Evonik Industries AG

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Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011

Zusammengefasster Lagebericht 2011

Bei diesem Lagebericht handelt es sich um einen zusammengefassten Lagebericht für den Evonik-Konzern und die Evonik Industries AG. Die für den Evonik-Konzern getroffenen Aussagen hinsichtlich der Entwicklung in den Segmenten gelten aufgrund der Einflüsse aus den Segmenten entsprechend für die Evonik Industries AG. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und der Einzelabschluss nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt.

Inhaltsverzeichnis

1.

Geschäft und Rahmenbedingungen

2.

Ertragslage

3.

Finanzlage

4.

Vermögenslage

5.

Forschung & Entwicklung

6.

Entwicklung in den Segmenten

7.

Entwicklung in den Regionen

8.

Wirtschaftliche Entwicklung der Evonik Industries AG

9.

Corporate Responsibility

10.

Nachtragsbericht

11.

Risikobericht

12.

Prognosebericht

Spitzenergebnisse erzielt - Wachstumsprojekte forciert

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Überblick

Sehr hohes Ergebnisniveau

2011 war ein sehr erfolgreiches Jahr für Evonik: Getragen von einer weltweit hohen Nachfrage nach unseren Produkten konnten wir die Ergebnisse nochmals deutlich steigern. Gleichzeitig haben wir den strategischen Umbau von Evonik zum reinen Spezialchemieunternehmen konsequent fortgeführt und unser Finanzprofil weiter verbessert.

Evonik erwirtschaftete 2011 die bisher höchsten operativen Ergebnisse. Hierzu steuerten alle Geschäftsbereiche zum Teil deutlich über dem Vorjahr liegende Ergebnisse bei. Die EBITDA-Marge konnten wir von 17,8 Prozent auf 19,0 Prozent verbessern. Zu der sehr guten Ergebnissituation haben die starke Nachfrage, die damit verbundene hohe Kapazitätsauslastung sowie Margenverbesserungen beigetragen. Unsere – insbesondere in der ersten Jahreshälfte zum großen Teil voll ausgelasteten – Produktionskapazitäten erweitern wir durch bereits in Betrieb genommene oder in Bau befindliche Kapazitäten, sodass wir von dem von uns erwarteten künftigen Wachstum unserer Märkte überproportional profitieren können. Das im Krisenjahr 2009 gestartete Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm On Track haben wir erfolgreich abgeschlossen. Dank schneller Umsetzung konnten wir das Ziel der jährlichen Einsparungen von 500 Millionen € erstmals Ende 2011 und damit ein Jahr früher als geplant erreichen. Hierdurch haben wir unsere Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu den Vorkrisenjahren deutlich verbessert.

Konsequente Konzentration auf Spezialchemie

Mit dem Umbau von Evonik zu einem reinen Spezialchemieunternehmen sind wir gut vorangekommen. In der Spezialchemie konzentrieren wir uns konsequent auf margenstarke Geschäfte mit attraktivem Wachstums- und Ertragspotenzial. Profitieren wollen wir dabei vor allem von den globalen Megatrends Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung. Dementsprechend haben wir unser Geschäft anhand dieser Megatrends neu geordnet, um noch näher am Markt operieren zu können.

Auch bei der Abgabe von Nichtkerngeschäften haben wir spürbare Fortschritte gemacht: So gaben wir im März 2011 die Mehrheit an unseren in der STEAG GmbH gebündelten Energieaktivitäten an ein deutsches Stadtwerke-Konsortium der Rhein-Ruhr-Region ab. Wir haben zudem verbindliche Regelungen vereinbart, im Zeitraum 2014 bis 2017 auch die restliche Beteiligung an der STEAG zu übertragen. Mittelfristig wollen wir uns ebenfalls von unseren Immobilienaktivitäten trennen und diese vollständig abgeben. Dazu bereiten wir derzeit die Zusammenführung der Immobiliengeschäfte von Evonik und der THS GmbH vor, die insgesamt über einen Bestand von rund 130.000 Wohneinheiten - konzentriert auf Nordrhein-Westfalen - verfügen. Darüber hinaus haben wir das Carbon-Black-Geschäft sowie kleinere Nichtkerngeschäfte verkauft.

Wachstumsprojekte forciert

Profitables Wachstum ist ein Kernelement unserer Strategie. Um der steigenden Nachfrage entsprechen zu können und unsere Marktpositionen zu stärken, haben wir 2011 wichtige Investitionsprojekte auf den Weg gebracht. Für den Ausbau unseres Spezialchemiegeschäfts - vorrangig in attraktiven Wachstumsmärkten – haben wir Gesamtinvestitionen von mehr als 6 Milliarden € in den nächsten fünf Jahren vorgesehen. Bedeutende Projekte sind beispielsweise der Bau eines neuen rückintegrierten Anlagenkomplexes für die Aminosäure DL-Methionin in Singapur, der 2014 in Betrieb gehen soll. In China wollen wir bis Ende 2013 einen neuen Produktionskomplex für Isophoron und Isophoron–Veredelungsprodukte sowie eine Produktionsanlage für Wasserstoffperoxid errichten. Zudem entsteht in Argentinien eine Produktionsanlage, die ab Ende 2012 Alkoholate als Katalysatoren für die Biodieselproduktion liefern soll.

Finanzprofil verbessert

2011 erwirtschafteten wir einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 1,3 Milliarden € und konnten die Nettofinanzschulden um 0,8 Milliarden € auf 0,8 Milliarden € zurückführen.

Unsere operativen und strategischen Erfolge wurden auch extern gewürdigt: Im Mai 2011 wurde unser Rating von den Agenturen Standard & Poor’s („BBB“ mit stabilem Ausblick) und Moody’s („Baa3“ mit positivem Ausblick) auf „Investment Grade“-Niveau angehoben.

Börsennotierung bleibt unser Ziel

Wie bereits im Frühjahr 2011 öffentlich bekanntgegeben planen unsere Eigentümer, Evonik zu einem börsennotierten Unternehmen zu machen. Evonik unterstützt diese Pläne ausdrücklich und hat die dafür erforderlichen Vorbereitungen so weit vorangetrieben, dass dieses Ziel, abhängig von den Entscheidungen der Eigentümer und insbesondere auch vorbehaltlich eines entsprechenden Kapitalmarktumfeldes, aus Sicht von Evonik umgesetzt werden kann.

Deutliche Geschäftsausweitung

Die erfolgreiche Geschäftsentwicklung des Jahres 2010 hat sich insbesondere im ersten Halbjahr 2011 verstärkt fortgesetzt, während gegen Jahresende in einigen Geschäften eine Abschwächung der Nachfrage erkennbar war. Insgesamt konnten wir den Umsatz im Jahr 2011 um 9 Prozent auf 14,5 Milliarden € steigern. Das organische Umsatzwachstum betrug 12 Prozent – es setzt sich zusammen aus 2 Prozentpunkten aus der Mengenausweitung und 10 Prozentpunkten aus der Anhebung der Verkaufspreise. Weitere Effekte auf den Umsatz waren Währungseinflüsse mit minus 1 Prozentpunkt sowie sonstige Effekte mit minus 2 Prozentpunkten. In dieser Position wirkte sich maßgeblich die im August 2011 erfolgte Entkonsolidierung des Carbon-Black-Geschäfts aus.

Umsatzveränderung 2011 gegenüber 2010

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Menge 2%
Preis 10%
Währung -1%
Sonstige Effekte -2%
Gesamt 9%

Operative Ergebnisse weiter gesteigert

Dank der starken Mengennachfrage waren unsere Produktionsbetriebe vor allem in der ersten Jahreshälfte 2011 zum großen Teil voll ausgelastet. Gegen Jahresende wurden die Anlagen entsprechend der Nachfrageentwicklung weitgehend wieder auf Normalniveau zurückgefahren. Die operativen Ergebnisse konnten wir infolge der gestiegenen Mengen, der vorteilhaften Kapazitätsauslastung, erfolgreicher Kostensenkungen sowie der höheren Verkaufspreise nochmals verbessern: Das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (EBITDA) wuchs um 17 Prozent auf 2,8 Milliarden €; die EBITDA-Marge nahm aufgrund des überproportionalen Ergebnisanstiegs von 17,8 Prozent auf 19,0 Prozent zu. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen (EBIT) kletterte um 28 Prozent auf 2,1 Milliarden €. Alle Segmente steuerten hierzu höhere Ergebnisse bei. Das EBIT der sonstigen Aktivitäten betrug minus 404 Millionen € gegenüber minus 420 Millionen € im Vorjahr. Hierin enthalten sind unter anderem die Aufwendungen für das Corporate Center, die strategische Forschung sowie Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation früherer Erwerbe von Unternehmen.

EBIT (vor Sondereinflüssen) nach Segmenten

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2011 2010 Veränd.
Mio. € Mio. € in %
Consumer, Health & Nutrition 917 853 7
Resource Efficiency 611 569 7
Specialty Materials 748 469 59
Services 56 28 101
Real Estate 171 140 21
Corporate, andere Aktivitäten -404 -420 4
Evonik 2.099 1.639 28

Vorjahreszahlen angepasst.

Umsatz und Überleitung vom EBITDA zum Konzernergebnis

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2011 2010 Veränd.
Mio. € Mio. € in %
Umsatz 14.540 13.300 9
EBITDA (vor Sondereinflüssen) 2.768 2.365 17
Betriebliche Abschreibungen -669 -726
EBIT (vor Sondereinflüssen) 2.099 1.639 28
Neutrales Ergebnis fortgeführter Aktivitäten -175 -236
Zinsergebnis -381 -428
Ergebnis vor Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten 1.543 975 58
Ergebnis vor Ertragsteuern nicht fortgeführter Aktivitäten -42 73
Ergebnis vor Ertragsteuern (gesamt) 1.501 1.048 43
Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten -451 -175
Ertragsteuern nicht fortgeführter Aktivitäten -36 -80
Ergebnis nach Steuern 1.014 793 28
Ergebnis anderer Gesellschafter -3 -59
Konzernergebnis 1.011 734 38

Konzernergebnis erheblich verbessert

Das neutrale Ergebnis von minus 175 Millionen € ist ein Saldo von nicht operativen Aufwendungen und Erträgen mit einmaligem bzw. seltenem Charakter. Wesentliche Posten betrafen Wertminderungen unter anderem auf Sachanlagen im Segment Resource Efficiency aufgrund einer Nachfrageabschwächung und im Segment Specialty Materials infolge bestehender Überkapazitäten sowie im Zusammenhang mit Unternehmensverkäufen. Zudem sind Aufwendungen für den Verkauf von Beteiligungen und für Restrukturierungen enthalten. Sonstiges umfasst unter anderem einen Ertrag aus der Bilanzierung der Put- und der Call-Option für die 49- prozentige Beteiligung an der STEAG. Im Vorjahreswert von minus 236 Millionen € waren hauptsächlich Aufwendungen für Restrukturierungen, Wertminderungen und Pensionen enthalten.

Neutrales Ergebnis

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2011 2010
Mio. € Mio. €
Restrukturierungen -30 -64
Wertminderungen / Wertaufholungen -131 -72
Kauf / Verkauf von Beteiligungen -33 0
Sonstiges 19 -100
Neutrales Ergebnis fortgeführter Aktivitäten -175 -236

Das Zinsergebnis verbesserte sich hauptsächlich infolge höherer Zinserträge sowie geringerer Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen auf minus 381 Millionen €. Das Ergebnis vor Ertragsteuern der fortgeführten Aktivitäten konnten wir um 58 Prozent auf 1.543 Millionen € steigern. Das Ergebnis vor Ertragsteuern der nicht fortgeführten Aktivitäten von minus 42 Millionen € betraf vor allem das ehemalige Geschäftsfeld Energie und hier im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Abgabe des 51-Prozent-Anteils an der STEAG. Der Vorjahreswert von 73 Millionen € enthielt maßgeblich das laufende Ergebnis des ehemaligen Geschäftsfelds Energie sowie Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit dem Abgang der Energieaktivitäten. Insgesamt stieg das Ergebnis vor Ertragsteuern um 43 Prozent auf 1.501 Millionen €. Die Ertragsteuerquote liegt mit 32 Prozent im Wesentlichen bedingt durch steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen im Zusammenhang mit Veräußerungen von Nichtkerngeschäften über der erwarteten Konzernsteuerquote von 30 Prozent. Die Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis verringerten sich infolge der Entkonsolidierung der STEAG deutlich auf 3 Millionen €. Das Konzernergebnis steigerten wir dank der erfolgreichen operativen Geschäftsentwicklung um 38 Prozent auf 1.011 Millionen €.

Wirtschaftliches Umfeld

Schwellenländer stützen Wachstum der Weltwirtschaft

Nach der dynamischen Erholung im Jahr 2010 hat sich das Wachstum der Weltwirtschaft 2011 insgesamt deutlich verlangsamt. Das hohe Wachstumstempo des ersten Halbjahres 2011 konnte im Jahresverlauf nicht aufrechterhalten werden. Ausgelöst durch zunehmende Unsicherheiten bezüglich der Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone und einer langsamer als erwartet wachsenden US-Wirtschaft, kam es im zweiten Halbjahr zu einer deutlichen Abschwächung des Wachstums. Darüber hinaus war das Jahr 2011 durch politische Konflikte und Naturkatastrophen gekennzeichnet. Das globale Bruttoinlandsprodukt konnte auf Jahressicht dennoch um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen.

Wesentliche Wachstumstreiber der Weltwirtschaft waren im Jahr 2011 die Schwellenländer Asiens, angeführt von China (plus 9,2 Prozent), das trotz einer restriktiveren Geldpolitik und dämpfender Maßnahmen am Immobilienmarkt ein hohes Wachstum erzielen konnte. Darüber hinaus war Indien ein wesentlicher Wachstumsgarant, der zwar durch einen Rückgang der Investitionen eine Abschwächung des Wachstums gegenüber 2010 verzeichnen musste, jedoch nach wie vor eine starke Expansion der Wirtschaftsleistung erfuhr (plus 6,8 Prozent).

Die Schwellenländer Südamerikas konnten 2011 mit plus 3,8 Prozent weniger zum globalen Wachstum beitragen als noch 2010 (plus 5,9 Prozent). Insbesondere der Wachstumsmotor der Region, Brasilien, erlebte eine Abkühlung. Eine starke Währung und eine restriktive Kreditvergabe reduzierten das stark von Rohstoffexporten getriebene Wachstum des Landes deutlich von 7,5 Prozent im Jahr 2010 auf 2,9 Prozent im Jahr 2011.

In den Industrienationen (OECD-Länder) hat sich das Wachstumstempo nach der konjunkturellen Erholung 2010 im Jahr 2011 wieder deutlich abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt in den OECD-Staaten stieg lediglich um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Signifikant für fast alle Industriestaaten war im Jahr 2011 eine deutliche Verlangsamung des Wachstums nach dem ersten Quartal. Insbesondere in der Euro-Zone (plus 1,5 Prozent) führte die anhaltende Schuldenproblematik der südeuropäischen Staaten zu einem geringen Wachstum, wobei in einzelnen Ländern der Euro-Zone, wie Portugal (minus 1,5 Prozent) und Griechenland (minus 6,8 Prozent), die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr sogar zurückging. Deutschland konnte sich durch seine Exportstärke in den Wachstumsmärkten und einen stabilen privaten Konsum, insbesondere in der ersten Jahreshälfte, den negativen Entwicklungen im Euro-Raum entziehen. Mit einem Wachstum von 3,0 Prozent war Deutschland wesentlicher Wachstumstreiber in der Euro-Zone. In den USA (plus 1,8 Prozent) hat sich die konjunkturelle Erholung gegenüber 2010 ebenfalls deutlich abgeschwächt. Insbesondere der stagnierende Arbeitsmarkt und die geringe Belebung am Häusermarkt führten dort zu einem deutlich geringeren Wachstum als vor Jahresfrist erwartet. Japan wurde im Jahr 2011 von einer Katastrophe mit weitreichenden Folgen für das Wirtschaftswachstum heimgesucht. Durch den nahezu kompletten Stillstand der japanischen Industrieproduktion befand sich die Wirtschaft zum Ende des Jahres 2011 immer noch in der Rezession. Insgesamt ging die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent zurück.

Entwicklung der Spezialchemie und bedeutender Abnehmerbranchen

Die globale Industrieproduktion ist auch im Jahr 2011 stärker als das Bruttoinlandsprodukt gewachsen. Gegenüber der starken Erholung im Jahr 2010 (plus 8,1 Prozent) im Nachgang zur Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 hat sich das Wachstumstempo jedoch abgeschwächt (plus 3,8 Prozent). Wesentlicher Treiber der globalen Industrieproduktion war weiterhin das nach wie vor hohe Wachstum in China (plus 13,4 Prozent).

In den Industrienationen litt auch die Industrieproduktion unter der zunehmenden Unsicherheit der Konsumenten und Unternehmen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung. Ein massiver Abbau der Lager in vielen Industriezweigen bremste die Industrieproduktion zum Ende des Jahres deutlich. Die Unsicherheiten in Europa erreichten zum Jahresende auch das Wachstum der Industrieproduktion in Asien, das sich deutlich verlangsamte.

In den einzelnen Abnehmerbranchen gab es im Jahr 2011 deutlich unterschiedliche Entwicklungen. Insbesondere in der Automobilindustrie fand eine Normalisierung des Wachstums gegenüber dem außergewöhnlich guten Jahr 2010 statt. Getrieben von der asiatischen Nachfrage konnte die Industrie real um 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Ähnliche Entwicklungen waren in der Elektroindustrie (plus 6,3 Prozent) und der Informations- und Kommunikationstechnologieindustrie (plus 4,0 Prozent) zu verzeichnen. Trotz der aufkommenden Verunsicherung der privaten Konsumenten verzeichneten die Nahrungsmittelindustrie (plus 3,8 Prozent) und die Körperpflegeindustrie (plus 6,0 Prozent) weiterhin ein Wachstum auf hohem Niveau. Während auch die globale Bauindustrie im Jahr 2011 einen deutlichen Anstieg (plus 3,9 Prozent) verzeichnete, erfuhr die Farben- & Lackindustrie nur eine vergleichsweise geringe Zunahme (plus 1,2 Prozent).

In der globalen Spezialchemie kam es nach einem hohen Wachstum 2010 ebenfalls zu einer Normalisierung. Aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung in der Chemieindustrie der Industrieländer konnte das Wachstumstempo des Jahres 2010 nicht aufrecht erhalten werden. Außerdem schwächte sich die Industrieproduktion im zweiten Halbjahr ab. Aufgrund des sehr guten Starts in das Jahr 2011 ergab sich insgesamt ein reales Wachstum von 4,8 Prozent gegenüber 2010. Gestiegene Rohstoffkosten führten im ersten Halbjahr darüber hinaus zu einem deutlichen Preisanstieg, der global zu einem starken Umsatzwachstum in der Spezialchemie führte. Die Spezialchemie folgte im Wesentlichen ihren wichtigen Abnehmerindustrien und konnte insbesondere in Asien ein deutliches Wachstum erzielen. Aufgrund der gedämpften Zunahme der nicht exportorientierten Industrieproduktion in der Euro-Zone verlangsamte sich das Wachstum in der Spezialchemie hier besonders deutlich.

Entwicklung der Rohstoffpreise und Währungen

Der Rohölpreis der Sorte Brent hat sich im Jahr 2011 sehr volatil entwickelt, im Jahresdurchschnitt war dieses Rohöl mit 111 US-$ per Barrel deutlich teurer als im Vorjahr (plus 40 Prozent). Durch die gute konjunkturelle Entwicklung zu Beginn des Jahres und angebotsseitige Risiken verteuerte sich der Rohölpreis auf bis zu 123 US-$ im Monatsdurchschnitt. Die Risiken einer globalen Konjunkturabschwächung führten ab Mitte 2011 wieder zu einer deutlichen Entspannung. Der Euro hat sich aufgrund der europäischen Staatsschuldenkrise zum Jahresende gegen die langfristigen Aufwertungstendenzen entwickelt und stand unter erhöhtem Druck. Der durchschnittliche Jahreskurs gegenüber dem US-Dollar betrug 1,39 €.

Branchenentwicklung: Wohnimmobilien

Der deutsche Wohnungsmarkt entwickelt sich insgesamt dynamisch: Seit 2010 ziehen Mieten, Immobilientransaktionen und -preise sowie die Zahl der Baugenehmigungen und der Baufertigstellungen an. Langfristig orientierte Investoren sind unter dem Gesichtspunkt der Risikostreuung und der aktuellen Euro-Krise wieder verstärkt an einer Erhöhung ihrer Immobilienquote interessiert. Das führte dazu, dass 2011 insgesamt 213 Wohnungspakete mit zusammen rund 82.600 Einheiten verkauft wurden. Beide Werte stiegen damit um mehr als 50 Prozent gegenüber ihren jeweiligen Vergleichswerten von 2010. Getragen wurde der Aufschwung vor allem vom Handel kleinerer Wohnungspakete mit jeweils weniger als 800 Einheiten.

Die Nachfrage nach Wohnraum ist unmittelbar an die Zahl der Privathaushalte sowie deren verfügbares Einkommen gekoppelt. Die Anzahl der Haushalte steigt wegen der fortwährenden Verkleinerung der durchschnittlichen Haushaltsgröße insgesamt weiter an - auch wenn sich die Situation in einzelnen Städten und Gemeinden sehr unterschiedlich darstellt. Die Nettokaltmieten für Wohnraum entwickelten sich regional ebenfalls unterschiedlich, insgesamt stieg die durchschnittliche Miete im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent. Im Wohnungsbau setzte sich 2011 die Trendwende fort. Mit 225.000 genehmigten Wohneinheiten (Vorjahr: 192.000) lag die Zahl der Baugenehmigungen deutlich höher als im Vorjahr. Wegen der zeitlichen Verzögerung zwischen Genehmigung und Fertigstellung ist nach dem absoluten Tiefpunkt im Jahr 2009 mit 143.000 fertiggestellten Wohneinheiten auch 2011 noch nicht mit einem Ergebnis oberhalb der Marke von 200.000 Fertigstellungen zu rechnen, sondern erst ab 2012. Günstige Koordinaten für die weitere Entwicklung des deutschen Wohnungsmarktes sind stabile Einkommen, niedrige Bauzinsen, die staatlichen Programme zur Gebäudesanierung und eine hohe Wohnungsnachfrage in prosperierenden Regionen.

Geschäft

Unternehmensstrategie zielt auf profitables Wachstum

Evonik ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie. Darüber hinaus bestehen Beteiligungen bei Wohnimmobilien und in der Energie. Profitables Wachstum und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts stehen im Mittelpunkt unserer Strategie, die von unseren Anteilseignern RAG-Stiftung (74,99 Prozent) und Fonds des Finanzinvestors CVC Capital Partners (mittelbar 25,01 Prozent) unterstützt wird.

Mit unserer Spezialchemie konzentrieren wir uns auf wachstumsstarke Megatrends - insbesondere Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung - und erschließen attraktive Zukunftsmärkte. Dabei nutzen wir integrierte Technologieplattformen und entwickeln diese ständig weiter. Zu unseren Stärken zählen ein ausbalanciertes Spektrum an Arbeitsgebieten, Endmärkten und regionaler Präsenz sowie die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Unseren ehrgeizigen Wachstumskurs wollen wir in den nächsten Jahren konsequent fortsetzen und unsere führenden Markt- und Technologiepositionen weiter ausbauen. Gleichzeitig stärken wir unsere Aktivitäten in wirtschaftlich attraktiven Regionen. Als wichtigen Motor für künftiges Wachstum sehen wir unsere marktorientierte Forschung & Entwicklung. Die kontinuierliche Verbesserung der Kostenposition hat im Evonik-Konzern ebenfalls einen hohen Stellenwert.

Marktorientierte Struktur

Entsprechend der Ausrichtung unserer Strategie auf die Megatrends Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung haben wir unser Geschäft neu geordnet1. Unsere in sechs Geschäftsbereichen zusammengefassten operativen Spezialchemieaktivitäten sind nun den drei Segmenten Consumer, Health & Nutrition, Resource Efficiency und Specialty Materials zugeordnet. In dieser neuen Segmentstruktur werden die Spezialchemieaktivitäten von Evonik entsprechend gleichartiger Themen und langfristiger Erfolgsfaktoren ausgerichtet. Das Segment Services erbringt vor allem Konzerndienstleistungen für die operativen Chemiegeschäfte sowie das Corporate Center. Im Segment Real Estate führen wir unsere Beteiligungen an den Immobilienaktivitäten. Das Corporate Center unterstützt den Konzernvorstand bei der strategischen Steuerung des Unternehmens. Die Vorjahreszahlen wurden an die neue Struktur angepasst.

1 Siehe hierzu auch Textziffern (1) und (9.1) im Anhang.

Schlanke Organisation

Um Evonik insgesamt noch transparenter und beweglicher zu machen, verringern wir die Komplexität unseres Konzerns weiter. Hierzu planen wir, wichtige Legaleinheiten in Deutschland gesellschaftsrechtlich zusammenzuführen. Als ersten Schritt haben wir zum 1. August 2011 die Führung sämtlicher Betriebe der Evonik Degussa GmbH, Evonik Goldschmidt GmbH, Evonik Oxeno GmbH, Evonik Röhm GmbH und Evonik Stockhausen GmbH auf die Evonik Industries AG übertragen. Damit verbunden gingen auch die Mitarbeiter der Gesellschaften auf die Evonik Industries AG über. Weitere Gesellschaften werden am 1. April 2012 folgen. Durch die Betriebsführungsverträge ist die Evonik Industries AG bereits heute einheitlicher Arbeitgeber für alle Mitarbeiter der betroffenen Einheiten - die Mitbestimmungsstrukturen wurden entsprechend angepasst. Gleichzeitig stärkt Evonik seinen einheitlichen Auftritt gegenüber Kunden und Geschäftspartnern sowie am Arbeitsmarkt.

Vorstand erweitert

Um die Nähe zwischen Vorstand und operativem Geschäft zu stärken, wurden zum 1. April 2011 die Herren Patrik Wohlhauser, Dr. Thomas Haeberle und Dr. Dahai Yu zu weiteren Vorstandsmitgliedern bestellt. Die mit der neuen Struktur einhergehende direkte Führung des operativen Geschäfts durch den Evonik-Vorstand ermöglicht eine Straffung der Entscheidungsstrukturen und damit eine Beschleunigung der Prozesse. Zum 1. September 2011 wurde Herr Thomas Wessel zum Mitglied des Vorstandes und zum Arbeitsdirektor bestellt, er folgt in beiden Funktionen Herrn Ralf Blauth, der zum 31. August 2011 vorzeitig in den Ruhestand ging.

Mehrheit an der STEAG GmbH verkauft

Am 2. März 2011 haben wir den im Dezember 2010 unterzeichneten Kaufvertrag über 51 Prozent der Anteile an der STEAG an ein deutsches Stadtwerke-Konsortium der Rhein-Ruhr-Region vollzogen. Damit erhält das Energiegeschäft die Möglichkeit, sein Wachstumspotenzial mit einem neuen Mehrheitsgesellschafter voll auszuschöpfen. Der vorläufige Kaufpreis für den 51 -prozentigen Anteil betrug 651 Millionen €. Aufgrund der vereinbarten Abgabe der Energieaktivitäten wurde das ehemalige Geschäftsfeld Energie im Jahresabschluss 2010 als nicht fortgeführte Aktivität dargestellt. Seit März 2011 wird der verbliebene 49-prozentige Anteil an der STEAG als At-Equity-Beteiligung ausgewiesen.

Im Zusammenhang mit dem Mehrheitsverkauf der STEAG wurde im Dezember 2010 eine vertragliche Regelung getroffen, durch die wir die 49-prozentige Beteiligung an der STEAG in fünf Jahren vollständig an das Stadtwerke-Konsortium abgeben können (Put-Option). Gleichzeitig hat das Konsortium die vertraglich festgelegte Option, ab dem 1. Januar 2014 die Beteiligung an der STEAG zu übernehmen (Call-Option). Die Put-Option wird als finanzieller Vermögenswert und die Call-Option als finanzielle Verbindlichkeit in der Bilanz gezeigt. Beide Optionen werden wie Finanzinstrumente behandelt und müssen regelmäßig bewertet werden, wobei zahlreiche Parameter einzubeziehen sind. Die Bewertungen werden sich bis zur Optionsausübung fortsetzen - die Erträge und Aufwendungen hieraus werden im neutralen Ergebnis gezeigt.

Zukunftsmodell für Immobilien erarbeitet

Gemeinsam mit der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) haben wir im September 2011 wichtige Vereinbarungen zur Umsetzung des Zukunftsmodells der Immobilienaktivitäten unterzeichnet. Durch die geplante Zusammenführung unseres Immobiliengeschäfts mit dem der THS, an der Evonik und die IG BCE indirekt zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind, wird das drittgrößte Wohnungsunternehmen in Deutschland entstehen. Um langfristig stabile Eigentumsverhältnisse herzustellen, beabsichtigt Evonik einen Anteil seiner Immobilienbeteiligung dem Treuhandvermögen (Contractual Trust Arrangement, CTA) zuzuführen, das langfristige Pensionsansprüche der Mitarbeiter von Evonik absichert. Die RAG-Stiftung will sich ebenfalls an dem Immobilienunternehmen beteiligen. Im Rahmen der Konzentration auf die Spezialchemie planen wir mittelfristig die vollständige Abgabe unserer Immobilienbeteiligung.

Seit dem 1. Januar 2012 haben Evonik und THS die Bewirtschaftung ihres Wohnungsbestands in dem Gemeinschaftsunternehmen Vivawest Wohnen GmbH gebündelt.

Aktives Portfoliomanagement

Aktives Portfoliomanagement verbunden mit effizienter Kapitalallokation hat in unserem Konzern einen hohen Stellenwert: Wir investieren nur in Geschäfte, von denen wir uns nachhaltiges, profitables Wachstum versprechen. Von Aktivitäten, die nicht mehr zu unserer Strategie passen oder unsere Renditevorgaben nicht mehr erfüllen, trennen wir uns.

Mit gezielten Akquisitionen ergänzen wir unser Portfolio in Bezug auf Produkte, Märkte und Technologien. So haben wir 2011 zur Verstärkung unserer führenden Marktpositionen im Segment Consumer, Health & Nutrition das RESOMER® Geschäft von der Boehringer Ingelheim-Gruppe, Ingelheim, das Pharmageschäft von SurModics Pharmaceuticals Inc., Birmingham (Alabama, USA), sowie das Geschäft der hanse-chemie-Gruppe, Geesthacht, erworben. Zur Ergänzung des Segments Resource Efficiency haben wir die Aktivitäten der norwegischen FESIL Sunergy AS von der FESIL AS, Trondheim (Norwegen), übernommen. Außerdem haben wir im Segment Specialty Materials die Nordamerika-Position unseres Wasserstoffperoxidgeschäfts durch den Kauf einer Produktionsanlage in Kanada von der Kemira Chemicals Canada Inc., Maitland (Ontario, Kanada), verstärkt.

Im Zuge der Konzentration auf die Spezialchemie haben wir Ende Juli 2011 aus dem Segment Resource Efficiency das Carbon-Black-Geschäft an eine Beteiligungsgesellschaft von Investmentfonds, die von Rhône Capital LLC, New York (NY, USA), und von Triton Partners, St. Helier (Jersey, Kanalinseln), verwaltet und beraten werden, verkauft. Der Transaktionswert belief sich inklusive zu übernehmender Verpflichtungen auf mehr als 900 Millionen €. Das Carbon-Black-Geschäft wurde bis Ende Juli 2011 vollkonsolidiert. Da der Verkauf rückwirkend zum 1. Januar 2011 erfolgte, stand uns das anteilige Jahresergebnis des Carbon-Black-Geschäfts nicht mehr zu und wurde über das neutrale Ergebnis korrigiert. Ebenfalls Ende Juli 2011 wurde aus dem Segment Resource Efficiency das Geschäft mit Plastikadditiven und Plastisolen an Kaneka Belgium N.V., Westerlo-Oevel (Belgien), verkauft.

Evonik übernimmt Verantwortung

Nachhaltiges Wirtschaften und verantwortungsvolles Handeln sind Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen – auch von Evonik. Wir übernehmen weltweit Verantwortung für unsere Geschäfte, unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft. Das ist für uns Corporate Responsibility (CR). Als Bestandteil der Konzernstrategie greift unsere CR-Strategie Megatrends – wie Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz und Globalisierung - sowie ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen auf und unterstützt die Entwicklung neuer Geschäfte. So leisten wir mit unseren Produkten und Technologien einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft und stärken gleichzeitig unsere Marktpositionen. Auf dieser strategischen Grundlage bauen wir unsere CR-Aktivitäten konsequent aus und berichten der Öffentlichkeit darüber.

Effizienzsteigerungsprogramm On Track vorzeitig erfolgreich beendet

Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise hatten wir Anfang 2009 das Effizienzsteigerungsprogramm On Track mit dem Ziel gestartet, unsere Kosten zunächst kurzfristig und zusätzlich bis Ende 2012 dauerhaft um die Größenordnung von 500 Millionen € zu senken. Alle wesentlichen Prozesse und Kostenpositionen im Konzern wurden hierbei auf den Prüfstand gestellt. Dank schneller Umsetzung konnten wir das Ziel der jährlichen Einsparungen bereits Ende 2011 erstmals erreichen. On Track hat somit in den vergangenen Jahren einen ganz wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Evonik geleistet. Darüber hinaus hat sich durch die Umsetzung der Maßnahmen und Methoden zur stetigen Optimierung im gesamten Unternehmen bei den Mitarbeitern eine Performance-Kultur fest etabliert. Zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit werden wir weiterhin an der nachhaltigen Effizienzsteigerung des Unternehmens arbeiten.

Weltweite Aktivitäten

Evonik ist weltweit tätig und betreibt Produktionsanlagen in 26 Ländern. Die größten Produktionsstandorte wie Marl, Wesseling, Rheinfelden, Antwerpen (Belgien), Mobile (Alabama, USA) und Schanghai (China) produzieren auf Basis von integrierten Technologieplattformen für mehrere Geschäftsbereiche. Dies ermöglicht eine hervorragende Verwertung der Stoffströme, da Nebenprodukte aus einer Produktion als Rohstoff für eine andere Produktion eingesetzt werden. Die Folge ist eine optimale Ausbeute der Ressourcen und damit eine hohe Wertschöpfung. Auch Energieversorgung und Infrastruktur eines Standorts können kosteneffizient von allen ansässigen Geschäftsbereichen genutzt werden. Aus logistischen oder produktionstechnischen Gründen betreiben wir einige Produktionsanlagen in der Nähe oder auf dem Gelände unserer Kunden (Fence-to-Fence-Anlagen). Darüber hinaus gibt es zahlreiche kleinere Evonik-Standorte, die nur für jeweils einen Geschäftsbereich produzieren.

Effiziente Beschaffung

Die Beschaffung ist ein essenzieller Bestandteil der Wertschöpfungskette, daher erachten wir eine intensive organisations- und funktionsübergreifende Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen als unabdingbar. Mit innovativen Konzepten und globalen Strategien haben wir auch 2011 neue Wege beschritten und dadurch eine optimierte Versorgung sicherstellen können. Gleichzeitig konnten wir potenzielle Beschaffungsrisiken weiter verringern. Durch die stetige Verbesserung wesentlicher Prozesse wollen wir die Effizienz der Beschaffung weiter erhöhen.

Die Erschließung neuer Märkte sowie die weitere Sicherung der Versorgung werden auch in Zukunft wichtige Kernaufgaben darstellen. Dabei sind wir uns unserer Verantwortung innerhalb der Lieferkette bewusst. Themen wie Qualität, Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz und Corporate Responsibility stellen einen festen Bestandteil der Beschaffungsstrategie dar.

Vor dem Hintergrund der langfristigen Sicherung unserer Rohstoffbeschaffung haben wir entschieden, uns aktiv an den Vorbereitungen zur Gründung der vom Bundesverband der Deutschen Industrie ins Leben gerufenen „Allianz zur Rohstoffsicherung“ zu beteiligen.

Im Jahr 2011 hat Evonik Rohstoffe, Energieträger, technische Güter und Dienstleistungen im Wert von rund 9,4 Milliarden € eingekauft. Etwa 60 Prozent des Gesamteinkaufswerts entfallen dabei auf die Beschaffung von Rohstoffen. Für den Konzern stellen petrochemische Rohstoffe, insbesondere Steamcracker-Produkte und deren Derivate, mit mehr als 30 Prozent den größten Anteil der Rohstoffe dar.

Von den in unserer Produktion eingesetzten Rohstoffen waren im Jahr 2011 rund 10 Prozent regenerativer Herkunft, womit dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegen ist. Ein wesentlicher Teil dieser nachwachsenden Ausgangsstoffe geht in hochwertige Vorprodukte der Konsumgüterindustrie sowie fermentativ hergestellte Aminosäuren ein.

Nachdem die Rohstoffpreise in der ersten Jahreshälfte 2011 auf ein Rekordniveau gestiegen waren, fielen sie im zweiten Halbjahr wieder auf das Niveau vom Jahresbeginn zurück. Um dieser zunehmenden Volatilität entgegenzutreten, wird ein strukturierter Ansatz der Risikobewertung verfolgt, damit gezielte Maßnahmen zur Risikominimierung ergriffen werden können.

Wertorientierte Unternehmenssteuerung

Die Unternehmenssteuerung von Evonik erfolgt auf der Basis eines konsistenten, wertorientierten Kennzahlensystems. Diese Steuerungskennzahlen dienen der Beurteilung des wirtschaftlichen Erfolgs der operativen Geschäftseinheiten und des Konzerns. Die konsequente Ausrichtung an diesen Kennzahlen zielt auf die Steigerung des Unternehmenswerts durch Rentabilitätsverbesserung und profitables Wachstum ab.

Die Konzernstruktur erfordert Kennzahlen, die einerseits den Besonderheiten der einzelnen Geschäfte Rechnung tragen und andererseits konzernweit vergleichbar sind. Um die Zielsetzung profitablen Wachstums noch stärker und transparenter in den Fokus zu rücken, erfolgt die wertorientierte Steuerung von Evonik seit 2010 mit der Führungskennzahl EVA® (Economic Value Added). Weitere relevante Werttreiber und flankierende Kennzahlen zur Konzernsteuerung runden das Kennzahlensystem ab. Die Kennzahlen werden aus einheitlich definierten Erfolgskennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz abgeleitet.

Deutlich Wert geschaffen

Im Vergleich zu einer absoluten Ergebnisgröße erweitert der EVA® die Performance-Betrachtung um die Kapitalkosten, die mindestens verdient werden müssen. Der EVA® errechnet sich als Differenz zwischen EBIT und Kapitalkosten. Mit einem positiven EVA® schafft Evonik Wert (Value-Spread-Ansatz).

Die Kapitalkosten ergeben sich, indem man das durchschnittlich gebundene Kapital (Capital Employed) mit dem gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz multipliziert. Der Kapitalkostensatz stellt die risikoadjustierte Renditeanforderung dar und wird nach dem Capital Asset Pricing Model und dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital) ermittelt. Die Kapitalkosten spiegeln die mittelfristige interne Steuerungsperspektive wider. Der Kapitalkostensatz für den Evonik-Konzern betrug unverändert zum Vorjahr 9,5 Prozent vor Steuern.

2011 erwirtschaftete Evonik einen EVA® von 1.035 Millionen € und schaffte damit deutlich Wert. Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 434 Millionen € resultierte aus dem deutlichen Ergebnisanstieg bei nur leicht erhöhtem Kapitaleinsatz.

Höhere Kapitalverzinsung

Der Return on Capital Employed (ROCE) gibt an, wie sich das eingesetzte Kapital verzinst. Zur Errechnung wird das EBIT in ein Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed gesetzt.

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in Millionen € 2011 2010
EBIT (vor Sondereinflüssen) 2.099 1.639
Immaterielle Vermögenswerte 3.325 3.543
+ Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 5.799 5.882
+ Beteiligungen 995 602
+ Vorräte 1.635 1.480
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.861 1.781
+ Übrige unverzinsliche Vermögenswerte 782 397
– Unverzinsliche Rückstellungen -1.283 -1.080
– Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1.051 -929
– Übrige unverzinsliche Verbindlichkeiten -859 -749
= Capital Employed 1) 11.204 10.927
ROCE (EBIT / Capital Employed) in % 18,7 15,0

1) Jeweils Jahresdurchschnittswerte.

2011 hat sich das durchschnittliche Capital Employed leicht auf 11,2 Milliarden € erhöht. Hierzu trug der Zugang der 49-prozentigen Beteiligung an STEAG bei. Im Vorjahr waren die STEAG-Gesellschaften dagegen als nicht fortgeführtes Geschäft nicht in die Berechnung des Capital Employed einbezogen. Weiterhin wirkte sich ein höheres Umlaufvermögen im Zuge der Geschäftsausweitung erhöhend aus, während der Abgang des Carbon-Black-Geschäfts einen gegenläufigen Effekt hatte.

Dank der deutlichen Ergebnissteigerung verbesserte sich der ROCE von 15,0 Prozent auf 18,7 Prozent. Insbesondere in den drei operativen Chemiesegmenten erzielten wir eine weit überdurchschnittliche Verzinsung des gebundenen Kapitals. Der ROCE des Konzerns ist deutlich geringer, da im Capital Employed auch die aufgedeckten stillen Reserven aus dem Erwerb der Anteile an der ehemaligen Degussa AG sowie aus früheren Fusionen der ehemaligen Degussa AG enthalten sind. Diese waren in der in den Vorjahren geltenden Struktur dem ehemaligen Geschäftsfeld Chemie zugeordnet und werden in der neuen Segmentstruktur unter „Corporate, andere Aktivitäten“ ausgewiesen.

ROCE nach Segmenten

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in % 2011 2010
Consumer, Health & Nutrition 55,9 57,0
Resource Efficiency 29,5 25,7
Specialty Materials 43,9 28,8
Services 12,7 6,3
Real Estate 9,3 7,7
Evonik (einschl. Corporate, andere Aktivitäten) 18,7 15,0

Vorjahreszahlen angepasst.

Deutliche Margenverbesserung

Als relative Kennzahl gibt die EBITDA-Marge wichtige Hinweise für den internen und externen Vergleich der Geschäfte hinsichtlich Kostenstruktur und Ertragskraft. Da beim EBITDA Abschreibungen und Wertminderungen unberücksichtigt bleiben, kann die EBITDA-Marge auch näherungsweise als umsatzbezogene Cashflow-Rendite herangezogen werden.

2011 konnten wir die EBITDA-Marge aufgrund der gestiegenen Mengennachfrage, der daraus resultierenden hohen Kapazitätsauslastung sowie von Verkaufspreisanhebungen von 17,8 Prozent auf 19,0 Prozent steigern.

EBITDA-Marge nach Segmenten

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in % 2011 2010
Consumer, Health & Nutrition 25,7 26,8
Resource Efficiency 18,9 17,8
Specialty Materials 18,6 15,2
Services 14,6 13,2
Real Estate 53,2 47,3
Evonik (einschl. Corporate, andere Aktivitäten) 19,0 17,8

Vorjahreszahlen angepasst.

2. Ertragslage

Ergebnis fortgeführter Aktivitäten erheblich verbessert

Bei der Beurteilung der Ertragslage ist zu berücksichtigen, dass das Carbon-Black-Geschäft im Berichtsjahr aufgrund des Ende Juli 2011 vollzogenen Verkaufs nur mit sieben Monaten enthalten war, während es im Vorjahr zwölf Monate konsolidiert war. Der Umsatz des Evonik-Konzerns wuchs bei höheren Mengen und Preisen um 9 Prozent auf 14.540 Millionen €. Die Kosten der umgesetzten Leistungen nahmen um 9 Prozent auf 10.247 Millionen € zu. Dies ist vor allem auf die gestiegenen Rohstoffkosten zurückzuführen. So kletterte der konzernspezifische Rohstoffkostenindex regionenübergreifend um nahezu 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Preise für erdöl- und erdgasbasierte Rohstoffe erhöhten sich dabei um 20 Prozent bis 30 Prozent und die für wesentliche regenerative Rohstoffe um mehr als 50 Prozent. Das Bruttoergebnis vom Umsatz verbesserte sich um 11 Prozent auf 4.293 Millionen €. Die Aufwendungen für Vertrieb und Verwaltung nahmen unterproportional zum Umsatz um 6 Prozent auf 1.905 Millionen € zu. Um unsere Innovationsfähigkeit weiter zu stärken, erhöhten wir die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung um 8 Prozent auf 365 Millionen €.

Gewinn- und Verlustrechnung Evonik-Konzern

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in Millionen € 2011 2010
Umsatzerlöse 14.540 13.300
Kosten der umgesetzten Leistungen -10.247 -9.440
Bruttoergebnis vom Umsatz 4.293 3.860
Vertriebskosten -1.242 -1.198
Forschungs- und Entwicklungskosten -365 -338
Allgemeine Verwaltungskosten -663 -606
Sonstige betriebliche Erträge 1.021 968
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.207 -1.347
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten 1.837 1.339
Finanzergebnis -294 -364
Ergebnis vor Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten 1.543 975
Ertragsteuern -451 -175
Ergebnis nach Steuern fortgeführter Aktivitäten 1.092 800
Ergebnis nach Steuern nicht fortgeführter Aktivitäten -78 -7
Ergebnis nach Steuern 1.014 793
davon entfallen auf
Andere Gesellschafter 3 59
Gesellschafter der Evonik Industries AG (Konzernergebnis) 1.011 734

Vorjahreszahlen angepasst

Die sonstigen betrieblichen Erträge von 1.021 Millionen € umfassen unter anderem Erträge aus der Bewertung von Derivaten (273 Millionen €), aus der Währungsumrechnung monetärer Posten (272 Millionen €) sowie aus der Bewertung der Put-Option im Zusammenhang mit der Abgabe der STEAG-Beteiligung (102 Millionen €). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert um 53 Millionen € ist auf den erstmaligen Ausweis der Put-Option zurückzuführen, während die Erträge aus der Bewertung von Derivaten deutlich unter denen des Vorjahres lagen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 1.207 Millionen € betrafen unter anderem die Bewertung von Derivaten (287 Millionen €), die Währungsumrechnung monetärer Posten (233 Millionen €), Wertminderungen auf Vermögenswerte (172 Millionen €) sowie die Call-Option im Zusammenhang mit der Abgabe der STEAG-Beteiligung (82 Millionen €). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert um 140 Millionen € resultierte vor allem aus den geringeren Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten. Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten erhöhte sich um 37 Prozent auf 1.837 Millionen €.

Das Finanzergebnis verbesserte sich um 70 Millionen € auf minus 294 Millionen €. Dies resultiert insbesondere aus höheren Zinserträgen und geringeren Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen. Das Ergebnis vor Ertragsteuern der fortgeführten Aktivitäten stieg um 58 Prozent auf 1.543 Millionen €. Nach Abzug der deutlich höheren Ertragsteuern lag das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Aktivitäten mit 1.092 Millionen € um 37 Prozent über dem Vorjahreswert.

Deutlich höheres Konzernergebnis

Das Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Aktivitäten betrug minus 78 Millionen €. Es setzt sich zusammen aus dem laufenden Ergebnis des ehemaligen Geschäftsfelds Energie (16 Millionen €), Aufwendungen im Zusammenhang mit der Abgabe dieses Geschäfts (minus 106 Millionen €) und nachlaufenden Erträgen aus früheren Verkäufen von Randaktivitäten (12 Millionen €). Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 28 Prozent auf 1.014 Millionen €. Die Anteile anderer Gesellschafter am Nachsteuerergebnis verringerten sich von 59 Millionen € auf 3 Millionen €. Dies resultierte aus der Entkonsolidierung der STEAG-Gesellschaften, an deren Auslandsgesellschaften lokale Gesellschafter beteiligt waren. Insgesamt verbesserte sich das Konzernergebnis um 38 Prozent auf 1.011 Millionen €.

3. Finanzlage

Effektives Finanzmanagement

Wesentliche Ziele des Finanzmanagements sind die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit und die Begrenzung von Refinanzierungsrisiken für den Evonik-Konzern. Wir verfolgen eine zentrale Finanzierungsstrategie. Kredite und Anleihen werden im Regelfall durch die Evonik Industries AG oder durch die Finanzierungsgesellschaft Evonik Finance B.V., deren Verbindlichkeiten vollständig von der Evonik Industries AG garantiert werden, aufgenommen. Konzernbürgschaften bzw. –garantien für Verbindlichkeiten von Konzerngesellschaften werden zentral durch die Evonik Industries AG gestellt. Zur Reduzierung der externen Kreditaufnahmen werden Liquiditätsüberschüsse in einem Cashpool auf Konzernebene genutzt, um den Finanzbedarf in anderen Konzerngesellschaften zu decken. Evonik verfügt über ein flexibles Instrumentarium zur Absicherung der Kapitalerfordernisse aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionen und Tilgungen von Finanzschulden.

Rating Upgrade – Evonik erhält Investment-Grade-Einstufung

Evonik hat im Mai 2011 von den Ratingagenturen Standard & Poor’s („BBB“ mit stabilem Ausblick) und Moody’s („Baa3“ mit positivem Ausblick) Investment-Grade-Ratings erhalten und beabsichtigt, ein solides Investment-Grade-Rating auch langfristig aufrechtzuerhalten. Um das zu gewährleisten, soll das Verhältnis von bilanzieller Nettoverschuldung (einschließlich ungedeckter Pensionsverpflichtungen) zu EBITDA einen Zielwert von 2,5 nicht überschreiten. Zum Stichtag 31. Dezember 2011 betrug dieser Wert 1,7.

Nettofinanzverschuldung weiter gesenkt

Das Finanzvermögen erhöhte sich insbesondere dank der guten Geschäftsentwicklung und signifikanter Desinvestitionserlöse auf 2.063 Millionen €. Die bilanzielle Nettofinanzverschuldung2 ging entsprechend von 1.677 Millionen € zum Jahresende 2010 auf 843 Millionen € zurück.

Evonik hat einen Teil der freien liquiden Finanzmittel zur vorzeitigen Rückführung von Finanzverbindlichkeiten verwendet. Per Ende Juli 2011 haben wir die variabel verzinslichen Tranchen der 2009 emittierten Schuldscheindarlehen in Höhe von 92 Millionen € gekündigt und vorzeitig zurückgezahlt. Zudem wurde im November 2011 ein Teilrückkauf der Evonik Degussa-Anleihe (2003/2013) abgeschlossen. Institutionelle und private Investoren verkauften Anleihen mit einem Nominalvolumen von rund 157 Millionen € an Evonik. Die zurückgekauften Anteile sind eingezogen worden und reduzieren damit das Nominalvolumen der Evonik Degussa-Anleihe auf 1.093 Millionen €. Durch diese Transaktionen haben wir vorzeitig Schulden abgebaut und unsere zukünftigen Zinszahlungsverpflichtungen verringert. Für das im Jahr 2013 erwartete hochwahrscheinliche

2 Seit dem 1. Januar 2011 wird die Nettofinanzverschuldung ohne Berücksichtigung von Verbindlichkeiten und Forderungen aus Derivaten berechnet. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Refinanzierungsvolumen von bis zu 500 Millionen € haben wir uns den Ende 2011 geltenden Zinssatz gesichert.

Nettofinanzverschuldung

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31.12.2011 31.12.2010
Mio. € Mio. €
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten -2.657 -2.913
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten -249 -260
Finanzverschuldung -2.906 -3.173
- Flüssige Mittel 1.609 1.103
- Kurzfristige Wertpapiere 449 388
- Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5 5
Finanzvermögen 2.063 1.496
Nettofinanzverschuldung lt. Bilanz -843 -1.677
Nettofinanzverschuldung nicht fortgeführter Aktivitäten -979
Nettofinanzverschuldung (gesamt) -2.656

Vorjahreszahlen angepasst.

Neben dem Abbau der Nettofinanzverschuldung haben wir im Berichtsjahr die Ausfinanzierung von ungedeckten Pensionsverpflichtungen aus Direktzusagen fortgeführt und ausgebaut. Das dafür eingerichtete CTA (Contractual Trust Arrangement oder Treuhandmodell) wurde nach einer ersten Zuführung in Höhe von 200 Millionen € im Jahr 2010 mit 400 Millionen € im Berichtsjahr dotiert3. Das Treuhandvermögen wollen wir in den Folgejahren schrittweise weiter erhöhen.

3 Vergleiche hierzu Textziffer (7.10) im Anhang.

Anleihen als zentrales Finanzierungsinstrument

Die Finanzverschuldung von 2.906 Millionen € setzt sich zusammen aus zwei Anleihen über insgesamt 1.860 Millionen €, Immobilienfinanzierungen (547 Millionen €), dezentralen Kreditgeschäften (285 Millionen €), Schuldscheindarlehen (92 Millionen €) und sonstigen Verbindlichkeiten (122 Millionen €).

Komfortable Liquiditätsvorsorge

Neben flüssigen Mitteln von 1.609 Millionen € und Anlagen in Wertpapieren mit einer Restlaufzeit zwischen drei und zwölf Monaten von 449 Millionen € steht als zentrale Liquiditätsvorsorge des Konzerns eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 1.500 Millionen € mit einer Gruppe von rund 30 nationalen und internationalen Banken zur Verfügung. Die Kreditlinie unterteilt sich in drei Tranchen von jeweils 500 Millionen € mit einer Laufzeit bis August 2014, 2015 bzw. 2016. Die Kreditlinie wurde im gesamten Geschäftsjahr 2011 nicht in Anspruch genommen. Die revolvierende Kreditlinie beinhaltet Klauseln, die Evonik zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen verpflichten. Die wesentliche Kennzahl ist der „Total Net Debt Leverage“, der das Verhältnis der Nettofinanzverschuldung zum EBITDA misst. Die zweite einzuhaltende Finanzkennzahl, die „Loan to Value Ratio“, vergleicht als vermögensbasierte Kennzahl die Nettofinanzverschuldung des Segments Real Estate mit dem Verkehrswert der Immobilien. Die Überwachung und eine Prognose hinsichtlich der Entwicklung dieser Kennzahlen erfolgen zeitnah. Über die Einhaltung dieser Finanzkennzahlen ist vierteljährlich an die kreditgebenden Banken zu berichten. Im Geschäftsjahr 2011 konnten wir zu allen Berichtsterminen die Einhaltung der vertraglichen Mindestanforderungen mit erheblichem Spielraum nachweisen.

Darüber hinaus besteht mit der Europäischen Investitionsbank zur Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten eine spezielle Kreditlinie von 200 Millionen € mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren nach der jeweiligen Inanspruchnahme. Bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2011 blieb diese Kreditlinie ungenutzt.

Ferner bestanden per 31. Dezember 2011 aufgrund lokaler Gegebenheiten insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum diverse nicht in Anspruch genommene Kreditlinienteile von 142 Millionen €.

Erheblich gestiegene Investitionen verdeutlichen den Wachstumskurs in der Spezialchemie

Evonik expandiert in Geschäftsgebieten und Märkten, in denen starke Wettbewerbspositionen bestehen oder ausgebaut werden sollen. Zielgerichtete Investitionen sollen Potenziale für nachhaltiges, profitables Wachstum und Wertschaffung sichern. Jede Investition wird detaillierten strategischen und wirtschaftlichen Analysen, unter Berücksichtigung von Sensitivitäts- und Szenariorechnungen zur Abbildung wesentlicher Risiken, unterzogen. Zudem muss sie geschäftsspezifische und risikoadjustierte Mindestrenditeanforderungen erfüllen, die auch die Deckung konzernübergreifender Funktionskosten einbeziehen.

Die Sachinvestitionen steigerten wir um 27 Prozent auf 830 Millionen € (Vorjahr 652 Millionen €). Die Zunahme basierte zum einen auf den strategischen Wachstumsprojekten, die wir bereits in der Krise geplant hatten und 2011 begonnen oder fortgeführt haben. Im Folgenden kamen zudem im Rahmen unseres geplanten wertsteigernden Wachstumskurses neu genehmigte Projekte hinzu, die auch in den folgenden Jahren zu steigenden Investitionen führen werden. Größtes Einzelprojekt im Jahr 2011 war der Ausbau unserer Produktionskapazitäten zur Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen in Kamenz.

Mit 68 Prozent entfiel entsprechend der Konzernstrategie der größte Teil der Sachinvestitionen auf die operativen Chemiegeschäfte, 10 Prozent wurden im Segment Services und 9 Prozent im Segment Real Estate investiert. Regional lag der Schwerpunkt der Sachinvestitionen mit einem Anteil von 58 Prozent in Deutschland, gefolgt von den USA mit 13 Prozent und China mit 8 Prozent.

Bedeutende im Jahr 2011 fertiggestellte bzw. weitgehend fertiggestellte Einzelprojekte

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Segment Ort Projekt
Consumer, Health & Nutrition Diverse Standorte Erweiterung Produktionskapazität Methionin
Garyville (LA, USA) Neubau Dampf- und Stromversorgungsinfrastruktur
Resource Efficiency Yokkaichi (Japan) Neubau Produktionsanlagen für Monosilan und AEROSIL
Specialty Materials Liaoyang (China) Erweiterung Produktionskapazität und Verlagerung Produktion für Stabilisatoren/Additive
Changchun (China) Erweiterung Produktionskapazität PEEK
Marl Erweiterung Produktionskapazität Compoundierung
Real Estate Deutschland Energieeffiziente Modernisierungen, Neubaumaßnahmen im Raum Köln sowie selektive Erwerbe von Wohnungsbeständen im Ruhrgebiet sowie Bestandserwerbe

Weitere Informationen zu aktuellen Investitionsprojekten finden Sie bei den Segmenten und Regionen.

Die Zugänge zu Finanzanlagen4 übertrafen mit 140 Millionen € deutlich den Vorjahreswert von 36 Millionen €.

