Dürr Aktiengesellschaft

Stuttgart

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023

INHALT

Kennzahlen Dürr-Konzern

Überblick H1 2023

Konzernlagebericht

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzernbilanz

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Konzernanhang 1. Januar bis 30. Juni 2023

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Mehrjahresübersicht 2020 bis 2023

Finanzkalender

Kontakt

Titelbild

Neuer Lackzerstäuber EcoBell4

Der Zerstäuber ist eines der wichtigsten Produkte beim Lackieren. Die neue Generation EcoBell4 sorgt für noch mehr Nachhaltigkeit. Lackverluste und Spülmittelverbrauch lassen sich beim Farbwechsel um bis zu 90 % reduzieren.

KENNZAHLEN DÜRR-KONZERN

scrollen
1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Auftragseingang Mio. € 2.587,1 2.609,4 1.122,4 1.208,9
Auftragsbestand (30.6.) Mio. € 4.410,9 4.105,1 4.410,9 4.105,1
Umsatz Mio. € 2.134,9 1.954,6 1.120,2 1.048,9
Bruttoergebnis Mio. € 495,8 435,3 264,3 221,5
EBITDA Mio. € 149,7 140,3 83,9 65,6
EBIT Mio. € 91,7 76,7 54,1 33,0
EBIT vor Sondereffekten 1 Mio. € 104,5 85,0 62,6 40,4
Ergebnis nach Steuern Mio. € 58,4 42,5 37,4 15,4
Bruttomarge % 23,2 22,3 23,6 21,1
EBIT-Marge % 4,3 3,9 4,8 3,1
EBIT-Marge vor Sondereffekten 1 % 4,9 4,3 5,6 3,9
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. € 70,0 78,5 -6,6 -27,2
Free Cashflow Mio. € -6,4 7,9 -50,3 -66,9
Investitionen Mio. € 71,8 60,9 42,5 29,3
Bilanzsumme (30.6.) Mio. € 4.765,5 4.500,9 4.765,5 4.500,9
Eigenkapital (mit Fremdanteilen) (30.6.) Mio. € 1.126,6 1.052,7 1.126,6 1.052,7
Eigenkapitalquote (30.6.) % 23,6 23,4 23,6 23,4
Gearing (30.6.) % 9,6 9,9 9,6 9,9
Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA 2 0,3 0,4 0,3 0,4
ROCE 2 % 14,5 13,0 17,1 11,2
Nettofinanzstatus (30.6.) Mio. € -119,5 -116,2 -119,5 -116,2
Net Working Capital (30.6.) Mio. € 403,1 416,8 403,1 416,8
Beschäftigte (30.6.) 18.912 18.126 18.912 18.126
Dürr-Aktie
Höchst 36,34 42,60 32,60 27,34
Tiefst 27,32 21,38 27,32 21,38
Schluss 29,64 21,96 29,64 21,96
Durchschnittlicher Tagesumsatz Stück 111.734 153.836 108.463 154.415
Anzahl der Aktien (durchschnittlich gewichtet) Tsd. 69.202 69.202 69.202 69.202
Ergebnis je Aktie (unverwässert) 0,87 0,61 0,54 0,23
Ergebnis je Aktie (verwässert) 0,83 0,59 0,52 0,23

1 Sondereffekte: H1 2023: 12,8 Mio. € (darin enthaltene Kaufpreisallokationseffekte: -8,1 Mio. €), H1 2022: -8,3 Mio. €
2 annualisiert

ÜBERBLICK H1 2023

DEUTLICHE ERGEBNISSTEIGERUNG IN Q2

• Auftragseingang in H1 auf hohem Vorjahresniveau

- Starke Automotive-Nachfrage

• Deutliche Umsatzbeschleunigung in Q2

- 1,12 Mrd. €

- Weitere Umsatzzuwächse in H2 erwartet

• Auftragsbestand mit 4,4 Mrd. € weiterhin auf hohem Niveau

• EBIT nach verhaltenem Jahresauftakt in Q2 deutlich verbessert

- Q2: 5,6 % vor Sondereffekten

- H1: 4,9 % vor Sondereffekten

- Bruttomarge in Q2 auf 23,6 % gestiegen

• Cashflow in H1 leicht unter Vorjahr

- Free Cashflow: -6,4 Mio. €

- NWC leicht reduziert, höhere Investitionen

• Nettofinanzstatus mit -119,5 Mio. € auf Vorjahresniveau

• Jahresprognose bestätigt

- Auftragseingang: 4.400 bis 4.800 Mio. €

- Umsatz: 4.500 bis 4.800 Mio. €

- EBIT-Marge vor Sondereffekten: 6,0 bis 7,0 %

- EBIT-Marge nach Sondereffekten: 5,6 bis 6,6 %

- Free Cashflow: 50 bis 100 Mio. €

KONZERNLAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Eine insgesamt schwache Weltwirtschaft ließ das Wachstum der deutschen Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte 2023 stagnieren. Die verhaltene Entwicklung der globalen Konjunktur schränkte das deutsche Exportgeschäft ein. Als binnenwirtschaftlicher Dämpfer wirkten weiterhin die Kaufkraftverluste infolge der hohen, wenngleich rückläufigen Inflation, die neben dem privaten Konsum vor allem auch das Baugewerbe beeinträchtigte. Bestehende geopolitische Spannungen, wie etwa der Handelsstreit zwischen China und den USA, nahmen weiter zu und erhöhten die wirtschaftlichen Risiken.

Die Inflation in Europa und den USA hat sich aufgrund sinkender Energiepreise zum Ende des ersten Halbjahres 2023 weiter abgeschwächt. Gleichwohl verharrt die Teuerungsrate im Euroraum mit 5,5 % weiter auf hohem Niveau. In den Vereinigten Staaten fiel die Inflationsrate auf 3,0 % und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank hielten an ihrer restriktiven Geldpolitik fest und hoben den Leitzins im Verlauf des zweiten Quartals erneut an. Die steigenden Zinsen verschlechterten die Finanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen, was zu einem Konsum- und Investitionsrückgang führte.

Nach einem schwachen ersten Quartal 2023 verfehlte der deutsche Maschinen- und Anlagenbau beim Auftragseingang auch in der Folge sein Vorjahresniveau. Gemäß dem Branchenverband VDMA wurden in den Monaten April, Mai und Juni jeweils zweistellige Minusraten verzeichnet. Im Zeitraum von Januar bis Ende Juni 2023 sanken die Bestellungen preisbereinigt um 14 % gegenüber dem Vorjahr. Durch den fortgesetzten Abwärtstrend im zweiten Quartal 2023 bestätigte sich das Bild einer anhaltend schwachen globalen Investitionstätigkeit innerhalb der Branche.

Die internationalen Automobilmärkte konnten in den ersten sechs Monaten 2023 deutliche Zuwächse der Neuzulassungen verzeichnen. Das turbulente erste Halbjahr 2022, in das unter anderem der russische Angriff auf die Ukraine und umfangreiche Lockdowns in China fielen, führte dagegen noch zu geringen Verkaufszahlen. Auf dem europäischen PKW-Markt wurden von Januar bis Juni 2023 rund 6,6 Mio. Fahrzeuge neu zugelassen - das entspricht einem Plus von 18 % gegenüber dem Vergleichszeitraum. In China wurden mit etwa 11,1 Mio. verkauften Einheiten 9 % mehr Fahrzeuge abgesetzt. In den USA sind die Light-Vehicle-Verkäufe um 13 % auf knapp 7,7 Mio. Fahrzeuge gestiegen.

AKQUISITION VON BBS AUTOMATION

Am 12. Juni 2023 haben wir die Akquisition des Automatisierungsspezialisten BBS Automation angekündigt, mit der wir den strategischen Ausbau des Geschäftsfelds Automatisierungstechnik fortsetzen. Das 2013 gegründete Unternehmen mit Sitz in Garching bei München beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 14 Standorten in Europa, Asien und Nordamerika. Im Zuge der Transaktion erwerben wir 100 % der Anteile an der Rome HoldCo GmbH, der Holding-Gesellschaft von BBS Automation.

Der Unternehmenswert von BBS Automation liegt zwischen 440 und 480 Mio. € und hängt von der Ergebnisentwicklung im Jahr 2023 ab. Die Finanzierung der Transaktion erfolgt aus dem Cashflow sowie über vorhandene Finanzierungsinstrumente und eine Brückenfinanzierung, weitere Informationen dazu enthält der Absatz "Fremdkapitalausstattung und Finanzierungsstruktur" auf Seite 15. Der Kaufvertrag steht noch unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Freigaben und sonstiger regulatorischer Voraussetzungen. Das Closing und die Erstkonsolidierung sind für Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals 2023 geplant.

Die Automatisierungstechnik zählt zu unseren wichtigsten Wachstumssektoren. Bereits 2021 haben wir die Automatisierungsexperten Teamtechnik und Hekuma übernommen. Im Verbund mit BBS Automation entsteht nun einer der leistungsfähigsten Anbieter im stark fragmentierten Markt für Automatisierungslösungen. Das zugängliche Marktvolumen soll in den nächsten Jahren um durchschnittlich 9 % p.a. zunehmen. Wachstumstreiber sind der Arbeitskräftemangel, immer höhere Qualitätsanforderungen und Stückzahlen in der Massenproduktion sowie der steigende Wohlstand in vielen Weltregionen. Hinzu kommen der Boom in der Elektromobilität und, im Bereich Medizinprodukte, das Wachstum und das zunehmende Alter der Weltbevölkerung.

Im Jahr 2023 werden für BBS Automation rund 300 Mio. € Umsatz erwartet. Davon dürften rund 55 % auf Automatisierungstechnik für die Produktion von Automobilbauteilen entfallen und weitere 20 % auf Anlagen für Medizinprodukte. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Konsumgütersektor. Wir gehen davon aus, dass sich der Umsatz in der Automatisierungstechnik im Geschäftsjahr 2024 durch die Komplettübernahme mehr als verdoppeln und rund 500 Mio. € erreichen wird. Durch die Bündelung von BBS Automation, Teamtechnik und Hekuma unter dem Dürr-Dach sollen die drei Unternehmen von Synergien und Größenvorteilen profitieren, was zu Effizienz- und Margenzuwächsen führen soll.

GESCHÄFTSVERLAUF

HINWEISE ZUM VORJAHRESVERGLEICH UND ZUM AUSWEIS DER DIVISION-UMSÄTZE

Die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr und das zweite Quartal 2023 sind ohne Einschränkungen vergleichbar mit den Vorjahreswerten. Es sind keine wesentlichen Erstkonsolidierungs- oder Umgliederungseffekte zu berücksichtigen.

Seit dem Geschäftsjahr 2022 weisen wir in den Divisions auch konzerninterne Umsätze mit anderen Divisions aus. Auf Konzernebene werden diese Umsätze in der Konsolidierung wieder bereinigt. Konzerninterne Umsätze spielen vor allem in der Division Measuring and Process Systems eine Rolle, ein großer Teil ihres Tooling-Geschäfts besteht aus konzerninternen Lieferungen an die Division Woodworking Machinery and Systems. Die konzerninternen Umsätze zwischen den anderen Divisions sind geringfügig.

AUFTRAGSEINGANG, UMSATZ, AUFTRAGSBESTAND

scrollen
Mio. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Auftragseingang 2.587,1 2.609,4 1.122,4 1.208,9
Umsatz 2.134,9 1.954,6 1.120,2 1.048,9
Auftragsbestand (30.6.) 4.410,9 4.105,1 4.410,9 4.105,1

AUFTRAGSEINGANG MIT 2,6 MRD. € ERNEUT AUF HOHEM NIVEAU

Der Auftragseingang lag im ersten Halbjahr 2023 mit 2.587,1 Mio. € praktisch gleichauf mit dem sehr hohen Vorjahreswert (2.609,4 Mio. €). Nach dem Bestellrekord im ersten Quartal 2023 (1.464,7 Mio. €) konnten wir auch im zweiten Quartal einen robusten Auftragseingang von 1.122,4 Mio. € buchen. Damit sind wir mit Blick auf unser Gesamtjahresziel (4.400 bis 4.800 Mio. €) voll auf Kurs. Bereinigt um Wechselkurseffekte wäre der Auftragseingang im ersten Halbjahr 38,5 Mio. € höher ausgefallen.

Der hohe Auftragseingang wurde besonders von der starken Nachfrage aus der Automobilindustrie getragen. Vor diesem Hintergrund konnten die Divisions Paint and Final Assembly Systems und Application Technology in der ersten Jahreshälfte deutliche Zuwächse von 24,9 % und 26,4 % erzielen. Auch weiterhin ist die Pipeline mit geplanten Investitionsprojekten der Autoindustrie gut gefüllt. Maßgeblich dafür sind vor allem die Trends zur Elektromobilität und zu nachhaltiger Produktionstechnik.

Auch im Geschäft mit Umwelt- und Batterieproduktionstechnik (Clean Technology Systems) erreichte das Bestellvolumen im ersten Halbjahr eine zweistellige Zuwachsrate (14,6 %). Der Auftragseingang von Woodworking Machinery Systems (HOMAG) verringerte sich deutlich (-34,9 %), da sich der Markt für Maschinen zur Holzbearbeitung abgekühlt hat. Nach der extrem starken Nachfrage im ersten Halbjahr 2022 haben steigende Zinsen, die hohe Inflation und die damit verbundene Konsumzurückhaltung zu rückläufigen Investitionen der Möbelproduzenten geführt. Bei Measuring and Process Systems lag der Auftragseingang nur knapp unter dem Vorjahreswert (-3,4 %).

Bei der regionalen Entwicklung des Auftragseingangs gab es im ersten Halbjahr 2023 keine großen Veränderungen gegenüber der Vorjahresperiode. In Europa lag das Bestellvolumen mit 1.059,7 Mio. € praktisch gleichauf mit dem Vorjahreswert, ebenso auf dem amerikanischen Kontinent mit 753,4 Mio. €. In der Region Asien, Afrika, Australien betrug der Auftragseingang 774,0 Mio. € und unterschritt den Vorjahreswert nur geringfügig (-3,6 %). In China verzeichneten wir nach dem hohen Vorjahreswert zwar einen Rückgang, dafür erhielten wir einen Lackiertechnik-Großauftrag in einem anderen asiatischen Markt. Auf die Emerging Markets entfielen 45,4 % des Auftragseingangs (H1 2022: 40,3 %).

9,2 % UMSATZPLUS IM ERSTEN HALBJAHR

Der Umsatz hat sich im ersten Halbjahr 2023 um 9,2 % auf 2.134,9 Mio. € erhöht. Großen Anteil an der positiven Entwicklung hatten zwei Faktoren: Zum einen hat sich die Materialverfügbarkeit im Vergleich zur schwierigen Lieferkettensituation im Vorjahr deutlich verbessert. Zum anderen entfielen pandemiebedingte Restriktionen, durch die die Projektabwicklung im Vorjahreszeitraum insbesondere in China erheblich erschwert wurde. Bei konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz 38,1 Mio. € höher ausgefallen.

