FRIWO AG

Ostbevern

FRIWO Halbjahresbericht 2020

Zahlen, Daten, Fakten.

Halbjahresbericht 2020

Inhalt

scroll
Zusammenfassung
Zwischenlagebericht des FRIWO-Konzerns
Überblick über den FRIWO-Konzern
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Branchenspezifische Rahmenbedingungen
Wesentliche Ereignisse im Berichtszeitraum
Umsatzentwicklung und Auftragslage
Ertragslage
Vermögenslage
Finanz- und Liquiditätslage
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Risiken und Chancen
Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation des Konzerns
Ausblick
Konzern-Zwischenabschluss
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzern-Bilanz
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
Konzernanhang für das erste Halbjahr 2020
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Termine und Adressen

Zusammenfassung

Die Geschäftsentwicklung des FRIWO-Konzerns war im ersten Halbjahr 2020, besonders im zweiten Quartal, von den Folgen der weltweiten COVID-19-Pandemie beeinflusst und blieb deshalb unter den ursprünglichen Erwartungen. Mit 44,7 Mio. Euro lagen die Erlöse um 10,1 Prozent unter dem Wert im gleichen Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel auf -3,7 Mio. Euro nach -2,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf Lieferengpässe bei Materialien und Komponenten sowie auf Verschiebungen von Aufträgen und Projekten zurückzuführen. Es gab im Berichtszeitraum jedoch keine wesentlichen COVID-19-bedingten Auftragsstornierungen. Ein Teil der Umsatzverschiebungen konnte durch höhere Nachfrage im Medizinsektor kompensiert werden. Sehr positiv war die Auftragsentwicklung des FRIWO-Konzerns mit einem Anstieg des Auftragseingangs im ersten Halbjahr um 31,1 Prozent auf 54,9 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 41,8 Mio. Euro). Dabei zeigte das zweite Quartal jedoch eine Abschwächung der Auftragsentwicklung aufgrund der COVID-19-Pandemie. Das Management hat deshalb Maßnahmen in den Bereichen Kosten- und Liquiditätsmanagement zur Abfederung der COVID-19-Folgen ergriffen.

Im zweiten Halbjahr 2020 rechnet der Vorstand wieder mit einer Belebung der Geschäftsentwicklung und bestätigt die bisherige Prognose eines leichten Anstiegs des Konzernumsatzes gegenüber 2019 und eines in etwa ausgeglichenen Konzern-EBIT.

Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass die COVID-19-Pandemie nicht zu weiteren Produktions- und Lieferverschiebungen oder zu anderen wesentlichen Beeinträchtigungen führt.

Das Ende 2019 beschlossene Transformationsprogramm des FRIWO-Konzerns für Wachstum und nachhaltige Profitabilität wird sukzessive umgesetzt. Nachdem zur Jahreswende bereits der erste Teil des Personalabbaus am Standort Ostbevern abgeschlossen werden konnte, wurde in diesem Sommer mit weiteren Reduzierungen der Belegschaft begonnen. Damit einher geht, wie berichtet, die Verlagerung von weiteren Teilen der Produktion von Ostbevern in die eigene Fertigungsstätte von FRIWO in Vietnam.

Zwischenlagebericht des FRIWO-Konzerns

Überblick über den FRIWO-Konzern

Die im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierte FRIWO AG mit Sitz im westfälischen Ostbevern ist mit ihren Tochterunternehmen (insgesamt nachfolgend FRIWO) ein internationaler Produkt- und Systemanbieter von digital steuerbaren Stromversorgungs-, Lade- und Antriebslösungen aus einer Hand. Die Produktpalette umfasst neben technologisch hochwertigen Ladegeräten, Akkupacks und Stromversorgungen auch intelligente Komponenten für elektrische Antriebe. Dabei bietet FRIWO sämtliche Bestandteile eines modernen Antriebsstranges vom Display über Motorsteuerung, Antriebseinheit bis hin zur Steuerungssoftware an.

Mit seinen Produkten deckt das Unternehmen zahlreiche Anwendungen ab. Das langjährige Know-how von FRIWO im Bereich Ladetechnik wird vor allem von Kunden in den anspruchsvollen Märkten der Elektromobilität, der mobilen Werkzeuge und Gartengeräte geschätzt. Bei Stromversorgungen liegt der Fokus hauptsächlich auf Anwendungen in den Branchen Medizintechnik und Gesundheit, Industrieautomatisierung und Maschinenbau sowie hochwertige Konsumelektronik. Die Komponenten für elektrische Antriebe werden vor allem bei der Elektromobilität eingesetzt, etwa in akkubetriebenen Rollern.

In der Produktion verfügt FRIWO über einen leistungsfähigen Mix aus eigener Fertigung und Zulieferern. Der Großteil der Produktion findet in drei hochmodernen Fertigungsstätten in einem Industriepark nahe Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) statt. Daneben betreibt das Unternehmen am Unternehmenssitz in Ostbevern eine Fertigung für kleinere Serien, die eng mit polnischen Zulieferern kooperiert. Im Rahmen eines laufenden und bis 2021 reichenden Transformationsprogramms von FRIWO werden derzeit weitere Teile der Produktion von Ostbevern nach Vietnam verlagert, um die dortigen Produktionskostenvorteile konsequent zu nutzen. Einen kleinen Teil seiner Produkte bezieht FRIWO von zwei ausgewählten Auftragsfertigern mit Produktionsstandorten in China und Vietnam.

