ElringKlinger AGDettingen/ErmsBericht über das 3. Quartal und die ersten 9 Monate 2020KennzahlenElringKlinger-Konzernscrollen
1 Cashflow aus betriebl. Tätigkeit und
Cashflow aus Investitionstätigkeit (vor
M&A-Aktivitäten und exklusive Investitionen in
finanzielle Vermögenswerte)
Erste neun Monate 2020 in Kürzescrollen
Segment Ersatzteile verzeichnet gute
Geschäftsentwicklung: erste neun Monate mit 6 %
Umsatzplus auf 139 Mio. EUR sowie sehr solider Ertragslage;
Segment Kunststofftechnik büßte durch
Corona-Krise von Januar bis September 13 %
Umsatzerlöse bei weiterhin guter Ertragslage
(EBIT-Marge 12 %) ein
scrollen
* Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich
Vergleichsangaben auf jeweilige Vorjahreszeiträume
KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHTUNTERBODENSCHUTZDieser Unterbodenschutz aus ultraleichtem Kunststoff ist
für extreme Belastungen geeignet - Eigenschaften, die
ihn für Elektrofahrzeuge besonders interessant machen.
Erfahren Sie mehr dazu im Beitrag »Mehr als
leicht« unseres Magazins »pulse«.
Konjunkturelle Entwicklung und BranchenumfeldWeltwirtschaft von Corona-Krise belastetDie globale Konjunktur war auch im dritten Quartal 2020
stark durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie
geprägt. Gegenüber ihrem Tiefpunkt zu Beginn des
zweiten Quartals erholte sie sich wieder deutlich.
Die Lungenkrankheit Covid-19 hatte sich ausgehend von
China zu Beginn des Jahres ab Februar weltweit
ausgebreitet. Regierungen vieler Volkswirtschaften
ergriffen daraufhin verstärkt ab Mitte März 2020
strenge Schutzmaßnahmen für die
Bevölkerung, in deren Folge es zu nationalen Lockdowns
und in vielen Regionen zum Erliegen wirtschaftlicher
Aktivitäten kam. Infolgedessen war das zweite Quartal
2020 gekennzeichnet durch einen massiven, weltweiten
Einbruch der Wirtschaftsleistung. Ab Ende April setzte mit
ersten staatlichen Lockerungen sukzessive wieder eine
wirtschaftliche Erholung ein, die im dritten Quartal an
Dynamik zunahm.
Gezielte fiskalpolitische Maßnahmen haben ein noch
stärkeres Absinken der Konjunktur verhindert und den
Aufschwung unterstützt. Laut Internationalem
Währungsfonds (IWF) summierten sich die
Ausgabenprogramme der Regierungen auf 12 Billionen
US-Dollar, die Subventionen, Soforthilfen, steuerliche
Erleichterungen und andere Fördermaßnahmen
beinhalteten. Zudem stützten die Notenbanken mit ihrem
weiter sehr expansiven Kurs die jeweiligen
Wirtschaftsräume und beschlossen weitere Zinssenkungen
und Liquiditätsausweitungen.
Die Aufwärtsbewegung zeigte sich in einzelnen
Ländern und Regionen sowie auch Wirtschaftssektoren
unterschiedlich. Die Konjunktur in den USA und in der
Eurozone zog im dritten Quartal 2020 wieder kräftig
an, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag jeweils aber noch
deutlich unter den Vorjahreswerten. China hatte die Krise
bereits im zweiten Quartal wieder überwunden und
konnte seinen Wachstumskurs im dritten Quartal noch
beschleunigen.
Automärkte nehmen im dritten Quartal wieder Fahrt aufParallel zur wirtschaftlichen Situation konnten die
Automärkte im dritten Quartal wieder Fahrt aufnehmen,
nachdem sie im ersten Quartal abwärts tendierten und
im zweiten Quartal - mit Ausnahme von China - auf einen
Tiefpunkt stark abgefallen waren. In China, wo die
Corona-Krise im ersten Quartal extreme Verwerfungen
bewirkte, normalisierte sich die Lage bereits im zweiten
Quartal wieder.
Trotz der deutlichen Produktionssteigerungen im dritten
Quartal 2020 lagen die Fahrzeugproduktionen in allen
Regionen im bisherigen Jahresverlauf zum Teil noch weit
unter ihren Vorjahresniveaus. Von Januar bis September
wurden weltweit 50,8 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
(Light Vehicles) und damit 15,3 Mio. Fahrzeuge weniger als
noch im selben Zeitraum des Vorjahres hergestellt.
Veränderung Bruttoinlandsproduktscrollen
Quelle: HSBC (Sep. 2020)
Bei den Pkw-Absatzmärkten, gemessen an der Zahl der
Neuzulassungen, zeigte sich ein ähnliches Bild. Die
Nachfrage belebte sich im dritten Quartal wieder zunehmend.
Im September registrierten Europa, USA und China sogar ein
Absatzplus gegenüber den Vorjahreszahlen. Insgesamt
wurden in diesen drei Regionen im bisherigen Jahresverlauf
jedoch noch 7,8 Mio. weniger Neuwagen zugelassen als im
Vorjahreszeitraum. Europa verbuchte von Januar bis
September - 29,3 %, die USA - 18,8 % und China - 12,5 % bei
Fahrzeugzulassungen. Auch Japan (- 18,1 %), Brasilien (-
32,9 %) und Indien (- 38 %) lagen noch weit im Minus.
Produktion Light Vehiclesscrollen
Wesentliche EreignisseAufsichtsrat auf Hauptversammlung neu gewähltVor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie fand die
Hauptversammlung der ElringKlinger AG am 7. Juli 2020
virtuell statt. Turnusgemäß stand dabei die
Neuwahl der von den Anteilseignern gewählten
Aufsichtsratsmitgliedern an. Dabei wurde Helmut P. Merch
neu in den Aufsichtsrat gewählt. Prof. Hans-Ulrich
Sachs schied aus dem Organ aus. Alle anderen
Aktionärsvertreter wurden mit deutlicher Mehrheit
wiedergewählt. Die Arbeitnehmervertreter waren bereits
im Mai gewählt worden und nahmen ebenfalls nach Ende
der Hauptversammlung am 7. Juli 2020 ihr Amt auf. Neu
gewählt wurden Olcay Zeybek, Leiter Rechnungswesen der
ElringKlinger AG, sowie Barbara Resch, Tarifsekretärin
der IG Metall Baden-Württemberg. Sie folgten den
ausgeschiedenen Mitgliedern Pasquale Formisano und Nadine
Boguslawski.
Zum Abschlussprüfer wurde die Ernst & Young
GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart,
bestellt. Dass die Dividende für das
Geschäftsjahr 2019 angesichts der Ergebnissituation
und der Corona-Krise ausgesetzt wird, hatte der Konzern
bereits im März mitgeteilt.
Coronavirus-Pandemie bewirkt temporär drastischen GeschäftsrückgangZu Beginn des Jahres breitete sich das Coronavirus
zuerst in China und danach weltweit zu einer Pandemie aus.
Es folgten staatliche Eindämmungsmaßnahmen auf
internationaler Ebene, deren erste Auswirkungen bereits im
ersten Quartal 2020 in den chinesischen Werken des
ElringKlinger-Konzerns zu erkennen waren. Dabei kam es in
China zu verlängerten Neujahrsferien und
anschließenden Produktionsunterbrechungen sowohl bei
Kunden als auch bei ElringKlinger. Während sich die
Lage in China wieder normalisierte, unterbrachen ab Mitte
März auch Fahrzeughersteller in Europa und im weiteren
Verlauf nordamerikanische Autobauer die Produktion, sodass
ElringKlinger in europäischen und nordamerikanischen
Werken temporär und in jeweils unterschiedlichem
Ausmaß die Fertigung aussetzte oder
Ausbringungsmengen nach unten anpasste.
Vor allem zu Beginn des zweiten Quartals 2020
führten diese konjunkturellen Einbrüche zu einem
spürbaren Geschäftsrückgang bei
ElringKlinger. In Europa fuhren Hersteller erst ab Ende
April wieder sukzessive mit der Produktion hoch, in
Nordamerika setzte die Anlaufphase später ein. Im Zuge
dessen nimmt ElringKlinger seit 1. April 2020 an den
deutschen Standorten Erleichterungen durch Kurzarbeit in
Anspruch. Zum Schutz der MitarbeiterInnen gelten seit Ende
Februar konzernweit Reisebeschränkungen. Weitere
Maßnahmen sehen physische Kontaktbeschränkungen,
die Einhaltung strikter Hygienevorschriften sowie nach
Möglichkeit das Arbeiten im Home Office vor.
Umsatz- und ErtragsentwicklungDeutliche Umsatzbelebung im dritten QuartalIm dritten Quartal 2020 zeigte sich eine deutliche
Nachfragebelebung, die insbesondere im September an Dynamik
gewann. Nachdem die Konzernerlöse in Folge der
Coronavirus-Pandemie im zweiten Quartal um mehr als 40
Prozent auf 252,2 Mio. EUR eingebrochen waren, stiegen sie
im dritten Quartal im Zuge der Markterholung wieder stark
auf 381,2 Mio. EUR (Q3 2019: 431,9 Mio. EUR) an, blieben
damit aber noch um 11,8 % hinter dem
Vorjahresvergleichswert zurück. In den ersten neun
Monaten 2020 sanken die Konzernerlöse insgesamt um
277,5 Mio. EUR bzw. 21,2 % auf 1.029,6 Mio. EUR (9M 2019:
1.307,1 Mio. EUR).
Organisch (bereinigt um Währungseffekte und
Einflüsse aus M&A-Aktivitäten
a) verringerte sich der Konzernumsatz im dritten
Quartal um 7,5 % und im Neunmonatszeitraum um 19,3 %.
Währungseffekte reduzierten die Umsatzerlöse
bereits seit Jahresbeginn, wirkten sich jedoch besonders im
Berichtsquartal mit - 17,1 Mio. EUR bzw. - 4,0 % merklich
aus. Vor allem die Entwicklungen des mexikanischen Peso und
brasilianischen Real gegenüber dem Euro waren
relevant. M&A-Aktivitäten betrafen den 2019
veräußerten ungarischen Gewerbepark, der im
Vorjahreszeitraum (Januar bis September) noch 3,4 Mio. EUR
zu den Umsatzerlösen beigetragen hatte.
Effekte im Konzernumsatz
ElringKlinger lag damit in den ersten neun Monaten
erneut über der Marktentwicklung, die, gemessen an der
globalen Fahrzeugproduktion, um 23,2 % schrumpfte. Im
dritten Quartal schwächte sich das Minus in der
Weltproduktion auf insgesamt - 3,5 % ab, da der chinesische
Fahrzeugmarkt mit einem rund 10-prozentigen Plus deutlich
an Fahrt aufnahm.
