Dürr Aktiengesellschaft

Stuttgart

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2025 bis zum 30.06.2025

INHALT

Kennzahlen Dürr-Konzern

Überblick H1 2025 fortgeführte Aktivitäten

Konzernlagebericht

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzernbilanz

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Konzernanhang 1. Januar bis 30. Juni 2025

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Finanzkalender

Kontakt

Titelbild

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KENNZAHLEN DÜRR-KONZERN

1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Fortgeführte Geschäftsbereiche
Auftragseingang Mio. € 1.887,2 2.587,4 806,8 1.212,7
Auftragsbestand (30.6.) Mio. € 3.873,7 4.249,7 3.873,7 4.249,7
Umsatz Mio. € 2.008,3 2.092,5 1.000,9 1.084,0
Bruttoergebnis2 Mio. € 452,2 439,0 226,0 220,7
EBITDA2 Mio. € 133,6 133,5 66,5 66,9
EBIT vor Sondereffekten1,2 Mio. € 81,1 88,1 41,8 47,3
EBIT2 Mio. € -57,9 57,4 -88,7 28,7
Ergebnis nach Steuern2 Mio. € -93,4 22,5 -110,5 10,4
Bruttomarge2 % 22,5 21,0 22,6 20,4
EBIT-Marge vor Sondereffekten1,2 % 4,0 4,2 4,2 4,4
EBIT-Marge2 % -2,9 2,7 -8,9 2,7
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. € 136,5 141,5 104,7 82,0
Free Cashflow Mio. € 47,2 24,5 46,0 17,7
Investitionen Mio. € 54,7 83,84 29,5 42,04
Bilanzsumme (30.6.) Mio. € 4.612,8 5.186,2 4.612,8 5.186,2
Eigenkapital (mit Fremdanteilen) [30.6.] Mio. € 1.075,7 1.163,8 1.075,7 1.163,8
Eigenkapitalquote (30.6.) % 23,3 22,4 23,3 22,4
Gearing (30.6.) % 30,9 31,4 30,9 31,4
Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA2 1,4 1,64 1,4 1,64
ROCE (annualisiert) % 11,6 12,3 11,6 12,3
Nettofinanzstatus [30.6.] Mio. € -480,8 -532,64 -480,8 -532,64
Net Working Capital (30.6.) Mio. € 296,4 479,84 296,4 479,84
Beschäftigte (30.6.) 18.258 18.876 18.258 18.876
Gesamtkonzern (fortgeführte Geschäftsbereiche und aufgegebener Geschäftsbereich)
Auftragseingang Mio. € 2.066,4 2.792,1 897,0 1.303,4
Auftragsbestand [30.6.] Mio. € 4.139,8 4.571,5 4.139,8 4.571,5
Umsatz Mio. € 2.192,5 2.281,3 1.089,6 1.182,9
Bruttoergebnis Mio. € 504,9 490,2 250,9 247,9
EBITDA Mio. € 153,1 160,1 75,5 80,3
EBIT vor Sondereffekten3 Mio. € 106,3 114,4 53,8 60,9
EBIT Mio. € -38,4 79,7 -79,6 40,1
Ergebnis nach Steuern Mio. € -78,9 39,2 -103,7 18,9
Bruttomarge % 23,0 21,5 23,0 21,0
EBIT-Marge vor Sondereffekten3 % 4,8 5,0 4,9 5,2
EBIT-Marge % -1,8 3,5 -7,3 3,4
Ergebnis je Aktie (unverwässert) -1,17 0,57 -1,52 0,28
Ergebnis je Aktie (verwässert) -1,08 0,55 -1,42 0,27

1 Sondereffekte: H1 2025: -139,0 Mio. € (inkl. -120,4 Mio. € Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwert und -15,0 Mio. € Kaufpreisallokationseffekte), H1 2024: -30,8 Mio. € (inkl. -22,9 Mio. € Kaufpreisallokationseffekte)
2 Die Ergebniskennzahlen der fortgeführten Geschäftsbereiche enthalten Belastungen aus Allokationseffekten H1 2025: -6,0 Mio. €, H1 2024: - 6,0 Mio. €), die auf den aufgegebenen Geschäftsbereich zurückzuführen sind.
3 Sondereffekte: H1 2025: -144,7 Mio. € (inkl. -120,4 Mio. € Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwert und -15,0 Mio. € Kaufpreisallokationseffekte), H1 2024: -34,7 Mio. € (inkl. -24,6 Mio. € Kaufpreisallokationseffekte)
D ie Division Clean Technology Systems war zum 30. Juni 2024 noch nicht als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Folglich sind ihre Beiträge in den Werten, für die diese Fußnote gilt, noch enthalten.

ÜBERBLICK H1 2025

FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN

Auftragseingang bei 1,9 Mrd. €

Investitionsunsicherheit bei Kunden in Q2 durch Zollkonflikte

Hohe Vorjahresbasis: mehrere Großaufträge in H1 2024

Umsatz bei 2,0 Mrd. €

Vereinzelte kundenseitige Projektverzögerungen bei Automotive

Verhaltene Auftragslage bei Industrial Automation und Woodworking

EBIT-Marge vor Sondereffekten bei 4,0 %

Margenverbesserung in Q2 (4,2 %) gegenüber Q1 (3,9 %)

Weitere Steigerung im zweiten Halbjahr erwartet

Free Cashflow nach starkem Q2 auf 47,2 Mio. € verbessert

Verschlankung der Verwaltungsstruktur geplant

Einsparungen von rund 50 Mio. € ab 2027

40 bis 50 Mio. € Sonderaufwand in H2 2025

Nicht auszahlungswirksame Wertminderung (120,4 Mio. €) des Geschäfts- oder Firmenwerts von Production Automation Systems in Q2

Verkauf Umwelttechnik

Closing voraussichtlich in Q4

Buchgewinn von 160 bis 190 Mio. € nach Steuern erwartet

Jahresprognose 2025

Auftragseingang angepasst auf 3.800 bis 4.100 Mio. € (zuvor: 4.300 bis 4.700 Mio. €)

Umsatz bestätigt (4.200 bis 4.600 Mio. €), voraussichtlich unteres Ende

EBIT-Marge vor Sondereffekten (4,5 bis 5,5 %) und Ergebnis nach Steuern (120 bis 170 Mio. €) bestätigt

KONZERNLAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Aufgrund der globalen Risiken entwickelte sich die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2025 verhalten. Wesentliche Belastungsfaktoren waren die Handelskonflikte sowie verschärfte geopolitische Konflikte, etwa zwischen Israel und dem Iran. In Deutschland stieg die Hoffnung auf einen wirtschaftspolitischen Neustart mit dem Investitionsprogramm der neuen Regierung.

Aufgrund der rückläufigen Inflation und der schwachen Konjunktur im Euroraum senkte die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im zweiten Quartal erneut um 0,25 Prozentpunkte. Die US-Notenbank Fed beließ den Leitzins aufgrund wiederkehrender Inflationssorgen und unsicherer Konjunkturaussichten infolge der Zollpolitik in der Spanne von 4,25 bis 4,5 %.

In den ersten sechs Monaten stieg der Auftragseingang des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus um real 1 %. Ausschlaggebend hierfür war eine verbesserte Auslandsnachfrage, während das Inlandsgeschäft leicht unter dem Vorjahresniveau lag. Insgesamt bleibt die Stimmung im Maschinenbau verhalten. Die weltweit hohe Unsicherheit sorgt weiterhin für Investitionszurückhaltung auf Kundenseite.

WESENTLICHE EREIGNISSE UND HINWEISE ZUM ZAHLENWERK

VERÄUSSERUNG UMWELTTECHNIK

Am 29. Juni 2025 haben wir einen Vertrag über den Verkauf des Umwelttechnikgeschäfts (Division Clean Technology Systems Environmental) an eine Tochtergesellschaft des Investors Stellex Capital Management unterzeichnet. Im Zuge der Transaktion werden wir von Stellex eine Rückbeteiligung in Höhe von knapp 25 % an der Umwelttechnik erwerben. Der Unternehmenswert der Umwelttechnik beträgt rund 385 Mio. €. Abzüglich der Kosten für den Erwerb der Rückbeteiligung und weiterer transaktionsbedingter Kosten (einschließlich Steuern) erwarten wir einen Nettoverkaufserlös von rund 250 Mio. €. Der Buchgewinn dürfte - abhängig von der Stichtagsbewertung - etwa 160 bis 190 Mio. € nach Steuern und 220 bis 250 Mio. € vor Steuern erreichen. Das Closing wird im vierten Quartal 2025 erwartet. 2024 erzielte die Umwelttechnik mit rund 1.300 Beschäftigten einen Umsatz von 407 Mio. €.

FORTGEFÜHRTE UND AUFGEGEBENE GESCHÄFTSBEREICHE

In diesem Bericht wird die Umwelttechnik innerhalb der Division Clean Technology Systems Environmental als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. Die übrigen Divisions und das Corporate Center bilden die fortgeführten Geschäftsbereiche. Die Vorjahreswerte wurden rückwirkend angepasst. Die Kommentierungen beziehen sich in der Regel auf die fortgeführten Geschäftsbereiche.

VEREINFACHUNG DER KONZERNSTRUKTUR ABGESCHLOSSEN

Der vereinbarte Verkauf der Umwelttechnik ist ein wesentlicher Schritt im Rahmen der im Juni 2024 angekündigten Vereinfachung der Konzernstruktur. Nach dem Closing wird der Dürr-Konzern nur noch aus drei statt ursprünglich fünf Divisions bestehen. Bereits Anfang 2025 hatten wir das zuvor auf zwei Divisions verteilte Geschäft mit Lackier-, Applikations- und Endmontagetechnik für die Automobilindustrie in der neuen Division Automotive gebündelt. In der neuen Konzernstruktur konzentrieren wir uns voll auf unser Kerngeschäft rund um die nachhaltige Automatisierung von Produktionsprozessen.

NEUE PROGNOSE FÜR AUFTRAGSEINGANG, WERTMINDERUNG, VERSCHLANKUNG DER VERWALTUNGSSTRUKTUR

Auf Basis vorläufiger Geschäftszahlen für das zweite Quartal haben wir am 23. Juli 2025 per Ad-hoc-Mitteilung die Jahresprognose für den Auftragseingang der fortgeführten Geschäftsbereiche auf 3.800 bis 4.100 Mio. € angepasst (zuvor: 4.300 bis 4.700 Mio. €). Grund hierfür war die erhebliche Investitionsunsicherheit der Kunden infolge der globalen Zollkonflikte im zweiten Quartal. Die Prognosen für Umsatz, EBIT-Marge vor Sondereffekten und Ergebnis nach Steuern im Geschäftsjahr 2025 wurden bestätigt. Weitere Informationen enthält das Kapitel Ausblick ab Seite 22.

In der Ad-hoc-Meldung vom 23. Juli haben wir zudem über folgende Sachverhalte informiert:

Im zweiten Quartal 2025 wurde eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts von 120,4 Mio. € vorgenommen. Diese bezieht sich auf die zur Division Industrial Automation gehörende Business Unit Production Automation Systems. Die Wertminderung reflektiert das verhaltene Geschäft der Business Unit mit der Automobilindustrie infolge makroökonomischer Unsicherheiten und der stockenden Entwicklung der Elektromobilität.

Im Zuge der Vereinfachung der Konzernstruktur planen wir den Abbau von weltweit rund 500 Stellen in den Verwaltungsbereichen. Ausschlaggebend dafür ist der Verkauf der Umwelttechnik und der Agramkow-Gruppe und die damit einhergehende Verringerung des Umsatzes um rund 10 %. Zugleich streben wir eine effizientere und schlankere Aufstellung in der Verwaltung an und stärken die Eigenständigkeit der drei Divisions. Die für die Maßnahme benötigten Rückstellungen von 40 bis 50 Mio. € werden im zweiten Halbjahr 2025 gebildet. Der Stellenabbau soll jährliche Einsparungen von rund 50 Mio. € bewirken, die erstmals 2027 voll wirksam werden sollen.

ZAHLUNGSMITTELABFLUSS FÜR DEN ERWERB ANGEDIENTER HOMAG-AKTIEN

Im März 2025 haben wir weitere rund 2,5 Mio. Aktien der HOMAG Group AG erworben, was zu einem Zahlungsmittelabfluss von 96,7 Mio. € führte. Die Aktien waren uns angedient worden, nachdem zuvor im Spruchverfahren um die Angemessenheit des Barabfindungsangebots und der Garantiedividende für außenstehende HOMAG-Aktionäre eine rechtskräftige Entscheidung ergangen war. Aktuell sind 83,8 % der HOMAG-Aktien im Besitz der Dürr Technologies GmbH, weitere 14,1 % hält die Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann, der Streubesitz beträgt 2,1 %.

ANPASSUNG KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DAS ERSTE QUARTAL 2025

Der am 13. Mai veröffentlichte Quartalsabschluss zum 31. März 2025 enthält im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit einen Mittelabfluss von 96,7 Mio. € in Zusammenhang mit dem Barabfindungsangebot für die außenstehenden Aktionäre der HOMAG Group AG. Dieser Mittelabfluss wurde in der Position „Andienung von Aktien im Rahmen des Abfindungsangebots an die Aktionäre der HOMAG Group AG“ ausgewiesen und enthält neben der Kaufpreiszahlung auch eine Zinskomponente in Höhe von 17,0 Mio. €. Diese Zinskomponente wurde im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit für das erste Quartal 2025 versehentlich auch in der Position „Zinszahlungen“ und damit doppelt ausgewiesen. Spiegelbildlich wurden im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit die sonstigen nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge 17,0 Mio. € zu hoch ausgewiesen. Der Free Cashflow blieb hiervon unberührt. Eine Darstellung der korrigierten Kapitalflussrechnung für das erste Quartal 2025 finden Sie in den entsprechenden Tabellen auf den Seiten 13 und 30 dieses Berichts.

EFFEKTE AUS DEM AGRAMKOW-VERKAUF

Beim Periodenvergleich ist die Veräußerung der in der Befülltechnik tätigen Agramkow-Gruppe zum 1. Juli 2024 zu beachten. Im ersten Halbjahr 2024 steuerte die zu Industrial Automation gehörende Agramkow-Gruppe 16,7 Mio. € Auftragseingang und 26,4 Mio. € Umsatz bei.

EFFEKTE AUS DER VERÄNDERTEN DIVISION-STRUKTUR

Im Zuge der Klassifizierung der Umwelttechnik als aufgegebener Geschäftsbereich weisen wir bis zum Closing sogenannte Allokationseffekte aus. Sie resultieren daraus, dass Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zuvor anteilig der Division Clean Technology Systems Environmental zugeordnet waren, aber im Dürr-Konzern verbleiben, gemäß den IFRS in den fortgeführten Aktivitäten auszuweisen sind. Aufwendungen und Erträge aufgrund konzerninterner Verrechnungen an Clean Technology Systems Environmental wurden herausgerechnet und separat in den Allokationseffekten ausgewiesen. Dies betrifft zum Beispiel Zahlungen für Dienstleistungen, Abschreibungen oder Mietzahlungen. Die Allokationseffekte sind in nachstehender Tabelle Teil der Position Corporate Center / Konsolidierung / Allokationseffekte.

CORPORATE CENTER UND ALLOKATIONSEFFEKTE

Mio. € Corporate Center / Konsolidierung Allokationseffekte Corporate Center / Konsolidierung / Allokationseffekte Corporate Center / Konsolidierung Allokationseffekte Corporate Center / Konsolidierung / Allokationseffekte
1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024
Auftragseingang -16,2 3,4 -12,8 -16,2 0,1 -16,0
Umsatz -17,1 2,7 -14,4 -18,5 0,1 -18,4
EBIT vor Sondereffekten -21,8 -6,0 -27,8 -14,9 -6,0 -20,9
Beschäftigte 852 47 899 776 40 816
2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Auftragseingang -7,1 1,7 -5,4 -10,4 0,8 -9,5
Umsatz -8,5 2,0 -6,5 -8,9 -0,7 -9,6
EBIT vor Sondereffekten -11,1 -2,2 -13,2 -6,6 -1,1 -7,7
Beschäftigte 852 47 899 776 40 816

GESCHÄFTSVERLAUF (FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE)

Dieses Kapitel bezieht sich hauptsächlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. Punktuell gehen wir auch auf den Gesamtkonzern einschließlich des aufgegebenen Geschäftsbereichs Umwelttechnik ein. Überleitungen für die wichtigsten Geschäftszahlen enthält die Tabelle „Gesamtkonzern, fortgeführte Geschäftsbereiche und aufgegebener Geschäftsbereich“.

GESAMTKONZERN, FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE UND AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH

Fortgeführte Geschäftsbereiche Aufgegebener Geschäftsbereich Gesamt Fortgeführte Geschäftsbereiche Aufgegebener Geschäftsbereich Gesamt
1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024
Auftragseingang Mio. € 1.887,2 179,2 2.066,4 2.587,4 204,7 2.792,1
Umsatz Mio. € 2.008,3 184,2 2.192,5 2.092,5 188,8 2.281,3
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 4,0 13,7 4,8 4,2 13,9 5,0
EBIT-Marge % -2,9 10,6 -1,8 2,7 11,8 3,5
ROCE % 11,6 98,6 14,8 12,3 107,2 15,8
Ergebnis nach Steuern Mio. € -93,4 14,5 -78,9 22,5 16,7 39,2
Free Cashflow Mio. € 47,2 14,4 61,5 24,5 19,3 43,8
Nettofinanzstatus (30.06.) Mio. € - - -480,8 - - -532,6'
Mio. € 54,7 4,4 59,1 - - 83,81
Investitionen (ohne Akquisitionen) % des Umsatzes 2,7 2,4 2,7 - - 3,71
2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Auftragseingang Mio. € 806,8 90,2 897,0 1.212,7 90,6 1.303,4
Umsatz Mio. € 1.000,9 88,7 1.089,6 1.084,0 98,9 1.182,9
EBIT-Marge % 4,2 13,5 4,9 4,4 13,7 5,2
EBIT-Marge vor Sondereffekten % -8,9 10,2 -7,3 2,7 11,4 3,4
ROCE % 11,6 98,6 14,8 12,3 107,2 15,8
Ergebnis nach Steuern Mio. € -110,5 6,7 -103,7 10,4 8,6 18,9
Free Cashflow Mio. € 46,0 -1,4 44,6 17,7 1,2 18,9
Nettofinanzstatus (30.06.) Mio. € - - -480,8 - - -532,6'
Mio. € 29,5 0,7 30,2 - - 42,0'
Investitionen (ohne Akquisitionen) % des Umsatzes 2,9 0,8 2,8 - - 3,61

1 Die Division Clean Technology Systems war zum 30. Juni 2024 noch nicht als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Folglich sind ihre Beiträge in den Werten, für die diese Fußnote gilt, noch enthalten.

AUFTRAGSEINGANG, UMSATZ, AUFTRAGSBESTAND (FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE)

Mio. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Auftragseingang 1.887,2 2.587.4 806,8 1.212,7
Umsatz 2.008,3 2.092,5 1.000,9 1.084,0
Auftragsbestand [30.6.] 3.873,7 4.249,7 3.873,7 4.249,7

AUFTRAGSEINGANG IM ZWEITEN QUARTAL DURCH ZOLLKONFLIKTE BEEINTRÄCHTIGT

Mit 1.887,2 Mio. € lag der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2025 deutlich unter dem Vorjahreswert. Dafür gab es zwei Hauptgründe: Zum einen enthielt das erste Halbjahr 2024 mehrere Großaufträge. Zum anderen bewirkte die Unsicherheit infolge der globalen Zollkonflikte, dass Kunden im zweiten Quartal 2025 Investitionen zurückhielten. Vor diesem Hintergrund sank der Auftragseingang im Zeitraum April bis Juni gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf 806,8 Mio. €; der Rückgang betraf alle Divisions.

Die Bruttomarge des Auftragseingangs war in den ersten sechs Monaten 2025 höher als im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Wechselkurseffekte wäre der Auftragseingang 56,8 Mio. € beziehungsweise 2,9 % höher ausgefallen. Die zum 1. Juli 2024 veräußerte Agramkow-Gruppe hatte im ersten Halbjahr 2024 16,7 Mio. € zum Auftragseingang beigetragen.

Bei der regionalen Verteilung des Auftragseingangs ist der starke Rückgang in Deutschland auffällig. Er resultiert vor allem aus dem sehr hohen Basiswert infolge eines außergewöhnlich großen Auftrags im Volumen von knapp 500 Mio. € im ersten Quartal 2024. Dem starken Plus in Asien (ohne China), Afrika und Australien lagen Großaufträge in Indien und Saudi-Arabien zugrunde.

Im Gesamtkonzern (einschließlich Umwelttechnik) betrug der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2.066,4 Mio. € und im zweiten Quartal 897,0 Mio. €.

UMSATZ 4,0 % UNTER H1 2024

Der Umsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche belief sich im ersten Halbjahr 2025 auf 2.008,3 Mio. € und fiel damit 4,0 % niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Die Division Automotive erzielte ein leichtes Plus von 2,5 %. Einem stärkeren Zuwachs stand entgegen, dass es bei einigen Projekten zu kundenseitigen Verzögerungen kam. Bei Industrial Automation nahmen die Erlöse um 17,9 % ab. Hauptgründe dafür waren der niedrige Auftragseingang im Vorjahr, die Investitionszurückhaltung in den Bereichen Elektromobilität und Batteriefertigung sowie die Entkonsolidierung der Agramkow-Gruppe, die im Vorjahr noch 26,4 Mio. € Umsatz beigesteuert hatte. Bei Woodworking bewirkte die Auftragsschwäche im Jahr 2024 einen Umsatzrückgang von 4,5 %.

Bereinigt um Wechselkurseffekte wäre der Umsatz 46,1 Mio. € höher ausgefallen. Im zweiten Quartal erreichten die Erlöse mit 1.000,9 Mio. € nahezu das Niveau des Auftaktquartals, blieben aber 7,7 % hinter dem Vorjahreswert zurück. Dabei machte sich neben den oben genannten Faktoren auch das unsichere gesamtwirtschaftliche Umfeld infolge der Zollkonflikte bemerkbar. Das Umsatzplus von 46,9 % in Asien (ohne China), Afrika und Australien resultierte vor allem aus der Abwicklung von Großaufträgen in Saudi-Arabien und Südkorea.

Im Gesamtkonzern (inklusive Umwelttechnik) lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2025 bei 2.192,5 Mio. €, davon entfielen 1.089,6 Mio. € auf das zweite Quartal.

Der Service-Umsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche belief sich im ersten Halbjahr 2025 auf 543,6 Mio. €; im Vorjahresvergleich verringerte er sich um 3,0 % und damit unterproportional zum Gesamtumsatz. Folglich war der Service-Anteil am Konzernumsatz mit 27,1 % höher als im Vorjahr (26,3 %). Im zweiten Quartal sank der Service-Umsatz um 4,7 % auf 263,7 Mio. €, da zahlreiche Kunden mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit ihre Ausgaben einschränkten. Woodworking konnte den positiven Service-Trend trotz des widrigen Marktumfelds fortsetzen und eine leichte Umsatzsteigerung erzielen.

AUFTRAGSBESTAND BEI 3,9 MRD. €

Aufgrund des niedrigen Auftragseingangs im zweiten Quartal lag die Book-to-Bill Ratio im ersten Halbjahr mit 0,94 unter der Marke von 1. Der Auftragsbestand belief sich zum 30. Juni 2025 auf 3.873,7 Mio. €; damit reduzierte er sich im Vergleich zum Jahresende 2024 um 6,9 % (31.12.2024: 4.160,6 Mio. €) und gegenüber der Jahresmitte 2024 (4.249,7 Mio. €) um 8,8 %. Dies lag neben dem verhaltenen Auftragseingang im bisherigen Jahresverlauf auch an Währungseffekten, der Veräußerung von Agramkow und Ausbuchungen in geringem Umfang.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND RENDITEKENNZAHLEN (FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE)

1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Umsatz Mio. € 2.008,3 2.092,5 1.000,9 1.084,0
Bruttoergebnis Mio. € 452,2 439,0 226,0 220,7
Overhead-Kosten1 Mio. € 389,5 380,7 165,4 165,6
EBITDA Mio. € 133,6 133,5 66,5 66,9
EBIT vor Sondereffekten2 Mio. € 81,1 88,1 41,8 47,3
EBIT Mio. € -57,9 57,4 -88,7 28,7
Finanzergebnis Mio. € -12,9 -20,4 -7,3 -10,2
EBT Mio. € -70,8 37,0 -96,0 18,5
Ertragsteuern Mio. € -22,6 -14,4 -14,5 -8,2
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen3 Mio. € -93,4 22,5 -110,5 10,4
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich3 Mio. € 14,5 16,7 6,7 8,6
Ergebnis nach Steuern Mio. € -78,9 39,2 -103.7 18,9
Ergebnis je Aktie (unverwässert)4 -1,17 0,57 -1,52 0,28
Ergebnis je Aktie (verwässert)4 -1,08 0,55 -1,42 0,27
Bruttomarge % 22,5 21,0 22,6 20,4
EBITDA-Marge % 6,7 6,4 6,6 6,2
EBIT-Marge vor Sondereffekten2 % 4,0 4,2 4,2 4,4
EBIT-Marge % -2,9 2,7 -8,9 2,7
EBT-Marge % -3,5 1,8 -9,6 1,7
Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA (annualisiert) 1,4 1,6 1,4 1,6
Steuerquote % - 39,1 - 44,0

1 Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten
2 Sondereffekte H1 2025: -139,0 Mio. € (H1 2024: -30,8 Mio. €)
3 Die Belastungen aus Allokationseffekten (H1 2025: - 6,0 Mio. €; H1 2024: -6,0 Mio. €), die den aufgegebenen Geschäftsbereich betreffen, sind im Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen enthalten.
4 Bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche und den aufgegebenen Geschäftsbereich

BRUTTOMARGE IM ERSTEN HALBJAHR UM 1,5 PROZENTPUNKTE GESTEIGERT

Das Bruttoergebnis der fortgeführten Aktivitäten stieg im ersten Halbjahr bei rückläufigem Umsatz (-4,0 %) um 3,0 %. Dadurch erhöhte sich die Bruttomarge auf 22,5 % nach 21,0 % im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal weitete sich die Bruttomarge auf 22,6 % aus (Q2 2024: 20,4 %). Hauptgrund für die Verbesserung waren höhere Bruttomargen im Equipment-Geschäft aller Divisions. Dies unterstreicht den Erfolg unserer Value-before-Volume-Strategie; in der Division Woodworking machten sich zudem die im Vorjahr durchgeführten Personalmaßnahmen bemerkbar. Die im Bruttoergebnis enthaltenen Sondereffekte fielen im ersten Halbjahr mit -16,7 Mio. € geringer aus als im Vorjahr (-26,8 Mio. €), was in erster Linie aus geringeren Kaufpreisallokationseffekten resultierte. Der Beitrag des Service-Geschäfts zum Bruttoergebnis nahm etwas ab.

Bei den Overhead-Kosten ergab sich im ersten Halbjahr ein leichter Anstieg um 2,3 %. Er entfiel vor allem auf die Vertriebskosten und resultierte unter anderem aus gestiegenen Kommissionszahlungen an Vertriebspartner; hinzu kamen höhere Tarifgehälter in Deutschland und Aufwendungen für das Synergieprogramm OneDürrGroup. Die Kosten für Forschung und Entwicklung stiegen um 2,8 %.

Die Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts um 120,4 Mio. € bewirkte, dass der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen mit -120,7 Mio. € negativ ausfiel. Die enthaltenen Währungsgewinne und -verluste nahmen deutlich ab, wobei die Verluste die Gewinne leicht überstiegen.

Die EBIT-Marge vor Sondereffekten zeigte im zweiten Quartal 2025 eine sequenzielle Verbesserung auf 4,2 % (Q1 2025: 3,9 %) und lag im ersten Halbjahr mit 4,0 % nur knapp unter dem Vorjahreswert. Die Division Automotive konnte die Marge im Vorjahresvergleich auf hohem Niveau steigern. Bei Woodworking trugen die Kostensenkungsmaßnahmen des Vorjahres zu einer erheblichen Margenausweitung trotz leicht rückläufigem Umsatz bei. Industrial Automation wies einen spürbaren Margenrückgang aus. Hauptgründe dafür waren Umsatzeinbußen, der Wegfall des Ergebnisbeitrags von Agramkow und ein leichter Verlust in der Business Unit Lithium-Ion Battery. Das EBIT vor Sondereffekten des Corporate Centers (inkl. Konsolidierungs- und Allokationseffekte) sank im ersten Halbjahr auf -27,8 Mio. € (H1 2024: - 20,9 Mio. €), was unter anderem aus Kosten für das Synergieprogramm OneDürrGroup resultierte. Die Allokationseffekte erreichten mit -6,0 Mio. € denselben Wert wie im Vorjahr.

Aufgrund der im zweiten Quartal vorgenommenen Wertminderung war das EBIT nach Sondereffekten im ersten Halbjahr negativ (-57,9 Mio. €). Die saldierten Sondereffekte betrugen -139,0 Mio. € (H1 2024: -30,8 Mio. €). Die zweitgrößte Position nach der Wertminderung waren die Kaufpreisallokationseffekte, die sich von -22,9 Mio. € auf -15,0 Mio. € reduzierten. Bereinigt um Wechselkurseffekte hätte das EBIT im ersten Halbjahr -55,7 Mio. € betragen.

Das EBIT vor Sondereffekten des Gesamtkonzerns (inklusive Umwelttechnik) betrug im ersten Halbjahr 106,3 Mio. €, wovon 53,8 Mio. € auf das zweite Quartal entfielen. Nach Sondereffekten waren es -38,4 Mio. € im ersten Halbjahr und -79,6 Mio. € im zweiten Quartal.

Das Finanzergebnis der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich im ersten Halbjahr von -20,4 Mio. € auf -12,9 Mio. €. Die Zinsaufwendungen sanken stärker als die Zinserträge, vor allem weil das Finanzierungsvolumen im Jahr 2024 reduziert und mit Blick auf Zinskosten und Laufzeit optimiert wurde. Ferner reduzierte sich im Zuge des im März ausgelaufenen Andienungsverfahrens für HOMAG-Aktien der Zinsaufwand in Zusammenhang mit dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der HOMAG Group AG. Einen positiven Effekt auf das Finanzergebnis hatte auch das verbesserte Beteiligungsergebnis.

Das Ergebnis nach Steuern war im zweiten Quartal von der Wertminderung geprägt. In den fortgeführten Geschäftsbereichen betrug es -110,5 Mio. €, nachdem es sich im ersten Quartal um 40,8 % verbessert hatte. Für das erste Halbjahr ergab sich ein Wert von -93,4 Mio. €. Im Gesamtkonzern (inklusive Umwelttechnik) belief sich das Ergebnis nach Steuern im ersten Halbjahr auf -78,9 Mio. €. Bereinigt um die Wertminderung und damit zusammenhängende steuerliche Effekte hätte die Steuerquote im ersten Halbjahr rund 34 % betragen.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE SITUATION

FREE CASHFLOW NACH STARKEM ZWEITEM QUARTAL AUF 47,2 MIO. € GESTEIGERT

CASHFLOWS

Mio. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024 1. Quartal 2025 1. Quartal 2024
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 153,7 163,9 104,7 85,2 49,0 78,7
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 136,5 141,5 104,7 82,0 31,8 59,5
davon aus aufgegebenem Geschäftsbereich 17,2 22,4 0,0 3,2 17,2 19,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit -82,3 -243,6 -65,6 -82,4 -16,7 -161,2
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen -78,9 -240,4 -64,5 -79,9 -14,4 -160,5
davon aus aufgegebenem Geschäftsbereich -3,4 -3,2 -1,1 -2,6 -2,3 -0,6
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -238,2 -140,2 -110,4 -52,9 -127,7 -87,3
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen -210,7 -116,9 -97,2 -38,2 -113,4 -78,7
davon aus aufgegebenem Geschäftsbereich -27,5 -23,3 -13,2 -14,7 -14,3 -8,6

CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND FREE CASHFLOW (FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE)1

Mio. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024 1. Quartal 2025 1. Quartal 2024
Ergebnis vor Ertragsteuern -70,8 37,0 -96,0 18,5 25,1 18,4
Abschreibungen 191,6 76,1 155,2 38,2 36,4 38,0
Zinsergebnis 13,9 20,0 8,2 10,3 5,7 9,7
Ertragsteuerzahlungen -35,0 -30,9 -19,2 -24,8 -15,7 -6,1
Veränderung Rückstellungen -28,5 -1,4 -7,7 -1,4 -20,9 -0,1
Veränderung Net Working Capital 113,0 58,2 95,5 54,1 17,4 4,1
Sonstiges -47,6 -17,4 -31,4 -12,9 -16,3 -4,6
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 136,5 141,5 104,7 82,0 31,8 59,5
Zinszahlungen (netto) -26,9 -30,6 -25,2 -18,5 -1,7 -12,1
Tilgung Leasingverbindlichkeiten -19,3 -19,3 -9,6 -10,3 -9,7 -9,0
Investitionen -43,1 -67,1 -24,0 -35,6 -19,2 -31,5
Free Cashflow 47,2 24,5 46,0 17,7 1,2 6,9
Dividendenzahlungen -49,2 -49,1 -49,2 -49,1 0,0 0,0
Zahlungen für Akquisitionen und Transaktionen mit Minderheiten -102,9 -16,3 -6,6 -15,4 -96,3 -0,9
Sonstige Zahlungsströme 20,3 13,7 11,2 7,4 9,2 6,2
Veränderung Nettofinanzstatus aus fortgeführten Geschäftsbereichen -84,6 -27,1 1,3 -39,4 -85,9 12,2
Veränderung Nettofinanzstatus aus aufgegebenem Geschäftsbereich 0,0 11,1 0,0 -0,7 0,0 11,9
Veränderung Nettofinanzstatus Gesamt -84,6 -16,0 1,3 -40,1 -85.9 24,1

1 In der Kapitalflussrechnung wurden Wechselkurseffekte eliminiert. Daher können die gezeigten Veränderungen von Bilanzpositionen nicht vollständig in der Bilanz nachvollzogen werden.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche sank im ersten Halbjahr 2025 um 3,5 % auf 136,5 Mio. €. Er profitierte von einer deutlichen Verringerung des Net Working Capital auf 296,4 Mio. € dank hoher Kundenanzahlungen und reduzierter vertraglicher Vermögenswerte. Vor diesem Hintergrund erreichten die Days Working Capital mit 27 Tagen ein sehr gutes Niveau. Einen gegenläufigen Effekt auf den Cashflow - allerdings in kleinerem Umfang - hatte die nachlaufende Auszahlung von zurückgestellten Mitteln für den Stellenabbau bei Woodworking.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit von -78,9 Mio. € war einerseits geprägt von rückläufigen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Ausschlaggebend dafür war, dass die Investitionen nach den hohen Niveaus der Vorjahre - insbesondere bei HOMAG - nun wieder in Richtung des Normalniveaus tendieren. Andererseits war die Anlage in Termingelder und sonstige Vermögenswerte mit 46,6 Mio. € niedriger als im ersten Halbjahr 2024 (186,6 Mio. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr 2025 auf -210,7 Mio. €, dies bedeutet einen Anstieg des Mittelabflusses um 93,8 Mio. € im Vorjahresvergleich. Hauptgrund dafür war die Auszahlung von 96,7 Mio. € im Rahmen des am 3. März 2025 beendeten Barabfindungsangebots für HOMAG-Aktionäre. Die Dividendenzahlungen blieben mit 49,2 Mio. € praktisch konstant, genauso wie die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (19,3 Mio. €). Die Zinszahlungen waren 5,6 Mio. € niedriger als im Vorjahreszeitraum.

Dank eines starken zweiten Quartals erreichte der Free Cashflow im ersten Halbjahr 47,2 Mio. € und verdoppelte sich damit im Vorjahresvergleich nahezu. Die Basis dafür bildeten vor allem die rückläufigen Investitionsausgaben.

INVESTITIONEN (OHNE AKQUISITIONEN)

Mio. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Automotive 22,4 23,8 11,7 12,6
Industrial Automation 11,8 25,9 6,2 13,4
Woodworking 19,1 25,4 11,5 9,9
Corporate Center / Allokationseffekte 1,4 5,9 0,2 4,3
Fortgeführte Geschäftsbereiche 54,7 81,0 29,5 40,2
Aufgegebener Geschäftsbereich1 4,4 2,8 0,7 1,8
Gesamtkonzern 59,1 83,8 30,2 42,0

1 Die Investitionen der Division Clean Technology Systems beliefen sich im ersten Halbjahr 2024 auf 2,8 Mio. €. In diesem Zeitraum war die Division noch nicht als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert.

Die Investitionen (ohne Akquisitionen) der fortgeführten Geschäftsbereiche waren im ersten Halbjahr 2025 ein Drittel niedriger als im Vorjahreszeitraum. Schwerpunkte sind im laufenden Jahr Neubauten und Modernisierungen bei Woodworking in Polen und Deutschland sowie der Bau von Test- und Entwicklungsanlagen für das oversprayfreie Lackieren und die Elektrodenbeschichtung.

NETTOFINANZSTATUS

Mio. €
30. Juni 2025 -480,8
31. Dezember 2024 -396,2
30. Juni 20241 -532,6

1 Die Division Clean Technology Systems war zum 30. Juni 2024 noch nicht als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert.

Die Nettofinanzverschuldung stieg gegenüber dem Jahresende 2024 um 21,4 % auf 480,8 Mio. €. Dabei machten sich besonders die Auszahlung von 96,7 Mio. € im Rahmen des Barabfindungsangebots für die HOMAG-Aktionäre und die Dividendenzahlung (49,2 Mio. €) bemerkbar. Dem gegenüber stand der Free Cashflow von 47,2 Mio. €, der den Mittelabfluss für die Dividende ungefähr kompensierte. Im vierten Quartal erwarten wir die Kaufpreiszahlung für die Umwelttechnik (rund 250 Mio. €) und eine korrespondierende Verringerung der Nettofinanzverschuldung.

BILANZ: RÜCKGANG DER KURZFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE

KURZ- UND LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Mio. € 30. Juni 2025 in % der Bilanzsumme 31. Dezember 2024 30. Juni 20241
Immaterielle Vermögenswerte 837,8 18,2 976,6 1.066,1
Sachanlagen 649,3 14,1 679,6 670,9
Sonstige langfristige Vermögenswerte 180,9 3,9 182,0 178,4
Langfristige Vermögenswerte 1.668,0 36,2 1.838,3 1.915,4
Vorräte 611,9 13,3 627,5 748,3
Vertragliche Vermögenswerte 568,7 12,3 618,6 652,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 530,2 11,5 528,1 662,8
Liquide Mittel 644,4 14,0 831,6 818,1
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 354,7 7,7 255,0 348,9
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 234,9 5,1 279,3 40,4
Kurzfristige Vermögenswerte 2.944,8 63,8 3.140,1 3.270,8
Bilanzsumme 4.612,8 100,0 4.978,4 5.186,2

1 Die Division Clean Technology Systems war zum 30. Juni 2024 noch nicht als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Folglich wurden ihre Vermögenswerte zu diesem Stichtag noch in den einzelnen Bilanzpositionen berücksichtigt und nicht in der Position „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“.

Die langfristigen Vermögenswerte sanken seit dem Jahresende 2024 um 9,3 %. Dies ist im Wesentlichen eine Folge der in der Business Unit Production Automation Systems vorgenommenen Minderung des Geschäfts- oder Firmenwerts um 120,4 Mio. €. Die größte Veränderung bei den kurzfristigen Vermögenswerten war die Abnahme der flüssigen Mittel um 22,5 %, die vor allem aus dem Kauf der HOMAG-Aktien im ersten Quartal resultierte. Sowohl die Vorräte als auch die vertraglichen Vermögenswerte konnten reduziert werden. Der Anstieg der sonstigen finanziellen Vermögenswerte von 150,6 Mio. € auf 218,5 Mio. € reflektiert vor allem die Zunahme von Termingeldern und Derivaten. Unter dem Strich verkürzte sich die Bilanz um 7,3 % auf 4.612,8 Mio. €.

EIGENKAPITAL

Mio. € 30. Juni 2025 in % der Bilanzsumme 31. Dezember 2024 30. Juni 2024
Gezeichnetes Kapital 177,2 3,8 177,2 177,2
Sonstiges Eigenkapital 878,5 19,0 1.041,9 980,1
Eigenkapital Aktionäre 1.055,6 22,9 1.219,1 1.157,3
Nicht beherrschende Anteile 20,1 0,4 4,7 6,5
Summe Eigenkapital 1.075,7 23,3 1.223,7 1.163,8

Das Eigenkapital sank gegenüber dem Jahresende 2024 um 12,1 % auf 1.075,7 Mio. €. Maßgeblich dafür waren der Nachsteuerverlust im Zuge der Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts, negative Währungseffekte aufgrund der Dollar-Schwäche und die Dividendenzahlungen in Höhe von 49,2 Mio. €. Der Ablauf der Andienungsfrist für die HOMAG-Aktionäre führte zu einer Umgliederung innerhalb des Eigenkapitals und damit zu einer Erhöhung der nicht beherrschenden Anteile um 13,5 Mio. €. Die Eigenkapitalquote betrug 23,3 % nach 24,6 % zum 31. Dezember 2024.

KURZ- UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN

Mio. € 30. Juni 2025 in % der Bilanzsumme 31. Dezember 2024 30. Juni 20241
Finanzverbindlichkeiten (einschl. Wandelanleihe und Schuldscheindarlehen) 1.292,5 28,0 1.348,5 1.537,5
Rückstellungen (einschl. Pensionen) 192,4 4,2 230,3 243,3
Vertragliche Verbindlichkeiten 968,9 21,0 952,1 1.081,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 472,1 10,2 430,8 535,5
Ertragsteuerverbindlichkeiten und latente Steuern 103,8 2,3 109,2 115,0
Sonstige Verbindlichkeiten 361,0 7,8 506,0 492,6
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 146,2 3,2 177,7 16,9
Gesamt 3.537,0 76,7 3.754,7 4.022,4

1 Die Division Clean Technology Systems war zum 30. Juni 2024 noch nicht als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Folglich wurden ihre Verbindlichkeiten zu diesem Stichtag noch in den einzelnen Bilanzpositionen berücksichtigt und nicht in der Position „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“.

Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich seit Ende 2024 um 5,8 %. Hauptgrund dafür war die starke Verringerung der kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten nach Beendigung des Barabfindungsangebots an die HOMAG-Aktionäre. Zudem reduzierten sich die Rückstellungen aufgrund von Auszahlungen im Zuge des Stellenabbaus bei HOMAG. Der Rückgang der Finanzverbindlichkeiten resultierte aus mehreren Einzelfaktoren, wie zum Beispiel einer Schuldscheinfälligkeit und Rückgängen bei den Leasing- und Bankverbindlichkeiten. Zudem gab es in den Finanzverbindlichkeiten eine größere Umgliederung von langfristig zu kurzfristig, die unter anderem mit der Fälligkeit der Wandelanleihe Anfang 2026 zusammenhängt. Für die Zunahme der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten waren vor allem steigende Verbindlichkeiten gegenüber Beschäftigten und höhere Steuerverbindlichkeiten verantwortlich.

FREMDKAPITALAUSSTATTUNG UND FINANZIERUNGSSTRUKTUR

Im ersten Halbjahr 2025 haben wir Tranchen aus Schuldscheindarlehen im Volumen von 17,5 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt. Zum 30. Juni bestand die Finanzierungsstruktur aus folgenden Elementen:

Wandelanleihe über 150 Mio. € mit Sustainability-Komponente, 0,75 % Kupon, anfänglicher Wandlungspreis 34,22 € (Prämie von 40 %, Laufzeitende: Januar 2026)

Konsortialkredit über 1.250 Mio. € mit Sustainability-Komponente, davon 750 Mio. € als Kreditlinie und 500 Mio. € als Avallinie (Laufzeitende: Dezember 2029 mit der Option für eine Verlängerung um ein weiteres Jahr)

Sechs Schuldscheindarlehen über insgesamt 1.030,5 Mio. €, zum Teil mit Sustainability-Komponente (unterschiedliche Laufzeiten bis 2031)

Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 92,3 Mio. €

Verfügbare bilaterale Kreditfazilitäten zur Betriebsmittelfinanzierung im Volumen von 60,8 Mio. € (davon in Anspruch genommen: 9,5 Mio. €)

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im ersten Halbjahr 2025 stiegen die F&E-Kosten um 2,8 % auf 70,4 Mio. €, unter anderem aufgrund höherer F&E-Kosten bei Woodworking im Vorfeld der Leitmesse LIGNA. Die F&E-Quote erreichte 3,5 % nach 3,3 % im Vorjahr. Im zweiten Quartal erhöhten sich die F&E-Kosten um 5,1 % auf 36,3 Mio. €, die F&E-Quote stieg von 3,2 % auf 3,6 %. Weitere Entwicklungskosten, die bei Kundenaufträgen entstehen, wurden in den Umsatzkosten gebucht. Die aktivierten Entwicklungskosten betrugen im ersten Halbjahr 17,8 Mio. € (H1 2024: 16,3 Mio. €), davon entfielen 9,0 Mio. € auf das zweite Quartal (Q2 2024: 8,6 Mio. €). Zum 30. Juni arbeiteten 998 Beschäftigte im F&E-Bereich (30.06.2024: 963). Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit waren Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit.

BESCHÄFTIGTE

Zum 30. Juni 2025 waren 18.258 Menschen in den fortgeführten Geschäftsbereichen tätig. Dies entspricht einem Rückgang von 3,3 % im Vorjahresvergleich. Der Großteil der Reduzierung entfiel auf die Division Woodworking, in der im Zuge der anhaltenden Marktschwäche im Holzbearbeitungssektor Stellen abgebaut wurden. In der Division Automotive verkleinerte sich die Belegschaft aufgrund von Kapazitätsanpassungen an einigen Standorten. Bei Industrial Automation sank die Beschäftigtenzahl im Zuge der Integration der in den Vorjahren erworbenen Automatisierungsgesellschaften und durch den Verkauf der Agramkow-Gruppe. Der Zuwachs im Bereich Corporate Center / Allokationseffekte resultierte aus konzerninternen Umgliederungen und einem Aufbau in den Shared Services.

BESCHÄFTIGTE NACH DIVISIONS (FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE)

30. Juni 2025 31. Dezember 2024 30. Juni 2024
Automotive 6.606 6.682 6.696
Industrial Automation 4.132 4.258 4.386
Woodworking 6.621 6.802 6.978
Corporate Center / Allokationseffekte 899 862 816
Gesamt 18.258 18.604 18.876

BESCHÄFTIGTE NACH REGIONEN (FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE)

30. Juni 2025 31. Dezember 2024 30. Juni 2024
Deutschland 8.651 8.884 8.983
Europa (ohne Deutschland) 3.135 3.124 3.232
Nord- / Zentralamerika 1.814 1.815 1.835
Südamerika 334 321 367
Asien, Afrika, Australien 4.324 4.460 4.459
Gesamt 18.258 18.604 18.876

SEGMENTBERICHT

UMSATZ NACH DIVISIONS (FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE)

Mio. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Automotive 981,7 957,7 499,3 511,3
Industrial Automation 367,0 447,3 169,2 223,4
Woodworking 674,0 705,9 339,0 358,9
Corporate Center / Konsolidierung / Allokationseffekte -14,4 -18,4 -6,5 -9,6
Gesamt 2.008,3 2.092,5 1.000,9 1.084,0

EBIT VOR SONDEREFFEKTEN NACH DIVISIONS (FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE)

Mio. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Automotive 70,9 66,5 37,6 35,8
Industrial Automation 8,8 21,1 1,7 8,5
Woodworking 29,2 21,5 15,7 10,7
Corporate Center / Konsolidierung / Allokationseffekte -27,8 -20,9 -13,2 -7,7
Gesamt 81,1 88,1 41,8 47,3

AUTOMOTIVE

1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Auftragseingang Mio. € 904,7 525,4 402,0 698,1
Umsatz Mio. € 981,7 957,7 499,3 511,3
EBITDA Mio. € 91,5 83,6 47,7 44,1
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 70,9 66,5 37,6 35,8
EBIT Mio. € 68,7 63,6 36,4 33,9
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 7,2 6,9 7,5 7,0
EBIT-Marge % 7,0 6,6 7,3 6,6
ROCE (annualisiert) % 47,7 31,9 47,7 31,9
Beschäftigte (30.6.) 6.606 6.696 6.606 6.696

Nach 502,7 Mio. € im ersten Quartal 2025 erreichte der Auftragseingang von Automotive im zweiten Quartal lediglich 402,0 Mio. €. Im ersten Halbjahr ergab sich ein Bestellvolumen von 904,7 Mio. € und damit ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres (-40,7 %). Zu berücksichtigen ist, dass das erste Halbjahr 2024 von einem außerordentlich umfangreichen Einzelauftrag und weiteren Großprojekten geprägt war. Zudem dämpfte im laufenden Jahr die Unsicherheit infolge der Zollkonflikte die Investitionsbereitschaft der Automobilindustrie. Dennoch ist die Projekt-Pipeline nach wie vor solide, da Investitionsprojekte aktuell zwar häufig verschoben, aber nicht eingestellt werden.

Der Umsatz wuchs im ersten Halbjahr auf Basis eines hohen Auftragsbestands um 2,5 %. Einem höheren Zuwachs standen kundenseitige Verzögerungen bei einigen Aufträgen entgegen. Der Service-Umsatz lag leicht unter dem Vorjahresniveau, da einige Kunden ihre Ausgaben angesichts der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit im zweiten Quartal vorübergehend kürzten. Für das zweite Halbjahr wird gemäß dem üblichen saisonalen Muster ein Anziehen der Umsatzrealisierung erwartet.

Die EBIT-Marge vor Sondereffekten erreichte im zweiten Quartal 2025 einen guten Wert von 7,5 % und damit eine Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal (6,9 %) und der Vorjahresperiode (7,0 %). Auch im ersten Halbjahr übertraf die Marge mit 7,2 % den Vorjahreswert von 6,9 %. Wichtige Faktoren für die Zuwächse waren die hohe Margenqualität des Auftragsbestands infolge der Value-before- Volume-Strategie sowie eine exzellente Projektabwicklung. Dadurch konnte auch der temporär etwas niedrigere Ergebnisbeitrag aus dem Service-Geschäft mehr als kompensiert werden.

INDUSTRIAL AUTOMATION

1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Auftragseingang Mio. € 324,1 379,4 130,2 202,9
Umsatz Mio. € 367,0 447,3 169,2 223,4
EBITDA Mio. € 19,6 28,3 6,4 9,1
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 8,8 21,1 1,7 8,5
EBIT Mio. € -126,6 -3,5 -126,8 -6,6
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 2,4 4,7 1,0 3,8
EBIT-Marge % -34,5 -0,8 -74,9 -3,0
ROCE (annualisiert) % 2,4 4,5 2,4 4,5
Beschäftigte (30.6.) 4.132 4.386 4.132 4.386

Industrial Automation verzeichnete im ersten Halbjahr einen Rückgang des Auftragseingangs um 14,6 %. Zu berücksichtigen ist, dass die veräußerte Agramkow-Gruppe im Vorjahreszeitraum noch 16,7 Mio. € zum Bestellvolumen beigetragen hatte. In der Automatisierungstechnik (Production Automation Systems) verlief der Auftragseingang bei Montagesystemen für Medizinprodukte erfreulich; dagegen belastete die langsame Entwicklung der Elektromobilität das Geschäft mit der Automobilindustrie weiterhin. Auch in der Batterieproduktionstechnik (Lithium-Ion Battery) war der Auftragseingang verhalten, da der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für die Zellfertigung in Europa und Amerika stockt. Die Auswuchttechnik (Measuring and Process Systems) erzielte einen soliden Auftragseingang.

Der Umsatz lag im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr spürbar unter den Vorjahreswerten. Gründe dafür waren der fehlende Beitrag der im Vorjahr noch konsolidierten Agramkow-Gruppe (26,4 Mio. €) sowie der verhaltene Auftragseingang im E-Mobility- und Batteriegeschäft. Der Service-Anteil am Umsatz ist - bereinigt um den Effekt aus dem Agramkow-Verkauf - leicht gestiegen.

Die EBIT-Marge vor Sondereffekten war im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr deutlich rückläufig. Neben dem Agramkow-Effekt wirkten sich hier vor allem der rückläufige Umsatz sowie punktuelle Auslastungsdefizite aus. Das EBIT nach Sondereffekten wurde im zweiten Quartal durch die Wertminderung von 120,4 Mio. € des Geschäfts- oder Firmenwerts der Business Unit Production Automation Systems belastet.

WOODWORKING

1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Auftragseingang Mio. € 671,1 698,6 279,9 321,3
Umsatz Mio. € 674,0 705,9 339,0 358,9
EBITDA Mio. € 47,9 41,1 24,3 20,6
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 29,2 21,5 15,7 10,7
EBIT Mio. € 27,3 18,3 14,5 9,1
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 4,3 3,0 4,6 3,0
EBIT-Marge % 4,1 2,6 4,3 2,5
ROCE (annualisiert) % 13,8 21,0 13,8 21,0
Beschäftigte (30.6.) 6.621 6.978 6.621 6.978

Der Auftragseingang von Woodworking lag im ersten Halbjahr 3,9 % unter dem Vorjahreswert. Nach dem erfreulichen Auftaktquartal (391,2 Mio. €) kam das Bestellvolumen im zweiten Quartal nicht über 279,9 Mio. € hinaus. Dabei machte sich neben dem ohnehin verhaltenen Marktumfeld im Möbelsektor auch die Verunsicherung infolge der Zollkonflikte bemerkbar. Zwar erhielt HOMAG auf der Branchen-Leitmesse LIGNA im Mai in Hannover viel positive Resonanz auf seine Produktinnovationen; eine Trendwende bei den Bestellungen der Möbelindustrie blieb bisher jedoch aus. Erfreulich entwickelte sich das Geschäft mit Produktionsanlagen für den Holzhausbau. Hier setzte sich der Aufwärtstrend des Vorjahres fort; auch Großprojekte werden nun wieder geplant. Eine baldige Rückkehr auf den vor der Baukrise eingeschlagenen Wachstumspfad erscheint immer wahrscheinlicher.

Der Umsatz ging im ersten Halbjahr infolge des verhaltenen Auftragseingangs um 4,5 % zurück. Nach wie vor bestehen Auslastungsdefizite an einigen Standorten. Erfreulich ist, dass der Service-Umsatz trotz des fragilen Marktumfelds weiterhin ein leichtes Wachstum zeigte.

Die EBIT-Marge vor Sondereffekten verbesserte sich trotz des leichten Umsatzrückgangs deutlich - wenn auch auf niedrigem Niveau. Im zweiten Quartal legte sie um 1,6 Prozentpunkte auf 4,6 % zu, für das erste Halbjahr ergab sich ein Plus von 1,3 Prozentpunkten. Ausschlaggebend dafür waren die Kostensenkungen durch den im Vorjahr abgeschlossenen Personalabbau. Zudem machte sich der höhere Anteil des ertragsstärkeren Service-Geschäfts am Umsatz bemerkbar.

CORPORATE CENTER UND ALLOKATIONSEFFEKTE

Das EBIT vor Sondereffekten des Corporate Centers (vor allem Dürr AG und Shared Service Center) ging im ersten Halbjahr 2025 auf -27,8 Mio. € zurück (H1 2024: - 20,9 Mio. €). Ursächlich dafür waren höhere Aufwendungen für Synergieprojekte im Rahmen des OneDürrGroup-Programms. Die Allokationseffekte betrugen wie im Vorjahr -6,0 Mio. €, die Konsolidierungseffekte waren mit -0,1 Mio. € unwesentlich.

CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMS ENVIRONMENTAL

1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Auftragseingang Mio. € 179,2 204,7 90,2 90,6
Umsatz Mio. € 184,2 188,8 88,7 98,9
EBITDA Mio. € 19,5 26,6 9,1 13,4
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 25,2 26,3 12,0 13,6
EBIT Mio. € 19,5 22,4 9,1 11,3
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 13,7 13,9 13,5 13,7
EBIT-Marge % 10,6 11,8 10,2 11,4
ROCE (annualisiert) % 98,6 107,2 98,6 107,2
Beschäftigte (30.6.) 1.299 1.266 1.299 1.266

Die Division Clean Technology Systems Environmental wird voraussichtlich im vierten Quartal an den Käufer Stellex Capital übergehen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf Seite 5. Aufgrund der Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich wurden Leistungsverrechnungen an Clean Technology Systems Environmental in Höhe von -6,0 Mio. € (H1 2024: -6,0 Mio. €) nicht im Ergebnis der Division erfasst, sondern als Allokationseffekte in den fortgeführten Geschäftsbereichen (Sammelposition Corporate Center / Konsolidierung / Allokationseffekte). Die um die Allokationseffekte bereinigten Ergebniskennzahlen in der obenstehenden Tabelle sind daher nicht mit den entsprechenden Positionen der anderen Divisions vergleichbar.

RISIKEN UND CHANCEN

Eine ausführliche Darstellung der Chancen und Risiken sowie der dazugehörigen Managementsysteme finden Sie im Geschäftsbericht 2024 ab Seite 76. Im bisherigen Jahresverlauf bewirkten die Zollkonflikte einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit und der entsprechenden Risiken. Vor diesem Hintergrund nahm das Gesamtrisiko des Dürr-Konzerns gegenüber dem Jahresende 2024 leicht zu. Risiken oder Wechselwirkungen von Risiken, die eine Gefahr für den Fortbestand des Konzerns darstellen könnten, sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar.

PERSONELLE VERÄNDERUNGEN

Im Berichtszeitraum gab es keine personellen Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat der Dürr AG.

AUSBLICK

KONJUNKTUR

Im Zuge der jüngsten Zollabkommen hat der Internationale Währungsfonds Ende Juli seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2025 auf 3,0 % angehoben. Während für die USA nur noch ein Plus von 1,0 % erwartet wird, verbesserten sich die Aussichten für China (4,8 %) und für den Euroraum (1,0 %) leicht. Für Deutschland geht der IWF von einem minimalen Wachstum von 0,1 % im Vergleich zum Vorjahr aus. Risiken durch potenziell höhere Zölle, erhöhte Unsicherheit und geopolitische Spannungen bleiben unverändert bestehen.

Nachdem der Auftragseingang des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus im ersten Halbjahr auf niedrigem Niveau zunahm, ist der VDMA für das zweite Halbjahr verhalten optimistisch, warnt aber vor den negativen Auswirkungen der Zollkonflikte. Seine Prognose eines realen Produktionsrückgangs von 2,0 % im Jahr 2025 bestätigte der Verband zuletzt.

GESCHÄFTSPROGNOSE

Die Prognose für 2025 bezieht sich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. Sie basiert auf den im Geschäftsbericht 2024 genannten Annahmen zu Marktentwicklungen und berücksichtigt die derzeit erkennbaren Folgen der Zollkonflikte im zweiten Quartal sowie der aktuellen geopolitischen Konflikte. Die Prognose für den Gesamtkonzern (inklusive Umwelttechnik) wird aufgrund des für das vierte Quartal erwarteten Ausscheidens der Umwelttechnik aus dem Konzern eingestellt; Ausnahmen bilden die Positionen Ergebnis nach Steuern und Nettofinanzstatus.

Trotz der erhöhten gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit bestätigen wir die Prognose für Umsatz, EBIT-Marge vor Sondereffekten und Ergebnis nach Steuern. Die Prognose für den Auftragseingang wurde am 23. Juli 2025 auf 3.800 bis 4.100 Mio. € angepasst (zuvor: 4.300 bis 4.700 Mio. €). Ausschlaggebend waren der verhaltene Auftragseingang im zweiten Quartal und die Investitionsunsicherheit der Kunden infolge der Zollkonflikte. Beim Umsatz streben wir nunmehr das untere Ende des Zielkorridors von 4.200 bis 4.600 Mio. € an. Dies berücksichtigt die vereinzelten Projektverzögerungen durch Kunden in der Division Automotive und die verhaltene Auftragslage bei Industrial Automation und Woodworking.

Die Jahresprognose für das Ergebnis nach Steuern von 120 bis 170 Mio. € wird bestätigt und unterliegt positiven und negativen Sondereffekten. Dazu zählen:

der Buchgewinn von voraussichtlich 160 bis 190 Mio. € (nach Steuern) aus der Veräußerung der Umwelttechnik im vierten Quartal

die Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in Höhe von 120,4 Mio. € in der Division Industrial Automation im zweiten Quartal

die Rückstellungen von 40 bis 50 Mio. € im zweiten Halbjahr für die geplante Anpassung der Verwaltungsstrukturen

Die Prognose für die EBIT-Marge (nach Sondereffekten) wurde auf -1,0 bis 0,0 % korrigiert, da der Buchgewinn aus der Veräußerung der Umwelttechnik nicht im EBIT der fortgeführten Geschäftsbereiche berücksichtigt wird. Die Prognose für den Nettofinanzstatus haben wir am 29. Juni 2025 auf -250 bis -300 Mio. € angepasst (zuvor: -500 bis -550 Mio. €), da wir im vierten Quartal einen Nettoerlös von rund 250 Mio. € aus dem Verkauf der Umwelttechnik erwarten.

AUSBLICK FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE

Ist 2024 Prognose 2025
Auftragseingang Mio. € 4.745,7 3.800 bis 4.1001 (zuvor: 4.300 bis 4.700)
Umsatz Mio. € 4.290,9 4.200 bis 4.600 (voraussichtlich unteres Ende der Zielspanne)
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 4,6 4,5 bis 5,5
EBIT-Marge % 3,6 -1,0 bis 0,01 (zuvor: 3,5 bis 4,5)
ROCE (annualisiert) % 11,4 10 bis 15
Free Cashflow Mio. € 129,6 0 bis 50
Investitionen (ohne Akquisitionen) % des Umsatzes 4,4 3,0 bis 5,0

1 Angepasst am 23. Juli 2025

AUSBLICK GESAMTKONZERN

Ist 2024 Prognose 2025
Ergebnis nach Steuern Mio. € 102,1 120 bis 170
Nettofinanzstatus (31.12.) Mio. € -396,2 -250 bis -3001 (zuvor: -500 bis -550)

1 Angepasst am 29. Juni 2025

Auf Ebene der Divisions haben wir bei Automotive und Industrial Automation nach dem zweiten Quartal die Prognose für den Auftragseingang gesenkt. Zudem wurden bei Industrial Automation die Ziele für Umsatz und EBIT-Marge vor Sondereffekten angepasst. Die Prognose für die Umwelttechnik (Clean Technology Systems Environmental) wird aufgrund des für das vierte Quartal erwarteten Ausscheidens aus dem Konzern eingestellt. Einen Überblick gibt die folgende Tabelle.

AUSBLICK DIVISIONS

Auftragseingang Umsatz EBIT-Marge vor Sondereffekten
(Mio. €) (Mio. €) (%)
Ist 2024 Ziel 2025 Ist 2024 Ziel 2025 Ist 2024 Ziel 2025
Automotive 2.606 1.800 bis 2.0001 (zuvor: 2.100 bis 2.300) 2.057 2.000 bis 2.200 8,4 7,5 bis 8,5
Industrial Automation 812 650 bis 8001 (zuvor: 800 bis 950) 852 750 bis 8501 (zuvor: 850 bis 950) 3,6 3,5 bis 4,5 (zuvor: 4,5 bis 5,5)
Woodworking 1.357 1.300 bis 1.500 1.413 1.350 bis 1.450 3,6 4,5 bis 5,5

1 Angepasst am 7. August 2025

NACHTRAGSBERICHT

Am 23. Juli 2025 haben wir per Ad-hoc-Meldung unsere Jahresprognose für den Auftragseingang auf 3.800 bis 4.100 Mio. € gesenkt. Zugleich wurden die Ziele für Umsatz, EBIT-Marge nach Sondereffekten und Ergebnis nach Steuern bestätigt. Darüber hinaus kündigten wir den geplanten Abbau von rund 500 Stellen in der Verwaltung an und informierten über die Wertminderung in Höhe von 120,4 Mio. € des Geschäfts- oder Firmenwerts. Die für den geplanten Stellenabbau in der Verwaltung benötigten Rückstellungen in Höhe von 40 bis 50 Mio. € werden im zweiten Halbjahr 2025 gebildet. Details enthält der Abschnitt „Wesentliche Ereignisse und Hinweise zum Zahlenwerk“ ab Seite 5. Zwischen dem Ende des Berichtszeitraums und der Veröffentlichung dieses Zwischenberichts gab es keine weiteren Ereignisse, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussten oder beeinflussen könnten.

 

Bietigheim-Bissingen, 7. August 2025

Dürr Aktiengesellschaft

Dr. Jochen Weyrauch, Vorstandsvorsitzender

Dietmar Heinrich, Finanzvorstand

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2025

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 20241 2. Quartal 2025 2. Quartal 20241
Umsatzerlöse 2.008.316 2.092.463 1.000.902 1.083.950
Umsatzkosten -1.556.078 -1.653.512 -774.869 -863.241
Bruttoergebnis vom Umsatz 452.238 438.951 226.033 220.709
Vertriebskosten -197.164 -192.800 -99.628 -97.940
Allgemeine Verwaltungskosten -121.926 -119.405 -57.497 -57.746
Forschungs- und Entwicklungskosten -70.390 -68.463 -36.309 -34.535
Sonstige betriebliche Erträge 25.613 51.057 13.792 11.936
Sonstige betriebliche Aufwendungen -146.308 -51.983 -135.090 -13.683
Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern -57.937 57.357 -88.699 28.741
Beteiligungsergebnis 986 -408 911 113
Zinsen und ähnliche Erträge 12.891 17.105 4.749 9.357
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -26.766 -37.097 -12.927 -19.663
Ergebnis vor Ertragsteuern -70.826 36.957 -95.966 18.548
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -22.559 -14.432 -14.516 -8.169
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen -93.385 22.525 -110.482 10.379
davon entfallen auf
Nicht beherrschende Anteile 2.219 76 1.530 -145
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft -95.604 22.449 -112.012 10.524
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich 14.512 16.670 6.745 8.561
davon entfallen auf
Nicht beherrschende Anteile - - -
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 14.512 16.670 6.745 8.561
Ergebnis des Dürr-Konzerns -78.873 39.195 -103.737 18.940
davon entfallen auf
Nicht beherrschende Anteile 2.219 76 1.530 -145
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft -81.092 39.119 -105.267 19.085
Anzahl ausgegebener Aktien in Tsd. 69.202,08 69.202,08 69.202,08 69.202,08
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert)
Fortgeführte Geschäftsbereiche -1,38 0,33 -1,62 0,16
Aufgegebener Geschäftsbereich 0,21 0,24 0,10 0,12
Dürr-Konzern -1,17 0,57 -1,52 0,28
Ergebnis je Aktie in € (verwässert)
Fortgeführte Geschäftsbereiche -1,28 0,32 -1,51 0,15
Aufgegebener Geschäftsbereich 0,20 0,23 0,09 0,12
Dürr-Konzern -1,08 0,55 -1,42 0,27

1 Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung für das 1. Halbjahr 2024 und für das 2. Quartal 2024 wurde gemäß IFRS 5 ,,Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche“ retrospektiv angepasst.

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2025

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024
Ergebnis des Dürr-Konzerns -78.873 39.195 -103.737 18.940
Ergebnisneutrale Bestandteile, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne und ähnlicher Verpflichtungen 3.618 3.651 -403 2.021
darauf entfallende latente Steuern -880 -1.062 70 -528
Ergebnisneutrale Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten 35.849 -16.614 18.599 -8.250
darauf entfallende latente Steuern -10.215 4.412 -5.432 2.199
Translationseffekte aus der Währungsumrechnung -58.233 9.210 -40.272 -2.131
Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses nach Steuern -29.861 -403 -27.438 -6.689
Gesamtergebnis nach Steuern -108.734 38.792 -131.175 12.251
davon entfallen auf
Nicht beherrschende Anteile 2.152 52 1.445 -162
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft -110.886 38.740 -132.620 12.413

KONZERNBILANZ ZUM 30. JUNI 2025

AKTIVA

Tsd. € 30. Juni 2025 31. Dezember 2024 30. Juni 2024
Geschäfts- oder Firmenwerte 525.491 653.156 723.470
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 312.272 323.493 342.629
Sachanlagen 649.290 679.591 670.915
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 15.479 15.380 15.998
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen 18.986 18.608 16.931
Übrige Finanzanlagen 12.616 12.618 10.460
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 26.661 29.998 33.577
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 22.265 16.210 9.796
Latente Steueransprüche 80.748 84.352 87.271
Sonstige Vermögenswerte 4.154 4.872 4.347
Langfristige Vermögenswerte 1.667.962 1.838.278 1.915.394
Vorräte und geleistete Anzahlungen 611.918 627.516 748.321
Vertragliche Vermögenswerte 568.656 618.634 652.294
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 530.168 528.078 662.772
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 218.546 150.552 213.705
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 644.410 831.585 818.050
Ertragsteuerforderungen 27.226 27.217 38.336
Sonstige Vermögenswerte 108.943 77.236 96.904
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 234.936 279.279 40.407
Kurzfristige Vermögenswerte 2.944.803 3.140.097 3.270.789
Summe Aktiva Dürr-Konzern 4.612.765 4.978.375 5.186.183

PASSIVA

Tsd. € 30. Juni 2025 31. Dezember 2024 30. Juni 2024
Gezeichnetes Kapital 177.157 177.157 177.157
Kapitalrücklage 74.428 74.428 74.428
Gewinnrücklagen 871.948 1.005.287 942.829
Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis -67.894 -37.816 -37.116
Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 1.055.639 1.219.056 1.157.298
Nicht beherrschende Anteile 20.087 4.665 6.516
Summe Eigenkapital 1.075.726 1.223.721 1.163.814
Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 29.196 33.048 36.292
Übrige Rückstellungen 27.114 26.007 20.925
Vertragliche Verbindlichkeiten 13.495 7.554 16.469
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.368 5.199 5.196
Wandelanleihe und Schuldscheindarlehen 891.004 1.138.118 1.211.534
Übrige Finanzverbindlichkeiten 62.902 75.777 108.317
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.996 12.568 10.886
Latente Steuerverbindlichkeiten 48.153 44.836 54.748
Übrige Verbindlichkeiten 518 535 520
Langfristige Verbindlichkeiten 1.081.746 1.343.642 1.464.887
Übrige Rückstellungen 136.103 171.288 186.052
Vertragliche Verbindlichkeiten 955.442 944.499 1.065.234
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 470.696 425.632 530.268
Wandelanleihe und Schuldscheindarlehen 286.104 54.951 166.814
Übrige Finanzverbindlichkeiten 52.528 79.657 50.845
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 204.514 382.115 316.810
Ertragsteuerverbindlichkeiten 55.672 64.344 60.213
Übrige Verbindlichkeiten 148.007 110.800 164.340
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 146.227 177.726 16.906
Kurzfristige Verbindlichkeiten 2.455.293 2.411.012 2.557.482
Summe Passiva Dürr-Konzern 4.612.765 4.978.375 5.186.183

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2025

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 1. 2024 Quartal 2025 1. Quartal 2024
Ergebnis vor Ertragsteuern -51.176 59.362 -86.808 30.016 35.632 29.346
Ertragsteuerzahlungen -37.336 -35.702 -22.149 -27.236 -15.187 -8.466
Zinsergebnis 13.733 19.943 8.081 10.265 5.652 9.678
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen -540 215 -451 -76 -89 291
Dividenden von at equity bilanzierten Unternehmen 78 - 78 - - -
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 191.577 80.322 155.186 40.278 36.391 40.044
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen 84 -157 63 46 21 -203
Ergebnis aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 7.678 1.174 5.237 1.174 2.441 -
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -4.629 8.620 -1.628 5.515 -3.001 3.105
Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva
Vorräte -11.596 32.053 -10.371 32.630 -1.225 -577
Vertragliche Vermögenswerte 29.259 26.974 24.468 13.929 4.791 13.045
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -16.168 -72.054 -58.153 -78.809 41.985 6.755
Übrige Forderungen und Vermögenswerte -66.040 -18.020 -37.830 -5.270 -28.210 -12.750
Rückstellungen -28.343 -2.922 -7.363 -2.907 -20.980 -15
Vertragliche Verbindlichkeiten 55.819 142.081 88.244 102.107 -32.425 39.974
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 54.876 -67.072 49.541 -20.882 5.335 -46.190
Übrige Verbindlichkeiten (nicht aus Finanzierungstätigkeit) 16.408 -10.910 -1.430 -15.546 17.838 4.636
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 153.684 163.907 104.715 85.234 48.969 78.673
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 136.478 141.488 104.704 82.004 31.774 59.484
davon aus aufgegebenem Geschäfstbereich 17.206 22.419 11 3.230 17.195 19.189
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -19.752 -23.442 -9.444 -13.399 -10.308 -10.043
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen1 -25.547 -46.099 -15.736 -23.892 -9.811 -22.207
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe abzüglich erhaltener flüssiger Mittel -1.202 - -1.202 - - -
Einnahmen aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 2.047 1.038 990 688 1.057 350
Einnahmen/Auszahlungen aus der Anlage in Termingeldern und sonstigen Wertpapieren -46.617 -186.625 -45.878 -51.746 -739 -134.879
Auszahlungen aus dem Verkauf von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten -2.023 -1.174 -195 -1.174 -1.828 -
Zinseinnahmen 10.805 12.737 5.894 7.117 4.911 5.620
Cashflow aus Investitionstätigkeit -82.289 -243.565 -65.571 -82.406 -16.718 -161.159
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen -78.884 -240.364 -64.502 -79.853 -14.382 -160.511
davon aus aufgegebenem Geschäfstbereich -3.405 -3.201 -1.069 -2.553 -2.336 -648

1 In der Position „Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen“ sind keine Zahlungsmittelabflüsse durch Zugänge von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen enthalten, da im Zugangszeitpunkt der Nutzungsrechte keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen (Ausnahme: gezahlte Anschaffungsnebenkosten und geleistete An- und Vorauszahlungen).

