![]() FRIWO AGOstbevernHalbjahresfinanzbericht 2018Zusammenfassung
Die Geschäftsentwicklung der FRIWO AG hat sich im Juni 2018 abgeschwächt und lag insgesamt
in den ersten sechs Monaten dieses Jahres unter den eigenen Erwartungen. Mit einem
Umsatz von 61,9 Mio. Euro wurde der Wert des gleichen Vorjahreszeitraums (75,2 Mio.
Euro) um 17,7 Prozent unterschritten. Der Umsatzrückgang war zum einen beeinflusst
durch Verzögerungen bei der Abarbeitung von Aufträgen aufgrund von zunehmenden Lieferengpässen
bei bestimmten Bauteilen. Zum anderen haben mehrere FRIWO-Kunden kurzfristig Projekte
storniert oder verschoben. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Herstellers hochwertiger Ladegeräte,
Akkupacks, Stromversorgungen und LED-Treiber lag von Januar bis Juni mit 2,1 Mio.
Euro deutlich unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 5,4 Mio. Euro. Dabei wurde
die Ertragslage zusätzlich durch Aufwendungen für ein nicht weiterverfolgtes M&A-Projekt,
für die Schliessung der Entwicklungsabteilung in China und durch Personalaufwendungen
für die Neuausrichtung der Produktion in Europa beeinträchtigt. FRIWO schloss das
erste Halbjahr 2018 mit einem Konzernergebnis von 1,3 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum:
3,9 Mio. Euro) ab. Die Auftragseingänge in den ersten sechs Monaten lagen unter dem Umsatz; die Book-to-Bill-Ratio
erreichte den Wert von 0,88. Der Auftragsbestand per 30. Juni 2018 lag um rund 28
Prozent unter dem Stand zum gleichen Stichtag des Vorjahres. Vor diesem Hintergrund hatte der Vorstand am 11. Juli seine Erwartungen an das Gesamtjahr
2018 nach unten angepasst. Errechnet nunmehr mit einem Jahresumsatz in der Größenordnung
von 125 Mio. Euro an statt wie bisher von einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert
von 141,3 Mio. Euro. Beim Konzern-EBIT, das ursprünglich in etwa proportional zum
Umsatz steigen sollte, wird nun ein Wert zwischen 6,5 Mio. Euro und 7,5 Mio. Euro
erwartet. Zwischenlagebericht des FRIWO-KonzernsÜberblick über den FRIWO-KonzernDie im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierte FRIWO AG mit Sitz
im westfälischen Ostbevern ist mit ihren Tochterunternehmen ein internationaler Hersteller
von technisch hochwertigen Ladegeräten, Akkupacks, Stromversorgungen und LED-Treibern. Mit seinen Produkten deckt das Unternehmen zahlreiche Anwendungen ab. So wird das
Know-how von FRIWO im Bereich Ladetechnik vor allem von Kunden in den anspruchsvollen
Märkten der Elektromobilität, der mobilen Werkzeuge und der Rasenroboter geschätzt.
Bei Stromversorgungen liegt der Fokus hauptsächlich auf Anwendungen in den Branchen
Medizintechnik und Gesundheit, Industrieautomatisierung und Maschinenbau sowie hochwertige
Konsumelektronik. LED-Treiber der Marke FRIWO finden sich sowohl in der professionellen
Innenraumbeleuchtung als auch in witterungsbeständigen Außenbeleuchtungen. In der Fertigung verfügt FRIWO über einen leistungsfähigen Mix aus eigener Produktion
und Zulieferern. Am Unternehmenssitz in Ostbevern betreibt das Unternehmen eine eigene,
sehr flexible Fertigungsstätte. Sie ist vor allem auf kleinere Losgrößen und technisch
anspruchsvolle Produkte ausgelegt und kooperiert eng mit Zulieferbetrieben in Polen.