Q3: Aufwind in sämtlichen RegionenMit der positiven Marktdynamik des dritten Quartals als
Treiber legten die Konzernumsätze gegenüber dem
Vorquartal in sämtlichen Regionen deutlich zu. Dennoch
lagen alle Regionen sowohl im Berichtsquartal als auch nach
neun Monaten unter ihren Vorjahresniveaus.
In der umsatzstärksten Region Europa, die einen
Anteil von 51,3 % der Gesamterlöse darstellte,
verbuchte der Konzern im Berichtsquartal 195,4 Mio. EUR (Q3
2019: 216,2 Mio. EUR). Damit überstiegen die
Umsätze in Europa deutlich das Vorquartal, in dem nur
128,5 Mio. EUR erlöst wurden: Aufgrund der nationalen
Shutdowns, die nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie ab
Ende März zu temporären Werksschließungen
bei zahlreichen europäischen Fahrzeugherstellern
geführt hatten, waren die Umsätze im zweiten
Quartal stark eingebrochen. Obwohl nach ersten Lockerungen
bereits ab April Fahrzeugproduktionen wieder schrittweise
aufgenommen wurden, belebte sich die Nachfrage auf dem
europäischen Markt erst im dritten Quartal wieder.
Dennoch lagen die Umsatzerlöse in Deutschland im
dritten Quartal 2020 mit 82,7 Mio. EUR (Q3 2019: 96,5 Mio.
EUR) um 14,4 % hinter dem Vorjahreswert. Im übrigen
Europa näherten sie sich mit einem Minus von 5,8 % und
112,8 Mio. EUR (Q3 2019: 119,7 Mio. EUR) wieder
stärker an das Vorjahresniveau an. Von Januar bis
September unterschritten die Konzernerlöse in
Deutschland mit 238,3 Mio. EUR (9M 2019: 301,0 Mio. EUR)
noch um 20,8 % und im übrigen Europa mit 300,0 Mio.
EUR (9M 2019: 384,8 Mio. EUR) um 22,0 % die jeweiligen
Vorjahresumsätze. Trotzdem konnte ElringKlinger im
bisherigen Jahresverlauf mit einem Umsatzrückgang von
21,5 % in Europa im Vergleich zur europäischen
Fahrzeugproduktion (- 29,5 %) eine bessere Entwicklung
aufweisen.
1 Transaktionen von Unternehmensbereichen
(Akquisitionen und/oder Desinvestitionen)
Das Geschäft in Nordamerika, das nach der starken
Expansion im Geschäftsjahr 2019 (Umsatzplus 25,1 %)
auch im ersten Quartal 2020 weiter zunahm, wurde im zweiten
Quartal 2020 durch die Folgen von Lockdown-Maßnahmen
und vornehmlich der Stillstände in Mexiko hart
getroffen. Im dritten Quartal zog auch hier die Nachfrage
wieder stark an, sodass ElringKlinger in Nordamerika
Umsatzerlöse von 101,6 Mio. EUR (115,4 Mio. EUR)
erzielen konnte, die allerdings noch um 11,9 % geringer als
im Vorjahresquartal ausfielen. Von Januar bis September
erlöste der Konzern 260,9 Mio. EUR (9M 2019: 334,0
Mio. EUR) in Nordamerika. Bereinigt um Währungseffekte
lag der Umsatz 19,1 % unter dem Vergleichswert des
Vorjahreszeitraums. Auch hier schnitt der Konzern besser
als der Fahrzeugmarkt ab (Rückgang der
Light-Vehicle-Produktion in Nordamerika: - 26,5 %).
In Asien-Pazifik, wo die globale Marktschwäche im
ersten Quartal 2020 nach Ausbruch von Covid-19 ihren Anfang
nahm, tendierten die Konzernerlöse bereits seit dem
zweiten Quartal 2020 wieder aufwärts. Im
Berichtsquartal verbuchte ElringKlinger 70,4 Mio. EUR (Q3
2019: 80,3 Mio. EUR) und im Neunmonatszeitraum 192,0 Mio.
EUR (9M 2019: 227,9 Mio. EUR) Umsatzerlöse in
Asien-Pazifik. Obwohl die stark anziehenden Teileabrufe bei
den chinesischen Werken im dritten Quartal bereits wieder
zu einem Umsatzplus gegenüber dem Vorjahresquartal
führten, war in der Region Asien-Pazifik insgesamt
noch ein Minus von 12,4 % im dritten Quartal bzw. von 15,7
% in den ersten neun Monaten 2020 hinzunehmen.
In Südamerika und Übrige schmälerten
Wechselkurseffekte aus der Umrechnung des brasilianischen
Real die in Euro ausgewiesenen Konzernerlöse
zusätzlich zur Marktschwäche. Im dritten Quartal
erlöste ElringKlinger in dieser Region 13,7 Mio. EUR
(Q3 2019: 20,0 Mio. EUR) bzw. in den ersten neun Monaten
38,4 Mio. EUR (9M 2019: 59,5 Mio. EUR).
Der Auslandsanteil an den Konzernerlösen lag in den
ersten neun Monaten 2020 bei 76,9 % (9M 2019: 77,0 %).
Konzernumsatz nach Regionen Jan. - Sep. 2020
Geschäftsentwicklung Segment ErstausrüstungDie negativen Auswirkungen der Corona-Krise trafen das
Segment Erstausrüstung besonders stark, da die ab Ende
März abrupt abgefallenen Abrufmengen der
Automobilhersteller und die weiterhin unter Vorjahr
liegenden Marktniveaus die Geschäftsentwicklung
unmittelbar beeinflussten. Mit einem Anteil von rund 80 %
am Konzernumsatz beeinflusst das Segment die
Gesamtentwicklung maßgeblich. Entsprechend war
für einen Großteil des Umsatzrückgangs das
Segment Erstausrüstung ursächlich. Im dritten
Quartal 2020 erlöste das Segment 306,4 Mio. EUR (Q3
2019: 353,0 Mio. EUR) und damit 46,6 Mio. EUR oder 13,2 %
weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Im
Neunmonatszeitraum schrumpften die Segmentumsätze um
267,0 Mio. EUR bzw. 24,8 % auf 808,0 Mio. EUR (9M 2019:
1.075,0 Mio. EUR).
Bei den Geschäftsbereichen zeigte sich im dritten
Quartal 2020 eine leicht unterschiedliche Entwicklung.
Während in den Bereichen Zylinderkopf- und
Spezialdichtungen sowie im Strukturleichtbau eine
schnellere Erholung einsetzte, blieben die Umsätze in
den Bereichen Abschirmtechnik und
Leichtbau/Elastomertechnik verhältnismäßig
mehr hinter den Vorjahreswerten zurück, sodass diese
im bisherigen Jahresverlauf sowohl in absoluter als auch in
relativer Hinsicht die größten Umsatzvolumina
einbüßten. Die Umsätze des
Strukturleichtbaus zeigten sich dabei aber
überdurchschnittlich robust. Im
E-Mobility-Geschäft, das die Batterie- und
Brennstoffzellentechnologie sowie den Bereich Drivetrain
umfasst, konnten die Erlöse hingegen um beachtliche
19,7 % auf 5,5 Mio. EUR (Q3 2019: 4,6 Mio. EUR) gesteigert
werden. Aufgrund von Aufwendungen für den Aufbau einer
Serienfertigung für Batteriesysteme und weiter hohen
Entwicklungsaktivitäten verbuchte der
Geschäftsbereich E-Mobility allerdings im
Berichtsquartal wie auch in den ersten neun Monaten 2020
ein noch negatives EBIT.
Trotz der Umsatzverluste konnte ElringKlinger im Segment
Erstausrüstung die Profitabilität verbessern und
im dritten Quartal ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(EBIT) von 4,3 Mio. EUR (Q3 2019: 6,4 Mio. EUR) verbuchen.
Die EBIT-Marge erholte sich nach - 0,1 % im ersten und -
21,5 % im zweiten Quartal auf 1,4 % im dritten Quartal. Da
die Umsatzerlöse auf ähnlichem Niveau wie in den
ersten drei Monaten lagen, zeigt die höhere
Profitabilität, dass die gezielten Maßnahmen
wirken. Durch das 2019 konzernweit eingeführte
Effizienzsteigerungsprogramm hatte sich bereits im ersten
Quartal 2020 bei den klassischen Geschäftsbereichen
eine größere Ertragsstärke gezeigt.
Darüber hinaus wirkten sich in den nordamerikanischen
Werken die Optimierungen zur
Produktivitätsverbesserung und der Kostenstrukturen
zunehmend positiv aus. Auch die im Zuge des
Nachfragerückgangs genutzten
Anpassungsmöglichkeiten bei Personalkapazitäten
und -kosten haben zu Entlastungen geführt.
Ersatzteilgeschäft verbucht ZugewinneDas Ersatzteilgeschäft des ElringKlinger-Konzerns
verbuchte trotz der schwierigen Rahmenbedingungen
erfreuliche Zuwächse. Sowohl im dritten Quartal als
auch von Januar bis September konnte das Segment die
Umsätze und Erträge im Vergleich zu den
jeweiligen Vorjahreswerten steigern. Bereits im ersten
Quartal waren die Erlöse stark angestiegen - auch weil
es in einigen Regionen zu Vorzieheffekten aufgrund der
Unsicherheiten um Auswirkungen aus der Corona-Krise auf die
Handelsketten kam. Im zweiten Quartal erlöste das
Segment trotz des negativen konjunkturellen Umfelds einen
Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau. Maßgeblich war
hierfür, dass es ElringKlinger gelang, die
Ersatzteilversorgung des Marktes trotz der weitreichenden
logistischen und handelsbezogenen Einschränkungen in
allen wesentlichen Regionen aufrechtzuerhalten. Im dritten
Quartal konnte das Vorjahresquartal mit einer Steigerung
der Umsatzerlöse um 4,5 % auf 47,3 Mio. EUR (Q3 2019:
45,2 Mio. EUR) übertroffen werden. Im
Neunmonatszeitraum verbuchte das Segment ein Umsatzplus von
5,9 % auf 138,6 Mio. EUR (9M 2019: 130,9 Mio. EUR).
Regional entfielen die Zuwächse hauptsächlich auf
Osteuropa sowie den Nahen und Mittleren Osten.
In der guten Ertragslage des Segments spiegeln sich vor
allem die Effizienz seiner Disposition und Lagerlogistik
sowie die vorausschauende Bestandsoptimierung wider. Hinzu
kommt die konzernweite strenge Kostendisziplin. Im dritten
Quartal erwirtschaftete das Segment Ersatzteile ein EBIT
von 9,6 Mio. EUR (Q3 2019: 8,5 Mio. EUR) bzw. eine
EBIT-Marge von 20,2 %, und von Januar bis September lag das
Segment-EBIT bei 30,0 Mio. EUR (9M 2019: 22,5 Mio. EUR)
bzw. 21,7 % (9M 2019: 17,2 %).