4 Siehe zu den Akquisitionen auch Seite 10 des Lageberichts sowie Textziffer (5.2) im Anhang.

Cashflow unter dem hohen Vorjahreswert

Dank der guten operativen Geschäftsentwicklung erwirtschafteten wir einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten von 1.435 Millionen €, dies waren 136 Millionen € weniger als im Vorjahr. Hierbei standen dem deutlich verbesserten Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern insbesondere höhere Ertragsteuerzahlungen sowie das im Zuge der positiven Geschäftsentwicklung gestiegene Nettoumlaufvermögen gegenüber. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit der nicht fortgeführten Aktivitäten betraf das ehemalige Geschäftsfeld Energie und betrug minus 126 Millionen € gegenüber 504 Millionen € im Jahr 2010. Insgesamt ging der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 766 Millionen € auf 1.309 Millionen € zurück.

Aus der Investitionstätigkeit resultierte ein Mittelabfluss von 398 Millionen € (Vorjahr: 1.272 Millionen €). Hauptgrund hierfür waren Auszahlungen für Investitionen insbesondere in Sachanlagen von 885 Millionen € (Vorjahr: 769 Millionen €) und für Unternehmensbeteiligungen von 134 Millionen € (Vorjahr: 55 Millionen €).

Für Auszahlungen in den Pensionstreuhandverein sowie für Wertpapiere, Geldanlagen und Ausleihungen flossen insgesamt 462 Millionen € (Vorjahr: 564 Millionen €) ab. Dem gegenüber standen Einzahlungen aus Veräußerungen von Unternehmensbeteiligungen, im Wesentlichen das Carbon-Black-Geschäft und die 51-prozentige Beteiligung an der STEAG, von insgesamt 1.021 Millionen €.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von minus 636 Millionen € (Vorjahr: minus 377 Millionen €) wurde im Wesentlichen durch die Ausschüttung an unsere Gesellschafter mit 400 Millionen € (Vorjahr: 320 Millionen €) sowie durch die Rückführung der Finanzschulden mit 237 Millionen € (Vorjahr: 59 Millionen €) beeinflusst.

Kapitalflussrechnung Evonik-Konzern (Kurzfassung)

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In Mio. € 2011 2010
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 1.435 1.571
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten -126 504
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.309 2.075
Cashflow aus Investitionstätigkeit* -398 -1.272
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit* -636 -377
Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel* 275 426

* einschließlich nicht fortgeführter Aktivitäten

4. Vermögenslage

Bilanzsumme verringert

Die Bilanzsumme ging um 3,6 Milliarden € auf 16,9 Milliarden € zurück. Hierzu trug maßgeblich die Entkonsolidierung der STEAG-Gesellschaften bei, die am Jahresende 2010 in den „zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten“ enthalten waren. Das langfristige Vermögen nahm um 0,3 Milliarden € auf 11,0 Milliarden € zu. Hierbei standen Erhöhungen aus dem Zugang der 49-prozentigen at Equity bilanzierten Beteiligung an der STEAG sowie aus der gestiegenen Investitionstätigkeit Verminderungen aus dem Abgang der langfristigen Vermögenswerte des Carbon-Black-Geschäfts gegenüber. Das kurzfristige Vermögen verringerte sich um 3,9 Milliarden € auf 5,9 Milliarden €. Maßgeblichen Einfluss hierauf hatte die Entkonsolidierung der STEAG-Gesellschaften aus der Position „zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte“ sowie der Abgang der kurzfristigen Vermögenswerte der Carbon-Black-Gesellschaften. Gegenläufig wirkte die Erhöhung der flüssigen Mittel vor allem aufgrund des Eingangs des Verkaufserlöses für das Carbon-Black-Geschäft sowie die geschäftsbedingte Zunahme von Vorräten. Der Anteil des langfristigen Vermögens am Gesamtvermögen stieg auf 65 Prozent; es ist fristenkongruent finanziert.

Das Eigenkapital erhöhte sich um 0,1 Milliarden € auf 6,1 Milliarden €. Die Rücklagen stiegen vor allem infolge der guten Geschäftsentwicklung um 0,6 Milliarden € auf 5,5 Milliarden €, während die Anteile anderer Gesellschafter im Zuge der Entkonsolidierung der STEAG-Gesellschaften um 0,5 Milliarden € auf 0,1 Milliarden € zurückgingen. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 29,1 Prozent auf 35,8 Prozent.

Das langfristige Fremdkapital verringerte sich vor allem aufgrund des Abgangs des Carbon-Black-Geschäfts um 0,6 Milliarden € auf 7,5 Milliarden €. Im kurzfristigen Fremdkapital wirkte sich insbesondere die Entkonsolidierung der STEAG-Gesellschaften aus, die in der Position „Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten“ enthalten waren; insgesamt ging es um 3,0 Milliarden € auf 3,4 Milliarden zurück.

5. Forschung & Entwicklung

Hohe strategische Bedeutung von F&E

Die Verbindung von Innovationskraft und Kundennähe ist für Evonik ein entscheidender Erfolgsfaktor und Motor für profitables Wachstum. Als ein weltweit führendes Spezialchemieunternehmen erarbeiten wir für unsere Kunden ständig neue oder verbesserte Produkte und Anwendungen, die deren Wettbewerbsfähigkeit weiter erhöhen sollen. Im Jahr 2011 erzielte Evonik einen Umsatz von 1,9 Milliarden € mit Produkten und Anwendungen, die in den letzten fünf Jahren entwickelt wurden. Aufgrund ihrer strategischen Bedeutung haben wir die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung (F&E) im Jahr 2011 erneut spürbar gesteigert – mit 365 Millionen € lagen sie 8 Prozent über denen des Vorjahres.

Unsere F&E ist dezentral aufgestellt und mit den Anforderungen der Märkte verzahnt: Das weltweite F&E-Netzwerk von Evonik umfasst mehr als 35 Standorte mit rund 2.400 Mitarbeitern. Diese kooperieren intensiv mit den Marketing-Kollegen des operativen Spezialchemiegeschäfts und dem internationalen Vertrieb. Auf diese Weise orientieren sich unsere Innovationen sehr eng an den Bedürfnissen unserer Kunden und deren Kunden.

Da sich zukunftsträchtige Innovationsfelder heute vor allem an den Schnittstellen klassischer Fachdisziplinen wie Chemie/Biologie oder Chemie/Ingenieurwissenschaften befinden, arbeiten unsere Spezialisten verstärkt in interdisziplinären Teams zusammen. Innerhalb von Evonik wurden zudem sechs bereichsübergreifende Kompetenzfelder definiert. Damit heben wir bei der Entwicklung von Innovationen weitere Synergien und verwirklichen zusätzliche Wachstumspotenziale. Diese „Areas of Competence“ bündeln das Know-how folgender Zukunftstechnologien: Inorganic Particle Design, Coating & Bonding Technologies, Interfacial Technologies, Designing with Polymers, Biotechnology sowie Catalytic Processes. Außerdem kombinieren wir bereits in frühen F&E-Projektphasen die Spezialchemiekompetenz mit unserem Prozess- und Engineering-Know-how, wodurch die rasche Umsetzung neuer Verfahren in eine effiziente industrielle Produktion möglich ist.

Ausgeprägte Innovationskultur

Evonik versteht sich als „lernende Organisation“ und hat dies in einem langfristigen Programm für das Innovationsmanagement verankert. Innerhalb der operativen Einheiten und der Creavis Technologies & Innovation (Creavis), in der wir unsere strategische Forschung gebündelt haben, bestehen stringente Prozesse für die Allokation der F&E-Aufwendungen auf konkrete Projekte. Unser ganzheitliches Projektmanagementsystem I2P® (Idea to Profit) ermöglicht die effiziente Erfassung und Bewertung des gesamten Innovationsablaufs. Auch in unserer Innovationskultur spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. So hat Evonik eine Methode entwickelt, mit der bereits im frühen Entwicklungsstadium der CO2-Fußabdruck eines zukünftigen Produkts oder Verfahrens abgeschätzt werden kann.

Herausragende anwendungsnahe Forschungserfolge würdigen wir mit einem internen Innovationspreis, der jährlich vergeben wird. Ausgezeichnet wurde im Dezember 2011 in der Kategorie „Neues Produkt/Neue Systemlösung“ eine fluoridfreie Rückseitenabdeckung von Solarmodulen, die der Geschäftsbereich Performance Polymers auf den Markt gebracht hat. Bislang war diese Anwendung einem Folienverbund aus Polyvinylfluorid und Polyester vorbehalten. Die neue Abdeckung aus VESTAMID® lässt sich nicht nur leichter recyceln, sondern hat auch eine höhere Temperatur- und Lichtbeständigkeit, reflektiert besser und ist zudem preiswerter. In der Kategorie „Neuer oder verbesserter Prozess“ ging der Preis an einen innovativen Prozess zur Herstellung eines Titansilikalit-Katalysators, der von den Geschäftsbereichen Inorganic Materials und Advanced Intermediates gemeinsam erarbeitet wurde. Diese Innovation kommt beim HPPO-Verfahren (Hydrogen Peroxide to Propylene Oxide) zum Einsatz, das Evonik und Uhde gemeinsam entwickelt haben. Beim HPPO-Verfahren wird Propylenoxid, ein wichtiger Rohstoff für Polyurethane, mit Hilfe von Wasserstoffperoxid hergestellt. Propylenoxid ist insbesondere in Asien ein stark wachsender Markt. Die neue Mischoxid-Route für den Katalysator ist nicht nur einfacher und kostengünstiger als die alte Ester-Route, sondern aufgrund geringerer Abfallströme auch umweltschonender.

Unsere F&E-Leistungen wurden im Geschäftsjahr 2011 auch extern gewürdigt. So erhielt Evonik beispielsweise den Responsible Care Award in der Kategorie „Große Unternehmen“ für den Einsatz des Bodenhilfsstoffs STOCKOSORB® bei der Wiederaufforstung von Arganbäumen in Marokko. Auf der renommierten Messe für Personal Care and Home Care Ingredients (PCHi) in Shenzen (China) wurden zwei Evonik-Produkte bzw. -Technologien mit dem „China Personal Care & Cosmetics Innovation Award“ ausgezeichnet. Der Ringier Technology Innovation Award für die Lackindustrie ging an TEGO®Twin 4100.

Motor für künftiges profitables Wachstum

Mit einer ausbalancierten Innovationspipeline geben wir Antworten auf von uns identifizierte wesentliche Megatrends - insbesondere Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz und Globalisierung. Jüngste Highlights der F&E von Evonik sind beispielsweise Produktentwicklungen für Display-Anwendungen, Hochleistungspolymere für die Fotovoltaik sowie Komponenten zur Verbesserung der Energieeffizienz von Automobilen.

Evonik liegt mit einer hohen Zahl von Erstanmeldungen für Patente in der Spitzengruppe der Spezialchemie. Der gesamte Bestand der Patente und Anmeldungen betrug im Geschäftsjahr 2011 mehr als 24.000; rund 300 Patente wurden in diesem Zeitraum neu eingereicht.

Zur weiteren Stärkung unserer Innovationskraft haben wir im September 2011 den Grundstein für zwei neue Forschungs- und Entwicklungszentren gelegt. Insgesamt investiert Evonik rund 31 Millionen € in die beiden Gebäudekomplexe in Essen, in denen ab 2012/2013 insgesamt mehr als 180 Mitarbeiter tätig sein sollen. Ihre Arbeitsgebiete sind zum einen umweltfreundliche Additive und Spezialbindemittel für die Lack- und Farbenindustrie sowie zum anderen zukunftsorientierte Kosmetikprodukte.

Als Ergänzung zu den bestehenden Innovationsprozessen und –strukturen wollen wir in den kommenden Jahren bis zu 100 Millionen € über Corporate Venturing in vielversprechende Start-ups investieren, entweder direkt oder indirekt mittels spezialisierter Fonds. Wir sehen darin ein geeignetes Instrument, um die Entwicklung neuer Geschäfte zu beschleunigen und künftige Wachstumsfelder entlang der identifizierten Megatrends zu erschließen.

Zukunftsrobuste Geschäfte für Evonik mit einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren erarbeitet unser Corporate-Foresight-Team. Im Mittelpunkt stehen dabei künftige Bedürfnisse: Auf Basis von Trendanalysen werden Herausforderungen identifiziert, die die Märkte von morgen bewegen werden. Ein Beispiel hierfür ist die weltweit wachsende Zahl von Megacitys – Städten, in denen mehr als zehn Millionen Einwohner leben – und die sich daraus ergebenden Chancen für unsere Spezialchemieaktivitäten.

Interdisziplinäre strategische Forschung

Unsere Projekthäuser, Science-to-Business-Center (S2B-Center) und internen Start-ups werden von der Creavis geführt. In Projekthäusern ziehen wir Experten mehrerer operativer Einheiten zusammen, die – auf drei Jahre befristet – an Themen mit relativ nahem Bezug zum bestehenden Produkt- und Technologieportfolio von Evonik forschen und sie bis zur Anwendungsreife vorantreiben. Nach der Beendigung des Projekthauses erfolgt die Vermarktung der Forschungsergebnisse in einem internen Start-up oder in den operativen Einheiten von Evonik. Letzteres gilt beispielsweise für das vor Kurzem erfolgreich beendete Projekthaus Systemintegration. Unser derzeit aktives Projekthaus ist Light & Electronics mit Sitz in Taiwan.

Charakteristisch für die S2B-Center, die langfristiger angelegt sind als die Projekthäuser, ist die enge Zusammenarbeit unter einem Dach entlang der Wertschöpfungskette: Evonik-Fachleute forschen dort gemeinsam mit externen Wissenschaftlern sowie Kunden und Lieferanten. Ein Teil unserer Projekte wird vom Bund, vom Land Nordrhein-Westfalen sowie von der Europäischen Union gefördert. Zurzeit betreiben wir die S2B-Center Bio (Entwicklung neuer biotechnologischer Produkte und Prozesse auf Basis nachwachsender Rohstoffe) und Eco2 (Entwicklung innovativer Produkte und Anwendungen für Energieeffizienz und Klimaschutz). Zum 1. Januar 2012 hat der Geschäftsbereich Coatings & Additives das Innovationsprojekt „Printed Electronics“ aus dem bisherigen S2B-Center Nanotronics übernommen - eine Premiere für Evonik. Dies war der erste Transfer eines im Rahmen des S2B-Konzepts aufgebauten Geschäfts zusammen mit allen Mitarbeitern sowie der entwickelten Forschungs- und Anwendungstechnik in einen Geschäftsbereich.

Systematische Vernetzung mit der Wissenschaft

Gemäß der Devise „Open Innovation“ unterhält Evonik zahlreiche Kooperationen mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um Erkenntnisse der Spitzenforschung zu nachhaltigen Themen in der Chemie, Biologie und Physik schnell ins Unternehmen zu übertragen. Im Jahr 2011 haben wir weltweit rund 8 Millionen € für gemeinsame Forschungsaktivitäten mit anderen Unternehmen sowie führenden Universitäten und wissenschaftlich-technischen Institutionen ausgegeben. Dazu zählen beispielsweise das Leibniz-Institut für Katalyse an der Universität Rostock und das Industrial Technology Research Institute in Hsinchu (Taiwan). Mit der University of Minnesota (USA) wurde im Dezember 2011 eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Grenzflächentechnologie und Materialwissenschaft vereinbart.

Das Forum „Evonik Meets Science“ veranstalten wir regelmäßig in Deutschland, China, Japan und in den USA. Dort tauschen sich unsere Experten mit Spitzenforschern über wissenschaftliche Fragestellungen aus. So diskutierten Spezialisten von Evonik und führende Universitätsprofessoren Ende 2011 in Tokio (Japan) über die aktuelle Forschung auf dem Gebiet von Katalysatoren bzw. in Pittsburgh (Pennsylvania, USA) über „Coatings/Surfaces/Adhesives“.

Förderung von talentiertem Nachwuchs intensiviert

Im Studienjahr 2011/2012 wird Evonik zehn Hochschulen mit insgesamt 150 Deutschlandstipendien unterstützen. Diese Stipendien, die der Bund in Partnerschaft mit privaten Stiftern realisiert, sollen dem Fachkräftemangel entgegenwirken und mehr junge Menschen zu einem Hochschulabschluss ermutigen. Engagierte Studierende und Doktoranden fördern wir bei ihren Forschungsvorhaben bereits seit langer Zeit durch unsere Evonik Stiftung.

Verstärkte F&E-Aktivitäten in Emerging Markets

Die F&E-Präsenz in attraktiven Wachstumsregionen baut Evonik im Einklang mit der Unternehmensstrategie gezielt aus. Wir verfügen bereits heute über Technologiezentren in Indien und Japan sowie ein Forschungszentrum in Schanghai (China), das sich besonders dynamisch entwickelt hat: Seit der Eröffnung im Jahr 2004 wurde es bereits zweimal erweitert und soll nun bis Mitte 2013 erneut vergrößert werden. Das Investitionsvolumen hierfür beträgt rund 23 Millionen €. Ziel ist es, mit einer an den lokalen Bedürfnissen ausgerichteten Forschung und Anwendungstechnik die Wettbewerbsfähigkeit unserer asiatischen Kunden zu stärken. Im November 2011 haben wir zudem unser erstes F&E-Zentrum für Lackadditive in Asien eröffnet – der Region, in der wir in den nächsten Jahren weltweit das größte Wachstum bei Lacken und Farben erwarten. An den Standorten des Zentrums in Singapur und Schanghai werden maßgeschneiderte Lösungen für Hersteller im asiatisch-pazifischen Raum entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei das wachstumsstarke Marktsegment umweltfreundlicher Lacksysteme.

In Hsinchu (Taiwan) forscht seit 2011 unser Projekthaus Light & Electronics an Produkten und Technologien für die Display-, Fotovoltaik- und Beleuchtungsindustrie. Angesichts immer kürzer werdender Innovations- und Produktlebenszyklen in der Optoelektronik haben strategische Entwicklungspartnerschaften mit Schlüsselkunden vor Ort einen hohen Stellenwert.

Darüber hinaus unterhalten unsere Technologie-Scouts, die in China, Japan, Indien, Brasilien und den USA ansässig sind, Kontakte zu führenden wissenschaftlichen Einrichtungen und zu Unternehmen in ihrer Region. So können sie bei Bedarf schnell einen geeigneten Kooperationspartner für eine Geschäftsidee ihrer operativ tätigen Evonik-Kollegen identifizieren.

F&E bei Evonik

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F&E-Aufwand 365 Millionen €
Aufwendungen für gemeinsame Forschungsaktivitäten mit anderen Unternehmen, Universitäten und wissenschaftlich-technischen Institutionen rund 8 Millionen €
F&E-Mitarbeiter rund 2.400
Standorte mehr als 35
F&E-Projekte etwa 450
Anzahl neu eingereichter Patente rund 300
Bestand der Patente und Anmeldungen mehr als 24.000
Bestand Markenregistrierungen/-anmeldungen mehr als 7.500

Marktorientierte Forschung & Entwicklung

Auch im Geschäftsjahr 2011 haben unsere operativen Einheiten bedeutende innovative Produkte und Verfahren entwickelt und auf den Markt gebracht. Im Segment Consumer, Health & Nutrition erweiterte der Geschäftsbereich Consumer Specialties seine TEGOSOFT® Produktfamilie erfolgreich um neue enzymatisch hergestellte Emollients, also leichte kosmetische Öle. TEGOSOFT® AC wird als Emollient mit äußerst angenehmem Hautgefühl in kosmetischen Formulierungen eingesetzt und entspricht dem Trend zu ressourcenschonenden Produkten.

Als Lieferant von Spezialadditiven unter anderem für die Baubranche hat der Geschäftsbereich Consumer Specialties im Jahr 2011 außerdem die Produkte SITREN AirVoid® 353/354 auf den Markt gebracht. Diese regulieren die Qualität zementöser Baustoffe hinsichtlich Energieeffizienz, mechanischer Festigkeit und Langlebigkeit durch eine gezielte Steuerung des Luftporengehalts. Damit bieten sie einen besseren Schutz beispielsweise gegen Salz. SITREN AirVoid® 353/354 wird unter anderem in Trockenmörteln eingesetzt, deren Bedarf seit Jahren stetig steigt. Evonik ist einer der wenigen Anbieter, die hierfür sowohl Entschäumer als auch Luftporenbildner liefern.

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung dehnt der Geschäftsbereich Health & Nutrition seine Marktaktivitäten auf die Aquakultur aus. Angesichts knapper natürlicher Ressourcen wird durch Zusatz von Aminosäuren beispielsweise wertvolles Fischmehl eingespart, die Futtereffizienz bei Fischen und Krustentieren gesteigert und die Umweltbelastung durch einen niedrigeren Stickstoffaustrag verringert. Um Premiummärkte mit einer differenzierten Produktpalette erschließen zu können, hat der Geschäftsbereich innovative Produkte entwickelt, die eine optimierte Methionin-Quelle für Shrimps und andere Krustentiere darstellen. Außerdem wird derzeit die fermentative Herstellung neuartiger Algen mit hohem Omega-3-Fettsäuregehalt als Fischölersatz untersucht.

Health & Nutrition hat im Jahr 2011 in Hanau ein Labor für hochpotente Wirkstoffe (Highly Potent Active Pharmaceutical Ingredients, HPAPI) in Betrieb genommen und gleichzeitig bei Tippecanoe Laboratories am Standort Lafayette (Indiana, USA) die cGMP-Kapazitäten (current Good Manufacturing Practices) für diese Wirkstoffe erweitert. Damit deckt Evonik bei der Exklusivsynthese das ganze Spektrum der Herstellung hochpotenter Wirkstoffe von der klinischen Phase bis hin zur Kommerzialisierung ab.

Darüber hinaus ist der Geschäftsbereich Koordinator des auf drei Jahre angelegten Projekts PeTrA (Plattform für effizienten epithelialen Transport für pharmazeutische Applikationen durch innovative partikuläre Trägersysteme) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. In diesem Projekt arbeiten Industriepartner mit führenden Forschungseinrichtungen und Hochschulen zusammen. Ziel ist es, Biopharmazeutika zum Beispiel für die Krebsimmuntherapie als Spray oder Tablette zu formulieren und damit Spritzen überflüssig zu machen.

Im Segment Resource Efficiency haben Forscher aus dem Geschäftsbereich Inorganic Materials ein neues Verfahren zur Wärmedämmung von Gebäuden auf Basis von AEROSIL® entwickelt. Dabei werden Ziegelsteine für den Hausbau mit einer Mischung unter anderem aus AEROSIL® und Silanen befüllt, was zu einer hervorragenden Wärmeisolierung führt.

Ein innovativer Klebstoffzusatz für Rotorblätter von Großwindkraftanlagen ist das Ergebnis einer gezielten und systematischen Weiterentwicklung von oberflächenmodifzierten AEROSIL® Produkten mit hydrophobem (wasserabweisendem) Charakter. Neue AEROSIL® Typen sorgen beim Zusammenkleben der Rotorblatthälften für die richtige Viskosität, Festigkeit und ein einfacheres Auftragen des Klebers auf die Rotorblatthälften.

Des Weiteren hat Inorganic Materials mit DYNASYLAN® SIVO 160 ein wasserbasiertes Bindemittel für Korrosionsschutz-Formulierungen in den Markt eingeführt, das den Einsatz giftiger Schwermetalle wie Chrom vermeidet bzw. deutlich verringert. Aufgrund der im Vergleich zu schwermetallhaltigen Systemen hervorragenden Eigenschaften und der ökologischen Vorteile sehen wir in DYNASYLAN® SIVO 160 einen Durchbruch im Korrosionsschutz.

Mit TEGO® Airex 990 und TEGO® Airex 991 entwickelte der Geschäftsbereich Coatings & Additives eine neue Generation von Entlüftern und Entschäumern für lösemittelhaltige High-Solid-Lacke. Die flüssigen Produkte enthalten 100 Prozent Wirkstoff, sind frei von organischen Lösemitteln und zudem überlackierbar. Somit kann der Formulierer über den Lösemittelgehalt selbst entscheiden.

Außerdem wird Coatings & Additives seine Polybutadien-Palette um das wachstumsstarke hydroxy-terminierte Polybutadien (HTPB) erweitern, das unter POLYVEST®HT vermarktet werden soll. Zum Einsatz kommt dieses neuartige polymere Material bei Dichtmassen für hochisolierende dreifach verglaste Fenster oder bei Strukturklebern im Fahrzeugkarosseriebau. Wesentliche Wachstumstreiber sind dabei Energieeffizienz und Gewichtsreduktion. Eine neue HTPB-Produktionsanlage wird in Marl errichtet; parallel dazu werden die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten weiter vorangetrieben.

Im Segment Specialty Materials hat der Geschäftsbereich Performance Polymers mit AVENEER® ein im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekte überzeugendes neues Herstellverfahren für Methylmethacrylat (MMA) erarbeitet. Durch den Einsatz von konzernintern entwickelten Katalysatoren wird der Anfall von Nebenprodukten verringert, die Ausbeute gesteigert und damit sowohl Kosten als auch CO2-Emissionen spürbar gesenkt. Eine World-Scale-Produktion für MMA nach dem innovativen AVENEER®-Verfahren ist in Planung.

In Zusammenarbeit mit einem Partner hat Performance Polymers außerdem ein PMMA-Holz-Composite entwickelt, mit dem im Direktextrusionsverfahren Profile beispielsweise für Bodendielen gefertigt werden können. Dieser neue PMMA-Holz-Verbund PLEXIGLAS® Wood, der unter anderem über eine deutlich verbesserte Farb- und Witterungsbeständigkeit verfügt, wurde im Dezember 2011 auf dem vierten Deutschen Wood-Plastic-Composites-Kongress in Köln mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

Der Bedarf an energetisch effizienten und ressourcenschonenden Technologien zur Aufbereitung von Erd- und Synthesegas wächst stetig. Diese Gase enthalten nach der Förderung bzw. Herstellung nicht nur die gewünschten Inhaltsstoffe wie Methan oder Wasserstoff, sondern auch eine Vielzahl anderer Gase und Spurenstoffe. Für die Aufreinigung großer Mengen hat sich in der Praxis die Gaswäsche etabliert, bei der das Rohgas intensiv mit geeigneten Lösemitteln vermischt wird und saure Bestandteile gezielt absorbiert werden. Der Geschäftsbereich Advanced Intermediates entwickelt hierfür zurzeit aminbasierte Systemlösungen, die die Reinigung deutlich effizienter und kostengünstiger machen. Diese maßgeschneiderten Amine sollen im Jahr 2013 auf den Markt kommen.

Absorptionskältemaschinen nutzen thermische statt elektrischer Energie, um Räume zu klimatisieren oder Industriekälte bereitzustellen. So können sie beispielsweise mittels Solarthermie oder Abwärme angetrieben werden. Gegenwärtig weisen die dabei zum Einsatz kommenden Chemikalien Nachteile auf. Eine Entwicklung des Geschäftsbereichs will den Weg für eine größere Verbreitung dieser ressourcenschonenden Technologie ebnen. Dazu hat Advanced Intermediates zusammen mit dem Servicebereich Verfahrenstechnik & Engineering eine neue Systemlösung basierend auf ionischen Flüssigkeiten erarbeitet. Derzeit laufen Feldtests mit verschiedenen Industriepartnern, unter anderem zur Bereitstellung von Kälte im Megawattbereich.

6. Entwicklung in den Segmenten

Segment Consumer, Health & Nutrition

Das Segment Consumer, Health & Nutrition produziert Spezialchemie schwerpunktmäßig für Anwendungen in Konsumgütern, in der Tierernährung und im Pharmabereich. Sozioökonomische Megatrends treiben die langfristige Entwicklung der Geschäfte in diesem Segment: Aufgrund des weltweiten Bevölkerungswachstums nimmt der Bedarf an Lebensmitteln tierischer Herkunft stetig zu. Gleichzeitig führt das Anwachsen einer kaufkräftigen Mittelschicht in Schwellenländern zu einer steigenden Nachfrage nach gehobenen Konsumgütern des täglichen Bedarfs, wie Körperpflegeprodukten oder Kosmetika. Infolge des demografischen Wandels in den entwickelten Märkten erhöht sich dort der Anteil der älteren Bevölkerung, die verstärkt Kosmetik-, Wellness- und Pharmaprodukte nachfragt. Das Segment umfasst die Geschäftsbereiche Consumer Specialties sowie Health & Nutrition.

Kennzahlen Segment Consumer, Health & Nutrition

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2011 2010 Veränd.
Mio. € Mio. € in %
Außenumsatz 4.081 3.677 11
EBITDA 1.049 985 6
EBITDA-Marge in % 25,7 26,8 -
EBIT 917 853 7
Sachinvestitionen 186 109 70
Abschreibungen 123 121 2
Capital Employed (Jahresdurchschnitt) 1.640 1.497 10
ROCE in % 55,9 57,0 -
Mitarbeiter zum 31.12. 6.384 6.326 1

Vorjahreszahlen angepasst

Starke Nachfrage

Die sehr erfolgreiche Geschäftsentwicklung hat sich 2011 fortgesetzt. Insbesondere im ersten Halbjahr 2011 verzeichneten wir eine sehr starke Nachfrage aus allen Regionen, sodass unsere Produktionskapazitäten überwiegend voll ausgelastet waren. Gegen Jahresende schwächte sich das Mengenwachstum in Teilbereichen leicht ab, die Nachfrage blieb aber auf hohem Niveau. Den Umsatz konnten wir 2011 um 11 Prozent auf 4.081 Millionen € steigern. Hierzu trugen sowohl der spürbare Mengenzuwachs als auch die höheren Verkaufspreise vor allem aus der Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten bei.

Hervorragende Ergebnisse erwirtschaftet

Die operativen Ergebnisse konnten wir gegenüber den guten Vorjahreswerten nochmals verbessern: Das EBITDA kletterte um 6 Prozent auf 1.049 Millionen € und das EBIT um 7 Prozent auf 917 Millionen €. Maßgeblich für das Ergebniswachstum waren vor allem die gestiegenen Mengen und die daraus resultierende hohe Kapazitätsauslastung. Die EBITDA-Marge verringerte sich leicht auf 25,7 Prozent.

Ausgezeichnete Kapitalverzinsung

Im Rahmen des Ausbaus unserer führenden Marktpositionen steigerten wir die Sachinvestitionen um 70 Prozent auf 186 Millionen €. Sie lagen damit deutlich über den Abschreibungen von 123 Millionen €. Das durchschnittliche Capital Employed erhöhte sich vor allem durch die gestiegene Investitionstätigkeit sowie getätigte Akquisitionen um 143 Millionen € auf 1.640 Millionen €. Der ROCE lag mit 55,9 Prozent auf ausgezeichnetem Niveau, wenn auch aufgrund des wachstumsbedingt höheren Capital Employed leicht unter dem Vorjahreswert.

Consumer Specialties

Einen wesentlichen Teil des Geschäftsbereichs Consumer Specialties bilden Inhaltsstoffe, Additive und Systemlösungen insbesondere für hochwertige Konsumgüter und spezielle industrielle Anwendungen. Der Geschäftsbereich verfügt über herausragendes Know-how in der Grenzflächenchemie. Die Produkte von Consumer Specialties basieren auf einer umfangreichen Palette an oleochemischen Derivaten, organomodifizierten Siliconen und Biochemie sowie deren Kombinationen. Schlüsselfaktoren für den Erfolg des Geschäftsbereichs sind eine hohe Innovationskraft, integrierte Technologieplattformen sowie strategische Partnerschaften mit bedeutenden Konsumgüterherstellern.

Deutliche Geschäftsausweitung

Der Geschäftsbereich Consumer Specialties konnte seinen Umsatz um 12 Prozent auf 2.018 Millionen € ausweiten. Ausgehend von dem hohen Mengenabsatz im Geschäftsjahr 2010 stieg die Nachfrage insbesondere im ersten Halbjahr 2011 weiter an. Die Produktionsanlagen waren dementsprechend sehr hoch ausgelastet. Analog zur konjunkturellen Entwicklung normalisierte sich die Mengennachfrage im Verlauf des vierten Quartals, wozu auch der gezielte Abbau der Lagerbestände bei unseren Kunden beitrug. Insgesamt lag der Mengenabsatz leicht über dem des Vorjahres, während die deutliche Erhöhung der Verkaufspreise maßgeblich die Weitergabe der spürbar gestiegenen Rohstoffkosten widerspiegelte. Das EBIT nahm vor allem aufgrund der gestiegenen Mengen sowie der höheren Preise zu.

Ausbau der Kapazitäten

In Essen errichtet Consumer Specialties für rund 17 Millionen € ein Forschungszentrum für innovative und zukunftsorientierte Produkte für die Kosmetikindustrie, das Anfang 2013 fertiggestellt werden soll. Am chinesischen Standort Schanghai baut Evonik für einen höheren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag einen Produktionskomplex für organische Spezialtenside, der Mitte 2013 in Betrieb gehen soll. Auf Basis nachwachsender Rohstoffe sollen dort Inhaltsstoffe für Kosmetik- und Wäschepflegeprodukte sowie Spezialtenside für industrielle Anwendungen hergestellt werden. Damit begleitet Consumer Specialties das Wachstum der Schlüsselkunden in Asien mit einer lokalen Produktion, aus der insbesondere die chinesische Kosmetikindustrie bedient werden soll.

Im Sommer 2011 haben Consumer Specialties, die National Industrialization Company (Tasnee) und Sahara Petrochemicals einen Vertrag zur Gründung von Joint Ventures zur Produktion und Vermarktung von Superabsorbern in Saudi-Arabien unterzeichnet. Am Standort Jubail soll eine hochmoderne World-Scale-Anlage mit einer jährlichen Kapazität von 80.000 Tonnen entstehen, deren Inbetriebnahme für Ende 2013 geplant ist. Die Gesamtinvestition wird im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Das Joint Venture für Superabsorber ist Teil eines neuen Acrylsäure- und Derivate-Komplexes auf dem Tasnee-Gelände im Chemiepark Al Jubail und wird von kostengünstigem Propylen aus dem benachbarten Cracker, den Tasnee und Sahara Petrochemicals gemeinsam mit LyondellBasell betreiben, profitieren.

Consumer Specialties hat im Mai 2011 die hanse chemie-Gruppe erworben, die die siliconbasierten Produkte des Geschäftsbereichs sehr gut ergänzt. Die Transaktion ermöglicht Evonik den raschen Eintritt in neue, wachstumsstarke Märkte für Spezialanwendungen der Siliconchemie.

Health & Nutrition

Der Geschäftsbereich Health & Nutrition produziert und vermarktet essenzielle Aminosäuren für die Tierernährung sowie Spezialitäten für die Pharmaindustrie. Erfolgsfaktoren sind die langjährige Erfahrung in der technischen organischen Synthese und in der Biotechnologie, in der wir einen wesentlichen Wachstumstreiber für den Evonik-Konzern sehen.

Ergebnis nochmals gesteigert

Die sehr gute Geschäftsentwicklung setzte sich 2011 fort. Der Umsatz wuchs bei deutlich gestiegenen Mengen und leicht höheren Verkaufspreisen vor allem aus der Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten um 10 Prozent auf 2.063 Millionen €. Hierzu trugen sowohl die Aminosäuren für die Tierernährung als auch das Pharmageschäft bei. Insbesondere die für die Tierernährung wichtigen Aminosäuren Methionin und Lysin profitierten weiterhin vom nachhaltigen Wachstum beim weltweiten Fleischverzehr. Das Pharmageschäft hat sich ebenfalls positiv entwickelt - der Trend der Pharmaindustrie zur Fremdvergabe der Wirkstoffproduktion hält an. Das EBIT verbesserte sich vor allem dank der gestiegenen Mengennachfrage nochmals gegenüber dem sehr guten Vorjahreswert.

Investitionen für weiteres Wachstum

Um der steigenden Nachfrage nach der Futtermittelaminosäure L-Lysin in den USA nachkommen zu können, wird die Lysin-Produktion am Standort Blair (Nebraska, USA) nahezu verdoppelt. Die zweistufige Erweiterung der Anlage auf 280.000 Tonnen Jahreskapazität soll noch im Jahr 2012 abgeschlossen werden. Das unter dem Markennamen BIOLYS® vermarktete biotechnologisch hergestellte L-Lysin gilt weltweit als bevorzugte Lysin-Quelle im Tierfutter.

Angesichts des anhaltenden Wachstums bei der Aminosäure Methionin für die Tierernährung werden an den drei Standorten Antwerpen (Belgien), Wesseling und Mobile (Alabama, USA) die Produktionskapazitäten für DL-Methionin in einem Stufenkonzept bis voraussichtlich 2013 um 70.000 Jahrestonnen auf insgesamt 430.000 Jahrestonnen erweitert. Zudem wird Evonik in Singapur einen neuen Anlagenkomplex zur Herstellung von DL-Methionin errichten und dafür rund eine halbe Milliarde Euro investieren. In dem vollständig rückintegrierten Komplex auf Jurong Island wird Health & Nutrition sämtliche für die Produktion von Methionin strategisch wichtigen Vorprodukte herstellen. Der Produktionskomplex soll im zweiten Halbjahr 2014 mit einer Kapazität von 150.000 Tonnen pro Jahr in Betrieb gehen. Evonik wird damit seine Kapazität auf dann insgesamt 580.000 Tonnen pro Jahr steigern.

Health & Nutrition hat in Hanau ein Labor für hochpotente Wirkstoffe (Highly Potent Active Pharmaceutical Ingredients, HPAPI) in Betrieb genommen und gleichzeitig bei Tippecanoe Laboratories am Standort Lafayette (Indiana, USA) die cGMP-Kapazitäten für diese Wirkstoffe im Kilogrammmaßstab erweitert. Hochpotente Wirkstoffe sind pharmazeutische Wirkstoffe, die bereits in sehr niedrigen Konzentrationen wirken und hauptsächlich zur Behandlung von Krebserkrankungen (Onkologie) eingesetzt werden. Sie zählen zu den wachstumsstärksten Segmenten im Pharmamarkt.

Das Pharmageschäft wurde 2011 durch die Übernahmen des RESOMER® Geschäfts von Boehringer Ingelheim sowie des Pharmageschäfts der SurModics verstärkt. Diese Akquisitionen erweitern die Produktpalette der Pharmapolymere sowie die Services für Wirkstoffformulierungen und ermöglichen Evonik den Zugang zu führendem Know-how auf dem Gebiet innovativer, parenteraler und implantatbasierter pharmazeutischer Darreichungsformen. Beide Transaktionen sind wichtige Elemente des weltweiten Ausbaus des Pharmageschäfts.

Segment Resource Efficiency

Das Segment Resource Efficiency bietet Lösungen für umweltfreundliche und energieeffiziente Produkte. Angesichts begrenzter Vorkommen an fossilen Brennstoffen sehen wir den Megatrend hin zu erneuerbaren Energien und energieeffizienten, umweltschonenden Produkten als einen Schlüsselfaktor für die Geschäftsentwicklung dieses Segments. Ihm sind die beiden Geschäftsbereiche Inorganic Materials sowie Coatings & Additives zugeordnet.

Kennzahlen Segment Resource Efficiency

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20111) 2010 Veränd.
Mio. € Mio. € in %
Außenumsatz 4.045 4.195 -4
EBITDA 765 746 3
EBITDA-Marge in % 18,9 17,8 -
EBIT 611 569 7
Sachinvestitionen 170 247 -31
Abschreibungen 152 171 -11
Capital Employed (Jahresdurchschnitt) 2.068 2.215 -7
ROCE in % 29,5 25,7 -
Mitarbeiter zum 31.12. 6.381 7.874 -19

Vorjahreszahlen angepasst

1) Ab August 2011 ohne Carbon Black

Bereinigter Umsatz über Vorjahr

Der Umsatz des Segments Resource Efficiency blieb mit 4.045 Millionen € aufgrund des Ende Juli vollzogenen Verkaufs des Carbon-Black-Geschäfts leicht unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um die Umsätze des Geschäftsgebiets Carbon Black in beiden Jahren konnten wir einen Umsatzzuwachs von 8 Prozent erzielen, der maßgeblich aus höheren Verkaufspreisen vor allem infolge der Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten resultierte. Die Mengennachfrage nahm im ersten Halbjahr 2011 nochmals gegenüber dem guten Vorjahresniveau zu und führte zu einer sehr hohen Kapazitätsauslastung in den meisten Produktionsanlagen. In der zweiten Jahreshälfte schwächte sich die Nachfrage insbesondere aus Asien und auch aus Europa leicht ab, sodass insgesamt der Mengenabsatz etwa auf Vorjahreshöhe lag.

Höhere operative Ergebnisse

Die operativen Ergebnisse konnten wir trotz der seit August 2011 nicht mehr enthaltenen Ergebnisbeiträge von Carbon Black steigern. Das EBITDA erhöhte sich um 3 Prozent auf 765 Millionen € und das EBIT um 7 Prozent auf 611 Millionen €. Die EBITDA-Marge verbesserte sich sowohl operativ als auch aufgrund des Verkaufs des Carbon-Black-Geschäfts, welches eine unterdurchschnittliche EBITDA-Marge aufwies, von 17,8 Prozent auf 18,9 Prozent.

Verbesserte Kapitalrendite

Die Sachinvestitionen lagen mit 170 Millionen € um 31 Prozent unter dem hohen Vorjahreswert, der einige Großprojekte beinhaltete. Damit lagen die Investitionen deutlich über den Abschreibungen von 152 Millionen €. Das durchschnittliche Capital Employed ging vor allem aufgrund des Verkaufs des Carbon-Black-Geschäfts aus dem Geschäftsbereich Inorganic Materials sowie des Geschäfts mit acrylatbasierten Kunststoffadditiven und Plastisolen aus dem Geschäftsbereich Coatings & Additives um 147 Millionen € auf 2.068 Millionen € zurück. Der ROCE erhöhte sich infolge des geringeren Capital Employed sowie des verbesserten EBIT von 25,7 Prozent auf 29,5 Prozent.

Inorganic Materials

Als einer der führenden Hersteller einer breiten Palette von Kieselsäuren und Silanen zeichnet sich der Geschäftsbereich Inorganic Materials insbesondere durch seine integrierte Silizium-Technologieplattform aus. Wichtige Kunden sind unter anderem die Reifen-, Elektronik-, Bau- und Lichtwellenleiterindustrie. Die Expertise im Design anorganischer Partikel und deren Oberflächeneigenschaften nutzt der Bereich auch für sein Katalysatorengeschäft.

Hohe Nachfrage

Im Geschäftsbereich Inorganic Materials ging der Umsatz vor allem aufgrund des Verkaufs des Carbon-Black-Geschäfts um 11 Prozent auf 2.298 Millionen € zurück. Ohne Berücksichtigung der Umsätze des Geschäftsgebiets Carbon Black ergab sich ein Anstieg um 8 Prozent. Dieser resultierte maßgeblich aus Preisanhebungen infolge der Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten. Vor allem in der ersten Jahreshälfte 2011 verzeichneten die Produkte von Inorganic Materials eine starke Nachfrage, beispielsweise aus der Automobil- und Bauindustrie. Spürbare Steigerungen wurden bei energieeffizienten und umweltschonenden Anwendungen - vor allem dem „grünen“ Reifen, der thermischen Isolierung sowie Klebstoffzusätzen für den Bau von Rotorblättern von Großwindkraftanlagen - erzielt. Im zweiten Halbjahr schwächte sich die Nachfrage gegenüber dem starken ersten Halbjahr ab. Das EBIT erreichte trotz der seit August 2011 fehlenden Ergebnisbeiträge von Carbon Black die Höhe des Vorjahres.

Ausbau der Kapazitäten

Die kombinierte Produktionsanlage von Monosilan und der pyrogenen Kieselsäure AEROSIL® am japanischen Standort Yokkaichi wurde im Frühsommer 2011 in Betrieb genommen. Mit der Taiyo Nippon Sanso Corporation hat Evonik einen langfristigen Liefervertrag für Monosilan vereinbart. Monosilan wird bei der Herstellung von Siliziumschichten für Solarzellen, Flachbildschirme und Halbleiter in der Elektronikindustrie verwendet. AEROSIL® wird beispielsweise in Kunststoffen, Farben und Lacken verarbeitet. Diese Investition ermöglicht Inorganic Materials, an der insbesondere in Asien starken Nachfrage für Anwendungen in der Dünnschicht-Fotovoltaik sowie bei Flachbildschirmen und Halbleitern teilzuhaben.

Um der weiter steigenden Nachfrage nach gefällten Kieselsäuren nachkommen zu können, plant Evonik seine weltweiten Kapazitäten bis 2014 um 25 Prozent zu erhöhen. Der Ausbau findet bevorzugt an den bestehenden Produktionsstandorten in Asien und Europa statt. Inorganic Materials stellt so in allen Regionen die Verfügbarkeit seiner gefällten Kieselsäuren weiterhin sicher.

Ende Oktober 2011 hat Inorganic Materials die Aktivitäten der norwegischen FESIL Sunergy zur metallurgischen Produktion von Solarsilizium (Solsilc-Prozess) übernommen und in die neugegründete Evonik Solar Norge AS überführt. Der Solsilc-Prozess ist eine hervorragende Basis für Evonik, sein Know-how zur Produktion von Solarsilizium weiter zu optimieren.

Coatings & Additives

Der Geschäftsbereich Coatings & Additives beliefert die Lack-, Beschichtungs-, Klebstoff- und Dichtstoffindustrie mit hochwertigen funktionalen Polymeren und Monomerspezialitäten. Zudem stellt er leistungsstarke Öladditive und Hydraulikflüssigkeiten her. Der Bereich zeichnet sich durch die integrierte Isophoron-Technologieplattform aus. Darüber hinaus ist Coatings & Additives eng mit den Methylmethacrylat- und Silicon-Plattformen von Evonik verzahnt.

Umsatz und Ergebnis nochmals gesteigert

Die Produkte des Geschäftsbereichs Coatings & Additives waren im ersten Halbjahr 2011 sehr stark nachgefragt. Im Verlauf der zweiten Jahreshälfte schwächte sich die Nachfrage aus der Coatings- und Bauindustrie ab, während sich die Verkaufsmengen in den Automobilsektor im gesamten Jahr auf sehr hohem Niveau bewegten. Dank der guten Mengennachfrage konnten die gestiegenen Rohstoffkosten über Verkaufspreiserhöhungen weitergegeben werden. Insgesamt wuchs der Umsatz um 8 Prozent auf 1.747 Millionen €. Das EBIT verbesserte sich überproportional.

Investitionen in neue Produkte

Am Standort Essen investiert Coatings & Additives 14 Millionen € in ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum, in dem umweltfreundliche Additive und Spezialbindemittel für die Lack- und Farbenindustrie entwickelt und in der Anwendung betreut werden sollen.

In Marl baut der Geschäftsbereich eine Anlage für Kleb- und Dichtstoffe und erweitert damit seine Produktpalette der flüssigen Polybutadiene um eine funktionalisierte Variante (Hydroxy-funktionalisiertes Polybutadien, HTPB). Mit der Anlage wird Coatings & Additives seinen Kunden in der Kleb- und Dichtstoffindustrie erstmals auch HTPB anbieten können. Evonik will damit seine Position als Lösungsanbieter für nachhaltige Produkte stärken, die dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen. Doppel- und Dreifachverglasungen im Fensterbau, bei denen HTPB für die Dichtmassen genutzt wird, sorgt für eine verbesserte Isolierung im Hausbau. In Klebstoffen für den Fahrzeugbau, die unterschiedliche Materialien und Composites miteinander verkleben, trägt HTPB dazu bei, Kunststoffe im Automobilbau effizient und sicher einsetzen zu können. Die Gewichtsreduktion der Fahrzeuge durch den vermehrten Einsatz von Kunststoff führt zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch.

Evonik wird in Schanghai (China) für über 100 Millionen € World-Scale-Anlagen zur Produktion von Isophoron und Isophorondiamin errichten, die im ersten Quartal 2014 in Betrieb gehen sollen. Isophoron wird unter anderem für Lacke und Druckfarben und sein Folgeprodukt Isophorondiamin als Härter für Verbundwerkstoffe - beispielsweise beim Bau von Rotorblättern für Windkrafträder - eingesetzt. Mit der neuen Anlage will Coatings & Additives dem stark wachsenden Bedarf für diese Anwendungen, insbesondere in Asien, entsprechen.

Segment Specialty Materials

Im Mittelpunkt des Segments Specialty Materials steht die Herstellung von polymeren Werkstoffen, deren Vorstufen sowie von Additiven. Marktchancen für Specialty Materials eröffnen sich insbesondere durch die fortschreitende Globalisierung: Wachstumstreiber sind die Megatrends Mobilität und Urbanisierung mit dem weltweit steigenden Bedarf an effizienten Transportsystemen sowie nachhaltigen Bauweisen. Das Anwachsen einer kaufkräftigen Mittelschicht vor allem in den asiatischen Schwellenländern verstärkt diese Entwicklung. Evonik ist außerdem überzeugt, dass sich neue Anwendungen infolge von Materialsubstitution wachstumsfördernd auf das Segment auswirken. Es umfasst die Geschäftsbereiche Performance Polymers und Advanced Intermediates.

Kennzahlen Segment Specialty Materials

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2011 2010 Veränd.
Mio. € Mio. € in %
Außenumsatz 4.880 4.117 19
EBITDA 907 626 45
EBITDA-Marge in % 18,6 1 5,2 -
EBIT 748 469 59
Sachinvestitionen 210 132 59
Abschreibungen 153 154 -1
Capital Employed (Jahresdurchschnitt) 1.702 1.630 4
ROCE in % 43,9 28,8 -
Mitarbeiter zum 31.12. 6.846 6.789 1

Vorjahreszahlen angepasst

Starke Geschäftsausweitung

Die gute Geschäftsentwicklung hat sich 2011 verstärkt fortgesetzt. Die Produkte des Segments Specialty Materials waren weltweit stark nachgefragt, wenngleich sich auch hier gegen Jahresende eine leichte Abschwächung abzeichnete. Die Mehrzahl unserer Produktionsanlagen war voll ausgelastet, wobei im vierten Quartal die Produktion an die nachlassende Nachfrage angepasst wurde. Die gestiegenen Rohstoffkosten konnten in den Verkaufspreisen weitergegeben werden. Insgesamt wuchs der Umsatz um 19 Prozent auf 4.880 Millionen €.

Operative Ergebnisse deutlich gesteigert

Die operativen Ergebnisse konnten wir dank der positiven Mengenentwicklung, der gestiegenen Kapazitätsauslastung sowie der höheren Preise deutlich verbessern. Das EBITDA wuchs um 45 Prozent auf 907 Millionen € und das EBIT um 59 Prozent auf 748 Millionen €. Die EBITDA-Marge kletterte infolge des überproportionalen Ergebnisanstiegs von 15,2 Prozent auf 18,6 Prozent.

ROCE erheblich verbessert

Um die steigende Nachfrage zu begleiten, haben wir unsere Investitionstätigkeit verstärkt: Die Sachinvestitionen nahmen um 59 Prozent auf 210 Millionen € zu, sie lagen damit deutlich über den Abschreibungen von 153 Millionen €. Das durchschnittliche Capital Employed erhöhte sich um 72 Millionen € auf 1.702 Millionen €. Der ROCE verbesserte sich dank des erheblich gestiegenen Ergebnisses deutlich von 28,8 Prozent auf 43,9 Prozent.

Performance Polymers

Der Geschäftsbereich Performance Polymers produziert ein breites Spektrum von Hochleistungsmaterialien insbesondere für die Automobil-, Luftfahrt-, Elektronik- und Fotovoltaikindustrie. Im Mittelpunkt stehen dabei integrierte Technologieplattformen für die Methylmethacrylat-Chemie (MMA) sowie Polyamid 12. Darüber hinaus stellt der Bereich Materialien für mechanische, thermische oder chemische Hightech-Anforderungen her, die auf Polyetheretherketon (PEEK) und Polyimiden basieren.

Erheblich höheres Ergebnis erwirtschaftet

Der Geschäftsbereich Performance Polymers konnte seine Mengen 2011 weiter steigern. Wesentliche Treiber hierfür war neben der guten Konjunktur bei traditionellen Anwendungen, wie beispielsweise in der Automobilindustrie, das Nachfragewachstum für neue Anwendungen wie LED-Bildschirme und im Bereich Solartechnik. Im zweiten Halbjahr 2011 ging die Nachfrage auch aufgrund einer Wachstumsabschwächung bei LED-Bildschirmen und des gezielten Lagerabbaus bei den Kunden zurück, lag aber trotzdem noch auf einem sehr guten Niveau. Infolge der starken Nachfrage kam es bei einigen Produkten zu einer spürbaren Marktverknappung mit entsprechend positiver Wirkung auf die Verkaufspreise. Insgesamt stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 1.960 Millionen €. Das EBIT nahm dank der höheren Mengen und Preise erheblich zu.

Deutlicher Ausbau der Kapazitäten

Aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage hat Performance Polymers seine Produktionskapazität für Polyetheretherketon (PEEK) am chinesischen Standort Changchun deutlich ausgebaut. Die hochtemperatur- und chemikalienbeständigen PEEK-Polymere werden für die Herstellung von Bauteilen verwendet, die für den Dauereinsatz unter härtesten Bedingungen, beispielsweise in der Luftfahrtindustrie vorgesehen sind. Ebenfalls in China baut Performance Polymers seine Produktionskapazitäten für Polymethylmethacrylat-Formmassen (PMMA) aus: In Schanghai wurde mit der Inbetriebnahme der zweiten Ausbaustufe die regionale Kapazität für PMMA-Formmassen auf rund. 40.000 Jahrestonnen verdoppelt. Eine weitere Extrusionslinie entsteht in Taichung (Taiwan). PMMA-Formmassen von Evonik genießen unter dem Namen PLEXIGLAS® bzw. ACRYLITE® international eine hohe Bekanntheit. Die Produkte werden in unterschiedliche Industriezweige wie beispielsweise die Automobil-, Beleuchtungs- und Elektronikbranche geliefert.

In Marl wurden die Compoundier-Kapazitäten – eine Vorstufe für maßgeschneiderte Polyamid 12-Werkstoffe - erweitert. Die Inbetriebnahme ist für die erste Jahreshälfte 2012 geplant. Auch die Erweiterung der Kapazitäten für den Spezialkunststoff Polyamid 12 in Marl ist nahezu abgeschlossen. Eine weitere Produktionsanlage für Polyamid 12 soll innerhalb von drei Jahren in Asien entstehen. Mit diesem beabsichtigten deutlichen Kapazitätsausbau will Performance Polymers seine führende Position bei Polyamid 12 langfristig absichern. Polyamid 12 wird in innovativen und hochwertigen Produkten im Automobilbereich, in Elektrik und Elektronik, sowie bei Gas- und Offshore-Ölleitungen eingesetzt.

Advanced Intermediates

Schlüsselfaktoren für den Erfolg des Geschäftsbereichs Advanced Intermediates sind anspruchsvolle chemische Prozesse und Verfahren, die wir über Jahrzehnte hinweg konsequent weiterentwickelt haben. Dies gilt insbesondere für die integrierte C4-Technologieplattform, wo C4-Schnitt zu Spezialitäten veredelt wird. Bei Wasserstoffperoxid hat sich der Bereich durch seine Innovationskraft – Paradebeispiel ist der Hydrogen-Peroxide-to-Propylene-Oxide-Prozess (HPPO) - neue Wachstumsmärkte eröffnet. Darüber hinaus sieht sich Evonik als Weltmarktführer bei Alkoholaten, die als Katalysatoren in der Biodieselproduktion Verwendung finden.

Umsatz und Ergebnis erheblich gesteigert

Der Geschäftsbereich Advanced Intermediates profitierte von einer anhaltend hohen Nachfrage. Insbesondere die Weichmacheralkohole, Butadien, Wasserstoffperoxid und die Alkoholate für die Biodieselproduktion waren weltweit stark gefragt. Dank der robusten Auftragslage konnten die Verkaufspreise bei vielen Produkten angehoben und die gestiegenen Rohstoffkosten weitergegeben werden. Insgesamt wuchs der Umsatz um 19 Prozent auf 2.920 Millionen €. Das EBIT konnte aufgrund eines verbesserten Produktmix und der höheren Verkaufspreise gesteigert werden.

Investitionen in die Zukunft

Advanced Intermediates baut in Puerto General San Martino (Argentinien) eine neue Anlage zur Herstellung von Katalysatoren zur Biodieselproduktion. Nach der für Ende 2012 geplanten Fertigstellung der Anlage wird sie Alkoholate als Katalysatoren für die Produktion von Biodiesel aus nachwachsenden Rohstoffen liefern. Aus der neuen Anlage mit einer Jahreskapazität von über 60.000 Tonnen sollen künftig vor allem Argentinien und Brasilien beliefert werden. Mit dieser Investition will Advanced Intermediates am deutlichen Wachstum des südamerikanischen Marktes für Biodiesel teilhaben.

Im chinesischen Jilin wird Evonik eine neue Produktionsanlage für Wasserstoffperoxid (H2O2) errichten, die bis Ende 2013 fertiggestellt sein soll. Advanced Intermediates wird damit seine aktuelle Jahreskapazität von rund 600.000 Tonnen für Wasserstoffperoxid um fast 40 Prozent steigern. Mit dieser Investition im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich geht Evonik einen weiteren Schritt bei der Erschließung neuer Absatzmärkte für das umweltfreundliche Oxidationsmittel. Das Wasserstoffperoxid aus Jilin wird Evonik über eine Pipeline direkt in die künftige benachbarte Propylenoxid-Anlage der Jishen Chemical Industry Co., Ltd. liefern. Dafür ist ein langfristiger Liefervertrag abgeschlossen worden. Jishen wird mit Hilfe von Wasserstoffperoxid nach einer innovativen Technologie, dem sogenannten HPPO-Verfahren, Propylenoxid herstellen. Propylenoxid wird vor allem für die Herstellung von Polyurethan-Vorprodukten verwendet und ist insbesondere ein in Asien stark wachsender Markt.

Advanced Intermediates hat im November 2011 von der Kemira Chemicals Canada Inc. das Wasserstoffperoxid-Geschäft mit einer Produktionsstätte in Maitland (Ontario, Kanada) übernommen. Mit dieser Akquisition werden die Kapazitäten in Nordamerika um 44.000 Tonnen auf über 200.000 Tonnen pro Jahr erhöht. Die Produktion in Maitland beliefert vor allem die nordamerikanische Zellstoff- und Papierindustrie mit Wasserstoffperoxid als umweltfreundlichem Oxidationsmittel.