Zusätzlich verfügt FRIWO über eine hochmoderne Fertigung am Standort Dong Nai nahe
Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) und bezieht Geräte von zwei ausgewählten Auftragsfertigern
mit Produktionsstandorten in China und Vietnam. Neben den Fertigungsstätten für die
Endgeräte zählt seit Anfang 2017 auch eine eigene Wandler- und Drosselproduktion in
Vietnam zum Fertigungsnetzwerk der Gruppe, in welcher wichtige Produktkomponenten
von FRIWO selbst produziert werden. Seit der Erfindung des ersten Steckernetzgerätes der Welt im Jahr 1971 hat das Unternehmen
mittlerweile mehr als eine Milliarde Stromversorgungen produziert und verfügt damit
über ein branchenweit führendes technologisches Know-how. Die Marke FRIWO steht weltweit
für Innovationskraft, Sicherheit, Qualität und Effizienz. Als Beleg hierfür ist das
Unternehmen nach der DIN ISO 9001 (Qualitätsmanagement), der DIN ISO 14001 (Umweltmanagement)
und der DIN ISO 13485 (Qualitätsmanagementsystem für Medizinprodukte) zertifiziert.
Motivation, technisches Know-how und Begeisterung bilden die Grundlage des täglichen
Handelns, verbunden mit einer familienfreundlichen Personalpolitik. Zum FRIWO-Konzern gehören neben der FRIWO AG und deren Tochtergesellschaft FRIWO Gerätebau
GmbH (beide mit Sitz in Ostbevern), aus der heraus im Wesentlichen das operative Geschäft
des Konzerns betrieben wird, eine Servicegesellschaft in China sowie eine Produktionsgesellschaft
in Vietnam. Die FRIWO AG ist die Managementholding der Gruppe und für die Konzernstrategie,
das Risikomanagement und die Investor Relations zuständig. Sie hält direkt oder indirekt
sämtliche Anteile an den FRIWO-Gesellschaften. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der FRIWO AG ist aufgrund der Struktur des
Konzerns wesentlich durch die wirtschaftliche Entwicklung der Tochtergesellschaften
geprägt. Der folgende Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns gibt insofern
auch einen vollständigen Überblick über die Lage der FRIWO AG. Gesamtwirtschaftliches UmfeldFür die Weltwirtschaft wird im Jahr 2018 mit einer insgesamt weiterhin positiven Entwicklung
gerechnet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet laut der Studie "World
Economic Outlook" vom Juli 2018 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent;
damit bestätigte der IWF seine Prognose vom April. Allerdings rechnet der Währungsfonds
mit einer unterschiedlichen Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsregionen, da das
Wachstum in vielen großen Industrieländern bereits seinen Höhepunkt erreicht habe.
Als Risikofaktor nennt der IWF zudem den Handelsstreit zwischen den großen Wirtschaftsmächten
wie den USA und China und befürchtet eine "Zollspirale", also zusätzliche Abgaben
auf Importe. Der IWF behält seine Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und
in China allerdings bei: Für die USA wird mit einem Plus von 2,9 Prozent und für China
von 6,6 Prozent gerechnet. Dagegen wurden die Prognosen für andere Regionen und Länder
nach unten korrigiert Demnach wird die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone um 2,2
Prozent zunehmen (Prognose vom April: 2,4 Prozent). Die deutsche Wirtschaft hat sich dem Währungsfonds zufolge stärker als erwartet abgeschwächt.
Er rechnet daher im laufenden Jahr mit einem Wachstum von 2,2 Prozent (Prognose vom
April: +2,5 Prozent). Noch verhaltener fallen die Erwartungen des Münchner Ifo-Instituts
aus: Das Institut erwartet aktuell ein Wachstum der deutschen Wirtschaft von 1,8 Prozent,
nachdem es im Frühjahr noch mit einem Plus von 2,6 Prozent gerechnet hatte. Quellen:
Branchenspezifische RahmenbedingungenDer Weltmarkt für Stromversorgungen befindet sich nach wie vor im Aufwind. Dem Marktforschungsunternehmen
Micro-Tech Consultants zufolge ist der Gesamtmarkt im Laufe des Jahres 2017 von 31,6
Mrd. US-Dollar auf 31,8 Mrd. US-Dollar gewachsen. Auch für die kommenden Jahre erwarten
die Marktexperten ein anhaltendes Wachstum. Im Jahr 2020 soll der Studie zufolge erstmals
ein Gesamtmarktvolumen von 33 Mrd. US-Dollar überstiegen werden. Da FRIWO als Hersteller von Ladegeräten und Akkupacks, Stromversorgungen und LED-Treibern
die unterschiedlichsten Branchen und Anwendungen bedient, ist die Entwicklung des
Gesamtmarktes für das Unternehmen nur bedingt aussagekräftig. Relevanter für die künftige
Entwicklung von FRIWO ist dagegen die Betrachtung einzelner Teilmärkte. Von hoher strategischer Bedeutung ist der Markt für medizinische Stromversorgungen.
