ElringKlinger AG

Dettingen an der Erms

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

BERICHT ÜBER DAS 2. QUARTAL UND 1. HALBJAHR

Kennzahlen

ElringKlinger-Konzern

scrollen
2. Quartal 2022 1. Quartal 2022 4. Quartal 2021 3. Quartal 2021 2. Quartal 2021
Auftragslage
Auftragseingang in Mio. EUR 453,2 578,3 485,1 486,3 429,5
Auftragsbestand in Mio. EUR 1.553 1.529,9 1.386,2 1.307,3 1.221,6
Umsatz/​Ergebnis
Umsatz in Mio. EUR 430,6 434,6 406,1 400,6 393,6
Umsatzkosten in Mio. EUR 366,2 343,8 349,4 306,3 302,8
Bruttomarge 15,0 % 20,9 % 14,0 % 23,5 % 23,1 %
EBITDA in Mio. EUR 26,7 42,8 33,5 55,0 50,4
EBIT/​Operatives Ergebnis in Mio. EUR - 97,1 14,1 3,6 27,0 23,0
EBIT-Marge - 22,5 % 3,3 % 0,9 % 6,7 % 5,9 %
Ergebnis vor Ertragsteuern in Mio. EUR - 90,7 10,9 9,0 23,8 18,5
Periodenergebnis in Mio. EUR - 94,1 3,8 0,1 9,4 6,5
Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG in Mio. EUR - 94,1 4,0 0,9 9,0 7,9
Cashflow
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Mio. EUR 22,6 - 2,7 37,1 26,5 50,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit in Mio. EUR -17,3 -17,1 - 39,3 -17,5 -15,4
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Mio. EUR 11,0 26,9 -15,6 - 46,6 - 37,1
Operativer Free Cashflow 1 in Mio. EUR 3,9 -19,8 -1,7 8,1 37,0
Bilanz
Bilanzsumme in Mio. EUR 2.076,6 2.141,1 2.090,0 2.071,5 2.092,3
Eigenkapital in Mio. EUR 914,6 991,8 982,3 968,0 963,4
Eigenkapitalquote 44,0 % 46,3 % 47,0 % 46,7 % 46,0 %
Nettoverschuldung 2 in Mio. EUR 389,5 387,4 369,2 360,8 363,3
Personal
Mitarbeiterzahl (zum Quartalsstichtag) 9.492 9.400 9.466 9.554 9.608
Aktie
Ergebnis je Aktie in EUR -1,49 0,06 0,01 0,14 0,13

1 Cashflow aus betriebl. Tätigkeit sowie Cashflow aus Investitionstätigkeit (vor M&A-Aktivitäten und exklusive Investitionen in finanzielle Vermögenswerte)
2 Finanzverbindlichkeiten abzügl. Zahlungsmittel/​Äquivalente und kurzfristige Wertpapiere

Erstes Halbjahr 2022 im Überblick

scrollen

Konjunkturelle und geopolitische Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr 2022 äußerst schwierig; Hohes Preisniveau bei Rohstoffen und Energie, Materialknappheiten und weltweit steigende Inflationsraten verschärfen sich durch russischukrainischen Konflikt und temporäre Lockdowns in China aufgrund der immer noch nicht bewältigten Coronavirus-Pandemie;

Konzernumsatz steigt im zweiten Quartal 2022 um 9,4 % 1 auf 430,6 Mio. EUR und im ersten Halbjahr 2022 um 5,8 % auf 865,2 Mio. EUR; auch das organische Wachstum (wechselkursbereinigt) übertrifft sowohl mit 5,6 % im zweiten Quartal als auch mit 2,6 % in den ersten sechs Monaten erneut globale Fahrzeugproduktion (0,0 % bzw. -1,8 %); Expansion in nahezu allen Regionen und Geschäftsbereichen;

Konzern-EBIT im zweiten Quartal durch Wertminderungen im Segment Erstausrüstung belastet, ausgelöst in erster Linie durch gestiegenes Zinsniveau; EBIT vor Wertminderungen im zweiten Quartal 2022 bei -1,6 Mio. EUR und Marge von - 0,4 %; Berichtetes EBIT im zweiten Quartal bei - 97,1 Mio. EUR und im ersten Halbjahr bei - 82,9 Mio. EUR;

Vermögens- und Finanzlage weiter starke Basis für Geschäftsentwicklung; hoher Eigenkapitalanteil von 44,0 % zum Halbjahresstichtag; Nettoverschuldung mit 389,5 Mio. EUR unter langjährigem Mittel und Verschuldungsquote bei 2,5; Materialknappheiten bedingen vorübergehenden Anstieg der Vorräte bzw. höhere Mittelbindung im Working Capital, dennoch erzielt ElringKlinger im zweiten Quartal positiven operativen Free Cashflow von 3,9 Mio. EUR und im ersten Halbjahr von -16,0 Mio. EUR;

Auftragsbestand mit 1.552,5 Mio. EUR um rund 27 % über Vorjahresvergleichswert und damit auf Rekordniveau;

Weitere Ereignisse im ersten Halbjahr 2022: Vorzeitige Vertragsverlängerung von CEO Dr. Stefan Wolf bis Januar 2027 sowie Beendigung des Vorstandsmandats von Technikvorstand Theo Becker zum 31. März 2022; Hauptversammlung beschließt Dividende von 0,15 EUR je Aktie und wählt Ingeborg Guggolz in den Aufsichtsrat; ElringKlinger unterzeichnet Klimaschutzvereinbarung und bekennt sich zu Ziel, ab 2030 weltweit bilanziell CO 2-neutral zu produzieren;

"Das makroökonomische Umfeld ist von enormen Herausforderungen geprägt, externe Belastungsfaktoren und Unsicherheiten sind immens. ElringKlinger steht auf einem gesunden Fundament -sowohl hinsichtlich seines Portfolios als auch der finanzwirtschaftlichen Struktur."

Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG

1 Soweit nicht anderslautend angegeben, beziehen sich Vergleichszahlen auf denselben Zeitraum des Vorjahres.

In der Batterietechnologie für die Fahrzeugindustrie hat sich ElringKlinger als Anbieter von sowohl Batteriekomponenten als auch innovativen Gesamtlösungen etabliert. Zum Portfolio für Lithium-Ionen-Batterien zählt beispielsweise das abgebildete Zellkontaktiersystem, das nur einen kleinen, aber dennoch wichtigen Teil des Gesamtsystems darstellt. Was die Batterietechnologie für ElringKlinger bedeutet und wie sich der Konzern dafür aufgestellt hat, erfahren Sie im Beitrag »Gesamtpaket« unseres Magazins »pulse«, Ausgabe 2022.

Konzern-Zwischenlagebericht

Konjunkturelle Entwicklung und Branchenumfeld

Der Aufschwung der Weltwirtschaft geriet im ersten Halbjahr 2022 aufgrund einer prekären Gemengelage aus negativen Einflüssen ins Stocken. Lieferengpässe und Preissteigerungen weiteten sich stark von Rohstoffmärkten und industriellen Vorprodukten auf andere Sektoren wie die Energie- und Lebensmittelbranche aus. Die Folgen der seit dem 24. Februar 2022 bestehenden kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine und der strikten Null-Covid-Politik in China haben die Materialknappheiten und die Inflation weltweit insbesondere im zweiten Quartal verstärkt. Die Sanktionsmaßnahmen der westlichen Länder gegenüber Russland, die als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine verhängt wurden, erhöhten den Druck auf notwendige Transformationsprozesse im Energiesektor und leiteten eine neue Ära wirtschaftlicher und geopolitischer Konflikte ein.

Im zweiten Quartal 2022 erreichten die Inflationsraten in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften langjährige Höchststände, die bei über 8 % lagen, darunter in den USA, im Euro-Raum und in Großbritannien. Auch die Kernrate der Inflation, bei der Energie- und Nahrungsmittelpreise ausgeblendet werden, zog deutlich an. Um dem Preisanstieg entgegenzuwirken, strafften die Notenbanken ihren geldpolitischen Kurs und leiteten nach Jahren der lockeren Geldpolitik eine Wende ein. Nachdem die Bank of England bereits Ende 2021 ihre Zinsen anhob, folgte im März 2022 die US-Notenbank (FED) mit einer ersten Erhöhung um 0,25 %. Zum ersten Juli schwenkte auch die Europäische Zentralbank (EZB) mit einer ersten Zinserhöhung um 0,5 Basispunkte ein. Weitere Zinsschritte nach oben wurden angekündigt.

Im März verhängte die chinesische Regierung in wichtigen Wirtschaftsmetropolen aufgrund neuerlich aufgetretenen Coronavirus-Infektionen temporäre Lockdowns, in deren Folge sich die Engpässe in globalen Lieferketten verstärkten.

Nachdem diese Umstände die Weltkonjunktur bereits im ersten Quartal 2022 gebremst hatten, verlangsamte sich das Wachstum von April bis Juni noch mehr.

Wachstum Bruttoinlandsprodukt

scrollen
Veränderung zum Vorjahr in % 4. Quartal 2021 1. Quartal 2022 2. Quartal 2022
Deutschland 1,8 3,8 1,7
Eurozone 4,7 5,4 3,2
USA 5,5 3,5 2,3
Brasilien 1,6 1,7 2,2
China 4,0 4,8 1,0
Indien 5,4 4,1 14,2
Japan 0,4 0,4 1,1

Quelle: HSBC (Juni 2022)

Störungen belasten auch Automobilsektor

Die genannten Störungen im konjunkturellen Umfeld betreffen den Automobilsektor in besonderem Maße. Trotz der Preisdynamik und allgemeinen Verunsicherung bei Konsumenten ist die Nachfrage nach Neufahrzeugen in vielen Regionen hoch, allerdings kann sie durch die Fahrzeughersteller aufgrund des Mangels an Vor- und Zwischenprodukten nicht vollständig bedient werden. Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres ging die weltweite Produktion an Light Vehicles (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) im ersten Halbjahr 2022 um rund 0,7 Mio. Fahrzeuge bzw. 1,8 % zurück. Im zweiten Quartal stagnierte die Fahrzeugproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Regional zeichneten die Märkte ein durchwachsenes Gesamtbild.

Am deutlichsten traf es die Volumenmärkte Europa und Japan. Der chinesische Automarkt brach im zweiten Quartal auch in Folge der regionalen Lockdowns ein, konnte aber dank des guten Jahresstarts noch eine leicht positive Halbjahresbilanz aufweisen. Die Light-Vehicle-Produktion in Nordamerika schloss hingegen das Halbjahr noch mit einem klar positiven Zuwachs von 4,7 % ab.

Produktion Light Vehicles

Mio. Fahrzeuge

scrollen
2. Quartal 2022 1. Halbjahr 2022
Region Veränderung zum Vorjahr Veränderung zum Vorjahr
Europa 1 3,9 - 4,9 % 7,8 -11,8%
China 5,5 - 5,9 % 11,7 0,6 %
Japan/​Korea 2,5 - 8,9 % 5,2 -10,2%
Mittlerer Osten/​Afrika 0,5 4,9 % 1,1 7,8 %
Nordamerika 3,6 11,7 % 7,1 4,7 %
Südamerika 0,7 12,9 % 1,3 - 0,5 %
Südasien 2,1 18,1 % 4,4 12,3 %
Welt 18,8 0,0 % 38,7 -1,8%

Quelle: IHS (Juli 2022)

1 inkl. Russland

Absatzmärkte heterogen

Auch auf den Absatzmärkten war die Marktlage von Einschränkungen entlang der automobilen Wertschöpfungsketten bestimmt, sodass die Neuzulassungen nicht zwangsläufig die oftmals eigentlich höhere Nachfrage widerspiegeln. Westeuropa (EU14, EFTA & UK) verbuchte einen Rückgang um 14,3 % gegenüber dem Vorjahresvergleichshalbjahr und die neuen EU-Länder (Osteuropa) ein Minus von 8,2 %. In den USA wurden mit -18,3 % und in Brasilien mit -15,4 % ebenfalls deutlich weniger neue Light-Vehicles zugelassen. Mit einem Plus von 3,7 % in China und 15,9 % in Indien zeichneten die Märkte dort ein positiveres Bild.

Wesentliche Ereignisse

Konjunkturelle Rahmenbedingungen belasten operative Tätigkeit

Die beschriebenen konjunkturellen Rahmenbedingungen hatten im ersten Halbjahr spürbare Auswirkungen auf die operative Tätigkeit. Neben den indirekten Auswirkungen auf die Märkte allgemein spielten direkte Folgen wie die Sicherstellung von Materialverfügbarkeiten, das gestiegene Kostenniveau und die Herausforderungen bei unternehmerischem Handeln und Ermessensentscheidungen in einem von enormen Unsicherheiten geprägten Umfeld eine zunehmende Rolle.

Vertrag von CEO Dr. Stefan Wolf erneut verlängert

Der Vertrag des CEO Dr. Stefan Wolf wurde mit Beschluss am 24. März 2022 vorzeitig um weitere vier Jahre bis zum 31. Januar 2027 verlängert. Der bisherige Vertrag wäre zum 31. Januar 2023 ausgelaufen. Dr. Wolf ist seit 2006 Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG. Mit dieser Entscheidung gewährleistet der Aufsichtsrat Kontinuität an der Spitze des Konzerns.

Vorstandsmandat von Theo Becker beendet

Ebenso vorzeitig wurde Theo Becker zum 31. März 2022 aus seinem Amt als Vorstandsmitglied abberufen. Damit schied Herr Becker nach langjähriger Tätigkeit bei ElringKlinger und seit 2006 als Vorstandsmitglied aus dem Unternehmen aus. Der Vertrag von Herrn Becker wäre regulär zum 31. Januar 2023 ausgelaufen.

