Francotyp-Postalia Holding AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Bilanz zum 31. Dezember 2017

Aktiva

31.12.2017 31.12.2016
TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen      
I. Immaterielle Vermögenswerte      
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte   379 343
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.100   1.180
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 199   183
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 87   0
    1.385 1.363
III. Finanzanlagen      
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 21.767   21.767
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 53.123   53.123
    74.890 74.890
    76.655 76.596
B. Umlaufvermögen      
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände      
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14   0
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 41.502   36.656
3. Sonstige Vermögensgegenstände 553   1.616
- davon aus Steuern TEUR 157 (i. Vj. TEUR 482)      
    42.069 38.272
II. Guthaben bei Kreditinstituten   6 76
    42.075 38.348
C. Rechnungsabgrenzungsposten   549 770
D. Aktive latente Steuern   1.945 957
    121.224 116.671

Passiva

  31.12.2017 31.12.2016
  TEUR TEUR TEUR
A. EIGENKAPITAL      
I. Ausgegebenes Kapital      
1. Gezeichnetes Kapital 16.301   16.215
Bedingtes Kapital 2010/I TEUR 515      
Bedingtes Kapital 2015/I TEUR 6.464      
Bedingtes Kapital 2015/II TEUR 960      
2. Rechnerischer Wert eigener Anteile -351   0
    15.950 16.215
II. Kapitalrücklage   37.980 39.135
III. Bilanzgewinn   10.749 15.649
    64.679 70.999
B. Rückstellungen      
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 697   627
2. Steuerrückstellungen 4.219   2.238
3. Sonstige Rückstellungen 3.925   3.087
    8.840 5.952
C. Verbindlichkeiten      
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 43.493   37.968
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 967   670
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.080   606
4. Sonstige Verbindlichkeiten 366   222
- davon aus Steuern TEUR 357 (i. Vj. TEUR 182)      
    45.907 39.466
D. Passive latente Steuern   1.798 254
    121.224 116.671

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017

1.1. - 31.12.2017 1.1. - 31.12.2016
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse   2.552   2.434
2. Andere aktivierte Eigenleistungen   29   0
3. Sonstige betriebliche Erträge   1.362   2.284
4. Materialaufwand        
Aufwendungen für bezogene Leistungen   455   844
5. Personalaufwand        
a) Löhne und Gehälter 5.670   4.365  
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 496   390  
davon für Altersversorgung TEUR 33 (i. Vj. TEUR 22)        
    6.166   4.755
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   276   134
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen   5.342   5.593
8. Erträge aus Beteiligungen   294   0
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 294 (i. Vj. TEUR 0)        
9. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen   8.625   5.386
10. Aufwendungen aus Verlustübernahme   329   108
11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens   1.574   1.624
- davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 1.574 (i. Vj. TEUR 1.624)        
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   149   155
- davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 149 (i. Vj. TEUR 148)        
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   1.562   1.254
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (im Geschäftsjahr Aufwand, i.Vj. Ertrag)   2.576   416
- davon aus Veränderung bilanzierter latenter Steuern TEUR 555 (i.Vj. TEUR -622)        
15. Ergebnis nach Steuern   -2.120   -390
16. Sonstige Steuern   174   4
17. Jahresfehlbetrag   -2.294   -394
18. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr   15.649   17.966
19. Gewinnausschüttung   -2.606   -1.923
20. Bilanzgewinn   10.749   15.649

Anhang für das Geschäftsjahr 2017

der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin

I. Allgemeine Angaben

Die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin (nachfolgend auch „FP Holding“ oder „Gesellschaft“ genannt), ist die Obergesellschaft des Francotyp-Postalia-Konzerns (nachfolgend auch „Francotyp- Postalia“). Sitz der Gesellschaft ist Prenzlauer Promenade 28,13089 Berlin.

Die FP Holding ist in das Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) unter HRB 169096 eingetragen worden. FP Holding ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der Postausgangsverarbeitung mit einer über 90-jährigen Firmengeschichte. Die Gesellschaft hat eine reine Holding Funktion. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Tochterunternehmen der FP Holding liegt in dem traditionellen Produktgeschäft, welches aus der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Frankiermaschinen, Kuvertiermaschinen und aus dem After-Sales-Geschäft besteht. Zudem bietet die FP-Gruppe ihren Kunden in Deutschland durch ihre Tochtergesellschaft freesort GmbH und deren Tochtergesellschaft der internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik sowie der Mentana-Claimsoft GmbH Sortier- und Konsolidierungsdienstleistungen, Hyb- rid-Mail-Produkte und Produkte zur vollelektronischen Kommunikation an.

Seit 2006 sind sämtliche Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG zum amtlichen Markt zugelassen. Gleichzeitig erfolgte die Zulassung zum Teilbereich des amtlichen Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse, wobei die Aktien an der Frankfurter Börse mit der Wertpapierkennnummer FPH900 gehandelt werden.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Der Jahresabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden - soweit nicht anders dargestellt - zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit grundsätzlich in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rundungsdifferenzen kommen.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Den linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Jahre
1. Immaterielle Vermögensgegenstände  
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3-6
II. Sachanlagen  
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3-25
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-23

Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten, die Ausleihungen und die Forderungen jeweils zum Nennwert bilanziert. Die Vermögensgegenstände werden regelmäßigen Werthaltigkeitstests unterzogen. Ist den Gegenständen des Anlagevermögens am Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen, werden in Höhe der Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Für die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen bedarf es der Schätzung künftiger Cashflows der jeweiligen Tochtergesellschaft sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Die Verzinsung wird nach Effektivzinsmethode vorgenommen und richtet sich nach dem Refinanzierungszinssatz des Konzerns. Für die zweifelhaften Forderungen werden entsprechende Einzelwertberichtigungen gebildet.

Die Forderungen in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst. Ergibt sich im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag eine höhere Forderung, so wird die Forderung mit dem historischen Kurs angesetzt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen; auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit diese Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die eigenen Anteile werden als Abzugsposten vom gezeichneten Kapital abgebildet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Anschaffungskosten und dem rechnerischen Wert eigener Anteile wird mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet, soweit diese nicht frei verfügbar sind, erfolgt eine Verrechnung mit dem Bilanzgewinn. Weitere Aufwendungen des Erwerbs, die Anschaffungsnebenkosten sind, werden als Aufwand des Geschäftsjahres behandelt.

Die Rückstellungen für Pensionen wurden mit dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Wert auf Basis der „Richttafeln 2005 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck nach der Projected Unit Credit Method, unter Anwendung eines Rechnungszinsfußes gemäß § 253 Absatz 2 Satz 2 HGB gebildet und gegebenenfalls mit vorhandenem Planvermögen verrechnet. Aktuell wird ein Rechnungszinsfuß in Höhe von 2,80 % (im Vorjahr 3,24%) bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 7 Jahren und in Höhe von 3,68 % (im Vorjahr 44,01%) bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 10 Jahren verwendet. Durchschnittlich erwartete jährliche Rentensteigerungen wurden mit 2,00 % (im Vorjahr 2,00 %) berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung aufgrund der Einführung des Bilanzrechtsmodemisierungsgesetzes wird bis zum 31.12.2024 mit mindestens 1/15 angesammelt und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt.

Bei mittelbaren Pensionszusagen wird von dem Wahlrecht des Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht und keine Pensionsrückstellung erfasst. Ein etwaiger Fehlbetrag, welcher sich als Differenz aus der Rückstellung und dem Vermögen der Versorgungseinrichtung ergibt, wird im Anhang angegeben.

Die Bestimmung der Rückstellungen für Betriebsprüfungsrisiken ist auf Grund der Vielzahl an Rechtsvorschriften und Steuerprüfungen insbesondere auf Grund der grenzüberschreitenden Transaktionen und der diesbezüglich anhängigen Verständigungsverfahren im erheblichen Maße mit Einschätzungen des Managements verbunden.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst gebildet.

Entsprechend § 254 HGB hat die Gesellschaft das Wahlrecht dahingehend ausgeübt, dass keine Bewertungseinheiten gebildet werden. Mithin werden die negativen Zeitwertveränderungen der Derivate über die Laufzeit entsprechend dem handelsrechtlichen Imparitätsprinzip durch Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften antizipiert. Positive Zeitwertveränderungen werden entsprechend dem handelsrechtlichen Vorsichtsprinzip nicht berücksichtigt.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind in Höhe ihrer Erfüllungsbeträge bewertet.

Die kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten in fremder Währung werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Ergibt eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr am Bilanzstichtag eine geringere Verbindlichkeit, so wird die Verbindlichkeit zum historischen Kurs bewertet.

Als latente Steuern werden Steuerbe- und Steuerentlastungen in der Bilanz angesetzt, die sich aus Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen sowie aus Zins- und Verlustvorträgen ergeben und die sich in den nächsten fünf Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Sich ergebende Steuerbe- und Steuerentlastungen werden unverrechnet angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der in der Bilanz genannten Anlagenposten im Geschäftsjahr 2017 ist aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.

Unter den Finanzanlagen werden Anteile an der Francotyp-Postalia GmbH (FP GmbH), Berlin, Berlin, der freesort GmbH (freesort), Langenfeld, der FP InovoLabs GmbH, Berlin, der FP Systems India Private Limited, Mumbai sowie der Mentana-Claimsoft GmbH, Fürstenwalde/Spree, ausgewiesen.

Mit Vertrag vom 11. Juli 2017 wurde die Beteiligung an der FP Produktionsgesellschaft mbH, Wittenberge, als Vermögensgegenstand und Teilbetrieb von der FP Holding im Wege der Abspaltung entsprechend § 123 ff. UmwG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2017 auf die FP GmbH übertragen. Der aufnehmende Rechtsträger befindet sich im direkten Anteilsbesitz der FP Holding.

Die FP GmbH hat zur Durchführung der Abspaltung ihr Stammkapital durch Bildung eines neuen Geschäftsanteils um EUR 100 erhöht. Die Einlage erfolgte durch Übertragung der Beteiligung an der FP Produktionsgesellschaft. Die Übertragung erfolgte zu Buchwerten.

Die FP Holding hält 0,002 % der Anteile an der im September 2010 gegründeten FP Systems India Private Limited, Mumbai, Indien, 99,996 % der Anteile werden unmittelbar von der FP GmbH gehalten.

Der Anteilsbesitz verteilt sich wie folgt:

Pos. Nr. Gesellschaft Währung Anteil am Kapital
in %
Ergebnis 31.12.2017 Eigen-Kapital 31.12.2017 Anteilseigner (Pos. Nr.)
1 Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, Deutschland          
  Aufstellung des Anteilsbesitzes          
2 Francotyp-Postalia GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 2.862 3.892 1
3 freesort GmbH, Langenfeld, Deutschland TEUR 100 -549 6.158 1
4 internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik, Berlin, Deutschland TEUR 100 402 1.440 3
5 FP Direkt Vertriebs GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 26 2
6 Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 11.187 12
7 FP Hanse GmbH, Hamburg, Deutschland TEUR 100 0 102 5
8 FP InovoLabs GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 215 1
9 Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 -389 3.270 2
10 FP Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG, Wittenberge, Deutschland TEUR 100 0 25 2
11 FP Produktionsverwaltung GmbH, Wittenberge, Deutschland TEUR 100 0 25 2
12 Mentana-Claimsoft GmbH, Fürstenwalde/Spree, Deutschland TEUR 100 -878 9.015 1
13 Francotyp-Postalia N.V./S.A., Antwerpen, Belgien TEUR 99,97 231 1.000 2
14 Francotyp-Postalia GmbH, Wien, Österreich TEUR 100 84 884 2
15 Ruys Handelsvereniging B.V., Zoetermeer, Niederlande TEUR 100 1.537 1.732 2
16 Italiana Audion s.r.l., Mailand, Italien TEUR 100 -134 -7 2
17 Francotyp-Postalia Ltd., Dartford, Großbritannien TGBP 100 1.857 7.357 2
18 Francotyp-Postalia Inc., Addison, Illinois, USA TUSD 100 2.659 37.674 2
19 Francotyp-Postalia Canada Inc., Concord, Kanada TCAD 100 212 -2.145 18
20 Francotyp-Postalia Sverige AB, Solna, Schweden TSEK 100 87 1.136 2
21 Francotyp-Postalia France SARL, Rungis, Frankreich TEUR 100 17 366 2
22 FP Data Center Inc., Osaka, Japan** TJPY 49 -808 93.973 2
23 Nippon Postalia-Francotyp Co. Ltd., Tokyo, Japan** TJPY 24,01 37.488 146.555 22
24 FP Systems India Private Limited, Mumbai, Indien TNR 99,998 -242 2.378 1 und 2
25 FP Direct Ltd., Dartford, Großbritannien* GBP 100 n.a n.a 17

* noch keine Zahlen verfügbar
** abweichendes Wirtschaftsjahr, Zahlen zum 31. Mai 2017

Die Finanzanlagen entsprechen ca. 62 % (im Vorjahr 64 %) der Bilanzsumme bzw. 115 % (im Vorjahr 106 %) des Eigenkapitals.

Die Ausleihungen bestehen unverändert in Höhe von TEUR 53.123 (im Vorjahr TEUR 53.123), davon TEUR 48.623 an die FP GmbH sowie in Höhe von TEUR 4.500 an die freesort GmbH.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 41.502 (im Vorjahr TEUR 36.656) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sie beinhalten neben Cash-Pooling und kurzfristiger Finanzierung auch den Ertrag aus Ergebnisabführung der FP GmbH von TEUR 8.625 (im Vorjahr TEUR 4.882) sowie der FP Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG (vormals FP Produktionsgesellschaft mbH) von TEUR 294 (im Vorjahr TEUR 503).

Die sonstigen Vermögensgegenstände von TEUR 553 (im Vorjahr TEUR 1.616) beinhalten im Wesentlichen debitorische Kreditoren in Höhe von Kreditoren TEUR 229 (im Vorjahr TEUR 38), geleistete Anzahlungen für Jahresabschlussprüfungskosten und Beratungsleistungen in Höhe von TEUR 172 (im Vorjahr TEUR 0) und Forderungen aus Umsatzsteuer gegen das Finanzamt von TEUR 154 (im Vorjahr TEUR 159). Die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit kleiner ein Jahr.

3. Rechnungsabgrenzung ARAP

In den Rechnungsabgrenzungsposten von TEUR 549 (im Vorjahr TEUR 770) sind im Wesentlichen Abgrenzungen für Bankgebühren von TEUR 506 (im Vorjahr TEUR 651) enthalten.

4. Aktive latente Steuern

Es sind aktive latente Steuern von TEUR 1.945 (im Vorjahr TEUR 957) ausgewiesen. Der Steuersatz beträgt 30,18 % (im Vorjahr 30,18 %). Francotyp-Postalia Holding AG ist ertragsteuerliche Organträger der Gesellschaften Francotyp-Postalia GmbH, FP Direkt Vertriebs GmbH, und FP Inovolabs GmbH. Die Beteiligung an der ehemaligen Organgesellschaft FP Produktionsgesellschaft mbH wurde im Rahmen einer konzerninternen Umstrukturierung an eine andere Konzerngesellschaft übertragen.

Die aktiven latenten Steuern wurden auf steuerliche Verlustvorträge sowie temporäre Differenzen der Francotyp-Postalia Holding AG sowie Ihrer Organgesellschaften gebildet. Diese resultieren insbesondere aus dem unterschiedlichen Ansatz von Rückstellungen in Handels- und Steuerbilanz.

5. Eigenkapital

5.1 Grundkapital

Das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG beträgt derzeit TEUR 16.301 (im Vorjahr TEUR 16.215) und ist eingeteilt in 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag und anteiliger Berechtigung am Gewinn der Gesellschaft. Jede Stückaktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der Gesellschaft. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt. Der Anstieg des Grundkapitals in Höhe von TEUR 86 resultiert aus gezogenen Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2010.

Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates am 9. Oktober 2017 auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 11. Juni 2015 die Durchführung eines Programms zum Rückkauf von Aktien der Gesellschaft beschlossen. Der Erwerb erfolgt zu dem Zweck, die erworbenen Aktien zur Bedienung von Bezugsrechten einzusetzen, die unter Aktienoptionsplänen ausgegeben wurden bzw. werden.

Insgesamt werden am Stichtag 351.168 Aktien vom Grundkapital abgesetzt, dies entspricht einem Betrag von TEUR 351 und einem Anteil von 2,2 % am Grundkapital. Das ausgegebene Kapital beträgt TEUR 15.950.

Die eigenen Aktien wurden unterjährig zu einem Gesamtpreis von TEUR 1.632 erworben.

5.2 Kapitalrücklage

Der Unterschiedsbetrag aus dem Aktienrückkaufprogramm zwischen den Anschaffungskosten (TEUR 1.632) und dem rechnerischen Wert eigener Anteile (TEUR 351) in Höhe von TEUR 1.281 wurde mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet.

Die aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 im Geschäftsjahr 2017 in Anspruch genommenen Optionen (86.100) wurden zu einem durchschnittlichen Optionspreis von 2,46 EUR bedient. Der den Nennbetrag übersteigende Wert in Höhe von TEUR 126 wurde der Kapitalrücklage zugeführt.

Durch das Aktienrückkaufprogramm und die gezogenen Optionen aus dem Aktienoptionsprogramm mindert sich die Kapitalrücklage von TEUR 39.135 auf TEUR 37.980.

5.3 Geltende Beschlüsse

Kapitalgenehmigung für genehmigtes und bedingtes Kapital

Am 11. Juni 2015 sind bei der FP Holding Hauptversammlungsbeschlüsse über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2015/I) von TEUR 8.080, die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung des Vorstandes zur Erhöhung des Grundkapitals (Genehmigtes Kapital 2011) und Uber die entsprechende Satzungsänderung gefasst worden. Das Grundkapital der Gesellschaft kann bis zum 10. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu TEUR 8.080 erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung außerdem beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu TEUR 6.464 durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/I).

Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Optionsoder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 10. Juni 2020 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des § 18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu ändern.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung die Anpassung des Bedingten Kapitals 2010/I beschlossen. Das Bedingte Kapital wurde in Höhe von TEUR 389 gemindert, da der Aktienoptionsplan 2010 um 388.500 Optionen auf 656.500 Optionen gekürzt wurde. Ziffer 4 Absatz 5 der Satzung zum Bedingten Kapital 2010 wurde wie folgt geändert: „Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 656.500 Euro bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 656.500 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien.“

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu TEUR 960 durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 gemäß dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil. Im Jahr 2017 hat der FP-Konzern von der Ausübung des bedingten Kapitals 2010/I Gebrauch gemacht und das Grundkapital um 86.100 Aktien auf 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien erhöht.

Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2020 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu TEUR 200.000 zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigem (zusammen im Folgenden „Inhaber“) der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu TEUR 6.464 nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen.

Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen.

Aktienrückkaufprogramm

Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§ 71d und 71e AG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden.

Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Juni 2020. Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2010 beschlossene Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien endete mit Wirksamwerden der neuen Ermächtigung. Im Zusammenhang mit dieser Ermächtigung wurden im Zeitraum November 2007 bis April 2008 insgesamt 370.444 Aktien erworben, die im Vorjahr aufgebraucht wurden. Nachdem die eigenen Aktien im Vorjahr vollständig verbraucht waren, wurde zur Erfüllung von Bezugsrechten aus dem Aktienoptionsplan 2010 das Grundkapital um 86.100 EUR erhöht und das bedingte Kapital 2015/II in Anspruch genommen.

Am 9. Oktober 2017 wurde durch den Vorstand die Durchführung eines Aktienrückkaufprogramms beschlossen und mitgeteilt. Das Rückkaufprogramm startete am 13. Oktober 2017 und lief bis zum 12. Januar 2018. Mit den eigenen Aktien sollen zukünftig Bezugsrechte bedient werden, die unter Aktienoptionsprogrammen ausgegeben und ausgeübt wurden oder werden. Insgesamt sollten bis zu 475.000 Aktien zu einem Gesamtkaufpreis von maximal TEUR 3.000 erworben werden.

Im Berichtsjahr wurden 351.168 Aktien erworben. Zum 12. Januar 2018 hält die Francotyp-Postalia Holding AG 398.493 Aktien.

Die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile geht aus folgender Überleitungsrechnung hervor:

Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile
Anzahl der Stückaktien 16.160.000
Rückkauf eigener Anteile -163.944
Stand 31.12.2015 15.996.056
Anzahl der Stückaktien per 31.12.2015 16.160.000
Kapitalerhöhung (bedingtes Kapital 2010/I) 55.356
Stand 31.12.2016 16.215.356
Anzahl der Stückaktien per 31.12.2016 16.215.356
Rückkauf eigener Anteile -351.168
Kapitalerhöhung (bedingtes Kapital 2010/I) 86.100
Stand 31.12.2017 15.950.288

Im Berichtsjahr wurden 86.100 Aktien ausgegeben, um Bezugsrechte zu bedienen. Im Vorjahr wurden 219.000 Aktien, davon 163.944 im Bestand befindliche eigene Aktien bestimmungsgemäß für die Bedienung von Bezugsrechten aus dem Aktienplan 2010 der Gesellschaft ausgegeben.

Aktienoptionsplan 2010

Im Abschnitt 1.1 des Aktienoptionsplans 2010 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: „Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG [...] hat am 1. Juli 2010 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 1.045.000 durch die Ausgabe von bis zu 1.045.000 Stück nennwertloser Inhaberaktien [...] bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG [...] und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte [...] auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 1.045.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen.“

Der damit beschlossene Aktienoptionsplan sieht ausschließlich den Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten vor, und zwar vorrangig durch den Einsatz eigener Aktien, nachrangig im Wege einer bedingten Kapitalerhöhung.

Auf der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 wurde beschlossen, dass 200.000 Optionen des Aktienoptionsplans 2010 nicht mehr ausgegeben werden.

Aktienoptionsplan 2015

In Abschnitt 1.1 des Aktienoptionsplans 2015 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: „Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG [...] hat am 11. Juni 2015 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 959.500 durch die Ausgabe von bis zu 959.500 Stück nennwertloser Inhaberaktien (die Aktien“) bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG [...] und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte [...] auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 959.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen.“

Die Gesellschaft kann wahlweise zur Bedienung der Bezugsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2015 anstelle neuer Aktien eigene Aktien einsetzen, soweit dies von einem gesonderten Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung gedeckt ist.

Zweck beider Aktienoptionspläne ist gemäß Ziffer 1.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans „die nachhaltige Verknüpfung der Interessen der Unternehmensführung und der Führungskräfte mit den Interessen der Aktionäre an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes.“

Jede einzelne Aktienoption berechtigt gemäß Ziffer 2.2 des jeweiligen Aktienoptionsplans zum Erwerb einer Aktie der Francotyp-Postalia Holding AG.

Eine Option hat gemäß Ziffer 2.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans jeweils eine Laufzeit von 10 Jahren ab dem Zeitpunkt der Zuteilung. Die Optionen sind entsprechend Ziffer 2.4 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht verbrieft. Zuzahlungen waren bei der Zuteilung der Optionen entsprechend Ziffer 5.5 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht zu leisten.

Tag der Gewährung Anzahl der Instrumente in Tausend Vertragliche Laufzeit der Optionen ab Zuteilung Verbriefung Zuzahlung bei Zuteilung
01.09.2010 900.000 10 Jahre Nein Keine
27.04.2012 75.000 10 Jahre Nein Keine
07.09.2012 20.000 10 Jahre Nein Keine
06.12.2014 57.500 10 Jahre Nein Keine
11.06.2014 30.000 10 Jahre Nein Keine
31.08.2015 465.000 10 Jahre Nein Keine
25.11.2015 40.000 10 Jahre Nein Keine
31.08.2016 180.000 10 Jahre Nein Keine

5.4 Gewinnverwendung

Eine Dividende wurde im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 2.606 (im Vorjahr TEUR 1.923) ausgeschüttet.

5.5 Ausschüttungssperre

Aufgrund der Wahlrechtsausübung zum Ausweis aktiver latenter Steuern unterliegt ein Betrag in Höhe von TEUR 147 (im Vorjahr TEUR 703) gemäß § 268 Absatz 8 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre. Der Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 126 (im Vorjahr TEUR 104), der sich aus der angepassten Abzinsung des durchschnittlichen Marktzinssatzes von sieben auf zehn Jahre für Pensionsverpflichtungen ergibt, ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB ebenfalls ausschüttungsgesperrt.

6. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 697 (im Vorjahr TEUR 627) betreffen mit TEUR 683 (im Vorjahr TEUR 616) Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern sowie Sterbegeldverpflichtungen in Höhe von TEUR 14 (im Vorjahr TEUR 11). Der Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 746 (im Vorjahr TEUR 688). Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht des Art. 67 EGHGB in Anspruch. Der Unterschiedsbetrag beträgt zum 31. Dezember 2017 TEUR 64 (im Vorjahr TEUR 72). Der Bewertung lagen neben den Heubeck-Richttafeln (2005 G) der von der Bundesbank veröffentlichte Marktzins von 2,80 % (im Vorjahr 3,24 %) bei einem Durchschnitt der letzten 7 Jahre und 3,68 % (im Vorjahr 4,01 %) bei einem Durchschnitt der letzten 10 Jahre, die jährliche Lebenshaltungskostensteigerungen beziehungsweise erwartete Rentensteigerungen von 2,00 % (im Vorjahr 2,00 %) zugrunde.

Im Zuge des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften vom 11. März 2016 wurde der für die Abzinsung relevante durchschnittliche Marktzinssatz von sieben auf zehn Jahre für Pensionsverpflichtungen erhöht. Es ergibt sich folgender Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB:

Abzinsung mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz von sieben Jahren Abzinsung mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz von zehn Jahren
Angesetzter Rechnungszins für Pensionsgutachten in % 2,80 3,68
Erfüllungsbetrag zum 31. Dezember 2017 872 746

Der Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 126 (im Vorjahr TEUR 104) unterliegt einer Ausschüttungssperre. Weiterhin besteht eine mittelbare Pensionszusage, bei der die zugesagten Altersversorgungsleistungen an die Versorgungsberechtigten durch die Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH erbracht werden. Der Fehlbetrag gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB vor Abzug des Kassenvermögens beläuft sich auf TEUR 88 (im Vorjahr TEUR 89) bei einem Durchschnitt des Rechnungszinses der letzten 7 Jahre und TEUR 104 (im Vorjahr TEUR 76) bei einem Durchschnitt des Rechnungszinses der letzten 10 Jahre.

7. Steuerrückstellungen

Die Erhöhung der Steuerrückstellungen von TEUR 2.238 (im Vorjahr) auf TEUR 4.219 resultiert insbesondere aus der in 2018 abgeschlossenen Betriebsprüfung für die Veranlagungszeiträume 2009- 2012 und den in diesem Zusammenhang zu erwartenden Ertragsteuer-, Umsatzsteuer- und Zinsnachzahlungen.

8. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 3.925 (im Vorjahr TEUR 3.087) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Prämien und Tantiemen in Höhe von TEUR 2.000 (im Vorjahr TEUR 939), für Jahresabschluss- und Steuerberatungskosten in Höhe von TEUR 1.002 (im Vorjahr TEUR 720), für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 242 (im Vorjahr TEUR 522), für Beratungskosten in Projekten in Höhe von TEUR 284 (im Vorjahr 482), ausstehende Urlaubs- und Mehrarbeitsverpflichtungen in Höhe von TEUR 157 (im Vorjahr TEUR 210), für sonstige ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 200 (im Vorjahr TEUR 91). Von den Rückstellungen haben TEUR 247 eine Laufzeit von über einem Jahr.

9. Verbindlichkeiten

Zur Finanzierung nutzt der FP-Konzern in erster Linie den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sowie bestehende bzw. unterjährig angepasste Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen.

Der mit einem starken, international agierenden Bankenkonsortium seit 2016 bestehende Konsortialdarlehensvertrag über 120 Mio. Euro hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 14. Juni 2021 mit zweimaliger Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr. Die Finanzierungsdokumentation auf Basis der britischen Loan Market Association (LMA) ist verbunden mit einer Erhöhungsoption von 30 Mio. Euro.

Weitere wesentliche Konditionen des Konsortialdarlehensvertrages umfassen die Möglichkeit, Teile des Kreditrahmens in Fremdwährung ausnutzen zu können. Des Weiteren besteht auf Basis des Kreditvertrages auch Finanzierungssicherheit für Akquisitionen. Zudem verfügt der FP-Konzern über unternehmerische Freiräume zur Eingehung weiterer finanzieller Verpflichtungen. Insgesamt bildet der Konsortialdarlehensvertrag die Grundlage für finanzielle Stabilität und Flexibilität des FP-Konzerns.

Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 365 (im Vorjahr TEUR 222) beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt TEUR 257 (im Vorjahr TEUR 0) und TEUR 93 (im Vorjahr TEUR 176) aus Lohnsteuern.

Die Verbindlichkeiten haben nachfolgend dargestellte Restlaufzeiten:

TEUR Summe bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2017        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 43.493 0 43.493 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 967 967 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.080 1.080 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 365 365 0 0
Summe 45.905 7.938 37.968 0
2016        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 37.968 0 37.968 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 670 670 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 607 607 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 222 222 0 0
Summe 39.467 1.499 37.968 0

10. Passive latente Steuern

Die passiven latenten Steuern werden mit einem Steuersatz von 30,18 % (im Vorjahr 30,18 %) ermittelt. In 2017 werden passive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.798 (im Vorjahr TEUR 254) ausgewiesen. Die passiven latenten Steuern wurden auf temporäre Differenzen, welche überwiegend auf selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände der Organgesellschaften der Francotyp- Postalia Holding AG entfallen, gebildet.

11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus dem am Bilanzstichtag bestehenden Mietvertrag resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 2.144 (im Vorjahr TEUR 2.434). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 780 (im Vorjahr TEUR 740) und TEUR 1.364 (im Vorjahr 1.694) auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren.

Aus den am Bilanzstichtag bestehenden sonstigen Verträgen (Bestellobligo, Mobilfunk, Kapitalmarktbetreuung, Presseclipping usw.) resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 663 (im Vorjahr TEUR 474). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 605 (im Vorjahr TEUR 469) und TEUR 58 (im Vorjahr TEUR 5) auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren.

Gegenüber verbundenen Unternehmen bestanden zum Abschlussstichtag finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen für Firmenfahrzeuge in Höhe von insgesamt TEUR 104 (im Vorjahr TEUR 182). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 52 (im Vorjahr TEUR 72) und auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren TEUR 52 (im Vorjahr TEUR 109).

