Fresenius SE & Co. KGaA

Bad Homburg v. d. Höhe

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

2017 Konzernabschluss und Konzern-Lagebericht

der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg v. d. H

KONZERN-LAGEBERICHT.

Fresenius blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück. Unsere Prognosen haben wir erfüllt. Wir erzielten einen Umsatz von rund 33,9 Milliarden Euro und ein bereinigtes Konzernergebnis von 1,9 Milliarden Euro. Die operative Cashflow-Marge betrug 11,6 %.

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNS

Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern in der Rechtsform einer SE & Co. KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien). Wir bieten Produkte und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung an. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Trägerschaft von Krankenhäusern. Zudem realisieren wir weltweit Projekte und erbringen Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen.

Geführt von der Fresenius SE & Co. KGaA als operativ tätiger Muttergesellschaft betreiben vier rechtlich selbstständige Unternehmensbereiche (Segmente) das operative Geschäft. Sie sind regional und dezentral aufgestellt.

KONZERNSTRUKTUR

Fresenius Medical Care bietet Dienstleistungen und Produkte für Patienten mit chronischem Nierenversagen an. Zum 31. Dezember 2017 wurden in den 3.752 Dialysekliniken des Unternehmens 320.960 Patienten behandelt. Zu den wichtigsten Produktgruppen zählen Dialysatoren und Dialysegeräte. Darüber hinaus erbringt Fresenius Medical Care im Bereich Versorgungsmanagement zusätzliche Dienstleistungen rund um die medizinische Versorgung von Patienten.

Fresenius Kabi ist spezialisiert auf intravenös zu verabreichende generische Arzneimittel (I.V.-Arzneimittel), klinische Ernährung sowie Infusionstherapien. Außerdem bietet das Unternehmen medizintechnische Geräte sowie Produkte für die Transfusionstechnologie an. Ferner entwickelt Fresenius Kabi im Biosimilars-Bereich Produkte mit den Schwerpunkten Onkologie und Autoimmunerkrankungen.

Fresenius Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber. Zum Unternehmen gehören Helios Deutschland und Helios Spanien (Quirónsalud). Ende 2017 betrieb Helios Deutschland 111 Krankenhäuser mit rund 35.000 Betten, darunter 88 Akutkrankenhäuser mit 7 Maximalversorgern in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wiesbaden und Wuppertal sowie 23 Rehabilitationskliniken. Zu Quirónsalud gehörten zum Ende des Geschäftsjahres 45 Krankenhäuser, 55 ambulante Gesundheitszentren und rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement.

Fresenius Vamed realisiert weltweit Projekte und erbringt Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: von der Entwicklung, Planung und schlüsselfertigen Errichtung über die Instandhaltung bis zum technischen Management und zur Gesamtbetriebsführung.

Fresenius unterhält ein internationales Vertriebsnetz und betreibt mehr als 90 Produktionsstätten. Die größten davon befinden sich in den USA, in China, Japan, Deutschland und Schweden. Dazu kommen Werke in weiteren Ländern Europas, Lateinamerikas, der Region Asien-Pazifik und in Südafrika.

WESENTLICHE ABSATZMÄRKTE UND WETTBEWERBSPOSITION

Fresenius ist in rund 90 Ländern mit Tochtergesellschaften aktiv. Hauptabsatzmärkte sind Nordamerika mit 45 % und Europa mit 41 % des Umsatzes.

Fresenius Medical Care ist der weltweite Marktführer sowohl bei Dialysedienstleistungen - mit einem Marktanteil von etwa 10 %, gemessen an der Anzahl der behandelten Patienten - als auch bei Dialyseprodukten mit einem weltweiten Marktanteil von rund 35 %. Fresenius Kabi nimmt in großen Teilen seines Produktportfolios in Europa führende Marktstellungen ein und hält auch in den Wachstumsmärkten Asien-Pazifik und Lateinamerika bedeutende Marktanteile. In den USA ist Fresenius Kabi einer der führenden Anbieter generischer I.V.-Arzneimittel. Weitere Informationen zur Marktstellung von Fresenius Kabi können der Marktbeschreibung auf Seite 34 entnommen werden. Fresenius Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber. Zum Unternehmen gehören mit Helios Deutschland der größte Krankenhausbetreiber Deutschlands sowie mit Helios Spanien (Quirónsalud) der größte private Krankenhausbetreiber Spaniens. Auch Fresenius Vamed zählt auf seinem Gebiet zu den weltweit führenden Unternehmen.

EXTERNE EINFLUSSFAKTOREN

Die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das operative Geschäft des Fresenius-Konzerns blieben 2017 im Wesentlichen unverändert. Unsere lebensrettenden und lebenserhaltenden Produkte und Therapien haben große Bedeutung für Menschen auf der ganzen Welt. Daher ist die Geschäftsentwicklung unseres Unternehmens vergleichsweise stabil und weitgehend unabhängig von Wirtschaftszyklen. Über unsere Märkte berichten wir auf den Seiten 32 ff.

Die Diversifikation in vier Unternehmensbereiche und unsere globale Ausrichtung verleihen dem Konzern zusätzliche Stabilität.

Schwankende Währungsrelationen, vor allem zwischen Euro und US-Dollar, führen zu Währungsumrechnungseffekten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz. Der Euro lag im Jahresdurchschnitt mit 1,13 US-Dollar über dem Niveau des Vorjahres von 1,11. Dies wirkte sich belastend auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017 aus. Zudem ergaben sich im Geschäftsjahr 2017 negative Währungsumrechnungseffekte aus der Abwertung des chinesischen Yuan und lateinamerikanischer Währungen gegenüber dem Euro. Aufgrund der veränderten Stichtagsrelation von 1,05 US-Dollar zum 31. Dezember 2016 auf 1,20 US-Dollar zum 31. Dezember 2017 stieg die Bilanzsumme nur um 14 % (währungsbereinigt: 21 %) an.

Rechtsstreitigkeiten mit wesentlichem Einfluss auf die Geschäftsentwicklung gab es im Berichtsjahr nicht.

LEITUNG UND KONTROLLE

Die Rechtsform der KGaA sieht folgende Organe der Gesellschaft vor: die Hauptversammlung, den Aufsichtsrat und die persönlich haftende Gesellschafterin, die Fresenius Management SE. An der Fresenius Management SE hält die Else Kröner-Fresenius-Stiftung 100 %. Die KGaA hat ein duales Führungssystem, in dem Leitung und Kontrolle strikt voneinander getrennt sind.

Die persönlich haftende Gesellschafterin, vertreten durch ihren Vorstand, führt die Geschäfte der KGaA und vertritt diese gegenüber Dritten. Der Vorstand besteht grundsätzlich aus sieben Mitgliedern. Entsprechend der Geschäftsordnung des Vorstands sind diese Mitglieder für ihre jeweiligen Aufgabenbereiche selbst, für die Geschäftsleitung des Konzerns jedoch gemeinsam verantwortlich. Neben der Fresenius SE & Co. KGaA hat die Fresenius Management SE einen eigenen Aufsichtsrat. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat der Fresenius Management SE regelmäßig Bericht zu erstatten, insbesondere über Geschäftspolitik und Strategien. Des Weiteren berichtet er pflichtgemäß über die Rentabilität des Geschäfts, den laufenden Geschäftsbetrieb und alle sonstigen Geschäfte, die für die Rentabilität und Liquidität von erheblicher Bedeutung sein können. Der Aufsichtsrat der Fresenius Management SE berät und überwacht zudem den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er darf grundsätzlich keine Geschäftsführungsfunktion ausüben. Die Geschäftsordnung des Vorstands sieht jedoch vor, dass dieser bestimmte Geschäfte nicht ohne Zustimmung des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE vornehmen darf.

Laut Artikel 39 der SE-Verordnung bestellt der Aufsichtsrat der Fresenius Management SE den Vorstand und beruft ihn ab. Nach der Satzung der Fresenius Management SE kann er auch stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen.

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA berät und überwacht die Geschäftsführung durch die persönlich haftende Gesellschafterin, prüft den Jahresabschluss und den Konzernabschluss und nimmt die sonstigen durch Gesetz und Satzung ihm zugewiesenen Aufgaben wahr. Er ist in Strategie und Planung eingebunden sowie in alle Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen. Dem Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA gehören sechs Vertreter der Anteilseigner und sechs Vertreter der Arbeitnehmer an. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA schlägt Vertreter der Anteilseigner vor. Er orientiert sich an den Vorgaben des Gesetzes und des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Wahl selbst erfolgt durch die Hauptversammlung der Fresenius SE & Co. KGaA. Der Europäische Betriebsrat wählt die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA.

Der Aufsichtsrat tritt mindestens zweimal pro Kalenderhalbjahr zusammen. Er bildet aus seinem Kreis zwei ständige Ausschüsse: den Prüfungsausschuss mit fünf und den Nominierungsausschuss mit drei Mitgliedern. Alle sind auf Seite 233 des Konzernabschlusses aufgeführt. Die Arbeitsweisen der Ausschüsse des Aufsichtsrats werden in der Erklärung zur Unternehmensführung auf den Seiten 104 f. des Geschäftsberichts erläutert. Diese Erklärung findet sich auch auf der Website www.fresenius.de/corporate-governance.

Die Seiten 115 ff. des Geschäftsberichts behandeln das Vergütungssystem. Dort weisen wir individuell aus, welche Vergütung Vorstand und Aufsichtsrat der Fresenius Management SE sowie der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA erhalten. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Konzern-Lageberichts.

KAPITALIEN, AKTIONÄRE, SATZUNGSBESTIMMUNGEN

Das Grundkapital der Fresenius SE & Co. KGaA bestand zum 31. Dezember 2017 aus 554.710.473 Stammaktien (31. Dezember 2016: 547.208.371).

Die Fresenius-Aktien sind Stückaktien, die auf den Inhaber lauten. Auf jede Stückaktie entfällt ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 1,00 €. Die Rechte der Aktionäre regelt das Aktiengesetz.

Die Fresenius Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin ist mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA ermächtigt, das Grundkapital der Fresenius SE & Co. KGaA bis zum 15. Mai 2019 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe neuer Inhaber-Stammaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen um insgesamt bis zu 114,85 Mio € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus bestehen folgende Bedingte Kapitalien.

Das Grundkapital ist um bis zu 5.017.585,00 € durch Ausgabe neuer Inhaber-Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie gemäß dem Aktienoptionsplan 2003 Wandelschuldverschreibungen auf Inhaber-Stammaktien ausgegeben wurden und deren Inhaber von ihrem Wandlungsrecht Gebrauch machen.

Das Grundkapital ist um bis zu 5.980.888,00 € durch Ausgabe neuer Inhaber-Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie gemäß dem Aktienoptionsplan 2008 Bezugsrechte ausgegeben wurden und deren Inhaber von ihrem Ausübungsrecht Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt bzw. von ihrem Recht auf Barausgleich Gebrauch macht.

Die persönlich haftende Gesellschafterin ist mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis zum 15. Mai 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Options- und / oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2,5 Mrd € zu begeben. Zur Erfüllung der gewährten Bezugsrechte ist das Grundkapital um bis zu 48.971.202,00 € durch Ausgabe neuer Inhaber-Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital III). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von gegen Barleistung ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus gegen Barleistung ausgegebenen Optionsschuldverschreibungen von ihrem Wandlungs- oder Optionsrecht Gebrauch machen und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden.

Das Grundkapital ist um bis zu 25.200.000,00 € durch Ausgabe neuer Inhaber-Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital IV). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie gemäß dem Aktienoptionsplan 2013 Bezugsrechte ausgegeben wurden oder werden und die Inhaber dieser Bezugsrechte von ihrem Ausübungsrecht Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt.

Die Gesellschaft ist ermächtigt, bis zum 15. Mai 2019 eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Sie ist darüber hinaus ermächtigt, beim Erwerb eigener Aktien Eigenkapitalderivate mit möglichem Ausschluss eines etwaigen Andienungsrechts einzusetzen. Zum 31. Dezember 2017 hat sie von diesen Ermächtigungen keinen Gebrauch gemacht.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Bad Homburg, Deutschland, als größter Aktionär hat der Gesellschaft am 11. Dezember 2017 mitgeteilt, dass sie 145.858.594 Stammaktien der Fresenius SE & Co. KGaA hält. Dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 26,29 % zum 31. Dezember 2017.

Änderungen der Satzung erfolgen gemäß § 278 Abs. 3 und § 179 Abs. 2 AktG in Verbindung mit § 17 Abs. 3 der Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA. Soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften dem entgegenstehen, bedürfen Satzungsänderungen der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt. Gemäß § 285 Abs. 2 Satz 1 AktG bedürfen Satzungsänderungen darüber hinaus der Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Fresenius Management SE. Die Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA befugt den Aufsichtsrat, die Satzung, soweit es ihre Fassung betrifft, ohne Beschluss der Hauptversammlung zu ändern.

Ein Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots hätte unter Umständen Auswirkungen auf unsere wesentlichen langfristigen Finanzierungsverträge, die marktübliche Change-of-Control-Klauseln enthalten. Diesen Klauseln zufolge können Gläubiger bei Eintritt eines Kontrollwechsels die vorzeitige Rückzahlung der ausstehenden Beträge verlangen.

Bei einem Großteil unserer Finanzierungen - insbesondere bei den an den Kapitalmärkten platzierten Anleihen - muss der Kontrollwechsel allerdings mit der Zurückziehung oder einer Herabstufung des Ratings der Gesellschaft oder der entsprechenden Finanzierungsinstrumente verbunden sein.

ZIELE UND STRATEGIEN

Unser Ziel ist es weiterhin, die Position von Fresenius als ein global führender Anbieter von Produkten und Therapien für schwer und chronisch kranke Menschen auszubauen. Dabei konzentrieren wir uns mit unseren vier Unternehmensbereichen auf ausgewählte Bereiche des Gesundheitswesens. Aufgrund dieser klaren Ausrichtung haben wir einzigartige Kompetenzen entwickelt. Wir werden diese langfristige Strategie weiterhin konsequent verfolgen und unsere Chancen nutzen.

Die zentralen Elemente der Strategie und die Ziele des Fresenius-Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Ausbau der Marktposition und der weltweiten Präsenz: Fresenius will seine Stellung als ein international führender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für den Gesundheitssektor langfristig sichern und ausbauen. Darum und um unser Geschäft geografisch zu erweitern, planen wir, nicht nur organisch zu wachsen, sondern auch selektiv kleine bis mittlere Akquisitionen zu tätigen. Diese sollen unser bestehendes Portfolio ergänzen. Wir konzentrieren uns auf Märkte mit attraktiven Wachstumsraten.

In der Dialyse ist Fresenius Medical Care weltweit führend. Insbesondere in den USA nimmt das Unternehmen eine starke Marktstellung ein. Gute Zukunftsperspektiven versprechen sowohl die weitere internationale Expansion mit Dialysedienstleistungen und -produkten als auch der Ausbau des Versorgungsmanagements. Hier bietet Fresenius Medical Care zusätzliche Dienstleistungen rund um die Versorgung von Patienten an. Dazu gehören u. a. Dienstleistungen im Bereich Gefäßchirurgie sowie die Koordination von stationären und intensivmedizinischen Behandlungen durch spezialisierte Ärzte. Mit diesem Modell wird Fresenius Medical Care der steigenden Nachfrage nach ganzheitlicher Versorgung gerecht.

Fresenius Kabi ist in Europa und in den wichtigsten Ländern der Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika führend in der Infusions- und Ernährungstherapie und in den USA ein führender Anbieter generischer I.V.-Arzneimittel. Außerdem gehört das Unternehmen zu den Marktführern bei Produkten der Transfusionstechnologie. Fresenius Kabi plant, Produkte aus der bestehenden Palette vor allem in den Wachstumsmärkten einzuführen und in den USA zu vermarkten. In den Bereichen I.V.-Arzneimittel, Infusions- und Ernährungstherapien sowie Medizintechnik / Transfusionstechnologie will Fresenius Kabi seine Marktanteile mit neuen Produkten erweitern. Mit der Akquisition des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA im Geschäftsjahr 2017 entwickelt Fresenius Kabi nun Nachahmerprodukte von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln, sogenannten Biopharmazeutika, mit den Schwerpunkten Onkologie und Autoimmunerkrankungen.

Fresenius Helios ist mit 111 Kliniken nahezu flächendeckend in Deutschland vertreten. Dadurch kann das Unternehmen neue Versorgungsmodelle entwickeln. Außerdem kann es weitere Wachstumschancen nutzen, die sich aus der diskontinuierlichen Konsolidierung im deutschen Krankenhausmarkt ergeben, an der das Unternehmen selektiv teilnimmt. Mit der Akquisition des größten privaten Krankenhausbetreibers Spaniens, Quirónsalud, im Januar 2017 ergeben sich Chancen aus der Nutzung von Synergien, der Erweiterung und dem Neubau von Krankenhäusern sowie weiteren Konsolidierungen im stark fragmentierten privaten Krankenhausmarkt in Spanien.

Fresenius Vamed wird seine Position als weltweit tätiger Spezialist für Projekte und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen weiter ausbauen.

Stärkung der Innovationskraft: Fresenius hat das Ziel, die starke Position im Technologiebereich, die Kompetenz und Qualität in der Behandlung von Patienten und die kosteneffektiven Herstellungsprozesse weiter auszubauen. Wir wollen Produkte und Systeme entwickeln, die eine höhere Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit aufweisen und sich den Bedürfnissen der Patienten individuell anpassen lassen. Mit noch wirksameren Produkten und Behandlungsmethoden wollen wir weiterhin unserem Anspruch gerecht werden, Spitzenmedizin für schwer und chronisch kranke Menschen anzubieten. So entwickeln wir beispielsweise mit der Akquisition des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA nunmehr bei Fresenius Kabi auch Nachahmerprodukte von Biopharmazeutika mit den Schwerpunkten Onkologie und Autoimmunerkrankungen. Fresenius Helios fördert den Wissensaustausch innerhalb des internationalen Krankenhausnetzwerks und nutzt Innovationen, um die besten Gesundheitsdienstleistungen und Therapien für Patienten zu entwickeln. Fresenius Vamed strebt an, weitere Projekte zur integrierten Gesundheitsversorgung zu realisieren und patientenorientierte Gesundheitssysteme somit noch wirksamer zu unterstützen.

Steigerung der Ertragskraft: Unser Ziel ist es, die Ertragskraft des Konzerns weiterhin zu erhöhen. Auf der Kostenseite konzentrieren wir uns vor allem darauf, die Effizienz unserer Produktionsstätten zu steigern, Größeneffekte und Vertriebsstrukturen intensiver zu nutzen und Kostendisziplin zu üben. Die Fokussierung auf den operativen Cashflow mit einem effizienten Working-Capital-Management soll den Investitionsspielraum von Fresenius erweitern und die Bilanzrelationen verbessern. Darüber hinaus wollen wir die gewichteten Kapitalkosten (WACC) optimieren. Dazu setzen wir gezielt auf einen ausgewogenen Mix aus Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierungen. Unter aktuellen Kapitalmarktverhältnissen optimieren wir unsere Kapitalkosten, wenn die Kennziffer Netto-Finanz-verbindlichkeiten/ EBITDA zwischen 2,5 und 3,0 liegt. Mehr dazu finden Sie im folgenden Abschnitt zur "Unternehmenssteuerung" sowie auf den Seiten 38 und 50.

Weitere Informationen über unsere Ziele bietet der Ausblick auf den Seiten 51 bis 56.

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

UNTERNEHMENSSTEUERUNG

Der Vorstand trifft die operativen und strategischen Managemententscheidungen auf Grundlage unserer konzernweit verwendeten Leistungsindikatoren für Wachstum, Profitabilität, Liquidität, Kapitaleffizienz und Kapitalmanagement. Die für uns bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind nachfolgend erläutert und im Finanzglossar auf den Seiten 238 bis 240 definiert.

WACHSTUM DER UMSATZERLÖSE

Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie ist die währungsbereinigte Umsatzentwicklung auf Konzernebene und in den Unternehmensbereichen, insbesondere das organische Umsatzwachstum, von zentraler Bedeutung.

PROFITABILITÄT

Die Ertragskraft der Segmente messen wir mit dem Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) und dem währungsbereinigten EBIT-Wachstum. Auf der Ebene des Konzerns verwenden wir hierzu primär das Konzernergebnis bzw. das währungsbereinigte Wachstum des Konzernergebnisses. Um die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg besser vergleichen zu können, werden die Ergebnisgrößen gegebenenfalls um Sondereinflüsse bereinigt.

LIQUIDITÄT

Als wesentliche Liquiditätskennzahl wird auf Konzernebene die Cashflow-Marge verwendet. Um die Beiträge unserer Unternehmensbereiche zum operativen Cashflow weiter zu analysieren und zu optimieren, nutzen wir ferner die ergänzenden Kennzahlen DSO1 (Forderungslaufzeit bzw. Days Sales Outstanding) und SOI1 (Vorratsreichweite bzw. Scope of Inventory). Sie zeigen den Forderungs- bzw. Vorratsbestand im Verhältnis zum Umsatz bzw. zu den Kosten der umgesetzten Leistungen des vergangenen Berichtszeitraums.

KAPITALEFFIZIENZ

Mit dem Kapital, das uns Aktionäre und Fremdkapitalgeber zur Verfügung stellen, arbeiten wir so profitabel und effizient wie möglich. Um dies zu steuern, ermitteln wir vorrangig die Kapitalrendite (Return on Invested Capital, ROIC)2 und die Rendite des betriebsnotwendigen Vermögens (Return on Operating Assets, ROOA)2 .

KAPITALMANAGEMENT

Als zentrale Messgröße zur Steuerung der Kapitalstruktur verwenden wir den Quotienten aus den Netto-Finanzverbindlichkeiten und dem EBITDA. Diese Kennzahl zeigt an, inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Unsere Unternehmensbereiche halten in der Regel führende Positionen in wachsenden, größtenteils nichtzyklischen Märkten. Sie generieren überwiegend stabile, planbare Cashflows, da unsere Kunden mehrheitlich über eine hohe Kreditqualität verfügen. Daher kann sich der Konzern stärker über Fremdkapital finanzieren als Unternehmen anderer Branchen.

INVESTITIONSPROZESS

Investitionen tätigen wir nach einem detaillierten Abstimmungs- und Evaluierungsprozess. Ausgehend von entsprechenden Investitionsanträgen, legt der Vorstand zunächst das Budget sowie die Schwerpunkte für Investitionen des Konzerns fest. Im nächsten Schritt analysieren die jeweiligen Unternehmensbereiche und der konzerninterne Ausschuss AIC (Acquisition & Investment Council) die vorgeschlagenen Projekte und Maßnahmen. Dabei berücksichtigen sie die Gesamtstrategie, das Gesamtbudget sowie die Renditeanforderungen und -potenziale. Die Investitionsprojekte bewerten wir auf Basis allgemein gängiger Verfahren, insbesondere der internen Zinsfuß- und der Kapitalwertmethode. Je nach Investitionsvolumen erfordert ein Projekt die Genehmigung des Vorstandsgremiums oder der Geschäftsführung des jeweiligen Unternehmensbereichs, des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE.

1 Gehört nicht zu den bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren
2 Zur detaillierten Berechnung des ROIC und ROOA siehe Finanzglossar auf der Seite 239

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Neue Produkte und Verfahren zu entwickeln und Therapien zu verbessern ist ein fester Bestandteil unserer Wachstumsstrategie. Wir richten unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf die Kernkompetenzen in folgenden Bereichen aus:

Dialyse

generische I.V.-Arzneimittel

Biosimilars

Infusions- und Ernährungstherapien

Medizintechnik

Neben neuen Produkten entwickeln und optimieren wir vor allem Therapien, Behandlungsverfahren und Dienstleistungen.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im Berichtsjahr 558 Mio € (2016: 528 Mio €)1 . Dies entspricht 5,9 % unseres Produktumsatzes (2016: 5,6 %). Im Jahr 2017 haben Fresenius Medical Care 11 % weniger und Fresenius Kabi 12 % mehr Mittel für Forschung und Entwicklung aufgewendet als 2016. Details hierzu finden Sie in der Segmentberichterstattung auf den Seiten 136 f.

Am 31. Dezember 2017 beschäftigten die Forschungs- und Entwicklungsbereiche 2.772 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2016: 2.770). Davon waren 848 für Fresenius Medical Care (2016: 816) und 1.924 für Fresenius Kabi (2016: 1.954) tätig.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUFWAND NACH BEREICHEN1

Unsere Hauptentwicklungsstandorte liegen in Europa, den USA und Indien. Produktionsnahe Entwicklungstätigkeiten finden auch in China statt.

FRESENIUS MEDICAL CARE

Gesundheitssysteme stehen nicht nur derzeit, sondern auch auf lange Sicht vor großen finanziellen Herausforderungen. Im Hinblick auf unsere F & E-Aktivitäten bestätigt uns dies in unserer Absicht, innovative Produkte zu entwickeln, die nicht nur hohe Qualitätsanforderungen erfüllen, sondern auch bezahlbar sind. Aus unserer Erfahrung als Betreiber eigener Dialysezentren wissen wir, dass dies keine unvereinbaren Ziele sind.

Unsere F & E-Strategie ist global ausgerichtet. Dadurch können wir noch besser auf die weltweit steigende Nachfrage nach hochwertigen und zugleich kosteneffizienten Behandlungsmethoden reagieren. Wir berücksichtigen dabei jedoch auch regionale Marktbedingungen und bieten ein differenziertes Produktportfolio an. In Zukunft wollen wir innovative, wettbewerbsfähige Produkte noch effizienter bereitstellen und unseren Fokus stärker auf sich entwickelnde Länder richten.

KENNZAHLEN FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

2017 2016 2015 2014 2013
F & E-Aufwendungen in Mio € 558 528 451 365 390
in % vom Produktumsatz1 5,9 5,6 5,2 4,7 4,6
F & E-Mitarbeiter 2.772 2.770 2.247 2.107 1.969

1 2013 - 2016 bereinigt um außerplanmäßige Abschreibungen auf erworbene Entwicklungsaktivitäten

1 2016 inkl. außerplanmäßige Abschreibungen auf erworbene Entwicklungsaktivitäten in Höhe von 26 Mio €

Zusätzlich zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in unserem Unternehmen arbeiten wir mit externen Partnern zusammen, um ein umfassendes Innovations- und Technologie-Netzwerk aufzubauen. Dazu gehören zahlreiche akademische Einrichtungen wie Forschungsinstitute an renommierten Universitäten in den USA. Ein weiterer Partner ist das Renal Research Institute (RRI) in New York. Diese Tochtergesellschaft von Fresenius Medical Care North America ist eine führende Institution auf dem Gebiet der klinischen Forschung zu chronischem Nierenversagen. Gemeinsam arbeiten wir an grundlegenden Fragen der Dialysebehandlung. Wir arbeiten zunehmend mit Start-ups zusammen, um eine offene, innovationsfördernde Kultur zu fördern und Zugang zu den neuesten Technologien sowohl in unserem Kerngeschäft als auch in angrenzenden Bereichen zu erhalten, die für uns von strategischem Interesse sind.

Eigens für die aufstrebenden Märkte entwickeln wir zudem ein Portfolio an Produkten, die höchste Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit erfüllen. Wir arbeiten daran u. a. in unserem eigenen Entwicklungszentrum in China.

FRESENIUS KABI

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Fresenius Kabi konzentrieren sich auf Produkte für die Therapie und Versorgung kritisch und chronisch Kranker. Mit unseren Produkten wollen wir den medizinischen Fortschritt in der Akut- und Folgeversorgung fördern und die Lebensqualität von Patienten verbessern.

Unsere Entwicklungskompetenz umfasst alle relevanten Komponenten: den Arzneimittelrohstoff, die Arzneimittelformulierung, das Primärbehältnis, das medizintechnische Produkt zur Verabreichung von Arzneimitteln und Infusionen sowie die Herstellungstechnologie. Mit der im Berichtsjahr getätigten Akquisition des Biosimilars-Geschäfts von Merck haben wir unsere Entwicklungskompetenz maßgeblich erweitert.

Im Bereich I.V.-Arzneimittel arbeiten wir kontinuierlich an dem Ausbau unseres Wirkstoffsortiments. Unser Ziel ist es, neue generische Produkte zeitnah zum Patentablauf der Originalpräparate auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus entwickeln wir neue Formulierungen und Darreichungsformen für bereits patentfreie I.V.-Arzneimittel. Im Jahr 2017 haben wir an rund 100 Generikaprojekten gearbeitet. Wir konzentrieren uns dabei u. a. auf komplexe Formulierungen, beispielsweise auf Wirkstoffe in liposomalen1 Lösungen.

Des Weiteren entwickeln wir gebrauchsfertige Produkte, die besonders anwenderfreundlich sind und dazu beitragen, Anwendungsfehler im medizinischen Alltag zu vermeiden. Dies sind beispielsweise Fertiglösungen in unseren freeflex-Infusionsbeuteln sowie vorgefüllte Spritzen. Arzneimittel in Fertigspritzen sind im Vergleich zur traditionellen Verabreichung einfacher und sicherer anzuwenden. Damit helfen sie, die Patientenversorgung zu verbessern.

Im Bereich Biosimilars verfügen wir über eine Pipeline von Molekülen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Biosimilars sind Nachahmerprodukte von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln, sogenannten Biopharmazeutika. Biopharmazeutika zeichnen sich durch ihre sehr zielgenaue Wirkung bei gleichzeitig geringen Nebenwirkungen für Patienten aus. Ein hoch spezialisiertes Biosimilars-Team arbeitet daran, Produkte zur Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen zu entwickeln. Zum Ende des Berichtsjahres haben wir bereits den ersten Zulassungsantrag für ein Biosimilar-Produkt bei der europäischen Zulassungsbehörde eingereicht. Es handelt sich dabei um die Biosimilar-Version von Adalimumab, die bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Darmerkrankungen und Psoriasis (Hauterkrankung) eingesetzt werden kann.

Klinische Ernährung dient der Versorgung von Patienten, die keine oder nicht genügend normale Nahrung zu sich nehmen können. Dies betrifft beispielsweise Patienten auf Intensivstationen, schwer und chronisch Kranke sowie Mangelernährte. Wird klinische Ernährung indikationsgerecht und frühzeitig eingesetzt, können Mangelernährung und deren Konsequenzen für Patienten vermieden werden.

Im Bereich Parenterale Ernährung legen wir die Schwerpunkte auf Produkte, die maßgeblich zur Verbesserung der klinischen Behandlung und des Ernährungszustands des Patienten beitragen, sowie auf Behältnisse wie unsere Mehrkammerbeutel, die im medizinischen Alltag sicher und einfach anwendbar sind. Im Berichtsjahr haben wir die Entwicklung parenteraler Formulierungen fortgeführt. Wir konzentrieren uns dabei auf Formulierungen, die auf die Bedürfnisse einzelner Patientengruppen ausgerichtet sind. So hatten wir beispielsweise bei dem parenteralen Ernährungsprodukt SmofKabiven extra Nitrogen einen Mehrkammerbeutel entwickelt, der die speziellen Ernährungsbedürfnisse von z. B. kritisch Kranken in der katabolen Phase2 erfüllt. Um die Zulassung innerhalb mehrerer EU-Länder gleichzeitig zu erhalten, wurde ein sogenanntes dezentrales Zulassungsverfahren durchgeführt. Im Berichtsjahr haben wir nun die ersten nationalen Zulassungen erhalten. Ferner forschen wir an neuen parenteralen Ernährungsprodukten, die eine optimierte Nährstoffaufnahme ermöglichen. Teil unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist auch, marktspezifische parenterale Formulierungen zu entwickeln. Im Berichtsjahr haben wir u. a. an Produkten für die USA, Südkorea und China gearbeitet.

1 Liposome sind winzige mit Medikamenten befüllte Kapseln, die einen zielgerichteten Transport von Wirkstoffen an jene Stellen im Organismus ermöglichen, an denen sie benötigt werden.
2 Eine kritische Erkrankung ist ein Mehrphasenprozess mit komplexen metabolischen Veränderungen, die die Ernährungsbedürfnisse der Patienten beeinflussen. In der initialen, katabolen Phase haben kritisch kranke Patienten einen erhöhten Proteinbedarf und reduzierten Energiebedarf.

Im Bereich Enterale Ernährung konzentrieren wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf Produktkonzepte, die die Therapietreue und damit auch den Therapieerfolg unterstützen. Hierzu zählen beispielsweise Produkte, die in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten werden; damit stellen wir Patienten eine breitere Auswahl für die tägliche Versorgung zur Verfügung. Ferner haben wir im Berichtsjahr an neuen Verpackungskonzepten gearbeitet, um Besonderheiten von weiteren lokalen Märkten zu berücksichtigen, die wir künftig mit unserem Portfolio bedienen möchten.

Im Bereich Medizintechnische Produkte/Transfusionstechnologie arbeiten wir kontinuierlich an Weiterentwicklungen unseres bestehenden Portfolios sowie an neuen Produkten. Insbesondere im Bereich der Infusionstechnologie können neue Softwareanbindungen zur Vereinfachung der täglichen Arbeit in Krankenhäusern beitragen. Im Berichtsjahr haben wir beispielsweise für unsere Agilia Infusionspumpen eine zusätzliche Software entwickelt, die die Echtzeitdaten der Medikamentenversorgung von Patienten bündelt. Dies ermöglicht dem Pflegepersonal in Krankenhäusern eine zeitnahe und umfassende Übersicht der Medikamentenzufuhr als Basis für die ärztliche Entscheidung bezüglich weiterer Behandlungsschritte.

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER NACH REGIONEN

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Das Wissen, die Erfahrung und der engagierte Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entscheidend für unseren Erfolg. Darum pflegt Fresenius eine Kultur der Vielfalt. Erst das Zusammenspiel unterschiedlicher Sichtweisen, Meinungen, kultureller Prägungen, Erfahrungen und Werte ermöglicht es uns, unsere Potenziale als global agierendes Unternehmen erfolgreich auszuschöpfen.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist im Jahr 2017 um rund 17 % gestiegen, auf 273.249 Beschäftigte zum Jahresende.

Der Personalaufwand im Fresenius-Konzern belief sich 2017 auf 13.496 Mio € (2016: 11.643 Mio €) oder 39,8 % des Umsatzes (2016: 39,5 %). Der Anstieg von 16 % ist hauptsächlich auf Akquisitionen, den Mitarbeiteranstieg und Gehaltssteigerungen zurückzuführen. Der Personalaufwand pro Mitarbeiter betrug 50,1 Tsd € (2016: 50,8 Tsd €), währungsbereinigt lag er bei 50,6 Tsd €. In Deutschland haben Fresenius-Konzerngesellschaften Tarifverträge mit der IG BCE, dem Marburger Bund sowie der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di geschlossen. An den tariflichen und betrieblichen Vereinbarungen hat sich im Berichtszeitraum strukturell nichts Wesentliches geändert.

ANZAHL DER MITARBEITER

31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 Veränderung 2017/2016 Anteil am Konzern zum 31.12.2017
Fresenius Medical Care 121.245 116.120 110.242 4 % 44 %
Fresenius Kabi 36.380 34.917 33.195 4 % 13 %
Fresenius Helios 105.927 72.687 69.728 46 % 39 %
Fresenius Vamed 8.667 8.198 8.262 6 % 3 %
Konzern / Sonstiges 1.030 951 878 8 % 1 %
Gesamt 273.249 232.873 222.305 17 % 100 %

PERSONALMANAGEMENT

Wir passen unsere Personalinstrumente ständig neuen Anforderungen an. Diese ergeben sich aus der demografischen Entwicklung, dem Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft, dem Fachkräftemangel und dem Wunsch, Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen. So ermöglichen wir beispielsweise eine flexible Arbeitszeitgestaltung und bieten ein Zeitkonto für eine langfristige berufliche Planung an.

MITARBEITERGEWINNUNG UND PERSONALENTWICKLUNG

Um unseren Bedarf an qualifizierten Fachkräften langfristig zu sichern und neue Mitarbeiter zu gewinnen, setzen wir auf digitales Personalmarketing, richten eigene Bewerberveranstaltungen aus und nehmen regelmäßig an Karrieremessen teil. Darüber hinaus binden wir unsere Mitarbeiter mit attraktiven Entwicklungsangeboten dauerhaft an unser Unternehmen.

Die Konzepte und Maßnahmen, um Personal zu gewinnen und zu fördern, richten sich nach den Marktanforderungen der jeweiligen Segmente. Sie werden daher bereichsspezifisch abgestimmt, entwickelt und realisiert.

Bewerber wählen wir allein nach ihrer Qualifikation aus. Bei vergleichbarer Eignung haben Männer und Frauen bei Fresenius die gleichen Karrierechancen. Der Anteil weiblicher Mitarbeiter im Fresenius-Konzern lag zum 31. Dezember 2017 bei 68%. Gemessen an der Zahl der Teilnehmer am Aktienoptionsprogramm lag die Frauenquote bei den oberen Führungskräften bei 30 %. Für den Anteil weiblicher und männlicher Mitarbeiter am Führungspersonal sieht das Gesetz bestimmte Zielgrößen vor. Detaillierte Informationen dazu enthält die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB auf unserer Website unter www.fresenius.de/ corporate-governance sowie auf Seite 113 des Geschäftsberichts.

Unser mehrfach ausgezeichnetes Karriereportal finden Sie auf www.karriere.fresenius.de.

Weitere Informationen zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern finden Sie im Nichtfinanziellen Konzernbericht auf den Seiten 84 ff. in diesem Geschäftsbericht.

PERSONALAUFWAND

in Mio € 2017 2016 2015
Fresenius Medical Care 6.898 6.291 5.698
Fresenius Kabi 1.443 1.372 1.344
Fresenius Helios 4.672 3.528 3.360
Fresenius Vamed 358 339 329
Konzern / Sonstiges 125 113 104
Gesamt 13.496 11.643 10.835

VERÄNDERUNGEN IM VORSTAND

Am 21. Juli 2017 hat die Fresenius SE & Co. KGaA bekannt gegeben, dass Rachel Empey zum 1. August 2017 neuer Finanzvorstand (CFO) von Fresenius wird. Der Aufsichtsrat der Fresenius Management SE hat sie einstimmig dazu berufen. Sie folgt in dieser Funktion auf Stephan Sturm, der im Juli 2016 den Vorstandsvorsitz von Fresenius übernommen hat.

BESCHAFFUNG

Im Jahr 2017 betrugen die Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen 9.032 Mio € (2016: 7.599 Mio €). Der Anstieg von 19 % ist auf die Ausweitung der Geschäftsaktivitäten zurückzuführen.

in Mio € 2017 2016
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.766 6.572
Abschreibungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und auf bezogene Waren 0 0
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.266 1.027
Gesamt 9.032 7.599

Für unsere Profitabilität ist eine effiziente Wertschöpfungskette entscheidend. Stetige Einsparbemühungen der Kostenträger im Gesundheitswesen und Preisdruck auf den Absatzmärkten prägen unser Umfeld. Die vier Unternehmensbereiche des Fresenius-Konzerns steuern die Beschaffungsprozesse daher über zentrale Koordinationsstellen. Diese bündeln gleichartige Bedarfe, schließen weltweit Rahmenverträge ab, beobachten fortwährend die Markt- und Preisentwicklung und gewährleisten die Sicherheit und Qualität der Materialien.

MATERIALAUFWAND NACH UNTERNEHMENSBEREICHEN1

1 Vor Konsolidierung

QUALITÄTSMANAGEMENT

Die Qualität unserer Produkte, Dienstleistungen und Therapien ist Voraussetzung für eine optimale medizinische Versorgung. Zum Wohl der Patienten und zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen wir daher an alle Prozessabläufe höchste Qualitäts- und Sicherheitsmaßstäbe an. Unser Qualitätsmanagement verfolgt im Wesentlichen drei Ziele:

wertschöpfende, auf Kundenanforderungen und Effizienz ausgerichtete Prozesse zu erkennen,

diese mithilfe von Kennzahlen zu überwachen und zu lenken und

Abläufe zu verbessern.

Weitere Informationen zum Qualitätsmanagement von Fresenius finden Sie im Chancen- und Risikobericht auf den Seiten 61 f. und im Nichtfinanziellen Konzernbericht auf den Seiten 71 ff. dieses Geschäftsberichts.

VERANTWORTUNG, UMWELTMANAGEMENT, NACHHALTIGKEIT

Wir orientieren unser Handeln an langfristigen Zielen und gewährleisten so, dass unsere Arbeit den Bedürfnissen von Patienten und Mitarbeitern sowie Aktionären und Geschäftspartnern gerecht wird. Unsere Verantwortung als Gesundheitskonzern reicht jedoch über unser operatives Geschäft hinaus. Sie erstreckt sich auch darauf, die Natur als Lebensgrundlage zu schützen und mit ihren Ressourcen sorgsam umzugehen. Es ist selbstverständlich für uns, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und Maßnahmen für den Umwelt- und Gesundheitsschutz, die Arbeits- und Anlagensicherheit sowie die Produktverantwortung und die Logistik stetig zu verbessern.

Weitere Informationen bietet Ihnen der Nichtfinanzielle Konzernbericht auf den Seiten 91 ff. dieses Geschäftsberichts.

WIRTSCHAFTSBERICHT

BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der Gesundheitssektor zählt zu den weltweit bedeutendsten Wirtschaftszweigen und weist hervorragende Wachstumschancen auf.

Wesentliche Wachstumsfaktoren sind

der zunehmende Bedarf an medizinischer Versorgung, den eine alternde Gesellschaft mit sich bringt,

die wachsende Zahl chronisch kranker und multimorbider Patienten,

die steigende Nachfrage nach innovativen Produkten und Therapien,

der medizintechnische Fortschritt und

das zunehmende Gesundheitsbewusstsein, das zu einem steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen und -einrichtungen führt.

Zusätzliche Wachstumstreiber in den Schwellenländern sind

die stetig zunehmenden Zugangsmöglichkeiten und die steigende Nachfrage nach medizinischer Basisversorgung sowie

das steigende Volkseinkommen und damit höhere Ausgaben im Gesundheitssektor.

Mit den Ausgaben für die Gesundheitsversorgung wächst zugleich auch deren Anteil am Volkseinkommen stetig. Insgesamt gaben die OECD-Länder im Jahr 2016 durchschnittlich 9,0 % ihres BIP oder 4.003 US$ pro Kopf für Gesundheitsleistungen aus.

Die höchsten Ausgaben pro Kopf verzeichneten wie in den Vorjahren die USA (9.892 US$). Deutschland belegt mit 5.551 US$ den fünften Rang im OECD-Ländervergleich.

Die OECD-Länder haben ihre Gesundheitsausgaben im Jahr 2016 im Durchschnitt zu 73 % aus öffentlichen Mitteln finanziert. In Deutschland lag dieser Anteil bei 85 %.

Die Lebenserwartung hat sich in den meisten OECD-Staaten in den letzten Jahrzehnten erhöht. 2015 lag sie bei durchschnittlich 80,6 Jahren. Die Gründe dafür sind bessere Lebensbedingungen, eine intensivere Gesundheitsvorsorge sowie Fortschritte bei der medizinischen Versorgung.

Um die stetig steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen zu begrenzen, werden zunehmend die Versorgungsstrukturen überprüft und Einsparpotenziale identifiziert. Doch Rationalisierungen allein reichen nicht aus, um den Anstieg zu kompensieren. Daher sollen marktwirtschaftliche Elemente verstärkt Anreize schaffen, im Gesundheitswesen kosten- und qualitätsbewusst zu handeln. Gerade durch eine verbesserte Qualität lassen sich die Behandlungskosten insgesamt reduzieren. Darüber hinaus gewinnen Vorsorgeprogramme ebenso an Bedeutung wie innovative Vergütungsmodelle, die an die Behandlungsqualität gekoppelt sind.

Unsere wichtigsten Märkte haben sich wie folgt entwickelt:

DER DIALYSEMARKT

Der weltweite Markt für Dialyseprodukte und Dienstleistungen hatte im Jahr 2017 ein Volumen von rund 70 Mrd €. Währungsbereinigt wuchs er um 4 %.

Weltweit wurden im Jahr 2017 etwa 3,9 Millionen Patienten mit chronischem Nierenversagen behandelt. Davon unterzogen sich rund 3,2 Millionen Patienten einer Dialysebehandlung, rund 760.000 lebten mit einer Spenderniere.

ANTEIL DER GESUNDHEITSAUSGABEN AM BIP

in % 2016 2000 1990 1980 1970
USA 17,2 12,5 11,3 8,2 6,2
Frankreich 11,0 9,5 8,0 6,7 5,2
Deutschland 11,3 9,8 8,0 8,1 5,7
Schweiz 12,4 9,3 7,4 6,6 4,9

Quelle: OECD-Gesundheitsdaten 2017

Etwa 89 % der Patienten wurden mittels der Hämodialyse- und 11 % mittels der Peritonealdialysebehandlung versorgt. Wachstumstreiber ist im Wesentlichen die steigende Zahl von Menschen, die an Diabetes und Bluthochdruck leiden -Erkrankungen, die dem chronischen Nierenversagen häufig vorausgehen.

Die Zahl der Dialysepatienten ist im Jahr 2017 um etwa 6 % gestiegen. In den USA, Japan sowie West- und Mitteleuropa fiel dieser Zuwachs geringer aus als in ökonomisch schwächeren Regionen, in denen er zumeist über 6 % lag.

Die Prävalenzrate, also die relative Zahl der wegen terminaler Niereninsuffizienz behandelten Menschen pro Million Einwohner (PME), fällt regional sehr unterschiedlich aus. Gründe hierfür sind zum einen Unterschiede in der Altersstruktur und bei den Risikofaktoren, die eine Nierenerkrankung auslösen können, sowie genetische Dispositionen und kulturelle Unterschiede, etwa in der Ernährung. Zum anderen ist der Zugang zu Dialysebehandlungen in vielen Ländern weiterhin begrenzt. Dadurch werden viele Menschen mit terminaler Niereninsuffizienz nicht behandelt und folglich auch nicht in der Prävalenzkalkulation erfasst.

Dialysedienstleistungen

Der weltweite Markt für Dialysedienstleistungen (einschließlich Dialysemedikamenten) lag im Jahr 2017 bei rund 57 Mrd €.

Fresenius Medical Care behandelte im Berichtsjahr gut 10 % aller Dialysepatienten weltweit. Mit 3.752 Dialysekliniken und 320.960 Dialysepatienten in rund 50 Ländern betreibt das Unternehmen das mit Abstand größte und internationalste Kliniknetzwerk. In den USA hat Fresenius Medical Care im Jahr 2017 rund 38 % der Dialysepatienten behandelt. Der US-Markt für Dialysedienstleistungen ist bereits stark konsolidiert.

Außerhalb der USA ist der Markt dagegen wesentlich stärker fragmentiert. Hier steht Fresenius Medical Care insbesondere im Wettbewerb mit Klinikketten, unabhängigen Einzelkliniken und solchen, die Krankenhäusern angegliedert sind.

Die Vergütungssysteme weisen erhebliche Unterschiede auf. Sie variieren nicht nur von Land zu Land, sondern oft sogar innerhalb eines Landes. In den USA stellen die staatlichen Gesundheitsfürsorgeprogramme Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS) die medizinische Versorgung für die große Mehrheit der US-amerikanischen Dialysepatienten sicher.

Dialyseprodukte

Der weltweite Markt für Dialyseprodukte hatte im Jahr 2017 ein Volumen von rund 13 Mrd €.

Fresenius Medical Care ist mit einem Marktanteil von rund 35 % der weltweit führende Anbieter.

Bei Hämodialyseprodukten hält Fresenius Medical Care einen weltweiten Marktanteil von 39 % und ist damit das führende Unternehmen. Bei Produkten für die Peritonealdialyse hat Fresenius Medical Care einen Anteil von rund 17 %.

Versorgungsmanagement

Das Versorgungsmanagement umfasst u. a. medizinische Leistungen im Bereich der Gefäßchirurgie, nicht dialysebezogene Labordienstleistungen, Dienstleistungen durch niedergelassene Ärzte sowie die Koordination von stationären und intensivmedizinischen Behandlungen durch spezialisierte Ärzte, Versicherungsdienstleistungen für Dialysepatienten, die Distribution verschreibungspflichtiger Arzneimittel sowie die ambulante Versorgung.

Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen kontinuierlich zu. Weltweit sterben daran nahezu zwei Drittel aller Menschen. In vielen Ländern entfällt ein Großteil der Gesundheitsausgaben auf die Behandlung chronischer Erkrankungen. Immer mehr Gesundheitssysteme begegnen dem steigenden Kostendruck, der sich daraus ergibt, indem sie statt einzelner Leistungen eine ganzheitliche und koordinierte Versorgung vergüten - so auch im größten Markt von Fresenius Medical Care, den USA.

Eine sinnvolle Schätzung des Marktvolumens innerhalb des Versorgungsmanagements ist aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Leistungen nicht möglich. Dienstleistungen im Versorgungsmanagement bieten wir momentan hauptsächlich in unserem größten Markt, den USA, und in der Region Asien-Pazifik an. Unsere Leistungen im Versorgungsmanagement sind an diese Märkte angepasst. Der Ausbau unserer Leistungen im Versorgungsmanagement außerhalb der USA kann - je nach dem jeweiligen Erstattungssystem oder marktspezifischen Umfeld - in den einzelnen Ländern und Regionen variieren.

DER MARKT FÜR GENERISCHE I.V.-ARZNEIMITTEL, BIOTECHNOLOGISCHE ARZNEIMITTEL, ERNÄHRUNGS- UND INFUSIONSTHERAPIEN SOWIE MEDIZINTECHNISCHE PRODUKTE / TRANSFUSIONSTECHNOLOGIE1

Der weltweite Markt für generische I.V.-Arzneimittel, biotechnologische Arzneimittel, Ernährungs- und Infusionstherapien sowie medizintechnische Produkte / Transfusionstechnologie lag im Jahr 2017 bei rund 81 Mrd €.

Davon entfielen rund 33 Mrd €2 auf den globalen Markt für generische I.V.-Arzneimittel. Durch gezielte Investitionen und die Vergrößerung des Portfolios u. a. in den Bereichen komplexe Formulierungen, Peptide und vorgefüllte Spritzen konnte Fresenius Kabi zusätzliche Segmente im weltweiten adressierbaren Markt erschließen.

In Europa und den USA wuchs der Markt für generische I.V.-Arzneimittel um rund 14 %. Für Zuwächse sorgen im Wesentlichen Produkte, die nach Ablauf des Patentschutzes auf den Markt kommen, sowie patentfreie Originalpräparate, die durch Alleinstellungsmerkmale weiterhin preisstabil angeboten werden. Ferner ist das Marktwachstum begründet in starken Preisanstiegen bei ausgewählten Molekülen einzelner Wettbewerber. In den USA, dem für Fresenius Kabi wichtigsten Markt für generische I.V.-Arzneimittel, ist das Unternehmen einer der führenden Anbieter. Wettbewerber von Fresenius Kabi sind u. a. Pfizer, Sanofi, Sandoz und Teva Pharmaceutical Industries.

Fresenius Kabi hat im Jahr 2017 die Übernahme der Biosimilars-Sparte der Merck KGaA erfolgreich abgeschlossen. Der Kauf umfasste die vollständige Produktpipeline mit Schwerpunkten auf onkologischen Therapiegebieten und Autoimmunerkrankungen. Der relevante Markt der biotechnologischen Originalpräparate umfasst aktuell rund 30 Mrd €.

Der weltweite Markt für klinische Ernährung lag im Jahr 2017 bei rund 8 Mrd €. In Europa wuchs der Markt um rund 3 %. In den Wachstumsregionen Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika hingegen konnten Steigerungsraten von bis zu 10 % in einzelnen Ländern verzeichnet werden. Wachstumspotenzial auf diesem Markt ergibt sich, weil Ernährungstherapien oft in noch nicht ausreichendem Maße bei der Patientenversorgung eingesetzt werden, obwohl Studien ihren medizinischen und ökonomischen Nutzen belegen. So lassen sich beispielsweise durch die Gabe von klinischer Ernährung bei krankheits- und altersbedingter Mangelernährung Krankenhauskosten einsparen - durch kürzere Liegezeiten und geringeren Pflegebedarf. Im Markt für klinische Ernährung ist Fresenius Kabi einer der führenden Anbieter weltweit. Im Markt für parenterale Ernährung ist Fresenius Kabi der weltweit führende Anbieter, im Markt für enterale Ernährung eines der führenden Unternehmen in Europa. Wettbewerber im Markt für parenterale Ernährung sind u. a. Baxter, B. Braun und Kelun Pharmaceuticals. Im Markt für enterale Ernährung konkurriert Fresenius Kabi u. a. mit Danone, Nestlé und Abbott.

Der Markt für Infusionstherapien lag im Jahr 2017 weltweit bei rund 5 Mrd €. In Europa war aufgrund der eingeschränkten Anwendung von Blutvolumenersatzstoffen kein Wachstum zu verzeichnen. In den Regionen Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika wuchs der Markt für Infusionstherapien in ausgewählten Märkten um rund 8 %. Infusionstherapien (z. B. Elektrolyte) gehören weltweit zum medizinischen Standard in Krankenhäusern. Wachstumstreiber ist im Wesentlichen der steigende Bedarf in den Schwellenländern. Fresenius Kabi ist im Markt für Infusionstherapien das führende Unternehmen in Europa. Wettbewerber sind u. a. Baxter und B. Braun.

Der Markt für medizintechnische Produkte / Transfusionstechnologie lag im Jahr 2017 weltweit bei rund 6 Mrd €. Davon entfielen rund 4 Mrd € auf medizintechnische Produkte und rund 2 Mrd € auf Transfusionstechnologie. Der Markt wuchs im Jahr 2017 um rund 4 %. Wachstumstreiber im Markt für medizintechnische Produkte sind insbesondere Informationstechnologielösungen, die deren Anwendung sicherer machen und die Effizienz der Therapie erhöhen. In der Transfusionstechnologie ergibt sich ein Marktwachstum vor allem durch den allgemein steigenden Bedarf an Blutprodukten in Schwellenländern. Der durch neue Behandlungsmethoden ausgelöste Rückgang beim Bedarf an Blutbeuteln in Europa und den USA der letzten Jahre kommt zu einem Ende. Positive Wachstumsimpulse verzeichnen auch die Bereiche Plasmasammlung und therapeutische Apherese.

Im Markt für medizintechnische Produkte zählt Fresenius Kabi weltweit zu den führenden Anbietern. Wettbewerber sind u. a. Baxter, B. Braun sowie Becton, Dickinson and Company und ICU Medical. In der Transfusionstechnologie ist Fresenius Kabi weltweit eines der führenden Unternehmen. Zu den Wettbewerbern gehören u. a. Haemonetics, Macopharma und Terumo.

1 Marktdaten basieren auf eigenen Erhebungen und beziehen sich auf die für Fresenius Kabi adressierbaren Märkte. Sie unterliegen jährlichen Schwankungen, u. a. aufgrund von Veränderungen der Währungsrelationen und von Patentabläufen der Originalpräparate im Markt der I.V.-Arzneimittel. Die Marktdaten für klinische Ernährung beziehen sich auf die für Fresenius Kabi adressierbaren Märkte ohne Japan.
2 Die Marktdefinition beinhaltet wie im Vorjahr u. a. auch Umsatzerlöse von patentfreien Originalpräparaten.

DER KRANKENHAUSMARKT1

Der Markt für Akutkrankenhäuser in Deutschland lag im Jahr 2016 bei rund 98 Mrd €2 . Etwa 62 % entfielen auf Personalkosten und 38 % auf Sachkosten. Personal- und Sachkosten erhöhten sich um rund 4 % bzw. 5 %.

Durch Steigerungen der Fallzahlen wächst der Akutkrankenhausmarkt organisch um rund 1 %.

Obwohl sich ihre wirtschaftliche Situation gegenüber den Vorjahren verbessert hat, verzeichnete knapp ein Drittel (29 %) der deutschen Krankenhäuser im Jahr 2016 Verluste. Weitere 10 % hatten ein ausgeglichenes Ergebnis, 61 % konnten einen Jahresüberschuss erwirtschaften. Zu der oft schwierigen wirtschaftlichen und finanziellen Situation kommt ein enormer Investitionsbedarf. Er ergibt sich aus dem medizinischen und technologischen Fortschritt, erhöhten Qualitätsanforderungen und notwendigen Modernisierungen. Darüber hinaus konnten die Bundesländer ihrer gesetzlichen Verpflichtung, die dafür notwendigen Mittel bereitzustellen, in den letzten Jahren nicht ausreichend nachkommen. Die Folge ist ein kontinuierlich wachsender Investitionsstau. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) schätzt, dass sich der jährliche Investitionsbedarf der deutschen Krankenhäuser - ohne die Universitätskliniken - auf mindestens 5,4 Mrd € beläuft. Das ist in etwa das Doppelte des Fördervolumens der Länder.

Im Jahr 2016 gab es in Deutschland 1.951 Krankenhäuser mit insgesamt 498.718 Betten. Wesentliche Kennzahlen zeigt die unten stehende Tabelle.

Helios Deutschland ist gemessen am Umsatz mit einem Anteil von rund 6 % das führende Unternehmen im deutschen Markt für Akutkrankenhäuser. Die Kliniken von Helios Deutschland konkurrieren vorwiegend mit Einzelkrankenhäusern oder lokalen und regionalen Klinikverbünden. Private Wettbewerber sind im Wesentlichen Asklepios, Rhön-Klinikum und Sana Kliniken.

ANTEIL DER KRANKENHAUSBETTEN NACH TRÄGERN

Quelle: Statistisches Bundesamt 2017

Für den Anstieg in der Vergütung von Krankenhausleistungen ist der sogenannte Veränderungswert maßgeblich. Er dient zur Kompensation steigender Kosten im Krankenhausmarkt, insbesondere der Personal- und Sachkosten. Der Veränderungswert wird jährlich für das Folgejahr neu festgelegt. Für das Jahr 2017 lag er bei 2,50 % (2016: 2,95 %).

Die 1.149 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland verfügten über insgesamt 165.223 Betten. Davon befanden sich zwei Drittel (66 %) in privater und 16 % bzw. 18 % in freigemeinnütziger und öffentlicher Trägerschaft. Die Zahl der behandelten Patienten blieb mit 1,98 Millionen nahezu unverändert. Die durchschnittliche Verweildauer lag unverändert bei 25,3 Tagen.

Mit der Übernahme des größten privaten Krankenhausbetreibers Spaniens, Quirónsalud, ist der private spanische Krankenhausmarkt für uns relevant geworden. Dieser lag im Jahr 2016 bei rund 14 Mrd €3 .

KENNZAHLEN ZUR STATIONÄREN VERSORGUNG IN DEUTSCHLAND

2016 2015 2014 2013 2012 Veränderung 2016/2015
Krankenhäuser 1.951 1.956 1.980 1.996 2.017 - 0,3 %
Betten 498.718 499.351 500.680 500.671 501.475 - 0,1 %
Verweildauer (Tage) 7,3 7,3 7,4 7,5 7,6 0,0 %
Fälle (Mio) 19,53 19,24 19,15 18,79 18,62 1,5 %
Ø Kosten je Fall in €1 5.205 5.060 4.893 4.792 4.663 2,9 %

1 Nach Bruttogesamtkosten

Quelle: Statistisches Bundesamt 2017

1 Jeweils aktueller Stand der verfügbaren Daten: Statistisches Bundesamt 2017; Deutsches Krankenhaus Institut (DKI), Krankenhaus Barometer 2017; Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Krankenhaus Rating Report 2017
2 Der Markt ist definiert durch Bruttogesamtkosten der Akutkrankenhäuser abzüglich wissenschaftliche Forschung und Lehre.
3 Marktdaten basieren auf eigenen Erhebungen und beziehen sich auf den für Quirónsalud adressierbaren Markt. Die Marktdefinition beinhaltet weder Public-Private-Partnership-Modelle noch Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Sie kann von der Definition in anderen Zusammenhängen abweichen (beispielsweise regulatorische Definition).

Wachstumschancen für private Betreiber eröffnen sich insbesondere durch die steigende Anzahl privat versicherter Patienten. Private Zusatzversicherungen sind in Spanien verhältnismäßig günstig. Sie sind Voraussetzung, um Leistungen in privaten Krankenhäusern in Anspruch nehmen zu können. Die Attraktivität privater Kliniken ergibt sich u. a. aus vergleichsweise geringen Wartezeiten für geplante Behandlungen.

Weiteres Potenzial eröffnet die Möglichkeit, dass private Krankenhausbetreiber ihr Netzwerk durch zusätzliche Klinikneugründungen erweitern können. Darüber hinaus bietet der Markt aufgrund seiner starken Fragmentierung Konsolidierungspotenzial.

Quirónsalud ist, gemessen am Umsatz, mit einem Anteil von rund 11 % das führende Unternehmen im privaten Krankenhausmarkt in Spanien. Wettbewerber sind eine Vielzahl privat geführter Einzelkliniken oder kleinere regionale Ketten, u. a. Asisa, HM Hospitales, Hospiten, Ribera, Salud Sanitas und Vithas.

DER MARKT FÜR PROJEKTE UND DIENSTLEISTUNGEN FÜR KRANKENHÄUSER UND ANDERE GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN

Der weltweite Markt für Projekte und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen ist so stark fragmentiert, dass sich keine Angabe zum Gesamtmarktvolumen darstellen lässt. Der Markt weist große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern auf und ist in hohem Maße geprägt von der jeweiligen staatlichen Gesundheitspolitik, dem Grad der Regulierung und Privatisierung sowie von wirtschaftlichen, demografischen und politischen Gegebenheiten. In den etablierten Gesundheitsmärkten, in denen der Kostendruck zunimmt, sind Gesundheitseinrichtungen vor allem aufgefordert, ihre Effizienz zu steigern. Gefragt sind insbesondere eine nachhaltige Planung und energieeffiziente Errichtung, optimierte Betriebsabläufe in den Einrichtungen sowie die Übernahme medizintechnischer Dienstleistungen durch externe Spezialisten. Dies ermöglicht es den Krankenhäusern, sich auf ihre Kernkompetenz zu konzentrieren, die Behandlung ihrer Patienten. In den aufstrebenden Märkten hingegen gilt es, die Infrastruktur weiterzuentwickeln und die medizinische Versorgung zu verbessern.

Fresenius Vamed gehört zu den global führenden Unternehmen in seinem Markt. Das Unternehmen hat keine Wettbewerber, die ein vergleichbar umfassendes Portfolio von Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus weltweit abdecken. Fresenius Vamed konkurriert deshalb je nach Dienstleistung zum einen mit großen, international tätigen Konzernen und Konsortien und zum anderen mit kleineren, lokalen Anbietern.

ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF

EINSCHÄTZUNG DES VORSTANDS ZUR AUSWIRKUNG DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN UND BRANCHENSPEZIFISCHEN ENTWICKLUNG AUF DEN GESCHÄFTSVERLAUF

Die weltweite Konjunktur hat sich im Geschäftsjahr 2017 insgesamt nur unwesentlich auf unsere Branche ausgewirkt. Sowohl in den etablierten als auch in den Wachstumsmärkten ist der Bedarf an Gesundheitsleistungen weiter gestiegen. Dies hatte einen positiven Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung.

BEURTEILUNG DER GESCHÄFTSENTWICKLUNG DURCH DEN VORSTAND UND WESENTLICHE EREIGNISSE FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF

Nach Überzeugung des Vorstands war 2017 ein überaus erfolgreiches Geschäftsjahr für den Fresenius-Konzern mit Umsatz- und Ergebnissteigerungen in allen Unternehmensbereichen.

Fresenius Medical Care steigerte den Umsatz um 7 % (währungsbereinigt: 9 %) auf 17.784 Mio €. Der Anstieg ist vor allem auf eine gute Entwicklung der Gesundheitsdienstleistungen zurückzuführen. Das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfallende Jahresergebnis1 stieg um 9 % (währungsbereinigt: 11 %) auf 1.244 Mio €. Vergleichbar mit dem Konzernausblick gemäß ursprünglicher Definition, d. h. ohne die Effekte aus der Vergütungsnachzahlung für die Behandlung von US-Kriegsveteranen (VA-Nachzahlung), ohne die Kosten im Zusammenhang mit Naturkatastrophen, vor dem Buchgewinn aus der US-Steuerreform, und vor FCPA (Foreign Corrupt Practices Act)-Rückstellung2 betrug der währungsbereinigte Anstieg 7 %.

1 Vor Sondereinflüssen
2 Weitere Informationen zur FCPA-Rückstellung finden Sie im Konzern-Anhang auf Seite 167 f.

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40. Die Sondereinflüsse sind jeweils im Segment Konzern / Sonstiges ausgewiesen.

Fresenius Kabi erreichte ein organisches Umsatzwachstum von 7 % und steigerte den bereinigten EBIT1 um 6 % (währungsbereinigt: 8 %) auf 1.237 Mio €. Das organische Wachstum von Fresenius Helios betrug 4 %. Das Unternehmen konnte den EBIT um 54 % auf 1.052 Mio € steigern. Der kräftige Anstieg ist im Wesentlichen getrieben durch die Konsolidierung von Quirónsalud seit dem 1. Februar 2017. Fresenius Vamed erreichte ein organisches Umsatzwachstum von 6 %. Der EBIT stieg um 10% auf 76 Mio €.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Unsere Annahme hat sich bestätigt, dass die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen im Jahr 2017 weiterhin stark bleiben würde.

Die unten stehende Übersicht zeigt die Entwicklung des Ausblicks für den Konzern und die Unternehmensbereiche im Jahr 2017.

Aufgrund der über unseren ursprünglichen Erwartungen liegenden Geschäftsentwicklung haben wir unterjährig den Konzernergebnisausblick auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der im April 2017 bekannt gegebenen Akquisitionen bei Fresenius Kabi, erhöht.

Der Fresenius-Konzern hat die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum erreicht. Es lag mit 16 % in der Mitte der Prognosebandbreite. Das Konzernergebnis2, 3 stieg währungsbereinigt um 21 % und lag am oberen Ende des Zielkorridors von 19 bis 21 %.

Wir haben 1.828 Mio € in Sachanlagen investiert (2016: 1.633 Mio €). Mit 5,4 % lagen die Sachanlageinvestitionen leicht unter dem vorgesehenen Wert von rund 6 % unseres Umsatzes.

Der operative Cashflow betrug 3.937 Mio € (2016: 3.585 Mio €). Die Cashflow-Marge betrug 11,6 % (2016: 12,2 %) und lag damit im Rahmen unserer Erwartung. Wir hatten in Aussicht gestellt, eine Cashflow-Marge zwischen 10 und 12 % zu erreichen.

ZIELERREICHUNG DES KONZERNS 2017

Ziele 2017, publiziert Februar 2017 Zielanpassung/
Konkretisierung, publiziert Mai 2017
Erreicht 2017
Konzern        
  Umsatz (Wachstum, währungsbereinigt) 15 - 17 %   16 %
  Konzernergebnis1 (Wachstum, währungsbereinigt) 17 - 20 % 19 - 21 %2 21 %2
Fresenius Medical Care        
  Umsatz (Wachstum, währungsbereinigt)3 8 - 10 %   9 %
  Jahresergebnis (Wachstum, währungsbereinigt)4 7 - 9 %   7 %
Fresenius Kabi        
  Umsatz (Wachstum, organisch) 5 - 7 %   7 %
  EBIT (Wachstum, währungsbereinigt) 5 - 7 % 6 - 8 %5 8 %5
Fresenius Helios        
  Umsatz (Wachstum, organisch) 3 - 5 %6   4 %6
  Umsatz ~8,6 Mrd €   8,7 Mrd €
  davon Umsatz Quirónsalud7 ~2,5 Mrd €   2,6 Mrd €
  EBIT 1.020 - 1.070 Mio €   1.052 Mio €
  davon EBIT Quirónsalud7 300 - 320 Mio €   327 Mio €
Fresenius Vamed        
  Umsatz (Wachstum, organisch) 5 - 10 %   6 %
  EBIT (Wachstum) 5 - 10 %   10 %

1 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt
2 Vor akquisitionsbedingten Aufwendungen; vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts; vor Buchgewinn aus US-Steuerreform; vor FCPA-Rückstellung
3 Ohne Effekte aus der Vergütungsnachzahlung für die Behandlung von US-Kriegsveteranen
4 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfällt; Effekte aus der Vergütungsnachzahlung für die Behandlung von US-Kriegsveteranen sowie Kosten im Zusammenhang mit Naturkatastrophen sind nicht inkludiert; vor Buchgewinn aus US-Steuerreform; vor FCPA-Rückstellung
5 Vor akquisitionsbedingten Aufwendungen; vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts
6 Helios Kliniken Deutschland, exklusive Quirónsalud
7 Quirónsalud elf Monate konsolidiert

1 Vergleichbar mit Konzernausblick gemäß ursprünglicher Definition: Vor akquisitionsbedingten Aufwendungen; vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts
2 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt
3 Vergleichbar mit Konzernausblick gemäß ursprünglicher Definition: Vor akquisitionsbedingten Aufwendungen; vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts; vor Buchgewinn aus US-Steuerreform; vor FCPA-Rückstellung

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40. Die Sondereinflüsse sind jeweils im Segment Konzern / Sonstiges ausgewiesen.

Die Kennziffer Netto-Finanzverbindlichkeiten /EBITDA betrug 2,841, 2 .

Der ROIC betrug 8,0 %2 (2016: 8,5 %3 ), der ROOA 9,4 %2 (2016: 10,0 %3 ). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Akquisition von Quirónsalud zurückzuführen. Beide Kennziffern lagen damit, wie prognostiziert, unter dem Wert des Jahres 2016.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

ERTRAGSLAGE

Umsatz

Im Geschäftsjahr 2017 konnten wir den Konzernumsatz währungsbereinigt um 16 % und zu Ist-Kursen um 15 % auf 33.886 Mio € steigern (2016: 29.471 Mio €). Die nebenstehende Grafik zeigt die Einflüsse auf das Umsatzwachstum.

Dabei ergaben sich im Jahr 2017 keine wesentlichen Effekte aus der Veränderung des Sortimentsmix und keine wesentlichen Preiseinflüsse.

Die unten stehende Tabelle zeigt das Umsatzwachstum nach Regionen.

Die Umsätze in unseren Unternehmensbereichen entwickelten sich wie folgt:

Fresenius Medical Care steigerte den Umsatz um 7 % (währungsbereinigt: 9 %) auf 17.784 Mio € (2016: 16.570 Mio €). Zurückzuführen ist dies vor allem auf eine gute Entwicklung der Gesundheitsdienstleistungen, deren Umsatz um 8 % auf 14.532 Mio € stieg. Der Umsatz mit Gesundheitsprodukten wuchs um 6 % (währungsbereinigt: 7 %) auf 3.252 Mio €. Dies ist begründet durch verbesserte Verkaufszahlen von Dialysatoren, Produkten für die Akutversorgung und Dialysegeräten. Das organische Wachstum betrug 7 %. Akquisitionen / Desinvestitionen sowie die Vergütungsnachzahlung für Behandlungen von US-Kriegsveteranen (VA-Nachzahlung) wirkten sich mit 2 % aus.

UMSATZEINFLÜSSE

Fresenius Kabi steigerte den Umsatz um 6 % auf 6.358 Mio € (2016: 6.007 Mio €). Das Umsatzwachstum ist wesentlich getrieben durch Umsatzsteigerungen in den USA sowie in Schwellen- und Entwicklungsländern. Das Unternehmen erzielte ein organisches Wachstum von 7 %. Akquisitionen / Desinvestitionen hatten keinen Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Währungsumrechnungseffekte hatten einen negativen Einfluss in Höhe von 1 %. Sie ergaben sich aus der Abwertung verschiedener Währungen gegenüber dem Euro, insbesondere des US-Dollar und des chinesischen Yuan.

Fresenius Helios steigerte den Umsatz um 48 % auf 8.668 Mio € (2016: 5.843 Mio €). Die Erstkonsolidierung von Quirónsalud trug 44%-Punkte zum Umsatzanstieg bei. Das organische Umsatzwachstum betrug 4 %. Hierzu trugen insbesondere höhere Erstattungssätze bei.

UMSATZ NACH REGIONEN

in Mio € 2017 2016 Veränderung Organisches Wachstum Währungs-
umrechnungs-
effekte
Akquisitionen / Desinvestitionen
Nordamerika 15.0935 14.122 7 %5 7 % - 2 %5 2 %5
Europa 13.767 10.839 27 % 3 % 0 % 24 %
Asien-Pazifik 3.182 2.922 9 % 8 % - 2 % 3 %
Lateinamerika 1.431 1.223 17 % 12 % - 2 % 7 %
Afrika 413 365 13 % 10 % 3 % 0 %
Gesamt 33.886 29.471 15 % 6 % - 1 % 10 %
in Mio € Anteil am Konzernumsatz4
Nordamerika 45 %5
Europa 41 %
Asien-Pazifik 9 %
Lateinamerika 4 %
Afrika 1 %
Gesamt 100 %

1 Netto-Finanzverbindlichkeiten und EBITDA jeweils zu durchschnittlichen Wechselkursen der vorhergehenden zwölf Monate gerechnet
2 Pro forma Akquisitionen; vor Sondereinflüssen
3 Pro forma Akquisitionen
4 Bezogen auf den Beitrag zum Konzernumsatz
5 Inklusive der Effekte aus der Vergütungsnachzahlung für Behandlungen von US-Kriegsveteranen

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40. Die Sondereinflüsse sind jeweils im Segment Konzern / Sonstiges ausgewiesen.

Fresenius Vamed steigerte den Umsatz um 6 % auf 1.228 Mio € (2016: 1.160 Mio €). Im Projektgeschäft stieg der Umsatz um 2 % auf 606 Mio € (2016: 594 Mio €). Im Dienstleistungsgeschäft konnte der Umsatz um 10 % auf 622 Mio € gesteigert werden (2016: 566 Mio €). Der Umsatzanstieg ist sowohl auf Neugeschäft als auch auf das Bestandsgeschäft zurückzuführen. Der Auftragseingang im Projektgeschäft hat sich erneut sehr gut entwickelt: Er stieg auf 1.096 Mio € (2016: 1.017 Mio €) an. Den Auftragsbestand stieg um 9 % auf 2.147 Mio € (31. Dezember 2016: 1.961 Mio €). Fresenius Vamed ist der einzige Unternehmensbereich innerhalb des Fresenius-Konzerns, dessen Geschäft wesentlich von Auftragseingang und Auftragsbestand bestimmt wird.

Ergebnisstruktur

Das bereinigte Konzernergebnis1, 2 stieg um 19 % auf 1.859 Mio € (2016: 1.560 Mio €). Das währungsbereinigte Wachstum betrug 21 %. Das bereinigte Ergebnis je Aktie1, 2 erhöhte sich auf 3,35 € (2016: 2,85 €). Dies entspricht einem Plus von 18 %, währungsbereinigt von 19 %. Die durchschnittliche Anzahl der Aktien belief sich auf 554,1 Millionen Stück.

Das Konzernergebnis1 vor Sondereinflüssen (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen, vor Buchgewinn aus der US-Steuerreform, vor FCPA-Rückstellung) stieg um 16 % auf 1.816 Mio € (2016: 1.560 Mio €). Das währungsbereinigte Wachstum betrug 18 %. Das Ergebnis je Aktie1 vor Sondereinflüssen (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen, vor Buchgewinn aus der US-Steuerreform, vor FCPA-Rückstellung) erhöhte sich auf 3,28 € (2016: 2,85 €). Dies entspricht einem Plus von 15 %, währungsbereinigt von 16 %.

Das Konzernergebnis1 stieg um 16 % auf 1.814 Mio € (2016: 1.560 Mio €). Das währungsbereinigte Wachstum betrug 18 %. Das Ergebnis je Aktie1 erhöhte sich auf 3,27 € (2016: 2,85 €). Dies entspricht einem Plus von 15 %, währungsbereinigt von 16%.

Die Inflationsentwicklung hatte während des Berichtszeitraums keine signifikanten Auswirkungen auf unsere Ertragslage.

Der Konzern-EBITDA3 stieg um 14 % auf 6.267 Mio € (2016: 5.517 Mio €). Währungsbereinigt betrug der Anstieg 15 %. Der Konzern-EBIT3 stieg um 12 % auf 4.830 Mio € (2016: 4.302 Mio €). Währungsbereinigt betrug der Anstieg 14 %.

UMSATZ NACH UNTERNEHMENSBEREICHEN

in Mio € 2017 2016 Veränderung Organisches Wachstum Währungsumrechnungseffekte Akquisitionen / Desinvestitionen
Fresenius Medical Care 17.7845 16.570 7 %5 7 % - 2 %5 2 %5
Fresenius Kabi 6.358 6.007 6 % 7 % - 1 % 0 %
Fresenius Helios 8.668 5.843 48 % 4 % 0 % 44 %
Fresenius Vamed 1.228 1.160 6 % 6 % 0 % 0 %
in Mio € Anteil am Konzernumsatz4
Fresenius Medical Care 52 %5
Fresenius Kabi 19 %
Fresenius Helios 26 %
Fresenius Vamed 3 %

AUFTRAGSEINGANG/ -BESTAND FRESENIUS VAMED

in Mio € 2017 2016 2015 2014 2013
Auftragseingang 1.096 1.017 904 840 744
Auftragsbestand (31.12.) 2.147 1.961 1.650 1.398 1.139

1 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt
2 2017 vergleichbar mit Konzernausblick gemäß ursprünglicher Definition: Vor akquisitionsbedingten Aufwendungen;vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts; vor Buchgewinn aus US-Steuerreform; vor FCPA-Rückstellung
3 2017 vor Sondereinflüssen
4 Bezogen auf den Beitrag zum Konzernumsatz
5 Inklusive der Effekte aus der Vergütungsnachzahlung für Behandlungen von US-Kriegsveteranen

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40. Die Sondereinflüsse sind jeweils im Segment Konzern / Sonstiges ausgewiesen.

Der EBIT der Unternehmensbereiche entwickelte sich wie folgt:

Der EBIT1 bei Fresenius Medical Care stieg um 6 % (währungsbereinigt: 8 %) auf 2.562 Mio € (2016: 2.409 Mio €). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf eine ausgezeichnete Geschäftsentwicklung in Nordamerika und Asien-Pazifik zurückzuführen. Die EBIT-Marge1 betrug 14,4 % (2016: 14,5 %).

Der bereinigte EBIT2 bei Fresenius Kabi stieg um 6 % (währungsbereinigt: 8 %) auf 1.237 Mio € (2016: 1.171 Mio €). Der Anstieg war wesentlich durch eine erfreuliche Geschäftsentwicklung in den USA und in den Entwicklungs- und Schwellenländern getrieben. Die bereinigte EBIT-Marge2 betrug 19,5 % (2016: 19,5 %). Der EBIT3 stieg um 1 % (währungsbereinigt: 3 %) auf 1.177 Mio € (2016: 1.171 Mio €). Die EBIT-Marge3 betrug 18,5 % (2016: 19,5 %).

Der EBIT bei Fresenius Helios stieg um 54 % auf 1.052 Mio € (2016: 683 Mio €). Der kräftige Anstieg ist im Wesentlichen auf die Erstkonsolidierung von Quirónsalud zurückzuführen. Die EBIT-Marge stieg auf 12,1 % (2016: 11,7 %).

Der EBIT bei Fresenius Vamed erhöhte sich um 10 % auf 76 Mio € (2016: 69 Mio €). Die EBIT-Marge stieg auf 6,2 % (2016: 5,9 %).

Überleitungsrechnung auf das Konzernergebnis

Im Geschäftsjahr 2017 ergaben sich Sondereinflüsse aufgrund der Akquisition des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA und des angekündigten Erwerbs der Anteile an der Akorn, Inc. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Transaktionskosten in Form von Rechts- und Beratungskosten sowie um Kosten der Finanzierungszusage für die Akorn-Transaktion (akquisitionsbedingte Aufwendungen). Zudem ergaben sich Sondereinflüsse aus der US-Steuerreform (Buchgewinn aus der Umbewertung latenter Steuerverbindlichkeiten) sowie aus der FCPA-Rückstellung.

Zur Vergleichbarkeit mit dem ursprünglich gegebenen Konzernausblick werden die Kennzahlen zusätzlich um die Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäftsbereinigt. Die folgende Darstellung zeigt die entsprechende Überleitung auf die Werte gemäß IFRS auf. Im Geschäftsjahr 2016 ergaben sich weder Bereinigungssachverhalte noch Sondereinflüsse.

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG

2017
in Mio € Basis für prognosevergleich: Vor Sondereinflüssen und vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-
Geschäfts
Bereinigungen für Prognosevergleich: Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-
Geschäfts
Vor Sondereinflüssen (akquisitions-
bedingte Aufwendungen und Buchgewinn aus US-Steuerreform und FCPA-Rückstellung)
Sondereinflüsse (akquisitions bedingte Aufwendungen) Sondereinflüsse (Buchgewinn aus US-Steuerreform) Sondereinflüsse (FCPA- Rückstellung)
Umsatz 33.886   33.886      
EBIT 4.890 - 60 4.830 - 41   - 200
Zinsergebnis - 634 - 2 - 636 - 15    
Ergebnis vor Ertragsteuern 4.256 - 62 4.194 - 56   - 200
Ertragsteuern - 1.203 19 - 1.184 13 266  
Ergebnis nach Ertragsteuern 3.053 - 43 3.010 - 43 266 - 200
Ergebnis, das auf nicht beherrschende Anteile entfällt - 1.194   - 1.194   - 163 138
Konzernergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt 1.859 - 43 1.816 - 43 103 - 62
2017
in Mio € Nach Sondereinflüssen (gemäß IFRS)
Umsatz 33.886
EBIT 4.589
Zinsergebnis - 651
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.938
Ertragsteuern - 905
Ergebnis nach Ertragsteuern 3.033
Ergebnis, das auf nicht beherrschende Anteile entfällt - 1.219
Konzernergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt 1.814

1 2017 vor FCPA-Rückstellung
2 2017 vergleichbar mit Konzernausblick gemäß ursprünglicher Definition: Vor akquisitionsbedingten Aufwendungen; vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts
3 2017 vor Sondereinflüssen

ERGEBNISSTRUKTUR (VOR SONDEREINFLÜSSEN)

Entwicklung weiterer wesentlicher Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Das Bruttoergebnis vom Konzernumsatz stieg auf 10.476 Mio € und übertraf damit um 10 % den Vorjahreswert von 9.513 Mio € (währungsbereinigt: 12 %). Die Bruttoergebnismarge fiel auf 30,9 % (2016: 32,3 %). Die Umsatzkosten nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 17 % auf 23.410 Mio € zu (2016: 19.958 Mio €). Der Anteil der Umsatzkosten am Konzernumsatz stieg auf 69,1 % gegenüber 67,7 % im Jahr 2016.

Die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten umfassen hauptsächlich Personalkosten, Vertriebskosten und Abschreibungen. Sie erhöhten sich um 14 % auf 5.329 Mio € (2016: 4.683 Mio €). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Ausweitung der bestehenden Geschäftsaktivitäten sowie auf Aufwendungen im Zusammenhang mit FCPA-Untersuchungen zurückzuführen. Der Anteil der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten am Konzernumsatz fiel auf 15,7 % (2016: 15,9 %). Der Aufwand für Forschung und Entwicklung betrug 558 Mio € (2016: 528 Mio €). Er lag im Wesentlichen aufgrund der Aufwendungen für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts mit 6 % über den anvisierten rund 5 % des Produktumsatzes. Abschreibungen beliefen sich auf 1.437 Mio € (2016: 1.215 Mio €). Die Abschreibungsquote betrug 4,2 % (2016: 4,1 %). Der Personalaufwand im Konzern stieg auf 13.496 Mio € (2016: 11.643 Mio €). Die Personalkostenquote lag bei 39,8 % (2016: 39,5 %). Die nebenstehende Grafik verdeutlicht die Ergebnisstruktur des Jahres 2017.

Das Zinsergebnis des Konzerns lag mit - 651 Mio € unter dem Vorjahreswert (2016: - 582 Mio €). Der höhere Zinsaufwand ist im Wesentlichen auf die Akquisitionsfinanzierung von Quirónsalud zurückzuführen.

Die Konzern-Steuerquote (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen sowie vor Buchgewinn aus US-Steuerreform) lag mit 28,2 % (2016: 28,1 %) auf dem Vorjahresniveau. Die Konzern-Steuerquote nach Sondereinflüssen lag bei 23,0 %.

Der auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinn stieg auf 1.219 Mio € (2016: 1.116 Mio €). Davon entfielen 95 % auf nicht beherrschende Anteile an der Fresenius Medical Care.

Die Entwicklung der Renditekennzahlen im Verhältnis zum Umsatz zeigt die Tabelle auf Seite 42.

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (KURZFASSUNG)

in Mio € 2017 2016 Veränderung Veränderung währungsbereinigt
Umsatz 33.886 29.471 15 % 16 %
Umsatzkosten - 23.410 - 19.958 - 17 % - 19 %
Bruttoergebnis vom Umsatz 10.476 9.513 10 % 12 %
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten - 5.329 - 4.683 - 14 % - 15 %
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen - 558 - 528 - 6 % 6 %
EBIT 4.589 4.302 7 % 8 %
Zinsergebnis - 651 - 582 - 12 % - 13 %
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 905 - 1.044 13 % 12 %
Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn - 1.219 - 1.116 - 9 % - 12 %
Konzernergebnis (vor Sondereinflüssen)1 1.816 1.560 16 % 18 %
Konzernergebnis1 1.814 1.560 16 % 18 %
Ergebnis je Aktie in € (vor Sondereinflüssen)1 3,28 2,85 15 % 16 %
Ergebnis je Aktie in €1 3,27 2,85 15 % 16 %
EBITDA 6.026 5.517 9 % 11 %
Abschreibungen 1.437 1.215 18 % 19 %

1 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40. Die Sondereinflüsse sind jeweils im Segment Konzern / Sonstiges ausgewiesen.

FINANZLAGE

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Finanzierungsstrategie des Fresenius-Konzerns hat folgende wesentliche Ziele:

Sicherung der finanziellen Flexibilität

Optimierung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten

Finanzielle Flexibilität zu sichern hat höchste Priorität in der Finanzierungsstrategie des Fresenius-Konzerns. Dies gewährleisten wir durch eine Vielzahl von Finanzierungsinstrumenten, bei deren Auswahl Kriterien wie Marktkapazität, Investorendiversifikation, Flexibilität bei der Inanspruchnahme, Kreditauflagen und das bestehende Fälligkeitsprofil berücksichtigt werden. Das Fälligkeitsprofil des Konzerns weist eine breite Streuung auf mit einem hohen Anteil von mittel- und langfristigen Finanzierungen. Bei der Auswahl der Finanzierungsinstrumente berücksichtigen wir auch, in welchen Währungen unsere Erträge und Cashflows erwirtschaftet werden, und stellen diesen gezielt passende Fremdkapitalstrukturen in den entsprechenden Währungen gegenüber.

Die wesentlichen Fremdfinanzierungsinstrumente des Konzerns sind in der nebenstehenden Grafik dargestellt. Wir haben einen angemessenen Finanzierungsspielraum mit freien Kreditlinien aus syndizierten oder bilateral mit Banken vereinbarten Krediten. Darüber hinaus verfügen die Fresenius SE & Co. KGaA und die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA über Commercial-Paper-Programme. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten bietet zudem das Fresenius Medical Care-Forderungsverkaufsprogramm.

Ein weiteres wesentliches Ziel der Finanzierungsstrategie des Fresenius-Konzerns ist es, die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten zu optimieren. Dazu setzen wir ganz gezielt einen ausgewogenen Mix aus Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen ein. Aufgrund der Diversifikation des Unternehmens innerhalb des Gesundheitssektors und der starken Marktpositionen der Unternehmensbereiche in globalen, wachsenden und nichtzyklischen Märkten können wir planbare und nachhaltige Cashflows erwirtschaften. Diese erlauben einen deutlichen Anteil an Fremdkapital, d. h. den Einsatz eines umfangreichen Mix aus Finanzverbindlichkeiten. Zur langfristigen Sicherung des Wachstums ziehen wir in Ausnahmefällen, etwa zur Finanzierung einer großen Akquisition, auch eine Kapitalerhöhung in Erwägung.

FINANZIERUNGSMIX DES FRESENIUS-KONZERNS

Entsprechend der Konzernstruktur erfolgen die Finanzierungen separat für Fresenius Medical Care und für den übrigen Fresenius-Konzern. Es gibt keine gemeinsamen Finanzierungen und keine gegenseitigen Garantien. Die Unternehmensbereiche Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed werden hauptsächlich durch die Fresenius SE & Co. KGaA finanziert, um strukturelle Nachrangigkeit zu vermeiden.

Finanzierung

Fresenius deckt den Finanzierungsbedarf durch eine Kombination aus operativen Cashflows, die in den Unternehmensbereichen erwirtschaftet werden, und durch die Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten.

in % 2017 2016 2015 2014 2013
EBITDA-Marge1 18,5 18,7 18,3 17,5 19,0
EBIT-Marge1 14,3 14,6 14,3 13,5 14,6
Umsatzrendite (vor Steuern und Gewinnanteilen Dritter)1 12,4 12,6 12,1 10,9 11,8

1 2013 - 2015, 2017 vor Sondereinflüssen

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40. Die Sondereinflüsse sind jeweils im Segment Konzern / Sonstiges ausgewiesen.

Wichtige Instrumente neben Bankfinanzierungen sind Anleihen, Schuldscheindarlehen, Wandelanleihen, Commercial-Paper-Programme und ein Forderungsverkaufsprogramm.

Die Finanzierungsaktivitäten erfolgten zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres im Zusammenhang mit dem Erwerb von Quirónsalud. Von dem Gesamtkaufpreis von 5,76 Mrd € wurden 5,36 Mrd € durch Fremdkapitalinstrumente finanziert. 400 Mio € wurden in Form von neuen Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA aus dem Genehmigten Kapital erbracht. Folgende Finanzierungsaktivitäten wurden durchgeführt:

Im Januar 2017 hat die Fresenius Finance Ireland plc. Anleihen im Gesamtvolumen von 2,6 Mrd € begeben, eingeteilt in vier Tranchen mit Laufzeiten von fünf Jahren (700 Mio €, Kupon von 0,875 %, Emissionskurs von 99,732 %), von sieben Jahren (700 Mio €, Kupon von 1,500 %, Emissionskurs von 99,875 %), von zehn Jahren (700 Mio €, Kupon von 2,125 %, Emissionskurs von 99,359 %) sowie von 15 Jahren (500 Mio €, Kupon von 3,000 %, Emissionskurs von 99,275 %). Die Anleihen wurden unter dem Fresenius European Medium Term Note (EMTN)-Programm begeben.

Ebenfalls im Januar 2017 hat die Fresenius SE & Co. KGaA eine eigenkapitalneutrale Wandelanleihe mit einem Volumen von 500 Mio € und einer Laufzeit bis 2024 begeben. Die Anleihe ist unverzinslich und wurde zu einem Emissionspreis von 101,00 % ausgegeben. Der anfängliche Wandlungspreis beträgt 107,0979 €. Um eine möglicherweise hohe Rückzahlung vollständig abzusichern und eine Verwässerung des Aktienkapitals auszuschließen, erwarb Fresenius zeitgleich zur Platzierung der Anleihe Call-Optionen auf eigene Aktien. Bei Wandlung der Anleihe werden daher keine neuen Fresenius-Aktien ausgegeben.

Zudem erfolgte im Januar 2017 die Auszahlung von weiteren Fazilitäten in Höhe von 1,2 Mrd € unter der Kreditvereinbarung 2013, die im Oktober 2016 vereinbart worden waren.

Ebenfalls im Januar 2017 wurden Mittel aus dem Abschluss von Schuldscheindarlehen in einem Gesamtvolumen von 1,0 Mrd € ausgezahlt. Diese waren im Dezember 2016 vereinbart worden. Die Schuldscheindarlehen haben Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren.

FÄLLIGKEITSSTRUKTUR DER FINANZIERUNGSINSTRUMENTE DES FRESENIUS-KONZERNS1

1 31. Dezember 2017, wesentliche Instrumente

Zur Finanzierung der Akquisition von Akorn, Inc. hat die Fresenius SE & Co. KGaA im April 2017 mit einer Gruppe von Banken eine Zwischenfinanzierung in Höhe von 4,2 Mrd US$ abgeschlossen. Diese Zwischenfinanzierung hat eine Laufzeit von 18 Monaten und kann von Fresenius SE & Co. KGaA sowie verschiedenen Finanzierungsgesellschaften in Euro und US-Dollar genutzt werden. Sie wird durch verschiedene langfristige Finanzierungsinstrumente abgelöst bzw. refinanziert.

Neben diesen Akquisitionsfinanzierungen gab es Refinanzierungsmaßnahmen, die insbesondere der Optimierung der Finanzierungsstruktur dienten:

Im Juli 2017 hat Fresenius Medical Care die syndizierte Kreditvereinbarung aus dem Jahr 2012 vorzeitig zu günstigeren Konditionen refinanziert und verlängert. Die Kreditvereinbarung hat ein Gesamtvolumen von rund 3,9 Mrd US$ und umfasst revolvierende Kreditlinien und Darlehen, jeweils denominiert in Euro und US-Dollar mit Laufzeiten bis 2020 und 2022. Entsprechend dem Investment Grade Rating von Fresenius Medical Care ist die syndizierte Kreditvereinbarung nunmehr unbesichert. Zudem wurden bestimmte Kreditauflagen für Fresenius Medical Care vereinfacht.

Im August 2017 hat die Fresenius SE & Co. KGaA ebenfalls ihre syndizierte Kreditvereinbarung, die aus dem Jahr 2013 stammte, erfolgreich refinanziert. Die neue Kreditvereinbarung hat ein Gesamtvolumen von rund 3,8 Mrd € und besteht aus revolvierenden Kreditlinien und Darlehen, jeweils denominiert in Euro und US-Dollar, mit Laufzeiten bis 2021 und 2022. Besicherte Fazilitäten wurden durch unbesicherte ersetzt, Kreditauflagen erleichtert und die Garantiegeberstruktur dahin gehend angepasst, dass die Fresenius SE & Co. KGaA jetzt alleinige Garantiegeberin ist. Die Nutzung der Kreditvereinbarung erfolgt durch verschiedene Finanzierungsgesellschaften von Fresenius.

Die Grafik auf Seite 43 zeigt die Fälligkeitsstruktur des Konzerns.

Die Fresenius SE & Co. KGaA und die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA verfügen über Commercial-Paper-Programme, in deren Rahmen jeweils kurzfristige Schuldtitel bis zu 1,0 Mrd € ausgegeben werden können. Am 31. Dezember 2017 war das Commercial-Paper-Programm der Fresenius SE & Co. KGaA in Höhe von 715 Mio € genutzt. Unter dem Commercial-Paper-Programm der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von 680 Mio €.

Der Fresenius-Konzern nahm im Rahmen von bilateralen und syndizierten Bankkrediten Mittel in Höhe von rund 4,8 Mrd € in Anspruch. Darüber hinaus bestanden per 31. Dezember 2017 rund 3,7 Mrd € freie Kreditlinien (einschließlich fest zugesagter Kreditlinien in Höhe von rund 3,0 Mrd €). Diese Kreditlinien stehen im Wesentlichen für allgemeine Unternehmenszwecke zur Verfügung. Sie sind in der Regel unbesichert.

CASHFLOW-DARSTELLUNG IN MIO €

Am 31. Dezember 2017 erfüllten sowohl die Fresenius SE & Co. KGaA als auch die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA einschließlich aller Tochtergesellschaften die Kreditauflagen und Verpflichtungen aus sämtlichen Finanzierungsverträgen.

Detaillierte Informationen zur Finanzierung des Fresenius-Konzerns finden Sie auf den Seiten 169 bis 177 im Konzern-Anhang. Einen Ausblick auf Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2018 geben wir auf Seite 56 im Prognosebericht.

FÜNFJAHRESÜBERSICHT FINANZLAGE

in Mio € 2017 2016 2015 2014 2013
Operativer Cashflow   3.937 3.585 3.349 2.560 2.337
  in % vom Umsatz 11,6 12,2 12,0 10,9 11,4
Working Capital1   7.713 6.998 6.091 5.451 4.579
  in % vom Umsatz 22,8 23,7 21,8 23,2 22,3
Investitionen in Sachanlagen, netto   1.705 1.616 1.484 1.344 1.064
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden   2.232 1.969 1.865 1.216 1.273
  in % vom Umsatz 6,6 6,7 6,7 5,2 6,2

1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und erhaltener Anzahlungen

Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Finanz- und Vermögenslage

Fresenius ist nicht an außerbilanziellen Geschäften beteiligt, die sich gegenwärtig oder zukünftig aller Wahrscheinlichkeit nach in wesentlicher Weise auf die Finanzlage, Aufwendungen oder Erträge, die Ertragslage, Liquidität, Investitionsausgaben, das Vermögen oder die Kapitalausstattung auswirken werden.

Liquiditätsanalyse

Wesentliche Quellen der Liquidität waren im Berichtsjahr Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzuflüsse aus Finanzierungstätigkeit, d. h. die Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit werden beeinflusst durch die Rentabilität des Geschäfts von Fresenius und durch das Nettoumlaufvermögen (Working Capital), insbesondere durch den Forderungsbestand. Mittelzuflüsse aus Finanzierungstätigkeit werden durch die Nutzung verschiedener kurzfristiger Finanzierungsinstrumente generiert.

Dazu begeben wir Commercial Paper und nehmen Bankkreditlinien in Anspruch. Zudem kann Fresenius Medical Care kurzfristig Forderungen im Rahmen des Forderungsverkaufsprogramms veräußern. Mittel- und langfristige Finanzierungen werden überwiegend durch die syndizierten Kreditvereinbarungen der Fresenius SE & Co. KGaA und der Fresenius

Medical Care sowie durch Anleihen, Schuldscheindarlehen und Wandelanleihen bereitgestellt. Fresenius ist davon überzeugt, dass die bestehenden Kreditfazilitäten, Zuflüsse aus Anleiheemissionen sowie Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und aus sonstigen kurzfristigen Finanzierungsquellen zur Deckung des vorhersehbaren Liquiditätsbedarfs des Konzerns ausreichen werden.

FÜNFJAHRESÜBERSICHT INVESTITIONEN, AKQUISITIONEN, OPERATIVER CASHFLOW

KAPITALFLUSSRECHNUNG (KURZFASSUNG)

in Mio € 2017 2016 Veränderung Marge
Konzernergebnis nach Ertragsteuern 3.033 2.676 13 %  
Abschreibungen 1.437 1.215 18 %  
Veränderung Pensionsrückstellungen 37 1 --  
Cashflow 4.507 3.892 16 % 13,3 %
Veränderung Working Capital - 570 - 307 - 86 %  
Operativer Cashflow 3.937 3.585 10 % 11,6 %
Erwerb von Sachanlagen - 1.823 - 1.641 - 11 %  
Erlöse aus dem Verkauf von Sachanlagen 118 25 --  
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 2.232 1.969 13 % 6,6 %
Mittelabfluss für Akquisitionen / Erlöse aus Verkauf - 5.865 - 485 --  
Dividendenzahlungen -924 - 738 - 25 %  
Cashflow nach Akquisitionen und Dividenden - 4.557 746 --  
Mittelabfluss / -zufluss aus Finanzierungstätigkeit (ohne Dividendenzahlungen) 4.796 - 236 --  
Wechselkursbedingte Veränderung der flüssigen Mittel - 182 25 --  
Veränderung der flüssigen Mittel 57 535 - 89 %  

Die ausführliche Kapitalflussrechnung ist im Konzernabschluss dargestellt.

Dividende

Die persönlich haftende Gesellschafterin und der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, die Dividende zu erhöhen: Für das Geschäftsjahr 2017 soll eine Dividende von 0,75 € je Aktie an die Aktionäre gezahlt werden. Dies entspricht einer Steigerung von rund 21 %. Die Ausschüttungssumme erhöht sich um rund 21 % auf 416 Mio € (2016: 343 Mio €).

Cashflow-Analyse

Der Cashflow stieg um 16 % auf 4.507 Mio € (2016: 3.892 Mio €). Die Veränderung des Working Capital betrug - 570 Mio € (2016: - 307 Mio €), bedingt durch die Ausweitung der bestehenden Geschäftsaktivitäten. Der im Jahr 2017 erwirtschaftete Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) stieg aufgrund der hervorragenden Cashflowentwicklung bei Fresenius Medical Care sowie aufgrund der Erstkonsolidierung von Quirónsalud um 10 % auf 3.937 Mio € (2016: 3.585 Mio €). Die Cashflow-Marge betrug 11,6 % (2016: 12,2 %). Der operative Cashflow überstieg den Finanzierungsbedarf aus Investitionstätigkeit vor Akquisitionen, wobei die Auszahlungen für Investitionen 1.823 Mio € und die Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 118 Mio € betrugen (2016: 1.641 Mio € bzw. 25 Mio €).

Der Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden belief sich auf 2.232 Mio € (2016: 1.969 Mio €). Hieraus konnten wir die Dividenden des Konzerns in Höhe von 924 Mio € finanzieren. Der Dividendenbetrag ermittelt sich wie folgt: Dividende an die Aktionäre der Fresenius SE & Co. KGaA in Höhe von 343 Mio €, Dividende der Fresenius Medical Care an deren Aktionäre in Höhe von 294 Mio € sowie Dividende an Dritte in Höhe von 378 Mio € (im Wesentlichen Fresenius Medical Care betreffend). Dagegen steht die Dividende in Höhe von 91 Mio €, die die Fresenius SE & Co. KGaA als Aktionärin von Fresenius Medical Care erhalten hat. Der Mittelbedarf aus Akquisitionen (netto) in Höhe von 5.865 Mio € wurde aus dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gedeckt.

INVESTITIONEN NACH REGIONEN

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit (ohne Dividendenzahlungen) betrug 4.796 Mio € (2016: Abfluss in Höhe von 236 Mio €). Er war im Jahr 2017 vor allem geprägt durch die Finanzierung der Akquisition von Quirónsalud.

Die flüssigen Mittel erhöhten sich um 57 Mio € auf 1.636 Mio € am 31. Dezember 2017 (31. Dezember 2016: 1.579 Mio €). Währungsumrechnungseffekte wirkten sich mit 182 Mio € negativ (2016: 25 Mio € positiv) auf den Kassenbestand aus.

Investitionen und Akquisitionen

Im Jahr 2017 hat der Fresenius-Konzern 8.680 Mio € (2016: 2.559 Mio €) für Investitionen und Akquisitionen bereitgestellt. Die Investitionen in Sachanlagen stiegen auf 1.828 Mio € (2016: 1.633 Mio €). Sie betrugen 5,4 % vom Umsatz (2016: 5,5 %) und überstiegen deutlich die Abschreibungen in Höhe von 1.437 Mio €. Damit sichern sie den langfristigen Werterhalt und die Expansion des Unternehmens. Die für Akquisitionen eingesetzten Mittel betrugen 6.852 Mio € (2016: 926 Mio €). Von der Gesamtinvestitionssumme im Jahr 2017 entfielen demnach 21 % auf Sachanlagen und 79 % auf Akquisitionen.

INVESTITIONEN / AKQUISITIONEN NACH UNTERNEHMENSBEREICHEN

in Mio € 2017 2016 Davon Sachanlagen Davon Akquisitionen Veränderung Anteil am Gesamtvolumen
Fresenius Medical Care 1.627 1.705 944 683 - 5 % 19 %
Fresenius Kabi 585 449 428 157 30 % 7 %
Fresenius Helios 6.394 390 415 5.979 -- 73 %
Fresenius Vamed 49 11 16 33 -- 1 %
Konzern / Sonstiges 25 4 25 0 -- 0 %
Gesamt 8.680 2.559 1.828 6.852 -- 100 %

INVESTITIONEN UND AKQUISITIONEN

in Mio € 2017 2016 Veränderung
Investitionen Sachanlagen   1.828 1.633 12 %
  davon Erhaltungsinvestitionen 51 % 54 %  
  davon Erweiterungsinvestitionen 49 % 46 %  
Investitionen Sachanlagen in % vom Umsatz   5,4 5,5  
Akquisitionen   6.852 926 > 100 %
Investitionen und Akquisitionen gesamt   8.680 2.559 > 100 %

Die nebenstehende Tabelle zeigt die Verteilung der Investitionen / Akquisitionen nach Unternehmensbereichen. Die nebenstehende Grafik macht die regionale Aufteilung der Investitionen deutlich.

Die Mittelabflüsse für Akquisitionen betrafen im Wesentlichen folgende Unternehmensbereiche:

Fresenius Medical Cares Akquisitionsausgaben entfielen im Wesentlichen auf den Erwerb von Dialysekliniken sowie eine Akquisition im Bereich Versorgungsmanagement.

Die Akquisitionsausgaben von Fresenius Kabi betrafen im Wesentlichen den Erwerb des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA.

Fresenius Helios tätigte Akquisitionsausgaben, die im Wesentlichen auf den Erwerb von 100 % der Anteile an der IDC Salud Holding S.L.U. (Quirónsalud), Spanien, entfielen.

Wir haben folgende wesentliche Sachanlageinvestitionen durchgeführt:

Modernisierung bestehender und Einrichtung neuer Dialysekliniken bei Fresenius Medical Care

Ausbau und Optimierung von Produktionsanlagen bei Fresenius Medical Care, vor allem in Nordamerika und Europa, und bei Fresenius Kabi, vor allem in Europa, Nordamerika und Asien; bedeutende Einzelprojekte bei Fresenius Kabi waren Investitionen in das Werk Melrose Park nahe Chicago sowie Investitionen in den Standort Santiago de Besteiros in Portugal

Neubau und Modernisierung von Krankenhäusern bei Fresenius Helios; bedeutendste Einzelprojekte waren die Kliniken in Duisburg, Nordenham, Wuppertal und Gotha sowie der Bau eines Protonentherapiezentrums in Madrid

Für die Fortführung bereits laufender großer Investitionsvorhaben zum Bilanzstichtag werden im Jahr 2018 Sachanlageinvestitionen in Höhe von 369 Mio € erfolgen. Hierbei handelt es sich um Investitionsverpflichtungen im Wesentlichen für Krankenhäuser bei Fresenius Helios sowie um Investitionsmittel für den Ausbau und die Optimierung von Produktionsanlagen bei Fresenius Medical Care und Fresenius Kabi. Die Finanzierung dieser Projekte soll aus dem operativen Cashflow erfolgen.

