ElringKlinger AG

Dettingen/​Erms

Bericht über das 3. Quartal und die ersten 9 Monate 2020

Kennzahlen

ElringKlinger-Konzern

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3. Quartal 2. Quartal 1. Quartal 4. Quartal 3. Quartal
2020 2020 2020 2019 2019
Auftragslage
Auftragseingang in Mio. € 423,6 192,6 354,9 381,5 437,6
Auftragsbestand in Mio. € 971,8 929,4 989,0 1.030,3 1.068,7
Umsatz/​Ergebnis
Umsatz in Mio. € 381,2 252,2 396,2 419,9 431,9
Umsatzkosten in Mio. € 296,3 229,7 308,4 358,1 340,1
Bruttomarge 22,3 % 8,9 % 22,2 % 14,7 % 21,3 %
EBITDA in Mio. € 49,0 - 0,9 45,8 57,4 49,8
EBIT/​ Operatives Ergebnis in Mio. € 18,9 - 32,4 16,0 24,3 20,3
EBIT-Marge 5,0 % - 12,8 % 4,0 % 5,8 % 4,7 %
Ergebnis vor Ertragsteuern in Mio. € 9,2 - 38,7 6,2 19,5 15,3
Periodenergebnis in Mio. € 2,9 - 35,5 1,6 7,6 7,2
Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG in Mio. € 3,4 - 35,5 2,0 7,5 6,7
Cashflow
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Mio. € 78,4 39,6 12,8 87,7 58,8
Cashflow aus Investitionstätigkeit in Mio. € 0,4 - 14,3 - 16,4 - 1,7 - 28,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Mio. € - 81,1 22,9 - 26,5 - 56,8 - 12,5
Operativer Free Cashflow 1 in Mio. € 78,6 25,8 - 2,2 65,7 30,8
Bilanz
Bilanzsumme in Mio. € 2.014,6 2.050,4 2.091,4 2.146,5 2.199,3
Eigenkapital in Mio. € 825,7 830,8 872,4 891,2 895,5
Eigenkapitalquote 41,0 % 40,5 % 41,7 % 41,5 % 40,7 %
Nettoverschuldung 2 in Mio. € 512,4 579,9 603,1 595,3 681,5
Personal
Mitarbeiterzahl (zum Quartalsstichtag) 9.770 9.991 10.373 10.393 10.492
Aktie
Ergebnis je Aktie in € 0,05 - 0,56 0,03 0,12 0,11

1 Cashflow aus betriebl. Tätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit (vor M&A-Aktivitäten und exklusive Investitionen in finanzielle Vermögenswerte)
2 Ab 2020 kurzfr. Festgeldanlagen/​ Wertpapiere berücksichtigt

Erste neun Monate 2020 in Kürze

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Geschäftsentwicklung des ElringKlinger-Konzerns in den ersten neun Monaten 2020 durch Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie belastet; globale Automobilproduktion schrumpft von Januar bis September um 23 %; Lockdowns und Produktionsunterbrechungen bei Kunden verursachen massiven Geschäftsrückgang im zweiten Quartal, im dritten Quartal deutliche Geschäftsbelebung im Zuge sich erholender Märkte

Konzernumsatz sinkt in den ersten neun Monaten 2020 um 21 % * auf 1.030 Mio. EUR; im dritten Quartal gehen Erlöse um 12 % auf 381 Mio. EUR zurück

Konzern-EBIT nach neun Monaten bei 2,5 Mio. EU R (Marge: 0,2 %); Profitabilität im dritten Quartal mit EBIT von 19 Mio. EUR und Marge von 5,0 % deutlich gegenüber Vorquartalen verbessert; Effizienzsteigerungsprogramm des Konzerns und die als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie getroffenen Maßnahmen wirken positiv

Konzern-Segmente: Segment Erstausrüstung unmittelbar von Einbruch der Automobilmärkte betroffen; Segmentumsatz geht von Januar bis September um 267 Mio. EUR auf 808 Mio. EU R zurück, EBIT-Marge des Segments im dritten Quartal dennoch mit 1,4 % positiv, im Neunmonatszeitraum bei -4,5 %;

Segment Ersatzteile verzeichnet gute Geschäftsentwicklung: erste neun Monate mit 6 % Umsatzplus auf 139 Mio. EUR sowie sehr solider Ertragslage; Segment Kunststofftechnik büßte durch Corona-Krise von Januar bis September 13 % Umsatzerlöse bei weiterhin guter Ertragslage (EBIT-Marge 12 %) ein

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Nettoverschuldung seit Jahresbeginn um 83 Mio. EUR reduziert auf 512 Mio. EUR; Kurs zur Verbesserung wesentlicher Finanzkennzahlen konsequent fortgesetzt

Operativer Free Cashflow bei 102 Mio. EUR in den ersten neun Monaten bzw. bei 78,6 Mio. EUR im dritten Quartal; erkennbarer Erfolg der Optimierung des Net Working Capital (Vorräte sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) und der geringen Investitionsausgaben

Brennstoffzellentechnologie durch zwei strategische Partnerschaften weiter vorangetrieben (Oktober 2020/​Nachtragsbericht): Zusammen mit Airbus entwickelt ElringKlinger die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle für die Luftfahrt weiter; Mit dem französischen Automobilzulieferer Plastic Omnium gründet ElringKlinger ein Joint Venture, um gemeinsam den Markt für Brennstoffzellenfahrzeuge voranzubringen

* Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich Vergleichsangaben auf jeweilige Vorjahreszeiträume

KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHT

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Konjunkturelle Entwicklung und Branchenumfeld

Weltwirtschaft von Corona-Krise belastet

Die globale Konjunktur war auch im dritten Quartal 2020 stark durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie geprägt. Gegenüber ihrem Tiefpunkt zu Beginn des zweiten Quartals erholte sie sich wieder deutlich.

Die Lungenkrankheit Covid-19 hatte sich ausgehend von China zu Beginn des Jahres ab Februar weltweit ausgebreitet. Regierungen vieler Volkswirtschaften ergriffen daraufhin verstärkt ab Mitte März 2020 strenge Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung, in deren Folge es zu nationalen Lockdowns und in vielen Regionen zum Erliegen wirtschaftlicher Aktivitäten kam. Infolgedessen war das zweite Quartal 2020 gekennzeichnet durch einen massiven, weltweiten Einbruch der Wirtschaftsleistung. Ab Ende April setzte mit ersten staatlichen Lockerungen sukzessive wieder eine wirtschaftliche Erholung ein, die im dritten Quartal an Dynamik zunahm.

Gezielte fiskalpolitische Maßnahmen haben ein noch stärkeres Absinken der Konjunktur verhindert und den Aufschwung unterstützt. Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) summierten sich die Ausgabenprogramme der Regierungen auf 12 Billionen US-Dollar, die Subventionen, Soforthilfen, steuerliche Erleichterungen und andere Fördermaßnahmen beinhalteten. Zudem stützten die Notenbanken mit ihrem weiter sehr expansiven Kurs die jeweiligen Wirtschaftsräume und beschlossen weitere Zinssenkungen und Liquiditätsausweitungen.

Die Aufwärtsbewegung zeigte sich in einzelnen Ländern und Regionen sowie auch Wirtschaftssektoren unterschiedlich. Die Konjunktur in den USA und in der Eurozone zog im dritten Quartal 2020 wieder kräftig an, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag jeweils aber noch deutlich unter den Vorjahreswerten. China hatte die Krise bereits im zweiten Quartal wieder überwunden und konnte seinen Wachstumskurs im dritten Quartal noch beschleunigen.

Automärkte nehmen im dritten Quartal wieder Fahrt auf

Parallel zur wirtschaftlichen Situation konnten die Automärkte im dritten Quartal wieder Fahrt aufnehmen, nachdem sie im ersten Quartal abwärts tendierten und im zweiten Quartal - mit Ausnahme von China - auf einen Tiefpunkt stark abgefallen waren. In China, wo die Corona-Krise im ersten Quartal extreme Verwerfungen bewirkte, normalisierte sich die Lage bereits im zweiten Quartal wieder.

Trotz der deutlichen Produktionssteigerungen im dritten Quartal 2020 lagen die Fahrzeugproduktionen in allen Regionen im bisherigen Jahresverlauf zum Teil noch weit unter ihren Vorjahresniveaus. Von Januar bis September wurden weltweit 50,8 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Light Vehicles) und damit 15,3 Mio. Fahrzeuge weniger als noch im selben Zeitraum des Vorjahres hergestellt.

Veränderung Bruttoinlandsprodukt

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Veränderung zum Vorjahr in % 1. Quartal 2020 2. Quartal 2020 3. Quartal 2020 1
Deutschland - 2,2 - 11,3 - 6,6
Eurozone - 3,2 - 14,7 - 7,3
USA 0,3 - 9,1 - 4,0
Brasilien - 0,3 - 11,4 - 5,7
China - 6,8 3,2 5,4
Indien 3,1 - 23,9 - 12,5
Japan - 1,8 - 9,9 - 6,5

1 Forecast

Quelle: HSBC (Sep. 2020)

Bei den Pkw-Absatzmärkten, gemessen an der Zahl der Neuzulassungen, zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Nachfrage belebte sich im dritten Quartal wieder zunehmend. Im September registrierten Europa, USA und China sogar ein Absatzplus gegenüber den Vorjahreszahlen. Insgesamt wurden in diesen drei Regionen im bisherigen Jahresverlauf jedoch noch 7,8 Mio. weniger Neuwagen zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Europa verbuchte von Januar bis September - 29,3 %, die USA - 18,8 % und China - 12,5 % bei Fahrzeugzulassungen. Auch Japan (- 18,1 %), Brasilien (- 32,9 %) und Indien (- 38 %) lagen noch weit im Minus.

Produktion Light Vehicles

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Veränd. zum Vorjahr in % 1. Quartal 2020 2. Quartal 2020 3. Quartal 2020 Jan. - Sep. 2020
Region
Europa - 17 - 60 - 8 - 30
China 1 - 46 11 11 - 9
Japan /​ Korea - 9 - 40 - 9 - 20
Mittlerer Osten /​Afrika - 8 - 40 - 11 - 19
Nordamerika - 11 - 68 1 - 27
Südamerika - 17 - 82 - 21 - 41
Südasien - 19 - 78 - 24 - 40
Welt - 22 - 43 - 4 - 23
Produktion absolut Mio. Fahrzeuge
Welt 17,8 12,6 20,3 50,8

1 Großchina


Quelle: IHS (Okt. 2020)

Wesentliche Ereignisse

Aufsichtsrat auf Hauptversammlung neu gewählt

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie fand die Hauptversammlung der ElringKlinger AG am 7. Juli 2020 virtuell statt. Turnusgemäß stand dabei die Neuwahl der von den Anteilseignern gewählten Aufsichtsratsmitgliedern an. Dabei wurde Helmut P. Merch neu in den Aufsichtsrat gewählt. Prof. Hans-Ulrich Sachs schied aus dem Organ aus. Alle anderen Aktionärsvertreter wurden mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. Die Arbeitnehmervertreter waren bereits im Mai gewählt worden und nahmen ebenfalls nach Ende der Hauptversammlung am 7. Juli 2020 ihr Amt auf. Neu gewählt wurden Olcay Zeybek, Leiter Rechnungswesen der ElringKlinger AG, sowie Barbara Resch, Tarifsekretärin der IG Metall Baden-Württemberg. Sie folgten den ausgeschiedenen Mitgliedern Pasquale Formisano und Nadine Boguslawski.

Zum Abschlussprüfer wurde die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, bestellt. Dass die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 angesichts der Ergebnissituation und der Corona-Krise ausgesetzt wird, hatte der Konzern bereits im März mitgeteilt.

Coronavirus-Pandemie bewirkt temporär drastischen Geschäftsrückgang

Zu Beginn des Jahres breitete sich das Coronavirus zuerst in China und danach weltweit zu einer Pandemie aus. Es folgten staatliche Eindämmungsmaßnahmen auf internationaler Ebene, deren erste Auswirkungen bereits im ersten Quartal 2020 in den chinesischen Werken des ElringKlinger-Konzerns zu erkennen waren. Dabei kam es in China zu verlängerten Neujahrsferien und anschließenden Produktionsunterbrechungen sowohl bei Kunden als auch bei ElringKlinger. Während sich die Lage in China wieder normalisierte, unterbrachen ab Mitte März auch Fahrzeughersteller in Europa und im weiteren Verlauf nordamerikanische Autobauer die Produktion, sodass ElringKlinger in europäischen und nordamerikanischen Werken temporär und in jeweils unterschiedlichem Ausmaß die Fertigung aussetzte oder Ausbringungsmengen nach unten anpasste.

Vor allem zu Beginn des zweiten Quartals 2020 führten diese konjunkturellen Einbrüche zu einem spürbaren Geschäftsrückgang bei ElringKlinger. In Europa fuhren Hersteller erst ab Ende April wieder sukzessive mit der Produktion hoch, in Nordamerika setzte die Anlaufphase später ein. Im Zuge dessen nimmt ElringKlinger seit 1. April 2020 an den deutschen Standorten Erleichterungen durch Kurzarbeit in Anspruch. Zum Schutz der MitarbeiterInnen gelten seit Ende Februar konzernweit Reisebeschränkungen. Weitere Maßnahmen sehen physische Kontaktbeschränkungen, die Einhaltung strikter Hygienevorschriften sowie nach Möglichkeit das Arbeiten im Home Office vor.