Durch das Ausscheiden von Technikvorstand Theo Becker nahm der Konzernvorstand wieder seine vorherige Größe von drei Personen ein. Die amtierenden Vorstände übernahmen die zuvor von Herrn Becker verantworteten Aufgabenbereiche. Der Zentralbereich Purchasing & Supply Chain Management sowie die Geschäftsbereiche Battery Technology und Drivetrain Components berichten nun an Thomas Jessulat. Die Zentralbereiche Real Estate & Facility Management, Product Risk Management und Tooling Technology sind jetzt dem Vorstandsressort von Reiner Drews zugeordnet.

Hauptversammlung beschließt Dividende, Ingeborg Guggolz neue Aufsichtsrätin

Am 19. Mai 2022 fand die 117. Ordentliche Hauptversammlung der ElringKlinger AG in virtueller Form statt. 63,5 % des stimmberechtigten Grundkapitals waren vertreten. Die Beschlussvorschläge wurden jeweils mit großer Mehrheit angenommen. Die Hauptversammlung beschloss eine Dividende von 0,15 EUR je Aktie für das vorangegangene Geschäftsjahr. Neu in den Aufsichtsrat wurde Ingeborg Guggolz als Vertreterin der Anteilseigner gewählt, nachdem Rita Forst ihr Mandat zum 19. Mai 2022 niedergelegt hatte.

ElringKlinger unterzeichnet Klimaschutzvereinbarung und produziert ab 2030 weltweit CO2-neutral

Mit der Unterzeichnung der Klimaschutzvereinbarung des Landes Baden-Württemberg, Deutschland, bekannte sich ElringKlinger zu seinem Ziel, ab 2030 weltweit bilanziell CO 2-neutral zu produzieren. In dem Klimabündnis des Bundeslandes und ansässiger Unternehmen sind konkrete Maßnahmen festgelegt, wie die unternehmerischen Klimaschutzziele erreicht werden sollen. ElringKlinger verpflichtete sich, seine Treibhausgasemissionen zu reduzieren und den Energieverbrauch noch effizienter zu gestalten. Bereits seit 2021 produziert ElringKlinger an allen deutschen Standorten bilanziell CO 2-neutral (Scope 1 und 2). Bis 2030 sollen alle Standorte weltweit hinzukommen. Darüber hinaus ist auch festgehalten, die Emissionen, die in der gesamten Wertschöpfungskette entstehen (Scope 3), zu senken.

Tochter von EKPO Fuel Cell Technologies in China gegründet

Mit Wirkung zum 29. Juni 2022 gründete ElringKlinger die neue Tochtergesellschaft EKPO Fuel Cell (Suzhou) Co., Ltd., mit Sitz in Suzhou, China. Die Gesellschaft wird als 100%ige Tochter der Konzerngesellschaft EKPO Fuel Cell Technologies GmbH mit Sitz in Dettingen/​Erms, Deutschland, ebenfalls im Bereich der Brennstoffzellentechnologie operieren.

Umsatz- und Ertragsentwicklung

Erneut gesteigerter Umsatz

Auch im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2022 konnte ElringKlinger seinen Umsatz steigern. Der Konzernumsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal trotz einer weiterhin angespannten Lieferkettensituation sowie der Folgen des Krieges in der Ukraine und der Coronavirus-Pandemie um 9,4 % auf 430,6 Mio. EUR (Q2 2021: 393,6 Mio. EUR). Kumuliert verbesserte sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2022 um 47,6 Mio. EUR oder 5,8 % auf 865,2 Mio. EUR (H1 2021: 817,6 Mio. EUR).

Effekte im Konzernumsatz 1. Halbjahr 2022

in Mio. EUR

Dabei wirkte sich die Entwicklung der Wechselkurse günstig auf die Umsatzerlöse aus. Besonders die Entwicklungen des chinesischen Yuan, des US-Dollars und des mexikanischen Peso gaben dem Umsatz leichten Rückenwind, während die türkische Lira gegenläufige Effekte bewirkte. Wechselkursbereinigt nahmen die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr um 21,5 Mio. EUR oder 2,6 % zu, im zweiten Quartal um 21,9 Mio. EUR oder 5,6 %. Damit übertraf das organische Umsatzwachstum von ElringKlinger die Entwicklung der globalen Fahrzeugproduktion, die im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2021 um 1,8 % abnahm und im zweiten Quartal kein Wachstum aufwies. Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises (M&A-Aktivitäten) lagen weder im Berichtsquartal noch im ersten Halbjahr 2022 vor.

Starkes Wachstum in Nord- und Südamerika

Im zweiten Quartal konnten die Umsatzerlöse in allen Regionen gesteigert werden, wobei das stärkste Wachstum in den Regionen Nordamerika sowie Südamerika und Übrige verzeichnet wurde. Der Anteil der Auslandsumsätze am Konzernumsatz lag mit 79,5 % (Q2 2021: 77,8 %) leicht höher als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2022 wurden 79,3 % (H1 2021: 77,8 %) der Umsatzerlöse im Ausland erzielt, währungsbereinigt 78,8 % (H1 2021: 77,8 %).

In der umsatzstärksten Region Übriges Europa erzielte ElringKlinger Umsatzerlöse in Höhe von 129,4 Mio. EUR (Q2 2021: 124,2 Mio. EUR). Dies entspricht 30,1 % des Konzernumsatzes. Der Umsatz im zweiten Quartal wuchs um 5,2 Mio. EUR oder 4,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Im ersten Halbjahr 2022 verzeichnete der Konzern in dieser Region ein Umsatzwachstum von 8,6 Mio. EUR oder 3,4 % auf 263,9 Mio. EUR (H1 2021: 255,4 Mio. EUR). Währungsbereinigt konnte der Umsatz in diesem Zeitraum sogar um 13,1 Mio. EUR oder 5,1 % gesteigert werden, was auf starkes organisches Umsatzwachstum im zweiten Quartal 2022 zurückzuführen ist. Auch in Deutschland zog der Umsatz im Berichtsquartal leicht um 0,9 % auf 88,4 Mio. EUR (Q2 2021: 87,6 Mio. EUR) an.

Die Region Nordamerika machte im zweiten Quartal mit einem Umsatz von 110,7 Mio. EUR etwa ein Viertel (25,7 %) des Konzernumsatzes aus (Q2 2021: 89,0 Mio. EUR) und ist damit die zweitstärkste Region des Konzerns. Der Umsatz legte um 21,7 Mio. EUR oder 24,4 % gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal zu. Das Wachstum in Nordamerika lag somit über der durchschnittlichen Wachstumsrate des Konzerns von 9,4 %. Im ersten Halbjahr 2022 wuchs der Umsatz um 25,2 Mio. EUR oder 13,3 % auf 214,4 Mio. EUR (H1 2021: 189,2 Mio. EUR). Hierzu trug auch die Entwicklung der Wechselkurse wesentlich bei. Ohne die Betrachtung von Wechselkurseffekten erhöhten sich die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr um 8,2 Mio. EUR oder 4,3 %.

In der Region Asien-Pazifik erzielte ElringKlinger zwischen April und Juni 2022 einen Umsatz von 79,4 Mio. EUR (Q2 2021: 75,5 Mio. EUR), was 18,4 % des Konzernumsatzes entspricht. Die Umsatzerlöse konnten um 4,0 Mio. EUR oder 5,3 % gesteigert werden. Im ersten Halbjahr 2022 zog der Umsatz um 8,0 Mio. EUR oder 5,1 % auf 165,3 Mio. EUR an (H1 2021: 157,3 Mio. EUR). Die Wechselkursentwicklungen wirkten unterstützend. Bei konstanten Wechselkursen konnte das Vorjahresniveau mit einer Veränderung um 0,2 Mio. EUR oder 0,1 % bestätigt werden.

Die Umsatzerlöse in der Region Südamerika und Übrige betrugen im zweiten Quartal 2022 22,6 Mio. EUR, d. h. 5,3 % des Konzernumsatzes (Q2 2021: 17,3 Mio. EUR bzw. 4,4 %). Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um 5,4 Mio. EUR oder 31,1 % - ein deutlich stärkeres Wachstum, als der Konzern im Durchschnitt erzielen konnte. Im ersten Halbjahr 2022 verzeichnete ElringKlinger in dieser Region ein Umsatzwachstum von 7,9 Mio. EUR oder 22,8 % auf 42,6 Mio. EUR (H1 2021: 34,7 Mio. EUR). Auch hier wirkte sich die Entwicklung der Wechselkurse positiv aus. Währungsbereinigt stieg der Umsatz um 3,3 Mio. EUR oder 9,6 %.

Konzernumsatz nach Regionen 1. Halbjahr 2022

Erstausrüstung mit Umsatzwachstum

Im Segment Erstausrüstung konnte der Umsatz von April bis Juni 2022 um 9,9 % auf 338,0 Mio. EUR gesteigert werden (Q2 2021: 307,5 Mio. EUR). Mit 78,5 % des Konzernumsatzes im zweiten Quartal ist die Erstausrüstung das größte Segment des Konzerns. Im ersten Halbjahr 2022 erzielte ElringKlinger in diesem Segment Umsatzerlöse von 673,1 Mio. EUR (H1 2021: 641,9 Mio. EUR).

Innerhalb des Segments konnten beinahe alle Geschäftsbereiche im Umsatz zulegen. Der Geschäftsbereich Light-weighting/​Elastomer Technology vergrößerte mit einem Umsatz von 133,4 Mio. EUR (Q2 2021: 117,6 Mio. EUR) im Berichtsquartal seinen Anteil am Konzernumsatz auf 31,0 %. Auch die Geschäftsbereiche Metal Sealing Systems & Drivetrain Components und Shielding Technology konnten ihren Umsatz um 5,2 Mio. EUR bzw. 11,9 Mio. EUR steigern. Der Geschäftsbereich E-Mobility konnte seinen Umsatz mit 14,1 Mio. EUR im Berichtsquartal gegenüber den ersten drei Monaten (5,3 Mio. EUR) steigern, hatte aber gegenüber dem Vorjahresvergleichsquartal (Q2 2021: 16,5 Mio. EUR) einen leichten Umsatzrückgang zu verzeichnen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Segments Erstausrüstung betrug im Berichtsquartal minus 112,7 Mio. EUR (Q1 2021: 7,3 Mio. EUR). Im Wesentlichen war dies bedingt durch Wertminderungen des in der Konzernbilanz ausgewiesenen Geschäfts- und Firmenwerts um 86,1 Mio. EUR. Weitere signifikante Einflussfaktoren auf das EBIT des Konzerns waren Wertminderungen im Sachanlagevermögen von 9,3 Mio. EUR sowie ein weiterhin hohes Niveau bei den Materialkosten. Ohne Berücksichtigung der beschriebenen Wertminderungen kam das EBIT des Segments Erstausrüstung im Berichtsquartal auf -17,3 Mio. EUR, wobei sich die erschwerten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie und Transporte ausdrücken.

In Summe erzielte das Segment Erstausrüstung im ersten Halbjahr eine EBIT-Marge von minus 17,5 % (H1 2021: 5,7 %), im zweiten Quartal von minus 33,4 % (Q2 2021: 2,4 %). Ohne Berücksichtigung der beschriebenen Wertminderungen erzielte das Segment eine EBIT-Marge von minus 3,3 % im ersten Halbjahr, im zweiten Quartal von minus 5,1 %.

Konzernumsatz nach Segmenten und Geschäftsbereichen 1. Halbjahr 2022

Ersatzteilgeschäft mit profitablem Wachstum

Im Segment Aftermarket konnten zugleich die Umsatzerlöse sowie das Ergebnis verbessert werden. Mit einem Umsatz von 59,7 Mio. EUR im zweiten Quartal erzielte das Ersatzteilgeschäft 13,9 % des Konzernumsatzes und ist damit das zweitgrößte Segment. Der Umsatz zog im Berichtsquartal um 6,4 Mio. EUR oder 12,0 % an (Q2 2021: 53,3 Mio. EUR). Zu diesem Umsatzwachstum trugen neben den Regionen West- und Osteuropa auch die Regionen Nord- und Südamerika bei. Ergebnisseitig profitierte das Segment von konsequenter Kosteneffizienz. Dadurch konnte das EBIT zwischen April und Juni um 14,5 % auf 11,4 Mio. EUR (Q2 2021: 10,0 Mio. EUR) gesteigert werden. Im ersten Halbjahr betrug das Ergebnis 25,3 Mio. EUR (H1 2021: 21,9 Mio. EUR), was einer EBIT-Marge von 20,6 % (H1 2021: 20,2 %) entspricht.

Kunststofftechnik robust

Das Segment Kunststofftechnik erzielte im zweiten Quartal 2022 einen Umsatz von 31,9 Mio. EUR (Q2 2021: 31,8 Mio. EUR), was 7,4 % des Konzernumsatzes entspricht. Der Umsatz war im Vorjahresvergleich mit einem Wachstum von 0,1 Mio. EUR oder 0,3 % konstant. Ergebnisseitig zeichnen sich die gestiegenen Kosten für Rohstoffe ab. Das EBIT verringerte sich leicht von 6,0 Mio. EUR im Vorjahresvergleichsquartal auf 4,7 Mio. EUR von April bis Juni 2022. Trotz der deutlichen Steigerung bei den Materialkosten liegt die EBIT-Marge im zweiten Quartal 2022 mit 14,9 % im Mittel der vergangenen Jahre, im ersten Halbjahr bei 15,4 %.