Zum Umsatzplus des ersten Halbjahres trugen alle fünf Divisions bei. Den höchsten Zuwachs erzielte Measuring and Process Systems mit 17,6 %. Paint and Final Assembly Systems und Application Technology erzielten ebenfalls zweistellige Zuwachsraten (12,8 % und 12,7 %). Im zweiten Quartal beschleunigte sich die Umsatzrealisierung deutlich: Mit 1.120,2 Mio. € fielen die Erlöse um 10,4 % höher aus als im Auftaktquartal, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergab sich ein Zuwachs von 6,8 %. Für das dritte und vierte Quartal erwarten wir weitere sequenzielle Umsatzverbesserungen. Vor diesem Hintergrund stufen wir unser Jahresziel einer Umsatzsteigerung auf 4,5 bis 4,8 Mrd. € als sehr realistisch ein.

Der größte Umsatzanteil entfiel im ersten Halbjahr 2023 mit 42,2 % auf Europa (H1 2022: 42,9 %). Der Beitrag aus Nord- und Südamerika stieg von 29,1 auf 31,0 %, was vor allem aus dem hohen Auftragseingang in der Region im Jahr 2022 resultierte. Der Umsatzanteil Chinas verringerte sich von 20,8 auf 19,1 %.

Mit einem Plus von 5,1 % stieg der Service-Umsatz im ersten Halbjahr 2023 weniger stark als der Gesamtumsatz und erreichte ein Volumen von 588,0 Mio. € (H1 2022: 559,6 Mio. €). Sein Anteil am Konzernumsatz fiel mit 27,5 % relativ niedrig aus. Eine wichtige Ursache dafür war das gedämpfte Service-Geschäft bei Woodworking Machinery and Systems. Dort produzieren viele Kunden nicht bei voller Auslastung und benötigen entsprechend weniger Ersatzteile und Services. Hinzu kommt der saisonale Effekt, dass das Service-Geschäft im Dürr-Konzern am Jahresbeginn üblicherweise verhaltener ausfällt als im zweiten Halbjahr. Im zweiten Quartal wuchs das Service-Geschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,5 % auf 306,1 Mio. € (Q2 2022: 282,1 Mio. €). Die Service-Bruttomarge entwickelte sich erfreulich und lag sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr 2023 spürbar über den Vorjahreswerten.

AUFTRAGSBESTAND MIT 4,4 MRD. € WEITERHIN SEHR HOCH

Im ersten Halbjahr erreichte die Book-to-Bill Ratio 1,21, da der Auftragseingang den Umsatz trotz der Umsatzsteigerung von 9,2 % deutlich übertraf. Im zweiten Quartal fielen Auftragseingang und Umsatz praktisch identisch aus, sodass die Book-to-Bill Ratio bei 1,0 lag. Nach dem Rekordwert von 4.439,2 Mio. € zum 31. März 2023 reduzierte sich der Auftragsbestand zur Jahresmitte leicht. Mit 4.410,9 Mio. € bewegte er sich aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau und überschritt den Wert vom 30. Juni 2022 um mehr als 300 Mio. €.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND RENDITEKENNZAHLEN

scrollen
1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Umsatz Mio. € 2.134,9 1.954,6 1.120,2 1.048,9
Bruttoergebnis Mio. € 495,8 435,3 264,3 221,5
Overhead-Kosten 1 Mio. € 399,1 364,2 205,0 187,7
EBITDA Mio. € 149,7 140,3 83,9 65,6
EBIT Mio. € 91,7 76,7 54,1 33,0
EBIT vor Sondereffekten 2 Mio. € 104,5 85,0 62,6 40,4
Finanzergebnis Mio. € -5,5 -11,2 -0,1 -6,1
EBT Mio. € 86,2 65,5 53,9 26,9
Ertragsteuern Mio. € -27,8 -23,1 -16,5 -11,5
Ergebnis nach Steuern Mio. € 58,4 42,5 37,4 15,4
Ergebnis je Aktie (unverwässert) 0,87 0,61 0,54 0,23
Ergebnis je Aktie (verwässert) 0,83 0,59 0,52 0,23
Bruttomarge % 23,2 22,3 23,6 21,1
EBITDA-Marge % 7,0 7,2 7,5 6,3
EBIT-Marge % 4,3 3,9 4,8 3,1
EBIT-Marge vor Sondereffekten 2 % 4,9 4,3 5,6 3,9
EBT-Marge % 4,0 3,4 4,8 2,6
Umsatzrendite nach Steuern % 2,7 2,2 3,3 1,5
Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA 3 0,3 0,4 0,3 0,4
Steuerquote % 32,2 35,2 30,6 42,8

1 Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten
2 Sondereffekte: H1 2023: -12,8 Mio. € (darin enthaltene Kaufpreisallokationseffekte: -8,1 Mio. €), H1 2022: -8,3 Mio. €
3 annualisiert

BRUTTOMARGE IM ERSTEN HALBJAHR DEUTLICH ÜBER VORJAHRESWERT

Mit einem Plus von 13,9 % erhöhte sich das Bruttoergebnis im ersten Halbjahr 2023 überproportional zum Umsatz (9,2 %). Daher stieg die Bruttomarge um knapp 1 Prozentpunkt auf 23,2 %. Im zweiten Quartal verzeichneten wir eine sequenzielle Verbesserung der Bruttomarge auf 23,6 % nach 22,8 % im Auftaktquartal. Ein wichtiger Grund für die Verbesserungen war die gute Margenqualität im Service-Geschäft, darüber hinaus kamen im Neu-Equipment-Geschäft seit Jahresbeginn sukzessive Projekte mit höheren Margen in die Abwicklung. Belastungen für das Bruttoergebnis resultierten aus anhaltend hohen Beschaffungspreisen für bestimmte Warengruppen.

Die Overhead-Kosten stiegen im ersten Halbjahr 2023 um 9,6 % und nahmen damit praktisch im Gleichschritt mit dem Umsatz zu. Innerhalb der Overhead-Kosten erhöhten sich die Forschungs- und Entwicklungskosten am stärksten (13,0 %), wozu unter anderem die Weiterentwicklung der Beschichtungstechnik für die Elektrodenproduktion in der Division Clean Technology Systems beitrug. Dagegen fiel der Anstieg der Vertriebs- und Verwaltungskosten mit 8,7 % beziehungsweise 9,0 % etwas geringer aus als das Umsatzwachstum.

Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ergab sich im ersten Halbjahr 2023 ein negativer Saldo von -5,0 Mio. €. Dazu trug unter anderem die Berücksichtigung von Transaktionskosten für die Akquisition von BBS Automation bei. Darüber hinaus überstiegen die Währungsverluste die Währungsgewinne spürbar. Im ersten Halbjahr des Vorjahres hatten die sonstigen betrieblichen Erträge die Aufwendungen um 5,6 Mio. € übertroffen, was vor allem aus einem Sondertrag aus der Beendigung eines Rechtsstreits resultiert hatte.

EBIT-ANSTIEG VON 23,0 % IM ERSTEN HALBJAHR

Das EBIT vor Sondereffekten wuchs im ersten Halbjahr mit 23,0 % deutlich stärker als der Umsatz und erreichte 104,5 Mio. €. Die Basis dafür bildete das erhöhte Bruttoergebnis. Nach dem verhaltenen Jahresauftakt legte das EBIT vor Sondereffekten im zweiten Quartal stark zu und erreichte 62,6 Mio. €. Dies entspricht einem Plus von 49,0 % gegenüber dem Auftaktquartal 2023 und von 54,8 % gegenüber dem zweiten Quartal 2022, das von Ergebniseinbußen infolge von Corona-Lockdowns in China geprägt war. Den höchsten Ergebnisbeitrag erbrachte im ersten Halbjahr die Division Woodworking Machinery and Systems, deren EBIT vor Sondereffekten mit 56,8 Mio. € knapp unter dem Vorjahreswert (58,6 Mio. €) lag. Die vier weiteren Divisions erzielten teils kräftige Ergebnisverbesserungen.

Die EBIT-Marge vor Sondereffekten stieg im zweiten Quartal auf 5,6 % (Q2 2022: 3,9 %) und näherte sich damit dem unteren Ende des Zielkorridors für das Gesamtjahr an (6,0 bis 7,0 %). Zugleich kompensierte sie die verhaltene Margenentwicklung des ersten Quartals und bewirkte, dass sich die Marge im ersten Halbjahr von 4,3 auf 4,9 % verbesserte. Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir weitere Margenzuwächse. Dafür sprechen die übliche Saisonalität der Ergebnisentwicklung und die Abwicklung margenstärkerer Projekte, zugleich erwarten wir eine weitere Umsatzausweitung und verstärkte Effekte aus den Preisanhebungen der Vorquartale.

Nach Sondereffekten stieg das EBIT im ersten Halbjahr um 19,6 % auf 91,7 Mio. €, während die Marge von 3,9 auf 4,3 % stieg. Die saldierten Sonderaufwendungen erhöhten sich um 54,4 % auf 12,8 Mio. €, wozu unter anderem die Transaktionskosten für die Akquisition von BBS Automation beitrugen. Die in den Sonderaufwendungen enthaltenen Kaufpreisallokationseffekte beliefen sich auf -8,1 Mio. €. Bereinigt um Wechselkurseffekte hätte das EBIT 95,2 Mio. € betragen.

Das Finanzergebnis verbesserte sich im ersten Halbjahr deutlich auf -5,5 Mio. € nach -11,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Maßgeblich dafür war, dass die Zinserträge aus der Anlage freier Mittel den Zinsaufwand für unsere Schuldscheindarlehen und die Wandelanleihe überstiegen. Zudem fiel das Beteiligungsergebnis 1,8 Mio. € besser aus als im Vorjahreszeitraum und erreichte einen positiven Wert von 0,7 Mio. €. Belastet wurde das Finanzergebnis durch einen höheren Aufwand in Zusammenhang mit dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der HOMAG Group AG. Dieser Aufwand wird im Zinsergebnis berücksichtigt und stieg infolge eines Einmaleffekts im ersten Quartal.

Das höhere EBIT, das verbesserte Finanzergebnis und eine sinkende Steuerquote (32,2 %) bewirkten, dass sich das Nettoergebnis im ersten Halbjahr 2023 um 37,6 % auf 58,4 Mio. € erhöhte. Dementsprechend verbesserte sich das unverwässerte Ergebnis je Aktie auf 0,87 €. Im zweiten Quartal führten ein beinahe ausgeglichenes Finanzergebnis und eine stark rückläufige Steuerquote (30,6 %) dazu, dass sich das Nettoergebnis mehr als verdoppelte und 37,4 Mio. € erreichte.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE SITUATION

NET WORKING CAPITAL STABIL, FREE CASHFLOW LEICHT NEGATIV

CASHFLOWS

scrollen
Mio. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 70,0 78,5 -6,6 -27,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit -42,3 -35,7 45,1 -26,8
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 160,5 -62,5 178,8 -52,0

ERMITTLUNG CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND FREE CASHFLOW '

scrollen
Mio. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Ergebnis vor Ertragsteuern 86,2 65,5 53,9 26,9
Abschreibungen 58,0 63,6 29,8 32,6
Zinsergebnis 6,2 10,1 1,0 5,7
Ertragsteuerzahlungen -35,8 -30,0 -24,9 -15,2
Veränderung Rückstellungen -12,6 -23,7 -8,0 -6,7
Veränderung Net Working Capital 12,1 13,5 3,7 -47,9
Sonstiges -44,1 -20,5 -62,1 -22,5
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 70,0 78,5 -6,6 -27,2
Zinszahlungen (netto) -7,6 -13,9 -5,5 -9,0
Tilgung Leasingverbindlichkeiten -16,3 -15,8 -8,6 -8,4
Investitionen -52,5 -40,9 -29,5 -22,3
Free Cashflow -6,6 7,9 -50,3 -66,9
Dividendenzahlungen -49,1 -37,0 -49,1 -37,0
Zahlungen für Akquisitionen -9,6 -4,4 -4,8 -6,0
Sonstige Zahlungsströme -8,1 16,8 -11,0 5,1
Veränderung Nettofinanzstatus -73,2 -16,7 -115,1 -104,7

1 In der Kapitalflussrechnung wurden Wechselkurseffekte eliminiert. Daher können die gezeigten Veränderungen von Bilanzpositionen nicht vollständig in der Bilanz nachvollzogen werden.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringerte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 um 8,5 Mio. € auf 70,0 Mio. €. Der Anstieg des Ergebnisses vor Ertragsteuern wurde von negativen Effekten aus Veränderungen der Bonusrückstellungen und der sonstigen Steuerverbindlichkeiten kompensiert. Die Veränderung des Net Working Capitals lag im ersten Halbjahr 2023 nahezu auf dem Niveau der Vorjahresperiode. Das Net Working Capital belief sich zum Halbjahresende auf 403,1 Mio. €. Das entspricht einem leichten Rückgang im Vergleich zum 30. Juni 2022 von 416,8 Mio. €. Die Days Working Capital haben sich dementsprechend ebenfalls kaum verändert und lagen zum Halbjahr mit 34,0 Tagen weiterhin unterhalb des Zielkorridors von 40 bis 50 Tagen. Zum Jahresende rechnen wir aufgrund der beschleunigten Verumsatzung von Projekten mit einer Normalisierung der Days Working Capital innerhalb des Zielbereichs.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr 2023 auf -42,3 Mio. € und spiegelt hauptsächlich die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte wider. Sie lagen mit 52,5 Mio. € rund 28 % über dem Vorjahreswert von 40,9 Mio. €. Dagegen standen im ersten Halbjahr 2023 Zinseinnahmen von 10,7 Mio. €. Nachdem wir im ersten Quartal Zahlungsmittel in Höhe von 71,3 Mio. € in Termingelder angelegt hatten, haben wir im zweiten Quartal 72,6 Mio. € aus Termingeldern abgezogen. Auf das Halbjahr gesehen ergibt sich daraus nur ein zu vernachlässigender Effekt. Die Vorjahresperiode enthielt einen Zahlungsmittelzufluss von 6,4 Mio. € aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr auf 160,5 Mio. € und wurde in erster Linie durch die Begebung eines grünen Schuldscheindarlehens in Höhe von 300 Mio. €, die Tilgung einer Tranche eines bestehenden Schuldscheindarlehens in Höhe von 50 Mio. € und die Dividendenzahlungen im Umfang von 49,1 Mio. € (H1 2022: 37,0 Mio. €) geprägt. Darüber hinaus waren, wie im Vorjahr, die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten und die geleisteten Zinszahlungen enthalten.

Der Free Cashflow gibt Auskunft über die Mittel, die nach allen Ausgaben einer Periode zur Verfügung stehen, um Dividenden zu zahlen, Akquisitionen zu tätigen und/​oder die Verschuldung zu reduzieren. Er lag im ersten Halbjahr 2023 mit -6,4 Mio. € 14,3 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 7,9 Mio. €. Ursächlich dafür waren der schwächere Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit und die höheren Investitionen im ersten Halbjahr 2023. Wir gehen dennoch davon aus, dass wir aufgrund des erwarteten profitablen Wachstums in der zweiten Jahreshälfte die Prognose von 50 Mio. € bis 100 Mio. € für das Gesamtjahr erreichen werden.

INVESTITIONEN '

scrollen
Mio. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Paint and Final Assembly Systems 15,8 13,7 6,6 6,6
Application Technology 8,1 6,5 5,8 4,3
Clean Technology Systems 4,0 2,5 2,2 0,8
Measuring and Process Systems 6,3 8,6 3,1 4,2
Woodworking Machinery and Systems 36,2 28,0 23,9 12,2
Corporate Center 1,4 1,7 0,8 1,2
Gesamt 71,8 60,9 42,5 29,3

1 ohne Akquisitionen

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen im ersten Halbjahr um 17,9 % über dem Vorjahresniveau. Wesentlicher Treiber war das Investitionsprogramm bei HOMAG.

NETTOFINANZSTATUS

scrollen
Mio. €
30. Juni 2023 -119,5
31. Dezember 2022 -46,4
30. Juni 2022 -116,2

Die Nettofinanzverschuldung lag mit 119,5 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Endes der Vorjahresperiode. Der Anstieg gegenüber dem Jahresende 2022 ist im Wesentlichen auf die Zahlung der Dividende und den leicht negativen Free Cashflow zurückzuführen. Die Nettofinanzverschuldung enthält Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 94,7 Mio. €.

BILANZ: KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE GESTIEGEN

KURZ- UND LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

scrollen
Mio. € 30. Juni 2023 in % der Bilanzsumme 31. Dezember 2022 30. Juni 2022
Immaterielle Vermögenswerte 714,4 15,0 717,3 728,9
Sachanlagen 596,6 12,5 588,5 582,5
Sonstige langfristige Vermögenswerte 161,6 3,4 176,5 185,0
Langfristige Vermögenswerte 1.472,6 30,9 1.482,3 1.496,4
Vorräte 870,3 18,3 852,5 864,2
Vertragliche Vermögenswerte 646,5 13,6 617,0 557,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 528,5 11,1 559,2 574,1
Liquide Mittel 895,9 18,8 716,1 574,7
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 351,7 7,4 303,8 434,2
Kurzfristige Vermögenswerte 3.292,9 69,1 3.048,6 3.004,5
Bilanzsumme 4.765,5 100,0 4.530,9 4.500,9

Seit Ende 2022 hat sich die Bilanzsumme um 5,2 % auf 4.765,5 Mio. € erhöht. Auf der Aktivseite blieben die langfristigen Vermögenswerte dabei nahezu unverändert. Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen hingegen deutlich an. Ausschlaggebend dafür war insbesondere die Erhöhung der liquiden Mittel infolge der Begebung des grünen Schuldscheindarlehens im April. Zusätzlich erhöhten sich die vertraglichen Vermögenswerte aufgrund des zunehmenden Abwicklungsvolumens. Die Vorräte lagen zwar über dem Niveau des Vorjahresendes, haben aber im Vergleich mit dem Ende des ersten Quartals abgenommen. Die Gesamtliquidität inklusive Termingeldern belief sich auf den sehr hohen Wert von 1.044,7 Mio. €.

EIGENKAPITAL LEICHT ERHÖHT

EIGENKAPITAL

scrollen
Mio. € 30. Juni 2023 in % der Bilanzsumme 31. Dezember 2022 30. Juni 2022
Gezeichnetes Kapital 177,2 3,7 177,2 177,2
Sonstiges Eigenkapital 944,2 19,8 941,5 870,3
Eigenkapital Aktionäre 1.121,4 23,5 1.118,7 1.047,5
Nicht beherrschende Anteile 5,2 0,1 5,5 5,2
Summe Eigenkapital 1.126,6 23,6 1.124,2 1.052,7

Das Eigenkapital stieg gegenüber dem Jahresende 2022 leicht an. Die positive Wirkung des Nachsteuerergebnisses von 58,4 Mio. € wurde nahezu ausgeglichen durch die Dividenden in Höhe von 49,1 Mio. € und negative Effekte aus Wechselkursveränderungen. Infolge der vor allem aus der Begebung des Schuldscheindarlehens resultierenden Bilanzverlängerung lag die Eigenkapitalquote mit 23,6 % unter dem Niveau zum 31. Dezember 2022 von 24,8 %.

KURZ- UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN

scrollen
Mio. € 30. Juni 2023 in % der Bilanzsumme 31. Dezember 2022 30. Juni 2022
Finanzverbindlichkeiten (einschl. Wandelanleihe und Schuldscheindarlehen) 1.164,3 24,4 912,6 945,6
Rückstellungen (einschl. Pensionen) 196,2 4,1 210,0 230,5
Vertragliche Verbindlichkeiten 1.117,6 23,5 1.041,7 1.055,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 558,8 11,7 606,2 553,3
Ertragsteuerverbindlichkeiten und latente Steuern 98,3 2,1 121,2 118,5
Sonstige Verbindlichkeiten 503,6 10,6 515,1 544,6
Gesamt 3.638,9 76,4 3.406,8 3.448,2

Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten nahmen seit Ende 2022 um 232,1 Mio. € zu. Hauptgrund für ihren Anstieg war die Begebung des grünen Schuldscheindarlehens in Höhe von 300 Mio. €. Gegenläufige Effekte ergaben sich aus der Rückzahlung einer Tranche von 50 Mio. € eines älteren Schuldscheindarlehens sowie aus der Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die vertraglichen Verbindlichkeiten waren zwar höher als am Jahresende 2022, haben aber im Vergleich mit dem Ende des ersten Quartals abgenommen.

FREMDKAPITALAUSSTATTUNG UND FINANZIERUNGSSTRUKTUR

Am 6. April 2023 haben wir ein grünes Schuldscheindarlehen platziert, dessen Erlös in Höhe von 300 Mio. € uns am 20. April zufloss. Es besteht aus Tranchen mit langfristigen Laufzeiten von vier, fünf und sieben Jahren, der durchschnittliche Zinssatz beträgt 4,8 %. Der Erlös ist vollständig für die Finanzierung nachhaltiger Produktinnovationen sowie für klimafreundliche Projekte und Investitionen reserviert.

Anfang April wurde eine Tranche von 50 Mio. € des im Jahr 2016 begebenen Schuldscheindarlehens zurückgezahlt. Um Finanzierungsicherheit für die Übernahme von BBS Automation zu gewährleisten, haben wir am 12. Juni 2023 eine syndizierte Kreditlinie über 500 Mio. € abgeschlossen, die ausschließlich zur Zwischenfinanzierung des Akquisitionskaufpreises dient. Wir streben eine Refinanzierung der syndizierten Kreditlinie über den Kapitalmarkt an und prüfen zugleich die Nutzung liquider Mittel zur teilweisen Finanzierung der Akquisition.

Unsere Finanzierungsstruktur bestand zum 30. Juni 2023 aus folgenden Elementen:

scrollen

Wandelanleihe über 150 Mio. € mit Sustainability-Komponente, 0,75 % Kupon, anfänglicher Wandlungspreis 34,22 € (Prämie von 40 %, Laufzeitende: Januar 2026)

Syndizierter Kredit über 750 Mio. € mit Sustainability-Komponente, davon 500 Mio. € als Kreditlinie und 250 Mio. € als Avallinie (Laufzeitende: August 2026)

Syndizierter Kredit über 500 Mio. € zur Zwischenfinanzierung der Übernahme von BBS Automation

Fünf Schuldscheindarlehen über insgesamt 915 Mio. €, zum Teil mit Sustainability-Komponente (unterschiedliche Laufzeiten bis 2030)

Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 94,7 Mio. €

Bilaterale Barkreditfazilitäten in Höhe von 31,3 Mio. €

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Wir haben unsere F&E-Ausgaben im ersten Halbjahr 2023 um 13,0 % auf 76,4 Mio. € erhöht (H1 2022: 67,6 Mio. €). Das entspricht einer F&E-Quote von 3,6 % (H1 2022: 3,5 %). Im zweiten Quartal stiegen die F&E-Ausgaben um 8,2 % auf 37,4 Mio. € (Q2 2022: 34,6 Mio. €), die F&E-Quote lag wie im Vorjahreszeitraum bei 3,3 %. Weitere Entwicklungskosten entstehen in Zusammenhang mit Kundenaufträgen und werden in den Umsatzkosten ausgewiesen. Die aktivierten Entwicklungskosten betrugen im ersten Halbjahr 14,6 Mio. € (H1 2022: 11,0 Mio. €), davon entfielen 8,6 Mio. € auf das zweite Quartal (Q2 2022: 5,4 Mio. €). Zum 30. Juni waren 1.017 Mitarbeitende in unseren F&E-Abteilungen beschäftigt (30. Juni 2022: 945 Mitarbeitende). Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit waren die Themen Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit.

Zu den F&E-Ergebnissen des ersten Halbjahres zählten folgende Innovationen:

scrollen

Paint and Final Assembly Systems arbeitet an der Weiterentwicklung der Zukunftskonzepte für die Lackiererei und die Endmontage. Mithilfe von intelligenten Energiespeichersystemen im Kälte-Wärme-Verbund EcoQPower und einem optimierten Layout soll der Energieaufwand minimiert werden. Durch die gesamtheitliche Betrachtung aller Prozessschritte lassen sich Betriebskosten und die Effizienz der Produktionsanlagen über die gesamte Laufzeit hinweg optimieren.

Application Technology verhilft Kunden mit der neuen Zerstäuberfamilie EcoBell4 zu einer nachhaltigeren Produktion. Lackverluste und Spülmittelverbrauch lassen sich beim Farbwechsel um 50 % reduzieren, in Kombination mit dem modularen Lackierkabinenkonzept EcoProBooth sogar um bis zu 91 %. Ermöglicht werden die Verbesserungen durch die einzigartige 4-Hauptnadel-Technologie, bei der drei von vier Hauptnadeln ausschließlich für die am meisten genutzten Farben bereitstehen, sowie durch geänderte Prozessparameter im Lackauftrag.

Clean Technology Systems hat den Automatisierungsgrad ihrer Beschichtungsanlagen für die Elektrodenfertigung erhöht. Bislang mussten die Maße der zu beschichtenden Teile manuell hinterlegt werden. Nun werden die Längen, die von Kontrastsensoren ermittelt werden, automatisch an die Anlage gemeldet. Außerdem wurde eine sogenannte Closed-Loop-Kontrolle implementiert, die die Maße kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls anpasst. Die Neuentwicklung ist sowohl für die einseitige als auch für die beidseitige Beschichtung einsetzbar und zielt darauf ab, die Ausschussrate zu verringern.

Mit dem WheelManager, der auf der Digitalplattform Schenck ONE aufsetzt, vereinfacht Measuring and Process Systems das Anlegen, Verwalten und Überwachen der Prozessparameter von Produktionsanlagen für Reifen und Räder. Durch die Software kann der Kunde ortsunabhängig und in Echtzeit Geometriedaten, Maschinenparameter und andere Informationen an die Maschinen der Produktionslinie schicken oder von dort abrufen. Außerdem werden mithilfe von künstlicher Intelligenz bestimmte Parameter vorhergesagt, die das Einrichten neuer Rädertypen vereinfachen und die Rüstzeiten verkürzen.

Die neue Plattensäge SAWTEQ S-300 von HOMAG kombiniert Leistungskraft, Schnelligkeit und zuverlässige Technik mit Intelligenz und selbstlernenden Digitalfunktionen. Dies zeigt sich unter anderem in einem um bis zu 20 % erhöhten Leistungsniveau durch einen verbesserten Sägevorgang. Neue digitale Assistenten ermöglichen eine weitere Leistungssteigerung. Außerdem wurde die Späneführung der Zuschnittslösung optimiert, wodurch der Absaugleistungsbedarf und damit der Energieaufwand gesenkt werden konnten.

BESCHÄFTIGTE

Zum 30. Juni 2023 beschäftigte der Dürr-Konzern 18.912 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies entspricht einem leichten Anstieg von 2,1 % gegenüber dem Jahresende 2022. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag vergrößerte sich die Belegschaft um 4,3 % und damit weniger stark als der Umsatz. Der deutliche Anstieg der Beschäftigtenzahl im Corporate Center resultierte im Wesentlichen aus der Umgliederung von IT-Mitarbeitenden, die zuvor den Divisions zugeordnet waren.

BESCHÄFTIGTE NACH DIVISIONS

scrollen
30. Juni 2023 31. Dezember 2022 30. Juni 2022
Paint and Final Assembly Systems 5.590 5.439 5.292
Application Technology 2.105 2.040 1.981
Clean Technology Systems 1.411 1.363 1.413
Measuring and Process Systems 1.700 1.707 1.694
Woodworking Machinery and Systems 7.576 7.525 7.333
Corporate Center 530 440 413
Gesamt 18.912 18.514 18.126

BESCHÄFTIGTE NACH REGIONEN

scrollen
30. Juni 2023 31. Dezember 2022 30.Juni 2022
Deutschland 9.036 8.853 8.614
Europa (ohne Deutschland) 3.148 3.060 3.051
Nord- /​ Zentralamerika 2.460 2.332 2.299
Südamerika 376 371 343
Asien, Afrika, Australien 3.892 3.898 3.819
Gesamt 18.912 18.514 18.126

SEGMENTBERICHT

UMSATZ NACH DIVISIONS

scrollen
Mio. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Paint and Final Assembly Systems 665,5 589,9 359,4 326,0
Application Technology 297,8 264,2 156,0 141,3
Clean Technology Systems 224,5 212,2 123,7 116,5
Measuring and Process Systems 152,0 129,2 78,5 62,4
Woodworking Machinery and Systems 816,7 781,5 412,9 414,7
Corporate Center/​ Konsolidierung -21,7 -22,5 -10,4 -12,0
Konzern 2.134,9 1.954,6 1.120,2 1.048,9

EBIT NACH DIVISIONS

scrollen
Mio. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Paint and Final Assembly Systems 21,3 13,0 14,9 -0,7
Application Technology 21,9 18,9 12,1 9,3
Clean Technology Systems 8,3 0,9 7,1 2,1
Measuring and Process Systems 10,8 4,0 7,2 0,3
Woodworking Machinery and Systems 53,0 50,6 27,8 27,8
Corporate Center /​ Konsolidierung -23,6 -10,6 -15,1 -5,7
Konzern 91,7 76,7 54,1 33,0

PAINT AND FINAL ASSEMBLY SYSTEMS

scrollen
1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Auftragseingang Mio. € 1.089,5 872,5 448,5 411,9
Umsatz Mio. € 665,5 589,9 359,4 326,0
EBITDA Mio. € 37,4 29,8 23,1 8,0
EBIT Mio. € 21,3 13,0 14,9 -0,7
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 22,4 10,1 14,7 1,1
EBIT-Marge % 3,2 2,2 4,2 -0,2
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 3,4 1,7 4,1 0,3
ROCE 1 % 11,1 7,4 15,6 -0,8
Beschäftigte (30.6.) 5.590 5.292 5.590 5.292

1 annualisiert

Auf Basis einer starken Nachfrage aus der Automobilindustrie konnte Paint and Final Assembly Systems den Auftragseingang im ersten Halbjahr 2023 um ein Viertel auf 1.089,5 Mio. € steigern. Nach 641,0 Mio. € im ersten Quartal erzielte die Division auch im zweiten Quartal ein hohes Bestellvolumen von 448,5 Mio. €. Dazu trug besonders ein am Quartalsende platzierter Großauftrag über den Bau einer nachhaltigen Lackiererei für Elektroautos in Asien bei. Weitere Großaufträge gingen seit Jahresbeginn unter anderem in China, Osteuropa und den USA ein. Bei der Bruttomarge im Auftragseingang hielt der positive Trend der Vorquartale an. Die Pipeline mit zur Vergabe stehenden Investitionsprojekten der Automobilindustrie ist weiterhin gut gefüllt.