Segment Services

Das Segment Services umfasst im Wesentlichen die Site Services und die Evonik Business Services. Es erbringt seine Dienstleistungen vor allem für die operativen Chemiegeschäfte und das Corporate Center sowie in geringerem Umfang auch für Dritte. In der Einheit Site Services sind standortübergreifend Infrastrukturdienstleistungen - wie Ver- und Entsorgung, Logistik oder Anlagenmanagement – gebündelt. Die Evonik Business Services unterstützen die operativen Chemiegeschäfte und das Corporate Center mit konzernweit standardisierten kaufmännischen Dienstleistungen unter anderem auf den Gebieten IT, Personal, Rechnungswesen oder Recht. Zudem sind hier die konzernweiten Beschaffungs- und Engineeringaktivitäten angesiedelt.

Kennzahlen Segment Services

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2011 2010 Veränd.
Mio. € Mio. € in %
Außenumsatz 952 801 19
EBITDA 139 106 32
EBITDA-Marge in % 14,6 13,2 -
EBIT 56 28 101
Sachinvestitionen 84 79 6
Abschreibungen 82 78 5
Capital Employed (Jahresdurchschnitt) 442 447 -1
ROCE in % 12,7 6,3 -
Mitarbeiter zum 31.12. 10.946 10.616 3

Vorjahreszahlen angepasst

Höhere Ergebnisse

Das Segment Services erzielte 2011 einen Gesamtumsatz von 2.423 Millionen €, hiervon entfielen 1.471 Millionen € auf Innenumsätze mit den Chemiesegmenten und dem Corporate Center. Der Außenumsatz von 952 Millionen € setzte sich hauptsächlich aus Dienstleistungen und Beschaffungsaktivitäten für externe Kunden zusammen. Der Anstieg des Außenumsatzes um 19 Prozent resultierte vor allem aus einer höheren Dienstleistungsnachfrage sowie der Weitergabe gestiegener Rohstoffpreise bei den Beschaffungsaktivitäten. Das EBITDA verbesserte sich um 32 Prozent auf 139 Millionen € und das EBIT verdoppelte sich auf 56 Millionen €. Insbesondere die Site Services Europe erzielten dank der erfolgreich umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen ein höheres Ergebnis.

Neue Standortservices-Einheit erfolgreich

Im Bereich Site Services Europe haben wir seit Oktober 2010 die Infrastrukturdienstleistungen der elf größten europäischen Chemiestandorte des Konzerns gebündelt. Ziel ist es, die standortübergreifende Zusammenarbeit zu intensivieren, das Geschäft auszubauen und den Kunden dabei deutlichen Mehrwert zu bieten. Rund 7.700 Mitarbeiter bieten ein umfassendes Angebot in den Bereichen Technik, Logistik, Ver- und Entsorgung sowie Standortmanagement an. Das Ende 2010 aufgelegte Performance-Programm war erfolgreich und übertraf die Zielsetzung. Es konnten konkrete Maßnahmen mit über 100 Millionen € Einsparpotenzial erarbeitet werden.

Segment Real Estate

Das Segment Real Estate, das Evonik mittelfristig vollständig abgeben will, konzentriert sich auf die Vermietung von Wohnraum an private Haushalte in Nordrhein-Westfalen (NRW). Es umfasst neben dem eigenen Wohnungsbestand von Evonik auch einen 50-prozentigen Anteil an der THS.

Kennzahlen Segment Real Estate

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2011 2010 Veränd.
Mio. € Mio. € in %
Außenumsatz 412 402 2
EBITDA 219 190 16
EBITDA-Marge in % 53,2 47,3 -
EBIT 171 140 21
Sachinvestitionen 74 41 79
Abschreibungen 47 47 0
Capital Employed (Jahresdurchschnitt) 1.833 1.810 1
ROCE in % 9,3 7,7 -
Mitarbeiter zum 31.12. 1.135 1.098 3

Verbessertes Ergebnis

Der Umsatz nahm um 2 Prozent auf 412 Millionen € zu. Das EBITDA verbesserte sich um 16 Prozent auf 219 Millionen €; die EBITDA-Marge erhöhte sich dementsprechend von 47,3 Prozent auf 53,2 Prozent. Das

EBIT stieg um 21 Prozent auf 171 Millionen €. Zu dem Ergebniszuwachs trug ein Sondereffekt aus der Neubewertung aktiver latenter Steuern im At-Equity-Ergebnis der THS von 20 Millionen € bei; insgesamt erhöhte sich dieses auf 46 Millionen €. Das Bestandsmanagement steuerte vor allem dank gestiegener Mieteinnahmen ein verbessertes Ergebnis bei: Die durchschnittliche monatliche Nettokaltmiete per Dezember konnte von 4,58 € pro Quadratmeter im Vorjahr auf 4,71 € pro Quadratmeter erhöht werden. Die nachfragebedingte Leerstandsquote konnte gegenüber dem Vorjahr von 2,2 Prozent auf 2,0 Prozent weiter optimiert werden und liegt auf einem im Branchenvergleich guten Niveau. Der Netto-Instandhaltungsaufwand lag mit 11,85 € pro Quadratmeter etwa auf der Höhe des Vorjahres von 11,89 € pro Quadratmeter. Aber auch das Portfoliomanagement erwirtschaftete im Rahmen der Fokussierung auf Bestandsverkäufe im Wege der Einzelprivatisierung ein über dem Vorjahr liegendes Ergebnis.

Das Segment Real Estate konnte dank des höheren EBIT bei nahezu unverändertem Capital Employed seinen ROCE von 7,7 Prozent auf 9,3 Prozent steigern.

Höhere Investitionen

Die Sachinvestitionen nahmen deutlich auf 74 Millionen € zu. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren dabei die energetische Modernisierung des Wohnungsbestands sowie Neubau und Erwerbsmaßnahmen. Ziel ist eine langfristige Wertsteigerung des Wohnimmobilienportfolios durch gezielte Modernisierungsinvestitionen zur Absicherung bzw. Steigerung der Vermietungserlöse und der Energieeffizienz sowie durch den Ankauf und Neubau nachhaltiger, zukunftsfähiger Wohnungsbestände an attraktiven Standorten in NRW. Im Fokus stehen hier gezielte Ankäufe von Beständen in Groß- und mittelgroßen Städten im Ruhrgebiet mit marktgerechtem Objektzustand und attraktivem Mietentwicklungspotenzial.

Zusammenführung mit THS eingeleitet

Durch die geplante Zusammenführung unseres Immobiliengeschäfts mit der THS, an der Evonik und die IG BCE zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind, wird das drittgrößte Wohnungsunternehmen in Deutschland entstehen. Bereits seit dem 1. Januar 2012 werden die insgesamt rund 130.000 Wohnungen von Evonik und THS von der Vivawest Wohnen GmbH, an der Evonik und THS jeweils einen Anteil von 50 Prozent halten, gemeinsam bewirtschaftet.

7. Entwicklung in den Regionen

Weltweit tätig

Im Geschäftsjahr 2011 erzielten wir 74 Prozent unseres Umsatzes außerhalb Deutschlands. Der Umsatz in Deutschland stieg bei lebhafter Nachfrage um 10 Prozent auf 3.784 Millionen €. Überdurchschnittliche Zuwächse steuerten vor allem die Segmente Specialty Materials und Services bei, während der Umsatz im Segment Resource Efficiency aufgrund des Verkaufs des Carbon-Black-Geschäfts unter dem des Vorjahres lag.

Die Sachinvestitionen kletterten um 53 Prozent auf 481 Millionen €. Größtes Projekt ist der Ausbau unserer Produktionskapazitäten in Kamenz zur Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen zur Nutzung in Lithium-Ionen-Batterien. Gemeinsam mit der Daimler AG, Stuttgart, haben wir im Geschäftsjahr 2011 die Vorbereitungen für die Massenproduktion von Lithium-Ionen-Zellen und -Batterien in Kamenz weiter vorangetrieben. Dazu baut Evonik die jährliche Zellfertigungskapazität am Standort bis voraussichtlich 2013 von etwa 300.000 Einheiten auf etwa 3 Millionen Einheiten aus. Im Laufe des Jahres 2012 soll der E-Smart von Daimler mit Lithium-Ionen-Batterien aus Kamenz auf den Markt kommen. Das Segment Real Estate erhöhte seine Investitionen in den Wohnungsbestand deutlich. In Marl erweitert der Geschäftsbereich Performance Polymers seine Compoundier-Kapazitäten – eine Vorstufe für maßgeschneiderte Polyamid-12-Werkstoffe – sowie die Kapazitäten für den Spezialkunststoff Polyamid 12. Der Geschäftsbereich Health & Nutrition nahm in Hanau ein Labor für hochpotente Wirkstoffe (Highly Potent Active Pharmaceutical Ingredients, HPAPI) in Betrieb.

Im übrigen Europa wuchs der Umsatz um 12 Prozent auf 4.151 Millionen €. Höhere Umsätze erwirtschafteten insbesondere die Segmente Specialty Materials sowie Consumer, Health & Nutrition. Der Anteil dieser Region am Konzernumsatz nahm um 1 Prozentpunkt auf 29 Prozent zu. Die auf das übrige Europa entfallenden Sachinvestitionen verringerten sich um 6 Prozent auf 81 Millionen €.

Ausbau unserer Marktpositionen in Asien

Den Umsatz in Asien konnten wir um 9 Prozent auf 2.901 Millionen € steigern. Alle Geschäftsbereiche weiteten ihr Geschäft dank der hohen Nachfrage aus. Gegenläufig wirkte der Verkauf des Carbon-Black-Geschäfts. Der Anteil der Region am Konzernumsatz blieb daher unverändert bei 20 Prozent. Die Sachinvestitionen lagen mit 152 Millionen € unter dem hohen Vorjahreswert. Wir sehen Asien und hier insbesondere China aufgrund der wirtschaftlichen Dynamik als sehr attraktive Region mit großem Potenzial. So hat der Geschäftsbereich Performance Polymers in China seine Produktionskapazitäten für Polyetheretherketon (PEEK) sowie für Polymethylmethacrylat-Formmassen (PMMA) ausgebaut. Am japanischen Standort Yokkaichi nahm der Geschäftsbereich Inorganic Materials die kombinierte Produktionsanlage von Monosilan und der pyrogenen Kieselsäure AEROSIL® in Betrieb. Entsprechend unserer Wachstumsstrategie haben wir weitere größere Projekte auf den Weg gebracht: In Singapur entsteht ein neuer rückintegrierter Anlagenkomplex für die Aminosäure DL-Methionin und in China werden wir neue Produktionskomplexe für Isophoron und Isophoron–Veredelungsprodukte sowie für organische Spezialtenside und eine Produktionsanlage für Wasserstoffperoxid errichten.

Hohe Nachfrage in Amerika

In Nordamerika wuchs der Umsatz um 10 Prozent auf 2.766 Millionen €; der Anteil am gesamten Konzernumsatz blieb unverändert bei 19 Prozent. Deutliche Umsatzanstiege verzeichneten wir in den Segmenten Consumer, Health & Nutrition sowie Specialty Materials, während der Umsatz des Segments Resource Efficiency aufgrund des Verkaufs des Carbon-Black-Geschäfts unter dem Vorjahreswert blieb. Die Sachinvestitionen stiegen deutlich auf 109 Millionen €.

In Mittel- und Südamerika erwirtschaftete Evonik einen Umsatz von 642 Millionen €. Dieser lag aufgrund des Abgangs des Carbon-Black-Geschäfts um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Anteil am Konzernumsatz verringerte sich um 1 Prozentpunkt auf 4 Prozent. In Sachanlagen wurden wie im Vorjahr 7 Millionen € investiert. In dieser Region befinden sich für uns attraktive Schwellenländer, in denen wir überproportionales Potenzial für zukünftiges Wachstum sehen. Um hieran teilhaben zu können, haben wir Investitionsprojekte in die Wege geleitet. So entsteht in Argentinien eine Produktionsanlage für Alkoholate, die als Katalysatoren für die Biodieselproduktion eingesetzt werden; in Brasilien werden wir eine Anlage für oleochemische Spezialtenside errichten.

8. Wirtschaftliche Entwicklung der Evonik Industries AG

Die Evonik Industries AG mit Sitz in Essen ist das Mutterunternehmen des Evonik-Konzerns. Sie hält direkt und indirekt die Anteile an den zum Konzern gehörenden Tochterunternehmen. Die RAG-Stiftung hält 74,99 Prozent der Anteile an der Evonik Industries AG. Der Jahresabschluss der Evonik Industries AG wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Ertragslage der Evonik Industries AG wird maßgeblich von den Ergebnissen der Tochtergesellschaften sowie von Aufwendungen und Erträgen aus der Konzernfinanzierung und aus Portfoliomaßnahmen bestimmt.

Zum 1. August 2011 wurde die Führung sämtlicher Betriebe der Evonik Degussa GmbH, Evonik Goldschmidt GmbH, Evonik Oxeno GmbH, Evonik Röhm GmbH und Evonik Stockhausen GmbH auf die Evonik Industries AG übertragen. Damit verbunden gingen rund 13.600 Mitarbeiter der Gesellschaften auf die Evonik Industries AG über. Die betriebsgeführten Gesellschaften bleiben wirtschaftliche Eigentümer der Vermögensgegenstände und Schulden der Betriebe. Die wirtschaftlichen Chancen und Risiken sind daher weiterhin den betriebsgeführten Gesellschaften zuzurechnen. Evonik Industries AG weist als Betriebsführer die in eigenem Namen eingegangenen Schulden aus und aktiviert gleichzeitig einen Ausgleichsanspruch gegen die Eigentümer der Betriebe. Aus der Betriebsführung entstehen in der Gewinn- und Verlustrechnung der Evonik Industries AG lediglich Umsatzerlöse für Entgelte aus den Betriebsführungstätigkeiten. Alle anderen Aufwendungen und Erträge sind den betriebsgeführten Gesellschaften zuzurechnen und in deren Jahresabschlüssen ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2011 erfolgte die Berechnung der Betriebsführungsentgelte zeitanteilig.

Gewinn- und Verlustrechnung Evonik Industries AG

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in Millionen € 2011 2010
Umsatzerlöse 51 168
Sonstige betriebliche Erträge 529 929
Personalaufwand -87 -62
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen -3 -2
Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens -1 -1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -811 -934
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit -322 98
Zinsergebnis -147 -122
Abschreibungen auf Finanzanlagen -5 -440
Beteiligungsergebnis 101 848
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -373 384
Außerordentlicher Ertrag 11 0
Außerordentlicher Aufwand -17 -16
Außerordentliches Ergebnis -6 -16
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -46 -237
Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss -425 131
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 115 384
Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen 735 0
Bilanzgewinn 425 515

Seit dem 1. Januar 2008 stellt die Evonik Industries AG ihren Tochterunternehmen Dienstleistungsentgelte in Rechnung. Diese betrugen im Jahr 2011 24 Millionen € und wurden zusammen mit den zeitanteiligen Betriebsführungsentgelten von 27 Millionen € unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Die Konzernumlage wird seit dem 1. Januar 2011 nicht mehr erhoben. Daher lagen die sonstigen betrieblichen Erträge mit 529 Millionen € erheblich unter dem Vorjahreswert von 929 Millionen €, der Kostenweiterbelastungen an Konzernunternehmen in Höhe von 252 Millionen € enthielt. Im Rahmen der Bruttodarstellung werden Erträge aus Währungskursdifferenzen (456 Millionen €) unter den sonstigen betrieblichen Erträgen und die korrespondierenden Aufwendungen (404 Millionen €) unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Saldiert ergab sich ein Ertrag von 52 Millionen €. Der Personalaufwand stieg deutlich auf 87 Millionen €. Hierzu trugen Sonderbelastungen bei den Pensionsrückstellungen, Kosten im Zusammenhang mit der Neustrukturierung sowie allgemeine Personalkostensteigerungen bei. Nicht enthalten ist der Personalaufwand für die zum 1. August 2011 übernommenen Mitarbeiter, da diese wirtschaftlich weiter den betriebsgeführten Gesellschaften zuzurechnen sind.

Das Zinsergebnis von minus 147 Millionen € resultierte im Wesentlichen aus der Finanzmittelaufnahme im Rahmen der konzernweiten Finanzierungstätigkeit. Zudem sind Zinserträge und Zinsaufwendungen aus dem konzernweiten Cashpool, der bei der Evonik Industries AG konzentriert ist, enthalten. Das Beteiligungsergebnis verringerte sich von 848 Millionen € im Vorjahr auf 101 Millionen €. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Evonik Degussa GmbH ihren gesamten Jahresüberschuss thesauriert hat, während er im Vorjahr vollständig abgeführt wurde. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug aufgrund der fehlenden Konzernumlage sowie des geringeren Beteiligungsergebnisses minus 373 Millionen € gegenüber 384 Millionen € im Jahr zuvor. Das außerordentliche Ergebnis von minus 6 Millionen € betraf Aufwendungen im Umfeld der geplanten Börsennotierung. Darüber hinaus sind im außerordentlichen Aufwand Kosten für die Vorbereitung der geplanten Börsennotierung in Höhe von 11 Millionen € enthalten, die uns von den Aktionären erstattet wurden. Die Ertragsteuern von 46 Millionen € betrafen Steuern für die Vorjahre. Der Jahresüberschuss/-fehlbetrag verringerte sich von 131 Millionen € auf minus 425 Millionen €. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr von 115 Millionen € sowie Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 735 Millionen € ergibt sich ein Bilanzgewinn von 425 Millionen €. Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, den Bilanzgewinn als Dividende an die Aktionäre auszuschütten.

Bilanz Evonik Industries AG

Aktiva

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in Millionen € 31.12.2011 31.12.2010
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 8 8
Finanzanlagen 8.813 8.870
Anlagevermögen 8.821 8.878
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.156 3.423
Wertpapiere 635 373
Flüssige Mittel 1.192 860
Umlaufvermögen 4.983 4.656
Rechnungsabgrenzungsposten 2 2
Summe Aktiva 13.806 13.536

Passiva

in Millionen € 31.12.2011 31.12.2010
Gezeichnetes Kapital 466 466
Kapitalrücklage 720 720
Gewinnrücklagen 2.638 3.373
Bilanzgewinn 425 515
Eigenkapital 4.249 5.074
Rückstellungen 1.960 382
Verbindlichkeiten 7.597 8.080
Summe Passiva 13.806 13.536

Die Bilanzsumme der Evonik Industries AG erhöhte sich um 0,3 Milliarden € auf 13,8 Milliarden €. Die Finanzanlagen umfassen insbesondere die Anteile an den Tochtergesellschaften. In den Forderungen sind im Wesentlichen die Erstattungsansprüche aus Betriebsführung sowie Finanzforderungen von 1,0 Milliarden € vor allem aus der Cashpool-Tätigkeit enthalten. Das Eigenkapital verringerte sich aufgrund der Dividendenzahlung und des Jahresfehlbetrags um 0,8 Milliarden € auf 4,2 Milliarden €. Die Eigenkapitalquote ging dementsprechend von 37,5 Prozent auf 30,8 Prozent zurück. Die Rückstellungen erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund der Übertragung von Pensions- und Personalrückstellungen von den betriebsgeführten Gesellschaften um 1,6 Milliarden € auf 2,0 Milliarden €. Die Verbindlichkeiten und die Forderungen spiegeln die konzernweite Finanzierungsfunktion als Konzernführungsgesellschaft wider. In den Verbindlichkeiten sind 6,9 Milliarden € Finanzverbindlichkeiten enthalten. Hiervon entfallen 6,0 Milliarden € auf verbundene Unternehmen, die im Wesentlichen aus der Cashpool-Tätigkeit resultieren. Weitere 750 Millionen € betreffen die im Oktober 2009 begebene Kapitalmarktanleihe.

Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde ein Bericht nach § 312 AktG erstellt, der mit folgender Erklärung abschließt: „Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen worden sind, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung bzw. einen Ausgleich erhalten. Maßnahmen wurden weder getroffen noch unterlassen.“

9. Corporate Responsibility

Evonik übernimmt weltweit Verantwortung für seine Geschäfte, seine Mitarbeiter und die Gesellschaft. Das ist für uns gelebte Corporate Responsibility (CR). Globale Herausforderungen wie Klimawandel, knappe Ressourcen, Trinkwassermangel, Armut und Unterernährung prägen heute die Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Hier setzen wir mit unseren Produkten und Lösungen bei den Megatrends Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung an.

Die Erwartungen unserer internen und externen Stakeholder bezüglich unseres Beitrags zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft greifen wir aktiv auf und entwickeln in enger Zusammenarbeit mit unseren Geschäftsbereichen Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft. Die in der CR-Strategie festgelegten Handlungsfelder Geschäft, Mitarbeiter und Prozesse unterstützen die Konzernstrategie und das Erreichen der Konzernziele.

Unsere CR-Strategie wollen wir 2012 weiterentwickeln und noch stärker in die Kerngeschäftsprozesse der einzelnen Geschäftsbereiche integrieren. Basis dafür sind die Ergebnisse der in den Jahren 2010 und 2011 durchgeführten Wesentlichkeitsanalysen, deren Ziel es war, globale Herausforderungen besser zu verstehen und ihre Bedeutung für die Gesellschaft und Evonik zu bewerten.

Als Fortsetzung der 2010 durchgeführten Stakeholderbefragung haben wir uns 2011 mit den gleichen Fragen hinsichtlich globaler Herausforderungen und deren Bedeutung für Evonik an unsere Kunden gewandt. Ihrer Ansicht nach sind die wichtigsten Themen Ressourcennutzung, Gesundheit, Diversity und Chancengleichheit sowie der Zugang zu Wasser. Die Bedeutung der Herausforderung Klimawandel wurde gegenüber dem Vorjahr als geringer eingeschätzt.

Im Handlungsfeld Mitarbeiter haben wir das Projekt „CR in der Ausbildung“ weitergeführt. Die Auszubildenden der teilnehmenden Standorte verständigten sich gemeinsam auf das Thema „Social Media“, um Chancen und Risiken für Evonik bei deren Einsatz und im Umgang damit herauszuarbeiten und darzustellen. Alle bislang entwickelten Lerninhalte können über eine Mediathek von allen Ausbildungsstandorten für Unterrichtszwecke genutzt werden. Bei der Weiterbildung wurden Ergänzungspotenziale in bestehenden Weiterbildungs- und Trainingsangeboten identifiziert. Ein erstes Beispiel für die Umsetzung ist die Integration in den sogenannten „Tool-Day“, eine zweitägige Informationsveranstaltung für neu in den Konzern eingetretene Mitarbeiter. Zur Vermittlung von Grundlagen zu Corporate Responsibility und Nachhaltigkeit soll 2012 ein Online-Tool für alle Mitarbeiter entwickelt und damit ein tieferes Verständnis für CR an allen Evonik-Standorten weltweit erreicht werden. Ein solches Tool wurde bereits für den Bereich Einkauf entwickelt und erfolgreich eingeführt.

Im Jahr 2011 hat Evonik den Fokus bei der Betrachtung der Lieferanten angepasst – weg vom volumenbezogenen Ansatz hin zu einer vollständigen Evaluierung aller Risikolieferanten in den nächsten Jahren. Die Bewertung umfasst beispielsweise Themen wie Gesundheit und Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Korruptionsverhinderung, Güte der Arbeitsbedingungen sowie Verantwortung in der Lieferkette und Qualität und fokussiert sich damit auf wesentliche Aspekte der UN–Millennium Goals.

Mitarbeiter

HR-Arbeit richtet sich neu aus

Mit der strategischen Neuausrichtung des Konzerns auf die Spezialchemie und der geänderten Betriebsführung waren 2011 zahlreiche Herausforderungen für die Personalbereiche verbunden. Grundlegende Strukturveränderungen auf der einen, wichtige Zukunftsthemen auf der anderen Seite forderten die Human-Resources-Bereiche (HR) weltweit. Im Zuge dieser Entwicklungen haben wir auch die Personalarbeit bei Evonik neu ausgerichtet: Einheitliche Bewertungs- und Vergütungssysteme, eine einheitliche Tariflandschaft und ein an die neuen Erfordernisse angepasstes Kompetenzmodell zeugen davon.

HR-Strategie - Mitarbeiter erfolgsentscheidend

Mit maßgeschneiderten Personalkonzepten wollen wir die strategischen Wachstums- und Effizienzziele des Unternehmens unterstützen, insbesondere in den rasant wachsenden Märkten in Asien. Unsere Gestaltungskraft wird von wichtigen Zukunftsthemen, wie etwa der weiteren Internationalisierung, der Förderung unternehmerischer Vielfalt oder der demografischen Entwicklung, herausgefordert. HR leistet dabei einen entscheidenden Beitrag für die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg von Evonik. Unsere HR-Strategie haben wir daher sehr bewusst an den strategischen Treibern „Gewinnen“, „Entwickeln“ und „Binden“ von Mitarbeitern ausgerichtet. Neben der funktionalen Exzellenz der HR-Arbeit steht die Mitarbeiter-Exzellenz mit Handlungsfeldern wie Arbeitgebermarke und Rekrutierung, Personalentwicklung und -führung sowie die spezifischen Herausforderungen der Personalarbeit in Asien im Vordergrund.

HR on Track - fit für die Zukunft

Wichtige strukturelle Voraussetzungen für unsere weltweite Personalarbeit schafft das Projekt „HR on Track“. Ziel ist es, eine exzellente Personalarbeit durch effiziente und einheitliche Prozesse, transparente Strukturen und moderne HR-IT-Systeme zu erreichen. Ebenso gehört dazu eine partnerschaftliche Kultur der Zusammenarbeit in allen Bereichen, um Personalarbeit „aus einem Guss“ zu schaffen. Ende 2011 haben wir erste organisatorische und prozessuale Veränderungen beschlossen - durch die Neuaufstellung der Personalarbeit an den deutschen Standorten als Region Deutschland. Zeitgleich wurde für Deutschland die Einführung eines Evonik-Recruitingcenters und eines Evonik-HR-Beratungscenters vereinbart und die weitere Vereinheitlichung vorhandener Regelwerke gemeinsam mit der Mitbestimmung verabredet.

Darüber hinaus haben wir 2011 gemeinsam mit internationaler Beteiligung ein einheitliches HR-Prozessmodell erarbeitet. Die Ergebnisse sollen ab 2012 begleitend zur Einführung eines neuen, weltweiten HR-IT-Systems für alle Mitarbeiter umgesetzt werden.

Strukturveränderungen - einheitlicher Arbeitgeber

Zum 1. August 2011 ist die Führung sämtlicher Betriebe der Evonik Degussa GmbH, der Evonik Goldschmidt GmbH, der Evonik Oxeno GmbH, der Evonik Röhm GmbH und der Evonik Stockhausen GmbH auf die Evonik Industries AG übertragen worden. Zum 1. April 2012 wird die Einbeziehung der Evonik Goldschmidt Rewo GmbH, der Evonik RohMax Additives GmbH, der Evonik Technochemie GmbH und der Evonik Tego Chemie GmbH folgen. Die veränderte Betriebsführung zum 1. August und der damit verbundene Betriebsübergang von insgesamt mehr als 13.600 Mitarbeitern haben zur Folge, dass die Evonik Industries AG nunmehr einheitliche Arbeitgeberin für alle Mitarbeiter der einbezogenen Einheiten ist. Auch die Mitbestimmungsstrukturen sind an die neue Konzernstruktur angepasst worden.

Weltweite Neuausrichtung der Vergütungssysteme - Meilenstein auf dem globalen Wachstumspfad

In Deutschland und Asien haben wir 2011 unsere Vergütungssysteme neu ausgerichtet. Die regionenübergreifende Angleichung und die Einführung globaler Standards fügen sich in die strategische Neuausrichtung von Evonik und setzen einen wichtigen Meilenstein zur Unterstützung der globalen Wachstumsstrategie.

Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern wurde in Deutschland ein neues einheitliches Vergütungssystem für die außertariflichen Mitarbeiter (AT) und leitenden Angestellten (LA) geschaffen. Ab 2012 werden hier erstmals konzernweit einheitliche Vergütungsregelungen gelten. Nachdem bislang sehr unterschiedliche Regelungen die Vergütungslandschaft kennzeichneten, schafft das neue attraktive Vergütungssystem transparente Strukturen und zielt darauf, Komplexität zu reduzieren und Prozesse im Konzern zu vereinfachen. In diesem Zusammenhang haben wir auch die Performance-Beurteilung für unsere AT/LA-Mitarbeiter überarbeitet und deutschlandweit vereinheitlicht.

Auf internationaler Ebene wurden zwei Projekte in Asien durchgeführt: In Greater China haben wir das 2007 erstellte Bewertungs- und Gradingsystem einer Revision unterzogen und in den Ländern der Region Südostasien, Australien und Neuseeland (SEAANZ) ein entsprechendes Neubewertungsprojekt gestartet.

Über die internationale Zusammenarbeit unserer Vergütungsexperten im Konzern ist es uns gelungen, für die Führungskräfte und Mitarbeiter in den Regionen Deutschland, Greater China und SEAANZ - unter Beachtung regionaler Unterschiede - zukünftig ein einheitliches Stellenbewertungssystem zur Anwendung zu bringen und die Vergütungssysteme in den jeweiligen Ländern daran auszurichten. Als nächster Schritt ist die Einbeziehung weiterer Regionen in das „Evonik Global Grading System“ geplant.

Leistungszulage Tarif - die Performance stimmt

Im Rahmen der Leistungsbeurteilung 2011 haben wir die monatliche Leistungszulage für alle Tarifmitarbeiter in Deutschland gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat neu geregelt. Die Leistungszulage ermöglicht es, unseren Tarifmitarbeitern, ihr monatliches Entgelt unmittelbar durch ihre eigene Performance zu steigern. Das erste einheitliche Leistungszulagensystem im Evonik-Konzern tritt 2012 in Kraft.

„Mitwachsen 2011 “ - großer Mitarbeiterzuspruch

Bereits zum vierten Mal wurde das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm „Mitwachsen“ aufgelegt. Evonik belohnt das finanzielle Engagement durch Teilhabe am Konzernerfolg: Das angelegte Kapital wird in Abhängigkeit von der erzielten Kapitalrendite des Konzerns (ROCE) verzinst, darüber hinaus gewährt Evonik steuerfreie Zuschüsse. Die im Vergleich zur bereits hohen Beteiligungsquote von 2010 nochmals deutlich auf insgesamt rund 34 Prozent gesteigerte Teilnahme 2011 zeigt, dass unsere Mitarbeiter sich gerne mit eigenem Kapital am Erfolg von Evonik beteiligen: Nahezu 7.500 der teilnahmeberechtigten Beschäftigten erwarben Genussrechte im Wert von rund 14,5 Millionen €.

Kompetenzen – konsequent auf Wachstum ausgerichtet

Die klare Fokussierung auf die Spezialchemie spiegelt sich auch in veränderten Anforderungen an Management, Führungskräfte und Mitarbeiter wider. Im Rahmen des 2011 weiterentwickelten Evonik-Kompetenzmodells sehen wir eine ausgewogene Balance aus Ergebnisorientierung und längerfristigem strategischen Denken als ebenso erfolgsentscheidend an, wie die permanente Innovations- und Veränderungsfähigkeit unserer Mitarbeiter. Der Schlüssel hierzu sind Menschen mit vielfältigen Erfahrungen, denen wir ihren Stärken entsprechend Verantwortung übertragen und die wir nachhaltig entwickeln wollen – auf Basis des Evonik-Kompetenzmodells.

Eine wesentliche Grundlage für diese persönliche Entwicklung unserer Beschäftigten ist das regelmäßig stattfindende Mitarbeitergespräch. Den bereits 2008 etablierten konzernweit einheitlichen Standard haben wir im Zuge der Weiterentwicklung des neuen Kompetenzmodells ebenfalls neu justiert. Die Integration einer einheitlichen Leistungsbeurteilung in das Mitarbeitergespräch unterstreicht dessen Bedeutung als zentrales Führungsinstrument.

Ausbildung - proaktiv gegen Fachkräftemangel

Zukünftige Personalbedarfe vornehmlich aus dem eigenen Nachwuchs zu rekrutieren, ist das erklärte Ziel von Evonik. Rund 2.160 junge Menschen werden an mehr als 20 Ausbildungsstandorten in Deutschland und in rund 40 anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet, was den Stellenwert der Ausbildung bei Evonik verdeutlicht: Die Ausbildungsquote von 9 Prozent liegt weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt - die Investitionen in Ausbildung im Jahr 2011 betrugen 49,8 Millionen €.

Um schon heute dem demografisch bedingt stärker werdenden Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte nachhaltig zu begegnen, haben wir 2011 eine Vereinbarung zur Übernahme von Ausgebildeten geschlossen, die bereits seit März 2011 zur Anwendung gelangte: Jeder zweite neu Ausgebildete erhielt einen festen Arbeitsvertrag - das entspricht einer Erhöhung der unbefristeten Übernahmen um rund 150 Prozent und ist eine wichtige Botschaft im Kampf um die besten Bewerber. Im knapper werdenden Personalmarkt der 15- bis 19- Jährigen konnten wir uns dank der 2011 gestarteten Kampagne „Gesucht. Gefunden! Die passende Ausbildung“ als attraktiver Arbeitgeber neu positionieren und deutlich steigende Bewerberzahlen verzeichnen.

Seit mehr als zehn Jahren beteiligt sich Evonik an der von IG BCE und dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) unter dem Motto "Wir machen junge Menschen ausbildungsfähig" ins Leben gerufenen Maßnahme "Start in den Beruf" und erhöhte 2011 die Zahl der „Starter“ auf insgesamt 100 Teilnehmer.

Employer Branding - glaubwürdig im Dialog

Die einzigartigen Stärken von Evonik als Arbeitgeber den relevanten Zielgruppen glaubwürdig zu vermitteln, steht im Mittelpunkt unseres Employer Branding. Vor dem Hintergrund der internationalen Wachstumsstrategie geht es darum, Evonik weltweit ein wiedererkennbares „Gesicht“ als Arbeitgeber zu verleihen. Die Kombination aus Wachstum, Diversity und Kreativität unterscheidet Evonik von Wettbewerbern und macht uns gleichzeitig attraktiv für unsere Zielgruppen.

2011 haben wir mit dem erfolgreichen Start des Evonik-Facebook-Auftritts unsere Präsenz in der Social-Media-Welt ausgebaut. Als Arbeitgeber erreichen wir über Facebook viele Menschen, die auf der Suche nach dem geeigneten Berufseinstieg oder einer neuen Herausforderung sind. Wir sehen in dieser Form der Kommunikation eine große Chance, Evonik als transparentes, offenes und dynamisches Unternehmen zu positionieren und persönliche und glaubwürdige Einblicke ins Unternehmen zu ermöglichen.

Talentmanagement - Talente von heute sind Führungskräfte von morgen!

Der Wettbewerb um die besten Talente verstärkt sich immer mehr. Wir sind der Überzeugung, unsere Schlüsselfunktionen bevorzugt intern zu besetzen. Dafür fördert und fordert Evonik die Qualität in den eigenen Reihen und hat das Angebot an die Talente 2011 nochmals intensiviert. Neben der Entwicklung unserer Talente „on-the-job“ offerieren wir „off-the-job“ Maßnahmen, die vom Vorstand und den Konzernführungskräften eng begleitet werden und so mit dem Geschäft eng verzahnt sind.

In Talentdialogen trifft sich regelmäßig jeweils ein Vorstandsmitglied mit Talenten, um ein aktuelles strategisches Thema intensiv zu diskutieren. Im „Leadership“-Programm haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Ergebnisse aus dem 360°-Feedback in Einzelgesprächen mit professionellen Coaches zu reflektieren und sich zugleich mit Kollegen über aktuelle Führungsherausforderungen auszutauschen.

Darüber hinaus kooperieren wir weiterhin mit der renommierten schweizerischen Business School IMD und entwickeln unsere Talente in maßgeschneiderten Programmen.

360° Feedback - gelebte Feedback-Kultur

Seit Jahren setzen wir auf das 360°-Feedback als Instrument zur gezielten Mitarbeiter- und Organisationsentwicklung. Basierend auf dem weiterentwickelten Kompetenzmodell wurde es 2011 überarbeitet. Zum ersten Mal hat auch der Vorstand von Evonik ein 360°-Feedback durchgeführt. Damit nimmt Evonik eine Vorreiterrolle ein. Die Botschaft lautet: Feedbackkultur ist kein Lippenbekenntnis, sondern eine klare Verpflichtung und vor allem die Chance auf Entwicklung. 2012 werden alle Konzernführungskräfte diesem Beispiel folgen und ebenfalls ein 360°-Feedback durchführen.

Diversity - treibende Kraft für Kreativität und Innovationen

Vielfalt ist für uns ein wahrer Wert für das Unternehmen, denn sie schafft eine nachhaltige Grundlage für Kreativität und Innovation und verbessert somit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Dies vor Augen hat der Vorstand Anfang 2011 die Diversity-Strategie verabschiedet, die Vielfalt durch unterschiedliche Nationalitäten, Geschlechter, Ausbildungsfachrichtungen, Berufserfahrungen sowie altersgemischte Teams erreichen will.

Angesichts der strategischen Bedeutung wurde das Thema Diversity in den Zielvereinbarungsprozess mit allen Konzernführungskräften aufgenommen. Zugleich haben sich 2011 mehr als 100 Konzernführungskräfte in ganztägigen Mindset-Workshops zu den einzelnen Aspekten von Diversity und ihren Herausforderungen für das tägliche Führungsverhalten ausgetauscht.

Ergänzend haben wir das Format „Women@Work“ gestartet, ein speziell für die Anforderungen weiblicher Fach- und Führungskräfte konzipiertes Seminar, dessen Teilnehmerinnen sich am Jahresende zum ersten deutschlandweiten Netzwerktag trafen.

Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität – „well at work“

Gründe, warum wir uns bei Evonik bereits seit Jahren mit der Frage beschäftigen, wie wir sicherstellen können, dass unsere Mitarbeiter ihre Arbeitsfähigkeit und - damit untrennbar verbunden - ihre Lebensqualität erhalten und erhöhen können, gibt es viele: Demografischer Wandel, Zunahme der Zivilisationskrankheiten oder zunehmende Arbeitsverdichtung - zum Beispiel bedingt durch ständige Erreichbarkeit und die Vermischung von Freizeit und Arbeitszeit - sind einige davon. Viele Standorte von Evonik sind auf diesem Feld bereits seit Jahren aktiv. Im vergangenen Jahr lag der Fokus darauf, ein konzernweites Konzept unter Einbeziehung bereits vorhandener Initiativen zu entwickeln. Das Konzept unter dem Titel „well at work“ hat zum Ziel, die körperliche, physische und geistige Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter zu stärken und soll im zweiten Quartal 2012 in Deutschland eingeführt werden. Wir wollen „well at work“ stärker in den Vordergrund rücken und unsere Mitarbeiter für die Thematik sensibilisieren. Dazu planen wir einheitliche Grundstandards und einen Best-Practice-Austausch. Langfristig soll das Konzept auch international zum Einsatz kommen.

Mitarbeiterzahl - Entwicklung 2011

Zum Jahresende 2011 waren im Evonik-Konzern 33.556 Mitarbeiter beschäftigt, davon sind rund 23 Prozent weiblich. Das Durchschnittsalter unserer Mitarbeiter lag bei 41,4 Jahren. 35 Prozent der Beschäftigten sind außerhalb Deutschlands tätig. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich vor allem aufgrund der Unternehmensverkäufe um 5.767 Personen. Infolge des Verkaufs der Mehrheit an der STEAG gingen rund 5.500 Mitarbeiter ab – diese Zahl liegt im Wesentlichen infolge des im Januar 2011 erfolgten Erwerbs einer indischen Energiegesellschaft über dem Wert vom Jahresende 2010. Durch den Verkauf des Carbon-Black-Geschäfts im Segment Resource Efficiency ging die Mitarbeiterzahl um rund 1.450 Mitarbeiter zurück.

Mitarbeiter nach Segmenten

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31.12.2011 31.12.2010
Consumer, Health & Nutrition 6.384 6.326
Resource Efficiency 6.381 7.874
Specialty Materials 6.846 6.789
Services 10.946 10.616
Real Estate 1.135 1.098
Sonstige Aktivitäten 1.864 1.704
Fortgeführte Aktivitäten 33.556 34.407
Nicht fortgeführte Aktivitäten (Energie) 0 4.916
Evonik 33.556 39.323

Umwelt, Sicherheit, Gesundheit

In Anbetracht der globalen Herausforderungen setzen wir weiterhin auf langfristige Orientierung und nachhaltiges Handeln, um dauerhaft erfolgreich am Markt bestehen zu können. Umwelt, Sicherheit und Gesundheit (USG) sind Eckpfeiler unserer unternehmerischen Verantwortung und substanzielle Elemente unserer Verpflichtung zur Umsetzung der weltweit gültigen Responsible Care Prinzipien. Unser konzernweit verbindliches, extern geprüftes Regelwerk wird permanent durch zahlreiche interne Audits in den Geschäftsbereichen, in den Regionen und an den Standorten überprüft. Im Jahr 2011 führten wir 25 Audits weltweit durch. Mehr als 95 Prozent unserer Produktion weltweit sind extern nach der international anerkannten Norm für Umweltmanagement ISO 14001 zertifiziert.

Fortschritte bei der Arbeits- und Anlagensicherheit

Bei der Arbeitssicherheit blieb unsere Performance hinsichtlich der Unfallhäufigkeit (Anzahl der Arbeitsunfälle eigener Mitarbeiter und von Fremdfirmenmitarbeitern, wenn sie unter direkter Weisung von Evonik stehen, pro 1 Million Arbeitsstunden) mit 2,1 auf der Höhe des Vorjahres. Es ereignete sich ein tödlicher Unfall am US-Standort Tippecanoe bei einem Fremdfirmenmitarbeiter. Ohne Berücksichtigung des Segments Real Estate erhöhte sich die Unfallhäufigkeit von 1,3 auf 1,5 und lag damit auf dem selbst gesetzten Zielwert von maximal 1,5. Da der Schwerpunkt des Anstiegs gegenüber dem Vorjahr lokal identifiziert werden konnte, wurden gezielte Maßnahmen vereinbart, um für 2012 wieder eine Verringerung der Unfallhäufigkeit zu erreichen.

Unfallhäufigkeit 1)

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2011 2010
Chemiegeschäft einschl. Services 1,5 1,3
Real Estate (Wohnen) 1,1 2,3
Real Estate (sonstige Aktivitäten) 28,2 42,0
Fortgeführte Aktivitäten 2,1 2,1
Nicht fortgeführte Aktivitäten (Energie) - 5,2
Gesamt 2,1 2,5

1) Anzahl der Arbeitsunfälle eigener Mitarbeiter und von Fremdfirmenmitarbeitern, wenn sie unter direkter Weisung von Evonik stehen, pro 1 Million Arbeitsstunden.

Zum Thema „Sicherheitskultur und Arbeitssicherheit“ haben wir erstmals Ende 2011 konzernweit eine Umfrage durchgeführt. Hierbei wurden rund 50 Prozent aller Mitarbeiter angesprochen, von denen uns knapp zwei Drittel ihre Einschätzung mitgeteilt haben. Wir verstehen die Ergebnisse der Befragung als einen Frühindikator für ein durchgängiges Sicherheitsverständnis in unserem Unternehmen. Aus der Analyse der Antworten werden die Geschäftsbereiche und Standorte Maßnahmen entwickeln. Bei der Wiederholungsbefragung im Jahr 2013 sollen alle Mitarbeiter einbezogen werden.

Der sichere und zuverlässige Betrieb der Produktionsanlagen ist von elementarer Bedeutung für die Unversehrtheit unserer Mitarbeiter sowie für die Anwohner an unseren Standorten und damit auch für unseren Geschäftserfolg. Ziel ist es, die Anlagensicherheit kontinuierlich zu verbessern und so die Anzahl von Ereignissen mit Stofffreisetzungen, Bränden oder Explosionen weiter zu verringern.

Um dies zu erreichen und bereits Ereignisse mit geringen oder keinen Schäden zu vermeiden, führten wir im Jahr 2008 eine Kennzahl zur Anlagensicherheit ein, mit der auch geringere, gegenüber den Behörden nicht meldepflichtige Stofffreisetzungen systematisch erfasst werden. Mit Hilfe dieses selbst entwickelten Spätindikators (Lagging Indicator) stellen wir nach einheitlichen Kriterien die Anzahl und die Häufigkeit von Stofffreisetzungen, Bränden und Explosionen fest. Seit Einführung der Kennzahl ist klar erkennbar, dass sowohl die Freisetzungsmengen als auch die Schäden abgenommen haben. So gab es 2011 an keinem Produktionsstandort einen Störfall mit erheblichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Am US-Standort Mapleton (Illinois) ereignete sich eine Freisetzung, die zwar keine Umwelt- oder Personengefährdung verursacht hatte, aber den zuständigen Behörden gemeldet wurde. Seit der Einführung im Jahr 2008 sank dieser Indikator kontinuierlich und lag 2011 bei 52 Punkten (Referenzwert 2008: 100 Punkte). Zusätzlich berechnen die Häufigkeit pro 1 Million Arbeitsstunden in den Produktionsstätten, um über diesen normativen Ansatz zeitliche Entwicklungen vergleichen und interne Benchmarks erheben zu können.

Analog zur Arbeitssicherheit betrachten wir die Anlagensicherheit als Managementaufgabe. Dementsprechend haben wir auf Konzernebene neue Kennzahlen entwickelt. Der für die Anlagensicherheit vereinbarte Frühindikator soll feststellen, inwieweit die produzierenden Geschäftsbereiche ihre Führungsaufgabe in Bezug auf Anlagensicherheit gegenüber den Standorten und Produktionseinrichtungen wahrnehmen. Die Erhebung wird ab 2012 in die regulären Audits integriert.

Krisenstab von Evonik gefordert

Das Erdbeben in Japan, der dadurch ausgelöste Tsunami und die Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 forderten das Krisenmanagement von Evonik heraus. Zwar wurden die in Japan befindlichen Produktionsstandorte nicht wesentlich beschädigt, doch galt es, die Mitarbeiter in Japan und entsendete deutsche Mitarbeiter zu betreuen. Evonik richtete eine Informationsplattform im Intranet mit allen aktuellen Nachrichten und Bewertungen des lokalen Krisenstabes in Japan ein. Unsere heimischen Standorte wurden zum Umgang mit Produkten aus Japan beraten. Ebenso haben wir unsere Kunden auf Anfrage über die Einhaltung der Sorgfaltspflichten beim Einkauf unserer Rohstoffe von den japanischen Lieferanten informiert. Die Erfahrungen aus diesem Ereignis sind in unseren Krisenplan eingeflossen, um bei zukünftigen Naturkatastrophen noch besser reagieren zu können.

Umweltschutzinvestitionen und Umweltschutzbetriebskosten

2011 haben wir für eine weitere Verbesserung des Umweltschutzes 48 Millionen € (Vorjahr: 36 Millionen €) in effektive End-of-pipe-Technologien sowie anlagen- und prozessintegrierte Umweltschutzmaßnahmen investiert. Die Umweltschutzinvestitionen verteilten sich auf eine Vielzahl von Einzelinvestitionen. Zum Beispiel wurde in Wesseling in den Gewässer- und Hochwasserschutz investiert, in Rheinfelden eine zusätzliche Aktivkohle-Absorptionsanlage installiert, in Essen ein Abluftwäscher ausgetauscht und Bodenbeschichtungen saniert, in Rheinmünster im Zuge von Anlagenerweiterungen Luftreinhaltemaßnahmen durchgeführt, in Krefeld die Abwasserfrachten reduziert sowie in Antwerpen (Belgien) ein Abwasserpuffertank umgebaut, das zentrale Containerlager erweitert und Optimierungen an Absaugungen und Abgasleitungen durchgeführt.

Die Betriebskosten für den Umweltschutz lagen 2011 bei 251 Millionen € (Vorjahr: 264 Millionen €). Der Rückgang ist unter anderem auf den Verkauf des Carbon-Black-Geschäfts und vorübergehend niedrigere REACH-Kosten zurückzuführen.

CO2-Emissionen nach EU-ETS aufgrund Verkauf des Carbon-Black-Geschäfts stark gesunken

Evonik unterliegt mit zahlreichen Anlagen direkt den Regelungen des CO2-Emissionshandels der EU (EU-ETS). Aus diesen Anlagen wurden 2011 etwa 3,6 Millionen Tonnen5 CO2 emittiert (Vorjahr: 4,2 Millionen Tonnen CO2). Grund für die Abweichung ist der Verkauf des Carbon-Black-Geschäfts, dessen Emissionen ab August 2011 nicht mehr enthalten sind.

Die Ausgestaltung des EU-ETS ab 2013 ist abgeschlossen. Die Zuteilungsmechanismen für die dritte Handelsperiode - auf Basis von Benchmarks - wurden verabschiedet und die Beantragung der Zertifikate wurde abgeschlossen. Bei der Zertifikateausgabe ist mit hohen Abschlägen zu rechnen, da beispielsweise für die Stromerzeugung keine Zertifikate zugeteilt werden. Noch ausstehend ist der sogenannte sektorenübergreifende Reduktionsfaktor. Dieser wird von der EU voraussichtlich Mitte 2012 veröffentlicht und verringert die Zuteilungsmenge zusätzlich. Die konkreten Zuteilungsbescheide der einzelnen Anlagen werden nicht vor Herbst 2012 erwartet. Erst dann sind die genauen Mengen an kostenlos zugeteilten Emissionsberechtigungen bekannt und kann das voraussichtliche Defizit ermittelt werden.

Bedingt durch die wirtschaftlichen Unsicherheiten infolge der Euro-Krise sind die Marktpreise für Emissionsberechtigungen von circa 18 bis 20 €/Tonne CO2 in der ersten Jahreshälfte auf circa 6 bis 7 €/Tonne CO2 zum Ende des Jahres 2011 gesunken.

5 Vorläufig.

Nachhaltigkeitsperformance weiterentwickeln

2008 haben wir erstmals den Carbon Footprint für Evonik ermittelt und schreiben diesen nun mit aktualisierten Daten kontinuierlich fort. Neben direkten Treibhausgasemissionen aus der Produktion sind uns auch weitere Emissionen wichtig, wie sie beispielsweise aus der Herstellung unserer Rohstoffe (sogenannter CO2e6-Rucksack) oder der Entsorgung unserer Produkte entstehen. Dabei betrachten wir bei einer Reihe von Produkten auch die Emissionsminderungen durch den Einsatz/Nutzen dieser Produkte bei unseren Kunden. Sowohl der Carbon Footprint von Evonik als auch die zugrunde liegende Bewertungsmethodik zur Berechnung des CO2e-Einsparpotenzials wurden extern von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Für die Einschätzung der Auswirkungen unserer künftigen Aktivitäten auf das Klima nutzen wir diese Methodik zur Quantifizierung der Treibhausgaseinsparungen ebenso wie in der strategischen Forschung zur Bewertung von Innovationen hinsichtlich ihres zu erwartenden CO2e-Fußabdrucks.

Wir werden uns 2012 erstmals am Carbon Disclosure Project (CDP) beteiligen. Diese weltweite Initiative der Finanzwirtschaft zielt darauf ab, mehr Transparenz in Bezug auf Treibhausgasemissionen zu schaffen. Dies wird uns helfen, weitere Chancen und Risiken, die aus einem Klimawandel resultieren können, für Evonik zu erkennen, zu bewerten und daraus relevante Managementprozesse und Geschäftsaktivitäten abzuleiten.

Künftig wollen wir Investitions- und Akquisitionsentscheidungen auch über sogenannte Nachhaltigkeitsindikatoren bewerten. Außerdem wollen wir diese Kenngrößen zur strategischen Steuerungen unserer Geschäftsgebiete nutzen.

Dazu haben wir 2011 die wesentlichen ökologischen und gesellschaftlichen Indikatoren zur Messung von CR und Nachhaltigkeit untersucht. Aspekte wie etwa Energieeffizienz, CO2-Intensität, Wasserverbrauch, Abfallmengen, Recycling, Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, Anlagensicherheit, Arbeitssicherheit, Diversity, Demografie oder auch der nachhaltige Kundennutzen stellen dabei die Grundlage zur Beurteilung unserer CR und Nachhaltigkeitsaktivitäten dar. Im Jahr 2012 wollen wir die von uns entwickelte Methode erstmals in zwei Geschäftsbereichen anwenden.

Verantwortlicher Blick auf den Produktlebensweg

Die Produktverantwortung von Evonik (Product Stewardship) wird über ein Chemicals Management System (CMS) umgesetzt. Die darüber ermittelten und bewerteten stoffbezogenen Gefahren ermöglichen eine frühzeitige Reaktion. Wir erfüllen damit die Selbstverpflichtungen zu Responsible Care sowie zur Global Product Strategy (GPS) des internationalen Chemieverbandes ICCA. Damit trägt das CMS zur Entwicklung eines zukunftssicheren und nachhaltigen Produktportfolios bei. Zusätzlich erhöht Evonik seine Transparenz, verbessert die Kommunikation in der Produktkette und stellt über die Veröffentlichung auf der Evonik-Website allgemein verständliche Informationen (GPS Safety Summaries) zu den Chemikalien zur Verfügung.

6 CO2e = CO2-Äquivalente (CO2 und weitere Treibhausgase)

REACH-Umsetzung und Ausblick

Bis zum Abschluss der ersten Registrierungsphase der EU-Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) Ende 2010 hatte Evonik 167 vorregistrierte Stoffe sowie weitere Stoffe ohne Vorregistrierungsstatus registriert. Hierzu war die Zusammenarbeit mit unseren Wettbewerbern in sogenannten SIEF-Konsortien (Substance Information Exchange Forum) notwendig. Bei mehr als der Hälfte der betroffenen Stoffe haben wir die Federführung in den SIEF übernommen. 2011 folgten circa 130 weitere dieser Registrierungen, zu denen wiederum jeweils umfangreiche Dossiers erstellt werden mussten. Darüber hinaus konnten wir durch den intensiven Dialog sowohl die Kundenbindung stärken als auch die Liefersicherheit unserer Rohstoffe bei den Lieferanten verbessern. Im Rahmen der bis zum 31. Mai 2013 laufenden zweiten Registrierungsphase für Stoffe mit Produktionsmengen zwischen 100 und 1000 Tonnen pro Jahr werden wir voraussichtlich circa 160 weitere Stoffe registrieren.

10. Nachtragsbericht

Im Nachgang zu der Übertragung der Aktien der Degussa AG auf die Evonik Industries AG gemäß §§ 327a ff. AktG im Jahr 2006 wird in einem Spruchverfahren vor dem Landgericht Düsseldorf die Angemessenheit der gezahlten Barabfindung in Höhe von 45,11 € je Aktie überprüft.

Ein vom Gericht bestellter Sachverständiger hat in einem am 6. Februar 2012 vorgelegten Gutachten zur Angemessenheit der Barabfindung Stellung genommen und eine höhere als die gezahlte Barabfindung für angemessen gehalten. Evonik hält die im Gutachten dargelegten Korrekturen für unzutreffend und die gezahlte Barabfindung weiterhin für angemessen. Wir werden daher dementsprechend zum Gutachten Stellung nehmen.

11. Risikobericht

Risikostrategie

Evonik ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken ausgesetzt. Das Risikomanagement ist deshalb ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenssteuerung und dient der gezielten Sicherung bestehender und künftiger Erfolgspotenziale sowie der Vermeidung, Vorbeugung bzw. Gegensteuerung und Minimierung von Risiken. Unternehmerische Risiken gehen wir nur ein, wenn wir überzeugt sind, dadurch den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und gleichzeitig mögliche Auswirkungen dauerhaft zu beherrschen.

Aufbau und Organisation des Risikomanagements

Evonik verfügt über ein konzernweites internes Risikomanagement. Dieses wird - neben organisatorischen Sicherungsmaßnahmen und internen Kontrollsystemen - auch durch die Konzernrevision als prozessunabhängige Kontroll- und Beratungsinstanz unterstützt.

Das Risikomanagement ist gemäß der Organisationsstruktur von Evonik dezentral aufgebaut. Die originäre Risikoverantwortung liegt bei den Geschäfts-, Konzern- und Servicebereichen, die für Früherkennung, Abschätzung der Auswirkungen, Einleitung geeigneter Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen sowie interne Kommunikation der Risiken verantwortlich sind. Innerhalb dieser Organisationseinheiten koordinieren Risikobeauftragte die jeweiligen Risikomanagementaktivitäten. Für den Konzern nimmt ein zentraler Risk-Officer die Steuerungs- und Kontrollfunktionen für Abläufe und Systeme wahr. Er ist Ansprechpartner für alle Risikobeauftragten und für die Dokumentation, Information und Koordination auf Konzernebene. Gleichzeitig verantwortet er die methodische Weiterentwicklung des Risikomanagements. 2010 wurde ein Risikokomitee unter Leitung des Finanzvorstandes mit Vertretern des Corporate Centers und der Geschäftsbereiche eingerichtet. Es nimmt die Aufgaben der Validierung der konzernweiten Risikosituation und der Verifizierung der angemessenen Berücksichtigung von Risiken im Zahlenwerk wahr.

Auf allen Konzernebenen ist das Risikomanagement ein wesentliches Element der Controllingprozesse von Evonik. Dazu zählen strategische und operative Planung, Vorbereitung von Investitionsentscheidungen, Monatsberichterstattung, Hochrechnungen sowie ab einem bestimmten Schwellenwert eine Risiko-Sofortberichterstattung. Die Organisationseinheiten führen einmal jährlich in Verbindung mit der Mittelfristplanung eine umfassende Risikoinventur durch. Dies erfolgt mit einer 2010 neu eingeführten Spezial-Software für das Risikomanagement. Alle Risiken werden systematisch erfasst, dokumentiert und hinsichtlich ihrer potenziellen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Für bei der Risikoinventur erkannte Risiken müssen die Organisationseinheiten Sicherungsmaßnahmen benennen, deren Umsetzung zeitnah verfolgt wird. Die jährliche Risikoinventur erfasst Risiken als Abweichung vom geplanten Konzernergebnis sowohl kurzfristig für ein Jahr als auch mittelfristig über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren und, wird ergänzt durch eine vierteljährliche Überprüfung aller Risiken sowie monatliche Risikoberichte, in denen Veränderungen bei den bereits identifizierten Risiken sowie neu aufgetretene Risiken bezogen auf das laufende Jahr erfasst werden. Eine konzernweit verbindliche Richtlinie regelt die Anforderungen an das Risikomanagement.