Segment KunststofftechnikDas Segment Kunststofftechnik, das ein
breitgefächertes Portfolio mit Produkten aus
Hochleistungskunststoffen in viele Industrien liefert,
konnte sich den wirtschaftlichen Folgen der
Coronavirus-Pandemie nicht entziehen. Nachdem sich das
Geschäft bereits in den ersten drei Monaten 2020
aufgrund nachlassender Konjunktur in Europa und ersten
Auswirkungen der Corona-Krise in China abschwächte,
sanken Auftragseingänge und Umsätze im zweiten
Quartal über viele Branchen hinweg, hauptsächlich
im Maschinenbau- und Automobilsektor. Im dritten Quartal
belebte sich die Nachfrage unter anderem aufgrund von
Nachholeffekten im Automotive-Bereich und regional gesehen
in China wieder deutlich. Die Nachfrage im Maschinenbau
blieb weiter schwach, während sich die Medizintechnik
auf stabilem Niveau hielt. In diesem Umfeld erlöste
das Segment Kunststofftechnik Im dritten Quartal 2020 26,8
Mio. EUR (Q3 2019: 30,1 Mio. EUR) bzw. 11,2 % weniger
Umsätze als im selben Zeitraum des Vorjahres. Im
bisherigen Jahresverlauf sanken die Erlöse um 12,7 %
auf 79,5 Mio. EUR (9M 2019: 91,0 Mio. EUR).
Trotz geringerem Geschäftsvolumen gelang es dem
Segment durch unterschiedliche Maßnahmen, darunter
eine strikte Kostendisziplin, die Ergebnismarge im dritten
Quartal leicht von 16,4 % im Vorjahresquartal auf jetzt
17,0 % zu verbessern und im Neunmonatszeitraum mit 17,0 %
auf Vorjahresniveau zu halten. Das Segment-EBIT lag bei 4,5
Mio. EUR (Q3 2019: 4,9 Mio. EUR) im dritten Quartal bzw.
bei 9,3 Mio. EUR (10,7 Mio. EUR) in den ersten neun Monaten
2020.
Konzernumsatz nach Segmenten Jan. - Sep. 2020
Segment "Sonstige"Seit dem 1. Januar 2020 werden die bisherigen Segmente
"Dienstleistungen" und "Gewerbeparks" in dem Segment
"Sonstige" zusammengefasst. Es beinhaltet vor allem die
Geschäftstätigkeit der Elring Klinger
Motortechnik GmbH, der ElringKlinger Logistic Service GmbH
sowie des Gewerbeparks in Idstein. Die Umsatz- und
Ergebnisbeiträge in diesem Segment belaufen sich in
der Regel auf weniger als ein Prozent der
Konzerntätigkeit, sodass es von nachrangiger Bedeutung
ist. Im dritten Quartal 2020 enthielt das Segmentergebnis
einen Ertrag von 0,3 Mio. EUR aus einer
Sale-Lease-Back-Transaktion. Weitere Zahlen zum Segment
finden sich in der Segmentberichterstattung im
Konzernanhang.
Mitarbeiterzahl sinkt erkennbarZum 30. September 2020 waren 9.770 Mitarbeiter im
ElringKlinger-Konzern tätig - 623 Personen bzw. 6,0 %
weniger als noch zum Jahresende 2019 (10.393 Mitarbeiter).
Am Stichtag des Vorjahresvergleichsquartals zählten
10.492 Mitarbeiter zur Belegschaft.
Um die Profitabilität zu erhöhen, hatte der
Konzern bereits vor der Corona-Krise Maßnahmen zur
Effizienzsteigerung eingeleitet, die sich auch auf das
Personalmanagement im In- und Ausland auswirkten. Durch
eine sozialverträgliche Vorgehensweise konnten die
Personalstände in sämtlichen Regionen verringert
werden. Dabei wurden vorwiegend befristete Verträge
nicht verlängert oder durch Fluktuation freigewordene
Stellen nicht neu besetzt. Aufgrund des Umsatzeinbruchs
verstärkte der Konzern diese Vorgehensweise ab dem
zweiten Quartal und passte die Personalkapazitäten an
die jeweilige Geschäftslage der Werke an. Seit
Jahresbeginn reduzierte sich die Mitarbeiterzahl weltweit:
in Deutschland um 179 auf 4.145, im übrigen Europa um
188 auf 1.840, in Nordamerika um 200 auf 1.869, in
Asien-Pazifik um 19 auf 1.526 sowie in Südamerika und
Rest um 37 auf 390 Personen.
Zum 30. September 2020 waren 42,4 % der Belegschaft im
Inland und 57,6 % im Ausland tätig.
Bruttomarge über VorjahrDer Anteil der Umsatzkosten an den Konzernumsätzen
hat sich im dritten Quartal 2020 wieder normalisiert,
nachdem im zweiten Quartal aufgrund des hohen und
ungeplanten Volumenrückgangs infolge der
Coronavirus-Pandemie der fixe Kostenanteil in den
Umsatzkosten die Bruttomarge erheblich nach unten
drückte. Das Gros der Umsatzkosten bilden mit einem
Anteil von rund 55 % die Materialkosten. Bei diesen zeigte
sich im Jahresverlauf eine leichte Entlastung, die aus den
leicht niedrigeren Preisniveaus einiger Rohstoffgruppen,
darunter Polyamide (Kunststoffgranulate), aber auch Stahl
und Aluminium, resultierte. Die Preise für Edelstahl
stiegen leicht. Im dritten Quartal sank der
Materialkostenanteil am Umsatz auf 42,8 %, nach 46,8 % im
Vorjahresvergleichsquartal.
Das Bruttoergebnis (Umsatzerlöse abzüglich
Umsatzkosten) lag im dritten Quartal bei 84,8 Mio. EUR (Q3
2019: 91,8 Mio. EUR). Die Bruttomarge von 22,3 %
verbesserte sich damit im Vorjahresvergleich (21,2 %). Im
Neunmonatszeitraum erwirtschaftete der Konzern ein
Bruttoergebnis von 195,2 Mio. EUR (263,5 Mio. EUR), das
einer Marge von 19,0 % (9M 2019: 20,2 %) entsprach.
Die Personalkosten des Konzerns konnten im dritten
Quartal 2020 weiter auf 111,7 Mio. EUR (Q3 2019: 134,7 Mio.
EUR) gesenkt werden. Dazu trug einerseits das weltweit
durchgeführte Effizienzsteigerungsprogramm, das
ElringKlinger bereits vor der Corona-Krise eingeleitet
hatte, bei. Andererseits halfen Sondermöglichkeiten
zur Kostenreduzierung, die aufgrund der besonderen
wirtschaftlichen Belastung durch die Coronavirus-Pandemie
genutzt werden konnten. Dazu zählten die an den
deutschen Standorten seit 1. April 2020 beanspruchte
Kurzarbeit sowie ähnliche Möglichkeiten in den
ausländischen Werken. Die Personalaufwandsquote
(Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz) senkte sich
von 35,3 % im ersten und 40,2 % im zweiten auf nunmehr 29,3
% im dritten Quartal 2020.
Die Vertriebskosten reduzierten sich im dritten Quartal
überproportional auf 25,5 Mio. EUR (Q3 2019: 32,6 Mio.
EUR). Neben den erwähnten Maßnahmen zur Senkung
von Personalkosten wirkte sich vor allem der Rückgang
von Reisekosten positiv aus. Um das Infektionsrisiko in der
Coronavirus-Pandemie zu senken, gelten bei ElringKlinger
seit März 2020 umfassende Reiserestriktionen. Im
Vorjahresvergleich konnten darüber hinaus auch
Sonderfrachten reduziert werden, da Prozessverbesserungen
in den nordamerikanischen Werken Erfolge zeigten und sich
außerdem die Abrufmengen verringerten. In den ersten
neun Monaten 2020 beliefen sich die Vertriebskosten im
Konzern auf 80,7 Mio. EUR (9M 2019: 102,9 Mio. EUR).
Auch bei den allgemeinen Verwaltungskosten, die im
dritten Quartal bei 19,3 Mio. EUR (Q3 2019: 21,3 Mio. EUR)
lagen, verringerten sich die Personalaufwendungen.
Darüber hinaus sanken infolge des konzernweiten
Sparkurses die Sachkosten erkennbar. Im Neunmonatszeitraum
reduzierten sich die allgemeinen Verwaltungskosten
gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres um 9,2
Mio. EUR auf 57,1 Mio. EUR (9M 2019: 66,2 Mio. EUR).
Forschungs- und EntwicklungskostenForschung und Entwicklung (F&E) ist für
ElringKlinger fundamental, wenn es um die Sicherung der
Wettbewerbsfähigkeit und den aktiven Beitrag des
Unternehmens im Transformationsprozess geht. Deshalb ist es
ein Teil der Unternehmensstrategie, den notwendigen Beitrag
aus den Erlösen zielgerichtet für Forschungs- und
Entwicklungsprojekte aufzuwenden. Im Fokus stehen
Lösungen für alternative Antriebstechnologien,
aber auch die weitere Effizienzsteigerung klassischer
Antriebe sowie der Strukturleichtbau und andere
Komponenten, die unabhängig von der Antriebsart
für alle Fahrzeuge oder auch im Non-Automotive-Bereich
einsetzbar sind. Die Forschungs- und Entwicklungskosten
betrugen im dritten Quartal 2020 inklusive Aktivierungen
15,4 Mio. EUR (Q3 2019: 18,7 Mio. EUR) und in den ersten
neun Monaten 52,9 Mio. EUR (9M 2019: 63,5 Mio. EUR). Daraus
errechnete sich im dritten Quartal 2020 eine F&E-Quote
(Anteil F&E-Aufwendungen am Konzernumsatz) von 4,0 %
(Q3 2019: 4,3 %) und von Januar bis September von 5,1 % (9M
2019: 4,9 %).
Aus öffentlichen Fördermitteln erhielt
ElringKlinger im bisherigen Jahresverlauf 2,2 Mio. EUR (9M
2019: 2,5 Mio. EUR), von denen 0,1 Mio. EUR (Q3 2019: 0,6
Mio. EUR) das dritte Quartal betrafen.
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden im
Berichtsquartal unter anderem Abschreibungen für
Forderungsausfälle erfasst.