Beim Umsatz konnte die Division im zweiten Quartal deutlich zulegen. Mit 359,4 Mio. € lagen die Erlöse nicht nur über dem Vorjahreswert (326,0 Mio. €), sondern überstiegen auch den moderaten Wert aus dem ersten Quartal (306,0 Mio. €) um 17,4 %. Ausschlaggebend war, dass mehr Projekte in fortgeschrittene Phasen mit höherer Umsatzrealisierung gelangten, während sich am Jahresbeginn viele Projekte in der Anfangsphase befunden hatten. In den ersten sechs Monaten stieg der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 12,8 % und damit stärker als der Konzernumsatz. In der zweiten Jahreshälfte ist mit einer weiteren deutlichen Umsatzbeschleunigung zu rechnen.

Die EBIT-Marge vor Sondereffekten hat sich im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 3,4 % verdoppelt. Nach dem verhaltenen ersten Quartal brachte das zweite Quartal mit einem EBIT vor Sondereffekten von 14,7 Mio. € und einer Marge von 4,1 % eine deutliche Verbesserung. Im zweiten Halbjahr erwarten wir weitere Zuwächse, um unser Jahresziel von 4,7 bis 5,7 % zu erreichen. Dafür sprechen die gute Margenqualität im Service-Geschäft, die geplante Umsatzausweitung und die Abwicklung margenstärkerer Aufträge, die im Rahmen unserer Value-before-Volume-Strategie akquiriert wurden.

APPLICATION TECHNOLOGY

scrollen
1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Auftragseingang Mio. € 402,7 318,6 175,5 150,9
Umsatz Mio. € 297,8 264,2 156,0 141,3
EBITDA Mio. € 29,0 25,6 16,2 12,9
EBIT Mio. € 21,9 18,9 12,1 9,3
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 22,3 18,7 12,5 9,2
EBIT-Marge % 7,3 7,2 7,8 6,6
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 7,5 7,1 8,0 6,5
ROCE 1 % 13,7 12,7 15,2 12,5
Beschäftigte (30.6.) 2.105 1.981 2.105 1.981

1 annualisiert

Auch bei Application Technology ließ die hohe Nachfrage der Automobilindustrie den Auftragseingang im ersten Halbjahr kräftig steigen (26,4 %). Im zweiten Quartal kamen die Bestellungen zwar nicht an das immens hohe Rekordniveau des ersten Quartals heran, mit 175,5 Mio. € erreichten sie im Mehrjahresvergleich aber einen sehr guten Wert sowie ein Plus von 16,3 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei spielte das Großprojekt in Asien, an dem auch Paint and Final Assembly Systems beteiligt ist, eine zentrale Rolle.

Der Umsatz beschleunigte sich im zweiten Quartal und lag mit 156,0 Mio. € gut 10 % über den Werten des ersten Quartals 2023 und des zweiten Quartals des Vorjahres. Für die ersten sechs Monate ergab sich ein Plus von 12,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Erfreulich ist, dass das margenstarke Service-Geschäft stärker wuchs als der Gesamtumsatz der Division.

Die gute Umsatzentwicklung im Service wurde begleitet von einem überproportionalen Anstieg der Service-Bruttomarge. Vor diesem Hintergrund erhöhte sich das EBIT vor Sondereffekten im ersten Halbjahr um 19,1 % auf 22,3 Mio. €, während die Marge von 7,1 auf 7,5 % zulegte. Das stärkere zweite Quartal brachte eine sequenzielle Verbesserung der EBIT-Marge vor Sondereffekten von 6,9 auf 8,0 %. Im dritten und vierten Quartal soll sich die Margenausweitung auf Basis einer weiteren Umsatzbeschleunigung - besonders im Service - fortsetzen. Für weitere Ertragsverbesserungen spricht zudem die positive Entwicklung der Margen in Auftragseingang und Auftragsbestand.

CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMS

scrollen
1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Auftragseingang Mio. € 273,0 238,3 114,6 126,1
Umsatz Mio. € 224,5 212,2 123,7 116,5
EBITDA Mio. € 12,9 5,9 9,4 4,7
EBIT Mio. € 8,3 0,9 7,1 2,1
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 10,3 3,7 8,1 3,5
EBIT-Marge % 3,7 0,4 5,7 1,8
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 4,6 1,8 6,5 3,0
ROCE 1 % 69,7 1,3 119,3 6,3
Beschäftigte (30.6.) 1.411 1.413 1.411 1.413

1 annualisiert

Clean Technology Systems verzeichnete im ersten Halbjahr einen Anstieg der Bestellungen um 14,6 %. Das Wachstum entfiel vor allem auf den US-Markt, wo die Investitionen in Umwelttechnik stark anzogen. Auch in Brasilien legte der Auftragseingang deutlich zu, während er in China und anderen asiatischen Ländern abnahm. In Europa erhielt die Division unter anderem zwei mittelgroße Folgeaufträge von Kunden im Bereich der Batterieproduktionstechnik. Der Auftragseingang im zweiten Quartal ist trotz des Rückgangs von 9,1 % gegenüber dem starken Vorjahreszeitraum als robust einzustufen.

Der Umsatz wuchs sowohl im ersten Halbjahr als auch im zweiten Quartal um jeweils rund 6 %, wobei auch hier die höchsten Zuwächse auf Nordamerika entfielen. Die Lieferkettensituation hat sich nach den gravierenden Problemen im Vorjahr spürbar verbessert, in Europa führten punktuelle Engpässe aber noch zu Umsatzverzögerungen. Der Service-Umsatz wuchs ungefähr im Gleichschritt mit dem Gesamtumsatz.

Das Ergebnis von Clean Technology Systems zeigte sich im bisherigen Jahresverlauf stark verbessert. Grundlage dafür war eine sehr gute Performance im zweiten Quartal mit einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 6,5 %. Hauptgründe für die positive Entwicklung waren erfolgreiche Preisanpassungen, die gute Marktlage in Nordamerika, Margenzuwächse im Service und die fortschreitende Normalisierung im Beschaffungsumfeld. Im ersten Halbjahr stieg die EBIT-Marge vor Sondereffekten auf 4,6 % (H1 2022: 1,8 %) und überschritt damit die für das Gesamtjahr anvisierte Bandbreite von 3,3 bis 4,3 %.

MEASURING AND PROCESS SYSTEMS

scrollen
1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Auftragseingang Mio. € 171,3 177,4 72,5 76,2
Umsatz Mio. € 152,0 129,2 78,5 62,4
EBITDA Mio. € 16,9 9,8 10,3 3,3
EBIT Mio. € 10,8 4,0 7,2 0,3
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 11,0 4,1 7,3 0,4
EBIT-Marge % 7,1 3,1 9,2 0,5
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 7,3 3,2 9,4 0,6
ROCE 1 % 11,2 4,1 15,0 0,6
Beschäftigte (30.6.) 1.700 1.694 1.700 1.694

1 annualisiert

Der Auftragseingang von Measuring and Process Systems erreichte im ersten Halbjahr 2023 knapp das Vorjahresniveau (-3,4 %). Zuwächse verzeichneten wir vor allem in Nordamerika und Asien, während es in Europa zu Rückgängen kam. Sehr erfreulich entwickelte sich das - im Vergleich zur Auswuchttechnik kleinere - Geschäft mit Befülltechnik, da die Nachfrage nach Befüllanlagen für Wärmepumpen vor dem Hintergrund der Klimaproblematik zugenommen hat.

Die Umsatzrealisierung beschleunigte sich im zweiten Quartal, sodass die Erlöse im ersten Halbjahr um 17,6 % auf 152,0 Mio. € stiegen. Dabei profitierten wir von der Verbesserung der Lieferkettensituation, zugleich optimieren wir unsere Bestellprozesse, um die Umsatzausweitung im weiteren Jahresverlauf planmäßig fortzusetzen. Der Service-Anteil am Umsatz nahm vorübergehend etwas ab, da die Erlöse im Neumaschinengeschäft überproportional zulegten. Dennoch lag er weiterhin über 30 %.

Sowohl im Neumaschinengeschäft als auch im Service konnte die Division die Bruttomarge spürbar steigern. Die Folge war eine hohe EBIT-Marge vor Sondereffekten von 9,4 % im zweiten Quartal. Dies bedeutet nicht nur eine überaus kräftige Verbesserung gegenüber dem von pandemiebedingten Restriktionen belasteten Vorjahreswert, sondern auch einen Anstieg um 4,3 Prozentpunkte im Vergleich zum ersten Quartal 2023. Für das erste Halbjahr ergab sich eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 7,3 % nach 3,2 % im Vorjahreszeitraum. Wir erwarten, dass sich der positive Ergebnistrend in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt. Dafür sprechen nicht zuletzt die erfreulichen Bruttomargen in Auftragseingang und Auftragsbestand.

WOODWORKING MACHINERY AND SYSTEMS

scrollen
1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Auftragseingang Mio. € 671,4 1.030,8 318,8 457,0
Umsatz Mio. € 816,7 781,5 412,9 414,7
EBITDA Mio. € 75,7 78,7 39,2 41,9
EBIT Mio. € 53,0 50,6 27,8 27,8
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 56,8 58,6 29,7 31,7
EBIT-Marge % 6,5 6,5 6,7 6,7
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 6,9 7,5 7,2 7,7
ROCE 1 % 21,0 27,0 22,0 29,7
Beschäftigte (30.6.) 7.576 7.333 7.576 7.333

1 annualisiert

Der Auftragseingang von Woodworking Machinery and Systems im ersten Halbjahr 2023 spiegelt die Abschwächung bei den Investitionen der Möbelindustrie wider. Nach einer Phase außerordentlich hoher Investitionen, die sich bis Mitte 2022 erstreckte, agiert die Branche aufgrund hoher Inflationsraten und Zinsen nun zurückhaltender. Daher entspricht das Bestellvolumen von 671,4 Mio. € trotz der großen Differenz zum Vorjahreswert unseren Erwartungen. Im Mai präsentierte HOMAG auf der Branchenleitmesse LIGNA ein großes Spektrum an Innovationen und setzte damit neue Investitionsanreize.

Auf Basis des hohen Auftragsbestands bewegte sich der Umsatz nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Im zweiten Quartal 2023 stellte er mit 412,9 Mio. € praktisch das Rekordniveau des Vorjahres ein, für das erste Halbjahr ergab sich ein Umsatzplus von 4,5 %. Der Service-Umsatz war leicht rückläufig, da viele Kunden infolge der verhaltenen Konsumentennachfrage nicht bei voller Auslastung arbeiten und daher weniger Ersatzteile und andere Services benötigen.

Der leichte Rückgang der EBIT-Marge vor Sondereffekten im ersten Halbjahr resultierte in erster Linie aus geringeren Ergebnisbeiträgen im Service. Zudem fielen für die Fachmesse LIGNA Einmalkosten und höhere F&E-Kosten an. Im zweiten Quartal verzeichneten wir eine sequenzielle Verbesserung der EBIT-Marge vor Sondereffekten auf 7,2 % nach 6,7 % im Auftaktquartal. Dazu trugen Effizienz- und Kostensenkungsmaßnahmen bei, mit denen sich HOMAG auf das schwierigere Marktumfeld und den rückläufigen Auftragseingang einstellt und seine Ertragskraft stärkt. Vor diesem Hintergrund erscheint die für das Gesamtjahr 2023 angestrebte EBIT-Marge vor Sondereffekten von 8,0 bis 9,5 % weiterhin realistisch.

CORPORATE CENTER /​ KONSOLIDIERUNG

Das EBIT des Corporate Centers (vor allem Dürr AG und Dürr IT Service GmbH) belief sich im ersten Halbjahr 2023 auf -23,6 Mio. € nach -10,6 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die größte darin enthaltene Position waren Aufwendungen für die Synergieprojekte im Rahmen des OneDürrGroup-Programms. Hinzu kamen einmalig die Transaktionskosten für die Akquisition von BBS Automation. Bereinigt um Sondereffekte betrug das EBIT des Corporate Centers -18,3 Mio. €. Die im EBIT enthaltenen Konsolidierungseffekte lagen bei -1,0 Mio. €.

RISIKEN UND CHANCEN

Eine ausführliche Darstellung unserer Chancen und Risiken sowie der dazugehörigen Managementsysteme finden Sie im Geschäftsbericht 2022 ab Seite 104.

RISIKEN

Die Gesamtrisikosituation hat sich gegenüber dem Jahresende 2022 leicht verbessert. Die Risiken aus Lieferengpässen und der Kosteninflation haben sich verringert, sind aber nach wie vorauf einem relativ hohen Niveau. Zudem sind die Risiken für die Entwicklung der Weltwirtschaft infolge der COVID-19-Pandemie zum Großteil entfallen. Die Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft sind allerdings nach wie vor verhalten. Sollte sich die Nachfrage abschwächen, könnten Auslastungsrisiken in der Produktion entstehen. Die Risiken durch Schadsoftware und aus zusätzlichen Sorgfaltspflichten, zum Beispiel in Zusammenhang mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, sind gestiegen. Darüber hinaus besteht das Risiko einer weiteren Eskalation des russischen Kriegs in der Ukraine sowie der Spannungen zwischen China und Taiwan. Weiterhin sehen wir aber weder in den konjunkturellen Risiken noch in anderen Risiken oder deren Wechselwirkungen eine Gefahr für den Fortbestand des Konzerns.