Akquisition von Quirónsalud

Am 31. Januar 2017 hat Fresenius Helios den Erwerb von 100 % der Anteile an IDC Salud Holding S.L.U. (Quirónsalud), dem mit Abstand größten privaten Krankenhausbetreiber in Spanien, abgeschlossen.

Mit 45 Krankenhäusern, 55 ambulanten Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement bietet Quirónsalud ein umfassendes medizinisches Leistungsspektrum in der stationären und ambulanten Versorgung. Die Gruppe ist in allen wirtschaftlich wichtigen Ballungsräumen Spaniens vertreten. Mit dem Erwerb baut Fresenius Helios seine Position als Europas größter privater Klinikbetreiber aus. 5,36 Mrd € des Kaufpreises von insgesamt 5,76 Mrd € hat der Fresenius-Konzern über verschiedene Fremdkapitalinstrumente finanziert und am 31. Januar 2017 bar bezahlt. Die restlichen 400 Mio € wurden in Form von Fresenius-Aktien erbracht. Dazu wurden am 31. Januar 2017 6.108.176 neue Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA aus Genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben.

Quirónsalud wird seit dem 1. Februar 2017 konsolidiert.

Akquisition des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA

Am 31. August 2017 hat Fresenius Kabi die Übernahme des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA abgeschlossen. Der Erwerb umfasst eine Produktpipeline mit Schwerpunkt auf Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Ebenso übernommen wurden rund 70 Mitarbeiter an den Standorten Aubonne und Vevey in der Schweiz. Fresenius Kabi konsolidiert das Biosimilars-Geschäft seit dem 1. September 2017.

Angekündigte Akquisition von Akorn, Inc.

Am 24. April 2017 hat Fresenius bekannt gegeben, dass Fresenius Kabi mit Akorn, Inc., einem US-amerikanischen Hersteller und Anbieter verschreibungspflichtiger und rezeptfreier Arzneimittel, eine Fusionsvereinbarung abgeschlossen hat. Fresenius Kabi bietet 34 US$ je Akorn-Aktie und damit einen Kaufpreis von insgesamt 4,3 Mrd US$ zuzüglich der zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion vorhandenen Netto-Finanzverbindlichkeiten (Akorn berichtete zum 30. September 2017 Netto-Finanzverbindlichkeiten von ca. 0,5 Mrd US$).

Die Akorn-Aktionäre haben ihre Zustimmung im Rahmen einer Aktionärsversammlung am 19. Juli 2017 erteilt. Die Akquisition steht unter dem Vorbehalt der in solchen Transaktionen üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich der Freigabe durch die US-Wettbewerbsbehörde. Fresenius führt derzeit, unter Einbeziehung externer Sachverständiger, eine unabhängige Untersuchung zu angeblichen Verstößen gegen FDA-Vorgaben zur Datenintegrität in der Produktentwicklung von Akorn, Inc. durch. Vorstand und Aufsichtsrat von Fresenius werden die Ergebnisse dieser Untersuchung bewerten. Sollten Vollzugsbedingungen der Übernahmevereinbarung nicht erfüllt sein, kann dies Folgen für den Abschluss der Transaktion haben. Fresenius beabsichtigt, während der laufenden Untersuchung keine weiteren Stellungnahmen abzugeben.

Fresenius strebt unverändert die Freigabe der US-Fusionskontrollbehörde FTC an.

Der Kaufpreis würde mit einer Kombination aus in Euro und US-Dollar denominierten langfristigen Fremdkapitalinstrumenten finanziert.

Angekündigte Akquisition von NxStage Medical, Inc.

Am 7. August 2017 hat Fresenius Medical Care bekannt gegeben, dass es den Erwerb aller ausstehenden Aktien von NxStage Medical Inc., einem US-amerikanischen Anbieter von Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen, im Wege einer Verschmelzung zu einem Preis von 30 US$ je Stammaktie beabsichtigt. Das entspricht einem Kaufpreis von rund 2 Mrd US$.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen Vollzugsbedingungen und der behördlichen Genehmigung (einschließlich US-Fusionskontrollfreigabe). Die NxStage-Aktionäre haben ihre Zustimmung im Rahmen einer Aktionärsversammlung am 27. Oktober 2017 erteilt.

VERMÖGENSLAGE

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme des Konzerns stieg um 14 % auf 53.133 Mio € (31. Dezember 2016: 46.697 Mio €). Währungsbereinigt entspricht dies einem Anstieg von 21 %. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Akquisition von Quirónsalud zurückzuführen. Diese hat zu einer Erhöhung der Bilanzsumme von 7,2 Mrd € geführt. Die Inflationsentwicklung hatte im Berichtsjahr keine signifikanten Auswirkungen auf die Vermögenslage von Fresenius.

FÜNFJAHRESÜBERSICHT VERMÖGENSLAGE

in Mio € 2017 2016 2015 2014 2013
Bilanzsumme   53.133 46.697 43.233 39.955 32.859
Eigenkapital1   21.720 20.849 18.453 15.860 13.595
  Eigenkapitalquote1 in % 41 45 43 40 41
Eigenkapital1 / Langfristige Vermögenswerte, in %   54 60 56 52 54
Finanzverbindlichkeiten   19.042 14.780 14.769 15.348 12.716
  Finanzverbindlichkeiten in % der Bilanzsumme 36 32 34 38 39
Gearing in %   80 63 74 89 712

1 Einschließlich nicht beherrschende Anteile
2 Pro forma, ohne die im Rahmen einer Treuhandvereinbarung geleistete Anzahlung in Höhe von 2,18 Mrd € für den Erwerb von Kliniken der Rhön-Klinikum AG

Auf der Aktivseite stiegen die kurzfristigen Vermögenswerte auf 12.604 Mio € (31. Dezember 2016: 11.744 Mio €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen um 19 % auf 6.202 Mio € zu (31. Dezember 2016: 5.199 Mio €). Die durchschnittliche Forderungslaufzeit lag mit 65 Tagen auf dem Vorjahresniveau.

Die Vorräte sind um 2 % auf 3.252 Mio € gestiegen (31. Dezember 2016: 3.189 Mio €). Die Vorratsreichweite betrug 50 Tage (31. Dezember 2016: 58 Tage). Der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahresstichtag auf 6,1 % reduziert (31. Dezember 2016: 6,8 %).

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 16 % auf 40.529 Mio € (31. Dezember 2016: 34.953 Mio €). Währungsbereinigt betrug der Anstieg 23 %. Hier wirkten sich Zugänge im Sachanlagevermögen und bei den Firmenwerten aus. Die Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 28.457 Mio € (31. Dezember 2016: 24.664 Mio €) haben sich als werthaltig erwiesen und stiegen im Wesentlichen aufgrund der im Geschäftsjahr 2017 getätigten Akquisitionen an. Der Zugang zum Firmenwert aus Akquisitionen im Geschäftsjahr 2017 betrug 4.374 Mio €. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf den Seiten 164 ff. im Konzern-Anhang.

Auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ist das Eigenkapital einschließlich nicht beherrschender Anteile um 4 % auf 21.720 Mio € gestiegen (31. Dezember 2016: 20.849 Mio €). Währungsbereinigt betrug der Anstieg 14 %. Das Konzernergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt, erhöhte das Eigenkapital um 1.814 Mio €. Die Eigenkapitalquote einschließlich nicht beherrschender Anteile lag bei 40,9 % am 31. Dezember 2017 (31. Dezember 2016: 44,6 %).

Die Passivseite der Konzern-Bilanz zeigt eine solide Finanzierungsstruktur: Das Eigenkapital des Konzerns einschließlich nicht beherrschender Anteile deckt die langfristigen Vermögenswerte zu 54 % (31. Dezember 2016: 60 %). Eigenkapital, nicht beherrschende Anteile und langfristige Verbindlichkeiten decken die gesamten langfristigen Vermögenswerte und 60 % der Vorräte ab.

Die langfristigen Verbindlichkeiten stiegen zum Bilanzstichtag um 24 % auf 20.748 Mio € (31. Dezember 2016: 16.769 Mio €). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 17 % auf 10.665 Mio € (31. Dezember 2016: 9.079 Mio €).

Neben der FCPA-Rückstellung (Details finden Sie auf Seite 167 f.) bestehen im Konzern keine weiteren Rückstellungen, die als Einzelsachverhalt von wesentlicher Bedeutung sind.

Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns stiegen aufgrund der Akquisition von Quirónsalud um 29 % (währungsbereinigt: 35 %) auf 19.042 Mio € (31. Dezember 2016: 14.780 Mio €). Der Anteil an der Bilanzsumme lag bei 36 % (31. Dezember 2016: 32 %). Von den Finanzverbindlichkeiten sind rund 31 % in US-Dollar aufgenommen. Das Volumen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betrug 2.899 Mio € (31. Dezember 2016: 1.937 Mio €); bei den Fälligkeiten von über einem Jahr handelte es sich um einen Betrag von 16.143 Mio € (31. Dezember 2016: 12.843 Mio €).

FÜNFJAHRESÜBERSICHT FINANZIERUNGSKENNZAHLEN

31.12.20171, 2 31.12.20162 31.12.20151 31.12.20141, 2 31.12.20133
Finanzverbindlichkeiten / EBITDA 3,1 2,7 2,9 3,7 2,7
Netto-Finanzverbindlichkeiten / EBITDA4 2,8 2,36 2,7 3,2 2,5
Netto-Finanzverbindlichkeiten / EBITDA5 2,8 2,47 2,7 3,4 2,5
EBITDA / Zinsergebnis1 9,9 9,5 8,4 6,8 6,7

1 Vor Sondereinflüssen
2 Pro forma Akquisitionen
3 Pro forma ohne die im Rahmen einer Treuhandvereinbarung geleistete Anzahlung in Höhe von 2,18 Mrd € für den Erwerb von Kliniken der Rhön-Klinikum AG und vor Sondereinflüssen
4 Netto-Finanzverbindlichkeiten und EBITDA jeweils zu durchschnittlichen Wechselkursen der vorhergehenden zwölf Monate gerechnet
5 Netto-Finanzverbindlichkeiten zum Stichtagskurs; EBITDA zu durchschnittlichen Wechselkursen der vorhergehenden zwölf Monate gerechnet
6 Pro forma Akquisition Quirónsalud: Netto-Finanzverbindlichkeiten / EBITDA 3,1
7 Pro forma Akquisition Quirónsalud: Netto-Finanzverbindlichkeiten / EBITDA 3,2

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40. Die Sondereinflüsse sind jeweils im Segment Konzern / Sonstiges ausgewiesen.

Die Netto-Finanzverbindlichkeiten des Konzerns stiegen aufgrund der Akquisition von Quirónsalud um 32 % (währungsbereinigt: 37 %) auf 17.406 Mio € (31. Dezember 2016: 13.201 Mio €).

Das Verhältnis der Netto-Finanzverbindlichkeiten zum Eigenkapital einschließlich nicht beherrschender Anteile (Gearing) beträgt 80 % (31. Dezember 2016: 63 %).

Die Eigenkapitalrentabilität nach Steuern1, 2 (Eigenkapital der Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA) stieg auf 13,3 % (31. Dezember 2016: 12,3 %). Die Gesamtkapitalrentabilität nach Steuern und vor nicht beherrschenden Anteilen1, 2 blieb auf Vorjahresniveau bei 5,7 % (2016: 5,7 %).

Der ROIC betrug 8,0 %1, 2 (2016: 8,5 %2 ), der ROOA 9,4 %1, 2 (2016: 10,0 %2 ). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Akquisition von Quirónsalud zurückzuführen. Bei der Berechnung des ROIC wirkt sich in der Position "Investiertes Kapital" der Firmenwert in Höhe von 25,3 Mrd € als maßgebliche Einflussgröße aus. Hierbei ist zu berücksichtigen: Rund 66 % des Firmenwerts entfallen auf die strategisch bedeutsamen Akquisitionen von National Medical Care im Jahr 1996, Renal Care Group und HELIOS Kliniken im Jahr 2006, APP Pharmaceuticals im Jahr 2008, Liberty Dialysis Holdings im Jahr 2012, Kliniken der Rhön-Klinikum AG im Jahr 2014, Quirónsalud und des Biosimilars-Geschäfts im Jahr 2017. Diese haben die Marktstellung des Fresenius-Konzerns erheblich gestärkt.

Der ROIC und der ROOA nach Unternehmensbereichen:

ROIC ROOA
in % 2017 2016 2017 2016
Fresenius Medical Care 8,6 8,1 10,9 10,6
Fresenius Kabi1, 2 9,0 9,5 10,8 11,7
Fresenius Helios1 6,2 8,1 6,9 8,5
Fresenius Vamed3 - - 9,8 10,5
Konzern (IFRS)1, 2 8,0 8,5 9,4 10,0

1 Pro forma Akquisitionen
2 2017 vor Sondereinflüssen
3 ROIC: geringes investiertes Kapital aufgrund erhaltener Anzahlungen und Kassenbestand

Die im Jahr 2017 erwirtschaftete Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) des Fresenius-Konzerns übersteigt unsere Kapitalkosten deutlich. Dabei betrug der durchschnittliche Gesamtkapitalkostensatz (WACC - Weighted Average Cost of Capital) für Fresenius Medical Care 6,2 %, für die übrigen Unternehmensbereiche 5,6 %.

Devisen- und Zinsmanagement

Zum 31. Dezember 2017 betrug das Nominalvolumen aller Devisenkontrakte 1.964 Mio € mit einem Marktwert von - 3 Mio €. Das Nominalvolumen der Zinssicherungskontrakte belief sich auf 598 Mio € mit einem Marktwert von 4 Mio €. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Risikobericht auf den Seiten 64 f. sowie im Konzern-Anhang auf den Seiten 194 bis 201.

RATING DES UNTERNEHMENS

Die führenden Rating-Agenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch bewerten und überprüfen regelmäßig die Kreditwürdigkeit von Fresenius. Nach der am 24. April 2017 erfolgten Ankündigung der Übernahmen von Akorn, Inc. und des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA bestätigten Standard & Poor's, Moody's und Fitch das Unternehmensrating von Fresenius. Am 27. Dezember 2017 hat Standard & Poor's den Ausblick von stabil auf positiv angehoben. Das Unternehmensrating wurde bestätigt. Alle Rating-Agenturen bewerten Fresenius mit Investment-Grade-Status.

Die Tabelle zeigt das Unternehmensrating und den Ausblick zum 31. Dezember 2017.

RATING DER FRESENIUS SE & CO. KGAA

31.12.2017 31.12.2016
Standard & Poor's      
  Unternehmensrating BBB- BBB-
  Ausblick positiv stabil
Moody's      
  Unternehmensrating Baa3 Baa3
  Ausblick stabil stabil
Fitch      
  Unternehmensrating BBB- BBB-
  Ausblick stabil stabil

1 Vor Sondereinflüssen
2 Pro forma Akquisitionen

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40. Die Sondereinflüsse sind jeweils im Segment Konzern / Sonstiges ausgewiesen.

GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzern-Lageberichts beurteilt der Vorstand die Geschäftsentwicklung des Fresenius-Konzerns weiterhin als positiv. Nach wie vor sehen wir weltweit eine stetig wachsende Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen.

PROGNOSEBERICHT

Einige der im Konzern-Lagebericht enthaltenen Angaben, einschließlich der Aussagen zu künftigen Umsätzen, Kosten und Investitionsausgaben sowie zu möglichen Veränderungen in der Branche oder zu Wettbewerbsbedingungen und zur Finanzlage, enthalten zukunftsbezogene Aussagen. Diese wurden auf der Grundlage von Erwartungen und Einschätzungen des Vorstands über künftige, den Konzern möglicherweise betreffende Ereignisse und auf Basis unserer Mittelfristplanung formuliert. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen unterliegen naturgemäß Risiken, Ungewissheiten, Annahmen und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse einschließlich der Finanzlage und der Profitabilität von Fresenius wesentlich von denjenigen abweichen - in positiver wie in negativer Hinsicht -, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen oder beschrieben werden. Informationen hierzu finden Sie auch in unserem Chancen- und Risikobericht auf den Seiten 57 ff.

GESAMTAUSSAGE UND MITTELFRISTIGER AUSBLICK

Die Aussichten des Fresenius-Konzerns für die kommenden Jahre schätzen wir weiterhin als positiv ein. Um Patienten und Kunden verlässlich versorgen und beliefern zu können, arbeiten wir fortwährend daran, unsere Kosten zu optimieren, unsere Kapazitäten anzupassen, unseren Produktmix zu verbessern sowie unser Produkt- und Dienstleistungsgeschäft auszubauen. Wir erwarten, dass diese Aktivitäten in den kommenden Jahren zu Ergebnissteigerungen führen werden. Gute Wachstumschancen für Fresenius ergeben sich vor allem aus folgenden Faktoren:

Das stetige Wachstum der Märkte, in denen wir tätig sind: Fresenius sieht weiterhin sehr gute Chancen, vom steigenden Bedarf an Gesundheitsversorgung zu profitieren. Dieser ergibt sich aus dem zunehmenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung, die medizinisch umfassender versorgt werden muss, aus dem technischen Fortschritt sowie aus der noch unzureichenden Versorgung in den Entwicklungs- und Schwellenländern. So bieten sich uns in den Regionen Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika überdurchschnittliche Wachstumschancen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden sich dort mit der Zeit verbessern. Damit entstehen auch funktionierende Gesundheitssysteme mit entsprechenden Vergütungsstrukturen. Daher werden wir in den genannten Regionen unsere Aktivitäten verstärken und sukzessive weitere Produkte aus unserem Portfolio einführen.

Die Ausweitung der regionalen Präsenz: Vor allem in den stark wachsenden Märkten der Regionen Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika können wir unsere Marktposition stärken. Langfristig bieten sich u. a. in China ausgezeichnete Wachstumschancen. Dies gilt zum einen für Fresenius Kabi bei Infusions- und Ernährungstherapien, I.V.-Arzneimitteln sowie in der Medizintechnik, zum anderen für Fresenius Medical Care auf dem Gebiet der Dialyse. Wir setzen weiter darauf, zusätzliche Produkte und Therapien aus unserem Portfolio in Ländern einzuführen, in denen wir noch kein umfassendes Sortiment anbieten. Mit der Akquisition des größten privaten Krankenhausbetreibers Spaniens, Quirónsalud, ist Fresenius Helios nun auch außerhalb Deutschlands präsent.

Der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts: Für Fresenius Medical Care ergeben sich erhebliche Wachstumschancen im Bereich der Dialysebehandlung, sobald sich ein Land für private Dialyseanbieter öffnet oder die Zusammenarbeit öffentlicher und privater Anbieter zulässt, etwa in Public-Private-Partnerships. Ob und in welcher Form Privatunternehmen Dialysebehandlungen anbieten können, hängt vom Gesundheitssystem und von den rechtlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes ab. Erhebliches Wachstumspotenzial sieht Fresenius Medical Care nicht nur in der Behandlung von Dialysepatienten, sondern auch in medizinischen Dienstleistungen rund um die Dialyse. Daher werden wir unsere Leistungen im Versorgungsmanagement weiterentwickeln. Fresenius Helios ist nahezu flächendeckend in Deutschland vertreten. Dadurch ergeben sich Chancen, neue Angebotsmodelle im Rahmen integrierter Versorgungskonzepte zu entwickeln und anzubieten. Durch Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Helios Deutschland und Quirónsalud soll die Versorgung von Patienten weiter verbessert werden. Wachstumschancen in Spanien ergeben sich insbesondere aus der Nutzung von Synergien, der Erweiterung und dem Neubau von Krankenhäusern sowie weiterem Konsolidierungspotenzial im stark fragmentierten privaten Krankenhausmarkt in Spanien. Darüber hinaus bietet die enge Verzahnung von Quirónsaluds Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement mit den eigenen Krankenhäusern zusätzliche Wachstumschancen.

Der Ausbau des Produktgeschäfts: Wachstumschancen bieten sich bei Fresenius Medical Care durch den künftigen Ausbau des Kerngeschäfts mit Dialyseprodukten. Bei Fresenius Kabi planen wir u. a., das Produktgeschäft mit I.V.-Arzneimitteln auszubauen. Wir arbeiten daran, neue generische Produkte auf den Markt zu bringen, sobald die Patente von Originalpräparaten auslaufen. Darüber hinaus entwickelt Fresenius Kabi neue Formulierungen bereits patentfreier I.V.-Arzneimittel sowie gebrauchsfertige Produkte, die besonders anwenderfreundlich und sicher sind. Dazu gehören zum Beispiel Fertiglösungen in unseren freeflex-Infusionsbeuteln sowie vorgefüllte Spritzen.

Die Entwicklung innovativer Produkte und Therapien: Diese eröffnet uns Chancen, unsere Marktposition in den Regionen weiter auszubauen. Neben Innovationskraft, Qualität und Verlässlichkeit spielt die einfache Anwendung unserer Produkte und Therapien eine entscheidende Rolle. In der Dialyse werden u. a. Heimtherapien weiter an Bedeutung gewinnen. Daraus ergeben sich Wachstumschancen für Fresenius Medical Care. Fresenius Kabi entwickelt u. a. neue Darreichungsformen für die eigenen Produkte. Im Biosimilars-Bereich von Fresenius Kabi entwickeln wir Produkte mit den Schwerpunkten Onkologie und Autoimmunerkrankungen.

Selektive Akquisitionen: Ein gutes organisches Wachstum ist die Basis unseres Geschäfts. Daneben wollen wir auch künftig über kleine bis mittlere Akquisitionen wachsen, mit denen wir unsere Produktpalette und die regionale Präsenz ausbauen.

Darüber hinaus nehmen wir Chancen wahr, die sich aus Kostenmanagement und Effizienzsteigerungen im operativen Geschäft ergeben. Wir optimieren beispielsweise Geschäftsprozesse, produzieren noch kosteneffizienter und verbessern kontinuierlich den Einkauf.

Die Prognose berücksichtigt alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bekannten Ereignisse, die unsere Geschäftsentwicklung im Jahr 2018 und darüber hinaus beeinflussen könnten. Wesentliche Risiken erläutern wir im Risikobericht. Wie in der Vergangenheit setzen wir alles daran, unsere Ziele zu erreichen und - wenn möglich - zu übertreffen.

KÜNFTIGE ABSATZMÄRKTE

Wir erwarten, dass sich die Konsolidierung der Wettbewerber in unseren Märkten fortsetzt, insbesondere in Europa, in der Region Asien-Pazifik und in Lateinamerika. Wir werden daher auch künftig neue Absatzmärkte erschließen können, indem wir sowohl unsere regionale Präsenz als auch unser Produktprogramm ausbauen.

Fresenius Medical Care erschließt neue Absatzmärkte, insbesondere in Schwellenländern, durch die sukzessive regionale Ausdehnung des Produkt- und Dienstleistungsspektrums. Zudem baut die Gesellschaft ihr Versorgungsmanagement aus, mit dem sie zusätzliche Dienstleistungen rund um die medizinische Versorgung von Patienten anbietet.

Fresenius Kabi plant, bestehende Produkte in den USA einzuführen und die Produktpalette vor allem in den schnell wachsenden Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika zu komplettieren. In den Bereichen I.V.-Arzneimittel, Medizintechnik für Infusions- und Ernährungstherapien sowie Transfusionstechnologie will Fresenius Kabi seine Marktanteile mit neuen Produkten erweitern. Im Biosimilars-Bereich von Fresenius Kabi entwickeln wir Produkte mit den Schwerpunkten Onkologie und Autoimmunerkrankungen, die über die nächsten Jahre zur Marktreife geführt werden sollen.

Fresenius Helios kann dank der nahezu flächendeckenden Präsenz in Deutschland neue Versorgungsmodelle entwickeln. Darüber dürften sich auch weiterhin Wachstumschancen aus der diskontinuierlichen Konsolidierung im deutschen Krankenhausmarkt ergeben, an der das Unternehmen selektiv teilnimmt. Wachstumschancen eröffnen sich für private Betreiber wie Quirónsalud durch die steigende Anzahl privatversicherter Patienten in Spanien.

Fresenius Vamed erwartet, dass sowohl das Projekt- als auch das Dienstleistungsgeschäft durch den Bedarf an Lebenszyklus- und PPP-Projekten weiter wachsen wird. Ferner will das Unternehmen seine Position über Folgeaufträge mit bestehenden Kunden ausbauen und neue Zielmärkte erschließen.

GESUNDHEITSSEKTOR UND MÄRKTE

Der Gesundheitssektor gilt als weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Die Nachfrage insbesondere nach lebensrettenden und lebenserhaltenden Produkten und Dienstleistungen wird weiter steigen, da sie medizinisch notwendig sind und die Gesellschaft zunehmend altert. Darüber hinaus dürften der medizinische Fortschritt und die große Zahl schwer oder nicht heilbarer Erkrankungen zu weiterem Wachstum beitragen.

In den Schwellenländern steigt der Bedarf an einer breiteren medizinischen Basisversorgung ebenso wie die Nachfrage nach hochwertigen Therapien. Dazu kommt: Je höher das Pro-Kopf-Einkommen und damit die Ansprüche an einen modernen Lebensstil steigen, desto häufiger treten Zivilisationskrankheiten auf.

Andererseits ist zu erwarten, dass staatliche Finanzierungsengpässe einen höheren Preisdruck erzeugen und so das Umsatzwachstum der im Gesundheitsmarkt tätigen Unternehmen verringern könnten. In einigen Ländern führt die angespannte Haushaltslage zu erheblichen Finanzierungsproblemen im Bereich der Gesundheitsversorgung. Insbesondere in den Industrieländern dürfte der Spardruck zunehmen, da die Gesundheitsausgaben einen Großteil ihrer Staatshaushalte ausmachen.

Für Unternehmen im Gesundheitssektor wird es daher immer wichtiger, den Nutzen für die Patienten zu erhöhen, die Behandlungsqualität zu verbessern und präventive Therapien anzubieten. Darüber hinaus werden jene Produkte und Therapien an Bedeutung gewinnen, die nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll sind.

DER DIALYSEMARKT

Für 2018 erwarten wir, dass der globale Dialysemarkt währungsbereinigt um 4 % wächst.

Die Zahl der Dialysepatienten wird 2018 weltweit voraussichtlich um rund 6 % zunehmen. Die zum Teil erheblichen regionalen Unterschiede dürften bestehen bleiben: Angesichts der bereits relativ hohen Prävalenz in den USA, Japan sowie Mittel- und Westeuropa rechnen wir dort mit einem Anstieg der Patientenzahlen um rund 0 bis 4 %. In ökonomisch schwächeren Regionen liegen die Zuwachsraten deutlich höher.

In Asien, Lateinamerika, Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika verbessert sich die Infrastruktur, es etablieren sich Gesundheitssysteme, und chronische Erkrankungen nehmen zu. Infolgedessen rechnen wir hier mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten.

Insgesamt tragen vor allem die alternde Gesellschaft und die steigende Zahl von Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck dazu bei, dass der Dialysemarkt weiter wächst. Diese Erkrankungen gehen dem terminalen Nierenversagen häufig voraus. Zudem steigt die Lebenserwartung von Dialysepatienten, da sich Behandlungsqualität und Lebensstandard auch in den Entwicklungsländern stetig verbessern.

Der Markt für Versorgungsmanagement eröffnet Fresenius Medical Care zusätzliches Wachstumspotenzial.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten 32 f. des Konzern-Lageberichts.

DER MARKT FÜR GENERISCHE I.V.-ARZNEIMITTEL, BIOTECHNOLOGISCHE ARZNEIMITTEL, ERNÄHRUNGS- UND INFUSIONSTHERAPIEN SOWIE MEDIZINTECHNISCHE PRODUKTE UND TRANSFUSIONSTECHNOLOGIE1

Wir erwarten, dass der weltweite Markt für generische I.V.-Arzneimittel, biotechnologische Arzneimittel, Ernährungs- und Infusionstherapien sowie medizintechnische Produkte und Transfusionstechnologie im Jahr 2018 um rund 7 bis 8 % wachsen wird.

Der Markt für generische I.V.-Arzneimittel sollte im Jahr 2018 in Europa und den USA um rund 6 bis 8 % wachsen. Gesundheitsökonomisch betrachtet, dürfte die Nachfrage nach generischen I.V.-Arzneimitteln weiter steigen, da sie deutlich preisgünstiger sind als Originalpräparate. Das Wachstum wird weiterhin angetrieben von Originalpräparaten, deren Patentschutz abläuft, sowie von patentfreien Originalpräparaten, die durch Alleinstellungsmerkmale preisstabil angeboten werden. Gegenläufig wirken sich Preissenkungen bei Originalpräparaten nach Patentablauf wie auch bei bereits eingeführten Generika aus.

Wir erwarten, dass der für Fresenius Kabi relevante Markt für biotechnologische Arzneimittel im Jahr 2018 voraussichtlich um rund 11 bis 12 % wachsen wird.

1 Marktdaten beziehen sich auf die für Fresenius Kabi adressierbaren Märkte. Sie unterliegen zudem jährlichen Schwankungen,u. a. aufgrund von Veränderungen der Währungsrelationen und von Patentabläufen der Originalpräparate im Markt der I.V.-Arzneimittel. Die Marktdaten für klinische Ernährung beziehen sich auf die für Fresenius Kabi adressierbaren Märkte ohne Japan.

Quelle: eigene Erhebung

Der Markt für klinische Ernährung sollte 2018 in Europa um rund 3 % wachsen. Allerdings setzen viele Länder angesichts der Finanzlage ihre Bestrebungen fort, Kosten im Gesundheitswesen einzusparen. Erhebliches Potenzial eröffnen uns nach wie vor die Regionen Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika mit höheren Wachstumsraten von bis zu 10 % in einzelnen Ländern.

Der Markt für Infusionstherapien in Europa wird unserer Einschätzung nach auf Vorjahresniveau liegen. Neben einem leicht rückläufigen Markt für Blutvolumenersatzstoffe aufgrund eingeschränkter Anwendung wirkt sich hier fortgesetzter Preisdruck bei Ausschreibungen für Standardlösungen aus. Außerhalb Europas erwarten wir ebenfalls, dass sich der Markt der Infusionstherapien auf Vorjahresniveau bewegt, wobei die Region Lateinamerika ein Wachstum von bis zu 8 % aufweisen sollte.

Der Markt für medizintechnische Produkte/Transfusionstechnologie sollte im Jahr 2018 um bis zu 4 % wachsen.

DER KRANKENHAUSMARKT

Der Markt für Akutkrankenhäuser in Deutschland wird nach unseren Erwartungen 2018 leicht wachsen. Wir gehen von einem Anstieg der Fallzahlen um rund 1 % aus.

Für den Anstieg in der Vergütung von Krankenhausleistungen ist in Deutschland der sogenannte Veränderungswert maßgebend. Er wurde für 2018 auf 2,97 % festgesetzt. Zudem sieht das Krankenhausfinanzierungssystem verschiedene Zu- und Abschläge für Akutkrankenhäuser vor. Für Mehrleistungen, die vorab mit den Krankenkassen vereinbart wurden, kommt der sogenannte Fixkostendegressionsabschlag von 35 bis 50 % zur Anwendung. Dessen genaue Höhe handeln die Krankenhäuser mit den Krankenkassen aus.

Seit 2017 ersetzt der Pflegezuschlag den bisherigen Versorgungszuschlag. Er soll die Pflege im Krankenhaus fördern und wird nach den Pflegekosten der einzelnen Klinik gewährt. Das Fördervolumen beträgt für 2018 rund 500 Mio €.

Im Hinblick auf Besetzungsvorgaben für Krankenhaus-Pflegepersonal ist derzeit noch völlig offen, in welchem Rahmen der Gesetzgeber dazu Vorgaben machen wird. Daher können wir aktuell keine Einschätzung über mögliche Auswirkungen abgeben.

Um bei der Vergütung zukünftig die medizinische Ergebnisqualität berücksichtigen zu können, definiert der Gemeinsame Bundesausschuss Qualitätsindikatoren. Die Festlegung der Höhe der Vergütung sowie die nähere Ausgestaltung sollen bis Ende 2018 in einem Gesamtkonzept erarbeitet werden. Wir erwarten jedoch keine negativen Auswirkungen, da die Helios-Gruppe sich konsequent auf Qualität ausrichtet, medizinische Ergebnisse transparent macht und daher gut auf eine qualitätsorientierte Vergütung vorbereitet ist.

Die Zukunftserwartungen fallen bei den deutschen Krankenhäusern unterschiedlich aus: Nach dem Krankenhaus Barometer 2017 des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) erwartet nur ein Fünftel (22 %) der Häuser für das Jahr 2018 eine Verbesserung, 37 % der Kliniken rechnen damit, dass sich ihre wirtschaftliche Situation verschlechtert. Zudem wächst der Bedarf an Investitionen, während die Fördermittel sinken. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) erwartet, dass sich künftig mehr Kliniken zu Verbünden zusammenschließen und ihre Leistungen stärker bündeln werden, um dem wirtschaftlichen Druck zu begegnen. Ein Verbund bietet einzelnen Krankenhäusern u. a. die Möglichkeit, Kostenvorteile zu erzielen, etwa im Einkauf.

Wir gehen davon aus, dass sich auch weiterhin Wachstumschancen aus der diskontinuierlichen Konsolidierung im deutschen Krankenhausmarkt bieten dürften, an der wir selektiv teilnehmen.

Der private Krankenhausmarkt in Spanien wird nach unseren Erwartungen 2018 um 2 bis 3 % wachsen. Die weiterhin steigende Anzahl privat versicherter Patienten sollte den privaten Betreibern auch zukünftig Wachstumschancen eröffnen. Wichtige Kennzahlen, beispielsweise landesweite Gesundheitsausgaben und Bettendichte, lassen weiteres Marktentwicklungspotenzial des spanischen Gesundheitssystems im Vergleich zu anderen EU-Ländern erkennen. Daraus ergeben sich auch Möglichkeiten für Klinikneugründungen. Daneben ist von einer weiteren Konsolidierung des fragmentierten privaten Krankenhausmarktes auszugehen.

DER MARKT FÜR PROJEKTE UND DIENSTLEISTUNGEN FÜR KRANKENHÄUSER UND ANDERE GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN

Für 2018 erwarten wir, dass der weltweite Bedarf an Projekten und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen wird.

Quellen: eigene Erhebung; Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Krankenhaus Rating Report 2013 und 2017

In den etablierten Gesundheitsmärkten Zentraleuropas rechnen wir mit einem soliden Wachstum und einer weiterhin steigenden Nachfrage. Gründe dafür sind die demografische Entwicklung und ein zunehmender Investitions- und Modernisierungsbedarf bei öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Gefragt sind vor allem Dienstleistungen, d. h. die Wartung und Instandhaltung der Medizin- und Krankenhaustechnik, das Facility-Management, die technische oder die Gesamtbetriebsführung sowie die Optimierung infrastruktureller Prozesse - insbesondere im Rahmen von Public-Private-Partnership-Modellen. Zusätzliche Wachstumschancen ergeben sich daraus, dass öffentliche Einrichtungen nichtmedizinische Leistungen verstärkt an private Dienstleister auslagern.

In den aufstrebenden Märkten rechnen wir mit einer insgesamt dynamischen Entwicklung. So wächst z. B. in Afrika, Lateinamerika und Südostasien zunächst die Nachfrage nach einer effizienten und bedarfsgerechten medizinischen Grundversorgung. In anderen Märkten, etwa in China und im Nahen Osten, gilt es, die Infrastruktur weiterzuentwickeln sowie neue Versorgungs-, Forschungs- und Ausbildungsstrukturen zu schaffen.

KONZERNUMSATZ UND KONZERNERGEBNIS

Für das Geschäftsjahr 2018 planen wir einen währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes1 von 5 bis 8 %. Das Konzernergebnis2,3 soll währungsbereinigt um 6 bis 9 % steigen.

ZIELE DES KONZERNS 2018

Ziele 20181 Geschäftsjahr 2017
Umsatz, Wachstum (währungsbereinigt) 5 - 8 % 33.400 Mio €2
Konzernergebnis3 , Wachstum (währungsbereinigt) 6 - 9 %4 1.816 Mio €5
Konzernergebnis3 , Wachstum (währungsbereinigt), exklusive Biosimilars ~10 - 13 %6 1.859 Mio €7
Dividende Ertragsorientierte Ausschüttungspolitik fortsetzen Vorschlag: + 21 % je Aktie

1 Ohne ausstehende Akquisitionen von Akorn und NxStage
2 Adjustiert um IFRS 15 (486 Mio € bei Fresenius Medical Care)
3 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt
4 Vor Sondereinflüssen (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen); inklusive Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts (43 Mio € nach Steuern in 2017 und ~120 Mio € nach Steuern in 2018)
5 Vor Sondereinflüssen (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen; vor Buchgewinn aus U.S.-Steuerreform; vor FCPA-Rückstellung)
6 Vor Sondereinflüssen (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen); vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts (43 Mio € nach Steuern in 2017 und ~120 Mio € nach Steuern in 2018)
7 Bereinigtes Konzernergebnis (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen; vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts; vor Buchgewinn aus U.S.-Steuerreform; vor FCPA-Rückstellung)

UMSATZ UND ERGEBNIS DER UNTERNEHMENSBEREICHE

Für das Geschäftsjahr 2018 erwarten wir in den Unternehmensbereichen nachfolgende Umsatz- und Ergebnisentwicklung:

ZIELE DER UNTERNEHMENSBEREICHE 2018

Ziele 20181 Geschäftsjahr 2017
Fresenius Medical Care      
  Umsatz, Wachstum (währungsbereinigt) ~8 % 17.298 Mio €2
  Jahresergebnis3 Wachstum (währungsbereinigt) 13 - 15 %4 1.280 Mio €
Fresenius Kabi      
  Umsatz, Wachstum (organisch) 4 - 7 % 6.358 Mio €
  EBIT, Wachstum5 (währungsbereinigt) - 3 - - 6 % 1.177 Mio €
  EBIT, Wachstum6 (währungsbereinigt), exklusive Biosimilars ~2 - 5 % 1.237 Mio €
Fresenius Helios      
  Umsatz, Wachstum (organisch) 3 - 6 %7 8.668 Mio €8
  EBIT, Wachstum 7 - 10 % 1.052 Mio €8
Fresenius Vamed      
  Umsatz, Wachstum (organisch) 5 - 10 % 1.228 Mio €
  EBIT, Wachstum 5 - 10 % 76 Mio €

1 Ohne ausstehende Akquisitionen von Akorn und NxStage
2 Berichteter Umsatz 2017: 17.784 Mio €, adjustiert um IFRS15 (486 Mio €)
3 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfällt
4 2018: inklusive wiederkehrender positiver Effekte aus der U.S.-Steuerreform in Höhe von 140 Mio € bis 160 Mio €
5 Vor Sondereinflüssen (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen), inklusive Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts (60 Mio € in 2017 und ~160 Mio € in 2018)
6 Vor Sondereinflüssen (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen); vor Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts (60 Mio € in 2017 und ~160 Mio € in 2018)
7 Helios Spanien trägt mit 11 Monaten zum organischen Wachstum bei
8 Helios Spanien für 11 Monate konsolidiert

Fresenius Medical Care erwartet für das Geschäftsjahr 2018 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von ~8 %. Der Ausblick für 2018 basiert auf einem Umsatz für das Geschäftsjahr 2017, der die erstmalige Anwendung des IFRS 15-Standards berücksichtigt. Das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfallende Jahresergebnis soll inklusive wiederkehrender positiver Effekte aus der U.S.-Steuerreform in Höhe von 140 Mio € bis 160 Mio € währungsbereinigt um 13 bis 15 % steigen.

1 2017 adjustiert um IFRS 15 (486 Mio € bei Fresenius Medical Care), ohne ausstehende Akquisitionen von Akorn und NxStage
2 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt
3 Vor Sondereinflüssen (vor akquisitionsbedingten Aufwendungen); inklusive Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts (43 Mio € nach Steuern in 2017 und ~120 Mio € nach Steuern in 2018), ohne ausstehende Akquisitionen von Akorn und NxStage

Fresenius Kabi erwartet für 2018 ein organisches Umsatzwachstum von 4 bis 7 %. Der Unternehmensbereich prognostiziert ferner ein währungsbereinigtes EBIT-Wachstum von - 3 bis - 6%.

Fresenius Helios erwartet für das Geschäftsjahr 2018 ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 6 %, und einen EBIT-Anstieg von 7 bis 10 %.

Fresenius Vamed erwartet für 2018 ein organisches Umsatzwachstum von 5 bis 10 % und einen EBIT-Anstieg von 5 bis 10 %.

FINANZIERUNG

Für das Geschäftsjahr 2018 erwarten wir einen weiterhin starken Cashflow bei einer Cashflow-Marge zwischen 10 und 12 %.

Darüber hinaus verfügen wir über einen angemessenen Finanzierungsspielraum mit umfangreichen freien Kreditlinien aus syndizierten oder bilateral mit Banken vereinbarten Krediten.

Im Jahr 2018 sind Refinanzierungen im Wesentlichen für fällig werdende Anleihen von Fresenius Medical Care in Höhe von 400 Mio € und 400 Mio US$ erforderlich.

Zudem ist geplant, langfristige Fremdkapitalfinanzierungen für die Akquisition von Akorn, Inc. durch Fresenius Kabi sowie für die Akquisition von NxStage Medical, Inc. durch Fresenius Medical Care vorzunehmen.

Wir erwarten, dass wir die Kennziffer Netto-Finanzverbindlichkeiten /EBITDA1 bis zum Jahresende 2018 weiter reduzieren.

INVESTITIONEN

Wir planen, im Geschäftsjahr 2018 rund 6 % des Umsatzes in Sachanlagen zu investieren. Rund 45 % der vorgesehenen Investitionen entfallen auf Fresenius Medical Care, rund 25 % jeweils auf Fresenius Kabi und Fresenius Helios. Die übrigen Mittel sind für sonstige Investitionen und die Erweiterung der Konzernzentrale vorgesehen. Bei Fresenius Medical Care sollen die Investitionen im Wesentlichen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten, in die Kostenoptimierung der Produktion sowie in die Einrichtung neuer Dialysekliniken fließen. Fresenius Kabi wird im Wesentlichen in den Ausbau und den Erhalt der Produktionsstandorte sowie in die Einführung neuer Fertigungstechnologien investieren. Fresenius Helios investiert primär in den Neubau und die Modernisierung sowie die Ausstattung bestehender und neu erworbener Kliniken.

Regionale Schwerpunkte des Konzerns sind Europa mit rund 55 % und Nordamerika mit rund 35 % des Investitionsvolumens. Die übrigen Mittel werden wir in Asien, Lateinamerika und Afrika investieren. Rund 30 % der Gesamtsumme sind für Investitionen in Deutschland vorgesehen.

Wir gehen davon aus, dass die Rendite auf das betriebsnotwendige Vermögen2 (ROOA) und auf das investierte Kapital2 (ROIC) jeweils über dem Wert von 2017 liegen wird.

DIVIDENDE

In den letzten 24 Jahren hat Fresenius die Dividenden stets erhöht. Unsere Dividendenpolitik zielt darauf ab, die Dividenden in Einklang mit dem Ergebnis je Aktie (vor Sondereinflüssen) zu steigern. Die Ausschüttungsquote soll in der Bandbreite von etwa 20 bis 25 % gehalten werden. Unseren Aktionärinnen und Aktionären wollen wir wiederum eine ertragsorientierte Ausschüttung in Aussicht stellen.

1 Netto-Finanzverbindlichkeiten und EBITDA jeweils auf Basis der zu aktuellen Währungsrelationen erwarteten durchschnittlichen Jahreswechselkurse gerechnet; ohne ausstehende Akquisitionen von Akorn und NxStage; ohne potenzielle weitere Akquisitionen; zu aktuellen IFRS-Regelungen
2 Ohne ausstehende Akquisitionen von Akorn und NxStage

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Der Fresenius-Konzern ist infolge der Komplexität und Dynamik seiner Geschäfte einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Diese sind zwangsläufige Folgen unternehmerischen Handelns, denn Chancen kann nur nutzen, wer bereit ist, Risiken einzugehen.

Als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für schwer und chronisch kranke Menschen sind wir kaum von Konjunkturzyklen betroffen. Die Diversifikation in vier Unternehmensbereiche, die in unterschiedlichen Segmenten des Gesundheitswesens aktiv sind, und die globale Ausrichtung des Konzerns vermindern unser Risikoprofil weiter. Langjährige Erfahrung sowie regelmäßig führende Positionen in unseren Märkten bilden zudem eine solide Basis, um Risiken realistisch einschätzen zu können.

Das Gesundheitswesen bietet vielfältige und nachhaltige Wachstumschancen, die wir auch künftig gezielt nutzen werden.

CHANCENMANAGEMENT

Wir sehen das Chancenmanagement als fortwährende unternehmerische Aufgabe. Um langfristig erfolgreich zu sein, sichern und verbessern wir Bestehendes und schaffen Neues. Organisation und Management des Fresenius-Konzerns sind dezentral und regional strukturiert. Dadurch können wir Trends, Anforderungen und Chancen der oftmals fragmentierten Märkte erkennen und analysieren sowie unser Handeln danach ausrichten. Um neue Potenziale zu erschließen, diskutieren wir kontinuierlich mit Forschergruppen und wissenschaftlichen Institutionen. Zudem beobachten wir intensiv unsere Märkte und den Wettbewerb. Unsere Unternehmensbereiche tauschen zielgerichtet Erfahrungen aus, um so zusätzliche Chancen und Synergien zu identifizieren und zu nutzen. Chancen stellen wir im Prognosebericht ab Seite 51 dar.

RISIKOMANAGEMENT

FRESENIUS-RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Auch das Management von Risiken ist eine fortwährende Aufgabe. Die Fähigkeit, Risiken zu erfassen, zu kontrollieren und zu steuern, ist ein wichtiges Element solider Unternehmensführung. Das Fresenius-Risikomanagementsystem ist eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft. Chancen werden im Risikomanagementsystem nicht erfasst.

RISIKOMANAGEMENT

In den Unternehmensbereichen sind die Verantwortlichkeiten für Prozessablauf und Prozesskontrolle wie folgt festgelegt:

Die Risikosituation wird regelmäßig in standardisierter Form erfasst und mit bestehenden Vorgaben verglichen. So können wir rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen, sollten sich negative Entwicklungen abzeichnen.

Die verantwortlichen Führungskräfte sind verpflichtet, dem Vorstand unverzüglich über relevante Veränderungen des Risikoprofils zu berichten.

Wir beobachten ständig den Markt und halten enge Kontakte zu Kunden, Lieferanten und Behörden, um Veränderungen unseres Umfelds frühzeitig erkennen und darauf reagieren zu können.

Das Risikomanagementsystem wird sowohl auf Konzernebene als auch in den Unternehmensbereichen durch das Risikocontrolling sowie ein Managementinformationssystem unterstützt. Auf Basis detaillierter Monats- und Quartalsberichte identifizieren und analysieren wir Abweichungen der tatsächlichen von der geplanten Geschäftsentwicklung. Darüber hinaus umfasst das Risikomanagementsystem ein Kontrollsystem aus organisatorischen Sicherungsmaßnahmen sowie internen Kontrollen und Prüfungen. Mit ihnen erkennen wir frühzeitig wesentliche Risiken, um ihnen gegensteuern zu können.

Die Wirksamkeit unseres Risikomanagementsystems wird regelmäßig vom Vorstand und von der Internen Revision überprüft. Erkenntnisse daraus fließen in die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems ein, damit wir Veränderungen in unserem Umfeld frühzeitig begegnen können. Dieses System hat sich bislang bewährt. Auch das Kontrollsystem wird von Vorstand und Interner Revision regelmäßig überprüft. Des Weiteren beurteilt der Abschlussprüfer, ob das vom Vorstand eingerichtete Überwachungssystem geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Aus der Abschlussprüfung resultierende Erkenntnisse in Bezug auf interne Kontrollen der Finanzberichterstattung werden bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung berücksichtigt.

Fresenius hat die Organisation und die Systeme zur Identifikation, Beurteilung und Kontrolle von Risiken sowie zur Entwicklung von Gegenmaßnahmen funktionsfähig eingerichtet und angemessen ausgestaltet. Eine absolute Sicherheit, Risiken in vollem Umfang identifizieren und steuern zu können, kann es jedoch nicht geben.

INTERNE KONTROLLEN DER FINANZBERICHTERSTATTUNG

Mit einer Vielzahl von Maßnahmen und internen Kontrollen stellt Fresenius die Verlässlichkeit der Rechnungslegungsprozesse und die Korrektheit der Finanzberichterstattung sicher. Dies schließt die Erstellung eines regelkonformen Jahresabschlusses und Konzernabschlusses sowie eines Lageberichts und Konzern-Lageberichts ein. Insbesondere sichert unser in der Regel vierstufiger Berichtsprozess eine intensive Erörterung und Kontrolle der Finanzergebnisse. Auf jeder Ebene, nämlich

der lokalen Einheit,

der Region,

dem Unternehmensbereich und

dem Konzern,

werden Finanzdaten und Kennzahlen berichtet, erörtert und monatlich mit den Vorjahreszahlen, den Budgetwerten und der aktuellen Hochrechnung verglichen. Dabei werden alle Sachverhalte, Annahmen und Schätzungen, die eine relevante Auswirkung auf die extern berichteten Konzern- und Segmentzahlen haben, intensiv mit der Abteilung besprochen, die die Konzernabschlüsse erstellt. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erörtert diese Vorgänge quartalsweise.

Kontrollmechanismen, z. B. systemtechnische und manuelle Abstimmungen, stellen eine zuverlässige Finanzberichterstattung ebenso sicher wie die zutreffende Erfassung von Transaktionen in der Buchhaltung. Der von den Konzerngesellschaften zu berichtende Inhalt und Umfang wird zentral vorgegeben und regelmäßig an Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften angepasst. Die Konsolidierungsvorschläge erfolgen IT-gestützt. In diesem Zusammenhang findet u. a. ein umfangreicher Abgleich konzerninterner Salden statt. Um Missbrauch zu vermeiden, achten wir darauf, Funktionen systematisch zu trennen. Überwachungen und Bewertungen des Managements tragen zusätzlich dazu bei, dass Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung identifiziert werden und Kontrollen zur Risikominimierung eingerichtet sind. Darüber hinaus verfolgen wir Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften intensiv und schulen die mit der Finanzberichterstattung betrauten Mitarbeiter regelmäßig und umfassend. Bei Bedarf greifen wir auf externe Experten zurück, z. B. auf Gutachter. Bei der Erstellung der Abschlüsse sind unterstützend die Abteilungen Treasury, Steuern, Controlling und Recht eingebunden. Die für die Erstellung der Konzernabschlüsse zuständige Abteilung verifiziert dabei ein weiteres Mal die bereitgestellten Informationen.

Fresenius Medical Care unterliegt zudem dem Kontrollumfeld des Abschnitts 404 des Sarbanes-Oxley Act.

RISIKOFELDER

GESAMTWIRTSCHAFTLICHES RISIKO UND RISIKEN AUFGRUND WIRTSCHAFTLICHER RAHMENBEDINGUNGEN

Aus der globalen Wirtschaftsentwicklung ergibt sich aus heutiger Sicht kein wesentliches Risiko für den Fresenius-Konzern. Für das Geschäftsjahr 2018 gehen wir davon aus, dass sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum fortsetzt. Von allgemeinen Konjunkturschwankungen ist Fresenius nur in geringem Maße betroffen. Wir erwarten, dass die Nachfrage nach unseren lebensrettenden und lebenserhaltenden Produkten und Dienstleistungen weiterhin wächst. Zudem strebt Fresenius eine ausgewogene Verteilung des Geschäfts in den wichtigsten Regionen der Welt und zwischen etablierten und Schwellenländern an.

Die Risikosituation unserer Unternehmensbereiche hängt insbesondere von der Entwicklung der für sie relevanten Märkte ab. Daher beobachten und bewerten wir auch die länderspezifischen politischen, rechtlichen und finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sorgfältig, insbesondere im gegenwärtigen makroökonomischen Umfeld. Dies gilt beispielsweise für unsere Forderungsbestände in Staaten, die aufgrund ihrer Verschuldung Haushaltsprobleme haben. Dies gilt auch für mögliche Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, die sich aus der Entscheidung Großbritanniens, aus der Europäischen Union auszutreten, und den Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens gegenüber Spanien ergeben.

Und dies gilt insbesondere für Initiativen der US-Regierung zu möglichen Änderungen an den momentan existierenden Gesundheitsversorgungsprogrammen.

BRANCHENRISIKO

Von wesentlicher Bedeutung für den Fresenius-Konzern sind Risiken, die sich aus Veränderungen im Gesundheitsmarkt ergeben. Dabei handelt es sich vor allem um die Finanzierung der Gesundheitssysteme sowie die entsprechenden Erstattungssysteme und die Entwicklung neuer Produkte und Therapien.

Finanzierung der Gesundheitssysteme und Erstattungssysteme

In unserem weitgehend reglementierten Geschäftsumfeld können sich Gesetzesänderungen, auch in Bezug auf Kostenerstattungen, einschneidend auf unseren Geschäftserfolg auswirken. Aufgrund des hohen Anteils am Konzernumsatz trifft dies in besonderem Maße auf den US-Markt zu, wo vor allem Änderungen im staatlichen Erstattungssystem, z. B. Erstattungen für Dialysebehandlungen, unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten. So erzielte Fresenius Medical Care im Jahr 2017 rund 34 % des Umsatzes durch Erstattungen der staatlichen Gesundheitsversorgungsprogramme Centers of Medicare and Medicaid Services (CMS) in den USA. Ein Rückgang der Erstattungsraten oder der erstatteten Leistungen könnte zu einer erheblichen Reduzierung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses führen.

Die Dialyseerstattung durch Medicare erfolgt seit dem Jahr 2011 im Rahmen eines Pauschalvergütungssystems (PVS), das bestimmte Produkte sowie Dienstleistungen in einem Erstattungssatz bündelt und zu einer niedrigeren Erstattung pro Behandlung geführt hat als das bis dahin geltende System. Aufgrund des Drucks, Kosten im Gesundheitswesen zu reduzieren, waren die Steigerungen der staatlichen Erstattungssätze in den USA in den Vorjahren begrenzt.

Das Qualitätsverbesserungsprogramm (QVP) des PVS beeinflusst die Medicare-Erstattungen auf Basis der Erfüllung von Qualitätsstandards durch Kliniken. Für Dialysekliniken, die die festgelegten Qualitätsstandards nicht erreichen, werden die Erstattungen, basierend auf der Leistung eines vorhergehenden Jahres, um bis zu 2 % gekürzt. Die zugrunde liegenden Qualitätsmaßstäbe werden durch die CMS jährlich überarbeitet, erweitert und angepasst. Sollte es Fresenius Medical Care in größerem Ausmaß nicht gelingen, die Mindestanforderungen des QVP zu erfüllen, könnte dies eine wesentliche negative Auswirkung auf unser Geschäft, die Finanzlage und das operative Ergebnis haben.

Im Rahmen des "Comprehensive ESRD Care Model" der CMS können Dialyseanbieter und Ärzte sogenannte ESRD Seamless Care Organizations (ESCOs) bilden. Ziel ist es, die Gesundheit der Patienten zu verbessern und dabei gleichzeitig die Kosten der CMS zu senken.

ESCOs, die die Mindestqualitätsanforderungen des Programms erreichen und Senkungen der Behandlungskosten für die CMS oberhalb bestimmter Schwellenwerte realisieren, erhalten einen Teil der Kosteneinsparungen zurück. ESCOs mit Dialyseanbietern, die mehr als 200 Dialyseeinrichtungen betreiben, sind jedoch verpflichtet, sich am Risiko von Kostensteigerungen zu beteiligen und den CMS einen Teil dieser Steigerungen zu erstatten.

Außerdem nimmt Fresenius Medical Care gegenwärtig an wertorientierten Programmen teil, wie z. B. dem "Bundled Payments for Care Improvement" (BPCI)-Programm und den sogenannten "Medicare Advantage Chronic Special Needs Plans" (MA-CSNP) sowie Vergütungsvereinbarungen mit Versicherern. Im Rahmen der BPCI-Initiative hat Fresenius Medical Care die Möglichkeit, zusätzliche Zahlungen zu erhalten, sofern es gelingt, hochwertige Gesundheitsversorgung zu Kosten unterhalb einer bestimmten Bezugsgröße anzubieten. Im Gegenzug ist Fresenius Medical Care dem Risiko ausgesetzt, bei Verfehlen dieser Vorgaben zur Zahlung eines Ausgleichs herangezogen zu werden.

Eine inadäquate Preisgestaltung der Produkte oder eine ungeeignete Kostenschätzung des Dienstleistungsangebots für Versorgungsempfänger sowie ein ineffektives Management der Kosten kann die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage erheblich beeinträchtigen.

Fresenius Medical Care hat die Auswirkungen des PVS und der weiteren vorstehend aufgeführten Gesetzesinitiativen mit zwei umfassenden Maßnahmen begrenzt. Erstens arbeitet Fresenius Medical Care mit Klinikleitungen und behandelnden Ärzten im Sinne des QVP sowie guter klinischer Praxis an Änderungen der Abläufe bei der Behandlung der Patienten und verhandelt über Kosteneinsparungen beim Arzneimittelkauf.

Des Weiteren führt Fresenius Medical Care mit dem Ziel, Effizienzsteigerungen und verbesserte Patientenbehandlungserfolge zu erreichen, neue Initiativen ein, um die Patientenversorgung bei Dialysebeginn zu verbessern, den Anteil der Heimdialysepatienten zu steigern und weitere Kosteneinsparungen in den Kliniken zu generieren.

Die US-Regierung hat die Absicht zur Durchführung signifikanter Änderungen an momentan existierenden, vor allem in Verbindung mit dem "Affordable Care Act" in Verbindung stehenden, Gesundheitsversorgungsprogrammen angekündigt. Darüber hinaus dürften auch Varianten zur Umstrukturierung des Medicare-Programs in ein beitragsorientiertes "Premium Support" Modell und die Umwandlung der Medicaid-Finanzierung in "Block grants" oder eine Pro-Kopf-Vereinbarung, welche größere Flexibilität für die Staaten bedeuten könnte, in Erwägung gezogen werden.

Die US-Regierung gab außerdem ihre Entscheidung bekannt, Zuschüsse an Krankenkassen in Form sogenannter "cost-sharing reduction payments" (CSR) einzustellen, mit denen Auslagen von Amerikanern mit niedrigem Einkommen bezahlt werden. Einige kommerzielle Versicherer haben erklärt, dass sie viel höhere Prämien benötigen werden und sich von den im Rahmen des "Affordable Care Act" geschaffenen Versicherungsbörsen zurückziehen könnten, sollten die Subventionen abgeschafft werden. Im Februar 2018 beantragte die US-Regierung jedoch im Rahmen des Haushaltsplans 2019 1,2 Mrd US$ für die Finanzierung von Versicherungsverträgen einschließlich der CSR-Zahlungen. Ein Teil dieser beantragten Mittel wird voraussichtlich auch den Abbau der Versicherungsbörsen finanzieren. Wir können nicht vorhersagen, ob die Einbeziehung dieser Mittel in den Haushalt für 2019 erfolgen wird. Infolge dessen könnten erhebliche Erhöhungen der Versicherungsprämien und eine Verringerung der Verfügbarkeit von Versicherungen durch solche Börsen die Zahl der privat versicherten Patienten der Fresenius Medical Care verringern und diese Patienten auf Medicare und Medicaid verlagern.

Veränderungen dieser Art können erhebliche positive oder negative Auswirkungen auf das Geschäft von Fresenius Medical Care haben. Die Ergebnisse sind jedoch nicht absehbar.

Ferner wird ein Teil der Dialysebehandlung in den USA durch private Krankenversicherungen und sogenannte Integrated-Care-Organisationen erstattet, wobei diese Erstattungen generell höher sind als die Erstattungen durch das staatliche Gesundheitsprogramm. So erzielte Fresenius Medical Care im Geschäftsjahr 2017 rund 35 % des Umsatzes aus Gesundheitsdienstleistungen mit privaten Krankenversicherungen in den USA. Falls es diesen Versicherungsträgern in den USA gelingt, eine Senkung der Erstattungssätze durchzusetzen, oder der Anteil der Erstattungen durch private Krankenversicherungen sinkt, könnte dies die Umsatzerlöse für Produkte und Dienstleistungen sowie das operative Ergebnis von Fresenius Medical Care wesentlich verringern. Sollten die Bemühungen erfolgreich sein, Prämien aus karitativer Unterstützung zu beschränken oder abzuschaffen, könnte ein Teil der Patienten der Fresenius Medical Care, die derzeit über privaten Versicherungsschutz verfügen, zu staatlich finanzierten Erstattungsprogrammen übergehen, die uns niedrigere Sätze für unsere Leistungen zurückerstatten.

Ähnliches gilt für den Krankenhausmarkt in Deutschland. Das DRG-System (Diagnosis Related Groups) soll die Effizienz in den Krankenhäusern steigern und die Aufwendungen im Gesundheitssystem reduzieren. Wir verfolgen daher sehr genau die gesetzlichen Entwicklungen. Die Belegung in den Kliniken erfolgt in erheblichem Umfang durch gesetzliche Krankenkassen und Rentenversicherungsträger. Der Fortbestand der Verträge mit diesen Institutionen beeinflusst daher den Erfolg von Fresenius Helios. Wir beobachten intensiv die gesetzgeberischen Aktivitäten und Planungen und arbeiten mit den staatlichen Gesundheitsorganisationen zusammen.

Durch die Akquisition der spanischen privaten Klinikenkette Quirónsalud wurde Fresenius Helios erstmals außerhalb Deutschlands tätig. Quirónsalud betreibt Krankenhäuser u. a. über PPP-Verträge (Public-Private-Partnership). Diese sind Teil des öffentlichen Gesundheitssystems in Spanien. Somit ist dem Unternehmen Verantwortung für die gesetzlich versicherten Bürger Spaniens in bestimmten Bereichen der Gesundheitsversorgung übertragen worden. Dafür erhält Quirónsalud eine Vergütung in Form einer Pro-Kopf-Pauschale oder ein Entgelt für die jeweilige erbrachte Leistung. Sollte Quirónsalud die Konzession verlieren, Krankenhäuser mit PPP-Verträgen zu betreiben, oder bei Neuverhandlungen mit öffentlichen oder privaten Versicherungen schlechtere Bedingungen erzielen oder sollten die Krankenhäuser nicht in der Lage sein, niedrigere Erstattungssätze durch Kosteneinsparungen auszugleichen, kann dies eine wesentliche negative Auswirkung auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Einsparungen bei der Erstattung von Gesundheitsleistungen können sich ebenso negativ auf die Verkaufspreise von Produkten von Fresenius Kabi auswirken.

Änderungen der Gesetzgebung, der Erstattungspraxis und der Gesundheitsversorgungsprogramme könnten den Umfang der Erstattungen für Dienstleistungen, den Umfang des Versicherungsschutzes und das Produktgeschäft beeinflussen. Dies könnte erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Insgesamt wollen wir solchen möglichen regulatorischen Risiken über Leistungssteigerungen und Kostenreduktionen entgegenwirken.

Entwicklung neuer Produkte und Therapien

Die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen oder die Entwicklung überlegener Technologien durch Wettbewerber könnten unsere Produkte und Dienstleistungen weniger wettbewerbsfähig oder gar überflüssig machen und damit ihren Absatz, die Preise der Produkte und den Umfang der Dienstleistungen wesentlich nachteilig beeinflussen. Dies trifft auch auf die Einführung von Generika oder patentierten Medikamenten durch Wettbewerber zu, was Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis haben könnte.

Kooperationen mit Ärzten und Wissenschaftlern ermöglichen es uns, wichtige technologische Innovationen aufzugreifen und zu fördern. So sind wir stets über aktuelle Entwicklungen alternativer Behandlungsmethoden informiert, sodass wir unsere unternehmerische Strategie bewerten und gegebenenfalls anpassen können.

RISIKEN DES OPERATIVEN GESCHÄFTS

Die Geschäftstätigkeit von Fresenius ist weltweit einer Vielzahl von Risiken und umfassender staatlicher Regulierung ausgesetzt. Diese betreffen u. a. die folgenden Bereiche:

die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer und pharmazeutischer Produkte und Grundstoffe sowie Therapien;

den Betrieb von Kliniken, anderen Gesundheitseinrichtungen, Produktionsanlagen und Labors;

die Produktfreigaben und Genehmigungen;

die Planung, den Bau, die Ausstattung und das Management von Einrichtungen des Gesundheitswesens;

den korrekten Ausweis und die Fakturierung von Erstattungen durch staatliche und private Krankenversicherer;

die Etikettierung und Kennzeichnung von pharmazeutischen Produkten sowie deren Vermarktung;

die Vergütung für medizinisches Personal sowie finanzielle Vereinbarungen mit Ärzten und Einrichtungen, die Überweisungen von Patienten veranlassen.

Sollte Fresenius gegen Gesetze oder Vorschriften verstoßen, kann dies vielfältige Rechtsfolgen nach sich ziehen: Insbesondere Straf- und Bußgelder, erhöhte Aufwendungen zur Erfüllung behördlicher Auflagen, der Ausschluss aus staatlichen Kostenerstattungsprogrammen oder die vollständige oder teilweise Untersagung der Geschäftstätigkeit könnten die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erheblich beeinträchtigen.

Wesentliche Risiken des operativen Geschäfts für den Fresenius-Konzern werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.

Produktion, Produkte und Dienstleistungen

Die Einhaltung von Produktspezifikationen und Produktionsvorschriften stellen wir durch unsere Qualitätsmanagementsysteme sicher. Diese sind gemäß der international anerkannten Qualitätsnorm ISO 9001 strukturiert und berücksichtigen zahlreiche internationale und nationale Regularien. Wir setzen sie mithilfe von internen Richtlinien wie Qualitätshandbüchern und Verfahrensanweisungen um und überprüfen sie regelmäßig durch interne und externe Audits an Produktionsstandorten, in Vertriebsgesellschaften und Dialysekliniken. Dies betrifft die Einhaltung aller Anforderungen und Vorschriften von der Leitung und Verwaltung über die Produktherstellung und die klinischen Dienstleistungen bis hin zur Patientenzufriedenheit. Unsere Produktionsstätten erfüllen die Good Manufacturing Practice ihrer jeweiligen Absatzmärkte. Sie werden von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) und anderen Behörden überprüft. Stellen diese Mängel fest, werden diese beanstandet und das Unternehmen wird zur Mängelbeseitigung aufgefordert, so etwa im Rahmen der Inspektionen unserer Produktionsstätten in Indien im Geschäftsjahr 2017.

Die Nichteinhaltung von Anforderungen der Aufsichtsbehörden in unseren Produktionsstätten oder bei unseren Lieferanten könnte regulatorische Maßnahmen zur Folge haben, u. a. Abmahnungen, Produktrückrufe, Produktionsunterbrechungen, Geldstrafen oder Verzögerungen bei der Zulassung neuer Produkte. Jede dieser Maßnahmen könnte unsere Fähigkeit beeinträchtigen, Umsatz zu generieren, und erhebliche Kosten verursachen.

Möglichen Risiken bei der Inbetriebnahme neuer Produktionsstätten oder neuer Technologien begegnen wir, indem wir Projekte sorgfältig planen und ihren Fortschritt regelmäßig analysieren und überprüfen. Die Produktionskapazitäten an einigen Standorten könnten z. B. beeinträchtigt werden durch technisches Versagen, Naturkatastrophen, regulatorische Rahmenbedingungen oder die Unterbrechung von Lieferungen, etwa bei Rohstoffen.

In unseren Krankenhäusern, Fachkliniken und Dialysekliniken erbringen wir medizinische Leistungen, die grundsätzlich Risiken unterliegen. So bergen Störungen im Prozessablauf, z. B. auch aufgrund von Naturkatastrophen, Risiken für Patienten und die Klinik. Daneben bestehen Betriebsrisiken, etwa durch Hygienemängel. Diesen Risiken begegnen wir, indem wir Abläufe strukturiert organisieren, Mitarbeiter kontinuierlich schulen und unsere Arbeitsweise an den Bedürfnissen der Patienten ausrichten. Darüber hinaus arbeiten wir im Rahmen von Qualitätsmanagementsystemen kontinuierlich daran, die Behandlung der Patienten zu verbessern.

Risiken der Leistungserfüllung, die mit dem Projektgeschäft von Fresenius Vamed verbunden sind, begegnen wir mit professioneller Projektsteuerung, kompetentem Projektmanagement und einem ausgereiften, der jeweiligen Geschäftstätigkeit angepassten System zur Erkennung, Bewertung und Minimierung dieser Risiken. Dies umfasst zum einen organisatorische Maßnahmen: So gelten schon bei der Erstellung eines Angebots Standards für die Risikokalkulation; noch vor Auftragsannahme werden Risiken eingeschätzt und anschließend im Rahmen des Projektcontrollings fortlaufend aktualisiert. Um möglichen Ausfallrisiken vorzubeugen, besteht das System zum anderen aus finanztechnischen Maßnahmen wie Bonitätsprüfungen und in der Regel aus Sicherungen durch Vorauszahlungen, Akkreditive und besicherte Kredite.

Beschaffung

Im Beschaffungssektor entstehen mögliche Risiken hauptsächlich aus Preissteigerungen oder der mangelnden Verfügbarkeit von Rohstoffen und Gütern. Dem begegnen wir mit einer entsprechenden Auswahl und Kooperation mit unseren Lieferanten, mit längerfristigen Rahmenverträgen in bestimmten Einkaufssegmenten sowie mit der Bündelung der zu beschaffenden Mengen im Konzern.

Ein weiteres Risiko besteht in mangelnder Qualität fremdbezogener Rohstoffe, Halbfertigprodukte und Bauteile. Dem begegnen wir im Wesentlichen mit präzisen Qualitätsanforderungen an unsere Lieferanten. Hierzu gehören ein strukturierter Qualifizierungsprozess, der Audits, Dokumenten- und Vorabmusterprüfungen umfasst, sowie regelmäßige Qualitätskontrollen der Anlieferungen. Wir beziehen ausschließlich qualitativ hochwertige Produkte, deren Sicherheit und Eignung erwiesen ist, von qualifizierten Lieferanten, die unseren Spezifikationen und Anforderungen entsprechen.

Wettbewerb

Ein verschärfter Wettbewerb, u. a. auch ausgelöst durch den Wiedereintritt von Wettbewerbern in den US-Markt für generische I.V.-Arzneimittel nach Produktionseinschränkungen, könnte sich nachteilig auf die Preisgestaltung und den Verkauf unserer Produkte und Dienstleistungen auswirken. Die Einführung von Generika oder patentierten Medikamenten durch Wettbewerber könnte Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis unserer Produkte haben.

Insgesamt ist der Gesundheitssektor durch Preisdruck (u. a. bei Tendergeschäften), Wettbewerb und Kosteneinsparungen gekennzeichnet. Dies könnte geringere Umsätze zur Folge haben und sich nachteilig auf unser Geschäft sowie unsere Finanz- und Ertragslage auswirken.

In den USA verkauft Fresenius Kabi nahezu alle injizierbaren pharmazeutischen Produkte mittels Vereinbarungen mit Einkaufskooperationen (Group Purchasing Organization - GPO) und Distributoren. Die meisten Krankenhäuser haben mit den GPOs ihrer Wahl Verträge abgeschlossen, um ihren Bedarf zu decken. Derzeit kontrollieren drei GPOs den größten Teil dieses Geschäfts. Fresenius Kabi erzielt einen Großteil des Umsatzes in den USA mit einer kleinen Anzahl GPOs und hat mit den wichtigsten von ihnen Vereinbarungen getroffen. Um diese Geschäftsbeziehungen aufrechtzuerhalten, muss Fresenius Kabi eine qualitativ hochwertige Produktpalette zu konkurrenzfähigen Preisen zuverlässig liefern und die Bestimmungen der FDA einhalten. Die GPOs haben auch mit anderen Herstellern Verträge abgeschlossen. Der Bieterprozess ist sehr wettbewerbsintensiv. Die meisten Verträge von Fresenius Kabi mit GPOs in den USA können kurz- oder mittelfristig gekündigt werden. Im Bereich der Transfusionstechnologie sind wesentliche Kunden Plasmafirmen und Blutzentren. Der US-Markt wird von vier großen Plasmafirmen bedient. Bei Blutzentren findet in den USA eine zunehmende Marktkonsolidierung statt, da Krankenhäuser verstärkt Maßnahmen treffen, um Blutkonserven einzusparen, und sich dies auf die Preisentwicklung auswirkt.

Zahlungsausfälle

Um das Risiko von Zahlungsverzögerungen bzw. -ausfällen zu begrenzen, bewerten wir in der Regel die Kreditwürdigkeit von Neukunden. Zudem führen wir kontinuierlich Nachfolgebewertungen und Prüfungen der Kreditlimits durch. Wir überwachen Außenstände bestehender Kunden und bewerten das Ausfallrisiko der Forderungen. Dies gilt insbesondere in Ländern mit Haushaltsproblemen und Ländern, die politischen Risiken ausgesetzt sind. Durch Maßnahmen wie z. B. Factoring haben wir auch im Jahr 2017 an unserem Forderungsbestand gearbeitet.

Personal

Dem potenziellen Mangel an qualifiziertem Personal wirkt Fresenius extern durch geeignete Maßnahmen im Personalmarketing entgegen und intern durch umfangreiche Personalentwicklungsprogramme. Wir stärken die Bindung an unser Unternehmen, indem wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Sozialleistungen, zum Teil Erfolgsbeteiligungsprogramme oder in verschiedenen Bereichen die Einrichtung von Langzeitkonten anbieten. Dem generellen Mangel an Klinikfachpersonal begegnen wir mit zielgruppenspezifischen Maßnahmen. So gewinnen wir qualifiziertes und motiviertes Fachpersonal und sichern den hohen Qualitätsstandard in der Behandlung. Gleichzeitig qualifizieren wir junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und binden sie an das Unternehmen. Aufgrund all dieser Maßnahmen stufen wir die Risiken im Bereich Personal als nicht wesentlich ein.

RISIKEN IM ZUSAMMENHANG MIT FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG UND DER ZULASSUNG VON PRODUKTEN

Bei der Entwicklung neuer Produkte und Therapien besteht grundsätzlich das Risiko, dass Ziele nicht oder verspätet erreicht werden. Dies gilt insbesondere auch für unsere Biosimilars-Produkte. Bis zur Zulassung eines Produkts sind kostenintensive und umfangreiche präklinische Prüfungen und klinische Studien notwendig. Es besteht auch das Risiko, dass Behörden eine Zulassung nicht oder nur verzögert erteilen oder eine bestehende Zulassung aussetzen oder widerrufen. Zudem besteht die Gefahr, dass mögliche Nebenwirkungen eines Produkts erst nach dessen Zulassung bzw. Registrierung entdeckt werden, sodass es ganz oder teilweise vom Markt genommen werden muss. Eine solche Rücknahme kann freiwillig erfolgen oder auch durch rechtliche oder behördliche Schritte begründet sein. So hat im Januar 2018 die Koordinierungsgruppe für Verfahren der gegenseitigen Anerkennung (CMDh) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (European Medicines Agency EMA) den Standpunkt festgelegt, dass die Marktzulassung für Hydroxyethylstärkehaltige (HES) Arzneimittel ausgesetzt werden soll. Dieser Standpunkt wurde innerhalb der Koordinationsgruppe nicht einstimmig getroffen, weshalb dieser an die Europäische Kommission zur Entscheidung übermittelt wird. Deren Entscheidung könnte dazu führen, dass die Zulassungen für die Vermarktung in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ganz oder teilweise ausgesetzt werden. Vergleichbare Maßnahmen könnten auch von Behörden in Nicht-EU-Mitgliedsstaaten ergriffen werden.

Da wir Produkte für unterschiedliche Produktsegmente entwickeln, sind diese Risiken im Fresenius-Konzern breit gestreut. Wir begegnen ihnen, indem wir Entwicklungstrends kontinuierlich analysieren und evaluieren sowie die Projektfortschritte überprüfen. Zugleich überwachen wir die strikte Einhaltung gesetzlicher Vorgaben für die klinische und chemisch-pharmazeutische Forschung und Entwicklung. Bei I.V.-Arzneimitteln ist es darüber hinaus entscheidend, dass rechtzeitig und stetig neue Produkte eingeführt werden. Daher überwachen wir die Entwicklung neuer Produkte anhand detaillierter Projektpläne und orientieren uns strikt an Erfolgsfristen. So können wir Gegenmaßnahmen ergreifen, falls wir die geplanten Ziele infrage stellen müssen.

RISIKEN AUS AKQUISITIONEN

Die Übernahme und Integration von Unternehmen birgt Risiken, die sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Fresenius auswirken können. Vollzugsbedingungen, wie zum Beispiel die kartellrechtliche Freigabe, die Erfüllung von Zusicherungen und Gewährleistungen und die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften, sind oft Teil solcher Übernahmeprozesse. Eine Nichterfüllung dieser Vollzugsbedingungen durch eine Transaktionspartei könnte zu Rechtsstreitigkeiten zwischen den Parteien, sowie mit Dritten und Ansprüchen gegen Fresenius führen.

Die Strukturen eines erworbenen Unternehmens müssen integriert, rechtliche und vertragliche Fragen gelöst und das Marketing, der Service für Patienten sowie logistische Abläufe vereinheitlicht werden. Dabei besteht das Risiko, wesentliche Führungskräfte zu verlieren. Auch der Geschäftsablauf sowie die Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Mitarbeitern könnten in Mitleidenschaft gezogen oder Change-of-Control-Klauseln in Anspruch genommen werden. Der Integrationsprozess erweist sich möglicherweise als schwieriger oder kostet mehr Zeit und Mittel als erwartet. In der Geschäftstätigkeit neu erworbener Gesellschaften könnten Risiken auftreten, die Fresenius nicht erkannt oder als nicht wesentlich erachtet hat. Vorteile, die Fresenius sich von dem Erwerb versprochen hat, treffen möglicherweise nicht oder nicht im erwarteten Maße ein. Künftige Akquisitionen könnten eine Herausforderung für die Finanzierung und das Management unseres Geschäfts darstellen. Ferner kann der Erwerb von Unternehmen zur Folge haben, dass Fresenius gegenüber Dritten direkt oder mittelbar in Haftung genommen wird oder Ansprüche gegenüber Dritten sich als nicht durchsetzbar erweisen.

Diese Risiken treffen auch auf die geplante Akquisition der Akorn, Inc. durch Fresenius Kabi zu. Fresenius führt derzeit, unter Einbeziehung externer Sachverständiger, eine unabhängige Untersuchung zu angeblichen Verstößen gegen FDA-Vorgaben zur Datenintegrität in der Produktentwicklung von Akorn, Inc. durch. Vorstand und Aufsichtsrat von Fresenius werden die Ergebnisse dieser Untersuchung bewerten. Sollten Vollzugsbedingungen der Übernahmevereinbarung nicht erfüllt sein, kann dies Folgen für den Abschluss der Transaktion haben. Die Risiken, welche sich aus einer möglichen Nichterfüllung von Vollzugsbedingungen ergeben, könnten zu Rechtsstreitigkeiten und Ansprüchen gegen Fresenius führen und sich daher wesentlich nachteilig auf die Finanzlage von Fresenius auswirken. Des Weiteren, könnte der zunehmende Wettbewerb in den USA dazu führen, dass sich Absatzvolumen und -preise verringern. Akorn vertreibt einen großen Teil seiner Produkte über eine kleine Zahl pharmazeutischer Großhändler. Sollte Akorn die Geschäftsbeziehung mit einem oder mehreren der Großhändler verlieren, könnte dies Umsatz und Ergebnis von Akorn wesentlich negativ beeinflussen.

Risiken aus Akquisitionen begegnen wir mit detaillierten Integrationsplänen sowie mit einem dezidierten Integrations- und Projektmanagement. So können wir bei Abweichungen von der erwarteten Entwicklung frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.

RISIKEN DER INFORMATIONSTECHNOLOGIE

Mit dem kontinuierlichen Wachstum und der zunehmenden Internationalisierung von Fresenius werden die Abläufe im Unternehmen komplexer. Entsprechend erhöht sich die Abhängigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie von Systemen, mit denen Abläufe strukturiert und zunehmend überregional harmonisiert werden können. Ein Ausfall dieser Systeme könnte vorübergehend zum Erliegen weiter Teile unseres Geschäfts führen und somit hohe Schäden verursachen. Fresenius begegnet diesen Risiken mit diversen Sicherungsmaßnahmen, Kontrollen und Prüfungen. Zudem investieren wir kontinuierlich in Hard- und Software und verbessern stetig unser System-Know-how. Dazu kommt ein detaillierter Notfallplan, den wir laufend verbessern und testen. Wesentliche IT-Systeme oder Kommunikationsinfrastrukturen halten wir redundant vor.

Durch den Verlust sensibler Daten oder die Nichteinhaltung datenschutzbezogener Gesetze, Bestimmungen und Standards könnte unsere Stellung im Wettbewerb, unsere Reputation sowie das gesamte Unternehmen Schaden nehmen. Zur Einhaltung dieser Vorgaben haben wir umfassende Datenschutz Management Systeme implementiert, die auch die entsprechenden technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten vorsehen. Weitere Informationen zu unseren Datenschutz Management Systemen sind im Nichtfinanziellen Konzern-Bericht auf den Seiten 78 f. enthalten.

Durch die vermehrte Integration von IT-Systemen und Nutzung neuer Technologien, wie u. a. Cloud Computing, innerhalb unserer Geschäftsprozesse besteht außerdem die Möglichkeit, dass mithilfe von Cyberangriffen in unsere internen und externen Systeme eingedrungen wird und Angreifer dabei Schaden anrichten oder sensible Informationen erlangen könnten. Die existierende IT-Sicherheitsarchitektur mit diversen Sicherheitsmaßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen schützt die Systeme in unseren Datenzentren. Der Zugang zu sensiblen oder kritischen Daten von außerhalb des geschützten Datenzentrumsnetzwerks ist durch die Nutzung von sicheren Protokollen sowie kryptografischen Maßnahmen gesichert. Zudem werden für Anwendungen mit kritischen Daten (z. B. Patienten- oder Personaldaten) jährliche Penetrationstests durchgeführt.

Um organisatorische Risiken, wie Manipulationen oder unzulässige Zugriffe, zu minimieren, haben wir einen umfangreichen Zugriffsschutz, beispielsweise Prozesse zur Vergabe und Überwachung von Zugriffen und Passwortrichtlinien, eingerichtet. Darüber hinaus sind Unternehmensrichtlinien zu beachten, die auch die Berechtigungsvergabe regeln und deren Einhaltung wir kontrollieren. Daneben führen wir operative und sicherheitsbezogene Prüfungen durch.

FINANZRISIKEN

Währungs- und Zinsrisiken

Aus unserer internationalen Ausrichtung ergeben sich vielfältige Fremdwährungsrisiken. Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit setzt uns darüber hinaus verschiedenen Zinsänderungsrisiken aus. Um diese Risiken zu begrenzen, setzen wir u. a. derivative Finanzinstrumente ein. Wir beschränken uns auf marktgängige, außerbörslich gehandelte Instrumente und nutzen sie ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht aber zu Handels- oder Spekulationszwecken. Alle Transaktionen erfolgen über Banken mit hohem Rating.

Unser Währungsmanagement basiert auf einer vom Vorstand verabschiedeten Richtlinie. Sie legt Ziele, Organisation und Ablauf der Risikomanagementprozesse fest. Insbesondere definiert sie, wer für die Ermittlung von Risiken, den Abschluss von Sicherungsgeschäften und die regelmäßige Berichterstattung über das Risikomanagement verantwortlich ist. Die Verantwortlichkeiten entsprechen den Entscheidungsstrukturen in den übrigen Geschäftsprozessen des Konzerns. Entscheidungen über den Einsatz derivativer Finanzinstrumente im Zinsmanagement fallen grundsätzlich in enger Abstimmung mit dem Vorstand. Bis auf vereinzelte devisenrechtlich bedingte Ausnahmen werden die Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten unter Kontrolle der zentralen Treasury-Abteilung des Fresenius-Konzerns getätigt. Sie unterliegen strenger interner Aufsicht. So ist sichergestellt, dass der Vorstand über alle wesentlichen Risiken und über die bestehenden Sicherungsgeschäfte stets umfassend informiert ist.

Grundsätzlich ist Fresenius gegen Währungs- und Zinsrisiken in hohem Maße gesichert: Von den Finanzverbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember 2017 waren rund 65 % durch Festsatzfinanzierungen bzw. durch Zinssicherungen gegen einen Zinsanstieg geschützt. Somit unterlagen rund 35 % einem Zinsänderungsrisiko. Eine Sensitivitätsanalyse zeigt: Wenn die für Fresenius relevanten Referenzzinsen um 0,5 % steigen, beeinflusst dies das Konzernergebnis um weniger als 1,0 %.

Fresenius unterliegt als weltweit tätiger Konzern in hohem Maße Währungsumrechnungseffekten aufgrund sich ändernder Währungsrelationen. Angesichts des starken US-Geschäfts spielt dabei das Verhältnis zwischen US-Dollar und Euro eine besondere Rolle. Währungsumrechnungsrisiken werden nicht gesichert. Eine Sensitivitätsanalyse zeigt, dass eine Veränderung des US-Dollars zum Euro von 1 Cent einen jährlichen Effekt von etwa 120 Mio € auf den Konzernumsatz, von rund 20 Mio € auf den EBIT und von rund 6 Mio € auf das Konzernergebnis hätte.

Als global agierendes Unternehmen verfügen wir über Produktionskapazitäten in allen wesentlichen Währungsräumen. In den Servicegeschäften decken sich unsere Umsatz- und unsere Kostenbasis in hohem Maße. Mit einem Cashflow-at-Risk-Modell schätzen wir die Transaktionsrisiken in fremder Währung ab und quantifizieren sie. Diese Analyse basiert dabei auf den mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Fremdwährungszahlungsströmen der nächsten zwölf Monate abzüglich der erfolgten Absicherungen. Zum 31. Dezember 2017 beträgt der Cashflow-at-Risk des Fresenius-Konzerns 79 Mio €, d. h., mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % wird ein möglicher Verlust aus den Fremdwährungszahlungsströmen der nächsten zwölf Monate nicht höher als 79 Mio € ausfallen. Weitere Informationen zu den Finanzrisiken sind im Konzern-Anhang auf den Seiten 194 bis 201 enthalten.

Werthaltigkeit von Vermögenswerten

Finanzwirtschaftliche Risiken, die aus Akquisitionen und Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte resultieren könnten, prüfen wir unter Einbeziehung externer Berater sorgfältig und detailliert. Die immateriellen Vermögenswerte einschließlich der Firmenwerte, Produktrechte, Markennamen und Managementverträge tragen einen wesentlichen Teil zu der Bilanzsumme des Fresenius-Konzerns bei. Die Werthaltigkeit der in der Konzern-Bilanz enthaltenen Firmenwerte sowie der sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer stellen wir in jährlichen Impairment-Tests fest. Bei einer wesentlichen Verschlechterung unserer Zukunftsaussichten oder der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann ein zusätzlicher Abschreibungsbedarf entstehen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten 164 ff. im Konzern-Anhang.

Steuern und Abgaben

Als weltweit tätiger Konzern unterliegt Fresenius zahlreichen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Risiken, die sich daraus ergeben, werden fortlaufend identifiziert und bewertet. In den Gesellschaften des Fresenius-Konzerns finden regelmäßige steuerliche Betriebsprüfungen statt. Änderungen bei den steuerlichen Regelungen, Anpassungen, die sich aus den Betriebsprüfungen ergeben, und zusätzliche Einfuhrabgaben können zu höheren Steuer- und Abgabenzahlungen führen.

Verschuldung und Liquidität

Zum 31. Dezember 2017 betrugen die Finanzverbindlichkeiten des Fresenius-Konzerns 19.042 Mio €. Die Verschuldung könnte die Fähigkeit zur Zahlung von Dividenden, die Refinanzierung und die Einhaltung von Kreditklauseln oder die Umsetzung der Geschäftsstrategie beeinträchtigen. Sollten sich die Konditionen an den maßgeblichen Finanzmärkten wesentlich verschlechtern, könnten sich Finanzierungsrisiken für Fresenius ergeben. Diese Risiken reduzieren wir durch einen hohen Anteil an mittel- und langfristigen Finanzierungen mit einem ausgewogenen Fälligkeitsprofil. Unsere Finanzierungsvereinbarungen enthalten Auflagen, die uns zur Einhaltung bestimmter finanzieller Kennzahlen sowie weiterer finanzieller Kriterien verpflichten. Die Nichteinhaltung dieser Auflagen könnte zu einer Verpflichtung zur vorzeitigen Rückzahlung der Finanzverbindlichkeiten führen.

Über Konditionen und Fälligkeiten informieren wir im Konzern-Anhang auf den Seiten 169 ff. sowie im Konzern-Lagebericht auf den Seiten 42 ff.

COMPLIANCE- UND RECHTSRISIKEN

Compliance-Risiken

Die Geschäftstätigkeit von Fresenius unterliegt in nahezu allen Ländern umfassenden staatlichen Regulierungen und Kontrollen. Darüber hinaus hat Fresenius weitere allgemein anwendbare Rechtsvorschriften zu beachten, die sich von Land zu Land unterscheiden. Sollte Fresenius gegen diese Gesetze oder Vorschriften verstoßen, kann dies vielfältige Rechtsfolgen und Reputationsschäden nach sich ziehen.

Wir müssen insbesondere Vorschriften und Auflagen zur Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Produkte und Dienstleistungen einhalten. Weiterhin stellt Korruption über alle Unternehmensbereiche hinweg einen Kernrisikobereich dar. Darüber hinaus sind Kartellrecht und Datenschutz weitere wesentliche Risikobereiche. Deshalb legen wir besonderen Wert auf die strikte Umsetzung unserer Compliance-Programme und Richtlinien. Sie helfen uns, den eigenen Erwartungen wie auch denen unserer Partner zu entsprechen und unsere Geschäftsaktivitäten an anerkannten Standards sowie lokalen Gesetzen und Verordnungen auszurichten.

Bei Fresenius sind weltweit risikoorientierte Compliance Management Systeme implementiert. Diese Systeme berücksichtigen die jeweiligen Märkte, in denen Fresenius tätig ist. Sie sind auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Unternehmensbereichs zugeschnitten. Weiterhin werden Compliance-Risiken bei Fresenius mithilfe standardisierter Methoden beurteilt.

Für jeden Unternehmensbereich wurde ein Chief Compliance Officer benannt, der für die Entwicklung, Implementierung und Überwachung des Compliance Management Systems des jeweiligen Unternehmensbereichs zuständig ist.

Die Unternehmensbereiche haben im Einklang mit ihrer Organisations- und Geschäftsstruktur Compliance-Verantwortlichkeiten etabliert. Die Corporate Compliance Abteilung der Fresenius SE & Co. KGaA unterstützt die Compliance-Verantwortlichen der Unternehmensbereiche mit standardisierten Instrumenten, Prozessen und Methoden und berichtet an den Chief Compliance Officer der Fresenius SE & Co. KGaA - den Vorstand für Recht, Compliance und Personal.

Mit unseren Compliance-Programmen setzen wir verbindliche Vorgaben für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir gehen davon aus, dass wir ausreichend Vorsorge dafür getroffen haben, dass die nationalen und internationalen Regeln beachtet und eingehalten werden.

Weitere Informationen zu unseren Compliance Management Systemen sind im Nichtfinanziellen Konzern-Bericht auf den Seiten 81 ff. enthalten.

Rechtsrisiken

Risiken, die sich im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten ergeben, werden innerhalb des Unternehmens fortlaufend identifiziert, bewertet und berichtet. Unternehmen in der Gesundheitsbranche sind regelmäßig Klagen wegen Sorgfaltspflichtverletzungen, Produkthaftung, Verletzung ihrer Gewährleistungspflichten, Patentverletzungen, Behandlungsfehlern und anderen Ansprüchen ausgesetzt. Diese können hohe Schadenersatzforderungen und erhebliche Kosten für die Rechtsverteidigung mit sich bringen, unabhängig davon, ob letztlich ein Schadenersatzanspruch besteht. Klageverfahren können ferner dazu führen, dass sich Risiken dieser Art zukünftig nicht mehr zu angemessenen Bedingungen versichern lassen. Produkte aus der Gesundheitsbranche können zudem Rückrufaktionen unterliegen, die sich nachteilig auf die Finanz- und Ertragslage auswirken könnten.

Angaben zu rechtlichen Verfahren und einer laufenden internen Compliance-Untersuchung bei Fresenius Medical Care finden Sie auf den Seiten 186 bis 193 im Konzern-Anhang.

Darüber hinaus ist der Fresenius-Konzern in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus seiner Geschäftstätigkeit ergeben. Obwohl sich deren Ausgang nicht vorhersagen lässt, erwarten wir derzeit aus den anhängigen Verfahren keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

SONSTIGE RISIKEN

Risiken sonstiger Art, z. B. Umweltrisiken oder Risiken aus Steuerungs- und Controllingsystemen, stufen wir für Fresenius als nicht wesentlich ein.

RISIKEN MIT AUSWIRKUNGEN AUF DEN 1-JAHRES-PROGNOSEZEITRAUM

BEURTEILUNG DER GESAMTRISIKOSITUATION

Für die Einschätzung des Gesamtrisikos ist das von Fresenius eingesetzte Risikomanagement grundlegend. Dieses wird vom Management regelmäßig überprüft. Risiken für Fresenius ergeben sich aus Faktoren, die wir nicht unmittelbar beeinflussen können. Hierzu gehört etwa die allgemeine Konjunkturentwicklung, die wir regelmäßig analysieren. Dazu kommen von uns unmittelbar beeinflussbare Risiken, zumeist operativer Art, die wir möglichst frühzeitig antizipieren und gegen die wir, falls notwendig, Maßnahmen einleiten. Daher sind derzeit für die zukünftige Entwicklung von Fresenius keine Risiken erkennbar, die zu einer dauerhaften und wesentlichen negativen Beeinträchtigung der Vermögens-, finanz- und Ertragslage des Fresenius-Konzerns führen könnten. Organisatorisch haben wir alle Voraussetzungen geschaffen, um frühzeitig über mögliche Risikosituationen informiert zu sein und um entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

RISIKEN MIT AUSWIRKUNGEN AUF DEN 1-JAHRES-PROGNOSEZEITRAUM

Wesentliche Risiken, die innerhalb des einjährigen Prognosezeitraums zu Abweichungen von der erwarteten Unternehmensentwicklung führen können, zeigt die oben stehende Übersicht. Im Vergleich zum Vorjahr wurde das Risiko von Naturkatastrophen zusätzlich aufgenommen. Ansonsten haben sich bei der Eingruppierung und den potenziellen Auswirkungen der Risiken keine Änderungen ergeben. Beim regulatorischen Umfeld sind wir aufgrund möglicher Initiativen der US-Regierung dem Risiko von Änderungen an momentan existierenden Gesundheitsversorgungsprogrammen ausgesetzt. Bei den Erstattungssätzen erhöhen mögliche Änderungen der Patientenstruktur in den USA das Risiko in Bezug auf Erstattungen durch private Krankenversicherungen.

Zur Klassifizierung der Risiken werden neben quantitativen Faktoren vor allen Dingen qualitative Einschätzungen herangezogen. Die Skalen zur Klassifizierung der potenziellen Auswirkungen und der Eintrittswahrscheinlichkeit sind in den beiden folgenden Abbildungen dargestellt.

Potenzielle Auswirkungen Beschreibung der Auswirkungen
Hoch Erhebliche negative Auswirkungen auf die 1-Jahres-Prognose
Mittel Moderate negative Auswirkungen auf die 1-Jahres-Prognose
Gering Unerhebliche negative Auswirkungen auf die 1-Jahres-Prognose
Eintrittswahrscheinlichkeit Klassifizierung
Hoch ≥ 66 % bis 100 %
Mittel ≥ 33 % bis < 66 %
Gering 0 % bis <33 %

AUSWIRKUNGEN AUF UNSER MITTELFRISTZIEL

Grundsätzlich können alle im Risikobericht erläuterten Risikofelder und Risiken zu Abweichungen von unserem mittelfristigen Ziel führen. Von besonderer Bedeutung sehen wir, unverändert zum Vorjahr, dabei:

Risiken im Zusammenhang mit der Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit unserer Produkte und Dienstleistungen (siehe Risiken des operativen Geschäfts, Seite 61 f.),

Risiken aus der Finanzierung der Gesundheitssysteme und aus möglichen Änderungen der Erstattungssysteme (siehe Branchenrisiko, Seite 59 ff.),

Risiken aus dem regulatorischen Umfeld und der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften (siehe Gesamtwirtschaftliches Risiko und Risiken aufgrund wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, Seite 58 f.).

NICHTFINANZIELLER KONZERNBERICHT.

Verantwortungsbewusste und nachhaltige Unternehmensführung ist Teil unserer Unternehmenskultur und unseres Geschäftsalltags. Es ist uns wichtig, dass wir unserer rechtlichen und ethischen Verantwortung als Unternehmen gerecht werden. Nur so werden wir als integerer und verlässlicher Partner im Gesundheitswesen wahrgenommen.

UNSERE VERANTWORTUNG

Das Wohl des Patienten1 steht für Fresenius an erster Stelle. Leben zu erhalten, Gesundheit zu fördern und die Lebensqualität kranker Menschen zu verbessern, ist seit mehr als 100 Jahren unser Antrieb. Wirtschaftlicher Erfolg ist für Fresenius dabei kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, das es uns ermöglicht, stetig in bessere Medizin zu investieren.

Auch bei unseren unternehmerischen Entscheidungen orientieren wir uns letztlich am Wohl des Patienten. Es steht im Zentrum all dessen, was wir tun. Wir verpflichten uns dabei zu Integrität im Umgang mit unseren Partnern sowie zu gesellschaftlich verantwortungsvollem Handeln und offener Kommunikation.

Im Fresenius Verhaltenskodex haben wir Regeln für unser Handeln festgelegt. Sie gelten für alle Mitarbeiter1 , Führungskräfte und das Management der Fresenius SE & Co. KGaA und sollen ihnen helfen, in ihrer täglichen Arbeit die richtigen Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus bildet der Verhaltenskodex den Rahmen für entsprechende Regelwerke der einzelnen Unternehmensbereiche. Die Struktur des vorliegenden Nichtfinanziellen Konzernberichts orientiert sich an den Verhaltenskodizes des Konzerns und der vier Unternehmensbereiche.

Die zentralen Handlungsfelder, die Fresenius im Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter identifiziert hat, spiegeln sich auch in der Wesentlichkeitsanalyse wider, die diesem Nichtfinanziellen Konzernbericht zugrunde liegt:

Wir übernehmen Verantwortung für das Wohl des Patienten und verpflichten uns zu höchster Qualität unserer Produkte, Therapien und Dienstleistungen.

Wir wollen richtig handeln und alle geltenden Regeln und Gesetze einhalten. Über gesetzliche Vorschriften hinaus halten wir uns an hohe ethische Standards und Regeln guter Unternehmensführung.

Unser Erfolg und unser Wachstum basieren maßgeblich auf dem Engagement unserer weltweit mehr als 270.000 Mitarbeiter. Deshalb wollen wir als attraktiver Arbeitgeber Talente gewinnen, Mitarbeiter binden und langfristig entwickeln.

In unseren unternehmerischen Entscheidungen denken und handeln wir langfristig. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, die Natur als Lebensgrundlage zu schützen und Ressourcen zu schonen.

Wir bekennen uns zu Menschenrechten, wie sie in internationalen Standards, z. B. der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen, festgelegt sind.

1 Zur sprachlichen Vereinfachung sprechen wir im Nichtfinanziellen Konzernbericht von "Mitarbeitern" und "Patienten"- selbstverständlich meinen wir damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. Patientinnen und Patienten gleichermaßen.

GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNS

Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern in der Rechtsform einer SE & Co. KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien). Wir bieten Produkte und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung an. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Trägerschaft von Krankenhäusern. Zudem realisieren wir weltweit Projekte und erbringen Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen.

Geführt von der Fresenius SE & Co. KGaA als operativ tätiger Muttergesellschaft betreiben vier rechtlich selbstständige Unternehmensbereiche (Segmente) das operative Geschäft. Sie sind regional und dezentral aufgestellt.

Fresenius Medical Care bietet Dienstleistungen und Produkte für Patienten mit chronischem Nierenversagen an. Zum 31. Dezember 2017 wurden in den 3.752 Dialysekliniken des Unternehmens 320.960 Patienten behandelt. Zu den wichtigsten Produktgruppen zählen Dialysatoren und Dialysegeräte. Darüber hinaus erbringt Fresenius Medical Care im Bereich Versorgungsmanagement zusätzliche Dienstleistungen rund um die medizinische Versorgung von Patienten.

Fresenius Kabi ist spezialisiert auf intravenös zu verabreichende generische Arzneimittel (I.V.-Arzneimittel), klinische Ernährung sowie Infusionstherapien. Außerdem bietet das Unternehmen medizintechnische Geräte sowie Produkte für die Transfusionstechnologie an. Ferner entwickelt Fresenius Kabi im Biosimilars-Bereich Produkte mit den Schwerpunkten Onkologie und Autoimmunerkrankungen.

Fresenius Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber. Zum Unternehmen gehören Helios Deutschland und Helios Spanien (Quirónsalud). Ende 2017 betrieb Helios Deutschland 111 Krankenhäuser mit rund 35.000 Betten, darunter 88 Akutkrankenhäuser mit 7 Maximalversorgern in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wiesbaden und Wuppertal sowie 23 Rehabilitationskliniken. Zu Helios Spanien gehörten zum Ende des Geschäftsjahres 45 Krankenhäuser, 55 ambulante Gesundheitszentren und rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement.

Fresenius Vamed realisiert weltweit Projekte und erbringt Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: von der Entwicklung, Planung und schlüsselfertigen Errichtung über die Instandhaltung bis zum technischen Management und zur Gesamtbetriebsführung.

Fresenius unterhält ein internationales Vertriebsnetz und betreibt mehr als 90 Produktionsstätten. Die größten davon befinden sich in den USA, in China, Japan, Deutschland und Schweden. Dazu kommen Werke in weiteren Ländern Europas, Lateinamerikas, der Region Asien-Pazifik und in Südafrika.

Zusätzliche Informationen zum Geschäftsmodell des Konzerns, insbesondere zu rechtlichen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren sowie wesentlichen Absatzmärkten und Wettbewerbspositionen, finden Sie im Konzern-Lagebericht auf Seite 22.

WESENTLICHKEITSANALYSE

Wir richten die Inhalte dieses Nichtfinanziellen Konzernberichts eng an unserem Geschäftsmodell, den gesetzlichen Anforderungen und den Interessen unserer Stakeholder aus. Die wesentlichen nichtfinanziellen Themen für den Fresenius-Konzern haben wir deshalb in einem dreistufigen Prozess bestimmt. Auf eine externe Analyse folgte eine interne Analyse und abschließend die Priorisierung und Validierung der identifizierten Themen. Die nebenstehende Übersicht zeigt diese auf.

Für die externe Analyse haben wir nichtfinanzielle Berichtsthemen der Gesundheitsbranche erfasst und analysiert. Zusätzlich einbezogen haben wir Berichtsstandards, im Gesetz genannte Beispiele und Themen, die externe Stakeholder, z. B. Investoren, Analysten oder Ratingagenturen, regelmäßig abfragen. Abschließend haben wir die Ergebnisse inhaltlich gegliedert und mit der bestehenden Berichterstattung zu nichtfinanziellen Themen abgeglichen.

Im zweiten Schritt haben wir die Ergebnisse der externen Analyse mit den Unternehmensbereichen diskutiert, um die wesentlichen nichtfinanziellen Themen für Fresenius zu ermitteln. Dabei haben wir insbesondere die interne Geschäftsrelevanz geprüft, also ob die Themen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage von Fresenius bedeutsam sind.

Im dritten Schritt haben wir die Ergebnisse der separaten Wesentlichkeitsanalyse der Fresenius Medical Care einbezogen. Die extern und intern identifizierten Themen haben wir schließlich mit den zuständigen Vorstandsmitgliedern validiert und priorisiert. Dabei wurde entschieden, über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus auch über einzelne Themen zu berichten, die sich in mindestens einem der ersten beiden Schritte als wesentlich herausgestellt hatten.

NICHTFINANZIELLE HANDLUNGSFELDER BEI FRESENIUS

Dem wohl des Patienten dienen Richtig handeln Ein attraktiver Arbeitgeber sein Die Natur als Lebensgrundlage schützen Menschenrechte wahren
Sozialbelange Bekämpfung von Korruption und Bestechung Arbeitnehmerbelange Umweltbelange Menschenrechte
► Medizinische Ergebnisqualität / Patientenzufriedenheit ► Verhaltenskodex ► Personalstruktur und Diversität ► Wasser ► Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
► Produktqualität und -sicherheit ► Compliance-Organisation ► Talente gewinnen, Mitarbeiter binden und entwickeln ► Energie ► Arbeitsbedingungen
► Datenschutz ► Compliance Management Systeme (Vorbeugen, Erkennen, Reagieren) ► Mitarbeiterbeteiligung und Mitbestimmung ► Treibhausgasemissionen ► Anti-Diskriminierung
    ► Erfolgsbeteiligung ► Abfall ► Datenschutz
    ► Arbeits- und Gesundheitsschutz ► Abwasser  

NICHTFINANZIELLE RISIKEN

Der Fresenius-Konzern hat keine wesentlichen Risiken identifiziert, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen, Produkten oder Dienstleistungen verknüpft sind und die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die genannten nichtfinanziellen Aspekte oder die eigene Geschäftstätigkeit haben. Eine detaillierte Darstellung des Risikomanagements für den Fresenius-Konzern finden sie im Konzern-Lagebericht auf den Seiten 57 ff.

