleihe und übrige Finanzverbindlichkeiten" werden alle verzinslichen Verpflichtungen des Konzerns ausgewiesen. 3.66 / FINANZVERBINDLICHKEITENscroll
Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben eine Restlaufzeit von bis zu zwölf Jahren. Sie sind in Höhe von 42.245 Tsd. € (Vorjahr: 44.486 Tsd. €) in Euro zahlbar. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz betrug 4,58 % p.a. (Vorjahr: 4,56 % p.a.). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 14.228 Tsd. € (Vorjahr: 12.715 Tsd. €) zum 31. Dezember 2012 sind überwiegend in brasilianischen Real zahlbar. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz betrug für die Verbindlichkeiten in brasilianischen Real 12,10 % p.a. (Vorjahr: 15,97 % p.a). Finanzierung des KonzernsDer am 31. März 2011 unterzeichnete Vertrag über einen syndizierten Kredit wurde mit Wirkung zum 5. September 2012 angepasst. Da sich die Bonität von Dürr im Zuge der positiven Geschäftsentwicklung weiter verbessert hat, konnten mit dem Bankenkonsortium günstigere Konditionen für den Kreditvertrag vereinbart werden. Zudem wurde festgelegt, dass die Fälligkeit des syndizierten Kredits auf Wunsch von Dürr um ein Jahr auf den 30. Juni 2015 verlängert werden kann. Die bestehenden Sicherheiten aus dem Anlage- und Umlaufvermögen wurden freigegeben. Das Bankenkonsortium besteht aus der Baden-Württembergischen Bank, Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, UniCredit Bank AG und KfW IPEX-Bank GmbH. Die Gesamtkreditlinie des syndizierten Kredits beläuft sich weiterhin auf 230.000 Tsd. €. Sie besteht aus einer Barkreditlinie in Höhe von 50.000 Tsd. € und einer Avalkreditlinie in Höhe von 180.000 Tsd. €. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredits ist bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen möglich, sofern die kreditgewährenden Banken dies mit einer Zweidrittelmehrheit beschließen. Die Verzinsung erfolgt in Höhe des laufzeitkongruenten Refinanzierungssatzes zuzüglich einer variablen Marge. Die Anpassung der Vertragsbedingungen des syndizierten Kredits führte zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der verbliebenen aktivierten Transaktionskosten in Höhe von 1.984 Tsd. € sowie zu in der Berichtsperiode sofort aufwandswirksam erfassten Transaktionskosten in Höhe von 358 Tsd. €. Am 22. Juni 2011 wurde ein Vertrag mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) zur Gewährung eines Darlehens über 40.000 Tsd. € für die Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen unterzeichnet. Dürr hat die Möglichkeit, das Darlehen in mehreren Tranchen bis zum 31. Dezember 2013 in Anspruch zu nehmen. Die Laufzeit orientiert sich am syndizierten Kredit und an der von Dürr begebenen Anleihe. Mit Wirkung zum 21. Dezember 2012 hat auch die EIB die oben genannten Sicherheiten freigegeben. Eine vorzeitige Kündigung der EIB-Darlehenszusage ist bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen möglich. Nach den Berechnungen des Vorstands wurden die vereinbarten Financial Covenants für den syndizierten Kredit und die Darlehenszusage der EIB zu allen Berechnungsstichtagen eingehalten. Zum Bilanzstichtag wurden die Barlinie des syndizierten Kredits in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) und die Avallinie in Höhe von 64.426 Tsd. € (Vorjahr: 125.474 Tsd. €) in Anspruch genommen. Die Darlehenszusage der EIB wurde zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen. Nach der Freigabe der Sicherheiten sind zum Bilanzstichtag Anteile an Tochtergesellschaften als Sicherheit für den syndizierten Kredit und die Darlehenszusage der EIB verpfändet. Im Vorjahr waren weitere Sicherheiten aus dem Anlage- und dem Umlaufvermögen mit einem Buchwert von 150.369 Tsd. € zum 31. Dezember 2011 bestellt. Im Vorjahr erhöhten sich die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch die Übernahme der Immobilienfinanzierung der Dürr GmbH & Co. Campus KG zum 30. November 2011. Die Finanzierung unterteilt sich in Fest- und Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit bis zum 30. September 2024. Der durchschnittliche effektive Zinssatz beträgt 4,58 %. Zum 31. Dezember 2012 betrug der Buchwert der Darlehen 43.896 Tsd. € (Vorjahr: 45.769 Tsd. €). Zusätzlich bestehen bei verschiedenen Kreditinstituten und Versicherungen bilaterale Barkreditlinien in Höhe von 17.764 Tsd. € zur Betriebsmittelfinanzierung, Avallinien in Höhe von 452.198 Tsd. € sowie weitere betragsmäßig untergeordnete Kreditlinien. 3.67 / KREDIT- UND AVALLINIENscroll
Im Geschäftsjahr 2010 platzierte die Dürr AG eine festverzinsliche Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 225.000 Tsd. €, einem Kupon von 7,25 % und einer Laufzeit von fünf Jahren, die am 28. September 2015 endet. Die Anleihe dient der langfristigen Finanzierung des Konzerns. Die Dürr AG ist berechtigt, die Unternehmensanleihe ab dem vierten Jahr nach der Begebung insgesamt, jedoch nicht teilweise, zu kündigen. 29. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN3.68 / VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENscroll
30. SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN3.69 / SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITENscroll
Die Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen betreffen die im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindlichen Geschäftsanteile der CPM S.p.A., der Agramkow Fluid Systems A/S und der Thermea Energiesysteme GmbH. In den Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten sind die Verpflichtungen für die Dürr Systems Wolfsburg GmbH in Höhe von 512 Tsd. € (Vorjahr: 478 Tsd. €) und die Dürr Cyplan Ltd. in Höhe von 1.659 Tsd. € (Vorjahr: 1.582 Tsd. €) enthalten. Die entsprechenden Anhangsangaben nach IFRS 7 sind unter Textziffer 33 dargestellt. 31. ERTRAGSTEUERVERBINDLICHKEITEN UND ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN3.70 / ERTRAGSTEUERVERBINDLICHKEITEN UND ÜBRIGE VERBINDLICHKEITENscroll