EBIT-Marge bei 5 Prozent im dritten QuartalDer marktseitige Aufwind und das Gesamtpaket der
beschriebenen unterschiedlichen Maßnahmen wirkten
sich im dritten Quartal 2020 positiv auf die
Ergebnisentwicklung aus. Über alle operativen
Funktionsbereiche der Ergebnisrechnung wurden spürbare
Einsparungen erzielt, sodass ElringKlinger trotz der
Umsatzabschwächung ein operatives Ergebnis (EBIT -
Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von 18,9 Mio. EUR (Q3
2019: 20,3 Mio. EUR) verzeichnen und die EBIT-Marge auf 5,0
%, nach 4,7 % im Vorjahresvergleichsquartal, steigern
konnte. Damit lag auch das EBIT der ersten neun Monate mit
2,5 Mio. EUR (9M 2019: 36,9 Mio. EUR) und einer EBIT-Marge
von 0,2 % (9M 2019: 2,8 %) im positiven Bereich.
Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen) belief sich auf 49,0 Mio. EUR (Q3 2019:
49,8 Mio. EUR). In den ersten neun Monaten erreichte es
93,9 Mio. EUR (123,6 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf
immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen im
Berichtsquartal bei 30,1 Mio. EUR (Q3 2019: 29,5 Mio. EUR)
und im Neunmonatszeitraum bei 91,3 Mio. EUR (9M 2019: 86,7
Mio. EUR).
Da Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen mit weniger
als einer Million Euro von untergeordneter Bedeutung sind,
verzichtet ElringKlinger seit dem 1. Januar 2020 auf den
gesonderten Ausweis in der Ergebnisbeschreibung.
Finanzergebnis und Ergebnis vor SteuernDas Finanzergebnis belief sich im dritten Quartal 2020
auf - 9,8 Mio. EUR (Q3 2019: - 5,0 Mio. EUR) bzw. in den
ersten neun Monaten auf - 25,9 (9M 2019: - 15,0 Mio. EUR).
Verglichen mit den Vorjahresperioden hat sich das hier
erfasste Währungsergebnis verschlechtert, was
maßgeblich durch unrealisierte Kursgewinne/-verluste
beeinflusst war. Das Zinsergebnis (Zinserträge
abzüglich Zinsaufwendungen) hingegen hat sich in den
ersten neun Monaten 2020 im Vorjahresvergleich verbessert.
Es lag im dritten Quartal 2020 bei - 5,0 Mio. EUR (Q3 2019:
- 5,0 Mio. EUR) und von Januar bis September bei - 12,6
Mio. EUR (9M 2019: - 14,2 Mio. EUR). Der Anteil am Ergebnis
von assoziierten Unternehmen, das die Beteiligung an der
hofer AG beinhaltet, betrug - 2,0 Mio. EUR (Q3 2019: - 2,0
Mio. EUR) im dritten Quartal 2020 und - 5,5 Mio. EUR (9M
2019: - 2,8 Mio. EUR) von Januar bis September.
Das Ergebnis vor Ertragsteuern betrug im dritten Quartal
2020 9,2 Mio. EUR (Q3 2019: 15,3 Mio. EUR). Nach neun
Monaten war es mit - 23,4 Mio. EUR (9M 2019: 22,2 Mio. EUR)
im negativen Bereich.
Periodenergebnis bei 3 Mio. EURIm Rahmen der Covid-19-Hilfsmaßnahmen beanspruchte
der Konzern im Inland steuerliche Erleichterungen, darunter
Steuerstundungen. Dies und die Tatsache, dass wie auch in
den Vorperioden auf Verluste einiger ausländischen
Gesellschaften keine aktiven latenten Steuern gebildet
werden können, bewirkte starke Schwankungen der
Steuerquote über die einzelnen Quartale hinweg. Im
dritten Quartal 2020 lag diese bei 68,7 % (Q3 2019: 53,2 %)
und im Neunmonatszeitraum bei 32,9 % (9M 2019: 111,9 %).
Damit belief sich das Periodenergebnis des
ElringKlinger-Konzerns im dritten Quartal 2020 auf 2,9 Mio.
EUR (Q3 2019: 7,2 Mio. EUR). In den ersten neun Monaten
verblieb ein Verlust von 31,0 Mio. EUR (9M 2019: - 2,6 Mio.
EUR). Nach Minderheitsanteilen lag das Ergebnis der
Aktionäre der ElringKlinger AG im dritten Quartal 2020
bei 3,4 Mio. EUR (Q3 2019: 6,7 Mio. EUR) und bei - 30,1
Mio. EUR (9M 2019: - 3,4 Mio. EUR) in den ersten neun
Monaten.
Die Anzahl der ausgegebenen, gewinnberechtigten Aktien
betrug zum 30. September 2020 unverändert 63.359.990
Stück. Es errechnet sich ein den Aktionären der
ElringKlinger AG zustehender Ergebnisanteil von 0,05 EUR
Vermögens- und FinanzlageDie Vermögens- und Finanzlage des
ElringKlinger-Konzerns präsentierte sich zum 30.
September 2020 mit einer Eigenkapitalquote von 41,0 %,
einer hohen Liquidität und soliden
Vermögensstruktur nach wie vor in einer robusten
Verfassung. Den bereits im Geschäftsjahr 2019
forcierten Kurs zur Verbesserung wesentlicher
Finanzkennzahlen setzte der Konzern im laufenden Jahr
konsequent fort. Dadurch erzielte ElringKlinger in den
ersten neun Monaten einen operativen Free Cashflow von
102,3 Mio. EUR und senkte die Nettoverschuldung seit
Jahresbeginn um 82,9 Mio. EUR.
Kennzahlen Vermögens- und Finanzlagescrollen
scrollen
1 Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
Auswirkungen der Coronavirus-PandemieDer Geschäftsrückgang infolge der
Coronavirus-Pandemie wirkte sich in unterschiedlichem
Ausmaß auf einzelne Bilanzpositionen und den
Kapitalfluss bei ElringKlinger aus. Vor allem im zweiten
Quartal reduzierten sich dadurch das
Kurzfristvermögen, darunter Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen und Vorräte, sowie auf der
Passivseite die Lieferantenverbindlichkeiten.
Gegenläufig hatte sich der Zahlungsmittelbestand
erhöht. Im Eigenkapital verringerten sich die
Gewinnrücklagen infolge des negativen Ergebnisses. Im
dritten Quartal 2020 zog das Geschäft wieder deutlich
an, sodass sich das Ausmaß der Bilanzauswirkungen
wieder verringerte. Werthaltigkeitsüberlegungen im
Rahmen dieser Zwischenberichterstattung ergaben keine
außerplanmäßigen Wertminderungen bei den
Vermögenswerten.
Robuste VermögensstrukturDie Bilanzsumme des ElringKlinger-Konzerns belief sich
zum 30. September 2020 auf 2.014,6 Mio. EUR, nach 2.146,5
Mio. EUR am Jahresende 2019. Der Rückgang um 131,9
Mio. EUR spiegelt neben den Geschäftsvorfällen
auch Einflüsse aus der Währungsumrechnung wider,
die vor allem im ersten Quartal, aber auch im weiteren
Jahresverlauf einen insgesamt senkenden Effekt auf
verschiedene Bilanzpositionen hatten.
Unter den langfristigen Vermögenswerten, die zum
30. September 2020 mit einem Buchwert von 1.237,4 Mio. EUR
(31.12.2019: 1.314,0 Mio. EUR) erfasst waren, stellen die
Sachanlagen den wesentlichen Posten dar. Ihr Volumen ging
aufgrund der zurückhaltenden
Investitionstätigkeit des Konzerns über alle
bisherigen Quartale und auch gegenüber dem
Vorjahresvergleichsquartal zurück. Zum 30. September
2020 belief sich das Sachanlagevermögen auf 971,6 Mio.
EUR (31.12.2019: 1.043,7 Mio. EUR).
Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich
gegenüber dem Stand am 31. Dezember 2019 um 55,3 Mio.
EUR und damit ebenfalls deutlich auf 777,2 Mio. EUR
(31.12.2019: 832,5 Mio. EUR). Am stärksten senkte sich
das Vorratsvermögen ab, das zum Stichtag des dritten
Quartals ein Volumen von 317,4 Mio. EUR ausmachte und damit
um 39,1 Mio. EUR bzw. währungsbereinigt um 24,6 Mio.
EUR gegenüber dem Stand am Jahresende 2019 (356,5 Mio.
EUR) gesenkt werden konnte. Gegenüber dem
Halbjahresstichtag 2020 nahmen die Vorräte um 21,5
Mio. EUR (währungsbereinigt: - 17,2 Mio. EUR) ab. Die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren im zweiten
Quartal in Folge der Umsatzrückgänge stark
gesunken, stiegen im dritten Quartal im Zuge steigender
Nachfrage wieder an auf 226,8 Mio. EUR (31.12.2019: 233,2
Mio. EUR).
Insgesamt umfasste das Working Capital (Vorräte und
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) am
Berichtsstichtag einen Buchwert von 544,2 Mio. EUR, der
somit um 18,2 Mio. EUR unter dem Stand am Jahresende 2019
(589,7 Mio. EUR) lag. Wie bereits in den Vorperioden
forcierte das Management im Rahmen eines
Effizienzsteigerungsprogramms die Verringerung und
Optimierung des Working Capitals stark. Zudem wurden
Einkaufsvolumina und Vorratsbestände nach der
negativen Auftragsentwicklung im zweiten Quartal noch
stärker nach unten angepasst. Verglichen mit dem Stand
zum Ende des Vorjahresstichtags (30.09.2019: 652,5 Mio.
EUR) senkte sich das Working Capital um 108,3 Mio. EUR und
damit über den coronabedingten Volumenrückgang
hinaus.
Zum 30. September 2020 verfügte der
ElringKlinger-Konzern über Zahlungsmittel und
Äquivalente in Höhe von 142,5 Mio. EUR
(31.12.2019: 135,5 Mio. EUR).
Bei den in der Vorjahresvergleichsperiode ausgewiesenen,
zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
handelte es sich hauptsächlich um Grundstücke und
Gebäude des ehemaligen Segments "Gewerbeparks", die im
Dezember 2019 abgegangen sind.
Eigenkapitalquote weiter über 40 ProzentDas negative Periodenergebnis in Höhe von - 31,0
Mio. EUR der ersten neun Monate 2020 sowie Einflüsse
aus der Währungsumrechnung in Höhe von - 33,5
Mio. EUR hatten zur Folge, dass sich das Eigenkapital des
ElringKlinger-Konzerns entsprechend verringerte. Zum 30.
September 2020 belief es sich auf 825,7 Mio. EUR, nach
891,2 Mio. EUR am Jahresende 2019. Damit liegt die
Eigenkapitalquote von 41,0 % (31.12.2019: 41,5 %) weiter in
der vom Management angestrebten Bandbreite von 40 bis 50 %.
In den Rückstellungen einschließlich den
Pensionsrückstellungen sind im laufenden
Geschäftsjahr in der Summe keine wesentlichen
Veränderungen festzustellen. Im Vergleich zum Stichtag
des Vorjahresvergleichsquartals erhöhten sich die
Pensionsrückstellungen um 22,8 Mio. EUR, was sich
durch die turnusgemäße Neubewertung zum
Jahresende 2019 und die ihr zugrundeliegenden Parameter,
wie beispielsweise Zinssätze, erklärt.