12. Haftungsverhältnisse

Alle gegenwärtigen, bedingten und künftigen Forderungen der Finanzierungsparteien des Konsortialdarlehensvertrages aus oder im Zusammenhang mit diesem Darlehensvertrag, einer Abzweiglinienvereinbarung oder den weiteren Finanzierungsdokumenten sind in Form von Garantien besichert. Jeder Garant garantiert selbständig und unabhängig gegenüber den Finanzierungsparteien unwiderruflich und unbedingt die Zahlung aller nach dem Darlehensvertrag oder einem anderen Finanzierungsdokument von den Darlehensnehmern geschuldete Beträge, sofern diese nicht rechtzeitig oder nicht in voller Höhe beglichen werden. Die Garanten verpflichteten sich, jede Zahlung unter dieser Garantie frei von Abzügen oder Einbehalten zu leisten.

Garanten sind neben der Darlehensnehmerin FP Holding auch die Francotyp-Postalia GmbH, die freesort GmbH, die Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, die FP Produktionsgesellschaft mbH, die Mentana-Claimsoft GmbH, die iab GmbH, die Francotyp-Postalia Inc. (USA), die Francotyp- Postalia Ltd. (UK), die Francotyp-Postalia Canada Inc. (Kanada) sowie die Francotyp-Postalia France SARL (Frankreich).

Die freesort GmbH hat am 14. März 2011 und am 20. April 2011 jeweils einen Leasingvertrag mit der IKB Leasing GmbH für zwei Briefsortiermaschinen abgeschlossen. In Höhe von TEUR 624 hat die Francotyp-Postalia Holding AG für diese Leasingverträge eine selbstschuldnerische Bürgschaft übernommen.

Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der positiven Fortführungsprognose der freesort GmbH als gering eingestuft.

Mit notarieller Beurkundung vom 27. Januar 2012 hat die Gesellschaft eine Höchstbetragsbürgschaft gegenüber der Investitionsbank des Landes Brandenburg für die Sicherung der Forderungen aus dem Subventionsverhältnis insbesondere für mögliche zukünftige Erstattungsansprüche gegen die FP Produktionsgesellschaft mbH in Höhe von TEUR 365 übernommen.

Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der positiven Fortführungsprognose der FP Produktionsgesellschaft mbH als gering eingestuft.

Die FP Holding AG hat sich verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die freesort GmbH jederzeit in der Lage ist, weitere berechtigte Forderungen der Deutsche Post AG aus dem Konsolidiererverhältnis, die bis zum Ablauf des 31. Mai 2017 entstanden sind, bis zu einer Summe von TEUR 600 zu erfüllen. FP Holding AG wird dementsprechend die Geschäftsführung der freesort GmbH anweisen, alle berechtigten Forderungen der Deutsche Post AG unverzüglich zu erfüllen.

Die FP Holding hat am 16. Dezember 2016 gegenüber ihrer Tochtergesellschaft Mentana-Claimsoft GmbH eine bis zum 31. Dezember 2018 befristete Patronatserklärung mit folgendem Inhalt abgegeben:

die Mentana-Claimsoft GmbH auf deren erstes Anfordem mit zusätzlicher Liquidität oder sonstigen finanziellen Mitteln auszustatten, soweit dies erforderlich ist, um es der Gesellschaft zu ermöglichen, alle fälligen Forderungen ihrer Gläubiger zu befriedigen und dadurch eine bestehende

oder drohende Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft zu beseitigen und um eine bestehende Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne zu vermeiden und

dafür Sorge zu tragen, dass die Mentana-Claimsoft GmbH in der Lage sein wird, ihren Geschäftsbetrieb im Wesentlichen fortzuführen.

Darüber hinaus hat die FP Holding am 29. Februar 2016 gegenüber der Mentana-Claimsoft GmbH eine unbefristete Rangrücktrittsvereinbarung abgegeben. Inhalt dieser Vereinbarung ist

Der Rangrücktritt mit allen der FP Holding aus der Gewährung von zusätzlicher Liquidität im Sinne der oben genannten Patronatserklärung zustehenden Forderungen gegen die Gesellschaft gem. § 39 Abs. 2 InsO im Insolvenzverfahren hinter alle gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen anderer Gläubiger der Gesellschaft. Die Forderungen, hinter die die FP Holding zurückgetreten ist, sind nicht vor, sondern nur zugleich mit den Einlagerückgewährungsansprüchen eventueller übriger Gesellschafter zu berücksichtigen.

Auf die Forderungen, mit denen die FP Holding zurückgetreten ist, sind Zahlungen lediglich aus ausgewiesenen Jahresüberschüssen entsprechend der Handelsbilanz, einem Liquiditätsüberschuss oder aus sonstigem freien Vermögen zu leisten. Die Gesellschaft schätzt das Risiko der Inanspruchnahme als sehr gering ein.

Die Mentana-Claimsoft GmbH erreichte in den letzten Jahren die geplanten Umsatz- und Ergebniszuwächse nicht. Aus diesem Grund erfolgt bereits seit 2015 eine strategische Neuausrichtung der Gesellschaft mit dem Ziel, die Potenziale der Gesellschaft besser zu nutzen. In diesem Zusammenhang erfolgte die Abspaltung und Einbringung des Teilgeschäftsbetriebes Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH in die Mentana-Claimsoft GmbH. Die Einbringung im Wege der Sacheinlage hat zur Erhöhung des Eigenkapitals um TEUR 18.186 geführt hat. Der noch im Vorjahr bestehende Darlehensrahmenvertrag wurde gleichzeitig beendet.

Haftungsverhältnisse aus öffentlichen Förderungen

Aus der Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsausgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) für den Standort Berlin resultiert eine langfristige Verpflichtung der dauerhaften Aufrechterhaltung einer definierten Anzahl von Arbeitsplätzen. Die geförderten Arbeitsplätze sind insgesamt mindestens fünf Jahre ab dem Förderende des letzten geförderten Arbeitsplatzes vorzuhalten. Ein Verstoß gegen die Förderbedingung kann zu einer Rückzahlungsverpflichtung von Fördermitteln führen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.552 (im Vorjahr TEUR 2.434) resultieren im Wesentlichen aus Beratungsleistungen gegenüber den inländischen Tochtergesellschaften.

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 1.362 (im Vorjahr TEUR 2.284) beinhalten im Wesentlichen einen Lohnkostenzuschuss in Höhe von TEUR 476 (im Vorjahr TEUR 1.768) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 822 (im Vorjahr TEUR 267). Die periodenfremden Erträge belaufen sich auf TEUR 54 (im Vorjahr TEUR 112).

3. Personalaufwand

Der Anstieg im Personalaufwand um TEUR 1.411 im Jahr 2017 ist Folge allgemeiner Entgeltsteigerungen sowie der Einstellung neuer Mitarbeiter im Zuge der strategischen Neuaufstellung der FP Holding im Rahmen der ACT-Strategie des FP-Konzerns.

4. Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Wirtschaftsgüter betragen im Geschäftsjahr TEUR 165 (im Vorjahr TEUR 29). Die Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von TEUR 111 (im Vorjahr TEUR 105) beinhalten im Wesentlichen Abschreibungen auf Mietereinbauten in Höhe von TEUR 68 (im Vorjahr TEUR 67) und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 30 (im Vorjahr TEUR 26).

5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 2.311 (im Vorjahr 2.574), Konzernumlage der FP GmbH in Höhe von TEUR 827 (im Vorjahr TEUR 751), Werbekosten in Höhe von TEUR 391 (im Vorjahr TEUR 378) und Mietaufwendungen in Höhe von TEUR 340 (im Vorjahr TEUR 374) und Reisekosten in Höhe von TEUR 223 (im Vorjahr TEUR 166). Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen TEUR 73 (im Vorjahr TEUR 94) periodenfremde Aufwendungen.

6. Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen

Die Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von TEUR 8.296 (im Vorjahr TEUR 5.278) resultieren aus den übernommenen Gewinnen von der Francotyp-Postalia GmbH, Berlin, sowie des übernommenen Verlustes der FP InovoLabs GmbH, Berlin, aufgrund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags.

7. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 1.574 (im Vorjahr TEUR 1.624) entfallen ausschließlich auf verbundene Unternehmen.

8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinserträge in Höhe von TEUR 149 (im Vorjahr TEUR 155) entfallen vollständig auf verbundene Unternehmen (im Vorjahr TEUR 148).

9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In den Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 1.562 (im Vorjahr TEUR 1.254) sind überwiegend Zinsen aus Bankdarlehen in Höhe von TEUR 873 (im Vorjahr TEUR 1.225) und Zinsen auf Steuern in Höhe von TEUR 662 (im Vorjahr TEUR 3) enthalten.

Neben den Darlehenszinsen bestehen Aufwendungen aus Aufzinsung der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 28 (im Vorjahr TEUR 27).

10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Im Steueraufwand in Höhe von TEUR 2.576 (im Vorjahr Steuerertrag TEUR 416) sind in Höhe von TEUR 2.021 (im Vorjahr TEUR 290) periodenfremde tatsächliche Steueraufwendungen enthalten.

V. Sonstige Angaben

1. Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt neben drei Vorständen 42 Angestellte (im Vorjahr 36). Von den Angestellten sind 2 Angestellte in leitender Funktion. Bei den 45 Angestellten handelt sich um 15 weibliche und 30 männliche Angestellte.

2. Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstand der FP Holding bestand im Berichtszeitraum 2017 aus drei Personen. Dem Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG nach stellen sich die Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder wie folgt dar.

Name Bestellung Ende der Bestellung Zuständigkeitsbereiche
Rüdiger Andreas Günther 11. Januar 2016 Dezember 2019 • Strategische Geschäftsentwicklung
Diplom-Kaufmann     • Produktion/Einkauf/Qualität
      • Personal/Recht/Compliance
      • Finanzen/Rechnungswesen/Controlling
      • Corporate Communications/Investor Relations/Presse
      • Interne Kommunikation
      • Merger & Acquisition
Thomas Grethe Juni 2013 Juni 2018 • (Strategische Geschäftsentwicklung)
Bankkaufmann und Betriebswirt     • Interne Revision
      • Business Development/Product Portfolio Management
      • Strategisches Marketing/Brand Management
      • Geschäftsfeld Frankieren/Kuvertieren (Vertrieb Deutschland/International/ Produktmanagement)
Sven Meise Februar 2015 Dezember 2021 • (Strategische Geschäftsentwicklung)
Diplom- Betriebswirt     • Business Development/Product Portfolio Management
      • Informationstechnik
      • Forschung & Entwicklung
      • Geschäftsfeld Digitale Lösungen (freesort, iab, Mentana-Claimsoft)

Seit 11. Januar 2016 ist Herr Günther Vorstandsvorsitzender.

Herr Günther war im Berichtsjahr Mitglied der Unternehmerperspektive Mittelstand der Commerzbank und im Regionalbeirat Ost der Commerzbank. Seit Januar 2017 ist er zudem Mitglied im Kundenbeirat der LBBW Sachsen Bank. Die Vorstandsmitglieder waren außerhalb des FP-Konzerns sonst in keinen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen vertreten.

Folgende Übersicht zeigt die Mitglieder des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG mit ihren Tätigkeiten außerhalb der Gesellschaft und mit sonstigen Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsratsmandaten bzw. Mandaten bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

Name Berufliche Tätigkeit Sonstige Verwaltungs- oder Aufsichtsratsmandate bzw. Mandate bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Klaus Röhrig • Geschäftsführender Gesellschafter der Mercury Capital Unternehmensberatungs- GmbH, Wien, Österreich • Vorsitzender des Verwaltungsrats, exceet Group SE, Luxemburg, Luxemburg
(Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 1. April 2013; Vorsitzender seit 9. April 2013) • Geschäftsführer, R3 Beteiligungen GmbH, Wien, Österreich  
  • Geschäftsführer, Active Ownership Capital S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg  
  • Geschäftsführer, R3 Capital GmbH, Wien, Österreich  
  • Director, White Elephant HoldCo S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg  
  • Director, White Elephant S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg  
  • Director, White Hills Management SCOSA, Grevenmacher, Luxemburg  
Robert Feldmeier • Geschäftsführer der Unigloves Arzt- und Klinikbedarfshandelsgesellschaft mbH, Siegburg • keine
(Mitglied des Aufsichtsrats seit 28. Juli 2012; Stellvertretender Vorsitzender seit 27. Juni 2013) • Geschäftsführer und Gesellschafter der UNIGLOVES Holding GmbH, München  
Botho Oppermann • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Nord UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Präsident des Verwaltungsrates der Internet Business Solutions AG, Boppelsen, Schweiz
(Mitglied des Aufsichtsrats seit 27. Juni 2013) • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Süd UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Aufsichtsrat der ID Information und Dokumentation im Gesundheitswesen GmbH & Co. KGaA, Berlin
  • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Ost UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Verwaltungsrat der ID Suisse AG, St. Gallen, Schweiz
  • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions West UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Verwaltungsrat der HCG Holding AG, Zug, Schweiz

Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat

Aufwandsbezogen sind im Jahresabschluss 2017 sowohl der Langfristbonus für Herrn Günther in Höhe von TEUR 180 (im Vorjahr TEUR 180), für Herrn Grethe in Höhe von TEUR 42 (im Vorjahr TEUR 11), für Herrn Meise in Höhe von TEUR 42 (im Vorjahr TEUR 41) als auch jeweils die variable einjährige Vergütung in Höhe der wahrscheinlichen Zielerreichung erfolgswirksam erfasst worden.

In Bezug auf den Vergütungsbericht gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 HGB verweisen wir auf den Konzernlagebericht. Gem. DRS 17 stellt sich die Gesamtvergütung wie folgt dar:

Herr Günther (Vorstandsmitglied ab 10. Januar 2016)

2016 2017
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 400 400
  Nebenleistungen 45 19
  Summe 445 419
Erfolgsbezogene Komponente      
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 220 348
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:    
  Stock Options Plan 2015 141 35
  Langzeitbonus1 180 180
  Summe 541 563
Versorgungsaufwand   19 20
Gesamtvergütung   1.005 1.002

1 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt sind. Für das Geschäftsjahr 2017 wurden eine Untergrenze i.H.v. TEUR 180 fixiert. In dieser Höhe wurde eine Rückstellung ergebniswirksam im Jahresabschluss 2017 gebildet.

Herr Grethe (Vorstandsmitglied ab 15. Juni 2013)

2013 2014 2015 2016 2017
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 119 200 230 293 265
  Nebenleistungen 6 12 10 16 20
  Summe 125 212 240 309 285
Erfolgsbezogene Komponente            
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 20 36 -11 10 113
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:          
  Stock Options Plan 2015 0 0 54 0 14
  Langzeitbonus2 0 0 0 38 42
  Summe 20 36 43 48 169
Versorgungsaufwand   2 21 21 21 22
Gesamtvergütung   147 269 304 378 476

Herr Meise (Vorstandsmitglied ab 1. Februar 2015)

2015 2016 2017
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 183 233 265
  Nebenleistungen 18 26 26
  Summe 201 259 291
Erfolgsbezogene Komponente        
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 24 42 117
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:      
  Stock Options Plan 2015 48 0 12
  Langzeitbonus3 0 0 42
  Summe 72 42 171
Versorgungsaufwand   19 21 22
Gesamtvergütung   292 322 484

Von den im Geschäftsjahr 2015 und 2016 gewährten aktienbasierten Vergütungen aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf den Vorstand insgesamt TEUR 243 (312.500 Optionen). Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Optionen aus diesem Aktienoptionsplan 2015 gewährt. Die Ausübungszeitpunkte für die Optionen liegen im Geschäftsjahr 2019 und 2020.

Die in den obigen Tabellen als Versorgungsaufwand ausgewiesenen Beträge sind Zuschüsse zur Altersvorsorge und Teil der an die Vorstände gezahlten fixen Entgelte.

Die Nebenleistungen bestehen im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Vorgaben anzusetzenden Werten aus der Dienstwagennutzung und im Vorjahr zusätzlich aus einer Umzugspauschale.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern sind wie im Vorjahr nur unwesentliche Beträge zurückgestellt (2017: TEUR 4; 2016: TEUR 3).

2 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt sind. Entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung wurden TEUR 42 (im Vorjahr TEUR 11) aufwandswirksam im Jahresabschluss 2017 als Zuführung zu Rückstellungen berücksichtigt.
3 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt sind. Entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung wurden TEUR 42 (im Vorjahr TEUR 41) aufwandswirksam im Jahresabschluss 2017 als Zuführung zu Rückstellungen berücksichtigt.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31.12.2017 TEUR 682 (im Vorjahr TEUR 616) gebildet.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit etwa zur Last fallenden Umsatzsteuer geschäftsjährlich eine feste im letzten Monat des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von TEUR 30. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2009 150 % und für seinen Stellvertreter 125 % der Vergütung für das normale Aufsichtsratsmitglied.

Die Festvergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2017 TEUR 113 (im Vorjahr TEUR 113).

3. Als Aufwand erfasste Honorare für den Abschlussprüfer

Die Hauptversammlung hat, basierend auf einer Empfehlung des Aufsichtsrats, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, zur Abschlussprüferin für das Geschäftsjahr 2017 gewählt. Die für Dienstleistungen der Abschlussprüferin als Aufwand angefallenen Vergütungen werden gem. § 285 Nr. 17 HGB im Konzernanhang ausgewiesen.

Sonstige Bestätigungsleistungen beinhalten im Wesentlichen auf Bestätigungen von Mittelverwendungen sowie Financial Covenants.

Sonstige Leistungen entfallen vor allem auf Rechts- und Organisationsberatung.

4. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Dem FP-Konzern nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne von IAS 24 sind assoziierte Unternehmen und nicht konsolidierte Tochtergesellschaften einerseits und andererseits Personen sowie Unternehmen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP- Konzerns ausüben können; nahestehende Personen sind des Weiteren Personen, die in Schlüsselpositionen des berichtenden Unternehmens tätig sind (jeweils einschließlich naher Familienangehöriger). Unternehmen, deren Finanz- und Geschäftspolitik von den vorgenannten nahestehenden Unternehmen und Personen mindestens maßgeblich beeinflusst wird, gehören ebenfalls zu dem Kreis der Francotyp-Postalia nahestehenden Unternehmen und Personen.

Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns kann auf einem Anteilsbesitz an der FP Holding von 20 % oder mehr, einem Sitz im Vorstand der FP Holding oder einer anderen Schlüsselposition im FP-Konzern sowie auf vertraglichen oder satzungsgemäßen Vereinbarungen beruhen.

Nahestehende Unternehmen und Personen des FP-Konzerns waren - neben den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats (sowie deren nahen Familienangehörigen) der FP Holding im Berichtsjahr:

das assoziierte Unternehmen FP Data Center Inc., Japan;

die nicht konsolidierte Tochtergesellschaft FP Systems India Private Limited, Indien;

die nicht konsolidierte Tochtergesellschaft FP Direct Ltd., Großbritannien;

Active Ownership Capital S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

Mercury Capital Unternehmensberatungs- GmbH, Wien, Österreich (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

R3 Beteiligungen GmbH, Wien, Österreich (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

R3 Capital GmbH, Wien, Österreich (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

White Elephant HoldCo S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

White Elephant S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

White Hills Management SCOSA, Grevenmacher, Luxemburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

exeet Group SE. Luxemburg, Luxemburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates)

Geschäftsführer der UNIGLOVES Arzt-und Klinikbedarf Handelsgesellschaft mbH, Siegburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

Geschäftsführer der UNIGLOVES Holding GmbH, München

Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Nord UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Süd UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Ost UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions West UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

Präsident des Verwaltungsrates der Internet Business Solutions AG, Boppelsen, Schweiz (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

ID Information und Dokumentation im Gesundheitswesen GmbH & Co. KGaA, Berlin (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

ID Suisse AG, St. Gallen, Schweiz (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);

HCG Holding AG, Herisau, Schweiz (über ein Mitglied des Aufsichtsrates).

An den Kreis der nahestehenden Unternehmen und Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns haben, sind im Berichtsjahr 2017 wie im Vorjahr mit Ausnahme der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Vergütungen gezahlt worden.

Hinsichtlich der Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats verweisen wir auf den vorhergehenden Punkt „Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat“.

5. Konzernabschluss

Für die Francotyp-Postalia Holding AG wird ein Konzernabschluss erstellt. Dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.

6. Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG haben eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG abgegeben und diese Erklärung auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.fp-francotyp.com/FP/unternehmen/investoren/corporate-governance/entsprechenserklaerung/fef9a400b3143858) dauerhaft zugänglich gemacht.

7. Aktionärsstruktur

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2017 von ihren Anteilseignern gemäß § 21 Abs. 1 WpHG folgende Mitteilungen erhalten und gemäß § 26 Abs. 1 WpHG und § 26a WpHG veröffentlicht:

Veröffentlichungsdatum 21.02.2017 17.10.2017 17.10.2017 15.12.2017 15.12.2017
Grund der Mitteilung Veräußerung von Aktien Erwerb von Aktien Erwerb von Aktien Erwerb von Aktien Erwerb von Erwerb
Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen Alceda Fund Management S.A. Active Ownership Fund SICAV-FIS SCSI Herr Klaus Röhrig Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS/ Herr Horian Schuhbauer Baring Fund Managers Limited Baring Asset Management Limited
Datum der Schwellenberührung 17.02.2017 12.10.2017 12.10.2017 11.12.2017 11.12.2017
Gesamtstimm rechtsanteile          
alt 3,068 % 10,27% n/a n/a n/a
neu 2,98 % 10,31 % 9,51 % 3,07 % 3,07 %
Stimmrechte (§§ 21,22 WpHG) 485.000 1.680.000 1.550.000 500.000 500.000

Ferner bestehen noch folgende bedeutende Stimmrechte:

Veröffentlichungsdatum 18.01. 2016 03.04. 2014 03.04. 2014 29.05. 2013 29.05. 2013 21.08. 2013 05.06. 2013 03.09. 2012
Grund der Mitteilung Erwerb von Aktien Erwerb von Aktien Erwerb von Aktien Erwerb von Aktien Erwerb von Erwerb Erwerb von Erwerb Erwerb von Erwerb Erwerb von Erwerb
Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen Internationale Kapitalanlagegesellschaft mbH, Düsseldorf, Deutschland Quaero Capital Funds (Lux), Luxemburg, Luxemburg QUAERO CAPITAL SA, Genf, Schweiz Tom Hiss Ludic GmbH, Bad Oldesloe, Deutsch land Saltarax GmbH, Hamburg, Deutsch land Axel Sven Springer Rudolf W. Heil
Datum der Schwellenberührung 12.01. 2016 01.04. 2014 01.04. 2014 24.05. 2013 24.05. 2013 08.08. 2013 03.06. 2013 30.08. 2012
Gesamtstimm rechtsanteile 10,16% 5,20% 5,20% 3,51% 3,51% 3,59% 3,13% 3,03%
Stimmrechte (§§ 21,22 WpHG) 1.641.732 840.000 840.000 566.882 566.882 580.706 505.988 490.000

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2017 von ihren Anteilseignern gemäß Art. 19 Abs. 1 MAR folgende Mitteilungen bezüglich der Aktie mit der ISIN DE00FPH9000 erhalten und veröffentlicht:

Veröffentlichungsdatum 16.06.2017 28.08.2017 28.08.2017 04.09.2017
Angaben zu den Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen Rüdiger Andreas Günther Rüdiger Andreas Günther 3R Investments Ltd., Klaus Röhrig Sven Meise
Grund der Mitteilung/ Position Vorstand Vorstand Aufsichtsrat Vorstand
Art des Geschäfts Annahme der Zuteilung von 180.000 Aktienoptionen. Geschäft im Rahmen des AOP 2015. Die Ausübbarkeit der Aktienoptionen hängt insbesondere von der Erreichung der Erfolgsziele und dem Ablauf der vierjährigen Wartezeit ab. Einzelheiten zum AOP 2015 lassen sich im Geschäftsbericht 2016 und der Einladung zur Hauptversammlung 2015 entnehmen. Die Aktienoptionen sind weder handel- noch abtretbar Kauf   Kauf   Kauf
Preis(e)/ Volumen in EUR 0,00 0,00 4,80000 4,80 4.929,00 98.580,00 5.000,00 3.250,00
      4,80000 480,00     4.994,00 1.568,12
      4,80000 120,00     5,02000 2.198,76
      4,80000 480,00     4,99200 529,15
      4.865,00 671,37     4.991,00 598,92
      4,86500 9.491,62     4,99400 1.438,27
      4,80000 403,20      
      4,75000 475,000      
      4,75000 641,25      
    4,78000 186,42      
    4,78000 478,00      
    4,78000 664,42      
    4,73500 473,50      
    4,73500 473,50      
    4,8000 2.880,00      
    4,8000 2.880,00      
    4,8000 556,80      
    4,86000 2.779,92      
    4,876830 14.636,05      
    4,89100 9.7820,00      
Aggregierte Preis/ Volumen EUR n/a 4,8552 4.8557,8500 4,92900 98.580,00   5,0017 9.583,220
                0
Datum des Geschäfts 01.09.2016 24.08.2017 24.08.2017 04.09.2017  
Ort des Geschäfts n/a Xetra Xetra Xetra  
Veröffentlichungsdatum 17.10.2017 17.10.2017
Angaben zu den Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen 3R Investments Ltd./ Klaus Röhrig   Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS  
Grund der Mitteilung/ Position Aufsichtsrat   Aufsichtsrat  
Art des Geschäfts Verkauf   Kauf
Preis(e)/ Volumen in EUR 4,50 6.975.000,00 4,50 6.975.000,00
Aggregierte Preis/ Volumen EUR 4,50 6.975.000,00 4,50 6.975.000,00
Datum des Geschäfts 12.10.2017   12.10.2017
Ort des Geschäfts Außerhalb eines Handelsplatzes Außerhalb eines Handelsplatzes

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2017 gemäß § 26a WpHG die Änderung der Gesamtstimmrechte veröffentlicht:

Veröffentlichungsda tum 04.01.2017 04.01.2017 Korrekturmitteilung 30.01.2017 28.02.2017 31.03.2017 30.06.2017
Art der Kapitalmaßnahme Sonstige Kapitalmaßnahme (§ 26a Abs. 1 WpHG) Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG) Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG) Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG
Stand zum/ Datum der Wirksamkeit 31.12.2016 31.12.2016 27.01.2017 28.02.2017 31.03.2017 30.06.2017
Neue Gesamtzahl der Stimmrechte 16.215.356 16.215.356 16.255.356 16.265.356 16.285.356 16.301.456

8. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat und der ordentlichen Hauptversammlung 2018 vorschlagen, den Bilanzgewinn in Höhe von 10.749.210,08 EUR wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung von 0,12 EUR Dividende je dividendenberechtigter Stückaktie 1.878.943,93 EUR
Gewinnvortrag 8.870.266,15 EUR
Bilanzgewinn 10.749.210,08 EUR

Nach dem Ende des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage der FP Holding gehabt hätten.

 

Berlin, 21.03.2018

Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG

Rüdiger Andreas Günther, Vorsitzender

Thomas Grethe

Sven Meise

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2017 (TEUR)

Pos. Anschaffungskosten
Nr. 1.1.2017 Zugänge Abgänge 31.12.2017
  I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 530 201 0 731
  II. Sachanlagen        
2. 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.379 0 0 1.379
3. 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 294 47 1 340
4. 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau   87   87
  Gesamt 1.673 134 1 1.806
  III. Finanzanlagen        
5. 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 38.584 25 25 38.584
6. 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 53.123 0 0 53.123
  Gesamt 91.707 25 25 91.707
  Anlagevermögen 93.910 360 26 94.244
Pos. Abschreibungen und Wertminderungen
Nr. 1.1.2017 Abschreibungen Abgänge 31.12.2017
         
1. 187 165 0 352
         
2. 198 81 0 279
3. 111 30 0 141
4. 0 0 0 0
  309 111 0 420
         
5. 16.817 0 0 16.817
6. 0 0 0 0
  16.817 0 0 16.817
  17.313 276 0 17.589
Pos. Buchwerte
Nr. 1.1.2017 31.12.2017
     
1. 343 379
     
2. 1.181 1.100
3. 183 199
4. 0 87
  1.364 1.386
     
5. 21.767 21.767
6. 53.123 53.123
  74.890 74.890
  76.597 76.655

Zusammengefasster Konzernlagebericht 2017

der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin

Inhaltsverzeichnis

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

1.1.1 Produktbereiche

1.1.2 Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition

1.2 STRATEGIEN UND ZIELE

1.2.1 Neue Ära mit ACT Strategie

1.2.2 Klare Ziele für ein dynamisches Wachstum

1.3 ORGANISATION

1.3.1 Konzernstruktur und Standorte

1.3.2 Leitung und Kontrolle

1.3.3 Mitarbeiter

1.4 STEUERUNG

1.4.1 Steuerungssystem

1.4.2 Finanzielle Leistungsindikatoren

1.4.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

1.5 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

1.5.1 Forschung und Entwicklung: Ziele

1.5.2 Neuheiten aus dem Bereich Forschung und Entwicklung (Produkte, Ländervarianten und Softwareprogramme)

1.5.3 Innovationskraft der DNA von FP - Die Kernkompetenzen

1.5.4 Datensicherheit steht an erster Stelle - Zulassungsbedingungen und -prozesse für Produkte und Services des FP-Konzerns

1.5.5 Innovative Produktentwicklung / Strategiefindung

1.5.6 Aufbau und Mitarbeiter des Bereichs Forschung und Entwicklung

1.5.7 Ausgewählte Entwicklungsthemen Forschung und Entwicklung

1.5.8 Forschungs- und Entwicklungskosten

2. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

3. ERTRAGSLAGE

3.1 ENTWICKLUNG WESENTLICHER POSTEN DER KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

3.1.1 Umsatzentwicklung

3.1.2 Andere aktivierte Eigenleistungen

3.1.3 Sonstige Erträge

3.1.4 Materialaufwand

3.1.5 Personalaufwand

3.1.6 Andere Aufwendungen

3.1.7 EBITDA

3.1.8 Abschreibungen und Wertminderungen

3.1.9 EBIT

3.1.10 Zinsergebnis

3.1.11 Sonstiges Finanzergebnis

3.1.12 Ertragsteuern

3.1.13 Konzernergebnis

3.1.14 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE PRO SEGMENT

4. FINANZLAGE

4.1 GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS

4.2 DIVIDENDENBERECHTIGTER BILANZGEWINN UND DIVIDENDE

4.3 FINANZIERUNGSANALYSE

4.4 INVESTITIONSANALYSE

4.5 AUSSERBILANZIELLE FINANZINSTRUMENTE

4.6 LIQUIDITÄTSANALYSE

5. VERMÖGENSLAGE

5.1 LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

5.2 EIGENKAPITAL

5.3 LANG- UND KURZFRISTIGE SCHULDEN

5.4 LEASING

6. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

6.1 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN

GESCHÄFTSVERLAUF 2017

6.2 GESCHÄFTSVERLAUF 2017

7. NACHTRAGSBERICHT

8. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

8.1 RISIKEN DES FP-KONZERNS

8.1.1 Marktbezogene Risiken

8.1.2 Operationelle Risiken

8.1.3 Finanzrisiken

8.1.4 Regulierung, Recht und Compliance

8.1.5 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

8.2 CHANCEN DES FP-KONZERNS

8.2.1 Marktchancen

8.2.2 Produktchancen

8.2.3 Vertriebschancen

8.2.4 Chancen aus den Maßnahmen FP FIT

8.2.5 Chancen durch Währungseffekte

8.2.6 Sonstige Chancen

8.2.7 Gesamtaussage zur Chancensituation

9. PROGNOSEBERICHT

9.1 ERWARTETE GESAMT- UND BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE

RAHMENBEDINGUNGEN

9.2 ERWARTETE GESCHÄFTSENTWICKLUNG VON FRANCOTYP-POSTALIA

9.3 ERWARTETE ENTWICKLUNG DER LEISTUNGSINDIKATOREN

10. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN

10.1 ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS ZU DEN ANGABEN §§ 289a Abs. 1,315a Abs. 1 HGB

10.2 KONZERNERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 315d HGB i.V.m. § 289f HGB

10.3 NICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG GEMÄSS § 315b HGB

11. VERGÜTUNGSBERICHT

11.1 VERGÜTUNGSSYSTEM ALLGEMEIN

11.2 ERFOLGSUNABHÄNGIGE BESTANDTEILE

11.2.1 Festvergütung

11.2.2 Nebenleistungen

11.3 ERFOLGSABHÄNGIGE BESTANDTEILE

11.3.1 Variable Vergütung

11.3.2 Langfristige aktienbasierte Vergütung

11.4 ZUSAGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT IM

VORSTAND

11.5 VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS IM GESCHÄFTSJAHR 2017

11.5.1 Vergütung der Mitglieder des Vorstands

11.5.2 Vergütung des Aufsichtsrats

11.6 AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

12. FRANCOTYP-POSTALIA HOLDING AG (KURZFASSUNG HGB)

12.1 ERTRAGSLAGE

12.1.1 Umsatzerlöse

12.1.2 Sonstige betriebliche Erträge

12.1.3 Materialaufwand

12.1.4 Personalaufwand

12.1.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen und

Wertberichtigungen

12.1.6 Beteiligungsergebnis

12.1.7 Zinsergebnis

12.1.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag

12.1.9 Jahresüberschuss/-fehlbetrag

12.2 FINANZLAGE

12.3 VERMÖGENSLAGE

12.3.1 Anlagevermögen

12.3.2 Umlaufvermögen

12.3.3 Eigenkapital

12.3.4 Rückstellungen

12.3.5 Verbindlichkeiten und passive latente Steuern

12.4 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN

GESCHÄFTSVERLAUF DER FP HOLDING

12.5 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF

12.6 RISIKEN UND CHANCEN

12.7 PROGNOSEBERICHT

13. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER NACH § 315 Abs. 1 SATZ 5 UND NACH § 289 Abs. 1 SATZ 5 HGB

Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Die Francotyp-Postalia Holding AG (FP-Konzern, FP, Francotyp-Postalia oder das Unternehmen) mit Hauptsitz in Berlin und einer 95-jährigen Geschichte ist Experte für sicheres Mail-Business und digitale Kommunikationsprozesse. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des FP-Konzerns liegt bei Produkten und Dienstleistungen zur effizienten Postverarbeitung, Konsolidierung von Geschäftspost und Digitalen Lösungen für Unternehmen und Behörden. In vielen Industrieländern ist das Unternehmen mit Tochtergesellschaften und einem dichten Händlernetzwerk präsent.

