Francotyp-Postalia Holding AG

Berlin (vormals: Birkenwerder)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 und zusammengefasster Konzernlagebericht

Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin

Zusammengefasster Konzernlagebericht 2015

der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Die Francotyp-Postalia Holding AG (FP-Konzern, Francotyp-Postalia oder das Unternehmen) mit Hauptsitz in Berlin ist Anbieter für die Digitale Poststelle. Das weltweit tätige Unternehmen bietet sämtliche Produkte und Lösungen für Kommunikations- und Dokumentenprozesse an und richtet sich damit an Geschäfts- und Privatkunden. Neben Systemen für das Frankieren und Kuvertieren von Briefen umfasst das Angebot Dienstleistungen wie die Abholung, Frankierung und Konsolidierung von Geschäftspost sowie innovative Softwarelösungen. Der FP-Konzern ist heute in vielen Industrieländern mit Niederlassungen präsent und besitzt bei Frankiermaschinen einen weltweiten Marktanteil von mehr als zehn Prozent. Mit seiner über 90-jährigen Unternehmensgeschichte profitiert der FP-Konzern heute in allen Märkten von der Bereitschaft von Unternehmen, Geschäftsprozesse zu digitalisieren und ihre Geschäftspost an professionelle Dienstleister auszulagern.

Seine Geschäftstätigkeit unterteilt das Unternehmen in drei Produktbereiche: Frankieren und Kuvertieren, Mail-Services sowie Softwarelösungen.

1.1.1 Produktbereiche

Produktbereich Frankieren und Kuvertieren

Der FP-Konzern entwickelt und fertigt Frankiermaschinen. Er verkauft und vermietet sie ebenso wie Kuvertiermaschinen und hält darüber hinaus ein umfassendes Service-Angebot vor. Die Kunden können mit den Frankiermaschinen ihre Post in kurzer Zeit automatisiert frankieren. In einigen Ländern kann der Kunde zudem durch frankierte Post Teile seiner Portokosten reduzieren, da die nationalen Postorganisationen einen Rabatt bei der Freimachung durch Frankiermaschinen gewähren. Alle Frankiermaschinen sind von den nationalen, gesetzlich autorisierten öffentlichen oder privaten Postgesellschaften zertifiziert. Diese Zertifikate schließen auch die unterschiedlichen von den Postorganisationen geforderten Tinten als Verbrauchsmaterialien ein.

Das Produktspektrum des FP-Konzern reicht vom neu entwickelten kleinen Frankiersystem PostBase Mini bis zur CentorMail, die bis zu 150 Briefe pro Minute frankiert. Seit 2012 vertreibt das Unternehmen das Frankiersystem PostBase, das die analoge und digitale Postwelt verbindet und zahlreiche Innovationen im Bereich der Mechatronik, Sensorik und Softwaresteuerung im Sinne von Internet of Things beinhaltet.

Wichtigster Umsatzträger in diesem Bereich ist das After-Sales-Geschäft mit seinen wiederkehrenden Umsätzen. Dies umfasst die Vermietung von Frankiermaschinen, den Verkauf von Verbrauchsmaterialien wie Farbbandkassetten und Tintenkartuschen, Servicedienstleistungen, Softwarelösungen für die Kostenstellenverwaltung sowie das sogenannte Teleporto. Der FP-Konzern erhält hierbei eine Servicegebühr, wenn Kunden beispielsweise ihre Frankiermaschinen mit Guthaben für Briefporto aufladen.

Produktbereich Softwarelösungen

Im Bereich Softwarelösungen fasst der FP-Konzern sein Geschäft mit Hybrid-Mails sowie digitalen Lösungen rund um volldigitale Kommunikation zusammen. Beide Möglichkeiten erlauben den einfachen und schnellen Versand von Briefen über das Internet unter Gewährleistung höchster Sicherheitsstandards.

Der Spezialist für Hybrid-Mail ist die FP-Tochter internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik, Berlin, (IAB oder IAB GmbH). Der Brief wird hierbei vom Absender digital verschickt, der Empfänger erhält einen klassischen Brief. Der FP-Konzern übernimmt den gesamten Herstellungsprozess - vom kundenindividuellen Aufbereiten der Druckdatenströme über das Ausdrucken, Frankieren und Kuvertieren bis zur Übergabe der Briefe an einen Zustelldienstleister. Da die Daten digital verschickt werden, entfällt für den Kunden der Aufwand für die Erstellung des Briefes sowie Wegekosten zur Post bzw. zum Briefkasten. Gleichzeitig schont die Hybrid-Mail die Umwelt, da sich der Transportweg vom Absender zum Empfänger deutlich verringert. Die Dienstleistung umfasst die Postausgangsverarbeitung von Regelkommunikation (Rechnungen, Mahnung, Kontoauszüge), Tagespost, Mailings aber auch Sonderformen wie Postzustellungsaufträge und Entgeltnachweise sowie die Posteingangsverarbeitung.

Die Dienstleistungen der volldigitalen Kommunikation verantwortet die 100-prozentige Tochtergesellschaft Mentana-Claimsoft GmbH. Sie ist der erste akkreditierte De-Mail-Anbieter in Deutschland. Das Leistungsspektrum von Mentana-Claimsoft umfasst darüber hinaus Produkte zur Langzeitspeicherung und zur Absicherung elektronischer Dokumente durch Verschlüsselungssoftware. Für ein durchgängiges Archivierungskonzept für den gesamten Lebenszyklus elektronischer Dokumente bietet Mentana-Claimsoft beispielsweise das Produkt HashSafe; nach erfolgreicher Konformitätsprüfung erteilte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) das entsprechende Zertifikat. Die De-Mail bietet eine einfache, nachweisbare und vertrauliche Kommunikations-Infrastruktur für Unternehmen und Behörden, aber auch für Privatkunden.

Produktbereich Mail-Services

Der Produktbereich Mail-Services umfasst zum einen den Frankierservice und zum anderen die Konsolidierung von Geschäftspost. Darunter versteht man die Abholung von Briefen in Unternehmen, deren Sortierung nach Postleitzahlen und die Einlieferung bei einem Briefzentrum der Deutschen Post oder alternativen Postzustellern. Das entsprechende Geschäft betreibt die freesort GmbH innerhalb des FP-Konzerns. freesort ist seit 10 Jahren im Markt tätig und zählt mit acht Sortierzentren im Bundesgebiet zu den führenden unabhängigen Konsolidierern von Geschäftspost am deutschen Markt. Weiterhin bietet freesort im Rahmen von Outsourcing-Dienstleistungen die kundenindividuelle Frankierung von Geschäftspost an.

Durch die Inanspruchnahme dieser Dienstleistung steigern Unternehmen die Effizienz beim Postausgang und sparen zugleich Portokosten. Denn seit der Liberalisierung des Postmarktes gewährt die Deutsche Post für bereits vorsortierte und frankierte Posteinlieferungen Rabatte. Einen Teil des Rabatts gibt freesort an den Kunden weiter und schafft so eine Win-Win-Situation. Für die Unternehmen bedeutet Konsolidierung also Zeit- und Geldersparnis.

1.1.2 Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition

Mit seinen Frankiermaschinen ist der FP-Konzern weltweit in den wichtigsten Märkten vertreten, darunter Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich. Mit insgesamt rund 230 000 installierten Frankiermaschinen liegt der globale Marktanteil des Unternehmens bei knapp 11 %; damit ist der FP-Konzern weltweit der drittgrößte Anbieter. In Deutschland und Österreich ist das Unternehmen mit einem Marktanteil von rund 42 % bzw. 47 % Marktführer.

Der weltweite Vertrieb erfolgt über Tochtergesellschaften in Deutschland, USA, Großbritannien, Niederlanden, Belgien, Frankreich, Österreich, Italien und Schweden sowie über ein dichtes Händlernetzwerk in rund 40 Ländern. Im asiatischen Markt sieht die FP nach wie vor Wachstumspotenziale für den Bereich Frankiermaschinen. Nach der Schließung der Tochtergesellschaft in Singapur wird der Vertrieb nunmehr direkt aus Berlin, dem Hauptsitz der FP, ausgeübt.

In den Bereichen Mail-Services und Software konzentriert sich der FP-Konzern zurzeit auf den deutschen Markt. Die freesort kann durch eine bundesweit dezentral organisierte Struktur mit insgesamt acht Sortierzentren in Langenfeld, Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt, Stuttgart und München eine flächendeckende Abholung der Geschäftspost garantieren.

Die IAB verfügt über ein eigenes Druckzentrum in Berlin von wo aus die fertig erstellten Sendungen in die Kanäle der Deutschen Post oder alternativer Zusteller gespeist werden. Darüber hinaus hat die IAB ein Druckzentrum bei der österreichischen Konzerngesellschaft in Wien.

1.2 STRATEGIEN UND ZIELE

1.2.1 Ziele

Das unternehmerische Handeln des FP-Konzerns ist auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und profitables Wachstum ausgerichtet. Zentrale Ziele sind die mittel- und langfristige Steigerung des Umsatzes und des EBITDA sowie eine Verbesserung des Free Cashflows. Das Unternehmen nutzt diese Ziele als zentrale Steuerungsgrößen, weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel "Steuerung".

2015 formulierte das Unternehmen zudem Langfristziele für das Jahr 2020. Der FP-Konzern möchte seinen Wachstumskurs verstetigen und bis 2020 einen Umsatz von 225 bis 250 Mio. Euro mit einer EBITDA-Marge von rund 15 % und einem deutlich steigenden Free Cashflow erwirtschaften. Dies erfordert einen umfassenden Transformationsprozess. In der Folge soll der Umsatzanteil neuer Geschäftsfelder rund um Mail Services und Software im Jahr 2020 mindestens 50 % des Gesamtumsatzes betragen.

1.2.2 Strategie

Der FP-Konzern setzt sich kontinuierlich mit Veränderungen am Markt auseinander und richtet die eigene Strategie entsprechend aus. Derzeit unterliegt die Kommunikation von Unternehmen einem grundlegenden Wandel. Neben der analogen Kommunikation mit Briefen tritt zunehmend eine hybride und digitale Kommunikation über elektronische Wege. Konsequenterweise entwickelt sich der FP-Konzern von einem Frankiermaschinenhersteller zu einem Anbieter für die Digitale Poststelle. Zunehmend stellt er Kunden effiziente Kommunikationslösungen bereit - und zwar analog, hybrid und digital. Die integrierten Lösungen rund um Kommunikations- und Dokumentenprozesse umfassen sowohl den Eingang und Ausgang von Informationen per Brief, E-Mail oder anderen Kanälen, deren Verarbeitung und deren Versand über sämtliche digitalen und analogen Kanäle, als auch die rechtssichere digitale Archivierung und Verschlüsselung.

Die Basis für die laufende Transformation des Unternehmens bildet die Strategie FP 2020. Diese umfasst die folgenden drei Bereiche:

1. Focus: Sicherung und Ausbau des Frankiermaschinengeschäfts

2. Build: Stärkung und Ausbau der Lösungskompetenz im Bereich sicherer digitaler Kommunikation

3. Grow: Expansion durch organisches Wachstum und Akquisition

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FOCUS BUILD GROW
Kerngeschäft Frankieren sichern und ausbauen, um hohe Cashflows als Basis für die Wachstumsstrategie zu generieren. Stärkung und Ausbau der Lösungskompetenz im Bereich sicherer digitaler Kommunikation, um FP als Lösungsanbieter zu positionieren Expansion durch organisches Wachstum und Akquisition, um den Kunden Lösungen rund um die Digitale Poststelle anzubieten und nachhaltig profitabel zu wachsen.

Focus

Im Strategiebereich "Focus" konzentriert sich der FP-Konzern auf die Stabilisierung des Kerngeschäfts Frankieren und Kuvertieren. Dessen Sicherung und Ausbau soll die erforderlichen finanziellen Mittel für die Umsetzung der Wachstumsstrategie generieren. Moderne Frankiermaschinen sind softwarebasierte Systeme, die über hochsichere IT-Infrastrukturen verfügen. Sie liefern wiederkehrende Umsätze und gewährleisten langfristige Kundenbeziehungen. Dank Zertifizierungen, Patenten und dem notwendigen Kryptografie-Know-how gibt es hohe Markteintrittsbarrieren.

In diesem angestammten Geschäft plant der FP-Konzern eine Weiterentwicklung der bestehenden Lösungen und Produkte und deren Einbindung in die Digitale Poststelle. Auf diese Weise soll der Umsatz bis zum Jahr 2020 um bis zu 2 % pro Jahr wachsen. Dabei will das Unternehmen die gute Marktposition in Deutschland und Österreich sichern, die Neuausrichtung des Vertriebs vorantreiben, um die Profitabilität zu steigern. International ist eine weitere Expansion geplant. Um in den USA, Großbritannien und Italien Marktanteile zu gewinnen, strebt der FP-Konzern die Stärkung der dortigen Leasinggeschäfte, des Telesales und der jeweiligen Händlernetzwerke an. In Ländern mit bislang niedrigen Marktanteilen bieten sich Chancen durch kundenorientierte Vertriebs- und Finanzierungsmodelle.

Build

Im Strategiebereich "Build" will der FP-Konzern seine Position als Lösungsanbieter stärken. Hierzu baut das Unternehmen vor allem den Bereich der sicheren digitalen Kommunikation aus. Durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder und eine höhere Wertschöpfung bei bestehenden Kunden wird ein Umsatzwachstum von 7 % bis 10 % pro Jahr bis 2020 angestrebt. Eine wichtige Rolle kommt hierbei dem De-Mail-Angebot zu.

Generell setzt der FP-Konzern im Bereich "Build" auf die weitere Integration der neuen Geschäftsbereiche. Der Schwerpunkt liegt auf digitalen Lösungen beispielsweise zur Verschlüsselung und Archivierung. Zugleich will das Unternehmen sein Outsourcing-Geschäft sowie die Mail-Services für ein- und ausgehende Post weiter ausbauen. Mit einer Stärkung des Vertriebs und einem Ausbau des Beratungsbereichs will der FP-Konzern bestehende wie neue Kunden von den Vorteilen des wachsenden Lösungsangebots überzeugen und bei der digitalen Transformation begleiten.

Grow

Im dritten Strategiebereich "Grow" will der FP-Konzern durch Internationalisierung sowie Akquisitionen expandieren. Gezielte Investitionen in organisches und anorganisches Wachstum dienen der Ergänzung des bestehenden Produkt- und Lösungsportfolios rund um die Kommunikations- und Dokumentenprozesse der Kunden. Die weitere Internationalisierung soll dieses Wachstum fördern; der FP-Konzern kann seine weltweite Präsenz nutzen, um mit neuen Produkten in attraktiven Märkten zu expandieren. Darüber hinaus ist im Rahmen der Strategie FP 2020 die Akquisition eines etablierten und profitablen Unternehmens mit einem komplementären Produkt- und Lösungsportfolio geplant.

Weiterentwicklung der Strategie

Die Strategie FP 2020 bildet derzeit die Basis des unternehmerischen Handelns im FP-Konzern. Sie stellt die fortschreitende Digitalisierung des Leistungsspektrums sowie eine konsequente Internationalisierung bestehender sowie neuer Produkte und Lösungen in den Mittelpunkt. Im Rahmen des Investors' Day im April 2016 wird das Unternehmen ein Update zu dieser Strategie vor allem mit Blick auf die Möglichkeiten eines beschleunigten Aufbaus zukunftsträchtiger Geschäftsfelder geben.

1.3 ORGANISATION

1.3.1 Konzernstruktur

Die Francotyp-Postalia Holding AG ist die Obergesellschaft des FP-Konzerns und nimmt im Wesentlichen die Funktion einer Management-Holding wahr. Die Gesellschaft hält 100 % der Geschäftsanteile an der Francotyp-Postalia GmbH. In dieser sowie in ihren unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften ist das operative Geschäft des FP-Konzerns im Bereich Frankieren und Kuvertieren gebündelt. Zudem hält die Francotyp-Postalia Holding AG 100 % an der FP Produktionsgesellschaft mbH sowie 100 % der Anteile an der freesort GmbH, 100 % an der Mentana-Claimsoft GmbH und 51 % an der IAB GmbH. Die drei letztgenannten Gesellschaften bilden die Produktbereiche Mail Services und Softwarelösungen.

Die FP InovoLabs GmbH, die die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Wesentlichen verantwortet, wurde 2009 als 100%ige Tochter der FP Holding AG gegründet. Weitere Informationen zu den Forschungsaktivitäten finden sich im Kapitel "Forschung und Entwicklung".

Die Beteiligungsverhältnisse zum 31. Dezember 2015 sind in der nachfolgenden Übersicht über die Konzernstruktur dargestellt.

1.3.2 Standorte

Seit November 2014 ist Berlin der Hauptsitz des Unternehmens und größter Standort des FP-Konzerns. In Berlin sind zentrale Unternehmensbereiche wie Rechnungswesen, Einkauf und Konzernsteuerung angesiedelt. Außerdem erfolgt dort die Entwicklung der Frankiermaschinen. Der weltweite Vertrieb der Frankier- und Kuvertiermaschinen erfolgt über Tochtergesellschaften in den Märkten Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Österreich, Italien, Schweden, USA, Kanada und Frankreich sowie über ein dichtes Händlernetzwerk. Eine Übersicht zu den Tochtergesellschaften findet sich im Konzernanhang.

Seit 2012 stellt der FP-Konzern seine Frankiermaschinen in einer modernen und flexiblen Produktion im brandenburgischen Wittenberge her. Dort siedelte FP Ende 2014 auch die produktionsnahe Forschung und Entwicklung an.

1.3.3 Leitung und Kontrolle

Die Geschäfte des FP-Konzerns führt ein dreiköpfiger Vorstand. Mit Wirkung zum 11. Januar 2016 wurde Rüdiger Andreas Günther zum Mitglied und Vorsitzenden des Vorstandes bestellt. Herr Günther trat damit die Nachfolge von Hans Szymanski (Vorstandssprecher) an, dessen Bestellung in bestem gegenseitigem Einvernehmen beendet wurde.

Herr Günther war als Vorstandsvorsitzender/CEO und CFO zunächst in Nachfolge von Herrn Szymanski für die strategische Geschäftsentwicklung, Produktion/Logistik/Einkauf, Qualitätsmanagement, Entwicklung, Informationstechnik, Compliance, Personal/Recht und Finanzen/ Controlling/ Rechnungswesen zuständig. Am 5. Februar 2016 wurde der neue Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand gemäß Satzung durch den Aufsichtsrat beschlossen. Nunmehr verantwortet Herr Günther folgende Geschäftsbereiche:

Strategische Geschäftsentwicklung

Finanzen, Rechnungswesen, Controlling

Personal, Recht, Compliance

Corporate Communications (Investor Relations, Public Relations und Interne Kommunikation)

Merger & Acquisitions

Produktion, Einkauf und Qualität

Thomas Grethe verantwortete als CSO vom 15. Juni 2013 bis zum 5. Februar 2016 die Bereiche Vertrieb Deutschland/ International, strategische Geschäftsentwicklung, Produktmanagement, Marketing/Brand Management Corporate Communication und Interne Revision. Seit dem 5. Februar 2016 verantwortet er die Geschäftsbereiche:

Vertrieb Deutschland

Vertrieb International

Vertrieb Asien

Produkt Management

Strategisches Marketing/ Brand Management

Interne Revision

Zum 1. Februar 2015 wurde Sven Meise als drittes Vorstandsmitglied und CDO berufen. Er ist nach wie vor für die Produktbereiche Mail Services und Software angeboten durch die freesort GmbH, IAB GmbH und Mentana-Claimsoft GmbH verantwortlich. Zu seinen Aufgaben gehören u.a. der Ausbau des Lösungs- und Outsourcing-Geschäfts sowie die Etablierung und der Ausbau der volldigitalen sicheren und nachweisbaren Kommunikation. Zusätzlich zu diesen Geschäftsbereichen ist Herr Meise seit dem 5. Februar 2016 für die Bereiche

Business Development

Produkt Portfolio Management

Informationstechnik

Forschung und Entwicklung

verantwortlich.

Die Vorstände arbeiten eng mit einem Team von Führungskräften zusammen, das regelmäßig zu erweiterten Vorstandssitzungen zusammenkommt bzw. sich in Telefonkonferenzen austauscht.

Ein dreiköpfiger Aufsichtsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstands und berät diesen. Innerhalb des Aufsichtsrats kam es im abgelaufenen Geschäftsjahr zu keinen Veränderungen. Zum 31. Dezember 2015 gehörten ihm die folgenden Mitglieder an: Klaus Röhrig (Vorsitzender), Robert Feldmeier (stellvertretender Vorsitzender) und Botho Oppermann.

1.4 STEUERUNG

1.4.1 Steuerungssystem

Der Vorstand nutzt das konzernweite Reporting-System sowie die strategische Konzernplanung als Steuerungsinstrumente. Die strategische Planung umfasst drei Jahre und wird jährlich während des Budgetprozesses aktualisiert sowie gegebenenfalls auch unterjährig angepasst.

Monatlich berichten alle Geschäftseinheiten und Tochterunternehmen im Rahmen des konzernweiten Reportings über ihre Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage, die konsolidiert in die Quartals- und Geschäftsberichte des Konzerns eingehen. Zudem geben die Segmente monatlich eine Einschätzung der aktuellen und voraussichtlichen Geschäftsentwicklung ab.

Darüber hinaus gewährleisten die folgenden Komponenten im Wesentlichen die Einhaltung des konzerninternen Steuerungssystems:

regelmäßige Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen

regelmäßige erweiterte Vorstandssitzungen

regelmäßige Gesellschafterversammlungen

regelmäßige Sitzungen aller internationalen und nationalen Führungskräfte

Risiko- und Chancenmanagement

Liquiditätsplanung

Monatsberichte der Segmente

Interne Revision

Qualitäts-, Arbeitsschutz-, Umwelt- und Energiemanagement

1.4.2 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Steuerung des Konzerns erfolgte bisher im Wesentlichen über die folgenden finanziellen Kennzahlen:

Umsatz,

EBITDA,

EBIT,

Free Cashflow,

Nettoverschuldung.

Mit dem Wechsel an der Spitze des Vorstands wird der Fokus für 2016 auf folgende finanzielle Leistungsindikatoren gerichtet:

Umsatz,

EBITDA,

Free Cashflow.

Damit stellt der FP-Konzern sicher, dass Entscheidungen das Spannungsfeld zwischen Wachstum, Profitabilität und Liquidität ausreichend berücksichtigen.

Der Umsatz dient der Messung des Erfolgs am Markt. Mit dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) misst der Konzern die operative Leistungskraft und den Erfolg der einzelnen Geschäftseinheiten.

Mit der Berücksichtigung des Free Cashflows wird sichergestellt, dass die finanzielle Substanz des Konzerns erhalten bleibt. Der Free Cashflow ergibt sich aus dem Saldo von Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich vorgenommener Investitionen.

1.4.3 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Neben finanziellen Leistungsindikatoren nutzt der FP-Konzern auch nicht finanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens. Im Zentrum steht die Qualität des Leistungsspektrums, gemessen an einem Qualitäts- und einem Verbesserungsindikator.

Der Qualitätsindikator misst die Veränderung der Produktqualität auf Basis der jährlichen Serviceeinsätze im Verhältnis zum durchschnittlichen gewichteten Maschinenbestand. Der Verbesserungsindikator erfasst insbesondere die Qualität neuer Frankiersysteme. Er basiert auf dem Teileaufwand für Nachbesserungen an ausgelieferten Maschinen. Weitere Informationen zu den nicht finanziellen Leistungsindikatoren finden sich im Wirtschaftsbericht.

1.5 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Auch im vergangenen Jahr hat der Bereich Forschung und Entwicklung des FP-Konzerns wesentliche Fortschritte in der Produktentwicklung erzielen können. Diese beziehen sich nicht nur auf den Kernbereich der Frankiersysteme, sondern auch die neuen Geschäftsbereiche.

Die Forschung und Entwicklung im Bereich der Frankiersysteme fokussierte sich 2015 darauf, die Frankiersysteme der PostBase-Familie weltweit auszurollen.

Ein wesentlicher Aufwand wurde im vergangenen Geschäftsjahr in die Entwicklung der PostBase 100 und der PostBase One betrieben. Mit diesen Systemen konnte nunmehr die PostBase-Familie im oberen B-Segment abgeschlossen werden.

Das gesamte Produktportfolio ist nun bausteinförmig aufgebaut, was die Effektivität zum Erstellen neuer Varianten deutlich erhöht.

Neben den traditionellen Postgesellschaften erhalten wir vermehrt Anfragen von privaten Postanbietern. Für diese Gesellschaften sind Frankiersysteme zu entwickeln, die auf die speziellen Bedürfnisse privater Postanbieter zugeschnitten sind, sondern auch den Zahlungsverkehr zwischen Dienstleistung und Kunde sicher darstellt und die Abrechnungsmodalitäten systematisiert und effizienter gestaltet.

Wesentliche Aufgabe der Entwicklungstätigkeit des FP-Konzerns ist die Pflege und laufende Verbesserung des bestehenden Produktportfolios.

Für die Produkte PostBase und PostBase Mini konnte die Verfügbarkeit in den internationalen Märkten weiter vorangetrieben und abgeschlossen werden. Dabei sind insbesondere drei Projekte hervorzuheben: In den USA konnte die FP den neuen Standard (IMI = Intelligent Mail Indicia) als erstes Unternehmen für Frankiermaschinen im A Segment in den Markt einführen. Zusätzlich wurde für den japanischen Markt eine Ländervariante entwickelt, welche mit dem Eingabefeld in der Landessprache ausgestattet ist. Schließlich wurde weiter an Verfahren zur einfachen Installation von Frankiersystemen gearbeitet.

Die Druckqualität der Frankiermaschinen ist ein wesentlicher Faktor nicht nur in Richtung der zertifizierenden Postgesellschaften, sondern auch in der Beziehung zum Kunden, da mit jedem Abdruck ein Geldwert verbunden ist. Um die erforderliche Druckqualität für die Kunden sicherzustellen, wurde ein System eingeführt, das die Nutzung korrekter Tintenkartuschen überprüft.

Neben den traditionellen Produkten im Bereich Frankiermaschine hat der FP-Konzern den Schritt in die web-basierte Freimachung für Pakete beschritten. Zusammen mit der kanadischen Post wurde ein Bezahlkanal entwickelt, der 2016 marktreif sein wird. Dieser Kanal ermöglicht die direkte Entgeltentrichtung für Pakete von einem FP-Konto. 2016 wird FP das Angebot sowohl durch weitere Funktionen als auch durch den Einsatz in anderen Ländern ausbauen.

Neben der Entwicklung von neuen Frankiersystemen und der laufenden Qualitätsverbesserung arbeitet der Bereich Forschung und Entwicklung kontinuierlich an der Entwicklung weiterer innovativer Techniken für die Frankiersysteme.

Weitere Aktivitäten im Bereich Frankiersysteme

Für die Frankiersysteme MyMail, OptiMail30, UltiMail, CentorMail und PostBase, deren begleitende PC-Applikationen sowie Server-Applikationen ihrer IT-Infrastrukturen wurden insgesamt 54 neue Softwarepakete für insgesamt 14 Märkte freigegeben. Die Modellpalette wird dadurch beständig in neue Märkte hinein erweitert und in bestehenden Märkten auf neue Anforderungen ausgerichtet.

Eine erfreuliche Entwicklung zeigte wie im Vorjahr das CentorMail-System in seiner Ausprägung für private Briefdienstleister. Das System wurde im Berichtszeitraum für mehr als 10 zusätzliche regionale deutsche Briefdienstleister konfiguriert und freigegeben.

Mentana-Claimsoft

Ausbau FP Gateway

Das führende Gateway der Mentana wurde in 2015 weiterentwickelt, um noch mehr sichere und nachweisbare Dienste komfortabel und kundenfreundlich über das Programm anzubieten.

Die Integration von EGVP (Elektronisches Gerichts- und VerwaltungsPostfach), der Hybridmail, der Archivierungsfunktion und z.B. Domänen-basierte Verschlüsselung hat das Gateway zu einer elektronischen Drehscheibe für das In- und Output Management der Kunden entwickelt.

Neues Web-Frontend für das De-Mail Portal

Das Web-Frontend www.fp-demail.de wurde 2015 vollständig überarbeitet und neu gestartet. Neben vielen Komfort-Verbesserungen ist der Einsatz einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung deutlich bequemer für den Anwender einzusetzen.

Ende-zu-Ende Verschlüsselung

Als einer der ersten Anbieter hat Mentana auch das populäre PGP-Verschlüsselungsverfahren für De-Mail eingebunden. Durch das PlugIn, welches alle Komfort-Funktionen des Mentana Gateways in Outlook ermöglicht, ist es somit unkompliziert, De-Mails Ende-zu-Ende zu verschlüsseln. Praktischer Nebeneffekt des Plugins ist, dass diese Verschlüsselungsoption auch für "normale Mails" genutzt werden kann.

Hash-Safe

Das Produkt "Hash-Safe" zur rechtssicheren Langzeitspeicherung wurde 2015 fertiggestellt und als eines der ersten Produkte auf dem Markt nach dem neuen Standard TR-03133 ("TRESOR") vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert. Wer bei der elektronischen Archivierung kein Risiko eingehen will, ist bei Mentana nach wie vor gut aufgehoben.

Signatur-App

Die bekannte Lösung "Signaturportal.de" von Mentana wurde noch komfortabler durch eine Tablet-App gestaltet. Es ist so benutzerfreundlich möglich, auf die Signatur-Funktionen der Mentana zugreifen zu können und Dokumente "ad hoc" zu signieren und zu versenden.

Managed Hosting

Die Hochsicherheitsinfrastruktur der Mentana wurde erweitert und zum "Managed Hosting" weiterentwickelt. Somit ist es nun möglich, hochsichere "private cloud"-Lösungen anzubieten und sowohl eigene Software als Dienst anzubieten oder den Betrieb von Kundensoftware zu übernehmen.

Signaturanwendungskomponenten

Als führender Anbieter für Signaturanwendungskomponenten hat Mentana frühzeitig neue Signaturkarten in die Produktlinie Autosigner, OfficeSigner und Autoverifier integriert. Um die neue Generation von Smartcards der Trustcenter (ECDSA), neue Krypto-Algorithmen und entsprechende ETSI-Standards zu erfüllen, wurden die Lösungen weiterentwickelt.

"Large File Transfer"

"Large File Transfer" ist eine weitere Innovation der Mentana. Hierüber ist es möglich, hochsicher sehr große Datenmengen zu transferieren und dafür zu sorgen, dass Zugriffe kontrolliert und beschränkt werden können. Gemeinsam mit der Signatur-App können diese großen Daten auch signiert werden. Weiterhin kann beispielsweise festgelegt werden, wer und in welchem Zeitraum den Zugriff erhält und wie oft eine Datei angesehen werden und/oder heruntergeladen werden kann.

Internet Access Berlin (IAB)

FP Webmail Plus ist eine neu geschaffene Lösung zur Verarbeitung (Druck, Kuvertierung, Versand) von druckfertigen PDF-Dokumenten. Die Lösung nutzt hierfür die direkte Kommunikation mit der IAB und benötigt daher beim Kunden sehr geringe Ressourcen. Durch eine hohe Individualisierbarkeit von Modulen können Kundenwünsche schnell und einfach ohne eine erneute Installation/Wartung direkt bei der IAB durchgeführt werden.

FP Inbound wurde komplett auf die neuste Version von Kofax Capture umgestellt, hierzu gehören auch eigene Programmierungen für die Validierung und Export-/Import-Skripte. Kofax Capture ermöglicht eine bessere Automatisierbarkeit und beschleunigt Geschäftsprozesse, indem es Papierunterlagen und Formulare beliebiger Art erfasst, in zuverlässige, jederzeit abrufbare Informationen umwandelt und die Informationen an Ihre Geschäftsanwendungen, -prozesse und -Workflows übergibt.

Durch die Konzentration auf ein System wird Support, Wartung und auch Pflege wesentlich vereinfacht.

1.5.1 Mitarbeiter Forschung und Entwicklung

Ende 2015 waren in den Bereichen Forschung und Entwicklung des Konzerns (einschließlich Tochtergesellschaften) 78 Beschäftigte fest angestellt; dies entspricht rund 7,4 % (Vorjahr 7,2 %) der Konzernbelegschaft. Für bestimmte Projekte werden bei Bedarf zusätzliche, externe Mitarbeiter temporär eingesetzt. Ende 2015 betrug deren Anteil rund 6 % der festangestellten F&E-Belegschaft.

Neben den klassischen Ingenieursbereichen arbeiten das Produktmanagement und der F&E Bereich immer stärker zusammen, um die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen.

1.5.2 Investitionen in Forschung und Entwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich die Forschungs- und Entwicklungskosten auf insgesamt 8,8 Mio. Euro und lagen damit um 1,3% unter dem Niveau des Vorjahres (8,9 Mio. Euro). Hiervon wurden 4,8 Mio. Euro als immaterielle Vermögenswerte aktiviert im Vergleich zu 4,6 Mio. Euro im Vorjahr. 4,0 Mio. Euro flossen in den Aufwand gegenüber 4,3 Mio. Euro im Jahr zuvor. Die Forschungs- und Entwicklungsquote (einschließlich Produktpflege) gemessen am Umsatz sank 2015 auf 4,6% (Vorjahr 5,2%).