Nettoverschuldung weiter verringertTrotz der Geschäftseinbußen konnte die solide
finanzwirtschaftliche Situation des ElringKlinger-Konzerns
im Jahresverlauf noch verbessert und die Nettoverschuldung
2weiter reduziert werden. Gegenüber dem
Jahresende 2019 (595,3 Mio. EUR) verringerte sie sich um
82,9 Mio. EUR auf 512,4 Mio. EUR am Stichtag 30. September
2020. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stellten
mit 493,1 Mio. EUR (31.12.2019: 570,4 Mio. EUR) den
Hauptanteil dar.
Im Berichtszeitraum waren keine bedeutsamen
Änderungen von Kreditkonditionen, auch nicht in Folge
von Einflüssen aus der Coronavirus-Pandemie, zu
verzeichnen. ElringKlinger erfüllt zum 30. September
2020 alle mit den Kreditinstitutionen vereinbarten
Covenants. Zum 30. September 2020 errechnete sich eine
Verschuldungskennzahl (Nettoverschul-dung/EBITDA) von 3,4,
nach 3,3 zum Jahresende 2019 und 4,2 zum Stichtag des
Vorjahresvergleichquartals.
Net Working Capital nimmt weiter abDie Lieferantenverbindlichkeiten stiegen im dritten
Quartal mit der Geschäftsausweitung wieder an, nachdem
sie zum Halbjahresstichtag stark gesunken waren. Per 30.
September 2020 bezifferten sie sich auf 136,9 Mio. EUR
(31.12.2019: 157,1 Mio. EUR). Das Net Working Capital, das
sich aus dem Working Capital (Vorräte und Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen) abzüglich
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen errechnet,
nahm damit von 432,6 Mio. EUR am Jahresende 2019 auf
nunmehr 407,3 Mio. EUR weiter ab.
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten beliefen
sich am Berichtsstichtag auf 125,0 Mio. EUR (31.12.2019:
109,6 Mio. EUR). Sie enthalten neben einer geschriebenen
Verkaufsoption in Höhe von 30,3 Mio. EUR eine Reihe
von Abgrenzungen aus unterschiedlichen Sachverhalten, wie
beispielsweise Abgrenzungen im Personalbereich,
künftiger Boni-Zahlungen, Posten für ausstehende
Rechnungen und andere Abgrenzungsposten.
Betrieblicher Cashflow bei 131 Mio. EURDer Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit
entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf und
insbesondere im dritten Quartal 2020 erfreulich: Trotz der
im Vorjahresvergleich rückläufigen
Ergebnisentwicklung konnte ElringKlinger einen operativen
Cashflow von 78,4 Mio. EUR (Q3 2019: 58,8 Mio. EUR)
erzielen. In den ersten neun Monaten generierte das
Unternehmen 130,8 Mio. EUR (9M 2019: 189,9 Mio. EUR) aus
betrieblicher Tätigkeit.
Maßgeblich für dieses Resultat war die
Veränderung des Net Working Capitals, also der
Bilanzpositionen Vorräte sowie Forderungen und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Da im
dritten Quartal 2020 die Vorratsbestände weiter
reduziert und gleichzeitig Lieferantenverbindlichkeiten
ausgeweitet wurden, waren in diesen Positionen weniger
Mittel gebunden. Inklusive anderer nicht zur Investitions-
oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnenden Aktiva und
Passiva bewirkten die Änderungen im Net Working
Capital im dritten Quartal 2020 währungsbereinigt
einen Mittelzufluss von 35,8 Mio. EUR (Q3 2019: 15,6) Mio.
EUR und in den ersten neun Monaten von 52,0 Mio. EUR (9M
2019: 104,2 Mio. EUR). In dieser positiven Entwicklung
spiegeln sich die Anstrengungen des Unternehmens zur
Verbesserung von Finanzkennzahlen wider, die durch ein
fokussiertes Vorratsmanagement, das strenge
Forderungsmanagement, den Einsatz von Factoring, einer
verstärkten Ausgabenkontrolle und angepassten
Bezugskonditionen in der Beschaffung vorangetrieben wurden.
In der Position "Sonstige zahlungsunwirksame
Aufwendungen und Erträge", die in der
Konzernkapitalflussrechnung mit einem Mittelzufluss von 5,1
Mio. EUR (Q3 2019: - 7,4 Mio. EUR) und im
Neunmonatszeitraum von 21,8 Mio. EUR (9M 2019: - 11,6 Mio.
EUR) dargestellt ist, wurden hauptsächlich
Währungseffekte ausgeglichen.
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Jan. - Sep.in Mio. €
Investitionen in Sachanlagen deutlich gesunkenNach den umfangreichen Investitionen in den vergangenen
Jahren konnte ElringKlinger seit 2019 die
Investitionstätigkeit deutlich zurückfahren, ohne
dabei auf wichtige Projekte zu verzichten. Die Auswirkungen
der Coronavirus-Pandemie erfordern bei den
Investitionsausgaben eine bewusste Priorisierung, sodass
Maßnahmen, die für die strategische Ausrichtung
des Konzerns von wesentlicher Bedeutung sind, weiter
zielgerichtet umgesetzt werden.
Mit 15,1 Mio. EUR (Q3 2019: 25,4 Mio. EUR) im dritten
Quartal und 37,9 Mio. EUR (9M 2019: 74,9 Mio. EUR) von
Januar bis September fielen 2020 gegenüber den
Vorjahresperioden deutlich weniger Auszahlungen für
Investitionen in Sachanlagen
3 an. Rund die Hälfte des diesjährigen
Volumens entfiel auf die deutschen Standorte der
Muttergesellschaft. Sie betrafen unter anderem die
Einrichtung einer Fertigungslinie für Batteriesysteme
am Standort Thale sowie Fertigungsanlagen für
Brennstoffzellenmodule in Dettingen/ Erms. Des Weiteren
fielen noch Ausgaben für abschließende Arbeiten
am Technologiezentrum für Elektromobilität an,
das 2019 am Hauptstandort in Dettingen/Erms, Deutschland,
errichtet wurde und 2020 seinen Betrieb aufnahm.
Darüber hinaus tätigte ElringKlinger in allen
Regionen Investitionen, um Produktionsanlagen für
Serienanläufe einzurichten oder
Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen.
Die Investitionsquote (Auszahlungen für
Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien in Relation zum Konzernumsatz)
verringerte sich gegenüber dem Vorjahreswert im
dritten Quartal 2020 auf 4,0 % (Q3 2019: 5,9 %) und in den
ersten neun Monaten 2020 auf 3,7 % (9M 2019: 5,7 %).
Für immaterielle Vermögenswerte, die auch
Aufwendungen für aktivierte Entwicklungskosten
beinhalten, tätigte ElringKlinger in den ersten neun
Monaten Auszahlungen von 8,2 Mio. EUR (9M 2019: 8,4 Mio.
EUR).
Die Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen
enthielten im dritten Quartal 2020 einen Mittelzufluss von
17,3 Mio. EUR aus einer Sale-Lease-Back-Transaktion des
Segments Dienstleistungen.
Insgesamt flossen dem ElringKlinger-Konzern für die
Investitionstätigkeit im dritten Quartal 2020 0,4 Mio.
EUR zu (Q3 2019: Abfluss von 28,5 Mio. EUR). Von Januar bis
September betrug der Cashflow aus
Investitionstätigkeit - 30,3 Mio. EUR (9M 2019: - 82,8
Mio. EUR).
3 Auszahlungen in Sachanlagen und als
Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Entwicklung der Zahlungsmittel Jan. - Sep.in Mio. €
Cashflow aus FinanzierungstätigkeitDen Mittelüberschuss aus operativer und
Investitionstätigkeit nutzte ElringKlinger zur
weiteren Entschuldung. In erster Linie wurden langfristige
Kredite getilgt: Per Saldo flossen aus Ein- und
Auszahlungen für langfristige Kredite im dritten
Quartal 2020 58,5 Mio. EUR (Q3 2019: - 15,2 Mio. EUR) und
im Neunmonatszeitraum 94,0 Mio. EUR (9M 2019: Zufluss 84,1
Mio. EUR) ab.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit, der auch
die Veränderungen kurzfristiger Kredite
berücksichtigt, belief sich im dritten Quartal 2020
auf - 81,1 Mio. EUR (Q3 2019: - 12,5 Mio. EUR) und
entsprach damit nahezu auch dem kumulierten
Finanzierungscashflow des Jahres von - 84,6 Mio. EUR (9M
2019: - 47,0 Mio. EUR).
Hoher Operativer Free Cashflow von 102 Mio. EURDer hohe Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und
die gleichzeitig niedrigen Auszahlungen für
Investitionen wirkten sich überaus positiv auf den
operativen Free Cashflow (betrieblicher Cashflow
abzüglich Cashflow aus Investitionstätigkeit
bereinigt um Zahlungsflüsse für finanzielle
Vermögenswerte) aus. Im dritten Quartal führte
der operative Free Cashflow zu einem Mittelzufluss von 78,6
Mio. EUR (Q3 2019: 30,8 Mio. EUR) - gegenüber dem
Vorjahresvergleichsquartal stellt dies eine Steigerung um
47,8 Mio. EUR dar. Von Januar bis September generierte
ElringKlinger damit einen hohen operativen Free Cashflow
von 102,3 Mio. EUR (9M 2019: 110,1 Mio. EUR).
Zum Stichtag 30. September 2020 verfügte der
ElringKlinger-Konzern über einen Bestand an
flüssigen Mitteln von 152,8 Mio. EUR (Zahlungsmittel
und Äquivalente sowie kurzfristige
Festgeldanlagen/Wertpapiere) sowie über offene, nicht
genutzte Kreditlinien in Höhe von 176,7 Mio. EUR.
Damit ist ElringKlinger weiterhin mit einem hohen
Liquiditätspolster ausgestattet, sodass zum Zeitpunkt
der Berichtserstellung auch angesichts der Corona-Krise auf
absehbare Zeit nicht von einem Engpass auszugehen ist.
Chancen und RisikenDie Coronavirus-Pandemie wirkte sich im bisherigen
Jahresverlauf weltweit massiv auf die wirtschaftliche
Situation aus. Nachdem sich die Folgen im ersten Quartal
2020 vor allem auf Asien beschränkten, kam das
wirtschaftliche Leben im zweiten Quartal 2020 in vielen
Staaten Europas sowie Nord- und Südamerikas zum
Erliegen. Im dritten Quartal zeigte sich trotz aller
Unsicherheiten eine vergleichsweise solide Erholung in
unterschiedlichem Ausmaß auf den weltweiten
Automobilmärkten.