In den übrigen Verbindlichkeiten sind folgende wesentliche Positionen enthalten: Steuerverbindlichkeiten, die nicht Ertragsteuern betreffen, in Höhe von 32.864 Tsd. € (Vorjahr: 29.350 Tsd. €), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 6.070 Tsd. € (Vorjahr: 4.074 Tsd. €), Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern in Höhe von 72.915 Tsd. € (Vorjahr: 55.348 Tsd. €). Ferner sind Verpflichtungen aus Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 1.232 Tsd. € (Vorjahr: 2.468 Tsd. €) enthalten, deren Reduzierung im Wesentlichen auf den Verbrauch der in Vorjahren gebildeten Verbindlichkeiten zurückzuführen ist. 32. ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNGIm Geschäftsjahr 2010 wurde für die Mitglieder des Vorstands ein langfristiges aktienbasiertes Incentive-Programm (Long Term Incentive - LTI) eingeführt. Im Geschäftsjahr 2011 wurde der Teilnehmerkreis des Programms um weitere Führungskräfte aus dem obersten Führungskreis erweitert. Die Ausgestaltung erfolgt in Tranchen, die jedes Jahr herausgegeben werden und jeweils eine Laufzeit von drei Jahren haben. Im Geschäftsjahr 2012 wurde eine weitere Tranche mit einer Laufzeit vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2014 aufgelegt. Die Auszahlungen erfolgen nach Ablauf der vertraglich festgelegten Laufzeit jeweils im Anschluss an die darauffolgende Hauptversammlung; eine vorzeitige, anteilige Auszahlung ist nur unter bestimmten Bedingungen beim Ausscheiden aus dem Dürr-Konzern möglich. Der Aufsichtsrat ist berechtigt, den Mitgliedern des Vorstands Abschlagszahlungen auf die späteren Auszahlungsbeträge des LTI zu gewähren. Übersteigt die Abschlagszahlung den nach Ablauf der Tranche tatsächlich fälligen Zahlbetrag, ist der jeweilige Vorstand zur Rückzahlung des Differenzbetrags verpflichtet. In diesem Programm erhalten die Berechtigten eine individuell festgelegte Anzahl virtueller Dürr-Aktien (Performance Share Units). Zum 31. Dezember 2012 betrug die Anzahl der ausgegebenen virtuellen Aktien 155.000 Stück (Vorjahr: 103.250 Stück). Am Ende der Laufzeit des Incentive-Programms erfolgt eine Barvergütung der erworbenen Ansprüche. Die Vergütung ermittelt sich aus der Anzahl der virtuellen Aktien, dem geglätteten Stichtagsaktienkurs und einem EBIT-Multiplikator gemäß der erzielten durchschnittlichen EBIT-Marge während der Laufzeit. Ein maximaler Auszahlungsbetrag (Cap) ist individuell festgelegt. Im Gegenzug zu den Ansprüchen aus dem LTI sind die Teilnehmer des Incentive-Programms verpflichtet, während der Laufzeit des Programms ein individuell bestimmtes Eigeninvestment in realen Dürr-Aktien zu jeder Zeit aufrechtzuerhalten. Im Geschäftsjahr 2012 wurden 4.647 Tsd. € (Vorjahr: 1.749 Tsd. €) als Aufwendungen für das LTI-Programm in den Verwaltungskosten erfasst. Der Vorstand erhielt im Jahr 2011 eine Abschlagszahlung in Höhe von 325 Tsd. € auf die erste Tranche des LTI. Im Geschäftsjahr 2012 erfolgte eine weitere Abschlagszahlung zugunsten des Vorstandes in Höhe von 560 Tsd. € auf die zweite Tranche des LTI. Der in den übrigen Verbindlichkeiten passivierte Betrag betrug zum 31. Dezember 2012 5.776 Tsd. € (Vorjahr: 1.700 Tsd. €). 33. SONSTIGE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTENBewertung der Finanzinstrumente nach KategorienAus der nachfolgenden Tabelle sind, ausgehend von den relevanten Bilanzposten, die Zusammenhänge zwischen den Kategorien nach IAS 39, der Klassifikation nach IFRS 7 und den Wertansätzen der Finanzinstrumente ersichtlich. 3.71 / BEWERTUNG DER FINANZINSTRUMENTE NACH KATEGORIENscroll
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Um die Verlässlichkeit der Bewertungen von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert vergleichbar darzustellen, wurde in den IFRS eine Fair-Value-Hierarchie mit folgenden drei Stufen eingeführt:
Die von Dürr zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente teilen sich folgendermaßen auf die Fair-Value-Hierarchien auf: 3.72 / ZUORDNUNG ZU FAIR-VALUE-HIERARCHIENscroll
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Im Geschäftsjahr 2012 fanden keine Umgliederungen zwischen einzelnen Fair-Value-Hierarchien statt. Aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der zum 31. Dezember 2012 im Bestand befindlichen Finanzinstrumente der Stufen 1, 2 und 3 sind folgende Gesamterträge und -aufwendungen entstanden: 3.73 / GESAMTERTRÄGE UND -AUFWENDUNGEN VON VERMÖGENSWERTENscroll
3.74 / GESAMTERTRÄGE UND -AUFWENDUNGEN VON VERBINDLICHKEITENscroll
3.75 / ENTWICKLUNG FAIR-VALUE-HIERARCHIE STUFE 3scroll
Unterstellt man zum nächstmöglichen Ausübungszeitpunkt um 10 % höhere (niedrigere) zugrunde liegende Parameter (Eigenkapital, kumulierte Ergebnisse vor Ertragsteuern und Free Cashflow), wäre das Ergebnis der als Stufe 3 berichteten Verkaufsoptionen für die CPM S.p.A. und die Agramkow Fluid Systems A/S sowie ihre Tochtergesellschaften um 2.822 Tsd. € (Vorjahr: 1.922 Tsd. €) niedriger (höher) ausgefallen. Die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Dürr Systems Wolfsburg GmbH stehende bedingte Kaufpreisverpflichtung der Stufe 3 wäre bei einer Abweichung der individuellen Ziele um +10 % (- 10 %) um 31 Tsd. € höher (niedriger) ausgefallen. Die in Zusammenhang mit dem Erwerb der Dürr Cyplan Ltd. stehende bedingte Kaufpreisverpflichtung der Stufe 3 würde sich um 387 Tsd. € verringern, wenn die vertraglichen Bedingungen ein Jahr früher als erwartet erfüllt würden. Des Weiteren wäre damit ein Mittelabfluss von 500 Tsd. € verbunden gewesen. Würden die vertraglichen Bedingungen ein Jahr später als erwartet erfüllt, hätte sich die bedingte Kaufpreisverpflichtung um 110 Tsd. € verringert. Die Verkaufsoption im Zusammenhang mit dem Erwerb der Thermea Energiesysteme GmbH würde sich nicht verändern, wenn sich für die nächsten drei Jahre das geplante EBIT der Gesellschaft um 10 % erhöht (verringert). Unverändert bleibt in diesem Fall auch die Kaufoption (derzeit 0 Tsd. €), da der anteilige Unternehmenswert der Thermea Energiesysteme GmbH den nach oben begrenzten Ausübungspreis durch die 10 %-Variation im EBIT nicht übersteigt. Beizulegende Zeitwerte von zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten FinanzinstrumentenDie nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der zu Anschaffungskosten beziehungsweise zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte der nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente entsprechen den Buchwerten (mit Ausnahme von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, die zu Anschaffungskosten bewertet werden, da deren beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig ermittelbar ist). 3.76 / BEIZULEGENDE ZEITWERTE BILANZIERTER FINANZINSTRUMENTEscroll