Umsatz- und Ertragsentwicklung

Deutliche Umsatzbelebung im dritten Quartal

Im dritten Quartal 2020 zeigte sich eine deutliche Nachfragebelebung, die insbesondere im September an Dynamik gewann. Nachdem die Konzernerlöse in Folge der Coronavirus-Pandemie im zweiten Quartal um mehr als 40 Prozent auf 252,2 Mio. EUR eingebrochen waren, stiegen sie im dritten Quartal im Zuge der Markterholung wieder stark auf 381,2 Mio. EUR (Q3 2019: 431,9 Mio. EUR) an, blieben damit aber noch um 11,8 % hinter dem Vorjahresvergleichswert zurück. In den ersten neun Monaten 2020 sanken die Konzernerlöse insgesamt um 277,5 Mio. EUR bzw. 21,2 % auf 1.029,6 Mio. EUR (9M 2019: 1.307,1 Mio. EUR).

Organisch (bereinigt um Währungseffekte und Einflüsse aus M&A-Aktivitäten a) verringerte sich der Konzernumsatz im dritten Quartal um 7,5 % und im Neunmonatszeitraum um 19,3 %. Währungseffekte reduzierten die Umsatzerlöse bereits seit Jahresbeginn, wirkten sich jedoch besonders im Berichtsquartal mit - 17,1 Mio. EUR bzw. - 4,0 % merklich aus. Vor allem die Entwicklungen des mexikanischen Peso und brasilianischen Real gegenüber dem Euro waren relevant. M&A-Aktivitäten betrafen den 2019 veräußerten ungarischen Gewerbepark, der im Vorjahreszeitraum (Januar bis September) noch 3,4 Mio. EUR zu den Umsatzerlösen beigetragen hatte.

Effekte im Konzernumsatz

ElringKlinger lag damit in den ersten neun Monaten erneut über der Marktentwicklung, die, gemessen an der globalen Fahrzeugproduktion, um 23,2 % schrumpfte. Im dritten Quartal schwächte sich das Minus in der Weltproduktion auf insgesamt - 3,5 % ab, da der chinesische Fahrzeugmarkt mit einem rund 10-prozentigen Plus deutlich an Fahrt aufnahm.

Q3: Aufwind in sämtlichen Regionen

Mit der positiven Marktdynamik des dritten Quartals als Treiber legten die Konzernumsätze gegenüber dem Vorquartal in sämtlichen Regionen deutlich zu. Dennoch lagen alle Regionen sowohl im Berichtsquartal als auch nach neun Monaten unter ihren Vorjahresniveaus.

In der umsatzstärksten Region Europa, die einen Anteil von 51,3 % der Gesamterlöse darstellte, verbuchte der Konzern im Berichtsquartal 195,4 Mio. EUR (Q3 2019: 216,2 Mio. EUR). Damit überstiegen die Umsätze in Europa deutlich das Vorquartal, in dem nur 128,5 Mio. EUR erlöst wurden: Aufgrund der nationalen Shutdowns, die nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie ab Ende März zu temporären Werksschließungen bei zahlreichen europäischen Fahrzeugherstellern geführt hatten, waren die Umsätze im zweiten Quartal stark eingebrochen. Obwohl nach ersten Lockerungen bereits ab April Fahrzeugproduktionen wieder schrittweise aufgenommen wurden, belebte sich die Nachfrage auf dem europäischen Markt erst im dritten Quartal wieder. Dennoch lagen die Umsatzerlöse in Deutschland im dritten Quartal 2020 mit 82,7 Mio. EUR (Q3 2019: 96,5 Mio. EUR) um 14,4 % hinter dem Vorjahreswert. Im übrigen Europa näherten sie sich mit einem Minus von 5,8 % und 112,8 Mio. EUR (Q3 2019: 119,7 Mio. EUR) wieder stärker an das Vorjahresniveau an. Von Januar bis September unterschritten die Konzernerlöse in Deutschland mit 238,3 Mio. EUR (9M 2019: 301,0 Mio. EUR) noch um 20,8 % und im übrigen Europa mit 300,0 Mio. EUR (9M 2019: 384,8 Mio. EUR) um 22,0 % die jeweiligen Vorjahresumsätze. Trotzdem konnte ElringKlinger im bisherigen Jahresverlauf mit einem Umsatzrückgang von 21,5 % in Europa im Vergleich zur europäischen Fahrzeugproduktion (- 29,5 %) eine bessere Entwicklung aufweisen.

1 Transaktionen von Unternehmensbereichen (Akquisitionen und/​oder Desinvestitionen)

Das Geschäft in Nordamerika, das nach der starken Expansion im Geschäftsjahr 2019 (Umsatzplus 25,1 %) auch im ersten Quartal 2020 weiter zunahm, wurde im zweiten Quartal 2020 durch die Folgen von Lockdown-Maßnahmen und vornehmlich der Stillstände in Mexiko hart getroffen. Im dritten Quartal zog auch hier die Nachfrage wieder stark an, sodass ElringKlinger in Nordamerika Umsatzerlöse von 101,6 Mio. EUR (115,4 Mio. EUR) erzielen konnte, die allerdings noch um 11,9 % geringer als im Vorjahresquartal ausfielen. Von Januar bis September erlöste der Konzern 260,9 Mio. EUR (9M 2019: 334,0 Mio. EUR) in Nordamerika. Bereinigt um Währungseffekte lag der Umsatz 19,1 % unter dem Vergleichswert des Vorjahreszeitraums. Auch hier schnitt der Konzern besser als der Fahrzeugmarkt ab (Rückgang der Light-Vehicle-Produktion in Nordamerika: - 26,5 %).

In Asien-Pazifik, wo die globale Marktschwäche im ersten Quartal 2020 nach Ausbruch von Covid-19 ihren Anfang nahm, tendierten die Konzernerlöse bereits seit dem zweiten Quartal 2020 wieder aufwärts. Im Berichtsquartal verbuchte ElringKlinger 70,4 Mio. EUR (Q3 2019: 80,3 Mio. EUR) und im Neunmonatszeitraum 192,0 Mio. EUR (9M 2019: 227,9 Mio. EUR) Umsatzerlöse in Asien-Pazifik. Obwohl die stark anziehenden Teileabrufe bei den chinesischen Werken im dritten Quartal bereits wieder zu einem Umsatzplus gegenüber dem Vorjahresquartal führten, war in der Region Asien-Pazifik insgesamt noch ein Minus von 12,4 % im dritten Quartal bzw. von 15,7 % in den ersten neun Monaten 2020 hinzunehmen.

In Südamerika und Übrige schmälerten Wechselkurseffekte aus der Umrechnung des brasilianischen Real die in Euro ausgewiesenen Konzernerlöse zusätzlich zur Marktschwäche. Im dritten Quartal erlöste ElringKlinger in dieser Region 13,7 Mio. EUR (Q3 2019: 20,0 Mio. EUR) bzw. in den ersten neun Monaten 38,4 Mio. EUR (9M 2019: 59,5 Mio. EUR).

Der Auslandsanteil an den Konzernerlösen lag in den ersten neun Monaten 2020 bei 76,9 % (9M 2019: 77,0 %).

Konzernumsatz nach Regionen Jan. - Sep. 2020

Geschäftsentwicklung Segment Erstausrüstung

Die negativen Auswirkungen der Corona-Krise trafen das Segment Erstausrüstung besonders stark, da die ab Ende März abrupt abgefallenen Abrufmengen der Automobilhersteller und die weiterhin unter Vorjahr liegenden Marktniveaus die Geschäftsentwicklung unmittelbar beeinflussten. Mit einem Anteil von rund 80 % am Konzernumsatz beeinflusst das Segment die Gesamtentwicklung maßgeblich. Entsprechend war für einen Großteil des Umsatzrückgangs das Segment Erstausrüstung ursächlich. Im dritten Quartal 2020 erlöste das Segment 306,4 Mio. EUR (Q3 2019: 353,0 Mio. EUR) und damit 46,6 Mio. EUR oder 13,2 % weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Im Neunmonatszeitraum schrumpften die Segmentumsätze um 267,0 Mio. EUR bzw. 24,8 % auf 808,0 Mio. EUR (9M 2019: 1.075,0 Mio. EUR).

Bei den Geschäftsbereichen zeigte sich im dritten Quartal 2020 eine leicht unterschiedliche Entwicklung. Während in den Bereichen Zylinderkopf- und Spezialdichtungen sowie im Strukturleichtbau eine schnellere Erholung einsetzte, blieben die Umsätze in den Bereichen Abschirmtechnik und Leichtbau/​Elastomertechnik verhältnismäßig mehr hinter den Vorjahreswerten zurück, sodass diese im bisherigen Jahresverlauf sowohl in absoluter als auch in relativer Hinsicht die größten Umsatzvolumina einbüßten. Die Umsätze des Strukturleichtbaus zeigten sich dabei aber überdurchschnittlich robust. Im E-Mobility-Geschäft, das die Batterie- und Brennstoffzellentechnologie sowie den Bereich Drivetrain umfasst, konnten die Erlöse hingegen um beachtliche 19,7 % auf 5,5 Mio. EUR (Q3 2019: 4,6 Mio. EUR) gesteigert werden. Aufgrund von Aufwendungen für den Aufbau einer Serienfertigung für Batteriesysteme und weiter hohen Entwicklungsaktivitäten verbuchte der Geschäftsbereich E-Mobility allerdings im Berichtsquartal wie auch in den ersten neun Monaten 2020 ein noch negatives EBIT.

Trotz der Umsatzverluste konnte ElringKlinger im Segment Erstausrüstung die Profitabilität verbessern und im dritten Quartal ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 4,3 Mio. EUR (Q3 2019: 6,4 Mio. EUR) verbuchen. Die EBIT-Marge erholte sich nach - 0,1 % im ersten und - 21,5 % im zweiten Quartal auf 1,4 % im dritten Quartal. Da die Umsatzerlöse auf ähnlichem Niveau wie in den ersten drei Monaten lagen, zeigt die höhere Profitabilität, dass die gezielten Maßnahmen wirken. Durch das 2019 konzernweit eingeführte Effizienzsteigerungsprogramm hatte sich bereits im ersten Quartal 2020 bei den klassischen Geschäftsbereichen eine größere Ertragsstärke gezeigt. Darüber hinaus wirkten sich in den nordamerikanischen Werken die Optimierungen zur Produktivitätsverbesserung und der Kostenstrukturen zunehmend positiv aus. Auch die im Zuge des Nachfragerückgangs genutzten Anpassungsmöglichkeiten bei Personalkapazitäten und -kosten haben zu Entlastungen geführt.

Ersatzteilgeschäft verbucht Zugewinne

Das Ersatzteilgeschäft des ElringKlinger-Konzerns verbuchte trotz der schwierigen Rahmenbedingungen erfreuliche Zuwächse. Sowohl im dritten Quartal als auch von Januar bis September konnte das Segment die Umsätze und Erträge im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahreswerten steigern. Bereits im ersten Quartal waren die Erlöse stark angestiegen - auch weil es in einigen Regionen zu Vorzieheffekten aufgrund der Unsicherheiten um Auswirkungen aus der Corona-Krise auf die Handelsketten kam. Im zweiten Quartal erlöste das Segment trotz des negativen konjunkturellen Umfelds einen Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau. Maßgeblich war hierfür, dass es ElringKlinger gelang, die Ersatzteilversorgung des Marktes trotz der weitreichenden logistischen und handelsbezogenen Einschränkungen in allen wesentlichen Regionen aufrechtzuerhalten. Im dritten Quartal konnte das Vorjahresquartal mit einer Steigerung der Umsatzerlöse um 4,5 % auf 47,3 Mio. EUR (Q3 2019: 45,2 Mio. EUR) übertroffen werden. Im Neunmonatszeitraum verbuchte das Segment ein Umsatzplus von 5,9 % auf 138,6 Mio. EUR (9M 2019: 130,9 Mio. EUR). Regional entfielen die Zuwächse hauptsächlich auf Osteuropa sowie den Nahen und Mittleren Osten.

In der guten Ertragslage des Segments spiegeln sich vor allem die Effizienz seiner Disposition und Lagerlogistik sowie die vorausschauende Bestandsoptimierung wider. Hinzu kommt die konzernweite strenge Kostendisziplin. Im dritten Quartal erwirtschaftete das Segment Ersatzteile ein EBIT von 9,6 Mio. EUR (Q3 2019: 8,5 Mio. EUR) bzw. eine EBIT-Marge von 20,2 %, und von Januar bis September lag das Segment-EBIT bei 30,0 Mio. EUR (9M 2019: 22,5 Mio. EUR) bzw. 21,7 % (9M 2019: 17,2 %).