Neben den beiden Fertigungsstätten für Endgeräte zählen auch eine eigene Wandler- und Drosselproduktion sowie eine Produktion für Kabel, Kunststoff- und Metallstanzteile zur Produktionsbasis von FRIWO in Vietnam. Dort werden wichtige Produktkomponenten für die Endgeräte von FRIWO selbst produziert.

Seit den 70er Jahren hat FRIWO weit mehr als eine Milliarde Stromversorgungen produziert und verfügt damit über ein branchenweit führendes technologisches Know-how. Die Marke FRIWO steht weltweit für Innovationskraft, Sicherheit, Qualität und Effizienz. Das Unternehmen ist nach der DIN ISO 9001 (Qualitätsmanagement), der DIN ISO 14001 (Umweltmanagement) und der DIN ISO 13485 (Qualitätsmanagementsystem für Medizinprodukte) zertifiziert. Motivation, technisches Know-how und Begeisterung für das Produkt bilden die Grundlage des täglichen Handelns, verbunden mit einer familienbewussten Personalpolitik. Ziel ist, nachhaltige Werte für Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter zu schaffen.

Zum FRIWO-Konzern gehören neben der FRIWO AG und deren operativ tätigen Tochtergesellschaft FRIWO Gerätebau GmbH (beide mit Sitz in Ostbevern) eine Servicegesellschaft in China sowie eine Produktionsgesellschaft in Vietnam. Ende 2018 wurde mit der Emerge-Engineering GmbH aus Kornwestheim zudem ein Entwickler und Hersteller von Komponenten für elektrische Antriebe übernommen, welcher 2019 vollständig in der FRIWO Gerätebau GmbH aufging.

Im Zuge der Fokussierung auf wachstumsträchtige Segmente des weltweiten Marktes für Stromversorgungen und digital steuerbare Antriebssysteme gründete FRIWO Anfang 2020 eine Tochtergesellschaft in Indien, über die der größte weltweite Wachstumsmarkt für elektrische Zweiräder sukzessive erschlossen werden soll.

Die FRIWO AG ist die Managementholding der Gruppe und für Konzernstrategie, Risikomanagement und Investor Relations zuständig. Sie hält direkt oder indirekt sämtliche Anteile an den FRIWO-Gesellschaften. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der FRIWO AG ist aufgrund der Struktur des Konzerns wesentlich durch die wirtschaftliche Entwicklung der Tochtergesellschaften geprägt. Der Zwischenbericht gibt insofern auch einen vollständigen Überblick über die Lage der FRIWO AG.

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in nahezu allen Ländern haben im ersten Halbjahr 2020 zu einem abrupten Einbruch der Weltwirtschaft geführt. Dabei ist die globale Konjunktur nach Einschätzung des Sachverständigenrates der Bundesregierung stärker beeinträchtigt als dies nach ersten Projektionen im März angenommen wurde. Durch die Senkung der Neuinfektionszahlen und die schrittweisen Lockerungen der Einschränkungen seien jedoch die Voraussetzungen für eine Erholung im weiteren Jahresverlauf geschaffen worden. Diese würden zudem durch die umfangreichen staatlichen Hilfs- und Konjunkturmaßnahmen unterstützt. Dennoch rechnete der Sachverständigenrat Ende Juni mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland im Jahr 2020 um 6,5 Prozent.

Auch die EU-Kommission kommt zur Einschätzung, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des sogenannten Lockdowns stärker seien als zunächst angenommen. Sie erwartete Anfang Juli für die 27 EU-Staaten ein Minus der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr von 8,3 Prozent, bevor es 2021 zu einer deutlichen Erholung komme. Allerdings seien diese Prognosen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, vor allem mit Blick auf mögliche zweite Infektionswellen in den einzelnen Ländern und sich verschärfende Liquiditätsprobleme bei zahlreichen Unternehmen.

Quellen:

Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Presseinformation 23. Juni 2020

Konjunkturprognose der EU-Kommission, 7. Juli 2020

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die globale COVID-19-Krise hat die exportlastige deutsche Elektroindustrie in den ersten fünf Monaten 2020 erheblich belastet. Von Januar bis Mai dieses Jahres nahm der Branchenumsatz um 9,4 Prozent auf 70,8 Mrd. Euro ab, wobei besonders die Geschäfte im Euro-Raum (-13,4 Prozent) litten. Das Minus der Branche beim Auftragseingang betrug in den ersten fünf Monaten 11,8 Prozent gegenüber dem Wert im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Pandemie beeinträchtigte auch den Teilmarkt für Stromversorgungen, der sich langfristig jedoch weiterhin auf einem stabilen Wachstumskurs befindet. Das Marktforschungsunternehmen Micro-Tech Consultants prognostizierte 2018 - also noch vor der COVID-19-Krise - dem Gesamtmarkt für das Jahr 2022 ein Volumen von 39,1 Mrd. US-Dollar, ausgehend von 33,9 Mrd. US-Dollar im Jahr 2017. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 2,9 Prozent.