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, übrige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kontokorrentkredite haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert für bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen entspricht dem Nominalwert multipliziert mit der Kursnotierung des jeweiligen Finanzinstruments zum Bilanzstichtag. Für zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile in Höhe von 2.356 Tsd. € konnten keine beizulegenden Zeitwerte ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an vier nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Zahlungsflüsse auf eine Bewertung mittels Diskontierung von erwarteten Zahlungsflüssen verzichtet wurde. In diesem Fall wurde angenommen, dass der beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht. Aus heutiger Sicht plant Dürr nicht, die Eigenkapitalanteile zu veräußern. Der Zeitwert der langfristigen Schulden beruht auf den derzeitigen Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit vergleichbarem Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert des Fremdkapitals weicht derzeit - mit Ausnahme der Anleihe und eines Darlehens zur Campus-Finanzierung - kaum vom Buchwert ab. Der beizulegende Zeitwert der Anleihe entspricht dem Nominalwert multipliziert mit der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Zum 31. Dezember 2012 notierte die Anleihe mit 110,50 € (Vorjahr: 108,50 €), was einem Marktwert von 248.625 Tsd. € (Vorjahr: 244.125 Tsd. €) entspricht. Der beizulegende Zeitwert des Campusdarlehens ermittelt sich aus der Abzinsung der Zahlungsströme des Festzinsdarlehens mit dem aktuellen Marktzins eines vergleichbaren Hypothekendarlehens. Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien3.77 / NETTOERGEBNISSE NACH BEWERTUNGSKATEGORIENscroll
Aus der Bewertung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere wurden 31 Tsd. € (Vorjahr: 11 Tsd. €) und aus der Währungsumrechnung einer bedingten Kaufpreisrate 0 Tsd. € (Vorjahr: - 13 Tsd. €) erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet. Zum Bilanzstichtag waren finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 9.056 Tsd. € (Vorjahr: 8.419 Tsd. €) als Sicherheit für erhaltene Anzahlungen, verkaufte Forderungen sowie langfristige Bankverbindlichkeiten verpfändet. Im Vorjahr wurden im Rahmen des syndizierten Kredits finanzielle Vermögenswerte ausgewählter Dürr-Gesellschaften in Höhe von 86.413 Tsd. € als Sicherheit verpfändet. 34. ERLÄUTERUNG DER KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGDie Kapitalflussrechnung des Konzerns zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente durch Mittelzuflüsse und -abflüsse im Berichtsjahr verändert haben, und gibt somit Auskunft über die Mittelherkunft und Mittelverwendung. Die gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" erstellte Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, das heißt Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie eine ursprüngliche Fälligkeit von weniger als drei Monaten haben. Die in der Kapitalflussrechnung konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds in Höhe von 4 Tsd. € resultiert aus der Erstkonsolidierung der Dürr Cyplan Ltd. Aufgrund gesetzlicher Kapitalverkehrsbeschränkungen in einigen asiatischen Ländern ist ein Betrag von 98.783 Tsd. € (Vorjahr: 119.681 Tsd. €) eingeschränkt verfügbar. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird indirekt abgeleitet. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern werden Ertragsteuerzahlungen einbezogen sowie das Zinsergebnis und nicht zahlungswirksame Größen - unter anderem die Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte, das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen und das Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen - bereinigt. Um auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit überzuleiten, werden Veränderungen von Bilanzpositionen, die aus der operativen Tätigkeit resultieren, berücksichtigt. Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen werden bereinigt. Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva in der Konzern-Kapitalflussrechnung stimmen daher nicht mit den Veränderungen der betreffenden Positionen in der Konzernbilanz überein. Die in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Abschreibungen wurden um 2.834 Tsd. € (Vorjahr: 2.813 Tsd. €) reduziert, da diese Abschreibungen bereits im Zinsergebnis enthalten sind. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthält Effekte aus Factoring und Negoziierung, die zum Bilanzstichtag 17.099 Tsd. € (Vorjahr: 20.463 Tsd. €) beziehungsweise 4.824 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) betrugen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wird zahlungsbezogen ermittelt. Er ergibt sich im Wesentlichen aus Zahlungsmittelabflüssen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte und Akquisitionen. Zuflüsse an Zahlungsmitteln ergeben sich durch den Abgang langfristiger Vermögenswerte sowie durch erhaltene Zinsen. Die im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Zahlungsmittelabflüsse aus Firmenerwerben abzüglich erhaltener flüssiger Mittel in Höhe von 1.684 Tsd. € (Vorjahr: 6.816 Tsd. €) setzen sich zusammen aus der bar beglichenen Kaufpreiszahlung für die Anteile an der Thermea Energiesysteme GmbH in Höhe von 2.135 Tsd. € abzüglich der mit der Akquisition erhaltenen flüssigen Mittel in Höhe von 681 Tsd. € sowie aus der finalen Kaufpreisrate für die UCM AG in Höhe von 230 Tsd. €. Im Vorjahr enthielt die Angabe die bar beglichene Kaufpreiszahlung für die Agramkow Fluid Systems A/S und ihre Tochtergesellschaften in Höhe von 7.170 Tsd. €. Gegenläufig wirkte sich der Zugang der flüssigen Mittel der Agramkow-Gesellschaften in Höhe von 354 Tsd. € aus. Für weitere Angaben zu den Unternehmenserwerben verweisen wir auf Textziffer 18. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird ebenfalls zahlungsbezogen ermittelt. Er enthält Dividenden und Ausschüttungen an Aktionäre und Inhaber nicht beherrschender Anteile, geleistete Zinszahlungen für die Anleihe und weitere Finanzierungstätigkeiten. Auch Tilgungen für im Rahmen von Finanzierungsleasingverträgen passivierten Verbindlichkeiten und weitere langfristige Darlehen werden erfasst. In der Position "Veränderung kurzfristige Bankverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten" werden unter anderem Zu- und Abflüsse aus Kontokorrentkrediten zusammengefasst. Der Abschluss eines Finanzierungsleasingvertrags in Großbritannien führte im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zu einer Erhöhung der Zugänge des Anlagevermögens mit einer gleichzeitigen Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. Da mit der Vertragsverlängerung kein Zahlungsmittelabfluss verbunden war, werden die Erhöhung des Anlagevermögens und der Verbindlichkeiten in der Kapitalflussrechnung nicht ausgewiesen. Im Rahmen der Übernahme des Komplementäranteils an der Dürr GmbH & Co. Campus KG hatte Dürr im Vorjahr einen Zugang an Grundstücken und Gebäuden, Verbindlichkeiten aus Kreditinstituten und verschiedenen weiteren Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Da mit diesen Zugängen kein Zu- oder Abfluss flüssiger Mittel verbunden war, wurden sie in der Kapitalflussrechnung nicht ausgewiesen. Der Konzern verfügt über nicht genutzte Kredit- und Avallinien in Höhe von 433.020 Tsd. € (Vorjahr: 241.085 Tsd. €). Für nähere Informationen