Die Konzernrevision hat im Geschäftsjahr 2011 bei ihren Prüfungen in den Organisationseinheiten das Risikomanagement von Evonik geprüft und festgestellt, dass die gesetzlichen und unternehmensinternen Anforderungen erfüllt werden. Zusätzlich ist das Risikofrüherkennungssystem in die Jahresabschlussprüfung nach den Modalitäten für börsennotierte Aktiengesellschaften einbezogen. Die Prüfung ergab, dass das Risikofrüherkennungssystem von Evonik geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, rechtzeitig zu erkennen.

Gesamtrisikosituation

Die konzernweit identifizierten Risiken unter Berücksichtigung der ergriffenen bzw. geplanten Maßnahmen haben einzeln oder in Wechselwirkung miteinander keine bestandsgefährdenden Auswirkungen auf Evonik als Ganzes. Gemäß unserem Risikokatalog betrachten wir die Risiken in Anlehnung an das COSO-Enterprise-Risk-Management-Modell in den vier Hauptkategorien Strategie, operative Aspekte, Compliance/Recht und Finanzen.

Der Evonik-Konzern ist aufgrund seiner Betätigungsfelder mit national wie international sich ständig ändernden politischen, gesellschaftlichen, demografischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Wir begegnen den Risiken, die sich daraus ableiten, indem wir unser Umfeld genauestens beobachten und Marktentwicklungen antizipieren sowie das Portfolio konsequent entsprechend der Konzernstrategie weiterentwickeln.

2011 war insgesamt – nach dem hervorragenden Jahr 2010 – wiederum ein erfolgreiches Jahr für Evonik. Insbesondere die Mengennachfrage in den Chemiesegmenten zog im ersten Halbjahr 2011 nochmals stark an und die Produktionskapazitäten waren wieder sehr gut ausgelastet. Darüber hinaus konnten die Verkaufspreise angehoben und damit die gestiegenen Rohstoffkosten weitergegeben werden. Die Ergebnis- und Cashflow-Risiken waren dadurch 2011 gering.

1. Strategische Risiken

Das geplante Wachstum in der Chemie durch Investitionen in attraktiven Märkten und Akquisitionen ist hinsichtlich der Einhaltung des geplanten Umfangs und Umsetzungszeitpunkts der Projekte mit gewissen Risiken behaftet. Diesen Risiken wird durch bewährte strukturierte Prozesse, wie nachfolgend beschrieben, begegnet.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Einen generellen Risikoschwerpunkt stellt der intensive Wettbewerb in verschiedenen Marktsegmenten dar. Insbesondere Konkurrenz aus Niedriglohnländern sorgt mit aggressiver Preispolitik für verschärften Wettbewerbsdruck. Dem wirken wir durch den Ausbau unserer Produktionsbasis im Ausland sowie die Erschließung neuer Märkte in Regionen mit höheren Wachstumsraten, wie zum Beispiel Asien und Südamerika, entgegen. Die betroffenen operativen Einheiten reduzieren diese Wettbewerbsrisiken außerdem durch verschiedene Maßnahmen zur engeren Kundenbindung. Dazu zählen insbesondere strategische Forschungspartnerschaften mit Kunden sowie eine Verbesserung der angebotenen Serviceleistungen. Dem Risiko der Substitution von Chemieprodukten durch neue, verbesserte oder kostengünstigere Materialien bzw. Technologien wird fortlaufend durch die eigene Entwicklung neuer, attraktiver und wettbewerbsfähiger Produkte bzw. Technologien begegnet. Auch für bestimmte Rohstoffe, die der REACH-Verordnung unterliegen und ab einem zukünftigen Zeitpunkt nicht mehr zur Verfügung stehen, müssen alternative Einsatzstoffe gesucht werden.

Das Segment Real Estate wirkt mit einem Strategiemix aus Modernisierung, Abriss und Neubau sowie dem gezielten Ankauf attraktiver Wohnbestände möglichen Beeinträchtigungen der Werthaltigkeit und Ertragskraft seines Bestandsportfolios aufgrund regionaler oder demografischer Faktoren entgegen.

Risiken aus Akquisitionen und Desinvestitionen

Aktives Portfoliomanagement hat im Zusammenhang mit der wertorientierten Steuerung bei Evonik einen hohen Stellenwert: Unsere operativen Einheiten stehen hinsichtlich ihrer nachhaltigen Rentabilität sowie ihrer Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie permanent auf dem Prüfstand. Eine strategische Weiterentwicklung des Konzerns kann durch den Ausbau einzelner Geschäfte, ihre Abgabe oder auch den Aufbau völlig neuer Aktivitäten erfolgen. Für alle Optionen hat Evonik strukturierte Prozesse festgelegt.

Sollte eine Verstärkung von Geschäften durch organisches Wachstum nicht möglich sein, führt der Weg über den Erwerb anderer Unternehmen bzw. Unternehmensteile. Für die Vor- und Nachbereitung sowie die Durchführung von Akquisitionen haben wir klare Vorgehensweisen etabliert, die insbesondere auch Zuständigkeitsregeln und Genehmigungsprozesse enthalten. So unterziehen wir im Vorfeld eines Kaufs in Betracht kommende Akquisitionsobjekte einer intensiven Überprüfung (Due Diligence), durch die wir systematisch alle wesentlichen Chancen und Risiken erfassen und eine angemessene Bewertung vornehmen. Zentrale Aspekte sind dabei strategische Ausrichtung, Managementqualität und Entwicklungspotenzial auf der einen Seite sowie bestehende Ertragsrisiken, rechtliche Risiken und Altlasten auf der anderen Seite. Neu erworbene Unternehmen werden umgehend in den Konzern und damit in unsere Risikomanagement- und Controllingprozesse integriert.

Sollten sich im Rahmen der strategischen Steuerung von Evonik Umstrukturierungs- oder Desinvestitionserfordernisse ergeben, setzen wir diese ebenfalls konsequent um. Nachlaufende Haftungs- bzw. Gewährleistungsrisiken aus Desinvestitionen unterliegen einer strukturierten Folgeüberwachung (Post Transaction Management). Im Zusammenhang mit dem Verkauf von dem früheren Energiegeschäft (STEAG) bestehen für Evonik Risiken aus den im Vertrag festgelegten Freistellungsverpflichtungen, unter anderem bezüglich eines neuen Kohlekraftwerks, das wegen technischer Probleme noch nicht in Betrieb gegangen ist. Diese Risiken sind bilanziell berücksichtigt.

2. Operative Risiken

Infolge der geschäftstypischen Abhängigkeit von externen Parametern insbesondere im Chemiegeschäft (unter anderem Konjunktur und Rohstoffpreise) bilden die Maßnahmen zur Reduzierung der operativen Risiken einen Schwerpunkt.

Vertriebs- und Absatzrisiken

In den Chemiesegmenten besteht insgesamt eine geringe Kundenkonzentration. Einzelne operative Einheiten sind aber von wichtigen Hauptkunden in einem gewissen Maße abhängig. Nachfragerückgänge in den Abnehmerindustrien sowie die Verschlechterung der Wettbewerbssituation von bestehenden Kunden können das Chemiegeschäft beeinträchtigen. Diesen Risiken begegnen wir durch permanente Marktbeobachtung, das Gewinnen von Neukunden sowie Anstrengungen zur frühzeitigen Erschließung neuer Anwendungen und Märkte.

Beschaffungsrisiken

Auch die Verfügbarkeit von Vor- und Zwischenprodukten sowie die Abhängigkeit von Rohstoff- und Energiepreisen stellen potenzielle Risiken dar. Besonders die Chemiesegmente sind abhängig von der Entwicklung des Rohölpreises und von direkt oder indirekt aus Rohöl gewonnenen petrochemischen Rohstoffen sowie von Wechselkursen, die sowohl Rohstoffpreise als auch Energiekosten stark beeinflussen. Diesen Risiken begegnen wir dadurch, dass wir die Einkaufsaktivitäten weltweit optimieren und bestehende Lieferanten so weit wie möglich durch vertragliche Regelungen langfristig und über Formelverträge binden bzw. alternative Lieferanten erschließen. Außerdem prüfen wir bei verschiedenen Herstellungsverfahren die Verwendung von Ersatzrohstoffen und arbeiten an der Entwicklung alternativer Produktionstechnologien. Die im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegenen Bezugskosten konnten infolge der hohen Nachfrage und teilweise bestehender Produktknappheit durch Verkaufspreiserhöhungen weitgehend aufgefangen werden. Dies ist aufgrund von Wettbewerbssituationen nicht immer unmittelbar und auch nicht immer in vollem Umfang möglich.

Produktionsrisiken

Als Industriekonzern ist Evonik den Risiken von Betriebsunterbrechungen, Qualitätsproblemen und unerwarteten technischen Schwierigkeiten ausgesetzt. Konzernweit gültige Richtlinien zu Projekt- und Qualitätsmanagement gewährleisten eine wirksame Reduzierung dieser Risiken. Der Ausfall von Produktionsanlagen ist über Betriebsunterbrechungsversicherungen abgesichert. Zudem werden alle Anlagen sorgfältig gewartet und die Mitarbeiter entsprechend aus- und weitergebildet.

Personalrisiken

Die Realisierung der strategischen und operativen Ziele in den Organisationseinheiten basiert auf den Fähigkeiten und Kenntnissen unserer hoch qualifizierten Fach- und Führungskräfte. Um auch für die künftigen Anforderungen entsprechend qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft zu binden, bietet Evonik attraktive Vergütungssysteme und über systematische Personalentwicklungsmaßnahmen vielfältige Möglichkeiten, sich fachlich und persönlich fort- bzw. weiterzubilden. Zudem werden intensive Kontakte zu Universitäten und Berufsverbänden gepflegt, um talentierte Nachwuchskräfte für das Unternehmen gewinnen zu können.

3. Compliance- und Rechtsrisiken

Compliance-Risiken

Compliance-Risiken umfassen das regelkonforme und ethisch korrekte Verhalten im geschäftlichen Umfeld. Die für alle Mitarbeiter von Evonik verpflichtenden Regeln zum fairen Umgang untereinander sowie mit unseren Geschäftspartnern sind im Evonik-Verhaltenskodex festgelegt. Die aus Sicht von Evonik besonders bedeutsamen Compliance-Themen sind im sogenannten House of Compliance zusammengefasst7. Die Sensibilisierung und umfassende Schulung der Mitarbeiter durch Präsenztrainings und/oder E-Learning-Programme tragen dazu bei, diese Compliance-Risiken zu minimieren.

7 Den Corporate-Governance-Bericht finden Sie im Geschäftsbericht.

Zu den im House of Compliance zusammengefassten Themen zählen neben der Bekämpfung von Korruption unter anderem auch Datenschutz und IT-Compliance sowie Know-how-Schutz und Kartell- und Außenhandelsrecht.

Risiken des Datenschutzes und der IT-Compliance

Der sichere Umgang mit Informationen sowie die sichere Nutzung von Informationssystemen werden durch konzernweite Richtlinien und Regelungen detailliert beschrieben. Zur Informationssicherheit und zum Datenschutz setzen wir unternehmensweit Instrumente mit modernsten Technologien ein. Um Risiken durch potenzielle unautorisierte Zugriffe und Datenverluste möglichst abzuwenden, wurden adäquate Prozesse und aktuelle technische Schutzmaßnahmen eingerichtet. Diese werden weiter ausgebaut und der sich ständig verändernden Bedrohungslage angepasst, um auch in Zukunft angemessen auf potenzielle Risiken vorbereitet zu sein. Mit Hilfe der internen Kommunikation, wie IT-Sicherheitskampagnen, verbessern wir das Bewusstsein aller Mitarbeiter bezüglich der Sicherheit in der Informationstechnologie.

Risiken des Know-how-Schutzes

Insbesondere beim Neubau von Produktionsanlagen in Ländern wie China sind unsere Geschäftsbereiche dem Risiko ausgesetzt, dass geistiges Eigentum auch durch Patente nicht in hinreichendem Umfang geschützt werden kann. Die konzernweit agierende Organisationseinheit Intellectual Property Management (IPM) unterstützt die operativen Bereiche bei der Sicherung, der Entwicklung und der Nutzung der geschaffenen Intellectual Property-Werte und Patente und wird dabei durch ein weltweites Netzwerk von Korrespondenzanwälten unterstützt.

Rechtliche Risiken

Evonik ist grundsätzlich Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder Verwaltungs- bzw. Bußgeldverfahren ausgesetzt. Aus getätigten Desinvestitionen können sich Gewährleistungsansprüche gegenüber Evonik ergeben. Im operativen Geschäft unterliegt der Konzern Haftungsrisiken insbesondere in den Bereichen Produkthaftung sowie Patent-, Steuer-, Wettbewerbs-, Kartell- und Umweltrecht. Für den kontrollierten Umgang mit solchen Risiken haben wir ein Konzept mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards entwickelt. Zur Absicherung der finanziellen Folgen von gleichwohl eingetretenen Schäden wurden Versicherungen bezüglich Sachschäden, Produkthaftung und anderer Risiken abgeschlossen. Soweit erforderlich, haben wir Rückstellungen gebildet.

Umweltrisiken (Umwelt, Sicherheit, Gesundheit, Qualität)

Als Industriekonzern ist Evonik Risiken in den Bereichen Anlagensicherheit, Produktsicherheit, Arbeitssicherheit sowie Risiken aus der Nichteinhaltung weiterer umweltrechtlicher Vorschriften ausgesetzt. Konzernweit gültige Richtlinien zu Umwelt, Gesundheit und Sicherheit gewährleisten eine wirksame Reduzierung dieser Risiken. Im Auftrag des Vorstandes werden zudem Audits durchgeführt, bei denen der kontrollierte Umgang mit den vorgenannten Risiken geprüft wird. Zudem werden die nach internationalen Normen zertifizierten Managementsysteme für Umwelt und Sicherheit ständig weiterentwickelt und verbessert. Für die erforderliche Sanierung bzw. Sicherung von Altlasten haben wir ausreichende bilanzielle Vorsorge getroffen. Als verantwortungsbewusstes Unternehmen mit bedeutenden Aktivitäten in der chemischen Industrie betreibt Evonik diese Prozesse nach den Grundsätzen der weltweiten Responsible-Care-Initiative und des UN Global Compact.

4. Finanzielle Risiken

Evonik berücksichtigt beim finanzwirtschaftlichen Risikomanagement den Grundsatz der Funktionstrennung von Handel, Risikocontrolling und Abwicklung und orientiert sich an den bankentypischen „Mindestanforderungen an das Risikomanagement“ (MaRisk) sowie den Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Entsprechend sind Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen verbindlich nach anerkannten „Best Practices“ festgelegt; konzernweit bestehen gültige Richtlinien und Grundsätze. Alle finanziellen Risikopositionen sind konzernweit zu erfassen und zu bewerten. Auf dieser Grundlage führen wir gezielt risikobegrenzende Absicherungsmaßnahmen durch.

Bestehende Kreditrisiken aus Finanzkontrakten werden systematisch bei Vertragsabschluss geprüft und danach laufend überwacht. Im Zuge von internen bzw. ratinggestützten Bonitätsanalysen werden Höchstgrenzen für die jeweiligen Finanzkontrahenten festgelegt.

Detaillierte Angaben zu den verwendeten derivativen Finanzinstrumenten sowie deren Bewertung und Bilanzierung finden Sie im Konzernanhang unter Textziffer (10.2).

Zins- und Währungsrisiken

Im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit ist Evonik Währungs- und Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Eine detaillierte Darstellung des Zins- und Währungsmanagements sowie des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten finden Sie im Konzernanhang, Textziffer (10.2), sowie im Anhang des Einzelabschlusses, Textziffer (27).

Liquiditätsrisiken

Zur Steuerung der Liquiditätsrisiken im Konzern existiert ein zentrales Liquiditätsrisikomanagement, in dessen Mittelpunkt ein konzernweiter Cashpool steht. Darüber hinaus sichert eine breit gefächerte Finanzierungsstruktur die finanzielle Unabhängigkeit von Evonik. Eine detaillierte Darstellung der Liquiditätsrisiken und ihres Managements finden Sie im Konzernanhang, Textziffer (10.2).

Einzelheiten zur Konzernfinanzierung und Liquiditätssicherung finden Sie auf Seite 16 (Finanzlage).

Insgesamt ist Evonik der Auffassung, mit den zur Verfügung stehenden Finanzierungsinstrumenten eine jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung sicherstellen zu können.

Internes Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Im Rahmen des internen Kontrollsystems (IKS) erfolgt basierend auf einer quantitativen sowie einer qualitativen Analyse die Identifizierung der wesentlichen Risiken der Finanzberichterstattung. Je Risikobereich des Rechnungslegungsprozesses sind Kontrollmaßnahmen dokumentiert, die in regelmäßigen Abständen durch den Konzernbereich Rechnungswesen auf ihre Wirksamkeit geprüft und wenn notwendig verbessert werden. Alle Bestandteile dieses Regelprozesses werden stichprobenartig durch die Interne Revision verifiziert.

Grundlage zur Sicherstellung der Abschlussqualität ist eine konzernweit gültige Richtlinie, die einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für alle in den Konzernabschluss einbezogenen in- und ausländischen Unternehmen vorgibt. Ein Großteil der Gesellschaften hat die Abschlusserstellung an Evonik Business Services (EBS) übertragen. So können durch konsequente Prozessorientierung und –standardisierung sowie Nutzung von Skaleneffekten nachhaltig Kostenvorteile realisiert und gleichzeitig die Qualität der Rechnungslegung verbessert werden. Die EBS wird jährlich nach dem IDW-Prüfungsstandard 951 zertifiziert. Eine Jahresabschlussprüfung durch externe Wirtschaftsprüfer lassen wir bei über 95 Prozent der Gesellschaften durchführen.

Die Konsolidierung aller Daten erfolgt mit Hilfe von SAP SEM-BCS zentral im Corporate Center. Die Einreichung der Abschlüsse der Konzerngesellschaften erfolgt über eine webbasierte Schnittstelle. Schon bei diesem Schritt werden zahlreiche technische Validierungen durchgeführt. Maschinelle wie auch manuelle Prozesskontrollen und das Vier-Augen-Prinzip stellen wichtige Überwachungsmaßnahmen im Abschlusserstellungsprozess dar. Die monatliche Erstellung einer konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Erstellung von drei kompletten Quartalsabschlüssen ermöglichen einerseits eine frühzeitige Beschäftigung mit neuen Sachverhalten und bilden andererseits eine gute Basis für eine Plausibilisierung am Jahresende. Die Berichterstattung an den Vorstand erfolgt monatlich und an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates quartalsweise.

Sachverhalte, die zukünftige bilanziell zu erfassende Chancen oder Risiken darstellen könnten, werden möglichst frühzeitig im Rahmen des integrierten Risikomanagementsystems (RMS) erfasst und bewertet. Dies erlaubt eine starke Verzahnung des Risikomanagements mit den Controlling- und Rechnungslegungsprozessen.

12. Prognosebericht

Weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft 2012 mit moderatem Wachstum

Wir erwarten aufgrund unserer internen Analysen, basierend auf der Auswertung verschiedener Studien und eigener Einschätzungen, ein globales Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2,7 Prozent. Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich durch zunehmende regionale Wachstumsunterschiede geprägt sein. Geringe Dynamik im privaten Konsum und fiskalische Sparprogramme vieler Industriestaaten führen nach unserer Ansicht im Jahr 2012 zu einer Abschwächung des Wachstums gegenüber 2011. Es besteht Unsicherheit über die weltwirtschaftliche Entwicklung für 2012. Die Entwicklung wesentlicher Treiber der Weltkonjunktur ist derzeit schwer vorhersehbar. Der Verlauf der europäischen Staatsschuldenkrise ist weiterhin ungewiss und könnte weitergehende Auswirkungen auf das globale Wachstum haben.

In der für uns als Absatzmarkt besonders wichtigen Euro-Zone erwarten wir auf Jahressicht einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent gegenüber 2011. Der Ausblick für die Euro-Zone setzt auf einer leichten Rezession zum Jahreswechsel 2011/12 auf - bedingt durch die verstärkten Bemühungen vieler europäischer Länder zur Reduzierung ihrer Budgetdefizite und weiterhin hohen Arbeitslosenquoten. Im Jahresverlauf 2012 erwarten wir für die Euro-Zone zwar eine Belebung der Wirtschaft. Die Wachstumsunterschiede zwischen den Ländern der Euro-Zone bleiben jedoch auch 2012 bestehen. Für Deutschland gehen wir von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2012 von 0,2 Prozent gegenüber 2011 aus.

In wichtigen Industrieländern außerhalb der Euro-Zone erwarten wir ein moderates Wachstum. Das Wachstum in den USA wird nach unserer Einschätzung im Jahr 2012 voraussichtlich wieder bei 1,8 Prozent liegen. Nach wie vor bremst die ungewöhnlich hohe Arbeitslosigkeit den privaten Konsum als wichtige Stütze des amerikanischen Wachstums. In Japan erwarten wir mit 2,9 Prozent eine deutliche Belebung der Wirtschaft nach dem spürbaren Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2011. Damit könnte sich Japan mit an die Spitze des Wachstums der Industrienationen im Jahr 2012 setzen.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer (Nicht-OECD Staaten), allen voran China, werden nach unserer Einschätzung weiter das globale Wachstum stützen und insgesamt mit 5,4 Prozent wachsen. In China, dem Wachstumstreiber der Weltwirtschaft, erwarten wir im Jahr 2012 ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 8,0 Prozent. Diese Erwartung ist mit einem gestiegenen Risiko einer Abschwächung des chinesischen Wachstums verbunden. Allerdings könnte im Jahr 2012 durch einen geringeren Inflationsdruck auch ein erweiterter Handlungsspielraum der chinesischen Regierung stehen, das Wachstum zu stimulieren. Eine Abkühlung der chinesischen Wirtschaft hätte deutliche Auswirkungen auf die globalen Wachstumserwartungen für 2012.

Entwicklung der Spezialchemie und bedeutender Abnehmerindustrien

Die globale Industrieproduktion wird im Jahr 2012 nach unserer Einschätzung weiter wachsen. Wir gehen hier von einer Zunahme von 3,5 Prozent aus, die im Wesentlichen durch die Schwellen- und Entwicklungsländer (plus 5,7 Prozent) getragen wird. In den Industrienationen erwarten wir ein Wachstum von 2,3 Prozent.

China (plus 10,9 Prozent) bleibt, trotz geringerer Nachfrage durch die wichtigsten Abnehmermärkte in Europa, unserer Ansicht nach weiter globaler Wachstumsmotor. Eine zunehmende Binnennachfrage und der sogenannte Süd-Süd-Handel sorgen hier für eine lediglich leichte Abschwächung der Industrieproduktion gegenüber 2011. In der Euro-Zone erwarten wir dagegen einen leichten Rückgang des Produktionsniveaus in der Industrie. Auch die Industrieproduktion in Deutschland dürfte sich dem negativen europäischen Umfeld nicht entziehen können und an Dynamik verlieren.

Wir erwarten in der globalen Produktion bedeutender Abnehmerindustrien im Jahr 2012 insgesamt ein Wachstum. Wir rechnen jedoch für die Entwicklung sowohl einzelner Industrien als auch einzelner Regionen mit deutlichen Unterschieden im Jahr 2012. Für die Nahrungsmittel- und die Pharmaindustrie erwarten wir auch 2012 ein robustes Wachstum im langfristigen Durchschnitt. Im Bereich der Körperpflegeprodukte könnte die zurückhaltende Konsumbereitschaft europäischer und amerikanischer Kunden zu einem leichten Rückgang der hohen Wachstumsraten aus den letzten Jahren führen. Die globale Produktion weiterer wichtiger Abnehmerindustrien, wie der Automobilindustrie oder der Bauwirtschaft, werden nach unserer Einschätzung im Jahr 2012 voraussichtlich mit ähnlichen Raten wie 2011 wachsen. In der Automobilindustrie wird es sehr wahrscheinlich zu einer Verlangsamung des Wachstums in Asien kommen. In den USA erwarten wir weiterhin starke Wachstumsimpulse für die globale Automobilnachfrage. In der Farben- und Lackindustrie erwarten wir für das Jahr 2012 ein stärkeres Produktionswachstum als im Jahr 2011 . In der Elektronik- sowie der Informations- und Kommunikationstechnologieindustrie könnte auch 2012 weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum erfolgen.

Unter den beschriebenen weltwirtschaftlichen Bedingungen und Entwicklungen in den Endkundenindustrien erwarten wir für die Spezialchemie ein globales Wachstum der Produktionsmenge von 3,2 Prozent für das Gesamtjahr 2012. Während die hohe Dynamik in China fast das Vorjahresniveau erreichen dürfte, hinterlässt die gesamtwirtschaftliche Situation in Europa und den USA ihre Spuren in der Spezialchemie. In der Euro-Zone und in Deutschland erwarten wir jedoch nach wie vor ein Wachstum. In den USA bleibt dieses Wachstum trotz positiver Impulse durch eine verbesserte Wettbewerbssituation hinter dem Industriewachstum zurück.

Die globalen Inflationsrisiken könnten 2012 nach unserer Einschätzung infolge der nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik zurückgehen, was sich auch auf den Rohstoffmärkten bemerkbar machen sollte. Rohöl der Sorte Brent wird sich in unseren Erwartungen für 2012 von einem durchschnittlichen Preis von gut 111 US$ pro Barrel im Jahr 2011 nicht wesentlich verteuern. Risiken liegen hier jedoch in geopolitischen Konflikten, wie zum Beispiel mit dem Iran-Konflikt, durch die negative Auswirkungen auf die Angebotsseite entstehen könnten. Wir erwarten, dass der Euro bedingt durch die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone weiter unter Druck bleibt, gegenüber dem US-Dollar im Jahresverlauf 2012 im Vergleich zum Jahresende 2011 aber nicht weiter abwertet.

Mittelfristige Erwartungen für die Weltwirtschaft

Aufgrund des bisher nicht abzuschätzenden Verlaufs der Staatschuldenkrise in Europa sowie Unsicherheiten bezüglich anderer regionaler Entwicklungen ist eine Prognose des mittelfristigen Wachstums der Weltwirtschaft mit hohen Unsicherheiten behaftet. Fundamental erwarten wir jedoch mittelfristig ein höheres globales Wachstum als für das Jahr 2012 prognostiziert. Treiber des mittelfristigen Wachstums sind globale Megatrends. Dazu zählen die wachsende Bevölkerung in den Schwellenländern, die am globalen Konsum partizipieren können, sowie neue Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft in den Industrienationen treiben.

Chancen

Unsere strategische Ausrichtung auf wachstums- und margenstarke Geschäfte der Spezialchemie soll Evonik Chancen für weiteres profitables Wachstum eröffnen. Profitieren wollen wir vor allem von globalen Megatrends, wie Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz und Globalisierung. Gleichzeitig verstärken wir unser Engagement in attraktiven Schwellenländern und Regionen, wo wir aufgrund der wirtschaftlichen Dynamik besonders großes Potenzial sehen. Dies gilt für Asien – insbesondere China –, Südamerika sowie den Nahen und Mittleren Osten. Dort werden wir künftig verstärkt mit eigenen Produktionsanlagen präsent sein und haben dazu bedeutende Investitionsprojekte vorangebracht.

Chancen aus den Megatrends Gesundheit und Ernährung

Die Geschäftschancen für DL-Methionin zur gesunden und umweltschonenden Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere sind sehr gut: Infolge des weltweiten Bevölkerungswachstums steigt der Bedarf an Lebensmitteln tierischer Herkunft. Außerdem verändert in Asien die sich vergrößernde kaufkräftige Mittelschicht ihre Ernährungsgewohnheiten und verzehrt deutlich mehr Fleisch. Um als Weltmarkt- und Technologieführer die mit der steigenden Nachfrage verbundenen Chancen nutzen zu können, erhöhen wir bis voraussichtlich 2013 unsere DL-Methionin-Kapazitäten in Nordamerika und Europa auf insgesamt 430.000 Tonnen. Das Marktpotenzial im wachstumsstarken asiatisch-pazifischen Raum werden wir künftig noch gezielter ausschöpfen. Dazu errichten wir einen neuen, rückintegrierten DL-Methionin-Produktionskomplex in Singapur, der bis 2014 fertiggestellt werden soll. Dadurch wollen wir unsere jährliche Gesamtkapazität auf 580.000 Tonnen steigern.

Darüber hinaus haben wir mit der Aquakultur einen neuen, attraktiven Absatzmarkt und damit zusätzliche Chancen für Methionin erschlossen. Entwickelt wurden Produkte, die eine optimierte Methioninquelle für Shrimps und andere Krustentiere darstellen. Angesichts knapper natürlicher Ressourcen wird dadurch beispielsweise wertvolles Fischmehl eingespart, die Futtereffizienz bei Fischen und Krustentieren gesteigert und die Umweltbelastung durch einen niedrigeren Stickstoffaustrag verringert.

In Schwellenländern fragt die kaufkräftige Mittelschicht verstärkt Körperpflegeprodukte und Kosmetika nach. Wir erwarten, dass sich Südamerika in den nächsten Jahren zum weltweit zweitgrößten Personal-Care-Markt entwickeln wird, gefolgt von China. Mit neuen Produktionsanlagen für oleochemische Spezialtenside, die wir in China und Brasilien bis voraussichtlich 2013/2014 errichten, wollen wir diese Wachstumschancen intensiv nutzen.

Chancen aus dem Megatrend Ressourceneffizienz

Darüber hinaus ergreifen wir Chancen, die sich aus dem Megatrend hin zu erneuerbaren Energien und dem schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen ergeben. Ein neues Spezialchemieprodukt von Evonik ist beispielsweise das hydroxy-terminierte Polybutadien, das wir ab Herbst 2012 in einer neuen Anlage in Marl herstellen wollen. Zum Einsatz kommt dieses neuartige polymere Material unter anderem bei Dichtmassen für hochisolierende dreifach verglaste Fenster oder für Leichtbauanwendungen in der Automobilproduktion.

Der Trend zu erneuerbaren Energien treibt die Nachfrage nach Isophorondiamin, das in Härterkomponenten beim Bau von Rotorblättern für Großwindkraftanlagen eingesetzt wird. Um das sich daraus ergebende Marktpotenzial nutzen zu können, baut Evonik in Schanghai (China) einen neuen Produktionskomplex für Isophoron und Isophoron-Veredelungsprodukte. Dieser soll bis Ende 2013 fertiggestellt sein. Besondere Chancen erhoffen wir uns dadurch, dass wir das erste und derzeit einzige Unternehmen in der Isophoronchemie sein werden, das mit einem Produktionsstandort im attraktiven asiatischen Wachstumsmarkt präsent ist.

Chancen aus dem Megatrend Globalisierung

Weitere Chancen für unsere Spezialchemie eröffnet die fortschreitende Globalisierung. In Südamerika ist weltweit das stärkste Wachstum für die Biodieselherstellung zu verzeichnen. Diesen attraktiven Markt werden wir durch eine neue Anlage in Argentinien bedienen, die Alkoholate als Katalysatoren für die Biodiesel-Produktion herstellt und Ende 2012 in Betrieb gehen soll. Bisher produzieren wir diese Spezialkatalysatoren in Deutschland und den USA.

Globales Wachstum wird auch durch neue Anwendungen bestehender Geschäfte getrieben. Ein Beispiel hierfür ist das HPPO-Verfahren (Hydrogen Peroxide to Propylene Oxide) von Evonik und Uhde, bei dem Propylenoxid (PO) aus Wasserstoffperoxid hergestellt wird. PO ist ein wichtiger Rohstoff für Polyurethane – ein insbesondere in Asien dynamisch wachsender Markt. Die weltweit erste HPPO-Produktion nach Lizenz von Evonik und Uhde ging im Sommer 2008 in Ulsan (Korea) in Betrieb. In der chinesischen Provinz Jilin entsteht zusammen mit einem strategischen Partner ein neuer HPPO-Produktionskomplex, den Evonik mit Wasserstoffperoxid aus einer eigenen neuen Anlage „über den Zaun“ beliefern wird. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2013 vorgesehen.

Innovationskraft eröffnet neue Geschäftschancen8

Chancen für zusätzliches Spezialchemiegeschäft leiten wir insbesondere aus unserer Innovationskraft ab. So betrug der Umsatz mit Produkten und Anwendungen, die in den letzten fünf Jahren entwickelt wurden, im Jahr 2011 insgesamt 1,9 Milliarden €. Mit etwa 450 kurz-, mittel- und langfristigen Projekten verfügen wir nach unserer Einschätzung über eine gut gefüllte und ausbalancierte Innovationspipeline.

Als Ergänzung zu unseren bestehenden Innovationsprozessen und -strukturen wollen wir in den kommenden Jahren über Corporate Venturing bis zu 100 Millionen € in vielversprechende Start-ups investieren, entweder direkt oder indirekt mittels spezialisierter Fonds. Damit beschleunigen wir die Entwicklung neuer Geschäfte und zukünftiger Wachstumsfelder.

Unsere hohe F&E-Kompetenz nutzen wir auch zur Weiterentwicklung der integrierten Technologieplattformen von Evonik und erschließen neue Zukunftsmärkte. Ein Beispiel hierfür ist – neben dem HPPO-Prozess – das AVENEER®-Verfahren. Mit AVENEER® haben wir einen hinsichtlich Wirtschaftlichkeits- und Umweltgesichtspunkten überzeugenden neuen Herstellungsprozess für Methylmethacrylat erarbeitet und wollen die sich daraus ergebenden Geschäftschancen durch die Errichtung einer World-Scale-Produktion nutzen.

Im Einklang mit unserer Unternehmensstrategie verstärken wir zudem unsere F&E-Aktivitäten insbesondere in attraktiven Schwellenländern. Die an den lokalen Bedürfnissen ausgerichtete Forschung und Anwendungstechnik verbessert die Wettbewerbsfähigkeit unserer dortigen Kunden und erschließt für Evonik neue Absatzmärkte.

8 Nähere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel Forschung und Entwicklung auf Seite 21.

Chancen durch aktives Portfoliomanagement

Zusätzliche Chancen ergeben sich für Evonik außerdem durch unser aktives Portfoliomanagement. Von Aktivitäten, die nicht mehr zu unserer Strategie passen oder unsere Renditevorgaben nicht mehr erfüllen, trennen wir uns. So wurden im Jahr 2011 die Carbon-Black-Aktivitäten und das Plastic-Additives-Geschäft abgegeben.

Der Schwerpunkt unserer Portfoliomaßnahmen soll jedoch in den kommenden Jahren auf der Akquisitionsseite liegen und unseren eingeschlagenen Wachstumskurs unterstützen. So haben wir uns bereits im Jahr 2011 mit gezielten Akquisitionen wachstumsstarke Produkte, Märkte und Technologien erschlossen. Dazu zählen pharmazeutische Depotarzneiformen für parenterale Anwendungen (Injektionen) von Boehringer Ingelheim sowie von SurModics, die unser bestehendes Pharmageschäft hervorragend ergänzen. Mit der Übernahme der hanse chemie-Gruppe haben wir die Basis für den raschen Eintritt in weitere Märkte für Spezialanwendungen der Siliconchemie geschaffen. Und durch den Erwerb des Wasserstoffperoxid-Geschäfts der Kemira Chemicals Canada mit einer Produktionsstätte in Maitland (Kanada) konnten wir in Nordamerika zusammen mit den Evonik-Anlagen in Gibbons (Kanada) und Mobile (USA) ein logistisch wichtiges Dreieck aufbauen. Wir verfügen in der Region nun über eine führende Position mit neuen, attraktiven Markt- und Absatzchancen.

Chancen durch Verbesserung der Kostenposition

Durch unser Programm On Track haben wir Einsparungen von 500 Millionen € jährlich bereits Ende 2011 erzielt – ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Hierdurch haben wir die Wettbewerbsfähigkeit von Evonik deutlich verbessert. Auch in Zukunft werden wir konsequent weiter an Effizienzsteigerungen im Konzern arbeiten.

Dazu leisten unsere Experten von Operational Excellence einen wichtigen Beitrag. Sie haben dauerhafte Produktivitätsverbesserungen in unseren operativen Werken im Visier. Schwerpunkte sind Kosteneffizienz, Einsatzoptimierung von Rohstoffen und Energien sowie die gezielte Übertragung von im Evonik-Konzern vorhandenen Best-Practice-Ansätzen.

Chancen durch verbesserte Sicherung der Rohstoffbasis

Die Rohstoffversorgung unseres Spezialchemiegeschäfts sichern wir noch besser ab, indem wir uns – zusätzlich zu den eigenen Beschaffungsaktivitäten – weitere Versorgungskanäle eröffnen. Dazu beteiligten wir uns im Geschäftsjahr 2011 unter Federführung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie an den Vorbereitungen für eine „Allianz zur Rohstoffsicherung" der deutschen Industrie.

Regelmäßige Bewertung der Chancenpotenziale

Eine Bewertung der Chancenpotenziale von Evonik erfolgt regelmäßig im Rahmen des strategischen Planungsprozesses. Zukunftsrobuste Geschäfte mit einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren erarbeitet unser Corporate-Foresight-Team. Im Mittelpunkt stehen dabei künftige Bedürfnisse: Auf Basis von Trendanalysen werden Herausforderungen identifiziert, welche die Märkte von morgen bewegen werden und die Berührungspunkte bzw. Entwicklungspotentiale für unser Spezialchemieportfolio aufweisen.

Ausblick

Trotz unsicheren wirtschaftlichen Umfelds erfolgreiches Jahr 2012 erwartet

Die weltwirtschaftliche Entwicklung für 2012 ist mit deutlichen Unsicherheiten behaftet und daher schwer vorhersehbar. Zudem ist der Verlauf der europäischen Staatsschuldenkrise ungewiss und könntenweitergehende Auswirkungen auf das globale Wachstum haben. Diese Unsicherheiten des wirtschaftlichen Umfelds wirken sich auch auf die Prognose von Evonik aus.

Beim Ausblick für 2012 ist außerdem zu berücksichtigen, dass das Carbon-Black-Geschäft bis zu seinem Verkauf Ende Juli 2011 in den Werten des Berichtsjahres enthalten war. Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir bei der folgenden Prognose um das Carbon-Black-Geschäft bereinigte Werte zu Grunde gelegt.

Unter der Voraussetzung, dass die im Abschnitt „weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen“ beschriebene prognostizierte Entwicklung eintrifft, erwarten wir erneut eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung: Für unsere Spezialchemieprodukte rechnen wir weiterhin mit einer hohen Nachfrage, wobei sich jedoch die insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2012 erwartete konjunkturelle Abschwächung in Europa sowie in einzelnen Industrien auch auf unser Geschäft auswirken kann. Infolge des anspruchsvolleren marktwirtschaftlichen Umfelds dürfte sich der Druck auf die Verkaufspreise erhöhen. Insgesamt gehen wir von einem etwa auf Höhe des Jahres 2011 liegenden Umsatz aus. Die operativen Ergebnisse werden voraussichtlich leicht unter dem hervorragenden Niveau von 2011 liegen.

Sollte die konjunkturelle Abkühlung in Europa sowie der Nachfragerückgang aus einzelnen Industrien weniger ausgeprägt als angenommen verlaufen, erwarten wir, dass die operativen Ergebnisse wieder das hervorragende Niveau von 2011 erreichen oder sogar leicht überschreiten werden.

Höhere Investitionen

Wie im Abschnitt „Chancen“ ausführlich beschrieben, haben wir im Rahmen unseres Wachstumskurses bedeutende Investitionsprojekte vor allem in attraktiven weltwirtschaftlichen Regionen auf den Weg gebracht. Insgesamt sind hierfür in den nächsten fünf Jahren – im Zeitraum 2012 bis 2016 - Investitionen von mehr als 6 Milliarden € vorgesehen. Für das Jahr 2012 haben wir ein Investitionsbudget von 1,3 Milliarden € veranschlagt. Damit werden die Investitionen deutlich über den Abschreibungen liegen. Die Finanzierung der Investitionen soll vollständig aus dem erwirtschafteten Cashflow erfolgen.

Die Nettoverschuldung befindet sich nach den deutlichen Rückführungen der vergangenen Jahre bereits auf niedrigem Niveau. Für 2012 gehen wir deshalb von einer weitgehend unveränderten Nettoverschuldung aus.

Entwicklung in den Segmenten

Für das Segment Consumer, Health & Nutrition rechnen wir dank einer anhaltend hohen Nachfrage weiterhin mit einem sehr guten Geschäft. In den Segmenten Resource Efficiency und Specialty Materials gehen wir davon aus, dass die Geschäftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2012 unter anderem von der vorübergehenden konjunkturellen Eintrübung in Europa sowie in einzelnen Industrien beeinträchtigt werden könnte. Ab der zweiten Jahreshälfte 2012 erwarten wir für diese beiden Segmente eine Rückkehr zum positiven Trend. Die Entwicklung in den Segmenten Services und Real Estate wird unserer Ansicht nach stabil verlaufen.

2013 deutliche Verbesserung erwartet

Für das Jahr 2013 gehen wir davon aus, dass die Weltwirtschaft weiter wachsen wird und es in Europa zu einer deutlichen konjunkturellen Erholung gegenüber 2012 kommen wird. Hierbei wurde unterstellt, dass von der europäischen Staatsschuldenkrise keine weiteren wirtschaftlichen Auswirkungen auf das Jahr 2013 ausgehen. Unter diesen Voraussetzungen erwarten wir für 2013 einen deutlichen Anstieg von Umsatz und operativen Ergebnissen gegenüber den Jahren 2011 und 2012. Hierzu werden auch die erweiterten Produktionskapazitäten beitragen, mit denen wir an dem von uns erwarteten Marktwachstum überproportional teilhaben wollen.

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstandes sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen.

Konzernabschluss 2011

der Evonik Industries AG, Essen

Konzernabschluss

 

Gewinn- und Verlustrechnung

 

Gesamterfolgsrechnung

 

Bilanz

 

Eigenkapitalveränderungsrechnung

 

Kapitalflussrechnung

 
Anhang
(1)

Segmentberichterstattung

(2)

Allgemeine Informationen

(3)
Grundlagen der Abschlussaufstellung
(3.1)

Übereinstimmung mit den IFRS

(3.2)

Darstellung der Abschlussbestandteile

(3.3)

Neu veröffentlichte Rechnungslegungsvorschriften

(3.4)

Anpassungen von Vorjahreszahlen

(3.5)

Konsolidierungskreis und –methoden

(3.6)

Währungsumrechnung

(3.7)

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(4)

Diskussion zu Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

(5)
Veränderungen im Konzern
(5.1)

Konsolidierungskreis und Anteilsbesitzliste

(5.2)

Akquisitionen und Desinvestitionen

(5.3)

Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte und nicht fortgeführte Aktivitäten

(6)
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
(6.1)

Umsatzerlöse

(6.2)

Sonstige betriebliche Erträge

(6.3)

Sonstige betriebliche Aufwendungen

(6.4)

Zinsergebnis

(6.5)

Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen

(6.6)

Sonstiges Finanzergebnis

(6.7)

Ertragsteuern

(6.8)

Ergebnis je Aktie

(7)
Erläuterungen zur Bilanz
(7.1)

Immaterielle Vermögenswerte

(7.2)

Sachanlagen

(7.3)

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

(7.4)

At Equity bilanzierte Unternehmen

(7.5)

Finanzielle Vermögenswerte

(7.6)

Vorräte

(7.7)

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen

(7.8)

Flüssige Mittel

(7.9)

Eigenkapital

(7.10)

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

(7.11)

Sonstige Rückstellungen

(7.12)

Finanzielle Verbindlichkeiten

(7.13)

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten

(7.14)

Latente Steuern, laufende Ertragsteuern

(8)
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
(8.1)

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

(8.2)

Cashflow aus Investitionstätigkeit

(8.3)

Finanzmittelbestand

(9)
Erläuterungen zur Segmentberichterstattung
(9.1)

Berichterstattung nach operativen Segmenten

(9.2)

Berichterstattung nach Regionen

(9.3)

Erläuterung der Segmentkennzahlen

(10)
Weitere Angaben
(10.1)

Erfolgsabhängige Vergütungen

(10.2)

Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente

(10.3)

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

(10.4)

Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

(10.5)

Sonstige Vereinbarungen zwischen Führungskräften und Dritten

(10.6)

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

(11)
Angaben nach nationalen Vorschriften
(11.1)

Angaben zum Anteilsbesitz nach § 313 Abs. 2 HGB

(11.2)

Personalaufwand und Anzahl der Mitarbeiter nach § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB

(11.3)

Bezüge der Organe nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB

(11.4)

Honorar des Abschlussprüfers nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB

Gewinn- und Verlustrechnung Evonik-Konzern

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in Millionen € Anhang Jahr
2011 2010
Umsatzerlöse (6.1) 14.540 13.300
Kosten der umgesetzten Leistungen -10.247 -9.440
Bruttoergebnis vom Umsatz 4.293 3.860
Vertriebskosten -1.242 -1.198
Forschungs- und Entwicklungskosten -365 -338
Allgemeine Verwaltungskosten -663 -606
Sonstige betriebliche Erträge (6.2) 1.021 968
Sonstige betriebliche Aufwendungen (6.3) -1.207 -1.347
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten 1.837 1.339
Zinserträge (6.4) 50 23
Zinsaufwendungen (6.4) -431 -451
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen (6.5) 80 54
Sonstiges Finanzergebnis (6.6) 7 10
Finanzergebnis -294 -364
Ergebnis vor Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten 1.543 975
Ertragsteuern (6.7) -451 -175
Ergebnis nach Steuern fortgeführter Aktivitäten 1.092 800
Ergebnis nach Steuern nicht fortgeführter Aktivitäten (5.3) -78 -7
Ergebnis nach Steuern 1.014 793
davon entfallen auf
Andere Gesellschafter 3 59
Gesellschafter der Evonik Industries AG (Konzernergebnis) 1.011 734
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert und verwässert) (6.8) +2,17 +1,58

Vorjahreszahlen angepasst.

Gesamterfolgsrechnung Evonik-Konzern

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in Millionen € Jahr
Anhang 2011 2010
Ergebnis nach Steuern 1.014 793
davon entfallen auf
Andere Gesellschafter 3 59
Gesellschafter der Evonik Industries AG (Konzernergebnis) 1.011 734
Marktbewertung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere 2 -5
Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen -116 -25
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 173 284
Latente Steuern 15 7
Andere Erfolgsbestandteile nach Steuern (7.9) 74 261
davon entfallen auf
Andere Gesellschafter 71 31
Gesellschafter der Evonik Industries AG 3 230
Gesamterfolg 1.088 1.054
davon entfallen auf
Andere Gesellschafter 74 90
Gesellschafter der Evonik Industries AG 1.014 964

Bilanz Evonik-Konzern

Aktiva

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in Millionen € Anhang 31.12.2011 31.12.2010
Immaterielle Vermögenswerte (7.1) 3.272 3.486
Sachanlagen (7.2) 4.356 4.455
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (7.3) 1.545 1.528
At Equity bilanzierte Unternehmen (7.4) 1.057 562
Finanzielle Vermögenswerte (7.5) 255 108
Latente Steuern (7.14) 477 518
Laufende Ertragsteueransprüche (7.14) 23 23
Sonstige Forderungen (7.7) 41 59
Langfristige Vermögenswerte 11.026 10.739
Vorräte (7.6) 1.645 1.585
Laufende Ertragsteueransprüche (7.14) 60 47
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (7.7) 1.711 1.826
Sonstige Forderungen (7.7) 358 257
Finanzielle Vermögenswerte (7.5) 488 484
Flüssige Mittel (7.8) 1.609 1.103
5.871 5.302
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte (5.3) 47 4.502
Kurzfristige Vermögenswerte 5.918 9.804
Summe Vermögenswerte 16.944 20.543

Passiva

Anhang 31.12.2011 31.12.2010
Gezeichnetes Kapital 466 466
Rücklagen 5.515 4.910
Anteile der Gesellschafter der Evonik Industries AG 5.981 5.376
Anteile anderer Gesellschafter 93 593
Eigenkapital (7.9) 6.074 5.969
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (7.10) 2.805 3.279
Sonstige Rückstellungen (7.11) 1.014 956
Latente Steuern (7.14) 481 502
Laufende Ertragsteuerschulden (7.14) 70 70
Finanzielle Verbindlichkeiten (7.12) 2.745 2.915
Sonstige Verbindlichkeiten (7.13) 369 405
Langfristige Schulden 7.484 8.127
Sonstige Rückstellungen (7.11) 1.174 1.467
Laufende Ertragsteuerschulden (7.14) 352 345
Finanzielle Verbindlichkeiten (7.12) 402 307
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (7.13) 1.086 1.088
Sonstige Verbindlichkeiten (7.13) 284 273
3.298 3.480
Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten (5.3) 88 2.967
Kurzfristige Schulden 3.386 6.447
Summe Eigenkapital und Schulden 16.944 20.543

Eigenkapitalveränderungsrechnung Evonik-Konzern

Anhang (7.9)

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Rücklagen
in Millionen € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Angesammelte Ergebnisse Angesammelte andere Erfolgsbestandteile
Stand 01.01.2010 466 1.165 3.525 428
Kapitalzuführungen/-herabsetzungen - - - -
Dividendenausschüttung - - -320 -
Ergebnis nach Steuern - - 734 -
Andere Erfolgsbestandteile nach Steuern - - - 230
Gesamterfolg - - 734 230
Sonstige Veränderungen - - 9 -5
Stand 31.12.2010 466 1.165 3.948 203
Kapitalzuführungen/-herabsetzungen - - - -
Dividendenausschüttung - - -400 -
Anteilsveränderungen an Tochterunternehmen ohne Kontrollverlust - - -3 -
Ergebnis nach Steuern - - 1.011 -
Andere Erfolgsbestandteile nach Steuern - - - 3
Gesamterfolg - - 1.011 3
Sonstige Veränderungen - - 12 -18
Stand 31.12.2011 466 1.165 4.568 218
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Anteile der Gesellschafter der Evonik Industries AG Anteile anderer Gesellschafter Summe Eigenkapital
in Millionen €
Stand 01.01.2010 4.728 486 5.214
Kapitalzuführungen/-herabsetzungen - 26 26
Dividendenausschüttung 320 -24 344
Ergebnis nach Steuern 734 59 793
Andere Erfolgsbestandteile nach Steuern 230 31 261
Gesamterfolg 964 90 1.054
Sonstige Veränderungen 4 15 19
Stand 31.12.2010 5.376 593 5.969
Kapitalzuführungen/-herabsetzungen 18 18
Dividendenausschüttung 400 -14 414
Anteilsveränderungen an Tochterunternehmen ohne Kontrollverlust 3 - 3
Ergebnis nach Steuern 1.011 3 1.014
Andere Erfolgsbestandteile nach Steuern 3 71 74
Gesamterfolg 1.014 74 1.088
Sonstige Veränderungen 6 -578 584
Stand 31.12.2011 5.981 93 6.074

Kapitalflussrechnung Evonik-Konzern

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in Millionen € Anhang Jahr
2011 2010
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten 1.837 1.339
Abschreibungen, Wertminderungen/Wertaufholungen langfristiger Vermögenswerte 785 799
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 5 -21
Veränderung der Vorräte -255 -179
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -121 -247
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der kurzfristigen erhaltenen Kundenanzahlungen 76 240
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -200 -176
Veränderung der sonstigen Rückstellungen -76 241
Veränderung der übrigen Vermögenswerte/Schulden -108 -75
Zinsauszahlungen -194 -199
Zinseinzahlungen 32 34
Dividendeneinzahlungen 58 55
Ein-/Auszahlungen für Ertragsteuern -404 -240
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 1.435 1.571
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten -126 504
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (8.1) 1.309 2.075
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -885 -769
Auszahlungen für Investitionen in Unternehmensbeteiligungen -134 -55
Einzahlungen aus Veräußerungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 62 53
Einzahlungen aus Veräußerungen von Unternehmensbeteiligungen 1.021 63
Ein-/Auszahlungen für Wertpapiere, Geldanlagen und Ausleihungen -62 -364
Auszahlungen zur Dotierung des Pensionstreuhandvereins (7.10) -400 -200
Cashflow aus Investitionstätigkeit (8.2) -398 -1.272
(davon nicht fortgeführte Aktivitäten) (14) (-161)
Kapitaleinzahlungen/-auszahlungen 18 26
Dividendenauszahlung an Gesellschafter der Evonik Industries AG -400 -320
Dividendenauszahlungen an andere Gesellschafter -14 -24
Ein-/Auszahlungen aus Anteilsveränderungen an Tochterunternehmen ohne Kontrollverlust -3 -
Aufnahme der Finanzschulden 264 355
Tilgung der Finanzschulden -501 -414
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -636 -377
(davon nicht fortgeführte Aktivitäten) (-8) (-149)
Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel 275 426
Finanzmittelbestand zum 01.01. 1.351 885
Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel 275 426
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Veränderungen der Finanzmittel -15 40
Finanzmittelbestand zum 31.12. (8.3) 1.611 1.351
Flüssige Mittel ausgewiesen unter den zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten -2 -248
Flüssige Mittel zum 31.12. laut Bilanz (7.8) 1.609 1.103

Konzernabschluss / Anhang zum 31. Dezember 2011

(1) Segmentberichterstattung Evonik-Konzern

nach operativen Segmenten

Anhang (9.1)

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Berichtssegmente
Consumer, Health & Nutrition Resource Efficiency Specialty Materials Services Real Estate
in Millionen € 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Außenumsatz 4.081 3.677 4.045 4.195 4.880 4.117 952 801 412 402
Innenumsatz 77 65 57 55 114 92 1.471 1.389 1 2
Gesamtumsatz 4.158 3.742 4.102 4.250 4.994 4.209 2.423 2.190 413 404
EBITDA (vor Sondereinflüssen) 1.049 985 765 746 907 626 139 106 219 190
EBITDA-Marge in % 25,7 26,8 18,9 17,8 18,6 15,2 14,6 13,2 53,2 47,3
Abschreibungen -123 -121 -152 -171 -153 -154 -82 -78 -47 -47
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen 18 18 1 - 2 1 - - 44 28
EBIT (vor Sondereinflüssen) 917 853 611 569 748 469 56 28 171 140
Capital Employed (Jahresdurchschnitt) 1.640 1.497 2.068 2.215 1.702 1.630 442 447 1.833 1.810
ROCE in % 55,9 57,0 29,5 25,7 43,9 28,8 12,7 6,3 9,3 7,7
Sachinvestitionen 186 109 170 247 210 132 84 79 74 41
Finanzinvestitionen 87 1 19 - 22 6 - - 6 20
Andere wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -102 -166 -202 -276 -213 -228 -242 -238 -6 -19
Mitarbeiter zum 31.12. 6.384 6.326 6.381 7.874 6.846 6.789 10.946 10.616 1.135 1.098
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Corporate, andere Aktivitäten, Konsolidierung Summe Konzern (fortgeführte Aktivitäten)
in Millionen € 2011 2010 2011 2010
Außenumsatz 170 108 14.540 13.300
Innenumsatz -1.720 -1.603 -
Gesamtumsatz -1.550 -1.495 14.540 13.300
EBITDA (vor Sondereinflüssen) -311 -288 2.768 2.365
EBITDA-Marge in % 19,0 17,8
Abschreibungen -90 -123 647 -694
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen 15 7 80 54
EBIT (vor Sondereinflüssen) -404 -420 2.099 1.639
Capital Employed (Jahresdurchschnitt) 3.519 3.328 11.204 10.927
ROCE in % 18,7 15,0
Sachinvestitionen 106 44 830 652
Finanzinvestitionen 6 9 140 36
Andere wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -137 -251 902 -1.178
Mitarbeiter zum 31.12. 1.864 1.704 33.556 34.407

nach Regionen

Anhang (9.2)

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Deutschland Übriges Europa Asien Nordamerika
in Millionen € 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Außenumsatz 3.784 3.445 4.151 3.713 2.901 2.670 2.766 2.521
Geschäfts- oder Firmenwerte zum 31.12. 1) 1.607 1.717 541 540 263 252 283 308
Sonstige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zum 31.12. 1) 4.317 4.457 530 568 909 845 609 587
Sachinvestitionen 481 315 81 86 152 169 109 69
Finanzinvestitionen 82 29 9 6 2 - 46 1
Mitarbeiter zum 31.12. 21.909 21.894 2.745 3.010 4.523 4.865 3.905 4.064
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Mittel- und Südamerika Sonstige Summe Konzern (fortgeführte Aktivitäten)
in Millionen € 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Außenumsatz 642 657 296 294 14.540 13.300
Geschäfts- oder Firmenwerte zum 31.12. 1) 27 26 23 21 2.744 2.864
Sonstige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zum 31.12. 1) 42 107 22 41 6.429 6.605
Sachinvestitionen 7 7 - 6 830 652
Finanzinvestitionen - - 1 - 140 36
Mitarbeiter zum 31.12. 309 336 165 238 33.556 34.407

Vorjahreszahlen angepasst.

1) Langfristiges Vermögen gem. IFRS 8.33 b.

(2) Allgemeine Informationen

Evonik Industries AG ist ein in Deutschland ansässiges, international tätiges Spezialchemieunternehmen. Darüber hinaus bestehen Beteiligungen bei Wohnimmobilien und in der Energie. Es hat seinen Sitz in der Rellinghauser Straße 1-1 1, 45128 Essen, und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Essen, HRB Nr. 19474, eingetragen.