Da FRIWO als Hersteller von Ladegeräten und Stromversorgungen unterschiedliche Branchen und Anwendungen bedient, ist die Entwicklung des Gesamtmarktes für das Unternehmen nur bedingt aussagekräftig. Relevanter für die künftige Entwicklung ist dagegen die Betrachtung der einzelnen Teilmärkte.

Das Know-how von FRIWO wird traditionell von Kunden aus den Bereichen akkubetriebene Werkzeuge und Elektromobilität geschätzt. Auch bei Gartenwerkzeugen erfreuen sich akkubetriebene Produkte zunehmender Beliebtheit.

Generell ist die Elektromobilität einer der stärksten Wachstumsmärkte überhaupt. FRIWO liefert für diese Branche nicht nur Ladetechnik für E-Bikes, sondern auch Motorsteuerungen und alle weiteren Komponenten für elektrische Antriebsstränge als Gesamtsystem aus einer Hand.

Für E-Bike-Motoren erwartet Persistence Market Research im Zeitraum 2017 bis 2025 durchschnittliche jährliche Zuwachsraten von 6,3 Prozent weltweit. Da die Motoren den Fahrradherstellern in der Regel zusammen mit Bordcomputer, Batterie und Ladegerät als Gesamtsystem geliefert werden, ist dies auch eine gute Indikation für die Entwicklung des entsprechenden Ladegeräte-Marktes.

Systemlösungen werden auch bei Elektrorollern (E-Scootern) eingesetzt, für die ebenfalls eine starke Marktentwicklung erwartet wird. Dabei gilt Indien als größter Wachstumsmarkt, auch weil der Einsatz moderner E-Antriebe für E-Scooter staatlich befürwortet und unterstützt wird. Das Marktvolumen allein auf dem Subkontinent wird im Jahr 2025 auf 3 bis 4 Millionen Einheiten geschätzt nach gut 100.000 Einheiten im Jahr 2018. Für den Weltmarkt für E-Scooter insgesamt geht Grand View Research bis 2030 von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 8,5 Prozent aus.

Von hoher strategischer Bedeutung für FRIWO ist der Markt für medizinische Stromversorgungen. Wachstumstreiber sind neben dem steten Fortschritt in der Medizintechnik vor allem die zunehmend bessere medizinische Versorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie der steigende Bedarf an mobilen Lösungen und Medizingeräten für den Hausgebrauch.

Quellen:

Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Presseinformation 8. Juli 2020

Micro-Tech Consultants: Global Switching Power Supply Industry 2018

Persistence Market Research: Electric Bicycle Motors Market - Global Growth, & Forecast to 2025

FRIWO Market Research Indien

Grand View Research: Electric Scooters Market, 2019-2030

Data Bridge Market Research: Global Medical Power Supply Market - Industry Trends and Forecast to 2024

Wesentliche Ereignisse im Berichtszeitraum

Start in Indien: Im Januar 2020 erfolgte die Gründung einer Tochtergesellschaft mit Sitz in Bangalore (FRIEMANN & WOLF INDIA PRIVATE LIMITED), der Hauptstadt des Bundesstaats Karnataka, dem Zentrum der indischen High-Tech-Industrie. Die Gründung steht im Zusammenhang mit der schrittweisen Erschließung des indischen Marktes für elektronische Zweiräder. Aufgabe der neuen Gesellschaft ist die Betreuung und das Projektmanagement für lokale Kunden sowie die Koordination der Fertigung in Indien über Partnerunternehmen.

Sicherung der Finanzierung: Zur finanziellen Absicherung des Anfang Dezember 2019 beschlossenen Transformationsprogramms der FRIWO-Gruppe für Wachstum und nachhaltige Profitabilität vereinbarte der Vorstand im März 2020 ein neues langfristiges Finanzierungskonzept. Es sieht vor, die bisher bilateralen Kreditlinien der deutschen Banken in einen Konsortialkredit zu überführen, der eine Laufzeit bis Ende 2022 hat. Die FRIWO-Tochtergesellschaft in Vietnam hält darüber hinaus weiterhin eine bilaterale Kreditlinie mit einer lokalen Bank. Die Vereinbarung mit dem Konsortium sieht zudem den Verzicht auf Dividendenzahlungen bis Ende 2022 und ein nachrangiges Darlehen des Großaktionärs Cardea Holding GmbH, Grünwald, einer Tochtergesellschaft der VTC Industriebeteiligung GmbH & Co. KG, München vor.

Der Konsortialkreditvertrag sieht branchenübliche Covenants (Finanzkennzahlen) vor. Werden diese wegen einer wesentlichen Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens nicht erreicht, haben die Banken ein Kündigungsrecht. FRIWO hat mit den Banken jedoch eine Klausel vereinbart, die vorsieht, dass Aufwendungen oder entgangene Gewinne im Zusammenhang mit einer Pandemie als "außerordentliche Effekte" berücksichtigt werden und nicht in die Berechnung der Covenants mit einfließen.

