![]() freenet AGBüdelsdorfZwischenbericht zum 30.06.2016 (Q2/2016)ZWISCHENBERICHT ZUM 30. JUNI 2016Q2 2016KENNZAHLENÜBERSICHT:KONZERNOperative Entwicklung
Bilanz
Finanzen und Investitionen
Aktie
Mitarbeiter
KENNZAHLENÜBERSICHT:SEGMENT MOBILFUNKKundenentwicklung
Operative Entwicklung
Monatlicher Umsatz pro Kunde (ARPU)
SEGMENT TV UND MEDIENOperative Entwicklung
1
Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand. BRIEF AN DIE AKTIONÄRELiebe Aktionäre, Kunden, Geschäftspartner und Freunde der freenet AG,der 31. Mai 2016 markiert einen Meilenstein in der Geschichte des digitalen Fernsehempfangs
in der Bundesrepublik Deutschland: Zu diesem Datum startete unter großer medialer
Begleitung in mehreren deutschen Ballungszentren das neue DVB-T2 HD im Pilotbetrieb.
Damit können Zuschauer dort jetzt ultrahochauflösende Fernsehbilder über Antenne empfangen
- zunächst beschränkt auf ARD und ZDF als öffentlich-rechtliche Sender sowie die Privatsender
RTL, Sat.1, ProSieben und VOX. Mit dem Ende der Testphase am 29. März kommenden Jahres folgt dann ein weiterer Meilenstein:
Bis zu 18 öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten senden fortan terrestrisch und kostenlos
ihre Programme, während rund 20 Privatsender dann ebenfalls auf Ultra HD-Qualität
wechseln und dann verschlüsselt gegen eine entsprechende Gebühr zu empfangen sein
werden. Die enthaltenen Programme werden mittelfristig mindestens 96 Prozent des Zuschauermarktanteils
abdecken, und spätestens 2019 wird DVB-T2 HD terrestrisch über 80 Prozent der deutschen
Bevölkerung erreichen. Damit beginnt auch eine neue Zeitrechnung für die freenet AG. Vor dem Hintergrund
des derzeitigen Paradigmenwechsels in der Fernsehlandschaft und der stark wachsenden
internetbasierten Nutzung von TV-Formaten, Streaming- und Mediathek-Diensten hatten
wir zu Jahresanfang zwei grundlegende Akquisitionen beziehungsweise Beteiligungen
vollzogen: die der Media Broadcast Gruppe und der EXARING AG. Für die ohnehin recht
dynamische Historie unseres Unternehmens bedeutet dies ein weiteres, sehr spannendes
Kapitel - nämlich den Einstieg in das TV-Geschäft und Home-Entertainment der Zukunft. Denn zum einen stellt Media Broadcast als alleiniger kommerzieller Anbieter von DVB-T2 HD mit der terrestrischen Antennenübertragung der zweiten Generation das oben beschriebene neue Senderpaket in Full-HD-Qualität zur Verfügung; und das als Standard nicht nur für den Fernseher zu Hause, sondern auch für das Tablet oder Smartphone unterwegs, beispielsweise im Liegestuhl im Garten, im Zug oder Auto. Das Paket wird noch ergänzt durch den Zugang zu Abrufdiensten wie den jeweiligen Mediatheken der Sender. Zum anderen verfügt EXARING über ein mehr als 11.000 Kilometer langes Glasfasernetz,
das technisch rund 23 Millionen deutsche Haushalte erreicht, die heute schon über
einen Breitbandanschluss mit mehr als 16 Mbit/s verfügen. Unsere Beteiligung mit einer
Option zum schrittweisen Mehrheitserwerb sichert uns die Vertriebsrechte an dieser
geschlossenen IP-Plattform - und damit auch die Umsetzung zukünftiger Bewegtbild-Innovationen
wie Virtual Reality oder Holographie/3D. Wie schon zuvor an dieser Stelle anlässlich der aktuellen Zukäufe beschrieben, sind
die künftigen Perspektiven in diesen Geschäftsfeldern sehr vielversprechend: Laut
Unterhaltungselektronikverband GFU avanciert der Fernseher immer mehr zum zentralen
Gerät für Bewegtbild-Unterhaltung sowie Home Entertainment/Automation, und der Absatz
von hochauflösenden UHD-Geräten in Deutschland steigt derzeit deutlich an. Zudem verbringt
der Durchschnittsdeutsche nicht nur fast vier Stunden täglich vor dem TV; zusätzlich
bezahlen laut Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen mittlerweile 16 Prozent
der befragten deutschen Internetnutzer für einen Videoabrufdienst im Internet. Und
das in einem noch sehr jungen Marktumfeld, dessen Online-Umsätze nach Prognosen von
PricewaterhouseCoopers in Deutschland von 81 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf
410 Millionen Euro in 2019 steigen werden. Wir sind fest davon überzeugt, dass mit der technologischen Verschmelzung von digitalem
linearen HDTV und Mediatheken, von Cloud-basierten Streaming- und PC-Diensten, von
Online-Spielen und Video-on-Demand-Angeboten neue Dimensionen von Information und
Unterhaltung entstehen. Und zwar App-gesteuert per Smartphone oder Tablet in den Auflösungen
HD, 4K und 8K - zu Hause oder auf mobilen Geräten unterwegs. Ebenso sind wir fest
davon überzeugt, unser über viele Jahre bewährtes Subskriptionsmodell mit derzeit
12,09 Millionen Kunden im Bereich Mobilfunk/mobiles Internet auf die neuen Geschäftsfelder
übertragen zu können. Doch Visionen sind eine Sache; deren tatkräftige, erfolgreiche Umsetzung eine andere. So waren dann auch die zurückliegenden Monate durch sehr intensive Vorbereitungsarbeiten in der jetzt deutlich größer gewordenen freenet Gruppe geprägt. Schließlich soll und wird freenet TV - so der Markenname unseres neuen DVB-T2-Produkts im Privatsenderbereich - einen reibungslosen Start hinlegen bei der generellen Umschaltung auf DVB-T2 und Abschaltung des bisherigen freien Standards DVB-T Ende März 2017. Dazu haben wir über ein Dutzend Hersteller von jetzt schon am Markt verfügbaren Set-Top-Boxen
lizenziert, die herkömmliche HD-Fernseher zum Empfang von Ultra HD-Programmen benötigen
- neben einer Innen- oder Außenantenne; für TV-Geräte, die DVB-T2 HD-zertifiziert
sind, genügt dagegen ein kleines CI+ Modul von freenet TV. Gleichzeitig verstärken
wir parallel zur massiven Presseberichterstattung über den neuen TV-Standard unsere
PR- und Marketingaktivitäten, unter anderem mit einem eigenen Stand auf der IFA und
mit geplanten Serien von TV-Spots ab Herbst. Und selbstverständlich befinden wir uns
in konkreten Gesprächen mit den TV-Sendern bezüglich Kooperationen im Bereich Werbung
und bei der Erschließung möglichst großer Zuschauerquoten für die neue Technologie.
Unser klares Ziel ist dabei, möglichst viele der derzeit rund 4 Millionen Set-Top-Boxen
nach altem DVB-T-Standard zum Umschalttermin am 29. März 2017 zu ersetzen. Bereits weiter fortgeschritten sind die Vorbereitungen für unser zweites innovatives
Produkt in der Folge unserer jüngsten Zukäufe. Basierend auf der EXARING-Infrastruktur
und -Technologie, soll waipu.tv - als weitere innovative freenet-Marke im Mediensegment
- noch im vierten Quartal 2016 neue Maßstäbe im Wachstumsmarkt für IPTV in Deutschland
setzen. Dazu haben wir im April 100 Teilnehmer für ausgiebige erste Tests auf dieser IP-Plattform
ausgewählt und deren Zahl im Mai auf 500 aufgestockt. Sie liefern uns über kontinuierliche
Befragungen wertvolles Feedback rund um lineares Fernsehen, Video-on-Demand, Onlinespiele
und Streaming-Dienste - mit individuellen Nutzungsprofilen, differenzierten Anwendergruppen
und Verbesserungsvorschlägen, die dann in die Konfigurierung des Endprodukts einfließen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns derzeit intensiv mit weiteren Fragen zur möglichst
effizienten kommerziellen Gestaltung von waipu.tv. Sie beinhalten beispielsweise:
Selbstverständlich werden wir waipu.tv und im kommenden Jahr freenet TV, insbesondere
auch im eigenen stationären Handel anbieten. Dazu installieren wir seit Ende Juli
2016 die neuen TV-Themen sukzessive in rund der Hälfte unserer 544 mobilcom-debitel
Shops sowie in den 43 GRAVIS Stores; in den übrigen Shops lassen sich die Produkte
über das Smartphone darstellen und ausprobieren. Zudem laufen auch die Schulungen
des Personals vor Ort - ganz dem Medium entsprechend - über den eigenen Business-Kanal:
Mit waipu.tv können wir künftig jeden einzelnen unserer Läden permanent und quasi
live mit den jeweils aktuellen Vertriebsthemen ansteuern. Ungeachtet dieser aufwändigen Vorbereitungsarbeiten betreiben wir mit der gleichen
Intensität unser Stammgeschäft im Mobilfunk und dazu den konsequenten organischen
Ausbau des Bereichs Digital-Lifestyle. So konnten wir - nicht zuletzt mit gezielten
Sonderaktionen von mobilcom-debitel und einer restrukturierten Allnet-Tarifgruppe
unserer Discounttochter klarmobil - einmal mehr den für unser Unternehmen sehr wesentlichen
Customer-Ownership (Postpaid- und No-frills-Kundenstamm) ausweiten. Dazu beigetragen hat zum einen eine groß angelegte Marketing-Kampagne zum 25-jährigen
Bestehen von mobilcom-debitel; sie umfasste als Schwerpunkte zwei vierwöchige TV-Flights
mit über 2.000 Spots, dazu komplexe Online-Werbung, Out-of-Home-Plakate und verschiedenste
"Below-the-line" (BTL) Maßnahmen am "Point of Sale" (PoS). Zum anderen sind wir wieder
auf unsere fast schon traditionelle Roadshow durch dieses Mal 30 deutsche Städte gegangen;
dabei standen in diesem Jahr Großveranstaltungen wie "Bochum Total" oder das "Out4Fame-Festival"
in Bottrop etwas mehr im Vordergrund - mit der Positionierung unseres Unternehmens
als Digital-Lifestyle-Anbieter. Den Bereich Digital-Lifestyle adressierten darüber hinaus unsere einzelnen Konzernmarken
im zweiten Quartal mit zeitlich begrenzten Sonderaktionen. Zum Beispiel die im November
letzten Jahres gestarteten "Sonntagskracher". Diese sonntäglichen Online-Aktionen
boten in den zurückliegenden Monaten im Hinblick auf die Europameisterschaft in Frankreich
unter anderem Online-Video-Recorder und WLAN-Soundsysteme für die zahlreichen Fußball-Fans.
Daneben standen insbesondere teilweise stark vergünstigte Smartphones von allen gefragten
Herstellern im Vordergrund - von Apple über Huawai und Sony bis zu Samsung. Besondere Aktivitäten vermeldet zudem unsere Tochtergesellschaft MFE Energie GmbH;
freenet hatte den Energievermarkter mit Sitz in Berlin 2013 übernommen. Seitdem vertreibt
das Unternehmen über die mobilcom-debitel-Shops und unsere stationären Handelspartner
Angebote von über 30 regionalen und bundesweiten Strom- und Gaslieferanten. Dieses
Portfolio ergänzte das Unternehmen im zweiten Quartal um zwei weitere Kooperationen:
einmal mit der First Utility GmbH, die das Produktangebot Shell PrivatEnergie in Deutschland
verantwortet, und zum Zweiten mit der EnBW zum Vertrieb von deren Produkten im süddeutschen
Stammgebiet. Damit betreut MFE Energie nun neben weiteren Premiummarken drei der vier
großen Energiekonzerne in Deutschland. Der Effekt all dieser Aktivitäten und der getätigten Zukäufe spiegelt sich in den
Zahlen der freenet AG für das zweite Quartal 2016 wider:
Mit einem Gesamtumsatz von 1.556,9 Millionen Euro, einem EBITDA von 194,0 Millionen
Euro und einem Free Cashflow von 180,8 Millionen Euro für die ersten sechs Monate
sind wir weiterhin auf einem guten Weg und exakt im Rahmen unserer Planungen hinsichtlich
unserer Jahresziele für 2016. Aufgrund der Akquisition der Media Broadcast Gruppe
und der Beteiligung an der EXARING AG im ersten Quartal 2016 bzw. Ende 2015 hatten
sich unsere Planungen leicht erhöht - auf ein EBITDA von leicht über 400 Millionen
Euro und einen Free Cashflow von rund 300 Millionen Euro. Nach Zufluss der erwarteten
Dividendenzahlung der Sunrise Communications Group AG im April 2016 erhöhte sich der
Free Cashflow um rund 30 Millionen Euro, die nicht Bestandteil der Guidance sind.
Wir rechnen darüber hinaus nach wie vor mit einem moderat steigenden Konzernumsatz
bei einem leicht steigenden Kundenwachstum im Customer-Ownership-Bereich und einem
sich weiterhin stabilisierenden Postpaid-ARPU. Auf dem Weg dorthin werden wir künftig über alle Geschäftsfelder hinweg die Marke
freenet stärker als bisher in den Vordergrund stellen. Wir tragen damit der immer
größeren Strahlkraft unseres Konzerns Rechnung, die wir nicht zuletzt aufgrund der
jüngsten Akquisitionen und Beteiligungen sowie des sehr erfolgreichen organischen
Wachstums in den Bereichen Mobilfunk und Digital-Lifestyle als sehr stark wahrnehmen:
zum Beispiel in den regelmäßigen Verhandlungen mit den nationalen wie internationalen
Anbietern und Herstellern im Bereich Telekommunikation und Digital-Lifestyle, aber
auch in den Gesprächen mit den großen Medienanstalten Deutschlands bezüglich künftiger
Kooperationen im TV-Segment. Erste Anfänge sind bereits gemacht - beispielsweise mit
freenet TV und bei MFE Energie, die ihre Produkte demnächst unter der Marke freenet
Energy anbieten wird. Wir stehen als freenet AG also vor spannenden Zeiten mit nicht minder spannenden Herausforderungen.
Wir - das Management und jeder einzelne Mitarbeiter - werden wie bisher unsere ganze
Kraft, Erfahrung und Expertise dafür einsetzen, der langjährigen Erfolgsgeschichte
des Unternehmens nun ein neues Kapitel hinzuzufügen. Damit machen wir einen weiteren
entscheidenden Schritt hin zum führenden Digital-Lifestyle-Provider in Deutschland.
DIE FREENET AG AM KAPITALMARKTKapitalmarktumfeldIm ersten Halbjahr 2016 waren die Finanzmärkte erneut zahlreichen politischen und
wirtschaftlichen Einflussfaktoren sowie den daraus resultierenden Unsicherheiten ausgesetzt.
Dabei stand neben der anhaltend angespannten weltweiten Konjunkturlage und der unklaren
Zinspolitik der großen Notenbanken vor allem die Europäische Union mit der Asyl- und
Euro-Krise im Fokus. Die Europäische Staatengemeinschaft konnte sich bislang nicht
über eine gemeinschaftliche Lösung der Flüchtlingskrise einigen und auch die seit
2009 andauernde Krise der Europäischen Währungsunion gilt nicht als ausgestanden.