DEM WOHL DES PATIENTEN DIENEN1

Immer bessere Medizin für immer mehr Menschen. Aus diesem Anspruch des Fresenius-Konzerns ergibt sich die Verpflichtung, bei unseren Produkten, Dienstleistungen und Therapien stets nach höchster Qualität zu streben. Der wesentliche nichtfinanzielle Faktor, an dem wir unseren Erfolg messen, ist das Wohl des Patienten 1. Diesem dienen wir durch die medizinische Qualität unserer Behandlungen, Produktsicherheit und -qualität, den Schutz von personenbezogenen Daten sowie unser Streben nach Patientenzufriedenheit.

QUALITÄT UNSERER PRODUKTE, DIENSTLEISTUNGEN UND THERAPIEN

Von der Qualität unserer Produkte, Dienstleistungen und Therapien hängt die Gesundheit der Patienten ab. Darum leisten alle Unternehmensbereiche ihren Beitrag dazu, die Qualität und die Effizienz der Gesundheitsversorgung insgesamt zu steigern. Damit öffnen wir einer wachsenden Zahl von Menschen den Zugang zu hochwertiger und zugleich bezahlbarer medizinischer Versorgung.

Hierfür ist es wichtig, dass jeder Fresenius-Mitarbeiter in seinem Verantwortungsbereich sicherstellt, dass alle geltenden Regelungen zu Qualität und Sicherheit eingehalten werden. Unsere Mitarbeiter, die in den Produktionsstätten, Versorgungszentren und Kliniken direkt an der Herstellung von Produkten und der Erbringung von medizinischen Leistungen arbeiten, haben dabei eine besondere Sorgfaltspflicht.

Wir setzen in allen Unternehmensbereichen auf anspruchsvolle, wertschöpfende Prozesse, die ganz auf Kundenanforderungen und Effizienz ausgerichtet sind. Im Qualitätsmanagement konzentrieren wir uns darauf, diese Prozesse mithilfe von Kennzahlen zu überwachen, zu lenken und die Abläufe zu verbessern.

Jeder Unternehmensbereich richtet sein Qualitätsmanagement individuell am Geschäftsmodell aus und setzt entsprechende Schwerpunkte. Die spezifischen Anforderungen, Managementansätze und Ergebnisse erläutern wir daher gesondert für jeden Unternehmensbereich.

VERSORGUNGSQUALITÄT UND PATIENTENZUFRIEDENHEIT BEI FRESENIUS MEDICAL CARE

Fresenius Medical Care hat klar definierte und einheitliche allgemeine Grundsätze zur Patientenversorgung für alle Mitarbeiter erlassen, die mit Patienten in den eigenen Dialysezentren in Kontakt kommen. Gemäß diesen Grundsätzen muss die klinische Versorgung den Unternehmensrichtlinien entsprechen und den Anordnungen des zuständigen Arztes folgen. Fresenius Medical Care erwartet von allen Mitarbeitern, dass sie sich im Umgang mit Patienten unter anderem an die folgenden Grundsätze halten:

1 Die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) als international anerkanntes Rahmenwerk für die Nachhaltigkeitsberichterstattung definieren "Sozialbelange" unter anderem als die Auswirkungen der Aktivitäten von Unternehmen auf die Gesundheit ihrer Kunden. Darüber hinaus fordern die Leitlinien der EU für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen, dass Unternehmen beispielsweise Informationen zur Gesundheit, Sicherheit und Zufriedenheit der Verbraucher unter dem Aspekt der sozialbelange offenlegen.

ethisch, gerecht, zuvorkommend, kompetent und zeitnah zu handeln,

alle Patienten mit Würde und Respekt zu behandeln,

Patienten und ihre Angehörigen an der Planung der Behandlung zu beteiligen, wann immer dies angemessen ist,

Fragen von Patienten und ihren Angehörigen sorgfältig und genau zu beantworten.

Qualitätsstandards und Leitlinien

Die Behandlungsqualität in Dialysezentren misst und bewertet Fresenius Medical Care in allen Geschäftssegmenten anhand allgemein anerkannter Qualitätsstandards und internationaler Leitlinien1 , branchenspezifischer klinischer Benchmarks sowie unserer Qualitätsziele. Für diese Aufgabe sind die Shief Medical Officers (CMOs) und andere relevante Fachabteilungen in den einzelnen Segmenten zuständig. Gemeinsam erarbeiten und entwickeln sie interne Richtlinien mit dem Ziel einer verbesserten Versorgungsqualität. Dabei nutzen sie ihre jeweilige medizinische Erfahrung und ihr fachliches Urteilsvermögen. Sie verwenden verschiedene IT-Systeme und Algorithmen, die den jeweiligen lokalen Anforderungen Rechnung tragen, um wichtige Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators - KPIs) zur Versorgungsqualität zu berechnen und zu überwachen. Darüber hinaus leiten sie mithilfe IT-gestützter Systeme und Prozesse aus den Daten wertvolle Erkenntnisse ab. Die Richtlinien und Leitlinien geben den Rahmen dafür vor. Die Ergebnisse dieser umfassenden Analyse der Behandlungsindikatoren werden kontinuierlich überwacht, um die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen für Dialysepatienten weiter zu verbessern.

Qualitätsparameter

Die Qualität der Versorgung der Patienten ist Fresenius Medical Care besonders wichtig. Daher erhalten die Führungskräfte der einzelnen Geschäftssegmente regelmäßig, zusammen mit den finanziellen Ergebnissen, aggregierte Daten zur Versorgungsqualität.

Zudem veröffentlicht Fresenius Medical Care jedes Quartal ausgewählte Ergebnisse seiner Behandlungsanalysen, um über die Qualität der Patientenversorgung zu informieren und die Verantwortung von Fresenius Medical Care gegenüber den Patienten zu unterstreichen. In der öffentlichen Berichterstattung verwendet Fresenius Medical Care die folgenden Qualitätsparameter:

Kt /V gibt Auskunft über die Effektivität und die Effizienz der Dialyse. Bei der Berechnung wird das Produkt aus der Reinigungsleistung der Dialysebehandlung (K) und der Behandlungsdauer (t) zur Filtrationsrate bestimmter Schadstoffe (V) ins Verhältnis gesetzt.

Der Hämoglobinwert im Blut sollte bei Patienten innerhalb eines definierten Bereichs bleiben. Hämoglobin ist der Bestandteil der roten Blutkörperchen, der Sauerstoff im menschlichen Körper transportiert. Eine unzureichende Hämoglobinkonzentration im Blut deutet auf eine Anämie hin.

Die Albumin-, Kalzium- und Phosphatkonzentrationen im Blut geben Hinweise auf den allgemeinen Ernährungszustand sowie auf Störungen des Mineral- und Knochenstoffwechsels bei Patienten mit chronischem Nierenversagen.

Der Einsatz von Kathetern ist mit einem hohen Infektionsrisiko und einer Zunahme der Krankenhaustage verbunden. Ein permanenter Gefäßzugang hingegen ist weniger risikoreich und unterstützt eine effektive Dialysebehandlung. Fresenius Medical Care erfasst die Anzahl der Patienten, die keinen Katheter als Gefäßzugang für die Dialyse verwenden.

Die Krankenhaustage eines Patienten werden als Parameter für die Versorgungsqualität verwendet, da sie die Lebensqualität von Dialysepatienten deutlich verringern und besonders kostenintensiv für die Gesundheitssysteme sind.

Im Berichtsjahr waren die Qualitätsparameter von mehr als 90 % der unternehmenseigenen Dialysezentren weltweit in der nebenstehenden Tabelle berücksichtigt.

Fresenius Medical Care hat die Notwendigkeit einer integrierten Versorgung von Patienten mit fortgeschrittenen Nierenerkrankungen erkannt. Mit ihr lassen sich Weiterbehandlungen besser koordinieren, kostengünstige alternative Therapien und Versorgungsstrukturen entwickeln, die Nierentransplantationsquoten erhöhen und die Kosten für die Versorgung der Patienten senken. Auf Basis dieser Überlegungen ist eine weltweite initiative der CMOs und weiterer Fachabteilungen bei Fresenius Medical Care und anderer Dialyseorganisationen entstanden: Sie kooperieren und tauschen ihr klinisches Fachwissen aus, um die verschiedenen Definitionen klinischer Parameter zu vereinheitlichen, die im Qualitätsmanagement des chronischen Nierenversagens verwendet werden. Diese Gruppe von Experten befasst sich außerdem mit der Verbesserung der Versorgung sowie der Verbesserung der Behandlungsergebnisse von Dialysepatienten weltweit. Hierzu werden bestehende Leitlinien der guten klinischen Praxis analysiert, neue Leitlinien erarbeitet und deren Verbreitung in den jeweiligen Kliniknetzen gefördert.

1 Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO), Kidney Disease Outcome Quality Initiative (KDOQI), European Best Practice Guideline (EBPG)

Patientenzufriedenheit

Fresenius Medical Care führt regelmäßig Patientenbefragungen in ausgewählten Ländern durch, um herauszufinden, auf welchen Gebieten das Unternehmen noch besser werden kann und in welchen Bereichen es Dienstleistungen erweitern sollte. Die verschiedenen Regionen sind für die Koordination dieser Umfragen zuständig. In den USA geben die Behörden des staatlichen Gesundheitsfürsorgeprogramms, Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS), die Inhalte der Patientenbefragungen vor. Die Ergebnisse der Befragung nutzt Fresenius Medical Care, um Patienten, aber auch das Klinikpersonal, gezielter zu informieren und zu schulen und somit die Lebensqualität der Patienten dauerhaft zu verbessern.

Notfallhilfe in Krisensituationen

In Krisensituationen oder bei internationalen Katastrophen nimmt Fresenius Medical Care seine gesellschaftliche Verantwortung als Gesamtunternehmen wahr. Um sicherzustellen, dass die lebenserhaltende Dialysebehandlung für Patienten auch bei extremen Witterungsverhältnissen wie schweren Stürmen oder Überschwemmungen fortgeführt wird, sind in den betroffenen Regionen professionelle Notfallteams von Fresenius Medical Care im Einsatz. Ihre Aufgabe ist, Patienten und Mitarbeiter in Notsituationen zu schützen und die Patienten auch unter schwierigen Bedingungen bestmöglich zu versorgen. Einrichtungen, die schnell konkrete Hilfe benötigen, spenden wir Geld, Dialysegeräte und medizinisches Zubehör. Eigene Krisenteams treten in Aktion, wenn unsere Patienten oder Mitarbeiter direkt von Naturkatastrophen betroffen sind. Ein gutes Beispiel für die gesellschaftliche Verantwortung von Fresenius Medical Care und das soziale Engagement für Patienten ist die Reaktion des Unternehmens auf die lebensbedrohliche Lage, die die Hurrikans Irma, Maria und Harvey in den USA und Teilen der Karibik 2017 verursacht haben.

FRESENIUS MEDICAL CARE: QUALITÄTSPARAMETER NACH GESCHÄFTSSEGMENTEN

Nordamerika Europa, Naher Osten, Afrika
Beschreibung Mögliche Auswirkungen bei geringer Leistung 2017 2016 2017 2016
Kt / V2> 1,2 Wirkungsgrad der Dialyse: erfasst, wie gut ein Patient entgiftet wurde Unter Umständen erhöhte Anzahl von Krankenhaustagen; erhöhte Mortalität 98 % 98 % 95 % 96 %
Hämoglobin 3,4, 5 = 10 - 12 g/ dl Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport im Körper zuständig Ein zu geringer Anteil von Hämoglobin im Blut weist auf Blutarmut hin 73 % 73 % 79 % 78 %
Kalzium2 8,4 - 10,2 mg/ dl Indikatoren für den Ernährungszustand und Mineralhaushalt des Patienten Marker für erhöhte Mortalität 85 % 84 % 76 % 76 %
Albumin6 ≥ 3,5 g / dl     79 % 78 % 87 % 86 %
Phosphat2, 7 ≤ 5,5 mg / dl     63 % 64 % 79 % 77 %
Patienten ohne Katheter (nach 90 Tagen)8 Erfasst die Anzahl der Patienten mit Gefäßzugang Unter Umständen erhöhte Anzahl von Krankenhaustagen 83 % 84 % 80 % 81 %
Krankenhaustage pro Patientenjahr9 Folge von Komplikationen durch die Dialysebehandlung Einschränkung der Lebensqualität der Patienten 10,1 10,0 7,5 8,0
Lateinamerika Asien-Pazifik1
2017 2016 2017 2016
Kt / V2> 1,2 93 % 91 % 96 % 97 %
Hämoglobin 3,4, 5 = 10 - 12 g/ dl 52 % 52 % 58 % 60 %
Kalzium2 8,4 - 10,2 mg/ dl 77 % 79 % 75 % 75 %
Albumin6 ≥ 3,5 g / dl 90 % 91 % 88 % 89 %
Phosphat2, 7 ≤ 5,5 mg / dl 76 % 77 % 70 % 72 %
Patienten ohne Katheter (nach 90 Tagen)8 81 % 82 % 88 % 91 %
Krankenhaustage pro Patientenjahr9 4,1 3,8 3,8 4,4

1 Inklusive der Daten des Dialysedienstleisters Jiate in Taiwan und auf den Philippinen
2 KDOQI-Richtlinien (Kidney Disease Outcomes Quality Initiative)
3 KDIGO-Richtlinien (Kidney Disease: Improving Global Outcomes)
4 EBPG-Standard (European Best Practice Guidelines)
5 Einschließlich Patienten mit Hb >12 g / dl ohne die Blutbildung anregende Substanzen (Erythropoietin-Stimulating Agents - ESA)
6 Europäisches Referenzmaterial ERM® -DA470 k
7 Phosphat angegeben als mg / dl Phosphor
8 Fähigkeit, einen Gefäßzugang anzulegen (sofern wir unmittelbar zuständig sind), und indirekter Indikator für die Versorgung unserer Patienten
9 Krankenhaustage für einen Dialyse-Behandlungszeitraum von 365 Tagen bei einem Patienten

Jeweils bezogen auf das vierte Quartal des Jahres

GESUNDHEIT DER KUNDEN UND PRODUKTSICHERHEIT BEI FRESENIUS MEDICAL CARE

Fresenius Medical Care definiert den Aspekt Gesundheit der Kunden und Produktsicherheit so, dass das Unternehmen eine sichere und gesunde klinische Umgebung schafft, um potenzielle Schäden durch Produkte von Fresenius Medical Care zu vermeiden. Der geschäftliche Erfolg des Unternehmens hängt von der Qualität und der Sicherheit der eigenen Produkte und Dienstleistungen ab. Um der Verpflichtung im Hinblick auf die Gesundheit der Kunden und die Sicherheit der Produkte nachzukommen und zugleich die zahlreichen für das Unternehmen relevanten regulatorischen Vorgaben zu erfüllen, hat Fresenius Medical Care Prozesse in den Geschäftssegmenten eingeführt, die Teil des jeweiligen Qualitätsmanagementsystems (QMS) sind. Die Qualitätsmanagementsysteme der verschiedenen Geschäftssegmente basieren auf einer weltweit geltenden Qualitätsrichtlinie. Diese festgelegten Prozesse gewährleisten, dass alle Produkte und Verfahren von Fresenius Medical Care Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen - von der Entwicklung und der Marktzulassung über die Herstellung und die Anwendung in den Kliniken bis hin zur Schulung von Kunden und zum Umgang mit Reklamationen.

Weltweit geltende Qualitätsrichtlinie

Produkte von Fresenius Medical Care müssen im Hinblick auf ihre Gestaltung, ihre Inhaltsstoffe und die Beschaffung der Rohmaterialien geltenden Gesetzen und Vorschriften entsprechen. Dafür sind hauptsächlich zwei zentrale Funktionen zuständig: Global Research & Development (GRD) und Global Manufacturing & Quality (GMQ). In der globalen GRD- und GMQ-Qualitätsrichtlinie verpflichtet sich das Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen in einwandfreier Qualität bereitzustellen und alle relevanten Vorgaben zu erfüllen. Außerdem müssen die Leiter der Funktionen GRD und GMQ, die auch dem Vorstand angehören, die Effektivität der Qualitätsmanagementsysteme und -aktivitäten gewährleisten.

Die Qualitätsrichtlinie ist ein wesentliches Element des QMS von Fresenius Medical Care. In ihr sind der Geschäftszweck und der Ansatz des Unternehmens im Hinblick auf die Qualität seiner Produkte und Prozesse definiert. Die Qualitätsrichtlinie ist ein Beleg dafür, dass die Entwicklung und die Umsetzung des QMS sowie dessen Effektivität wichtige Anliegen der Unternehmensleitung sind.

Die Qualitätsrichtlinie gibt den Rahmen für die Einhaltung aller relevanten Regelungen und Vorschriften vor. Dazu zählen in der Praxis Vorschriften staatlicher Behörden, z. B. Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals (REACH) und Restriction of Hazardous Substances (RoHS) auf EU-Ebene, sowie Normen, die von nationalen und internationalen Verbänden wie der Association for the Advancement of Medical Instrumentation (AAMI), der International Electrotechnical Commission (IEC) und der International Organization for Standardization (IOS) definiert wurden (z. B. ISO 9001 und ISO 13485). Dies gilt u. a. für die Lizenzierung, die Sicherheit und den Betrieb der Einrichtungen von Fresenius Medical Care sowie die Qualifikationen und die Lizenzierung von Mitarbeitern, die Ausrüstung, die Qualitätssicherungsprogramme sowie die Abgabe, Aufbewahrung und Verabreichung kontrollierter Substanzen.

Qualitätsmanagementsystem und Qualitätsprüfungen

Alle Werke von Fresenius Medical Care haben die jährlichen Prüfungen gemäß ISO 13485 /ISO 9001 oder den Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung (sogenannte GMP-Prüfungen: Good Manufacturing Practice -GMP, "gute Herstellungspraxis"), die für die erneute Zertifizierung erforderlich waren, erfolgreich absolviert. Darüber hinaus hat Fresenius Medical Care Qualitätsmanagementsysteme im Segment Lateinamerika auf Basis lokaler oder internationaler Vorschriften eingeführt und umgesetzt. Jedes Land dort muss als Voraussetzung für die Zertifizierung der Fertigung mindestens die lokalen Vorschriften erfüllen. Das QMS wird in jedem Land des Segments Lateinamerika durch regelmäßige sogenannte Management-Reviews sowie durch interne und konzernweite Audits überprüft. Im Segment Asien-Pazifik verfügt jedes Werk, in dem Medizin- oder Pharmazieprodukte hergestellt werden, über ein lokales QMS, das nach ISO 13485:2003 und / oder ISO 9001:2008 zertifiziert ist. Es ist geplant, dass die betroffenen Werke nach und nach gemäß ISO 9001:2015 und ISO 13485:2016 zertifiziert werden.

Soweit erforderlich, muss jedes Werk zudem die Medizinprodukterichtlinie 93 / 42 / EWG erfüllen. Für Qualitätsmanagementsysteme in der Herstellung von Medizin- oder Pharmazieprodukten sind in den meisten Ländern im Segment Asien-Pazifik je nach Zielmarkt und Land der Fertigung weitere Vorgaben zu beachten.

Meldung von unerwünschten Nebenwirkungen und Vorkommnissen sowie Produktreklamationen

Um die Qualität und Sicherheit der Produkte und Dienstleistungen zu garantieren und die Produkt- und Dienstleistungsqualität zu verbessern, befasst sich Fresenius Medical Care auch mit der Prüfung von unerwünschten Nebenwirkungen und Vorkommnissen sowie mit der Analyse von Produktreklamationen. Fresenius Medical Care verwendet diese Informationen unter anderem, um die Sicherheit der Produkte und Dienstleistungen zu bewerten. Alle Mitarbeiter mit entsprechenden Aufgaben sind verpflichtet, die Richtlinien von Fresenius Medical Care zur Meldung von unerwünschten Nebenwirkungen und Vorkommnissen sowie Produktreklamationen zu kennen, damit vertraut zu sein und sie zu befolgen.

QUALITÄT UND PRODUKTSICHERHEIT BEI FRESENIUS KABI

Das globale Qualitätsmanagementsystem von Fresenius Kabi richtet sich nach dem internationalen Standard ISO 9001 und ist für die Standorte verbindlich. Durch den TÜV Süd zertifiziert, wird es in jährlichen Audits überprüft. Es berücksichtigt die anwendbaren nationalen und internationalen Richtlinien, die die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung der Produkte von Fresenius Kabi regeln. Dazu gehören u. a. Good Clinical Practice (GCP), Good Manufacturing Practice (GMP), Good Distribution Practice (GDP), der Code of Federal Regulations (CFR) der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA sowie der Standard ISO 13485 für Medizinprodukte.

Die Bedeutung des Qualitätsmanagements spiegelt sich in der Organisationsstruktur von Fresenius Kabi wider. Die globalen Qualitätsverantwortlichen berichten jeweils direkt an das zuständige Vorstandsmitglied. Der Vorstand ist damit unmittelbar für das Thema Qualitätsmanagement verantwortlich.

Die wesentlichen Bestandteile des Qualitätsmanagements bei Fresenius Kabi sind:

Globale Prozessrichtlinien und -standards: Fresenius Kabi hat ein Qualitätsmanagementhandbuch sowie Standardverfahrensanweisungen implementiert. Sie gelten global, also unternehmensweit und für alle Standorte. Mit Schulungen auf globaler, regionaler und lokaler Ebene stellt Fresenius Kabi sicher, dass Mitarbeiter mit den für sie relevanten Inhalten des Qualitätsmanagementsystems vertraut sind.

QUALITÄTSMANAGEMENT FRESENIUS KABI

Um über Ereignisse, die Produktqualität oder Patientensicherheit betreffen, frühzeitig informiert zu sein und adäquat reagieren zu können, nutzt Fresenius Kabi ein globales Überwachungs- und Meldesystem (Vigilanzsystem). Dieses umfasst ein globales Produktrisikomanagement und ein Frühwarnsystem. Im Produktrisikomanagement erfassen geschulte Reklamations- und Sicherheitsbeauftragte weltweit Reklamationen und Nebenwirkungen in IT-Systemen und leiten Meldungen an Experten zur Prüfung weiter. Globale Sicherheitsbeauftragte reagieren unverzüglich, sobald Fresenius Kabi Kenntnis von einem qualitätsrelevanten Ereignis erlangt. Sie initiieren und koordinieren notwendige Maßnahmen auf globaler Ebene, z. B. Produktrückrufe. Mit dem Frühwarnsystem evaluiert Fresenius Kabi qualitätsrelevante Informationen aus verschiedenen Risikofeldern, um frühzeitig Risiken zu identifizieren und Vorsorge- oder Gegenmaßnahmen einzuleiten. Fresenius Kabi nutzt dafür Datenbanken zu Reklamationen und Nebenwirkungen, interne und externe Audits sowie Kennzahlen, die der internen Steuerung und Optimierung der Qualitätsprozesse dienen. So ermöglicht es Fresenius Kabi, die Sicherheitsprofile der Produkte auf globaler Ebene zu bewerten.

Mit internen Qualitätsaudits überprüft Fresenius Kabi regelmäßig die Effektivität des Qualitätsmanagementsystems sowie die Compliance mit internen und externen Standards und Regularien.

Die Lieferanten von Fresenius Kabi unterliegen im Rahmen der Herstellung von Produkten einem Qualifizierungsprozess, der sich an der Relevanz des zu liefernden Produktes oder der Dienstleistung für Fresenius Kabi orientiert. Sowohl die Qualifizierung als auch die Überprüfung von Lieferanten umfassen regelmäßige Audits.

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Fresenius Kabi finden zusätzlich Inspektionen von Behörden sowie Audits durch unabhängige Organisationen und Kunden statt. Sofern bei diesen Prüfungen Schwachstellen oder Mängel identifiziert werden, ergreift Fresenius Kabi umgehend geeignete Gegenmaßnahmen.

Die übergeordneten Ziele des Qualitätsmanagements von Fresenius Kabi sind: das Wohl der Patienten sowie die Qualität und die Sicherheit der Produkte, Dienstleistungen und Therapien. Diese Ziele hat Fresenius Kabi im Geschäftsjahr 2017 erreicht. Es gab keine Ereignisse mit wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, die Patienten oder weitere Marktteilnehmer.

Krisenmanagement

Fresenius Kabi hat im Jahr 2017 in Krisensituationen schnell und zielgerichtet reagiert. Ein Einsatzteam ermöglichte nach dem Hurrikan Maria in Puerto Rico die zügige Wiederaufnahme der Produktion an zwei Standorten und verteilte Hilfsgüter an mehr als 1.000 Mitarbeiter und ihre Familien. Darüber hinaus hat Fresenius Kabi mit einem Zulieferer in Puerto Rico beim Wiederaufbau zusammengearbeitet.

MEDIZINISCHE ERGEBNISQUALITÄT UND PATIENTENZUFRIEDENHEIT BEI FRESENIUS HELIOS

Helios Deutschland

Helios Deutschland misst die medizinische Ergebnisqualität anhand der German Inpatient Quality Indicators (G-IQI). Die Kliniken von Helios Deutschland erheben diese Qualitätsindikatoren ebenso wie über 400 weitere Krankenhäuser in Deutschland. Dabei erfassen sie mithilfe von Routinedaten über 1.500 Kennzahlen zu klinisch relevanten Krankheitsbildern und operationsverfahren. Als Vergleichswerte für die eigenen Qualitätsdaten zieht Helios Deutschland für alle Kliniken den aktuellen Stand der verfügbaren Daten des statistischen Bundesamtes heran.

Chefärzte und Klinikgeschäftsführer erhalten monatlich Berichte über die medizinische Qualität jeder einzelnen Abteilung. An Standorten, die einzelne Ziele nicht erreichen, analysiert Helios Deutschland die Behandlungen und Abläufe, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren und umzusetzen. Dabei kommt dem sogenannten Peer-Review-Verfahren, einer Falldiskussion unter Fachkollegen, große Bedeutung zu. Im Peer-Review hinterfragen speziell ausgebildete Mediziner aus den Kliniken von Helios Deutschland sowie aus dem Netzwerk der initiative Qualitätsmedizin (IQM) statistische Auffälligkeiten und suchen systematisch nach Verbesserungsansätzen. Ihre Erkenntnisse lassen sich im Krankenhaus in konkrete Handlungsempfehlungen umsetzen, um die Patientensicherheit weiter zu erhöhen.

HELIOS DEUTSCHLAND-QUALITÄTSKENNZAHLEN (AUSZUG)

Krankheitsbild / Standardisiertes Sterblichkeitsverhältnis (SMR)1 2017 SMR 2016 SMR2
Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) 0,67 0,72
Herzinfarkt 0,72 0,75
Herzinsuffizienz 0,58 0,60
Hirninfarkt 0,83 0,86
Pneumonie 0,64 0,67
Schenkelhalsfraktur 0,79 0,80

1 SMR von 1 entspricht dem Bundesdurchschnitt,SMR <1 = Sterblichkeit liegt unter dem Bundesdurchschnitt
2 Im Jahr 2017 fand die Umstellung auf G-IQI 5.1 mit neuen Referenzwerten des Statistischen Bundesamtes statt. Zur Vergleichbarkeit sind auch die die Ergebnisse 2016 in dieser Version ausgewertet und dargestellt.

Weiterführende Informationen:

www.helios-gesundheit.de/unternehmen/was-wir-tun/medizin/qualitaet/qualitaetskennzahlen/

Helios Deutschland tauscht sich in dem Netzwerk IQM auch mit anderen Krankenhausträgern aus. Dessen Mitglieder verpflichten sich zu drei grundsätzlichen Vorgehensweisen: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und Peer-Reviews. Sie versorgen in über 400 Krankenhäusern in Deutschland und der Schweiz jährlich rund 6,3 Millionen Patienten stationär. In Deutschland liegt ihr Anteil an der stationären Versorgung bei 30 %.

Für 451 wesentliche G-IQI-Qualitätsindikatoren hat Helios Deutschland konkrete Zielwerte definiert. Sie leiten sich aus dem Anspruch ab, besser als der Bundesdurchschnitt zu sein. Im Jahr 2017 hat Helios Deutschland dieses Ziel bei 44 Qualitätsindikatoren erreicht. Dies entspricht einer Zielerreichungsquote von 98 % (2016: 93 %).

Einen Auszug von sechs Indikatoren finden Sie in der oben stehenden Tabelle. Die Auswahl basiert auf der Häufigkeit der Krankheitsbilder.

Hygienemanagement

Einen weiteren Schwerpunkt legt Helios Deutschland auf das Thema Hygiene. Ziel des Hygienemanagements ist es, die Weiterverbreitung von Infektionen innerhalb des Krankenhauses schnellstmöglich zu unterbinden. Die HELIOS Konzernregelung Hygiene, die auf den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts basiert, ist für alle Mitarbeiter und Kliniken verbindlich. Helios Deutschland schult die Mitarbeiter hierzu regelmäßig. Das Hygienemanagement liegt im Arbeitsalltag in den Händen der örtlichen Krankenhaushygieniker und Hygienefachschwestern bzw. -pfleger. Es unterscheidet zwischen einer im Krankenhaus erworbenen (nosokomialen) und einer von außen, z. B. durch Patienten, ins Krankenhaus gebrachten Infektion.

1 Auf Beschluss der Fachgruppe Viszeralchirurgie ist die Kennzahl "Umsteigeranteil bei Entfernung der Gallenblase bei Gallensteinen" vom Zielwert zum Beobachtungswert herabgestuft worden, sodass 2017 insgesamt 45 Ziele erreichbar waren.

Weiterführende Daten zu den wichtigsten Erregern1 veröffentlicht Helios Deutschland in der Publikation Hygiene EinBlick und im Internet.

Patientenzufriedenheit

Seit 2009 befragt Helios Deutschland stationär behandelte Patienten mithilfe standardisierter Fragebögen und lässt diese von einem Dienstleister monatlich auswerten. Bei dieser Bewertung spielt neben dem medizinischen Ergebnis die Betreuung in der Klinik eine wichtige Rolle. So stellt Helios Deutschland fest, wie zufrieden die Patienten mit Pflege und Service sind, und kann eventuell nötige Verbesserungen rasch einleiten.

Ab 2018 werden Mitarbeiter an den Klinikstandorten einmal wöchentlich kurze Interviews mit den stationär aufgenommenen Patienten durchführen und die anonymisierten Angaben elektronisch erfassen. Die Auswertung erfolgt lokal. So können die Mitarbeiter das Feedback der Patienten direkt analysieren und Verbesserungsprozesse ohne zeitliche Verzögerung einleiten.

Helios Deutschland ist überzeugt, dass Transparenz entscheidende Anreize für Verbesserungen erzeugt. Auf der Website www.helios-gesundheit.de veröffentlicht das Unternehmen weiterführende Daten zur medizinischen Behandlungsqualität, Hygienekennzahlen und die Ergebnisse von Patientenbefragungen.

Helios Spanien (Quirónsalud)

Für Quirónsalud ist Patientensicherheit eine der Leitlinien der Qualitätsstrategie. Das Unternehmen arbeitet derzeit daran, das interne Qualitätsmanagement an Helios Deutschland anzupassen. Darüber hinaus werden ein Peer-Reviewsystem für Kliniken und ein Verfahren zur Prüfung klinischer Ergebnisse entwickelt. Quirónsalud baut außerdem ein Verfahren aus, das der Bewertung und Nachverfolgung von Indikatoren für die Versorgungsqualität und die Zufriedenheit der Patienten dient.

QUALITÄTSMANAGEMENT UND PATIENTENZUFRIEDENHEIT BEI FRESENIUS VAMED

Fresenius Vamed richtet interne Prozesse an etablierten Qualitätsstandards wie ISO 9001, ISO 14001, ISO 13485 und an den Standards der European Foundation for Quality Management (EFQM) aus. Darüber hinaus hat Fresenius Vamed Gesundheitseinrichtungen nach internationalen Standards wie z. B. JCI (Joint Commission International), ISO oder QMS Reha zertifiziert. Zur Sicherung der Qualitätsstandards finden regelmäßige interne Audits sowie externe Rezertifizierungen statt.

Im Qualitätsmanagement von Gesundheitseinrichtungen erfasst Fresenius Vamed Kennzahlen, die ausschließlich der Optimierung bestehender interner Prozesse dienen, nicht jedoch der Steuerung des Unternehmens.

Patientenzufriedenheit

Fresenius Vamed erfasst die Patientenzufriedenheit in den Gesundheitseinrichtungen in einem laufenden und strukturierten Prozess. Das Unternehmen bewertet die gesammelten Daten intern und setzt geeignete Maßnahmen in den Einrichtungen um.

SCHUTZ VON PERSONENBEZOGENEN DATEN

Eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung, für die Fresenius steht, erfordert den Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien. Dies verpflichtet uns insbesondere zum sorgfältigen Umgang mit den Daten unserer Patienten, Mitarbeiter und Partner. Wir bekennen uns zum Recht auf informationelle Selbstbestimmung und achten die Rechte und die Privatsphäre aller Personen, von denen wir Daten erheben, erhalten, verarbeiten oder nutzen.

Wir tragen sorge dafür, dass kein Dritter unberechtigt auf diese Daten zugreifen kann. Wenn wir Daten durch Dienstleister verarbeiten lassen, stellen wir sicher, dass diese den Schutz der Daten gewährleisten.

ORGANISATION

Für die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben sind die einzelnen Einheiten verantwortlich. Sie werden von Datenschutzberatern und den Datenschutzbeauftragten bei allen Fragen mit datenschutzrechtlichem Bezug unterstützt. Der Datenschutzbeauftragte ist für die Überwachung der Einhaltung der Datenschutzgesetze zuständig.

Auf Konzernebene ist das Datenschutzteam, bestehend aus zwei Beratern für Datenschutz und dem Datenschutzbeauftragten, organisatorisch in der Corporate Compliance-Abteilung angesiedelt. Der Datenschutzbeauftragte berichtet direkt an den Vorstand für Recht, Compliance und Personal.

1 Dargestellt werden die drei wichtigsten Keimgruppen MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus), VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) und MRGN (Multiresistente gramnegative Stäbchen).

DATENSCHUTZ MANAGEMENT SYSTEME

In den einzelnen Einheiten /Ländern gibt es ebenfalls Datenschutzberater und / oder Datenschutzbeauftragte, die durch eine zentrale Organisation auf Ebene der Unternehmensbereiche bzw. der Fresenius SE & Co. KGaA unterstützt werden. Soweit es gesetzliche Bestimmungen in den einzelnen Ländern vorsehen, werden Datenschutzbeauftragte bestellt. Der Datenschutzbeauftragte informiert regelmäßig die jeweils zuständige Geschäftsführung, d. h. Vorstände oder Geschäftsführer. Die Weiterentwicklung unseres Datenschutz Management Systems erfolgt zukünftig im Datenschutz Coordination Committee, in dem sich Datenschutzberater und Datenschutzbeauftragte regelmäßig abstimmen.

Die Zuständigkeit für IT-Sicherheit ist bei der Fresenius Netcare angesiedelt und direkt dem Vorstand für Finanzen unterstellt.

DATENSCHUTZ MANAGEMENT SYSTEME

Durch den Verlust sensibler Daten oder die Nichteinhaltung von Datenschutzgesetzen kann das Vertrauen unserer Partner in uns Schaden nehmen. Deshalb führen wir jährlich eine systematische Analyse unserer Datenschutz- und IT-Sicherheitsrisiken durch und entwickeln hieraus Maßnahmen, um ein angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten.

Basierend auf unserer Risikoanalyse haben wir fünf Handlungsfelder identifiziert:

Patientendaten schützen

Unsere IT-Netzwerke vor Spionage, Hacker- oder anderen Angriffen schützen

Ein einheitliches Datenschutzniveau schaffen

Die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) konzernweit umsetzen

Datenschutz frühzeitig einbinden

Wir steuern diese Handlungsfelder in unseren Datenschutz Management Systemen der Unternehmensbereiche sowie der Fresenius SE & Co. KGaA. Diese beruhen auf drei Säulen: Vorbeugen, Erkennen und Reagieren.

Vorbeugen

Alle Unternehmensbereiche verpflichten sich in ihren Verhaltenskodizes dazu, Daten zu schützen. Die identifizierten Handlungsfelder gehen wir wie folgt an:

► Patientendaten schützen

Sensible personenbezogene Daten, etwa Patientendaten in unseren Gesundheitseinrichtungen oder in von uns beauftragten oder begleiteten Studien, werden nur entsprechend den gesetzlichen Vorgaben verarbeitet. Konkret heißt das, dass die Patientendaten nur den die Patienten behandelnden Ärzten bzw. in den die Studien durchführenden Gesundheitseinrichtungen bekannt sind. Sämtliche Personen, die Zugriff auf Patientendaten haben, unterliegen der Schweigepflicht. Bei der Einbindung von Dienstleistern zur Durchführung von klinischen Studien werden diese vertraglich verpflichtet, alle gesetzlichen Bestimmungen zum Patientendatenschutz einzuhalten.

► Unsere IT-Netzwerke vor Spionage, Hacker- oder anderen Angriffen schützen

Der Zugang zu sensiblen oder kritischen Daten von außerhalb des geschützten Datenzentrumsnetzwerks ist durch die Nutzung von sicheren Protokollen sowie kryptografischen Maßnahmen gesichert. Darüber hinaus investieren wir kontinuierlich in Hard- und Software und verbessern stetig das Wissen über unsere Systeme. Um organisatorische Risiken, wie Manipulationen oder unzulässige Zugriffe, zu minimieren, haben wir Architekturkonzepte, Berechtigungskonzepte und einen Zugriffsschutz durch Passwörter eingerichtet. Die existierende IT-Sicherheits-architektur mit Sicherheitsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen schützt die Systeme in unseren Datenzentren. Zudem werden für Anwendungen mit sensiblen Daten (z. B. Patienten- oder Personaldaten) jährliche Penetrationstests durchgeführt. Wesentliche IT-Systeme oder Kommunikationsinfrastrukturen halten wir redundant vor.

► Ein einheitliches Datenschutzniveau schaffen

Zur Schaffung eines einheitlichen Datenschutzniveaus haben wir wichtige Eckpunkte zur Ausgestaltung des Schutzniveaus mit den Unternehmensbereichen abgestimmt und planen für die Fresenius SE & Co. KGaA, Fresenius Netcare und Fresenius Kabi die Einführung sogenannter Binding Corporate Rules. Mindestanforderungen für technische und organisatorische Maßnahmen sowie regelmäßige Präsenz- und Online-Trainings zum Thema Datenschutz werden uns helfen, die Einhaltung dieser Richtlinien sicherzustellen. Für alle Unternehmensbereiche gilt: Ein Datenaustausch erfolgt stets nur auf Basis einer entsprechenden Rechtsgrundlage, in der die Mindestanforderungen an technische und organisatorische Maßnahmen enthalten sind. Die Anwender in den Unternehmensbereichen werden durch die Datenschutzberater und Datenschutzbeauftragten darin unterstützt, die Vorgaben für das Datenschutzniveau einzuhalten.

► Die Vorgaben der DSGVO konzernweit umsetzen

Wir haben Ende 2016 ein konzernweites Projekt initiiert, um die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in den europäischen Gesellschaften umzusetzen. Unter anderem entwickeln wir unser Vorgehen zur Datenschutzrisikoanalyse weiter, um nicht nur den Vorgaben der DSGVO zum "Privacy Impact Assessment" für Verfahren und Prozesse mit einem erhöhten Datenschutzrisiko gerecht zu werden, sondern sämtliche Verfahren und Prozesse nach einem einheitlichen Risikokatalog einzustufen. Risikobasiert zieht dieses Vorgehen umfassende technische und organisatorische Maßnahmen nach sich.

► Datenschutz frühzeitig einbinden

Nur durch die frühzeitige Einbindung von Mitarbeitern des Datenschutzes in die Entwicklung von neuen Verfahren und Systemen können wir angemessene technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten sicherstellen. Dazu haben wir 2017 ein Netzwerk von dezidierten Datenschutzberatern bei der Fresenius SE & Co. KGaA und bei Fresenius Kabi errichtet.

So stellen wir die sorgfältige Behandlung, wie den vertraulichen Umgang und Schutz der personenbezogenen Daten, in unserem Unternehmen sicher.

Erkennen

Bei der Fresenius SE & Co. KGaA und in den Unternehmensbereichen stehen verschiedene Wege zur Meldung von Vorfällen zur Verfügung, wie z. B. Hinweisgebersysteme oder E-Mail-Adressen. Mitarbeiter können Vorfälle wie auch Anliegen zum Umgang mit personenbezogenen Daten oder IT-Sicherheitsbedenken an den Datenschutzbeauftragten, direkt an ihren Vorgesetzten oder auch anonym melden.

Mit einem eigenen Cyber Emergency Response Team bei Fresenius Netcare gehen wir Angriffen auf unsere IT-Infrastruktur nach. Im Jahr 2017 haben wir rund 800 Cyber-Incidents verzeichnet.

Wir planen, in den nächsten Jahren Kennzahlen im Bereich Datenschutz (Datenschutz-Cockpit) zu entwickeln, mit denen wir Datenschutzthemen noch besser steuern können.

Verantwortlich für die regelmäßige Überprüfung der beschriebenen Maßnahmen sind die jeweiligen verantwortlichen Funktionen: Cybersecurity, IT-Sicherheit und Compliance. Regelmäßige und stichprobenhafte Überprüfungen finden im Rahmen von internen Audits statt.

Reagieren

Vermuteten Verstößen und Anfragen von Betroffenen oder von Behörden gehen wir umgehend nach. Festgestellte Schwachstellen, Verstöße oder neue Entwicklungen in den identifizierten Handlungsfeldern nehmen wir unverzüglich zum Anlass, Verbesserungen an unseren internen Prozessen vorzunehmen. Wenn es aktuelle Entwicklungen erfordern, treffen wir weitere Ad-hoc-Maßnahmen.

RICHTIG HANDELN

Compliance bedeutet für uns mehr, als im Einklang mit Recht und Gesetz zu handeln. Compliance bedeutet, das Richtige zu tun. Das heißt: Wir halten sämtliche Regeln ein, gesetzliche Vorgaben ebenso wie interne Richtlinien, freiwillige Selbstverpflichtungen und ethische Grundsätze. Compliance ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur sowie unserer täglichen Arbeit. Unser Fresenius Verhaltenskodex definiert das Rahmenwerk unserer Regeln. Alle Unternehmensbereiche von Fresenius haben Verhaltenskodizes implementiert. Diese spiegeln die Grundsätze des Fresenius Verhaltenskodex wider, decken aber auch die Besonderheiten der jeweiligen Geschäftstätigkeit ab. Richtlinien, Dienstanweisungen und Prozessbeschreibungen ergänzen und konkretisieren die Regeln der Verhaltenskodizes. Mit unseren Compliance Management Systemen steuern wir die Umsetzung dieser Regeln im Unternehmen.

Wir nehmen bereits mögliches Fehlverhalten sehr ernst. Jedes gesetzwidrige Handeln, jeder Regelverstoß schadet dem Einzelnen und Fresenius. Non-Compliance wird nicht geduldet. Stellen wir Verstöße fest, ergreifen wir die erforderlichen Maßnahmen, um sie abzustellen und eine Wiederholung zu verhindern. Wir nehmen alle Hinweise auch zum Anlass, unsere Unternehmensprozesse auf mögliche Verbesserungen zu überprüfen.

COMPLIANCE MANAGEMENT

COMPLIANCE ORGANISATION

In jedem unserer Unternehmensbereiche ist ein Chief Compliance Officer benannt, der für die Entwicklung, Implementierung und Überwachung des Compliance Management Systems (CMS) zuständig ist. Die Unternehmensbereiche haben im Einklang mit ihrer Organisations- und Geschäftsstruktur Compliance-Verantwortlichkeiten etabliert. Innerhalb dieser Strukturen ist das jeweilige Management verantwortlich für Compliance in der jeweiligen Gesellschaft. Darüber hinaus sind im Fresenius-Konzern mehr als 150 Mitarbeiter hauptamtlich als Compliance-Verantwortliche tätig.

Die Corporate Compliance Abteilung der Fresenius SE & Co. KGaA unterstützt die Compliance-Verantwortlichen der Unternehmensbereiche mit standardisierten Instrumenten, Prozessen und Methoden. Um die Compliance Management Systeme des Konzerns weiterzuentwickeln, erarbeitet die Corporate Compliance-Abteilung in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in den vier Unternehmensbereichen globale Compliance-Initiativen. Zudem ist die Corporate Compliance-Abteilung der Fresenius SE & Co. KGaA verantwortlich für die Entwicklung, Implementierung und Überwachung des CMS der Fresenius SE & Co. KGaA und ihrer Konzernbereiche. Die Corporate Compliance Abteilung berichtet an den Chief Compliance Officer der Fresenius SE & Co. KGaA - den Vorstand für Recht, Compliance und Personal.

Das Compliance Steering Committee (CSC) ist das zentrale Beratungsgremium der Fresenius SE & Co. KGaA für Compliance-Themen. Es dient dem Austausch mit anderen relevanten Governancefunktionen. Seine wesentlichen Aufgaben:

Es berät über den Stand und die Entwicklungen des CMS des Konzerns sowie wichtiger Compliance-Initiativen.

Es diskutiert schwerwiegende fälle möglichen Fehlverhaltens sowie nötige Gegenmaßnahmen.

Es berät zu Compliance-relevanten Themen anderer Governance-funktionen, z. B. zu Planung und Berichten der Internen Revision.

Das Compliance Steering Committee besteht aus folgenden Vertretern der Fresenius SE & Co. KGaA: dem Chief Compliance Officer, dem Chief Financial Officer sowie den Leitern der Abteilungen Recht, Interne Revision und Corporate Compliance. Alle Unternehmensbereiche berichten dem CSC jährlich über ihre Compliance Management Systeme. Die Treffen des CSC finden alle sechs bis acht Wochen statt, mindestens sechsmal pro Jahr. Im Jahr 2017 fanden sieben CSC-Meetings statt, in denen über die Entwicklung des CMS, neue gesetzliche Anforderungen, wichtige Compliance-Initiativen, fälle möglichen Fehlverhaltens sowie die ergriffenen Gegenmaßnahmen berichtet wurde.

Die Aufsichtsräte der Fresenius SE & Co. KGaA sowie der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Fresenius Management SE, werden regelmäßig - jedoch mindestens einmal pro Jahr - zu Compliance im Konzern informiert. Zu den Themen gehören die Compliance Management Systeme, aktuelle und zukünftige Compliance-Initiativen, fälle möglichen Fehlverhaltens sowie ergriffene Gegenmaßnahmen.

COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEME

In allen Unternehmensbereichen und auf Ebene der Fresenius SE & Co. KGaA haben wir risikoorientierte Compliance Management Systeme implementiert. Diese umfassen drei Säulen: Vorbeugen, Erkennen und Reagieren. Dabei liegt unser Fokus darauf, durch effektive Vorbeugung Compliance-Verstöße zu verhindern.

Diese Systeme berücksichtigen die jeweiligen Märkte, in denen die Unternehmensbereiche tätig sind, und sind auf deren spezifische Anforderungen zugeschnitten.

Vorbeugen

Wesentliche Maßnahmen zur Vorbeugung sind eine umfassende Risikobeurteilung, angemessene und wirksame Richtlinien und Prozesse, regelmäßige Schulungen sowie eine kontinuierliche Beratung.

Wir beurteilen Compliance-Risiken in jedem Unternehmensbereich und bei der Fresenius SE & Co. KGaA regelmäßig mithilfe standardisierter Methoden. Diese Risikobeurteilungen umfassen je nach Unternehmensstruktur bis zu 21 Compliance-Risikogruppen. Die Risikoanalyse erfolgt top-down. Zusätzlich hat Fresenius Kabi die Einführung einer bottom-up-Risikoanalyse gestartet. Einmal im Jahr tauschen sich die Compliance-Verantwortlichen unserer Unternehmensbereiche und der Fresenius SE & Co. KGaA über wesentliche Erkenntnisse aus den jeweiligen Risikobeurteilungen aus. So identifizieren sie Risikofelder und wesentliche Veränderungen, die für die gesamte Gruppe relevant sind.

Über alle Unternehmensbereiche hinweg stellt Korruption einen Kernrisikobereich dar. Aus Sicht des Fresenius-Konzerns sind darüber hinaus Kartellrecht und Datenschutz weitere wesentliche Risikobereiche.

Alle Unternehmensbereiche haben Antikorruptionsmaßnahmen als zentralen Bestandteil ihrer Compliance Management Systeme festgelegt. Das Vertrauen unserer Patienten, Geschäftspartner und der breiten Öffentlichkeit darf nicht durch unlauteres Verhalten gefährdet werden. Deshalb stellen wir weltweit hohe Anforderungen an den Umgang mit Heilberufsträgern und Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie öffentlichen Auftraggebern. Wir tolerieren keine Geschäfte, die mit unlauteren Mitteln angebahnt oder durchgeführt werden, und halten weltweit die geltenden Antikorruptionsvorschriften ein. Unsere Verhaltenskodizes verbieten strikt jede Form der Beeinflussung durch unlautere Vorteilsgewährung. Die folgenden vier Prinzipien helfen uns bei Fresenius, integer zu handeln:

COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEME (CMS)

Wir vereinbaren angemessene Vergütungen: Leistung und Gegenleistung müssen folglich in einem angemessenen Verhältnis stehen - für uns selbst wie für Dritte.

Wir dokumentieren die Zusammenarbeit transparent in Verträgen.

Wir trennen strikt Umsatzgeschäfte und erhaltene oder gewährte Zuwendungen: Zuwendungen dürfen weder zeitlich noch kausal in Zusammenhang mit einem möglichen Umsatzgeschäft stehen.

Wir halten Genehmigungs- und offenlegungspflichten ein.

Zu unseren Antikorruptionsmaßnahmen gehört auch, dass wir unsere Partner sorgfältig und nach objektiven Kriterien auswählen. In allen Unternehmensbereichen und bei der Fresenius SE & Co. KGaA finden risikobasierte Due-Diligence-Prüfungen statt, um Risiken im Zusammenhang mit unseren Geschäftspartnern zu beurteilen. Bisher wurden weltweit mehr als 9.000 Geschäftspartner in dieser Weise geprüft. Auf Grundlage des Risikoprofils treffen wir Gegenmaßnahmen, z. B. vertragliche Verpflichtungen, um korruptes Handeln von Geschäftspartnern zu verhindern.

Auch bei der Entscheidung für Akquisitionen und Investitionen berücksichtigen wir Compliance-Risiken. In allen Unternehmensbereichen sind Prozesse zur Durchführung von Compliance-Due-Diligence-Maßnahmen etabliert. Hierzu werden spezifische Prüfungshandlungen zu Compliance-Risiken, insbesondere zu Korruptionsrisiken, durchgeführt. Die Ergebnisse werden in der Entscheidung berücksichtigt.

Die Compliance-Verantwortlichen der Fresenius SE & Co. KGaA und der Unternehmensbereiche unterstützen die Unternehmensführung darin, angemessene interne Kontrollen zu etablieren, um regelkonforme Geschäftsaktivitäten im Alltag zu gewährleisten. Die internen Kontrollen sind in Compliance-Richtlinien und Prozessen auf Konzern- und Unternehmensbereichsebene beschrieben. Die Richtlinien geben unseren Mitarbeitern insbesondere bei Fragen zu den drei Kernrisikobereichen Hilfestellung, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Darüber hinaus unterstützen wir unsere Mitarbeiter mit regelmäßigen Präsenz- und Online-Schulungen. Die Schulungen betreffen den jeweiligen Verhaltenskodex, Unternehmensrichtlinien oder spezifische Themen wie Antikorruption, Kartellrecht oder Datenschutz. Sie rufen unseren Mitarbeitern die Regeln ins Gedächtnis und helfen ihnen, mögliche Verstöße zu verhindern. Die Compliance-Schulungen haben bei Fresenius hohe Priorität und wenden sich an alle Mitarbeiter, einschließlich der Führungskräfte. Bei der Auswahl der Teilnehmer gehen wir risikoorientiert und tätigkeitsspezifisch vor. So erhalten alle neuen Mitarbeiter im Rahmen ihrer Einarbeitung standardmäßig relevante Compliance-Schulungen. Wichtige Schulungen, etwa zum Fresenius Verhaltenskodex, sind für alle Mitarbeiter verpflichtend und werden regelmäßig wiederholt. Für besonders risikobehaftete Bereiche gibt es tätigkeitsspezifische Compliance-Schulungen. Zudem haben wir Prozesse implementiert, die sicherstellen, dass alle Mitarbeiter regelmäßig an den entsprechenden Pflichtschulungen teilnehmen. Zum Beispiel schult Fresenius Helios zusätzlich zentral alle neuen Führungskräfte konkret in der Anwendung und Umsetzung der Fresenius Helios-Antikorruptionsrichtlinie. Neben den Führungskräften werden auch alle Warengruppenmanager des Fresenius Helios-Einkaufs sowie alle Mitarbeiter der Bau- und Projektsteuerung mit relevanten Handlungsvollmachten durch die zentrale Compliance-Verantwortliche geschult.

Die Compliance-Verantwortlichen bieten den Mitarbeitern kontinuierliche Beratung bei Fragen rund um das Thema Compliance. Die Unternehmensbereiche haben Compliance-Verantwortlichkeiten innerhalb ihrer Organisationsstrukturen festgelegt. So können sich Mitarbeiter bei Entscheidungen im Rahmen ihrer täglichen Arbeit vor Ort an lokale Compliance-Verantwortliche wenden. Diese wiederum erhalten Unterstützung durch die Compliance-Verantwortlichen der Regionen und Divisionen. Die Compliance-Abteilungen auf Leitungsebene der Unternehmensbereiche entwickeln globale Compliance-Initiativen für ihren Unternehmensbereich und unterstützen die Compliance-Verantwortlichen der Regionen und Divisionen bei deren Initiativen. Die Corporate Compliance-Abteilung der Fresenius SE & Co. KGaA unterstützt je nach Bedarf die Compliance-Verantwortlichen der Unternehmensbereiche.

Erkennen

Mögliche Compliance-Risiken versuchen wir frühzeitig anhand objektiver Indikatoren zu erkennen. Fresenius Kabi verfügt mit dem Compliance-Cockpit über ein Instrument, das jährlich einen Überblick über Compliance-relevante Kennzahlen der einzelnen Gesellschaften ermittelt. Es nutzt dazu objektive externe und interne Indikatoren. Fresenius Kabi überprüft das Compliance-Cockpit jährlich und legt angemessene Überwachungsmaßnahmen für Gesellschaften fest, die ein höheres Risikoprofil aufweisen.

Für Bargeldtransaktionen und Bankgeschäfte haben wir neben Kontrollen wie dem Vieraugenprinzip auch die lückenlose Überwachung von Bartransaktionen über einem bestimmten Schwellenwert implementiert. So gewährleisten wir, dass alle diese Finanztransaktionen einen sachgerechten Bezug haben sowie ordnungsgemäß autorisiert und abgewickelt werden. Automatisierte Abläufe und Auswertungen über die Einhaltung von Schwellenwerten ermöglichen es uns, Compliance-Risiken frühzeitig zu erkennen.

Zusätzlich führen die Compliance-Funktionen der Fresenius SE & Co. KGaA und von Fresenius Kabi regelmäßig funktionale Prüfungen der Compliance-Initiativen in Form von Workshops durch. Damit stellen sie sicher, dass Richtlinien und Prozesse umgesetzt werden, und unterstützen Mitarbeiter bei Fragen zu richtigem Handeln im Geschäftsalltag. Die Corporate Compliance-Abteilung der Fresenius SE & Co. KGaA hat im Jahr 2017 sieben internationale Workshops begleitet.

Bei Helios Deutschland findet in ausgewählten Kliniken jährlich ein Transparenzreview statt. Dabei wird stichprobenartig überprüft, ob die Vorgaben der Transparenzrichtlinie eingehalten werden.

Zudem führt die Interne Revision unabhängige Untersuchungen der Compliance Management Systeme durch. Dabei prüft sie die Unternehmensbereiche und Konzerngesellschaften auch im Hinblick auf Compliance-relevante Themen. Die Interne Revision kontrolliert die Implementierung von Richtlinien und Verfahren sowie die Effektivität des CMs. Falls sich aus Prüfungen oder Audits Verbesserungspotenziale ergeben, legt die Interne Revision in Abstimmung mit den verantwortlichen Führungskräften erforderliche Maßnahmen fest. Im Jahr 2017 hat die Interne Revision weltweit zahlreiche Prüfungen mit Compliance-Bezug bei der Fresenius SE & Co. KGaA und in den Unternehmensbereichen durchgeführt.

Haben Fresenius-Mitarbeiter Kenntnis über mögliches Fehlverhalten, z. B. Verstöße gegen Gesetze, Vorschriften oder internen Richtlinien, können sie sich an ihren Vorgesetzten oder den zuständigen Compliance-Verantwortlichen wenden, um einen potenziellen Compliance-Vorfall zu melden. Darüber hinaus können sie potenzielle Compliance-Vorfälle auch anonym melden. In den Unternehmensbereichen und bei der Fresenius SE & Co. KGaA stehen ihnen dafür z. B. Hinweisgebersysteme oder eigens dazu eingerichtete E-Mail-Adressen zur Verfügung.

Die Fresenius SE & Co. KGaA und Fresenius Kabi haben das Hinweisgebersystem über die Corporate-Website nicht nur Mitarbeitern, sondern auch Dritten, z. B. Kunden, Lieferanten und anderen Partnern, geöffnet.

Reagieren

Allen gemeldeten oder anderweitig aufgedeckten Compliance-Verstößen gehen wir je nach Schwere des möglichen Fehlverhaltens entweder auf der Konzernebene oder in den Unternehmensbereichen nach. Wir bewerten potenzielle Verstöße zuerst auf ihre Plausibilität und ihre mögliche schwere, um sämtliche mögliche Verstöße konsistent, fair und umfassend zu behandeln. Die Schwere des Compliance-Vorfalls bestimmt, wer die weitere Bearbeitung übernimmt. Sofern erforderlich, erfolgt die Untersuchung entweder durch ein internes Team oder mit externer Unterstützung. Nach Abschluss der Untersuchung treffen wir erforderliche Abhilfemaßnahmen, die ein ähnliches Fehlverhalten in Zukunft verhindern oder zumindest erschweren.

Jeden Hinweis auf mögliches Fehlverhalten nehmen wir zum Anlass, unsere Unternehmensprozesse auf Verbesserungen zu überprüfen. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch das verantwortliche Management zeitnah in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Compliance-Verantwortlichen. Je nach Art und Schwere des Fehlverhaltens erfolgt die Sanktionierung der für das Fehlverhalten verantwortlichen Mitarbeiter. Diese Sanktionen können arbeitsrechtlicher, zivilrechtlicher oder strafrechtlicher Natur sein.

Um ethisches Verhalten zu gewährleisten, überprüfen und hinterfragen wir kontinuierlich aktuelle Geschäftspraktiken und versuchen, von Best Practices zu lernen. Auf der jährlichen Compliance-Conference tauschen die Compliance-Verantwortlichen unserer Unternehmensbereiche ihre Erfahrungen regelmäßig aus. Die unterschiedlichen Geschäftsmodelle der vier Unternehmensbereiche ermöglichen, voneinander zu lernen. Teilnehmer der Konferenz sind der Chief Compliance Officer der Fresenius SE & Co. KGaA, die Mitarbeiter der Corporate Compliance-Abteilung der Fresenius SE & Co. KGaA, die Compliance-Verantwortlichen der Unternehmensbereiche sowie die Leiter der Abteilungen Recht und Interne Revision. Ergänzt wird die Compliance Conference durch alle zwei Monate stattfindende Telefonkonferenzen, regelmäßige Jours fixes sowie durch den Austausch in themenbezogenen Arbeitsgruppen.

Unser Ziel ist die ständige Weiterentwicklung unserer Compliance-Maßnahmen, um unserer Verpflichtung zu höchster Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen, Integrität im Umgang mit unseren Partnern, verantwortungsvollem Handeln und Zuverlässigkeit in unseren Aussagen zum Wohl unserer Patienten auch zukünftig gerecht zu werden.

Im Geschäftsjahr 2017 war der Fresenius-Konzern in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit ergeben. Weiterführende Informationen zu rechtlichen Verfahren finden sie auf den Seiten 186 ff. im Konzern-Anhang.

EIN ATTRAKTIVER ARBEITGEBER SEIN

Wachstum und Erfolg von Fresenius basieren wesentlich auf dem Engagement unserer weltweit mehr als 270.000 Mitarbeiter. Mit ihren Leistungen, ihren Fähigkeiten und ihrem engagierten Einsatz tragen sie dazu bei, dass unsere Unternehmensbereiche führende Positionen in ihren Märkten einnehmen. Wir wollen auch weiterhin Talente für Fresenius gewinnen, sie an uns binden und weiterentwickeln. Deshalb bieten wir ihnen eine Vielzahl attraktiver Entwicklungsmöglichkeiten an. Zudem fördern wir internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie Vielfalt in den Unternehmensbereichen und Regionen. Im Konzernvorstand ist das Vorstandsmitglied für Recht, Compliance und Personal zentral für Arbeitnehmerbelange verantwortlich.

PERSONALSTRUKTUR UND DIVERSITÄT

Zum Jahresende 2017 beschäftigte der Fresenius-Konzern 273.249 Mitarbeiter. Dies waren 40.376 oder 17 % mehr als im Vorjahr (31. Dezember 2016: 232.873). Das organische Wachstum der Mitarbeiterzahl betrug 2 %. Akquisitionen trugen 15 % zu dem Anstieg bei.

MITARBEITER (FTE) NACH UNTERNEHMENSBEREICH EN

2017 2016 2015
Fresenius Medical Care 114.000 109.319 104.033
Fresenius Kabi 34.923 33.476 31.857
Helios Deutschland1 57.719 56.596 52.289
Helios Spanien (Quirónsalud) 27.858 k. A. k. A.
Fresenius Vamed 7.215 6.909 7.062
Konzern / Sonstige 969 889 819
Gesamt (FTE) 242.684 207.190 196.061

1 Vollkräfte: Zahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten im Monatsdurchschnitt

MITARBEITER (KÖPFE) NACH REGIONEN

2017 2016 2015
Europa   154.172 119.434 114.753
  davon Deutschland 86.613 84.165 80.640
  übriges Europa 67.559 35.269 34.113
Nordamerika   75.083 72.803 68.859
Asien -Pazifik   24.381 22.441 20.257
Lateinamerika   17.709 16.283 16.498
Afrika   1.904 1.912 1.938
Gesamt zum 31.12.   273.249 232.873 222.305

Nach Funktionsbereichen ist unsere Personalstruktur im Geschäftsjahr 2017 weitgehend unverändert geblieben: Rund 15% unserer Mitarbeiter sind im Bereich Produktion tätig und 70 % im Bereich Dienstleistungen.

MITARBEITER NACH FUNKTIONSBEREICHEN

2017 2016 2015
Produktion 40.189 38.069 37.317
Dienstleistung 190.564 161.495 153.775
Allgemeine Verwaltung 28.568 19.955 19.051
Vertrieb und Marketing 11.156 10.584 9.915
Forschung und Entwicklung 2.772 2.770 2.247

Der Anteil weiblicher Mitarbeiter im Fresenius-Konzern lag zum 31. Dezember 2017 bei 68 % (31. Dezember 2016: 68 %). Die Zahl der Teilnehmerinnen an unseren konzernweiten Aktienoptionsprogrammen gibt Aufschluss über den weltweiten Frauenanteil in Führungspositionen. Unter diesen rund 1.400 Spitzenkräften lag die Frauenquote zum 31. Dezember 2017 demnach bei 30,3 %.

FRAUENANTEIL IN DEN UNTERNEHMENSBEREICH EN

2017 2016 2015
Fresenius Medical Care 69 % 69 % 69 %
Fresenius Kabi 51 % 51 % 50 %
Fresenius Helios 76 % 76 % 77 %
Fresenius Vamed 56 % 56 % 55 %
Konzern / Sonstige 39 % 39 % 40 %

Fresenius achtet und fördert eine Kultur der Vielfalt. Wir sind überzeugt: Erst das Zusammenspiel unterschiedlichster Sichtweisen, Meinungen, kultureller Prägungen, Erfahrungen und Werte ermöglicht es uns, die Potenziale auszuschöpfen, die uns erfolgreich machen. Wir wollen deshalb die kulturelle Vielfalt im Unternehmen erhalten und erweitern. Das Fundament einer von gegenseitigem Respekt geprägten Zusammenarbeit und Unternehmenskultur bildet der Fresenius Verhaltenskodex, der für alle Mitarbeiter verbindlich ist.

Unser interkulturelles Arbeitsumfeld sehen wir als klaren Wettbewerbsvorteil - vor allem in Zeiten der Globalisierung. Das Wissen und die sozialen Kompetenzen unserer Mitarbeiter, ihre unterschiedlichen ethnischen, gesellschaftlichen und religiösen Hintergründe helfen uns, eine besondere Sensibilität für die lokalen Bedürfnisse unserer Kunden und Patienten zu entwickeln.

Der Altersdurchschnitt im Jahr 2017 im Konzern betrug 41,6 Jahre (2016: 41,5 Jahre). Dabei ist der größte Anteil unserer Mitarbeiter (55 %) zwischen 30 und 50 Jahre alt. Weiterführende Informationen zu unserem Diversitätskonzept für den Vorstand und den Aufsichtsrat finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung auf den Seiten 106 ff. des Geschäftsberichts.

ALTERSDURCHSCHNITT1

2017 2016
Fresenius Medical Care 41,8 k. A.
Fresenius Kabi 38,5 38,7
Fresenius Helios 42,7 42,6
Fresenius Vamed 43,0 43,5
Konzern / Sonstige 39,2 39,2
Gesamt 41,6 41,5

TALENTE GEWINNEN, MITARBEITER BINDEN UND ENTWICKELN

Die fortschreitende Globalisierung unserer Märkte ist eine Herausforderung für unser Personalmanagement. Deshalb richten die Unternehmensbereiche ihre Personalpolitik individuell an den jeweiligen Markterfordernissen und kulturellen Unterschieden aus. Dabei konzentrieren wir uns auf drei Handlungsfelder:

Talente gewinnen: Wir haben in den vergangenen Jahren unser Personalmarketing und unsere globale Karrierewebsite kontinuierlich ausgebaut. Im Geschäftsjahr 2017 hat das Marktforschungsinstitut Potentialpark Fresenius zum sechsten Mal als das deutsche Unternehmen mit dem besten Internetangebot für Bewerber ausgezeichnet.

Mitarbeiter binden: Als international agierender Gesundheitskonzern schaffen wir je nach Land und Standort verschiedene Anreize. Dazu gehören z. B. flexible Arbeitszeitmodelle sowie die Möglichkeit, über variable Vergütungsmodelle am Unternehmenserfolg zu partizipieren.

Mitarbeiter entwickeln: Wir passen unsere Personalinstrumente stetig den Erfordernissen der Zukunft an. Neben den konzernweit verbindlichen Trainings zum Verhaltenskodex gibt es in den Unternehmensbereichen Pflichtschulungen zum Bereich Qualitätsmanagement, zum Umweltmanagement sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Individuelle Trainingsangebote für Mitarbeiter und Führungskräfte sowie ein bereichsspezifisches Talentmanagement runden unsere Personalentwicklungsmaßnahmen ab.

Wir ermöglichen es unseren Mitarbeitern, sich in einem internationalen, dynamischen Umfeld professionell weiterzuentwickeln. Je nach ihrer Kunden- und Marktstruktur verfolgen unsere Unternehmensbereiche unterschiedliche Konzepte und Maßnahmen zur Personalentwicklung.

Um unseren Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu sichern und neue Mitarbeiter zu gewinnen, setzen wir auf digitales Personalmarketing, richten eigene Bewerberveranstaltungen aus und präsentieren das Unternehmen auf Karrieremessen.

ALTERSSTRUKTUR1

2017 2016
in % unter 30 Zwischen 30 und 50 Über 50 Unter 30 Zwischen 30 und 50 Über 50
Fresenius Medical Care 17 % 58 % 25 % k. A. k. A. k. A.
Fresenius Kabi 25 % 59 % 16 % 24 % 60 % 16 %
Fresenius Helios 19 % 49 % 32 % 19 % 50 % 32 %
Fresenius Vamed 18 % 54 % 28 % 18 % 54 % 29 %
Konzern / Sonstige 24 % 55 % 21 % 23 % 57 % 20 %
Gesamt 19 % 55 % 26 % 20 % 53 % 27 %

1 Die Daten von Fresenius Medical Care basieren auf Länderdaten mit insgesamt 89 % der Mitarbeiter. Daten von Fresenius Kabi beziehen sich auf die Mitarbeiter weltweit. Die Daten von Fresenius Helios beziehen sich auf Helios Deutschland. Die Daten von Fresenius Vamed enthalten auch Leiharbeitskräfte.

Berufliche Ausbildung ist uns wichtig. An unseren deutschen Standorten haben wir im Jahr 2017 mehr als 4.000 junge Menschen in 31 verschiedenen Berufen ausgebildet, davon - gemeinsam mit dualen Hochschulen - über 100 Studierende in 19 Studiengängen. Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitsprozesse stellt uns vor Herausforderungen. Aus diesem Grund erhöhten wir die Zahl der angebotenen Ausbildungs- und Studienplätze in den IT- und IT-nahen Berufen. Zudem stellen wir in Kooperation mit Hochschulen neue duale Studiengänge und -richtungen bereit, etwa im Fach Digital Business Management, E-Health oder Data Science. Als Alternative zum klassischen Direkteinstieg bietet Fresenius Hochschulabsolventen Traineeprogramme an.

AUSZUBILDENDE UND AUSBILDUNGSQUOTE FÜR DEUTSCHLAND

2017 2016 2015
Auszubildende1 4.019 3.743 3.672
Ausbildungsquote 4,64 4,63 4,55

1 Umfasst Auszubildende sowie dual studierende

Die Betriebszugehörigkeit im Konzern kann durch Akquisitionen in den Unternehmensbereichen schwanken. Im Jahr 2017 lag sie im Durchschnitt bei 8,3 Jahren (2016: 8,4 Jahre).

DURCHSCHNITTLICHE BETRIEBSZUGEHÖRIGKEIT1

in Jahren 2017 2016
Fresenius Medical Care 7,2 k. A.
Fresenius Kabi 7,4 7,6
Fresenius Helios 10,5 10,8
Fresenius Vamed 6,1 6,0
Konzern / Sonstige 7,6 7,6
Gesamt 8,3 8,4

Im Jahr 2017 lag die Rate der Mitarbeiter, die das Unternehmen freiwillig verlassen haben, bei 11,0 % (2016: 10,4 %).

ARBEITNEHMERKÜNDIGUNGEN1

in % 2017 2016
Fresenius Medical Care 14,7 k. A.
Fresenius Kabi 11,3 10,7
Fresenius Helios 6,0 5,3
Fresenius Vamed 8,0 k. A.
Konzern / Sonstige 2,7 2,5
Gesamt 11,0 10,4

Berechnet als Anzahl der Mitarbeiter, die das Unternehmen freiwillig verlassen haben in Relation zur Anzahl der Mitarbeiter am Ende des Jahres.

Unseren Mitarbeitern bieten wir attraktive Entwicklungsangebote, um sie langfristig an unser Unternehmen zu binden. Der Fresenius-Trainingskatalog umfasst Angebote für alle Mitarbeiter. Dazu gehören beispielsweise Programme zu Kommunikation und Präsentation, zu Selbstmanagement und zu Projektmanagement sowie zielgruppenspezifische Lern-inhalte.

Ergänzend zu dem Trainingskatalog dokumentiert Fresenius in dem Lernmanagementsystem Fresenius Learning Center (FLC) Trainings in Kooperation mit Fach- und Unternehmensbereichen. Diese Trainings bestehen je nach Thema aus einem oder mehreren Modulen. Dazu gehören mehrheitlich E-Learnings, d. h. klassische Web-basierte Trainings, sowie Webinare und die Teilnahme an Präsenztrainings. In Deutschland können Mitarbeiter, die keine eigenen PCs oder Laptops nutzen oder die kein ruhiges Arbeitsumfeld haben, die für sie notwendigen Trainings an eigens eingerichteten Lernplätzen durchführen.

In der Zentrale in Bad Homburg verwalten Fresenius Medical Care, Fresenius Kabi sowie die Konzernbereiche von Fresenius die Mehrzahl ihrer Trainingsmodule, die im FLC dokumentiert werden. Fresenius Helios und Fresenius Vamed bieten E-Learnings innerhalb ihres Unternehmens bedarfsorientiert an und dokumentieren Trainingsaktivitäten in eigenen Lernmanagementsystemen. Im Jahr 2017 hat z. B. Fresenius Kabi Trainingsaktivitäten in über 50 verschiedenen Ländern im FLC dokumentiert.

Wichtige Compliance-Schulungen, etwa zum Fresenius Verhaltenskodex, sind für alle Mitarbeiter verpflichtend und werden regelmäßig wiederholt. Darüber hinaus gibt es managementspezifische Schulungen für Bereiche mit hohem Risiko. Wir haben zudem Prozesse implementiert, die sicherstellen, dass alle Mitarbeiter regelmäßig an den für sie relevanten Schulungen teilnehmen. Weitere Informationen dazu finden sie auf den Seiten 80 ff.

Für Führungskräfte hat Fresenius zwei konzernweite Programme etabliert. Das Programm Maximizing Leadership Impact in Kooperation mit der Harvard Business School richtet sich an den Kreis der obersten Führungskräfte. Das Executive-Programm mit der Hochschule St. Gallen, das den Schwerpunkt auf Strategie und Change-Management legt, richtet sich an Führungskräfte aus dem mittleren bis oberen Management.

1 Die Daten von Fresenius Medical Care basieren auf Länderdaten mit insgesamt 89 % der Mitarbeiter. Daten von Fresenius Kabi beziehen sich auf die Mitarbeiter weltweit. Die Daten von Fresenius Helios beziehen sich auf Helios Deutschland. Die Daten von Fresenius Vamed enthalten auch Leiharbeitskräfte.

FRESENIUS MEDICAL CARE

Lebenslanges Lernen sowie persönliche und berufliche Weiterentwicklung sind wichtige Elemente der Mitarbeitermotivation und Voraussetzung für den beruflichen Erfolg. Zudem sind sie entscheidend für den Wettbewerbsvorteil von Fresenius Medical Care. Das Unternehmen investiert in seine Mitarbeiter und bietet ihnen attraktive Entwicklungsmöglichkeiten, abgestimmt auf ihre Rolle und ihre individuellen Stärken. Dies spiegelt sich in verschiedenen Entwicklungsprogrammen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene wider. Beispiele sind das Clinical Advancement Program (CAP), ein Entwicklungsprogramm, das speziell für staatlich geprüfte Pflegekräfte in den USA konzipiert wurde, und die Fresenius Medical Care Leadership Academy für das mittlere Management in der Region EMEA. Ein weiteres Angebot für Mitarbeiter sind Online-Schulungen, die in allen Ländern von Fresenius Medical Care zur Verfügung stehen, in denen Mitarbeiter beschäftigt werden. 2017 wurde außerdem ermittelt, welche Mitarbeiter künftig bestimmte Führungspositionen übernehmen könnten, und es wurden Nachfolgepläne überprüft, um die Grundlage für ein globales Talentmanagement zu erarbeiten. Ziel ist, Mitarbeiter, Manager und Kollegen aus dem Bereich Personal dabei zu unterstützen, künftig optimale Personallösungen zu finden. Dazu gehört auch, Methoden zu erarbeiten, wie der Führungsnachwuchs bei Fresenius Medical Care identifiziert, gefördert und weiterentwickelt werden kann.

FRESENIUS KABI

Fresenius Kabi hat für Training und Entwicklung der Mitarbeiter globale, regionale und lokale Strukturen geschaffen. Alle Mitarbeiter werden je nach Funktionen und Aufgaben geschult und qualifiziert. Compliance-Schulungen, beispielsweise zum Fresenius Kabi-Verhaltenskodex, sind obligatorisch. Zusätzlich erhalten alle Mitarbeiter, die in der Produktion tätig sind, verpflichtende Trainings zu guter Herstellungspraxis und tätigkeitsbezogenem Arbeits- und Umweltschutz.

Die Führungskräfteentwicklung bei Fresenius Kabi zielt darauf ab, sowohl die Unternehmensstrategie als auch die Wachstumsziele zu unterstützen. Darum will Fresenius Kabi Talente identifizieren, an das Unternehmen binden und weiterentwickeln. Insbesondere die Entwicklung von Führungskräften erfordert ein kontinuierliches Lernen und eine klare Orientierung an den Grundsätzen von Fresenius Kabi. Das Unternehmen nutzt zu diesem Zweck den jährlichen Talent-Review, einen Dialog über Leistung, Kompetenzen und Entwicklungspotenziale. Auf Basis dieses Reviews identifiziert, bewertet und entwickelt Fresenius Kabi Führungskräfte und Talente in allen Regionen, Divisionen und Zentralfunktionen weltweit.

FRESENIUS HELIOS

Wissen zu vermitteln und zu vermehren ist eines der vier strategischen Unternehmensziele von Fresenius Helios. Zum einen wirkt sich dies direkt auf die Qualität der medizinischen Dienstleistung aus. Zum anderen macht es Fresenius Helios zu einem besonders attraktiven Arbeitgeber im Gesundheitsbereich. Alle Maßnahmen im Bereich Training und Entwicklung helfen Fresenius Helios dabei, die drei weiteren strategischen Unternehmensziele zu erreichen: Patientennutzen, Wirtschaftlichkeit und Wachstum.

Helios Deutschland

Die Helios-Akademie und die Helios-Bildungszentren eröffnen allen Berufsgruppen umfangreiche Möglichkeiten der kompetenzorientierten Aus-, Fort- und Weiterbildung. So bieten Helios-Bildungszentren bereits seit 2010 das Basiscurriculum Pflege an. All jene, die bereits einen großen Erfahrungsschatz mitbringen, können ihr Know-how außerdem mit Simulationstrainings erweitern, z. B. im Bereich Anästhesie, Intensivmedizin und Schockraum. Interdisziplinäre und interprofessionelle Teams aus Ärzten und Pflegekräften bereiten sich in den Trainings auf mögliche Notfallsituationen vor. Sie trainieren und simulieren typische Szenarien der jeweiligen Fachgebiete. Dabei stehen Fähigkeiten wie Team- und Krisenkommunikation im Vordergrund.

Helios Deutschland fördert Nachwuchskräfte im ärztlichen Dienst und in der Pflege über ein zentrales Talentmanagement. Angehenden Führungskräften im ärztlichen Dienst bietet das Unternehmen ein maßgeschneidertes Entwicklungsprogramm. Dank seiner Trainee-Programme und seiner Führungskräfteausbildung genießt Helios Deutschland unter Hochschulabsolventen einen Ruf als attraktiver Arbeitgeber.

Helios Spanien (Quirónsalud)

Quirónsalud hat zur Förderung der Mitarbeiter einen Corporate Talent Plan implementiert. Dieser enthält einen Talentpool für den internen Austausch und Weiterbildungsmaßnahmen. Das Unternehmen erweitert das Schulungsprogramm kontinuierlich und konzentriert sich dabei besonders auf die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Patienteninformationen, Patientensicherheit und Verbesserungen bei der Behandlung von Patienten.

FRESENIUS VAMED

Das Leistungsvermögen der Mitarbeiter aufgrund ihrer Ausbildung, ihres Fachwissen und ihrer Projekterfahrung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Fresenius Vamed. Die Weiterentwicklung dieses Erfolgsfaktors genießt hohe Priorität. Fresenius Vamed bietet den Mitarbeitern daher individuelle Möglichkeiten der fachlichen Aus- und Weiterbildung an, damit das Unternehmen für künftige Herausforderungen optimal aufgestellt ist. Im Rahmen der strategischen Personalplanung nutzt das Unternehmen das VAMED Human capital Management-Programm (HCM-Programm). Es dient der Identifikation und der individuellen Weiterentwicklung von Potenzialträgern, damit sie in Zukunft Führungs- und Leistungsträgerfunktionen übernehmen können.

Mit verschiedenen Trainee-Programmen widmet sich Fresenius Vamed insbesondere der Qualifikation und Ausbildung junger Mitarbeiter. Die Programme bieten denjenigen, die ein überdurchschnittliches Entwicklungspotenzial aufweisen, die Möglichkeit, sich umfassendes Fachwissen und Praxiserfahrung für ein bestimmtes Berufsbild anzueignen. Ferner stehen sämtlichen Mitarbeiter n die Kurse und Schulungen der VAMED-Akademie offen. In ihnen geht es nicht nur um Fachthemen, sondern auch um die Weiterentwicklung der Persönlichkeit sowie um Führungs-, Sozial- und Methodenkompetenz. Verschiedene Wissensplattformen, u. a. das International Medical Board (IMB), bündeln das Know-how von rund 650 Ärztinnen und Ärzten, die für Fresenius Vamed tätig sind.

MITARBEITERBETEILIGUNG UND MITBESTIMMUNG

Die Fresenius SE & Co. KGaA hat einen Europäischen Betriebsrat, der zum 31. Dezember 2017 aus 22 Arbeitnehmervertretern besteht. Diese stammen aus den Mitgliedsstaaten der EU und des EWR (Europäischer Wirtschaftsraum), in denen Fresenius Arbeitnehmer beschäftigt . Der Europäische Betriebsrat ist zuständig für die Beteiligung der Fresenius-Mitarbeiter in Angelegenheiten, die sich auf mindestens zwei Länder in seinem Geltungsbereich erstrecken. Der Europäische Betriebsrat entsendet sechs Mitglieder in den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA.

ERFOLGSBETEILIGUNG UND AKTIENOPTIONSPLAN

Seit vielen Jahren bietet Fresenius eine aktienbasierte Erfolgsbeteiligung an. Der Konzern schüttet diese aus, wenn er die im entsprechenden Programm definierten EBIT- und Ergebnisziele erreicht. Die untenstehende Tabelle zeigt, wie sich die Erfolgsbeteiligung entwickelt hat.

Unser Long Term Incentive Program 2013 ist ein globales Vergütungsinstrument für Führungskräfte, das unternehmerische Mitverantwortung mit zukünftigen Chancen und Risiken verknüpft. Es umfasst den Aktienoptionsplan 2013 sowie den Phantom Stock Plan 2013 und verbindet die Ausgabe von Aktienoptionen mit der von Phantom Stocks. Weiterführende Informationen finden Sie auf den Seiten 205 ff. des Konzern-Anhangs.

Darüber hinaus verfügt die Fresenius Medical Care über ein eigenes aktienbasiertes Erfolgsbeteiligungsprogramm.

ERFOLGSBETEILIGUNG

2016 2015 2014
Erfolgsbeteiligung1in € 2.200 2.200 2.335
Bezugsberechtigte 6.130 5.934 5.730
Summe der ausbezahlten Erfolgsbeteiligung1 in Mio € 12,2 11,9 9,8

1 Die Erfolgsbeteiligung gilt für das angegebene Jahr und wird jeweils im nachfolgenden Geschäftsjahr ausgezahlt. In einigen deutschen Konzerngesellschaften ist sie Bestandteil der Vergütung.

ARBEITS- UND GESUNDHEITSSCHUTZ

Wir betrachten es als selbstverständlichen Teil unserer Verantwortung, Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten. Der Verhaltenskodex von Fresenius schreibt verbindlich vor, arbeitsbedingte Unfälle unserer Mitarbeiter zu vermeiden. Alle Unternehmensbereiche setzen bei Arbeits- und Gesundheitsschutz auf Präventivmaßnahmen sowie auf die eigene Verantwortung der Beschäftigten. Die Sicherheitskonzepte sind an die spezifischen Geschäftsmodelle der vier Unternehmensbereiche angepasst. Sie haben nicht nur den Schutz der Mitarbeiter zum Ziel, sondern auch das Wohl und die Sicherheit der Patienten.

Im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen erfassen die Unternehmensbereiche kontinuierlich Daten zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Sofern diese konsolidiert werden, sind sie in den Abschnitten zu den Unternehmensbereichen dargestellt.

FRESENIUS MEDICAL CARE

Die Geschäftstätigkeit von Fresenius Medical Care unterliegt in praktisch jedem Land, in dem das Unternehmen tätig ist, staatlichen Regelungen. Obwohl sich diese Vorgaben von Land zu Land unterscheiden, verfolgen sie im Allgemeinen denselben Zweck. Sie regeln beispielsweise den Betrieb unserer Kliniken, Labore und Fertigungsstätten, die Befolgung des Arbeitsrechts, die Erfüllung von Standards für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz sowie die korrekte Berichterstattung.

Das Management vor Ort ist dafür zuständig, dass lokale Gesetze und Vorschriften eingehalten werden. Diese haben Vorrang vor den Unternehmenszielen. Im Segment Nordamerika werden die örtlichen Einheiten von einer spezialisierten Abteilung unterstützt, die dafür verantwortlich ist, den Geschäftsbetrieb in Bezug auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu überwachen und zu bewerten. Darüber hinaus betrachtet die Funktion, die für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zuständig ist, externe regulatorische und gesetzliche Vorgaben und integriert sie in unsere internen Richtlinien und Handlungsanweisungen. Dabei arbeitet sie mit dem regionalen und lokalen Management zusammen. Fresenius Medical Care räumt Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz oberste Priorität ein und sorgt für einen sicheren, gesundheitlich unbedenklichen und produktiven Arbeitsplatz für Mitarbeiter und Geschäftspartner. In vielen Ländern müssen medizinische Einrichtungen Arbeits-sicherheits- und Gesundheitsschutzvorschriften erfüllen, um zertifiziert zu werden. Für Nordamerika, EMEA und Lateinamerika werden interne Prüfungen und Audits durchgeführt, um die Befolgung der Richtlinien und Maßnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes im Rahmen der örtlichen Qualitätsmanagementsysteme zu überwachen. In den Segmenten EMEA und Lateinamerika gilt dies für den Bereich der Gesundheitsdienstleistungen.

Die Produktionsstandorte und Labore von Fresenius Medical Care in den USA durchlaufen jährlich ein formales Programm, mit dem die Einhaltung der Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsstandards überprüft wird. Im Rahmen von Audits wird hier die Einhaltung von Vorschriften der US-amerikanischen Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzbehörde, des Verkehrsministeriums, der US-Umweltschutz-behörde sowie der staatlichen und lokalen Gesetze überprüft. Im Segment EMEA hat Fresenius Medical Care die Arbeitsschutzmaßnahmen in einem zentralen Managementsystem für

Arbeitssicherheit nach der Norm British Standards Occupational Health and Safety Assessment Series 18001 (BS OHSAS 18001) gebündelt und in das integrierte Managementsystem des Unternehmens eingebunden.

Fresenius Medical Care fördert eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsumgebung mit dem Ziel, Verletzungen auf ein Minimum zu reduzieren und die Unfallquoten zu senken. Dies umfasst:

Meldung und Analyse von Unfällen und Verletzungen am Arbeitsplatz

Ursachensuche

gegebenenfalls Maßnahmen zur Abhilfe, sofern angemessen

Als Bestandteil dieses Konzepts wurden Leistungsindikatoren für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz in unseren Produktionsstätten sowie in den Dialysezentren von Fresenius Medical Care eingeführt, um die von den Behörden geforderten Informationen zur Verfügung stellen zu können.

FRESENIUS KABI

Fresenius Kabi hat verbindliche Arbeitsschutzrichtlinien implementiert. Der Fokus liegt auf der Prävention und der Aufarbeitung von Arbeitsunfällen. Ziel ist es, alle arbeitsbedingten Unfälle zu vermeiden. Dazu gehören Standardverfahrensanweisungen sowie weitere Richtlinien und Anweisungen, die weltweit den Arbeits- und Gesundheitsschutz im Unternehmen regeln. Des Weiteren hat Fresenius Kabi ein Managementsystem für den Arbeits- und Gesundheitsschutz gemäß dem Standard OHSAS 18001 eingeführt, das weltweit ausgerollt wird. Ziel ist es, Arbeits- und Gesundheitsschutzprozesse und Kontrollen an allen Standorten zu verbessern und nach international anerkannten Methoden auszurichten.

Mitarbeiter des Bereichs Global Work and Environmental Safety analysieren und bewerten Arbeitsabläufe, Risiken und Prozesse und ermöglichen den Austausch von Best Practices. Mit internen Audits identifiziert Fresenius Kabi Verbesserungspotenziale an den eigenen Standorten. Gemeinsam mit den lokalen Verantwortlichen entwickelt das Unternehmen bei Bedarf geeignete Maßnahmen, um diese Potenziale zu erschließen. Fresenius Kabi dokumentiert alle Vorkommnisse und Unfälle, die einen Ausfall der Arbeitsleistung von Mitarbeitern und Leiharbeitern zur Folge haben. Alle dokumentierten Vorfälle werden nach Schweregrad kategorisiert und daraufhin überprüft, ob andere Arbeitsmittel oder -anweisungen oder zusätzliche Schulungen erforderlich sind. Aus den erfassten Daten errechnet Fresenius Kabi auch die Kennzahl Quote der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeiten LTIFR (Lost Time Injury Frequency Rate), die sich im Geschäftsjahr 2017 gegenüber 2016 verbessert hat. Das dabei verwendete System deckt neben den eigenen Mitarbeitern auch weltweit Leiharbeitskräfte ab.

Im Geschäftsjahr 2017 haben sich bei Fresenius Kabi weltweit keine schwerwiegenden Arbeitsunfälle oder arbeitsbedingten Todesfälle ereignet.

FRESENIUS HELIOS

Helios Deutschland

Helios Deutschland unterliegt im Arbeits- und Gesundheitsschutz deutschen Vorschriften und Gesetzen. Darüber hinaus hat das Unternehmen den Gesundheits- und SicherheitsIndikator (GSI) entwickelt, um Arbeits- und Gesundheitsschutz in jedem Krankenhaus bewerten zu können. Die zuständigen Experten nutzen dafür fünf Kategorien: die Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes, die Gefährdungsbeurteilung, das betriebliche Eingliederungsmanagement, die Praxis der Arbeitsmedizin und -sicherheit sowie eine Analyse des bestehenden betrieblichen Gesundheitsmanagements. Das GSI-Ergebnis wird in einem Punktesystem abgebildet, in dem 10 die maximal erreichbare Punktzahl ist. Die Teilnahme am GSI ist für alle Kliniken verbindlich.

Für den Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Helios Deutschland zeichnet der Bereich Mitarbeitergesundheit und Mitarbeitersicherheit verantwortlich. Er berichtet direkt an das für Personal zuständige Mitglied der Geschäftsführung. Operativ steuert jede Klinik selbst den Arbeits- und Gesundheitsschutz auf Basis des GSI und nach ihren konkreten Anforderungen. Kliniken, die in einzelnen Kategorien Schwachstellen identifizieren, ergreifen Maßnahmen und bauen z. B. Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung oder zum betrieblichen Eingliederungsmanagement aus.

Im Jahr 2016 lag das GSI-Durchschnittsergebnis der teilnehmenden Kliniken bei 7,2 von 10 Punkten und damit im Zielkorridor zwischen 7 und 10 Punkten. Im Jahr 2017 hat Fresenius Helios innerhalb des Korridors eine weitere Verbesserung erreicht und über alle Kliniken hinweg einen Wert von 7,4 erzielt. Für die Folgejahre strebt Fresenius Helios eine kontinuierliche Verbesserung an.

Helios Spanien (Quirónsalud)

Quirónsalud ist bestrebt, in der Gesundheitsvorsorge, bei der Vermeidung von arbeitsbedingten Gesundheitsrisiken und bei der Förderung gesunder Gewohnheiten bei den Mitarbeitern eine Vorbildkultur zu entwickeln. Das Unternehmen hat Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Krankenhäuser und Unternehmen der Gruppe vereinheitlicht und eine unternehmensweite Trainingsplattform für spezifische Arbeitsplatzrisiken entwickelt. Darüber hinaus entwickelt Quirónsalud derzeit eine Balanced Scorecard für Arbeitsschutzaktivitäten.

FRESENIUS VAMED

Alle Einheiten von Fresenius Vamed unterliegen im Arbeits- und Gesundheitsschutz den jeweiligen lokalen Vorschriften und Gesetzen. Jede Einheit sorgt dafür, dass diese Vorschriften an ihrem Standort eingehalten werden. Für Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu sorgen, ist fester Bestandteil der Unternehmenskultur und im Leitbild von Fresenius Vamed verankert.

An den Standorten finden regelmäßig arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Begehungen statt. Zudem betreuen Arbeitsmediziner die Mitarbeiter von Fresenius Vamed und bieten ihnen Gesundheitsuntersuchungen an.

Alle Beschäftigten haben Zugriff auf eine Vielzahl von Angeboten des betrieblichen Gesundheitsmanagements von Fresenius Vamed.

DIE NATUR ALS LEBENSGRUNDLAGE SCHÜTZEN

Als Gesundheitskonzern sieht sich Fresenius auch in der Verantwortung, die Natur zu schützen und mit ihren Ressourcen sorgsam umzugehen. Wir betrachten es als selbstverständlich, alle gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Darüber hinaus wollen wir stetig die Maßnahmen verbessern, die mit Umweltschutz, Anlagensicherheit, Produktverantwortung und Logistik zusammenhängen. Die vier Unternehmensbereiche des Fresenius-Konzerns richten ihr Umweltmanagement selbstständig an ihren Geschäftsmodellen aus. Deshalb stellen wir das Umweltmanagement für jeden Unternehmensbereich gesondert dar.

Fresenius Medical Care, Fresenius Kabi und Fresenius Vamed nutzen die Norm ISO 14001 als Basis ihres Umweltmanagements und haben Standorte zertifiziert. Darüber hinaus haben sie auch Standorte nach der Energiemanagementnorm ISO 50001 zertifiziert. In Europa unterliegen alle Fresenius-Produktionsstandorte der EU-Verordnung REACH (Registration, Evaluation and Authorization of Chemicals / Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien).

Energieverbrauch, Wasserverbrauch und Treibhausgasemissionen werden in allen Unternehmensbereichen erfasst. Um den Informationsbedürfnissen externer Stakeholder gerecht zu werden, berichten wir ab diesem Jahr Konzernwerte1 für diese Kennzahlen. Externe Stakeholder, z. B. Investoren und Umweltverbände, interessieren sich darüber hinaus für Angaben zu Abfällen und Abwässern des Fresenius-Konzerns. Deshalb berichten wir auch zu diesen Themen.

Wasser ist für alle vier Unternehmensbereiche eine wichtige Ressource. Entscheidend ist insbesondere die Wasserqualität, da sie sich direkt auf die Qualität unserer Produkte und die Sicherheit unserer Patienten auswirken kann. Im Geschäftsjahr 2017 hat Fresenius1 insgesamt rund 49 Mio m3 Wasser verbraucht.

WASSERVERBRAUCH FRESENIUS-KONZERN1

in Mio m3 2017 2016
Fresenius Medical Care 36,0 k. A.
Fresenius Kabi 9,8 9,8
Fresenius Helios 3,2 3,0
Fresenius Vamed 0,3 0,3
Gesamt 49,3 k. A.

Insgesamt hat Fresenius1 im Geschäftsjahr 2017 rund 5,3 Mio MWh an Energie verbraucht. Wie beim Wasserverbrauch steht auch beim Energieverbrauch die Patienten- und Produktsicherheit im Vordergrund. Die sichere und unterbrechungsfreie Energieversorgung genießt daher oberste Priorität. Einsparungsmaßnahmen erwägen wir stets mit größter Sorgfalt. Wir optimieren den Energieeinkauf kontinuierlich und erzeugen an zahlreichen Standorten eigene Energie. Dies macht uns unabhängig und sichert die Energieversorgung langfristig.

ENERGIEVERBRAUCH FRESENIUS-KONZERN1

in Mio
MWh
2017 2016
Fresenius Medical Care 2,80 k. A.
Fresenius Kabi 1,53 1,46
Fresenius Helios 0,95 0,96
Fresenius Vamed 0,05 0,05
Gesamt 5,33 k. A.

Im Geschäftsjahr 2017 hat Fresenius1 insgesamt 1.542 Tsd t CO2 -Äquivalente verursacht.

TREIBHAUSGASEMISSIONEN FRESENIUS-KONZERN1 , SCOPE 1 UND 2

in Tsd t CO2-Äquivalente 2017 2016
Fresenius Medical Care Scope 1 326 k. A.
  Scope 2 530 k. A.
Fresenius Kabi Scope 1 174 164
  Scope 2 248 239
Fresenius Helios Scope 1 103 104
  Scope 2 152 156
Fresenius Vamed Scope 1 3 3
  Scope 2 6 6
Gesamt Scope 1 606 k. A.
  Scope 2 936 k. A.

1 Die Daten für Fresenius Medical Care umfassen den Strom-, Erdgas- und Wasserverbrauch der von GMQ koordinierten Produktionsstandorte sowie den Strom- und Wasserverbrauch der Dialysekliniken. Zum Teil lagen zum Berichtszeitpunkt die Umweltdaten für das Geschäftsjahr nicht vollumfänglich vor. In diesen Fällen wurden die Daten geschätzt und extrapoliert. Die Daten von Fresenius Helios enthalten alle eigenen Krankenhäuser in Deutschland. Die Daten von Fresenius Kabi enthalten alle Standorte weltweit. Die Daten von Fresenius Vamed enthalten alle voll konsolidierten Gesundheitseinrichtungen.

UMWELTMANAGEMENT FRESENIUS MEDICAL CARE

Als weltweit tätiges Unternehmen im Gesundheitswesen unterliegt Fresenius Medical Care einer Vielzahl von Gesetzen und Vorschriften zu Emissionen und zum Umweltschutz. Ziel ist es, umweltrelevante Verbesserungen über den gesamten Lebenszyklus der Produkte von Fresenius Medical Care zu erreichen und den Einfluss der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt zu verringern.

Die Gesetze, die wir auf Basis unserer Qualitätsrichtlinie für den Geschäftsbetrieb einhalten, regeln u. a. den Ausstoß von Substanzen in die Umwelt, die Handhabung und Entsorgung verschiedener Arten von Abfall und Abwasser, die Sanierung kontaminierter Standorte sowie andere Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Außerdem existieren Regelungen in den Umweltschutzgesetzen der EU, der USA und anderer Länder zu einigen Substanzen, die Fresenius Medical Care verwendet.

BEFOLGUNG VON UMWELTGESETZEN UND -VORSCHRIFTEN

Die globale Interne Revision überwacht und prüft die Geschäftstätigkeit von Fresenius Medical Care, sodass sichergestellt ist, dass diese im Einklang mit den geltenden Gesetzen sowie den Richtlinien des Unternehmens steht. Wenn Fresenius Medical Care potenzielle Verstöße gemeldet werden, ergreifen wir geeignete Maßnahmen, um diesen Hinweisen nachzugehen und so zu gewährleisten, dass Fresenius Medical Care das Geschäft gemäß allen geltenden Gesetzen betreibt.

Aufgrund der dezentralen Organisation von Fresenius Medical Care ist das Umweltmanagement auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene organisiert. Im Segment EMEA ist das Umweltmanagement Teil des integrierten Managementsystems von Fresenius Medical Care. Ziel ist es hier, Risiken in Zusammenhang mit dem Umweltschutz sowie der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz systematisch zu verringern und zu steuern. Außerdem dient es dazu, sicherzustellen, dass die entsprechenden Gesetze befolgt werden und den diesbezüglichen Erwartungen unserer Kunden und Patienten entsprochen wird. Externe Sachverständige überprüfen regelmäßig die Umsetzung der Umweltmanagementnorm ISO 14001 in der Zentrale von Fresenius Medical Care, in der Forschung und Entwicklung sowie in den zertifizierten Werken und nationalen Klinikorganisationen.

VERRINGERUNG DER UMWELTEFFEKTE ENTLANG DES PRODUKTLEBENSZYKLUS

Der zentrale Bereich GRD hat sich höchster Effizienz und regulatorischer Compliance verpflichtet. Er strebt umweltrelevante Verbesserungen über den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte an. Zugleich will Fresenius Medical Care negative Auswirkungen auf die Umwelt sowie Risiken für Patienten, Mitarbeiter und Nutzer verringern. Im Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsprogramm im Segment EMEA ist die Lebenszyklusbetrachtung bereits integriert; dadurch ist gewährleistet, dass das Unternehmen seine Leistungen im Hinblick auf Umwelt, Gesundheit und Sicherheit kontinuierlich verbessert. Fresenius Medical Care hat in diesem Zusammenhang einen vereinfachten Bewertungsansatz für den Produktlebenszyklus (Ökobilanz) mit dem Ziel entwickelt, die Auswirkungen der Produktgestaltung auf die Umwelt während des gesamten Lebenszyklus des Produkts zu ermitteln, zu bewerten und zu reduzieren. Die Ökobilanz berücksichtigt internationale Leitlinien, um die Auswirkungen eines Produkts auf die Umwelt während seines Lebenszyklus zu berechnen und die Vorgaben aus IEC 60601-1-9 und ISO 14001 zu erfüllen. Die Ökobilanz deckt den überwiegenden Teil der aktuellen Medizinproduktlinien von Fresenius Medical Care ab.

Die "Green & Lean"-Initiative von GMQ berichtet dem GMQ-Management bereits seit 2015 über lokale Nachhaltigkeitsinitiativen wie Energieeffizienzprojekte und Projekte zur Minderung von Umweltrisiken. Dank dieses Berichtsprozesses können Best-Practice-Ansätze mit anderen Werken geteilt werden. Dies ermöglicht Energieeinsparungen, geringere Abfall- und Abwassermengen sowie einen stärkeren Einsatz von erneuerbaren und alternativen Energien und die Identifikation weiterer Lösungen für das Materialrecycling. Jedes Werk ist für die inhaltliche Definition, die Planung und die Umsetzung dieser Initiativen selbst verantwortlich.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen haben sich die Bereiche GMQ und GRD innerhalb der Regionen EMEA und Lateinamerika verpflichtet, die negativen Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf die Umwelt gemäß ihrer Umweltrichtlinie zu minimieren. Das Ziel lautet, Umweltverschmutzung zu verhindern, natürliche Ressourcen effizient zu nutzen, Abfälle zu recyceln und die Umweltleistung von Fresenius Medical Care zu verbessern.

UMWELTBEZOGENE LEISTUNGSINDIKATOREN

Der überwiegende Teil des Wasserverbrauchs bei Fresenius Medical Care entfällt auf die Herstellung der Dialyselösung (Dialysat) bei Dialysebehandlungen in den Dialysezentren des Unternehmens weltweit. Die Dialysat- und damit auch Wassermenge hängt von verschiedenen Faktoren ab, die zumeist der unmittelbaren Verantwortung des Arztes unterliegen. Dazu gehören vor allem die Blutflussrate, der verwendete Dialysator, die Behandlungsdauer und -methode sowie die Fließgeschwindigkeit der Dialyselösung. Fresenius Medical Care ist bestrebt, Ressourcen und Energie einzusparen und den Wasser- und Energieverbrauch zu reduzieren. Das Unternehmen gewährleistet dabei, dass die Ressourceneffizienz sich nicht negativ auf die Qualität der Versorgung und der Produkte auswirkt.

Um den Verbrauch von Dialyseflüssigkeit und somit die Kosten für Energie, Wasser und Abwasser signifikant zu verringern, ohne Abstriche bei der Qualität der Versorgung zu machen, entwickelt Fresenius Medical Care umweltfreundliche Konzepte in Form fortschrittlicher Behandlungsoptionen wie EcoFlow und AutoFlow. Diese Konzepte sind in die neuesten und fortschrittlichsten Maschinengenerationen von Fresenius Medical Care - die 5008 und 6008 - integriert. Wir steigern den Absatz dieser Geräte weltweit kontinuierlich. Mehr als jede fünfte produzierte Dialysemaschine war 2017 bereits aus einer dieser beiden ressourcenschonenden Maschinengenerationen.

UMWELTMANAGEMENT FRESENIUS KABI

Fresenius Kabi hat verbindliche globale Umweltrichtlinien implementiert. Darüber hinaus nutzt das Unternehmen ein Umweltmanagementsystem nach dem internationalen Standard ISO 14001. Ein Umwelthandbuch sowie Standard-Prozessrichtlinien geben den zertifizierten lokalen Einheiten die Rahmenbedingungen für ihr Umweltmanagement vor. Das Umweltmanagementsystem ist durch den TÜV Rheinland zertifiziert und wird jährlich auditiert. Bei Fresenius Kabi zielt es vor allem darauf, den Energie- und Wassereinsatz zu verbessern sowie Abwasser, Abfall und Emissionen zu verringern. Einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen erwartet Fresenius Kabi auch von den Zulieferern. Dies ist im Supplier Code of Conduct festgelegt.

Die weltweite Verantwortung für das Umweltmanagement ist im Bereich Global Quality Management mit direkter Berichtslinie an den Vorstandsvorsitzenden von Fresenius Kabi verankert. Mitarbeiter des Bereichs Global Work and Environmental Safety analysieren und bewerten Arbeitsabläufe und Prozesse sowohl zentral als auch an den einzelnen Standorten und ermöglichen so den Austausch von Best Practices. Mit internen Audits identifiziert Fresenius Kabi Verbesserungspotenziale an den Standorten und entwickelt mit den lokalen Verantwortlichen geeignete Maßnahmen, um diese Potenziale zu erschließen.