Segment Kunststofftechnik

Das Segment Kunststofftechnik, das ein breitgefächertes Portfolio mit Produkten aus Hochleistungskunststoffen in viele Industrien liefert, konnte sich den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie nicht entziehen. Nachdem sich das Geschäft bereits in den ersten drei Monaten 2020 aufgrund nachlassender Konjunktur in Europa und ersten Auswirkungen der Corona-Krise in China abschwächte, sanken Auftragseingänge und Umsätze im zweiten Quartal über viele Branchen hinweg, hauptsächlich im Maschinenbau- und Automobilsektor. Im dritten Quartal belebte sich die Nachfrage unter anderem aufgrund von Nachholeffekten im Automotive-Bereich und regional gesehen in China wieder deutlich. Die Nachfrage im Maschinenbau blieb weiter schwach, während sich die Medizintechnik auf stabilem Niveau hielt. In diesem Umfeld erlöste das Segment Kunststofftechnik Im dritten Quartal 2020 26,8 Mio. EUR (Q3 2019: 30,1 Mio. EUR) bzw. 11,2 % weniger Umsätze als im selben Zeitraum des Vorjahres. Im bisherigen Jahresverlauf sanken die Erlöse um 12,7 % auf 79,5 Mio. EUR (9M 2019: 91,0 Mio. EUR).

Trotz geringerem Geschäftsvolumen gelang es dem Segment durch unterschiedliche Maßnahmen, darunter eine strikte Kostendisziplin, die Ergebnismarge im dritten Quartal leicht von 16,4 % im Vorjahresquartal auf jetzt 17,0 % zu verbessern und im Neunmonatszeitraum mit 17,0 % auf Vorjahresniveau zu halten. Das Segment-EBIT lag bei 4,5 Mio. EUR (Q3 2019: 4,9 Mio. EUR) im dritten Quartal bzw. bei 9,3 Mio. EUR (10,7 Mio. EUR) in den ersten neun Monaten 2020.

Konzernumsatz nach Segmenten Jan. - Sep. 2020

Segment "Sonstige"

Seit dem 1. Januar 2020 werden die bisherigen Segmente "Dienstleistungen" und "Gewerbeparks" in dem Segment "Sonstige" zusammengefasst. Es beinhaltet vor allem die Geschäftstätigkeit der Elring Klinger Motortechnik GmbH, der ElringKlinger Logistic Service GmbH sowie des Gewerbeparks in Idstein. Die Umsatz- und Ergebnisbeiträge in diesem Segment belaufen sich in der Regel auf weniger als ein Prozent der Konzerntätigkeit, sodass es von nachrangiger Bedeutung ist. Im dritten Quartal 2020 enthielt das Segmentergebnis einen Ertrag von 0,3 Mio. EUR aus einer Sale-Lease-Back-Transaktion. Weitere Zahlen zum Segment finden sich in der Segmentberichterstattung im Konzernanhang.

Mitarbeiterzahl sinkt erkennbar

Zum 30. September 2020 waren 9.770 Mitarbeiter im ElringKlinger-Konzern tätig - 623 Personen bzw. 6,0 % weniger als noch zum Jahresende 2019 (10.393 Mitarbeiter). Am Stichtag des Vorjahresvergleichsquartals zählten 10.492 Mitarbeiter zur Belegschaft.

Um die Profitabilität zu erhöhen, hatte der Konzern bereits vor der Corona-Krise Maßnahmen zur Effizienzsteigerung eingeleitet, die sich auch auf das Personalmanagement im In- und Ausland auswirkten. Durch eine sozialverträgliche Vorgehensweise konnten die Personalstände in sämtlichen Regionen verringert werden. Dabei wurden vorwiegend befristete Verträge nicht verlängert oder durch Fluktuation freigewordene Stellen nicht neu besetzt. Aufgrund des Umsatzeinbruchs verstärkte der Konzern diese Vorgehensweise ab dem zweiten Quartal und passte die Personalkapazitäten an die jeweilige Geschäftslage der Werke an. Seit Jahresbeginn reduzierte sich die Mitarbeiterzahl weltweit: in Deutschland um 179 auf 4.145, im übrigen Europa um 188 auf 1.840, in Nordamerika um 200 auf 1.869, in Asien-Pazifik um 19 auf 1.526 sowie in Südamerika und Rest um 37 auf 390 Personen.

Zum 30. September 2020 waren 42,4 % der Belegschaft im Inland und 57,6 % im Ausland tätig.

Bruttomarge über Vorjahr

Der Anteil der Umsatzkosten an den Konzernumsätzen hat sich im dritten Quartal 2020 wieder normalisiert, nachdem im zweiten Quartal aufgrund des hohen und ungeplanten Volumenrückgangs infolge der Coronavirus-Pandemie der fixe Kostenanteil in den Umsatzkosten die Bruttomarge erheblich nach unten drückte. Das Gros der Umsatzkosten bilden mit einem Anteil von rund 55 % die Materialkosten. Bei diesen zeigte sich im Jahresverlauf eine leichte Entlastung, die aus den leicht niedrigeren Preisniveaus einiger Rohstoffgruppen, darunter Polyamide (Kunststoffgranulate), aber auch Stahl und Aluminium, resultierte. Die Preise für Edelstahl stiegen leicht. Im dritten Quartal sank der Materialkostenanteil am Umsatz auf 42,8 %, nach 46,8 % im Vorjahresvergleichsquartal.

Das Bruttoergebnis (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) lag im dritten Quartal bei 84,8 Mio. EUR (Q3 2019: 91,8 Mio. EUR). Die Bruttomarge von 22,3 % verbesserte sich damit im Vorjahresvergleich (21,2 %). Im Neunmonatszeitraum erwirtschaftete der Konzern ein Bruttoergebnis von 195,2 Mio. EUR (263,5 Mio. EUR), das einer Marge von 19,0 % (9M 2019: 20,2 %) entsprach.

Die Personalkosten des Konzerns konnten im dritten Quartal 2020 weiter auf 111,7 Mio. EUR (Q3 2019: 134,7 Mio. EUR) gesenkt werden. Dazu trug einerseits das weltweit durchgeführte Effizienzsteigerungsprogramm, das ElringKlinger bereits vor der Corona-Krise eingeleitet hatte, bei. Andererseits halfen Sondermöglichkeiten zur Kostenreduzierung, die aufgrund der besonderen wirtschaftlichen Belastung durch die Coronavirus-Pandemie genutzt werden konnten. Dazu zählten die an den deutschen Standorten seit 1. April 2020 beanspruchte Kurzarbeit sowie ähnliche Möglichkeiten in den ausländischen Werken. Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz) senkte sich von 35,3 % im ersten und 40,2 % im zweiten auf nunmehr 29,3 % im dritten Quartal 2020.

Die Vertriebskosten reduzierten sich im dritten Quartal überproportional auf 25,5 Mio. EUR (Q3 2019: 32,6 Mio. EUR). Neben den erwähnten Maßnahmen zur Senkung von Personalkosten wirkte sich vor allem der Rückgang von Reisekosten positiv aus. Um das Infektionsrisiko in der Coronavirus-Pandemie zu senken, gelten bei ElringKlinger seit März 2020 umfassende Reiserestriktionen. Im Vorjahresvergleich konnten darüber hinaus auch Sonderfrachten reduziert werden, da Prozessverbesserungen in den nordamerikanischen Werken Erfolge zeigten und sich außerdem die Abrufmengen verringerten. In den ersten neun Monaten 2020 beliefen sich die Vertriebskosten im Konzern auf 80,7 Mio. EUR (9M 2019: 102,9 Mio. EUR).

Auch bei den allgemeinen Verwaltungskosten, die im dritten Quartal bei 19,3 Mio. EUR (Q3 2019: 21,3 Mio. EUR) lagen, verringerten sich die Personalaufwendungen. Darüber hinaus sanken infolge des konzernweiten Sparkurses die Sachkosten erkennbar. Im Neunmonatszeitraum reduzierten sich die allgemeinen Verwaltungskosten gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres um 9,2 Mio. EUR auf 57,1 Mio. EUR (9M 2019: 66,2 Mio. EUR).

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschung und Entwicklung (F&E) ist für ElringKlinger fundamental, wenn es um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und den aktiven Beitrag des Unternehmens im Transformationsprozess geht. Deshalb ist es ein Teil der Unternehmensstrategie, den notwendigen Beitrag aus den Erlösen zielgerichtet für Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufzuwenden. Im Fokus stehen Lösungen für alternative Antriebstechnologien, aber auch die weitere Effizienzsteigerung klassischer Antriebe sowie der Strukturleichtbau und andere Komponenten, die unabhängig von der Antriebsart für alle Fahrzeuge oder auch im Non-Automotive-Bereich einsetzbar sind. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im dritten Quartal 2020 inklusive Aktivierungen 15,4 Mio. EUR (Q3 2019: 18,7 Mio. EUR) und in den ersten neun Monaten 52,9 Mio. EUR (9M 2019: 63,5 Mio. EUR). Daraus errechnete sich im dritten Quartal 2020 eine F&E-Quote (Anteil F&E-Aufwendungen am Konzernumsatz) von 4,0 % (Q3 2019: 4,3 %) und von Januar bis September von 5,1 % (9M 2019: 4,9 %).

Aus öffentlichen Fördermitteln erhielt ElringKlinger im bisherigen Jahresverlauf 2,2 Mio. EUR (9M 2019: 2,5 Mio. EUR), von denen 0,1 Mio. EUR (Q3 2019: 0,6 Mio. EUR) das dritte Quartal betrafen.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden im Berichtsquartal unter anderem Abschreibungen für Forderungsausfälle erfasst.

EBIT-Marge bei 5 Prozent im dritten Quartal

Der marktseitige Aufwind und das Gesamtpaket der beschriebenen unterschiedlichen Maßnahmen wirkten sich im dritten Quartal 2020 positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Über alle operativen Funktionsbereiche der Ergebnisrechnung wurden spürbare Einsparungen erzielt, sodass ElringKlinger trotz der Umsatzabschwächung ein operatives Ergebnis (EBIT - Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von 18,9 Mio. EUR (Q3 2019: 20,3 Mio. EUR) verzeichnen und die EBIT-Marge auf 5,0 %, nach 4,7 % im Vorjahresvergleichsquartal, steigern konnte. Damit lag auch das EBIT der ersten neun Monate mit 2,5 Mio. EUR (9M 2019: 36,9 Mio. EUR) und einer EBIT-Marge von 0,2 % (9M 2019: 2,8 %) im positiven Bereich.

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf 49,0 Mio. EUR (Q3 2019: 49,8 Mio. EUR). In den ersten neun Monaten erreichte es 93,9 Mio. EUR (123,6 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen im Berichtsquartal bei 30,1 Mio. EUR (Q3 2019: 29,5 Mio. EUR) und im Neunmonatszeitraum bei 91,3 Mio. EUR (9M 2019: 86,7 Mio. EUR).

Da Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen mit weniger als einer Million Euro von untergeordneter Bedeutung sind, verzichtet ElringKlinger seit dem 1. Januar 2020 auf den gesonderten Ausweis in der Ergebnisbeschreibung.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Steuern

Das Finanzergebnis belief sich im dritten Quartal 2020 auf - 9,8 Mio. EUR (Q3 2019: - 5,0 Mio. EUR) bzw. in den ersten neun Monaten auf - 25,9 (9M 2019: - 15,0 Mio. EUR). Verglichen mit den Vorjahresperioden hat sich das hier erfasste Währungsergebnis verschlechtert, was maßgeblich durch unrealisierte Kursgewinne/​-verluste beeinflusst war. Das Zinsergebnis (Zinserträge abzüglich Zinsaufwendungen) hingegen hat sich in den ersten neun Monaten 2020 im Vorjahresvergleich verbessert. Es lag im dritten Quartal 2020 bei - 5,0 Mio. EUR (Q3 2019: - 5,0 Mio. EUR) und von Januar bis September bei - 12,6 Mio. EUR (9M 2019: - 14,2 Mio. EUR). Der Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen, das die Beteiligung an der hofer AG beinhaltet, betrug - 2,0 Mio. EUR (Q3 2019: - 2,0 Mio. EUR) im dritten Quartal 2020 und - 5,5 Mio. EUR (9M 2019: - 2,8 Mio. EUR) von Januar bis September.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern betrug im dritten Quartal 2020 9,2 Mio. EUR (Q3 2019: 15,3 Mio. EUR). Nach neun Monaten war es mit - 23,4 Mio. EUR (9M 2019: 22,2 Mio. EUR) im negativen Bereich.

Periodenergebnis bei 3 Mio. EUR

Im Rahmen der Covid-19-Hilfsmaßnahmen beanspruchte der Konzern im Inland steuerliche Erleichterungen, darunter Steuerstundungen. Dies und die Tatsache, dass wie auch in den Vorperioden auf Verluste einiger ausländischen Gesellschaften keine aktiven latenten Steuern gebildet werden können, bewirkte starke Schwankungen der Steuerquote über die einzelnen Quartale hinweg. Im dritten Quartal 2020 lag diese bei 68,7 % (Q3 2019: 53,2 %) und im Neunmonatszeitraum bei 32,9 % (9M 2019: 111,9 %).