Hinzu kommt der Ausgang des Referendums vom 23. Juni, in dem die britische Bevölkerung
mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union ("Brexit") stimmte. Das Brexit-Votum
führte weltweit zu einer starken Verunsicherung über mögliche Konsequenzen für die
globale Wirtschaft und die Finanzmärkte. Vor diesem Hintergrund mussten Anleger im ersten Halbjahr 2016 deutliche Kursrückgänge
hinnehmen. Dabei verzeichneten insbesondere europäische Aktienindizes zweistellige
Verluste. Der Index der europäischen Telekommunikationswerte SXKP sowie der deutsche
Technologieindex TecDAX schlossen am 30. Juni mit einem Minus von jeweils 13 Prozent
gegenüber dem Jahresbeginn. Der EURO STOXX, der die führenden Unternehmen der Eurozone
zusammenfasst und der größte deutsche Aktienindex DAX verloren im ersten Halbjahr
jeweils etwa 10 Prozent. Vergleichsweise stabil hielt sich dagegen der Index der mittelgroßen
deutschen Werte MDAX, mit einem Minus von rund 4 Prozent seit Jahresbeginn. Als Reaktion auf das von den Marktteilnehmern mehrheitlich unerwartete Brexit-Votum
gab der DAX am 24. Juni - ausgehend vom Höchstkurs des Vortages - temporär um mehr
als 1.100 Punkte nach. Dennoch reagierte das Gros der institutionellen und privaten
Akteure besonnen und suchte nach günstigen Einstiegschancen. Gemäß dem Sentiment-Index
der Börse Frankfurt stieg der Optimismus der Privatanleger sogar auf den zweithöchsten
Stand des Jahres. Diese Marktstimmungslage führte in der Woche nach dem Brexit-Votum
zwar zu einer leichten Erholung der Kurse, korrektive Anstiege des DAX blieben jedoch
aus. Das größte deutsche Börsenbarometer beendete das erste Halbjahr schließlich mit
einem Zählerstand von 9.680 Punkten (10.743 Punkte am 31. Dezember 2015). freenet AktieNach einer guten Performance im Geschäftsjahr 2015 entwickelte sich der Kurs der freenet
Aktie im Verlauf des ersten Halbjahres 2016 rückläufig. Das Papier startete mit einer
Notierung von 24,69 Euro auf der elektronischen Handelsplattform Xetra in das zweite
Quartal. In den ersten Wochen dieses Zeitraums legte die Aktie an Wert zu und stieg
bis zum 20. April auf ihr Quartalshoch von 26,20 Euro. Bis Ende Juni ging der Kurs
wieder zurück und erreichte am 27. Juni mit 22,35 Euro seinen Tiefstand im zweiten
Quartal. Mit einem Kurs von 23,08 Euro ging die freenet Aktie am 30. Juni aus dem
Handel. Der durchschnittliche Xetra-Tagesschlusskurs lag im zweiten Quartal bei 24,49
Euro. Der Handel mit freenet Aktien hat sich im Berichtszeitraum deutlich belebt. In Summe
wechselten auf der elektronischen Handelsplattform Xetra im zweiten Quartal 38,6 Millionen
Aktien den Besitzer, im Vergleich zu 33,7 Millionen im ersten Quartal 2016 und 36,3
Millionen im zweiten Quartal 2015. Der Anteil des über alternative Handelsplätze ("Dark
Pools") gehandelten Volumens ist im zweiten Quartal auf 50 Prozent des gesamten Handelsvolumens
gestiegen (Vorquartal: 46 Prozent). Von April bis Juni wurden auf Xetra börsentäglich
im Durchschnitt rund 594 Tausend freenet Aktien ge- und verkauft nach rund 595 Tausend
in der vergleichbaren Vorjahresperiode und rund 519 Tausend Stück im Vorquartal. Im zweiten Quartal fiel der Kurs der freenet Aktie um 7 Prozent und entwickelte sich
damit um 5 Prozentpunkte schlechter als der Vergleichsindex TecDAX. Weiterhin lag
die Performance der freenet Aktie im gleichen Zeitraum um 2 Prozentpunkte unter der
Kursentwicklung des SXKP Index. Mit einem Minus von 24 Prozent hat sich die freenet Aktie im 12-Monatsvergleich negativer
entwickelt als der TecDAX, der im gleichen Zeitraum lediglich 3 Prozent nachgab. Der
SXKP Index hingegen sank ebenfalls um signifikante 18 Prozent. Gemessen an der Marktkapitalisierung belegte die freenet Aktie am Ende des zweiten
Quartals 2016 im TecDAX Rang 4 und Rang 5 gemessen am Handelsvolumen. Grafik 1: Performance der freenet Aktie in den vergangenen 12 Monaten(indexiert; 100 = Xetra-Schlusskurs am 30. Juni 2015)![]() AnalystenempfehlungenIm ersten Halbjahr 2016 bewerteten insgesamt 19 Analystenhäuser die Geschäftsentwicklung
der freenet AG. Das durchschnittliche Kursziel der freenet Aktie belief sich auf 28,16
Euro. Per 30. Juni 2016 ergibt sich hinsichtlich der jüngsten Anlageempfehlungen folgendes
Bild: Grafik 2: Aktuelle Empfehlungen zur freenet Aktie (Kursziel in Euro)*![]() DividendeIm Anschluss an die Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 wurde die beschlossene Dividende
in Höhe von 1,55 Euro je dividendenberechtigter Aktie ausgezahlt. Dies entspricht
einer Ausschüttungsquote von 69,7 Prozent des im Geschäftsjahr 2015 erzielten Free
Cashflows. AktionärsstrukturDas Grundkapital der freenet AG beträgt 128.061.016 Euro und ist in 128.061.016 auf
den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Der auf die einzelne Stückaktie anfallende
anteilige Betrag am Grundkapital beläuft sich auf 1,00 Euro. Die Aktionärsstruktur der freenet AG hat sich gemäß zugegangenen Stimmrechtsmitteilungen
nach § 21 WpHG im Berichtszeitraum folgendermaßen verändert:
Demnach stellte sich die Aktionärsstruktur zum 30. Juni 2016 wie folgt dar. Grafik 3: Aktuelle Aktionärsstruktur![]()
*
Einschließlich Zurechnungen gemäß WpHG. Infolge der für das Berichtsquartal zugegangenen Stimmrechtsmitteilungen hat sich
der Streubesitz im Vergleich zum 31. März 2016 von 77,62 Prozent um 7,97 Prozentpunkte
auf 85,59 Prozent erhöht. UnternehmensanleiheIm April 2011 hatte die freenet AG zur Ablösung einer Private-Equity-Finanzierung
unter anderem eine fünfjährige Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 400,0 Millionen
Euro und einem jährlichen Zinskupon von 7,125 Prozent am Kapitalmarkt platziert. Die
Anleihe wurde fristgerecht am 20. April 2016 inklusive Zinsen zu 100 Prozent zurückgezahlt. KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHTWIRTSCHAFTSBERICHTGeschäftsverlaufIn ihrem traditionellen Geschäftsfeld bedient die freenet AG als unabhängiger Service-Provider
den Wachstumsmarkt Digital-Lifestyle mit integrierten Produktwelten, kundenorientierten
Dienstleistungen und günstigen Mobilfunktarifen für alle deutschen Mobilfunknetze.
Das Portfolio umfasst zum einen eigene Tarife und Services sowie entsprechende Angebote
der Netzbetreiber in Deutschland rund um Mobilfunk/mobiles Internet. Darüber hinaus
offeriert das Unternehmen innovative digitale Anwendungen rund um Home Automation
und Security, Health, Datensicherheit, Enter- und Infotainment - inklusive den aktuellen
Smartphones, Tablets und Notebooks als Endgeräten mit attraktivem Zubehör. Wesentliche Zielgruppe sind dabei jeweils Privatkunden, adressiert im Rahmen einer
Mehrmarkenstrategie: Die Hauptmarke mobilcom-debitel konzentriert sich angesichts
des intensiven Wettbewerbs innerhalb der Branche vornehmlich auf qualitativ hochwertige
Vertragsbeziehungen bei der Kundengewinnung und beim Bestandsmanagement; zudem decken
die Discountmarken von freenet den sogenannten No-frills-Bereich ab. Zusätzlich hat die freenet AG im ersten Quartal 2016 bzw. Ende 2015 mit zwei grundlegenden
Akquisitionen und Beteiligungen den Einstieg in das digitale Fernsehen als neues Geschäftsfeld
vollzogen. Zum einen wurden alle Geschäftsanteile an der Media Broadcast Gruppe übernommen.
Das Kölner Unternehmen ist alleiniger kommerzieller Anbieter des Ende Mai gestarteten
DVB-T2 HD Standard in Deutschland. Dieser neue Standard ermöglicht die terrestrische
Ausstrahlung eines umfassenden Senderpakets in Full-HD-Qualität und adressiert Millionen
deutscher TV-Haushalte, die bislang bereits das auslaufende DVB-T nutzen, und das
auf dem Fernseher zu Hause, aber auch zur mobilen Nutzung unterwegs etwa im Zug oder
Auto. Ergänzt wird dieses Angebot der Media Broadcast durch den Zugang zu den Mediatheken
der Sender. Im akquirierten Paket enthalten sind auch die Bestandteile Radio (UKW
und DAB plus) sowie Netzwerk-Dienstleistung für TV-Produktion. Zum anderen beteiligte sich die freenet AG zunächst mit 24,99 Prozent an der EXARING
AG und sicherte sich die Vertriebsrechte an der geschlossenen IP-Plattform für innovative
Entertainment- und TV-Dienste; diese "Startinvestition" kann bis Ende 2016 über vorhandene
Optionen Schritt für Schritt auf eine Mehrheitsbeteiligung von 50,01 Prozent ausgebaut
werden. Das in München ansässige Unternehmen verfügt über ein eigenes Glasfaser-Netz
und ermöglicht technisch gesehen Bewegtbild-Unterhaltung für 23 Millionen deutsche
Haushalte- damit ist die Technologie auch für künftige Innovationen wie Virtual Reality
und Holographie/3D gerüstet. Im zweiten Quartal 2016 hat die freenet AG wesentliche Vorarbeiten für die geplanten Produkteinführungen in den neu akquirierten Mediensegmenten durchgeführt; vorgesehene Starttermine sind im Bereich IPTV/Entertainment von EXARING das Ende des laufenden Jahres und im Bereich DVB-T2 HD das Frühjahr 2017. Ein weiterer Schwerpunkt der operativen Aktivitäten von freenet war - wie schon in den Vorjahren - der kontinuierliche Ausbau von Angeboten in den Geschäftsfeldern Digital-Lifestyle und Mobilfunk/mobiles Internet. Markteinführungen im Mediensegment werden intensiv vorbereitetAm 31. Mai 2016 startete wie geplant der Pilotbetrieb von DVB-T2 HD in mehreren deutschen Ballungsräumen. In dieser ersten Phase des neuen Sendestandards, die am 29. März 2017 endet, kann der Zuschauer in den jeweiligen Kernregionen über Antenne ultrahochauflösende Fernsehbilder von ARD und ZDF sowie von den Privatsendern RTL, Sat.1, ProSieben und VOX empfangen. Mit dem Ende des "Soft Launch" im März nächsten Jahres endet zeitgleich das bisherige DVB-T - und freenet TV geht als neue Marke an den kommerziellen Start: Bis zu 20 Privatsender sind dann in Full-HD-Qualität zu empfangen - allerdings nur noch verschlüsselt. Dazu benötigt der Zuschauer neben einer Innen- oder Außenantenne bei neuen, DVB-T2 HD-fähigen Fernsehern ein CI+ Modul von freenet TV zur Nachrüstung; bei allen anderen Geräten ist dagegen eine kleine Set-Top-Box erforderlich. In den zurückliegenden Wochen und Monaten haben freenet beziehungsweise die neue Tochtergesellschaft
Media Broadcast rund ein Dutzend dieser Set-Top-Boxen lizensiert; sie sind jetzt bereits
am Markt erhältlich. Gleichzeitig starteten ergänzend zu den Werbeaktivitäten der
öffentlich-rechtlichen Sender und einer intensiven Berichterstattung über das neue
terrestrische HDTV diverse Marketingmaßnahmen, Messeauftritte und Gespräche mit Privatsendern
beispielsweise über künftige PR-Kooperationen. Im Bereich IPTV von EXARING sind die Vorbereitungen zur Einführung von waipu.tv -
so der künftige Markenname des neuen Produkts rund um digitales Bewegtbild-Entertainment
- schon weiter fortgeschritten. Zum Quartalsanfang starteten zunächst 100 Teilnehmer
intensive Probeläufe rund um lineares Fernsehen, Video-on-Demand, Online-Spiele und
Streaming-Dienste. Im Mai wurden die Testreihen mit kontinuierlichen Befragungen auf
500 Teilnehmer aufgestockt; die gesammelten Erfahrungen und Anregungen gehen in die
möglichst kundenorientierte Konfiguration von waipu.tv ein, dessen Produktstart im
4. Quartal 2016 geplant ist. Neue Angebote erweitern das Digital-Lifestyle- PortfolioIm November letzten Jahres startete mobilcom-debitel mit den "Sonntagskrachern" eine
Marketing-Aktion, in deren Rahmen Digital-Lifestyle-Produkte online besonders günstig
angeboten werden. Im zweiten Quartal lag ein Schwerpunkt auf Smartphones verschiedener
Hersteller. So verbilligte sich beispielsweise das Sony Xperia M5 von üblichen Marktpreisen
ab 340 Euro auf 260 Euro - ohne gekoppelten Mobilfunkvertrag. Das wasser- und staubdichte
Gerät punktet unter anderem mit seinem 5-Zoll-Full-HD-Display, einer 13-Megapixel-Frontkamera
mit Weitwinkelobjektiv, Video-Aufnahmen in 4K-Qualität, mit hybridem Autofokus und
extrem scharfem Fünffach-Clear-Image-Zoom. Und als besonderer "Pfingstkracher" war
das sehr erfolgreiche und weiterhin gesuchte iPhone 5s in der 16-GB-Variante für 300
Euro erhältlich. Es verfügt unter anderem über den Fingerabdruck-Scanner Touch ID,
eine 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite sowie ein Retina-Display. Darüber hinaus bot mobilcom-debitel im Rahmen der Jubiläumsangebote anlässlich seines
25-jährigen Bestehens unter anderem das Huawei P8 und P9 sowie das Samsung Galaxy
S5 Neo zu Konditionen an, die gegenüber den Standardpreisen am Markt bis zu 100 Euro
Ersparnis brachten. Weitere 90 Euro ließen sich zudem durch den Kauf eines iPad Air
2 WiFi von Apple in der 16-GB-Version sparen. Besondere Angebote gab es zusätzlich auch zur Fußball-Europameisterschaft. So bot
freenet bei einem Vertragsabschluss von Save.TV 20 Prozent Rabatt auf das original
UEFA EURO 2016 DFB Heimtrikot von adidas. Mit dem browserbasierten Online-Videorecorder
lassen sich dank zahlreicher Apps für iOS, Android, Windows, KindleFire und SmartTV
Aufnahmen programmieren und aus dem TV-Programm streamen; sie werden nach der Ausstrahlung
im Free-TV in der persönlichen Cloud abgelegt und stehen als gewünschtes Format zum
Download oder Stream zur Verfügung - und das in bester HD-Qualität. Save.TV bietet
dabei über 45 öffentlich-rechtliche und private Sender zur Aufnahme an. Mobilfunkkunden
von mobilcom-debitel zahlen für das Angebot ab 4,99 Euro monatlich, ohne bestehenden
Mobilfunkvertrag ist Save.TV ab 9,99 Euro monatlich erhältlich. GRAVIS wartete zur EM ebenfalls mit besonderen Offerten auf. Wer etwa beim Fernsehen
zu Hause echten Stadion-Sound in HiFi-Qualität erleben wollte, für den bot die freenet-Tochtergesellschaft
die Sonos PLAYBAR bis Ende Juni mit einem 100-Euro-Gutschein an. Das WLAN-Soundsystem
mit neun Lautsprechern sorgte App-gesteuert auch für die anschließende Party-Musik
mit Musikdiensten wie Apple Music, Spotify oder Deezer. Den passenden Cocktail dazu
lieferte "Perfect Drink" - eine digitale Waage mit kostenloser App, mitgeliefertem
Shaker und genauen Rezepturen für 300 Drinks. Und mit dem Selfiestick "Mila" von Networx
ließ sich zudem jeder Torjubel optimal festhalten. Wie bei allen Fußball-Großereignissen hatte freenet.de zuvor die Erfolgsgeschichte
seiner bisherigen Fußball-Apps fortgeführt. "Pocket EM 2016" bot als perfekter Begleiter
für die Europameisterschaft topaktuelle News und Analysen rund um das Turnier in Frankreich
und die DFB-Elf. Hinzu kamen die wichtigsten Fakten auch zu den anderen Teams mit
Spielerprofilen und den Stadien, ein übersichtlicher Spielplan sowie sämtliche Gruppentabellen. klarmobil wertet seine Tariffamilie aufIn den zurückliegenden Monaten und Quartalen hatte die Discounttochter von freenet
den intensiven Wettbewerb innerhalb der Branche mit einer Vielzahl an Sonderaktionen
mitgestaltet. Anfang Juni restrukturierte klarmobil diese temporären Angebote zu einer
festen Allnet-Tarifgruppe um. Damit erhalten Neu- wie Bestandskunden jetzt generell
mehr Leistung für das gleiche Geld - insbesondere erhöhtes Datenvolumen und schnellere
Surfgeschwindigkeit. Im Folgenden die drei neuen Tarif-Optionen im Überblick:
Der einmalige Einrichtungspreis für die drei Tarife beträgt 19,95 Euro; wer eine bestehende
Rufnummer zu klarmobil portiert, erhält ein Gesprächsguthaben von 25 Euro. Alle drei
Flats werden im Netz der Deutschen Telekom angeboten. Mit einer außergewöhnlich günstigen Allnet-Flat-Sonderaktion wartete im Juni auch
mobilcom-debitel auf: Angeboten über die Deal-Plattform crash-tarife.de, reduzierte
sich der Preis für die Flat Allnet Comfort von regulär 29,99 Euro monatlich auf rechnerische
6,99 Euro pro Monat. Über die 24-monatige Vertragslaufzeit sparen Neukunden damit
über 550 Euro. Der Tarif enthält als Inklusivleistungen eine Handy-Internet-Flat mit
1 GB bei einer maximalen Bandbreite von 21,6 Mbit/s. sowie eine Telefonie-Flat in
alle deutschen Mobilfunknetze und ins nationale Festnetz. mobilcom-debitel startet Jubiläumskampagne und RoadshowAnlässlich seines 25. Geburtstags startete das Unternehmen Anfang Juni eine dreimonatige
Jubiläumskampagne mit Angeboten rund um Smartphones, Tarife und Digital-Lifestyle-Produkte.