Die Produktionsstandorte arbeiten kontinuierlich daran, ihre Verbrauchswerte zu reduzieren. So hat Fresenius Kabi z. B. im Werk Uppsala in Schweden eine Wärmepumpe im Bereich der Sterilisation installiert, um überschüssige Wärme und Kühlung zu nutzen. Dadurch ließ sich die Nahwärmeversorgung durch Kraftwerke ersetzen und das Werk sparte jährlich 0,5 t an CO2 sowie 3.637 MWh an Wärme- und Kühlleistung ein.

UMWELTMANAGEMENT FRESENIUS HELIOS

HELIOS DEUTSCHLAND

Bei Helios Deutschland zeichnet der Zentrale Dienst Betriebstechnik und Sterilgutversorgung für das Umweltmanagement verantwortlich. Er berichtet direkt an den Geschäftsführer Dienstleistungen. Der Zentrale Dienst unterstützt die Kliniken beim zentralen Einkauf von Dienstleistungen und beim Austausch von Best Practices. Auf operativer Ebene steuern die Krankenhäuser ihr Umweltmanagement selbst. Von hoher Bedeutung sind für sie vor allem der Energieverbrauch und die Trinkwasserqualität. Da Letztere jederzeit gesichert und mikrobiologische Verunreinigungen verhindert werden müssen, kann Helios Deutschland den Wasserverbrauch in Krankenhäusern und Kliniken nur in geringem Maße steuern.

Der Zentrale Dienst hat ein zentrales Beschaffungs- und Managementsystem etabliert, das den Energieverbrauch jedes Standorts erfasst. Helios Deutschland vergleicht mithilfe dieses Systems die Verbrauchswerte der Standorte und setzt Verbesserungsmaßnahmen um. Das System liegt auch der Zertifizierung aller Kliniken von Helios Deutschland nach dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) gemäß DIN EN 16247 zugrunde.

Ihre Abfälle und Abwässer entsorgen die Krankenhäuser entsprechend den übergeordneten Rahmenbedingungen und gesetzlichen Vorgaben, z. B. des Kreislauf- und Abfallwirtschaftsgesetzes. Lokal machen Kommunen und Landkreise beispielsweise Vorgaben in Abwassersatzungen. Für Krankenhäuser hat eine ordnungsgemäße Abfallentsorgung hohe Bedeutung. Helios Deutschland versteht das Entsorgungsmanagement als Prozess: Er beginnt mit der Abfallvermeidung und reicht bis zur konsequenten Verwertung oder umweltverträglichen Beseitigung. Dabei sind Anforderungen an den Umwelt-, Arbeits- und Infektionsschutz sowie an die Krankenhaushygiene zu berücksichtigen. Dies betrifft insbesondere Klinikabfälle, z. B. aus der Diagnose und der Behandlung von Krankheiten.

HELIOS SPANIEN (QUIRÓNSALUD)

Quirónsalud nutzt die Norm ISO 50001 zur Zertifizierung des Energiemanagements von Krankenhäusern und strebt an, die Energieeffizienz in seinen Krankenhäusern zu erhöhen. Seit 2016 hat Quirónsalud dazu ein Energiemanagementkomitee eingesetzt, um Erfahrungen und Best Practices im gesamten Unternehmen auszutauschen. Das Unternehmen überwacht auch seine Treibhausgasemissionen und will diese durch die geplanten Energieeffizienzmaßnahmen reduzieren. Zur Entsorgung von gefährlichen Abfällen nutzen alle Quirónsalud-Krankenhäuser autorisierte Dienstleister. Wo immer möglich, fördert Quirónsalud die Wiederverwendung und das Recycling von Abfällen.

UMWELTMANAGEMENT FRESENIUS VAMED

Für das Umweltmanagement der konsolidierten Gesundheitseinrichtungen von Fresenius Vamed ist die jeweilige Geschäftsführung direkt verantwortlich. Für Fresenius Vamed ist besonders der ressourcenschonende Umgang mit Energieträgern und Frischwasser von Bedeutung. Die Gesundheitseinrichtungen, die das Unternehmen selbst errichtet hat, nutzen Bau- und Installationstechniken, die ein optimales Ressourcenmanagement ermöglichen.

In Österreich ist das Energiemanagement von Fresenius Vamed für Gesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung nach ISO 50001 zertifiziert. Es wird regelmäßig auditiert. Auch die von Fresenius Vamed geleiteten Spas und Medical-Wellness-Einrichtungen haben 2016 ein Energiemanagement nach ISO 50001 eingeführt und von Quality Austria zertifizieren lassen. Den Einheiten gibt Fresenius Vamed Rahmenbedingungen für das Energiemanagement vor. Auf dieser Basis definieren diese selbst Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz und setzen sie um.

MENSCHENRECHTE WAHREN

Wir bei Fresenius bekennen uns zu Menschenrechten, wie sie in internationalen Standards, z. B. der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen, festgelegt sind. Wir betrachten dies als Teil unserer unternehmerischen Verantwortung. Als wichtiges Menschenrecht sehen wir den sicheren Zugang zu einer guten und bezahlbaren medizinischen Versorgung an. Dazu tragen wir mit unseren Produkten, Dienstleistungen und Therapien entscheidend bei. Als weltweit tätiger Gesundheitskonzern verbessern wir in vielen Ländern den Zugang zu medizinischer Versorgung für die Menschen vor Ort und leisten damit einen Beitrag zur Wahrung der Menschenrechte.

Fresenius Medical Care führt weltweit alle 0,7 Sekunden eine lebenswichtige Dialysebehandlung durch.

Fresenius Kabi ermöglicht mit einem breiten Angebot an Generika und zukünftig auch mit Biosimilars, dass Patienten ihrem medizinischen Bedarf entsprechend Zugang zu modernen Therapien erhalten und die Arzneimittelversorgung insgesamt bezahlbar bleibt.

Helios Deutschland investiert pro Tag 1 Mio € in Kliniken und trägt damit flächendeckend zu einer hochqualitativen Gesundheitsversorgung bei. Für denselben Zweck hat Helios Spanien (Quirónsalud) in den letzten zehn Jahren mehr als 800 Mio € investiert.

Fresenius Vamed hat seit der Gründung mehr als 800 Projekte in über 80 Ländern abgeschlossen und trägt damit weltweit dazu bei, Patienten den Zugang zu Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen.

HANDLUNGSFELDER, IN DENEN WIR EINEN BEITRAG LEISTEN

Im Jahr 2017 haben wir eine systematische Analyse durchgeführt, um die Transparenz hinsichtlich unserer Handlungsfelder zu erhöhen, mit denen wir unserer Verpflichtung als Gesundheitskonzern nachkommen. Folgende Handlungsfelder, in denen wir einen Beitrag zur Wahrung der Menschenrechte leisten können, haben wir identifiziert:

Wir dulden bei Fresenius keine Gewalt, Gewaltandrohung oder andere Formen der Nötigung. Wir fühlen uns insbesondere verpflichtet, Kinder vor Ausbeutung zu schützen. Wir verbieten es strikt, ausbeuterische und illegale Kinder- oder Zwangsarbeit anzuwenden, zu unterstützen oder zu billigen.

Wir tragen Sorge dafür, dass die notwendigen Arbeitssicherheitsmaßnahmen getroffen werden und die Arbeitsbedingungen für all unsere Mitarbeiter fair und sicher sind.

Wir unterstützen die Chancengleichheit aller Menschen und stellen uns bewusst gegen Diskriminierung jeder Art. Wir respektieren und schätzen den Beitrag jedes Mitarbeiters. Niemand darf z. B. aufgrund der Hautfarbe, der Abstammung, des Geschlechts, des Glaubens, der politischen Einstellung, des Alters, der körperlichen Verfassung, der sexuellen Orientierung, des Aussehens oder sonstiger persönlicher Eigenschaften diskriminiert werden.

Wir respektieren die Privatsphäre aller Menschen. Wir fühlen uns verantwortlich für den Schutz der personenbezogenen Daten unserer Patienten, Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Genaueres hierzu findet sich im Kapitel zu den Datenschutz Management Systemen auf den Seiten 78 ff. beschrieben.

Unsere Handlungsfelder orientieren sich an einem dreistufigen Ansatz, der Maßnahmen zum Vorbeugen, Erkennen und Reagieren umfasst.

VORBEUGEN

Alle Unternehmensbereiche von Fresenius haben Verhaltenskodizes implementiert, die Bekenntnisse zur Einhaltung von Menschenrechten enthalten.

In den identifizierten Handlungsfeldern gehen wir wie folgt vor:

► Ausbeuterische und illegale Kinder- oder Zwangsarbeit unterlassen

Verantwortung für unsere Mitarbeiter zu übernehmen ist Teil der unternehmerischen Verantwortung des gesamten Fresenius-Konzerns. In allen Unternehmensbereichen stellen Prozesse in den lokalen Einheiten sicher, dass die geltenden Gesetze zur Verhinderung von ausbeuterischer und illegaler Kinder- oder Zwangsarbeit eingehalten werden. Wir erwarten von unseren Geschäftspartnern, dass sie diese Gesetze einhalten. Sofern es lokale Gesetze, wie z. B. der UK Modern Slavery Act, erfordern, bestätigen wir die Einhaltung dieser Gesetze auf den Webseiten unserer lokalen Einheiten.1

MENSCHENRECHTE

► Sichere Arbeitsbedingungen schaffen

Wir stellen sicher, dass die zur Sicherheit unserer Mitarbeiter erforderlichen Maßnahmen getroffen werden. Ausführliche Erläuterungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz finden Sie in diesem Nichtfinanziellen Konzernbericht auf den Seiten 88 ff.

► Diskriminierung unterbinden und Chancengleichheit fördern

Bei Fresenius streben wir ein offenes, faires und wertschätzendes Miteinander an. Alle Unternehmensbereiche haben diese Grundsätze in ihren Verhaltenskodizes verankert. Fresenius Medical Care ist bestrebt, ein Arbeitsumfeld frei von jeglicher Form von Diskriminierung zu bieten und toleriert keinerlei Belästigung oder Einschüchterung in irgendeiner Form. Fresenius Medical Care bietet Mitarbeitern und Patienten vielfältige Möglichkeiten, Missstände zu melden. Fresenius Kabi hat gemeinsame Unternehmenswerte für alle Mitarbeiter aufgestellt, die zum weltweit einheitlichen Verständnis der Unternehmenskultur beitragen. Sie unterstreichen die Bedeutung respektvoller Zusammenarbeit aller Mitarbeiter. Die Werte sind Teil des Qualitätsmanagementhandbuchs und des Verhaltenskodex bei Fresenius Kabi. Um die Chancengleichheit im Berufsalltag zu fördern, legt Fresenius Helios besonderen Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere für Mitarbeiter in Schichtarbeit oder Rufbereitschaft, und bietet bzw. unterstützt Kinderbetreuung.

1 Weiterführende Informationen:
www.freseniusmedicalcare.co.uk/about-us/statement-modern-slavery
www.fresenius-kabi.co.uk/7266.html
www.calea.co.uk/about/compliance/calea-modern-slavery-act-2015-statement

► Verpflichtung zu Menschenrechten von unseren Partnern fordern

Alle Unternehmensbereiche erwarten von ihren Lieferanten und Geschäftspartnern, sich zu ethischen Verhaltensstandards im täglichen Geschäft und gegenüber Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt zu verpflichten. Das beinhaltet auch unsere fünf Handlungsfelder in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte. Fresenius Medical Care hat diese Verpflichtung in den Sustainability Principles für Lieferanten von GMQ in den Regionen EMEA, Lateinamerika und Asien-Pazifik verankert. Fresenius Kabi, Fresenius Vamed und die Fresenius SE & Co. KGaA legen diese in Verhaltenskodizes für Geschäftspartner fest. Sowohl die Sustainability Principles als auch die Verhaltenskodizes für Geschäftspartner werden als standardanlagen für Einkaufsverträge in den Unternehmensbereichen verwendet.

Das Bewusstsein unserer Mitarbeiter und Führungskräfte für unsere Werte und Verhaltensgrundsätze halten wir durch regelmäßige Präsenz- oder Online-Schulungen zum jeweiligen Verhaltenskodex aktuell. Einzelheiten dazu enthält das Kapitel zu den Compliance Management Systemen auf den Seiten 81 ff.

ERKENNEN

Um Vorfälle zu melden, stehen den Mitarbeitern aller Unternehmensbereiche und der Fresenius SE & Co. KGaA verschiedene Wege offen, z. B. Hinweisgebersysteme oder speziell hierfür eingerichtete E-Mail-Adressen. Sie können ihre Meldungen und Anliegen direkt bei ihren Vorgesetzten, aber auch anonym vorbringen. Die Fresenius SE & Co. KGaA und Fresenius Kabi haben das Hinweisgebersystem über die Corporate-Website nicht nur Mitarbeitern, sondern auch Dritten, z. B. Kunden, Lieferanten und anderen Partnern, geöffnet. Weitere Informationen zu den Meldemöglichkeiten enthält das Kapitel Compliance Management Systeme auf Seite 81 ff. In der Berichtsperiode wurden keine Menschenrechtsverstöße festgestellt.

Die vorbeugenden Maßnahmen werden von den verantwortlichen Funktion in den Geschäftsbereichen, wie z. B. Personal sowie Arbeitsgesundheit und -sicherheit, überprüft. Auch im Rahmen von internen Audits finden regelmäßige, stichprobenhafte Überprüfungen statt.

REAGIEREN

Wann immer erforderlich, treffen wir zusätzliche Maßnahmen, um unserer Verantwortung nachzukommen. Diese können je nach Geschäftsmodell unserer Unternehmensbereiche variieren. So haben wir uns z. B. 2016 klar gegen die Verwendung der Produkte von Fresenius Kabi als Mittel für Hinrichtungen in amerikanischen Gefängnissen ausgesprochen.

Für alle Unternehmensbereiche gilt: sobald wir Mängel oder Einschränkungen bei unseren Produkten, Therapien oder Prozessen erkennen, machen wir diese transparent und ergreifen die erforderlichen Maßnahmen, um jeden Einfluss auf unsere Patienten zu verhindern. Auch bei der Durchführung von klinischen Studien genießt die Patientensicherheit höchste Priorität. Wir halten alle ethischen, medizinischen und rechtlichen Anforderungen ein und reagieren umgehend, sobald wir Abweichungen feststellen.

Wir nehmen die Ergebnisse der internen Überprüfungen sowie Hinweise zum Anlass, unsere Unternehmensprozesse auf Verbesserungen zu überprüfen.

Ziel ist die ständige Weiterentwicklung unserer Maßnahmen, mit denen wir einen Beitrag zur Wahrung der Menschenrechte leisten. Im Geschäftsjahr sind keine Ereignisse mit wesentlichen negativen Auswirkungen bekannt geworden, die unserem Ziel der Wahrung der Menschenrechte entgegenstehen.

VERANTWORTUNG IN DER LIEFERKETTE

Alle Fresenius-Unternehmensbereiche sind zu einem hohen Grad vertikal integriert. Damit sichern wir höchste Qualitätsstandards und halten einen großen Teil der Wertschöpfung im Unternehmen. Bei der Herstellung von Produkten und in der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen arbeiten die Unternehmensbereiche auch mit Lieferanten, Dienstleistern und Partnern zusammen. Diese verpflichten wir vertraglich auf die bei uns geltenden Standards. Fresenius Kabi, Fresenius Medical Care und Fresenius Vamed haben zusätzlich eigene Verhaltenskodizes für ihre Lieferanten. Wir erwarten von unseren Partnern in der Lieferkette, dass sie geeignete Prozesse einführen, die die Einhaltung der bei uns geltenden Standards sicherstellen.

Fresenius Kabi führt darüber hinaus bei Lieferanten gezielt Audits im Umwelt- und Qualitätsmanagement durch. Weitere Informationen dazu finden Sie in den jeweiligen Kapiteln dieses Berichts.

Bei Fresenius Medical Care unterstützen regionale Beschaffungsorganisationen den Bereich Gesundheitsdienstleistungen, die Vertriebsorganisationen sowie die zentralen Standorte in Nordamerika, EMEA, Lateinamerika und Asien-Pazifik bei der Steuerung ihres Bedarfs an Materialien und Dienstleistungen. Die Nachhaltigkeitsprinzipien sind Teil der Standardverfahrensanweisungen (Standard Operating Procedures - SOP) in EMEA, Lateinamerika und Asien-Pazifik. Die SOPs sehen vor, dass alle obligatorischen Vertragselemente (Vertragsbedingungen, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Nachhaltigkeitsgrundsätze) und Zusatzinformationen (auf Basis lokaler Regelungen und Gesetze) in die Lieferantenverträge aufgenommen werden.

Nach Aufforderung von Fresenius Medical Care müssen Lieferanten einen Fragebogen zur Compliance mit den Nachhaltigkeitsgrundsätze des Unternehmens ausfüllen (Selbstbewertung). Das Unternehmen kann auch Informationen von Dritten darüber einholen, inwiefern der Lieferant Anforderungen, die in den Nachhaltikeitsgrundsätzen dargelegt sind, erfüllt (Bewertung durch Dritte). Auf Nachfrage von Fresenius Medical Care hat der Lieferant Belege für seine Compliance vorzulegen (Bestätigung / Erklärung). Darüber hinaus ist Fresenius Medical Care berechtigt, selbst Vor-Ort-Inspektionen durchzuführen oder einen Dritten damit zu beauftragen, um die Einhaltung der Nachhaltigkeitsgrundsätze zu überprüfen (Vor-Ort-Prüfungen). In Nordamerika werden Lieferanten daraufhin überprüft, um festzustellen, ob sie in der Ausschlussliste (List of Excluded Individuals / Entities - LEIE) des Generalinspekteurs des US-Gesundheitsministeriums (Office of the Inspector General - OIE) aufgeführt sind.

Um sicherzustellen, dass diese Anforderungen auf operativer Ebene eingehalten werden, führt Global Internal Audit regelmäßige Audits durch, einschließlich der Umsetzung von SOPs. Darüber hinaus werden externe Audits auf Werksebene durchgeführt, um die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften sicherzustellen.

BERICHTSPROFIL

Für das Geschäftsjahr 2017, das am 31. Dezember 2017 endete, veröffentlichen die Fresenius SE & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften erstmals einen gesonderten Nichtfinanziellen Konzernbericht. Er wurde gemäß §§ 315b, 315c HGB i. V. m. §§ 289c bis 289e HGB in der durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR - Corporate Social Responsibility) geänderten Fassung erstellt. Fresenius berichtet nichtfinanzielle Informationen unter Bezugnahme auf das international anwendbare Rahmenwerk der Global Reporting Initiative (GRI-Standards). Dieser Bericht enthält eine Materialitätsanalyse gemäß GRI 102-46 (Bestimmung von Berichtsinhalt und Themenabgrenzung) und den gesetzlichen Anforderungen. Ferner sind Managementansätze gemäß GRI 103 dargestellt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat die Angaben dieses Berichts einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

Verweise auf Angaben außerhalb des Konzern-Lageberichts sind weiterführende Informationen und nicht Bestandteil des gesonderten Nichtfinanziellen Konzernberichts. Zusätzliche Informationen sind Bestandteil des Nichtfinanziellen Konzernberichts.

Der Bericht erscheint künftig jährlich und ist Bestandteil des Geschäftsberichts. Mit einer Wesentlichkeitsanalyse haben wir 2017 seine Inhalte und deren Prioritäten bestimmt. Wesentliche nichtfinanzielle Themen, die der Konzern-Lagebericht und die Erklärung zur Unternehmensführung bereits in den Vorjahren behandelt haben, führen wir in diesem Bericht zusammen und strukturieren sie nach ihrer Bedeutung für den Konzern.

Wie der Konzernabschluss, so umfasst auch dieser gesonderte Nichtfinanzielle Konzernbericht alle wesentlichen Unternehmen, die der rechtlichen oder tatsächlichen Kontrolle der Fresenius SE & Co. KGaA unterstehen.

VERMERK DES UNABHÄNGIGEN WIRTSCHAFTSPRÜFERS ÜBER EINE PRÜFUNG ZUR ERLANGUNG BEGRENZTER SICHERHEIT DES GESONDERTEN NICHTFINANZIELLEN KONZERNBERICHTS

An den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA,

Bad Homburg v. d. Höhe

Wir haben den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht sowie den durch Verweisung als Bestandteil qualifizierten Abschnitt im Lagebericht "Geschäftsmodell des Konzerns" im Folgenden "nichtfinanzieller Konzernbericht" der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg v. d. Höhe (im Folgenden "Fresenius") nach § 315b HGB, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des nichtfinanziellen Konzernberichts in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB.

Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des nichtfinanziellen Konzernberichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung des nichtfinanziellen Konzernberichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.

ERKLÄRUNG DES WIRTSCHAFTSPRÜFERS IN BEZUG AUF DIE UNABHÄNGIGKEIT UND QUALITÄTSSICHERUNG

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Unsere Prüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen zur Qualitätssicherung an, insbesondere die Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie den IDW Qualitätssicherungsstandard: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1).

VERANTWORTUNG DES WIRTSCHAFTSPRÜFERS

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den nichtfinanziellen Konzernbericht abzugeben.

Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, ob der nichtfinanzielle Konzernbericht der Gesellschaft in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:

Befragungen von für die Wesentlichkeitsanalyse verantwortlichen Mitarbeitern des C5R Kernteams, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Themen und entsprechender Berichtsgrenzen von Fresenius zu erlangen.

Eine Risikoeinschätzung, einschließlich einer Medienanalyse, zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung von Fresenius in der Berichtsperiode.

Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer und sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung, einschließlich der Konsolidierung der Daten.

Befragungen von Mitarbeitern, die für die Ermittlung und Zusammenstellung der Angaben zu Konzepten, Due Diligence Prozessen, Ergebnissen und Risiken, die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der Angaben verantwortlich sind.

Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente.

Analytische Beurteilung der Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Konzernebene von allen Standorten gemeldet wurden.

Einschätzung der lokalen Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie der Verlässlichkeit der gemeldeten Daten durch eine Stichprobenerhebung am Standort St. Wendel (Deutschland) der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA.

Einschätzung der Angemessenheit der Gesamtdarstellung der Angaben im nichtfinanziellen Konzernbericht.

PRÜFUNGSURTEIL

Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Konzernbericht der Fresenius SE & Co. KGaA für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.

VERWENDUNGSBESCHRÄNKUNG / AAB-KLAUSEL

Dieser Vermerk ist an den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg v. d. Höhe, gerichtet und ausschließlich für diesen bestimmt. Gegenüber Dritten übernehmen wir insoweit keine Verantwortung.

Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg v. d. Höhe, erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in der Fassung vom 1. Januar 2017 zugrunde (https://www.kpmg.de/bescheinigungen/lib/ aab.pdf). Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Vermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsbeschränkung auf EUR 4 Mio. für Fahrlässigkeit in Ziffer 9 der AAB) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.

 

Frankfurt am Main, den 26. Februar 2018

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Laue, Wirtschaftsprüfer

Glöckner, Wirtschaftsprüfer

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT.

Der Aufsichtsrat und der Vorstand bekennen sich zu einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung, die auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ausgerichtet ist. Ihre wesentlichen Merkmale sind langfristige Strategien, eine solide Finanzpolitik, die Einhaltung rechtlicher und ethischer Geschäftsstandards sowie Transparenz in der Kommunikation.

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA und der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA, der Fresenius Management SE (nachfolgend: der Vorstand), berichten in dieser Erklärung gemäß § 289f und § 315d HGB über die Unternehmensführung sowie gemäß Nummer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (nachfolgend: der Kodex) über die Corporate Governance des Unternehmens (Corporate-Governance-Bericht). Die Erklärung zur Unternehmensführung und der Corporate-Governance-Bericht sind auf der Website unter www.fresenius.de/ corporate-governance zugänglich.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

KONZERNLEITUNGS- UND ÜBERWACHUNGSSTRUKTUR UND ORGANE DER GESELLSCHAFT

KONZERNLEITUNGS- UND ÜBERWACHUNGSSTRUKTUR

Das Unternehmen hat die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Die gesetzlich vorgesehenen Organe sind die Hauptversammlung, der Aufsichtsrat und die persönlich haftende Gesellschafterin, die Fresenius Management SE. Im Berichtsjahr haben sich keine Änderungen in der Konzernleitungs- und Überwachungsstruktur ergeben. Über die Konzernstruktur informiert die Grafik auf der nächsten Seite.

Die Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA, die neben den gesetzlichen Regelungen die Kompetenzen der Organe näher bestimmt, ist auf unserer Website unter www.fresenius.de/corporate-governance abrufbar.

AKTIONÄRE

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Stammaktie der Fresenius SE & Co. KGaA gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehr- oder Vorzugsstimmrechten gibt es nicht.

Wir berichten über die Kommunikation mit unseren Aktionären auf Seite 114 sowie im Kapitel "Fresenius-Aktie" auf Seite 11.

HAUPTVERSAMMLUNG

Unsere ordentliche Hauptversammlung fand am 12. Mai 2017 in Frankfurt am Main statt. Dort waren rund 70 % des Aktienkapitals vertreten.

In der Hauptversammlung stimmten die Aktionäre mit rund 91 % der abgegebenen gültigen Stimmen für den Vorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin und des Aufsichtsrats, die Dividende für das Geschäftsjahr 2016 um 13 % auf 0,62 € je Stammaktie zu erhöhen. Vorstand und Aufsichtsrat wurden mit Mehrheiten von 99,95 % bzw. 91,81 % für das Jahr 2016 entlastet. Weitere Tagesordnungspunkte betrafen die Anpassung des Aktienoptionsprogramms 2013 an die Finanzberichterstattung nach IFRS sowie die Anpassung der Vergütung des Aufsichtsrats mit entsprechenden Satzungsänderungen.

Das Gesetz schließt die persönlich haftende Gesellschafterin und teilweise auch ihre Alleinaktionärin, die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, bei bestimmten Beschlussgegenständen vom Stimmrecht aus. Dazu gehören die Wahl des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA, die Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafterin und der Mitglieder des Aufsichtsrats sowie die Wahl des Abschlussprüfers. So ist gewährleistet, dass die übrigen Aktionäre über diese Fragen, die insbesondere die Kontrolle der Geschäftsführung betreffen, allein entscheiden können.

Die Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sowie die Abstimmungsergebnisse sind auf unserer Website unter www.fresenius.de/hauptversammlung verfügbar.

ARBEITSWEISEN VON GESCHÄFTSFÜHRUNG UND AUFSICHTSRAT

Innerhalb der Fresenius SE & Co. KGaA sind die Kompetenzen wie folgt verteilt: Die Geschäftsführung obliegt dem Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin. Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA überwacht die Geschäftsführung durch die persönlich haftende Gesellschafterin.

STRUKTUR FRESENIUS SE & CO.KGAA

1 Bei bestimmten Beschlussgegenständen besteht kein Stimmrecht, z. B. Wahl des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA, Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafterin und des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA, Wahl des Abschlussprüfers.

Persönlich haftende Gesellschafterin - Vorstand und Aufsichtsrat

Die persönlich haftende Gesellschafterin - die Fresenius Management SE -, vertreten durch ihren Vorstand, leitet die Fresenius SE & Co. KGaA in eigener Verantwortung und führt ihre Geschäfte. Der Vorstand entwickelt die Unternehmensstrategie, berät sie mit den Aufsichtsräten der Fresenius Management SE sowie der Fresenius SE & Co. KGaA und sorgt für ihre Umsetzung. Sein Handeln und seine Entscheidungen richtet er dabei am Interesse der Fresenius SE & Co. KGaA aus. Der Vorstand ist der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Die vom Aufsichtsrat der Fresenius Management SE erlassene Geschäftsordnung des Vorstands bestimmt die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Gremium. Sie regelt insbesondere, für welche Ressorts die Vorstandsmitglieder zuständig sind, welche Angelegenheiten dem Gesamtvorstand vorbehalten und welche Beschlüsse von diesem zu fassen sind. Die Sitzungen des Vorstands werden jeweils bei Bedarf, mindestens einmal im Monat, vom Vorstandsvorsitzenden einberufen und von ihm geleitet. Ist er verhindert, obliegt diese Aufgabe dem Finanzvorstand, ist auch dieser verhindert, dem an Lebensjahren ältesten anwesenden Vorstandsmitglied. In der Regel finden Vorstandssitzungen jedoch zweimal im Monat statt. Der Sitzungsleiter bestimmt die Reihenfolge, in der die Gegenstände der Tagesordnung behandelt werden, sowie die Art der Abstimmungen. Der Vorstand beschließt in Sitzungen mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen, außerhalb von Sitzungen mit einfacher Mehrheit seiner Mitglieder. Davon ausgenommen sind Angelegenheiten, in denen zwingende Rechtsvorschriften strengere Anforderungen stellen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag. Ist der Vorstandsvorsitzende verhindert oder enthält er sich der Stimme, so ist bei Stimmengleichheit der Beschlussvorschlag abgelehnt. Die Geschäftsordnung des Vorstands regelt auch den Verkehr zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der persönlich haftenden Gesellschafterin bzw. zwischen der persönlich haftenden Gesellschafterin und dem Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA. zudem legt sie fest, in welchen Fällen die Zustimmung des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin erforderlich ist.

Der Vorstand besteht grundsätzlich aus sieben Mitgliedern: dem Vorstandsvorsitzenden, dem Finanzvorstand, dem Vorstand für Recht, Compliance und Personal sowie den Vorstandsvorsitzenden bzw. Vorsitzenden der Geschäftsführung der vier Unternehmensbereiche. So ist gewährleistet, dass der Gesamtvorstand stets über wichtige Geschäftsvorgänge, Planungen, Entwicklungen und Maßnahmen innerhalb der Unternehmensbereiche informiert ist. Da die Fresenius SE & Co. KGaA als operative Holding fungiert, sind keine Ausschüsse des Vorstands eingerichtet. Vom 1. Juli 2016 bis 31. Juli 2017 hatte Herr Stephan Sturm die Positionen des Vorstandsvorsitzenden und des Finanzvorstands in Personalunion inne. zum 1. August 2017 wurde Frau Rachel Empey als Nachfolgerin für die Position des Finanzvorstands bestellt. Die Mitglieder des Vorstands sind im Geschäftsbericht auf Seite 234 aufgeführt.

Mitglieder des Vorstands werden für eine Dauer von maximal fünf Jahren bestellt. Entsprechend der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex ist bei Erstbestellungen eine Bestelldauer von fünf Jahren nicht die Regel. Vielmehr erfolgt eine Erstbestellung grundsätzlich für drei Jahre.

Als Europäische Gesellschaft (SE - Societas Europaea) verfügt die Fresenius Management SE über einen eigenen Aufsichtsrat. Er besteht aus sechs Mitgliedern. Vorsitzender ist Herr Dr. Gerd Krick. Dieser Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder der Fresenius Management SE und überwacht und berät den Vorstand bei der Geschäftsführung. Bei Bedarf -beispielsweise bei der Beratung und Beschlussfassung zu Vorstandsangelegenheiten - tagt er ohne den Vorstand. Er hat sich entsprechend der Empfehlung in Kodex-Nummer 5.1.3 eine Geschäftsordnung gegeben.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE sind auf Seite 235 des Geschäftsberichts aufgeführt.

Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KG8A

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA überwacht die Geschäftsführung durch die persönlich haftende Gesellschafterin. Gegenstand der Überwachung sind die unternehmerischen Entscheidungen im Hinblick auf deren Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit. Die Vorstandsmitglieder der persönlich haftenden Gesellschafterin werden nicht durch den Aufsichtsrat der KGaA bestellt, sondern - wie schon ausgeführt - durch den Aufsichtsrat der Fresenius Management SE.

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA besteht aus zwölf Mitgliedern. Die Hälfte der Mitglieder wird von der Hauptversammlung gewählt. Bei den Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird im Unternehmensinteresse vorrangig auf die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen zur Wahrnehmung der Aufgaben abgestellt. Der Aufsichtsrat wird bei der Beratung seiner Vorschläge die von ihm gesetzten Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils anstreben. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf Seite 106 ff.

Die gesetzlichen Regelungen schreiben für den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA ferner eine Quote von jeweils mindestens 30 % Frauen und Männern vor. Diese gesetzlichen Quoten waren im Berichtsjahr und sind weiterhin erfüllt. Um im Unternehmensinteresse die Auswahl geeigneter Kandidaten nicht pauschal einzuschränken, verzichtet der Aufsichtsrat auf eine Altersgrenze und eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer. Die gesetzlich vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Kodex enthält insoweit eine begründete Einschränkung. Für die Wahlvorschläge der Anteilseignervertreter wurde ein Nominierungsausschuss gebildet, der sich an den Vorgaben des Gesetzes und des Kodex orientiert. Die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA werden durch den Europäischen Betriebsrat gewählt.

Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind alle seine Mitglieder unabhängig. Damit gehört ihm auch eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an, die in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen stehen, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Einzelheiten zu Wahl, Konstituierung und Amtszeit des Aufsichtsrats, zu dessen Sitzungen und Beschlussfassungen sowie zu seinen Rechten und Pflichten regelt die Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA. Diese ist auf unserer Website unter www.fresenius.de/corporate-governance abrufbar.

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA hat sich gemäß Kodex-Nummer 5.1.3 eine Geschäftsordnung gegeben. Sein Vorsitzender koordiniert die Arbeit, leitet die Sitzungen des Aufsichtsrats und nimmt dessen Belange nach außen wahr. Der Aufsichtsrat soll einmal im Kalendervierteljahr und muss zweimal im Kalenderhalbjahr zusammentreten. Die Sitzungen werden vom Vorsitzenden einberufen und geleitet, im Falle seiner Verhinderung durch einen von ihm benannten Sitzungsleiter. Er bestimmt die Reihenfolge der Verhandlungsgegenstände und die Art der Abstimmung. Der Aufsichtsrat entscheidet mit einfacher Mehrheit der an der Beschlussfassung teilnehmenden Stimmen, soweit nicht das Gesetz zwingend andere Mehrheiten vorschreibt. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden und bei dessen Nichtteilnahme die Stimme desjenigen Stellvertreters den Ausschlag, der ein Vertreter der Anteilseigner ist.

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA führt seine Geschäfte nach den Vorschriften des Gesetzes, der Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats. Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin - der Fresenius Management SE - informiert den Aufsichtsrat kontinuierlich über die Geschäftsentwicklung, die Unternehmensplanung und die Strategie. Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung und prüft den Jahresabschluss des Konzerns unter Berücksichtigung der Berichte des Abschlussprüfers. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Aufsichtsratstätigkeit ist die Arbeit in den Ausschüssen, die nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes sowie den Empfehlungen des Kodex gebildet werden.

Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für den Aufsichtsrat

Die Aufsichtsratsmitglieder nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie informieren sich regelmäßig durch unternehmensinterne und externe Quellen über den aktuellen Stand der Anforderungen an ihre Überwachungstätigkeit. Der Aufsichtsrat stellt sicher, dass seine Mitglieder fortlaufend qualifiziert, ihre Fachkenntnisse aktualisiert sowie ihre Urteilsfähigkeit und Erfahrung weiterentwickelt werden.

Dabei werden sie von Fresenius gemäß Kodex-Nummer 5.4.5 Abs. 2 angemessen unterstützt. So informieren Vertreter aus den Fresenius-Fachbereichen und verschiedene unternehmensexterne Sachkundige über maßgebliche Entwicklungen, z. B. über die strategische Ausrichtung des Unternehmens in den Wachstumsmärkten, über relevante Neuerungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung und über Änderungen in der Rechnungslegung und Prüfung nach IFRS. zusätzlich findet auch eine Einführungsveranstaltung für neue Aufsichtsratsmitglieder statt ("Onboarding").

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA sind auf den Seiten 232 bis 233 des Geschäftsberichts aufgeführt. Auf den Seiten 224 bis 231 berichtet der Aufsichtsrat über die Schwerpunkte seiner Tätigkeit und der seiner Ausschüsse im Jahr 2017.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA hat sich in seiner Sitzung im März 2017 mit der Effizienzprüfung gemäß Kodex-Nummer 5.6 befasst.

Er überprüfte die Effizienz seiner Tätigkeit in einer offenen Diskussion im Plenum. Als Diskussionsgrundlage diente ein unternehmensspezifischer Fragebogen, der die für eine Selbsteinschätzung wesentlichen Aspekte abdeckt. Dies sind u. a. der Ablauf und die Strukturierung der Sitzungen, der Umfang der Vorlagen sowie der Informationsfluss. Die Überprüfung hat ergeben, dass sowohl die Organisation als auch die Arbeit des Aufsichtsrats als effizient eingeschätzt werden.

Zusammenwirken von persönlich haftender Gesellschafterin und Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA

Gute Unternehmensführung setzt eine vertrauensvolle und effiziente Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat voraus. Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin und der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA arbeiten zum Wohl des Unternehmens eng zusammen. Dazu ist eine offene Kommunikation unabdingbar. Das gemeinsame Ziel ist es, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und dabei die Grundsätze der Corporate Governance und der Compliance zu wahren. Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin und der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA stimmen sich insbesondere über die strategische Ausrichtung des Unternehmens ab. Als Kontrollorgan benötigt der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA darüber hinaus umfassende Informationen über die Geschäftsentwicklung und Planung sowie über die Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance. Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin hat diese Informationen pflichtgemäß und in vollem Umfang zur Verfügung gestellt.

Die Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer können die Sitzungen des Aufsichtsrats jeweils gesondert, gegebenenfalls mit Mitgliedern des Vorstands, vorbereiten. So finden regelmäßig Vorbesprechungen der Arbeitnehmervertreter sowie Beratungen im Kreis der Anteilseignervertreter statt. Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne Vorstand.

ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE DER AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA bildet aus dem Kreis seiner Mitglieder zwei ständige Ausschüsse: den Prüfungsausschuss mit fünf und den Nominierungsausschuss mit drei Mitgliedern. Die Mitglieder der Ausschüsse wurden für die Dauer ihrer Amtszeit im Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA gewählt. Nach der Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA wird nur die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss gesondert vergütet (§ 13 Abs. 5 bzw. § 13 Abs. 2 a. F.). Der Personalausschuss entfällt in der KGaA, da der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA weder für die Bestellung noch für die Verträge der Vorstandsmitglieder der persönlich haftenden Gesellschafterin zuständig ist. Diese Personalkompetenz liegt vielmehr beim Aufsichtsrat der persönlich haftenden Gesellschafterin.

Die für den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA getroffenen Regelungen gelten entsprechend für die Ausschüsse. Sie führen bei Bedarf Sitzungen durch, die der jeweilige Ausschussvorsitzende einberuft. Dieser berichtet in der darauffolgenden Aufsichtsratssitzung über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses. Die Geschäftsordnung der Ausschüsse ist in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA enthalten. Die Ausschüsse haben sich keine eigenen Geschäftsordnungen gegeben.

Die Mitglieder der Ausschüsse des Aufsichtsrats sind auf Seite 233 des Geschäftsberichts aufgeführt.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss hat u. a. die Aufgaben, die Entscheidungen des Aufsichtsrats der Gesellschaft über die Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses sowie den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers vorzubereiten und die Vorprüfung des Vorschlags für die Gewinnverwendung vorzunehmen. Er hat ferner die Quartalsberichte vor deren Veröffentlichung zu prüfen sowie - nach Beratung mit dem Vorstand -dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag (einschließlich der Honorarvereinbarung) zu erteilen, Prüfungsschwerpunkte festzulegen und die Berichtspflichten des Prüfers gegenüber dem Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA zu vereinbaren. Darüber hinaus hat er die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Compliance zu überprüfen.

Dem Prüfungsausschuss gehören die Herren Klaus-Peter Müller (Vorsitzender), Konrad Kölbl, Dr. Gerd Krick, Frau Hauke Stars und Herr Rainer Stein an. Herr Klaus-Peter Müller ist unabhängig und verfügt über Sachverstand auf den in § 100 Abs. 5 AktG genannten Gebieten sowie besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren.

Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich auch eingehend mit der Genehmigung von Nicht-Prüfungsleistungen durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss schlägt dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung zur Besetzung der Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Gesellschaft vor. Dem Ausschuss gehören ausschließlich Vertreter der Anteilseigner an. Er orientiert sich bei seinen Wahlvorschlägen an den Vorgaben des Kodex.

Dem Nominierungsausschuss gehören die Herren Dr. Gerd Krick (Vorsitzender), Michael Diekmann und Klaus-Peter Müller an.

Vermittlungsausschuss

Einen Vermittlungsausschuss gibt es bei der Fresenius SE & Co. KGaA nicht, da die Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes, die einen solchen Ausschuss vorsehen, für eine Kommanditgesellschaft auf Aktien nicht gelten und der Kodex einen solchen Ausschuss nicht fordert.

Gemeinsamer Ausschuss

Für einzelne in § 13c Abs. 1 der Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA näher ausgeführte Angelegenheiten bedarf die persönlich haftende Gesellschafterin der Zustimmung des Gemeinsamen Ausschusses, soweit jeweils 40 % des Konzernumsatzes, der Konzernbilanzsumme und des Konzerngewinns von der Angelegenheit betroffen sind. zu diesen Angelegenheiten zählen z. B. die Veräußerung und der Erwerb wesentlicher Beteiligungen und Unternehmensteile oder die Ausgliederung wesentlicher Unternehmensteile aus dem Vermögen der Fresenius SE & Co. KGaA oder einem in ihrem alleinigen Anteilsbesitz stehenden Unternehmen. Die Zustimmung des Gemeinsamen Ausschusses ist darüber hinaus erforderlich für bestimmte Rechtsgeschäfte zwischen der Fresenius SE & Co. KGaA und mit ihr verbundenen Unternehmen einerseits und der Else Kröner-Fresenius-Stiftung andererseits.

Dem Gemeinsamen Ausschuss gehörten die Herren Dr. Gerd Krick und Michael Diekmann an. Ferner sind die durch die persönlich haftende Gesellschafterin entsandten Herren Dr. Dieter Schenk (Vorsitzender) und Dr. Karl Schneider Mitglieder des Ausschusses. Der Gemeinsame Ausschuss hat im Berichtsjahr nicht getagt.

Angaben zu Mitgliedschaften der Ausschussmitglieder in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen finden Sie auf den Seiten 232 bis 235 des Geschäftsberichts.

ZIELE, KOMPETENZPROFIL UND DIVERSITÄTSKONZEPT

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA hat im Dezember 2017 gemäß Kodex-Nummer 5.4.1 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benannt und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Er hat ferner für den Vorstand der Fresenius Management SE und den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA ein Diversitätskonzept beschlossen.

ZIELE FÜR DIE ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS SOWIE KOMPETENZPROFIL FÜR DAS GESAMTGREMIUM

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Dabei ist zwischen den Anforderungen an die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder und den Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums zu unterscheiden.

Anforderungen an die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder

Die Aufsichtsratsmitglieder müssen sowohl fachlich als auch persönlich qualifiziert sein, um den Vorstand bei der Leitung eines weltweit tätigen Gesundheitskonzerns zu beraten und zu überwachen.

Gute Unternehmensführung

Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über die für die ordnungsgemäße Wahrnehmung seiner Aufgaben gebotenen Kenntnisse guter Unternehmensführung eines kapitalmarktorientierten Unternehmens verfügen. Dazu zählen Kenntnisse der Grundzüge der Bilanzierung, des Risikomanagements, interner Kontrollmechanismen sowie im Bereich Compliance.

Branchenerfahrung und Internationalität

Jedes Aufsichtsratsmitglied soll allgemeine Kenntnisse der Gesundheitsbranche sowie ein Grundverständnis für die internationale Tätigkeit von Fresenius mitbringen.

Unabhängigkeit

Mindestens die Hälfte der Mitglieder des Aufsichtsrats und mindestens die Hälfte der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat soll unabhängig im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex sein. Unabhängig in diesem Sinne ist, wer nicht in einer persönlichen oder einer geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Die Eigentümerstruktur kann angemessene Berücksichtigung finden.

Bei der Beurteilung der Unabhängigkeit schließt nach Ansicht des Aufsichtsrats weder eine mehr als zwei Jahre zurückliegende Mitgliedschaft im Vorstand noch die Dauer der Mitgliedschaft im Aufsichtsrat für sich genommen eine Einstufung als unabhängig aus.

Hinsichtlich der Arbeitnehmervertreter wird davon ausgegangen, dass der Umstand der Arbeitnehmervertretung und eines Beschäftigungsverhältnisses die Unabhängigkeit ebenfalls nicht infrage stellt.

Personen, die eine Organfunktion bei einem wesentlichen Wettbewerber von Fresenius ausüben oder an diesem unmittelbar oder mittelbar mit mehr als 3 % des stimmberechtigten Kapitals beteiligt sind, sollen dem Aufsichtsrat nicht angehören.

Sofern ein Aufsichtsratsmitglied für ein anderes Unternehmen tätig ist, mit dem Fresenius in Geschäftsbeziehungen steht, wird diese Tätigkeit im Kapitel "Rechtsverhältnisse mit Organmitgliedern" des Geschäftsberichts erläutert.

Zeitliche Verfügbarkeit und Begrenzung der Mandatszahl

Jedes Aufsichtsratsmitglied soll die zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Aufsichtsratsmandats erforderliche Zeit aufbringen können und die vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlene Begrenzung der Mandatszahl einhalten. Bei der Annahme von vier Sitzungen im Jahr beträgt der zu erwartende Zeitaufwand neuer Mitglieder grundsätzlich ungefähr 12 bis 24 Tage im Jahr. Dies schließt die Vor- und Nachbereitung der Aufsichtsratssitzungen, die Befassung mit den Berichten an den Aufsichtsrat, die Teilnahme an der Hauptversammlung und regelmäßige Fortbildung mit ein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Zeitaufwand auch abhängig ist von der Mitgliedschaft in einem oder mehreren der Aufsichtsratsausschüsse.

Altersgrenze und Zugehörigkeitsdauer

Um im Unternehmensinteresse die Auswahl geeigneter Kandidaten nicht pauschal einzuschränken, verzichtet der Aufsichtsrat auf eine Altersgrenze und eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer. Die gesetzlich vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex enthält insoweit eine begründete Einschränkung. Dem Aufsichtsrat sollen vielmehr auch Mitglieder mit langjähriger Erfahrung und damit in der Regel ältere Mitglieder angehören. Es kommt entscheidend auf das ausgewogene Verhältnis von Aufsichtsratsmitgliedern unterschiedlichen Alters und verschiedener Zugehörigkeitsdauer an.

Anforderungen an das Gesamtgremium

Branchenerfahrung

Der Aufsichtsrat als Gesamtgremium muss mit dem Gesundheitssektor vertraut sein. Eine angemessene Anzahl an Aufsichtsratsmitgliedern soll über vertiefte Kenntnisse und / oder Erfahrungen in den für das Unternehmen wichtigen Arbeitsgebieten verfügen:

Dialyseprodukte, Dialysedienstleistungen und Versorgungsmanagement

lebensnotwendige Medikamente, Medizinprodukte und Dienstleistungen für kritisch und chronisch Kranke

Betrieb von Krankenhäusern

Planung, Errichtung und Management von Gesundheitseinrichtungen

Dem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl an Mitgliedern mit Leitungserfahrung in der Gesundheitsbranche angehören.

Finanzkenntnisse

Der Aufsichtsrat als Gesamtgremium muss über Finanzkenntnisse, insbesondere in den Bereichen Rechnungswesen, Rechnungslegung und Abschlussprüfung, verfügen. Mindestens ein Mitglied muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen.

Kenntnisse relevanter rechtlicher Fragestellungen sowie maßgeblicher regulatorischer und Compliance-Themen

Der Aufsichtsrat als Gesamtgremium soll mit den relevanten rechtlichen Fragestellungen sowie den maßgeblichen regulatorischen und Compliance-Themen vertraut sein.

Erfahrung im Bereich Digitalisierung

Der Aufsichtsrat als Gesamtgremium soll über das gebotene Verständnis für die Anforderungen der Digitalisierung verfügen.

Internationalität

Fresenius ist in mehr als 100 Ländern tätig. Deshalb soll der Aufsichtsrat als Gesamtgremium Kenntnisse und Erfahrungen in den für Fresenius wichtigen Regionen haben. Dem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl an Mitgliedern angehören, die aufgrund ihrer Herkunft oder Geschäftserfahrung einen besonderen Bezug zu den für Fresenius maßgeblichen internationalen Märkten haben.

Führungserfahrung

Dem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl an Mitgliedern angehören, die Erfahrung in der Führung oder Überwachung eines mittelgroßen oder großen Unternehmens haben.

Vielfalt und angemessene Beteiligung von Frauen

Der Aufsichtsrat soll auf möglichst unterschiedliche Spezialkenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen zurückgreifen können. Deshalb soll bei seiner Zusammensetzung Vielfalt (Diversity) angemessen berücksichtigt und bei der Vorbereitung der Wahlvorschläge darauf geachtet werden, dass sich die Profile der Kandidaten im Unternehmensinteresse sinnvoll ergänzen.

Der Aufsichtsrat setzt sich zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammen. Die Beteiligung von Frauen wird grundsätzlich als gemeinsame Verantwortung von Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite gesehen. Bei Nominierungen wird sowohl die Anteilseigner-als auch die Arbeitnehmerseite im Rahmen ihrer Möglichkeiten prüfen, ob der Frauenanteil mit geeigneten Kandidatinnen erhöht werden kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zuständigkeit für die Wahl der Arbeitnehmervertreter beim Europäischen Betriebsrat liegt. Deshalb kann der Aufsichtsrat keine Empfehlungen geben.

Mit der aktuellen Zusammensetzung des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA werden die benannten Ziele erfüllt. Ferner entspricht die aktuelle Zusammensetzung dem beschlossenen Kompetenzprofil. Derzeit sind nach Ansicht des Aufsichtsrats alle Aufsichtsratsmitglieder unabhängig.

DIVERSITÄTSKONZEPT

Für den Vorstand der Fresenius Management SE und den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA besteht ein Diversitätskonzept. Dieses ist nachfolgend beschrieben. Dabei werden auch die Ziele des Diversitätskonzepts, die Art und Weise der Umsetzung und die im Geschäftsjahr erreichten Ergebnisse erläutert.

Diversität ermöglicht Sichtweisen aus verschiedenen Blickwinkeln und vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erfahrungen. Fresenius strebt Diversität im Vorstand der Fresenius Management SE und im Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Ausbildung, beruflichen Hintergrund und internationale Erfahrung an.

Alter

Sowohl für die Tätigkeit des Vorstands der Fresenius Management SE als auch für die des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA ist eine Ausgewogenheit zwischen Erfahrung und neuen Denkansätzen wichtig. Deshalb soll sowohl im Vorstand der Fresenius Management SE als auch im Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA eine ausgewogene Mischung aus erfahrenen und neu hinzugekommenen Mitgliedern bestehen. Auf diese Weise fließen nicht nur unterschiedliche Sichtweisen in die jeweilige Entscheidungsfindung ein, sondern es wird auch ein kontinuierlicher Wissenstransfer gefördert. Wir haben uns deshalb sowohl gegen eine Altersgrenze für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder als auch gegen eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat ausgesprochen.

Geschlecht

Fresenius hält eine Mischung von Frauen und Männern sowohl im Vorstand der Fresenius Management SE als auch im Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA für wünschenswert. Der Aufsichtsrat setzt sich zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammen.

Bei Nominierungen wird sowohl die Anteilseigner- als auch die Arbeitnehmerseite im Rahmen ihrer Möglichkeiten prüfen, ob der Frauenanteil mit geeigneten Kandidatinnen erhöht werden kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zuständigkeit für die Wahl der Arbeitnehmervertreter beim Europäischen Betriebsrat liegt. Deshalb kann der Aufsichtsrat keine Empfehlung geben. Auch bei der Besetzung von Vorstandspositionen ist die Qualifikation das entscheidende Kriterium. Seit dem 1. August 2017 gehört dem Gremium eine Frau an. Angesichts eines Frauenanteils auf der ersten und zweiten Führungsebene von aktuell jeweils über 30 % sind wir zuversichtlich, dass sich die Anzahl an Frauen im Vorstand bei zukünftigen Besetzungsentscheidungen erhöhen wird.

Beruflicher Hintergrund

Im Vorstand der Fresenius Management SE soll jeweils ein Mitglied über langjährige Erfahrungen auf den für das Unternehmen zentralen Arbeitsgebieten verfügen:

Dialyseprodukte, Dialysedienstleistungen und Versorgungsmanagement

lebensnotwendige Medikamente, Medizinprodukte und Dienstleistungen für kritisch und chronisch Kranke

Betrieb von Krankenhäusern

Planung, Errichtung und Management von Gesundheitseinrichtungen

Ferner soll jeweils ein Mitglied über langjährige Erfahrung und Sachverstand im Finanzwesen bzw. im Bereich Corporate Governance, Recht und Compliance verfügen. Damit wird den besonderen Anforderungen eines kapitalmarktorientierten Unternehmens Rechnung getragen.

Dem Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA soll eine angemessene Anzahl an Mitgliedern angehören, die Erfahrung in der Führung oder Überwachung eines mittelgroßen oder großen Unternehmens haben. Eine angemessene Anzahl an Aufsichtsratsmitgliedern soll Leitungserfahrung in der Gesundheitsbranche mitbringen. Mindestens ein Aufsichtsratsmitglied muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen.

Internationale Erfahrung

Fresenius ist in mehr als 100 Ländern tätig. Vor dem Hintergrund soll die Mehrzahl der Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE durch Herkunft, Ausbildung oder berufliche Tätigkeit über internationale Erfahrung in zumindest einem der für Fresenius maßgeblichen Märkte verfügen.

Eine angemessene Anzahl an Mitgliedern des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA soll ebenfalls aufgrund ihrer Herkunft oder Geschäftserfahrung einen besonderen Bezug zu den für Fresenius maßgeblichen internationalen Märkten haben.

Umsetzung der Ziele

Die Umsetzung der Ziele des Diversitätskonzepts wird im Hinblick auf die Besetzung des Vorstands der Fresenius Management SE bei zukünftigen Personalentscheidungen durch den Aufsichtsrat der Fresenius Management SE erfolgen. Das Diversitätskonzept wird Eingang finden in die Wahlvorschläge, die der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA an die Hauptversammlung der Fresenius SE & Co. KGaA richtet. Es soll nach Möglichkeit durch den Europäischen Betriebsrat bei der Wahl der Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA Berücksichtigung finden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde mit Frau Rachel Empey eine Frau in den Vorstand der Fresenius Management SE berufen, die im Hinblick auf Alter, Geschlecht, beruflichen Hintergrund und internationale Erfahrung die Ziele des Diversitätskonzepts optimal erfüllt. Weitere Änderungen bei der Besetzung des Vorstands gab es nicht.

RELEVANTE ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN

Die persönlich haftende Gesellschafterin führte - vertreten durch den Vorstand - die Geschäfte des Unternehmens mit der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Unternehmensleiters unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung, der Geschäftsordnung des Vorstands sowie der Beschlüsse des Gesamtvorstands und des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin. Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen, finden sich im Fresenius-Verhaltenskodex. Dieser enthält die wesentlichen Grundsätze und Regeln für das Verhalten im Unternehmen sowie gegenüber externen Partnern und der Öffentlichkeit. Der Fresenius-Verhaltenskodex ist auf unserer Website unter www.fresenius.de/compliance einsehbar. Er ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesellschaft verbindlich und in jeder Art von Geschäftsbeziehung zu befolgen. Unsere Führungskräfte verstehen es als Managementaufgabe, seine Einhaltung sicherzustellen.

COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEM

Compliance bedeutet für uns mehr als im Einklang mit Recht und Gesetz zu handeln. Compliance bedeutet, das Richtige zu tun. Das heißt: Wir halten sämtliche Regeln ein, gesetzliche Vorgaben ebenso wie interne Richtlinien, freiwillige Selbstverpflichtungen und ethische Grundsätze. Compliance ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur sowie unserer täglichen Arbeit.

Unser Fresenius Verhaltenskodex definiert das Rahmenwerk unserer Regeln. Alle Unternehmensbereiche von Fresenius haben Verhaltenskodizes implementiert. Diese spiegeln die Grundsätze des Fresenius Verhaltenskodex wider, decken aber auch die Besonderheiten der jeweiligen Geschäftstätigkeit ab. Richtlinien, Dienstanweisungen und Prozessbeschreibungen ergänzen und konkretisieren die Regeln der Verhaltenskodizes.

Mit unseren Compliance Management Systemen steuern wir die Umsetzung dieser Regeln im Unternehmen. In allen Unternehmensbereichen und auf Ebene der Fresenius SE & Co. KGaA haben wir risikoorientierte Compliance Management Systeme implementiert. Diese umfassen drei Säulen: Vorbeugen, Erkennen und Reagieren. Dabei liegt unser Fokus darauf, durch effektive Vorbeugung Compliance-Verstöße zu verhindern. Diese Systeme berücksichtigen die jeweiligen Märkte, in denen die Unternehmensbereiche tätig sind, und sind auf deren spezifische Anforderungen zugeschnitten.

Für jeden Unternehmensbereich wurde ein Chief Compliance Officer benannt, der für die Entwicklung, Implementierung und Überwachung des Compliance Management Systems des jeweiligen Unternehmensbereichs zuständig ist. Die Unternehmensbereiche haben im Einklang mit ihrer Organisations- und Geschäftsstruktur Compliance-Verantwortlichkeiten etabliert. Die Corporate Compliance Abteilung der Fresenius SE & Co. KGaA unterstützt die Compliance-Verantwortlichen der Unternehmensbereiche mit standardisierten Instrumenten, Prozessen und Methoden und berichtet an den Chief Compliance Officer der Fresenius SE & Co. KGaA - den Vorstand für Recht, Compliance und Personal.

Wir nehmen bereits mögliches Fehlverhalten sehr ernst. Daher können sich Fresenius-Mitarbeiter, die Kenntnis über mögliches Fehlverhalten, z. B. Verstöße gegen Gesetze, Vorschriften oder internen Richtlinien haben, an ihren Vorgesetzten oder den zuständigen Compliance-Verantwortlichen wenden, oder potenzielle Compliance-Vorfälle auch anonym über Hinweisgebersysteme oder eigens dazu eingerichtete E-Mail-Adressen melden. Die Fresenius SE & Co. KGaA und Fresenius Kabi haben das Hinweisgebersystem über die Corporate Website nicht nur Mitarbeitern, sondern auch Dritten, z. B. Kunden, Lieferanten und anderen Partnern, geöffnet.

Jedes gesetzeswidrige Handeln, jeder Regelverstoß schadet dem Einzelnen und Fresenius. Non-Compliance wird nicht geduldet. Stellen wir Verstöße fest, ergreifen wir die erforderlichen Maßnahmen, um sie abzustellen und eine Wiederholung zu verhindern. Wir nehmen alle Hinweise auch zum Anlass, unsere Unternehmensprozesse auf mögliche Verbesserungen zu überprüfen.

Weitergehende Informationen zur Compliance sowie zu unserem Compliance Management System stehen im Nichtfinanziellen Konzernbericht auf den Seiten 80 ff.

RISIKOMANAGEMENT UND KONTROLLSYSTEM

Wir betrachten den verantwortungsbewussten Umgang mit Risiken als ein wesentliches Element guter Corporate Governance. Fresenius verfügt über ein systematisches Risikomanagement und Kontrollsystem, das den Vorstand in die Lage versetzt, Risiken und Markttendenzen frühzeitig zu erkennen und auf relevante Veränderungen des Risikoprofils unverzüglich zu reagieren. Es besteht aus folgenden Elementen:

Risikofrüherkennungssystem,

Steuerung der operativen, finanziellen und strategischen Risiken,

Qualitätsmanagementsysteme,

Compliance Management Systeme,

Berichterstattung über Rechtsrisiken sowie

Risikoanalyse im Rahmen von Akquisitionen.

Unser Risikomanagement und Kontrollsystem sowie effizient gestaltete Prozesse tragen zu dem, was uns wichtig ist - das Wohl unserer Patienten und damit zum Unternehmenserfolg -bei. Das Risikomanagement ist Gegenstand der jährlichen Abschlussprüfung. Das Kontrollsystem wird regelmäßig vom Vorstand und von der Internen Revision überprüft. Einzelheiten finden Sie im Konzern-Lagebericht auf den Seiten 57 bis 58.

Der Bereich Interne Revision unterstützt darüber hinaus den Vorstand als unabhängige Funktion außerhalb des operativen Tagesgeschäfts. Der Bereich beurteilt interne Prozesse aus einem objektiven Blickwinkel und mit der notwendigen Distanz. Ziel ist es, durch verbesserte interne Kontrollen, optimierte Geschäftsprozesse, Reduzierung von Kosten und Effizienzsteigerungen Mehrwert für Fresenius zu schaffen und dadurch Organisationsziele zu erreichen. Die Erkenntnisse aus den internen Prüfungen werden von der Compliance-Organisation genutzt, um die bestehenden präventiven Maßnahmen (z. B. zur Vermeidung von Korruption) stetig weiterzuentwickeln.

Die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA verfügt über ein eigenes Risikomanagement und Kontrollsystem.

DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEX UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Der Deutsche Corporate Governance Kodex soll die in Deutschland geltenden Regeln der Unternehmensleitung und -überwachung für Investoren transparenter machen. Der Grundsatz der nachhaltigen Wertsteigerung und die weitaus meisten im Kodex enthaltenen Vorgaben, Empfehlungen und Anregungen für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung sind bei Fresenius seit Jahren gelebter Unternehmensalltag. Umfangreiche Informationen zum Thema Corporate Governance finden Sie auf unserer Website unter www.fresenius.de/corporate-governance.

Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA, der Fresenius Management SE, und der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA haben die folgende nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben und auf der Website der Gesellschaft zugänglich gemacht:

"Erklärung des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA, der Fresenius Management SE, und des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG

Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA, der Fresenius Management SE, (nachfolgend der Vorstand) und der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA erklären, dass seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Dezember 2016 den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" (nachfolgend: der Kodex) in der Fassung vom 5. Mai 2015 sowie in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit deren Bekanntmachung im Bundesanzeiger entsprochen wurde und den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 auch zukünftig entsprochen wird. Lediglich den folgenden Empfehlungen des Kodex in den Fassungen vom 5. Mai 2015 sowie vom 7. Februar 2017 wurde bzw. wird in der nachfolgend beschriebenen Weise nicht entsprochen:

► Kodex-Nummer 4.2.3 Absatz 2 Satz 6: Betragsmäßige Vergütungshöchstgrenzen

Gemäß Kodex-Nummer 4.2.3 Absatz 2 Satz 6 soll die Vergütung der Vorstandsmitglieder insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen.

Von dieser Empfehlung wird hinsichtlich der den Vorstandsmitgliedern in den Geschäftsjahren bis einschließlich 2017 zugesagten Vergütung zum Teil abgewichen. Bis zum Geschäftsjahr 2017 waren für Aktienoptionen und Phantom Stocks als Vergütungsteile mit langfristiger Anreizwirkung und folglich auch für die Gesamtvergütung keine betragsmäßigen Höchstgrenzen vorgesehen, weil die Festlegung derartiger Höchstgrenzen für aktienbasierte Vergütungsteile dem Grundgedanken widerspricht, die Vorstandsmitglieder angemessen an den wirtschaftlichen Risiken und Chancen des Unternehmens zu beteiligen. Im Zuge der Umstellung der langfristigen aktienbasierten Vergütung im Jahr 2018 wird für diese eine Höchstgrenze eingeführt. Hinsichtlich der den Vorstandsmitgliedern ab dem Jahr 2018 von der Fresenius Management SE gewährten Vergütung sehen die Vorstandsverträge folglich für jeden einzelnen variablen Vergütungsteil und somit auch für die Vergütung insgesamt betragsmäßige Höchstgrenzen vor. Damit wird der Kodex-Empfehlung hinsichtlich der ab dem Geschäftsjahr 2018 von der Fresenius Management SE zugesagten Vergütung vollständig entsprochen.

► Kodex-Nummer 4.2.3 Absatz 4: Abfindungs-Cap

Gemäß Kodex-Nummer 4.2.3 Absatz 4 soll bei Abschluss von Vorstandsverträgen darauf geachtet werden, dass Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit einschließlich Nebenleistungen den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Wird der Vorstandsvertrag aus einem von dem Vorstandsmitglied zu vertretenden Grund beendet, erfolgen keine Zahlungen an das Vorstandsmitglied. Für die Berechnung des Abfindungs-Caps soll auf die Gesamtvergütung des abgelaufenen Geschäftsjahres und gegebenenfalls auch auf die voraussichtliche Gesamtvergütung für das laufende Geschäftsjahr abgestellt werden.

Von dieser Empfehlung wird bis zum Ende des Geschäftsjahres 2017 abgewichen, weil pauschale Abfindungsregelungen dem von Fresenius im Einklang mit dem Aktiengesetz praktizierten Konzept widersprechen, die Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder regelmäßig für die Dauer der Bestellperiode abzuschließen. Die Anstellungsverträge der Fresenius Management SE mit den Vorstandsmitgliedern werden angepasst und enthalten mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2018 einen Abfindungs-Cap. Damit wird der Kodex-Empfehlung ab dem Geschäftsjahr 2018 entsprochen.

► Kodex-Nummer 4.2.5 Absatz 3: Darstellung im Vergütungsbericht

Gemäß Kodex-Nummer 4.2.5 Absatz 3 soll die Darstellung der Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder im Vergütungsbericht unter anderem die erreichbare Maximal- und Minimalvergütung variabler Vergütungsteile unter Verwendung entsprechender Mustertabellen enthalten. Dabei soll die Darstellung der gewährten Zuwendungen gemäß der Beschreibung zur Mustertabelle 1 auch den Zielwert bzw. einen vergleichbaren Wert eines "mittleren Wahrscheinlichkeitsszenarios" der einjährigen variablen Vergütung und der aufzuschiebenden Anteile aus der einjährigen variablen Vergütung (Deferrals) nennen.

Von dieser Empfehlung wird hinsichtlich der den Vorstandsmitgliedern in den Geschäftsjahren bis einschließlich 2017 zugesagten Vergütung abgewichen, weil bis zu diesem Zeitpunkt nicht für alle variablen Vergütungsteile und folglich auch nicht für die Gesamtvergütung betragsmäßige Höchstgrenzen vorgesehen waren.

Wie bereits zur Kodex-Nummer 4.2.3 Absatz 2 Satz 6 ausgeführt, existieren hinsichtlich der den Vorstandsmitgliedern von der Fresenius Management SE ab dem Geschäftsjahr 2018 gewährten Vergütung für jeden einzelnen variablen Vergütungsteil und damit auch für die Vergütung insgesamt betragsmäßige Höchstgrenzen. Für den Ausweis der Zielwerte der einjährigen variablen Vergütung sowie der gegebenenfalls aufzuschiebenden Anteile aus einjährigen variablen Vergütungen (Deferrals) wird die tatsächlich ausbezahlte (Zufluss) bzw. aufgeschobene Vergütung als Schätzwert und damit als Wert eines "mittleren Wahrscheinlichkeitsszenarios" im Sinne der Erläuterungen zur Mustertabelle 1 zu Kodex-Nummer 4.2.5 Absatz 3 herangezogen. Damit wird der Kodex-Empfehlung für die den Vorstandsmitgliedern von der Fresenius Management SE ab dem Geschäftsjahr 2018 gewährte Vergütung entsprochen.

► Kodex-Nummer 5.1.2 Absatz 2 Satz 3: Altersgrenze für Vorstandsmitglieder

Gemäß Kodex-Nummer 5.1.2 Absatz 2 Satz 3 soll für Vorstandsmitglieder eine Altersgrenze festgelegt werden.

Fresenius wird - wie in der Vergangenheit - auch künftig von der Festlegung einer Altersgrenze für Vorstandsmitglieder absehen. Eine Befolgung dieser Empfehlung würde die Auswahl qualifizierter Kandidaten pauschal einschränken.

► Kodex-Nummer 5.4.1 Absatz 2 und Absatz 4: Benennung konkreter Ziele zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats, Erarbeitung eines Kompetenzprofils und Berücksichtigung bei Wahlvorschlägen

Gemäß Kodex-Nummer 5.4.1 Absatz 2 und Absatz 4 soll der Aufsichtsrat konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benennen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeiten. Die Ziele soll er bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Der Stand der Umsetzung soll im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden.

Von diesen Empfehlungen wurde bislang abgewichen. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats muss sich am Unternehmensinteresse ausrichten und die effektive Überwachung und Beratung des Vorstands gewährleisten. Folglich kommt es grundsätzlich und vorrangig auf die Qualifikation des Einzelnen an. Dementsprechend hat sich der Aufsichtsrat bis Dezember 2017 auf die Einhaltung der gesetzlichen Erfordernisse beschränkt.

Im Dezember 2017 hat der Aufsichtsrat konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benannt und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Er hat dabei auf eine Altersgrenze und eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer verzichtet, um im Unternehmensinteresse die Auswahl geeigneter Kandidaten nicht pauschal einzuschränken. Dem Aufsichtsrat sollen vielmehr auch Mitglieder mit langjähriger Erfahrung und damit in der Regel ältere Mitglieder angehören. Es kommt entscheidend auf das ausgewogene Verhältnis von Aufsichtsratsmitgliedern unterschiedlichen Alters und verschiedener Zughörigkeitsdauer an. Mit dieser Einschränkung wird den Empfehlungen gemäß Kodex-Nummer 5.4.1 Absatz 2 und Absatz 4 mit Wirkung zum 20. Dezember 2017 gefolgt.

► Kodex-Nummer 5.4.6 Absatz 2 Satz 2: Auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtete erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Gemäß Kodex-Nummer 5.4.6 Absatz 2 Satz 2 soll eine den Aufsichtsratsmitgliedern zugesagte erfolgsorientierte Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein.

Letztmalig für das Geschäftsjahr 2017 erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine variable Vergütung, die keine mehrjährige Bemessungsgrundlage hat und daher nicht auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung im Sinne des Kodex ausgerichtet ist. Sie ist vielmehr an die Dividende gekoppelt.

Die Hauptversammlung der Fresenius SE & Co. KGaA hat am 12. Mai 2017 eine der Empfehlung des Kodex entsprechende Aufsichtsratsvergütung beschlossen. Diese ist erstmalig für das Geschäftsjahr 2018 anwendbar. Damit wird dieser Kodex-Empfehlung ab dem Geschäftsjahr 2018 entsprochen.

Bad Homburg v. d. H., im Dezember 2017 Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA, der Fresenius Management SE, und Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA"

Diese und alle vorangegangenen Entsprechenserklärungen sind gemäß § 161 Abs. 2 AktG bzw. Kodex-Nummer 3.10 Satz 3 auf unserer Website unter www.fresenius.de/corporate-governance abrufbar.

WEITERE ANGABEN ZUR CORPORATE GOVERNANCE

VIELFALT (DIVE RSITY)

Im Rahmen der Besetzung von Führungspersonen achtet der Vorstand bei der Auswahl auf Vielfalt (Diversity). Bei Fresenius ist die Qualifikation für jede Personalauswahl - seien es Einstellungen oder Beförderungen - entscheidend. Dies bedeutet, dass Frauen und Männer bei vergleichbarer Eignung die gleichen Karrierechancen haben. Diesen Grundsatz wird Fresenius auch weiterhin konsequent befolgen - selbstverständlich unter Beachtung der sich aus dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst ergebenden Verpflichtungen:

Die gesetzlichen Regelungen schreiben für den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA eine Quote von jeweils mindestens 30 % Frauen und Männern vor. Im Jahr 2016 fanden turnusgemäß Aufsichtsratswahlen statt. Mit diesen Wahlen wurden die gesetzlichen Quoten erfüllt.

Die gesetzlich vorgesehenen Zielgrößen für den Vorstand sind weder für die Fresenius Management SE noch für die Fresenius SE & Co. KGaA einschlägig. Die Fresenius SE & Co. KGaA hat aufgrund ihrer Rechtsform keinen Vorstand. Die Fresenius Management SE ist nicht börsennotiert und unterliegt auch nicht der Mitbestimmung.

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben hat der Vorstand für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands folgende Festlegungen getroffen:

Die erste Führungsebene umfasst alle Senior Vice Presidents und Vice Presidents mit einem Anstellungsvertrag der Fresenius SE & Co. KGaA, die direkt an ein Mitglied des Vorstands berichten. Für den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene wurde durch Beschluss des Vorstands mit Wirkung ab 1. Januar 2016 die Zielgröße 33,3 % mit einer Frist zum 31. Dezember 2020 festgelegt. Dieser Wert entspricht dem Anteil zum 31. Dezember 2015.

Die zweite Führungsebene umfasst alle Vice Presidents mit einem Anstellungsvertrag der Fresenius SE & Co. KGaA, die direkt an ein Mitglied der ersten Führungsebene berichten. Für den Frauenanteil auf der zweiten Führungsebene wurde durch Beschluss des Vorstands mit Wirkung ab 1. Januar 2016 die Zielgröße 37,5 % mit einer Frist zum 31. Dezember 2020 festgelegt. Dieser Wert entspricht dem Anteil zum 31. Dezember 2015.

Aus Sicht des Vorstands ist die Gruppe der Teilnehmer an den konzernweiten Aktienoptionsprogrammen aussagekräftig, um den Frauenanteil in Führungspositionen weltweit aufzuzeigen: Die Frauenquote unter diesen Top-1.400-Führungs-kräften betrug zum 31. Dezember 2017 30,3 %.

Weitere Informationen zu Vielfalt sowie zu unserem Personalmanagement und unserer Personalentwicklung finden Sie im Konzern-Lagebericht auf den Seiten 29 f.

RECHTSVERHÄLTNISSE MIT ORGANMITGLIEDERN

Die persönlich haftende Gesellschafterin und der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Sie verfolgen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit weder persönliche Interessen, noch gewähren sie anderen Personen ungerechtfertigte Vorteile. Nebentätigkeiten oder Geschäfte der Organmitglieder mit dem Unternehmen sind dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen und von diesem zu genehmigen. Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA berichtet der Hauptversammlung über etwaige Interessenkonflikte und deren Behandlung.

Die Fresenius SE & Co. KGaA weist auf folgende Beziehungen hin, die zwischen Fresenius-Konzerngesellschaften und Unternehmen bestehen, bei denen Aufsichtsratsmitglieder der Fresenius SE & Co. KGaA bzw. Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglieder der Fresenius Management SE im Berichtsjahr eine Organ- oder sonstige Funktion ausgeübt haben:

Herr Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht ist Mitglied des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA und medizinischer Vorstand und Sprecher des Vorstands des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Universitätsklinik Aachen. Der Fresenius-Konzern unterhält mit diesen Kliniken regelmäßig Geschäftsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen.

Herr Klaus-Peter Müller ist Aufsichtsratsmitglied der Fresenius Management SE und der Fresenius SE & Co. KGaA sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank AG, mit der der Fresenius-Konzern Geschäftsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen unterhält. Herr Michael Diekmann ist Aufsichtsratsmitglied der Fresenius Management SE und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats der Allianz SE. Die vom Fresenius-Konzern an die Allianz gezahlten Versicherungsprämien entsprachen marktüblichen Konditionen.

Berater- oder sonstige Dienstleistungsbeziehungen zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden bei Herrn Dr. Dieter Schenk, dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Fresenius Management SE.

Herr Dr. Schenk war bis zum 31. Dezember 2017 Partner der Rechtsanwaltssozietät Noerr LLP. Die Gesellschaften der international agierenden Sozietät Noerr sind im Jahr 2017 für den Fresenius-Konzern rechtsberatend tätig geworden. Der Fresenius-Konzern hat der Anwaltssozietät Noerr im Berichtsjahr insgesamt rund 2,9 Mio € gezahlt (2016: 0,9 Mio €). Dies entspricht weniger als 2 % der Rechts- und Beratungskosten des Fresenius-Konzerns im Jahr 2017 (2016: weniger als 0,5 <%). Dieser Zahlbetrag beinhaltet auch Zahlungen für bereits im Jahr 2016 erbrachte Dienstleistungen, die erst in 2017 zur Auszahlung gekommen sind. Von dem genannten Gesamtbetrag für das Jahr 2017 entfielen rund 0,1 Mio € auf Mandate, die Fresenius-Konzerngesellschaften außerhalb des Unternehmensbereichs Fresenius Medical Care betreffen. Mandate, die von Konzerngesellschaften des Unternehmensbereichs Fresenius Medical Care erteilt werden, unterliegen der separaten Zustimmung der Aufsichtsräte der Fresenius Medical Care Management AG sowie der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA. Der Aufsichtsrat der Fresenius Management SE hat sich mit der Mandatierung eingehend beschäftigt und hat dieser Mandatierung bei Stimmenthaltung von Herrn Dr. Schenk zugestimmt. Die Beschlussfassung erfolgte auf der Grundlage einer schriftlichen Aufsichtsratsvorlage unter Auflistung aller Einzelmandate und aller Rechnungen für die Einzelmandate. Sämtliche Zahlungen im Geschäftsjahr 2017 erfolgten erst nach Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA hat sich mit dem Verhältnis des Honorarvolumens für die Rechtsberatungsleistungen der Sozietät Noerr zu den Honorarvolumina anderer Sozietäten befasst.

Die in diesem Abschnitt "Rechtsverhältnisse mit Organmitgliedern" genannten Beträge in Euro sind Nettobeträge. Darüber hinaus wurde die jeweilige Mehrwertsteuer gezahlt.

Sonstige Berater-, Dienstleistungs- oder Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestehen weder unmittelbar noch mittelbar.

Die Angaben zu den nahestehenden Personen hat Fresenius in den Quartalsfinanzberichten 2017 sowie im Geschäftsbericht auf Seite 212 veröffentlicht.

INFORMATIONEN ÜBER DIRECTORS' DEALINGS/ EIGENGESCHÄFTE VON FÜHRUNGSKRÄFTEN UND AKTIENBESITZ IM GESCHÄFTSJAHR 2017

Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen, sowie in enger Beziehung zu ihnen stehende Personen haben gemäß Art. 19 EU-Marktmissbrauchsverordnung (MAR) Eigengeschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Fresenius SE & Co. KGaA oder damit verbundenen Finanzinstrumenten zu melden. Über die Eigengeschäfte von Führungskräften 2017 informiert die Übersicht auf unserer Website unter www.fresenius.de/corporate-governance.

Keines der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der persönlich haftenden Gesellschafterin oder der Aufsichtsratsmitglieder der Fresenius SE & Co. KGaA hält direkt oder indirekt mehr als 1 %o der von Fresenius ausgegebenen Aktien oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente.

Insgesamt halten die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE sowie des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA Aktien oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente bzw. Aktienoptionen aus den Aktienoptionsplänen der Fresenius SE & Co. KGaA in Höhe von 0,31 %o der zum 31. Dezember 2017 ausgegebenen Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA. Davon hält der Vorstand der Fresenius Management SE 0,29 %o, der Aufsichtsrat der Fresenius Management SE 0,01 %o und der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA 0,01 %o. Da einige Personen Mitglieder beider Aufsichtsräte sind, kann die Summe der berichteten Einzelwerte höher sein als der tatsächliche Besitz von Aktien, sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten bzw. von Aktienoptionen aller Mitglieder der drei Gremien.

Es lagen keine Mitteilungen vor, denen zufolge der Aktienbesitz von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern die jeweiligen im Wertpapierhandelsgesetz vorgesehenen Meldeschwellen erreicht, über- oder unterschritten hat.

TRANSPARENZ UND KOMMUNIKATION

Durch eine stetige Kommunikation mit der Öffentlichkeit erfüllt Fresenius sämtliche Anforderungen an Transparenz, die der Kodex unter Nummer 6 aufführt. Damit wollen wir das uns entgegengebrachte Vertrauen rechtfertigen und vertiefen. Die Gleichbehandlung aller Adressaten ist uns besonders wichtig. Damit alle Marktteilnehmer zeitlich und inhaltlich denselben Informationsstand erhalten, stellen wir alle wichtigen Dokumentationen auf unserer Website www.fresenius.de bereit. Über unsere Investor Relations-Aktivitäten berichten wir ausführlich auf Seite 11 des Geschäftsberichts.

RECHNUNGSLEGUNG UND KONZERNABSCHLUSS

Als Kapitalgesellschaft mit Sitz in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union hat Fresenius den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) unter Anwendung von § 315e Handelsgesetzbuch (HGB) zu erstellen und zu veröffentlichen.

Der verantwortliche Abschlussprüfer Herr Marcus Rohrbach, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, ist seit 2012 für die Prüfung des Konzernabschlusses zuständig.

VERGÜTUNGSBERICHT

Der Vergütungsbericht fasst die wesentlichen Elemente des Systems zur Vergütung des Vorstands der Fresenius Management SE als persönlich haftender Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA zusammen und erläutert in diesem Zusammenhang vor allem die Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung. Darüber hinaus werden die Grundsätze und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats beschrieben. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts des Einzelabschlusses und des Konzern-Lageberichts der Fresenius SE & Co. KGaA. Der Vergütungsbericht wird auf der Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie unter Berücksichtigung der Entsprechens-erklärung der Fresenius SE & Co. KGaA vom Dezember 2017 erstellt und beinhaltet ferner die Angaben, die nach den maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften, vor allem dem Handelsgesetzbuch, erforderlich sind.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist das Aufsichtsratsplenum der Fresenius Management SE zuständig. Der Aufsichtsrat wird dabei von einem Personalausschuss unterstützt. Der Personalausschuss der Fresenius Management SE setzte sich aus den Herren Dr. Gerd Krick, Dr. Dieter Schenk und Dr. Karl Schneider zusammen.

Zielsetzung des Vergütungssystems ist es, die Mitglieder des Vorstands an der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens entsprechend ihren Aufgaben und Leistungen sowie den Erfolgen bei der Gestaltung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage des Unternehmens unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds angemessen teilhaben zu lassen.

Die Vergütung des Vorstands ist in ihrer Gesamtheit leistungsorientiert und setzte sich im Geschäftsjahr 2017 aus drei Bestandteilen zusammen:

erfolgsunabhängige Vergütung (Festvergütung und Nebenleistungen)

kurzfristige erfolgsbezogene Vergütung (einjährige variable Vergütung (Bonus))

Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung (mehrjährige variable Vergütung, bestehend aus Aktienoptionen, aktienbasierter Vergütung mit Barausgleich (Phantom Stocks) sowie verschobenen Zahlungen der einjährigen variablen Vergütung)

Des Weiteren bestehen für die Mitglieder des Vorstands Pensionszusagen.

Die Ausgestaltung der einzelnen Bestandteile folgt den nachstehenden Kriterien:

Die Festvergütung wurde im Geschäftsjahr 2017 grundsätzlich in monatlichen Raten ausbezahlt. Herr Rice Powell erhielt einen Teil seiner Festvergütung von Fresenius Medical Care North America in 24 Raten ausbezahlt. Zusätzlich haben die Mitglieder des Vorstands Nebenleistungen erhalten, die im Wesentlichen aus Versicherungsleistungen, der Privatnutzung eines Firmen-Pkw, Sonderzahlungen wie Wohnkosten-zuschüssen und Gebührenerstattungen, Schulgeld, der Übernahme von Kosten für den Betrieb von Einbruchmeldeanlagen sowie Zuschüssen zur Renten- und Krankenversicherung bestehen.

Die erfolgsbezogene Vergütung wird auch für das Geschäftsjahr 2017 in Form einer kurzfristig ausgerichteten Barzahlungskomponente (einjährige variable Vergütung) und als Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung (Aktienoptionen, aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich (Phantom Stocks), verschobene Zahlungen der einjährigen variablen Vergütung) gewährt. Die Höhe der jeweiligen einjährigen variablen Vergütung ist davon abhängig, dass bestimmte am Konzernergebnis des Fresenius-Konzerns bzw. der relevanten Unternehmensbereiche orientierte Zielparameter erreicht werden. Im Falle der Vorstandsmitglieder mit funktionaler Verantwortlichkeit für den Gesamtkonzern -das sind Herr Stephan Sturm, Frau Rachel Empey und Herr Dr. Jürgen Götz - leitet sich die Höhe der einjährigen variablen Vergütung vollständig vom jeweiligen Konzernjahresüberschuss der Fresenius SE & Co. KGaA (nach Abzug von Minderheitsanteilen) ab. Bei den Herren Mats Henriksson und Dr. Francesco De Meo hängt die Höhe der einjährigen variablen Vergütung rund hälftig von der Entwicklung des Konzernjahresüberschusses der Fresenius SE & Co. KGaA sowie im Übrigen von der Entwicklung des Jahresüberschusses des Unternehmensbereichs (jeweils nach Abzug von Minderheitsanteilen), für den das jeweilige Vorstandsmitglied zuständig ist, ab. Die einjährige variable Vergütung von Herrn Dr. Ernst Wastler richtet sich rund hälftig nach dem Konzernjahresüberschuss der Fresenius SE & Co. KGaA (nach Abzug von Minderheitsanteilen) sowie nach dem Konzernjahresergebnis vor Steuern und außerordentlichen Erträgen /Aufwendungen der VAMED-Gruppe. Herr Rice Powell erhält seine Vergütung ausschließlich von Fresenius Medical Care. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat Mitgliedern des Vorstands eine Ermessenstantieme für besondere Leistungen gewähren. Für diese sehen die Vorstandsverträge mit der Fresenius Management SE ab dem Geschäftsjahr 2018 vor, dass die gesamte einem Vorstandsmitglied in einem Geschäftsjahr gewährte Vergütung einschließlich einer etwaigen Ermessenstantieme die Summe nicht überschreiten darf, die sich aus der Festvergütung und den betragsmäßigen Höchstgrenzen für die variablen Vergütungsteile (einjährige und mehrjährige variable Vergütung) ergibt.

Für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 stellte sich die Höhe der Barvergütung des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA wie folgt dar:

Erfolgsunabhängige Vergütung Kurzfristige erfolgsbezogene Vergütung
Festvergütung Nebenleistungen2 Bonus
in Tsd € 2017 2016 2017 2016 2017 2016
Stephan Sturm 1.100 850 79 43 1.866 1.773
Dr. Ulf M. Schneider (bis 30. Juni 2016) n. a. 550 n. a. 72 n. a. 875
Dr. Francesco De Meo 630 600 24 23 1.412 1.250
Rachel Empey (seit 1. August 2017) 250 n. a. 16 n. a. 338 n. a.
Dr. Jürgen Götz 490 460 41 37 950 928
Mats Henriksson 630 600 157 149 1.250 1.250
Rice Powell1 1.217 1.242 173 121 2.297 2.403
Dr. Ernst Wastler 525 500 75 72 858 775
Summen 4.842 4.802 565 517 8.971 9.254
Barvergütung (ohne Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung)
in Tsd € 2017 2016
Stephan Sturm 3.045 2.666
Dr. Ulf M. Schneider (bis 30. Juni 2016) n. a. 1.497
Dr. Francesco De Meo 2.066 1.873
Rachel Empey (seit 1. August 2017) 604 n. a.
Dr. Jürgen Götz 1.481 1.425
Mats Henriksson 2.037 1.999
Rice Powell1 3.687 3.766
Dr. Ernst Wastler 1.458 1.347
Summen 14.378 14.573

1 Herr Rice Powell erhielt seine Vergütung ausschließlich von der Fresenius Medical Care, an der die Fresenius SE & Co. KGaA einen Anteil von rund 30,80 % hält. Wegen der Vorstandsmitgliedschaft bei der Fresenius Management SE ist die Vergütung auch in den Vergütungsbericht des Fresenius-Konzerns aufzunehmen.
2 Enthalten sind Versicherungsleistungen, die Privatnutzung eines Firmen-Pkw, Zuschüsse zur Renten- und Krankenversicherung sowie sonstige Nebenleistungen.

Die direkt ausgezahlte einjährige variable Vergütung, ohne die Auszahlung an Herrn Rice Powell, beträgt für das Geschäftsjahr 2017 6.674 Tsd €. Dies entspricht 98 % der gesamten einjährigen variablen Vergütung. Der verbleibende Teil in Höhe von 148 Tsd € wurde in eine Komponente mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage umgewandelt und die Auszahlung um zwei Jahre verschoben.

Um zu gewährleisten, dass das System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder insgesamt auf eine langfristige und nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet ist, sieht das Vergütungssystem vor, dass der Anteil der langfristig orientierten variablen Vergütungsbestandteile betragsmäßig mindestens die Hälfte der dem jeweiligen Vorstandsmitglied insgesamt eingeräumten variablen Vergütungsbestandteile ausmacht. Zur Sicherstellung dieser Mindestrelation zugunsten der langfristig orientierten variablen Vergütungsbestandteile ist ausdrücklich vorgesehen, dass der Aufsichtsrat bestimmen kann, dass die grundsätzlich jährlich zu zahlende einjährige variable Vergütung (anteilig) in eine auf einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage basierende variable Vergütungskomponente, die auch etwaigen negativen Entwicklungen innerhalb des Bemessungszeitraums Rechnung trägt, umgewandelt wird. Dies geschieht in der Weise, dass die Fälligkeit der an sich jährlich erdienten einjährigen variablen Vergütung nach dem Ermessen des Aufsichtsrats anteilig oder vollständig um zwei Jahre verschoben wird. Dabei wird gleichzeitig sichergestellt, dass eine Auszahlung an das Vorstandsmitglied auch nach Ablauf dieses mehrjährigen Zeitraums nur dann erfolgt, wenn (i) keine nachträgliche Berichtigung des für die Bemessung der einjährigen variablen Vergütung maßgeblichen (um Sondereffekte bereinigten) Konzernjahresüberschusses der Fresenius SE & Co. KGaA (nach Abzug von Minderheitsanteilen) außerhalb einer betragsmäßigen Toleranzbreite von 10 % erfolgt und (ii) der (um Sondereffekte bereinigte) Konzernjahresüberschuss der Fresenius SE & Co. KGaA in den beiden relevanten Folgejahren die (um Sondereffekte bereinigten) Konzernjahresüberschüsse (nach Abzug von Minderheitsanteilen) der jeweiligen vorangegangenen Geschäftsjahre betragsmäßig nicht wesentlich unterschreitet. Im Falle einer lediglich geringfügigen bzw. teilweisen Verfehlung der vorgenannten Auszahlungsvoraussetzungen kann der Aufsichtsrat eine entsprechende anteilige Auszahlung des umgewandelten Teils der einjährigen variablen Vergütung beschließen. Eine Verzinsung des umgewandelten Anspruchs auf einjährige variable Vergütung von der erstmaligen Entstehung bis zu ihrer effektiven Auszahlung findet nicht statt. Auf diese Weise kann die einjährige variable Vergütung anteilig oder vollständig in einen echten auf mehrjähriger Bemessungsgrundlage basierenden variablen Vergütungsbestandteil umgewandelt werden, der etwaige negative Entwicklungen während des relevanten Bemessungszeitraums berücksichtigt.

Als weitere Komponente mit langfristiger Anreizwirkung wurden im Geschäftsjahr 2017 Leistungen aus dem LTIP 2013 der Fresenius SE & Co. KGaA bzw. für Herrn Rice Powell aus dem LTIP 2016 der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA gewährt. Diese bestanden zum einen aus einer aktienbasierten Vergütung mit Barausgleich (Phantom Stocks) und zum anderen aus Aktienoptionen auf Basis des Aktienoptionsplans 2013 der Fresenius SE & Co. KGaA bzw. aus Performance Shares aus dem LTIP 2016 der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA für Herrn Rice Powell. Auf Basis des LTIP 2013 wurden sowohl Vorstandsmitgliedern als auch sonstigen Führungskräften Aktienoptionen und Phantom Stocks gewährt. In Übereinstimmung mit der aktienrechtlichen Kompetenzordnung erfolgten Zuteilungen an Vorstandsmitglieder durch den Aufsichtsrat der Fresenius Management SE und an sonstige Führungskräfte durch den Vorstand. Die Anzahl der zuzuteilenden Aktienoptionen und Phantom Stocks für Vorstandsmitglieder wurde durch den Aufsichtsrat nach dessen pflichtgemäßem Ermessen festgelegt, wobei alle Vorstandsmitglieder, mit Ausnahme des Vorsitzenden des Vorstands, der jeweils die doppelte Anzahl von Aktienoptionen und Phantom Stocks erhielt, grundsätzlich dieselbe Anzahl von Aktienoptionen und Phantom Stocks erhielten. Im Zeitpunkt der Zuteilung konnten die Teilnehmer des LTIP 2013 wählen, ob sie Aktienoptionen zu Phantom Stocks im Verhältnis 75 : 25 oder 50 : 50 erhalten wollten.

Die Ausübung der Aktienoptionen und der Phantom Stocks, die unter dem LTIP 2013 der Fresenius SE & Co. KGaA gewährt wurden, ist an mehrere Bedingungen wie den Ablauf einer vierjährigen Wartezeit, die Beachtung von Ausübungssperrfristen, das Erreichen des definierten Erfolgsziels sowie das Fortbestehen des Dienst- respektive Arbeitsverhältnisses geknüpft. Die ausübbaren Aktienoptionen können innerhalb von vier Jahren ausgeübt werden. Die ausübbaren Phantom Stocks werden am 1. März des Jahres, das dem Ende der Wartezeit folgt, ausbezahlt.

Die Höhe der Barauszahlung nach Maßgabe des Phantom Stock Plans 2013 richtet sich nach dem volumengewichteten durchschnittlichen Börsenkurs der Aktie der Fresenius SE & Co. KGaA in den drei Monaten vor dem Ausübungstag.

Das Erfolgsziel ist jeweils erreicht, wenn innerhalb der Wartezeit das bereinigte Konzernergebnis der Gesellschaft (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Gesellschaft entfällt) währungsbereinigt um mindestens 8 % pro Jahr im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr gestiegen ist. Das Erfolgsziel ist auch erreicht, wenn die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des bereinigten Konzernergebnisses der Gesellschaft in den vier Jahren der Wartezeit währungsbereinigt mindestens 8 % beträgt. Sollte hinsichtlich eines Vergleichszeitraums oder mehrerer der vier Vergleichszeiträume innerhalb der Wartezeit weder das bereinigte Konzernergebnis der Gesellschaft währungsbereinigt um mindestens 8 % pro Jahr im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr gestiegen sein, noch die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des bereinigten Konzernergebnisses der Gesellschaft währungsbereinigt in den vier Jahren der Wartezeit mindestens 8 % betragen haben, verfallen die jeweils ausgegebenen Aktienoptionen und Phantom Stocks in dem anteiligen Umfang, wie das Erfolgsziel innerhalb der Wartezeit nicht erreicht worden ist, d. h. um ein Viertel, um zwei Viertel, um drei Viertel oder vollständig.

Die Grundzüge des LTIP 2013 der Fresenius SE & Co. KGaA und des LTIP 2016 der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA werden in Anmerkung 34 des Konzern-Anhangs, Aktienbasierte Vergütungspläne, näher dargestellt.

Den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme von Frau Rachel Empey und Herrn Rice Powell wurde im Geschäftsjahr 2017 ein Anspruch auf eine weitere aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich (weitere Phantom Stocks) im Gegenwert von 100 Tsd € je Vorstandsmitglied gewährt. Für diese gelten in Bezug auf Erfolgsziel und Wartezeit dieselben Anforderungen wie für die Phantom Stocks, die unter dem LTIP 2013 gewährt wurden.

Für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 sind die Anzahl und der Wert der ausgegebenen Aktienoptionen, der Wert der aktienbasierten Vergütung mit Barausgleich (Phantom Stocks bzw. Performance Shares) und der Wert der verschobenen erfolgsbezogenen Vergütung in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Die Anzahl der im Geschäftsjahr 2017 an die Mitglieder des Vorstands unter dem LTIP 2013 gewährten Aktienoptionen ist im Vergleich zu 2016 grundsätzlich unverändert. Herr Stephan Sturm erhielt für das Geschäftsjahr 2016 pro rata für die Zeit bis zum 30. Juni 2016 als einfaches Vorstandsmitglied die reguläre Anzahl und für die Zeit ab dem 1. Juli 2016 als Vorstandsvorsitzender die doppelte Anzahl an Aktienoptionen bzw. Phantom Stocks und für das Geschäftsjahr 2017 als Vorstandsvorsitzender die doppelte Anzahl an Aktienoptionen bzw. Phantom Stocks. Frau Rachel Empey erhielt aufgrund ihres Eintritts zum 1. August 2017 pro rata für die Zeit ab diesem Zeitpunkt die reguläre Anzahl an Aktienoptionen bzw. Phantom Stocks. Die angegebenen Werte entsprechen deren Zeitwert (Fair Value) zum Zeitpunkt ihrer Gewährung, somit einem Eert in Höhe von 12,59 € (2016: 15,31 €) pro Aktienoption der Fresenius SE & Co. KGaA. bzw. 10,61 € hinsichtlich der Frau Rachel Empey gewährten Aktienoptionen. Der Ausübungskurs für die gewährten Aktienoptionen der Fresenius SE & Co. KGaA beträgt 74,77 € (2016: 66,02 €) bzw. 64,69 € hinsichtlich der Frau Rachel Empey gewährten Aktienoptionen.

Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) der im Geschäftsjahr 2017 an die Mitglieder des Vorstands gewährten Phantom Stocks zum Zeitpunkt ihrer Gewährung entspricht einem Wert in Höhe von 68,21 € (2016: 64,31 €) pro Phantom Stock der Fresenius SE & Co. KGaA bzw. 59,37 € hinsichtlich der Frau Rachel Empey gewährten Phantom Stocks und in Höhe von 86,39 US$ (2016: 85,06 US$) pro Performance Share der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA.

KOMPONENTEN MIT LANGFRISTIGER ANREIZWIRKÜNG

Aktienoptionen1 Verschobene Zahlungen der einjährigen variablen Vergütung
Anzahl Wert
in Tsd €
Wert
in Tsd €
2017 2016 2017 2016 2017 2016
Stephan Sturm 135.000 101.250 1.700 1.550 0 0
Dr. Ulf M. Schneider (bis 30. Juni 2016) n. a. n. a. n. a. n. a. n. a. n. a.
Dr. Francesco De Meo 67.500 67.500 850 1.033 148 0
Rachel Empey (seit 1. August 2017) 28.125 n. a. 298 n. a. 0 n. a.
Dr. Jürgen Götz 67.500 67.500 850 1.033 0 0
Mats Henriksson 67.500 45.000 850 689 0 0
Rice Powell 0 0 0 0 0 0
Dr. Ernst Wastler 67.500 67.500 850 1.033 0 0
Summen 433.125 348.750 5.398 5.338 148 0
Aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich (Phantom Stocks2) Gesamt
Wert
in Tsd €
Wert
in Tsd €
2017 2016 2017 2016
Stephan Sturm 728 613 2.428 2.163
Dr. Ulf M. Schneider (bis 30. Juni 2016) n. a. n. a. n. a. n. a.
Dr. Francesco De Meo 414 442 1.412 1.475
Rachel Empey (seit 1. August 2017) 109 n. a. 407 n. a.
Dr. Jürgen Götz 414 442 1.264 1.475
Mats Henriksson 414 786 1.264 1.475
Rice Powell 2.247 2.415 2.247 2.415
Dr. Ernst Wastler 414 442 1.264 1.475
Summen 4.740 5.140 10.286 10.478

1 Aktienoptionen, die in den Jahren 2017 und 2016 aus dem Aktienoptionsprogramm der Fresenius SE & Co. KGaA ausgegeben wurden
2 Die Werte umfassen alle Phantom Stocks einschließlich Performance Shares der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA.

Am Ende des Geschäftsjahres 2017 hielten die Mitglieder des Vorstands insgesamt 1.612.515 (2016: 1.294.530) Aktienoptionen der Fresenius SE & Co. KGaA und 284.793 (2016: 344.793) der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA. Sie hielten insgesamt ferner 285.057 (2016: 262.524) Phantom Stocks der Fresenius SE & Co. KGaA sowie 37.915 (2016: 19.852) Performance Shares und 16.888 (2016: 17.853) Phantom Stocks der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA.

Die Entwicklung und der Stand der Aktienoptionen des Vorstands im Geschäftsjahr 2017 sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Stephan Sturm Dr. Francesco De Meo Rachel Empey (seit 1. August 2017) Dr. Jürgen Götz Mats Henriksson Rice Powell1
Am 1. Januar 2017 ausstehende Optionen            
Anzahl 321.390 310.140 n. a. 202.500 258.000 344.793
durchschnittlicher Ausübungspreis in € 46,01 44,89 n. a. 51,04 41,93 60,89
Im Geschäftsjahr gewährte Optionen            
Anzahl 135.000 67.500 28.125 67.500 67.500 0
Ausübungspreis in € 74,77 74,77 64,69 74,77 74,77 0
Im Geschäftsjahr ausgeübte Optionen            
Anzahl 0 85.140 0 0 30.000 60.000
durchschnittlicher Ausübungspreis in € n. a. 26,11 n. a. n. a. 23,76 42,68
durchschnittlicher Aktienkurs in € n. a. 77,82 n. a. n. a. 76,68 84,45
Im Geschäftsjahr verfallene Optionen            
Anzahl 0 0 0 0 0 0
durchschnittlicher Ausübungspreis in € n. a. n. a. n. a. n. a. n. a. n. a.
Am 31. Dezember 2017 ausstehende Optionen            
Anzahl 456.390 292.500 28.125 270.000 295.500 284.793
durchschnittlicher Ausübungspreis in € 54,52 57,26 64,69 56,97 51,27 64,73
durchschnittlich verbleibende Laufzeit in Jahren 5,4 5,9 7,9 5,9 5,1 4,6
Bandbreite an Ausübungspreisen in € 26,11 bis 74,77 33,10 bis 74,77 64,69 33,10 bis 74,77 26,11 bis 74,77 49,76 bis 76,99
Am 31. Dezember 2017 ausübbare Optionen            
Anzahl 130.140 45.000 0 45.000 93.000 60.693
durchschnittlicher Ausübungspreis in € 28,53 33,10 n. a. 33,10 29,49 52,76
Dr. Ernst Wastler Summen2
Am 1. Januar 2017 ausstehende Optionen    
Anzahl 202.500 1.294.530
durchschnittlicher Ausübungspreis in € 51,04 46,50
Im Geschäftsjahr gewährte Optionen    
Anzahl 67.500 433.125
Ausübungspreis in € 74,77 74,12
Im Geschäftsjahr ausgeübte Optionen    
Anzahl 0 115.140
durchschnittlicher Ausübungspreis in € n. a. 25,50
durchschnittlicher Aktienkurs in € n. a. 77,53
Im Geschäftsjahr verfallene Optionen    
Anzahl 0 0
durchschnittlicher Ausübungspreis in € n. a. n. a.
Am 31. Dezember 2017 ausstehende Optionen    
Anzahl 270.000 1.612.515
durchschnittlicher Ausübungspreis in € 56,97 55,42
durchschnittlich verbleibende Laufzeit in Jahren 5,9 5,6
Bandbreite an Ausübungspreisen in € 33,10 bis 74,77 26,11 bis 74,77
Am 31. Dezember 2017 ausübbare Optionen    
Anzahl 45.000 358.140
durchschnittlicher Ausübungspreis in € 33,10 30,50

1 Herr Rice Powell hält Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan der Fresenius Medical Care.
2 Nur Aktienoptionen der Fresenius SE & Co. KGaA, ohne Aktienoptionen von Herrn Rice Powell

Die Höhe der Gesamtvergütung des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA stellte sich für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 damit wie folgt dar:

Barvergütung (ohne Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung) Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung Gesamtvergütung (einschließlich Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung)
in Tsd € 2017 2016 2017 2016 2017 2016
Stephan Sturm 3.045 2.666 2.428 2.163 5.473 4.829
Dr. Ulf M. Schneider (bis 30. Juni 2016) n. a. 1.497 n. a. n. a. n. a. 1.497
Dr. Francesco De Meo 2.066 1.873 1.412 1.475 3.478 3.348
Rachel Empey (seit 1. August 2017) 604 n. a. 407 n. a. 1.011 n. a.
Dr. Jürgen Götz 1.481 1.425 1.264 1.475 2.745 2.900
Mats Henriksson 2.037 1.999 1.264 1.475 3.301 3.474
Rice Powell 3.687 3.766 2.247 2.415 5.934 6.181
Dr. Ernst Wastler 1.458 1.347 1.264 1.475 2.722 2.822
Summen 14.378 14.573 10.286 10.478 24.664 25.051

Die Aktienoptionen und der Anspruch auf eine aktienbasierte Vergütung (Phantom Stocks) können erst nach Ablauf festgelegter Mindestlaufzeiten (Erdienungszeiträume) ausgeübt werden. Ihr Wert wird auf die Erdienungszeiträume verteilt und als Aufwand im jeweiligen Geschäftsjahr berücksichtigt.

Der auf die Geschäftsjahre 2017 und 2016 entfallende Aufwand ist in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesen. Bei Herrn Dr. Ulf M. Schneider beinhalten die Werte für das Jahr 2016 Anpassungen des Aufwands der vergangenen Jahre für die Aktienoptionen und Phantom Stocks, die aufgrund seines Ausscheidens verfallen sind.

AUFWAND FÜR KOMPONENTEN MIT LANGFRISTIGER ANREIZWIRKUNG

Aktienoptionen Aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich (Phantom Stocks) Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütungen
in Tsd € 2017 2016 2017 2016 2017 2016
Stephan Sturm 917 523 659 1.047 1.576 1.570
Dr. Ulf M. Schneider (bis 30. Juni 2016) n. a. - 826 n. a. - 1.850 n. a. - 2.676
Dr. Francesco De Meo 783 552 540 932 1.323 1.484
Rachel Empey (seit 1. August 2017) 6 n. a. 2 n. a. 8 n. a.
Dr. Jürgen Götz 700 469 613 1.039 1.313 1.508
Mats Henriksson 614 433 697 986 1.311 1.419
Rice Powell 957 593 1.9601 6681 2.917 1.261
Dr. Ernst Wastler 700 469 613 1.039 1.313 1.508
Summen 4.677 2.213 5.084 3.861 9.761 6.074

1 Beinhaltet Aufwand für Performance Shares und Share Based Awards der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA

Die kurzfristige erfolgsbezogene Vergütung ist der Höhe nach begrenzt. Für Aktienoptionen und Phantom Stocks gibt es eine vertraglich geregelte Begrenzungsmöglichkeit. Dadurch kann vor allem solchen außerordentlichen Entwicklungen angemessen Rechnung getragen werden, die in keinem relevanten Zusammenhang mit den Leistungen des Vorstands stehen.