Damit belief sich das Periodenergebnis des ElringKlinger-Konzerns im dritten Quartal 2020 auf 2,9 Mio. EUR (Q3 2019: 7,2 Mio. EUR). In den ersten neun Monaten verblieb ein Verlust von 31,0 Mio. EUR (9M 2019: - 2,6 Mio. EUR). Nach Minderheitsanteilen lag das Ergebnis der Aktionäre der ElringKlinger AG im dritten Quartal 2020 bei 3,4 Mio. EUR (Q3 2019: 6,7 Mio. EUR) und bei - 30,1 Mio. EUR (9M 2019: - 3,4 Mio. EUR) in den ersten neun Monaten.

Die Anzahl der ausgegebenen, gewinnberechtigten Aktien betrug zum 30. September 2020 unverändert 63.359.990 Stück. Es errechnet sich ein den Aktionären der ElringKlinger AG zustehender Ergebnisanteil von 0,05 EUR

Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögens- und Finanzlage des ElringKlinger-Konzerns präsentierte sich zum 30. September 2020 mit einer Eigenkapitalquote von 41,0 %, einer hohen Liquidität und soliden Vermögensstruktur nach wie vor in einer robusten Verfassung. Den bereits im Geschäftsjahr 2019 forcierten Kurs zur Verbesserung wesentlicher Finanzkennzahlen setzte der Konzern im laufenden Jahr konsequent fort. Dadurch erzielte ElringKlinger in den ersten neun Monaten einen operativen Free Cashflow von 102,3 Mio. EUR und senkte die Nettoverschuldung seit Jahresbeginn um 82,9 Mio. EUR.

Kennzahlen Vermögens- und Finanzlage

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in Mio. EUR 30.09.2020 30.06.2020 31.12.2019
Bilanzsumme 2.014,6 2.050,4 2.146,5
Eigenkapitalquote 41,0 % 40,5 % 41,5 %
Net Working Capital 1 407,3 417,4 432,6
Als Quote vom Konzernumsatz 28,1 % 27,8 % 25,0 %
Nettoverschuldung 512,4 579,9 595,3
Nettoverschuldung /​ EBITDA 3,4 3,8 3,3
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Q3 2020 Q2 2020 Q1 2020
Investitionen in Sachanlagen 2 15,1 10,4 12,4
Operativer Free Cashflow 78,6 25,8 - 2,2

1 Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2 Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie

Der Geschäftsrückgang infolge der Coronavirus-Pandemie wirkte sich in unterschiedlichem Ausmaß auf einzelne Bilanzpositionen und den Kapitalfluss bei ElringKlinger aus. Vor allem im zweiten Quartal reduzierten sich dadurch das Kurzfristvermögen, darunter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte, sowie auf der Passivseite die Lieferantenverbindlichkeiten. Gegenläufig hatte sich der Zahlungsmittelbestand erhöht. Im Eigenkapital verringerten sich die Gewinnrücklagen infolge des negativen Ergebnisses. Im dritten Quartal 2020 zog das Geschäft wieder deutlich an, sodass sich das Ausmaß der Bilanzauswirkungen wieder verringerte. Werthaltigkeitsüberlegungen im Rahmen dieser Zwischenberichterstattung ergaben keine außerplanmäßigen Wertminderungen bei den Vermögenswerten.

Robuste Vermögensstruktur

Die Bilanzsumme des ElringKlinger-Konzerns belief sich zum 30. September 2020 auf 2.014,6 Mio. EUR, nach 2.146,5 Mio. EUR am Jahresende 2019. Der Rückgang um 131,9 Mio. EUR spiegelt neben den Geschäftsvorfällen auch Einflüsse aus der Währungsumrechnung wider, die vor allem im ersten Quartal, aber auch im weiteren Jahresverlauf einen insgesamt senkenden Effekt auf verschiedene Bilanzpositionen hatten.

Unter den langfristigen Vermögenswerten, die zum 30. September 2020 mit einem Buchwert von 1.237,4 Mio. EUR (31.12.2019: 1.314,0 Mio. EUR) erfasst waren, stellen die Sachanlagen den wesentlichen Posten dar. Ihr Volumen ging aufgrund der zurückhaltenden Investitionstätigkeit des Konzerns über alle bisherigen Quartale und auch gegenüber dem Vorjahresvergleichsquartal zurück. Zum 30. September 2020 belief sich das Sachanlagevermögen auf 971,6 Mio. EUR (31.12.2019: 1.043,7 Mio. EUR).

Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich gegenüber dem Stand am 31. Dezember 2019 um 55,3 Mio. EUR und damit ebenfalls deutlich auf 777,2 Mio. EUR (31.12.2019: 832,5 Mio. EUR). Am stärksten senkte sich das Vorratsvermögen ab, das zum Stichtag des dritten Quartals ein Volumen von 317,4 Mio. EUR ausmachte und damit um 39,1 Mio. EUR bzw. währungsbereinigt um 24,6 Mio. EUR gegenüber dem Stand am Jahresende 2019 (356,5 Mio. EUR) gesenkt werden konnte. Gegenüber dem Halbjahresstichtag 2020 nahmen die Vorräte um 21,5 Mio. EUR (währungsbereinigt: - 17,2 Mio. EUR) ab. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren im zweiten Quartal in Folge der Umsatzrückgänge stark gesunken, stiegen im dritten Quartal im Zuge steigender Nachfrage wieder an auf 226,8 Mio. EUR (31.12.2019: 233,2 Mio. EUR).

Insgesamt umfasste das Working Capital (Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) am Berichtsstichtag einen Buchwert von 544,2 Mio. EUR, der somit um 18,2 Mio. EUR unter dem Stand am Jahresende 2019 (589,7 Mio. EUR) lag. Wie bereits in den Vorperioden forcierte das Management im Rahmen eines Effizienzsteigerungsprogramms die Verringerung und Optimierung des Working Capitals stark. Zudem wurden Einkaufsvolumina und Vorratsbestände nach der negativen Auftragsentwicklung im zweiten Quartal noch stärker nach unten angepasst. Verglichen mit dem Stand zum Ende des Vorjahresstichtags (30.09.2019: 652,5 Mio. EUR) senkte sich das Working Capital um 108,3 Mio. EUR und damit über den coronabedingten Volumenrückgang hinaus.

Zum 30. September 2020 verfügte der ElringKlinger-Konzern über Zahlungsmittel und Äquivalente in Höhe von 142,5 Mio. EUR (31.12.2019: 135,5 Mio. EUR).

Bei den in der Vorjahresvergleichsperiode ausgewiesenen, zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten handelte es sich hauptsächlich um Grundstücke und Gebäude des ehemaligen Segments "Gewerbeparks", die im Dezember 2019 abgegangen sind.

Eigenkapitalquote weiter über 40 Prozent

Das negative Periodenergebnis in Höhe von - 31,0 Mio. EUR der ersten neun Monate 2020 sowie Einflüsse aus der Währungsumrechnung in Höhe von - 33,5 Mio. EUR hatten zur Folge, dass sich das Eigenkapital des ElringKlinger-Konzerns entsprechend verringerte. Zum 30. September 2020 belief es sich auf 825,7 Mio. EUR, nach 891,2 Mio. EUR am Jahresende 2019. Damit liegt die Eigenkapitalquote von 41,0 % (31.12.2019: 41,5 %) weiter in der vom Management angestrebten Bandbreite von 40 bis 50 %.

In den Rückstellungen einschließlich den Pensionsrückstellungen sind im laufenden Geschäftsjahr in der Summe keine wesentlichen Veränderungen festzustellen. Im Vergleich zum Stichtag des Vorjahresvergleichsquartals erhöhten sich die Pensionsrückstellungen um 22,8 Mio. EUR, was sich durch die turnusgemäße Neubewertung zum Jahresende 2019 und die ihr zugrundeliegenden Parameter, wie beispielsweise Zinssätze, erklärt.

Nettoverschuldung weiter verringert

Trotz der Geschäftseinbußen konnte die solide finanzwirtschaftliche Situation des ElringKlinger-Konzerns im Jahresverlauf noch verbessert und die Nettoverschuldung 2weiter reduziert werden. Gegenüber dem Jahresende 2019 (595,3 Mio. EUR) verringerte sie sich um 82,9 Mio. EUR auf 512,4 Mio. EUR am Stichtag 30. September 2020. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stellten mit 493,1 Mio. EUR (31.12.2019: 570,4 Mio. EUR) den Hauptanteil dar.

Im Berichtszeitraum waren keine bedeutsamen Änderungen von Kreditkonditionen, auch nicht in Folge von Einflüssen aus der Coronavirus-Pandemie, zu verzeichnen. ElringKlinger erfüllt zum 30. September 2020 alle mit den Kreditinstitutionen vereinbarten Covenants. Zum 30. September 2020 errechnete sich eine Verschuldungskennzahl (Nettoverschul-dung/​EBITDA) von 3,4, nach 3,3 zum Jahresende 2019 und 4,2 zum Stichtag des Vorjahresvergleichquartals.

Net Working Capital nimmt weiter ab

Die Lieferantenverbindlichkeiten stiegen im dritten Quartal mit der Geschäftsausweitung wieder an, nachdem sie zum Halbjahresstichtag stark gesunken waren. Per 30. September 2020 bezifferten sie sich auf 136,9 Mio. EUR (31.12.2019: 157,1 Mio. EUR). Das Net Working Capital, das sich aus dem Working Capital (Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen errechnet, nahm damit von 432,6 Mio. EUR am Jahresende 2019 auf nunmehr 407,3 Mio. EUR weiter ab.

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten beliefen sich am Berichtsstichtag auf 125,0 Mio. EUR (31.12.2019: 109,6 Mio. EUR). Sie enthalten neben einer geschriebenen Verkaufsoption in Höhe von 30,3 Mio. EUR eine Reihe von Abgrenzungen aus unterschiedlichen Sachverhalten, wie beispielsweise Abgrenzungen im Personalbereich, künftiger Boni-Zahlungen, Posten für ausstehende Rechnungen und andere Abgrenzungsposten.

2 Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Wertpapiere; Wertpapiere werden seit dem 01.01.2020 berücksichtigt (30.09.2020: 10,3 Mio. EUR)

Betrieblicher Cashflow bei 131 Mio. EUR

Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf und insbesondere im dritten Quartal 2020 erfreulich: Trotz der im Vorjahresvergleich rückläufigen Ergebnisentwicklung konnte ElringKlinger einen operativen Cashflow von 78,4 Mio. EUR (Q3 2019: 58,8 Mio. EUR) erzielen. In den ersten neun Monaten generierte das Unternehmen 130,8 Mio. EUR (9M 2019: 189,9 Mio. EUR) aus betrieblicher Tätigkeit.

Maßgeblich für dieses Resultat war die Veränderung des Net Working Capitals, also der Bilanzpositionen Vorräte sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Da im dritten Quartal 2020 die Vorratsbestände weiter reduziert und gleichzeitig Lieferantenverbindlichkeiten ausgeweitet wurden, waren in diesen Positionen weniger Mittel gebunden. Inklusive anderer nicht zur Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnenden Aktiva und Passiva bewirkten die Änderungen im Net Working Capital im dritten Quartal 2020 währungsbereinigt einen Mittelzufluss von 35,8 Mio. EUR (Q3 2019: 15,6) Mio. EUR und in den ersten neun Monaten von 52,0 Mio. EUR (9M 2019: 104,2 Mio. EUR). In dieser positiven Entwicklung spiegeln sich die Anstrengungen des Unternehmens zur Verbesserung von Finanzkennzahlen wider, die durch ein fokussiertes Vorratsmanagement, das strenge Forderungsmanagement, den Einsatz von Factoring, einer verstärkten Ausgabenkontrolle und angepassten Bezugskonditionen in der Beschaffung vorangetrieben wurden.

In der Position "Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge", die in der Konzernkapitalflussrechnung mit einem Mittelzufluss von 5,1 Mio. EUR (Q3 2019: - 7,4 Mio. EUR) und im Neunmonatszeitraum von 21,8 Mio. EUR (9M 2019: - 11,6 Mio. EUR) dargestellt ist, wurden hauptsächlich Währungseffekte ausgeglichen.

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Jan. - Sep.

in Mio. €

Investitionen in Sachanlagen deutlich gesunken

Nach den umfangreichen Investitionen in den vergangenen Jahren konnte ElringKlinger seit 2019 die Investitionstätigkeit deutlich zurückfahren, ohne dabei auf wichtige Projekte zu verzichten. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie erfordern bei den Investitionsausgaben eine bewusste Priorisierung, sodass Maßnahmen, die für die strategische Ausrichtung des Konzerns von wesentlicher Bedeutung sind, weiter zielgerichtet umgesetzt werden.