Steigende Infektionszahlen zu Beginn des vierten
Quartals insbesondere in Südasien, Europa, Nord- und
Südamerika belegen die Anfälligkeit der
globalisierten Welt gegenüber einer solchen Pandemie:
Krankenhäuser sind in vielen Ländern ausgelastet,
die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung werden
wieder verschärft - man spricht allgemein von einer
zweiten Infektionswelle. Es ist nicht auszuschließen,
dass es lokal, regional oder auch national in den einzelnen
Ländern erneut zu strikten Regelungen kommt, die sich
auf die Wirtschaftslage allgemein und die Automobilbranche
im Besonderen auswirken können. Insgesamt besteht
daher für das Gesamtjahr 2020 ein erhöhtes
Risiko, dass sich die Wirtschaft nicht so schnell oder
nicht so gut erholt wie noch zuvor erwartet.
Nach dem Berichtsstichtag hat ElringKlinger zwei
Meldungen zu strategischen Partnerschaften bei seiner
Brennstoffzellentechnologie veröffentlicht: Zum einen
wird der Konzern gemeinsam mit Airbus in einer neu zu
gründenden Gesellschaft an wasserstoffbasierten
Brennstoffzellen für die Luftfahrt forschen. Zum
anderen wird er gemeinsam mit dem französischen
Automobilzulieferer Plastic Omnium in einem Joint Venture
das Marktpotenzial für wasserstoffbasierten
Brennstoffzellenantrieb vor allem bei Fahrzeugen
erschließen. Insgesamt zeigen diese beiden Allianzen,
deren Vollzug in den nächsten Monaten vorgesehen ist,
dass die Risiken in diesem Geschäftsbereich im
weiteren Verlauf mit den Partnern geteilt werden. Noch
bedeutsamer ist aber, dass sie die Chancen unterstreichen,
dass die Brennstoffzellentechnologie leistungsfähig
ist, ein großes Zukunftspotenzial für die
Mobilität aller Art besitzt und ElringKlinger dieses
Potenzial als Global Player mit seinen starken Partnern an
der Seite erschließen kann.
Bei der Einschätzung weiterer Chancen und Risiken
für den ElringKlinger-Konzern haben sich in den ersten
neun Monaten 2020 keine wesentlichen Änderungen zum
Geschäftsbericht 2019 des ElringKlinger-Konzerns
ergeben.
Der Chancen- und Risikenbericht des
Geschäftsberichts 2019 steht auch auf der
ElringKlinger-Internetseite
www.elringklinger.de/gb2019/chancen-und-risikenbericht zur
Verfügung.
PrognoseberichtAusblick Markt und BrancheErholung der Weltwirtschaft wird lange dauernKonjunkturprognosen sind im Jahr der
Coronavirus-Pandemie von außergewöhnlicher
Unsicherheit behaftet. Zwar haben Ökonomen ihre
Erwartungen aufgrund der wiederaufkeimenden, positiven
wirtschaftlichen Dynamik im dritten Quartal gegenüber
dem Vorquartal nach oben korrigiert - zuletzt steigende
Infektionszahlen in vielen Regionen erhöhten jedoch
das Risiko eines erneut stärkeren Dämpfers.
In seinem jüngsten Weltwirtschaftsausblick vom
Oktober 2020 rechnete der Internationale Währungsfonds
(IWF) für das Gesamtjahr 2020 mit einem Rückgang
des globalen Bruttoinlandprodukts um 4,4 %. Demnach
beeinflusst lediglich China das konjunkturelle Gesamtbild
mit einem Wachstum von knapp zwei Prozent positiv. Die
US-Wirtschaft soll 2020 weniger stark schrumpfen als die
Eurozone, dafür wird im kommenden Jahr in der Eurozone
ein stärkerer Anstieg des Bruttoinlandsprodukts
gesehen. Für 2021 wird in allen Regionen auf Basis des
schwachen Vorjahres wieder ein Wachstum erwartet. Insgesamt
ist aber davon auszugehen, dass sich die Erholung der
globalen Wirtschaft lange hinziehen wird.
Wachstumsprognose Bruttoinlandsproduktscrollen
Quelle: IWF (Okt. 2020)
Ausblick auf die Weltfahrzeugmärkte 2020Das Automobiljahr 2020 ist stark geprägt von den
negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der
Coronavirus-Pandemie. Auf Basis des bisherigen
Jahresverlaufs und der Erwartungen für das vierte
Quartal ist sowohl für die internationalen
Pkw-Märkte als auch für die
Light-Vehicle-Produktion in den einzelnen Regionen mit
einem deutlichen Rückgang gegenüber den
Vorjahreszahlen zu rechnen. Nach Schätzungen des
Researchinstituts IHS wird die Weltproduktion von Light
Vehicles (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) 2020 um 16,0 Mio.
bzw. 18 % auf 73,0 Mio. Fahrzeuge schrumpfen. Dabei wird
für das vierte Quartal 2020 ein moderater
Rückgang um 2,7 % gegenüber dem
Vorjahresvergleichsquartal unterstellt.
Ein ähnliches Bild erwartet der deutsche
Branchenverband VDA für die Entwicklung der
Neuzulassungen bzw. der Absatzmärkte. Mit Blick auf
das Gesamtjahr geht er von einem Rückgang des
Pkw-Weltmarkts um 17 % auf 65,9 Mio. Neufahrzeugen (2019:
79,5 Mio.) aus. Auch hier liegt die Annahme zugrunde, dass
sich die Erholung im verbleibenden Quartal tendenziell
fortsetzt. Auf Europa soll ein Rückgang von 24 % auf
12,0 Mio. neu zugelassene Pkw entfallen. Weniger stark soll
der Einbruch in den USA (- 18 % auf 13,9 Mio. Light
Vehicles) und in China (- 10 % auf 19,0 Mio. Pkw)
ausfallen.
Die Nutzfahrzeugmärkte sind von der Corona-Krise
noch stärker betroffen. Nach Angaben des VDA wird der
weltweite Nutzfahrzeugabsatz (> 6 t) um 24 % auf 2,6
Mio. Einheiten zurückgehen. Für den US-Markt wird
mit einem Minus von 40 % und für Westeuropa von 35 %
gerechnet. In Deutschland soll der Rückgang 29 %
betragen.
Prognose Light-Vehicle-Produktion
scrollen
Quelle: IHS (Okt. 2020)
Ausblick UnternehmenDie Coronavirus-Pandemie hat die Welt weiterhin im
Griff. Nach den ersten beiden Quartalen, die von der
Ausbreitung des Virus zunächst in Asien (erstes
Quartal) und anschließend in Europa, Nord- und
Südamerika (zweites Quartal) gekennzeichnet waren, war
im dritten Quartal eine Erholung auf den drei wichtigsten
Automärkten China, Europa und Nordamerika erkennbar -
wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Durch die
zweite Infektionswelle, die sich insbesondere in Europa und
Nordamerika seit Anfang Oktober abzeichnet, kehren viele
Staaten wieder zu strengeren Schutzmaßnahmen
zurück, die sich im weiteren Verlauf auch auf das
Wirtschaftsgeschehen auswirken können.
Erholung der Auftragslage im dritten QuartalDie Erholung des dritten Quartals 2020 schlug sich auch
in der Auftragssituation nieder: War der Auftragseingang im
zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des
Vorjahres um 54 % eingebrochen, übertraf er
währungsbereinigt von Juli bis September 2020 mit
458,7 Mio. EUR das Niveau des Vorjahresquartals von 437,6
Mio. EUR. Das bedeutet einen Zuwachs von 4,8 %. Ohne die
vergleichsweise starken Währungseffekte ist allerdings
ein Rückgang von 3,2 % auf 423,6 Mio. EUR zu
verbuchen.
Ähnliches ist beim Auftragsbestand zu sehen: Bei
Annahme konstanter Wechselkurse erreichte dieser zum
30.09.2020 mit 1.020,7 Mio. EUR fast schon wieder sein
Niveau des Vorjahres von 1.068,7 Mio. EUR. Unter
Berücksichtigung der Währungsentwicklungen
summiert sich der Auftragsbestand auf 971,8 Mio. EUR, was
einem Rückgang von 9,1 % entspricht.
Zweite Infektionswelle bedeutet weiterhin große UnsicherheitenHätte man im Sommer aufgrund der sich bessernden
Pandemielage noch von einer klaren, stetigen Entwicklung
ausgehen können, zeichnet sich im Herbst aufgrund der
zunehmenden Infektionszahlen und der zweiten Pandemiewelle
insbesondere in Europa und Nordamerika ab, dass auch das
vierte Quartal 2020 mit großen Unsicherheiten
behaftet ist. Zahlreiche Staaten haben im Laufe der
Erstellung dieses Berichts ihre Schutzmaßnahmen
wieder verschärft und teilweise das wirtschaftliche
Geschehen eingeschränkt, auch wenn sie im Vergleich
zum Frühjahr einen ganzheitlichen Lockdown zu
vermeiden versuchen. Regional sind strengere
Maßnahmen bis hin zu vorübergehenden
Schließungen zum Zeitpunkt der Berichterstellung
nicht auszuschließen. Die Folgen dieser
Maßnahmen werden auch auf den Automärkten zu
spüren sein, so dass insgesamt eine Unterbrechung der
Erholung nicht unwahrscheinlich ist.
Ausblick 2020: Umsatz leicht besser als Markt, EBIT-Marge vor Sondereffekten erkennbar unter VorjahrDie beschriebenen Unsicherheiten haben zur Folge, dass
sich die Entwicklung des vierten Quartals und damit des
restlichen Jahres nach wie vor nicht hinreichend
verlässlich einschätzen lässt. ElringKlinger
geht für das Gesamtjahr 2020 insgesamt weiterhin davon
aus, in der Umsatzveränderung organisch leicht besser
als die globale Automobil-Produktion zu sein. Diese
schätzen Experten vom Brancheninstitut IHS für
das Gesamtjahr derzeit bei - 18 % im Vergleich zum Vorjahr
ein.
Auf der Ergebnisseite rechnet der Konzern weiterhin mit
einer Ergebnismarge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern bzw.
EBIT im Verhältnis zum Konzernumsatz), die erkennbar
unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Nicht
berücksichtigt ist dabei eine mögliche
Kompensation im niedrigen bis mittleren zweistelligen
Mio.-EUR-Bereich, die sich aus der strategischen
Partnerschaft mit Airbus ergibt. Das Closing dieser
Vereinbarung wird für dieses Jahr angestrebt.
Da sich die Abschreibungen auf Kaufpreisallokationen
(PPA) im Gesamtjahr erwartungsgemäß auf nicht
mehr als 0,3 Mio. EUR belaufen werden, werden diese nicht
mehr gesondert aufgeführt.
Ebenfalls unverändert geht der Konzern davon aus,
dass sich 2020 die Gesamtkapitalrentabilität -
gemessen am Return on Capital Employed (ROCE) -
gegenüber dem Vorjahr verringern wird.
Positiver operativer freier Cashflow angestrebtDie ersten drei Quartale haben gezeigt, dass das globale
Effizienzsteigerungsprogramm - auch trotz der Corona-Krise
-seine Wirkung entfaltet. Der Konzern hat seinen
disziplinierten Ansatz bei den Investitionen in Sachanlagen
sowie als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
fortgesetzt. Im Gesamtjahr wird das Volumen im
Verhältnis zum Konzernumsatz bei maximal 5 % liegen.
Auch beim Net Working Capital wird der Kurs der Optimierung
beibehalten. Für das Geschäftsjahr 2020 ist hier
unter Berücksichtigung des erwartet
rückläufigen Umsatzes mit einer Quote (in % des
Konzern-Umsatzes) zu rechnen, die ungefähr dem Vorjahr
entsprechen wird. Insgesamt erwartet der Konzern für
2020 einen positiven operativen Free Cashflow.
Trotz des erwartet positiven operativen Free Cashflows
ist angesichts der erwarteten Ergebnislage nicht davon
auszugehen, dass sich die Nettoverschuldungsquote
(Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA) weiter verbessern
wird. Stattdessen rechnet der Konzern mit einer
Verschlechterung gegenüber dem Vorjahresniveau von
3,3.
Hinsichtlich der Eigenkapitalquote rechnet der Konzern
damit, auch künftig sich innerhalb des mittelfristigen
Zielspektrums von 40 bis 50 % des Gesamtkapitals zu
bewegen.
Für die Forschungs- und Entwicklungskosten
inklusive Aktivierung geht der Konzern von rund 5 bis 6 %
des Konzernumsatzes aus.
Mittelfristiger AusblickTrotz der herausfordernden Rahmenbedingungen, die das
Umfeld von ElringKlinger derzeit prägen, sieht sich
das Unternehmen mittel- bis langfristig gut positioniert.
ElringKlinger hat sich mit Komponenten für
Batterie- und Brennstoffzellensysteme frühzeitig
für den Wandel hin zur Elektromobilität
aufgestellt und erst kürzlich wegweisende
Vereinbarungen in der Brennstoffzellentechnologie
abgeschlossen. Mit Airbus ging der Konzern eine
strategische Partnerschaft ein, um die
Brennstoffzellentechnologie für die Luftfahrt
weiterzuentwickeln. Mit Plastic Omnium hat man eine Allianz
vereinbart, um gemeinsam vor allem für Fahrzeuge die
Wasserstoffmobilität der Zukunft zu gestalten.
Darüber hinaus verfügt der Konzern über eine
starke Marktposition in seinen klassischen
Geschäftsbereichen Leichtbau/Elastomertechnik,
Abschirmsysteme sowie Dichtungen. Solange die Auswirkungen
der Coronavirus-Pandemie keinen abrupten und unerwarteten
Verlauf einnehmen werden, geht ElringKlinger vor diesem
Hintergrund grundsätzlich weiter davon aus, auch in
Zukunft organisch stärker zu wachsen als die globale
Fahrzeugproduktion.
Insgesamt bestätigt der Konzern daher seinen
mittelfristigen Ausblick. Besondere Auswirkungen der
Coronavirus-Pandemie sind allerdings vor allem in den
näherliegenden Berichtsperioden noch zu
berücksichtigen.
Dettingen/Erms, den 10. November 2020
Der Vorstand
scrollen
ElringKlinger am KapitalmarktPositiver Quartalsverlauf der Aktienmärkte trotz steigender Corona-NeuinfektionenIm dritten Quartal führten gleich mehrere Faktoren
zu steigenden Aktienkursen. Dazu zählen die Einigung
der EU auf einen Wiederaufbaufonds in Höhe von 750
Mrd. EUR, die anhaltende Konjunkturerholung in China, der
Strategiewechsel der US-Notenbank auf ein
durchschnittliches Inflationsziel von 2 % sowie zahlreiche
Erfolgsmeldungen zur Entwicklung von potenziellen
Corona-Impfstoffen. Dagegen hielt die Ankündigung
neuer Restriktionen aufgrund der steigenden
Corona-Neuinfektionen die Aktienmärkte erneut in Atem.
Auch die weltweit schwachen Wirtschaftswachstumszahlen, die
Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro sowie die
zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China
belasteten die Aktienmärkte.
Aus diesen Gründen erholten sich die deutschen
Aktienmärkte wertmäßig zwar im dritten
Quartal weiter von den Jahrestiefstständen, die Mitte
März erzielt wurden. Gegenüber dem Jahresanfang
verharrten sie jedoch weiterhin im negativen Bereich (DAX -
3,7 %, MDAX - 4,6 %, SDAX - 0,2 %). Auch der
europäische Auswahlindex Euro-Stoxx-50
büßte seit Jahresbeginn rund 15 % und der
Dow-Jones-Index in den USA knapp 3 % ein.
ElringKlinger-Aktie auf ErholungskursNachdem die ElringKlinger-Aktie bereits im zweiten
Quartal um über ein Drittel stieg, konnte sie auch im
Berichtsquartal um knapp 25 % zulegen und somit einen
weiteren Teil der schweren Kursverluste des ersten Quartals
kompensieren. Dabei schwankte sie im Juli zunächst
zwischen fünf und sechs Euro, bevor sie in den Tagen
nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen im August
die Grenze von sechs Euro überschreiten konnte und in
der Folge in einer Seitwärtsbewegung blieb. Ende
September verzeichnete die Aktie erneut einen deutlichen
Kursanstieg, der sich unter anderem auch in der Teilnahme
an einer großen Konferenz begründet. Zum 30.
September 2020 schloss die ElringKlinger-Aktie
schließlich bei einem Kurs von 6,60 EUR, der
gleichzeitig den Quartalshöchststand markiert.
Kursverlauf der ElringKlinger-Aktie von 1. Januar bis 30. September 2020 (indexiert)in %
Aktionärsstruktur zum 30. September 2020
Starkes Handelsvolumen in den ersten neun MonatenDas Handelsvolumen der ElringKlinger-Aktie blieb in den
ersten neun Monaten 2020 mit durchschnittlich gehandelten
147.600 Stück pro Börsentag (9M 2019: 96.800
Stück) deutlich über dem Vorjahresniveau. Die
durchschnittlich erzielten Tagesumsätze der
ElringKlinger-Notierung an den deutschen
Börsenplätzen erreichten einen Wert von rund 0,8
Mio. EUR (9M 2019: rund 0,6 Mio. EUR). Damit war eine
konstant hohe Liquidität gegeben, sodass auch
größere Aktienpakete gehandelt werden konnten.
Kapitalmarktkommunikation in Corona-ZeitenDem internationalen Publikum präsentierte sich
ElringKlinger auch im dritten Quartal über die
Teilnahme an mehreren virtuellen Konferenzen. Darüber
hinaus führte der Konzern am 7. Juli 2020 die
diesjährige Hauptversammlung vor dem Hintergrund der
Coronavirus-Pandemie und infolge der Verordnungen ebenfalls
virtuell durch. Rund 60 % des stimmberechtigten
Grundkapitals war dabei vertreten. Die zur Abstimmung
gestellten Beschluss- und Wahlvorschläge wurden von
den Aktionären jeweils mit großer Mehrheit
angenommen, Vorstand und Aufsichtsrat wurden mit jeweils 97
% der Stimmen entlastet und die Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, wurde
erneut zum Abschlussprüfer bestellt.
Die ElringKlinger-Aktie (ISIN DE0007856023/WKN 785 602)scrollen
1 Xetra-Handel
KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSSKonzern-Gewinn- und -Verlustrechnungder ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020scrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnungder ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020scrollen
Konzernbilanzder ElringKlinger AG zum 30. September 2020AKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungder ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020scrollen
scrollen
Konzern-Kapitalflussrechnungder ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020scrollen
Konzern-Umsatzerlöseder ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020Umsatzerlöse nach Regionenscrollen
Umsatzerlöse nach Segmentenscrollen
Segmentberichterstattungder ElringKlinger AG, 1. Juli bis 30. September 2020scrollen
scrollen
1. Januar bis 30. September 2020scrollen
scrollen
1 Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives
Ergebnis)
Erläuternde Angaben für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2020Allgemeine AngabenDie ElringKlinger AG ist eine börsennotierte
Kapitalgesellschaft mit Sitz in Dettingen/Erms,
Deutschland.
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss
der ElringKlinger AG und ihrer Tochtergesellschaften zum
30. September 2020 wurde auf Basis des IAS 34 (Interim
Financial Reporting) aufgestellt. Der Zwischenabschluss
steht im Einklang mit den International Financial Reporting
Standards (IFRS) einschließlich der Interpretationen
des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in
der Europäischen Union anzuwenden sind.
Da es sich um einen verkürzten
Konzernzwischenabschluss handelt, enthält dieser
Abschluss zum 30. September 2020 nicht sämtliche
Informationen und Angaben, die gemäß IFRS
für einen Konzernabschluss zum Ende des
Geschäftsjahres erforderlich sind.
Der Konzern-Zwischenabschluss zum 30. September 2020
wurde weder geprüft noch einer prüferischen
Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.
Er wurde mit Beschluss des Vorstands vom 10. November
2020 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der BerichterstattungKonsolidierungskreisIn den Zwischenabschluss zum 30. September 2020 sind
neben der ElringKlinger AG die Abschlüsse von 6
inländischen und 32 ausländischen Gesellschaften
einbezogen, an denen die ElringKlinger AG unmittelbar oder
mittelbar mehr als 50 % der Anteile hält oder aus
anderen Gründen die Möglichkeit hat, deren
Finanz- und Geschäftspolitik zu beherrschen. Die
Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem das
Beherrschungsverhältnis besteht; sie endet, wenn diese
Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.
Die Anteile an der hofer AG, Nürtingen,
Deutschland, in Höhe von 24,71 % sind als assoziiertes
Unternehmen im langfristigen Konzernvermögen erfasst,
da ElringKlinger einen maßgeblichen Einfluss auf die
Geschäfts- und Finanzpolitik ausübt. Ein
maßgeblicher Einfluss bei assoziierten Unternehmen
wird bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % - 50 %
angenommen. Im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31.
Dezember 2019 ergaben sich keine Änderungen im
Konsolidierungskreis.
SegmentberichterstattungDer Konzern hat sich dazu entschlossen, die
Segmentstruktur zu ändern. Ab 1. Januar 2020 werden
die zwei bisherigen Segmente "Dienstleistungen" und
"Gewerbeparks" unter dem neuen Segment "Sonstige"
zusammengefasst.
WechselkurseDie Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:
scrollen
Wesentliche Ereignisse und GeschäftsvorfälleZu Beginn des Jahres hat sich die Covid-19-Pandemie
zuerst in China und danach weltweit ausgebreitet.