Hinsichtlich der den Vorstandsmitgliedern ab dem Geschäftsjahr 2018 gewährten Vergütung sehen die Vorstandsverträge mit der Fresenius Management SE für jeden einzelnen variablen Vergütungsteil und somit auch für die Vergütung insgesamt betragsmäßige Höchstgrenzen vor. Ferner enthalten sie ab dem Geschäftsjahr 2018 einen Zufluss-Cap in Höhe von 6.000 Tsd € für Frau Rachel Empey und die Herren Dr. Francesco De Meo, Dr. Jürgen Götz, Mats Henriksson sowie Dr. Ernst Wastler bzw. 9.000 Tsd € für Herrn Stephan Sturm.

Die Höhe der Festvergütung und die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder nach Maßgabe des Vergütungssystems wurde bzw. wird unter besonderer Berücksichtigung relevanter Vergleichswerte anderer DAX-Unternehmen und ähnlicher Gesellschaften vergleichbarer Größe und Leistung aus dem relevanten Industriesektor bemessen.

ZUSAGEN AN MITGLIEDER DES VORSTANDS FÜR DEN FALL DER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT

Für die Vorstandsmitglieder Stephan Sturm, Dr. Francesco De Meo und Dr. Jürgen Götz bestehen individuelle Pensionszusagen auf der Grundlage ihrer Anstellungsverträge mit der persönlich haftenden Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA. Das Vorstandsmitglied Dr. Ernst Wastler hat eine Pensionszusage der VAMED AG, Wien; für die Verpflichtungen hieraus hat die Fresenius SE & Co. KGaA eine Garantie abgegeben. Das Vorstandsmitglied Mats Henriksson hat eine Versorgungszusage der Fresenius Kabi AG. Dem Vorstandsmitglied Rice Powell wurde eine einzelvertragliche Pensionszusage der Fresenius Medical Care Management AG erteilt. Er hat ferner unverfallbare Ansprüche aus der Teilnahme an Pensionsplänen für Mitarbeiter der Fresenius Medical Care North America erworben und nahm im Geschäftsjahr 2017 am US-basierten 401(k) Savings Plan teil. Dieser Plan ermöglicht es generell Mitarbeitern in den USA, einen Teil ihrer Bruttovergütung in Programme zur Ruhestandsversorgung zu investieren. Das Vorstandsmitglied Rachel Empey hat keine Pensionszusage. Hinsichtlich der Pensionszusagen für zum 31. Dezember amtierende Vorstandsmitglieder bestanden im Fresenius-Konzern zum 31. Dezember 2017 Pensionsverpflichtungen in Höhe von 31.942 Tsd € (2016: 31.180 Tsd €). Die Zuführung zur Pensionsrückstellung betrug im Geschäftsjahr 2017 762 Tsd € (2016: 6.069 Tsd €).

Die Pensionsverpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

in Tsd € Stand 1. Januar 2017 Zuführung Stand 31. Dezember 2017
Stephan Sturm 5.674 192 5.866
Dr. Francesco De Meo 2.954 317 3.271
Rachel Empey (seit 1. August 2017) 0 0 0
Dr. Jürgen Götz 2.533 263 2.796
Mats Henriksson 4.694 354 5.048
Rice Powell 10.272 - 268 10.004
Dr. Ernst Wastler 5.053 - 96 4.957
Summen 31.180 762 31.942

Die Pensionszusagen sehen jeweils ab dem endgültigen Ausscheiden aus der aktiven Erwerbstätigkeit, frühestens jedoch ab Vollendung des 63. bzw. 65. (Herr Rice Powell) Lebensjahres oder ab dem Eintritt der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, ein von der Höhe der letzten Festvergütung abhängiges Ruhegehalt und eine Hinterbliebenenversorgung vor.

Das Ruhegehalt beträgt mindestens 30 % der letzten Festvergütung und erhöht sich für jedes volle Dienstjahr als Vorstandsmitglied ab Beginn der Pensionszusage um 1,5 Prozentpunkte, wobei maximal 45 % erreicht werden können.

Laufende Ruhegehälter erhöhen sich nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften (§ 16 BetrAVG).

Spätere Einkünfte aus einer Erwerbstätigkeit des Vorstandsmitglieds sind mit 30 % ihres Bruttobetrags auf die Pension wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit anzurechnen.

Im Fall des Todes eines der Vorstandsmitglieder erhält die Witwe eine Pension in Höhe von 60 % des sich zu diesem Zeitpunkt ergebenden Pensionsanspruchs. Ferner erhalten leibliche Kinder des verstorbenen Vorstandsmitglieds bzw. im Einzelfall vom verstorbenen Vorstandsmitglied als Kind angenommene leibliche Kinder seiner Ehefrau bis zum Abschluss der Ausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, eine Waisenpension in Höhe von 20 % des sich zu diesem Zeitpunkt ergebenden Pensionsanspruchs. Alle Hinterbliebenenpensionen erreichen zusammen jedoch höchstens 90 % des Pensionsanspruchs des Vorstandsmitglieds.

Scheiden die Vorstandsmitglieder vor Vollendung des 63. bzw. 65. (Herr Rice Powell) Lebensjahres als Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE (bzw. Herr Rice Powell als Mitglied des Vorstands der Fresenius Medical Care Management AG) auf andere Weise als durch Eintritt der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit aus, bleiben die Anwartschaften auf die vorgenannten Versorgungsleistungen erhalten, jedoch vermindert sich die bei Eintritt eines Versorgungsfalles zu zahlende Pension im Verhältnis der tatsächlichen Dienstzeit als Vorstandsmitglied zur möglichen Dienstzeit bis zur Vollendung des 63. bzw. 65. (Herr Rice Powell) Lebensjahres.

Die Pensionszusage von Dr. Ernst Wastler sieht die Gewährung von Normalpension, Vorpension, Berufsunfähigkeitspension sowie Witwen- und Waisenpension vor. Die Normalpension wird frühestens ab Vollendung des 60. Lebensjahres, die Vorpension frühestens ab Vollendung des 55. Lebensjahres gewährt. Die Pensionsleistungen betragen pro Dienstjahr 1,2 % bezogen auf die letzte Festvergütung, wobei maximal 40 % erreicht werden können. Die Witwenpension (60 %) und die Waisenpensionen (je 20 %) erreichen zusammen maximal den zum Zeitpunkt des Todes bestehenden Pensionsanspruch von Herrn Dr. Ernst Wastler. Von Dritten geleistete Pensionen, Ruhe- oder Versorgungsbezüge werden auf die Pensionsleistung angerechnet, soweit sich angerechnete Dienstzeiten überschneiden.

Das Vorstandsmitglied Mats Henriksson hat ausschließlich eine Versorgungszusage von der Fresenius Kabi AG aus der Zeit seiner vorherigen Tätigkeit. Diese Versorgungszusage blieb durch den Dienstvertrag mit der Fresenius Management SE, beginnend am 1. Januar 2013, unberührt. Sie basiert auf der Versorgungsordnung der Fresenius-Unternehmen und sieht die Gewährung von Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrenten vor. Eine Anrechnung anderer Einkünfte oder Versorgungsbezüge ist nicht vorgesehen. Die Witwenrente beträgt 60 % der zum Todeszeitpunkt zu gewährenden Invaliden- bzw. Altersrente; die Waisenrente beträgt 10 % (Halbwaisen) bzw. 20 % (Waisen) der zum Todeszeitpunkt zu gewährenden Invaliden- bzw. Altersrente. Die Ansprüche der Hinterbliebenen sind insgesamt auf 100 % der Rentenansprüche von Herrn Mats Henriksson begrenzt.

Für alle Vorstandsmitglieder wurde ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart. Sofern dieses zur Anwendung kommt, erhalten die Vorstände für die Dauer von maximal zwei Jahren für jedes Jahr der sie jeweils betreffenden Geltung des Wettbewerbsverbots eine Karenzentschädigung, die grundsätzlich die Hälfte ihrer jeweiligen jährlichen Festvergütung beträgt.

Die Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder enthalten keine ausdrücklichen Regelungen für den Fall eines "Change of Control".

SONSTIGES

Alle Vorstandsmitglieder haben einzelvertragliche Zusagen zur Fortzahlung ihrer Bezüge im Krankheitsfall für maximal zwölf Monate erhalten, wobei ab sechs Monaten krankheitsbedingtem Ausfall gegebenenfalls Versicherungsleistungen zur Anrechnung gebracht werden. Im Falle des Versterbens eines Vorstandsmitglieds werden den Hinterbliebenen nach dem Monat des Versterbens noch drei Monatsbezüge ausbezahlt, längstens jedoch bis zum Ende des jeweiligen Anstellungsvertrags.

Im Geschäftsjahr 2017 wurden an die Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE keine Darlehen oder Vorschusszahlungen auf zukünftige Vergütungsbestandteile gewährt.

Die Fresenius SE & Co. KGaA hat sich verpflichtet, die Mitglieder des Vorstands von Ansprüchen, die gegen sie aufgrund ihrer Tätigkeit für die Gesellschaft und deren konzernverbundene Unternehmen erhoben werden, soweit solche Ansprüche über ihre Verantwortlichkeit nach deutschem Recht hinausgehen, im Rahmen des gesetzlich Zulässigen freizustellen. Zur Absicherung derartiger Verpflichtungen hat die Gesellschaft eine Directors & Officers-Versicherung mit einem Selbstbehalt abgeschlossen, der den aktienrechtlichen Vorgaben entspricht. Die Freistellung gilt für die Zeit, in der das jeweilige Mitglied des Vorstands amtiert, sowie für Ansprüche in diesem Zusammenhang nach jeweiliger Beendigung der Vorstandstätigkeit.

Im Geschäftsjahr sind im Rahmen von Pensionszusagen an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder 1.099 Tsd € (2016: 1.094 Tsd €) und an Herrn Dr. Ben Lipps aufgrund eines anstelle einer Pensionsregelung abgeschlossenen Beratervertrags mit der Fresenius Medical Care Management AG 580 Tsd € (2016: 585 Tsd €) gezahlt worden. Für diesen Personenkreis besteht eine Pensionsverpflichtung von 21.848 Tsd € (2016: 23.183 Tsd €). Ferner erhielt Herr Dr. Ulf M. Schneider im Geschäftsjahr eine dienstvertraglich vereinbarte Erstattung von Steuerberatungskosten für Vorjahre in Höhe von 16 Tsd €.

Stephan Sturm Dr. Francesco de Meo
Vorsitzender des Vorstands (seit 1. Juli 2016) Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Helios
Vorstand seit 1. Januar 2005 Vorstand seit 1. Januar 2008
Gewährte Zuwendungen Wert
in Tsd €
2017 2017 Min. 2017 Max. 2016 2017 2017 Min.
Festvergütung 1.100 1.100 1.100 850 630 630
Nebenleistungen 79 79 79 43 24 24
Summe erfolgsunabhängige Vergütung 1.179 1.179 1.179 893 654 654
Einjährige variable Vergütung1 1.866 1.750 2.300 1.773 1.412 1.050
Mehrjährige variable Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 2.428 0 n. a. 2.163 1.412 0
davon verschobene einjährige variable Vergütung 0 0 n. a. 0 148 0
davon Aktienoptionsplan 2013 (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) 1.700 0 n. a. 1.550 850 0
davon Phantom Stocks (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) 628 0 n. a. 513 314 0
davon weitere Phantom Stocks 100 0 n. a. 100 100 0
Summe erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Vergütung 5.473 2.929 n. a. 4.829 3.478 1.704
Versorgungsaufwand 455 455 455 276 325 325
Wert der gewährten Vergütung 5.928 3.384 n. a. 5.105 3.803 2.809
Dr. Francesco de Meo Rachel Empey
Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Helios Vorstand Finanzen
Vorstand seit 1. Januar 2008 Vorstand seit 1. August 2017
Gewährte Zuwendungen Wert
in Tsd €
2017 Max. 2016 2017 2017 Min. 2017 Max. 2016
Festvergütung 630 600 250 250 250 n. a.
Nebenleistungen 24 23 16 16 16 n. a.
Summe erfolgsunabhängige Vergütung 654 623 266 266 266 n. a.
Einjährige variable Vergütung1 1.750 1.250 338 317 417 n. a.
Mehrjährige variable Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung n. a. 1.475 407 0 n. a. n. a.
davon verschobene einjährige variable Vergütung n. a. 0 0 0 n. a. n. a.
davon Aktienoptionsplan 2013 (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) n. a. 1.033 298 0 n. a. n. a.
davon Phantom Stocks (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) n. a. 342 109 0 n. a. n. a.
davon weitere Phantom Stocks n. a. 100 0 0 n. a. n. a.
Summe erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Vergütung n. a. 3.348 1.011 575 n. a. n. a.
Versorgungsaufwand 325 300 0 0 0 n. a.
Wert der gewährten Vergütung n. a. 3.648 1.011 575 n. a. n. a.
Dr. Jürgen Götz Mats Henriksson
Vorstand Recht, Compliance und Personal / Arbeitsdirektor Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Kabi
Vorstand seit 1. Juli 2007 Vorstand seit 1. Januar 2013
Gewährte Zuwendungen Wert
in Tsd €
2017 2017 Min. 2017 Max. 2016 2017 2017 Min.
Festvergütung 490 490 490 460 630 630
Nebenleistungen 41 41 41 37 157 157
Summe erfolgsunabhängige Vergütung 531 531 531 497 787 787
Einjährige variable Vergütung1 950 700 950 928 1.250 750
Mehrjährige variable Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 1.264 0 n. a. 1.475 1.264 0
davon verschobene einjährige variable Vergütung 0 0 n. a. 0 0 0
davon Aktienoptionsplan 2013 (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) 850 0 n. a. 1.033 850 0
davon Phantom Stocks (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) 314 0 n. a. 342 314 0
davon weitere Phantom Stocks 100 0 n. a. 100 100 0
Summe erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Vergütung 2.745 1.231 n. a. 2.900 3.301 1.537
Versorgungsaufwand 234 234 234 211 210 210
Wert der gewährten Vergütung 2.979 1.465 n. a. 3.111 3.511 1.747
Mats Henriksson Rice Powell
Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Kabi Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Medical Care
Vorstand seit 1. Januar 2013 Vorstand seit 1. Januar 2013
Gewährte Zuwendungen Wert
in Tsd €
2017 Max. 2016 2017 2017 Min. 2017 Max. 2016
Festvergütung 630 600 1.217 1.217 1.217 1.242
Nebenleistungen 157 149 173 173 173 121
Summe erfolgsunabhängige Vergütung 787 749 1.390 1.390 1.390 1.363
Einjährige variable Vergütung1 1.250 1.250 2.008 166 2.410 2.050
Mehrjährige variable Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung n. a. 1.475 2.2472 0 n. a. 2.4152
davon verschobene einjährige variable Vergütung n. a. 0        
davon Aktienoptionsplan 2013 (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) n. a. 689        
davon Phantom Stocks (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) n. a. 686        
davon weitere Phantom Stocks n. a. 100        
Summe erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Vergütung n. a. 3.474 5.645 1.556 n. a. 5.828
Versorgungsaufwand 210 188 773 773 773 741
Wert der gewährten Vergütung n. a. 3.662 6.418 2.329 n. a. 6.569
Dr. Ernst Wastler
Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Vamed
Vorstand seit 1. Januar 2008
Gewährte Zuwendungen Wert
in Tsd €
2017 2017 Min. 2017 Max. 2016
Festvergütung 525 525 525 500
Nebenleistungen 75 75 75 72
Summe erfolgsunabhängige Vergütung 600 600 600 572
Einjährige variable Vergütung1 858 650 950 775
Mehrjährige variable Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 1.264 0 n. a. 1.475
davon verschobene einjährige variable Vergütung 0 0 n. a. 0
davon Aktienoptionsplan 2013 (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) 850 0 n. a. 1.033
davon Phantom Stocks (Teil des LTIP 2013) (5 Jahre Laufzeit) 314 0 n. a. 342
davon weitere Phantom Stocks 100 0 n. a. 100
Summe erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Vergütung 2.722 1.250 n. a. 2.822
Versorgungsaufwand 160 160 160 137
Wert der gewährten Vergütung 2.882 1.410 n. a. 2.959

1 Für die einjährigen variablen Vergütungen existieren keine Zielwerte bzw. vergleichbaren Werte für Vorstandsmitglieder, die ihre Vergütung von der Fresenius Management SE erhalten. Die einjährige variable Vergütung wird anhand von Bonuskurven ermittelt, die für mehrere Jahre gelten. Daher ist bei den Werten für die Jahre 2017 und 2016 der Zufluss aus der einjährigen variablen Vergütung angegeben.
2 Herrn Rice Powell wurden Aktienoptionen, Phantom Stocks und Performance Shares aus dem Programm der Fresenius Medical Care wie folgt gewährt:2017: 916 Tsd € aus dem Share Based Award - New Incentive Bonus Plan 2010 und 1.331 Tsd € aus dem Long Term Incentive Program 2016 - Performance Share Plan 2016 2016: 877 Tsd € aus dem Share Based Award - New Incentive Bonus Plan 2010 und 1.538 Tsd € aus dem Long Term Incentive Program 2016 - Performance Share Plan 2016

TABELLEN ZUM WERT DER GEWÄHRTEN ZUWENDUNGEN UND ZUM ZUFLUSS

Der Deutsche Corporate Governance Kodex sieht vor, dass im Vergütungsbericht für jedes Vorstandsmitglied bestimmte Informationen zu den für das Berichtsjahr gewährten Zuwendungen sowie dem Zufluss und dem Versorgungsaufwand im bzw. für das Berichtsjahr dargestellt werden sollen. Für diese Informationen sollen die dem Deutschen Corporate Governance Kodex als Anlage beigefügten Mustertabellen verwendet werden.

Die nachfolgenden Tabellen enthalten Angaben sowohl zum Wert der gewährten Zuwendungen als auch zum Zufluss. Sie folgen der Struktur und weitgehend auch den Vorgaben der Mustertabellen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Tabelle zum Zufluss weist zusätzlich den Zufluss für das Berichtsjahr, d. h. ohne mehrjährige variable Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung, aus. Dies dient der Verdeutlichung, welcher Zufluss der Tätigkeit in dem jeweiligen Berichtsjahr zuzuordnen ist und welcher Zufluss sich aus Vergütungskomponenten ergibt, die in vorangegangenen - gegebenenfalls sogar mehreren - Berichtsjahren gewährt wurden. Durch die Differenzierung wird auch die Vergleichbarkeit der jeweiligen Vergütungsentwicklung erhöht.

Stephan Sturm Dr. Francesco de Meo Rachel Empey
Vorsitzender des Vorstands (seit 1. Juli 2016) Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Helios Vorstand Finanzen
Vorstand seit 1. Januar 2005 Vorstand seit 1. Januar 2008 Vorstand seit 1. August 2017
Zufluss Wert
in Tsd €
2017 2016 2017 2016 2017 2016
Festvergütung 1.100 850 630 600 250 n. a.
Nebenleistungen 79 43 24 23 16 n. a.
summe erfolgsunabhängige Vergütung 1.179 893 654 623 266 n. a.
Einjährige variable Vergütung 1.866 1.773 1.412 1.250 338 n. a.
Mehrjährige variable Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 317 4.234 4.806 375 0 n. a.
davon verschobene einjährige variable Vergütung 57 30 143 108 0 n. a.
davon Aktienoptionsplan 2003 (5 Jahre Laufzeit)            
Ausgabe 2007            
davon Aktienoptionsplan 2008 (5 Jahre Laufzeit)            
Ausgabe 2010            
Ausgabe 2011   3.937        
Ausgabe 2012     4.403      
davon weitere Phantom Stocks            
Ausgabe 2011   267   267    
Ausgabe 2012 260   260      
Sonstiges 0 0 0 0 0 n. a.
summe erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Vergütung 3.362 6.900 6.872 2.248 604 n. a.
Versorgungsaufwand 455 276 325 300 0 n. a.
Zufluss einschließlich mehrjähriger variabler Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 3.817 7.176 7.197 2.548 604 n. a.
Zufluss für das Berichtsjahr (ohne mehrjährige variable Vergütung /Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung) 3.500 2.942 2.391 2.173 604 n. a.
Dr. Jürgen Götz Mats Henriksson Rice Powell
Vorstand Recht, Compliance und Personal / Arbeitsdirektor Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Kabi Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Medical Care
Vorstand seit 1. Juli 2007 Vorstand seit 1. Januar 2013 Vorstand seit 1. Januar 2013
Zufluss Wert
in Tsd €
2017 2016 2017 2016 2017 2016
Festvergütung 490 460 630 600 1.217 1.242
Nebenleistungen 41 37 157 149 173 121
summe erfolgsunabhängige Vergütung 531 497 787 749 1.390 1.363
Einjährige variable Vergütung 950 928 1.250 1.250 2.297 2.403
Mehrjährige variable Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 260 267 1.659 65 2.7871 3.2731
davon verschobene einjährige variable Vergütung 0 0 71 65    
davon Aktienoptionsplan 2003 (5 Jahre Laufzeit)            
Ausgabe 2007            
davon Aktienoptionsplan 2008 (5 Jahre Laufzeit)            
Ausgabe 2010            
Ausgabe 2011     1.588      
Ausgabe 2012            
davon weitere Phantom Stocks            
Ausgabe 2011   267        
Ausgabe 2012 260          
Sonstiges 0 0 0 0 0 0
summe erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Vergütung 1.741 1.692 3.696 2.064 6.474 7.039
Versorgungsaufwand 234 211 210 188 773 741
Zufluss einschließlich mehrjähriger variabler Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 1.975 1.903 3.906 2.252 7.247 7.780
Zufluss für das Berichtsjahr (ohne mehrjährige variable Vergütung /Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung) 1.715 1.636 2.247 2.187 4.460 4.507
Dr. Ernst Wastler
Vorstand Unternehmensbereich Fresenius Vamed
Vorstand seit 1. Januar 2008
Zufluss Wert
in Tsd €
2017 2016
Festvergütung 525 500
Nebenleistungen 75 72
summe erfolgsunabhängige Vergütung 600 572
Einjährige variable Vergütung 858 775
Mehrjährige variable Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 260 267
davon verschobene einjährige variable Vergütung 0 0
davon Aktienoptionsplan 2003 (5 Jahre Laufzeit)    
Ausgabe 2007    
davon Aktienoptionsplan 2008 (5 Jahre Laufzeit)    
Ausgabe 2010    
Ausgabe 2011    
Ausgabe 2012    
davon weitere Phantom Stocks    
Ausgabe 2011   267
Ausgabe 2012 260  
Sonstiges 0 0
summe erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Vergütung 1.718 1.614
Versorgungsaufwand 160 137
Zufluss einschließlich mehrjähriger variabler Vergütung / Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 1.878 1.751
Zufluss für das Berichtsjahr (ohne mehrjährige variable Vergütung /Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung) 1.618 1.484

1 Herr Rice Powell erhielt diesen Zufluss aus Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm der Fresenius Medical Care:2017: 205 Tsd € aus dem Share Based Award - New Incentive Bonus Plan 2010 Ausgabe 2013, 2.506 Tsd € aus dem Aktienoptionsplan 2006 Ausgabe 2010 und 76 Tsd € aus dem Long Term Incentive Program 2011 - Phantom Stock Plan 2011 Ausgabe 20122016: 598 Tsd € aus dem Share Based Award - New Incentive Bonus Plan 2010 Ausgabe 2012, 2.043 Tsd € aus dem Aktienoptionsplan 2006 Ausgabe 2009,446 Tsd € aus dem Aktienoptionsplan 2006 Ausgabe 2010 und 186 Tsd € aus dem Long Term Incentive Program 2011 - Phantom Stock Plan 2011 Ausgabe 2011

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung des Aufsichtsrats wird durch die Hauptversammlung festgelegt und ist in § 13 der Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA geregelt.

Die feste Vergütung pro Aufsichtsratsmitglied betrug für das volle Geschäftsjahr 2017 nach der Satzung in der für dieses Geschäftsjahr einschlägigen Fassung 13 Tsd €.

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses der Fresenius SE & Co. KGaA erhielten zusätzlich 10 Tsd €, der Vorsitzende des Ausschusses weitere 10 Tsd €. Die Vergütung erhöht sich für das volle Geschäftsjahr 2017 um jeweils 10 %, wenn das Dreifache der Dividende für dieses Geschäftsjahr, die auf eine Stammaktie ausgeschüttet wird (Dividendenbetrag laut Beschluss der Hauptversammlung (Bruttodividende)), um jeweils einen Prozentpunkt höher ist als 3,6 % des auf eine einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrags des Grundkapitals; Zwischenbeträge werden interpoliert. Der Vorsitzende erhielt das Doppelte und seine Stellvertreter das Eineinhalbfache der Vergütung eines Aufsichtsratsmitglieds. Allen Aufsichtsratsmitgliedern wurden die in Ausübung ihres Amtes entstandenen Auslagen ersetzt, zu denen auch die anfallende Umsatzsteuer zählt. Zusätzlich wurden für Herrn Dr. Gerd Krick in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der Fresenius Management SE die Kosten für den Betrieb einer Einbruchmeldeanlage in Höhe von 1,4 Tsd € übernommen. Die Fresenius SE & Co. KGaA stellte den Aufsichtsratsmitgliedern Versicherungsschutz in einem für die Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit angemessenen Umfang mit einem Selbstbehalt zur Verfügung, der dem für den Vorstand vereinbarten entsprach.

Soweit ein Mitglied des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA gleichzeitig Mitglied des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin Fresenius Management SE war und für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der Fresenius Management SE Vergütungen erhielt, wurden die Vergütungen für die Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA auf die Hälfte reduziert. Das Gleiche galt hinsichtlich der zusätzlichen Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA bzw. seinen Stellvertreter, soweit dieser gleichzeitig Vorsitzender bzw. sein Stellvertreter im Aufsichtsrat der Fresenius Management SE war. Soweit der Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Fresenius SE & Co. KGaA gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE war, erhielt er für seine Tätigkeit als Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Fresenius SE & Co. KGaA insoweit keine zusätzliche Vergütung. Die Vergütung des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE wurde gemäß § 7 der Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA an die Fresenius SE & Co. KGaA weiterbelastet.

Für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 stellt sich die Höhe der Vergütung einschließlich der Vergütung für Ausschusstätigkeit für die Mitglieder des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA und der Fresenius Management SE (ohne Auslagen und Erstattungen) wie folgt dar:

Festvergütung Vergütung für Ausschusstätigkeit
Fresenius SE & Co. KGaA Fresenius Management SE Fresenius SE & Co. KGaA
in Tsd € 2017 2016 2017 2016 2017 2016
Dr. Gerd Krick 13 13 13 13 10 10
Michael Diekmann 13 13 6 6 0 0
Dr. Dieter Schenk 0 0 19 19 0 0
Niko Stumpfögger 19 19 0 0 0 0
Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht 13 13 0 0 0 0
Prof. Dr. h. c. Roland Berger1 0 2 0 2 0 7
Dr. Kurt Bock2 0 0 13 8 0 0
Dario Ilossi1 0 5 0 0 0 0
Konrad Kölbl 13 13 0 0 10 10
Stefanie Lang2 13 8 0 0 0 0
Frauke Lehmann2 13 8 0 0 0 0
Prof. Dr. med. Iris Löw-Friedrich2 13 8 0 0 0 0
Klaus-Peter Müller 7 7 6 6 20 13
Dieter Reuß1 0 5 0 0 0 0
Gerhard Roggemann1 0 5 0 0 0 4
Oscar Romero De Paco2 13 8 0 0 0 0
Dr. Karl Schneider 0 0 13 13 0 0
Stefan Schubert1 0 5 0 0 0 0
Hauke Stars2 13 8 0 0 10 6
Rainer Stein 13 13 0 0 10 10
Summen 156 153 70 67 60 60
Vergütung für Ausschusstätigkeit Variable Vergütung
Fresenius Management SE Fresenius SE & Co. KGaA Fresenius Management SE
in Tsd € 2017 2016 20173 2016 20173 2016
Dr. Gerd Krick 20 20 288 237 288 237
Michael Diekmann 0 0 288 237 144 119
Dr. Dieter Schenk 10 10 0 0 432 356
Niko Stumpfögger 0 0 432 356 0 0
Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht 0 0 288 237 0 0
Prof. Dr. h. c. Roland Berger1 0 0 0 44 0 44
Dr. Kurt Bock2 0 0 0 0 288 151
Dario Ilossi1 0 0 0 87 0 0
Konrad Kölbl 0 0 288 237 0 0
Stefanie Lang2 0 0 288 151 0 0
Frauke Lehmann2 0 0 288 151 0 0
Prof. Dr. med. Iris Löw-Friedrich2 0 0 288 151 0 0
Klaus-Peter Müller 0 0 143 118 144 119
Dieter Reuß1 0 0 0 87 0 0
Gerhard Roggemann1 0 0 0 87 0 0
Oscar Romero De Paco2 0 0 288 151 0 0
Dr. Karl Schneider 10 10 0 0 288 237
Stefan Schubert1 0 0 0 87 0 0
Hauke Stars2 0 0 288 150 0 0
Rainer Stein 0 0 288 237 0 0
Summen 40 40 3.455 2.805 1.584 1.263
Gesamtvergütung
in Tsd € 2017 2016
Dr. Gerd Krick 632 530
Michael Diekmann 451 375
Dr. Dieter Schenk 461 385
Niko Stumpfögger 451 375
Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht 301 250
Prof. Dr. h. c. Roland Berger1 0 99
Dr. Kurt Bock2 301 159
Dario Ilossi1 0 92
Konrad Kölbl 311 260
Stefanie Lang2 301 159
Frauke Lehmann2 301 159
Prof. Dr. med. Iris Löw-Friedrich2 301 159
Klaus-Peter Müller 320 263
Dieter Reuß1 0 92
Gerhard Roggemann1 0 96
Oscar Romero De Paco2 301 159
Dr. Karl Schneider 311 260
Stefan Schubert1 0 92
Hauke Stars2 311 164
Rainer Stein 311 260
Summen 5.365 4.388

1 Bis 13. Mai 2016
2 Seit 13. Mai 2016
3 Basierend auf dem Dividendenvorschlag

Die ordentliche Hauptversammlung der Fresenius SE & Co. KGaA hat am 12. Mai 2017 eine Anpassung der Aufsichtsratsvergütung beschlossen, die ab dem Geschäftsjahr 2018 zur Anwendung kommt. Diese künftige Vergütung ist wie folgt ausgestaltet:

Als feste Vergütung erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats für jedes volle Geschäftsjahr einen nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbaren Betrag von jährlich 150 Tsd. €.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält außerdem für jedes volle Geschäftsjahr eine variable erfolgsorientierte Vergütung, die sich nach der jeweiligen durchschnittlichen Wachstumsrate des Konzernergebnisses für das Vergütungsjahr und die beiden vorangegangenen Geschäftsjahre (3-Jahres-Durchschnittswachstum des Konzernergebnisses) richtet.

Die Ermittlung des Betrags dieser variablen Vergütung erfolgt nach Maßgabe der nachfolgenden Formel:

3-Jahres-Durchschnittswachstum des Konzernergebnisses Variable Vergütung
> 0 bis 2,5 % 30.000 €
> 2,5 bis 5 % 60.000 €
> 5 bis 7,5 % 90.000 €
> 7,5 bis 10 % 120.000 €
>10 % 150.000 €

Ein Anspruch auf Gewährung der variablen Vergütung entsteht erst ab Erreichen eines 3-Jahres-Durchschnittswachs-tums des Konzernergebnisses größer 0 %. Bei Erreichen der vorstehend beschriebenen fünf prozentualen Korridore werden die variablen Vergütungsbeträge jeweils in voller Höhe erdient, d. h., es findet innerhalb dieser Korridore keine Interpolation statt. Maßgeblich ist jeweils das Konzernergebnis, das in dem der Hauptversammlung vorgelegten Konzernjahresabschluss ausgewiesen ist. Diese variable Vergütung ist auf einen Höchstbetrag von 150 Tsd € p. a. begrenzt. Die Auszahlung der variablen Vergütung erfolgt bei entsprechender Zielerreichung grundsätzlich jährlich, und zwar jeweils am Ende des Kalenderquartals, in das die Feststellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft fällt. Beschließt die Hauptversammlung eine höhere Vergütung, so gilt diese.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache, seine Stellvertreter das Eineinhalbfache der festen Vergütung eines Aufsichtsratsmitglieds.

Für die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erhält ein Mitglied eine zusätzliche feste Vergütung von 20 Tsd €, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses das Doppelte.

Umfasst ein Geschäftsjahr nicht ein volles Kalenderjahr oder gehört ein Mitglied des Aufsichtsrats dem Aufsichtsrat nur während eines Teils des Geschäftsjahres an, ist die Vergütung zeitanteilig zu zahlen. Dies gilt entsprechend für die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden die in Ausübung ihres Amtes entstandenen Auslagen erstattet, zu denen auch die anfallende Umsatzsteuer gehört. Die Fresenius SE & Co. KGaA stellt den Mitgliedern des Aufsichtsrats Versicherungsschutz in einem für die Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit angemessenen Umfang zur Verfügung.

Soweit ein Mitglied des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA gleichzeitig Mitglied des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin Fresenius Management SE ist und für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der Fresenius Management SE Vergütungen erhält, werden die Vergütungen für die Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA auf die Hälfte reduziert. Das Gleiche gilt hinsichtlich der zusätzlichen Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA bzw. seinen Stellvertreter, soweit dieser gleichzeitig Vorsitzender bzw. sein Stellvertreter im Aufsichtsrat der Fresenius Management SE ist. Soweit der Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Fresenius SE & Co. KGaA gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE ist, erhält er für seine Tätigkeit als Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Fresenius SE & Co. KGaA insoweit keine zusätzliche Vergütung. Die Vergütung des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE wird gemäß § 7 der Satzung der Fresenius SE & Co. KGaA an die Fresenius SE & Co. KGaA weiterbelastet.

DIRECTORS & OFFICERS-VERSICHERUNG

Die Fresenius SE & Co. KGaA hat eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Unternehmensleiter (D & O-Versicherung) mit Selbstbehalt für den Vorstand und den Aufsichtsrat der persönlich haftenden Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA und den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA sowie für alle Organe der verbundenen Unternehmen im In- und Ausland abgeschlossen. Die bestehende D & O-Versicherung ist weltweit gültig und hat eine Laufzeit bis Ende Juni 2018. Die Versicherung deckt die Rechtskosten der Verteidigung eines Organs bei Inanspruchnahme und gegebenenfalls den zu leistenden Schadenersatz im Rahmen der bestehenden Deckungssummen.

Konzernabschluss

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

FRESENIUS SE & CO. KGAA

in Mio € Anhang (Anmerkung) 2017 2016
Umsatz 4 33.886 29.471
Umsatzkosten   - 23.410 - 19.958
Bruttoergebnis vom Umsatz   10.476 9.513
Vertriebskosten   - 948 - 890
Allgemeine Verwaltungskosten 8 -4.591 - 3.852
Sonstige betriebliche Erträge 9 393 216
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 - 183 - 157
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 7 - 558 - 528
Operatives Ergebnis (EBIT)   4.589 4.302
Zinserträge 10 197 96
Zinsaufwendungen 10 - 848 - 678
Ergebnis vor Ertragsteuern   3.938 3.720
Ertragsteuern 11 - 905 - 1.044
Ergebnis nach Ertragsteuern   3.033 2.676
Nicht beherrschende Anteile 12 1.219 1.116
Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt)   1.814 1.560
Ergebnis je Aktie in € 13 3,27 2,85
Ergebnis je Aktie bei voller Verwässerung in € 13 3,25 2,83

Der nachfolgende Konzern-Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

FRESENIUS SE & CO. KGAA

in Mio € Anhang (Anmerkung) 2017 2016
Ergebnis nach Ertragsteuern   3.033 2.676
Other Comprehensive Income (Loss)      
Positionen, die in den Folgejahren in das Konzernergebnis umgebucht werden      
Währungsumrechnungsdifferenzen 28, 30 - 1.965 522
Cashflow Hedges 28, 30 44 23
Marktwertveränderung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte 28, 30    
Ertragsteuern auf Positionen, die umgebucht werden 28 15 - 17
Positionen, die in den Folgejahren nicht in das Konzernergebnis umgebucht werden      
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen 25, 28 43 - 112
Ertragsteuern auf Positionen, die nicht umgebucht werden 28 - 35 28
Other Comprehensive Income (Loss), netto   - 1.898 444
Gesamtergebnis   1.135 3.120
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis   292 1.321
Auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfallendes Gesamtergebnis   843 1.799

Der nachfolgende Konzern-Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

KONZERN-BILANZ

FRESENIUS SE & CO. KGAA

AKTIVA

zum 31. Dezember,
in Mio €
Anhang (Anmerkung) 2017 2016
Flüssige Mittel 14 1.636 1.579
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen 15 6.202 5.199
Forderungen gegen und Darlehen an verbundene Unternehmen   17 13
Vorräte 16 3.252 3.189
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 17 1.497 1.764
I. Summe kurzfristige Vermögenswerte   12.604 11.744
Sachanlagen 18 9.555 8.139
Firmenwerte 19 25.285 22.901
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 19 3.172 1.763
Sonstige langfristige Vermögenswerte 17 1.773 1.523
Latente Steuern 11 744 627
II. Summe langfristige Vermögenswerte   40.529 34.953
Summe Aktiva   53.133 46.697

PASSIVA

     
zum 31. Dezember,
in Mio €
Anhang (Anmerkung) 2017 2016
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   1.688 1.315
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   42 57
Kurzfristige Rückstellungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 20, 21 5.854 5.514
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 22 1.550 847
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   - 6
Kurzfristig fälliger Teil der langfristigen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen 22 618 611
Kurzfristig fälliger Teil der Anleihen 23 731 473
Kurzfristige Rückstellungen für Ertragsteuern   182 256
A. Summe kurzfristige Verbindlichkeiten   10.665 9.079
Langfristige Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen, abzüglich des kurzfristig fälligen Teils 22 6.487 5.048
Anleihen, abzüglich des kurzfristig fälligen Teils 23 8.338 6.941
Wandelanleihen 24 1.318 854
Langfristige Rückstellungen und sonstige langfristige Verbindlichkeiten 20, 21 2.094 1.615
Pensionsrückstellungen 25 1.163 1.155
Langfristige Rückstellungen für Ertragsteuern   238 221
Latente Steuern 11 1.110 935
B. Summe langfristige Verbindlichkeiten   20.748 16.769
I. Summe Verbindlichkeiten   31.413 25.848
A. Nicht beherrschende Anteile 26 8.059 8.185
Gezeichnetes Kapital 27 555 547
Kapitalrücklage 27 3.848 3.379
Gewinnrücklage 27 9.656 8.165
Kumuliertes Other comprehensive Income (Loss) 28 - 398 573
B. Eigenkapital der Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA   13.661 12.664
II. Summe Eigenkapital   21.720 20.849
Summe Passiva   53.133 46.697

Der nachfolgende Konzern-Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

FRESENIUS SE & CO. KGAA

1. Januar bis 31. Dezember,
in Mio €
Anhang (Anmerkung) 2017 2016
Laufende Geschäftstätigkeit      
Ergebnis nach Ertragsteuern   3.033 2.676
Überleitung vom Ergebnis nach Ertragsteuern auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit      
Abschreibungen 17, 18, 19 1.437 1.215
Gewinn aus dem Verkauf von Finanzanlagen und verbundenen Unternehmen 2 - 119 - 2
Veränderung der latenten Steuern 11 - 230 3
Gewinn / Verlust aus Anlagenabgängen   - 3 4
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, ohne Auswirkungen aus Veränderungen des Konsolidierungskreises      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 15 - 631 - 297
Vorräte 16 - 228 - 304
Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte 17 38 6
Forderungen an / Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   - 25 55
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen und sonstige kurz- und langfristige Verbindlichkeiten 20, 21 705 192
Steuerrückstellungen   - 40 37
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit   3.937 3.585
Investitionstätigkeit      
Erwerb von Sachanlagen 18 - 1.823 - 1.641
Erlöse aus dem Verkauf von Sachanlagen   118 25
Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Finanzanlagen und immateriellen Vermögenswerten, netto 2, 32 - 6.289 - 675
Erlöse aus dem Verkauf von Finanzanlagen und verbundenen Unternehmen 2 424 190
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit   - 7.570 - 2.101
1. Januar bis 31. Dezember,
in Mio €
Anhang (Anmerkung) 2017 2016
Finanzierungstätigkeit      
Einzahlungen aus kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten 22 1.003 985
Tilgung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 22 - 281 - 351
Einzahlungen aus langfristigen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen 22 2.712 387
Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen 22 - 1.482 - 1.101
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 23 2.600 0
Tilgung von Verbindlichkeiten aus Anleihen 23 - 436 - 350
Einzahlungen aus der Begebung von Wandelanleihen 24 500 0
Auszahlungen aufgrund des Aktienrückkaufprogramms der Fresenius Medical Care 27 - 58 0
Einzahlungen aus dem Forderungsverkaufsprogramm 22 157 112
Einzahlungen aus der Ausübung von Aktienoptionen 34 81 78
Dividendenzahlungen   - 924 - 738
Veränderung sonstiger nicht beherrschender Anteile 26 - - 1
Ein- / Auszahlungen aus der Kurssicherung von Konzerndarlehen in Fremdwährung     5
Mittelzufluss / -abfluss aus Finanzierungstätigkeit   3.872 - 974
Wechselkursbedingte Veränderung der flüssigen Mittel   - 182 25
Nettozunahme der flüssigen Mittel   57 535
Flüssige Mittel am Anfang der Berichtsperiode 14 1.579 1.044
Flüssige Mittel am Ende der Berichtsperiode 14 1.636 1.579

ERGÄNZENDE INFORMATIONEN ZU ZAHLUNGSVORGÄNGEN, DIE IM MITTELZUFLUSS AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT ENTHALTEN SIND

1. Januar bis 31. Dezember
in Mio €
Anhang (Anmerkung) 2017 2016
Erhaltene Zinsen   65 45
Gezahlte Zinsen   - 566 - 562
Gezahlte Ertragsteuern   - 1.187 - 894

Der nachfolgende Konzern-Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

FRESENIUS SE & CO. KGAA

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

Gezeichnetes Kapital Rücklagen
Anhang (Anmerkung) Anzahl der Stammaktien
in Tsd
Betrag
in Tsd €
Betrag
in Mio €
Kapitalrücklage
in Mio €
Gewinnrücklage
in Mio €
Stand am 31. Dezember 2015   545.728 545.728 546 3.309 6.964
Erlöse aus der Ausübung von Aktienoptionen 34 1.480 1.480 1 44  
Personalaufwand aus Aktienoptionen 34       26  
Dividendenzahlungen 27         - 300
Zugang von nicht beherrschenden Anteilen 26          
Nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen 21, 30         - 59
Gesamtergebnis            
Ergebnis nach Ertragsteuern           1.560
Other Comprehensive Income (Loss)            
Cashflow Hedges 28, 30          
Marktwertveränderung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte 28, 30          
Währungsumrechnungsdifferenzen 28, 30          
Versicherungsmathematische Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen 25, 28          
Gesamtergebnis           1.560
Stand am 31. Dezember 2016   547.208 547.208 547 3.379 8.165
Ausgabe von Inhaber-Stammaktien 27 6.108 6.108 6 394  
Erlöse aus der Ausübung von Aktienoptionen 34 1.394 1.394 2 46  
Personalaufwand aus Aktienoptionen 34       29  
Dividendenzahlungen 27         - 343
Zugang von nicht beherrschenden Anteilen 26          
Nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen 21, 30         20
Gesamtergebnis            
Ergebnis nach Ertragsteuern           1.814
Other Comprehensive Income (Loss)            
Cashflow Hedges 28, 30          
Marktwertveränderung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte 28, 30          
Währungsumrechnungsdifferenzen 28, 30          
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen 25, 28          
Gesamtergebnis           1.814
Stand am 31. Dezember 2017   554.710 554.710 555 3.848 9.656
Anhang (Anmerkung) Kumuliertes other comprehensive Income (Loss)
in Mio €
Eigenkapital der Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA
in Mio €
Nicht beherrschende Anteile
in Mio €
Summe Eigenkapital
in Mio €
Stand am 31. Dezember 2015   334 11.153 7.300 18.453
Erlöse aus der Ausübung von Aktienoptionen 34   45 33 78
Personalaufwand aus Aktienoptionen 34   26 16 42
Dividendenzahlungen 27   - 300 - 438 - 738
Zugang von nicht beherrschenden Anteilen 26   0 90 90
Nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen 21, 30   - 59 - 137 - 196
Gesamtergebnis          
Ergebnis nach Ertragsteuern     1.560 1.116 2.676
Other Comprehensive Income (Loss)          
Cashflow Hedges 28, 30 3 3 11 14
Marktwertveränderung der zur Veräußerung verfügbaren Finanziellen Vermögenswerte 28, 30 - - - -
Währungsumrechnungsdifferenzen 28, 30 300 300 214 514
Versicherungsmathematische Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen 25, 28 - 64 - 64 - 20 - 84
Gesamtergebnis   239 1.799 1.321 3.120
Stand am 31. Dezember 2016   573 12.664 8.185 20.849
Ausgabe von Inhaber-Stammaktien 27   400 0 400
Erlöse aus der Ausübung von Aktienoptionen 34   48 33 81
Personalaufwand aus Aktienoptionen 34   29 8 37
Dividendenzahlungen 27   - 343 - 582 - 925
Zugang von nicht beherrschenden Anteilen 26   0 77 77
Nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen 21, 30   20 46 66
Gesamtergebnis          
Ergebnis nach Ertragsteuern     1.814 1.219 3.033
Other Comprehensive Income (Loss)          
Cashflow Hedges 28, 30 19 19 14 33
Marktwertveränderung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte 28, 30 - - - -
Währungsumrechnungsdifferenzen 28, 30 - 1.013 - 1.013 - 926 - 1.939
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen 25, 28 23 23 - 15 8
Gesamtergebnis   - 971 843 292 1.135
Stand am 31. Dezember 2017   - 398 13.661 8.059 21.720

Der nachfolgende Konzern-Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

FRESENIUS SE & CO. KGAA KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

NACH UNTERNEHMENSBEREICHEN

Fresenius Medical Care Fresenius Kabi
in Mio € 20171 2016 Veränd. 20172 2016 Veränd.
Umsatz 17.784 16.570 7 % 6.358 6.007 6 %
davon Beitrag zum Konzernumsatz 17.754 16.546 7 % 6.301 5.956 6 %
davon Innenumsatz 30 24 25 % 57 51 12 %
Beitrag zum Konzernumsatz 52 % 56 %   19 % 20 %  
EBITDA 3.298 3.110 6 % 1.483 1.468 1 %
Abschreibungen 736 701 5 % 306 297 3 %
EBIT 2.562 2.409 6 % 1.177 1.171 1 %
Zinsergebnis - 354 - 366 3 % - 119 - 149 20 %
Ertragsteuern - 690 - 623 - 11 % - 317 - 311 - 2 %
Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) 1.244 1.144 9 % 702 675 4 %
Operativer Cashflow 2.192 1.932 13 % 1.010 1.004 1 %
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 1.351 1.017 33 % 590 668 - 12 %
Bilanzsumme 24.025 25.504 - 6 % 11.792 11.430 3 %
Finanzverbindlichkeiten 7.448 8.132 - 8 % 4.806 5.155 - 7 %
Sonstige operative Verbindlichkeiten 5.282 5.658 - 7 % 2.879 2.153 34 %
Investitionen, brutto 944 931 1 % 428 335 28 %
Akquisitionen, brutto /Finanzanlagen 683 774 - 12 % 157 114 38 %
Forschungs- und Entwicklungsaufwand 131 147 - 11 % 427 381 12 %
Mitarbeiter (Köpfe zum Stichtag) 121.245 116.120 4 % 36.380 34.917 4 %
Kennzahlen            
EBITDA-Marge 18,5 % 18,8 %   23,3 % 24,4 %  
EBIT-Marge 14,4 % 14,5 %   18,5 % 19,5 %  
Abschreibungen in % vom Umsatz 4,1 % 4,2 %   4,8 % 4,9 %  
Operativer Cashflow in % vom Umsatz 12,3 % 11,7 %   15,9 % 16,7 %  
ROOA 10,9 % 10,6 %   10,8 % 11,7 %  
Fresenius Helios Fresenius Vamed
in Mio € 2017 2016 Veränd. 2017 2016 Veränd.
Umsatz 8.668 5.843 48 % 1.228 1.160 6 %
davon Beitrag zum Konzernumsatz 8.652 5.843 48 % 1.174 1.122 5 %
davon Innenumsatz 16 0   54 38 42 %
Beitrag zum Konzernumsatz 26 % 20 %   3 % 4 %  
EBITDA 1.426 879 62 % 87 80 9 %
Abschreibungen 374 196 91 % 11 11 0 %
EBIT 1.052 683 54 % 76 69 10 %
Zinsergebnis - 155 - 37 -- - 2 - 2 0 %
Ertragsteuern - 164 - 100 - 64 % - 23 - 21 - 10 %
Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) 728 544 34 % 50 45 11 %
Operativer Cashflow 733 622 18 % 42 27 56 %
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 322 273 18 % 35 16 119 %
Bilanzsumme 16.583 8.696 91 % 1.282 1.108 16 %
Finanzverbindlichkeiten 6.665 1.406 -- 245 176 39 %
Sonstige operative Verbindlichkeiten 2.027 1.387 46 % 621 574 8 %
Investitionen, brutto 415 352 18 % 16 11 45 %
Akquisitionen, brutto /Finanzanlagen 5.979 38 -- 33 0  
Forschungs- und Entwicklungsaufwand   - -- 0 0  
Mitarbeiter (Köpfe zum Stichtag) 105.927 72.687 46 % 8.667 8.198 6 %
Kennzahlen            
EBITDA-Marge 16,5 % 15,0 %   7,1 % 6,9 %  
EBIT-Marge 12,1 % 11,7 %   6,2 % 5,9 %  
Abschreibungen in % vom Umsatz 4,3 % 3,4 %   0,9 % 0,9 %  
Operativer Cashflow in % vom Umsatz 8,5 % 10,6 %   3,4 % 2,3 %  
ROOA 6,9 % 8,5 %   9,8 % 10,5 %  
Konzern / Sonstiges Fresenius-Konzern
in Mio € 20173 2016 Veränd. 2017 2016 Veränd.
Umsatz - 152 - 109 - 39 % 33.886 29.471 15 %
davon Beitrag zum Konzernumsatz 5 4 25 % 33.886 29.471 15 %
davon Innenumsatz - 157 - 113 - 39 % 0 0  
Beitrag zum Konzernumsatz 0 % 0 %   100 % 100 %  
EBITDA - 268 - 20 -- 6.026 5.517 9 %
Abschreibungen 10 10 0 % 1.437 1.215 18 %
EBIT - 278 - 30 -- 4.589 4.302 7 %
Zinsergebnis - 21 - 28 25 % - 651 - 582 - 12 %
Ertragsteuern 289 11 -- - 905 - 1.044 13 %
Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) - 910 - 848 - 7 % 1.814 1.560 16 %
Operativer Cashflow - 40 0   3.937 3.585 10 %
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden - 66 - 5 -- 2.232 1.969 13 %
Bilanzsumme - 549 - 41 -- 53.133 46.697 14 %
Finanzverbindlichkeiten - 122 - 89 - 37 % 19.042 14.780 29 %
Sonstige operative Verbindlichkeiten 452 361 25 % 11.261 10.133 11 %
Investitionen, brutto 25 4 -- 1.828 1.633 12 %
Akquisitionen, brutto /Finanzanlagen 0 0   6.852 926 --
Forschungs- und Entwicklungsaufwand 0 0   558 528 6 %
Mitarbeiter (Köpfe zum Stichtag) 1.030 951 8 % 273.249 232.873 17 %
Kennzahlen            
EBITDA-Marge       18,5 %4 18,7 %  
EBIT-Marge       14,3 %4 14,6 %  
Abschreibungen in % vom Umsatz       4,2 % 4,1 %  
Operativer Cashflow in % vom Umsatz       11,6 % 12,2 %  
ROOA       9,4 %5 10,0 %  

Die Konzern-Segmentberichterstattung nach Unternehmensbereichen ist integraler Bestandteil des Konzern-Anhangs. Der nachfolgende Konzern-Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

1 Vor Buchgewinn aus US-Steuerreform und FCPA-Rückstellung
2 Vor akquisitionsbedingten Aufwendungen und Buchgewinn aus US-Steuerreform
3 Nach akquisitionsbedingten Aufwendungen, Buchgewinn aus US-Steuerreform und FCPA-Rückstellung
4 Vor akquisitionsbedingten Aufwendungen und FCPA-Rückstellung
5 Der zur Berechnung zugrunde gelegte EBIT auf Pro-forma-Basis beinhaltet nicht akquisitionsbedingte Aufwendungen und FCPA-Rückstellung.

NACH REGIONEN

Europa Nordamerika
in Mio € 2017 2016 Veränd. 2017 2016 Veränd.
Umsatz 13.767 10.839 27 % 15.093 14.122 7 %
in % vom Gesamtumsatz 41 % 37 %   45 % 48 %  
EBIT 1.030 908 13 % 2.762 2.662 4 %
Abschreibungen 698 492 42 % 576 582 - 1 %
Bilanzsumme 24.807 16.892 47 % 22.772 24.538 - 7 %
Investitionen, brutto 913 772 18 % 708 673 5 %
Akquisitionen, brutto /Finanzanlagen 6.241 346 -- 339 444 - 24 %
Mitarbeiter (Köpfe zum Stichtag) 154.172 119.434 29 % 75.083 72.803 3 %
Asien-Pazifik Lateinamerika
in Mio € 2017 2016 Veränd. 2017 2016 Veränd.
Umsatz 3.182 2.922 9 % 1.431 1.223 17 %
in % vom Gesamtumsatz 9 % 10 %   4 % 4 %  
EBIT 627 585 7 % 117 98 19 %
Abschreibungen 105 95 11 % 49 39 26 %
Bilanzsumme 3.874 3.590 8 % 1.464 1.479 - 1 %
Investitionen, brutto 113 99 14 % 82 79 4 %
Akquisitionen, brutto /Finanzanlagen 263 122 116 % 9 14 - 36 %
Mitarbeiter (Köpfe zum Stichtag) 24.381 22.441 9 % 17.709 16.283 9 %
Afrika Fresenius-Konzern
in Mio € 2017 2016 Veränd. 2017 2016 Veränd.
Umsatz 413 365 13 % 33.886 29.471 15 %
in % vom Gesamtumsatz 1 % 1 %   100 % 100 %  
EBIT 53 49 8 % 4.589 4.302 7 %
Abschreibungen 9 7 29 % 1.437 1.215 18 %
Bilanzsumme 216 198 9 % 53.133 46.697 14 %
Investitionen, brutto 12 10 20 % 1.828 1.633 12 %
Akquisitionen, brutto /Finanzanlagen 0 0   6.852 926 --
Mitarbeiter (Köpfe zum Stichtag) 1.904 1.912 0 % 273.249 232.873 17 %

Die Konzern-Segmentberichterstattung nach Regionen ist integraler Bestandteil des Konzern-Anhangs. Der nachfolgende Konzern-Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Anhang

ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

1. GRUNDLAGEN

I. KONZERNSTRUKTUR

Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung von Patienten. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Trägerschaft von Krankenhäusern. Zudem realisiert der Fresenius-Konzern weltweit Projekte und erbringt Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Neben den Tätigkeiten der Muttergesellschaft Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg v. d. H., verteilten sich die operativen Aktivitäten im Geschäftsjahr 2017 auf folgende rechtlich eigenständige Unternehmensbereiche:

Fresenius Medical Care

Fresenius Kabi

Fresenius Helios

Fresenius Vamed

Fresenius Medical Care bietet Dienstleistungen und Produkte für Patienten mit chronischem Nierenversagen an. Zum 31. Dezember 2017 wurden in den 3.752 Dialysekliniken des Unternehmens 320.960 Patienten behandelt. Zu den wichtigsten Produktgruppen zählen Dialysatoren und Dialysegeräte. Darüber hinaus erbringt Fresenius Medical Care im Bereich Versorgungsmanagement zusätzliche Dienstleistungen rund um die medizinische Versorgung von Patienten.

Fresenius Kabi ist spezialisiert auf intravenös zu verabreichende generische Arzneimittel (I.V.-Arzneimittel), klinische Ernährung sowie Infusionstherapien. Außerdem bietet das Unternehmen medizintechnische Geräte sowie Produkte für die Transfusionstechnologie an. Ferner entwickelt Fresenius Kabi im Biosimilars-Bereich Produkte mit den Schwerpunkten Onkologie und Autoimmunerkrankungen. Kunden der Fresenius Kabi sind vorwiegend Krankenhäuser.

Fresenius Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber. Zum Unternehmen gehören Helios Deutschland und Helios Spanien (Quirónsalud). Ende 2017 betrieb Helios Deutschland 111 Krankenhäuser mit rund 35.000 Betten, darunter 88 Akutkrankenhäuser mit 7 Maximalversorgern in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wiesbaden und Wuppertal sowie 23 Rehabilitationskliniken. Zu Quirónsalud gehörten zum Ende des Geschäftsjahres 45 Krankenhäuser, 55 ambulante Gesundheitszentren und rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement.

Fresenius Vamed realisiert weltweit Projekte und erbringt Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: von der Entwicklung, Planung und schlüsselfertigen Errichtung über die Instandhaltung bis zum technischen Management und zur Gesamtbetriebsführung.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 betrug der Anteil der Fresenius SE & Co. KGaA am gezeichneten Kapital der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) 30,80 %. Die persönlich haftende Gesellschafterin der FMC-AG & Co. KGaA, die Fresenius Medical Care Management AG, ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Fresenius SE & Co. KGaA. Dadurch verfügt die Fresenius SE & Co. KGaA über Rechte, die ihr die Fähigkeit zur Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten und damit der Ergebnisse der FMC-AG & Co. KGaA verleihen. Daher wird die FMC-AG & Co. KGaA zu 100 % im Fresenius-Konzernabschluss konsolidiert.

Die Beteiligungen an den Leitungsgesellschaften der Unternehmensbereiche Fresenius Kabi (Fresenius Kabi AG) sowie Fresenius Helios und Fresenius Vamed (gehalten über die Fresenius ProServe GmbH) betrugen zum 31. Dezember 2017 unverändert 100 %. Über die Fresenius ProServe GmbH ist die Fresenius SE & Co. KGaA zu 100 % an der HELIOS Kliniken GmbH und der Helios Healthcare Spain S.L. (Quirónsalud) sowie zu 77 % an der VAMED AG beteiligt. Daneben hält die Fresenius SE & Co. KGaA Beteiligungen an Gesellschaften, die die Holdingfunktionen hinsichtlich Immobilien, Finanzierung und Versicherung wahrnehmen, sowie an der Fresenius Netcare GmbH, die Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnik anbietet.

Die Berichtswährung im Fresenius-Konzern ist der Euro. Aus Gründen der Übersichtlichkeit erfolgt die Darstellung der Beträge überwiegend in Millionen Euro. Beträge, die aufgrund der vorzunehmenden Rundungen unter 1 Mio € fallen, werden mit "-" gekennzeichnet.

II. GRUNDLAGE DER DARSTELLUNG

Die Fresenius SE & Co. KGaA erfüllt als kapitalmarktorientiertes Mutterunternehmen mit Sitz in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union (EU) die Pflicht, den Konzernabschluss nach den "International Financial Reporting Standards" (IFRS) unter Anwendung von § 315e Handelsgesetzbuch (HGB) aufzustellen und zu veröffentlichen. Der Konzernabschluss der Fresenius SE & Co. KGaA ist zum 31. Dezember 2017 nach den am Abschlussstichtag gültigen Richtlinien des "International Accounting Standards Board" (IASB) und den verbindlichen Interpretationen des "International Financial Reporting Interpretations Committee" (IFRIC), wie sie vom IASB veröffentlicht wurden und wie sie in der EU verpflichtend anzuwenden sind, aufgestellt worden und wird veröffentlicht. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2017 verzichtet der Fresenius-Konzern auf die bisher erfolgte freiwillige Aufstellung des Konzernabschlusses nach den "United States Generally Accepted Accounting Principles" (US-GAAP), nachdem die Konzernsteuerung von US-GAAP auf IFRS umgestellt wurde.

Zur Verbesserung der Lesbarkeit sind verschiedene Positionen der Konzern-Bilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese sind im Konzern-Anhang gesondert angegeben, um den Adressaten des Konzernabschlusses weitere Informationen zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus enthält der Konzern-Anhang gemäß § 315e Abs. 1 HGB bestimmte Angaben zu Regelungen des HGB. Gemäß §315e HGB i. V. m. § 315 HGB ist der Konzernabschluss nach IFRS um einen Konzern-Lagebericht ergänzt worden.

Die Konzern-Bilanz enthält die nach "International Accounting Standard" (IAS) 1, Presentation of Financial Statements, geforderten Angaben und ist nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und der Verbindlichkeiten gegliedert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

Die persönlich haftende Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA ist die Fresenius Management SE, welche einen eigenen Konzernabschluss aufstellt.

Der Vorstand der Fresenius Management SE hat den Konzernabschluss am 26. Februar 2018 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen.

III. ZUSAMMENFASSUNG DER WESENTLICHEN BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

a) Konsolidierungsgrundsätze

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Unternehmenserwerbe werden nach der Erwerbsmethode bilanziert.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch die Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen, neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden sowie nicht beherrschende Anteile mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag zwischen den Beteiligungsbuchwerten zuzüglich den nicht beherrschenden Anteilen und dem neu bewerteten Eigenkapital wird als Firmenwert aktiviert und mindestens einmal jährlich einer Prüfung auf Werthaltigkeit unterzogen.

Alle wesentlichen konzerninternen Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten werden gegenseitig aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen in das Anlage- und das Vorratsvermögen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Auf temporäre Differenzen, die aus Konsolidierungsvorgängen resultieren, werden latente Steueransprüche und Steuerschulden gebildet.

Nicht beherrschende Anteile werden als Ausgleichsposten für Anteile konzernfremder Gesellschafter am konsolidierungspflichtigen Kapital angesetzt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung erfolgt deren Ansatz zum Marktwert. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die den konzernfremden Gesellschaftern zustehenden Gewinne und Verluste separat ausgewiesen. Soweit der Fresenius-Konzern als Stillhalter im Rahmen bestehender Put-Optionen, die von konzernfremden Gesellschaftern gehalten werden, zum Rückkauf dieser verpflichtet werden kann, ist die potenzielle Kaufpreisverbindlichkeit zum Marktwert am Bilanzstichtag in den langfristigen Rückstellungen und sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten bzw. den kurzfristigen Rückstellungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten erfasst. Entsprechend der Present Access-Methode werden die Anteile konzernfremder Gesellschafter weiterhin im Eigenkapital als nicht beherrschende Anteile ausgewiesen. Die erstmalige Erfassung der Kaufpreisverbindlichkeit sowie die Bilanzierung von Wertänderungen erfolgt erfolgsneutral über das Eigenkapital.

Als assoziierte Unternehmen gelten in der Regel Gesellschaften, bei denen die Fresenius SE & Co. KGaA direkt oder indirekt mehr als 20 % und weniger als 50 % der Stimmrechtsanteile hält und die Möglichkeit besteht, einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik auszuüben. Die Bilanzierung von assoziierten Unternehmen erfolgt nach der Equity-Methode. Nicht als assoziierte Unternehmen eingestufte Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bzw. zu Marktwerten bilanziert.

b) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben der Fresenius SE & Co. KGaA alle wesentlichen Unternehmen gemäß IFRS 10 und IFRS 11 einbezogen, über die die Fresenius SE & Co. KGaA Beherrschung ausübt bzw. maßgeblichen Einfluss hat. Die Fresenius SE & Co. KGaA beherrscht ein Unternehmen, sofern sie die Verfügungsgewalt über das Unternehmen hat. Das heißt, die Fresenius SE & Co. KGaA verfügt über bestehende Rechte, die ihr die gegenwärtige Fähigkeit zur Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten des Unternehmens verleihen. Dies sind Tätigkeiten, die die Rendite des Unternehmens wesentlich beeinflussen. Darüber hinaus ist die Fresenius SE & Co. KGaA schwankenden Renditen aus ihrem Engagement in dem Unternehmen ausgesetzt oder besitzt Anrechte auf diese. Des Weiteren hat sie die Fähigkeit, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen.

Fresenius Vamed engagiert sich für einen begrenzten längerfristigen Zeitraum in eigens für diesen Zweck gegründeten Projektgesellschaften zur Errichtung und zum Betrieb von Thermen. Bei diesen Projektgesellschaften übt Fresenius Vamed keinen beherrschenden Einfluss aus, weshalb sie nicht konsolidiert werden. Die Projektgesellschaften erwirtschafteten im Jahr 2017 rund 119 Mio € Umsatz (2016: 114 Mio €). Sie finanzieren sich im Wesentlichen durch Fremdkapital, Genussrechte und Investitionszuschüsse. Der Wert der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Verbindung mit diesen Projektgesellschaften ist unwesentlich. Fresenius Vamed leistete an diese Gesellschaften neben den vertraglich vereinbarten keine weiteren Zahlungen. Aufgrund bestehender vertraglicher Regelungen ist aus heutiger Sicht aus diesen Projektgesellschaften kein nennenswertes Verlustrisiko erkennbar.

Der Konzernabschluss umfasste im Jahr 2017 neben der Fresenius SE & Co. KGaA 2.733 (2016: 2.477) vollkonsolidierte Unternehmen. Nach der Equity-Methode wurden 50 (2016: 33) Gesellschaften bilanziert. Wesentliche Veränderungen des Konsolidierungskreises ergaben sich im Jahr 2017 außer den in Anmerkung 2, Akquisitionen, Desinvestitionen und Finanzanlagen, genannten nicht.

Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes der Fresenius SE & Co. KGaA mit Sitz in 61352 Bad Homburg v. d. H., Else-Kröner-Straße 1, und eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht in Bad Homburg v. d. H. unter der Nummer B11852, wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und beim Unternehmensregister hinterlegt.

Folgende vollkonsolidierte deutsche Konzerngesellschaften werden für das Geschäftsjahr 2017 von der Befreiungsvorschrift der §§ 264 Abs. 3 bzw. 264b HGB Gebrauch machen:

Name der Gesellschaft Sitz
Konzern / Sonstiges    
  Fresenius Biotech Beteiligungs GmbH Bad Homburg v. d. H .
  Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. Objekt Friedberg KG Bad Homburg v. d. H .
  Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. Objekt St. Wendel KG Bad Homburg v. d. H .
  Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. Objekt Schweinfurt KG Bad Homburg v. d. H .
  Fresenius Netcare GmbH Bad Homburg v. d. H .
  Fresenius ProServe GmbH Bad Homburg v. d. H .
  FPS Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. Reichenbach KG Bad Homburg v. d. H .
  ProServe Krankenhaus Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG München
Fresenius Kabi    
  Fresenius Hemocare GmbH Bad Homburg v. d. H .
  Fresenius Hemocare Beteiligungs GmbH Bad Homburg v. d. H .
  Fresenius Kabi AG Bad Homburg v. d. H .
  Fresenius Kabi Deutschland GmbH Bad Homburg v. d. H .
  Fresenius Kabi Logistik GmbH Friedberg
  Fresenius Kabi Vermögensverwaltung GmbH Bad Homburg v. d. H .
  MC Medizintechnik GmbH Alzenau
  medi1one medical gmbh Waiblingen
Fresenius Helios    
  Gesundheitsmanagement Elbe-Fläming Gmbh Burg
  Helios Agnes-Karll Krankenhaus GmbH Bad Schwartau
  Helios AOK-Klinik Bad Ems GmbH Bad Ems
  Helios Aukamm-Klinik Wiesbaden GmbH Wiesbaden
  Helios Beteiligungs Aktiengesellschaft Berlin
  Helios Bördeklinik GmbH Oschersleben (Bode)
  Helios Care GmbH Berlin
  Helios Fachklinik Schleswig GmbH Schleswig
  Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern GmbH Vogelsang-Gommern
  Helios Fachkliniken Hildburghausen GmbH Hildburghausen
  Helios Fachpflege Schleswig GmbH Schleswig
  Helios Hanseklinikum Stralsund GmbH Stralsund
  Helios International Holding GmbH Berlin
  Helios Kids in Pflege GmbH Geesthacht
  Helios Klinik Bad Berleburg GmbH Bad Berleburg
  Helios Klinik Berching GmbH Berching
  Helios Klinik Bergisch-Land GmbH Wuppertal
  Helios Klinik Blankenhain GmbH Blankenhain
  Helios Klinik Bleicherode GmbH Bleicherode
  Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe GmbH Karlsruhe
  Helios Klinik Geesthacht GmbH Geesthacht
  Helios Klinik Hagen Ambrock GmbH Hagen
  Helios Klinik Hattingen GmbH Hattingen
  Helios Klinik Hohenstücken GmbH Brandenburg
  Helios Klinik Jerichower Land GmbH Burg
  Helios Klinik Leezen GmbH Leezen
  Helios Klinik Leisnig GmbH Leisnig
Fresenius Helios    
  Helios Klinik Lengerich GmbH Lengerich
  Helios Klinik Rottweil GmbH Rottweil
  Helios Klinik Schkeuditz GmbH Schkeuditz
  Helios Klinik Schleswig GmbH Schleswig
  Helios Klinik Schloss Pulsnitz GmbH Pulsnitz
  Helios Klinik Schloss Schönhagen GmbH Damp
  Helios Klinik Schwedenstein  
  Pulsnitz GmbH Pulsnitz
  Helios Klinik Volkach GmbH Volkach
  Helios Klinik Wipperfürth GmbH Wipperfürth
  Helios Klinik Zerbst / Anhalt GmbH Zerbst
  Helios Kliniken Bad Grönenbach GmbH Bad Grönenbach
  Helios Kliniken Breisgau Hochschwarzwald GmbH Müllheim
  Helios Kliniken Mansfeld-Südharz GmbH Sangerhausen
  Helios Kliniken Mittelweser GmbH Nienburg
  Helios Kliniken Taunus GmbH Bad Schwalbach
  Helios Klinikum Aue GmbH Aue
  Helios Klinikum Bad Saarow GmbH Bad Saarow
  Helios Klinikum Berlin-Buch GmbH Berlin
  Helios Klinikum Erfurt GmbH Erfurt
  Helios Klinikum Gifhorn GmbH Gifhorn
  Helios Klinikum Gotha GmbH Gotha/ Ohrdruf
  Helios Klinikum Meiningen GmbH Meiningen
  Helios Klinikum Pirna GmbH Pirna
  Helios Klinikum Schwelm GmbH Schwelm
  Helios Klinikum Siegburg GmbH Siegburg
  Helios Klinikum Uelzen GmbH Uelzen
  Helios Klinikum Wuppertal GmbH Wuppertal
  Helios Ostseeklinik Damp GmbH Damp
  Helios Park-Klinikum Leipzig GmbH Leipzig
  Helios Privatkliniken GmbH Berlin
  Helios Rehaklinik Ahrenshoop GmbH Ostseebad Ahrenshoop
  Helios Rehaklinik Damp GmbH Damp
  Helios Rehakliniken Bad Berleburg GmbH Bad Berleburg
  Helios Rehakliniken GmbH Damp
  Helios Service GmbH Berlin
  Helios Spital Überlingen GmbH Überlingen
  Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen GmbH Oberhausen
  Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen GmbH Bad Kissingen
  Helios St. Josefs-Hospital GmbH Bochum
  Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt GmbH Helmstedt
  Helios Versorgungszentren GmbH Berlin
  Helios Vogtland-Klinikum Plauen GmbH Plauen
  Helios Weißeritztal-Kliniken GmbH Freital
  Herzzentrum Leipzig GmbH Leipzig
  Klinik Kipfenberg GmbH Neurochirurgische und Neurologische Fachklinik Kipfenberg
  Medizinisches Versorgungszentrum am Helios Klinikum Bad Saarow GmbH Bad Saarow
  MVZ Campus Gifhorn GmbH Gifhorn
  ostsee resort damp GmbH Damp
  Poliklinik am Helios Klinikum Buch GmbH Berlin
  Senioren- und Pflegeheim Erfurt GmbH Erfurt

c) Ausweis

Der Ausweis bestimmter Positionen des Konzernabschlusses 2016 wurde dem Ausweis im Jahr 2017 angepasst.

Im Unternehmensbereich Fresenius Medical Care wurden im Geschäftsjahr 2016 Forderungen im Rahmen der US Medicare- und Medicaid-Gesundheitsprogramme in Höhe von 120 Mio € und Forderungen aus Managementverträgen in Kliniken in Höhe von 27 Mio € aus den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten (siehe Anmerkung 17, Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte) in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (siehe Anmerkung 15, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) umgegliedert, um der Berichterstattung des aktuellen Jahres zu entsprechen.

d) Grundsätze der Umsatzrealisierung

Umsätze aus Dienstleistungen werden in Höhe derjenigen Beträge realisiert, mit deren Erzielung aufgrund bestehender Erstattungsvereinbarungen mit Dritten gerechnet werden kann. Die Realisierung erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Dienstleistung erbracht und die damit zusammenhängenden Produkte geliefert wurden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kunde zur Zahlung verpflichtet.

Umsätze aus Produktlieferungen werden zu dem Zeitpunkt realisiert, in dem das wirtschaftliche Eigentum auf den Käufer übergeht; entweder zum Zeitpunkt der Lieferung, bei Annahme durch den Kunden oder zu einem anderen Zeitpunkt, der den wirtschaftlichen Eigentumsübergang eindeutig definiert. Da die Rücksendung von Produkten untypisch ist, wird dafür keine Abgrenzung gebildet. Falls eine Rücksendung von Waren erfolgt, werden die Umsätze, die Umsatzkosten und die Forderungen entsprechend vermindert. Die Umsatzerlöse sind abzüglich Skonti, Preisnachlässen und Rabatten ausgewiesen.

Im Unternehmensbereich Fresenius Vamed erfolgt die Umsatzrealisierung für die langfristigen Fertigungsaufträge bei Erfüllung der Anwendungsvoraussetzungen entsprechend dem Projektfortschritt (Percentage-of-Completion-Method - PoC-Methode). Der Fertigstellungsgrad wird dabei entweder auf Basis des Verhältnisses der bereits angefallenen Kosten zum geschätzten gesamten Kostenvolumen des Vertrags, der vertraglich vereinbarten Meilensteine oder des Leistungsfortschritts bestimmt. Gewinne aus der PoC-Methode werden nur dann realisiert, wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich ermittelt werden kann. Jeder erwartete Überschuss der gesamten Auftragskosten über die gesamten Auftragserlöse für einen Auftrag wird sofort als Aufwand erfasst.

Jede Umsatzsteuer, die von einer staatlichen Behörde erhoben wird, wird netto ausgewiesen; ebenso wird der Umsatz abzüglich der Steuer dargestellt.

e) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Der Fresenius-Konzern erhält im Wesentlichen für Krankenhäuser in Deutschland staatliche Fördermittel zur Finanzierung von Gebäuden und medizinischer Ausstattung. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur dann bilanziell erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Die Zuwendung wird bei Gewährung zunächst passiviert und im Zeitpunkt der tatsächlichen Verwendung (Anschaffung eines Anlagegutes) mit den Anschaffungskosten des Gutes verrechnet. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden erfolgswirksam behandelt und grundsätzlich in den Perioden verrechnet, in denen die Aufwendungen anfallen, die durch die Zuwendungen kompensiert werden sollen.

f) Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Forschung ist die eigenständige und planmäßige Suche mit der Aussicht, zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen. Entwicklung ist die technische und kommerzielle Umsetzung von Forschungsergebnissen und findet vor Beginn der kommerziellen Produktion oder Nutzung statt. Die Forschungs- und Entwicklungsphase endet bei pharmazeutischen Produkten üblicherweise mit der Zulassung durch die zuständigen Behörden am Markt des jeweiligen Landes. In der Regel wird ein neues pharmazeutisches Produkt zuerst an einem der etablierten Märkte zugelassen. Als etablierte Märkte gelten Europa, die USA, China und Japan.

Forschungskosten werden bei ihrer Entstehung als Aufwand erfasst. Der Teil der Entwicklungskosten, für den die Voraussetzungen zur Aktivierung als immaterielle Vermögenswerte vollständig erfüllt sind, wird als immaterieller Vermögenswert angesetzt.

g) Wertminderungen

Der Fresenius-Konzern prüft die Buchwerte seines Sachanlagevermögens und seiner immateriellen Vermögenswerte sowie seiner sonstigen langfristigen Vermögenswerte auf Werthaltigkeit, wenn Ereignisse oder Veränderungen darauf hindeuten, dass der Buchwert höher ist als der erzielbare Betrag. Dabei ist der erzielbare Betrag der höhere aus Nettoveräußerungserlös und Nutzungswert. Der Nettoveräußerungserlös ergibt sich aus dem erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der dem Verkauf direkt zuordenbaren Kosten. Der Nutzungswert ist die Summe der diskontierten erwarteten zukünftigen Cashflows der betreffenden Vermögenswerte. Können diesen Vermögenswerten keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse zugeordnet werden, werden die Wertminderungen anhand der Finanzmittelflüsse der entsprechenden sogenannten kleinsten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash generating units) geprüft.

Bei Fortfall der Gründe für die Wertminderung wird eine entsprechende Zuschreibung bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme von Wertminderungen auf Firmenwerte, vorgenommen.

Vermögenswerte, die zum Verkauf bestimmt sind, werden mit dem Buchwert oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung bilanziert. Für diese Vermögenswerte werden keine weiteren planmäßigen Abschreibungen vorgenommen.

h) Aktivierte Zinsen

Der Fresenius-Konzern aktiviert Zinsen, sofern sie dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zuzuordnen sind. In den Geschäftsjahren 2017 bzw. 2016 wurden Zinsen in Höhe von 5 Mio € bzw. 4 Mio €, basierend auf einem durchschnittlichen Zinssatz von 4,12 % bzw. 4,64 %, aktiviert.

i) Ertragsteuern

Laufende Ertragsteuern werden auf Basis des zum Bilanzstichtag aktuellen Ergebnisses des Geschäftsjahres und den derzeitig geltenden Steuervorschriften in den einzelnen Ländern ermittelt. Erwartete und gezahlte zusätzliche Steueraufwendungen und Steuererträge für Vorjahre werden ebenfalls berücksichtigt.

Aktive und passive latente Steuern werden für zukünftige Auswirkungen ermittelt, die sich aus den temporären Differenzen zwischen den im Konzernabschluss zugrunde gelegten Werten für die Aktiva und Passiva und den steuerlich angesetzten Werten ergeben. Außerdem werden latente Steuern auf bestimmte ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern enthalten auch Forderungen auf Steuerminderungen, die sich aus der wahrscheinlich erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge ergeben. Die Werthaltigkeit latenter Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen bzw. deren Nutzbarkeit wird aufgrund der Ergebnisplanung des Fresenius-Konzerns sowie konkret umsetzbarer Steuerstrategien beurteilt.

Latente Steuern werden anhand der Steuersätze bewertet, deren Gültigkeit für die Periode erwartet wird, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird. Dabei werden die Steuersätze verwendet, die am Abschlussstichtag gültig oder gesetzlich angekündigt sind. Eine Änderung des Steuersatzes für aktive und passive latente Steuern wird in dem Berichtszeitraum erfasst, in welchem die neuen Steuergesetze verabschiedet worden sind bzw. im Wesentlichen verabschiedet worden sind. Die Effekte aus der Anpassung werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Die Erfassung der Effekte aus der Anpassung der latenten Steuern erfolgt hingegen erfolgsneutral, sofern der die temporäre Differenz verursachende Sachverhalt ebenfalls erfolgsneutral erfasst worden ist.

Die Werthaltigkeit des Buchwerts eines latenten Steueranspruchs wird an jedem Bilanzstichtag überprüft. Grundlage für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung des Managements, in welchem Umfang aktive latente Steuern wahrscheinlich realisiert werden. Die Realisierung aktiver latenter Steuern hängt von der Erzielung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Perioden ab, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren und steuerliche Verlustvorträge geltend gemacht werden können. Hierbei werden die erwartete Umkehrung bestehender passiver latenter Steuern sowie die künftigen steuerpflichtigen Gewinne berücksichtigt.

Ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass ein ausreichend zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, um den latenten Steueranspruch, entweder zum Teil oder insgesamt, zu nutzen, wird der Buchwert des latenten Steueranspruchs in diesem Umfang bilanziert.

Der Fresenius-Konzern erfasst Steueransprüche und -schulden aus mit Unsicherheiten behafteten Steuerpositionen, soweit es wahrscheinlich ist, dass die Steuer erstattet werden wird bzw. gezahlt werden muss. Zinsen und sonstige Zuschläge im Zusammenhang mit Ertragsteuerverpflichtungen erfasst der Fresenius-Konzern als Ertragsteueraufwand.

Der Fresenius-Konzern unterliegt derzeit und in der Zukunft steuerlichen Betriebsprüfungen in den USA, in Deutschland sowie in weiteren Ländern. Unterschiedliche Auslegungen von Steuergesetzen können zu zusätzlichen Steuerzahlungen oder Steuererstattungen für Vorjahre führen. Zur Bestimmung von Ertragsteuerrückstellungen oder -forderungen aufgrund der mit Unsicherheit behafteten Steuerfestsetzungen trifft das Management Annahmen basierend auf den jeweils gültigen Steuergesetzen der entsprechenden Länder und deren Auslegung. Die Annahmen werden in der Periode angepasst, in der genügend Beweise vorliegen, die es rechtfertigen, die bisherigen Annahmen zu ändern.

j) Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus dem Konzernergebnis geteilt durch den gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Anzahl von Stammaktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie enthält die Auswirkung aller Optionsrechte, indem sie behandelt werden, als hätten sich die entsprechenden Aktien während des Geschäftsjahres im Umlauf befunden. Die durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten auszugleichenden Ansprüche im Rahmen der Fresenius- bzw. Fresenius Medical Care-Aktienoptionspläne können zu einem Verwässerungseffekt führen.

k) Flüssige Mittel

Flüssige Mittel enthalten Barmittel und kurzfristige Anlagen mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten. Die kurzfristigen Anlagen sind äußerst liquide und können leicht in einen festen Zahlungsmittelbetrag umgewandelt werden. Das Risiko von Wertschwankungen ist unwesentlich.

l) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Nominalwerten abzüglich Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen angesetzt. Die Wertberichtigungen werden auf Basis von Schätzungen ermittelt, welche die kundenspezifische Auswertung hinsichtlich des vergangenen Zahlungsverhaltens, die derzeitige Finanzstabilität und die gegebenen länderspezifischen Risiken für Forderungen mit einer Fälligkeit größer einem Jahr umfassen. In gewissen zeitlichen Abständen wird überprüft, ob sich Veränderungen im Zahlungsverhalten ergeben haben, um die Angemessenheit der Wertberichtigungen sicherzustellen.

m) Vorräte

In den Vorräten sind diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung oder Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe).

Die Bewertung der Vorräte erfolgt entweder zu Anschaffungs-bzw. Herstellungskosten (ermittelt nach der Durchschnittskosten- bzw. Fifo-Methode) oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen.

n) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Anlagen in Eigenkapitalinstrumenten, Schuldinstrumenten und Fondsanteilen werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Der Fresenius-Konzern ermittelt regelmäßig, ob objektive substanzielle Hinweise vorliegen, die darauf schließen lassen, dass eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder eines Portfolios finanzieller Vermögenswerte eingetreten ist. Nach Durchführung eines Werthaltigkeitstests wird ein gegebenenfalls erforderlicher Wertminderungsaufwand ergebniswirksam erfasst. Gewinne und Verluste aus einem zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswert werden direkt im Konzern-Eigenkapital erfasst, bis der finanzielle Vermögenswert abgegangen ist oder eine Wertminderung festgestellt wird. Im Falle einer Wertminderung wird der kumulierte Nettoverlust dem Konzern-Eigenkapital entnommen und im Konzernergebnis ausgewiesen.

o) Sachanlagevermögen

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Fresenius-Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Abschreibungen werden nach der linearen Methode über die geschätzte Nutzungsdauer der Vermögenswerte vorgenommen, die für Gebäude und Einbauten zwischen 3 und 50 Jahren (im gewogenen Durchschnitt 16 Jahre) und für technische Anlagen und Maschinen zwischen 2 und 15 Jahren (im gewogenen Durchschnitt 11 Jahre) liegt.

p) Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer

Im Fresenius-Konzern werden immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer, wie z. B. Patente, Produkt- und Vertriebsrechte, Verträge über Wettbewerbsverzichte, Technologie sowie Lizenzen zur Fertigung, Distribution und zum Verkauf von Arzneimitteln getrennt vom Firmenwert bilanziert und über die jeweilige Restnutzungsdauer linear auf ihren Restwert abgeschrieben und auf Werthaltigkeit hin überprüft (siehe Anmerkung 1. III. g, Wertminderungen). Patientenbeziehungen hingegen werden aufgrund fehlender vertraglicher Bindungen nicht als separater Vermögenswert angesetzt, sondern sind Bestandteil des Firmenwerts. Die Nutzungsdauer für Patente, Produkt- und Vertriebsrechte liegt zwischen 5 und 20 Jahren, die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt 13 Jahre. Kundenbeziehungen haben eine Nutzungsdauer zwischen 6 und 15 Jahren, die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt bei 10 Jahren. Verträge über Wettbewerbsverzichte mit einer bestimmten Nutzungsdauer haben eine Nutzungsdauer zwischen 2 und 25 Jahren und eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 6 Jahren. Für Technologie liegt die bestimmte Nutzungsdauer bei 15 Jahren. Lizenzen zur Fertigung, Distribution und zum Verkauf von Arzneimitteln werden abgeschrieben auf Basis des vertraglich festgelegten Lizenzzeitraums. Alle anderen immateriellen Vermögenswerte werden über ihre jeweilige geschätzte Nutzungsdauer zwischen 3 und 15 Jahren abgeschrieben.

Dauerhafte Wertminderungen werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Bei Fortfall der Gründe für die Wertminderungen werden entsprechende Zuschreibungen bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.

Entwicklungskosten werden als Herstellungskosten aktiviert, sofern sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen.

Bei Fresenius Medical Care richtet sich der Aktivierungszeitpunkt von Entwicklungskosten der Dialysegeräte nach der technischen Einsatzfähigkeit dieser Maschinen. Die aktivierten Entwicklungskosten haben eine Nutzungsdauer zwischen 5 und 20 Jahren, die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt 11 Jahre.

Bei Fresenius Kabi werden Entwicklungskosten ab dem Zeitpunkt aktiviert, ab dem eine Registrierung als sehr wahrscheinlich angesehen wird. Dies ist insbesondere der Fall, wenn bereits eine Zulassung in einem etablierten Markt existiert. Die planmäßigen linearen Abschreibungen erfolgen auf Basis der erwarteten Nutzungsdauer. Im Geschäftsjahr 2016 ergaben sich außerplanmäßige Abschreibungen für ein im Jahr 2016 zugelassenes Produkt, für welches sich trotz der Zulassung die bisherigen Ertragsaussichten verändert haben (siehe Anmerkung 7, Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen).

q) Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Der Fresenius-Konzern identifizierte immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, weil es aufgrund einer Analyse aller relevanten Faktoren keine vorhersehbare Begrenzung der Periode gibt, in der die Vermögenswerte voraussichtlich Netto-Cashflows für den Konzern generieren werden. Die Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden, wie z. B. Markennamen, erfolgt getrennt vom Firmenwert. Der Ansatz erfolgt zu Anschaffungskosten. Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich und unterjährig bei Eintritt bestimmter Ereignisse auf Werthaltigkeit hin überprüft (Impairment Test).

Zur jährlichen Durchführung des Impairment Tests von Firmenwerten hat der Fresenius-Konzern einzelne sogenannte kleinste zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash generating units - CGUs) festgelegt und den Buchwert jeder CGU durch Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich vorhandener Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, bestimmt. Eine CGU wird in der Regel eine Ebene unter der Segmentebene nach Regionen oder Art der Geschäftstätigkeit festgelegt. In den Segmenten Fresenius Medical Care und Fresenius Kabi wurden jeweils vier CGUs ermittelt (Europa, Lateinamerika, Asien-Pazifik und Nordamerika). Das Segment Fresenius Helios besteht entsprechend der regionalen Organisationsstruktur aus zwei CGUs, Deutschland und Spanien. Das Segment Fresenius Vamed setzt sich aus zwei CGUs zusammen (Projekt- und Servicegeschäft). Mindestens einmal jährlich wird der erzielbare Betrag jeder CGU mit deren Buchwert verglichen. Der erzielbare Betrag einer CGU wird unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens als Nutzungswert ermittelt, basierend auf den erwarteten Zahlungsmittelzuflüssen (Cashflows) der CGU. Falls der Nutzungswert der CGU niedriger ist als der Buchwert, wird die Differenz zuerst beim Firmenwert der CGU als Wertminderung berücksichtigt.

Um die Werthaltigkeit von einzeln abgrenzbaren immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer zu beurteilen, vergleicht der Fresenius-Konzern die erzielbaren Beträge dieser immateriellen Vermögenswerte mit ihren Buchwerten. Der erzielbare Betrag eines immateriellen Vermögenswerts wird unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens oder - sofern angemessen - anderer Methoden ermittelt.

Die Werthaltigkeit der in der Konzern-Bilanz enthaltenen Firmenwerte und der sonstigen einzeln abgrenzbaren immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer war gegeben. Wertminderungen auf Firmenwerte waren daher in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 nicht erforderlich.

Ergibt sich aus der Kaufpreisallokation ein negativer Unterschiedsbetrag (Badwill), ist dieser nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze sofort ergebniswirksam zu erfassen.

r) Leasing

Gemietete Sachanlagen, die wirtschaftlich auf Basis von Chancen und Risiken dem Fresenius-Konzern zuzurechnen sind (Finanzierungsleasing), werden zum Zeitpunkt des Zugangs zu Barwerten der Leasingzahlungen bilanziert, soweit die Marktwerte nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Ist ein späterer Eigentumsübergang des Leasinggegenstandes unsicher und liegt keine günstige Kaufoption vor, wird die Laufzeit des Leasingvertrags zugrunde gelegt, sofern diese kürzer ist. Liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, wird der Leasinggegenstand wertgemindert. Sind die Gründe für die Wertminderung entfallen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden in Höhe des Barwerts der zukünftigen Leasingraten passiviert und als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Vermietete Sachanlagen, die der Fresenius-Konzern bilanziert, werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über die Leasingdauer linear auf den erwarteten Restwert abgeschrieben.

s) Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind alle Verträge, die einen finanziellen Vermögenswert bei der einen Gesellschaft und eine finanzielle Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument bei einer anderen Gesellschaft begründen.

Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag bilanziert. Der Fresenius-Konzern macht von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert einzustufen (Fair Value Option), keinen Gebrauch.

Folgende Kategorien (abgeleitet aus IAS 39, Financial Instruments: Recognition and Measurement) sind für den Fresenius-Konzern relevant: Kredite und Forderungen, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten / Vermögenswerte. Weitere Kategorien sind im Fresenius-Konzern in unwesentlichem Umfang oder gar nicht vorhanden. Im Geschäftsjahr 2017 wurden keine Reklassifizierungen zwischen den Kategorien vorgenommen.

Der Fresenius-Konzern teilt die Finanzinstrumente ihrem Charakter nach in folgende Klassen ein: flüssige Mittel, zum Buchwert bilanzierte Vermögenswerte, zum Buchwert bilanzierte Verbindlichkeiten, Derivate zu Sicherungszwecken sowie zum Marktwert bilanzierte Vermögenswerte, zum Marktwert bilanzierte Verbindlichkeiten und zum Marktwert bilanzierte Put-Optionen nicht beherrschender Anteilseigner.

Der Zusammenhang zwischen den Klassen und den Kategorien sowie die Überleitung zur Konzern-Bilanz ist in Anmerkung 30, Finanzinstrumente, in tabellarischer Form dargestellt.

Der Fresenius-Konzern kann als Stillhalter im Rahmen bestehender Put-Optionen, die von konzernfremden Gesellschaftern gehalten werden, zum Rückkauf dieser verpflichtet werden. Bei Ausübung dieser Put-Optionen innerhalb eines festgelegten Zeitraums wäre der Fresenius-Konzern dazu verpflichtet, sämtliche oder Teile der nicht beherrschenden Anteile zum geschätzten Marktwert im Zeitpunkt der Ausübung zu erwerben. Zur Schätzung der Marktwerte der Put-Optionen nicht beherrschender Anteilseigner setzt der Fresenius-Konzern den höheren Wert aus Netto-Buchwert und Gewinnmultiplikatoren an, wobei die Gewinnmultiplikatoren auf historischen Gewinnen, dem Entwicklungsstadium des zugrunde liegenden Geschäftes und anderen Faktoren beruhen. Des Weiteren gibt es Put-Optionen, die von einem externen Unternehmen bewertet werden. Die externe Bewertung schätzt die Marktwerte mittels einer Kombination aus Discounted Cashflows und Gewinn- und / oder Umsatzmultiplikatoren. Sofern zutreffend, werden die Verpflichtungen zu einem Diskontierungssatz vor Steuern abgezinst. Dieser spiegelt die Marktbewertung des Zinseffektes und das spezifische Risiko der Verbindlichkeit wider. In Abhängigkeit von den Marktgegebenheiten können die geschätzten Marktwerte der Put-Optionen nicht beherrschender Anteilseigner schwanken und die Discounted Cashflows und Gewinn- und / oder Umsatzmultiplikatoren der finalen Kaufpreisverpflichtungen für die nicht beherrschenden Anteile mit Put-Optionen erheblich von den derzeitigen Schätzungen abweichen.

Derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisenterminkontrakte und Zinsswaps, werden als Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Marktwert in der Konzern-Bilanz ausgewiesen. Die Marktwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente, die als Fair Value Hedges klassifiziert werden, und der dazugehörigen gesicherten Grundgeschäfte werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst. Der effektive Teil der Marktwertänderungen der als Cashflow Hedges klassifizierten Finanzinstrumente wird bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Other Comprehensive Income (Loss)) ausgewiesen (siehe Anmerkung 30, Finanzinstrumente). Der ineffektive Teil von Cashflow Hedges wird in der laufenden Periode ergebniswirksam gebucht. Die Marktwertveränderungen der Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung, also Derivate, für die kein Hedge-Accounting angewendet wird, werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst.

Eingebettete Derivate werden vom Basisvertrag getrennt und separat bilanziert, sofern ihre wirtschaftlichen Merkmale und Risiken nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind und der Basisvertrag nicht als zur Veräußerung verfügbares Finanzinstrument designiert oder für ihn die Fair Value Option gewählt wurde. Diese eingebetteten Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und die Marktwertänderungen werden erfolgswirksam erfasst.

t) Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zum Bilanzstichtag mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, die in der Regel dem Rückzahlungsbetrag entsprechen.

u) Rechtskosten

Der Fresenius-Konzern ist im normalen Geschäftsverlauf Partei bzw. potenziell betroffen von Rechtsstreitigkeiten, Gerichtsverfahren und Ermittlungen hinsichtlich verschiedenster Aspekte seiner Geschäftstätigkeit. Der Fresenius-Konzern analysiert regelmäßig entsprechende Informationen und bildet die erforderlichen Rückstellungen für möglicherweise aus solchen Verfahren resultierende Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit diesen Rechtsstreitigkeiten. Für diese Analysen nutzt der Fresenius-Konzern sowohl seine interne Rechtsabteilung als auch externe Ressourcen. Die Bildung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit eines für den Fresenius-Konzern nachteiligen Ausgangs und der Möglichkeit, einen Verlustbetrag zuverlässig schätzen zu können.

Die Erhebung einer Klage oder die formelle Geltendmachung eines Anspruchs, bzw. die Bekanntgabe einer solchen Klage oder der Geltendmachung eines Anspruchs, bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Rückstellung zu bilden ist.

v) Rückstellungen

Die Rückstellungen für Steuern und sonstige Verpflichtungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung resultierend aus einem Ereignis der Vergangenheit gegenüber Dritten besteht, die künftige Zahlung wahrscheinlich ist und der Betrag zuverlässig geschätzt werden kann.

Rückstellungen für Garantien und Reklamationen werden anhand von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit geschätzt.

Die Steuerrückstellungen enthalten neben der Berechnung für das laufende Jahr auch Verpflichtungen für frühere Jahre.

Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt.

w) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt gemäß IAS 19 (revised 2011), Employee Benefits, nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen auf Altersversorgung (Projected Unit Credit Method), wobei auch zukünftige Lohn-, Gehalts- und Rententrends berücksichtigt werden.

Der Bewertungsstichtag des Fresenius-Konzerns zur Bestimmung des Finanzierungsstatus ist für alle Pläne der 31. Dezember.

Der Fresenius-Konzern bestimmt den Nettozinsaufwand (Nettozinsertrag) durch Multiplikation der Pensionsrückstellung zu Periodenbeginn mit dem der Diskontierung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung am Periodenbeginn zugrunde liegenden Zinssatz. Die Pensionsrückstellung ergibt sich aus der Pensionsverpflichtung abzüglich des Marktwerts des Planvermögens.

Die Neubewertungskomponente umfasst zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung. Des Weiteren enthält sie den Unterschiedsbetrag zwischen tatsächlich realisierter Planvermögensrendite und der zu Periodenbeginn zum Errechnen des Nettozinsaufwandes verwendeten Rendite. Im Falle einer Überdotierung des Plans enthält die Neubewertungskomponente darüber hinaus die Veränderung des Nettovermögenswerts aus der Anwendung der Obergrenze (Asset Ceiling), soweit diese nicht in der Nettozinskomponente berücksichtigt wurde.

Sämtliche Neubewertungseffekte erfasst der Fresenius-Konzern unmittelbar im kumulierten Other Comprehensive Income (Loss). Sie dürfen in den Folgeperioden nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht werden. Die Komponenten des Nettopensionsaufwands werden im Gewinn und Verlust der Periode berücksichtigt.

x) Kosten der Fremdkapitalaufnahme

Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital anfallen, werden in der Konzern-Bilanz als direkter Abzug vom Buchwert der entsprechenden Finanzverbindlichkeit ausgewiesen. Die Aufwendungen werden über die Laufzeit der zugrunde liegenden Finanzverbindlichkeiten ergebniswirksam verteilt.

y) Aktienbasierte Vergütungspläne

Der Gesamtwert der an die Vorstandsmitglieder und leitende Mitarbeiter des Fresenius-Konzerns ausgegebenen Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen zum Ausgabetag wird mithilfe eines finanzmathematischen Modells bestimmt und über die Sperrfrist der Aktienoptionspläne ergebniswirksam verteilt.

Die Bewertung der an die Vorstandsmitglieder und Führungskräfte des Fresenius-Konzerns (mit Ausnahme der Fresenius Medical Care) ausgegebenen Phantom Stocks bzw. der an die Vorstandsmitglieder und Führungskräfte der Fresenius Medical Care ausgegebenen Performance Shares, die durch Barzahlung beglichen werden, erfolgt zum jeweiligen Bewertungsstichtag mithilfe der Monte-Carlo-Simulation. Die entsprechende Verbindlichkeit wird basierend auf dem Wert der Phantom Stocks bzw. Performance Shares zum jeweiligen Bilanzstichtag über die Wartezeit der Phantom-Stock-bzw. Performance-Share-Programme ratierlich gebildet.

Die Bewertung der an die Vorstandsmitglieder und Führungskräfte der Fresenius Medical Care ausgegebenen Phantom Stocks, die durch Barzahlung beglichen werden, erfolgt zum jeweiligen Bewertungsstichtag mithilfe des Binomialmodells. Die entsprechende Verbindlichkeit wird basierend auf dem Wert der Phantom Stocks zum jeweiligen Bilanzstichtag über die Wartezeit der Phantom-Stock-Programme ratierlich gebildet.

z) Selbstversicherungsprogramme

Über das Versicherungsprogramm für Berufs-, Produkt- und allgemeine Haftpflichtrisiken sowie für Pkw-Schäden, Arbeitnehmer-Entschädigungsansprüche und Entschädigungsansprüche für ärztliche Behandlungsfehler trägt die in den USA ansässige größte Tochtergesellschaft der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) die Risiken hinsichtlich Berufshaftpflichtrisiken teilweise selbst. Die Absicherung aller anderen eingetretenen Schadensfälle übernimmt die FMC-AG & Co. KGaA bis zu einer festgesetzten Schadenshöhe selbst. Wird diese überschritten, treten andere externe Versicherungen ein. Die im Geschäftsjahr bilanzierten Verbindlichkeiten stellen Schätzungen von zukünftigen Zahlungen für die gemeldeten sowie für die bereits entstandenen, aber noch nicht gemeldeten Schadensfälle dar. Die Schätzungen basieren auf historischen Erfahrungen und dem gegenwärtigen Anspruchsverhalten. Diese Erfahrungen beziehen sowohl die Anspruchshäufigkeit (Anzahl) als auch die Anspruchshöhe (Kosten) ein und werden zur Schätzung der bilanzierten Beträge mit Erwartungen hinsichtlich einzelner Ansprüche kombiniert.

aa) Fremdwährungsumrechnung

Die Berichtswährung ist der Euro. Grundsätzlich werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der ausländischen Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, zu Stichtagskursen umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden zu Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Other Comprehensive Income (Loss)) erfasst. Außerdem werden Umrechnungsdifferenzen von bestimmten konzerninternen Fremdwährungsdarlehen, die als langfristige Anlage betrachtet werden, ebenfalls als Währungsumrechnungsdifferenz im Eigenkapital erfasst.

Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen und anderen konzerninternen Fremdwährungsdarlehen, sofern sie nicht Eigenkapitalcharakter haben, werden als sonstige betriebliche Erträge bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2017 resultierten aus dieser Umrechnung nur unwesentliche Verluste.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
31. Dez. 2017 31. Dez. 2016 2017 2016
US-Dollar je € 1,1993 1,0541 1,1297 1,1069
Chinesische Renminbi Yuan je € 7,8044 7,3202 7,629 7,3522
Japanische Yen je € 135,01 123,4 126,7112 120,1967
Brasilianische Real je € 3,9729 3,4305 3,6054 3,8561
Argentinische Peso je € 22,6385 16,7182 18,7538 16,3342
Pfund Sterling je € 0,8872 0,8562 0,87668 0,8195
Koreanischer Won je € 1.279,61 1.269,36 1.276,7381 1.284,1811
Australischer Dollar je € 1,5346 1,4596 1,4732 1,4883
Russische Rubel je € 69,392 64,3 65,9383 74,1446
Schwedische Kronen je € 9,8438 9,5525 9,6351 9,4689

bb) Fair-Value-Hierarchie

Die dreistufige Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13, Fair Value Measurement, gliedert die zum Marktwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten basierend auf den Daten, die für die Marktwertermittlung herangezogen werden. Level 1 umfasst demnach beobachtbare Daten, wie quotierte Marktpreise auf aktiven Märkten. Level 2 werden alle am Markt direkt oder indirekt beobachtbaren Preisdaten zugeordnet, die nicht quotierte Marktpreise in aktiven Märkten darstellen. Level 3 stellen alle nicht-beobachtbaren Werte dar, für die keine oder nur wenige Marktdaten zur Verfügung stehen und die deshalb die Entwicklung von unternehmenseigenen Annahmen erforderlich machen. Die dreistufige Fair-Value-Hierarchie findet Anwendung in Anmerkung 30, Finanzinstrumente.

cc) Verwendung von Schätzungen

Die Erstellung eines Konzernabschlusses nach IFRS macht Schätzungen und Annahmen durch die Unternehmensleitung erforderlich, die die Höhe der Aktiva und Passiva, die Angabe von Eventualforderungen und -verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie die Höhe der Erträge und Aufwendungen des Berichtszeitraums beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und Ermessensentscheidungen sind insbesondere bei den Positionen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aktive latente Steuern und Pensionsrückstellungen sowie bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Firmenwerten erforderlich.

dd) Forderungsmanagement

Die Gesellschaften des Fresenius-Konzerns führen laufend Überprüfungen der finanziellen Lage ihrer Kunden durch und verlangen von diesen bei der Lieferung von Produkten und der Erbringung von Serviceleistungen üblicherweise keine Sicherheiten. Etwa 18 % bzw. 19 % der erwirtschafteten Umsätze des Fresenius-Konzerns in den Jahren 2017 und 2016 unterlagen den Regularien der staatlichen Gesundheitsprogramme in den USA, Medicare und Medicaid, die von US-Regierungsbehörden verwaltet werden.

ee) Neu angewendete Verlautbarungen

Im Geschäftsjahr 2017 wurden die IFRS zugrunde gelegt, die verpflichtend auf Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am 1. Januar 2017 beginnen.

