WDI AG

Wedel

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

Inhalt

1. Vorbemerkung

2. Verlauf des Geschäftsjahres 2023

3. Entwicklung in Deutschland, Europa und der Welt

4. Finanzielle Situation und Investitionen

5. Marketing

6. Logistik

7. Risikomanagement und Wahrung von Chancen

8. Vorgänge nach Beendigung des Geschäftsjahres

9. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2024

1. Vorbemerkung

Die 1988 gegründete WDI AG ist ein global agierender Distributor von Produkten, Diensten und Lösungen für industrielle und gewerbliche Anwender mikroelektronischer Komponenten. Produktfokus sind passive und elektromechanische sowie frequenzbestimmende elektronische Bauelemente. Kundenschwerpunkt sind Anwender aus dem Bereich der Industrieautomation, Automobilindustrie sowie der Medizin- als auch der Luftfahrtbranche. Aktuell verfügt das Unternehmen über autorisierte als auch teilweise exklusive Vertriebsrechte für elektronische Bauelemente von 70 international positionierten Herstellern elektronischer Bauelemente, vorwiegend aus den USA und Taiwan.

Das Unternehmen verfügt über ein integriertes Management-System (IMS) auf Basis DIN EN ISO 9001:2015.

2. Verlauf des Geschäftsjahres 2023

Das Geschäftsjahr 2023 ist grundsätzlich positiv verlaufen, konnte aber erwartungsgemäß nicht an das Branchenrekordjahr 2022 anknüpfen. Der Jahresumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 20 % gesunken, bewegt sich aber weiterhin auf gutem Niveau. Der Auftragseingang hat sich in der ersten Jahreshälfte des Geschäftsjahres 2023 zunächst konstant entwickelt, in der zweiten Jahreshälfte war dieser dann von einer wachsenden Zurückhaltung bei Neuaufträgen geprägt. Eine Vielzahl von

Produkten befand sich zu Beginn des Berichtsjahrs noch auf Allokation, zum Ende des zweiten Quartals 2023 trat jedoch eine konsistente Entspannung der Verfügbarkeiten ein, die sich in den darauf folgenden Monaten fortsetzte. Diese mündete zum Ende 2023 bei einzelnen Produkten in Überverfügbarkeiten und hohen Lagerbeständen bei Herstellern, Distributoren und Kunden.

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die WDI AG ihre Marktstellung abermals ausbauen und behaupten. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des bestehenden Lieferanten- und Herstellerportfolios hat maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen. Weiterhin ist die WDI AG für einige Hersteller als Werksvertretung und Repräsentant mit Exklusivrechten für den deutschsprachigen Raum (i.d.R. Deutschland, Österreich, Schweiz) tätig. Dies führte für die WDI AG zu einem stetig wachsenden Marktanteil sowie einer gestärkten Marktposition und bestätigt die Solidität des Geschäftsmodells sowie die funktionale Struktur der Unternehmensorganisation.

Die weiterhin bestehenden Einflüsse der vergangenen Covid-19-Pandemie, welche in den vorangegangenen Jahren die gesamte Welt und somit auch die Weltwirtschaft im Griff hielt, sowie diverse geopolitische Konflikte und Auseinandersetzungen, hatten auch im abgelaufenen Geschäftsjahr keinen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der WDI AG.

Die gesamte weltweite ökonomische Entwicklung konnte sich im Geschäftsjahr von den negativen Einflüssen der Pandemie abkoppeln, jedoch führte der auch im Jahr 2023 anhaltende russische Angriffskrieg auf die Ukraine sowie der kriegerische Angriff der Hamas auf Israel und Israels Reaktion im Angriff auf den Gazastreifen, zu einer erneuten Anspannung der weltwirtschaftlichen Lage. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg trotz dessen im Kalenderjahr 2023 um 4,33 %. Auch konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem starken Einbruch in den Jahren 2020 und 2021 erholen, wenngleich die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht hat. Der WDI AG ist es weiterhin möglich gewesen, alle Geschäftstätigkeiten aus dem eigenen Vermögen und Cashflow – und seit jeher ohne Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – auszuführen.

3. Entwicklung in Deutschland, Europa und der Welt

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2023 machte sich der schwache Auftragseingang der letzten Quartale mit Wucht bemerkbar. Der Umsatz der im FBDi meldenden Distributoren ging um 20,1 % auf 1,08 Milliarden Euro zurück. Ein Rückgang des Auftragseingangsvolumens um knapp 56 % auf knapp 507 Millionen Euro führte im abgelaufenen Kalenderjahr zu einer Book-to-Bill-Rate von lediglich 0,47. Trotz allen Widrigkeiten endete der Gesamtumsatz mit einem Plus von 4,4 % auf knapp 5,37 Milliarden Euro – das Gesamtjahr 2023 blieb somit trotz des schwachen 2. Halbjahres positiv.

Wie auch in den Vorjahren, ergaben sich im Berichtsjahr 2023 rund um den Globus diverse Krisenherde. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wurde auch im gesamten Jahr 2023 weiter ausgetragen, eine weitere kriegerische Handlung im Nahen Osten kam hinzu. Im Oktober des Jahres griff die Hamas Israel an. Israel reagierte darauf mit Angriffen auf den Gazastreifen – der bis zum Zeitpunkt der Berichterstellung anhaltende Konflikt ist nun bereits der fünfte Krieg im Gaza-Israel-Konflikt. Insbesondere der Krieg in der Ukraine hat die Weltwirtschaft in den vergangenen zwei Jahren stark belastet. Die Wirtschaftsleistung fiel im Jahr 2022 um deutlich über 1,6 Billionen US-Dollar niedriger aus, als es ohne die russische Invasion in der Ukraine der Fall gewesen wäre (Schätzung des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft). Auch für das Jahr 2023 belaufen sich die wirtschaftlichen Ausfälle auf eine Höhe von bis zu einer Billionen US-Dollar. Etwa 40 % der Ausfälle entfallen dabei auf Schwellen- und Entwicklungsländer. Der Konflikt im Nahen Osten führte seinerseits nicht nur zu einer humanitären Krise, sondern hinterlässt auch dauerhafte Spuren auf das Wirtschaftsgeschehen der betroffenen Regionen, aber auch in Deutschland und der Welt.

Die stark ansteigende Schuldenlast sowie die hohe Inflation bei teilweise stark steigendem Zinsniveaus, treiben viele Wirtschaftszweige weiterhin stärker an als in den Vorjahren. In den ärmeren Ländern der Welt ist die Inflation besonders gefährlich, da vor allem Lebensmittel immer teurer werden. Diese unsichere Versorgung mit dem Nötigsten, schürt menschlich und natürlich auch wirtschaftlich die Sorge und die Gefahr für Unruhen erheblich. Auch im Jahr 2023 war die Inflation ein großes Thema und in aller Munde. Die immer noch anhaltende Covid-19-Pandemie, der Ukraine-Krieg, die Energiekrise, die in Deutschland auch durch die Einstellung russischer Gaslieferungen herbeigeführt worden ist und Lieferengpässe führen zu teilweise erheblichen Preissteigerungen. Die Inflationsrate lag im Jahr 2023 mit knapp 6% unter dem historischen Höchststand des Jahres 2022. Im Jahresdurchschnitt verteuerten sich vor allem die Nahrungsmittel um rund 12,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Energieprodukte verteuerten sich 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,3% - nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Jahr 2022. Das bedeutete auch in 2023 nicht zuletzt für Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch für Gewerbetreibende mit einem hohen energetischen Aufwand, erhebliche finanzielle Mehrbelastungen. Die steigende Inflationsrate senkt die Kaufkraft von Verbrauchern maßgeblich, was die deutsche Wirtschaft folglich belastet. Die Jahresteuerungsrate des Jahres 2023 hätte ohne Nahrungsmittel und Energie lediglich bei knapp 5,1 % gelegen.

4. Finanzielle Situation und Investitionen

Durch konstant vorausschauendes und pro-aktives Handeln ist es der WDI AG wiederholt gelungen, das eigene Geschäftsmodell erfolgreich voranzutreiben und weiterzuentwickeln. Die Finanzlage der WDI AG ist unverändert als sehr gut zu bewerten.

Die vorhandene Liquidität der Gesellschaft war zur Begleichung der laufenden Kosten und Verbindlichkeiten jederzeit gewährleistet. Außerdem konnte den Zahlungsverpflichtungen immer pünktlich, unter Ausnutzung von verfügbaren Skonto-Zahlungszielen, nachgekommen werden. Gegen Forderungsausfälle ist die WDI AG unter anderem durch den Abschluss einer Warenkreditversicherung abgesichert. Debitorenverbindungen werden durch ein internes SAP-basiertes Pay-/Cash-Monitoring, ergänzt durch Informationen der Allianz Trade sowie Creditreform, überwacht. Geschäfte mit nicht versicherten Abnehmern oder bei negativen Bonitätsmerkmalen werden ausschließlich gegen Vorauskasse, per Kreditkartenzahlung, PayPal oder auf Nachnahme (COD) durchgeführt.

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der WDI AG entwickelte sich trotz der Corona-Pandemie, der Energiekrise und des Ukraine-Krieges positiv. Die Erfüllung absehbarer zukünftiger finanzieller Verpflichtungen ist und war zu jeder Zeit sichergestellt und eine immer ausreichende Liquidität zur Finanzierung des Geschäftsbetriebs gewährleistet. Die Gesellschaft finanziert sich im Wesentlichen aus der laufenden operativen Geschäftstätigkeit. Risikobehaftete Geldanlagen sowie Kreditgeschäfte bestehen nicht. Außerdem wird der jeweiligen aktuellen Marktsituation durch die Anpassung des Lagerbestandes und ein konsequentes Forderungsmanagement Rechnung getragen.

5. Marketing

Mit ihren beiden Unternehmensbereichen FCP (Frequency Control Products) und PEMCO (Passive and Electro-Mechanical Components) hat sich die WDI AG auf fundierte technische Beratung und dedizierten „Design-In“-Support beim Kunden spezialisiert. Das breite Produktsortiment namhafter Lieferanten beinhaltet Widerstände und Potenziometer, Induktivitäten, Quarze und Oszillatoren sowie Steckverbinder für Kunden aus der Luft- und Raumfahrt, der Industrieelektronik, der Medizintechnik und der Kommunikationstechnologie. Es bestehen offizielle und autorisierte Distributions- bzw. Repräsentanzverträge mit insgesamt 70 Herstellern.

Die Kernkompetenz der WDI AG ist das elektronische Bauelement und die damit verbundene Beratung sowie Unterstützung des Kunden beim „Design-In“ im Entwicklungsumfeld. Für komplexe Detailfragen zu den unterschiedlichen Produktgruppen stehen bei der WDI AG erfahrene und gut ausgebildete Spezialisten zur Verfügung, die den Kunden schnell, herstellerunabhängig und technisch kompetent beraten. Dem Kunden wird ein tatsächlicher Mehrwert geboten, indem mit Expertise eine technische Lösung mit anspruchsvollen und innovativen Produkten herbeigeführt wird. Es wird nicht ein bestimmter Hersteller fokussiert und es kann für nahezu jedes Produkt mindestens eine baugleiche ‚2nd-Source‘ (Alternative) angeboten werden. So macht sich die WDI AG die individuellen Stärken des jeweiligen Vertragsherstellers bzw. -lieferanten zu Nutze. Dadurch wird eine objektivere Beratung gewährleistet, die der Kunde schätzt und honoriert und als Wettbewerbsvorteil maßgeblich die langjährige, positive Geschäftsentwicklung des Unternehmens unterstützt.

Neben einer starken Produkt- und Technologiekompetenz bietet die WDI AG selbstverständlich auch alle üblichen Dienstleistungen eines modernen Distributionsunter-nehmens, wie etwa individuelle Logistikkonzepte, Konsignations- und Sicherheitsläger, EDI, KANBAN, JIT oder kundenoptimierte Barcode-Etikettierung.

Die bereits seit Jahren gezielt eingesetzten Marketing- und verkaufsfördernden Maßnahmen tragen konsequent dazu bei, die aktuelle Marktstellung der WDI AG zu behaupten und die weitere Markterschließung voranzutreiben. Die umfangreichen Marketingaktivitäten stellen sicher, dass die Kunden ganzheitlich betreut und durch den engen Kontakt Kundenbedürfnisse schnell erkannt und umgesetzt werden können.

Auch die sozialen Medien (facebook, XING, LinkedIn, YouTube, Twitter, Instagram etc.) sind in die Unternehmenskommunikation der WDI AG integriert und bieten die Möglichkeit, den Kunden, aber auch Lieferanten, schnell und unkompliziert mit Informationen rund um das Unternehmen und das Produkt- als auch Dienstleistungsangebot zu versorgen.

Die WDI AG ist für ihre hohe Lieferzuverlässigkeit, die ausgeprägte logistische Kompetenz und für die bereits erwähnte umfangreiche technische Beratung bekannt. Die Ergebnisse durchgeführter Kunden- und Lieferantenbefragungen sowie -bewertungen bestätigen die WDI AG regelmäßig in ihrem Handeln. Auch die Reklamationsquoten bewegen sich konstant auf einem sehr niedrigen Niveau.

6. Logistik

Mit dem äußerst flexiblen logistischen Angebot der WDI AG konnten – wie bereits in den Jahren zuvor – kontinuierlich neue Kunden gewonnen werden. Die vielfach enge und vertrauensvolle Bindung mit den Kunden ermöglichte der WDI AG ein frühes Erkennen der steigenden Bedarfe. Zudem ist es der WDI AG aufgrund der sehr soliden finanziellen Situation durchgehend möglich gewesen, Lagerbestände zu halten, mit denen es möglich war, auch in Zeiten großer Nachfrage und knapper Verfügbarkeit auf kurzfristige Bedarfe der Kunden zu reagieren. Die finanzielle Substanz des Unternehmens ermöglicht darüber hinaus auch eine Pufferfunktion von Lagerbeständen zwischen der anlaufenden Produktion der Bauelemente-Hersteller und dem Bedarf der Kunden.

Ein leistungsfähiges und modernes Logistiksystem stellt einen Schwerpunkt der WDI AG dar. Die stets ernst genommene Aufgabe eines stetigen Verbesserungsprozesses hinsichtlich Qualität und Effizienz der Arbeitsabläufe und Kundenbetreuung sowie Reduzierung der variablen Kosten, wurde weiter erfolgreich umgesetzt. Einen besonderen Schwerpunkt des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses die weitere Effizienzsteigerung der SAP-basierten Logistikstrukturen. Dazu zählten nicht zuletzt die stetige Optimierung der lieferantenseitigen Supply-Chain und die Integration einer umfangreichen „Traceability“-Funktionalität.

Seit vielen Jahren ist die WDI AG als "Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter" anerkannt. Diese Zertifizierung ist ein Hauptbestandteil der Zollsicherheitsinitiative der EU. Die Zertifizierung als AEO (Authorized Economic Operator) stellt dabei hohe Anforderungen an eine optimale logistische Prozesskette, hohe Sicherheitsstandards, Zuverlässigkeit, Zahlungsfähigkeit und die unbedingte Erfüllung geltender Zollvorschriften.

7. Risikomanagement und Wahrung von Chancen

Das Realisieren von Chancen, Erzielen von Gewinnen und Vermeiden von Verlusten ist die Basis der Geschäftstätigkeit der WDI AG. Unternehmerische Aktivitäten sind immer auch mit Risiken verbunden. Diese Risiken frühzeitig zu erkennen, zu kontrollieren und damit zu begrenzen ist die dauerhafte Aufgabe der Geschäftsleitung sowie aller im Unternehmen tätigen Mitarbeiter.

Im Berichtsjahr wurden, wie in den Vorjahren, bestehende und drohende Risiken erfasst. Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Schadenshöhe der einzelnen Risiken wurden für die WDI AG abgeschätzt. Es wurden keinerlei Risiken identifiziert, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden. Risiken, die über das allgemeine wirtschaftliche Risiko einer unternehmerischen Betätigung hinausgehen, sind wie auch in den vorherigen Geschäftsjahren nicht erkennbar. Bilanzielle Risiken, soweit sie bei Bilanzerstellung erkennbar waren, wurden durch die Bildung entsprechender Rückstellungen berücksichtigt.

Als international tätiges Distributionsunternehmen befindet sich die WDI AG in einem dynamischen Marktumfeld, welches das Vertriebs-, das Produkt- und das Marktrisiko als potenzielle Risiken bereithält. Neben den kürzeren Innovations- und Produktionszyklen müssen zudem die durch Fachgremien und Gesetzgeber ständig angepassten und überarbeiteten nationalen und internationalen regulatorischen Anforderungen überwacht und geprüft werden. Bei Vertragsabschlüssen ist die WDI AG bemüht, Haftungsrisiken auf den bestehenden Versicherungsschutz zu begrenzen. Durch die permanente Beobachtung der Märkte, den beständigen Kontakt zu den Herstellern, ein bedarfsorientiertes Beschaffungssystem sowie der Unterhaltung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2015 sowie eines Umweltmanagementsystems in Anlehnung an DIN EN ISO 14001:2015 werden diese Risiken erheblich begrenzt.

Neben der kontinuierlichen Verbesserung der Produktivität, der Kapitalrentabilität und der Verbreiterung der Eigenkapitalbasis des Unternehmens gilt ein besonderes Augenmerk dem systematischen Risikomanagement im operativen sowie im Vermögensbereich.

Folgende Risikobereiche und Gegenmaßnahmen existieren insbesondere:

Elementar-, Schadens- und Haftungsrisiken, Risiken durch Produkthaftung und Cyber-Kriminalität sowie Risiken durch Forderungsausfall sind durch entsprechenden Versicherungsschutz limitiert.

Grundsätzlich bestehen Risiken in der allgemeinen Branchenentwicklung. Dazu zählen vor allem Marktrisiken im Bereich der Beschaffung. Hier handelt es sich um spezifische Preisentwicklungen, welche sich direkt auf die Margenentwicklung auswirken können. Den Risiken der Preisentwicklung wird mit sorgfältigen Marktbeobachtungen entgegengewirkt. Durch geeignete Maßnahmen bei der Wiedereindeckung mit Waren, kann diesem Risiko zusätzlich entgegengewirkt werden. Auch die Absatzmarktrisiken werden hier erfasst und bewertet.

Die Risiken in der Lagerhaltung werden beobachtet und durch den Abverkauf von Altwarenbeständen minimiert. Fehldispositionen im Lager können zu Verlusten führen. Die im Unternehmen im Einsatz befindliche Softwarelösung bietet die Möglichkeit, die Lagerbestandsentwicklung sowie Abweichungen im Auftragseingang und Auftragsbestand frühzeitig zu erkennen.

Risiken aus dem politischen und rechtlichen Umfeld werden durch die Verfolgung von Gesetzgebung und Rechtsprechung soweit als möglich begegnet.

Risiken im operativen Bereich werden durch geeignete Maßnahmen, z.B. im Bereich des Qualitätswesens durch detaillierte Arbeits- und Verfahrensanweisungen, begegnet bzw. durch geeignete Versicherungen, z.B. im Bereich Forderungsmanagement, abgedeckt.

Mitarbeiterveränderungen in erheblichem Maße, insbesondere durch Krankheit oder Kündigung von Leistungsträgern könnten stabil ausgerichtete Personalsituationen stören. Jedoch verfügt die WDI AG über einen langjährigen Mitarbeiterstamm, insbesondere bei den Leistungsträgern und Mitarbeitern in Schlüsselfunktionen. Die Fluktuationsrate der Mitarbeiter ist niedrig. Schulungen und Weiterbildungen der Mitarbeiter ist eine weitere Maßnahme in diesem Bereich. Alle Mitarbeiter erhalten regelmäßig für ihren Bereich die entsprechenden Arbeitsschutzunterweisungen.

Strategische Risiken werden aufgrund laufender Risikobewertungen frühzeitig erkannt. Ihnen wird durch geeignete Maßnahmen begegnet.

Zum Schutz des Umlauf- und Anlagevermögens werden, neben der obligatorischen Absicherung der Vermögensrisiken durch entsprechende Versicherungen, statische und dynamische Schutzsysteme permanent geprüft und erweitert.

Im operativen Bereich liegen die Schwerpunkte auf:

Debitorenmanagement gegen Forderungsausfälle

Bestandsmanagement gegen Lagerrisiken

Vertragsmanagement zum Monitoring vertraglicher Obliegenheiten

8. Vorgänge nach Beendigung des Geschäftsjahres

Vorgänge, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung in dem Sinne wären, dass sie den Fortbestand des Unternehmens beeinträchtigen oder gefährden, sind nach dem Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichtes nicht eingetreten und nicht absehbar.

9. Ausblick auf die Geschäftsentwicklung 2024

Der für die WDI AG erfreulich dynamische Auftragseingang im Berichtsjahr 2022 konnte sich Jahr 2023 erwartungsgemäß nicht fortsetzen. Daher gehen wir insgesamt von einem sich negativ entwickelnden und zurückhaltenden ersten Halbjahr 2024 aus. Inwieweit der Markt in der zweiten Jahreshälfte anspringen wird, ist zu dieser Zeit aufgrund vieler volatiler externer Markteinflüsse schwer abzuschätzen. Zu bedenken bleibt darüber hinaus, dass sich die meisten unserer Kunden in Branchen mit einem hohen Exportanteil bewegen. Die offenen als auch sich manifestierenden schwelenden internationalen Konfliktlagen, sowie globale Handelsauseinandersetzungen und diverse humanitäre Problemlagen, welche auf den kriegerischen Auseinandersetzungen in vielen Teilen der Welt fußen, werden daher auch 2024 einen immanenten Einfluss auf die generelle Geschäftsentwicklung haben.

Die Stimmungslage in Deutschland zeigt sich zum Zeitpunkt dieser Berichterstellung pessimistisch. Der PMI (Production & Manufacturing Index von IHS Markit) hat sich im Vergleich zum Januar 2023 von 47,1 zum Abschlussstichtag auf 43,1 Punkte reduziert und liegt damit leicht unter dem europäischen Durchschnitt von 46,6 Punkten. In Deutschland stagnierte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2023 sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahresquartal. Dies spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen die deutsche Industrie sich konfrontiert sieht.

Die wirtschaftliche Aussicht für das Jahr 2024 ist von großen Unsicherheiten und gemischten Prognosen geprägt. Die globale Wachstumsrate wird im Jahr 2024 voraussichtlich bei 3,1 % liegen und sich auf 3,2% in 2025 erhöhen. Die deutsche Wirtschaft hat bereits im Jahr 2023 stark geschwächelt und wird auch voraussichtlich in 2024 um 0,5 % schrumpfen (Prognose des Institutes der deutschen Wirtschaft IW). Die geopolitische Unsicherheit hinterlässt tiefe Spuren auf die wirtschaftliche Aktivität Deutschlands und der Welt – ein Rezessionsjahr ist so gut wie vorprogrammiert. Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in 2024 somit von Unsicherheiten und Herausforderungen geprägt.

Notwendige Weichenstellungen, ob im Umgang mit der allgegenwärtigen „Klimakrise“, die dringend ausstehenden Maßnahmen im Bereich der „Digitalisierung der Gesellschaft“, welche in den vergangenen Geschäftsjahren erheblich an Stellenwert und Sichtbarkeit gewonnen hat, sowie die Themen KI („Künstliche Intelligenz“), Elektromobilität und der Ausbau einer nachhaltigen und sauberen Wirtschaft, dessen wesentlicher Bestandteil es ist, die Energieversorgung unseres Landes sicher und Deutschland als attraktiven Standort für klimafreundliche und zukunftsfähige Industrien weiter zu entwickeln, werden auch in den kommenden Monaten und Jahren weiterhin einen positiven Einfluss auf die deutsche Elektronikindustrie nehmen und daher auch für die WDI AG weiterhin zu tendenziell steigendem Auftragseingang und damit wachsenden Umsätzen führen.

 

Der Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 Vorjahr
Anhang-Nr. EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. immaterielle Vermögensgegenstände (1) 7,00 7,00
II. Sachanlagen (1) 247.824,03 184.821,03
III. Finanzanlagen (1) 33.885,82 33.885,82
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 1.935.788,01 2.376.518,13
II. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und geleistete Anzahlungen (2) 1.098.086,87 1.600.277,56
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten (3) 1.156.767,12 3.130.334,63
C. Rechnungsabgrenzungsposten (4) 39.081,39 50.989,50
4.511.440,24 7.376.833,67

Passiva

31.12.2023 Vorjahr
Anhang-Nr. EUR EUR
A. Eigenkapital 3.180.714,12 4.542.433,63
I. gezeichnetes Kapital (5) 500.000,00 500.000,00
II. Gewinnrücklagen (6) 1.667.017,63 1.891.599,99
III. Bilanzgewinn (6) 1.013.696,49 2.150.833,64
C. Rückstellungen (7) 297.830,29 1.342.358,66
D. Verbindlichkeiten (8) 1.032.895,83 1.492.041,38
- gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00
- gegenüber Aktionären 0,00 0,00
- aus Lieferungen und Leistungen 637.734,74 1.058.089,43
- sonstige Verbindlichkeiten 395.161,09 433.951,95
4.511.440,24 7.376.833,67

Anhang

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für kleine Kapitalgesellschaften aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des Aktiengesetzen zu beachten.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: WDI AG
Firmensitz laut Registergericht: Wedel
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Pinneberg
Register-Nr.: HRB7031

B. Grundsätze zur Bilanzierung und Bewertung

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgenstände vorgenommen.

Die Finanzanlagen (Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen) wurden zu Anschaffungskosten angesetzt.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Allen erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlich langer Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, wird bei der Bewertung Rechnung getragen. Wegen mangelnder Gängigkeit und minderer Beschaffenheit werden Bewertungsabschläge vorgenommen.

Die Bewertung der Forderungen erfolgte zum Nennbetrag, die der Verbindlichkeiten zum Erfüllungsbetrag.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Bewertung erfolgte zum nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden.

C. Angaben zu einzelnen Posten der Bilanz

(1) Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Auf die Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens der WDI AG wird gemäß § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB verzichtet. Das Anlagevermögen wird in einer Anlagenbuchhaltung erfasst, die sämtliche notwendigen Angaben für die einzelnen Anlagengegenstände enthält.

(2) Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und geleistete Anzahlungen

Art der Forderung zum 31.12.202 Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
(in EUR) kleiner 1 Jahr größer 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 972.823,11 972.823,11 0,00
sonstige Vermögensgegenstände 95.964,88 23.638,86 72.226,02
1.068.687,99 996.461,97 72.226,02

(3) Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Die Bankbestände sind durch Kontoauszüge zum Bilanzstichtag nachgewiesen und stimmen mit diesen überein. Der ausgewiesene Kassenbestand stimmt mit dem Kassenprotokoll überein.

(4) Rechnungsabgrenzungsposten

Es handelt sich ausschließlich um bereits gezahlte Aufwendungen für folgende Wirtschaftsjahre.

(5) Eigenkapital Gezeichnetes Kapital

Angaben über die Gattung der Aktien und das Grundkapital

Das Grundkapital beträgt EUR 500.000,00 und ist eingeteilt in 37.500 Stück Stammaktien zum Nennwert von je EUR 10,00 (Summe EUR 375.000,00) und 12.500 Stück Vorzugsaktien zum Nennwert von je EUR 10.00 (Summe 125.000,00). Es handelt sich bei allen Aktien um Namensaktien.

(6) Entwicklung des Postens Gewinnrücklagen und Verwendung des Jahresüberschusses

Aufsichtsrat und Vorstand schlagen der Hauptversammlung vor, den Jahresüberschuss für das Kalenderjahr 2023 in Höhe von EUR 1.015.910,90 wie folgt zu verwenden:

Einstellung in Gewinnrücklagen:

2023 (in EUR) Vorjahr (in EUR)
gesetzliche Rücklage 50.000,00 50.000,00
- Erhöhung der gesetzlichen Rücklage durch eine unterjährige Entnahme aus anderen Rücklagen in Höhe von EUR 39.665,00
andere Gewinnrücklagen 1.841.599,99 1.714.223,60
Einstellung in andere Gewinnrücklagen aus Gewinnverwendung des Vorjahres 1.075.417,64 167.041,39
unterjährige Entnahme aus anderen Rücklagen zum Zwecke der Gewinnausschüttung -1.300.000,00 -39.665,00
1.667.017,63 1.891.599,99

Gewinnvortrag bei teilweiser Ergebnisverwendung

Bei Aufstellung der Bilanz unter Berücksichtigung der teilweisen Ergebnisverwendung wurde im Bilanzgewinn ein Gewinnvortrag aus dem Berichtsjahr 2022 in Höhe von EUR 2.150.833,64 einbezogen. Davon wurden EUR 1.075.417,64 vorerst in andere Gewinnrücklagen eingestellt und ein Betrag von EUR 1.075.416,00 kam zur Ausschüttung. Im Verlauf des Wirtschaftsjahres wurden weitere EUR 1.300.000,00 aus anderen Gewinnrücklagen entnommen und ausgeschüttet.

2023 (in EUR) Vorjahr (in EUR)
Rückstellungen für Abschlusskosten 13.200,00 10.800,00
sonstige Rückstellungen 211.253,30 202.768,57
Steuerrückstellungen 0,00 1.063.661,83
Rückstellungen für Aufbewahrungsverpflichtung 73.376,99 65.128,26
297.830,29 1.342.358,66

Die Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus Tantiemerückstellungen in Höhe von EUR 120.000,00 (Vorjahr EUR 133.333,33), nicht genommenen Urlaubsansprüchen in Höhe von EUR 55.253,30 (Vorjahr EUR 59.435,24), Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen in Höhe von EUR 73.376,99 (Vorjahr EUR 65.128,26) und nachlaufenden Kosten in Höhe von EUR 36.000,00 (Vorjahr EUR 30.000,00).

(8) Angaben zu den Verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten

Gesamtbetrag Restlaufzeit
2023 (in EUR) kleiner 1 Jahr 1 bis 5 Jahre größer 5 Jahre
erhaltene Anzahlungen 154.569,88 154.569,88 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 637.734,74 637.734,74 0,00 0,00
sonstige Verbindlichkeiten 240.591,21 240.591,21 0,00 0,00
- davon aus Steuern: EUR 113.068,26
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 1.902,75
- davon gegenüber Aktionären: EUR 0,00
1.032.895,83 1.032.895,83 0,00 0,00

nicht bilanzierte sonstige Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind und auch nicht nach den §§ 251, 285 Nr. 3 HGB anzugeben sind:

2024 (in T EUR) 2025 ff (in T EUR)
Miet- und Pachtverträge unbewegliches Anlagevermögen 390 1.917
sonstige Lizenzverträge 180 206
- davon gegenüber verbundenen Unternehmen 24 0

D. sonstige Angaben

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Angestellte: 36,0
angestellte Vorstandsmitglieder 1,0

Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit (ohne Vorstandsmitglieder) 36,00.

Angaben über den Anteilsbesitz an anderen Unternehmen von min. 20 Prozent der Anteile

Gemäß § 285 NR. 11 HGB wird über nachstehende Unternehmen berichtet:

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Eigenkapital Ergebnis in Geschäftsjahr
Kapital in % in T EUR T EUR
WDI EMAC GmbH, Wedel 80,00 221 23 2023
WDI MEDIA GmbH, Hamburg (mittelbare Beteiligung) 80,00 146 4 2023

E. Angaben zu Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand

Vorstandsmitglieder der Gesellschaft am 31.12.2023:

Herr Christian Dunger

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird gemäß § 286 Abs.4 HGB verzichtet.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht gemäß § 95 AktG aus drei Mitgliedern. Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

Herr Bernd Lundelius (Vorsitz); Steuerberater

Herr Arndt J. Kuper; Rechtsanwalt / Steuerberater

Frau Nathalie Dunger; Wirtschaftsjuristin (B.A.)

 

Wedel, den 22. Februar 2024

WDI AG

Der Vorstand