zur Finanzierung des Konzerns verweisen wir auf Textziffer 28. Eine Aufgliederung der Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit nach den Unternehmensbereichen des Dürr-Konzerns enthält Textziffer 35. Eine detaillierte wirtschaftliche Erläuterung der Kapitalflussrechnung enthält das Kapitel "Finanzwirtschaftliche Entwicklung" im Lagebericht. SONSTIGE ANGABEN35. SEGMENTBERICHTERSTATTUNGDie Segmentberichterstattung wurde nach IFRS 8 "Geschäftssegmente" erstellt. Entsprechend der internen Berichts- und Organisationsstruktur des Konzerns werden einzelne Konzernabschlussdaten nach Unternehmensbereichen berichtet. Die Segmentdarstellung soll die Ertragskraft sowie die Vermögens- und Finanzlage einzelner Aktivitäten darstellen. Die Berichterstattung basiert auf den Unternehmensbereichen des Konzerns. Zum 31. Dezember 2012 bestand der Dürr-Konzern aus dem Corporate Center und vier nach Produkt- und Leistungsspektrum differenzierten Unternehmensbereichen, die die weltweite Verantwortung für ihre Produkte und ihr Ergebnis tragen. Das Corporate Center umfasst im Wesentlichen die Dürr AG als Management-Holding, die Dürr IT Service GmbH, die konzernweit Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie erbringt, und die Dürr GmbH & Co. Campus KG, die am Standort Bietigheim-Bissingen konzernintern Immobilien vermietet. Transaktionen zwischen den Unternehmensbereichen werden vollzogen, wie sie auch mit fremden Dritten durchgeführt werden (Arm's-Length-Prinzip). Unternehmensbereich Paint and Assembly SystemsPaint and Assembly Systems entwickelt und baut Lackierereien und Endmontagelinien für die Automobilindustrie. Zum Angebotsspektrum des Unternehmensbereichs gehören außerdem Montage- und Lackiersysteme für den Flugzeugbau. Unternehmensbereich Application TechnologyApplication Technology entwickelt und produziert Produkte und Systeme für den automatisierten Lackauftrag - zum Beispiel Lackierroboter, Zerstäuber und Farbversorgungen. Weitere Tätigkeitsbereiche sind die Sealing-Technik zur Versiegelung von Schweißnähten aus dem Karosserierohbau sowie die Klebetechnik für den Rohbau und die Endmontage von Fahrzeugen. Unternehmensbereich Measuring and Process SystemsMeasuring and Process Systems bietet Auswucht- und Diagnosetechnik, Prüf-, Befüll- und Montagetechnik sowie industrielle Reinigungs- und Filtrationstechnik. Neben der Automobilindustrie bedient der Unternehmensbereich Branchen wie den Maschinenbau, die Elektroindustrie und die Luft- und Raumfahrttechnik. Unternehmensbereich Clean Technology SystemsUnter dem Dach von Clean Technology Systems betreibt Dürr das Geschäft mit Abluftreinigungstechnik. Darüber hinaus entwickelt und vermarktet der Unternehmensbereich Anlagen zur Stromgewinnung aus industrieller Abwärme sowie weitere Technologien zur Verbesserung der Energieeffizienz von Produktionsprozessen. Das EBIT (Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern) der vier Unternehmensbereiche wird vom Management einzeln überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen, um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen sowie die Entwicklung der Segmente zu bewerten. Da die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 auf der internen Berichterstattung basiert (Management Approach), kann die Ermittlung des EBIT vom Konzernabschluss abweichen. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzernübergreifend gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet. 3.78 / SEGMENTBERICHTERSTATTUNGscroll
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Die in der Überleitungsspalte ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen, planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen, Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen sowie die nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen und Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten betreffen das Corporate Center. 3.79 / ÜBERLEITUNG VON SEGMENTWERTEN AUF DIE WERTE DES DÜRR-KONZERNSscroll
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Konzernbilanzsumme abzüglich Summe Eigenkapital Nach IAS 23 "Fremdkapitalkosten" sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, zu aktivieren. Im Abschluss von Dürr führt dies dazu, dass Finanzierungsaufwendungen, die der kundenspezifischen Auftragsfertigung nach IAS 11 "Fertigungsaufträge" zuzurechnen sind, in den Umsatzkosten erfasst werden. Da die auf dem EBIT basierende interne Steuerung ohne Berücksichtigung der Finanzierungsaufwendungen erfolgt, sind die Fremdkapitalkosten nicht in den Segmentergebnissen enthalten. In der regionalen Betrachtung werden die Umsatzerlöse auf der Grundlage des Standorts des Projekts beziehungsweise des Lieferstandorts zugewiesen. Die Vermögenswerte des Konzerns werden auf der Grundlage des Standorts der jeweiligen Tochtergesellschaft zugeordnet, die diese Vermögenswerte ausweist. Sie beinhalten gemäß IFRS 8.33 alle langfristigen Vermögenswerte des Konzerns mit Ausnahme von Finanzinstrumenten und latenten Steueransprüchen. 3.80 / REGIONALE AUFTEILUNGscroll
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Im Geschäftsjahr 2012 betrugen die Umsatzerlöse in China 730.988 Tsd. € (Vorjahr: 577.380 Tsd. €) und in den USA 312.459 Tsd. € (Vorjahr: 211.350 Tsd. €). Mit dem größten Kunden des Konzerns wurden im Geschäftsjahr 2012 11,7 % (Vorjahr: 14,8 %) der konsolidierten Nettoumsatzerlöse erzielt. Sie entfielen auf alle Unternehmensbereiche. Die Anteile des zweit- und drittgrößten Kunden beliefen sich auf 9,3 % (Vorjahr: 8,5 %) und 8,3 % (Vorjahr: 7,7 %) und entfielen ebenfalls auf alle Unternehmensbereiche. Unternehmen, von denen bekannt ist, dass sie unter einheitlicher Kontrolle stehen, werden als ein Kunde betrachtet. 36. TRANSAKTIONEN MIT NAHE STEHENDEN PERSONEN UND PARTEIENNahe stehende Personen umfassen die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands. Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr ist Aufsichtsratsvorsitzender der Dürr AG. Die Vergütung für diese Tätigkeit betrug 184 Tsd. € (Vorjahr: 182 Tsd. €). Aus der Erstattung für Büro- und Reisekosten im Rahmen der Aufsichtsratstätigkeit sowie für Kostenerstattungen für das Dürr-Hauptstadtbüro Berlin und sonstige Kosten sind Aufwendungen in Höhe von 211 Tsd. € (Vorjahr: 269 Tsd. €) gegenüber der Heinz Dürr GmbH, Berlin, angefallen, in der Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr als Geschäftsführer tätig ist. Für IT-Dienstleistungen wurden der Heinz Dürr GmbH 24 Tsd. € inklusive Umsatzsteuer in Rechnung gestellt. Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr hat für seine ehemalige Geschäftsführertätigkeit Leistungen aus der Versorgungszusage (vom 2. April 1978, mit Ergänzung vom 21. Dezember 1988) in Höhe von 235 Tsd. € (Vorjahr: 233 Tsd. €) erhalten. Die Mitglieder des Vorstands haben in Vorjahren von der Heinz Dürr GmbH, Berlin, Aktien der Dürr AG erworben. Die Heinz Dürr GmbH hat den Mitgliedern des Vorstands zur Finanzierung eines Teils des Kaufpreises ein jederzeit rückzahlbares Darlehen zu marktüblichen Konditionen gewährt; der übrige Kaufpreis wurde durch die Mitglieder des Vorstands privat finanziert. Am 14. März und 3. August 2012 verkaufte Finanzvorstand Ralph Heuwing 51.500 Aktien. Ein Teil der Erlöse wurde zur Tilgung des Darlehens verwendet, das Herrn Ralph Heuwing von der Heinz Dürr GmbH gewährt worden war. Herr Ralf Dieter tilgte im Geschäftsjahr 2012 das Darlehen, das ihm von der Heinz Dürr GmbH gewährt worden war, ebenfalls vollständig. Zum 31. Dezember 2012 betrug der ausstehende Rückzahlungsbetrag der Darlehen somit 0 Tsd. € (Vorjahr: 3.172 Tsd. €). Zur Sicherung der Darlehen war ein angemessener Teil der erworbenen Aktien an die Heinz Dürr GmbH verpfändet. Einige Mitglieder des Aufsichtsrats der Dürr AG sind in hochrangigen Positionen bei anderen Unternehmen tätig. Geschäfte zwischen Dürr und diesen Unternehmen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Weitere Angaben zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Dürr AG können Textziffer 41 entnommen werden. Nahe stehende Parteien beinhalten die Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen des Dürr-Konzerns. Im Geschäftsjahr 2012 bestanden zwischen Dürr und seinen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen in Höhe von 1.906 Tsd. € (Vorjahr: 5.766 Tsd. €). Die ausstehenden Forderungen gegenüber den Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen beliefen sich zum 31. Dezember 2012 auf 162 Tsd. € (Vorjahr: 446 Tsd. €), die kurzfristig fällig sind. Der Vorstand bestätigt, dass alle oben beschriebenen Transaktionen mit nahe stehenden Parteien zu Bedingungen ausgeführt wurden, wie sie dem Konzern auch von fremden Dritten gewährt worden wären. 37. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE3.81 / HAFTUNGSVERHÄLTNISSEscroll
Die sonstigen Haftungsverhältnisse sind überwiegend auf Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit anhängigen Steuerverfahren in Brasilien zurückzuführen. Dürr geht davon aus, dass aus diesen Haftungsverhältnissen keine Verbindlichkeiten und damit keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen werden. 38. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN3.82 / SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGENscroll
Der Anstieg der künftigen Mindestzahlungen für Operating-Leasingverträge ist überwiegend auf Kapazitätserweiterungen in China zurückzuführen. Miet- und Leasingverträge (Operating-Leasingverhältnisse)Neben Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Miet- und Leasingverträgen für Gebäude, Einrichtungen, Büroräume und Fahrzeuge. Die künftigen Mindestzahlungen bis zum ersten möglichen Kündigungstermin setzen sich wie folgt zusammen: 3.83 / NOMINALWERTE DER KÜNFTIGEN MINDESTZAHLUNGEN FÜR OPERATING-LEASINGVERTRÄGEscroll
Im Geschäftsjahr 2012 wurden Aufwendungen in Höhe von 23.078 Tsd. € (Vorjahr: 24.305 Tsd. €) für Operating-Leasingverhältnisse in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Finanzierungs-LeasingverhältnisseDer Konzern hat für verschiedene Sachanlagen Finanzierungs-Leasingverhältnisse abgeschlossen. Die künftigen Mindestleasingzahlungen daraus können auf die Verbindlichkeiten wie folgt übergeleitet werden: 3.84 / NOMINALWERTE DER FINANZIERUNGS-LEASINGVERHÄLTNISSEscroll
Andere finanzielle VerpflichtungenNachfolgend sind die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aufgeführt, die nicht aus Miet- und Leasingverträgen resultieren. 3.85 / NOMINALWERTE DER ANDEREN FINANZIELLEN VERPFLICHTUNGENscroll
39. RISIKOMANAGEMENT UND DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTEDer Konzern betreibt Geschäfte in Ländern, in denen politische und wirtschaftliche Risiken bestehen. Im Berichtsjahr hatten diese Risiken keine Auswirkungen auf den Konzern. Dürr kann im Zuge seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Rechtsstreitigkeiten einschließlich Fragen der Produkthaftung verwickelt werden. Gegenwärtig bestehen nach Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf das Geschäft des Konzerns und seine Finanzlage keine wesentlichen Risiken dieser Art. Erwartete Prozesskosten wurden zurückgestellt. Dürr ist grundsätzlich finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Darunter fallen insbesondere Bonitätsrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Die Regelungen für die konzernweite Risikopolitik sind in konzerninternen Richtlinien festgelegt. Detaillierte Informationen zum Risikomanagementsystem des Dürr-Konzerns sind im Kapitel "Risikobericht" im Lagebericht enthalten. Bonitäts- oder AusfallrisikoDas Bonitäts- oder Ausfallrisiko ergibt sich aus der Gefahr, dass Geschäftspartner bei einem Geschäft mit einem originären oder derivativen Finanzinstrument ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können und dadurch Vermögensverluste entstehen können. Bei Neukunden werden Bonitätsanalysen getätigt. Bestandskunden werden laufend anhand ihres Zahlungsverhaltens analysiert. Zur weiteren Limitierung des Ausfallrisikos werden bei Dürr Akkreditive und Warenkreditversicherungen eingesetzt. 3.86 / VOR AUSFALL GESICHERTE FORDERUNGENscroll
Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln sowie dem Bestand an derivativen finanziellen Vermögenswerten ist der Konzern Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Dürr steuert die daraus entstehende Risikoposition durch Diversifizierung und sorgfältige Auswahl der Kontrahenten. Gegenwärtig sind keine liquiden Mittel oder derivativen finanziellen Vermögenswerte aufgrund von Ausfällen überfällig oder wertberichtigt. Konzentration des Geschäfts auf wenige KundenDie Entwicklung von Dürr hängt in hohem Maße von der Investitionsbereitschaft der Automobilbranche ab. Ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse wird mit einer überschaubaren Zahl von Kunden erwirtschaftet, da im weltweiten Automobilmarkt vergleichsweise wenige Hersteller aktiv sind. Ein Großteil der Forderungen des Konzerns besteht gegenüber Automobilherstellern. Diese Forderungen sind in der Regel nicht durch Bankbürgschaften oder sonstige Sicherheiten besichert. Zum 31. Dezember 2012 entfielen 51,4 % (Vorjahr: 52,7 %) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf neun (Vorjahr: sieben) Kunden. Der ausgewiesene Gesamtbestand an Forderungen enthält Wertberichtigungen für risikobehaftete Forderungen in Höhe von 7.185 Tsd. € (Vorjahr: 7.203 Tsd. €). Trotz der Verteilung des Geschäfts auf verhältnismäßig wenige Kunden sieht Dürr aufgrund der Konzernstruktur seiner Kunden mit internationalen Tochterunternehmen keine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Schuldnern beziehungsweise Schuldnergruppen. Die Kundendiversifikation ist im Vergleich zu anderen Automobilzulieferern als hoch zu bewerten. LiquiditätsrisikoDas Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, das entsteht, wenn der Konzern nicht in der Lage ist, seine Verpflichtungen bei Fälligkeit oder zu einem angemessenen Preis zu erfüllen. Die Liquiditätsversorgung wird durch vorhandene Finanzmittelbestände sowie dem Konzern zur Verfügung stehende Kreditlinien sichergestellt. Sie wird durch eine auf einen Planungshorizont von 18 Monaten ausgerichtete Liquiditätsplanung und eine kurzfristige Liquiditätsvorschau überwacht und gesteuert. Zudem führt der Einsatz von länderübergreifenden Cash-Pooling-Strukturen durch eine Liquiditätskonzentration zu einer verbesserten Bilanzstruktur, zu reduzierten Fremdfinanzierungsvolumina und dadurch zu einem verbesserten Finanzergebnis. Gleichzeitig ergibt sich eine erhöhte Transparenz der Liquiditätssituation. Zudem werden Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften zur internen Finanzierung des Mittelbedarfs anderer Konzerngesellschaften genutzt. Der syndizierte Kredit mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2014 mit einer Verlängerungsoption bis zum 30. Juni 2015 und die Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank (EIB) können bei Verletzung bestimmter Kennzahlen (Financial Covenants) durch das Bankenkonsortium beziehungsweise die EIB vorzeitig gekündigt werden. Die Financial Covenants beinhalten bestimmte Zielgrößen wie Total Net Worth, Verschuldungsgrad und Zinsdeckung. Im Geschäftsjahr 2012 wurden die Financial Covenants zu jedem Berechnungsstichtag eingehalten. Für die Financial Covenants besteht ein rollierender Berechnungszeitraum von zwölf Monaten. Für weitere Informationen verweisen wir auf Textziffer 28. Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten (nicht diskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten. 3.87 / ZINS- UND TILGUNGSZAHLUNGEN FÜR FINANZIELLE VERBINDLICHKEITENscroll
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WährungsrisikoWährungsrisiken bestehen insbesondere, wenn Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der funktionalen Währung der Gesellschaft existieren beziehungsweise bei planmäßigem Geschäftsverlauf entstehen werden. Risiken aus Fremdwährungen werden gesichert, soweit sie die Zahlungsflüsse des Konzerns beeinflussen. Fremdwährungsrisiken, die die Zahlungsflüsse des Konzerns nicht beeinflussen (das heißt, die Risiken, die aus der Umrechnung von Bilanzpositionen ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung Euro resultieren), bleiben hingegen grundsätzlich ungesichert. Zur Absicherung der Währungsrisiken aus dem Zahlungsmittelzufluss und -abfluss erwarteter Einkaufs- und Verkaufstransaktionen wurden Devisentermingeschäfte mit ursprünglichen Laufzeiten von bis zu 39 Monaten (Vorjahr: 29 Monate) abgeschlossen. Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" Sensitivitätsanalysen, die die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch monetäre Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen Dürr Finanzinstrumente besitzt. Wesentliche originäre monetäre Finanzinstrumente, aus denen für Dürr Währungsrisiken bestehen, sind Zahlungsmittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzerngesellschaften, die eine unterschiedliche funktionale Währung haben. Originäre Finanzinstrumente, aus denen Währungsrisiken resultieren könnten, werden in der Regel durch derivative Finanzinstrumente gesichert, die als Fair Value Hedges bilanziert werden. Hierbei wird sowohl die Veränderung des originären Finanzinstruments als auch die Wertänderung des derivativen Finanzinstruments erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht. Des Weiteren bestehen Währungsrisiken durch den Einsatz von Derivaten, die in eine wirksame Cashflow-Hedge-Beziehung zur Absicherung wechselkursbedingter Zahlungsschwankungen nach IAS 39 eingebunden sind. Kursänderungen der Währungen, die diesen Geschäften zugrunde liegen, haben Auswirkungen auf die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und auf den beizulegenden Zeitwert der Sicherungsgeschäfte. Zur Berechnung der Währungssensitivitäten wurden die für Dürr wesentlichsten Währungspaare betrachtet. Hierbei wurde eine hypothetische Auf- beziehungsweise Abwertung des Euro um 10 % zum US-Dollar, chinesischen Renminbi und britischen Pfund sowie eine Auf- beziehungsweise Abwertung des US-Dollar zum koreanischen Won und zum mexikanischen Peso angenommen. 3.88 / ERGEBNISEFFEKTE AUF GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND EIGENKAPITALscroll
ZinsrisikoZinsrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten. Zinsschwankungen führen zu Veränderungen des Zinsergebnisses sowie der Bilanzwerte der verzinslichen Vermögenswerte. Aufgrund des steigenden Geschäftsvolumens verfügt Dürr über liquide Mittel, die zum 31. Dezember 2012 Zinssatzänderungen unterlagen. Eine hypothetische Erhöhung dieser Zinssätze um 25 Basispunkte pro Jahr hätte zu einer Erhöhung des Zinsertrags um 644 Tsd. € (Vorjahr: 553 Tsd. €) geführt. Eine hypothetische Verringerung um 25 Basispunkte pro Jahr hätte zu einer Verringerung des Zinsertrags um 644 Tsd. € (Vorjahr: 553 Tsd. €) geführt. Sonstige PreisrisikenIFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung von Marktrisiken auch Angaben zu den Auswirkungen hypothetischer Änderungen von Risikovariablen auf die Preise von Finanzinstrumenten. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes infrage. Zum 31. Dezember 2012 hatte Dürr keine wesentliche als zur Veräußerung verfügbar kategorisierte Beteiligung im Bestand, weshalb sonstige Preisrisiken bei Dürr nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zur Darstellung des Preisrisikos der als Finanzinstrument der Stufe 3 berichteten Verkaufsoptionen und der Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten sowie der Kaufoption verweisen wir auf Textziffer 33. Einsatz von derivativen FinanzinstrumentenDer Konzern verwendet Finanzderivate zur Minimierung der Auswirkungen von Wechselkurs- und Zinssatzänderungen auf Zahlungsströme sowie von Änderungen des Zeitwerts der Forderungen und Verbindlichkeiten. Dürr trägt für den Fall, dass die Geschäftspartner (Kreditinstitute) bei den nachfolgend beschriebenen Finanzinstrumenten ihre Verpflichtungen nicht erfüllen, das Wiedereindeckungsrisiko. Alle Finanzderivate sowie die zugrunde liegenden Grundgeschäfte unterliegen einer regelmäßigen internen Kontrolle und Bewertung im Rahmen einer Vorstandsrichtlinie. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist auf die wirtschaftliche Absicherung des operativen Geschäfts begrenzt. Zu Beginn einer Sicherungsbeziehung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Diese Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion und die Art des abzusichernden Risikos sowie eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermitteln wird. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung designiert wurde, hochwirksam waren. In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanzstichtag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger finanzieller Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen. 3.89 / UMFANG UND ZEITWERT DER FINANZINSTRUMENTEscroll