Im Geschäftsjahr 2017 wurde folgender für die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns wesentliche neue Standard erstmals angewendet:

Im Januar 2016 verabschiedete das "International Accounting Standards Board" (IASB) Amendments to IAS 7, Statement of Cash Flows. Die Änderungen haben die Zielsetzung, mittels erweiterter Anhangangaben die Informationen über die Veränderung der Verschuldung des Unternehmens zu verbessern. Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Der Fresenius-Konzern wendet die überarbeitete Fassung des IAS 7 im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 erstmalig an.

ff) Noch nicht angewendete neue Verlautbarungen

Das "International Accounting Standards Board" (IASB) hat die folgenden für den Fresenius-Konzern relevanten neuen Standards herausgegeben, die frühestens für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2018 anzuwenden sind:

Im Mai 2017 verabschiedete das IASB IFRS 17, Insurance Contracts. IFRS 17 regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Anhangangaben für ausgegebene Versicherungsverträge. IFRS 17 ersetzt IFRS 4, Insurance Contracts, welcher 2004 als vorübergehend gültiger Standard erlassen wurde. Dieser ließ eine Übernahme der angewendeten nationalen Bilanzierungsvorschriften für die Bilanzierung von Versicherungsverträgen nach IFRS zu. Die unterschiedlich angewendeten Vorschriften für Versicherungsverträge führten zu einer mangelnden Vergleichbarkeit zwischen den berichtenden Unternehmen. IFRS 17 beseitigt diese unterschiedliche Auslegung in der Praxis und erfordert die einheitliche Bemessung aller Versicherungsverträge zum aktuellen Zeitwert. Durch die regelmäßige Aktualisierung der Versicherungswerte wird erwartet, den Abschlussadressaten nützlichere Informationen zu liefern. IFRS 17 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, sofern auch IFRS 9, Financial Instruments, und IFRS 15, Revenue from Contracts with Customers, zu diesem Zeitpunkt bereits angewendet werden. Der Fresenius-Konzern untersucht zurzeit die Auswirkung von IFRS 17 auf den Konzernabschluss.

Im Januar 2016 verabschiedete das IASB IFRS 16, Leases, welcher den bisherigen Standard zur Leasingbilanzierung IAS 17 sowie die Interpretationen IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27 ersetzt. Die wesentlichen Neuerungen durch IFRS 16 betreffen die Bilanzierung beim Leasingnehmer. So hat beim Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse der Bilanzansatz von Vermögenswerten für die erlangten Nutzungsrechte und von Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu erfolgen. Für jeden Leasingvertrag ist laufend ein Aufwand aus der Abschreibung des Nutzungsrechts und ein Zinsaufwand aus der Fortschreibung der Leasingverbindlichkeit zu zeigen. Es werden damit keine linearisierten Mietaufwendungen mehr gezeigt. Die Bilanzierungsvorschriften für Leasinggeber entsprechen weitestgehend den bisherigen Regelungen des IAS 17. Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine frühere Anwendung ist möglich, sofern auch IFRS 15, Revenue from Contracts with Customers, zu diesem Zeitpunkt bereits angewendet wird. Der Fresenius-Konzern entschied, IFRS 16 nicht vorzeitig anzuwenden. Der Fresenius-Konzern erwartet aufgrund der Aktivierung für erlangte Nutzungsrechte und der Passivierung der Verbindlichkeiten für eingegangene Zahlungsverpflichtungen für bis dahin als operatives Leasing gewürdigte Leasingverhältnisse, insbesondere aus der Anmietung von Kliniken und Gebäuden, eine Konzern-Bilanzverlängerung. Basierend auf einer Auswirkungsanalyse unter Heranziehung bestimmter Annahmen und Vereinfachungen erwartet der Fresenius-Konzern derzeit eine zusätzliche Finanzverbindlichkeit in Höhe von rund 5 Mrd €. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erwartet der Fresenius-Konzern aufgrund der Aufteilung des bisherigen Leasing- und Mietaufwands in Abschreibung und Zinsen, bei gleichbleibenden Zahlungsströmen, eine Verbesserung des EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) sowie des operativen Ergebnisses. Zudem erwartet der Fresenius-Konzern, dass sich sein Verschuldungsgrad entsprechend um etwa 0,3 bis 0,4 erhöhen wird. Die Auswirkungen auf den Fresenius-Konzern werden abhängig vom Vertragsportfolio zum Zeitpunkt der Erstanwendung sein sowie von der herangezogenen Übergangsvorschrift beeinflusst. Die bisherigen Untersuchungen ergaben, dass der Fresenius-Konzern als Übergangsmethode den modifiziert rückwirkenden Ansatz heranziehen wird. Der Fresenius-Konzern evaluiert derzeit Wahlrechte des IFRS 16.

Im Mai 2014 verabschiedete das IASB IFRs 15, revenue from contracts with customers. In IFRS 15 wird geregelt, wann und in welcher Höhe ein nach IFRS bilanzierendes Unternehmen Umsatzerlöse zu erfassen hat. Zudem hat der Standard zum Ziel, den Abschlussadressaten informativere und relevantere Angaben als bisher zur Verfügung zu stellen. IFRS 15 ersetzt IAS 18, Revenue, IAS 11, Construction Contracts, und eine Reihe von erlösbezogenen Interpretationen. Der Standard gilt für fast alle Verträge mit Kunden, die wesentlichen Ausnahmen sind Leasingverhältnisse, Finanzinstrumente und Versicherungsverträge. Im September 2015 verabschiedete das IASB die Änderung Effective Date of IFRs 15, die die verpflichtende Anwendung von IFRS 15 um ein Jahr auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, verschiebt. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Fresenius-Konzern hat IFRS 15 nicht frühzeitig angewendet und hat die Auswirkung von IFRS 15 in Verbindung mit allen Anpassungen des Standards auf den Konzernabschluss untersucht. Aufgrund der bisher gewonnenen Erkenntnisse erwartet der Fresenius-Konzern Unterschiede zur bisherigen Bilanzierung vor allem im Bereich der Ermittlung des Transaktionspreises für erbrachte Gesundheitsdienstleistungen. Die nach IFRS 15 geforderte Berücksichtigung von impliziten Preiszugeständnissen bei der Ermittlung des Transaktionspreises wird zu einer entsprechenden Verminderung der Umsatzerlöse aus Gesundheitsdienstleistungen führen. Diese werden somit dann nicht mehr als Wertberichtigung auf Forderungen in den Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten erfasst. Aus diesem Sachverhalt ergab sich eine ergebnisneutrale Verminderung der Umsatzerlöse um 1,4 % bzw. rund 500 Mio € für das Geschäftsjahr 2017. Es entstehen keine wesentlichen Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus der Anwendung des IFRS 15. Im Konzern-Anhang werden Umsatzerlöse aus Leasingverträgen künftig separat von Umsatzerlösen nach IFRS 15 dargestellt. Der Fresenius-Konzern plant, IFRS 15 unter Verwendung der kumulativen Methode anzuwenden und evaluiert weiterhin Wahlrechte. Der Fresenius-Konzern beabsichtigt, IFRS 15 lediglich auf Verträge anzuwenden, die zum 1. Januar 2018 noch nicht erfüllt sind.

Im Juli 2014 verabschiedete das IASB eine neue Version von IFRs 9, Financial Instruments. Mit dieser Version wird IFRS 9 als vollständig und endgültig erachtet; somit wird IAS 39 mit Wirkung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 9 im Wesentlichen ersetzt. Sie enthält neben den bereits verabschiedeten Verlautbarungen zur Kategorisierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten und zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erstmals Vorschriften zur Wertminderung (Impairment) von Finanzinstrumenten sowie geänderte Regelungen zu Bewertungskategorien für finanzielle Vermögenswerte. Die Vorschriften zur Wertminderung berücksichtigen erstmals erwartete Ausfälle (expected loss model). Dabei ist dreistufig vorzugehen: Ab Erstansatz sollen grundsätzlich erwartete Verluste innerhalb der nächsten zwölf Monate erfasst werden. Bei signifikanter Verschlechterung des Kreditrisikos ist ab diesem Zeitpunkt auf die Erfassung von erwarteten Gesamtverlusten überzugehen. Sofern objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine Zuordnung zu Stufe 3. Die Vorschriften zur Kategorisierung und Bewertung wurden dahingehend geändert, dass nun eine zusätzliche dritte Kategorie geschaffen wurde, die für bestimmte Schuldinstrumente eine ergebnisneutrale Fair-Value-Bewertung (fair value through other comprehensive income) erlaubt. Der Standard enthält zudem zusätzliche Offenlegungspflichten und ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Fresenius-Konzern hat IFRS 9 nicht frühzeitig angewendet. Der Großteil der nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte wird derzeit gemäß IAS 39 zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Analyse hinsichtlich der Geschäftsmodelle und des Zahlungsstromkriteriums je Einzelinstrument ist abgeschlossen. Es werden sich keine wesentlichen Auswirkungen im Rahmen der Bewertung der nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte gemäß IFRS 9 ergeben. Für ausgewählte Eigenkapitalinstrumente wird der Fresenius-Konzern von dem Wahlrecht Gebrauch machen, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen. Die Anforderungen an die Klassifizierung und Bewertung der nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten haben sich nicht signifikant verändert. Daher erwartet der Fresenius-Konzern nur begrenzte Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Nicht als Sicherungsinstrumente designierte derivative Finanzinstrumente werden weiterhin als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und bewertet.

Der Fresenius-Konzern wird das vereinfachte Verfahren für die Ermittlung der Risikovorsorge bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Leasingverhältnissen und Vertragsvermögenswerten gemäß IFRS 15 anwenden. Ausgangspunkt des neuen Wertminderungsmodells ist eine Analyse der Forderungen auf Basis von individuellen Fristigkeiten. Für die Ermittlung der Wertminderung werden neben historischen Ausfallraten ebenfalls aktuelle und zukunftsgerichtete Informationen einbezogen, um absehbaren Einflüssen von Veränderungen im kundenspezifischen oder makroökonomischen Umfeld Rechnung zu tragen. Der Effekt aus der Anwendung des vereinfachten Verfahrens wird nicht wesentlich sein.

Nach derzeitigem Kenntnisstand sind die derivativen Finanzinstrumente, die aktuell als Sicherungsgeschäfte designiert sind, auch gemäß den Anforderungen des IFRS 9 als Sicherungsgeschäfte qualifiziert. Sicherungsgeschäfte werden künftig auf Kassabasis designiert. Der Fresenius-Konzern macht von dem Wahlrecht Gebrauch, die Terminkomponente im Other Comprehensive Income zu erfassen. Der Fresenius-Konzern beabsichtigt, IFRS 9 unter Verwendung der modifizierten retrospektiven Methode anzuwenden.

Die Anerkennung des IFRS 17 durch die EU-Kommission steht noch aus.

Alle weiteren vom IASB veröffentlichten neuen Verlautbarungen haben nach Einschätzung des Fresenius-Konzerns erwartungsgemäß keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss.

IV. KRITISCHE RECHNUNGSLEGUNGSGRUNDSÄTZE

Die folgenden Rechnungslegungsgrundsätze und -themen sind nach Meinung des Managements des Fresenius-Konzerns kritisch für den Konzernabschluss im gegenwärtigen ökonomischen Umfeld. Die Einflüsse und Beurteilungen sowie die Ungewissheiten, die auf sie einwirken, sind ebenfalls wesentlich für das Verständnis der jetzigen und künftigen operativen Ergebnisse des Fresenius-Konzerns.

a) Werthaltigkeit von Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer

Die Firmenwerte sowie die sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, die nicht der planmäßigen Abschreibung unterliegen, tragen einen wesentlichen Teil zur Bilanzsumme des Fresenius-Konzerns bei. Zum 31. Dezember 2017 bzw. 31. Dezember 2016 belief sich deren Buchwert auf 25.480 Mio € bzw. 23.131 Mio €. Dies entsprach 48 % bzw. 50 % der Bilanzsumme.

Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf einen erforderlichen Abschreibungsbedarf hin untersucht (Impairment Test) oder wenn Ereignisse eintreten oder Veränderungen darauf hindeuten, dass die Buchwerte dieser Vermögenswerte nicht mehr realisiert werden können.

Um eventuelle Wertminderungen dieser Vermögenswerte zu ermitteln, werden die erzielbaren Beträge in Form von Nutzungswerten der Cash Generating Units (CGUs) mit deren Buchwerten verglichen. Der Nutzungswert der CGUs wird durch Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens unter Einbeziehung der spezifischen gewichteten Gesamtkapitalkosten (Weighted-Average Cost of Capital - WACC) bestimmt. Zur Ermittlung der diskontierten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse wird eine Vielzahl von Annahmen getroffen. Diese betreffen insbesondere zukünftige Erstattungssätze und Verkaufspreise, die Anzahl der Behandlungen, Absatzmengen und Kosten. Zur Bestimmung der Zahlungsmittelzuflüsse werden in allen CGUs das genehmigte Budget der nächsten drei Jahre sowie Projektionen für die Jahre vier bis zehn und entsprechende Wachstumsraten für alle nachfolgenden Jahre zugrunde gelegt. Projektionen von bis zu zehn Jahren sind aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit und durch den weitgehend gleichförmigen und konjunkturunabhängigen Verlauf des Geschäfts des Fresenius-Konzerns möglich. Das durchschnittliche Wachstum der Umsatzerlöse der CGUs für den zehnjährigen Planungszeitraum liegt mit Ausnahme der CGUs in Asien-Pazifik zwischen 3 % und 7 %. Das durchschnittliche Wachstum in Asien-Pazifik liegt bei Fresenius Medical Care im oberen einstelligen Bereich bzw. bei Fresenius Kabi im niedrigen zweistelligen Bereich. Ein wesentlicher Teil des Firmenwerts ist den CGUs von Fresenius Medical Care und Fresenius Kabi in Nordamerika (Buchwerte der Firmenwerte am 31. Dezember 2017: 10.152 Mio € bzw. 3.982 Mio €) und den CGUs von Fresenius Helios in Deutschland und Spanien (Buchwerte der Firmenwerte am 31. Dezember 2017: 4.561 Mio € bzw. 3.341 Mio €) zugeordnet. In diesen CGUs wird auch ein wesentlicher Teil des operativen Ergebnisses erzielt. Das durchschnittliche Wachstum der operativen Ergebnisse bei diesen CGUs für den zehnjährigen Planungszeitraum liegt im mittleren einstelligen Bereich. Die Wachstumsraten für den Zeitraum nach zehn Jahren liegen bei Fresenius Medical Care zwischen 0 % und 4 %, bei Fresenius Kabi bei 3 %, bei Fresenius Helios bei 1 % (Deutschland) und 1,5 % (Spanien) sowie bei Fresenius Vamed bei 1 %. Die Wachstumsraten der beiden wesentlichen CGUs von Fresenius Medical Care und Fresenius Kabi in Nordamerika betrugen 1 % bzw. 3 %. Der Abzinsungsfaktor ermittelt sich aus dem WACC der jeweiligen CGU. Im Jahr 2017 basierte der WACC der Fresenius Medical Care auf einer Basisrate von 5,83 % und der WACC im Segment Fresenius Kabi auf einer Basisrate von 5,55 %. Diese Basisrate wird für jede CGU um die jeweiligen länderspezifischen Risikozuschläge sowie, sofern angemessen, um die erhöhten Risiken aus den Cashflows kürzlich erfolgter wesentlicher Akquisitionen bis zu ihrer entsprechenden Integration in Form eines Zuschlages angepasst. Im Jahr 2017 lagen die WACCs (nach Steuern) für die CGUs der Fresenius Medical Care zwischen 5,84 % und 14,77 % und für die CGUs der Fresenius Kabi zwischen 6,14 % und 13,90 %. In der CGU Fresenius Helios (Deutschland) und dem Segment Fresenius Vamed lag der WACC (nach Steuern) bei 5,55 %, länderspezifische Anpassungen waren nicht erforderlich. In der CGU Fresenius Helios (Spanien) lag der WACC (nach Steuern) bei 7,03 %. Für die beiden wesentlichen CGUs von Fresenius Medical Care und Fresenius Kabi in Nordamerika betrugen die WACCs (nach Steuern) 5,84 % bzw. 6,35 %. Falls der Nutzungswert der CGU niedriger ist als der Buchwert, wird die Differenz zuerst beim Firmenwert der CGU als Wertminderung berücksichtigt. Ein Anstieg des WACC (nach Steuern) um 0,5 Prozentpunkte hätte im Geschäftsjahr 2017 nicht zu einem Abschreibungsbedarf geführt.

Ein länger anhaltender Abschwung im Gesundheitswesen mit einem niedrigeren als erwarteten Anstieg der Erstattungsraten und Preise und / oder mit höheren als erwarteten Kosten für die Erbringung der Gesundheitsdienstleistungen und die Herstellung der Produkte könnte die Schätzungen des Fresenius-Konzerns der zukünftigen Cashflows bestimmter Länder oder Segmente negativ beeinflussen. Weiterhin könnten Veränderungen im makroökonomischen Umfeld den Abzinsungssatz beeinflussen. Die mögliche Folge wäre, dass die künftigen operativen Ergebnisse des Fresenius-Konzerns in wesentlichem Umfang negativ durch zusätzliche Wertminderungen auf Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer beeinflusst werden könnten.

b) Rechtliche Eventualverbindlichkeiten

Der Fresenius-Konzern ist in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus der Geschäftstätigkeit ergeben. Der Ausgang dieser Rechtsangelegenheiten könnte einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Fresenius-Konzerns haben. Zu Einzelheiten wird auf Anmerkung 29, Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten, verwiesen.

Der Fresenius-Konzern analysiert regelmäßig entsprechende Informationen und bildet die erforderlichen Rückstellungen für möglicherweise aus solchen Verfahren resultierende Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtsberatungskosten im Zusammenhang mit diesen Rechtsstreitigkeiten. Für diese Analysen nutzt der Fresenius-Konzern sowohl seine interne Rechtsabteilung als auch externe Ressourcen. Die Bildung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit eines für den Fresenius-Konzern nachteiligen Ausgangs und der Möglichkeit, einen Verlustbetrag zuverlässig schätzen zu können.

Die Erhebung einer Klage oder die formelle Geltendmachung eines Anspruchs, bzw. die Bekanntgabe einer solchen Klage oder der Geltendmachung eines Anspruchs, bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Rückstellung zu bilden ist.

c) Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind eine wesentliche Bilanzposition, und die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen bedürfen einer umfangreichen Schätzung und Beurteilung durch das Management. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen betrugen 6.202 Mio € bzw. 5.199 Mio € im Jahr 2017 bzw. 2016. Rund 54 % stammen aus dem Unternehmensbereich Fresenius Medical Care und hier im Wesentlichen aus dem Bereich der Dialysedienstleistungen in Nordamerika.

Die größten Schuldner oder Schuldnergruppen an den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfielen zum 31. Dezember 2017 mit 15 % auf die US Medicare- und Medicaid-Gesundheitsprogramme, mit 8 % auf private Versicherungen in den USA sowie mit 9 % auf die Gesundheitsbehörde der Region Madrid. Darüber hinaus existieren aufgrund der internationalen und heterogenen Kundenstruktur im Fresenius-Konzern keinerlei Risikokonzentrationen in nennenswertem Ausmaß.

Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen betrugen 741 Mio € bzw. 700 Mio € zum 31. Dezember 2017 bzw. zum 31. Dezember 2016.

Die Wertberichtigungen werden auf Basis von Schätzungen ermittelt, welche die kundenspezifische Auswertung hinsichtlich des vergangenen Zahlungsverhaltens, die derzeitige Finanzstabilität und die gegebenen länderspezifischen Risiken für überfällige Forderungen umfassen. Der Fresenius-Konzern ist der Auffassung, dass diese Analysen zu einer sachlich begründeten Schätzung der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen führen. In gewissen Zeitabständen überprüft der Fresenius-Konzern Veränderungen im Zahlungsverhalten, um die Angemessenheit der Wertberichtigungen sicherzustellen.

Eine Wertberichtigung wird vorgenommen, wenn konkrete Anhaltspunkte vorliegen, dass ein Betrag uneinbringlich sein könnte. Eine Forderung gilt als uneinbringlich und wird ausgebucht, wenn nach einer angemessenen Überprüfung durch das Management alle Bemühungen, eine Forderung einzuziehen, erschöpft sind, einschließlich der Einschaltung von Inkassobüros (falls erforderlich und zulässig).

Das Entstehen eines Forderungsrückstandes und Schwierigkeiten beim Einzug von Forderungen könnten eine Anhebung der Schätzung des Wertberichtigungsbedarfs auf zweifelhafte Forderungen erfordern. Solche zusätzlichen Aufwendungen für uneinbringliche Forderungen könnten die künftigen operativen Ergebnisse in wesentlichem Umfang negativ beeinflussen.

d) Selbstversicherungsprogramme

Über das Versicherungsprogramm für Berufs-, Produkt- und allgemeine Haftpflichtrisiken sowie für Pkw-Schäden, Arbeitnehmer-Entschädigungsansprüche und Entschädigungsansprüche für ärztliche Behandlungsfehler trägt die in den USA ansässige größte Tochtergesellschaft der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA die Risiken hinsichtlich Berufshaftpflichtrisiken teilweise selbst. Zu weiteren Details über die Rechnungslegungsgrundsätze für Selbstversicherungsprogramme siehe Anmerkung 1. III. z, Selbstversicherungsprogramme.

2. AKQUISITIONEN, DESINVESTITIONEN UND FINANZANLAGEN

AKQUISITIONEN, DESINVESTITIONEN UND FINANZANLAGEN

Der Fresenius-Konzern hat Akquisitionen, Investitionen in Finanzanlagen und Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 6.852 Mio € im Jahr 2017 bzw. 926 Mio € im Jahr 2016 getätigt. Hiervon wurden im Jahr 2017 Kaufpreiszahlungen in Höhe von insgesamt 6.289 Mio € in bar geleistet und finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 163 Mio € übernommen sowie Aktien im Wert von 400 Mio € ausgegeben.

Fresenius Medical Care

Im Jahr 2017 tätigte Fresenius Medical Care Akquisitionsausgaben in Höhe von 683 Mio €, die im Wesentlichen auf den Erwerb von Dialysekliniken sowie eines australischen Tagesklinik-Betreibers entfielen.

Akquisition von NxStage Medical, Inc.

Fresenius Medical Care hat am 7. August 2017 die Übernahme von NxStage Medical, Inc. (NxStage), einem US-amerikanischen Anbieter von Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen, zu einem Kaufpreis von rund 2,0 Mrd US$ bzw. 1,7 Mrd € bekannt gegeben. Am 27. Oktober 2017 haben sich die Aktionäre von NxStage für die Übernahme ausgesprochen. Die Übernahme steht nun noch unter dem Vorbehalt der üblichen Vollzugsbedingungen und der behördlichen Genehmigung. Fresenius Medical Care rechnet mit dem Abschluss der Transaktion im Jahr 2018.

Im Jahr 2016 tätigte Fresenius Medical Care Akquisitionsausgaben in Höhe von 774 Mio €, die im Wesentlichen auf den Erwerb von Dialysekliniken und auf den Erwerb eines auf die Behandlung von Herz- und Lungenerkrankungen fokussierten Medizingeräteherstellers entfielen.

Fresenius Kabi

Im Jahr 2017 tätigte Fresenius Kabi Akquisitionsausgaben in Höhe von 157 Mio €. Davon entfielen 156 Mio € auf die Akquisition des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA.

Angekündigte Akquisition von Akorn, inc.

Am 24. April 2017 hat Fresenius bekannt gegeben, dass Fresenius Kabi mit Akorn, Inc., einem US-amerikanischen Hersteller und Anbieter verschreibungspflichtiger und rezeptfreier Arzneimittel, eine Fusionsvereinbarung abgeschlossen hat. Fresenius Kabi bietet 34 US$ je Akorn-Aktie und damit einen Kaufpreis von insgesamt 4,3 Mrd US$ zuzüglich der zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion vorhandenen Netto-Finanzverbindlichkeiten (Akorn berichtete zum 30. September 2017 Netto-Finanzverbindlichkeiten von ca. 0,5 Mrd US$).

Die Akorn-Aktionäre haben ihre Zustimmung im Rahmen einer Aktionärsversammlung am 19. Juli 2017 erteilt. Die Akquisition steht unter dem Vorbehalt der in solchen Transaktionen üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich der Freigabe durch die US-Wettbewerbsbehörde. Fresenius führt derzeit, unter Einbeziehung externer Sachverständiger, eine unabhängige Untersuchung zu angeblichen Verstößen gegen FDA-Vorgaben zur Datenintegrität in der Produktentwicklung von Akorn, Inc. durch. Vorstand und Aufsichtsrat von Fresenius werden die Ergebnisse dieser Untersuchung bewerten. Sollten Vollzugsbedingungen der Übernahmevereinbarung nicht erfüllt sein, kann dies Folgen für den Abschluss der Transaktion haben. Fresenius beabsichtigt, während der laufenden Untersuchung keine weiteren Stellungnahmen abzugeben.

Fresenius strebt unverändert die Freigabe der US-Fusions-kontrollbehörde FTC an.

Der Kaufpreis würde mit einer Kombination aus in Euro und US-Dollar denominierten langfristigen Fremdkapitalinstrumenten finanziert.

Akquisition des Biosimilars-Geschäft der Merck KGaA

Am 31. August 2017 hat Fresenius Kabi die Übernahme des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA abgeschlossen. Der Erwerb umfasst eine Produktpipeline mit Schwerpunkt auf Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Ebenso übernommen wurden rund 70 Mitarbeiter an den Standorten Aubonne und Vevey in der Schweiz. Fresenius Kabi konsolidiert das Biosimilars-Geschäft seit 1. September 2017.

Die übertragene Gegenleistung in Höhe von 735 Mio € setzt sich zusammen aus einer Zahlung von 156 Mio €, die mit Abschluss der Übernahme in bar gezahlt wurde, und für die kommenden Jahre erwarteten risikoadjustierten abgezinsten erfolgsabhängigen Zahlungen mit einem derzeitigen Marktwert von 579 Mio €. Diese sind streng an das Erreichen vereinbarter Entwicklungs- und Umsatzziele geknüpft.

Die Transaktion wurde als Unternehmenserwerb bilanziert. Die folgende Tabelle fasst die aktuellen geschätzten Marktwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Akquisition zusammen. Die Kaufpreisaufteilung basiert auf allen Informationen, die dem Management derzeit zur Verfügung stehen. Aufgrund der zeitlichen Nähe des Abschlusses der Akquisition zum Stichtag können diese Informationen noch unvollständig sein. Jede Art der Anpassung wird, abzüglich verbundener Ertragsteuereffekte, gegen den Firmenwert gebucht.

in Mio €
Kurzfristige Vermögenswerte und sonstige Aktiva 1
Sachanlagen und sonstiges Anlagevermögen 2
Immaterielle Vermögenswerte 345
Verbindlichkeiten - 7
Firmenwert 394
Summe der übertragenen Gegenleistungen 735

Im Rahmen der Akquisition entstand ein Firmenwert in Höhe von 394 Mio €, der steuerlich abzugsfähig sein wird.

Der Firmenwert stellt im Wesentlichen den Wert der zukünftigen Chancen, welche durch den Erwerb der Biosimilars-Produkte und deren Plattform erworben wurden, dar. Die Plattform mit hochqualifizierten Biosimilars-Experten wird es Fresenius erlauben, auch zukünftig weitere Produkte in diesem Marktsegment zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus wurde die Chance erworben, die Biosimilars-Produkte in weiteren Märkten zu verkaufen.

Im Jahr 2016 tätigte Fresenius Kabi Akquisitionsausgaben in Höhe von 114 Mio €, die u. a. auf den Erwerb einer US-Produktionsstätte und eines Portfolios von sieben I.V.-Arzneimitteln entfielen.

Fresenius Helios

Im Jahr 2017 tätigte Fresenius Helios Akquisitionsausgaben in Höhe von 5.979 Mio €, die im Wesentlichen auf den Erwerb von 100 % der Anteile an der IDCSalud Holding S.L.U. (Quirónsalud), Spanien, entfielen.

Erwerb der IDOSalud Holding S.L.U. (Quirónsalud)

Am 31. Januar 2017 hat Fresenius Helios den Erwerb von 100 % der Anteile an IDCSalud Holding S.L.U. (Quirónsalud), dem mit Abstand größten privaten Krankenhausbetreiber in Spanien, abgeschlossen. Quirónsalud wird seit 1. Februar 2017 konsolidiert.

Mit 45 Krankenhäusern, 55 ambulanten Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement bietet Quirónsalud ein umfassendes medizinisches Leistungsspektrum in der stationären und ambulanten Versorgung. Die Gruppe ist in allen Ballungsräumen Spaniens vertreten. Mit dem Erwerb baut Fresenius Helios seine Position als Europas größter privater Klinikbetreiber aus.

5,36 Mrd € des Kaufpreises von insgesamt 5,76 Mrd € hat der Fresenius-Konzern über verschiedene Fremdkapitalinstrumente finanziert und am 31. Januar 2017 bar bezahlt. Die restlichen 400 Mio € wurden in Form von Fresenius-Aktien erbracht. Dazu wurden am 31. Januar 2017 6.108.176 neue Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA aus Genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben. Für übernommenes Umlaufvermögen wurde im April 2017 eine Ausgleichszahlung in Höhe von 174 Mio € geleistet.

Die Transaktion wurde als Unternehmenserwerb bilanziert. Die folgende Tabelle fasst die aktuellen geschätzten Marktwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Akquisition zusammen. Die Kaufpreisaufteilung basiert auf allen Informationen, die dem Management derzeit zur Verfügung stehen. Aufgrund der zeitlichen Nähe des Abschlusses der Akquisition zum Stichtag können diese Informationen noch unvollständig sein. Jede Art der Anpassung wird, abzüglich verbundener Ertragsteuereffekte, gegen den Firmenwert gebucht.

in Mio €
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 776
Kurzfristige Vermögenswerte und sonstige Aktiva 74
Sachanlagen und sonstiges Anlagevermögen 1.766
Immaterielle Vermögenswerte 1.306
Verbindlichkeiten - 1.279
Firmenwert 3.309
Nicht beherrschende Anteile - 21
Summe der übertragenen Gegenleistungen 5.931

Im Rahmen der Akquisition entstand ein Firmenwert in Höhe von 3.309 Mio €, der nicht steuerlich abzugsfähig ist.

Der Firmenwert stellt im Wesentlichen die Marktposition der erworbenen Krankenhäuser, Gesundheitszentren und Gesundheitseinrichtungen, die Größenvorteile des deutlich gewachsenen größten privaten europäischen Klinikbetreibers und das Know-how der Mitarbeiter dar.

Nicht beherrschende Anteile, die im Rahmen der Akquisition erworben wurden, werden zu ihrem Marktwert angesetzt.

Die erworbenen Kliniken und medizinischen Versorgungszentren haben im Geschäftsjahr 2017 2.594 Mio € zum Umsatz und 327 Mio € zum operativen Ergebnis (EBIT) des Fresenius-Konzerns beigetragen.

Im Jahr 2016 tätigte Fresenius Helios Akquisitionsausgaben in Höhe von 38 Mio €, die auf den Erwerb von 100 % der Anteile an der Klinikum Niederberg gGmbH, Deutschland, sowie auf den Erwerb medizinischer Versorgungszentren entfielen.

Fresenius Vamed

Im Jahr 2017 tätigte Fresenius Vamed Akquisitionsausgaben in Höhe von 33 Mio €, die auf den Erwerb eines Dienstleistungsunternehmens im Bereich der Sterilgutaufbereitung in Deutschland sowie einer Rehabilitationseinrichtung in der Schweiz entfielen.

AUSWIRKUNGEN VON AKQUISITIONEN AUF DEN ABSCHLUSS DES FRESENIUS-KONZERNS

Die Akquisitionen des Geschäftsjahres 2017 wurden gemäß der Erwerbsmethode bilanziert und infolgedessen ab dem Erwerbszeitpunkt konsolidiert. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Akquisitionskosten und dem Marktwert des Nettovermögens betrug 6.135 Mio € bzw. 903 Mio € im Jahr 2017 bzw. 2016.

Die Kaufpreisaufteilung wurde noch nicht für alle Akquisitionen des laufenden Jahres abgeschlossen. Auf Basis der vorläufigen Kaufpreisaufteilung wurden 4.374 Mio € als Firmenwerte und 1.761 Mio € als sonstige immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Von diesen Firmenwerten entfallen 596 Mio € auf die Akquisitionen von Fresenius Medical Care, 394 Mio € auf die von Fresenius Kabi, 3.365 Mio € auf die von Fresenius Helios und 19 Mio € auf die von Fresenius Vamed.

Der Firmenwert ist ein Vermögenswert, der den künftigen wirtschaftlichen Nutzen anderer bei dem Unternehmenserwerb übernommener Vermögenswerte darstellt, die nicht einzeln identifiziert und getrennt erfasst werden können. Der Firmenwert entsteht grundsätzlich durch die Wertdifferenz des Marktwerts erwarteter zukünftiger Cashflows im Vergleich zum Neuaufbau eines vergleichbaren Geschäfts.

Die im Geschäftsjahr 2017 durchgeführten bzw. erstmalig für ein volles Geschäftsjahr einbezogenen Akquisitionen leisteten zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung den folgenden Beitrag:

in Mio € 2017
Umsatz 2.880
EBITDA 461
EBIT 288
Zinsergebnis - 114
Konzernergebnis 127

Die Akquisitionen haben die Bilanzsumme des Fresenius-Konzerns um 9.223 Mio € erhöht.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

3. SONDEREINFLÜSSE

Das Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) des Jahres 2017 in Höhe von 1.814 Mio € enthält Sondereinflüsse aufgrund des Erwerbs des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA und des angekündigten Erwerbs der Anteile an Akorn, Inc. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Transaktionskosten in Form von Rechts- und Beratungskosten sowie um Kosten der Finanzierungszusage für die Akorn-Transaktion. Ferner sind im Konzernergebnis Aufwendungen im Zusammenhang mit FCPA (Foreign Corrupt Practices Act)-Untersuchungen und ein Buchgewinn aus der Neubewertung der aktiven und passiven latenten Steuern aufgrund der US-Steuerreform enthalten.

Die Sondereinflüsse wirkten sich auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2017 wie folgt aus:

in Mio € EBIT Zinsaufwand Konzernergebnis
Bereinigtes Ergebnis 2017 4.830 - 636 1.816
Akquisitionsbedingte Aufwendungen - 41 - 15 - 43
Aufwendungen FCPA-Untersuchungen - 200 0 - 62
Buchgewinn aus US-Steuerreform 0 0 103
Ergebnis gemäß IFRS 2017 4.589 - 651 1.814

Das Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) des Jahres 2016 in Höhe von 1.560 Mio € enthielt keine Sondereinflüsse.

4. UMSATZ

Der Umsatz ergab sich aus folgenden Tätigkeiten:

in Mio € 2017 2016
Umsätze aus Dienstleistungen 23.792 19.918
Verkauf von Produkten und damit verbundenen Erzeugnissen 9.480 8.950
Umsätze aus langfristigen Fertigungsaufträgen 607 597
Sonstige Umsätze 7 6
Umsatz 33.886 29.471

Die Gliederung des Umsatzes nach Segmenten und Regionen ist aus der Segmentberichterstattung auf den Seiten 136 bis 137 ersichtlich.

5. MATERIALAUFWAND

Der in den Umsatzkosten enthaltene Materialaufwand gliederte sich in Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren sowie in Aufwendungen für bezogene Leistungen:

in Mio € 2017 2016
Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und für bezogene Waren 7.766 6.572
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.266 1.027
Materialaufwand 9.032 7.599

6. PERSONALAUFWAND

In den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, allgemeinen Verwaltungskosten sowie den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen war im Jahr 2017 bzw. 2016 Personalaufwand in Höhe von 13.496 Mio € bzw. 11.643 Mio € enthalten.

Der Personalaufwand gliederte sich wie folgt:

in Mio € 2017 2016
Löhne und Gehälter 10.811 9.367
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.685 2.276
davon für Altersversorgung 317 305
Personalaufwand 13.496 11.643

Im Jahresdurchschnitt verteilten sich die Mitarbeiter im Fresenius-Konzern auf die folgenden Funktionsbereiche:

2017 2016
Produktion 39.207 37.589
Dienstleistung 191.706 158.970
Allgemeine Verwaltung 24.772 19.673
Vertrieb und Marketing 10.985 10.236
Forschung und Entwicklung 2.679 2.500
Gesamt (Köpfe) 269.349 228.968

7. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUFWENDUNGEN

In den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 558 Mio € (2016: 528 Mio €) waren neben den Forschungs- und nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten auch planmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 15 Mio € (2016: 16 Mio €) enthalten. Ferner waren im Jahr 2016 in den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen Wertminderungen in Höhe von 26 Mio € enthalten. Diese betrafen Entwicklungsaktivitäten aus Zulassungsprojekten, die im Rahmen der Akquisition von Fresenius Kabi USA, Inc. erworben wurden.

8. ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTEN

Die allgemeinen Verwaltungskosten in Höhe von 4.591 Mio € (2016: 3.852 Mio €) betrafen Aufwendungen der Verwaltung, die weder der Forschung und Entwicklung noch der Produktion oder dem Vertrieb zugeordnet werden können. Des Weiteren enthielten die allgemeinen Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2017 Aufwendungen im Zusammenhang mit Foreign Corrupt Practices Act (FCPA)-Untersuchungen in Höhe von 200 Mio €.

9. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen enthielten im Wesentlichen Währungskursgewinne und -verluste sowie Erträge aus Unternehmensverkäufen, aus At-Equity-Bewertungen und aus Rückstellungsauflösungen.

10. ZINSERGEBNIS

Das Zinsergebnis in Höhe von - 651 Mio € setzte sich aus Zinsaufwendungen in Höhe von 848 Mio € und Zinserträgen in Höhe von 197 Mio € zusammen. Der wesentliche Teil der Zinsaufwendungen resultierte aus den Finanzverbindlichkeiten des Fresenius-Konzerns, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bilanziert sind (siehe Anmerkung 30, Finanzinstrumente). Der wesentliche Teil der Zinserträge resultierte aus der Bewertung der in die Wandelanleihen eingebetteten Derivate der Fresenius SE & Co. KGaA und der Call Optionen im Zusammenhang mit der Wandelanleihe der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (siehe Anmerkung 24, Wandelanleihen).

11. STEUERN

ERTRAGSTEUERN

Das Ergebnis vor Ertragsteuern war den folgenden geographischen Regionen zuzuordnen:

in Mio € 2017 2016
Deutschland 505 795
Ausland 3.433 2.925
Gesamt 3.938 3.720

Die Steueraufwendungen bzw. -erträge für die Jahre 2017 und 2016 setzten sich wie folgt zusammen:

in Mio € Laufende Steuern Latente Steuern Ertragsteuern
2017      
Deutschland 176 - 13 163
Ausland 959 - 217 742
Gesamt 1.135 - 230 905
2016      
Deutschland 130 1 131
Ausland 911 2 913
Gesamt 1.041 3 1.044

Nachfolgend wird die Überleitung vom erwarteten Steueraufwand zum ausgewiesenen Steueraufwand dargestellt. Die Berechnung des erwarteten Steueraufwands erfolgt durch Anwendung des deutschen Körperschaftsteuersatzes (einschließlich Solidaritätszuschlag) zuzüglich des effektiven Gewerbesteuersatzes auf das Ergebnis vor Ertragsteuern. Der daraus resultierende kombinierte Ertragsteuersatz betrug 30,7 % für das Geschäftsjahr 2017 (2016: 30,7 %).

in Mio € 2017 2016
Berechneter "erwarteter" Ertragsteueraufwand   1.208 1.140
Erhöhung (Minderung) der Ertragsteuern durch:      
  Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben 137 57
  Steuersatzunterschiede 3 7
  Steuersatzänderungen - 270 2
  Steuerfreie Erträge - 67 - 39
  Steuern für Vorjahre - 30 - 32
  Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile am Konzernergebnis - 106 - 106
  Sonstiges 30 15
Ertragsteuern   905 1.044
Effektiver Steuersatz   23,0 % 28,1 %

In den USA wurde die Steuerreform durch die Unterschrift des Präsidenten im Rahmen des "Tax Cuts and Jobs Act" am 22. Dezember 2017 verabschiedet. Das Gesetz reduziert den US-Körperschaftsteuersatz von 35 % auf 21 % mit Wirkung ab dem 1. Januar 2018. Aktive und passive latente Steuern, die sich ab dem Jahr 2018 und darüber hinaus voraussichtlich umkehren werden, wurden mit dem am Bilanzstichtag gesetzlich verabschiedeten Körperschaftsteuersatz für zukünftige Geschäftsjahre neu bewertet. Für das Geschäftsjahr 2017 führte die Neubewertung der aktiven und passiven latenten Steuern zu einem latenten Umbewertungseffekt in Höhe von 266 Mio €, der erfolgswirksam in den Ertragsteuern erfasst wurde und im Saldo von 270 Mio € der Überleitungsposition Steuersatzänderungen enthalten ist.

LATENTE STEUERN

Der steuerliche Effekt aus temporären Differenzen und Verlustvorträgen, die zu aktiven und passiven latenten Steuern führen, ergab sich zum 31. Dezember wie folgt:

in Mio € 2017 2016
Aktive latente Steuern      
  Forderungen 42 31
  Vorräte 136 160
  Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 127 47
  Sonstige langfristige Vermögenswerte 136 132
  Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten 278 528
  Pensionsverpflichtungen 187 233
  Verlustvorträge 222 199
Aktive latente Steuern   1.128 1.330
Passive latente Steuern      
  Forderungen 22 28
  Vorräte 36 30
  Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 117 106
  Sonstige langfristige Vermögenswerte 779 1.156
  Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten 540 318
Passive latente Steuern   1.494 1.638
Saldierte latente Steuern   - 366 - 308

In der Konzern-Bilanz werden die aktiven und passiven latenten Steuern saldiert wie folgt ausgewiesen:

in Mio € 2017 2016
Aktive latente Steuern 744 627
Passive latente Steuern 1.110 935
Saldierte latente Steuern - 366 - 308

Zum 31. Dezember 2017 verfügt Fresenius Medical Care über weitere, in ausländischen Tochtergesellschaften thesaurierte Gewinne in Höhe von etwa 6 Mrd €, auf die keine passiven latenten Steuern gebildet wurden, weil diese Gewinne auf unbestimmte Zeit investiert bleiben sollen.

VERLUSTVORTRÄGE

Das Auslaufen der Vortragsfähigkeit der steuerlichen Verlustvorträge stellt sich wie folgt dar:

für die Geschäftsjahre in Mio €
2018 21
2019 23
2020 35
2021 23
2022 37
2023 22
2024 9
2025 10
2026 7
2027 und Nachfolgende 148
gesamt 335

Die verbleibenden Verluste von 1.076 Mio € sind im Wesentlichen unbegrenzt vortragsfähig. Im Gesamtbetrag der bestehenden Verlustvorträge zum 31. Dezember 2017 ist ein Anteil von 823 Mio € (2016: 514 Mio €) enthalten, der voraussichtlich nicht realisiert werden kann. Aktive latente Steuern wurden bezüglich dieser Verlustvorträge nicht angesetzt.

Ausgehend von dem steuerpflichtigen Gewinn früherer Jahre und dem zukünftig erwarteten steuerpflichtigen Gewinn hält es der Fresenius-Konzern für wahrscheinlich, dass die Vorteile aus den zum 31. Dezember 2017 ausgewiesenen aktiven latenten Steuern abzüglich der Wertberichtigung genutzt werden können.

12. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE

Die nicht beherrschenden Anteile am Ergebnis nach Ertragsteuern im Fresenius-Konzern stellten sich zum 31. Dezember wie folgt dar:

in Mio € 2017 2016
Nicht beherrschende Anteile an Fresenius Medical Care   889 790
Nicht beherrschende Anteile an Fresenius Vamed   11 10
Nicht beherrschende Anteile in den Unternehmensbereichen      
  Fresenius Medical Care 274 277
  Fresenius Kabi 39 36
  Fresenius Helios 5 2
  Fresenius Vamed 1 1
Gesamt   1.219 1.116

Die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA leistete im Geschäftsjahr 2017 Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter in Höhe von 203 Mio € (2016: 169 Mio €).

13. ERGEBNIS JE AKTIE

Das Ergebnis je Aktie mit und ohne Verwässerungseffekt durch ausgegebene Aktienoptionen stellte sich wie folgt dar:

2017 2016
Zähler
in Mio €
Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) 1.814 1.560
abzüglich Effekt aus Anteilsverwässerung Fresenius Medical Care 1 1
Ergebnis, das für alle Stammaktien zur Verfügung steht 1.813 1.559
Nenner in Stück    
Gewichteter Durchschnitt ausstehender Stammaktien 554.124.656 546.395.188
Potenziell verwässernde Stammaktien 3.382.324 3.689.472
Gewichteter Durchschnitt ausstehender Stammaktien bei voller Verwässerung 557.506.980 550.084.660
Ergebnis je Aktie in € 3,27 2,85
Ergebnis je Aktie bei voller Verwässerung in € 3,25 2,83

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-BILANZ

14. FLÜSSIGE MITTEL

Zum 31. Dezember setzten sich die flüssigen Mittel wie folgt zusammen:

in Mio € 2017 2016
Zahlungsmittel 1.139 1.276
Termingelder und Wertpapiere (mit einer Fälligkeit von bis zu 90 Tagen) 497 303
Flüssige Mittel 1.636 1.579

Zum 31. Dezember 2017 bzw. 2016 waren in den flüssigen Mitteln zweckgebundene Mittel in Höhe von 183 Mio € bzw. 61 Mio € enthalten.

Der Fresenius-Konzern verfügt über ein Cash Management System mit einem währungsübergreifenden Notional Pooling. Die Voraussetzungen für eine Saldierung innerhalb dieses Cash Management Systems wurden erfüllt. Zum 31. Dezember 2017 saldierte der Fresenius-Konzern 378 Mio € (31. Dezember 2016: 366 Mio €) Bankguthaben mit Bankverbindlichkeiten. Davon betrafen 319 Mio € Fresenius Medical Care.

15. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Zum 31. Dezember setzten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt zusammen:

in Mio € 2017 2016
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.943 5.899
abzüglich Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen 741 700
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 6.202 5.199

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Fristigkeit von unter einem Jahr. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Fristigkeit von über einem Jahr in Höhe von 25 Mio € (2016: 25 Mio €) sind in der Bilanzposition sonstige langfristige Vermögenswerte enthalten.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen im Geschäftsjahr:

in Mio € 2017 2016
Wertberichtigungen zu Beginn des Geschäftsjahres 700 650
Erfolgswirksame Abschreibungen / Wertaufholungen 518 431
Verbräuche und sonstige erfolgsneutrale Veränderungen - 416 - 400
Währungsumrechnungsdifferenz - 61 19
Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 741 700

Im Folgenden werden die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie deren Wertberichtigungen dargestellt:

in Mio € nicht überfällig bis zu 3 Monate überfällig 3 bis 6 Monate überfällig 6 bis 12 Monate überfällig über 12 Monate überfällig Summe
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.311 1.228 458 326 620 6.943
abzüglich Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen 74 129 75 108 355 741
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 4.237 1.099 383 218 265 6.202

16. VORRÄTE

Zum 31. Dezember setzten sich die Vorräte wie folgt zusammen:

in Mio € 2017 2016
Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Waren 653 667
Unfertige Erzeugnisse 715 620
Fertige Erzeugnisse 2.024 2.044
abzüglich Wertberichtigungen 140 142
Vorräte, netto 3.252 3.189

In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 gab es keine Zuschreibungen auf Vorräte.

Die Gesellschaften des Fresenius-Konzerns haben sich verpflichtet, zu festgelegten Bedingungen Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Waren im Wert von etwa 1.124 Mio € zu kaufen, von denen zum 31. Dezember 2017 für Käufe im Geschäftsjahr 2018 620 Mio € vorgesehen waren. Die Laufzeit dieser Vereinbarungen beträgt ein bis sieben Jahre. Erhaltene Anzahlungen in Höhe von 560 Mio € (2016: 420 Mio €) wurden von den Vorräten abgesetzt. Diese betrafen ausschließlich langfristige Fertigungsaufträge.

17. SONSTIGE KURZ- UND LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Zum 31. Dezember setzten sich die sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerte wie folgt zusammen:

2017 2016
in Mio € davon kurzfristig davon kurzfristig
At-Equity-Beteiligungen 647 0 598 0
Steuererstattungsansprüche 418 378 332 302
Forderungen nach dem deutschen Krankenhausrecht 175 143 180 143
Geleistete Anzahlungen 99 86 125 112
Vorauszahlungen für Miete und Versicherungen 78 78 77 77
Rechnungsabgrenzungsposten 73 43 65 36
Versicherungserstattungsansprüche Fresenius Medical Care 0 0 209 209
Übrige sonstige Vermögenswerte 595 446 503 365
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte, netto 2.085 1.174 2.089 1.244
Derivative Finanzinstrumente 335 22 408 41
Leasingforderungen 137 58 128 54
Ausgleichsforderungen nach dem deutschen Krankenhausrecht 124 121 92 87
Langfristige Darlehen 93 19 86 13
Geleistete Kautionen 78 25 71 22
Sonstige Beteiligungen 72 0 79 0
Rabatte 49 49 49 49
Wertpapiere 19 9 256 251
Übrige sonstige Vermögenswerte 278 20 29 3
Sonstige finanzielle Vermögenswerte, netto 1.185 323 1.198 520
Sonstige Vermögenswerte, netto 3.270 1.497 3.287 1.764
Wertberichtigungen 11 8 11 8
Sonstige Vermögenswerte, brutto 3.281 1.505 3.298 1.772

Die At-Equity-Beteiligungen betrafen im Wesentlichen das Gemeinschaftsunternehmen Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma Ltd. von Fresenius Medical Care und Galenica Ltd. Die sich im Jahr 2017 aus der Equity-Bewertung ergebenden Erträge in Höhe von 67 Mio € (2016: 59 Mio €) waren in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Position sonstige betriebliche Erträge enthalten.

Die Forderungen nach dem deutschen Krankenhausrecht umfassten Ansprüche der Fresenius Helios auf Auszahlung von zweckgebundenen Fördermitteln, die durch bereits vorliegende Bescheide der entsprechenden Förderinstitutionen fest zugesagt sind.

Die Position Versicherungserstattungsansprüche Fresenius Medical Care enthielt im Geschäftsjahr 2016 die bilanzierte Forderung in Zusammenhang mit der grundsätzlichen außergerichtlichen Einigung hinsichtlich der NaturaLyte® und GranuFlo® Verfahren, die die Position Vergleich Fresenius Medical Care innerhalb der Rückstellungen (siehe Anmerkung 20, Rückstellungen) teilweise ausgeglichen hat. Für weitere Informationen zur Finanzierung und zur Abwicklung des Vergleichs durch Fresenius Medical Care und ihre Versicherer siehe Anmerkung 29, Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten.

Auf sonstige langfristige Vermögenswerte wurden in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 Abschreibungen in unwesentlicher Höhe vorgenommen.

18. SACHANLAGEN

Zum 31. Dezember setzten sich die Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen des Sachanlagevermögens wie folgt zusammen:

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN

in Mio € Stand 1.Januar 2017 Währungsumrechnungsdifferenzen Veränderungen im Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge
Grundstücke und Grundstückseinrichtungen 561 - 9 251 5 14 8
Gebäude und Einbauten 6.068 - 351 968 135 457 148
Technische Anlagen und Maschinen 7.396 - 424 178 693 279 278
Andere Anlagen und Mietanlagen aus Finanzierungsverträgen 192 - 8 - 11 - 5 3
Anlagen im Bau 1.184 - 77 18 839 - 760 6
Sachanlagen 15.401 - 869 1.415 1.683 - 15 443
in Mio € Stand 31. Dezember 2017
Grundstücke und Grundstückseinrichtungen 814
Gebäude und Einbauten 7.129
Technische Anlagen und Maschinen 7.844
Andere Anlagen und Mietanlagen aus Finanzierungsverträgen 187
Anlagen im Bau 1.198
Sachanlagen 17.172

ABSCHREIBUNGEN

in Mio € Stand 1. Januar 2017 Währungsumrechnungsdifferenzen Veränderungen im Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge
Grundstücke und Grundstückseinrichtungen 13 - 0 1 0 -
Gebäude und Einbauten 2.722 - 188 - 1 383 - 3 94
Technische Anlagen und Maschinen 4.446 - 244 - 3 728 2 244
Andere Anlagen und Mietanlagen aus Finanzierungsverträgen 77 - 4 - 3 27 - 1 3
Anlagen im Bau 4 - 0 0 2 0
Sachanlagen 7.262 -436 - 7 1.139 - 341
in Mio € Stand 31. Dezember 2017
Grundstücke und Grundstückseinrichtungen 14
Gebäude und Einbauten 2.819
Technische Anlagen und Maschinen 4.685
Andere Anlagen und Mietanlagen aus Finanzierungsverträgen 93
Anlagen im Bau 6
Sachanlagen 7.617

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN

in Mio € Stand 1. Januar 2016 Währungsumrechnungsdifferenzen Veränderungen im Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge
Grundstücke und Grundstückseinrichtungen 536 3 5 7 11 1
Gebäude und Einbauten 5.388 96 64 228 348 56
Technische Anlagen und Maschinen 6.676 103 39 668 152 242
Andere Anlagen und Mietanlagen aus Finanzierungsverträgen 185 3 1 20 1 18
Anlagen im Bau 1.074 21 7 654 - 567 5
Sachanlagen 13.859 226 116 1.577 - 55 322
in Mio € Stand 31. Dezember 2016
Grundstücke und Grundstückseinrichtungen 561
Gebäude und Einbauten 6.068
Technische Anlagen und Maschinen 7.396
Andere Anlagen und Mietanlagen aus Finanzierungsverträgen 192
Anlagen im Bau 1.184
Sachanlagen 15.401

ABSCHREIBUNGEN

in Mio € Stand 1. Januar 2016 Währungsumrechnungsdifferenzen Veränderungen im Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge
Grundstücke und Grundstückseinrichtungen 11 - 0 1 1 -
Gebäude und Einbauten 2.385 48 4 325 1 41
Technische Anlagen und Maschinen 3.964 57 - 4 640 - 2 209
Andere Anlagen und Mietanlagen aus Finanzierungsverträgen 66 1 - 16 - 6
Anlagen im Bau 4 - 0 - - -
Sachanlagen 6.430 106 - 982 - 256
in Mio € Stand 31. Dezember 2016
Grundstücke und Grundstückseinrichtungen 13
Gebäude und Einbauten 2.722
Technische Anlagen und Maschinen 4.446
Andere Anlagen und Mietanlagen aus Finanzierungsverträgen 77
Anlagen im Bau 4
Sachanlagen 7.262

BUCHWERTE

in Mio € 31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
Grundstücke und Grundstückseinrichtungen 800 548
Gebäude und Einbauten 4.310 3.346
Technische Anlagen und Maschinen 3.159 2.950
Andere Anlagen und Mietanlagen aus Finanzierungsverträgen 94 115
Anlagen im Bau 1.192 1.180
Sachanlagen 9.555 8.139

Die Abschreibungen auf Sachanlagen betrugen 1.139 Mio € bzw. 982 Mio € im Geschäftsjahr 2017 bzw. 2016. Sie sind in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, allgemeinen Verwaltungskosten und in den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen entsprechend der Nutzung des Vermögenswerts enthalten.

LEASING

In der Position technische Anlagen und Maschinen waren zum 31. Dezember 2017 bzw. 2016 Beträge in Höhe von 788 Mio € bzw. 771 Mio € für Medizingeräte enthalten, die Fresenius Medical Care und Fresenius Kabi an Kunden, Patienten und im Rahmen von Operate-Leasingverträgen an Ärzte vermieteten.

19. FIRMENWERTE UND SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Zum 31. Dezember setzten sich die Anschaffungskosten und die kumulierten Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte wie folgt zusammen:

ANSCHAFFUNGSKOSTEN

in Mio € Stand 1.Januar 2017 Währungsumrechnungsdifferenzen Veränderungen im Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge
Firmenwerte 22.901 - 1.988 4.330 44 0 2
Kundenbeziehungen 332 - 33 541 0 0 0
Markennamen mit bestimmter Nutzungsdauer 0 - 6 661 - 45 1
Aktivierte Entwicklungskosten 425 - 17 343 71 7 1
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 748 - 79 - 1 6 2 2
Software 474 - 27 30 118 15 11
Technologie 462 - 44 2 0 0 5
Markennamen mit unbestimmter Nutzungsdauer 227 - 25 0 - - 10 0
Verträge über Wettbewerbsverzichte 347 - 40 11 0 - 2 2
Managementverträge 3 - 0 0 0 0
Sonstige 469 - 45 24 26 - 53 3
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 26.388 - 2.304 5.941 265 4 27
in Mio € Stand 31. Dezember 2017
Firmenwerte 25.285
Kundenbeziehungen 840
Markennamen mit bestimmter Nutzungsdauer 699
Aktivierte Entwicklungskosten 828
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 674
Software 599
Technologie 415
Markennamen mit unbestimmter Nutzungsdauer 192
Verträge über Wettbewerbsverzichte 314
Managementverträge 3
Sonstige 418
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 30.267

ABSCHREIBUNGEN

in Mio € Stand 1. Januar 2017 Währungsumrechnungsdifferenzen Veränderungen im Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge
Firmenwerte 0 0 0 0 0 0
Kundenbeziehungen 98 - 11 - 25 61 0 0
Markennamen mit bestimmter Nutzungsdauer 0 - 2 0 38 12 0
Aktivierte Entwicklungskosten 232 - 9 0 15 - 9 -
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 392 - 40 0 34 2 2
Software 290 - 16 - 75 - 3 9
Technologie 141 - 17 0 30 0 0
Markennamen mit unbestimmter Nutzungsdauer 0 0 0 0 0 0
Verträge über Wettbewerbsverzichte 278 - 34 0 22 - 2 2
Managementverträge 0 0 0 0 0 0
Sonstige 293 - 31 - 23 - 11 3
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.724 - 160 - 25 298 - 11 16
in Mio € Stand 31. Dezember 2017
Firmenwerte 0
Kundenbeziehungen 123
Markennamen mit bestimmter Nutzungsdauer 48
Aktivierte Entwicklungskosten 229
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 386
Software 337
Technologie 154
Markennamen mit unbestimmter Nutzungsdauer 0
Verträge über Wettbewerbsverzichte 262
Managementverträge 0
Sonstige 271
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.810

ANSCHAFFUNGSKOSTEN

in Mio € Stand 1.Januar 2016 Währungsumrechnungsdifferenzen Veränderungen im Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge
Firmenwerte 21.646 560 674 18 3 -
Kundenbeziehungen 323 9 - 0 0 0
Aktivierte Entwicklungskosten 492 6 0 13 0 86
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 713 21 15 9 1 11
Software 406 10 1 51 19 13
Technologie 383 12 67 0 0 0
Markennamen 221 6 0 - 0 0
Verträge über Wettbewerbsverzichte 321 11 17 0 0 2
Managementverträge 6 0 0 0 - 3 0
Sonstige 420 10 19 32 - 5 7
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 24.931 645 793 123 15 119
in Mio € Stand 31. Dezember 2016
Firmenwerte 22.901
Kundenbeziehungen 332
Aktivierte Entwicklungskosten 425
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 748
Software 474
Technologie 462
Markennamen 227
Verträge über Wettbewerbsverzichte 347
Managementverträge 3
Sonstige 469
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 26.388

ABSCHREIBUNGEN

in Mio € Stand 1. Januar 2016 Währungsumrechnungsdifferenzen Veränderungen im Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge
Firmenwerte 0 0 0 0 0 0
Kundenbeziehungen 61 3 0 33 1 0
Aktivierte Entwicklungskosten 273 3 0 42 0 86
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 356 11 - 36 - 11
Software 248 5 - 48 1 12
Technologie 111 5 0 25 0 0
Markennamen 0 0 0 0 0 0
Verträge über Wettbewerbsverzichte 251 9 0 21 - 3
Managementverträge 0 0 0 0 0 0
Sonstige 258 7 0 28 2 2
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.558 43 - 233 4 114
in Mio € Stand 31. Dezember 2016
Firmenwerte 0
Kundenbeziehungen 98
Aktivierte Entwicklungskosten 232
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 392
Software 290
Technologie 141
Markennamen 0
Verträge über Wettbewerbsverzichte 278
Managementverträge 0
Sonstige 293
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.724

BUCHWERTE

in Mio € 31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
Firmenwerte 25.285 22.901
Kundenbeziehungen 717 234
Markennamen mit bestimmter Nutzungsdauer 651 0
Aktivierte Entwicklungskosten 599 193
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 288 356
Software 262 184
Technologie 261 321
Markennamen mit unbestimmter Nutzungsdauer 192 227
Verträge über Wettbewerbsverzichte 52 69
Managementverträge 3 3
Sonstige 147 176
Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 28.457 24.664

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 298 Mio € im Geschäftsjahr 2017 bzw. auf 233 Mio € im Geschäftsjahr 2016. Sie sind in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, allgemeinen Verwaltungskosten und in den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen entsprechend der Nutzung des Vermögenswerts enthalten.

Die Unterscheidung in planmäßig abzuschreibende und nicht planmäßig abzuschreibende immaterielle Vermögenswerte ergibt folgende Darstellung:

PLANMASSIG ABZUSCHREIBENDE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
in Mio € Anschaffungskosten kumulierte Abschreibungen Buchwert Anschaffungskosten kumulierte Abschreibungen Buchwert
Kundenbeziehungen 840 123 717 332 98 234
Markennamen 699 48 651 0 0 0
Aktivierte Entwicklungskosten 828 229 599 425 232 193
Patente, Produkt- und Vertriebsrechte 674 386 288 748 392 356
Software 599 337 262 474 290 184
Technologie 415 154 261 462 141 321
Verträge über Wettbewerbsverzichte 314 262 52 347 278 69
Sonstige 418 271 147 469 293 176
Gesamt 4.787 1.810 2.977 3.257 1.724 1.533

Der Anstieg bei den Markennamen und Kundenbeziehungen resultiert im Wesentlichen aus der Akquisition von Quirónsalud. Der Anstieg bei den aktivierten Entwicklungskosten resultiert im Wesentlichen aus dem Erwerb des Biosimilars-Geschäfts.

Die aktivierten Entwicklungskosten bei Fresenius Medical Care beliefen sich auf 3 Mio € zum 31. Dezember 2017 bzw. 1 Mio € zum 31. Dezember 2016. Die aktivierten Entwicklungskosten werden planmäßig linear über eine Nutzungsdauer von elf Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 0,4 Mio € (2016: 1 Mio €).

Bei Fresenius Kabi beliefen sich die aktivierten Entwicklungskosten auf 596 Mio € zum 31. Dezember 2017 bzw. auf 192 Mio € zum 31. Dezember 2016. Im Geschäftsjahr 2017 erfolgten die planmäßigen linearen Abschreibungen auf Basis einer Nutzungsdauer von 5 bis 20 Jahren und betrugen 15 Mio € (2016: 15 Mio €). Ferner wurden im Geschäftsjahr 2016 Wertminderungen in Höhe von 26 Mio € vorgenommen (siehe Anmerkung 7, Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen). Diese sind in den vorherigen Tabellen zu den Abschreibungen jeweils in der Spalte Zugänge enthalten.

NICHT PLANMÄSSIG ABZUSCHREIBENDE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
in Mio € Anschaffungskosten kumulierte Abschreibungen Buchwert Anschaffungskosten kumulierte Abschreibungen Buchwert
Firmenwerte 25.285 0 25.285 22.901 0 22.901
Markennamen 192 0 192 227 0 227
Managementverträge 3 0 3 3 0 3
Gesamt 25.480 0 25.480 23.131 0 23.131

Der Buchwert der Firmenwerte hat sich wie folgt entwickelt:

in Mio € Fresenius Medical Care Fresenius Kabi Fresenius Helios Fresenius Vamed Konzern/ Sonstiges Fresenius- Konzern
Buchwert zum 1. Januar 2016 11.962 5.142 4.437 99 6 21.646
Zugänge 586 5 101 0 - 692
Abgänge 0 0 - 0 - -
Umbuchungen 3 0 0 0 0 3
Währungsumrechnungsdifferenzen 405 155 0 0 0 560
Buchwert zum 31. Dezember 2016 12.956 5.302 4.538 99 6 22.901
Zugänge 596 394 3.365 19 0 4.374
Abgänge 0 - 1 - 1 0 0 - 2
Währungsumrechnungsdifferenzen - 1.448 - 540 0 0 0 - 1.988
Buchwert zum 31. Dezember 2017 12.104 5.155 7.902 118 6 25.285

Der Anstieg der Firmenwerte ist im Wesentlichen auf die Akquisitionen von Quirónsalud und des Biosimilars-Geschäfts zurückzuführen.

Zum 31. Dezember 2017 bzw. 31. Dezember 2016 betrugen die Buchwerte der sonstigen nicht planmäßig abzuschreibenden immateriellen Vermögenswerte 178 Mio € bzw. 202 Mio € für Fresenius Medical Care und 17 Mio € bzw. 28 Mio € für Fresenius Kabi.

20. RÜCKSTELLUNG

Die Rückstellungen setzten sich zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

2017 2016
in Mio € davon kurzfristig davon kurzfristig
Selbstversicherungsprogramme 371 329 371 331
Personalaufwand 322 124 252 107
FCPA-Untersuchungen 200 200 0 0
Garantien und Reklamationen 156 155 162 161
Prozess- und sonstige Rechtsrisiken 99 92 66 65
Vergleich Fresenius Medical Care 0 0 266 266
Sonstige Rückstellungen 332 221 377 351
Rückstellungen 1.480 1.121 1.494 1.281

Die Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

in Mio € Stand 1. Januar 2017 Währungs-
umrechnungs-
differenzen
Veränderungen im Konsolidierungskreis Zuführung Umbuchung Verbrauch
Selbstversicherungsprogramme 371 - 36 0 302 - - 229
Personalaufwand 252 4 5 126 2 - 53
FCPA-Untersuchungen 0 0 0 200 0 0
Garantien und Reklamationen 162 - 1 0 116 - - 108
Prozess- und sonstige Rechtsrisiken 66 12 12 32 - - 16
Vergleich Fresenius Medical Care 266 - 32 0 0 0 - 234
Sonstige Rückstellungen 377 - 10 78 79 - 2 - 106
Gesamt 1.494 - 63 95 855 - - 746
in Mio € Auflösung Stand 31. Dezember 2017
Selbstversicherungsprogramme - 37 371
Personalaufwand - 14 322
FCPA-Untersuchungen 0 200
Garantien und Reklamationen - 13 156
Prozess- und sonstige Rechtsrisiken - 7 99
Vergleich Fresenius Medical Care 0 0
Sonstige Rückstellungen - 84 332
Gesamt - 155 1.480

Fresenius Medical Care hat im Geschäftsjahr 2017 im Zusammenhang mit Foreign Corrupt Practices Act (FCPA)-Untersuchungen eine Rückstellung in Höhe von 200 Mio € gebildet. Die Rückstellung basiert auf den derzeit zur Vermeidung eines Gerichtsprozesses stattfindenden Vergleichsverhandlungen zwischen Fresenius Medical Care, der U.S. Securities and Exchange Comission (SEC) und dem US-Justizministerium (U.S. Department of Justice) (Regierungsbehörden) und stellt eine Schätzung dar, die anhand der Spanne möglicher Ergebnisse angesichts des derzeitigen Gesprächsverlaufs vorgenommen wurde. Die Rückstellung im Zusammenhang mit FCPA-Untersuchungen berücksichtigt Forderungen der Regierungsbehörden nach Gewinnabschöpfung sowie Rückstellungen für Geldbußen und -strafen, bestimmte Rechtskosten und weitere hiermit zusammenhängende Kosten oder Wertberichtigungen.

Die Rückstellungen für Personalaufwand umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für aktienbasierte Vergütungspläne, Abfindungen und Altersteilzeit.

Die Position Vergleich Fresenius Medical Care beinhaltete im Geschäftsjahr 2016 Rückstellungen im Zusammenhang mit der grundsätzlichen außergerichtlichen Einigung hinsichtlich der NaturaLyte® und GranuFlo® Verfahren, die teilweise durch die Position Versicherungserstattungsansprüche Fresenius Medical Care innerhalb der sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerte (siehe Anmerkung 17, Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte) ausgeglichen wurden. Für weitere Informationen zur Finanzierung und zur Abwicklung des Vergleichs durch Fresenius Medical Care und ihre Versicherer siehe Anmerkung 29, Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten.

Zu Rückstellungen für Selbstversicherungsprogramme wird auf Anmerkung 1. III. z, Selbstversicherungsprogramme, verwiesen.

21. SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzten sich zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

2017 2016
in Mio € davon kurzfristig davon kurzfristig
Steuerverbindlichkeiten 304 304 223 223
Verbindlichkeiten nach dem deutschen Krankenhausrecht 183 180 171 166
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 126 76 99 50
Personalverbindlichkeiten 98 0 109 11
Erhaltene Anzahlungen 53 46 87 68
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 758 602 649 440
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 1.522 1.208 1.338 958
Personalverbindlichkeiten 1.282 1.275 1.192 1.184
Nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen 854 470 1.029 530
Ausstehende bedingte Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen 793 78 223 78
Ausstehende Rechnungen 717 717 454 454
Derivative Finanzinstrumente 334 25 412 47
Kreditorische Debitoren 331 331 408 408
Boni und Rabatte 198 198 183 183
Zinsverbindlichkeiten 185 185 157 157
Leasingverbindlichkeiten 118 118 122 122
Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten 55 55 40 40
Ausgleichsverbindlichkeiten nach dem deutschen Krankenhausrecht 39 39 37 37
Kommissionen 35 34 36 35
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 5 0 4 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.946 3.525 4.297 3.275
Sonstige Verbindlichkeiten 6.468 4.733 5.635 4.233

Der Fresenius-Konzern kann als Stillhalter im Rahmen bestehender Put-Optionen dazu verpflichtet werden, die Anteile, die konzernfremde Gesellschafter an einigen seiner Tochtergesellschaften halten, zu erwerben. Bei Ausübung dieser Put-Optionen innerhalb eines festgelegten Zeitraums wäre der Fresenius-Konzern dazu verpflichtet, sämtliche oder Teile anderer Gesellschafter zu bereits festgelegten Kaufpreisen bzw. zum geschätzten Marktwert im Zeitpunkt der Ausübung zu erwerben.

Die Verbindlichkeiten nach dem deutschen Krankenhausrecht umfassen bereits erhaltene zweckgebundene Fördermittel der Fresenius Helios, die noch nicht entsprechend verwendet wurden und daher als Verbindlichkeit gegenüber den Förderinstitutionen auszuweisen sind.

In den ausstehenden bedingten Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen sind zum 31. Dezember 2017 581 Mio € für den Erwerb des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA enthalten.

Von den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 1.735 Mio € zum 31. Dezember 2017 waren 1.339 Mio € in ein bis fünf Jahren und 396 Mio € nach fünf Jahren fällig. Die Bilanzposition langfristige Rückstellungen und sonstige langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 2.094 Mio € beinhaltete des Weiteren langfristige Rückstellungen in Höhe von 359 Mio € zum 31. Dezember 2017.

22. FINANZVERBINDLICHKEITEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIVIERTEN LEASINGVERTRÄGEN

KURZFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN

Zum 31. Dezember setzten sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wie folgt zusammen:

Buchwert
in Mio € 2017 2016
Fresenius SE & Co. KGaA Commercial Paper 715 178
Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA Commercial Paper 680 476
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 155 193
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1.550 847

Die sonstigen kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Darlehen, die einzelne Konzerngesellschaften im Rahmen von Kreditvereinbarungen bei Geschäftsbanken aufgenommen haben. Im Durchschnitt wurden die Darlehen zum 31. Dezember 2017 bzw. 2016 mit 5,81 % bzw. 5,97 % verzinst.

LANGFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIVIERTEN LEASINGVERTRÄGEN

Zum 31. Dezember setzten sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen abzüglich Finanzierungskosten wie folgt zusammen:

in Mio € 2017 2016
Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 2.018 2.244
Kreditvereinbarung 2013 2.238 1.574
Schuldscheindarlehen 1.873 1.186
Forderungsverkaufsprogramm der Fresenius Medical Care 294 165
Finanzierungsleasing-Verbindlichkeiten 234 146
Sonstige 448 344
Zwischensumme 7.105 5.659
abzüglich kurzfristig fälliger Teil 618 611
Langfristige Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen, abzüglich des kurzfristig fälligen Teils 6.487 5.048

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen inklusive Finanzierungskosten haben folgende Fälligkeiten:

in Mio € bis 1 Jahr 1 bis 3 Jahre 3 bis 5 Jahre länger als 5 Jahre
Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 128 656 1.243 0
Kreditvereinbarung 2013 150 300 1.805 0
Schuldscheindarlehen 260 263 677 677
Forderungsverkaufsprogramm der Fresenius Medical Care 0 294 0 0
Finanzierungsleasing-Verbindlichkeiten 23 41 30 140
Sonstige 71 221 61 96
Langfristige Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen 632 1.775 3.816 913

Die Gesamtsummen der jährlichen Rückzahlungen im Rahmen der oben aufgeführten langfristigen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen betragen für die folgenden Geschäftsjahre:

Geschäftsjahr in Mio €
2018 632
2019 652
2020 1.123
2021 1.376
2022 2.440
Nachfolgende 913
Gesamt 7.136

Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012

Am 30. Oktober 2012 schloss die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) eine syndizierte Kreditvereinbarung (Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012) in Höhe von ursprünglich 3.850 Mio US$ und einer Laufzeit von fünf Jahren ab.

Am 26. November 2014 wurde die Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 auf einen Kreditrahmen von insgesamt rund 4.400 Mio US$ erhöht und vorzeitig um zwei Jahre, bis zum 30. Oktober 2019, verlängert.

Am 11. Juli 2017 hat die FMC-AG & Co. KGaA ihre bestehende Kreditvereinbarung erneut erfolgreich refinanziert. Die angepasste Kreditvereinbarung hat ein Gesamtvolumen von rund 3.900 Mio US$ mit Laufzeiten bis 2020 und 2022. Entsprechend dem Investment Grade Rating von Fresenius Medical Care ist die angepasste Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 nun unbesichert und niedriger verzinst.

Die folgenden Tabellen zeigen die zur Verfügung stehenden Fazilitäten und die Inanspruchnahmen aus der Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 zum 31. Dezember:

2017
Kreditfazilitäten Inanspruchnahmen
in Mio € in Mio €
Revolvierende Kreditlinie (in US$) 900 Mio US$ 750 70 Mio US$ 58
Revolvierende Kreditlinie (in €) 600 Mio € 600 0 Mio € 0
Darlehen 5 Jahre (in US$) 1.470 Mio US$ 1.226 1.470 Mio US$ 1.226
Darlehen 3 Jahre (in €) 400 Mio € 400 400 Mio € 400
Darlehen 5 Jahre (in €) 343 Mio € 343 343 Mio € 343
Gesamt   3.319   2.027
abzüglich Finanzierungskosten       9
Gesamt       2.018
2016
Kreditfazilitäten Inanspruchnahmen
in Mio € in Mio €
Revolvierende Kreditlinie (in US$) 1.000 Mio US$ 949 10 Mio US$ 10
Revolvierende Kreditlinie (in €) 400 Mio € 400 0 Mio € 0
Darlehen 5 Jahre (in US$) 2.100 Mio US$ 1.992 2.100 Mio US$ 1.992
Darlehen 5 Jahre (in €) 252 Mio € 252 252 Mio € 252
Gesamt   3.593   2.254
abzüglich Finanzierungskosten       10
Gesamt       2.244

Die Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 bestand zum 31. Dezember 2017 aus:

Revolvierenden Kreditlinien in Höhe von 900 Mio US$, und 600 Mio €, die am 31. Juli 2022 fällig werden.

Einem US-Dollar denominierten Darlehen in Höhe von 1.470 Mio US$, dessen Laufzeit ebenfalls am 31. Juli 2022 endet. Vierteljährliche Tilgungszahlungen in Höhe von 30 Mio US$ begannen am 31. Oktober 2017. Der Restbetrag wird bei Fälligkeit getilgt.

Einem Euro denominierten Darlehen in Höhe von 343 Mio €, dessen Laufzeit ebenfalls am 31. Juli 2022 endet. Vierteljährliche Tilgungszahlungen in Höhe von 7 Mio € begannen am 31. Oktober 2017. Der Restbetrag wird bei Fälligkeit getilgt.

Einem Euro denominierten Darlehen in Höhe von 400 Mio €, ohne vierteljährliche Tilgungszahlungen, das am 30. Juli 2020 fällig wird.

Die variable Verzinsung der Kreditlinien erfolgt auf Basis von EURIBOR / LIBOR zuzüglich einer bestimmten Marge. Die jeweilige Marge ist variabel and hängt vom Verschuldungsgrad der Fresenius Medical Care ab. Dieser wird als Verhältnis der konsolidierten Finanzverbindlichkeiten abzüglich der flüssigen Mittel zum konsolidierten EBITDA (gemäß Definition der Kreditvereinbarung 2012) ermittelt. Zum 31. Dezember 2017 bzw. 31. Dezember 2016 betrug der gewichtete Durchschnittszinssatz der ausstehenden US-Dollar-Tranchen der Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 2,48 % bzw. 2,15 %. Die ausstehenden Euro-Tranchen hatten zum 31. Dezember 2017 bzw. zum 31. Dezember 2016 einen gewichteten Durchschnittszinssatz in Höhe von 0,81 % bzw. 1,25 %.

Die Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 enthält Unterlassungs- und Leistungsverpflichtungen in Bezug auf die FMC-AG & Co. KGaA und ihre Tochterunternehmen. Die Beschränkungen durch diese Vertragsklauseln betreffen unter bestimmten Umständen die Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten und die Gewährung von Sicherungsrechten. Die FMC-AG & Co. KGaA ist außerdem zur Einhaltung eines maximalen Verschuldungsgrads (Verhältnis der Netto-Finanzverbindlichkeiten zum EBITDA) verpflichtet.

Zum 31. Dezember 2017 haben die FMC-AG & Co. KGaA und ihre Tochterunternehmen alle in der Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 festgelegten Verpflichtungen erfüllt.

Am 31. Dezember 2017 bzw. am 31. Dezember 2016 hatte Fresenius Medical Care zusätzlich Letters of Credit in Höhe von rund 2 Mio US$ (1 Mio €) bzw. 4 Mio US$ (3 Mio €) des revolvierenden Kredits in US-Dollar genutzt. Die Letters of Credit waren zu diesen Zeitpunkten nicht in den oben genannten Inanspruchnahmen enthalten, reduzieren jedoch die zur Verfügung stehenden Beträge des revolvierenden Kredits entsprechend.

Kreditvereinbarung 2013

Am 20. Dezember 2012 schlossen die Fresenius SE & Co. KGaA und verschiedene Tochtergesellschaften eine syndizierte Kreditvereinbarung (Kreditvereinbarung 2013) mit verzögerter Ziehung in Höhe von ursprünglich 1.300 Mio US$ und 1.250 Mio € ab. Die Kreditvereinbarung 2013 wurde seit der Auszahlung im Juni 2013 um verschiedene Tranchen erweitert. Des Weiteren wurden sowohl planmäßige Tilgungen als auch freiwillige vorzeitige Rückzahlungen vorgenommen.

Am 14. Oktober 2016 wurde die Kreditvereinbarung 2013 um Fazilitäten in Gesamthöhe von 1.200 Mio € erweitert. Diese setzen sich zusammen aus einer zusätzlichen 900 Mio € Fazilität sowie einer zusätzlichen revolvierenden Fazilität in Höhe von 300 Mio €. Die Aufstockung diente als Finanzierungsquelle zum Erwerb der IDCSalud Holding S.L.U. (Quirónsalud) durch Fresenius Helios. Die Auszahlung dieser zusätzlichen Tranchen erfolgte am 31. Januar 2017.

Am 22. August 2017 wurde die Kreditvereinbarung 2013 refinanziert und die bestehenden besicherten Tranchen durch unbesicherte Tranchen mit Laufzeiten bis 2021 und 2022 in Gesamthöhe von rund 3.800 Mio € ersetzt. Die Fresenius SE & Co. KGaA ist nunmehr alleinige Garantiegeberin.

Die folgenden Tabellen zeigen die zur Verfügung stehenden Fazilitäten und die Inanspruchnahmen aus der Kreditvereinbarung 2013 zum 31. Dezember:

2017
Kreditfazilitäten Inanspruchnahmen
in Mio € in Mio €
Revolvierende Kreditlinie (in €) 1.000 Mio € 1.000 0 Mio € 0
Revolvierende Kreditlinie (in US$) 500 Mio US$ 417 0 Mio Us$ 0
Darlehen 4 Jahre (in €) 750 Mio € 750 750 Mio € 750
Darlehen 5 Jahre (in €) 975 Mio € 975 975 Mio € 975
Darlehen 5 Jahre (in US$) 635 Mio US$ 529 635 Mio Us$ 529
Gesamt   3.671   2.254
abzüglich Finanzierungskosten       16
Gesamt       2.238
2016
Kreditfazilitäten Inanspruchnahmen
in Mio € in Mio €
Revolvierende Kreditlinie (in €) 900 Mio € 900 0 Mio € 0
Revolvierende Kreditlinie (in US$) 300 Mio US$ 284 0 Mio Us$ 0
Darlehen 5 Jahre (in €) 933 Mio € 933 933 Mio € 933
Darlehen 5 Jahre (in US$) 689 Mio US$ 654 689 Mio Us$ 654
Gesamt   2.771   1.587
abzüglich Finanzierungskosten       13
Gesamt       1.574

Enthält nicht die zusätzlichen Kreditfazilitäten in Höhe von 1,2 Mrd €, welche erst im Januar 2017 ausgezahlt wurden

Die Kreditvereinbarung 2013 bestand zum 31. Dezember 2017 aus:

Revolvierenden Kreditfazilitäten in Höhe von 500 Mio US$ und 1.000 Mio €, die am 28. September 2022 fällig werden.

Einem US-Dollar denominierten Darlehen in Höhe von 635 Mio US$, dessen Laufzeit am 28. September 2022 endet. Vierteljährliche Tilgungszahlungen in Höhe von 15 Mio US$ begannen am 28. Dezember 2017. Der Restbetrag wird bei Fälligkeit getilgt.

Einem Euro denominierten Darlehen in Höhe von 975 Mio €, dessen Laufzeit ebenfalls am 28. September 2022 endet. Vierteljährliche Tilgungszahlungen in Höhe von 25 Mio € begannen am 28. Dezember 2017. Der Restbetrag wird bei Fälligkeit getilgt.

Einem Euro denominierten Darlehen in Höhe von 750 Mio €, ohne vierteljährliche Tilgungszahlungen, das am 28. September 2021 fällig wird.

Die variable Verzinsung der Kreditlinien erfolgt auf Basis von EURIBOR / LIBOR zuzüglich einer bestimmten Marge. Die jeweilige Marge ist variabel und hängt vom Verschuldungsgrad der Fresenius SE & Co. KGaA und ihrer Tochtergesellschaften ab. Dieser wird gemäß den Definitionen der Kreditvereinbarung 2013 ermittelt.

Die Kreditvereinbarung 2013 enthält übliche Unterlassungs- und Leistungsverpflichtungen. Die Beschränkungen durch diese Vertragsklauseln betreffen unter bestimmten Umständen die Gewährung von Sicherungsrechten und die Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten. Die Kreditvereinbarung 2013 verpflichtet die Fresenius SE & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften außerdem zur Einhaltung eines maximalen Verschuldungsgrads.

Zum 31. Dezember 2017 hat der Fresenius-Konzern alle in der Kreditvereinbarung 2013 festgelegten Verpflichtungen erfüllt.

Schuldscheindarlehen

Zum 31. Dezember setzten sich die Schuldscheindarlehen des Fresenius-Konzerns abzüglich Finanzierungskosten wie folgt zusammen:

Buchwert
in Mio €
Nominalbetrag Fälligkeit Nominalzins fest/ variabel 2017 2016
Fresenius SE & Co. KGaA 2013 / 2017 125 Mio € 22. Aug. 2017 2,65 % / variabel 0 125
Fresenius SE & Co. KGaA 2014 / 2018 97 Mio € 2. April 2018 2,09 % 97 97
Fresenius SE & Co. KGaA 2014 / 20181 141 Mio € 2. April 2018 variabel 0 141
Fresenius SE & Co. KGaA 2012 / 2018 72 Mio € 4. April 2018 4,09 % 72 72
Fresenius SE & Co. KGaA 2015 / 2018 91 Mio € 8. Oktober 2018 1,07 % / variabel 91 91
Fresenius SE & Co. KGaA 2014 / 2020 262 Mio € 2. April 2020 2,67 % / variabel 262 260
Fresenius SE & Co. KGaA 2017 / 2022 372 Mio € 31. Januar 2022 0,93 %/ variabel 371 0
Fresenius SE & Co. KGaA 2015 / 2022 21 Mio € 7. April 2022 1,61 % 21 21
Fresenius SE & Co. KGaA 2017 / 2024 421 Mio € 31. Januar 2024 1,40 %/ variabel 420 0
Fresenius SE & Co. KGaA 2017 / 2027 207 Mio € 29. Januar 2027 1,96 %/ variabel 206 0
Fresenius US Finance II, Inc. 2016 / 2021 342 Mio US$ 10. März 2021 2,66 %/ variabel 284 323
Fresenius US Finance II, Inc. 2016 / 2023 58 Mio US$ 10. März 2023 3,12 %/ variabel 49 56
Schuldscheindarlehen       1.873 1.186

1 Gekündigte Tranchen am 3. April 2017 zurückgezahlt

Am 19. Dezember 2016 hat die Fresenius SE & Co. KGaA Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 1.000 Mio € begeben. Sie bestehen aus Tranchen mit fester und variabler Verzinsung und Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren. Die Auszahlung erfolgte am 31. Januar 2017. Der Emissionserlös diente allgemeinen Unternehmenszwecken sowie der Finanzierung des Erwerbs der IDCSalud Holding S.L.U. (Quirónsalud) durch Fresenius Helios.

Zum Zwecke der Optimierung der Kapitalstruktur und der weiteren Senkung von Finanzierungskosten wurden zwei variabel verzinsliche Schuldscheindarlehen in Höhe von 76 Mio € und 65 Mio €, welche ursprünglich am 2. April 2018 fällig geworden wären, mit Wirkung zum 3. April 2017 gekündigt und vorzeitig zurückgeführt.

Die am 22. August 2017 fälligen Schuldscheindarlehen der Fresenius SE & Co. KGaA in Höhe von insgesamt 125 Mio € wurden planmäßig zurückgezahlt. Die am 2. April 2018 bzw. 4. April 2018 fälligen Schuldscheindarlehen der Fresenius SE & Co. KGaA in Höhe von 97 Mio € bzw. 72 Mio € sowie die am 8. Oktober 2018 fälligen Schuldscheindarlehen der Fresenius SE & Co. KGaA in Höhe von 91 Mio € werden in der Konzern-Bilanz als kurzfristig fälliger Teil der langfristigen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen ausgewiesen.

Die am 4. April 2016 fälligen Schuldscheindarlehen der Fresenius SE & Co. KGaA in Höhe von 108 Mio € wurden planmäßig zurückgezahlt.

Am 10. März 2016 hat die Fresenius US Finance II, Inc. Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 400 Mio US$ begeben. Sie bestehen aus Tranchen mit fester und variabler Verzinsung und Laufzeiten von fünf und sieben Jahren.

Die Schuldscheindarlehen der Fresenius SE & Co. KGaA werden von der Fresenius Kabi AG und der Fresenius ProServe GmbH garantiert. Die Schuldscheindarlehen der Fresenius US Finance II, Inc. werden von der Fresenius SE & Co. KGaA, der Fresenius Kabi AG und der Fresenius ProServe GmbH garantiert.

Zum 31. Dezember 2017 hat der Fresenius-Konzern die Verpflichtungen aus den Bedingungen der Schuldscheindarlehen erfüllt.

Forderungsverkaufsprogramm der Fresenius Medical Care

Die von der Fresenius Medical Care abgeschlossene Rahmenvereinbarung über Forderungsverkäufe (das Forderungsverkaufsprogramm) mit einem Gesamtvolumen von 800 Mio US$ (667 Mio €) wurde am 6. Dezember 2016 bis zum 6. Dezember 2019 verlängert.

Zum 31. Dezember 2017 bestanden Verbindlichkeiten aus dem Forderungsverkaufsprogramm in Höhe von 353 Mio US$ (294 Mio €) (2016: 175 Mio US$ (166 Mio €)). In den angegebenen Beträgen sind die Finanzierungskosten nicht berücksichtigt. Weiterhin hatte Fresenius Medical Care zum 31. Dezember 2017 im Rahmen des Forderungsverkaufsprogramms Letters of Credit in Höhe von 71 Mio US$ (59 Mio €) (2016: 16 Mio US$ (15 Mio €)) genutzt. Die Letters of Credit waren nicht in den oben genannten Inanspruchnahmen zum 31. Dezember 2017 enthalten, reduzieren jedoch die zur Verfügung stehenden Beträge des Forderungsverkaufsprogramms entsprechend.

Im Rahmen dieses Programms werden zunächst bestimmte Forderungen an die NMC Funding Corp. (NMC Funding), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Fresenius Medical Care, verkauft. Die NMC Funding tritt anschließend in gewissem Umfang Eigentumsrechte aus diesen Forderungen anteilig an bestimmte Bankinvestoren ab. Gemäß den vertraglichen Bestimmungen des Forderungsverkaufsprogramms behält sich die NMC Funding das Recht vor, jederzeit an die Banken übertragene Eigentumsrechte zurückzufordern. Folglich verbleiben die Forderungen in der Konzern-Bilanz und die Erlöse aus der Abtretung werden als langfristige Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Die NMC Funding zahlt den Bankinvestoren Zinsen, die auf der Grundlage des Zinses für Geldmarktpapiere (commercial paper rate) für die jeweils gewählten Tranchen ermittelt werden. Zum 31. Dezember 2017 und 2016 lag der Zinssatz bei 1,40 % und 1,00 %. Refinanzierungskosten einschließlich Rechtskosten und Bankgebühren werden über die Laufzeit des Forderungsverkaufsprogramms abgeschrieben.

KREDITLINIEN UND SONSTIGE LIQUIDITÄTSQUELLEN

Neben den zuvor beschriebenen Verbindlichkeiten stehen dem Fresenius-Konzern weitere Kreditfazilitäten zur Verfügung, die zum Stichtag nicht oder nur teilweise genutzt waren. Der zusätzlich verfügbare Finanzierungsspielraum aus freien Kreditlinien betrug am 31. Dezember 2017 rund 3,7 Mrd €.

Davon entfielen auf syndizierte Kreditlinien 2,7 Mrd €. Dieser Betrag umfasst die ungenutzten Mittel der Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 in Höhe von 1.291 Mio € und die ungenutzten Mittel aus der Kreditvereinbarung 2013 in Höhe von 1.417 Mio €. Des Weiteren bestanden bilaterale Kreditlinien in Höhe von rund 1.000 Mio €, die einzelne Konzerngesellschaften mit Geschäftsbanken vereinbart haben. Sie werden für allgemeine Geschäftszwecke verwendet und sind in der Regel unbesichert.

Neben diesen Kreditfazilitäten verfügt die Fresenius SE & Co. KGaA außerdem über ein Commercial-Paper-Programm, in dessen Rahmen kurzfristige Schuldtitel von bis zu 1.000 Mio € ausgegeben werden können. Am 31. Dezember 2017 war das Commercial-Paper-Programm der Fresenius SE & Co. KGaA mit 715 Mio € genutzt.

Fresenius Medical Care kann ebenfalls im Rahmen eines Commercial-Paper-Programms kurzfristige Schuldtitel von bis zu 1.000 Mio € ausgeben. Am 31. Dezember 2017 war das Commercial-Paper-Programm der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA mit 680 Mio € genutzt.

Darüber hinaus bestehen weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen des Fresenius Medical Care Forderungsverkaufsprogramms mit einem maximalen Volumen von 800 Mio US$ (667 Mio €), das zum 31. Dezember 2017 mit 424 Mio US$ (353 Mio €) in Anspruch genommen war.

Zwischenfinanzierung

Am 25. April 2017 hat die Fresenius SE & Co. KGaA eine Zwischenfinanzierung in Höhe von 4.200 Mio US$ mit einer Laufzeit von 18 Monaten für die Akquisition von Akorn, Inc. abgeschlossen, die zum 31. Dezember 2017 nicht in Anspruch genommen wurde. Es ist geplant, die Zwischenfinanzierung durch eine Kombination aus in Euro und US-Dollar denominierten langfristigen Finanzierungsinstrumenten abzulösen oder zu refinanzieren.

Die im September 2016 abgeschlossene Zwischenfinanzierung für den Erwerb der IDCSalud Holding S.L.U. (Quirónsalud) mit einem ursprünglichen Nominalvolumen von 3.750 Mio € wurde im Januar 2017 vorzeitig gekündigt, ohne dass sie zuvor in Anspruch genommen worden war.

23. ANLEIHEN

Zum 31. Dezember setzten sich die Anleihen des Fresenius-Konzerns abzüglich Finanzierungskosten wie folgt zusammen:

Buchwert
in Mio €
Nominalbetrag Fälligkeit Nominalzins 2017 2016
Fresenius Finance Ireland PLC 2017 / 2022 700 Mio € 31.Jan. 2022 0,875 % 695 0
Fresenius Finance Ireland PLC 2017 / 2024 700 Mio € 30. Jan. 2024 1,50 % 696 0
Fresenius Finance Ireland PLC 2017 / 2027 700 Mio € 1. Feb. 2027 2,125 % 692 0
Fresenius Finance Ireland PLC 2017 / 2032 500 Mio € 30.Jan 2032 3,00 % 494 0
Fresenius SE & Co. KGaA 2014 / 2019 300 Mio € 1. Feb. 2019 2,375 % 299 299
Fresenius SE & Co. KGaA 2012 / 2019 500 Mio € 15. Apr. 2019 4,25 % 499 498
Fresenius SE & Co. KGaA 2013 / 2020 500 Mio € 15. Juli 2020 2,875 % 498 497
Fresenius SE & Co. KGaA 2014 / 2021 450 Mio € 1. Feb. 2021 3,00 % 446 445
Fresenius SE & Co. KGaA 2014 / 2024 450 Mio € 1. Feb. 2024 4,00 % 449 449
Fresenius US Finance II, Inc. 2014 / 2021 300 Mio US$ 1. Feb. 2021 4,25 % 249 283
Fresenius US Finance II, Inc. 2015 / 2023 300 Mio US$ 15. Jan. 2023 4,50 % 248 281
FMC Finance VII S.A. 2011/ 2021 300 Mio € 15. Feb. 2021 5,25 % 297 295
FMC Finance VIII S.A. 2011/ 2018 400 Mio € 15. Sept. 2018 6,50 % 399 397
FMC Finance VIII S.A. 2012/ 2019 250 Mio € 31. Juli 2019 5,25 % 245 244
Fresenius Medical Care US Finance, Inc. 2007 / 2017 500 Mio US$ 15. Juli 2017 6,875 % 0 473
Fresenius Medical Care US Finance, Inc. 2011/ 2021 650 Mio US$ 15. Feb. 2021 5,75 % 538 611
Fresenius Medical Care US Finance II, Inc. 2011/ 2018 400 Mio US$ 15. Sept. 2018 6,50 % 332 377
Fresenius Medical Care US Finance II, Inc. 2012 / 2019 800 Mio US$ 31. Juli 2019 5,625 % 666 757
Fresenius Medical Care US Finance II, Inc. 2014 / 2020 500 Mio US$ 15. Okt. 2020 4,125 % 415 471
Fresenius Medical Care US Finance II, Inc. 2012 / 2022 700 Mio US$ 31.Jan. 2022 5,875 % 581 661
Fresenius Medical Care US Finance II, Inc. 2014 / 2024 400 Mio US$ 15. Okt. 2024 4,75 % 331 376
Anleihen       9.069 7.414

FRESENIUS SE & CO. KGAA

Am 30. Januar 2017 hat die Fresenius Finance Ireland PLC, eine Tochtergesellschaft der Fresenius SE & Co. KGaA, Anleihen im Gesamtvolumen von 2,6 Mrd € begeben. Sie bestehen aus vier Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben, zehn und fünfzehn Jahren. Der Emissionserlös diente der Finanzierung der Akquisition von IDCSalud Holding S.L.U. (Quirónsalud) sowie allgemeinen Unternehmenszwecken.

Am 29. Juli 2016 wurde die Fresenius Tochtergesellschaft Fresenius Finance B.V. als Emittentin der ausstehenden Fresenius Finance B.V. Anleihen durch die Muttergesellschaft Fresenius SE & Co. KGaA ersetzt.

Alle Anleihen der Fresenius US Finance II, Inc. und der Fresenius Finance Ireland PLC werden von der Fresenius SE & Co. KGaA garantiert. Die Gläubiger dieser Anleihen haben das Recht, einen Rückkauf der Anleihe durch die Emittenten zu 101 % des Nennwerts zuzüglich aufgelaufener Zinsen zu fordern, wenn es nach einem Kontrollwechsel zu einer Herabstufung des Ratings der jeweiligen Anleihe kommt. Die Anleihen der Fresenius SE & Co. KGaA, der Fresenius US Finance II, Inc. und der Fresenius Finance Ireland PLC können vor ihrer Fälligkeit zu einem Rückzahlungskurs von 100 % zuzüglich aufgelaufener Zinsen und einer in den Anleihebedingungen festgelegten Prämie unter Einhaltung bestimmter Fristen von den Emittenten zurückgekauft werden.

Die Fresenius SE & Co. KGaA ist zum Schutz der Anleihegläubiger verschiedene Verpflichtungen eingegangen, die in gewissem Umfang den Handlungsspielraum der Fresenius SE & Co. KGaA und ihrer Tochtergesellschaften (außer Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) und deren Tochtergesellschaften) im Hinblick auf die Aufnahme weiterer Verschuldung, die Belastung oder Veräußerung von Vermögenswerten, das Eingehen von Sale-and-lease-back-Transaktionen sowie Zusammenschlüsse und Verschmelzungen mit anderen Gesellschaften einschränken. Einige dieser Auflagen wurden automatisch ausgesetzt, da das Rating der jeweiligen Anleihe einen sogenannten Investment Grade Status erreicht hat. Bei bestimmten Verstößen gegen die Anleihebedingungen steht den Anleihegläubigern, sofern sie in ihrer Gesamtheit mindestens 25 % des ausstehenden Anleihebetrags besitzen, das Recht zu, die Anleihe fällig zu stellen und die sofortige Rückzahlung des Anleihebetrags plus Zinsen zu verlangen. Der Fresenius-Konzern befand sich zum 31. Dezember 2017 in Übereinstimmung mit seinen diesbezüglichen Verpflichtungen.

FRESENIUS MEDiCAL CARE AG & CO. KGAA

Die fälligen Anleihen der Fresenius Medical Care US Finance, Inc. wurden am 17. Juli 2017 planmäßig zurückgezahlt. Die jeweils am 15. September 2018 fällig werdenden Anleihen der FMC Finance VIII S.A. in Höhe von 400 Mio € und der Fresenius Medical Care US Finance II, Inc. in Höhe von 400 Mio US$ werden in der Konzern-Bilanz unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten als kurzfristig fälliger Teil der Anleihen ausgewiesen.

Die am 15. Juli 2016 fälligen Anleihen der FMC Finance VI S.A. und die am 15. Oktober 2016 fälligen Anleihen der FMC Finance VIII S.A. wurden planmäßig zurückgezahlt.

Die Anleihen der Fresenius Medical Care US Finance, Inc., der Fresenius Medical Care US Finance II, Inc., der FMC Finance VII S.A. und der FMC Finance VIII S.A. (hundertprozentige Tochtergesellschaften der FMC-AG & Co. KGaA) werden durch die Gesellschaften FMC-AG & Co. KGaA und Fresenius Medical Care Holdings, Inc. gesamtschuldnerisch garantiert. Die Anleihegläubiger haben das Recht, einen Rückkauf der jeweiligen Anleihe durch den jeweiligen Emittenten zu 101 % des Nennwerts zuzüglich aufgelaufener Zinsen zu fordern, wenn es nach einem Kontrollwechsel der FMC-AG & Co. KGaA zu einer Herabstufung des Ratings der jeweiligen Anleihen kommt. Die Emittenten haben jederzeit das Recht, die Anleihen zu 100 % des Nennwerts zuzüglich aufgelaufener Zinsen und bestimmten in den Anleihebedingungen festgelegten Aufschlägen zurückzukaufen.

Die FMC-AG & Co. KGaA ist zum Schutz der Anleihegläubiger verschiedene Verpflichtungen eingegangen, die unter bestimmten Umständen den Spielraum der FMC-AG & Co. KGaA und ihrer Tochtergesellschaften im Hinblick auf die Aufnahme weiterer Verschuldung, die Belastung oder Veräußerung von Vermögenswerten, das Eingehen von Sale-and-lease-back-Transaktionen sowie Zusammenschlüsse und Verschmelzungen mit anderen Gesellschaften einschränken. Einige dieser Auflagen wurden automatisch ausgesetzt, da das Rating der jeweiligen Anleihen einen sogenannten Investment Grade Status erreicht hat. Zum 31. Dezember 2017 haben die FMC-AG & Co. KGaA und ihre Tochterunternehmen alle Verpflichtungen aus den Anleihebedingungen erfüllt.

24. WANDELANLEIHEN

Zum 31. Dezember setzten sich die Wandelanleihen des Fresenius-Konzerns abzüglich Finanzierungskosten wie folgt zusammen:

Buchwert
in Mio €
Nominalbetrag Fälligkeit Coupon Aktueller Wandlungspreis 2017 2016
Fresenius SE & Co. KGaA 2014 / 2019 500 Mio € 24. Sep. 2019 0,000% 49,3599 € 483 474
Fresenius SE & Co. KGaA 2017 / 2024 500 Mio € 31. Jan. 2024 0,000% 107,0979 € 448 0
Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA 2014 / 2020 400 Mio € 31. Jan. 2020 1,125 % 73,4408 € 387 380
Wandelanleihen         1.318 854

Die Fresenius SE & Co. KGaA hat am 31. Januar 2017 eine eigenkapital-neutrale Wandelanleihe im Volumen von 500 Mio € mit einer Laufzeit bis 2024 begeben. Die Wandelanleihe ist unverzinslich und wurde zu einem Emissionspreis von 101 % ausgegeben. Dies entspricht einer Rückzahlungsrendite von - 0,142 % pro Jahr. Der anfängliche Wandlungspreis beträgt 107,0979 €. Dies entspricht einer Prämie von 45 % auf den Referenzkurs der Fresenius-Aktie von 73,8606 €. Der Emissionserlös diente der Finanzierung der Akquisition von IDCSalud Holding S.L.U. (Quirónsalud) sowie allgemeinen Unternehmenszwecken.

Zum 31. Dezember 2017 hatten die in die Wandelanleihen eingebetteten Derivate der Fresenius SE & Co. KGaA einen Marktwert in Höhe von 206 Mio €. Der Marktwert des in die Wandelanleihe eingebetteten Derivats der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) lag zum 31. Dezember 2017 bei 102 Mio €. Zur Absicherung zukünftiger Marktwertschwankungen dieser Derivate haben die Fresenius SE & Co. KGaA und die FMC-AG & Co. KGaA Aktienoptionen (Call Optionen) erworben, die zum 31. Dezember 2017 in Summe ebenfalls einen Marktwert in Höhe von 206 Mio € bzw. 102 Mio € aufwiesen.

Die Wandlungen erfolgen durch Barausgleich. Über den Wandlungspreis hinausgehende Kurssteigerungen der Fresenius-Aktie und der Fresenius Medical Care-Aktie würden durch die korrespondierenden Wertsteigerungen der Call Optionen ausgeglichen.

Die in die Wandelanleihen eingebetteten Derivate und die Call Optionen sind in der Konzern-Bilanz in den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten / Vermögenswerten ausgewiesen.

25. PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

GRUNDLAGEN

Der Fresenius-Konzern hat Pensionsverpflichtungen und bildet Pensionsrückstellungen für laufende und zukünftige Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter des Fresenius-Konzerns. Je nach rechtlicher, wirtschaftlicher und steuerlicher Gegebenheit eines Landes bestehen dabei unterschiedliche Systeme der Alterssicherung. Der Fresenius-Konzern unterhält zwei Arten von Versorgungssystemen. Dies sind zum einen leistungs- und zum anderen beitragsorientierte Versorgungspläne. Die Höhe der Pensionsleistungen hängt bei leistungsorientierten Versorgungsplänen grundsätzlich von der gesamten bzw. einem Teil der Beschäftigungsdauer sowie dem letzten Gehalt der Mitarbeiter ab. In beitragsorientierten Versorgungsplänen werden die Pensionsleistungen durch die Höhe der Beiträge der Mitarbeiter und der Arbeitgeber sowie der Erträge aus dem Planvermögen festgelegt. Die Beiträge können durch gesetzliche Höchstbeträge begrenzt sein.

Im Falle des Ausscheidens eines Mitarbeiters ist der Fresenius-Konzern bei leistungsorientierten Pensionsplänen verpflichtet, die zugesagten Leistungen an den ehemaligen Mitarbeiter zu zahlen, wenn diese fällig werden. Leistungsorientierte Versorgungspläne können rückstellungs- oder fondsfinanziert sein. Fondsfinanzierte Versorgungspläne bestehen im Fresenius-Konzern im Wesentlichen in den USA, in Norwegen, in Großbritannien, in den Niederlanden und in Österreich. Rückstellungsfinanzierte Versorgungspläne bestehen in Deutschland und Frankreich.

Die Höhe der Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen wird auf Basis versicherungsmathematischer Annahmen berechnet, wodurch Schätzungen erforderlich werden. Die Annahmen zur Lebenserwartung, der Abzinsungsfaktor sowie die künftigen Gehalts- und Leistungsniveaus beeinflussen als wesentliche Parameter die Höhe der Pensionsverpflichtung. Im Rahmen der fondsfinanzierten Pläne des Fresenius-Konzerns werden Vermögenswerte für die Erbringung der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen gehalten. Der erwartete Ertrag aus diesem Planvermögen wird in der entsprechenden Periode als Ertrag erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste entstehen, wenn sich die tatsächlichen Werte der Parameter eines Jahres von den versicherungsmathematischen Annahmen für dieses Jahr unterscheiden sowie bei Abweichungen zwischen tatsächlichem und erwartetem Barwert der Versorgungszusage und des Ertrags auf das Planvermögen. Die Pensionsrückstellungen einer Gesellschaft werden durch diese versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste beeinflusst.

