![]() Francotyp-Postalia Holding AGBerlinJahresabschluss zum 31. Dezember 2019 und zusammengefasster KonzernlageberichtBilanz zum 31. Dezember 2019Aktiva scroll
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019scroll
Anhang für das Geschäftsjahr 2019der Francotyp-Postalia Holding AG, BerlinI. Allgemeine Angaben Die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin (nachfolgend auch "FP Holding" oder "Gesellschaft" genannt), ist die Obergesellschaft des Francotyp-Postalia-Konzerns (nachfolgend auch "Francotyp-Postalia"). Sitz der Gesellschaft ist Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin. Die FP Holding ist in das Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) unter HRB 169096 eingetragen worden. FP Holding ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der Postausgangsverarbeitung mit einer 97-jährigen Firmengeschichte. Die Gesellschaft hat eine reine Holding Funktion. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Tochterunternehmen der FP Holding liegt in dem traditionellen Produktgeschäft, welches aus der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Frankiermaschinen, Kuvertiermaschinen und aus dem After-Sales-Geschäft besteht. Zudem bietet die FP-Gruppe ihren Kunden in Deutschland durch ihre Tochtergesellschaft freesort GmbH und deren Tochtergesellschaft der internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik sowie der Mentana-Claimsoft GmbH Sortier- und Konsolidierungsdienstleistungen, Hybrid-Mail-Produkte und Produkte zur vollelektronischen Kommunikation an. Seit 2006 sind sämtliche Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG zum amtlichen Markt zugelassen. Gleichzeitig erfolgte die Zulassung zum Teilbereich des amtlichen Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse, wobei die Aktien an der Frankfurter Börse mit der Wertpapierkennnummer FPH900 gehandelt werden. Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Der Jahresabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden - soweit nicht anders dargestellt - zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit grundsätzlich in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rundungsdifferenzen kommen. II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Den linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: scroll
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten, die Ausleihungen unddieForderungen jeweils zum Nennwert bilanziert. Die Vermögensgegenstände werden regelmäßigen Werthaltigkeitstests unterzogen. Ist den Gegenständen des Anlagevermögens am Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen, werden in Höhe der Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Für die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen bedarf es der Schätzung künftiger Cashflows der jeweiligen Tochtergesellschaft sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Die Verzinsung von Ausleihungen und Forderungen wird nach Effektivzinsmethode vorgenommen und richtet sich nach dem Refinanzierungszinssatz des Konzerns. Für die zweifelhaften Forderungen werden entsprechende Einzelwertberichtigungen gebildet. DieForderungen in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst. Ergibt sich im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag eine höhere Forderung, so wird die Forderung mit dem historischen Kurs angesetzt. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert angesetzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen; auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit diese Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die eigenen Anteile werden als Abzugsposten vom gezeichneten Kapital abgebildet. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem rechnerischen Wert eigener Anteile wird mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet, soweit diese nicht frei verfügbar sind, erfolgt eine Verrechnung mit dem Bilanzgewinn. Weitere Aufwendungen des Erwerbs, die Anschaffungsnebenkosten sind, werden als Aufwand des Geschäftsjahres behandelt. Die Rückstellungen für Pensionen wurden mit dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Wert auf Basis der "Richttafeln 2018G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck nach der Projected Unit Credit Method, unter Anwendung eines Rechnungszinsfußes gemäß § 253 Absatz 2 Satz 2 HGB gebildet und gegebenenfalls mit vorhandenem Planvermögen verrechnet. Aktuell wird ein Rechnungszinsfuß in Höhe von 1,97 % (im Vorjahr 2,32%) bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 7 Jahren und in Höhe von 2,71 % (im Vorjahr 3,21%) bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 10Jahren verwendet. Durchschnittlich erwartete jährliche Rentensteigerungen wurden mit 2,00 % (im Vorjahr 2,00 %) berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung aufgrund der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wird bis zum 31.12.2024 mit mindestens 1/15 angesammelt und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt. Bei mittelbaren Pensionszusagen wird von dem Wahlrecht des Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht und keine Pensionsrückstellung erfasst. Ein etwaiger Fehlbetrag, welcher sich als Differenz aus der Rückstellung und dem Vermögen der Versorgungseinrichtung ergibt, wird im Anhang angegeben. Die Bestimmung der Rückstellungen für Betriebsprüfungsrisiken ist auf Grund der Vielzahl an Rechtsvorschriften und Steuerprüfungen insbesondere auf Grund der grenzüberschreitenden Transaktionen im erheblichen Maße mit Einschätzungen des Managements verbunden. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Erwartete künftige Preis- und Kostensteigerungen bis zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten ferner Rückstellungen für Personalkosten wie Urlaub, Gleitzeit und Tantiemen sowie für ausstehende Rechnungen. Die Rückstellungshöhe für Tantiemen ist mit Schätzungen hinsichtlich der vertraglichen Zielerreichung verbunden. Rückstellungen für Urlaub und Gleitzeitguthaben werden auf Basis der vertraglichen Gehälter inklusive von laufenden Anpassungen unter Berücksichtigung der individuellen Restbestände zum Bilanzstichtag gebildet. Die Entsprechend § 254 HGB hat die Gesellschaft das Wahlrecht dahingehend ausgeübt, dass keine Bewertungseinheiten gebildet werden. Mithin werden die negativen Zeitwertveränderungen der Derivate über die Laufzeit entsprechend dem handelsrechtlichen Imparitätsprinzip durch Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften antizipiert. Positive Zeitwertveränderungen werden entsprechend dem handelsrechtlichen Vorsichtsprinzip nicht berücksichtigt. Sämtliche Verbindlichkeiten sind in Höhe ihrer Erfüllungsbeträge bewertet. Die kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten in fremder Währung werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Ergibt eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr am Bilanzstichtag eine geringere Verbindlichkeit, so wird die Verbindlichkeit zum historischen Kurs bewertet. Als latente Steuern werden erwartete Steuerbe- und Steuerentlastungen in der Bilanz angesetzt, die sich aus Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen sowie aus Zins- und Verlustvorträgen ergeben, die sich in den nächsten fünf Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Sich ergebende Steuerbe- und Steuerentlastungen werden gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB wie im Vorjahr verrechnet angesetzt.. Aktienoptionspläne (Stock Options): In Übereinstimmung mit der laufenden BFH-Rechtsprechung (BFH Urteil vom 25. August 2010 - I R 103/09, BStBl. II 2011, Seite 215) erfolgt im Zusagezeitpunkt keine bilanzielle Abbildung. Der durch die Mitarbeiter gezahlte Ausübungspreis ist bei einer Kapitalerhöhung in das gezeichnete Kapital (bis zur Höhe des Nennbetrags) bzw. in die Kapitalrücklage einzustellen. Der Erwerb und die Ausgabe eigener Anteile werden ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. III. Erläuterungen zur Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der in der Bilanz genannten Anlagenposten im Geschäftsjahr 2019 ist aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich. Unter den Finanzanlagen werden Anteile an der Francotyp-Postalia GmbH (FP GmbH), Berlin, der freesort GmbH (freesort), Langenfeld, der FP InovoLabs GmbH, Berlin, der FP Systems India Private Limited, Mumbai sowie der Mentana-Claimsoft GmbH, Fürstenwalde/Spree, ausgewiesen. Die FP Holding hält 0,0004 % der Anteile an der im September 2010 gegründeten FP Systems India Private Limited, Mumbai, Indien, 99,9992 % der Anteile werden unmittelbar von der FP GmbH gehalten. Die Tochtergesellschaft FP Inovolabs GmbH, Berlin hält unmittelbar 15% der Anteile an der Juconn GmbH, Unterföhring. Der Anteilsbesitz verteilt sich wie folgt: scroll
* abweichendes Wirtschaftsjahr, Zahlen zum 31. März 2019 # Laut der vorläufigen Abschlüsse, vor Ergebnisabführung Die Finanzanlagen entsprechen ca. 64 % (im Vorjahr 65 %) der Bilanzsumme bzw. 116 % (im Vorjahr 130 %) des Eigenkapitals. Die Ausleihungen erhöhten sich um TEUR 3.754 auf TEUR 56.877 (im Vorjahr TEUR 53.123) und betreffen die FP GmbH mit TEUR 48.623 und die freesort mit TEUR 8.254 (im Vorjahr TEUR 4.500). Die Ausleihung an die freesort GmbH wurde durch Änderungskündigung über einen Intercompany-Darlehensvertrag mit Wirkung zum 1. April 2019 neu geregelt. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 48 (im Vorjahr TEUR 0) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und enthalten im Wesentlichen Dienstleistung der hauseigenen Poststelle. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 42.429 (im Vorjahr TEUR 37.209) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sie enthalten neben Cash-Pooling und kurzfristiger Finanzierung auch im Wesentlichen den Ertrag aus Ergebnisabführung der FP GmbH von TEUR 26.359 (im Vorjahr TEUR 6.906). Die sonstigen Vermögensgegenstände von TEUR 516 (im Vorjahr TEUR 243) enthalten im Wesentlichen debitorische Kreditoren in Höhe von TEUR 26 (im Vorjahr TEUR 61) und Forderungen aus Umsatzsteuer gegen das Finanzamt von TEUR 490 (im Vorjahr TEUR 177). Die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit kleiner ein Jahr. 3. Rechnungsabgrenzung ARAP In den Rechnungsabgrenzungsposten von TEUR 587 (im Vorjahr TEUR 696) sind im Wesentlichen Abgrenzungen für Bankgebühren (Disagio) von TEUR 501 (im Vorjahr TEUR 634) enthalten. 4. Aktive latente Steuern Die aktiven latenten Steuern werden mit dem erwarteten Organschafts-Steuersatz von 30,18 % ermittelt. Die Francotyp-Postalia Holding AG ist ertragsteuerliche Organträgerin der Gesellschaften Francotyp-Postalia GmbH, FP Direkt Vertriebs GmbH, und FP Inovolabs GmbH. Die aktiven latenten Steuern wurden auf steuerliche Verlustvorträge (TEUR 3.216, im Vorjahr: TEUR 4.034) sowie temporäre Differenzen (TEUR 817, im Vorjahr: TEUR 657) der Francotyp-Postalia Holding AG sowie ihrer Organgesellschaften gebildet. Diese resultieren insbesondere aus dem unterschiedlichen Ansatz von Rückstellungen in Handels- und Steuerbilanz. Im Geschäftsjahr 2019 werden die aktiven latenten Steuern in Höhe von insgesamt TEUR 4.035 (im Vorjahr TEUR 4.691) mit den passiven latenten Steuern saldiert. Im Vorjahr resultierte insoweit ein Aktivenüberschuss i.H.v. TEUR 726. 5. Eigenkapital 5.1 Grundkapital Das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG beträgt derzeit TEUR 16.301 (im Vorjahr TEUR 16.301) und ist eingeteilt in 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag und anteiliger Berechtigung am Gewinn der Gesellschaft. Jede Stückaktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der Gesellschaft. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt. Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates am 9. Oktober 2017 auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 11. Juni 2015 die Durchführung eines Programms zum Rückkauf von Aktien der Gesellschaft beschlossen. Der Erwerb erfolgt zu dem Zweck, die erworbenen Aktien zur Bedienung von Bezugsrechten einzusetzen, die unter Aktienoptionsplänen ausgegeben wurden bzw. werden. Insgesamt werden am Stichtag 397.393 Aktien vom Grundkapital abgesetzt, dies entspricht einem Betrag von TEUR 397 und einem Anteil von 2,4 % am Grundkapital. Das ausgegebene Kapital beträgt TEUR 15.904. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren eigenen Aktien zurück erworben. 5.2 Kapitalrücklage Der zum Bilanzstichtag verbliebene Unterschiedsbetrag aus dem Aktienrückkaufprogramm zwischen den Anschaffungskosten (TEUR 1.853) und dem rechnerischen Wert eigener Anteile (TEUR 397) in Höhe von TEUR 1.456 besteht fort. Im Geschäftsjahr wurden keine weiteren Optionen aus dem Aktienoptionsprogramm gezogen. Die Kapitalrücklage besteht unverändert in Höhe von TEUR 37.802. 5.3 Geltende Beschlüsse Kapitalgenehmigung für genehmigtes und bedingtes Kapital Am 11. Juni 2015 sind bei der FP Holding Hauptversammlungsbeschlüsse über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2015/I) von TEUR 8.080, die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung des Vorstandes zur Erhöhung des Grundkapitals (Genehmigtes Kapital 2011) und über die entsprechende Satzungsänderung gefasst worden. Das Grundkapital der Gesellschaft kann bis zum 10. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu TEUR 8.080 erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung außerdem beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu TEUR 6.464 durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/I). Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 10. Juni 2020 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des § 18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu ändern. Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung die Anpassung des Bedingten Kapitals 2010/I beschlossen. Das Bedingte Kapital wurde in Höhe von TEUR 389 gemindert, da der Aktienoptionsplan 2010 um 388.500 Optionen auf 656.500 Optionen gekürzt wurde. Ziffer 4 Absatz 5 der Satzung zum Bedingten Kapital 2010 wurde wie folgt geändert: "Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 656.500 Euro bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 656.500 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien." Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu TEUR 960 durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen. Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 gemäß dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil. Im Jahr 2017 hat der FP-Konzern von der Ausübung des bedingten Kapitals 2010/I Gebrauch gemacht und das Grundkapital um 86.100 Aktien auf 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien erhöht. Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2020 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu TEUR 200.000 zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu TEUR 6.464 nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen. Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen. Aktienrückkaufprogramm Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§ 71d und 71e AG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Juni 2020. Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2010 beschlossene Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien endete mit Wirksamwerden der neuen Ermächtigung. Im Zusammenhang mit dieser Ermächtigung wurden im Zeitraum November 2007 bis April 2008 insgesamt 370.444 Aktien erworben, welche in den Vorjahren aufgebraucht wurden. Nachdem die eigenen Aktien im Vorjahr vollständig verbraucht waren, wurde zur Erfüllung von Bezugsrechten aus dem Aktienoptionsplan 2010 das Grundkapital um 86.100 EUR erhöht und das bedingte Kapital 2010/I in Anspruch genommen. Am 9. Oktober 2017 wurde durch den Vorstand die Durchführung eines Aktienrückkaufprogramms beschlossen und mitgeteilt. Das Rückkaufprogramm startete am 13. Oktober 2017 und lief bis zum 12. Januar 2018. Mit den eigenen Aktien sollen zukünftig Bezugsrechte bedient werden, die unter Aktienoptionsprogrammen ausgegeben und ausgeübt wurden oder werden. Insgesamt sollten bis zu 475.000 Aktien zu einem Gesamtkaufpreis von maximal TEUR 3.000 erworben werden. Zum 31. Dezember 2019 hält die Francotyp-Postalia Holding AG 397.393 eigene Aktien. Die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile geht aus folgender Überleitungsrechnung hervor: scroll
Im Berichtsjahr wurden keine Aktien ausgegeben, um Bezugsrechte zu bedienen. Aktienoptionsplan 2010 Im Abschnitt 1.1 des Aktienoptionsplans 2010 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: "Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG [...] hat am 1. Juli 2010 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 1.045.000 durch die Ausgabe von bis zu 1.045.000 Stück nennwertloser Inhaberaktien [...] bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG [...] und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte [...] auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 1.045.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen." Der damit beschlossene Aktienoptionsplan sieht ausschließlich den Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten vor, und zwar vorrangig durch den Einsatz eigener Aktien, nachrangig im Wege einer bedingten Kapitalerhöhung. Auf der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 wurde beschlossen, dass 200.000 Optionen des Aktienoptionsplans 2010 nicht mehr ausgegeben werden. Aktienoptionsplan 2015 In Abschnitt 1.1 des Aktienoptionsplans 2015 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: "Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG [...] hat am 11. Juni 2015 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 959.500 durch die Ausgabe von bis zu 959.500 Stück nennwertloser Inhaberaktien (die "Aktien") bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG [...] und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte [...] auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 959.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen." Die Gesellschaft kann wahlweise zur Bedienung der Bezugsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2015 anstelle neuer Aktien eigene Aktien einsetzen, soweit dies von einem gesonderten Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung gedeckt ist. Zweck beider Aktienoptionspläne ist gemäß Ziffer 1.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans "die nachhaltige Verknüpfung der Interessen der Unternehmensführung und der Führungskräfte mit den Interessen der Aktionäre an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes." Jede einzelne Aktienoption berechtigt gemäß Ziffer 2.2 des jeweiligen Aktienoptionsplans zum Erwerb einer Aktie der Francotyp-Postalia Holding AG. Eine Option hat gemäß Ziffer 2.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans jeweils eine Laufzeit von 10 Jahren ab dem Zeitpunkt der Zuteilung. Die Optionen sind entsprechend Ziffer 2.4 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht verbrieft. Zuzahlungen waren bei der Zuteilung der Optionen entsprechend Ziffer 5.5 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht zu leisten. scroll
5.4 Gewinnverwendung Eine Dividende wurde im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 477 (im Vorjahr TEUR 1.908) ausgeschüttet. 5.5 Ausschüttungssperre Aufgrund des Passivüberhanges der latenten Steuern per 31.12.2019 resultiert keine Ausschüttungssperre gemäß § 268 Absatz 8 Satz 2 HGB (im Vorjahr TEUR 726). Der Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 127 (im Vorjahr TEUR 142), der sich aus der angepassten Abzinsung des durchschnittlichen Marktzinssatzes von sieben auf zehn Jahre für Pensionsverpflichtungen ergibt, ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt. 6. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 915 (im Vorjahr TEUR 802) betreffen mit TEUR 896 (im Vorjahr TEUR 786) Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern sowie Sterbegeldverpflichtungen in Höhe von TEUR 18 (im Vorjahr TEUR 16). Der Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 1.086 (im Vorjahr TEUR 841). Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht des Art. 67 EGHGB in Anspruch. Der Unterschiedsbetrag beträgt zum 31. Dezember 2019 TEUR 45 (im Vorjahr TEUR 54). Im Geschäftsjahr wurden TEUR 9 aufwandswirksam erfasst. Der Bewertung lagen neben den Heubeck-Richttafeln (2018 G) der von der Bundesbank veröffentlichte Marktzins von 1,97 % (im Vorjahr 2,32 %) bei einem Durchschnitt der letzten 7 Jahre und 2,71 % (im Vorjahr 3,21 %) bei einem Durchschnitt der letzten 10 Jahre, die jährliche Lebenshaltungskostensteigerungen beziehungsweise erwartete Rentensteigerungen von 2,00 % (im Vorjahr 2,00 %) zugrunde. Im Zuge des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften vom 11. März 2016 wurde der für die Abzinsung relevante durchschnittliche Marktzinssatz von sieben auf zehn Jahre für Pensionsverpflichtungen erhöht. Es ergibt sich folgender Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB: scroll
Der Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 127 (im Vorjahr TEUR 142) unterliegt einer Ausschüttungssperre. Weiterhin besteht eine mittelbare Pensionszusage, bei der die zugesagten Altersversorgungsleistungen an die Versorgungsberechtigten durch die Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH erbracht werden. Der Erfüllungsbetrag dieser Verpflichtung beläuft sich auf insgesamt TEUR 137 bei einem Rechnungszins von 7 Jahren und auf TEUR 119 bei einem Rechnungszins von 10 Jahren. Der anzugebende Fehlbetrag für Pensionsverpflichtungen der Francotyp-Postalia Holding AG entspricht dem Erfüllungsbetrag und beträgt TEUR 137 bei einem Rechnungszins von 7 Jahren und TEUR 119 bei einem Rechnungszins von 10 Jahren vor Abzug des tatsächlichen Kassenvermögens der Unterstützungseinrichtung. Der Francotyp Postalia Unterstützungseinrichtung steht zur Erfüllung dieser Verpflichtung ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 2.485 zur Verfügung. 7. Steuerrückstellungen Der Anstieg der Steuerrückstellungen von TEUR 2.085 im Vorjahr auf TEUR 2.663 resultiert insbesondere aus Steuern und Zinsen auf Steuern aus der erwarteten Steuerbelastung für das Geschäftsjahr 2019 sowie Anpassungen der Risikovorsorge für Betriebsprüfungen der Vorjahre. Mit einer Inanspruchnahme wird im Geschäftsjahr 2020 gerechnet. 8. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 5.539 (im Vorjahr TEUR 5.685) enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Prämien und Tantiemen in Höhe von TEUR 2.833 (im Vorjahr TEUR 2.291), für Jahresabschluss- und Steuerberatungskosten in Höhe von TEUR 1.200 (im Vorjahr TEUR 1.087), für Beratungskosten in Projekten in Höhe von TEUR 514 (im Vorjahr 1.569), für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 338 (im Vorjahr TEUR 369), für ausstehende Urlaubs- und Mehrarbeitsverpflichtungen in Höhe von TEUR 197 (im Vorjahr TEUR 190), für sonstige ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 290 (im Vorjahr TEUR 151) und für Prozess- und Anwaltskosten TEUR 75 (im Vorjahr TEUR 7). Von den Rückstellungen haben TEUR 605 eine Laufzeit von über einem Jahr. In den Rückstellungen für Steuerberatungskosten sind erwartete Honorare seitens KPMG für die Erstellung der Ertragsteuererklärungen bis 2019 in Höhe von geschätzt TEUR 130 enthalten. 9. Verbindlichkeiten Zur Finanzierung nutzt der FP-Konzern in erster Linie den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sowie bestehende bzw. unterjährig angepasste Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2018 schloss der FP-Konzern einen Konsortialdarlehensvertrag über TEUR 150.000 ab, verbunden mit einer Erhöhungsoption von TEUR 50.000. Gemäß der bestehenden Change of Control Klausel des Konsortialdarlehensvertrages liegt ein Kontrollwechsel vor, wenn eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen direkt oder indirekt über 30% der Stimmrechte oder Aktien an der Francotyp-Postalia Holding AG halten. Bei Vorliegen eines Kontrollwechsels und nach schriftlichem Verlangen eines Kreditgebers werden sämtliche Kredite (inkl. anfallender Zinsen) in Bezug auf den Kreditgeber innerhalb von 30 Tagen zur Rückzahlung fällig. Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen das Cash-Pooling und Aufwendungen aus der Ergebnisabführung der FP Inovolabs in Höhe von TEUR 2.773. Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 807 (im Vorjahr TEUR 455) enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt TEUR 681 (im Vorjahr TEUR 341) und Lohnsteuerverbindlichkeiten TEUR 121 (im Vorjahr TEUR 104). Die Verbindlichkeiten haben nachfolgend dargestellte Restlaufzeiten: scroll
10. Passive latente Steuern Im Saldo sind passive latente Steuern in Höhe von TEUR 2.556 (im Vorjahr TEUR 0) ausgewiesen. Die passiven latenten Steuern in Höhe von unsaldiert TEUR 6.589 (im Vorjahr TEUR 3.965) werden mit dem erwarteten Organschafts-Steuersatz von 30,18 % (im Vorjahr 30,18 %) ermittelt. Die passiven latenten Steuern wurden auf temporäre Differenzen, welche überwiegend auf selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände der Organgesellschaften der Francotyp-Postalia Holding AG entfallen, gebildet. Im Geschäftsjahr 2019 werden die passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 6.589 (im Vorjahr TEUR 3.965) mit den aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 4.035 (im Vorjahr TEUR 4.691) saldiert. 11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Aus dem am Bilanzstichtag bestehenden Mietvertrag resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 3.898 (im Vorjahr TEUR 4.708). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 874 (im Vorjahr TEUR 870), auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren TEUR 3.023 (im Vorjahr 3.238) und auf die Laufzeit von über fünf Jahren TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 599). Aus den am Bilanzstichtag bestehenden sonstigen Verträgen (Bestellobligo, Mobilfunk, Kapitalmarktbetreuung, Presseclipping usw.) resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 531 (im Vorjahr TEUR 1.132). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 528 (im Vorjahr TEUR 1.105) und auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren TEUR 3 (im Vorjahr TEUR 27). 12. Haftungsverhältnisse Alle gegenwärtigen, bedingten und künftigen Forderungen der Finanzierungsparteien des Konsortialdarlehensvertrages aus oder im Zusammenhang mit diesem Darlehensvertrag, einer Abzweiglinienvereinbarung oder den weiteren Finanzierungsdokumenten sind in Form von Garantien besichert. Jeder Garant garantiert selbständig und unabhängig gegenüber den Finanzierungsparteien unwiderruflich und unbedingt die Zahlung aller nach dem Darlehensvertrag oder einem anderen Finanzierungsdokument von den Darlehensnehmern geschuldete Beträge, sofern diese nicht rechtzeitig oder nicht in voller Höhe beglichen werden. Die Garanten verpflichteten sich, jede Zahlung unter dieser Garantie frei von Abzügen oder Einbehalten zu leisten. Die FP Holding AG hat sich verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die freesort GmbH jederzeit in der Lage ist, weitere berechtigte Forderungen der Deutsche Post AG aus dem Konsolidiererverhältnis, die bis zum Ablauf des 31. Mai 2017 entstanden sind, bis zu einer Summe von TEUR 600 zu erfüllen. FP Holding AG wird dementsprechend die Geschäftsführung der freesort GmbH anweisen, alle berechtigten Forderungen der Deutsche Post AG unverzüglich zu erfüllen. Die Gesellschaft sieht auf Grund der derzeitigen Rechtslage keine Hinweise für eine Inanspruchnahme. Die FP Holding hat am 29. April 2020 gegenüber ihrer Tochtergesellschaft Mentana-Claimsoft GmbH eine bis zum 31. Dezember 2022 befristete Patronatserklärung mit folgendem Inhalt abgegeben:
Die Mentana-Claimsoft GmbH ist insbesondere über ihr Tochterunternehmen Francotyp-Postalia Vertriebs- und Service GmbH, mit der ein Ergebnisabführungsvertrag besteht, in der Lage positive Zahlungsmittelüberschüsse zu generieren und verfügt über ein robustes Eigenkapital. Die Gesellschaft sieht daher das Risiko einer Inanspruchnahme gegenwärtig als nicht wahrscheinlich an. Die FP Holding hat am 12. August 2019 gegenüber ihrer Tochtergesellschaft freesort GmbH eine bis zum 31. Dezember 2021 befristete Patronatserklärung mit folgendem Inhalt abgegeben:
Unter Berücksichtigung der zum Aufstellungszeitpunkt bestehenden Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freesort GmbH geht die Gesellschaft derzeit davon aus, dass verbunden mit den vom Management der freesort GmbH auf Grund mangelnder Planungstreue in Vorjahren eingeleiteten Veränderungs- und Risikosteuerungsmaßnahmen die den Haftungsverhält-nissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von der freesort GmbH erfüllt werden können. Haftungsverhältnisse aus öffentlichen Förderungen Aus der Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsausgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) für den Standort Berlin resultiert eine langfristige Verpflichtung der dauerhaften Aufrechterhaltung einer definierten Anzahl von Arbeitsplätzen. Die geförderten Arbeitsplätze sind insgesamt mindestens fünf Jahre ab dem Förderende des letzten geförderten Arbeitsplatzes vorzuhalten. Ein Verstoß gegen die Förderbedingung kann zu einer Rückzahlungsverpflichtung von Fördermitteln führen. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 3.148 (im Vorjahr TEUR 2.844) resultieren im Wesentlichen aus Beratungsleistungen gegenüber den inländischen Tochtergesellschaften. 2. Materialaufwand Zur Erbringung der Beratungsleistungen notwendige Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von TEUR 381 (im Vorjahr TEUR 492) entfallen im Wesentlichen auf Personaldienstleistungen in Höhe von TEUR 145, Gebäudekosten in Höhe von TEUR 57, Reisekosten in Höhe von TEUR 39 sowie Sach- und Dienstleistungskosten in Höhe von TEUR 22. 3. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 883 (im Vorjahr TEUR 913) enthalten im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 667 (im Vorjahr TEUR 685). Die weiteren periodenfremden Erträge belaufen sich auf TEUR 125 (im Vorjahr TEUR 115) die im Wesentlichen Rückerstattungen aus Dienstleistungen des Wachschutzes für Vorjahre betreffen und übrige sonstige Erträge in Höhe von TEUR 77 (im Vorjahr TEUR 13) die konzerninterne Weiterberechnungen und Erstattungen aus Dienstleistungen des Wachschutzes, das aktuelle Jahr betreffend, beinhalten. 4. Personalaufwand Der Anstieg im Personalaufwand um TEUR 366 im Jahr 2019 ist Folge allgemeiner Entgeltsteigerungen sowie der Einstellung neuer Mitarbeiter im Zuge der strategischen Neuaufstellung der FP Holding im Rahmen der ACT-Strategie des FP-Konzerns. 5. Abschreibungen Die Abschreibungen auf immaterielle Wirtschaftsgüter betragen im Geschäftsjahr TEUR 180 (im Vorjahr TEUR 192). Die Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von TEUR 185 (im Vorjahr TEUR 146) enthalten im Wesentlichen Abschreibungen auf Mietereinbauten in Höhe von TEUR 98 (im Vorjahr TEUR 84) und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 74 (im Vorjahr TEUR 49). Außerplanmäßige Abschreibungen wurden in Höhe von TEUR 1 (iVJ. TEUR 0) vorgenommen. 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 3.845 (im Vorjahr 4.022), Konzernumlage der FP GmbH in Höhe von TEUR 1.001 (im Vorjahr TEUR 904), Werbekosten in Höhe von TEUR 554 (im Vorjahr TEUR 482), übrige Personalkosten in Höhe von TEUR 383 (im Vorjahr TEUR 200), Mietaufwendungen in Höhe von TEUR 357 (im Vorjahr TEUR 354), Versicherungen in Höhe von TEUR 198 (im Vorjahr TEUR 175) und Reisekosten in Höhe von TEUR 193 (im Vorjahr TEUR 183). Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen TEUR 11 (im Vorjahr TEUR 95) periodenfremde Aufwendungen. 7. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen Die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von TEUR 26.359 (im Vorjahr TEUR 6.906) resultieren aus den übernommenen Gewinnen von der Francotyp-Postalia GmbH, Berlin, aufgrund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags. 8. Aufwendungen aus Verlustübernahme Die Aufwendungen aus Verlustübernahme in Höhe von TEUR 2.773 (im Vorjahr TEUR 1.193) resultieren aus den übernommenen Verlusten von der FP InovoLabs GmbH, Berlin, aufgrund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags. 9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 1.552 (im Vorjahr TEUR 1.605) entfallen ausschließlich auf verbundene Unternehmen. 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 1.223 (im Vorjahr TEUR 925) sind überwiegend Zinsen aus Bankdarlehen in Höhe von TEUR 858 (im Vorjahr TEUR 886) und Zinsen auf Steuern in Höhe von TEUR 335 (im Vorjahr TEUR 8) enthalten. Aus der Diskontierung von Rückstellungen sind TEUR 2 (im Vorjahr TEUR 3) aufwandswirksam erfasst. Neben den Darlehenszinsen bestehen Aufwendungen aus Aufzinsung der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 27 (im Vorjahr TEUR 28). 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Im Steueraufwand in Höhe von TEUR 3.629 (im Vorjahr Steuerertrag TEUR 696) sind in Höhe von TEUR 96 periodenfremde Steueraufwendungen enthalten (im Vorjahr Steuerertrag TEUR 118). V. Sonstige Angaben 1. Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 42 Angestellte (im Vorjahr 40). Von den Angestellten sind 2 Angestellte in leitender Funktion. Bei den 44 Angestellten zum Stichtag handelt sich um 17 weibliche und 27 männliche Angestellte. 2. Vorstand und Aufsichtsrat Dem Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG nach stellen sich die Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder wie folgt dar: scroll