Mit 15,1 Mio. EUR (Q3 2019: 25,4 Mio. EUR) im dritten Quartal und 37,9 Mio. EUR (9M 2019: 74,9 Mio. EUR) von Januar bis September fielen 2020 gegenüber den Vorjahresperioden deutlich weniger Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen 3 an. Rund die Hälfte des diesjährigen Volumens entfiel auf die deutschen Standorte der Muttergesellschaft. Sie betrafen unter anderem die Einrichtung einer Fertigungslinie für Batteriesysteme am Standort Thale sowie Fertigungsanlagen für Brennstoffzellenmodule in Dettingen/​ Erms. Des Weiteren fielen noch Ausgaben für abschließende Arbeiten am Technologiezentrum für Elektromobilität an, das 2019 am Hauptstandort in Dettingen/​Erms, Deutschland, errichtet wurde und 2020 seinen Betrieb aufnahm.

Darüber hinaus tätigte ElringKlinger in allen Regionen Investitionen, um Produktionsanlagen für Serienanläufe einzurichten oder Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen.

Die Investitionsquote (Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien in Relation zum Konzernumsatz) verringerte sich gegenüber dem Vorjahreswert im dritten Quartal 2020 auf 4,0 % (Q3 2019: 5,9 %) und in den ersten neun Monaten 2020 auf 3,7 % (9M 2019: 5,7 %).

Für immaterielle Vermögenswerte, die auch Aufwendungen für aktivierte Entwicklungskosten beinhalten, tätigte ElringKlinger in den ersten neun Monaten Auszahlungen von 8,2 Mio. EUR (9M 2019: 8,4 Mio. EUR).

Die Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen enthielten im dritten Quartal 2020 einen Mittelzufluss von 17,3 Mio. EUR aus einer Sale-Lease-Back-Transaktion des Segments Dienstleistungen.

Insgesamt flossen dem ElringKlinger-Konzern für die Investitionstätigkeit im dritten Quartal 2020 0,4 Mio. EUR zu (Q3 2019: Abfluss von 28,5 Mio. EUR). Von Januar bis September betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit - 30,3 Mio. EUR (9M 2019: - 82,8 Mio. EUR).

3 Auszahlungen in Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Entwicklung der Zahlungsmittel Jan. - Sep.

in Mio. €

1 Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und immaterielle Vermögenswerte

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Den Mittelüberschuss aus operativer und Investitionstätigkeit nutzte ElringKlinger zur weiteren Entschuldung. In erster Linie wurden langfristige Kredite getilgt: Per Saldo flossen aus Ein- und Auszahlungen für langfristige Kredite im dritten Quartal 2020 58,5 Mio. EUR (Q3 2019: - 15,2 Mio. EUR) und im Neunmonatszeitraum 94,0 Mio. EUR (9M 2019: Zufluss 84,1 Mio. EUR) ab.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit, der auch die Veränderungen kurzfristiger Kredite berücksichtigt, belief sich im dritten Quartal 2020 auf - 81,1 Mio. EUR (Q3 2019: - 12,5 Mio. EUR) und entsprach damit nahezu auch dem kumulierten Finanzierungscashflow des Jahres von - 84,6 Mio. EUR (9M 2019: - 47,0 Mio. EUR).

Hoher Operativer Free Cashflow von 102 Mio. EUR

Der hohe Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und die gleichzeitig niedrigen Auszahlungen für Investitionen wirkten sich überaus positiv auf den operativen Free Cashflow (betrieblicher Cashflow abzüglich Cashflow aus Investitionstätigkeit bereinigt um Zahlungsflüsse für finanzielle Vermögenswerte) aus. Im dritten Quartal führte der operative Free Cashflow zu einem Mittelzufluss von 78,6 Mio. EUR (Q3 2019: 30,8 Mio. EUR) - gegenüber dem Vorjahresvergleichsquartal stellt dies eine Steigerung um 47,8 Mio. EUR dar. Von Januar bis September generierte ElringKlinger damit einen hohen operativen Free Cashflow von 102,3 Mio. EUR (9M 2019: 110,1 Mio. EUR).

Zum Stichtag 30. September 2020 verfügte der ElringKlinger-Konzern über einen Bestand an flüssigen Mitteln von 152,8 Mio. EUR (Zahlungsmittel und Äquivalente sowie kurzfristige Festgeldanlagen/​Wertpapiere) sowie über offene, nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von 176,7 Mio. EUR. Damit ist ElringKlinger weiterhin mit einem hohen Liquiditätspolster ausgestattet, sodass zum Zeitpunkt der Berichtserstellung auch angesichts der Corona-Krise auf absehbare Zeit nicht von einem Engpass auszugehen ist.

Chancen und Risiken

Die Coronavirus-Pandemie wirkte sich im bisherigen Jahresverlauf weltweit massiv auf die wirtschaftliche Situation aus. Nachdem sich die Folgen im ersten Quartal 2020 vor allem auf Asien beschränkten, kam das wirtschaftliche Leben im zweiten Quartal 2020 in vielen Staaten Europas sowie Nord- und Südamerikas zum Erliegen. Im dritten Quartal zeigte sich trotz aller Unsicherheiten eine vergleichsweise solide Erholung in unterschiedlichem Ausmaß auf den weltweiten Automobilmärkten.

Steigende Infektionszahlen zu Beginn des vierten Quartals insbesondere in Südasien, Europa, Nord- und Südamerika belegen die Anfälligkeit der globalisierten Welt gegenüber einer solchen Pandemie: Krankenhäuser sind in vielen Ländern ausgelastet, die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung werden wieder verschärft - man spricht allgemein von einer zweiten Infektionswelle. Es ist nicht auszuschließen, dass es lokal, regional oder auch national in den einzelnen Ländern erneut zu strikten Regelungen kommt, die sich auf die Wirtschaftslage allgemein und die Automobilbranche im Besonderen auswirken können. Insgesamt besteht daher für das Gesamtjahr 2020 ein erhöhtes Risiko, dass sich die Wirtschaft nicht so schnell oder nicht so gut erholt wie noch zuvor erwartet.

Nach dem Berichtsstichtag hat ElringKlinger zwei Meldungen zu strategischen Partnerschaften bei seiner Brennstoffzellentechnologie veröffentlicht: Zum einen wird der Konzern gemeinsam mit Airbus in einer neu zu gründenden Gesellschaft an wasserstoffbasierten Brennstoffzellen für die Luftfahrt forschen. Zum anderen wird er gemeinsam mit dem französischen Automobilzulieferer Plastic Omnium in einem Joint Venture das Marktpotenzial für wasserstoffbasierten Brennstoffzellenantrieb vor allem bei Fahrzeugen erschließen. Insgesamt zeigen diese beiden Allianzen, deren Vollzug in den nächsten Monaten vorgesehen ist, dass die Risiken in diesem Geschäftsbereich im weiteren Verlauf mit den Partnern geteilt werden. Noch bedeutsamer ist aber, dass sie die Chancen unterstreichen, dass die Brennstoffzellentechnologie leistungsfähig ist, ein großes Zukunftspotenzial für die Mobilität aller Art besitzt und ElringKlinger dieses Potenzial als Global Player mit seinen starken Partnern an der Seite erschließen kann.

Bei der Einschätzung weiterer Chancen und Risiken für den ElringKlinger-Konzern haben sich in den ersten neun Monaten 2020 keine wesentlichen Änderungen zum Geschäftsbericht 2019 des ElringKlinger-Konzerns ergeben.

Der Chancen- und Risikenbericht des Geschäftsberichts 2019 steht auch auf der ElringKlinger-Internetseite www.elringklinger.de/​gb2019/​chancen-und-risikenbericht zur Verfügung.

Prognosebericht

Ausblick Markt und Branche

Erholung der Weltwirtschaft wird lange dauern

Konjunkturprognosen sind im Jahr der Coronavirus-Pandemie von außergewöhnlicher Unsicherheit behaftet. Zwar haben Ökonomen ihre Erwartungen aufgrund der wiederaufkeimenden, positiven wirtschaftlichen Dynamik im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal nach oben korrigiert - zuletzt steigende Infektionszahlen in vielen Regionen erhöhten jedoch das Risiko eines erneut stärkeren Dämpfers.

In seinem jüngsten Weltwirtschaftsausblick vom Oktober 2020 rechnete der Internationale Währungsfonds (IWF) für das Gesamtjahr 2020 mit einem Rückgang des globalen Bruttoinlandprodukts um 4,4 %. Demnach beeinflusst lediglich China das konjunkturelle Gesamtbild mit einem Wachstum von knapp zwei Prozent positiv. Die US-Wirtschaft soll 2020 weniger stark schrumpfen als die Eurozone, dafür wird im kommenden Jahr in der Eurozone ein stärkerer Anstieg des Bruttoinlandsprodukts gesehen. Für 2021 wird in allen Regionen auf Basis des schwachen Vorjahres wieder ein Wachstum erwartet. Insgesamt ist aber davon auszugehen, dass sich die Erholung der globalen Wirtschaft lange hinziehen wird.

Wachstumsprognose Bruttoinlandsprodukt

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Veränderung zum Vorjahr in % 2019 Prognose 2020 Prognose 2021
Welt 2,8 - 4,4 5,2
Industriestaaten 1,7 - 5,8 3,9
Schwellen- und Entwicklungsländer 3,7 - 3,3 6,0
Deutschland 0,6 - 6,0 4,2
Eurozone 1,3 - 8,3 5,2
USA 2,2 - 4,3 3,1
Brasilien 1,1 - 5,8 2,8
China 6,1 1,9 8,2
Indien 4,2 - 10,3 8,8
Japan 0,7 - 5,3 2,3

Quelle: IWF (Okt. 2020)

Ausblick auf die Weltfahrzeugmärkte 2020

Das Automobiljahr 2020 ist stark geprägt von den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Auf Basis des bisherigen Jahresverlaufs und der Erwartungen für das vierte Quartal ist sowohl für die internationalen Pkw-Märkte als auch für die Light-Vehicle-Produktion in den einzelnen Regionen mit einem deutlichen Rückgang gegenüber den Vorjahreszahlen zu rechnen. Nach Schätzungen des Researchinstituts IHS wird die Weltproduktion von Light Vehicles (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) 2020 um 16,0 Mio. bzw. 18 % auf 73,0 Mio. Fahrzeuge schrumpfen. Dabei wird für das vierte Quartal 2020 ein moderater Rückgang um 2,7 % gegenüber dem Vorjahresvergleichsquartal unterstellt.

Ein ähnliches Bild erwartet der deutsche Branchenverband VDA für die Entwicklung der Neuzulassungen bzw. der Absatzmärkte. Mit Blick auf das Gesamtjahr geht er von einem Rückgang des Pkw-Weltmarkts um 17 % auf 65,9 Mio. Neufahrzeugen (2019: 79,5 Mio.) aus. Auch hier liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Erholung im verbleibenden Quartal tendenziell fortsetzt. Auf Europa soll ein Rückgang von 24 % auf 12,0 Mio. neu zugelassene Pkw entfallen. Weniger stark soll der Einbruch in den USA (- 18 % auf 13,9 Mio. Light Vehicles) und in China (- 10 % auf 19,0 Mio. Pkw) ausfallen.

Die Nutzfahrzeugmärkte sind von der Corona-Krise noch stärker betroffen. Nach Angaben des VDA wird der weltweite Nutzfahrzeugabsatz (> 6 t) um 24 % auf 2,6 Mio. Einheiten zurückgehen. Für den US-Markt wird mit einem Minus von 40 % und für Westeuropa von 35 % gerechnet. In Deutschland soll der Rückgang 29 % betragen.

Prognose Light-Vehicle-Produktion

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Mio. Fahrzeuge 2019 Prognose 2020 Veränderung in % Prognose 2021
Region
Europa 21,1 16,4 - 23 % 19,0
China 1 24,7 22,8 - 7 % 24,2
Japan /​ Korea 13,1 11,1 - 15 % 11,8
Mittlerer Osten /​ Afrika 2,0 1,7 - 17 % 1,9
Nordamerika 16,3 13,0 - 20 % 15,9
Südamerika 3,3 2,3 - 30 % 3,0
Südostasien 8,4 5,7 - 32 % 7,3
Welt 88,9 73,0 - 18 % 83,1

1 Großchina

Quelle: IHS (Okt. 2020)

Ausblick Unternehmen

Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt weiterhin im Griff. Nach den ersten beiden Quartalen, die von der Ausbreitung des Virus zunächst in Asien (erstes Quartal) und anschließend in Europa, Nord- und Südamerika (zweites Quartal) gekennzeichnet waren, war im dritten Quartal eine Erholung auf den drei wichtigsten Automärkten China, Europa und Nordamerika erkennbar - wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Durch die zweite Infektionswelle, die sich insbesondere in Europa und Nordamerika seit Anfang Oktober abzeichnet, kehren viele Staaten wieder zu strengeren Schutzmaßnahmen zurück, die sich im weiteren Verlauf auch auf das Wirtschaftsgeschehen auswirken können.

Erholung der Auftragslage im dritten Quartal

Die Erholung des dritten Quartals 2020 schlug sich auch in der Auftragssituation nieder: War der Auftragseingang im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 54 % eingebrochen, übertraf er währungsbereinigt von Juli bis September 2020 mit 458,7 Mio. EUR das Niveau des Vorjahresquartals von 437,6 Mio. EUR. Das bedeutet einen Zuwachs von 4,8 %. Ohne die vergleichsweise starken Währungseffekte ist allerdings ein Rückgang von 3,2 % auf 423,6 Mio. EUR zu verbuchen.