Zum 1. April 2011 wurde die neue Konzernstruktur mit strategischer Ausrichtung auf die Spezialchemie umgesetzt, und die Herren Patrik Wohlhauser, Dr. Thomas Haeberle und Dr. Dahai Yu wurden zu weiteren Mitgliedern des Vorstandes der Evonik Industries AG bestellt. Rückwirkend für die aktuelle Berichtsperiode wurden die operativen Aktivitäten in die fünf Berichtssegmente (Segmente) Consumer, Health & Nutrition, Resource Efficiency und Specialty Materials sowie Services und Real Estate unterteilt (Vorjahr: die drei Geschäftsfelder Chemie, Energie und Immobilien), vgl. Anhangziffern (1) und (9.1). Das ehemalige Geschäftsfeld Energie wurde in der aktuellen Berichtsperiode nach Veräußerung der Anteilsmehrheit entkonsolidiert, vgl. Anhangziffer (5.2). Zum 1. September 2011 wurde Herr Thomas Wessel zum Mitglied des Vorstandes und Arbeitsdirektor bestellt. Der bisherige Arbeitsdirektor Herr Ralf Blauth schied zum 31. August 2011 aus dem Vorstand aus.

Evonik Industries AG ist ein Tochterunternehmen der RAG-Stiftung, Essen, die unmittelbar 74,99 Prozent der Anteile an der Evonik Industries AG hält. Als Tochterunternehmen der RAG-Stiftung wird die Evonik Industries AG mit ihren Tochterunternehmen in den jährlichen HGB-Konzernabschluss der RAG-Stiftung als at Equity bilanziertes Unternehmen einbezogen. Der Konzernabschluss der RAG-Stiftung wird im elektronischen Bundesanzeiger (www.ebundesanzeiger.de) veröffentlicht. Die restlichen 25,01 Prozent der Anteile werden von der Gabriel Acquisitions GmbH (Gabriel Acquisitions), Gadebusch, gehalten. Die Gabriel Acquisitions ist ein mittelbares Tochterunternehmen von Fonds, die von CVC Capital Partners (Luxembourg) S.à r.l., Luxemburg (Luxemburg), initiiert wurden und beraten werden.

Der vorliegende Konzernabschluss der Evonik Industries AG und ihrer Tochterunternehmen (zusammen Evonik oder Konzern) wurde vom Vorstand der Evonik Industries AG in seiner Sitzung am 20. Februar 2012 aufgestellt und zur Veröffentlichung genehmigt und wird durch den Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 13. März 2012 zur Billigung vorgelegt. Der Konzernabschluss wird ebenfalls im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

(3) Grundlagen der Abschlussaufstellung

(3.1) Übereinstimmung mit den IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung des § 315 a Abs. 3 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt und stimmt mit diesen überein. Die IFRS umfassen die vom International Accounting Standards Board (IASB), London, verabschiedeten Standards (IFRS, IAS) und die Interpretationen (IFRIC, SIC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie von der Europäischen Union übernommen wurden. Weitere Angaben erfolgen nach nationalen Vorschriften gemäß § 315 a Abs. 1 HGB.

(3.2) Darstellung der Abschlussbestandteile

Der Konzernabschluss umfasst das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 und wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Millionen Euro (Millionen €) angegeben.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie der Ausweis von Posten im Konzernabschluss werden grundsätzlich von Periode zu Periode beibehalten. Abweichungen von diesem Grundsatz werden unter Anhangziffer (3.4) dargestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden einzelne Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamterfolgsrechnung, der Bilanz sowie der Eigenkapitalveränderungsrechnung zusammengefasst und im Anhang ausführlich erläutert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Dabei werden die Aufwendungen nach ihrer Funktion gegliedert.

Die Gesamterfolgsrechnung leitet das Ergebnis nach Steuern aus der Gewinn- und Verlustrechnung unter Berücksichtigung der anderen Erfolgsbestandteile auf den Gesamterfolg des Konzerns über.

Die Bilanz wird nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden gegliedert. Vermögenswerte und Schulden sind grundsätzlich als kurzfristig einzustufen, wenn sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden.

In der Eigenkapitalveränderungsrechnung werden die Veränderungen des gezeichneten Kapitals und der Rücklagen, die den Gesellschaftern der Evonik Industries AG zustehen, sowie die Veränderungen der Anteile anderer Gesellschafter für die Berichtsperiode gezeigt. Transaktionen mit Gesellschaftern, die in ihrer Eigenschaft als Anteilseigner handeln, werden ebenfalls hier ausgewiesen.

Die Kapitalflussrechnung stellt Informationen über die Zahlungsströme des Konzerns zur Verfügung. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt.

Der Anhang beinhaltet grundsätzliche Informationen zum Abschluss, ergänzende Informationen zu den obigen Abschlussbestandteilen sowie weitere Angaben, wie zum Beispiel die Segmentberichterstattung.

(3.3) Neu veröffentlichte Rechnungslegungsvorschriften

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Der IASB hat verschiedene Standards und Interpretationen überarbeitet bzw. neu verabschiedet. Diese sind vor erstmaliger Anwendung von der Europäischen Union mittels Anerkennungsverfahren in europäisches Recht zu übernehmen. Die im Geschäftsjahr 2011 erstmalig anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften wirkten sich nicht wesentlich auf den Konzernabschluss aus bzw. waren für den Konzernabschluss – mit Ausnahme des neu veröffentlichten Standards IAS 24 „Related Party Disclosures“, vgl. Anhangziffer (10.3) - ohne Relevanz:

die Änderung zum Standard IFRS 1 „First-time Adoption of International Financial Reporting Standards: Limited Exemption from Comparative IFRS 7 Disclosures“,

die Änderung zum Standard IAS 32 „Financial Instruments: Presentation: Classification of Rights Issues“,

die im Rahmen des dritten Annual-Improvements-Projekts geänderten Standards „Improvements to IFRSs (2010)“,

die Änderung zur Interpretation IFRIC 14 „IAS 19: The Limit on a Defined Benefit Asset, Minimum Funding Requirements and their Interaction“ sowie

die neue Interpretation IFRIC 19 „Extinguishing Financial Liabilities with Equity Instruments“.

Noch nicht verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Der IASB hat bis zum 31. Dezember 2011 weitere Rechnungslegungsvorschriften verabschiedet, die im laufenden Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden sind bzw. von der Europäischen Union noch nicht in europäisches Recht übernommen wurden. Diese neuen Rechnungslegungsvorschriften werden – soweit sie für den Konzernabschluss relevant sind – voraussichtlich zum Zeitpunkt ihres Inkrafttretens erstmalig angewendet.

Im November 2009 hat der IASB den neuen Standard IFRS 9 „Financial Instruments“ veröffentlicht. Dieser Standard ist Teil des Nachfolgestandards von IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“. Der Standard widmet sich in einem ersten Schritt ausschließlich der Eingruppierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Durch IFRS 9 werden die bisherigen Bewertungskategorien ersetzt durch die Gruppen „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ und „zum beizulegenden Zeitwert“. Ob ein Finanzinstrument „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ eingeordnet werden kann, ist einerseits abhängig vom Geschäftsmodell und andererseits von den vertraglich vereinbarten Cashflows des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts. Finanzinstrumente, die nicht die Definitionsmerkmale „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ erfüllen, sind ergebniswirksam „zum beizulegenden Zeitwert“ zu bewerten. Eine ergebnisneutrale Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert ist für ausgewählte Eigenkapitalinstrumente zulässig. Der neue Standard ist retrospektiv anzuwenden. Der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt wurde im Dezember 2011 vom 1. Januar 2013 auf den 1. Januar 2015 verschoben. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit noch geprüft.

Der IASB hat im Oktober 2010 Änderungen an IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht. Die Änderungen betreffen erweiterte Angabepflichten bei der Übertragung finanzieller Vermögenswerte und sollen ein besseres Verständnis der Auswirkungen der beim Unternehmen verbleibenden Risiken ermöglichen.

Der geänderte Standard ist auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft.

Des Weiteren hat der IASB den Standard IFRS 9 „Financial Instruments“ erweitert und im Oktober 2010 neu veröffentlicht. Ergänzend zu IFRS 9 (2009) enthält IFRS 9 (2010) Regelungen für die Einstufung und Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten sowie zur Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Für finanzielle Verbindlichkeiten enthält IFRS 9 (2010) im Wesentlichen Änderungen hinsichtlich der Fair Value Option. Hierbei werden künftig Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts aufgrund des eigenen Kreditrisikos in den anderen Erfolgsbestandteilen der Gesamterfolgsrechnung, sämtliche anderen Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts im Ergebnis nach Steuern der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bezüglich der Ausbuchung übernimmt der Standard die derzeit gültigen Regelungen. Der Standard ist retrospektiv anzuwenden. Der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt wurde im Dezember 2011 vom 1. Januar 2013 auf den 1. Januar 2015 verschoben. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft.

Im Dezember 2010 hat der IASB Änderungen an IFRS 1 „First-time Adoption of International Financial Reporting Standards“ veröffentlicht. Durch die Änderung werden bisher bestehende Verweise auf das Datum 1. Januar 2004 durch einen Verweis auf den Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS ersetzt. Daneben wurden Regeln für jene Fälle aufgenommen, in denen ein Unternehmen aufgrund von Hyperinflation nicht in der Lage ist, allen Vorschriften der IFRS gerecht zu werden. Der geänderte Standard ist auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Der geänderte Standard ist für den Konzernabschluss nicht relevant.

Ebenfalls im Dezember 2010 hat der IASB eine Änderung zu IAS 12 „Income Taxes“ veröffentlicht. Die Änderung enthält eine Klarstellung zur Behandlung temporärer steuerlicher Differenzen im Zusammenhang mit der Anwendung des Modells des beizulegenden Zeitwerts von IAS 40 „Investment Property“. Zukünftig ist davon auszugehen, dass sich solche Differenzen grundsätzlich im Zuge einer Veräußerung und nicht im Rahmen der fortgeführten Nutzung umkehren. Der geänderte Standard ist auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen, retrospektiv anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Der geänderte Standard ist für den Konzernabschluss nicht relevant.

Im Mai 2011 hat der IASB drei neue sowie zwei überarbeitete Standards zur Bilanzierung von Anteilen an anderen Unternehmen veröffentlicht:

Der neue Standard IFRS 10 „Consolidated Financial Statements“ ersetzt die in IAS 27 „Consolidated and Separate Financial Statements“ und SIC-12 „Consolidation – Special Purpose Entities“ enthaltenen Leitlinien über Beherrschung und Konsolidierung. IFRS 10 ändert die Definition von „Beherrschung“ dahin gehend, dass zur Ermittlung eines Beherrschungsverhältnisses auf alle Unternehmen die gleichen Kriterien angewandt werden. Diese Definition wird durch umfassende Anwendungsleitlinien gestützt. Das bisherige Kernprinzip in IAS 27, dass ein Konzernabschluss das Mutterunternehmen und seine Tochterunternehmen als ein einziges Unternehmen darstellt, bleibt ebenso unberührt wie die Konsolidierungsverfahren. IAS 27 wird in „Separate Financial Statements“ umbenannt und behandelt zukünftig nur noch die unverändert bleibenden Regelungen zu Einzelabschlüssen. SIC-12 wird aufgehoben.

Der neue Standard IFRS 11 „Joint Arrangements“ ersetzt den IAS 31 „Interests Joint Ventures“. Durch die geänderten Definitionen in IFRS 11 gibt es nunmehr zwei Arten gemeinschaftlicher Vereinbarungen: gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures). Gemeinschaftsunternehmen werden zukünftig nach der Equity-Methode in Übereinstimmung mit dem geänderten Standard IAS 28 „Investments in Associates and Joint Ventures“ bilanziert. Das bisherige Wahlrecht der Quotenkonsolidierung wurde abgeschafft. Unternehmen, die an gemeinschaftlichen Tätigkeiten beteiligt sind, werden zukünftig Regelungen anwenden müssen, die mit den derzeit geltenden Bilanzierungsvorschriften für gemeinschaftliche Vermögenswerte oder gemeinschaftliche Tätigkeiten vergleichbar sind.

Der neue Standard IFRS 12 „Disclosures of Interests in Other Entities“ führt die überarbeiteten und ausgeweiteten Anhangangaben aus den bisherigen Standards IAS 27, IAS 28 und IAS 31 zusammen.

Die neuen und geänderten Standards sind auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt, soweit alle neuen und geänderten Standards vorzeitig angewendet werden. Eine Ausnahme stellt IFRS 12 dar. Dessen Regelungen zu Anhangangaben können auch früher angewandt werden, ohne eine verpflichtende Anwendung der anderen Standards. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft.

Ebenfalls im Mai 2011 hat der IASB den neuen Standard IFRS 13 „Fair Value Measurement“ veröffentlicht. IFRS 13 gibt standardübergreifend einheitliche Maßstäbe zur Bewertung des beizulegenden Zeitwerts vor und erweitert die Angaben zum beizulegenden Zeitwert. Der Standard enthält keine Vorgaben, in welchen Fällen der beizulegende Zeitwert zu verwenden ist. Der Standard ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft.

Der IASB hat im Juni 2011 Änderungen an IAS 1 „Presentation of Financial Statements: Presentation of Items of Other Comprehensive Income“ veröffentlicht. Die Änderungen betreffen hauptsächlich Ausweisänderungen für in den anderen Erfolgsbestandteilen nach Steuern ausgewiesene Posten. Diese müssen künftig gesondert nach Posten, die in Folgeperioden in das Ergebnis nach Steuern umgegliedert werden (sogenanntes Recycling), und solche, die nicht „recycelt“ werden, ausgewiesen werden. Der geänderte Standard ist auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Der geänderte Standard wird sich auf den Ausweis der anderen Erfolgsbestandteile nach Steuern auswirken.

Ebenfalls im Juni 2011 hat der IASB Änderungen an IAS 19 „Employee Benefits“ veröffentlicht. Die Änderungen betreffen die Erfassung und Bewertung des Aufwands für leistungsorientierte Pensionspläne und von Leistungen aus Anlass der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Unter anderem entfällt zukünftig die von Evonik derzeit angewandte Bilanzierung nach der sogenannten Korridormethode, was zu einer höheren Volatilität der Rückstellungen und des Eigenkapitals ohne Ergebniswirkungen führen wird. Darüber hinaus ergibt sich eine Erhöhung der Angabepflichten zu Leistungen an Arbeitnehmer. Der geänderte Standard ist auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Die weiteren Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft.

Der IASB hat im Oktober 2011 die Interpretation IFRIC 20 „Stripping Costs in the Production Phase of a Surface Mine“ veröffentlicht. Die Interpretation beschäftigt sich mit Fragen des Ansatzes und der Bewertung von während des Abbaubetriebs anfallenden Kosten der Abraumbeseitigung im Tagebau. Die Interpretation ist auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Die Interpretation ist für den Konzernabschluss nicht relevant.

Im Dezember 201 1 hat der IASB Änderungen zu IFRS 9 „Financial Instruments“ und IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht. Aufgrund dieser Änderungen wird der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 9 vom 1. Januar 2013 auf den 1. Januar 2015 verschoben und auf die Anpassung von Vorjahreszahlen bei Erstanwendung verzichtet. Darüber hinaus fallen zusätzliche Anhangangaben nach IFRS 7 im Übergangszeitpunkt an, um eine bessere Beurteilung der Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 9 auf Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten zu ermöglichen. Eine frühere Anwendung von IFRS 9 ist auch weiterhin erlaubt. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft.

Des Weiteren hat der IASB im Dezember 2011 Änderungen zu IAS 32 und IFRS 7 veröffentlicht. In IAS 32 werden die Voraussetzungen für die Saldierung von Finanzinstrumenten als Anwendungsleitlinien weiter konkretisiert. Unter anderem wird die Bedeutung des gegenwärtigen Rechtsanspruchs auf Aufrechnung erläutert und festgestellt, welche Systeme mit Bruttoausgleich als Nettoausgleich im Sinne des Standards angesehen werden können. Bezüglich des IFRS 7 werden ergänzende Anhangangaben zur Saldierung von Finanzinstrumenten verlangt. Der geänderte IFRS 7 ist auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und die Änderung des IAS 32 auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden zurzeit geprüft.

(3.4) Anpassungen von Vorjahreszahlen

Ein Unternehmen darf eine Bilanzierungs- und Bewertungsmethode bzw. den Ausweis von Posten nur dann ändern, wenn dies aufgrund eines Standards oder einer Interpretation erforderlich ist oder dazu führt, dass der Abschluss relevantere Informationen vermittelt. In der Regel sind diese Änderungen auch rückwirkend für die Vorperiode darzustellen. Für den vorliegenden Konzernabschluss haben sich folgende Anpassungen von Vorjahreszahlen ergeben:

Die neue Konzernstruktur mit strategischer Ausrichtung auf die Spezialchemie führte in der Segmentberichterstattung zu einer geänderten Berichtsstruktur nach operativen Segmenten; die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst, vgl. Anhangziffer (1) und (9.1).

In der Gewinn- und Verlustrechnung nahm Evonik eine Ausweisänderung von vertriebsbezogenen Sponsoring- und Werbeaufwendungen vor. Für das Vorjahr wurden die Vertriebskosten um 24 Millionen € erhöht, während die allgemeinen Verwaltungskosten entsprechend verringert wurden.

(3.5) Konsolidierungskreis und -methoden

Konsolidierungskreis

Neben der Evonik Industries AG werden in den Konzernabschluss alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, die die Evonik Industries AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Wesentliche assoziierte Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wenn ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann bzw. diese gemeinschaftlich geführt werden. Erst- bzw. Entkonsolidierungen erfolgen grundsätzlich zum Zeitpunkt des Erwerbs oder Verlustes der Kontrolle.

Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowohl im Einzelnen als auch insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist, werden in den Konzernabschluss nach IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“ zu fortgeführten Anschaffungskosten einbezogen.

Die Veränderungen des Konsolidierungskreises werden unter der Anhangziffer (5.1) dargestellt.

Konsolidierungsmethoden

Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Im Erwerbszeitpunkt erfolgt die Kapitalkonsolidierung durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen. Anschaffungsnebenkosten sind nicht mehr im Beteiligungsbuchwert, sondern als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Die Vermögenswerte und Schulden (Reinvermögen) der Tochterunternehmen werden dabei mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Werden vor Übergang der Kontrolle bereits Anteile an einem Tochterunternehmen gehalten, so sind diese Anteile neu zu bewerten und hieraus resultierende Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu erfassen. Gewinne oder Verluste, die in den anderen Erfolgsbestandteilen erfasst wurden, sind auf derselben Grundlage auszubuchen, wie dies erforderlich wäre, wenn der Erwerber den zuvor gehaltenen Anteil unmittelbar veräußert hätte. Verbleibende positive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge werden nach erneuter Überprüfung der beizulegenden Zeitwerte des Reinvermögens ergebniswirksam erfasst.

Änderungen der Beteiligungsquote an einem bereits konsolidierten Tochterunternehmen, die nicht zu einem Kontrollverlust führen, werden als erfolgsneutrale Transaktion zwischen Eigentümern direkt im Eigenkapital bilanziert. Unter diesen Umständen sind die Anteile der Eigentümer des Mutterunternehmens und der anderen Gesellschafter so anzupassen, dass sie die Änderungen der an dem Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die Anteile anderer Gesellschafter angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung ist unmittelbar im Eigenkapital zu erfassen und den Anteilen der Eigentümer des Mutterunternehmens zuzuordnen. Direkt zurechenbare Transaktionskosten sind ebenfalls als Bestandteil der erfolgsneutralen Transaktion zwischen Eigentümern zu bilanzieren, mit der Ausnahme von Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Eigenkapitalinstrumenten, die weiterhin gemäß den Vorschriften für Finanzinstrumente zu erfassen sind. Ein- und Auszahlungen aus diesen Transaktionen werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Mit dem Zeitpunkt, in dem die Kontrolle über ein Tochterunternehmen endet, ist das Tochterunternehmen nicht mehr in den Konzernabschluss einzubeziehen. Im Rahmen der Entkonsolidierung werden das Reinvermögen des Tochterunternehmens und die Anteile anderer Gesellschafter (anteiliges Reinvermögen am Tochterunternehmen) ausgebucht. Der Veräußerungsgewinn bzw. -verlust ist aus Konzernsicht zu ermitteln. Er ergibt sich als Differenz aus dem Veräußerungserlös (Veräußerungspreis abzüglich Veräußerungskosten) und dem abgehenden anteiligen Reinvermögen am Tochterunternehmen (inklusive verbliebener stiller Reserven und Lasten sowie eines zuzuordnenden Geschäfts- oder Firmenwerts). Die Anteile, die Evonik am ehemaligen Tochterunternehmen behält, werden mit dem zum Zeitpunkt des Kontrollverlustes beizulegenden Zeitwert neu angesetzt. Alle hieraus resultierenden Gewinne und Verluste sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu erfassen. Darüber hinaus werden Beträge, die im Eigenkapital unter den angesammelten anderen Erfolgsbestandteilen erfasst sind, ebenfalls in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, soweit nicht eine andere Rechnungslegungsvorschrift eine direkte Übertragung in die Gewinnrücklagen verlangt.

Aufwendungen und Erträge, Zwischenergebnisse sowie Forderungen und Schulden zwischen den einbezogenen Tochterunternehmen werden eliminiert. In Einzelabschlüssen vorgenommene Abschreibungen auf deren Anteile werden zurückgenommen.

Dieselben Konsolidierungsgrundsätze gelten grundsätzlich auch für die nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen, wobei ein bilanzierter Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsansatz ausgewiesen wird. Die Abschlüsse der at Equity bilanzierten Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt, vgl. Anhangziffer (3.7) unter „At Equity bilanzierte Unternehmen“.

(3.6) Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Erstbuchung bewertet. Bis zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und Kursverluste aus der Bewertung von monetären Vermögenswerten bzw. Schulden in fremder Währung werden ergebniswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Als Umrechnungsverfahren für die Abschlüsse ausländischer Tochterunternehmen wird die funktionale Währungsumrechnung angewendet. Im Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der Bilanzposten aller ausländischen Tochterunternehmen von der jeweiligen funktionalen Währung in den Euro zu Stichtagskursen am Bilanzstichtag, da diese Tochterunternehmen ihr Geschäft selbstständig in ihrer funktionalen Währung betreiben. Bei der Umrechnung der Eigenkapitalfortschreibung von ausländischen Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, wird entsprechend vorgegangen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswerte der wirtschaftlich selbstständigen ausländischen Teileinheiten mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die Jahresdurchschnittskurse ergeben sich als Mittelwert aus den Währungskursen am Monatsende der vergangenen 13 Monate. Unterschiede aus der Währungsumrechnung gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz werden in den anderen Erfolgsbestandteilen der Gesamterfolgsrechnung erfasst.

Für die Währungsumrechnung wurden unter anderem folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:

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1 € entspricht Jahresdurchschnittskurs Stichtagskurs
2011 2010 31.12.11 31.12.10
Brasilianischer Real (BRL) 2,33 2,34 2,42 2,22
Britisches Pfund (GBP) 0,87 0,86 0,84 0,86
Chinesischer Renminbi Yuan (CNY) 9,01 9,00 8,16 8,82
Japanischer Yen (JPY) 111,12 116,64 100,20 108,65
Schweizer Franken (CHF) 1,23 1,38 1,22 1,25
US-Dollar (USD) 1,40 1,33 1,29 1,34

(3.7) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Ertragsrealisierung

Umsatzerlöse für den Verkauf von Gütern und Dienstleistungen, die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit anfallen, und andere Erträge werden wie folgt realisiert:

(a) Umsatzerlöse

Evonik erwirtschaftet Umsatzerlöse hauptsächlich aus dem Verkauf von Produkten der Spezialchemie an weiterverarbeitende Industriekunden, vgl. ausführlich Anhangziffer (9.1):

Das Segment Consumer, Health & Nutrition produziert Spezialchemie schwerpunktmäßig für Anwendungen in Konsumgütern, in der Tierernährung und im Pharmabereich.

Das Segment Resource Efficiency bietet Lösungen für umweltfreundliche und energieeffiziente Produkte.

Im Mittelpunkt des Segments Specialty Materials steht die Herstellung von polymeren Werkstoffen und deren Vorstufen sowie von Additiven.

Das Segment Services erbringt seine Dienstleistungen hauptsächlich für die operativen Chemiesegmente und das Corporate Center sowie in geringerem Umfang auch für Dritte.

Das Segment Real Estate erfasst unter den Umsatzerlösen überwiegend Erträge aus der Vermietung, Bewirtschaftung und Verwaltung von Wohnungen, aus dem Neubau von Ein- und Mehrfamilienhäusern für Dritte sowie aus dem Verkauf von Wohnungsbeständen. Die zum Verkauf bestimmten Immobilien werden in das Vorratsvermögen umgegliedert, sofern dem Verkauf eine Entwicklungsmaßnahme vorausgeht. Abrechenbare Leistungen aus Betriebs- und Heizkosten werden mit den von den Mietern für diese Leistungen erhaltenen Abschlagszahlungen verrechnet und sofort als Umsatz realisiert.

Es gelten die nachfolgenden Ausführungen zur Umsatzrealisierung:

Die Höhe der Umsatzerlöse ist zwischen den Parteien vertraglich festgelegt. Sie bemisst sich nach dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung abzüglich Umsatzsteuer sowie gewährter Preisnachlässe und Mengenrabatte. Allgemeine Voraussetzungen für die Erfassung von Erlösen sind, dass die Höhe der Erlöse und die Höhe der hiermit im Zusammenhang stehenden Kosten verlässlich bestimmt werden können. Des Weiteren ist der Nutzenzufluss als hinreichend wahrscheinlich einzustufen.

Erlöse aus dem Verkauf von Gütern werden bei Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen erfasst, wenn Eigentum und Risiken aus dem Verkauf auf den Kunden übergegangen sind. Allgemeine Risiken aus dem Verkaufsgeschäft werden auf Basis von Erfahrungswerten durch entsprechende Rückstellungen abgebildet.

Erlöse aus Dienstleistungsgeschäften werden bei Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen erfasst, wenn der Fertigstellungsgrad des Geschäfts verlässlich bestimmt werden kann.

Grundsätzlich werden sie in dem Geschäftsjahr erfasst, in dem die Dienstleistungen erbracht wurden. Bei der periodenübergreifenden Erbringung von Dienstleistungen wird der Umsatz im Verhältnis von erbrachten zu insgesamt zu erbringenden Dienstleistungen ermittelt.

(b) Andere Erträge

Voraussetzungen für die Erfassung von anderen Erträgen sind, dass die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann sowie der Nutzenzufluss als hinreichend wahrscheinlich einzustufen ist.

Zinserträge werden zeitanteilig unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Erträge aus Nutzungsentgelten werden nach dem wirtschaftlichen Gehalt des zugrunde liegenden Vertrags abgegrenzt und zeitanteilig erfasst. Dividendenerträge werden erfasst, sobald das Recht auf den Empfang der Zahlung entsteht.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden planmäßig abgeschrieben und bei Vermutung eines Wertminderungsbedarfs daraufhin überprüft, ob Gründe für eine Wertminderung vorliegen, vgl. Anhangziffer (3.7) unter „Werthaltigkeitsprüfung“. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich daraufhin überprüft, ob Gründe für eine Wertminderung vorliegen (Werthaltigkeitsprüfung).

(a) Geschäfts- oder Firmenwerte

Geschäfts- oder Firmenwerte haben keine bestimmbare Nutzungsdauer und werden mindestens einmal jährlich daraufhin überprüft, ob Gründe für eine Wertminderung vorliegen (Werthaltigkeitsprüfung).

(b) Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen

Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer von 5 bis 25 Jahren planmäßig abgeschrieben. Ein Teil der Rechte weist eine unbestimmbare Nutzungsdauer auf, da es sich hier um uneingeschränkt nutzbare Marken handelt. Diese werden jährlich daraufhin überprüft, ob Gründe für eine Wertminderung vorliegen (Werthaltigkeitsprüfung) und ob die Nutzungsdauer weiterhin als unbestimmbar einzustufen ist. Sofern sich die Einschätzung der Nutzungsdauer geändert hat und als bestimmbar gilt, wird der Buchwert der Marken linear über die erwartete Restnutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

(c) Aktivierte Entwicklungskosten

Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn sie einem neu entwickelten Produkt oder Verfahren, welches technisch realisierbar ist und der eigenen Nutzung oder Vermarktung dienen soll, eindeutig zugeordnet werden können. Die aktivierten Entwicklungskosten beziehen sich hauptsächlich auf die Entwicklung von neuen Produkten und werden linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer von 3 bis 15 Jahren planmäßig abgeschrieben.

(d) Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Der wesentliche Teil der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind erworbene Kundenbeziehungen. Diese werden linear über ihre Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird anhand von vertraglichen Grundlagen und Erfahrungswerten eingeschätzt und beläuft sich überwiegend auf 2 bis 11 Jahre. Die Höhe der planmäßigen Abschreibung berücksichtigt neben der Nutzungsdauer die Fortführungswahrscheinlichkeit der Kundenbeziehungen in Form einer „Abschmelzrate“.

Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und linear über ihre Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Bei Vermutung eines Wertminderungsbedarfs werden sie daraufhin überprüft, ob Gründe für eine Wertminderung vorliegen, vgl. Anhangziffer (3.7) unter „Werthaltigkeitsprüfung“.

Anschaffungskosten beinhalten die Ausgaben, die direkt dem Erwerb zurechenbar sind. Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen Einzelkosten sowie die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen. Kosten, die sich aus der Verpflichtung der Beseitigung nach Ende der Nutzung der Sachanlage ergeben, werden als Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zum Anschaffungs- bzw. Herstellungszeitpunkt aktiviert. Darüber hinaus können Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch Übertragungen von in den anderen Erfolgsbestandteilen der Gesamterfolgsrechnung erfassten Gewinnen oder Verlusten aus Cashflow-Hedges, die für Käufe von Sachanlagen in Fremdwährung abgeschlossen wurden, enthalten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert. Ein qualifizierter Vermögenswert liegt vor, wenn ein Zeitraum von mehr als einem Jahr erforderlich ist, diesen in seinen beabsichtigten gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen.

Abschreibungen erfolgen linear über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte:

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in Jahren
Gebäude 5 - 50
Technische Anlagen und Maschinen
Anlagen der chemischen Industrie 5 - 25
Kraftwerke und Kraftwerkskomponenten 12 - 40
Dezentrale Energieversorgungsanlagen 8 - 15
Andere technische Anlagen und Maschinen 3 - 25
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 25

Aufwendungen für Generalüberholungen bzw. Großinspektionen (Großreparaturen) werden grundsätzlich aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger Nutzen aus dem bestehenden Vermögenswert resultiert. Sie werden über den Zeitraum bis zur nächsten Großreparatur abgeschrieben. Laufende Reparaturen und sonstige Instandhaltungen werden ergebniswirksam in der Periode erfasst, in welcher sie entstanden sind.

Aufwendungen, die im Rahmen von Investitionsprojekten für Vor- und Basisplanung anfallen, werden aktiviert, wenn das Investitionsprojekt mit hoher Wahrscheinlichkeit durchgeführt wird. Die Abschreibung erfolgt entsprechend der Nutzungsdauer des Investitionsprojekts.

Haben wesentliche Teile einer Sachanlage unterschiedliche Nutzungsdauern, werden sie als separate Komponenten bewertet und jeweils planmäßig abgeschrieben.

Gewinne und Verluste aus Abgang werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert ermittelt und ergebniswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Immobilien, die als Finanzinvestition zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden, werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und linear über ihre Nutzungsdauer von 25 bis 80 Jahren planmäßig abgeschrieben. Bei Vermutung eines Wertminderungsbedarfs werden sie daraufhin überprüft, ob Gründe für eine Wertminderung vorliegen, vgl. Anhangziffer (3.7) unter „Werthaltigkeitsprüfung“.

Die Zeitwerte dieser Immobilien werden nach dem Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF-Verfahren) durch interne Gutachter bewertet. Das DCF-Modell ist eine Abbildung der zukünftigen Zahlungsströme, die den Wert der Liegenschaften bestimmen, und stellt somit eine ertragsbasierte Immobilienbewertung dar, wie sie für als Mietobjekte genutzte Wohnimmobilien üblich ist.

Werthaltigkeitsprüfung

Die Werthaltigkeitsprüfung nach IAS 36 „Impairment of Assets“ wird für immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien bei der Vermutung eines Wertminderungsbedarfs durchgeführt. Die Überprüfung dieser Vermögenswerte erfolgt überwiegend für eine zahlungsmittelgenerierende Einheit (Cash Generating Unit, CGU), die die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten mit abgrenzbaren Mittelzuflüssen darstellt, oder für eine Gruppe von CGUs. Geschäfts- oder Firmenwerte werden den Berichtssegmenten (Vorjahr: Geschäftsfeldern) - also einer Gruppe von CGUs - zugeordnet. Im Zusammenhang mit der neuen Konzernstruktur wurde der Geschäfts- oder Firmenwert des ehemaligen Geschäftsfelds Chemie anhand der relativen Unternehmenswerte abzüglich des Capital Employed der Berichtssegmente (Segmente) Consumer, Health & Nutrition, Resource Efficiency, Specialty Materials und Services auf diese verteilt. Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Der Stichtag für diese Überprüfung ist der 30. September.

Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung wird der erzielbare Betrag dem Buchwert der CGU/Gruppe von CGUs gegenübergestellt. Der erzielbare Betrag wird bestimmt als der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Marktwert) und Nutzungswert der CGU/Gruppe von CGUs. Eine Wertminderung ist vorzunehmen, wenn der erzielbare Betrag der CGU/Gruppe von CGUs niedriger ist als ihr Buchwert. Soweit der Grund für den Wertminderungsbedarf entfallen ist, werden – außer beim Geschäfts- oder Firmenwert – ergebniswirksame Zuschreibungen vorgenommen.

Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung von Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgt die Bestimmung des erzielbaren Betrags durch die Ermittlung des Marktwerts des jeweiligen Segments. Der Markwert wird mittels eines Bewertungsmodells als Barwert der künftigen Cashflows ermittelt. Die künftigen Cashflows werden aus der aktuellen 5-jährigen Mittelfristplanung abgeleitet. Die Mittelfristplanung basiert sowohl auf Erfahrungen als auch auf Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Marktentwicklung. Die wesentlichen volkswirtschaftlichen Rahmendaten wie das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, die Entwicklung des Zinsniveaus, der Wechselkurse, der Rohstoffpreise sowie der Marktpreise für CO2-Zertifikate usw., die den Mittelfristplanungen zugrunde liegen, werden zentral von Evonik vorgegeben und aus Markterwartungen abgeleitet. Die spezifischen Wachstumsraten der einzelnen Segmente sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet. Die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten für die jeweiligen Märkte, auf denen die Segmente tätig sind, werden hierbei nicht überschritten.

Die erwarteten Cashflows werden mit den gewichteten Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital) nach Steuern abgezinst. Die Kapitalkosten werden je Segment auf Basis von kapitalmarktorientierten Modellen als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten berechnet. Die Eigenkapitalkosten werden durch die Komponenten risikoloser Zinssatz und Risikozuschlag bestimmt. Der risikolose Zinssatz wird über alle Segmente hinweg in gleicher Höhe angesetzt. Der Risikozuschlag ergibt sich durch die Multiplikation des Beta-Faktors mit der Marktrisikoprämie. Der Beta-Faktor wird aus dem Kapitalmarkt entsprechend den Werten vergleichbarer Unternehmen des Segments (Peergroup) abgeleitet und berechnet. Die Fremdkapitalkosten für die Segmente Consumer, Health & Nutrition, Resource Efficiency, Specialty Materials und Services berücksichtigen einen risikolosen Zinssatz sowie Zuschläge für das Kreditrisiko und durchschnittliche Steuersätze des jeweiligen Segments. Für das Segment Real Estate werden die tatsächlichen Fremdkapitalkosten zugrunde gelegt. Bei den einzelnen Segmenten wurde im Fall der ewigen Rente eine Wachstumsrate unterstellt.

Die angewandten Parameter und die verteilten Geschäfts- oder Firmenwerte stellen sich wie folgt dar:

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Risikoloser Zinssatz Gewichtete Kapitalkosten nach Steuern Wachstumsrate Geschäfts- oder Firmenwerte
(in %) (in %) (in %) (in Mio. €)
2011 2010 2011 2010 2011 2010 31.12.11 31.12.10
Chemie - 3,80 - 7,50 - 1,50 - 2.812
Energie - 3,80 - 6,00 - 0,70 - -
Consumer, Health & Nutrition 3,25 - 6,35 - 1,50 - 724 -
Resource Efficiency 3,25 - 8,82 - 1,50 - 1.009 -
Specialty Materials 3,25 - 8,41 - 1,50 - 894 -
Services 3,25 - 7,89 - 1,50 - 52 -
Real Estate 3,25 3,80 4,29 6,30 1,00 1,00 40 40
Corporate, andere Aktivitäten 3,25 3,80 7,18 7,30 1,50 1,00 25 12

Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung auf die Segmente (Vorjahr: Geschäftsfelder) verteilt. Auf die drei Chemie-Segmente entfällt im Wesentlichen ein Geschäfts- oder Firmenwert aus den früheren Erwerben von Anteilen an der Evonik Degussa GmbH (Evonik Degussa), Essen. Dieser wird in der Segmentberichterstattung unter „Corporate, andere Aktivitäten, Konsolidierung“ ausgewiesen. Im Vorjahr wurde dieser Geschäfts- oder Firmenwert sowohl für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung als auch in der Segmentberichterstattung im ehemaligen Geschäftsfeld Chemie berücksichtigt.

At Equity bilanzierte Unternehmen

Wesentliche assoziierte Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wenn ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann bzw. sie gemeinschaftlich geführt werden.

Die erstmalige Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten der Beteiligung. Die Anschaffungskosten beinhalten auch alle direkt zurechenbaren Anschaffungsnebenkosten.

Als Grundlage für die Bewertung der Beteiligung in den Folgeperioden muss der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten der Beteiligung und dem anteiligen Eigenkapital bestimmt werden. Dieser ist dann daraufhin zu analysieren, ob er auf stille Reserven und Lasten zurückzuführen ist. Verbleibt nach der Aufteilung auf stille Reserven und Lasten ein positiver Unterschiedsbetrag, ist dieser als Geschäfts- oder Firmenwert zu behandeln und im Beteiligungsbuchwert auszuweisen. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird unmittelbar erfolgswirksam aufgelöst, indem der Wertansatz der Beteiligung erhöht wird.

Von den Anschaffungskosten ausgehend wird der Buchwert in den Folgeperioden um das anteilige Jahresergebnis erhöht bzw. gemindert. Weitere Anpassungen des Beteiligungswerts sind notwendig, wenn sich das Eigenkapital des Beteiligungsunternehmens aufgrund von in den anderen Erfolgsbestandteilen erfassten Sachverhalten verändert hat. Im Rahmen der Folgebewertung muss die Abschreibung der im Zuge der Erstkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven berücksichtigt und vom anteiligen Jahresüberschuss in Abzug gebracht werden. Erhaltene Dividendenzahlungen sind zur Vermeidung einer Doppelerfassung vom Wertansatz abzuziehen.

Falls Indikatoren vorliegen, die auf eine Wertminderung der Beteiligung hindeuten, ist diese auf Werthaltigkeit zu prüfen, vgl. Anhangziffer (3.7) unter „Werthaltigkeitsprüfung“. Es erfolgt keine separate Prüfung des anteiligen Geschäfts- oder Firmenwerts. Die Prüfung wird für den gesamten Beteiligungsbuchwert durchgeführt. Demnach sind Wertminderungen nicht dem im Beteiligungsbuchwert enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwert zuzuordnen und können in Folgeperioden auch wieder vollständig wertaufgeholt werden.

Vorräte

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem im normalen Geschäftsverlauf erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Aufwendungen für Fertigung und Vertrieb. Die Kosten von Vorräten, die von ähnlicher Beschaffenheit oder Verwendung sind, werden einheitlich auf Basis der Durchschnittsmethode oder der First-in-First-out-Methode bestimmt. Die Herstellungskosten fertiger und unfertiger Erzeugnisse umfassen die Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, direkte Personalkosten, andere direkte Kosten und der Produktion zurechenbare Gemeinkosten (basierend auf normaler Betriebskapazität).

Die Kosten für Vorräte können auch aus den anderen Erfolgsbestandteilen der Gesamterfolgsrechnung entnommene Gewinne oder Verluste aus Cashflow-Hedges, die für den Kauf von Rohstoffen abgeschlossen wurden, sowie Fremdkapitalkosten im Falle eines qualifizierten Vermögenswerts beinhalten. Ein qualifizierter Vermögenswert liegt vor, wenn ein Zeitraum von mehr als einem Jahr erforderlich ist, diesen in seinen beabsichtigten verkaufsfähigen Zustand zu versetzen, und es sich nicht um in hoher Anzahl regelmäßig hergestellte Vorräte handelt.

Entgeltlich erworbene Emissionsrechte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Unentgeltlich zugeteilte Emissionsrechte werden in Anlehnung an IAS 20 „Accounting for Government Grants and Disclosure of Government Assistance“ mit dem Erinnerungswert angesetzt. Rückstellungen für die Abgabeverpflichtung von Emissionsrechten werden, soweit Emissionsrechte vorhanden sind, mit dem aktivierten Betrag dieser Rechte bewertet. Übersteigt die Abgabeverpflichtung die aktivierten Rechte, so wird dieser übersteigende Anteil mit dem Durchschnittskurs der letzten drei Monate zum Bilanzstichtag bewertet.

Entfällt der Grund für eine Wertminderung, erfolgt eine Zuschreibung auf maximal die historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten.

Flüssige Mittel

Unter den flüssigen Mitteln sind Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks und Kassenbestände erfasst. Weiterhin sind hier hoch liquide Finanztitel mit einer Laufzeit – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – von nicht mehr als drei Monaten enthalten, die jederzeit in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Ihr Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem in IAS 19 „Employee Benefits“ vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen (Defined Benefits) auf Altersversorgung. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Bewertung für die inländischen Unternehmen basiert auf den biometrischen Grundlagen der „Richttafeln 2005 G“ von Klaus Heubeck. Die Pensionsverpflichtungen außerhalb Deutschlands werden unter Berücksichtigung landesspezifischer Rechnungsgrundlagen und Parameter ermittelt. Die Verpflichtungen werden in Höhe des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens gekürzt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ergeben sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen den zum Jahresende rechnungsmäßig erwarteten und den tatsächlich ermittelten Pensionsverpflichtungen sowie aus Abweichungen zwischen dem zum Jahresende erwarteten und dem tatsächlich festgestellten Zeitwert des Planvermögens. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden nur dann erfasst, wenn der Saldo der kumulierten, noch nicht ergebniswirksam erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste zum Ende der vorherigen Berichtsperiode den höheren der folgenden Beträge übersteigt:

10 Prozent des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung,

10 Prozent des Zeitwerts des Planvermögens.

Der diesen Korridor übersteigende Betrag ist ab dem Folgejahr ergebniswirksam über die erwartete durchschnittliche Restdienstzeit der vom Plan erfassten Arbeitnehmer zu verteilen.

Dem Verpflichtungsumfang zum Jahresende wird das Planvermögen zum Zeitwert gegenübergestellt (Finanzierungsstand). Unter Berücksichtigung der Limitierung des Planvermögens (Asset Ceiling) sowie nach Abzug der noch nicht erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste bzw. nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwendungen ergeben sich die Pensionsrückstellungen.

Beitragsorientierte Zusagen (Defined Contribution) führen in der Periode zu Aufwand, in der die Zahlung erfolgt. Beitragsorientierte Verpflichtungen existieren sowohl aufgrund betrieblicher Zusagen als auch aufgrund staatlicher Pläne (gesetzliche Rentenversicherung).

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen sind Schulden, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind. Sie werden gebildet, sofern rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenwärtig gegenüber Dritten bestehen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu einem Mittelabfluss führen werden. Darüber hinaus muss die Schätzung der Höhe der Verpflichtung verlässlich möglich sein. Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Wahrscheinlichkeit eines Nutzenabflusses auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen als Ganzes ermittelt. Restrukturierungsrückstellungen werden nur angesetzt, wenn eine faktische Verpflichtung aufgrund eines detaillierten, formalen Plans entsteht und bei den Betroffenen die gerechtfertigte Erwartung geweckt wird, dass die Restrukturierungsmaßnahme auch durchgeführt wird.

Rückstellungen werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt und berücksichtigen auch zukünftige Kostensteigerungen. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Eine Abzinsung wird nicht vorgenommen bei kurzfristigen Rückstellungen sowie beim kurzfristigen Teil langfristiger Rückstellungen. Mit fortschreitendem Zeitverlauf werden die Rückstellungen neuen Erkenntnisgewinnen angepasst.

Bei den sogenannten Long-Term-Incentive-Plänen handelt es sich um ein erfolgsabhängiges Vergütungssystem mit langfristiger Anreizwirkung für Führungskräfte von Evonik. Die entstandenen Verpflichtungen werden entsprechend IAS 19 „Employee Benefits“ ermittelt und ergebniswirksam erfasst.

Latente Steuern, laufende Ertragsteuern

Latente Steuern werden nach IAS 12 „Income Taxes“ für temporäre Ansatz- und Bewertungsunterschiede von Vermögenswerten und Schulden zwischen der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz gebildet. Steuerliche Verlustvorträge, die wahrscheinlich zukünftig genutzt werden können, werden in Höhe des latenten Steueranspruchs (aktive latente Steuern) aktiviert. Aktive latente Steuern sind grundsätzlich mit der Maßgabe angesetzt, dass ein künftiges zu versteuerndes Einkommen wahrscheinlich ist, mit dem die temporären Differenzen genutzt werden können. Soweit die Realisierung aktiver latenter Steuern unwahrscheinlich ist, erfolgt eine Wertberichtigung.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden (passive latente Steuern) werden saldiert, soweit das Unternehmen ein Recht zur Aufrechnung der laufenden Ertragsteueransprüche und -schulden hat und wenn sich die aktiven und passiven latenten Steuern auf laufende Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Zur Ermittlung der latenten Steuern sind die Steuersätze anzuwenden, die nach der derzeitigen Rechtslage für den Zeitpunkt gültig oder angekündigt sind, in dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich ausgleichen werden. Der Gesamtsteuersatz für die Ermittlung der latenten Steuern inländischer Unternehmen beträgt 30 Prozent. Hierbei werden neben der Körperschaftsteuer von 15 Prozent der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer und die durchschnittliche Gewerbesteuer von circa 14 Prozent berücksichtigt. Bei inländischen Unternehmen, die für gewerbesteuerliche Zwecke die sogenannte erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1, Satz 2 ff. GewStG in Anspruch nehmen, werden die latenten Steuern mit 16 Prozent berechnet; dies entspricht der Körperschaftsteuer inklusive des Solidaritätszuschlags. Für ausländische Unternehmen wird der jeweilige nationale Steuersatz angewandt. Dieser beträgt zwischen 10 Prozent (Ungarn) und 41 Prozent (Japan).

Laufende Ertragsteuern für die Berichtsperiode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bemessen, in dessen Höhe eine Zahlung an bzw. Erstattung durch die Steuerbehörden erwartet wird. Sie werden anhand der am Bilanzstichtag geltenden gesellschaftsbezogenen Steuersätze ermittelt.

Finanzinstrumente

Als Finanzinstrumente werden vertraglich vereinbarte Rechte und Verpflichtungen bilanziert, aus denen ein Zu- oder Abfluss von finanziellen Vermögenswerten oder die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten resultiert. Sie werden in originäre und derivative Finanzinstrumente unterteilt und in der Bilanz unter den finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten sowie den Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Beim erstmaligen Ansatz werden Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich direkt zuordenbarer Transaktionskosten bewertet. Transaktionskosten von Finanzinstrumenten, die „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (At Fair Value through Profit or Loss)“ bewertet werden, sind direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert folgt einer dreistufigen Hierarchie. Sofern vorhanden, wird der Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt zugrunde gelegt (Stufe 1). Ist ein solcher Preis nicht verfügbar, ist der Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt für ähnliche Finanzinstrumente heranzuziehen oder andere Bewertungstechniken, bei denen die angewandten Parameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren (Stufe 2). In allen anderen Fällen wird auf Bewertungstechniken zurückgegriffen, bei denen die angewandten Parameter nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (Stufe 3). Als etablierte Bewertungstechniken werden Discounted-Cashflow-Analysen oder Optionspreismodelle gewählt. Nicht marktgerecht verzinste langfristige Finanzinstrumente werden bewertet, indem die erwarteten Cashflows mit dem effektiven Zinssatz auf den Zeitpunkt der Anschaffung diskontiert werden (Barwert). Der effektive Zinssatz berücksichtigt alle zurechenbaren Gebühren mit Zinscharakter. Die Folgebewertung richtet sich nach der Kategorisierung der Finanzinstrumente.

(a) Originäre Finanzinstrumente

Im Konzern werden originäre Finanzinstrumente als finanzielle Vermögenswerte den Kategorien „Ausleihungen und Forderungen (Loans and Receivables)“ oder „zur Veräußerung verfügbar (Available-for-Sale)“ zugeordnet. Die erstmalige Erfassung dieser Vermögenswerte erfolgt zum Erfüllungstag. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Erhalt von Zahlungen erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat. Im Konzern lagen keine Fälle vor, in denen finanzielle Vermögenswerte mit einer Verbriefung oder Rückkaufsvereinbarung verkauft und ganz oder teilweise weiterbilanziert wurden.

Originäre Finanzinstrumente als finanzielle Verbindlichkeiten werden der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten (At amortised Cost)“ zugeordnet. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn sie getilgt sind, das heißt, wenn die Verpflichtung beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen ist.

Im Folgenden werden die im Konzern verwendeten Kategorien dargestellt:

Die Kategorie „Ausleihungen und Forderungen“ umfasst insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ausleihungen. Die Vermögenswerte dieser Kategorie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Zeigen objektive Hinweise, die auf historischen Erfahrungswerten beruhen, dass die fälligen Erfüllungsbeträge im Rahmen der üblichen Bedingungen nicht vollständig einbringlich sind, wird eine Wertminderung vorgenommen. Die Höhe bemisst sich als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem auf Basis des Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der geschätzten zukünftigen Einzahlungen. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst. Soweit der Grund für den Wertminderungsbedarf entfallen ist, werden ergebniswirksame Zuschreibungen bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen.

Der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ werden Eigenkapitalanteile zugeordnet, die nicht konsolidiert oder at Equity bilanziert werden, sowie andere Wertpapiere. Liegt der beizulegende Zeitwert solcher Vermögenswerte nicht vor oder ist er nicht verlässlich bestimmbar, wie im Falle von nicht börsennotierten Eigenkapitaltiteln, werden die Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden unter Berücksichtigung latenter Steuern in den anderen Erfolgsbestandteilen der Gesamterfolgsrechnung erfasst. Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Hinweise für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts vorliegen. Ein wesentlicher oder andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter den Buchwert wird als Hinweis für eine Wertminderung gesehen. Bei Aktien liegt ein solcher Hinweis vor, wenn der beizulegende Zeitwert um 20 Prozent unter dem Buchwert liegt. Existiert ein derartiger Hinweis, werden die in den anderen Erfolgsbestandteilen erfassten Verluste ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Soweit der Grund für den Wertminderungsbedarf entfallen ist, werden Zuschreibungen grundsätzlich in den anderen Erfolgsbestandteilen erfasst. Lediglich für Schuldinstrumente, die dieser Kategorie zugeordnet sind, werden Zuschreibungen bis zur Höhe der ursprünglichen Wertminderung ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Bei Beteiligungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, deren Zeitwerte nicht verlässlich bestimmt werden können, werden keine Zuschreibungen vorgenommen.

Der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ sind insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Kredite zugeordnet. Die Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

(b) Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente (Derivate) werden zur Absicherung von Risiken aus Währungs-, Warenpreis- und Zinsänderungen eingesetzt. Hierzu werden Sicherungsinstrumente in Form von Zinsswaps, Optionen, Devisentermingeschäften und Warentermingeschäften entweder freistehend oder im Rahmen einer Bewertungseinheit mit dem zugehörigen abzusichernden Grundgeschäft (Hedge Accounting) bilanziert. Die erstmalige Erfassung erfolgt zum Handelstag. Existiert für das Derivat kein Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt, wird der beizulegende Zeitwert mittels finanzmathematischer Methoden ermittelt. Bei Devisentermingeschäften wird der Devisenterminkurs am Bilanzstichtag zugrunde gelegt. Die Marktpreise von Optionsgeschäften werden über anerkannte Optionspreismodelle ermittelt. Commodity-Derivate werden auf Basis von Spotpreisen und Forwardsätzen, Zins-Derivate durch Abzinsung zukünftiger Cashflows bewertet.

Freistehende derivative Finanzinstrumente gehören der Kategorie „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (At Fair Value through Profit or Loss)“ an und werden als „zu Handelszwecken gehalten (Held for Trading)“ eingestuft. Finanzinstrumente dieser Kategorie werden an jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ein Gewinn oder Verlust aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts ist ergebniswirksam zu erfassen.

Die Bilanzierung von Sicherungs- und zugehörigen Grundgeschäften im Rahmen des Hedge Accounting ist an bestimmte Kriterien geknüpft. Das Hedge Accounting setzt insbesondere eine ausführliche Dokumentation der Sicherungsbeziehung und einen Nachweis der erwarteten sowie der tatsächlichen Sicherungseffektivität zwischen 80 und 125 Prozent voraus. Es ist dann zu beenden, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind. Bei Cashflow-Hedges ist eine Beendigung des Hedge Accounting auch dann erforderlich, wenn der Eintritt der vorhergesehenen Transaktion nicht mehr wahrscheinlich ist. In diesem Falle ist der in den anderen Erfolgsbestandteilen erfasste Betrag ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen.

In Abhängigkeit von der jeweiligen Art des Sicherungszusammenhangs werden Sicherungsinstrumente im Hedge Accounting wie folgt bewertet:

Fair Value Hedges verfolgen den Zweck, die beizulegenden Zeitwerte von bilanzierten Vermögenswerten oder bilanzierten Schulden abzusichern. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts eines Sicherungsinstruments werden in diesem Fall gemeinsam mit den Wertänderungen des abgesicherten Grundgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Diese Änderungen müssen sich dabei auf das abgesicherte Risiko beziehen. Werden außerbilanzielle feste Verpflichtungen abgesichert, führen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der festen Verpflichtung im Hinblick auf das abgesicherte Risiko zum ergebniswirksamen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld. Aufgrund der Vorgehensweise kompensieren sich bei Effektivität der Absicherung die Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft in der Gewinn- und Verlustrechnung der Periode.

Cashflow-Hedges verfolgen den Zweck, das Risiko der Volatilität der künftigen Zahlungsströme eines bilanzierten Vermögenswerts bzw. einer Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden geplanten Transaktion abzusichern. Der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts eines Sicherungsinstruments wird in den anderen Erfolgsbestandteilen und der ineffektive Teil der Wertänderungen ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In den anderen Erfolgsbestandteilen erfasste Beträge werden ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, sobald das abgesicherte Grundgeschäft die Gewinn- und Verlustrechnung berührt. Bei einer Zinssicherung laufen diese Beträge in das Zinsergebnis, bei einer Umsatzsicherung in die entsprechenden Umsatzerlöse und im Fall eines Einkaufs direkt in die Kosten der umgesetzten Leistung. Besteht die abgesicherte zukünftige Transaktion aus dem Ansatz eines nichtfinanziellen Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit, werden die zuvor in den anderen Erfolgsbestandteilen erfassten Gewinne oder Verluste in die Erstbewertung der Anschaffungskosten des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit einbezogen.

Hedges of a Net Investment verfolgen den Zweck, das Fremdwährungsrisiko aus Beteiligungen mit ausländischer Funktionalwährung abzusichern. Solche Absicherungen werden wie Cashflow-Hedges behandelt. In den anderen Erfolgsbestandteilen erfasste Gewinne oder Verluste werden mit Veräußerung des ausländischen Tochterunternehmens bzw. Rückführung des Investments ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Leasing

Leasing ist eine Vereinbarung, in der gegen eine Zahlung oder Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum übertragen wird. Der Konzern tritt in Vereinbarungen über Operating- oder Finanzierungsleasing sowohl als Leasingnehmer wie auch als Leasinggeber auf.

Als Finanzierungsleasing werden Leasingverhältnisse klassifiziert, bei denen der Leasingnehmer entsprechend den vertraglichen Regelungen im Wesentlichen alle Chancen und Risiken aus dem Eigentum am Leasingobjekt trägt. Neben dem vertraglich vereinbarten Finanzierungsleasing können Vereinbarungen über die Nutzung von Vermögenswerten, zum Beispiel langfristige Lieferverträge, bei kumulativer Erfüllung bestimmter Kriterien als Finanzierungsleasing eingestuft werden. Ist Evonik selbst Leasingnehmer, werden die Vermögenswerte in den Sachanlagen zu ihrem Zeitwert oder zum niedrigeren Barwert der unkündbaren Mindestleasingzahlungen angesetzt. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden als Verbindlichkeit zum abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert. Ist Evonik Leasinggeber, so wird anstelle von Sachanlagen eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswerts angesetzt.

Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden in der Bilanz unter den finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Operating-Leasing sind alle Leasingverhältnisse, bei denen es sich nicht um Finanzierungsleasing handelt. Aufwendungen und Erträge hieraus werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst.

Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte und mit diesen im Zusammenhang stehende Schulden Langfristige Vermögenswerte werden als „zur Veräußerung vorgesehen“ ausgewiesen, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Die Vermögenswerte müssen in ihrem jetzigen Zustand zu Bedingungen, die für den Verkauf derartiger Vermögenswerte gängig und üblich sind, sofort veräußerbar sein und eine solche Veräußerung muss höchstwahrscheinlich sein. Sofern mit einer Transaktion auch die zugehörigen Schulden mitveräußert werden sollen, werden diese ebenfalls gesondert ausgewiesen.

Unmittelbar vor der erstmaligen Einstufung als „zur Veräußerung vorgesehen“ sind die Vermögenswerte und Schulden gemäß den bisher relevanten Rechnungslegungsvorschriften zu bewerten. Danach sind sie mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anzusetzen. Für eine spätere Neubewertung sind für Vermögenswerte und Schulden, die nicht unter die Bewertungsvorschriften des IFRS 5 „Non-current Assets Held for Sale and Discontinued Operations“ fallen, auch weiterhin die relevanten Rechnungslegungsvorschriften zu beachten. Dies sind bei Evonik hauptsächlich:

IAS 2 „Inventories“,

IAS 12 „Income Taxes“,

IAS 19 „ Employee Benefits“ und

IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“.