Verschiebung der Hauptversammlung: Vorstand und Aufsichtsrat der FRIWO AG beschlossen am 3. April 2020, die für den 12. Mai 2020 in Ostbevern geplante ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft zu verschieben und zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen. Grund war und sind die aktuell erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland aufgrund der COVID-19-Krise. Vorbehaltlich der Entwicklung der COVID-19-Pandemie hat FRIWO als neuen Termin den 12. November 2020 für die Ausrichtung der Hauptversammlung bekannt gegeben.

Umsatzentwicklung und Auftragslage

Der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2020 lag mit 44,7 Mio. Euro um 10,1 Prozent unter dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums (49,7 Mio. Euro) und damit unter den ursprünglichen Erwartungen des Vorstands. Währungsbereinigt, also zu den Wechselkursen des Vorjahreszeitraums, betrug der Rückgang 11,3 Prozent.

Dabei entwickelte sich der Produktbereich E-Mobilität unverändert positiv. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten 2020 um 12,8 Prozent, hauptsächlich getrieben durch neue Kunden in Europa, aber auch in Asien.

Auch im Produktbereich Medizinprodukte konnte im ersten Halbjahr ein deutlicher Umsatzzuwachs von 16,5 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum verzeichnet werden.

Die Umsätze in allen anderen Bereichen waren rückläufig, nicht zuletzt als Folge der weltweiten COVID-19-Pandemie, die zum einen zu Ressourcenverknappung, aber auch zu Nachfragerückgängen und Auftragsverschiebungen bei den Kunden führte. Der Umsatzrückgang im Bereich Werkzeuge und Gartengeräte in Höhe von 29,6 Prozent war zudem beeinflusst durch Produktionsdrosselungen und -stopps bei Kunden, die eigene Werke schlossen und Kurzarbeit in Anspruch nahmen. Die Umsätze im Bereich Industrie gingen in den ersten sechs Monaten um 1,1 Prozent zurück.

Der Auftragseingang des Konzerns lag in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 54,9 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 41,8 Mio. Euro) um 31,1 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert und 22,8 Prozent über dem Umsatzvolumen des ersten Halbjahres. Da die erheblichen Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens durch COVID19 erst ab Mitte März zum Tragen kamen, lag der Auftragseingang im zweiten Quartal mit 22,4 Mio. Euro deutlich unter dem ersten Quartal des Jahres 2020 mit 32,5 Mio. Euro. In der Folge werden sich neue Projekte verzögern. Insbesondere in Indien werden sich neue Projekte aufgrund des strengen Lockdowns ins Folgejahr verschieben.

Dennoch lag der Auftragsbestand mit 49,7 Mio. Euro zur Jahresmitte um 25,6 Prozent über dem Stand am gleichen Stichtag des Vorjahres mit 39,6 Mio. Euro.

Bei der regionalen Betrachtung sank der Umsatz des Segmentes "Übriges Europa" im ersten Halbjahr zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Mio. Euro, gefolgt von den Regionen "Deutschland" (-1,5 Mio. Euro) und "Übrige Regionen" (-0,2 Mio. Euro). Erfreulich ist der Umsatzanstieg in "Asien" (+1,3 Mio. Euro).

Ertragslage

Angesichts des Umsatzrückgangs nahm das Bruttoergebnis des Konzerns im ersten Halbjahr 2020 von 2,5 Mio. Euro auf 1,7 Mio. Euro ab. Die Bruttomarge vom Umsatz reduzierte sich entsprechend von 5,1 Prozent auf 3,8 Prozent. Im zweiten Quartal 2020 nahm das Bruttoergebnis auf 1,1 Mio. Euro zu (Q2 2019: 0,1 Mio. Euro).

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie führten zu Mehraufwendungen bei Material und Logistik. Dem stand ein verschärftes Kosten- und Liquiditätsmanagement gegenüber. Dazu zählte der Abbau von Überstunden und der Einsatz von Kurzarbeit sowie geringere Ausgaben für Marketing, Reisen und Schulungen. Darüber hinaus wurden Tantieme- und Urlaubsgeld-Zahlungen verschoben und eine Steuerstundung beantragt.

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,5 Prozent auf 5,5 Mio. Euro. Dabei wirkten sich Mehraufwendungen im Bereich E-Mobility durch den Einstieg in Indien aus. Zudem waren die variablen Kostenbestandteile in der Personalvergütung höher als im Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 0,5 Mio. Euro) und die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 0,9 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 0,7 Mio. Euro) enthalten im Wesentlichen realisierte Währungsgewinne und -verluste.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag nach sechs Monaten bei -3,7 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: -2,3 Mio. Euro). Das Ergebnis ist im Wesentlichen durch den Umsatzrückgang und die in Relation dazu gestiegene Kostenbasis belastet. Im zweiten Quartal lag das EBIT bei -1,3 Mio. Euro nach -2,3 Mio. Euro im gleichen Quartal des Vorjahres. Dabei wirkten sich zum einen der höhere Quartalsumsatz und zum anderen die Effekte aus den eingeleiteten Kostenmaßnahmen zur Abfederung der CO-VID-19-Folgen aus.