Herr Günther war im Berichtsjahr Mitglied der Unternehmerperspektive Mittelstand der Commerzbank und im Regionalbeirat Ost der Commerzbank. Seit Januar 2017 ist er zudem Mitglied im Kundenbeirat der LBBW Sachsen Bank. Herr Meise ist seit dem 17. Januar.2019 bei der Juconn GmbH, Unterföhring, Vorsitzender des Aufsichtsrates. FP ist an der Juconn GmbH über die FP InovoLabs GmbH mit 15% der Geschäftsanteile beteiligt. Die Vorstandsmitglieder waren außerhalb des FP-Konzerns sonst in keinen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen vertreten. Folgende Übersicht zeigt die Mitglieder des Aufsichtsrates der Francotyp-Postalia Holding AG mit ihren Tätigkeiten außerhalb der Gesellschaft und mit sonstigen Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsratsmandaten bzw. Mandaten bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen: scroll
Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat Aufwandsbezogen sind im Jahresabschluss 2019 sowohl der Langfristbonus für Herrn Meise in Höhe von TEUR 144 (im Vorjahr TEUR 91) und für Herrn de Gruyter in Höhe von TEUR 150 (im Vorjahr TEUR 88) als auch jeweils die variable einjährige Vergütung in Höhe der wahrscheinlichen Zielerreichung erfolgswirksam erfasst worden. Für Herrn Günther besteht kein Langfristbonus mehr (im Vorjahr TEUR 180), gemäß der neuen vertraglichen Regelung besteht ein Einjahresbonus, der sowohl kurzfristige, als auch langfristige Elemente enthält. Dafür wurden im Geschäftsjahr auf Basis der wahrscheinlichen Zielerreichung TEUR 603 aufwandswirksam erfasst. In Bezug auf den Vergütungsbericht gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 HGB verweisen wir auf den Konzernlagebericht. Gemäß der handelsrechtlichen Vorschriften stellt sich die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährte Gesamtvergütung wie folgt dar: scroll
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Von den im Geschäftsjahr 2015 und 2016 gewährten aktienbasierten Vergütungen aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf den Vorstand insgesamt 242.500 Optionen. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Optionen aus diesem Aktienoptionsplan 2015 gewährt. Die Ausübungszeitpunkte für die Optionen liegen im Geschäftsjahr 2019 und 2020. Die in den obigen Tabellen als Versorgungsaufwand ausgewiesenen Beträge sind Zuschüsse zur Altersvorsorge und Teil der an die Vorstände gezahlten fixen Entgelte. Die Nebenleistungen bestehen im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Vorgaben anzusetzenden Werten aus der Dienstwagennutzung. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern sind wie im Vorjahr nur unwesentliche Beträge zurückgestellt (2019: TEUR 4; 2018: TEUR 3). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31.12.2019 TEUR 896 (im Vorjahr TEUR 786) gebildet. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit etwa zur Last fallenden Umsatzsteuer geschäftsjährlich eine feste im letzten Monat des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von TEUR 30. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2009 150 % und für seinen Stellvertreter 125 % der Vergütung für das normale Aufsichtsratsmitglied. Die Festvergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2019 TEUR 110 (im Vorjahr TEUR 113). Virtuelle Aktienoptionen Im Rahmen von individuellen Vorstandszusagen wurden im Berichtsjahr einzelnen Vorstandsmitgliedern jeweils bis zu 30.000 virtuelle Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG als erste Tranche gewährt. Weitere Tranchen folgen jährlich bis zum Jahr 2021. Bei Ausübung werden die Optionsrechte durch Barvergütung erfüllt (Cash Settlement). Voraussetzung für die volle Zuteilung ist ein Eigeninvestment. Die Vorstandsmitglieder haben Francotyp-Postalia Holding AG Aktien in Höhe von jeweils 15% der Anzahl der ihnen zugeteilten virtuellen Aktien zu erwerben und für die Dauer von vier Jahren ab dem jeweiligen Erwerb zu halten. Die Ausübung kann durch die Vorstandsmitglieder zu einem beliebigen Zeitpunkt nach Ablauf der Sperrfrist binnen weiterer vier Jahre erfolgen. Für den Ausübungspreis maßgeblich ist das arithmetische Mittel der Aktienkurse der letzten 90 Handelstage zum Zeitpunkt der Ausübung. Die Werthaltigkeit der Optionsrechte richtet sich nach der Kursentwicklung zwischen der Gewährung und der Ausübung. Die Optionsrechte sind werthaltig, wenn der Ausübungspreis gegenüber dem Basispreis bei der Gewährung der Optionsrechte um mindestens 10% gestiegen ist (absolute Hürde). Ist diese Hürde nicht erreicht, verfällt das damit verbundene Recht. Der Wert der Optionsrechte ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem Basispreis, multipliziert mit der Stückzahl der virtuellen Aktien der jeweiligen Tranche. Der Wert ist auf TEUR 300 je Tranche begrenzt. Die Optionen wurden im Berichtsjahr am 1. März 2018 gewährt. 3. Als Aufwand erfasste Honorare für den Abschlussprüfer Die Hauptversammlung hat, basierend auf einer Empfehlung des Aufsichtsrats, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, zur Abschlussprüferin für das Geschäftsjahr 2019 gewählt. Die für Dienstleistungen der Abschlussprüferin als Aufwand angefallenen Vergütungen werden gem. § 285 Nr. 17 HGB im Konzernanhang ausgewiesen. Sonstige Bestätigungsleistungen beinhalten im Wesentlichen Bestätigungen von Financial Covenants und Mittelverwendungen. 4. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Dem FP-Konzern nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne von IAS 24 sind assoziierte Unternehmen und nicht konsolidierte Tochtergesellschaften einerseits und andererseits Personen sowie Unternehmen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns ausüben können; nahestehende Personen sind des Weiteren Personen, die in Schlüsselpositionen des berichtenden Unternehmens tätig sind (jeweils einschließlich naher Familienangehöriger). Unternehmen, deren Finanz- und Geschäftspolitik von den vorgenannten nahestehenden Unternehmen und Personen mindestens maßgeblich beeinflusst wird, gehören ebenfalls zu dem Kreis der Francotyp-Postalia nahestehenden Unternehmen und Personen. Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns kann auf einem Anteilsbesitz an der FP Holding von 20 % oder mehr, einem Sitz im Vorstand der FP Holding oder einer anderen Schlüsselposition im FP-Konzern sowie auf vertraglichen oder satzungsgemäßen Vereinbarungen beruhen. Nahestehende Unternehmen und Personen des FP-Konzerns waren - neben den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats (sowie deren nahen Familienangehörigen) der FP Holding im Berichtsjahr:
An den Kreis der nahestehenden Unternehmen und Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns haben, sind im Berichtsjahr 2019 wie im Vorjahr mit Ausnahme der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Vergütungen gezahlt worden. Hinsichtlich der Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats verweisen wir auf den vorhergehenden Punkt "Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat". 5. Konzernabschluss Für die Francotyp-Postalia Holding AG wird ein Konzernabschluss erstellt. Dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht. 6. Corporate Governance Vorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG haben eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG abgegeben und diese Erklärung auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.fp-francotyp.com/FP/unternehmen/investoren/corporate-governance/entsprechens-erklaerung/fef9a400b3143858) dauerhaft zugänglich gemacht. 7. Aktionärsstruktur Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2019 von ihren Anteilseignern gemäß § 33 Abs. 1 WpHG folgende Mitteilungen erhalten und gemäß § 40 Abs. 1 WpHG und § 41 WpHG veröffentlicht: scroll
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Ferner bestehen noch folgende bedeutende Stimmrechte: scroll
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2019 von ihren Anteilseignern gemäß Art. 19 Abs. 1 MAR folgende Mitteilungen bezüglich der Aktie mit der ISIN DE000FPH9000 erhalten und veröffentlicht: scroll
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Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2019 keine Änderungen der Gesamtstimmrechte gemäß § 41 WpHG die veröffentlicht. In Vorjahren gab es folgende Änderungen: scroll
8. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Auch im Rahmen der Umsetzung der ACT-Strategie hat die Dividendenpolitik des FP-Konzerns grundsätzlich Bestand. Aufgrund der Entwicklungen und Risiken im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona Virus SARS-CoV-2 legt das Unternehmen den Fokus auf die Sicherstellung und den Ausbau der vorhandenen Konzernliquidität, um die strategischen und operativen Ziele des FP-Konzerns nachhaltig abzusichern. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung deshalb vor, für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende auszuschütten und den Bilanzgewinn von 13.672.283,57 EUR auf neue Rechnung vorzutragen. Die FP GmbH hat am 29. Januar 2020 100% der Anteile an der Kurfürst 1675 GmbH, Berlin erworben und in FP Service Süd GmbH umfirmiert. Mit Kaufvertrag vom 05. Februar 2020 hat die FP Service Süd GmbH von der in Liquidation befindlichen HEFTER Systemform GmbH Vermögensgegenstände des Anlage- und Umlaufvermögens, Kunden- und Lieferantenverträge erworben sowie 28 Mitarbeiter übernommen. Es handelt sich um einen Unternehmenszusammenschluss gem. IFRS 3. Am 14. Februar 2020 erfolgte die Umfirmierung der Gesellschaft in Hefter Systemform GmbH und die Sitzverlegung der Gesellschaft nach Prien a. Chiemsee. Die Eintragung in das Handelsregister B Traunstein erfolgte am 25 Februar 2020. Die Gesellschaft hat ein Stammkapital von TEUR 25. Mit dem Erwerb beabsichtigt FP den Ausbau des klassischen Vertriebsgeschäftes im Bereich Wettbewerbskunden. FP erwartet deutliche Synergieeffekte bei der Erweiterung der Produktpalette, der Optimierung der Servicedienstleistungen sowie dem Ausbau und der Optimierung der Neu- und Wettbewerbsakquise. Die Obotritia Capital hat mit Schreiben vom 7. Februar 2020 die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung verlangt. Als einziger Tagesordnungspunkt wurde vorgeschlagen: "Ausscheiden von Herrn Günther aus dem Vorstand. Herr Günther soll vorzeitig aus dem Vorstand ausscheiden, da ihm die Hauptversammlung das Vertrauen entzogen hat." Der Vorstand des FP-Konzerns hat am 11. März 2020 beschlossen, keine außerordentliche Hauptversammlung durchzuführen. Der Aufsichtsrat hat diesem Vorgehen vor dem Hintergrund der SARS-CoV-2-Pandemie auf seiner Sitzung am 25. März 2020 nicht widersprochen. Am 13. Februar 2020 hat der Aufsichtsrat beschlossen, Herrn Carsten Lind mit Wirkung vom 1. Juni 2020 als Mitglied des Vorstands der Gesellschaft zu bestellen. Der Aufsichtsrat nimmt in Aussicht, Herrn Lind zum Vorsitzenden des Vorstands zu ernennen, sobald die Ernennung des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden geendet hat. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat dem derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Andreas Günther aufgrund von Differenzen in Bezug auf die Umsetzung der Konzernstrategie eine Aufhebungsvereinbarung vorgeschlagen. Die Juconn GmbH und ihre Gesellschafter waren unterschiedlicher Meinung darüber, ob die FP InovoLabs GmbH zur Zahlung eines weiteren Aufgeldes an die Gesellschaft in Höhe von bis zu TEUR 600 verpflichtet ist. Im Rahmen einer Gesellschaftervereinbarung einigten sich die Gesellschafter der Juconn GmbH am 26. Februar 2020, dass die FP InovoLabs GmbH der Gesellschaft TEUR 410 in Erledigung der Aufgeldansprüche zahlt. Mit gleicher Urkunde bietet die Juconn GmbH der FP InovoLabs den Erwerb von 2.777 (eigenen) Geschäftsanteilen (= 8,333 % der Geschäftsanteile) an. Die FP InovoLabs GmbH zahlt eine Vergütung von TEUR 70 für die Einräumung dieses Angebotes. Die Option kann bis zum 30. Juni 2022 unter der Voraussetzung ausgeübt werden, dass die Gesellschaft bis zum 30. Juni 2022 mindestens in einem Geschäftsjahr einen kumulierten Auftragseingang von mindestens TEUR 500 erreicht hat. Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 ausgerufen. Seit dem 11. März 2020 stuft die WHO die Verbreitung des Coronavirus nunmehr als Pandemie ein. Der weitere Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus und die Folgen auf den Geschäftsverlauf des FP-Konzerns werden laufend überwacht. Die ökonomischen Folgen der SARS-CoV-2-Pandemie sind in ihrer gesamten Tragweite noch nicht absehbar. Der FP-Konzern rechnet aber mit einem zumindest vorübergehenden erheblichen Einbruch der Wirtschaftsleistung in allen Märkten und Geschäftsfeldern des Unternehmens. Kurzfristig geht FP mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass durch einen höheren Krankenstand sowie durch die Beeinträchtigung von Vertriebswegen und Produktionskapazitäten in allen vertikalen Märkten des Unternehmens mindestens bis Mitte des Geschäftsjahres 2020 mit einem deutlichem Nachfragerückgang bzw. Investitionszurückhaltung zu rechnen ist. Das Kerngeschäft Frankieren und Kuvertieren sowie der Produktbereich Mail Services sind in erheblichem Maße von der Entwicklung des Briefvolumens beeinflusst. In den neuen digitalen Geschäftsfeldern ist mit einer deutlichen Verzögerung in Kundenprojekten zu rechnen. Wie stark der generelle Rückgang des Briefvolumens sowie die Nachfrage in allen Produktbereichen des FP-Konzerns durch die SARS-CoV-2-Pandemie negativ beeinflusst werden, lässt sich noch nicht quantifizieren. Zumindest vorübergehend werden sich die konjunkturellen Effekte belastend auf das Briefvolumen und das Geschäft des FP-Konzerns auswirken. Die dem FP-Konzern bekannten Risiken, Abschätzungen und Annahmen für das Geschäftsjahr 2020 sind im Risiko- und Chancenbericht sowie im Prognosebericht berücksichtigt und beschrieben. Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet die FP Holding einen starken Rückgang des Beteiligungsergebnisses und Jahresergebnisses. FP hat angesichts der Corona-Krise auch die zukünftige Liquiditätslage des Konzerns einem Stresstest unterzogen. Hierbei wurden verschiedene Szenarien durchgespielt. Das aktuell angenommene Szenario geht von einer Aufhebung des Lock downs erst zum 1. September 2020 und einem danach nur schrittweisen Umsatzanstieg aus. Ende 2020 erreicht der Umsatz in diesem Szenario noch nicht das Vorkrisenniveau. Die Intensität des unterstellten Umsatzrückgangs basiert auf den in der zweiten Märzhälfte beobachteten Auswirkungen der Pandemie auf Auftragseingang und Umsatz. Auf der Personal- und Sachkostenebene berücksichtigt das Szenario interne Maßnahmen, deren Umsetzbarkeit weitgehend sicher ist. In besagtem Szenario ergibt sich für FP bis Jahresende auch ohne die Aufnahme zusätzlicher Kreditmittel außerhalb der laufenden Abzweiglinie in Höhe von 30 Mio. Euro kein Liquiditätsengpass. Nach aktiv geführten Gesprächen mit den Banken besteht dessen ungeachtet die positive Aussicht, dass die Abzweiglinie im Rahmen der Revolving Facility in Höhe von 60 Mio. Euro kurzfristig um weitere 30 Mio. Euro erhöht werden könnte. Insgesamt sind FP Kreditlinien von 200 Mio. Euro eingeräumt, von denen jedoch größere Teile zweckgebunden sind. Darüber hinaus sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen weiteren Belastungen bekannt oder abschätzbar. Im Jahresverlauf sind jedoch weitere Belastungen möglich. Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2019 sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des FP-Konzerns gehabt hätten. 9. ErgebnisverwendungsvorschlagVorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn von 13.672.283,57 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.
Berlin, 13. Mai 2020 Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG Rüdiger Andreas Günther, Vorsitzender Patricius de Gruyter Sven Meise Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2019scroll
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Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Francotyp-Postalia Holding AG vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Francotyp-Postalia Holding AG so dargestellt sind, dass jeweils ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Francotyp-Postalia Holding AG beschrieben sind.
Berlin, 13. Mai 2020 Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG Rüdiger Andreas Günther, Vorsitzender Patricius de Gruyter Sven Meise Zusammengefasster Konzernlagebericht 2019der Francotyp-Postalia Holding AG, BerlinInhaltsverzeichnis 1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS 1.1 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 1.1.1 Produktbereiche 1.1.2 Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition 1.2 STRATEGIEN UND ZIELE 1.2.1 Neue Ära mit ACT Strategie 1.2.2 Mittelfristige Wachstumsziele in der Überprüfung 1.2.3. Unternehmenswachstum durch Übernahmen, Beteiligungen und Zusammenschlüsse 1.3 ORGANISATION 1.3.1 Konzernstruktur und Standorte 1.3.2 Leitung und Kontrolle 1.4 STEUERUNG 1.4.1 Steuerungssystem 1.4.2 Finanzielle Leistungsindikatoren 1.4.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 1.5 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 1.5.1 Darstellung und Erläuterung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten 1.5.1.1 Ausrichtung 1.5.1.2 Ziele 1.5.1.3 Kernkompetenzen 1.5.1.4 Aktivitäten 1.5.1.5 Produktneuheiten 1.5.2 Quantitative Angaben zur Forschung- und Entwicklung 1.5.2.1 Forschungs- und Entwicklungskosten 1.5.2.2 Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung. 1.5.3 Ausblick 2. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN 2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN 3. ERTRAGSLAGE 3.1 ENTWICKLUNG WESENTLICHER POSTEN DER KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG 3.1.1 Umsatzentwicklung 3.1.2 Andere aktivierte Eigenleistungen 3.1.3 Sonstige Erträge 3.1.4 Materialaufwand 3.1.5 Personalaufwand 3.1.6 Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.1.7 Andere Aufwendungen 3.1.8 EBITDA 3.1.9 Abschreibungen und Wertminderungen 3.1.10 EBIT 3.1.11 Zinsergebnis 3.1.12 Sonstiges Finanzergebnis 3.1.13 Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, nach Steuern 3.1.14 Ertragsteuern 3.1.15 Konzernergebnis 3.1.16 Zusammenfassung der Ergebnisse pro Segment 4. FINANZLAGE 4.1 GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS 4.2 DIVIDENDENBERECHTIGTER BILANZGEWINN UND DIVIDENDE 4.3 FINANZIERUNGSANALYSE 4.4 INVESTITIONSANALYSE 4.5 AUßERBILANZIELLE FINANZINSTRUMENTE 4.6 LIQUIDITÄTSANALYSE 5. VERMÖGENSLAGE 5.1 LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 5.2 EIGENKAPITAL 5.3 LANG- UND KURZFRISTIGE SCHULDEN 5.4 LEASING 6. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE 6.1 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF 2019 6.2 GESCHÄFTSVERLAUF 2019 7. Nachtragsbericht 8. RISIKO- UND CHANCENBERICHT 8.1 RISIKEN DES FP-KONZERNS 8.1.1 Marktbezogene Risiken 8.1.2 Operationelle Risiken 8.1.3 Finanzrisiken 8.1.4 Risiken aus der SARS-Cov2-Pandemie 8.1.4.1. Produktbereich Frankieren und Kuvertieren 8.1.4.2. Produktbereich Mail Services 8.1.4.3. Produktbereich Software/Digital 8.1.4.4. Übergreifende Risiken 8.1.4.5. Zusammenfassung 8.1.5 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns 8.2 CHANCEN DES FP-KONZERNS 8.2.1 Chancen im Produktbereich Frankieren & Kuvertieren 8.2.2 Chancen in den digitalen Geschäftsbereichen 8.2.3 Chancen aus dem ACT-Projekt JUMP 8.2.4 Gesamtaussage zur Chancensituation 9. PROGNOSEBERICHT 9.1 ERWARTETE GESAMT- UND BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN 9.2 ERWARTETE GESCHÄFTSENTWICKLUNG DES FP-KONZERNS 9.3 ERWARTETE ENTWICKLUNG DER LEISTUNGSINDIKATOREN 10. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN 10.1 ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS ZU DEN ANGABEN §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB 10.2 NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG 11. VERGÜTUNGSBERICHT 11.1 VERGÜTUNGSSYSTEM ALLGEMEIN 11.2 ERFOLGSUNABHÄNGIGE BESTANDTEILE 11.2.1 Festvergütung 11.2.2 Nebenleistungen 11.3 ERFOLGSABHÄNGIGE BESTANDTEILE 11.3.1 Variable Vergütung 11.3.2 Langfristige aktienbasierte Vergütung 11.4 ZUSAGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT IM VORSTAND 11.5 VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS IM GESCHÄFTSJAHR 2019 11.5.1 Vergütung der Mitglieder des Vorstands 11.5.2 Vergütung des Aufsichtsrats 11.6 AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT 12. FRANCOTYP-POSTALIA HOLDING AG (KURZFASSUNG HGB) 12.1 ERTRAGSLAGE 12.1.1 Umsatzerlöse 12.1.2 Sonstige betriebliche Erträge 12.1.3 Materialaufwand 12.1.4 Personalaufwand 12.1.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen und Wertberichtigungen 12.1.6 Beteiligungsergebnis 12.1.7 Zinsergebnis 12.1.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag 12.1.9 Jahresüberschuss 12.2 FINANZLAGE 12.3 VERMÖGENSLAGE 12.3.1 Anlagevermögen 12.3.2 Umlaufvermögen 12.3.3 Eigenkapital 12.3.4 Rückstellungen 12.3.5 Verbindlichkeiten und passive latente Steuern 12.4 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF DER FP HOLDING 12.5 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF 12.6 RISIKEN UND CHANCEN 12.7 PROGNOSEBERICHT Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können. 1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS 1.1 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT Die Francotyp-Postalia Holding AG (FP-Konzern, FP, Francotyp-Postalia oder das Unternehmen) hat ihren Hauptsitz in Berlin und blickt zurück auf eine 97-jährige Geschichte. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des FP-Konzerns liegt bei Produkten und Dienstleistungen zur effizienten Postverarbeitung, Konsolidierung von Geschäftspost und digitalen Lösungen sowie Anwendungen im Bereich des "Internet of Things" (IoT) für Unternehmen und Behörden. Das Unternehmen mit Tochtergesellschaften in verschiedenen Industrieländern und einem dichten weltweiten Händlernetzwerk unterteilt seine Geschäftstätigkeit in drei Produktbereiche: Frankieren und Kuvertieren, Mail Services sowie Software/Digital. 1.1.1 Produktbereiche Produktbereich Frankieren und Kuvertieren Im Produktbereich Frankieren und Kuvertieren entwickelt der FP-Konzern Frankier- und Kuvertiersysteme. FP verkauft und vermietet diese und bietet Kunden darüber hinaus ein umfassendes Dienstleistungs- und Serviceangebot. Diese können mit den Frankiersystemen ihre Post in kurzer Zeit automatisiert frankieren, dadurch ihren Büroalltag vereinfachen und die Portokosten reduzieren. Ein wesentlicher Umsatzträger ist das After-Sales-Geschäft mit seinen wiederkehrenden Umsätzen aus der Vermietung von Frankiersystemen, dem Verkauf von Verbrauchsmaterialien wie Farbbandkassetten und Tintenkartuschen, Servicedienstleistungen, Softwarelösungen für die Kostenstellenverwaltung, FP Parcel Shipping sowie Teleporto. Produktbereich Mail Services Der Produktbereich Mail Services umfasst den Frankierservice - die Abholung unfrankierter Ausgangspost und Übernahme der Frankierung - sowie den Konsolidierungsservice - die Sortierung nach Postleitzahlen und die Einlieferung bei einem Briefzentrum der Deutschen Post AG oder alternativen Postzustellern. Das entsprechende Geschäft betreibt der FP-Konzern mit acht Sortierzentren im Bundesgebiet und ist damit der führende unabhängige Konsolidierer von Geschäftspost am deutschen Markt. Produktbereich Software/Digital Der Produktbereich Software/Digital umfasst das Geschäft mit Hybrid-Mail Services sowie Lösungen rund um die sichere digitale Kommunikation. Bei den Hybrid-Mail Services bietet der FP-Konzern seinen Kunden universelle Komplettlösungen zur Posteingangsverarbeitung (FP Input). Dabei wird die gesamte eingehende Post digitalisiert, nach kundenspezifischen Kriterien analysiert, ausgewertet und anschließend dem Daten- oder Dokumentensystem des Kunden in elektronischer Form zugeführt. Ergänzend übernimmt FP auch das Output-Management (FP Output), das heißt den Druck, das Kuvertieren, das Frankieren sowie die Übergabe an Zustelldienste. Die Dienstleistungen der sicheren digitalen Kommunikation des FP-Konzerns umfassen vor allem Produkte zur Langzeitspeicherung und zur Absicherung elektronischer Dokumente durch Verschlüsselungs- und Signatursoftware wie beispielsweise mit FP Sign, einer cloudbasierten elektronischen Signaturlösung für den rechtssicheren digitalen Abschluss und Austausch von Verträgen und Dokumenten. Der Produktbereich Software/Digital umfasst auch das Angebot des FP-Konzerns an Produkten und Lösungen für das Internet of Things (IoT). Aus der seit Jahrzehnten bewährten Technologie der Frankiermaschinen wurden hochsichere Edge-Gateways entwickelt, eine der Schlüsselkomponenten des Internet of Things. FP bietet seinen Kunden heute maßgeschneiderte Cloud-basierte End-to-End-Lösungen für die sichere Übertragung, Steuerung und Auswertung von Daten im Bereich des Internet of Things. 1.1.2 Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition Mit seinen Frankiersystemen ist der FP-Konzern weltweit in wichtigen Märkten vertreten, darunter Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich. Auf Basis von 216.000 installierten Frankiersystemen verbesserte sich der globale Marktanteil des Unternehmens seit Anfang 2016 auf nunmehr mehr als 12 % (Quelle: Statistiken der Postgesellschaften und eigene Schätzungen); damit ist der FP-Konzern weltweit der drittgrößte Anbieter. In Deutschland und Österreich ist das Unternehmen mit einem Marktanteil von rund 43 % bzw. 53 % Marktführer. Der weltweite Vertrieb erfolgt über Tochtergesellschaften in Deutschland, USA, Kanada, Großbritannien, Niederlanden, Belgien, Frankreich, Österreich, Italien und Schweden sowie über ein dichtes Händlernetzwerk in rund 40 Ländern. Der weltweite Vertrieb erfolgt in drei Regionen: North America, Central Region (Deutschland, Österreich und die Schweiz) sowie Middle Europe (übrige europäische Länder und internationales Händlernetzwerk). In vielen Märkten sinkt das Briefvolumen als Folge der Digitalisierung und der FP-Konzern beobachtete auch im Geschäftsjahr 2019 folglich einen anhaltenden Trend hin zu kleineren Frankiersystemen. Der FP-Konzern konzentriert sich traditionell auf das A- sowie das B-Segment für Frankiersysteme und verfügt mit der PostBase-Familie über Frankiersysteme insbesondere für kleinere und mittlere Briefaufkommen. Mit der Markteinführung einer neuen Produktgeneration unter der Marke PostBase Vision im Geschäftsjahr 2019 will der FP-Konzern seine Marktposition im A-Segment weiter ausbauen. scroll
Im Produktbereich Mail Services kann der FP-Konzern Dank einer bundesweiten Struktur mit acht Sortierzentren in Langenfeld, Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt, Stuttgart und München eine flächendeckende Abholung der Geschäftspost garantieren und hat sich damit als unabhängiger Konsolidierer im deutschen Markt etabliert. Für sein Geschäft mit Hybrid-Mail Services im Produktbereich Softwarelösungen verfügt der FP-Konzern über ein eigenes Druck- und Scanzentrum in Berlin. Darüber hinaus gibt es ein Druckzentrum bei der österreichischen Konzerngesellschaft in Wien. Im Laufe des Geschäftsjahres 2019 hat FP das Produkt FP Sign für Frankiermaschinenkunden auch in den Tochtergesellschaften in diversen Ländern angeboten. 1.2 STRATEGIEN UND ZIELE 1.2.1 Neue Ära mit ACT Strategie Der FP-Konzern erarbeitete im Jahresverlauf 2016 die Strategie ACT und stellte sie im November desselben Jahres der Öffentlichkeit vor. Ziel der ACT-Strategie ist es, den Konzern zu einem dynamischen Wachstumsunternehmen zu entwickeln. Die neue Wachstumsstrategie widerlegt die seit langem bestehenden drei Mythen zum FP-Geschäftsmodell: "Der Frankiermaschinenmarkt schrumpft schneller infolge rückläufiger Briefmengen." "Der FP-Konzern kann im Geschäft mit Frankiersystemen nicht weiter wachsen." "Die Digitalisierung kommt über Nacht und führt zu einer disruptiven Veränderung des Marktes." Dem hält der FP-Konzern seine Strategie entgegen und kann auch im dritten Jahr der Implementierung von ACT Fortschritte und messbare Ergebnisse vorweisen: Ein Umsatzwachstum im Bereich des Frankiermaschinengeschäfts ist machbar Bereits in den Geschäftsjahren 2016 bis 2018 hat die Entwicklung des FP-Konzerns gezeigt, welche Potenziale im Kerngeschäft mit Frankiersystemen noch möglich sind. In 2019 setzte sich dieser Trend in einem herausfordernden Marktumfeld weiter fort. Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im Bereich Frankieren und Kuvertieren in Höhe von 3,6 % erzielt. Ursächlich für diesen Erfolg war die strategische Ausrichtung auf das Segment der kleinen Briefvolumina. Mit der Einführung der PostBase Vision in 2019 wurde die vorhandene Produktpalette gezielt erweitert. Damit spricht der FP-Konzern weltweit von Kleinkunden bis hin zu Kunden mit mittlerem und größerem Briefaufkommen ein breites Spektrum von Unternehmen an. Besonders kleinere und mittlere Kunden setzen nach wie vor zu einem großen Teil für die sichere Übermittelung sensibler Dokumente weiter auf den Brief und die postalische Zustellung. Der Frankiermaschinenmarkt bietet weiteres Wachstumspotenzial Innerhalb des Frankiermaschinenmarkts kommt es mit Vordringen der digitalen Kommunikationsprozesse zu erheblichen Veränderungen: Immer mehr Unternehmen ersetzen große Systeme für hohe Briefaufkommen durch kleinere Systeme. Unternehmen, die bislang große bis sehr große Briefvolumen selbst verarbeitet haben, lagern deren Verarbeitung an externe Dienstleister aus. Im Unternehmen verbleiben kleinere Mengen klassischer Briefsendungen, für die anstelle der großen Frankiermaschinen nunmehr kleine, einfach zu bedienende Frankiersysteme eingesetzt werden. Diese Segmentverschiebung eröffnet Francotyp-Postalia Chancen für die Gewinnung von Neukunden. Denn der FP-Konzern verfügt gerade im A-Segment mit den PostBase-Frankiersystemen über Systeme, die mehrfach in Design und Funktionalität ausgezeichnet wurden. Seit Mitte des Geschäftsjahres 2019 hat der FP-Konzern mit der Markteinführung der PostBase Vision - einer neuen Generation von Frankiersystemen -, zunächst in den USA, gefolgt von Deutschland, UK und Frankreich, begonnen. Diese verfügt über ein neu entwickeltes Drucksystem sowie eine komfortable Bedienung mittels Touchscreen, zur Anbindung an weitere Systeme des Kunden und zu ergänzenden Online-Angeboten weiterer Produkte und Dienstleistungen. Die Digitalisierung erfolgt Schritt für Schritt Die Digitalisierung selbst verläuft in der Regel über drei Stufen: Digitalisierung der Eingangspost, Produktion und Verarbeitung der Ausgangspost, vollständiges digitales Dokumenten- und Transaktionsmanagement. Die Digitalisierung dieser Bereiche erfolgt sukzessive und führt in den meisten Fällen nicht dazu, dass aus den zuvor vollständig analogen, papierbasierten sofort ausschließlich digitale Kommunikations- und Dokumentenprozesse entstehen. Vielmehr laufen beide Kommunikationskanäle nebeneinander. Die Digitalisierung führt also nicht zu einer disruptiven Veränderung des Marktes, sondern mündet in einen länger andauernden Transformationsprozess beim Kunden. Der FP-Konzern verfügt schon heute über Lösungen wie beispielsweise FP Sign, um diesen Prozess zu begleiten und insbesondere vertrauliche Kommunikationsprozesse - wie Vertragsabschlüsse - voll digital sicher abzuwickeln. Paradigmenwechsel im FP-Konzern Die Umsetzung der ACT-Strategie zielt darauf, dass FP unter Ausnutzung der genannten Segmentverschiebung im Bereich der Frankiersysteme seine bestehende Kundenbasis von rund 200.000 Unternehmen weiter ausbauen kann. Zugleich ergibt sich pro bestehendem Kunden und mit jedem neuen Kunden die Möglichkeit, diesen auf dem Weg der digitalen Transformation zu begleiten und ihm über die klassische Sendungsverarbeitung hinaus Produkte und Services rund um die sichere digitale Kommunikation anzubieten. Die ACT-Strategie berücksichtigt diese Chancen. Sie umfasst die drei Bestandteile Attack, Customer Journey und Transformation. ![]() Attack: Ausbau der Kundenbasis, Umsatzwachstum und Erhöhung des Marktanteils im Kerngeschäft Das Kerngeschäft des FP-Konzerns mit Frankiersystemen verfügt über mehr Wachstumspotenzial als in der Vergangenheit angenommen. Mit der Einführung der PostBase Vision ergänzt der FP-Konzern die PostBase-Familie und ist auf die sich verändernden Kundenanforderungen vorbereitet. Mit einer gezielten Marktentwicklungsstrategie vor allem in den nach wie vor attraktivsten Märkten USA, Großbritannien und Frankreich will der FP-Konzern weitere Marktanteile im Kerngeschäft gewinnen und die Kundenbasis ausbauen. Diesem Ziel diente auch die 2018 begonnene Transformation des internationalen Vertriebs, der in drei großen Vertriebsregionen unter einheitlicher Leitung zusammengefasst wird. Customer Journey: Neue Lösungen und Services für Bestands- und Neukunden entwickeln Der FP-Konzern will sich den sich verändernden Kundenbedürfnissen anpassen. Dafür werden den bestehenden rund 200.000 überwiegend kleinen und mittelständischen Kunden weltweit neue digitale Produkte und Dienstleistungen mithilfe des Kundenportals discoverFP angeboten. Hierzu zählen eine online vom Desktop des Kunden nutzbare Lösung für das Frankieren und die Aufgabe von Paketen (FP Parcel Shipping, beginnend in den USA), Webshop-Angebote oder die Möglichkeit, Hybrid-Mail-Services des FP-Konzerns zu nutzen. Die Input-/Outputmanagement-Dienste werden sukzessive erweitert, sowohl um neue Lösungskomponenten als auch Lösungen für neue Kundensegmente. Mit zusätzlichen Innovationen erweitert der FP-Konzern seine Marktchancen. Zukunftsweisend ist etwa das Produkt FP Sign. Mit dieser Lösung für den sicheren, vertraulichen und rechtsverbindlichen digitalen Abschluss und Austausch von Verträgen und Dokumenten adressiert der FP-Konzern den Wachstumsmarkt für elektronische Signaturen (Global E-Signature Market), der bis 2023 um 30-35 % pro Jahr zulegen soll (PS Market Research). In 2019 wurde das Produkt mit neuen Features weiter entwickelt und sukzessive in anderen Ländern, wie USA, Großbritannien, Schweden und Österreich eingeführt. Transformation: Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsfelder Die Entwicklung zu einem Begleiter der Digitalisierung von Prozessen setzt zugleich voraus, dass sich auch der FP-Konzern verändert. Im Wesentlichen gehen die Anforderungen hier in die Implementierung und Nutzung neuer, agiler Innovationsmethoden zur besseren und schnelleren strategischen Positionierung und Anpassung entlang der sich wandelnden Kundenbedürfnisse. Hierzu zählt insbesondere die Entwicklung und Vermarktung neuer digitaler Produkte und Geschäftsmodelle jenseits der traditionellen Kundenbasis und Marktsegmente. FP kann hierfür seine technologischen Kernkompetenzen einsetzen und auf seiner DNA (Sensorik, Aktorik, Konnektivität, Kryptografie) aufbauen. Mehr als 200.000 Maschinen sind über die FP-Server in Berlin vernetzt. Von hier aus können nicht nur Daten hochsicher ausgelesen werden, auch eine bidirektionale Kommunikation nach höchsten Sicherheitsstandards wird ermöglicht. Damit verfügt der FP-Konzern bereits über die Infrastruktur, die als Grundlage für das Internet of Things benötigt wird. Der Technologie-Stack der Frankiermaschine eignet sich daher besonders für Gateways mit Edge-Computing Funktionalitäten. FP hat bereits in 2018 mit der Akquisition von Tixi die Erweiterung der Wertschöpfungskette begonnen. In 2019 wurde dies sowohl mit eigenen Entwicklungen im Gateway-Bereich wie auch mit der Beteiligung an der Juconn GmbH fortgesetzt. Damit etabliert sich FP zunehmend im Geschäftsfeld sicherer IoT-Lösungen und erschließt sich tendenziell völlig neue Absatzmärkte und Kundenkreise. 