CHANCEN

Die Chancensituation blieb seit der Zwischenmitteilung zum ersten Quartal nahezu unverändert. Die Bestrebungen vieler Länder und Unternehmen, sich unabhängiger vom Import fossiler Energieträger zu machen, treibt die Investitionen in ressourceneffiziente Produktionstechnik und Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien. Die Nachfrage nach Automatisierungslösungen ist weiterhin gut und wird unter anderem durch den Fachkräftemangel angetrieben. Wir sehen unverändert hohe Investitionen im Bereich E-Mobilität, zum Beispiel in den Neubau oder die Modernisierung von Fertigungslinien für E-Autos oder den Aufbau von Batteriekapazitäten in Europa und Nordamerika.

PERSONELLE VERÄNDERUNGEN

Am 12. Mai 2023 wählte die Hauptversammlung der Dürr AG Dr. Markus Kerber zum Mitglied des Aufsichtsrats. Er folgte auf Richard Bauer, der sein Mandat niederlegte.

AUSBLICK

KONJUNKTUR

Angesichts des Kriegs in der Ukraine, der weiterhin hohen Inflation sowie anhaltender Handelskonflikte bleiben die Schätzungen für die konjunkturelle Entwicklung hinter dem Vorjahr zurück. Seit Ende Juli geht der internationale Währungsfonds beim weltweiten Wirtschaftswachstum von 3,0 % für das Jahr 2023 aus; dies entspricht einem Rückgang von 0,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft wird aus Sicht des IWF in diesem Jahr um 0,3 % schrumpfen. Die Aussichten sind damit pessimistischer als drei Monate zuvor - im April hatten die Ökonomen noch einen Abschwung auf -0,1 % vorausgesagt. Für die gegenwärtige Wirtschaftsschwäche in Deutschland zeichnet sich vor dem Hintergrund aktueller Konjunkturindikatoren vorerst keine Trendwende ab. Der globale Inflationsschub hat zwar in den meisten Ländern seinen Höhepunkt hinter sich. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis die Teuerungsrate in Europa und den USA wieder den von den Währungshütern angestrebten Zielwert von 2 % erreicht. Aufgrund der genannten Faktoren ist die Entwicklung der Weltwirtschaft mit Unsicherheiten behaftet. Im Hinblick auf mögliche Risiken verweisen wir auf das Kapitel "Risiken und Chancen".

KONJUNKTURPROGNOSE

scrollen
Wachstum Bruttoinlandsprodukt (BIP) (%) 2022 2023P 2024P
Welt 3,5 3,0 3,0
Eurozone 3,5 0,9 1,5
Deutschland 1,8 -0,3 1,3
Russland -2,1 1,5 1,3
USA 2,1 1,8 1,0
China 3,0 5,2 4,5
Indien 7,2 6,1 6,3
Japan 1,0 1,4 1,0
Brasilien 2,9 2,1 1,2

Quelle: Internationaler Währungsfonds, Juli 2023

P = Prognose

GlobalData erwartet für 2023 eine Light-Vehicle-Produktion von 87,2 Mio. Fahrzeugen. Die Schätzung von Ende Februar von 85,8 Mio. Fahrzeugen wurde im ersten Halbjahr schrittweise angehoben. Die Jahresprognose entspricht einem Plus von 6,0 % gegenüber dem infolge von Lieferkettenproblemen und Corona-Lockdowns in China beeinträchtigten Vorjahreswert von 82,3 Mio. Einheiten.

Anfang Juli hat der VDMA seine Schätzung für das Jahr 2023 bekräftigt und geht für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau weiterhin von einem Produktionsrückgang um real 2 % aus. Auf globaler Ebene wird beim Umsatz der Maschinenbaubranche für 2023 ein preisbereinigtes Wachstum von 1 % erwartet.

PRODUKTION VON PKW UND LEICHTEN NUTZFAHRZEUGEN

scrollen
Mio. Einheiten 2022 2023P 2030P
Nord- und Südamerika 17,1 18,6 21,4
Asien (ohne China) 21,0 22,0 24,9
China 26,2 26,8 32,0
Europa 15,9 17,5 20,9
Andere 2,2 2,3 3,2
Gesamt 82,3 87,2 102,4

Quelle: GlobalData, Juli 2023

P = Prognose

UMSATZ, AUFTRAGSEINGANG UND EBIT

Der Ausblick für 2023 setzt voraus, dass sich die Weltwirtschaft nicht schwächer entwickelt als erwartet. Er basiert auf der Annahme, dass der Krieg in der Ukraine auf das Land begrenzt bleibt und die Konjunktur nicht stärker beeinträchtigt als bisher. Zudem gehen wir davon aus, dass es zu keinen wesentlichen Unterbrechungen der Lieferketten kommt, etwa durch neuerliche Lockdowns in China oder die Spannungen zwischen China und Taiwan. Unter diesen Annahmen bestätigen wir die mit den vorläufigen Geschäftszahlen für 2022 veröffentlichte Jahresprognose vom Februar 2023 beziehungsweise die am 12. Juni mit der Bekanntgabe der Akquisition von BBS Automation angepasste Prognose für die Nettofinanzverschuldung. Wir gehen weiterhin davon aus, dass wir unsere Ziele erreichen werden.

AUSBLICK KONZERN

scrollen
Ist 2022 Prognose 2023
Auftragseingang Mio. € 5.008,4 4.400 bis 4.800
Umsatz Mio. € 4.314,1 4.500 bis 4.800
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 5,4 6,0 bis 7,0
EBIT-Marge % 4,8 5,6 bis 6,6
Ergebnis nach Steuern Mio. € 134,3 160 bis 210
ROCE % 17,3 19 bis 23
Free Cashflow Mio. € 117,1 50 bis 100
Nettofinanzstatus (31.12.) Mio. € -46,4 -490 bis -540 2
Investitionen 1 % vom Umsatz 3,2 4,0 bis 5,0

1 ohne Akquisitionen
2 angepasst am 12. Juni 2023 aufgrund der angekündigten Akquisition von BBS Automation, zuvor -50 Mio. € bis -100 Mio. €

Aufgrund der Rekordbestellungen von 1,5 Mrd. € im ersten Quartal und der relativ guten Nachfrage im zweiten Quartal gehen wir nunmehr davon aus, dass der Auftragseingang im Jahr 2023 das obere Ende des im Februar festgelegten Zielkorridors von 4,4 bis 4,8 Mrd. € erreicht. Beim Umsatz rechnen wir mit weiteren Steigerungen in den beiden kommenden Quartalen und gehen unverändert davon aus, das Ziel von 4,5 bis 4,8 Mrd. € im Jahr 2023 zu erreichen. Der hohe Auftragsbestand sichert das Wachstum ab.

Nach dem verhaltenen Auftaktquartal konnten wir das EBIT und die EBIT-Marge im zweiten Quartal deutlich steigern. In den kommenden Quartalen wollen wir den positiven Margentrend fortsetzen. Als wesentliche Treiber sehen wir unter anderem das geplante Umsatzwachstum bei gleichzeitig steigenden Projektmargen im Automotive-Bereich, die deutlich reduzierten Lieferkettenengpässe, die angestrebte Erhöhung des Service-Anteils am Umsatz und die Fortsetzung unserer Prozessverbesserungsprogramme. Darüber hinaus haben wir im gesamten Konzern zusätzliche Effizienz- und Kostensenkungsmaßnahmen aufgesetzt, um unsere Ergebnisresilienz zu steigern. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auf HOMAG, wo wir unsere Kostenposition an die Marktabschwächung und das rückläufige Auftragsvolumen anpassen.

Vor diesem Hintergrund bestätigen wir den Zielkorridor von 6,0 bis 7,0 % für die EBIT-Marge vor Sondereffekten. Auch die Zielspanne für die EBIT-Marge nach Sondereffekten bleibt unverändert (5,6 bis 6,6 %), ebenso der Zielkorridor für das Ergebnis nach Steuern (160 bis 210 Mio. €) und den ROCE (19 bis 23 %). Wir erwarten den Abschluss der Akquisition von BBS Automation zum Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals. Daher rechnen wir nur mit geringen Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis des Dürr-Konzerns im Geschäftsjahr 2023.

Das Mittelfristziel einer EBIT-Marge von 8 % gilt unverändert weiter und soll 2024 erreicht werden.

CASHFLOW UND NETTOFINANZSTATUS

Basierend auf der geplanten Umsatz- und Ergebnissteigerung im zweiten Halbjahr und einem starken Fokus auf Bestandsabbau und Investitionsdisziplin gehen wir unverändert davon aus, dass der Free Cashflow im Jahr 2023 eine Spanne von 50 Mio. € bis 100 Mio. € erreicht. Für die Investitionen gilt weiterhin eine Zielspanne von 4,0 bis 5,0 % des Umsatzes, wobei eher das untere Ende der Spanne erreicht werden dürfte. Der Nettofinanzstatus dürfte, wie bei der Ankündigung der Akquisition von BBS Automation kommuniziert, zum Jahresende zwischen -490 und -540 Mio. € betragen.

AUSBLICK DIVISIONS

scrollen
Auftragseingang
(Mio. €)
Ist 2022 Ziel 2023
Paint and Final Assembly Systems 1.787 1.600 bis 1.750
Application Technology 654 560 bis 620
Clean Technology Systems 587 520 bis 580
Measuring and Process Systems 326 290 bis 320
Woodworking Machinery and Systems 1.706 1.450 bis 1.600
scrollen
Umsatz EBIT-Marge vor Sondereffekten
(Mio. €) (%)
Ist 2022 Ziel 2023 Ist 2022 Ziel 2023
Paint and Final Assembly Systems 1.436 1.650 bis 1.750 4,0 4,7 bis 5,7
Application Technology 587 570 bis 610 8,3 9,4 bis 10,4
Clean Technology Systems 456 450 bis 490 2,5 3,3 bis 4,3
Measuring and Process Systems 276 290 bis 320 6,2 8,4 bis 9,4
Woodworking Machinery and Systems 1.602 1.600 bis 1.700 7,8 8,0 bis 9,5

NACHTRAGSBERICHT

Zwischen dem Ende des Berichtszeitraums und der Veröffentlichung dieses Zwischenberichts gab es keine Ereignisse, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussten oder beeinflussen könnten.

 

Bietigheim-Bissingen, 3. August 2023

Dürr Aktiengesellschaft

Dr. Jochen Weyrauch, Vorstandsvorsitzender

Dietmar Heinrich, Finanzvorstand

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023

scrollen
Tsd. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Umsatzerlöse 2.134.894 1.954.559 1.120.203 1.048.881
Umsatzkosten -1.639.051 -1.519.231 -855.942 -827.384
Bruttoergebnis vom Umsatz 495.843 435.328 264.261 221.497
Vertriebskosten -207.251 -190.631 -109.926 -99.234
Allgemeine Verwaltungskosten -115.489 -105.934 -57.686 -53.931
Forschungs- und Entwicklungskosten -76.406 -67.627 -37.403 -34.581
Sonstige betriebliche Erträge 29.928 28.838 16.625 17.280
Sonstige betriebliche Aufwendungen -34.923 -23.288 -21.806 -18.015
Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern 91.702 76.686 54.065 33.016
Beteiligungsergebnis 706 -1.101 884 -453
Zinsen und ähnliche Erträge 14.855 3.080 9.495 1.128
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -21.037 -13.155 -10.514 -6.810
Ergebnis vor Ertragsteuern 86.226 65.510 53.930 26.881
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -27.807 -23.057 -16.510 -11.494
Ergebnis des Dürr-Konzerns 58.419 42.453 37.420 15.387
davon entfallen auf
Nicht beherrschende Anteile -1.646 494 -287 -513
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 60.065 41.959 37.707 15.900
Anzahl ausgegebener Aktien in Tsd. 69.202,08 69.202,08 69.202,08 69.202,08
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) 0,87 0,61 0,54 0,23
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) 0,83 0,59 0,52 0,23

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023

scrollen
Tsd. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Ergebnis des Dürr-Konzerns 58.419 42.453 37.420 15.387
Ergebnisneutrale Bestandteile, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne und ähnlicher Verpflichtungen -50 20.436 100 -
darauf entfallende latente Steuern 15 -5.037 -45 -
Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von erfolgsneutral bewerteten Eigenkapitalinstrumenten - -159 - -159
Ergebnisneutrale Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten 4.191 -8.622 3.464 -5.579
darauf entfallende latente Steuern -1.255 2.244 -986 1.433
Translationseffekte aus der Währungsumrechnung -9.816 32.716 -4.177 19.560
Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses nach Steuern -6.915 41.578 -1.644 15.255
Gesamtergebnis nach Steuern 51.504 84.031 35.776 30.642
davon entfallen auf
Nicht beherrschende Anteile -1.700 651 -320 -537
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 53.204 83.380 36.096 31.179

KONZERNBILANZ ZUM 30. JUNI 2023

AKTIVA

scrollen
Tsd. € 30. Juni 2023 31. Dezember 2022 30. Juni 2022
Geschäfts- oder Firmenwerte 503.391 504.835 508.207
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 211.017 212.487 220.687
Sachanlagen 596.597 588.525 582.531
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 17.511 17.705 18.036
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen 16.745 17.636 16.502
Übrige Finanzanlagen 9.693 9.693 18.173
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 34.264 34.997 30.160
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.285 5.708 5.680
Latente Steueransprüche 72.891 86.997 92.276
Sonstige Vermögenswerte 4.164 3.715 4.144
Langfristige Vermögenswerte 1.472.558 1.482.298 1.496.396
Vorräte und geleistete Anzahlungen 870.265 852.544 864.211
Vertragliche Vermögenswerte 646.454 616.965 557.292
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 528.531 559.190 574.108
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 205.526 190.516 286.859
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 895.922 716.103 574.681
Ertragsteuerforderungen 29.747 31.794 31.185
Sonstige Vermögenswerte 114.258 79.297 116.163
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 2.203 2.240 -
Kurzfristige Vermögenswerte 3.292.906 3.048.649 3.004.499
Summe Aktiva Dürr-Konzern 4.765.464 4.530.947 4.500.895

PASSIVA

scrollen
Tsd.€ 30. Juni 2023 31. Dezember 2022 30. Juni 2022
Gezeichnetes Kapital 177.157 177.157 177.157
Kapitalrücklage 74.428 74.428 74.428
Gewinnrücklagen 900.092 890.491 793.894
Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis -30.298 -23.424 1.986
Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 1.121.379 1.118.652 1.047.465
Nicht beherrschende Anteile 5.181 5.521 5.226
Summe Eigenkapital 1.126.560 1.124.173 1.052.691
Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 36.341 36.447 30.097
Übrige Rückstellungen 20.547 20.351 21.132
Vertragliche Verbindlichkeiten 2.391 2.719 2.963
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 882 421 1.461
Wandelanleihe und Schuldscheindarlehen 1.026.680 756.365 755.036
Übrige Finanzverbindlichkeiten 68.017 68.434 95.848
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24.740 29.284 40.423
Latente Steuerverbindlichkeiten 42.557 43.563 47.464
Übrige Verbindlichkeiten 252 283 91
Langfristige Verbindlichkeiten 1.222.407 957.867 994.515
Übrige Rückstellungen 139.356 153.235 179.281
Vertragliche Verbindlichkeiten 1.115.251 1.038.972 1.052.723
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 557.892 605.731 551.849
Wandelanleihe und Schuldscheindarlehen 29.899 49.959 49.950
Übrige Finanzverbindlichkeiten 39.669 37.841 44.743
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 320.770 354.615 351.571
Ertragsteuerverbindlichkeiten 55.777 77.652 71.035
Übrige Verbindlichkeiten 157.883 130.902 152.537
Kurzfristige Verbindlichkeiten 2.416.497 2.448.907 2.453.689
Summe Passiva Dürr-Konzern 4.765.464 4.530.947 4.500.895