Die EBIT-Rendite bezogen auf den Umsatz betrug im ersten Halbjahr -8,3 Prozent (Vorjahreszeitraum: -4,7 Prozent).

Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) belief sich nach sechs Monaten auf -4,3 Mio. Euro und lag damit um 1,6 Mio. Euro unter dem entsprechenden Vorjahreswert von -2,7 Mio. Euro.

FRIWO schloss das erste Halbjahr 2020 mit einem Konzernergebnis nach Steuern von -3,1 Mio. Euro ab (Vorjahreszeitraum: -2,7 Mio. Euro). Separat für das zweite Quartal 2020 belief sich das Nachsteuerergebnis auf -1,3 Mio. Euro (Q2 2019: -2,5 Mio. Euro).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des FRIWO-Konzerns per 30. Juni 2020 betrug 62,5 Mio. Euro und lag damit auf dem Niveau des Bilanzstichtags 31. Dezember 2019 (62,4 Mio. Euro). Insgesamt ergaben sich im Stichtagsvergleich keine substanziellen Veränderungen.

Auf der Aktivseite stiegen die langfristigen Vermögenswerte in Summe von 20,5 Mio. Euro um 1,5 Mio. Euro auf 22,0 Mio. Euro. Davon entfielen 6,0 Mio. Euro auf die aktive latente Steuerabgrenzung. Die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) stiegen im Stichtagsvergleich von 1,6 Mio. Euro auf 2,6 Mio. Euro.

Der FRIWO-Konzern tätigte im ersten Halbjahr Investitionen in Höhe von 1,1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 0,6 Mio. Euro). Diese entfielen auf Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung, Produktivitätssteigerung, Modernisierung der Anlagen sowie auf die Erweiterung der Fertigungstiefe in Vietnam.

Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken im Stichtagsvergleich in Summe leicht von 41,9 Mio. Euro auf 40,5 Mio. Euro. Der Anstieg der Vorräte um 1,1 Mio. Euro auf 23,4 Mio. Euro ist vor allem auf die höhere Bevorratung von Material zurückzuführen, auch bedingt durch COVID-19-bedingte Auftragsverschiebungen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen nur leicht um 0,1 Mio. Euro auf 3,5 Mio. Euro zu.

Die liquiden Mittel sanken um 3,7 Mio. Euro von 5,8 Mio. Euro auf 2,1 Mio. Euro.

Auf der Passivseite der Bilanz verringerte sich das Eigenkapital des Konzerns ergebnisbedingt um 3,1 Mio. Euro auf 7,8 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 10,9 Mio. Euro).

Die Eigenkapitalquote lag mit 12,5 Prozent zum 30. Juni 2020 um 5,0 Prozentpunkte niedriger als zum 31. Dezember 2019 und damit unter dem nachhaltig angestrebten Niveau für den Konzern.

Erstmals weist die Gesellschaft zum 30. Juni 2020 ein Darlehen des Großaktionärs Cardea Holding GmbH, Grünwald, eine Tochter der VTC Industriebeteiligung GmbH & Co. KG, in Höhe von 2,6 Mio. Euro aus.

Durch den Abschluss einer Konsortialkreditfinanzierung im ersten Quartal 2020 fand eine Umbuchung von kurzfristigen in langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten statt. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich um 9,7 Mio. Euro auf 10,3 Mio. Euro. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten verringerten sich um 9,1 Mio. Euro auf 12,1 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Rückstellungen reduzierten sich um 2,6 Mio. Euro auf 6,8 Mio. Euro. In den kurzfristigen Rückstellungen sind die Aufwendungen für das Transformationsprogramm enthalten. Diese Rückstellung sank im ersten Halbjahr 2020 um 3,1 Mio. Euro im Wesentlichen aufgrund von Abfindungszahlungen und Zahlungen an die Transfergesellschaft.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 11,3 Mio. Euro auf dem Niveau zum Ende 2019.

Der langfristige Anteil der Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 stieg von 1,0 Mio. Euro auf 1,8 Mio. Euro und die kurzfristige Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 wurden zum Stichtag mit 0,9 Mio. Euro ausgewiesen.

Finanz- und Liquiditätslage

Der FRIWO-Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2020 einen negativen Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 5,5 Mio. Euro nach einem Mittelabfluss von 3,5 Mio. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Mittelabfluss resultiert im Wesentlichen aus dem Konzernverlust von -3,1 Mio. Euro und einem gestiegenen Working Capital von 1,7 Mio. Euro.

Die Investitionstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von 1,1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: Mittelabfluss von 0,6 Mio. Euro).

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 2,8 Mio. Euro resultierte im Wesentlichen aus der Einlage des Darlehens in Höhe von 2,6 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: Mittelzufluss von 3,7 Mio. Euro). Aus dem Abschluss des Konsortialkredites im März 2020 sind 0,6 Mio. Euro abgeflossen, demgegenüber ist die Inanspruchnahme der Kreditlinie in Vietnam um 1,2 Mio. Euro gegenüber Vorjahr gestiegen. Der Mittelabfluss aus der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten war mit 0,4 Mio. Euro auf Vorjahresniveau.