Der Zeitwert der Finanzinstrumente wurde auf Basis der folgenden Methoden und Annahmen ermittelt: Bei Devisentermingeschäften wurden die Zeitwerte als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt. Bilanzierung und Ausweis von derivativen Finanzinstrumenten und Hedge AccountingWährungssicherungskontrakte, die eindeutig der Absicherung zukünftiger Cashflows aus Fremdwährungstransaktionen zugeordnet werden können und die Anforderungen des IAS 39 hinsichtlich Dokumentation und Effektivität erfüllen, werden als Cashflow Hedge bilanziert. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die hedge-effektiven Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte werden bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral direkt im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktion (Grundgeschäft) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten oder in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst. Im Geschäftsjahr 2012 wurde im kumulierten übrigen Eigenkapital ein unrealisiertes Ergebnis ausgewiesen. Es resultiert aus der ergebnisneutralen Buchung von Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte aus Devisentermingeschäften in Höhe von 7.593 Tsd. € (Vorjahr: - 4.612 Tsd. €). Des Weiteren wurden im Berichtsjahr 2.252 Tsd. € (Vorjahr: 2.540 Tsd. €) aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und dort erfolgserhöhend in den Umsatzerlösen sowie den Umsatzkosten ausgewiesen. Davon entfielen 3.978 Tsd. € (Vorjahr: 2.540 Tsd. €) auf die unterjährige Realisation von Grundgeschäften. Ein Betrag von - 1.726 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) entfiel auf als Sicherungsgeschäfte bilanzierte Devisentermingeschäfte zur Absicherung erwarteter künftiger Transaktionen, die aufgrund des Wegfalls des Grundgeschäfts aufgelöst wurden. Die im Jahr 2013 erwarteten Ergebnisauswirkungen (vor Steuern) aus den zum Bilanzstichtag im kumulierten übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfassten Werten betragen 1.616 Tsd. €. In den Geschäftsjahren 2014 und 2015 werden kumulierte Ergebnisauswirkungen von 938 Tsd. € erwartet. Aus derivativen Finanzinstrumenten, die als Fair Value Hedges klassifiziert waren, wurde ein Aufwand von 4.189 Tsd. € (Vorjahr: Aufwand von 4.121 Tsd. €) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Aus der Stichtagsbewertung der gesicherten Grundgeschäfte resultierte ein Ertrag in etwa gleicher Größenordnung. In den Geschäftsjahren 2012 und 2011 ergaben sich außer dem oben beschriebenen Effekt aufgrund des Wegfalls des Grundgeschäfts im Geschäftsjahr 2012 keine weiteren wesentlichen Ergebniseffekte aufgrund von Ineffektivitäten. Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte aller derivativen Finanzinstrumente, die nicht die Anforderungen an ein Hedge Accounting gemäß IAS 39 erfüllen, werden zum Bilanzstichtag erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 40. ZUSÄTZLICHE OFFENLEGUNGSERFORDERNISSEInanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGBUnter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB wird auf die Offenlegung der Jahresabschlüsse der folgenden inländischen Tochtergesellschaften verzichtet:
Unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB wird auf die Aufstellung und Prüfung des Anhangs und des Lageberichts der folgenden inländischen Tochtergesellschaften verzichtet:
41. WEITERE ANGABENEreignisse nach dem BilanzstichtagEreignisse, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussten oder beeinflussen könnten, sind zwischen dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres und dem 1. März 2013 nicht eingetreten. Deutscher Corporate Governance Kodex/Erklärung nach § 161 AktGDie nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung haben Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr AG am 12. Dezember 2012 in Bietigheim-Bissingen abgegeben und den Aktionären durch die Veröffentlichung im Internet zugänglich gemacht. Zu weiteren Angaben verweisen wir auf den Konzernlagebericht. BeschäftigtenzahlDie Anzahl der Mitarbeiter im Dürr-Konzern stellte sich zum 31. Dezember 2012 und im Jahresdurchschnitt für das Geschäftsjahr 2012 wie folgt dar: 3.90 / BESCHÄFTIGTE ZUM STICHTAGscroll
3.91 / BESCHÄFTIGTE IM JAHRESDURCHSCHNITTscroll
Honorarvolumen des KonzernabschlussprüfersDas im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers teilt sich wie folgt auf: 3.92 / HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERSscroll
Freigabe und Veröffentlichung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2012Der vom Vorstand zum 31. Dezember 2012 aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Dürr AG wurden in der Vorstandssitzung am 1. März 2013 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben und werden voraussichtlich am 13. März 2013 mit dem Geschäftsbericht 2012 veröffentlicht. MITGLIEDER DES VORSTANDSRALF W. DIETERVorsitzender • Unternehmenskommunikation, Personal (Arbeitsdirektor), Forschung & Entwicklung, Qualitätsmanagement, Interne Revision, Corporate Compliance • Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems • Unternehmensbereich Application Technology • Unternehmensbereich Measuring and Process Systems ■ Carl Schenck AG, Darmstadt* (Vorsitzender) ■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart* (Vorsitzender) ■ Körber AG, Hamburg □ Dürr, Inc., Plymouth, USA* (Vorsitzender) □ Dürr Paintshop Systems Engineering (Shanghai) Co. Ltd., Schanghai, China* (Vorsitzender) RALPH HEUWING• Finanzen / Controlling, Investor Relations, Risikomanagement, Recht/Patente, Informationstechnologie, Global Sourcing • Unternehmensbereich Clean Technology Systems • Dürr Consulting ■ Carl Schenck AG, Darmstadt* ■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart* ■ MCH Management Capital Holding AG, München □ Dürr, Inc., Plymouth, USA* □ Dürr India Pvt. Ltd., Chennai, Indien*