1.2.2 Mittelfristige Wachstumsziele in der Überprüfung Mit der Verabschiedung der ACT-Strategie 2016 hatte sich der FP-Konzern ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2023, dem Jahr seines 100-jährigen Bestehens, sollte der Umsatz auf rund 400 Mio. Euro verdoppelt und eine EBITDA-Marge von ca. 20 % erzielt werden. Bereits im Geschäftsjahr 2019 hat sich die Erwartung bezüglich der Geschwindigkeit der Strategieumsetzung als zu optimistisch gezeigt. Die aktuelle SARS-CoV-2-Pandemie stellt Gesellschaft, Wirtschaft und Staat und somit auch FP nun zusätzlich vor enorme Herausforderungen und die ökonomischen Folgen sind in ihrer gesamten Tragweite sowohl hinsichtlich Ausmaß als auch Dauer derzeit nicht absehbar. Daher werden die ursprünglich formulierten Mittelfristziele bis auf weiteres ausgesetzt. Ebenso schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung deshalb für das Geschäftsjahr 2019 eine Aussetzung der Dividende vor. Unbenommen davon bleibt der FP-Konzern in seiner Dividendenpolitik für die Zukunft konstant: Einen positiven Free Cashflow vorausgesetzt, plant das Unternehmen mit einer Ausschüttungsquote von 35 - 50 % auf das bereinigte Konzernergebnis. 1.2.3. Unternehmenswachstum durch Übernahmen, Beteiligungen und Zusammenschlüsse Die Vorgaben der ACT-Strategie basieren auf der Annahme, dass die Ziele im Wesentlichen ohne Akquisitionen zu erreichen sind. Gleichwohl werden sich bietende Gelegenheiten zur Erweiterung des Geschäfts durch Zukäufe oder Beteiligungen sorgfältig geprüft und bei Vorliegen strategischer Eignung und eines angemessenen Kaufpreises auch ergriffen. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2019 hat der FP-Konzern eine Vielzahl von möglichen Akquisitionen und Beteiligungen überprüft, jedoch hat keines die strategischen und finanziellen Ziele umfänglich erfüllen können. 1.3 ORGANISATION 1.3.1 Konzernstruktur und Standorte Die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2019 wird in der nachfolgenden Übersicht dargestellt. ![]() ![]() Berlin ist der Hauptsitz des Unternehmens und größter Standort des FP-Konzerns. In Berlin sind zentrale Unternehmensbereiche wie Controlling, Rechnungswesen, Steuern und Treasury/M&A, Personal, Einkauf, IT und Konzernsteuerung angesiedelt. Außerdem erfolgt dort die Entwicklung der Frankiersysteme sowie der neuen digitalen Produkte und Geschäftsmodelle. Seit 2012 stellt der FP-Konzern seine Frankiersysteme ausschließlich in der Produktion im brandenburgischen Wittenberge in Deutschland her. FP hat Tochtergesellschaften in den Märkten Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Österreich, Italien, Schweden, USA, Kanada und Frankreich. Zudem verfügt FP über ein weltweit dichtes Händlernetzwerk für den Vertrieb der Frankier- und Kuvertiersysteme. Eine Übersicht zu den Tochtergesellschaften findet sich im Konzernanhang. Mit der Umsetzung des ACT-Projekts JUMP wurde die Organisations- und Führungsstruktur im FP-Konzern neu ausgerichtet. Seit 2019 wird der Vertrieb in drei große regionale Organisationen konsolidiert: North America, Central Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Middle Europe (übriges Europa und internationale Händler). 1.3.2 Leitung und Kontrolle Der FP-Konzern wird durch den Vorstand in eigener Verantwortung geleitet. Er besteht aus drei Personen und wird vom Aufsichtsrat bestellt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Für die Darstellung der Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder gemäß diesem Geschäftsverteilungsplan wird auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt V. Vorstand und Aufsichtsrat (Zusatzangaben nach HGB) verwiesen. Die Vorstände arbeiten eng mit einem Team von nationalen und internationalen Führungskräften zusammen. Diese Zusammenarbeit wurde im Laufe des Geschäftsjahrs 2019 durch die Einrichtung eines Executive Committee unter Einbeziehung des Vorstands neu ausgestaltet. Ein dreiköpfiger Aufsichtsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstands und berät diesen. Innerhalb des Aufsichtsrats kam es im Geschäftsjahr 2019 zu einer Veränderung. Das langjährige Mitglied des Aufsichtsrats Robert Feldmeier legte sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 20. Oktober 2019 auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen nieder. Vor diesem Hintergrund beantragte der Vorstand beim zuständigen Amtsgericht Charlottenburg die Bestellung von Dr. Mathias Schindl als neues Aufsichtsratsmitglied. Zum 31. Dezember 2019 gehörten ihm die folgenden Mitglieder an: Klaus Röhrig (Vorsitzender), Botho Oppermann (stellvertretender Vorsitzender) und Dr. Mathias Schindl. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG Weitere Informationen zur Unternehmensführung und -überwachung, einschließlich der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung für die Francotyp-Postalia Holding AG und des FP-Konzerns 1) (§§ 289f, 315d HGB) unter http://www.fp-francotyp.com/FP/unternehmen/investoren/corporate-governance. 1) Die Erklärung zur Unternehmensführung ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 1.4 STEUERUNG 1.4.1 Steuerungssystem ![]() Der FP-Konzern gliedert seine betriebliche Tätigkeit in die vier Segmente Produktion, Vertrieb Deutschland, Vertrieb International sowie Zentrale Funktionen. Die Segmentierung entspricht dem internen Berichtswesen des Unternehmens. Mit dem ACT-Projekt JUMP werden Struktur und Organisation der weltweiten FP-Gruppe geändert und nach einem neuen Target Operating Model optimiert. Parallel hierzu soll eine einheitliche ERP-/CRM-Landschaft eingeführt werden, um die zukünftigen einheitlichen Prozesse weltweit zu unterstützen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde nicht nur die Vertriebsorganisation neu strukturiert, sondern auch die internen Abläufe überarbeitet und prozessorientiert aufgestellt. Eine Vielzahl früher lokal vorgehaltener administrativer Funktionen wird nun in zwei Shared Service Centern konzentriert, eines in Nordamerika, das andere in Berlin/Brandenburg. So sollen konzernweit Synergien gehoben und Effizienzvorteile erzielt werden. Der damit verbundenen Verringerung der Anzahl der Beschäftigten stehen Einstellungen in strategischen und Supportfunktionen gegenüber. Insgesamt plant der FP-Konzern über das ACT-Projekt JUMP ein Umsatz- und Ergebniswachstum zu erzielen, ohne die Gesamtmitarbeiterzahl proportional erhöhen zu müssen. 1.4.2 Finanzielle Leistungsindikatoren Die Steuerung des Konzerns erfolgt im Wesentlichen über die folgenden finanziellen Kennzahlen:
Damit stellt der FP-Konzern sicher, dass Entscheidungen das Spannungsfeld zwischen Wachstum, Profitabilität und Liquidität ausreichend berücksichtigen. Der Umsatz dient der Messung des Erfolgs am Markt. Mit dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) misst der Konzern die operative Leistungskraft und den Erfolg der einzelnen Geschäftseinheiten. Grundsätzlich wird mit der Berücksichtigung des Free Cashflows sichergestellt, dass die finanzielle Substanz des Konzerns erhalten bleibt. Der Free Cashflow ergibt sich aus dem Saldo von Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich vorgenommener Investitionen. Für den bereinigten Free Cashflow wird der Free Cashflow um Investitionen in Finance Lease Assets und M&A sowie um Auszahlungen für das ACT-Projekt JUMP bereinigt. 1.4.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Neben finanziellen Leistungsindikatoren nutzt der FP-Konzern auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens. Im Zentrum steht die Qualität des Leistungsspektrums, gemessen an einem Qualitäts- und einem Verbesserungsindikator. Der Qualitätsindikator misst die Veränderung der Produktqualität auf der Basis der jährlichen Serviceeinsätze im Verhältnis zum durchschnittlichen gewichteten Maschinenbestand. Dabei werden auch laufende Veränderungen wie die Einführung neuer oder die Optimierung bestehender Produkte berücksichtigt. Diese Kennzahl wurde bisher nur in Deutschland erhoben und vergleichend auf die internationalen Tochtergesellschaften angewandt, um beispielsweise bei der Kostenkalkulation zu unterstützen. Ab dem Jahr 2020 wird diese Kennzahl PQI - Germany genannt und durch die Kennzahl PQI - international ergänzt. Der Product Quality Indicator - international setzt sich ebenfalls aus dem durchschnittlichen Maschinenbestand und den jährlichen Serviceeinsätzen zusammen. Jedoch werden mit ihm die Daten aus Belgien, Großbritannien, Italien, Kanada, den Niederlanden, Österreich, Schweden und den USA vereint betrachtet. Dabei handelt es sich um die Länder, die den FP-Konzern mit Daten zu Serviceeinsätzen bei der Identifikation von Verbesserungsmöglichkeiten unterstützen. Da sich der Wert des PQI - international anders berechnet als der des PQI - Germany und dieser 2020 erstmals berichtet wird, wurde er ebenfalls für das Jahr 2019 berechnet, um die Entwicklung vergleichen zu können. Beide PQIs betrachten (seit 2019) nur noch Produkte, die aktuell in Wittenberge produziert werden. Ergänzend werden in 2020 die Werte der PostBase Vision in die Kennzahl mit einfließen. Durch die Neuentwicklung unserer PostBase Frankiersysteme konnten wir in den letzten Jahren die Qualität deutlich steigern. Der Wert verbesserte sich von PQI - Germany 14,6 in 2018 um 34 % auf PQI 9,6 in 2019. Grund hierfür ist die gezielte Verbesserung der Qualität, die bei den aktuellen Produktreihen durchgesetzt wurde. Der PQI - international beträgt 45,4 in 2019. Für 2020 erwarten wir, dass sich sowohl der PQI - Germany als auch der PQI - international leicht verbessern, da wir durch Verbesserungsprojekte, die aus den Qualitätszirkeln entstanden sind, unsere Produktqualität weiterhin steigern. Auch der Verbesserungsindikator (nf IQ) erfasst die Qualität der FP-Produkte und hier insbesondere die Qualität neuer Frankiersysteme. Er basierte bisher auf dem Teileaufwand für Nachbesserungen an ausgelieferten Maschinen und misst das Verhältnis der Teilekosten aus Gewährleistungen zum Gesamtumsatz. Seit 2019 und rückwirkend für 2018 berechnet sich der nf IQ aus den Teilekosten aus Gewährleistungen und dem Umsatz durch Frankiermaschinen. Der FP-Konzern erfasst die notwendigen Daten monatlich, wobei eine Analyse der vergangenen Jahre zeigt, dass der Indikator bei der Neueinführung einer neuen Generation von Frankiersystemen tendenziell steigt. Nach Anpassung der Berechnungsgrundlage lag der nf IQ im Jahr 2018 bei 0,62. Im Jahr 2019 ist der nf IQ leicht gestiegen auf 0,65 mit der Folge gestiegener Gewährleistungskosten, insbesondere im ersten Halbjahr 2019. Für das Geschäftsjahr 2020 wird eine Verbesserung des nf IQ erwartet, da die Maßnahmen aus den regelmäßigen Qualitätszirkeln greifen. Der FP-Konzern verwendet diese beiden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren intern regelmäßig auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Beide nichtfinanziellen Kennzahlen messen die nachhaltige Steigerung der Produkt- und Service-Qualität. Verbesserungen beider Indikatoren dienen der Kundenzufriedenheit und dadurch dem ökonomischen Erfolg des Unternehmens. Zugleich wird auf diesem Wege auch ein schonenderer Einsatz von Ressourcen an Material und Personal erreicht. 1.5 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 1.5.1 Darstellung und Erläuterung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten 1.5.1.1 Ausrichtung Als Hightech-Unternehmen hat FP eine jahrzehntelange Tradition in Innovation. Der Transfer geldwerter Datenströme und die sichere Kommunikation haben zum Aufbau eines speziellen Know-hows in der Entwicklung von Funktionalitäten beigetragen, mit welchen die Anforderungen der verschiedenen Postbehörden und -unternehmen weltweit erfüllt werden. Diese Kompetenzen prägen die DNA der FP mit ihren Komponenten Sensorik, Aktorik, Konnektivität und Kryptographie. Die Ausrichtung des Bereiches Forschung und Entwicklung fokussiert die Produktentwicklung von entsprechenden innovativen Lösungen, physischen Produkten und Software für die Zielmärkte. Grundlagenforschung, die keinen primär ökonomischen Zweck verfolgt, steht weniger im Fokus. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Entwicklung von Produkten und Prozessen rund um die sichere digitale Kommunikation unter Einsatz der Kernkompetenzen. 1.5.1.2 Ziele Das zentrale Ziel der Forschung und Entwicklung ist die Unterstützung wesentlicher strategischer Maßnahmen der ACT-Strategie zur Entwicklung innovativer Produkte und zur Überarbeitung bestehender Produkte im Sinn der Markt- und Technologieevaluierung. Dies gilt insbesondere in den digitalen Geschäftsfeldern. Daraus ergeben sich die Schwerpunkte:
1.5.1.3 Kernkompetenzen Die Entwicklungsaktivitäten fokussieren sich auf die Kernkompetenzen
Sichere Infrastrukturen FP entwickelt und betreibt sichere Infrastrukturen als Basis für Abrechnungsdienste. Diese sind wichtiger Kernbestandteil der digitalen Transformation. Mit ihnen wird der Wechsel vom Vertrieb Hardware-basierter Produkte hin zum Angebot von lösungsorientierten Services vorangetrieben. Kunden nutzen Services genau in dem Umfang und mit der Dauer, wie sie benötigt werden. Sie zahlen auch nur genau dafür. Allerdings wird diese Nutzung in Bezug auf Dauer und Umfang immer kleinteiliger. Die steigende Anzahl solcher "Pay-as-you-use"-Services erfordert zunehmend sichere und flexiblere Abrechnungsdienste für Leistungen jeder Art. Der Bedarf an Abrechnungslösungen auf dem Markt wird somit signifikant steigen. Kryptografie (Sicherheits- und Verschlüsselungssoftware) Sichere Abrechnungsdienste erfordern moderne Verschlüsselungstechnologien. Verschlüsselung heißt Kryptografie. Seit mehr als 15 Jahren wird bei der Francotyp-Postalia das Know-how der angewendeten Kryptografie genutzt und laufend an neue Techniken und Erfordernisse angepasst. Das Beherrschen dieser Technik ist für alle FP-Produkte unverzichtbar und stellt eine primäre F&E-Disziplin dar. Kryptografie macht Informationssysteme widerstandsfähig gegen Manipulation und unbefugtes Lesen. Sie wird damit überall dort eingesetzt, wo die sichere Speicherung und Übertragung von vertraulichen Daten notwendig ist. Ergänzt werden diese Techniken um Funktionen, die es gestatten, den Absender einer Information eindeutig zu identifizieren. FP bietet dafür eine Reihe unterschiedlicher Sicherheitslösungen an. Im Fall der Frankiersysteme ermöglichen diese Lösungen im Wesentlichen die hochsichere Übertragung von Geldwerten und Sensorikdaten. Im IoT-Umfeld stellen sie die Übertragung von Daten jeder Art mit eindeutiger Identität vom Ort der Datenentstehung zu verschiedenen Cloud Services sicher. Sensor- und Steuerungslösungen Die zugekaufte, vielfach bewährte Tixi.com-Schnittstellentechnologie ermöglicht es, Daten aus nahezu allen Quellen, wie Industriesteuerungen, Energiezählern, analogen und digitalen Sensoren jeder Art, zu akquirieren und für die Auswertung und die Nutzung in digitalen Services bereitzustellen. Die mit dieser Technologie in 2019 realisierten Anwendungen sind äußerst vielfältig. Sie reichen vom Gebäudemanagement über die Steuerung von Photovoltaikanlagen, virtuelle Kraftwerke, Energiemanagement in Flughäfen bis zu Industrieanlagen, wie Spritzgussmaschinen, Schiffe oder Härtereianlagen sowie transportablen Müllpressen. In 2019 wurde mit der Realisierung weiterer neuer Schnittstellen, wie LMN und CLS, für Mehrwertdienste für Smart Meter Gateways gestartet. Software Software ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der weltweit eingesetzten FP-Produkte. Um die Softwareentwicklung in den unterschiedlichen Bereichen gezielter voranzutreiben, wird sie zunehmend in Kompetenzzentren gebündelt. Die Softwareentwicklung umfasst heute weit mehr als die "einfache" Maschinensteuerung und reicht von der PC- und Webanwendung, der Embedded-Software bis hin zu den Servern zur Verwaltung von Daten und zur Realisierung der Kryptografie und Cloudlösungen. 2019 wurden zwei verschiedene Kompetenzbereiche mit jeweils eigenem Aufgabenspektrum gebildet. Der erste Bereich beinhaltet die Anwendungsentwicklung mit Fokus auf PC- und Serversoftware, Cloudapplikationen sowie die Entwicklung mobiler Applikationen für die Betriebssysteme Android und iOS. Dieser Bereich wurde in der Globalen IT mit der dortigen Anwendungsentwicklung neu angesiedelt. Der zweite Bereich konzentriert die Entwicklung der Embedded-Software mit den Schwerpunkten industrielles IoT und die Weiterentwicklung der Produkte für das Kerngeschäft Frankieren und Kuvertieren. Konnektivität Sämtliche Produkte und Services der FP sind heute eng verzahnt. FP verfügt über eine wachsende installierte Basis von mehr als 200.000 PostBase-, PostBase One- und PostBase Mini-Systemen, die alle mit dem sogenannten FP Repository kommunizieren. Dazu kommen mehr als 30.000 IoT Gateways, die mit Infrastrukturen von Kunden oder FP verbunden sind. Über das FP Repository erfolgt die Zustandsüberwachung der angeschlossenen Systeme. Es kann eine Vielzahl an Services angeboten oder ausgeführt werden. Jedes Produkt oder jeder Service stellt eine komplexe Lösung dar, die mit anderen Lösungen in Verbindung steht und kommuniziert. Das Portal discoverFP vereint die verschiedenen Services und stellt eine Verbindung zu hybriden oder vollelektronischen Versandsystemen her. Über Cloudsysteme können Paketdienste wie FP Parcel Shipping abgerufen bzw. Verträge und Dokumente auch mobil rechtsverbindlich, sicher und vertraulich ausgetauscht oder unterzeichnet werden. Die Lösung dazu heißt FP Sign. Agile Entwicklungsprozesse Entscheidend für den Erfolg im Bereich der Forschung und Entwicklung ist der optimale Einsatz von Ressourcen und Kompetenzen. Der bewährte Einsatz agiler Entwicklungsmethoden ermöglicht es FP, die Produkte dynamisch an die Marktbedürfnisse anzupassen. Hierbei besteht am Anfang eines Projektes eine Vorstellung, die jedoch nicht starr im Sinne eines herkömmlichen "Wasserfall-Modells" durchgeführt wird, sondern durch den frühzeitigen Kontakt mit Kunden und Marketing fortwährend verbessert werden kann. Neben der agilen Umsetzung von Projekten setzt FP vermehrt auch agile Methoden in der Definitionsphase von Produkten ein. Diese Design Sprints führen zu einem schnellen Marktfeedback bereits in der Phase der Entstehung der Produktidee. Mittlerweile nutzt FP in allen Projekten, bei denen es zielführend ist, agile Prozesse und Methoden, die in einer ausgereiften Multiprojektmanagementumgebung integriert sind. Technikum Das multifunktionale Technikum der FP führt die die Entwicklungsergebnisse und Lösungsansätze der verschiedenen Fachbereiche zusammen. Im Versuchslabor lassen sich potenzielle Funktionsprinzipien aufbauen, testen und analysieren, um darauf basierend wichtige Entscheidungen für das Produktdesign zu treffen. Das bezieht sich insbesondere auch auf die innovativen Lösungen der Datenerfassung und -auswertung im IoT-Umfeld. Hier entscheidet zunehmend die "Time to PoC", also die Zeit, in der "Proof of Concepts" zur Verifizierung von Geschäftsmodellen für Kunden entwickelt, erstellt und getestet werden. Zugleich bietet das Technikum den Raum, notwendige Veränderungen in Echtzeit vorzunehmen und einer erneuten Überprüfung zu unterziehen. Hier bewährt sich vor allem die weiter ausgebaute, gute technologische Ausstattung, beispielsweise mit 3D-Druckern. Darüber hinaus lassen sich mit Hochgeschwindigkeitskameras und Klimaschränken Forschungsumgebungen aufbauen, die schnell Prozesse optisch erfassen sowie lange Lebenszeiten simulieren können. Damit gewinnt FP wichtige Erkenntnisse über das Langzeitverhalten der zu entwickelnden Produkte. Neue Verfahren mit alternativen Drucktechnologien sowie simulierte Alterungsprozesse sind nur Beispiele für Erkenntnisgewinne, die das Technikum für die Fachgebiete Konstruktion und Elektronik hervorbringt. In 2019 wurde im Technikum auch der automatisierte Softwaretest der IOT Gateways implementiert. Neuentwicklungen und neue Softwarereleases werden in einer komplexen automatisierten Testumgebung, bestehend aus einer Vielzahl typischer speicherprogrammierbarer Steuerungen (SPS) und gängiger Zählerinfrastrukturen, auf Praxistauglichkeit überprüft. Im Technikum werden nicht nur neue Technologien erprobt, sondern auch deren Einsatz in Produkten und neuen innovativen Lösungen bewertet. Das Zusammenspiel von Neu und Alt und die aus den Versuchen gewonnenen Erfahrungen sind der Nährboden für Produktentwicklungen. Die Bandbreite neuer bzw. alternativer Technologien ist groß - der Einsatz von Drucktechnologien, Kommunikationstechniken oder die sogenannte "Mensch-Maschine-Kommunikation" weit gefächert. 1.5.1.4 Aktivitäten Im Einzelnen gab es in 2019 die Schwerpunktaktivitäten Sicherung und Ausbau des Kerngeschäftes, Entwicklung digitaler Produkte, Anpassung und Transformation des Entwicklungsbereiches sowie Kooperation mit Hochschulen und Startups. Sicherung und Ausbau des Kerngeschäftes Es wurden 55 Softwarereleases aus der PostBase-Produktfamilie mit Ländervarianten erzeugt, getestet und ausgerollt. Die PostBase ist damit in 29 Ländern, die PostBase Mini in 17 Ländern vertreten. Ein weiterer Schwerpunkt war die Finalisierung und die Produkteinführung der neuen Frankiermaschinengeneration PostBase Vision in vier Keymärkten und fünf verschiedenen Ländervarianten und - damit verbunden - der Abschluss der Entwicklung des neuen 1-Zoll-Drucksystems mit dem Test und der Freigabe neuer postalischer Tinten unter besonderer Berücksichtigung der Umweltverträglichkeit. Voraussetzung für die Einführung der mit dem IF DesignAward ausgezeichneten PostBase Vision war auch die Finalisierung der Entwicklung des neuen Hardwaresicherheitsmodules (HSM) mit angepasster Produktionsumgebung "Factory Data Center" und angepasster Infrastruktur zum Rollout. Die Architektur dieses HSM bietet neben der Kompatibilität zur Verwendung in allen Systemen der PostBase-Plattform auch neue Interfaces für den Einsatz in FP Secure Edge-Gateways für die industriellen Anwendungsfelder des IoT. In 2019 konnte ebenfalls die FIPS-Zulassung (Federal Information Processing Standard) der neuen Generation von Hardwaresicherheitsmodulen für Frankiersysteme und Produkte im IoT-Bereich abgeschlossen werden. Diese Zulassung ist die Voraussetzung, um in den USA Portodienstleistungen abzuwickeln. Hervorzuheben sind darüber hinaus die Entwicklung von Prozessen und Software für die erstmalige enge Anbindung der Frankiermaschine PostBase Vision an das FP Kundenportal discoverFP und die Integration von Cloud-Services. Entwicklung digitaler Produkte (ohne IoT) Bei der Anwendungsentwicklung lag der Fokus auf der Weiterentwicklung der cloudbasierten digitalen Signaturlösung FP Sign und insbesondere auf der Ergänzung um wesentliche Funktionen und Komfortmerkmale, der Realisierung von Anforderungen aus weiteren Ländern sowie der Entwicklung von FP Sign Mobile Apps für Android und iOS verbunden mit dem Rollout über App-Stores. Weiterhin standen die Entwicklung und die Infrastrukturintegration einer Shippinglösung für den Paketversand in USA sowie die Weiterentwicklung und der Rolloutsupport für das internationale Portal discoverFP im Mittelpunkt. Weiterer Aufbau des Geschäftsfeldes IoT Im IoT-Umfeld lag der Schwerpunkt auf der Schärfung und der Fokussierung der Aktivitäten entlang der IoT Value Chain. IoT, das Internet of Things, wird die Gewohnheiten aller Menschen grundsätzlich verändern. Kurz erklärt bedeutet diese Technologie, dass ein Gerät, welches mit dem Internet verbunden ist, mit anderen Geräten, einer Gruppe von Geräten oder einer Plattform direkt kommunizieren kann. Die Kommunikationsmöglichkeiten reichen von der Übertragung einfacher Statusmeldungen, zum Beispiel der aktuellen Temperatur, bis hin zu komplexen Steuerungen von Industrieanlagen. So unterschiedlich die Anwendungen auch sein werden, gibt es dennoch eine Gemeinsamkeit: die Forderung nach Datensicherheit. Die übermittelten Daten müssen integer, d. h. unverändert, mit gesicherter Identität, vollständig und vom erwarteten Kommunikationsteilnehmer autorisiert sein. In einigen sensiblen Bereichen muss auch die Vertraulichkeit sichergestellt werden - unautorisierte Personen dürfen den Inhalt nicht lesen. ![]() Abbildung 1 IOT Value Chain Mit der Übernahme von Tixi.com hat FP die Lücke im vorgeschalteten Bereich der Wertschöpfungskette geschlossen. Die Tixi-Technologie ermöglicht den Zugriff auf Sensoren, Steuerungseinheiten und Datenquellen fast jeglicher Art. Um den Kunden echte End-to-End-Lösungen anbieten zu können, hat sich FP im Januar 2019 an der Juconn GmbH beteiligt. Somit lassen sich im nachgeschalteten Bereich die FP-Lösungen mit Dashboards, Überwachungsfunktionen und der Nutzung von Analyse- und Blockchain-Funktionalität komplettieren. In 2019 fokussierte FP die IoT-Entwicklungsaktivitäten auf Produkte für die neu definierten Zielmärkte Infrastrukturautomatisierung, Energieverteilung, erneuerbare Energien und sicheres Retrofit von Automatisierungsanlagen und implementierte neue Schnittstellenlösungen, wie OPC UA und ESPA. Damit konnten die Integration und die Vereinheitlichung des von Tixi übernommenen IoT-Produktportfolios unter Einbeziehung der sicheren FP-Technologie sowie die Realisierung einer einheitlichen Preis- und Produktstruktur passgenau für die Zielmärkte umgesetzt werden. Ausdruck verliehen wurde dieser Entwicklung mit der Einführung der Produktfamilie FP Secure Gateways in neuem Design. Dabei teilt sich die Produktfamilie in die Produktgruppen ENGuard, OTGuard und Compact sowie dem Secure Connector auf. Das funktionale Design des Gateways FP Secure Compact wurde in 2019 mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. Veränderungen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gegenüber dem Vorjahr Gemäß der beschriebenen Fokussierung im Bereich Entwicklung erfolgte inhaltlich und örtlich eine Reorganisation der kompletten Bereichs- und Abteilungsstruktur mit Neuausrichtung auf die digitalen Geschäftsfelder. Dazu wurden die IoT-Aktivitäten auf den Standort Prenzlauer Promenade 28 konzentriert und der Standort in Berlin-Frohnau geschlossen. Ende 2019 erfolgten ein starker personeller Aufbau und Ausbau des IoT-Vertriebes durch Fokussierung interner Teams sowie weiteren Zukauf und Onboarding von Technologie-Know-how. Die Abteilung Anwendungsentwicklung aus der F&E aus- und in den IT-Bereich eingegliedert. Durch diese Zusammenfassung unter einheitlicher Verantwortung in der IT soll die Effizienz der Prozesse erhöht werden und interne Schnittstellen reduziert werden. Die Restrukturierung des Entwicklungsbereiches, die Integration von Tixi und die Ausrichtung auf IoT-Prozesse und digitale Produkte erforderten umfangreiche Anpassungen der Prozessabbilder und gelenkten Dokumente. Die umgesetzten organisatorischen Änderungen wurden in das "Integrierte Managementsystem" (IMS) eingepasst. Alle Prozesse und gelenkten Dokumente konnten entsprechend aufgebaut werden. Zu den Zielen zählten hier die Organisationsentwicklung, der Ausbau des Wissensmanagements und die Stärkung der internen und externen Kommunikation. ![]() Abbildung 2 Organisation Kooperation mit Hochschulen und Startups Der FP-Konzern steht seit langem in regem Austausch mit Hochschulen und anderen Bildungsträgern. So bietet FP beispielsweise Studenten, die an ihren Bachelor- und Masterabschlüssen arbeiten, die Möglichkeiten an, erfahrene FP-Ingenieure und FP-Entwickler zu konsultieren, mit ihnen zusammenzuarbeiten und die Labore und Werkstätten der FP für eigene Forschungen und Entwicklungen zu nutzen. FP ermöglicht in diesem Zusammenhang die organisatorische Begleitung und personelle Unterstützung von Förderprojekten. In 2019 bildeten so vor allem ein Fördermittelscreening, das CEF Projekt "StudIES+" sowie die Begleitung einer Studie des Master-Programms "Internationales Management" der Universität Pforzheim den Schwerpunkt der Aktivitäten. FP ist Konsortialführer in einem Konsortium mit der SiXFORM GmbH, der Bundesdruckerei GmbH sowie der Hochschule Harz, mit dem netlab des Fachbereiches Automatisierung und Informatik im Rahmen eines EU-Förderprogramms "Connecting Europe Facility (CEF) 2014-2020 TELECOM Call 2017". FP entwickelte hier maßgeblich Lösungen für digitale studentische Identitäten sowie den gesicherten und beglaubigten Dokumentenaustausch auf Basis der europäischen eIDAS-Verordnung. FP hat weiterhin im September 2019 zusammen mit Studenten der Universität Pforzheim das Projekt "Marktanalyse für discoverFP.com - die FP-Plattform für Eigen- und Drittanbieterlösungen in Großbritannien" im Rahmen des Master-Programms "Internationales Management" gestartet. Mit der Unterstützung der Kollegen von FP UK haben die Studenten eingehende Marktanalysen, Kundeninterviews sowie Wettbewerbsanalysen mit dem Ziel vorgenommen, mögliche innovative Lösungen einschließlich neuer Geschäfts- und Marketingmodelle für die Plattform zu erschließen. 1.5.1.5 Produktneuheiten In allen Aktivitätsbereichen der F&E gab es marktwirksame Produktneuheiten. Kerngeschäft Neues Frankiersystem PostBase Vision Der Rollout der PostBase Vision fand in den USA, in Frankreich, in Großbritannien sowie in Deutschland statt. Die Entwicklung der Ländervariante für Kanada wurde begonnen. Die PostBase Vision ist die konsequente Weiterentwicklung des 2012 eingeführten PostBase "Classic"-Frankiersystems. Die Markteinführung begann in der Mitte des Geschäftsjahres 2019. Die PostBase Vision mit neuem Design soll durch ihre Qualität und Funktionalität überzeugen. Zukunftsfähigkeit und Nutzerfreundlichkeit wurden weiter gesteigert. Das über 40 Prozent vergrößerte, farbige Touch-Display ist automatisch schwenkbar und passt sich dem Benutzer automatisch an. Mit dem Display lassen sich nun Funktionen per Wischgesten steuern sowie Texteingaben und QR-Codes direkt an der PostBase Vision tätigen. Die grafische Benutzeroberfläche verfügt außerdem über neue Schnittstellen wie WLAN und Bluetooth. In der PostBase Vision erfolgte damit auch der erstmalige produktive Einsatz einer innovativen 1-Zoll-Drucktechnik für Frankierprodukte und neuen Merkmalen zum Schutz gegen Generika- oder Refill-Produkte. Eingesetzt wird die neue Generation des Hardwaresicherheitsmodules. Für die PostBase Vision stehen dem Kunden fünf wählbare moderne Farbgestaltungen, passend zur aktuellen Bürodesignwelt, zur Verfügung. Neu ist die tiefe Integration der Funktionen der Frankiermaschine in discoverFP, das Portal zur digitalen FP-Welt. Auf dem discoverFP-Portal erhalten die Kunden nun direkten Zugriff auf Ihre Kontodetails, Kontaktdaten, Bestellungen, Rechnungen und Verträge. Mit ihrer Kundennummer können sie ab sofort Ihre R-Pin für die Erstregistrierung ermitteln und sich jederzeit im Portal anmelden. Bei Störungen an ihrer Maschine bietet das discoverFP-Portal einen schnellen Weg zur Problemlösung. Kunden erhalten in den FAQs passende Hilfe-Tipps und können anhand der Suche nach Diagnose Codes schnell die passende Lösung finden, den Funktionsumfang ihrer Maschinen erweitern sowie jederzeit den aktuellen Status, den Füllstand der Tintenkartuschen, ihren Portokredit und den verbleibenden Ladebetrag sehen. Kundenportal discoverFP Mittlerweile ist das Kundenportal discoverFP in neun Ländern eingeführt und weitere werden folgen. Das neue PostBase Vision-Frankiersystem nutzt die zentrale Cloudanwendung, um unter anderem durch ein neues Kostenstellenmanagement und ein mehrstufiges Reporting Transparenz und Kostenkontrolle zu ermöglichen. Portalbenutzer mit Administratorenrolle können Kostenstellen anlegen und verwalten sowie die Rechte der Maschinenbenutzer administrieren. ![]() Abbildung 4 Kundenportal discoverFP Ziel von discoverFP ist es, alle jetzigen und zukünftigen Kunden bei der digitalen Transformation der eigenen Kommunikationsgeschäftsprozesse zu unterstützen, so dass sie relevante Frankiersystemdaten im Überblick haben, ein integriertes Hilfecenter nutzen können und Einsicht in Rechnungen, Bestellungen und Verträge nehmen können. Die dafür notwendigen Lösungen und Services, entsprechend der ACT-Strategie von Francotyp-Postalia, werden sukzessive auch auf neue Kundenzielgruppen ausgerichtet. Eine agile Projektmethodik sorgt dafür, dass kurzfristig Kundenfeedback in die Entwicklung weiterer Portalfunktionalitäten (z.B. die Integration von Shipping-Lösungen) einfließt, sodass das Angebot einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Interesse der Kunden unterliegt. FP Parcel Shipping Die Paketbranche erlebt schon seit einigen Jahren ein sehr starkes Wachstum dank der immer größer werdenden Warenverfügbarkeit über das Internet. Während große Power-Seller und eCommerce-Firmen auf vollintegrierte Logistiklösungen für den Warenversand setzen, benötigen Firmen im Mittelstand praktikable und komfortable Lösungen. In 2019 hat FP darum die Entwicklung des Produkts FP Parcel Shipping erweitert: Die webbasierte Cloudlösung ermöglicht den Paketversand über unterschiedliche Carrier. Als Teil des FP Kundenportals discoverFP wurde das Produkt vorerst für den amerikanischen Markt entwickelt und dort eingeführt. Unter anderem stehen dem Kunden, neben der USPS nun auch UPS und FedEx als Beförderer zur Verfügung; zur Zahlungsabwicklung lassen sich alle gängigen Verfahren, wie e-check, Bankeinzug oder Kreditkarte, verwenden. Funktional wurde die Auswahl an Druckformaten für Abdruck-Labels erweitert sowie die Auswahl von Beförderer-definierten Standard-Paketen eingeführt. Außerdem können Kunden nun eine lokale Direktanbindung von Paketwaagen nutzen. Zusammen mit der neuen Adressverwaltung und integrierter Adressvalidierung sowie der Empfänger-Vorabbenachrichtigung per E-Mail gibt es nun ein ausgereiftes Paketversandsystem auf dem Markt. FP Sign In 2019 wurde die Signierlösung FP Sign in zehn Ländern mit sechs Sprachvarianten ausgerollt. Neben Deutschland waren das USA, UK, Niederlande, Belgien, Österreich, Frankreich, Italien sowie Schweden. Die Lösung kann direkt auf den Webseiten abonniert werden. Die Integration von Business-Lösungen wird basierend auf der sich kontinuierlich erweiternden Applikations- und Accouting-API sowie der Neueinführung von White-Labeling-Anpassungen vereinfacht. Partner können auf der Ebene der um Distributoren und Reseller erweiterten Organisationsstruktur angebunden und fein-granular administriert werden. Weitere Kernmerkmale von FP Sign und der dahinterstehenden Arbeitsweise:
IoT - FP Secure IoT Die Entwicklung der neuen Produktfamilie FP Secure Gateway und der Beginn der Vermarktung von IoT-Lösungen unter der Dachmarke FP war ein Meilenstein in 2019. Die Dachmarke FP wurde mit dem Slogan "powered by Tixi" ergänzt, um weiter Nutzen aus dem Bekanntheitsgrad der Marke "Tixi" auf dem Markt zu ziehen. Diese neue FP-Produktfamilie mit den Produktgruppen ENGuard, OTGuard und Compact sowie dem Secure Connector ist die Lösung für die sichere Datenübertragung im IoT-Umfeld für die Zielmärkte. Jedes FP Secure Gateway verfügt über eine skalierbare Anzahl an Schnittstellen. Die von den Sensoren erfassten Informationen können an eine Datenzentrale zum Beispiel in der Cloud übermittelt und entsprechend dem geforderten Sicherheitsniveau skalierbar abgesichert werden. Die Kommunikationskanäle werden dem Einsatzgebiet entsprechend ausgelegt. Dabei sind das Datenvolumen und die verfügbare Netzanbindung die wesentlichen Einflussfaktoren. Lokale Inbetriebnahme-Apps unterstützen schlanke Rolloutprozesse und schnelle Inbetriebnahmen. Eine Besonderheit ist dabei, dass sich das Sicherheitsniveau auch nachträglich noch erhöhen und an steigende Anforderungen anpassen lässt. Im Zuge der wachsenden Nachfrage nach End-to-End-Lösungen wurden auch weitere Kundenprojekte und PoCs auf Basis der Juconn Cloud realisiert. In 2019 erfolgte die Zertifizierung der FP Secure IoT Gateways für die Telekom Cloud der Dinge. Damit werden nun technologisch fast alle relevanten Cloud-Service-Angebote, wie AWS, Cummolocity und Siemens MindSphere, unterstützt. Der Aufbau der Gateways erlaubt den Einsatz in Industrieumgebungen und damit auf dem Feld der Industrie 4.0. Unterscheidungsmerkmal der Gateway-Produktfamilie im Vergleich zu anderen Produkten sind optionale Sicherheitsfeatures wie die vom HSM unterstützte sichere Aufbewahrung von Schlüsselmaterial für kryptografische Schlüsselverwaltungsvorgänge (Schlüsselgenerierung, Neuverschlüsselung). Das Schlüsselmaterial findet Verwendung für den Integritätsschutz, die Sicherung der Vertraulichkeit sowie sichere Zeitstempel- und Verifikationsdienste. 1.5.2 Quantitative Angaben zur Forschung- und Entwicklung 1.5.2.1 Forschungs- und Entwicklungskosten FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN (in Mio. Euro) ![]() Infolge höherer Personalaufwendungen und Fremdleistungen haben sich die Forschungs- und Entwicklungskosten im Geschäftsjahr 2019 um 21,2 % deutlich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Der Anstieg geht auf einen höheren Anteil als Aufwand erfasster Forschungs- und Entwicklungskosten zurück. Die Inanspruchnahme von Fremdleistungen für Forschungs- und Entwicklungszwecke des FP-Konzerns steigerte sich im Berichtsjahr um 25,2 % auf 2,1 Mio. Euro. Der Anstieg war im Wesentlichen auf die Entwicklung des Kundenportals discoverFP und der webbasierten Cloudlösung FP Parcel Shipping zurückzuführen. Der Anteil der aktivierten Entwicklungskosten an den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten der Periode (Aktivierungsquote) hat sich im Berichtszeitraum von 78,4 % im Vorjahr auf 68,7 % vermindert. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten erhöhten sich im Berichtszeitraum im Wesentlichen aufgrund der außerplanmäßigen Wertminderung der Signaturlösung FP Sign in der Version von 2017 sowie infolge der Markteinführung der PostBase Vision mit dem Kundenportal discoverFP deutlich um 83,1 % auf 8,4 Mio. Euro. 1.5.2.2 Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung. a. Aufteilung der Beschäftigten zum Bilanzstichtag auf die Bereiche Forschung und Entwicklung ![]() b. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Forschung und Entwicklung Ende 2019 waren in den Bereichen Forschung und Entwicklung des FP-Konzerns (einschließlich Tochtergesellschaften) 73 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fest angestellt (im Vorjahr 73 Beschäftigte); dies entspricht 7,2 % (Vorjahr 6,9 %) der gesamten Konzernbelegschaft. Für bestimmte Projekte werden bei Bedarf zusätzliche, externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter temporär eingesetzt. Ende 2019 betrug deren Anteil wiederum bis zu 7% (Vorjahr 11 %) der festangestellten F&E-Belegschaft. 1.5.3 Ausblick Neben Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung und Produktpflege hat die Entwicklung neuer innovativer Features, Produkte und Services der sicheren digitalen Kommunikation weiterhin hohe Priorität. Beispielhaft sind hier genannt:
Agile Entwicklungsmethoden sind dabei seit Jahren gelebte Praxis. Zunehmend werden agile Methoden auch im Bereich der Hardwareentwicklung angewendet. Die Herausforderungen der digitalen Transformation von Unternehmen entstehen auf vielen Ebenen und bedingen den Ausbau der Kernkompetenzen, die stetige Anpassung der Organisation aber auch Kooperationen, um das steigende Tempo von Innovationszyklen nicht nur zu halten, sondern deutlich zu erhöhen. Das Engagement der Entwicklungsingenieure des FP-Konzerns ist eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung innovativer analoger und vor allem auch digitaler Produkte und Services. 2. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN 2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2019 nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 2,9 %. Höheren Zuwächsen in Schwellenländern standen niedrigere Wachstumsraten in den für den FP-Konzern vor allem relevanten Industriestaaten gegenüber. In den USA, dem hinsichtlich Kundenanzahl und Umsatz größten FP-Auslandsmarkt, war 2019 ein deutliches Wachstum zu beobachten. Die Wirtschaft in den Euro-Staaten und in Deutschland entwickelte sich ebenfalls positiv, aber mit niedrigeren Wachstumsraten, wie folgende Grafik zeigt: Tabelle BIP Wachstum in 2019 scroll
Quellen: IWF, Bureau of Economic Analysis, Eurostat, Statistisches Bundesamt Für den Export des FP-Konzerns in die USA, aber auch in andere Märkte, spielt das Wechselkursverhältnis zwischen Euro und US-Dollar eine wichtige Rolle. Im Jahresverlauf 2019 gab der Euro gegenüber dem US-Dollar kontinuierlich unter Schwankungen leicht nach; zum 31. Dezember 2019 lag der Kurs bei 1,12 US-Dollar und damit rund 2 % unter dem Vorjahresschlusskurs. Im Durchschnitt notierte der Euro gegenüber dem US-Dollar im Geschäftsjahr 2019 rund 5 % unter dem Niveau der Vorjahresberichtsperiode. Die Unsicherheiten rund um die Brexit-Verhandlungen sorgten auch in 2019 für einen volatilen Kursverlauf beim für den FP-Konzern ebenfalls wichtigen Britischen Pfund. Auf Jahressicht blieb der Wechselkurs mit einem Schlusskurs von 0,85 Pfund deutlich unter dem Niveau von 0,90 Pfund Ende 2018. Im Durchschnitt notierte der Euro gegenüber dem Britischen Pfund im Geschäftsjahr 2019 jedoch nur rund 1 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Auch gegenüber dem Kanadischen Dollar gab der Euro in 2019 stark nach (-6 %). Im Vergleich zur Schwedischen Krone legte der Euro hingegen leicht zu. (+2 %). Ein stärkerer Kurs der Fremdwährungen wirkt sich positiv auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des FP-Konzerns aus, insofern Teile des Umsatzes in diesen Währungen erlöst und auf Konzernebene in Euro umgerechnet werden. Der FP-Konzern beschäftigt sich in aus- und inländischen Märkten mit der Verarbeitung von Post. Nach wie vor werden laut Statistik des Weltpostvereins fast 300 Milliarden Briefe weltweit versendet mit rückläufigem Trend (2018; weltweite Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor). In den USA, welche die Hälfte des weltweiten Briefvolumens abwickeln, ist der Rückgang in 2019 mit 2,6 % moderat, in Deutschland wird sogar ein stabiles Briefvolumen in 2019 erwartet. In anderen Ländern (Großbritannien, Frankreich) ist der Rückgang mit 7 bis 8 Prozent in 2019 deutlich stärker. Diese Rückgänge liegen im prognostizierten Trend für die nächsten Jahre. Der Paketmarkt zeichnet sich demgegenüber durch starke Wachstumsraten aus, in den letzten Jahren ist das Paketvolumen jährlich um ca. 17 % gewachsen und liegt bei ca. 87 Mrd. Sendungen in 2018. Wie stark die Rückgänge des Briefvolumens durch die SARS-CoV-2-Pandemie beeinflusst werden, lässt sich derzeit noch nicht quantifizieren. Es wird aber damit gerechnet, dass sich der Rückgang des Briefvolumens verstärken kann. Zum einen ist im Zuge der Krise ein deutlicher Digitalisierungsschub zu erwarten. Zum anderen können auch mögliche negative Konjunkturentwicklungen belastend auf das Briefvolumen wirken. Für den Paketmarkt wird zumindest vorübergehend eine stärkere Zunahme erwartet. 3. ERTRAGSLAGE Bei der Erläuterung der Ertragslage wird die Vergleichsperiode 2018 in der angepassten Fassung dargestellt. Zu den Gründen und Effekten der Anpassung wird auf den Konzernanhang Abschnitt I. (11) verwiesen. 3.1 ENTWICKLUNG WESENTLICHER POSTEN DER KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG scroll
3.1.1 Umsatzentwicklung KONZERNUMSATZ (in Mio. Euro) ![]() Im Geschäftsjahr 2019 steigerte der FP-Konzern den Umsatz um 2,4 % auf 209,1 Mio. Euro (währungsbereinigt 206,5 Mio. Euro; +1,1 % im Vorjahresvergleich). Insbesondere in den strategisch wichtigen Märkten USA und Frankreich konnte FP im Berichtsjahr weiter zulegen. Mit 134,6 Mio. Euro realisierte das Unternehmen im traditionellen Geschäft Frankieren und Kuvertieren im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz deutlich über dem Vorjahresniveau. Basis des Wachstums ist erneut der Erfolg der PostBase-Produktfamilie, die im Geschäftsjahr 2019 mit der Markteinführung der PostBase Vision Zuwachs erhalten hat. Die Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für Zwecke der Leasinggeberbilanzierung hat mit 3,1 Mio. Euro zum Umsatzanstieg beigetragen. Die positiven Wechselkurseffekte über alle Fremdwährungen summierten sich im Berichtsjahr auf insgesamt 2,6 Mio. Euro. Währungsbereinigt erzielte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2019 im Kerngeschäft ein Wachstum in Höhe von 3,6 %. Im Branchenvergleich konnte FP damit erneut punkten und das Geschäftsvolumen weiter ausbauen. FP gewann auch im Geschäftsjahr 2019 in den wichtigsten Ländern Marktanteile, insbesondere in den strategisch bedeutenden Märkten USA und Frankreich. Im deutschen Heimatmarkt verminderte sich der Umsatz des FP-Konzerns im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % auf 110,9 Mio. Euro. Im Produktbereich Frankieren und Kuvertieren realisierte das Unternehmen in Deutschland im Geschäftsjahr 2019 einen um 3,0 % erhöhten Umsatz von 36,9 Mio. Euro. Der Umsatz im Produktbereich Mail Services ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,0 % gesunken. Der Umsatzrückgang ist im Wesentlichen Folge eines gegenüber dem Vorjahr abermals deutlich verminderten verarbeiteten Briefvolumens (12 %). Mit der Portoerhöhung durch die Deutsche Post AG zum 1. Juli 2019 sowie mit strategischen Veränderungen konnte die negative Entwicklung im Briefvolumen umsatz- und ergebnisseitig teilweise aufgefangen werden. Dessen ungeachtet erreichte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2019 im Bereich Mail Services erneut nicht die geplanten Umsatz- und Ergebnisbeiträge. Im Produktbereich Software/Digital konnte FP den Umsatz im Geschäftsjahr 2019 wie im Vorjahr zweistellig um 13,8 % auf 17,1 Mio. Euro steigern. FP hat in diesem Geschäftsfeld im Zuge der ACT-Strategie das Leistungsspektrum kontinuierlich ausgebaut und profitiert nun davon. Zu dieser positiven Entwicklung haben primär die Hybrid-Mail Services sowie die Lösungen für das Internet of Things (IoT) beigetragen. Damit treibt FP die Transformation vom Frankiermaschinenhersteller hin zu einem Anbieter für sichere digitale Kommunikation weiter voran, auch wenn die Erlöse im Geschäftsjahr 2019, insbesondere mit der Signaturlösung FP Sign, noch stark hinter den geplanten Erwartungen zurückgeblieben sind. Größter ausländischer Markt des FP-Konzerns blieben auch im Geschäftsjahr 2019 die USA. Dort erhöhte sich der Umsatz um 18,9 % auf 52,6 Mio. Euro; auch währungsbereinigt sowie vor Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für Zwecke der Leasinggeberbilanzierung konnte der FP-Konzern den Umsatz um 6,1 % gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern (2018: 44,2 Mio. Euro). Primär aufgrund der Unsicherheiten rund um den Brexit verminderte sich im Geschäftsjahr 2019 der Umsatz des FP-Konzerns in Großbritannien um 8,8 % auf 14,5 Mio. Euro. Auf Eurobasis erhöhten sich die ausländischen Umsätze im Berichtsjahr um 7,1 % auf insgesamt 98,2 Mio. Euro. Die positiven Wechselkurseffekte über alle Fremdwährungen summierten sich im Berichtsjahr auf insgesamt 2,6 Mio. Euro. Währungsbereinigt erzielte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2019 im Ausland einen Umsatz von 95,6 Mio. Euro. UMSATZERLÖSE NACH PRODUKTEN UND DIENSTLEISTUNGEN scroll
* Vor Umsatzminderung durch Währungseffekte aus hedge accounting. Der Rückgang der Erlöse aus Produktverkäufen im Kerngeschäft im Geschäftsjahr 2019 ist im Wesentlichen auf einen Umsatzrückgang in Deutschland nach einem im Vergleich ungewöhnlich starken Vorjahr zurückzuführen. Positiv wurden die Erlöse aus Produktverkäufen im Berichtsjahr durch eine deutliche Umsatzsteigerung in den USA beeinflusst; neben der erfolgreichen Markteinführung der PostBase Vision auch bedingt durch positive Währungseffekte. Im Servicegeschäft konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2019 mit kostenpflichtigen Software-Updates im Zusammenhang mit Portoänderungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insbesondere in Deutschland stark erhöhte Erlöse realisieren. Positiv entwickelte sich im Berichtszeitraum auch das Geschäft mit Verbrauchsmaterial. Auf die Umsatzerlöse im Anwendungsbereich von IFRS 16 wirkten im Geschäftsjahr 2019 unterschiedliche Einflussfaktoren. Zum einen wirkten erneut die Vertriebserfolge auf Basis der PostBase-Familie im Mietmarkt Nordamerika neben Währungseffekten positiv auf die Umsatzerlöse, zum anderen zeigten sich in den Regionen Central Region and Middle Europe erste wesentliche Erfolge eines neuen Vertriebsmodells zur Absatzfinanzierung. Zudem hat die Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für Zwecke der Leasinggeberbilanzierung zum Umsatzanstieg beigetragen. Rückläufig waren hingegen die Umsatzerlöse aus Leasingverhältnissen in Großbritannien und Italien. 3.1.2 Andere aktivierte Eigenleistungen Der starke Anstieg der aktivierten Eigenleistungen im Berichtsjahr (+ 32,1 % gegenüber dem Vorjahr) ist im Wesentlichen eine Folge der geplanten Investitionen in neue Produkte sowie in die weltweite Einführung einer einheitlichen ERP/CRM-Landschaft. Die in den aktivierten Eigenleistungen enthaltenen Entwicklungsleistungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich um 6,5 Mio. Euro auf 13,9 Mio. Euro - im Wesentlichen aufgrund der Investitionen in ERP/CRM und in die Entwicklung von Produkten und Lösungen für das Internet of Things (IoT). Der Anteil der enthaltenen Zugänge an vermieteten Erzeugnissen verminderte sich im Geschäftsjahr 2019 auf 4,4 Mio. Euro gegenüber 6,2 Mio. Euro im Vorjahr. 3.1.3 Sonstige Erträge Der Anstieg der sonstigen Erträge im Berichtsjahr von 1,0 Mio. Euro ist überwiegend auf Aufwandszuschüsse und Zulagen aus einem EU-Projekt (StudIES+) in Höhe von 1,4 Mio. Euro zurückzuführen. Die Erträge aus verjährten Verbindlichkeiten lagen mit 0,6 Mio. Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres (im Vorjahr 0,7 Mio. Euro). 3.1.4 Materialaufwand Im Geschäftsjahr 2019 führten gegenläufige Effekte zu einem Materialaufwand auf Vorjahresniveau. Auch die Aufwendungen für bezogene Leistungen entwickelten sich dabei mit 66,4 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr insgesamt auf nahezu unveränderten Niveau. Während der Rückgang des Aufwands mit Frankierdienstleistungen (Frankierservice) im Produktbereich Mail Services zu einem deutlichen Rückgang führte, erhöhten sich die Aufwendungen für bezogene Leistungen gegenläufig primär im Zuge der konzernweiten Einführung des neuen ERP/CRM-Systems. Die Aufwendungen für Roh , Hilfs- und Betriebsstoffe erhöhten sich im Berichtsjahr dagegen leicht auf 35,3 Mio. Euro im Vergleich zu 34,9 Mio. Euro im Vorjahr. Hierbei hat sich die schwache Entwicklung des Euro insbesondere zum US-Dollar belastend ausgewirkt. Die Materialaufwandsquote verbesserte sich im Berichtsjahr auf 48,6 % (im Vorjahr 49,8 %). 3.1.5 Personalaufwand Der Personalaufwand verminderte sich im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 6,7 % auf 60,2 Mio. Euro. Dabei wirkten im Berichtsjahr unterschiedliche Einflussfaktoren. Nachdem im Vorjahr personalbezogene Sonderaufwendungen für das ACT-Projekt JUMP in Höhe von 5,7 Mio. Euro anfielen, hat das Transformationsprogramm im Geschäftsjahr 2019 planmäßig Fahrt aufgenommen. Entsprechend wirkten im Berichtsjahr Einsparungen im Zuge der Umsetzung des ACT-Projektes JUMP in Höhe von 2,3 Mio. Euro entlastend auf den Personalaufwand. Neben einem weiteren punktuellen Personalausbau im Rahmen der ACT-Strategie beeinflussten belastende Wechselkurseffekte in Höhe von 0,5 Mio. Euro die Personalaufwendungen. Die Personalaufwandsquote verminderte sich im Geschäftsjahr 2019 deutlich auf 28,8 % nach 31,6 % im Vorjahr. 3.1.6 Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Der Anstieg der Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,0 Mio. Euro im Berichtsjahr beruht auf gestiegenen Einzelausfallrisiken. 3.1.7 Andere Aufwendungen Die anderen Aufwendungen verminderten sich im Geschäftsjahr 2019 um 5,8 % auf 33,5 Mio. Euro. Ursächlich war primär die geänderte Erfassung von Leasingaufwendungen nach IFRS 16, die im Berichtsjahr zu einem Rückgang der anderen Aufwendungen um 3,7 Mio. Euro führte. Belastend auf die anderen Aufwendungen wirkten höhere EDV-Fremdleistungen in Höhe von 2,5 Mio. Euro (im Vorjahr 1,3 Mio. Euro), einschließlich Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der weltweiten Einführung einer einheitlichen ERP/CRM-Landschaft in Höhe von 0,3 Mio. Euro, sowie gestiegene Marketingkosten in Höhe von 4,0 Mio. Euro (im Vorjahr 3,6 Mio. Euro) und gesteigerte Personalbezogene Kosten in Höhe von 3,0 Mio. Euro (im Vorjahr 2,5 Mio. Euro). Die Aufwendungen für Beratungsleistungen im ACT-Projekt JUMP verminderten sich im Geschäftsjahr 2019 um 0,5 Mio. Euro auf 1,8 Mio. Euro nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahr. 3.1.8 EBITDA EBITDA (in Mio. Euro) ![]() Im Geschäftsjahr 2019 erzielte der FP-Konzern ein deutlich verbessertes EBITDA von 33,3 Mio. Euro (+92,6 % im Vergleich zum Vorjahr). Die EBITDA-Marge des FP-Konzerns verbesserte sich auf 15,9 % nach 8,5 % im Vorjahr. Wie geplant, wurde das Ergebnis im Geschäftsjahr 2019 dabei erneut durch das ACT-Projekt JUMP belastet. Das EBITDA enthält Sonderaufwendungen für das Projekt in Höhe von 2,3 Mio. Euro (im Vorjahr 8,0 Mio. Euro). Im Zuge der weiteren Umsetzung wurden im Geschäftsjahr 2019 wiederkehrende Einsparungen in gleicher Höhe erzielt. Positiv beeinflusst wurde das EBITDA im Berichtszeitraum außerdem durch positive Währungseffekte, insbesondere aus der Entwicklung des Euro zum US-Dollar, in Höhe von insgesamt 1,0 Mio. Euro sowie durch die Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für Zwecke der Leasinggeberbilanzierung zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 2,5 Mio. Euro und durch die Erstanwendung von IFRS 16 auf den FP-Konzern als Leasingnehmer in Höhe von 3,7 Mio. Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte und die Aufwendungen für das ACT-Projekt JUMP stieg das EBITDA im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 36,5 % auf 34,6 Mio. Euro (entsprechend 16,8 % EBITDA-Marge - nach 12,4 % im Vorjahr). 3.1.9 Abschreibungen und Wertminderungen Im Geschäftsjahr 2019 erhöhten sich die Abschreibungen und Wertminderungen gegenüber dem Vorjahr um 58,2 % auf 27,4 Mio. Euro deutlich. Ursächlich hierfür waren insbesondere Abschreibungen in Höhe von 3,7 Mio. Euro im Zuge der Erstanwendung von IFRS 16 sowie höhere Abschreibungen auf selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte (+1,1 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr). Im Geschäftsjahr 2019 hat der FP-Konzern zudem außerplanmäßig den Geschäfts- oder Firmenwert der freesort GmbH in Höhe von 5,9 Mio. Euro wertberichtigt, da sich das Unternehmen trotz eingeleiteter Reorganisationsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2019 erneut operativ nicht der Planung entsprechend entwickelt hat. Des Weiteren erfolgte eine außerplanmäßige Wertberichtigung auf aktivierte Entwicklungskosten der Signaturlösung FP Sign in Höhe von 2,7 Mio. Euro, da die erste Version, die auf der CeBIT 2017 vorgestellt wurde, noch nicht die geplanten Umsatzerlöse erzielte. Gemindert wurden die Abschreibungen und Wertminderungen im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von rund 3,1 Mio. Euro durch eine zum 31. Dezember 2019 (mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2019) erfolgte Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse. 3.1.10 EBIT EBIT (in Mio. Euro) ![]() Aufgrund des gesteigerten EBITDA verbesserte sich das EBIT für das Geschäftsjahr 2019 trotz des deutlichen Anstiegs der Abschreibungen und Wertminderungen auf 5,9 Mio. Euro im Vergleich zu -0,0 Mio. Euro im Vorjahr. 3.1.11 Zinsergebnis Der deutliche Rückgang des Zinsergebnisses um 71,8 % auf 0,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2019 resultiert im Wesentlichen aus steuerlich bedingten einmaligen Erträgen im Vorjahr (Zinserträge in Höhe von 0,8 Mio. Euro aus dem erfolgreichen Abschluss von Steuerverständigungsverfahren nach der EU-Schiedskonvention bzw. dem deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen). Belastend wirkten im Berichtsjahr zudem höhere steuerlich bedingte einmalige Zinsaufwendungen aus Umgliederungen der Rückstellungen für laufende Betriebsprüfungen in Höhe von 0,3 Mio. Euro (im Vorjahr 0,1 Mio. Euro). Die Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für Zwecke der Leasinggeberbilanzierung führte im Geschäftsjahr 2019 zu einem leichten Anstieg der Zinserträge aus Finanzierungsleasing in Höhe von 2,1 Mio. Euro (im Vorjahr 2,0 Mio. Euro). Die Erstanwendung von IFRS 16 auf den FP-Konzern als Leasingnehmer hatte keinen wesentlichen Einfluss auf das Zinsergebnis im Geschäftsjahr 2019. 3.1.12 Sonstiges Finanzergebnis Der FP-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2019 ein positives sonstiges Finanzergebnis in Höhe von 0,6 Mio. Euro (im Vorjahr 0,1 Mio. Euro). Die Entwicklung im sonstigen Finanzergebnis beruht maßgeblich auf Wechselkurseffekten bei der stichtagsbezogenen Bewertung von Bilanzpositionen. 3.1.13 Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, nach Steuern Im Geschäftsjahr 2019 realisierte der FP-Konzern aus der anteilsmäßig (at equity) in den Konzernabschluss einbezogenen Beteiligung an der Juconn GmbH einen Verlustanteil in Höhe von 0,1 Mio. Euro. Zudem hat der FP-Konzern im Berichtsjahr vor dem Hintergrund einer gegenüber den ursprünglichen Erwartungen bei Unternehmenserwerb verzögerten Geschäftsentwicklung und Skalierung im Zuge einer unterjährigen Werthaltigkeitsprüfung des impliziten Geschäfts- oder Firmenwertes einen Wertminderungsaufwand in Höhe von 0,9 Mio. Euro erfasst. 3.1.14 Ertragsteuern Die Ertragsteuern summierten sich im Geschäftsjahr 2019 auf -4,2 Mio. Euro nach 0,5 Mio. Euro im Vorjahr. Dies entspricht einer Steuerquote von 71,3 % (im Vorjahr 35,9 %). Bereinigt um die einmaligen Effekte aus der Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwertes der freesort sowie der Beteiligung an der Juconn GmbH mit einer Auswirkung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 6,8 Mio. Euro beträgt die effektive Steuerbelastung des FP-Konzerns im Geschäftsjahr 2019 33,2 %. 3.1.15 Konzernergebnis KONZERNERGEBNIS (in Mio. Euro und EPS (unverwässert) in Euro) ![]() Das Konzernergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahr 2019 um 85,4 %, das erwirtschaftete Ergebnisniveau ist aufgrund der im Berichtsjahr veranlassten außerplanmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen wie im Vorjahr vergleichsweise niedrig. Der FP-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2019 ein Ergebnis pro Aktie (EPS) von 0,11 Euro (un-/ verwässert) nach 0,06 Euro (un-/ verwässert) im Vorjahr. 3.1.16 Zusammenfassung der Ergebnisse pro Segment Die Segmente berichten nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften. In der folgenden Tabelle werden Umsatz und EBITDA der Segmente dargestellt. scroll
1) Umsatzerlöse mit externen Dritten und EBITDA, nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften. 2) Umsatzerlöse und EBITDA nach IFRS. Informationen zur Überleitung finden sich im Konzernanhang in Abschnitt II. 4. FINANZLAGE Bei der Erläuterung der Finanzlage wird die Vergleichsperiode 2018 in der angepassten Fassung dargestellt. Zu den Gründen und Effekten der Anpassung wird auf den Konzernanhang Abschnitt I. (11) verwiesen. 4.1 GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS Zentrales Ziel des Finanzmanagements ist es, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität des FP-Konzerns zu sichern. Das Unternehmen erreicht dieses Ziel durch den Einsatz verschiedener Finanzierungsinstrumente. Bei deren Auswahl werden die Flexibilität, die Art der Kreditauflagen, das bestehende Fälligkeitsprofil und die Kosten der Finanzierung berücksichtigt. Die längerfristige Liquiditätsprognose erfolgt auf Basis der operativen Planung. Grundsätzlich stammt ein wesentlicher Teil der Liquidität des FP-Konzerns aus der operativen Geschäftstätigkeit der Segmente mit dem daraus resultierenden Mittelzufluss. Ergänzend nutzt das Unternehmen Kredite von Finanzinstituten und Finanzierungsleasing. 4.2 DIVIDENDENBERECHTIGTER BILANZGEWINN UND DIVIDENDE Auch im Rahmen der Umsetzung der ACT-Strategie hat die Dividendenpolitik des FP-Konzerns grundsätzlich Bestand. Aufgrund der Entwicklungen und Risiken im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona Virus SARS-CoV-2 legt das Unternehmen den Fokus auf die Sicherstellung und den Ausbau der vorhandenen Konzernliquidität, um die strategischen und operativen Ziele des FP-Konzerns nachhaltig abzusichern. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung deshalb vor, angesichts der Belastungen für die Mitarbeiter und das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende auszuschütten. Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von 13,7 Mio. Euro auf neue Rechnung vorzutragen. Zur Ermittlung des dividendenberechtigten Bilanzgewinns wird auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. verwiesen. 4.3 FINANZIERUNGSANALYSE FINANZVERBINDLICHKEITEN (in Mio. Euro) ![]() Geschäftstätigkeit sowie bestehende bzw. unterjährig angepasste Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen. KONSORTIALDARLEHEN [Grafik wie im GB 2018, Seite 69] (in Mio. Euro) ![]() Der mit einem starken, international agierenden Bankenkonsortium seit 2016 bestehende und im Geschäftsjahr 2018 vorzeitig verlängerte und erweiterte Konsortialdarlehensvertrag über ein Finanzierungsvolumen in Höhe von insgesamt 150 Mio. Euro hat eine Laufzeit bis zum 28. September 2023. Die Finanzierungsdokumentation auf Basis der britischen Loan Market Association (LMA) ist verbunden mit einer Erhöhungsoption von 50 Mio. Euro. Weitere wesentliche Konditionen des Konsortialdarlehensvertrages umfassen weiterhin die Möglichkeit, Teile des Kreditrahmens in Fremdwährung ausnutzen zu können. Zudem verfügt der FP-Konzern über unternehmerische Freiräume zur Eingehung weiterer finanzieller Verpflichtungen. Insgesamt bildet der Konsortialdarlehensvertrag eine zukunftsweisende Grundlage für die finanzielle Stabilität und Flexibilität des FP-Konzerns. Angaben zu Veränderungen im Geschäftsjahr 2019 im Eigenkapital des Unternehmens finden Sie im Abschnitt 5.2 EIGENKAPITAL. 4.4 INVESTITIONSANALYSE INVESTITIONEN (in Mio. Euro) ![]() Der FP-Konzern investierte auch im Geschäftsjahr 2019 auf Basis der ACT-Strategie weiterhin stark in künftiges Wachstum und hierbei unter anderem in die Produktentwicklung, die Produktion und andere Kern- und Unterstützungsprozesse sowie in Frankiersysteme für Mietmärkte. Mit 21,4 Mio. Euro erreichten die Investitionen im Geschäftsjahr 2019 erneut das hohe Vorjahresniveau. Im Rahmen der Umsetzung der ACT-Strategie investierte der FP-Konzern dabei in Höhe von 8,0 Mio. Euro auf leicht erhöhtem Niveau in die Entwicklung neuer Produkte (im Vorjahr 7,5 Mio. Euro). Die Investitionen in aktivierte Entwicklungskosten von insgesamt 13,9 Mio. Euro beinhalteten zudem Investitionen in Höhe von 5,5 Mio. Euro in die weltweite Einführung einer einheitlichen ERP/ CRM-Landschaft. Des Weiteren investierte der FP-Konzern im Berichtsjahr in Höhe von 1,0 Mio. Euro in den Erwerb von 15 % der Anteile an der JUCONN GmbH und baute damit sein Angebot im IoT-Bereich weiter aus. Im Vorjahreszeitraum hatte der FP-Konzern insgesamt 3,5 Mio. Euro in den Erwerb der Geschäftsbetriebe des Berliner IoT-Spezialisten Tixi.com sowie eines US-amerikanischen Onlinehändlers investiert. Die Investitionen in vermietete Erzeugnisse, im Wesentlichen in den USA, Großbritannien, Kanada, Niederlande und Frankreich, verminderten sich im Geschäftsjahr 2019 auf 4,5 Mio. Euro (im Vorjahr 6,5 Mio. Euro). 4.5 AUßERBILANZIELLE FINANZINSTRUMENTE Zum 31. Dezember 2019 verfügt der FP-Konzern über nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 8,3 Mio. Euro (im Vorjahr 6,9 Mio. Euro). 4.6 LIQUIDITÄTSANALYSE LIQUIDITÄTSANALYSE (in Mio. Euro) scroll
* Bereinigt um Investitionen in Finance Lease Assets und M&A sowie um Auszahlungen für das ACT-Projekt JUMP. ![]() Auf den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wirkten im Geschäftsjahr 2019 unterschiedliche Einflussfaktoren. Belastend haben sich höhere Auszahlungen für das ACT-Projekt JUMP in Höhe von 3,8 Mio. Euro ausgewirkt (im Vorjahr 1,4 Mio. Euro), im Vorjahr erfolgten zudem hohe einmalige Einzahlungen in Höhe von 5,9 Mio. Euro aus dem erfolgreichen Abschluss von Steuerverständigungsverfahren. Positiv beeinflusst wurde der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr durch ein verbessertes EBITDA, im Wesentlichen durch das erfolgreiche Kerngeschäft, die weitere Umsetzung des JUMP-Projektes sowie durch die Implementierung eines strikten Kostenmanagements, ohne die Umsetzung der ACT-Strategie zu gefährden. Außerdem führte die Erstanwendung des neuen Standards IFRS 16 für den FP-Konzern als Leasingnehmer zu einer Entlastung des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit. Nach IFRS 16 wird der Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 3,9 Mio. Euro als Cashflow aus Finanzierungstätigkeit berücksichtigt. Der negative Cashflow aus Investitionstätigkeit erreichte im Geschäftsjahr 2019 erneut das hohe Niveau des Vorjahres. Bezüglich weiterer Veränderung wird auf den Abschnitt 4.4 Investitionsanalyse verwiesen. Trotz der geplanten hohen Investitionen erzielte der FP-Konzern im Berichtsjahr einen positiven Free Cashflow in Höhe von 1,7 Mio. Euro. Bereinigt um Investitionen in Finance Lease Assets in Höhe von 5,9 Mio. Euro (im Vorjahr 2,9 Mio. Euro) und Auszahlungen in M&A in Höhe von 1,0 Mio. Euro (im Vorjahr 3,5 Mio. Euro) sowie um Auszahlungen für das ACT-Projekt JUMP in Höhe von 3,8 Mio. Euro (im Vorjahr 1,4 Mio. Euro) erzielte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2019 einen bereinigten Free Cashflow in Höhe von 12,4 Mio. Euro (im Vorjahr 10,9 Mio. Euro). Die Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für Zwecke der Leasinggeberbilanzierung zum 31. Dezember 2019 (mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2019) führte dabei zu einem Anstieg der Forderungen aus Finanzierungsleasing in Höhe 3,1 Mio. Euro. Die Veränderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2019 ist im Wesentlichen auf Auszahlungen zur Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 3,9 Mio. Euro sowie auf Auszahlungen für Gewinnausschüttungen an Aktionäre in Höhe von 0,5 Mio. Euro zurückzuführen. ZUGESAGTE, ABER NICHT AUSGENUTZTE KREDITLINIEN (in Mio. Euro) ![]() Gemäß Konsortialdarlehensvertrag ist der FP-Konzern verpflichtet, zwei definierte Finanzkennzahlen (Financial Covenants) einzuhalten: scroll
Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt im Geschäftsjahr 2019 seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. 5. VERMÖGENSLAGE Bei der Erläuterung der Vermögenslage wird die Vergleichsperiode 2018 in der angepassten Fassung dargestellt. Zu den Gründen und Effekten der Anpassung wird auf den Konzernanhang Abschnitt I. (11) verwiesen. BILANZSTRUKTURGRAFIK (in Mio. Euro) ![]() Die Bilanz des FP-Konzerns zum 31. Dezember 2019 wird geprägt durch die Umsetzung der Wachstumsstrategie ACT, die operative Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2019 sowie durch die Einführung des neuen Standards IFRS 16 für den FP-Konzern als Leasingnehmer und die Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für Zwecke der Leasinggeberbilanzierung und Abschreibung im Anlagevermögen. 5.1 LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE scroll
5.2 EIGENKAPITAL Zum 31. Dezember 2019 betrug das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG 16,3 Mio. Euro, eingeteilt in 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag (31. Dezember 2018: 16.301.456). Zum 31. Dezember 2019 hielt das Unternehmen wie im Vorjahr 397.393 eigene Aktien bzw. 2,4 % am Grundkapital. Der rechnerische Wert der eigenen Anteile wird offen vom Eigenkapital abgesetzt. Der Differenzbetrag zum Kaufpreis wird mit der Kapitalrücklage verrechnet. Zusätzliche Angaben zu den eigenen Aktien siehe Konzernanhang, Abschnitt IV. (18). Weitere Angaben zum genehmigten und zum bedingten Kapital sowie zu Wandel- und Optionsrechten können dem erläuternden Bericht des Vorstands gemäß §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB entnommen werden. 5.3 LANG- UND KURZFRISTIGE SCHULDEN scroll
Eine ergänzende Kennziffer für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns ist der Nettoverschuldungsgrad. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Nettoverschuldung und Eigenkapital und wird laufend überprüft. ENTWICKLUNG DER NETTOSCHULDEN * (in Mio. Euro) ![]() Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Finanzmittel. Zu den Finanzverbindlichkeiten zählen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Leasingverbindlichkeiten (bis 2018: Finanzierungsleasing-Verbindlichkeiten). In die Finanzmittel werden die liquiden Mittel abzüglich verfügungsbeschränkter flüssiger Mittel (Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden) und Wertpapiere einbezogen. Diese Darstellung gilt sowohl im Hinblick auf die Bestimmung des Nettoverschuldungsgrades als Steuerungsgröße für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns als auch in Bezug auf den Ausweis in der Kapitalflussrechnung. scroll
* Angaben 2019 auf Grundlage des neuen Standards IFRS 16 "Leasingverhältnisse". Bei hohen Investitionen und Auszahlungen für das ACT-Projekt JUMP sowie insbesondere unter Berücksichtigung der Effekte der Erstanwendung des neuen Standards IFRS 16 für den FP-Konzern als Leasingnehmer erhöhte sich im Geschäftsjahr 2019 die Nettoverschuldung des FP-Konzerns deutlich. Dem gegenüber stehen aktivierte Nutzungsrechte in Höhe von TEUR 11.182. Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2019 leicht um 2,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverschuldungsgrad des Unternehmens stieg daher zum Bilanzstichtag im Wesentlichen aufgrund zahlungsunwirksamer Bilanzierungseffekte im Zuge der Erstanwendung IFRS 16 deutlich an. 5.4 LEASING Der FP-Konzern betreibt als Leasinggeber sowohl Operate Lease als auch Finance Lease. Diese Geschäftsmodelle beeinflussen die Bilanz des Unternehmens. Im Anlagevermögen sind zum 31 Dezember 2019 unter dem Posten "Vermietete Erzeugnisse" Vermögensgegenstände mit einem Buchwert in Höhe von 18,3 Mio. Euro (zum 31. Dezember 2018: 17,6 Mio. Euro) bilanziert, die im Wesentlichen im Rahmen von Operate Lease-Vereinbarungen an Kunden vermietet werden. Die Finance Lease-Vereinbarungen mit Kunden finden sich unter "Forderungen aus Finanzierungsleasing" und belaufen sich zum Bilanzstichtag im langfristigen und kurzfristigen Bereich in Summe auf 24,1 Mio. Euro (zum 31. Dezember 2018: 18,2 Mio. Euro). Ohne die genannten Geschäftsmodelle würde sich die Summe der Aktiva auf 143,0 Mio. Euro statt auf 186,3 Mio. Euro belaufen. 6. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE 6.1 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF 2019 Nachfolgende Tabelle zeigt die finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren des FP-Konzerns. Die Ist-Werte bei den finanziellen Kennzahlen Umsatz und EBITDA sind zusätzlich als bereinigte Werte angegeben, da FP seine Prognose unter der Prämisse gleichbleibender Wechselkurse für Fremdwährungen veröffentlichte. Das EBITDA wird entsprechend der Prognose außerdem um die Aufwendungen des ACT-Projektes JUMP bereinigt. scroll
* Bei gleichbleibenden Wechselkursen für Fremdwährungen und vor Aufwendungen für das ACT-Projekt JUMP. ** Bereinigt um Investitionen in Finance Lease Assets, M&A und Auszahlungen für das ACT-Projekt JUMP. 6.2 GESCHÄFTSVERLAUF 2019 Wie geplant, war das Geschäftsjahr 2019 von der Umsetzung der ACT-Strategie und insbesondere des ACT-Projekts JUMP geprägt. Der FP-Konzern hat sich auch im Geschäftsjahr 2019 positiv weiterentwickelt. So erzielte das Unternehmen im Berichtsjahr einen gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhten Umsatz. Auf der Umsatzseite profitierte das Unternehmen weiter vom Erfolg im Kerngeschäft. Zudem hat der Effekt der Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für Zwecke der Leasinggeberbilanzierung, der Höhe nach nicht prognostiziert, wesentlich zum Umsatzanstieg beigetragen. Ursprünglich war für das Berichtsjahr ein stark steigender Umsatz prognostiziert worden. Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Abschwächung, dem Umsatzrückgang im margenschwachen Produktbereich Mail Services, einer teilweisen Umsatzverschiebung im Kerngeschäft Frankieren und Kuvertieren sowie einer positiven, aber dennoch hinter der Planung liegenden Umsatzentwicklung im Bereich Software/Digital, hatte der FP-Konzern seine Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2019 am 22. August 2019 angepasst. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das EBITDA und erwartete, bereinigt um Währungseffekte und Aufwendungen für das ACT-Projekt JUMP, im Gesamtjahr 2019 weiterhin eine starke Steigerung gegenüber dem Vorjahr. FP konnte diese Zielstellung erfüllen und das bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr 2019 deutlich steigern. Das Transformationsprogramm JUMP wurde im Geschäftsjahr 2019 planmäßig weiter durchgeführt und Kosteneinsparungen werden zunehmend realisiert. Des Weiteren wurde ein striktes Kostenmanagement implementiert, ohne die Umsetzung der ACT-Strategie zu gefährden. Positiv beeinflusst wurde das EBITDA außerdem durch den Effekt der Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für Zwecke der Leasinggeberbilanzierung und die Erstanwendung von IFRS 16 auf den FP-Konzern als Leasingnehmer. Der bereinigte Free Cashflow im Berichtsjahr liegt bei hohen Investitionen in neue Produkte sowie Investitionen in die weltweite Einführung einer einheitlichen ERP/ CRM-Landschaft leicht über dem Niveau des Vorjahres und damit über den Erwartungen. Bei allen drei Leistungsindikatoren konnte der FP-Konzern damit die angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2019 erreichen. Der Vorstand beurteilt den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2019 im Hinblick auf alle Zielgrößen insgesamt als positiv. 7. Nachtragsbericht Bezüglich der Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Berichtszeitraums eingetreten sind sowie ihrer Auswirkung auf die Darstellung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage und der voraussichtlichen Entwicklung des FP-Konzerns, verweisen wir auf die entsprechenden Angaben im Konzernanhang in Abschnitt V. 8. RISIKO- UND CHANCENBERICHT Risiko- und Chancenmanagementsystem Das Risiko- und Chancenmanagementsystem des FP-Konzerns dient dazu, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und wahrzunehmen bzw. einzugrenzen. Grundsätzlich ist die Risiko- und Chancenpolitik des FP-Konzerns darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens nachhaltig zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern, aber auch darauf, durch die proaktive Steuerung nicht bestandsgefährdender Risiken unnötige Kosten zu minimieren. Das Risiko- und Chancenmanagement ist in die Steuerung und die bestehenden Strukturen des FP-Konzerns eingebunden, um mögliche Signale frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Es ist aus den strategischen Zielen abgeleitet. Der Chancenerkennung dienen hierbei unter anderem detaillierte Markt- und Wettbewerbsanalysen und Prognoseszenarien sowie die intensive Auseinandersetzung mit relevanten Wert- und Kostentreibern. Für die Risiken ist ein Überwachungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet. Dieses System dient auch der Früherkennung potentiell bestandsgefährdender Risiken. Der FP-Konzern versteht das Risikomanagement als kontinuierlichen und durchgängigen Prozess. Auch unterjährig neu identifizierte große Risiken werden unverzüglich an den Vorstand weitergeleitet (Ad-hoc-Kommunikation). Das Risiko- und Chancenfrüherkennungssystem wird im Rahmen der Abschlussprüfung vom Abschlussprüfer evaluiert, um sicherzustellen, dass das System geeignet ist, mit hinreichender Wahrscheinlichkeit alle potenziell den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken rechtzeitig zu erfassen, zu bewerten und zu kommunizieren. Organisation Für die Beobachtung, Bewertung und Meldung der Chancen und Risiken sind Berichtsverantwortliche benannt, die aus dem folgenden Personenkreis bestehen: Geschäftsführer der in- und ausländischen Gesellschaften, Bereichsleiter und Beauftragte innerhalb der implementierten Managementsysteme (Qualitätsmanagement, Datenschutz etc.). Die Berichtsverantwortlichen erheben für ihr Themenfeld die Chancen und Risiken und sind für die Realisierung der Chancen und Vermeidung der Risiken zuständig. Hierfür erhalten sie durch den Vice President Governance, Risk & Compliance halbjährlich eine Aufforderung zur Meldung ihrer Chancen und Risiken. Die Berichtsverantwortlichen entwickeln für ihr Themenfeld die zur Behandlung der erhobenen Risiken geeigneten Maßnahmenoptionen. Hierbei überwacht der Vice President Governance Risk & Compliance die Implementierung einer einheitlichen Risikostrategie und Methodik der Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken sowie die anschließende Chancenrealisierung und Risikobehandlung. Er wird dabei von einem sechsköpfigen Risikokomitee unterstützt, das sich in regelmäßigen Abständen über die Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken abstimmt. Die Mitglieder evaluieren dabei alle von den Berichtsverantwortlichen gemeldeten Informationen, wobei folgende Verantwortungsbereiche, unterteilt nach Risikoarten, definiert sind: Risikoart I Marktbezogene Risiken II Operationelle Risiken III Finanzrisiken IV Regulierung, Recht und Compliance V Reputations- und Markenrisiken VI Umwelt- und Nachhaltigkeitsrisiken Die Risikostrategie des FP-Konzerns sieht vor, im traditionellen Geschäftsbereich Frankieren & Kuvertieren sowie Mail-Services zwar innovativ, aber dennoch risikoavers zu agieren, während in den seine Zukunftsvision tragenden, wachsenden Produktbereich Software/Digital risikoaffin investiert wird. Die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagementsystem des FP-Konzerns liegt beim Vorstand. Der Vorstand wird durch den Vice President Governance, Risk & Compliance über die aktuelle Risikosituation und die erarbeiteten Vorschläge informiert und ordnet gegebenenfalls weitere Maßnahmen an. Nachdem der Vorstand den Konzernrisikobericht verabschiedet hat, wird er dem Aufsichtsrat vorgelegt. Compliance-Managementsystem Der Vorstand hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Fragen der Compliance sind regelmäßig Gegenstand der Beratung zwischen dem Aufsichtsrat bzw. Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstand. Die Unternehmenskultur des FP-Konzerns ist von Vertrauen und gegenseitigem Respekt sowie dem Willen zur strikten Einhaltung von Gesetzen und internen Regelungen geprägt. Dennoch sind Rechtsverstöße durch individuelles Fehlverhalten nie ganz auszuschließen. Beschäftigte und Dritte haben die Möglichkeit, Fehlverhalten im Unternehmen dem Compliance Officer zu melden, z.B. persönlich oder per Email. Auch anonymen Hinweisen wird nachgegangen. Dem Unternehmen ist sehr daran gelegen, das Risiko von Compliance-Verstößen zu minimieren, Fehlverhalten aufzudecken und konsequent zu verfolgen. Regeln und Grundsätze sind, wie auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Insiderinformationen, im Verhaltenskodex festgeschrieben. Allen Mitarbeitern dient er zur Orientierung für ein integres Verhalten im Geschäftsverkehr. Führungskräfte und Mitarbeiter werden zum Verhaltenskodex geschult. In Zweifelsfällen können und sollen sie jederzeit den Compliance Officer konsultieren. Bei der Überführung von Prozessen in das Shared Service Center im Rahmen des ACT-Projekts JUMP wird Wert auf die Verankerung präventiver Elemente in den Geschäftsabläufen gelegt. Die Interne Revision nimmt risikoorientierte Prüfungen der Regeleinhaltung vor. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) ist integraler Bestandteil eines umfassenden unternehmensweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Das Ziel des IKS im Rechnungslegungsprozess ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit für die Erstellung eines regelkonformen Abschlusses zu gewährleisten. Das IKS des FP-Konzerns stützt sich dabei überwiegend auf prozessintegrierte, organisatorische Sicherungsmaßnahmen wie beispielsweise Funktionstrennung mit entsprechenden Zugriffsbeschränkungen im IT-Bereich oder Zahlungsrichtlinien. Prozessintegrierte Kontrollen vermindern die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fehlern bzw. unterstützen das Aufdecken von aufgetretenen Fehlern. Der Aufsichtsrat berät über das Risikomanagement und überwacht die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems und des Rechnungslegungsprozesses sowie die Abschlussprüfung und deren Unabhängigkeit. Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden: Die Francotyp-Postalia Holding AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des FP-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften. Beide Prozesse werden durch ein stringentes internes Kontrollsystem überwacht, das sowohl die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung als auch die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Bestimmungen sichert. Die bereichsübergreifenden Schlüsselfunktionen werden zentral gesteuert, wobei die einzelnen Tochtergesellschaften über ein definiertes Maß an Selbstständigkeit bei der Erstellung ihrer Abschlüsse verfügen. Wesentliche Regelungen und Instrumentarien bei der Erstellung des Konzernabschlusses sind:
Für die Umsetzung dieser Regelungen und die Nutzung der Instrumentarien ist in den Konzerngesellschaften der verschiedenen Länder die jeweilige Leitung des Bereichs Finanzen bzw. die Geschäftsführung verantwortlich. Der Konzernabschluss liegt in der Verantwortung des für Finanzen zuständigen Mitglieds des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG. Durch die Beschäftigung von qualifiziertem und spezialisiertem Fachpersonal, gezielte und regelmäßige Fort- und Weiterbildung sowie die Beachtung des Vieraugenprinzips gewährleistet der FP-Konzern die strikte Einhaltung der lokalen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften im Jahres- und Konzernabschluss. Alle Jahresabschlüsse von wesentlichen Konzerngesellschaften, die Eingang in die Konzernkonsolidierung finden, unterliegen der Prüfung durch einen Abschlussprüfer. Durch die Verpflichtung aller Tochtergesellschaften, ihre Geschäftszahlen monatlich in einem standardisierten Reporting-Format an die Francotyp-Postalia Holding AG zu berichten, werden unterjährige Soll-Ist-Abweichungen zeitnah erkannt, um kurzfristig darauf reagieren zu können. Risikomanagementsystem im Hinblick auf Finanzinstrumente Der FP-Konzern verfügt über ein zentrales Finanzmanagement, wobei die FP Holding den Konzernfinanzbedarf koordiniert, die Liquidität sichert und die Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken konzernweit überwacht. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, finanzwirtschaftliche Risiken aus Veränderungen von Marktpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen durch finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zum Zweck der Sicherung von Grundgeschäften genutzt. Währungsbedingte Risiken resultieren aus den internationalen Aktivitäten des Konzerns, insbesondere in den USA, Kanada und Großbritannien. Die FP Holding identifiziert diese Risiken in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Konzerngesellschaften und steuert sie mit geeigneten Maßnahmen, zum Beispiel dem Abschluss von Devisentermingeschäften. Zinsrisiken resultieren aus den mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Zur Steuerung der Zinsrisiken hat die FP Holding im Geschäftsjahr 2019 keine neuen Zinsderivate abgeschlossen. Die Liquiditätsplanung dient dazu, Liquiditätsrisiken frühzeitig zu erkennen und konzernweit systematisch zu minimieren. Der Liquiditätssteuerung und -überwachung dient ein monatlich rollierender Liquiditäts-Forecast. Cash-Management Maßnahmen, ein Working-Capital und kontinuierliches Monitoring und Anpassung der Finanzierungsmöglichkeiten. Für weitere Informationen zu Risiken aus Finanzinstrumenten, darunter Währungs- und Zinsrisiken, sowie den entsprechenden Sicherungsaktivitäten verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. Textziffer (23) Finanzinstrumente. Risikomatrix des FP-Konzerns Im Risikobericht des FP-Konzerns wird - wie schon bislang - über wesentliche Risiken informiert. Dabei findet folgende Nomenklatur für die Risikoklassifizierung Anwendung: Erläuterung der Klassen von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe scroll
![]() Bedeutung Risikokennzahlen scroll
Der Ampel-Logik folgend erhalten rote und orange Risiken eine besonders hohe Aufmerksamkeit im Risikomanagement; sie werden als wesentlich betrachtet, rote gar als bestandsgefährdend. Auch gelbe und grüne Risiken werden aktiv weiter reduziert, wo dies wirtschaftlich sinnvoll ist, d.h. die Kosten der weiteren Risikoreduktion die Absenkung des Schadenserwartungswerts voraussichtlich nicht übersteigen. Die Bewertung erfolgt "netto", d.h. unter Berücksichtigung bereits implementierter risikoreduzierender Maßnahmen. Hierin besteht insoweit eine Methodenkonkretisierung, als dass dieser Aspekt der Risikobewertung bislang nicht fixiert war. So wurde zwar grundsätzlich das zum Bewertungsstichtag de facto noch bestehende Risiko ausgewiesen - also unter Einrechnung bestehender, wirksamer Präventionsmaßnahmen. In Einzelfällen jedoch wurde stattdessen ein Bruttorisiko berichtet, so z.B. für das Währungsrisiko, während es hiernach durch Sicherungsgeschäfte weitestgehend eliminiert wurde. Im vorliegenden Bericht ist die Bewertung diesbezüglich streng vereinheitlicht, damit die Risiken auch hinsichtlich ihrer Steuerbarkeit besser vergleichbar werden. 8.1 RISIKEN DES FP-KONZERNS 8.1.1 Marktbezogene Risiken Änderungen des Kundenbedarfs aufgrund der digitalen Transformation Seit 15 Jahren sinken die Volumina der Briefpost in allen Märkten um ca. 4% p.a. und die Wettbewerbsintensität steigt, gleichzeitig nimmt der Versand von Päckchen und Paketen zu. Sichere E-Mail- und Signaturlösungen ersetzen konventionelle Postwege und die digitale Transformation der Wirtschaft schreitet voran. Der FP-Konzern vertreibt in den Segmenten Vertrieb Deutschland und Vertrieb International Frankiersysteme und bietet Verbrauchsmaterial und Serviceleistungen an. Diese Geschäftstätigkeit erzeugt einen wesentlichen Anteil der wiederkehrenden Umsatzerlöse. Es sind Szenarien denkbar, in denen sich die Nachfrage nach Frankiersystemen und Verbrauchsmaterialien erheblich frühzeitiger als erwartet reduziert und FP die für die kommenden Jahre geplanten Umsatzziele in diesem Geschäftsfeld daher nicht realisieren kann. Träte diese Entwicklung ein, wäre sie nachhaltig. Die Bewertung dieses Risikos greift daher im Schadenspotential den möglichen EBITDA-Effekt der kommenden drei Geschäftsjahre auf und umfasst so mehr als 35% des geplanten Konzern-EBITDA. FP sieht ein solches Szenario aktuell bei 20-40% Eintrittswahrscheinlichkeit und damit etwas weniger wahrscheinlich als im Vorjahr. Der FP-Konzern reagiert auf das Risiko mit Marktbeobachtung und aktive Begleitung der Kunden (ACT) durch das Angebot digitaler Produkte, wie beispielsweise FP Sign und FP Parcel Shipping. Aus der Herausforderung der digitalen Transformation ergeben sich große Chancen für FP, aber auch das strategische Risiko, dass die neuen Geschäftsfelder im Segment Digital/Software nicht mit dem beabsichtigten Erfolg erschlossen werden können, z.B. weil die von FP entwickelten Produkte die Marktbedürfnisse nicht hinreichend genau treffen oder weil sie sich im Wettbewerb nicht durchsetzen können. 8.1.2 Operationelle Risiken Erfolgreiche Umsetzung strategischer und operativer Projekte und Maßnahmen Die mit ACT entwickelten strategischen Projekte und Maßnahmen sind wesentlich für die Erreichung der Wachstumsziele. Im Zuge der Implementierung der ACT-Strategie setzt der FP-Konzern in allen Segmenten, zusätzlich zur operativen Geschäftsentwicklung, die entsprechend definierten strategischen Projekte um. Die Parallelisierung der Aktivitäten und Maßnahmen birgt aufgrund möglicherweise begrenzter Ressourcen, nicht bei allen Führungskräften vorhandener Erfahrung im Management großer Projekte das Risiko einer verzögerten und/oder kostenintensiveren Umsetzung. Nachdem das Risiko im abgelaufenen Geschäftsjahr teilweise eingetreten ist (Verzögerungen bei der Implementierung eines neuen ERP- und CRM-Systems), sieht FP das für die Zukunft verbleibende Restrisiko nun im Bereich von unter 35% des geplanten Konzern-EBITDA und damit eine Schadensklasse niedriger als bislang. Auch die Eintrittswahrscheinlichkeit ist gesunken, liegt allerdings mit 40-60% immer noch hoch. FP klassifiziert das Risiko damit als wesentliches, aber nicht bestandsgefährdendes Risiko. Personalanpassungsrisiko Der Erfolg des Unternehmens ist maßgeblich vom Engagement und den Fähigkeiten seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängig. Es besteht das Risiko der nicht ausreichenden Anpassung der Beschäftigten an technologische oder sonstige, auch unvorhergesehene Entwicklungen. Der FP-Konzern begrenzt diese Risiken, die alle Segmente betreffen, durch eine weitere Stärkung des Bereiches Personal/HR, eine Professionalisierung der Bedarfsanalyse und eine umfassende interne Kommunikation. Weitere Maßnahmen im Rahmen des ACT-Projektes JUMP bilden ein aktives Change Management, die Stärkung der Führungskräfte und Mitarbeiter durch den gezielten Aufbau entsprechender Kompetenzen sowie die Etablierung einer Feedback- und Fehlerkultur. Als Erfolg dieser Maßnahmen hat sich dieses Risiko gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr um eine Risikoklasse verbessert - es wird nach wie vor als wesentlich gesehen (orange), aber nicht mehr als bestandsgefährdend (rot). Das Schadenspotential liegt bei 15-35%, die Eintrittswahrscheinlichkeit bei 40-60%. Personalengpassrisiko Am Personalmarkt besteht aktuelle eine große Nachfrage nach Spezialisten in allen Bereichen, insbesondere im Bereich Informationstechnik (IT), Forschung & Entwicklung und Technologievertrieb sowie für Tätigkeiten in Wertschöpfungsunterstützungsbereichen, insbesondere für wiederkehrende, transaktionsbezogene und standardisierte Tätigkeiten. Es besteht das Risiko, dass offene Stellen in den genannten Funktionsbereichen nicht besetzt werden können. Der FP-Konzern begrenzt dieses Risiko, das alle Segmente betrifft, durch Professionalisierung und Intensivierung der Personalplanungs- und Personalbeschaffungsprozesse, im Ausbau des Employer-Branding sowie Nutzung neuer Wege, wie beispielsweise interne Weiterbildung für besonders nachgefragte Fachbereiche und Berufsausbildung. Wurde das Personalengpassrisiko im letzten Geschäftsbericht noch als bestandsgefährdend (rot) ausgewiesen, wird es heute nur noch als wesentlich (orange) klassifiziert. Dies geht auf ein hier als geringer ausgewiesenes Schadenspotential im Bereich von 7-15% des geplanten Konzern-EBITDA zurück. Bei der Bewertung des Schadenspotentials wurden die in diesem Risikobericht als selbstständige Risiken berichteten Projektrisiken und Motivationsrisiken, welche auf das Personalanpassungsrisiko verweisen, nicht noch einmal erfasst, um Schadenspotentiale nicht mehrfach auszuweisen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für negative EBITDA-Auswirkungen der genannten Größenordnung sieht der FP-Konzern mit 60-80% nach wie vor als hoch an. Die erfolgreiche Akquisition zusätzlicher hochqualifizierter Spezialisten für die Entwicklung digitaler Produkte hat zudem eine langfristige strategische Bedeutung für die Transformation des Konzerns, die durch eine Bewertung entlang kurz- und mittelfristig geplanter EBITDAs nicht vollständig abgebildet wird. Motivations-, Burn-out- und Austrittsrisiko Im November 2018 hat FP begonnen, das ACT-Projekt JUMP auszurollen. Dabei werden effiziente und stabile Organisationsstrukturen implementiert, um kosteneffizient die Transformation des FP-Konzerns zu unterstützen. Für die Mitarbeiterschaft wurde das im Jahr 2019 bereits teilweise spürbar; im kommenden Geschäftsjahr wird die Umsetzung weiter Fahrt aufnehmen. Einige Beschäftigte werden im Zuge dieser Reorganisation Unsicherheit über ihre persönliche Zukunft, Rolle oder Arbeitsbedingungen im FP-Konzern verspüren oder aber im Rahmen der personellen Umstrukturierung mit zusätzlichen Aufgaben betraut werden. Dies birgt zum einen das Risiko eines Motivationsverlusts in Teilen der Mitarbeiterschaft, der sich negativ auf die Produktivität und insbesondere auf die Bereitschaft, proaktiv im Sinne des Unternehmens Initiative zu ergreifen, auswirken kann. Zum anderen kann es dazu führen, dass Mitarbeiter, deren Erfahrung und Know-how wertvoll für das Unternehmen sind, FP verlassen oder - in Einzelfällen - infolge der Mehrbelastung krankheitsbedingt ausfallen. Der FP-Konzern begrenzt dieses Risiko, das alle Segmente betrifft, durch ein professionelles Change-Management und eine aktive und umfassende Kommunikation. Im Geschäftsbericht 2018 ist dieses Risiko als Teil des Personalanpassungsrisikos berichtet worden. Das Personalanpassungsrisiko ist im Vorjahr als bestandsgefährdend klassifiziert worden (rot). Nach neuer Einschätzung liegen die Teilrisiken jeweils für sich genommen unterhalb dieses Bereichs. Wäre das Motivations-, Burn-out- und Austrittsrisiko bereits im letzten Geschäftsjahr separat berichtet worden, wäre es als wesentlich, aber nicht bestandsgefährdend zu bewerten gewesen. Das Schadenspotential liegt bei 15-35%, die Eintrittswahrscheinlichkeit bei 40-60%. 8.1.3 Finanzrisiken Potenzielle Auswirkungen des Brexit auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Der Markt Großbritannien hat für FP einen wichtigen Stellenwert im Kerngeschäft Frankieren & Kuvertieren. Zum Zeitpunkt des letztjährigen Risikoberichts sah der FP-Konzern in einem ungeordneten Brexit ("Hard Brexit") daher ein bestandsgefährdendes Risiko für das Unternehmen. Die Unsicherheit über die Modalitäten des Brexit ist seit dem nicht gesunken. FP hat jedoch einige Maßnahmen ergriffen, die das verbleibende Risiko für den Konzern reduzieren. So hat die FP UK Ltd. bereits heute eine fortgeschrittene Zoll-Registrierung erworben, die administrative Erleichterungen im internationalen (EU-Binnenmarkt-überschreitenden) Handel mit sich bringt. Für FPs aktuelle Lieferketten ist eine solche Registrierung nicht erforderlich, wird aber im Falle eines ungeordneten Brexits sicherstellen, dass die Lieferkette auch dann nicht unterbrochen wird. Gleichzeitig hat FP sämtliche Lagerbestände an Frankiermaschinen und Verkaufsmaterialien in Großbritannien stark aufgestockt, so dass der Konzern von etwaig anfallenden Zöllen und anderen Handelsbeschränkungen zunächst nicht betroffen sein wird. Schwerer wirken die Folgen einer möglichen Brexit-induzierten Rezession in Großbritannien. Nach wie vor besteht das Risiko, dass ein ungeordneter Brexit die Geschäfts- und Verbraucherunsicherheit erhöht, Investitionen in Großbritannien verringert, Risiken für den Finanzmarkt darstellt und allgemein zu einer erhöhten Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft der EU führt. Ein weiterer massiver Rückgang des Vertrauens in die Wirtschaft, eine zunehmende Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen sowie eine deutliche Abwertung des Britischen Pfundes könnten für die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens einen Schaden darstellen. Sah FP das Schadenspotential im Vorjahr noch bei mehr als 35% des geplanten Konzern-EBITDA, bewertet der Konzern die Summe aller hier beschriebenen Brexit-Folgen gegenwärtig mit einem EBITDA-Effekt im Bereich von 7-15% des für 2020 geplanten Konzern-EBITDA. Die Hälfte davon entfällt auf den Markt Großbritannien, die andere Hälfte auf alle anderen Absatzmärkte von FP, sofern der Brexit auslösendes Moment für eine allgemeine wirtschaftliche Rezession auch über Großbritannien hinaus wird. Schon heute führt die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Brexit zu einer spürbaren Investitionszurückhaltung im Königreich, weswegen die Eintrittswahrscheinlichkeit unverändert hoch zu bewerten ist. Insgesamt ergibt sich damit eine Einstufung als wesentliches Risiko. 8.1.4 Risiken aus der SARS-Cov2-Pandemie Die SARS-CoV-2-Pandemie stellt Gesellschaft, Wirtschaft und Staat vor enorme Herausforderungen. Derzeit sind die ökonomischen Folgen in ihrer gesamten Tragweite noch nicht absehbar, es wird aber zu einem zumindest vorübergehenden erheblichen Einbruch der Wirtschaftsleistung kommen. Entscheidend wird dabei sein, wie lange der gesundheitspolitisch notwendige Lockdown in den einzelnen Ländern andauert bzw. sich wiederholt, aber auch welche politischen Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft ergriffen werden. Kurzfristig ist mindestens bis Mitte des Jahres 2020 mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass durch einen höheren Krankenstand, Beeinträchtigung der Vertriebswege und Produktionskapazitäten in einigen Bereichen mit deutlichem Nachfragerückgang bzw. Investitionszurückhaltung zu rechnen ist. Zeitgleich kommt es durch die deutliche Erhöhung der Homeoffice- und remote-Aktivitäten im Arbeitsumfeld zu einem Digitalisierungsschub. Dies kann zu einer erhöhten Nachfrage nach digitalen Lösungen führen. Die Produktbereiche Frankieren/Kuvertieren und Mail Services von FP sind in erheblichem Maße von der Entwicklung des Briefvolumens beeinflusst. Wie stark der generelle Rückgang des Briefvolumens durch die SARS-CoV-2-Pandemie beeinflusst wird, lässt sich noch nicht quantifizieren, der Rückgang wird sich aber vermutlich verstärken. Vorübergehend werden sich vor allem auch die konjunkturellen Effekte belastend auf das Briefvolumen auswirken. Die beschriebenen Effekte wirken sich in unterschiedlichem Maß auf die Geschäftsmodelle von FP aus. 8.1.4.1. Produktbereich Frankieren und Kuvertieren Der Produktbereich Frankieren und Kuvertieren zeichnet sich durch ein relativ robustes Geschäftsmodell mit einem hohen Anteil wiederkehrender Erlöse aus, das in der Regel eher träge auf konjunkturelle Einflüsse reagiert. Dies resultiert aus einem hohen Anteil des Miet- und Leasinggeschäfts am Gesamtumsatz mit Frankier- und Kuvertiermaschinen sowie einem hohen Aftersales-Anteil bei Verbrauchsmaterial und Service.
Insoweit geht FP aktuell davon aus, dass die Beeinträchtigung des Geschäfts durch die SARS-CoV-2-Pandemie etwa der für die Gesamtwirtschaft zu erwartenden Auswirkungen bei Investitionsgütern entspricht. Die Produktion unserer Frankiermaschinen erfolgt ausschließlich in Deutschland. Die Lieferketten sind kurz-bis mittelfristig durch entsprechende Lagerbestände, vor allem bei Single-Source Bauteilen, weitgehend abgesichert. Die Gesamtzahl der Bauteile und Zulieferer sind in der neusten Maschinengeneration, der PostBase-Vision, signifikant reduziert. Dennoch bestehen mittelfristig gewisse Abhängigkeiten von Zuliefererbetrieben, die, sollte es dort krankheits- oder quarantänebedingt zu Produktionsausfällen bzw. Betriebsschließungen kommen, mit einem Zeitverzug auch die Produktion von FP vorrübergehend beeinträchtigen könnten. Da die Fertigung weitgehen im Manufakturbetrieb erfolgt, ergibt sich auch bei FP selbst eine gewisse Anfälligkeit gegenüber krankheitsbedingten Ausfällen. Diese können teilweise durch den bewährten flexiblen Einsatz von Zeitarbeitskräften aufgefangen werden. Die Risikosituation unserer Produktion entspricht damit etwa der des gesamten produzierenden Gewerbes. 8.1.4.2. Produktbereich Mail Services Der Produktbereich Mail Services umfasst die Abholung, Frankierung und Sortierung (Konsolidierung) der Ausgangspost unserer Kunden. Auch hier wirkt sich eine Abnahme der Briefkorrespondenz durch konjunkturelle Einflüsse und gegebenenfalls eine durch die Pandemie verstärkte Digitalisierung wie oben für die Verbrauchsmaterialien begründet direkt auf den Umsatz aus. In diesem Bereich ist im Vergleich zur Gesamtwirtschaft wahrscheinlich von einer leicht überdurchschnittlichen Betroffenheit auszugehen. Produktionsseitig findet die Sortierung und Frankierung der Post im Bereich Mail Services hochautomatisiert statt, dennoch ist der Betrieb auf eine mit den Maschinen und Abläufen vertraute Belegschaft angewiesen. Auch hier kann ein hoher Kranken- bzw. Quarantänestand die Produktion beeinträchtigen. Dem kann in bedingtem Maße, wie oben beschrieben, durch den Einsatz von Zeitarbeitskräften entgegengewirkt werden. Aufgrund eines geringeren Qualifikationsniveaus als bei der Fertigung von Frankiermaschinen kann dies schneller und flexibler erfolgen. Eine Abhängigkeit von Zulieferern besteht im Produktbereich Mail Services nur in geringem Umfang: Die Post wird von verschiedenen Kurierdiensten bei unseren Kunden abgeholt. Hier könnten krankheitsbedingte Ausfälle zu Verzögerungen führen. Für die Zustellung zum Kunden werden die Sendungen der Deutsche Post AG bzw. privaten Briefdienstleistern übergeben. Ebenso wie die freesort gehören diese Unternehmen zu den von der Bundesnetzagentur benannten Unternehmen, mit Aufgaben im Bereich der Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit von Netzinfrastrukturen. Daher können hier Ausnahmen von Ausgangsbeschränkungen bzw. Kontaktverboten genutzt werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und es ist im geringeren Umfang mit Einschränkungen zu rechnen. 8.1.4.3. Produktbereich Software/Digital Der Produktbereich Software/Digital umfasst das Geschäft mit Hybrid-Mail Services sowie Lösungen rund um die sichere digitale Kommunikation. Bei den Hybrid-Mail Services werden Leistungen im Input- und Outputmanagement teil- bzw. volldigitalisiert erbracht. Diese Dienstleistungen lassen sich weitgehend problemlos in der gegenwärtigen Situation aufrechterhalten, da bereits wesentliche Schnittstellen insbesondere zum Kunden hin digitalisiert sind. Zudem werden diese Leistungen ebenso wie bei den Mail Services teilweise als benannter Dienstleister für Netzinfrastrukturen erbracht. Vorübergehend kann es allerdings durch rückläufige Effekte auf das Briefvolumen (konjunkturell bedingt, oder bei einzelnen größeren Kunden durch Geschäftseinschränkungen oder Insolvenzen) auf der Nachfrageseite zu Einschränkungen kommen. Demgegenüber könnte der Bereich Hybrid-Services von einem mittelfristigen Digitalisierungsschub profitieren. Produktionsseitig besteht sowohl bei IoT als auch bei den digitalen Kommunikationslösungen FP Sign eine hohe Abhängigkeit von einer begrenzten Anzahl von FP-Entwicklungsexperten. Zwar können sich die Mitglieder der Entwicklungsteams weitgehend gegenseitig ersetzen; es bestehen insoweit hinreichende Redundanzen. Jedoch werden IoT-Anwendungen i.d.R. sehr individuell entwickelt und der Kunde erwartet einen sogenannten "Proof-of-Concept" in kurzer Frist. Eine signifikant sinkende Entwicklungskapazität infolge eines erhöhten Krankenstands könnte die Fähigkeit von FP zur fristgerechten Erarbeitung einer funktionierenden Lösung mithin temporär beeinträchtigen. Zudem könnte bei einer Beeinträchtigung der Entwicklungskapazitäten auch die generelle geplante Weiterentwicklung des Produkt- und Lösungsportfolios und damit auch das geplante Wachstum in diesem Bereich verlangsamt werden. 8.1.4.4. Übergreifende Risiken Es muss grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die schwierige wirtschaftliche Situation infolge der SARS-Cov2-Pandemie zu einem Anstieg von Forderungsausfällen führen wird. Welchen Umfang diese haben werden, ist schwer abzusehen. Die Kundenstruktur von FP ist aufgrund unserer Spezialisierung auf kleine Frankiermaschinen stark von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wird die Insolvenzgefahr in diesem Segment höher eingeschätzt als bei Großkonzernen, dann ergibt sich eine im Vergleich zur Gesamtwirtschaft überdurchschnittliche Betroffenheit von FP. FP hat die zukünftige Liquiditätslage des Konzerns angesichts der Corona-Krise einem Stresstest unterzogen. Hierbei wurden verschiedene Szenarien durchgespielt. Das aktuell angenommene Szenario geht von einer Aufhebung des Lock downs erst zum 1. September 2020 und einem danach nur schrittweisen Umsatzanstieg aus. Ende 2020 erreicht der Umsatz in diesem Szenario noch nicht das Vorkrisenniveau. Die Intensität des unterstellten Umsatzrückgangs basiert auf den in der zweiten Märzhälfte beobachteten Auswirkungen der Pandemie auf unseren Auftragseingang und Umsatz. Auf der Personal- und Sachkostenebene berücksichtigt das Szenario interne Maßnahmen, deren Umsetzbarkeit weitgehend sicher ist. In besagtem Szenario ergibt sich für FP bis Jahresende auch ohne die Aufnahme zusätzlicher Kreditmittel außerhalb der laufenden Abzweiglinie in Höhe von 30 Mio. Euro kein Liquiditätsengpass. Nach aktiv geführten Gesprächen mit den Banken besteht dessen ungeachtet die positive Aussicht, dass die Abzweiglinie im Rahmen der Revolving Facility in Höhe von 60 Mio. Euro kurzfristig um weitere 30 Mio. Euro erhöht werden könnte. Insgesamt sind FP Kreditlinien von 200 Mio. Euro eingeräumt, von denen jedoch größere Teile zweckgebunden sind. 8.1.4.5. Zusammenfassung Zum Zeitpunkt der Berichterstattung ist die quantitative Einschätzung des Risikos und der möglichen Auswirkungen auf FP mit hoher Unsicherheit behaftet. Frankier- und Kuvertiermaschinen sind Investitionsgüter. Die für Krisenzeiten typische Investitionszurückhaltung in Unternehmen trifft FP unmittelbar. Im Bestandsgeschäft wirkt sich der in konjunkturell schwierigen Zeiten übliche Volumenrückgang bei Geschäftspost negativ auf den Absatz von Verbrauchsmaterialien für Frankiermaschinen und Dienstleistungen der Brieflogistik aus. Dabei wird die Volumenreduktion aktuell durch die verbreitete Home-Office-Arbeit noch weiter verstärkt, da Geschäftspost dabei dezentral und digital abgewickelt wird. Wir gehen daher derzeit davon aus, dass eine EBITDA-Auswirkung von mehr als 35% des geplanten EBITDA mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 20-40% eintritt. 8.1.5 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns Zusammenfassend stellt nachfolgende tabellarische Übersicht die Risikosituation des FP-Konzerns zum Bilanzstichtag sowie die Entwicklung der Risiken gegenüber dem Vorjahr dar. Die folgenden sechs Risiken sind aus heutiger Sicht wesentliche Risiken des FP-Konzerns: scroll
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1) Entwicklung Risikokennzahl im Vergleich zum Vorjahr 2019. 2) Das Motivations-, Burn-out- und Austrittsrisiko wird in diesem Jahr erstmalig separat ausgewiesen. Zuvor war es Teil des Personalanpassungs- und des Personalengpassrisikos. Wäre es bereits im Vorjahr separat bewertet worden, hätte es sich 2019 erhöht. Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns Die Änderung des Kundenbedarfs aufgrund der digitalen Transformation bleibt größte Herausforderung für den FP-Konzern. Es sind Szenarien denkbar, in denen sich die Nachfrage nach Frankiersystemen, Verbrauchsmaterialien und Wartungsleistungen erheblich frühzeitiger sinkt, als aktuell von FP erwartet. Träte diese Entwicklung ein, wäre sie nachhaltig. Aus der digitalen Transformation ergeben sich große Chancen für FP, aber auch das strategische Risiko, dass die neuen Geschäftsfelder im Segment Digital/Software nicht mit dem beabsichtigten Erfolg erschlossen werden können, z.B. weil die von FP entwickelten Produkte die Marktbedürfnisse nicht hinreichend genau treffen oder weil sie sich im Wettbewerb nicht durchsetzen können. Die Risikosituation des Konzerns ist stark von Personalrisiken geprägt, insbesondere das Personalengpassrisiko dominiert aktuell das Risikobild. Die erfolgreiche Transformation des Unternehmens hin zu einem Anbieter digitaler Lösungen, die Umsetzung der strategischen ACT-Projekte, zu denen auch große IT-Projekte gehören - beide Herausforderungen greifen auf die Experten des FP-Konzerns in den Bereichen IT und IT-Produktentwicklung zurück. Gleichzeitig müssen diese Unternehmensfunktionen das Tagesgeschäft aufrechterhalten. Dieses Personalengpassrisiko begegnet dem aus der noch andauernden Reorganisation resultierenden Motivations- und Austrittsrisiko, welches zusätzlich durch eine Unsicherheit über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens im Zuge noch andauernder Veränderungen der Anteilseignerstruktur verstärkt wird. FP hat diese Risikokonzentration erkannt und begegnet ihr durch vielfältige Maßnahmen zur Professionalisierung des Personalmanagements. Eine neue Personalleiterin hat im Herbst 2019 ihre Arbeit aufgenommen und die Marke FP wird gezielt in Richtung des Arbeitsmarkts bekannter und attraktiver gemacht. Die Führungskräfte werden in speziellen Schulungen trainiert, adäquat auf die Befindlichkeiten der Mitarbeiterschaft zu reagieren. Die die Personalrisiken prägenden Umfeldbedingungen (Sonderprojekte, Produktentwicklungen, Reorganisation) werden noch über das Geschäftsjahr 2020 hinaus andauern. FP strebt an und geht davon aus, sie dennoch bis zu dessen Ende signifikant reduzieren zu können. Das Risiko für die erfolgreiche Umsetzung strategischer Projekte und Realisierung der geplanten Einsparungen hat sich trotz der Ressourcensituation reduziert, weil sich ein Teil des im letzten Jahr gesehenen Schadenspotentials nun bereits manifestiert hat. Hier ist daher nur mehr das verbleibende Schadenspotential einer noch weiteren Verzögerung angesetzt, begleitet von einer etwas geringeren Eintrittswahrscheinlichkeit als im letzten Jahr. Daher hat sich das Risiko um eine Klasse von Rot auf Orange verbessert. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung erscheint es außerdem denkbar, dass im Jahr 2020 einzelne Projektbestandteile, die in besonderem Maße die Unterstützung externer Berater erfordern, zum Zwecke der Liquiditätsschonung temporär ausgesetzt werden. Neben die spezifische Risikolage des FP-Konzerns im Besonderen tritt das gegenwärtig erhöhte Rezessionsrisiko. Da FP stark in Großbritannien engagiert ist, welches bedingt durch den mit einem weltwirtschaftlichen Abschwung ggf. zeitgleich zu erwartenden Brexit womöglich besonders von einer Rezession betroffen wäre, sieht FP hier in Summe ein wesentliches Risiko. Bereits die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Brexit führt - auch ohne tatsächlich ungeordneten Austritt - schon heute zu einer spürbaren Investitionszurückhaltung im Königreich. Während im vorangegangenen Geschäftsjahr noch ein wesentliches Abwertungsrisiko berichtet wurde, liegt es heute im nicht mehr wesentlichen Bereich. Die wirtschaftliche Situation für die CGU freesort hat sich im Geschäftsjahr 2019 wie schon im Vorjahr nicht wie geplant entwickelt. Auf Basis einer risikoadjustierten Planung wurde der Geschäfts- oder Firmenwert der CGU freesort zum 31. Dezember 2019 zu 100% wertgemindert. Gleichzeitig hat FP zum Bilanzstichtag eine Sonderabschreibung auf die aktivierten Entwicklungskosten der digitalen Signaturlösung FP Sign vorgenommen. Im Ergebnis liegen die verbleibenden Abwertungspotentiale im Bereich von nur noch 7-15% des geplanten Konzern-EBITDA bei einer Abwertungswahrscheinlichkeit von nur noch 20-40% und damit im gelben Bereich. Das globale IT-Risiko des Vorjahresberichts ist nach neuster Einschätzung aus der Gruppe der wesentlichen Risiken herausgefallen. Die Geschäftsfelder von FP sind auch weiterhin überdurchschnittlich von einer funktionierenden IT abhängig. Jedoch erscheint die Wahrscheinlichkeit für einen langen Ausfall oder den irreversiblen Verlust von Daten nach allen vorhandenen Sicherungsmaßnahmen nicht so hoch, dass sich in einer Netto-Betrachtung ein wesentliches Risiko ergibt. Zwar sind IT-Ausfall-Szenarien mit erheblich höheren Schadenspotentialen denkbar. Die Wahrscheinlichkeiten für diese Szenarien liegen jedoch entsprechend niedriger, so dass sich für alle Szenarien die gelbe Risikoklasse ergibt. Der FP-Konzern reduziert seine Währungsrisiken durch den Abschluss von Währungssicherungsgeschäften sowie den Einkauf im US-Dollarraum systematisch auf einen Betrag von weniger als 5% des budgetierten Konzern-EBITDA. Diese Politik verfolgte FP auch bereits in Vorjahren; der Ausweis des Risikos erfolgte zuletzt "brutto", d.h. ohne Einrechnung der Sicherungsgeschäfte, in diesem Jahr "netto". Insoweit hat sich keine Änderung des Risikos ergeben; das Risiko wird lediglich nicht mehr als wesentlich ausgewiesen. Das Loyalitätsrisiko, d.h. das Risiko, dass Mitarbeiter dem Unternehmen bewusst Schaden zufügen, besteht nach wie vor, FP sieht es aber gegenwärtig nicht mehr als wesentliches Risiko an. Insgesamt sind die Risiken beherrschbar und der Fortbestand des Konzerns ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet. Grundlegende Änderungen der Risikolage erwartet der FP-Konzern derzeit nicht. Organisatorisch hat das Unternehmen alle Voraussetzungen dafür geschaffen, frühzeitig über mögliche neue Risikosituationen informiert zu sein und schnell reagieren zu können. 8.2 CHANCEN DES FP-KONZERNS Der FP-Konzern hat die Chancen für das Geschäftsjahr 2020 primär qualitativ ermittelt und zusätzlich indikativ quantifiziert. Mit der Ende 2016 veröffentlichten Strategie ACT hatte der FP-Konzern seine Chancen in einem sich wandelnden Markt grundsätzlich überprüft und neu bewertet. 2019 hat FP die damals getroffenen Annahmen über das Markt- und Trendumfeld noch einmal verifiziert und gleichzeitig seine Erfolge bei der Umsetzung der einzelnen Strategiebausteine analysiert. Diese Analyse bestärkte den FP-Konzern nochmals in der Verfolgung der Strategie ACT. Die sich im Rahmen der weiteren Strategieumsetzung bietenden Chancen werden daher im kommenden Geschäftsjahr mit noch größerem Fokus verfolgt werden, als die Parallelität der unterschiedlichen Implementierungsstränge es unter den gegebenen Personalengpässen zuletzt zugelassen hatte. Insoweit knüpfen die Zukunftschancen 2020 unmittelbar an die im Vorjahr dargestellten Chancen an. Im Rahmen der Strategie wird FP seine bestehende Kundenbasis von rund 200.000 überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen weiter ausbauen. Zugleich ergibt sich pro bestehendem Kunden und mit jedem neuen Kunden die Chance, diesen auf dem Weg der Digitalisierung zu begleiten und ihm über die klassische Sendungsverarbeitung hinaus Produkte rund um die sichere digitale Kommunikation anzubieten. Insgesamt führt dies zu einer stärkeren, nachhaltigen Kundenbindung und einem höheren, nachhaltig profitablen Wachstum pro Kunde. Die ACT-Strategie berücksichtigt diese Chancen. Sie umfasst die drei Bestandteile Attack, Customer Journey und Transformation. Die Transformation des FP-Konzerns beinhaltet auch die grundlegende Modernisierung und Neugestaltung von Aufbau- und Ablauforganisation zur Steigerung von Effizienz, Qualität und Geschwindigkeit. Sie wird nach sorgfältiger Planung und Vorbereitung seit November 2018 im ACT-Projekt JUMP umgesetzt. Entsprechend der Entwicklung dieses und der übrigen laufenden ACT-Projekte wurden diese Chancen in der strategischen Konzernplanung, in der Prognose für 2019 und 2020 und den mittelfristigen Zielen bis 2021 berücksichtigt. Um den Erwartungen an den FP-Konzern gerecht zu werden, müssen das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens vorangetrieben sowie der mit ACT verbundene eigene Wandel noch schneller umgesetzt werden, indem FP neue Chancen frühzeitig erkennt und erfolgreich nutzt. 8.2.1 Chancen im Produktbereich Frankieren & Kuvertieren Trotz eines Rückgangs der zugestellten Postsendungen im globalen Durchschnitt bietet der Postmarkt für FP noch Wachstumschancen im Frankiermaschinengeschäft. FP konzentriert sich auf Systeme für kleinere und mittlere Briefaufkommen und kommt damit der veränderten Nachfrage entgegen. Daraus ergeben sich für den FP-Konzern grundsätzlich Chancen, an diesem Wachstum teilzuhaben (Attack). Aber auch in etablierten Postmärkten entstehen für den FP-Konzern gerade durch die Konzentration auf das kleine und mittlere Briefvolumen Chancen. Das gilt vor allem für Märkte, in denen der FP-Konzern bislang noch nicht präsent oder stark vertreten ist. Die im Zuge der Entwicklung von ACT durchgeführten Analysen zeigten, dass der FP-Konzern insbesondere in den Märkten USA und Frankreich große Wachstumschancen hat. So baut FP Schritt für Schritt seine Präsenz im Frankiermaschinenmarkt Frankreich aus. Potenzial sieht das Unternehmen aber auch in seinen angestammten Märkten USA, Kanada und Deutschland insbesondere durch die Verschiebung hin zum A-Segment. Mit der Einführung einer neuen Produktgeneration unter der Marke PostBase Vision in 2019 verfügt FP über eine neue Frankiermaschine. Damit will der FP-Konzern 2020 die gute Marktposition in seinen Hauptvertriebsgebieten weiter ausbauen. Ein aktueller Marktanteil von mehr als 12 % (Vorjahr: 11,5%) der weltweit installierten Frankiersysteme ist dafür eine stabile Basis. Daneben wird FP den Vertrieb über discoverFP vorantreiben, der als zusätzlicher, passiver und damit kostenschonender sowie ressourcenschonender Vertriebskanal fungieren kann. In discoverFP werden auch dem Kerngeschäft des FP-Konzerns eng verwandte Produkte dritter Unternehmen angeboten. Im Rahmen der Bestandskundenbetreuung wird FP darüber hinaus auch außerhalb von discoverFP verstärkt komplementäre Produkte anderer Hersteller anbieten (z.B. Multifunktionsdrucker für den gewerblichen Bedarf) und kann dadurch die im eigenen Geschäft ausgeübten Kundenkontakte mehr noch als bislang für die Erwirtschaftung zusätzlicher Erträge nutzen. Umgekehrt kann FP im Rahmen einer solchen Vertriebskooperation auch zusätzliche Leads von dem Kooperationspartner erhalten, die gleichzeitig die eigene Kundenbasis erhöhen können. 8.2.2 Chancen in den digitalen Geschäftsbereichen Zugleich treibt das Unternehmen die Vermarktung von Softwarelösungen wie etwa FP Sign voran, eine plattformbasierte Lösung für den sicheren, vertraulichen und rechtsverbindlichen digitalen Abschluss von Verträgen und den Austausch von Dokumenten. In vielen Branchen schreitet die Digitalisierung voran. Zugleich setzt das Unternehmen auf digitale Technologien, um mittel- und langfristig vom Trend der zunehmenden digitalen Transformation zu profitieren. Es zeigt sich, dass das im FP-Konzern vorhandene Know-how (vgl. Kapitel Forschung und Entwicklung) auch weit jenseits der Frankiersysteme oder digitaler Produkte und Services für neue Angebote genutzt werden kann. Insbesondere wurde die Entwicklungen von Produkten und Dienstleistungen rund um das Thema Internet of Things (IoT) im Geschäftsjahr 2019 weiter vorangetrieben. Dadurch ergeben sich für den FP-Konzern berechtigte Chancen, in diesem Geschäftsfeld Umsätze und Ergebnisse zu generieren. 8.2.3 Chancen aus dem ACT-Projekt JUMP Im Zuge der Umsetzung des ACT-Projekts JUMP werden konzernweit die bestehende Aufbau- und Ablauforganisation grundlegend neu aufgestellt. Zugleich wird damit konzernweit die Informationstechnologie (ERP/CRM) vereinheitlicht und modernisiert. Der FP-Konzern rechnet nach erfolgreicher Umsetzung mit hohen Qualitätszuwächsen, Effizienzgewinnen und Kosteneinsparungen. Die Effekte, die auf Grundlage der Projektplanung zu erwarten sind, wurden detailliert bewertet und sind in die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 und den Ausblick eingeflossen. 8.2.4 Gesamtaussage zur Chancensituation Im Rahmen der Risiko- und Chancenermittlung wurden im Herbst 2019 30 Chancen gemeldet im Gesamtvolumen von ca. 12 Mio. EUR bei benötigten Mitteln von 8 Mio. EUR. Trotz eines Rückgangs der zugestellten Postsendungen im globalen Durchschnitt gibt es zahlreiche Länder, in denen der Postmarkt ein Wachstumsmarkt ist. Anders als der Wettbewerb konzentriert sich der FP-Konzern auf Systeme für kleinere und mittlere Briefaufkommen und kommt damit der veränderten Nachfrage entgegen. Marktstudien zeigten, dass der FP-Konzern insbesondere in den Märkten USA und Frankreich große Wachstumschancen hat. Konkret verfügt das US-Geschäft von FP über große Potentiale der Neukundengewinnung mittels Telesales, da die Gesellschaft umfangreiche Lead-Listen führt, deren Bearbeitung bislang durch die verzögerte Einführung des neuen CRM-Systems nicht möglich ist. Die sich daraus ergebenden Chancen reichen zeitlich nach wie vor über das Geschäftsjahr 2020 hinaus. Daneben wird FP den Vertrieb über discoverFP vorantreiben, der als zusätzlicher, passiver und damit kosten- und ressourcenschonender Vertriebskanal fungieren kann. Flankierend wird die Markenbekanntheit von FP durch gezielte Maßnahmen weiter erhöht. Über discoverFP werden auch dem Kerngeschäft des FP-Konzerns eng verwandte Produkte dritter Unternehmen angeboten werden. Zusammenfassend stehen Chancen und Risiken aus der Transformation des FP-Konzerns einander ähnlich gegenüber wie im Vorjahr. Zeitlich betrachtet werden sie länger einer aktiven Steuerung bedürfen, als ursprünglich gedacht. 9. PROGNOSEBERICHT scroll
* Bereinigt um Investitionen in Finance Lease Assets und M&A sowie um Auszahlungen für JUMP. Die Prognose der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der SARS-CoV-2-Pandemie basiert auf Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) und des deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Sachverständigenrat). Aufgrund der Entwicklungen im Zuge der Ausbreitung der SARS-CoV-2-Pandemie werden die nachfolgenden Prämissen, die wesentliche Grundannahmen der ACT-Strategie und Basis der ursprünglichen Planungen für das Geschäftsjahr 2020 waren, bis auf weiteres ausgesetzt:
Die SARS-CoV-2-Pandemie stellt Gesellschaft, Wirtschaft und Staat vor enorme Herausforderungen. Derzeit sind die ökonomischen Folgen in ihrer gesamten Tragweite noch nicht absehbar, für die Prognose 2020 rechnet der FP-Konzern aber mit einem zumindest vorübergehenden erheblichen Einbruch der Wirtschaftsleistung in allen Märkten und Geschäftsfeldern des Unternehmens. Entscheidend wird dabei sein, wie lange der gesundheitspolitisch notwendige Lockdown in den einzelnen Ländern andauert, aber auch welche politischen Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft weltweit ergriffen werden. Kurzfristig geht FP mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass durch einen höheren Krankenstand sowie durch die Beeinträchtigung von Vertriebswegen und Produktionskapazitäten in allen vertikalen Märkten des Unternehmens mindestens bis Mitte des Geschäftsjahres 2020 mit einem deutlichem Nachfragerückgang bzw. Investitionszurückhaltung zu rechnen ist. Das Kerngeschäft Frankieren und Kuvertieren sowie der Produktbereich Mail Services sind in erheblichem Maße von der Entwicklung des Briefvolumens beeinflusst. Wie stark der generelle Rückgang des Briefvolumens durch die SARS-CoV-2-Pandemie beeinflusst wird, lässt sich noch nicht quantifizieren. Zumindest vorübergehend werden sich die konjunkturellen Effekte belastend auf das Briefvolumen und das Geschäft des FP-Konzerns auswirken, der zuletzt beobachtbare moderate Rückgang wird sich vermutlich verstärken. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die in die Zukunft gerichteten Aussagen auf Annahmen und Schätzungen beruhen. Die künftigen tatsächlichen Entwicklungen und tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Annahmen und Schätzungen erheblich abweichen. 9.1 ERWARTETE GESAMT- UND BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Das konjunkturelle Umfeld beeinflusst die künftige Branchenentwicklung und damit auch den künftigen Geschäftsverlauf des FP-Konzerns. Ein positives wirtschaftliches Umfeld erhöht die Investitionsneigung von Unternehmen, was sich auf das Frankier- und Kuvertiergeschäft positiv niederschlagen könnte. Bei einer robusten Konjunktur wächst zugleich die Innovationsbereitschaft von Unternehmen; dies begünstigt insbesondere das Software/Digital-Geschäft. Anfang des Jahres 2020 prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) eine robuste Entwicklung der Weltwirtschaft im laufenden Jahr und eine höhere Wachstumsrate des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Vergleich zu 2019. Für die Eurozone und Deutschland rechnete der Währungsfonds im Jahr 2020 mit stabilen, leicht steigenden Wachstumsraten. In den USA, dem wichtigsten Auslandsmarkt des FP-Konzerns, sollte sich das BIP-Wachstum in 2020 im Vergleich zum Vorjahr leicht abschwächen. Im Zuge der Ausbreitung der SARS-CoV-2-Pandemie sind diese Prognosen zwischenzeitlich nicht mehr gültig. Nach Ansicht des IWF befindet sich die Weltwirtschaft wegen der Pandemie bereits in einer Rezession. Die Wirtschaft in den USA und in weiteren reicheren Ländern geht bereits zurück, die weltweite Rezession werde im Jahr 2020 mit -3% hinsichtlich der Schwere ein deutlich stärkeres Ausmaß annehmen als in Folge der globalen Finanzkrise 2008/09. Auch die Industriestaaten-Organisation OECD erwartet wegen der SARS-CoV-2-Pandemie eine Rezession in vielen Volkswirtschaften. In einem Sondergutachten geht der Sachverständigenrat davon aus, dass die SARS-CoV-2-Pandemie die Weltwirtschaft stark beeinträchtigen wird. Die Ausbreitung des Virus hat die beginnende konjunkturelle Erholung gestoppt. Die deutsche Volkswirtschaft wird im Jahr 2020 deutlich schrumpfen. Die wirtschaftliche Entwicklung hängt von Ausmaß und Dauer der gesundheitspolitischen Maßnahmen und der darauf folgenden Erholung ab. Die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung ist aufgrund der außergewöhnlichen Situation und der schwierigen Datenlage sehr groß. 9.2 ERWARTETE GESCHÄFTSENTWICKLUNG DES FP-KONZERNS Die ACT-Strategie des FP-Konzerns setzt auf Wachstum im Kerngeschäft mit Frankiersystemen, das Angebot neuer Lösungen und Services zur Begleitung von Bestands- und Neukunden bei der Digitalisierung von Prozessen rund um die ein- und ausgehende Geschäftskommunikation sowie auf die Entwicklung neuer digitaler Produkte und Geschäftsmodelle jenseits der traditionellen Kundenbasis und Marktsegmente. Vor Ausbruch der SARS-CoV-2-Pandemie plante das Unternehmen auf Basis der ACT-Strategie, bei Frankiersystemen im Geschäftsjahr 2020 seine Aktivitäten in den weltweit attraktivsten Märkten USA und Frankreich weiter zu verstärken. Zudem sollte die Wettbewerbsposition insgesamt weiter verbessert werden. Das Unternehmen hat dafür gute Voraussetzungen geschaffen; mit der kompletten PostBase-Familie kann FP Produkte für kleinere und mittlere Briefaufkommen anbieten und kommt damit der veränderten Nachfrage entgegen. Mit der Markteinführung der neuen Produktgeneration unter der Marke PostBase Vision seit Mitte des Geschäftsjahres 2019 konnte der FP-Konzern seine gute Marktposition weiter festigen. Parallel beabsichtigte das Unternehmen, auch im Geschäftsjahr 2020 im Produktbereich Software/Digital weiter in hochsichere Lösungen für das Internet der Dinge (IoT) sowie für digitale Signaturen von Dokumenten zu investieren. Neben dem Fokus auf die Entwicklung profitablen Wachstums sollte im Geschäftsjahr 2020 die Umsetzung des ACT-Projektes JUMP und die Einführung einer weltweit einheitlichen ERP-/CRM-Landschaft weiter vorangetrieben werden. Die ökonomischen Folgen der SARS-CoV-2-Pandemie sind in ihrer gesamten Tragweite noch nicht absehbar. Der FP-Konzern rechnet aber mit einem zumindest vorübergehenden erheblichen Einbruch der Wirtschaftsleistung in allen Märkten und Geschäftsfeldern des Unternehmens. Kurzfristig geht FP mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass durch einen höheren Krankenstand sowie durch die Beeinträchtigung von Vertriebswegen und Produktionskapazitäten in allen vertikalen Märkten des Unternehmens mindestens bis Mitte des Geschäftsjahres 2020 mit einem deutlichem Nachfragerückgang bzw. Investitionszurückhaltung zu rechnen ist. Das Kerngeschäft Frankieren und Kuvertieren sowie der Produktbereich Mail Services sind in erheblichem Maße von der Entwicklung des Briefvolumens beeinflusst. In den neuen digitalen Geschäftsfeldern ist mit einer deutlichen Verzögerung in Kundenprojekten zu rechnen. Wie stark der generelle Rückgang des Briefvolumens sowie die Nachfrage in allen Produktbereichen des FP-Konzerns durch die SARS-CoV-2-Pandemie negativ beeinflusst werden, lässt sich noch nicht quantifizieren. Zumindest vorübergehend werden sich die konjunkturellen Effekte belastend auf das Briefvolumen und das Geschäft des FP-Konzerns auswirken. In der gegenwärtigen Pandemie-Lage hat der FP-Konzern umgehend umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um das Unternehmen auf die bevorstehenden Herausforderungen und die Zeit nach der Krise vorzubereiten. FP wird den Fokus insbesondere auf die Sicherstellung und den Ausbau der vorhandenen Konzernliquidität richten, um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens nachhaltig abzusichern. 9.3 ERWARTETE ENTWICKLUNG DER LEISTUNGSINDIKATOREN Die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 trägt den jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der SARS-CoV-2-Pandemie Rechnung. Entgegen dem ursprünglich für 2020 geplanten Umsatzanstieg um 5 bis 8 Prozent und einem EBITDA in der Größenordnung von 30 bis 34 Mio. Euro geht der FP-Konzern nunmehr für das Geschäftsjahr 2020 von einem deutlichen Rückgang bei Umsatz, EBITDA und bereinigtem Free Cashflow gegenüber dem Vorjahr aus. Die erwartete Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2020 steht grundsätzlich unter der Prämisse gleichbleibender Wechselkurse. Die nicht finanziellen Leistungsindikatoren dürften sich 2020 leicht verbessern. Sowohl für den Qualitätsindikator als auch für den Verbesserungsindikator ist eine leicht positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahreswert geplant. 10. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN 10.1 ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS ZU DEN ANGABEN §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Jede Aktie berechtigt zur Abgabe einer Stimme in der Hauptversammlung. Beschränkungen betreffend die Stimmrechte oder die Übertragung der Aktien bestehen nicht. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten Zum 31. Dezember 2019 bestanden die folgenden direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschritten: scroll
Die obigen Angaben basieren insbesondere auf Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), welche die Francotyp-Postalia Holding AG erhalten und veröffentlicht hat. Durch die Francotyp-Postalia Holding AG veröffentlichte Stimmrechtsmitteilungen sind im Internet unter: https://www.fp-francotyp.com/de/stimmrechtsmitteilungen/c8b5f191a4415969 1 abrufbar. 1 Dieser Querverweis ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Aktien mit Sonderrechten Die Francotyp-Postalia Holding AG hat keine Aktien mit Sonderrechten ausgegeben. Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung Es existieren keine Stimmrechtskontrollen. Gesetzliche Bestimmung der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung Gemäß Ziffer 6 Abs. 2 der Satzung der Francotyp-Postalia Holding AG erfolgen die Bestimmung der Anzahl der Vorstandsmitglieder, deren Bestellung sowie der Widerruf ihrer Bestellung durch den Aufsichtsrat. Nach Ziffer 6 Abs. 3 der Satzung kann der Aufsichtsrat einem Aufsichtsratsausschuss den Abschluss, die Änderung und Beendigung von Anstellungsverträgen der Vorstandsmitglieder übertragen. Die Satzung schreibt in Ziffer 23 Abs. 1 vor, dass die Hauptversammlung ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals fasst, falls das Gesetz oder die Satzung nicht zwingend eine größere Mehrheit vorschreiben. Stimmenthaltungen gelten als nicht abgegebene Stimmen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat gemäß Ziffer 15 Abs. 2 der Satzung Satzungsänderungen vornehmen, die nur die Fassung betreffen. Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Kapitalgenehmigungen für genehmigtes und bedingtes Kapital Am 11. Juni 2015 sind bei der FP Holding Hauptversammlungsbeschlüsse über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2015/I) in Höhe von 8.080.000 Euro und über die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung des Vorstandes zur Erhöhung des Grundkapitals (Genehmigtes Kapital 2011) und entsprechender Satzungsänderung gefasst worden. Das Grundkapital der Gesellschaft kann bis zum 10. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu 8.080.000 Euro erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß §186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung außerdem beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu 6.464.000 Euro durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/I). Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 10. Juni 2020 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des §18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu ändern. Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung die Anpassung des Bedingten Kapitals 2010/I beschlossen. Das Bedingte Kapital wurde in Höhe von 388.500 EUR gemindert, da der Aktienoptionsplan 2010 um 388.500 Optionen auf 656.500 Optionen gekürzt wurde. Ziffer 4 Absatz 5 der Satzung zum Bedingten Kapital 2010 wurde wie folgt geändert: "Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 656.500 Euro bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 656.500 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien." Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 959.500 Euro durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 gemäß dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil. Im Jahr 2017 hat der FP-Konzern von der Ausübung des angepassten Bedingten Kapitals 2010/I Gebrauch gemacht und das Grundkapital um 86.100 Aktien auf 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien erhöht. Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2020 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000 Euro zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 6.464.000 Euro nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen. Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen. Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§71d und 71e Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Juni 2020. Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2010 beschlossene Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien endete mit Wirksamwerden der neuen Ermächtigung. Bedingte Kapitalerhöhung und Aktienoptionspläne 2010 und 2015 Zur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. Textziffer (18) Eigenkapital. Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Mit Datum vom 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 10. Juni 2020 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen daran angeboten und auf diese übertragen werden, sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt und sofern der für die eigenen Aktien zu erbringende Gegenwert nicht unangemessen niedrig ist. Die eigenen Aktien können auch zur Einführung an einer ausländischen Börse, an denen die Aktien bisher nicht zum Handel zugelassen war, ausgegeben oder gegen Barzahlung an Dritte veräußert oder einzelnen Mitgliedern des Vorstands anstelle einer Barvergütung angeboten werden zu einem Preis, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Die eigenen Aktien können auch zur Bedienung des Aktienoptionsplans 2010 und 2015 verwendet oder eingezogen werden. Am 9. Oktober 2017 hat der Vorstand die Durchführung eines Aktienrückkaufprogramms beschlossen und mitgeteilt. Das Rückkaufprogramm startete am 13. Oktober 2017 und endete am 12. Januar 2018. Mit den eigenen Aktien sollen zukünftig Bezugsrechte bedient werden, die unter Aktienoptionsprogrammen ausgegeben und ausgeübt wurden oder werden. Damit vermeidet die Gesellschaft die Ausgabe neuer Aktien und eine Verwässerung des Aktienanteils der Aktionäre. Zweck der Aktienoptionen ist die nachhaltige Verknüpfung der Interessen der Unternehmensführung und der Führungskräfte mit den Interessen der Aktionäre an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes. Die langfristig angelegten Vergütungschancen stehen in enger Verbindung zum Unternehmenserfolg. Der Aktienrückkauf erfolgte nach Maßgabe der Safe-Harbour-Regelungen der Artikel 5, 14 und 15 der Marktmissbrauchsverordnung in Verbindung mit den Bestimmungen der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates durch technische Regulierungsstandards für die auf Rückkaufprogramme und Stabilisierungsmaßnahmen anwendbaren Bedingungen ("Delegierte Verordnung"). Die Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG wurden zu Marktpreisen im Einklang mit den Handelsbedingungen gemäß Art. 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016 erworben. Insbesondere wurden die Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG nicht zu einem Kurs erworben, der über dem des letzten unabhängig getätigten Abschlusses oder (sollte dieser höher gewesen sein) über dem des derzeit höchsten unabhängigen Angebots auf dem Handelsplatz, auf dem der Kauf stattfand, lag. Darüber hinaus hat die Francotyp-Postalia Holding AG an einem Handelstag nicht mehr als 25 % des durchschnittlichen täglichen Aktienumsatzes auf dem Handelsplatz, auf dem der Kauf erfolgte, erworben. Der durchschnittliche tägliche Aktienumsatz wurde auf Basis des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens während der 20 Börsentage vor dem jeweiligen Kauftermin berechnet. Die Francotyp-Postalia Holding AG beauftragte ein Kreditinstitut mit dem Erwerb von Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG. Das Kreditinstitut traf seine Entscheidungen über den Zeitpunkt des Erwerbs von Aktien entsprechend Artikel 4 Abs. 2b) der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016 unabhängig und unbeeinflusst von der Francotyp-Postalia Holding AG. Die Francotyp-Postalia Holding AG hat insoweit keinen Einfluss auf die Entscheidungen des Kreditinstitutes genommen. Das Kreditinstitut war insbesondere verpflichtet, die Handelsbedingungen des Artikels 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016 und die in diesem Aktienrückkaufprogramm enthaltenen Vorgaben einzuhalten. Bis zum Ende des Programms am 12. Januar 2018 wurden insgesamt 398.493 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 4,6667 Euro erworben. Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und Entschädigungsvereinbarung des Mutterunternehmens für den Fall eines Übernahmeangebots Eine wesentliche Vereinbarung der Konzernmuttergesellschaft Francotyp-Postalia Holding AG, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots steht, ist der aktuelle Konsortialdarlehensvertrag, der ein Kündigungsrecht im Fall von "Change of Control" vorsieht. Weitere Vereinbarungen wurden weder mit Dritten noch mit Tochterunternehmen getroffen. Mit den Mitgliedern des Vorstands bestehen für den Fall eines Kontrollwechsels Vereinbarungen, die der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 5 des Deutschen Corporate Goverance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprechen. 10.2 NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG Im Hinblick auf die nichtfinanziellen Informationen wird auf die Ausführungen im gesonderten zusammengefassten Nachhaltigkeitsbericht der Francotyp-Postalia Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung 1) (§§ 289b, 315b HGB), im Internet unter https://www.fp-francotyp.com/nachhaltigkeitsbericht, verwiesen. 1) Die nichtfinanzielle Erklärung ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 11. VERGÜTUNGSBERICHT Der Bericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 und enthält Angaben nach den Erfordernissen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) sowie der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts. 11.1 VERGÜTUNGSSYSTEM ALLGEMEIN Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat auf der Grundlage einer Leistungsbeurteilung festgelegt. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Hierbei berücksichtigt der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt auch in der zeitlichen Entwicklung, wobei der Aufsichtsrat für den Vergleich festlegt, wie der obere Führungskreis und die relevante Belegschaft abzugrenzen sind. Die Gesamtvergütung des Vorstands setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:
Als weitere Komponenten umfasst die Gesamtvergütung eine Bonuszusage für den Fall der nachhaltigen Entwicklung der "earnings per share" sowie eine Beteiligung über virtuelle Gesellschaftsanteile. 11.2 ERFOLGSUNABHÄNGIGE BESTANDTEILE 11.2.1 Festvergütung Die Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Grundvergütung von Rüdiger Andreas Günther (CEO/CFO) beträgt 400.000 Euro pro Jahr bzw. mit Wirkung zum 1. Juli 2019 430.000 Euro pro Jahr, die Grundvergütung von Patricius de Gruyter (CSO) und Sven Meise (CDO/COO) beträgt 310.000 Euro pro Jahr. 11.2.2 Nebenleistungen Die Nebenleistungen enthalten die Kosten für bzw. den geldwerten Vorteil von Sachbezügen und weiteren Nebenleistungen wie die Bereitstellung eines Dienstwagens, Zuschüsse zu Versicherungen und Unterkunft. 11.3 ERFOLGSABHÄNGIGE BESTANDTEILE 11.3.1 Variable Vergütung Die variable Vergütung ("Bonus") für den CEO/CFO enthält sowohl kurzfristige als auch langfristige Elemente. Für den Bonus werden für Mindestziele ("Floor"), Ziele für eine Zielerreichung von 100 % und Ziele für einen Maximalbetrag bei 175 % ("Cap") festgelegt. Eine Anpassung des Bonus aufgrund schwankender Wechselkurse bzw. wirtschaftlicher oder politischer Ereignisse kommt nicht in Betracht. Die Bonusziele basieren auf dem Budget, das Vorstand und Aufsichtsrat in den Aufsichtsratssitzungen im November und Dezember 2018 abgestimmt haben und das der langfristigen erfolgreichen Entwicklung der Gesellschaft dienen soll. Für den Zeitraum der Geschäftsjahre 2019 bis 2022 wurden Ziele für folgende Leistungsindikatoren ("KPI") vereinbart: Umsatz im Produktbereich Frankieren & Kuvertieren, Umsatz im Produktbereich Software/Digital, Ertragserwartungen aus dem JUMP-Programm (brutto ausschließlich der Kosten), EBITDA (nach Berücksichtigung aller von der Gesellschaft an sämtliche Vorstandsmitglieder zu leistenden Bonuszahlungen und vor IFRS 16-Effekten), bereinigter Free Cashflow (hierbei kommt eine Gesamtbetrachtung über den 4-Jahres-Zeitraum zur Anwendung). Die vier erstgenannten KPI sind gleichwertig und tragen zu jeweils 22,5 % zur Ermittlung der variablen Vergütung bei. Das letztgenannte Ziel für den bereinigten Free Cashflow fließt mit 10 % in die Ermittlung des Bonus ein. Liegt der Grad der Zielerreichung bei dem jeweiligen KPI zwischen dem Floor (0 %) und dem 100 %-Wert bzw. zwischen dem 100 %-Wert und dem CAP, so fließt der jeweilige Wert pro rata in die Berechnung der variablen Vergütung ein. Hinsichtlich der Auszahlung des Bonus für den CEO/CFO gilt folgende Regelung: 60 % des Bonus für ein abgelaufenes Geschäftsjahr werden zusammen mit dem Gehalt für den Monat ausgezahlt, der dem Monat der Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung auf der Jahreshauptversammlung nachfolgt. Weitere 20 % des Bonus werden in dem darauf folgenden Jahr zusammen mit dem Gehalt für den Monat ausgezahlt, der dem Monat der Beschlussfassung über den Jahresabschluss nachfolgt. Die verbleibenden 20 % des Bonus werden ein weiteres Jahr später ausgezahlt. Die Auszahlungen der beiden 20 %-Tranchen stehen dabei unter der Bedingung, dass in dem Geschäftsjahr, das der Auszahlung der jeweiligen Tranche vorausgeht, zumindest hinsichtlich eines der vier erstgenannten Ziele das Mindestziel ("Floor") erreicht wurde. Bezüglich des Langfristziels des bereinigten Free Cashflows erfolgt die endgültige Bewertung des Erfüllungsgrades der Zielerreichung am Ende des 4-Jahres-Zeitraumes auf Basis des kumulierten bereinigten Free Cashflows über diesen Zeitraum. In den einzelnen Jahren erfolgen Abschlagszahlungen auf Basis einer Zielerreichung von 100 %. Am Ende der Betrachtungsperiode erfolgt eine Anpassung der Beträge auf Basis des tatsächlichen Zielerreichungsgrades und eine Verrechnung mit den Abschlagszahlungen. Etwaige Nachzahlungen zugunsten bzw. Kürzungen zu Lasten des CEO/CFO erfolgen im Rahmen der Berechnung der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2022. Sollte die variable Vergütung des CEO/CFO für das Geschäftsjahr nicht ausreichen, um zurückzuerstattende Beträge zu verrechnen, erfolgt die Verrechnung mit anderen Vergütungsbestandteilen (Festgehalt, earnings per share oder Zahlungen aus den virtuellen Aktien). Sollten auch diese offenen Beträge nicht ausreichen, um die zurückzuerstattenden Beträge zu verrechnen, wird der CEO/CFO den nicht verrechneten Betrag innerhalb eines Monats nach der Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung für das Geschäftsjahr 2022 auf der Jahreshauptversammlung zurückerstatten. Der Aufsichtsrat behält sich vor, für besondere Leistungen des CEO/CFO Ziele vorzugeben, die dann mit einem Sonderbonus honoriert werden können. Die variable Vergütung für die Tätigkeiten des CDO/COO und des CSO enthalten unter anderem eine kurzfristige variable Vergütungskomponente ("Jahresbonus") und eine langfristige variable Vergütungskomponente ("Langfristbonus"). Der Jahresbonus ist abhängig von erzielten finanziellen Leistungsindikatoren, und zwar jeweils nach Berücksichtigung aller von der Gesellschaft zu leistenden Bonuszahlungen. Maßgeblich für die Ermittlung des Jahresbonus ist das vom Aufsichtsrat genehmigte Budget des jeweiligen Geschäftsjahres und der Zielerreichungsgrad. Die kurzfristige variable Vergütung des CDO/COO ist abhängig vom erreichten "Free Cashflow" und "Jahresüberschuss". Aufgrund seiner zeitlich begrenzten Einflussmöglichkeiten wurde dem CSO für das Geschäftsjahr 2018 ein anteiliger Jahresbonus basierend auf einer 100%-igen Zielerreichung fest zugesagt. Für die Folgejahre hat der Aufsichtsrat im Einvernehmen mit dem Vorstandsmitglied die Grundlagen und die Ermittlungs- bzw. Berechnungsmethoden für den Jahresbonus gesondert festzulegen. Für den Aufsichtsrat ist bei der Festlegung wesentlich, dass der Jahresbonus sämtlicher Vorstandsmitglieder kohärent gestaltet wird. Der Langfristbonus ist auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet und wird unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Geschäftsjahre für die gesamte Vertragslaufzeit berechnet. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Es kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0". Der saldierte Langfristbonus wird in dem Monat zur Zahlung fällig, der dem Monat folgt, in dem der Jahresabschluss über den letzten Monat der Vertragslaufzeit festgestellt wird. Auf den zu erwartenden Langfristbonus erhalten der CDO/COO und CSO eine jährliche Abschlagszahlung. Steht fest, dass der Langfristbonus nicht gewährt wird, erfolgt keine Abschlagszahlung. Das Vorstandsmitglied ist verpflichtet, nach der Feststellung des endgültigen Langfristbonus eine etwaige Differenz zwischen den Abschlagszahlungen und dem festgestellten Langfristbonus unverzüglich der Gesellschaft zurückzuzahlen. Der Langfristbonus des CDO/COO wird an der Erreichung von Konzernzielen und individuellen auf die Nachhaltigkeit ausgerichteten Zielen gemessen. Die beiden Zielbestandteile (Konzernziele und individuelle Ziele) haben hierbei einen Anteil von 70 % (Konzernziele) und 30 % (individuelle Ziele). Die Zielbestandteile sind additiv verknüpft, so dass eine Untererfüllung einzelner Ziele (Konzern- oder individueller Ziele) durch eine Übererfüllung der anderen Ziele (Konzern- oder individueller Ziele) im gleichen Jahr kompensiert werden kann. Die Konzernziele werden aus den Kennzahlen "EBITDA" und "Umsatz" gebildet, und zwar jeweils nach Berücksichtigung aller von der Gesellschaft zu leistenden Bonuszahlungen. "EBITDA" und "Umsatz" gehen jeweils mit 50 % in die Berechnung der Konzernziele ein und sind additiv verknüpft. Die zu erreichenden Kennzahlen ergeben sich aus dem vom Aufsichtsrat genehmigten Budget. Die individuellen Ziele für den CDO/COO richten sich an den folgenden zwei Merkmalen aus, die jeweils mit 50 % in die Ermittlung der Zielerreichung der individuellen Ziele eingehen und additiv verknüpft sind: a) Neue digitale Produkte: Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftsmodells mit neuen digitalen Produkten wie FP Sign, IoT oder ähnlicher Produkte; b) Umsatzsteigerung in den Geschäftsbereichen "freesort" und "IAB". Aufgrund seiner zeitlich begrenzten Einflussmöglichkeiten wurde dem CSO für das Geschäftsjahr 2018 ein anteiliges Guthaben basierend auf einer 100%-igen Zielerreichung fest zugesagt. Für die Folgejahre wird der Aufsichtsrat im Einvernehmen mit dem Vorstandsmitglied die Grundlagen, Nachhaltigkeitsziele und die Ermittlungs- bzw. Berechnungsmethoden für den Langfristbonus festlegen. Für den Aufsichtsrat ist bei der Festlegung wesentlich, dass der Langfristbonus der Vorstandsmitglieder kohärent gestaltet wird. Für alle Vorstandsmitglieder umfasst die Gesamtvergütung als weitere Komponente eine Bonuszusage für eine einmalige Prämie für den Fall, dass ein während der Vertragslaufzeit, aber spätestens bis 2023 aufgestellter und geprüfter Konzernabschluss unter Berücksichtigung der Prämienzahlungen an alle Vorstände ein auf ein Geschäftsjahr bezogenes "earnings per share" von mindestens 1,00 Euro ausweist. 11.3.2 Langfristige aktienbasierte Vergütung Als langfristige aktienbasierte Vergütung werden verfallbare Aktienzusagen (Stock-Options) gewährt. Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 11. Juni 2015 hat beschlossen, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des §15 AktG und an Führungskräfte des FP-Konzerns Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, Stock-Options insgesamt maximal bis zur gesetzlichen Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals zu beziehen (Aktienoptionsplan 2015). Zur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang Abschnitt IV. Textziffer (18) Eigenkapital. Die Vorstandsmitglieder erhalten für die Dauer ihrer Bestellung jeweils am 1. Januar (CEO/CFO) bzw. am 1. März (CDO/COO und CSO) des Jahres virtuelle Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG zu einem Basispreis gutgeschrieben. Der CEO/CFO erhält jeweils 60.000 virtuelle Aktien (beginnend mit dem 1. Januar 2020), der CDO/COO und der CSO erhalten jeweils 30.000 Stück. Der Basispreis ergibt sich als arithmetisches Mittel der Xetra-Tagesschlusskurse der letzten 90 Handelstage vor dem Zuteilungsdatum. Als Voraussetzung für die Zuteilung der virtuellen Aktien haben der CEO/CFO jeweils 25 %, der CDO/COO und der CSO jeweils 15 %der Anzahl der ihnen zugeteilten virtuellen Aktien als echte Aktien eigenhändig zu erwerben und für eine Dauer von vier Jahren ab dem jeweiligen Erwerb (Sperrfrist) zu halten. Wenn weniger echte eigene Aktien im Geschäftsjahr erworben worden, verringert sich die Anzahl der virtuellen zuzuteilenden Aktien entsprechend anteilig. Nach Ablauf von vier Jahren (Haltefrist je Tranche) können der CEO/CFO während weiterer zwei, der CDO/COO und der CSO während weiterer vier Jahre zu einem von ihnen zu bestimmenden Zeitpunkt von der Gesellschaft die Rücknahme aller ihnen mit der jeweiligen Tranche zugeteilten virtuellen Aktien zu einem Ausübungspreis verlangen. Der Ausübungspreis errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel der Xetra-Tagesschlusskurse der letzten 90 Handelstage, gerechnet ab dem Datum der Rückgabeerklärung. Der Ausübungspreis muss mindestens 10 % über dem Basispreis liegen. Liegt der Ausübungspreis niedriger, entfällt der Rücknahmeanspruch ersatzlos. Dem Vorstand steht mit der Rücknahme der virtuellen Aktien die Differenz zwischen Basispreis und Ausübungspreis, multipliziert mit der Stückzahl der virtuellen Aktien der Tranche in bar zu. Aus dieser Vergütung entstehende Ansprüche sind für den CEO/CFO pro Tranche auf den Betrag von 600.000 Euro, für den CDO/COO und den CSO auf jeweils 300.000 Euro begrenzt. 11.4 ZUSAGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT IM VORSTAND Wird die Bestellung zum Vorstand nach § 84 Abs. 3 AktG widerrufen oder legt das Vorstandsmitglied das Vorstandsamt nieder, so endet auch der Dienstvertrag. Beruht der Widerruf auf einem wichtigen Grund, der nicht zugleich ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB für die fristlose Kündigung des Dienstvertrages ist, so endet der Dienstvertrag erst mit Ablauf einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Monatsende ab Zugang des Widerrufs beim Vorstandsmitglied. Für den Vorstandsvertrag des CEO/CFO gilt zudem, dass das Vorstandsmitglied im Falle des Widerrufs Anspruch auf eine pauschale, am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von 100 % seiner letzten Jahresgesamtvergütung (Jahresfestgehalt und Bonus) hat, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit. Der Vertrag für den CDO/COO sieht im Fall des Widerrufs eine pauschale am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von neun Monatsvergütungen, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit vor. Der CSO erhält bei Widerruf eine pauschale, am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von 50 % seiner letzten Jahresgesamtvergütung (Jahresfestgehalt, Jahresbonus und Guthaben/ Malus des Langfristbonus), maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit. Bei vorzeitiger Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund dürfen Zahlungen an die Vorstandsmitglieder einschließlich Nebenleistungen jeweils den Wert einer Jahresvergütung nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrages vergüten. Für die Berechnung des Abfindungsanspruchs und des Abfindungs-Caps ist auf die Gesamtvergütung des letzten abgelaufenen Geschäftsjahres abzustellen. 11.5 VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS IM GESCHÄFTSJAHR 2019 11.5.1 Vergütung der Mitglieder des Vorstands Für die Darstellung der Gesamtvergütung des Vorstandes gemäß DRS 17 verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang Abschnitt V. Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat. Die nachfolgenden Darstellungen der Vorstandsvergütung entsprechen den Empfehlungen desDeutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner Fassung vom 7. Februar 2017. So werden die im Berichtsjahr gewährten Zuwendungen und auch die Werte, die im Minimum beziehungsweise im Maximum erreicht werden können, angegeben. scroll
1) Die einjährige variable Vergütung enthält gemäß Dienstvertrag vom 28.05.2019 sowohl kurzfristige als auch langfristige Elemente. Der Betrag setzt sich zusammen aus einer Zuführung zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 603. Im Vorjahr resultierte der Wert aus geleisteten Zahlungen in Höhe von TEUR 332, einer Inanspruchnahme von Rückstellungen in Höhe von TEUR 332 und Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 340 und einem periodenfremden Ertrag aus Rückstellungsauflösung von TEUR 8. 2) Gemäß Dienstvertrag enthält die Vergütung keinen separaten Langfristbonus. Im Vorjahr resultierte der Wert von TEUR 180 aus einer Zuführung zu Rückstellungen. 3) Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Am Ende der Vertragslaufzeit kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0". scroll
1) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus geleisteten Zahlungen in Höhe von TEUR 64, einer Inanspruchnahme von Rückstellungen in Höhe von TEUR 64 und Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 110. 2) Dieser Betrag resultiert aus geleisteten Zahlungen in Höhe von TEUR 50, der Inanspruchnahme von Rückstellungen in Höhe von TEUR 50 sowie aus Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 150. Im Vorjahr resultierte der Betrag aus Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 88. 3) Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Am Ende der Vertragslaufzeit kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0". scroll
1) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 200. Im Vorjahr setzte sich dieser Betrag zusammen aus geleisteten Zahlungen in Höhe von TEUR 97, einer Inanspruchnahme von Rückstellungen in Höhe von 97 TEUR, einem periodenfremden Ertrag aus Rückstellungsauflösungen in Höhe von TEUR 3 und Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 200. 2) Dieser Betrag resultiert aus Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 144. Im Vorjahr resultierte dieser Betrag aus geleisteten Zahlungen in Höhe von TEUR 43, einer Inanspruchnahme von Rückstellungen in Höhe von TEUR 43, einer Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 56 und Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von TEUR 150. 3) Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Am Ende der Vertragslaufzeit kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0". FP hat keine alljährlich wiederkehrenden Aktienoptionspläne, sondern regelmäßige mehrjährige Aktienoptionspläne. Im Zusammenhang mit der Vorstandsvergütung stehen folgende Zahlungsabflüsse: scroll
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Von den im Geschäftsjahr 2015 und 2016 gewährten Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf den Vorstand insgesamt 360.000 Optionen. Eine Option berechtigt zum Bezug einer nennwertlosen Inhaberaktie (Stückaktie) der Francotyp-Postalia Holding AG. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Optionen aus dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt. Die Möglichkeit der Ausübung der gewährten Optionen begann im Geschäftsjahr 2019 (Ausgabe 2015) bzw. beginnt in 2020 (Ausgabe 2016) und endet im Geschäftsjahr 2024 (Ausgabe 2015) bzw. 2025 (Ausgabe 2016). Die in den obigen Tabellen als Versorgungsaufwand ausgewiesenen Beträge sind Zuschüsse zur Altersvorsorge und Teil der an die Vorstände gezahlten fixen Entgelte. Die Nebenleistungen bestehen im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Vorgaben anzusetzenden Werten aus der Dienstwagennutzung. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern sind im Geschäftsjahr 2019 wie im Vorjahr nur unwesentliche Beträge zurückgestellt (2019: TEUR 4; 2018: TEUR 3). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31. Dezember 2019 TEUR 1.354 zurückgestellt (im Vorjahr TEUR 1.129). Den Rückstellungen wurden im Berichtsjahr 2019 TEUR 19 (im Vorjahr TEUR 17) zugeführt. Davon entfallen TEUR 1 auf Service Cost und TEUR 18 auf Interest Cost. 11.5.2 Vergütung des Aufsichtsrats Durch Beschluss der Hauptversammlung wird die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder in der Satzung festgelegt. Die Aufsichtsratsvergütung trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder Rechnung und berücksichtigt sowohl den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz wie auch die mögliche Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats. Eine variable Vergütung ist dabei nicht vorgesehen. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit etwa zur Last fallende Umsatzsteuer geschäftsjährlich eine feste im letzten Monat des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von TEUR 30. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2009 150 % und für seinen Stellvertreter 125 % der Vergütung für das normale Aufsichtsratsmitglied. Die Festvergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2019 TEUR 110 (im Vorjahr TEUR 113). Die Gesamtsumme teilt sich auf in TEUR 45 für Herrn Klaus Röhrig, TEUR 30 für Herrn Robert Feldmeier, TEUR 31 für Herrn Botho Oppermann und TEUR 4 für Herrn Dr. Mathias Schindl. 11.6 AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT Da der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien übersteigt, führen wir den Gesamtbesitz getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat hier auf: scroll
12. FRANCOTYP-POSTALIA HOLDING AG (KURZFASSUNG HGB) Die Francotyp-Postalia Holding AG (FP Holding) ist das Mutterunternehmen des FP-Konzerns und hat ihren Sitz in Berlin, Deutschland. Die Geschäftsanschrift lautet Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin. Die FP Holding bietet indirekt über ihre Tochter- und Enkelgesellschaften mit den Produktbereichen Frankieren und Kuvertieren, Mail Services sowie Software/Digital digitale Lösungen für Unternehmen und Behörden sowie Produkte und Dienstleistungen zur effizienten Postverarbeitung und Konsolidierung von Geschäftspost an. FP ist in zehn Ländern mit eigenen Tochtergesellschaften und über ein eigenes Händlernetz in 40 weiteren Ländern vertreten. Aus seiner mehr als 97-jährigen Unternehmensgeschichte heraus verfügt FP über spezielle Kompetenzen in den Bereichen Aktorik, Sensorik, Kryptografie und Konnektivität. Bei Frankiersystemen hat FP einen weltweiten Marktanteil von zwölf Prozent und verfügt im Digitalbereich über hochsichere Lösungen für das Internet der Dinge (IoT) sowie für digitale Signaturen von Dokumenten. Die FP Holding nimmt im Wesentlichen Aufgaben einer klassischen Management-Holding wahr. Da sie selbst kein operatives Geschäft ausübt, ist die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft abhängig von den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften. Relevante Kennziffern für die FP Holding sind im Wesentlichen die Kennzahlen Beteiligungsergebnis sowie der Jahresüberschuss/-fehlbetrag. Quantitative Informationen über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden für Steuerungszwecke derzeit nicht erhoben. Der Jahresabschluss der FP Holding wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss folgt den International Financial Reporting Standards (IFRS). Daraus resultieren Unterschiede bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese betreffen vor allem immaterielle Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Finanzinstrumente, Leasinggeschäfte und latente Steuern. 12.1 ERTRAGSLAGE scroll
12.1.1 Umsatzerlöse Bei unveränderten Dienstleistungsfunktionen der FP Holding resultierte die Zunahme der Umsatzerlöse der FP Holding im Geschäftsjahr 2019 aus erhöhten Konzernumlagen für Beratungsleistungen gegenüber den inländischen Tochtergesellschaften. 12.1.2 Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Berichtsjahr im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. 12.1.3 Materialaufwand Der Rückgang des Materialaufwandes aus bezogenen Leistungen im Berichtsjahr resultiert im Wesentlichen aus gegenüber dem Vorjahr verminderten Instandhaltungskosten, Reisekosten und übrigen Personalkosten. Belastend im Geschäftsjahr 2019 wirkten höhere Aufwendungen für kaufmännische und technische Weiterbildung. 12.1.4 Personalaufwand Der Anstieg im Personalaufwand im Geschäftsjahr 2019 ist primär Folge der Einstellung neuer Mitarbeiter im Zuge der weiteren Professionalisierung der FP Holding im Rahmen der ACT-Strategie des FP-Konzerns sowie allgemeiner Entgelterhöhungen. 12.1.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen und Wertberichtigungen Der leichte Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Berichtsjahr ist im Wesentlichen auf erhöhte übrige Personalkosten (0,2 Mio. Euro), Aufwendungen für Werbung (0,1 Mio. Euro) und erhöhte Konzernumlagen (0,1 Mio. Euro) zurückzuführen. Die Rechts- und Beratungskosten verminderten sich im Berichtsjahr um 0,2 Mio. Euro. Die Aufwendungen für Beratungsleistungen im ACT-Projekt JUMP beeinflussten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen dabei in Höhe von 1,8 Mio. Euro (im Vorjahr 2,3 Mio. Euro). Die Abschreibungen verblieben im Geschäftsjahr 2019 auf Vorjahrsniveau. 12.1.6 Beteiligungsergebnis Der deutliche Anstieg des Beteiligungsergebnisses im Geschäftsjahr 2019 beruht im Wesentlichen auf höheren Ergebnisabführungen aufgrund einer im Vorjahresvergleich positiven operativen Entwicklung sowie deutlich erhöhter Gewinnausschüttungen ausländischer verbundener Unternehmen (+7,4 Mio. Euro). Die Ergebnisabführungen wurden im Berichtsjahr außerdem durch die konzernweite Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für die Abschreibung im Anlagevermögen in Höhe von 3,1 Mio. Euro positiv beeinflusst. Im Vorjahr hatten zudem Sondereffekte, überwiegend personalbezogene Aufwendungen für das ACT-Projekt JUMP in Höhe von 5,4 Mio. Euro das Beteiligungsergebnis der FP Holding stark belastet. 12.1.7 Zinsergebnis Der Rückgang des Zinsergebnisses im Geschäftsjahr 2019 resultiert im Wesentlichen aus steuerlich bedingten einmaligen Zinsaufwendungen aus der Umgliederung der Rückstellungen für laufende Betriebsprüfungen in Höhe von 0,3 Mio. Euro. 12.1.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag Der Aufwand aus den Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von -3,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro Ertrag) folgt primär aus dem positiven steuerlichen Ergebnis der aktuellen Periode, der ertragswirksamen Anpassung latenter Steuern für Vorperioden, unter anderem aufgrund von nachträglichen Veränderungen steuerbilanzieller Korrekturen. Im Geschäftsjahr 2019 beeinflussten zudem Steuerbelastungen für Vorjahre im Zusammenhang mit laufenden Betriebsprüfungen die Steuern vom Einkommen und Ertrag. 12.1.9 Jahresüberschuss Im Wesentlichen aufgrund des deutlich erhöhten Beteiligungsergebnisses erzielte die FP Holding im Geschäftsjahr 2019 einen Jahresüberschuss von 9,1 Mio. Euro (im Vorjahr Jahresfehlbetrag in Höhe von 3,8 Mio. Euro). 12.2 FINANZLAGE LIQUIDITÄTSANALYSE in Mio. Euro scroll
Der Rückgang des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2019 beruht im Wesentlichen aus der Zunahme bzw. Abnahme der konzerninternen Forderungen (+5,2 Mio. Euro) und Verbindlichkeiten (3,3 Mio. Euro). Der negative Cashflow aus Investitionstätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2019 im Wesentlichen im Zuge des Anstiegs von Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 3,8 Mio. Euro. Der Rückgang des negativen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Berichtsjahr resultiert aus einer geringeren Dividendenzahlung in Höhe von 0,5 Mio. Euro (im Vorjahr 1,9 Mio. Euro) sowie durch niedrigere Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 0,6 Mio. Euro (im Vorjahr 3,7 Mio. Euro). Zum 31. Dezember 2019 verfügte die FP Holding über freie Kreditlinien in Höhe von 109,5 Mio. Euro. Die FP Holding konnte im Geschäftsjahr 2019 zu jedem Zeitpunkt ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen. 12.3 VERMÖGENSLAGE Verkürzte Bilanz der FP Holding scroll
12.3.1 Anlagevermögen Das Anlagevermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2019 im Wesentlichen im Zuge des Anstiegs von Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 3,8 Mio. Euro. 12.3.2 Umlaufvermögen Der Anstieg des Umlaufvermögens im Berichtsjahr resultiert insbesondere aus der Zunahme der konzerninternen Forderungen (+5,2 Mio. Euro). Die Veränderung steht im Zusammenhang mit der konzerninternen Finanzierung der Tochtergesellschaften. 12.3.3 Eigenkapital Das Eigenkapital entwickelte sich im Geschäftsjahr 2019 im Wesentlichen aufgrund des Jahresüberschusses in Höhe von 9,1 Mio. Euro deutlich positiv. Die Eigenkapitalquote der FP Holding erhöhte sich im Berichtsjahr von 50,9 % auf 54,5 %. 12.3.4 Rückstellungen Der leichte Anstieg der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2019 beruht im Wesentlichen auf erhöhten Rückstellungen für Steuern und Zinsen auf Steuern in Höhe von 2,7 Mio. Euro (im Vorjahr 2,1 Mio. Euro). Die Zuführungen zu Rückstellungen für Steuern und Zinsen auf Steuern resultieren aus der erwarteten Steuerbelastung für das Geschäftsjahr 2019 sowie Anpassungen der Risikovorsorge für Betriebsprüfungen der Vorjahre. Die sonstigen Rückstellungen verminderten sich im Berichtsjahr leicht auf 5,5 Mio. Euro (im Vorjahr 5,7 Mio. Euro). Entlastet wurden die sonstigen Rückstellungen dabei durch einen Rückgang der Rückstellungen für Beratungskosten für das ACT-Projekt JUMP auf 0,5 Mio. Euro (2018: 1,4 Mio. Euro), gegenläufig wirkten höhere Prämienrückstellungen zum Bilanzstichtag (+0,5 Mio. Euro). 12.3.5 Verbindlichkeiten und passive latente Steuern Der Rückgang der Verbindlichkeiten und passiven latenten Steuern im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 1,0 Mio. Euro beruht im Wesentlichen auf einer Verminderung der konzerninternen Verbindlichkeiten (3,3 Mio. Euro). Die Veränderung steht im Zusammenhang mit der konzerninternen Finanzierung der Tochtergesellschaften. Entlastend wirkte auch der leichte Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Berichtsjahr (-0,6 Mio. Euro). Gegenläufig wirkte zum Bilanzstichtag der saldierte Ausweis der latenten Steuern in Höhe von 2,6 Mio. Euro (im Vorjahr 0,7 Mio. Euro). 12.4 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF DER FP HOLDING Die Prognose sah für das Geschäftsjahr 2019 eine moderate Steigerung des Beteiligungsergebnisses und einen niedrigen Jahresüberschuss vor. Der prognostizierte Jahresüberschuss beruhte im Wesentlichen auf der Erwartung eines im Vorjahresvergleich höheren Beteiligungsergebnisses. Im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete die FP Holding ein deutlich verbessertes Beteiligungsergebnis in Höhe von 23,6 Mio. Euro (im Vorjahr 5,7 Mio. Euro) und übertraf damit die Prognose. Die starke Abweichung beruht hauptsächlich auf höheren Ergebnisabführungen aufgrund einer im Vorjahresvergleich positiven operativen Entwicklung sowie auf deutlich erhöhten Gewinnausschüttungen ausländischer verbundener Unternehmen (+7,4 Mio. Euro). Die Ergebnisabführungen wurden im Berichtsjahr außerdem durch die konzernweite Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse für die Abschreibung im Anlagevermögen in Höhe von 3,1 Mio. Euro positiv beeinflusst. Daher erzielte die FP Holding im Berichtsjahr einen Jahresüberschuss von 9,1 Mio. Euro und hat auch für diesen Leistungsindikator die Prognose deutlich übertroffen. 12.5 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF Wie geplant, war das Geschäftsjahr 2019 von der Umsetzung der ACT-Strategie und insbesondere des ACT-Projekts JUMP geprägt. Der FP-Konzern hat sich auch im Geschäftsjahr 2019 positiv weiterentwickelt. Das Transformationsprogramm JUMP hat im Berichtsjahr planmäßig Fahrt aufgenommen und Kosteneinsparungen werden zunehmend realisiert. Mit Änderung der Struktur und Organisation des FP-Konzerns und Optimierung nach einem neuen Target Operating Model wird auch die Position der FP Holding als Management-Holding durch den Ausbau wichtiger strategischer und Unterstützungsfunktionen angepasst. Für ihre beiden Leistungsindikatoren konnte die FP Holding die Prognose für das Geschäftsjahr 2019 erreichen und übertreffen. Der Vorstand beurteilt den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2019 insgesamt als positiv. 12.6 RISIKEN UND CHANCEN Die Geschäftsentwicklung der FP Holding unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des FP-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die FP Holding grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken und Chancen sind im "Risiko- und Chancenbericht" dargestellt. Aus den Beziehungen zu den Beteiligungen können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. 12.7 PROGNOSEBERICHT Aufgrund der Verflechtungen der FP Holding mit den Konzerngesellschaften verweisen wir auf unsere Aussagen im Prognosebericht des Konzernlageberichts, die insbesondere auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft widerspiegeln. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 trägt den jüngsten Entwicklungen im Zusammen-hang mit der SARS-CoV-2-Pandemie Rechnung. Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet die FP Holding einen starken Rückgang des Beteiligungsergebnisses und Jahresergebnisses. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die in die Zukunft gerichteten Aussagen auf Annahmen und Schätzungen beruhen. Die künftigen tatsächlichen Entwicklungen und tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Annahmen und Schätzungen erheblich abweichen. IMPRESSUM Finanzkalender FINANZKALENDER scroll
Impressum Redaktion und Kontakt Francotyp-Postalia Holding AG Investor Relations / Corporate Communications Prenzlauer Promenade 28 13089 Berlin Deutschland Telefon: +49 (0)30 220 660 410 Telefax: +49 (0)30 220 660 425 E-Mail: ir@francotyp.com Internet: www.fp-francotyp.com Realisation Konzept, Text und Gestaltung des Imageteils: Groothuis. Gesellschaft der Ideen und Passionen mbH für Kommunikation und Medien, Marketing und Gestaltung www.groothuis.de Bild und Rechtenachweise: FOLGEN Druck Gutenberg Beuys Feindruckerei, Langenhagen / Hannover www.feindruckerei.de Dieser Bericht wurde auf zertifiziertem Papier gedruckt, das aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Dritter Nachhaltigkeitsbericht Erfolgreiche Transformation erfordert Nachhaltigkeit - Transformation heißt Verantwortung. Nachhaltigkeit ist in unserem Unternehmen seit Langem auf vielen Ebenen verankert. Nachhaltig zu wachsen ist Teil unserer Verantwortung als weltweit agierender Konzern: gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gegenüber unseren Kunden und Lieferanten, gegenüber unseren Anteilseignern, gegenüber unserer sozialen und natürlichen Umwelt. Indem wir wachsen, bleiben wir in der Lage, dieser Verantwortung immer besser gerecht zu werden. Unser umfassender Nachhaltigkeitsbericht (gesonderter nichtfinanzieller Bericht) beschreibt, wie wir diese Verantwortung wahrnehmen. Er steht auf unserer Internetseite unter dem Link https://www.fp-francotyp.com/nachhaltigkeitsbericht 2 bereit. Zukunftsbezogene Aussagen Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der Francotyp-Postalia Holding AG beruhen. Auch wenn die Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage, der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU sowie Veränderungen in der Branche gehören. Die Francotyp-Postalia Holding AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden. Es ist von der Francotyp-Postalia Holding AG weder beabsichtigt, noch übernimmt die Francotyp-Postalia Holding AG eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen. Der Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor und steht in beiden Sprachen im Internet unter www.fp-francotyp.com 3 zum Download bereit. Bei Abweichungen hat die deutsche Fassung des Geschäftsberichts Vorrang gegenüber der englischen Übersetzung. 2 Dieser Querverweis ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 3 Dieser Querverweis ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Konzernlagebericht") der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Der zusammengefasste Konzernlagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Werthaltigkeit der Finanzanlagen Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Anhang im Abschnitt II. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze". Weitere Angaben zu den Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen finden sich im Anhang in Anmerkung 1. "Anlagevermögen" im Abschnitt III. "Erläuterungen zur Bilanz". DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS Die Francotyp-Postalia Holding AG hält Anteile an verbundenen Unternehmen mit einem Buchwert in Höhe von insgesamt TEUR 21.767 und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt TEUR 56.877, deren Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf insgesamt 63,6 % und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Den beizulegenden Wert ermittelt die Gesellschaft für Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen mithilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens. Die für das Discounted-Cashflow-Verfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen auf beteiligungsindividuellen Planungen für die nächsten fünf Jahre, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet. Ist der beizulegende Wert niedriger als der Buchwert, so wird anhand qualitativer und quantitativer Kriterien untersucht, ob die Wertminderung voraussichtlich dauernd ist. Die Werthaltigkeitsbeurteilung und die Berechnung des beizulegenden Werts nach dem Discounted-Cashflow-Verfahren sind komplex und hinsichtlich der getroffenen Annahmen in hohem Maße von Einschätzungen und Beurteilungen der Gesellschaft abhängig. Dies gilt insbesondere für die Schätzung der künftigen Zahlungsströme und langfristigen Wachstumsraten, die Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze sowie die Einschätzung der Dauerhaftigkeit der Wertminderung. In den letzten beiden Jahren hat sich die Ertragslage und die zukünftigen Geschäftsaussichten der freesort GmbH verschlechtert. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2019 nicht vorgenommen. Es besteht das Risiko für den Jahresabschluss, dass die Finanzanlagen nicht werthaltig sind. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG Zunächst haben wir anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, bei welchen Finanzanlagen Anhaltspunkte für einen Abschreibungsbedarf bestehen. Anschließend haben wir unter partiellem Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Bewertungsmodelle der Gesellschaft beurteilt. Wir haben die erwarteten Zahlungsströme sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit den von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget vorgenommen. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Die dem Kapitalisierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir unter Einbezug unserer Spezialisten mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN Das der Werthaltigkeitsprüfung der Finanzanlagen zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den Bewertungsgrundsätzen. Die Annahmen und Parameter der Gesellschaft sind sachgerecht. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Konzernlageberichts:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 28. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden mit Schreiben vom 31. Oktober 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2009 als Abschlussprüfer der Francotyp-Postalia Holding AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Patrick Waubke.
Berlin, den 17. Mai 2020 KPMG AG Waubke, Wirtschaftsprüfer Unger, Wirtschaftsprüferin Bericht des Aufsichtsratsder Francotyp-Postalia Holding AG
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Status der Umsetzung der ACT-Strategie |
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Projektstatus und Fortschrittsbericht zum ACT-Projekt JUMP |
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Beteiligung beim Startup Juconn |
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Zusammensetzung des Vorstands |
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Vergütung und Vergütungssystem des Vorstandes. |
Die gemeinsamen Sitzungen von Aufsichtsrat und Vorstand fanden am 4. März, 25. März (telefonisch), 27. Mai, 26. August, 11. September, 2. Oktober, 26. November und 12. Dezember 2019 statt.
Umsetzung und Status der ACT-Strategie
Der Status der Umsetzung der ACT-Strategie sowie insbesondere des ACT-Projekts JUMP waren regelmäßig Bestandteil der Aufsichtsratssitzungen im Geschäftsjahr 2019. Mit der ACT-Strategie erweitert FP ihr Geschäft neben der Stärkung des Kerngeschäfts auf neue digitale Wachstumsmärkte. Das ACT-Projekt JUMP dient zur Schaffung der dafür notwendigen organisatorischen Strukturen sowie der Durchführung von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung, insbesondere durch eine konzernweite Vereinheitlichung der IT-Systeme (ERP/ CRM).
In seinen Sitzungen im Sommer 2019 und im Wege zusätzlicher telefonischer Besprechungen mit dem Vorstand befasste sich der Aufsichtsrat mit Verzögerungen der Umsetzung des ACT-Projekts JUMP.
Produktbereiche Frankieren und Kuvertieren sowie Mail Services und Software/ Digital
In jeder Sitzung des Aufsichtsrats wurde die Entwicklung im traditionellen Frankier- und Kuvertiermaschinengeschäft ausführlich besprochen. Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtszeitraum in mehreren Sitzungen vom Vorstand, teilweise unter Hinzuziehung der Bereichsverantwortlichen, die Fortschritte bei der Entwicklung und Markteinführung beispielsweise der digitalen Signaturlösung FP Sign sowie im Geschäftsfeld IoT detailliert vorstellen lassen und intensiv erörtert, einschließlich der hinter der Planung zurückbleibenden Umsatzentwicklung dieser Geschäftsfelder.
Auch die Entwicklung im Bereich Mail Services wurde im Geschäftsjahr 2019 intensiv besprochen. Hier wirkten sich mehrere Faktoren belastend auf die Umsatzentwicklung in diesem Produktbereich aus. In der Folge wurden im Jahresverlauf verschiedene operative und strategische Maßnahmen zur Neuausrichtung des Geschäfts intensiv erörtert.
Besetzung des Vorstands
Im Rahmen der ihm obliegenden Nachfolgeplanung hat der Aufsichtsrat im ersten und - nach Bekanntwerden der Verzögerungen bei der Umsetzung des ACT-Projekts JUMP sowie der hinter der Planung zurückbleibenden Umsatzentwicklung der Geschäftsfelder FP Sign und IoT - auch im zweiten Halbjahr 2019 die Zweckmäßigkeit der Besetzung des Vorstands erörtert.
Vorstandsvergütung und Vergütungssystem
Entsprechend der im Corporate Governance Kodex formulierten Empfehlung für das Vergütungssystem des Vorstands sind die Kriterien für die Vergütung der Vorstandsmitglieder neben ihren Aufgaben und der Verantwortung des einzelnen Vorstandsmitglieds sowie seine persönliche Erfahrung und Leistung auch die wirtschaftliche Lage des Unternehmens sowie ganz wesentlich der langfristige Erfolg und die Zukunftsaussichten des Konzerns. Die Vergütungsstruktur ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Die monetären Vergütungsteile umfassen deswegen fixe und erfolgsabhängige variable Bestandteile. Für den Aufsichtsrat ist bei der Festlegung der variablen Vergütung wesentlich, dass die Vergütung aller Vorstandsmitglieder kohärent gestaltet wird. Der ausführliche Bericht zur Höhe und Struktur der Vergütung des Vorstands ist im Vergütungsbericht des zusammengefassten Konzernlageberichts wiedergegeben.
Im Geschäftsjahr 2019 hat sich der Aufsichtsrat hinsichtlich der Vorstandsvergütung insbesondere mit dem Thema der Zielerreichung hinsichtlich der variablen Vergütungsbestandteile derjenigen Mitglieder des Vorstands für das Jahr 2018 beschäftigt, die während des gesamten Jahres amtiert hatten. Die diesbezügliche Diskussion dauert zum Berichtszeitpunkt an.
Arbeit in Ausschüssen
Aufgrund der Unternehmensgröße der Francotyp-Postalia Holding AG und der durch die Satzung bestimmten Anzahl der Mitglieder des Aufsichtsrats von drei Personen wurde auf die Bildung von Ausschüssen oder Gremien verzichtet. Solange der Aufsichtsrat lediglich aus drei Personen besteht, nimmt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit auch die Aufgabe eines Prüfungsausschusses (Audit Committee) wahr. Insofern prüft und überwacht der Aufsichtsrat den Rechnungslegungsprozess genauso wie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Zu diesen Überwachungspflichten zählt auch der nichtfinanzielle Bericht des FP-Konzerns zur Corporate Social Responsibility (CSR). Der FP Nachhaltigkeitsbericht wird parallel zum Geschäftsbericht veröffentlicht. Die Prüfung und Überwachung beruhen auf den regelmäßigen Berichten von Seiten des Vorstands.
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Der Vorstand hat in jeder Sitzung Bericht über die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des FP-Konzerns erstattet. Zu der ausführlichen Berichterstattung zählten insbesondere auch die Finanzierungs-, Investitions- und Liquiditätsanalyse. Planabweichungen und Zieländerungen zum prognostizierten Geschäftsverlauf sowie daraus abgeleitete Maßnahmen wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand übermittelt, erläutert und gemeinsam diskutiert.
In der Sitzung vom 26. November 2019 hat der Aufsichtsrat zudem ausführlich das jährlich vom Vorstand aufzustellende Budget für die Folgejahre beraten und das Budget für das Geschäftsjahr 2020 auf der Sitzung am 12. Dezember 2019 genehmigt.
Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses
Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften wurde der Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, von der Hauptversammlung am 28. Mai 2019 gewählt und vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2019 beauftragt. Zuvor hatte der Aufsichtsrat eine Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt. Er bestimmte sodann die Prüfungsschwerpunkte und legte das Honorar fest. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht sowie den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht zu prüfen. Gleiches gilt für den Bericht und die Feststellungen des Abschlussprüfers bzw. des Konzern-Abschlussprüfers. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, hat den Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG zum 31. Dezember 2019 sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2019 geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG und der zusammengefasste Lagebericht für die Francotyp-Postalia Holding AG und den Konzern wurden nach den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstellt. Gemäß § 315e HGB wurde der Konzernabschluss auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat die Prüfungen unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Da der Aufsichtsrat keinen eigenen Prüfungsausschuss gebildet hat, hat der gesamte Aufsichtsrat die Prüfung der genannten Unterlagen vorgenommen. Diese sind zusammen mit den Prüfungsberichten der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, vom Vorstand rechtzeitig dem Aufsichtsrat zugesandt worden.
In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 14. Mai 2020 wurden in Gegenwart des Abschlussprüfers, der über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen berichtete, der Jahresabschluss 2019, der Konzernabschluss 2019 und der zusammengefasste Konzernlagebericht unter Einbeziehung der Prüfungsberichte umfassend behandelt. Der Aufsichtsrat stimmt mit der vom Vorstand in seinen Berichten und Abschlüssen ausgeführten Darstellung der Situation des Unternehmens, des Konzerns sowie den Ergebnissen der Abschlussprüfungen überein. Dementsprechend hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse mit Beschluss vom 17. Mai 2020 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2019 der Francotyp-Postalia Holding AG gemäß § 172 AktG festgestellt.
Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) gemäß § 161 AktG, die entsprechend § 315d HGB i.V.m. § 289 f HGB Bestandteil der Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist, am 17. Januar 2020 abgegeben und machen diese den Aktionären auf der Website der Francotyp- Postalia Holding AG dauerhaft zugänglich. Vorstand und Aufsichtsrat entsprechen in weiten Teilen den Anregungen und Empfehlungen des Kodex. Die Konzernerklärung zur Unternehmensführung, die auch auf der Website zu finden ist, und die Entsprechenserklärung erläutern im Detail, wo Vorstand und Aufsichtsrat von den Empfehlungen und Anregungen des Kodex abweichen.
Entsprechend den Compliance-Richtlinien wird dem Aufsichtsrat regelmäßig zum Thema Compliance im FP-Konzern berichtet.
Effizienzprüfung
Der Aufsichtsrat überprüft in einem regelmäßigen Turnus die Effizienz seiner Tätigkeit. Die letzte Effizienzprüfung unter Zuhilfenahme eines externen Beraters, des Deutschen Institutes der Aufsichtsräte, hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2018 erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurden Struktur, Unabhängigkeit sowie Kenntnisse und Erfahrungen des Aufsichtsrates als geeignet bzw. sehr gut beurteilt. Dem Aufsichtsrat wurde eine sehr gute Arbeit attestiert. Insbesondere wurde festgestellt, dass die Arbeit der Vorstände wirksam überwacht wurde. Dabei hat der Aufsichtsrat einen Schwerpunkt auf die Umsetzung der Strategie und die Beurteilung der Chancen und Risiken des Unternehmens gelegt. Dazu hat sich der Aufsichtsrat auch im Jahr 2019 auf jeder Aufsichtsratssitzung zum Stand der Umsetzung der einzelnen Projekte von ACT und JUMP detailliert berichten lassen. Dies betrifft insbesondere auch die Re-Priorisierung des ACT-Projektportfolios sowie das ERP/CRM-Projekt.
Hauptversammlung 2019
Der Tagesordnungspunkt 4 - Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2018 - fand bei 52,53 % Gegenstimmen keine Zustimmung. Wesentliche Aspekte der Diskussion zu diesem Tagesordnungspunkt waren das Vergütungssystem des Vorstands sowie verschiedene Aufwandspositionen in Zusammenhang mit der Strategieumsetzung.
Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat
Verlängerung der Bestellung des Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Andreas Günther
Der Aufsichtsrat hat mit Beschluss vom 27. Mai 2019 die Bestellung von Herrn Günther zum Mitglied des Vorstandes bis zum 31. Dezember 2022 verlängert.
Bestellung von Carsten Lind als neues Vorstandsmitglied
Am 13. Februar 2020 hat der Aufsichtsrat Herrn Carsten Lind mit Wirkung vom 1. Juni 2020 als neues Mitglied des Vorstands bestellt. Sofern die Position des Vorstandsvorsitzes vakant wird, plant der Aufsichtsrat, Herrn Lind zum neuen Vorstandsvorsitzenden zu berufen.
Angebot einer Aufhebungsvereinbarung an Rüdiger Andreas Günther
Am 13. Februar 2020 hat der Aufsichtsrat Herrn Günther aufgrund von Differenzen in Bezug auf die Umsetzung der Konzernstrategie eine Aufhebungsvereinbarung vorgeschlagen.
Ausscheiden von Robert Feldmeier aus dem Aufsichtsrat und Bestellung von Dr. Mathias Schindl als neues Aufsichtsratsmitglied
Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Robert Feldmeier hat sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 20. Oktober 2019 aus persönlichen Gründen niedergelegt. Vor diesem Hintergrund beantragte der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG beim zuständigen Amtsgericht Charlottenburg die Bestellung von Dr. Mathias Schindl als neues Aufsichtsratsmitglied. Das Amtsgericht hat dem Antrag mit Wirkung zum 14. November 2019 stattgegeben. Die gerichtliche Bestellung von Dr. Schindl gilt bis zur nächsten Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG.
Dr. Mathias Schindl, geboren 1965, ist promovierter Physiker und war in den vergangenen nahezu 25 Jahren in leitenden Funktionen und als Geschäftsführer bei verschiedenen IT- und Softwareunternehmen sowie Startups tätig. Heute ist Dr. Schindl Geschäftsführer seiner eigenen Unternehmensberatung, die sich auf die Strategie- und Innovationsberatung im digitalen Sektor fokussiert.
Der Aufsichtsrat dankt Robert Feldmeier im Namen des gesamten Unternehmens für die gute Zusammenarbeit und sein hohes Engagement.
Wahl von Botho Oppermann zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden
Mit Wirkung vom 26. November 2019 wurde Herr Botho Oppermann zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.
Danksagung
Der Aufsichtsrat ist sich bewusst, dass der Erfolg des Unternehmens und der ACT-Strategie ganz wesentlich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abhängt. Mit der Transformation des Unternehmens auf Basis der ACT-Strategie sowie der gleichzeitigen Umsetzung des ACT-Projektes JUMP, mit dem im besonderen Maße auch organisatorische und operative Veränderungen einhergehen, wird den Beschäftigten und Führungskräften des FP-Konzerns ein hohes Maß an Veränderungsbereitschaft abverlangt. Mit ihrer Leistungsbereitschaft und ihrem Engagement haben sie dazu beigetragen, dass FP weiterhin auf einem guten Weg und auf Kurs ist.
Der Aufsichtsrat spricht hiermit den Mitgliedern des Vorstands, den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften, den Bereichsleitern sowie den Betriebsräten und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern großen Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit und den hohen Einsatz im Geschäftsjahr 2019 aus.
Dieser Dank gilt auch den Kunden und Partnern, die ebenfalls wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben.
Darüber hinaus danken wir unseren Aktionären, die dem Unternehmen ihr Vertrauen entgegenbringen.
14. Mai 2020
Francotyp-Postalia Holding AG
Der Aufsichtsrat
Klaus Röhrig