Erste Umsatzeinbußen in Folge der Corona-Krise
zeigten sich im ersten Quartal in China. Im zweiten Quartal
brachen auch die weltweiten Märkte ein und
ElringKlinger verzeichnete starke Umsatzeinbußen. Mit
der deutlichen Markterholung im dritten Quartal konnte
ElringKlinger die Umsatzerlöse wieder merklich
steigern. Die Umsatzerlöse erreichten im September
wieder nahezu das Vorkrisenniveau. Insgesamt wirkten sich
die drastischen weltweiten Markteinbrüche negativ auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
ElringKlinger-Konzerns in den ersten neun Monaten aus.
Zu den erwarteten weiteren Entwicklungen der
Covid-19-Pandemie verweisen wir auf unsere
Ausführungen im Zwischenlagebericht.
Schätzungen und Ermessensentscheidungen können
Auswirkungen auf die Höhe der bilanzierten
Vermögenswerte und Schulden haben. Aufgrund der
derzeit nicht absehbaren weltweiten Folgen der
Covid-19-Pandemie unterliegen diese einer erhöhten
Unsicherheit. Bei der Aktualisierung der Schätzungen
und Ermessensentscheidungen wurden hinsichtlich der
Covid-19-Pandemie verfügbare Informationen über
die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung sowie
länderspezifische Maßnahmen berücksichtigt.
Diese wurden bei den angestellten
Werthaltigkeitsüberlegungen im Rahmen der
Quartalsberichterstattung verwendet und führten zu
keinen außerplanmäßigen Wertminderungen
bei den Vermögenswerten. ElringKlinger geht derzeit
von einem vorübergehenden Ereignis aus. Aufgrund des
volatilen Marktumfeldes werden regelmäßige
Szenariobetrachtungen durchgeführt.
Angaben zu FinanzinstrumentenDieser Abschnitt gibt einen umfassenden Überblick
über die Bedeutung von Finanzinstrumenten und liefert
zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen,
die Finanzinstrumente enthalten. Es kam zu keiner
Saldierung bilanzierter Finanzinstrumente.
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und
Zeitwerte (ZW) der finanziellen Vermögenswerte:
scrollen
scrollen
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und
Zeitwerte (ZW) der finanziellen Verbindlichkeiten:
scrollen
scrollen
Das Management hat festgestellt, dass die Buchwerte von
Zahlungsmitteln, Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen, sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten,
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen
kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und sonstigen
kurzfristigen Verbindlichkeiten hauptsächlich aufgrund
der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihren
beizulegenden Zeitwerten nahezu entsprechen.
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte
enthalten auch Festgeldanlagen und Wertpapiere in Höhe
von TEUR 10.266 (31.12.2019: TEUR 8.724).
Bei langfristigen festverzinslichen Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten sowie Derivaten bestimmt
ElringKlinger den Marktwert durch die Abzinsung der
erwarteten zukünftigen Zahlungsströme mit den
für ähnliche Finanzschulden mit vergleichbarer
Restlaufzeit aktuell geltenden Zinsen sowie dem
unternehmensspezifischen Risikozins.
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten
eine Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 30.252
(31.12.2019: TEUR 30.252), die sich aus einer geschriebenen
Verkaufsoption mit den nicht beherrschenden Anteilseignern
der ElringKlinger Marusan Corporation, mit Sitz in Tokio,
Japan ergibt. Die aus dieser Vereinbarung entstandene
Verpflichtung wird mit den Anschaffungskosten in Höhe
des beizulegenden Zeitwerts bewertet. Der beizulegende
Zeitwert ergibt sich aus internen Schätzungen der
Prognose der Unternehmensentwicklung sowie der Wahl des
verwendeten Zinssatzes im Rahmen der angesetzten
Verbindlichkeit. Eine Veränderung des
Unternehmenswerts von 10 % bewirkt eine Erhöhung bzw.
Verminderung der Verkaufsoption um ca. TEUR 3.025
(31.12.2019: TEUR 3.025).
Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der zum
beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei
Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum Bewertungsstichtag 30.
September 2020:
scrollen
* Es handelt sich um Derivate, für die die
Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht
vorliegen.
Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der nicht zum
beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, für die
aber ein beizulegender Zeitwert ausgewiesen wird, zu den
drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum
Bewertungsstichtag 30. September 2020:
scrollen
Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden
beschrieben:
Stufe 1: Bewertung anhand von Marktpreisen.
Stufe 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für
ähnliche Instrumente oder anhand von
Bewertungsmodellen, die auf am Markt beobachtbaren
Inputparametern basieren.
Stufe 3: Bewertung anhand von Informationen für
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf
beobachtbaren Marktdaten basieren.
Die Beurteilung, ob es bei Vermögenswerten und
Schulden, die zum Fair Value bilanziert werden, zu einem
Transfer zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie
gekommen ist, erfolgt jeweils zum Ende der Berichtsperiode.
In der abgelaufenen Berichtsperiode wurden keine
Umgruppierungen vorgenommen.
Haftungsverhältnisse und Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenDie im Konzernabschluss 2019 ausgewiesenen
Haftungsverhältnisse sowie Beziehungen zu
nahestehenden Unternehmen und Personen haben sich in den
ersten neun Monaten 2020 nicht wesentlich verändert.
Zuwendungen der öffentlichen HandIn den sonstigen betrieblichen Erträgen sind in den
ersten neun Monaten 2020 Zuwendungen der öffentlichen
Hand in Höhe von TEUR 2.150 (30.09.2019: TEUR 2.546)
enthalten. Die Zuwendungen wurden hauptsächlich
für Entwicklungsprojekte gewährt.
Ereignisse nach dem ZwischenabschlussstichtagIm Oktober 2020 hat der Konzern eine Vereinbarung mit
der Airbus Operations GmbH, Hamburg, über eine
langfristig angelegte Partnerschaft im Bereich der
Brennstoffzellentechnologie im Flugzeugbau geschlossen. In
diesem Zusammenhang ist geplant eine neue Gesellschaft zu
gründen, an der ElringKlinger eine
Minderheitsbeteiligung halten wird. ElringKlinger wird
dieser Gesellschaft den Technologiezugang ermöglichen
und erhält dafür eine Kompensation im niedrigen
bis mittleren zweistelligen Millionenbereich. Darüber
hinaus wird ElringKlinger künftig der neuen
Gesellschaft die für die Entwicklung notwendigen
Komponenten zuliefern. Die Unterzeichnung der Vereinbarung
erfolgte am 14. Oktober 2020, das Closing der Transaktion
unterliegt den üblichen rechtlichen Genehmigungen und
wird im 4. Quartal 2020 erwartet.
Am 28. Oktober 2020 ist ElringKlinger mit dem
französischen Automobilzulieferer Plastic Omnium
übereingekommen, ein Joint Venture zu gründen,
mit dem Zweck die Entwicklung, Produktion und Vermarktung
von Brennstoffzellenstacks voranzutreiben. ElringKlinger
wird 60 % und Plastic Omnium 40 % der Anteile an der
Gesellschaft mit Sitz in Dettingen, Erms, halten.
ElringKlinger wird ihr komplettes
Brennstoffzellen-Portfolio inklusive Mitarbeitern, Know-how
und Patenten einbringen, während Plastic Omnium 100
Mio. Euro zum Ausbau der Kapazitäten investieren wird.
Zudem wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, dass Plastic
Omnium die auf Brennstoffzellensystemlösungen
spezialisierte österreichische ElringKlinger
Tochtergesellschaft, ElringKlinger Fuelcell Systems
Austria, Wels, Österreich, zu einem Unternehmenswert
von 15 Mio. Euro erwerben wird. Die beiden Vereinbarungen
werden den Wettbewerbsbehörden vorgelegt und
unterliegen den üblichen rechtlichen Anforderungen.
Das Closing wird für das 1. Quartal 2021 erwartet.
Nach dem Zwischenabschlussstichtag lagen keine weiteren
wesentlichen Ereignisse vor, die zusätzliche
erläuternde Angaben erfordern würden.
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Dettingen/Erms, den 10. November 2020
Der Vorstand
scrollen
ImpressumElringKlinger AGMax-Eyth-Straße 2
D-72581 Dettingen/Erms
Fon +49 (0) 71 23 / 724-0
Fax +49 (0) 71 23 / 724-90 06
www.elringklinger.de
IR-KontaktDr. Jens Winter
Fon +49(0) 71 23 / 724-88 335
Fax +49(0) 71 23 / 724-85 8335
jens.winter@elringklinger.com
Für Zahlen und Statistiken aus
Veröffentlichungen Dritter übernimmt die
ElringKlinger AG keine Gewähr.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.elringklinger.de
Disclaimer - zukunftsgerichtete Aussagen und PrognosenDieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen.
Diese Aussagen basieren auf den Erwartungen,
Markteinschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie
den ihm derzeit zur Verfügung stehenden Informationen.
Die zukunftsgerichteten Aussagen sind insbesondere nicht
als Garantien der darin genannten zukünftigen
Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Obwohl der
Vorstand überzeugt ist, dass die gemachten Aussagen
und ihre zugrunde liegenden Überzeugungen und
Erwartungen realistisch sind, beruhen sie auf Annahmen, die
sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen.
Zukünftige Ergebnisse und Entwicklungen sind
abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, Risiken und
Unwägbarkeiten, die zu Änderungen der
ausgedrückten Erwartungen und Einschätzungen
führen können. Zu diesen Faktoren zählen zum
Beispiel Änderungen der allgemeinen Wirtschafts- und
Geschäftslage, Schwankungen von Wechselkursen und
Zinssätzen, die mangelnde Akzeptanz neuer Produkte und
Dienstleistungen sowie Änderungen der
Geschäftsstrategie.
Sonstige HinweiseAufgrund von Rundungen kann es bei der Angabe von
Beträgen und prozentualen Werten zu geringfügigen
Abweichungen, insbesondere bei Summenbildungen oder
Prozentangaben, kommen. Aus Gründen der besseren
Lesbarkeit wurde auf die Anwendung genderspezifischer
Sprachregelungen verzichtet. Allgemeine
Personenbezeichnungen beziehen sich auf alle Menschen
ungeachtet ihres Geschlechts.
Dieser Bericht wurde am 10. November 2020
veröffentlicht und liegt in deutscher und englischer
Sprache vor. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung.
Finanzkalender30 MÄRZ 2021
Bilanzpressekonferenz
Analystenkonferenz
18 MAI 2021
116. ordentliche Hauptversammlung
Terminverschiebungen können grundsätzlich
nicht ausgeschlossen werden.
Daher empfehlen wir, den aktuellen Stand im Internet
unter
www.elringklinger.de/de/investor-relations/finanzterminkalender
abzufragen.
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||