Ähnliches ist beim Auftragsbestand zu sehen: Bei Annahme konstanter Wechselkurse erreichte dieser zum 30.09.2020 mit 1.020,7 Mio. EUR fast schon wieder sein Niveau des Vorjahres von 1.068,7 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung der Währungsentwicklungen summiert sich der Auftragsbestand auf 971,8 Mio. EUR, was einem Rückgang von 9,1 % entspricht.

Zweite Infektionswelle bedeutet weiterhin große Unsicherheiten

Hätte man im Sommer aufgrund der sich bessernden Pandemielage noch von einer klaren, stetigen Entwicklung ausgehen können, zeichnet sich im Herbst aufgrund der zunehmenden Infektionszahlen und der zweiten Pandemiewelle insbesondere in Europa und Nordamerika ab, dass auch das vierte Quartal 2020 mit großen Unsicherheiten behaftet ist. Zahlreiche Staaten haben im Laufe der Erstellung dieses Berichts ihre Schutzmaßnahmen wieder verschärft und teilweise das wirtschaftliche Geschehen eingeschränkt, auch wenn sie im Vergleich zum Frühjahr einen ganzheitlichen Lockdown zu vermeiden versuchen. Regional sind strengere Maßnahmen bis hin zu vorübergehenden Schließungen zum Zeitpunkt der Berichterstellung nicht auszuschließen. Die Folgen dieser Maßnahmen werden auch auf den Automärkten zu spüren sein, so dass insgesamt eine Unterbrechung der Erholung nicht unwahrscheinlich ist.

Ausblick 2020: Umsatz leicht besser als Markt, EBIT-Marge vor Sondereffekten erkennbar unter Vorjahr

Die beschriebenen Unsicherheiten haben zur Folge, dass sich die Entwicklung des vierten Quartals und damit des restlichen Jahres nach wie vor nicht hinreichend verlässlich einschätzen lässt. ElringKlinger geht für das Gesamtjahr 2020 insgesamt weiterhin davon aus, in der Umsatzveränderung organisch leicht besser als die globale Automobil-Produktion zu sein. Diese schätzen Experten vom Brancheninstitut IHS für das Gesamtjahr derzeit bei - 18 % im Vergleich zum Vorjahr ein.

Auf der Ergebnisseite rechnet der Konzern weiterhin mit einer Ergebnismarge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern bzw. EBIT im Verhältnis zum Konzernumsatz), die erkennbar unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Nicht berücksichtigt ist dabei eine mögliche Kompensation im niedrigen bis mittleren zweistelligen Mio.-EUR-Bereich, die sich aus der strategischen Partnerschaft mit Airbus ergibt. Das Closing dieser Vereinbarung wird für dieses Jahr angestrebt.

Da sich die Abschreibungen auf Kaufpreisallokationen (PPA) im Gesamtjahr erwartungsgemäß auf nicht mehr als 0,3 Mio. EUR belaufen werden, werden diese nicht mehr gesondert aufgeführt.

Ebenfalls unverändert geht der Konzern davon aus, dass sich 2020 die Gesamtkapitalrentabilität - gemessen am Return on Capital Employed (ROCE) - gegenüber dem Vorjahr verringern wird.

Positiver operativer freier Cashflow angestrebt

Die ersten drei Quartale haben gezeigt, dass das globale Effizienzsteigerungsprogramm - auch trotz der Corona-Krise -seine Wirkung entfaltet. Der Konzern hat seinen disziplinierten Ansatz bei den Investitionen in Sachanlagen sowie als Finanzinvestition gehaltene Immobilien fortgesetzt. Im Gesamtjahr wird das Volumen im Verhältnis zum Konzernumsatz bei maximal 5 % liegen. Auch beim Net Working Capital wird der Kurs der Optimierung beibehalten. Für das Geschäftsjahr 2020 ist hier unter Berücksichtigung des erwartet rückläufigen Umsatzes mit einer Quote (in % des Konzern-Umsatzes) zu rechnen, die ungefähr dem Vorjahr entsprechen wird. Insgesamt erwartet der Konzern für 2020 einen positiven operativen Free Cashflow.

Trotz des erwartet positiven operativen Free Cashflows ist angesichts der erwarteten Ergebnislage nicht davon auszugehen, dass sich die Nettoverschuldungsquote (Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA) weiter verbessern wird. Stattdessen rechnet der Konzern mit einer Verschlechterung gegenüber dem Vorjahresniveau von 3,3.

Hinsichtlich der Eigenkapitalquote rechnet der Konzern damit, auch künftig sich innerhalb des mittelfristigen Zielspektrums von 40 bis 50 % des Gesamtkapitals zu bewegen.

Für die Forschungs- und Entwicklungskosten inklusive Aktivierung geht der Konzern von rund 5 bis 6 % des Konzernumsatzes aus.

Mittelfristiger Ausblick

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen, die das Umfeld von ElringKlinger derzeit prägen, sieht sich das Unternehmen mittel- bis langfristig gut positioniert.

ElringKlinger hat sich mit Komponenten für Batterie- und Brennstoffzellensysteme frühzeitig für den Wandel hin zur Elektromobilität aufgestellt und erst kürzlich wegweisende Vereinbarungen in der Brennstoffzellentechnologie abgeschlossen. Mit Airbus ging der Konzern eine strategische Partnerschaft ein, um die Brennstoffzellentechnologie für die Luftfahrt weiterzuentwickeln. Mit Plastic Omnium hat man eine Allianz vereinbart, um gemeinsam vor allem für Fahrzeuge die Wasserstoffmobilität der Zukunft zu gestalten. Darüber hinaus verfügt der Konzern über eine starke Marktposition in seinen klassischen Geschäftsbereichen Leichtbau/​Elastomertechnik, Abschirmsysteme sowie Dichtungen. Solange die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie keinen abrupten und unerwarteten Verlauf einnehmen werden, geht ElringKlinger vor diesem Hintergrund grundsätzlich weiter davon aus, auch in Zukunft organisch stärker zu wachsen als die globale Fahrzeugproduktion.

Insgesamt bestätigt der Konzern daher seinen mittelfristigen Ausblick. Besondere Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie sind allerdings vor allem in den näherliegenden Berichtsperioden noch zu berücksichtigen.

Dettingen/​Erms, den 10. November 2020

Der Vorstand

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Dr. Stefan Wolf Theo Becker Thomas Jessulat Reiner Drews
Vorsitzender

ElringKlinger am Kapitalmarkt

Positiver Quartalsverlauf der Aktienmärkte trotz steigender Corona-Neuinfektionen

Im dritten Quartal führten gleich mehrere Faktoren zu steigenden Aktienkursen. Dazu zählen die Einigung der EU auf einen Wiederaufbaufonds in Höhe von 750 Mrd. EUR, die anhaltende Konjunkturerholung in China, der Strategiewechsel der US-Notenbank auf ein durchschnittliches Inflationsziel von 2 % sowie zahlreiche Erfolgsmeldungen zur Entwicklung von potenziellen Corona-Impfstoffen. Dagegen hielt die Ankündigung neuer Restriktionen aufgrund der steigenden Corona-Neuinfektionen die Aktienmärkte erneut in Atem. Auch die weltweit schwachen Wirtschaftswachstumszahlen, die Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro sowie die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China belasteten die Aktienmärkte.

Aus diesen Gründen erholten sich die deutschen Aktienmärkte wertmäßig zwar im dritten Quartal weiter von den Jahrestiefstständen, die Mitte März erzielt wurden. Gegenüber dem Jahresanfang verharrten sie jedoch weiterhin im negativen Bereich (DAX - 3,7 %, MDAX - 4,6 %, SDAX - 0,2 %). Auch der europäische Auswahlindex Euro-Stoxx-50 büßte seit Jahresbeginn rund 15 % und der Dow-Jones-Index in den USA knapp 3 % ein.

ElringKlinger-Aktie auf Erholungskurs

Nachdem die ElringKlinger-Aktie bereits im zweiten Quartal um über ein Drittel stieg, konnte sie auch im Berichtsquartal um knapp 25 % zulegen und somit einen weiteren Teil der schweren Kursverluste des ersten Quartals kompensieren. Dabei schwankte sie im Juli zunächst zwischen fünf und sechs Euro, bevor sie in den Tagen nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen im August die Grenze von sechs Euro überschreiten konnte und in der Folge in einer Seitwärtsbewegung blieb. Ende September verzeichnete die Aktie erneut einen deutlichen Kursanstieg, der sich unter anderem auch in der Teilnahme an einer großen Konferenz begründet. Zum 30. September 2020 schloss die ElringKlinger-Aktie schließlich bei einem Kurs von 6,60 EUR, der gleichzeitig den Quartalshöchststand markiert.

Kursverlauf der ElringKlinger-Aktie von 1. Januar bis 30. September 2020 (indexiert)

in %

Aktionärsstruktur zum 30. September 2020

Starkes Handelsvolumen in den ersten neun Monaten

Das Handelsvolumen der ElringKlinger-Aktie blieb in den ersten neun Monaten 2020 mit durchschnittlich gehandelten 147.600 Stück pro Börsentag (9M 2019: 96.800 Stück) deutlich über dem Vorjahresniveau. Die durchschnittlich erzielten Tagesumsätze der ElringKlinger-Notierung an den deutschen Börsenplätzen erreichten einen Wert von rund 0,8 Mio. EUR (9M 2019: rund 0,6 Mio. EUR). Damit war eine konstant hohe Liquidität gegeben, sodass auch größere Aktienpakete gehandelt werden konnten.

Kapitalmarktkommunikation in Corona-Zeiten

Dem internationalen Publikum präsentierte sich ElringKlinger auch im dritten Quartal über die Teilnahme an mehreren virtuellen Konferenzen. Darüber hinaus führte der Konzern am 7. Juli 2020 die diesjährige Hauptversammlung vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie und infolge der Verordnungen ebenfalls virtuell durch. Rund 60 % des stimmberechtigten Grundkapitals war dabei vertreten. Die zur Abstimmung gestellten Beschluss- und Wahlvorschläge wurden von den Aktionären jeweils mit großer Mehrheit angenommen, Vorstand und Aufsichtsrat wurden mit jeweils 97 % der Stimmen entlastet und die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, wurde erneut zum Abschlussprüfer bestellt.

Die ElringKlinger-Aktie (ISIN DE0007856023/​WKN 785 602)

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Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019
Ausgegebene Aktien 63.359.990 63.359.990
Aktienkurs (Tagesschlusskurs in EUR) 1
Höchstkurs 8,22 8,11
Tiefstkurs 3,61 4,42
Stichtagskurs 2 6,60 6,36
Durchschnittlicher Tagesumsatz an dt. Börsen (in Stück) 147.600 96.800
Durchschnittlicher Tagesumsatz an dt. Börsen (in EUR) 837.100 578.200
Marktkapitalisierung (in Mio. EUR) 1, 2 418,2 403,0

1 Xetra-Handel
2 Zum 30. September

KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020

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in TEUR 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 Jan.-Sep.2020 Jan. - Sep. 2019
Umsatzerlöse 381.154 431.909 1.029.573 1.307.117
Umsatzkosten - 296.321 - 340.129 - 834.413 - 1.043.602
Bruttoergebnis vom Umsatz 84.833 91.780 195.160 263.515
Vertriebskosten - 25.464 - 32.610 - 80.661 - 102.923
Allgemeine Verwaltungskosten - 19.246 - 21.272 - 57.069 - 66.233
Forschungs- und Entwicklungskosten - 13.558 - 16.148 - 45.890 - 55.880
Sonstige betriebliche Erträge 1.948 2.067 6.210 7.623
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 9.599 - 3.483 - 15.234 - 9.197
Operatives Ergebnis /​ EBIT 18.914 20.334 2.516 36.905
Finanzerträge 6.877 12.235 26.515 22.214
Finanzaufwendungen - 14.679 - 15.270 - 46.874 - 34.142
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen - 1.955 - 1.964 - 5.511 - 2.769
Finanzergebnis - 9.757 - 4.999 - 25.870 - 14.697
Ergebnis vor Ertragsteuern 9.157 15.335 - 23.354 22.208
Ertragsteueraufwendungen - 6.287 - 8.155 - 7.685 - 24.841
Periodenergebnis 2.870 7.180 - 31.039 - 2.633
davon: Ergebnisanteil, der auf nicht beherrschende Anteile entfällt - 556 463 - 961 752
davon: Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG 3.426 6.717 - 30.078 - 3.385
unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 0,05 0,11 - 0,47 - 0,05

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020

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in TEUR 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019
Periodenergebnis 2.870 7.180 - 31.039 - 2.633
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung - 7.914 3.131 - 33.758 8.093
Anteil am sonstigen Ergebnis assoziierter Unternehmen 18 - 27 273 - 37
Gewinne und Verluste, die in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können - 7.896 3.104 - 33.485 8.056
Gewinne und Verluste, die in künftigen Perioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - 7.896 3.104 - 33.485 8.056
Gesamtergebnis - 5.026 10.284 - 64.524 5.423
davon: Gesamtergebnisanteil, der auf nicht beherrschende Anteile entfällt - 706 638 - 1.030 1.117
davon: Gesamtergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG - 4.320 9.646 - 63.494 4.306