Die Experten des Marktforschungsunternehmens Data Bridge Market Research prognostizieren
diesem Markt für den Zeitraum von 2017 bis 2024 ein jährliches Wachstum von durchschnittlich
7,5 Prozent. Treibende Kräfte sind neben dem stetigen Fortschritt in der Medizintechnik
vor allem auch die zunehmend bessere medizinische Versorgung in Entwicklungs- und
Schwellenländern sowie der zunehmende Bedarf an mobilen Lösungen und Medizingeräten
für den Hausgebrauch. Neben dem Wachstum des Medizinmarktes ist für das Unternehmen auch die Entwicklung
der Teilmärkte für Ladetechnik sehr bedeutsam. Das Know-how der FRIWO erfährt seit
geraumer Zeit vor allem bei Kunden aus den Bereichen akkubetriebene Werkzeuge und
Elektromobilität hohe Wertschätzung. Bei Elektrowerkzeugen sollen die akkubetriebenen
Geräte auf Basis der immer besser werdenden Batterietechnik mit kürzeren Ladezyklen
und längeren Laufzeiten zunehmenden Absatz erfahren. Das Marktforschungsunternehmen
Goldstein Research etwa beziffert die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für
den Weltmarkt kabelloser Elektrowerkzeuge von 2016 bis 2024 auf 4,8 Prozent. Auch bei Gartenwerkzeugen erfreuen sich akkubetriebene Produkte zunehmender Beliebtheit.
Ein Beispiel für die positive Entwicklung in diesem Sektor sind Rasenroboter, die
sich zu einem immer größer werdenden Absatzträger für FRIWO-Ladetechnik entwickeln.
Den autonomen Gartenwerkzeugen wird vom Marktforschungsunternehmen Technavio für den
Zeitraum von 2017 bis 2022 ein starkes jährliches Wachstum in Höhe von durchschnittlich
17,0 Prozent prognostiziert. Für den von FRIWO mit Ladetechnik belieferten Markt der E-Bikes wird ebenfalls eine
positive Entwicklung erwartet. Die Marktexperten von Persistence Market Research rechnen
für E-Bike-Motoren im Zeitraum 2017 bis 2025 weltweit mit durchschnittlichen jährlichen
Zuwachsraten von 6,3 Prozent. Da die Motoren den Fahrradherstellern in der Regel zusammen
mit Bordcomputer, Batterie und Ladegerät als Gesamtsystem zugeliefert werden, gibt
die Prognose auch eine gute Indikation für die Entwicklung des dazugehörigen Ladegeräte-Marktes. Auch der zum Großteil auf speziell abgestimmte Stromversorgungen angewiesene Markt
für LED-Beleuchtungstechnik entwickelt sich äußerst vielversprechend: Ausgehend von
einem Weltmarktvolumen von 4,9 Mrd. US-Dollar im Jahr 2016 rechnet IHS Markit bis
2021 mit einem Wachstum auf 11,9 Mrd. US-Dollar, was einer durchschnittlichen jährlichen
Wachstumsrate von 19,4 Prozent entspricht. Quellen:
Trends and Forecast to 2024
Wesentliche Ereignisse im BerichtszeitraumFRIWO hat im April 2018 die Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung im chinesischen
Shenzhen geschlossen; davon betroffen waren 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im
Gegenzug wird am Unternehmensstandort in Vietnam eine neue Entwicklungsabteilung aufgebaut,
sodass die Entwicklungsleistungen der FRIWO künftig in Ostbevern und in Vietnam erbracht
werden. Hauptaufgabe ist, die in Vietnam produzierten Großserienprodukte weiterzuentwickeln,
um sie effizienter und preiswerter zu produzieren und zusätzliche, für die Kunden
attraktive Produkteigenschaften einzubauen. Die Umstrukturierung steht im Zusammenhang
mit der in den Vorjahren erfolgten Neuordnung der weltweiten Produktionsbasis von
FRIWO. Am 15. Mai 2018 beschlossen die Aktionärinnen und Aktionäre der FRIWO AG auf der ordentlichen
Hauptversammlung alle Tagesordnungspunkte mit großer Mehrheit. Dazu zählte der Vorschlag
von Vorstand und Aufsichtsrat, für das Geschäftsjahr 2017 die Dividende auf 0,40 Euro