Seine Geschäftstätigkeit unterteilt das Unternehmen in drei Produktbereiche: Frankieren und Kuvertieren, Mail Services sowie Softwarelösungen.

1.1.1 Produktbereiche Produktbereich Frankieren und Kuvertieren

Der FP-Konzern entwickelt und fertigt Frankiersysteme. Er verkauft und vermietet sie ebenso wie Kuvertiersysteme und bietet darüber hinaus umfassende Services. Die Kunden können mit den Frankiersystemen ihre Post in kurzer Zeit automatisiert frankieren und die Portokosten reduzieren. Wichtigster Umsatzträger ist das After-Sales-Geschäft mit seinen wiederkehrenden Umsätzen aus der Vermietung von Frankiersystemen, dem Verkauf von Verbrauchsmaterialien wie Farbbandkassetten und Tintenkartuschen, Servicedienstleistungen, Softwarelösungen für die Kostenstellenverwaltung sowie Teleporto.

Produktbereich Mail Services

Der Produktbereich Mail Services umfasst den Frankierservice - Abholung unfrankierter Ausgangspost und Übernahme der Frankierung - und die Konsolidierung von Geschäftspost. Darunter versteht man die Abholung von Briefen in Unternehmen, deren Sortierung nach Postleitzahlen und die Einlieferung bei einem Briefzentrum der Deutschen Post AG oder alternativen Postzustellern. Das entsprechende Geschäft betreibt die freesort, die mit acht Sortierzentren im Bundesgebiet der führende unabhängige Konsolidierer von Geschäftspost am deutschen Markt ist.

Produktbereich Softwarelösungen

Im Bereich Softwarelösungen fasst der FP-Konzern sein Geschäft mit Hybrid-Mail Services sowie Lösungen rund um die volldigitale Kommunikation zusammen. Bei den Hybrid-Mail Services der FP-Tochter IAB verschickt der Absender das Dokument über das Internet unter Gewährleistung höchster Sicherheitsstandards; der Empfänger erhält im Normalfall einen klassischen Brief. Der FP-Konzern übernimmt den gesamten Herstellungsprozess bis zur Übergabe der Briefe an einen Zustelldienstleister (FP Outbound). Ergänzend bietet der FP- Konzern seinen Kunden auch universelle Komplettlösungen zur Posteingangsverarbeitung (FP Inbound). Dabei wird die gesamte eingehende Post digitalisiert, nach kundenspezifischen Kriterien analysiert, ausgewertet und anschließend dem Daten- oder Dokumentensystem des Kunden in elektronischer Form zugeführt. Die Dienstleistungen der volldigitalen Kommunikation der Tochtergesellschaft Mentana-Claimsoft umfassen vor allem Produkte zur Langzeitspeicherung und zur Absicherung elektronischer Dokumente durch Verschlüsse- lungs- und Signatursoftware. Zukunftsweisend ist in diesem Bereich das Produkt FP Sign, eine cloudbasierte Lösung für den rechtssicheren digitalen Abschluss und Austausch von Verträgen und Dokumenten.

1.1.2 Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition

Mit seinen Frankiersystemen ist der FP-Konzern weltweit in den wichtigsten relevanten Märkten vertreten, darunter Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich. Mit insgesamt rund 225.000 installierten Frankiersystemen verbesserte sich der globale Marktanteil des Unternehmens auf rund 11 %; damit ist der FP-Konzern weltweit der drittgrößte Anbieter. In Deutschland und Österreich ist das Unternehmen mit einem Marktanteil von rund 42 % bzw. 47 % Marktführer. Der weltweite Vertrieb erfolgt über Tochtergesellschaften in Deutschland, USA, Kanada, Großbritannien, Niederlanden, Belgien, Frankreich, Österreich, Italien und Schweden sowie über ein dichtes Händlernetzwerk in rund 40 Ländern.

In vielen Märkten profitierte der FP-Konzern auch im Geschäftsjahr 2017 von dem anhaltenden Trend hin zu kleineren Frankiersystemen. Der FP-Konzern konzentriert sich traditionell auf das A- sowie das B-Segment für Frankiersysteme und verfügt mit der PostBase-Familie über innovative Frankiersysteme für kleinere und mittlere Briefaufkommen.

A-Segment B-Segment C-Segment
1 - 200 Briefe/Tag 200 - 2.000 Briefe/ Tag > 2.000 Briefe/ Tag

In den Bereichen Mail Services und Softwarelösungen konzentriert sich der FP-Konzern zurzeit auf den deutschen Markt. Dank einer bundesweiten Struktur mit acht Sortierzentren in Langenfeld, Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt, Stuttgart und München kann der FP-Konzern eine flächendeckende Abholung der Geschäftspost garantieren und hat sich damit als der führende unabhängige Konsolidierer im deutschen Markt etabliert. Für das Thema Hybrid-Mail verfügt der Konzern über ein eigenes Druckzentrum in Berlin. Darüber hinaus gibt es ein Druckzentrum bei der österreichischen Konzerngesellschaft in Wien. FP- Inbound Lösungen werden ebenfalls aus den acht Sortierzentren des Unternehmens ange- boten. Die Datenverarbeitung erfolgt hierbei zentral am Standort Berlin.

1.2 STRATEGIEN UND ZIELE

1.2.1 Neue Ära mit ACT Strategie

Der FP-Konzern erarbeitete im Jahresverlauf 2016 die neue Strategie ACT und stellte sie im November desselben Jahres der Öffentlichkeit vor. ACT läutete eine neue Ära ein und macht den Konzern zu einem dynamischen Wachstumsunternehmen. Die neue Wachstumsstrategie widerlegt die seit langem bestehenden drei Mythen zum FP-Geschäftsmodell:

1. „Der Frankiermaschinenmarkt schrumpft infolge rückläufiger Briefmengen.“

2. „Der FP-Konzern kann im Geschäft mit Frankiersystemen nicht weiter wachsen.“

3. „Die Digitalisierung kommt über Nacht und führt zu einer disruptiven Veränderung des Marktes.“

Dem hält der FP-Konzern seine Strategie und die ersten Ergebnisse aus dem Jahr der Implementierung von ACT entgegen.

Ein Umsatzwachstum im Bereich des Frankiermaschinengeschäfts ist machbar

Bereits im Geschäftsjahr 2016 deutete die Entwicklung des FP-Konzerns an, welche Potenziale im Kerngeschäft mit Frankiersystemen noch möglich sind. Auch 2017 setzte sich dieser Trend fort. Das im Geschäftsjahr 2017 erzielte Umsatzwachstum im Bereich der Frankiersysteme in Höhe von 1,1 %, währungsbereinigt sogar in Höhe von 2,8 %, ist ein wichtiger erster Indikator für die Richtigkeit der strategischen Annahme. Das gezeigte Wachstum basiert auf der guten Positionierung des FP-Konzerns in dem sich verändernden Markt für Frankiersysteme. FP verfügt über eine innovative und zugleich kundenorientierte Produktpalette. Damit spricht der FP-Konzern weltweit von Kleinkunden bis hin zu Kunden mit mittlerem und größerem Briefaufkommen ein breites Spektrum von Unternehmen an. Über 80 % dieser Unternehmen verwenden auch im digitalen Zeitalter weiter Briefe gerade für vertrauliche Unterlagen. Dies zeigte der 2017 veröffentlichte FP-Effizienzreport, für den Bitkom Research mehr als 300 mittelständische und große Unternehmen in Deutschland zu Kommunikationsverhalten, Postverarbeitungsprozessen und zum Dokumentenmanagement befragte (https://www.fp-francotvp.com/Effizienzreport).

Der Frankiermaschinenmarkt wächst in Teilen

Innerhalb des Frankiermaschinenmarkts kommt es mit Vordringen der E-Mail zu erheblichen Veränderungen: Immer mehr Unternehmen ersetzen große Systeme für hohe Briefaufkommen durch kleinere Systeme. Am Beispiel der weltweit größten Märkte für Frankiersysteme USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich kann die Verschiebung vom sogenannten C-Segment mit mehr als 2.000 Briefen täglich zum A-Segment mit weniger als 200 Briefen pro Tag überzeugend dargestellt werden. Während das C- und auch das B-Segment (200 - 2000 Briefe pro Tag) deutlich schrumpfen, wächst das A-Segment seit 2011 um etwa 2,8 % pro Jahr. Unternehmen, die bislang große bis sehr große Briefvolumen selbst verarbeitet haben, lagern deren Verarbeitung an externe Dienstleister aus. Im Unternehmen verbleiben kleinere Mengen klassischer Briefsendungen für die anstelle der großen Frankiermaschinen nunmehr kleine, einfach zu bedienende Frankiersysteme eingesetzt werden. Diese Segmentverschiebung eröffnet Francotyp-Postalia Chancen für die Gewinnung von Neukunden. Denn der FP-Konzern verfügt gerade im A-Segment mit den PostBase-Frankiersystemen über technisch hochmoderne und mehrfach in Design und Funktionalität ausgezeichnete Systeme.

Die Digitalisierung erfolgt Schritt für Schritt

Die Digitalisierung verläuft gerade im Bereich der Kommunikations- und Dokumentenprozesse eher zögerlich. Ein wesentlicher Grund dafür ist ein hohes Maß an Verunsicherung über die richtige Anwendung der digitalen Medien und Kommunikationskanäle. Unternehmen halten an bewährten Prozessen und Medien gerade für vertrauliche Informationen fest und nutzen die E-Mail hingegen vorwiegend für den Versand einfacher Korrespondenz.

Die Digitalisierung selbst verläuft in der Regel über drei Stufen:

1. Digitalisierung der Eingangspost,

2. Produktion und Verarbeitung der Ausgangspost,

3. vollständiges digitales Dokumenten- und Transaktionsmanagement.

Die Digitalisierung dieser Bereiche erfolgt sukzessiv und führt in den meisten Fällen nicht dazu, dass aus den zuvor vollständig analogen, papierbasierten ausschließlich digitale Kommunikations- und Dokumentenprozesse entstehen. Vielmehr laufen beide Kommunikationskanäle nebeneinander. Die Digitalisierung führt also nicht zu einer disruptiven Veränderung des Marktes, sondern mündet in einen länger andauernden Transformationsprozess beim Kunden. Der FP-Konzern verfügt schon heute über Lösungen wie beispielsweise FP Sign, um diesen Prozess zu begleiten und insbesondere vertrauliche Kommunikationsprozesse - wie Vertragsabschlüsse - voll digital abzuwickeln.

Paradigmenwechsel im FP-Konzern

Bei der Erarbeitung der ACT-Strategie wurden die für den FP-Konzern maßgeblichen Fakten auf diese Weise von einer geänderten Perspektive aus betrachtet und neu bewertet. Das Ergebnis: FP kann unter Ausnutzung der genannten Segmentverschiebung im Bereich der Frankiersysteme seine bestehende Kundenbasis von rund 200.000 Unternehmen weiter ausbauen. Zugleich ergibt sich pro bestehendem Kunden und mit jedem neuen Kunden die Möglichkeit, diesen auf dem Weg der digitalen Transformation zu begleiten und ihm über die klassische Sendungsverarbeitung hinaus Produkte und Services rund um die digitale Kommunikation anzubieten. Insgesamt führt dies zu einer stärkeren Kundenbindung und höherem nachhaltig profitablen Wachstum pro Kunde.

Die ACT-Strategie berücksichtigt diese Chancen. Sie umfasst die drei Bestandteile Attack, Customer Journey und Transformation. Sie wird begleitet durch die laufenden FP FIT Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und der Umsetzungsstärke in allen Bereichen mit den vier Schwerpunkten Finanzen, Personal, Vertrieb und Digitalisierung.

Attack: Ausbau der Kundenbasis und Erhöhung des Marktanteils im Kerngeschäft

Das Kerngeschäft des FP-Konzerns mit Frankiersystemen verfügt über mehr Wachstumspotenzial als in der Vergangenheit angenommen. Immer mehr Geschäftskunden setzen auf Systeme für kleinere Briefvolumina. Mit der innovativen PostBase-Familie ist der FP-Konzern optimal auf die sich verändernden Kundenanforderungen vorbereitet. Schon heute kann das Unternehmen damit seine Umsätze steigern. Mit einer gezielten Marktentwicklungsstrategie vor allem in den nach wie vor attraktivsten Märkten USA und Frankreich will der FP-Konzern nun sukzessive Marktanteile im Kerngeschäft gewinnen und die Kundenbasis ausbauen. Zusätzlich plant der FP-Konzern, das Leistungsspektrum durch weitere innovative Produkte und Services wie zum Beispiel im Bereich Päckchen und Paketversand zu erweitern.

Customer Journey: Neue Lösungen und Services für Bestands- und Neukunden entwickeln

Der FP-Konzern antizipiert die sich verändernden Kundenbedürfnisse und entwickelt sich zum Begleiter der Digitalisierung von Prozessen rund um die ein- und ausgehende Geschäftskommunikation in Unternehmen und Behörden. Bereits bestehende Services der Tochtergesellschaft IAB werden dazu mit Hilfe der bundesweiten Sortierzentren der Tochter freesort systematisch ausgebaut. Auf diese Weise entstehen Digitalisierungs-Hubs für die Eingangspost. Mit zusätzlichen Innovationen stärkt der FP-Konzern seine Marktposition. Zukunftsweisend ist etwa das auf der CeBIT 2017 vorgestellte Produkt FP Sign. Mit dieser neuen Lösung für den sicheren, vertraulichen und rechtsverbindlichen digitalen Abschluss und Austausch von Verträgen und Dokumenten adressiert der FP-Konzern den Wachstumsmarkt Digital Transaction Management, der bis 2020 um 43 % pro Jahr zulegen soll (Aragon Research).

Transformation: Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsfelder

Die Entwicklung zu einem Begleiter der Digitalisierung von Prozessen setzt zugleich voraus, dass sich auch der FP-Konzern verändert. Im Wesentlichen gehen die Anforderungen hier in die Implementierung und Nutzung neuer agiler Innovationsmethoden zur besseren und schnelleren strategischen Positionierung und Anpassung des Kerngeschäfts entlang der sich wandelnden Kundenbedürfnisse.

Daraus folgt die Exploration und Verprobung zukünftiger Märkte, Produkte und Geschäftsmodelle auf Basis der FP-eigenen DNA (Kryptografie, Sensorik, Aktorik, Konnektivität) und auch die weiter gehenden Überlegungen strategischer Optionen für die Transformation von FP. Zusätzlich rollt der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2018 das Projekt „Structure & Organisation“ mit dem Ziel aus, die Komplexität im FP-Konzern zu reduzieren sowie die Schlagkraft und Agilität eines Unternehmens in der Transformation deutlich zu erhöhen.

1.2.2 Klare Ziele für ein dynamisches Wachstum

Mit der ACT-Strategie verfolgt der FP-Konzern ehrgeizige Ziele: Bis 2023, dem Jahr seines 100-jährigen Bestehens, will das Unternehmen den Umsatz auf rund 400 Mio. Euro verdoppeln und eine EBITDA-Marge von ca. 20 % erzielen. Schon im Jahr 2020 will FP einen Umsatz von rund 250 Mio. Euro bei einer EBITDA-Marge von mindestens 17 % erwirtschaften.

Die Basis für ACT schafft das Unternehmen mit FP FIT. Hierin sind bereits gestartete sowie neu definierte Maßnahmen zusammengefasst. Diese Maßnahmen dienen der Steigerung der Effizienz und der Umsetzungsstärke in allen Unternehmensbereichen. Die Maßnahmen mit den vier Schwerpunkten Finanzen, Personal, Vertrieb und Digitalisierung werden ihre volle Wirkung ab 2019 entfalten. Im Zeitraum von 2020 bis 2023 strebt das Unternehmen danach einen Gewinn je Aktie (EPS) von mindestens 1,00 Euro an. In seiner Dividendenpolitik bleibt das Unternehmen konstant: Einen positiven Free Cashflow vorausgesetzt, plant das Unternehmen mit einer Ausschüttungsquote von 35 - 50 % auf das bereinigte Konzernergebnis.

1.3 ORGANISATION

1.3.1 Konzernstruktur und Standorte

Die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2017 wird in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.

Berlin ist der Hauptsitz des Unternehmens und größter Standort des FP-Konzerns. In Berlin sind zentrale Unternehmensbereiche wie Controlling, Rechnungswesen, Steuern und Treasury, Personal, Einkauf, IT und Konzernsteuerung angesiedelt. Außerdem erfolgt dort die Entwicklung der Frankiersysteme und zahlreicher Softwarelösungen. Der weltweite Vertrieb der Frankier- und Kuvertiersysteme erfolgt über Tochtergesellschaften in den Märkten Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Österreich, Italien, Schweden, USA, Kanada und Frankreich sowie über ein dichtes Händlernetzwerk. Eine Übersicht zu den Tochtergesellschaften findet sich im Konzernanhang.

Seit 2012 stellt der FP-Konzern seine Frankiersysteme ausschließlich in einer modernen, flexiblen und hohen Qualitätsanforderungen verpflichteten Produktion im brandenburgischen Wittenberge in Deutschland her.

1.3.2 Leitung und Kontrolle

Für die Darstellung der Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder gemäß dem Geschäftsverteilungsplan wird auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt V. Vorstand und Aufsichtsrat (Zusatzangaben nach HGB) verwiesen.

Die Vorstände arbeiten eng mit einem Team von nationalen und internationalen Führungskräften zusammen.

Ein dreiköpfiger Aufsichtsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstands und berät diesen. Innerhalb des Aufsichtsrats kam es im Geschäftsjahr 2017 zu keinen Veränderungen. Zum 31. Dezember 2017 gehörten ihm die folgenden Mitglieder an: Klaus Röhrig (Vorsitzender), Robert Feldmeier (stellvertretender Vorsitzender) und Botho Oppermann.

1.3.3 Mitarbeiter

Der Rückgang der Beschäftigten im Jahr 2017 im Segment Vertrieb Deutschland erfolgte unter anderen infolge der bereits im Vorjahr begonnenen Neuausrichtung des Kundenservice im Produktbereich Frankieren und Kuvertieren. Im Produktbereich Software wurde die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Hybrid-Mail-Services erhöht; gegenläufig wirkte ein Rückgang der Beschäftigten im Zuge von Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem De-Mail-Dienst des FP-Konzerns.

Der Ausbau der Vertriebsmannschaft im Jahr 2017 im Segment Vertrieb International ist Bestandteil der ACT-Maßnahmen zur zielgerichteten Gewinnung von Marktanteilen im Kerngeschäft mit Frankiersystemen.

Die Steigerung der Anzahl der Beschäftigten im Berichtsjahr im Segment Zentrale Funktionen geht auf die weitere Professionalisierung der administrativen Bereiche des FP-Konzerns im Zusammenhang mit der ACT-Strategie zurück.

1.4 STEUERUNG

1.4.1 Steuerungssystem

Der FP-Konzern gliedert seine betriebliche Tätigkeit in die vier Segmente Produktion, Vertrieb Deutschland, Vertrieb International sowie Zentrale Funktionen. Die Segmentierung entspricht dem internen Berichtswesen des Unternehmens.

1.4.2 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Steuerung des Konzerns erfolgt im Wesentlichen über die folgenden finanziellen Kennzahlen:

Umsatz,

EBITDA,

Bereinigter Free Cashflow.

Damit stellt der FP-Konzern sicher, dass Entscheidungen das Spannungsfeld zwischen Wachstum, Profitabilität und Liquidität ausreichend berücksichtigen.

Der Umsatz dient der Messung des Erfolgs am Markt. Mit dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) misst der Konzern die operative Leistungskraft und den Erfolg der einzelnen Geschäftseinheiten.

Grundsätzlich wird mit der Berücksichtigung des Free Cashflows sichergestellt, dass die finanzielle Substanz des Konzerns erhalten bleibt. Der Free Cashflow ergibt sich aus dem Saldo von Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich vorgenommener Investitionen. Der bereinigte Free Cashflow wurde als neuer finanzieller Leistungsindikator im vergangenen Geschäftsjahr und vor dem Hintergrund der ACT-Strategie eingeführt. Hierbei wird der Free Cashflow um Investitionen in Finance Lease Assets und M&A bereinigt.

1.4.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Neben finanziellen Leistungsindikatoren nutzt der FP-Konzern auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens. Im Zentrum steht die Qualität des Leistungsspektrums, gemessen an einem Qualitäts- und einem Verbesserungsindikator.

Der Qualitätsindikator misst die Veränderung der Produktqualität auf der Basis der jährlichen Serviceeinsätze im Verhältnis zum durchschnittlichen gewichteten Maschinenbestand. Dabei werden auch laufende Veränderungen wie die Einführung neuer oder die Optimierung bestehender Produkte berücksichtigt. Diese Kennzahl wird in Deutschland erhoben, da aufgrund der hiesigen Organisationsstruktur die Erfassung und Auswertung von Serviceeinsätzen am besten möglich ist, und wird vergleichend auf die international tätigen Tochtergesellschaften angewandt, wo sie beispielsweise der Kostenkalkulation für Vertriebspartner dienen kann.

Auch der Verbesserungsindikator erfasst die Qualität der FP-Produkte und hier insbesondere die Qualität neuer Frankiersysteme. Er basiert auf dem Teileaufwand für Nachbesserungen an ausgelieferten Maschinen und misst das Verhältnis der Teilekosten aus Gewährleistungen zum Gesamtumsatz. Der FP-Konzern erfasst die notwendigen Daten monatlich, wobei eine Analyse der vergangenen Jahre zeigt, dass der Indikator bei der Neueinführung einer neuen Generation von Frankiersystemen tendenziell steigt.

Der FP-Konzern verwendet diese beiden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren intern auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Hierbei greift das Unternehmen auf die Global Reporting Initiative (GRI) zurück. Beide nichtfinanziellen Kennzahlen messen die nachhaltige Steigerung der Produkt- und Service-Qualität. Verbesserungen beider Indikatoren dienen der Kundenzufriedenheit und dadurch dem ökonomischen Erfolg des Unternehmens. Zugleich wird auf diesem Wege auch ein schonenderer Einsatz von Ressourcen an Material und Personal erreicht.

1.5 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

1.5.1 Forschung und Entwicklung: Ziele

Unterstützung der wesentlichen strategischen Maßnahmen der ACT Strategie zur Entwicklung neuer, innovativer Produkte und Überarbeitung bestehender Produkte im Sinn der Markt- und Technologieevaluierung

Steigerung der Effizienz und Innovationsfähigkeit durch Implementierung neuer, agiler Innovationsmethoden im Rahmen von FP FIT

Überarbeitung der bestehenden Patentstrategie

Entwicklung neuer Produkte entlang der FP-eigenen DNA

Etablierung eines Innovationsnetzwerks - Enge Kooperation mit Hochschulen und Startups

1.5.2 Neuheiten aus dem Bereich Forschung und Entwicklung (Produkte, Ländervarianten und Softwareprogramme)

Implementierung des Sicherheitsstandards IMI-PC (Intelligent Mail Indicia Performance Criteria) der USPS für US-amerikanische Frankiersysteme

Umstellung der Frankiersysteme auf die Anforderungen des Infrastrukturrabatts (ISR) der Deutsche Post AG

Entwicklung des FP Secure Gateway (Internet of Things, loT)

Entwicklung des FP Kundenportals discoverFP

Marktvorbau für die zukünftige FP Product Roadmap

Evaluierung technischer Alternativen in den Bereichen Antrieb, Drucktechnik und für den Einsatz von Webtechnologien (Embedded Software)

Entwicklung der cloud basierten digitalen Signaturlösung FP Sign

Realisierung von elf weiteren Ländervarianten für den internationalen Rollout der FP PostBase-Familie

1.5.3 Innovationskraft der DNA von FP - Die Kernkompetenzen

Die DNA der FP prädestiniert das Unternehmen, in die Bereiche Industrie 4.0 und Internet of Things (loT) vorzudringen. Neben der Betreuung der Bestandsprodukte hat deswegen die Entwicklung neuer innovativer Produkte und Services hohe Priorität. Agile Entwicklungsmethoden sind dabei seit Jahren gelebte Praxis. Dazu kommen die Zusammenarbeit mit Hochschulen und das Partnering mit jungen und etablierten Unternehmen. Die Herausforderungen der digitalen Transformation von Unternehmen entstehen auf vielen Ebenen und bedingen Kooperationen, um das steigende Tempo von Innovationszyklen nicht nur zu halten, sondern auch deutlich zu erhöhen. Die kreative Energie der Entwicklungsingenieure des FP- Konzerns bildet die Plattform für innovative Produkte und Services.

Kryptografie (Sicherheits- und Verschlüsselungssoftware)

Seit mehr als 15 Jahren wird bei der Francotyp-Postalia das Know-How der angewendeten Kryptografie entwickelt und laufend an neue Techniken und Erfordernisse angepasst. Das Beherrschen dieser Technik ist unverzichtbar für alle FP-Produkte und stellt eine herausragende Disziplin dar. Kryptografie ist ursprünglich die Wissenschaft der Verschlüsselung von

Informationen. Heute befasst sich Kryptografie darüber hinaus mit der Konzeption, Definition und Konstruktion von Informationssystemen, die widerstandsfähig gegen Manipulation und unbefugtes Lesen sind, also dem Thema Informationssicherheit. Sie wird damit überall dort eingesetzt, wo die sichere Speicherung und Übertragung von vertraulichen Daten notwendig ist. Ergänzt werden diese Techniken um Funktionen, die es gestatten, den Absender einer Information eindeutig zu identifizieren. Im Fall der Frankiersysteme wird hiermit im Wesentlichen die hochsichere Übertragung von Geldwerten und Sensorikdaten sichergestellt.

Sensorik/ Aktorik (oder Aktuatorik)

Die in den Frankiersystemen und anderen Geräte eingesetzten Sensoren erkennen äußere und innere Betriebszustände. Sie erfassen beispielsweise Temperaturen, Geschwindigkeiten oder Helligkeiten. Diese Informationen werden in den Frankiersystemen aufgezeichnet und mittels spezieller Softwareprogramme in die Steuerung von Antriebselementen, sogenannte Aktoren, umgesetzt. So kann sichergestellt werden, dass der Transport, der Druck und der Schutz der Systeme auf einem hohen Qualitätsniveau erfolgt.

Software

Software ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der weltweit eingesetzten FP- Produkte. FP konsolidiert die Software-Entwicklung zunehmend in Kompetenzzentren. Sie stellen sicher, dass FP in den unterschiedlichen Bereichen der Softwaretechnik am Puls der Zeit bleibt. Deswegen umspannt die Softwareentwicklung heute weit mehr als die „einfache“ Maschinensteuerung und reicht von der PC- und Webanwendung bis hin zu den Servern zur Realisierung der Kryptografie. Der Ausbau der Kompetenzzentren wurde 2017 weiter vorangetrieben.

Konnektivität

Ein Produkt oder ein Service der FP ist heute keine isoliert arbeitende Einheit mehr. FP verfügt beispielsweise über eine installierte Basis von mehr als 120.000 PostBase, PostBase One und PostBase Mini-Systemen, die alle mit dem sogenannten FP Repository verbunden sind. Über dieses System kann eine Vielzahl von Aufträgen erteilt und ausgeführt werden. Jedes Produkt und jeder Service stellt ein komplexes System dar, das mit anderen Systemen in Verbindung steht und kommuniziert. Der Navigator für Frankiersysteme stellt eine Verbindung zu hybriden oder vollelektronischen Versandsystemen her. Über Cloud- Systeme können Paketdienste abgerufen bzw. Verträge und Dokumente auch mobil rechtsverbindlich, sicher und vertraulich ausgetauscht oder unterzeichnet werden (FP Sign). Neben der Verbindung über Produktgrenzen hinweg werden auch innerhalb eines Produktes Dienste zur Verfügung gestellt, die durch den Verbund mit anderen Teilsystemen erst möglich werden.

Entwicklungsprozesse

Entscheidend für den Erfolg im Bereich der Forschung und Entwicklung sind nicht nur die einzelnen Kompetenzen; ein großer Erfolgsfaktor sind die Prozesse. Durch den Einsatz agiler Entwicklungsmethoden, z. B. SCRUM, hat FP die Möglichkeit Produkte dynamisch an die Marktbedürfnisse anzupassen. Hierbei besteht am Anfang eines Projektes eine Vorstellung, die jedoch nicht starr im Sinne eines herkömmlichen Wasserfall-Modells durchgeführt wird, sondern durch den frühzeitigen Kontakt mit Kunden und Marketing fortwährend verbessert werden kann. Neben der agilen Umsetzung von Projekten setzt FP vermehrt auch agile Methoden in der Definitionsphase von Produkten ein. Diese Design Sprints führen zu einem schnellen Marktfeedback bereits in der Phase der Entstehung der Produktidee. Mittlerweile arbeitet FP in allen Projekten, wo es zielführend ist, nach agilen Prozessen und Methoden.

Technikum

Im Technikum der FP werden die Entwicklungsergebnisse und Lösungsansätze der verschiedenen Fachbereiche zusammengeführt. Potenzielle Funktionsprinzipien werden im Versuchslabor aufgebaut, getestet und analysiert und in der Zusammenschau wichtige Entscheidungen für das Produktdesign getroffen. Zugleich bietet das Technikum den Raum, Veränderungen in Echtzeit vorzunehmen und einer erneuten Überprüfung zu unterziehen. Deswegen ist das Technikum mit modernster Technologie ausgestattet. So wurde beispielsweise die Anzahl der verfügbaren 3D-Drucker aufgestockt, mit denen in kurzer Zeit Teile gefertigt und getestet werden können. Darüber hinaus bieten Hochgeschwindigkeitskameras und Klimaschränke Forschungsumgebungen, die lange Lebenszeiten simulieren. Damit gewinnt FP Erkenntnisse über das Langzeitverhalten der zu entwickelnden Produkte. Alternative Drucktechnologien oder simulierte Alterungsprozesse sind nur ein Auszug der Erkenntnisse, die das Technikum für die Fachgebiete Konstruktion und Elektronik hervorbringt. Weiterhin werden Softwaretechnologien, wie z. B. Webserver, auf die Tauglichkeit zum Einsatz in mechatronischen Systemen untersucht.

Neue Produkte benötigen neue Technologien. Aber auch existierende Produkte beinhalten Technologien, die sich weiterentwickeln. Im Technikum werden nicht nur neue Technologien erprobt, sondern auch deren Einsatz in Produkten bewertet. Das Zusammenspiel von Neu und Alt und die aus den Versuchen gewonnenen Erfahrungen sind der Nährboden für neue Produkte. Die Bandbreite neuer bzw. alternativer Technologien ist groß, - der Einsatz von Drucktechnologien, Kommunikationstechniken oder die - sogenannte Mensch-Maschine- Kommunikation - weit gefächert.

1.5.4 Datensicherheit steht an erster Stelle - Zulassungsbedingungen und -prozesse für Produkte und Services des FP-Konzerns

Die meisten der FP-Produkte und Services benötigen eine Betriebszulassung von einer Regulierungsbehörde. Bei den Frankiersystemen sind dies die Postbehörden, bei den Softwareprodukten häufig das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie), um nur die wichtigsten zu nennen.

Die einzelnen Regulierungsbehörden machen bereits deutlich, dass es bei den Produkten der FP nicht allein um die reibungslose und für den Verbraucher sichere Bedienung geht. Maßgebliches Kriterium für die Zulassung der Produkte und Services ist die Datensicherheit, die jederzeit gewährleistet sein muss. Der Transfer von Portogeldern in Milliardenhöhe zwischen den cloudbasierten Infrastrukturen der nationalen Postgesellschaften und den Frankiersystemen der Kunden bedingt hochsichere Kommunikationswege innerhalb des Internets. Die zwischen den Parteien transferierten Werte müssen exakt verrechnet und übertragen werden. Entsprechend verlangen die Postgesellschaften von den Herstellern den jeweils höchsten Sicherheitsstandard für jedes neue Modell. Zur Durchführung dieser Prüfungen werden akkreditierte Prüflabore eingesetzt.

Neben der initialen Genehmigung erfolgt eine regelmäßige Überprüfung durch die jeweiligen Postgesellschaften, ob die Sicherheitsanforderungen auch über die Laufzeit des Produktes zuverlässig erfüllt werden. In diesen Audits wird nicht nur der Sicherheitslevel überprüft. Wichtige Bestandteile sind auch die Prüfung und Bewertung an sich. Sicherheit auf diesem hohen Niveau kann nur durch wohldefinierte und langfristig gelebte Prozesse sichergestellt werden. Insbesondere die langjährige Konstanz und Qualität ist eine der Kernkompetenzen der Francotyp-Postalia und erklärt die hohe Barriere für Unternehmen, die in den Frankiermaschinenmarkt einsteigen wollten. Hier finden sich zudem die Schnittstellen mit exzellentem Synergiepotenzial zu den modernen Produkten, wie z. B. FP Sign. Vertraulichkeit, Sicherheit und Rechtsverbindlichkeit sind in diesem Zusammenhang unabdingbare Voraussetzungen für den Erfolg der Produkte und Services.

1.5.5 Innovative Produktentwicklung / Strategiefindung

Konzernweite Entscheidungskriterien zur Bewertung von Produktideen

Nicht jede Idee bringt es zu einem marktreifen Produkt. Was also macht eine Idee, ein Produkt, eine Partnerschaft erfolgreich und gibt es Möglichkeiten dies quantitativ und qualitativ zu bewerten? Genau diese Fragestellung hat das F&E-Team im letzten Jahr abteilungs- und bereichsübergreifend bewegt.

Am Anfang steht die Idee und hier gilt: Je schneller und ausgefeilter bewertet werden kann, wie gut eine Idee ist, desto schneller und risikoärmer kann diese Idee an den Markt gebracht werden. Ideen durchlaufen dabei einen mehrstufigen Prozess. Von einem ersten Pitch bei einer Expertenkommission, über einen Prototyping- und Testprozess bis hin zu einer Bewertungsmatrix, die detailliert nach Kunden-, Strategie-, Markt- & Technologiefit fragt. Hierbei verfolgt FP den nutzerzentrierten Ansatz aus dem Design Thinking. Das heißt, Ideen werden in einem iterativen Verfahren zusammen mit potenziellen Kunden begutachtet und entwickelt. Stellt sich im Laufe dieses Verfahrens heraus, dass es Änderungen bedarf, werden diese im nächsten Iterationsschritt eingefügt und erneut verprobt.

Aus den Überlegungen zur Bewertung von Produktideen sind im letzten Jahr weitere Bewertungsmodelle z. B. für strategische Partnerschaften entstanden. Mit den entwickelten Bewertungskriterien setzt FP Standards zur schnellen Entscheidungsfindung.

Stage-Gate-Prozess

Strategien und Projekte sind nicht statisch. Die Welt wird dynamischer und schneller. Entscheidungsprozesse müssen in einer modernen Welt periodisch und in angemessenen Zeitabständen verifiziert und validiert werden. Um die Kundenbedürfnisse optimal zu treffen, muss FP das, was der Kunde sagt, in Entscheidungen einfließen lassen. Nur auf diese Art kann FP kundenorientierte Produkte schnell und effizient an den Markt bringen und sicherstellen, dass Ressourcen optimal genutzt werden. Im Rahmen des periodischen Stage-Gate- Prozesses findet ein systematisches, transparentes Auswahlverfahren nach dem Prinzip der konkurrierenden Projekte statt, um sich ändernden Marktanforderungen aber auch veränderten technologischen Randbedingungen Rechnung zu tragen. Der Prozess sichert ab, dass FP ein Optimum für wertvolle Entwicklungsressourcen erreicht und ist somit ein Schlüsselprozess für die Effizienz und zielgerichtete Umsetzung der ACT-Strategie.

Patente

FPs Transformationsprozess erfordert eine zukunftsorientierte, aktive Schutzrechtsstrategie. Kernelement ist die systematische Analyse von neuen, relevanten Geschäftsfeldern im Hinblick auf die bestehenden Rahmenbedingungen des Intellectual Property (IP): Welche Schutzrechte gibt es bereits, welche strategischen Felder können noch besetzt werden, wie lassen sich FPs innovative Produkte optimal und effizient schützen. Neben der klassischen „Freedom-to-Operate“ Recherche und dem entwicklungsbegleitenden Schutz von neuen Produkten nimmt die zielgerichtete Erstellung von strategischen Schutzrechten einen besonderen Stellenwert ein. Grundlage für diese aktive Schutzrechtsstrategie ist die periodische Überprüfung von FPs Patentportfolio auf Werthaltigkeit. Sie bietet eine gute Ausgangsposition und sichert die Schlagkraft für zukünftige IP-Aktivitäten ab.

Mit Hilfe der 360° IP-Strategie begleitet FP den gesamten Entwicklungszyklus von Neuprodukten und erreicht damit eine Rundum-Absicherung durch frühzeitige Schutzrechtsanmeldungen. Bereits in der Ideenfindungs- und Konzeptphase werden durch systematische Analyse schutzrechtsrelevante Funktionen identifiziert und angemeldet, die bei der späteren Vermarktung zu geldwerten Wettbewerbsvorteilen führen. Die zielgerichtete Belegung von relevanten Schutzrechtsfeldern hat eine deutliche Stärkung der Marktposition von FP zum Ziel.

1.5.6 Aufbau und Mitarbeiter des Bereichs Forschung und Entwicklung

a. Bereiche Forschung und Entwicklung

b. Aufteilung der Beschäftigten zum Bilanzstichtag auf die Bereiche Forschung und Entwicklung

c. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Forschung und Entwicklung

Ende 2017 waren in den Bereichen Forschung und Entwicklung des Konzerns (einschließlich Tochtergesellschaften) 69 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fest angestellt (im Vorjahr 75 Beschäftigte); dies entspricht 6,5 % (Vorjahr 7,1 %) der Konzernbelegschaft. Für bestimmte Projekte werden bei Bedarf zusätzliche, externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter temporär eingesetzt. Ende 2017 betrug deren Anteil 10,1 % der festangestellten F&E-Belegschaft.

d. Zusammenarbeit mit Universitäten

Die Zusammenarbeit mit Hochschulen und anderen Bildungsträgem ist essenziell für jedes Unternehmen, das für die Zukunft gewappnet sein will. Der FP-Konzern steht daher seit langem in regem Austausch mit verschiedenen Einrichtungen. FP bietet Studenten, die an ihren Bachelor- und Masterabschlüssen arbeiten, Möglichkeiten mit erfahrenen FP-Ingenieuren und FP-Entwicklern zusammenzuarbeiten und die Labore und Werkstätten der FP für eigene Forschungen und Entwicklungen zu nutzen. Für interessierte Studenten bietet FP darüber hinaus Gelegenheiten, ein Semester in ausländischen Niederlassungen zu verbringen.

1.5.7 Ausgewählte Entwicklungsthemen Forschung und Entwicklung

a. USA: FP setzt konsequent auf den neuen IMI Standard

Im nordamerikanischen Markt haben die US Postal Services (USPS) 2013 einen neuen Standard für Frankiersysteme und andere Dienstleistungen in diesem Geschäftsfeld veröffentlicht. Der Standard ist als Intelligent Mail Indicia Performance Criteria (IMI-PC) bekannt und löst seinen bis dahin wirksamen Vorgänger Information Based Indicia Performance Criteria (IBI-PC) ab. Bei diesem Wechsel werden die neuesten Empfehlungen und Standards für kryptografische Module und Algorithmen berücksichtigt und das Sicherheitsniveau entsprechend angehoben.

FP hat als erster Hersteller von Frankiermaschinen bereits im Jahr 2015 diese hohen Sicherheitsanforderungen erstmalig in der PostBase Mini umgesetzt und ihren Kunden zur Verfügung gestellt.

Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Postbehörden und den akkreditierten Prüfinstituten mit dem Ziel, diesen Standard weiter zu verbessern und umzusetzen, ist inzwischen konsequent fortgesetzt worden. Seit 2017 ist die gesamte PostBase-Familie von FP mit allen Modellen sowie ihre begleitenden Projekte (MailOne und Infrastruktur) nach diesem neuen Standard zugelassen. FP erfüllt damit als First Mover im weltgrößten Frankiermaschinenmarkt USA die höchsten Ansprüche an Sicherheit.

b. Deutschland: Infrastrukturrabatt (ISR)

Mit dem Ziel, die Prozess-Sicherheit bei der Abwicklung von Teilleistungssendungen für Kunden und die Deutsche Post AG (DPAG) zu erhöhen, hat die DPAG im August 2017 die Einführung eines neuen Infrastruktur-Rabatts bei gleichzeitiger Absenkung der Teilleistungsrabatte zum 1. Januar 2018 angekündigt. Trotz zum Teil erst deutlich spät vorliegender Spezifikationen ist es der F&E-Abteilung des FP-Konzerns gelungen, für insgesamt drei Frankiersysteme zum geplanten Starttermin eine Freigabe durch die DPAG zu erhalten.

Damit können FP-Kunden mit den Frankiersystemen PostBase One und CentorMail seit Jahresbeginn sowie für die PostBase 100 seit Ende Januar 2018 die Reduzierung der Teilleistungsrabatte um 3 Prozentpunkte komplett durch die Nutzung des neuen Infrastrukturrabatts kompensieren. Auch in diesem Fall hat FP wieder einmal seine Innovationsfähigkeit und Agilität unter Beweis gestellt und kurzfristig auf geänderte Marktanforderungen im Interesse unserer Kunden reagiert.

c. Kundenportal discoverFP

Im ersten Quartal 2018 hat FP das Kundenportal discoverFP in den ersten Ländern (Großbritannien, Niederlande, Belgien) freigeschaltet. Der weltweite Roll-out mit Zugang zu mehrwertschaffenden Portalfunktionalitäten ist im weiteren Jahresverlauf 2018 geplant.

Ausgehend von einer Übersicht der relevanten Frankiersystemdaten für den Bestandskunden sowie mit einem integrierten Hilfecenter und der Möglichkeit, Einsicht in Rechnungen, Bestellungen und Verträge zu nehmen, ist es Ziel von discoverFP, alle jetzigen und zukünftigen Kunden bei der digitalen Transformation der eigenen Kommunikationsgeschäftsprozesse zu begleiten. Die dafür notwendigen Lösungen und Services, entsprechend der ACT-Strategie von Francotyp-Postalia, sollen sukzessive auch auf neue Kundenzielgruppen ausgerichtet werden. Eine agile Projektmethodik sorgt dafür, dass kurzfristig Kundenfeedback in die Entwicklung weiterer Portalfunktionalitäten einfließt, so dass unser Angebot einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Interesse der Kunden unterliegt.

d. FP Secure Gateway

loT, Internet of Things, wird die Gewohnheiten aller Menschen grundsätzlich verändern. Wenn vom Toaster bis zum Kraftwerk alle Dinge (Things) über das Internet verbunden sein können, eröffnet das einen großen Raum an Anwendungen, die wir heute noch nicht in der Gesamtheit erkennen. Kurz erklärt, bedeutet diese Technologie, dass ein Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, mit anderen Geräten, einer Gruppe von Geräten oder einer Gerätezentrale kommunizieren kann. Die Kommunikationsmöglichkeiten reichen von dem Übertragen einfacher Statusmeldungen, z. B. die aktuelle Temperatur, bis hin zu komplexen Steuerungen von Industrieanlagen. So unterschiedlich die Anwendungen auch sein werden, es besteht ein hohes Verlangen nach Sicherheit. Übermittelte Daten müssen integer, d. h. unverändert, vollständig und vom erwarteten Kommunikationsteilnehmer autorisiert sein. In einigen sensiblen Bereichen muss auch die Vertraulichkeit - unautorisierte Personen dürfen den Inhalt nicht lesen - sichergestellt werden. Das neueste FP-Produkt „FP Secure Gateway“ ist die passgenaue Lösung für die Sicherheitsanforderungen im IoT Umfeld.

Das FP Secure Gateway verfügt über eine skalierbare Anzahl von Sensoreingängen. Die von den Sensoren erfassten Informationen werden an eine Datenzentrale übermittelt, und entsprechend dem geforderten Sicherheitsniveau abgesichert. Die Kommunikationskanäle werden dem Einsatzgebiet entsprechend ausgelegt. Dabei sind das Datenvolumen und die verfügbare Netzanbindung die wesentlichen Einflussfaktoren.

Dieses neue Produkt hat, obwohl ein für FP bis dato neues Marktsegment, eine starke Resonanz bei potenziellen Kunden erzeugt. Der flexible und robuste Aufbau erlaubt den Einsatz in Industrieumgebungen. Dadurch entsteht ein Interesse bei Lösungsanbietern auf dem Feld der Industrie 4.0. Dabei sticht dieses Produkt mit seinen Sicherheitsfeatures im Vergleich zu anderen Produkten heraus.

Der Transfer von Milliarden geldwerter Daten pro Jahr zeigt, dass FP bereits seit vielen Jahren herausragende Datensicherheit bietet. Auf der Grundlage der Kernkompetenzen (DNA) und hergeleitet aus den Basistechnologien der traditionellen FP-Produkte, wird damit ein neues Anwendungsfeld erschlossen.

e. FP Sign

Zur CeBit 2017 haben wir unser neues Flaggschiff der Signaturlösungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Das positive Feedback aus dem Markt haben wir aufgenommen und im Laufe des Jahres weitere wesentliche Verbesserungen implementiert. Auch in 2018 werden weitere neue Funktionen insbesondere im Bereich des Workflowmanagements und Dokumentenhandlings als auch in der Integration von nationalen und internationalen Identitätsservices folgen.

FP Sign - die neue deutsche Signaturlösung

Transformation und Digitalisierung sind die wichtigsten Herausforderungen für Unternehmen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Geschäftsprozesse müssen nicht nur schneller durchgeführt werden, in vielen Fällen braucht es komplett neue digitale Geschäftsmodelle zur Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Damit wird die Arbeitswelt digital und mobil. Smartphones, Tablets, arbeiten im Home-office oder von unterwegs: Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter sind es gewohnt, jederzeit das, was nötig ist, mit wenigen Klicks zu organisieren.

FP Sign - Einfach, schnell und sicher

In diesem digitalen Zeitalter verschafft FP mit FP Sign Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil, in dem Dokumente online unterschrieben und innerhalb von Minuten ausgetauscht werden können - ob im Büro oder von unterwegs. Offiziell erstmals vorgestellt auf der CeBIT 2017, hat das Interesse an FP Sign zur Mitte des Jahres stark angezogen. FP Sign ist grundsätzlich branchenunabhängig ersetzbar; es zeigt sich jedoch besonders in den Bereichen der Personaldienstleister, Steuerberater, Rechtsanwälte, Versicherungen und Banken eine erhöhte Nachfrage.

Mit FP Sign signieren Unternehmen Verträge, Angebote, Formulare, Bescheinigungen etc. schnell und sicher digital und lassen diese von ihren Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern gegenzeichnen. Ob Verträge, Freigaben, Bescheide, Angebotsannahmen, Vertraulichkeitsvereinbarungen - FP Sign ermöglicht transparentes und sekundenschnelles Business. Unterschiedliche Signaturlevel gewährleisten dabei die Rechtssicherheit der Dokumente. Die cloudbasierte Softwarelösung wird in BSI-zertifizierten Rechenzentren gehostet und erfüllt damit die höchsten Sicherheitsstandards in Deutschland.

Weitere Kernmerkmale von FP Sign:

eIDAS-Konformität

vollständige Kontrolle und Nachvollziehbarkeit des digitalen Geschäftsprozesses

nahtlose Integration in Business-Anwendungen aufgrund modernster APIs

Mobile App zum Arbeiten von unterwegs

1.5.8 Forschungs- und Entwicklungskosten

Im Geschäftsjahr 2017 haben sich die Forschungs- und Entwicklungskosten um 1,7% gegenüber dem Vorjahr vermindert. Der Anteil der aktivierten Entwicklungskosten an den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten der Periode (Aktivierungsquote) hat sich im Berichtszeitraum von 49,3 % im Vorjahr auf 56,3 % erhöht.

2. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2017 nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) um über 3 %. Höheren Zuwächsen in Schwellenländern standen niedrigere Wachstumsraten in den für den FP-Konzern vor allem relevanten Industriestaaten gegenüber. In den USA, dem größten FP-Auslandsmarkt, war 2017 ein deutliches Wachstum zu beobachten. Die Wirtschaft in den Euro-Staaten und in Deutschland entwickelte sich ebenfalls positiv, wie folgende Grafik zeigt:

Tabelle BIP Wachstum in 2017

Welt +3,6%
USA +2,2%
Euroraum +2,1%
Deutschland +2,0%

Quellen: IWF, Bureau of Economic Analysis, Eurostat, Statistisches Bundesamt

Der Euro verzeichnete im Jahresverlauf 2017 im Vergleich zum US-Dollar eine zunehmende Aufwärtsbewegung. Nachdem der Euro Ende 2016 noch bei 1,05 US-Dollar notierte, wertete er bis zum Jahresende 2017 auf 1,20 US-Dollar auf und lag damit rund 14 % über dem Vorjahresschlusskurs. Auch wenn Fortschritte in den Brexit-Verhandlungen in den letzten Monaten für eine leichte Erholung sorgten, verlor auch das für den FP-Konzern neben dem US- Dollar ebenfalls wichtige Britische Pfund seit Jahresanfang 2017 gegenüber dem Euro weiter an Wert. Ende 2017 lag der Kurs bei 0,89 Pfund gegenüber 0,86 Pfund zum Jahresende 2016. Ein schwächerer Kurs von US-Dollar und Britischem Pfund wirkt sich dämpfend auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des FP-Konzerns aus, insofern Teile des Umsatzes in diesen Währungen erlöst und auf Konzernebene in Euro umgerechnet werden.

Der FP-Konzern beschäftigt sich in aus- und inländischen Märkten mit der Verarbeitung von Post. Nach wie vor werden verschiedenen Poststatistiken zufolge pro Jahr weltweit mehr als 300 Milliarden Briefe vor allem in Europa und Nordamerika befördert. Doch das weltweite Briefvolumen sank der Weltpostunion zufolge 2016 um 3,0%; Zahlen für 2017 sind noch nicht veröffentlicht. Dieser Rückgang verändert den Markt für Frankiersysteme und führt insgesamt zu leichten Rückgängen. Eine Ausnahme bildet das A-Segment, die Domäne des FP-Konzerns. Hier kam es in den vier größten Märkten USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland seit 2011 zu Zuwächsen, wie die nachfolgende Grafik zeigt.

Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 2011-2016

A-Segment +2,8 %
B-Segment -0,9 %
C-Segment -9,2 %

Quelle: Poststatistiken und eigene Annahmen

3. ERTRAGSLAGE

3.1 ENTWICKLUNG WESENTLICHER POSTEN DER KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

in Mio. Euro 2017 2016 Veränderung
%
Umsatzerlöse 206,3 203,0 1,7%
Bestandsveränderungen 0,5 0,2 237,3 %
Andere aktivierte Eigenleistungen 10,8 11,4 -4,8 %
Gesamtleistung 217,7 214,5 1,5%
Sonstige Erträge 4,8 3,8 26,6 %
Materialaufwand 102,9 96,5 6,6 %
Personalaufwand 59,2 57,4 3,1 %
Andere Aufwendungen 34,1 37,1 -8,3 %
EBITDA 26,3 27,2 -3,3 %
Abschreibungen und Wertminderungen 19,1 17,5 9,0 %
EBIT 7,3 9,7 -25,5 %
Zinsergebnis 0,2 -0,2 n/a
Sonstiges Finanzergebnis -0,4 0,1 n/a
Ertragsteuern -2,4 -3,4 -29,1 %
Konzernergebnis 4,6 6,2 -25,0 %

3.1.1 Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2017 behielt der FP-Konzern seinen Wachstumskurs bei und steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,7%. Insbesondere in den strategischen Wachstumsmärkten USA und Frankreich konnte FP im Berichtsjahr weiter zulegen. Der Umsatz im traditionellen Geschäft Frankieren und Kuvertieren stieg im Geschäftsjahr 2017 trotz des starken Euro um 1,1 % auf 127,3 Mio. Euro. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 im Kerngeschäft eine Wachstumsrate in Höhe von 2,8 %.

Im deutschen Heimatmarkt erhöhte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2017 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % auf 112,8 Mio. Euro.

Im Produktbereich Frankieren und Kuvertieren realisierte das Unternehmen in Deutschland im Jahr 2017 einen um 2,7 % verminderten Umsatz von 33,9 Mio. Euro. Im Vorjahr konnte FP von der Dezertifizierung von technisch veralteten Frankiermaschinen durch die Deutsche Post AG profitieren; zudem realisierte das Unternehmen mit Handelspartnern höhere Verbrauchsmaterialumsätze.

Der Umsatz im Produktbereich Mail Services ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,6 % gewachsen. Dabei wirkten im Berichtsjahr unterschiedliche Einflussfaktoren auf den Umsatz. Das insgesamt verarbeitete Briefvolumen verminderte sich im Geschäftsjahr 2017 um 6,1 % auf rund 199 Mio. Sendungen. Insbesondere ab dem zweiten Quartal 2017 führte der Mengenrückgang zu einer spürbaren Verlangsamung des erzielten Wachstums. Weiterhin wurde der Umsatz im Berichtsjahr margenwirksam durch die seit Jahresbeginn von der Deutsche Post AG gekürzten Portorabatte in Höhe von 1,0 Mio. Euro belastet. Das insgesamt ausgewiesene Wachstum im Bereich Mail Services resultierte aus dem Anstieg der Umsätze aus Frankierservice mit entsprechend starker Auswirkung auf die Aufwendungen für bezogene Leistungen. Trotz des seit fünf Jahren durchgehend starken Umsatzwachstums blieb der Produktbereich leider margenschwach und die Profitabilität verminderte sich im Geschäftsjahr 2017 deutlich. FP hat deshalb im Berichtsjahr den im Rahmen von ACT geplanten Umbau vorgezogen, um identifizierte Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungspotenziale konsequent und zügig zu realisieren. Dazu ist auch die Integration der Produktbereiche Mail Services und Software geplant.

Die Minderung des Umsatzes im Produktbereich Software im Geschäftsjahr 2017 (-6,5 % im Vergleich zum Vorjahr) resultierte im Wesentlichen aus einem unterjährigen Rückgang verarbeiteter Sendungsmengen mit Hybrid-Mail Services. Mit der Markteinführung von FP Sign baute der FP-Konzern das Leistungsspektrum im Bereich Software weiter aus, wobei im Geschäftsjahr 2017 noch keine wesentlichen Umsätze mit dem innovativen Produkt erzielt wurden. Das De-Mail-Geschäft entwickelte sich auch im Berichtsjahr unter den Erwartungen. Das geringe Sendungsvolumen führte weiterhin dazu, dass Kundenverträge, für die im Vorjahr eine Drohverlustrückstellung gebildet wurde, nicht profitabel sind. Aus diesem Grund wurden im Geschäftsjahr 2017 Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen verfolgt und ergänzend ein Verkauf als eine von mehreren Möglichkeiten, sich kurz- bis mittelfristig von diesen Verträgen zu trennen, geprüft.

Größter ausländischer Markt des FP-Konzerns blieben auch im Geschäftsjahr 2017 die USA; trotz des im Vorjahresvergleich stärkeren Euro wuchs der Umsatz dort um 5,9 % auf 46,1 Mio. Euro. Das Geschäft mit der PostBase entwickelte sich unverändert erfreulich; insbesondere auch im Zuge der Einführung der Frankiersysteme PostBase 100 und PostBase One. Im Wesentlichen bedingt durch den starken Euro verringerte sich hingegen der Umsatz in Großbritannien im Geschäftsjahr 2017 auf 15,5 Mio. Euro im Vergleich zu 17,2 Mio. Euro im Vorjahr. Auf Eurobasis stiegen die ausländischen Umsätze trotz des starken Gegenwindes durch Währungseffekte im Berichtsjahr um 2,6 % auf insgesamt 93,5 Mio. Euro gegenüber 91,1 Mio. Euro im Vorjahr. Die negativen Wechselkurseffekte über alle Fremdwährungen summierten sich im Berichtsjahr auf insgesamt 2,1 Mio. Euro. Währungsbereinigt erzielte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2017 im Ausland eine Wachstumsrate in Höhe von 4,9 %.

UMSATZERLÖSE NACH PRODUKTEN UND DIENSTLEISTUNGEN

in Mio. Euro 2017 2016 Veränderung
%
Erträge aus Produktverkäufen 43,7 41,1 6,3 %
Frankieren 35,0 32,6 7,1 %
Kuvertieren 7,4 7,1 5,3 %
Sonstige 1,3 1,4 -9,0 %
Wiederkehrende Erträge 162,6 161,9 0,5%
Vermietung 33,2 32,7 1,4%
Service / Kundendienst 18,6 19,7 -5,8 %
Verbrauchsmaterial 22,8 23,4 -2,5 %
Teleporto 9,0 9,0 0,8 %
Mail Services 65,7 62,8 4,6 %
Software 13,3 14,2 -6,5 %
Gesamt 206,3 203,0 1,7%
Nicht wiederkehrende Umsatzerlöse 21,2% 20,3 %  
Wiederkehrende Umsatzerlöse 78,8 % 79,7 %  

Der gegenüber dem Vorjahr signifikante Anstieg der Erträge aus Produktverkäufen im Kerngeschäft geht insbesondere auf die vertrieblichen Erfolge und die weiterhin hohe Nachfrage nach dem Frankiersystem PostBase in den USA und Frankreich sowie durch internationale Händler zurück. In Großbritannien ist der FP-Konzern auch Finanzierungspartner seiner Kunden und setzte auch im Geschäftsjahr 2017 verstärkt Finanzierungsleasing zur Vertriebsunterstützung und Kundenbindung ein. Im Bereich der Produktverkäufe summierten sich die negativen Währungseffekte im Berichtsjahr auf insgesamt 0,8 Mio. Euro. Währungsbereinigt erzielte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2017 bei den Erträgen aus Produktverkäufen eine Wachstumsrate in Höhe von 8,2 %.

Der leichte Anstieg der Umsätze aus der Vermietung von Frankiersystemen beruht im Besonderen auf den Vertriebserfolgen im Mietmarkt USA. Im Geschäftsjahr 2017 knüpfte das Unternehmen nahtlos an die positive Entwicklung der Vorjahre an. Die Umsätze mit Services und Verbrauchsmaterial waren hingegen rückgängig. Wie auch die positive Entwicklung des zur internen Steuerung des Unternehmens verwendeten nichtfinanziellen Qualitätsindikators unterstreicht, führt die hohe Qualität der PostBase-Produktfamilie im Zuge der fortgeschrittenen Erneuerung der installierten Basis zu weniger Ad-hoc-Serviceeinsätzen. Im Vorjahr hatten zudem Portoänderungen im Wesentlichen in Österreich und Belgien das Servicegeschäft angekurbelt (über alle Märkte insgesamt -0,4 Mio. Euro). Bedingt durch den Abschluss von sogenannten All-in-Verträgen in den USA kommt es weiterhin zu einer Verschiebung zwischen den Service-/ Teleportoumsätzen in Richtung der Umsätze aus Vermietung. Auch die wiederkehrenden Erträge unterlagen im Berichtsjahr Belastungen aus Wechselkurseffekten (-1,3 Mio. Euro); bereinigt erzielte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2017 mit wiederkehrenden Umsatzerlösen ein Wachstum von 1,3 %.

3.1.2 Andere aktivierte Eigenleistungen

Auf die aktivierten Eigenleistungen wirkten im Berichtsjahr unterschiedliche Einflussfaktoren, die im Ergebnis zu einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 0,6 Mio. Euro führten. Die in den aktivierten Eigenleistungen enthaltenen Zugänge an vermieteten Erzeugnissen lagen im Geschäftsjahr 2017 bei 5,5 Mio. Euro gegenüber 6,4 Mio. Euro im Vorjahr. Hintergrund des Rückgangs sind im Wesentlichen vertriebliche Veränderungen, wie der Ausbau von indirekten Vertriebskanälen oder der Einsatz von Finanzierungsleasing, und vereinzelt regional rückläufiges Mietgeschäft. Der Anteil der enthaltenen Entwicklungsleistungen erhöhte sich im Zuge der Umsetzung der ACT-Strategie im Geschäftsjahr 2017 um 0,6 Mio. Euro auf 5,1 Mio. Euro.

3.1.3 Sonstige Erträge

Der Anstieg der sonstigen Erträge im Berichtsjahr resultierte im Wesentlichen aus erhöhten Erträgen aus verjährten Verbindlichkeiten in Höhe von 2,8 Mio. Euro (im Vorjahr 1,2 Mio. Euro). Gegenläufig wirkte der planmäßige Rückgang der Erträge aus Aufwandszuschüssen und Zulagen in Höhe von 0,9 Mio. Euro (im Vorjahr 1,4 Mio. Euro).

3.1.4 Materialaufwand

Im Geschäftsjahr 2017 erhöhte sich im Wesentlichen durch die Steigerung des Geschäfts mit Frankierdienstleistungen (Frankierservice) im Bereich Mail Services der Materialaufwand um insgesamt 6,6 %. Entsprechend erhöhten sich die Aufwendungen für bezogene Leistungen gegenüber dem Vorjahr um 11,2 % auf 67,6 Mio. Euro. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe verminderten sich im Berichtsjahr trotz des leichten Umsatzanstiegs im Kerngeschäft Frankieren und Kuvertieren hingegen leicht auf 35,2 Mio. Euro im Vergleich zu 35,6 Mio. Euro im Vorjahr. Hierbei hat sich die Entwicklung des Euro zum Britischen Pfund und US-Dollar ausgewirkt. Die Materialaufwandsquote erhöhte sich im Ergebnis im Geschäftsjahr 2017 um etwa zwei Prozentpunkte auf 49,9 %.

3.1.5 Personalaufwand

Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 % auf 59,2 Mio. Euro. Neben allgemeinen Entgelterhöhungen zeigte sich hier im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Umsetzung der ACT-Strategie der Personalausbau der internationalen Vertriebsmannschaft sowie die weitere Professionalisierung der administrativen Bereiche des Konzerns (insgesamt 2,3 Mio. Euro). Entlastend auf den Personalaufwand im Berichtsjahr wirkte der Rückgang der Beschäftigten im Segment Vertrieb Deutschland in Höhe von 1,4 Mio. Euro sowie Wechselkurseffekte in Höhe von 0,5 Mio. Euro. Die Personalaufwandsquote erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 leicht auf 28,7 % nach 28,3 % im Vorjahreszeitraum.

3.1.6 Andere Aufwendungen

Die anderen Aufwendungen verminderten sich im Berichtsjahr um 8,3 % auf 34,1 Mio. Euro - trotz Aufwendungen in Höhe von 1,3 Mio. Euro für die Umsetzung von ACT-Projekten und FP FIT Maßnahmen sowie belastender Sondereinflüsse im Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr 2017 berichteten Unregelmäßigkeiten im Produktbereich Mail Services in Höhe von 0,5 Mio. Euro und weiteren einmaligen Aufwendungen in Höhe von 0,5 Mio. Euro im Wesentlichen aus der Konzentration der produktionsnahen Aktivitäten am Standort Wittenberge und aus laufenden Betriebsprüfungen. Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich rückläufigen Aufwendungen für Gebühren und Beratungsleistungen (-1,0 Mio. Euro), die Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 1,1 Mio. Euro im Wesentlichen für ungewisse Verbindlichkeiten aufgrund des Wegfalls der Gründe sowie im Zuge der Neubewertung der im Vorjahr gebildeten Drohverlustrückstellung für De-Mail-Kundenverträge entlasteten die anderen Aufwendungen im Berichtsjahr.

3.1.7 EBITDA

EBITDA

in Mio. Euro

Die EBITDA-Marge des FP-Konzerns verminderte sich im Berichtsjahr auf 12,8% nach 13,4 % im Vorjahr. Belastend auf das EBITDA wirkten dabei Währungseffekte und insbesondere die Entwicklung des Euro zum US-Dollar und dem Britischen Pfund. Die negativen Wechselkurseffekte im Geschäftsjahr 2017 summierten sich auf insgesamt 1,2 Mio. Euro. Daneben war das EBITDA im Geschäftsjahr 2017 auch durch Sondereinflüsse geprägt, die sich wie folgt zusammensetzen:

Aufwendungen für die Strategie ACT sowie zur Umsetzung der FP FIT Maßnahmen in Höhe von insgesamt 3,5 Mio. Euro;

Erträge aus der Ausbuchung von verjährten Verbindlichkeiten in Höhe von 2,8 Mio. Euro;

Aufwendungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro im Wesentlichen aus der Konzentration der produktionsnahen Aktivitäten am Standort Wittenberge und einer Restrukturierungsmaßnahme im Segment Vertrieb Deutschland;

Aufwendungen in Höhe von 0,6 Mio. Euro im Zusammenhang mit den berichteten Unregelmäßigkeiten im Bereich Mail Services.

3.1.8 Abschreibungen und Wertminderungen

Im Geschäftsjahr 2017 erhöhten sich die Abschreibungen und Wertminderungen gegenüber dem Vorjahr- wie prognostiziert. Grund hierfür sind im Wesentlichen die höheren Abschreibungen auf selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 5,2 Mio. Euro (im Vorjahr 4,1 Mio. Euro) in Folge der hohen Investitionen in die Modernisierung des Produktportfolios in den Vorjahren. Vor dem Hintergrund der zuletzt erfolgten Investition in Software zum Kundenbeziehungsmanagement (CRM) und den Akquisitionen von Kundenlisten stiegen im Geschäftsjahr 2017 auch die Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte um 0,5 Mio. Euro auf 1,3 Mio. Euro. Die Abschreibungen auf vermietete Erzeugnisse einschließlich Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen verminderten sich nach der erfolgreich abgeschlossenen Dezertifizierung von rund 36.000 Frankiersystemen im Mietmarkt USA im Zeitraum 2013 bis 2015 im Berichtsjahr erstmals leicht auf 9,3 Mio. Euro nach 9,4 Mio. Euro im Vorjahr.

3.1.9 EBIT

EBIT

in Mio. Euro

Das EBIT für das Berichtsjahr verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des geringeren EBITDA und der höheren Abschreibungen um 2,5 Mio. Euro auf 7,3 Mio. Euro.

3.1.10 Zinsergebnis

Das im Berichtsjahr deutlich verbesserte Zinsergebnis in Höhe von 0,2 Mio. Euro (im Vorjahr -0,2 Mio. Euro) resultierte im Wesentlichen aus höheren Zinserträgen aus Finanzierungsleasing in Höhe von 1,6 Mio. Euro (im Vorjahr 1,1 Mio. Euro) sowie aus Einmaleffekten aus steuerlich bedingten Zinserträgen in Höhe von 0,5 Mio. Euro aus dem erfolgreichen Abschluss von Steuerverständigungsverfahren nach der EU-Schiedskonvention (im Vorjahr 0,1 Mio. Euro). Belastend wirkten sich einmalige Zinsaufwendungen in Höhe von 0,7 Mio. Euro aus laufenden Betriebsprüfungen aus.

3.1.11 Sonstiges Finanzergebnis

Der FP-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2017 ein negatives Finanzergebnis in Höhe von -0,4 Mio. Euro gegenüber 0,1 Mio. Euro im Vorjahr. Die Entwicklung im Finanzergebnis beruht maßgeblich auf Wechselkurseffekten bei der stichtagsbezogenen Bewertung von Bilanzpositionen.

3.1.12 Ertragsteuern

Der FP-Konzern hatte im Vorjahr Maßnahmen umgesetzt, die zu einem Rückgang der Steuerquote führten. Die Steuerquote im Geschäftsjahr 2017 belief sich auf 34,3 % nach 35,5 % im Vorjahr. Die Steuerreform in den USA hatte im Berichtsjahr insgesamt keinen wesentlichen Einfluss auf die Ertragsteuern des FP-Konzerns.

3.1.13 Konzernergebnis

KONZERNERGEBNIS in Mio. Euro und EPS (unverwässert) in Euro

Das Konzernergebnis verminderte sich im Geschäftsjahr 2017 in Folge des geringeren Ergebnisses vor Steuern bei teilweiser Kompensation durch im Vorjahresvergleich niedrigere Ertragssteuern. Infolgedessen sank das Ergebnis pro Aktie (EPS) im Geschäftsjahr 2017 auf 0,29 Euro (unverwässert) bzw. 0,28 Euro (verwässert) nach 0,36 Euro (un-/ verwässert) im Vorjahr.

3.1.14 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE PRO SEGMENT

in Mio. Euro Umsatz1) EBITDA
2017 2016 Veränderung
in %
2017 2016 Veränderung
in %
Produktion 4,9 4,9 0,7 % 11,0 7,0 56,6 %
Vertrieb Deutschland 113,3 112,2 0,9 % 4,5 8,6 -48,0 %
Vertrieb International 88,7 85,7 3,4 % 20,5 18,6 10,5%
Zentrale Funktionen - - - -8,2 -6,6 -24,5 %
Konzern2) 206,3 203,0 1,7% 26,3 27,2 -3,3 %

1) Umsatzerlöse mit externen Dritten
2) Weitere Informationen zur Konzernüberleitung finden sich im Konzernanhang in Abschnitt II.

4. FINANZLAGE

4.1 GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS

Zentrales Ziel des Finanzmanagements ist es, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität des FP-Konzerns zu sichern. Das Unternehmen erreicht dieses Ziel durch den Einsatz verschiedener Finanzierungsinstrumente. Bei deren Auswahl werden die Flexibilität, die Art der Kreditauflagen, das bestehende Fälligkeitsprofil und die Kosten der Finanzierung berücksichtigt. Die längerfristige Liquiditätsprognose erfolgt auf Basis der operativen Planung. Grundsätzlich stammt ein wesentlicher Teil der Liquidität des FP-Konzerns aus der operativen Geschäftstätigkeit der Segmente mit dem daraus resultierenden Mittelzufluss. Ergänzend nutzt das Unternehmen Kredite von Finanzinstituten und Finanzierungsleasing.

4.2 DIVIDENDENBERECHTIGTER BILANZGEWINN UND DIVIDENDE

Auch im Rahmen der Implementierung der Wachstumsstrategie ACT hält der FP-Konzern an seiner Dividendenpolitik fest. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 29. Mai 2018 vor, für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende von 0,12 Euro je Aktie auszuschütten.

Im Gegensatz zum Vorjahr handelt es sich bei diesem Vorschlag um eine Ausschüttung aus dem steuerlichen Einlagekonto i. S. d. § 27 KStG (nicht in das Nennkapital geleistete Einlagen). Daher erfolgt die Auszahlung ohne Abzug von Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag. Die Netto-Dividende ist damit gegenüber dem Vorjahr unverändert. Im Geschäftsjahr 2017 hatte der FP-Konzern eine Brutto-Dividende von 0,16 Euro gezahlt. Zur Ermittlung des dividendenberechtigten Bilanzgewinns wird auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. verwiesen. Unter der Voraussetzung der Zustimmung zum Dividendenvorschlag durch die Hauptversammlung wird sich die Gesamtsumme der Ausschüttung für die dividendenberechtigten Aktien auf 1,9 Mio. Euro belaufen. Der Vorstand schlägt vor, den verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

4.3 FINANZIERUNGSANALYSE

FINANZVERBINDLICHKEITEN

in Mio. Euro

Zur Finanzierung nutzt der FP-Konzern in erster Linie den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sowie bestehende bzw. unterjährig angepasste Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen.

KONSORTIALDARLEHEN

in Mio. Euro

Der mit einem starken, international agierenden Bankenkonsortium abgeschlossene, seit 2016 bestehende Konsortialdarlehensvertrag über 120,0 Mio. Euro hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 14. Juni 2021 mit zweimaliger Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr. Die Finanzierungsdokumentation auf Basis der britischen Loan Market Association (LMA) ist verbunden mit einer Erhöhungsoption von 30,0 Mio. Euro.

Weitere wesentliche Konditionen des Konsortialdarlehensvertrages umfassen die Möglichkeit, Teile des Kreditrahmens in Fremdwährung ausnutzen zu können. Des Weiteren besteht auf Basis des Kreditvertrages auch Finanzierungssicherheit für Akquisitionen. Zudem verfügt der FP-Konzern über unternehmerische Freiräume zur Eingehung weiterer finanzieller Verpflichtungen. Insgesamt bildet der Konsortialdarlehensvertrag die Grundlage für finanzielle Stabilität und Flexibilität des FP-Konzerns.

Angaben zu Veränderungen im Geschäftsjahr 2017 im Eigenkapital des Unternehmens finden Sie im Abschnitt 5.2 EIGENKAPITAL.

4.4 INVESTITIONSANALYSE

INVESTITIONEN

in Mio. Euro

Der FP-Konzern investierte auch im Geschäftsjahr 2017 auf Basis der ACT-Strategie weiterhin stark in künftiges Wachstum und hierbei unter anderen in die Produktentwicklung, die Produktion und andere Kern- und Unterstützungsprozesse sowie in Frankiersysteme zur Vermietung im Wesentlichen in den USA, Großbritannien, Kanada, Niederlande, Belgien und Italien.

Hintergrund des Rückgangs der Investitionen in vermietete Erzeugnisse im Berichtsjahr sind im Wesentlichen vertriebliche Veränderungen, wie der Ausbau von indirekten Vertriebskanälen oder der Einsatz von Finanzierungsleasing, und vereinzelt regional rückläufiges Mietgeschäft. Der Rückgang der Investitionen in sonstige immaterielle Vermögenswerte beruht im Wesentlichen auf dem Abschluss der im Vorjahr getätigten Investition in Software zum Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relation Management - CRM) im Kerngeschäft in Deutschland. Für den Erwerb einer Kundenliste einschließlich vermieteter Erzeugnisse investierte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 1,4 Mio. Euro. Der Anstieg der aktivierten Entwicklungskosten basiert auf der Umsetzung der ACT Strategie im Berichtsjahr.

4.5 AUSSERBILANZIELLE FINANZINSTRUMENTE

Der FP-Konzern nutzt Operate Lease-Vereinbarungen, um zum Beispiel Geschäftsräume oder Fahrzeuge anzumieten. Des Weiteren existieren steuerlich nicht angesetzte Verlustvorträge in Höhe von 5,7 Mio. Euro (im Vorjahr 5,7 Mio. Euro).

4.6 LIQUIDITÄTSANALYSE

LIQUIDITÄTSANALYSE

in Mio. Euro

1.1.-31.12.2017 1.1.- 31.12.2016
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 21,3 22,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit -15,5 -17,6
Free Cashflow 5,8 4,6
Bereinigter Free Cashflow* 9,9 9,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 1,1 -0,7
Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel 6,9 3,8
Wechselkursbedingte Änderungen der Finanzmittel -1,4 -1,1
Finanzmittel am Anfang der Periode 18,7 15,9
Finanzmittel am Ende der Periode 24,1 18,7

* Bereinigt um Investitionen in Finance Lease Assets und M&A.

Der leichte Rückgang des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr resultierte aus dem geringeren EBITDA bei einer soliden Entwicklung des Working Capital. Dabei wurde der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit durch den Einsatz von Finanzierungsleasing zur Vertriebsunterstützung sowie Kundenbindung, und in der Folge erhöhter Forderungen aus Finanzierungsleasing in Höhe von 2,7 Mio. Euro, beeinflusst. Erneut positiv ausgewirkt haben sich im Berichtsjahr einmalige Zahlungseingänge in Höhe von 1,5 Mio. Euro aus dem erfolgreichen Abschluss von Steuerverständigungsverfahren nach der EU-Schiedskonvention (im Vorjahr 1,7 Mio. Euro).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit profitierte im Geschäftsjahr 2017 im Wesentlichen von den verminderten Investitionen in vermietete Erzeugnisse und immaterielle Vermögenswerte. Bezüglich weiterer Veränderung wird auf den Punkt „Investitionsanalyse“ verwiesen.

Die positive Entwicklung im Jahresverlauf 2017 unterstreicht der Anstieg des Free Cashflow. Bereinigt um die Investitionen in Finance Lease Assets in Höhe von 2,7 Mio. Euro (im Vorjahr 4,1 Mio. Euro) und Investitionen in M&A in Höhe von 1,4 Mio. Euro (im Vorjahr 0,8 Mio. Euro) erzielte der FP-Konzern mit 9,9 Mio. Euro einen Free Cashflow auf verbesserten Vorjahresniveau (im Vorjahr 9,5 Mio. Euro).

Die Veränderung des Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist im Wesentlichen auf Auszahlungen aus Gewinnausschüttungen an Aktionäre in Höhe von 2,6 Mio. Euro, Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Rückkauf eigener Anteile in Höhe von 1,6 Mio. Euro, die Tilgung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von 1,2 Mio. Euro sowie auf Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 5,9 Mio. Euro zurückzuführen.

ZUGESAGTE, ABER NICHT AUSGENUTZTE KREDITLINIEN in Mio. Euro

Gemäß Konsortialdarlehensvertrag ist der FP-Konzern verpflichtet, zwei definierte Finanzkennzahlen (Financial Covenants) einzuhalten:

Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP- Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt im Geschäftsjahr 2017 seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

5. VERMÖGENSLAGE

Das wachsende operative Geschäft prägt auch die Bilanz des FP-Konzerns zum 31. Dezember 2017.

5.1 LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

in Mio. Euro 2017 2016 Erläuterung Veränderung
Immaterielle Vermögenswerte 35,1 34,9 Leichter Anstieg im Zuge der Investitionen in neue Produkte und sonstige immaterielle Vermögenswerte; im Wesentlichen in eine Kundenliste in Großbritannien
Sachanlagen 31,8 39,3 Abschreibungsbedingter Rückgang der vermieteten Erzeugnisse und Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen (-7,3 Mio. Euro; bereinigt um Währungseffekte -4,4 Mio. Euro)
Sonstige Vermögenswerte 11,6 9,7 Anstieg der Forderungen aus Finanzierungsleasing (1,9 Mio. Euro)
Steueransprüche 3,8 0,9 Bilanzierung erwarteter Steuerforderungen aus angestrebten Verständigungsund Schiedsverfahren (2,4 Mio. Euro)
Langfristige Vermögenswerte 82,3 84,8  
Vorratsvermögen 10,6 11,2 Leichter Rückgang im Rahmen des Working Capital Managements
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18,7 19,0 Leichter Rückgang im Rahmen des Working Capital Managements
Sonstige Vermögenswerte 23,2 25,3 Anstieg der Forderungen aus Finanzierungsleasing (0,9 Mio. Euro), Rückgang sonstiger kurzfristiger Vermögenswerte aus dem Ausgleich von Ansprüchen aus Aufwandszuschüssen und Zulagen (-1,1 Mio. Euro) und dem Rückgang von Steuererstattungsansprüchen für sonstige Steuern (-0,7 Mio. Euro)
Wertpapiere und Liquide Mittel 34,9 27,1 Deutlicher Anstieg der Finanzmittel sowie der Portoguthaben, die vom FP- Konzern verwaltet werden (2,4 Mio. Euro)
Kurzfristige Vermögenswerte 87,5 82,5  

5.2 EIGENKAPITAL

Im Geschäftsjahr 2017 hat der FP-Konzern zur Bedienung von Aktienoptionen von der Ausübung des Bedingten Kapitals 2010/I Gebrauch gemacht und das Grundkapital um 86.100 Aktien erhöht. Infolgedessen betrug das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG zum 31. Dezember 2017 16,3 Mio. Euro, eingeteilt in 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag (31. Dezember 2016: 16.215.356).

Das Unternehmen führte im Zeitraum vom 13. Oktober 2017 bis zum 12. Januar 2018 ein durch Vorstand und Aufsichtsrat beschlossenes Aktienrückkaufprogramm durch. Insgesamt sollten bis zu 475.000 Aktien zu einem Gesamtkaufpreis von maximal 3,0 Mio. Euro erworben werden. Zum 31. Dezember 2017 hielt das Unternehmen 351.168 eigene Aktien bzw. 2,2 % am Grundkapital (im Vorjahr 0 Aktien bzw. 0,0 % des Grundkapitals). Der Nennbetrag der Aktien wird offen vom Eigenkapital abgesetzt. Der Differenzbetrag zum Kaufpreis wird mit der Kapitalrücklage verrechnet. Weitere Angaben zum genehmigten und zum bedingten Kapital sowie zu Wandel- und Optionsrechten können dem erläuternden Bericht des Vorstands gemäß §§ 289a Abs. 1,315a Abs. 1 HGB entnommen werden.

5.3 LANG- UND KURZFRISTIGE SCHULDEN

in Mio. Euro 2017 2016 Erläuterung Veränderung
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16,5 17,1 Leichter Rückgang aufgrund Zinsanpassung
Sonstige Rückstellungen, latente Steuerverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten 2,8 1,7  
Finanzverbindlichkeiten 43,1 37,5 Anstieg Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (5,8 Mio. Euro)
Langfristige Schulden 62,5 56,3  
Steuerschulden 5,1 3,6 Anstieg aufgrund erwarteter Steuernachzahlungen aus laufenden Betriebsprüfungen (2,9 Mio. Euro)
Sonstige Rückstellungen 8,0 8,0 Rückgang im Zuge der Inanspruchnahme/ Neubewertung der im Vorjahr gebildeten Drohverlustrückstellung De-Mail-Verträge (-0,7 Mio. Euro), Anstieg übriger Rückstellungen (0,6 Mio. Euro)
Finanzverbindlichkeiten 0,4 0,9  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11,2 10,6 Anstieg infolge des Ausbaus des operativen Geschäftes
Sonstige Verbindlichkeiten (incl. Derivate für Sicherungsbeziehungen) 49,7 52,0 Rückgang Verbindlichkeiten aus Teleporto (-0,8 Mio. Euro; bereinigt um Wechselkurseffekte -0,1 Mio. Euro), Rückgang Steuerverbindlichkeiten aus sonstigen Steuern (-0,7 Mio. Euro) und Rückgang übrige sonstige Verbindlichkeiten (-1,0 Mio. Euro)
Kurzfristige Schulden 74,4 75,1  

Eine ergänzende Kennziffer für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns ist der Nettoverschuldungsgrad. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Nettoverschuldung und Eigenkapital und wird laufend überprüft.

* Angaben 2013-2015 in 2016 angepasst.

Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Finanzmittel. Zu den Finanzverbindlichkeiten zählen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. In die Finanzmittel werden die liquiden Mittel abzüglich verfügungsbeschränkter flüssiger Mittel (Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden) und die Wertpapiere einbezogen. Diese Darstellung gilt sowohl im Hinblick auf die Bestimmung des Nettoverschuldungsgrades als Steuerungsgröße für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns als auch in Bezug auf den Ausweis in der Kapitalflussrechnung.

in Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2016
Finanzverbindlichkeiten 43,5 38,4
Finanzmittel 24,1 18,7
Nettoverschuldung 19,5 19,8
Eigenkapital 33,0 35,9
Nettoverschuldungsgrad 59% 55%

Auf Basis der positiven operativen Entwicklung und dem Rückgang der Investitionen in vermietete Erzeugnisse verminderte sich im Geschäftsjahr 2017 die Nettoverschuldung des FP-

Konzerns. Das Eigenkapital verminderte sich zum 31. Dezember 2017 und infolgedessen erhöhte sich der Nettoverschuldungsgrad des Unternehmens zum Bilanzstichtag.

5.4 LEASING

Der FP-Konzern betreibt sowohl Operate Lease als auch Finance Lease. Diese Geschäftsmodelle beeinflussen die Bilanz des Unternehmens. Im Anlagevermögen sind unter den Positionen „Vermietete Erzeugnisse“ und „Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen“ Vermögensgegenstände mit einem Buchwert in Höhe von insgesamt 19,6 Mio. Euro (im Vorjahr 26,9 Mio. Euro) bilanziert, die im Wesentlichen im Rahmen von Operate Lease- Vereinbarungen an Kunden vermietet werden. Die Finance Lease-Vereinbarungen mit Kunden finden sich unter „Forderungen aus Finanzierungsleasing“ und belaufen sich im langfristigen und kurzfristigen Bereich in Summe auf 15,3 Mio. Euro (im Vorjahr 12,5 Mio. Euro). Ohne die genannten Geschäftsmodelle würde sich die Summe der Aktiva auf 134,9 Mio. Euro statt auf 169,8 Mio. Euro belaufen. Auf der Passivseite sind in den Finanzverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) 0,0 Mio. Euro für Sale-and-Lease-Back-Geschäfte, bezogen auf die Finanzierung von zu vermietenden Frankiersystemen, enthalten. Ohne diesen Bestandteil würde sich die Summe der Passiva auf 169,7 Mio. Euro statt auf 169,8 Mio. Euro belaufen.

6. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

6.1 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF 2017

Die unten stehende Tabelle zeigt die finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren des FP-Konzerns. Die Ist-Werte bei den finanziellen Kennzahlen Umsatz und EBITDA sind zusätzlich als wechselkursbereinigte Werte angegeben, da der FP-Konzern eine Prognose unter der Prämisse gleichbleibender Wechselkurse für Fremdwährungen veröffentlichte.

Prognose 2017* IST 2017 Erläuterung
Umsatz Leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (203,0 Mio. Euro) 206,3 Mio. Euro Wachstum im Kerngeschäft trotz negativer Währungseffekte, getrieben von höheren Produktverkäufen. Über den Erwartungen liegendes Wachstum im Produktbereich Mail Services, während der Bereich Software leicht rückläufig war.
    208,4 Mio. Euro*  
EBITDA Leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (27,2 Mio. Euro) 26,3 Mio. Euro Solides Ergebnis wie geplant, trotz negativer Währungseffekte, hoher Aufwendungen zur Implementierung der Strategie ACT und belastender Sondereinflüsse. Positiv wirkten Erträge aus der Ausbuchung von verjährten Verbindlichkeiten.
    27,5 Mio. Euro*  
Bereinigter Free Cashflow Auf Vorjahresniveau (im Vorjahr 9,5 Mio. Euro) 9,9 Mio. Euro Positive operative Entwicklung und geplant niedrigere Investitionen bildeten Basis für verbesserten Free Cashflow. Zusätzlich unterstützte die Einmalzahlung aus zwei Steuerverständigungsverfahren.
Qualitäts indikator Leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (im Vorjahr 24,2) 16,4 Deutliche Verbesserung im Zuge der fortgeschrittenen Erneuerung der installierten Basis durch die Frankiersysteme der PostBase-Familie.
Verbesserungsindikator Leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (im Vorjahr 0,09) 0,12 Anstieg im Wesentlichen infolge proaktiver Qualitätsmaßnahmen im Zuge von Produktneueinführungen.

* Bei gleichbleibenden Wechselkursen für Fremdwährungen.

6.2 GESCHÄFTSVERLAUF 2017

Wie geplant, war das Geschäftsjahr 2017 von der Implementierung der ACT-Strategie und der FP FIT Maßnahmen geprägt, mit Kurs auf die formulierten Zwischenziele für das Geschäftsjahr 2020 erhöhte FP die Taktzahl noch einmal deutlich. Exogene und unerwartete Faktoren führten zu zusätzlichen Herausforderungen und belasteten die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung.

Im Geschäftsjahr 2017 steigerte der FP-Konzern erneut den Umsatz und erzielte bereinigt um Währungseffekte wie geplant ein leicht verbessertes EBITDA. Der bereinigte Free Cashflow übertraf das Vorjahr. Auf der Umsatzseite profitierte das Unternehmen insbesondere von Erfolgen des Frankiersystems PostBase in diversen Märkten sowie dem Ausbau des Mail Services-Geschäft im deutschen Markt. Negative Wechselkurseffekte beeinflussten sowohl den Umsatz als auch das EBITDA. Beim Free Cashflow machte sich neben der positiven operativen Entwicklung der geplante Rückgang der Investitionen in vermietete Erzeugnisse und eine solide Entwicklung beim Working Capital bemerkbar. Außerdem wurde der um Investitionen in Finance Lease Assets und M&A bereinigte Free Cashflow durch einmalige Zahlungseingänge aus dem Abschluss von zwei Steuerverständigungsverfahrens beeinflusst. Der Vorstand beurteilt den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2017 insgesamt als positiv.

7. NACHTRAGSBERICHT

Informationen zu wesentlichen Ereignissen nach dem Abschlussstichtag finden Sie im Konzernanhang in Abschnitt V.

8. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Risiko- und Chancenmanagementsystem

Das Risiko- und Chancenmanagementsystem des FP-Konzerns dient dazu, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und wahrzunehmen bzw. einzugrenzen. Grundsätzlich ist die Risiko- und Chancenpolitik des FP-Konzerns darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens nachhaltig zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern.

Das Risiko- und Chancenmanagement ist in die wertorientierte Steuerung und die bestehenden Strukturen des FP-Konzerns eingebunden, um mögliche Signale frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Es ist aus den strategischen Zielen abgeleitet. Der Chancenerkennung dienen hierbei unter anderem detaillierte Markt- und Wettbewerbsanalysen und Prognoseszenarien sowie die intensive Auseinandersetzung mit relevanten Wert- und Kostentreibern. Für die Risiken ist ein Überwachungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet. Dieses System dient auch der Früherkennung bestandsgefährdender Risiken. Der FP- Konzern versteht das Risikomanagement als kontinuierlichen und durchgängigen Prozess.

Darüber hinaus werden unterjährig identifizierte Risiken, die eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und ein hohes potenzielles Schadensausmaß haben, unverzüglich im Rahmen von Berichtslinien an den Vorstand kommuniziert (Ad-hoc-Mitteilung). Das Risiko- und Chancenfrüherkennungssystem wird im Rahmen der Abschlussprüfung vom Abschlussprüfer evaluiert, um sicherzustellen, dass das System geeignet ist, alle potenziell den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken rechtzeitig zu erfassen, zu bewerten und zu kommunizieren.

Organisation

Im Auftrag des Vorstands überwacht der Risikokoordinator die Implementierung einer einheitlichen Risikostrategie und Methodik sowie die Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken sowie der anschließenden Chancenrealisierung und Risikobehandlung. Er wird dabei von Berichtsempfängern unterstützt. Alle Berichtsempfänger bilden ein Gremium, das sich in regelmäßigen Abständen über die Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken abstimmt. Sie evaluieren alle gemeldeten Informationen, wobei folgende Verantwortungsbereiche, unterteilt nach Risikoarten, definiert sind:

Risikoart
I Marktbezogene Risiken
II Operationelle Risiken
III Finanzrisiken
IV Regulierung, Recht und Compliance
V Reputations- und Markenrisiken
VI Umwelt- und Nachhaltigkeitsrisiken

Für die Beobachtung, Bewertung und Meldung der Chancen und Risiken sind Berichtsverantwortliche benannt, die aus dem folgenden Personenkreis bestehen: Geschäftsführer der in- und ausländischen Gesellschaften, Bereichsleiter und Beauftragte innerhalb der implementierten Managementsysteme.

Die Berichtsverantwortlichen erheben für ihr Themenfeld die Chancen und Risiken und sind für die Realisierung der Chancen und Vermeidung der Risiken zuständig. Hierfür erhalten sie durch den Risikokoordinator halbjährlich eine Aufforderung zur Meldung ihrer Chancen und Risiken. Die Berichtsverantwortlichen entwickeln für ihr Themenfeld die zur Behandlung der erhobenen Risiken geeigneten Maßnahmenoptionen, die von den Berichtsempfängern ausgewertet und vom Vorstand beschlossen werden.

Die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagementsystem des FP- Konzerns liegt beim Vorstand. Der Vorstand wird über die aktuelle Risikosituation des FP- Konzerns durch den Risikokoordinator informiert und ordnet gegebenenfalls weitere Maßnahmen an. Nachdem der Vorstand den Konzernrisikobericht verabschiedet hat, wird er dem Aufsichtsrat vorgelegt.

Compliance-Managementsystem

Der Vorstand hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunterneh- men hin (Compliance). Fragen der Compliance sind regelmäßig Gegenstand der Beratung zwischen dem Aufsichtsrat bzw. Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstand. Die Unternehmenskultur des FP-Konzerns ist von Vertrauen und gegenseitigem Respekt sowie dem Willen zur strikten Einhaltung von Gesetzen und internen Regelungen geprägt. Dennoch sind Rechtsverstöße durch individuelles Fehlverhalten nie ganz auszuschließen. Beschäftigte und Dritte haben die Möglichkeit, Fehlverhalten im Unternehmen zu melden. Aufgrund des organisatorischen Aufwands wird auf ein System verzichtet, das die Möglichkeit einräumt, geschützt Hinweise zu geben (Whistleblower-System). Das Unternehmen setzt alles daran, dieses Risiko so weit wie möglich zu minimieren, Fehlverhalten aufzudecken und konsequent zu verfolgen. Von zentraler Bedeutung ist die Beachtung rechtlicher und ethischer Regeln und Grundsätze. Regeln und Grundsätze sind, wie auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Insiderinformationen, in der Compliance-Richtlinie festgeschrieben. Allen Mitarbeitern dient sie zur Orientierung für ein integres Verhalten im Geschäftsverkehr. Führungskräfte und Mitarbeiter werden zur Compliance-Richtlinie geschult.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) ist integraler Bestandteil eines umfassenden unternehmensweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Das Ziel des IKS im Rechnungslegungsprozess ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit für die Erstellung eines regelkonformen Abschlusses zu gewährleisten. Das IKS des FP-Konzerns stützt sich dabei überwiegend auf ein funktionierendes internes Steuerungssystem auf der Basis effizienter Prozesse sowie auf prozessintegrierte, organisatorische Sicherungsmaßnahmen wie beispielsweise Zugriffsbeschränkungen im IT-Bereich oder Zahlungsrichtlinien. Prozessintegrierte Kontrollen vermindern die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fehlern bzw. unterstützen das Aufdecken von aufgetretenen Fehlern.

Der Aufsichtsrat berät über das Risikomanagement und überwacht die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems und des Rechnungslegungsprozesses sowie die Abschlussprüfung und deren Unabhängigkeit.

Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:

Die Francotyp-Postalia Holding AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des FP-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften. Beide Prozesse werden durch ein stringentes internes Kontrollsystem überwacht, das sowohl die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung als auch die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Bestimmungen sichert. Die bereichsübergreifenden Schlüsselfunktionen werden zentral gesteuert, wobei die einzelnen Tochtergesellschaften über ein definiertes Maß an Selbstständigkeit bei der Erstellung ihrer Abschlüsse verfügen.

Wesentliche Regelungen und Instrumentarien bei der Erstellung des Konzernabschlusses sind:

Bilanzierungsrichtlinien auf Konzernebene,

klar definierte Aufgabentrennung und Zuordnung von Verantwortlichkeiten zwischen den am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen,

Einbeziehung externer Sachverständiger, soweit erforderlich, wie zum Beispiel für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen,

Verwendung geeigneter IT-Finanzsysteme und Anwendung von detaillierten Berechtigungskonzepten zur Sicherstellung aufgabengerechter Befugnisse unter Beachtung von Funktionstrennungsprinzipien,

systemseitig implementierte Kontrollen und weitere Prozesskontrollen der Rechnungslegung in den Gesellschaften, Konsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses sowie anderer relevanter Prozesse auf Konzern- und Gesellschaftsebene,

Berücksichtigung von im Risikomanagementsystem erfassten und bewerteten Risiken in den Jahresabschlüssen, soweit dies nach bestehenden Bilanzierungsregeln erforderlich ist.

Für die Umsetzung dieser Regelungen und die Nutzung der Instrumentarien ist in den Konzerngesellschaften der verschiedenen Länder die jeweilige Leitung des Bereichs Finanzen bzw. die Geschäftsführung verantwortlich. Der Konzernabschluss liegt in der Verantwortung des für Finanzen zuständigen Mitglieds des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG. Das Vorstandsmitglied wird dabei unterstützt durch den Vice President Finance FP Group, den Head of Accounting & Taxes, Head of Controlling & MIS und den Head of Treasury/ M&A.

Durch die Beschäftigung von qualifiziertem und spezialisiertem Fachpersonal, gezielte und regelmäßige Fort- und Weiterbildung sowie Beachtung des Vieraugenprinzips gewährleistet der FP-Konzern die strikte Einhaltung der lokalen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften im Jahres- und Konzernabschluss.

Alle Jahresabschlüsse von wesentlichen Konzerngesellschaften, die Eingang in die Konzernkonsolidierung finden, unterliegen der Prüfung durch einen Abschlussprüfer.

Durch die Verpflichtung aller Tochtergesellschaften, ihre Geschäftszahlen monatlich in einem standardisierten Reporting-Format an die Francotyp-Postalia Holding AG (FP Holding) zu berichten, werden unterjährige Soll-Ist-Abweichungen zeitnah erkannt, um kurzfristig darauf reagieren zu können.

Risikomanagementsystem im Hinblick auf Finanzinstrumente

Der FP-Konzern verfügt über ein zentrales Finanzmanagement, wobei die FP Holding den Konzernfinanzbedarf koordiniert, die Liquidität sichert und die Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken konzernweit überwacht. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, finanzwirtschaftliche Risiken aus Veränderungen von Marktpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen durch finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zum Zweck der Sicherung von Grundgeschäften genutzt. Währungsbedingte Risiken resultieren aus den internationalen Aktivitäten des Konzerns, insbesondere in den USA und Großbritannien. Die FP Holding identifiziert diese Risiken in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Konzerngesellschaften und steuert sie mit geeigneten Maßnahmen, zum Beispiel dem Abschluss von Devisentermingeschäften. Zinsrisiken resultieren aus den mittelfristigen Finanzverbindlichkeiten. Zur Steuerung der Zinsrisiken hat die FP Holding im Geschäftsjahr 2017 keine neuen Zinsderivate abgeschlossen. Die Liquiditätsplanung dient dazu, Liquiditätsrisiken frühzeitig zu erkennen und konzernweit systematisch zu minimieren. Der Liquiditätssteuerung und -Überwachung dient ein monatlich rollierender Liquiditäts- Forecast. Für weitere Informationen zu Risiken aus Finanzinstrumenten, darunter Währungs- und Zinsrisiken, sowie den entsprechenden Sicherungsaktivitäten verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. Textziffer (21) Finanzinstrumente.

Risikomatrix des FP-Konzerns

Es werden zweimal im Jahr alle rechtlichen, Geschäfts-, Betriebs-, Finanz- und IT-Risiken und Chancen im FP-Konzern inventarisiert, und die gemeldeten Risiken werden von den Berichtsempfängern evaluiert.

Die erfassten Risiken werden nach Maßgabe der möglichen Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit danach beurteilt, ob sie wesentlich und gegebenenfalls bestandsgefährdend sind. Diese Risiken werden gesondert festgehalten und weiter beobachtet. Um Aussagekraft darüber zu erhalten, welche Risiken wesentlich sein können, werden alle Risiken gemäß ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der Höhe des möglichen Schadens in fünf verschiedene Klassen (1 bis 5) eingeteilt.

Das Verfahren zur Risikobewertung wurde im Berichtsjahr geändert. Um das Risikomanagementsystem klarer vom Überwachungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG abzugrenzen, wurden die Risikogruppen im Berichtsjahr neu definiert. Die Risikomatrix des FP-Konzerns gliedert sich in geringe Risiken (Risikogruppe C, Risikokennzahl 2 3), latente Risiken (Risikogruppe B, Risikokennzahl >3 und < 10) und wesentliche Risiken (Risikogruppe A, Risikokennzahl > 10). Die wesentlichen Risiken beinhalten als Teilbereich die Schlüsselrisiken (Risikogruppe A1, Risikokennzahl > 15), die bestandsgefährdend für das Unternehmen sein können. Zudem wurde im Berichtsjahr die Definition zur Einschätzung der Risiko- Eintrittswahrscheinlichkeit neu festgelegt.

Die neue Risikogruppe der wesentlichen Risiken (A) erfasst Risiken, bei denen die Eintrittswahrscheinlichkeit vor Ergreifen einer geeigneten Gegenmaßnahme mit mindestens „unwahrscheinlich (qualitativ) / 20 % bis 39 % (quantitativ)“ (Klassen 2 bis 5) und die mögliche Schadenshöhe mit mindestens „gering = Auswirkung des Schadens von 5 % bis 7 % des geplanten Konzern-EBITDA“ (Klassen 2 bis 5) eingeschätzt wurden. Multipliziert man die Klasse der Eintrittswahrscheinlichkeit mit der Klasse der Schadenshöhe und ergibt das Produkt die Risikokennzahl 10 oder höher, handelt es sich um ein wesentliches Risiko (A). Eine Risikokennzahl von 15 oder höher definiert insbesondere ein Schlüsselrisiko (A1), das auf eine Bestandsgefährdung des Unternehmens hinweist. Über die identifizierten wesentlichen Risiken wird in diesem Bericht informiert.

Erläuterung der Klassen von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe

Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit

2017 ALT
Klasse Beschreibung (qualitativ) Eintrittswahrscheinlichkeit (quantitativ) Beschreibung (qualitativ) Eintrittswahrscheinlichkeit (quantitativ)
1 Sehr unwahrscheinlich 0% bis 19% Unwahrscheinlich Im Durchschnitt höchstens alle 5 Jahre
2 Unwahrscheinlich 20 % bis 39 % Möglich Im Durchschnitt alle 3-5 Jahre
3 Wahrscheinlich 40 % bis 59 % Mittel Im Durchschnitt ale 1-2 Jahre
4 Sehr wahrscheinlich 60 % bis 79 % Wahrscheinlich Jährlich
5 Fast sicher 60 % bis 99 % Unabwendbar Monatlich

Bewertung der Schadenshöhe

2017
Klasse Beschreibung (qualitativ) Schadenshöhe (quantitativ)
1 Sehr gering Schaden von kleiner 5% des Plan-EBITDA
2 Gering Schaden von größer 5% bis 7% des Plan-EBITDA
3 Mittel Schaden von größer 7% bis 15% des Plan-EBITDA
4 Hoch Schaden von größer 15% bis 35% des Plan-EBITDA
5 Sehr hoch Schaden von größer 35% des Plan-EBITDA

Risikomatrix des FP-Konzerns

Insgesamt wurden zum Bilanzstichtag elf wesentliche Einzelrisiken (A) für den FP-Konzern identifiziert. Davon sind sieben Risiken sogenannte Schlüsselrisiken (A1), deren Eintritt den Bestand des Konzerns voraussichtlich gefährden würde.

8.1 RISIKEN DES FP-KONZERNS

8.1.1 Marktbezogene Risiken

Änderung des Kundenbedarfs aufgrund der digitalen Transformation

Seit Mitte der vergangenen Dekade sinken die Volumina der Briefpost in allen Märkten, wenn auch nicht mehr in so starkem Maße; gleichzeitig nimmt der Versand von Päckchen und Paketen zu. Sichere E-Mail-Lösungen ersetzen konventionelle Postwege und die digitale Transformation der Wirtschaft schreitet voran. Der FP-Konzern vertreibt in den Segmenten Vertrieb Deutschland und Vertrieb International Frankiersysteme und bietet Verbrauchsmaterial an. Diese Geschäftstätigkeit erzeugt damit einen wesentlichen Anteil der wiederkehrenden Umsatzerlöse. Angesichts der Änderungen im Kundenverhalten könnte die Nachfrage nach Frankiersystemen und Verbrauchsmaterialien sinken bzw. sich frühzeitiger als erwartet zu kleineren Frankiersystemen entwickeln. Der FP-Konzern begrenzt das Risiko durch intensive Marktbeobachtung und Kundenbefragungen sowie durch die Ableitung entsprechender Maßnahmen.

Wettbewerbsintensiver Markt im Bereich der Postdienstleistungen

Die Deutsche Post AG hat Anfang 2018 den sogenannten Infrastrukturrabatt eingeführt. Wer den Infrastrukturrabatt erhalten möchte, muss gewisse Voraussetzungen erfüllen. Für Kunden der Deutsche Post AG und Konsolidierer mit Teilleistungsverträgen wird zum 1. Januar 2018 der Teilleistungsrabatt um 3 Prozentpunkte abgesenkt. Im Gegenzug gewährt die Deutsche Post AG den Infrastrukturrabatt in gleicher Höhe, für den bestimmte Voraussetzungen gelten müssen. Zu diesen zählen u.a. teilleistungsfähige Briefsendungen, Layout-Anpassung (Platzierung einer Frankier-ID oberhalb der DV-Freimachungszeile) und bei Einlieferung Abgabe der Einlieferungsliste für die Teilleistung. Eine zeitnahe Umsetzung dieser Anpassungen stellt für Dienstleister und auch für die Frankiermaschinenhersteller eine Herausforderung dar. FP hat sich rechtzeitig mit dem Thema auseinandergesetzt und entsprechend die Frankiersysteme, aber auch die Software und die Maschinen im Produktbereich Mail Services und Software angepasst. Dessen ungeachtet ist noch nicht abschließend abzusehen, wie die Kunden auf die angekündigte Änderung reagieren. Der FP-Konzern begrenzt das Risiko vor allem durch eine intensive Zusammenarbeit mit seinen Kunden. Deren Wechselbereitschaft wird durch eine vertiefte Bindung ebenso reduziert wie durch eine mögliche Weitergabe der Rabattkürzung an die Kunden.

Erfolgreiche Umsetzung strategischer Projekte und Maßnahmen

Die mit ACT entwickelten Projekte und Maßnahmen sind wesentlich für die Erreichung der für 2020 und 2023 definierten Wachstumsziele. In den Jahren 2017 und 2018 setzt der FP- Konzern in allen Segmenten nicht nur definierte strategische Projekte um, sondern schafft zugleich die Basis für den Erfolg. Die Parallelisierung beider Phasen birgt aufgrund möglicherweise begrenzter Ressourcen und fehlender Priorisierung Risiken. Diesem Risiko begegnet der FP-Konzern mit einem strengen, auf Kennzahlen beruhenden Projektmanagement und einer klaren Kosten- und Effizienzüberwachung.

8.1.2 Operationelle Risiken

Länder-/ Segmentübergreifende IT-Risiken

Die IT-gestützten Geschäftsprozesse des FP-Konzerns sind Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt. Es besteht das Risiko von Netzwerk- und Systemausfällen, beispielsweise bezüglich des FP Repository, sowie von externen Angriffen und Datenverlusten durch menschliches Versagen. Diesen möglichen IT-Risiken begegnet das Unternehmen durch den Einsatz moderner Hard- und Software, die aktuelle Sicherheitsstandards erfüllen. Um Geschäftsprozesse sicher abzuwickeln, wurde 2016 ein globales IT-Assessment durchgeführt, woraus sich die Verbesserungsmaßnahmen für die nächsten 3 Jahre ableiten, die den FP-Konzern fit für die Zukunft machen. 2017 wurde das Projekt weitergeführt und mögliche Anpassungen von IT-Systemen überprüft. Mit dem Einsatz eines Informationssicherheits- Managementsystems (ISMS) und der Sensibilisierung seiner Mitarbeiter im Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen minimiert der FP-Konzern zudem weiter diese Risiken. Darüber hinaus betreibt der FP-Konzern mehrere physisch getrennte Rechenzentren, die unterschiedliche Teile der IT-Landschaft redundant abbilden und so das Risiko eines kompletten Systemausfalls bestmöglich minimieren. Bei dem Einsatz von postalischen Server-Systemen wie FranklT, IBIP, Orchid usw. ist der IT-Bereich stets gezwungen, postalische Anforderungen in Anlehnung an verschiedene Standards wie BSI-Grundschutz, ISO 27001, NIST 800-34, COBIT 4.1 zu erfüllen. Neben dem Einsatz eines Informationssicherheits- Managementsystems ist auch die Berücksichtigung eines Business-Continuity-Management (BCM)-Prozesses zwingend erforderlich. In Anlehnung an den BSI-Standard 100-3 wurde beim Betrieb von sensiblen, postalischen Server-Systemen ein Risikomanagementprozess innerhalb der IT etabliert. Durch regelmäßige Audits und Sicherheitszertifikate dokumentiert FP gegenüber den Kunden den erreichten Sicherheitsstand.

Personalanpassungsrisiko

Der Erfolg des Unternehmens ist maßgeblich vom Engagement, der Motivation und den Fähigkeiten seiner Mitarbeiter abhängig. Es besteht das Risiko der nicht ausreichenden Anpassung der Mitarbeiter an technologische oder sonstige, auch unvorhergesehene Entwicklungen. Zudem besteht am Personalmarkt eine große Nachfrage nach Spezialisten im Bereich Vertrieb sowie Forschung & Entwicklung insbesondere mit Know-how für digitale Technologien und Trends. Der FP-Konzern begrenzt diese Risiken, die alle Segmente betreffen, durch eine Professionalisierung der Bedarfsanalyse und eine umfassende interne Kommunikation. Weitere Maßnahmen bilden ein aktives Change-Management, die Stärkung der Führungskräfte und Mitarbeiter durch den gezielten Aufbau entsprechender Kompetenzen sowie die Etablierung einer Feedback- und Fehlerkultur.

Kostenrisiken aus De-Mail-Verträgen

Das De-Mail-Geschäft entwickelte sich auch im Berichtsjahr unter den Erwartungen. Das geringe Sendungsvolumen führte weiterhin dazu, dass Kundenverträge, für die im Vorjahr eine Drohverlustrückstellung gebildet wurde, nicht profitabel sind. Aus diesem Grund wurden im Jahr 2017 Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen verfolgt und ergänzend ein Verkauf als eine von mehreren Möglichkeiten, sich kurz- bis mittelfristig von diesen Verträgen zu trennen, geprüft.

Regulatorisch ist definiert, dass die gesamte technische und personelle Infrastruktur zur Bedienung von De-Mail-Kundenverträgen, die vereinzelt bis 2020 laufen, aufrechterhalten werden muss, auch wenn keine ausreichenden Ergebnisbeiträge aus laufenden oder neu verhandelten Verträgen erzielt werden. Daraus ergibt sich kurz- bis mittelfristig das Risiko, dass die damit verbundenen hohen Kosten durch den FP-Konzern getragen werden müssen. Zur Verringerung der kurz- bis mittelfristigen Risiken arbeitet der FP-Konzern mit großer Aufmerksamkeit daran, die Ertragssituation der De-Mail-Kundenverträge durch weitere geeignete Maßnahmen zu verbessern.

8.1.3 Finanzrisiken

Währungsrisiko

Die Beschaffungskosten des FP-Konzerns fallen überwiegend in Euro an, da das Unternehmen seine Produktionsstätte in Deutschland hat. Währungsrisiken ergeben sich daraus, dass Umsätze in anderen Währungen realisiert werden, wie z. B. US-Dollar und Britisches Pfund. Ein Anstieg des Euro gegenüber anderen Währungen wirkt sich deshalb nachteilig auf die in Euro ausgewiesenen Konzernumsätze, Ergebnisse und den Cashflow aus. Während der FP- Konzern die Konzernabschlüsse in Euro erstellt, bilanzieren eine Reihe von Tochtergesellschaften des FP-Konzerns in anderen Währungen, so dass die entsprechenden Positionen bei der Konsolidierung in Euro umgerechnet werden müssen. Der FP-Konzern ist daher Risiken ausgesetzt, die sich durch die Schwankung der relativen Werte der maßgeblichen Währungen, insbesondere zwischen dem Euro und dem US-Dollar, ergeben können. Der FP- Konzern begrenzt die Währungsrisiken durch den Abschluss von Währungssicherungsgeschäften sowie den Einkauf im US-Dollarraum ein. Das Währungsrisiko betrifft nicht das Segment Vertrieb Deutschland.

Abwertungsrisiken

Der FP-Konzern beurteilt jährlich, ob für die nach IAS 36 relevanten Vermögenswerte (insbesondere immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) Anzeichen einer Wertminderung bestehen. Außerdem sind im FP-Konzern Prozesse zur laufenden Wertüberwachung des bilanzierten Vermögens und insbesondere zur Identifikation von Triggering Events als Basis für die Durchführung anlassabhängiger Wertminderungstests installiert. Liegen entsprechende Anzeichen vor, wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Ergibt sich eine Wertminderung, so ist diese grundsätzlich ergebniswirksam zu erfassen. Eine Wertminderung hätte zwar keine Auswirkung auf das EBITDA des FP-Konzerns, jedoch auf das Konzernergebnis und entsprechend auf das Eigenkapital.

Im Zuge der Aufklärung der im Geschäftsjahr 2017 berichteten Unregelmäßigkeiten im Produktbereich Mail Services wurden die Planungen für das Geschäft überprüft und angepasst. Der im Rahmen des jährlichen Wertminderungstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheit freesort (CGU) mit einem zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von

5,9 Mio. Euro ermittelte erzielbare Betrag hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2016 vermindert, ist aber weiterhin größer als der Buchwert der CGU. Die vom FP-Konzern forcierte Neuausrichtung des Produktbereiches Mail Services im Rahmen von ACT stärkt die Werthal- tigkeit der CGU.

Potenzielle Auswirkungen des Brexit auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Der Austrittsprozess von Großbritannien aus der Europäischen Union (EU) könnte aus Sicht des FP-Konzerns die Geschäfts- und Verbraucherunsicherheit erhöhen, Investitionen in Großbritannien verringern, Risiken für den Finanzmarkt darstellen und allgemein zu einer erhöhten Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft der EU führen. Ein weiterer massiver Rückgang des Vertrauens in die Wirtschaft, eine zunehmende Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen sowie eine deutliche Abwertung des Britischen Pfundes, insbesondere hervorgerufen durch ungeordnete und verzögerte Austrittsverhandlungen, könnte für die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens ein hohes Schadenspotential darstellen. FP beobachtet den Austrittsprozess kontinuierlich, um lokale und konzernweite Maßnahmen zu veranlassen und umzusetzen. Das Risiko betrifft nicht das Segment Vertrieb Deutschland.

8.1.4 Regulierung, Recht und Compliance

Rückzahlungsverpflichtung in Folge von Unregelmäßigkeiten im Produktbereich Mail Services

Im zweiten Quartal 2017 stellte der FP-Konzern Abweichungen und vereinzelt auf Mitarbeiterfehlverhalten beruhende Unregelmäßigkeiten bei der internen Erfassung und Abrechnung von Briefmengen im zeitkritischen Konsolidierungsgeschäft fest; die Abrechnungen mit Kunden waren nicht betroffen. Auf der Basis der derzeitigen Informationen geht FP davon aus, dass eine Verpflichtung zur Rückzahlung von Vergütungen besteht sowie ein künftiger Ressourcenabfluss für Beratungskosten erfolgt. In diesem Zusammenhang bilanziert der FP- Konzern zum Bilanzstichtag Rückstellungen in Höhe von 0,2 Mio. Euro. Aus der derzeitig noch andauernden Klärung des Sachverhalts könnten weitere Rückzahlungsverpflichtungen für den FP-Konzern mit einem geschätzten Schadenspotential von 0,6 Mio. Euro resultieren sowie weitere rechtliche Konsequenzen. Der FP-Konzern geht gegenwärtig nicht davon aus, dass für das geschätzte Schadenspotential eine Verpflichtung besteht. Im zweiten Halbjahr 2017 hat das Unternehmen die Effizienz, Qualität und Stabilität der Prozesse im Interesse unserer Kunden und Partner im Bereich Mail Services sowie im Bereich Software auf den Prüfstand gestellt und Maßnahmen zur Vermeidung der berichteten Risiken durchgeführt.

Klageverfahren im Zusammenhang mit Werbefaxen in den USA

Vor dem U.S. District Court for the Eastern District of Missouri ist eine Klage gegen unsere Tochtergesellschaft in den USA anhängig (Case No. 4:14-cv-01161-HEA). In der Sammelklage („putative class action") wird behauptet, Francotyp-Postalia Inc. habe mit unaufgeforderten Werbefaxen den „Telephone Consumer Protection Act of 1991“ verletzt. Bisher ist nicht geklärt, ob das beanstandete Vorgehen (Werbefax) von den gesetzlichen Regelungen überhaupt erfasst ist. Der U.S. District Court for the Eastern District of Missouri hat das Verfahren am 17. Februar 2015 bis zu einer Entscheidung der Federal Communications Commission und des United States Court of Appeals for the D.C. Circuit über den Geltungsbereich und die Gültigkeit des Telephone Consumer Protection Act of 1991 ausgesetzt. Diese Entscheidung liegt noch nicht vor. Der Ausgang der gegen die Francotyp-Postalia Inc. erhobenen Klage ist offen und könnte ein Schadenspotential von geschätzt bis zu 1,0 Mio. Euro haben. FP geht nicht davon aus, dass gegenwärtig eine Verpflichtung besteht. Der FP- Konzern begrenzt das Risiko durch anwaltliche Begleitung des Klageverfahrens.

8.1.5 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Zusammenfassend stellt nachfolgende tabellarische Übersicht die Risikosituation des FP- Konzerns zum Bilanzstichtag sowie die Entwicklung der Risiken gegenüber dem Vorjahr dar. Die Risiken „Patentrechtsrisiko“ und „Vertragsrisiko“ waren im Laufe des Geschäftsjahres 2017 nicht mehr als wesentliche Risiken einzustufen.

Überblick über die Risiken des FP-Konzerns

Schadenshöhe Eintrittswahr scheinlichkeit Risikogruppe Entwicklung1)
Marktbezogene Risiken        
Änderung des Kundenbedarfs aufgrund der digitalen Transformation 5 3 A1 ->
Wettbewerbsintensiver Markt im Bereich der Postdienstleistungen 5 3 A1 ->
Erfolgreiche Umsetzung strategischer Projekte und Maßnahmen 4 4 A1  
Operationelle Risiken        
Länderübergreifende IT-Risiken 4 4 A1 ->
Personalanpassungsrisiko 4 4 A1  
Kostenrisiken aus De-Mail-Verträgen 2 5 A  
Finanzrisiken        
Währungsrisiko 4 4 A1 ->
Abwertungsrisiken 4 4 A1  
Potenzielle Auswirkungen des Brexit auf die künftige VFE-Lage 3 4 A  
Regulierung, Recht und Compliance        
Rückzahlungsverpflichtung in Folge von Unregelmäßigkeiten im Produktbereich Mail Services 4 3 A  
Klageverfahren i.Z.m. Werbefaxe in den USA 3 4 A ->

1) Entwicklung Risikokennzahl im Vergleich zum Vorjahr.

Legende:

- Erhöhtes / neues Risiko

-> Unverändertes Risiko

- Verringertes Risiko

Unter Berücksichtigung möglicher Schadensausmaße und Eintrittswahrscheinlichkeiten sind derzeit keine Risiken erkennbar, die zu einer dauerhaften, wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des FP-Konzerns führen werden. Insgesamt sind die Risiken beherrschbar; der Fortbestand des Konzerns ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet. Grundlegende Änderungen der Risikolage erwartet der FP-Konzern derzeit nicht. Organisatorisch hat das Unternehmen alle Voraussetzungen dafür geschaffen, frühzeitig über mögliche neue Risikosituationen informiert zu sein und schnell reagieren zu können.

8.2 CHANCEN DES FP-KONZERNS

Der FP-Konzern hat die Chancen für das Geschäftsjahr 2017 qualitativ ermittelt; sie wurden wie im Vorjahr nicht für Steuerungszwecke quantifiziert oder in einer Chancenmatrix erhoben.

Mit der Ende 2016 veröffentlichten Strategie ACT hat der FP-Konzern seine Chancen in einem sich wandelnden Markt noch einmal grundsätzlich überprüft und neu bewertet (vgl. Kapitel Strategie).

FP kann unter Ausnutzung der zu beobachtenden Segmentverschiebung im Bereich der Frankiersysteme seine bestehende Kundenbasis von rund 200.000 Unternehmen weiter ausbauen. Zugleich ergibt sich pro bestehendem Kunden und mit jedem neuen Kunden die Chance, diesen auf dem Weg der Digitalisierung zu begleiten und ihm über die klassische Sendungsverarbeitung hinaus Produkte rund um die digitale Kommunikation anzubieten. Insgesamt führt dies zu einer stärkeren Kundenbindung und einem höheren, nachhaltig profitablen Wachstum pro Kunde.

Die ACT-Strategie berücksichtigt diese Chancen. Sie umfasst die drei Bestandteile Attack, Customer Journey und Transformation. Sie wird begleitet durch die laufenden FP FIT Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und der Umsetzungsstärke in allen Bereichen mit den vier Schwerpunkten Finanzen, Personal, Vertrieb und Digitalisierung.

Entsprechend der Entwicklung der bereits begonnenen und laufenden ACT-Projekte und FP FIT Maßnahmen wurden diese Chancen in der strategischen Konzernplanung, in der Prognose für 2018 und den mittelfristigen Zielen bis 2020 berücksichtigt. Darüber hinaus hat sich der FP-Konzern mit ACT bis 2023 langfristige Ziele gesetzt.

Um den Erwartungen an den FP-Konzern gerecht zu werden, müssen das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens vorangetrieben sowie der mit ACT verbundene eigene Wandel noch schneller umgesetzt werden, indem FP neue Chancen frühzeitig erkennt und erfolgreich nutzt.

Der nachfolgende Abschnitt konzentriert sich deshalb auf künftige Trends oder Ereignisse, die zu einer positiven Abweichung von der Prognose für 2018 und den mittelfristigen Zielen führen könnten, sofern sie sich besser entwickeln, als es die Prognose berücksichtigt.

8.2.1 Marktchancen

Trotz eines Rückgangs der zugestellten Postsendungen im globalen Durchschnitt gibt es zahlreiche Länder, in denen der Postmarkt ein Wachstumsmarkt ist. Anders als der Wettbewerb konzentriert sich der FP-Konzern auf Systeme für kleinere und mittlere Briefaufkommen und kommt damit der veränderten Nachfrage entgegen. Daraus ergeben sich für den FP- Konzern grundsätzlich Chancen, an diesem Wachstum teilzuhaben (Attack). Aber auch in etablierten Postmärkten entstehen für den FP-Konzern gerade durch die Konzentration auf das kleine und mittlere Briefvolumen Chancen. Das gilt vor allem für Märkte, in denen der FP-Konzern bislang noch nicht präsent oder stark vertreten ist. Die im Zuge der Entwicklung ACT durchgeführten Marktstudien zeigten, dass der FP-Konzern insbesondere in den Märkten USA und Frankreich große Wachstumschancen hat. So baut der FP-Konzern Schritt für Schritt seine Präsenz im Frankiermaschinenmarkt Frankreich aus und überzeugt Kunden vor allem mit der PostBase. Potenzial sieht das Unternehmen aber auch in seinen angestammten Märkten USA und Deutschland insbesondere durch die Verschiebung hin zum A- Segment. Für den FP-Konzern können sich daraus über den bereits identifizierten Handlungsrahmen hinausreichende Chancen ergeben, Frankiersysteme schneller als geplant in angestammte und neue Märkte einzuführen bzw. mehr Kunden für die Systeme der FP zu gewinnen.

In vielen Branchen schreitet die Digitalisierung voran, allerdings langsamer als von Experten erwartet. Diese Entwicklung definiert der FP-Konzern eindeutig als Marktchance und hat im Bereich der Customer Journey der ACT-Strategie entsprechende strategische Projekte gestartet. Von diesem Trend kann der FP-Konzern in etablierten Märkten und insbesondere in Deutschland profitieren, indem es die Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse beratend begleitet und auf Wunsch auch Prozesse neu gestaltet.

Zugleich setzt das Unternehmen auf digitale Technologien, um mittel- und langfristig vom Trend der zunehmenden digitalen Transformation zu profitieren. Es zeigt sich, dass das im FP-Konzern vorhandene Know-how (vgl. Kapitel Forschung und Entwicklung) auch weit jenseits der Frankiersysteme oder digitaler Produkte und Services im Sinne der Customer Journey für neue Angebote genutzt werden kann. Gemeint sind die Entwicklungen rund um das Thema Internet of Things (IoT). Um die daraus neu entstehenden Chancen zu erkennen und für den FP-Konzern nutzbar zu machen, wurde eine Projektgruppe gebildet, welche die Chancen der Frankiersystem-Technologie im Bereich IoT für den FP-Konzern ausIoTet. Erste aussichtsreiche Gespräche zeigen die Potenziale. Hier hat der FP-Konzern berechtigte Chancen, sich in einem neuen Geschäftsfeld zu etablieren, die in dieser Form noch nicht in der Prognose für 2018 oder den mittelfristigen Zielen abgebildet sind.

8.2.2 Produktchancen

Die innovativen Produkte des FP-Konzerns sind der Garant für den Erfolg des Unternehmens. Dazu tragen die ständige Weiterentwicklung der Frankiersysteme sowie neue Lösungen für den digitalen und hybriden Postversand bei. Mit der PostBase-Familie verfügt der FP-Konzern über ein modernes und leistungsfähiges Produktangebot im Kerngeschäft, das es ermöglicht, in diesem Bereich weiter wachsen zu können. Auch in dem von der Deutsche Post AG angekündigten Infrastrukturrabatt sieht der FP-Konzern Chancen für die positive Geschäftsentwicklung, da hier die FP als „First Mover“ einen zusätzlichen Mehrwert für die Kunden schaffen kann.

ACT eröffnet darüber hinaus weitere Chancen in der Entwicklung neuer Produkte und Services auch im Bereich der Frankiersysteme. Innerhalb der Projekte FP Product Roadmap und FP Parcel Shipment wurden Marktchancen im Geschäftsjahr 2017 evaluiert und entsprechende Entwicklungsprojekte aufgesetzt. Sie haben das Potenzial, über die bereits festgelegten Chancen weitere Mehrwerte für den Konzern zu erzielen, insbesondere wenn sich die Märkte weiter so entwickeln wie aktuell beobachtet.

Zugleich treibt das Unternehmen die Vermarktung von Softwarelösungen wie etwa FP Sign voran, eine neue plattformbasierte Lösung für den sicheren, vertraulichen und rechtsverbindlichen digitalen Abschluss von Verträgen und den Austausch von Dokumenten. Mit dem Ausbau der Lösungskompetenz auch über Deutschland hinaus kann sich FP weitere Optionen im Markt des Digital Transaction Management sichern. Mit einem umfassenden Lösungsportfolio würde sich der FP-Konzern als Anbieter für Verschlüsselungs- und Archivierungssoftware für die elektronische Kommunikation und Optimierung sämtlicher Prozesse rund um die Ein- und Ausgangspost international etablieren können.

8.2.3 Vertriebschancen

Ein aktueller Marktanteil von rund 11% der weltweit installierten Frankiersysteme ist eine stabile Basis für den FP-Konzern, die im Sinne der ACT-Strategie noch weiter gestärkt werden soll. Vor diesem Hintergrund wurden bereits gezielte Vertriebsmaßnahmen gestartet und umgesetzt (Marketing & Sales Plus), um die Kundenbasis zu vergrößern. Um eine hohe Anzahl von Kunden zu erreichen und die Marktpenetration zu steigern, nutzt das Unternehmen beispielsweise verstärkt Telesales und Leasing-Angebote. Als weiterer Distributionsweg wurde das Kundenportal discoverFP im Geschäftsjahr 2017 entwickelt. Der weltweite Rollout ist für das Geschäftsjahr 2018 geplant. Darüber hinaus wird es für den Vertrieb der neuen Softwareprodukte und Lösungen darauf ankommen, passende Vertriebskanäle aufzubauen, die sich weiter in Richtung der projektbegleitenden Kundenberatung entwickeln. Auf diese Weise kann das kontinuierliche Wachstum der Kundenbasis vorangetrieben und zusätzlicher Umsatz im Sinne der Customer Journey mit jedem einzelnen Kunden erwirtschaftet werden.

Wesentliche Prämisse für den Ausbau der Kundenbasis ist eine deutliche Erhöhung der Markenbekanntheit des FP-Konzerns. Aus diesem Grund wurde im Geschäftsjahr 2017 der Bereich Brand Management neu aufgebaut und mit entsprechendem Personal ausgestattet. Das Zusammenspiel verbesserter Markenbekanntheit mit der Weiterentwicklung und Stärkung des Vertriebs könnte schneller als geplant zum Erfolg führen und die derzeit der Prognose zugrundliegenden Annahmen übertreffen.

8.2.4 Chancen aus den Maßnahmen FP FIT

Schon im Geschäftsjahr 2016 hatte das Unternehmen mit verschiedenen Excellence- Maßnahmen begonnen. Hierzu zählte u.a. der Aufbau neuer Funktionen im Finanzbereich für Steuern und Treasury. Diesen Anfängen folgten im Geschäftsjahr 2017 die Bildung einer globalen IT-Organisation, der Start eines Projektes zur Entwicklung einer konzernweiten ERP/ CRM-Strategie, des Weiteren Maßnahmen im Personalbereich sowie die beschriebenen Maßnahmen im Bereich Marketing und Vertrieb. Im Rahmen der 2016 erfolgreich gestarteten ACT-Strategie beschleunigt der FP-Konzern die Projekte und Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und zielt darauf ab, die Leistungsfähigkeit des FP-Konzerns langfristig und nachhaltig zu erhöhen. Mit Kurs auf die formulierten Zwischenziele für das Geschäftsjahr 2020 erhöht FP die Taktzahl noch einmal deutlich, um alle Chancen im Sinne der Zielerreichung ausnutzen zu können. Zusätzlich zu den zahlreichen, bereits laufenden Projekten und Maßnahmen rollt der FP-Konzern das Projekt „Structure & Organisation“ mit dem Ziel aus, die Komplexität im FP-Konzern zu reduzieren sowie die Schlagkraft und Agilität deutlich zu erhöhen. Dazu werden effiziente und stabile Organisationsstrukturen implementiert, um kosteneffizient die Transformation der Wachstumsstrategie ACT deutlich zu unterstützen. Die hier zugrunde liegenden Erwägungen, Annahmen und Berechnungen sind in die vorliegende Prognose für das Geschäftsjahr 2018 eingeflossen. Dieses Projekt bietet die einmalige Chance, zusätzliches, bisher noch nicht analysiertes und erhobenes Potenzial nachhaltig zu erschließen.

8.2.5 Chancen durch Währungseffekte

Durch die internationale Ausrichtung des FP-Konzerns im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ergeben sich für das Unternehmen nicht nur Risiken, sondern auch Chancen durch Währungseffekte. Positive Fremdwährungseffekte können aus Bilanzpositionen und schwebenden Geschäften in Fremdwährungen resultieren. Positive Ergebnisse können zudem aus allen Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen entstehen, die nicht in Euro notieren.

Jede FP-Gesellschaft hat Chancen im Zusammenhang mit Wechselkursänderungen, wenn sie Geschäfte mit internationalen Vertragspartnern abschließt und daraus in der Zukunft Zahlungsströme entstehen.

Um die sich ergebenden Chancen nutzen zu können, hat der FP-Konzern einen eigenen Treasury-Bereich aufgebaut.

8.2.6 Sonstige Chancen

Geltendmachung von Schadenersatz in Folge der Unregelmäßigkeiten im Produktbereich Mail Services

Im Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr 2017 berichteten Unregelmäßigkeiten bei der internen Erfassung und Abrechnung von Briefmengen im zeitkritischen Konsolidierungsgeschäft hat der FP-Konzern festgestellt, dass er durch Pflichtverletzungen einzelner, die über den Berichtszeitraum hinausgehen, finanziell geschädigt wurde. In der Folge hat FP im Rahmen von derzeit noch laufenden Kündigungsschutzprozessen am 14. Februar 2018 Schadenersatzansprüche gegen Mitarbeitende in Höhe von rund 1,7 Mio. Euro klageweise geltend gemacht. Die Vertrauensschadenversicherung wurde über die Verletzungshandlungen und den entstanden Schaden ebenfalls informiert. Im Fall der Durchsetzung der Ansprüche könnte sich dies einmalig positiv auf die Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens auswirken und dazu führen, dass FP die Prognose für 2018 bzw. die mittelfristigen Ziele übertreffen kann.

Verkauf De-Mail-Verträge

Das De-Mail-Geschäft entwickelte sich bisher unter den Erwartungen. Es besteht das kurz- bis mittelfristige Risiko, dass die hohen Kosten für die regulatorisch definierte Aufrechterhaltung der gesamten technischen und personellen Infrastruktur aufgrund vereinzelt bis Ende 2020 laufender Kundenverträge ohne ausreichende Ergebnisbeiträge aus laufenden oder neu verhandelten Verträgen durch den FP-Konzern getragen werden müssen. Zur Verringerung der kurz- bis mittelfristigen Kostenrisiken arbeitet der FP-Konzern an mehreren Handlungsoptionen, unter anderen auch an einem Verkauf der De-Mail-Kundenverträge. Im Erfolgsfall könnte sich dies positiv auf die Finanz- und Ertragslage des FP-Konzerns auswirken und dazu führen, dass FP seine mittelfristigen Ziele übertreffen kann.

8.2.7 Gesamtaussage zur Chancensituation

Die Chancen und Risiken stehen sich wie im Vorjahr ausgewogen gegenüber.

9. PROGNOSEBERICHT

Prognose 2018
Umsatz Leichter Anstieg gegenüber 2017
EBITDA (bereinigt um einmalige Aufwendungen) Leichter Anstieg gegenüber 2017
Free Cashflow (bereinigt)* Positiv, deutlich unter Vorjahresniveau
Qualitätsindikator Leichte Verbesserung gegenüber 2017
Verbesserungsindikator Leichte Verbesserung gegenüber 2017

* Bereinigt um Investitionen in Finance Lease Assets und M&A.

Die Planung sowie alle nachfolgenden Ausführungen basieren auf dem Kenntnisstand am Jahresanfang 2018. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die angegebenen Plandaten von den später tatsächlich erreichten Werten abweichen können.

Die Prognose der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen basiert auf Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Darüber hinaus gelten die folgenden Prämissen, die auch wesentliche Grundannahmen der ACT Strategie sind:

Positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung in wichtigen FP-Märkten

Kontinuität der politischen, wirtschaftlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen in den USA

Stabilität im europäischen Wirtschaftsraum

Reibungsloser Fortgang der Austrittsverhandlungen Großbritanniens aus der Europäischen Union, insbesondere eine stabile Wechselkursentwicklung des Britischen Pfundes

Stabile Wechselkursentwicklung der Fremdwährungen

Moderat sinkende bzw. stagnierende Entwicklung des Briefvolumens in klassischen Briefmärkten

Gewinnung von Marktanteilen im Frankiersystemgeschäft

Ausbau des Mail Services-Geschäfts unter der Maßgabe, dass die Einführung des sogenannten Infrastrukturrabatts durch die Deutsche Post AG zum 1. Januar 2018 keinen wesentlichen Einfluss auf die Umsatzerlöse des FP-Konzerns hat

Ausbau des Softwaregeschäfts

9.1 ERWARTETE GESAMT- UND BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einer robusten Entwicklung der Weltwirtschaft im laufenden Jahr aus: Er prognostiziert ein leicht höheres Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Vergleich zu 2017. Für die Eurozone und Deutschland rechnet der Währungsfonds im Jahr 2018 mit soliden, aber etwas geringeren Wachstumsraten. In den USA, dem wichtigsten Auslandsmarkt des FP-Konzerns, soll das BIP-Wachstum deutlich zulegen.

Tabelle Erwartetes BIP-Wachstum in 2018 (laut IWF)

Welt +3,9%
USA +2,3%
Euroraum +1,9%
Deutschland +1,8%

Das konjunkturelle Umfeld beeinflusst die künftige Branchenentwicklung und damit auch den künftigen Geschäftsverlauf des FP-Konzerns. Ein positives wirtschaftliches Umfeld erhöht die Investitionsneigung von Unternehmen, was sich auf das Frankier- und Kuvertiergeschäft positiv niederschlagen könnte. Bei einer robusten Konjunktur wächst zugleich die Innovationsbereitschaft von Unternehmen; dies begünstigt insbesondere das Softwaregeschäft. Dieses könnte zugleich von der anhaltenden Digitalisierung der Wirtschaft profitieren. Auch wenn sich in den kommenden Jahren die Verlagerung der Briefkommunikation in digitale Kanäle fortsetzen dürfte, bleiben Frankiersysteme ein wichtiger Bestandteil der Postverarbeitung.

9.2 ERWARTETE GESCHÄFTSENTWICKLUNG VON FRANCOTYP-POSTALIA

Die Strategie des FP-Konzerns setzt auf Wachstum im Frankiergeschäft und in den digitalen Märkten. Bei Frankiersystemen wird das Unternehmen 2018 seine Aktivitäten in den weltweit attraktivsten Märkten USA und Frankreich weiter verstärken. Zudem soll die Wettbewerbsposition insgesamt weiter verbessert werden. Der Konzern hat dafür gute Voraussetzungen geschaffen; mit der kompletten PostBase-Familie kann er im Branchenvergleich weiterhin die jüngste Produktpalette für das besonders interessante A-Segment sowie das B-Segment anbieten. Mit dem Ausbau des Leasing- und Mietgeschäfts zur Vertriebsunterstützung und Kundenbindung verbessert das Unternehmen zugleich seine Wettbewerbsposition in verschiedenen Ländern. Parallel erweitert das Unternehmen sein Portfolio im Bereich Softwarelösungen. Mit FP Sign stellte der FP-Konzern auf der CeBIT im März 2017 eines der neuen Produkte vor. Im Bereich Mail Services beginnt der Ausbau der bundesweiten Sortierzentren zu Digitalisierungs-Hubs im Bereich Eingangspost, um Logistikdienstleistungen und IT- Services zu kombinieren.

Zusätzlich zu den zahlreichen, bereits laufenden Projekten und Maßnahmen rollt der FP- Konzern 2018 das ACT-Projekt „Structure & Organisation“ aus. Hierbei ist es das Ziel, die Komplexität im FP-Konzern zu reduzieren sowie die Schlagkraft und Agilität deutlich zu erhöhen. Dazu werden effiziente und stabile Organisationsstrukturen implementiert, um kosteneffizient die Transformation der Wachstumsstrategie ACT deutlich zu unterstützen. Hierfür werden umfassende Maßnahmen erforderlich sein, die zu Aufwendungen und Investitionen im Umsetzungsjahr 2018 führen. Erste positive Ergebniseffekte werden bereinigt bereits für 2018 erwartet. Dieses Projekt umfasst konzernweit unter anderem die Gesellschaftsstrukturen, die Standorte, die allgemeinen Prozesse und Abläufe ebenso wie die IT-Systeme. Diese zusätzlichen Maßnahmen bieten die einmalige Chance, bisher noch nicht analysiertes und erhobenes Potenzial nachhaltig zu erschließen.

9.3 ERWARTETE ENTWICKLUNG DER LEISTUNGSINDIKATOREN

Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet der FP-Konzern einen leicht steigenden Umsatz. Das Unternehmen geht hierbei von einer positiven Entwicklung in allen drei Geschäftsbereichen aus.

2018 beschleunigt das Unternehmen die Umsetzung der zahlreichen ACT-Projekte und Maßnahmen und rollt zudem das Projekt „Structure & Organisation“ aus. Damit macht FP die Organisation fit für die Zukunft, was im Geschäftsjahr 2018 zu einmaligen Aufwendungen in Höhe von 6,0 Mio. Euro bis zu 8,0 Mio. Euro führen wird. Bereinigt um diese Aufwendungen plant der FP-Konzern auch beim EBITDA eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

Nach den hohen Investitionen in den US-amerikanischen Mietmarkt im Zeitraum 2012 bis 2015 erwartet der FP-Konzern für 2018 leicht rückläufige Abschreibungen. Aufgrund steigender Investitionen in ACT und neue Produkte rechnet das Unternehmen für 2018 - vor Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Projekt „Structure & Organisation“ - mit einem um M&A und Investitionen in Finance Lease Assets bereinigten positiven, deutlich unter Vorjahresniveau liegenden Free Cashflow

Die erwartete Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2018 steht grundsätzlich unter der Prämisse gleichbleibender Wechselkurse.

Die nicht finanziellen Leistungsindikatoren dürften sich 2018 leicht verbessern. Sowohl für den Qualitätsindikator als auch für den Verbesserungsindikator ist eine leicht positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahreswert geplant.

10. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN

10.1 ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS ZU DEN ANGABEN §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Jede Aktie berechtigt zur Abgabe einer Stimme in der Hauptversammlung. Beschränkungen betreffend die Stimmrechte oder deren Übertragung bestehen nicht.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Die Internationale Kapitalanlagegesellschaft mbH mit Sitz in Düsseldorf, Deutschland, hat uns am 15. Januar 2016 mitgeteilt, dass sie die Schwelle von 10 % der Stimmrechte an der Francotyp-Postalia Holding AG am 12. Januar 2016 überschritten hat. Der Internationale Kapitalanlagegesellschaft mbH standen danach an diesem Tag 10,16% der Stimmrechte (1.641.732 Stimmrechte) zu, welche ihr nach § 22 WpHG a.F. zuzurechnen waren.

Bis zum 12. Oktober 2017 hielt 3R Investments Ltd mit Sitz auf Zypern 10,3 % am Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG. Dies entsprach 1.680.000 Aktien. Diese Stimmrechte waren der Tamlino Import & Advisory LP, Limassol, Zypern, der Tamlino Investments Ltd., Limassol, Zypern, und Klaus Röhrig jeweils gemäß § 21 Abs. 1 WpHG a.F. bzw. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG a.F. als indirekte Beteiligung zuzurechnen. Mit Meldung vom 17. Oktober 2017 hat 3R Investments die Unterschreitung der 10-Prozent-Schwelle bekanntgegeben.

Aktien mit Sonderrechten

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat keine Aktien mit Sonderrechten ausgegeben.

Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung

Es existieren keine Stimmrechtskontrollen.

Gesetzliche Bestimmung der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung

Gemäß Ziffer 6 Abs. 2 der Satzung der Francotyp-Postalia Holding AG erfolgen die Bestimmung der Anzahl der Vorstandsmitglieder, deren Bestellung sowie der Widerruf ihrer Bestellung durch den Aufsichtsrat. Nach Ziffer 6 Abs. 3 der Satzung kann der Aufsichtsrat einem Aufsichtsratsausschuss den Abschluss, die Änderung und Beendigung von Anstellungsverträgen der Vorstandsmitglieder übertragen.

Die Satzung schreibt in Ziffer 23 Abs. 1 vor, dass die Hauptversammlung ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals fasst, falls das Gesetz oder die Satzung nicht zwingend eine größere Mehrheit vorschreiben. Stimmenthaltungen gelten als nicht abgegebene Stimmen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat gemäß Ziffer 15 Abs. 2 der Satzung Satzungsänderungen vornehmen, die nur die Fassung betreffen.

Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Kapitalgenehmigungen für genehmigtes und bedingtes Kapital

Am 11. Juni 2015 sind bei der FP Holding Hauptversammlungsbeschlüsse über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2015/I) in Höhe von 8.080.000 Euro und über die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung des Vorstandes zur Erhöhung des Grundkapitals (Genehmigtes Kapital 2011) und entsprechender Satzungsänderung gefasst worden. Das Grundkapital der Gesellschaft kann bis zum 10. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu 8.080.000 Euro erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß §186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung außerdem beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu 6.464.000 Euro durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/I).

Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 10. Juni 2020 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des §18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu ändern.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung die Anpassung des Bedingten Kapitals 2010/I beschlossen. Das Bedingte Kapital wurde in Höhe von 388.500 EUR gemindert, da der Aktienoptionsplan 2010 um 388.500 Optionen auf 656.500 Optionen gekürzt wurde. Ziffer 4 Absatz 5 der Satzung zum Bedingten Kapital 2010 wurde wie folgt geändert: „Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 656.500 Euro bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 656.500 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien.“

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 959.500 Euro durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 gemäß dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil.

Im Jahr 2017 hat der FP-Konzern von der Ausübung des angepassten Bedingten Kapitals 2010/1 Gebrauch gemacht und das Grundkapital um 86.100 Aktien auf 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien erhöht.

Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2020 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen „Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000 Euro zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden „Inhaber“) der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 6.464.000 Euro nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen.

Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen.

Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§71 d und 71 e Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Juni 2020. Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2010 beschlossene Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien endete mit Wirksamwerden der neuen Ermächtigung.

Bedingte Kapitalerhöhung und Aktienoptionspläne 2010 und 2015

Zur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. Textziffer (16) Eigenkapital.

Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien

Mit Datum vom 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 10. Juni 2020, eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden.

Die Aktien können unter anderem unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen daran angeboten und auf diese übertragen werden, sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt und sofern der für die eigenen Aktien zu erbringende Gegenwert nicht unangemessen niedrig ist. Die eigenen Aktien können auch zur Einführung an einer ausländischen Börse, an denen die Aktien bisher nicht zum Handel zugelassen war, ausgegeben oder gegen Barzahlung an Dritte veräußert oder einzelnen Mitgliedern des Vorstands anstelle einer Barvergütung angeboten werden zu einem Preis, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Die eigenen Aktien können auch zur Bedienung des Aktienoptionsplans 2010 und 2015 verwendet oder eingezogen werden.

Am 9. Oktober 2017 hat der Vorstand die Durchführung eines Aktienrückkaufprogramms beschlossen und mitgeteilt. Das Rückkaufprogramm startete am 13. Oktober 2017 und endete am 12. Januar 2018. Mit den eigenen Aktien sollen zukünftig Bezugsrechte bedient werden, die unter Aktienoptionsprogrammen ausgegeben und ausgeübt wurden oder werden. Damit vermeidet die Gesellschaft die Ausgabe neuer Aktien und eine Verwässerung des Aktienanteils der Aktionäre. Zweck der Aktienoptionen ist die nachhaltige Verknüpfung der Interessen der Unternehmensführung und der Führungskräfte mit den Interessen der Aktionäre an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes. Die langfristig angelegten Vergütungschancen stehen in enger Verbindung zum Unternehmenserfolg.

Der Aktienrückkauf erfolgte nach Maßgabe der Safe-Harbour-Regelungen der Artikel 5,14 und 15 der Marktmissbrauchsverordnung in Verbindung mit den Bestimmungen der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates durch technische Regulierungsstandards für die auf Rückkaufprogramme und Stabilisierungsmaßnahmen anwendbaren Bedingungen ("Delegierte Verordnung").

Die Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG wurden zu Marktpreisen im Einklang mit den Handelsbedingungen gemäß Art. 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016 erworben. Insbesondere wurden die Aktien der Francotyp- Postalia Holding AG nicht zu einem Kurs erworben, der über dem des letzten unabhängig getätigten Abschlusses oder (sollte dieser höher gewesen sein) über dem des derzeit höchsten unabhängigen Angebots auf dem Handelsplatz, auf dem der Kauf stattfand, lag. Darüber hinaus hat die Francotyp-Postalia Holding AG an einem Handelstag nicht mehr als 25 % des durchschnittlichen täglichen Aktienumsatzes auf dem Handelsplatz, auf dem der Kauf erfolgte, erworben. Der durchschnittliche tägliche Aktienumsatz wurde auf Basis des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens während der 20 Börsentage vor dem jeweiligen Kauftermin berechnet.

Die Francotyp-Postalia Holding AG beauftragte ein Kreditinstitut mit dem Erwerb von Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG. Das Kreditinstitut traf seine Entscheidungen über den Zeitpunkt des Erwerbs von Aktien entsprechend Artikel 4 Abs. 2b) der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016 unabhängig und unbeeinflusst von der Francotyp-Postalia Holding AG. Die Francotyp-Postalia Holding AG hat insoweit keinen Einfluss auf die Entscheidungen des Kreditinstitutes genommen. Das Kreditinstitut war insbesondere verpflichtet, die Handelsbedingungen des Artikels 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016 und die in diesem Aktienrückkaufprogramm enthaltenen Vorgaben einzuhalten.

Bis zum 31. Dezember 2017 wurden insgesamt 351.168 Aktien zu einem Durchschnittkurs von 4,6478 Euro erworben.

Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Eine wesentliche Vereinbarung der Konzernmuttergesellschaft Francotyp-Postalia Holding AG, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots steht, ist der aktuelle Konsortialdarlehensvertrag, der ein Kündigungsrecht im Fall von „Change of Control“ vorsieht. Weitere Vereinbarungen wurden weder mit Dritten noch mit Tochterunternehmen getroffen.

Entschädigungsvereinbarung des Mutterunternehmens für den Fall eines Übernahmeangebots

Eine solche Vereinbarung bestand zum Stichtag 31. Dezember 2017 nicht.

10.2 KONZERNERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 315d HGB i.V.m. § 289f HGB

Die Konzernerklärung zur Unternehmensführung im FP-Konzern enthält die erforderlichen Angaben nach § 315d HGB i.V.m. § 289f HGB und ist auf der Homepage des FP-Konzerns publiziert (http://www.fp-francotyp.com/FP/unternehmen/investoren/corporate-governance).

10.3 NICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG GEMÄSS § 315b HGB

Im Hinblick auf die nichtfinanziellen Informationen verweisen wir auf die Ausführungen in unserem dazu verfassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht im Internet unter httDs://www.fp-francotyp.com/nachhaltiakeitsbericht.

11. VERGÜTUNGSBERICHT

Der Bericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und enthält Angaben nach den Erfordernissen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) sowie der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts. Im Vergütungsbericht werden alle Beträge zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit in Tausend Euro (TEUR) angegeben.

11.1 VERGÜTUNGSSYSTEM ALLGEMEIN

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat in angemessener Höhe auf der Grundlage einer Leistungsbeurteilung festgelegt. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Hierbei berücksichtigt der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt auch in der zeitlichen Entwicklung, wobei der Aufsichtsrat für den Vergleich festlegt, wie der obere Führungskreis und die relevante Belegschaft abzugrenzen sind.

Die Gesamtvergütung des Vorstands setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:

Monetäre Vergütungsteile (erfolgsunabhängig / -abhängig),

Versorgungszusagen,

Sonstige Zusagen im Fall der Beendigung der Tätigkeit,

Nebenleistungen.

Für ein Vorstandsmitglied umfasst die Gesamtvergütung ab dem 1. Januar 2018 als weitere Komponenten eine Bonuszusage für den Fall der nachhaltigen Entwicklung der „earnings per share“ sowie eine Beteiligung über virtuelle Gesellschaftsanteile.

11.2 ERFOLGSUNABHÄNGIGE BESTANDTEILE

11.2.1 Festvergütung

Die Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Grundvergütung von Rüdiger Andreas Günther beträgt 400.000 Euro pro Jahr, die Grundvergütung von Thomas Grethe und Sven Meise beträgt 265.000 Euro pro Jahr.

11.2.2 Nebenleistungen

Die Nebenleistungen enthalten die Kosten für bzw. den geldwerten Vorteil von Sachbezügen und weiteren Nebenleistungen wie die Bereitstellung eines Dienstwagens, Zuschüsse zu Versicherungen, Unterkunft und Umzugskosten.

11.3 ERFOLGSABHÄNGIGE BESTANDTEILE

11.3.1 Variable Vergütung

Die kurzfristige variable Vergütungskomponente ist abhängig vom erzielten „Free Cashflow“ und EBITA, und zwar jeweils nach Berücksichtigung aller von der Gesellschaft zu leistenden Bonuszahlungen. Maßgeblich für die Höhe der Bonusermittlung sind die Prozentsätze der Planerreichung und die Vorgaben aus dem jeweiligen vom Aufsichtsrat verabschiedeten geschäftsjährlichen (zwölf Monate) Budget.

Der Langfristbonus ist auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet und wird unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Geschäftsjahre für die gesamte Vertragslaufzeit berechnet. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Es kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher „0“. Die Grundvoraussetzung für das Sammeln von Guthaben ist zunächst, dass das vom Aufsichtsrat verabschiedete geschäftsjährliche (zwölf Monate) Budget jeweils zumindest zu 90 % erreicht wird. Im Übrigen werden Guthaben und auch Malusbeträge unter Berücksichtigung der Erreichung von zwei Nachhaltigkeitszielen gesammelt. Die zu erreichenden Nachhaltigkeitsziele sind für jedes Vorstandsmitglied individuell geregelt.

Für den CEO/CFO gilt als Nachhaltigkeitsziel 1 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Wirtschaftsjahre 2016,2017,2018 und 2019 von mindestens 10% bei EBIT (operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern) kumuliert über die Bereiche freesort, IAB und Mentana-Claimsoft sowie in solchen Bereichen, die während der Vertragslaufzeit in den Geschäftsbereichen Software und IT Service im Wege der Akquisition in den FP-Konzern integriert werden. Der Aufsichtsrat wird jeweils spätestens in seiner letzten Sitzung im vorhergehenden Geschäftsjahr für das kommende Geschäftsjahr für das Vorstandsmitglied Zielvorgaben für das Nachhaltigkeitsziel 2 nach billigem Ermessen festlegen.

Die Regelung für den CSO zielt auf die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Wirtschaftsjahre 2016 und 2017 von mindestens 3 % bei EBIT kumuliert über den gesamten Frankiermaschinenbereich und die laut Poststatistik installierte Anzahl der Frankiermaschinen von FP im Verhältnis zum Gesamtmarkt (Welt).

Im Falle des CDO ist als Nachhaltigkeitsziel 1 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Wirtschaftsjahre 2016 und 2017 von mindestens 10 % bei EBITDA kumuliert über die Bereiche freesort, IAB und Mentana-Claimsoft sowie in solchen Bereichen, die während der Vertragslaufzeit in den Geschäftsbereichen Software und IT Service im Wege der Akquisition in den FP-Konzern integriert werden, vereinbart. Sofern Gesellschaften aus dem Konzernverbund ausscheiden, ist dies entsprechend zu berücksichtigen. Das Nachhaltigkeitsziel 2 ist eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Wirtschaftsjahre 2016 und 2017 von mindestens 3 % bei EBIT (operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern) für den FP- Konzern.

Der saldierte Langfristbonus wird in dem Monat zur Zahlung fällig, der dem Monat folgt, in dem der Jahresabschluss über den letzten Monat der Vertragslaufzeit festgestellt wird. Auf den zu erwartenden Langfristbonus erhält jedes Vorstandsmitglied eine individuelle, jährliche Abschlagszahlung. Das Vorstandsmitglied ist verpflichtet, nach der Feststellung des endgültigen Langfristbonus eine etwaige Differenz zwischen den Abschlagszahlungen und dem festgestellten Langfristbonus unverzüglich der Gesellschaft zurückzuzahlen.

11.3.2 Langfristige aktienbasierte Vergütung

Als langfristige aktienbasierte Vergütung werden verfallbare Aktienzusagen (Stock-Options) gewährt. Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 11. Juni 2015 hat beschlossen, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des §15 AktG und an Führungskräfte des FP-Konzerns Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, Stock-Options insgesamt maximal bis zur gesetzlichen Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals zu beziehen (Aktienoptionsplan 2015). Zur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang Abschnitt IV. Textziffer (16) Eigenkapital.

11.4 ZUSAGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT IM VORSTAND

Wird die Bestellung zum Vorstand nach § 84 Abs. 3 AktG widerrufen oder legt das Vorstandsmitglied das Vorstandsamt nieder, so endet auch der Dienstvertrag. Beruht der Widerruf auf einem wichtigen Grund, der nicht zugleich ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB für die fristlose Kündigung des Dienstvertrages ist, so endet der Dienstvertrag erst mit Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist nach § 622 Abs. 1,2 BGB bzw. von drei Monaten zum Monatsende ab Zugang des Widerrufs beim Vorstandsmitglied.

Für den Vorstandsvertrag von Herrn Günther gilt zudem, dass das Vorstandsmitglied im Falle des Widerrufs Anspruch auf eine pauschale, am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von eineinhalb Jahresvergütungen, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit, hat. Der Vertrag von Herrn Meise sieht im Fall des Widerrufs eine pauschale am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe einer halben Jahresvergütung, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit vor.

Bei vorzeitiger Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund dürfen Zahlungen einschließlich Nebenleistungen den Wert von sechs Monatsvergütungen, einer Jahresvergütung bzw. eineinhalb Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrages vergüten.

11.5 VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS IM GESCHÄFTSJAHR 2017

11.5.1 Vergütung der Mitglieder des Vorstands

Für die Darstellung der Gesamtvergütung des Vorstandes gemäß DRS 17 verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang Abschnitt V. Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat.

Die nachfolgenden Darstellungen der Vorstandsvergütung entsprechen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). So werden die im Berichtsjahr gewährten Zuwendungen und auch die Werte, die im Minimum beziehungsweise im Maximum erreicht werden können, angegeben.

Rüdiger Andreas Günther Vorstandsvorsitzender / Finanzvorstand 11.01.2016-31.12.2017
2016 2017 2017 (Min) 2017 (Max)
Festvergütung 400 400 400 400
Nebenleistungen 45 19 19 19
Summe 445 419 419 419
Einjährige variable Vergütung 220 1) 348 1) 0 348
Mehrjährige variable Vergütung        
SOP Tranche 2015 (DCGK) 12 35 35 35
Langfristbonus 180 2) 180 2) 0 3) 180
Summe 412 563 35 563
Versorgungsaufwand 19 20 20 20
Gesamtvergütung 876 1.002 474 1.002

1) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus geleisteten Zahlungen in Höhe von TEUR 228, einer Inanspruchnahme von Rückstellungen in Höhe von TEUR 220 und Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 340. Im Vorjahr resultierte der Wert aus der Bildung einer Rückstellung in Höhe von TEUR 220.
2) Wie im Vorjahr resultiert der Betrag aus einer Zuführung zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 180.
3) Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Am Ende der Vertragslaufzeit kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0".

Thomas Grethe Vorstand zuständig für Vertrieb 15.06.13-31.12.17
2016 2017 2017 (Min) 2017 (Max)
Festvergütung 293 265 265 265
Nebenleistungen 16 20 20 20
Summe 309 285 285 285
Einjährige variable Vergütung 10 113 1) 0 113
Mehrjährige variable Vergütung        
SOP Tranche 2015 (DCGK) 14 14 14 14
Langfristbonus 11 2) 42 3) 0 3) 42
Summe 35 169 14 169
Versorgungsaufwand 21 22 22 22
Gesamtvergütung 365 476 321 476

1) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus geleisteten Zahlungen in Höhe von TEUR 63, einer Inanspruchnahme von Rückstellungen in Höhe von TEUR 50 und Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 100. Im Vorjahr setzte sich der Wert zusammen aus einem periodenfremden Ertrag aus einer Rückstellungsauflösung in Höhe von TEUR 40 und der Bildung einer Rückstellung in Höhe von TEUR 50.
2) Dieser Betrag resultiert aus der Bildung einer Rückstellung in Höhe von TEUR 42. Im Vorjahr setzte sich der Betrag zusammen aus einem periodenfremden Ertrag aus einer Rückstellungsauflösung in Höhe von TEUR 31 und der Bildung einer Rückstellung in Höhe von TEUR 42.
3) Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Am Ende der Vertragslaufzeit kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0".

Sven Meise Vorstand zuständig für F&E, IT und Digitale Lösungen 01.02.15-31.12.17
2016 2017 2017 (Min) 2017 (Max)
Festvergütung 233 265 265 265
Nebenleistungen 26 26 26 26
Summe 259 291 291 291
Einjährige variable Vergütung 42 1) 117 1) 0 117
Mehrjährige variable Vergütung        
SOP Tranche 2015 (DCGK) 12 12 12 12
Langfristbonus 41 2) 42 2) 0 3) 42
Summe 95 171 12 171
Versorgungsaufwand 21 22 22 22
Gesamtvergütung 375 484 325 484

1) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus geleisteten Zahlungen in Höhe von TEUR 62, einer Inanspruchnahme von Rückstellungen in Höhe von 45 TEUR und Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 100. Im Vorjahr setzte sich dieser Betrag zusammen aus einem periodenfremden Ertrag aus einer Rückstellungsauflösung in Höhe von TEUR 3 und der Bildung einer Rückstellung in Höhe von TEUR 45.
2) Wie im Vorjahr resultiert dieser Betrag aus der Bildung einer Rückstellung in Höhe von TEUR 42 (im Vorjahr TEUR 41).
3) Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Am Ende der Vertragslaufzeit kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0".

FP hat keine alljährlich wiederkehrenden Aktienoptionspläne, sondern regelmäßige mehrjährige Aktienoptionspläne.

Im Zusammenhang mit der Vorstandsvergütung stehen folgende Zahlungsabflüsse:

Rüdiger Andreas Günther CEO & CFO 11.01.2016-31.12.2017 Thomas Grethe CSO 15.06.2013-31.12.2017
2016 2017 2016 2017
Festvergütung 400 400 293 265
Nebenleistungen 45 19 16 20
Summe 445 419 309 285
Einjährige variable Vergütung 0 228 0 63
Mehrjährige variable Vergütung        
Langfristbonus 0 90 18 21
Sonstiges 0 0 0 0
Summe 0 318 18 84
Versorgungsaufwand 19 20 21 22
Gesamtvergütung 464 757 348 391
Sven Meise CDO 01.02.2015-31.12.2017
2016 2017
Festvergütung 233 265
Nebenleistungen 26 26
Summe 259 291
Einjährige variable Vergütung 24 62
Mehrjährige variable Vergütung    
Langfristbonus 0 21
Sonstiges 0 0
Summe 24 83
Versorgungsaufwand 21 22
Gesamtvergütung 304 396

Von den im Geschäftsjahr 2015 und 2016 gewährten aktienbasierten Vergütungen aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf den Vorstand insgesamt TEUR 243 (312.500 Optionen). Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Optionen aus diesem Aktienoptionsplan 2015 gewährt. Die Ausübungszeitpunkte für die Optionen liegen im Geschäftsjahr 2019 und 2020.

Die in den obigen Tabellen als Versorgungsaufwand ausgewiesenen Beträge sind Zuschüsse zur Altersvorsorge und Teil der an die Vorstände gezahlten fixen Entgelte.

Die Nebenleistungen bestehen im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Vorgaben anzusetzenden Werten aus der Dienstwagennutzung und einer Umzugspauschale.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern sind wie im Vorjahr nur unwesentliche Beträge zurückgestellt (2017: TEUR 4; 2016: TEUR 3).

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp- Postalia Holding AG sind zum 31. Dezember 2017 TEUR 1.121 zurückgestellt (im Vorjahr TEUR 1.141). Den Rückstellungen wurden im Berichtsjahr 2017 TEUR 17 (im Vorjahr TEUR 32) zugeführt. Davon entfallen TEUR 1 auf Service Cost und TEUR 16 auf Interest Cost.

11.5.2 Vergütung des Aufsichtsrats

Durch Beschluss der Hauptversammlung wird die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder in der Satzung festgelegt. Die Aufsichtsratsvergütung trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder Rechnung und berücksichtigt sowohl den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz wie auch die mögliche Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats. Eine erfolgsorientierte Vergütung ist dabei nicht vorgesehen.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit etwa zur Last fallenden Umsatzsteuer geschäftsjährlich eine feste im letzten Monat des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von TEUR 30. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2009 150% und für seinen Stellvertreter 125 % der Vergütung für das normale Aufsichtsratsmitglied.

Die Festvergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2017 TEUR 113 (im Vorjahr TEUR 113). Die Gesamtsumme teilt sich auf in 45 TEUR für Herrn Klaus Röhrig, 38 TEUR für Herrn Robert Feldmeier und 30 TEUR für Herrn Botho Oppermann.

11.6 AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Da der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien übersteigt, führen wir den Gesamtbesitz getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat hier auf:

Aktionär Anzahl der Aktien %
(Direkt)    
Rüdiger Andreas Günther 19.887 0,12
Sven Meise 1.916 0,01
Botho Oppermann (Aufsichtsrat) 300.000 1,84
(Indirekt)    
Klaus Röhrig (Aufsichtsratsvorsitzender) über 3R Investment Ltd. 130.000 0,80
Klaus Röhrig (Aufsichtsratsvorsitzender) über Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS 1.550.000 9,51

12. FRANCOTYP-POSTALIA HOLDING AG (KURZFASSUNG HGB)

Die Francotyp-Postalia Holding AG (FP Holding) ist das Mutterunternehmen des FP- Konzerns und hat ihren Sitz in Berlin, Deutschland. Die Geschäftsanschrift lautet Prenzlauer Promenade 28,13089 Berlin.

Die FP Holding bietet indirekt über ihre Tochter- und Enkelgesellschaften als Experte für sicheres Mail-Business und digitale Kommunikationsprozesse Unternehmen und Behörden innovative Lösungen für die sichere Kommunikation an. Die FP Holding kann alle Versandkanäle rund um den Brief bedienen - vom Frankieren und Kuvertieren eines physischen Briefs über die Konsolidierung bis hin zur Hybrid-Mail und dem volldigitalen, sicheren und nachweisbaren Versand von Dokumenten.

Der Vertrieb im In- und Ausland erfolgt über Tochtergesellschaften und einem dichten Händlernetzwerk in rund 40 Ländern.

Die FP Holding nimmt im Wesentlichen Aufgaben einer klassischen Management-Holding war. Da sie selbst kein operatives Geschäft ausübt, ist die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft abhängig von den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften. Relevante Kennziffern für die FP Holding sind im Wesentlichen die Kennzahlen Beteiligungsergebnis sowie der Jahresüberschuss/-fehlbetrag.

Quantitative Informationen über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden für Steuerungszwecke derzeit nicht erhoben.

Der Jahresabschluss der FP Holding wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss folgt den International Financial Reporting Standards (IFRS). Daraus resultieren Unterschiede bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese betreffen vor allem immaterielle Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Finanzinstrumente, Leasinggeschäfte und latente Steuern.

12.1 ERTRAGSLAGE

in Mio. Euro 2017 2016 Veränderung
%
Umsatzerlöse 2,6 2,4 4,8 %
Sonstige betriebliche Erträge 1,4 2,3 -40,4 %
Materialaufwand 0,5 0,8 -46,1 %
Personalaufwand 6,2 4,8 29,7 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen und Wertberichtigungen 5,6 5,7 -1,9%
Beteiligungsergebnis 8,6 5,3 62,8 %
Zinsergebnis 0,2 0,5 -69,2 %
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2,6 0,4 -
Ergebnis nach Steuern -2,1 -0,4 -
Jahresüberschuss/-fehlbetrag -2,3 -0,4 -

12.1.1 Umsatzerlöse

Bei unveränderten Dienstleistungsfunktionen der FP Holding gegenüber den Konzerngesellschaften resultierte die Zunahme der Umsatzerlöse der FP Holding im Geschäftsjahr 2017 aus erhöhten Konzernumlagen.

12.1.2 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Berichtsjahr im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und wie im Vorjahr Erträge aus dem Erhalt eines Lohnkostenzuschusses.

12.1.3 Materialaufwand

Der Rückgang des Materialaufwandes aus bezogenen Leistungen im Berichtsjahr resultierte im Wesentlichen aus gegenüber dem Vorjahr verminderten Rechts- und Beratungskosten.

12.1.4 Personalaufwand

Der Anstieg im Personalaufwand im Geschäftsjahr 2017 ist im Wesentlichen Folge höherer Prämienrückstellungen sowie der Einstellung neuer Mitarbeiter im Zuge der weiteren Professionalisierung der FP Holding im Rahmen der ACT-Strategie des FP-Konzerns.

12.1.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen und Wertberichtigungen

Der leichte Rückgang im Berichtsjahr ist im Wesentlichen auf verminderte Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 0,3 Mio. Euro sowie geringere Sach- und Dienstleistungskosten in Höhe von 0,4 Mio. Euro zurückzuführen. Gegenläufig wirkte eine Erhöhung der Abschreibungen auf immaterielle Wirtschaftsgüter in Höhe von 0,1 Mio. Euro.

12.1.6 Beteiligungsergebnis

Der deutliche Anstieg des Beteiligungsergebnisses im Geschäftsjahr 2017 beruht im Wesentlichen auf höheren Ergebnisabführungen aufgrund einer im Vorjahresvergleich positiven operativen Entwicklung sowie erhöhten Gewinnausschüttungen ausländischer verbundener Unternehmen.

12.1.7 Zinsergebnis

Der Rückgang des Zinsergebnisses im Berichtsjahr resultierte im Wesentlichen aus einmaligen Zinsaufwendungen auf Steuern aus laufenden Betriebsprüfungen; entlastend wirkten gegenüber dem Vorjahr deutlich verminderte übrige Bankzinsen und zinsähnliche Aufwendungen.

12.1.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Der Aufwand aus den Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 2,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro Ertrag) resultierte im Wesentlichen aus Steuerbelastungen für Vorjahre im Zusammenhang mit laufenden Betriebsprüfungen sowie der ertragswirksamen Anpassung latenter Steuern aufgrund steuerbilanzieller Korrekturen in Vorjahren.

12.1.9 Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Im Wesentlichen aufgrund des deutlich erhöhten Aufwandes aus den Steuern vom Einkommen und Ertrag erzielte die FP Holding im Berichtsjahr einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -2,3 Mio. Euro nach -0,4 Mio. Euro im Vorjahr.

12.2 FINANZLAGE

LIQUIDITÄTSANALYSE

in Mio. Euro

1.1.- 31.12.2017 1.1.- 31.12.2016
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit -2,5 -3,7
Cashflow aus Investitionstätigkeit -0,3 -0,4
Free Cashflow -2,8 -4,2
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 2,8 3,2
Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel -0,1 -0,9

Die leicht positive Veränderung des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2017 beruht im Wesentlichen aus der Zunahme von Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 5,2 Mio. Euro.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erhöhte sich im Wesentlichen aufgrund eines höheren Saldos aus Einzahlungen und Auszahlungen von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 5,5 Mio. Euro (im Vorjahr 4,6 Mio. Euro) bei gleichzeitig höherer Dividendenzahlung in Höhe von 2,6 Mio. Euro (im Vorjahr 1,9 Mio. Euro).

Die FP Holding konnte im Geschäftsjahr 2017 zu jedem Zeitpunkt ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

12.3 VERMÖGENSLAGE

Verkürzte Bilanz der FP Holding

in Mio. Euro 2017 2016
Anlagevermögen 76,7 76,6
Umlaufvermögen 42,1 38,3
Rechnungsabgrenzungsposten und aktive latente Steuern 2,5 1,7
Aktiva 121,2 116,7
Eigenkapital 64,7 71,0
Rückstellungen 8,8 6,0
Verbindlichkeiten und passive latente Steuern 47,7 39,7
Passiva 121,2 116,7

12.3.1 Anlagevermögen

Das Anlagevermögen entwickelte sich im Geschäftsjahr 2017 auf etwa gleichbleibendem Niveau des Vorjahres.

12.3.2 Umlaufvermögen

Der Anstieg des Umlaufvermögens resultierte insbesondere aus der Steigerung der konzerninternen Forderungen (4,8 Mio. Euro). Dieser Anstieg steht im Zusammenhang mit der konzerninternen Finanzierung der Tochtergesellschaften.

12.3.3 Eigenkapital

Das Eigenkapital entwickelte sich im Berichtsjahr aufgrund des Jahresfehlbetrages in Höhe von -2,3 Mio. Euro sowie infolge der Dividendenzahlung (in 2017 für 2016) in Höhe von 2,6 Mio. Euro rückläufig. Im Zuge des Aktienrückkaufprogramms wurden im Geschäftsjahr 351.168 eigene Aktien erworben. Der Nennbetrag der Aktien wird offen vom Eigenkapital abgesetzt. Der Differenzbetrag zum Kaufpreis wird mit der Kapitalrücklage verrechnet. Die Eigenkapitalquote verminderte sich von 60,9 % auf 53,4 %.

12.3.4 Rückstellungen

Der Anstieg der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2017 beruht auf um 2,0 Mio. Euro erhöhten Rückstellungen für Steuern, im Wesentlichen aufgrund erwarteter Steuernachzahlungen aus laufenden Betriebsprüfungen, und höheren sonstigen Rückstellungen (+0,8 Mio. Euro), im Wesentlichen aufgrund höherer Prämienrückstellungen.

12.3.5 Verbindlichkeiten und passive latente Steuern

Der Anstieg der Verbindlichkeiten und passiven latenten Steuern im Berichtsjahr beruht im Wesentlichen auf einer Steigerung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 5,5 Mio. Euro, welche im Wesentlichen auf der Inanspruchnahme freier Kreditlinien beruhen.

12.4 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF DER FP HOLDING

Die Prognose sah für das Geschäftsjahr 2017 eine leichte Steigerung des Beteiligungsergebnisses und einen leicht erhöhten Jahresfehlbetrag vor. Der prognostizierte Anstieg des Jahresfehlbetrags beruhte auf höher erwarteten Erträgen aus Ergebnisabführungen bei rückläufigen sonstigen betrieblichen Erträgen und höheren Personalaufwendungen.

Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftete die FP Holding ein Beteiligungsergebnis in Höhe von

8.6 Mio. Euro und übertraf damit die Prognose. Der deutliche Anstieg beruht im Wesentlichen auf höheren Ergebnisabführungen aufgrund einer im Vorjahresvergleich positiven operativen Entwicklung sowie erhöhten Gewinnausschüttungen ausländischer verbundener Unternehmen. Wie erwartet, realisierte die FP Holding im Berichtsjahr im Vorjahresvergleich auch geringere sonstige Erträge sowie höhere Personalaufwendungen. Bedingt durch einen höheren als geplanten Aufwand aus Steuern vom Einkommen und Ertrag erzielte die FP Holding im Berichtsjahr einen über der Prognose liegenden Jahresfehlbetrag von -2,3 Mio. Euro.

12.5 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF

Wie geplant, war das Geschäftsjahr 2017 von der Implementierung der ACT-Strategie und der FP FIT Maßnahmen geprägt, mit Kurs auf die formulierten Zwischenziele für das Geschäftsjahr 2020 erhöhte FP die Taktzahl noch einmal deutlich. Exogene und unerwartete Faktoren führten zu zusätzlichen Herausforderungen und belasteten die operative Geschäfts- und Ergebnisentwicklung.

Im Zuge der FP FIT Maßnahmen zur weiteren Professionalisierung der administrativen Konzernbereiche, insbesondere zur weiteren Erhöhung der Sicherheit, Qualität und Performance in Abschluss- und Reporting-Prozessen, zum Ausbau des Steuer- und Treasury-Bereiches sowie in den Bereichen Corporate Marketing & Brand Management, Structure & Organisation und Global IT wurde die Position der FP Holding als Management-Holding im Geschäftsjahr 2017 erneut deutlich gestärkt.

12.6 RISIKEN UND CHANCEN

Die Geschäftsentwicklung der FP Holding unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des FP-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die FP Holding grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken und Chancen sind im »Risiko- und Chancenbericht« dargestellt. Aus den Beziehungen zu den Beteiligungen können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren.

12.7 PROGNOSEBERICHT

Aufgrund der Verflechtungen der FP Holding mit den Konzerngesellschaften verweisen wir auf unsere Aussagen im Prognosebericht des Konzernlageberichts, die insbesondere auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft widerspiegeln. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet die FP Holding eine leichte Steigerung des Beteiligungsergebnisses und einen deutlich verminderten Jahresfehlbetrag. Der prognostizierte Rückgang des Jahresfehlbetrags geht bei rückläufigen sonstigen Erträgen und einem leicht erhöhten Personalaufwand im Wesentlichen auf ein verbessertes Zinsergebnis und einen deutlich verminderten Aufwand aus Steuern vom Einkommen und Ertrag zurück.

Diese Planung basiert auf dem Kenntnisstand am Jahresanfang 2018. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die angegebenen Plandaten von den später tatsächlich erreichten Werten abweichen können.

13. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER NACH § 315 Abs. 1 SATZ 5 UND NACH § 289 Abs. 1 SATZ 5 HGB

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Berlin, 21. März 2018

Rüdiger Andreas Günther, Vorstandsvorsitzender

Thomas Grethe, Vorstand

Sven Meise, Vorstand

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Konzernlagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Konzernlagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden „EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst, f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Anteile und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Anhang im Abschnitt II. »Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze«. Weitere Angaben zu den Anteilen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen finden sich im Anhang in Anmerkung 1. »Anlagevermögen« im Abschnitt III. »Angaben zur Bilanz«.

Das Risiko für den Abschluss

Die Francotyp-Postalia Holding AG hält Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen mit einem Buchwert in Höhe von insgesamt TEUR 74.890. Deren Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf insgesamt 61,8 % und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft.

Die Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder zu Nennwerten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Den beizulegenden Wert ermittelt die Gesellschaft für Anteile an verbundenen Unternehmen mithilfe des Discounted-Cash-Flow-Verfahrens. Die für das Discounted-Cash-Flow-Verfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen auf beteiligungsindividuellen Planungen für die nächsten 5 Jahre, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Die Werthaltigkeitsbeurteilung der Ausleihungen an verbundene Unternehmen berücksichtigt die künftig erwarteten Zahlungen.

Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet. Ist der beizulegende Wert niedriger als der Buchwert, so wird anhand qualitativer und quantitativer Kriterien untersucht, ob die Wertminderung voraussichtlich dauernd ist.

Die Werthaltigkeitsbeurteilung und die Berechnung des beizulegenden Werts nach dem Dis- counted-Cash-Flow-Verfahren sind komplex und hinsichtlich der getroffenen Annahmen in hohem Maße von Einschätzungen und Beurteilungen der Gesellschaft abhängig. Dies gilt insbesondere für die Schätzung der künftigen Zahlungsströme und langfristigen Wachstumsraten, die Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze sowie die Einschätzung der Dauerhaftigkeit der Wertminderung.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen hat die Francotyp-Postalia Holding AG im Geschäftsjahr 2017 nicht vorgenommen. Es besteht das Risiko für den Jahresabschluss, dass die Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen nicht werthaltig sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unsere Prüfung haben wir risikoorientiert durchgeführt. Zunächst haben wir anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, bei welchen Anteilen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen Anhaltspunkte für einen Abschreibungsbedarf bestehen.

Anschließend haben wir unter partiellem Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Bewertungsmodelle der Gesellschaft beurteilt. Wir haben die erwarteten Zahlungsströme sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit dem vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget vorgenommen.

Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.

Die dem Kapitalisierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir unter Einbezug unserer Spezialisten mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen.

Unsere Schlussfolgerungen

Das der Werthaltigkeitsprüfung der Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den Bewertungsgrundsätzen. Die Annahmen und Parameter der Gesellschaft sind sachgerecht.

Bewertung der Rückstellung für Betriebsprüfungen

Die Angaben zu den Rückstellungen für Steuern finden sich im Anhang im Abschnitt II. »Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze» sowie im zusammengefassten Konzernlagebericht im Abschnitt 12.3 »Vermögenslage«.

Das Risiko für den Abschluss

Zum 31. Dezember 2017 wurden Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 4.219 passiviert, die zu erwartende Steuernachzahlungen aus Betriebsprüfungen sowie laufende Steuern enthalten.

Die Anwendung der lokalen Steuervorschriften sowie der Steuererleichterungen ist komplex und mit Risiken verbunden. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die vereinbarten Verrechnungspreise und die diesbezüglich anhängigen Betriebsprüfungen und Verständigungsverfahren. Die Ermittlung der Steuerrückstellungen erfordert, dass Francotyp-Postalia Holding AG Ermessen bei der Beurteilung von Steuersachverhalten ausübt und Schätzungen bezüglich der steuerlichen Risiken vornimmt. Es besteht das Risiko für den Jahresabschluss, dass die Steuerrückstellungen über- oder unterdotiert sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben unsere eigenen auf lokales und internationales Steuerrecht spezialisierten Mitarbeiter in das Prüfungsteam eingebunden, um die Steuerberechnung einschließlich der Risikoeinschätzung der Francotyp-Postalia Holding AG zu würdigen.

In Gesprächen mit der Geschäftsführung und Mitarbeitern des Steuerbereichs haben wir uns ein Verständnis über bestehende steuerliche Risiken verschafft.

Außerdem haben wir die Korrespondenz mit den zuständigen Steuerbehörden ausgewertet und die Annahmen zur Ermittlung der Steuerrückstellungen auf der Grundlage unserer Kenntnisse und Erfahrungen über die derzeitige Anwendung der einschlägigen Rechtsvorschriften durch Behörden und Gerichte beurteilt.

Unsere Schlussfolgerungen

Das Bewertungsmodell und die Annahmen der Francotyp-Postalia Holding AG zur Ermittlung der Steuerrückstellungen sind sachgerecht.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Konzernlageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 7. Juni 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 13. Oktober 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2009 als Abschlussprüfer der Francotyp-Postalia Holding AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Patrick Waubke.

 

Berlin, den 22. März 2018

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Waubke, Wirtschaftsprüfer

Unger, Wirtschaftsprüferin

Der Aufsichtsrat hatte nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr 2017 zu erheben und hat diesen gebilligt, der damit nach § 172 AktG festgestellt ist. Der Aufsichtsrat hat außerdem den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr 2017 gebilligt und nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen erhoben. Die Billigung erfolgte am 22. März 2018.