Des Weiteren werden die Pensionsrückstellungen durch verschiedene Risiken beeinflusst. Diesen Risiken ist der Fresenius-Konzern im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinsänderungsrisiko ist der Fresenius-Konzern dem Kapitalmarkt- bzw. Anlagerisiko ausgesetzt.

Die Pensionsverpflichtungen des Fresenius-Konzerns werden bei einem fondsfinanzierten Versorgungsplan mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Planvermögen saldiert (Finanzierungsstatus). Übersteigt die Pensionsverpflichtung den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens, so wird eine Pensionsrückstellung in der Konzern-Bilanz ausgewiesen. Übersteigt das Planvermögen die Verpflichtung aus der Pensionszusage und hat das Unternehmen einen Anspruch auf Rückerstattung oder Minderung künftiger Beitragszahlungen an den Fonds, so wird in der Konzern-Bilanz ein Aktivposten unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen zahlt der Fresenius-Konzern während der Dienstzeit eines Mitarbeiters durch den Mitarbeiter festgelegte Beiträge an einen unabhängigen Dritten. Durch diese Beiträge sind alle Verpflichtungen des Fresenius-Konzerns abgegolten. Scheidet der Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus, so behält er den Anspruch auf seine geleisteten Beiträge und den unverfallbaren Anteil der vom Unternehmen geleisteten Beiträge. Der Fresenius-Konzern unterhält einen wesentlichen beitragsorientierten Versorgungsplan für Mitarbeiter in den USA.

LEISTUNGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE

Die Pensionsverpflichtungen (Defined benefit obligation - DBO) des Fresenius-Konzerns zum 31. Dezember 2017 in Höhe von 1.671 Mio € (2016: 1.671 Mio €) waren mit 526 Mio € (2016: 532 Mio €) durch Fondsvermögen gedeckt und mit 1.145 Mio € (2016: 1.139 Mio €) rückstellungsfinanziert. Zusätzlich sind in den Pensionsrückstellungen Pensionszusagen anderer Tochtergesellschaften der Fresenius Medical Care in Höhe von 37 Mio € (2016: 34 Mio €) enthalten. Der kurzfristige Teil der Pensionsrückstellungen in Höhe von 19 Mio € (2016: 18 Mio €) wird in der Konzern-Bilanz unter den kurzfristigen Rückstellungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der langfristige Teil der Rückstellungen in Höhe von 1.163 Mio € (2016: 1.155 Mio €) wird als Pensionsrückstellung ausgewiesen.

Der größte Teil der Pensionsrückstellungen entfällt auf Deutschland. Zum 31. Dezember 2017 wurden 78 % der Pensionsrückstellungen in Deutschland gebildet, weitere 20 % verteilen sich überwiegend auf das übrige Europa und Nordamerika. Von den Bezugsberechtigten waren 52 % in Nordamerika, 33 % in Deutschland und der Rest im übrigen Europa bzw. auf anderen Kontinenten beschäftigt.

Die Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.182 Mio € beruhen zu 70 % auf der "Versorgungsordnung der Fresenius-Unternehmen" von 2016 (Pensionsplan 2016), die, mit Ausnahme von Fresenius Helios, für die meisten deutschen Gesellschaften gilt. Die übrigen Pensionsrückstellungen entfallen auf individuelle Versorgungspläne von deutschen Gesellschaften des Unternehmensbereichs Fresenius Helios und von ausländischen Gesellschaften des Fresenius-Konzerns.

Die Pensionszahlungen hängen generell von der Beschäftigungsdauer und der Vergütung des Mitarbeiters bei Eintritt des Versorgungsfalles ab. Wie in Deutschland üblich, sind die dortigen Pensionszusagen der Gesellschaften des Fresenius-Konzerns unmittelbare Versorgungszusagen. Für den deutschen Pensionsplan 2016 besteht kein gesonderter Pensionsfonds.

Für die Mitarbeiter der Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH), einer Tochtergesellschaft der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA, in den USA bestehen ein leistungsorientierter Pensionsplan sowie ergänzende Pensionspläne für leitende Mitarbeiter, die im 1. Quartal 2002 gekürzt wurden.

Durch diese Plankürzung werden im Wesentlichen alle gemäß den Plänen anspruchsberechtigten Mitarbeiter keine zusätzlichen Versorgungsansprüche für zukünftige Leistungen mehr erhalten. Die FMCH hat alle Pensionsverpflichtungen der Gesellschaft aus den unverfallbaren und eingefrorenen Pensionsansprüchen der Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Plankürzung beibehalten. Jedes Jahr führt FMCH dem Pensionsplan, der die US-amerikanischen Angestellten abdeckt, mindestens den Betrag zu, der sich aufgrund gesetzlicher Vorschriften (Employee Retirement Income Security Act of 1974 in seiner ergänzten Form) ergibt. Im Geschäftsjahr 2017 sahen die gesetzlichen Vorschriften keine Mindestzuführung für den leistungsorientierten Pensionsplan vor. Im Jahr 2017 wurden freiwillige Zuführungen in Höhe von 1 Mio € getätigt. Die erwarteten Zuführungen für das Jahr 2018 betragen 1 Mio €.

Zusätzlich zu den beschriebenen Zusagen werden von anderen Tochtergesellschaften der Fresenius Medical Care außerhalb der USA, Deutschland und Frankreich gesonderte Zusagen auf Altersrente gewährt. Die Pensionsrückstellung für diese Zusagen beträgt zum 31. Dezember 2017 bzw. 31. Dezember 2016 37 Mio € bzw. 34 Mio €. Die kurzfristige Pensionsrückstellung anderer Tochtergesellschaften in Höhe von 3 Mio € (2016: 2 Mio €) wird in der Konzern-Bilanz unter den kurzfristigen Rückstellungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der langfristige Teil der Rückstellungen in Höhe von 34 Mio € (2016: 32 Mio €) wird als Pensionsrückstellung ausgewiesen.

Der Fresenius-Konzern hat Pensionsverpflichtungen in Höhe von 683 Mio € aus Pensionsplänen, die entweder vollständig oder teilweise durch einen Pensionsfonds gedeckt werden. Pensionsverpflichtungen aus Pensionsplänen ohne Fondsvermögen belaufen sich auf 988 Mio €.

Im Folgenden werden die Veränderung der Pensionsverpflichtungen, die Veränderung des Planvermögens, der Finanzierungsstatus der Versorgungspläne und die Pensionsrückstellung dargestellt. Die Rentenzahlungen in der Veränderung der Pensionsverpflichtungen beinhalten Zahlungen sowohl aus den fondsfinanzierten als auch aus den rückstellungsfinanzierten Versorgungsplänen. Dagegen beinhalten die Rentenzahlungen in der Veränderung des Planvermögens lediglich die Zahlungen, die über Pensionsfonds geleistet werden.

Die Pensionsrückstellung stellte sich wie folgt dar:

in Mio € 2017 2016
Pensionsverpflichtungen zu Beginn des Jahres 1.671 1.489
Veränderungen im Konsolidierungskreis 28 3
Währungsumrechnungsdifferenzen - 63 5
Laufender Dienstzeitaufwand 63 54
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inkl. Plankürzungen)   3
Planabgeltungen - 1 - 9
Zinsaufwendungen 40 45
Mitarbeiterbeiträge 3 3
Übertragungen 3 5
Neubewertungen - 29 123
Versicherungsmathematische Verluste (Gewinne) aus Änderungen der finanziellen Annahmen - 33 137
Versicherungsmathematische Verluste (Gewinne) aus Änderungen der biometrischen Annahmen - 4 - 13
Versicherungsmathematische Verluste (Gewinne) aus erfahrungsbedingten Anpassungen 8 - 1
Rentenzahlungen - 44 - 50
Pensionsverpflichtungen am Ende des Jahres 1.671 1.671
davon unverfallbar 1.392 1.397
Marktwert des Planvermögens zu Beginn des Jahres 532 422
Veränderungen im Konsolidierungskreis 22 -
Währungsumrechnungsdifferenzen - 47 7
Tatsächliche Erträge (Aufwendungen) des Planvermögens 31 31
Zinserträge aus Planvermögen 17 14
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen 14 17
Arbeitgeberbeiträge 10 107
Mitarbeiterbeiträge 3 3
Abgeltung von Planvermögen - 1 - 8
Übertragungen 4 5
Gewinne aus Desinvestitionen - 1 -
Rentenzahlungen - 27 - 35
Marktwert des Planvermögens am Ende des Jahres 526 532
Finanzierungsstatus zum 31. Dezember 1.145 1.139
Pensionspläne anderer Tochtergesellschaften 37 34
Pensionsrückstellung zum 31. Dezember 1.182 1.173

Das Planvermögen wird weder im Fresenius-Konzern noch in verbundenen Unternehmen des Fresenius-Konzerns investiert.

Zum 31. Dezember 2017 und zum 31. Dezember 2016 überstieg in keinem Pensionsplan der Marktwert des Planvermögens die Pensionsverpflichtungen. Des Weiteren ergaben sich zum Jahresende 2017 und 2016 keine Auswirkungen auf die Begrenzung des Vermögenswerts für die Leistungszusage (Asset Ceiling).

Die Zinssätze der einzelnen Pläne basieren auf den Renditen von Portfolios aus Fremdkapitalinstrumenten mit hohem Rating und Laufzeiten, die den Zeithorizont der Pensionsverpflichtung widerspiegeln. Der Zinssatz des Fresenius-Konzerns ergibt sich aus dem mit den Pensionsverpflichtungen der einzelnen Pläne gewichteten Durchschnitt dieser Zinssätze.

Den errechneten Pensionsverpflichtungen liegen folgende gewichtete durchschnittliche Annahmen zum 31. Dezember zugrunde:

in % 2017 2016
Zinssatz 2,53 2,56
Gehaltsdynamik 2,80 2,87
Rententrend 1,39 1,46

Die versicherungsmathematischen Gewinne, die im Geschäftsjahr zu einer Verminderung des Anwartschaftsbarwerts der Versorgungszusagen führten, ergeben sich im Wesentlichen aus der der versicherungsmathematischen Berechnung zugrunde liegenden Änderung der Abzinsungssätze sowie der Änderung der Annahmen zu Inflation und Mortalitäten. Versicherungsmathematische Verluste bestanden in Höhe von insgesamt 635 Mio € (2016: 707 Mio €).

Sensitivitätsanalyse

Ein Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen um 0,5 %-Punkte hätte auf die Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2017 folgende Auswirkungen:

Entwicklung der Pensionsverpflichtung
in Mio €
0,5 %-Punkte Anstieg 0,5 %-Punkte Rückgang
Zinssatz - 145 167
Gehaltsdynamik 25 - 24
Rententrend 87 - 76

Den Sensitivitätsberechnungen liegt die durchschnittliche Laufzeit der zum 31. Dezember 2017 ermittelten Versorgungsverpflichtungen zugrunde. Die Berechnungen wurden für die als wesentlich eingestuften versicherungsmathematischen Parameter isoliert vorgenommen, um die Auswirkungen auf den zum 31. Dezember 2017 berechneten Barwert der Pensionsverpflichtungen separat aufzuzeigen. In der Sensitivitätsanalyse für die Gehaltsdynamik und den Rententrend ist der US-amerikanische Plan nicht enthalten, da dieser eingefroren ist und die Veränderungen der beiden versicherungsmathematischen Annahmen deshalb keinen Einfluss auf die Pensionsverpflichtung haben.

Sonstige Erläuterungen

Der Pensionsaufwand aus den leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von 86 Mio € (2016: 88 Mio €) setzte sich aus folgenden Komponenten zusammen:

in Mio € 2017 2016
Dienstzeitaufwand 63 57
Nettozinsaufwand 23 31
Pensionsaufwand 86 88

Der Pensionsaufwand wird den Umsatzkosten, den Vertriebskosten, allgemeinen Verwaltungskosten oder den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen als Personalaufwand zugeordnet. Dies ist davon abhängig, in welchem Bereich der Bezugsberechtigte beschäftigt ist.

Dem errechneten Pensionsaufwand liegen folgende gewichtete durchschnittliche Annahmen zum 31. Dezember zugrunde:

in % 2017 2016
Zinssatz 2,47 3,06
Gehaltsdynamik 2,82 2,85
Rententrend 1,46 1,62

Die folgende Tabelle zeigt die in den nächsten zehn Jahren erwarteten Rentenzahlungen:

Geschäftsjahr in Mio €
2018 43
2019 45
2020 48
2021 51
2022 55
2023 bis 2027 327
Summe der erwarteten Rentenzahlungen 569

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung belief sich zum 31. Dezember 2017 und zum 31. Dezember 2016 jeweils auf 19 Jahre.

Die Marktwerte des Planvermögens, gegliedert nach Kategorien, beliefen sich auf:

31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
in Mio € Quotierte Marktpreise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte Level 1 Direkt oder indirekt beobachtbare Marktpreise auf aktiven Märkten Level 2 Summe Quotierte Marktpreise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte Level 1 Direkt oder indirekt beobachtbare Marktpreise auf aktiven Märkten Level 2 Summe
Kategorien der Planvermögen            
Eigenkapitalpapiere 72 72 144 66 83 149
Index-Fonds1 47 72 119 53 83 136
Sonstige Eigenkapitalpapiere 25 0 25 13 0 13
Festverzinsliche Wertpapiere 117 204 321 123 215 338
Staatsanleihen2 10 1 11 40 1 41
Unternehmensanleihen3 69 199 268 35 209 244
Sonstige festverzinsliche Wertpapiere4 38 4 42 48 5 53
Sonstige5 46 15 61 31 14 45
Gesamt 235 291 526 220 312 532

1 Diese Kategorie beinhaltet hauptsächlich kostengünstige, nicht aktiv gemanagte eigenkapitalbasierte Index-Fonds, die den S & P 500, S & P 400, Russell 2000, MSCI Emerging Markets Index und Morgan Stanley International EAFE Index nachbilden.
2 Diese Kategorie beinhaltet hauptsächlich festverzinsliche Wertpapiere der US-Regierung und von der Regierung geförderten Instanzen.
3 Diese Kategorie beinhaltet hauptsächlich Investment-Grade Anleihen von US-Emittenten diverser Industrien.
4 Diese Kategorie beinhaltet hauptsächlich privat platzierte Anleihen sowie hypothekarisch besicherte Anleihen sowie flüssige Mittel und Fonds, die in US Treasury Schatzanweisungen sowie in US Treasury besicherte Instrumente investieren.
5 Diese Kategorie beinhaltet hauptsächlich flüssige Mittel, Geldmarktfonds sowie Investmentfonds, die in Unternehmensanleihen höchster Bonität investieren.

Im Folgenden werden die wesentlichen Methoden und Werte, die zur Ermittlung der Marktwerte des Planvermögens zugrunde lagen, erläutert:

Die Marktwerte der Index-Fonds basieren auf Marktpreisen.

Sonstige Eigenkapitalpapiere werden zu ihrem Marktpreis am Bilanzstichtag bewertet.

Staatsanleihen werden sowohl zu quotierten Marktpreisen (Level 1) als auch zu direkt oder indirekt beobachtbaren Marktpreisen (Level 2) bewertet.

Die Marktwerte der Unternehmensanleihen und der sonstigen Anleihen basieren auf Marktpreisen zum Bilanzstichtag.

Flüssige Mittel werden zu ihrem Nominalwert angesetzt, der dem Marktwert entspricht.

US Treasury Geldmarktfonds sowie andere Geldmarkt- und Investmentfonds werden zu ihrem Marktpreis bewertet.

Investmentpolitik und Strategie für das Planvermögen in den USA

Der Fresenius-Konzern überprüft regelmäßig die Annahme über die erwartete langfristige Rendite des Planvermögens. Im Rahmen dieser Überprüfung wird eine Bandbreite für die erwartete langfristige Rendite des gesamten Planvermögens ermittelt, indem erwartete zukünftige Renditen für jede Klasse von Vermögenswerten mit dem Anteil der jeweiligen Klasse am gesamten Planvermögen gewichtet werden. Die ermittelte Renditebandbreite basiert sowohl auf aktuelle ökonomische Rahmendaten berücksichtigenden Prognosen langfristiger Renditen als auch auf historischen Marktdaten über vergangene Renditen, Korrelationen und Volatilitäten der einzelnen Klassen von Vermögenswerten.

Ziel der globalen Investitionsstrategie des US-amerikanischen Pensionsplans ist es, etwa 98 % der Vermögenswerte in Investments mit langfristigem Wachstum und Ertrag zu binden und etwa 2 % in flüssige Mittel. Der Ertrag aus Investments und die flüssigen Mittel sollen kurzfristig für die Rentenzahlungen verfügbar sein. Die Investments unterliegen der Investitionspolitik für das Planvermögen und schließen breit diversifizierte Fonds oder auf Performance-Indizes ausgelegte Fonds ein.

Die Investitionspolitik für das Planvermögen strebt eine Verteilung der Vermögenswerte zu rund 30 % auf Aktien und 70 % auf langfristige US-Unternehmensanleihen an und berücksichtigt, dass es einen zeitlichen Horizont für investierte Mittel von mehr als fünf Jahren geben wird. Das gesamte Portfolio wird an einem Index gemessen, der die Benchmark der jeweiligen Anlagekategorien sowie die angestrebte Verteilung der Vermögenswerte widerspiegelt. Entsprechend der Investitionspolitik darf nicht in Aktien der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA oder anderer nahe stehender Unternehmen investiert werden. Die Maßstäbe für die Entwicklung der separaten Anlagekategorien beinhalten: S & P 500 Index, S & P 400 Mid-Cap Index, Russell 2000 Index, MSCI EAFE Index, MSCI Emerging Markets Index sowie Barclays Capital Long-Corporate Bond Index.

Die folgende Tabelle beschreibt die Aufteilung für die fondsfinanzierten Pläne des Fresenius-Konzerns:

in % Anteil 2017 Anteil 2016 Angestrebter Anteil
Eigenkapitalinstrumente 27,31 27,91 29,15
Festverzinsliche Wertpapiere 60,97 63,61 61,42
Sonstiges, inkl. Immobilien 11,72 8,48 9,43
Gesamt 100,00 100,00 100,00

Die erwarteten Zuführungen zum Planvermögen für das Geschäftsjahr 2018 belaufen sich auf 13 Mio €.

BEITRAGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE

Der Gesamtaufwand aus beitragsorientierten Plänen im Fresenius-Konzern betrug im Jahr 2017 146 Mio € (2016: 139 Mio €). Davon entfielen 90 Mio € auf Beiträge, die der Fresenius-Konzern für Mitarbeiter von Fresenius Helios an mehrere öffentliche Zusatzversorgungskassen geleistet hat. Weitere 49 Mio € entfielen auf Beiträge für den US-amerikanischen Plan, an dem die Mitarbeiter der Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) teilnehmen können.

Aufgrund tarifvertraglicher Regelungen leistet der Fresenius-Konzern für eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern von Fresenius Helios Beiträge an die Rheinische Zusatzversorgungskasse (RZVK) und an andere öffentliche Zusatzversorgungskassen (nachfolgend zusammen ZVK ÖD) zur Ergänzung der gesetzlichen Renten. Da in solchen ZVK ÖDs Mitarbeiter einer Vielzahl von Mitgliedsunternehmen versichert sind, handelt es sich um sogenannte Multi-Employer Plans (gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber).

Die Altersversorgungsleistungen über die ZVK ÖDs sind nach IAS 19 als leistungsorientierte Pläne zu werten, da die Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf die satzungsmäßigen Leistungen haben, und zwar unabhängig von den tatsächlich geleisteten Beiträgen. Das dem Unternehmen zuzurechnende Kassenvermögen zur Bewertung und Berechnung einer möglichen Deckungslücke ist von den betroffenen Einrichtungen nicht zu erhalten. Aufgrund des Fehlens der erforderlichen Informationen über die zukünftigen Zahlungsverpflichtungen ist eine Rückstellungsbildung nach IAS 19 daher nicht zulässig. Die Verpflichtung ist gemäß IAS 19.34a als beitragsorientierter Plan zu bilanzieren.

Die Beiträge werden hauptsächlich im Rahmen eines Umlageverfahrens erhoben und basieren auf einem Hebesatz auf Teile des Bruttoentgeltes.

Die Beitragszahlungen werden in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten und den allgemeinen Verwaltungskosten jeweils als Personalaufwand erfasst und betrugen im Jahr 2017 90 Mio € (2016: 87 Mio €). Davon waren 48 Mio € (2016: 47 Mio €) Zahlungen an die Rheinische Zusatzversorgungskasse, an die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder und an die Zusatzversorgungskasse Wiesbaden. Die zu erwartenden Beitragszahlungen für das Geschäftsjahr 2018 betragen 93 Mio €.

Die Mitarbeiter der FMCH können bis zu 75 % ihres Gehalts im Rahmen des US-amerikanischen Plans anlegen. Dabei gilt für Mitarbeiter im Alter von unter 50 Jahren ein jährlicher Maximalbetrag von 18.000 US$ und für Mitarbeiter ab einem Alter von 50 Jahren ein jährlicher Maximalbetrag von 24.000 US$. Fresenius Medical Care zahlt 50 % des Mitarbeiterbeitrags ein, allerdings maximal 3 % des Gehalts des betreffenden Mitarbeiters. Im Geschäftsjahr 2017 betrug der Gesamtaufwand aus diesem beitragsorientierten Plan der Fresenius Medical Care 49 Mio € (2016: 44 Mio €).

26. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE

Die nicht beherrschenden Anteile im Fresenius-Konzern zum 31. Dezember stellten sich wie folgt dar:

in Mio € 2017 2016
Nicht beherrschende Anteile an der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA   6.796 6.903
Nicht beherrschende Anteile an der VAMED AG   66 55
Nicht beherrschende Anteile in den Unternehmensbereichen      
  Fresenius Medical Care 1.008 1.073
  Fresenius Kabi 89 90
  Fresenius Helios 92 57
  Fresenius Vamed 8 7
Gesamt   8.059 8.185

Hinsichtlich weiterer Finanzinformationen zu Fresenius Medical Care wird auf die Konzern-Segmentberichterstattung auf den Seiten 136 bis 137 verwiesen.

Die nicht beherrschenden Anteile veränderten sich wie folgt:

in Mio € 2017
Nicht beherrschende Anteile zum 1. Januar 2017 8.185
Anteil am Gewinn 1.219
Aktienoptionen 41
Zugang von nicht beherrschenden Anteilen 77
Anteilige Dividendenausschüttungen - 582
Währungseffekte und sonstige Veränderungen - 881
Nicht beherrschende Anteile zum 31. Dezember 2017 8.059

27. EIGENKAPITAL DER ANTEILSEIGNER DER FRESENIUS SE & CO. KGAA

GEZEICHNETES KAPITAL

Entwicklung des Gezeichneten Kapitals

Zum 1. Januar 2017 bestand das Gezeichnete Kapital der Fresenius SE & Co. KGaA aus 547.208.371 Inhaber-Stammaktien.

Im Rahmen der Akquisition von Quirónsalud wurden am 31. Januar 2017 6.108.176 neue Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA aus Genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben. Diese neuen Aktien waren bereits für das Geschäftsjahr 2016 voll dividendenberechtigt.

Im Geschäftsjahr 2017 wurden 1.393.926 Aktienoptionen ausgeübt. Das Gezeichnete Kapital der Fresenius SE & Co. KGaA bestand danach zum 31. Dezember 2017 aus 554.710.473 Inhaber-Stammaktien. Die Aktien sind als Stückaktien ohne Nennwert ausgegeben. Der anteilige Betrag am Gezeichneten Kapital beträgt 1,00 € je Aktie.

GENEHMIGTES KAPITAL

Zum 31. Dezember 2016 war die Fresenius Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Mai 2019, das Gezeichnete Kapital der Fresenius SE & Co. KGaA um insgesamt bis zu 120.960.000 € durch ein- oder mehrmalige Ausgabe neuer Inhaber-Stammaktien gegen Bareinlagen und / oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Hiervon wurden am 31. Januar 2017 6.108.176 € durch die Ausgabe von 6.108.176 Aktien ausgenutzt, wodurch sich das Genehmigte Kapital I auf 114.851.824 € verringert hat. Damit ergibt sich zum 31. Dezember 2017 eine Ermächtigung in Höhe von 114.851.824 €.

Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in definierten Fällen auszuschließen (u. a. zum Ausgleich von Spitzenbeträgen). Bei Bareinlagen ist dies nur zulässig, wenn der Ausgabebetrag den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags durch die persönlich haftende Gesellschafterin nicht wesentlich unterschreitet. Des Weiteren darf bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen der anteilige Betrag der unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Gezeichneten Kapitals nicht überschreiten. Ein Bezugsrechtsausschluss im Rahmen der Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA ermöglichen oder zu ihm verpflichten, ist während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals bis zu dessen Ausnutzung anzurechnen. Bei Sacheinlagen kann das Bezugsrecht beim Erwerb eines Unternehmens, von Teilen eines Unternehmens oder einer Beteiligung an einem Unternehmen ausgeschlossen werden.

Von den Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts kann die Fresenius Management SE nur in einem solchen Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag der insgesamt unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien 20 % des Gezeichneten Kapitals nicht überschreitet. Ein Bezugsrechtsausschluss im Rahmen der Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA ermöglichen oder zu ihm verpflichten, ist während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals bis zu dessen Ausnutzung anzurechnen.

BEDINGTES KAPITAL

Zur Bedienung der Aktienoptionspläne der Fresenius SE & Co. KGaA bestehen die folgenden Bedingten Kapitalien: Bedingtes Kapital I (Aktienoptionsplan 2003), Bedingtes Kapital II (Aktienoptionsplan 2008) und Bedingtes Kapital IV (Aktienoptionsplan 2013) (siehe Anmerkung 34, Aktienbasierte Vergütungspläne).

Des Weiteren besteht die als Bedingtes Kapital III geführte Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und / oder Wandelschuldverschreibungen. Danach ist die persönlich haftende Gesellschafterin ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Mai 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Options- und / oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2,5 Mrd € zu begeben. Zur Erfüllung der gewährten Bezugsrechte ist das Gezeichnete Kapital der Fresenius SE & Co. KGaA um bis zu 48.971.202 € durch Ausgabe von bis zu 48.971.202 neuen Inhaber-Stammaktien bedingt erhöht worden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von gegen Barleistung ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus gegen Barleistung ausgegebenen Optionsschuldverschreibungen von ihrem Wandlungs- oder Optionsrecht Gebrauch machen und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen Inhaber-Stammaktien nehmen ab Beginn des Geschäftsjahres, in dem ihre Ausgabe erfolgt, am Gewinn teil.

Das Bedingte Kapital hat sich wie folgt entwickelt:

in € Stammaktien
Bedingtes Kapital I Fresenius AG Aktienoptionsplan 2003 5.017.585
Bedingtes Kapital II Fresenius SE Aktienoptionsplan 2008 5.980.888
Bedingtes Kapital III Options- und/ oder Wandelschuldverschreibungen 48.971.202
Bedingtes Kapital IV Fresenius SE & Co. KGaA Aktienoptionsplan 2013 25.200.000
Gesamtes Bedingtes Kapital per 1. Januar 2017 85.169.675
Ausübungen aus dem Fresenius AG Aktienoptionsplan 2003 - 282.502
Ausübungen aus dem Fresenius SE Aktienoptionsplan 2008 - 839.624
Ausübungen aus dem Fresenius SE & Co. KGaA Aktienoptionsplan 2013 - 271.800
Gesamtes Bedingtes Kapital per 31. Dezember 2017 83.775.749

Zum 31. Dezember 2017 setzte sich das Bedingte Kapital wie folgt zusammen:

in € Stammaktien
Bedingtes Kapital I Fresenius AG Aktienoptionsplan 2003 4.735.083
Bedingtes Kapital II Fresenius SE Aktienoptionsplan 2008 5.141.264
Bedingtes Kapital III Options- und/ oder Wandelschuldverschreibungen 48.971.202
Bedingtes Kapital IV Fresenius SE & Co. KGaA Aktienoptionsplan 2013 24.928.200
Gesamtes Bedingtes Kapital per 31. Dezember 2017 83.775.749

KAPITALRÜCKLAGE

Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien und der Ausübung von Aktienoptionen.

GEWINNRÜCKLAGE

In der Gewinnrücklage sind die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen enthalten, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden.

DIVIDENDEN

Nach deutschem Aktienrecht (AktG) ist der Bilanzgewinn, wie er sich aus dem nach deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) aufgestellten Jahresabschluss der Fresenius SE & Co. KGaA ergibt, Grundlage für die Ausschüttung von Dividenden an die Aktionäre.

Im Mai 2017 wurde auf der Hauptversammlung eine Dividende von 0,62 € je Inhaber-Stammaktie, entsprechend einer Gesamtausschüttung von 343 Mio €, beschlossen und ausgezahlt.

ERWERB EIGENER ANTEILE DER FRESENIUS MEDICAL CARE

Fresenius Medical Care erwarb im Geschäftsjahr 2017 660.000 eigene Stammaktien für einen Betrag in Höhe von 58 Mio €.

28. OTHER COMPREHENSIVE INCOME (LOSS)

Im Other Comprehensive Income (Loss) sind die Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochtergesellschaften sowie die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung von Finanzinstrumenten und die erfolgsneutrale Veränderung aus der Pensionsbewertung nach Steuern ausgewiesen.

Folgende Änderungen ergaben sich im Other Comprehensive Income (Loss) für das Jahr 2017 bzw. 2016:

in Mio € Betrag vor Steuern Steuereffekt Betrag nach Steuern
Positionen, die in den Folgejahren in das Konzernergebnis umgebucht werden      
Cashflow Hedges 23 - 9 14
Veränderung der unrealisierten Gewinne / Verluste - 16 2 - 14
Realisierte Gewinne / Verluste aufgrund von Reklassifizierung 39 - 11 28
Marktwertveränderung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte - - -
Währungsumrechnungsdifferenzen 522 - 8 514
Positionen, die in den Folgejahren nicht in das Konzernergebnis umgebucht werden      
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen - 112 28 - 84
Summe der Änderungen 2016 433 11 444
Positionen, die in den Folgejahren in das Konzernergebnis umgebucht werden      
Cashflow Hedges 44 - 11 33
Veränderung der unrealisierten Gewinne / Verluste 6 - 1 5
Realisierte Gewinne / Verluste aufgrund von Reklassifizierung 38 - 10 28
Marktwertveränderung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte - - -
Währungsumrechnungsdifferenzen - 1.965 26 - 1.939
Positionen, die in den Folgejahren nicht in das Konzernergebnis umgebucht werden      
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen 43 - 35 8
Summe der Änderungen 2017 - 1.878 - 20 - 1.898

Die Änderungen der Bestandteile des kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) nach Steuern stellten sich für das Jahr 2017 bzw. 2016 wie folgt dar:

in Mio € Cashflow Hedges Marktwertveränderung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte Währungs-
umrechnungs-
differenzen
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen Gesamt vor nicht beherrschenden Anteilen Nicht beherrschende Anteile
Stand am 31. Dezember 2015 - 82 1 659 - 244 334 638
Other Comprehensive Income (Loss) vor Umbuchungen - 12 - 300 - 64 224 192
Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) 15 0 - 0 15 13
Other Comprehensive Income (Loss), netto 3 - 300 - 64 239 205
Stand am 31. Dezember 2016 - 79 1 959 - 308 573 843
Other Comprehensive Income (Loss) vor Umbuchungen 4 - - 1.013 23 - 986 - 940
Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) 15 0 - 0 15 13
Other Comprehensive Income (Loss), netto 19 - - 1.013 23 - 971 - 927
Stand am 31. Dezember 2017 - 60 1 - 54 - 285 - 398 - 84
in Mio € Gesamt nach nicht beherrschenden Anteilen
Stand am 31. Dezember 2015 972
Other Comprehensive Income (Loss) vor Umbuchungen 416
Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) 28
Other Comprehensive Income (Loss), netto 444
Stand am 31. Dezember 2016 1.416
Other Comprehensive Income (Loss) vor Umbuchungen - 1.926
Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) 28
Other Comprehensive Income (Loss), netto - 1.898
Stand am 31. Dezember 2017 - 482

SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

29. VERPFLICHTUNGEN UND EVENTUALVERBINDLICHKEITEN

OPERATE LEASING UND MIETZAHLUNGEN

Die Gesellschaften des Fresenius-Konzerns mieten Kliniken, Verwaltungsgebäude, Betriebsstätten sowie Maschinen, Anlagen und Einrichtungen im Rahmen verschiedener Miet- und Leasingverträge, die zu unterschiedlichen Terminen bis zum Jahr 2101 auslaufen. Im Jahr 2017 bzw. 2016 betrugen die Aufwendungen hierfür 1.043 Mio € bzw. 899 Mio €.

Die zukünftigen Mindestmietzahlungen aus den nicht kündbaren Miet- und Leasingverträgen für die folgenden Geschäftsjahre betragen:

Geschäftsjahr in Mio €
2018 871
2019 788
2020 684
2021 592
2022 508
Nachfolgende 2.082
Gesamt 5.525

Zum 31. Dezember 2017 bestanden Restinvestitionsverpflichtungen aus Kaufverträgen für Krankenhäuser in projektierter Höhe von bis zu 290 Mio € bis zum Jahr 2022, wovon 55 Mio € auf das Jahr 2018 entfallen.

Über die oben genannten Eventualverbindlichkeiten hinaus ist der gegenwärtige geschätzte Umfang der sonstigen bekannten einzelnen Eventualverbindlichkeiten des Fresenius-Konzerns unbedeutend.

RECHTLICHE UND BEHÖRDLICHE ANGELEGENHEITEN

Der Fresenius-Konzern ist regelmäßig in Klagen, Rechtsstreitigkeiten, behördliche und steuerbehördliche Prüfungen, Ermittlungen und sonstige Rechtsangelegenheiten involviert, die sich größtenteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der Erbringung von Dienstleistungen und Lieferung von Produkten im Gesundheitswesen ergeben. Im Folgenden werden solche rechtlichen Angelegenheiten beschrieben, die der Fresenius-Konzern derzeit als wesentlich oder beachtenswert erachtet. Für diejenigen der im Folgenden beschriebenen rechtlichen Angelegenheiten, von denen der Fresenius-Konzern annimmt, dass ein Schaden zum einen vernünftigerweise möglich und zum anderen bestimmbar ist, wird eine Schätzung des möglichen Schadens oder der Rahmen des Schadenrisikos angegeben. Für die übrigen der im Folgenden beschriebenen Angelegenheiten erachtet der Fresenius-Konzern die Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts als gering und / oder kann den Schaden oder den Rahmen des möglichen Schadens vernünftigerweise nicht zum jetzigen Zeitpunkt abschätzen. Der genaue Ausgang von Rechtsstreitigkeiten und anderen Rechtsangelegenheiten kann stets nur schwer vorhergesagt werden, und es können sich Resultate ergeben, die von der Einschätzung des Fresenius-Konzerns abweichen. Der Fresenius-Konzern ist überzeugt, stichhaltige Einwände gegen die in anhängigen Rechtsangelegenheiten geltend gemachten Ansprüche oder Vorwürfe zu besitzen und wird sich vehement verteidigen. Dennoch ist es möglich, dass die Entscheidung einer oder mehrerer derzeit anhängiger oder drohender rechtlicher Angelegenheiten erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns sowie auf dessen Finanz- und Ertragslage haben könnten.

Fresenius Medical Care Holdings -"qui tarn" Klage (Massachusetts)

Am 15. Februar 2011 wurde eine Anzeige eines Whistleblowers (Anzeigeerstatter) auf Basis des U.S. False Claims Acts gegen Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) auf Anordnung des Bundesbezirksgerichts für den Bezirk Massachusetts entsiegelt und durch den Anzeigeerstatter zugestellt. United States ex rel. Chris Drennen v. Fresenius Medical Care Holdings, Inc., 2009 Civ. 10179 (D. Mass.). Die Anzeige des Anzeigeerstatters, die im Februar 2009 zunächst versiegelt eingereicht worden war, stützte sich auf die Behauptung, dass die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) die Vergütung von Labortests auf Ferritin im Blutserum sowie verschiedene Arten von Labortests auf Hepatitis B durch staatliche Zahlstellen anstrebte und erhielt, die medizinisch nicht notwendig waren oder nicht ordnungsgemäß von einem Arzt verordnet wurden. Die Discovery bezüglich der Klage des Anzeigeerstatters wurde im Mai 2015 abgeschlossen. Obwohl die Vereinigten Staaten es ursprünglich ablehnten, in das Verfahren einzutreten, hat die Regierung anschließend ihre Haltung geändert. Am 3. April 2017 hat das Gericht der Regierung erlaubt, ausschließlich bezogen auf bestimmte vor 2011, als die Vergütungsregeln unter Medicare geändert wurden, durchgeführte Hepatitis B Oberflächenantigen-Tests, in das Verfahren einzutreten. Das Gericht hat den Antrag der Regierung auf eine neue Beweisaufnahme abgelehnt, aber gestattet FMCH eine Beweisaufnahme gegen die Regierung, als ob diese bereits von Beginn an in das Verfahren eingetreten wäre.

Interne Untersuchung

Die FMC-AG & Co. KGaA hat seit dem Jahr 2012 bestimmte Mitteilungen erhalten, die das Vorliegen von Verhaltensweisen in Ländern außerhalb der Vereinigten Staaten behaupten, die gegen den U.S. Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) oder andere Anti-Korruptionsgesetze verstoßen könnten. Seit dieser Zeit hat der Aufsichtsrat der FMC-AG & Co. KGaA durch sein Audit and Corporate Governance Committee unter Mitwirkung von unabhängigen Anwälten Untersuchungen durchgeführt. In einem fortwährenden Dialog hat die FMC-AG & Co. KGaA freiwillig die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) sowie das US-Justizministerium (U.S. Department of Justice -DOJ) über diese Untersuchungen informiert, während die SEC und das DOJ (zusammen die Regierung oder die Regierungsbehörden) eigene Untersuchungen durchgeführt haben, bei denen die FMC-AG & Co. KGaA kooperiert hat.

Im Laufe dieses Dialoges hat die FMC-AG & Co. KGaA Verhalten erkannt und an die Behörden berichtet, welches zur Folge haben könnte, dass die Regierungsbehörden die Verhängung von Geldstrafen oder anderen Sanktionen gemäß FCPA oder anderen Anti-Korruptionsgesetzen gegen die FMC-AG & Co. KGaA anstreben und das negative Auswirkungen auf die Fähigkeit der FMC-AG & Co. KGaA haben könnte, in bestimmten Jurisdiktionen Geschäfte zu betreiben. Die FMC-AG & Co. KGaA hat bezüglich dieses Verhaltens Abhilfemaßnahmen, einschließlich disziplinarischer Maßnahmen gegen Mitarbeiter, ergriffen. Die FMC-AG & Co. KGaA hat für verschiedene identifizierte negative Auswirkungen bereits in vorangegangenen Berichtszeiträumen eine Rückstellung über einen nicht wesentlichen Betrag gebildet.

Die FMC-AG & Co. KGaA hat ihre Untersuchungen im Wesentlichen beendet und mit den Regierungsbehörden Gespräche über einen möglichen Vergleich geführt, welcher einen Gerichtsprozess über Regierungsforderungen im Zusammenhang mit bestimmten identifizierten Verhaltensweisen vermeiden soll. Diese Gespräche dauern an und haben bislang zu keiner Einigung im Grundsatz geführt; ein Scheitern beim Versuch, zu einer Einigung zu kommen und daraus folgende Gerichtsprozesse mit einer oder beiden Regierungsbehörden bleiben denkbar. Die Gespräche drehten sich hauptsächlich um Fragen möglicher Bestechung und Korruption im Zusammenhang mit bestimmtem Verhalten im Produktgeschäft der FMC-AG & Co. KGaA in mehreren Ländern.

Die FMC-AG & Co. KGaA hat in der zugehörigen Bilanz eine Rückstellung in Höhe von 200 Mio € gebildet. Die Rückstellung basiert auf den derzeit zur Vermeidung eines Gerichtsprozesses stattfindenden Vergleichsverhandlungen zwischen der FMC-AG & Co. KGaA und den Regierungsbehörden und stellt eine Schätzung dar, die anhand einer Spanne möglicher Ergebnisse angesichts des derzeitigen Gesprächsverlaufs vorgenommen wurde. Die Rückstellung berücksichtigt Forderungen der Regierungsbehörden nach Gewinnabschöpfung sowie Rückstellungen für Geldbußen und -strafen, bestimmte Rechtskosten und weitere hiermit zusammenhängende Kosten oder Wertberichtigungen.

Die FMC-AG & Co. KGaA fährt damit fort, Verbesserungen ihres Anti-Korruptions-Compliance-Programms einschließlich der internen Kontrollprozesse bezüglich der Einhaltung von internationalen Anti-Korruptionsgesetzen zu implementieren. Die FMC-AG & Co. KGaA bekennt sich weiterhin vollumfänglich zur Einhaltung des FCPA und anderer Anti-Korruptionsgesetze.

Produkthaftungsverfahren

Am 5. April 2013 ordnete das United States Judicial Panel on Multidistrict Litigation an, die zahlreichen bei verschiedenen Bundesgerichten anhängigen Klagen gegen Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) und bestimmte ihr nahe stehende Unternehmen wegen behaupteter Ansprüche aufgrund Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit im Zusammenhang mit den Säure-Konzentrat-Produkten von FMCH, NaturaLyte ® und GranuFlo ®, für die Handhabung im Vorfeld des Verfahrens für ein zusammengefasstes bezirks-übergreifendes Bundesverfahren an das Bundesbezirksgericht für den District of Massachusetts zu übertragen und dort zusammenzufassen. In re Fresenius GranuFlo / NaturaLyte Dialysate Products Liability Litigation, Case No. 2013-md-02428. Die Gerichte des Bundesstaates Massachusetts und das Gericht in St. Louis City (Missouri) haben daraufhin ähnliche zusammengefasste Verfahren für ihre Fälle eingerichtet. In re Consolidated Fresenius Cases, Case No. MICV 2013-03400-0 (Massachusetts Superior Court, Middlesex County). Ähnliche Klagen wurden bei Gerichten anderer Bundesstaaten eingereicht. Die Klagen stellten die allgemeine Behauptung auf, dass unzureichende Etikettierung und Warnhinweise der Produkte die Schädigung von Patienten verursacht hätten. Am 17. Februar 2016 hat die FMC-AG & Co. KGaA eine grundsätzliche außergerichtliche Einigung mit einem Gremium von Klägeranwälten in potenziell allen Verfahren erzielt und den Gerichten angezeigt. Die Einigung sah eine Zahlung durch die FMC-AG & Co. KGaA in Höhe von 250 Mio US$ in einen Vergleichsfonds vor, im Gegenzug für die Aufgabe im Wesentlichen aller Forderungen der Kläger, wobei die FMC-AG & Co. KGaA das Recht hatte, sich unter bestimmten Bedingungen vom Vergleich zu lösen.

Am 28. November 2017, nachdem das Klägergremium und die FMC-AG & Co. KGaA feststellten, dass im Hinblick auf die Mindestannahmeschwelle die Bedingungen des Vergleichs erfüllt waren, haben die FMC-AG & Co. KGaA und die Versicherer die Finanzmittel für den Vergleich bereitgestellt und am oder um dieses Datum den Vergleich zum Abschluss gebracht. Nach dem Verständnis der FMC-AG & Co. KGaA haben weniger als fünfzig (50) Kläger mit Fällen, die beim Bundesbezirksgericht (U.S. District Court) von Massachusetts (Boston), dem Bezirksgericht (County Court) von Los Angeles, Kalifornien, oder dem Bezirksgericht (County Court) von Birmingham, Alabama anhängig sind, die Teilnahme an dem Vergleich abgelehnt und planen, die Prozessführung fortzusetzen. Diese verbleibenden Fälle entsprechen weniger als 0,5 % der insgesamt eingereichten Fälle. Teilweise haben die Anwälte dieser nicht-teilnehmenden Kläger die Vertretung der Kläger beendet und es sind keine Ersatzanwälte engagiert worden.

Die betroffenen Versicherer der FMC-AG & Co. KGaA haben 220 Mio US$ für den Vergleichsfonds vorbehaltlich der finalen Klärung von Fragen der Versicherungsdeckung zwischen der FMC-AG & Co. KGaA und ihren Versicherern und unter den Versicherern bereitgestellt. Die FMC-AG & Co. KGaA hat für die Durchführung des Vergleichs Rückstellungen für Nettoaufwendungen in Höhe von 60 Mio US$ einschließlich Rechtskosten und sonstiger erwarteter Kosten gebildet.

Nach Abschluss der grundsätzlichen außergerichtlichen Einigung haben die Versicherer der FMC-AG & Co. KGaA der AIG-Gruppe und die FMC-AG & Co. KGaA jeweils Feststellungsklagen gegen den jeweils anderen beim New York State und Massachusetts State Court eingereicht, die sich auf die unter anwendbaren Versicherungspolicen bestehenden Verpflichtungen der AIG-Gruppe beziehen. In dem Rechtsstreit über den Versicherungsschutz strebt die AIG-Gruppe eine Entschädigung durch die FMC-AG & Co. KGaA für einen Teil ihrer Vorleistung in Höhe von 220 Mio US$ an; die FMC-AG & Co. KGaA strebt an, eine Bestätigung der Zahlungsverpflichtung der AIG-Gruppe in Höhe von 220 Mio US$, den Ersatz von den der FMC-AG & Co. KGaA bereits entstandenen Kosten für die Rechtsverteidigung sowie die Verpflichtung der AIG-Gruppe, die gegebenenfalls notwendigen Verteidigungs- und Einstandsverpflichtungen für Fälle, die nicht am Vergleich teilnehmen, zu erhalten.

Bestimmte Klagen im GranuFlo® /NaturaLyte® Verfahren benannten zusätzlich zu FMCH und deren inländischen nahe stehenden Unternehmen in den USA Kombinationen von Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA, Fresenius Medical Care Management AG, Fresenius SE und Fresenius Management SE als Beklagte. Kläger, die den Vergleich angenommen haben, haben auf Ansprüche gegen die europäischen Beklagten verzichtet.

Vier institutionelle Kläger haben gemäß bundesstaatlichen Gesetzen gegen irreführende Praktiken Klagen gegen FMCH und deren nahe stehende Unternehmen eingereicht, die auf bestimmten Hintergrundbehauptungen beruhen, die aus den GranuFlo® / NaturaLyte® -Personenschadensverfahren bekannt sind, mittels derer jedoch die Rückzahlung von Beträgen verlangt wird, die im Zusammenhang mit den GranuFlo® /NaturaLyte ® Produkten an FMCH gezahlt worden sind. Diese Fälle bringen andere rechtliche Standards, Haftungstheorien und Arten möglicher Entschädigung mit sich als die Personenschadensverfahren, und die betreffenden Ansprüche sind nicht durch den vorab beschriebenen Vergleich in den Personenschadensverfahren erloschen. Die vier Kläger sind die Generalanwälte von Kentucky, Louisiana und Mississippi und das privatwirtschaftliche Versicherungsunternehmen Blue Cross Blue Shield of Louisiana in seiner Eigenschaft als solches. State of Mississippi ex rel. Hood, v. Fresenius Medical Care Holdings, Inc., No. 14-cv-152 (Chancery Court, DeSoto County); State of Louisiana ex re. Caldwell and Louisiana Health Service & Indemnity Company v. Fresenius Medical Care Airline, 2016 Civ. 11035 (U.S.D.C. D. Mass.); Commonwealth of Kentucky ex rel. Beshear v. Fresenius Medical Care Holdings, Inc. et al., No. 16-CI-00946 (Circuit Court, Franklin County).

Vorlageverfügung "Maryland"

Im August 2014 erhielt Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) eine Vorlageverfügung der US-Bundesanwaltschaft des District of Maryland, die Informationen zu vertraglichen Vereinbarungen von FMCH mit Krankenhäusern und Ärzten, einschließlich Verträgen bezüglich des Managements von stationären Akutdialyse-Dienstleistungen abfragt. FMCH kooperiert in dieser Untersuchung.

Zivilklage "Hawaii"

Im Juli 2015 hat der Generalstaatsanwalt für Hawaii eine Zivilklage nach dem False Claims Act des Bundesstaates Hawaii eingereicht, die den Vorwurf einer konspirativen Absprache enthält, nach der bestimmte Liberty Dialysis-Tochtergesellschaften von Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) der Hawaii Medicaid für die Verabreichung von Epogen ® durch Liberty im Zeitraum von 2006 bis 2010, der vor dem Erwerb von Liberty durch FMCH liegt, zu viel berechnet hätten. Hawaii v. Liberty Dialysis - Hawaii, LLC et al., Case No. 15-1-1357-07 (Hawaii 1st Circuit). Der Bundesstaat behauptet, dass Liberty unrechtmäßig gehandelt habe, indem es auf die unrichtige und nicht autorisierte Abrechnungsanleitung vertraut habe, die Liberty von Xerox State Healthcare, LLC erhalten habe, welche vom Bundesstaat Hawaii im relevanten Zeitraum mit der Administration des Erstattungswesens im Rahmen seines Medicaid-Programms beauftragt war. Die vom Bundesstaat behauptete Überzahlung beträgt ca. 8 Mio US$, jedoch legt der Bundesstaat zivilrechtliche Rechtsbehelfe ein und begehrt Zinsen, Bußgelder und Geldstrafen von Liberty und FMCH unter dem False Claims Act des Bundesstaates Hawaii, die diese Überzahlung deutlich überschreiten. FMCH hat gegen Xerox aufgrund von Rückgriffs- und Freistellungsansprüchen Dritt-Parteien-Klage eingereicht. Die Klage des Bundesstaates nach dem False Claims Act wurde eingereicht, nachdem Liberty ein Verwaltungsverfahren dagegen angestrengt hatte, dass der Bundesstaat sich durch die Nichtzahlung fälliger laufender Verbindlichkeiten gegenüber Liberty für die behaupteten Überzahlungen schadlos hielt. Das zivilrechtliche und das Verwaltungsverfahren werden parallel geführt. Die Verhandlung im Zivilverfahren ist für April 2019 terminiert.

Vorlageverfügungen "Colorado, New York und Tennessee"

Am 31. August und am 25. November 2015 erhielt Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) jeweils eine Vorlageverfügung unter dem False Claims Act der US-Bundesanwaltschaft des District of Colorado bzw. der US-Bundesanwaltschaft des Eastern District of New York mit Fragen zu Beteiligungen von FMCH an Dialyseklinik-Joint Ventures, an denen Ärzte beteiligt sind, und zum Management dieser Joint Ventures. Am 20. März 2017 erhielt FMCH eine Vorlageverfügung im Western District of Tennessee mit Fragen zubestimmten Geschäftstätigkeiten des Dialyseklinik-Joint Ventures mit der University of Tennessee Medical Group, einschließlich von Joint Ventures bezüglich derer FMCH im Zusammenhang mit dem Erwerb von Liberty Dialysis in 2012 ihre Beteiligungen an Satellite Dialysis veräußert hat. FMCH kooperiert in diesen Untersuchungen.

Vorlageverfügung "Fresenius Vascular Care"

Am 6. Oktober 2015 hat das Office of Inspector General of the United States Department of Health and Human Services (OIG) eine Vorlageverfügung unter dem False Claims Act gegenüber der FMC-AG & Co. KGaA erlassen und verlangte darin Informationen über die Nutzung und Abrechnung von Einrichtungen der Fresenius Vascular Care, nunmehr Azura Vascular Care, insgesamt für den Zeitraum beginnend mit dem Erwerb der American Access Care, LLC (AAC) im Oktober 2011 durch die FMC-AG & Co. KGaA. Am 24. August 2017 wurde eine zusätzliche und detailliertere Vorlageverfügung bezüglich derselben Sachverhalte von der US-Bundesanwaltschaft für den Eastern District of New York (Brooklyn) erlassen, die die Azura-Untersuchung von Beginn an geleitet hat. Die FMC-AG & Co. KGaA kooperiert mit der Ermittlung der Regierung. Bezüglich der Vorwürfe gegen AAC, die in den Bezirken in Connecticut, Florida und Rhode Island im Hinblick auf Nutzung und Abrechnung erhoben wurden, wurde im Jahr 2015 eine Einigung erzielt.

Vorlageverfügung "Texas (Dallas)"

Am 30. Juni 2016 erhielt Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) eine Vorlageverfügung unter dem False Claims Act der US-Bundesanwaltschaft des Northern District of Texas (Dallas), mit der Informationen über den Gebrauch und die Handhabung von Medikamenten einschließlich Velphoro® sowie über die Zusammenarbeit von FMCH mit DaVita Healthcare Partners, Inc. angefragt wurden. Die Untersuchung umfasst DaVita, Amgen, Sanofi und andere Pharmahersteller und beinhaltet Untersuchungen dahingehend, ob bestimmte Ausgleichsleistungen zwischen Herstellern und den verkaufenden Apotheken unrechtmäßige Provisionszahlungen darstellten. Nach dem Verständnis der FMC-AG & Co. KGaA ist diese Untersuchung substanziell unabhängig von der 63,7 Mio US$-Einigung von Davita Rx, die am 14. Dezember 2017 in der Angelegenheit mit dem Titel United States ex rel. Gallian v. DaVita Rx, 2016 Civ. 0943 (N.D. Tex.) bekannt gegeben wurde. FMCH kooperiert bei der Untersuchung.

Vorlageverfügung "New York"

Am 18. November 2016 erhielt Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) eine Vorlageverfügung unter dem False Claims Act der US-Bundesanwaltschaft für den Eastern District of New York (Brooklyn), mit der Unterlagen und Informationen bezüglich der Geschäftstätigkeit der im Oktober 2013 von der FMCH erworbenen Shiel Medical Laboratory, Inc. angefragt wurden. Im Rahmen der Kooperation mit der Untersuchung und der Vorbereitung der Antwort auf die Vorlageverfügung hat FMCH Falschausstellungen und Falschdarstellungen in Unterlagen, die von einem Shiel Vertriebsmitarbeiter eingereicht wurden, identifiziert, die die Integrität bestimmter Rechnungen betreffen, die von Shiel für Labortests von Patienten in Kliniken für Langzeitbehandlungen eingereicht wurden. Am 21. Februar 2017 veranlasste FMCH die Kündigung des Mitarbeiters und informierte die US-Bundesanwaltschaft über die Kündigung und deren Begleitumstände. Das Verhalten des entlassenen Mitarbeiters könnte die FMC-AG & Co. KGaA einer Haftung für Überzahlungen oder Strafzahlungen nach den anwendbaren Gesetzen aussetzen.

Am 12. Dezember 2017 hat die FMC-AG & Co. KGaA bestimmte Geschäftsbereiche von Shiel, die Gegenstand der Vorlageverfügung aus Brooklyn sind, einschließlich des an die US-Bundesanwaltschaft gemeldeten Fehlverhaltens, an Quest Diagnostics veräußert. Gemäß dem Vertrag über den Verkauf verbleibt die Verantwortung für die Brooklyn-Untersuchung und deren Ergebnis bei der FMC-AG & Co. KGaA. Die FMC-AG & Co. KGaA wird weiterhin in der fortlaufenden Untersuchung kooperieren.

Vorlageverfügung "American Kidney Fund" / Rechtsstreit CMS

Am 14. Dezember 2016 veröffentlichten die Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS), die das nationale Medicare Programm verwalten, eine vorübergehend abschließende Regelung (Interim Final Rule, IFR) mit der Bezeichnung "Medicare Program; Conditions for Coverage for End-Stage Renal Disease Facilities-Third Party Payment." Die IFR hätte zu einer Änderung der Rahmenbedingungen für die Versicherungsdeckung gegenüber Dialyseanbietern wie Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) geführt und hätte Versicherer gewissermaßen in die Lage versetzt, Beitragszahlungen von oder für Patienten, die Zuschüsse vom American Kidney Fund (AKF oder der Fund) für ihren privaten Krankenversicherungsschutz erhalten, abzulehnen. Die IFR hätte somit dazu führen können, dass diese Patienten privaten Versicherungsschutz verloren hätten. Der Verlust des privaten Versicherungsschutzes dieser Patienten hätte erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Ertragslage von FMCH haben können.

Am 25. Januar 2017 hat ein Bundesbezirksgericht in Texas, das für eine von einer Interessengruppe von Patienten und Dialysedienstleistern (darunter FMCH) angestrengte Klage zuständig ist, den CMS vorläufig untersagt, die IFR umzusetzen. Dialysis Patient Citizens v. Burwell, 2017 Civ. 0016 (E.D. Texas, Sherman Div.). Die einstweilige Verfügung basierte auf dem Versäumnis der CMS, bei der Verabschiedung der IFR ein angemessenes Bekanntmachungs- und Anhörungsverfahren befolgt zu haben. Die Verfügung bleibt solange in Kraft und das Gericht behält die Zuständigkeit über den Streit.

Am 22. Juni 2017 beantragten die CMS eine Aussetzung des Verfahrens in dem Rechtsstreit vor dem Hintergrund ausstehender weiterer Gesetzgebung in Bezug auf die IFR. Die CMS ergänzten ihren Antrag dahingehend, dass sie beabsichtigen, einen Vermerk über einen Gesetzesvorschlag (Notice of Proposed Rulemaking) im Bundesregister (Federal Register) zu veröffentlichen und ansonsten ein Bekanntmachungs- und Anhörungsverfahren zu initiieren. Die Kläger in diesem Prozess, darunter FMCH, stimmten der Aussetzung zu, die vom Gericht am 27. Juni 2017 erlassen wurde.

Das Betreiben wohltätiger Unterstützungsprogramme wie dem AKF erhält zudem zunehmende Aufmerksamkeit der Versicherungsaufsicht auf Bundesstaatenebene. Das Ergebnis dessen könnte ein regulatorischer Rechtsrahmen sein, der sich von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheidet. Auch ohne die IFR oder vergleichbare Verwaltungsmaßnahmen werden Versicherer voraussichtlich ihre Bemühungen fortsetzen, wohltätige Unterstützungen bei der Prämienzahlung an unsere Patienten für individuelle Versicherungen oder andere Versicherungsdienstleistungen zu konterkarieren. Sollte dies gelingen, hätten diese Anstrengungen erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Ertragslage der FMC-AG & Co. KGaA.

Am 3. Januar 2017 erhielt die FMC-AG & Co. KGaA eine Vorlageverfügung unter dem False Claims Act der US-Bundesanwaltschaft für den District of Massachusetts, in der die Interaktionen und Beziehungen der FMC-AG & Co. KGaA mit dem AKF angefragt werden, einschließlich der Spendenbeiträge der FMC-AG & Co. KGaA an den Fund und den finanziellen Hilfen, die der Fund Patienten für Versicherungsbeiträge gewährt. FMCH kooperiert bei der Untersuchung, welche nach dem Verständnis der FMC-AG & Co. KGaA Teil einer breiter angelegten Untersuchung hinsichtlich wohltätiger Zuwendungen in der Medizinbranche ist.

Anfang Mai 2017 hat der United States Attorney for the Middle District of Tennessee (Nashville) identische Vorlageverfügungen unter dem False Claims Act an FMCH und zwei Tochtergesellschaften in Bezug auf das Pharma-Einzelhandels-geschäft der FMC-AG & Co. KGaA erlassen. Im Rahmen der Untersuchungen soll Vorwürfen in Bezug auf unzulässige Anreize gegenüber Dialysepatienten, die Verschreibung oral verabreichter Medikamente über den Apothekendienst von FMCH einzureichen, nachgegegangen werden, sowie solchen der unsachgemäßen Abrechnung zurückgegebener Medikamente und anderen Vorwürfen, die denen ähnlich sind, die der 63,7 Mio US$-Einigung von Davita Rx, welche am 14. Dezember 2017 bekannt gegeben wurde (United States ex rel. Gallian v. DaVita Rx, 2016 Civ. 0943 (N.D. Tex.)), zugrunde lagen. FMCH kooperiert bei den Untersuchungen.

Vorlageverfügung "New York (Brooklyn)"

2011 erhielt Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) eine Vorlageverfügung unter dem False Claims Act des United States Attorney for the Eastern District of New York (Brooklyn), mit der Informationen nach dem False Claims Act über ein von Bayer Diagnostics hergestelltes Testverfahren erbeten wurden. Bayer Diagnostics wurde später durch Siemens übernommen. Das Verfahren wird verwendet, um das Serum auf Parathyroid Hormone (PTH) zu testen. Das Testverfahren wurde verbreitet von FMCH und anderen in der Dialyseindustrie verwendet, um Knochenstoffwechselstörungen zu erkennen, die eine häufige Folge von Nierenversagen darstellen. FMCH hat umfassend und kooperativ auf die Vorlageverfügung geantwortet, schlussfolgerte jedoch, dass FMCH nicht im Fokus oder Ziel der Ermittlungen des US Attorney war. Am 16. März 2017 entschied der US Attorney, keine weiteren Ermittlungen mehr auf Grundlage einer versiegelten Anzeige eines Whistleblowers (Anzeigeerstatter), die erstmals im Januar 2011 hinterlegt wurde und die die Untersuchungen stützen sollte, vorzunehmen. Nachdem der US Attorney die Ermittlungen niedergelegt hatte, entsiegelte das Bundesbezirksgericht für den östlichen Bezirk von New York (United States District Court for the Eastern District of New York) die Anzeige und ordnete an, dass der Anzeigeerstatter selbst zuzustellen und auch das weitere Verfahren selbst zu betreiben habe. Am 14. August 2017 wurde die Klage gegen FMCH auf Antrag des Anzeigeerstatters rechtskräftig abgewiesen. Das Verfahren wird gegen andere Beklagte fortgeführt. Patriarca v. Bayer Diagnostics n / k / a Siemens et alia, 2011 Civ. 00181 (E.D.N.Y.).

Vorlageverfügung "California"

Die FMC-AG & Co. KGaA hat eine Vorlageverfügung datierend vom 11. Dezember 2017 von dem United States Attorney for the Eastern District of California (Sacramento) erhalten, mit der nach dem False Claims Act Informationen betreffend Spectra Laboratories angestellt werden, einem mit der FMC-AG & Co. KGaA verbundenen Unternehmen, das im Bereich Laboruntersuchungen für Dialysepatienten aktiv ist. Die Untersuchung bezieht sich auf Vorwürfe dergestalt, dass bestimmte Dienstleistungen oder Stoffe, die Spectra erbringt oder ihren ambulanten Dialysepatienten zur Verfügung stellt, unrechtmäßige Provisionen darstellten. Nach dem Verständnis der FMC-AG & Co. KGaA entstammen diese Vorwürfe aus der Sphäre eines Wettbewerbers aus dem Branchenumfeld und FMCH kooperiert bei den Untersuchungen.

Vorlageverfügung "Nevada"

Im November 2014 hat die Fresenius Kabi Oncology Limited (FKOL) eine Vorlageverfügung des US-Justizministeriums, Bundesanwalt für den Bezirk Nevada, erhalten. Mit der Verfügung werden Dokumente angefordert, die im Zusammenhang mit der im Januar 2013 von der US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) in der Produktionsstätte für Arzneimittelrohstoffe von FKOL in Kalyani, Indien, durchgeführten Untersuchung stehen. Die damalige Untersuchung hatte einen Warning Letter der FDA im Juli 2013 zur Folge. Mit der jetzigen Vorlageverfügung führt das Justizministerium straf- und / oder zivilrechtliche Ermittlungen in diesem Zusammenhang durch und fordert Information aus der gesamten Fresenius Kabi Gruppe an. Mit ergänzender Verfügung vom Januar 2016 hat das Justizministerium weitere historische Informationen und Daten angefordert. Mit weiteren ergänzenden Verfügungen vom Juni und November 2016 hat das Justizministerium weitere Informationen von Fresenius Kabi USA und Fresenius Kabi AG angefordert, ohne den Ermittlungsgegenstand zu ändern. Fresenius Kabi kooperiert vollumfänglich mit den behördlichen Ermittlungen. Fresenius Kabi hat mit dem Justizministerium eine Vereinbarung geschlossen, wonach Fresenius Kabi bis Juli 2018 auf die Einrede der Verjährung verzichtet.

Der Fresenius-Konzern ist im normalen Geschäftsverlauf Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten, Gerichtsverfahren und Ermittlungen hinsichtlich verschiedenster Aspekte seiner Geschäftstätigkeit. Der Fresenius-Konzern analysiert regelmäßig entsprechende Informationen einschließlich, sofern zutreffend, seine Verteidigungsmaßnahmen und seinen Versicherungsschutz, und bildet die erforderlichen Rückstellungen für wesentliche aus solchen Verfahren resultierende Verbindlichkeiten.

Die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns unterliegt, wie die anderer Gesundheitsdienstleister, Krankenversicherer und Lieferanten, strengen staatlichen Regulierungen und Kontrollen. Der Fresenius-Konzern muss Vorschriften und Auflagen einhalten, die sich auf die Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Produkte, auf das Marketing und den Vertrieb solcher Produkte, den Betrieb von Produktionsanlagen, Laboren, Dialysekliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen sowie auf den Umwelt- und Arbeitsschutz beziehen. Im Hinblick auf Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb medizinischer Produkte kann der Fresenius-Konzern bei Nichtbeachtung der einschlägigen Vorschriften zum Gegenstand erheblicher nachteiliger regulatorischer Maßnahmen der US-Gesundheitsbehörde (U.S. Food and Drug Administration, FDA) und vergleichbarer Behörden außerhalb der USA werden. Derartige regulatorische Maßnahmen können Warning Letters oder andere Mitteilungen der FDA und / oder vergleichbarer ausländischer Behörden umfassen, wodurch der Fresenius-Konzern gezwungen werden könnte, erhebliche Zeit und Ressourcen aufzuwenden, um geeignete Korrekturmaßnahmen zu implementieren. Falls der Fresenius-Konzern im Hinblick auf die in Warning Letters oder anderen Mitteilungen adressierten Punkte nicht zur Zufriedenheit der FDA und / oder vergleichbarer ausländischer Behörden für Abhilfe sorgt, können diese Behörden weitere Maßnahmen einleiten, einschließlich Produktrückrufe, Vertriebsverbote für Produkte oder Verbote des Betriebs von Produktionsstätten, Zivilstrafen, Beschlagnahmungen von Produkten des Fresenius-Konzerns und / oder Strafverfolgung. Fresenius Medical Care Holdings, Inc. befasst sich zurzeit mit Abhilfemaßnahmen im Zusammenhang mit einem Warning Letter der FDA, Fresenius Kabi mit Abhilfemaßnahmen im Zusammenhang mit drei Warning Letters der FDA. Der Fresenius-Konzern muss ebenfalls die US-Bundesgesetze über das Verbot illegaler Provisionen (Anti-Kickback Statute), gegen betrügerische Zahlungsanforderungen an staatliche Einrichtungen (False Claims Act), das Stark Law, das Gesetz über zivilrechtliche Geldstrafen (Civil Monetary Penalties Law) sowie Vorschriften gegen Korruption im Ausland (Foreign Corrupt Practices Act) und andere US-Bundes- und Staatsgesetze gegen Betrug und Missbrauch einhalten. Die zu beachtenden Gesetze und Regulierungen können geändert werden oder Kontrollbehörden oder Gerichte können die Vorschriften oder geschäftliche Tätigkeiten anders auslegen als der Fresenius-Konzern. In den USA hat die Durchsetzung der Vorschriften für die amerikanische Bundesregierung und für einige Bundesstaaten eine hohe Priorität erlangt. Außerdem ermuntern die Bestimmungen des False Claims Act (Gesetz gegen betrügerische Zahlungsanforderungen), die dem Anzeigenden eine Beteiligung an den verhängten Bußgeldern zusichern, private Kläger, Whistleblower-Aktionen einzuleiten. Angesichts dieses von Regulierungen geprägten Umfeldes sind die geschäftlichen Aktivitäten und Praktiken des Fresenius-Konzerns Gegenstand intensiver Überprüfungen durch Regulierungsbehörden und Dritte sowie von Untersuchungsverlangen, Vorlageverfügungen, anderen Anfragen, Rechtsansprüchen und Gerichtsverfahren, die sich auf die Einhaltung der relevanten Gesetze und Regulierungen beziehen. Der Fresenius-Konzern wird nicht in jedem Falle von vornherein wissen, dass Untersuchungen oder Aktionen gegen ihn angelaufen sind; das gilt insbesondere für Whistleblower-Aktionen, die von den Gerichten zunächst vertraulich behandelt werden.

Der Fresenius-Konzern betreibt eine große Anzahl von Betriebsstätten, hat Umgang mit persönlichen Daten (PD) von Patienten und Versicherten in allen Teilen der USA und in anderen Ländern und arbeitet mit Geschäftspartnern zusammen, die ihn bei der Ausübung seiner Tätigkeiten im Gesundheitswesen unterstützen. In einem derart dezentralisierten System ist es häufig schwierig, das wünschenswerte Maß an Aufsicht und Kontrolle über Tausende von Mitarbeitern sicherzustellen, die bei einer Vielzahl von Tochterunternehmen und bei Geschäftspartnern beschäftigt sind. Gelegentlich können der Fresenius-Konzern oder seine Geschäftspartner Verstöße gegen Datenschutz- und Datensicherheitsvorschriften unter dem Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA), der Datenschutzgrundverordnung der EU oder weiterer ähnlicher Gesetze (Datenschutzgesetze) feststellen, etwa durch unzulässige Nutzung, Zugang oder Zugänglichmachen ungesicherter PD oder wenn der Fresenius-Konzern oder seine Geschäftspartner es versäumen, in ihren Systemen und Geräten die erforderlichen administrativen, technischen oder physischen Schutzmaßnahmen zu implementieren; oder durch Datenschutzverletzungen, die zu unzulässiger Nutzung, Zugang oder Zugänglichmachen von personenbezogenen Daten (personal identifying information) von Angestellten, Patienten und Versicherten führen. In solchen Fällen müssen der Fresenius-Konzern und seine Geschäftspartner in Übereinstimmung mit anwendbaren Meldepflichten handeln. Bei der Führung, dem Management und der Kontrolle seiner Mitarbeiter verlässt sich der Fresenius-Konzern auf seine Führungsstruktur, seine Ressourcen in den Bereichen Regulatory und Recht sowie auf das wirksame Funktionieren seines Compliance-Programms. Trotzdem kommt es gelegentlich vor, dass der Fresenius-Konzern feststellen muss, dass seine Mitarbeiter oder Vertreter absichtlich, sorglos oder versehentlich die Gesellschaftsrichtlinien missachten oder gegen das Gesetz verstoßen. Dieses Verhalten jener Mitarbeiter kann zur Haftung des Fresenius-Konzerns und seiner Tochtergesellschaften führen, unter anderem nach dem Anti-Kickback Statute, dem Stark Law, dem False Claims Act, den Datenschutzgesetzen, dem Health Information Technology for Economic and Clinical Health Act sowie dem Foreign Corrupt Practices Act oder anderen Rechtsvorschriften und vergleichbaren Gesetzen auf Ebene der Bundesstaaten und in anderen Ländern.

Es werden zunehmend Prozesse gegen Ärzte, Krankenhäuser und andere Akteure des Gesundheitswesens wegen der Verletzung von Berufspflichten, Behandlungsfehlern, Produkthaftung, Mitarbeiterentschädigungs- und ähnlicher Ansprüche angestrengt, von denen viele zu hohen Schadensersatzforderungen und zu erheblichen Anwaltskosten führen. Gegen den Fresenius-Konzern sind auf Grund der Art seines Geschäfts solche Prozesse geführt worden und werden gegenwärtig geführt, und es ist damit zu rechnen, dass auch in Zukunft solche Verfahren angestrengt werden. Obwohl der Fresenius-Konzern in angemessenem Umfang versichert ist, kann er nicht garantieren, dass die Obergrenzen des Versicherungsschutzes immer ausreichend sein werden oder dass alle geltend gemachten Ansprüche durch die Versicherungen abgedeckt sind. Ein erfolgreich durchgesetzter Schadensersatzanspruch gegen den Fresenius-Konzern oder gegen irgendeine seiner Tochtergesellschaften, der den Versicherungsschutz übersteigt, könnte eine erhebliche nachteilige Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns sowie auf seine Finanz- und Ertragslage haben. Jeder Schadensersatzanspruch, unabhängig von seiner Begründetheit oder dem Ausgang eines möglichen Verfahrens, kann erhebliche nachteilige Auswirkungen auf den Ruf und die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns haben.

Gegen den Fresenius-Konzern sind auch Schadensersatzansprüche geltend gemacht und Klage erhoben worden, die sich auf angebliche Patentrechtsverletzungen oder von dem Fresenius-Konzern erworbene oder veräußerte Unternehmen beziehen. Diese Ansprüche und Verfahren können sich sowohl auf den Geschäftsbetrieb als auch auf das Akquisitions- oder Veräußerungsgeschäft beziehen. Der Fresenius-Konzern hat eigene Ansprüche geltend gemacht, wo dies angebracht war. Eine erfolgreiche Klage gegen den Fresenius-Konzern oder eine seiner Tochtergesellschaften könnte erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns sowie auf seine Finanz- und Ertragslage haben. Sämtliche Ansprüche, unabhängig von ihrem sachlichen Gehalt oder dem Ausgang eines möglichen Verfahrens, können erhebliche nachteilige Auswirkungen auf den Ruf und die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns haben.

30. FINANZINSTRUMENTE

Der Zusammenhang zwischen Klassen und Kategorien sowie die Zuordnung der Bilanzpositionen zu den Klassen wird in der folgenden Übersicht dargestellt:

Kategorien
    Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten / Vermögenswerte zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Keiner Kategorie zugeordnet
Klassen Flüssige Mittel         ► Flüssige Mittel
  Zum Buchwert ► Forderungen aus Lieferungen und Leistungen       Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte
  bilanzierte (inkl. Forderungen gegen und Darlehen an verbundene Unternehmen)        
  Vermögenswerte Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte        
  Zum Marktwert       ► Wertpapiere  
  bilanzierte          
  Vermögenswerte          
  Zum Buchwert   ► Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen     Langfristige Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen
  bilanzierte   ► Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen      
  Verbindlichkeiten   ► Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (inkl. kurzfristige Darlehen von verbundenen Unternehmen)      
      ► Langfristige Finanzverbindlichkeiten, ohne Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen      
      Anleihen      
      Wandelanleihen      
      Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten      
  Zum Marktwert     Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten    
  bilanzierte          
  Verbindlichkeiten          
  Zum Marktwert bilanzierte nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen         Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
  Derivate zu Sicherungszwecken     Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte   Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte
        Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten   Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

BEWERTUNG VON FINANZINSTRUMENTEN

Die Buchwerte der Finanzinstrumente, gegliedert nach Kategorien gemäß IAS 39, betrugen zum 31. Dezember:

in Mio € 2017 2016
Kredite und Forderungen 6.913 5.618
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 23.503 18.639
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte1 321 389
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten1 1.118 609
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 19 256
Keiner Kategorie zugeordnet 690 525

1 Es bestehen keine Finanzinstrumente, die gemäß IAS 39 beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft wurden.

In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte und Marktwerte sowie die Fair-Value-Hierarchiestufen der Finanzinstrumente des Fresenius-Konzerns, gegliedert nach Klassen, zum 31. Dezember dargestellt:

2017 2016
in Mio € Fair-Value- Hierarchiestufe Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Flüssige Mittel 1 1.636 1.636 1.579 1.579
Zum Buchwert bilanzierte Vermögenswerte 2 7.050 7.050 5.746 5.746
Zum Marktwert bilanzierte Vermögenswerte 1 19 19 256 256
Zum Buchwert bilanzierte Verbindlichkeiten 2 23.737 24.822 18.785 19.765
Zum Marktwert bilanzierte Verbindlichkeiten 3 1.101 1.101 586 586
Zum Marktwert bilanzierte nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen 3 854 854 1.029 1.029
Derivate zu Sicherungszwecken 2 309 309 359 359

Im Folgenden werden die wesentlichen Methoden und Annahmen erläutert, die bei der Ermittlung der Marktwerte von Finanzinstrumenten sowie bei der Klassifizierung entsprechend der dreistufigen Fair-Value-Hierarchie angewendet werden: Flüssige Mittel werden zu ihrem Nominalwert angesetzt, der dem Marktwert entspricht.

Für den überwiegenden Teil der kurzfristigen Finanzinstrumente, wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, stellt der Nominalwert den Buchwert dar, der aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente eine angemessene Schätzung des Marktwerts ist.

Die Marktwerte der wesentlichen langfristigen Finanzinstrumente werden anhand vorhandener Marktinformationen ermittelt. Finanzinstrumente, für die Kursnotierungen verfügbar sind, werden mit den zum Bilanzstichtag aktuellen Kursnotierungen bewertet. Der Marktwert der anderen langfristigen Finanzinstrumente ergibt sich als Barwert der entsprechenden zukünftigen Zahlungsströme. Für die Ermittlung dieser Barwerte werden die am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze und Kreditmargen des Fresenius-Konzerns berücksichtigt.

Die Klasse der zum Buchwert bilanzierten Vermögenswerte ist als Level 2 klassifiziert.

Die Klasse der zum Marktwert bilanzierten Vermögenswerte umfasste im Wesentlichen Wertpapiere. Die Marktwerte dieser Vermögenswerte werden anhand vorhandener Marktinformationen ermittelt. Der Marktwert der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte, die auf einem aktiven Markt gehandelt werden, basiert auf den Kursnotierungen zum Bilanzstichtag (Level 1). Daher ist die Klasse insgesamt als Level 1 klassifiziert.

Die Klasse der zum Buchwert bilanzierten Verbindlichkeiten ist als Level 2 klassifiziert.

In der Klasse der zum Marktwert bilanzierten Verbindlichkeiten sind die in die Wandelanleihen eingebetteten Derivate enthalten. Der Marktwert der eingebetteten Derivate ermittelt sich aus der Differenz des Marktwerts der Wandelanleihe und einer Vergleichsanleihe ohne Wandlungsoption, diskontiert mit dem Marktzinssatz zum Bilanzstichtag (Level 2). Zudem sind in dieser Klasse ausstehende bedingte Kaufpreiszahlungen enthalten, die mit dem Marktwert angesetzt werden. Die Schätzungen der jeweiligen Marktwerte basieren auf den vertraglich festgelegten Einflussfaktoren, die die künftigen Zahlungen bedingen sowie der Erwartungshaltung, die der Fresenius-Konzern für diese Werte hat (Level 3). Der Fresenius-Konzern beurteilt die Wahrscheinlichkeit im Hinblick auf die Erreichung der festgelegten Zielgrößen und deren Zeitpunkt. Die getroffenen Annahmen werden in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Klasse wurde als Level 3 klassifiziert.

Die Bewertung der Klasse der zum Marktwert bilanzierten nicht beherrschenden Anteile mit Put-Optionen erfolgt zu signifikanten nicht-beobachtbaren Werten. Sie ist daher als Level 3 klassifiziert.

Im Folgenden werden die Veränderungen der nicht beherrschenden Anteile mit Put-Optionen im Geschäftsjahr 2017 dargestellt:

in Mio € 2017
Nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen zum 1. Januar 2017 1.029
Anteil am Gewinn 161
Abgang von nicht beherrschenden Anteilen mit Put-Optionen - 35
Anteilige Dividendenausschüttungen - 164
Währungseffekte und sonstige Veränderungen - 137
Nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen zum 31. Dezember 2017 854

Von den nicht beherrschenden Anteilen mit Put-Optionen entfielen zum 31. Dezember 2017 97 % auf Fresenius Medical Care.

Die im Wesentlichen aus Zinsswaps und Devisentermingeschäften bestehenden Derivate werden wie folgt bewertet: Bei Zinsswaps erfolgt die Bewertung durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze. Für die Ermittlung der Marktwerte von Devisentermingeschäften wird der kontrahierte Terminkurs mit dem Terminkurs des Bilanzstichtags für die Restlaufzeit des jeweiligen Kontraktes verglichen. Der daraus resultierende Wert wird unter Berücksichtigung aktueller Marktzinssätze der entsprechenden Währung auf den Bilanzstichtag diskontiert.

In die Ermittlung der Marktwerte der als Verbindlichkeiten bilanzierten Derivate wird das eigene Kreditrisiko einbezogen. Für die Bewertung der als Vermögenswerte bilanzierten Derivate wird das Kreditrisiko der Vertragspartner berücksichtigt. Das Kreditausfallrisiko von derivativen Finanzinstrumenten wird regelmäßig überwacht und analysiert. Darüber hinaus wird das Kreditausfallrisiko bei der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente im Fair Value je Einzelinstrument berücksichtigt. Die Berechnungsgrundlage der Ausfallwahrscheinlichkeiten bilden laufzeitadäquate Credit Default Swap Spreads je Kontrahent. Die Ermittlung des in der Bewertung berücksichtigten Kreditrisikos erfolgt basierend auf einer Multiplikation der laufzeitadäquaten Ausfallwahrscheinlichkeit mit den diskontierten zu erwartenden Cashflows des derivativen Finanzinstruments.

Die Klasse der Derivate zu Sicherungszwecken enthält Call Optionen zur Besicherung der Wandelanleihen, deren Marktwerte aus Kursnotierungen abgeleitet werden. Die Marktwert-Berechnung der Klasse der Derivate zu Sicherungszwecken basiert auf signifikanten sonstigen beobachtbaren Werten, die Klasse ist daher entsprechend der definierten Fair-Value-Hierarchiestufen als Level 2 klassifiziert.

Derzeit gibt es keinen Hinweis auf eine mögliche Wertminderung der Finanzforderungen des Fresenius-Konzerns. Daher sind die Wertberichtigungen auf Kreditausfälle von Finanzforderungen unwesentlich.

MARKTWERTE DER DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTE

31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
in Mio € Vermögenswerte Verbindlichkeiten Vermögenswerte Verbindlichkeiten
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 5 1 5 1
Devisenkontrakte (kurzfristig) 9 8 14 24
Devisenkontrakte (langfristig) - - - 1
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 14 9 19 26
Zinssicherungsgeschäfte (kurzfristig) 0 -r 0  
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 0 - - 1
Devisenkontrakte (kurzfristig)1 13 17 27 23
Devisenkontrakte (langfristig)1 - 0 - -
In die Wandelanleihen eingebettete Derivate 0 308 0 362
Call Optionen zur Besicherung der Wandelanleihen1 308 0 362 0
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 321 325 389 386

1 Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate, Devisenkontrakte sowie die Call Optionen zur Besicherung der Wandelanleihen aus Derivaten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung bilden die Klasse Derivate zu Sicherungszwecken.

Derivative Finanzinstrumente werden in jeder Berichtsperiode zum Marktwert bewertet, demzufolge entsprechen die Buchwerte zum Bilanzstichtag den Marktwerten.

Auch Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung, also Derivate, für die kein Hedge-Accounting angewendet wird, werden ausschließlich zur Absicherung von wirtschaftlichen Risiken eingesetzt und nicht für Spekulationszwecke abgeschlossen.

Die Derivate zu Sicherungszwecken sowie die in die Wandelanleihen eingebetteten Derivate wurden in der Konzern-Bilanz unsaldiert unter den sonstigen Vermögenswerten in Höhe von 335 Mio € und den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 334 Mio € ausgewiesen.

Der kurzfristig fällige Teil der Derivate, der in der vorhergehenden Tabelle als Vermögenswert bzw. Verbindlichkeit gezeigt ist, wird in der Konzern-Bilanz unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten bzw. unter den kurzfristigen Rückstellungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der als Vermögenswert bzw. als Verbindlichkeit ausgewiesene langfristig fällige Teil ist in den sonstigen langfristigen Vermögenswerten bzw. in den langfristigen Rückstellungen und sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten enthalten. Die in die Wandelanleihen eingebetteten Derivate und die Call Optionen zur Besicherung der Wandelanleihen sind in der Konzern-Bilanz in den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten / Vermögenswerten ausgewiesen.

Erfolgswirksame Effekte der Finanzinstrumente

Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten betrafen Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 518 Mio € sowie Transaktionen in Fremdwährung in Höhe von - 33 Mio €. Die Zinserträge in Höhe von 197 Mio € resultierten im Wesentlichen aus der Bewertung der in die Wandelanleihen eingebetteten Derivate der Fresenius SE & Co. KGaA und der Call Optionen im Zusammenhang mit der Wandelanleihe der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Darlehen an verbundene Unternehmen. Die Zinsaufwendungen in Höhe von 848 Mio € resultierten im Wesentlichen aus Finanzverbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert sind.

EFFEKT DER ALS CASHFLOW HEDGES KLASSIFIZIERTEN DERIVATE AUF DIE GESAMTERGEBNISRECHNUNG

2017
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge / Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil)2 Position in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Zinssicherungsgeschäfte - 36 Zinserträge / -aufwendungen
Devisenkontrakte 6 2  
davon   1 Umsatzkosten
    1 Vertriebskosten, allgemeine Verwaltungskosten
    0 Zinserträge / -aufwendungen
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 6 38  

1 In der Gewinn- und Verlustrechnung sind weder Erträge /Aufwendungen aus Ineffektivitäten noch daraus, dass der Eintritt des gesicherten Grundgeschäftes nicht mehr erwartet wird, erfasst.
2 Erträge werden mit negativem Vorzeichen dargestellt, Aufwendungen mit positivem Vorzeichen.

2016
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge / Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil)2 Position in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Zinssicherungsgeschäfte 3 36 Zinserträge / -aufwendungen
Devisenkontrakte - 19 3  
davon   - 1 Umsatzkosten
    3 Vertriebskosten, allgemeine Verwaltungskosten
    1 Zinserträge / -aufwendungen
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 - 16 39  

1 In der Gewinn- und Verlustrechnung sind weder Erträge / Aufwendungen aus Ineffektivitäten noch daraus, dass der Eintritt des gesicherten Grundgeschäftes nicht mehr erwartet wird, erfasst.
2 Erträge werden mit negativem Vorzeichen dargestellt, Aufwendungen mit positivem Vorzeichen.

EFFEKT DER DERIVATE OHNE BILANZIELLE SICHERUNGSBEZIEHUNG AUF DIE GESAMTERGEBNISRECHNUNG

in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge / Aufwendungen
in Mio € 2017 2016 Position in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Zinssicherungsgeschäfte - - Zinserträge / -aufwendungen
      Sonstige betriebliche
Devisenkontrakte - 21 - Erträge / Aufwendungen
Devisenkontrakte - 6 - 4 Zinserträge / -aufwendungen
In die Wandelanleihen eingebettete Derivate 116 - 27 Zinserträge / -aufwendungen
Call Optionen zur Besicherung der Wandelanleihen - 116 27 Zinserträge / -aufwendungen
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 27 - 4  

Den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen aus Devisenkontrakten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung stehen in entsprechender Höhe in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge aus den zugehörigen Grundgeschäften gegenüber.

Aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wurden in den Jahren 2017 und 2016 Aufwendungen bzw. Erträge in unwesentlicher Höhe im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzt.

Die folgende Tabelle gibt an, in welchem Zeitraum der Cashflow aus derivativen Finanzinstrumenten voraussichtlich eintreten wird.

CASHFLOW AUS DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTEN

voraussichtliche Cashflows innerhalb von
in Mio € 1 Jahr 1 bis 3 Jahren 3 bis 5 Jahren nach 5 Jahren
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate 1 3 1 0
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 4 - - 0

MARKTRISIKO

Allgemeines

Aus der internationalen Geschäftstätigkeit in zahlreichen Währungen ergeben sich für den Fresenius-Konzern Risiken aus Wechselkursschwankungen. Zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit emittiert der Fresenius-Konzern Anleihen und Geldmarktpapiere und vereinbart mit Banken im Wesentlichen langfristige Darlehen und Schuldscheindarlehen. Daraus können sich für den Fresenius-Konzern Zinsrisiken aus variabler Verzinsung und Kursrisiken für Bilanzpositionen mit fixer Verzinsung ergeben.

Zur Steuerung der Zins- und Währungsrisiken tritt der Fresenius-Konzern im Rahmen der vom Vorstand festgelegten Limite in bestimmte Sicherungsgeschäfte mit Banken ein, die ein hohes Rating aufweisen. Der Fresenius-Konzern schließt derivative Finanzinstrumente nicht für spekulative Zwecke ab.

Der Fresenius-Konzern führt seine Aktivitäten auf dem Gebiet der derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich unter Kontrolle einer zentralen Abteilung durch. Der Fresenius-Konzern hat dazu in Anlehnung an einschlägige Normen aus dem Bankenbereich Richtlinien für die Risikobeurteilung und die Kontrolle über den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten festgelegt. Diese Richtlinien regeln insbesondere eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten in Bezug auf Handel, Abwicklung, Buchhaltung und Kontrolle. Risikolimits werden kontinuierlich beobachtet und gegebenenfalls wird der Umfang der Sicherungsgeschäfte entsprechend angepasst.

Zur Quantifizierung der Zins- und Währungsrisiken definiert der Fresenius-Konzern für die einzelnen Risikopositionen jeweils einen Richtwert (Benchmark) auf Basis erzielbarer bzw. tragfähiger Sicherungskurse. In Abhängigkeit von den jeweiligen Richtwerten werden dann Sicherungsstrategien vereinbart und in der Regel in Form von Mikro-Hedges umgesetzt.

Das Jahresergebnis des Fresenius-Konzerns wurde nur unwesentlich durch die Ineffektivität von Sicherungsgeschäften beeinflusst, da die Kontraktspezifikationen der Zins- und Devisenkontrakte weitgehend mit den Parametern der entsprechenden Risikopositionen übereinstimmten.

Derivative Finanzinstrumente

Ausweis

Zur Reduzierung des Kreditrisikos aus derivativen Finanzinstrumenten hat der Fresenius-Konzern mit verschiedenen Bankpartnern Rahmenverträge für derivative Geschäfte abgeschlossen, aufgrund derer im Falle der Insolvenz des Geschäftspartners positive und negative Marktwerte miteinander verrechnet werden können. Das gilt für Transaktionen zwischen Vertragsparteien, bei denen sich der Gesamtbetrag der Verpflichtungen und der Gesamtbetrag der Forderungen nicht ausgleichen. Im Insolvenzfall ist die Partei, die den größeren Betrag schuldet, verpflichtet, der anderen Partei den Differenzbetrag in Form einer Ausgleichszahlung zu begleichen.

Eine Saldierung von derivativen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wurde in der Konzern-Bilanz nicht vorgenommen, da die abgeschlossenen Rahmenverträge für derivative Finanzinstrumente die Saldierungskriterien nach den International Financial Reporting Standards nicht erfüllen.

Zum 31. Dezember 2017 und 31. Dezember 2016 bestanden derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 27 Mio € und 45 Mio € sowie derivative finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 25 Mio € und 46 Mio €, denen Rahmenverträge zugrunde lagen. Saldiert ergäbe sich für die derivativen Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2017 und 31. Dezember 2016 ein aktivischer Betrag in Höhe von 17 Mio € und 28 Mio € sowie ein passivischer Betrag in Höhe von 15 Mio € und 29 Mio €.

Management des Währungsrisikos

Für die Finanzberichterstattung ist der Euro Berichtswährung. Daher beeinflussen Translationsrisiken aus der Änderung von Wechselkursen zwischen dem Euro und den lokalen Währungen, in denen die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften erstellt werden, das im Konzernabschluss ausgewiesene Jahresergebnis und die Darstellung der finanziellen Lage.

Daneben gibt es Transaktionsrisiken einzelner Konzerngesellschaften, die sich vor allem aus in fremder Währung fakturierten Einkäufen, Verkäufen, Projekten und Dienstleistungen sowie aus konzerninternen Verkäufen von Produkten an andere Konzerngesellschaften in verschiedenen Währungsräumen ergeben. Dadurch sind die Tochtergesellschaften von Wechselkursänderungen zwischen den Fakturierungswährungen und den Währungen betroffen, in denen diese ihre lokalen Geschäftstätigkeiten durchführen. Ausschließlich zur Sicherung der bestehenden oder zu erwartenden Transaktionsrisiken setzt der Fresenius-Konzern Devisentermingeschäfte und in unwesentlichem Umfang Devisenoptionen ein. Im Zusammenhang mit Darlehen in Fremdwährung tätigt der Fresenius-Konzern in der Regel Devisenswapgeschäfte. Dadurch wird sichergestellt, dass aus diesen Darlehen keine Wechselkursrisiken entstehen.

Zum 31. Dezember 2017 betrug das Nominalvolumen aller Devisengeschäfte 1.964 Mio €. Der Abschluss dieser Devisenkontrakte erfolgte zur Absicherung von Transaktionsrisiken aus dem operativen Geschäft und im Zusammenhang mit Darlehen in fremder Währung. Der Marktwert der als Cashflow Hedges designierten Devisenkontrakte betrug 1 Mio €.

Der effektive Teil der Marktwertänderungen von Devisenterminkontrakten, die als Cashflow Hedges für geplante Wareneinkäufe und -verkäufe bestimmt und geeignet sind, wird erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Other Comprehensive Income (Loss)) abgegrenzt. Diese Beträge werden in der Folgezeit zeitgleich mit den Ergebniswirkungen der entsprechenden Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung als Umsatzkosten oder als Teil der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten erfasst.

Der Fresenius-Konzern hatte zum 31. Dezember 2017 Devisenkontrakte mit einer maximalen Laufzeit von 14 Monaten im Bestand.

Für die Abschätzung und Quantifizierung der Transaktionsrisiken in fremder Währung verwendet der Fresenius-Konzern ein Cashflow-at-Risk Modell. Als Ausgangsbasis für die Analyse des Währungsrisikos dienen dabei die mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Fremdwährungs-Zahlungsströme der nächsten zwölf Monate abzüglich aller getätigten Absicherungen. Im Cashflow-at-Risk Ansatz werden die möglichen Währungsschwankungen dieser Netto-Risiko-positionen als Wahrscheinlichkeitsverteilungen dargestellt, die auf historischen Volatilitäten und Korrelationen der letzten 250 Werktage basieren. Die Berechnung erfolgt mit einem Konfidenzniveau von 95 % und einer Haltedauer von bis zu einem Jahr. Im Zuge der Aggregation der Währungsrisiken ergeben sich risikomindernde Effekte durch Korrelationen zwischen den betrachteten Transaktionen, d. h. das Risiko des Gesamtportfolios ist grundsätzlich geringer als die Summe der jeweiligen Einzelrisiken. Zum 31. Dezember 2017 beträgt der Cashflow-at-Risk des Fresenius-Konzerns 79 Mio €, d. h. mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % wird ein möglicher Verlust aus den geplanten Fremdwährungs-Zahlungsströmen der nächsten zwölf Monate nicht höher als 79 Mio € sein.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Nettofremdwährungspositionen der Währungen zum 31. Dezember 2017, die einen wesentlichen Einfluss auf das Währungsrisiko des Fresenius-Konzerns haben.

Nominalbetrag
in Mio €
2017
Chinesische Renminbi Yuan 349
US-Dollar 347
Hongkong-Dollar 135
Koreanische Won 102
Russische Rubel 84

Management des Zinsrisikos

Die Zinsrisiken des Konzerns erwachsen im Wesentlichen aus den Geld- und Kapitalmarkttransaktionen des Fresenius-Konzerns zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit.

Der Fresenius-Konzern setzt Zinsswaps und in geringem Umfang Zinsoptionen ein, um sich gegen das Risiko steigender Zinssätze abzusichern. Diese Zinsderivate sind überwiegend als Cashflow Hedges designiert und werden abgeschlossen, um Zahlungen aus variabel verzinslichen langfristigen Finanzverbindlichkeiten in fixe Zinszahlungen umzuwandeln sowie im Hinblick auf die Aufnahme zukünftiger langfristiger Finanzverbindlichkeiten (Pre-Hedges). Euro denominierte Zinsswaps hatten zum 31. Dezember 2017 ein Nominalvolumen von 232 Mio € und einen Marktwert von - 1 Mio €. Diese Euro Zinsswaps werden zwischen den Jahren 2018 und 2022 fällig. Der durchschnittliche Zinssatz beträgt 0,38 %. Zudem bestanden US-Dollar denominierte Zinsswaps in Höhe von 200 Mio US$ (167 Mio €) mit einem Marktwert von 6 Mio US$ (5 Mio €), die im Jahr 2021 fällig werden und einen durchschnittlichen Zinssatz von 1,22 % haben. Im Bestand befindliche Zinsoptionen hatten ein Nominalvolumen von 200 Mio € und einen Marktwert von 0 €. Die Laufzeit der Zinsoptionen endet im Jahr 2018.

Die Pre-Hedges dienen zur Absicherung von Zinssätzen, die für die Aufnahme der zukünftigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten relevant werden, und die bis zum Zeitpunkt der Begebung dieser Finanzverbindlichkeiten ansteigen könnten. Diese Pre-Hedges werden zum Ausgabezeitpunkt der zugrunde liegenden langfristigen Finanzverbindlichkeiten aufgelöst und der erfolgsneutral im kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) erfasste Zahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzverbindlichkeiten im Zinsaufwand berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2017 bzw. 31. Dezember 2016 betrug der im kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) abgegrenzte Verlust aus Pre-Hedges nach Steuern 19 Mio € bzw. 45 Mio €.

Die aus den Swap-Vereinbarungen resultierenden Zinsverbindlichkeiten und Zinsforderungen werden abgegrenzt und als Anpassung des Zinsaufwands zum jeweiligen Bilanzstichtag erfasst. In einzelnen Fällen können im Bereich der Zinssicherungsgeschäfte außerplanmäßige Tilgungen oder die Neuverhandlung von gesicherten Grundgeschäften zur Auflösung (De-Designation) der bis dahin bestehenden Sicherungsbeziehung führen. Die betroffenen Sicherungsgeschäfte werden ab diesem Zeitpunkt erfolgswirksam über die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung bewertet.

Zur Analyse der Auswirkungen von Änderungen der für Fresenius relevanten Referenzzinsen auf die Ertragslage des Konzerns wird der Anteil der Finanzverbindlichkeiten ermittelt, der originär zu variablen Sätzen verzinst wird und nicht durch den Einsatz von Zinsswaps oder Zinsoptionen gegen einen Anstieg der Referenzzinsen gesichert ist. Für den auf diese Weise ermittelten Teil der Finanzverbindlichkeiten wird unterstellt, dass die Referenzzinssätze am Berichtsstichtag jeweils einheitlich um 0,5 % höher gewesen wären als sie tatsächlich waren. Der daraus folgende zusätzliche jährliche Zinsaufwand wird zu dem Konzernergebnis ins Verhältnis gesetzt. Diese Analyse ergibt, dass ein Anstieg der für den Fresenius-Konzern relevanten Referenzzinssätze um 0,5 % einen Einfluss auf das Konzernergebnis und das Eigenkapital der Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA von weniger als 1,0 % hätte.

KREDITRISIKO

Der Fresenius-Konzern ist in Bezug auf Finanzinstrumente dem Risiko ausgesetzt, dass Vertragspartner ihre Leistungsverpflichtungen nicht erfüllen. Im Hinblick auf derivative Finanzinstrumente wird jedoch erwartet, dass die Vertragspartner ihren Verpflichtungen nachkommen, da es sich bei diesen um Banken handelt, die ein hohes Rating aufweisen. Das maximale Kreditrisiko aus Derivaten ergibt sich aus der Summe der Derivate mit einem zum Bilanzstichtag positiven Marktwert. Das maximale Kreditrisiko der Währungsderivate betrug 22 Mio €. Das maximale Kreditrisiko aus Zinsderivaten betrug 5 Mio €. Das maximale Kreditrisiko aus nicht-derivativen Finanzinstrumenten entspricht dem Gesamtwert aller Forderungen. Das Management des Fresenius-Konzerns analysiert zur Kontrolle dieses Kreditrisikos die Altersstruktur der Forderungen. Zu Details im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Wertberichtigungen wird auf Anmerkung 15, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, verwiesen.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass eine Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Mittels eines effektiven Working-Capital- und Cash-Managements sowie einer vorausschauenden Evaluierung von Refinanzierungsalternativen steuert das Management des Fresenius-Konzerns die Liquidität des Konzerns. Das Management des Fresenius-Konzerns ist davon überzeugt, dass die bestehenden Kreditfazilitäten sowie die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und aus sonstigen kurzfristigen Finanzierungsquellen zur Deckung des vorhersehbaren Liquiditätsbedarfs der Gesellschaft ausreichen (siehe Anmerkung 22, Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen).

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen nicht-diskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungen (inklusive Zinsen) aus finanziellen Verbindlichkeiten und derivativen Finanzinstrumenten:

in Mio € bis 1 Jahr 1 bis 3 Jahre 3 bis 5 Jahre länger als 5 Jahre
Langfristige Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen (inkl. Forderungsverkaufsprogramm)1 749 1.979 3.929 1.007
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1.572 0 0 0
Anleihen 1.089 3.156 3.096 3.243
Wandelanleihen 4 907 0 500
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.688 0 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.853 7 2 4
Ausstehende bedingte Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen 79 345 206 224
Nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen 473 223 82 116
Derivative Finanzinstrumente - als Cashflow Hedge designiert 9 - 0 0
Derivative Finanzinstrumente - ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 17 276 - 32
Gesamt 8.533 6.893 7.315 5.126

1 Zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten wurden auf Basis der zuletzt vor dem 31. Dezember 2017 fixierten Zinssätze ermittelt.

31. ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN ZUM KAPITALMANAGEMENT

Der Fresenius-Konzern verfügt über ein solides Finanzprofil. Das Kapitalmanagement schließt sowohl Eigenkapital als auch Finanzverbindlichkeiten ein. Ein wesentliches Ziel des Kapitalmanagements des Fresenius-Konzerns ist es, die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten zu optimieren. Ferner wird ein ausgewogener Mix aus Eigen- und Fremdkapital angestrebt. Zur langfristigen Sicherung des Wachstums wird in Ausnahmefällen, etwa zur Finanzierung einer großen Akquisition, auch eine Kapitalerhöhung in Erwägung gezogen.

Aufgrund der Diversifikation des Unternehmens innerhalb des Gesundheitssektors und der starken Marktpositionen der Unternehmensbereiche in globalen, wachsenden und nicht zyklischen Märkten werden planbare und nachhaltige Cashflows erwirtschaftet. Diese erlauben einen angemessenen Anteil an Fremdkapital, d. h. den Einsatz eines umfangreichen Mix aus Finanzverbindlichkeiten. Zudem verfügen die Kunden des Fresenius-Konzerns im Allgemeinen über eine hohe Kreditqualität.

Das Eigen- und Fremdkapital hat sich wie folgt entwickelt:

EIGENKAPITAL

in Mio € 31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
Eigenkapital 21.720 20.849
Bilanzsumme 53.133 46.697
Eigenkapitalquote 40,9 % 44,6 %

Die Fresenius SE & Co. KGaA unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Sie hat Verpflichtungen zur Ausgabe von Aktien aus dem Bedingten Kapital im Zusammenhang mit Ausübungen von Aktienoptionen auf Basis der bestehenden Aktienoptionspläne 2008 und 2013 (siehe Anmerkung 34, Aktienbasierte Vergütungspläne).

FINANZVERBINDLICHKEITEN

in Mio € 31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
Finanzverbindlichkeiten 19.042 14.780
Bilanzsumme 53.133 46.697
Fremdkapitalquote 35,8 % 31,7 %

Die finanzielle Flexibilität zu sichern, hat höchste Priorität in der Finanzierungsstrategie des Konzerns. Diese Flexibilität wird erreicht durch eine breite Auswahl von Finanzierungsinstrumenten und durch eine hohe Diversifikation der Investoren. Das Fälligkeitsprofil des Fresenius-Konzerns weist eine breite Streuung der Fälligkeiten mit einem hohen Anteil von mittel- und langfristigen Finanzierungen auf. Bei der Auswahl der Finanzierungsinstrumente werden Marktkapazität, Investorendiversifikation, Flexibilität, Kreditauflagen und das bestehende Fälligkeitsprofil berücksichtigt.

Als eine zentrale finanzwirtschaftliche Zielgröße verwendet der Fresenius-Konzern den Verschuldungsgrad, gemessen an der Kennzahl Netto-Finanzverbindlichkeiten / EBITDA. Zum 31. Dezember 2017 betrug der Verschuldungsgrad (vor Sondereinflüssen) 2,8.

Die Finanzierungsstrategie des Fresenius-Konzerns spiegelt sich im Kreditrating wider. Der Fresenius-Konzern wird von den Rating-Agenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch bewertet.

Die folgende Tabelle zeigt das Unternehmensrating der Fresenius SE & Co. KGaA:

RATING DER FRESENIUS SE & CO. KGAA

31. Dez. 2017 31. Dez. 2016
Standard & Poor's      
  Unternehmensrating BBB- BBB-
  Ausblick positiv stabil
Moody's      
  Unternehmensrating Baa3 Baa3
  Ausblick stabil stabil
Fitch      
  Unternehmensrating BBB- BBB-
  Ausblick stabil stabil

Nach der am 24. April 2017 erfolgten Ankündigung der Übernahmen von Akorn, Inc. und des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA bestätigten Standard & Poor's, Moody's und Fitch das Unternehmensrating von Fresenius.

Standard & Poor's hat zum Jahresende 2017 den Ausblick des Fresenius-Unternehmensratings von stabil auf positiv angehoben. Das Unternehmensrating wurde bestätigt.

32. ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Konzern-Kapitalflussrechnungen der Geschäftsjahre 2017 und 2016 des Fresenius-Konzerns sind auf den Seiten 132 und 133 dargestellt.

Die in der Konzern-Kapitalflussrechnung und in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel umfassen alle Kassenbestände, Schecks, Wertpapiere und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie innerhalb von drei Monaten ohne nennenswerte Wertschwankungen verfügbar sind.

Fresenius Helios verwendete im Geschäftsjahr 2017 für Investitionen in Sachanlagen Fördermittel in Höhe von 114 Mio € (2016: 110 Mio €), die in der Konzern-Kapitalflussrechnung in der Position Erwerb von Sachanlagen verrechnet wurden.