pro Aktie zu erhöhen (2016: 0,25 Euro je Aktie). Das entspricht einer Ausschüttungssumme
von 3,1 Mio. Euro bzw. 44 Prozent des Konzernergebnisses nach Steuern. Damit lag die
Quote im oberen Bereich der nachhaltig angestrebten Ausschüttungsspanne von 30 bis
50 Prozent des Konzern-Nettogewinns. Umsatzentwicklung und AuftragslageDer Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2018 lag mit 61,9 Mio. Euro um 17,7 Prozent unter
dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums (75,2 Mio. Euro) und damit unter den Erwartungen
des Vorstands. Währungsbereinigt, also zu den Wechselkursen des Vorjahreszeitraums,
betrug der Rückgang 12 Prozent. Zu berücksichtigen ist, dass der Vorjahreszeitraum
durch ein außergewöhnlich starkes erstes Quartal (40,6 Mio. Euro) geprägt gewesen
war. In den ersten sechs Monaten verzeichnete der FRIWO-Konzern in allen Produktbereichen
Umsatzrückgänge, im Bereich E-Mobilität jedoch einen Zuwachs um 17,1 Prozent. Die
Umsätze bei kabellosen Stromversorgungen im Bereich Werkzeuge (-21,4 Prozent), Medizinversorgungen
(-21,4 Prozent) und Industrie-Automatisierung (-7,9 Prozent) waren beeinflusst durch
Verzögerungen bei Aufträgen aufgrund der weltweiten Lieferengpässe bei einigen Bauteilen
sowie durch die Verschiebung von Kundenaufträgen. Zudem ist ein verschärfter Wettbewerb
festzustellen, weil einige Kunden in diesen Bereichen ihre Bestellmengen auf mehrere
Lieferanten verteilen. Der Umsatz im Bereich Consumer nahm um 32,2 Prozent ab, wobei
dies den Erwartungen entsprach, da FRIWO das Engagement in diesem Bereich reduziert. Der Auftragseingang des Konzerns lag in den ersten sechs Monaten 2018 um 26,3 Prozent
unter dem entsprechenden Vorjahreswert und 12,3 Prozent unter dem Umsatzvolumen des
ersten Halbjahres. Der Auftragsbestand zur Jahresmitte 2018 blieb um 28,4 Prozent unter dem Stand im
gleichen Monat des Vorjahres. Bei der regionalen Betrachtung sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Umsätze
der Segmente "Deutschland" (-17,1 Prozent) und "Übriges Europa" (-12,6 Prozent), wo
viele Kunden aus den Branchen Werkzeuge und E-Mobilität ihre Produktionsstätten haben.
Den größten Umsatzrückgang gab es im Segment "Asien" mit 45,9 Prozent. Dagegen stieg
der Umsatz im Segment "Übrige Regionen" um 12,4 Prozent. ErtragslageDas Bruttoergebnis des Konzerns sank im ersten Halbjahr 2018 gegenüber dem gleichen
Vorjahreszeitraum von 11,6 Mio. Euro um 3,8 Mio. Euro auf 7,8 Mio. Euro. Die Bruttomarge
vom Umsatz nahm entsprechend von 15,4 Prozent auf 12,6 Prozent ab. Diese Entwicklung
resultierte im Wesentlichen aus dem Umsatzrückgang und konnte nur geringfügig über
Kostenreduzierungen an den eigenen Produktionsstandorten kompensiert werden. Zudem
wurden die Kosten der umgesetzten Leistungen durch die Reorganisation der Entwicklung
in Asien sowie durch die Neuausrichtung der Produktion in Europa und damit verbundenen
Personalaufwendungen beeinflusst. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent
auf 6,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 5,9 Mio. Euro). Die Erhöhung resultierte unter
anderem aus Mehraufwendungen für ein M&A-Projekt, welches nicht weiterverfolgt wurde. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 1,0 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum:
2,3 Mio. Euro) und die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1,5 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum:
2,0 Mio. Euro) enthalten im Wesentlichen realisierte Währungsgewinne und -verluste. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag nach sechs Monaten bei 2,1 Mio.