Mit dem sympathisch-provokanten Griechen "Costa Fast Gar Nix" als Presenter bespielte
die Kampagne eine Vielzahl von Marketingkanälen mit TV-Spots, Onlinewerbung, Out-of-Home-Plakaten
sowie diversen BTL-Maßnahmen am "Point of Sale". Dazu liefen zwei vierwöchige TV-Flights
mit über 2.000 Spots auf reichweitenstarken Sendern wie ProSieben und Sat.1, unterstützt
durch umfassende Onlinewerbung und Out-of-Home-Plakate in mehr als 20 deutschen Großstädten.
Zusätzliche Social-Media- und PR-Maßnahmen sowie eine Bild-Zeitungsbeilage mit einer
Auflage in mehrstelliger Millionenhöhe rundeten die 360°-Kampagne ab. Ebenfalls im Juni ging mobilcom-debitel wieder auf Tour, die im Verlauf der Sommermonate
insgesamt 30 deutsche Städte ansteuert. Im Fokus der Roadshow stehen verstärkt Großevents
wie Bochum Total oder das Out4Fame-Festival in Bottrop und die Positionierung des
Unternehmens als Digital-Lifestyle-Anbieter. Besucher können in virtuelle Welten eintauchen,
neue Smartphones sowie weitere Produkte und Anwendungen testen, zum Drohnenpiloten
werden oder sich über das neue freenet TV informieren. Das Markenerlebnis für potenzielle
Neukunden steht dabei im Vordergrund, nicht der Verkauf. MFE Energie GmbH ergänzt ihr AngebotsportfolioIm Jahre 2013 hatte freenet mit der MFE Energie GmbH einen der führenden Energievermarkter
in Deutschland übernommen. Seitdem vertreibt das Unternehmen mit Sitz in Berlin über
die 544 mobilcom-debitel-Shops sowie gut 5.600 Handelspartner und 400 Elektronikmärkte
Angebote von über 30 regionalen und bundesweiten Strom- und Gaslieferanten. Im zweiten Quartal ergänzte MFE Energie ihr Angebotsportfolio um zwei weitere Kooperationen
und baute damit ihre Marktposition als Deutschlands führender Energievermarkter im
stationären Vertrieb aus:
Wesentliche Einflussfaktoren für den GeschäftsverlaufKundenentwicklungTabelle 1: Entwicklung der Mobilfunkkunden
Wie in der Vergangenheit betreiben wir unser Stammgeschäft Mobilfunk mit dem Ziel
sowohl in der Neukundengewinnung als auch im Bestandskundenmanagement werthaltige
Kunden zu generieren und unseren Digital-Lifestyle-Bereich konsequent auszubauen.
Das Ergebnis ist eine weitere Erhöhung des nicht finanziellen Leistungsindikators
Customer-Ownership im zweiten Quartal 2016. Im Vergleich zum 30. Juni 2015 ist ein
Anstieg um 313.000 Teilnehmer oder 3,4 Prozent auf nun 9,42 Millionen zu verzeichnen.
Gegenüber dem 31. März 2016 beträgt der Anstieg rund 50.000 Teilnehmer oder 0,5 Prozent. Der Anstieg geht maßgeblich auf die Erhöhung des Postpaid-Kundenbestands zurück, in
welchem alle im Konzern vermarkteten Mobilfunkverträge mit einer Laufzeit von 24 Monaten
zusammengefasst sind. Diese strategisch bedeutsame Kundengruppe ist im Jahresvergleich
mit einem Anstieg von 232.000 Teilnehmern oder 3,8 Prozent überproportional auf 6,39
Millionen gewachsen. Gegenüber dem 31. März 2016 beträgt der Anstieg rund 39.000 oder
0,6 Prozent. Im No-frills-Bereich, der sämtliche über Discount-Marken des Konzerns vertriebene
Mobilfunktarife umfasst, konnte der Kundenbestand im Vorjahresvergleich um 81.000
Teilnehmer oder 2,8 Prozent gesteigert werden. Gegenüber dem 31. März 2016 erhöht
sich der Kundenbestand um 11.000 Teilnehmer auf 3,02 Millionen. Die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Prepaid-SIM-Karten, welche über die Hauptmarke
mobilcom-debitel vertrieben werden, hat sich im Verlauf des Berichtsquartals weiter
auf einen Endstand von 2,67 Millionen Karten reduziert. Der erneute Rückgang resultiert
aus den entsprechenden Abschaltungen nicht genutzter SIM-Karten durch die Netzbetreiber
(technischer Churn). Durchschnittlicher monatlicher Umsatz pro Kunde (ARPU)Tabelle 2: Entwicklung des ARPU
Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde im Postpaid-Kundensegment liegt
im zweiten Quartal 2016 mit 21,4 Euro auf dem Niveau des Vorjahres und leicht unter
dem Vorquartal. Die ARPU-Entwicklung der letzten Quartale zeigt deutlich die Stabilisierung
auf diesem Niveau und bestätigt die Strategie im Mobilfunkgeschäft auf werthaltige
Kunden zu setzen. Der im No-frills-Kundensegment erzielte durchschnittliche monatliche Umsatz in Höhe
von 2,4 Euro liegt auf dem Niveau des vorhergehenden Quartals. Gegenüber dem zweiten
Quartal 2015 wird der No-frills-ARPU um 0,2 Euro geringer ausgewiesen. Der Prepaid-ARPU ist im zweiten Quartal 2016 gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Euro
auf 3,1 Euro gestiegen und übertrifft damit leicht das Niveau des Vorjahresquartals. SteuerungssystemFinanzielle und nicht finanzielle LeistungsindikatorenDer Vorstand der freenet AG orientiert sich bei der strategischen Ausrichtung des
Konzerns an den Interessen aller Stakeholder. Zur Umsetzung wird sowohl auf der Konzernebene
als auch in den einzelnen Tochterunternehmen ein einheitliches Steuerungssystem verwendet,
das sowohl an finanziellen als auch an nicht finanziellen Steuerungsgrößen anknüpft.
Es sei darauf hingewiesen, dass die folgenden Steuerungsgrößen, bis auf die Kennzahl
Umsatz, keinen Ersatz für die gemäß IFRS ausgewiesenen Kennzahlen darstellen und daher
nicht als solche betrachtet werden sollten. Für eine ausführliche Definition der finanziellen
und nicht finanziellen Leistungsindikatoren sei auf den Abschnitt "Grundlagen des
Konzerns" im aktuellen Geschäftsbericht verwiesen. Steuerungsrelevante finanzielle Leistungsindikatoren sind:
Eine Herleitungsrechnung für die sog. Non-GAAP Measures (auch: Alternative Performance
Measures) EBITDA bzw. Free Cashflow ist im Abschnitt "Segmentberichterstattung" bzw.
in der Konzern-Kapitalflussrechnung abgebildet. Darüber hinaus hat der Vorstand folgenden nicht finanziellen Leistungsindikator definiert:
Unter Berücksichtigung des fortschreitenden Ausbaus unserer Digital-Lifestyle-Aktivitäten
und vor dem Hintergrund der geplanten Erschließung eines neuen TV-Geschäftsfelds im
Zusammenhang mit der Akquisition der Media Broadcast Gruppe und der Beteiligung an
der EXARING AG, überprüfen wir laufend die Zusammensetzung unserer gesamten internen
Steuerungsgrößen. Sofern ein entsprechender Anpassungsbedarf identifiziert wird, werden
wir unsere internen Steuerungsgrößen gegebenenfalls anpassen. Im zweiten Quartal 2016
wurden im Vergleich zum Vorquartal keine Anpassungen vorgenommen. Sonstige SteuerungsgrößenZur Steuerung des Konzerns werden neben den bedeutsamsten finanziellen und nicht finanziellen
Leistungsindikatoren weitere Steuerungsgrößen verwendet. Diese sonstigen Steuerungsgrößen
sind im Vergleich zu den finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren
von nachrangiger Bedeutung. Als Indikatoren zur Steuerung sowie Gradmesser für die
Fortentwicklung der freenet Group werden hierzu vor allem folgende sonstige Steuerungsgrößen
eingesetzt:
Gegenüber dem 31. März 2016 hat sich die Anzahl der Mitarbeiter von 4.990 auf nun
4.879 leicht verringert. Zum 30. Juni 2015 waren insgesamt 4.611 Mitarbeiter im freenet
Konzern beschäftigt. Vermögens, Finanz- und ErtragslageUmsatz- und ErtragslageTabelle 3: Wesentliche Kennzahlen des Konzerns
Der KONZERNUMSATZ erhöhte sich im zweiten Quartal 2016 gegenüber dem Vergleichsquartal
des Vorjahres um 7,3 Prozent. Dies konnte in erster Linie durch den deutlich gestiegenen
Customer-Ownership-Bestand (9,42 Millionen Kunden Ende Juni 2016 gegenüber 9,11 Millionen
Kunden Ende Juni 2015) bei einem stabilen Postpaid-ARPU (21,4 Euro in Q2/2016 im Vergleich
zu 21,4 Euro in Q2/2015) sowie durch den Einbezug der Media Broadcast Gruppe in den
Konsolidierungskreis erreicht werden. Die ROHERTRAGSMARGE stieg um 2,5 Prozentpunkte auf 27,2 Prozent. Der Rohertrag lag
mit 219,9 Millionen Euro um 33,5 Millionen Euro deutlich über dem Niveau des Vorjahresvergleichsquartals.
Beide Entwicklungen stehen in erster Linie im Zusammenhang mit dem um die Media Broadcast
Gruppe erweiterten Konsolidierungskreis. Die GEMEINKOSTEN, welche die Positionen SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE, ANDERE AKTIVIERTE
EIGENLEISTUNGEN, PERSONALAUFWAND, SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN sowie das ERGEBNIS
DER NACH DER EQUITY-METHODE EINBEZOGENEN UNTERNEHMEN (NUR ERGEBNISANTEILE) beinhalten,
erhöhten sich gegenüber Q2/2015 um 17,8 Millionen Euro. Auf der einen Seite führte
die Zunahme des Personalaufwands sowie der sonstigen betrieblichen Aufwendungen, im
Wesentlichen resultierend aus dem Einbezug der Media Broadcast Gruppe sowie der EXARING
in den Konsolidierungskreis, zu einem Gemeinkostenanstieg. Durch die Ergebnisanteile
der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen kam es auf der anderen Seite
aufgrund des Erwerbs der Anteile an der Sunrise zu einer Entlastung der Gemeinkosten. Das EBITDA wird im Berichtsquartal 2016 mit 104,8 Millionen Euro und damit um 15,7
Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahresvergleichsquartals ausgewiesen. Die ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGEN erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 16,4
Millionen Euro auf 35,1 Millionen Euro, im Wesentlichen aufgrund des erhöhten Bestandes
an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten durch die Unternehmenserwerbe (Media
Broadcast Gruppe und EXARING) sowie der in diesem Zusammenhang durchgeführten vorläufigen
Kaufpreisallokation (Media Broadcast Gruppe) und finalen Kaufpreisallokation (EXARING). Das ZINSERGEBNIS als Saldo der Zinserträge und -aufwendungen wurde im Berichtsquartal
mit -21,3 Millionen Euro ausgewiesen (Q2/2015: -9,7 Millionen Euro). Die deutliche
Zunahme des Nettozinsaufwandes um 11,6 Millionen Euro ist hauptsächlich auf die Aufzinsung
langfristiger Verbindlichkeiten der Media Broadcast Gruppe sowie auf die im März 2016
vorgenommene Neufinanzierung zurückzuführen. Aufgrund der erläuterten Effekte ergibt sich ein KONZERNGEWINN VOR STEUERN (EBT) in
Höhe von 43,0 Millionen Euro, was im Vorjahresvergleich einen Rückgang um 17,6 Millionen
Euro darstellt. Im Berichtsquartal 2016 wurden Erträge aus ERTRAGSTEUERN in Höhe von 6,6 Millionen
Euro (Q2/2015: Aufwendungen in Höhe von 5,7 Millionen Euro) ausgewiesen. Dabei wurden
laufende Steueraufwendungen in Höhe von 7,3 Millionen Euro (Q2/2015: 8,0 Millionen
Euro) mit latenten Steuererträgen, im Wesentlichen aus der Zuschreibung auf latente
Ertragsteueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen, in erster Linie auf die Konsolidierung
der Media Broadcast Gruppe, in Höhe von 13,9 Millionen Euro (Q2/2015: 2,3 Millionen
Euro) saldiert. Der im zweiten Quartal 2016 ausgewiesene KONZERNGEWINN resultiert wie im Vergleichszeitraum
des Vorjahres ausschließlich aus weitergeführten Geschäftsbereichen und addiert sich
auf 49,6 Millionen Euro, was verglichen mit den im Vergleichsquartal des Vorjahres
erzielten 54,9 Millionen Euro einer Verringerung um 5,3 Millionen Euro entspricht. Vermögens- und FinanzlageTabelle 4: Ausgewählte Bilanzzahlen des KonzernsAktiva
Passiva
Die Bilanzsumme zum 30. Juni 2016 beträgt 4.278,9 Millionen Euro und hat sich gegenüber
dem 31. März 2016 (4.608,3 Millionen Euro) um 329,5 Millionen Euro bzw. 7,1 Prozent
verringert. Auf der AKTIVSEITE veränderte sich das LANGFRISTIGE VERMÖGEN von 3.583,9 Millionen
Euro auf 3.582,2 Millionen Euro. Der leichte Rückgang resultiert vorwiegend aus der
Abnahme der immateriellen Vermögenswerte um 18,5 Millionen Euro auf 987.8Millionen Euro, hauptsächlich erklärt durch laufende Abschreibungen bei geringen
Neuinvestitionen. Gegenläufige Effekte sind vor allem auf die Zunahme von Ansprüchen
aus aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen zurückzuführen, was insgesamt zu einer
Erhöhung der latenten Ertragsteueransprüche um 16,2 Millionen Euro auf 174,0 Millionen
Euro führte. Im KURZFRISTIGEN VERMÖGEN ist überwiegend die Abnahme der Flüssigen Mittel um 299,4
Millionen Euro auf 204,0 Millionen Euro hervorzuheben. Der Rückgang der flüssigen
Mittel resultierte im Wesentlichen aus der am 20. April 2016 zurückgezahlten Unternehmensanleihe
im Nominalwert von 400,0 Millionen Euro zuzüglich aufgelaufener Zinsen von 28,5 Millionen
Euro sowie aus der im zweiten Quartal 2016 gezahlten Dividendenausschüttung in Höhe
von 198,4 Millionen Euro. Kompensierend wirkten die Einzahlungen aus der Aufnahme
von Finanzschulden aus der ersten Tranche des Ende März 2016 unterzeichneten Kreditvertrages
("Facilities Agreement") im Nominalbetrag von 240,0 Millionen Euro sowie der im Berichtsquartal
erzielte Free Cashflow in Höhe von 115,9 Millionen Euro. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind stichtagsbedingt um 19,4 Millionen
Euro auf 464,1 Millionen Euro zurückgegangen. Des Weiteren reduzierte sich das Vorratsvermögen
aufgrund eines rückläufigen Hardware-Bestandes um 8,0 Millionen Euro auf 70,4 Millionen
Euro. Auf der PASSIVSEITE verringerten sich die Finanzschulden im Vergleich zum 31. März
2016 um 183,9 Millionen Euro auf 1.730,9 Millionen Euro, hauptsächlich aufgrund der
im Berichtsquartal zurückgezahlten Unternehmensanleihe. Auf der anderen Seite wirkte
die im April 2016 abgerufene erste Tranche des Kreditvertrages ("Facilities Agreement")
über einen Nominalbetrag von 240,0 Millionen Euro, die mit einem Buchwert von 238,7
Millionen Euro unter den kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesen wird, erhöhend. Der Rückgang der übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen um 11,0 Millionen Euro
auf 543,8 Millionen Euro ist in erster Linie auf den Abbau von Verbindlichkeiten aus
Umsatz- und Lohnsteuersachverhalten in Höhe von 10,1 Millionen Euro zurückzuführen. Die Zunahme der anderen Rückstellungen um 10,4 Millionen Euro auf 93,7 Millionen Euro
betrifft vorwiegend Rückstellungen der Media Broadcast Gruppe. Die Pensionsrückstellungen
erhöhten sich um 6,9 Millionen Euro auf 94,6 Millionen Euro, in erster Linie resultierend
aus dem deutlichen Rückgang des gesunkenen Rechnungszinssatzes (30. Juni 2016: 1,7
Prozent, 31. März 2016: 2,2 Prozent). Wir verweisen an dieser Stelle auf die Textziffer
10 der ausgewählten erläuternden Anhangangaben. Die EIGENKAPITALQUOTE verringerte sich, maßgeblich aufgrund der Dividendenauszahlung,
von 31,0 Prozent per Ende März 2016 auf 29,8 Prozent per Ende Juni 2016. Die NETTOFINANZSCHULDEN
belaufen sich zum 30. Juni 2016 auf 898,0 Millionen Euro. Bei dieser Kennzahl werden
die Finanzschulden (1.730,9 Millionen Euro) um die flüssigen Mittel (204,0 Millionen
Euro) sowie um den Anteil am Börsenwert der Sunrise zum 30. Juni 2016 (11.051.578
Aktien multipliziert mit dem Schlusskurs von 56,90 Euro an der Börse Frankfurt am
Main) vermindert, da die Anteile an der Sunrise jederzeit für einen Verschuldungsabbau
zur Verfügung stünden. Zum 31. März 2016 betrugen die Nettofinanzschulden 805,0 Millionen
Euro, als Ergebnis aus Finanzschulden von 1.914,7 Millionen Euro, abzüglich flüssiger
Mittel von 503,4 Millionen Euro und des Anteils am Börsenwert der Sunrise zum 31.