Soweit es sich nicht um eine nicht fortgeführte Aktivität (Discontinued Operation) handelt, werden die Ergebnisse aus der Bewertung und dem Verkauf dieser Vermögenswerte weiterhin im Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Eine nicht fortgeführte Aktivität ist entweder ein bedeutender geschäftlicher oder geografischer Bereich des Unternehmens, der im Rahmen eines einzelnen Plans als Gesamtheit oder in Teilen veräußert bzw. eingestellt werden soll, oder ein mit Veräußerungsabsicht erworbenes Tochterunternehmen.

Die Ergebnisse aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Bewertung und dem Verkauf einer nicht fortgeführten Aktivität werden in der Gewinn- und Verlustrechnung getrennt von den fortgeführten Aktivitäten dargestellt. Ebenso sind die Cashflows einer nicht fortgeführten Aktivität in der Kapitalflussrechnung getrennt von den fortgeführten Aktivitäten darzustellen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand für den Erwerb oder Bau von Sachanlagen vermindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Sie werden über die Nutzungsdauer der Sachanlage in Form geminderter Abschreibungen ergebniswirksam erfasst. Sonstige gewährte Zuwendungen werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten abgegrenzt und über den Zeitraum als Ertrag erfasst, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen.

Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eventualschulden sind, soweit sie nicht im Rahmen eines Unternehmenserwerbs anzusetzen waren, nicht in der Bilanz zu erfassende, mögliche oder gegenwärtige Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und bei denen ein Abfluss von Ressourcen nicht unwahrscheinlich ist.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren aus unbelasteten schwebenden Rechtsgeschäften, Dauerschuldverhältnissen, öffentlich-rechtlichen Auflagen oder sonstigen wirtschaftlichen Verpflichtungen, die nicht bereits unter den bilanzierten Schulden oder den Eventualschulden erfasst sind und sofern diese für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind.

(4) Diskussion zu Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

Mit Erstellung des Konzernabschlusses werden Annahmen und Einschätzungen getroffen, welche die Zukunft betreffen. Die hieraus abgeleiteten Schätzungen werden naturgemäß nicht immer den späteren Gegebenheiten entsprechen. Schätzungsanpassungen werden zum Zeitpunkt besserer Kenntnis ergebniswirksam berücksichtigt. Diejenigen Annahmen und Schätzungen, die ein beträchtliches Risiko in Form einer Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen können, werden im Folgenden dargestellt:

(a) Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten

Die Überprüfung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, und hier insbesondere der Geschäfts- oder Firmenwerte, erfordert auch Annahmen und Schätzungen bezüglich künftiger Cashflows, erwarteter Wachstumsraten, Währungskursen und der Abzinsungssätze. Die hierzu getroffenen Annahmen können Änderungen unterliegen, die zu Wertminderungen in zukünftigen Perioden führen würden.

Eine relative Erhöhung des gewichteten Kapitalkostensatzes nach Steuern um 10 Prozent aufgrund etwaiger Veränderungen des Zinsniveaus am Kapitalmarkt würde zu keinem Wertminderungsbedarf führen.

(b) Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern

Aktive latente Steuern dürfen nur insoweit angesetzt werden, wie es hinreichend wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuernde Jahresergebnisse verfügbar sein werden. Die Berechnung latenter Steuern erfolgt auf Basis der Steuersätze, die nach der derzeitigen Rechtslage zu dem Zeitpunkt gelten werden, in dem sich die nur vorübergehenden Differenzen wieder ausgleichen werden. Werden diese Erwartungen nicht erfüllt, so ist eine ergebniswirksame Wertberichtigung der aktiven latenten Steuern vorzunehmen.

(c) Werthaltigkeit von sonstigen Vermögenswerten

Sonstige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Beteiligungen sowie Forderungen und Ausleihungen unterliegen Einschätzungen hinsichtlich ihrer Nutzungsdauer, ihrer Abschreibungsverläufe und ihrer Werthaltigkeit. Diese Einschätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und Planungen, die unter anderem Annahmen bezüglich wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, Branchenentwicklungen bzw. Kundenbonitäten beinhalten.

Sofern sich Annahmen oder Umstände wesentlich verändern, ist eine Neubeurteilung der Einschätzungen notwendig, die zu einer Wertminderung des betroffenen Vermögenswerts führen kann.

(d) Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen liegen unter anderem Annahmen über Abzinsungssätze, langfristig erwartete Renditen auf das Planvermögen, zukünftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen, Kostentrends im Bereich der medizinischen Versorgung sowie Sterbetafeln zugrunde. Diese Annahmen können aufgrund veränderter wirtschaftlicher Bedingungen oder einer veränderten Marktlage von den tatsächlichen Daten abweichen.

Eine Verminderung des verwendeten Abzinsungssatzes um einen Prozentpunkt würde zu einer Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen (DBO) um 1.204 Millionen € führen. Umgekehrt würde eine Erhöhung des Abzinsungssatzes um einen Prozentpunkt eine Verminderung der DBO um 961 Millionen € bewirken.

Bei einer Erhöhung des Kostentrends im Bereich der medizinischen Versorgung um einen Prozentpunkt würde sich der kumulierte Verpflichtungsumfang für Gesundheitsvorsorgeverpflichtungen um 11 Millionen € und der Pensionsaufwand um 1 Million € erhöhen. Umgekehrt würde eine Verminderung des Kostentrends um einen Prozentpunkt eine Verminderung des kumulierten Verpflichtungsumfangs um 10 Millionen € und des Pensionsaufwands um 1 Million € bewirken.

(e) Bewertung von sonstigen Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen, insbesondere die Rückstellungen für Rekultivierung und Umweltschutz, für Prozessrisiken sowie für Restrukturierungen, unterliegen naturgemäß in hohem Maße Schätzungsunsicherheiten bezüglich der Höhe oder des Eintrittszeitpunkts der Verpflichtungen. Das Unternehmen muss teilweise aufgrund von Erfahrungswerten Annahmen bezüglich der Eintrittswahrscheinlichkeit der Verpflichtung oder zukünftiger Entwicklungen, wie zum Beispiel der zur Verpflichtungsbewertung anzusetzenden Kosten, treffen. Diese können insbesondere bei langfristigen Rückstellungen Schätzungsunsicherheiten unterliegen. Des Weiteren ist die Höhe von langfristigen Rückstellungen im besonderen Maße von der Wahl und Entwicklung der marktgerechten Abzinsungssätze abhängig. Im Konzern werden nach Währungen und Restlaufzeiten gestaffelte Zinssätze verwendet.

(5) Veränderungen im Konzern

(5.1) Konsolidierungskreis und Anteilsbesitzliste

Neben der Evonik Industries AG werden in den Konzernabschluss alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Wesentliche assoziierte Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowohl im Einzelnen als auch insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist, werden in den Konzernabschluss zu fortgeführten Anschaffungskosten einbezogen.

Der Konsolidierungskreis veränderte sich wie folgt:

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Anzahl Inland Ausland Gesamt
Evonik Industries AG und konsolidierte Tochterunternehmen
Stand 31.12.2010 98 139 237
Erwerbe 2 1 3
Sonstige Erstkonsolidierungen 1 11 12
Verkäufe -31 -26 -57
Verschmelzungen - -3 -3
Sonstige Abgänge aus dem Konsolidierungskreis -2 -7 -9
Stand 31.12.2011 68 115 183
Nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen
Stand 31.12.2010 9 7 16
Erwerbe - - -
Sonstige erstmalige Bilanzierung nach der Equity-Methode 3 - 3
Verkäufe -1 - -1
Sonstige Abgänge aus dem Konsolidierungskreis - -2 -2
Stand 31.12.2011 11 5 16
79 120 199

Die Erwerbe und Verkäufe des laufenden Geschäftsjahres werden unter Anhangziffer (5.2) erläutert.

Die folgende Auflistung zeigt den Anteilsbesitz von Evonik nach § 313 Abs. 2 HGB. Die Anteile am Kapital wurden gemäß § 16 AktG berechnet. Demnach wurden Anteile, die von dem Mutterunternehmen, von einem in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen oder von einer für Rechnung dieser Unternehmen handelnden Person gehalten wurden, bei der Berechnung berücksichtigt.

Die inländischen Tochterunternehmen, die von den Erleichterungen der §§ 264 Abs. 3 und 264 b HGB bezüglich der Aufstellung von Anhang und Lagebericht bzw. der Offenlegung des Jahresabschlusses Gebrauch machten, sind gekennzeichnet.

Unternehmen, an denen Evonik mehr als 50 Prozent der Anteile am Kapital hielt, die aber wegen fehlender Stimmrechtsmehrheit nach der Equity-Methode bilanziert wurden, sind ebenfalls kenntlich gemacht.

Folgende Unternehmen waren als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen:

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Konsolidierte Tochterunternehmen Name des Unternehmens Sitz des Unternehmens Kapitalanteil in %
Inland
Aachener Bergmannssiedlungsgesellschaft mbH Hückelhoven 100,00
AQura GmbH Hanau 1) 100,00
ASTA Medica GmbH Essen 100,00
Bauverein Glückauf GmbH Ahlen 94,90
BHS Liegenschaften GmbH & Co. KG Peißenberg 100,00
BHS Liegenschaften Verwaltungs-GmbH Peißenberg 100,00
BHS Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG Peißenberg 100,00
BK-Wolfgang-Wärme GmbH Hanau 100,00
CyPlus GmbH Hanau 1) 100,00
EBV Gesellschaft mit beschränkter Haftung Hückelhoven 100,00
Evonik Beteiligungs-GmbH Frankfurt am Main 1) 100,00
Evonik Chempower GmbH Essen 100,00
Evonik Degussa GmbH Essen 1) 100,00
Evonik Degussa Immobilien GmbH & Co. KG Marl 100,00
Evonik Degussa Immobilien Verwaltungs-GmbH Marl 100,00
Evonik Goldschmidt GmbH Essen 1) 100,00
Evonik Goldschmidt Rewo GmbH Steinau an der Straße 100,00
Evonik Gorapur GmbH Wittenburg 1) 100,00
Evonik Litarion GmbH Kamenz 100,00
Evonik Oxeno GmbH Marl 1) 100,00
Evonik Peroxygens GmbH Essen 1) 100,00
Evonik Peroxygens Holding GmbH Essen 100,00
Evonik Persalze GmbH Essen 100,00
Evonik Polymer Technologies GmbH Wörth am Main 1) 100,00
Evonik Projekt-Beteiligungs-GmbH & Co. KG Essen 99,00
Evonik Projekt-Beteiligung Verwaltungs-GmbH Essen 100,00
Evonik Risk and Insurance Services GmbH Essen 1) 100,00
Evonik RohMax Additives GmbH Darmstadt 1) 100,00
Evonik Röhm GmbH Darmstadt 1) 100,00
Evonik Services GmbH Essen 1) 100,00
Evonik Stockhausen GmbH Krefeld 1) 100,00
Evonik Technochemie GmbH Dossenheim 100,00
Evonik Tego Chemie GmbH Essen 1) 100,00
Evonik Wohnen GmbH Essen 100,00
Goldschmidt ETB GmbH Berlin 1) 100,00
Goldschmidt SKW Surfactants GmbH Essen 100,00
hanse chemie AG Geesthacht 100,00
Haus Vogelsang GmbH Essen 100,00
HD Ceracat GmbH Frankfurt am Main 100,00
Heinrich Schäfermeyer GmbH Hückelhoven 100,00
Hüls Service GmbH Marl 1) 100,00
Industriepark Wolfgang GmbH Hanau 1) 100,00
Infracor GmbH Marl 1) 100,00
Infracor Lager- und Speditions-GmbH Marl 1) 100,00
KMV Vermögensverwaltungs-GmbH Marl 100,00
Li-Tec Battery GmbH Kamenz 50,10
Lünener Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft mbH Lünen 100,00
Mönch-Kunststofftechnik GmbH Bad König 1) 100,00
Nanoresins AG Geesthacht 100,00
R & B Industrieanlagenverwertung GmbH Essen 100,00
RBV Verwaltungs-GmbH Essen 100,00
RCIV Vermögensverwaltungs-GmbH Essen 100,00
Rhein Lippe Wohnen GmbH Duisburg 100,00
RHZ Handwerks-Zentrum GmbH Gladbeck 100,00
RIAG Immobilienverwaltung GmbH Essen 100,00
RÜTGERS Dienstleistungs-GmbH Essen 100,00
RÜTGERS GmbH Essen 100,00
RÜTGERS Rail Verwaltungs GmbH Essen 100,00
Siedlung Niederrhein GmbH Dinslaken 100,00
Stockhausen Unterstützung-Einrichtungs GmbH Krefeld 100,00
Th. Goldschmidt-Fürsorge GmbH Essen 100,00
Vivawest GmbH Essen 100,00
Walsum Immobilien GmbH Duisburg 94,90
Westgas GmbH Marl 100,00
Wohnbau Auguste Victoria GmbH Marl 100,00
Wohnbau Westfalen GmbH Dortmund 100,00
Wohnungsbaugesellschaft mbH „Glückauf“ Moers 100,00
Ausland
Aktivsauerstoff GmbH Treibach-Althofen (Österreich) 51,00
Asian Bleaching Earth Company Ltd. (i.L.) Kongmadue (Thailand) 100,00
Colortrend Australia Pty Ltd. Dandenong (Victoria, Australien) 100,00
Colortrend Canada Inc. Brampton (Kanada) 100,00
Colortrend USA LLC Wilmington (Delaware, USA) 100,00
Cosmoferm B.V. Delft (Niederlande) 100,00
Degussa Africa Holdings (Pty) Ltd. Johannesburg (Südafrika) 84,37
Degussa International Inc. Wilmington (Delaware, USA) 100,00
Degussa Limited Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Degussa Re S.A. Luxemburg (Luxemburg) 100,00
Degussa SKW Co. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Egesil Kimya Sanayi ve Ticaret A.S. Istanbul (Türkei) 51,00
EGL Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Evonik Aerosil France S.A.R.L. Salaise-sur-Sanne (Frankreich) 100,00
Evonik Agroferm Zrt. Kaba (Ungarn) 100,00
Evonik Amalgamation Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Evonik Australia Pty Ltd. Dandenong (Victoria, Australien) 100,00
Evonik Canada Inc. Burlington (Kanada) 100,00
Evonik Carbon Black Nederland B.V. Botlek (Niederlande) 100,00
Evonik CB LLC Wilmington (Delaware, USA) 100,00
Evonik Colortrend B.V. Maastricht (Niederlande) 100,00
Evonik Cristal Materials Corporation Taipeh (Taiwan) 52,00
Evonik Cyro Canada Inc. Etobicoke (Kanada) 100,00
Evonik Cyro LLC Parsippany (New Jersey, USA) 100,00
Evonik Degussa Africa (Pty) Ltd. Johannesburg (Südafrika) 100,00
Evonik Degussa Antwerpen N.V. Antwerpen (Belgien) 99,99
Evonik Degussa Argentina S.A. Buenos Aires (Argentinien) 100,00
Evonik Degussa Brasil Ltda. São Paulo (Brasilien) 100,00
Evonik Degussa Canada Inc. Burlington (Kanada) 100,00
Evonik Degussa Carbons, Inc. Parsippany (New Jersey, USA) 100,00
Evonik Degussa Chile S.A. Santiago (Chile) 99,99
Evonik Degussa (China) Co., Ltd. Peking (China) 100,00
Evonik Degussa Corporation Parsippany (New Jersey, USA) 100,00
Evonik Degussa France Groupe S.A.S. Ham (Frankreich) 100,00
Evonik Degussa Gulf FZE Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) 100,00
Evonik Degussa Hong Kong Ltd. Hongkong (Hongkong) 100,00
Evonik Degussa Ibérica S.A. Granollers (Spanien) 100,00
Evonik Degussa India Pvt. Ltd. Mumbai (Indien) 100,00
Evonik Degussa International AG Zürich (Schweiz) 100,00
Evonik Degussa Iran AG Teheran (Iran) 100,00
Evonik Degussa Italia S.p.A. Mailand (Italien) 100,00
Evonik Degussa Japan Co., Ltd. Tokio (Japan) 100,00
Evonik Degussa Korea Ltd. Incheon (Südkorea) 100,00
Evonik Degussa Mexico S.A. de C.V. Mexiko-Stadt (Mexiko) 100,00
Evonik Degussa Mexico Servicios, S.A. de C.V. Mexiko-Stadt (Mexiko) 100,00
Evonik Degussa Peroxid GmbH Klagenfurt (Österreich) 100,00
Evonik Degussa Peroxide Ltd. Morrinsville (Neuseeland) 100,00
Evonik Degussa (SEA) Pte. Ltd. Singapur (Singapur) 100,00
Evonik Degussa Services LLC Wilmington (Delaware, USA) 100,00
Evonik Degussa Specialty Chemicals (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai (China) 100,00
Evonik Degussa Taiwan Ltd. Taipeh (Taiwan) 100,00
Evonik Degussa (Thailand) Ltd. Bangkok (Thailand) 100,00
Evonik Degussa Ticaret Ltd. Sirketi Tuzla/Istanbul (Türkei) 100,00
Evonik Degussa UK Holdings Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Evonik Fermas s.r.o. Slovenská L'upca (Slowakei) 100,00
Evonik Fibres GmbH Schörfling (Österreich) 100,00
Evonik Finance B.V. Amsterdam (Niederlande) 100,00
Evonik Foams Inc. Magnolia (Arkansas, USA) 100,00
Evonik Forhouse Optical Polymers Corporation Taichung (Taiwan) 51,00
Evonik Goldschmidt Corp. Hopewell (Virginia, USA) 100,00
Evonik Goldschmidt UK Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Evonik International Holding B.V. Amsterdam (Niederlande) 100,00
Evonik Jayhawk Fine Chemicals Corporation Galena (Kansas, USA) 100,00
Evonik MedAvox SpA (i.L.) Mailand (Italien) 100,00
Evonik Membrane Extraction Technology Limited Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Evonik Methionine SEA Pte. Ltd. Singapur (Singapur) 100,00
Evonik Metilatos S.A. Rosario (Argentinien) 100,00
Evonik Mexico S.A. de C.V. Mexiko-Stadt (Mexiko) 100,00
Evonik Monosilane Japan Co., Ltd. Tokio (Japan) 100,00
Evonik Oxeno Antwerpen N.V. Antwerpen (Belgien) 100,00
Evonik Para-Chemie GmbH Gramatneusiedl (Österreich) 99,00
Evonik Pension Scheme Trustee Limited Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Evonik Peroxide Africa (Pty) Ltd. Umbogintwini (Südafrika) 100,00
Evonik Rexim (Nanning) Pharmaceutical Co., Ltd. Nanning (China) 100,00
Evonik Rexim S.A.S. Ham (Frankreich) 100,00
Evonik RohMax Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur (Singapur) 100,00
Evonik RohMax Canada Inc. Morrisburg (Kanada) 100,00
Evonik RohMax France S.A.S. Lauterbourg (Frankreich) 100,00
Evonik RohMax USA, Inc. Horsham (Pennsylvania, USA) 100,00
Evonik Sanzheng Chongqing Fine Chemical Co., Ltd. Chongqing (China) 100,00
Evonik Sanzheng (Yingkou) Fine Chemicals Co., Ltd. Yingkou (China) 65,00
Evonik Silquimica S.A. Zubillaga-Lantaron (Spanien) 100,00
Evonik Solar Norge AS Trondheim (Norwegen) 100,00
Evonik Speciality Organics Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Evonik Stockhausen LLC Greensboro (North Carolina, USA) 100,00
Evonik Thai Aerosil Co. Ltd. Bangkok (Thailand) 100,00
Evonik Tianda (Liaoyang) Chemical Additive Co., Ltd. Liaoyang (China) 97,04
Evonik United Silica Industrial Ltd. Tao Yuan (Taiwan) 100,00
Evonik United Silica (Siam) Ltd. Rayong (Thailand) 70,00
Evonik Wellink Silica (Nanping) Co., Ltd. Nanping (China) 60,00
Insilco Ltd. Neu-Delhi (Indien) 73,11
Inspec Fine Chemicals Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
JIDA Evonik High Perfomance Polymers (Changchun) Co., Ltd. Changchun (China) 80,00
Laporte Chemicals Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Laporte do Brasil Ltda. São Paulo (Brasilien) 100,00
Laporte Group Pension Trustees Ltd. (i.L.) London (Vereinigtes Königreich) 100,00
Laporte Industries Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Laporte Materials (Barrow) Ltd. (i.L.) Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Laporte Nederland (Holding) B.V. Amsterdam (Niederlande) 100,00
Laporte Organisation Ltd. (i.L.) London (Vereinigtes Königreich) 100,00
Laporte Properties Limited (i.L.) Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Nilok Chemicals Inc. (i.L.) Parsippany (New Jersey, USA) 100,00
Nippon Aerosil Co., Ltd. Tokio (Japan) 80,00
OOO Destek Podolsk (Russische Föderation) 59,00
OOO Evonik Chimia Moskau (Russische Föderation) 100,00
Peter Spence & Sons Limited (i.L.) Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
PT. Evonik Indonesia Cikarang Bekasi (Indonesien) 100,00
PT. Evonik Sumi Asih Bekasi Timur (Indonesien) 75,00
Qingdao Evonik Chemical Co., Ltd. Jiaozhou (China) 52,00
R + J Garroway Limited (i.L.) Glasgow (Vereinigtes Königreich) 100,00
Roha B.V. Tilburg (Niederlande) 100,00
RÜTGERS Organics Corporation State College (Pennsylvania, USA) 100,00
SKC Evonik Peroxide Korea Co., Ltd. Ulsan (Südkorea) 55,00
Stockhausen Nederland B.V. Amsterdam (Niederlande) 100,00
The St. Bernard Insurance Company Ltd. Douglas (Insel Man) 100,00

1) Inanspruchnahme von Erleichterungen nach §§ 264 Abs. 3 bzw. 264 b HGB.

Folgende Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen wurden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen:

Gemeinschaftsunternehmen (at Equity bilanziert)

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Name des Unternehmens Sitz des Unternehmens Kapitalanteil in %
Inland
StoHaas Management GmbH Marl 50,00
StoHaas Monomer GmbH & Co. KG Marl 50,00
THS GmbH Essen 50,00
Vivawest Wohnen GmbH Essen 50,00
Ausland
Daicel-Evonik Ltd. Tokio (Japan) 50,00
Evonik Headwaters LLP Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 50,00
Evonik Lanxing (Rizhao) Chemical Industrial Co., Ltd. Rizhao (China) 50,00
Perorsa – Peróxidos Orgánicos S.A. (i.L.) Barcelona (Spanien) 50,00

Assoziierte Unternehmen (at Equity bilanziert)

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Name des Unternehmens Sitz des Unternehmens Kapitalanteil in %
Inland
ARG mbH & Co. KG Duisburg 20,28
Deutsche Industrieholz GmbH Essen 45,00
JSSi GmbH Freiberg 1) 51,00
RAG Verkauf GmbH Herne 49,00
STEAG GmbH Essen 49,00
TÜV Nord InfraChem GmbH & Co. KG Marl 49,00
TÜV Nord InfraChem Verwaltungsgesellschaft mbH Marl 49,00
Ausland
DSL. Japan Co., Ltd. Tokio (Japan) 1) 51,00

1) Aufgrund fehlender Stimmrechtsmehrheit at Equity bilanziert.

Folgende Unternehmen wurden zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen:

Nicht konsolidierte Tochterunternehmen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert)

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Name des Unternehmens Sitz des Unternehmens Kapitalanteil in %
Inland
BF Technik GmbH Hückelhoven 100,00
Evonik Degussa Anlagen-Betriebs Verwaltungs-GmbH Essen 100,00
GSB Gesellschaft zur Sicherung von Bergmannswohnungen mbH Essen 50,00
PKU Pulverkautschuk Union GmbH (i.L.) Marl 100,00
RWS Wohnpark Sanssouci GmbH Essen 67,10
SJ Brikett- und Extrazitfabriken GmbH Hückelhoven 100,00
Studiengesellschaft Kohle mbH Mülheim 69,99
Ausland
Ariens Steenfabriek I B.V. Almelo (Niederlande) 100,00
Colortrend Colorants (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai (China) 100,00
Evonik Degussa Praha s.r.o. (i.L.) Prag (Tschechische Republik) 100,00
Evonik Degussa Romania S.R.L. (i.L.) Bukarest (Rumänien) 100,00
Evonik Degussa UK Services Ltd. (i.L.) Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Inspec Finance Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Inspec Invesco Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
Laporte Invesco Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
RÜTGERS S.r.L. (i.L.) Mailand (Italien) 99,99
Sarclear Ltd. (i.L.) Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00
SKW Chemicals UK Ltd. Milton Keynes (Vereinigtes Königreich) 100,00

Gemeinschaftsunternehmen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert)

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Name des Unternehmens Sitz des Unternehmens Kapitalanteil in %
Inland
Landschaftsagentur Plus GmbH Essen 50,00
Ausland
Taiyo Nippon Sanso Silane Gas Service Corporation Tokio (Japan) 25,00

Assoziierte Unternehmen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert)

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Name des Unternehmens Sitz des Unternehmens Kapitalanteil in %
Inland
ARG Verwaltungs GmbH Duisburg 20,00
Interkommunale Entwicklungsgesellschaft Hückelhoven-Wassenberg mbH Hückelhoven 25,00
Umschlagsterminal Marl GmbH & Co. KG Marl 50,00
Umschlagsterminal Marl Verwaltungsgesellschaft mbH Marl 50,00
Wohnbau Dinslaken GmbH Dinslaken 46,45

Sonstige Beteiligungen (zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert)

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Name des Unternehmens Sitz des Unternehmens Kapitalanteil in %
Inland
Faserwerke Hüls GmbH Marl 50,00
Industriepark Münchsmünster GmbH & Co. KG Münchsmünster 30,00
Industriepark Münchsmünster Verwaltungs-GmbH Königstein 38,00
Ausland
Aerosil Regional Representative Office Ltd. Bangkok (Thailand) 49,00

(5.2) Akquisitionen und Desinvestitionen

Im Folgenden werden die Veränderungen des Konsolidierungskreises für die Berichtsperiode nach Erwerben (Akquisitionen) und Verkäufen (Desinvestitionen) näher erläutert.

Akquisitionen

Evonik übernahm am 28. Februar 2011 durch die Übertragung des Betriebsvermögens (Asset Deal) das RESOMER®-Geschäft von der Boehringer Ingelheim-Gruppe, Ingelheim. Diese Aktivität mit Produkten aus standard- und kundenspezifischen Polymeren für die Herstellung von medizinischen Anwendungen und pharmazeutischen Formulierungen wurde in das Segment Consumer, Health & Nutrition integriert. Mit dieser Transaktion will Evonik seine Position als strategischer Partner der Pharmaindustrie stärken.

Evonik übernahm am 12. Mai 2011 von einer Verkäufergruppe die hanse chemie-Gruppe durch Erwerb von jeweils 100 Prozent der Anteile an der hanse chemie AG und der nanoresins AG, beide Geesthacht. Die hanse chemie-Gruppe beliefert mit ihren Produkten die Märkte für Spezialanwendungen der Siliconchemie und ergänzt somit die bisherigen Aktivitäten mit siliconbasierten Produkten von Evonik. Das Geschäft wurde im Wesentlichen in das Segment Consumer, Health & Nutrition eingegliedert. Infolge dieses Erwerbs wurden drei Tochterunternehmen erstmalig konsolidiert.

Evonik übernahm am 31. Oktober 2011 durch die Übertragung des Betriebsvermögens (Asset Deal) die Aktivitäten zur metallurgischen Produktion von Solarsilizium (Solsilc-Prozess) von der FESIL Sunergy AS und der Solsilc Development Company AS, beide Trondheim (Norwegen). Diese Aktivitäten wurden in das Segment Resource Efficiency integriert. Der Solsilc-Prozess ist für Evonik eine hervorragende Basis, die Rohstoffe für die Produktion von Solarsilizium weiter zu optimieren.

Evonik erwarb am 17. November 2011 durch die Übertragung des Betriebsvermögens (Asset Deal) das Pharmageschäft von SurModics Pharmaceuticals Inc., Birmingham (Alabama, USA), das auf die Entwicklung von pharmazeutischen Depotarzneiformen für parenterale Anwendungen (Injektionen) spezialisiert ist. Evonik erlangt hierdurch Zugang zu führendem Know-how auf diesem Gebiet und stärkt seine Angebotspalette für den Pharmamarkt. Das Geschäft umfasst zwei Standorte in Birmingham mit 75 Mitarbeitern und wurde in das Segment Consumer, Health & Nutrition eingegliedert.

Evonik übernahm am 30. November 2011 durch die Übertragung des Betriebsvermögens (Asset Deal) das kanadische Wasserstoffperoxid-Geschäft vom Kemira-Konzern, Helsinki (Finnland). Hierdurch hat Evonik seine führende Marktstellung bei Wasserstoffperoxid in Nordamerika konsequent weiter ausgebaut. Die Transaktion umfasste die Produktionsstätte in Maitland (Ontario, Kanada), das Kundenportfolio sowie die Mitarbeiter. Das Geschäft wurde in das Segment Specialty Materials übernommen.

Diese kleineren Akquisitionen wirkten sich zusammengefasst zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf die Bilanz wie folgt aus:

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in Millionen € Angesetzte Zeitwerte
Langfristiges Vermögen 110
Kurzfristiges Vermögen (ohne flüssige Mittel) 23
Flüssige Mittel 1
Langfristige Schulden -17
Kurzfristige Schulden -9
Nettovermögen 108
Geschäft- oder Firmenwerte 17
Anschaffungskosten (Kaufpreis) 125

Die Kaufpreise für diese kleineren Akquisitionen bewegten sich zwischen 9 Millionen € und 52 Millionen € und wurden mit flüssigen Mitteln beglichen. Für diese Erwerbe wurden 2 Millionen € Transaktionskosten erfasst. Die Geschäfts- oder Firmenwerte bildeten im Wesentlichen den erwarteten künftigen Nutzen von Vermögenswerten ab, die nicht einzeln identifizierbar waren bzw. nicht angesetzt werden durften, wie zum Beispiel erwartete Synergien oder der Mitarbeiterstamm. Bei den Erwerben des RESOMER®- und des Wasserstoffperoxid-Geschäfts ergaben sich steuerlich abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwerte. Es wurden insgesamt 5 Millionen € Forderungen übernommen. Die erstmalige Bilanzierung des übernommenen Pharmageschäfts beruhte aufgrund der zeitlichen Nähe zum Bilanzstichtag noch auf vorläufigen Werten.

Die erworbenen Geschäfte wurden, soweit es sich um die Übernahme von Betriebsvermögen handelte, in bestehende Gesellschaften und Geschäftsgebiete integriert bzw. auf neu gegründete Gesellschaften übertragen. Daher waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklungen der erworbenen Geschäfte größtenteils nicht mehr im Einzelnen ermittelbar.

Desinvestitionen

Die Verkäufe von Tochterunternehmen des laufenden Geschäftsjahres beziehen sich mit 45 Gesellschaften überwiegend auf den Abgang der STEAG GmbH (STEAG; ehemals Evonik Steag GmbH), Essen, und ihrer Tochterunternehmen.

Der am 17./18. Dezember 2010 unterzeichnete Kaufvertrag zwischen der Evonik Industries AG, Essen, und der RBV Verwaltungs-GmbH (RBV), Essen, auf Verkäuferseite und der KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG (KSBG), Essen, auf Käuferseite über die Abgabe von 51 Prozent der Anteile an der STEAG wurde nach Erfüllung der im Kaufvertrag vereinbarten Vollzugsbedingungen am 2. März 2011 wirksam. Hierfür wurde ein vorläufiger Kaufpreis von 651 Millionen € gezahlt. Zu diesem Zeitpunkt wurde das in der STEAG gebündelte Energiegeschäft von Evonik, das Ende des Vorjahres unter den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen war, entkonsolidiert.

Die verbleibenden 49 Prozent der Anteile an der STEAG wurden zu diesem Zeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und at Equity in den Konzernabschluss einbezogen.

Des Weiteren wurde im Dezember 2010 eine Optionsvereinbarung abgeschlossen. Durch diese Vereinbarung wird der KSBG eine Option zum Kauf (Call-Option) der restlichen 49 Prozent der Anteile im Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2017 und der RBV eine Option zum Verkauf (Put-Option) der restlichen 49 Prozent der Anteile im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016 eingeräumt.

Am 16. April 2011 unterzeichnete Evonik den Vertrag zur Veräußerung des Carbon-Black-Geschäfts an die Kinove German Bidco GmbH, Frankfurt am Main. Die Käuferin ist eine Beteiligungsgesellschaft von Investmentfonds, die von Rhône Capital (New York, USA) und von Triton Partners (Jersey, Kanalinseln) verwaltet und beraten werden. Am 29. Juli 2011 wurde der Verkauf des Carbon-Black-Geschäfts vollzogen, das bis dahin noch Bestandteil des Segments Resource Efficiency war. Der Transaktionswert belief sich inklusive zu übernehmender Verpflichtungen auf mehr als 900 Millionen €. Die vereinbarte Transaktion umfasste die Vermögenswerte und Schulden von Carbon-Black-Gesellschaften in Europa, Nordamerika, Asien, Brasilien und Südafrika; ein geringfügiger Teil des Geschäfts ist noch separat zu veräußern. Infolge des Verkaufs gingen zehn Tochterunternehmen und ein at Equity bilanziertes Unternehmen aus dem Konsolidierungskreis ab.

Am 30. Mai 2011 wurde der Vertrag über den Verkauf der Anteile an dem Tochterunternehmen Evonik Lynchem Co. Ltd., Dalian (China), von Evonik und der Dalian Kionge Group Co. Ltd., Dalian (China), unterzeichnet. Die Anteile wurden am 30. August 2011 übertragen. Die Gesellschaft war bis dahin Bestandteil des Segments Consumer, Health & Nutrition.

Am 23. Juni 2011 unterzeichneten Evonik und Kaneka Belgium N.V., Westerlo-Oevel (Belgien), den Vertrag zum Verkauf des Betriebsvermögens (Asset Deal) des Geschäfts mit Plastikadditiven und Plastisolen. Das Betriebsvermögen wurde am 29. Juli 2011 übertragen. Das Geschäft war bis dahin im Segment Resource Efficiency ausgewiesen.

Nach der Abgabe wesentlicher Teile des Energiegeschäfts waren noch zwei dem Energiegeschäft zugeordnete Gesellschaften im Konzern verblieben. Am 12. Juli 2011 wurde ein Vertrag über den Verkauf eines 2- prozentigen Teilgeschäftsanteils an der RAG Verkauf GmbH, Herne (ehemals RVG GmbH, Essen), an dem Evonik 51 Prozent der Anteile hielt, mit der RAG Beteiligungs-GmbH, Herne, unterzeichnet. Die Veräußerung führte dazu, dass Evonik die Kapital- und Stimmrechtsmehrheit an der RAG Verkauf GmbH (RAG Verkauf) und deren Tochterunternehmen WSA GmbH, Herne, zum 31. Juli 2011 verlor. Der bei Evonik verbleibende 49-Prozent-Anteil an der RAG Verkauf wurde zu diesem Zeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und at Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass der verbleibende 49-Prozent-Anteil mit Wirkung zum 1. Januar 2013 zu einem festgelegten Kaufpreis auf die RAG Beteiligungs-GmbH übergeht. Zum Ende des Vorjahres waren diese Gesellschaften unter den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Nach Entkonsolidierung des ehemaligen Geschäftsfelds Energie wurden die beiden Gesellschaften bis zu ihrem Verkauf unter „Corporate, andere Aktivitäten, Konsolidierung“ ausgewiesen.

Diese Desinvestitionen wirkten sich zusammengefasst zum Zeitpunkt der Entkonsolidierung bzw. Veräußerung auf die Bilanz wie folgt aus:

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in Millionen € Abgehende Buchwerte
Langfristiges Vermögen 3.608
Kurzfristiges Vermögen (ohne flüssige Mittel) 1.419
Flüssige Mittel 295
Langfristige Schulden -2.057
Kurzfristige Schulden -1.195
Verkaufspreise 1.310

Hiervon entfielen auf das ehemalige Geschäftsfeld Energie 4.399 Millionen € Vermögenswerte und 2.959 Millionen € Schulden, auf das Carbon-Black-Geschäft 906 Millionen € Vermögenswerte und 279 Millionen € Schulden sowie auf die übrigen Transaktionen 17 Millionen € Vermögenswerte und 14 Millionen € Schulden. Die Verkaufspreise enthalten nur die Beträge für die Veräußerung von 51 Prozent der Anteile an der STEAG und 2 Prozent der Anteile an der RAG Verkauf, während die Vermögenswerte und Schulden dagegen zu 100 Prozent als Abgang gezeigt werden.

(5.3) Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte und nicht fortgeführte Aktivitäten

Neben den unter Anhangziffer (5.2) beschriebenen Desinvestitionen hatte der Vorstand der Evonik Industries AG beschlossen, sich von weiteren Geschäften zu trennen. Soweit diese Verkaufsprozesse noch nicht abgeschlossen sind, werden sie weiterhin im Konzernabschluss abgebildet. IFRS 5 „Non-current Assets Held for Sale and Discontinued Operations“ regelt die Bilanzierung und Bewertung dieser Geschäfte, vgl. Anhangziffer (3.7), sowie deren Darstellung im Konzernabschluss:

Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte und hiermit im Zusammenhang stehende Schulden sind in der Bilanz getrennt von anderen Vermögenswerten und Schulden auszuweisen. Die Beträge für diese Vermögenswerte und Schulden, die im Vorjahr ausgewiesen wurden, sind nicht neu zu gliedern oder anzupassen.

Geschäfte, deren Vermögenswerte und zugehörige Schulden als „zur Veräußerung vorgesehen“ klassifiziert wurden, können auch zusätzlich die Kriterien zur Einstufung als „nicht fortgeführte Aktivität“ erfüllen, insbesondere wenn ein bedeutendes Geschäft veräußert werden soll.

Erträge und Aufwendungen solcher nicht fortgeführter Aktivitäten sind in der Gewinn- und Verlustrechnung getrennt von denen der fortgeführten Aktivitäten darzustellen. Ebenso sind die Cashflows gesondert auszuweisen. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die Angaben der Vorperiode anzupassen.

Zum 31. Dezember 2011 waren der noch separat zu verkaufende Teil des Carbon-Black-Geschäfts, vgl. Anhangziffer (5.2), und der Teilbetrieb „Bewirtschaftung“ der Evonik Wohnen GmbH (Evonik Wohnen), Essen, als „zur Veräußerung vorgesehen“ ausgewiesen.

Mit Vertrag vom 22. Dezember 2011 wurde vereinbart, den Teilbetrieb „Bewirtschaftung“ der Evonik Wohnen am 1. Januar 2012 auf die Vivawest Wohnen GmbH (Vivawest Wohnen), Essen, zu übertragen. Die Vivawest Wohnen ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Evonik und THS.

Zum Ende des Vorjahres war das ehemalige Geschäftsfeld Energie erstmals als „zur Veräußerung vorgesehen“ ausgewiesen und erfüllte zusätzlich die Kriterien einer „nicht fortgeführten Aktivität“. Es wurde nach Veräußerung der Anteilsmehrheit im Jahr 2011 entkonsolidiert, vgl. Anhangziffer (5.2). Darüber hinaus sind für bereits in der Vergangenheit abgeschlossene Transaktionen, die als „nicht fortgeführte Aktivitäten“ eingestuft waren, noch nachlaufende Erträge und Aufwendungen entstanden, die die Verkäufe der Teerraffination, des Initiators-Geschäfts, der Food Ingredients und der Bauchemie betrafen.

Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Auswirkungen der nicht fortgeführten Aktivitäten auf die Gewinn- und Verlustrechnung getrennt nach laufenden Ergebnissen und Veräußerungsergebnissen:

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Gewinn- und Verlustrechnung Laufendes Ergebnis nach Steuern Veräußerungsergebnis nach Steuern Ergebnis nach Steuern nicht fortgeführter Aktivitäten
in Millionen € 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Ehemaliges Geschäftsfeld Energie 16 249 -106 -251 -90 -2
Sonstige nicht fortgeführte Aktivitäten - - 12 -5 12 -5
16 249 -94 -256 -78 -7

Im Jahr 2011 wurden im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung des ehemaligen Geschäftsfelds Energie ein Abgangsverlust sowie weitere Risikovorsorgen als Rückstellungszuführungen für im Kaufvertrag abgegebene Freistellungserklärungen gegenüber der KSBG erfasst. Diese Aufwendungen von insgesamt 106 Millionen € wurden im Veräußerungsergebnis ausgewiesen.

Im Vorjahr wurden im Zusammenhang mit der Umgliederung des ehemaligen Geschäftsfelds Energie 1 Million € Wertminderungen erfasst und 4 Millionen € Rückstellungen gebildet. Die hieraus resultierenden Aufwendungen wurden mit im laufenden Ergebnis der nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Die strategische Neuausrichtung von Evonik auf die Spezialchemie stellte eine grundsätzliche Umorganisation des Konzerns dar und führte zur Veräußerung des Geschäftsfelds Energie. In diesem Zusammenhang bildete Evonik Rückstellungen in Höhe von 251 Millionen €. Der hieraus resultierende Aufwand war vollständig unter dem Veräußerungsergebnis der nicht fortgeführten Aktivitäten erfasst.

Der aus der Entkonsolidierung des ehemaligen Geschäftsfelds Energie resultierende Verlust ist in Höhe von 13 Millionen € der Neubewertung der verbleibenden 49 Prozent Anteile an der STEAG zu zurechnen und unter dem Veräußerungsergebnis der nicht fortgeführten Aktivitäten erfasst.

Für das ehemalige Geschäftsfeld Energie entfielen folgende Erträge und Aufwendungen auf das laufende Ergebnis:

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Gewinn- und Verlustrechnung
in Millionen € 2011 2010
Erträge 700 2.967
Aufwendungen -649 -2.639
Laufendes Ergebnis vor Ertragsteuern nicht fortgeführter Aktivitäten 51 328
Ertragsteuern -35 -79
Laufendes Ergebnis nach Steuern nicht fortgeführter Aktivitäten 16 249

Das Veräußerungsergebnis der nicht fortgeführten Aktivitäten setzt sich wie folgt zusammen:

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Gewinn- und Verlustrechnung
in Millionen € 2011 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern aus der Veräußerung nicht fortgeführter Aktivitäten -93 -255
Ehemaliges Geschäftsfeld Energie -105 -251
Sonstige nicht fortgeführte Aktivitäten 12 -4
Ertragsteuern -1 -1
Ehemaliges Geschäftsfeld Energie -1 -
Sonstige nicht fortgeführte Aktivitäten - -1
Ergebnis nach Steuern aus der Veräußerung nicht fortgeführter Aktivitäten -94 -256
Ehemaliges Geschäftsfeld Energie -106 -251
Sonstige nicht fortgeführte Aktivitäten 12 -5

Die zum 31. Dezember 2011 in der Bilanz umgegliederten Vermögenswerte und Schulden gehörten zu dem noch separat zu verkaufenden Teil des Carbon-Black-Geschäfts und zum Teilbetrieb „Bewirtschaftung“ der Evonik Wohnen. Im Vorjahr waren hier ausschließlich die Vermögenswerte und Schulden des ehemaligen Geschäftsfelds Energie ausgewiesen.

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Bilanz
in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Immaterielle Vermögenswerte - 442
Sachanlagen 9 1.534
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 11
At Equity bilanzierte Unternehmen - 94
Finanzielle Vermögenswerte - 1.100
Latente Steuern/laufende Ertragsteueransprüche 6 121
Vorräte 9 281
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18 589
Sonstige Forderungen 4 82
Flüssige Mittel 1 248
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 47 4.502
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 29 555
Sonstige Rückstellungen 27 335
Latente Steuern/laufende Ertragsteuerschulden - 115
Finanzielle Verbindlichkeiten 11 1.314
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3 507
Sonstige Verbindlichkeiten 18 141
Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 88 2.967

Die in der Kapitalflussrechnung dargestellten Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit der nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten nur die Cashflows mit Dritten. Der Saldo dieser Cashflows spiegelt die Veränderung sowohl der flüssigen Mittel als auch des konzerninternen Cash-Pooling wider.

(6) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(6.1) Umsatzerlöse

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in Millionen € 2011 2010
Erlöse aus dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen 14.178 12.950
Erlöse aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 362 350
14.540 13.300

(6.2) Sonstige betriebliche Erträge

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in Millionen € 2011 2010
Erträge aus dem Abgang von Vermögenswerten 14 11
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 120 61
Erträge aus der Auflösung von Rechnungsabgrenzungsposten 2 4
Erträge aus Wertaufholungen auf Vermögenswerte 19 32
Erträge aus der Bewertung von Derivaten (ohne Zins-Derivate) 375 374
Erträge aus Währungsumrechnung monetärer Posten 272 318
Erträge aus Nebengeschäften 92 71
Erträge aus Versicherungserstattungen 11 6
Erträge aus Forschungszuschüssen 16 7
Übrige Erträge 100 84
1.021 968

Die Erträge aus dem Abgang von Vermögenswerten enthalten 7 Millionen € (Vorjahr: 8 Millionen €) Erträge aus veräußerten Sachanlagen und Immobilien, die als Finanzinvestition gehalten werden, sowie 7 Millionen € (Vorjahr: 3 Millionen €) Erträge aus veräußerten Unternehmensbeteiligungen.

Von den Erträgen aus Wertaufholungen auf Vermögenswerte entfielen nach IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“ 2 Millionen € (Vorjahr: 4 Millionen €) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ausleihungen. Darüber hinaus entfielen nach IAS 36 „Impairment of Assets“ 17 Millionen € (Vorjahr: 28 Millionen €) Wertaufholungen auf folgende Segmente:

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in Millionen € Wertaufholungen
2011 2010
Resource Efficiency 5 20
Specialty Materials 9 1
Real Estate 2 7
Corporate, andere Aktivitäten 1 -
17 28

Auf den Ertrag aus der Bewertung von Derivaten des Jahres 2011 entfielen 102 Millionen € auf die von Evonik gehaltene Put-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG.

(6.3) Sonstige betriebliche Aufwendungen

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in Millionen € 2011 2010
Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten 38 16
Aufwand aus der Bewertung von Derivaten (ohne Zins-Derivate) 369 451
Aufwand aus Währungsumrechnung monetärer Posten 233 245
Aufwand aus Restrukturierungsmaßnahmen 8 31
Aufwand aus Rekultivierungs- und Umweltschutzmaßnahmen 7 22
Aufwand aus der Zuführung zu anderen Rückstellungen 120 146
Wertminderungen nach IAS 36 146 128
Wertminderungen nach IAS 39 17 16
Wertminderungen nach IFRS 5 9 -
Aufwand aus der REACH-Verordnung 7 11
Aufwand aus sonstigen Steuern 4 6
Übrige Aufwendungen 249 275
1.207 1.347

Die Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten umfassen unter anderem 9 Millionen € (Vorjahr: 15 Millionen €) Verluste aus veräußerten immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Immobilien, die als Finanzinvestition gehalten werden, sowie 29 Millionen € (Vorjahr: 1 Million €) Verluste aus veräußerten Unternehmensbeteiligungen.

Auf den Aufwand aus der Bewertung von Derivaten des Jahres 2011 entfielen 82 Millionen € auf die von der KSBG ausübbare Call-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG.

Die Wertminderungen, die bei Anzeichen eines zusätzlichen Wertminderungsbedarfs nach IAS 36 „Impairment of Assets“ festgestellt wurden, verteilten sich wie folgt auf die Segmente:

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Wertminderungen
in Millionen € 2011 2010
Consumer, Health & Nutrition 1 18
Resource Efficiency 58 22
Specialty Materials 39 24
Real Estate 2 6
Corporate, andere Aktivitäten 46 58
146 128

Im Berichtsjahr entfielen auf das Segment Resource Efficiency 58 Millionen € Wertminderungen, die aufgrund einer Nachfrageabschwächung auf Sachanlagen vorgenommen wurden.

Weitere 39 Millionen € betrafen das Segment Specialty Materials. Diese Wertminderungen waren wegen bestehender Überkapazitäten vorzunehmen.

Darüber hinaus wurden 46 Millionen € Wertminderungen in „Corporate, andere Aktivitäten“ erfasst, die im Wesentlichen aus der Marktbewertung des Carbon-Black-Geschäfts vor Umgliederung in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte resultierten.

Im Vorjahr betrafen die Wertminderungen folgende Sachverhalte:

Im Segment Consumer, Health & Nutrition wurden 18 Millionen € Wertminderungen erfasst. Hiervon entfielen 10 Millionen € auf eine Anlage, die aufgrund rückläufiger Preise abzuwerten war.

Im Segment Resource Efficiency betrugen die Wertminderungen 22 Millionen € und waren mit 13 Millionen € aufgrund gestiegener Rohstoffkosten erforderlich geworden.

Im Segment Specialty Materials wurden 24 Millionen € Wertminderungen auf Sachanlagen berücksichtigt. Diese betrafen im Wesentlichen zwei Anlagen, die aufgrund einer veränderten Marktlage im Wert zu mindern waren. Weitere 58 Millionen € Wertminderungen entfielen auf „Corporate, andere Aktivitäten“. Es waren im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte betroffen, die fast vollständig im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen bilanziert wurden und zum Bilanzstichtag als nicht mehr werthaltig einzustufen waren.

Von den Wertminderungen auf Finanzinstrumente und sonstige Forderungen, die grundsätzlich nach IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“ ermittelt wurden, entfielen 16 Millionen € (Vorjahr: 11 Millionen €) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie 1 Million € (Vorjahr: 1 Million €) auf sonstige Forderungen. Im Vorjahr wurden übrige Beteiligungen um 4 Millionen € wertgemindert.

Die übrigen Aufwendungen betrafen im Wesentlichen Aufwendungen für Fremd- und Betriebsleistungen, IT-Aufwendungen, Aufwendungen für Versicherungsbeiträge, für Projekte im Bereich von Käufen und Verkäufen von Unternehmen und Unternehmensteilen sowie für Energien und Betriebsstoffe, Provisionen und Rechts- und Beratungskosten.

(6.4) Zinsergebnis

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in Millionen € 2011 2010
Erträge aus Wertpapieren und Ausleihungen 24 9
Sonstige zinsähnliche Erträge 26 14
Zinserträge 50 23
Zinsaufwendungen aus Finanzverbindlichkeiten -170 -167
Sonstige zinsähnliche Aufwendungen -32 -37
Netto-Zinsaufwand aus Pensionen -183 -207
Zinsaufwendungen aus Aufzinsung der sonstigen Rückstellungen -46 -40
Zinsaufwendungen -431 -451
-381 -428

Fremdkapitalkosten wurden in Höhe von 7 Millionen € (Vorjahr: 4 Millionen €) aktiviert. Der zugrunde gelegte Finanzierungskostensatz betrug im Durchschnitt 4,6 Prozent (Vorjahr: 3,3 Prozent).

(6.5) Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen

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in Millionen € 2011 2010
Erträge aus der Equity-Bewertung 83 56
Aufwendungen aus der Equity-Bewertung -3 -2
80 54

Bis zur Ausübung der Put-Option oder der Call-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG hat Evonik einen jährlichen Anspruch auf Erhalt einer Garantiedividende. Die Garantiedividende wird in den Erträgen aus der Equity-Bewertung ausgewiesen und ersetzt die Erfassung des anteiligen Ergebnisses der STEAG.

(6.6) Sonstiges Finanzergebnis

Das sonstige Finanzergebnis beinhaltet 7 Millionen € (Vorjahr: 10 Millionen €) Erträge aus übrigen Beteiligungen.

(6.7) Ertragsteuern

Die Ertragsteuern setzten sich wie folgt zusammen:

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in Millionen € 2011 2010
Laufende Ertragsteuern 392 400
(davon periodenfremd) (-35) (-5)
Latente Steuern 59 -225
(davon periodenfremd) (30) (-31)
(davon aus temporären Differenzen) (-46) (-59)
451 175

Die steuerliche Überleitungsrechnung zeigt die Entwicklung von den erwarteten zu den effektiven Ertragsteuern der Gewinn- und Verlustrechnung. Die erwarteten Ertragsteuern basieren wie im Vorjahr auf einem Gesamtsteuersatz von 30 Prozent. Dieser setzt sich aus der Körperschaftsteuer mit 15 Prozent, dem Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent sowie der durchschnittlichen Gewerbesteuer zusammen. Die effektiven Ertragsteuern schließen die laufenden Ertragsteuern und latenten Steuern ein.

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in Millionen € 2011 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten 1.543 975
Hierauf erwartete Ertragsteuern 463 293
Abweichung durch die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer 8 7
Abweichungen von dem erwarteten Steuersatz 23 32
Änderung der Wertberichtigung latenter Steuern -73 70
Verluste ohne Bildung latenter Steuern sowie Nutzung von Verlustvorträgen 11 -206
Änderungen des Steuersatzes und der Steuergesetze 2 4
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 16 13
Zinsschranke 2 2
Steuerfreie Erträge 23 -35
Ergebnisse aus at Equity bilanzierten Unternehmen -18 -12
Nicht abziehbare Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte - -2
Sonstige -6 9
Effektive Ertragsteuern (laufende Ertragsteuern und latente Steuern) 451 175
Effektiver Steuersatz in % 29,2 17,9

Die Änderung der Wertberichtigung latenter Steuern ergab sich vor allem aus der Anpassung aktiver latenter Steuern. Periodenfremde laufende und latente Steuern wurden unter Sonstige ausgewiesen.

Im Vorjahr war in der Position „Verluste ohne Bildung latenter Steuern sowie Nutzung von Verlustvorträgen“ insbesondere die Änderung des Ansatzes aktiver latenter Steuern für bisher nicht bewertete Verlustvorträge enthalten.

(6.8) Ergebnis je Aktie

Das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ergebnis je Aktie errechnet sich aus der Division des Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien in Höhe von 466.000.000 Stück. Das Konzernergebnis stellt das insgesamt erwirtschaftete Ergebnis des Jahres nach Abzug der auf andere Gesellschafter entfallenden Ergebnisanteile dar, unter Einschluss des Ergebnisses der nicht fortgeführten Aktivitäten. Das Ergebnis je Aktie kann durch sogenannte potenzielle Stammaktien verwässert werden. Da in beiden Berichtsperioden keine potenziellen Stammaktien bestanden, entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

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in Millionen € 2011 2010
Ergebnis nach Steuern fortgeführter Aktivitäten 1.092 800
Ergebnis nach Steuern nicht fortgeführter Aktivitäten -78 -7
Abzgl. der Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis nach Steuern -3 -59
Anteile der Anteilseigner der Evonik Industries AG am Ergebnis nach Steuern (Konzernergebnis) 1.011 734
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert und verwässert)
Aus fortgeführten Aktivitäten +2,34 +1,72
Aus nicht fortgeführten Aktivitäten -0,16 -0,01
Abzgl. auf die anderen Gesellschafter entfallendes Ergebnis je Aktie -0,01 -0,13
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert und verwässert) auf Anteile der Anteilseigner der Evonik Industries AG +2,17 +1,58

(7) Erläuterungen zur Bilanz

(7.1) Immaterielle Vermögenswerte

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in Millionen € Geschäfts- oder Firmenwerte Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen Aktivierte Entwicklungskosten Sonstige immaterielle Vermögenswerte Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2010 3.301 1.758 167 524 5.750
Währungsumrechnung 60 10 - 3 73
Zugänge Unternehmenserwerbe 22 22 - 11 55
Sonstige Zugänge - 21 - 9 30
Umgliederungen nach IFRS 5 -407 -64 - -63 -534
Abgänge - -21 - -2 -23
Umbuchungen - 9 - -2 7
Stand 31.12.2010 2.976 1.735 167 480 5.358
Währungsumrechnung 25 3 - - 28
Zugänge Unternehmenserwerbe 18 35 6 2 61
Sonstige Zugänge - 12 - 1 13
Umgliederungen nach IFRS 5 -163 -62 -2 -2 -229
Abgänge - -28 -3 - -31
Umbuchungen - 5 -1 -3 1
Stand 31.12.2011 2.856 1.700 167 478 5.201
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand 01.01.2010 117 1.149 127 407 1.800
Währungsumrechnung - 7 - 1 8
Zugänge Unternehmenserwerbe - 2 - - 2
Abschreibungen - 84 6 24 114
Wertminderungen - 57 3 1 61
Wertaufholungen - - - - -
Umgliederungen nach IFRS 5 -5 -53 - -34 -92
Abgänge - -21 - - -21
Umbuchungen - - - - -
Stand 31.12.2010 112 1.225 136 399 1.872
Währungsumrechnung - 3 - - 3
Zugänge Unternehmenserwerbe - - - - -
Abschreibungen - 74 4 16 94
Wertminderungen 44 4 - - 48
Wertaufholungen - -2 - - -2
Umgliederungen nach IFRS 5 -44 -10 - -1 -55
Abgänge - -27 -3 -1 -31
Umbuchungen - - - - -
Stand 31.12.2011 112 1.267 137 413 1.929
Buchwerte 31.12.2010 2.864 510 31 81 3.486
Buchwerte 31.12.2011 2.744 433 30 65 3.272

In den Konzessionen, Schutzrechten und Lizenzen sind Marken mit unbestimmbarer Nutzungsdauer in Höhe von 208 Millionen € (Vorjahr: 238 Millionen €) enthalten.

Die aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von 30 Millionen € (Vorjahr: 31 Millionen €) stammten überwiegend aus der Kaufpreisverteilung im Rahmen von früheren Erwerben von Anteilen an der Evonik Degussa und der hiermit zusammenhängenden Aufdeckung von stillen Reserven.

(7.2) Sachanlagen

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in Millionen € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2010 3.358 13.145 1.093 1.096 18.692
Währungsumrechnung 74 255 15 28 372
Zugänge Unternehmenserwerbe 22 47 4 4 77
Sonstige Zugänge 38 164 43 501 746
Umgliederungen nach IFRS 5 -480 -3.016 -116 -771 -4.383
Abgänge -136 -162 -43 -5 -346
Umbuchungen 39 218 4 -266 -5
Stand 31.12.2 010 2.915 10.651 1.000 587 15.153
Währungsumrechnung 22 73 1 7 103
Zugänge Unternehmenserwerbe 30 39 7 2 78
Sonstige Zugänge 20 176 46 504 746
Umgliederungen nach IFRS 5 -199 -819 -62 -27 -1.107
Abgänge -19 -141 -52 -4 -216
Umbuchungen 31 399 14 -446 -2
Stand 31.12.2 011 2.800 10.378 954 623 14.755
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand 01.01.2010 1.840 10.228 892 21 12.981
Währungsumrechnung 29 169 12 - 210
Zugänge Unternehmenserwerbe 1 16 2 - 19
Abschreibungen 72 485 62 - 619
Wertminderungen 17 40 3 5 65
Wertaufholungen -7 -7 - -7 -21
Umgliederungen nach IFRS 5 -246 -2.520 -81 -2 -2.849
Abgänge -131 -149 -42 -2 -324
Umbuchungen -4 14 -10 -2 -2
Stand 31.12.2 010 1.571 8.276 838 13 10.698
Währungsumrechnung 8 41 1 1 51
Zugänge Unternehmenserwerbe 2 8 1 - 11
Abschreibungen 55 400 51 3 509
Wertminderungen 3 87 - 7 97
Wertaufholungen -2 -11 - - -13
Umgliederungen nach IFRS 5 -97 -598 -55 -9 -759
Abgänge -17 -128 -50 - -195
Umbuchungen -9 19 -8 -2 -
Stand 31.12.2 011 1.514 8.094 778 13 10.399
Buchwerte 31.12.2010 1.344 2.375 162 574 4.455
Buchwerte 31.12.2011 1.286 2.284 176 610 4.356

Die Buchwerte, die aufgrund von Finanzierungsleasing-Vereinbarungen angesetzt wurden, betrugen für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude 4 Millionen € (Vorjahr: 6 Millionen €), für technische Anlagen und Maschinen 20 Millionen € (Vorjahr: 2 Millionen €) sowie für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 Million € (Vorjahr: 1 Million €).

Der Buchwert der Sachanlagen, die zur Sicherung eigener Verbindlichkeiten dienten, betrug 15 Millionen € (Vorjahr: 63 Millionen €).

Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen bestanden in Höhe von 187 Millionen € (Vorjahr: 190 Millionen €).

Evonik vermietet als Leasinggeber im Rahmen von Operating-Leasing im Wesentlichen Grundstücke. Die künftigen Mindestleasingzahlungen über die unkündbare Leasingdauer, die aus diesen Vermögenswerten erwartet werden, haben folgende Fälligkeiten:

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in Millionen € 2011 2010
Fällig bis 1 Jahr 5 5
Fällig in über 1 - 5 Jahren 11 16
Fällig nach über 5 Jahren 107 111
123 132

(7.3) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

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in Millionen € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte Gebäude Gebäude im Bau Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2010 328 2.217 42 2.587
Währungsumrechnung 1 3 - 4
Zugänge Unternehmenserwerbe - - - -
Sonstige Zugänge 2 23 14 39
Umgliederungen nach IFRS 5 -10 -4 - -14
Abgänge - -1 - -1
Umbuchungen - 21 -35 -14
Stand 31.12.2010 321 2.259 21 2.601
Währungsumrechnung - 1 - 1
Zugänge Unternehmenserwerbe - - - -
Sonstige Zugänge 7 50 14 71
Umgliederungen nach IFRS 5 - - - -
Abgänge -1 -2 -1 -4
Umbuchungen -2 4 -17 -15
Stand 31.12.2011 325 2.312 17 2.654
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand 01.01.2010 7 1.026 - 1.033
Währungsumrechnung - 2 - 2
Zugänge Unternehmenserwerbe - - - -
Abschreibungen - 44 - 44
Wertminderungen 2 7 - 9
Wertaufholungen - -7 - -7
Umgliederungen nach IFRS 5 - -3 - -3
Abgänge -1 - - -1
Umbuchungen - -4 - -4
Stand 31.12.2010 8 1.065 - 1.073
Währungsumrechnung - 1 - 1
Zugänge Unternehmenserwerbe - - - -
Abschreibungen - 44 - 44
Wertminderungen - 1 - 1
Wertaufholungen - -2 - -2
Umgliederungen nach IFRS 5 - - - -
Abgänge - -1 - -1
Umbuchungen - -7 - -7
Stand 31.12.2011 8 1.101 - 1.109
Buchwerte 31.12.2010 313 1.194 21 1.528
Buchwerte 31.12.2011 317 1.211 17 1.545

In den sonstigen Zugängen sind nachträgliche Anschaffungskosten von 26 Millionen € (Vorjahr: 22 Millionen €) enthalten. Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betrug 2.899 Millionen € (Vorjahr: 2.839 Millionen €).

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen für Immobilien, die als Finanzinvestition gehalten werden und Mieteinnahmen erzielen, in Höhe von 224 Millionen € (Vorjahr: 225 Millionen €) erfasst. Auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ohne Mieteinnahmen entfielen 8 Millionen € (Vorjahr: 9 Millionen €) Aufwendungen.

Der Buchwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die Beschränkungen hinsichtlich ihrer Veräußerbarkeit unterlagen, belief sich auf 1.038 Millionen € (Vorjahr: 1.045 Millionen €). Diese betrafen im Wesentlichen eingetragene Grundschulden für Darlehen, die zum Bilanzstichtag noch in Höhe von 787 Millionen € (Vorjahr: 790 Millionen €) valutierten.

Verpflichtungen für den Erwerb von Immobilien, die als Finanzinvestition gehalten wurden, bestanden in Höhe von 14 Millionen € (Vorjahr: 19 Millionen €). Darüber hinaus existierten lediglich vertragliche Verpflichtungen bezüglich gesetzlicher Bestimmungen für Reparaturen, Instandhaltungen und Verbesserungen aus den bestehenden Mietverträgen.

(7.4) At Equity bilanzierte Unternehmen

Diese Position umfasst sowohl assoziierte Unternehmen als auch Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Im Buchwert von 1.057 Millionen € (Vorjahr: 562 Millionen €) sind im Wesentlichen die beiden Gemeinschaftsunternehmen THS GmbH, Essen, und StoHaas Monomer GmbH & Co. KG, Marl, sowie erstmalig das assoziierte Unternehmen STEAG enthalten. Die vollständige Auflistung der at Equity bilanzierten Unternehmen befindet sich unter Anhangziffer (5.1).

Die zusammengefassten Finanzkennzahlen aus den letzten verfügbaren Abschlüssen der at Equity bilanzierten Unternehmen stellen sich bezogen auf die Anteile von Evonik wie folgt dar:

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Assoziierte Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
in Millionen € 2011 2010 2011 2010
Langfristiges Vermögen zum 31.12. 1.368 33 1.390 1.396
Kurzfristiges Vermögen zum 31.12. 999 25 132 93
Langfristige Schulden zum 31.12. -966 -3 -853 -863
Kurzfristige Schulden zum 31.12. -662 -32 -157 -136
Erträge 1.631 72 417 403
Aufwendungen -1.522 -70 -364 -362

(7.5) Finanzielle Vermögenswerte

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Gesamt davon langfristig Gesamt davon langfristig
Übrige Beteiligungen 46 46 45 45
Ausleihungen 78 58 41 19
Wertpapiere und wertpapierähnliche Ansprüche 497 48 430 42
Forderungen aus Finanzierungsleasing 1 1 - -
Forderungen aus Derivaten 113 102 66 2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 8 - 10 -
743 255 592 108

(a) Übrige Beteiligungen

Übrige Beteiligungen stellen Investitionen in nicht notierte Eigenkapitaltitel dar und sind mit den Anschaffungskosten bewertet, da der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann.

(b) Ausleihungen

Ausleihungen unterliegen einem Zinsänderungsrisiko, welches den beizulegenden Zeitwert oder die zukünftigen Zahlungsströme beeinflussen kann. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die Risiko- und Altersstruktur der Ausleihungen stellt sich wie folgt dar:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Wertgeminderte Ausleihungen 1 1
Brutto 7 8
Wertminderungen -6 -7
Nicht wertgeminderte Ausleihungen 77 40
Nicht fällig 77 40
Überfällig - -
78 41

Wie im Vorjahr wurden bei den langfristigen Ausleihungen keine Konditionen neu verhandelt.

(c) Wertpapiere und wertpapierähnliche Ansprüche

Wertpapiere und wertpapierähnliche Ansprüche unterliegen einem Zinsänderungsrisiko, welches den beizulegenden Zeitwert oder die zukünftigen Zahlungsströme beeinflussen kann. Sämtliche Wertpapiere sind in der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ eingeordnet und werden mit dem Börsenkurs bilanziert. Börsennotierte Wertpapiere sind dem Marktpreisrisiko unterworfen.

Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über 449 Millionen € (Vorjahr: 388 Millionen €) kurzfristige Wertpapiere mit hoher Bonität der Emittenten. Diese dienten der Risikostreuung und Diversifikation der Anlage von flüssigen Mitteln.

(d) Forderungen aus Derivaten

Die Forderungen aus Derivaten teilten sich zum Bilanzstichtag wie folgt auf:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Forderungen aus Devisen-Derivaten 11 65
Forderungen aus Commodity-Derivaten - 1
Forderungen aus sonstigen Derivaten 102 -
113 66

Unter den Forderungen aus sonstigen Derivaten wurde der beizulegende Zeitwert der Put-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG ausgewiesen.

(e) Gegebene Sicherheiten

Der Betrag der finanziellen Vermögenswerte, die als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, betrug 40 Millionen € (Vorjahr: 28 Millionen €). Diese betrafen kurzfristige Wertpapiere, die als Sicherheiten für Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen gegenüber Mitarbeitern hinterlegt wurden. Außerdem unterlagen im Vorjahr 6 Millionen € sonstigen Verfügungsbeschränkungen.

(7.6) Vorräte

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RHB-Stoffe) 442 484
Unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen 123 105
Fertige Erzeugnisse und Waren 1.080 996
1.645 1.585

Im Jahr 2011 wurden Wertminderungen auf RHB-Stoffe und Waren in Höhe von 19 Millionen € (Vorjahr: 21 Millionen €) und 25 Millionen € Wertaufholungen (Vorjahr: 11 Millionen €) ergebniswirksam erfasst.

(7.7) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Gesamt davon langfristig Gesamt davon langfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.711 - 1.826 -
Geleistete Anzahlungen 38 16 50 8
Übrige sonstige Forderungen 289 12 229 37
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 72 13 37 14
2.110 41 2.142 59

Die Risiko- und Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Wertgeminderte Forderungen 30 10
Brutto 42 17
Wertminderungen -12 -7
Nicht wertgeminderte Forderungen 1.681 1.816
Nicht fällig 1.478 1.626
Überfällig 203 190
bis zu 3 Monaten 192 174
über 3 - 6 Monate 5 6
über 6 - 9 Monate 3 -
über 9 - 12 Monate - 7
über 1 Jahr 3 3
1.711 1.826

Für nicht fällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Buchwert von 5 Millionen € (Vorjahr: 1 Million €) wurden Konditionen neu verhandelt. Diese Forderungen wären ansonsten überfällig oder im Wert zu mindern gewesen. Forderungen in Höhe von 195 Millionen € sind durch Kreditversicherungen abgedeckt.

(7.8) Flüssige Mittel

Unter den flüssigen Mitteln in Höhe von 1.609 Millionen € (Vorjahr: 1.103 Millionen €) sind Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks und Kassenbestände erfasst. Weiterhin sind hier hoch liquide Finanztitel mit einer Laufzeit – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – von nicht mehr als drei Monaten enthalten.

(7.9) Eigenkapital

(a) Gezeichnetes Kapital

Das voll eingezahlte Grundkapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag unverändert 466.000.000 €. Es ist in 466.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt.

Die RAG-Stiftung hatte der Evonik Industries AG am 3. Dezember 2007 mitgeteilt, dass sie gemäß §§ 20 Abs. 4, Abs. 1, 16 Abs. 4 AktG über ihre Mehrheitsbeteiligung an der RAG Aktiengesellschaft, Essen, mit Mehrheit am Grundkapital der Evonik Industries AG beteiligt ist. Die RAG-Stiftung hat sodann am 8. Januar 2008 gemäß § 20 Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass sie am Grundkapital der Evonik Industries AG unmittelbar mit Mehrheit beteiligt ist.

Die Gabriel Acquisitions hatte der Evonik Industries AG am 15. September 2008 gemäß § 20 Abs. 1 und Abs. 3 AktG mitgeteilt, dass sie unmittelbar mit mehr als dem vierten Teil der Aktien an der Evonik Industries AG beteiligt ist.

Des Weiteren hatten folgende Gesellschaften am 15. September 2008 mitgeteilt, dass sie gemäß § 20 Abs. 1 AktG mittelbar – über ihre Beteiligung an der Gabriel Acquisitions – mit mehr als dem vierten Teil der Aktien an der Evonik Industries AG beteiligt sind:

Gabriel Investments S.à r.l. (Gabriel Investments), Gabriel Holdings S.à r.l. (Gabriel Holdings), Clear Vision Capital Fund SICAV-FIS S.A., jeweils Luxemburg (Luxemburg) und CVC European Equity Partners Tandem (A) L.P., CVC European Equity Partners Tandem (B) L.P., CVC European Equity Partners Tandem (C) L.P., CVC European Equity Partners V (A) L.P., CVC European Equity Partners V (B) L.P., CVC European Equity Partners V (C) L.P., CVC European Equity Partners V (D) L.P. und CVC European Equity Partners V (E) L.P., jeweils George Town (Grand Cayman, Kaimaninseln) sowie CVC Nominees Ltd., CVC European Equity V Ltd., CVC European Equity Tandem GP Ltd., CVC Capital Partners Finance Ltd. und CVC Capital Partners Advisory Company Ltd., jeweils St. Helier (Jersey, Kanalinseln).

(b) Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten vor allem sonstige Zuzahlungen von Anteilseignern nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

(c) Angesammelte Ergebnisse

Die angesammelten Ergebnisse in Höhe von 4.568 Millionen € (Vorjahr: 3.948 Millionen €) enthalten die im laufenden Geschäftsjahr sowie die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse. Das Ergebnis nach Steuern entspricht dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Konzernergebnis des laufenden Geschäftsjahres, das den Anteilseignern der Evonik Industries AG zuzurechnen ist. Jedoch stehen für Ausschüttungen nach deutschem Aktienrecht nur die Gewinnrücklagen aus dem handelsrechtlichen Einzelabschluss der Evonik Industries AG zur Verfügung, die nicht einer Ausschüttungsbeschränkung unterliegen. Zum 31. Dezember 2011 beliefen sich die Gewinnrücklagen der Evonik Industries AG auf 2.638 Millionen € (Vorjahr: 3.373 Millionen €). Davon entfielen wie im Vorjahr 47 Millionen € auf die nicht ausschüttungsfähige gesetzliche Rücklage.

Für das Geschäftsjahr 2011 wird der Hauptversammlung vorgeschlagen, 425 Millionen € auszuschütten. Dies entspricht einer Dividende von rund 0,91 € je Stückaktie.

(d) Angesammelte andere Erfolgsbestandteile

Die angesammelten anderen Erfolgsbestandteile enthalten Gewinne und Verluste, die nicht über die Gewinn- und Verlustrechnung – also ergebnisneutral - erfasst werden. Die Rücklage aus Marktwertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere enthält die ergebnisneutral berücksichtigten Auf- und Abwertungen aus voraussichtlich nicht dauerhaften Wertänderungen von Finanzinstrumenten. In der Rücklage aus Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen sind Nettogewinne oder -verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts des effektiven Teils von Cashflow-Hedges sowie Hedges of a Net Investment enthalten. Die Rücklage aus dem Neubewertungseffekt aus sukzessiven Anteilserwerben enthält die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten von bis zum 31. Dezember 2009 erstmalig einbezogenen Tochterunternehmen im Zusammenhang mit bereits vor Übergang der Kontrolle gehaltenen Anteilen. Der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung enthält die Umrechnungsdifferenzen von ausländischen Abschlüssen.

Die Veränderung der angesammelten anderen Erfolgsbestandteile (Other Comprehensive Income, OCI) stellt sich wie folgt dar:

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in Millionen € Marktwertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen Neubewertungseffekt aus sukzessiven Anteilserwerben Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Gesamt
Stand 01.01.2010 5 72 46 -551 -428
Andere Erfolgsbestandteile laut Gesamterfolgsrechnung -5 -14 - 249 230
Im OCI erfasste Gewinne oder Verluste 2 -59 - - -57
Ergebniswirksame Entnahme -7 30 - - 23
Übertragung auf Vermögenswerte oder Schulden - 10 - - 10
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung - - - 249 249
Latente Steuern - 5 - - 5
Sonstige Veränderungen - - -5 - -5
Stand 31.12.2010 - 58 41 -302 -203
Andere Erfolgsbestandteile laut Gesamterfolgsrechnung 2 -117 - 118 3
Im OCI erfasste Gewinne oder Verluste 2 -42 - - -40
Ergebniswirksame Entnahme - -91 - - -91
Übertragung auf Vermögenswerte oder Schulden - -3 - - -3
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung - - - 118 118
Latente Steuern - 19 - - 19
Sonstige Veränderungen - - -18 - -18
Stand 31.12.2011 2 -59 23 -184 -218

Im Jahr 2011 wurde aus der Rücklage für Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen insgesamt ein Sicherungsergebnis in Höhe von 91 Millionen € (Vorjahr: -30 Millionen €) entnommen und wie folgt in die Gewinn- und Verlustrechnung übertragen:

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in Millionen € 2011 2010
Umsatzerlöse 39 -35
Kosten der umgesetzten Leistungen -3 -
Sonstige betriebliche Aufwendungen - -1
Ergebnis nach Steuern nicht fortgeführter Aktivitäten 55 6
91 -30

(e) Anteile anderer Gesellschafter

Unter den Anteilen anderer Gesellschafter in Höhe von 93 Millionen € (Vorjahr: 593 Millionen €) werden die Anteile am gezeichneten Kapital und an den Rücklagen von einbezogenen Tochterunternehmen ausgewiesen, die nicht den Anteilseignern der Evonik Industries AG zuzurechnen sind. Der Rückgang im Jahr 2011 betraf im Wesentlichen die Entkonsolidierung der Anteile anderer Gesellschafter an der STEAG und ihrer Tochterunternehmen und wird in der Eigenkapitalveränderungsrechnung unter den sonstigen Veränderungen ausgewiesen.

Die Veränderung der angesammelten anderen Erfolgsbestandteile (Other Comprehensive Income, OCI) stellt sich wie folgt dar:

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in Millionen € Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Gesamt
Stand 01.01.2010 -12 -87 -99
Andere Erfolgsbestandteile laut Gesamterfolgsrechnung -4 35 31
Im OCI erfasste Gewinne oder Verluste -15 - -15
Ergebniswirksame Entnahme 9 - 9
Übertragung auf Vermögenswerte oder Schulden - - -
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung - 35 35
Latente Steuern 2 - 2
Sonstige Veränderungen - - -
Stand 31.12.2010 -16 -52 -68
Andere Erfolgsbestandteile laut Gesamterfolgsrechnung 16 55 71
Im OCI erfasste Gewinne oder Verluste 20 - 20
Ergebniswirksame Entnahme - - -
Übertragung auf Vermögenswerte oder Schulden - - -
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung - 55 55
Latente Steuern -4 - -4
Sonstige Veränderungen - - -
Stand 31.12.2011 - 3 3

(7.10) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Leistungszusagen variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes, in dem die Unternehmen tätig sind. Die Höhe der Zusagen hängt in der Regel von der Zusagedauer und dem Entgelt der Mitarbeiter ab.

Der überwiegende Teil der zum Bilanzstichtag gebildeten Pensionsrückstellungen entfiel mit rund 93,6 Prozent (Vorjahr: 93,2 Prozent) auf Deutschland.

Die betriebliche Altersversorgung erfolgt bei inländischen Unternehmen überwiegend auf Basis von Leistungszusagen. Die Leistungszusagen in Deutschland sind im Wesentlichen durch Rückstellungen und durch das Vermögen von Pensionskassen finanziert. Des Weiteren erfolgte eine teilweise Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen in Form eines Pensionstreuhandvereins (Contractual Trust Arrangement).

Bei den ausländischen Unternehmen sind sowohl Beitrags- als auch Leistungszusagen vereinbart.

Die bei der versicherungsmathematischen Bewertung der Verpflichtungen zugrunde gelegten Prämissen sind neben den erwarteten Vermögensrenditen als gewichtete Durchschnitte der folgenden Tabelle zu entnehmen:

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in % Konzern Deutschland
2011 2010 2011 2010
Abzinsungssatz zum 31.12. 4,76 5,03 4,75 5,00
Künftige Entgeltsteigerungen 2,60 2,62 2,50 2,54
Künftige Rentensteigerungen 2,02 2,06 2,00 2,00
Erwartete Rendite aus dem Planvermögen zum 31.12. 5,05 5,35 4,80 4,93
Kostentrend im Bereich der medizinischen Versorgung 7,70 7,72 - -

Die erwartete Rendite aus dem Planvermögen wurde auf der Grundlage von veröffentlichten Kapitalmarktstudien und –prognosen sowie internen Erfahrungswerten für jede Gruppe von Vermögenswerten bestimmt.

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (Defined Benefit Obligation) entwickelte sich wie folgt:

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in Millionen € 2011 2010
Barwert aller leistungsorientierten Verpflichtungen zum 01.01. 7.472 7.430
Laufender Dienstzeitaufwand 107 102
Zinsaufwand 363 403
Beiträge der Arbeitnehmer 32 31
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+) 303 468
Gezahlte Leistungen -413 -416
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 7 11
Zugänge Unternehmenserwerbe -53 -3
Umgliederungen nach IFRS 5 -66 -608
Plankürzungen -3 -1
Planabgeltungen 5 1
Währungsumrechnung 33 54
Barwert aller leistungsorientierten Verpflichtungen zum 31.12. 7.787 7.472

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens entwickelte sich wie folgt:

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in Millionen € 2011 2010
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01.01. 3.551 3.161
Erwartete Erträge aus Planvermögen 180 167
Beiträge der Arbeitgeber 514 344
Beiträge der Arbeitnehmer 12 13
Versicherungsmathematische Gewinne (+) und Verluste (-) -13 -15
Gezahlte Leistungen -176 -154
Abgänge Unternehmensveräußerungen -46 -2
Umgliederungen nach IFRS 5 -6 -3
Währungsumrechnung 29 40
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 4.045 3.551

Das Planvermögen des Jahres 2011 verteilte sich mit 2.490 Millionen € (Vorjahr: 2.478 Millionen €) auf die Pensionskasse Degussa VVaG, Marl, und mit 610 Millionen € (Vorjahr: 200 Millionen €) auf den Evonik Pensionstreuhand e.V., Essen. Das übrige Planvermögen befand sich im Wesentlichen mit 532 Millionen € (Vorjahr: 508 Millionen €) im Vereinigten Königreich und mit 338 Millionen € (Vorjahr: 287 Millionen €) in den USA.

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betrugen im Berichtsjahr 167 Millionen € (Vorjahr: 152 Millionen €).

Für das Jahr 2012 werden anfallende Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 107 Millionen € erwartet.

Die folgende Tabelle zeigt im Zeitablauf den Barwert aller leistungsorientierten Verpflichtungen, den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens und den Stand der Finanzierung. Des Weiteren werden die erfahrungsbedingten Anpassungen (Experience Adjustments) der versicherungsmathematischen Gewinne (+) und Verluste (-) für leistungsorientierte Verpflichtungen sowie für das Planvermögen angegeben:

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in Millionen € 2011 2010 2009 2008 2007
Barwert aller leistungsorientierten Verpflichtungen zum 31.12. 7.787 7.472 7.430 6.815 7.078
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 4.045 3.551 3.161 2.910 3.058
Stand der Finanzierung zum 31.12. 3.742 3.921 4.269 3.905 4.020
Erfahrungsbedingte Anpassungen für leistungsorientierte Verpflichtungen -41 37 -37 -21 -39
Erfahrungsbedingte Anpassungen für das Planvermögen -13 -15 116 -152 -129

Der Finanzierungsstand, der sich als Differenz aus dem Barwert aller leistungsorientierten Verpflichtungen und dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens ergibt, wird wie folgt auf die in der Bilanz erfassten Pensionsrückstellungen übergeleitet:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Barwert aller leistungsorientierten Verpflichtungen 7.787 7.472
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 4.045 3.551
Stand der Finanzierung 3.742 3.921
Nicht erfasster nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 1 2
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Verlust -1.030 -721
Sonstige Veränderungen (inkl. Limitierung des Planvermögens und IFRIC 14) 92 77
In der Bilanz erfasste Pensionsrückstellungen 2.805 3.279

Von dem Barwert aller leistungsorientierten Verpflichtungen zum Bilanzstichtag waren 453 Millionen € (Vorjahr: 494 Millionen €) ungedeckt und 7.236 Millionen € (Vorjahr: 6.889 Millionen €) ganz oder teilweise durch Vermögenswerte gedeckt. Darüber hinaus bestanden Verpflichtungen für Gesundheitsfürsorge in Höhe von 98 Millionen € (Vorjahr: 89 Millionen €). Für Erläuterungen zu den Auswirkungen einer Veränderung des Kostentrends im Bereich der Gesundheitsfürsorge wird auf Anhangziffer (4) verwiesen.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens teilte sich wie folgt auf:

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31.12.11 31.12.10
in Mio. € in % in Mio. € in %
Aktien 238 5,9 352 9,9
Schuldtitel 3.247 80,3 2.830 79,7
Immobilien 41 1,0 17 0,5
Sonstige Vermögenswerte 519 12,8 352 9,9
4.045 100,0 3.551 100,0

Aktien waren in Höhe von 66 Millionen € (Vorjahr: 93 Millionen €) durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Sonstige Vermögenswerte in Höhe von 29 Millionen € (Vorjahr: 28 Millionen €) wurden selbst genutzt.

Die bilanzierten Pensionsrückstellungen enthielten auch inländische Deputatverpflichtungen für Kohle und Strom sowie Krankenversorgungsansprüche von Betriebsrentnern der amerikanischen Unternehmen.

Der versicherungsmathematische Verlust betrug 1.030 Millionen € (Vorjahr: 721 Millionen €) und überstieg teilweise den Korridor. Die Anwendung der Korridorregelung und die Amortisation erfolgen je einbezogenen Plan.

Der Gesamtaufwand für Leistungszusagen für die fortgeführten Aktivitäten setzt sich wie folgt zusammen:

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in Millionen € 2011 2010
Laufender Dienstzeitaufwand 107 93
Zinsaufwand 363 374
Erwartete Erträge aus Planvermögen -180 -167
Amortisationsbeträge versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste 7 199
Amortisationsbeträge nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 6 9
Verluste aus Planänderungen und -kürzungen 2 -
Auswirkung aus Limitierung des Planvermögens 12 -115
Nettopensionsaufwand 317 393

Vom Gesamtaufwand entfielen 5 Millionen € (Vorjahr: 5 Millionen €) auf Gesundheitsvorsorgeleistungen. Außerdem betrafen 1 Million € laufender Dienstzeitaufwand, 2 Millionen € Zinsaufwand und 2 Millionen € erwartete Erträge aus Planvermögen Gesellschaften, die als „zur Veräußerung vorgesehen“ klassifiziert wurden.

Der Zinsaufwand sowie die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen sind im Zinsergebnis ausgewiesen, vgl. Anhangziffer (6.4). Die anderen Beträge sind in den Funktionsbereichen als Personalaufwand (Pensionsaufwendungen) erfasst. Der gesamte Personalaufwand wird unter Anhangziffer (11.2) dargestellt.

Bei den ausländischen Unternehmen wurden für beitragsorientierte Zusagen 16 Millionen € (Vorjahr: 12 Millionen €) aufgewandt, die ebenfalls als Personalaufwand (Pensionsaufwendungen) erfasst sind.

Darüber hinaus wurden für beitragsorientierte staatliche Pläne (gesetzliche Rentenversicherung) im In- und Ausland 128 Millionen € (Vorjahr: 140 Millionen €) aufgewandt. Diese sind auch als Personalaufwand (Aufwendungen für soziale Abgaben) ausgewiesen.

(7.11) Sonstige Rückstellungen

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Gesamt davon langfristig Gesamt davon langfristig
Personal 1.076 538 1.092 563
Rekultivierung und Umweltschutz 260 224 248 218
Restrukturierung 193 119 331 33
Absatz und Beschaffung 130 15 152 12
Sonstige Steuern und Zinsen auf Steuern 53 9 45 22
Abbruchverpflichtungen 5 1 4 3
Übrige Verpflichtungen 471 108 551 105
2.188 1.014 2.423 956

Personalrückstellungen werden für eine Vielzahl unterschiedlicher Sachverhalte gebildet. Hierzu zählen unter anderem Tantiemen und variable Vergütungen, gesetzliche Altersteilzeitregelungen und andere betriebliche Vorruhestandsvereinbarungen, Urlaubsrückstände, Lebensarbeitszeitregelungen sowie Jubiläumsverpflichtungen. Nur ein geringer Teil der langfristigen Rückstellungen wird nach 2016 zu Auszahlungen führen.

Rückstellungen für Rekultivierung und Umweltschutz sind aufgrund von Verträgen und Gesetzen sowie behördlichen Auflagen zu bilden. Sie umfassen Verpflichtungen zur Bodenaufbereitung, zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung von Deponien sowie zur Bodendekontaminierung. Die Auszahlungen des langfristigen Teils der Rückstellungen erfolgen zu gleichen Teilen jeweils im Zeitraum von 2013 bis 2016 und nach 2016.

Restrukturierungsrückstellungen werden auf der Grundlage definierter Restrukturierungsmaßnahmen gebildet. Solche Maßnahmen sind als Programm definiert, das von einem Unternehmen geplant und kontrolliert wird und ein Tätigkeitsfeld oder die Art, in der dieses Geschäft geführt wird, wesentlich verändert. Restrukturierungsrückstellungen dürfen nur für Aufwendungen gebildet werden, die direkt durch die Restrukturierung entstehen. Hierzu zählen Abfindungen, Sozialplan- und Vorruhestandsleistungen, Aufwendungen für die Beendigung von Verträgen, für Abbrucharbeiten und für Bodenaufbereitungen, Mietaufwendungen für ungenutzte Anlagen sowie alle weiteren Aufwendungen, die allein der Stilllegung oder Abwicklung dienen. Zum Bilanzstichtag waren hier im Zusammenhang mit der für das Jahr 2011 erfolgten Veräußerung des ehemaligen Geschäftsfelds Energie 145 Millionen € (Vorjahr: 251 Millionen €) erfasst. Grund für den Rückgang in der Berichtsperiode war im Wesentlichen eine Verrechnung der Rückstellung in Höhe von 73 Millionen € gegen den Beteiligungsbuchwert der STEAG unter den at Equity bilanzierten Unternehmen.

Die Auszahlungen des langfristigen Teils der gesamten Rückstellungen finden vollständig vor Ablauf von fünf Jahren statt.

Die Rückstellungen für Absatz und Beschaffung betreffen insbesondere Garantieverpflichtungen, ausstehende Vertriebsprovisionen, Preisnachlässe wie Rabatte und Boni, Drohverluste sowie bezogene Lieferungen und Leistungen, für die noch keine Rechnungen vorliegen. Die Auszahlungen erfolgen fast vollständig innerhalb des Folgejahres.

Die Rückstellungen für sonstige Steuern und Zinsen auf Steuern sind im Wesentlichen für Grund- und Umsatzsteuer sowie für Verzinsungsverpflichtungen für alle Steuerarten gebildet. Die Verpflichtungen führen größtenteils kurzfristig und nur zu etwas mehr als 10 Prozent nach dem Jahr 2016 zu Auszahlungen.

In den Rückstellungen für Abbruchverpflichtungen werden die Sachverhalte berücksichtigt, die nicht Teil eines Restrukturierungsprogramms sind. Die Auszahlungen des langfristigen Teils der Rückstellung finden bis Ende des Jahres 2016 statt.

Die Rückstellungen für übrige Verpflichtungen betreffen unter anderem Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder Verwaltungs- bzw. Bußgeldverfahren, insbesondere in den Bereichen Produkthaftung sowie Patent-, Steuer-, Kartell- und Umweltrecht, Rechts- und Beratungskosten sowie Prüfungsaufwendungen. Aus getätigten Desinvestitionen können sich Gewährleistungsansprüche gegenüber Evonik ergeben. Im Konzernabschluss sind für den Fall, dass sich die Risiken realisieren, angemessene Rückstellungen gebildet. Die Sachverhalte führen zu rund drei Vierteln im Folgejahr zu Auszahlungen. Der Rest fließt fast vollständig bis Ende des Jahres 2016 ab.

Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:

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in Millionen € Personal Rekultivierung, Umweltschutz Restrukturierung Absatz, Beschaffung
Stand 01.01.2011 1.092 248 331 152
Zuführungen 491 18 95 65
Inanspruchnahmen -460 -16 -145 -55
Auflösungen -21 -7 -13 -28
Aufzinsung/Zinssatzänderung 19 17 5 1
Umgliederungen nach IFRS 5 -51 -2 -1 -3
Übrige Bewegungen 6 2 -79 -2
Stand 31.12.2011 1.076 260 193 130
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in Millionen € Sonstige Steuern, Zinsen auf Steuern Abbruchverpflichtungen Übrige Verpflichtungen Gesamt
Stand 01.01.2011 45 4 551 2.423
Zuführungen 25 4 164 862
Inanspruchnahmen -3 -1 -127 -807
Auflösungen -14 - -110 -193
Aufzinsung/Zinssatzänderung - - 1 43
Umgliederungen nach IFRS 5 -1 -1 -10 -69
Übrige Bewegungen 1 -1 2 -71
Stand 31.12.2011 53 5 471 2.188

(7.12) Finanzielle Verbindlichkeiten

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Gesamt davon langfristig Gesamt davon langfristig
Anleihen 1.860 1.860 2.030 2.030
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 872 677 999 789
Kredite von Nichtbanken 80 63 58 42
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 28 23 9 6
Verbindlichkeiten aus Derivaten 240 88 49 2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 67 34 77 46
3.147 2.745 3.222 2.915

(a) Anleihen

Die Position Anleihen enthält eine Schuldverschreibung der Evonik Industries AG über nominal 750 Millionen €. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis Oktober 2014 und einen jährlichen Kupon von 7,0 Prozent. Der Ansatz erfolgte zum Ausgabekurs von 99,489 Prozent, das Disagio wird über die Laufzeit der Anleihe nach der Effektivzinsmethode zugeschrieben.

Darüber hinaus enthält diese Position auch eine Kapitalmarktanleihe der Evonik Degussa GmbH über nominal 1.093 Millionen € (Vorjahr: 1.250 Millionen €) mit einer Laufzeit bis Dezember 2013 und einem jährlichen Kupon von 5,125 Prozent. Der Ansatz erfolgte zum Ausgabekurs von 98,99 Prozent, das Disagio wird über die Laufzeit der Anleihe nach der Effektivzinsmethode zugeschrieben. Der Rückgang des Nominalwerts ist auf einen im vierten Quartal 2011 durchgeführten Anleiheteilrückkauf in Höhe von 157 Millionen € und anschließender Einziehung der entsprechenden Anteile zurückzuführen.

Festverzinsliche Anleihen unterliegen einem Kursänderungsrisiko, während variabel verzinsliche Verbindlichkeiten einem Zinsänderungsrisiko unterliegen. Diese Risiken können den beizulegenden Zeitwert oder die zukünftigen Zahlungsströme beeinflussen. Der Börsenkurs der Anleihe der Evonik Industries AG betrug zum Bilanzstichtag 111,9 Prozent (Vorjahr: 111,0 Prozent). Hieraus ergab sich ein Börsenwert von 839 Millionen € (Vorjahr: 833 Millionen €). Der Börsenkurs der Anleihe der Evonik Degussa GmbH betrug zum Bilanzstichtag 105,0 Prozent (Vorjahr: 105,4 Prozent), es ergab sich ein Börsenwert von 1.148 Millionen € (Vorjahr: 1.152 Millionen €; berechnet auf das zum Berichtsstichtag ausstehende Anleihevolumen).

(b) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Kredite von Nichtbanken

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zinsvergünstigte Förderdarlehen von öffentlichen Banken für die Finanzierung preisgebundenen Wohnraums enthalten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt wurden. Die Differenz zum Auszahlungsbetrag der Darlehen wurde als passiver Rechnungsabgrenzungsposten unter den sonstigen Verbindlichkeiten angesetzt, vgl. Anhangziffer (7.13).

Des Weiteren hatte die Evonik Industries AG im Jahr 2009 Schuldscheindarlehen über rund 184 Millionen € mit einer Laufzeit bis 2013 begeben. Die variabel verzinslichen Schuldscheindarlehen in Höhe von 92 Millionen € wurden im Laufe des Jahres 2011 vorzeitig zurückgezahlt. Die noch ausstehenden Schuldscheindarlehen sind hauptsächlich in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten.

Die Abgrenzung der Kuponzahlung für die Anleihen in Höhe von 15 Millionen € (Vorjahr: 15 Millionen €) wurde unter den kurzfristigen Krediten von Nichtbanken ausgewiesen.

(c) Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verträgen werden dann bilanziert, wenn die geleasten Vermögenswerte als wirtschaftliches Eigentum des Konzerns unter den Sachanlagen aktiviert sind. Die Überleitung der künftigen Mindestleasingzahlungen zu ihren Barwerten sowie deren Fälligkeiten stellen sich wie folgt dar:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Künftige Mindestleasingzahlungen 29 9
fällig bis 1 Jahr 5 2
fällig in über 1 - 5 Jahren 14 6
fällig nach über 5 Jahren 10 1
Darin enthaltener Zinsanteil -1 -
Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen (Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing) 28 9
fällig bis 1 Jahr 5 2
fällig in über 1 - 5 Jahren 13 6
fällig nach über 5 Jahren 10 1

Die im Rahmen eines Finanzierungsleasing-Vertrags geleasten Vermögenswerte wurden zum Teil untervermietet. Aus dieser Untervermietung werden künftige Mindestleasingzahlungen über die unkündbare Leasingdauer von 3 Millionen € (Vorjahr: 3 Millionen €) erwartet.

In den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing ist mit 19 Millionen € ein im Juni 2011 abgeschlossener Vertrag über den Verkauf und das Zurückmieten einer Monosilan-Anlage zwischen Evonik und der Taiyo Nippon Sanso Silane Gas Service Co., Tokio (Japan), enthalten. Die Laufzeit des Vertrags beträgt zehn Jahre. Am Ende der Vertragslaufzeit kann Evonik eine Kaufoption ausüben.

(d) Verbindlichkeiten aus Derivaten

Die Verbindlichkeiten aus Derivaten teilen sich wie folgt auf:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Verbindlichkeiten aus Devisen-Derivaten 147 43
Verbindlichkeiten aus Commodity-Derivaten 11 6
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten 82 -
240 49

Unter den Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten wurde der beizulegende Zeitwert der von der KSBG ausübbaren Call-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG ausgewiesen.

(7.13) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Gesamt davon langfristig Gesamt davon langfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.086 - 1.088 -
Erhaltene Kundenanzahlungen 11 - 35 -
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 259 43 259 65
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 383 326 384 340
1.739 369 1.766 405

Das Segment Real Estate verrechnete im Vorjahr 86 Millionen € abrechenbare Leistungen für Betriebs- und Heizkosten mit den erhaltenen Abschlagszahlungen von Mietern, die für diese Leistungen bestimmt waren. Im Berichtsjahr wurden diese Aktivitäten des Teilbetriebs „Bewirtschaftung“ der Evonik Wohnen unter den zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten und den damit im Zusammenhang stehenden Schulden ausgewiesen, vgl. Anhangziffer (5.3).

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet 240 Millionen € (Vorjahr: 246 Millionen €) abgegrenzte Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe des Vorteils aus zinsvergünstigten Förderdarlehen öffentlicher Banken für die Finanzierung preisgebundenen Wohnraums, vgl. Anhangziffer (7.12). Der Rechnungsabgrenzungsposten wird über die Laufzeit der Darlehen betragsmäßig in gleicher Höhe wie die Aufzinsung der Darlehen ergebniswirksam aufgelöst. Die Auflösung wird in den Umsatzerlösen vereinnahmt, sofern die niedrig verzinslichen Darlehen als Kompensation für die entgangenen Mieterträge gewährt wurden. Wurde der Zinsvorteil im Zusammenhang mit Investitionen gewährt, erfolgt die Auflösung für die Dauer der Vorteilsgewährung über die sonstigen betrieblichen Erträge.

(7.14) Latente Steuern, laufende Ertragsteuern

Die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern und laufenden Ertragsteuern verteilten sich auf folgende Fristigkeiten:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Gesamt davon langfristig Gesamt davon langfristig
Aktive latente Steuern 477 266 518 289
Laufende Ertragsteueransprüche 83 23 70 23
Passive latente Steuern -481 -439 -502 -457
Laufende Ertragsteuerschulden -422 -70 -415 -70

Die kurzfristigen Elemente der latenten Steuern wurden in Übereinstimmung mit IAS 1 „Presentation of Financial Statements“ in der Bilanz unter den langfristigen Vermögenswerten bzw. Schulden ausgewiesen.

Latente Steuern entfielen auf nachstehende Bilanzposten und Sachverhalte:

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in Millionen € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
31.12.11 31.12.10 31.12.11 31.12.10
Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 7 14 156 190
Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 108 57 474 492
Finanzielle Vermögenswerte 153 68 63 61
Vorräte 81 66 8 13
Forderungen, sonstige Vermögenswerte 73 85 20 15
Schulden
Rückstellungen 344 447 132 54
Verbindlichkeiten 103 91 114 159
Sonderposten mit Rücklageanteil (nach nationalem Recht) - - 12 15
Verlustvorträge 162 270 - -
Steuergutschriften 1 - - -
Sonstige 5 7 4 3
Latente Steuern (brutto) 1.037 1.105 983 1.002
Wertberichtigungen -58 -87 - -
Saldierungen -502 -500 -502 -500
Latente Steuern (netto) 477 518 481 502

Für temporäre Differenzen in Höhe von 471 Millionen € (Vorjahr: 1.119 Millionen €) wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig steuerpflichtiges Einkommen zu deren Realisierung in ausreichender Höhe vorhanden sein wird. Hiervon entfielen 13 Millionen € (Vorjahr: 37 Millionen €) auf die Zinsschranke gemäß § 8 a KStG in Verbindung mit § 4 h EStG. In Höhe von 76 Millionen € (Vorjahr: 11 Millionen €) wurden bei Gesellschaften, bei denen ein Verlust vorlag, aktive latente Steuern angesetzt. Es wird mit ausreichend steuerbaren Ergebnissen in der Zukunft gerechnet, da es sich unter anderem um Anlaufverluste handelt bzw. steuerliche Maßnahmen zur Verlustnutzung vorgenommen wurden.

Ergänzend zu den mit latenten Steuern belegten steuerlichen Verlustvorträgen bestanden nicht nutzbare und nicht mit latenten Steuern belegte Verlustvorträge. Diese und deren Verfallszeiten können der folgenden Tabelle entnommen werden:

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in Millionen € Körperschaftsteuer (In- und Ausland) Lokale Steuer (In- und Ausland) Steuergutschriften (Ausland)
2011 2010 2011 2010 2011 2010
Verlustvorträge nach Verfallszeiten
bis 1 Jahr 3 6 1 1 - -
über 1 - 5 Jahre 113 128 - 3 - -
über 5 - 10 Jahre - - - - - -
unbegrenzt 252 241 185 213 153 152
368 375 186 217 153 152

(8) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung stellt die zahlungswirksamen Veränderungen der Finanzmittel des Konzerns im Laufe der Berichtsperiode dar. Sie ist nach den Zahlungsströmen (Cashflows) aus laufender Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Die Cashflows beinhalten die Zahlungsströme sowohl der fortgeführten als auch der nicht fortgeführten Aktivitäten. Die Auswirkungen aufgrund von Veränderungen des Konsolidierungskreises wurden eliminiert.

Gezahlte Zinsen sowie erhaltene Zinsen und Dividenden werden der laufenden Geschäftstätigkeit, gezahlte Dividenden der Finanzierungstätigkeit zugerechnet.

(8.1) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern der fortgeführten Aktivitäten wird um Auswirkungen von nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträgen sowie um Posten, die der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, bereinigt. Des Weiteren werden bestimmte Veränderungssalden der Bilanz ermittelt und diesem Ergebnis hinzugerechnet. Der Netto-Cashflow der nicht fortgeführten Aktivitäten, der mit Konzernfremden anfällt, wird in einer Summe dargestellt.

(8.2) Cashflow aus Investitionstätigkeit

In den Ein- und Auszahlungen aus der Veräußerung bzw. dem Erwerb von Unternehmensbeteiligungen sind unter anderem enthalten:

Die Summe der Kaufpreise für den Anteilserwerb der erstmals einbezogenen Tochterunternehmen betrug 125 Millionen € (Vorjahr: 26 Millionen €). Die Kaufpreise waren wie im Vorjahr vollständig zahlungswirksam abgeflossen. Mit den Käufen wurden 1 Million € (Vorjahr: 6 Millionen €) flüssige Mittel erworben.

Die Summe der Verkaufspreise von veräußerten Tochterunternehmen betrug 1.295 Millionen € (Vorjahr: keine), die vollständig durch flüssige Mittel beglichen wurden. Mit den Veräußerungen wurden 295 Millionen € (Vorjahr: keine) flüssige Mittel abgegeben.

Darüber hinaus sind in den Einzahlungen aus Veräußerungen von Unternehmensbeteiligungen 35 Millionen € aus dem Verkauf eines at Equity bilanzierten Unternehmens (Vorjahr: 52 Millionen € aus Verkäufen aus Vorperioden) enthalten.

(8.3) Finanzmittelbestand

Der Finanzmittelbestand in Höhe von 1.611 Millionen € (Vorjahr: 1.351 Millionen €) umfasst die flüssigen Mittel der fortgeführten Aktivitäten sowie die der zur Veräußerung vorgesehenen Geschäfte. Da die flüssigen Mittel der zur Veräußerung vorgesehenen Geschäfte gemäß IFRS 5 „Non-current Assets Held for Sale and Discontinued Operations“ in der Bilanz umzugliedern sind, vgl. Anhangziffer (5.2), wurde der Finanzmittelbestand in der Kapitalflussrechnung auf die in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel, vgl. Anhangziffer (7.8), übergeleitet.

(9) Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

(9.1) Berichterstattung nach operativen Segmenten

Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Aktivitäten im Konzern werden durch den Vorstand der Evonik Industries AG als Hauptentscheidungsträger im Konzern auf Ebene der im Folgenden beschriebenen operativen Segmente (im Weiteren auch kurz: Segmente) wahrgenommen. Unterhalb der Segmente werden die operativen Aktivitäten in Geschäftsbereiche unterteilt. Die Berichterstattung nach Segmenten folgt der internen Berichterstattungs- und Organisationsstruktur des Konzerns (Management Approach).

Es werden dieselben Rechnungslegungsvorschriften angewandt, wie sie für die externe Rechnungslegung gelten, vgl. Anhangziffern (3.5) bis (3.7).

Im Zuge der strategischen Ausrichtung auf die Spezialchemie hat Evonik die Berichtssegmente im Jahr 2011 neu strukturiert; die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Evonik gliedert die operativen Aktivitäten nun in die drei Chemie-Segmente Consumer, Health & Nutrition, Resource Efficiency, Specialty Materials, das neu gebildete Segment Services und das umbenannte Segment Real Estate (Vorjahr: die drei Geschäftsfelder Chemie, Energie und Immobilien). Das ehemalige Geschäftsfeld Energie wurde im Jahr 2011 nach Veräußerung der Anteilsmehrheit entkonsolidiert, vgl. Anhangziffer (5.2).

Das Chemiegeschäft des ehemaligen Geschäftsfelds Chemie wurde auf die drei Segmente Consumer, Health & Nutrition, Resource Efficiency und Specialty Materials aufgeteilt.

Das neu gebildete Segment Services ist überwiegend eine Zusammenfassung der Site Services, die im ehemaligen Geschäftsfeld Chemie enthalten waren, mit den Evonik Business Services, die unter „Corporate, andere Aktivitäten, Konsolidierung“ ausgewiesen waren.

Die stillen Reserven und Lasten und der Geschäfts- oder Firmenwert, die aus den früheren Erwerben von Anteilen an der Evonik Degussa stammen, chemiespezifische Corporate-Funktionen sowie kleinere Aktivitäten, die keinem Segment zugeordnet sind, wurden aus dem ehemaligen Geschäftsfeld Chemie in „Corporate, andere Aktivitäten, Konsolidierung“ umgegliedert.

Diese neue Struktur soll die Wahrnehmung der Wachstumschancen verbessern, die sich Evonik aus den identifizierten Megatrends erhofft. Dadurch will Evonik die Schlagkraft im Wettbewerb und die Effizienz in der internen Steuerung verbessern.

Nachfolgend die Beschreibung der Segmente von Evonik:

(a) Consumer, Health & Nutrition

Das Segment Consumer, Health & Nutrition produziert Spezialchemie schwerpunktmäßig für Anwendungen in Konsumgütern, in der Tierernährung und im Pharmabereich. Es umfasst die Geschäftsbereiche Consumer Specialties sowie Health & Nutrition.

Einen wesentlichen Teil des Segments bilden Inhaltsstoffe, Additive und Systemlösungen für hochwertige Kosmetik-, Körperpflege- und Reinigungsprodukte. Das herausragende Know-how in der Grenzflächenchemie wird auch für ausgewählte industrielle Anwendungen eingesetzt, wie beispielsweise Trennbeschichtungen für selbstklebende Etiketten. Schlüsselfaktoren für den Erfolg sind eine hohe Innovationskraft, integrierte Technologieplattformen sowie strategische Partnerschaften mit bedeutenden Konsumgüterherstellern. Darüber hinaus produziert und vermarktet Consumer, Health & Nutrition als weltweit einziger Anbieter alle vier wichtigen Aminosäuren für die Tierernährung. Von besonderer Bedeutung ist dabei die langjährige Erfahrung in der technischen organischen Synthese und in der Biotechnologie. Das Segment sieht sich mit seinen Aktivitäten auf den Gebieten Exklusivsynthese, Pharmaaminosäuren und Pharmapolymere zudem als strategischer Partner der globalen Pharmaindustrie.

(b) Resource Efficiency

Das Segment Resource Efficiency bietet Lösungen für umweltfreundliche und energieeffiziente Produkte. Ihm sind die beiden Geschäftsbereiche Inorganic Materials sowie Coatings & Additives zugeordnet.

Seine integrierte Silizium-Technologieplattform ermöglicht dem Segment eine führende Position bei einer breiten Palette von Kieselsäuren und Silanen. Damit werden unter anderem Kunden der Reifen-, Elektronik-, Bau- und Lichtwellenleiterindustrie beliefert. Die Expertise im Design anorganischer Partikel und deren Oberflächeneigenschaften nutzt das Segment auch für sein Katalysatorengeschäft. Außerdem bedient Resource Efficiency vor allem die Lack-, Beschichtungs-, Kleb- und Dichtstoffindustrie mit hochwertigen funktionalen Polymeren und Monomerspezialitäten. Dazu zählen beispielsweise Vernetzer, die als Härterkomponenten beim Bau von Rotorblättern für Windkraftanlagen eingesetzt werden. Darüber hinaus produziert das Segment leistungsstarke Öladditive und Hydraulikflüssigkeiten.

(c) Specialty Materials

Im Mittelpunkt des Segments Specialty Materials steht die Herstellung von polymeren Werkstoffen und deren Vorstufen sowie von Additiven. Es gliedert sich in die Geschäftsbereiche Performance Polymers und Advanced Intermediates.

Das Segment produziert ein breites Spektrum von Hochleistungsmaterialien und profitiert dabei von seinen integrierten Technologieplattformen für die Methacrylat-Chemie sowie für Polyamid 12. Außerdem werden Hochleistungskunststoffe für mechanische, thermische oder chemische Hightech-Anforderungen hergestellt, die auf Polyetheretherketon (PEEK) und Polyimiden basieren. Weitere Schlüsselfaktoren für den Erfolg von Specialty Materials sind anspruchsvolle chemische Prozesse und Verfahren, die Evonik über Jahrzehnte hinweg konsequent weiterentwickelt hat. Dies gilt insbesondere für die integrierte C4-Technologieplattform, wo C4- Schnitt zu Spezialitäten veredelt wird. Bei Wasserstoffperoxid hat sich Specialty Materials durch seine Innovationskraft – Paradebeispiel ist der Hydrogen-Peroxide-to-Propylene-Oxide-Prozess (HPPO) - neue Wachstumsmärkte eröffnet. Darüber hinaus produziert das Segment Alkoholate, die als Katalysatoren in der Biodieselproduktion Verwendung finden. Wesentliche Industrien, die das Segment beliefert, sind Kunststoffe, Lacke und Farben, Automobil sowie Luftfahrt. Aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften kommen die Produkte des Segments zudem in Architektur- und Design-Anwendungen zum Einsatz.

(d) Services

Das Segment Services umfasst im Wesentlichen die Site Services und die Evonik Business Services. Es erbringt seine Dienstleistungen vor allem für die operativen Chemiegeschäfte und das Corporate Center sowie in geringerem Umfang auch für Dritte.

In der Einheit Site Services sind standortübergreifend Infrastrukturdienstleistungen - wie Ver- und Entsorgung, Logistik oder Anlagenmanagement – gebündelt. Die Evonik Business Services unterstützen die operativen Chemiegeschäfte und das Corporate Center mit konzernweit standardisierten kaufmännischen Dienstleistungen unter anderem auf den Gebieten IT, Personal, Rechnungswesen oder Recht.

(e) Real Estate

Das Segment Real Estate, das Evonik mittelfristig vollständig abgeben will, konzentriert sich auf die Vermietung von Wohnraum an private Haushalte in Nordrhein-Westfalen. Es umfasst neben dem eigenen Wohnungsbestand von Evonik auch einen 50-prozentigen Anteil an der THS. Seit dem 1. Januar 2012 haben Evonik und THS die Bewirtschaftung ihres Wohnungsbestands in dem Gemeinschaftsunternehmen Vivawest Wohnen gebündelt.

(f) Corporate, andere Aktivitäten, Konsolidierung

Hier werden das Corporate Center, die strategische Konzernforschung und -entwicklung, die 49-prozentige Beteiligung an der STEAG sowie die keinem Berichtssegment zugeordneten Konzernaktivitäten dargestellt. Außerdem sind hierin die stillen Reserven und Lasten und der Geschäfts- oder Firmenwert aus den früheren Erwerben von Anteilen an der Evonik Degussa sowie die intersegmentären Konsolidierungseffekte enthalten.

(9.2) Berichterstattung nach Regionen

Die Berichterstattung nach Regionen folgt geografischen Kriterien, die unter Anhangziffer (9.3) im Einzelnen weiter ausgeführt sind.

(9.3) Erläuterung der Segmentkennzahlen

Die Segmentkennzahlen ergeben sich aus den konsolidierten Werten der einbezogenen Gesellschaften sowie den Konsolidierungseffekten, die auf Konzernebene entstanden sind und den Segmenten zugeordnet werden können. Hierbei handelt es sich insbesondere um Firmenwerte, stille Reserven und Lasten sowie um hieraus resultierende Ergebnisauswirkungen. Im Folgenden werden die Segmentkennzahlen erläutert:

Der Außenumsatz spiegelt den Umsatz der Segmente mit Konzernexternen wider. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden als Innenumsatz ausgewiesen und grundsätzlich zu Marktpreisen oder nach der Kostenaufschlagsmethode verrechnet.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Gesamtumsätze aller berichtspflichtigen Segmente zu den Umsatzerlösen des Konzerns:

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in Millionen € 2011 2010
Gesamtumsatz der Berichtssegmente 16.090 14.795
Gesamtumsatz der anderen operativen Aktivitäten 389 293
Konsolidierungen -1.939 -1.788
Gesamtumsatz Corporate, andere Aktivitäten, Konsolidierung -1.550 -1.495
Außenumsatz des Konzerns 14.540 13.300

Der größere Teil der Gesamtumsätze der anderen operativen Aktivitäten wurde durch konzerninterne Leistungen erwirtschaftet und betraf im Wesentlichen das Energie-Management.

Die Außenumsätze nach Ländern werden entsprechend dem Standort der Kunden segmentiert. Sie teilen sich wie folgt auf:

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in Millionen € 2011 2010
Deutschland 3.784 3.445
USA 2.395 2.167
China 829 736
Schweiz 756 456
Frankreich 511 463
Niederlande 487 513
Italien 428 380
Japan 427 395
Sonstige Länder 4.923 4.745
Außenumsatz des Konzerns 14.540 13.300

Der Vorstand der Evonik Industries AG nutzt zur internen Unternehmenssteuerung die Spitzenkennzahl EVA® (Economic Value Added). EVA® gibt den Wertbeitrag an, der über die Kapitalkosten hinaus mit dem eingesetzten Kapital verdient wurde. Da das EBIT (vor Sondereinflüssen) als operative Ergebnisgröße in die Berechnung der Kennzahl EVA® einfließt, stellt es für die interne Steuerung die entscheidende Ergebnisgröße dar.

Als weitere interne Steuerungsgröße zur Messung der operativen Leistung wird dem Vorstand der Evonik Industries AG die Ergebnisgröße EBITDA (vor Sondereinflüssen) berichtet.

Das EBIT (vor Sondereinflüssen) stellt die wesentliche von der jeweiligen Segmentführung beeinflussbare Ergebnisgröße dar. Es beinhaltet das operative Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und neutralem Ergebnis (im Weiteren auch kurz: EBIT).

Bei der Ermittlung des EBITDA (vor Sondereinflüssen) wird das EBIT um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen bereinigt, die nicht bereits Bestandteil des neutralen Ergebnisses sind (im Weiteren auch kurz: EBITDA). Aus dem Verhältnis des EBITDA zum Außenumsatz ergibt sich die EBITDA-Marge.

Die Abschreibungen zeigen die planmäßige Verteilung des Werteverzehrs der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien über deren geschätzte Nutzungsdauer.

Das Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen entspricht dem in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellten Ergebnis, das aus diesen Beteiligungen erzielt wird, vgl. Anhangziffer (6.5).

Die folgende Tabelle stellt die Beziehung zwischen den internen Steuerungsgrößen EBITDA und EBIT und der externen Ergebnisgröße Ergebnis vor Ertragsteuern der fortgeführten Aktivitäten her:

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in Millionen € 2011 2010
EBITDA 2.768 2.365
Abschreibungen, Wertminderungen/Wertaufholungen -750 -809
Neutrale Wertminderungen/Wertaufholungen 81 83
EBIT 2.099 1.639
Neutrales Ergebnis -175 -236
Zinsergebnis -381 -428
Ergebnis vor Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten 1.543 975

Im neutralen Ergebnis werden Geschäftsvorfälle aus Sondereinflüssen berücksichtigt, die für Zwecke der internen Steuerung nach ihrem Vorkommen einmalig bzw. selten und für die Beurteilung der Ertragslage wesentlich sind. Im Berichtsjahr belief sich das neutrale Ergebnis auf -175 Millionen € (Vorjahr: -236 Millionen €).

Wesentliche neutrale Aufwendungen des Berichtsjahres betrafen Aufwendungen und Wertminderungen im Zusammenhang mit Unternehmensverkäufen, Wertminderungen auf Sachanlagen sowie Restrukturierungsaufwendungen. Darüber hinaus waren hier auch neutrale Aufwendungen und Erträge aus der Bilanzierung der Put-Option und der Call-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG enthalten.

Im Vorjahr waren hier im Wesentlichen neutrale Aufwendungen für Pensionen in Großbritannien, Wertminderungen auf Vermögenswerte, das Effizienzsteigerungsprogramm On Track und Restrukturierungen enthalten.

Die Überleitung vom EBIT aller berichtspflichtigen Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern der fortgeführten Aktivitäten des Konzerns stellt sich wie folgt dar:

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in Millionen € 2011 2010
EBIT der Berichtssegmente 2.503 2.059
EBIT der anderen operativen Aktivitäten -25 2
EBIT Corporate Center und Corporate-Aktivitäten -334 -322
Konsolidierungen -45 -100
EBIT Corporate, andere Aktivitäten, Konsolidierungen -404 -420
EBIT des Konzerns 2.099 1.639
Neutrales Ergebnis -175 -236
Zinsergebnis -381 -428
Ergebnis vor Ertragsteuern fortgeführter Aktivitäten 1.543 975

Das Capital Employed stellt als Nettogröße das betriebsnotwendige Vermögen der Berichtssegmente dar. Es wird berechnet, indem zunächst die Summe aus immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, Beteiligungen, Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, betrieblich notwendigen finanziellen Vermögenswerten, bestimmten Beträgen für zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte und den übrigen unverzinslichen Vermögenswerten ermittelt wird und davon die unverzinslichen Rückstellungen, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen unverzinslichen Verbindlichkeiten abgezogen werden.

Als weitere wesentliche interne Steuerungsgröße des Unternehmens wird die Kapitalrendite Return on Capital Employed (ROCE) verwendet. Sie wird ermittelt, indem die Ergebnisgröße EBIT in das Verhältnis zum eingesetzten Kapital (Capital Employed) gesetzt wird. Zur Glättung von Stichtagseffekten wird das Capital Employed für die Kennzahlenermittlung mit dem Durchschnittswert angesetzt.

Als Sachinvestitionen werden die Zugänge der Berichtsperiode zu immateriellen Vermögenswerten (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung), Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien dargestellt. Zugänge aufgrund von Veränderungen des Konsolidierungskreises werden nicht berücksichtigt. Die Sachinvestitionen nach Regionen werden entsprechend dem Standort der Tochterunternehmen segmentiert.

Als Finanzinvestitionen werden die Zugänge der Berichtsperiode zu at Equity bilanzierten Unternehmen, übrigen Beteiligungen, langfristigen Ausleihungen sowie langfristigen Wertpapieren und wertpapierähnlichen Ansprüchen dargestellt. Der Erwerb von Tochterunternehmen wird im Jahr des Zugangs als Finanzinvestition ausgewiesen (einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung). Die Finanzinvestitionen nach Regionen werden entsprechend dem Standort der Tochterunternehmen segmentiert.

Unter der Position „Andere wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge“ werden vor allem Wertminderungen, Wertaufholungen, Zuführungen zu und Auflösungen von Rückstellungen sowie Auflösungen von Rechnungsabgrenzungsposten erfasst.

Die Anzahl der Mitarbeiter wird zum Bilanzstichtag erhoben. Angegeben werden die Mitarbeiter nach Kopfzahl. Teilzeitbeschäftigte werden bei Zählung nach Kopfzahl mit ihrer Gesamtzahl einbezogen. Die Anzahl der Mitarbeiter nach Regionen wird entsprechend dem Standort der Tochterunternehmen segmentiert.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen sowie als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden nach Standort der Tochterunternehmen segmentiert. Zusammengefasst ergeben diese Vermögenswerte das langfristige Vermögen gemäß IFRS 8 „Operating Segments“ (vgl. IFRS 8.33 b). Die folgende Tabelle zeigt den Standort des im Konzern eingesetzten langfristigen Vermögens nach Ländern:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Deutschland 5.924 6.174
USA 792 816
China 590 543
Belgien 494 506
Sonstige Länder 1.373 1.430
Langfristige Vermögenswerte 9.173 9.469

(10) Weitere Angaben

(10.1) Erfolgsabhängige Vergütungen

Das Vergütungssystem von Evonik beinhaltet neben Grundvergütung und Short Term Incentives auch langfristige Komponenten, den Long-Term-Incentive-Plan für Konzernführungskräfte (Evonik LTI-Plan) sowie den Long-Term-Incentive-Plan für obere Führungskräfte des früheren Evonik Degussa-Konzerns (Evonik Degussa LTI-Plan). Es handelt sich dabei um LTI-Pläne, deren Werte nicht an die Wertentwicklung der Aktien gebunden sind, sondern auf der Grundlage definierter betriebswirtschaftlicher Kennzahlen berechnet werden. Beide LTI-Pläne werden als langfristige Vergütungskomponente unter Anwendung von IAS 19 „Employee Benefits" bilanziert und unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

(a) Evonik LTI-Plan für Mitglieder des Vorstandes der Evonik Industries AG

Der Evonik LTI-Plan wurde den Vorstandsmitgliedern erstmals im Jahr 2008 durch den Aufsichtsrat der Evonik Industries AG gewährt. Die Laufzeit des LTI-Plans erstreckt sich über einen fünfjährigen Performance-Zeitraum, Beginn ist der 1. Januar des Ausgabejahres. Die Werthaltigkeit des LTI-Plans hängt davon ab, wie sich der aus der Kennzahl EBITDA abgeleitete fiktive Equity Value von Evonik innerhalb des Performance-Zeitraums entwickelt.

Ausgangswert für die Ermittlung der Wertsteigerung ist der fiktive Equity Value zum 31. Dezember des dem Ausgabejahr vorhergehenden Jahres. Die tatsächliche Steigerung gegenüber dem Ausgangswert wird mit der vom Aufsichtsrat der Evonik Industries AG verabschiedeten Mittelfristplanung des Ausgabejahres verglichen. Falls nach fünf Jahren der in der Mittelfristplanung festgelegte fiktive Equity Value mit einem festgelegten Prozentsatz erreicht oder überschritten wird, wird ein Geldbetrag aus dem LTI-Plan ausgezahlt. Die Auszahlungshöhe bemisst sich am individuell gewährten Zielwert und an dem Verhältnis zwischen tatsächlicher und geplanter Zielerreichung. Die erstmalige Ausschüttung für aktive Vorstände findet demnach im Jahr 2013 statt. Bei vorzeitig ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern ist lediglich eine Wartezeit von drei Jahren einzuhalten. Insofern waren im Jahr 2011 für die im Jahr 2008 bzw. 2009 ausgeschiedenen Vorstände 2 Millionen € Auszahlungen für den LTI-Plan 2008 fällig und ausgezahlt worden. Für die Evonik LTI-Pläne 2008 bis 2011 bestand zum 31. Dezember 2011 eine Rückstellung in Höhe von 4 Millionen €; die Vorjahreswerte waren im LTI-Plan für Konzernführungskräfte zum 31. Dezember 2010 enthalten.

(b) Evonik LTI-Plan für Konzernführungskräfte

Der Evonik LTI-Plan wurde den vom Vorstand benannten Konzernführungskräften erstmals im Jahr 2008 durch die Evonik Industries AG gewährt. Die Laufzeit des LTI-Plans erstreckt sich über einen dreijährigen Performance-Zeitraum, Beginn ist der 1. Mai des Ausgabejahres. Die Werthaltigkeit des LTI-Plans hängt davon ab, wie sich der aus der Kennzahl EBITDA abgeleitete fiktive Equity Value von Evonik innerhalb des Performance-Zeitraums entwickelt. Ab dem Jahr 2010 war als zusätzliches Ziel die Erreichung des mittelfristig aufgestellten EVA®-Budgets hinzugekommen.

Ausgangswert für die Ermittlung der Wertsteigerung ist der fiktive Equity Value zum 31. Dezember des dem Ausgabejahr vorhergehenden Jahres. Die tatsächliche Steigerung gegenüber dem Ausgangswert wird mit der vom Aufsichtsrat der Evonik Industries AG verabschiedeten Mittelfristplanung des Ausgabejahres verglichen. Falls nach drei Jahren der in der Mittelfristplanung festgelegte fiktive Equity Value mit einem festgelegten Prozentsatz erreicht oder überschritten wird, wird ein Geldbetrag aus dem LTI-Plan ausgezahlt. Die Auszahlungshöhe bemisst sich am individuell gewährten Zielwert und an dem Verhältnis zwischen tatsächlicher und geplanter Zielerreichung. Gemäß Planbedingungen ist der LTI-Plan 2008 im Jahr 2011 in Höhe von 8 Millionen € regulär ausgeübt worden. Zusätzlich lag für die Konzernführungskräfte des ehemaligen Geschäftsfelds Energie der Sachverhalt eines Change-in-Control-Falles vor, wodurch den hiervon betroffenen Personen die LTI-Pläne 2008 bis 2010 in Höhe von 2 Millionen € anteilig ausgezahlt wurden.

Für die Evonik LTI-Pläne bestand zum Bilanzstichtag eine Rückstellung von 24 Millionen € (Vorjahr: 24 Millionen €; inklusive Vorjahreswerten für Vorstandsmitglieder).

(c) Evonik Degussa LTI-Plan

Im Rahmen des Evonik Degussa LTI-Plans wurden den Mitgliedern der Geschäftsführung der Evonik Degussa GmbH und den rund 190 oberen Führungskräften (Executives) des früheren Evonik Degussa-Konzerns für die Jahre 2003 bis 2006 sogenannte Performance-Optionen angeboten. Für den LTI-Plan wurden die Kennzahlen ROCE und EBITDA für Evonik Degussa als Bemessungsgrößen gewählt. Da für Evonik Degussa letztmalig für das Geschäftsjahr 2007 ein Konzernabschluss erstellt wurde, wurden diese Kennzahlen nun näherungsweise bestimmt.

Die einzelnen LTI-Pläne 2003 bis 2006 hatten jeweils eine Laufzeit von fünf Jahren. Die fünfjährige Laufzeit war unterteilt in eine anfängliche Wartefrist von zwei Jahren, innerhalb derer die Performance-Optionen nicht ausgeübt werden durften, und einen Ausübungszeitraum von drei Jahren mit insgesamt vier Ausübungsfenstern. Durch Zeitablauf waren die LTI-Pläne 2003 bis 2006 inzwischen geschlossen.

Die im Rahmen des Evonik Degussa LTI-Plans 2006 zugeteilten Performance-Optionen entwickelten sich wie folgt:

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Anzahl LTI-Plan 2006
Bestand zum 01.01.2011 95.687
Ausgegeben -
Ausgeübt -95.687
Verfallen -
Bestand zum 31.12.2011 -

Damit die Performance-Optionen ausgeübt werden konnten, musste zunächst ein bestimmter ROCE-Zielwert für Evonik Degussa überschritten werden. Überstieg der ROCE diese Ausübungshürde, so entwickelte sich die Anzahl der ausübbaren Performance-Optionen in Relation zu dem erzielten ROCE-Wert. Die Festlegung der heranzuziehenden Berechnungsformel orientierte sich an den Kapitalkosten für Evonik Degussa und wurde für jeden LTI-Plan neu definiert.

Anhand des EBITDA wurde berechnet, welchen Wert die ausübbaren Performance-Optionen hatten. Die EBITDA-Entwicklung von Evonik Degussa musste mindestens der durchschnittlichen Entwicklung dieser Ergebnisgröße bei den festgelegten Peergroup-Unternehmen entsprechen, damit die Performance-Optionen werthaltig waren. Wurde dieses Niveau überschritten, so entwickelte sich der Wert der Performance-Optionen in Abhängigkeit von der erzielten EBITDA-Outperformance von Evonik Degussa gegenüber der Peergroup.

Die Rückstellung für den LTI-Plan betrug im Vorjahr 7 Millionen €. Der LTI-Plan 2006 konnte in seinem letzten Ausübungsfenster vollständig ausgeübt werden und die Rückstellung aus dem Vorjahr wurde in Anspruch genommen.

(10.2) Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente

Nettoergebnisse der Finanzinstrumente

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge und Aufwendungen bzw. Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten sind als Nettoergebnisse je Bewertungskategorie des IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“ darzustellen:

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in Millionen € Nettoergebnisse je Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte Ausleihungen und Forderungen Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten
2011
Ergebnis aus dem Abgang 2 - - - - 2
Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten - - 273 -287 - -14
Wertminderungen/Wertaufholungen - -14 - - - -14
Zinsergebnis 6 18 - - -177 -153
Ergebnis aus übrigen Beteiligungen 4 - - - - 4
12 4 273 -287 -177 -175

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in Millionen € Nettoergebnisse je Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte Ausleihungen und Forderungen Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten
2010
Ergebnis aus dem Abgang -1 - - - - -1
Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten - - 374 -451 - -77
Wertminderungen/Wertaufholungen -4 -15 - - - -19
Zinsergebnis -2 -7 - - -171 -180
Ergebnis aus übrigen Beteiligungen 5 - - - - 5
-2 -22 374 -451 -171 -272

Die Position „Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten“ beinhaltet nicht die Ergebnisse aus derivativen Finanzinstrumenten, die im Rahmen des Hedge Accounting bilanziert werden.

Auf Finanzinstrumente, die nicht der Kategorie „zu Handelszwecken gehalten“ zugeordnet wurden, entfielen unter Berücksichtigung der Zinsaufwendungen und -erträge aus Finanzierungsleasing 24 Millionen € (Vorjahr: 9 Millionen €) Zinserträge und 177 Millionen € (Vorjahr: 171 Millionen €) Zinsaufwendungen. Des Weiteren enthält das Zinsergebnis wie im Vorjahr keine Zinserträge aus dem wertgeminderten Teil von finanziellen Vermögenswerten bzw. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die in den Anwendungsbereich des IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ fallen, sind entsprechend ihrer zugrunde liegenden Charakteristika in Gruppen (Klassen) zusammenzufassen. Bei Evonik orientieren sich die Klassen an der bestehenden Untergliederung der Bilanzposten. Die Buchwerte der Klassen sind je Bewertungskategorien des IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“ darzustellen und werden auf die Buchwerte der Bilanzposten übergeleitet. Keiner Bewertungskategorie zugeordnete Finanzinstrumente werden gesondert dargestellt. Zusätzlich werden die beizulegenden Zeitwerte der Klassen zum Bilanzstichtag ausgewiesen.

Die folgende Übersicht zeigt die Überleitung der finanziellen Vermögenswerte:

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in Millionen € Buchwerte je Bewertungskategorie 31.12.11
Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte Ausleihungen und Forderungen Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte Keiner Kategorie zugeordnet Buchwert Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte 543 86 110 4 743 743
Übrige Beteiligungen 46 - - - 46 46
Ausleihungen - 78 - - 78 78
Wertpapiere und wertpapierähnliche Ansprüche 497 - - - 497 497
Forderungen aus Finanzierungsleasing - - - 1 1 1
Forderungen aus Derivaten - - 110 3 113 113
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - 8 - - 8 8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 1.711 - - 1.711 1.711
Flüssige Mittel - 1.609 - - 1.609 1.609
543 3.406 110 4 4.063 4.063

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in Millionen € Buchwerte je Bewertungskategorie 31.12.10
Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte Ausleihungen und Forderungen Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte Keiner Kategorie zugeordnet Buchwert Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte 475 51 39 27 592 592
Übrige Beteiligungen 45 - - - 45 45
Ausleihungen - 41 - - 41 41
Wertpapiere und wertpapierähnliche Ansprüche 430 - - - 430 430
Forderungen aus Finanzierungsleasing - - - - - -
Forderungen aus Derivaten - - 39 27 66 66
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - 10 - - 10 10
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 1.826 - - 1.826 1.826
Flüssige Mittel - 1.103 - - 1.103 1.103
475 2.980 39 27 3.521 3.521

Die folgende Übersicht zeigt die Überleitung der finanziellen Verbindlichkeiten:

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in Millionen € Buchwerte je Bewertungskategorie 31.12.11
Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten Keiner Kategorie zugeordnet Buchwert Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten 158 2.879 110 3.147 3.436
Anleihen - 1.860 - 1.860 1.987
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 872 - 872 1.034
Kredite von Nichtbanken - 80 - 80 82
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing - - 28 28 26
Verbindlichkeiten aus Derivaten 158 - 82 240 240
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - 67 - 67 67
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 1.086 - 1.086 1.086
158 3.965 110 4.233 4.522

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in Millionen € Buchwerte je Bewertungskategorie 31.12.10
Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten Keiner Kategorie zugeordnet Buchwert Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten 33 3.164 25 3.222 3.520
Anleihen - 2.030 - 2.030 2.151
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 999 - 999 1.171
Kredite von Nichtbanken - 58 - 58 63
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing - - 9 9 9
Verbindlichkeiten aus Derivaten 33 - 16 49 49
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - 77 - 77 77
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 1.088 - 1.088 1.088
33 4.252 25 4.310 4.608

Der Teil der derivativen Finanzinstrumente, der im Rahmen des Hedge Accounting bilanziert wurde, ist keiner Kategorie des IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“ zugeordnet.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die in der Bilanz mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst wurden, erfolgte auf Grundlage der für die Bewertung verwendeten Daten nach einer dreistufigen Hierarchie:

Stufe 1: Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt

Stufe 2: Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt für ähnliche Finanzinstrumente oder andere Bewertungstechniken auf Basis beobachtbarer Marktdaten

Stufe 3: Bewertungstechniken, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren

Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der beizulegenden Zeitwerte zu den Stufen der Hierarchie:

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in Millionen € Beizulegender Zeitwert ermittelt nach 31.12.11
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte 497 11 102 610
Wertpapiere und wertpapierähnliche Ansprüche 497 - - 497
Forderungen aus Derivaten - 11 102 113
Finanzielle Verbindlichkeiten - -158 -82 -240
Verbindlichkeiten aus Derivaten - -158 -82 -240

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in Millionen € Beizulegender Zeitwert ermittelt nach 31.12.10
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte 430 66 - 496
Wertpapiere und wertpapierähnliche Ansprüche 430 - - 430
Forderungen aus Derivaten - 66 - 66
Finanzielle Verbindlichkeiten - -49 - -49
Verbindlichkeiten aus Derivaten - -49 - -49

Die in der Stufe 3 gezeigten beizulegenden Zeitwerte resultieren aus der Bewertung der Put-Option und der Call-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG. Diese Optionen werden mit einem Binomialmodell bewertet. Die Einbuchung am 2. März 2011 erfolgte mit 209 Millionen € für die Put-Option und -125 Millionen € für die Call-Option. Eine Sensitivitätsanalyse zu den Derivaten der Stufe 3 ist im Abschnitt „Marktrisiko“ dargestellt.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die nicht mit ihrem beizulegenden Zeitwert in der Bilanz erfasst wurden, stellt sich wie folgt dar:

Die langfristigen Forderungen wurden auf Basis verschiedener Parameter bewertet. Bei erwarteten Forderungsausfällen wurden entsprechende Wertminderungen erfasst. Demnach entsprach der Nettobuchwert dieser Forderungen annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert. Bei Ausleihungen, Forderungen aus Finanzierungsleasing, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Krediten von Nichtbanken sowie Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing wurde der beizulegende Zeitwert unter der Annahme einer Bewertung zum risikolosen Zinssatz ermittelt. Der beizulegende Zeitwert der Anleihe stellte deren Börsenkurs zum Bilanzstichtag dar. In allen anderen Fällen entsprachen die beizulegenden Zeitwerte der bilanzierten Finanzinstrumente deren Buchwerten zum Bilanzstichtag.

Nominalvolumen der Derivate

Das Nominalvolumen entsprach bei Devisen-Derivaten dem in Euro umgerechneten gesicherten Fremdwährungsvolumen, bei Zins-Derivaten der Summe der über die Laufzeit abgesicherten Grundgeschäfte und bei Commodity-Derivaten den in Euro umgerechneten gesicherten Anschaffungskosten. Das Nominalvolumen der eingebetteten Derivate entsprach je nach Art des eingebetteten Derivats einer der oben genannten Definitionen über das Nominalvolumen.

Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Gesamt davon kurzfristig davon langfristig Gesamt davon kurzfristig davon langfristig
Devisen-Derivate 3.286 3.252 34 3.785 3.702 83
Zins-Derivate 59 1 58 - - -
Commodity-Derivate 31 18 13 33 24 9
3.376 3.271 105 3.818 3.726 92

Das Nominalvolumen der Put-Option und der Call-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG ist abhängig von einer im Optionsvertrag festgelegten Formel und beträgt aus Sicht des aktuellen Bilanzstichtags 498 Millionen €.

Sofern die Voraussetzungen für eine Bilanzierung im Rahmen des Hedge Accounting erfüllt waren, wurden Devisen-, Zins- und Commodity-Derivate als Fair Value Hedge, Cashflow-Hedge oder Hedge of a Net Investment bilanziert.

Hedge Accounting

Im Berichtsjahr wurden folgende wesentliche Sicherungstransaktionen im Rahmen des Hedge Accounting abgebildet:

(a) Fair Value Hedge Accounting

Bis zum August 2009 wurde die im November 2003 von der Evonik Degussa GmbH emittierte 1.250 Millionen € Anleihe durch Receiver-Zinsswaps mit einem Volumen von 750 Millionen € und einer Laufzeit bis 2013 gesichert. Zum Zeitpunkt der Auflösung der Sicherung betrugen die im Rahmen des Fair Value Hedge auf der Anleihenposition angesammelten Erträge aus dem effektiven Teil der Sicherung 60 Millionen €. Diese werden nach der Effektivzinsmethode über die Restlaufzeit der Anleihe in das Zinsergebnis aufgelöst. Die auf das Jahr 2011 entfallende Auflösung betrug 17 Millionen € (Vorjahr: 13 Millionen €), wovon 4 Millionen € auf den teilweisen Rückerwerb der Anleihe Ende 2011 entfiel.

(b) Cashflow-Hedge-Accounting

Zum Bilanzstichtag waren geplante Fremdwährungsumsätze im Gegenwert von rund 1.038 Millionen € (Vorjahr: 997 Millionen €) bis Ende 2012 mittels Devisentermingeschäften gegen Währungskursschwankungen gesichert. Der ins Hedge Accounting einbezogene beizulegende Zeitwert der Sicherungsinstrumente betrug 67 Millionen € (Vorjahr: 11 Millionen €). Darüber hinaus wurde das Fremdwährungsrisiko von geplanten Sachanlagenkäufen in Höhe eines Nominalvolumens von 27 Millionen € (Vorjahr: keine) gesichert; der Marktwert dieser Derivate lag zum Bilanzstichtag nahe null.

Gegen Ende des Jahres 2011 sicherte Evonik im Rahmen von sukzessiven Teilsicherungen das für das Jahr 2013 erwartete hochwahrscheinliche Refinanzierungsvolumen bis zu einer Höhe von 500 Millionen € gegen das Zinsänderungsrisiko ab. Zum Bilanzstichtag bestand durch den Kauf eines Forward-Starting-Payer-Zinsswap eine erste Sicherungstranche in Höhe von 50 Millionen €, die einen Marktwert nahe null hatte.

Das Preisrisiko aus geplanten Rohstoffeinkäufen war zum Jahresende 2011 mittels Commodity Swaps mit einem beizulegenden Zeitwert von -11 Millionen € (Vorjahr: -5 Millionen €) bis in das Jahr 2013 gesichert.

Zum 31. Dezember 2010 waren bei der Evonik Industries AG Devisen-Derivate im Cashflow-Hedge-Accounting mit einem Marktwert von 4 Millionen € zur Sicherung des Währungsrisikos aus erwarteten hochwahrscheinlichen Transaktionen des ehemaligen Geschäftsfelds Energie bilanziert. Diese Kontrakte wurden im Rahmen der Entkonsolidierung des ehemaligen Geschäftsfelds Energie im Jahr 2011 übertragen bzw. glattgestellt. Die diesbezügliche Hedge-Rücklage wurde ebenso wie die auf Ebene der Energie-Gesellschaften für die dort durchgeführten Währungs- und Commodity-Sicherungen angesammelten Hedge-Rücklagen ausgebucht.

Der Nachweis der Effektivität der jeweiligen Sicherungsbeziehungen erfolgte über die Dollar-Offset-Methode, den Critical Term Match, die hypothetische Derivate-Methode, die Regressionsanalyse und Sensitivitätsanalysen. Seit dem Geschäftsjahr 2009 wird bei der Sicherung von Währungsrisiken aus hochwahrscheinlichen Transaktionen durch Devisentermingeschäfte grundsätzlich die Spot-Komponente als Sicherungsgegenstand einbezogen. Als ineffektiver Teil aus der Bewertung von Cashflow-Hedges war wie im Vorjahr nur ein geringfügiger Betrag ergebniswirksam zu erfassen.

(c) Hedge of a Net Investment

Seit März 2010 erfolgt eine rollierende Sicherung von Tochterunternehmen in Großbritannien gegen das Fremdwährungsrisiko. Die Laufzeit der Sicherungskontrakte beträgt dabei ein bis zwei Monate. Zum 31. Dezember 2011 betrug das Sicherungsvolumen wie im Vorjahr 76 Millionen £. Der beizulegende Zeitwert der ausstehenden Sicherungskontrakte lag wie im Vorjahr nahe null. Vom Beginn der Sicherungen im März 2010 bis zum Bilanzstichtag wurden durch die rollierenden Sicherungen insgesamt 7 Millionen € (Vorjahr: 4 Millionen €) Aufwendungen in die Hedge-Rücklage eingestellt.

Bis zur Entkonsolidierung des ehemaligen Geschäftsfelds Energie wurde bei der Evonik Industries AG das anteilige Eigenkapital der ausländischen Kraftwerksgesellschaften rollierend mit Devisen-Derivaten gegen das Wechselkursrisiko gesichert. Zum Vorjahresende betrug das Sicherungsvolumen 183 Millionen US-$ mit Laufzeiten bis März 2015. Der zugehörige beizulegende Zeitwert der ausstehenden Sicherungsinstrumente lag nahe null. In der Rücklage aus Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen waren zum Vorjahresende 73 Millionen € Erträge angesammelt, die im Rahmen der Entkonsolidierung ausgebucht wurden.

Finanzwirtschaftliches Risikomanagement

Evonik ist als international operierendes Unternehmen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanziellen Risiken ausgesetzt. Ein wesentliches Ziel der Unternehmenspolitik ist die Begrenzung von Markt-, Liquiditäts- und Ausfallrisiken sowohl für den Unternehmenswert als auch für die Ertragskraft des Konzerns, um negative Cashflow- und Ergebnisschwankungen weitgehend einzudämmen, ohne auf Chancen aus positiven Marktentwicklungen zu verzichten. Zu diesem Zweck wurde ein systematisches Finanz- und Risikomanagement etabliert. Die Steuerung der Zins- und Währungsrisiken erfolgt zentral bei Evonik. Commodity-Risiken werden von den Geschäftsbereichen des Konzerns erfasst und dort im Rahmen bestehender Konzernrichtlinien durch Termingeschäfte abgesichert.

Zur Reduzierung von finanziellen Risiken wurden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Sie standen ausschließlich im Zusammenhang mit den korrespondierenden Grundgeschäften aus der originären unternehmerischen Tätigkeit, die ein dem Sicherungsgeschäft gegenläufiges Risikoprofil aufwiesen. Im Bereich des Zins- und Währungsmanagements handelte es sich um marktübliche Produkte wie Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte, Zins- und Währungsswaps sowie Zinscollars. Zur Absicherung von Commodity¬Risiken für Kohle, Gas, Strom und Öl kamen Termingeschäfte zum Einsatz. Die Versorgung mit Emissionszertifikaten zur Erfüllung der Abgabeverpflichtung nach § 6 TEHG wurde durch EUA-CER-Swaps, EUA- bzw. CER-Termingeschäfte sowie Pensionsgeschäfte abgesichert.

(a) Marktrisiko

Das Marktrisiko kann grundsätzlich in Währungs-, Zinsänderungs- und Commodity-Risiken unterteilt werden:

Währungsrisiken entstehen sowohl auf der Einkaufsseite durch den Bezug von Rohstoffen als auch auf der Verkaufsseite durch den Absatz von Endprodukten in Währungen, die nicht der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft entsprechen. Ziel des Währungsmanagements ist es, das operative Geschäft dieser Gesellschaften gegen Ergebnis- und Cashflow-Schwankungen infolge von Kursänderungen gegenüber diesen Währungen abzusichern. Gegenläufige Effekte aus der Ein- und Verkaufsseite werden hierbei mit berücksichtigt. Ein danach noch verbleibender Teil der Währungsrisiken im Konzern besteht überwiegend aus der Kursentwicklung des Euro zum US-Dollar und wird prinzipiell im Rahmen eines Portfolioansatzes bei der Evonik Industries AG gesichert.

Ziel des Zinsmanagements ist es, das Konzernergebnis gegen negative Auswirkungen aus Schwankungen der Marktzinssätze zu schützen. Die Risikosteuerung erfolgt durch den Einsatz von originären und derivativen Finanzinstrumenten. Hierdurch wird ein unter Berücksichtigung von Kosten-Risiko-Aspekten angemessenes Verhältnis aus festen (mit einer Zinsbindung von länger als einem Jahr) und variablen (mit einer Zinsbindung von weniger als einem Jahr) Zinssätzen erzielt. Zum Bilanzstichtag waren 93 Prozent (Vorjahr: 97 Prozent) der originären Finanzinstrumente durch Festzinsvereinbarungen gesichert.

Zur Messung der Marktrisiken im Währungs- und Zinsbereich wurden zum 31. Dezember 2011 mehrere Szenarioanalysen durchgeführt.

Für den Währungsbereich wurden die Wechselkurse der für Evonik wichtigsten Währung USD um jeweils 5 Prozent bzw. 10 Prozent sowie um die jeweilige Standardabweichung verändert. Damit sollte ein möglicher Wertverlust für originäre und derivative Finanzinstrumente simuliert werden. In der Analyse des Vorjahres waren aufgrund des Portfolioansatzes die Sicherungsgeschäfte für das ehemalige Geschäftsfeld Energie enthalten. Es ergaben sich folgende Szenarien:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Ergebniseffekt Eigenkapitaleffekt Ergebniseffekt Eigenkapitaleffekt
+ 5 % -26 -45 -27 -43
-5% 26 45 27 43
+ 10 % -53 -90 -54 -85
-10% 53 90 54 86
+ Standardabweichung -5 -9 -5 -9
- Standardabweichung 5 9 5 9

Für den Zinsbereich wurden ebenfalls mehrere Szenarien simuliert. Hierbei handelte es sich um Verschiebungen der Zinsstrukturkurve bzw. der Zinssätze um jeweils 50, 100 und 150 Basispunkte. Diese Veränderungen bezogen sich auf alle Fremdwährungszinskurven sowie die Euro-Zinskurve. Damit sollte ein möglicher Wertverlust für originäre und derivative Finanzinstrumente simuliert werden. Das ehemalige Geschäftsfeld Energie war in der Analyse des Vorjahres nicht enthalten. Es ergaben sich folgende Szenarien:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Ergebniseffekt Eigenkapitaleffekt Ergebniseffekt Eigenkapitaleffekt
+ 50 Basispunkte 1 -1 - -
- 50 Basispunkte -1 1 - -
+ 100 Basispunkte 2 -2 -1 -
- 100 Basispunkte -2 1 1 -
+ 150 Basispunkte 3 -3 -1 -
- 150 Basispunkte -3 2 1 -

Commodity-Risiken resultierten aus Marktpreisänderungen von Rohstoffeinkäufen und –verkäufen sowie Stromeinkäufen und –verkäufen. Rohstoffeinkäufe wurden überwiegend zur Deckung des eigenen Bedarfs, im Bereich Kraftwerkskohle aber auch zum Weiterverkauf am Drittmarkt durchgeführt. Das Commodity-Management liegt in der Verantwortung der Geschäftsbereiche des Konzerns. Hier werden die Beschaffungsrisiken erfasst und wirksame risikominimierende Maßnahmen festgelegt. Preisvolatilitäten werden beispielsweise durch Preisgleitklauseln und Swapgeschäfte ausgeglichen. Für die Risikosituation des Konzerns sind die Verfügbarkeit sowie die Preisabhängigkeit von relevanten Rohstoffen sowie Vor- und Zwischenprodukten von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang ist für den Konzern die Abhängigkeit wichtiger Rohstoffpreise von Wechselkursen und dem Rohölpreis anzuführen. Die Preis- und Bezugsrisiken auf den Beschaffungsmärkten verringert der Konzern daneben durch weltweite Einkaufsaktivitäten sowie optimierte Verfahren zum Kauf zusätzlicher, sofort verfügbarer Rohstoffmengen. Außerdem wird bei verschiedenen Herstellungsverfahren die Verwendung von Ersatzrohstoffen geprüft und an der Entwicklung alternativer Produktionstechnologien gearbeitet.

Zur Absicherung von Beschaffungspreisrisiken wurden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Bei einer Erhöhung bzw. Verminderung der Rohstoffpreise von Erdöl oder Erdgas um 10 Prozent zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate von +2 Millionen € bzw. -2 Millionen € (Vorjahr: +3 Millionen € bzw. -3 Millionen €) ergeben. Die Ergebniseffekte waren sowohl für das Berichtsjahr als auch für das Vorjahr unwesentlich.

Zeitgleich mit dem Verkauf der 51 Prozent Anteile an der STEAG wurde mit KSBG auch eine Put-Option und eine Call-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG vereinbart. Intention dieser Optionen ist die Sicherung des Kaufpreises gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts der 49 Prozent Anteile an der STEAG bei gleichzeitiger Gewährleistung einer Flexibilität bezüglich des zukünftigen Verkaufszeitpunkts. Da für die Optionen und das abgesicherte Grundgeschäft keine Bewertungseinheit gebildet werden konnte, resultieren bilanzielle Risiken aus der durch die IFRS-Rechnungslegungsvorschriften gebotenen unterschiedlichen Behandlung von Optionen und zugrundeliegendem Grundgeschäft. Die Optionen werden brutto in den Forderungen und Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten sowie als neutrales Ergebnis in den Erträgen und Aufwendungen aus sonstigen Derivaten ausgewiesen. Die Bewertung der Optionen erfolgt mit Hilfe eines Binomialmodells, dessen zentrale Inputgrößen der formelbasierte Ausübungspreis der Optionen sowie eine Schätzung des beizulegenden Zeitwerts für die 49 Prozent der Anteile an der STEAG sind.

Zum 31. Dezember 2011 beträgt der ermittelte Nettowert aus den Optionen 20 Millionen €. Wäre der beizulegende Zeitwert der 49 Prozent Anteile an der STEAG am 31. Dezember 2011 um 10 Prozent niedriger gewesen, hätte sich der Nettowert aus den Optionen um 48 Millionen € erhöht und zu einem zusätzlichen Ertrag in Höhe von 48 Millionen € im neutralen Ergebnis geführt. Ein Anstieg des beizulegenden Zeitwerts der 49 Prozent Anteile an der STEAG um 10 Prozent hätte den Nettowert aus den Optionen um 49 Millionen € verringert und zu einem Aufwand von 49 Millionen € im neutralen Ergebnis geführt.

(b) Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko wird auf Basis der Geschäftsplanung gesteuert, um sicherzustellen, dass die erforderlichen Mittel zur Finanzierung des operativen Geschäfts und der laufenden und künftigen Investitionen in allen Konzerngesellschaften zeitgerecht und in der erforderlichen Währung zu optimalen Kosten zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Liquiditätsrisikomanagements wird der Liquiditätsbedarf aus dem operativen Geschäft, aus Investitionstätigkeiten sowie aus anderen finanziellen Maßnahmen in Form eines Finanzstatus und einer Liquiditätsplanung ermittelt. Nach Maßgabe der rechtlichen Möglichkeiten und der Wirtschaftlichkeit wird die vorhandene Liquidität über ein zentrales Cash-Management gepoolt. Durch das zentrale Liquiditätsrisikomanagement werden eine kostengünstige Fremdmittelaufnahme und ein vorteilhafter Finanzausgleich erreicht.

Seit dem 1. Januar 2011 wird die Nettofinanzverschuldung ohne Berücksichtigung von Verbindlichkeiten und Forderungen aus Derivaten berechnet; die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Demnach verfügte Evonik zum Bilanzstichtag über ein Finanzvermögen in Höhe von 2.063 Millionen € (Vorjahr: 1.496 Millionen €).

Im August 2011 refinanzierte Evonik vorzeitig den ursprünglich in drei Tranchen zu jeweils 500 Millionen € bis Juni 2012, 2013 bzw. 2015 laufenden syndizierten Kreditrahmen über insgesamt 1.500 Millionen € durch eine neue Kreditlinie. Auch die neue syndizierte Kreditlinie dient der Liquiditätssicherung des Konzerns und umfasst insgesamt 1.500 Millionen €. Sie ist in drei Tranchen zu jeweils 500 Millionen € mit einer Laufzeit bis August 2014, 2015 bzw. 2016 aufgeteilt. Dieser Kreditrahmen wurde im gesamten Jahr 2011 nicht in Anspruch genommen. Darüber hinaus existierten zugesagte bilaterale Rahmenvereinbarungen sowohl für das Kreditgeschäft in Höhe von 616 Millionen € (Vorjahr: 369 Millionen €) als auch für das Avalgeschäft über 322 Millionen € (Vorjahr: 447 Millionen €). Sie wurden zum Jahresende mit 221 bzw. 199 Millionen € (Vorjahr: 179 bzw. 258 Millionen €) in Anspruch genommen.

Nachfolgend sind die Restlaufzeiten der originären Finanzinstrumente basierend auf den vereinbarten Fälligkeitsterminen der Summe aus Zins- und Tilgungszahlungen dargestellt:

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in Millionen € Zahlungen fällig in 31.12.11
bis zu 1 Jahr über 1-3 Jahren über 3-5 Jahren über 5 Jahren
Finanzielle Verbindlichkeiten 393 2.237 127 844 3.601
Anleihen 109 2.004 - - 2.113
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 221 193 114 752 1.280
Kredite von Nichtbanken 19 18 6 60 103
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 5 9 5 10 29
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 39 13 2 22 76
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.086 - - - 1.086

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in Millionen € Zahlungen fällig in 31.12.10
bis zu 1 Jahr über 1-3 Jahren über 3-5 Jahren über 5 Jahren
Finanzielle Verbindlichkeiten 390 1.816 898 641 3.745
Anleihen 117 1.483 803 - 2.403
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 221 297 78 587 1.183
Kredite von Nichtbanken 18 15 4 32 69
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2 4 2 1 9
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 32 17 11 21 81
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.088 - - - 1.088

Der Konzern verstieß in Bezug auf seine finanziellen Verbindlichkeiten nicht gegen Zahlungsvereinbarungen.

Die folgende Restlaufzeitengliederung der Summe aus Zins- und Tilgungszahlungen bezieht sich auf derivative Finanzinstrumente mit positiven und negativen beizulegenden Zeitwerten. Die Tabelle zeigt die saldierten Zahlungsmittelzuflüsse und Zahlungsmittelabflüsse ohne die Liquiditätsauswirkungen aus der Put-Option und der Call-Option für die restlichen 49 Prozent der Anteile an der STEAG. Wird die Call-Option zum frühest möglichen Zeitpunkt am 1. Januar 2014 ausgeübt, so resultieren daraus aus heutiger Sicht ein Liquiditätszufluss in Höhe von 498 Millionen €. Da bei Devisen-Derivaten kein Nettoausgleich vereinbart wurde, erfolgt die Darstellung hier zusätzlich brutto:

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in Millionen € Zahlungen fällig in 31.12.11
bis zu 1 Jahr über 1-3 Jahren über 3-5 Jahren
Forderungen aus Derivaten 10 - - 10
Devisen-Derivate 10 - - 10
Zahlungsmittelzufluss 636 - - 636
Zahlungsmittelabfluss -626 - - -626
Commodity-Derivate - - - -
Verbindlichkeiten aus Derivaten -146 -4 - -150
Devisen-Derivate -138 -2 - -140
Zahlungsmittelzufluss 2.619 34 - 2.653
Zahlungsmittelabfluss -2.757 -36 - -2.793
Commodity-Derivate -8 -2 - -10

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in Millionen € Zahlungen fällig in 31.12.10
bis zu 1 Jahr über 1-3 Jahren über 3-5 Jahren
Forderungen aus Derivaten 68 2 - 70
Devisen-Derivate 67 2 - 69
Zahlungsmittelzufluss 1.745 52 - 1.797
Zahlungsmittelabfluss -1.678 -50 - -1.728
Commodity-Derivate 1 - - 1
Verbindlichkeiten aus Derivaten -44 -2 - -46
Devisen-Derivate -39 -1 - -40
Zahlungsmittelzufluss 1.960 14 13 1.987
Zahlungsmittelabfluss -1.999 -15 -13 -2.027
Commodity-Derivate -5 -1 - -6

(c) Ausfallrisiko

Im Zuge des Bonitätsrisikomanagements werden Ausfallrisiken in drei Kategorien unterteilt, die jeweils gemäß ihren Besonderheiten einzeln behandelt werden: Ausfallrisiken für Debitoren und Kreditoren, Länderrisiken sowie Ausfallrisiken bei Finanzkontrahenten.

Für Debitoren und Kreditoren werden Ausfallrisiken laufend über ein internes Limitsystem geprüft und überwacht. Bei Exportaufträgen kommt es zusätzlich zu einer Analyse des politischen Risikos (Länderrisiko), sodass ein Gesamtrisiko bestehend aus politischem und wirtschaftlichem Risiko gebildet wird. Im Zuge dieser Prüfung kommt es zur Festsetzung von Höchstgrenzen für das jeweilige Risikoexposure eines Vertragspartners. Für Vertragspartner gilt, dass deren Bonität über ein Rating bzw. Scoringverfahren laufend aktualisiert wird.

Für Finanzkontrahenten wird ein spezifisches Limit für die jeweilige Risikoart (Geldmarkt, Kapitalmarkt und Derivate) bestimmt. Im Zuge der Bonitätsanalysen werden Höchstgrenzen für die jeweiligen Vertragspartner festgelegt. Dies geschieht vor allem auf Basis von Ratings internationaler Ratingagenturen und eigener interner Beurteilungen.

Das Bonitätsmanagement erstreckt sich zudem auf die Derivate, bei denen ein Ausfallrisiko in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts besteht. Dieses Risiko wird minimiert durch die hohen Anforderungen, die an die Bonität der Vertragspartner gestellt werden. Dabei kommen ausschließlich marktgängige Instrumente mit ausreichender Marktliquidität zum Einsatz. Wesentliche Ausfallrisiken werden daher in diesem Bereich nicht erwartet. Des Weiteren besteht ebenso bei den originären Finanzinstrumenten ein maximales Ausfallrisiko in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts. Dieses Risiko wird durch laufende Bonitätsanalysen minimiert. Auch hier werden keine wesentlichen Ausfallrisiken erwartet.

Aufgrund der unterschiedlichen Geschäfte und der Vielzahl an Kunden ergaben sich in der Berichtsperiode keine bedeutenden Risikokonzentrationen.

(10.3) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Der Konzern steht - über die im Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen hinaus - mit nahestehenden Unternehmen und Personen in Beziehung.

Als nahestehende Unternehmen gelten die RAG-Stiftung und die Gabriel Acquisitions als Anteilseigner der Evonik Industries AG, Schwesterunternehmen von Evonik im RAG-Stiftung-Konzern sowie assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen von Evonik, die nach der Equity-Methode bilanziert werden.

Der neu veröffentlichte Standard IAS 24 „Related Party Disclosures“ führte für das Geschäftsjahr 2011 erstmalig zur Einstufung der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Saarlands als nahestehende öffentliche Stellen. Diese öffentlichen Stellen haben aufgrund ihrer geborenen Mitgliedschaft im Kuratorium der RAG-Stiftung einen maßgeblichen Einfluss auf die RAG-Stiftung. In der Berichtsperiode zwischen Evonik und diesen öffentlichen Stellen oder ihren Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen getätigte Geschäfte betrafen allgemein zugängliche Zuwendungen der öffentlichen Hand, Förderdarlehen von öffentlichen Banken für die Finanzierung preisgebundenen Wohnraums sowie Anlagen in deren Wertpapiere. Darüber hinaus bestanden gewöhnliche Geschäftsbeziehungen zum Deutschen Bahn-Konzern, Deutschen Telekom-Konzern und zur Duisport-Gruppe.

Zwischen dem Konzern und diesen Unternehmen bestanden nachfolgende Geschäftsvorfälle:

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in Millionen € RAG-Stiftung Schwesterunternehmen Gemeinschaftsunternehmen Assoziierte Unternehmen
2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Erbrachte Lieferungen und Leistungen 11 1 7 8 60 49 36 15
Bezogene Lieferungen und Leistungen - - -26 -26 -11 -10 -33 -32
Sonstige Erträge - - - - - - 4 6
Forderungen zum 31.12. 7 - 1 1 9 6 9 2
Schulden zum 31.12. - - -23 -24 -1 - -5 -
Eventualschulden zum 31.12. - - - - - - -14 -

Die Forderungen resultierten im Wesentlichen aus Liefer- und Leistungsbeziehungen, die Schulden aus Finanzbeziehungen.

Zum Bilanzstichtag wurden 22 Millionen € (Vorjahr: 24 Millionen €) Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten des Segments Real Estate gegenüber einem Schwesterunternehmen aus gewährten Wohnungsbaudarlehen gestellt.

Darüber hinaus bestand zum Bilanzstichtag die vertragliche Vereinbarung den Teilbetrieb „Bewirtschaftung“ der Evonik Wohnen am 1. Januar 2012 auf die Vivawest Wohnen zu übertragen, vgl. Anhangziffer (5.3).

Als nahestehende Personen gelten die Management-Mitglieder, die direkt oder indirekt für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeit des Konzerns zuständig und verantwortlich sind, sowie deren nahe Familienangehörigen. Bei Evonik sind dies der Vorstand und der Aufsichtsrat der Evonik Industries AG, der Vorstand und das Kuratorium der RAG-Stiftung sowie das sonstige Management des Konzerns, das für die Leitung der Berichtssegmente verantwortlich ist.

Gegenüber diesem Personenkreis waren folgende Leistungen erbracht worden:

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in Tausend € Vorstand der Evonik Industries AG Aufsichtsrat der Evonik Industries AG Sonstiges Management
2011 2010 2011 2010 2011 2010
Laufende Bezüge 11.141 8.321 2.584 2.399 6.639 10.362
Langfristige erfolgsabhängige Vergütung (LTI-Pläne) - - - - 2.672 -
Erdiente Anwartschaften auf Altersversorgung (Current Service Costs) 1.192 773 - - 604 801
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 2.181 - - - 1.666 4.454

Die laufenden Bezüge beinhalteten erfolgsunabhängige und kurzfristige erfolgsabhängige Vergütungen. Die Pensionsverpflichtungen in Höhe ihrer Barwerte (Defined Benefit Obligations) beliefen sich für den Vorstand auf 16.245 Tausend € (Vorjahr: 12.373 Tausend €) und für das sonstige Management auf 10.453 Tausend € (Vorjahr: 14.043 Tausend €).

Des Weiteren stand den Arbeitnehmervertretern, die in den Aufsichtsrat der Evonik Industries AG gewählt wurden, weiterhin ein reguläres Gehalt im Rahmen ihres Arbeitsvertrags zu. Die Höhe des Gehalts entsprach einer angemessenen Vergütung für die entsprechende Funktion bzw. Tätigkeit im Unternehmen.

Darüber hinaus unterhielt Evonik keine wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen.

(10.4) Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Eventualschulden teilten sich zum Bilanzstichtag wie folgt auf:

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in Millionen € 31.12.11 31.12.10
Verpflichtungen aus Bürgschaften 22 25
Verpflichtungen aus Gewährleistungsverträgen 50 33
72 58

Es bestanden gesetzliche Haftungen für Beteiligungen an offenen Handelsgesellschaften und Gesamthandschaften sowie als Komplementärin von Kommanditgesellschaften.

Darüber hinaus ergaben sich folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen.

Die Nominalwerte der Verpflichtungen aus künftigen Mindestleasingzahlungen für die über Operating-Leasing-Verträge angemieteten Vermögenswerte hatten folgende Fälligkeiten:

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in Millionen € 2011 2010
Fällig bis 1 Jahr 66 62
Fällig in über 1 - 5 Jahren 196 160
Fällig nach über 5 Jahren 133 135
395 357

Im Berichtsjahr wurden insgesamt Zahlungen aus Leasingverhältnissen in Höhe von 93 Millionen € (Vorjahr: 93 Millionen €) als Aufwand erfasst. Davon betrafen 92 Millionen € (Vorjahr: 93 Millionen €) Mindestleasingzahlungen und 1 Million € (Vorjahr: keine) bedingte Mietzahlungen.

(10.5) Sonstige Vereinbarungen zwischen Führungskräften und Dritten

Im Zusammenhang mit dem Erwerb von 25,01 Prozent der Anteile an der Evonik Industries AG durch die Gabriel Acquisitions wurde ausgewählten Führungskräften von Evonik das Recht eingeräumt, sich indirekt am Erfolg des Konzerns zu beteiligen. Hierzu erwerben die Führungskräfte gegen Zahlung eines marktkonformen Preises Kommanditanteile an der Angel MEP GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, die gemeinsam mit der Gabriel Holdings über zwei Zwischengesellschaften (Gabriel Investments und Gabriel Acquisitions) 25,01 Prozent der Anteile an der Evonik Industries AG hält.

Das Programm soll als Anreiz dienen, den Beitrag der Führungskräfte zum zukünftigen Wachstum und nachhaltigen Erfolg des Konzerns mit dem Ergebnis des Herbeiführens eines im Vertrag definierten Exits zu honorieren.

Insgesamt hielten die dem Programm beigetretenen Führungskräfte am Bilanzstichtag einen mittelbaren Anteil von 0,67 Prozent (Vorjahr: 0,85 Prozent) an der Evonik Industries AG. Die hierfür zu leistende Einlage entsprach dem Marktwert der Anteile und wurde mittels einer geeigneten Unternehmensbewertung ermittelt. Da die Führungskräfte den beizulegenden Zeitwert der Anteile im Zuge des Erwerbs zahlten, betrug der beizulegende Zeitwert der Zuteilung im Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente null. Aus diesem Grund ist zu keiner Zeit, weder im Falle eines Exits noch bei Ausscheiden einer Führungskraft, ein Aufwand auszuweisen.

Evonik wird aus diesen Verträgen zu keinem Zeitpunkt Zahlungen an die berechtigten Führungskräfte leisten müssen.

(10.6) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Nachgang zu der Übertragung der Aktien der Degussa AG auf die Evonik Industries AG gemäß §§ 327a ff. AktG im Jahr 2006 wird in einem Spruchverfahren vor dem Landgericht Düsseldorf die Angemessenheit der damals gezahlten Barabfindung in Höhe von 45,11 € je Aktie überprüft.

Ein von dem Gericht bestellter Sachverständiger hat in einem am 6. Februar 2012 vorgelegten Gutachten zur Angemessenheit der Barabfindung Stellung genommen und eine höhere als die gezahlte Barabfindung für angemessen gehalten. Evonik Industries AG hält die im Gutachten dargelegten Korrekturen für unzutreffend und die gezahlte Barabfindung weiterhin für angemessen. Evonik Industries AG wird daher dementsprechend zum Gutachten Stellung nehmen.

(11) Angaben nach nationalen Vorschriften

(11.1) Angaben zum Anteilsbesitz nach § 313 Abs. 2 HGB

Die Angaben zum Anteilsbesitz des Konzerns sind unter Anhangziffer (5.1) aufgelistet. Hier sind auch diejenigen Unternehmen gekennzeichnet, die von den Erleichterungen der §§ 264 Abs. 3 und 264 b HGB bezüglich der Aufstellung von Anhang und Lagebericht bzw. der Offenlegung des Jahresabschlusses Gebrauch gemacht haben.

(11.2) Personalaufwand und Anzahl der Mitarbeiter nach § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB

Der Personalaufwand in den fortgeführten Aktivitäten setzte sich in der Berichtsperiode wie folgt zusammen:

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in Millionen € 2011 2010
Löhne und Gehälter 2.140 2.207
Aufwendungen für soziale Abgaben 315 309
Pensionsaufwendungen 149 198
Sonstige Personalaufwendungen 24 18
2.628 2.732

Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen sowie die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen werden im Zinsergebnis ausgewiesen, vgl. Anhangziffer (6.4).

Die Anzahl der Mitarbeiter in den fortgeführten Aktivitäten betrug im Jahresdurchschnitt:

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Anzahl 2011 2010
Consumer, Health & Nutrition 6.259 6.369
Resource Efficiency 7.161 7.792
Specialty Materials 6.797 6.717
Services 10.515 10.576
Real Estate 1.119 1.070
Corporate, andere Aktivitäten 1.826 1.699
33.677 34.223

Darüber hinaus waren im Jahr 2011 durchschnittlich 957 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.899 Mitarbeiter) in den nicht fortgeführten Aktivitäten tätig. Diese betrafen die Veräußerung des ehemaligen Geschäftsfelds Energie, vgl. Anhangziffer (5.2).

(11.3) Bezüge der Organe nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB

Die laufenden Bezüge des Vorstandes der Evonik Industries AG für die Tätigkeit im Jahr 2011 beliefen sich auf 11.141 Tausend € (Vorjahr: 8.321 Tausend €). Im laufenden Geschäftsjahr wurden Rückstellungen für Tantiemen des Vorjahres für Vorstände in Höhe von 112 Tausend € aufgelöst.

Die Gesamtbezüge für frühere Mitglieder des Vorstandes beliefen sich für das Jahr 2011 auf 946 Tausend € (Vorjahr: 5.501 Tausend €).

Die Pensionsverpflichtungen in Höhe ihrer Barwerte (Defined Benefit Obligations) gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstandes beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 23.276 Tausend € (Vorjahr: 18.613 Tausend €).

Die Bezüge des Aufsichtsrates für das Jahr 2011 betrugen 2.584 Tausend € (Vorjahr: 2.399 Tausend €).

(11.4) Honorar des Abschlussprüfers nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB

Abschlussprüfer des Konzernabschlusses von Evonik war die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Düsseldorf. PwC erbrachte folgende Dienstleistungen für den Konzern:

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in Millionen € 2011 2010
Abschlussprüfungsleistungen 3,1 3,8
Andere Bestätigungsleistungen 4,5 1,1
Steuerberatungsleistungen 1,2 0,1
Sonstige Leistungen 2,3 1,1
11,1 6,1

In den Abschlussprüfungsleistungen waren Aufwendungen für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung der Jahresabschlüsse der Evonik Industries AG und ihrer inländischen Tochterunternehmen enthalten. Unter andere Bestätigungsleistungen fielen außerhalb der Abschlussprüfung liegende Prüfungsleistungen, insbesondere die prüferische Durchsicht von Zwischenabschlüssen und Bestätigungsleistungen im Zusammenhang mit Projekten.

 

Essen, 20. Februar 2012

Evonik Industries AG

Der Vorstand

Dr. Engel

Dr. Colberg

Dr. Haeberle

Wessel

Wohlhauser

Dr. Yu

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Evonik Industries AG, Essen

Vermerk zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Evonik Industries AG, Essen, und ihrer Tochtergesellschaften – bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamterfolgsrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011 – geprüft.

Verantwortung des Vorstandes für den Konzernabschluss

Der Vorstand der Evonik Industries AG, Essen, ist verantwortlich für die Aufstellung dieses Konzernabschlusses. Diese Verantwortung umfasst, dass dieser Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt wird und unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Der Vorstand ist auch verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, das relevant ist für die Aufstellung eines Konzernabschlusses, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt. Ziel hierbei ist es, Prüfungshandlungen zu planen und durchzuführen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden und der Vertretbarkeit der von dem Vorstand ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Konzernabschlusses zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 31 5a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2011 sowie der Ertragslage für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr.

Vermerk zum Konzernlagebericht

Wir haben den beigefügten Konzernlagebericht der Evonik Industries AG, Essen, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und unter Beachtung der für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der zusammengefasste Lagebericht mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des zusammengefassten Lageberichts zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung des Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts gewonnenen Erkenntnisse steht der zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Düsseldorf, 23. Februar 2012

PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Andreas Menke, Wirtschaftsprüfer

Eckhard Sprinkmeier, Wirtschaftsprüfer