Euro (Vorjahreszeitraum: 5,4 Mio. Euro). Neben dem Umsatzrückgang wurde es belastet
durch Mehraufwendungen für verschiedene Personalmaßnahmen sowie die Schließung der
Entwicklungsabteilung in China. Die EBIT-Rendite bezogen auf den Umsatz nahm von 7,1 Prozent im Vorjahreszeitraum
auf 3,3 Prozent ab. Das Ergebnis vor Ertragsteuern (PBT) belief sich nach sechs Monaten auf 1,9 Mio. Euro
und lag damit um 3,2 Mio. Euro unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 5,1 Mio.
Euro. FRIWO schloss das erste Halbjahr 2018 mit einem Konzernergebnis nach Steuern von 1,3
Mio. Euro ab (Vorjahreszeitraum: 3,9 Mio. Euro). VermögenslageDie Bilanzsumme des FRIWO-Konzerns per 30. Juni 2018 belief sich auf 52,8 Mio. Euro
und sank damit gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 (60,8 Mio. Euro) um
8,0 Mio. Euro. Auf der Aktivseite nahmen die langfristigen Vermögenswerte in Summe von 15,4 Mio.
Euro um 1,0 Mio. Euro auf 14,4 Mio. Euro zum 30. Juni 2018 ab. Der FRIWO-Konzern tätigte
im ersten Halbjahr Investitionen in Höhe von 0,8 Mio. Euro. Im entsprechenden Vorjahreswert
von 4,0 Mio. Euro war der Erwerb der Wandler- und Drosselfertigung in Vietnam enthalten
gewesen. Die Investitionen dienten Kapazitätserweiterungen, fortlaufenden Prozessoptimierungen
und der Qualitätssicherung an den eigenen Produktionsstandorten in Deutschland und
Vietnam. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken im Stichtagsvergleich insgesamt von 45,5 Mio.
Euro auf 38,4 Mio. Euro (-7,1 Mio. Euro). Die Vorräte lagen mit 28,7 Mio. Euro um
1,7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert (30,4 Mio. Euro), bedingt durch das geringere
Geschäftsvolumen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen im Stichtagsvergleich
um 0,5 Mio. Euro auf 5,5 Mio. Euro ab. Die liquiden Mittel sanken um 5,2 Mio. Euro von 6,6 Mio. Euro auf 1,4 Mio. Euro, vor
allem durch die im Berichtszeitraum erfolgte Rückführung von Finanzverbindlichkeiten. Auf der Passivseite der Bilanz verringerte sich das Eigenkapital des Konzerns um 1,6
Mio. Euro auf 20,4 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 22,1 Mio. Euro) Dabei stand dem Halbjahresgewinn
von 1,3 Mio. Euro die im zweiten Quartal erfolgte Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr
2017 in Höhe von 3,1 Mio. Euro gegenüber. Die Eigenkapitalquote lag als Folge der geringeren Bilanzsumme mit 38,7 Prozent zum
30. Juni 2018 um 2,4 Prozentpunkte höher als zum 31. Dezember 2017 und blieb damit
auf einem soliden Niveau. Die gesamten langfristigen Schulden sanken im Stichtagsvergleich um 0,7 Mio. Euro
auf 11,2 Mio. Euro. Die größte Einzelposition sind die langfristigen Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten mit 7,4 Mio. Euro. Die kurzfristigen Schulden in Höhe von 21,2 Mio. Euro lagen um 5,6 Mio. Euro unter
dem Wert per Ende 2017. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus dem Abbau
der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Tilgung von Steuerverbindlichkeiten.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen dagegen um 1,0 Mio. Euro
auf 13,1 Mio. Euro. Finanz- und LiquiditätslageDer FRIWO-Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2018 einen positiven Cashflow
aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 3,8 Mio. Euro nach einem Mittelzufluss
von 6,5 Mio. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Konzerngewinn von 1,3 Mio. Euro
sowie ein um 3,2 Mio. Euro geringeres Working Capital konnten den Abbau von Rückstellungen
und sonstigen Verbindlichkeiten deutlich kompensieren. Aus der Investitionstätigkeit resultierte ein Mittelabfluss von 1,1 Mio. Euro. Dieser
Betrag beinhaltet Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Güter in Höhe von
0,8 Mio. Euro sowie die restliche Kaufpreiszahlung von 0,3 Mio. Euro für die Wandler-
und Drosselfertigung in Vietnam (Vorjahreszeitraum: Mittelabfluss von 4,3 Mio. Euro). Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 8,0 Mio. Euro resultierte
im Wesentlichen aus der Rückzahlung von langfristigen und kurzfristigen Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten (insgesamt 4,9 Mio. Euro) sowie aus der im zweiten Quartal
erfolgten Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 3,1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum:
Mittelzufluss von 1,1 Mio. Euro). Die Zahlungsmittel des Konzerns per 30. Juni 2018 sanken gegenüber dem Wert zu Jahresbeginn
um 5,2 Mio. Euro auf 1,4 Mio. Euro. Mitarbeiterinnen und MitarbeiterDie FRIWO-Gruppe beschäftigte zum 30. Juni 2018 weltweit 1.791 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter (31. Dezember 2017: 1.943). Der Stellenabbau resultierte im Wesentlichen
aus der Anpassung der Mitarbeiteranzahl in Vietnam an die Auftragslage. Die Mitarbeiterzahl
in China sank um 18 auf 23 Personen durch die erfolgte Schließung der dortigen Entwicklungsabteilung.