März 2016 (10.721.395 Aktien multipliziert mit dem Schlusskurs von 56,55 Euro an der
Börse Frankfurt am Main). LiquiditätslageTabelle 5: Wichtige Cashflow-Kennzahlen des Konzerns
Der CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT wird im zweiten Quartal 2016 mit 133,6
Millionen Euro ausgewiesen, gleichbedeutend mit einem deutlichen Anstieg gegenüber
dem Vorjahresquartal um 52,9 Millionen Euro. Neben einem um 9,8 Millionen Euro gestiegenen
EBITDA (ohne den Einbezug der nicht zahlungswirksamen Ergebnisanteile aus dem assoziierten
Unternehmen Sunrise in Höhe von 5,9 Millionen Euro)) und einer von Sunrise erhaltenen
Dividendenausschüttung in Höhe von 30,1 Millionen Euro wirkten sich die um 10,9 Millionen
Euro verringerten Steuerzahlungen (Q2/2016: -7,5 Millionen Euro, Q2/2015: -18,3 Millionen
Euro) sowie eine im Vergleich zu Q2/2015 um 2,1 Millionen Euro erhöhte Abnahme des
Net Working Capitals positiv auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit aus. Der CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT betrug im zweiten Quartal 2016 -39,7 Millionen
Euro gegenüber -6,5 Millionen Euro im zweiten Quartal 2015 und war im Wesentlichen
bestimmt durch die Auszahlungen für den weiteren Anteil von 0,73 Prozent am Grundkapital
der Sunrise in Höhe von 22,1 Millionen Euro. Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens
sowie in Sachanlagen, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte,
sind im zweiten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahresquartal 2015 um 11,1 Millionen
Euro von 6,6 Millionen Euro auf 17,7 Millionen Euro gestiegen. Die zahlungswirksamen
Investitionen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert und betrafen im Wesentlichen
Sachanlagen der Media Broadcast Gruppe. Der CAHSFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT entwickelte sich im Berichtsquartal gegenüber
der Vergleichsperiode des Vorjahres von -123,1 Millionen Euro auf -393,3 Millionen
Euro, im Wesentlichen geprägt durch die im zweiten Quartal 2016 erfolgte Dividendenausschüttung
in Höhe von 198,4 Millionen Euro sowie durch die Rückzahlung der Unternehmensanleihe
im Nominalwert von 400,0 Millionen Euro zuzüglich der Zahlung aufgelaufener Zinsen
auf die Unternehmensanleihe von 28,5 Millionen Euro. Demgegenüber flossen dem Konzern
aus der Aufnahme von Finanzschulden 239,3 Millionen zu. Im zweiten Quartal 2016 wurde als Folge der vorstehend erläuterten Effekte ein FREE
CASHFLOW in Höhe von 115,9 Millionen Euro erzielt, was einem Anstieg gegenüber dem
Niveau des Vergleichsquartals des Vorjahres (74,1 Millionen Euro) um 41,8 Millionen
Euro entspricht. FinanzmanagementDie strategische Unternehmenssteuerung wird von einem fokussierten Finanzmanagement
unterstützt, welches neben der Liquiditätsentwicklung die Kapitalstruktur als Steuerungsgröße
aufweist. Die operative Umsetzung erfolgt durch ein umfassendes Treasury-Management
auf der Basis etablierter Controlling-Strukturen. Zur Steuerung der Kapitalstruktur dienen insbesondere der Verschuldungsfaktor, der
so genannte Interest Cover und die Eigenkapitalquote als finanzielle Steuerungsgrößen.
Der Verschuldungsfaktor gibt an, wie oft das aktuelle operative Ergebnis (EBITDA)
erarbeitet werden müsste, um die Nettoverschuldung (Finanzschulden abzüglich liquider
Mittel, abzüglich des Anteils am Börsenwert der Sunrise) zu tilgen. Der Interest Cover
bildet das Verhältnis von EBITDA zu Zinssaldo ab. In der folgenden Übersicht sind die Kennzahlen des Finanzmanagements mit ihrer aktuellen
Ausprägung im Vergleich zum Vorjahresquartal dargestellt. Für zeitraumbezogene Größen
wie das EBITDA und das Netto-Zinsergebnis wurden dabei jeweils die letzten 12 Monate
(also Juli 2015 bis Juni 2016 bzw. für das Vorjahr Juli 2014 bis Juni 2015) herangezogen. Tabelle 6: Kennzahlen des Finanzmanagements
Der Verschuldungsfaktor gibt das Verhältnis an, in dem die Finanzschulden (1.730,9
Millionen Euro) abzüglich flüssiger Mittel (204,0 Millionen Euro), abzüglich des Anteils
am Börsenwert der Sunrise zum 30. Juni 2016 (11.051.578 Aktien multipliziert mit dem
Schlusskurs von 56,90 Euro an der Börse Frankfurt am Main) im Verhältnis zum in den
letzten 12 Monaten erzielten EBITDA stehen. Dieser liegt zum 30. Juni 2016 bei 2,3
und damit, wie auch zum 30. Juni 2015, innerhalb der strategischen Bandbreite von
1,0 bis 2,5. Der Pro-forma-Verschuldungsfaktor (Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel im Verhältnis
zum in den letzten 12 Monaten erzielten EBITDA) liegt mit 3,9 über dem Bereich der
strategischen Bandbreite von 1,0 und 2,5, bedingt durch die Neufinanzierung im Zusammenhang
mit den Unternehmenserwerben während des ersten Quartals 2016 sowie die im Berichtsquartal
erfolgte Dividendenausschüttung. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im dafür herangezogenen
EBITDA der letzten 12 Monate erst dreieinhalb Monate der EBITDA-starken Geschäftstätigkeit
der Media Broadcast Gruppe enthalten sind. Die Finanzschulden sind überwiegend von den zwischen 2017 und 2026 endfälligen Schuldscheindarlehen
über einen Nennwert von insgesamt 780,0 Millionen Euro sowie auf das im März 2016
abgeschlossene Tilgungsdarlehen (zweite Tranche der Neufinanzierung) zu einem Nennwert
von 720,0 Millionen Euro bestimmt. Der Interest Cover liegt mit 6,7 im Wesentlichen aufgrund der Erhöhung des Nettozinsaufwandes
aufgrund der Neufinanzierung im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben, deutlich
niedriger als in Q2/2015 (9,3), damit jedoch nach wie vor über der Zielmarke von 5,0. Die Eigenkapitalquote bewegt sich zum 30. Juni 2016 unter der Zielmarke von 50 Prozent,
was ebenfalls im Zusammenhang mit der Neufinanzierung steht. Der Vorstand hält trotz der Neufinanzierung im Rahmen der Unternehmenserwerbe an seiner
Finanzstrategie und damit auch am Ziel fest. DividendenpolitikDie zu Beginn des Geschäftsjahres 2013 mit dem Aufsichtsrat abgestimmte, aktuelle
Dividendenpolitik des Vorstands sieht vor, jeweils 50 bis 75 Prozent des für das Geschäftsjahr
ausgewiesenen Free Cashflows als Dividende auszuschütten. Mit dieser Bandbreite trägt
die Gesellschaft dem Interesse der wertorientierten Anteilseigner Rechnung, am freien
Barmittelzufluss der Gesellschaft in angemessenem Maße teilzuhaben. Gleichzeitig soll
eine neuerliche Optimierung der Kapitalstruktur für eine nachhaltige Unternehmenswertsicherung
sorgen. Auch vor dem Hintergrund der im ersten Quartal 2016 bzw. Ende 2015 durchgeführten
Akquisition der Media Broadcast Gruppe, der Beteiligung an der EXARING AG und dem
Anteilserwerb an der Sunrise Communications Group AG bestätigt der Vorstand ausdrücklich
die aktuelle Dividendenpolitik. Im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 hat die freenet
AG die beschlossene Dividende in Höhe von 1,55 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie
aus dem Bilanzgewinn ausgeschüttet. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 69,7
Prozent des im Geschäftsjahr 2015 erzielten Free Cashflows. Grafik 4: Kennzahlen der Dividendenpolitik![]() Zur Unterstreichung der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells beabsichtigt der Vorstand
dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung im Jahr 2017 die Ausschüttung einer Dividende
in Höhe von 1,60 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie für das Geschäftsjahr 2016
vorzuschlagen. Damit stellt der Vorstand seinen Aktionären eine Ausschüttung in Aussicht, die gegenüber
den Vorjahren eine kontinuierliche Erhöhung darstellt. NACHTRAGSBERICHTBerichtspflichtige Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag haben
sich nicht ergeben. CHANCEN- UND RISIKOBERICHTChancenberichtZur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts hat der Vorstand ein umfangreiches
monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nicht
finanziellen Leistungsindikatoren im Konzern umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen
mit allen relevanten Geschäftsbereichen informiert sich der Vorstand zeitnah über
die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle
Themen diskutiert und zukünftige in- und externe Entwicklungen, Maßnahmen sowie potentielle
Chancen besprochen. Die Identifikation, Analyse und Kommunikation der Chancen sowie
deren Nutzung stellt eine unternehmerische (Führungs-)Aufgabe dar, die vom Vorstand,
den Verantwortlichen der einzelnen Unternehmensbereiche sowie den jeweiligen Entscheidungsträgern
in ständiger Kommunikation ausgeübt wird. Die freenet AG stellt an sich selbst den Anspruch, in allen Bereichen des Digital-Lifestyle
eine Vorreiterrolle einzunehmen und diese erfolgreich zu verteidigen. Daher haben
die freenet AG und ihre Tochtergesellschaften die Strategie mit einer Fokussierung
auf mobile Sprach- und Datendienste sowie der Vermarktung von Digital-Lifestyle-Produkten
umsichtig und dennoch konsequent fortgesetzt. Im Rahmen der Vermarktung von Smartphones
und Flatrate-Tarifen standen vor allem die Kundenqualität sowie die Stabilisierung
der Vertragskundenbasis im Fokus des unternehmerischen Handelns. Darüber hinaus wurde,
entsprechend der Strategie der freenet AG, weiterhin ein Schwerpunkt auf das Digital-Lifestyle-Geschäft
gelegt. Zu den relevanten Bereichen zählen hier neben Health, Datensicherheit und
Home Automation auch Entertainment und Wearables. Die Produktpalette in diesem Wachstumsmarkt
wurde entsprechend um weitere smartphone- und tabletbasierte Anwendungen erweitert.
Damit ist die freenet AG bei diesen Produkten breiter aufgestellt als je zuvor. Als
größter netzunabhängiger Mobilfunk-Service-Provider wird die freenet AG auch zukünftig
im Digital-Lifestyle-Geschäft diesen erfolgreichen Weg weiter ausbauen und Chancen
vor dem Hintergrund einer strikten Stakeholder-Value-Orientierung nutzen. Externe Chancen sieht die freenet AG insbesondere in folgenden Marktentwicklungen:
Der Trend, für Mobilfunkendgeräte zu zahlen, die Ausdehnung der mobilen Internet-
und Datennutzung, die weitere Verbreitung von Smartphones sowie die Vernetzung von
Produkten haben sich weiter fortgesetzt. Die Auswirkungen aus dem Trend zur verstärkten mobilen Internet- und Datennutzung
sowie dem damit verbundenen Trend zu höherpreisigen Flatrate-Produkten könnten darüber
hinaus zu einem positiveren Anstieg des Customer-Ownerships führen als erwartet, wenngleich
Letzteres insgesamt eher als gering wahrscheinlich eingeschätzt wird. Darüber hinaus hat die freenet AG Anfang des Jahres den Einstieg in das neue Geschäftsfeld
digitales Fernsehen vollzogen: Es wurde mit der Media Broadcast Gruppe der bundesweit alleinige kommerzielle Anbieter
des Ende Mai 2016 gestarteten DVB-T2 HD Standard übernommen. Dieser neue Standard adressiert Millionen deutscher Haushalte und ermöglicht die Ausstrahlung
eines umfangreichen Senderpakets in HD-Qualität. Ergänzt wird das Angebot durch den
Zugang zu den Mediatheken einiger Sender. Ferner hat sich die freenet AG mit 24,99% an der EXARING AG beteiligt und sich Vertriebsrechte
an deren geschlossener IP-Plattform für innovative Entertainment- und TV-Dienste gesichert.
Unter dem Markennamen "waipu.tv" ist ein Produkt rund um digitales Bewegtbild-Entertainment
geplant. Der Marktstart ist für das 4. Quartal 2016 vorgesehen. All dies könnte sich positiv auf die erwartete Entwicklung der Umsatzerlöse, des EBITDA
und des Free Cashflows auswirken. Interne Chancen für die freenet AG könnten sich vor allem ergeben aus:
Aus der Prüfung und Implementierung von strategischen Optionen sowohl im Bereich Mobilfunk
als auch Digital-Lifestyle, der Implementierung und Vermarktung neuer innovativer
Produkte sowie dem Ausbau der eigenen Vertriebsstärke könnte ein positiver Effekt
auf die Entwicklung der zugrunde gelegten finanziellen Leistungsindikatoren resultieren
und unsere Erwartungen mithin übertreffen. Gleichsam könnte ein besserer Ausbau der
Vertriebsstärke und der Kundenzufriedenheit dazu führen, dass sich der Customer-Ownership
möglicherweise positiver entwickelt als prognostiziert. Die Wahrscheinlichkeit hierfür
wird jedoch eher als gering wahrscheinlich eingeschätzt. Neben der bereits etablierten Hauptmarke mobilcom-debitel könnten sich insbesondere
auch die Discount-Marken klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light zunehmend
stärker am Markt etablieren, wodurch eine höhere Marktdurchdringung als bisher erwartet
erreicht werden könnte. Anfang Juni 2016 wurden seitens der klarmobil gewisse Tarifangebote restrukturiert.
Ehemals temporäre Sonderaktionen wurden zu einer festen Allnet-Tarifgruppe abgewandelt.