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Ressortverteilung der Vorstandsmitglieder 3.93 / VERGÜTUNGSAUFWAND FÜR DEN VORSTAND 2012scroll
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Sachbezüge, Zuschüsse zu Versicherungen etc. Im Geschäftsjahr 2012 erhielt der Vorstand eine Abschlagszahlung auf die zweite Tranche des LTI in Höhe von 560 Tsd. €. Diese wird verrechnet mit der Auszahlung der zweiten LTI-Tranche, die nach der Hauptversammlung, in der der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2013 vorgelegt wird, fällig wird. Im Dezember 2012 erhielt der Vorstand eine Abschlagszahlung auf die kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr 2012 in Höhe von 1.500 Tsd. €. Im April 2011 erhielt der Vorstand eine Abschlagszahlung auf die langfristige erfolgsabhängige Vergütung (LTI) in Höhe von 325 Tsd. €. Die Abschlagszahlung wird verrechnet mit der Auszahlung der ersten LTI-Tranche, die nach der Hauptversammlung, in der der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2012 vorgelegt wird, fällig wird. Im Dezember 2011 erhielt der Vorstand zusätzlich eine Abschlagszahlung auf die kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr 2011 in Höhe von 1.175 Tsd. €. Die Bewertung der langfristigen erfolgsabhängigen Vergütung (LTI) basiert auf dem erwarteten Aktienkurs am Ende der vertraglich festgelegten Laufzeit sowie einer durchschnittlichen Ergebnisgröße im Zeitraum des Programms. Der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendete Aktienkurs beruht auf historischen Kursen. Die verwendete durchschnittliche Ergebnisgröße basiert auf unternehmensinternen Planungen. Die tatsächlich eintretenden Aktienkurse und Ergebnisgrößen können von den getroffenen Annahmen variieren. Dies kann zu abweichenden endgültigen Zahlungen aus den jeweiligen LTI-Tranchen führen. Für nähere Informationen zur anteilsbasierten Vergütung verweisen wir auf Textziffer 32. An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2012 Pensionsbezüge in Höhe von 836 Tsd. € (Vorjahr: 928 Tsd. €) bezahlt. Die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis betrugen zum 31. Dezember 2012 4.755 Tsd. € (Vorjahr: 8.892 Tsd. €). Der Rückgang der Pensionsrückstellungen ist überwiegend auf den Erwerb von Rückdeckungsversicherungen zurückzuführen. MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATSDR.-ING. E.H. HEINZ DÜRR1, 4, 5Unternehmer, Berlin Vorsitzender HAYO RAICH1, 3, 4Freigestellter Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, am Standort Bietigheim-Bissingen Stv. Vorsitzender ■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart (Stv. Vorsitzender) PROF. DR. NORBERT LOOS1, 2, 4, 5Geschäftsführender Gesellschafter der Loos Beteiligungs-GmbH, Stuttgart Stv. Vorsitzender ■ BHS tabletop AG, Selb (Vorsitzender) ■ Hans R. Schmid Holding AG, Offenburg (Vorsitzender) ■ LTS Lohmann Therapie-Systeme AG, Andernach (Vorsitzender) □ LTS Lohmann Therapy Systems Corp., West Caldwell, New Jersey, USA (Vorsitzender) STEFAN ALBERT3, 4Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Schenck RoTec GmbH, Darmstadt ■ Betriebspensionskasse der Firma Carl Schenck AG VVaG, Darmstadt MIRKO BECKER2, 3Freigestellter Betriebsrat der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, am Standort Bietigheim-Bissingen DR. DR. ALEXANDRA DÜRR2, 5Oberärztin an der Neurogenetischen Klinik des Département de Génétique, Hôpital de la Salpêtrière, Paris, Frankreich KLAUS EBERHARDT(seit 27.04.2012) Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Rheinmetall AG, Düsseldorf ■ KSPG AG, Neckarsulm (Vorsitzender) ■ MTU Aero Engines Holding AG, München (Vorsitzender) ■ MTU Aero Engines GmbH, München (Vorsitzender) □ Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH, München (bis 31.12.2012, Vorsitzender) □ Hirschmann Automotive GmbH, Rankweil, Österreich (bis 31.12.2012) THOMAS HOHMANN3Personalleiter der Dürr Systems GmbH, Stuttgart GUIDO LESCH1, 3Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle, Völklingen ■ Saarschmiede GmbH Freiformschmiede, Völklingen (Stv. Vorsitzender) JOACHIM SCHIELKE2(bis 27.04.2012) Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Baden-Württembergischen Bank, Stuttgart Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart ■ Paul Hartmann AG, Heidenheim an der Brenz ■ ICS Informatik Consulting Systems AG, Stuttgart ■ Wüstenrot Holding AG, Ludwigsburg □ Behr Verwaltung GmbH, Stuttgart (bis 31.07.2012) □ Berthold Leibinger GmbH, Ditzingen (Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Verwaltungsrats) □ Kaufland Stiftung & Co. KG, Neckarsulm □ Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm □ MKB Mittelrheinische Bank GmbH, Koblenz (bis 31.03.2012, Vorsitzender) □ MMV Leasing GmbH, Koblenz (bis 31.03.2012, Vorsitzender des Beirats) □ Trumpf GmbH & Co. KG, Ditzingen (Mitglied des Verwaltungsrats) DR. MARTIN SCHWARZ-KOCHER2, 3Geschäftsführer der IMU Institut GmbH, Stuttgart KARL-HEINZ STREIBICHVorsitzender des Vorstands der Software AG, Darmstadt ■ Deutsche Messe AG, Hannover (seit 01.01.2013) PROF. DR.-ING. DR.-ING. E.H. KLAUS WUCHERERGeschäftsführer der Dr. Klaus Wucherer Innovations- und Technologieberatung GmbH, Erlangen ■ FESTO AG & Co. KG, Esslingen (seit 19.04.2012) ■ HEITEC AG, Erlangen ■ LEONI AG, Nürnberg ■ SAP AG, Walldorf
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Mitglied Präsidium und Personalausschuss Die individuellen Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder im Geschäftsjahr teilen sich nach Bestandteilen wie folgt auf: 3.94 / AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG 2012scroll
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Arbeitnehmervertreter 42. ENTWICKLUNG DER LANGFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE3.95 / IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEscroll
3.96 / SACHANLAGENscroll
3.97 / FINANZANLAGENscroll
43. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM KONZERNABSCHLUSS3.98 / AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM KONZERNABSCHLUSSscroll
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Ergebnisabführungsvertrag mit der jeweiligen
Obergesellschaft
Bietigheim-Bissingen, den 1. März 2013 Dürr Aktiengesellschaft Der Vorstand RALF W. DIETER RALPH HEUWING Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Bietigheim-Bissingen, den 1. März 2013 RALF W. DIETER, VORSITZENDER DES VORSTANDS RALPH HEUWING, FINANZVORSTAND BestätigungsvermerkZu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Wir haben den von der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."
Stuttgart, 1. März 2013 Ernst & Young GmbH SKIRK, WIRTSCHAFTSPRÜFER HUMMEL, WIRTSCHAFTSPRÜFER |
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