Die Mitarbeiteranzahl in Deutschland blieb mit 263 Personen im Stichtagsvergleich
unverändert. Risiken und ChancenIm Vergleich zu den Angaben im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2017 hat sich die
Risikolage des FRIWO-Konzerns im Hinblick auf Engpässe bei der Beschaffung von bestimmten
Bauteilen verschärft. Darüber hinaus hat sich die Risikolage des FRIWO Konzerns in
der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2018 nicht wesentlich verändert. Gesamtaussage zur Risikosituation des KonzernsAus heutiger Sicht liegen dem Vorstand keine Hinweise für den konkreten Eintritt von
Risiken, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens gefährden
könnten, vor. ChancenAuch das Chancenprofil des FRIWO-Konzerns blieb im Berichtszeitraum gegenüber der
Darstellung im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2017 unverändert. AusblickDie Geschäftsentwicklung der FRIWO AG hat sich zum Ende des ersten Halbjahres 2018
abgeschwächt und lag insgesamt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres unter den
Erwartungen. Die auf der Beschaffungsseite verstärkt festzustellenden Lieferengpässe bei bestimmten
Bauteilen werden vor allem auch in den kommenden Monaten zu Verzögerungen bei der
Abarbeitung von Aufträgen und zu entsprechenden Mehrkosten führen, die nicht in vollem
Umfang an die Kunden weitergegeben werden können. Zum anderen haben mehrere FRIWO-Kunden
kurzfristig Projekte storniert oder verschoben. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat der Vorstand, wie am 11. Juli 2018 in
einer Börsenpflichtmitteilung bekanntgegeben, seine Erwartungen für die Umsatz- und
Ergebnisentwicklung im gesamten Geschäftsjahr 2018 angepasst. FRIWO geht für 2018
nunmehr von einem Konzernumsatz in der Größenordnung von 125 Mio. Euro aus statt wie
bisher von einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert (2017: 141,3 Mio. Euro).
Beim Konzern-EBIT, das bisher in etwa proportional zum Umsatz steigen sollte, wird
nun ein Wert zwischen 6,5 Mio. Euro und 7,5 Mio. Euro erwartet (2017: 10,0 Mio. Euro). Die vom Vorstand bereits zu Beginn dieses Jahres eingeleiteten, umfangreichen Maßnahmen
zur Verbreiterung des Produkt- und Leistungsspektrums der FRIWO sowie zur besseren
Ausschöpfung der Zielmärkte durch eine neue Vertriebsorganisation werden weiterhin
konsequent umgesetzt. Ostbevern, im August 2018 FRIWO AG Der Vorstand Zwischenabschluss zum 30.06.2018Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungvom 01. Januar bis 30. Juni 2018scroll
Konzern-Gesamtergebnisrechnungvom 01. Januar bis 30. Juni 2018scroll
Konzern-Kapitalflussrechnungvom 01. Januar bis 30. Juni 2018scroll
Konzern-Bilanz zum 30. Juni 2018Aktivascroll
Passivascroll
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscroll
Konzernanhang für das erste Halbjahr 2018Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und Bilanzierungs- und BewertungsmethodenIm Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2018, der unter Zugrundelegung des International
Accounting Standard (IAS) 34 "Zwischenberichterstattung" erstellt wurde, wurden grundsätzlich
die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt wie für den Konzernabschluss
des Geschäftsjahres 2017, der in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting
Standards (IFRS) und deren Interpretationen aufgestellt wurde. Abweichungen zu den im Geschäftsjahr 2017 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
bilden die seit dem Geschäftsjahr 2018 verpflichtend anzuwendenden neuen bzw. überarbeiteten
internationalen Rechnungslegungsverschriften nach IFRS. Für den Übergang auf IFRS
9 und IFRS 15 hat FRIWO jeweils den modifizierten, retrospektiven Ansatz angewendet.