Hierdurch kann den Kunden für das gleiche Geld noch mehr Leistung geboten werden-
insbesondere ein höheres Datenvolumen und eine schnellere Surfgeschwindigkeit. Sollten
die Marken stärker als erwartet am stetig wachsenden Discount-Markt partizipieren,
könnte dies sowohl zu höheren Umsatzerlösen als auch Ergebnisgrößen und Free Cashflows
führen als bisher prognostiziert. Das strategische Zusammenwirken von Mobilfunkdienstleistungen und Digital-Lifestyle-Geschäft
wurde weiter forciert. Diese konzernpolitische Ausrichtung der Aktivitäten wird auch
zukünftig konsequent verfolgt werden, da der Trend zur fortschreitenden Digitalisierung
und Vernetzung von Produkten und Dienstleistungen weiter anhalten wird. Vor diesem
Hintergrund werden in Bezug auf die Erbringung von Leistungen im Bereich Digital-Lifestyle,
insbesondere Health, Home Automation & Security, Datensicherheit sowie Enter- und
Infotainment, weiterhin Wachstumschancen, Synergiepotenziale sowie Chancen für neue
strategische Partnerschaften gesehen. Dadurch könnten zukünftig positivere Beiträge
zu den zugrunde gelegten finanziellen Leistungsindikatoren generiert werden als bisher
erwartet. Die Bedeutung der strategischen Transformation vom reinen Mobilfunkspezialisten
zum Digital-Lifestyle-Provider wird vor diesem Hintergrund zukünftig voraussichtlich
weiter zunehmen. Sollten die aus der kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserung resultierenden
Maßnahmen und Effizienzsteigerungen zur nachhaltigen Senkung der Kostenstrukturen
positiver ausfallen als erwartet, könnte sich dies in den kommenden Jahren positiver
auf die Höhe der Sachgemein- und Personalkosten und mithin auf das EBITDA sowie den
Free Cashflow auswirken als bisher budgetiert. Gesamtwürdigung der ChancenlageDurch die regelmäßige Überwachung der internen und externen Chancen durch das monatliche
Berichtswesen sowie der Kommunikation in den Besprechungsterminen ist die Unternehmensleitung
in der Lage, der ihr obliegenden unternehmerischen (Führungs-)Aufgabe nachzukommen
und mithin durch die Nutzung von Chancen einen positiven Beitrag zur operativen als
auch strategischen Sicherung des Unternehmenserfolgs zu leisten. Es wurden sowohl externe als auch interne Chancen identifiziert, die im Vergleich
zum Vorjahr grundsätzlich unverändert bestehen. Die Bedeutung der aufgezeigten Chancen
sowie die daraus resultierenden positiven Auswirkungen auf die prognostizierten finanziellen
und nicht finanziellen Leistungsindikatoren und somit auf die Entwicklung der freenet
AG insgesamt werden zusammenfassend als gering eingestuft. Die Unternehmensleitung
erwartet daher die im Ausblick prognostizierte, positive Entwicklung des Geschäftsverlaufs. RisikomanagementsystemZur Gewährleistung des langfristigen Fortbestands der freenet AG kommt einem effizienten
Risikomanagementsystem eine maßgebliche Bedeutung zu. Das Risikomanagementsystem in
der freenet AG wird ausschließlich auf Risiken, nicht hingegen auf Chancen angewendet.
Dabei soll sichergestellt werden, dass Risiken für die zukünftige Entwicklung des
Unternehmens frühzeitig von jedem unserer Führungskräfte erkannt und in systematischer,
nachvollziehbarer Weise an die zuständigen Entscheidungsträger im Unternehmen kommuniziert
werden. Durch die rechtzeitige Kommunikation von Risiken an die verantwortlichen Entscheidungsträger
soll gewährleistet werden, dass angemessene Maßnahmen zum Umgang mit den erkannten
Risiken ergriffen und hierdurch Schäden von unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitern
und unseren Kunden abgewendet werden. Dazu hat der Vorstand der freenet AG innerhalb des Konzerns ein effizientes Risikofrüherkennungs-,
Überwachungs- und Steuerungssystem eingerichtet, in welches auch die Tochtergesellschaften
eingebunden sind. Das System wird im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für
den Jahres- und Konzernabschluss durch den Abschlussprüfer geprüft, ob es geeignet
ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu
erkennen. Das Risikofrüherkennungssystem entspricht den gesetzlichen Anforderungen.
Die Systeme und Methoden des Risikomanagementsystems sind integrativer Bestandteil
der generellen Aufbau- und Ablauforganisation der freenet AG. Grafik 5: Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagementsystems der freenet AG![]() Mindestens halbjährlich erfassen bzw. aktualisieren die einzelnen Fachbereiche der
freenet AG und die freenet Tochterunternehmen bestehende und etwaige neue Risiken,
die eine definierte Wesentlichkeitsgrenze übersteigen, in formalisierten Risikoberichten
(Risikoidentifikation). In den Risikoberichten werden die spezifischen Risiken beschrieben
und auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihre Auswirkungen auf das Unternehmen
anhand standardisierter Kriterien untersucht (Risikoanalyse und -bewertung). Die Bewertung der Risiken erfolgt innerhalb der freenet AG nach dem Nettoprinzip,
bei dem das Risiko inklusive der reduzierenden Einflüsse von durchgeführten Gegenmaßnahmen
betrachtet wird. Für die Bewertung der Risiken werden die Kriterien "Eintrittswahrscheinlichkeit"
und "erwartetes Schadensausmaß" herangezogen. Dabei werden Risiken mit geringer (<50
Prozent), mittlerer (50-75 Prozent) und hoher (>75 Prozent) Eintrittswahrscheinlichkeit
systematisch voneinander unterschieden und kategorisiert. Hinsichtlich der Höhe des
erwarteten Schadensausmaßes aus einem Risiko wird zwischen unwesentlichen (<1,0 Millionen
Euro), geringen (1,0 bis 2,5 Millionen Euro), mittleren (2,5 bis 10,0 Millionen Euro)
und hohen (>10,0 Millionen Euro) erwarteten Schäden unterschieden. Aus der Kombination
der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Höhe des erwarteten Schadensausmaßes ergibt
sich die Einteilung hinsichtlich der Bedeutung der Risiken in die Kategorien "unwesentlich",
"gering", "mittel", "hoch" sowie "wesentlich". Diese Risikokategorien sind in der
folgenden Abbildung dargestellt. Grafik 6 : Risikomatrix der freenet AG![]() Basierend auf den kommunizierten Ergebnissen der Risikoanalyse und -bewertung werden
verschiedene Handlungsalternativen im Rahmen der allgemeinen Unternehmenssteuerung
ergriffen, um angemessen auf die identifizierten Risiken zu reagieren (Risikosteuerung
und -überwachung). Die einzelnen Risikoberichte werden zu einem gesamthaften Konzernrisikobericht
zusammengefasst und an den Vorstand berichtet. Auch zwischen den Standard-Meldezeitpunkten
werden Risiken direkt nach ihrer Identifikation erfasst, analysiert, bewertet und
gesteuert sowie bei entsprechender Größenordnung unmittelbar an den Vorstand und den
Aufsichtsrat berichtet (Risikokommunikation). Der Vorstand hat in einem Leitfaden, der kontinuierlich ergänzt und verbessert wird,
die wesentlichen Risikokategorien für den Konzern definiert, eine Strategie zum Umgang
mit den Risikokategorien erarbeitet und die Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten
innerhalb des Risikomanagementsystems im Konzern dokumentiert. Dieser Leitfaden ist
den Mitarbeitern bekannt und entwickelt deren Risikobewusstsein gezielt weiter (Teil
der Risikokommunikation). Die Methoden und Systeme des Risikomanagements werden ständig überprüft, weiterentwickelt
und angepasst. Dabei wirkt die interne Revisionsabteilung der freenet AG unterstützend,
wobei die regelmäßigen Prüfungen der Risikoberichterstattung den Schwerpunkt bilden.
Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Prüfungsausschuss der freenet AG, überwacht
aufgrund aktienrechtlicher Bestimmungen die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems.
Der Aufsichtsrat wird durch regelmäßige Berichterstattung und, soweit erforderlich,
durch eine aktuelle Berichterstattung des Vorstands eingebunden (prozessunabhängige
Risikoüberwachung). Neben dem Risikomanagementsystem hat die Unternehmensleitung zur Steuerung und Überwachung
des laufenden Geschäfts ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das
sowohl die finanziellen als auch die nicht finanziellen Leistungsindikatoren im Konzern
umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Geschäftsbereichen
informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich
werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige Maßnahmen
besprochen (Teil der Risikokommunikation). RisikenIn diesem Abschnitt werden die Risiken dargestellt, welche die Vermögens-, Finanz-
oder Ertragslage der freenet AG beeinflussen könnten. Es erfolgt eine Einteilung in
die Kategorien Marktrisiken, IT-Risiken, steuerliche Risiken, finanzielle Risiken
und rechtliche Risiken. Die einzelnen Risiken werden gemäß ihrer Rangfolge in den
jeweiligen Kategorien genannt. Der Mobilfunkbereich ist sowohl umsatz- als auch ergebnisbezogen das mit Abstand bedeutendste
Segment im freenet Konzern. Entsprechend resultieren auch die maßgeblichen Marktrisiken
aus diesem Bereich und werden daher im Folgenden vorwiegend auf dieses Segment bezogen
dargestellt. Die Risikoeinschätzung für die übrigen Kategorien gilt grundsätzlich
für alle Segmente. Wesentliche Unterschiede zwischen den Segmenten in Bezug auf die
Risikoeinschätzung werden als solche gesondert genannt. MarktrisikenWettbewerbsintensive MärkteDie Telekommunikationsmärkte sind weiterhin durch intensiven Wettbewerb geprägt. Dies
kann zum einen zu Einbußen bei den Umsatzerlösen und zum Verlust von Marktanteilen
sowie zu Margendruck in den jeweiligen Geschäftsbereichen führen und/oder den Gewinn
von Marktanteilen erschweren. Weiterhin können höhere Aufwendungen für die Gewinnung neuer Kunden bei gleichzeitig
sinkenden Erlösen und einer kundenseitig hohen Wechselbereitschaft die Folge des starken
Wettbewerbs sein. Hierdurch könnten sich die prognostizierten umsatzbasierten Kennzahlen,
Ergebnisgrößen sowie der Free Cashflow möglicherweise leicht negativer entwickeln
als bisher erwartet. Um sich gegenüber den Wettbewerbern zu behaupten, muss die freenet
AG ihre Produkte weiterhin attraktiv gestalten und erfolgreich vermarkten sowie Kundenbindungsmaßnahmen
durchführen. Außerdem muss die freenet AG auf die Geschäftsentwicklung der Konkurrenz
reagieren und neue Kundenbedürfnisse antizipieren. Darin liegt ein mittleres Risiko
für die Erreichung der Ziele der Gesellschaft. NetzbetreiberBonuszahlungen und Provisionen seitens der MNOs sind Bestandteil der Erträge der freenet
AG. Eine Reduzierung dieser Netzbetreiber-Prämien kann zu einem höheren Kapitalbindungs-
und Vermarktungsrisiko führen. Diese Tatsache stellt ein mittleres Risiko für die
freenet AG dar. Das Risiko versucht die freenet AG dadurch zu minimieren, dass die
Gesellschaft flexible Einkaufskonditionen verhandelt sowie ein laufendes Monitoring
der Zielerreichung bei den Prämienzahlungen durchführt und gegebenenfalls nachverhandelt. Die Margen im Mobilfunk-Service-Provider-Geschäft sind wesentlich durch die Netzbetreiber
und deren Gestaltung der Tarifmodelle bedingt. Hierdurch werden, beispielsweise durch
Tarifwechselbeschränkungen, die Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Tarifmodelle
eingeschränkt. Dieses Risiko wird seitens der freenet AG als gering eingestuft. Dennoch
findet eine laufende Prüfung der Implementierung weiterer mengenbasierter Einkaufsmodelle
statt - sowohl im Postpaid- als auch im Prepaidbereich. Die Netzbetreiber vertreiben ihre Produkte zunehmend selbst und drängen Mobilfunk-Service-Provider
aus dem Markt ("shift to direct"). Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber aufgrund ihrer
Geschäftsstruktur im Vertrieb zum Teil bessere Konditionen bieten können als die Mobilfunk-Service-Provider.
Dies könnte wiederum zum Verlust von Vertriebswegen und Kunden führen. Dieser Umstand
stellt für die freenet AG ein geringes Risiko dar. Als Gegenmaßnahme schließt die freenet AG mit den wichtigen Vertriebspartnern langfristige
Verträge und bietet ihnen attraktive Anreizsysteme (z.B. Airtime-Modelle). Eine zusätzliche
Möglichkeit, bestehende Vertriebskanäle zu erhalten bzw. auszubauen, liegt in der
Gewinnung von weiteren Franchisepartnern. Der Zusammenschluss der beiden Netzbetreiber O2 und E-Plus könnte zu einem verminderten Wettbewerb zwischen den verbleibenden Mobilfunkgesellschaften ("MNOs") und einer einhergehenden Schwächung des Service-Provider-Modells führen. Dies könnte sich unter anderem in einer Verringerung der Marge äußern. Ferner besteht die Gefahr eines koordinierten Verhaltens der drei nach dem Zusammenschluss übrig gebliebenen MNOs zu Lasten aller Service-Provider. Die von Telefonica Deutschland an einen anderen Marktteilnehmer ohne eigenes Mobilfunknetz abgegebene Netzkapazität wird voraussichtlich recht aggressiv vermarktet werden. Auf der Habenseite wurden bestehende Verträge bis 2025 verlängert, wodurch die freenet AG eine gewisse Absicherung erfährt. Für den Fall, dass es zu marktweiten Konditionenkürzungen käme, würden die Konditionen für die Vertriebspartner angepasst. Das Risiko wird seitens der freenet AG als unwesentlich eingestuft. Die Netzbetreiberrisiken, alleine oder in Kombinationen, könnten sich auf die prognostizierten
Ergebnisgrößen sowie den Free Cashflow negativer auswirken als dies bisher erwartet
wird. Kauf von UnternehmenDie freenet AG hat in der Vergangenheit Unternehmenskäufe getätigt. Es besteht das
mittlere Risiko, dass sich das operative Geschäft dieser Beteiligungen nicht erwartungsgemäß
entwickelt und somit unter anderem das Wachstum des Geschäftsbereichs Digital-Lifestyle
unter den Erwartungen und mithin unter den prognostizierten Ergebnissen und des Free
Cashflows bleibt. Im Rahmen des Managementreports findet daher ein regelmäßiges Monitoring
der Beteiligungsentwicklung statt, das darauf abzielt, sofort Gegenmaßnahmen einzuleiten,
falls Planabweichungen vorliegen sollten. Übernahme der Media Broadcast GruppeAus der im ersten Quartal erfolgten Übernahme ergeben sich für die Gesellschaft verschiedene
Risiken. Als mittleres Risiko sieht die freenet AG die aktuelle UKW-Regelung der Bundesnetzagentur.
Diese Regelung könnte zu einer Intensivierung und Förderung des Wettbewerbs führen,
wodurch sich in diesem Bereich Marktanteils-, Umsatz- und Ergebnisverluste ergeben
könnten. Weiterhin könnte die kundenseitige Nachfrage des Produkts freenet TV, das über den im Chancenbericht erwähnten Standard DVB-T2 HD angeboten wird, geringer ausfallen als erwartet. Dies stellt für die freenet ein mittleres Risiko dar. Beteiligung an der EXARING AGDie freenet AG ist seit Ende 2015 mit 24,99% an der EXARING AG beteiligt. Hieraus
könnten sich die Risiken ergeben, dass einerseits die Kundenanzahl zum Produktlaunch
geringer als erwartet ausfällt und womöglich die Kosten, insbesondere im Bereich Content
(TV-Sender) und Akquisition (Vertriebspartner/Marketingpartner), höher ausfallen als
erwartet. Beide Risiken stuft die freenet als mittel ein. Beteiligung an der Sunrise Communications Group AGIn der ersten Hälfte 2016 hat die freenet AG einen Anteil von 24,56% an der Sunrise
Telecommunications Group AG erworben. Es könnte sein, dass sich die Geschäftsentwicklung
der Sunrise AG schlechter entwickelt als angenommen, was sich wiederum negativ auf
die Ertragslage und die Geschäftsentwicklung der freenet auswirken könnte. Das Risiko
wird seitens der freenet als gering eingestuft. TerminierungsentgelteEine weitere Absenkung der so genannten Terminierungsentgelte durch die Bundesnetzagentur
könnte im Markt die Umsätze pro Kunde stärker reduzieren als erwartet. Aufgrund der
in der Vergangenheit bereits durchgeführten Absenkungen ist das Risiko allerdings
gering. Es findet eine permanente Beobachtung des Regulierungsumfelds durch die freenet
AG statt. Gesetze und RegulierungAufgrund von gesetzlichen Änderungen, Eingriffen von Regulatoren oder auch durch gerichtliche
Grundsatzentscheidungen könnten sich Auswirkungen auf die Tarifstruktur und die Möglichkeit,
Kundenforderungen geltend zu machen, ergeben. Dies könnte sich zum einen negativ auf
die Höhe der prognostizierten Umsatzerlöse und zum anderen auf die Höhe des Free Cashflows
auswirken. Die Auswirkungen von einzelnen Entscheidungen oder rechtlichen Änderungen
können für sich genommen nicht wesentlich sein, so dass das Risiko insgesamt als gering
eingestuft werden kann. Die freenet AG begegnet dem Risiko durch ein regelmäßiges
Monitoring der Entwicklungen seitens der Regulatoren bzw. durch das Verfolgen des
Ausgangs gerichtlicher Entscheidungen. IT-RisikenDie Betriebsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur inklusive
der Rechenzentren und Billing-Systeme des Unternehmens sind für dessen erfolgreiches
Operieren und seinen Fortbestand von erheblicher Bedeutung. Es besteht das geringe
Risiko, dass Netzwerkausfälle oder Serviceprobleme aufgrund von Systemfehlern oder
-ausfällen zum Verlust von Kunden führen können. Neben dem Rückgang der Umsatzerlöse
bei einem Verlust von Kunden könnte bei einem Ausfall der Systeme keine Leistung seitens
der freenet AG erbracht und damit auch kein Umsatz bzw. kein positiver Beitrag zum
erwarteten Ergebnis sowie Free Cashflow erzielt werden. Um Ausfallrisiken zu vermeiden,
werden technische Frühwarnsysteme eingesetzt. Ständige Pflege und Updates halten die
Sicherheitsvorkehrungen stets auf dem aktuellen Stand. Um den Verlust von sensiblen
Daten zu vermeiden, wird in einem 24-stündigen Rhythmus ein Backup erstellt und dieser
bei der Speicherung ausgelagert. Ein Hackerangriff auf die freenet TV-Datenbank könnte der Auslöser für eine schadhafte
Datenmanipulation sein, die im Extremfall dazu führen könnte, dass die TV-Boxen ausfallen.
