Ad-hoc | 20 May 1997 11:29
Ad hoc-Service: Eifelhöhen – Klinik AG
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Ad hoc-Service: Eifelhöhen – Klinik AG
Mitteilung gemäß Paragraph 15 WpHG übermittelt von der DGAP.
Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.
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Information für die Aktionäre der EIFELHÖHEN-KLINIK AG
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit unserem ersten Aktionärsbrief im laufenden Jahr informieren
wir Sie über das Ergebnis 1996 und über den Geschäftsverlauf der
ersten drei Monate 1997.
Die vom blinden Sparwillen geprägten, in sich widersprüchlichen
gesundheitspolitischen Eingriffe haben im Verlauf der zweiten
Jahreshälfte 1996 auch unsere Gruppe vor extreme wirtschaftliche
Probleme gestellt.
Während das Stammhaus in Marmagen gravierende Belegungsrückgänge
hinnehmen mußte, fand die Anlaufphase der KAISER-KARL-KLINIK
unter grundlegend veränderten Rahmenhedingungen statt.
Infolgedessen hat sich das Konzernbetriebsergebnis gegenüber dem
Vorjahr in Höhe von DM 15,5 Mio. verschlechtert. Davon betreffen
DM 2,0 Mio. das Stammhaus, DM 7,5 Mio. den Anlaufverlust Bonn,
wovon DM 3,7 Mio. auf die konzernfremden Ärztegesellschafter
entfallen, sowie schließlich DM 6,0 Mio. auf eine bilanzielle
Vorsorgemaßnahme für die Zukunft in Bonn und für geplante
Instandhaltungsmaßnahmen in Marmagen.
Das Konzernjahresergebnis nach Abzug obiger Vorsorgemaßnahmen und
Berücksichtigung der Steuererstattung aus Verlustrücktrag liegt
bei einem Verlust in Höhe von DM 9,0 Mio. Nach Abzug des
Verlustanteils konzernfremder Gesellschafter in Höhe von DM 3,7
Mio. verbleibt ein Betrag von DM 5,3 Mio., der durch eine
Entnahme aus der Kapitalrücklage ausgeglichen wird.
Unser Stammhaus mußte mit einer absoluten Tiefstbelegung von 189
Patienten in das Jahr 1997 starten. Auf dieser völlig
unzulänglichen Basis ist es im Verlauf des ersten Quartals
gelungen, die Belegung sukzessive auf wieder durchschnittlich 340
Patienten im Monat März zu steigern, was wir auf die hohe
medizinische Reputation unserer Klinik zurückführen. Vor dem
Hintergrund der allgemeinen Situation in der Branche, in der die
Hälfte aller Kliniken im laufenden Jahr weitere
Belegungseinbrüche um mehr als 30 % hinnehmen muß, stellt sich
die Belegungssteigerung in der EIFELHÖHEN-KLINIK als
ermutigender, antizyklischer Prozeß dar.
Gleichzeitig wurden die eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung
unseres größten Kostenblocks im Personalbereich konsequent
fortgesetzt: vollständige Streichung des tariflichen Weihnachts-
und Urlaubsgelds, lineare Gehaltskürzungen, weiterer planmäßiger
Abbau der Vollzeitkräfte im Jahresverlauf um 20 % bis zum Jahresende.
Auf diese Weise hat sich die unerträglich weit geöffnete Schere
zwischen Erträgen und Aufwendungen allmählich wieder geschlossen,
so daß wir – wenn nicht erneute Rückschläge eintreten – mit einem
zumindest ausgeglichenen Betriebsergebnis 1997 rechnen können. Dies
verbessert unsere Chance, den gegenwärtig laufenden, brutalen
Selektionsprozeß zu überstehen und für eine nahe Zukunft auf die
Durchsetzung des letztlich unabweisbaren, nachhaltig expansiven
Bedarfs setzen zu können.
Parallel dazu konnten im Berichtsquartal auch einige innovative
Maßnahmen umgesetzt werden:
– Einführung der neurologischen Frührehabilitation, die
inzwischen eine kleine Warteliste hat entstehen lassen, um
deren Abbau wir durch bauliche und organisatorische
Veränderungen bemüht sind.
– Durchführung von überregional angelegten Fort- und
Weiterbildungsseminaren mit den medizinischen Diensten der
Krankenkassen und den Spitzenverbänden der
Versicherungsträger.
– Erste Schritte zur Besetzung weiterer Marktnischen, wie
Analgesiologie, Reha-Assessment und Einstieg in die Akutmedizin.
Zülpich:
Erfreulicherweise steht die Eröffnung des 1. Bauabschnittes des
GERIATRISCHEN ZENTRUMS ZÜLPICH zum 1. Juli 1997 kurz bevor. Der
Rehabilitationsbereich wird innerhalb von 2 Monaten voll belegt
sein. Im Bereich der Altenpflege geht der Vorstand von einer
Vollbelegung bis zum Jahresende aus.
Bonn:
Auch bei der KAISER-KARL-KLINIK in Bonn konnte die
Anfangsbelegung von jahresdurchschnittlich 60 Patienten pro
Monat in 1996 bereits im Verlauf des ersten Quartals 1997 mit 70
(Januar) und 89 (Februar) auf durchschnittlich 91 Patienten im
März gesteigert werden. Dies reicht aber zum Eintritt in die
Gewinnzone noch nicht aus, weil das auf der Basis des exklusiven
Zuschnitts der neu erbauten Klinik kalkulierte Gesamt-
Tagesentgelt pro Patient zur Zeit am Markt nicht durchsetzbar
ist. Erschwerend zu den auch hier wirksamen
gesundheitspolitischen Restriktionen tritt der Umstand, daß die
Zuweisungsmotivation unserer Gesellschafter-Ärzte nachhaltig
geschwächt ist, weil der anfangs zu möglichst frühzeitigen
Überstellungen in die Anschlußheilbehandlung zwingende
Operationsstau inzwischen entfallen ist. Weiter erschwerend kommt
hinzu, daß viele Akutkliniken sich inzwischen durch Umwidmung von
Akutbetten zu AHB-Betten eigene Abteilungen geschaffen haben.
Wir sind deshalb zu der Überzeugung gekommen, daß wir uns von den
Gesellschafter-Ärzten trennen und in Bonn mit eigenen, neuen
Konzepten und einer umfassenden Marketing-Strategie, maßgeblich
gestützt auf die durchgängig hohe Zufriedenheit unserer bisher
betreuten Patienten, antreten müssen.
Dies wird die erste wichtige Aufgabe für unseren neuen
Vorstandsvorsitzenden, Herrn Dipl.- Ök. Arno Kuge sein, den wir
für unsere Gruppe gewinnen konnten und der am 1. Juni 1997 seinen
Dienst antreten wird. Herr Kuge, 46, verfügt über umfassend
fundierte Kenntnisse und mehr als zwanzig Jahre Erfahrungen im
Rehabilitationswesen und im Akutklinikbereich.
Er war maßgeblich an der Entwicklung der Paracelsus-Gruppe,
zuletzt als Mitglied der Gesamt-Geschäftsleitung, beteiligt. Wir
erwarten von ihm wesentliche Impulse für unsere weitere Arbeit.
Marmagen, im Mai 1997
Der Vorstand
Silvio von Entress Dr. Lothar Watrinet
(Dipl. Krankenhausbetriebswirt)
Der Aufsichtsrat
Hans Friedrich Dickel
Ende der Mitteilung