Anpassungsbeträge aus der erstmaligen Anwendung wurden zum 1. Januar erfolgsneutral
in den Gewinnrücklagen erfasst. Vergleichszahlen der Vorperioden wurden nicht angepasst. IFRS 9 Finanzinstrumente regelt die Bilanzierung von Finanzinstrumenten und ersetzt
weitgehend IAS 39 Finanzinstrumente. IFRS 9 führt einen einheitlichen Ansatz zur Kategorisierung
und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten ein. Als Grundlage bezieht sich der
Standard dabei auf die Zahlungsstromeigenschaften und das Geschäftsmodell, nach dem
sie gesteuert werden. Ferner sieht er ein neues Wertminderungsmodell vor, das auf
den erwarteten Kreditausfällen basiert. Von den neuen Regelungen zur Anwendung von
Hedge Accountig war FRIWO weder zum 31. Dezember 2018 noch zum 30. Juni 2018 betroffen.
Weitere Informationen finden sich in dem Abschnitt "Angaben zu Finanzinstrumenten". IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden ersetzt die Regelungen des IAS 18 Umsatzerlöse
und IAS 11 Fertigungsaufträge sowie die dazugehörigen Interpretationen und wurde erstmalig
zum 1. Januar 2018 angewandt. Das Wahlrecht zur vereinfachten Erstanwendung wurde
in Anspruch genommen und IFRS 15 lediglich auf Verträge angewendet, die zum 1 Januar
2018 noch nicht erfüllt waren. Der durch die Erstanwendung von IFRS 15 in Einzelfällen veränderte Zeitpunkt der Umsatzrealisierung
führte zum 1. Januar 2018 zu einer Erhöhung der Gewinnrücklagen um 45 T Euro. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Auswirkungen des IFRS 15 auf
die Bilanzposten des Konzernzwischenabschlusses zum 30. Juni 2018: scroll
KonsolidierungskreisDer Konsolidierungskreis ist unverändert zum 31. Dezember 2017 und umfasst zwei inländische
und zwei ausländische Gesellschaften. SegmentberichterstattungSegmentinformationenscroll
scroll
Überleitung des Segmentergebnissesscroll
Angaben zu FinanzinstrumentenEs ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bewertungskategorien und die
Berwertung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gemäß IFRS 9. Die
ursprünglichen Bewertungskategorien nach IAS 39 zum 31. Dezember 2017 und die neuen
Bewertungskategorien nach IFRS 9 zum Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 9 am 1.
Januar 2018 mit den entsprechenden Buchwerten stellen sich wie folgt dar: scroll
Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Personen bzw. UnternehmenEs wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Personen getätigt. DividendeDie ordentliche Hauptversammlung der FRIWO AG hat am 15. Mai 2018 beschlossen, aus
dem im Jahresabschluss der FRIWO AG zum 31. Dezember 2017 ausgewiesenen Bilanzgewinn
in Höhe von 3.080.000,00 Euro eine Dividende von 0,40 Euro je dividendenberechtigter
Stückaktie, somit insgesamt 3.080.000,00 Euro auszuschütten. Prüferische DurchsichtDer vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde weder entsprechend § 317 HGB geprüft
noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen. Sonstige AngabenDie Cardea Holding GmbH, Grünwald, eine Tochter der VTC Industriebeteiligungen GmbH
& Co. KG, München, ist mehrheitlich an der FRIWO AG beteiligt. Der Konzernabschluss
der FRIWO AG wird in den Konzernabschluss der VTC Industriebeteiligungen einbezogen. Versicherung der gesetzlichen Vertreter"Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt, der Konzernzwischenlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und dass die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind." scroll
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