Das Risiko wird seitens der freenet als gering eingestuft. Steuerliche RisikenVerlustvorträgeWenn innerhalb von fünf Jahren mittelbar oder unmittelbar mehr als 25 Prozent der
Aktien oder Stimmrechte der Gesellschaft in einer Hand oder in Händen mehrerer Aktionäre
mit gleichgerichteten Interessen vereinigt würden (schädlicher Beteiligungserwerb),
könnten die bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen
negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge) der Gesellschaft
gemäß § 8c KStG anteilig oder vollständig verloren gehen. Aktien werden in einer Hand
vereinigt, wenn sie an einen Erwerber, an diesem nahestehende Personen oder an eine
Gruppe von Erwerbern mit gleichgerichteten Interessen übertragen werden. Auf den Eintritt dieses Risikos hat die Gesellschaft keinen Einfluss, da der (gegebenenfalls
teilweise) Wegfall der bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen
oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge)
durch Maßnahmen und Transaktionen auf der Ebene der Aktionäre herbeigeführt wird.
Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in Folge einer Veräußerung
oder eines Hinzuerwerbs von Aktien durch die Aktionäre der Gesellschaft zu einer Vereinigung
von mehr als 25 Prozent der Aktien in einer Hand kommen könnte. Dasselbe mittlere
Risiko besteht, wenn durch andere Maßnahmen erstmals in der Hand eines Aktionärs oder
mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen mehr als 25 Prozent der Aktien
oder Stimmrechte vereinigt werden. Die oben dargestellten Rechtsfolgen gelten entsprechend. Umsatzsteuerrisiko aus "Entgelt von dritter Seite"Mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4. Dezember 2014 sowie gleichzeitiger
Ergänzung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses traf die Finanzverwaltung folgende Regelung:
Liefert der Vermittler eines Mobilfunkvertrags im eigenen Namen an den Kunden ein
Mobilfunkgerät oder einen sonstigen Elektronikartikel und gewährt das Mobilfunkunternehmen
dem Vermittler auf Grund vertraglicher Vereinbarung eine von der Abgabe des Mobilfunkgeräts
oder sonstigen Elektronikartikels abhängige Provision bzw. einen davon abhängigen
Provisionsbestandteil, handelt es sich bei dieser Provision oder diesem Provisionsbestandteil
insoweit nicht um ein Entgelt für die Vermittlungsleistung an das Mobilfunkunternehmen,
sondern um ein Entgelt von dritter Seite im Sinne des §10 Abs. 1 Satz 3 UStG für die
Lieferung des Mobilfunkgeräts oder des sonstigen Elektronikartikels. Dies gilt unabhängig
von der Höhe einer von dem Kunden zu leistenden Zuzahlung. Aus der Anwendung dieser
Regelung ab dem 1. Januar 2015 entstehen der Gesellschaft keine berichtspflichtigen
Risiken. Für die vor dem 1. Januar 2015 ausgewiesenen Umsätze ist es aus Sicht der
Gesellschaft überwiegend wahrscheinlich, dass die genannte Regelung keine wesentlichen
negativen umsatzsteuerrechtlichen Auswirkungen für die freenet AG haben wird. Es verbleibt
für die vor dem 1. Januar 2015 für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume
ausgewiesenen Umsätze jedoch ein geringes Risiko, bei dem die freenet AG Vorsteuern
teilweise an das Finanzamt zurückerstatten müsste. Sonstige SteuerrisikenFür noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume kann es grundsätzlich zu
Änderungen kommen, aus denen Steuernachzahlungen oder Veränderungen der Verlustvorträge
resultieren, sofern die Finanzbehörden im Rahmen von steuerlichen Außenprüfungen zu
abweichenden Auslegungen steuerlicher Vorschriften oder abweichenden Bewertungen des
jeweiligen zugrundeliegenden Sachverhalts kommen. Gleiches gilt für Abgabenarten,
die zum Teil noch nicht geprüft wurden, insbesondere weil sie üblicherweise keiner
steuerlichen Außenprüfung unterliegen. Das Risiko abweichender Sachverhaltsauslegungen und -bewertungen gilt insbesondere
für gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen. Deshalb ist nicht ganz auszuschließen,
dass durch Einbringungen, andere Umwandlungsvorgänge, Kapitalzuführungen und Gesellschafterwechsel
die von den Kapitalgesellschaften der freenet AG erklärten und so auch bislang von
der Finanzverwaltung gesondert festgestellten körperschaft- und gewerbesteuerlichen
Verlustvorträge vermindert werden bzw. entfallen könnten. Insgesamt wird dies als
ein geringes Risiko angesehen. Finanzielle RisikenZiel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und
finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich
ihrer Finanzinstrumente, finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten
im Wesentlichen den nachfolgend dargestellten Risiken. ForderungsausfälleEin Forderungsausfallrisiko ist der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen
aufgrund des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Debitoren. Es besteht ein
mittleres Ausfallrisiko im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Vermögenswerte. Bei der Betrachtung des Forderungsausfallrisikos stehen im freenet Konzern insbesondere
die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Hierbei wird
im Massengeschäft unseres Konzerns der Bonität von Kunden und Vertriebspartnern besondere
Aufmerksamkeit gewidmet. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss
Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt. Im laufenden Vertragsverhältnis sind die
Durchführung eines zügigen und regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren
Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkasso-Überwachung sowie das
High Spender Monitoring in unserem Konzern wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des
Ausfallrisikos. Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner
findet ein laufender Mahn- und Inkassoprozess statt. Ebenso werden Kreditlimits festgelegt
und überwacht. Überdies sind durch eine Warenkreditversicherung wesentliche Forderungsausfallrisiken
gegenüber Großkunden (Händler und Distributoren im Bereich Mobilfunk) abgesichert.
Die Risiken bei nicht versicherten Händlern und Distributoren sind durch ein internes
Limitsystem begrenzt - in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse
leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande. Schließlich trägt eine angemessene
Bildung von Wertberichtigungen den Forderungsausfallrisiken Rechnung. Weitere wesentliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen regelmäßig
im Segment Mobilfunk gegen die Mobilfunknetzbetreiber sowie im Segment TV/Medien gegen
öffentlich-rechtliche sowie private Anbieter von TV- und Radioprogrammen. Die Eintreibung
dieser Forderungen wird ebenfalls laufend überwacht; allerdings zeigen die Vergangenheitserfahrungen
hier ein äußerst geringes Forderungsausfallrisiko. Zwischen dem Konzern und einer Bank besteht eine Factoring-Vereinbarung zum Verkauf
von Handy-Optionsforderungen. Die maßgeblichen Risiken (im Wesentlichen das Forderungsausfallrisiko)
und Chancen gehen hierbei auf die Bank über. Im freenet Konzern verbleibt in voller
Höhe das Spätzahlungsrisiko, das jedoch von untergeordneter Bedeutung ist. Werthaltigkeit des VermögensIn der Konzernbilanz der freenet AG werden ein bilanzieller Goodwill sowie immaterielle
Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen, Markenrechte und Nutzungsrechte in wesentlicher
Höhe ausgewiesen. Es besteht das mittlere Risiko, dass es im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen
in den Folgeperioden zu wesentlichen Wertminderungen kommen kann. Die Vermögenswerte der freenet AG werden regelmäßig als auch anlassbezogen überprüft,
sofern mögliche Indikatoren für eine nachhaltige Wertminderung vorliegen. Bei einem
solchen Indikator kann es sich z. B. um Änderungen im Wirtschafts- oder Regulierungsumfeld
handeln. Eine eventuell resultierende Wertminderung ist nicht zahlungswirksam und
bleibt daher ohne Einfluss für den Free-Cashflow. Darüber hinaus werden die Umsatzerlöse
und das EBITDA nicht tangiert (kein Einfluss auf die finanziellen Leistungsindikatoren). LiquiditätDas als mittleres Risiko eingestufte allgemeine Liquiditätsrisiko des Konzerns besteht
darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht
nachkommen kann, z. B. der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen
und der Verpflichtungen aus Leasingverträgen. Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente
eingesetzt. Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken des Weiteren durch das Halten angemessener
Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten
und tatsächlichen Cashflows. Auf Basis mehrerer bestehender konzerninterner Cash-Pooling-Vereinbarungen,
an denen die wesentlichen Gesellschaften des freenet Konzerns teilnehmen, werden Bedarf
und Anlage von liquiden Mitteln im Konzern zentral gesteuert. Um das allgemeine Liquiditätsrisiko zu verringern, bedient sich der Konzern verschiedener
Finanzierungsinstrumente. Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten resultieren aus den im Dezember 2012, Mai 2015 und Februar
2016 abgeschlossenen Schuldscheindarlehen (zum 30. Juni 2016 inkl. Zinsabgrenzungen
bilanziert 778,8 Millionen Euro) sowie den beiden Darlehenstranchen im syndizierten
Bankkredit ("Facility Agreement") vom März 2016 über insgesamt maximal 1.040,0 Millionen
Euro (zum 30. Juni 2016 inkl. Zinsabgrenzungen bilanziert 951,9 Millionen Euro). Die
dritte - als revolvierende Kreditlinie ausgestaltete - Tranche im Facility Agreement
über 100,0 Millionen Euro war zum 30. Juni 2016 nicht gezogen. Aus den abgeschlossenen Kreditverträgen resultiert ein weiteres geringes Liquiditätsrisiko,
da die darin vereinbarten Beschränkungen (sog. Undertakings und Covenants) den finanziellen
und operativen Spielraum der freenet AG eingrenzen. Die Verträge beinhalten beispielsweise
Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns, bei der Durchführung
gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von
Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögenswerten,
insbesondere von Anteilsbesitz. Der Gesellschaft ist es nur in engen Grenzen erlaubt,
außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige
strategische Investitionen zu finanzieren. Aufgrund der genannten Liquiditätsreserven
stellen die Covenants jedoch nur eine geringe Einschränkung für die freenet AG dar. KapitalrisikomanagementDas Kapitalrisikomanagement des Konzerns bezieht sich auf das in der Konzernbilanz
ausgewiesene Eigenkapital und daraus abgeleitete Kennziffern. Primäres Ziel des Kapitalrisikomanagements
des Konzerns ist es, die Einhaltung der in den Kreditverträgen vorgesehenen Kennzahlen
("financial covenants") zu gewährleisten. Die wesentlichen financial covenants sind
in Bezug auf die Eigenkapitalquote des Konzerns sowie den Verschuldungsfaktor (Verhältnis
von Netto-Finanzverschuldung des Konzerns zu Konzern-EBITDA) definiert. Sollten sich
die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen negativ entwickeln, kann dies unter Umständen
dazu führen, dass der freenet Konzern seine Vereinbarungen mit den kreditfinanzierenden
Banken nicht mehr einhalten kann. Es besteht das mittlere Risiko zur Fälligkeitsstellung
der Kredite durch die finanzierenden Banken. Die freenet AG minimiert das Risiko durch
eine laufende Überwachung der finanziellen Kennzahlen. ZinsänderungsrisikoUnser Unternehmen unterliegt, was die Finanzschulden mit variabler Verzinsung betrifft,
Zinsänderungsrisiken im Wesentlichen bezogen auf den EURIBOR. Das Unternehmen begegnet
diesen mittleren Risiken durch eine Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden.
Die Zinsänderungsrisiken sind nicht explizit gesichert, allerdings wirkt der Kassenbestand,
der im Wesentlichen auf Basis von EONIA bzw. EURIBOR variabel verzinslich angelegt
wird, als natürliche Absicherung und mindert das Zinsänderungsrisiko aus den variabel
verzinslichen Finanzschulden entsprechend. Geldanlagen werden in der Regel in Form von Tages- und Termingeld bei Geschäftsbanken
mit hoher Bonität angelegt. Die Gesellschaft überprüft auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden täglichen
Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten für die liquiden
Mittel sowie die verschiedenen Dispositionsmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzschulden.
Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen
Finanzinstrumenten auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten
ein. Sonstige finanzielle RisikenWeitere Finanzrisiken wie beispielsweise Fremdwährungs- und Kursänderungsrisiken sind
nach Auffassung der Gesellschaft als gering einzustufen und daher im Zwischenlagebericht
nicht separat darzustellen. Rechtliche RisikenVergleichsvereinbarung mit France Télécom S.A.Die mobilcom AG als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft sowie weitere Gesellschaften
des ehemaligen mobilcom Konzerns haben im November 2002 einen Vergleich mit der France
Telecom S.A. und verbundenen Unternehmen geschlossen. Die Wirksamkeit dieses Vergleichs
wird von einzelnen Aktionären angezweifelt. Die Gesellschaft hält diesen Vergleich für wirksam und hat auch keine Anhaltspunkte
dafür, dass France Telecom S.A. sich daran nicht gebunden fühlt. Sollte die Auffassung
dieser Aktionäre jedoch gerichtlich bestätigt werden, würde auf die freenet AG ein
mittleres Risiko zukommen, dass France Telecom S.A. den Betrag von 7,1 Milliarden
Euro, auf den sie im Rahmen des Vergleichs verzichtet hat, gegenüber der Gesellschaft
geltend macht und etwaige Gegenansprüche der Gesellschaft dem Grunde und der Höhe
nach bestreiten wird. SachkapitalerhöhungEinzelne Aktionäre sind der Ansicht, dass die Sachkapitalerhöhung der mobilcom AG
als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft im November 2000 fehlerhaft bzw., dass die
erbrachte Sacheinlage nicht werthaltig gewesen sei, mit der Folge, dass einerseits
der Gesellschaft noch Ausgleichsansprüche in Milliardenhöhe gegen die France Télécom
S.A. zustünden sowie ferner, dass die an die France Télécom S.A. ausgegebenen Aktien
nicht stimmberechtigt gewesen seien. Die freenet AG sieht diesen Sachverhalt als mittleres
Risiko an und geht davon aus, dass die Sachkapitalerhöhung wirksam erfolgt ist. Gesamtwürdigung der RisikolageDie vorstehend aufgeführten Risiken der freenet AG werden nachstehend überblicksartig
zusammengefasst.
Durch den implementierten Risikomanagementprozess sowie das monatliche Berichtswesen
hat der Vorstand einen Überblick über die vorgestellte Risikosituation insgesamt.
Einzelne Risiken haben sich im Vergleich zum Vorjahr in Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit
oder die Auswirkung lediglich geringfügig verändert. Insgesamt ist davon auszugehen,
dass die Risiken keine Auswirkungen auf den Fortbestand der freenet AG haben. Der
Vorstand ist davon überzeugt, dass bei Fortführung des bisherigen Risikomanagementansatzes
die freenet AG auch für das kommende Geschäftsjahr in der Lage sein wird, relevante
Risiken rechtzeitig zu identifizieren und geeignete Gegenmaßnahmen zu ihrer Begegnung
einleiten zu können. Zum 30. Juni 2016 wurden Markt-, IT- und steuerliche, finanzielle sowie rechtliche
Risiken identifiziert. Die möglichen Auswirkungen auf die allgemeine zukünftige Entwicklung
der freenet AG sowie die finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren
werden von der Unternehmensleitung insgesamt als gering qualifiziert. Es wird folglich
von der Unternehmensleitung erwartet, dass die im Ausblick prognostizierte, positive
Entwicklung nicht wesentlich durch die aufgezeigten Risiken beeinträchtigt wird. Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§ 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems der freenet AGDas interne Kontrollsystem der freenet AG orientiert sich am international anerkannten
Rahmenwerk des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).
Es umfasst alle Prozesse und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
sowie der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, insbesondere zur Sicherstellung der
Einhaltung der rechtlichen Vorgaben. Der Vorstand der freenet AG hat alle Bereiche des Konzerns zur Steuerung ihrer Kontrollprozesse
nach einheitlichen Grundsätzen beauftragt. Die Bereiche analysieren die Prozesse ständig auch in Bezug auf neue gesetzliche Vorgaben
und sonstige zu beachtende Standards, entwickeln daraus interne Vorgaben und schulen
die verantwortlichen Mitarbeiter. Die Kernelemente des internen Überwachungssystems der freenet AG basieren einerseits
auf automatisierten IT-Kontrollprozessen mit Alarmierungsschwellen, andererseits auf
manuellen Prozesskontrollen zur Plausibilisierung der automatisch aggregierten Ergebnisse.
Das Risikomanagementsystem ist mit dem internen Kontrollsystem verbunden und umfasst
neben dem operativen Risikomanagement konzernweit auch die systematische Risikofrüherkennung,
-steuerung und -überwachung. Weitere Erläuterungen zum Risikomanagementsystem werden
im Berichtsteil "Risikomanagementsystem" des Risikoberichts erteilt. Struktur des KonzernrechnungslegungsprozessesDie Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen
der freenet AG im Wesentlichen durch lokale Buchhaltungssysteme des Herstellers SAP.
Als Konsolidierungssystem auf oberster Konzernebene setzt die freenet AG das Modul
"EC-CS" von SAP ("SAP EC-CS") ein. Zur Aufstellung der Konzernbilanz, der Konzerngewinn-
und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie zur Durchführung der Kapital-,
Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung etc. gelangen die Meldedaten der
Tochterunternehmen in unterschiedlicher Weise in das Konsolidierungssystem - im Wesentlichen
automatisch über das SAP-Modul "FI" ("SAP-FI"), in Einzelfällen auch manuell durch
Eingabe der Meldedaten. Die einzelnen Lageberichts- und Anhangangaben werden jeweils
aus standardisierten Berichtspaketen und institutionalisierten Abstimmungsprozessen
im Rahmen des internen Steuerungssystems gewonnen, die unter anderem in Microsoft
Excel ("MS Excel") geführt werden. Auch die Konsolidierung dieser Anhangangaben erfolgt
in MS Excel. Durch die Konzernrevision der freenet AG werden die Ordnungsmäßigkeit und Berechtigungen
im Konsolidierungssystem SAP EC-CS in regelmäßigen Abständen geprüft. Der Konzernabschlussprüfer
der freenet AG prüft regelmäßig die Schnittstelle zwischen SAP-FI und dem Konsolidierungssystem
SAP EC-CS sowie die Überleitungen der standardisierten Berichtspakete der Tochterunternehmen
bis hin zum Konzernabschluss der freenet AG. Wesentliche Regelungs- und Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der KonzernrechnungslegungDie auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten
Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung
mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst
werden. Die ordentlichen Kontrollelemente innerhalb des internen Kontrollsystems zielen auf
weitgehende Automatisierung der Bildung und Gegenkontrolle aller wesentlichen Daten,
angefangen von den abrechnungsrelevanten Rohdaten über die Rechnungslegung gegenüber
den Kunden bis zur Wertberichtigung, Abgrenzung und Abschreibung. Die automatisierten
Kontrollen werden ergänzt durch manuelle Plausibilisierung aller relevanten Zwischenergebnisse
und stichprobenartige Kontrolle der zugrundeliegenden Detaildaten. So wird gewährleistet,
dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden und Vermögenswerte und Schulden
im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden. Daneben
bestehen als außerordentliche Kontrollelemente die prozessunabhängigen Prüfungen der
Konzernrevision der freenet AG im Auftrag des Aufsichtsrats, insbesondere unter Überwachung
durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet AG. Die jährliche Prüfung des internen Kontrollsystems durch die Konzernrevision zeigte
2015, dass die geprüften Bereiche in den Vorjahren erkannte Verbesserungsmöglichkeiten
umgesetzt haben. Sie haben einerseits ihre bewährten Kontrollaktivitäten laufend vertieft
und die Häufigkeit der Kontrolldurchführung gesteigert, andererseits den Automatisierungsgrad
innerhalb der Kontrollaktivitäten erhöht. Aus den Kontrollergebnissen leiten sie systematisch
Maßnahmen ab und überwachen deren Erfolg. Der Konzernabschlussprüfer und sonstige Prüfungsorgane sind ebenfalls mit prozessunabhängigen
Prüfungstätigkeiten in das Kontrollumfeld der freenet AG einbezogen. Insbesondere die Prüfung der Konzernabschlüsse durch den Konzernabschlussprüfer bzw.
die Prüfung der einbezogenen Formularabschlüsse der Konzerngesellschaften bildet die
finale prozessunabhängige Überwachungsmaßnahme im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess. Grafik 7: Maßnahmen des internen Kontrollsystems der freenet AG![]() PROGNOSEBERICHTAuf Basis der positiven Geschäftsergebnisse für 2015 und vor dem Hintergrund der Akquisition
der Media Broadcast Gruppe und der Beteiligung an der EXARING AG, hatte der Vorstand
im März diesen Jahres die Prognose für das Geschäftsjahr 2016 angepasst. Die im Konzernlagebericht
für das Geschäftsjahr 2015 kommunizierte angepasste Prognose des Vorstands für das
Geschäftsjahr 2016 wird bestätigt. Demnach strebt die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2016 einen moderat steigenden
Konzernumsatz, ein EBITDA von leicht über 400 Millionen Euro und einen Free Cashflow
von etwa 300 Millionen Euro an. Wir gehen wie bisher davon aus, dass weitere rund
10 Millionen Euro an EBITDA hinzukommen, die aus unserer jüngsten Beteiligung an der
Sunrise Communications Group AG resultieren. Nach Beschluss durch die Generalversammlung
der Sunrise Communications Group AG ist der freenet AG am 21. April 2016zudem eine Dividende in Höhe von 30,1 Millionen Euro zahlungswirksam zugeflossen.
Der Free Cashflow erhöhte sich dementsprechend im zweiten Quartal 2016 um die erwarteten
rund 30 Millionen Euro, die nicht Bestandteil der Guidance sind. Die Zielangaben für
die Entwicklung der Leistungsindikatoren Postpaid-ARPU und Customer-Ownership im Geschäftsjahr
2016 bleiben unverändert: Die Gesellschaft rechnet weiterhin mit einer Stabilisierung
des Postpaid-ARPUs auf dem Niveau von 2015 und einer leicht steigenden Kundenzahl
im Customer-Ownership-Bereich gegenüber dem Geschäftsjahr 2015. Dem allgemein konstatierten Rückgang der Endkundenpreise und dem damit einhergehenden
Trend zu rückläufigen Postpaid-ARPUs im Mobilfunkmarkt versucht die Gesellschaft weiterhin
mit ihrer strategischen Fokussierung auf den Erhalt und die Gewinnung werthaltiger
Kundenbeziehungen entgegenzuwirken. Darüber hinaus trägt sie dem geänderten Nutzerverhalten
hin zur vermehrt mobilen Datennutzung mit einer verstärkten Vermarktung von Datentarifen
und aktuellen Endgeräten, wie Smartphones und Tablets Rechnung. Den im Mobilfunkmarkt
allgemein sinkenden Teilnehmerzahlen begegnet die freenet AG mit diversen Vertriebsmaßnahmen
in vergleichbarem Umfang wie in 2015. Darüber hinaus rechnet die Gesellschaft mit
der zunehmenden Erschließung neuer Erlösquellen durch die Vermarktung innovativer
Produkte und Dienstleistungen für mobile Anwendungen im Bereich Digital-Lifestyle,
unter anderem im neuen Geschäftsfeld TV. Tabelle 7: Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren
1
Gemäß Konzernlagebericht zum Konzernabschluss 2014. VERKÜRZTER KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSSKonzerngewinn- und Verlustrechnungfür den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2016
*
Wir verweisen auf die Tz. 4 der ausgewählten erläuternden Anhangangaben gemäß IAS
34. Konzern-Gesamtergebnisrechnungfür den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2016
Konzernbilanz zum 30. Juni 2016Aktiva
Passiva
Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitalsfür den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2016
1
Die Beträge werden mit den im sonstigen Ergebnis erfassten Ertragsteuern saldiert
dargestellt. Konzern-Kapitalflussrechnungfür den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2016
AUSGEWÄHLTE ERLÄUTERNDE ANHANGANGABEN GEMÄSS IAS 34Wesentliche Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsgrundsätze1. Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß der Verordnung
1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates nach den durch die Europäische
Union übernommenen internationalen Rechnungslegungsstandards, den International Financial
Reporting Standards (IFRS), in Übereinstimmung mit IAS 34 erstellt. Hierbei hat der
Konzern alle von der EU übernommenen und verpflichtend anzuwendenden IFRS berücksichtigt.
Auf eine prüferische Durchsicht des vorliegenden verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses
wurde verzichtet. Der Konzern hat alle zum Berichtszeitpunkt verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen
umgesetzt. Die erstmalig zum 1. Januar 2016 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen
haben keinen nennenswerten Einfluss auf den vorliegenden verkürzten Konzern-Zwischenabschluss
der freenet AG. Hierbei handelt es sich um das Annual Improvements Project 2012 bis
2014 - Verbesserungen der IFRS (IFRS 5, IFRS 7, IAS 19, IAS 34), um die Änderungen
des IFRS 11 (Bilanzierung von Erwerben von Anleihen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten),
des IAS 16 und IAS 38 (Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden), des IAS 16
und IAS 41 (Produzierende Pflanzen), des IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 (Investmentgesellschaften:
Anwendung der Konsolidierungsausnahme), des IAS 27 (Equity-Methode im separaten Abschluss)
sowie des IAS 1 (Disclosure-Initiative). 2. Mit den Erwerben der EXARING sowie der Media Broadcast Gruppe ist der freenet Konzern
in dem neuen Geschäftsfeld TV und Medien tätig. Gleichwohl waren die Ergebnisse aus
diesem Geschäftsfeld im ersten Quartal 2016 noch vorläufig dem Segment "Sonstige/Holding"
zugeordnet worden, da zum Zeitpunkt der Erstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses
zum 31. März 2016 den Hauptentscheidungsträgern des Konzerns noch keine im Vergleich
zum 31. Dezember 2015 geänderte Berichtsstruktur vorgelegen hatte. Zwischenzeitlich
liegt den Hauptentscheidungsträgern des Konzerns eine geänderte Berichtsstruktur vor,
nach der die EXARING sowie die Media Broadcast Gruppe separat als ein Geschäftsfeld
berichtet werden. Da auch die quantitativen Schwellenwerte gemäß IFRS 8.13 überschritten
sind, werden die Media Broadcast Gruppe sowie die EXARING erstmals im vorliegenden
Konzern-Zwischenabschluss dem neuen Segment "TV und Medien" zugeordnet. Da die Informationen
in der geänderten Berichtsstruktur jeweils ab dem Erstkonsolidierungszeitpunkt vorliegen,
erfolgt die Zuordnung der EXARING zum Segment "TV und Medien" mit Rückwirkung zum
1. Januar 2016 und die Zuordnung der Media Broadcast Gruppe zum Segment "TV und Medien"
mit Rückwirkung zum 18. März 2016. Im Vergleichszeitraum 2015 war der freenet Konzern
noch nicht im Geschäftsfeld "TV und Medien" tätig, weshalb für die Vergleichsangaben
des Vorjahres keine Anpassung in der Segmentberichterstattung notwendig war. Ab dem zweiten Quartal 2016 wurde das den Hauptentscheidungsträgern des Konzerns vorliegende
Management Reporting geändert. Die Gewinn- und Verlustrechnung der einzelnen Segmente
wird nicht länger bis zum Segment-EBIT berichtet, sondern endet mit dem Segment-EBITDA,
da das EBIT keinen finanziellen Leistungsindikator darstellt und somit danach nicht
gesteuert wird. Eine entsprechende Anpassung des Vorjahreszeitraums ist erfolgt. Erhebliche Ereignisse und Geschäftsvorfälle3. Die mobilcom-debitel GmbH, als eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der freenet
AG, hat am 3. März 2016 einen Kaufvertrag mit der Tyrol Acquisition 1 & Cie S.C.A.,
Luxemburg, der Taunus Management GmbH & Co. KG sowie der Taunus Management II GmbH
& Co. KG (Verkäuferinnen), über den Erwerb von 100 Prozent der Geschäftsanteile an
der Media Broadcast Gruppe unterzeichnet. Die Media Broadcast Gruppe besteht aus einer
Holdinggesellschaft (vormals zwei Holdinggesellschaften, von denen eine zwischenzeitlich
auf die andere verschmolzen wurde) sowie der wesentlichen operativen Gesellschaft
Media Broadcast GmbH, Köln, und weiteren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften.
Der Geschäftsbereich Satellite der Media Broadcast Gruppe (Media Broadcast Satellite
GmbH und Media Broadcast Satellite Services GmbH) ist von der Akquisition nicht umfasst.
Die Media Broadcast Gruppe beschäftigt mehr als 700 Mitarbeiter. Nach erfolgter kartellrechtlicher Zustimmung wurde die Übernahme am 17. März 2016
vollzogen, wodurch der Konzern die Beherrschung über dieses Tochterunternehmen erlangte.
Ab dem 18. März 2016 (Stichtag der Erstkonsolidierung) wird die Media Broadcast Gruppe
in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogen. Der Kaufpreis für den Erwerb der Geschäftsanteile, der keinen Anpassungen unterliegt,
beträgt 113,0 Millionen Euro. Davon flossen dem Konzern 101,7 Millionen Euro in bar
ab. In Höhe des Differenzbetrags von 11,4 Millionen Euro erwarb der Konzern Netto-Verbindlichkeiten
(übrige Forderungen in Höhe von 13,5 Millionen Euro sowie übrige Verbindlichkeiten
in Höhe von 24,9 Millionen Euro). Zusätzlich entrichtete der Konzern an die Verkäuferin einen Kaufpreis für den Erwerb
einer Darlehensforderung gegen die Media Broadcast Gruppe in Höhe von 195,0 Millionen
Euro und löste Bankverbindlichkeiten der Media Broadcast Gruppe in Höhe von 102,2
Millionen Euro ab. Bei der Media Broadcast Gruppe handelt es sich um den alleinigen kommerziellen Anbieter von DVB-T2 und DAB+ in Deutschland. Die Akquisition der Media Broadcast Gruppe stellt in Verbindung mit der vorher erworbenen Beteiligung an der EXARING AG eine wichtige Ergänzung der strategischen Entwicklung der freenet AG zum führenden Digital-Lifestyle-Provider in Deutschland dar. Der Einstieg in das neue Geschäftsfeld des linearen und internetbasierten Fernsehens eröffnet dem Unternehmen die Möglichkeit, sich im Bereich Digital-Lifestyle weiter zu diversifizieren und neue Wachstumspotenziale und Erlösquellen zu erschließen. Die bezüglich des Erwerbs der Media Broadcast Gruppe nach IFRS 3 durchgeführte Kaufpreisallokation
hat auch im vorliegenden Konzern-Zwischenabschluss vorläufigen Charakter. Die Bestimmung
und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Verbindlichkeiten
der Media Broadcast Gruppe ist aufgrund der Größe und Komplexität der Akquisition
zum Datum der Erstellung des vorliegenden verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses noch
nicht vollständig erfolgt. Dementsprechend sind alle in diesem verkürzten Konzern-Zwischenabschluss
erfassten Beträge als vorläufig zu betrachten. Über die zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung zu beizulegenden Zeitwerten übernommenen
Vermögenswerte und Schulden der Media Broadcast Gruppe gibt die folgende Übersicht
Auskunft: Vermögenswerte und Schulden der Media Broadcast Gruppe zum 17. März 2016 zu beizulegenden ZeitwertenAktiva
Passiva
Die Differenz zwischen den Aktiva und Passiva in Höhe von 113,0 Millionen Euro stellt
den Kaufpreis für die erworbenen Geschäftsanteile dar. Auf Basis der vorläufigen Bestimmung
der erworbenen Vermögenswerte und Schulden wurden rund 220 Millionen Euro als Goodwill,
davon erwartungsgemäß 196,1 Millionen Euro für Steuerzwecke abzugsfähig sowie rund
100 Millionen Euro als immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Zudem wurde aus einem
Rahmenmietvertrag ein entsprechender Vermögenswert in Höhe von rund 460 Millionen
Euro sowie eine korrespondierende Verbindlichkeit in gleicher Höhe abgeleitet. Der
Goodwill beruht insbesondere auf dem Cash Flow aus dem Aufbau des neuen Geschäftsfelds
B2C. Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 33,2 Millionen Euro
ergeben sich aus Bruttobeträgen in Höhe von 34,8 Millionen Euro abzüglich Wertberichtigungen
in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Die Schulden der Media Broadcast Gruppe zum 17. März 2016 zu beizulegenden Zeitwerten
enthalten Eventualschulden in Höhe von 24,8 Millionen Euro, davon 17,3 Millionen Euro
kurzfristige laufende Ertragsteuerschulden sowie 7,5 Millionen Euro langfristige andere
Rückstellungen. Die Media Broadcast Gruppe steuerte ab dem Zeitpunkt ihrer Erstkonsolidierung (18.