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023

scrollen
Tsd. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Ergebnis vor Ertragsteuern 86.226 65.510 53.902 26.881
Ertragsteuerzahlungen -35.793 -30.032 -24.902 -15.192
Zinsergebnis 6.182 10.075 1.019 5.682
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen -134 500 -245 -48
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 58.025 63.597 29.826 32.584
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen -319 -730 -181 -92
Erträge von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - -156 - -
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 3.474 10.580 1.927 7.468
Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva
Vorräte -23.419 -156.794 9.503 -76.223
Vertragliche Vermögenswerte -39.758 -93.532 -52.283 -55.086
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17.010 5.422 13.808 -12.855
Übrige Forderungen und Vermögenswerte -54.714 -37.078 -18.652 -13.949
Rückstellungen -12.616 -23.675 -8.023 -6.724
Vertragliche Verbindlichkeiten 93.520 89.883 -22.236 -35.681
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -35.268 168.561 54.913 131.964
Übrige Verbindlichkeiten (nicht aus Finanzierungstätigkeit) 7.592 6.364 -44.998 -15.893
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 70.008 78.495 -6.622 -27.164
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -16.162 -12.197 -9.344 -6.405
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen1 -36.335 -28.727 -20.149 -15.890
Auszahlungen für Investitionen in at equity bilanzierte Unternehmen -645 - -645 -
Auszahlungen für Investitionen in übrige Finanzanlagen - -436 - -
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe abzüglich erhaltener flüssiger Mittel -4.779 -4.980 -4.130 -6.000
Einnahmen aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 3.567 1.338 386 482
Einnahmen /​ Auszahlungen aus der Anlage in Termingeldern und sonstigen Wertpapieren 1.322 182 72.604 -1
Einnahmen aus dem Verkauf von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - 6.350 - -
Zinseinnahmen 10.686 2.789 6.371 1.027
Cashflow aus Investitionstätigkeit -42.346 -35.681 45.093 -26.787

1 In der Position "Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen" sind keine Zahlungsmittelabflüsse durch Zugänge von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen enthalten, da im Zugangszeitpunkt der Nutzungsrechte keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen (Ausnahme: gezahlte Anschaffungsnebenkosten und geleistete An- und Vorauszahlungen).

scrollen
Tsd. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022
Aufnahme/​Rückzahlung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten -372 7.184 -431 4.190
Aufnahme langfristiger Finanzverbindlichkeiten 299.420 - 299.420 -
Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten -50.672 -1.256 -50.549 -744
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -16.326 -15.775 -8.633 -8.439
Zahlungen aus Transaktionen mit Inhabern nicht beherrschender Anteile -4.187 1.000 - -
Gezahlte Dividenden an die Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft -48.441 -34.601 -48.441 -34.601
Gezahlte Dividenden an Inhaber nicht beherrschender Anteile -639 -2.381 -639 -2.381
Zinszahlungen -18.298 -16.701 -11.908 -10.002
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 160.485 -62.530 178.819 -51.977
Einfluss von Wechselkursänderungen -8.287 11.918 -4.589 5.742
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 179.860 -7.798 212.701 -100.186
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum Periodenanfang 718.175 583.946 685.334 676.334
Zum Periodenende 898.035 576.148 898.035 576.148
Abzüglich Risikovorsorge gemäß IFRS 9 -2.113 -1.467 -2.113 -1.467
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenende (Konzernbilanz) 895.922 574.681 895.922 574.681

KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023

scrollen
Tsd. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
1. Januar 2022 177.157 74.428 787.952
Ergebnis - - 41.959
Kumuliertes sonstiges Ergebnis - - -
Gesamtergebnis nach Steuern - - 41.959
Dividenden - - -34.601
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - -1.427
Übrige Veränderungen - - 11
30. Juni 2022 177.157 74.428 793.894
1. Januar 2023 177.157 74.428 890.491
Ergebnis - - 60.065
Kumuliertes sonstiges Ergebnis - - -
Gesamtergebnis nach Steuern - - 60.065
Dividenden - - -48.441
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - 3.151
Übrige Veränderungen - - -5.174
30. Juni 2023 177.157 74.428 900.092
scrollen
Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis
Bestandteile, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Tsd. € Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne Neubewertung von Eigenkapitalinstrumenten
1. Januar 2022 -34.241 -
Ergebnis - -
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 15.399 -159
Gesamtergebnis nach Steuern 15.399 -159
Dividenden - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - -
Übrige Veränderungen - -
30. Juni 2022 -18.842 -159
1. Januar 2023 -24.130 -4.586
Ergebnis - -
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -35 -
Gesamtergebnis nach Steuern -35 -
Dividenden - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - -
Übrige Veränderungen - -
30. Juni 2023 -24.165 -4.586
scrollen
Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis
Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Tsd. € Unrealisierte Gewinne /​ Verluste aus Cashflow Hedges Änderungen Konsolidierungskreis /​ Umgliederungen Währungsumrechnung Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis
1. Januar 2022 -3.445 547 -2.285 -39.424
Ergebnis - - - -
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -6.378 - 32.559 41.421
Gesamtergebnis nach Steuern -6.378 - 32.559 41.421
Dividenden - - - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - - -
Übrige Veränderungen - -11 - -11
30. Juni 2022 -9.823 536 30.274 1.986
1. Januar 2023 -119 526 4.885 -23.424
Ergebnis - - - -
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 2.936 - -9.762 -6.861
Gesamtergebnis nach Steuern 2.936 - -9.762 -6.861
Dividenden - - - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - - -
Übrige Veränderungen - -13 - -13
30. Juni 2023 2.817 513 -4.877 -30.298
scrollen
Tsd. € Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
1. Januar 2022 1.000.113 5.474 1.005.587
Ergebnis 41.959 494 42.453
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 41.421 157 41.578
Gesamtergebnis nach Steuern 83.380 651 84.031
Dividenden -34.601 -2.381 -36.982
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile -1.427 1.427 -
Übrige Veränderungen - 55 55
30. Juni 2022 1.047.465 5.226 1.052.691
1. Januar 2023 1.118.652 5.521 1.124.173
Ergebnis 60.065 -1.646 58.419
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -6.861 -54 -6.915
Gesamtergebnis nach Steuern 53.204 -1.700 51.504
Dividenden -48.441 -639 -49.080
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile 3.151 2.039 5.190
Übrige Veränderungen -5.187 -40 -5.227
30. Juni 2023 1.121.379 5.181 1.126.560

KONZERNANHANG 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023

1. GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG

DAS UNTERNEHMEN

Die Dürr Aktiengesellschaft (..Dürr AG" oder ..die Gesellschaft") hat ihren Sitz in Stuttgart, Deutschland und ist in das Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart eingetragen (HRB 13677); die Geschäftsanschrift lautet Carl-Benz-Straße 34 in 74321 Bietigheim-Bissingen. Der Dürr-Konzern, der aus der Dürr AG und ihren Tochtergesellschaften besteht, ist ein Maschinen- und Anlagenbauunternehmen mit ausgeprägter Kompetenz in den Bereichen Automatisierung und Digitalisierung. In nahezu allen seinen Tätigkeitsfeldern steht der Konzern an der Spitze des Weltmarkts. Die beiden größten Abnehmergruppen sind die Automobilindustrie und der Holzbearbeitungssektor. Darüber hinaus werden Branchen wie Maschinenbau, Chemie, Pharma und Batterieproduktion sowie Hersteller medizintechnischer Produkte mit Fertigungstechnik beliefert. Der Dürr-Konzern ist in fünf weltweit agierenden Divisions organisiert: Paint and Final Assembly Systems bietet Lackier- und Montagetechnik, Prüf- und Befülltechnik sowie Automatisierungstechnik. Application Technology realisiert Produkte und Systeme für den automatisierten Lackauftrag sowie für die Sealing- und Klebetechnik. Clean Technology Systems erstellt vor allem Anlagen zur Abluftreinigung und bietet zudem Schallschutzsysteme sowie Lösungen für die Beschichtung von Batterieelektroden. Measuring and Process Systems bietet Auswucht- und Diagnosetechnik, Werkzeugsysteme sowie Lösungen zur Befüllung von Kühlschränken, Klimageräten und Wärmepumpen mit Kältemitteln. Woodworking Machinery and Systems entwickelt und erstellt Maschinen und Systeme zur Holzbearbeitung, die in der Produktion von Möbeln und Küchen sowie von Bauelementen für klimafreundliche Holzhäuser zum Einsatz kommen.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Der Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2023 ist verkürzt und wurde in Übereinstimmung mit International Accounting Standard (IAS) 34 "Zwischenberichterstattung" erstellt. Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Konzernabschluss vom 31. Dezember 2022 und sollte in Zusammenhang mit diesem gelesen werden.

Der Konzernzwischenabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Abschlussstichtag anzuwenden waren, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2023 wurde keiner prüferischen Durchsicht oder Prüfung im Sinne des § 317 HGB unterzogen.

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 angewendeten Methoden; hierzu wird auf den Geschäftsbericht 2022 verwiesen. Die Änderungen an IFRS-Standards und Interpretationen, die zum 1. Januar 2023 erstmalig anzuwenden waren, haben für den Dürr-Konzern keine wesentlichen Auswirkungen.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzernabschlusses zur Zwischenberichterstattung in Übereinstimmung mit IAS 34 muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen.

Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Die Schätzungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 angewendeten Schätzungsmethoden.

Aufwendungen, die unregelmäßig während des Geschäftsjahres anfallen, wurden in den Fällen abgegrenzt, in denen am Ende des Geschäftsjahres ebenfalls eine Abgrenzung erfolgen würde. Die Geschäftstätigkeit des Dürr-Konzerns unterliegt keinen wesentlichen saisonalen Einflüssen. Der Ertragsteueraufwand in den Zwischenabschlüssen wird auf Grundlage der erwarteten Ertragsteuerquote für die einzelnen Gesellschaften für das Gesamtjahr abgegrenzt.

Der Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt; alle Beträge werden in Tausend Euro (Tsd. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.

2. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2023 sind neben der Dürr AG die in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, bei denen die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Eine Beherrschung im Sinne des IFRS 10 "Konzernabschlüsse" liegt vor, wenn eine Gesellschaft aufgrund ihrer Beteiligung an einem anderen Unternehmen positiven oder negativen Rückflüssen ausgesetzt ist oder über Rechte verfügt, diese zu erhalten. Weiterhin muss die Möglichkeit gegeben sein, die variablen Rückflüsse zu beeinflussen, indem die Gesellschaft die Aktivitäten des Unternehmens steuert. Die Beherrschung kann aufgrund von Stimmrechten oder bestehenden Umständen, unter anderem aufgrund von vertraglichen Regelungen, erfolgen.

Gesellschaften werden ab dem Zeitpunkt in den Dürr-Konzernabschluss einbezogen, an dem die Möglichkeit der Beherrschung erlangt wird. Bei der überwiegenden Anzahl der Konzerngesellschaften bildet die Mehrheit der Stimmrechte die Grundlage der Beherrschung. Bei vier Gesellschaften hat der Dürr-Konzern aufgrund vertraglicher Regelungen die Möglichkeit, die Beherrschung auszuüben, obwohl der Konzern nur jeweils 50 % der Anteile beziehungsweise 50 % oder weniger der Stimmrechte der Gesellschaft besitzt. Bei zwei der Gesellschaften kann der Konzern bei Stimmrechtsgleichheit die Entscheidung herbeiführen, bei den beiden anderen Gesellschaften hat der Dürr-Konzern die operative Führung. Die Konsolidierung einer in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft endet, wenn der Dürr-Konzern die Beherrschung über die Gesellschaft verliert.

Unternehmen, auf die der Dürr-Konzern maßgeblichen Einfluss gemäß IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % bis 50 % angenommen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie viele Gesellschaften der Konsolidierungskreis neben der Dürr AG als Mutterunternehmen umfasst.

ANZAHL GESELLSCHAFTEN

scrollen
30. Juni 2023 31. Dezember 2022
Vollkonsolidierte Unternehmen
Inland 34 34
Ausland 80 86
Summe 114 120
At equity bilanzierte Unternehmen
Inland 1 -
Ausland 1 1
Summe 2 1
Übrige Finanzanlagen
Inland 2 2
Ausland 2 2
Summe 4 4

Der Konzernzwischenabschluss enthält 16 (31.12.2022: 17) Gesellschaften, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind. Es bestehen vier Gesellschaften, die aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten nur zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen werden.

VERÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES

ENTKONSOLIDIERUNGEN/​VERSCHMELZUNGEN

scrollen
Gesellschaft Mit Wirkung zum Anmerkung
Schenck Corporation, Deer Park, New York/​USA 1. Januar 2023 Verschmelzung auf SCHENCK USA CORP., Deer Park, New York/​USA
System TM Canada Ltd., Saint John, New Brunswick/​Kanada 1. Januar 2023 Verschmelzung auf HOMAG CANADA INC., Mississauga, Ontario/​Kanada
Golden Field HOMAG (Shanghai) Trading Co., Limited, Schanghai/​V. R. China 17. März 2023 Schließung
MEGTEC Environmental Limited, Standish/​Großbritannien 21. Mai 2023 Schließung
Dürr Universal Europe Ltd., Hinckley/​Großbritannien 21. Mai 2023 Schließung
Schenck Limited, Warwick/​Großbritannien 21. Mai 2023 Schließung

BBS AUTOMATION-GRUPPE

Dürr hat im Juni 2023 die Akquisition des Automatisierungsspezialisten BBS Automation bekannt gegeben. Der Kaufvertrag wurde mit einem Konsortium unter der Führung des Finanzinvestors EQT geschlossen. Vorbehaltlich der fusionskontrollrechtlichen Freigaben und sonstiger regulatorischer Voraussetzungen soll der Vertrag voraussichtlich Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals 2023 wirksam werden. Der Unternehmenswert der BBS Automation-Gruppe liegt zwischen 440 und 480 Mio. € und hängt von der Ergebnisentwicklung im Jahr 2023 ab.

3. UMSATZERLÖSE

UMSATZERLÖSE

scrollen
Tsd. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1.224.244 1.115.680
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 908.598 836.861
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen 2.052 2.018
Summe Umsatzerlöse 2.134.894 1.954.559
davon
Umsatzerlöse mit der Automobilindustrie 958.430 831.865
Umsatzerlöse mit der Holzbearbeitungsindustrie 812.699 777.824

Der Anteil der Umsatzerlöse aus dem Service-Geschäft beträgt 28 % (Vorjahr: 29 %) und setzt sich wie folgt zusammen:

UMSATZERLÖSE AUS SERVICE-GESCHÄFT

scrollen
Tsd. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
Ersatzteile 276.878 256.407
Modifikationen 205.709 205.601
Sonstige 105.403 97.593
Summe Umsatzerlöse aus Service-Geschäft 587.990 559.601

4. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Berichtszeitraum im Wesentlichen Währungsgewinne in Höhe von 21.925 Tsd. € und Erträge aus der Anpassung von bedingten Kaufpreisverpflichtungen in Höhe von 2.552 Tsd. €. Im Vorjahr enthielten sie überwiegend Währungsgewinne in Höhe von 17.679 Tsd. €. Erträge aus der Beilegung von Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 4.903 Tsd. € und eine nachträgliche Kaufpreiserstattung in Höhe von 1.145 Tsd. € aus dem Erwerb der Hekuma GmbH. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten größtenteils Währungsverluste in Höhe von 25.905 Tsd. € (Vorjahr: 19.970 Tsd. €) sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition der BBS Automation-Gruppe in Höhe von 5.195 Tsd. €.

5. ZINSERGEBNIS

ZINSERGEBNIS

scrollen
Tsd. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
Zinsen und ähnliche Erträge 14.855 3.080
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -21.037 -13.155
davon
Zinsaufwand aus den Schuldscheindarlehen -10.005 -4.147
Zinsaufwand aus der Wandelanleihe -563 -563
Zinsaufwand aus der Folgebilanzierung des abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der HOMAG Group AG -4.925 -2.272
Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen -1.706 -1.633
Amortisation von Transaktionskosten, Agio aus Begebung von Wandelanleihe, Schuldscheindarlehen und syndizierten Krediten -1.559 -1.450
Nettozinsaufwand aus der Bewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen -367 -212
Sonstige Zinsaufwendungen -1.912 -2.878
Zinsergebnis -6.182 -10.075

6. FINANZIERUNG

SCHULDSCHEINDARLEHEN

Die Dürr AG platzierte am 6. April 2023 erstmals ein grünes Schuldscheindarlehen. Der Erlös von 300.000 Tsd. € floss der Dürr AG am 20. April 2023 zu und ist vollständig für die Finanzierung nachhaltiger Produktinnovationen und klimafreundlicher Projekte reserviert. Dabei berücksichtigt der Dürr-Konzern die EU-Taxonomie zur Klassifizierung ökologisch nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten und folgt seinem eigenen Sustainable Finance Framework.

Das grüne Schuldscheindarlehen besteht aus Tranchen mit langfristigen Laufzeiten von vier, fünf und sieben Jahren. Der durchschnittliche Zinssatz beträgt 4,8 %. Der Zins für das grüne Schuldscheindarlehen ist an das von der Agentur ISS erstellte Nachhaltigkeits-Rating der Dürr AG gebunden.

Gegenüber den Investoren - Geschäftsbanken und Sparkassen aus dem In- und Ausland - hat sich die Dürr AG nicht nur zu einer grünen Mittelverwendung verpflichtet, sondern auch zu einer weiteren Verbesserung ihrer Nachhaltigkeits-Performance. Konkret will das Unternehmen beim Nachhaltigkeits-Rating von ISS im Jahr 2025 die Qualitätsstufe "Prime Status" erreichen (aktuelles Rating: C); andernfalls erhalten die Investoren eine höhere Zinszahlung.

Ebenfalls im April 2023 wurde eine weitere Tranche in Höhe von 50.000 Tsd. € des Schuldscheindarlehens aus dem Jahr 2016 getilgt.

ZWISCHENFINANZIERUNG ERWERB BBS AUTOMATION-GRUPPE

Um Finanzierungsicherheit für die Übernahme der BBS Automation-Gruppe zu gewährleisten, wurde am 12. Juni 2023 eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500.000 Tsd. € abgeschlossen. Diese Kreditlinie dient ausschließlich zur Zwischenfinanzierung des Akquisitionskaufpreises. Eine Überführung der Zwischenfinanzierung in ein langfristiges Finanzierungsinstrument über den Kapitalmarkt unter Nutzung eigener liquider Mittel wird in naher Zukunft angestrebt.

7. SONSTIGE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Die vom Dürr-Konzern zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente teilen sich wie folgt auf die Fair-Value-Hierarchiestufen auf:

ZUORDNUNG ZU FAIR-VALUE-HIERARCHIESTUFEN

scrollen
Fair-Value-Hierarchie
Tsd.€ 30. Juni 2023 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Übrige Finanzanlagen 25 - - 25
Derivate mit Hedge-Beziehung 19.984 - 19.984 -
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Übrige Finanzanlagen 9.668 - - 9.668
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 78 78 - -
Derivate ohne Hedge-Beziehung 4.405 - 4.405 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 3.225 - 3.225 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Derivate mit Hedge-Beziehung 12.910 - 12.910 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Verpflichtungen aus Optionen 1.343 - - 1.343
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisraten 7.690 - - 7.690
Derivate ohne Hedge-Beziehung 1.192 - 1.192 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 1.484 - 1.484 -
scrollen
Fair-Value-Hierarchie
Tsd. € 31. Dezember 2022 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Übrige Finanzanlagen 25 - - 25
Derivate mit Hedge-Beziehung 9.374 - 9.374 -
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Übrige Finanzanlagen 9.668 - - 9.668
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 143 143 - -
Derivate ohne Hedge-Beziehung 3.979 - 3.979 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 1.592 - 1.592 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Derivate mit Hedge-Beziehung 6.315 - 6.315 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Verpflichtung aus Optionen 1.343 - - 1.343
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisraten 15.111 - - 15.111
Derivate ohne Hedge-Beziehung 1.151 - 1.151 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 1.074 - 1.074 -

Im ersten Halbjahr 2023 fand keine Umgliederung zwischen den Fair-Value-Hierarchie-Stufen oder Bewertungskategorien statt.

SENSITIVITÄTEN STUFE 3

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, bedingten Kaufpreisraten und Optionen, die der Fair-Value-Hierarchie-Stufe 3 zugeordnet sind, unterliegen bei einer unterstellten Änderung der Input-Parameter den nachfolgend beschriebenen Wertschwankungen.

Der beizulegende Zeitwert des bedingten Kaufpreisbestandteils der Cogiscan Inc. basiert auf dem durchschnittlichen Umsatz sowie dem durchschnittlichen EBIT der Geschäftsjahre 2023 und 2024. Hierbei sind verschiedene Schwellenwerte vereinbart. Der bedingte Kaufpreisbestandteil kommt nur zur Auszahlung, wenn eine auf den durchschnittlichen Umsatzerlösen und dem durchschnittlichem EBIT basierende Ergebnismarge einen vereinbarten Grenzwert übersteigt beziehungsweise ein auf den durchschnittlichen Umsatzerlösen basierender Grenzwert überstiegen wird.

Der beizulegende Zeitwert der bedingten Kaufpreisbestandteile der CPM S.p.A. beruht auf einem Fixbetrag und einem Anteil am bilanziellen Eigenkapital des Geschäftsjahres 2022. Der Kaufpreis wurde im Geschäftsjahr 2023 final festgelegt und wird in zwei Tranchen gezahlt.

Der beizulegende Zeitwert der bedingten Kaufpreisbestandteile der Hekuma GmbH basiert auf Projektbewertungen vor Abschluss des Kaufvertrags. Sollten die im Rahmen der Projektbewertungen reflektierten Risiken in geringerem Umfang eintreten, ist die Teamtechnik Maschinen und Anlagen GmbH als Käuferin zum Ausgleich an den Verkäufer verpflichtet.

Der beizulegende Zeitwert der bedingten Kaufpreisbestandteile der HOMAG China Golden Field- Gruppe beruht auf dem Umsatz und dem Ergebnis der Gruppe für die Geschäftsjahre 2020 und 2021. Der Kaufpreis wurde im Geschäftsjahr 2022 final festgelegt und wird in Tranchen gezahlt.

Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Parker Engineering Co., Ltd. basiert hauptsächlich auf Einschätzungen des Managements zur Entwicklung der zukünftigen Free Cashflows der Gesellschaft. Der Wert der zugehörigen Verkaufsoption orientiert sich am anteiligen Eigenkapital der Gesellschaft und würde bei einer unterstellten Änderung der zukünftigen Free Cashflows nach oben beziehungsweise nach unten schwanken.

Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Teamtechnik Production Technology Sp. z o.o. basiert hauptsächlich auf Einschätzungen des Managements zur Entwicklung der zukünftigen Free Cashflows der Gesellschaft. Der Wert der zugehörigen Verkaufsoption orientiert sich an den geprüften Geschäftszahlen der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Option und würde bei einer unterstellten Änderung der zukünftigen Free Cashflows nach oben beziehungsweise nach unten schwanken.

BEIZULEGENDE ZEITWERTE DER FINANZINVESTITIONEN IN EIGENKAPITALINSTRUMENTE, BEDINGTEN KAUFPREISRATEN UND OPTIONEN

scrollen
30. Juni 2023
Tsd.€ Buchwert Sensitivitätsanalyse
+10 % -10%
Cogiscan Inc. 754 1.676 -
CPM S.p.A. 2.639 2.639 2.639
Hekuma GmbH 750 750 750
HOMAG China Golden Field-Gruppe 3.547 3.547 3.547
Parker Engineering Co., Ltd. 8.455 9.160 7.751
Parker Engineering Co., Ltd. - Option 1.071 1.775 366
Teamtechnik Production Technology Sp. z o.o. 1.213 1.334 1.091
Teamtechnik Production Technology Sp. z o.o. - Option 272 394 151
scrollen
31. Dezember 2022
Tsd.€ Buchwert Sensitivitätsanalyse
+10 % -10%
Cogiscan Inc. 3.087 3.087 1.039
CPM S.p.A. 7.025 7.025 7.025
Hekuma GmbH 750 750 750
HOMAG China Golden Field-Gruppe 4.249 4.249 4.249
Parker Engineering Co., Ltd. 8.455 9.160 7.751
Parker Engineering Co., Ltd. - Option 1.071 1.775 366
Teamtechnik Production Technology Sp. z o.o. 1.213 1.334 1.091
Teamtechnik Production Technology Sp. z o.o. - Option 272 394 151

BEIZULEGENDE ZEITWERTE VON ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTEN

scrollen
Aktiva 30.Juni 2023
Tsd.€ Beizulegender Zeitwert Buchwert
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 895.922 895.922
Forderungen aus L&L 562.795 562.795
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 184.119 184.119
Passiva
Verbindlichkeiten aus L&L 558.774 558.774
Wandelanleihe 153.962 143.717
Schuldscheindarlehen 860.598 912.862
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 971 937
Weitere übrige Finanzverbindlichkeiten 12.049 12.049
Verpflichtungen aus Optionen 212.501 216.612
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 104.273 104.273
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.642.836 1.642.836
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.903.128 1.949.224
scrollen
31. Dezember 2022
Tsd. € Beizulegender Zeitwert Buchwert
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 716.103 716.103
Forderungen aus L&L 594.187 594.187
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 181.136 181.136
Passiva
Verbindlichkeiten aus L&L 606.152 606.152
Wandelanleihe 162.390 142.549
Schuldscheindarlehen 605.483 663.775
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 950 895
Weitere übrige Finanzverbindlichkeiten 10.581 10.581
Verpflichtungen aus Optionen 212.408 221.915
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 136.990 136.990
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.491.426 1.491.426
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.734.954 1.782.857

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus L&L, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Verbindlichkeiten aus L&L sowie übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Der Zeitwert der langfristigen Verbindlichkeiten beruht auf den derzeitigen Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit vergleichbarem Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert des Fremdkapitals weicht - mit Ausnahme der Wandelanleihe, der Schuldscheindarlehen, der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der Verpflichtungen aus Optionen - kaum vom Buchwert ab.

8. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentdarstellung soll die Ertragskraft sowie die Vermögens- und Finanzlage einzelner Bereiche darstellen. Entsprechend der internen Berichts- und Organisationsstruktur des Konzerns werden einzelne Konzernabschlussdaten nach Divisions berichtet. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzernübergreifend gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet.

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

scrollen
1. Halbjahr 2023
Tsd. € Paint and Final Assembly Systems Application Technology Clean Technology Systems Measuring and Process Systems
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 605.565 212.559 184.631 46.671
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 57.349 84.067 39.289 89.733
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - - - 2.052
Umsatzerlöse mit anderen Divisions 2.563 1.197 576 13.553
Summe Umsatzerlöse 665.477 297.823 224.496 152.009
davon aus Service-Geschäft 184.741 106.801 75.042 48.380
EBIT 21.265 21.881 8.293 10.845
Vermögen (zum 30.06.) 1.103.123 579.477 322.437 355.160
Schulden (zum 30.06.) 796.791 273.565 313.810 130.459
Beschäftigte (zum 30.06.) 5.590 2.105 1.411 1.700
scrollen
1. Halbjahr 2023
Tsd. € Woodworking Machinery and Systems Summe Segmente Überleitung 1 Summe Dürr-Konzern
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 174.818 1.224.244 - 1.224.244
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 637.881 908.319 279 908.598
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - 2.052 - 2.052
Umsatzerlöse mit anderen Divisions 4.048 21.937 -21.937 -
Summe Umsatzerlöse 816.747 2.156.552 -21.658 2.134.894
davon aus Service-Geschäft 177.514 592.478 -4.488 587.990
EBIT 53.032 115.316 -23.614 91.702
Vermögen (zum 30.06.) 1.301.586 3.661.783 -43.690 3.618.093
Schulden (zum 30.06.) 764.759 2.279.384 191.621 2.471.005
Beschäftigte (zum 30.06.) 7.576 18.382 530 18.912

1 Die in der Überleitungsspalte ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen und zeitpunktbezogenen Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden betreffen das Corporate Center.

scrollen
1. Halbjahr 2022
Tsd. € Paint and Final Assembly Systems Application Technology Clean Technology Systems Measuring and Process Systems
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 541.855 194.593 175.553 40.780
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 46.803 69.263 35.985 69.674
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - - - 2.018
Umsatzerlöse mit anderen Divisions 1.197 333 685 16.763
Summe Umsatzerlöse 589.855 264.189 212.223 129.235
davon aus Service-Geschäft 175.378 91.454 71.213 44.001
EBIT 12.973 18.895 882 3.963
Vermögen (zum 31.12.) 1.108.314 558.882 342.795 343.229
Schulden (zum 31.12.) 768.209 265.333 296.797 128.710
Beschäftigte (zum 31.12.) 5.439 2.040 1.363 1.707
scrollen
1. Halbjahr 2022
Tsd. € Woodworking Machinery and Systems Summe Segmente Überleitung 1 Summe Dürr-Konzern
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 162.899 1.115.680 - 1.115.680
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 614.925 836.650 211 836.861
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - 2.018 - 2.018
Umsatzerlöse mit anderen Divisions 3.683 22.661 -22.661 -
Summe Umsatzerlöse 781.507 1.977.009 -22.450 1.954.559
davon aus Service-Geschäft 181.938 563.984 -4.383 559.601
EBIT 50.601 87.314 -10.628 76.686
Vermögen (zum 31.12.) 1.257.180 3.610.400 -64.488 3.545.912
Schulden (zum 31.12.) 800.837 2.259.886 207.873 2.467.759
Beschäftigte (zum 31.12.) 7.525 18.074 440 18.514

1 Die in der Überleitungsspalte ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen und zeitpunktbezogenen Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden betreffen das Corporate Center.

ÜBERLEITUNG VON SEGMENTWERTEN AUF DIE WERTE DES DÜRR-KONZERNS

scrollen
Tsd.€ 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
EBIT der Segmente 115.316 87.314
EBIT Corporate Center -22.656 -10.308
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen -958 -320
EBIT des Dürr-Konzerns 91.702 76.686
Beteiligungsergebnis 706 -1.101
Zinsen und ähnliche Erträge 14.855 3.080
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -21.037 -13.155
Ergebnis vor Ertragsteuern 86.226 65.510
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -27.807 -23.057
Ergebnis des Dürr-Konzerns 58.419 42.453
scrollen
Tsd.€ 30. Juni 2023 31. Dezember 2022
Segmentvermögen 3.661.783 3.610.400
Vermögen Corporate Center 1.123.098 1.074.546
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen -1.166.788 -1.139.034
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 895.922 716.103
Termingelder und übrige Finanzforderungen 148.811 150.141
Ertragsteuerforderungen 29.747 31.794
Latente Steueransprüche 72.891 86.997
Gesamtvermögen des Dürr-Konzerns 4.765.464 4.530.947
scrollen
Tsd.€ 30. Juni 2023 31. Dezember 2022
Segmentschulden 2.279.384 2.259.886
Schulden Corporate Center 264.937 254.391
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen -73.316 -46.518
Wandelanleihe und Schuldscheindarlehen 1.056.579 806.324
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 937 895
Weitere übrige Finanzverbindlichkeiten 12.049 10.581
Ertragsteuerverbindlichkeiten 55.777 77.652
Latente Steuerverbindlichkeiten 42.557 43.563
Gesamtverbindlichkeiten des Dürr-Konzerns * 3.638.904 3.406.774

* Konzernbilanzsumme abzüglich Summe Eigenkapital

9. ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN PARTEIEN

Nahestehende Personen umfassen die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands. Einige Mitglieder des Aufsichtsrats der Dürr AG sind in hochrangigen Positionen bei anderen Unternehmen tätig. Geschäfte zwischen dem Dürr-Konzern und diesen Unternehmen betreffen ausschließlich Lieferungs- und Leistungsbeziehungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Dürr-Konzerns und erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Zur Vergütung des Aufsichtsrats und des Vorstands wird auf den Geschäftsbericht 2022 verwiesen.

Nahestehende Unternehmen beinhalten die at equity bilanzierten Unternehmen und die nicht konsolidierten Tochterunternehmen des Dürr-Konzerns sowie Unternehmen, für die die Dürr AG ein assoziiertes Unternehmen darstellt.

GESCHÄFTSVORFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN UND PARTEIEN

scrollen
Tsd. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
Lieferungs- und Leistungsbeziehungen
Assoziierte Unternehmen 1.434 305
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen - -
Sonstiges nahestehendes Unternehmen 49 30
Mitglieder des Aufsichtsrats 9 -
Summe Lieferungs- und Leistungsbeziehungen 1.492 335

SALDEN MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN UND PARTEIEN

scrollen
Tsd.€ 30. Juni 2023 31. Dezember 2022
Forderungen gegenüber nahestehenden Personen und Parteien
Assoziierte Unternehmen 62 30
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen - -
Sonstiges nahestehendes Unternehmen - -
Mitglieder des Aufsichtsrats - -
Summe Forderungen 62 30
scrollen
Tsd. € 30.Juni 2023 31. Dezember 2022
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Parteien
Assoziierte Unternehmen 31 99
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 1.069 1.058
Sonstiges nahestehendes Unternehmen 15 15
Mitglieder des Aufsichtsrats - 12
Summe Verbindlichkeiten 1.115 1.184

10. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

scrollen
Tsd. € 30.Juni 2023 31. Dezember 2022
Verpflichtungen aus Garantien und Bürgschaften 1.694 1.694
Sonstige 277 332
Summe Haftungsverhältnisse 1.971 2.026

Der Dürr-Konzern geht davon aus, dass aus den Haftungsverhältnissen keine Verbindlichkeiten und damit keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen werden.

Neben Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 7.770 Tsd. € (31.12.2022:11.686 Tsd. €). Darüber hinaus bestehen Bestellobligos aus Einkaufskontrakten im gewöhnlichen Geschäftsumfang.

11. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es gab keine außergewöhnlichen Ereignisse zwischen dem Ende des Berichtszeitraums und der Veröffentlichung des vorliegenden Berichts.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

 

Bietigheim-Bissingen, 3. August 2023

Dürr Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Jochen Weyrauch, Vorstandsvorsitzender

Dietmar Heinrich, Finanzvorstand

MEHRJAHRESÜBERSICHT 2020 BIS 2023

scrollen
1. Halbjahr
Mio. € 2023 2022 2021 2020
Auftragseingang 2.587,1 2.609,4 2.110,9 1.483,0
Auftragsbestand (30.6.) 4.410,9 4.105,1 3.175,1 2.478,8
Umsatz 2.134,9 1.954,6 1.632,8 1.615,2
Bruttoergebnis 1 495,8 435,3 381,1 295,6
EBITDA 149,7 140,3 121,2 63,4
EBIT 91,7 76,7 62,0 6,6
EBIT vor Sondereffekten 104,5 85,0 78,8 23,7
Ergebnis nach Steuern 58,4 42,5 31,7 -3,0
Bruttomarge' in % 23,2 22,3 23,3 18,3
EBIT-Marge in % 4,3 3,9 3,8 0,4
EBIT-Marge vor Sondereffekten in % 4,9 4,3 4,8 1,5
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 70,0 78,5 140,1 106,0
Free Cashflow -6,4 7,9 72,8 44,3
Investitionen 71,8 60,9 44,0 37,2
Bilanzsumme (30.6.) 4.765,5 4.500,9 3.975,3 3.811,1
Eigenkapital (mit Fremdanteilen) (30.6.) 1.126,6 1.052,7 928,9 956,1
Eigenkapitalquote (30.6.) in % 23,6 23,4 23,4 25,1
Gearing (30.6.) in % 9,6 9,9 11,4 11,2
Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA 2 0,3 0,4 0,7 0,5
ROCE2 in % 14,5 13,0 11,5 1,2
Nettofinanzstatus (30.6.) -119,5 -116,2 -119,9 -120,9
Net Working Capital (30.6.) 403,1 416,8 387,2 410,1
Beschäftigte (30.6.) 18.912 18.126 17.114 16.283
Dürr-Aktie ISIN: DE0005565204
Höchst in € 36,34 42,60 37,78 32,90
Tiefst in € 27,32 21,38 31,06 15,72
Schluss in € 29,64 21,96 32,08 23,20
Durchschnittlicher Tagesumsatz (Stück) 111.734 153.836 188.475 326.582
Anzahl der Aktien (durchschnittlich gewichtet) (Tsd.) 69.202 69.202 69.202 69.202
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) 0,87 0,61 0,47 -0,06
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) 0,83 0,59 0,45 -0,06
scrollen
2. Quartal
Mio. € 2023 2022 2021 2020
Auftragseingang 1.122,4 1.208,9 1.078,7 644,8
Auftragsbestand (30.6.) 4.410,9 4.105,1 3.175,1 2.478,8
Umsatz 1.120,2 1.048,9 843,0 772,6
Bruttoergebnis 1 264,3 221,5 203,0 118,7
EBITDA 83,9 65,6 67,7 11,6
EBIT 54,1 33,0 37,9 -16,4
EBIT vor Sondereffekten 62,6 40,4 49,6 -8,9
Ergebnis nach Steuern 37,4 15,4 23,2 -16,3
Bruttomarge' in % 23,6 21,1 24,1 15,4
EBIT-Marge in % 4,8 3,1 4,5 -2,1
EBIT-Marge vor Sondereffekten in % 5,6 3,9 5,9 -1,2
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -6,6 -27,2 48,2 37,3
Free Cashflow -50,3 -66,9 7,0 -1,5
Investitionen 42,5 29,3 24,6 17,6
Bilanzsumme (30.6.) 4.765,5 4.500,9 3.975,3 3.811,1
Eigenkapital (mit Fremdanteilen) (30.6.) 1.126,6 1.052,7 928,9 956,1
Eigenkapitalquote (30.6.) in % 23,6 23,4 23,4 25,1
Gearing (30.6.) in % 9,6 9,9 11,4 11,2
Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA 2 0,3 0,4 0,7 0,5
ROCE2 in % 17,1 11,2 14,1 -6,0
Nettofinanzstatus (30.6.) -119,5 -116,2 -119,9 -120,9
Net Working Capital (30.6.) 403,1 416,8 387,2 410,1
Beschäftigte (30.6.) 18.912 18.126 17.114 16.283
Dürr-Aktie ISIN: DE0005565204
Höchst in € 32,60 27,34 37,78 26,24
Tiefst in € 27,32 21,38 31,06 16,69
Schluss in € 29,64 21,96 32,08 23,20
Durchschnittlicher Tagesumsatz (Stück) 108.463 154.415 154.100 269.808
Anzahl der Aktien (durchschnittlich gewichtet) (Tsd.) 69.202 69.202 69.202 69.202
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) 0,54 0,23 0,33 -0,24
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) 0,52 0,23 0,32 -0,24

1 Seit dem Geschäftsjahr 2021 weisen wir Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertraglichen Vermögenswerten in den Umsatzkosten aus, zuvor waren sie in den Vertriebskosten enthalten. Aus Gründen der Vergleichbarkeit haben wir die entsprechenden Vorjahreswerte im Vergleich zum Vorjahresausweis geringfügig angepasst.
2 annualisiert

FINANZKALENDER

scrollen
6. September 2023 BHF Corporate Conference, Frankfurt
7. September 2023 Morgan Stanley Industrial CEO Conference, London
13. September 2023 UBS Quo Vadis Industrials Event, virtuell
18. September 2023 Berenberg and Goldman Sachs Twelfth German Corporate Conference, München
19. September 2023 Baader Investment Conference, München
9. November 2023 Zwischenmitteilung über die ersten neun Monate 2023 Telefonkonferenz Analysten/​Investoren

KONTAKT

scrollen
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Dürr AG
Andreas Schaller
Mathias Christen
Corporate Communications & Investor Relations
Carl-Benz-Straße 34
74321 Bietigheim-Bissingen
Tel.:+49 7142 78-1785 /​-1381
corpcom@durr.com
investor.relations@durr.com
www.durr-group.com
Diese Zwischenmitteilung liegt auch in englischer Sprache vor.

Diese Veröffentlichung wurde von der Dürr AG/​dem Dürr-Konzern selbstständig erstellt und kann Aussagen zu wichtigen Themen wie Strategie, zukünftigen finanziellen Ergebnissen, Ereignissen, Marktpositionen und Produktentwicklungen enthalten. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind - wie jedes unternehmerische Handeln in einem globalen Umfeld - stets mit Unsicherheit verbunden. Sie unterliegen einer Vielzahl von Risiken, Ungewissheiten und anderen Faktoren, die in Veröffentlichungen der Dürr AG, insbesondere im Abschnitt "Risiken" des Geschäftsberichts, beschrieben werden, sich aber nicht auf diese beschränken. Sollten sich eine(s) oder mehrere dieser Risiken, Ungewissheiten oder andere Faktoren realisieren oder sollte sich erweisen, dass die zugrundeliegenden Erwartungen nicht eintreten beziehungsweise Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen des Dürr-Konzerns wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die als zukunftsgerichtete Aussagen formuliert wurden. Zukunftsgerichtete Aussagen sind erkennbar an Formulierungen wie "erwarten", "wollen", "ausgehen", "rechnen mit", "beabsichtigen", "planen", "glauben", "anstreben"...einschätzen", "werden" und "Vorhersagen" oder an ähnlichen Begriffen. Die Dürr AG übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt nicht, zukunftsgerichtete Aussagen ständig zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren. Aussagen zu Marktpositionen basieren auf den Einschätzungen des Managements und werden durch externe, spezialisierte Agenturen unterstützt.

Unsere Finanzberichte, Präsentationen, Presse- und Ad-hoc-Meldungen können alternative Leistungskennzahlen enthalten. Diese Kennzahlen sind nach den IFRS (International Financial Reporting Standards) nicht definiert. Bitte bewerten Sie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Dürr-Konzerns nicht ausschließlich auf Basis dieser ergänzenden Finanzkennzahlen. Sie ersetzen keinesfalls die im Konzernabschluss dargestellten und im Einklang mit den IFRS ermittelten Finanzkennzahlen. Die Ermittlung der alternativen Leistungskennzahlen kann auch bei gleicher oder ähnlicher Bezeichnung von Unternehmen zu Unternehmen abweichen. Weitere Informationen zu den von der Dürr AG verwendeten alternativen Leistungskennzahlen finden Sie im Finanzglossar auf der Webseite (https:/​/​www.durr-group.com/​de/​investoren/​investorenservice/​glossar).

DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT

Carl-Benz-Str. 34

74321 Bietigheim-Bissingen

Deutschland

Telefon +49 7142 78-0

E-Mail corpcom@durr.com

UNSERE FÜNF DIVISIONS:

• PAINT AND FINAL ASSEMBLY SYSTEMS: Lackierereien sowie Endmontage-, Prüf- und Befülltechnik für die Automobilindustrie, Montage- und Prüfsysteme für Medizinprodukte

• APPLICATION TECHNOLOGY: Robotertechnologien für den automatischen Auftrag von Lack sowie Dicht- und Klebstoffen

• CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMS: Abluftreinigungsanlagen, Beschichtungsanlagen für Batterieelektroden und Schallschutzsysteme

• MEASURING AND PROCESS SYSTEMS: Auswuchtanlagen und Diagnosetechnik

• WOODWORKING MACHINERY AND SYSTEMS: Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie