Ad-hoc | 27 September 1999 07:30
Ad hoc-Service: VEBA AG
Ad-hoc Mitteilung übermittelt durch die DGAP.
Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.
——————————————————————————
VEBA und VIAG einigen sich auf Fusion
Die VEBA AG, Düsseldorf, und die VIAG AG, München, haben sich auf
eine Fusion beider Unternehmen geeinigt. Dadurch entsteht ein klar
strukturierter Konzern, der sich auf die Kerngeschäfte Energie und
Spezialchemie fokussiert. In beiden Bereichen besetzt das neue
Unternehmen durch die Fusion mit einem Schlag Spitzenpositionen.
Im Strombereich ist der Konzern die Nr. 1 in Deutschland und die
Nr. 3 in Europa. Bei der Spezialchemie ist das Unternehmen
weltweit die Nr. 1. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben der
Fusion bereits zugestimmt.
Das neue Unternehmen wird durch eine Verschmelzung von VIAG auf
VEBA entstehen. Das Wertverhältnis wird bei etwa 67 Prozent für
VEBA und 33 Prozent für VIAG liegen, das heißt VIAG-Aktionäre
erhalten eine VEBA-Aktie für etwa 2,8 VIAG-Aktien.
Zur Unterstützung der Fusion hat sich VEBA mit der Bayerischen
Staatsregierung darauf geeinigt, 10 Prozent der VIAG-Aktien vom
Freistaat zu erwerben. Der Kaufpreis beträgt 1,592 Mrd EURO; hinzu
kommt ein an der Kursentwicklung der VIAG-Aktie orientierter
Besserungspreis von max. 104 Mio EURO. Diese Aktien gehen bei der
Verschmelzung unter; wirtschaftlich ist der Erwerb des
Aktienpaketes daher als ein vorgezogener Aktienrückkauf zu sehen.
Damit verbessert sich auch das Ergebnis pro Aktie.
Die verschmolzene Gesellschaft erhält einen neuen Namen, der in
den nächsten Monaten entwickelt wird. Sitz und Standort des neuen
Unternehmens ist Düsseldorf.
PreussenElektra (VEBA) und Bayernwerk (VIAG) werden zu einer neuen
Energiegesellschaft zusammengeführt. Sitz und Standort dieser
Gesellschaft wird München sein. Beide Unternehmen gehörten schon
vor der Fusion zu den kostengünstigsten Stromerzeugern. Diesen
Wettbewerbsvorteil bauen sie jetzt noch einmal deutlich aus.
Die zweite starke Säule des Konzerns bildet die Spezialchemie.
Auch hier ergänzen sich die Unternehmen exzellent. Durch die
Fusion entsteht die größte Spezialchemiegruppe mit zahlreichen
weltmarktführenden Positionen und einer deutlich erweiterten
Plattform für Forschung und Entwicklung. Standorte der
Chemieunternehmen bleiben vorerst Frankfurt (Degussa-Hüls) und
Trostberg (SKW Trostberg). Die in beiden Unternehmen derzeit
laufenden Integrationsprozesse sollen zunächst vollständig
abgeschlossen werden. Mittelfristig ist eine engere
Zusammenführung im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für den neuen
Chemiebereich vorgesehen.
Mit der Fokussierung auf Energie und Spezialchemie entsteht eine
klare und transparente Unternehmensstruktur. Beide Kernbereiche
werden stark expandieren. Die Geschäftsfelder Telekommunikation
(VIAG Interkom) und Immobilienmanagement (Viterra) sollen
wertsteigernd weiterentwickelt werden. VIAG Interkom ist der
drittstärkste Telekommunikations- Vollanbieter in Deutschland,
Viterra das größte deutsche Immobilienunternehmen. Alle übrigen
Geschäfte werden wertoptimiert zum geeigneten Zeitpunkt verkauft.
Die damit gewonnenen Finanzierungsspielräume sollen für die
Expansion der Kerngeschäfte genutzt werden. Die VEBA-Beteiligung
am erfolgreichen Mobilfunkbetreiber E-Plus wird zu gegebener Zeit
veräußert.
Die Fusion führt zu Synergieeffekten von mindestens 800 Mio EURO
jährlich, die bis zum Jahr 2002 in voller Höhe realisiert werden.
Sie ergeben sich zu rund zwei Drittel aus niedrigeren Sachkosten
und zu etwa einem Drittel aus geringeren Personalkosten. Mit ins
gesamt 700 Mio EURO besteht das größte Sparpotential im
Energiebereich. Synergiepotentiale von 100 Mio EURO entfallen auf
die Chemie und die Konzernobergesellschaften. Die Synergien von
800 Mio EURO werden zusätzlich zu den in beiden Konzernen bereits
beschlossenen Kostensenkungsprogrammen (Umfang etwa 1,3 Mrd EURO)
gehoben.
An der Spitze des neuen Unternehmens werden Ulrich Hartmann und
Wilhelm Simson stehen. Weitere Mitglieder des Vorstands werden
Hans Michael Gaul, Manfred Krüper von VEBA und Erhard Schipporeit
von VIAG sein. Die Anteilseignerseite des Aufsichtsrats wird mit
sieben von VEBA und drei von VIAG benannten Vertretern besetzt
sein. VEBA stellt den Aufsichtsratsvorsitzenden.
VEBA und VIAG rechnen mit der Genehmigung der geplanten Fusion
durch die zuständigen Kartellbehörden. Die Aktionäre beider
Unternehmen sollen Anfang Februar 2000 auf außerordentlichen
Hauptversammlungen um ihre Zustimmung zur Fusion gebeten werden.
Die Verschmelzung der Obergesellschaften soll bis zum Sommer
vollzogen werden. VEBA und VIAG streben eine zügige Durchführung
der Integrationsprozesse an.
VEBA AG
27. September 1999
Ende der Mitteilung