März 2016 bis 30. Juni 2016) 77,9 Millionen Euro zu den Konzern-Umsatzerlösen mit
Dritten bei. Hätte diese Transaktion zum 1. Januar 2016 stattgefunden, wäre der Beitrag
zu den Konzernumsatzerlösen der ersten sechs Monate 2016 136,5 Millionen Euro gewesen.
Der Beitrag zum EBITDA des Konzerns für die Zeit vom 18. März 2016 bis 30. Juni 2016
lag bei 14,6 Millionen Euro. Wenn diese Transaktion zum 1. Januar 2016 stattgefunden
hätte, hätte der Beitrag zum EBITDA des Konzerns bei 25,2 Millionen Euro gelegen. 4. Mit Vertrag vom 17. März 2016 erwarb die freenet einen Anteil von 23,83 Prozent
am Grundkapital der Sunrise. Der Vollzug dieser Transaktion erfolgte am 23. März 2016.
Die Aktien wurden zu einem Preis von 72,95 CHF erworben und sind sofort dividendenberechtigt.
Insgesamt ergaben sich Anschaffungskosten inklusive Anschaffungsnebenkosten in Höhe
von 718,0 Millionen Euro. Sunrise wird als assoziiertes Unternehmen seit dem 24. März 2016 in den Konzernabschluss
der freenet AG einbezogen. Über zwei Sitze im Verwaltungsrat der Sunrise sowie einen
Stimmrechtsanteil von mehr als 20 Prozent ist die freenet AG in der Lage, maßgeblichen
Einfluss auszuüben. Mit Vollzug am 14. April 2016 erwarb die freenet einen weiteren Anteil von 0,73 Prozent
am Grundkapital der Sunrise. Die Aktien wurden ebenfalls zu einem Preis von 72,95
CHF erworben und sind sofort dividendenberechtigt. Für diesen zusätzlichen Erwerb
ergaben sich Anschaffungskosten in Höhe von 22,1 Millionen Euro. Insgesamt hält die freenet AG danach, und auch zum 30. Juni 2016, einen Anteil von
24,56 Prozent am Grundkapital der Sunrise. Sunrise ist die größte private Telekommunikationsanbieterin der Schweiz mit über 3
Millionen Kunden in den Bereichen Mobilfunk, Festnetz, Internet und digitales Fernsehen. Die letzten von der Sunrise veröffentlichten Finanzinformationen betreffen den Zwischenbericht
zum 31. März 2016. Wir geben dazu folgende Kurzübersicht: Zusammengefasste Informationen zum 1. Quartal 2016 für SunriseBilanz
Ergebnisrechnung
Aufgrund der Größe der Transaktion hat die erstellte Schatten-Kaufpreisallokation
nach IAS 28 einen vorläufigen Charakter, dementsprechend sind die im vorliegenden
Abschluss erfassten Beträge als vorläufig zu betrachten. Der Begriff "Schatten-Kaufpreisallokation"
wird verwendet, da die Kaufpreisallokation für ein assoziiertes Unternehmen nicht
direkt in die Konzernbilanz der freenet AG Eingang findet, sondern nur über die Folgeabschreibung.
Im Rahmen der vorläufigen Schatten-Kaufpreisallokation wurden ein auf den freenet-Anteil
entfallender, nicht der laufenden Abschreibung unterliegender Goodwill in Höhe von
755,5 Millionen CHF sowie auf den freenet-Anteil entfallende, der laufenden Abschreibung
unterliegende Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 237,8 Millionen CHF (davon Kundenbeziehungen
169,9 Millionen CHF, davon Markenrechte 67,9 Millionen CHF) identifiziert. Für den Zeitraum vom 24. März 2016 bis 30. Juni 2016 ist in der Gewinn- und Verlustrechnung
ein auf die Anteile an der Sunrise entfallendes Ergebnis der nach der Equity Methode
einbezogenen Unternehmen in Höhe von 572 Tausend Euro ausgewiesen worden; davon 6.112
Tausend Euro aus Anteilen am Konzernüberschuss der Sunrise nach Steuern sowie -5.540
Tausend Euro aus der Folge-Abschreibung der Schatten-Kaufpreisallokation. Dabei ist
bezüglich der Anteile am Konzernüberschuss der Sunrise nach Steuern zum einen zu beachten,
dass für den Zeitraum vom 1. April 2016 bis 30. Juni 2016 eine Abschätzung seitens
der freenet vorgenommen worden ist, da diesbezüglich zum Zeitpunkt der Aufstellung
dieses Konzern-Zwischenabschlusses noch keine Finanzinformationen seitens der Sunrise
vorlagen. Zum anderen ist bezüglich der Anteile am Konzernüberschuss der Sunrise nach
Steuern jeweils zu beachten, dass freenet das von der Sunrise ausgewiesene Konzernergebnis
nach Steuern zunächst um den Betrag bereinigt, der seitens der Sunrise als Abschreibungen
sowie latente Steuereffekte auf Kaufpreisallokationen bereits in diesem Konzernergebnis
enthalten ist. So wird erreicht, dass es bezüglich dieser Abschreibungen und latenten
Steuereffekte nicht zu einer doppelten Berücksichtigung kommt, denn freenet weist
die Effekte aus der Kaufpreisallokation nach IAS 28 im "Ergebnis der nach der Equity-Methode
einbezogenen Unternehmen, davon aus Folgebilanzierung aus Kaufpreisallokation" aus. Als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses der Konzern-Gesamtergebnisrechnung des ersten
Halbjahres 2016 wurde auf die Sunrise entfallend aus Währungsumrechnungsdifferenzen
aus der Folgebilanzierung ein sonstiges Ergebnis von 1.196 Tausend Euro sowie aus
erfassten Ertragsteuern ein sonstiges Ergebnis von -18 Tausend Euro ausgewiesen. Am 21. April 2016 erhielt die freenet AG eine Dividendenzahlung in Höhe von 30,1 Millionen
Euro aufgrund der in der Generalversammlung der Sunrise vom 15. April 2016 beschlossenen
Ausschüttung von 3,00 CHF je Aktie. Dieser Zahlungseingang erhöhte den Cashflow aus
laufender Geschäftstätigkeit des zweiten Quartals 2016. In der Segmentberichterstattung des Konzerns freenet AG sind die Anteile an der Sunrise
dem Segment "Mobilfunk" zugeordnet worden. Mit dem Erwerb von Anteilen an Sunrise ergibt sich für den freenet Konzern hinsichtlich
der Darstellung der GuV-Position "Ergebnis der nach der Equity Methode einbezogenen
Unternehmen" eine neue Situation: erfolgte die Folgebilanzierung für ein assoziiertes
Unternehmen in der Historie unseres Konzerns bisher nur durch Zuschreibung oder Abschreibung
des Buchwerts der Beteiligung aufgrund der laufenden Ergebnisanteile sowie ggf. die
Abschreibung des Buchwerts aufgrund von Wertminderungen, so ergaben sich aus der Schatten-Kaufpreisallokation
zum Sunrise-Erwerb abschreibungspflichtige immaterielle Vermögenswerte und damit ein
weiterer Bestandteil des Ergebnisses der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen. Zur besseren Nachvollziehbarkeit des Ergebnisses der nach der Equity-Methode einbezogenen
Unternehmen haben wir deshalb in unserer Gewinn- und Verlustrechnung für diese Position
ab dem Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2016 Zeilen für die entsprechenden Davon-Angaben
eingefügt. In die Ermittlung unseres wesentlichen finanziellen Leistungsindikators EBITDA fließen
dabei von der Position "Ergebnis der nach der Equity Methode einbezogenen Unternehmen"
wie in der Vergangenheit nur die Ergebnisanteile. Die Abschreibungen aus der Folgebilanzierung
der Schatten-Kaufpreisallokation belasten nicht das Konzern-EBITDA. 5. Zum 30. Juni 2016 wurden aus der bestehenden Vereinbarung über das Factoring von
Handy-Optionsforderungen Forderungen in Höhe von 60,9 Millionen Euro (31. März 2016:
61,4 Millionen Euro) verkauft und ausgebucht, aber noch nicht bezahlt. 6. Zwischen dem Konzern und nahestehenden Unternehmen bzw. Personen fanden folgende
wesentliche Geschäftsvorfälle statt:
Zum 30. Juni 2016 bestanden folgende wesentliche Forderungen gegen nahestehende Unternehmen
und Personen:
Allen Transaktionen lagen Marktpreise zugrunde. Sonstige Anhangangaben7. Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung ist das Ergebnis der weitergeführten und
aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT). Im Folgenden ist
die Herleitung dieses Ergebnisses aus der Konzerngewinn- und Verlustrechnung ersichtlich: Herleitung der Ausgangsgröße der Konzernkapitalflussrechnung
8. Zu beizulegenden Zeitwerten machen wir die folgenden Angaben:In der nachfolgenden Übersicht "Fair-Value-Hierarchie zum 30. Juni 2016" wird dargelegt,
auf welchen wesentlichen Parametern die Bewertung zum einen der zum beizulegenden
Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente sowie zum anderen auch des Teils der zu fortgeführten
Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente, für die ein beizulegender Zeitwert
ermittelt werden konnte, basiert. Zur Definition der einzelnen Levels gemäß IFRS 13
verweisen wir auf den Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2015 der freenet
AG. Finanzinstrumente nach Klassen per 30. Juni 2016
Fair-Value-Hierarchie zum 30. Juni 2016
Es haben sich keine Verschiebungen hinsichtlich der Levels ergeben. Die dem Level 3 der Hierarchie zugeordneten Finanzschulden haben sich in den ersten
sechs Monaten im Wesentlichen durch die Aufnahme des neuen Schuldscheindarlehens um
557,3 Millionen Euro erhöht. Die sonstigen Finanzanlagen werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Soweit eine verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist,
erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten. Die Anteile, die zu Anschaffungskosten
bewertet werden, sind nicht börsennotiert und es besteht für sie kein aktiver Markt.
Die sonstigen Finanzanlagen wurden im zweiten Quartal 2016 komplett veräußert. Ein
gesonderter Ausweis erfolgte zum 30. Juni 2016 somit nicht. 9. Der Konsolidierungskreis hat sich in den ersten sechs Monaten 2016, im Vergleich
zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 durch die erwähnten Unternehmenserwerbe
um die nachstehenden Gesellschaften erweitert: Vollkonsolidierte Unternehmen
At Equity bewertete Unternehmen
Die 01083.com GmbH wurde zum 30. Juni 2016 entkonsolidiert. 10. Auf Basis eines aktualisierten Zinssatzes von 1,7 Prozent (31. März 2016: 2,2
Prozent) wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Pensionsrückstellungen
für das freenet Programm und für die debitel Programme sowie für die im ersten Quartal
erworbene Media Broadcast Gruppe vorgenommen. Der aus der verringerten Abzinsung resultierende
versicherungsmathematische Verlust in Höhe von 12,7 Millionen Euro sowie die gegenläufige
Erhöhung der latenten Steueransprüche um 3,8 Millionen Euro wurden in der Gesamtergebnisrechnung
erfasst. Per Saldo ergab sich ein negatives Ergebnis aus nicht in die GuV umzugliedernden
Posten von 8,9 Millionen Euro. 11. Der Berechnung der laufenden und latenten Ertragsteuern wurde wie im Konzernabschluss
2015 ein Durchschnittssteuersatz von 30,10 Prozent (Vorjahresvergleichszeitraum: 30,05
Prozent) zu Grunde gelegt. 12. Die Nettofinanzschulden (Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel, abzüglich
des Anteils am Börsenwert der Sunrise) betrugen zum Ende des ersten Quartals 805,0
Millionen Euro (31. Dezember 2015: 369,2 Millionen Euro) aufgrund der Neufinanzierung
sowie der Erwerbe der Media Broadcast Gruppe und der Anteile an der Sunrise. Zum Ende des zweiten Quartals erhöhten sich die Nettofinanzschulden von 805,0 Millionen
Euro um 93,0 Millionen Euro auf 898,0 Millionen Euro. Die Auszahlung für die Dividendenausschüttung
in Höhe von 198,4 Millionen Euro sowie der Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe
von -39,7 Millionen Euro stellen die wesentlichen Faktoren für die Erhöhung der Nettofinanzschulden
dar. Gegenläufig wirkte hauptsächlich der erzielte Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
in Höhe von 133,6 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch die erfolgte Dividendenzahlung
der Sunrise in Höhe von 30,1 Millionen Euro aufgrund der am 15. April 2016 beschlossenen
Ausschüttung von 3,00 CHF je Aktie. 13. Berichtspflichtige Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag
haben sich nicht ergeben. 14. Der Vorstand organisiert und steuert das Unternehmen als Hauptentscheidungsträger
auf der Grundlage der Unterschiede zwischen den einzelnen angebotenen Produkten und
Dienstleistungen. Da der Konzern seine Geschäftstätigkeit nahezu ausschließlich in
Deutschland ausübt, erfolgt keine Organisation und Steuerung nach geografischen Bereichen.
Der Konzern war in den ersten sechs Monaten 2016 in den folgenden Geschäftssegmenten
tätig:
Im Segment "Sonstige/Holding" sind neben den operativen Tätigkeiten auch übrige Geschäftsaktivitäten
zusammengefasst. Hierzu zählt im Wesentlichen die Holding-Tätigkeit der freenet AG
(mit der Erbringung von innerkonzernlichen Dienstleistungen in Zentralbereichen wie
zum Beispiel Recht, Personal und Finanzen), daneben aber auch nicht eindeutig zuordenbare
Buchungen. Die für das Segment "Sonstige/Holding" für das erste Halbjahr 2016 berichteten
Segmentumsatzerlöse in Höhe von 38,6 Millionen Euro (Vorjahr: 42,2 Millionen Euro)
betreffen zu 37,8 Millionen Euro (Vorjahr: 39,3 Millionen Euro) die operativen Geschäftstätigkeiten
und zu 0,8 Millionen Euro (Vorjahr: 2,9 Millionen Euro) die übrigen Geschäftsaktivitäten.
Der für das Segment "Sonstige/Holding" im ersten Halbjahr 2016 ausgewiesene Rohertrag
von 24,8 Millionen Euro (Vorjahr: 28,1 Millionen Euro) entfällt zu 25,5 Millionen
Euro (Vorjahr: 28,5 Millionen Euro) auf die operativen Tätigkeiten sowie zu -0,7 Millionen
Euro (Vorjahr: -0,4 Millionen Euro) auf die übrigen Geschäftsaktivitäten. Das für
das Segment "Sonstige/Holding" im ersten Halbjahr 2016 ausgewiesene EBITDA von -5,9
Millionen Euro (Vorjahr: -8,3 Millionen Euro) wurde zu 5,1 Millionen Euro (Vorjahr:
3,5 Millionen Euro) mit den operativen Tätigkeiten sowie zu -11,0 Millionen Euro (Vorjahr:
-11,8 Millionen Euro) mit den übrigen Geschäftsaktivitäten erzielt. Segmentbericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2016
Segmentbericht vom 1. Januar bis 30. Juni 2015
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich
des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen
Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind. Büdelsdorf, 10. August 2016 freenet AG Der Vorstand
FINANZKALENDER
IMPRESSUM, KONTAKT, PUBLIKATIONENfreenet AGHollerstraße 126 24782 Büdelsdorf Telefon: 0 4331/69 - 10 00 Internet: www.freenet-group.de freenet AGInvestor RelationsDeelbögenkamp 4c 22297 Hamburg Telefon: 0 40/5 13 06-7 78 Fax: 0 40/5 13 06-9 70 E-Mail: investor.relations@freenet.ag Den Geschäftsbericht und unsere Zwischenberichte finden Sie auch im Internet unter: http://www.freenet-group.de/investor-relations/publikationen Der Zwischenbericht liegt auch in englischer Fassung vor. Im Zweifelsfall ist die
deutsche Fassung maßgeblich. Aktuelle Informationen zur freenet AG und zu ihrer Aktie sind für Sie auf unserer
Website unter www.freenet-group.de verfügbar. Wenn Ihr Mobiltelefon über eine QR-Code-Erkennungssoftware verfügt, so gelangen Sie
mit dem Scannen des Codes auf die Webseite der freenet Group. |
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