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024 2. Quartal 2025 2. Quartal 2024 1. Quartal 2025 1. Quartal 2024
Aufnahme/Rückzahlung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 8.229 -330.566 7.742 -302.911 487 -27.655
Aufnahme langfristiger Finanzverbindlichkeiten - 351.818 - 351.818 - -
Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten -37.845 -32.867 -22.671 -1.200 -15.174 -31.667
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -20.082 -20.120 -10.016 -10.676 -10.066 -9.444
Zahlungen aus Transaktionen mit Inhabern nicht beherrschender Anteile -4.954 -9.325 -5.416 -9.245 462 -80
Gezahlte Dividenden an die Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft -48.441 -48.441 -48.441 -48.441 - -
Gezahlte Dividenden an Inhaber nicht beherrschender Anteile -776 -623 -776 -623 - -
Andienung von Aktien im Rahmen des Abfindungsangebots an die Aktionäre der HOMAG Group AG -96.714 -6.939 - -6.139 -96.714 -800
Zinszahlungen -37.583 -43.162 -30.843 -25.530 -6.740 -17.632
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -238.166 -140.225 -110.421 -52.947 -127.745 -87.278
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen -210.654 -116.887 -97.248 -38.200 -113.406 -78.687
davon aus aufgegebenem Geschäfstbereich -27.512 -23.338 -13.173 -14.747 -14.339 -8.591
Einfluss von Wechselkursänderungen -20.628 2.039 -13.620 -2.364 -7.008 4.403
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -187.399 -217.844 -84.897 -52.483 -102.502 -165.361
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum Periodenanfang 832.582 1.036.930 730.080 871.569 832.582 1.036.340
Zum Periodenende 653.324 821.054 653.324 821.054 740.376 873.602
Abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten -8.141 -1.968 -8.141 -1.968 -10.296 -2.623
Abzüglich Risikovorsorge gemäß IFRS 9 -773 -1.036 -773 -1.036 -849 -1.603
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenende (Konzernbilanz) 644.410 818.050 644.410 818.050 729.231 869.376

KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2025

Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis
Bestandteile, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Tsd. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne Neubewertung von Eigenkapitalinstrumenten
1. Januar 2024 177.157 74.428 955.036 -27.536 -4.586
Ergebnis - - 39.119 - -
Kumuliertes sonstiges Ergebnis - - - 2.589 -
Gesamtergebnis nach Steuern - - 39.119 2.589 -
Dividenden - - -48.441 - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - -2.702 - -
Übrige Veränderungen - - -183 - -
30. Juni 2024 177.157 74.428 942.829 -24.947 -4.586
1. Januar 2025 177.157 74.428 1.005.287 -26.331 -4.586
Ergebnis - - -81.092 - -
Kumuliertes sonstiges Ergebnis - - - 2.738 -
Gesamtergebnis nach Steuern - - -81.092 2.738 -
Dividenden - - -48.441 - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - -3.817 25 -
Übrige Veränderungen - - 11 - -
30. Juni 2025 177.157 74.428 871.948 -23.568 -4.586
Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis
Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Tsd. € Unrealisierte Gewinne/ Verluste aus Cashflow Hedges Änderungen Konsolidierungskreis/ Umgliederungen Währungsumrechnung Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis
1. Januar 2024 4.122 504 -9.230 -36.726
Ergebnis - - - -
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -12.202 - 9.234 -379
Gesamtergebnis nach Steuern -12.202 - 9.234 -379
Dividenden - - - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - - -
Übrige Veränderungen - -11 - -11
30. Juni 2024 -8.080 493 4 -37.116
1. Januar 2025 -16.337 482 8.956 -37.816
Ergebnis - - - -
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 25.505 - -58.037 -29.794
Gesamtergebnis nach Steuern 25.505 - -58.037 -29.794
Dividenden - - - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile 52 - -350 -273
Übrige Veränderungen - -11 - -11
30. Juni 2025 9.220 471 -49.431 -67.894
Tsd. € Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
1. Januar 2024 1.169.895 7.071 1.176.966
Ergebnis 39.119 76 39.195
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -379 -24 -403
Gesamtergebnis nach Steuern 38.740 52 38.792
Dividenden -48.441 -623 -49.064
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile -2.702 -24 -2.726
Übrige Veränderungen -194 40 -154
30. Juni 2024 1.157.298 6.516 1.163.814
1. Januar 2025 1.219.056 4.665 1.223.721
Ergebnis -81.092 2.219 -78.873
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -29.794 -67 -29.861
Gesamtergebnis nach Steuern -110.886 2.152 -108.734
Dividenden -48.441 -776 -49.217
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile -4.090 13.701 9.611
Übrige Veränderungen - 345 345
30. Juni 2025 1.055.639 20.087 1.075.726

KONZERNANHANG 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2025

1. GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG

DAS UNTERNEHMEN

Die Dürr Aktiengesellschaft („Dürr AG“ oder „die Gesellschaft“) hat ihren Sitz in Stuttgart, Deutschland, und ist in das Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart eingetragen (HRB 13677); die Geschäftsanschrift lautet Carl-Benz-Straße 34 in 74321 Bietigheim-Bissingen. Der Dürr-Konzern, der aus der Dürr AG und ihren Tochtergesellschaften besteht, ist ein Maschinen- und Anlagenbauunternehmen mit ausgeprägter Kompetenz in den Bereichen Automatisierung, nachhaltige Produktionsprozesse und Digitalisierung. In nahezu allen seinen Tätigkeitsfeldern steht der Konzern an der Spitze des Weltmarkts. Die beiden größten Abnehmergruppen sind die Automobilindustrie und der Holzbearbeitungssektor. Darüber hinaus werden zum Beispiel die Branchen Maschinenbau, Chemie, Pharma und Batterieproduktion sowie Hersteller von medizintechnischen Produkten und Elektrogeräten mit Produktionstechnik beliefert. Im Geschäftsjahr 2024 hatte der Dürr-Konzern eine Struktur mit fünf weltweit agierenden Divisions. Zum 1. Januar 2025 wurde diese Struktur angepasst, seither ist der Konzern in vier Divisions organisiert. Die Division Automotive bündelt das Geschäft der ehemaligen Divisions Paint and Final Assembly Systems sowie Application Technology und bietet Lackier- und Montagetechnik sowie Prüf- und Befülltechnik für die Automobilindustrie. Ebenso realisiert die Division Produkte und Systeme für den automatisierten Lackauftrag sowie für die Sealing- und Klebetechnik. Clean Technology Systems Environmental (ehemals Clean Technology Systems) bietet Systeme zur Abluftreinigung und Schalldämmungssysteme. Die Aktivitäten in der Batterieproduktionstechnik wurden im Dezember 2024 aus der Division Clean Technology Systems Environmental herausgelöst und in die Division Industrial Automation eingegliedert. Industrial Automation (ehemals Industrial Automation Systems) bündelt das Geschäft mit Automatisierungssystemen, Auswucht- und Tooling-Technik sowie die Aktivitäten in der Batterieproduktionstechnik. Woodworking (ehemals Woodworking Machinery and Systems) entwickelt und erstellt Maschinen und Systeme zur Holzbearbeitung, die in der Produktion von Möbeln und Küchen sowie von Bauelementen für klimafreundliche Holzhäuser zum Einsatz kommen.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Der Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2025 ist verkürzt und wurde in Übereinstimmung mit International Accounting Standard (IAS) 34 „Zwischenberichterstattung“ erstellt. Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Konzernabschluss vom 31. Dezember 2024 und sollte in Zusammenhang mit diesem gelesen werden.

Der Konzernzwischenabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Abschlussstichtag anzuwenden waren, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2025 wurde keiner prüferischen Durchsicht oder Prüfung im Sinne des § 317 HGB unterzogen.

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 angewendeten Methoden; hierzu wird auf den Geschäftsbericht 2024 verwiesen. Die Änderungen an IFRS-Standards und Interpretationen, die zum 1. Januar 2025 erstmalig anzuwenden waren, haben für den Dürr-Konzern keine wesentlichen Auswirkungen.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzernabschlusses zur Zwischenberichterstattung in Übereinstimmung mit IAS 34 muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Die Schätzungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 angewendeten Schätzungsmethoden.

Aufwendungen, die unregelmäßig während des Geschäftsjahres anfallen, wurden in den Fällen abgegrenzt, in denen am Ende des Geschäftsjahres ebenfalls eine Abgrenzung erfolgen würde. Die Geschäftstätigkeit des Dürr-Konzerns unterliegt keinen wesentlichen saisonalen Einflüssen. Der Ertragsteueraufwand in den Zwischenabschlüssen wird auf Grundlage der erwarteten Ertragsteuerquote für die einzelnen Gesellschaften für das Gesamtjahr abgegrenzt.

Das Geschäftsjahr des Dürr-Konzerns entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt; alle Beträge werden in Tsd. € angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.

Die zum Verkauf stehende Division Clean Technology Systems Environmental wird im Konzernabschluss weiterhin als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. Die übrigen Divisions und das Corporate Center bilden die fortgeführten Geschäftsbereiche des Konzerns. Die Angaben über Kennzahlen in der Gewinn- und Verlustrechnung beziehen sich grundsätzlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche, es sei denn, der aufgegebene Geschäftsbereich wird gesondert erwähnt.

2. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss zum 30. Juni 2025 sind neben der Dürr AG die in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, bei denen die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Eine Beherrschung im Sinne des IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ liegt vor, wenn eine Gesellschaft aufgrund ihrer Beteiligung an einem anderen Unternehmen positiven oder negativen Rückflüssen ausgesetzt ist oder über Rechte verfügt, diese zu erhalten. Weiterhin muss die Möglichkeit gegeben sein, die variablen Rückflüsse zu beeinflussen, indem die Gesellschaft die Aktivitäten des Unternehmens steuert. Die Beherrschung kann aufgrund von Stimmrechten oder bestehenden Umständen, unter anderem aufgrund von vertraglichen Regelungen, erfolgen.

Gesellschaften werden ab dem Zeitpunkt in den Dürr-Konzernabschluss einbezogen, an dem die Möglichkeit der Beherrschung erlangt wird. Bei der überwiegenden Anzahl der Konzerngesellschaften bildet die Mehrheit der Stimmrechte die Grundlage der Beherrschung. Bei vier Gesellschaften hat der Dürr-Konzern aufgrund vertraglicher Regelungen die Möglichkeit, die Beherrschung auszuüben, obwohl der Konzern nur jeweils 50 % der Anteile beziehungsweise 50 % oder weniger der Stimmrechte der Gesellschaft besitzt. Bei zwei der Gesellschaften kann der Konzern bei Stimmrechtsgleichheit die Entscheidung herbeiführen, bei den beiden anderen Gesellschaften hat der Dürr-Konzern die operative Führung. Darüber hinaus bezieht der Konzern vier strukturierte Unternehmen in den Konzernabschluss mit ein. Die Konsolidierung einer in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft endet, wenn der Dürr-Konzern die Beherrschung über die Gesellschaft verliert.

Unternehmen, auf die der Dürr-Konzern maßgeblichen Einfluss gemäß IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen“ ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % bis 50 % angenommen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie viele Gesellschaften der Konsolidierungskreis neben der Dürr AG als Mutterunternehmen umfasst.

ANZAHL GESELLSCHAFTEN

30. Juni 2025 31. Dezember 2024
Vollkonsolidierte Unternehmen
Inland 33 33
Ausland 99 91
Summe 132 124
At equity bilanzierte Unternehmen
Inland 1 1
Ausland 1 1
Summe 2 2
Übrige Finanzanlagen
Inland 1 1
Ausland 2 2
Summe 3 3

Der Konzernzwischenabschluss enthält 51 (31.12.2024: 10) Gesellschaften, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind. Der Anstieg ist auf den Ablauf der Andienungsfrist im Spruchverfahren um die Angemessenheit des Barabfindungsangebots und der Garantiedividende für außenstehende Aktionäre der HOMAG Group AG zurückzuführen. Nach Ablauf der Andienungsfrist wurden die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgebucht und die verbliebenen nicht angedienten Aktien im Streubesitz fortan als nicht beherrschende Anteile (Minderheiten) an der HOMAG Group AG ausgewiesen. Weitere Informationen zum Spruchverfahren enthält Textziffer 9.

Es bestehen zwei Gesellschaften, die aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten nur zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen werden.

VERÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES

ZUGÄNGE VOLLKONSOLIDIERTER UNTERNEHMEN

Gesellschaft Anteil am Kapital Mit Wirkung zum Art des Anteilserwerbs
Dürr CTS GmbH, Stuttgart/Deutschland 100,0 % 7. März 2025 Gründung
DÜRR CTS LTD, Warwick/Großbritannien 100,0 % 4. April 2025 Gründung
Dürr CTS Holding Inc., Wilmington, Delaware/USA 100,0 % 17. April 2025 Gründung
Dürr CTS SAS, Lisses/Frankreich 100,0 % 12. Mai 2025 Gründung
Dürr CTS Korea Inc., Seoul/Südkorea 100,0 % 13. Mai 2025 Gründung
DURR CTS BRAZIL LTDA, São Paulo/Brasilien 100,0 % 16. Mai 2025 Gründung
CTS Technology [Shanghai] Co., Ltd., Schanghai/V. R. China 100,0 % 23. Mai 2025 Gründung
Dürr CTS Inc., Newark, Delaware/USA 100,0 % 30. Mai 2025 Gründung
DURR CTS Private Limited, Pune/Indien 100,0 % 27. Juni 2025 Akquisition

ENTKONSOLIDIERUNGEN/VERSCHMELZUNGEN

Gesellschaft Mit Wirkung zum Anmerkung
Dürrthermea GmbH, Bietigheim-Bissingen/Deutschland 1. Januar 2025 Verschmelzung auf Techno-Step GmbH, Böblingen/Deutschland

3. UMSATZERLÖSE

UMSATZERLÖSE

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1.283.941 1.291.314
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 722.352 799.145
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen 2.023 2.004
Summe Umsatzerlöse 2.008.316 2.092.463
davon
Umsatzerlöse mit der Automobilindustrie 1.103.736 1.111.763
Umsatzerlöse mit der Holzbearbeitungsindustrie 672.362 703.550

Der Anteil der Umsatzerlöse aus dem Service-Geschäft beträgt 27 % (Vorjahr: 27 %) und setzt sich wie folgt zusammen:

UMSATZERLÖSE AUS SERVICE-GESCHÄFT

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024
Ersatzteile 243.673 261.798
Modifikationen 197.715 198.128
Sonstige 102.253 100.623
Summe Umsatzerlöse aus Service-Geschäft 543.641 560.549

4. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Berichtszeitraum im Wesentlichen Währungsgewinne in Höhe von 17.219 Tsd. €, Erträge aus der Anpassung von bedingten Kaufpreisverpflichtungen in Höhe von 2.257 Tsd. € sowie Erträge aus Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 2.081 Tsd. €. Im Vorjahr enthielten sie überwiegend Währungsgewinne in Höhe von 44.010 Tsd. € und Erträge aus Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 2.970 Tsd. €. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten größtenteils Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe von 120.431 Tsd. € sowie Währungsverluste in Höhe von 19.179 Tsd. € (Vorjahr: Währungsverluste in Höhe von 45.819 Tsd. € und Aufwendungen im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in Höhe von 1.511 Tsd. €). Die Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts betrifft die zahlungsmittelgenerierende Einheit Production Automation Systems und wird in Textziffer 8 näher erläutert.

