adidas GROUPHerzogenaurachKorrigierter Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011(einschließlich der korrigierten Konzerneröffnungsbilanz (IFRS) der adidas AG zum 1. Januar 2011) DieserAuszug aus dem Geschäftsbericht des adidas Konzerns für das Jahr 2012 fasst die nach IAS 8.41 ff. korrigierten Angaben des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2011 zusammen und ist auch auf der Internetseite des Konzerns unterwww.adidas-Group.de/geschaeftsberichte veröffentlicht. Korrekturen nach IAS 8Bei Reebok India Company (im Weiteren auch „Reebok Indian) wurden im März 2012 zahlreiche finanzielle Unregelmäßigkeiten identifiziert. Infolgedessen wurden die Dienstverhältnisse mit dem damaligen Geschäftsführer und dem Chief Operating Officer gekündigt und ein neuer Geschäftsführer eingesetzt. Reebok India hat unverzüglich nach Kenntnisnahme der oben erwähnten finanziellen Unregelmäßigkeiten eine durch externe Parteien unterstützte interne Untersuchung durchgeführt und Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Aufgrund dessen hat die für Wirtschaftsdelikte zuständige Abteilung der Polizei in Gurgaon Ermittlungen aufgenommen. Zusätzlich führen eine Vielzahlweiterer Aufsichtsbehörden konkrete Ermittlungen in unterschiedlichen Aspekten des Falls durch. Die Hauptergebnisse der internen Untersuchung beinhalten eine teilweise nicht sachgerechte Erfassung der Umsatzerlöse aufgrund von Unregelmäßigkeiten im Bereich der Periodenabgrenzung, das Unterlassen der Verbuchung von Warenrücklieferungen sowie eine unsachgemäße oder unterlassene Verbuchung von Gutschriften hinsichtlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Dies resultierte ebenfalls in einer signifikanten Überbewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie einer wesentlich fehlerhaften Bilanzierung der Vorräte und Rückstellungen. Während des Untersuchungsverfahrens hat das neue Management auch die Existenz von vier geheimen Lagerhäusern, die nicht in der offiziellen Buchführung ausgewiesen wurden, entdeckt. Des Weiteren ergaben die Ermittlungen, dass Reebok India unsachgerechte Vorgehensweisen zur künstlichen Verminderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen angewandt hat. Die Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass seit einigen Jahren Scheinumsätze und -gewinne berichtet wurden. Die Aufdeckung dieser Aktivitäten führte zur Feststellung wesentlicher Fehler in den Abschlüssen von Reebok India. Diese Fehler führten auch dazu, dass die Konzernabschlüsse der adidas AG für das Geschäftsjahr 2011 und frühere Geschäftsjahre wesentliche falsche Angaben enthalten, die nach IAS 8.41 ff. zu korrigieren sind. Die Korrekturen sind im vorliegenden Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 reflektiert worden, indem die Vergleichszahlen für das Jahr 2011 geändert wurden und, soweit frühere Berichtsperioden betroffen sind, die Eröffnungsbilanz des Jahres 2011 berichtigt worden ist. Die nachfolgenden Tabellen geben einen Überblick über die Auswirkung aller durchgeführten Korrekturen: Korrektur der Konzerneröffnungsbilanz (IFRS) zum 1. Januar 2011der adidas AG(in Mio. €) scroll
Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. Korrektur der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung (IFRS) für das Geschäftsjahr 2011der adidas AG(in Mio. €) scroll
Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. Korrektur der Konzernbilanz (IFRS) zum 31. Dezember 2011der adidas AG(in Mio. €) scroll
Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. Korrektur der Konzernkapitalflussrechnung (IFRS) für das Geschäftsjahr 2011der adidas AG(in Mio. €) scroll
Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. Die das Geschäftsjahr 2011 betreffenden Korrekturen erforderten darüber hinaus eine Anpassung der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung sowie der angegebenen Vergleichszahlen für 2011 im Konzernanhang. Zudem war eine Korrektur der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung zum Zeitpunkt der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2011 erforderlich. Im Wesentlichen waren die folgenden Fehler zu korrigieren: a) Manipulation der Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Reebok India hat zum 31. Dezember 2011 und in früheren Geschäftsjahren durch verschiedene Praktiken die Umsatzerlöse sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über- und die Vorräte unterbewertet ausgewiesen. Dies geschah durch folgende Praktiken:
Infolge der oben genannten Maßnahmen wurden darüber hinaus die Wertberichtigungen auf Vorräte und die Rückstellungen für Warenrücklieferungen fehlerhaft ermittelt. Die Auswirkung auf die Konzerneröffnungsbilanz zum 1. Januar 2011 und die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011 ist der folgenden Tabelle zu entnehmen: Auswirkung auf den Konzernabschluss (in Mio. €) scroll
b) Fiktive Zahlungseingänge Reebok India hat fiktive Zahlungseingänge fürausstehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verbucht. Dies erforderte Absprachen mit Geschäftspartnern, wonach Reebok India den Geschäftspartnern im Januar 2011 Gelder überwiesen hat, während zum gleichen Zeitpunkt auf Dezember 2010 rückdatierte Schecks von besagten Partnern empfangen worden sind. Des Weiteren hat Reebok India in 2011 ein Programm initiiert, um weitere Franchisegeschäfte zu eröffnen. Die in diesem Rahmen von den Investoren zu erbringenden Vorauszahlungen wurden anstatt einer finanziellen Verbindlichkeit gegenüber den Investoren als Geldeingang von verschiedenen ausstehenden Kundenforderungen erfasst. Die erforderlichen Korrekturen führten zu einem Rückgang derflüssigen Mittel in Höhe von 5 Mio. €, einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 27 Mio. €, einem Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 11 Mio. € sowie der sonstigen kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten um 11 Mio. € in der Konzerneröffnungsbilanz zum 1. Januar 2011. Im Hinblick auf die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011 führten die Korrekturen zu einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 6 Mio. €. c) Nicht verbuchte Verbindlichkeiten und Rückstellungen Eine signifikante Anzahl von Lieferantenrechnungen und Rückstellungen für Verpflichtungen gegenüber Geschäftspartnern wurde nicht verbucht. Dies beinhaltete u.a. zugesagte nachträgliche Rabatte sowie Abfindungen für Ladenschließungen. Des Weiteren hat Reebok India Verträge mit Franchisenehmern, die aufgrund ihrer Vertragsgestaltung mit begrenzten Profitabilitätsvereinbarungen zugunsten der Franchisenehmer über die restliche Vertragslaufzeit Verluste verzeichnen werden, nicht bilanziell entsprechend als belastende Verträge berücksichtigt. Die Auswirkung auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 ist der folgenden Tabelle zu entnehmen: Auswirkung auf den Konzernabschluss (in Mio. €) scroll
d) Geschäfts- oder Firmenwerte Nach Abzug der überhöhten Umsätze und Gewinne in den in Vorjahren erstellten Geschäftsplänen hätte sich ein Wertminderungsbedarf in vollständiger Höhe des auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Großhandel Indien zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts ergeben. Aufgrund dessen wurde der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 27 Mio. € in der Konzerneröffnungsbilanz zum 1. Januar 2011 wertgemindert. e) Latente Steueransprüche Reebok India hat zum 31. Dezember 2010 bzw. zum 31. Dezember 2011 latente Steueransprüche in Höhe von 7 Mio.€ und 9 Mio.€ erfasst. Nach Abzug der überhöhten Umsätze und Gewinne in den in Vorjahren erstellten Geschäftsplänen hätte sich ein Geschäftsplan ergeben, der die Wahrscheinlichkeit der Realisierung der latenten Steueransprüche nicht unterstützt. Die erforderlichen Korrekturen führten zu einem Rückgang der latenten Steueransprüche in der Konzerneröffnungsbilanz zum 1. Januar 2011 in Höhe von 7 Mio. €. Im Hinblick auf die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011 führten die Korrekturen zu einem Rückgang der latenten Steueransprüche in Höhe von 9 Mio.€ und zu einem um 4 Mio. € erhöhten Steueraufwand, da die Ansatzvoraussetzungen für latente Steueransprüche nicht mehr erfüllt waren. f) Sonstige Korrekturen Der Ansatz einiger zum 31. Dezember 2011 und in früheren Berichtsperioden ausgewiesenen Bilanzposten konnte nicht gerechtfertigt werden. Aufgrund dessen wurden die entsprechenden Bilanzposten abgeschrieben. Abgeschriebene Bilanzposten (in Mio. €) scroll
Des Weiteren wurden die folgenden Umgliederungen innerhalb der Bilanz vorgenommen: Umgliederungen innerhalb der Konzernbilanz (in Mio. €) scroll
g) Nicht beherrschende Anteile 6,85% der Anteile an Reebok India werden von einem Minderheitsgesellschafter gehalten. Infolge der in dieser Erläuterung beschriebenen Korrekturen mussten die nicht beherrschenden Anteile ebenfalls angepasst werden. Ergebnis je Aktie Aufgrund der oben beschriebenen Korrekturen ist das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2011 von 3,20 € auf 2,93 € gesunken. |
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