Konzernbilanz

der ElringKlinger AG zum 30. September 2020

AKTIVA

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in TEUR 30.09.2020 31.12.2019 30.09.2019
Immaterielle Vermögenswerte 208.175 208.149 196.131
Sachanlagen 971.590 1.043.736 1.059.882
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3.444 3.263 3.486
Finanzielle Vermögenswerte 3.548 3.551 3.557
Anteile an assoziierten Unternehmen 18.468 23.706 20.468
Langfristige Ertragsteuererstattungsansprüche 298 295 147
Sonstige langfristige Vermögenswerte 3.947 5.420 8.197
Latente Steueransprüche 21.982 14.964 12.718
Vertragserfüllungskosten 5.294 9.428 9.301
Langfristige Vertragsvermögenswerte 656 1.512 526
Langfristige Vermögenswerte 1.237.402 1.314.024 1.314.413
Vorräte 317.349 356.477 386.508
Kurzfristige Vertragsvermögenswerte 9.120 10.891 8.622
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 226.804 233.231 266.043
Kurzfristige Ertragsteuererstattungsansprüche 6.009 7.739 8.224
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 75.331 88.683 89.590
Zahlungsmittel und Äquivalente 142.540 135.450 106.827
Kurzfristige Vermögenswerte 777.153 832.471 865.814
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0 0 19.024
2.014.555 2.146.495 2.199.251

PASSIVA

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in TEUR 30.09.2020 31.12.2019 30.09.2019
Gezeichnetes Kapital 63.360 63.360 63.360
Kapitalrücklage 118.238 118.238 118.238
Gewinnrücklagen 695.050 725.128 717.675
Übrige Rücklagen - 85.902 - 52.486 - 41.871
Den Aktionären der ElringKlinger AG zustehendes Eigenkapital 790.746 854.240 857.402
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital 34.987 36.980 38.111
Eigenkapital 825.733 891.220 895.513
Rückstellungen für Pensionen 149.004 148.215 126.248
Langfristige Rückstellungen 17.807 18.503 21.087
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 493.115 570.416 560.193
Langfristige Vertragsverbindlichkeiten 8.885 11.997 13.502
Latente Steuerschulden 13.912 16.168 17.796
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 7.941 8.204 8.371
Langfristige Verbindlichkeiten 690.664 773.503 747.197
Kurzfristige Rückstellungen 15.334 17.713 11.873
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 136.879 157.119 165.509
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 172.054 160.307 228.178
Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten 30.188 19.995 17.342
Steuerschulden 18.669 17.060 19.745
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 125.034 109.578 113.894
Kurzfristige Verbindlichkeiten 498.158 481.772 556.541
2.014.555 2.146.495 2.199.251

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020

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Übrige Rücklagen
in TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne netto Eigenkapital-Effekte aus beherrschenden Anteilen Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung
Stand am 31.12.2018 63.360 118.238 721.060 - 37.316 - 422 - 11.824
Dividendenausschüttung
Gesamtergebnis - 3.385 7.691
Periodenergebnis - 3.385
Sonstiges Ergebnis 7.691
Stand am 30.09.2019 63.360 118.238 717.675 - 37.316 - 422 - 4.133
Stand am 31.12.2019 63.360 118.238 725.128 - 52.909 - 422 845
Dividendenausschüttung
Gesamtergebnis - 30.078 - 33.416
Periodenergebnis - 30.078
Sonstiges Ergebnis - 33.416
Stand am 30.09.2020 63.360 118.238 695.050 - 52.909 - 422 - 32.571
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in TEUR Den Aktionären der ElringKlinger AG zustehendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital Konzerneigenkapital
Stand am 31.12.2018 853.096 37.014 890.110
Dividendenausschüttung 0 - 20 - 20
Gesamtergebnis 4.306 1.117 5.423
Periodenergebnis - 3.385 752 - 2.633
Sonstiges Ergebnis 7.691 365 8.056
Stand am 30.09.2019 857.402 38.111 895.513
Stand am 31.12.2019 854.240 36.980 891.220
Dividendenausschüttung 0 - 963 - 963
Gesamtergebnis - 63.494 - 1.030 - 64.524
Periodenergebnis - 30.078 - 961 - 31.039
Sonstiges Ergebnis - 33.416 - 69 - 33.485
Stand am 30.09.2020 790.746 34.987 825.733

Konzern-Kapitalflussrechnung

der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020

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in TEUR 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 Jan.-Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019
Ergebnis vor Ertragsteuern 9.157 15.335 - 23.354 22.208
Abschreibungen (abzüglich Zuschreibungen) auf langfristige Vermögenswerte 30.067 29.506 91.343 86.693
Zinsaufwendungen abzüglich Zinserträge 5.035 5.063 12.641 14.222
Veränderung der Rückstellungen - 494 2.436 - 2.144 2.717
Gewinne /​ Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten - 72 131 364 651
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen 1.955 1.964 5.511 2.769
Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind - 6.479 19.502 43.652 24.485
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 42.268 3.924 8.417 79.712
Gezahlte Ertragsteuern - 3.027 - 5.798 - 16.058 - 19.394
Gezahlte Zinsen - 5.269 - 6.129 - 12.065 - 13.116
Erhaltene Zinsen 184 310 686 536
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 5.114 - 7.413 21.805 - 11.564
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 78.439 58.831 130.798 189.919
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 17.409 135 17.516 3.416
Einzahlungen aus Abgängen von finanziellen Vermögenswerten 343 1.011 1.388 3.614
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte - 2.100 - 2.781 - 8.189 - 8.356
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 15.142 - 25.370 - 37.871 - 74.868
Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte - 118 - 1.524 - 3.180 - 6.591
Cashflow aus Investitionstätigkeit 392 - 28.529 - 30.336 - 82.785
Ausschüttungen an Aktionäre und Anteilseigner ohne beherrschenden Einfluss 0 0 - 963 - 20
Einzahlungen aus der Aufnahme von langfristigen Krediten 35.505 2.935 64.251 170.148
Auszahlungen für die Tilgung von langfristigen Krediten - 93.975 - 18.118 - 158.250 - 86.094
Veränderung der kurzfristigen Kredite - 22.589 2.733 10.338 - 131.072
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 81.059 - 12.450 - 84.624 - 47.038
Zahlungswirksame Veränderung - 2.228 17.852 15.838 60.096
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel - 3.063 880 - 8.748 1.417
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 147.831 88.095 135.450 45.314
Zahlungsmittel am Ende der Periode 142.540 106.827 142.540 106.827

Konzern-Umsatzerlöse

der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. September 2020

Umsatzerlöse nach Regionen

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in TEUR 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019
Deutschland 82.673 96.531 238.273 300.960
Übriges Europa 112.752 119.672 300.037 384.827
Nordamerika 101.638 115.422 260.872 333.959
Asien-Pazifik 70.351 80.270 191.986 227.875
Südamerika und Übrige 13.740 20.014 38.405 59.496
Konzern 381.154 431.909 1.029.573 1.307.117

Umsatzerlöse nach Segmenten

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in TEUR 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019
Leichtbau/​ Elastomertechnik 111.305 125.321 295.244 375.899
Abschirmtechnik 77.857 101.190 206.693 299.729
Spezialdichtungen 70.768 75.288 181.802 232.896
Zylinderkopfdichtungen 39.096 43.502 101.042 138.350
E-Mobility 5.484 4.580 17.616 19.390
Abgasnachbehandlung 1.839 2.594 5.539 7.760
Sonstiges 2 502 42 948
Segment Erstausrüstung 306.350 352.977 807.978 1.074.972
Segment Ersatzteile 47.300 45.247 138.591 130.865
Segment Kunststofftechnik 26.781 30.144 79.472 91.025
Verkauf von Gütern 380.431 428.368 1.026.041 1.296.862
Sonstiges 723 2.378 3.532 6.850
Erlöse aus Verträgen mit Kunden 381.154 430.746 1.029.573 1.303.712
Erträge aus Vermietung und Verpachtung 0 1.163 0 3.405
Konzern 381.154 431.909 1.029.573 1.307.117

Segmentberichterstattung

der ElringKlinger AG, 1. Juli bis 30. September 2020

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Segment Erstausrüstung Ersatzteile Kunststofftechnik
in TEUR 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019
Umsatz Extern 306.350 352.977 47.300 45.247 26.781 30.144
Intersegmenterlöse 5.593 6.623 0 0 7 26
Segmenterlöse 311.943 359.600 47.300 45.247 26.788 30.170
EBIT 1 4.282 6.411 9.558 8.491 4.542 4.934
Abschreibungen 2 - 26.818 - 26.195 - 985 - 1.102 - 1.743 - 1.676
Investitionen 3 17.517 32.981 516 1.348 1.428 1.045
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Segment Sonstige Konsolidierung Gesamt
in TEUR 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019
Umsatz Extern 723 3.541 0 0 381.154 431.909
Intersegmenterlöse 1.789 2.003 - 7.389 - 8.652 0 0
Segmenterlöse 2.512 5.544 - 7.389 - 8.652 381.154 431.909
EBIT 1 532 498 0 0 18.914 20.334
Abschreibungen 2 - 521 - 533 0 0 - 30.067 - 29.506
Investitionen 3 11.793 761 0 0 31.254 36.135

1. Januar bis 30. September 2020

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Segment Erstausrüstung Ersatzteile Kunststofftechnik
in TEUR Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019 Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019 Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019
Umsatz Extern 807.978 1.074.972 138.591 130.865 79.472 91.025
Intersegmenterlöse 17.697 16.574 0 0 13 56
Segmenterlöse 825.675 1.091.546 138.591 130.865 79.485 91.081
EBIT 1 - 36.523 3.163 30.019 22.495 9.290 10.693
Abschreibungen 2 - 81.827 - 77.331 - 2.879 - 2.604 - 5.100 - 4.917
Investitionen 3 54.750 86.737 1.591 2.949 3.131 4.937
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Segment Sonstige Konsolidierung Gesamt
in TEUR Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019 Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019 Jan. - Sep. 2020 Jan. - Sep. 2019
Umsatz Extern 3.532 10.255 0 0 1.029.573 1.307.117
Intersegmenterlöse 5.550 5.603 - 23.260 - 22.233 0 0
Segmenterlöse 9.082 15.858 - 23.260 - 22.233 1.029.573 1.307.117
EBIT 1 - 270 554 0 0 2.516 36.905
Abschreibungen 2 - 1.537 - 1.841 0 0 - 91.343 - 86.693
Investitionen 3 12.144 1.541 0 0 71.616 96.164

1 Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives Ergebnis)
2 Planmäßige Abschreibungen
3 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Erläuternde Angaben für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2020

Allgemeine Angaben

Die ElringKlinger AG ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Dettingen/​Erms, Deutschland.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss der ElringKlinger AG und ihrer Tochtergesellschaften zum 30. September 2020 wurde auf Basis des IAS 34 (Interim Financial Reporting) aufgestellt. Der Zwischenabschluss steht im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) einschließlich der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Da es sich um einen verkürzten Konzernzwischenabschluss handelt, enthält dieser Abschluss zum 30. September 2020 nicht sämtliche Informationen und Angaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 30. September 2020 wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Er wurde mit Beschluss des Vorstands vom 10. November 2020 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Konsolidierungskreis

In den Zwischenabschluss zum 30. September 2020 sind neben der ElringKlinger AG die Abschlüsse von 6 inländischen und 32 ausländischen Gesellschaften einbezogen, an denen die ElringKlinger AG unmittelbar oder mittelbar mehr als 50 % der Anteile hält oder aus anderen Gründen die Möglichkeit hat, deren Finanz- und Geschäftspolitik zu beherrschen. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem das Beherrschungsverhältnis besteht; sie endet, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.

Die Anteile an der hofer AG, Nürtingen, Deutschland, in Höhe von 24,71 % sind als assoziiertes Unternehmen im langfristigen Konzernvermögen erfasst, da ElringKlinger einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausübt. Ein maßgeblicher Einfluss bei assoziierten Unternehmen wird bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % - 50 % angenommen. Im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 ergaben sich keine Änderungen im Konsolidierungskreis.

Segmentberichterstattung

Der Konzern hat sich dazu entschlossen, die Segmentstruktur zu ändern. Ab 1. Januar 2020 werden die zwei bisherigen Segmente "Dienstleistungen" und "Gewerbeparks" unter dem neuen Segment "Sonstige" zusammengefasst.