Die Zahlungsmittel des Konzerns per 30. Juni 2020 sanken gegenüber dem Wert zu Jahresbeginn um 3,8 Mio. Euro auf 2,1 Mio. Euro.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der FRIWO-Konzern beschäftigte zum 30. Juni 2020 weltweit 2.299 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahresende: 1.708). Im laufenden Jahr entfiel der Mitarbeiteraufbau im Wesentlichen auf den Standort Vietnam. Grund ist die im Rahmen des Transformationsprogramms beschlossene Verlagerung der Produktion weiterer Produkte, die zuvor bei Partnern und am Hauptstandort in Ostbevern gefertigt wurden, in die eigene Fertigung in Vietnam. Die Mitarbeiteranzahl in Deutschland verringerte sich um 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 218 Personen (Ende 2019: 274 Mitarbeiter).

Risiken und Chancen

Im Vergleich zu den Angaben im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2019 hat sich die Risikolage des FRIWO-Konzerns bedingt durch die weltweite COVID-19-Pandemie verändert. Während die Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäftsentwicklung des FRIWO-Konzerns zu Beginn des Jahres noch moderat waren, wurden sie im zweiten Quartal deutlich stärker spürbar.

Je nach Verlauf der COVID-19-Pandemie bestehen weiterhin Risiken in den Bereichen Beschaffung, Produktion und Absatz. Um einer Unterbrechung der Lieferkette entgegenzuwirken und die Lieferpünktlichkeit gegenüber den Kunden sicherzustellen, wurde bei der Materialbeschaffung nach Möglichkeit auf Alternativlieferanten, -komponenten und -prozesse umgestellt, die in der ersten Jahreshälfte Mehrkosten in Höhe von 0,5 Mio. Euro mit sich zogen. Hierunter fallen auch erhöhte Produktionskosten für kurzfristige Bedarfe aus dem Medizinsektor, die aufgrund von längeren Lieferzeiten aus Vietnam zu höheren Lohnkosten in Europa gefertigt wurden. Je nach weiterem Verlauf der Pandemie ist in der zweiten Jahreshälfte mit ähnlichen Mehrkosten zu rechnen.

Sollten an einem der FRIWO-Standorte COVID-19-Fälle bestätigt werden, wäre FRIWO unter Umständen gezwungen, die Produktion für einen gewissen Zeitraum einzustellen oder die Standorte ganz zu schließen.

Per 31. Juli 2020 lagen keine Verdachtsfälle bei FRIWO in Deutschland, Vietnam, China oder Indien vor. Insbesondere mit Blick auf die Kapazitäten am größten Produktionsstandort Vietnam wirkten sich die umfangreichen, frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen der vietnamesischen Regierung gegen die Ausbreitung des COVID-19-Virus positiv aus. So war insgesamt die Zahl der im Land infizierten Personen sehr gering. Im Hinblick auf den Standort in Ostbevern wurden in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter getroffen.

Während der Gesellschaft bis Mitte März keine Stornierungen von Kundenaufträgen vorlagen und FRIWO nachfrageseitig einen sehr lebhaften Auftragseingang verzeichnete, kam es im zweiten Quartal zu Auftragsverschiebungen in die zweite Jahreshälfte und zu einem zurückhaltenden Nachfrageverhalten von Kunden. FRIWO rechnet jedoch nicht mit einem nachhaltigen Trend, sondern geht davon aus, dass sich die im ersten Quartal verzeichnete Belebung der Auftragseingänge im weiteren Jahresverlauf 2020 fortsetzen wird.

Mögliche Risiken für den FRIWO-Konzern aus den Folgen der COVID-19-Pandemie werden eng überwacht.

In Bezug auf die weiteren, im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2019 genannten und erläuterten Risiken, hat sich die Risikolage des FRIWO-Konzerns in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2020 nicht wesentlich verändert.

Auch das Chancenprofil des FRIWO-Konzerns blieb im Berichtszeitraum gegenüber der Darstellung im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2019 unverändert.

Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation des Konzerns

Aus heutiger Sicht liegen dem Vorstand keine Hinweise für den konkreten Eintritt von Risiken vor, die den Fortbestand der Gesellschaft und des Konzerns gefährden könnten. Die derzeitige Risikolage wird als beherrschbar angesehen. Die Gesamtchancen- und Gesamtrisikoposition hat sich im Vergleich zur Darstellung im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2019 nicht wesentlich verändert, hängt aber weiterhin sehr stark vom weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie ab.

Ausblick

Nachdem Umsatz und Ergebnis des zweiten Quartals stark von den Folgen der COVID-19-Pandemie beeinflusst wurden, geht der Vorstand für den weiteren Jahresverlauf von einer schrittweisen Normalisierung der Geschäftsentwicklung des FRIWO-Konzerns aus. Dennoch erwartet der Vorstand weitere Verschiebungen von Aufträgen und Projekten ins Jahr 2021. So wurden u. a. Neuprojekte mit Kunden in Indien aufgrund des dort anhaltenden Lockdowns ins vierte Quartal 2020 verschoben, sodass die Produktion voraussichtlich im ersten Quartal 2021 starten wird.

Vor dem Hintergrund des erfreulichen Auftragsbestands zur Jahresmitte und der bisherigen Entwicklung im dritten Quartal geht der Vorstand nach heutigem Kenntnisstand für das Jahr 2020 weiterhin von einem leichten Anstieg des Konzernumsatzes gegenüber 2019 und von einem in etwa ausgeglichenen bis leicht negativen Konzern-EBIT aus. Ungeachtet dessen wird FRIWO noch in diesem Jahr die Vertriebsstrukturen neu justieren, um mittel- und langfristig das volle Potenzial des Systemgeschäfts mit digitalen Antriebssteuerungen sowie hochwertigen Power Supply-Lösungen und Ladetechnik voll ausschöpfen zu können.

Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass es bei FRIWO zu keinen weiteren wesentlichen Beeinträchtigungen der Produktions- und Lieferfähigkeit infolge der COVID-19-Pandemie kommt. Das Ende 2019 beschlossene Maßnahmenpaket zur Transformation des FRIWO-Konzerns wird weiterhin konsequent umgesetzt. Ein besonderes Augenmerk gilt im zweiten Halbjahr weiterhin der effizienten Steuerung der Konzernliquidität.

Konzern-Zwischenabschluss

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni 2020

scroll
in T Euro 1-6/2020 1-6/2019
Umsatzerlöse 44.680 49.719
Kosten der umgesetzten Leistungen -42.975 -47.204
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.705 2.515
Vertriebskosten -2.101 -1.920
Allgemeine Verwaltungskosten -3.442 -3.141
Sonstige betriebliche Aufwendungen -816 -502
Sonstige betriebliche Erträge 938 735
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -3.716 -2.313
Zinsertrag 0 0
Zinsaufwand -601 -397
Ergebnis vor Ertragsteuern (PBT) -4.317 -2.710
Ertragsteuern 1.254 13
Konzernergebnis -3.063 -2.697
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) (in Euro) -0,40 -0,35

Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni 2020

scroll
in T Euro 1-6/2020 1-6/2019
Konzernergebnis -3.063 -2.697
Gewinne / Verluste aus der Umrechnung ausländischer Tochterunternehmen -32 24
Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen, die anschließend in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind -32 24
Gesamtergebnis -3.095 -2.673

Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni 2020

scroll
in T Euro 1-6/2020 1-6/2019
Konzernergebnis -3.063 -2.697
Erfolgswirksam erfasster Steueraufwand -1.254 -14
Erfolgswirksam erfasstes Zinsergebnis 601 397
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 2.134 2.100
Veränderung der Rückstellungen -2.834 51
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen 5 10
Veränderung der Vorräte -1.171 3
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie übriger Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -1.203 5.275
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Verbindlichkeiten, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.735 -7.624
Gezahlte Zinsen -577 -373
Erhaltene Zinsen 0 0
Gezahlte Ertragsteuern 120 -470
Sonstige nicht zahlungswirksame Effekte -15 0
Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit -5.522 -3.342
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens / immateriellen Anlagevermögens 13 33
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -51 -52
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -1.049 -522
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -1.087 -541
Gezahlte Dividenden 0 -3.080
Aufnahme Gesellschafterdarlehen 2.654 0
Tilgung von langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.714 -642
Aufnahme/Tilgung von kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (netto) -9.120 7.789
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -432 -397
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 2.816 3.670
Einfluss von Wechselkursänderungen 0 8
Nettoveränderung der Zahlungsmittel -3.793 -205
Zahlungsmittel zum Jahresbeginn 5.855 2.367
Zahlungsmittel zum Halbjahresende 2.062 2.162

Konzern-Bilanz zum 30. Juni 2020

Aktiva

scroll
in T Euro 30.06.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwert 2.489 2.489
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte 1.444 1.630
Sachanlagen 9.359 9.955
Nutzungsrechte aus Leasingverträgen 2.646 1.639
Latente Steuern 6.036 4.784
21.974 20.497
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 23.444 22.273
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.511 3.366
Vertragsvermögenswerte 7.863 7.550
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.479 1.583
Forderungen aus Ertragsteuern 121 113
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 2.009 1.129
Zahlungsmittel 2.062 5.855
40.489 41.869
Summe Aktiva 62.463 62.366

Passiva

scroll
in T Euro 30.06.2020 31.12.2019
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 20.020 20.020
Kapitalrücklage 2.002 2.002
Gewinnrücklagen -14.027 -10.964
Sonstige Rücklagen -159 -127
7.836 10.931
Langfristige Schulden
Gesellschafterdarlehen 2.654 0
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.314 600
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 1.828 983
Rückstellungen für Pensionen 2.965 3.039
Sonstige langfristige Rückstellungen 244 248
18.005 4.870
Kurzfristige Schulden
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 6.760 9.449
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.071 21.192
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 882 708
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.061 11.125
Vertragsverbindlichkeiten 211 229
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.227 2.402
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 2 118
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.408 1.342
36.622 46.565
Schulden 54.627 51.435
Summe Passiva 62.463 62.366

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung zum 30. Juni 2020

scroll
in T Euro Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Sonstige Rücklagen Konzerneigenkapital
Stand am 31.12.2018 20.020 2.002 3.657 -283 25.396
Konzernergebnis -2.697 -2.697
Sonstiges Konzernergebnis 24 24
Konzern-Gesamtergebnis -2.697 24 -2.673
Dividendenzahlung -3.080 -3.080
Stand am 30.06.2019 20.020 2.002 -2.120 -259 19.643
Stand am 31.12.2019 20.020 2.002 -10.964 -127 10.931
Konzernergebnis -3.063 -3.063
Sonstiges Konzernergebnis -32 -32
Konzern-Gesamtergebnis -3.063 -32 -3.095
Stand am 30.06.2020 20.020 2.002 -14.027 -159 7.836

Konzernanhang für das erste Halbjahr 2020

Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020, der unter Zugrundelegung des International Accounting Standard (IAS) 34 "Zwischenberichterstattung" erstellt wurde, wurden grundsätzlich die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt wie für den Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2019, der in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretationen aufgestellt wurde.

Abweichungen zu den im Geschäftsjahr 2019 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bilden die seit dem Geschäftsjahr 2020 verpflichtend anzuwendenden neuen bzw. überarbeiteten internationalen Rechnungslegungsverschriften nach IFRS.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2019 um die neu gegründete FRIEMANN & WOLF INDIA PRIVATE LIMITED mit Sitz in Bangalore, Indien erweitert und umfasst damit nunmehr zwei inländische und drei ausländische Gesellschaften.

Segmentinformationen

scroll
in T Euro Deutschland übriges Europa Asien übrige Regionen sonstige Geschäftsaktivitäten Summe Segmente
1-6/2020
Umsatzerlöse 20.732 18.409 3.491 2.048 0 44.680
Abschreibungen 1.041 836 156 92 9 2.134
Operatives Ergebnis -1.465 -1.757 -276 74 -415 -3.838
1-6/2019
Umsatzerlöse 21.885 23.347 2.201 2.286 0 49.719
Abschreibungen 935 973 98 88 6 2.100
Operatives Ergebnis -654 -1.474 -113 -75 -231 -2.546
scroll
in T Euro Überleitung Konzern
1-6/2020
Umsatzerlöse 0 44.680
Abschreibungen 0 2.134
Operatives Ergebnis 0 -3.838
1-6/2019
Umsatzerlöse 0 49.719
Abschreibungen 0 2.100
Operatives Ergebnis 0 -2.546

Überleitung des Segmentergebnisses

scroll
in T Euro 1-6/2020 1-6/2019
Operatives Ergebnis
Operatives Ergebnis der berichtspflichtigen Segmente -3.838 -2.546
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge 122 233
Zinsertrag 0 0
Zinsaufwendungen -601 -397
Ertragsteuern 1.254 13
Konzernergebnis -3.063 -2.697

Angaben zu Finanzinstrumenten

In der folgenden Tabelle werden die Buchwerte der Finanzinstrumente nach Bilanzpositionen dargestellt:

scroll
Buchwert Buchwert
in T Euro Kategorie nach IFRS 9 30.06.2020 31.12.2019
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 3.511 3.366
Vertragsvermögenswerte AC 7.863 7.550
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 1.479 1.583
Zahlungsmittel AC 2.062 5.855
Finanzielle Verbindlichkeiten
Gesellschafterdarlehen FLaAC 2.654 0
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLaAC 10.314 600
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLaAC 12.071 21.192
Leasingverbindlichkeiten 2.710 1.691
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLaAC 11.061 11.125
Vertragsverbindlichkeiten FLaAC 211 229
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLaAC 4.227 2.402
Zusammenfassung pro Kategorie
Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Amortisized Cost) (AC) 14.915 18.354
Finanziell Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (FLaAC) 40.538 35.548

Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Personen bzw. Unternehmen

Im Mai 2020 erfolgte die Auszahlung eines Gesellschafterdarlehens der Cardea Holding GmbH, Grünwald an die FRIWO AG in Höhe von 2,6 Mio. Euro.

Darüber hinaus wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Personen getätigt.

Prüferische Durchsicht

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde weder entsprechend § 317 HGB geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Sonstige Angaben

Die Cardea Holding GmbH, Grünwald, eine Tochter der VTC Industriebeteiligungen GmbH & Co. KG, München ist mehrheitlich an der FRIWO AG beteiligt. Der Konzernabschluss der FRIWO AG wird in den Konzernabschluss der VTC Industriebeteiligungen einbezogen.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

"Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, der Konzernzwischenlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und dass die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind."

scroll
Rolf Schwirz Ulrich Lammers
Vorstandsvorsitzender Vorstand

Termine und Adressen

Finanzkalender 2020

scroll
Pressemitteilung zum 3. Quartal 2020 11. November 2020
Hauptversammlung 2020 12. November 2020*

* Vorbehaltlich der Entwicklungen der COVID-19-Pandemie

Adressen

FRIWO AG

Von-Liebig-Straße 11

D-48346 Ostbevern

Deutschland

Telefon: +49 (0) 25 32 / 81 - 0

Fax: +49 (0) 25 32 / 81 - 112

E-Mail: ir@friwo.de

Internet: https: /www.friwo.com

WKN 620110

ISIN DE0006201106