Segment Sonstige leicht gewachsen

Im Segment Sonstige sind in erster Linie die Aktivitäten der Elring Klinger Motortechnik GmbH in Idstein, Deutschland, der ElringKlinger Logistic Service GmbH in Rottenburg/​ Neckar, Deutschland, der Kochwerk Catering GmbH, Dettingen/​Erms, Deutschland, sowie des Gewerbeparks in Idstein, Deutschland, subsumiert. Im zweiten Quartal 2022 wuchs der Umsatz leicht um 5,3 % auf 1,0 Mio. EUR (Q2 2021: 1,0 Mio. EUR), im ersten Halbjahr um 2,0 % auf 2,2 Mio. EUR (H1 2021: 2,1 Mio. EUR). Das Segmentergebnis verschlechterte sich leicht um 0,2 Mio. EUR auf - 0,5 Mio. EUR (Q2 2021: - 0,3 Mio. EUR).

Beschäftigtenzahl in Asien-Pazifik sowie Südamerika und Übrige gestiegen

Die Zahl der Beschäftigten im Konzern verringerte sich im Verlauf der letzten zwölf Monate um 116 Beschäftigte oder 1,2 % und betrug zum Quartalsstichtag 9.492 Beschäftigte (30.06.2021: 9.608 Beschäftigte). Im Vorjahresvergleich waren insbesondere die Regionen Übriges Europa (- 5,0 %) und Nordamerika (- 5,9 %) rückläufig. Hier entfaltete das Effizienzsteigerungsprogramm im Jahresverlauf weiter seine Wirkung. Der Konzern achtete unter anderem darauf, frei werdende Stellen umsichtig nachzubesetzen und befristete Verträge zur Verlängerung genau zu prüfen. In den Regionen Asien-Pazifik (+ 3,0 %) sowie Südamerika und Übrige (+ 9,0 %) nahm die Beschäftigtenzahl hingegen zu, was die Bedeutung dieser Märkte verdeutlicht. Insgesamt ging der Auslandsanteil geringfügig auf 57,7 % zurück (30.06.2021: 58,2 %). Dementsprechend stieg der Inlandsanteil zum 30. Juni 2022 auf 42,3 % (30.06.2021: 41,8 %).

Hohe Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten beeinträchtigen Bruttoergebnis

Im zweiten Quartal 2022 beliefen sich die Umsatzkosten auf 366,2 Mio. EUR (Q2 2021: 302,8 Mio. EUR). Neben Wertminderungen des Sachanlagevermögens waren hierfür vor allem die teils deutlich gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten ausschlaggebend. Die Situation auf den Rohstoffmärkten ist nach wie vor angespannt, die Preise für Polyamide (Kunststoffgranulate), Stahl und Aluminium befinden sich insgesamt auf einem anhaltend hohen Niveau. Zudem ist die Verfügbarkeit der Rohstoffe nicht immer durchgehend gesichert. Infolgedessen zogen auch die Materialaufwendungen für ElringKlinger weiter auf 204,4 Mio. EUR (Q2 2021: 165,6 Mio. EUR) an. Der Einkauf hat unter anderem mit auf den Bedarf und die Marktlage abgestellten Maßnahmen aktiv gegengesteuert. Trotz dieser Schritte und des Umsatzwachstums lag die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zum Konzernumsatz) mit 47,5 % über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresquartals (Q2 2021: 42,1 %). In gleicher Weise entwickelte sich die Materialaufwandsquote in der Halbjahresbetrachtung von 41,6 % (H1 2021) auf 45,3 % im ersten Halbjahr 2022.

Durch diese Effekte reduzierte sich das Bruttoergebnis im zweiten Quartal 2022 auf 64,4 Mio. EUR (Q2 2021: 90,7 Mio. EUR) und im ersten Halbjahr 2022 auf 155,2 Mio. EUR (H1 2021: 200,0 Mio. EUR). Damit verringerte sich die Bruttomarge im zweiten Quartal 2022 auf 15,0 % (Q2 2021: 23,1 %) und auf 17,9 % im ersten Halbjahr 2022 (H1 2021: 24,5 %).

Die Personalkosten erhöhten sich im zweiten Quartal 2022 -unter anderem durch Währungseffekte, aufgrund zusätzlicher Verpflichtungen im Rahmen der geplanten Stilllegung der Produktionsaktivitäten an einem deutschen Standort sowie aufgrund von Anpassungen bei den Altersteilzeitansprüchen - um 11,2 % auf 143,8 Mio. EUR, nach 129,2 Mio. EUR im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2022 beliefen sie sich auf 289,7 Mio. EUR (H1 2021: 264,8 Mio. EUR). Infolgedessen stieg die Personalaufwandsquote (Personalaufwand im Verhältnis zum Konzernumsatz) von 32,8 % im zweiten Quartal 2021 auf 33,4 % in den Monaten April bis Juni 2022.

Im Zuge des Umsatzwachstums stiegen auch die Vertriebskosten wieder an - von 29,1 Mio. EUR im zweiten Quartal 2021 auf 35,5 Mio. EUR in den Monaten April bis Juni 2022, was unter anderem an zusätzlichen Logistikkosten und der weiteren Umsetzung der Wachstumsstrategie im Segment Aftermarket lag. In den ersten sechs Monaten beliefen sich die Vertriebskosten auf 69,8 Mio. EUR, nach 59,9 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2021.

Die allgemeinen Verwaltungskosten legten im zweiten Quartal 2022 um 2,8 Mio. EUR auf 23,9 Mio. EUR (Q2 2021: 21,1 Mio. EUR) zu. Mit einer Erhöhung um 5,8 Mio. EUR auf 49,2 Mio. EUR (H1 2021: 43,4 Mio. EUR) stiegen sie im ersten Halbjahr 2022 mit der gleichen Rate. Neben höheren Sachkosten waren auch hier höhere Personalkosten für die Zunahme verantwortlich.

Fokussierte Forschungs- und Entwicklungskosten

Um die Transformation weiter mitzugestalten, fokussiert sich der Konzern bei seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in erster Linie auf die Entwicklung von Produkten und Lösungen für alternative Antriebstechnologien. In Summe betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) im Berichtsquartal 15,4 Mio. EUR (Q2 2021: 18,5 Mio. EUR), was vor allem auf geringere Sachkosten zurückzuführen ist. Darüber hinaus wurden 5,7 Mio. EUR (Q2 2021: 3,4 Mio. EUR) aktiviert. In den ersten sechs Monaten 2022 beliefen sich die F&E-Aufwendungen auf 34,2 Mio. EUR (H1 2021: 37,0 Mio. EUR), zudem wurden 10,8 Mio. EUR (H1 2021: 5,7 Mio. EUR) aktiviert. Daraus ergibt sich im ersten Quartal 2022 eine Aktivierungsquote von 27,1 % (Q2 2021: 15,5 %) bzw. im ersten Halbjahr 2022 von 24,0 % (H1 2021: 13,3 %).

Die F&E-Quote (F&E-Aufwendungen inkl. Aktivierungen im Verhältnis zum Konzernumsatz) ging auch aufgrund des Umsatzanstiegs auf 4,9 % im zweiten Quartal 2022 (Q2 2021: 5,6 %) und 5,2 % im ersten Halbjahr 2022 (H1 2021: 5,2 %) zurück.

Auch im zweiten Quartal 2022 erhielt ElringKlinger Fördermittel der öffentlichen Hand, die vorwiegend Forschungsprojekte in der Batterie- und Brennstoffzellentechnologie betrafen. Sie betrugen 1,7 Mio. EUR (Q2 2021: 0,6 Mio. EUR). In den ersten sechs Monaten 2022 wurden 2,7 Mio. EUR (H1 2021: 1,3 Mio. EUR) verbucht.

Allgemeine Kostensituation und Wertminderungen beeinträchtigen Ergebnissituation

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres hat sich die angespannte makroökonomische Situation auf den Weltmärkten durch den russisch-ukrainischen Krieg noch einmal verschärft. Hinzu kamen ab März 2022 staatliche Lockdown-Maßnahmen in mehreren chinesischen Regionen, so dass sich die Störung der globalen Lieferketten fortsetzte und intensivierte. Auch die beiden chinesischen Werke von ElringKlinger in Changchun und Suzhou waren insbesondere im April 2022 von diesen Maßnahmen betroffen. Darüber hinaus hat der Konzern eine Wertminderung des Sachanlagevermögens in Höhe von 9,3 Mio. EUR verbucht. Insgesamt wirkten sich diese genannten Faktoren ebenso wie das anhaltend hohe Niveau der Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten auf die Ergebnissituation von ElringKlinger aus. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich somit im zweiten Quartal 2022 auf 26,7 Mio. EUR, nach 50,4 Mio. EUR in den Monaten April bis Juni 2021. Im ersten Halbjahr 2022 summierte sich das EBITDA auf 69,5 Mio. EUR (H1 2021: 127,6 Mio. EUR).

Weil das Zinsniveau im zweiten Quartal 2022 zügig anzog, nahm der Konzern eine anlassbezogene Überprüfung der Werthaltigkeit vor, die zu ergebniswirksamen Wertminderungen des Geschäfts- und Firmenwerts in Höhe von insgesamt 86,1 Mio. EUR führte und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurde. Demzufolge beliefen sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im zweiten Quartal 2022 auf 89,4 Mio. EUR, nach 2,9 Mio. EUR im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Abschreibungen insgesamt legten deutlich auf 123,7 Mio. EUR im zweiten Quartal 2022 (Q2 2021: 27,4 Mio. EUR) und auf 152,4 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2022 (H1 2021: 56,2 Mio. EUR) zu.

Somit errechnet sich ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von - 97,1 Mio. EUR (Q2 2021: 23,0 Mio. EUR). Die EBIT-Marge betrug für den Zeitraum von April bis Juni 2022 - 22,5 % (Q2 2021: 5,9 %). Infolgedessen lag die EBIT-Marge für das erste Halbjahr bei - 9,6 % (H1 2021: 8,7 %). Bereinigt man dieses berichtete EBIT um die einmaligen Sondereffekte der Wertminderungen, lag das operative EBIT im zweiten Quartal 2022 bei -1,6 Mio. EUR und im ersten Halbjahr 2022 bei 12,5 Mio. EUR, was einer EBIT-Marge von - 0,4 % für das Berichtsquartal bzw. 1,4 % für das Berichtshalbjahr entspricht.

Finanzergebnis erneut verbessert

In erster Linie die Entwicklung der Wechselkurse führte dazu, dass das Finanzergebnis im Berichtsquartal insgesamt um 10,9 Mio. EUR besser als im gleichen Vorjahreszeitraum ausfiel. Höhere unrealisierte Währungsverluste und deutlich höhere unrealisierte Währungsgewinne bedeuteten ein Währungsergebnis von 8,8 Mio. EUR (Q2 2021:

scrollen

1,8 Mio. EUR). Die solide finanzielle Aufstellung des Konzerns zeigte sich auch darin, dass die allgemeine zügige Erhöhung des Sollzinsniveaus sich kaum auswirkte. Das Zinsergebnis betrug - 3,2 Mio. EUR, nach - 2,0 Mio. EUR im zweiten Quartal 2021. In Verbindung mit einem Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen von 0,7 Mio. EUR (Q2 2021: - 0,8 Mio. EUR) resultiert daraus ein Finanzergebnis von 6,3 Mio. EUR (Q2 2021: - 4,6 Mio. EUR).

Ähnliche Aussagen sind zu treffen, wenn man das erste Halbjahr betrachtet: Vor allem aufgrund der Wechselkursentwicklung verbessert sich das Finanzergebnis von - 3,5 Mio. EUR in den ersten sechs Monaten 2021 auf 3,1 Mio. EUR im Zeitraum von Januar bis Juni 2022. Die Verschlechterung des Zinsergebnisses von 1,0 Mio. EUR aufgrund des höheren Zinsniveaus werden durch einen um 1,2 Mio. EUR höheren Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen mehr als ausgeglichen.

Infolgedessen erzielte der Konzern im zweiten Quartal 2022 ein Ergebnis vor Steuern von - 90,7 Mio. EUR (Q2 2021: 18,5 Mio. EUR). Das Vorsteuerergebnis der ersten Jahreshälfte 2022 summierte sich auf -79,9 Mio. EUR (H1 2021: 67,9 Mio. EUR).

Zweites Quartal belastet Periodenergebnis

Die Ertragsteueraufwendungen betrugen im zweiten Quartal 2022 3,4 Mio. EUR (Q2 2021: 12,0 Mio. EUR) und spiegeln die heterogene Ertragskraft der Tochtergesellschaften wider. Auch konnten wie in den Vorperioden auf Verluste einiger ausländischen Gesellschaften keine aktiven latenten Steuern gebildet werden. Es errechnet sich eine effektive Steuerquote von - 3,7 % (Q2 2021: 64,8 %) im Berichtsquartal sowie -13,0 % (H1 2021: 33,7 %) im ersten Halbjahr 2022.

Abzüglich dieser Steueraufwendungen erzielte der ElringKlinger-Konzern im zweiten Quartal 2022 ein Periodenergebnis, das mit - 94,1 Mio. EUR (Q2 2021: 6,5 Mio. EUR) nicht an den Vorjahrsvergleichswert herankam. Der den Aktionär:innen der ElringKlinger AG zustehende Ergebnisanteil betrug ebenfalls - 94,1 Mio. EUR (Q2 2021: 7,9 Mio. EUR). Im ersten Halbjahr 2022 belief sich das Periodenergebnis auf - 90,3 Mio. EUR bzw. auf - 90,1 Mio. EUR für die ElringKlinger-Aktionär:innen (H1 2021: 45,0 Mio. EUR bzw. 45,8 Mio. EUR). Somit lag auch das Ergebnis je Aktie im ersten Halbjahr 2022 mit -1,42 EUR bzw. im zweiten Quartal 2022 mit -1,49 EUR deutlich unter den Vorjahreswerten von 0,72 EUR bzw. 0,13 EUR.

Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögens- und Finanzlage des ElringKlinger-Konzerns bildet weiterhin eine starke Basis für die Weiterentwicklung des Unternehmens - auch in diesem aktuell sehr herausfordernden Umfeld. Nachdem die finanzwirtschaftliche Situation in den vergangenen Jahren unter anderem mit Hilfe eines erfolgreich abgeschlossenen Effizienzsteigerungsprogramms kontinuierlich verbessert worden war, konnten die im ersten Halbjahr 2022 aufgetretenen Belastungen aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen gut abgefedert werden. Zum Ausdruck kamen diese Belastungen beispielsweise in Bestandsanpassungen bei den Vorräten oder Wertminderungen als Folge von Überprüfungen der Werthaltigkeit. Gleichwohl bewirkte das gestiegene Zinsniveau auch einen positiven Effekt, der bei der Neubewertung der Pensionsrückstellungen und der daraus resultierenden Zuführung im Eigenkapital verbucht wurde.

Die Eigenkapitalquote von 44,0 % zum Halbjahresstichtag 2022 und eine im Mehrjahresvergleich deutlich abgesenkte Nettoverschuldung von 389,5 Mio. EUR stehen für die weiterhin solide Vermögenslage. Das Net Working Capital (Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) lag mit einem Anteil am Konzernumsatz von 27,9 % unter dem Mittelwert der vergangenen fünf Jahre (28,6 %). Im ersten Halbjahr 2022 generierte ElringKlinger aus dem operativen Geschäft einen Mittelzufluss von 19,9 Mio. EUR. Der operative Free Cashflow, der auch die Investitionen berücksichtigt, kam auf minus 16,0 Mio. EUR.

Bilanzsumme stabil

Mit 2.076,6 Mio. EUR (31.12.2021: 2.090,0 Mio. EUR) zeigte sich die Bilanzsumme zum Halbjahresstichtag auf ähnlichem Niveau wie am Jahresende 2021. Die Vermögensstruktur veränderte sich marginal. Die langfristigen Vermögenswerte nahmen leicht ab auf 1.169,1 Mio. EUR und einen Anteil von 56,3 % (31.12.2021: 1.267,1 Mio. EUR, Anteil 60,6 %). Die kurzfristigen Vermögenswerte legten entsprechend zu auf 906,1 Mio. EUR (31.12.2021: 822,9 Mio. EUR, Anteil 39,4 %) und einen Anteil von 43,6 %. Darüber hinaus standen als zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte von 1,4 Mio. EUR in den Büchern.

Kennzahlen Vermögens- und Finanzlage

scrollen
in Mio. EUR 30.06.2022 31.03.2022 31.12.2021 30.06.2021
Bilanzsumme 2.076,6 2.141,1 2.090,0 2.092,3
Eigenkapitalquote 44,0 % 46,3 % 47,0 % 46,0 %
Net Working Capital 1 465,9 449,2 402,2 413,0
Als Quote vom Konzernumsatz 27,9 % 27,5 % 24,8 % 25,0 %
Nettoverschuldung 2 389,5 387,4 369,2 363,3
Nettoverschuldung/​EBITDA 2,5 2,1 1,7 1,4
ROCE 3 -10,3% 3,4 % 6,4 % 8,5 %
scrollen
Q2 2022 Q1 2022 H1 2022 H1 2021
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 22,6 - 2,7 19,9 92,5
Operativer Free Cashflow 4 3,9 -19,8 -16,0 65,6
Investitionen in Sachanlagen (Auszahlungen) 13,8 12,8 26,6 22,5
Investitionsquote 3,2 % 3,0 % 3,1 % 2,8 %

1 Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2 Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und kurzfristige Wertpapiere
3 Return on Capital Employed
4 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sowie Cashflow aus Investitionstätigkeit bereinigt um M&A-Aktivitäten und Zahlungsflüsse für finanzielle Vermögenswerte

Wechselkurseffekte aus der Umrechnung der Einzelbilanzen in die Konzernwährung Euro wirkten sich im ersten Halbjahr insgesamt leicht erhöhend auf die Bilanzsumme aus.

Externe Rahmenbedingungen zeigen Auswirkungen

Die zum Halbjahresstichtag durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen führten zu einer außerplanmäßigen Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwerts im Segment Erstausrüstung in Höhe von 86,1 Mio. EUR. Maßgeblichen Einfluss hatte hierbei der Anstieg des zur Abzinsung des Geschäfts- und Firmenwerts verwendeten Kapitalkostensatzes nach Steuern, der sich zum 30. Juni 2022 auf 7,40 % (31. Dezember 2021: 6,99 %) erhöhte. Auch die derzeitig enormen Unsicherheiten und Effekte im konjunkturellen Umfeld, wie beispielsweise nicht absehbare Folgen des russisch-ukrainischen Konflikts, die angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten, die allgemeine konjunkturelle Entwicklung bzw. Entwicklung im Automobilsektor oder weitere Pandemiewellen flossen in die Ermessensentscheidungen zur Werthaltigkeit ein. Hauptsächlich dadurch nahmen die immateriellen Vermögenswerte zum 30. Juni 2022 auf 139,7 Mio. EUR ab (31.12.2021: 215,6 Mio. EUR).

Der Buchwert der Sachanlagen war zum 30. Juni 2022 mit 935,3 Mio. EUR (31.12.2021: 938,6 Mio. EUR) vergleichbar zum Stand am Jahresende 2021. Den planmäßigen Abschreibungen (53,8 Mio. EUR) sowie den Wertminderungen (9,3 Mio. EUR) standen Zugänge aus Investitionen sowie insgesamt erhöhende Wechselkurseffekte in etwa gleicher Höhe entgegen.

Insgesamt betrugen die Zugänge aus Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (inkl. Zugänge aus Leasingverträgen) im ersten Halbjahr 2022 45,4 Mio. EUR (H1 2021: 41,4 Mio. EUR). Die planmäßigen Abschreibungen (abzüglich Zuschreibungen) beliefen sich im selben Zeitraum auf 56,9 Mio. EUR (H1 2021: 56,2 Mio. EUR).

Die sonstigen lang- und kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 um insgesamt 34,1 Mio. EUR auf jeweils 31,6 Mio. EUR (31.12.2021: 42,3 Mio. EUR) und 76,5 Mio. EUR (31.12.2021: 100,9 Mio. EUR). Die Veränderung gründet im Wesentlichen auf planmäßigen Einzahlungen des an der Konzerntochter EKPO Fuel Cell Technologies GmbH beteiligten Mitgesellschafters in Höhe von rund 30,0 Mio. EUR.

Vorratshaltung situationsbezogen angepasst

Aufgrund der angespannten Lage auf den Beschaffungsmärkten, die sich beispielsweise durch steigende Materialpreise und Lieferengpässe zeigt, wurde die Vorratshaltung so angepasst, dass die Verfügbarkeit notwendiger Materialien in der Produktion gewährleistet ist. Auch dadurch stiegen in der Konzernbilanz die Vorräte an. Unabhängig davon nahmen die Bestände auch im Hinblick auf die gute Auftragslage bei ElringKlinger zu - gegenüber dem Stand am Jahresende 2021 um 59,0 Mio. EUR (wechselkursbereinigt um 49,3 Mio. EUR) auf 413,3 Mio. EUR. Bereinigt um Wechselkurseffekte stiegen sie um 13,9 %, wobei eine weitere Verwässerung durch das insgesamt gestiegene Rohstoffpreisniveau zu berücksichtigen ist.

Die Forderungen lagen zum Berichtsstichtag bei 264,7 Mio. EUR (31.12.2021: 233,5 Mio. EUR). Ihr Anstieg um 31,2 Mio. EUR (wechselkursbereinigt um 21,8 Mio. EUR) gegenüber dem Niveau des Bilanzwertes 2021 begründet sich vor allem durch das Umsatzwachstum des Konzerns.

Die Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zusammen das Working Capital darstellen, beliefen sich am 30. Juni 2022 auf 678,0 Mio. EUR (31.12.2021: 587,8 Mio. EUR).

Die Zahlungsmittel und Äquivalente des ElringKlinger-Konzerns betrugen am Halbjahresende 2022 135,2 Mio. EUR (31.12.2021: 109,9 Mio. EUR).

Eigenkapitalquote mit 44 % weiter auf hohem Niveau Mit einem Eigenkapital von 914,6 Mio. EUR (31.12.2021: 982,3 Mio. EUR) konnte ElringKlinger am Ende des ersten Halbjahres 2022 erneut eine hohe Eigenkapitalquote von 44,0 % (31.12.2021: 47,0 %) ausweisen. Damit lag sie weiter innerhalb der vom Management angestrebten Bandbreite von 40 bis 50 %.

Das negative Halbjahresergebnis nach Steuern (Periodenergebnis) in Höhe von - 90,3 Mio. EUR (30.06.2021: 45,0 Mio. EUR) sowie die Dividendenausschüttung in Höhe von 13,6 Mio. EUR (H1 2021: 1,6 Mio. EUR) minderten das Eigenkapital im ersten Halbjahr 2022. Gegenläufig bewirkten die Neubewertung der Pensionsrückstellungen und, in geringerem Maße, Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung eine Zunahme um 36,2 Mio. EUR (H1 2021: 7,9 Mio. EUR).

Die Pensionsrückstellungen minderten sich hauptsächlich aufgrund des im zweiten Quartal 2022 gestiegenen Zinsniveaus und des dadurch ebenfalls gestiegenen Abzinsungsfaktors zum Halbjahresstichtag deutlich auf 95,0 Mio. EUR, nach 140,7 Mio. EUR zum Bilanzstichtag 2021. Dieser versicherungsmathematische Effekt wurde größtenteils direkt im Eigenkapital erfasst.

Die langfristigen Rückstellungen von 17,8 Mio. EUR (31.12.2021: 16,5 Mio. EUR) veränderten sich insgesamt unwesentlich.

Die kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 von 60,1 Mio. EUR auf 64.9 Mio. EUR. Im ersten Halbjahr 2022 wurden unter anderem aufgrund steigender Material- und Energiekosten Drohverlustrückstellungen zugeführt. Die Veränderung zum Vorjahresvergleichsstichtag (30.06.2021: 28,2 Mio. EUR) berücksichtigt auch eine geplante Produktionsstillegung an einem deutschen Standort sowie Gewährleistungsverpflichtungen.

Nettoverschuldung im Mehrjahresvergleich niedrig

Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten beliefen sich zum 30. Juni 2022 auf 536,1 Mio. EUR (31.12.2021: 492,6 Mio. EUR). Während die langfristigen Kontrakte im zweiten Quartal 2022 ausgeweitet wurden, reduzierten sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten. Berücksichtigt man die Zahlungsmittel und Wertpapiere in Höhe von 135,2 Mio. EUR (31.12.2021: 109,9 Mio. EUR), ergibt sich zum Halbjahresende eine Nettoverschuldung in Höhe von 389,5 Mio. EUR (31.12.2021: 369,2 Mio. EUR). Obwohl sie gegenüber dem Jahresultimo 2021 um 20,3 Mio. EUR zunahm, lag sie zum Halbjahresende 2022 im Mehrjahresvergleich auf einem deutlich abgesenkten Niveau.

Aus dem Verhältnis Net Debt (Nettoverschuldung) zu EBITDA errechnet sich zum 30. Juni 2022 eine Verschuldungskennzahl von 2,5, nach 1,7 am Jahresende 2021 und 1,4 am 30. Juni 2021. Neben den anhaltend hohen Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten waren hierfür auch die Sondereffekte im Brennstoffzellenbereich ursächlich, die im Vergleichsquartal des Vorjahres bei der Ergebnisberechnung im Nenner noch berücksichtigt waren.

Net Working Capital leicht gestiegen

Aufgrund des Geschäftswachstums und gestiegenen Vorräten weiteten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Stand am 31. Dezember 2021 (185,6 Mio. EUR) um 26,5 Mio. EUR auf 212,1 Mio. EUR aus. Im Vergleich zum 30. Juni des Vorjahres (30.06.2021: 156,1 Mio. EUR) nahmen sie um 56,0 Mio. EUR zu.

Das Net Working Capital, das sich aus Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammensetzt, umfasste am Ende des ersten Halbjahres 2022 einen Buchwert von 465,9 Mio. EUR (31.12.2021: 402,2 Mio. EUR). Sein Anteil am Umsatz des Zwölfmonatszeitraums lag bei 27,9 %, nach 24,8 % am Bilanzstichtag 2021 und nach 25,0 % ein Jahr zuvor.

Betrieblicher Cashflow im zweiten Quartal wieder verbessert

Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit des zweiten Quartals 2022 erreichte 22,6 Mio. EUR (Q2 2021: 50,5 Mio. EUR), was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal (- 2,7 Mio. EUR) bedeutet. Im Unterschied zum EBIT waren die in der Berichtsperiode angefallenen außerplanmäßigen Wertminderungen für den Cashflow nicht relevant. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert zeigt dennoch das insgesamt gestiegene Kostenniveau sowie die vergleichsweise höhere Mittelbindung im Net Working Capital, vor allem in den Vorräten. Inklusive anderer Aktiva und Passiva, die nicht der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, bewirkte die Veränderungen im Net Working Capital im zweiten Quartal 2022 einen Mittelzufluss von 10,9 Mio. EUR, verglichen mit einem Zufluss von 24,6 Mio. EUR im Vorjahresvergleichsquartal.

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1. Halbjahr

in Mio. EUR

Entwicklung der Zahlungsmittel 1. Halbjahr 2022

in Mio. EUR

1 Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
2 An Aktionäre und Anteilseigner ohne beherrschenden Einfluss
3 Inkl. Einlage von 30 Mio. EUR von Plastic Omnium für Beteiligung an EKPO

Im ersten Halbjahr 2022 generierte ElringKlinger einen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 19,9 Mio. EUR (H1 2021: 92,5 Mio. EUR). Der Rückgang gegenüber der Vorjahresperiode macht deutlich, dass die genannten Faktoren aus den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich im operativen Cashflow in Form höherer Abflüsse für das gestiegene Kostenniveau, vor allem in den Umsatzkosten, aber auch in Vertrieb und Verwaltung, auswirkten. Neben dieser Belastung bedingte die angepasste Vorratshaltung zudem eine höhere Mittelbindung im Net Working Capital. Die Veränderung des Net Working Capital (inklusive anderer Aktiva und Passiva, die nicht der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind), bewirkte im ersten Halbjahr 2022 einen Mittelabfluss von 24,8 Mio. EUR - in der Vorjahresvergleichsperiode war hierdurch ein Zufluss von 6,7 Mio. EUR verzeichnet worden.

Investitionen in Sachanlagen weiter diszipliniert

Für Investitionen in Sachanlagen tätigte ElringKlinger im zweiten Quartal Auszahlungen in Höhe von 13,8 Mio. EUR (Q2 2021: 10,9 Mio. EUR). Im ersten Halbjahr waren es 26,6 Mio. EUR (H1 2021: 22,5 Mio. EUR). Neben notwendigen Neuanschaffungen für Neuanläufe in unterschiedlichen Werken weltweit betrafen die Ausgaben vor allem die strategischen Zukunftsfelder. Unter letzteres fallen auch viele einzelne Maßnahmen, wie beispielsweise der Infrastrukturaufbau für das Batterietesting, 3D-Drucker für Zellgehäuseentwicklung oder Ausstattungen im Musterbau. Im zweiten Quartal 2022 wurden außerdem Ausgaben für eine Solaranlage getätigt, die am Gebäudedach eines chinesischen Produktionsstandorts installiert wurde. Bereits zuvor realisierte ElringKlinger mit einer großen Solaranlage auf dem Produktionsgebäude in Ranjangaon, Indien, an einem weiteren Standort eine umweltfreundliche Energieerzeugung.

Die Investitionsquote (Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen in Relation zum Konzernumsatz) des zweiten Quartals 2022 betrug 3,2 % (Q2 2021: 2,8 %). Im ersten Halbjahr belief sie sich auf 3,1 % (H1 2021: 2,8 %).

Für immaterielle Vermögenswerte gab ElringKlinger im zweiten Quartal 2022 5,9 Mio. EUR (Q2 2021: 3,7 Mio. EUR) und im ersten Halbjahr 11,2 Mio. EUR (H1 2021: 6,0 Mio. EUR) aus. Den Hauptanteil stellten aktivierte Entwicklungsleistungen dar.

Insgesamt wendete ElringKlinger für die Investitionstätigkeit im zweiten Quartal 2022 Mittel in Höhe von 17,3 Mio. EUR (Q2 2021: 15,4 Mio. EUR) und im ersten Halbjahr 34,4 Mio. EUR (H1 2021: 16,2 Mio. EUR) auf. Im ersten Halbjahr des Vorjahres hatte der Konzern Einnahmen von 14,5 Mio. EUR aus dem Verkauf der österreichischen Tochtergesellschaft verbucht.

Operativer Free Cashflow negativ

Der operative Free Cashflow (betrieblicher Cashflow sowie Cashflow aus Investitionstätigkeit bereinigt um M&A-Aktivitäten und Zahlungsflüsse für finanzielle Vermögenswerte) des zweiten Quartals 2022 war mit 3,9 Mio. EUR (Q2 2021: 37,0 Mio. EUR) deutlich unter dem Vorjahreswert, aber noch auf positivem Terrain. Im ersten Halbjahr konnten die operativ erzielten Mittelzuflüsse die Investitionsausgaben nicht ganz abdecken, sodass der operative Free Cashflow der ersten sechs Monate 2022 mit -16,0 Mio. EUR (H1 2021: 65,6 Mio. EUR) negativ war.

Finanzierungstätigkeit und Dividendenzahlung

Im zweiten Quartal 2022 fiel die Dividendenzahlung an, die bei der diesjährigen Hauptversammlung für das vorangegangene Jahr beschlossen wurde. Inklusive der Ausschüttungen an Anteilseigner ohne beherrschenden Einfluss wurden hierfür 13,6 Mio. EUR (Q2 2021: 1,5 Mio. EUR) ausbezahlt. Gegenläufig wirkte im zweiten Quartal 2022 eine geplante Einlage des an der Konzerntochter EKPO Fuel Cell Technologies GmbH beteiligten Partners in Höhe von 20,0 Mio. EUR, sodass zusammen mit der im ersten Quartal erfolgten Einnahme im ersten Halbjahr 2022 30,0 Mio. EUR aus dem Vorgang verbucht wurden.

Aus Ein- und Auszahlungen für langfristige Kredite sowie aus den Veränderungen der kurzfristigen Kredite flossen im zweiten Quartal 2022 Mittel in Höhe von 4,6 Mio. EUR (Q2 2021: Abfluss von 35,6 Mio. EUR) und im ersten Halbjahr von 21,4 Mio. EUR (H1 2021: Abfluss von 73,1 Mio. EUR) zu.

Insgesamt war damit ein Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im zweiten Quartal 2022 in Höhe von 11,0 Mio. EUR (Q2 2021: - 37,1 Mio. EUR) und im ersten Halbjahr 2022 von 37,8 Mio. EUR (H1 2021: - 44,6 Mio. EUR) zu verzeichnen.

Zum Stichtag 30. Juni 2022 verfügte der ElringKlinger-Konzern über einen Bestand an Zahlungsmitteln und Äquivalenten von 135,2 Mio. EUR (30.06.2021: 109,9 Mio. EUR) sowie über offene, nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von 244,0 Mio. EUR (30.06.2021: 228,5 Mio. EUR). Damit stellt die Liquiditätslage des ElringKlinger weiter eine gute Basis für das künftige Geschäft dar.

Chancen und Risiken

Konjunkturelle Unsicherheiten intensivieren sich durch vielfältige Faktoren

Im ersten Halbjahr 2022 nahm das konjunkturelle Risiko aufgrund zunehmender Unsicherheiten aus mehreren Gründen zu. Der russisch-ukrainische Konflikt verschärfte seit Februar 2022 die bereits zuvor bestehenden Spannungen an den globalen Rohstoff- und Energiemärkten und verstärkte damit verbundene Preisanstiege. Die geopolitischen Unwägbarkeiten sind zum Berichtszeitpunkt überaus groß. Auch die Covid-19-Pandemie ist noch nicht bewältigt. In China, wo eine strenge Null-Covid-Politik betrieben wird, könnten weitere Lockdowns in wirtschaftlich bedeutenden Metropolen - ähnlich der Situation im März und April 2022 -zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Weltkonjunktur führen. Auch in anderen Regionen könnten erneut auftretende Infektionswellen nochmals Störungen in der Industrieproduktion und den Lieferketten bewirken. Im Falle weiterer Inflationsschübe und einer demzufolge stärkeren Straffung der Geldpolitik ist die Gefahr des Abrutschens der fortgeschrittenen Volkswirtschaften in eine Rezession und eine Verschlechterung der finanziellen Rahmenbedingungen in den Schwellenländern nicht auszuschließen.

Im Zuge des russisch-ukrainischen Krieges und der geopolitischen Lage kann es zu Engpässen bei Energielieferungen -In Deutschland insbesondere von Gas - kommen. Ein russischer Lieferstopp kann nach allgemeinen Einschätzungen nicht problemlos abgefedert werden, Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage in Deutschland sind für diesen Fall nicht auszuschließen. Auch ElringKlinger nutzt Gas als Energieträger und wäre in diesem Fall möglicherweise eingeschränkt.

Diese prekäre Gemengelage wirkt sich insgesamt auf die allgemeine Entwicklung der Fahrzeugproduktion und damit auch auf ElringKlinger als Zulieferer aus. Das weitere Ausmaß auf die Wertschöpfungskette und Absatzmärkte des Automobilsektors ist schwer absehbar. Zusätzliche Umsatz- und Ergebniseffekte bei ElringKlinger sind im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.

Hinsichtlich weiterer Chancen und Risiken für den ElringKlinger-Konzern haben sich keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Geschäftsbericht 2021 des ElringKlinger-Konzerns ergeben.

Der Chancen- und Risikobericht des Geschäftsberichts 2021 steht auch auf der ElringKlinger-Internetseite www.elringklinger.de/​gb2021/​chancen-und-risikenbericht zur Verfügung.

Prognosebericht

Ausblick Markt und Branche

Die makroökonomischen sowie auch geopolitischen Rahmenbedingungen für das Gesamtjahr 2022 sind nach Ende des ersten Halbjahres wenig erfreulich. Die Inflation liegt mit Werten von über acht Prozent in vielen Volkswirtschaften weit über deren Zielwerten und die Ungleichgewichte von Angebot und Nachfrage sowie logistischen Störungen bringen hohe ökonomische und geldpolitische Herausforderungen mit sich. Der weitere Verlauf des russisch-ukrainischen Krieges und seine Auswirkungen sind schwer abzusehen, die Sicherstellung der Energieversorgung in vielen Industrieländern ungewiss. Auch der Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ist noch nicht beendet und sorgt für weitere Unwägbarkeiten.

Die gestiegenen Konsumentenpreise könnten die Einkommensungleichheiten sowohl zwischen fortgeschrittenen Volkswirtschaften und Schwellenländern einerseits, als auch innerhalb einzelner Länder erhöhen und in der Folge zu mehr politisch gesteuerten Umverteilungsmaßnahmen führen. Um der Inflation entgegenzuwirken, sind die Notenbanken zu strafferen Maßnahmen gezwungen, auch wenn dies voraussichtlich eine weitere Verlangsamung und möglicherweise die Gefahr des Abrutschens der Wirtschaft in eine Rezession zur Folge haben könnte.

Veränderung Bruttoinlandsprodukt

scrollen
Veränderung zum Vorjahr in % 2021 Prognose 2022 Prognose 2023
Welt 6,1 3,2 2,9
Industriestaaten 5,2 2,5 1,4
Schwellen- und Entwicklungsländer 6,8 3,6 3,9
Deutschland 2,9 1,2 0,8
Eurozone 5,4 2,6 1,2
USA 5,7 2,3 1,0
Brasilien 4,6 1,7 1,1
China 8,1 3,3 4,6
Indien 8,7 7,4 6,1
Japan 1,7 1,7 1,7

Quelle: IWF (Juli 2022)

Mit seinem jüngsten Weltwirtschaftsausblick senkte der Internationale Währungsfonds (IWF) im Juli 2022 seine Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Gesamtjahr 2022 erneut ab auf nunmehr 3,2 %.

Starker Gegenwind für die globale Fahrzeugproduktion Das beschriebene konjunkturelle Umfeld stellt die Fahrzeugbranche vor große Herausforderungen. Bei den Autokäufern lösen die dynamischen Preisentwicklungen Verunsicherung aus. Gleichzeitig sprechen Nachholeffekte für eine weiter solide Auftragslage. Die künftige Entwicklung der Fahrzeugmärkte und insbesondere der Fahrzeugproduktion dürfte in hohem Maße von den Verfügbarkeiten und Preisen bei Energie und Materialien abhängen.

Der Branchendienstleister IHS geht in seinen aktuellen Prognosen von einer Fahrzeugproduktion (Light Vehicles) von 80,8 Mio. Einheiten im Gesamtjahr 2022 aus, wobei die regionalen Unterschiede weiter groß sind.

Ausblick Unternehmen

Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit großen Unwägbarkeiten und hoher Unsicherheit haben sich im ersten Halbjahr 2022 noch einmal verschärft. Nachdem die Coronavirus-Pandemie und Halbleiterengpässe die globalen Lieferketten und Materialverfügbarkeiten auf den Weltmärkten in Unordnung gebracht haben, verstärkte sich diese angespannte Lage noch einmal durch den russischukrainischen Krieg ab Februar 2022 sowie durch den staatlichen Lockdown in zentralen Wirtschaftsregionen Chinas.

Sehr gute Auftragslage

Trotz dieses Umfeldes entwickelte sich die Auftragslage bei ElringKlinger positiv. Der Auftragsbestand stieg im zweiten Quartal 2022 um weitere 22,6 Mio. EUR auf einen neuen Rekordstand von 1.552,5 Mio. EUR (31.03.2022: 1.529,9 Mio. EUR). Im Vergleich zum Quartalsstichtag des Vorjahres (30.06.2021: 1.221,6 Mio. EUR) betrug die Steigerung sogar 330,9 Mio. EUR oder 27,1 %. Darin enthalten sind Wechselkurseffekte in Höhe von 58,9 Mio. EUR, währungsbereinigt belief sich der Auftragsbestand auf 1.493,6 Mio. EUR.

Der Auftragseingang erhöhte sich von April bis Juni 2022 auf 453,2 Mio. EUR (Q2 2021: 429,5 Mio. EUR), was eine Steigerung um 5,5 % bedeutet. Auch hier gaben Wechselkursentwicklungen Rückenwind. Währungsbereinigt war ein leichter Rückgang um 6,9 Mio. EUR oder 1,6 % zu verzeichnen.

Prognose Light-Vehicle-Produktion

scrollen
Mio. Fahrzeuge 2022 Veränderung in %
Region
Europa 1 16,3 2,8
China 24,9 0,3
Japan/​Korea 11,2 3,0
Mittlerer Osten/​Afrika 2,2 8,5
Nordamerika 14,7 12,7
Südamerika 2,8 7,3
Südasien 8,6 9,7
Welt 80,8 4,7

Quelle: IHS (Juli 2022)

1 Inkl. Russland

Mit diesen Werten konnte ElringKlinger im ersten Halbjahr 2022 das hohe Niveau verbuchter neuer Aufträge aus dem vergangenen Jahr übertreffen. In den ersten sechs Monaten erzielte der Konzern neue Aufträge in Höhe von 1.031,5 Mio. EUR (H1 2021: 1.006,1 Mio. EUR), was einer Steigerung von 25,4 Mio. EUR oder 2,5 % entspricht.

Ausblick 2022: Organisches Umsatzwachstum leicht über Marktniveau, operative EBIT-Marge von rund 2 bis 3 % Diese positive Auftragslage und die allgemeinen Prognosen für die globale Nachfrage nach Light Vehicles lassen für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum erwarten. Der Branchendienstleister IHS geht nach jüngsten Schätzungen von einer Zunahme der globalen Light-Vehicle-Produktion um 4,7 % aus. Vor diesem Hintergrund rechnet ElringKlinger damit, diese Veränderung in seinem Umsatzwachstum organisch leicht zu übertreffen.

Die Ergebnissituation wird nach wie vor durch zahlreiche und vielfältige Faktoren beeinflusst, deren Auswirkungen und Ausmaß derzeit nur schwer zu erfassen sind. Die Risiken sind nach wie vor hoch, die Unwägbarkeiten nach wie vor groß. Auf Basis dieser Rahmenbedingungen erwartet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr ohne die Sondereffekte von Wertminderungen eine operative EBIT-Marge von rund 2 bis 3 % im Verhältnis zum Konzernumsatz. Dies entspricht einer EBIT-Marge des Konzerns von rund minus 2 bis minus 3 %.

Infolgedessen rechnet der Konzern mit einer Gesamtkapitalrentabilität - gemessen am Return on Capital Employed (ROCE) - auf einem Niveau, das deutlich unter dem des Vorjahres (2021: 6,4 %) liegen wird.

Leicht positiver operativer Free Cashflow erwartet

Das herausfordernde Marktumfeld erfordert ein umsichtiges Working-Capital-Management, um die Verfügbarkeiten von Rohstoffen und Vorprodukten jederzeit zu gewährleisten. Daher ist für das laufende Jahr von einem vorübergehenden leichten Anstieg der Net-Working-Capital-Quote im Vergleich zum Vorjahr (2021: 24,8 %) auszugehen. Hinsichtlich der Investitionen wird der Konzern sich weiterhin auf die neuen Antriebstechnologien fokussieren und seinen disziplinierten Ansatz des Effizienzsteigerungsprogramms fortführen. Insgesamt sind Investitionen (Auszahlungen für Sachanlagen- im Verhältnis zum Konzernumsatz) zu erwarten, die ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres (2021: 4,3 %) liegen. Infolgedessen rechnet der Konzern 2022 mit einem leicht positiven operativen Free Cashflow.

Aufgrund der beschriebenen Erwartungen rechnet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr mit einer Nettoverschuldungsquote (Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA), die zwischen 2,0 und 3,0 liegt. Hinsichtlich der Eigenkapitalquote geht der Konzern davon aus, sich auch 2022 innerhalb des langfristigen Zielspektrums von 40 bis 50 % des Gesamtkapitals zu bewegen. Für die Forschungs- und Entwicklungskosten inklusive Aktivierung erwartet der Konzern im laufenden Geschäftsjahr ein Spektrum von rund 5 bis 6 % des Konzernumsatzes.

Mittelfristiger Ausblick

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen, die das Umfeld von ElringKlinger derzeit prägen, sieht sich das Unternehmen mittel- bis langfristig gut positioniert. ElringKlinger hat sich mit Komponenten für Batterie- und Brennstoffzellensystem frühzeitig für den Wandel hin zur Elektromobilität aufgestellt. Darüber hinaus verfügt der Konzern über eine starke Marktposition in seinen klassischen Geschäftsbereichen Lightweighting/​Elastomer Technology, Shielding Technology sowie Metal Sealing Systems & Drivetrain Components. Solange sich im Zuge der zahlreichen Unwägbarkeiten kein abrupter Verlauf einstellt, geht ElringKlinger vor diesem Hintergrund grundsätzlich weiter davon aus, auch in Zukunft organisch stärker zu wachsen als die globale Fahrzeugproduktion. Hinsichtlich der Ergebnissituation hat sich der Konzern weiterhin zum Ziel gesetzt, mittelfristig die EBIT-Marge wieder schrittweise zu verbessern. Auch die weiteren mittelfristigen Ziele werden bestätigt.

Dettingen/​Erms, den 4. August 2022

Der Vorstand

scrollen
Dr. Stefan Wolf Reiner Drews Thomas Jessulat
Vorsitzender

ElringKlinger am Kapitalmarkt

Ökonomische und geopolitische Gesamtlage setzt Aktienmärkte unter Druck

Die Entwicklung der Aktienmärkte war im zweiten Quartal 2022 weiterhin von den nicht unabhängig zu betrachtenden Faktoren - Krieg in der Ukraine, Null-Covid-Politik in China und der Geldpolitik - geprägt. In der Eurozone und in den USA stieg die Inflation über 8 %. Damit erhöhte sich der Druck auf die US-Notenbank Fed massiv und die Börse preiste stärkere Zinserhöhungen ein. Die Fed reagierte mit einer Leitzinserhöhung in Höhe von 0,75 % statt 0,5 % auf den Zinskorridor von 1,50 % bis 1,75 %. Auch die Bank of England (BoE) hob im Juni den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent an. Dies stellt bereits die fünfte Zinserhöhung der BoE innerhalb von sieben Monaten dar. Zudem folgte dann auch die Schweizer Zentralbank. Diese hob erstmals seit dem Jahr 2007 ihren Leitzins um 50 Basispunkte an. Mit - 0,25 % liegt dieser aber weiterhin im negativen Bereich. Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigte ebenfalls eine Zinserhöhung an. Als Ergebnis dieser zinspolitischen Zurückhaltung seitens der EZB fiel der Euro auf Tiefstwerte von 1,04 EUR/​USD. Zuletzt befand sich der Wechselkurs während der Eurokrise 2015 und 2016 auf diesem Niveau.

Nachdem die globalen Aktienmärkte im ersten Quartal 2022 bereits deutliche Kursabschläge verzeichneten, verschärfte sich der Druck auf die Kurse im zweiten Quartal. Die ungünstige Gesamtlage verursachte deutliche Kursverluste im Quartalsverlauf. Die bisherigen Kursverluste sind deshalb je nach Markt teilweise von historischer Dimension: Der Aktienindex MSCI World verlor im ersten Halbjahr - 21 % (Q2 2022: -15 %), der amerikanische S&P500 - 20 % (-15,6 %), der Technologie-Index Nasdaq Composite erlitt einen besonders herben Rückschritt mit - 29 % (- 20 %). Die europäischen Börsen fielen in ähnlicher Weise zurück, der deutsche DAX büßte -19 % (-10 %) ein, der breit gefasste Euro Stoxx 600 -16 % (-13 %).

ElringKlinger-Aktie im Einklang mit dem Markt

Anfang April erreichte der Kurs sein Quartalshoch und notierte bei 9,05 EUR. Anschließend verzeichnete die ElringKlinger-Aktie Verluste und verbuchte am 9. Mai den

Kursverlauf der ElringKlinger-Aktie von 1. Januar bis 30. Juni 2022 (indexiert)

in %

Aktionärsstruktur zum 30. Juni 2022

vorläufigen Jahrestiefststand mit 6,96 EUR. Im weiteren Verlauf des Quartals konnte sich die Aktie leicht erholen. Das zweite Quartal 2022 wurde mit einem Kurs von 7,20 EUR beendet.

Handelsvolumen niedriger als im Vorjahr

Im zweiten Quartal 2022 war das gehandelte Volumen mit durchschnittlich 108.675 Aktien pro Börsentag deutlich niedriger als im Vergleichsquartal des Vorjahres (Q2 2021: 213.445 Stück). Die ElringKlinger-Notierung erzielte zudem deutlich niedrigere Tagesumsätze an deutschen Börsen plätzen und erreichte mit durchschnittlich 0,9 Mio. EUR pro Tag im zweiten Quartal einen geringeren Wert als im Vorjahr (Q2 2021: 3,1 Mio. EUR), auch aufgrund des niedrigeren Kurses. Die Liquidität der Aktie war im Berichtsquartal jederzeit ausreichend hoch, sodass auch große Aktienpakete gehandelt werden konnten.

Im Dialog mit dem Kapitalmarkt

ElringKlinger setzte im zweiten Quartal 2022 den Dialog mit internationalen Investoren, Analysten und weiteren Kapitalmarkteilnehmern kontinuierlich fort. Neben der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse zum ersten Quartal 2022, bei welcher der Vorstand den zahlreich teilnehmenden Analysten und Journalisten die Zahlen des abgelaufenen Quartals präsentierte, wurde am 19. Mai die Hauptversammlung in virtueller Form durchgeführt. Die Hauptversammlung der ElringKlinger AG stimmte allen Tagesordnungspunkten mit deutlicher Mehrheit zu. Insgesamt waren 63,5 % des stimmberechtigten Grundkapitals vertreten. Der vorgeschlagenen Dividende in Höhe von 0,15 EUR je Aktie wurde mit einer großen Mehrheit von 99,9 % zugestimmt. Die Tagesordnung beinhaltete zudem neben der Vorlage der festgestellten Jahresabschlussunterlagen auch die Nachwahl zum Aufsichtsrat. Dem Vorschlag des Aufsichtsrates, Ingeborg Guggolz als Vertreterin der Anteilseigner in den Aufsichtsrat der ElringKlinger AG zu wählen, wurde mit ebenfalls deutlicher Mehrheit zugestimmt.

Die ElringKlinger-Aktie (WKN 785 602)

scrollen
2. Quartal 2022 2. Quartal 2021
Ausgegebene Aktien 63.359.990 63.359.990
Aktienkurs (Tagesschlusskurs in EUR) 1
Höchstkurs 9,05 17,72
Tiefstkurs 6,96 12,24
Stichtagskurs 2 7,20 15,01
Durchschnittlicher Tagesumsatz an dt. Börsen (in Stück) 108.675 213.445
Durchschnittlicher Tagesumsatz an dt. Börsen (in EUR) 854.325 3.669.187
Marktkapitalisierung (in Mio. EUR) 1, 2 456,2 951,0

1 Xetra-Handel
2 Zum 30. Juni

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen
in TEUR 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Umsatzerlöse 430.574 393.558 865.220 817.623
Umsatzkosten - 366.177 - 302.822 -709.984 - 617.656
Bruttoergebnis vom Umsatz 64.397 90.736 155.236 199.967
Vertriebskosten - 35.505 - 29.055 - 69.806 - 59.925
Allgemeine Verwaltungskosten - 23.934 - 21.119 - 49.197 - 43.425
Forschungs- und Entwicklungskosten -15.399 -18.534 - 34.190 - 37.045
Sonstige betriebliche Erträge 2.785 3.897 7.591 17.854
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 89.409 - 2.882 - 92.554 - 5.979
Operatives Ergebnis/​EBIT - 97.065 23.043 - 82.920 71.447
Finanzerträge 21.465 2.414 30.151 8.550
Finanzaufwendungen -15.864 - 6.187 - 25.946 - 9.713
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen 727 -786 -1.139 - 2.358
Finanzergebnis 6.328 - 4.559 3.066 - 3.521
Ergebnis vor Ertragsteuern - 90.737 18.484 -79.854 67.926
Ertragsteueraufwendungen - 3.366 -11.978 -10.412 - 22.883
Periodenergebnis - 94.103 6.506 - 90.266 45.043
davon: Ergebnisanteil, der auf nicht beherrschende Anteile entfällt 26 -1.441 -143 -799
davon: Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG - 94.129 7.947 - 90.123 45.842
unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR -1,49 0,13 -1,42 0,72

Konzern-Gesamtergebnisrechnung
der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen
in TEUR 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Periodenergebnis - 94.103 6.506 - 90.266 45.043
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung - 2.362 5.964 3.358 8.141
Anteil am sonstigen Ergebnis assoziierter Unternehmen - 232 34 - 250 - 244
Gewinne und Verluste, die in künftigen Perioden in die Gewinn- und -Verlustrechnung umgegliedert werden können - 2.594 5.998 3.108 7.897
Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne, netto nach Steuern 33.070 0 33.070 0
Gewinne und Verluste, die in künftigen Perioden nicht in die Gewinn- und -Verlustrechnung umgegliedert werden können 33.070 0 33.070 0
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 30.476 5.998 36.178 7.897
Gesamtergebnis - 63.627 12.504 - 54.088 52.940
davon: Gesamtergebnisanteil, der auf nicht beherrschende Anteile entfällt 1.357 -1.441 1.386 - 528
davon: Gesamtergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG - 64.984 13.945 - 55.474 53.468

Konzernbilanz
der ElringKlinger AG zum 30. Juni 2022

AKTIVA

scrollen
in TEUR 30.06.2022 31.12.2021 30.06.2021
Immaterielle Vermögenswerte 139.684 215.584 202.083
Sachanlagen 935.258 938.581 930.579
Finanzielle Vermögenswerte 15.106 15.532 15.049
Anteile an assoziierten Unternehmen 12.301 13.690 14.577
Langfristige Ertragsteuererstattungsansprüche 903 887 688
Sonstige langfristige Vermögenswerte 31.568 42.286 42.703
Latente Steueransprüche 26.502 31.750 29.382
Vertragserfüllungskosten 7.155 7.944 8.696
Langfristige Vertragsvermögenswerte 616 804 437
Langfristige Vermögenswerte 1.169.093 1.267.058 1.244.194
Vorräte 413.272 354.321 343.277
Kurzfristige Vertragsvermögenswerte 7.030 8.591 10.486
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 264.712 233.478 225.798
Kurzfristige Ertragsteuererstattungsansprüche 9.349 15.769 4.218
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 76.528 100.883 101.819
Zahlungsmittel und Äquivalente 135.221 109.900 162.535
Kurzfristige Vermögenswerte 906.112 822.942 848.133
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 1.429 0 0
2.076.634 2.090.000 2.092.327

PASSIVA

scrollen
in TEUR 30.06.2022 31.12.2021 30.06.2021
Gezeichnetes Kapital 63.360 63.360 63.360
Kapitalrücklage 118.238 118.238 118.238
Gewinnrücklagen 640.427 740.054 730.167
Übrige Rücklagen 16.861 -17.919 - 32.313
Den Aktionären der ElringKlinger AG zustehendes Eigenkapital 838.886 903.733 879.452
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital 75.732 78.564 83.986
Eigenkapital 914.618 982.297 963.438
Rückstellungen für Pensionen 95.032 140.696 156.428
Langfristige Rückstellungen 17.802 16.502 20.709
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 383.438 357.109 380.878
Langfristige Vertragsverbindlichkeiten 1.371 712 6.687
Latente Steuerschulden 28.504 23.952 14.447
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 7.230 7.262 7.401
Langfristige Verbindlichkeiten 533.377 546.233 586.550
Kurzfristige Rückstellungen 64.813 60.050 28.159
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 212.082 185.599 156.115
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 152.683 135.521 159.067
Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten 18.135 16.024 30.857
Steuerschulden 22.590 19.297 31.918
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 158.336 144.979 136.223
Kurzfristige Verbindlichkeiten 628.639 561.470 542.339
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0 0 0
2.076.634 2.090.000 2.092.327

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen
Übrige Rücklagen
in TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne netto Eigenkapital Effekte aus beherrschenden Anteilen Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung
Stand am 31.12.2020 63.360 118.238 684.325 - 60.132 - 422 - 28.099
Dividendenausschüttung
Beteiligung nicht beherrschende Anteile 1 48.714
Gesamtergebnis 45.842 7.626
Periodenergebnis 45.842
Sonstiges Ergebnis 7.626
Stand am 30.06.2021 63.360 118.238 730.167 - 60.132 48.292 - 20.473
Stand am 31.12.2021 63.360 118.238 740.054 - 48.731 48.186 -17.374
Dividendenausschüttung - 9.504
Kauf von Anteilen beherrschter Gesellschaften 2 131
Gesamtergebnis - 90.123 31.867 2.782
Periodenergebnis - 90.123
Sonstiges Ergebnis 31.867 2.782
Stand am 30.06.2022 63.360 118.238 640.427 -16.864 48.317 -14.592
scrollen
in TEUR Den Aktionären der ElringKlingerAG zustehendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital Konzerneigenkapital
Stand am 31.12.2020 777.270 35.617 812.887
Dividendenausschüttung 0 -1.552 -1.552
Beteiligung nicht beherrschende Anteile 1 48.714 50.449 99.163
Gesamtergebnis 53.468 - 528 52.940
Periodenergebnis 45.842 -799 45.043
Sonstiges Ergebnis 7.626 271 7.897
Stand am 30.06.2021 879.452 83.986 963.438
Stand am 31.12.2021 903.733 78.564 982.297
Dividendenausschüttung - 9.504 - 4.087 -13.591
Kauf von Anteilen beherrschter Gesellschaften 2 131 -131 0
Gesamtergebnis - 55.474 1.386 - 54.088
Periodenergebnis - 90.123 -143 - 90.266
Sonstiges Ergebnis 34.649 1.529 36.178
Stand am 30.06.2022 838.886 75.732 914.618

1 Beteiligung Plastic Omnium an EKPO Fuel Cell Technologies GmbH
2 Erhöhung der Anteile an der Elring Klinger Motortechnik GmbH auf 100 %

Konzern-Kapitalflussrechnung
der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen
in TEUR 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Ergebnis vor Ertragsteuern - 90.737 18.484 -79.854 67.926
Abschreibungen (abzüglich Zuschreibungen) auf langfristige Vermögenswerte 123.733 27.374 152.382 56.165
Zinsaufwendungen abzüglich Zinserträge 3.244 1.983 5.053 4.073
Veränderung der Rückstellungen 860 - 567 3.385 1.237
Gewinne/​Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten - 57 81 144 180
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen -727 786 1.139 2.358
Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -17.255 9.380 - 66.127 - 25.690
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 28.153 15.264 41.343 32.347
Gezahlte Ertragsteuern - 6.723 - 21.211 - 9.335 - 28.894
Gezahlte Zinsen - 2.302 -1.790 - 3.947 - 3.920
Erhaltene Zinsen 292 283 560 565
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -15.877 403 - 24.797 -13.832
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 22.604 50.470 19.946 92.515
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 950 1.006 1.894 1.622
Einzahlungen aus Abgängen von finanziellen Vermögenswerten 1.595 1.789 4.564 2.726
Einzahlungen aus der Veräußerung von Tochterunternehmen abzgl. Zahlungsmittel 0 0 0 14.450
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte - 5.908 - 3.660 -11.172 - 6.039
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen -13.781 -10.852 - 26.618 - 22.496
Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte -161 - 3.643 - 3.036 - 6.464
Cashflow aus Investitionstätigkeit -17.305 -15.360 - 34.368 -16.201
Einzahlungen von Anteilseignern ohne beherrschenden Einfluss 20.000 0 30.000 30.040
Ausschüttungen an Aktionäre und Anteilseigner ohne beherrschenden Einfluss -13.572 -1.532 -13.591 -1.552
Einzahlungen aus der Aufnahme von langfristigen Krediten 71.394 29.415 96.454 29.513
Auszahlungen für die Tilgung von langfristigen Krediten -19.314 - 63.337 - 84.115 -121.094
Veränderung der kurzfristigen Kredite - 47.511 -1.665 9.100 18.481
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 10.997 - 37.119 37.848 - 44.612
Zahlungswirksame Veränderung 16.296 - 2.009 23.426 31.702
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel 1.108 - 282 1.894 2.981
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 117.816 164.826 109.901 127.852
Zahlungsmittel am Ende der Periode 135.220 162.535 135.221 162.535

Konzern-Umsatzerlöse
der ElringKlinger AG, 1. Januar bis 30. Juni 2022

Umsatzerlöse nach Regionen

scrollen
in TEUR 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Deutschland 88.379 87.593 179.007 181.085
Übriges Europa 129.396 124.192 263.926 255.355
Nordamerika 110.722 89.034 214.377 189.207
Asien-Pazifik 79.429 75.463 165.297 157.261
Südamerika und Übrige 22.648 17.276 42.613 34.715
Konzern 430.574 393.558 865.220 817.623

Umsatzerlöse nach Segmenten

scrollen
in TEUR 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Lightweighting/​Elastomer Technology 133.369 117.642 267.020 244.740
Metal Sealing Systems & Drivetrain Components 116.777 111.539 238.021 231.996
Shielding Technology 72.537 60.604 146.570 139.127
E-Mobility 14.118 16.547 19.435 23.831
Exhaust Gas Purification 1.185 1.195 2.070 2.211
Others 0 -1 18 22
Segment Erstausrüstung 338.004 307.526 673.134 641.927
Segment Erstausrüstung 338.004 307.526 673.134 641.927
Segment Ersatzteile 59.673 53.286 122.718 108.649
Segment Kunststofftechnik 31.895 31.794 67.190 64.912
Verkauf von Gütern 429.572 392.606 863.042 815.488
Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen 997 947 2.169 2.126
Erlöse aus Verträgen mit Kunden 430.569 393.553 865.211 817.614
Erträge aus Vermietung und Verpachtung 5 5 9 9
Konzern 430.574 393.558 865.220 817.623

Segmentberichterstattung
der ElringKlinger AG, 1. April bis 30. Juni 2022

scrollen
Segment Erstausrüstung Ersatzteile Kunststofftechnik
in TEUR 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021
Umsatz Extern 338.004 307.526 59.673 53.286 31.895 31.794
Intersegmenterlöse 6.338 6.121 0 0 154 26
Segmenterlöse 344.342 313.647 59.673 53.286 32.049 31.820
EBIT 1 -112.739 7.266 11.448 9.997 4.738 6.047
Abschreibungen 2 - 25.580 - 24.461 - 539 -779 -1.618 -1.659
Investitionen 3 19.847 12.948 459 803 1.303 1.430
scrollen
Segment Sonstige Konsolidierung Konzern
in TEUR 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021 2. Quartal 2022 2. Quartal 2021
Umsatz Extern 1.002 952 0 0 430.574 393.558
Intersegmenterlöse 2.619 2.386 - 9.111 - 8.533 0 0
Segmenterlöse 3.621 3.338 - 9.111 - 8.533 430.574 393.558
EBIT 1 - 512 - 267 - 97.065 23.043
Abschreibungen 2 - 592 - 475 - 28.329 - 27.374
Investitionen 3 465 141 22.074 15.322

1. Januar bis 30. Juni 2022

scrollen
Segment Erstausrüstung Ersatzteile Kunststofftechnik
in TEUR 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Umsatz Extern 673.134 641.927 122.718 108.649 67.190 64.912
Intersegmenterlöse 13.424 14.080 0 0 208 64
Segmenterlöse 686.558 656.007 122.718 108.649 67.398 64.976
EBIT 1 -117.749 36.607 25.286 21.901 10.380 13.262
Abschreibungen 2 - 50.829 - 49.983 -1.396 -1.669 - 3.530 - 3.320
Investitionen 3 39.498 35.645 1.939 2.014 3.158 3.431
scrollen
Segment Sonstige Konsolidierung Konzern
in TEUR 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Umsatz Extern 2.178 2.135 0 0 865.220 817.623
Intersegmenterlöse 5.120 4.898 -18.752 -19.042 0 0
Segmenterlöse 7.298 7.033 -18.752 -19.042 865.220 817.623
EBIT 1 - 837 - 323 - 82.920 71.447
Abschreibungen 2 -1.182 -1.193 - 56.937 - 56.165
Investitionen 3 813 336 45.408 41.426

1 Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives Ergebnis)
2 Planmäßige Abschreibungen
3 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen

Erläuternde Angaben für das erste Halbjahr 2022

Allgemeine Angaben

Die ElringKlinger AG ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Dettingen/​Erms, Deutschland.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss der ElringKlinger AG und ihrer Tochtergesellschaften zum 30. Juni 2022 wurde auf Basis des IAS 34 (Interim Financial Reporting) aufgestellt. Der Zwischenabschluss steht im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) einschließlich der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Da es sich um einen verkürzten Konzern-Zwischenabschluss handelt, enthält dieser Abschluss zum 30. Juni 2022 nicht sämtliche Informationen und Angaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Er wurde mit Beschluss des Vorstands vom 4. August 2022 zur Veröffentlichung freigegeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die in diesem Zwischenbericht angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden basieren grundsätzlich auf denselben, wie sie bei der Erstellung des Konzernabschlusses 2021 angewendet wurden, wo sie auch detailliert erläutert sind.

In den Zwischenbericht fließen Schätzungen und Ermessensentscheidungen ein. Diese können unmittelbare Auswirkungen auf die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden haben. Aufgrund von externen Effekten, wie die weiteren nicht absehbaren Folgen der Auswirkungen des russisch-ukrainischen Konflikts, die angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten, die allgemeine gesamtkonjunkturelle Entwicklung sowie die Entwicklung im Automotivbereich oder weitere Pandemiewellen, unterliegen diese einer erhöhten Unsicherheit. Bei der Aktualisierung der Schätzungen und Ermessensentscheidungen wurden verfügbare Informationen über die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung sowie länderspezifische Maßnahmen berücksichtigt.

Zum 30. Juni 2022 kamen erstmalig die IFRS Regelungen zur Hochinflationsbilanzierung bei der türkischen Tochtergesellschaft zur Anwendung.

Konsolidierungskreis

In den Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 sind neben der ElringKlinger AG die Abschlüsse von sieben inländischen und 32 ausländischen Gesellschaften einbezogen, an denen die ElringKlinger AG unmittelbar oder mittelbar mehr als 50 % der Anteile hält oder aus anderen Gründen die Möglichkeit hat, deren Finanz- und Geschäftspolitik zu beherrschen. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem das Beherrschungsverhältnis besteht; sie endet, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.

Die Anteile an der hofer AG, Nürtingen, Deutschland, in Höhe von 24,71 % sind als assoziiertes Unternehmen im langfristigen Konzernvermögen erfasst, da ElringKlinger einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausübt. Ein maßgeblicher Einfluss bei assoziierten Unternehmen wird bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % - 50 % angenommen.

Die Anteile an der Elring Klinger Motortechnik GmbH mit Sitz in Idstein, Deutschland, erhöhen sich durch den Erwerb der im Fremdbesitz befindlichen Anteile von 92,86 % auf 100 %.

Im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 ergaben sich mit Ausnahme der Neugründung der EKPO Fuel Cell (Suzhou) Co., Ltd. mit Sitz in Suzhou, China, keine weiteren Änderungen im Konsolidierungskreis.

Neugründung

Mit Wirkung zum 29. Juni 2022 wurde die EKPO Fuel Cell (Suzhou) Co., Ltd. mit Sitz in Suzhou, China, eine 100%ige Tochtergesellschaft der EKPO Fuel Cell Technologies GmbH mit Sitz in Dettingen/​Erms, Deutschland, gegründet.

Namensänderung

Mit Wirkung zum 22. Juni 2022 wurde die ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG mit Sitz in Sevelen, Schweiz, in ElringKlinger Switzerland AG mit Sitz in Sevelen, Schweiz, umbenannt.

Wechselkurse

Die Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:

scrollen
Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währung Kürzel 30.06.2022 31.12.2021 Jan.-Jun. 2022 Jan. - Dez. 2021
US-Dollar (USA) USD 1,03870 1,13260 1,08493 1,18156
Pfund (Großbritannien) GBP 0,85820 0,84028 0,84361 0,85840
Franken (Schweiz) CHF 0,99600 1,03310 1,02462 1,07988
Kanadischer Dollar (Kanada) CAD 1,34250 1,43930 1,38028 1,48039
Real (Brasilien) BRL 5,42290 6,31010 5,46115 6,37858
Peso (Mexiko) MXN 20,96410 23,14380 21,92437 24,05156
RMB (China) CNY 6,96240 7,19470 7,04172 7,60685
WON (Südkorea) KRW 1.351,60000 1.346,38000 1.341,95000 1.354,65833
Rand (Südafrika) ZAR 17,01430 18,06250 16,87317 17,59221
Yen (Japan) JPY 141,54000 130,38000 134,86333 130,32000
Forint (Ungarn) HUF 397,04000 369,19000 378,10500 358,60833
Türkische Lira (Türkei) TRY 17,32200 15,23350 16,20145 10,81043
Leu (Rumänien) RON 4,94640 4,94900 4,94622 4,92511
Indische Rupie (Indien) INR 82,11300 84,22920 83,00592 87,31348
Indonesische Rupiah (Indonesien) IDR 15.552,00000 16.100,42000 15.753,02500 16.921,34667
Bath (Thailand) THB 36,75400 37,65300 36,69650 37,89117
Schwedische Krone (Schweden) SEK 10,73000 10,25030 10,49377 10,15623

Wesentliche Ereignisse und Geschäftsvorfälle

Das im zweiten Quartal 2022 deutlich gestiegene Zinsniveau war Anhaltspunkt dafür, die Werthaltigkeit des Geschäfts- und Firmenwerts zu überprüfen. Das gestiegene Zinsniveau führte dazu, dass sich der zur Abzinsung des Geschäfts- und Firmenwerts verwendete Kapitalkostensatz nach Steuern zum 30. Juni 2022 auf 7,40 % (31. Dezember 2021: 6,99 %) erhöht hat. Weiterhin sorgten bilanzverlängernde Effekte, sowie die Währungskursentwicklung für eine Steigerung des Working-Capital in den Segmenten. Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Einzelsegmente durch Vergleich des Buchwertes Ihrer zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit deren erzielbarem Betrag wurde festgestellt, dass bei den getroffenen Annahmen, der ermittelte erzielbare Betrag des Segments Erstausrüstung unter dessen Buchwert lag. Daher ergab sich eine Wertminderung im Segment Erstausrüstung um TEUR 86.100, die in der Berichtsperiode in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurde.

Zu den Einflüssen auf die Geschäftsentwicklung und unseren Einschätzungen im Rahmen der Prognose verweisen wir auf unsere Ausführungen im Zwischenlagebericht.

Angaben zu Finanzinstrumenten

Dieser Abschnitt gibt einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten. Es kam zu keiner Saldierung bilanzierter Finanzinstrumente.

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Vermögenswerte:

scrollen
Zahlungsmittel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige kurzfristige Vermögenswerte Derivate Langfristige Wertpapiere
in TEUR BW BW BW BW BW ZW
per 30.06.2022
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 135.221 264.712 15.593 0 1.438 1.348
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 9.949 0 0 0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 0 81 81
Gesamt 135.221 264.712 25.542 0 1.519 1.429
per 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 109.900 233.478 17.297 0 1.438 1.447
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 29.962 79 0 0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 0 86 86
Gesamt 109.900 233.478 47.259 79 1.524 1.533
scrollen
Übrige Finanzinvestitionen Gesamt
in TEUR BW ZW BW
per 30.06.2022
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.008 2.008 418.972
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 11.571 11.571 21.520
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 8 8 89
Gesamt 13.587 13.587 440.581
per 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.008 2.008 364.121
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 11.992 11.992 42.033
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 8 8 94
Gesamt 14.008 14.008 406.248

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Verbindlichkeiten:

scrollen
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
in TEUR BW BW BW BW
per 30.06.2022
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 66.941 127.355 25.328 212.082
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0
per 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 57.387 119.190 16.331 185.599
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
0 0 0 0
scrollen
Derivate Langfristige Finanzverbindlichkeiten Langfristige Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 Gesamt
in TEUR BW ZW BW ZW BW BW
per 30.06.2022
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 343.250 279.352 40.188 815.144
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 11.272 11.272 0 0 0 11.272
per 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 309.764 271.462 47.345 735.616
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 121 121 0 0 0 121

Das Management hat festgestellt, dass die Buchwerte von Zahlungsmitteln, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihren beizulegenden Zeitwerten nahezu entsprechen.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten auch Festgeldanlagen und Wertpapiere in Höhe von TEUR 11.387 (31.12.2021: TEUR 13.494) sowie der zum Barwert bewertete kurzfristige Anteil der ausstehenden Einlage von Plastic Omnium in Höhe von TEUR 9.949 (31.12.2021: TEUR 29.962).

Bei langfristigen festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Derivaten bestimmt ElringKlinger den Marktwert durch die Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme mit den für ähnliche Finanzschulden mit vergleichbarer Restlaufzeit aktuell geltenden Zinsen sowie dem unternehmensspezifischen Risikozins.

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten eine Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 38.465 (31.12.2021: TEUR 38.465), die sich aus einer geschriebenen Verkaufsoption mit den nicht beherrschenden Anteilseignern der ElringKlinger Marusan Corporation, mit Sitz in Tokio, Japan, ergibt. Die aus dieser Vereinbarung entstandene Verpflichtung wird mit den Anschaffungskosten in Höhe des beizulegenden Zeitwerts bewertet. Der beizulegende Zeitwert ergibt sich aus internen Schätzungen der Prognose der Unternehmensentwicklung sowie der Wahl des verwendeten Zinssatzes im Rahmen der angesetzten Verbindlichkeit. Eine Veränderung des Unternehmenswerts von 10 % bewirkt eine Erhöhung bzw. Verminderung der Verkaufsoption um ca. TEUR 3.846 (31.12.2021: TEUR 3.846).

Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum Bewertungsstichtag 30. Juni 2022:

scrollen
in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
30.06.2022
Finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Wertpapiere 81 0 0
Übrige Finanzinvestitionen 8 0 11.571
Derivate* 0 0 0
Gesamt 89 0 11.571
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate* 0 11.272 0
Gesamt 0 11.272 0
31.12.2021
Finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Wertpapiere 86 0 0
Übrige Finanzinvestitionen 8 0 11.992
Derivate* 0 79 0
Gesamt 94 79 11.992
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate* 0 121 0
Gesamt 0 121 0

* Es handelt sich um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht vorliegen.

Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, für die aber ein beizulegender Zeitwert ausgewiesen wird, zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum Bewertungsstichtag 30. Juni 2022:

scrollen
in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
30.06.2022
Finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Wertpapiere 1.348 0 0
Übrige Finanzinvestitionen 0 0 2.008
Gesamt 1.348 0 2.008
Finanzielle Verbindlichkeiten
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 279.352 0
Kaufpreisverbindlichkeit aus geschriebener Verkaufsoption 0 0 38.465
Gesamt 0 279.352 38.465
31.12.2021
Finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Wertpapiere 1.447 0 0
Übrige Finanzinvestitionen 0 0 2.008
Gesamt 1.447 0 2.008
Finanzielle Verbindlichkeiten
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 271.462 0
Kaufpreisverbindlichkeit aus geschriebener Verkaufsoption 0 0 38.465
Gesamt 0 271.462 38.465

Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden beschrieben:

Stufe 1: Bewertung anhand von Marktpreisen.

Stufe 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die auf am Markt beobachtbaren Inputparametern basieren.

Stufe 3: Bewertung anhand von Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Die Beurteilung, ob es bei Vermögenswerten und Schulden, die zum Fair Value bilanziert werden, zu einem Transfer zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie gekommen ist, erfolgt jeweils zum Ende der Berichtsperiode. In der abgelaufenen Berichtsperiode wurden keine Umgruppierungen vorgenommen.

Haftungsverhältnisse und Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die im Konzernabschluss 2021 ausgewiesenen Haftungsverhältnisse sowie Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen haben sich im ersten Halbjahr 2022 nicht wesentlich verändert.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im ersten Halbjahr 2022 Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von TEUR 2.660 (30.06.2021: TEUR 1.250) enthalten. Die Zuwendungen wurden hauptsächlich für Entwicklungsprojekte gewährt. Darüber hinaus wurden Zuwendungen im Rahmen der europäischen Förderinitiative IPCEI ("Important Project of Common European Interest") vom Buchwert der aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 746 abgezogen (Netto-Methode).

Ereignisse nach dem Zwischenabschlussstichtag

Mit Wirkung zum 1. Juli 2022 wurde die Elring Italia Srl mit Sitz in Settimo Torinese, Italien, eine 100%ige Tochtergesellschaft der ElringKlinger AG mit Sitz in Dettingen/​Erms, Deutschland, gegründet.

Nach dem Zwischenabschlussstichtag lagen keine wesentlichen Ereignisse vor, die zusätzliche erläuternde Angaben erfordern würden.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Dettingen/​Erms, den 4. August 2022

Der Vorstand

scrollen
Dr. Stefan Wolf Reiner Drews Thomas Jessulat
Vorsitzender

Impressum

ElringKlinger AG

Max-Eyth-Straße 2
D-72581 Dettingen/​Erms
Fon +49 (0) 71 23 /​ 724-0
Fax +49 (0) 71 23 /​ 724-90 06
www.elringklinger.de

IR-Kontakt

Dr. Jens Winter
Fon +49 (0) 71 23 /​ 724-88 335
Fax +49 (0) 71 23 /​ 724-85 8335
jens.winter@elringklinger.com

Für Zahlen und Statistiken aus Veröffentlichungen Dritter übernimmt die ElringKlinger AG keine Gewähr.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.elringklinger.de

Disclaimer - zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den Erwartungen, Markteinschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit zur Verfügung stehenden Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind insbesondere nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Obwohl der Vorstand überzeugt ist, dass die gemachten Aussagen und ihre zugrunde liegenden Überzeugungen und Erwartungen realistisch sind, beruhen sie auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Zukünftige Ergebnisse und Entwicklungen sind abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, Risiken und Unwägbarkeiten, die zu Änderungen der ausgedrückten Erwartungen und Einschätzungen führen können. Zu diesen Faktoren zählen zum Beispiel Änderungen der allgemeinen Wirtschafts- und Geschäftslage, Schwankungen von Wechselkursen und Zinssätzen, die mangelnde Akzeptanz neuer Produkte und Dienstleistungen sowie Änderungen der Geschäftsstrategie.

Sonstige Hinweise

Aufgrund von Rundungen kann es bei der Angabe von Beträgen und prozentualen Werten zu geringfügigen Abweichungen, insbesondere bei Summenbildungen oder Prozentangaben, kommen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die Anwendung genderspezifischer Sprachregelungen verzichtet. Allgemeine Personenbezeichnungen beziehen sich auf alle Menschen ungeachtet ihres Geschlechts.

Dieser Bericht wurde am 4. August 2022 veröffentlicht und liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung.

Finanzkalender

NOVEMBER
03
Finanzzahlen zum dritten Quartal und zu den ersten neun Monaten 2022

MAI 2023
16
118. ordentliche Hauptversammlung

Terminverschiebungen können grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden.

Daher empfehlen wir, den aktuellen Stand im Internet unter www.elringklinger.de/​de/​investor-relations/​finanzterminkalender abzufragen.

Für Messetermine besuchen Sie unsere Webseiten:

www.elringklinger.de/​de/​presse/​termine-events https:/​/​www.elring.de/​termine-events

ElringKlinger AG

Max-Eyth-Straße 2
D-72581 Dettingen /​ Erms