Wechselkurse

Die Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:

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Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währung Kürzel 30.09.2020 31.12.2019 Jan. - Sep. 2020 Jan. - Dez. 2019
US-Dollar (USA) USD 1,17080 1,12340 1,12990 1,11945
Pfund (Großbritannien) GBP 0,91235 0,85080 0,88585 0,87587
Franken (Schweiz) CHF 1,08040 1,08540 1,06854 1,11114
Kanadischer Dollar (Kanada) CAD 1,56760 1,45980 1,53174 1,48221
Real (Brasilien) BRL 6,63080 4,51570 5,83326 4,41745
Peso (Mexiko) MXN 26,18480 21,22020 24,82808 21,60815
RMB (China) CNY 7,97200 7,82050 7,89464 7,72366
WON (Südkorea) KRW 1.368,51000 1.296,28000 1.357,39667 1.303,16917
Rand (Südafrika) ZAR 19,70920 15,77730 19,05370 16,17013
Yen (Japan) JPY 123,76000 121,94000 120,99667 121,95917
Forint (Ungarn) HUF 365,53000 330,53000 350,85444 325,75167
Türkische Lira (Türkei) TRY 9,09900 6,68430 7,74138 6,35774
Leu (Rumänien) RON 4,87250 4,78300 4,83290 4,75011
Indische Rupie (Indien) INR 86,29900 80,18700 83,75876 78,77538
Indonesische Rupiah (Indonesien) IDR 17.497,84000 15.595,60000 16.623,15556 15.800,49750
Bath (Thailand) THB 37,07900 33,41500 35,71178 34,59233
Schwedische Krone (Schweden) SEK 10,57130 10,44680 10,57791 10,58238

Wesentliche Ereignisse und Geschäftsvorfälle

Zu Beginn des Jahres hat sich die Covid-19-Pandemie zuerst in China und danach weltweit ausgebreitet.

Erste Umsatzeinbußen in Folge der Corona-Krise zeigten sich im ersten Quartal in China. Im zweiten Quartal brachen auch die weltweiten Märkte ein und ElringKlinger verzeichnete starke Umsatzeinbußen. Mit der deutlichen Markterholung im dritten Quartal konnte ElringKlinger die Umsatzerlöse wieder merklich steigern. Die Umsatzerlöse erreichten im September wieder nahezu das Vorkrisenniveau. Insgesamt wirkten sich die drastischen weltweiten Markteinbrüche negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des ElringKlinger-Konzerns in den ersten neun Monaten aus.

Zu den erwarteten weiteren Entwicklungen der Covid-19-Pandemie verweisen wir auf unsere Ausführungen im Zwischenlagebericht.

Schätzungen und Ermessensentscheidungen können Auswirkungen auf die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden haben. Aufgrund der derzeit nicht absehbaren weltweiten Folgen der Covid-19-Pandemie unterliegen diese einer erhöhten Unsicherheit. Bei der Aktualisierung der Schätzungen und Ermessensentscheidungen wurden hinsichtlich der Covid-19-Pandemie verfügbare Informationen über die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung sowie länderspezifische Maßnahmen berücksichtigt. Diese wurden bei den angestellten Werthaltigkeitsüberlegungen im Rahmen der Quartalsberichterstattung verwendet und führten zu keinen außerplanmäßigen Wertminderungen bei den Vermögenswerten. ElringKlinger geht derzeit von einem vorübergehenden Ereignis aus. Aufgrund des volatilen Marktumfeldes werden regelmäßige Szenariobetrachtungen durchgeführt.

Angaben zu Finanzinstrumenten

Dieser Abschnitt gibt einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten. Es kam zu keiner Saldierung bilanzierter Finanzinstrumente.

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Vermögenswerte:

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Zahlungsmittel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige kurzfristige Vermögenswerte Derivate Langfristige Wertpapiere
in TEUR BW BW BW BW BW ZW
per 30.09.2020
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 142.540 226.804 18.649 0 1.438 1.414
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 4.647 0 0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 0 95 95
Gesamt 142.540 226.804 18.649 4.647 1.533 1.509
per 31.12.2019
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 135.450 233.231 22.294 0 1.438 1.443
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 832 0 0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 0 97 97
Gesamt 135.450 233.231 22.294 832 1.535 1.540
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Übrige Finanzinvestitionen Gesamt
in TEUR BW ZW BW
per 30.09.2020
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.008 2.008 391.439
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 4.647
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 8 8 103
Gesamt 2.016 2.016 396.189
per 31.12.2019
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.008 2.008 394.421
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 832
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 8 8 105
Gesamt 2.016 2.016 395.358

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Verbindlichkeiten:

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Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten IFRS16 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
in TEUR BW BW BW BW
per 30.09.2020
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 46.114 160.042 12.012 136.879
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0
per 31.12.2019
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 51.882 149.181 11.049 157.119
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0
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Derivate Langfristige Finanzverbindlichkeiten Langfristige Leasingverbindlichkeiten IFRS16 Gesamt
in TEUR BW ZW BW ZW BW BW
per 30.09.2020
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 444.647 559.601 48.468 848.162
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0 0
per 31.12.2019
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 534.724 489.862 35.658 939.613
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 1.210 1.210 0 0 0 1.210

Das Management hat festgestellt, dass die Buchwerte von Zahlungsmitteln, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihren beizulegenden Zeitwerten nahezu entsprechen.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten auch Festgeldanlagen und Wertpapiere in Höhe von TEUR 10.266 (31.12.2019: TEUR 8.724).

Bei langfristigen festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Derivaten bestimmt ElringKlinger den Marktwert durch die Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme mit den für ähnliche Finanzschulden mit vergleichbarer Restlaufzeit aktuell geltenden Zinsen sowie dem unternehmensspezifischen Risikozins.

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten eine Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 30.252 (31.12.2019: TEUR 30.252), die sich aus einer geschriebenen Verkaufsoption mit den nicht beherrschenden Anteilseignern der ElringKlinger Marusan Corporation, mit Sitz in Tokio, Japan ergibt. Die aus dieser Vereinbarung entstandene Verpflichtung wird mit den Anschaffungskosten in Höhe des beizulegenden Zeitwerts bewertet. Der beizulegende Zeitwert ergibt sich aus internen Schätzungen der Prognose der Unternehmensentwicklung sowie der Wahl des verwendeten Zinssatzes im Rahmen der angesetzten Verbindlichkeit. Eine Veränderung des Unternehmenswerts von 10 % bewirkt eine Erhöhung bzw. Verminderung der Verkaufsoption um ca. TEUR 3.025 (31.12.2019: TEUR 3.025).

Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum Bewertungsstichtag 30. September 2020:

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in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
30.09.2020
Finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Wertpapiere 95 0 0
Übrige Finanzinvestitionen 8 2.008 0
Derivate* 0 4.647 0
Gesamt 103 6.655 0
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate* 0 0 0
Gesamt 0 0 0
31.12.2019
Finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Wertpapiere 97 0 0
Übrige Finanzinvestitionen 8 0 0
Derivate* 0 832 0
Gesamt 105 832 0
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate* 0 1.210 0
Gesamt 0 1.210 0

* Es handelt sich um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht vorliegen.

Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, für die aber ein beizulegender Zeitwert ausgewiesen wird, zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum Bewertungsstichtag 30. September 2020:

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in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
30.09.2020
Finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Wertpapiere 1.414 0 0
Übrige Finanzinvestitionen 0 0 2.008
Gesamt 1.414 0 2.008
Finanzielle Verbindlichkeiten
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 559.601 0
Kaufpreisverbindlichkeit aus geschriebener Verkaufsoption 0 0 30.252
Gesamt 0 559.601 30.252
31.12.2019
Finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Wertpapiere 1.443 0 0
Übrige Finanzinvestitionen 0 0 2.008
Gesamt 1.443 0 2.008
Finanzielle Verbindlichkeiten
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 502.152 0
Kaufpreisverbindlichkeit aus geschriebener Verkaufsoption 0 0 30.252
Gesamt 0 502.152 30.252

Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden beschrieben:

Stufe 1: Bewertung anhand von Marktpreisen.

Stufe 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die auf am Markt beobachtbaren Inputparametern basieren.

Stufe 3: Bewertung anhand von Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Die Beurteilung, ob es bei Vermögenswerten und Schulden, die zum Fair Value bilanziert werden, zu einem Transfer zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie gekommen ist, erfolgt jeweils zum Ende der Berichtsperiode. In der abgelaufenen Berichtsperiode wurden keine Umgruppierungen vorgenommen.

Haftungsverhältnisse und Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die im Konzernabschluss 2019 ausgewiesenen Haftungsverhältnisse sowie Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen haben sich in den ersten neun Monaten 2020 nicht wesentlich verändert.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind in den ersten neun Monaten 2020 Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von TEUR 2.150 (30.09.2019: TEUR 2.546) enthalten. Die Zuwendungen wurden hauptsächlich für Entwicklungsprojekte gewährt.

Ereignisse nach dem Zwischenabschlussstichtag

Im Oktober 2020 hat der Konzern eine Vereinbarung mit der Airbus Operations GmbH, Hamburg, über eine langfristig angelegte Partnerschaft im Bereich der Brennstoffzellentechnologie im Flugzeugbau geschlossen. In diesem Zusammenhang ist geplant eine neue Gesellschaft zu gründen, an der ElringKlinger eine Minderheitsbeteiligung halten wird. ElringKlinger wird dieser Gesellschaft den Technologiezugang ermöglichen und erhält dafür eine Kompensation im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich. Darüber hinaus wird ElringKlinger künftig der neuen Gesellschaft die für die Entwicklung notwendigen Komponenten zuliefern. Die Unterzeichnung der Vereinbarung erfolgte am 14. Oktober 2020, das Closing der Transaktion unterliegt den üblichen rechtlichen Genehmigungen und wird im 4. Quartal 2020 erwartet.

Am 28. Oktober 2020 ist ElringKlinger mit dem französischen Automobilzulieferer Plastic Omnium übereingekommen, ein Joint Venture zu gründen, mit dem Zweck die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellenstacks voranzutreiben. ElringKlinger wird 60 % und Plastic Omnium 40 % der Anteile an der Gesellschaft mit Sitz in Dettingen, Erms, halten. ElringKlinger wird ihr komplettes Brennstoffzellen-Portfolio inklusive Mitarbeitern, Know-how und Patenten einbringen, während Plastic Omnium 100 Mio. Euro zum Ausbau der Kapazitäten investieren wird. Zudem wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, dass Plastic Omnium die auf Brennstoffzellensystemlösungen spezialisierte österreichische ElringKlinger Tochtergesellschaft, ElringKlinger Fuelcell Systems Austria, Wels, Österreich, zu einem Unternehmenswert von 15 Mio. Euro erwerben wird. Die beiden Vereinbarungen werden den Wettbewerbsbehörden vorgelegt und unterliegen den üblichen rechtlichen Anforderungen. Das Closing wird für das 1. Quartal 2021 erwartet.

Nach dem Zwischenabschlussstichtag lagen keine weiteren wesentlichen Ereignisse vor, die zusätzliche erläuternde Angaben erfordern würden.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Dettingen/​Erms, den 10. November 2020

Der Vorstand

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Dr. Stefan Wolf Theo Becker Thomas Jessulat Reiner Drews
Vorsitzender

Impressum

ElringKlinger AG

Max-Eyth-Straße 2

D-72581 Dettingen/​Erms

Fon +49 (0) 71 23 /​ 724-0

Fax +49 (0) 71 23 /​ 724-90 06

www.elringklinger.de

IR-Kontakt

Dr. Jens Winter

Fon +49(0) 71 23 /​ 724-88 335

Fax +49(0) 71 23 /​ 724-85 8335

jens.winter@elringklinger.com

Für Zahlen und Statistiken aus Veröffentlichungen Dritter übernimmt die ElringKlinger AG keine Gewähr.

Weitere Informationen finden Sie unter www.elringklinger.de

Disclaimer - zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den Erwartungen, Markteinschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit zur Verfügung stehenden Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind insbesondere nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Obwohl der Vorstand überzeugt ist, dass die gemachten Aussagen und ihre zugrunde liegenden Überzeugungen und Erwartungen realistisch sind, beruhen sie auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Zukünftige Ergebnisse und Entwicklungen sind abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, Risiken und Unwägbarkeiten, die zu Änderungen der ausgedrückten Erwartungen und Einschätzungen führen können. Zu diesen Faktoren zählen zum Beispiel Änderungen der allgemeinen Wirtschafts- und Geschäftslage, Schwankungen von Wechselkursen und Zinssätzen, die mangelnde Akzeptanz neuer Produkte und Dienstleistungen sowie Änderungen der Geschäftsstrategie.

Sonstige Hinweise

Aufgrund von Rundungen kann es bei der Angabe von Beträgen und prozentualen Werten zu geringfügigen Abweichungen, insbesondere bei Summenbildungen oder Prozentangaben, kommen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die Anwendung genderspezifischer Sprachregelungen verzichtet. Allgemeine Personenbezeichnungen beziehen sich auf alle Menschen ungeachtet ihres Geschlechts.

Dieser Bericht wurde am 10. November 2020 veröffentlicht und liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung.

Finanzkalender

30 MÄRZ 2021

Bilanzpressekonferenz

Analystenkonferenz

18 MAI 2021

116. ordentliche Hauptversammlung

Terminverschiebungen können grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden.

Daher empfehlen wir, den aktuellen Stand im Internet unter www.elringklinger.de/​de/​investor-relations/​finanzterminkalender abzufragen.