1.6 MITARBEITER

Zum 31. Dezember 2015 beschäftigte der FP-Konzern weltweit 1048 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vergleich zu 1 054 Arbeitnehmer n ein Jahr zuvor. Insgesamt waren 658 Mitarbeiter (Vorjahr 653) bei den deutschen Gesellschaften und 390 Beschäftigte (Vorjahr 401) bei den ausländischen Tochtergesellschaften angestellt. In Deutschland stieg die Zahl der Mitarbeiter in den Segmenten Produktion und Zentrale Funktionen, während bei der FP VS die Anzahl der Arbeitsplätze weiter reduziert wurden. In den ausländischen Märkten wurden in Frankreich und Schweden neue Mitarbeiter eingestellt. Im Zuge der Schließung der Tochtergesellschaft in Singapur und Optimierungsmaßnahmen bei der belgischen Vertriebsgesellschaft wurden insgesamt 15 Arbeitsplätze eingespart. Die Anzahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2015 mit Vorjahresvergleich verteilte sich wie folgt auf die Segmente:

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Segment 2015 2014
Vertrieb Deutschland 466 468
Vertrieb International 390 401
Produktion 162 158
Zentrale Funktionen 30 27
Gesamt 1.048 1.054

Entwicklung Mitarbeiter

1.7 UMWELT UND GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT

1.7.1 Umwelt-, Arbeitsschutz, Qualitäts- und Energiemanagement sowie Datenschutz- und Informationssicherheit

Der FP-Konzern ist einem verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und dem Schutz der Umwelt verpflichtet. Er sieht dies als Teil der Verantwortung, die er für Mitarbeiter, Kunden, Partner und Nachbarn übernimmt.

Bereits 2010 erweiterte das Unternehmen daher sein Qualitätsmanagementsystem um ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14001; im Jahr 2013 folgte ein zertifiziertes Arbeits- und Gesundheitsschutzsystem nach BS OHSAS 18001. Der FP-Konzern bleibt bestrebt, sein Umwelt- und Arbeitsschutzmanagement weiter zu verbessern und so den Nachhaltigkeitsgedanken in allen Geschäftsbereichen noch besser zu verankern. Dies wurde im Jahr 2015 dadurch bestätigt, dass der Konzern als einer der ersten Unternehmen sein integriertes Managementsystem nach den neuen Normen ISO 9001:2015 (Qualitätsmanagement) und ISO 14001:2015 (Umweltmanagement) zertifizieren lies und sein Arbeits- und Gesundheitsmanagementsystem nach der ISO 45001:2016 bereits für eine beauftragte Zertifizierung ausgerichtet hat.

Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz sind für den FP-Konzern wichtige Führungsaufgaben. Das integrierte Managementsystem stellt deren Umsetzung in allen betrieblichen Funktionen und Ebenen sicher. Ein solches Managementsystem lässt sich nur mithilfe engagierter und überzeugter Mitarbeiter mit Leben füllen. Deshalb schärft der FP-Konzern durch geeignete Informationen und Schulungen kontinuierlich das nötige Umwelt- und Sicherheitsbewusstsein seiner Mitarbeiter. Das integrierte Managementsystem legt die Verantwortlichkeiten, die entsprechenden Verfahren sowie Abläufe zur kontinuierlichen Verbesserung aus betrieblicher Tätigkeit fest. In diesem Zusammenhang nimmt der Konzern auch seine Verpflichtung nach der Einführung eines Energiemanagementsystems wahr und beauftragte die Zertifizierung nach ISO 50001 im Jahr 2016.

Bereits in der Produktentwicklung spielt das Thema Umweltschutz und Schonung der Ressourcen eine große Rolle. So entspricht das Frankiersystem PostBase modernsten Ansprüchen an das umweltbewusste Frankieren. Zu nennen sind hier ein um 8% reduziertes Gewicht, die Möglichkeit, Bauteile wiederzuverwenden sowie die Kennzeichnung der verwendeten Kunststoffe. Beim Energieverbrauch erfüllt die PostBase die strengeren Anforderungen des EnergyStars in der Version 1.2 (Auszeichnung mit dem "Blauen Engel"). Das Frankiersystem PostBase wird in den nächsten Jahren alle älteren Frankiersysteme ersetzten. Schließlich wurde im Bereich der Verbrauchsmaterialien ein neues Recycling-Konzept entwickelt, sodass Kunden verbrauchte Tintenkartuschen umweltfreundlich entsorgen können.

Als herstellender Betrieb sieht sich der FP-Konzern einem hochwertigen Qualitätsmanagement verpflichtet. Im Jahr 2015 wurden mit der Rezertifizierung des integrierten Managementsystems die Unternehmensstandorte der FP iab - internet access GmbH und der FP freesort GmbH System im FP-Konzern integriert. Hier wurde im Zusammenhang mit der durchgängigen Prozessdokumentation das gelebte hohe Niveau im Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitsschutzmanagement von den Auditoren hervorgehoben.

Im Rahmen der Einführung des Energiemanagements wird im Jahr 2016 auch die FP Mentana-Claimsoft GmbH in das konzernübergreifende Managementsystem integriert. Die FP Mentana-Claimsoft GmbH ist nach ISO 9001 und auf der Basis des IT-Grundschutzes nach ISO 27001, gemäß §18 Abs. 3 Nr. 4 De-Mail-Gesetz durch den Bundesbeauftragen für Datenschutz und Informationsfreiheit und gemäß De-Mail-Gesetz vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als De-Mail-Anbieter zertifiziert. Ebenfalls erhielt die Mentana-Claimsoft als erstes Unternehmen in Deutschland die Zertifizierung TR-RESISCAN. Ist ein Prozess mit TR-RESISCAN zertifiziert, können Anwender bisher archivierte Dokumente einscannen und das Papier anschließend vernichten, ohne den Beweiswert des Dokuments einzubüßen.

Für unsere Kunden und im integrierten Managementsystem des FP Konzerns steigt die Bedeutung der Informationssicherheit stetig. In diesem Kontext wurde entschieden, dass die FP IAB - internet access GmbH und die FP GmbH auch nach ISO 27001 zertifiziert werden.

1.7.2 Gesellschaftliche Verantwortung

Der FP-Konzern ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und unterstützt beispielsweise Mitmenschen mit Beeinträchtigungen. So achtet die Tochtergesellschaft FP freesort GmbH seit ihrer Gründung auf Barrierefreiheit und Behindertenfreundlichkeit. Das Unternehmen beschäftigt zahlreiche Taubstumme und Gehörlose und wurde dafür wiederholt ausgezeichnet. In diesem Bereich engagiert sich auch die FP Produktionsgesellschaft mbH im brandenburgischen Wittenberge. Das Unternehmen unterstützt den Lebenshilfe Prignitz e.V. Der Verein setzt sich in der Region Wittenberge für Menschen mit Behinderungen sowie deren Familien ein.

Auch ausländische Tochtergesellschaften engagieren sich über die betrieblichen Grenzen hinaus. Die englische Tochtergesellschaft Francotyp-Postalia Ltd. spendet regelmäßig für karitative Zwecke. Die geförderten Projekte oder Vereinigungen wechseln und werden jedes Quartal neu von den FP-Beschäftigten bestimmt. In den USA unterstützt Francotyp-Postalia seit mehreren Jahren die National Breast Cancer Foundation (NBCF). Die NBCF konzentriert sich auf Aufklärung und Vorsorgeuntersuchungen zum Thema Brustkrebs. Auch in Italien engagiert sich der FP-Konzern im Kampf gegen den Krebs und hat eine Partnerschaft mit der "Lega Italiana Lotta ai Tumori" (LILT, Italian Association Against Cancer) abgeschlossen. Für jede verkaufte LILT-PostBase spendet FP eine bestimmte Summe an die LILT.

Die schwedische Tochtergesellschaft unterstützt in ähnlicher Weise den Verein "Ärzte ohne Grenzen". So können Kunden festlegen, dass ein Teil der Mietkosten an diese Organisation gespendet wird. Die FP Niederlande spendet selbst Geld an die internationale Kinderhilfsorganisation "Plan". Zudem unterstützt diese FP-Tochter in Zusammenarbeit mit der niederländischen Post ein Windkraftprojekt in Indien, in dem die CO2-Emissionen durch das anfallende Briefvolumen kompensiert werden.

2. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Die angespannte Lage im arabischen Raum und das rückläufige Wachstum in vielen Schwellenländern dämpfte gerade in der zweiten Jahreshälfte 2015 die globale Konjunktur ebenso wie die anhaltende Wachstumsschwäche im Euro-Raum. Insgesamt stieg das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) dennoch wie im Vorjahr um 3,1 %. In den für den FP-Konzern vor allem relevanten Industriestaaten kam es dagegen nur zu einem BIP-Anstieg um 1,9 %.

Überdurchschnittliche Wachstumsraten gab es vor allem in den USA; dem größten FP-Auslandsmarkt; dort stieg die Wirtschaftsleistung 2015 um 2,5 %. In den Euro-Staaten belief sich das Wachstum dagegen auf lediglich 1,5 %. Das deutsche BIP konnte im Gesamtjahr 2015 um 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr zulegen.

Die unterschiedliche Entwicklung im Euro-Raum und in den USA beeinflusste auch den entsprechenden Wechselkurs. Nachdem der Euro im ersten Halbjahr 2015 noch eine Position der relativen Stärke gegenüber dem US-Dollar behaupten konnte, gab er im zweiten Halbjahr kontinuierlich nach. Zum Jahresende 2015 notierte der Euro bei 1,09 US-Dollar und lag damit 12 Cent unter dem Vorjahresendkurs von 1,21 US-Dollar.

In vielen Märkten profitierte der FP-Konzern auch 2015 von dem anhaltenden Trend hin zu kleineren Frankiermaschinen; viele Kunden ersetzen größere Maschinen durch kleinere Modelle wie die PostBase. Der FP-Konzern konzentriert sich traditionell auf das A- sowie das B-Segment für Maschinen mit kleinerem bis mittlerem Briefaufkommen.

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A-Segment B-Segment C-Segment
1 - 200 Briefe/ Tag 200 - 2000 Briefe/ Tag > 2000 Briefe/ Tag

Dieser Trend beruht auf der zunehmenden Digitalisierung des Briefverkehrs. Zwar werden verschiedenen Poststatistiken zufolge pro Jahr nach wie vor weltweit rund 330 Milliarden Briefe vor allem in Europa und Nordamerika befördert. Doch das weltweite Briefvolumen sank der Weltpostunion zufolge 2014 um 2,6 %; Zahlen für 2015 sind noch nicht veröffentlicht.

In den etablierten Märkten und allen voran in Deutschland ergeben sich daher Chancen durch die Vermarktung innovativer Softwarelösungen für die Kommunikations- und Dokumentenprozesse. Die deutsche Bundesnetzagentur schreibt in einem Impulspapier, dass sich die Postmärkte in einer Phase des Umbruchs befinden und einer stetigen Veränderung unterliegen würden. Insbesondere die zunehmende Digitalisierung biete einerseits Raum für Innovationen, setze aber andererseits traditionelle Geschäftsmodelle unter Druck. Ein Beispiel für Produktinnovationen sind nach Angaben der Bundesnetzagentur Hybridbriefe, die digital übermittelt, aber physisch zugestellt werden. Der FP-Konzern hat sich auf diesen Wandel frühzeitig vorbereitet und bietet heute ein breites Leistungsspektrum für den analogen und den digitalen Postversand.

Insgesamt betonen Wirtschaft und Politik hierzulande das Wachstumspotenzial infolge einer konsequenten Digitalisierung. Im Wettbewerb zu anderen Ländern droht der Standort Deutschland jedoch ins Hintertreffen zu geraten. Eine Studie des Beratungsunternehmens accenture aus dem Jahr 2015 kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Volkswirtschaft aktuell lediglich Platz neun unter den 17 führenden Volkswirtschaften erreicht. Gleichzeitig ist den deutschen Unternehmen durchaus das Potenzial der Digitalisierung bewusst. Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom Ende 2015 sehen rund 96 % aller deutschen Unternehmen in wichtigen Branchen die Digitalisierung als Chance. Für zwei Drittel der Unternehmen besteht sogar die Notwendigkeit einer schnellen Umsetzung. Der FP-Konzern kann mit seinen digitalen Lösungen rund um die Kommunikations- und Dokumentenprozesse einen wichtigen Beitrag leisten, die Digitalisierung dieser Unternehmen zu beschleunigen.

2.1.1 Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Softwaregeschäft des FP-Konzerns veränderten sich zuletzt 2013 durch das E-Government-Gesetz. Dieses schuf in Deutschland die gesetzlichen Grundlagen für eine moderne digitale Kommunikation. Im Kern regelt das Gesetz die Verpflichtung der Verwaltung zur Eröffnung eines elektronischen Kanals. Im Herbst 2014 wurden auf einem IT-Gipfel erste Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft De-Mail vorgestellt. Die Bundesregierung bekräftigte, dass sie ihren Beitrag zum Auftrag der Digitalen Agenda zur flächendeckenden Einführung von De-Mail leisten wird. Seit Ende 2015 können über 200 Behörden und Einrichtungen des Bundes über De-Mail kommunizieren. Und auch die Bundesländer leisten ihren Beitrag. In Sachsen sollen die Landesbehörden und Kommunen ab August 2016 über De-Mail erreichbar sein.

Die Monopolkommission begrüßte in einem Gutachten Ende 2015 die fortschreitende Digitalisierung im Postwesen. Elektronische Postdienstleistungen und Hybridpost stellen laut den Experten ein komplementäres Angebot zu klassischen Briefdienstleistungen dar, die zu Effizienzsteigerungen entlang der postalischen Wertschöpfungskette beitragen und Innovationen fördern können. Die Monopolkommission empfiehlt der Bundesnetzagentur und dem Bundeskartellamt die Marktentwicklungen bei elektronischen Postdienstleistungen und Hybridpost weiter intensiv zu beobachten. Abhängig von den Marktentwicklungen sollte gegebenenfalls Hybridpost zukünftig als eigener sachlich relevanter Markt erfasst werden.

Darüber hinaus hat es 2015 keine wesentlichen Veränderungen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben.

3. ERTRAGSLAGE

Der FP-Konzern konnte 2015 Umsatz und EBITDA deutlich steigern. Das zweistellige Umsatzwachstum resultiert vor allem aus Zuwächsen bei Mail-Services (Abholung der Kunden-Geschäftspost, Sortierung nach Postleitzahlen und Auflieferung bei der Deutschen Post AG - kurz Konsolidierung - und den Frankierservice), Erfolgen bei der Vermietung des Frankiersystems PostBase sowie aus insgesamt positiven Wechselkurseffekten. Diese Wechselkurseffekte wirkten sich auch positiv auf die Ergebnissituation aus.

Die für Mail-Services verantwortliche FP-Tochter freesort feierte 2015 einen Umsatzrekord. Das Unternehmen konnte erstmals die Marke von 50 Mio. Euro übertreffen und den Wachstumskurs der vergangenen Jahre beschleunigen. In den ausländischen Märkten profitierte der FP-Konzern vor allem vom Erfolg des Frankiersystems PostBase. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erweiterte das Unternehmen diese Produktfamilie in vielen Ländern um ein Einsteigermodell, die PostBase Mini.

Auch 2015 stieg die Bedeutung des Mietgeschäfts bei Frankiermaschinen. Im Mietmarkt USA konnte der FP-Konzern sehr erfolgreich den Austausch von postalisch abgemeldeten Frankiermaschinen (Dezertifizierung) abschließen; dieser war aufgrund der Abkündigung älterer Frankiermaschinen durch die US-amerikanische Post notwendig geworden. Das Mietgeschäft erfordert zwar kurzfristig Investitionen in nicht unerheblichem Maße, führt aber mittel- und langfristig im Fall der USA zu einem Erhalt und in anderen Märkten wie Frankreich, Großbritannien und Italien zu einem Ausbau der installierten Basis der Frankiermaschinen und damit mittel- und langfristig zu wiederkehrenden Umsätzen.

Das EBIT der Gesellschaft erreichte, wie prognostiziert, nicht das Vorjahresniveau. Maßgeblich für diese Entwicklung waren vor allem einmalige Sondereinflüsse (siehe Abschnitt 3.1.2 Ergebnisentwicklung (EBITDA, EBIT)).

3.1 FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Die finanziellen Leistungsindikatoren des FP-Konzerns sind Umsatz, EBITDA, und Free Cashflow. Diese werttreibenden Größen definieren das Spannungsfeld von Rentabilität, Wachstum und Liquidität, in dem sich das Unternehmen befindet.

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Prognose 2015 Anpassung Prognose 2015 IST 2015 Erläuterung
Umsatz zwischen 173 und 177 Mio. Euro zwischen 184 und 188 Mio. Euro 191,1 Mio. Euro Über Erwartungen liegendes Wachstum im Bereich Mail-Services sowie höhere positive Währungseffekte.
EBITDA Anstieg auf 24 bis 25 Mio. Euro Anstieg auf 27 bis 28 Mio. Euro 26,8 Mio. Euro Deutlich höherer Umsatz, einschließlich positiver Wechselkurseffekte.
EBIT unter Vorjahresniveau (9,8 Mio. Euro) unverändert 9,0 Mio. Euro  
Free Cashflow Deutlich verbesserter positiver Free Cashflow (-5,6 Mio. Euro in 2014) unverändert - 1,4 Mio. Euro Aufgrund anhaltend hoher Investitionen sowie Anstieg der Forderungen aus Finanzierungsleasing legte der Free Cash-flow zum Jahresende schwächer zu, als erwartet
Nettoverschuldung Leicht sinkend (16,0 Mio. Euro in 2014) unverändert 19,6 Mio. Euro Anstieg aufgrund höherer Finanzverbindlichkeiten zur Finanzierung der Investitionen in künftiges Wachstum.

3.1.1 Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2015 steigerte der FP-Konzern den Gesamtumsatz auf 191,1 Mio. Euro im Vergleich zu 170,3 Mio. Euro im Vorjahr. Im deutschen Heimatmarkt stieg der Umsatz auf 101,0 Mio. Euro nach 92,6 Mio. Euro im Vorjahr; der größte Anteil an diesem Zuwachs stammt von der FP-Tochter freesort. Größter ausländischer Markt blieben auch 2015 die USA; der Umsatz wuchs dort von 34,2 Mio. Euro auf 42,7 Mio. Euro. Auf Eurobasis stiegen die ausländischen Umsätze insgesamt auf 90,1 Mio. Euro gegenüber 77,7 Mio. Euro im Vorjahr. Die positiven Wechselkurseffekte über alle Fremdwährungen summierten sich hierbei auf insgesamt 9,1 Mio. Euro (vor Konsolidierung).

KONZERNUMSATZ in Mio. Euro

AUFTEILUNG DER UMSATZERLÖSE in Prozent

Die wiederkehrenden Umsätze erhöhten sich im Berichtsjahr auf 154,3 Mio. Euro im Vergleich zu 139,4 Mio. Euro im Vorjahr. Sie stammen aus dem Mail-Services- und Softwaregeschäft sowie den Serviceverträgen, dem Mietgeschäft, dem Teleporto und dem Verkauf von Verbrauchsmaterialien für die weltweit rund 230 000 Frankiermaschinen. Die wachsende Bedeutung des Mietgeschäfts führte zu einem Anstieg der entsprechenden Umsätze auf 31,4 Mio. Euro gegenüber 25,3 Mio. Euro im Jahr zuvor. Im Bereich Mail-Services verbesserte sich der Umsatz auf 53,8 Mio. Euro gegenüber 44,1 Mio. Euro im Jahr 2014. Dabei erhöhte sich das Briefvolumen auf 198 Mio. Sendungen im Vergleich zu rund 190 Mio. Sendungen im Jahr 2014. Der Umsatz im Softwaregeschäft lag mit 13,7 Mio. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres mit 13,4 Mio. Euro, wobei Mentana-Claimsoft entgegen den Erwartungen 2015 keine wesentlichen Umsätze insbesondere aus De-Mail-Transaktionen erzielte. Die Umsätze aus Produktverkäufen erhöhten sich auf 36,8 Mio. Euro nach 30,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

UMSATZERLÖSE NACH PRODUKTEN UND DIENSTLEISTUNGEN

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In Mio. Euro 2015 2014
Wiederkehrende Erträge 154,3 139,4
Vermietung 31,4 25,3
Service / Kundendienst 22,3 24,8
Verbrauchsmaterial 23,1 21,1
Teleporto 10,0 10,7
Mail Services 53,8 44,1
Software 13,7 13,4
Erträge aus Produktverkäufen 36,8 30,9
Frankieren 28,2 22,9
Kuvertieren 7,3 6,2
Sonstige 1,3 1,8
Gesamt 191,1 170,3
Wiederkehrende Umsatzerlöse 80,7 % 81,9 %
Nicht wiederkehrende Umsatzerlöse 19,3 % 18,1 %

3.1.2 Ergebnisentwicklung (EBITDA, EBIT)

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das EBITDA, erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 26,8 Mio. Euro gegenüber 23,1 Mio. Euro im Jahr zuvor. Die EBITDA-Marge stieg auf 14,0 % nach 13,6 % im Vorjahr. Das EBITDA ist wesentlich durch den Fremdwährungseffekt auf Grund der Entwicklung des Euro zum US Dollar im Geschäftsjahr positiv beeinflusst, insgesamt hat dies zu einem positiven Wechselkurseffekt von 3,9 Mio. geführt.

Das EBIT war 2015 durch Sondereinflüsse beeinflusst und betrug inklusive Sondereinflüsse, 9,0 Mio. Euro und liegt damit unter dem Niveau des Vorjahres.

Die Sondereinflüsse setzen sich wie folgt zusammen:

Restrukturierungskosten im Zuge der Optimierung des Service-Bereiches Deutschland in Höhe von 0,8 Mio. Euro

außerplanmäßige Abschreibung auf einen Firmenwert und Kundenbeziehungen von insgesamt 1,0 Mio. Euro

Aufwendungen in Höhe von 0,5 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem vorzeitigen Ausscheiden des Vorstandssprechers

Ausbuchung von verjährten Verbindlichkeiten in Höhe von 1,4 Mio. Euro

positiver Entkonsolidierungseffekt von 0,5 Mio. Euro aus der unterjährigen Änderung des Konsolidierungskreises

EBITDA in Mio. Euro

3.1.3 Free Cashflow

Der Free Cashflow, der Saldo von Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit, verbesserte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf -1,4 Mio. Euro nach -5,6 Mio. Euro im Vorjahr; zum Jahresende hin legte er aufgrund der anhaltend hohen Investitionen in den Mietmarkt USA dennoch schwächer zu als erwartet. Der Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit lag bei 18,6 Mio. Euro im Vergleich zu 17,5 Mio. Euro im Vorjahr. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit sank auf 20,0 Mio. Euro gegenüber 23,1 Mio. Euro im Jahr zuvor.

3.1.4 Nettoverschuldung

2015 stieg die Nettoverschuldung des FP-Konzerns auf 19,6 Mio. Euro im Vergleich zu 16,0 Mio. Euro im Jahr 2014. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Finanzmittel. Zu den Finanzverbindlichkeiten zählen die Kreditverbindlichkeiten sowie die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. In die Finanzmittel werden neben den liquiden Mitteln auch die eigenen Anteile und Wertpapiere mit eingerechnet. Die verwalteten Portogelder in Österreich und Kanada in Höhe von 3,0 Mio. Euro, die verfügungsbeschränkt sind, sind nicht enthalten.

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in Mio. Euro 31.12.2014 31.12.2015
Finanzverbindlichkeiten 31,4 36,3
Finanzmittel 15,4 16,7
Nettoverschuldung 16,0 19,6
Eigenkapital 30,1 35,2
Nettoverschuldungsgrad 53,2 % 55,6 %

ENTWICKLUNG DER NETTOSCHULDEN in Mio. Euro

3.2 NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Über die finanziellen Leistungsindikatoren hinaus nutzt der FP-Konzern nicht finanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens. Im Zentrum steht die Qualität des Leistungsspektrums, gemessen an einem Qualitäts- und einem Verbesserungsindikator. Eine unverändert hohe Qualität trägt entscheidend zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens bei.

3.2.1 Qualitätsindikator

Der Qualitätsindikator misst die Veränderung der Produktqualität auf der Basis der jährlichen Serviceeinsätze im Verhältnis zum durchschnittlichen gewichteten Maschinenbestand und berücksichtigt hierbei auch laufende Veränderungen wie die Einführung neuer oder die Optimierung bestehender Produkte. Diese Kennzahl wird in Deutschland erhoben, da aufgrund der hiesigen Organisationsstruktur die Erfassung und Auswertung von Serviceeinsätzen am besten möglich ist, und wird vergleichend auf die international tätigen Tochtergesellschaften angewandt, wo sie beispielsweise der Kostenkalkulation für Vertriebspartner dienen kann.

Für das Geschäftsjahr 2015 betrug der Zielwert für den Qualitätsindikator 29,0 bis 30,8; der FP-Konzern erreichte einen Wert von 24,1 (Vorjahr: 30,9) und übertraf somit die interne Zielvorgabe.

3.2.2 Verbesserungsindikator

Auch dieser nicht finanzielle Leistungsindikator erfasst die Qualität der FP-Produkte und hier insbesondere die Qualität neuer Frankiersysteme. Er basiert auf dem Teileaufwand für Nachbesserungen an ausgelieferten Maschinen und misst das Verhältnis der Teilekosten aus Gewährleistungen zum Gesamtumsatz. Der FP-Konzern erfasst die notwendigen Daten monatlich, wobei eine Analyse der vergangenen Jahre zeigt, dass der Indikator bei der Neueinführung einer neuen Generation von Frankiersystemen tendenziell steigt. 2015 lag der Verbesserungsindikator bei 0,11 nach 0,13 im Vorjahr. Damit übertraf das Unternehmen die interne Zielvorgabe von weniger als 0,13.

3.3 ENTWICKLUNG WESENTLICHER POSTEN DER KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

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Mio. Euro 2015 2014 Veränderung
%
Umsatzerlöse 191,1 170,3 12,2
Bestandsveränderungen -0,1 0,6 -122,7
Andere aktivierte Eigenleistungen 15,8 15,5 1,8
Gesamtleistung 206,7 186,4 10,9
Sonstige Erträge 4,3 2,4 83,4
Materialaufwand 91,3 82,0 11,3
Personalaufwand 57,4 53,5 7,2
Abschreibungen und Wertminderungen 17,8 13,3 34,1
Andere Aufwendungen 35,6 30,1 18,1
Betriebsergebnis vor besonderen Erträgen und Aufwendungen 9,0 9,9 -8,2
Zinsergebnis -1,6 -2,1 -26,9
Sonstiges Finanzergebnis 0,2 0,7 -72,7
Steuerergebnis -3,9 -3,2 23,1
Jahresergebnis 3,7 5,2 -28,6
EBIT 9,0 9,8 -8,2
EBITDA 26,8 23,1 16,1

3.3.1 Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2015 steigerte der FP-Konzern den Gesamtumsatz auf 191,1 Mio. Euro im Vergleich zu 170,3 Mio. Euro im Vorjahr. Das Umsatzwachstum beruht vor allem auf Zuwächsen bei Mail-Services, Erfolgen bei der Vermietung des Frankiersystems PostBase sowie aus insgesamt positiven Wechselkurseffekten.

3.3.2 Andere aktivierte Eigenleistungen

Die anderen aktivierten Eigenleistungen erhöhten sich 2015 leicht auf 15,8 Mio. Euro im Vergleich zu 15,5 Mio. Euro im Vorjahr infolge eines Anstiegs der in den aktivierten Eigenleistungen enthaltenen Entwicklungsleistungen, die in 2015 4,8 Mio. Euro betrugen gegenüber 4,6 Mio. Euro im Jahr 2014. Der Anteil für die hergestellten Frankiersysteme für das Mietgeschäft blieb auf dem Vorjahresniveau. Der FP-Konzern aktiviert diese Mietmaschinen und schreibt sie über die Nutzungsdauer ab.

3.3.3 Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge erhöhten sich 2015 auf 4,3 Mio. Euro gegenüber 2,4 Mio. Euro im Vorjahr. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Erträge aus der Ausbuchung von verjährten Verbindlichkeiten von 1,4 Mio. Euro und gestiegenen Erträgen aus Investitionszuschüssen von 1,0 Mio. Euro zurückzuführen. Eine detaillierte Darstellung der Struktur der sonstigen betrieblichen Erträge findet sich im Konzernanhang unter Ziffer 3.

3.3.4 Materialaufwand

Im Geschäftsjahr 2015 stieg der Materialaufwand auf 91,3 Mio. Euro im Vergleich zu 82,0 Mio. Euro im Vorjahr. Den wesentlichen Grund bildet der Anstieg der Aufwendungen für bezogene Leistungen auf 54,6 Mio. Euro gegenüber 46,2 Mio. Euro im Vorjahr; darin spiegelt sich die Geschäftsausweitung im Bereich Mail-Services wider. Darüber hinaus hat sich die Entwicklung des Euro zum US Dollar ausgewirkt. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erhöhten sich 2015 auf 36,7 Mio. Euro im Vergleich zu 35,8 Mio. Euro im Jahr 2014. Die Materialaufwandsquote verbesserte sich 2015 leicht auf 47,8% nach 48,2% im Vorjahr, im Wesentlichen aufgrund des insgesamt unterproportionalen Anstiegs des Materialaufwands.

3.3.5 Personalaufwand

Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2015 auf 57,4 Mio. Euro im Vergleich zu 53,5 Mio. Euro im Vorjahr. Der FP-Konzern beschäftigte 2015 weltweit 1.048 Mitarbeiter gegenüber 1.054 im Jahr zuvor. Der im Geschäftsjahr 2015 zum US-Dollar schwächere Euro hat wesentlich in Höhe von 1,9 Mio. Euro zur deutlichen Steigerung des Personalaufwands beigetragen. Darüber hinaus hat das vorzeitige Ausscheiden des Vorstandssprechers den Personalaufwand in Höhe von 0,4 Mio. Euro belastet. Die Personalaufwandsquote hat sich trotzdem aufgrund des überproportionalen Umsatzanstiegs auf 30,0 % gegenüber 31,4 % im Vorjahreszeitraum verbessert.

3.3.6 Andere Aufwendungen

Die anderen Aufwendungen erhöhten sich 2015 auf 35,6 Mio. Euro gegenüber 30,1 Mio. Euro im Vorjahr. Hierbei erhöhten sich insbesondere die Aufwendungen für Marketing von 2,0 Mio. Euro um 0,8 Mio. Euro auf 2,8 Mio. Euro. Weitere wesentliche Positionen umfassen gestiegene Aufwendungen für Gebühren und Beratungsleistungen in Höhe von 3,9 Mio. Euro gegenüber 3,0 Mio. Euro im Vorjahr. Die übrigen sonstigen Aufwendungen erhöhten sich von 2,1 Mio. Euro in 2014 auf 4,6 Mio. Euro in 2015. Die wesentlichen Positionen sind dabei die periodenfremden Aufwendungen i.H.v. 1,1 Mio. Euro gegenüber 0,3 Mio. Euro im Vorjahr sowie die Aufwendungen für Gewährleistungen und Reklamationen i.H.v. 0,6 Mio. Euro in 2015 gegenüber 0,0 Mio. Euro in 2014. Eine detaillierte Darstellung der Struktur der anderen Aufwendungen findet sich im Konzernanhang unter Ziffer 6.

3.3.7 EBITDA

Der FP-Konzern erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein EBITDA, also einen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen, in Höhe von 26,8 Mio. Euro im Vergleich zu 23,1 Mio. Euro im Vorjahr. Die Wechselkursentwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar führte zu einem positiven Wechselkurseffekt in Höhe von 3,9 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge stieg auf 14,0% gegenüber 13,6% im Jahr zuvor.

3.3.8 Abschreibungen und Wertminderungen

2015 erhöhten sich die Abschreibungen und Wertminderungen planmäßig auf 17,8 Mio. Euro gegenüber 13,3 Mio. Euro im Vorjahr. Grund hierfür sind höhere planmäßige Abschreibungen auf neu in den Markt gestellte vermietete Erzeugnisse und auf aktivierte Entwicklungsprojekte. Darüber hinaus wurde der Firmenwert und die Kundenbeziehung Mentana-Claimsoft in Höhe von insgesamt 0,9 Mio. Euro außerplanmäßig wertberichtigt. Weitere Informationen finden sich im Risiko- und Chancenbericht im Abschnitt "Abwertungsrisiko" sowie im Anhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz".

3.3.9 Zinsergebnis

Im Jahr 2015 betrug das Zinsergebnis -1,6 Mio. Euro gegenüber -2,1 Mio. Euro im Jahr zuvor. Trotz des niedrigen Zinsniveaus stiegen die Zinseinnahmen leicht auf 0,7 Mio. Euro gegenüber 0,5 Mio. Euro im Jahr 2014, da das Volumen an Forderungen aus Finanzierungsleasing insgesamt angestiegen ist. Dagegen sanken die Zinsaufwendungen um 0,4 Mio. Euro auf 2,2 Mio. Euro.

3.3.10 Sonstiges Finanzergebnis

Der FP-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2015 ein Finanzergebnis in Höhe von 0,2 Mio. Euro im Vergleich zu 0,7 Mio. Euro im Vorjahr. Belastend haben sich Wertberichtigungen des Geschäftsanteils sowie auf Forderungen gegenüber einer zum Bilanzstichtag nicht konsolidierten Tochtergesellschaft in Höhe von 0,6 Mio. Euro ausgewirkt. Die Effekte im Finanzergebnis hängen zudem von der Stichtagsbewertung zu unterschiedlichen Wechselkursen ab.

3.3.11 Steuerergebnis

Das Steuerergebnis setzt sich aus einem Steuerertrag von 4,1 Mio. Euro sowie laufenden Steueraufwendungen in Höhe von 8,0 Mio. Euro zusammen. In der Summe beläuft sich das Steuerergebnis auf -3,9 Mio. Euro, während im Vorjahr ein steuerliches Ergebnis von -3,2 Mio. Euro angefallen war. Die Steuerquote liegt mit 51,3 % über dem Vorjahresniveau von 38,0 %. Unter Berücksichtigung der im Geschäftsjahr tatsächlich gezahlten Ertragssteuern beträgt die zahlungswirksame Steuerquote 18,2 % (im Vorjahr 25,0 %).

3.3.12 Konzernergebnis

Der FP-Konzern erwirtschaftete ein Konzernergebnis von 3,7 Mio. Euro nach 5,2 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis pro Aktie lag bei 0,22 Euro im Vergleich zu 0,32 Euro im Jahr 2014 (unverwässert).

KONZERNERGEBNIS in Mio. Euro

3.3.13 Dividendenberechtigter Bilanzgewinn und Dividende

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 7. Juni 2016 vor, für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von 0,12 Euro je Aktie auszuschütten. Im Gegensatz zum Vorjahr handelt es sich bei diesem Vorschlag um eine Ausschüttung, aus dem steuerlichen Einlagekonto i. S. d. § 27 KStG (nicht in das Nennkapital geleistete Einlagen). Daher erfolgt die Auszahlung ohne Abzug von Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag. Die Netto-Dividende ist damit gegenüber dem Vorjahr unverändert. Im Geschäftsjahr 2015 hatte der FP-Konzern eine Brutto-Dividende von 0,16 Euro gezahlt. Zur Ermittlung des dividendenberechtigten Bilanzgewinns wird auf die Angaben im Anhang in Abschnitt IV verwiesen. Unter der Voraussetzung der Zustimmung zum Dividendenvorschlag durch die Hauptversammlung wird sich die Gesamtsumme der Ausschüttung für die dividendenberechtigten Aktien auf 1,9 Mio. Euro belaufen. Der Vorstand schlägt vor, den verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

3.3.14 Geschäftsverlauf nach Segmenten

Das Unternehmen ist in die vier Segmente Produktion, Vertrieb Deutschland, Vertrieb International sowie Zentrale Funktionen aufgeteilt. Die Segmentierung entspricht dem internen Berichtswesen des FP-Konzerns.

Da die Segmente nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften berichten, werden in der Überleitung auf den Konzernabschluss sowohl die Anpassungsbuchungen nach IFRS als auch die Konzern-Konsolidierungsbuchungen aufgenommen. Die Konzern-Konsolidierungsbuchungen umfassen die Konsolidierungen von Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten. Konzerninterne Transaktionen erfolgen zu Marktpreisen. Da die Zahlen aus den Einzelabschlüssen zu einem Gesamtsegmentergebnis aufsummiert werden, enthalten die Segmentgesamtbeträge auch Intrasegmentzahlen sowie Zwischengewinne.

Die in diesem Abschnitt dargestellten Umsatzwerte entsprechen jeweils den Umsatzerlösen mit externen Dritten des Segmentberichts.

UMSATZERLÖSE NACH SEGMENTEN in Mio. Euro

Segment Vertrieb Deutschland

Insgesamt erzielte der FP-Konzern in seinem deutschen Heimatmarkt 2015 einen Umsatz von 101,4 Mio. Euro mit externen Dritten im Vergleich zu 93,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei stiegen allein die Mail-Services-Umsätze auf 53,8 Mio. Euro gegenüber 44,1 Mio. Euro im Jahr zuvor. Die Francotyp-Postalia Vertrieb und Service Gruppe (VSG), die für den Bereich Frankieren und Kuvertieren verantwortlich ist, erzielte einen Umsatz von 33,9 Mio. Euro nach 35,9 Mio. Euro im Jahr zuvor. Das Unternehmen konnte mit einem Marktanteil von 41,5 % in einem schwierigen Umfeld seine Marktführerschaft im Frankiermaschinengeschäft untermauern.

Das Segment-EBITDA belief sich auf 6,6 Mio. Euro gegenüber 6,7 Mio. Euro im Vorjahr, wobei das Segment von niedrigeren Konzernumlagen anderer Segmente profitierte.

Segment Vertrieb International

Im Segment Vertrieb International, das sämtliche Aktivitäten der ausländischen Tochtergesellschaften zusammenfasst, erwirtschaftete der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 85,4 Mio. Euro mit externen Dritten im Vergleich zu 73,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. In den USA stieg der Umsatz auf 42,7 Mio. Euro gegenüber 34,2 Mio. Euro im Jahr zuvor. In Großbritannien erhöhte sich der Umsatz auf 19,3 Mio. Euro im Vergleich zu 16,1 Mio. Euro im Jahr zuvor.

Das EBITDA im Segment Vertrieb International belief sich auf 16,6 Mio. Euro gegenüber 14,0 Mio. Euro im Jahr zuvor.

Segment Produktion

Im Segment Produktion fasst der FP-Konzern seine Aktivitäten im Rahmen der Produktion in Deutschland zusammen. Der ausgewiesene Umsatz in diesem Segment lag 2015 bei 4,4 Mio. Euro nach 4,1 Mio. Euro im Vorjahr. Die Intersegment-Umsätze stiegen auf 86,4 Mio. Euro gegenüber 75,3 Mio. Euro im Vorjahr.

Daraus ergibt sich ein Anstieg des EBITDA im Segment Produktion auf 10,6 Mio. Euro gegenüber 5,2 Mio. Euro im Jahr zuvor.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE PRO SEGMENT in Mio. Euro

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Umsatz1) EBITDA
2015 2014 Veränderung
in %
2015 2014 Veränderung
in %
Vertrieb Deutschland 101,4 93,4 8,5 6,6 6,7 -1,3
Vertrieb International 85,4 73,1 16,9 16,6 14,0 18,5
Produktion 4,4 4,1 5,6 10,6 5,2 103,9
Konzern2) 191,1 170,3 12,2 26,8 23,1 16,1

1) Umsatzerlöse mit externen Dritten
2) In der Segmentberichterstattung wird das Segment "Zentrale Funktionen" zusätzlich ausgewiesen. Das Segment erzielt keine Umsätze mit externen Dritten. Umsatzerlöse wurden aus Dienstleistungen für Tochtergesellschaften generiert. Weitere Informationen zu diesem Segment und zur Konzernüberleitung finden sich im Konzernanhang

4. FINANZLAGE

4.1 GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS

Zentrales Ziel des Finanzmanagements ist es, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität des FP-Konzerns zu sichern. Das Unternehmen erreicht dieses Ziel durch den Einsatz verschiedener Finanzierungsinstrumente. Bei deren Auswahl werden die Flexibilität, die Art der Kreditauflagen, das bestehende Fälligkeitsprofil und die Kosten der Finanzierung berücksichtigt. Die längerfristige Liquiditätsprognose erfolgt auf der Basis der operativen Planung. Grundsätzlich stammt ein wesentlicher Teil der Liquidität des FP-Konzerns aus der operativen Geschäftstätigkeit der Segmente mit dem daraus resultierenden Mittelzufluss. Ergänzend nutzt das Unternehmen Finanzierungsleasing und Kredite von Finanzinstituten. Eine wichtige Steuerungsgröße für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns ist der Nettoverschuldungsgrad. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Nettoschulden und Eigenkapital und wird laufend überprüft. Am 31. Dezember 2015 lag die Kennziffer bei 55,6 % gegenüber 53,3 % zum 31. Dezember 2014.

4.2 LIQUIDITÄTSANALYSE

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit erhöhte sich im Geschäftsjahr 2015 auf 18,6 Mio. Euro gegenüber 17,5 Mio. Euro im Jahr zuvor. Der Anstieg resultiert vor allem aus der Erhöhung des EBITDA bei einer Erhöhung des Working Capital. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit verminderte sich im Geschäftsjahr 2015 auf 20,1 Mio. Euro nach 23,1 Mio. Euro im Vorjahr. Bezüglich der Veränderung wird auf den Punkt "Investitionsanalyse" verwiesen.

Der Free Cashflow, der Saldo von Mittelzufluss aus Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit, verbesserte sich 2015 auf -1,4 Mio. Euro gegenüber -5,6 Mio. Euro im Vorjahr. 2015 lag der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bei 2,4 Mio. Euro nach -7,8 Mio. Euro im Jahr zuvor. Im Jahr 2015 zeigten sich hier insbesondere Effekte aus der Dividendenzahlung in Höhe von 2,6 Mio. Euro, einer Netto-Rückführung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von 2,3 Mio. Euro sowie einer Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Bankkrediten in Höhe von 7,2 Mio. Euro.

Der dargestellte Finanzmittelfonds ergibt sich aus den Bilanzpositionen "Liquide Mittel" zuzüglich "Wertpapiere" abzüglich "Teleportogelder".

Zum Bilanzstichtag verfügt der FP-Konzern über ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 7,6 Mio. Euro, womit die Liquidität als gesichert angesehen wird. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

LIQUIDITÄTSANALYSE in Mio. Euro

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1.1.- 31.12.2015 1.1.- 31.12.2014
1. Mittelzuflüsse und -abflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit    
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 18,6 17,5
2. Mittelzuflüsse und -abflüsse aus Investitionstätigkeit    
Cashflow aus Investitionstätigkeit -20,1 -23,1
3. Mittelzuflüsse und -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit    
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 2,4 -7,8
Finanzmittelbestand    
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 1,0 -13,4
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 0,6 0,6
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 14,4 27,2
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 16,0 14,4

4.3 FINANZIERUNGSANALYSE

Zur Finanzierung nutzt der FP-Konzern in erster Linie den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sowie bestehende bzw. unterjährig angepasste Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen. Die entsprechenden Verbindlichkeiten lagen zum 31. Dezember 2015 über dem Vorjahresniveau. Bezüglich möglicher Auswirkungen veränderter Zinsniveaus und Kreditkonditionen wird auf den Abschnitt "Sicherungspolitik und Risikomanagement" des Konzernanhangs verwiesen. Zu den Finanzverbindlichkeiten zählen die Kreditverbindlichkeiten in Höhe von 33,1 Mio. Euro (Vorjahr 25,9 Mio. Euro) sowie die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von 3,2 Mio. Euro (Vorjahr 5,5 Mio. Euro). In die Finanzmittel werden neben den liquiden Mitteln in Höhe von 18,2 Mio. Euro (Vorjahr: 16,5 Mio. Euro) auch die eigenen Anteile in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr 1,0 Mio. Euro) und die Wertpapiere in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr 0,7 Mio. Euro) einbezogen, wobei die Portoguthaben in Höhe von 3,0 Mio. Euro (Vorjahr 2,8 Mio. Euro), die vom FP-Konzern verwaltet werden, herausgerechnet werden.

2015 nutzte der FP-Konzern das günstige Finanzierungsumfeld und schloss mit dem bestehenden Bankenkonsortium einen weiteren Änderungsvertrag zu dem laufenden Konsortialdarlehensvertrag ab. Das Gesamtvolumen des Konsortialdarlehens blieb dabei unverändert. Es gab insbesondere bei der Zinsmarge Verbesserungen. Der aus der Gegenüberstellung der Verbindlichkeiten und Finanzmittel resultierende Nettoverschuldungsgrad wird laufend überprüft (detaillierte Darstellung der Nettoverschuldung siehe Kapitel "Finanzielle Leistungsindikatoren: Nettoverschuldung").

4.4 AUSSERBILANZIELLE FINANZINSTRUMENTE

Der FP-Konzern nutzt Operate-Lease-Vereinbarungen, um zum Beispiel Geschäftsräume oder Fahrzeuge anzumieten. Nähere Angaben werden im Konzernanhang unter Abschnitt IV., Tz. 4, gemacht. Bestehende Eventualforderungen und -verbindlichkeiten sind im Anhang dargestellt. Des Weiteren existieren steuerlich nicht angesetzte Verlustvorträge in Höhe von 9,9 Mio. Euro. Ansonsten nutzt FP keine weiteren außerbilanziellen Finanzinstrumente.

4.5 INVESTITIONSANALYSE

Der FP-Konzern verfolgt eine fokussierte Investitionsstrategie. Die Investitionen fielen 2015 planmäßig auf 20,1 Mio. Euro nach 23,1 Mio. Euro im Vorjahr (jeweils unter Berücksichtigung von Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen in Höhe von 0,1 Mio. Euro bzw. 0,3 Mio. Euro im Vorjahr). Das Unternehmen investierte 2015 weiterhin stark in künftiges Wachstum und hierbei unter anderem in die Entwicklung, die Produktion sowie eine hohe Zahl von Frankiermaschinen für die großen Mietmärkte USA und Frankreich.

ENTWICKLUNG DER INVESTITIONSSUMMEN in Mio. Euro

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte erhöhten sich 2015 auf 1,0 Mio. Euro im Vergleich zu 0,5 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Die Aktivierung von Entwicklungskosten blieb im Geschäftsjahr 2015 mit 4,8 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 4,6 Mio. Euro. Die Investitionen in Sachanlagen (ohne vermietete Erzeugnisse und vermietete Erzeugnisse, die sich in den Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen befinden) verminderten sich 2015 auf 3,3 Mio. Euro nach 5,4 Mio. Euro im Jahr zuvor. Die Investitionen in vermietete Erzeugnisse und vermietete Erzeugnisse, die sich in den Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen befinden, summierten sich auf 11,0 Mio. Euro nach 12,9 Mio. Euro ein Jahr zuvor.

INVESTITIONEN in Mio. Euro

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1.1.- 31.12.2015 1.1.- 31.12.2014
Aktivierung von Entwicklungskosten 4,8 4,6
Investitionen in sonstige immaterielle Vermögenswerte 1,0 0,5
Investitionen in Sachanlagen (ohne vermietete Erzeugnisse) 3,3 5,4
Investitionen in vermietete Erzeugnisse 11,0 12,9
Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens 0,1 0,3
Investitionen 20,1 23,1

5. VERMÖGENSLAGE

Das wachsende operative Geschäft prägt auch die Bilanz des FP-Konzerns zum 31. Dezember 2015. Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme im Vergleich zum 31. Dezember 2014 von 142,1 Mio. Euro um 14,1 Mio. Euro auf 156,2 Mio. Euro.

BILANZSTRUKTURGRAFIK in Mio. Euro

5.1 LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Innerhalb der langfristigen Vermögenswerte blieben die immateriellen Vermögenswerte mit 33,0 Mio. Euro im Vergleich zu 32,9 Mio. Euro am 31. Dezember des Vorjahres nahezu stabil. Dabei reduzierten sich abschreibungsbedingt die immateriellen Vermögenswerte einschließlich Kundenlisten auf 13,8 Mio. Euro im Vergleich zu 16,2 Mio. Euro am Bilanzstichtag 2014. Der Wert der noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekte stieg demgegenüber zum 31. Dezember 2015 auf 10,7 Mio. Euro nach 7,6 Mio. Euro am Vorjahresstichtag.

Zum 31. Dezember 2015 belief sich der Wert der Sachanlagen auf 42,0 Mio. Euro gegenüber 37,0 Mio. Euro im Vorjahr. Dabei erhöhte sich der Wert der vermieteten Erzeugnisse auf 24,6 Mio. Euro gegenüber 18,9 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Der Wert der Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen reduzierte sich dagegen auf 5,3 Mio. Euro gegenüber 6,4 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Die Steueransprüche verringerten sich ebenfalls und zwar auf 8,6 Mio. Euro am 31. Dezember 2015 gegenüber 10,4 Mio. Euro ein Jahr zuvor.

Bei den kurzfristigen Vermögenswerten stieg der Wert der Vorräte infolge des Ausbaus des operativen Geschäfts zum 31. Dezember 2015 auf 11,7 Mio. Euro gegenüber 10,0 Mio. Euro am Bilanzstichtag 2014. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich dagegen leicht auf 16,9 Mio. Euro im Vergleich zu 17,3 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Die Wertpapiere in Höhe von 0,7 Mio. Euro dienen der freesort GmbH als Barhinterlegung eines Avals gegenüber der Deutschen Post AG. Die liquiden Mittel erhöhten sich auf 18,2 Mio. Euro nach 16,5 Mio. Euro am 31. Dezember 2014. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich in diesem Zeitraum auf 19,0 Mio. Euro nach 14,2 Mio. Euro.

5.2 EIGENKAPITAL

Aufgrund des positiven Konzernergebnisses und des positiven kumulierten übrigen Eigenkapitals erhöhte sich das Eigenkapital zum 31. Dezember 2015 auf 35,2 Mio. Euro gegenüber 30,1 Mio. Euro Ende 2014.

Zum 31. Dezember 2015 betrug das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG 16,16 Mio. Euro, eingeteilt in 16.160.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag.

Zum Jahresende 2015 hielt das Unternehmen insgesamt 163.944 Stück eigene Aktien; dies entspricht 1,0% des Grundkapitals. Weitere Angaben zum genehmigten und zum bedingten Kapital sowie zu Wandel- und Optionsrechten können dem erläuternden Bericht des Vorstands gemäß §315 Abs. 4 HGB i. V. m. §120 Abs. 3 Satz 2 AktG entnommen werden.

5.3 LANG- UND KURZFRISTIGE SCHULDEN

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich zum 31. Dezember 2015 auf 72,2 Mio. Euro im Vergleich zu 67,1 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten verminderten sich auf 4,6 Mio. Euro gegenüber 5,5 Mio. Euro am 31. Dezember 2014. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich auf 9,9 Mio. Euro im Vergleich zu 9,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2014. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich auf 5,9 Mio. Euro gegenüber 4,6 Mio. Euro am Bilanzstichtag 2014. Der Anstieg der Rückstellungen war überwiegend auf die Aufwendungen für die Restrukturierung des Service-Bereiches Deutschland in Höhe von 0,8 Mio. Euro sowie die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden des Vorstandssprechers in Höhe von 0,5 Mio. Euro zurückzuführen. Die weiteren sonstigen Rückstellungen sind im Konzernanhang unter Abschnitt IV., Tz. 20 erläutert. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen auf 47,9 Mio. Euro nach 44,9 Mio. Euro am 31. Dezember 2014; davon entfielen 27,1 Mio. Euro im Vergleich zu 25,9 Mio. Euro am Bilanzstichtag 2014 auf Verbindlichkeiten aus Teleporto.

Die langfristigen Schulden erhöhten sich auf 48,8 Mio. Euro am 31. Dezember 2015 gegenüber 45,0 Mio. Euro am Vorjahresstichtag. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen in diesem Zeitraum auf 31,7 Mio. Euro nach 25,9 Mio. Euro. Dagegen verminderten sich die Rückstellungen für Pensionen trotz des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes von 17,4 Mio. Euro auf 15,5 Mio. Euro.

5.4 LEASING

Der FP-Konzern betreibt sowohl Operate Lease als auch Finance Lease. Diese Geschäftsmodelle spiegeln sich auch in der Bilanz von FP wider. Im Anlagevermögen sind Geräte abgebildet, die FP im Rahmen von Operate Lease-Vereinbarungen an Kunden vermietet. In den Positionen "Vermietete Erzeugnisse" und "Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen" sind dementsprechend 28,5 Mio. Euro enthalten. Bezogen auf Finance Lease-Vereinbarungen mit Kunden sind "Forderungen aus Finanzierungsleasing" enthalten, die sich im langfristigen Bereich auf 5,6 Mio. Euro und im kurzfristigen Bereich auf 2,8 Mio. Euro belaufen. Ohne diese genannten Bestandteile würde sich die Summe der Aktiva auf 119,3 Mio. Euro statt auf 156,2 Mio. Euro belaufen. Auf der Passivseite sind in den Finanzverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) 1,7 Mio. Euro für Sale-and-Lease-Back-Geschäfte, bezogen auf die Finanzierung von zu vermietenden Geräten, enthalten. Ohne diesen genannten Bestandteil würde sich die Summe der Passiva auf 154,5 Mio. Euro statt auf 156,2 Mio. Euro belaufen.

6. FRANCOTYP-POSTALIA HOLDING AG (KURZFASSUNG HGB)

Ergänzend zur Berichterstattung über den FP-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Francotyp-Postalia Holding AG.

Die Francotyp-Postalia Holding AG (FP Holding) ist das Mutterunternehmen des FP-Konzerns und hat ihren Sitz in Berlin, Deutschland. Die Geschäftsanschrift lautet Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin.

Die FP Holding ist indirekt über ihre Tochter- und Enkelgesellschaften ein Komplettdienstleister für Geschäftspost. Angesichts der sich wandelnden Postmärkte will sich die Gesellschaft von einem Hersteller von Frankiermaschinen zu einem Anbieter für die Digitale Poststelle entwickeln. Die FP Holding kann alle Versandkanäle rund um den Brief bedienen - vom Frankieren und Kuvertieren eines physischen Briefs über die Konsolidierung bis hin zur Hybrid-Mail und dem volldigitalen, sicheren und nachweisbaren Versand von Dokumenten.

Der Vertrieb im In- und Ausland erfolgt über Tochtergesellschaften und einem dichten Händlernetzwerk in rund 40 Ländern.

Seit dem 1. Januar 2007 beschäftigt die FP Holding eigenes Personal. Zum 31. Dezember 2015 waren für die FP Holding AG neben den drei Vorständen insgesamt 30 Arbeitnehmer tätig (im Vorjahr 27).

Die FP Holding nimmt im Wesentlichen Aufgaben einer klassischen Management-Holding war. Da sie selbst kein operatives Geschäft ausübt, ist die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft abhängig von den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften. Vor diesem Hintergrund leiten sich die finanziellen Leistungsindikatoren der FP Holding aus denen der Konzerntochtergesellschaften ab. Deren finanziellen Leistungsindikatoren sind Umsatz, EBITDA und Free Cashflow. Für die FP Holding stehen im Wesentlichen die Kennzahlen Umsatz und Jahresüberschuss im Fokus.

Quantitative Informationen über nicht finanzielle Leistungsindikatoren werden für Steuerungszwecke derzeit nicht erhoben, stattdessen werden nachfolgend qualitative Angaben ausgeführt.

Der Jahresabschluss der FP Holding wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss folgt den International Financial Reporting Standards (IFRS).

Daraus resultieren Unterschiede bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese betreffen vor allem immaterielle Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Finanzinstrumente, Leasinggeschäfte und latente Steuern.

6.1 ERTRAGSLAGE

Der Jahresüberschuss betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 7,9 Mio. Euro (im Vorjahr 6,9 Mio. Euro). Die Gesellschaft erzielte dabei Erträge aus Beteiligungen und Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 15,4 Mio. Euro (im Vorjahr 11,7 Mio. Euro) sowie Aufwendungen aus Verlustübernahmeverträgen von 0,2 Mio. Euro (im Vorjahr 0,0 Mio. Euro).

Die FP Holding profitierte als Management-Holding über die Erträge aus Ergebnisabführungen indirekt an der guten wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Tochtergesellschaften. Die positive Entwicklung der FP Tochtergesellschaften resultiert unter anderem aus der hohen Effizienz der neuen Produktionsstätte und der erfolgreichen Vermarktung des Frankiersystems PostBase.

Höher als erwartet, fielen im Geschäftsjahr 2015 die Erträge aus Ergebnisabführungen aus.

Aufgrund des Umzugs nach Berlin, der mit weiteren Investitionen für die Neugestaltung der Büroräume und Arbeitsplätze verbunden war, fielen im Geschäftsjahr 2015 höhere Abschreibungen an, als in 2014. Dadurch wurde das Ergebnis der Gesellschaft belastet.

Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung der FP Holding

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in Mio. Euro 2015 2014 Veränderung
Umsatzerlöse 2,1 1,9 0,2
Sonstige betriebliche Erträge 1,3 1,2 0,1
Personalaufwand 4,0 2,9 1,1
Abschreibungen und Wertberichtigungen 0,1 0,0 0,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3,7 3,5 0,2
Erträge aus Beteiligungen und Ergebnisabführungen 15,4 11,7 3,7
Aufwendungen aus Verlustübernahmeverträgen 0,2 0,0 0,2
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2,0 1,3 0,7
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,3 0,7 - 0,4
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1,2 1,5 - 0,3
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 11,9 8,9 3,0
Außerordentliche Aufwendungen 0,0 0,0 0,0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4,0 2,0 2,0
Sonstige Steuern 0,0 0,0 0,0
Jahresüberschuss 7,9 6,9 1,0

6.1.1 Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse aus Leistungen für die Tochtergesellschaften erhöhten sich um 0,2 Mio. Euro auf 2,1 Mio. Euro (im Vorjahr 1,9 Mio. Euro). Die leichte Zunahme der Umsatzerlöse resultierte bei unveränderten Dienstleistungsfunktionen, welche die FP Holding gegenüber den Tochtergesellschaften erbringt, im Wesentlichen aus nur geringen Veränderungen bei den weiterbelasteten Stunden und Stundensätzen.

6.1.2 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind geringfügig um 0,1 Mio. Euro auf 1,3 Mio. Euro gestiegen. Im Wesentlichen resultieren die sonstigen betrieblichen Erträge in 2015 aus dem Erhalt eines Lohnkostenzuschusses, der auf den Umzug nach Berlin zurückzuführen ist.

6.1.3 Personalaufwand

Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Mio. Euro auf 4,0 Mio. Euro. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass zu den zwei bisherigen Vorständen ein dritter Vorstand berufen und zusätzliches Personal eingestellt wurde. Das vorzeitige Ausscheiden des Vorstandssprechers belastete den Personalaufwand zudem in Höhe von 0,4 Mio. Euro.

6.1.4 Abschreibungen und Wertberichtigungen

Die Abschreibungen stiegen im Geschäftsjahr um 0,1 Mio. Euro auf 0,1 Mio. Euro. Aufgrund des Umzugs nach Berlin, der mit weiteren Investitionen für die Neugestaltung der Büroräume und Arbeitsplätze verbunden war, fielen im Geschäftsjahr 2015 erneut höhere Abschreibungen an, als im Jahr 2014.

6.1.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 0,2 Mio. Euro auf 3,7 Mio. Euro. Ursachen hierfür sind im Wesentlichen der Anstieg der Rechts- und Beratungskosten um 0,4 Mio. Euro. Mit dem Umzug nach Berlin wurde die FP Holding Hauptmieter. Dadurch stiegen die Mietkosten um 0,2 Mio. Euro, Instandhaltungskosten um 0,1 Mio. Euro und Versicherungen um 0,1 Mio. Euro. Demgegenüber verringerten sich die Konzernumlagen um 0,2 Mio. Euro und sonstige Sach- und Dienstleistungen um 0,1 Mio. EUR.

6.1.6 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis einschließlich der Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens ist um 0,6 Mio. Euro gestiegen und beträgt im Geschäftsjahr 2015 1,1 Mio. Euro (im Vorjahr 0,5 Mio. Euro). Die Verbesserung des Zinsergebnisses resultiert im Wesentlichen aus den um 0,3 Mio. Euro bzw. 20% auf 1,2 Mio. Euro (im Vorjahr 1,5 Mio. Euro) gesunkenen Zinsaufwendungen. Ursache hierfür sind die verbesserten Finanzierungskonditionen. Der Anstieg der Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens um 0,7 Mio. Euro auf 2,0 Mio. Euro resultiert ausschließlich aus Darlehen an verbundene Unternehmen. Gleichzeitig sanken die Zinserträge, die ebenfalls ausschließlich auf verbundene Unternehmen entfallen, um 0,4 Mio. Euro auf 0,3 Mio. Euro.

6.1.7 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich im Berichtsjahr um 3,0 Mio. Euro. Dieses Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus den um 3,7 Mio. Euro gestiegenen Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen sowie dem um 0,6 Mio. Euro gestiegenen Zinsergebnis.

6.1.8 Steuerergebnis

Die steuerlichen Verlustvorträge zur Gewerbesteuer in der FP Holding sind zum 31.12.2015 aufgebraucht. Vor dem Hintergrund der nunmehr begrenzten Möglichkeiten Verlustvorträge zu nutzen, stiegen die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 2,0 Mio. Euro auf 4,0 Mio. Euro.

6.1.9 Jahresüberschuss

Aufgrund der deutlich erhöhten Ergebnisabführungen und einer verbesserten Finanzierungssituation erhöhte sich der Jahresüberschuss der FP Holding gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Mio. Euro auf 7,9 Mio. Euro (im Vorjahr 6,9 Mio. Euro).

6.2 VERMÖGENSLAGE

6.2.1 Nettoverschuldung

2015 erhöhte die FP Holding die Nettoverschuldung auf 33,3 Mio. Euro im Vergleich zu 26,5 Mio. Euro im Jahr 2014. Auch in 2015 erreichte die Gesellschaft einen positiven Cashflow. Er stieg um 1,0 Mio. Euro auf 1,0 Mio. Euro. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzüglich der liquiden Mittel.

Verkürzte Bilanz der FP Holding

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in Mio. Euro 2015 2014 Veränderung
Anlagevermögen 64,2 64,0 0,2
Umlaufvermögen 47,2 30,1 17,1
Rechnungsabgrenzungsposten 0,7 0,7 - 0,1
Aktive latente Steuern 1,1 2,9 - 1,8
Aktiva 113,2 97,7 15,5
Eigenkapital 72,8 67,3 5,5
Rückstellungen 5,6 3,0 2,6
Verbindlichkeiten 33,8 27,0 6,8
Passive latente Steuern 1,0 0,4 0,6
Passiva 113,2 97,7 15,5

Die Bilanzsumme stieg infolge nachfolgend beschriebener Effekte von 97,7 Mio. Euro auf 113,2 Mio. Euro.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen um 16,3 Mio. Euro von 28,6 Mio. Euro auf 44,9 Mio. Euro. Daneben stiegen die Rückstellungen um 2,6 Mio. Euro. Durch eine höhere Inanspruchnahme der Kreditlinie stiegen die Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Kreditinstituten um 6,8 Mio. Euro.

Gleichzeitig führte im Wesentlichen das positive Ergebnis zu einem weiteren Anstieg des Eigenkapitals um 5,5 Mio. Euro. Da die Bilanzsumme stärker stieg, als das Eigenkapital, sank die Eigenkapitalquote von 68,9% auf 67,3%.

6.2.2 Sachanlagen

Da die Gesellschaft auch in 2015 in die neuen Büroräume am Sitz in Berlin investierte, erhöhte sich der Buchwert der Mietereinbauten erneut um 0,1 Mio. Euro (im Vorjahr: 0,7 Mio. Euro). Dies ist der wesentliche Grund für den Anstieg des Buchwerts der Sachanlagen von 1,3 Mio. Euro auf 1,4 Mio. Euro.

6.2.3 Finanzanlagen

Die Finanzanlagen in Höhe von 62,8 Mio. Euro (im Vorjahr: 62,8 Mio. Euro) bestehen unverändert zum Vorjahr.

6.2.4 Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Im Rahmen konzerninterner Verrechnungen wurden Forderungen der FP Holding mit ihren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verrechnet. Sie beinhalten kurz- bis mittelfristige Darlehensforderungen aus einem Kreditrahmenvertrag für die Finanzierung einer Tochtergesellschaft sowie neben Cash-Pooling und kurzfristiger Finanzierung auch den Ertrag aus Ergebnisabführungen von Tochtergesellschaften. Die Aufstockung des Darlehens gegenüber der Mentana-Claimsoft GmbH und die höheren Erträge aus Ergebnisabführung der Francotyp-Postalia GmbH und der FP Produktionsgesellschaft mbH führten unter anderem dazu, dass die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 16,3 Mio. Euro stiegen.

6.2.5 Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände verminderten sich um 0,1 Mio. Euro auf 1,3 Mio. Euro und beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus Ertragsteuer sowie Umsatzsteuer.

6.2.6 Aktive latente Steuern

Die Verminderung der aktiven latenten Steueransprüche der FP Holding auf Verlustvorträge zum 31. Dezember 2015 um insgesamt 1,8 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus der diesjährigen Nutzung der Verlustvorträge. Aktive latente Steuern für Verlust- und Zinsvorträge bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von 1,1 Mio. Euro (im Vorjahr 2,9 Mio. Euro).

6.2.7 Eigenkapital

Das Eigenkapital ist im Berichtsjahr aufgrund des Jahresüberschusses i. H. v. 7,9 Mio. Euro, unter Berücksichtigung der Dividendenzahlung 2015 i. H. v. 2,6 Mio. Euro, von 67,3 Mio. Euro auf 72,8 Mio. Euro bzw. um 8,1 % gestiegen. Vor dem Hintergrund des deutlichen Anstiegs des Fremdkapitals um 5,8 Mio. Euro auf 32,4 Mio. Euro (im Vorjahr: 26,5 Mio. Euro) sank die Eigenkapitalquote im Berichtszeitraum von 68,9 % auf 64,3 %.

Zum 31. Dezember 2015 betrug das Grundkapital der FP Holding 16,160 Mio. Euro, eingeteilt in 16.160.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag.

Zum Jahresende 2015 hielt das Unternehmen insgesamt 163.944 Stück eigene Aktien (im Vorjahr 202.944); dies entspricht 1,01 % (im Vorjahr 1,26 %) des Grundkapitals. Weitere Angaben zu genehmigtem und bedingtem Kapital sowie zu Wandel- und Optionsrechten können dem Konzernanhang entnommen werden.

6.2.8 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen stiegen um 1,2 Mio. Euro auf 2,0 Mio. Euro. In 2015 war eine Rückstellung für Jahresabschlusskosten in Höhe von 0,4 Mio. Euro zu bilden; gleichzeitig stiegen die Prämien- und Bonusrückstellungen gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Mio. Euro. Darüber hinaus sind Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Wechsel eines Vorstandsmitglieds i.H.v. 0,4 Mio. Euro gebildet worden.

6.2.9 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In 2015 weist die Gesellschaft Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 33,4 Mio. Euro (im Vorjahr 26,5 Mio. Euro) aus. Der Anstieg der Finanzverbindlichkeiten ist auf die höhere Inanspruchnahme des Konsortialdarlehens zurückzuführen. Weitere Angaben können dem Konzernanhang entnommen werden.

6.2.10 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bewegen sich auf Vorjahresniveau und resultieren im Wesentlichen aus konzerninternen Verrechnungen mit der Mentana-Claimsoft GmbH.

6.3 FINANZLAGE

Der Cash Flow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf -3,1 Mio. Euro (im Vorjahr: 8,6 Mio. Euro) und ist auf die konzerninterne Verrechnung der Forderungen und Verbindlichkeiten gegen die verbundenen Unternehmen zurückzuführen.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2015 -0,3 Mio. Euro (im Vorjahr -0,8 Mio. Euro) und ist durch den Umzug nach Berlin auf im Geschäftsjahr getätigte Investitionen zurückzuführen.

2015 lag der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bei 4,4 Mio. Euro (im Vorjahr -7,8 Mio. Euro). Im Wesentlichen resultiert dies aus einem um 4,0 Mio. Euro niedrigeren Saldo aus Auszahlungen und Tilgungen von Bankkrediten in Höhe von -3,0 Mio. Euro (im Vorjahr -7,0 Mio. Euro) und der Dividendenzahlung in Höhe von 2,6 Mio. Euro (im Vorjahr 1,3 Mio. Euro).

Die FP Holding war ganzjährig zu jedem Zeitpunkt in der Lage, den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Zum Bilanzstichtag verfügte die FP Holding darüber hinaus über ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 7,6 Mio. Euro, womit die Liquidität als gesichert angesehen wird. Die FP-Holding hat gemäß dem mit den Banken neu abgeschlossenen Konsortialdarlehensvertrag vier bestimmte Finanzkennzahlen (Covenants) einzuhalten - siehe hierzu auch Abschnitt Risikobericht. Die zum 31. Dezember 2015 maßgeblichen Finanzkennzahlen wurden eingehalten.

6.4 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF DER FP HOLDING

Für 2015 konnte die Gesellschaft ihre Ziele bei den prognostizierten Kennzahlen teils übertreffen, teils wurden sie aber auch nicht erreicht. Die Prognose sah einen Umsatz, der sich ausschließlich aus Geschäften mit Konzerngesellschaften ergibt, von 2,1 Mio. Euro sowie einen Jahresüberschuss in Höhe von 8,5 Mio. Euro vor. Außerdem prognostizierte das Unternehmen Erträge aus Ergebnisabführungen in Höhe von rund 12,3 Mio. Euro.

Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete die Gesellschaft einen Umsatz von 2,1 Mio. Euro und erreichte damit die Prognose. Das EBIT ohne Erträge aus Ergebnisabführungen fiel auf - 4,4 Mio. Euro während die Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungen auf 15,2 Mio. Euro stiegen. Maßgeblich hierfür war ein um rund 3,7 Mio. Euro besseres Ergebnis der Tochtergesellschaft Francotyp-Postalia GmbH, das unter anderem von positiven Wechselkursrelationen und stärkeren Zulieferungen an die US-amerikanische Tochtergesellschaft profitierte.

6.5 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF

Der Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres war für den FP-Konzern und damit auch für die FP Holding insgesamt erfolgreich. Die Strategie des Unternehmens, mit einer flexiblen Produktion in Wittenberge und dem innovativen Frankiersystem PostBase weiterhin erfolgreich die Absatzmärkte zu bedienen, hatte Erfolg. Auch die digitalen Angebote stießen bei Kunden auf großes Interesse.

Die im Frühjahr 2015 bekannt gemachte Strategie FP 2020 hatte zum Ziel, das volle Potenzial des FP-Konzerns in allen Bereichen und Märkten zu entfalten und so die ambitionierten Wachstumsziele bis zum Jahr 2020 zu realisieren. Das Jahr 2015 hat gezeigt, dass sich der FP-Konzern auf profitablem Wachstumskurs befindet.

6.6 RISIKEN UND CHANCEN

Die Geschäftsentwicklung der FP Holding unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des FP-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die FP Holding grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken und Chancen sind im »Risiko- und Chancenbericht« dargestellt. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren.

6.7 PROGNOSEBERICHT

Aufgrund der Verflechtungen der FP Holding mit den Konzerngesellschaften verweisen wir auf unsere Aussagen im Prognosebericht des Konzernlageberichts, die insbesondere auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft widerspiegeln. Für das Jahr 2016 erwarten wir für die FP Holding einen Umsatz auf gleichem Niveau des Vorjahres und einen leicht rückläufigen Jahresüberschuss. Der Rückgang des Jahresüberschusses geht auf niedrigere geplante Erträge aus Ergebnisabführungen zurück.

Diese Planung basiert auf dem Kenntnisstand am Jahresanfang 2016. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die angegebenen Plandaten von den später tatsächlich erreichten Werten abweichen können.

7. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

7.1 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Bei der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen am 5. März 2015 legte der FP-Konzern eine erste quantitative Prognose für das Gesamtjahr 2015 mit ambitionierten Wachstumszielen vor. Das Unternehmen erwartete ungeachtet des weiteren Ausbaus des Mietgeschäfts und damit einhergehender Investitionen wieder einen deutlich verbesserten und positiven Free Cashflow. Euro. Zugleich rechnete das Unternehmen mit einem Umsatz von 173 bis 177 Mio. Euro sowie einem EBITDA von 24 bis 25 Mio. Euro. Diese Größe beinhaltete noch nicht etwaige einmalige Aufwendungen für die Neuausrichtung des Kundenservices in Deutschland von rund 1 Mio. Euro. Das Unternehmen ging zu diesem Zeitpunkt von einem positiven Konjunkturumfeld in wichtigen Märkten aus und einer stabilen Wechselkursentwicklung des Euro zum US-Dollar.

Angesichts der positiven operativen Entwicklung in den ersten neun Monaten und des rückläufigen Euro hob der FP-Konzern bei der Vorlage der Neunmonatszahlen am 18. November 2015 die Prognose für das Gesamtjahr 2015 an. Das Unternehmen erwartete danach einen Anstieg des Umsatzes auf 184 bis 188 Mio. Euro und des EBITDA auf 27 bis 28 Mio. Euro; zudem ging der Konzern davon aus, dass das EBIT trotz der höheren Abschreibungen etwa auf Vorjahresniveau bleiben und der Free Cashflow auf Jahressicht positiv ausfallen werde. Einmalige Aufwendungen für die Neuausrichtung des Kundenservice in Deutschland waren in dieser Prognose nach wie vor nicht enthalten.

Die erhöhte Prognose bei Umsatz und EBITDA konnte der FP-Konzern übertreffen, mit dem EBIT-Ergebnis unter Vorjahr realisierte das Unternehmen die Prognose. Beim Free Cashflow verfehlte der FP-Konzern die Zielmarke. Im Jahr 2015 stieg der Umsatz auf 191,1 Mio. Euro, das EBITDA lag unter Berücksichtigung der Aufwendungen für die Neuausrichtung des Kundenservice bei 26,8 Mio. Euro und das EBIT bei 9,0 Mio. Euro. Der Free Cashflow verbesserte sich 2015 auf -1,4 Mio. Euro nach -5,6 Mio. Euro im Vorjahr.

7.2 GESCHÄFTSVERLAUF 2015

Der FP-Konzern steigerte im Geschäftsjahr 2015 erneut Umsatz und EBITDA. Auf der Umsatzseite profitierte das Unternehmen insbesondere von Erfolgen des Frankiersystems PostBase in diversen Märkten sowie dem Ausbau des Mail-Services-Geschäft im deutschen Markt. Wie auch beim Umsatz war auch beim EBITDA ein positiver Wechselkurseffekt ein wesentlicher Treiber für das deutliche Wachstum.

8. NACHTRAGSBERICHT

Der Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG hat mit Wirkung zum 11. Januar 2016 Rüdiger Andreas Günther zum Mitglied und Vorsitzenden des Vorstandes bestellt. Der 1958 geborene Günther tritt die Nachfolge von Hans Szymanski (Vorstandssprecher) an, dessen Bestellung in bestem gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung beendet wurde.

Mit Datum vom 12. Januar 2016 hat die Internationale Kapitalanlagegesellschaft mbH, Düsseldorf, gemäß § 21 WpHG die Überschreitung der Stimmrechtsanteile auf 10,16 % nach 6,46 % gemeldet.

9. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Das unternehmerische Handeln setzt den FP-Konzern unausweichlich einer Vielzahl von Risiken aus. Ein Risiko ist hierbei ein Ereignis oder eine Handlung, die das Unternehmen daran hindern, seine Ziele zu erreichen. Auf der anderen Seite gibt es auch Chancen, deren Wahrnehmung dazu führen kann, dass der FP-Konzern seine Ziele übertrifft. Als Risiken für FP sind solche Ereignisse definiert, die entsprechend einer Risiko-Matrix von 1 (sehr niedrig) bis 5 (hoch) qualitativ bewertet werden können. Chancen sind entsprechend Ereignisse, die eine positive Abweichung zu den geplanten Erwartungswerten verursachen können.

Organisation

Die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagementsystem von FP liegt beim Vorstand. Die operative Verantwortung für die frühzeitige und regelmäßige Identifizierung, Bewertung und Nutzung von Risiken und Chancen liegt beim Management in den Geschäftsbereichen und den jeweiligen Tochtergesellschaften. Der Koordinator für das Risiko- und Chancenreporting organisiert und steuert in enger Zusammenarbeit mit den Geschäftsführern der jeweiligen Tochtergesellschaften und den Bereichsleitern den Risiko- und Chancenmanagement-Prozess konzernweit. Die Meldungen über Risiken und Chancen werden in einem Risiko- und Chancenverzeichnis halbjährlich verdichtet und dem Vorstand gemeldet. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand über das Risiko- und Chancenmanagement informiert und nimmt eine Kontrollfunktion wahr.

Der FP-Konzern nutzt ein umfassendes Steuerungs- und Kontrollsystem, um die Risiken und Chancen zu erfassen, und bündelt diese Arbeiten in dem nachfolgend dargestellten Risiko- und Chancenmanagementsystem.

Risiko- und Chancenmanagementsystem

Das Risiko- und Chancenmanagementsystem des FP-Konzerns dient dazu, Chancen frühzeitig zu erkennen und wahrzunehmen bzw. Risiken ebenso frühzeitig zu erkennen und einzugrenzen. Grundsätzlich ist die Risiko- und Chancenpolitik des FP-Konzerns darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens nachhaltig zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern.

Das Risiko- und Chancenmanagement ist in die wertorientierte Steuerung und die bestehenden Strukturen des FP-Konzerns eingebunden, um mögliche Signale frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Es ist aus den strategischen Zielen abgeleitet. Der Chancenerkennung dienen hierbei unter anderem detaillierte Markt- und Wettbewerbsanalysen und Prognoseszenarien sowie die intensive Auseinandersetzung mit relevanten Wert- und Kostentreibern. Für die Risiken ist ein Überwachungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet. Dieses System dient der Früherkennung bestandsgefährdender Risiken.

Mindestens zweimal im Jahr werden alle bestandsgefährdenden, rechtlichen, Geschäfts-, Betriebs-, Finanz- und IT-Risiken und Chancen im FP-Konzern inventarisiert; der Risikokonsolidierungskreis entspricht dabei weitgehend dem bilanziellen Konsolidierungskreis. Die erfassten Risiken werden nach Maßgabe der möglichen Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit danach beurteilt, ob sie bestandsgefährdend sind. Die bestandsgefährdenden Risiken werden gesondert festgehalten und weiter beobachtet. Um Aussagekraft darüber zu erhalten, welche Risiken bestandsgefährdend sein können, werden alle Risiken gemäß ihrer auftretenden Häufigkeit und der Höhe des verursachten Schadens in fünf verschiedene Klassen eingeteilt. Die unten stehenden Tabellen zeigen die Bewertungsraster zur quantitativen und qualitativen Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Schadenshöhe einzelner Risiken.

Bei der Einteilung der einzelnen Risiken unterscheidet der FP-Konzern zwischen unwesentlichen Risiken und solchen, die wesentlich für die Geschäftstätigkeit und damit bestandsgefährdend sind. Wesentliche Risiken sind diejenigen gemeldeten Risiken, bei denen die Eintrittswahrscheinlichkeit mit Klasse 3 oder höher eingeschätzt und die befürchtete Schadenshöhe in Abhängigkeit von der Eintrittswahrscheinlichkeit mit Klasse 3 oder höher angegeben wurden. Bei der Einteilung der einzelnen Chancen unterscheidet der FP-Konzern zwischen den Chancen mit geringer und solchen mit sehr hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Chancen mit sehr hoher Eintrittswahrscheinlichkeit sind mit den Klassen 3 oder höher und einer erhofften Realisation innerhalb von mindestens zwei Jahren eingeschätzt worden.

Der FP-Konzern versteht das Risikomanagement als kontinuierlichen und durchgängigen Prozess. Nach der Dokumentation aller aufgeführten Einzelrisiken im Risikoverzeichnis durch die operativen Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsbereiche erfolgt die Bewertung in Form einer Risikomatrix. Dabei wird die jeweilige Klasse der Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Faktor der möglichen Schadenshöhe multipliziert. Das Ergebnis ergibt die Risikokennzahl für die einzelnen Risiken. Seitens des Risikokoordinators erfolgen die Inventarisierung im Risiko- bzw. Chancenverzeichnis aller gemeldeten Risiken und Chancen, eine Aggregation aller Schlüsselrisiken (alle Risiken mit einer Risikokennzahl von mindestens 15) und eine übergreifende Bewertung der Risikolage des Konzerns.

Der Vorstand erhält jeweils halbjährlich das Risikoverzeichnis und wird über die aktuelle Risikosituation des Konzerns durch den Risikokoordinator informiert und empfiehlt gegebenenfalls weitere Maßnahmen. Nachdem der Vorstand den Konzernrisikobericht verabschiedet hat, wird er dem Aufsichtsrat vorgelegt.

Risikoprävention ist ein wesentliches Element des Risikomanagementsystems, so werden in monatlichen Vorstandssitzungen und Ergebnismeetings mit den Tochtergesellschaften Risiken sowie deren Auswirkungen auf das Unternehmen durch den Vorstand diskutiert und vorgeschlagene Maßnahmen zur Eingrenzung bzw. Eliminierung der wesentlichen Risiken erörtert.

Darüber hinaus werden unterjährig identifizierte Risiken, die eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und ein hohes potenzielles Schadensausmaß haben, unverzüglich im Rahmen von Berichtslinien an den Vorstand kommuniziert (Ad-hoc-Mitteilung).

Die genannten Berichtsinstrumente sind auch die Basis des Risiko- und Chancenfrüherkennungssystems. Dieses wird im Rahmen der Abschlussprüfung vom Abschlussprüfer evaluiert, um sicherzustellen, dass das System geeignet ist, alle potenziell den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken rechtzeitig zu erfassen, zu bewerten und zu kommunizieren.

Nachfolgend wurde entsprechend der vorangehend beschriebenen Methodik die aktuelle Risikomatrix für 2015 ermittelt und vergleichend dem Vorjahr gegenübergestellt.

1. Qualitative und quantitative Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit

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Klasse Bewertung (qualitativ) Bewertung (quantitativ)
1 sehr gering einmal in 10 Jahren
2 gering einmal in 5 Jahren
3 mittel einmal im Jahr
4 hoch mehrmals im Jahr
5 sehr hoch fast wöchentlich

2. Qualitative und quantitative Bewertung der Schadenshöhe

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Klasse Bewertung (qualitativ) Bewertung (quantitativ)
1 sehr gering 250.000 Euro
2 gering 500.000 Euro
3 mittel 1,5 Mio. Euro
4 hoch 2,5 Mio. Euro
5 sehr hoch 5 Mio. Euro

ÜBERBLICK RISIKO KENNZAHLEN

Nachstehend werden die Risiken detailliert erläutert, die aus heutiger Sicht als wesentlich für die Geschäftstätigkeit bzw. den Fortbestand einzustufen sind. Diese Risiken befinden sich in der Risikomatrix in den Feldern rechts oben und sind rot markiert. Die nachfolgend beschriebenen Risiken haben eine Risikokennzahl von 15 oder höher.

9.1 RISIKEN DES FP-KONZERNS

9.1.1 Marktbezogene Risiken Wettbewerbsdruck

Der FP-Konzern vertreibt bestimmtes Verbrauchsmaterial für Frankiermaschinen, z.B. Farbbandkassetten oder Tintenpatronen, und erzeugt damit einen wesentlichen Anteil der wiederkehrenden Umsatzerlöse. Angesichts einer steigenden Nachfrage erfolgte im Jahr 2015 der Neubau eines Kartuschenautomaten. Es ist aber nicht auszuschließen, dass Wettbewerber von FP oder sonstige Dritte mit den Frankiermaschinen von FP kompatible Verbrauchsmaterialien bei gleicher Qualität zu vergleichbaren oder attraktiveren Konditionen anbieten. Sollten die Kunden in größerem Umfang von Dritten vertriebenes Verbrauchsmaterial erwerben, könnte der Umsatz im After-Sales-Geschäft zurückgehen, was nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von FP haben könnte.

Der FP-Konzern begrenzt das Risiko durch Prämienprogramme für Verkäufer, einen Ausbau des weniger preisintensiven Miet- und Leasinggeschäfts, der kontinuierlichen Stärkung des Vertriebs.

Dieses Risiko besteht unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Änderung des Portotarifs (Rate Change) und der Paketpost

Die kanadische Post hat Anfang 2016 eine Erhöhung des Portotarifs umgesetzt. Um dem Risiko eventueller Kundenverluste zu begegnen, erhöht das Unternehmen die aktuellen Gebühren für die Umstellung der Portotabellen auf die neuen Tarife, um den potenziellen Rückgang der Rate Change-Umsätze aufzufangen.

Weiter gab es in Kanada eine Umstrukturierung bei der Preisgestaltung und dem Service bei der Paketpost. Als Gegenmaßnahmen verstärkt die Gesellschaft das Telemarketing bei Kleinunternehmen. Außerdem sollen neue Produkte und eine attraktive Preisgestaltung dazu führen, neue Maschinen im Markt zu platzieren.

Weitere Wettbewerbsrisiken

Francotyp-Postalia steht mit mehreren Anbietern im Wettbewerb. Weltmarktführer bei Frankiermaschinen ist Pitney Bowes aus den USA; weitere Anbieter mit wesentlichen Marktanteilen sind Neopost aus Frankreich und die Frama AG aus der Schweiz. Daneben bieten einige kleinere regionale Hersteller Frankiermaschinen an.

Es bestehen Risiken, wenn selbstständige Händler oder auch Franchise-Nehmer den Vertrieb von FP-Maschinen nicht weiter forcieren und stattdessen Konkurrenzangebote vertreiben. Diesem speziellen Risiko begegnet der FP-Konzern durch die möglichst rasche Gewinnung neuer Vertriebspartner. In Großbritannien kann die CentorMail bis Ende 2016 nicht ersetzt werden, da die entsprechende Entwicklungsarbeit noch nicht abgeschlossen wurde. Ersatzweise wurde deshalb die Frankiermaschine Qi1000 in den Markt eingeführt wurde. In ausländischen Märkten wie Kanada besteht zudem das Risiko, Marktanteile zu verlieren, da Wettbewerber Hybrid-Mail-Lösungen und elektronische Lösungen anbieten. Der FP-Konzern begegnet diesem Risiko durch die angedachte Internationalisierung der bereits in Deutschland eingeführten elektronischen Lösungen.

Dieses Risiko besteht unverändert gegenüber dem Vorjahr.

9.1.2 Leistungswirtschaftliche Risiken

Entwicklungsrisiko

Seit etwa 2005 sinken die Volumina der Briefpost in allen Märkten; am stärksten im C-Segment, ebenfalls signifikant im B-Segment und am wenigsten im A-Segment. Das A-Segment ist die Bezeichnung für das Frankiermaschinensegment für Kunden mit geringem Postaufkommen, während das C-Segment für hohes Postaufkommen steht (über 2.000 Briefe täglich).

Gleichzeitig nimmt der Versand von Päckchen und Paketen zu (E-Business), sichere E-Mail-Lösungen ersetzen Briefvolumen zusätzlich und private Briefdienstleister suchen nach neuen effizienten Lösungen, um ihr Brieftransportgeschäft zu stärken. Innovationskraft und systematische Vorentwicklung sind notwendig, um in diesem sich wandelnden Marktumfeld die zukünftig gefragten technischen Lösungen vorzubereiten. Das Unternehmen konkurriert bereits sehr stark mit Anbietern elektronischer Kommunikation und verstärkt vor diesem Hintergrund seine Vertriebsaktivitäten, nutzt Aktionen und Telemarketing und bindet so die bestehende Kundschaft.

Dieses Risiko besteht unverändert gegenüber dem Vorjahr.

9.1.3 Finanzrisiken

Währungsrisiko

Die Beschaffungskosten von FP fallen überwiegend in Euro an, da das Unternehmen seine Produktionsstätte in Deutschland hat. Währungsrisiken ergeben sich daraus, dass FP-Umsätze in anderen Währungen, wie z.B. US-Dollar und Britischen Pfund, realisiert werden. Ein Anstieg des Euro gegenüber anderen Währungen wirkt sich deshalb nachteilig auf die in Euro ausgewiesenen Konzernumsätze, Ergebnisse und den Cashflow aus.

Während der FP-Konzern die Konzernabschlüsse in Euro erstellt, bilanzieren eine Reihe von Tochtergesellschaften des FP-Konzerns in anderen Währungen, so dass die entsprechenden Positionen bei der Konsolidierung in Euro umgerechnet werden müssen. Der FP-Konzern ist daher Risiken ausgesetzt, die sich durch die Schwankung der relativen Werte der maßgeblichen Währungen, insbesondere zwischen dem Euro und dem US-Dollar, ergeben können.

FP grenzt die Währungsrisiken durch den Abschluss von Währungssicherungsgeschäften sowie dem Einkauf im Dollarraum ein.

Dieses Risiko besteht unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Liquiditätsrisiko

Der FP-Konzern hat gemäß dem mit den Banken abgeschlossenen Konsortialdarlehensvertrag bestimmte Finanzkennzahlen (Covenants) einzuhalten. Zum einen dürfen "bereinigte Eigenmittel" des FP-Konzerns zum jeweiligen Quartalsende nicht unterschritten werden. Zum anderen ist eine "bereinigte Eigenmittelquote" definiert, die sich aus der Relation der "bereinigten Eigenmittel" zur "bereinigten Bilanzsumme" ergibt. Ferner ist ein bestimmter Nettoverschuldungsgrad nicht zu überschreiten. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Nettoverschuldung zum EBITDA, wobei diese beiden Werte gemäß Kreditvertragsdefinition, bezogen auf bestimmte Positionen, in geringem Umfang korrigiert werden. Schließlich muss ein "Kapitaldienstdeckungsgrad" erreicht werden, der die Relation zwischen EBITDA und Finanzierungskosten reflektiert.

Die zum 31. Dezember 2015 maßgeblichen Finanzkennzahlen wurden eingehalten. Bei einer Nichteinhaltung der Finanzkennzahlen hätte das Bankenkonsortium das vertragliche Recht gehabt, den Kredit fällig zu stellen.

Nach aktuellem Stand wird davon ausgegangen, dass diese Finanzkennzahlen auch weiterhin eingehalten werden. Sollte künftig eine Finanzkennzahl nicht eingehalten werden können, wird davon ausgegangen, dass mit den beteiligten Banken auf dem Wege von Nachverhandlungen eine Einigung bezüglich der Fortführung des Kredits erzielt werden kann. Dies kann jedoch gegebenenfalls zu höheren Finanzierungsaufwendungen führen.

Das Unternehmen muss zudem den Kredit zu bestimmten Zeitpunkten tilgen, außerdem sind laufend Zinszahlungen zu leisten. In einer sehr schlechten Phase ist nicht völlig auszuschließen, dass das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten geraten könnte.

Der FP-Konzern begrenzt das Liquiditätsrisiko durch:

Forderungsmanagement

Cash-Management mit den Tochtergesellschaften

Liquiditätsplanung

Sale-and-Lease-Back-Geschäfte

Dieses Risiko besteht unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Abwertungsrisiko

In der Konzernbilanz sind Firmenwerte in Höhe von 8,5 Mio. Euro aus den Unternehmenserwerben der freesort in Höhe von 5,9 Mio. Euro (unverändert zum Vorjahr), der IAB in Höhe von 2,6 Mio. Euro (unverändert zum Vorjahr) und der Mentana-Claimsoft in Höhe von 0 Mio. Euro (im Vorjahr 0,7 Mio. Euro) aktiviert. Diese Firmenwerte sind laufend einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) zu unterziehen. Stellt sich heraus, dass die Werthaltigkeit nicht mehr in voller Höhe gegeben ist, so ist der Firmenwert abzuschreiben. Darüber hinaus ergeben sich noch Risiken aufgrund von möglichen Wertminderungen auf Kundenlisten (Buchwert per 31.12.2015: 2,8 Mio. Euro) sowie aktivierte Entwicklungsleistungen (Buchwert per 31.12.2015: 20,5 Mio. Euro). Eine Abschreibung hätte zwar keine Auswirkung auf das EBITDA, jedoch auf den Jahresüberschuss und damit auf das Eigenkapital.

Dieses Risiko besteht, unabhängig von der vollumfänglichen Abwertung des Firmenwertes und der Kundenliste der Mentana-Claimsoft, unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Steuerliche Risiken

Im Jahr 2010 wurden bei mehreren deutschen FP-Konzerngesellschaften Betriebsprüfungen für die Jahre 2005 bis 2008 abgeschlossen, welche zu signifikanten Korrekturen der Verrechnungspreise für Warenlieferungen der Organgesellschaft FP GmbH an deren ausländische Vertriebsgesellschaften führte. Die betreffenden Bescheide wurden mit Einspruch angefochten. Zugleich hat die FP GmbH aufgrund der Transferpreiskorrekturen Verständigungsverfahren nach dem DBA bzw. der EU-Schiedskonvention zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien, USA, Österreich, Niederlande bzw. Belgien beantragt.

Im Jahr 2014 hat eine Betriebsprüfung für die Jahre 2009 bis einschließlich 2012 stattgefunden, die fast alle Konzerngesellschaften betrifft. Die Betriebsprüfung hat noch zu keinen Feststellungen der Finanzverwaltung geführt. Steuerliche Risiken wurden in den Steuerrückstellungen unter vernünftigem kaufmännischem Verständnis abgebildet. Für die laufende Betriebsprüfung bei der Mentana-Claimsoft GmbH sind noch benötigte Unterlagen ausstehend.

Aufgrund der aus den Anpassungseffekten für die Folgejahre nach der Betriebsprüfung im Ausland als Folge der oben genannten Verständigungs- und Schiedsverfahren zu erwartenden Steuerforderungen wurden im Konzernabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG zum 31. Dezember 2014 laufende Steuerforderungen in Höhe der aufgrund der Verrechnungspreiskorrektur aufgelösten latenten Steueransprüche sowie der diesbezüglichen voraussichtlichen Steuernachzahlungen in Deutschland aktiviert. Zum 31. Dezember 2015 werden unverändert Steuerforderungen von insgesamt 6,7 Mio. Euro ausgewiesen. Hinsichtlich der Höhe und des Realisationszeitpunktes bestehen jedoch Unsicherheiten, die aus den beantragten Verständigungs- und Schiedsverfahren zwischen Deutschland und den Steuerbehörden im Ausland resultieren können. FP hat in Höhe von 1,9 Mio. Euro (im Vorjahr 3,7 Mio. Euro) latente Steueransprüche aktiviert. Im Jahr 2015 wurden körperschaft- bzw. gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 5,0 Mio. Euro (im Vorjahr 2,5 Mio. Euro) bzw. 1,9 Mio. Euro (im Vorjahr 3,2 Mio. Euro für die Verrechnung mit positiven steuerlichen Ergebnissen 2015 verbraucht. Nach den aktuellen steuerlichen Planungen werden die steuerlichen Verlust- und Zinsvorträge, für die aktive latente Steuern angesetzt wurden, innerhalb der nächsten fünf Jahre verbraucht sein. Es besteht das Risiko, dass z.B. aufgrund einer weniger erfolgreichen Marktplatzierung der Produktlinie PostBase der Verbrauch der Verlust- und Zinsvorträge nicht plangemäß stattfindet. Der FP-Konzern begegnet dem Risiko möglicher Wertminderung der aktivierten latenten Steuern durch laufende Überprüfung der Planung und aus den Ergebnissen abgeleiteten Managemententscheidungen. Steigende Unternehmensergebnisse der einzelnen Töchter begrenzen das Risiko zusätzlich.

Beide Risiken bestehen unverändert gegenüber dem Vorjahr.

9.1.4 Sonstige Risiken

Rechtliche Risiken

Vor dem U.S. District Court for Eastern District of Missouri ist eine Klage gegen unsere Tochtergesellschaft in den USA anhängig (Case No. 4:14-cv-01161-HEA). In der Sammelklage (putative class action) wird behauptet, Francotyp-Postalia Inc. verletzte mit unaufgeforderten Werbefaxen den "Telephone Consumer Protection Act of 1991". Bisher ist nicht geklärt, ob das beanstandete Vorgehen (Werbefax) von den gesetzlichen Regelungen überhaupt erfasst ist. Der Ausgang der gegen die Francotyp-Postalia Inc. erhobenen Klage ist offen. FP geht nicht davon aus, dass gegenwärtig eine Verpflichtung besteht und zukünftig ein Ressourcenabfluss zu erwarten ist. Es wurden für diesen Sachverhalt Rückstellungen für ausstehende Anwaltskosten gebildet.

Das Risiko hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Länderübergreifende IT-Risiken

Die IT-gestützten Geschäftsprozesse des FP-Konzerns sind Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt und können somit zu einer Gefährdung der Grundwerte der IT-Sicherheit, wie Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen, führen. Diesen möglichen IT-Risiken begegnet das Unternehmen durch den Einsatz moderner Hard- und Software nach aktuellen Sicherheitsstandards. Um Geschäftsprozesse sicher abzuwickeln, überprüft das Unternehmen regelmäßig die IT-Systeme und führt umfangreiche Maßnahmen zur Weiterentwicklung der eingesetzten Sicherheitstechnologien durch. Mit dem Einsatz eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) und der Sensibilisierung seiner Mitarbeiter im Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen minimiert der FP-Konzern zudem weiter diese Risiken. Mit gut ausgebildeten IT-Mitarbeitern, Experten und durch professionelles Projektmanagement wird zusätzlich das Risiko verringert.

Das Unternehmen schätzt somit mögliche Gefahren im Zusammenhang mit der Informationssicherheit oder Risiken aus der verwendeten Informationstechnologie als gering ein.

Dadurch, dass das Verwaltungsgebäude in Berlin ist und sich die Rechenzentren an zwei unterschiedlichen IT-Standorten befinden, wurde eine Geo-Redundanz geschaffen. Basierend auf dem Modell des Serverhousings, nutzt FP die Infrastruktur großer Internet Service Provider (ISP). Hierdurch wurden insbesondere die Risiken in den Bereichen Klimatisierung, Stromversorgung und Netzwerkanbindung minimiert.

Mit dem Einsatz von postalischen Server-Systemen wie FrankIT, IBIP, Orchid usw. ist der IT-Bereich stets gezwungen, postalische Anforderungen in Anlehnung an verschiedene Standards wie BSI-Grundschutz, ISO 27001, NIST 800-34, COBIT 4.1 zu erfüllen. Neben dem Einsatz eines Informationssicherheits-Managementsystems ist auch genauso die Berücksichtigung eines Business-Continuity-Management (BCM)-Prozesses zwingend erforderlich. In Anlehnung an den BSI-Standard 100-3 wurde beim Betrieb von sensiblen, postalischen Server-Systemen ein Risikomanagementprozess innerhalb der IT etabliert. Durch regelmäßige Audits und Sicherheitszertifikate dokumentiert FP gegenüber den Kunden den erreichten Sicherheitsstand.

Für Schlüsselmärkte wie Deutschland, Frankreich und Nordamerika sind BCM-Pläne auf der Basis sogenannter Business-Impact-Analysen aufgesetzt, BCM-Konzepte implementiert, kontinuierlich verbessert und periodisch getestet worden. Für den Betrieb der postalischen Infrastrukturen wurden darüber hinaus Risikoanalysen durchgeführt und bewertet.

Durch die Etablierung eines Ausfall-Rechenzentrums in Indianapolis wurden die Risiken bei der US-Tochtergesellschaft ebenfalls minimiert. Das weltweit eingesetzte Repository, als Herz des PostBase-Geschäfts, ist mit allen Komponenten redundant ausgelegt, um potenzielle Ausfälle zu minimieren.

Als akkreditierter De-Mail-Provider ist das Tochterunternehmen Mentana-Claimsoft GmbH zusätzlichen IT-Risiken ausgesetzt, die sich aus dem Betrieb der Systeme für ihre Kunden ergeben. Diese Risiken werden unter anderem durch den Betrieb eines Back-up-Rechenzentrums sowie die redundante Auslegung wichtiger Systeme minimiert. Die Mentana-Claimsoft GmbH ist ISO 27001-zertifiziert und genügt somit den höchsten Sicherheitsanforderungen.

9.1.5 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Die Risikolage zum 31. Dezember 2015 hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich geändert. Prinzipiell betreffen die Risiken jeweils sämtliche Segmente - mit der Ausnahme des Währungsrisikos für das Segment Vertrieb Deutschland. Unter Berücksichtigung möglicher Schadensausmaße und Eintrittswahrscheinlichkeiten sind derzeit keine Risiken erkennbar, die zu einer dauerhaften, wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des FP-Konzerns führen werden. Insgesamt sind die Risiken beherrschbar; der Fortbestand des Konzerns ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet. Grundlegende Änderungen der Risikolage erwartet der FP-Konzern derzeit nicht. Organisatorisch hat das Unternehmen alle Voraussetzungen dafür geschaffen, frühzeitig über mögliche neue Risikosituationen informiert zu sein und schnell reagieren zu können.

9.2 INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Vorstand und Aufsichtsrat des FP-Konzerns legen größten Wert auf die Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit, Richtigkeit und Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung. Vor diesem Hintergrund ist das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) integraler Bestandteil eines umfassenden unternehmensweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Das Ziel des IKS im Rechnungslegungsprozess ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit für die Erstellung eines regelkonformen Abschlusses zu gewährleisten. Das IKS des FP-Konzerns stützt sich dabei überwiegend auf ein funktionierendes internes Steuerungssystem auf der Basis effizienter Prozesse sowie auf prozessintegrierte, organisatorische Sicherungsmaßnahmen wie beispielsweise Zugriffsbeschränkungen im IT-Bereich oder Zahlungsrichtlinien. Prozessintegrierte Kontrollen vermindern die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fehlern bzw. unterstützen das Aufdecken von aufgetretenen Fehlern.

Der Aufsichtsrat berät über das Risikomanagement und überwacht die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems und des Rechnungslegungsprozesses sowie die Abschlussprüfung und deren Unabhängigkeit. Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:

Die Francotyp-Postalia Holding AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des FP-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften. Beide Prozesse werden durch ein stringentes internes Kontrollsystem überwacht, das sowohl die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung als auch die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Bestimmungen sichert. Die bereichsübergreifenden Schlüsselfunktionen werden zentral gesteuert, wobei die einzelnen Tochtergesellschaften über ein definiertes Maß an Selbstständigkeit bei der Erstellung ihrer Abschlüsse verfügen.

Wesentliche Regelungen und Instrumentarien bei der Erstellung des Konzernabschlusses sind:

Bilanzierungsrichtlinien auf Konzernebene,

klar definierte Aufgabentrennung und Zuordnung von Verantwortlichkeiten zwischen den am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen,

Einbeziehung externer Sachverständiger, soweit erforderlich, wie zum Beispiel für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen,

Verwendung geeigneter IT-Finanzsysteme und Anwendung von detaillierten Berechtigungskonzepten zur Sicherstellung aufgabengerechter Befugnisse unter Beachtung von Funktionstrennungsprinzipien,

systemseitig implementierte Kontrollen und weitere Prozesskontrollen der Rechnungslegung in den Gesellschaften, Konsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses sowie anderer relevanter Prozesse auf Konzern- und Gesellschaftsebene,

Berücksichtigung von im Risikomanagementsystem erfassten und bewerteten Risiken in den Jahresabschlüssen, soweit dies nach bestehenden Bilanzierungsregeln erforderlich ist.

Für die Umsetzung dieser Regelungen und die Nutzung der Instrumentarien ist in den Konzerngesellschaften der verschiedenen Länder die jeweilige Leitung des Bereichs Finanzen bzw. die Geschäftsführung verantwortlich. Der Konzernabschluss liegt in der Verantwortung des für Finanzen zuständigen Mitglieds des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG. Das Vorstandsmitglied wird dabei unterstützt durch den Bereichsleiter Finanzen, Controlling und Rechnungswesen sowie den Abteilungsleiter Rechnungswesen und Finanzen und den Abteilungsleiter Controlling.

Durch die Beschäftigung von Fachpersonal, gezielte und regelmäßige Fort- und Weiterbildung sowie Beachtung des Vieraugenprinzips gewährleistet der FP-Konzern die strikte Einhaltung der lokalen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften im Jahres- und Konzernabschluss.

Alle Jahresabschlüsse von wesentlichen Konzerngesellschaften, die Eingang in die Konzernkonsolidierung finden, unterliegen der Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer.

Durch die Verpflichtung aller Tochtergesellschaften, ihre Geschäftszahlen monatlich in einem standardisierten Reportingformat an die Konzernholding zu berichten, werden unterjährige Soll-Ist-Abweichungen zeitnah erkannt, um entsprechend kurzfristig reagieren zu können.

9.3 RISIKOMANAGEMENT IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE

Francotyp-Postalia verfügt über ein zentrales Finanzmanagement, wobei die FP Holding AG den Konzern-Finanzbedarf koordiniert, die Liquidität sichert und die Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken konzernweit überwacht. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, finanzwirtschaftliche Risiken aus Veränderungen von Marktpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen durch finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zum Zweck der Sicherung von Grundgeschäften genutzt. Währungsbedingte Risiken resultieren aus den internationalen Aktivitäten des Konzerns, insbesondere in den USA und Großbritannien. Die FP Holding AG identifiziert diese Risiken in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Konzerngesellschaften und steuert sie mit geeigneten Maßnahmen, zum Beispiel dem Abschluss von Devisentermingeschäften. Zinsrisiken resultieren aus den mittelfristigen Finanzverbindlichkeiten, zur Steuerung von Letzteren hat die FP Holding AG im Geschäftsjahr 2015 keine neuen Zinsderivate abgeschlossen. Die Liquiditätsplanung dient dazu, Liquiditätsrisiken frühzeitig zu erkennen und konzernweit systematisch zu minimieren. Der Liquiditätssteuerung und -überwachung dient ein monatlich rollierender Liquiditäts-Forecast.

9.4 CHANCEN DES FP-KONZERNS

Der FP-Konzern hat die Chancen für 2015 qualitativ ermittelt; sie wurden wie im Vorjahr nicht für Steuerungszwecke quantifiziert oder in einer Chancenmatrix erhoben.

9.4.1 Marktchancen

Trotz eines Rückgangs der zugestellten Postsendungen im globalen Durchschnitt gibt es zahlreiche Länder, in denen der Postmarkt ein Wachstumsmarkt ist. Daraus ergeben sich für den FP-Konzern Chancen, an diesem Wachstum teilzuhaben. Frühzeitig hat sich der FP-Konzern in Schwellenländern wie Russland und Indien positioniert, um an dem zu erwartenden Wachstum in diesen Regionen zu partizipieren.

Aber auch in etablierten Postmärkten gibt es Chancen. Das gilt vor allem für Märkte, in denen der FP-Konzern bislang noch nicht so präsent ist wie in Deutschland, Großbritannien oder den USA. So baut der FP-Konzern Schritt für Schritt seine Präsenz im Frankiermaschinenmarkt Frankreich aus und überzeugt Kunden vor allem mit der PostBase. Die PostBase trägt auch maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens in Italien bei. Chancen hat der Konzern zudem in neuen Märkten wie in der Schweiz und in Irland.

9.4.2 Produktchancen

Die innovativen Produkte des FP-Konzerns sind der Garant für den Erfolg des Unternehmens. Dazu gehören die ständige Weiterentwicklung der Frankiermaschinen sowie neue Lösungen für den digitalen und hybriden Postversand. Mit der Einführung der PostBase Mini als Nachfolgemodell zur MyMail hat der FP-Konzern das PostBase-Portfolio um eine Maschine für kleinere Volumina erweitert. Zugleich treibt das Unternehmen die Vermarktung der De-Mail voran. Die Einführung der De-Mail vor allem aber die Nutzung entwickelt sich allerdings deutlich langsamer als ursprünglich erwartet. Im Geschäftsjahr 2015 ging der Konzern aber nach wie vor davon aus, dass sich die De-Mail insbesondere vor dem Hintergrund der E-Government-Strategie der Bundesregierung entsprechend den Erwartungen entwickeln kann.

9.4.3 Vertriebschancen

In etablierten Märkten ergeben sich durch eine Weiterentwicklung und Stärkung des Vertriebs Chancen für den FP-Konzern. Das Unternehmen nutzt beispielsweise verstärkt Telesales, Leasing-Angebote sowie Fachhändler, um eine hohe Anzahl von Kunden zu erreichen. Vor allem in Deutschland eröffnet auch der Ausbau der Lösungskompetenz des Unternehmens neue Möglichkeiten - im direkten Vertrieb wie in Zusammenarbeit mit IT-Systemhäusern und vergleichbaren Partnern. Mit dem umfassenden Lösungsportfolio rund um die Digitale Poststelle etabliert sich der FP-Konzern auch als Anbieter für Verschlüsselung- und Archivierungssoftware für die elektronische Kommunikation und Optimierung sämtlicher Prozesse rund um die Ein- und Ausgangspost.

9.4.4 Chancen durch Akquisitionen

Der FP-Konzern plant, künftig gezielt Unternehmen zu erwerben, um das eigene Portfolio zu stärken oder zu erweitern. Ein Fokus liegt hierbei auf dem Bereich Kommunikations- und Informationslogistik, wo der Erwerb eines etablierten Unternehmens mit soliden Wachstumszahlen und robustem EBITDA eine Option ist. Eine solche Akquisition würde nicht nur die Stellung des FP-Konzerns im globalen Markt stärken, sondern zugleich die Ertragslage verbessern. Weitere Chancen können sich aus der Nutzung des globalen FP-Vertriebsnetzes, der globalen FP-Kundenbasis und der Integration von Technologien ergeben.

9.4.5 Chancen durch Währungseffekte

Durch die internationale Ausrichtung des FP-Konzerns im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ergeben sich für das Unternehmen nicht nur Risiken, sondern auch Chancen durch Währungseffekte. Positive Fremdwährungseffekte können aus Bilanzpositionen und schwebenden Geschäften in Fremdwährungen resultieren. Positive Ergebnisse können zudem aus allen Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen entstehen, die nicht in Euro notieren.

Jede FP-Gesellschaft hat Chancen im Zusammenhang mit Wechselkursänderungen, wenn sie Geschäfte mit internationalen Vertragspartnern abschließt und daraus in der Zukunft Zahlungsströme entstehen.

9.4.6 Gesamtaussage zur Chancensituation

Der FP-Konzern hat die Chancen für 2016 qualitativ ermittelt; sie wurden wie im Vorjahr nicht für Steuerungszwecke quantifiziert oder in einer Risikomatrix erhoben. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Chancenlage nicht wesentlich geändert. Die Chancen und Risiken stehen sich wie im Vorjahr ausgewogen gegenüber. Die Voraussetzungen wurden geschaffen, Potenziale frühzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können.

10. PROGNOSEBERICHT

Der FP-Konzern wird sich 2016 auf eine Stärkung der Ertragskraft, eine kontinuierliche Entwicklung des angestammten Geschäfts mit Frankiermaschinen sowie den Ausbau der neuen Geschäftsfelder konzentrieren. Das Unternehmen plant hierzu, ein Operational Excellence-Programm aufzusetzen und auf Basis einer Analyse der bestehenden Strukturen Potenziale zur Steigerung der Effizienz in allen Bereichen zu heben. Bei Frankiermaschinen setzt der FP-Konzern auf den Erfolgen 2015 auf. Geplant sind insbesondere ein weiterer Ausbau des Mietgeschäfts sowie die Markteinführung der PostBase Mini in weiteren Märkten, der PostBase 100 und der PostBase One. Im deutschen Heimatmarkt erwartet der FP-Konzern insbesondere eine weitere Expansion im Mail Services-Geschäft. FP wird weiter als Spezialist im Bereich der sicheren digitalen Kommunikation entwickelt, um in den Folgejahren stärker als bislang an der Digitalisierung der Wirtschaft partizipieren zu können.

Vor diesem Hintergrund erwartet der FP-Konzern für das Geschäftsjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr einen leicht steigenden Umsatz und ein ebenfalls leicht steigendes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Das Unternehmen geht hierbei von gleichbleibenden Wechselkursen für Fremdwährungen aus. Vor dem Hintergrund der hohen Investitionen in den US-amerikanischen Mietmarkt im Zeitraum von 2012 bis 2015 geht der FP-Konzern für das Geschäftsjahr 2016 von nochmals steigenden Abschreibungen aus. Zur Steigerung der Umsatzrentabilität geht das Unternehmen aktiv Maßnahmen zur Verbesserung der Steuerquote an. Darüber hinaus plant das Unternehmen wieder mit einem positiven Free Cashflow. Insgesamt handelt es sich hierbei um eine erste Prognose nach dem Wechsel an der Vorstandsspitze. Der Vorstand behält sich eine Überprüfung im weiteren Jahresverlauf vor, insbesondere nach Abschluss der Evaluation der aktuellen Strategie und der Identifikation möglicher Maßnahmen für ein beschleunigtes Wachstum in den neuen Geschäftsfeldern.

Diese Planung sowie alle nachfolgenden Ausführungen basieren auf dem Kenntnisstand am Jahresanfang 2016. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die angegebenen Plandaten von den später tatsächlich erreichten Werten abweichen können.

Die Prognose der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen basiert auf Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF). Darüber hinaus gelten die folgenden Prämissen:

Positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung in wichtigen FP-Märkten

Moderat sinkende bzw. stagnierende Entwicklung des Briefvolumens in klassischen Briefmärkten

Stabile Wechselkursentwicklung der Fremdwährungen

Erhalt der installierten Basis im Frankiermaschinengeschäft

Ausbau des Mail-Services- und Softwaregeschäfts

10.1 KÜNFTIGE GESAMT- UND BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Trotz der Turbulenzen an den Kapitalmärkten und der schwächeren Konjunktur in Schwellenländern geht der Internationale Währungsfonds (IWF) von einer robusten Entwicklung der Weltwirtschaft im laufenden Jahr aus: Er prognostiziert ein Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,4 % nach 3,1 % im Vorjahr. Für Deutschland rechnet der Währungsfonds im Jahr 2016 mit einem Wachstum von 1,7 %. Diese Entwicklung soll auch auf die Eurozone abstrahlen; der IWF erwartet hier 2016 ebenfalls einen Anstieg um 1,7 %. In den USA, dem wichtigste Auslandsmarkt des FP-Konzerns, geht der IWF von einem BIP-Wachstum um 2,6 % aus.

Das konjunkturelle Umfeld beeinflusst die künftige Branchenentwicklung und damit auch den künftigen Geschäftsverlauf des FP-Konzerns. Ein positives wirtschaftliches Umfeld erhöht die Investitionsneigung von Unternehmen, was sich auf das Frankier- und Kuvertiermaschinengeschäft positiv niederschlagen könnte. Bei einer robusten Konjunktur wächst zugleich die Innovationsbereitschaft von Unternehmen; dies begünstigt insbesondere das Softwaregeschäft. Dieses könnte zugleich von der anhaltenden Digitalisierung der Wirtschaft profitieren. Die Digitalisierung erfasst zunehmend auch den Briefmarkt. In Deutschland nimmt beispielsweise das E-Government-Gesetz Behörden stärker in die Pflicht, auf elektronischem Weg mit Bürgern zu kommunizieren. Bis März 2016 müssen daher über 200 Bundesbehörden über De-Mail erreichbar sein - ein Trend, von dem die FP-Tochter Mentana-Claimsoft mittelfristig profitieren könnte.

Auch wenn sich in den kommenden Jahren die Verlagerung der Briefkommunikation in digitale Kanäle fortsetzen dürfte, bleiben Frankiermaschinen ein wichtiger Bestandteil der Postverarbeitung. Ein klares Indiz hierfür ist die Bereitschaft von Unternehmen jeder Größenordnung in den USA, im Rahmen der Dezertifizierung ihre alten gegen neue Frankiersysteme auszutauschen; der FP-Konzern konnte so seine installierte Basis weitgehend sichern.

10.2 KÜNFTIGE ENTWICKLUNG VON FRANCOTYP-POSTALIA

Eine stabile Entwicklung im Frankiermaschinengeschäft sowie Wachstum in digitalen Märkten charakterisieren die Strategie des FP-Konzerns. Im Jahresverlauf 2016 wird das Unternehmen unter Leitung des neuen Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Andreas Günther diese Strategie vor allem mit Blick auf die Möglichkeiten eines beschleunigten Aufbaus zukunftsträchtiger Geschäftsfelder weiterentwickeln.

Bei Frankiermaschinen konzentriert sich der FP-Konzern 2016 auf die Markteinführung sowohl der PostBase Mini in weiteren Ländern als auch der neu entwickelten Frankiersysteme PostBase 100 und PostBase One. Diese Systeme runden das Produktportfolio der PostBase im oberen Bereich ab, so dass der FP-Konzern nunmehr neueste Frankiersysteme vom unteren A-Segment bis zum unteren B-Segment anbieten kann. Dank des Ausbaus des Leasing- und Mietgeschäfts verbessert das Unternehmen zugleich seine Wettbewerbsposition in verschiedenen Ländern. Unverändert genießt darüber hinaus der Ausbau des Geschäfts in noch jungen Märkten wie Frankreich, Irland und der Schweiz Priorität. Im deutschen Heimatmarkt könnte sich im Bereich Mail-Services ein positiver Effekt aus der jüngsten Portoerhöhung ergeben. Im Bereich Mail-Services und Software sind ein weiterer Ausbau des Produktportfolios sowie eine Stärkung des Marketings und Vertriebs geplant.

10.3 KÜNFTIGE ENTWICKLUNG DER LEISTUNGSINDIKATOREN

Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet der FP-Konzern einen leicht steigenden Umsatz. Das Unternehmen geht hierbei von einer stabilen Entwicklung bei Frankiermaschinen und einem Wachstum in den anderen Geschäftsfeldern aus.

Beim EBITDA plant der FP-Konzern ebenfalls eine leichte Steigerung.

Trotz weiterer Investitionen in den Ausbau der neuen Geschäftsfelder sowie des Frankiermaschinengeschäfts erwartet das Unternehmen einen positiven Free Cashflow. Für die anstehenden Investitionen sieht sich der FP-Konzern angesichts hoher operativer Cashflowzuflüsse und nur zum Teil ausgeschöpfter Kreditlinien solide finanziert, strebt für das geplante Wachstum aber eine Erweiterung der bestehenden Konzernfinanzierung an.

Die nicht finanziellen Leistungsindikatoren dürften sich 2016 weiter verbessern. Der Qualitätsindikator, der die Veränderung der Produktqualität anhand der jährlichen Serviceeinsätze misst, könnte hierbei im Wert von 2015 stabil bleiben. Auch beim Aufwandsindikator, der auf den Teileaufwand für Nachbesserungen abstellt, ist eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert geplant. Ausführungen zur Berechnung dieser Indikatoren finden sich im Kapitel "Nicht finanzielle Leistungsindikatoren" dieses Konzernlageberichts.

11. SONSTIGE ANGABEN

11.1 ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS GEMÄSS §§ 289 ABS. 4, 315 ABS. 4 HGB

Nachstehend informiert der FP-Konzern über die verpflichtenden Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB i. V. m. §120 Abs. 3 Satz 2 AktG. Es handelt sich dabei insgesamt um Regelungen, die bei börsennotierten Unternehmen üblich sind und nicht dem Zweck der Erschwerung etwaiger Übernahmeversuche dienen.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 1 HGB (Gezeichnetes Kapital)

Am 31. Dezember 2015 betrug das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG 16.160.000 Euro. Es ist in 16.160.000 Stückaktien eingeteilt.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 2 HGB (Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen)

Jede Aktie berechtigt zur Abgabe einer Stimme in der Hauptversammlung. Beschränkungen betreffend die Stimmrechte oder deren Übertragung bestehen nicht.

Die von der Hauptversammlung am 1. Juli 2010 beschlossene, bis zum 30. Juni 2015 befristete Ermächtigung zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 aufgehoben und durch eine neue Ermächtigung ersetzt. Danach ist die Gesellschaft bis zum 10. Juni 2020 ermächtigt, eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden.

Die Aktien können unter anderem unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen daran angeboten und auf diese übertragen werden, sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt und sofern der für die eigenen Aktien zu erbringende Gegenwert nicht unangemessen niedrig ist. Die eigenen Aktien können auch zur Einführung an einer ausländischen Börse, an denen die Aktien bisher nicht zum Handel zugelassen war, ausgegeben oder gegen Barzahlung an Dritte veräußert oder einzelnen Mitgliedern des Vorstands anstelle einer Barvergütung angeboten werden zu einem Preis, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Die eigenen Aktien können auch zur Bedienung des Aktienoptionsplans 2010 und 2015 verwendet oder eingezogen werden.

Zum 31. Dezember 2015 lag der Bestand an eigenen Aktien bei 163.944 Stück. Dies entspricht einem Anteil von etwa 1,0 % des Grundkapitals. Bei eigenen Aktien werden keine Stimmrechte ausgeübt. Etwaige Beschränkungen, die sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben könnten, sind dem Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG nicht bekannt.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 3 HGB (Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten)

Zum 31. Dezember 2015 hielt 3R Investments Ltd mit Sitz auf Zypern 10,27 % am Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG. Dies entspricht 1 660 000 Aktien. Diese Stimmrechte sind der Tamlino Import & Advisory LP, Limassol, Zypern, der Tamlino Investments Ltd., Limassol, Zypern, und Klaus Röhrig jeweils gemäß §21 Abs. 1 WpHG bzw. §22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG als indirekte Beteiligung zuzurechnen.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 4 HGB (Aktien mit Sonderrechten)

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat keine Aktien mit Sonderrechten ausgegeben.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 5 HGB (Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung)

Es existieren keine Stimmrechtskontrollen.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 6 HGB (Gesetzliche Bestimmung der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung)

Gemäß Ziffer 6 Abs. 2 der Satzung der Francotyp-Postalia Holding AG erfolgen die Bestimmung der Anzahl der Vorstandsmitglieder, deren Bestellung sowie der Widerruf ihrer Bestellung durch den Aufsichtsrat. Nach Ziffer 6 Abs. 3 der Satzung kann der Aufsichtsrat einem Aufsichtsratsausschuss den Abschluss, die Änderung und Beendigung von Anstellungsverträgen der Vorstandsmitglieder übertragen.

Die Satzung schreibt in Ziffer 23 Abs. 1 vor, dass die Hauptversammlung ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, falls das Gesetz oder die Satzung nicht zwingend eine größere Mehrheit vorschreiben, fasst. Stimmenthaltungen gelten als nicht abgegebene Stimmen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat gemäß Ziffer 15 Abs. 2 der Satzung Satzungsänderungen vornehmen, die nur die Fassung betreffen.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 7 HGB (Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen)

Kapitalgenehmigungen für genehmigtes und bedingtes Kapital

Am 11. Juni 2015 sind bei der FP Holding Hauptversammlungsbeschlüsse über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2015/I) in Höhe von TEUR 8.080 und über die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung des Vorstandes zur Erhöhung des Grundkapitals (Genehmigtes Kapital 2011) und entsprechender Satzungsänderung gefasst worden. Das Grundkapital der Gesellschaft kann bis zum 10. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu 8.080.000 Euro erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß §186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung außerdem beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu 6.464.000 Euro durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/I).

Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 10. Juni 2020 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des §18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu ändern.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 959.500 Euro durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung gemäß der Anpassung des Aktienoptionsplans 2010 und des Bedingten Kapitals 2010 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil.

Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2020 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000 Euro zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 6.464.000 Euro nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen.

Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen.

Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§71d und 71e Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Juni 2020. Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2010 beschlossene Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien endete mit Wirksamwerden der neuen Ermächtigung.

Bedingte Kapitalerhöhung und Aktienoptionsplan 2010

In 1.1 des Aktienoptionsplans 2010 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: "Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG [...] hat am 1. Juli 2010 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu 1.045.000,00 Euro durch die Ausgabe von bis zu 1.045.000 Stück nennwertloser Inhaberaktien bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte [...] auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 1.045.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen."

Der damit beschlossene Aktienoptionsplan sieht ausschließlich den Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten vor, und zwar vorrangig durch den Einsatz eigener Aktien, nachrangig im Wege einer bedingten Kapitalerhöhung.

Auf der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 wurde beschlossen, dass 200.000 Optionen des Aktienoptionsplans 2010 nicht mehr ausgegeben werden.

Bedingte Kapitalerhöhung und Aktienoptionsplan 2015

In 1.1 des Aktienoptionsplans 2015 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: "Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG hat am 11. Juni 2015 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu 959.500,00 Euro durch die Ausgabe von bis zu 959.500 Stück nennwertloser Inhaberaktien (die "Aktien") bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 959.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen."

Die Gesellschaft kann wahlweise zur Bedienung der Bezugsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2015 anstelle neuer Aktien eigene Aktien einsetzen, soweit dies von einem gesonderten Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung gedeckt ist.

Zweck beider Aktienoptionspläne ist gemäß Ziffer 1.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans "die nachhaltige Verknüpfung der Interessen der Unternehmensführung und der Führungskräfte mit den Interessen der Aktionäre an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes."

Jede einzelne Aktienoption berechtigt gemäß Ziffer 2.2 des jeweiligen Aktienoptionsplans zum Erwerb einer Aktie der Francotyp-Postalia Holding AG.

Eine Option hat gemäß Ziffer 2.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans jeweils eine Laufzeit von 10 Jahren ab dem Zeitpunkt der Zuteilung. Die Optionen sind entsprechend Ziffer 2.4 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht verbrieft. Zuzahlungen waren bei der Zuteilung der Optionen entsprechend Ziffer 5.5 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht zu leisten.

Vom Aktienoptionsplan 2010 wurden zum 1. September 2010 900.000 Aktienoptionen, zum 27. April 2012 75.000 Aktienoptionen, zum 7. September 2012 20.000 Aktienoptionen, zum 6. Dezember 2014 57.500 und 11. Juni 2014 30.000 Aktienoptionen zugeteilt. Von den zugeteilten Aktienoptionen entfallen jeweils 180.000 Aktienoptionen auf ein per 31. Dezember 2015 aktives sowie ein ehemaliges Mitglied des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG.

Vom Aktienoptionsplan 2015 wurden zum 31. August 2015 465.000 Aktienoptionen und zum 25. November 2015 40.000 Aktienoptionen zugeteilt. Von den zugeteilten Aktienoptionen des Plans 2015 entfallen 180.000 Aktienoptionen auf die per 31. Dezember 2015 aktiven Mitglieder des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG.

Für die Ausübung der Optionen müssen folgende in den Aktienoptionsplänen 2010 und 2015 genannte Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein:

a) Wartezeit

Soweit sich gemäß Ziffer 7.1 des Aktienoptionsplans aus den Bedingungen des Aktienoptionsplans "nicht ausdrücklich etwas anderes ergibt, muss die Wartezeit abgelaufen sein und die Ausübung nicht innerhalb einer Ausübungssperrfrist erfolgen. Die Wartezeit bis zur Ausübung der Optionen beträgt 4 Jahre." Es handelt sich hierbei um eine Dienstbedingung.

b) Erfolgsziel

Ziffer 7.2 des Aktienoptionsplans bestimmt: "Bezugsrechte dürfen nur ausgeübt werden, wenn das Erfolgsziel erreicht wurde. Das Erfolgsziel für die ausgegebenen Bezugsrechte ist erreicht, wenn das EBITDA (IFRS), wie im Konzernjahresabschluss für das Geschäftsjahr der Zuteilung der Bezugsrechte ausgewiesen, gegenüber dem EBITDA (IFRS), wie im Konzernjahresabschluss für das letzte Geschäftsjahr vor Zuteilung ausgewiesen, um 10 % gestiegen ist. [...] Sollte das EBITDA (IFRS) in einem oder in beiden der zu vergleichenden Konzernjahresabschlüsse um Restrukturierungskosten bereinigt ausgewiesen werden, so gilt dieses um Restrukturierungskosten bereinigte EBITDA (IFRS) als maßgeblich für die Feststellung der Erreichung des Erfolgsziels. Soweit das Erfolgsziel nicht erreicht wurde, verfallen die Bezugsrechte und können an die Teilnehmer der Gruppe erneut ausgegeben werden.

Die Festlegung des, gegebenenfalls um Restrukturierungskosten bereinigten, EBITDA und seine Veränderungen gegenüber dem, ggf. um Restrukturierungskosten bereinigten, EBITDA des maßgeblichen Vergleichsjahres werden jeweils vom Abschlussprüfer der Gesellschaft innerhalb von zwei Wochen nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat verbindlich für die Frage der Zulässigkeit der Ausübung der Optionen verifiziert." Bei diesem Erfolgsziel handelt es sich um eine nicht-marktbezogene Leistungsbedingung.

c) Persönliche Ausübungsvoraussetzungen

Ziffer 7.3 des Aktienoptionsplans bestimmt, dass der Optionsinhaber sich im Zeitpunkt der Ausübung grundsätzlich in einem Dienstverhältnis entweder mit der Francotyp-Postalia Holding AG oder einem in- oder ausländischen Unternehmen der FP-Gruppe befinden muss.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 8 HGB (Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen)

Eine wesentliche Vereinbarung der Konzernmuttergesellschaft Francotyp-Postalia Holding AG, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots steht, ist der aktuelle Konsortialdarlehensvertrag, der ein Kündigungsrecht im Fall von "Change of Control" vorsieht. Weitere Vereinbarungen wurden weder mit Dritten noch mit Tochterunternehmen getroffen.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 9 HGB (Entschädigungsvereinbarung des Mutterunternehmens für den Fall eines Übernahmeangebots)

Eine solche Vereinbarung bestand zum Stichtag 31. Dezember 2015 nicht.

11.2 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 289A HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung im FP-Konzern enthält die erforderlichen Angaben nach §289a Abs. 2 HGB und ist auf der Homepage des FP-Konzerns publiziert (http://www.fp-francotyp.com/FP/unternehmen/investoren/corporate-governance).

12. VERGÜTUNGSBERICHT GEMÄSS §315 ABS. 2 NR. 4 SATZ 1 HGB

Der Bericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und enthält Angaben nach den Erfordernissen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) sowie der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts.

12.1 VERGÜTUNGSSYSTEM ALLGEMEIN

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat in angemessener Höhe auf der Grundlage einer Leistungsbeurteilung festgelegt. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Hierbei berücksichtigt der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt auch in der zeitlichen Entwicklung, wobei der Aufsichtsrat für den Vergleich festlegt, wie der obere Führungskreis und die relevante Belegschaft abzugrenzen sind. Die mit dem Corporate Governance Kodex 2013 veröffentlichten Änderungen im Vergütungssystem finden in den Verträgen der Vorstände Berücksichtigung.

In den mit den Vorständen abgeschlossenen Dienstverträgen ist festgelegt:

Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder umfasst die monetären Vergütungsteile, die Versorgungszusagen und die sonstigen Zusagen, insbesondere für den Fall der Beendigung der Tätigkeit, sowie Nebenleistungen jeder Art und Leistungen von Dritten, die im Hinblick auf die Vorstandstätigkeit zugesagt oder im Geschäftsjahr gewährt werden. Entsprechend den Empfehlungen des Corporate Governance Kodex umfassen die monetären Vergütungsteile sowohl feste (erfolgsunabhängige) wie auch variable (erfolgsabhängige) Bestandteile.

12.2 ERFOLGSUNABHÄNGIGE BESTANDTEILE

12.2.1 Festvergütung

Die Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Grundvergütung von Hans Szymanski betrug 2015 275.000 Euro, die Grundvergütung von Thomas Grethe beträgt 230.000 Euro pro Jahr, die Grundvergütung von Sven Meise beträgt 200.000 Euro pro Jahr.

12.2.2 Nebenleistungen

Die Nebenleistungen enthalten die Kosten für bzw. den geldwerten Vorteil von Sachbezügen und weiteren Nebenleistungen wie die Bereitstellung eines Dienstwagens, Zuschüsse zu Versicherungen.

12.3 ERFOLGSABHÄNGIGE BESTANDTEILE

12.3.1 Variable Vergütung

Die variable Vergütung (an kurzfristigen Zielen ausgerichteter Jahresbonus) ist abhängig vom erzielten "Cashflow available for redemption" bzw. vom "Free Cashflow" und EBITA, und zwar jeweils nach Berücksichtigung aller von der Gesellschaft zu leistenden Bonuszahlungen. Maßgeblich für die Höhe der Bonusermittlung sind die Prozentsätze der Planerreichung und die Vorgaben aus dem jeweiligen vom Aufsichtsrat verabschiedeten geschäftsjährlichen (zwölf Monate) Budget.

Der Langfristbonus ist auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet und wird unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Geschäftsjahre für die gesamte Vertragslaufzeit berechnet. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt . Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Es kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0". Die Grundvoraussetzung für das Sammeln von Guthaben ist zunächst, dass das vom Aufsichtsrat verabschiedete geschäftsjährliche (Zwölf-Monate-Budget jeweils erreicht wird. Im Übrigen werden Guthaben und auch Malusbeträge unter Berücksichtigung bestimmter Nachhaltigkeitsziele gesammelt. Die zu erreichenden Nachhaltigkeitsziele sind zum einen die laut Poststatistik installierten Frankiermaschinen im Verhältnis zum Gesamtmarkt (Welt) und zum anderen die Personalkostenquote in Prozent des Rohertrages im Frankiermaschinengeschäft. Im Falle von Herrn Meise sind als Nachhaltigkeitsziel 1 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Wirtschaftsjahre 2015, 2016 und 2017 von mindestens 10 % bei EBIT (operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern) kumuliert nach den Bereichen freesort, IAB und Mentana-Claimsoft sowie während der Vertragslaufzeit ergänzte Bereiche festgelegt. Das Nachhaltigkeitsziel 2 wird vom Aufsichtsrat festgelegt.

Der saldierte Langfristbonus wird in dem Monat zur Zahlung fällig, der dem Monat folgt, in dem der Jahresabschluss über den letzten Monat der Vertragslaufzeit festgestellt wird. Auf den zu erwartenden Langfristbonus erhält jedes das Vorstandsmitglied eine jährliche Abschlagszahlung in Höhe 20.000 Euro. Das Vorstandsmitglied ist verpflichtet, nach der Feststellung des endgültigen Langfristbonus eine etwaige Differenz zwischen den Abschlagszahlungen und dem festgestellten Langfristbonus unverzüglich der Gesellschaft zurückzuzahlen.

Der Bonus wird in bar ausgezahlt.

12.3.2 Langfristige aktienbasierte Vergütung

Als langfristige aktienbasierte Vergütung werden verfallbare Aktienzusagen (Stock-Options) gewährt. Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding aG vom 11. Juni 2015 hat beschlossen, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des §15 AktG und an Führungskräfte des FP-Konzerns Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal bis zur gesetzlichen Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals zu beziehen (Aktienoptionsplan 2015).

12.4 ZUSAGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT IM VORSTAND

Für den Fall der vorzeitigen einvernehmlichen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sahen bzw. sehen die Vorstandsverträge folgende Regelungen vor:

Wird die Bestellung zum Vorstand widerrufen oder legt das Vorstandsmitglied das Vorstandsamt nieder, so endet auch der Dienstvertrag. Beruht der Widerruf auf einem wichtigen Grund, der nicht zugleich ein wichtiger Grund gemäß §626 BGB für die fristlose Kündigung des Dienstvertrages ist, so endet der Dienstvertrag erst mit Ablauf von drei Monaten zum Ende des Kalendermonats ab Zugang des Widerrufs beim Vorstandsmitglied. Für den Vorstandsvertrag von Herrn Szymanski galt zudem, dass im Falle des Widerrufs das Vorstandsmitglied Anspruch auf eine pauschale am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von 1,75 Jahresvergütung (21 Monate), maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit hat. Der Vertrag von Herrn Szymanski wurde auf Ersuchen von Herrn Szymanski vorzeitig einvernehmlich mit Datum vom 11. Januar 2016 beendet. Der Dienstvertrag von Herrn Szymanski endet mit Ablauf von drei Monaten zum Ende des Kalendermonats ab Wirksamwerden der Aufhebungsvereinbarung. Das Vorstandsmitglied hat Anspruch auf eine pauschale am Tage der rechtlichen Beendigung fälligen Abfindung in Höhe von 1,75 Jahresvergütungen (21 Monate), maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit. Die Regelungen in Bezug auf die Versicherungen werden mit einbezogen. Im Hinblick auf den Langfristbonus für das Geschäftsjahr 2015 sind keine Malus entstanden und Herr Szymanski schuldet keine Rückzahlung. Im Übrigen wird Herr Szymanski hinsichtlich der variablen Vergütung (Langfristbonus und Jahresbonus) für das Geschäftsjahr 2015 mindestens so gestellt wie die weiteren Vorstandsmitglieder. Die Aktienoptionen 2010 und 2015 gelten wie bei den jeweiligen Hauptversammlungen beschlossen fort.

Der Vertrag von Herrn Meise sieht im Fall des Widerrufs eine pauschale am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe einer halben Jahresvergütung, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit vor. Bei vorzeitiger Beendigung des Dienstvertrages ohne wichtigen Grund dürfen Zahlungen an das Vorstandsmitglied einschließlich Nebenleistungen den Wert von einer Jahresvergütung nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrages vergüten.

Für den Fall der Umwandlung der Gesellschaft in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) erklärt sich jedes Vorstandsmitglied mit einer Bestellung zum Vorstand (für den Fall der Ausgestaltung der Gesellschaft in Form der SE nach dem dualistischen System) bzw. zum geschäftsführenden Direktor (für den Fall der Ausgestaltung der Gesellschaft in Form der SE nach dem monistischen System) bereits einverstanden.

12.4.1 Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2015

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Gesamtvergütung des Vorstandes gemäß DRS 17. Die Gesamtvergütung nach DRS 17 umfasst die direkt oder indirekt geleisteten Vergütungsbestandteile. Der beizulegende Zeitwert der aktienbasierten Vergütung (Stock Options Tranche 2010 und Tranche 2015) ist in Übereinstimmung mit DRS 17 bereits im Jahr der Gewährung der Zusage - im Geschäftsjahr 2010 bzw. 2015 - in den Gesamtbezügen ausgewiesen worden. Der im Geschäftsjahr 2015 gewährte Langfristbonus als nicht aktienbasierte Vergütung wird erst mit Eintritt der langfristigen Bedingungen im Vergütungsbericht gem. DRS 17 erfasst werden.

Herr Szymanski

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2011 2012 2013 2014 2015
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 203 240 253 275 275
  Aufhebung (Freistellung, Abfindung)         3691
  Nebenleistungen 11 15 11 12 14
  Summe 214 255 265 287 658
Erfolgsbezogene Komponente            
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 44 30 130 912) -11
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:          
  Stock Options Plan 2010 0 0 0 0 0
  Stock Options Plan 2015 0 0 0 0 37
  Langzeitbonus3 0 0 0 0 0
  Summe 44 30 130 91 26
Versorgungsaufwand   76 76 76 76 76
Gesamtvergütung   334 361 471 454 760

Herr Grethe (Vorstandsmitglied ab 15. Juni 2013)

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2012 2013 2014 2015
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 0 119 200 230
  Nebenleistungen 0 6 12 10
  Summe 0 125 212 240
Erfolgsbezogene Komponente          
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 0 20 36 -11
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:        
  Stock Options Plan 2015 0 0 0 54
  Langzeitbonus4 0 0 0 0
  Summe 0 20 36 43
Versorgungsaufwand   0 2 21 21
Gesamtvergütung   0 147 269 304

1 Dieser Rückstellungsbetrag stellt einen periodenfremden Aufwand i. H. v. TEUR 369 dar.
2 Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem periodenfremden Aufwand i. H. v. TEUR 40 und der Bildung einer Rückstellung i. H. v. TEUR 51.
3 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt sind. Entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung wurden TEUR -14 (im Vorjahr TEUR 34) ergebniswirksam im Jahresabschluss 2015 als Auflösung der Rückstellung (im Vorjahr Zuführung zu Rückstellungen) berücksichtigt.
4 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt sind. Entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung wurden TEUR -10 (im Vorjahr TEUR 7) ergebniswirksam im Jahresabschluss 2015 als Auflösung der Rückstellung (im Vorjahr Zuführung zu Rückstellungen) berücksichtigt.

Herr Meise (Vorstandsmitglied ab 1. Februar 2015)

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2015
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 183
  Nebenleistungen 18
  Summe 201
Erfolgsbezogene Komponente    
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 24
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:  
  Stock Options Plan 2015 48
  Langzeitbonus5 0
  Summe 72
Versorgungsaufwand   19
Gesamtvergütung   292

Die nachfolgenden Darstellungen der Vorstandsvergütung entsprechen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). So werden die im Berichtsjahr gewährten Zuwendungen und auch die Werte, die im Minimum beziehungsweise im Maximum erreicht werden können, angegeben.

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Hans Szymanski Vorstandssprecher / Finanzvorstand 12.2008-31.12.2015
2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung 275 275 275 275
Aufhebung (Freistellung, Abfindung)   3692)    
Nebenleistungen 12 14 14 14
Summe 287 658 289 289
Einjährige variable Vergütung 911) -11 0 100
Mehrjährige variable Vergütung        
SOP Tranche 2010 (DCGK) 36 0 0 0
SOP Tranche 2015 (DCGK) 0 3 3 3
Langfristbonus 34 -14 0 40
Summe 161 -22 3 143
Versorgungsaufwand 76 76 76 76
Gesamtvergütung 524 712 368 508

1) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem periodenfremden Aufwand i. H. v. TEUR 40 und der Bildung einer Rückstellung i. H. v. TEUR 51.
2) Dieser Rückstellungsbetrag stellt einen periodenfremden Aufwand i. H. v. TEUR 369 dar.
5 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt sind. Entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung wurden TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 0) ergebniswirksam im Jahresabschluss 2015 berücksichtigt.80

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Thomas Grethe Vorstand zuständig für Vertrieb 15.06.13-31.12.15
2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung 200 230 230 230
Nebenleistungen 12 10 10 10
Summe 212 240 240 240
Einjährige variable Vergütung 36 -11 0 54
Mehrjährige variable Vergütung        
SOP Tranche 2015 (DCGK) 0 5 5 5
Langfristbonus 24 -10 0 42
Summe 60 -16 5 101
Versorgungsaufwand 21 21 21 21
Gesamtvergütung 293 245 266 362
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Sven Meise Vorstand zuständig für Digitale Lösungen 01.02.15-31.12.15
2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung 0 183 183 183
Nebenleistungen 0 18 18 18
Summe 0 201 201 201
Einjährige variable Vergütung 0 24 24 37
Mehrjährige variable Vergütung        
SOP Tranche 2015 (DCGK) 0 4 4 4
Langfristbonus 0 0 0 37
Summe 0 28 28 78
Versorgungsaufwand 0 19 19 19
Gesamtvergütung 0 248 248 298

FP hat keine alljährlich wiederkehrenden Aktienoptionspläne, sondern regelmäßige mehrjährige Aktienoptionspläne. Vor diesem Hintergrund beträgt der ratierliche Wert der Zuwendungen DCGK auf Jahresbasis aus dem Aktienoptionsplan 2010 für die Jahre 2010 bis 2013 für den Vorstand Herrn Szymanski jeweils TEUR 53 und TEUR 36 für 2014. Für den Aktienoptionsplan 2015 beträgt der Wert der Zuwendungen DCGK TEUR 3.

Der Wert der Zuwendungen DCGK auf Jahresbasis aus dem Aktienoptionsplan 2015 beträgt für Herrn Grethe TEUR 5 und für Herrn Meise TEUR 4.

Zu folgenden Zahlungsabflüssen kam es im Zusammenhang mit der Vorstandsvergütung gemäß DCGK:

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Hans Szymanski Thomas Grethe Sven Meise
Vorstandssprecher / Finanzvorstand Vorstand zuständig für Vertrieb Vorstand zuständig für Digitale Lösungen
12/2008-31.12.2015 15.06.2013-31.12.2015 01.02.2015-31.12.2015
2014 2015 2014 2015 2014 2015
Festvergütung 275 275 200 230 0 183
Nebenleistungen 12 14 12 10 0 18
Summe 287 289 212 240 0 201
Einjährige variable Vergütung 120 40 26 25 0 0
Mehrjährige variable Vergütung            
SOP Tranche 2010 0 0 0 0 0 0
SOP Tranche 2015 0 0 0 0 0 0
Langfristbonus 0 20 0 14 0 0
Sonstiges 0   0 0 0 0
Summe 120 60 26 39 0 0
Versorgungsaufwand 76 76 21 21 0 19
Gesamtvergütung 483 425 259 300 0 220

Von der im Geschäftsjahr 2010 gewährten aktienbasierten Vergütungen aus dem Aktienoptionsplan 2010 entfielen auf Herrn Szymanski TEUR 213 bzw. 180.000 Optionen. Im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2015 wurden keine weiteren Optionen aus diesem Aktienoptionsplan 2010 gewährt. Der Ausübungszeitpunkt für die Optionen begann im Geschäftsjahr 2014.

Von der im Geschäftsjahr 2015 gewährten aktienbasierten Vergütungen aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf Herrn Szymanski TEUR 37 (47.500 Optionen), Herrn Grethe TEUR 54 (70.000 Optionen) und Herrn Meise TEUR 48 (62.500 Optionen). Der Ausübungszeitpunkt für die Optionen liegt im Geschäftsjahr 2019.

Die in den obigen Tabellen als Versorgungsaufwand ausgewiesenen Beträge sind Zuschüsse zur Altersvorsorge und Teil der an die Vorstände gezahlten fixen Entgelte.

Die Nebenleistungen bestehen im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Vorgaben anzusetzenden Werten aus der Dienstwagennutzung.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern sind wie im Vorjahr nur unwesentliche Beträge zurückgestellt (2015: TEUR 2; 2014: TEUR 2).

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31.12.2015 TEUR 928 (im Vorjahr TEUR 1.050). Den Rückstellungen wurden im Berichtsjahr 2015 TEUR 32 (im Vorjahr TEUR 46) zugeführt.

Sonstiges

Mitglieder des Vorstands erhalten außer den vertraglich zugesicherten Möglichkeiten vom Unternehmen keine Kredite und Vorschüsse.

12.5 Vergütung Aufsichtsrats

Durch Beschluss der Hauptversammlung wird die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder in der Satzung festgelegt. Die Aufsichtsratsvergütung trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder Rechnung und berücksichtigt sowohl den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz wie auch die mögliche Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats. Eine erfolgsorientierte Vergütung ist dabei nicht vorgesehen.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit etwa zur Last fallenden Umsatzsteuer geschäftsjährlich eine feste im letzten Monat des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von TEUR 30. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2009 150 % und für seinen Stellvertreter 125 % der Vergütung für das normale Aufsichtsratsmitglied.

Die Festvergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2015 TEUR 113 (im Vorjahr TEUR 113).

12.6 Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Über die gesetzliche Pflicht zur unverzüglichen und Veröffentlichung von Geschäften in Aktien der Gesellschaft hinaus soll der Besitz von Aktien der Gesellschaft oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern angegeben werden, wenn er direkt oder indirekt größer als 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist. Da der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien übersteigt, führen wir den Gesamtbesitz getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat hier auf:

Aktionär

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(Direkt) Anzahl der Aktien %
Hans Szymanski (Vorstand bis 11. Januar 2016) 120.000 0,7
Botho Oppermann (Aufsichtsrat) 275.000 1,7
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(Indirekt) Anzahl der Aktien %
Klaus Röhrig (Aufsichtsratsvorsitzender) über 3R Investment Ltd, Limassol, Zypern Tamlino Import & Advisory LP, Limassol, Zypern und der Tamlino Investments Ltd, Limassol, Zypern 1.660.000 10,3

13. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER NACH § 315 ABS. 1 SATZ 6 UND NACH § 289 ABS. 1 SATZ 5 HGB

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

 

Berlin, 31. März 2016

Rüdiger Andreas Günther, Vorstandsvorsitzender

Thomas Grethe, Vorstand

Sven Meise, Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2015

Aktiva

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31.12.2015
TEUR
31.12.2014
TEUR
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte    
  50 1
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.221 1.132
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 157 136
  1.378 1.268
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.660 9.660
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 53.123 53.123
  62.783 62.783
  64.211 64.052
B. Umlaufvermögen    
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 44.866 28.595
2. Sonstige Vermögensgegenstände 1.336 1.470
--davon aus Steuern TEUR 822 (i. Vj. TEUR 610)--    
  46.202 30.065
II. Guthaben bei Kreditinstituten 1.017 25
  47.219 30.090
C. Rechnungsabgrenzungsposten 610 657
D. Aktive latente Steuern 1.117 2.870
  113.157 97.669

Passiva

   
  31.12.2015
TEUR
31.12.2014
TEUR
A. Eigenkapital    
I. Ausgegebenes Kapital    
1. Gezeichnetes Kapital 16.160 16.160
2. Nennbetrag der eigenen Anteile -164 -203
  15.996 15.957
II. Kapitalrücklage 38.806 38.748
III. Bilanzgewinn 17.966 12.588
  72.768 67.293
B. Rückstellungen    
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 613 503
2. Steuerrückstellungen 2.978 1.667
3. Sonstige Rückstellungen 1.986 781
  5.577 2.951
C. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 33.373 26.543
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 191 429
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 211 53
--davon aus Steuern TEUR 203 (i. Vj. TEUR 52)--    
  33.776 27.025
D. Passive latente Steuern 1.036 400
  113.157 97.669

 

Berlin, den 31. März 2016

Rüdiger Andreas Günther

Thomas Grethe

Sven Meise

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015

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1. Januar bis 31. Dezember 2015 1. Januar bis 31. Dezember 2014
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse   2.049   1.917
2. Sonstige betriebliche Erträge   1.282   1.202
3. Personalaufwand        
a) Löhne und Gehälter 3.432   2.464  
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 525 3.957 433 2.897
--davon für Altersversorgung TEUR 1 (i. Vj. TEUR 1)--        
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   110   27
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen   3.667   3.418
6. Erträge aus Beteiligungen   38   38
--davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 38 (i. Vj. TEUR 38)--        
7. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen   15.305   11.620
8. Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen   214   0
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens   2.016   1.298
--davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 2.016 (i. Vj. TEUR 1.298)--        
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   334   674
--davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 334 (i. Vj. TEUR 674)--        
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   1.209   1.515
--davon an verbundene Unternehmen TEUR 0 (i. Vj. TEUR 23)--        
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   11.867   8.892
13. Außerordentliche Aufwendungen   9   9
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   3.916   1.965
--davon aus Veränderung bilanzierter latenter Steuern TEUR 2.425 (i.Vj. TEUR 1.610)--        
15. Sonstige Steuern   5   5
16. Jahresüberschuss   7.937   6.913
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr   10.029   5.675
18. Bilanzgewinn   17.966   12.588

 

Berlin, den 31. März 2016

Rüdiger Andreas Günther

Thomas Grethe

Sven Meise

Anhang für das Geschäftsjahr 2015

der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin

I. Allgemeine Angaben

Die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin (nachfolgend auch "FP Holding" oder "Gesellschaft" genannt), ist die Obergesellschaft des Francotyp-Postalia-Konzerns (nachfolgend auch "Francotyp-Postalia"). Sitz der Gesellschaft ist Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin. Bis zum 26. Juli 2015 war Sitz der Gesellschaft Triftweg 21-26, 16547 Birkenwerder.

Die FP Holding ist in 2015 in das Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) unter HRB 169096 eingetragen worden. Die Gesellschaft war zuvor im Amtsgericht Neuruppin unter HRB 7649 eingetragen.

FP Holding ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der Postausgangsverarbeitung mit einer über 90-jährigen Firmengeschichte. Die Gesellschaft hat eine reine Holding Funktion: Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Tochterunternehmen der FP Holding liegt in dem traditionellen Produktgeschäft, welches aus der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Frankiermaschinen, Kuvertiermaschinen und aus dem After-Sales-Geschäft besteht. Zudem bietet die FP-Gruppe ihren Kunden in Deutschland durch ihre Tochtergesellschaft freesort GmbH und Mentana-Claimsoft GmbH und ihre Mehrheitsbeteiligungen an der internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik Sortier- und Konsolidierungsdienstleistungen, Hybrid-Mail-Produkte sowie Produkte zur vollelektronischen Kommunikation an.

Seit 2006 sind sämtliche Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG zum amtlichen Markt zugelassen. Gleichzeitig erfolgte die Zulassung zum Teilbereich des amtlichen Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse, wobei die Aktien an der Frankfurter Börse mit der Wertpapierkennnummer FPH900 gehandelt werden.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Der Jahresabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden - soweit nicht anders dargestellt - zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit grundsätzlich in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rundungsdifferenzen kommen.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Den linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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Jahre
I. Immaterielle Vermögensgegenstände  
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3
II. Sachanlagen  
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8-25
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2-13

Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten, die Ausleihungen und die Forderungen jeweils zum Nennwert bilanziert. Die Vermögensgegenstände werden regelmäßigen Werthaltigkeitstests unterzogen. Ist den Gegenständen des Anlagevermögens am Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen, werden in Höhe der Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Für die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen bedarf es der Schätzung künftiger Cashflows der jeweiligen Tochtergesellschaft sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Die Verzinsung wird nach Effektivzinsmethode vorgenommen und richtet sich nach dem Refinanzierungszinssatz des Konzerns. Für die zweifelhaften Forderungen werden entsprechende Einzelwertberichtigungen gebildet.

Die Forderungen in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst. Ergibt sich im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag eine höhere Forderung, so wird die Forderung mit dem historischen Kurs angesetzt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen; auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit diese Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die eigenen Anteile werden als Abzugsposten vom gezeichneten Kapital abgebildet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten wird mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet. Weitere Aufwendungen des Erwerbs, die Anschaffungsnebenkosten sind, werden als Aufwand des Geschäftsjahres behandelt.

Die Rückstellungen für Pensionen wurden mit dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Wert auf Basis der "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck nach der Projected Unit Credit Method, unter Anwendung eines Rechnungszinsfußes gemäß § 253 Absatz 2 Satz 2 HGB gebildet und gegebenenfalls mit vorhandenem Planvermögen verrechnet. Aktuell wird ein Rechnungszinsfuß in Höhe von 3,89 % (im Vorjahr 4,53 %) verwendet. Durchschnittlich erwartete jährliche Rentensteigerungen wurden mit 2,00% (im Vorjahr 2,00%) berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung auf Grund der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wird bis zum 31.12.2024 mit mindestens /15 angesammelt und in den außerordentlichen Aufwendungen gezeigt.

Bei mittelbaren Pensionszusagen wird von dem Wahlrecht des Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht und keine Pensionsrückstellung erfasst. Ein etwaiger Fehlbetrag, welcher sich als Differenz aus der Rückstellung und dem Vermögen der Versorgungseinrichtung ergibt, wird im Anhang angegeben.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und mit dem Erfüllungsbetrag bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst gebildet.

Entsprechend § 254 HGB hat die Gesellschaft das Wahlrecht dahingehend ausgeübt, dass keine Bewertungseinheiten gebildet werden. Mithin werden die negativen Zeitwertveränderungen der Derivate über die Laufzeit entsprechend dem handelsrechtlichen Imparitätsprinzip durch Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften antizipiert. Positive Zeitwertveränderungen werden entsprechend dem handelsrechtlichen Vorsichtsprinzip nicht berücksichtigt.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind in Höhe ihrer Erfüllungsbeträge bewertet.

Die kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten in fremder Währung werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Ergibt eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr am Bilanzstichtag eine geringere Verbindlichkeit, so wird die Verbindlichkeit zum historischen Kurs bewertet.

Als latente Steuern werden Steuerbe- und Steuerentlastungen in der Bilanz angesetzt, die sich aus Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen sowie aus Zins- und Verlustvorträgen ergeben und die sich in den nächsten fünf Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Sich ergebende Steuerbe- und Steuerentlastungen werden unverrechnet angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der in der Bilanz genannten Anlagenposten im Geschäftsjahr 2015 ist aus dem als Anlage 1 beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.

Unter den Finanzanlagen werden Anteile an der Francotyp-Postalia GmbH (FP GmbH), Berlin, (vormals Birkenwerder), der internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik, Berlin (iab), der iab-Verwaltungs- und Vertriebs GmbH i.L. (iabv), Berlin, der freesort GmbH (freesort), Langenfeld, der FP InovoLabs GmbH, Berlin (vormals Birkenwerder), der FP Systems India Private Limited, Mumbai, der FP Produktionsgesellschaft mbH, Wittenberge, sowie der Mentana-Claimsoft GmbH, Fürstenwalde/Spree, ausgewiesen.

Die FP Holding hält 51,01% der Anteile an der iab mit Sitz in Berlin. Der Gesellschaft steht ein langfristiges Vorkaufsrecht für die übrigen 48,99% der Anteile an der iab bis zum 31. Dezember 2017 zu.

Die FP Holding hält 0,002% der Anteile an der im September 2010 gegründeten FP Systems India Private Limited, Mumbai, Indien, 99,996% der Anteile werden unmittelbar von der FP GmbH gehalten.

Der Anteilsbesitz verteilt sich wie folgt:

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Pos. Nr. Gesellschaft Währung Anteil am Kapital
in %
Ergebnis 31.12.2015 Eigenkapital 31.12.2015 Anteilseigner (Pos. Nr.)
1 Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, Deutschland          
  Aufstellung des Anteilsbesitzes          
2 Francotyp-Postalia GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 1.005 1
3 freesort GmbH, Langenfeld, Deutschland TEUR 100 330 -3.288 1
4 internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik, Berlin, Deutschland TEUR 51,01 367 3.109 1
5 iab-Verwaltungs- und Vertriebs GmbH i.L., Berlin, Deutschland TEUR 100 0 0 4
6 FP Direkt Vertriebs GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 26 2
7 Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 11.187 2
8 FP Hanse GmbH, Hamburg, Deutschland TEUR 100 0 102 7
9 FP InovoLabs GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 215 1
10 Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 -313 4.030 2
11 FP Produktionsgesellschaft mbH, Wittenberge, Deutschland TEUR 100 0 319 1
12 Mentana-Claimsoft GmbH, Fürstenwalde/Spree, Deutschland TEUR 100 -2.194 -6.159 1
13 Francotyp-Postalia N.V./S.A., Zaventem, Belgien TEUR 99,97 158 723 2
14 Francotyp-Postalia GmbH, Wien, Österreich TEUR 100 199 890 2
15 Ruys Handelsvereniging B.V., Den Haag, Niederlande TEUR 100 292 487 2
16 Italiana Audion s.r.l., Mailand, Italien TEUR 100 -955 -765 2
17 Francotyp-Postalia Ltd., Dartford, Großbritannien TGBP 100 1.031 2.972 2
18 Francotyp-Postalia Inc., Addison, Illinois, USA TUSD 100 69 19.584 2
19 Francotyp-Postalia Canada Inc., Markham, Kanada TCAD 100 23 -2.559 18
20 Francotyp-Postalia Sverige AB, Stockholm, Schweden TSEK 100 1.213 1.413 2
21 Francotyp-Postalia France SARL, Rungis, Frankreich TEUR 100 -1.595 314 2
22 Francotyp-Postalia Asia Pte.Ltd., Singapur, Singapur* TSGD - - - -
23 FP Data Center Inc., Osaka, Japan TJPY 49 110 94.409 2
24 FP Systems India Private Limited Mumbai, Indien TINR 99,996 -271 1.252 1 und 2
25 FP Direct Ltd., Dartford, Großbritannien GBP 100 n.a 1 17

* noch keine Zahlen verfügbar

Die Finanzanlagen entsprechen ca. 56% (im Vorjahr 64%) der Bilanzsumme bzw. 86% (im Vorjahr 93%) des Eigenkapitals.

Die Ausleihungen bestehen unverändert in Höhe von TEUR 53.123 (im Vorjahr TEUR 53.123) davon TEUR 48.623 an die FP GmbH sowie in Höhe von TEUR 4.500 an die freesort GmbH. Für die Ausleihungen an die freesort GmbH wurde eine Rangrücktrittserklärung abgegeben.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 44.866 (im Vorjahr TEUR 28.595) haben Forderungen in Höhe von TEUR 6.430 (im Vorjahr TEUR 4.674) eine Restlaufzeit von ein bis fünf Jahren. Die Forderungen resultieren unter anderem aus kurz- bis mittelfristigen Darlehensforderungen aus einem Kreditrahmenvertrag für die Finanzierung der Mentana-Claimsoft GmbH. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassen sonstige Konzernverrechnungen und kurzfristige Finanzierung von TEUR 38.436 (im Vorjahr TEUR 23.921). Die sonstigen Konzernverrechnungen beinhalten neben Cash-Pooling und kurzfristiger Finanzierung auch den Ertrag aus Ergebnisabführung der FP GmbH von TEUR 14.810 (im Vorjahr TEUR 11.148) sowie der FP Produktionsgesellschaft mbH von TEUR 495 (im Vorjahr TEUR 26).

Die sonstigen Vermögensgegenstände von TEUR 1.336 (im Vorjahr TEUR 1.470) beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag gegen das Finanzamt von TEUR 822 (im Vorjahr TEUR 610) sowie eine Schadensersatzforderung gegen ein ehemaliges Vorstandsmitglied. Aufgrund einer bestehenden D&O-Versicherung ist die Schadenersatzforderung im Fall einer erfolgreichen Klage auch die Realisierung der Forderung überwiegend wahrscheinlich. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit kleiner ein Jahr.

3. Rechnungsabgrenzung ARAP

In den Rechnungsabgrenzungsposten von TEUR 610 (im Vorjahr TEUR 657) sind im Wesentlichen Abgrenzungen für Bankgebühren von TEUR 510 (im Vorjahr TEUR 615) enthalten.

4. Aktive latente Steuern

Es sind aktive latente Steuern von TEUR 1.117 (im Vorjahr TEUR 2.870) ausgewiesen. Der Steuersatz beträgt 30,18% (im Vorjahr 30,18%). Francotyp-Postalia Holding AG ist körperschaft- und gewerbesteuerlicher Organträger der Gesellschaften Francotyp-Postalia GmbH, Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, FP Direkt Vertriebs GmbH, FP Produktionsgesellschaft mbH, FP Inovolabs GmbH und FP Hanse GmbH. Die aktiven latenten Steuern beinhalten überwiegend steuerliche Verlustvorträge. Des Weiteren bestehen Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen in den Bereichen Währungsbewertung, Derivate, geringwertige Wirtschaftsgüter und Rückstellungen für Pensionen.

5. Eigenkapital

5.1 Grundkapital

Das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG beträgt derzeit TEUR 16.160 und ist eingeteilt in 16.160.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag und anteiliger Berechtigung am Gewinn der Gesellschaft. Jede Stückaktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der Gesellschaft. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt.

Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG hat am 20. November 2007 auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 16. Oktober 2006 die Durchführung eines Programms zum Rückkauf von Aktien der Gesellschaft beschlossen, um Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen mit eigenen Aktien als Akquisitionswährung erwerben zu können. Dieser Ermächtigungsbeschluss war am 15. April 2008 ausgelaufen.

Es werden insgesamt 163.944 Aktien vom Grundkapital abgesetzt. Im Berichtsjahr wurde erneut von der Ausübung des Aktienoptionsprogramms Gebrauch gemacht.

5.2 Kapitalrücklage

Im Rahmen der Ausübung des Aktienoptionsprogramms wurden in 2014 die eigenen Anteile von 370.444 um 167.500 auf 202.944 reduziert. Der Ausgabepreis pro Aktienoption betrug EUR 2,50. Der den Nominalwert übersteigende Betrag in Höhe von TEUR 251 wurde der Kapitalrücklage zugeführt. Wie schon im Vorjahr wurden in 2015 im Rahmen der Ausübung des Aktienoptionsprogramms die eigenen Anteile von 202.944 um 39.000 auf 163.944 reduziert. Der den Nominalwert übersteigende Betrag in Höhe von TEUR 59 wurde der Kapitalrücklage zugeführt.

Gemäß § 150 Abs.2 AktG sind 5% aus einem mit dem Verlustvortrag des Vorjahres zu verrechnenden Jahresüberschuss solange in die gesetzliche Rücklage einzustellen, bis die gesetzliche Rücklage und die Kapitalrücklage zusammen 10% des Grundkapitals betragen.

Diese gesetzliche Voraussetzung hat die Gesellschaft bereits erfüllt. Die Kapitalrücklage ist bereits seit dem Wirtschaftsjahr 2006 überdotiert (TEUR 48.600), so dass die gesonderte Bildung einer gesetzlichen Rücklage nicht erforderlich ist.

5.3 Beschlüsse aus 2015

Kapitalgenehmigung für genehmigtes und bedingtes Kapital

Am 11. Juni 2015 sind bei der FP Holding Hauptversammlungsbeschlüsse über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2015/I) von TEUR 8.080, die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung des Vorstandes zur Erhöhung des Grundkapitals (Genehmigtes Kapital 2011) und über die entsprechende Satzungsänderung gefasst worden. Das Grundkapital der Gesellschaft kann bis zum 10. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu TEUR 8.080 erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung außerdem beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu TEUR 6.464 durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/I).

Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 10. Juni 2020 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des § 18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu ändern.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu TEUR 960 durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung gemäß der Anpassung des Aktienoptionsplans 2010 und des Bedingten Kapitals 2010 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil.

Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2020 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu TEUR 200.000 zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu TEUR 6.464 nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen.

Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen.

Aktienrückkaufprogramm

Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§ 71d und 71e AG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden.

Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Juni 2020. Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2010 beschlossene Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien endete mit Wirksamwerden der neuen Ermächtigung. Im Zusammenhang mit dieser Ermächtigung wurden im Zeitraum November 2007 bis April 2008 insgesamt 370.444 Aktien erworben. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Aktien hinzugekauft. Die eigenen Anteile entsprechen zum 31. Dezember 2015 einem Anteil von 1,02% (im Vorjahr 1,27%) des Grundkapitals, wobei sie einen Kurswert von TEUR 702 (im Vorjahr TEUR 795) zum Abschlussstichtag hatten. Die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile geht aus folgender Überleitungsrechnung hervor:

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Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile
Anzahl der Stückaktien 16.160.000
Rückkauf eigener Anteile -163.944
Stand 31.12.2015 15.996.056

Im Berichtsjahr wurden 39.000 (im Vorjahr 167.500) im Bestand befindliche eigene Aktien bestimmungsgemäß für die Bedienung von Bezugsrechten aus dem Aktienaktionsplan 2010 der Gesellschaft ausgegeben.

Aktienoptionsplan 2010

Im Abschnitt 1.1 des Aktienoptionsplans 2010 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: "Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG [...] hat am 1. Juli 2010 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 1.045.000 durch die Ausgabe von bis zu 1.045.000 Stück nennwertloser Inhaberaktien [...] bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG [...] und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte [...] auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 1.045.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen."

Der damit beschlossene Aktienoptionsplan sieht ausschließlich den Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten vor, und zwar vorrangig durch den Einsatz eigener Aktien, nachrangig im Wege einer bedingten Kapitalerhöhung.

Auf der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 wurde beschlossen, dass 200.000 Optionen des Aktienoptionsplans 2010 nicht mehr ausgegeben werden.

Aktienoptionsplan 2015

In Abschnitt 1.1 des Aktienoptionsplans 2015 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: "Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG [...] hat am 11. Juni 2015 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 959.500 durch die Ausgabe von bis zu 959.500 Stück nennwertloser Inhaberaktien (die "Aktien") bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG [...] und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte [...] auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 959.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen."

Die Gesellschaft kann wahlweise zur Bedienung der Bezugsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2015 anstelle neuer Aktien eigene Aktien einsetzen, soweit dies von einem gesonderten Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung gedeckt ist.

Zweck beider Aktienoptionspläne ist gemäß Ziffer 1.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans "die nachhaltige Verknüpfung der Interessen der Unternehmensführung und der Führungskräfte mit den Interessen der Aktionäre an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes."

Jede einzelne Aktienoption berechtigt gemäß Ziffer 2.2 des jeweiligen Aktienoptionsplans zum Erwerb einer Aktie der Francotyp-Postalia Holding AG.

Eine Option hat gemäß Ziffer 2.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans jeweils eine Laufzeit von 10 Jahren ab dem Zeitpunkt der Zuteilung. Die Optionen sind entsprechend Ziffer 2.4 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht verbrieft. Zuzahlungen waren bei der Zuteilung der Optionen entsprechend Ziffer 5.5 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht zu leisten.

Vom Aktienoptionsplan 2010 wurden zum 1. September 2010 900.000 Aktienoptionen, zum 27. April 2012 75.000 Aktienoptionen, zum 7. September 2012 20.000 Aktienoptionen, zum 6. Dezember 2014 57.500 und 11. Juni 2014 30.000 Aktienoptionen zugeteilt. Von den zugeteilten Aktienoptionen entfallen jeweils 180.000 Aktienoptionen auf ein per 31. Dezember 2015 aktives sowie ein ehemaliges Mitglied des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG.

Vom Aktienoptionsplan 2015 wurden zum 31. August 2015 465.000 Aktienoptionen und zum 25. November 2015 40.000 Aktienoptionen zugeteilt. Von den zugeteilten Aktienoptionen des Plans 2015 entfallen 180.000 Aktienoptionen auf die per 31. Dezember 2015 aktiven Mitglieder des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG.

5.4 Gewinnverwendung

Eine Dividende wurde im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 2.559 (im Vorjahr TEUR 1.263) ausgeschüttet. Der Vorstand der FP Holding AG plant für 2015 eine Dividendenausschüttung von 0,12 €/ Aktie an die Anteilseigner.

5.5 Ausschüttungssperre

Auf Grund der Wahlrechtsausübung zum Ausweis aktiver latenter Steuern unterliegt ein Betrag in Höhe von TEUR 81 (im Vorjahr TEUR 2.470) gemäß § 268 Absatz 8 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre.

6. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 613 (im Vorjahr TEUR 503) betreffen mit TEUR 603 (im Vorjahr TEUR 495) Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern sowie Sterbegeldverpflichtungen in Höhe von TEUR 10 (im Vorjahr TEUR 8). Der Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 685 (im Vorjahr TEUR 585). Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht des Art. 67 EGHGB in Anspruch. Der Unterschiedsbetrag beträgt zum 31. Dezember 2015 TEUR 72 (im Vorjahr TEUR 82). Der Bewertung lagen neben den Heubeck-Richttafeln (2005 G) der von der Bundesbank veröffentlichte Marktzins von 3,89% (im Vorjahr 4,53%) jährliche Lebenshaltungskostensteigerungen beziehungsweise erwartete Rentensteigerungen von 2,00% (im Vorjahr 2,00%) zu Grunde.

Weiterhin besteht eine mittelbare Pensionszusage, bei der die zugesagten Altersversorgungsleistungen an die Versorgungsberechtigten durch die Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH erbracht werden. Der Fehlbetrag gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB vor Abzug des Kassenvermögens beläuft sich auf TEUR 57.

7. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 2.978 (im Vorjahr TEUR 1.667) beinhalten die auf Grund einer Betriebsprüfung zu erwartenden Steuernachzahlungen für den Betriebsprüfungszeitraum 2005 bis 2013 sowie laufende Steuern. TEUR 1.616 (im Vorjahr TEUR 1.532) sind periodenfremd.

8. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.986 (im Vorjahr TEUR 781) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Jahresabschlusskosten in Höhe von TEUR 443 (im Vorjahr TEUR 121), für Prämien und Tantiemen in Höhe von TEUR 434 (im Vorjahr TEUR 255), für sonstige ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 327 (im Vorjahr TEUR 63), für Entlassungsabfindungen in Höhe von TEUR 245 (im Vorjahr TEUR 0), für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 187 (im Vorjahr TEUR 163), für Verluste aus Derivaten in Höhe von TEUR 121 (im Vorjahr TEUR 68) sowie für ausstehende Urlaubs- und Mehrarbeitsverpflichtungen in Höhe von TEUR 72 (im Vorjahr TEUR 57).

9. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen TEUR 33.373 (im Vorjahr TEUR 26.543) und basieren auf dem zuletzt am 30. Dezember 2015 geänderten Konsortialdarlehensvertrag. Die Kreditlinie beträgt insgesamt TEUR 50.000. Als Darlehensnehmer und Garanten fungieren Francotyp-Postalia Holding AG und Francotyp-Postalia GmbH. Die Darlehensgeberin ist ein Bankenkonsortium mit Deutsche Postbank AG und Landesbank Baden-Württemberg jeweils als Mandaten Lead Arrangern und weiteren Kreditinstituten. Das Darlehen setzt sich aus einem Tilgungsdarlehen in ursprünglicher Höhe von TEUR 15.000 und einem revolvierenden Darlehen von bis zu TEUR 35.000 zusammen und hat eine Laufzeit bis zum 18. Oktober 2019.

Die Darlehen dienen allgemeinen betrieblichen Zwecken, wobei das revolvierende Darlehen insbesondere zur Finanzierung des weiteren Aufbaus des Vermietgeschäfts der Francotyp-Postalia Inc. (USA) verwendet werden kann.

In Anrechnung auf das revolvierende Darlehen können die Darlehensnehmer über die Abzweiglinien Banken bilaterale Abzweiglinien in Form einer Kontokorrent- und/oder Avallinie bis einen Bankarbeitstag vor Endfälligkeit in Anspruch genommen werden. Die Abzweiglinie darf für jede Abzweiglinien den Betrag von TEUR 3.000 bzw. für beide TEUR 6.000 zu keinem Zeitpunkt übersteigen und jede Abzweiglinienvereinbarung muss eine Laufzeit bis zur Endfälligkeit vorsehen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 211 (im Vorjahr TEUR 53) beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Steuern. Hiervon entfallen TEUR 140 (im Vorjahr TEUR 0) auf Ertragsteuern und TEUR 63 (im Vorjahr TEUR 52) auf Lohnsteuern.

Die Verbindlichkeiten haben nachfolgend dargestellte Restlaufzeiten:

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TEUR Summe bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2015        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 33.373 3.000 30.373 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 191 191 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 211 211 0 0
Summe 33.776 5.275 28.500 0
2014        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 26.543 5.543 21.000 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 429 429 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 53 53 0 0
Summe 27.025 6.025 21.000 0

10. Passive latente Steuern

Die passiven latenten Steuern werden mit einem Steuersatz von 30,18% (im Vorjahr 30,18%) ermittelt. In 2015 werden passive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.036 (im Vorjahr TEUR 400) auf temporäre Differenzen ausgewiesen. Diese beziehen sich auf die Rückstellungen für Pensionen und Sterbegeld sowie auf die Rückstellungen aus negativen Marktwerten der Derivate.

11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus den am Bilanzstichtag bestehenden Leasingverträgen für Firmenfahrzeuge resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 110 (im Vorjahr TEUR 141). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 54 (im Vorjahr TEUR 68) und auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren TEUR 56 (im Vorjahr TEUR 73).

Aus dem am Bilanzstichtag bestehenden Mietvertrag resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 2.783 (im Vorjahr TEUR 3.852). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 713 (im Vorjahr TEUR 682) und TEUR 2.070 (im Vorjahr 3.170) auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren.

Aus den am Bilanzstichtag bestehenden sonstigen Verträgen (Mobilfunk, Kapitalmarktbetreuung, Presseclipping usw.) resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 539 (im Vorjahr TEUR 0). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 376 (im Vorjahr TEUR 0) und TEUR 163 (im Vorjahr TEUR 0) auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestanden zum Abschlussstichtag nicht.

12. Haftungsverhältnisse

Alle gegenwärtigen, bedingten und künftigen Forderungen der Finanzierungsparteien des Konsortialdarlehensvertrages aus oder im Zusammenhang mit diesem Darlehensvertrag, einer Abzweiglinien Vereinbarung oder den weiteren Finanzierungsdokumenten sind in Form von Garantien besichert. Jeder Garant garantiert selbständig und unabhängig gegenüber den Finanzierungsparteien unwiderruflich und unbedingt die Zahlung aller nach dem Darlehensvertrag oder einem anderen Finanzierungsdokument von den Darlehensnehmern geschuldete Beträge, sofern diese nicht rechtzeitig oder nicht in voller Höhe beglichen werden. Die Garanten verpflichteten sich, jede Zahlung unter dieser Garantie frei von Abzügen oder Einbehalten zu leisten.

Garanten sind neben den Darlehensnehmern FP Holding und Francotyp-Postalia GmbH auch die freesort GmbH, die Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, die FP Produktionsgesellschaft mbH, die Francotyp-Postalia Inc. (USA), die Ruys Handelsvereniging B.V. (NL) sowie die Francotyp-Postalia Ltd. (UK).

Mit dem Änderungsvertrag zum Konsortialdarlehensvertrag vom 19. April 2013 vom 30. Dezember 2015 wurde vereinbart, dass der FP Holding die von der Commerzbank AG ausgestellte Löschungsbewilligung hinsichtlich der bis zum Änderungsvertrag als Sicherheit dienenden Grundschuld auf das Betriebsobjekt in Wittenberge in Höhe von TEUR 1.000 (GB von Wittenberge, Blatt 5179) übergeben wird.

Per 31. Dezember 2015 beträgt der in Anspruch genommene Kredit TEUR 33.373 (31.12.2014: TEUR 25.929).

Die freesort GmbH hat am 14. März 2011 und am 20. April 2011 jeweils einen Leasingvertrag mit der IKB Leasing GmbH für zwei Briefsortiermaschinen abgeschlossen. In Höhe von TEUR 624 und TEUR 127 hat die FP Holding AG für diese Leasingverträge eine selbstschuldnerische Bürgschaft übernommen.

Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der positiven Fortführungsprognose der freesort GmbH als gering eingestuft.

Mit notarieller Beurkundung vom 27. Januar 2012 hat die Gesellschaft eine Höchstbetragsbürgschaft gegenüber der Investitionsbank des Landes Brandenburg für die Sicherung der Forderungen aus dem Subventionsverhältnis insbesondere für mögliche zukünftige Erstattungsansprüche gegen die FP Produktionsgesellschaft mbH in Höhe von TEUR 504 übernommen.

Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der positiven Fortführungsprognose der FP Produktionsgesellschaft mbH als gering eingestuft.

Die FP Holding hat am 29. Februar 2016 gegenüber ihrer Tochtergesellschaft freesort GmbH eine Patronatserklärung abgegeben mit dem Inhalt, dass sie bis zum 31. Dezember 2017 unwiderruflich die uneingeschränkte Verpflichtung übernimmt

die freesort GmbH auf deren erstes Anfordern mit zusätzlicher Liquidität oder sonstigen finanziellen Mitteln auszustatten, soweit dies erforderlich ist, um es ihr zu ermöglichen, alle fälligen Forderungen ihrer Gläubiger zu befriedigen und dadurch eine bestehende oder drohende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen und um eine bestehende Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne zu vermeiden und

dafür Sorge zu tragen, dass die freesort GmbH in der Lage sein wird, ihren Geschäftsbetrieb im Wesentlichen fortzuführen.

Darüber hinaus hat die FP Holding am 29. Februar 2016 gegenüber der freesort GmbH eine unbefristete Rangrücktrittsvereinbarung abgegeben. Inhalt dieser Vereinbarung ist:

Der Rangrücktritt mit allen der FP Holding aus der Gewährung von zusätzlicher Liquidität im Sinne der oben genannten Patronatserklärung zustehenden Forderungen gegen die Gesellschaft gem. § 39 Abs. 2 InsO im Insolvenzverfahren hinter alle gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen anderer Gläubiger der Gesellschaft. Die Forderungen, hinter die die FP Holding zurückgetreten ist, sind nicht vor, sondern nur zugleich mit den Einlagerückgewährungsansprüchen eventueller übriger Gesellschafter zu berücksichtigen.

Auf die Forderungen, mit denen die FP Holding zurückgetreten ist, sind Zahlungen lediglich aus ausgewiesenen Jahresüberschüssen entsprechend der Handelsbilanz, einem Liquiditätsüberschuss oder aus sonstigem freien Vermögen zu leisten.

Die freesort GmbH erzielte in den letzten Jahren Umsatz- und Ergebniszuwächse. Eine Inanspruchnahme aus der Patronatserklärung sowie aus der Rangrücktrittsvereinbarung erscheint nicht wahrscheinlich.

Die FP Holding hat am 29. Februar 2016 gegenüber ihrer Tochtergesellschaft Mentana-Claimsoft GmbH eine bis zum 31. Dezember 2017 befristete Patronatserklärung mit folgendem Inhalt abgegeben:

die Mentana-Claimsoft GmbH auf deren erstes Anfordern mit zusätzlicher Liquidität oder sonstigen finanziellen Mitteln auszustatten, soweit dies erforderlich ist, um es der Gesellschaft zu ermöglichen, alle fälligen Forderungen ihrer Gläubiger zu befriedigen und dadurch eine bestehende oder drohende Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft zu beseitigen und um eine bestehende Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne zu vermeiden und

dafür Sorge zu tragen, dass die Mentana-Claimsoft GmbH in der Lage sein wird, ihren Geschäftsbetrieb im Wesentlichen fortzuführen.

Darüber hinaus hat die FP Holding am 29. Februar 2016 gegenüber der Mentana-Claimsoft GmbH eine unbefristete Rangrücktrittsvereinbarung abgegeben. Inhalt dieser Vereinbarung ist

Der Rangrücktritt mit allen der FP Holding aus der Gewährung von zusätzlicher Liquidität im Sinne der oben genannten Patronatserklärung zustehenden Forderungen gegen die Gesellschaft gem. § 39 Abs. 2 InsO im Insolvenzverfahren hinter alle gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen anderer Gläubiger der Gesellschaft. Die Forderungen, hinter die die FP Holding zurückgetreten ist, sind nicht vor, sondern nur zugleich mit den Einlagerückgewährungsansprüchen eventueller übriger Gesellschafter zu berücksichtigen.

Auf die Forderungen, mit denen die FP Holding zurückgetreten ist, sind Zahlungen lediglich aus ausgewiesenen Jahresüberschüssen entsprechend der Handelsbilanz, einem Liquiditätsüberschuss oder aus sonstigem freien Vermögen zu leisten.

Die Mentana-Claimsoft GmbH erreichte in den letzten Jahren die geplanten Umsatz- und Ergebniszuwächse nicht. Aus diesem Grund erfolgt eine strategische Neuausrichtung der Gesellschaft mit dem Ziel, die Potenziale der Gesellschaft besser zu nutzen. Um die Verpflichtung aus der Patronatserklärung zu erfüllen, hat die Francotyp-Postalia Holding AG einen Darlehensrahmenvertrag mit der Mentana-Claimsoft GmbH geschlossen. Soweit die Mentana-Claimsoft GmbH Liquidität für den laufenden Geschäftsbetrieb benötigt, werden diese Mittel aus dem Darlehensrahmenvertrag zur Verfügung gestellt. Das Risiko einer weiteren Inanspruchnahme bewertet die FP Holding AG weiterhin als hoch.

Haftungsverhältnisse aus öffentlichen Förderungen

Aus der Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsausgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) für den Standort Berlin resultiert eine langfristige Verpflichtung der dauerhaften Aufrechterhaltung einer definierten Anzahl von Arbeitsplätzen. Die geförderten Arbeitsplätze sind insgesamt mindestens fünf Jahre ab dem Förderende des letzten geförderten Arbeitsplatzes vorzuhalten. Ein Verstoß gegen die Förderbedingung kann zu einer Rückzahlungsverpflichtung von Fördermitteln führen.

13. Derivative Finanzinstrumente

Weil die langfristigen Darlehensverbindlichkeiten einen variablen Zinssatz haben, ist die Gesellschaft dem Risiko schwankender Marktzinssätze ausgesetzt. Der Finanzbereich der Gesellschaft steuert die Zinsrisiken mit dem Ziel, das Zinsergebnis zu optimieren sowie das gesamte Zinsänderungsrisiko zu minimieren. Der Finanzierungsbedarf von Tochtergesellschaften wird über konzerninterne Darlehen bzw. konzerninterne Verrechnungskonten gedeckt.

Am 20. Dezember 2013 wurden Zinssicherungsgeschäfte mit Banken des Konsortiums abgeschlossen. Dabei handelt es sich um fünf Zins-Swap-Geschäfte (nachfolgend "Swap") für das Tilgungsdarlehen sowie fünf Zinsbegrenzungsgeschäfte in Form von Höchstsatzvereinbarungen für das Darlehen auf revolvierender Basis.

Im Rahmen der Zins-Swap-Geschäfte tauscht die FP Holding variable 6-Monats-EURIBOR-Zinszahlungen gegen einen Festzinssatz in der Bandbreite von 1,00-0,88% p. a. für den Zeitraum vom 30. Juni 2014 bis 31. Dezember 2016. Der Marktwert dieser Swaps beträgt 31. Dezember 2015 TEUR -36 (31.12.2014: TEUR -84). Die Swaps werden halbjährlich ausgeglichen. Gemäß den im Konsortialdarlehensvertrag definierten, planmäßig vorzunehmenden Tilgungen reduziert sich die Höhe des jeweiligen Bezugsbetrags über die Laufzeit.

Im Rahmen der Cap-Geschäfte deckelt die FP Holding die variablen 3-Monats-EURIBOR-Zinszahlungen des revolvierenden Darlehens mit einer Cap-Rate von 1,00%. Der Bezugsbetrag bleibt bei jedem einzelnen Cap-Geschäft über die Vertragslaufzeit konstant. Der Marktwert der Caps beträgt zum 31. Dezember 2015 TEUR 0 (31.12.2014: TEUR 3). Die Caps werden vierteljährlich ausgeglichen.

Die Marktwertbewertungen werden zum Stichtag mit Stückzinsen Betrag in EUR ausgewiesen. Bei den Zinsderivaten wird eine Veränderung der Zinskurven von +100 Basispunkten beziehungsweise -100 Basispunkten vorgegeben und bei Devisenderivaten eine Veränderung des entsprechenden Devisenkurses von +10% bzw. -10%. Unter anderem wurde nach der Barwertmethode ermittelt. Die Konditionen der Verträge sowie die Marktwerte zum 31. Dezember 2015 sind aus folgenden beiden Tabellen ersichtlich:

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Lfd. Nr. Anfangsdatum Enddatum Anfänglicher Bezugsbetrag
in EUR
Bezugsbetrag am Ende
in EUR
Festsatz Marktwert
in EUR
1 30.06.2014 30.09.2016 2.916.666,67 1.249.999,99 0,90% -11.067,98
2 30.06.2014 30.09.2016 2.616.498,74 349.496,22 0,88% -5.130,65
3 30.06.2014 19.10.2016 2.100.000,00 900.000,00 0,88% -8.292,29
4 30.06.2014 30.09.2016 1.866.900,00 800.700,00 0,90% -7.300,25
5 30.06.2014 30.12.2016 700.000,00 300.000,00 1,00% -3.730,17
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Lfd. Nr. Art Anfangsdatum Enddatum Bezugsbetrag
in EUR
Cap-Rate Marktwert
in EUR
6 Cap 31.03.2014 30.09.2016 4.166.666,67 1,00% 0,00
7 Cap 31.03.2014 30.09.2016 4.150.000,00 1,00% 0,42
8 Cap 30.06.2014 19.10.2016 3.000.000,00 1,00% 3,34
9 Cap 31.03.2014 30.09.2016 2.666.666,00 1,00% 1,73
10 Cap 31.03.2014 31.12.2016 1.000.000,00 1,00% 7,59

Die beizulegenden Zeitwerte bestehender Zinsderivatgeschäfte lassen sich nachstehender Tabelle entnehmen:

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TEUR 31.12.2015 31.12.2014
Zins-Swap Geschäft -36 -84
Zins-Cap-Geschäfte 0 3

Vor dem Hintergrund des negativen Zeitwertes des Zins-Swap Geschäfts hat die Gesellschaft im Jahresabschluss eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von TEUR 36 (im Vorjahr TEUR 84) gebildet.

Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken aus den künftig erwarteten Zahlungseingängen in US-Dollar (USD) und in Britischen Pfund (GBP) diverse Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

Bei den Bewertungen handelt es sich um indikative Marktwerte auf Mark-to-Market-Niveau.

Die Konditionen der Verträge sowie die Marktwerte zum 31. Dezember 2015 sind aus folgender Tabelle ersichtlich:

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Lfd. Nr. Kontrakt abschluss Absicherungsbetrag Absicherungskurs zum
EUR
Fälligkeitstag/ Ausübungsfrist Marktwert
in EUR
1 20.10.2015 GBP 2.400.000 0,8066 20.10.2016 267.805,86
2 10.11.2015 GBP 1.050.000 0,7117 20.10.2016 -56.370,95
3 10.11.2015 GBP 60.000 0,7340 23.05.2016 2.126,29
4 10.11.2015 GBP 30.000 0,7340 23.05.2016 -899,68
5 10.11.2015 GBP 100.000 0,7410 19.09.2016 4.701,10
6 10.11.2015 GBP 50.000 0,7410 19.09.2016 -2.374,66
7 10.11.2015 USD 1.200.000 1,1245 19.09.2016 25.774,15
8 10.11.2015 USD 600.000 1,1245 19.09.2016 -25.394,88

Das Wahlrecht zur bilanziellen Abbildung einer Bewertungseinheit nach § 254 HGB wurde im Hinblick auf alle Finanzinstrumente nicht in Anspruch genommen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.049 (im Vorjahr TEUR 1.917) resultieren ausschließlich aus Beratungsleistungen gemäß dem am 16. Mai 2006 mit der FP GmbH abgeschlossenen und in der Folge jährlich verlängerten Dienstleistungsvertrag. Alle Umsätze wurden im Inland erzielt.

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 1.282 (im Vorjahr TEUR 1.202) beinhalten im Wesentlichen einen Lohnkostenzuschuss in Höhe von TEUR 991 (im Vorjahr TEUR 292), Erträge aus realisierten Währungsgewinnen in Höhe von TEUR 119 (im Vorjahr TEUR 19), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 43 (im Vorjahr TEUR 128), Erträge aus Prozesskostenerstattung in Höhe von TEUR 43 (im Vorjahr TEUR 0), Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 34 (im Vorjahr TEUR 0). Die periodenfremden Erträge belaufen sich auf TEUR 50 (im Vorjahr TEUR 128).

3. Abschreibungen

Die Abschreibungen in Höhe von TEUR 110 (im Vorjahr TEUR 27) beinhalten im Wesentlichen Abschreibungen auf Mietereinbauten in Höhe von TEUR 62 (im Vorjahr TEUR 5) und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 26 (im Vorjahr TEUR 8).

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten, Konzernumlage der FP GmbH, Werbekosten, Reisekosten, eingetretene Währungsverluste, Versicherungen, Kosten für Instandhaltung, sonstige Personalkosten und Sach- und Dienstleistungskosten. Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen TEUR 8 (im Vorjahr TEUR 122) periodenfremde Aufwendungen.

Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen

Die Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von TEUR 15.130 (im Vorjahr TEUR 11.659) entfallen auf den auf Grund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags übernommenen Gewinn der Francotyp-Postalia GmbH, Berlin, und der FP Produktionsgesellschaft mbH, Wittenberge, sowie des übernommenen Verlustes der FP InovoLabs GmbH, Berlin.

5. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 2.016 (im Vorjahr TEUR 1.298) entfallen ausschließlich auf verbundene Unternehmen.

6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinserträge in Höhe von TEUR 334 (im Vorjahr TEUR 674) entfallen mit TEUR 334 auf verbundene Unternehmen (im Vorjahr TEUR 674).

7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In den Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 1.209 (im Vorjahr TEUR 1.515) sind überwiegend Zinsen aus Bankdarlehen in Höhe von TEUR 1.127 (im Vorjahr TEUR 1.433) enthalten.

Neben den Darlehenszinsen bestehen Aufwendungen aus Aufzinsung der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 27 (im Vorjahr TEUR 26).

Die Aufwendungen aus der Rückstellungsabzinsung betragen im Geschäftsjahr 2015 TEUR 31 (im Vorjahr TEUR 26).

8. Außerordentliche Aufwendungen

Die außerordentlichen Aufwendungen (TEUR 9, im Vorjahr TEUR 9) ergeben sich aus der Anpassung der Pensionsrückstellung an BilMoG.

9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand in Höhe von TEUR 3.916 (im Vorjahr TEUR 1.965) enthält auch periodenfremde Steueraufwendungen und entfällt vollständig auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

V. Sonstige Angaben

1. Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt neben drei Vorständen 33 Angestellte (im Vorjahr 27). Von den Angestellten sind 2 Angestellte in leitender Funktion. Bei den 33 Angestellten handelt sich um 21 weibliche und 12 männliche Angestellte.

2. Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstand der FP Holding bestand im Berichtszeitraum 2015 aus drei Personen. Dem Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG nach stellen sich die Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder wie folgt dar.

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Name Bestellung Ende der Bestellung Zuständigkeitsbereiche
Rüdiger Andreas Günther Diplom-Kaufmann 11. Januar 2016 Dezember 2019 • Strategische Geschäftsentwicklung
      • Produktion/Einkauf/Qualität
      • Personal/Recht/Compliance
      • Finanzen/Rechnungswesen/Controlling
      • Corporate Communications /Investor Relations /Presse • Interne Kommunikation
Hans Szymanski Diplom-Ökonom Dezember 2008 11. Januar 2016 • Strategische Geschäftsentwicklung
      • Produktion /Einkauf /Qualität
      • Entwicklung
      • Personal /Recht /Compliance
      • Finanzen /Rechnungswesen /Controlling
      • Informationstechnik
Thomas Grethe Bankkaufmann und Betriebswirt Juni 2013 Juni 2016 • (Strategische Geschäftsentwicklung)
      • Interne Revision
      • Business Development /Product Portfolio Management
      • Corporate Communication /Marketing /Brand Management
      • Vertrieb Deutschland /International /Produktmanagement
Sven Meise Diplom-Betriebswirt Februar 2015 Januar 2018 • (Strategische Geschäftsentwicklung)
      • Entwicklung
      ik
      • Digitale Lösungen (freesort, iab, Mentana-Claimsoft)

Seit 11. Januar 2016 ist Herr Günther Vorstandsvorsitzender.

Die Vorstandsmitglieder waren im Geschäftsjahr 2015 außerhalb des FP-Konzerns in keinen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen vertreten.

Folgende Übersicht zeigt die Mitglieder des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG mit ihren Tätigkeiten außerhalb der Gesellschaft und mit sonstigen Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsratsmandaten bzw. Mandaten bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

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Name Berufliche Tätigkeit Sonstige Verwaltungs- oder Aufsichtsratsmandate bzw. Mandate bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Klaus Röhrig (Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 1. April 2013; Vorsitzender seit 9. April 2013) • Geschäftsführender Gesellschafter der Mercury Capital Unternehmensberatungs-GmbH, Wien, Österreich • keine
  • Geschäftsführer, MAM Babyartikel GmbH, Wien, Österreich  
  • Geschäftsführer, R3 Beteiligungen GmbH, Wien, Österreich  
  • Geschäftsführer, Active Ownership Capital SARL, Hesperange, Luxemburg  
Robert Feldmeier (Mitglied des Aufsichtsrats seit 28. Juli 2012; Stellvertretender Vorsitzender seit 27. Juni 2013) • Geschäftsführer der Unigloves GmbH, Siegburg • keine
  • Geschäftsführer der Unigloves Service und Logistik GmbH, Troisdorf  
  • Geschäftsführer der Unigloves Arzt- und Klinikbedarfshandels Gesellschaft mbH, Troisdorf-Spich  
Botho Oppermann (Mitglied des Aufsichtsrats seit 27. Juni 2013) • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Nord UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Präsident des Verwaltungsrates der Internet Business Solutions AG, Boppelsen, Schweiz
  • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Süd UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Aufsichtsrat der ID Information und Dokumentation im Gesundheitswesen GmbH & Co. KGaA, Berlin
  • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Ost UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Verwaltungsrat der ID Suisse AG, St. Gallen, Schweiz
  • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions West UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Verwaltungsrat der HCG Holding AG, Zug, Schweiz

Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Vergütung des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2015. Diese umfasst nach DRS 17 die direkt oder indirekt geleisteten Vergütungsbestandteile. Der beizulegende Zeitwert der aktienbasierten Vergütung (Stock Options Tranche 2010 und Tranche 2015) ist in Übereinstimmung mit DRS 17 bereits im Jahr der Gewährung der Zusage - im Geschäftsjahr 2010 bzw. 2015 - in den Gesamtbezügen ausgewiesen worden. Der im Geschäftsjahr 2015 gewährte Langfristbonus als nicht aktienbasierte Vergütung wird erst mit Eintritt der langfristigen Bedingungen im Vergütungsbericht gem. DRS 17 erfasst werden. Aufwandsbezogen sind im Jahresabschluss 2015 sowohl der Langfristbonus für Herrn Szymanski von TEUR -14 (im Vorjahr TEUR 34), für Herrn Grethe von TEUR -10 (im Vorjahr TEUR 24) und für Herrn Meise von TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 0) als auch jeweils die variable einjährige Vergütung in Höhe der wahrscheinlichen Zielerreichung erfolgswirksam erfasst worden.

In Bezug auf den Vergütungsbericht gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 HGB verweisen wir auf den Konzernlagebericht. Gem. DRS 17 stellt sich die Gesamtvergütung wie folgt dar:

Herr Szymanski

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2011 2012 2013 2014 2015
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 203 240 253 275 275
  Aufhebung (Freistellung und Abfindung)         3691
  Nebenleistungen 11 15 11 12 14
  Summe 214 255 265 287 658
Erfolgsbezogene Komponente            
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 44 30 130 912) -11
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:          
  Stock Options Plan 2010 0 0 0 0 0
  Stock Options Plan 2015 0 0 0 0 37
  Langzeitbonus3 0 0 0 0 0
  Summe 44 30 130 91 26
Versorgungsaufwand   76 76 76 76 76
Gesamtvergütung   334 361 471 454 760

Herr Grethe (Vorstandsmitglied ab 15. Juni 2013)

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2012 2013 2014 2015
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 0 119 200 230
  Nebenleistungen 0 6 12 10
  Summe 0 125 212 240
Erfolgsbezogene Komponente        
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 0 20 36 -11
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:        
  Stock Options Plan 2015 0 0 0 54
  Langzeitbonus4 0 0 0 0
  Summe 0 20 36 43
Versorgungsaufwand   0 2 21 21
Gesamtvergütung   0 147 269 304

1 Dieser Rückstellungsbetrag stellt einen periodenfremden Aufwand i.H.v. TEUR 369 dar.
2 Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem periodenfremden Aufwand i.H.v. TEUR 40 und der Bildung einer Rückstellung i.H.v. TEUR 51.
3 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt sind. Entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung wurden TEUR -14 (im Vorjahr TEUR 34) ergebniswirksam im Jahresabschluss 2015 als Auflösung der Rückstellung (im Vorjahr Zuführung zu Rückstellungen) berücksichtigt.
4 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt sind. Entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung wurden TEUR -10 (im Vorjahr TEUR 7) ergebniswirksam im Jahresabschluss 2015 als Auflösung der Rückstellung (im Vorjahr Zuführung zu Rückstellungen) berücksichtigt.

Herr Meise (Vorstandsmitglied ab 1. Februar 2015)

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2015
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 183
  Nebenleistungen 18
  Summe 201
Erfolgsbezogene Komponente    
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 24
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:  
  Stock Options Plan 2015 48
  Langzeitbonus5 0
  Summe 72
Versorgungsaufwand   19
Gesamtvergütung   292

FP hat keine alljährlich wiederkehrenden Aktienoptionspläne, sondern regelmäßige mehrjährige Aktienoptionspläne (siehe Abschnitt III. 5.3). Vor diesem Hintergrund beträgt der ratierliche Wert der Zuwendungen DCGK auf Jahresbasis aus dem Aktienoptionsplan 2010 für die Jahre 2010 bis 2013 für den Vorstand Herrn Szymanski jeweils TEUR 53 und TEUR 36 für 2014. Für den Aktienoptionsplan 2015 beträgt der Wert der Zuwendungen DCGK TEUR 3.

Der Wert der Zuwendungen DCGK auf Jahresbasis aus dem Aktienoptionsplan 2015 beträgt für Herrn Grethe TEUR 5 und für Herrn Meise TEUR 4.

Die in den obigen Tabellen als Versorgungsaufwand ausgewiesenen Beträge sind Zuschüsse zur Altersvorsorge und Teil der an die Vorstände gezahlten fixen Entgelte.

Die Nebenleistungen bestehen im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Vorgaben anzusetzenden Werten aus der Dienstwagennutzung.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern sind wie im Vorjahr nur unwesentliche Beträge zurückgestellt (2015: TEUR 2; 2014: TEUR 2).

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31.12.2015 TEUR 603 (im Vorjahr TEUR 495) zurückgestellt.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit etwa zur Last fallenden Umsatzsteuer geschäftsjährlich eine feste im letzten Monat des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von TEUR 30. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2009 150 % und für seinen Stellvertreter 125 % der Vergütung für das normale Aufsichtsratsmitglied.

Die Festvergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2015 TEUR 113 (im Vorjahr TEUR 113).

5 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt sind. Entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung wurden TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 0) aufwandswirksam im Jahresabschluss 2015 als Zuführung zu Rückstellungen berücksichtigt.

3. Als Aufwand erfasste Honorare für den Abschlussprüfer

Die Hauptversammlung hat, basierend auf einer Empfehlung des Aufsichtsrats, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, zur Abschlussprüferin für das Geschäftsjahr 2015 gewählt. Die für Dienstleistungen der Abschlussprüferin als Aufwand angefallenen Vergütungen werden gem. § 285 Nr. 17 HGB im Konzernanhang ausgewiesen.

4. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Dem FP-Konzern nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne von IAS 24 sind assoziierte Unternehmen und nicht konsolidierte Tochtergesellschaften einerseits und andererseits Personen sowie Unternehmen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns ausüben können; nahestehende Personen sind des Weiteren Personen, die in Schlüsselpositionen des berichtenden Unternehmens tätig sind (jeweils einschließlich naher Familienangehöriger). Unternehmen, deren Finanz- und Geschäftspolitik von den vorgenannten nahestehenden Unternehmen und Personen mindestens maßgeblich beeinflusst wird, gehören ebenfalls zu dem Kreis der Francotyp-Postalia nahestehenden Unternehmen und Personen.

Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns kann auf einem Anteilsbesitz an der FP Holding von 20 % oder mehr, einem Sitz im Vorstand der FP Holding oder einer anderen Schlüsselposition im FP-Konzern sowie auf vertraglichen oder satzungsgemäßen Vereinbarungen beruhen.

Nahestehende Unternehmen und Personen des FP-Konzerns waren - neben den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats (sowie deren nahen Familienangehörigen) der FP Holding im Berichtsjahr:

das assoziierte Unternehmen FP Data Center Inc., Japan

die nicht konsolidierte Tochtergesellschaft FP Systems India Private Limited, Indien

die nicht konsolidierte Tochtergesellschaft FP Direct Ltd., Großbritannien

Mercury Capital Unternehmensberatungs-GmbH, Wien, Österreich (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

MAM Babyartikel GmbH, Wien, Österreich (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

R3 Beteiligungen GmbH, Wien, Österreich (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Active Ownership Capital SARL, Hesperange, Luxemburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Geschäftsführer der Unigloves GmbH, Siegburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Geschäftsführer der Unigloves Service und Logistik GmbH, Troisdorf (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Geschäftsführer der Unigloves Arzt- und Klinikbedarf Handelsgesellschaft mbH, Troisdorf-Spich (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Nord UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Süd UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Ost UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions West UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Präsident des Verwaltungsrates der Internet Business Solutions AG, Boppelsen, Schweiz (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

CamTech GmbH, Berlin (über ein Mitglied des Vorstands).

An den Kreis der nahestehenden Unternehmen und Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns haben, sind im Berichtsjahr 2015 wie im Vorjahr keine Vergütungen gezahlt worden.

Hinsichtlich der Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats verweisen wir auf den nachfolgenden Punkt "Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat".

5. Konzernabschluss

Für die Francotyp-Postalia Holding AG wird ein Konzernabschluss erstellt. Dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.

6. Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG haben eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG abgegeben und diese Erklärung auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.fp-francotyp.com/FP/unternehmen/investoren/corporate-governance/entsprechenserklaerung) dauerhaft zugänglich gemacht.

7. Aktionärsstruktur

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2015 von ihren Anteilseignern gemäß § 21 Abs. 1 WpHG folgende Mitteilungen erhalten und gemäß § 26 Abs. 1 WpHG und § 26a WpHG veröffentlicht:

Veröffentlichung vom 7. Januar 2015

Die Internationale Kapitalanlagegesellschaft mbh, Düsseldorf, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, Deutschland am 2. Januar 2015 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 6,46% (das entspricht 1.043.901 Stimmrechten) betragen hat.

Veröffentlichung vom 8. Januar 2015

Die Internationale Kapitalanlagegesellschaft mbH, Düsseldorf, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, Deutschland am 2. Januar 2015 die Schwelle von 3% und 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 6,46% (das entspricht 1.043.901 Stimmrechten) betragen hat. 3,02% der Stimmrechte (das entspricht 487.401 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG zuzurechnen.

Veröffentlichung vom 8. Februar 2015

Die HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH, Hamburg, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, Deutschland am 2. Januar 2015 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,4950 % (das entspricht 80.000 Stimmrechten) betragen hat.

8. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat und der ordentlichen Hauptversammlung 2016 vorschlagen, den Bilanzgewinn von 17.966.212,29 EUR wie folgt zu verwenden:

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Ausschüttung von 0,12 EUR Dividende je dividendenberechtigter Stückaktie 1.919.526,72 EUR
Gewinnvortrag 16.046.685,57 EUR
Bilanzgewinn 17.966.212,29 EUR

Mit Wirkung zum 11. Januar 2016 wurde Rüdiger Andreas Günther zum Mitglied und neuen Vorsitzenden des Vorstandes der Francotyp-Postalia Holding AG bestellt. Herr Günther ist Nachfolger von Herrn Hans Szymanski, dessen Bestellung zugleich beendet wurde. Herr Günther ist für die Geschäftsbereiche Strategische Geschäftsentwicklung, Produktion/Einkauf/Qualität, Personal/Recht/ Compliance, Finanzen/Rechnungswesen/Controlling, Corporate Communications/Investor Relations/Presse und Interne Kommunikation verantwortlich.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage der Francotyp-Postalia Holding AG gehabt hätten.

 

Berlin, 31. März 2016

Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG

Rüdiger Andreas Günther, Vorsitzender

Thomas Grethe

Sven Meise

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2015

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Anschaffungskosten
1.1.2015
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
31.12.2015
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 149 59 0 208
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.176 163 0 1.339
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 184 54 43 195
  1.360 217 43 1.534
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 29.417 0 0 29.417
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 53.123 0 0 53.123
  82.540 0 0 82.540
  84.049 276 43 84.282
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Kumulierte Abschreibungen
1.1.2015
TEUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
TEUR
Zuschreibungen
TEUR
Abgänge
TEUR
31.12.2015
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 148 10 0 0 158
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 44 74 0 0 118
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 48 26   36 38
  92 100 0 36 156
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 19.757 0 0 0 19.757
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0 0
  19.757 0 0 0 19.757
  19.997 110 0 36 20.071
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Buchwerte
31.12.2015
TEUR
31.12.2014
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 50 1
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.221 1.132
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 157 136
  1.378 1.268
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.660 9.660
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 53.123 53.123
  62.783 62.783
  64.211 64.052

Bestätigungsvermerk

Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk haben wir wie folgt erteilt: Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin (bis 26. Juli 2015: Birkenwerder) und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzern nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung des angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung ein hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Francotyp-Postalia Holding AG. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzern steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Berlin, 12. April 2016

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Neumann, Wirtschaftsprüfer

Unger, Wirtschaftsprüferin

Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate Governance-Bericht

Vorstand und Aufsichtsrat berichten jährlich im Corporate Governance-Bericht über die Corporate Governance des Unternehmens. Dieser ist ebenso wie die Entsprechenserklärung Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft gemäß § 289a Abs. 1 HGB. Mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex sollen die in Deutschland geltenden Regeln für Unternehmensleitung und -überwachung für nationale wie internationale Investoren transparent gemacht werden. In seinen Bestimmungen und Regeln geht der Kodex auf die Bereiche Aktionärsinteressen, Vorstand und Aufsichtsrat, Durchsichtigkeit der Unternehmensführung und die Aufgaben des Abschlussprüfers ein. Vorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG sehen sich den Interessen der Aktionäre und damit den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") verpflichtet. Ebenso sorgen Vorstand und Aufsichtsrat im Einklang mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft für den Fortbestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung. Über mögliche Abweichungen von den Empfehlungen des Kodex berichten Vorstand und Aufsichtsrat sowohl in der Entsprechenserklärung als auch in den folgenden ausführlichen Erläuterungen, bezogen auf den Kodex in seiner Fassung vom 5. Mai 2015.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Gemäß § 161 Aktiengesetz erklären Vorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG mit der Entsprechenserklärung, welchen Empfehlungen des vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gegebenen "Deutschen Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 5. Mai 2015 entsprochen wurde und wird, oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden.

2.3.1 Die Einberufung sowie die vom Gesetz für die Hauptversammlung verlangten Berichte und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts sind für die Aktionäre leicht erreichbar auf der Internetseite der Gesellschaft zusammen mit der Tagesordnung zugänglich. Die Satzung der Francotyp-Postalia Holding AG sieht nicht die Möglichkeit einer Briefwahl vor. Die Gesellschaft wird auch bei ihrer nächsten Hauptversammlung von einer Briefwahl absehen.

2.3.3 Die Gesellschaft wird aufgrund des hohen Verwaltungsaufwands den Aktionären die Verfolgung der Hauptversammlung über moderne Kommunikationsmedien, z. B. Internet, nicht ermöglichen können.

3.8 Die Gesellschaft hat für den Vorstand eine D & O-Versicherung abgeschlossen. Für diese Versicherung gilt der Selbstbehalt von mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds gemäß § 93 Abs. 2 AktG.

Für den Aufsichtsrat wurde ebenfalls eine D & O-Versicherung abgeschlossen. Ein Selbstbehalt für den Aufsichtsrat soll bei der Neuverhandlung der Versicherung aufgenommen werden.

5.3.1 Solange der Aufsichtsrat nur aus drei Personen besteht, werden keine Ausschüsse gebildet, in denen der Aufsichtsratsvorsitzende oder ein anderes Mitglied des Aufsichtsrats einen weiteren Vorsitz innehaben könnte, da die Besetzung der Gremien gleich der Besetzung des Aufsichtsrats wäre.

5.3.2 Solange der Aufsichtsrat lediglich aus drei Personen besteht, nimmt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit die Aufgaben eines Prüfungsausschusses wahr.

5.3.3 Für die Bildung eines Nominierungsausschusses gelten die gleichen Bedingungen wie für die übrigen Ausschüsse.

5.4.1 Der Aufsichtsrat hat bislang noch keine Regelgrenze für die Zugehörigkeit festgelegt, wird aber über das Thema noch entscheiden.

5.6 Der Aufsichtsrat überprüft in einem dreijährigen Turnus die Effizienz seiner Tätigkeit unter Zuhilfenahme eines externen Beraters. Jährlich wird die Effizienz mit internen Mitteln überprüft.

7.1.2 Der Konzernabschluss wird aufgrund des umfangreichen Konsolidierungsaufwandes innerhalb von vier Monaten nach Geschäftsjahresende erstellt. Die Quartals-Finanzmitteilungen und der Halbjahresbericht werden ebenfalls aufgrund des hohen Konsolidierungsaufwandes entsprechend der Börsenordnung und des Transparenzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes spätestens innerhalb von zwei Monaten nach Ende des Berichtszeitraums veröffentlicht.

 

Berlin, 7. April 2016

Für den Aufsichtsrat

Klaus Röhrig

Rüdiger Andreas Günther, Vorstandsvorsitzender

Sven Meise, Vorstand

Thomas Grethe, Vorstand

GRUNDSÄTZLICHE INFORMATIONEN ÜBER DEN AUFBAU DER UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND DIE ZUGRUNDE LIEGENDEN REGELN

Die Francotyp-Postalia Holding AG mit Sitz in Berlin untersteht dem deutschen Aktienrecht und verfügt über die Organe Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die Unternehmensführung basiert auf einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Organe sowie einem regen und stetigen Informationsfluss zwischen ihnen. Insbesondere auf der Hauptversammlung können die Aktionäre Fragen an die Unternehmensleitung stellen und ihr Stimmrecht ausüben.

Verantwortung zu übernehmen, gehört zum Selbstverständnis des FP-Konzerns. Das Unternehmen übernimmt Verantwortung für Produkte und Prozesse, Mitarbeiter, Kunden und Partner genauso wie für Umwelt und Gesellschaft. Dabei pflegt das Unternehmen einen offenen Umgang und befindet sich in einem kontinuierlichen Dialog mit seinen Stakeholdern. Für deutsche Aktiengesellschaften ist ein duales Führungssystem, zusammengesetzt aus Vorstand und Aufsichtsrat, gesetzlich vorgeschrieben. Satzungsgemäß besteht der Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG aus drei von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. Aus der Mitte des Aufsichtsrats werden der Vorsitzende und ein stellvertretender Vorsitzender gewählt. In der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats, die sich das Gremium selbst gegeben hat, wird dessen Arbeitsweise geregelt.

Satzungsgemäß finden kalenderjährlich vier Sitzungen des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG statt, wobei zwei Sitzungen kalenderhalbjährlich stattzufinden haben. Außerordentliche Sitzungen werden vom Aufsichtsratsvorsitzenden nach Bedarf und pflichtgemäßen Ermessen einberufen. Der Aufsichtsrat kann entsprechend der Satzung eine oder mehrere Personen zum Vorstand der Gesellschaft berufen. Seit Februar 2015 setzt sich der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG aus drei Vorständen zusammen.

Der Vorstand leitet das Unternehmen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse, also unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, seiner Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen. Gemäß der vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnung führt der Vorstand die Geschäfte der Gesellschaft nach einheitlichen Plänen und Richtlinien. Dabei trägt der Vorstand gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung der Gesellschaft. Im Rahmen der Gesamtverantwortung für die Geschäftsführung arbeiten die drei Vorstände in ihrem jeweils zugewiesenen Aufgabenbereich kollegial und vertrauensvoll zum Wohle des Unternehmens zusammen. Der Vorstand entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens und stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab. Neben der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien, auch in den Konzerngesellschaften, sorgt der Vorstand ebenso für ein angemessenes Risikomanagement und -controlling im Unternehmen. Näheres beschreibt der Risiko und Chancenbericht im Konzernlagebericht. Sitzungen des Vorstands finden in regelmäßigen Abständen, nach Möglichkeit zweiwöchentlich, statt.

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Wegen der Größe des Unternehmens und der durch die Satzung bestimmten Anzahl der Mitglieder des Aufsichtsrats wird in der Regel auf die Bildung von Ausschüssen oder Gremien verzichtet. Aus diesem Grund beschließt und überprüft der Aufsichtsrat als Ganzes Fragen zum Thema des Vergütungssystems für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente. Ebenso nimmt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit die Aufgabe des Prüfungsausschusses wahr. Damit übernimmt der Vorsitzende des Aufsichtsrats zugleich die Aufgaben des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Ein Mitglied des Aufsichtsrats verfügt über die geforderten besonderen Kenntnisse im Bereich der Rechnungslegung.

ZUSAMMENWIRKEN VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ist das gemeinsame Ziel der engen Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat. In regelmäßigen Abständen erörtern Vorstand und Aufsichtsrat den Stand der abgestimmten strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements, der internen Rechnungslegung und der Compliance informiert der Vorstand den Aufsichtsrat ebenfalls regelmäßig. Der Vorstand berichtet über eventuelle Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und begründet diese. Die Art und Weise, wie der Vorstand informieren und berichten muss, hat der Aufsichtsrat in der Geschäftsordnung für den Vorstand festgelegt. Für Entscheidungen oder Maßnahmen, die die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens grundlegend verändern, und über Geschäfte von wesentlicher Bedeutung sind in der Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte zugunsten des Aufsichtsrats bestimmt.

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat gemäß den Bestimmungen des Deutschen Corporate Governance Kodex für die Mitglieder des Vorstands eine D & O-Versicherung abgeschlossen. Für diese Versicherung gilt der Selbstbehalt von mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds gemäß § 93 Abs. 2 AktG. Für den Aufsichtsrat wurde ebenfalls eine D & O-Versicherung abgeschlossen. Ein Selbstbehalt für den Aufsichtsrat soll bei der Neuverhandlung der Versicherung aufgenommen werden.

VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Die Francotyp-Postalia Holding AG entspricht den Empfehlungen des Kodex, die Vergütungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat individualisiert offenzulegen. Die Grundzüge der Vergütungssysteme und die Vergütung sind im Vergütungsbericht, der Teil des Konzernabschlusses und des Einzelabschlusses ist, dargestellt.

INTERESSENKONFLIKTE

Vorstand und Aufsichtsrat sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet und dürfen bei ihren Entscheidungen und im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit weder persönliche Interessen verfolgen noch anderen Personen Vorteile gewähren, oder Geschäftschancen, die dem Unternehmen zustehen, für sich nutzen. Jedes Vorstandsmitglied legt Interessenskonflikte dem Aufsichtsrat offen und informiert die übrigen Mitglieder des Vorstands. Ebenso legt jedes Aufsichtsratsmitglied Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat gegenüber offen. Über aufgetretene Interessenskonflikte und deren Behandlung informiert der Aufsichtsrat in seinem Bericht an die Hauptversammlung. Im Jahr 2015 sind keine offenlegungspflichtigen Interessenskonflikte entstanden.

DIVERSITY

Der Aufsichtsrat hat im Hinblick auf seine Zusammensetzung die vom Corporate Governance Kodex empfohlene Zusammensetzung des Aufsichtsrats aus männlichen und weiblichen Mitgliedern zu bedenken. Gegenwärtig befindet sich noch keine Frau im Aufsichtsrat der Gesellschaft. Im Aktiengesetz sowie im Kodex wurde neu festgelegt, dass der Aufsichtsrat börsennotierter Gesellschaften für den Anteil von Frauen Zielgrößen definiert. Angesichts der Besetzung mit drei Aufsichtsräten wurde ein Frauenanteil von null Prozent als Zielgröße festgelegt. Bei Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigt der Aufsichtsrat das Thema Diversity. Maßgebliche Leitlinie für den Wahlvorschlag bleibt das Unternehmensinteresse, sodass der Aufsichtsrat die am besten geeigneten Kandidatinnen bzw. Kandidaten vorschlagen wird. Weiterhin soll mindestens ein Aufsichtsratsmitglied das Kriterium der Internationalität erfüllen. Bereits heute verfügt mindestens ein Mitglied über die geforderten Eigenschaften.

In Übereinstimmung mit den Neuregelungen im Aktiengesetz und im Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße für den Anteil von Frauen im Vorstand für den Zeitraum bis 30. Juni 2017 beschlossen. Als Zielgröße wurde null Prozent festgelegt. Gleichwohl wird der Aufsichtsrat das Thema Diversity bei der Suche nach fachlich geeigneten Kandidaten für neu zu besetzende Vorstandspositionen berücksichtigen. Maßgeblich bleibt aber das Interesse des Konzerns, sodass der Aufsichtsrat die am besten geeigneten Kandidatinnen bzw. Kandidaten vorschlagen wird.

Daneben ist der Vorstand verpflichtet, eine Zielgröße für den Frauenanteil in der ersten soweit vorhanden auch in der zweiten Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Für den FP-Konzern hat der Vorstand festgelegt, dass der aktuelle Status nicht unterschritten werden soll.

Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats enthält eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder. Das Aufsichtsratsmandat soll spätestens mit Ablauf der Hauptversammlung enden, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt. Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer wurde bislang nicht festgelegt, wird aber vom Aufsichtsrat besprochen.

EFFIZIENZPRÜFUNG

Der Aufsichtsrat überprüft in einem dreijährigen Turnus die Effizienz seiner Tätigkeit unter Zuhilfenahme eines externen Beraters. Jährlich wird die Effizienz mit internen Mitteln überprüft. Die letzte Effizienzprüfung wurde in der zweiten Jahreshälfte 2013 und für 2014 durchgeführt.

AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG

Der Vorstand beruft mindestens einmal im Jahr die Hauptversammlung ein. Die Aktionäre nehmen auf der Hauptversammlung den festgestellten Konzern- bzw. Jahresabschluss und die entsprechenden Lageberichte entgegen, beschließen gegebenenfalls über die Verwendung des Bilanzgewinns und über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands. Ebenfalls wählen die Teilnehmer der ordentlichen Hauptversammlung in jedem Geschäftsjahr den Abschlussprüfer neu.

In der Hauptversammlung nehmen die Aktionäre der Francotyp-Postalia Holding AG ihre Mitverwaltungs- und Kontrollrechte wahr. Sie haben die Möglichkeit, ihre Stimmrechte selbst auszuüben oder es durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl - auch durch eine Vereinigung von Aktionären - ausüben zu lassen. Zudem wird den Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte erleichtert, indem die Gesellschaft einen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung stellt, der auch während der Hauptversammlung zu erreichen ist. Die Gesellschaft veröffentlicht die für die Hauptversammlung verlangten Unterlagen zusammen mit der Tagesordnung für die Aktionäre leicht zugänglich auf der Internetseite. Zugleich werden die Unterlagen den Aktionären durch ihre Banken direkt übermittelt. Die Satzung sieht nicht die Möglichkeit einer Briefwahl vor.

Selbstverständlich liegt es im Interesse der Gesellschaft und auch im Interesse der Aktionäre, die Hauptversammlung zügig abzuwickeln. Satzungsgemäß steht dem Versammlungsleiter entsprechend die Möglichkeit zur Verfügung, das Frage- und Rederecht der Aktionäre zeitlich angemessen zu beschränken. Bedingt durch einen hohen organisatorischen Aufwand ist eine komplette Internet-Übertragung der Hauptversammlung weiterhin nicht vorgesehen.

TRANSPARENZ

Corporate Governance bedeutet für die Francotyp-Postalia Holding AG eine verantwortungsbewusste und transparente Führung und Kontrolle des Unternehmens. Dazu gehört insbesondere die Gleichbehandlung der Aktionäre bei der Weitergabe von Informationen. Allen Aktionären, Finanzanalysten und vergleichbaren Adressaten werden sämtliche neue Tatsachen unverzüglich zur Verfügung gestellt. Dies beinhaltet die Verbreitung der Informationen in Deutsch und in Englisch sowohl auf der Internetseite der Francotyp-Postalia Holding AG als auch die Nutzung von Systemen, die eine gleichzeitige Veröffentlichung von Informationen im In- und Ausland gewährleisten.

Wesentliche wiederkehrende Veröffentlichungen und Termine werden im Finanzkalender mit ausreichendem Zeitvorlauf publiziert. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben informiert die Francotyp-Postalia Holding AG auf ihrer Internetseite, wenn Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie ihnen nahestehende Personen FP-Aktien oder sich darauf beziehende Derivate erworben oder veräußert haben. Laut § 15a des Wertpapierhandelsgesetzes sind diese Personen verpflichtet, Transaktionen offenzulegen, wenn der Wert im Kalenderjahr 5.000 Euro erreicht oder überschreitet.

Über die gesetzliche Pflicht zur unverzüglichen Mitteilung und Veröffentlichung von Geschäften in Aktien der Gesellschaft hinaus soll der Besitz von Aktien der Gesellschaft oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern angegeben werden, wenn er direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist. Da der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien übersteigt, wird der Gesamtbesitz getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat hier aufgeführt:

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AKTIONÄR (DIREKT) Anzahl der Aktien in %
Hans Szymanski (Vorstandsmitglied bis 11. Januar 2016) 120.000 0,7
Botho Oppermann (Aufsichtsrat) 261.948 1,6
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AKTIONÄR (INDIREKT) Anzahl der Aktien in %
Klaus Röhrig (Aufsichtsratsvorsitzender) über 3R Investments Ltd 1.660.000 10,3

RECHNUNGSLEGUNG

Anteilseigner und Dritte werden vor allem durch den Konzernabschluss und - während des Geschäftsjahres - zusätzlich durch die Quartalsberichte und den Halbjahresbericht informiert. Abweichend von der Empfehlung des Kodex wird der Konzernabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG aufgrund des umfangreichen Konsolidierungsaufwandes innerhalb von vier Monaten nach Geschäftsjahresende erstellt. Die Quartalsberichte und der Halbjahresbericht werden ebenfalls aufgrund des hohen Konsolidierungsaufwandes entsprechend der Börsenordnung und des Transparenzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes spätestens innerhalb von zwei Monaten nach Ende des Berichtszeitraums veröffentlicht.

Der Konzernabschluss und die Zwischenberichte werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind aufgestellt. Der gesetzlich vorgeschriebene und für die Besteuerung und Dividendenauszahlung maßgebliche Jahresabschluss wird nach den Vorschriften des HGB erstellt. Ein internes Kontrollsystem und einheitliche Bilanzierungsgrundsätze stellen sicher, dass ein angemessenes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie der Zahlungsströme aller Konzerngesellschaften wiedergegeben wird. Darüber hinaus stellt der Vorstand ein angemessenes Risikomanagement- und Kontrollsystem im Unternehmen sicher.

Zeitnah und regelmäßig unterrichtet er den Aufsichtsrat über bestehende Risiken und ihre Entwicklung. Der Aufsichtsrat berät über das Risikomanagement und ist vor dem Hintergrund des § 107 Abs. 3 AktG in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes BilMoG explizit mit der Überwachung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, der internen Kontrollsysteme und Revisionssysteme, des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung, insbesondere deren Unabhängigkeit, befasst. Eine Aufstellung der Beziehung zu Aktionären, die im Sinne des IAS 24 als nahe stehende Personen zu qualifizieren sind, veröffentlicht die Gesellschaft innerhalb ihres Konzernabschlusses.

ABSCHLUSSPRÜFUNG

Der Aufsichtsrat hat dem Beschluss der Hauptversammlung 2015 folgend die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2015 beauftragt. Mit dem Abschlussprüfer wurde gemäß den Empfehlungen des Kodex vereinbart, dass er den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe unterrichtet, die während der Prüfung auftreten, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Zudem berichtet der Abschlussprüfer sofort über alle für die Aufgabe des Aufsichtsrates wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben. Falls der Abschlussprüfer Tatsachen feststellt, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Compliance zum Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken.

COMPLIANCE

Der Vorstand hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Fragen der Compliance sind regelmäßig Gegenstand der Beratung zwischen dem Aufsichtsrat bzw. Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstand. Die Unternehmenskultur des FP-Konzerns ist von Vertrauen und gegenseitigem Respekt sowie dem Willen zur strikten Einhaltung von Gesetzen und internen Regelungen geprägt. Dennoch sind Rechtsverstöße durch individuelles Fehlverhalten nie ganz auszuschließen. Das Unternehmen setzt alles daran, dieses Risiko so weit wie möglich zu minimieren und Fehlverhalten aufzudecken und konsequent zu verfolgen. Von zentraler Bedeutung ist die Beachtung rechtlicher und ethischer Regeln und Grundsätze. Festgeschrieben sind sie, wie auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Insiderinformationen, in der Compliance-Richtlinie. Allen Mitarbeitern dient sie zur Orientierung für ein integres Verhalten im Geschäftsverkehr. Führungskräfte und Mitarbeiter werden zur Compliance-Richtlinie geschult.

Bericht des Aufsichtsrats

der Francotyp-Postalia Holding AG (FP-Konzern)

Mit diesem Bericht informiert der Aufsichtsrat gemäß § 171 Abs. 2 AktG über seine Tätigkeit. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2015 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die damit in Zusammenhang stehenden Entscheidungen getroffen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand regelmäßig bei der Leitung des Unternehmens beraten, seine Arbeit überwacht und sich kontinuierlich mit dem Geschäftsverlauf und der Lage des FP-Konzerns befasst. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung wurde der Aufsichtsrat unmittelbar und frühzeitig einbezogen. Der Vorstand hat die Mitglieder des Aufsichtsrats regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Lage des Unternehmens informiert. Sofern zu Einzelmaßnahmen des Vorstands Entscheidungen des Aufsichtsrats erforderlich waren, hat der Aufsichtsrat darüber - gegebenenfalls auch im schriftlichen Verfahren - Beschlüsse gefasst. Insgesamt fanden im vergangenen Jahr sieben Präsenzsitzungen statt. Davon waren satzungsgemäß vier ordentliche und drei außerordentliche Sitzungen. Der Vorstand hat an allen Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen. Bei einer Sitzung am 4. September 2015 wurde der Vorstand durch den Sprecher des Vorstands Hr. Szymanski vertreten.

In den Sitzungen wurden folgende Themen schwerpunktmäßig behandelt:

Finanz-, Vermögens- und Ertragslage

Strategie FP 2020

Entwicklung des Kerngeschäfts insbesondere in den USA und Deutschland

Entwicklung der Tochtergesellschaften Mentana-Claimsoft GmbH, internet access GmbH und freesort GmbH

Die gemeinsamen Sitzungen von Aufsichtsrat und Vorstand fanden am 11. Februar, 26. März, 10. Juni, 4. September, 17. September (in den Geschäftsräumen der internet access GmbH, Berlin), 24. November und 10. Dezember 2015 (Budget-Sitzung) statt.

Themen der Aufsichtsratstätigkeit im Jahr 2015

Regelmäßig haben Vorstand und Aufsichtsrat im vergangenen Jahr sowohl in den Aufsichtsratssitzungen selbst als auch außerhalb der Sitzungen die Entwicklung der Geschäftsfelder Mail Services und Software ausführlich dargestellt und diskutiert. Insbesondere in der Sitzung vom 17. September hat sich der Aufsichtsrat im Rahmen einer Werksbesichtigung mit den Softwarelösungen der IAB auseinander gesetzt. Regelmäßig wurde auch die operative Entwicklung der Mentana-Claimsoft GmbH und die Entwicklung der De-Mail erörtert. Während in den vergangenen Jahren ein besonderer Fokus auf dem Aufbau eines Kundenstammes rund um De-Mail gelegt worden ist, hat die Mentana-Claimsoft 2015 verstärkt Produkte rund um Verschlüsselungs-, Archivierungs- und Signatursoftware vertrieben.

Die Entwicklung der Tochtergesellschaften internet-access GmbH und freesort GmbH wurde im vergangenen Jahr ebenfalls zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ausführlich besprochen (Sitzungen vom 26. März, 10. Juni, 17. September und 24. November). Positiv entwickelte sich bei der IAB insbesondere das Geschäft mit den Lösungen BusinessMail für Unternehmen sowie OwigMail für Ämter und Behörden.

Neben der Entwicklung der neuen Geschäftsfelder war das traditionelle Frankier- und Kuvertiermaschinengeschäft wichtiges Thema in den Aufsichtsratssitzungen (11. Februar, 26. März, 10. Juni, 17. September, 24. November und 10. Dezember). Im Wesentlichen wurde hierbei der erfolgreich in den USA laufende Austausch nicht mehr postalisch zugelassener (dezertifizierter) Frankiermaschinen thematisiert sowie die Entwicklung des Frankiermaschinengeschäfts in den anderen Auslandsmärkten und im Heimatmarkt Deutschland intensiv analysiert. Für den deutschen Markt wurde die Neuausrichtung des Kundenservices beschlossen. Angesichts der wachsenden Bedeutung der Fernwartung, die insbesondere durch die erfolgreich eingeführte PostBase und auch die neue PostBase Mini ermöglicht wird, und rückläufiger Reparaturen setzt das Unternehmen wie schon länger angekündigt auf eine kundenorientierte Modernisierung des Services. Im Dezember 2015 übernahm die Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH den Kundenstamm und die Wartungsverträge der Post+Büro Büromaschinen Vertriebs GmbH.

Auch die im vergangenen Jahr vorgestellte Strategie FP 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat ausführlich erörtert. Der Aufsichtsrat hat die strategische Ausrichtung des Unternehmens nach sorgfältiger Abwägung und Prüfung befürwortet. Die Strategie mit den strategischen Bereichen "Focus - Build - Grow" soll dem Unternehmen erhebliches Wachstumspotenzial eröffnen. In den Sitzungen haben sich Aufsichtsrat und Vorstand im Zuge der Strategie FP 2020 auch intensiv über das Thema einer möglichen Akquisition auseinandergesetzt.

Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage

In jeder gemeinsamen Sitzung hat der Vorstand dem Aufsichtsrat über die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des FP-Konzerns Bericht erstattet. Themen von besonderer Bedeutung wurden zwischen Aufsichtsrat und Vorstand ausführlich besprochen. Angesichts der positiven operativen Entwicklung in den ersten neun Monaten und des positiven Wechselkurseffekts hob der FP-Konzern die Prognose für das Gesamtjahr 2015 an. Aufsichtsrat und Vorstand haben diese Entwicklung in der Sitzung vom 24. November erörtert.

In den Sitzungen vom 24. November und 10. Dezember haben Aufsichtsrat und Vorstand zudem ausführlich das jährlich vom Vorstand aufzustellende Budget für die Folgejahre beraten. Der Aufsichtsrat hat das aufgestellte Budget am 10. Dezember genehmigt.

Personalia Vorstand

Mit Wirkung zum 1. Februar 2015 wurde der IT-Experte Sven Meise in den Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG berufen. Herr Meise zeichnet für die Geschäftsbereiche der freesort GmbH, iab GmbH und Mentana-Claimsoft GmbH verantwortlich.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 11. Januar 2016 Rüdiger Andreas Günther zum Mitglied und neuen Vorsitzenden des Vorstandes bestellt. Der 1958 geborene Rüdiger Andreas Günther tritt damit die Nachfolge von Hans Szymanski an, dessen Bestellung in bestem gegenseitigem Einvernehmen beendet wurde.

Arbeit in Ausschüssen

Wegen der Unternehmensgröße der Francotyp-Postalia Holding AG und der durch die Satzung bestimmten Anzahl der Mitglieder des Aufsichtsrats auf drei Personen wurde auf die Bildung von Ausschüssen oder Gremien verzichtet. Solange der Aufsichtsrat lediglich aus drei Personen besteht, nimmt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit auch die Aufgabe eines Prüfungsausschusses (Audit Committee) wahr.

Insofern prüft und überwacht der Aufsichtsrat den Rechnungslegungsprozess genauso wie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Die Prüfung und Überwachung beruht auf den regelmäßigen Berichten von Seiten des Vorstands.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht zu prüfen. Gleiches gilt für den Bericht und die Feststellungen des Abschlussprüfers bzw. des Konzern-Abschlussprüfers. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, hat den Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG zum 31. Dezember 2015 sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2015 geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Gemäß § 315a HGB wurden der Konzernlagebericht und der Konzernabschluss auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der EU anzuwenden aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat die Prüfungen unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Da der Aufsichtsrat keinen eigenen Prüfungsausschuss gebildet hat, hat der gesamte Aufsichtsrat die Prüfung der genannten Unterlagen vorgenommen. Diese sind zusammen mit den Prüfungsberichten der KPMG AG vom Vorstand rechtzeitig dem Aufsichtsrat zugesandt worden.

In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 7. April 2016 wurden in Gegenwart des Abschlussprüfers, der über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen berichtete, der Jahresabschluss 2015, der Konzernabschluss 2015 und der zusammengefasste Konzernlagebericht unter Einbeziehung der Prüfungsberichte umfassend behandelt. Der Aufsichtsrat stimmt mit der vom Vorstand in seinen Berichten und Abschlüssen ausgeführten Darstellung der Situation des Unternehmens, des Konzerns sowie den Ergebnissen der Abschlussprüfungen überein. Dementsprechend hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse mit Beschluss vom 12. April 2016 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2015 der Francotyp-Postalia Holding AG gemäß § 172 AktG festgestellt.

Schließlich haben Vorstand und Aufsichtsrat ihre Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung gemeinsam verabschiedet.

Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) gemäß § 161 AktG, die nunmehr entsprechend § 289a HGB Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, abgegeben und machen diese den Aktionären auf der Website der Francotyp-Postalia Holding AG dauerhaft zugänglich. Vorstand und Aufsichtsrat entsprechen in weiten Teilen den Anregungen und Empfehlungen des Kodex. Die Erklärung zur Unternehmensführung, die auch im Geschäftsbericht 2015 zu finden ist, und die Entsprechenserklärung erläutern im Detail, wo Vorstand und Aufsichtsrat von den Empfehlungen und Anregungen des Kodex abweichen.

Entsprechend den 2011 weltweit eingeführten Compliance-Richtlinien wird dem Aufsichtsrat regelmäßig zum Thema Compliance im FP-Konzern berichtet.

Danksagung

Der Aufsichtsrat dankt den Vorständen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das große Engagement und den persönlichen Beitrag zum Geschäftsjahr 2015. Insbesondere bedankt sich der Aufsichtsrat bei dem ehemaligen Vorstand Hans Szymanski, der das Unternehmen seit seinem Eintritt Ende 2008 maßgeblich vorangetrieben hat. Ebensolcher Dank gilt den Aktionären, die dem Unternehmen ihr Vertrauen entgegenbringen.

 

Im April 2016

Francotyp-Postalia Holding AG

Der Aufsichtsrat

Klaus Röhrig