5. ZINSERGEBNIS

ZINSERGEBNIS

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024
Zinsen und ähnliche Erträge 12.891 17.105
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -26.766 -37.097
davon
Zinsaufwand aus den Schuldscheindarlehen -18.277 -18.971
Zinsaufwand aus der Wandelanleihe -563 -563
Zinsaufwand aus der Brückenfinanzierung für die Akquisition der BBS Automation-Gruppe - -4.799
Zinsaufwand aus der Folgebilanzierung des abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der HOMAG Group AG -558 -4.275
Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen -2.593 -2.750
Amortisation von Transaktionskosten, Agio aus Begebung von Wandelanleihe, Schuldscheindarlehen, Konsortialkredit und Brückenfinanzierung -1.948 -2.744
Nettozinsaufwand aus der Bewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen -425 -369
Sonstige Zinsaufwendungen -2.402 -2.626
Zinsergebnis -13.875 -19.992

6. AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH

Am 29. Juni 2025 hat der Dürr-Konzern einen Vertrag zum Verkauf der Division Clean Technology Systems Environmental mit ihrem Umwelttechnikgeschäft unterzeichnet. Käufer ist eine Tochtergesellschaft des Investors Stellex Capital Management LLC. Im Zuge der Transaktion wird der Konzern eine Rückbeteiligung in Höhe von etwa 25 % an der Umwelttechnik beibehalten. Der Vollzug der Transaktion unterliegt den üblichen Genehmigungspflichten und wird für das vierte Quartal 2025 erwartet. Weitere Informationen bezüglich des Verkaufs können dem Lagebericht Seite 5 entnommen werden.

Für die Berichterstattung zum 30. Juni 2025 wird das Geschäft der Clean Technology Systems Environmental weiterhin als aufgegebener Geschäftsbereich eingestuft. Nachfolgend werden das Ergebnis, die Cashflows und das Nettovermögen des aufgegebenen Geschäftsbereichs für das erste Halbjahr 2025 und zum 30. Juni 2025 dargestellt. Die Vergleichszahlen wurden entsprechend angepasst. Das Nettovermögen wird in der Konzernbilanz als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausgewiesen.

AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024
Periodenergebnis
Umsatzerlöse 184.225 188.844
Aufwendungen und Erträge -164.575 -166.439
Ergebnis vor Ertragsteuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich 19.650 22.405
Ertragsteueraufwand -5.138 -5.735
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich 14.512 16.670
Cashflow
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 17.206 22.419
Cashflow aus Investitionstätigkeit -3.405 -3.201
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -27.512 -23.338
Tsd. € 30. Juni 2025 31. Dezember 2024
Aktiva
Geschäfts- oder Firmenwert 68.426 72.489
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 2.519 2.838
Sachanlagen 25.443 23.393
Latente und laufende Ertragsteueransprüche 1.437 12.250
Vorräte und geleistete Anzahlungen 25.107 28.238
Vertragliche Vermögenswerte 40.260 50.650
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 55.833 73.584
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.141 9.776
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.905 1.242
Sonstige Vermögenswerte 3.584 2.540
Summe der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte aus aufgegebenem Geschäftsbereich 232.655 277.000
Passiva
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge aus als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten aus aufgegebenem Geschäftsbereich 3.318 5.624
Rückstellungen 17.335 18.176
Vertragliche Verbindlichkeiten 68.064 80.590
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 41.392 56.909
Latente und laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 364 2.112
Finanzverbindlichkeiten 4.175 2.978
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.154 11.426
Sonstige Verbindlichkeiten 7.743 5.535
Summe der Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten aus aufgegebenem Geschäftsbereich 146.227 177.726

7. ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE

In Brasilien stehen am Standort Taboao da Serra eine Immobilie und weitere Sachanlagen zum Verkauf. Die Immobilie ist der Division Automotive, die Sachanlagen sind den Divisions Woodworking und Automotive zugeordnet und sind zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.

Darüber hinaus steht in Südafrika am Standort Gqeberha eine Trainingsanlage zum Verkauf. Der zur Veräußerung gehaltene Vermögenswert ist der Division Automotive zugeordnet und ist zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.

ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE

Tsd. € 30. Juni 2025 31. Dezember 2024
Grundstücke und Gebäude 1.910 1.907
Sonstige Sachanlagen 371 372
Summe Vermögenswerte 2.281 2.279

8. WERTMINDERUNGSPRÜFUNG IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

Der Dürr-Konzern überprüft die Werthaltigkeit des Buchwerts von immateriellen Vermögenswerten, einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerten, und Sachanlagen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass diese wertgemindert sein können. Zum 30. Juni 2025 wurde aufgrund solcher Hinweise die zahlungsmittelgenerierende Einheit Production Automation Systems einer Werthaltigskeitsprüfung unterzogen. Production Automation Systems verzeichnete im zweiten Quartal 2025 einen Einbruch im Auftragseingang, der auf ein sehr erfolgreiches erstes Quartal 2025 folgte. Diese Geschäftsentwicklung reflektiert das verhaltene Geschäft mit der Automobilindustrie infolge makroökonomischer Unsicherheiten und der stockenden Entwicklung der Elektromobilität.

Im Rahmen der Bewertung wurden ein Diskontierungszinssatz vor Steuern von 13,13 % (31.12.2024: 11,68 %) und eine langfristige Wachstumsrate in der ewigen Rente von 1,75 % (31.12.2024: 1,75 %) angesetzt. Auf dieser Grundlage wurde eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in Höhe von 120.431 Tsd. € ermittelt und in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert.

9. SPRUCHVERFAHREN HOMAG

Im Spruchverfahren um die Angemessenheit des Barabfindungsangebots und der Garantiedividende für außenstehende Aktionäre der HOMAG Group AG ist im Dezember 2024 eine rechtskräftige Entscheidung ergangen. Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart bestätigte per Beschluss die Angemessenheit einer Barabfindung von 31,58 € je Aktie und einer Garantiedividende von 1,02 € je Aktie (netto). Damit bestätigte es letztinstanzlich die vorangegangene Entscheidung des Landgerichts Stuttgarts vom August 2019, gegen das Aktionäre der HOMAG Group AG im Oktober 2019 Beschwerde eingelegt hatten.

Die Entscheidung des OLG Stuttgart wurde am 3. Januar 2025 im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Am selben Tag begann eine zweimonatige Frist, während der die außenstehenden HOMAG-Aktionäre der Dürr Technologies GmbH ihre Anteile zum Preis von 31,58 € je Aktie andienen konnten. Mit Ablauf der Andienungsfrist am 3. März 2025 ist das Barangebot verfallen. Bis zum Ablauf der Annahmefrist wurden insgesamt 2.524.581 Aktien angedient. Daraus ergab sich im ersten Halbjahr 2025 ein Zahlungsmittelabfluss von 96.714 Tsd. €. Nach Ablauf der Andienungsfrist waren 83,8 % der HOMAG Group AG-Aktien im Besitz der Dürr Technologies GmbH, weitere 14,1 % wurden von der Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann gehalten. Der Streubesitz belief sich auf 2,1 %. Veränderungen in der Aktionärsstruktur ergaben sich seitdem nicht.

Bis zum Ablauf der Andienungsfrist am 3. März 2025 wurden für den Streubesitz sonstige finanzielle Verbindlichkeiten für den Erwerb von Aktien sowie zur Zahlung sonstiger Ausgleichsansprüche passiviert. Nach Ablauf der Andienungsfrist wurden die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgebucht und die verbliebenen nicht angedienten Aktien im Streubesitz als nicht beherrschende Anteile (Minderheiten) an der HOMAG Group AG ausgewiesen.

10. FINANZIERUNG DES KONZERNS

SCHULDSCHEINDARLEHEN

Die Dürr AG hat im Januar 2025 eine Tranche in Höhe von 12.500 Tsd. € des Schuldscheindarlehens aus dem Jahr 2021 und im April 2025 eine Tranche in Höhe von 5.000 Tsd. € des Schuldscheindarlehens aus dem Jahr 2020 getilgt.

SONSTIGE DARLEHEN

Im ersten Halbjahr 2025 wurden sonstige langfristige Darlehen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 20.345 Tsd. € getilgt. Gegenläufig wurden kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 8.375 Tsd. € aufgenommen.

11. SONSTIGE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Die vom Dürr-Konzern zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente teilen sich wie folgt auf die Fair-Value-Hierarchiestufen auf:

ZUORDNUNG ZU FAIR-VALUE-HIERARCHIESTUFEN

Fair-Value-Hierarchie
Tsd. € 30. Juni 2025 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Derivate mit Hedge-Beziehung 32.123 - 32.123 -
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Übrige Finanzanlagen 12.616 68 - 12.548
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.052 62 - 990
Derivate ohne Hedge-Beziehung 6.119 - 6.119 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 6.025 - 6.025 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Derivate mit Hedge-Beziehung 13.713 - 13.713 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Verpflichtungen aus Optionen 2.815 - - 2.815
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisraten 1.196 - - 1.196
Derivate ohne Hedge-Beziehung 5.472 - 5.472 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 1.253 - 1.253 -
Fair-Value-Hierarchie
Tsd. € 31. Dezember 2024 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Derivate mit Hedge-Beziehung 9.754 - 9.754 -
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Übrige Finanzanlagen 12.618 70 - 12.548
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.069 79 - 990
Derivate ohne Hedge-Beziehung 5.423 - 5.423 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 676 - 676 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Derivate mit Hedge-Beziehung 31.437 - 31.437 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Verpflichtungen aus Optionen 2.815 - - 2.815
Verbindlichkeiten aus Kaufpreisraten 4.867 - - 4.867
Derivate ohne Hedge-Beziehung 5.285 - 5.285 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 3.138 - 3.138 -

Im ersten Halbjahr 2025 fand keine Umgliederung zwischen den Fair-Value-Hierarchie-Stufen oder Bewertungskategorien statt.

SENSITIVITÄTEN STUFE 3

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, bedingten Kaufpreisraten und Optionen, die der Fair-Value-Hierarchie-Stufe 3 zugeordnet sind, unterliegen bei einer unterstellten Änderung der Input-Parameter den nachfolgend beschriebenen Wertschwankungen.

Die Kaufpreisverpflichtungen für Ingecal beruhen auf einem Fixbetrag, der einen Anteil des Gesamtkaufpreises darstellt. Die Zahlung der Kaufpreisverpflichtungen ist in der Höhe festgelegt und erfolgte zu einem Teil im Geschäftsjahr 2024.

Der beizulegende Zeitwert der bedingten Kaufpreisbestandteile der HOMAG-China-Golden-Field- Gruppe beruht auf dem Umsatz und dem Ergebnis der Gruppe für die Geschäftsjahre 2020 und 2021. Der Kaufpreis wurde im Geschäftsjahr 2022 final festgelegt und wird in Tranchen gezahlt. Die Zahlung der ersten Tranche ist im Geschäftsjahr 2022 erfolgt, eine weitere Zahlung erfolgte im Geschäftsjahr 2023. Die Zahlung der letzten Tranche erfolgte im zweiten Quartal 2025.

Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Parker Engineering Co ., Ltd. basiert hauptsächlich auf Einschätzungen des Managements zur Entwicklung der zukünftigen Free Cashflows der Gesellschaft. Der Wert der zugehörigen Verkaufsoption orientiert sich am anteiligen Eigenkapital der Gesellschaft und würde bei einer unterstellten Änderung der zukünftigen Free Cashflows nach oben beziehungsweise nach unten schwanken.

Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Nextomation Sp. z o.o. (vormals Teamtechnik Production Technology Sp. z o.o.) basiert hauptsächlich auf Einschätzungen des Managements zur Entwicklung der zukünftigen Free Cashflows der Gesellschaft. Der Wert der zugehörigen Verkaufsoption orientiert sich an den geprüften Geschäftszahlen der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung der Option und würde bei einer unterstellten Änderung der zukünftigen Free Cashflows nach oben beziehungsweise nach unten schwanken. Unverändert zum Vorjahr überstieg der vertraglich festgelegte Ausübungspreis den beizulegenden Zeitwert, was zur Folge hat, dass die Option weiterhin als sonstiger finanzieller Vermögenswert aktiviert wird.

BEIZULEGENDE ZEITWERTE DER FINANZINVESTITIONEN IN EIGENKAPITALINSTRUMENTE, BEDINGTEN KAUFPREISRATEN UND OPTIONEN

30. Juni 2025
Tsd. € Buchwert Sensitivitätsanalyse
+10 % -10 %
Ingecal 1.196 1.196 1.196
HOMAG China Golden Field-Gruppe - - -
Parker Engineering Co., Ltd. 9.667 10.344 8.990
Parker Engineering Co., Ltd. - Option 2.815 3.492 2.137
Nextomation Sp. z o.o. 1.794 1.973 1.614
Nextomation Sp. z o.o. - Option1 990 810 1.169

1 Ausweis als sonstiger finanzieller Vermögenswert.

31. Dezember 2024
Tsd. € Buchwert Sensitivitätsanalyse
+10 % -10 %
Ingecal 1.196 1.196 1.196
HOMAG China Golden Field-Gruppe 3,671 3.671 3.671
Parker Engineering Co., Ltd. 9.667 10.344 8.990
Parker Engineering Co., Ltd. - Option 2.815 3.492 2.137
Nextomation Sp. z o.o. 1.794 1.973 1.614
Nextomation Sp. z o.o. - Option1 990 810 1.169

1 Ausweis als sonstiger finanzieller Vermögenswert.

BEIZULEGENDE ZEITWERTE VON ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTEN

30. Juni 2025
Tsd. € Beizulegender Zeitwert Buchwert
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 644.410 644.410
Forderungen aus L&L 556.829 556.829
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 195.492 195.492
Passiva
Verbindlichkeiten aus L&L 472.064 472.064
Wandelanleihe 146.508 148.616
Schuldscheindarlehen 1.024.272 1.028.492
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.882 10.895
Weitere übrige Finanzverbindlichkeiten 12.230 12.230
Verpflichtungen aus Optionen 74.394 72.424
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 113.062 113.062
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.396.731 1.396.731
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.853.412 1.857.783
31. Dezember 2024
Tsd. € Beizulegender Zeitwert Buchwert
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 831.585 831.585
Forderungen aus L&L 558.076 558.076
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 149.840 149.840
Passiva
Verbindlichkeiten aus L&L 430.831 430.831
Wandelanleihe 145.860 147.389
Schuldscheindarlehen 1.059.295 1.045.680
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 24.696 24.839
Weitere übrige Finanzverbindlichkeiten 23.292 23.292
Verpflichtungen aus Optionen 188.753 190.153
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 156.988 156.988
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.539.501 1.539.501
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 2.029.715 2.019.172

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus L&L, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Verbindlichkeiten aus L&L sowie übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Der Zeitwert der langfristigen Verbindlichkeiten beruht auf den derzeitigen Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit vergleichbarem Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert des Fremdkapitals weicht - mit Ausnahme der Wandelanleihe, der Schuldscheindarlehen, der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der Verpflichtungen aus Optionen - kaum vom Buchwert ab.

12. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentdarstellung soll die Ertragskraft sowie die Vermögens- und Finanzlage einzelner Bereiche darstellen. Entsprechend der internen Berichts- und Organisationsstruktur des Konzerns werden einzelne Konzernabschlussdaten nach Divisions berichtet. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzernübergreifend gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet. Die Division Clean Technology Systems Environmental wurde im Geschäftsjahr 2024 als aufgegebener Geschäftsbereich bestimmt und wird für Zwecke der Segmentberichterstattung nicht mehr als Segment dargestellt.

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

1. Halbjahr 2025
Tsd. € Automotive Industrial Automation Woodworking Summe Segmente Überleitung1 Summe Dürr-Konzern (fortgeführte Geschäftsbereiche)
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 849.161 260.333 174.447 1.283.941 - 1.283.941
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 130.453 93.955 497.915 722.323 29 722.352
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - 2.023 - 2.023 - 2.023
Umsatzerlöse mit anderen Divisions 2.056 10.738 1.644 14.438 -14.438 -
Summe Umsatzerlöse 981.670 367.049 674.006 2.022.725 -14.409 2.008.316
davon aus Service- Geschäft 300.701 60.968 186.476 548.145 -4.504 543.641
Umsatzkosten -785.382 -300.298 -482.138 -1.567.818 11.740 -1.556.078
Overhead-Kosten2 -124.967 -74.631 -165.281 -364.879 -24.601 -389.480
EBIT 68.683 -126.567 27.339 -30.545 -27.392 -57.937
EBIT vor Sondereffekten 70.898 8.847 29.196 108.941 -27.832 81.109
Vermögen (zum 30.06.) 1.407.124 1.040.997 1.035.996 3.484.117 -9.819 3.474.298
Schulden (zum 30.06.) 1.052.888 346.217 615.074 2.014.179 68.369 2.082.548
Beschäftigte (zum 30.06.) 6.606 4.132 6.621 17.359 899 18.258

1 Die in der Überleitungsspalte ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen und zeitpunktbezogenen Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden betreffen das Corporate Center. Zudem enthält die Überleitungsspalte Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge, die ursprünglich der Division Clean Technology Systems Environmental zugeordnet wurden, aber im Rahmen einer Veräußerung im Corporate Center verbleiben werden.
2 Vertriebs-, Verwaltungs-, Forschungs- und Entwicklungskosten

1. Halbjahr 2024
Tsd. € Automotive2 Industrial Automation3 Woodworking Summe Segmente Überleitung1,2,3 Summe Dürr-Konzern (fortgeführte Geschäftsbereiche)
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 817.096 323.617 150.601 1.291.314 - 1.291.314
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 138.030 107.909 552.949 798.888 257 799.145
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - 2.004 - 2.004 - 2.004
Umsatzerlöse mit anderen Divisions 2.603 13.781 2.300 18.684 -18.684 -
Summe Umsatzerlöse 957.729 447.311 705.850 2.110.890 -18.427 2.092.463
davon aus Service- Geschäft 309.629 69.915 184.943 564.487 -3.938 560.549
Umsatzkosten -768.126 -372.921 -530.112 -1.671.159 17.647 -1.653.512
Overhead-Kosten4 -123.745 -79.565 -158.181 -361.491 -19.177 -380.668
EBIT 63.570 -3.518 18.254 78.306 -20.949 57.357
EBIT vor Sondereffekten 66.464 21.128 21.478 109.070 -20.949 88.121
Vermögen (zum 31.12.) 1.367.408 1.231.338 1.070.664 3.669.410 20.240 3.689.650
Schulden (zum 31.12.) 1.011.734 375.691 636.523 2.023.948 198.588 2.222.536
Beschäftigte (zum 31.12.) 6.682 4.258 6.802 17.742 862 18.604

1 Die in der Überleitungsspalte ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen und zeitpunktbezogenen Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden betreffen das Corporate Center. Zudem enthält die Überleitungsspalte Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge, die ursprünglich der Division Clean Technology Systems Environmental zugeordnet wurden, aber im Rahmen einer Veräußerung im Corporate Center verbleiben werden.
2 Zum 1. Januar 2025 wurden die bisherigen Divisions Paint and Final Assembly Systems und Application Technology in der neuen Division Automotive zusammengeführt. Die Angaben für das erste Halbjahr 2024 und zum 31. Dezember 2024 wurden entsprechend angepasst.
3 Das Geschäft des Bereichs Lithium-Ion Battery wurde von Clean Technology Systems Environmental zu Industrial Automation transferiert. Die Angaben für das erste Halbjahr 2024 und zum 31. Dezember 2024 wurden entsprechend angepasst.
4 Vertriebs-, Verwaltungs-, Forschungs- und Entwicklungskosten

ÜBERLEITUNG VON SEGMENTWERTEN AUF DIE WERTE DES DÜRR-KONZERNS

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 20241,2
EBIT der Segmente -30.545 78.306
EBIT Corporate Center -27.268 -21.118
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen -124 169
EBIT aus fortgeführten Geschäftsbereichen -57.937 57.357
Beteiligungsergebnis 986 -408
Zinsen und ähnliche Erträge 12.891 17.105
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -26.766 -37.097
Ergebnis vor Ertragsteuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -70.826 36.957
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -22.559 -14.432
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -93.385 22.525
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich 14.512 16.670
Ergebnis des Dürr-Konzerns -78.873 39.195
Tsd. € 30. Juni 2025 31. Dezember 20241,2
Segmentvermögen 3.484.117 3.669.410
Vermögen Corporate Center 1.317.717 1.301.890
Vermögen des aufgegebenen Geschäftsbereichs 218.774 224.868
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen -1.327.536 -1.281.650
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 644.410 831.585
Termingelder und übrige Finanzforderungen 167.309 120.703
Ertragsteuerforderungen 27.226 27.217
Latente Steueransprüche 80.748 84.352
Gesamtvermögen des Dürr-Konzerns 4.612.765 4.978.375
Tsd. € 30. Juni 2025 31. Dezember 20241,2
Segmentschulden 2.014.179 2.023.948
Schulden Corporate Center 157.107 269.259
Schulden des aufgegebenen Geschäftsbereichs 150.433 181.738
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen - 88.738 -70.671
Wandelanleihe und Schuldscheindarlehen 1.177.108 1.193.069
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.895 24.839
Weitere übrige Finanzverbindlichkeiten 12.230 23.292
Ertragsteuerverbindlichkeiten 55.672 64.344
Latente Steuerverbindlichkeiten 48.153 44.836
Gesamtverbindlichkeiten des Dürr-Konzerns3 3.537.039 3.754.654

1 Zum 1. Januar 2025 wurden die bisherigen Divisions Paint and Final Assembly Systems und Application Technology in der neuen Division Automotive zusammengeführt. Die Angaben für das erste Halbjahr 2024 und zum 31. Dezember 2024 wurden entsprechend angepasst.
2 Das Geschäft des Bereichs Lithium-Ion Battery wurde von Clean Technology Systems Environmental zu Industrial Automation transferiert. Die Angaben für das erste Halbjahr 2024 und zum 31. Dezember 2024 wurden entsprechend angepasst.
3 Konzernbilanzsumme abzüglich Summe Eigenkapital

13. ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN PARTEIEN

Nahestehende Personen umfassen die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands. Zur Vergütung des Aufsichtsrats und des Vorstands wird auf den Geschäftsbericht 2024 verwiesen.

Nahestehende Unternehmen beinhalten die at equity bilanzierten Unternehmen und die nicht konsolidierten Tochterunternehmen des Dürr-Konzerns sowie Unternehmen, für die die Dürr AG ein assoziiertes Unternehmen darstellt. Geschäfte zwischen dem Dürr-Konzern und diesen Unternehmen betreffen ausschließlich Lieferungs- und Leistungsbeziehungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Dürr-Konzerns und erfolgen zu marktüblichen Bedingungen.

GESCHÄFTSVORFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN UND PARTEIEN

Tsd. € 1. Halbjahr 2025 1. Halbjahr 2024
Lieferungs- und Leistungsbeziehungen
Assoziierte Unternehmen 419 212
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen - -
Sonstiges nahestehendes Unternehmen 4 18
Mitglieder des Aufsichtsrats - -
Summe Lieferungs- und Leistungsbeziehungen 423 230

SALDEN MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN UND PARTEIEN

Tsd. € 30. Juni 2025 31. Dezember 2024
Forderungen gegenüber nahestehenden Personen und Parteien
Assoziierte Unternehmen 119 76
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen - -
Sonstiges nahestehendes Unternehmen - -
Mitglieder des Aufsichtsrats - -
Summe Forderungen 119 76
Tsd. € 30. Juni 2025 31. Dezember 2024
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Parteien
Assoziierte Unternehmen 83 85
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 1.018 1.023
Sonstiges nahestehendes Unternehmen - -
Mitglieder des Aufsichtsrats - -
Summe Verbindlichkeiten 1.101 1.108

14. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Tsd. € 30. Juni 2025 31. Dezember 2024
Verpflichtungen aus Garantien und Bürgschaften 1.555 1.555
Verpflichtungen aus Gewährleistungen - 5.944
Gestellte Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten - 2.366
Sonstige 117 3.864
Summe Haftungsverhältnisse 1.672 13.729

Der Dürr-Konzern geht davon aus, dass aus den Haftungsverhältnissen keine Verbindlichkeiten und damit keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen werden.

Neben Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 40.495 Tsd. € (31.12.2024: 17.931 Tsd. €). Darüber hinaus bestehen Bestellobligos aus Einkaufskontrakten im gewöhnlichen Geschäftsumfang.

15. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Am 23. Juli 2025 hat der Dürr-Konzern per Ad-Hoc-Meldung die Jahresprognose für den Auftragseingang auf 3.800 bis 4.100 Mio. € gesenkt. Zugleich wurden die Ziele für Umsatz, EBIT-Marge nach Sondereffekten und Ergebnis nach Steuern bestätigt. Darüber hinaus kündigte der Dürr-Konzern den geplanten Abbau von rund 500 Stellen in der Verwaltung an. Die für die Maßnahme benötigten Rückstellungen in Höhe von 40 bis 50 Mio. € werden im zweiten Halbjahr 2025 gebildet. Zusätzlich informierte der Dürr-Konzern über die Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwerts in Höhe von 120,4 Mio. €. Nähere Informationen enthält der Abschnitt „Wesentliche Ereignisse und Hinweise zum Zahlenwerk“ ab Seite 5.

Zwischen dem Ende des Berichtszeitraums und der Veröffentlichung vorliegenden Berichts gab es keine weiteren außergewöhnlichen Ereignisse.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

 

Bietigheim-Bissingen, 7. August 2025

Dürr Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Jochen Weyrauch, Vorstandsvorsitzender

Dietmar Heinrich, Finanzvorstand

FINANZKALENDER

28. August 2025 BofA's Back to school Field trip, virtuell
3. September 2025 Commerzbank & ODDO BHF Conference, Frankfurt
4. September 2025 Morgan Stanley Industrial CEOs Unplugged, London
11. September 2025 UBS Quo Vadis Industrials Event, virtuell
23. September 2025 Baader Investment Conference, München
23. September 2025 Berenberg and Goldman Sachs, München
13. November 2025 Zwischenmitteilung über die ersten neun Monate 2025
Telefonkonferenz Analysten/Investoren

KONTAKT

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Dürr AG

Mathias Christen

Corporate Communications & Investor Relations

Carl-Benz-Straße 34

74321 Bietigheim-Bissingen

Tel.: +49 7142 78-1381

corpcom@durr.com

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Diese Zwischenmitteilung liegt auch in englischer Sprache vor.

Diese Veröffentlichung wurde von der Dürr AG/dem Dürr-Konzern selbstständig erstellt und kann Aussagen zu wichtigen Themen wie Strategie, zukünftigen finanziellen Ergebnissen, Ereignissen, Marktpositionen und Produktentwicklungen enthalten. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind - wie jedes unternehmerische Handeln in einem globalen Umfeld - stets mit Unsicherheit verbunden. Sie unterliegen einer Vielzahl von Risiken, Ungewissheiten und anderen Faktoren, die in Veröffentlichungen der Dürr AG, insbesondere im Abschnitt „Risiken“ des Geschäftsberichts, beschrieben werden, sich aber nicht auf diese beschränken. Sollten sich eine(s) oder mehrere dieser Risiken, Ungewissheiten oder andere Faktoren realisieren oder sollte sich erweisen, dass die zugrundeliegenden Erwartungen nicht eintreten beziehungsweise Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen des Dürr-Konzerns wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die als zukunftsgerichtete Aussagen formuliert wurden. Zukunftsgerichtete Aussagen sind erkennbar an Formulierungen wie „erwarten“, „wollen“, „ausgehen", „rechnen mit“, „beabsichtigen“, „planen“, „glauben“, „anstreben“, „einschätzen“, „werden“ und „vorhersagen“ oder an ähnlichen Begriffen. Die Dürr AG übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt nicht, zukunftsgerichtete Aussagen ständig zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren. Aussagen zu Marktpositionen basieren auf den Einschätzungen des Managements und werden durch externe, spezialisierte Agenturen unterstützt.

Unsere Finanzberichte, Präsentationen, Presse- und Ad-hoc-Meldungen können alternative Leistungskennzahlen enthalten. Diese Kennzahlen sind nach den IFRS (International Financial Reporting Standards) nicht definiert. Bitte bewerten Sie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Dürr-Konzerns nicht ausschließlich auf Basis dieser ergänzenden Finanzkennzahlen. Sie ersetzen keinesfalls die im Konzernabschluss dargestellten und im Einklang mit den IFRS ermittelten Finanzkennzahlen. Die Ermittlung der alternativen Leistungskennzahlen kann auch bei gleicher oder ähnlicher Bezeichnung von Unternehmen zu Unternehmen abweichen. Weitere Informationen zu den von der Dürr AG verwendeten alternativen Leistungskennzahlen finden Sie im Finanzglossar auf der Webseite (https://www.durr-group.com/de/investoren/investorenservice/glossar).

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