Die Auszahlungen für Akquisitionen (ohne den Erwerb von Lizenzen) setzten sich wie folgt zusammen:

in Mio € 2017 2016
Erworbene Vermögenswerte 8.220 955
Übernommene Verbindlichkeiten - 1.287 - 83
Nicht beherrschende Anteile - 103 - 58
Als Teil des Kaufpreises über- bzw. aufgenommene Schulden - 163 - 251
Ausgabe von Aktien - 400 0
Barzahlungen 6.267 563
Erworbene Barmittel - 22 - 30
Auszahlungen für Akquisitionen, netto 6.245 533
Auszahlungen für den Erwerb von Beteiligungen und Finanzanlagen, netto 18 130
Auszahlungen für den Erwerb immaterieller Vermögenswerte, netto 26 12
Gesamtzahlungen für den Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Finanzanlagen und immateriellen Vermögenswerten, netto 6.289 675

Die Einzahlungen aus der Veräußerung von Tochtergesellschaften betrugen 153 Mio € im Jahr 2017 (2016: 1 Mio €).

Im Folgenden wird eine Überleitung der Finanzverbindlichkeiten zu dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2017 dargestellt:

zahlungswirksame Veränderungen nicht zahlungswirksame Veränderungen
in Mio € 1. Jan.2017 Cashflow im Rahmen von Akquisitionen übernommen Währungs-
umrechnungs-
differenzen
Abschreibungen auf Finanzierungskosten Neue Leasingverträge
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 847 722 - 5 - 13 0 0
Langfristige Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen, abzüglich des Forderungsverkaufsprogramms 5.494 1.230 303 - 405 9 12
Anleihen 7.414 2.164 0 - 463 18 0
Wandelanleihen 854 500 0 0 24 0
Forderungsverkaufsprogramm 165 157 0 - 28 0 0
nicht zahlungswirksame Veränderungen
in Mio € Sonstige 31. Dez. 2017
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten - 1 1.550
Langfristige Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen, abzüglich des Forderungsverkaufsprogramms 168 6.811
Anleihen - 64 9.069
Wandelanleihen -60 1.318
Forderungsverkaufsprogramm 0 294

33. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

Die Tabellen zur Konzern-Segmentberichterstattung als integraler Bestandteil des Konzern-Anhangs befinden sich auf den Seiten 136 bis 137.

Die Segmentierung im Fresenius-Konzern mit den Unternehmensbereichen Fresenius Medical Care, Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed folgt den internen Organisations- und Berichtsstrukturen (Management Approach) zum 31. Dezember 2017.

Die Kennzahlen, die im Rahmen der Segmentberichterstattung dargestellt werden, entsprechen den Kennzahlen der internen Berichterstattung des Fresenius-Konzerns. Interne und externe Berichterstattung und Unternehmensrechnung korrespondieren; es werden die gleichen Kennzahlen und Definitionen verwendet.

Verkäufe und Erlöse zwischen den Segmenten werden grundsätzlich zu Preisen erbracht, die auch mit Konzernfremden vereinbart würden. Verwaltungsleistungen werden über Dienstleistungsvereinbarungen abgerechnet.

Grundlage für die Segmentierung ist die Rechnungslegungsvorschrift IFRS 8, Operating Segments, in der die Segmentberichterstattung in den Jahres- und Quartalsabschlüssen zu den operativen Geschäfts-, Produkt- und Dienstleistungsbereichen und Regionen geregelt ist.

Die Segmentierung stellt sich somit wie folgt dar:

Fresenius Medical Care

Fresenius Kabi

Fresenius Helios

Fresenius Vamed

Konzern / Sonstiges

Das Segment Konzern / Sonstiges umfasst im Wesentlichen die Holdingfunktionen der Fresenius SE & Co. KGaA und die Fresenius Netcare GmbH, die Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnologie anbietet. Des Weiteren enthält das Segment Konzern / Sonstiges die zwischen den Segmenten durchzuführenden Konsolidierungsmaßnahmen und Sondereinflüsse (siehe Anmerkung 3, Sondereinflüsse).

Eine Erläuterung zu den einzelnen Unternehmensbereichen befindet sich auf der Seite 139 des Konzern-Anhangs.

Der Vorstand der Fresenius Management SE (die persönlich haftende Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA) steuert die jeweiligen Segmente anhand von Zielgrößen, die auf IFRS-Zahlen basieren. Bis zum 31. Dezember 2016 wurden die Segmente anhand von Zielgrößen gesteuert, die auf US-GAAP-Zahlen basierten. Dementsprechend waren in der Konzern-Segmentberichterstattung nach Unternehmensbereichen die Kennzahlen der einzelnen Unternehmensbereiche gemäß US-GAAP dargestellt. Um der Darstellung des aktuellen Geschäftsjahres zu entsprechen, wurden die Vorjahreswerte entsprechend angepasst.

Die regionale Segmentierung berücksichtigt neben der kontinentalen Aufteilung auch die Homogenität der Märkte bezüglich Chancen und Risiken. Die Zuordnung zu den einzelnen Segmenten richtet sich nach dem Sitz der Kunden.

ERLÄUTERUNG ZU DEN SEGMENTDATEN

Die Zielgrößen, an denen die Segmente vom Vorstand gemessen werden, sind so gewählt, dass diese alle Erträge und Aufwendungen beinhalten, die im Entscheidungsbereich der Segmente liegen. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass der dafür am besten geeignete Maßstab das operative Ergebnis (EBIT) ist. Der Vorstand geht davon aus, dass neben dem operativen Ergebnis auch die Kenngröße Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) für Investoren hilfreich sein kann, um die Fähigkeit des Fresenius-Konzerns in Bezug auf die Erzielung von finanziellen Überschüssen und die Bedienung seiner finanziellen Verpflichtungen zu beurteilen. Die Kennzahl EBITDA ist außerdem die Basis für die Beurteilung der Einhaltung von vorgegebenen Kennzahlen im Rahmen der Kreditvereinbarungen des Fresenius-Konzerns (z. B. Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2012 oder Kreditvereinbarung 2013).

Die Abschreibungen beziehen sich auf die in dem jeweiligen Unternehmensbereich gebundenen Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer.

Das Zinsergebnis umfasst Zinsaufwendungen und Zinserträge.

Das Konzernergebnis ist definiert als das Ergebnis nach Ertragsteuern und nach nicht beherrschenden Anteilen.

Der operative Cashflow ist der durch die gewöhnliche Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Mittelzufluss / -abfluss.

Der Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden errechnet sich aus dem operativen Cashflow abzüglich der Netto-Investitionen.

Die Finanzverbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen, Wandelanleihen, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing, Verbindlichkeiten aus ausstehenden Zahlungen für Akquisitionen sowie Konzernverbindlichkeiten.

Die Investitionen beinhalten im Wesentlichen die Zugänge von Sachanlagen.

Bei den Akquisitionen handelt es sich sowohl um den Erwerb von Anteilen an rechtlich selbstständigen Unternehmen als auch um den Kauf von Unternehmensteilen und immateriellen Vermögenswerten (z. B. Lizenzen). Die hier dargestellten Kennzahlen geben die vertraglichen Kaufpreise wieder, die sich aus bar bezahlten Beträgen (abzüglich erworbener flüssiger Mittel), übernommenen Schulden sowie der Ausgabe von Aktienanteilen zusammensetzen. In die Kapitalflussrechnung hingegen fließen die in bar gezahlten Kaufpreisbestandteile abzüglich der erworbenen flüssigen Mittel ein.

Die EBITDA-Marge errechnet sich aus dem EBITDA im Verhältnis zum Umsatz.

Die EBIT-Marge ermittelt sich aus dem EBIT im Verhältnis zum Umsatz.

Die Rentabilität des betriebsnotwendigen Vermögens (ROOA) ist definiert als Quotient aus dem EBIT und dem durchschnittlichen betriebsnotwendigen Vermögen. Das betriebsnotwendige Vermögen ermittelt sich aus der Bilanzsumme abzüglich der aktiven latenten Steuern, der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der erhaltenen Anzahlungen und zugesagten Fördermittel.

Des Weiteren werden die Kenngrößen "Abschreibungen in % vom Umsatz" und "Operativer Cashflow in % vom Umsatz" ausgewiesen.

ABSTIMMUNG DER KENNZAHLEN ZUM KONSOLIDIERTEN ERGEBNIS

in Mio € 2017 2016
Gesamt-EBIT der berichterstattenden Segmente 4.867 4.332
Sondereinflüsse - 241 0
Allgemeine Unternehmensaufwendungen Konzern / Sonstiges (EBIT) - 37 - 30
Konzern-EBIT 4.589 4.302
Zinsaufwand - 848 - 678
Zinsertrag 197 96
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.938 3.720

HERLEITUNG DER NETTO-FINANZVERBINDLICHKEITEN AUS DER KONZERN-BILANZ

in Mio € 31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1.550 847
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen - 6
Kurzfristig fälliger Teil der langfristigen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen 618 611
Kurzfristig fälliger Teil der Anleihen 731 473
Langfristige Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen, abzüglich des kurzfristig fälligen Teils 6.487 5.048
Anleihen, abzüglich des kurzfristig fälligen Teils 8.338 6.941
Wandelanleihen 1.318 854
Finanzverbindlichkeiten 19.042 14.780
abzüglich flüssige Mittel 1.636 1.579
Netto-Finanzverbindlichkeiten 17.406 13.201

Die regionale Aufteilung der langfristigen Aktiva stellt sich wie folgt dar:

in Mio € 31. Dezember 2017 31. Dezember 2016
Deutschland 8.950 8.646
Spanien 6.431 214
Übriges Europa (ohne Deutschland und Spanien) 2.907 2.861
Nordamerika 18.473 19.729
Asien-Pazifik 1.995 1.777
Lateinamerika 664 680
Afrika 52 52
Gesamte langfristige Aktiva1 39.472 33.959

1 Die Summe der langfristigen Aktiva ergibt sich aus den langfristigen Vermögenswerten abzüglich der latenten Steuern, abzüglich der derivativen Finanzinstrumente und des aktivierten Pensionsvermögens.

In Deutschland wurde im Geschäftsjahr 2017 ein Umsatz in Höhe von 7.192 Mio € erwirtschaftet (2016: 6.913 Mio €). In den USA betrug der Umsatz im Jahr 2017 zu aktuellen Währungskursen 14.894 Mio € (2016: 13.931 Mio €) und währungsbereinigt 15.201 Mio €.

34. AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGSPLÄNE

PERSONALAUFWAND AUS DEN AKTIENBASIERTEN VERGÜTUNGSPLÄNEN DES FRESENIUS-KONZERNS

Im Geschäftsjahr 2017 weist der Fresenius-Konzern für die seit dem Jahr 2013 ausgegebenen Aktienoptionen 37 Mio € an Personalaufwand aus. Für die leistungsorientierten Pläne berücksichtigt der Fresenius-Konzern Personalaufwand in den Perioden bis zur Unverfallbarkeit der Optionen. Dabei wird von den Marktwerten der zugrunde liegenden Aktienoptionen zum Zeitpunkt der Gewährung ausgegangen.

Der Personalaufwand durch die Ausgabe von Instrumenten mit Barausgleich wird durch den beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bewertungsstichtag und der Anzahl der ausgegebenen Phantom Stocks oder Performance Shares bestimmt und wird über die Wartezeit bzw. den Erdienungszeitraum verteilt. Der Personalaufwand für Instrumente mit Barausgleich im Geschäftsjahr 2017 betrug 73 Mio €.

MARKTWERT DER AKTIENOPTIONEN

Für die Schätzung der Marktwerte der nach den Aktienoptionsplänen der Fresenius SE & Co. KGaA und der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA gewährten Aktienoptionen wendet der Fresenius-Konzern ein Binomialmodell an. Optionspreismodelle verlangen die Berücksichtigung von sehr subjektiven Annahmen einschließlich der erwarteten Volatilität des Aktienkurses. Die Annahmen des Fresenius-Konzerns beruhen auf

Erfahrungen der Vergangenheit sowie auf Marktentwicklungen und Erfahrungen anderer Gesellschaften ähnlicher Größe und vergleichbarer Industriezweige. Zur Berücksichtigung einer erwarteten frühzeitigen Ausübung wurde eine frühzeitige Ausübung der Optionen mit erfüllter Wartezeit angenommen, sobald der Aktienkurs eine Kursschwelle von 150 % des Ausübungspreises erreicht. Die Aktienoptionen des Fresenius-Konzerns haben Eigenschaften, die wesentlich von den Eigenschaften gehandelter Optionen abweichen. Änderungen subjektiver Annahmen können einen wesentlichen Effekt auf den Marktwert der Option haben.

Die gewichteten durchschnittlichen Annahmen zur Bewertung der Marktwerte für Zusagen, die in den Jahren 2017 und 2016 aus dem Fresenius SE & Co. KGaA Aktienoptionsplan 2013 gewährt wurden, sind wie folgt:

2017 2016
in Mio € Juli- Zuteilung Dezember- Zuteilung Juli- Zuteilung Dezember- Zuteilung
Erwartete Dividendenrendite 1,25 % 1,39 % 1,16 % 1,22 %
Risikoloser Zinssatz 0,26 % 0,13 % - 0,30 % 0,09 %
Erwartete Volatilität 21,91 % 21,69 % 26,41 % 24,22 %
Laufzeit der Option 8 Jahre 8 Jahre 8 Jahre 8 Jahre
Ausübungspreis pro Option in € 74,77 64,69 66,02 67,15

Die erwartete Volatilität ergibt sich aus der historischen Volatilität über die erwartete Laufzeit der Aktienoptionen. Die Volatilität wurde bei erstmaliger Berechnung des Fair Values der Aktienoptionen ermittelt und anschließend jährlich mit der Ausgabe einer neuen Tranche überprüft.

AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGSPLÄNE DER FRESENIUS SE & CO. KGAA

Beschreibung der gültigen aktienbasierten Vergütungspläne der Fresenius SE & Co. KGaA

Zum 31. Dezember 2017 bestanden in der Fresenius SE & Co. KGaA zwei aktienbasierte Vergütungspläne: der auf Aktienoptionen basierende Fresenius SE Aktienoptionsplan 2008 (Aktienoptionsplan 2008) und das Fresenius SE & Co. KGaA Long Term Incentive Program 2013 (LTIP 2013), das auf Aktienoptionen und Phantom Stocks basiert. Am 30. Juni 2017 ist die Laufzeit der unter dem Fresenius AG Aktienoptionsplan 2003 ausgegebenen Aktienoptionen abgelaufen. Aktienoptionen und Phantom Stocks wurden im Geschäftsjahr 2017 ausschließlich aus dem LTIP 2013 gewährt.

LTIP 2013

Das LTIP 2013 umfasst den Fresenius SE & Co. KGaA Aktienoptionsplan 2013 (SOP 2013) sowie den Fresenius SE & Co. KGaA Phantom Stock Plan 2013 (PSP 2013) und verbindet die Ausgabe von Aktienoptionen mit der Ausgabe von Phantom Stocks. Nach Ausübung der Phantom Stocks steht den Begünstigten ein Anspruch auf Geldzahlung zu. Sowohl dem SOP 2013 als auch dem PSP 2013, die zusammen das LTIP 2013 bilden, liegt jeweils eine gesonderte Dokumentation zugrunde.

SOP 2013

Nach Zustimmung durch die Hauptversammlung der Fresenius SE & Co. KGaA am 17. Mai 2013 wurde die Fresenius Management SE ermächtigt, gemäß dem SOP 2013 bis zum 16. Mai 2018 ursprünglich bis zu 8,4 Millionen Bezugsrechte auf bis zu 8,4 Millionen auf den Inhaber lautende nennwertlose Stammaktien (Stückaktien) der Fresenius SE & Co. KGaA auszugeben.

Von den ursprünglich bis zu 8,4 Millionen Optionen entfielen bis zu 1,6 Millionen Optionen auf die Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE; bis zu 4,4 Millionen Optionen waren für die Mitglieder der Geschäftsführung direkt oder indirekt verbundener Unternehmen (mit Ausnahme der Fresenius Medical Care) bestimmt und bis zu 2,4 Millionen Optionen waren für Führungskräfte der Fresenius SE & Co. KGaA und ihrer verbundenen Unternehmen (mit Ausnahme der Fresenius Medical Care) bestimmt.

Im Zusammenhang mit dem Aktiensplit im Jahr 2014 wurde das Gesamtvolumen der für die Ausgabe zur Verfügung stehenden, noch nicht gewährten Aktienoptionen im gleichen Verhältnis wie das Gezeichnete Kapital (Faktor 3) erhöht, soweit aus dem SOP 2013 noch keine Aktienoptionen ausgegeben worden sind. Gleiches gilt für die Teilmengen der Aktienoptionen, die auf die einzelnen Personengruppen entfallen. Für vor dem Wirksamwerden des Aktiensplits 2014 ausgegebene und noch nicht ausgeübte Aktienoptionen wurde der Anspruch der Bezugsberechtigten, durch Ausübung der Option neue Aktien zu beziehen, in demselben Verhältnis wie das Gezeichnete Kapital erhöht (Faktor 3) und berechtigt nunmehr zum Bezug von drei Inhaber-Stammaktien der Fresenius SE & Co. KGaA. Der Ausübungspreis wurde in demselben Verhältnis herabgesetzt.

Die Optionen werden in fünf jährlichen Tranchen jeweils mit Wirkung zum letzten Montag im Juli oder ersten Montag im Dezember zugeteilt. Über die Zuteilung von Optionen an Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE entscheidet deren Aufsichtsrat; für die übrigen Teilnehmer des SOP 2013 entscheidet dies der Vorstand der Fresenius Management SE.

Der Ausübungspreis einer Option entspricht dem volumengewichteten Durchschnittskurs (Schlusskurs) der nennbetragslosen Stammaktie der Fresenius SE & Co. KGaA im elektronischen Xetra Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem an den letzten 30 Kalendertagen vor dem jeweiligen Zuteilungstag.

Die gewährten Optionen haben eine Laufzeit von acht Jahren, können jedoch erst nach einer vierjährigen Wartezeit ausgeübt werden. Zwingende Voraussetzung für die Ausübung von Optionen ist jeweils das Erreichen des jährlichen Erfolgsziels innerhalb der vierjährigen Wartezeit. Das Erfolgsziel ist jeweils erreicht, wenn innerhalb der Wartezeit entweder (i) das um außerordentliche Effekte bereinigte konsolidierte Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) nach IFRS währungsbereinigt um mindestens 8 % pro Jahr im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr gestiegen ist oder (ii), sollte dies nicht der Fall sein, die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (Compounded Annual Growth Rate) des um außerordentliche Effekte bereinigten konsolidierten Konzernergebnisses (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) nach IFRS währungsbereinigt in den vier Jahren der Wartezeit mindestens 8 % beträgt. Sollte das Erfolgsziel in den vier Jahren der Wartezeit weder für die einzelnen Jahre noch für die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate erreicht sein, verfallen die jeweils ausgegebenen Optionen in dem anteiligen Umfang, wie das Erfolgsziel innerhalb der Wartezeit nicht erreicht worden ist, d. h. um ein Viertel, um zwei Viertel, um drei Viertel oder vollständig. In den Jahren 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 wurde das Erfolgsziel erreicht.

Das bereinigte Konzernergebnis nach IFRS (einschließlich Währungsbereinigung) und seine Veränderungen gegenüber dem bereinigten Konzernergebnis nach IFRS (ohne Währungsbereinigung) des maßgeblichen Vergleichsjahres werden jeweils vom Abschlussprüfer der Fresenius SE & Co. KGaA auf der Grundlage des geprüften Konzernabschlusses verbindlich verifiziert. Bei den Ausübungen von Optionen hat die Fresenius SE & Co. KGaA das Recht, die Aktienoptionen durch eigene Aktien zu bedienen, anstatt durch Ausgabe von neuen Aktien das Kapital zu erhöhen.

Nach Ablauf der Wartezeit können alle Optionen, sofern das Erfolgsziel erreicht wurde, zu jedem Zeitpunkt außerhalb der festgelegten Ausübungssperrfristen ausgeübt werden.

PSP 2013

Der PSP 2013 der Fresenius SE & Co. KGaA wurde im Mai 2013 zusammen mit dem SOP 2013 im Rahmen des LTIP 2013 eingeführt. Zuteilungen von Phantom Stocks können an jedem Zuteilungstag unter dem SOP 2013 gewährt werden. Die unter dem PSP 2013 zugeteilten Phantom Stocks können an Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE, Mitglieder der Geschäftsführung direkt oder indirekt verbundener Unternehmen (mit Ausnahme der Fresenius Medical Care) und Führungskräfte der Fresenius SE & Co. KGaA und ihrer verbundenen Unternehmen (mit Ausnahme der Fresenius Medical Care) gewährt werden.

Den Inhabern von vor dem Wirksamwerden des Aktiensplits 2014 bereits zugeteilten Phantom Stocks wird ein wirtschaftlicher Ausgleich gewährt in Form der nachträglichen Verdreifachung der vor dem Wirksamwerden des Aktiensplits 2014 zugeteilten Anzahl von Phantom Stocks.

Wie beim SOP 2013 entscheidet über die Zuteilung von Phantom Stocks an die Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE deren Aufsichtsrat; für die übrigen Teilnehmer des PSP 2013 entscheidet dies der Vorstand der Fresenius Management SE.

Die unter dem PSP 2013 zugeteilten Phantom Stocks berechtigen den Begünstigten zu einer Geldzahlung. Für jede zugeteilte Phantom Stock erhält der Begünstigte einen Betrag in Höhe des volumengewichteten Durchschnittskurses (Schlusskurs) der nennbetragslosen Stammaktie der Fresenius SE & Co. KGaA im elektronischen Xetra Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem der letzten drei Monate vor dem Ausübungstag des Phantom Stocks.

Zwingende Voraussetzung für die Ausübung von Phantom Stocks ist jeweils das Erreichen des jährlichen Erfolgsziels innerhalb der vierjährigen Wartezeit. Das Erfolgsziel ist jeweils erreicht, wenn innerhalb der Wartezeit entweder (i) das um außerordentliche Effekte bereinigte konsolidierte Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) nach IFRS währungsbereinigt um mindestens 8 % pro Jahr im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr gestiegen ist oder (ii), sollte dies nicht der Fall sein, die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (Compounded Annual Growth Rate) des um außerordentliche Effekte bereinigten konsolidierten Konzernergebnisses (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt) nach IFRS währungsbereinigt in den vier Jahren der Wartezeit mindestens 8 % beträgt. Sollte das Erfolgsziel in den vier Jahren der Wartezeit weder für die einzelnen Jahre noch für die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate erreicht sein, verfallen die jeweils ausgegebenen Phantom Stocks in dem anteiligen Umfang, wie das Erfolgsziel innerhalb der Wartezeit nicht erreicht worden ist, d. h. um ein Viertel, um zwei Viertel, um drei Viertel oder vollständig. In den Jahren 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 wurde das Erfolgsziel erreicht.

Das bereinigte Konzernergebnis nach IFRS (einschließlich Währungsbereinigung) und seine Veränderungen gegenüber dem bereinigten Konzernergebnis nach IFRS (ohne Währungsbereinigung) des maßgeblichen Vergleichsjahres werden jeweils vom Abschlussprüfer der Fresenius SE & Co. KGaA auf der Grundlage des geprüften Konzernabschlusses verbindlich verifiziert.

Nach Ablauf der Wartezeit werden alle ausübbaren Phantom Stocks am 1. März des Jahres, das dem Ende der Wartezeit folgt (oder am darauf folgenden Bankarbeitstag), als vollständig ausgeübt angesehen und ausbezahlt.

Aktienoptionsplan 2008

Im Jahr 2008 führte die Fresenius SE den Aktienoptionsplan 2008 zur Gewährung von Bezugsrechten an Mitglieder des Vorstands und leitende Mitarbeiter der Gesellschaft und verbundener Unternehmen ein. Darunter konnten ursprünglich bis zu 6,2 Millionen Optionen ausgegeben werden, die ausschließlich zum Bezug von insgesamt 6,2 Millionen Stammaktien berechtigten.

Für vor dem Wirksamwerden des Aktiensplits 2014 ausgegebene und noch nicht ausgeübte Aktienoptionen erhöht sich der Anspruch der Bezugsberechtigten, durch Ausübung der Option neue Aktien zu beziehen, in demselben Verhältnis wie das Gezeichnete Kapital erhöht wurde (Faktor 3) und berechtigt nunmehr zum Bezug von drei Inhaber-Stammaktien der Fresenius SE & Co. KGaA. Dementsprechend erhöht sich die Zahl der höchstens auszugebenden Stammaktien. Der Ausübungspreis wurde in demselben Verhältnis herabgesetzt.

Die gewährten Optionen haben eine Laufzeit von sieben Jahren, können jedoch erst nach einer dreijährigen Wartezeit ausgeübt werden. Zwingende Voraussetzung für die Ausübung von Optionen ist das Erreichen des jährlichen Erfolgsziels innerhalb der dreijährigen Wartezeit. Das Erfolgsziel ist jeweils erreicht, wenn das um außerordentliche Effekte bereinigte konsolidierte Konzernergebnis des Fresenius-Konzerns jeweils im Vergleich zum bereinigten Konzernergebnis des vorherigen Geschäftsjahres um mindestens 8 % gestiegen ist. Für jedes Jahr, in dem das Ziel nicht erreicht wird, verfallen die Optionen anteilig um jeweils ein Drittel. Das bereinigte Konzernergebnis war auf der Grundlage der Berechnungsmethode der Bilanzierungsgrundsätze nach US-GAAP zu ermitteln und wurde für Zwecke des Aktienoptionsplans 2008 festgelegt und vom Abschlussprüfer der Gesellschaft auf der Grundlage des geprüften Konzernabschlusses verbindlich verifiziert. Das Erfolgsziel wurde in allen Jahren erreicht. Bei Erfüllung aller Voraussetzungen können die Optionen ganzjährig mit Ausnahme festgelegter Ausübungssperrfristen ausgeübt werden.

Dieses auf Aktienoptionen basierende Vergütungsprogramm wurde durch den SOP 2013 ersetzt. Im Jahr 2012 wurden aus diesem Plan letztmalig Aktienoptionen ausgegeben.

Aktienoptionsplan 2003

Im Jahr 2003 führte die Fresenius AG den Aktienoptionsplan 2003 zur Ausgabe von Aktien an Mitglieder des Vorstands und leitende Mitarbeiter ein. Dieses auf Wandelschuldverschreibungen basierende Vergütungsprogramm wurde durch den Aktienoptionsplan 2008 ersetzt. Im Jahr 2007 wurden aus diesem Plan letztmalig Wandelschuldverschreibungen ausgegeben. Der Aktienoptionsplan 2003 gewährt den Bezugsberechtigten das Recht, Stammaktien der Fresenius SE & Co. KGaA zu erwerben. Die aus diesem Plan gewährten Wandelschuldverschreibungen haben eine Laufzeit von zehn Jahren. Sie können jeweils zu einem Drittel frühestens nach zwei, drei oder vier Jahren nach dem Ausgabedatum gewandelt werden.

Am 30. Juni 2017 ist die Laufzeit der unter dem Fresenius AG Aktienoptionsplan 2003 ausgegebenen Aktienoptionen abgelaufen.

Transaktionen im Geschäftsjahr 2017

Im Geschäftsjahr 2017 gab die Fresenius SE &Co. KGaA im Rahmen des LTIP 2013 2.401.984 Aktienoptionen mit einem gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis von 74,64 € und einem gewichteten durchschnittlichen Marktwert von 12,56 € pro Aktienoption aus. Hiervon wurden 433.125 Aktienoptionen an den Vorstand der Fresenius Management SE ausgegeben. Der Marktwert aller ausgegebenen Aktienoptionen beträgt 30 Mio € und wird über die vierjährige Wartezeit amortisiert. Die Fresenius SE & Co. KGaA gewährte zudem 198.738 Phantom Stocks im Rahmen des LTIP 2013, davon 29.437 Phantom Stocks an Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE, zu einem Marktwert am Bewertungsstichtag, dem 31. Dezember 2017, von je 61,93 € und einem Gesamtmarktwert von 12 Mio €, der im Falle einer Marktwertänderung neu bewertet und über die vierjährige Wartezeit amortisiert wird.

Im Geschäftsjahr 2017 wurden 1.393.926 Aktienoptionen ausgeübt. Der durchschnittliche Aktienkurs der Stammaktie zum Ausübungszeitpunkt betrug 74,50 €. Durch diese Ausübungen flossen der Fresenius SE & Co. KGaA flüssige Mittel in Höhe von 33 Mio € zu. Der innere Wert der ausgeübten Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen im Geschäftsjahr 2017 betrug 67 Mio €.

Der Bestand an Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2008 betrug 1.697.327 Stück zum 31. Dezember 2017, die alle ausübbar waren. 133.140 entfielen auf die Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE. Der Bestand an Aktienoptionen aus dem LTIP 2013 betrug 10.065.822 Stück zum 31. Dezember 2017, wovon 1.488.912 ausübbar waren. 1.479.375 entfielen auf die Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE. Der Bestand an Phantom Stocks aus dem LTIP 2013 betrug 1.238.959 Stück, davon entfielen 231.492 auf die Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE.

Die Transaktionen hinsichtlich der Aktienoptionen sind wie folgt zusammengefasst:

Stammaktien 31. Dezember Anzahl Optionen Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
in €
Anzahl Optionen ausübbar
Saldo 2015 10.649.309 35,44 4.335.892
gewährt 2.254.663 66,03  
ausgeübt 1.480.421 21,10  
verfallen 523.275 41,54  
Saldo 2016 10.900.276 43,42 2.844.263
gewährt 2.401.984 74,64  
ausgeübt 1.393.926 23,95  
verfallen 145.185 50,32  
Saldo 2017 11.763.149 52,02 3.186.239

Die folgende Tabelle zeigt Angaben bezüglich der ausstehenden und ausübbaren Aktienoptionen zum 31. Dezember 2017:

OPTIONEN AUF STAMMAKTIEN

Ausstehende Optionen Ausübbare Optionen
Bandbreite der Ausübungspreise
in €
Anzahl Optionen Gewichtete durchschnittliche erwartete Laufzeit in Jahren Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
in €
Anzahl Optionen Gewichtete durchschnittliche erwartete Laufzeit in Jahren Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
in €
20,01 - 25,00 500.905 0,50 23,76 500.905 0,50 23,76
25,01 - 30,00 1.196.422 1,52 26,24 1.196.422 1,52 26,24
30,01 - 35,00 1.488.912 3,63 32,27 1.488.912 3,63 32,27
35,01 - 40,00 1.907.673 4,58 36,92 0    
60,01 - 65,00 2.055.840 5,62 60,70 0    
65,01 - 70,00 2.253.288 6,57 66,06 0    
70,01 - 75,00 2.360.109 7,58 74,77 0    
  11.763.149 5,14 52,02 3.186.239 2,34 28,67

Zum 31. Dezember 2017 betrug der kumulierte innere Wert der ausübbaren Optionen auf Stammaktien 116 Mio €.

Am 31. Dezember 2017 bestand nach dem LTIP 2013 der Fresenius SE & Co. KGaA ein unrealisierter Personalaufwand in Höhe von 59 Mio € für Aktienoptionen, die die Wartezeit noch nicht erfüllt haben. Es wird erwartet, dass dieser Aufwand über einen durchschnittlichen Zeitraum von 2,7 Jahren anfällt.

AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGSPLÄNE DER FRESENIUS MEDICAL CARE AG & CO. KGAA

Die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) hat zum 31. Dezember 2017 verschiedene aktienbasierte Vergütungspläne, die entweder die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten oder von Instrumenten mit Barausgleich vorsehen.

Vergütungsplan mit langfristiger Anreizwirkung der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA 2016

Die Zuteilung von Aktienoptionen oder Phantom Stocks unter dem Vergütungsprogramm mit langfristiger Anreizwirkung der FMC-AG & Co. KGaA 2011 (Long-Term Incentive Program 2011 - LTIP 2011) ist seit dem 11. Mai 2016 nicht mehr möglich. Um die Mitglieder des Vorstands, die Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie andere Führungskräfte im Interesse der Fresenius Medical Care auch weiterhin in angemessener Weise am langfristigen und nachhaltigen Erfolg von Fresenius Medical Care teilhaben zu lassen, haben der Vorstand und der Aufsichtsrat der Fresenius Medical Care Management AG (FMC Management AG) den Vergütungsplan mit langfristiger Anreizwirkung der FMC-AG & Co. KGaA 2016 (Long-Term Incentive Plan 2016 - LTIP 2016) als Nachfolgeprogramm mit Wirkung ab dem 1. Januar 2016 gebilligt und eingeführt.

Bei dem LTIP 2016 handelt es sich um ein variables Vergütungsprogramm mit langfristiger Anreizwirkung. Der LTIP 2016 sieht vor, dass den Planteilnehmern in den Jahren 2016 bis 2018 ein- oder zweimal jährlich sogenannte "Performance Shares" zugeteilt werden können. Performance Shares sind nicht durch Eigenkapital hinterlegte, virtuelle Vergütungsinstrumente, die in Abhängigkeit von der Erreichung vordefinierter, nachstehend im Einzelnen beschriebener Erfolgsziele sowie von der Entwicklung des Aktienkurses der FMC-AG & Co. KGaA Ansprüche auf Barzahlung vermitteln können.

Für die Mitglieder des Vorstands legt der Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen mit Rücksicht auf die individuellen Verantwortlichkeiten und die Leistung der einzelnen Vorstandsmitglieder als Initialgröße für jede Gewährung an Vorstandsmitglieder einen sogenannten Gewährungswert fest. Für die übrigen Planteilnehmer erfolgt diese Festlegung durch den Vorstand. Der Gewährungswert wird in der Währung festgelegt, in der der jeweilige Planteilnehmer zum Zeitpunkt der Gewährung sein Grundgehalt bezieht. Um die Anzahl der den einzelnen Planteilnehmern zugeteilten Performance Shares aus dem Gewährungswert zu ermitteln, wird deren jeweiliger Gewährungswert durch den Wert einer Performance Share im Zeitpunkt der Zuteilung dividiert, der sich im Wesentlichen nach dem Durchschnittskurs der Aktie der FMC-AG & Co. KGaA im Zeitraum von 30 Kalendertagen vor dem jeweiligen Zuteilungstag bestimmt.

Die Anzahl an Performance Shares kann sich über den dreijährigen Bemessungszeitraum in Abhängigkeit vom Grad der Erreichung der folgenden drei Erfolgsziele verändern: (i) Wachstum der Umsatzerlöse (Revenue Growth), (ii) Steigerung des auf die Anteilseigner der FMC-AG & Co. KGaA entfallenden jährlichen Konzernergebnisses (Steigerung des Konzernergebnisses, Net Income Growth) sowie (iii) Steigerung der Rendite auf das investierte Kapital (Return on Invested Capital (ROIC) improvement).

Die Umsatzerlöse, das Konzernergebnis und der ROIC werden gemäß IFRS in Euro basierend auf Ganzjahreszahlen ermittelt. Das Wachstum der Umsatzerlöse und die Steigerung des Konzernergebnisses werden für die Zwecke dieses Plans währungsbereinigt bestimmt.

Für das Erfolgsziel Wachstum der Umsatzerlöse ist eine jährliche 100 %-Zielerreichung gegeben, wenn dieses für jedes einzelne Jahr der dreijährigen Bemessungsgrundlage bei 7 % liegt; ein Wachstum der Umsatzerlöse von 0 % führt zu einer Zielerreichung von 0 %, die maximale Zielerreichung von 200 % ist bei einem Wachstum der Umsatzerlöse von mindestens 16 % gegeben. Wird ein Wachstum der Umsatzerlöse zwischen diesen Werten erreicht, wird der Grad der Zielerreichung linear zwischen diesen Werten interpoliert.

Eine jährliche 100 %-Zielerreichung für das Erfolgsziel der Steigerung des Konzernergebnisses ist gegeben, wenn die Steigerung des Konzernergebnisses für jedes einzelne Jahr der dreijährigen Bemessungsgrundlage bei 7 % liegt. Bei einer Steigerung des Konzernergebnisses von 0 % beträgt auch die Zielerreichung 0 %; die maximale Zielerreichung von 200 % wird bei einer Steigerung des Konzernergebnisses von mindestens 14 % erreicht. Zwischen diesen Werten wird der Grad der Zielerreichung linear interpoliert.

Als drittes Erfolgsziel wird die Steigerung der Rendite auf das Investierte Kapital (ROIC) gemessen. Eine jährliche 100 %-Zielerreichung ist gegeben, wenn das für das jeweilige Jahr definierte ROIC-Ziel erreicht ist. Dieses betrug für das Jahr 2016 7,3 % und erhöht sich pro Jahr jeweils um 0,2 Prozentpunkte. Eine Zielerreichung von 0 % ist gegeben, wenn das ROIC-Ziel in dem jeweiligen Jahr um 0,2 Prozentpunkte oder mehr unterschritten wird, während die maximale Zielerreichung von 200 % erreicht ist, wenn das ROIC-Ziel in dem jeweiligen Jahr um 0,2 Prozentpunkte oder mehr überschritten wird. Der Grad der Zielerreichung bei einem ROIC-Ergebnis zwischen diesen Werten wird linear interpoliert. Sofern die Zielerreichung des jährlichen ROIC-Ziels im dritten Jahr eines Bemessungszeitraums höher ist als die Zielerreichung in jedem der beiden Vorjahre dieses Bemessungszeitraums oder dieser entspricht, gilt die ROIC-Ziel-erreichung des dritten Jahres für alle Jahre des jeweiligen Bemessungszeitraums.

Der Grad der Zielerreichung für jedes dieser drei Erfolgsziele fließt jährlich zu jeweils einem Drittel in die Berechnung des Grades der jährlichen Zielerreichung ein, die für jedes Jahr des dreijährigen Bemessungszeitraums errechnet wird. Der Grad der Gesamtzielerreichung während des dreijährigen Bemessungszeitraums bestimmt sich dann nach dem Mittel dieser drei durchschnittlichen jährlichen Zielerreichungen. Die Gesamtzielerreichung kann in einem Korridor zwischen 0 % und 200 % liegen.

Die Anzahl der den Planteilnehmern zu Beginn des Bemessungszeitraums jeweils zugeteilten Performance Shares wird mit dem Grad der Gesamtzielerreichung multipliziert, um die endgültige Anzahl an Performance Shares zu ermitteln.

Die endgültige Anzahl an Performance Shares gilt prinzipiell vier Jahre nach dem Tag der jeweiligen Zuteilung als erdient (Erdienungszeitraum). Die Anzahl der solchermaßen erdienten Performance Shares wird dann mit dem Durchschnittskurs der Aktie der FMC-AG & Co. KGaA während eines Zeitraums von 30 Tagen vor Ablauf dieses Erdienungszeitraums multipliziert. Der sich hieraus ergebende Betrag wird den Planteilnehmern dann als Barvergütung ausbezahlt.

Vergütungsprogramm mit langfristiger Anreizwirkung der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA 2011 (Long-Term Incentive Program 2011)

Durch Zustimmung der ordentlichen Hauptversammlung der FMC-AG & Co. KGaA wurde am 12. Mai 2011 der Aktienoptionsplan 2011 der FMC-AG & Co. KGaA geschaffen. Der Aktienoptionsplan 2011 bildet zusammen mit dem Phantom Stock Plan 2011, der durch Beschluss des Vorstands und des Aufsichtsrats der FMC Management AG geschaffen wurde, das Long-Term Incentive Program 2011 (LTIP 2011). Nach dem LTIP 2011 wurden den Teilnehmern Zuteilungen gewährt, die aus einer Kombination von Aktienoptionen und Phantom Stocks bestanden. Die letzte Gewährung im Rahmen des LTIP 2011 erfolgte im Dezember 2015. Die Zuteilungen unter dem LTIP 2011 unterliegen einer vierjährigen Wartezeit. Ausgeübt werden können die gewährten Zuteilungen nur dann, wenn die vordefinierten Erfolgsziele erreicht werden.

In Zusammenhang mit der Einführung des Aktienoptionsplans 2011 wurde eine Kapitalerhöhung von bis zu 12 Mio € beschlossen, bedingt durch die Ausgabe von bis zu 12 Millionen nennwertlosen Inhaber-Stammaktien mit einem Nennwert von 1,00 € pro Aktie.

Die unter dem LTIP 2011 gewährten Aktienoptionen haben eine Laufzeit von acht Jahren und können erstmalig nach einer Wartezeit von vier Jahren ausgeübt werden. Der Ausübungspreis der Aktienoptionen, die unter dem LTIP 2011 gewährt wurden, ist der Durchschnittskurs der Aktie der FMC-AG & Co. KGaA an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 30 Kalendertage unmittelbar vor dem Datum einer jeweiligen Gewährung. Bei Aktienoptionen, die unter dem LTIP 2011 an Bezugsberechtigte aus den USA gewährt werden, handelt es sich um nicht qualifizierte Aktienoptionen gemäß dem United States Internal Revenue Code (dem amerikanischen Bundessteuergesetz) in der angepassten Fassung von 1986. Bezugsberechtigte oder deren Erben können die unter dem LTIP 2011 gewährten Aktienoptionen nicht übertragen, verpfänden, abtreten oder anderweitig veräußern.

Nach Ausübung der unter dem LTIP 2011 gewährten Phantom Stocks stehen den Begünstigten Zahlungsansprüche gegen die FMC-AG & Co. KGaA in Euro zu. Die Zahlung pro Phantom Stock, die anstelle der Ausgabe einer Aktie vorgenommen wird, basiert auf dem Aktienkurs einer Aktie der FMC-AG & Co. KGaA an der Frankfurter Wertpapierbörse am Tag der Ausübung. Die Phantom Stocks haben eine Laufzeit von fünf Jahren und können erstmalig nach einer vierjährigen Wartezeit ausgeübt werden. Abweichend hiervon werden Phantom Stocks von Teilnehmern, die dem US-Steuerrecht unterliegen, in jedem Fall im März des Jahres, das dem Ende der Wartezeit folgt, als ausgeübt angesehen.

Aktienoptionsplan 2006

Im Zusammenhang mit der Implementierung des Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA Aktienoptionsplans 2006 (angepasster Plan 2006) wurde im Jahr 2006 eine Kapitalerhöhung von bis zu 12,8 Mio € beschlossen, bedingt durch die Ausgabe von bis zu 5 Millionen neuer Inhaber-Stammaktien mit einem Nennwert von 1,00 € pro Aktie. Durch den im Jahr 2007 erfolgten Aktiensplit wurde der Gesamtnennbetrag im selben Verhältnis angepasst, wie das Gezeichnete Kapital durch die Kapitalerhöhung von bis zu 15 Mio € durch Ausgabe von bis zu 15 Millionen neuen nennwertlosen Inhaber-Stammaktien.

Seit Dezember 2010 wurden keine weiteren Aktienoptionen unter dem angepassten Plan 2006 ausgegeben. Zum 31. Dezember 2017 bestehen keine ausübbaren Aktienoptionen mehr im Rahmen des angepassten Plans 2006.

Bei den unter dem angepassten Plan 2006 gewährten Aktienoptionen für bezugsberechtigte Planteilnehmer aus den USA handelt es sich um nicht qualifizierte Aktienoptionen gemäß dem United States Internal Revenue Code (dem amerikanischen Bundessteuergesetz) in der angepassten Fassung von 1986. Bezugsberechtigte oder deren Erben können die unter dem angepassten Plan 2006 gewährten Aktienoptionen nicht übertragen, verpfänden, abtreten oder anderweitig veräußern.

Transaktionen im Geschäftsjahr 2017

Im Laufe des Geschäftsjahres 2017 hat Fresenius Medical Care 614.985 Performance Shares unter dem LTIP 2016 gewährt. Dies beinhaltet 73.746 Performance Shares, die an die Vorstandsmitglieder der FMC Management AG gewährt wurden. Der durchschnittliche gewichtete beizulegende Zeitwert je Performance Share am Bewertungsstichtag betrug 83,40 € mit einem Gesamtmarktwert von 51 Mio €, der im Falle einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts neu bewertet wird. Der Gesamtmarktwert wird über den vierjährigen Erdienungszeitraum verteilt.

Im Jahr 2017 flossen der FMC-AG & Co. KGaA 42 Mio € flüssige Mittel aus der Ausübung von Aktienoptionen zu. Der innere Wert der ausgeübten Aktienoptionen im Jahr 2017 betrug 32 Mio €. Im Zusammenhang mit aktienbasierten Vergütungen mit Barausgleich nach dem LTIP 2011 und dem LTIP 2016 wurde Personalaufwand in Höhe von 60 Mio € und 35 Mio € im Jahr 2017 und 2016 erfasst.

Zum 31. Dezember 2017 hielten die Mitglieder des Vorstands der FMC Management AG 819.491 Aktienoptionen und Mitarbeiter der FMC-AG & Co. KGaA 4.007.643 Aktienoptionen aus den verschiedenen aktienbasierten Vergütungsplänen der Fresenius Medical Care.

Zum 31. Dezember 2017 hielten die Mitglieder des Vorstands der FMC Management AG 73.432 Phantom Stocks und Mitarbeiter der FMC-AG & Co. KGaA 691.164 Phantom Stocks aus dem LTIP 2011.

Zum 31. Dezember 2017 hielten die Mitglieder des Vorstands der FMC Management AG 150.993 Performance Shares. Mitarbeiter der FMC-AG & Co. KGaA hielten 1.042.923 Performance Shares aus dem LTIP 2016.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der ausstehenden Aktienoptionen am 31. Dezember 2017 im Vergleich zum 31. Dezember 2016:

Anzahl Optionen
in Tsd
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
in €
Stand der Aktienoptionen auf Stammaktien am 31. Dezember 2016 6.067 62,98
ausgegeben 0  
ausgeübt 889 47,50
verfallen 351 52,82
Stand der Aktienoptionen auf Stammaktien am 31. Dezember 2017 4.827 65,67

Am 31. Dezember 2017 bestand nach allen Plänen ein unrealisierter Personalaufwand in Höhe von 10 Mio € für Aktienoptionen, die die Wartezeit noch nicht erfüllt haben. Es wird erwartet, dass dieser Aufwand über einen durchschnittlichen Zeitraum von einem Jahr anfällt.

35. GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHE STEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN

Herr Prof. Dr. h. c. Roland Berger, Gesellschafter der Roland Berger Strategy Consultants Holding GmbH, war bis zum 13. Mai 2016 Mitglied des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE und der Fresenius SE & Co. KGaA. Der Fresenius-Konzern hat in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 keine Beratungsleistungen von der Roland Berger Gruppe in Anspruch genommen.

Herr Dr. Dieter Schenk, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Fresenius Management SE, war im Berichtszeitraum Partner der international agierenden Rechtsanwaltskanzlei Noerr LLP, die für den Konzern tätig ist. Der Fresenius-Konzern hat dieser Anwaltssozietät rund 2,9 Mio € für erbrachte Rechtsberatung im Jahr 2017 gezahlt (2016: 0,9 Mio €), nachdem sich zuvor der Aufsichtsrat der Fresenius Management SE mit den Mandatierungen befasst und diesen zugestimmt hatte. Dieser Zahlungsbetrag beinhaltet auch Zahlungen für bereits im Jahr 2016 erbrachte Dienstleistungen, die erst im Jahr 2017 zur Auszahlung gekommen sind.

An die persönlich haftende Gesellschafterin Fresenius Management SE wurden im Jahr 2017 Zahlungen in Höhe von 13 Mio € für Vergütungen für Vorstände und Aufsichtsräte, Haftungsvergütungen und sonstigen Auslagenersatz geleistet (2016: 14 Mio €). Zum 31. Dezember 2017 bestanden gegenüber der Fresenius Management SE Verbindlichkeiten in Höhe von 40 Mio € (31. Dezember 2016: 38 Mio €), im Wesentlichen bestehend aus Pensionsverpflichtungen und Vorstandsvergütungen.

Die zuvor genannten Beträge sind Nettobeträge. Darüber hinaus wurde die jeweilige Umsatz- bzw. Versicherungssteuer gezahlt.

Fresenius Medical Care hat mit ihrem assoziierten Unternehmen Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma Ltd. exklusive Liefervereinbarungen über den Einkauf von bestimmten Pharmazeutika abgeschlossen.

Im Jahr 2015 gewährte Fresenius Medical Care einem assoziierten Unternehmen unbesicherte Darlehen in Höhe von 60 Mio € zu marktüblichen Konditionen, die zum 30. Juni 2016 vollständig zurückgezahlt wurden.

36. WESENTLICHE EREIGNISSE SEIT ENDE DES GESCHÄFTSJAHRES

Seit Ende des Geschäftsjahres 2017 bis zum 26. Februar 2018 haben sich keine wesentlichen Änderungen im Branchenumfeld ergeben. Sonstige Vorgänge mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind seit Ende des Geschäftsjahres ebenfalls nicht eingetreten.

ERLÄUTERUNGEN NACH DEM HANDELSGESETZBUCH

37. VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Individualisierte Angaben zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats sind im geprüften Vergütungsbericht (siehe Seite 115 ff.), der Bestandteil des Konzern-Lageberichts ist, dargestellt.

Die Vergütung des Vorstands ist in ihrer Gesamtheit leistungsorientiert und setzte sich im Geschäftsjahr 2017 aus drei Komponenten zusammen:

erfolgsunabhängige Vergütung (Festvergütung und Nebenleistungen)

kurzfristige erfolgsbezogene Vergütung (einjährige variable Vergütung)

Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung (mehrjährige variable Vergütung, bestehend aus Aktienoptionen, aktienbasierter Vergütung mit Barausgleich (Phantom Stocks) sowie verschobenen Zahlungen der einjährigen variablen Vergütung)

Die Barvergütung des Vorstands belief sich für die Wahrnehmung seiner Aufgaben auf 14.378 Tsd € (2016: 14.573 Tsd €). Davon entfielen 5.407 Tsd € (2016: 5.319 Tsd €) auf eine erfolgsunabhängige Vergütung und 8.971 Tsd € (2016: 9.254 Tsd €) auf eine erfolgsbezogene Vergütung. Die Höhe der erfolgsbezogenen Vergütung ist abhängig von der Erreichung von Zielen im Hinblick auf das Konzernergebnis des Fresenius-Konzerns und der Unternehmensbereiche. Als Komponente mit langfristiger Anreizwirkung erhielten die Mitglieder des Vorstands 433.125 Aktienoptionen aus dem Fresenius SE & Co. KGaA Aktienoptionsplan 2013 und eine aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich in Höhe von 4.740 Tsd €.

Die Gesamtvergütung des Vorstands betrug 24.664 Tsd € (2016: 25.051 Tsd €).

Die Gesamtvergütung der Aufsichtsräte der Fresenius SE & Co. KGaA und der Fresenius Management SE und deren Ausschüsse belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 5.365 Tsd € (2016: 4.388 Tsd €). Davon entfielen 226 Tsd € (2016: 220 Tsd €) auf Festvergütung, 100 Tsd € (2016: 100 Tsd €) auf Vergütung für Ausschusstätigkeit und 5.039 Tsd € (2016: 4.068 Tsd €) auf variable Vergütung.

Im Geschäftsjahr 2017 sind im Rahmen von Pensionszusagen an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder Bezüge in Höhe von 1.099 Tsd € (2016: 1.094 Tsd €) gezahlt worden.

Für diesen Personenkreis besteht eine Pensionsverpflichtung von 21.848 Tsd € (2016: 23.183 Tsd €).

In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 wurden an die Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE keine Darlehen oder Vorschusszahlungen auf zukünftige Vergütungsbestandteile gewährt.

38. HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS

In den Geschäftsjahren 2017 bzw. 2016 wurden folgende Honorare für den Abschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin (KPMG), und die mit ihr nahe stehenden Unternehmen im Aufwand erfasst:

2017 2016
in Mio € Gesamt Deutschland Gesamt Deutschland
Abschlussprüfung 19 7 17 6
Sonstige Bestätigungsleistungen 2 2 2 2
Steuerberatungsleistungen 1 - 1 0
Sonstige Leistungen 2 1 5 5
Honorar des Abschlussprüfers 24 10 25 13

Der für die Auftragsdurchführung verantwortliche Abschlussprüfer ist seit 2012 für die Prüfung des Konzernabschlusses zuständig.

Die sonstigen Beratungsleistungen und die sonstigen Leistungen betrafen im Geschäftsjahr 2017 sowohl weltweit als auch in Deutschland im Wesentlichen prüferische Durchsichten von Quartalsabschlüssen, Bestätigungsleistungen im Zusammenhang mit Finanzierungen sowie einführungsbegleitende Prüfungen im IT-Bereich.

39. CORPORATE GOVERNANCE

Für jedes in den Konzernabschluss einbezogene börsennotierte Unternehmen ist die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und den Aktionären über die Internetseite der Fresenius SE & Co. KGaA (www.fresenius.de/corporate-governance) bzw. der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (www.freseniusmedicalcare.com/de) zugänglich gemacht worden.

40. GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG

Die persönlich haftende Gesellschafterin und der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Jahres 2017 der Fresenius SE & Co. KGaA wie folgt zu verwenden:

in €
Zahlung einer Dividende von 0,75 € je Inhaber-Stammaktie auf 554.710.473 Stück dividendenberechtigte Stammaktien 416.032.854,75
Vortrag auf neue Rechnung 363.448,36
Bilanzgewinn 416.396.303,11

41. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."

 

Bad Homburg v. d. H., den 26. Februar 2018

Fresenius SE & Co. KGaA
vertreten durch:
Fresenius Management SE, die persönlich haftende Gesellschafterin

Der Vorstand

S. Sturm

Dr. F. De Meo

R. Empey

Dr. J. Götz

M. Henriksson

R. Powell

Dr. E. Wastler

Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg v. d. Höhe

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERN-LAGEBERICHTS

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Konzernabschluss der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg v. d. Höhe, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2017, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Konzern-Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzern-Lagebericht der Fresenius SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2017 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und

vermittelt der beigefügte Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzern-Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Firmenwerte

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzern-Anhang Ziffer 1. IVa). Angaben zur Höhe der Firmenwerte finden sich im Konzern-Anhang unter Ziffer 19.

Das Risiko für den Abschluss

Die im Konzernabschluss der Fresenius SE & Co. KGaA zum 31. Dezember 2017 ausgewiesenen Firmenwerte repräsentieren mit EUR 25,3 Mrd rund 48 Prozent der Bilanzsumme und haben somit wesentliche Bedeutung für die Vermögenslage des Konzerns.

Der Werthaltigkeitstest der Firmenwerte ist komplex und hängt wesentlich von den Einschätzungen der künftigen Geschäftsentwicklung durch den gesetzlichen Vertreter, dem zur Diskontierung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse verwendeten Zinssatz und weiteren Schätzgrößen ab. Diese Annahmen sind naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet.

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass eine gebotene Wertminderung nicht erkannt wird.

Außerdem besteht das Risiko, dass die für die Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte erforderlichen Anhangangaben nicht sachgerecht bzw. unvollständig sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte haben wir uns von der Angemessenheit der wesentlichen wertbestimmenden Annahmen und Parameter überzeugt. Wir haben die von der Gesellschaft eingerichteten Kontrollen auf Angemessenheit beurteilt, die sicherstellen sollen, dass die zugrunde gelegten Annahmen und Parameter, einschl. des Budgets und der Projektionen, auf Basis der Entwicklungen der jeweiligen relevanten Märkte, regelmäßig durch die gesetzlichen Vertreter aktualisiert und durch den Aufsichtsrat genehmigt werden. Wir haben die den Ertragswertberechnungen zugrunde liegenden Planungsrechnungen mit dem vom Aufsichtsrat genehmigten Budget für die Jahre 2018 bis 2020 sowie der Mittelfristplanung für die folgenden Jahre abgestimmt.

Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.

Wir haben die wesentlichen wertbestimmenden Annahmen und Parameter, die dem Diskontierungssatz (WACC) und den Wachstumsraten zugrunde liegen, mit Hilfe unserer Bewertungsspezialisten unter Rückgriff auf Marktdaten beurteilt sowie die zugrunde liegenden Bewertungsmethoden nachvollzogen. Da sich auch kleine Veränderungen der verwendeten Annahmen und Parameter wesentlich auf das Bewertungsergebnis auswirken können, haben wir insbesondere für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit einer tendenziell geringen Überdeckung eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um die Auswirkungen der Veränderung einzelner Annahmen und Parameter zu simulieren.

Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Firmenwerte sachgerecht und vollständig sind.

Unsere Schlussfolgerungen

Die Bewertungsmethode steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen. Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Parameter sind insgesamt sachgerecht.

Die zur Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte erforderlichen Anhangangaben sind sachgerecht und vollständig.

Die bilanzielle Abbildung des Erwerbs der Quirónsalud und des Biosimilars-Geschäfts sowie des noch nicht vollzogenen Erwerbs der Akorn Inc.

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 1 IIIa). Angaben zu den wesentlichen Unternehmenserwerben des Fresenius Konzerns finden sich im Konzern-Anhang unter Ziffer 2. Zu den mit Akquisitionen verbundenen Risiken verweisen wir auf die Darstellung zur Finanzlage (Abschnitt Akquisitionen und Investitionen) sowie auf den Risikobericht (Abschnitt Risiken aus Akquisitionen) des Konzern-Lageberichts.

Das Risiko für den Abschluss

Mit Wirkung zum 31. Januar 2017 hat Fresenius Helios 100 % der Anteile an der IDCSalud Holding S.L.U. (Quirónsalud) erworben. Zudem hat Fresenius Kabi am 31. August 2017 die Übernahme des Biosimilars-Geschäfts abgeschlossen. Die Summe der übertragenen Gegenleistungen betrug EUR 5.931 Mio bzw. EUR 735 Mio. Unter Berücksichtigung des erworbenen Nettovermögens in Höhe von EUR 2.622 Mio bzw. EUR 341 Mio ergaben sich Firmenwerte in Höhe von EUR 3.309 Mio bzw. EUR 394 Mio. Am 24. April 2017 hat Fresenius den Abschluss einer Fusionsvereinbarung mit Akorn Inc. bekannt gegeben. Die Transaktion war zum 31. Dezember 2017 noch nicht abgeschlossen.

Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden nach IFRS 3 mit dem beizulegenden Zeitwert am Tag des Erwerbs angesetzt. Zur Identifikation und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden hat Fresenius externe Sachverständige hinzugezogen.

Identifikation und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden sind komplex und beruhen auf ermessensbehafteten Annahmen der gesetzlichen Vertreter. Die wesentlichen bewertungsrelevanten Annahmen betreffen die jeweilige Umsatzplanung und erwartete Margenentwicklung der erworbenen Produkte und Geschäftsbetriebe, die Einschätzung der Realisierbarkeit von Entwicklungsprojekten, die für Bewertungszwecke als vergleichbar gehaltenen und daher herangezogene Lizenzraten sowie die Bestimmung der Kapitalkosten.

Die übertragene Gegenleistung für die Übernahme des Biosimilars-Geschäfts umfasst neben einem Barzahlungsbetrag auch bedingte Gegenleistungen. Diese sind an das Erreichen vereinbarter Entwicklungs- und Umsatzziele geknüpft. Die Ermittlung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit ist komplex und beruht auf ermessensbehafteten Annahmen der gesetzlichen Vertreter.

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden nicht sachgerecht ermittelt und damit im Ergebnis der Firmenwert unzutreffend abgeleitet wird. Bei noch nicht abgeschlossenen Transaktionen besteht das Risiko, dass die Nichterfüllung vertraglich festgelegter Vollzugsbedingungen zu Rechtstreitigkeiten zwischen den Parteien sowie mit Dritten und daraus resultierenden Ansprüchen gegen Fresenius führen können.

Schließlich besteht das Risiko, dass die Angaben im Konzern-Anhang zu Unternehmenserwerben unvollständig oder nicht sachgerecht sind bzw. dass die Darstellung der Risiken im Konzern-Lagebericht unvollständig oder nicht angemessen ist.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Identifikations- und Bewertungsverfahren der Gesellschaft unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten beurteilt. Dafür haben wir uns zunächst durch Würdigung der relevanten Verträge, durch Befragung des Managements der Gesellschaft und des Managements der erworbenen Unternehmen sowie durch Befragungen von Mitarbeitern des Finanz- und M & A-Bereichs ein Verständnis von den Unternehmenserwerben verschafft.

Die jeweiligen Gesamtkaufpreise haben wir mit den zugrunde liegenden Kaufverträgen und Zahlungsnachweisen abgestimmt. Die der Ermittlung der bedingten Gegenleistungen zugrunde liegenden Annahmen haben wir auf ihre Angemessenheit beurteilt.

Wir haben die Kompetenz, Fähigkeiten und Objektivität der von Fresenius mit der Bewertung der erworbenen Vermögenswerte beauftragten unabhängigen Sachverständigen beurteilt. Außerdem haben wir den Prozess der Identifikation der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden vor dem Hintergrund unserer Kenntnisse des Geschäftsmodells auf Übereinstimmung mit den Anforderungen nach IFRS 3 gewürdigt. Die verwendeten Bewertungsverfahren haben wir auf Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bewertungsgrundsätzen untersucht.

Die erwartete Umsatz- und Margenentwicklung haben wir mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit dem von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget vorgenommen und die Konsistenz der Annahmen mit branchenspezifischen Markteinschätzungen beurteilt. Die zur Bewertung von immateriellen Vermögenswerten herangezogenen Lizenzraten haben wir mit Referenzwerten aus einschlägigen Datenbanken verglichen. Die den Kapitalkosten zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Zur Beurteilung der rechnerischen Richtigkeit der Bewertungsmodelle haben wir unter risikoorientierten Gesichtspunkten ausgewählte Berechnungen nachvollzogen.

Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zum Erwerb von Quirónsalud, des Biosimilars-Geschäfts und des angekündigten Erwerbs der Akorn Inc. vollständig und sachgerecht sind und ob die Darstellung der mit dem Erwerbsvorgang verbundenen Risiken vollständig und angemessen ist.

Unsere Schlussfolgerungen

Das der Identifikation und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen. Die wesentlichen Annahmen und Parameter sind angemessen und die Darstellung im Konzern-Anhang ist vollständig und sachgerecht. Die Darstellung der mit Unternehmenserwerben verbundenen Risiken ist angemessen und vollständig.

Der Ansatz und die Bewertung der Rückstellung im Zusammenhang mit U.S. Foreign Corrupt Practices Act-Untersuchungen

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzern-Anhang Anmerkung 1 III u). Erläuterungen zum Verfahren und den laufenden Untersuchungen finden sich im Konzern-Anhang Anmerkung 29 sowie im Konzern-Lagebericht im Abschnitt Rechtsrisiken.

Das Risiko für den Abschluss

Teile des Geschäfts der Gesellschaft sind durch den Wettbewerb um Aufträge bei Kunden gekennzeichnet, die unmittelbaren oder mittelbaren Bezug zu staatlichen Stellen haben. Diese Art von Geschäften und die in der Regel damit einhergehenden Ausschreibungsverfahren bergen das Risiko der Nichteinhaltung von gesetzlichen Vorschriften. Darüber hinaus operiert die Gesellschaft in einer Reihe von Ländern, bei denen der Einsatz von externen Handelsvertretern zur üblichen Geschäftspraxis zählt.

Im Jahr 2012 hat die Gesellschaft im Unternehmensbereich Fresenius Medical Care (FMC) Hinweise auf Verhaltenspraktiken in Ländern außerhalb der Vereinigten Staaten erhalten, die einen Verstoß gegen den U.S. Foreign Corrupt Practices Act oder andere Anti-Korruptionsgesetze bedeuten könnten. Der Aufsichtsrat der FMC hat durch sein Audit and Corporate Governance Committee und unter Hinzuziehung von unabhängigen Anwälten daraufhin eigene Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in mehreren Terminen den zuständigen US-amerikanischen Regierungsbehörden (U.S. Securities and Exchange Commission sowie U.S. Department of Justice) vorgestellt.

Der Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften in diesem Bereich kann zu Ordnungsgeldern, Strafzahlungen, Strafverfolgung, Schadenersatzklagen und Beschränkungen in der zukünftigen Geschäftsausübung führen, die wesentliche Auswirkungen auf die Ertragslage der Gesellschaft haben können. Zur Vermeidung eines Gerichtsverfahrens ist die FMC gegenwärtig in Diskussionen mit den US-amerikanischen Regierungsbehörden hinsichtlich eines möglichen Vergleichs. Die Diskussionen dauern noch an, sodass bei einem Scheitern der Verhandlungen auch ein Rechtsstreit mit einer oder beiden Behörden möglich ist.

Basierend auf den laufenden Vergleichsverhandlungen hat der FMC Konzern eine Rückstellung in Höhe von EUR 200,0 Mio gebildet, die sich nach der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrages bemisst. Die Rückstellung berücksichtigt Forderungen der Regierungsbehörden nach Gewinnabschöpfung sowie Rückstellungen für Geldbußen und -strafen, bestimmte Rechtskosten und weitere hiermit zusammenhängende Kosten oder Wertberichtigungen. Sowohl Ansatz als auch Bewertung dieser Rückstellung beruhen auf ermessensabhängigen Einschätzungen der FMC.

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass die für diesen Sachverhalt gebildete Rückstellung nicht gerechtfertigt bzw. über- oder unterdotiert ist.

Zusätzlich besteht das Risiko, dass die erforderlichen Anhangangaben unvollständig oder nicht sachgerecht sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Über die Ergebnisse der internen Untersuchungen sowie den Verlauf der Termine mit den US-amerikanischen Regierungsbehörden haben wir uns in regelmäßigen Abständen informieren lassen. Hierzu haben wir im Wesentlichen Mandantenvertreter aus den Bereichen Corporate Legal und Corporate Compliance befragt und Auskünfte bei den Anwälten, die die Untersuchung für die FMC durchgeführt haben, eingeholt. Auch hat uns die FMC den aktuellen Sachstand schriftlich bestätigt.

Darüber hinaus haben wir Gespräche mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats der FMC, dem Vorsitzenden des Audit & Corporate Governance Committees der FMC, Mitgliedern des Vorstands der FMC sowie Ansprechpartnern aus den Bereichen Corporate Accounting, Corporate Compliance und Corporate Legal geführt. Den Schriftverkehr mit relevanten Behörden haben wir mit Hilfe unserer internen Rechtsanwälte ausgewertet sowie zugrunde liegende Dokumente und Protokolle gewürdigt.

Auf Basis dieser Informationen insgesamt haben wir die von der FMC getroffenen Annahmen zur Ermittlung der Rückstellung beurteilt und die Berechnung der Rückstellung auf rechnerische Richtigkeit überprüft.

Ferner haben wir die Vollständigkeit und Richtigkeit der bezüglich des Sachverhalts gemachten Anhangangaben beurteilt.

Unsere Schlussfolgerungen

Der Ansatz der Rückstellung für potenzielle Verstöße gegen den FCPA ist sachgerecht. Die Berechnung der Höhe der Rückstellung ist zutreffend erfolgt und die dieser Berechnung zugrundeliegenden Annahmen der FMC sind angemessen.

Der Anhang enthält alle bezüglich dieses Sachverhalts erforderlichen Angaben.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Konzern-Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzern-Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERN-LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzern-Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzern-Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERN-LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzern-Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzern-Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzern-Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzern-Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzern-Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzern-Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

ÜBRIGE ANGABEN GEMÄSS ARTIKEL 10 EU-APRVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 12. Mai 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 6. Dezember 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit mehr als 25 Jahren für die Fresenius SE & Co. KGaA bzw. ihrer Rechtsvorgängerin als Konzernabschlussprüfer tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Marcus Rohrbach.

 

Frankfurt am Main, den 26. Februar 2018

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Rohrbach, Wirtschaftsprüfer

Walter, Wirtschaftsprüfer

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung übertragenen Aufgaben wahrgenommen. Er hat den Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Fresenius Management SE, bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Und er hat die Geschäftsführung im Rahmen seiner Verantwortung als Aufsichtsrat überwacht.

ZUSAMMENWIRKEN VON GESCHÄFTSFÜHRUNG UND AUFSICHTSRAT

Im Rahmen seiner Überwachungs- und Beratungstätigkeit ließ sich der Aufsichtsrat von der Geschäftsführung regelmäßig, zeitnah und umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich berichten. Unterrichtet wurde er u. a. über:

alle maßgeblichen Fragen der Geschäftspolitik

den Gang der Geschäfte

die Rentabilität

die Lage der Gesellschaft und des Konzerns

die Strategie und Planung

die Risikosituation

das Risikomanagement und die Compliance

wichtige Geschäftsvorfälle

Alle bedeutenden Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich besprochen. Auch die strategische Ausrichtung des Unternehmens hat der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin mit dem Aufsichtsrat erörtert. Der Aufsichtsrat hat im Rahmen seiner gesetzlichen und satzungsmäßigen Zuständigkeit Beschlüsse gefasst.

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA trat im Geschäftsjahr 2017 zu vier ordentlichen Sitzungen zusammen: im März, Mai, Oktober und Dezember. Zudem hat er eine außerordentliche Sitzung im April abgehalten. In dieser Sitzung wurden die Mitglieder des Aufsichtsrats über die Akquisition des Geschäfts mit Nachahmerprodukten biopharmazeutischer Arzneimittel ("Biosimilars") der Merck KGaA und die Akquisition der Akorn, Inc., USA ("Akorn"), durch Fresenius Kabi sowie die Finanzierung dieser Transaktionen informiert. Vor den Sitzungen hatte der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin regelmäßig ausführliche Berichte und umfassende Beschlussvorlagen an die Mitglieder des Aufsichtsrats versandt. In den Sitzungen hat der Aufsichtsrat auf der Grundlage der Berichterstattungen des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin die Geschäftsentwicklung eingehend erörtert. Außerdem ging es um für das Unternehmen bedeutsame Entscheidungen.

Alle Angelegenheiten, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurden ihm rechtzeitig zur Beschlussfassung vorgelegt. Er hat in allen Fällen seine Zustimmung erteilt. Dies geschah nach der Prüfung der jeweiligen Beschlussvorlagen und nach ausführlicher Beratung mit dem Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin.

Über wichtige Geschäftsvorfälle wurde der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen unterrichtet. Ferner hat der Vorstandsvorsitzende der persönlich haftenden Gesellschafterin den Aufsichtsratsvorsitzenden in Einzelgesprächen regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und die anstehenden Entscheidungen informiert und diese mit ihm beraten.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA hat an mehr als der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen im Geschäftsjahr 2017 teilgenommen.

Die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses ist auf der Website der Gesellschaft für alle Mitglieder individuell ausgewiesen. Die Angaben finden sich unter der Rubrik "Aufsichtsrat".

SCHWERPUNKTE DER AUFSICHTSRATSARBEIT

Im Jahr 2017 lagen die Schwerpunkte der Überwachungs- und Beratungstätigkeit des Aufsichtsrats auf dem operativen Geschäft sowie auf Investitionen der Unternehmensbereiche. Der Aufsichtsrat hat mit dem Vorstand alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge ausführlich besprochen. Dies betraf Akquisitionen, insbesondere den Erwerb des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA und den Erwerb von Akorn durch Fresenius Kabi, sowie Investitionen in die Errichtung neuer und die Erweiterung bereits bestehender Produktionsstätten von Fresenius Kabi und in die IT-Infrastruktur der Unternehmensbereiche. Der Aufsichtsrat befasste sich zudem mit den folgenden Punkten:

Budget 2018

mittelfristige Planung des Fresenius-Konzerns

Strategien der Unternehmensbereiche (besonders mit den Geschäftsaussichten von Fresenius Vamed und Fresenius Kabi)

Digitalisierungsinitiativen aller Unternehmensbereiche

Er informierte sich außerdem sowohl im Prüfungsausschuss als auch im Plenum regelmäßig über Risikolage, Risikomanagement und Compliance im Konzern.

In der Sitzung am 10. März 2017 befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Prüfung und Billigung von Jahresabschluss, Konzernabschlüssen (IFRS und US-GAAP) sowie Lagebericht und Konzern-Lagebericht der Fresenius SE & Co. KGaA. Auf der Grundlage eines ausführlichen Berichts des Prüfungsausschussvorsitzenden und der Darlegungen des Abschlussprüfers wurden die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2016 erörtert. In derselben Sitzung erfolgte die Beschlussfassung über den Gewinnverwendungsvorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Fresenius Management SE. Außerdem berichteten die jeweiligen Unternehmensbereiche im Detail über den Geschäftsverlauf der ersten beiden Monate des Geschäftsjahres. Dabei wurden für Fresenius Vamed die strategische Ausrichtung, die geplante Erschließung neuer Märkte und die Wettbewerbssituation besprochen. Ferner wurde der Aufsichtsrat über die Planungen zur Errichtung einer Produktionsanlage für enterale Ernährung am Standort Wuxi, China, durch Fresenius Kabi informiert. Ein weiterer Gegenstand der Beratungen war die Tagesordnung der Hauptversammlung der Fresenius SE & Co. KGaA am 12. Mai 2017, insbesondere die Neuregelung der Aufsichtsratsvergütung. Schließlich führte der Aufsichtsrat in dieser Sitzung seine jährliche Effizienzprüfung durch.

Am 24. April 2017 fand eine außerordentliche Sitzung im Wege einer Telefonkonferenz statt. In ihr wurden eingehend der Erwerb des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA und der Erwerb von Akorn durch Fresenius Kabi sowie die Finanzierung dieser Transaktionen behandelt.

In seiner Sitzung am 12. Mai 2017 im Anschluss an die unmittelbar vorausgegangene Hauptversammlung fasste der Aufsichtsrat die Beschlüsse über die Beauftragung des Abschlussprüfers und des Konzernabschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017. Zudem berichtete der Vorstand über den Geschäftsverlauf der Monate Januar bis April 2017.

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 11. Oktober 2017 wurde den Mitgliedern des Aufsichtsrats der Geschäftsverlauf von Januar bis September 2017 im Detail erläutert. Den Schwerpunkt bildete dabei der Unternehmensbereich Fresenius Kabi. Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin informierte über den Abschluss der Akquisition und die Fortschritte bei der Integration des Biosimilars-Geschäfts von Merck sowie über die geplante Erweiterung der Produktionskapazitäten für enterale Ernährung in Bad Homburg. Ferner stellten in dieser Sitzung alle vier Unternehmensbereiche ihre jeweiligen Digitalisierungsinitiativen und unternehmensbereichsübergreifenden Projekte im IT-Bereich vor. Außerdem erörterte der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin mit dem Aufsichtsrat die Personalentwicklungsstrategie im Konzern.

Schwerpunkt der Sitzung des Aufsichtsrats am 8. Dezember 2017 war zum einen der Geschäftsverlauf 2017. Zum anderen wurde die Planung für die Jahre 2018 bis 2020 für den Konzern sowie gesondert für alle vier Unternehmensbereiche vorgestellt. Der Prüfungsausschussvorsitzende berichtete eingehend über den Stand der Vorbereitung des Jahresabschlusses. Weitere Schwerpunkte waren die Beratungen und Beschlussfassungen zum Diversitätskonzept für den Vorstand der Fresenius Management SE und den Aufsichtsrat, zu den Zielen des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und zu seinem Kompetenzprofil, die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex sowie die Information des Aufsichtsrats zum Thema Compliance, zu regulatorischen Themen und zu Rechtsrisiken. Zudem befassten sich die Mitglieder des Aufsichtsrats mit der nichtfinanziellen Berichterstattung und beschlossen die Beauftragung des Prüfers des Nichtfinanziellen Konzernberichts der Fresenius SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2017.

CORPORATE GOVERNANCE

Der Aufsichtsrat und der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin haben am 20. Dezember 2017 eine Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben.

Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin und der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Sie verfolgen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit weder persönliche Interessen, noch gewähren sie anderen Personen ungerechtfertigte Vorteile. Nebentätigkeiten oder Geschäfte der Organmitglieder mit dem Unternehmen sind dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen. Sie bedürfen dessen Genehmigung.

Herr Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht ist Aufsichtsratsmitglied unserer Gesellschaft und medizinischer Vorstand und Sprecher des Vorstands des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Universitätsklinik Aachen. Der Fresenius-Konzern unterhält mit diesen Kliniken regelmäßig Geschäftsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen. Herr Klaus-Peter Müller ist Aufsichtsratsmitglied sowie Vorsitzender des Prüfungsausschusses unserer Gesellschaft und Mitglied des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE. Ferner ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank AG. Mit dieser unterhält der Fresenius-Konzern Geschäftsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen. Herr Michael Diekmann ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE. Er ist ferner Vorsitzender des Aufsichtsrats der Allianz SE. Die vom Fresenius-Konzern an die Allianz gezahlten Versicherungsprämien im Geschäftsjahr 2017 entsprachen marktüblichen Konditionen.

Es bestehen keine unmittelbaren Beratungs- oder sonstigen Dienstleistungsbeziehungen zwischen der Gesellschaft und einem Aufsichtsratsmitglied.

Im Geschäftsjahr 2017 wurden verschiedene Fresenius-Konzerngesellschaften durch Gesellschaften der international agierenden Rechtsanwaltssozietät Noerr beraten. Herr Dr. Dieter Schenk, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE, war bis zum 31. Dezember 2017 zugleich Partner der Sozietät Noerr LLP. Der Fresenius-Konzern hat der Sozietät Noerr im Berichtsjahr insgesamt rund 2,9 Mio € gezahlt (2016: 0,9 Mio €). Dies entspricht weniger als 2 % der Rechts- und Beratungskosten des Fresenius-Konzerns im Jahr 2017 (2016: weniger als 0,5 %). Dieser Zahlungsbetrag beinhaltet auch Zahlungen für bereits im Jahr 2016 erbrachte Dienstleistungen, die erst 2017 zur Auszahlung gekommen sind. Von dem genannten Gesamtbetrag für das Jahr 2017 entfielen rund 0,1 Mio € auf Mandate, die Fresenius-Konzerngesellschaften außerhalb des Unternehmensbereichs Fresenius Medical Care betreffen. Mandate, die von Konzerngesellschaften des Unternehmensbereichs Fresenius Medical Care erteilt werden, bedürfen der separaten Zustimmung der Aufsichtsräte der Fresenius Medical Care Management AG sowie der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA. Der Aufsichtsrat der Fresenius Management SE hat sich mit der Mandatierung der Sozietät Noerr eingehend beschäftigt und ihr bei Stimmenthaltung von Herrn Dr. Schenk zugestimmt. Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA, in dem Herr Dr. Schenk nicht vertreten ist, hat sich mit dem Verhältnis des Honorarvolumens für die Rechtsberatungsleistungen der Sozietät Noerr zu den Honorarvolumina anderer Sozietäten befasst. Die in diesem Abschnitt genannten Beträge in Euro sind Nettobeträge. Darüber hinaus wurde die jeweilige Mehrwertsteuer gezahlt.

Weitere Erläuterungen zur Corporate Governance bei Fresenius sind der Erklärung zur Unternehmensführung und dem Corporate-Governance-Bericht auf den Seiten 100 bis 114 des Geschäftsberichts zu entnehmen. Die Angaben zu den nahestehenden Personen hat Fresenius in den Quartalsberichten sowie auf der Seite 212 im Geschäftsbericht veröffentlicht.

NICHTFINANZIELLER KONZERNBERICHT

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, hat den Nichtfinanziellen Konzernbericht für das Geschäftsjahr 2017 geprüft. Dies erfolgte gemäß Beschluss des Aufsichtsrats vom 8. Dezember 2017 und der anschließenden Beauftragung.

Der Nichtfinanzielle Konzernbericht und der Prüfungsbericht des beauftragten Prüfers lagen jedem Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft rechtzeitig vor. In ihren Sitzungen am 15. und 16. März 2018 erörterten zunächst der Prüfungsausschuss und sodann der Aufsichtsrat alle Unterlagen eingehend.

Der beauftragte Prüfer berichtete in beiden Sitzungen über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen. Den Prüfungsergebnissen des beauftragten Prüfers haben der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat zugestimmt. Auch nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung hatten der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen den Nichtfinanziellen Konzernbericht. Der Aufsichtsrat billigte in seiner Sitzung am 16. März 2018 den von der persönlich haftenden Gesellschafterin vorgelegten Nichtfinanziellen Konzernbericht.

Der Nichtfinanzielle Konzernbericht ist auf den Seiten 68 bis 97 und das Prüfungsergebnis des beauftragten Prüfers auf Seite 98 f. des Geschäftsberichts veröffentlicht.

ARBEIT DER AUSSCHÜSSE

Der Prüfungsausschuss trat im Berichtsjahr zu drei Sitzungen zusammen. Darüber hinaus hielt er vier Telefonkonferenzen ab. Im Blickpunkt seiner Überwachungstätigkeit stand dabei die Vorprüfung des Jahresabschlusses und der Konzernabschlüsse für das Geschäftsjahr 2016. Auch hat er die Prüfungsberichte und die Prüfungsschwerpunkte mit dem Wirtschaftsprüfer erörtert. Außerdem befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Empfehlung an den Aufsichtsrat für den Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für den Jahresabschluss und die Konzernabschlüsse für das Geschäftsjahr 2017. Der Aufsichtsrat hat der ordentlichen Hauptversammlung 2017 die Wahl der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, vorgeschlagen. Dieser Vorschlag ging auf eine entsprechende Empfehlung des Prüfungsausschusses zurück. Schließlich beschäftigte sich der Prüfungsausschuss eingehend mit folgenden Punkten:

Quartalsberichte des Jahres 2017

Kontrollrechnung zur Entwicklung der Unternehmenskäufe

Compliance

Überprüfung des Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems und des internen Revisionssystems

Genehmigung von Nicht-Prüfungsleistungen durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin

Über die Arbeit des Prüfungsausschusses hat der Ausschussvorsitzende dem Aufsichtsrat regelmäßig in den jeweils folgenden Sitzungen berichtet.

Der Nominierungsausschuss der Gesellschaft kam im Dezember 2017 zu einer Sitzung zusammen. In ihr hat er die Beschlussfassung des Aufsichtsrats zum Diversitätskonzept, zu den Zielen des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und zum Kompetenzprofil des Aufsichtsrats vorbereitet.

Der Gemeinsame Ausschuss ist zuständig für die Zustimmung zu bestimmten wesentlichen Transaktionen der Fresenius SE & Co. KGaA sowie bestimmten Rechtsgeschäften zwischen der Gesellschaft und der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Im Jahr 2017 wurden keine Geschäfte getätigt, die seiner Zustimmung bedurften. Daher hat er im Jahr 2017 nicht getagt.

Einen Vermittlungsausschuss gibt es nicht, da der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA die Mitglieder des Vorstands der Fresenius Management SE nicht bestellt.

Weitere Informationen zu den Ausschüssen, ihrer Zusammensetzung und Arbeitsweise finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung und im Corporate-Governance-Bericht auf den Seiten 104 und 105 sowie auf Seite 233 des Geschäftsberichts.

PERSONALIEN

Im Geschäftsjahr 2017 haben sich in der Besetzung des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA und seiner Ausschüsse keine Veränderungen ergeben.

Hingegen hat sich die Besetzung des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin Fresenius Management SE geändert. Frau Rachel Empey wurde zum 1. August 2017 zum ordentlichen Vorstandsmitglied bestellt. Sie übernahm die Position des Finanzvorstands und folgt darin auf Herrn Stephan Sturm, der zum 1. Juli 2016 den Vorstandsvorsitz übernommen hat.

JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, hat die Buchführung, den nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2017 geprüft. Dies erfolgte gemäß Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der Fresenius SE & Co. KGaA vom 12. Mai 2017 und der anschließenden Beauftragung durch den Aufsichtsrat. Jahresabschluss, Lagebericht und Konzernabschluss der Gesellschaft sind nach IFRS und den gemäß § 315e HGB ergänzend anwendbaren handelsrechtlichen Bestimmungen aufgestellt worden. Sie sind mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehen.

Jahresabschluss, Konzernabschluss, die Lageberichte und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen jedem Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft rechtzeitig vor. In ihren Sitzungen am 15. und 16. März 2018 erörterten zunächst der Prüfungsausschuss und sodann der Aufsichtsrat alle Unterlagen eingehend.

Der Abschlussprüfer berichtete in beiden Sitzungen über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen. Er hat keine Schwächen des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess festgestellt. Der Abschlussprüfer nahm an allen Sitzungen des Aufsichtsrats sowie an allen Sitzungen und Telefonkonferenzen des Prüfungsausschusses teil.

Den Prüfungsergebnissen des Abschlussprüfers haben der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat zugestimmt. Auch nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung hatten der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss und den Lagebericht der Gesellschaft sowie gegen den Konzernabschluss und den Konzern-Lagebericht. Der Aufsichtsrat billigte in seiner Sitzung am 16. März 2018 die von der persönlich haftenden Gesellschafterin vorgelegten Abschlüsse und Lageberichte. Auch billigte er die darin enthaltenen Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung.

Dem Vorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin über die Verwendung des Bilanzgewinns für das Geschäftsjahr 2017 schließt sich der Aufsichtsrat an.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre herausragenden Leistungen.

 

Bad Homburg v. d. H., 16. März 2018

Der Aufsichtsrat der Fresenius SE & Co. KGaA

Dr. Gerd Krick, Vorsitzender

GREMIEN

AUFSICHTSRAT FRESENIUS SE S CO. KGAA

Dr. Gerd Krick

Aufsichtsratsvorsitzender Fresenius

SE & Co. KGaA

Vorsitzender

Mandate

Aufsichtsrat

Fresenius Management SE (Vorsitzender)

Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (Vorsitzender)

Fresenius Medical Care Management AG

VAMED AG, Österreich (Vorsitzender)

Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht

Medizinischer Vorstand und Sprecher des Vorstands des Universitätsklinikums

Carl Gustav Carus Dresden

Mandate

Aufsichtsrat

GÖK Consulting AG

Universitätsklinikum Aachen

Michael Diekmann

Mitglied verschiedener Aufsichtsräte

Stellvertretender Vorsitzender

Mandate

Aufsichtsrat

Allianz SE (seit 07.05.2017; Aufsichtsratsvorsitzender)

BASF SE (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender)

Fresenius Management SE

Linde AG (bis 10.05.2017; weiterer stellvertretender

Aufsichtsratsvorsitzender)

Siemens AG

Konrad Kölbl

Freigestellter Betriebsrat

Arbeiterbetriebsrat der VAMED-KMB Krankenhausmanagement und Betriebsführungsges. m.b.H.

Konzernbetriebsratsvorsitzender der VAMED AG

Mitglied des Europäischen Betriebsrats der Fresenius SE & Co. KGaA

Konzernmandate

Aufsichtsrat

VAMED-KMB Krankenhausmanagement und

Betriebsführungsges. m.b.H., Österreich

Stefanie Lang

Freigestellte Betriebsrätin

Betriebsratsvorsitzende Fresenius Medical Care Deutschland GmbH

Frauke Lehmann

Freigestellte Betriebsrätin

Betriebsratsvorsitzende Helios Kliniken Schwerin GmbH

Mitglied des Konzernbetriebsrats der Helios Kliniken GmbH

Mitglied des Europäischen Betriebsrats der Fresenius SE & Co. KGaA

Konzernmandate

Aufsichtsrat

Helios Kliniken Schwerin GmbH (stellvertretende

Aufsichtsratsvorsitzende)

Prof. Dr. med. Iris Löw-Friedrich

Chief Medical Officer und Executive Vice President, Head of Development and Medical Patient Value Practices, UCB S.A.

Mandate

Aufsichtsrat

Evotec AG

Klaus-Peter Müller

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Commerzbank AG

Mandate

Aufsichtsrat

Commerzbank AG (Vorsitzender)

Fresenius Management SE

Board of Directors

Parker Hannifin Corporation, USA

Oscar Romero de Paco

Mitarbeiter Produktion

Mitglied des Betriebsrats der Fresenius Kabi España S.A.U.

Mitglied des Europäischen Betriebsrats der Fresenius SE & Co. KGaA

AUFSICHTSRAT FRESENIUS SE & CO. KGAA

Hauke Stars

Mitglied des Vorstands Deutsche Börse AG

Mandate

Aufsichtsrat

Clearstream International S.A. (seit 03.05.2017; Konzernmandat Deutsche Börse AG)

Eurex Frankfurt AG (Konzernmandat Deutsche Börse AG)

Verwaltungsrat

Eurex Zürich AG (Konzernmandat Deutsche Börse AG) Kühne + Nagel international AG

Rainer Stein

Freigestellter Betriebsrat

Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Helios Kliniken GmbH

Vorsitzender des europäischen Betriebsrats der Fresenius Se & Co. KGaA

Konzernmandate

Aufsichtsrat

Helios Klinikum Berlin-Buch GmbH

Niko Stumpfögger

Gewerkschaftssekretär ver.di, Bereichsleiter Betriebs- und Branchenpolitik im Bereich Gesundheit und Soziales

Stellvertretender Vorsitzender

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Nominierungsausschuss

Dr. Gerd Krick (Vorsitzender)

Michael Diekmann

Klaus-Peter Müller

Prüfungsausschuss

Klaus-Peter Müller (Vorsitzender)

Konrad Kölbl

Dr. Gerd Krick

Hauke Stars

Rainer Stein

Gemeinsamer Ausschuss1

Dr. Dieter Schenk (Vorsitzender)

Michael Diekmann

Dr. Gerd Krick

Dr. Karl Schneider

1 Der Ausschuss setzt sich paritätisch aus je zwei Mitgliedern des Aufsichtsrats der Fresenius SE & Co. KGaA sowie der Fresenius Management SE zusammen.

VORSTAND FRESENIUS MANAGEMENT SE (persönlich haftende Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA)

Stephan Sturm

Vorsitzender

Finanzen (bis 31.07.2017)

Konzernmandate

Aufsichtsrat

Fresenius Kabi AG (Vorsitzender)

Fresenius Medical Care Management AG (Vorsitzender)

VAMED AG, Österreich (stellvertretender Vorsitzender)

Mandate

Aufsichtsrat

Deutsche Lufthansa AG

Dr. Francesco De Meo

Unternehmensbereich Fresenius Helios

Konzernmandate

Aufsichtsrat

Helios Beteiligungs AG (Vorsitzender)

Helios Kliniken Schwerin GmbH (Vorsitzender)

Rachel Empey

Finanzen (seit 01.08.2017)

Konzernmandate

Aufsichtsrat

Fresenius Kabi AG

(seit 01.10.2017, stellvertretende Vorsitzende)

Fresenius Medical Care Management AG (seit 01.09.2017)

Mandate

Aufsichtsrat

Inchcape plc (Non-Executive Director)

Dr. Jürgen Götz

Recht, Compliance, Personal

Mats Henriksson

Unternehmensbereich Fresenius Kabi

Konzernmandate

Aufsichtsrat

Fresenius Kabi Austria GmbH, Österreich (Vorsitzender)

Fresenius Kabi España S.A.U., Spanien

Labesfal - Laboratorios Almiro, S.A., Portugal

Board of Directors

Fenwal, Inc., USA

FHC (Holdings) Ltd., Großbritannien

Fresenius Kabi Pharmaceuticals Holding, Inc., USA

Fresenius Kabi (Singapore) Pte Ltd., Singapur

Fresenius Kabi USA, Inc., USA

Quercus Acquisition, Inc., USA

Sino-Swed Pharmaceutical Corp, Ltd., China

Verwaltungsrat

Fresenius Kabi Italia S.p.A., Italien (Vorsitzender)

Rice Powell

Unternehmensbereich Fresenius Medical Care

Konzernmandate

Board of Directors

Fresenius Medical Care Holdings, Inc., USA

(Vorsitzender)

Verwaltungsrat

Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma Ltd., Schweiz

(stellvertretender Vorsitzender)

Dr. Ernst Wastler

Unternehmensbereich Fresenius Vamed

Konzernmandate

Aufsichtsrat

Charité CFM Facility Management GmbH

(stellvertretender Vorsitzender)

VAMED-KMB Krankenhausmanagement und Betriebsführungsges. m.b.H., Österreich (Vorsitzender)

AUFSICHTSRAT FRESENIUS MANAGEMENT SE (persönlich haftende Gesellschafterin der Fresenius SE & Co. KGaA)

Dr. Gerd Krick

Vorsitzender

Dr. Kurt Bock

Vorsitzender des Vorstands BASF SE

Michael Diekmann

Klaus-Peter Müller

Dr. Dieter Schenk

Rechtsanwalt und Steuerberater

Stellvertretender Vorsitzender

Mandate

Aufsichtsrat

Bank Schilling & Co. AG (Vorsitzender)

Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA

(stellvertretender Vorsitzender)

Fresenius Medical Care Management AG

(stellvertretender Vorsitzender)

Gabor Shoes AG (Vorsitzender)

Greiffenberger AG (bis 07.05.2017; stellvertretender

Vorsitzender)

TOPTICA Photonics AG (Vorsitzender)

Stiftungsrat

Else Kröner-Fresenius-Stiftung (Vorsitzender)

Dr. Karl Schneider

Ehemaliger Vorstandssprecher Südzucker AG

Mandate

Stiftungsrat

Else Kröner-Fresenius-Stiftung

(stellvertretender Vorsitzender)

Begriffe aus dem Finanzwesen1

Cashflow

Wirtschaftliche Messgröße, die den Nettozufluss liquider Mittel während einer Periode darstellt.

Operativer Cashflow

Der operative Cashflow ist eine wirtschaftliche Messgröße, die den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit darstellt. Er errechnet sich aus Jahresüberschuss abzüglich nicht-zahlungswirksamer Erträge und zuzüglich nicht-zahlungswirksamer Aufwendungen.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist eine wirtschaftliche Messgröße, die Auszahlungen für den Erwerb von Anlagevermögen und Einzahlungen aus der Veräußerung von Anlagevermögen gegenüberstellt.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist eine wirtschaftliche Messgröße, die aufzeigt, wie die Investitionen der Berichtsperiode finanziert wurden.

Er errechnet sich aus Eigenkapitalzuführungen zuzüglich Einzahlungen aus der Ausübung von Aktienoptionen abzüglich Dividendenzahlungen zuzüglich Zuführung durch Fremdkapitalgeber (Kredite, Anleihen etc.) abzüglich Tilgungszahlungen für Kredite, Anleihen oder ähnliche Fremdkapitalinstrumente. Zudem berücksichtigt der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Veränderungen sonstiger nicht beherrschende Anteile sowie Einzahlungen und Auszahlungen aus der Kurssicherung von Konzerndarlehen in Fremdwährungen.

Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden

Fresenius verwendet als Free-Cashflow-Mess-größe den Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden. Der Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden errechnet sich aus dem operativen Cashflow abzüglich der Netto-Investitionen (Erwerb von Sachanlagen abzüglich Erlösen aus dem Verkauf von Sachanlagen).

CSR (Corporate Social Responsibility)

CSR bezeichnet die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Ihr Handeln kann ökonomische, soziale und Umweltzustände überall auf der Welt beeinflussen.

EBIT (Earnings before Interest and Taxes)

Der EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern. Abschreibungen und Zuschreibungen auf das Anlagevermögen sind im EBIT enthalten.

Der EBIT errechnet sich aus Umsatzerlösen abzüglich der Positionen Umsatzkosten, Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen.

EBIT-Marge

Die EBIT-Marge ermittelt sich aus dem EBIT im Verhältnis zum Umsatz.

EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization)

Der EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen.

Der EBITDA errechnet sich aus dem EBIT zuzüglich erfolgswirksamer Abschreibungen und abzüglich erfolgswirksamer Wertaufholungen bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

EBITDA-Marge

Die EBITDA-Marge errechnet sich aus dem EBITDA im Verhältnis zum Umsatz.

Forderungslaufzeit (Days Sales Outstanding, DSo)

Kennzahl, die angibt, nach wie vielen Tagen eine Forderung im Durchschnitt beglichen wird.

Netto-Finanzverbindlichkeiten / EBITDA

Die Kennzahl Netto-Finanzverbindlichkeiten / EBITDA gibt darüber Aufschluss, inwieweit Fresenius in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Nettofinanzverbindlichkeiten und EBITDA werden jeweils zu durchschnittlichen Wechselkursen der vergangenen zwölf Monate berechnet.

Berechnung Netto-Finanzverbindlichkeiten: Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

+ Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

+ Kurzfristig fälliger Teil der langfristigen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen

+ Kurzfristig fälliger Teil der Anleihen

+ Langfristige Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen, abzüglich des kurzfristig fälligen Teils

+ Anleihen, abzüglich des kurzfristig fälligen Teils

+ Wandelanleihen

= Finanzverbindlichkeiten

- Flüssige Mittel

= Netto-Finanzverbindlichkeiten

NOPAT (Net Operating Profit After Taxes)

Er errechnet sich aus dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen operativen Ergebnis (EBIT) abzüglich Ertragsteuern.

1 Bestandteil des Konzern-Lageberichts

Begriffe aus dem Finanzwesen1

ÜBERLEITUNG DES DURCHSCHNITTLICH INVESTIERTEN KAPITALS UND DES ROIC

in Mio €, mit Ausnahme des ROIC 31. Dezember 2017 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Summe Vermögenswerte 53.133 46.697 43.233
Plus: Kumulierte Firmenwertabschreibung 501 553 539
Minus: Flüssige Mittel - 1.636 - 1.579 - 1.044
Minus: Darlehen an nahestehende Unternehmen - 56 - 51 - 109
Minus: Aktive latente Steuern - 744 - 627 - 599
Minus: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 1.688 - 1.315 - 1.291
Minus: Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen - 42 - 57 - 9
Minus: Rückstellungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten ' - 6.921 - 6.006 - 5.278
Minus: Rückstellungen für Ertragsteuern - 420 - 478 - 416
investiertes Kapital 42.127 37.137 35.026
Durchschnittliches investiertes Kapital zum 31. Dezember 2017/20162 43.129 36.271  
Operatives Ergebnis3, 4 4.783 4.291  
Ertragsteuern4 - 1.349 - 1.206  
NOPAT3,4 3.434 3.085  
ROIC in % 8,0 % 8,5 %  

1 Enthalten sind langfristige Rückstellungen und ausstehende Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen, nicht enthalten sind Pensionsrückstellungen und nicht beherrschende Anteile mit Put-Optionen.
2 Beinhaltet Anpassungen für in der Berichtsperiode getätigte Akquisitionen, deren Kaufpreis eine bestimmte Größenordnung übersteigt (2017: 6.993 Mio €; 2016: 378 Mio €).
3 Beinhaltet Anpassungen für in der Berichtsperiode getätigte Akquisitionen, deren Kaufpreis eine bestimmte Größenordnung übersteigt (2017: - 47 Mio €; 2016: - 11 Mio €).
4 2017 vor Sondereinflüssen

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40.

ÜBERLEITUNG DES DURCHSCHNITTLICHEN BETRIEBSNOTWENDIGEN VERMÖGENS UND DES ROOA

in Mio €, mit Ausnahme des ROOA 31. Dezember 2017 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Summe Vermögenswerte 53.133 46.697 43.233
Minus: Erhaltene Anzahlungen - 53 - 87 - 75
Minus: Treuhänderisch gehaltene flüssige Mittel - 183 - 61 - 57
Minus: Darlehen an nahestehende Unternehmen - 56 - 51 - 109
Minus: Aktive latente Steuern - 744 - 627 - 599
Minus: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 1.688 - 1.315 - 1.291
Minus: Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen - 42 - 57 - 9
Minus: Zugesagte Fördermittel im Zusammenhang mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) - 175 - 180 - 191
Betriebsnotwendiges Vermögen 50.192 44.319 40.902
Durchschnittliches betriebsnotwendiges Vermögen zum 31. Dezember 2017/20161 50.717 42.821  
Operatives Ergebnis2, 3 4.783 4.291  
ROOA in % 9,4 % 10,0 %  

1 Beinhaltet Anpassungen für in der Berichtsperiode getätigte Akquisitionen, deren Kaufpreis eine bestimmte Größenordnung übersteigt (2017: 6.923 Mio €; 2016: 421 Mio €).
2 Beinhaltet Anpassungen für in der Berichtsperiode getätigte Akquisitionen, deren Kaufpreis eine bestimmte Größenordnung übersteigt (2017: - 47 Mio €; 2016: - 11 Mio €).
3 2017 vor Sondereinflüssen

Details zu den Sondereinflüssen und Bereinigungen finden Sie in der Überleitungsrechnung auf Seite 40.

1 Bestandteil des Konzern-Lageberichts

Begriffe aus dem finanzwesen1

Organisches Wachstum

Bezeichnet den Teil des Wachstums eines Unternehmens, der aus eigener Kraft heraus erfolgt und nicht aus Akquisitionen, Desinvestitionen oder Währungsumrechnungseffekten.

ROE (Return on Equity)

Rentabilität des Eigenkapitals. Zeigt die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals an.

Errechnet aus: Gewinn /Eigenkapital x 100.

ROIC (Return on Invested Capital)

Rentabilität des investierten Kapitals. Errechnet aus: (EBIT - Steuern) : investiertes Kapital investiertes Kapital = Bilanzsumme + kumulierte Goodwill-Abschreibung - aktive latente Steuern - flüssige Mittel - Lieferantenverbindlichkeiten - Rückstellungen (ohne Pensionsrückstellungen) - sonstige nicht verzinsliche Verbindlichkeiten.

ROOA (Return on Operating Assets)

Rentabilität des betriebsnotwendigen Vermögens.

Die Rentabilität des betriebsnotwendigen Vermögens (ROOA) ist definiert als Quotient aus dem EBIT und dem durchschnittlichen betriebsnotwendigen Vermögen. Das betriebsnotwendige Vermögen ermittelt sich aus der Bilanzsumme abzüglich der aktiven latenten Steuern, der Lieferantenverbindlichkeiten, der zweckgebundenen Finanzmittel sowie der erhaltenen Anzahlungen und zugesagten Fördermittel.

Vorratsreichweite (Scope of Inventory, SOI)

Kennzahl, die die durchschnittliche Zeitspanne in Tagen zwischen dem Wareneingang der Vorräte bis zum Abverkauf der fertiggestellten Produkte angibt.

Errechnet aus:

(Vorräte / Umsatzkosten) x 365 Tage

Vor Sondereinflüssen

Um die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg besser vergleichen zu können, werden die Ergebnisgrößen gegebenenfalls zusätzlich um Sondereinflüsse bereinigt und entsprechend mit "vor Sondereinflüssen" gekennzeichnet. Eine Überleitungsrechnung ist im jeweiligen Quartalsfinanzbericht bzw. Geschäftsbericht gesondert ausgewiesen und zeigt auf, wie sich die Sondereinflüsse zusammensetzen.

Währungsbereinigungen

Währungsbereinigungen bei Erträgen und Aufwendungen werden mithilfe der jeweiligen Durchschnittskurse bzw. bei Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Mittelkurs am jeweiligen Bilanzstichtag des Vorjahres errechnet.

Working capital

Umlaufvermögen (inklusive Aktiver rechnungsabgrenzungsposten) - Rückstellungen - Lieferantenverbindlichkeiten - Übrige Verbindlichkeiten - Passiver Rechnungsabgrenzungsposten.

1 Bestandteil des Konzern-Lageberichts

FINANZKALENDER

Veröffentlichung 1. Quartal 2018 Analysten-Telefonkonferenz, Live-Übertragung im Internet 3. Mai 2018
Hauptversammlung, Frankfurt am Main 18. Mai 2018
Auszahlung der Dividende1 24. Mai 2018
Capital Markets Day, Live-Übertragung im Internet 7 - 8. Juni 2018
Veröffentlichung 2. Quartal 2018 Analysten-Telefonkonferenz, Live-Übertragung im Internet 31. Juli 2018
Veröffentlichung 3. Quartal 2018 Analysten-Telefonkonferenz, Live-Übertragung im Internet 30. Qktober 2018

Terminaktualisierungen, Hinweise zu Live-Übertragungen sowie weitere Termine unter www.fresenius.de/events-und-praesentationen

FRESENIUS-AKTIE/ADR

Stammaktie ADR
WKN 578 560 CUSIP (Wertpapierkennnummer) 35804M105
Börsenkürzel FRE Börsenkürzel FSNUY
ISIN DE0005785 604 ISIN US35804M1053
Bloomberg-Symbol FRE GR Struktur Sponsored Level 1 ADR
Reuters-Symbol FREG.de Anteilsverhältnis 4 ADR = 1 Aktie
Haupthandelsplatz Frankfu rt / Xetra Handelsplattform QTCQX

KONTAKT

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Else-Kröner-Straße 1

Bad Homburg v. d. H.

Postanschrift

Fresenius SE & Co. KGaA

61346 Bad Homburg v. d. H.

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Investor Relations

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Telefax: (0 61 72) 6 08-24 88

E-Mail: ir-fre@fresenius.com

Kontakt für Presse

Konzern-Kommunikation

Telefon: (0 61 72) 6 08-23 02

Telefax: (0 61 72) 6 08-22 94

E-Mail: pr-fre@fresenius.com

IMPRESSUM

Sitz und Handelsregister: Bad Homburg v. d. H.; HRB 11852

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Gerd Krick

Persönlich haftende Gesellschafterin: Fresenius Management SE

Sitz und Handelsregister: Bad Homburg v. d. H.; HRB 11673

Vorstand: Stephan Sturm (Vorsitzender), Dr. Francesco De Meo, Rachel Empey, Dr. Jürgen Götz, Mats Henriksson, Rice Powell, Dr. Ernst Wastler

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Gerd Krick

Dieser Geschäftsbericht erscheint auch in englischer Sprache. This Annual report is also available in English.

Der Redaktionsschluss für diesen Geschäftsbericht war der 16. März 2018. Der Bericht wurde am 21. März 2018 veröffentlicht. Rundungsdifferenzen sind möglich.

Der Geschäftsbericht und der Jahresabschluss der Fresenius SE & Co. KGaA sind auf unserer Website verfügbar und können bei Investor Relations angefordert werden. Weitere Informationen und aktuelle Unternehmensnachrichten können Sie abrufen auf unserer Website unter: www.fresenius.de.

Zukunftsbezogene Aussagen:

Dieser Geschäftsbericht enthält Angaben, die sich auf die zukünftige Entwicklung beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis der uns derzeit zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Aussagen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken - wie im Risikobericht und in den bei der SEC eingereichten Unterlagen der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA angesprochen - eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen.