GELSENWASSER AGGelsenkirchenKonzernabschluss zum 31. Dezember 2009Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat stand im Berichtsjahr in ständigem Kontakt mit dem Vorstand. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Führung des Unternehmens regelmäßig beraten sowie die Geschäftsführung überwacht. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in mündlichen und schriftlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen zur Unternehmensplanung, zur strategischen Ausrichtung und Entwicklung, zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens einschließlich der Risiken, des Risikomanagements und der Compliance. In regelmäßigen Sitzungen wurden anhand der Berichte des Vorstands alle Geschäftsvorgänge, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sowie wesentliche Angelegenheiten, die die Entwicklung der GELSENWASSER AG und der Konzerngesellschaften betrafen, gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt. Darüber hinaus wurde die bzw. der Vorsitzende des Aufsichtsrats auch zwischen den Sitzungen vom Vorstand über alle sonstigen wichtigen Geschäftsvorfälle unverzüglich informiert. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden und hat, soweit erforderlich, seine Zustimmung erteilt. Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2009 zu fünf Sitzungen zusammengetreten. Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch drei von ihm eingerichtete Ausschüsse, die Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vorbereiten bzw. – im Falle des Präsidiums – im Rahmen des gesetzlich Zulässigen auch an Stelle des Aufsichtsrats beschließen. Das Präsidium hat insbesondere zur Vorbereitung der Plenumssitzungen dreimal getagt. Der Prüfungsausschuss hat ebenfalls dreimal getagt. Der Nominierungsausschuss ist im Berichtsjahr erstmalig einberufen worden. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichteten dem Plenum regelmäßig über die Arbeit ihrer Ausschüsse. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Interessenkonflikte traten im Berichtsjahr nicht auf. Ein erster Schwerpunkt der Erörterungen im Aufsichtsrat lag auf der Strategie des Unternehmens in Anbetracht der Herausforderungen und neuen Entwicklungen in der Wasser- wie in der Energiewirtschaft. Im Ergebnis bestand Einigkeit, dass dem Wachstum Wasser und vor allem Abwasser eine hohe wirtschaftliche Bedeutung zukommt. Dies gilt auch für ein Wachstum im Bereich von Stadtwerksbeteiligungen. Etwas geringere Bedeutung und Erfolgswahrscheinlichkeiten wurden im Endkundenvertrieb Gas und im Gasnetzbereich gesehen. Ausgehend von dieser Grundeinschätzung hat GELSENWASSER mit Billigung des Aufsichtsrats ihre Projektaktivitäten weiter vorangetrieben. Zur Wasserversorgung wurde im Aufsichtsrat über die Verlängerung diverser Konzessionsverträge im angestammten Versorgungsgebiet berichtet. Näher dargestellt und erörtert wurde die Kündigung der Versorgungskonzessionen in Kamen, Bergkamen und Bönen. In diesen Kommunen führt GELSENWASSER derzeit weiterhin den Betrieb durch, während parallel entsprechend den Überlegungen im Aufsichtsrat verhandelt wird, mit den Gemeinden eine dauerhafte gemeinschaftliche Lösung für die Zukunft zu finden. Einen Zuwachs im Entsorgungsbereich verspricht das vom Aufsichtsrat durch schriftliche Stimmabgabe freigegebene Vorhaben zur Errichtung und Betriebsführung einer Abwasserbehandlungsanlage im Werk Gelsenkirchen-Horst der Ruhr Oel GmbH. Über die weiteren Abwasserprojekte der 100 % Tochtergesellschaft AWS GmbH, wie die Übernahme des Kläranlagenbetriebs in Calvörde in Sachsen-Anhalt und das Angebot zum Betrieb der Kläranlage Wantzenau in Straßburg, wurde berichtet. Schließlich wurde im Aufsichtsrat über den Zuschlag für und die Umsetzung des Angebots der 50 %-Beteiligungsgesellschaft Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG zur Übernahme der kommunalen Abwasserbeseitigung in der Kreisstadt Höxter beraten. Im Bereich der Gasspeicherung wurde der Aufstockung der Kommanditeinlage auf bis zu 19,8 Mio. € an der paritätisch mit der ewmr GmbH, der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) und der Stadtwerke Essen AG gehaltenen Kommunalen Gasspeichergesellschaft Epe mbH & Co. KG als Voraussetzung für die Speichererrichtung zugestimmt. Aufgrund der durch die Regulierungsbehörden mit Nachdruck betriebenen Umsetzung der geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen des Energiemarktes zum sog. „Unbundling” hat das Unternehmen eine Reorganisation der Gasnetze und Gasvertriebe vorgenommen, die im Aufsichtsrat in Vorbereitung der entsprechenden Beschlüsse der Hauptversammlung eingehend beraten wurde. Insbesondere wurden die Vorteile der Übertragung des Eigentums an den Energieversorgungsnetzen an die GELSENWASSER Energienetze GmbH diskutiert, die bisher nur im Pachtmodell in die Durchführung der Versorgungsaufgabe eingebunden war. Neben der größeren Harmonie mit den Regulierungsvorgaben spielte dabei der Gedanke eine Rolle, künftig Kooperationen auch speziell im Netzbetrieb von einer besseren Basis aus angehen zu können. Zudem wurde der Weg zu dieser neuen Struktur beraten, wie er schließlich der Hauptversammlung vorgeschlagen und dort auch beschlossen wurde. Darüber hinaus waren auch weitere Beteiligungsfragen zu erörtern. Über die GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, deren Anteile vollständig gehalten werden, konnten 74,9 % der Anteile an der Stadtwerke Zehdenick GmbH erworben werden. Diese Tochtergesellschaft steht auch in Verhandlungen zum Erwerb weiterer Beteiligungen an kleinen Stadtwerken. Für diese Vorhaben gab der Aufsichtsrat nach eingehender Beratung die erforderlichen Finanzmittel frei. In Frankreich hält GELSENWASSER (über ihre 100 %-Beteiligung GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH) bereits seit 2007 60 % der Anteile an der Nantaise des Eaux Services SAS. Im Berichtsjahr wurden auch die restlichen Anteile erworben, auf die eine Option bestand. Diese Entscheidung wurde im Aufsichtsrat vor dem Hintergrund, dass die Integration und vor allem der weitere Ausbau des Geschäfts noch nicht den Erwartungen entsprechen, eingehend hinterfragt und erörtert. Im Zusammenhang mit den vorstehenden Entscheidungen zum Geschäftsausbau wurden die unternehmensinternen Vorgaben vom Vorstand im Aufsichtsrat auf dessen Wunsch ausführlich erläutert und erörtert. Des Weiteren wurde die Investitions-, Erfolgs- und Finanzplanung der Gesellschaft eingehend beraten. Außerdem hat sich der Aufsichtsrat mit aktuellen Gesetzesänderungen und Fragen des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Der Vorstand ist seinen Berichtspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat im Berichtsjahr vollumfänglich nachgekommen. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Überwachung und zur frühzeitigen Erkennung von Risiken in geeigneter Form getroffen hat. Er hat die darauf basierenden regelmäßigen Analysen zur Kenntnis genommen. Zusätzlich hat der Vorstand dem Aufsichtsrat im Einzelnen das Risikomanagement bei der Beschaffung, dem Handel und dem Vertrieb von Gas einschließlich des dafür eingerichteten Risiko-Komittees erläutert. Der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss und Konzernabschluss der GELSENWASSER AG sowie der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2009, einschließlich des Überwachungssystems gemäß § 91 Abs. 2 AktG, sind von der Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Dortmund, geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Abschlüsse, der Lagebericht sowie die Prüfungsberichte sind allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig übersandt worden. Die Vorlagen sind zunächst vom Prüfungsausschuss in Gegenwart des Abschlussprüfers und abschließend vom Aufsichtsrat wiederum zusammen mit dem Abschlussprüfer ausführlich besprochen worden. Die Abschlussprüfer berichteten über die Ergebnisse ihrer Prüfung insgesamt und die einzelnen Prüfungsschwerpunkte, insbesondere zu der Frage, ob wesentliche Schwächen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess vorliegen. Dies ist nicht der Fall. Es haben sich auch keine sonstigen Beanstandungen ergeben. Die Abschlussprüfer informierten darüber, dass keine Umstände vorliegen, die ihre Befangenheit besorgen lassen. Der Aufsichtsrat hat den zusammengefassten Lagebericht sowie die Jahresabschlüsse der GELSENWASSER AG und des Konzerns unter Berücksichtigung des Berichts des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses eingehend geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung bestanden keinerlei Einwände. Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers zur Kenntnis genommen und schließt sich, aufgrund seiner eigenen Prüfung, dem Ergebnis der Abschlussprüfung an. Der Aufsichtsrat billigt entsprechend der Empfehlung des Prüfungsausschusses den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht, den Konzernabschluss und den Jahresabschluss der GELSENWASSER AG. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Prüfungsausschuss hat dem Aufsichtsrat empfohlen, der Hauptversammlung erneut die Wahl der Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Dortmund, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010 vorzuschlagen. Gestützt auf diese Empfehlung hat der Aufsichtsrat einen entsprechenden Wahlvorschlag an die Hauptversammlung verabschiedet. Herr Manfred Kossack, bereits mit Wirkung ab dem 20. November 2008 als Aufsichtsratsmitglied gerichtlich bestellt, wurde in der Hauptversammlung am 27. Mai 2009 als Aktionärsvertreter in den Aufsichtsrat gewählt. Zum 30. November 2009 legte Frau Dr. Christine Uthemann ihr Aufsichtsratsmandat nieder. Frau Dr. Uthemann gilt Dank für die Mitarbeit und ihren stets wertvollen Rat. Das Amtsgericht Gelsenkirchen bestellte mit Wirkung ab dem 17. Dezember 2009 Herrn Jörg Stüdemann als neues Aufsichtsratsmitglied. Auf Vorschlag des Nominierungsausschusses steht Herr Stüdemann in der nächsten Hauptversammlung zur Wahl in den Aufsichtsrat an. Der Aufsichtsrat verfügte damit zum Ende des Geschäftsjahres über seine volle Mitgliederzahl. Mit Wirkung zum Ablauf des 31. März 2009 legte Frau Dr. Ottilie Scholz ihr Amt als Aufsichtsratsvorsitzende nieder. Zum gleichen Termin legte Herr Guntram Pehlke seine Ämter als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und als Vorsitzender des Prüfungsausschusses nieder. Schließlich legte in gleicher Weise auch Herr Bernhard Wilmert sein Amt als stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses und seine Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss nieder. In der Aufsichtsratssitzung am 25. März 2009 wurden Herr Pehlke als Vorsitzender und Frau Dr. Scholz als stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates gewählt. Zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses wurden Herr Bernhard Wilmert, zum stellvertretenden Vorsitzenden Herr Guntram Pehlke gewählt. In den Nominierungsausschuss wurde als neues Mitglied Herr Manfred Kossack gewählt. Die Wahl erfolgte jeweils mit Wirkung zum 1. April 2009 bis zum Ablauf der Hauptversammlung 2011. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Betriebsräten sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GELSENWASSER AG und der mit ihr verbundenen Unternehmen für ihren Einsatz, die geleistete Arbeit und die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Gelsenkirchen, 25. März 2010 GELSENWASSER AG Aufsichtsrat Guntram Pehlke, Vorsitzender Zusammengefasster Lageberichtder GELSENWASSER AG und des GELSENWASSER-Konzerns1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen1.1 Reorganisation der Gasnetze und Gasvertriebe innerhalb des GELSENWASSER-Konzerns Die Hauptversammlung der GELSENWASSER AG hat am 27. Mai 2009 der vom Vorstand und vom Aufsichtsrat vorgeschlagenen Reorganisation der Gasnetze und Gasvertriebe zugestimmt. GELSENWASSER hat im Rahmen dieses Restrukturierungsprojekts die jeweiligen Unternehmenseinheiten „Gasvertrieb” der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH, einer 100 %igen Tochtergesellschaft der GELSENWASSER AG, und der Gasversorgung Westfalica GmbH, einer mittelbaren 100 %igen Tochtergesellschaft der GELSENWASSER AG, verselbstständigt. Des Weiteren wurden die Wasseraktivitäten der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH auf die GELSENWASSER AG übertragen. Schließlich erfolgte die Übertragung der Gasversorgungsnetze der GELSENWASSER AG, der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH und der Gasversorgung Westfalica GmbH auf die GELSENWASSER Energienetze GmbH, eine 100 %ige Tochtergesellschaft der GELSENWASSER AG. Hintergrund für diese Reorganisation ist der aus geänderten Rahmenbedingungen resultierende strukturelle Umbruch auf dem Energiemarkt in Deutschland. Diese geänderten Rahmenbedingungen ergeben sich einerseits aus rechtlichen Vorgaben der Europäischen Union sowie des Bundesgesetzgebers. So verlangt das Energiewirtschaftsgesetz eine klare informatorische und rechtliche Trennung zwischen Energienetzbetrieb und Energievertrieb (sog. „Unbundling”) sowie Transparenz in der organisatorischen Aufstellung von Energieversorgungsunternehmen. Andererseits gewinnt der Wettbewerb auf dem Energiemarkt deutlich an Intensität. Die Reorganisation erfolgte rückwirkend zum 1. Januar 2009. Die hierzu abgeschlossenen Abspaltungs-, Ausgliederungs-, Übernahme-, Verschmelzungs- und Ergebnisabführungsverträge wurden mit Eintragung in das jeweils zuständige Handelsregister wirksam. Da es sich ausschließlich um eine konzerninterne Reorganisation handelt, ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der GELSENWASSER AG zum 31. Dezember 2009. 1.2 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit Der Konsolidierungskreis umfasst neben dem Mutterunternehmen insgesamt acht vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie 35 Unternehmen, die mit Hilfe der EquityMethode bewertet werden. Die im Vorjahr vollkonsolidierten Tochterunternehmen Niederrheinische Gas- und Wasserwerke GmbH, Duisburg, und Gasversorgung Westfalica GmbH, Bad Oeynhausen, haben ihre jeweiligen Unternehmenseinheiten „Gas-Vertrieb” rückwirkend zum 1. Januar 2009 im Rahmen einer konzerninternen Reorganisation in die Erdgasheiztechnik Planungsgesellschaft für haustechnische Anlagen mbH, Gelsenkirchen, (nunmehr firmierend unter NGW GmbH) bzw. in die GELSENWASSER 3. Gesellschaft für Projekte mbH, Hamburg, (nunmehr firmierend unter Westfalica GmbH) ausgegliedert. Anschließend wurden die Niederrheinische Gas- und Wasserwerke GmbH sowie die Gasversorgung Westfalica GmbH ebenfalls rückwirkend zum 1. Januar 2009 auf die GELSENWASSER AG verschmolzen. Neben der Konzernmuttergesellschaft GELSENWASSER AG werden als vollkonsolidierte Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen: • GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, Hamburg • GELSENWASSER Dresden GmbH, Dresden (seit 31. Dezember 2009) • GELSENWASSER Energienetze GmbH, Gelsenkirchen • GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH, Hamburg • Nantaise des Eaux Services SAS, Sainte Luce-sur-Loire/Frankreich • NGW GmbH, Gelsenkirchen (seit 1. Januar 2009) • Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH, Rheda-Wiedenbrück • Westfalica GmbH, Hamburg (seit 1. Januar 2009) Bei der GELSENWASSER Dresden GmbH (GWDD) handelt es sich um eine 100 %ige Tochtergesellschaft der GELSENWASSER AG. Die GELSENWASSER AG hat am 21. Dezember 2009 sämtliche bislang unmittelbar gehaltenen Geschäftsanteile an der Stadtentwässerung Dresden GmbH (49 %) in die GWDD eingebracht. Seit dem 31. Dezember 2009 wird die GWDD im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Die Stadtentwässerung Dresden GmbH wird wie bisher mit Hilfe der Equity-Methode bewertet. Die GELSENWASSER AG und ihre vollkonsolidierten Tochtergesellschaften (zusammen der GELSENWASSER-Konzern) versorgen ihre Kunden – Haushalte, Gewerbe, öffentliche Einrichtungen und Industrie – mit Trink- und Betriebswasser sowie Energie. Darüber hinaus erfüllen die Gesellschaften Aufgaben der Abwasserentsorgung, der Stromversorgung und bieten vielfältige versorgungsnahe Dienstleistungen an. Bei dem Mutterunternehmen handelt es sich um eine in Deutschland registrierte börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Gelsenkirchen, Willy-Brandt-Allee 26. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Gelsenkirchen unter HRB 165 eingetragen. Die Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG, Bochum, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Bochum GmbH und der Dortmunder Stadtwerke AG, hielt über die Wasser und Gas Westfalen GmbH zum 31. Dezember 2009 3.194.401 Aktien der GELSENWASSER AG. Dies entsprach einem Anteil von 92,93 % des Grundkapitals und der Stimmrechte. 1.3 Absatzmärkte und Wettbewerbsposition Absatzmärkte Schwerpunkte des inländischen Versorgungsgebiets sind das Ruhrgebiet, das Münsterland, der Niederrhein, Ostwestfalen und das angrenzende Niedersachsen. Die Versorgungsgebiete des französischen Tochterunternehmens Nantaise des Eaux Services SAS (NES), Sainte Luce-sur-Loire, liegen schwerpunktmäßig im Norden und Westen Frankreichs sowie in der Region um Paris. Zudem sind die Konzernunternehmen an Gesellschaften in der Tschechischen Republik und in Polen beteiligt sowie im Rahmen einer Betriebsführung in Algerien tätig. Verstärkter Wettbewerb am Gasmarkt Der Wettbewerb an den Energiemärkten hat im Jahr 2009 erheblich zugenommen. Die Kundenbindung wird immer wichtiger und schwieriger. GELSENWASSER hat sich auf den dynamischen Märkten gut behauptet. Die GELSENWASSER AG hat ihr Gasversorgungsgebiet erweitert, so ist GELSENWASSER-Gas in fast fünfzig weiteren Städten und Gemeinden erhältlich. Neue Wege wurden im Sommer 2009 eingeschlagen. In Kooperation mit den Stadtwerken Bochum bietet GELSENWASSER zu 100 % aus Wasserkraft gewonnenen Ökostrom an. GELSENWASSER ermöglicht somit erstmals die komplette Energieversorgung der Kunden. Im Oktober 2009 wurde das Stromangebot auf die Gemeinden des NGW-Versorgungsgebiets ausgeweitet. Die neue, nicht konsolidierte Vertriebsgesellschaft energiehoch3 GmbH nahm 2008 das operative Geschäft auf. Im Laufe des Jahres 2009 konnte das Verbreitungsgebiet sukzessive erweitert werden. Mittlerweile sind die Produkte GAS3 und STROM3 bundesweit verfügbar. Das Thema Energiesparen bleibt weiterhin im Fokus der Verbraucher. Somit wird auch im Jahr 2010 das Förderprogramm fortgeführt. GELSENWASSER unterstützt seine Kunden mit Zuschüssen bei der Realisierung von Energiesparmaßnahmen. Neue Vertragsabschlüsse im Bereich Wasser Im Geschäftsbereich Wasser konnten im Jahr 2009 Verträge mit kommunalen Partnern, Weiterverteilern und Industrieunternehmen/Sonderkunden verlängert werden. Die Konzessionsverträge mit den Städten Waltrop und Billerbeck verlängerten sich um zehn Jahre bis Ende 2020. In diesen Kommunen werden insgesamt etwa 1,8 Mio. m3 Wasser jährlich abgesetzt. Der Konzessionsvertrag mit der Stadt Hattingen, mit einem Jahresbedarf von rund 1,7 Mio. m3 jährlich, ist bis 2021 verlängert. Gekündigt wurde hingegen der Konzessionsvertrag von Warendorf-Hoetmar (60 Tsd. m3 jährlich). Weitere Vertragsverlängerungen bzw. Neuabschlüsse konnten mit neun Industrieunternehmen/Sonderkunden und drei kommunalen Vertriebspartnern mit einem Gesamtabsatz von etwa 5,2 Mio. m3 jährlich abgeschlossen werden. 1.4 Unternehmensziele Die Märkte für Leistungen der Daseinsvorsorge sind weiterhin im Umbruch. Auf dem Energiesektor schreitet die Neuordnung weiter voran. Mittlerweile hat sich eine gewisse Regulierungspraxis herausgebildet, durch Festlegungen und Positionspapiere sind Auslegungen des Rechts vorgenommen worden. In Bezug auf die Anreizregulierung betreten Unternehmen und auch die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) dagegen Neuland. Erfahrungen und Standards sind hier weiter voranzutreiben. Auf Ebene der Unternehmen befindet sich der Markt weiter in der Strukturierungsphase. Die Unternehmen erweitern ihre Aktivitäten über die angestammten Versorgungsgebiete hinaus und beschäftigen sich intensiv mit vorgelagerten Wertschöpfungsstufen, wie dem Beschaffungsprozess. Darüber hinaus gewinnen regenerative Energieträger und die Problemstellung der energetischen Optimierung immer mehr an Bedeutung. Die Wasserversorgungsbranche ist dagegen durch zunehmenden öffentlichen sowie behördlichen Druck in Bezug auf Preise und versorgungsrelevante Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Darüber hinaus entwickeln die Kommunen ein neues Verständnis im Zusammenhang mit den Versorgungsaufgaben. Ein Umstand, der sich im Trend zu Kommunalisierung und einer Stärkung von regionalen Stadtwerken niederschlägt und gleichermaßen für den Wasser- sowie Energiemarkt gilt. Die GELSENWASSER AG hat im Jahre 2009 intensiv daran gearbeitet, sowohl den gesamtwirtschaftlichen als auch den branchenspezifischen Anforderungen gerecht zu werden. Sie wird dies 2010 konsequent weiterführen und sich entsprechend der Marktanforderungen aufstellen. Im Energiesektor verfolgt die BNetzA weiter ihre Zielvorstellungen, mehr Wettbewerb im Energievertrieb zu schaffen. Die neue Tochtergesellschaft energiehoch3 GmbH (EH3) versucht, sich im hart umkämpften Energiemarkt zu behaupten und neue Kunden zu gewinnen. Im Herbst 2008 hat der Aufbau eines bundesweiten Gasvertriebs begonnen und konnte im Oktober 2009 abgeschlossen werden. EH3 war damit als dritter Anbieter bundesweit neben E WIE EINFACH Strom & Gas GmbH und LichtBlick AG auf dem Markt. Der Aufbau des bundesweiten Stromvertriebs wurde im Dezember 2009 abgeschlossen. Ergebnisseitig bewegt sich die Gesellschaft im Wirtschaftsplan und erfüllt die aufgestellten Anforderungen. Darüber hinaus hat die GELSENWASSER AG selbst erfolgreich den Strom- und Gasvertrieb in nordrhein-westfälischen Kommunen gestartet. Auch die Konzerngesellschaften NGW GmbH und Westfalica GmbH haben sich neu aufgestellt und bieten ihre Produkte überregional außerhalb des angestammten Versorgungsgebiets an. Eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Vertrieb ist die optimale Energiebeschaffung, die GELSENWASSER flexibel mit Partnern und dem Zugriff auf eigene Speicherkapazitäten weiter vorantreibt. Das Leistungsspektrum von GELSENWASSER wird weiteren Marktanforderungen gerecht, indem kommunale Energiekonzepte geplant, Dienstleistungen im Bereich der Gebäudethermografie angeboten werden und ein Engagement bei der Einführung innovativer Technologien besteht. Auf Netzebene bewegt sich die GELSENWASSER Energienetze GmbH im Einklang mit den Regulierungsanforderungen. Die Struktur der Netzgesellschaft wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr angepasst und entspricht nun dem Modell einer großen Netzgesellschaft mit der Übernahme der kompletten Ressourcenverantwortung. Die neue Stärke und Präsenz konnte bereits erfolgreich genutzt werden. Die Gesellschaft hat Gaskonzessionen in Landesbergen und Estorf für sich gewonnen. Das aktive Wachstum durch regionale und kommunale Kooperation im Netzbereich und Abschluss neuer Konzessionsverträge wird auch zukünftig forciert. Die Zukunftssicherung des Gasnetzbetriebs erfolgt durch Aufbau und Steuerung eines netzübergreifenden Asset-Management-Systems, das sich an der Anreizregulierung orientiert. Im Wassersektor stellt sich GELSENWASSER offensiv den neuen Anforderungen und unterstützt die Transparenzbestrebungen der Wasserwirtschaft. 2008 fand das NRW-weite Benchmarking unter Beteiligung der GELSENWASSER AG statt. Dieses Engagement wird auch in der zweiten, um das Modul „Kundenbefragung” erweiterten Benchmarking-Runde fortgeführt. Darüber hinaus engagiert sich GELSENWASSER in Zusammenarbeit mit Verbänden und Verbraucherzentralen aktiv im Aufbau einer Kundenbilanz. Hier gilt es, für die Kommunen ein verlässlicher Partner zu sein, der qualitativ hochwertige Leistungen zu stabilen Preisen erbringt. Im Abwassersektor freut sich die GELSENWASSER AG über die erfolgreiche Akquisition der Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG, einem Gemeinschaftsunternehmen der Vereinigten Gas- und Wasserversorgung GmbH und der Kreisstadt Höxter. Die Gesellschaft hat sich im Rahmen einer europäischen Ausschreibung gegen inter nationale Konkurrenz durchgesetzt und den Zuschlag für die Stadtentwässerung erhalten. Ab dem Jahr 2010 ist sie damit verantwortlich für die Abwasserentsorgung in der Kreisstadt Höxter. Auch eine andere Tochter der GELSENWASSER AG, die AWS GmbH, setzt ihre Entwicklung im Abwassersegment aktiv fort. In Calvörde und bei der Ruhr Oel GmbH, Gelsenkirchen, konnten Projekte erfolgreich umgesetzt werden. GELSENWASSER selbst steht zukünftig auch für Themen wie Abwassercontracting oder Wärme aus Abwasser. Damit wird das Abwasser-Know-how weiter ausgebaut und es werden die Grundlagen für Geschäftstätigkeiten im Abwasserbereich stetig verbessert. Darüber hinaus unterstützt GELSENWASSER mit dem Engagement Abwassercontracting die bestehende politische Ausrichtung, die sich im Zukunftsprogramm Emscher und dem entsprechenden Programm der Landesregierung Nordrhein-Westfalens niederschlägt. Die GELSENWASSER AG ist bestrebt, weiterhin ein erfolgreicher Partner für die Kommunen zu sein und engagiert sich zunehmend im Bereich der Stadtwerke. So konnte der bereits bestehende Stadtwerkeverbund durch eine erfolgreiche Akquisition der Stadtwerke Zehdenick GmbH in Brandenburg erweitert werden. Diese Strategie wird 2010 konsequent weitergeführt und ist nicht auf den reinen Akquisitionsbereich beschränkt, sondern umfasst das Angebot eines maßgeschneiderten Dienstleistungsspektrums für Stadtwerke im bestehenden GELSENWASSER-Verbund. Die Ausweitung und Absicherung der Kerngeschäftsfelder Trinkwasser, Abwasser und Energievertrieb sowie die gezielte Erweiterung des Beteiligungsportfolios werden auch zukünftig wesentliche Bestandteile der Wachstums- und Konsolidierungsstrategie im GELSENWASSER-Konzern bilden. 1.5 Unternehmensinternes Steuerungssystem Um in den umbrechenden Märkten der Daseinsvorsorge bestehen zu können, setzt GELSENWASSER ein wertorientiertes Managementsystem zur Steuerung und Führung des Konzerns ein. Das Ziel ist dabei, den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern – durch profitables, nachhaltiges Wachstum und Konzentration auf Geschäftsfelder, die hinsichtlich der Wettbewerbsposition und Leistungsfähigkeit nachhaltige Entwicklungschancen bieten. Zentrales Instrument ist dabei ein integriertes Controlling. Mit dieser Controllingkonzeption koordiniert und steuert GELSENWASSER die einzelnen Unternehmensaktivitäten und -bereiche. Die Abstimmung erfolgt im Rahmen der jährlichen Planung. Hierbei werden Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationen, Markterschließungen und andere Projekte in ihren Auswirkungen auf die Unternehmenswertentwicklung offengelegt und kritisch hinterfragt. Durch den Planungsprozess, der bei GELSENWASSER Bottom up unter Einhaltung von Rahmenbedingungen verläuft, werden die dezentralen Verantwortungsbereiche unterstützt, integriert und eine konzernweite Transparenz geschaffen. Berichterstattungssysteme für Ist- und Planungsrechnungen verbinden zeitnah und zielorientiert strategische und operative Elemente. Flankiert werden diese durch ad-hoc bzw. maßnahmenorientierte Kommunikation. Zentrale Steuerungskennzahl und Messgröße des GELSENWASSER-Konzerns zur Begutachtung der Wertentwicklung ist das EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern). 1.6 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen 1.6.1 Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise Die schwerste weltwirtschaftliche Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg prägte das Jahr 2009. Wegen der besonderen Bedeutung der Exporte und der Ausrüstungsinvestitionen ist Deutschland hiervon besonders stark betroffen. Der wirtschaftliche Einbruch fand hauptsächlich im Winterhalbjahr 2008/2009 statt. Eine leichte Stabilisierung der Wirtschaftsentwicklung auf dem neuen, niedrigen Niveau zeichnete sich im Jahresverlauf ab. Die Rezession hinterließ hierdurch deutliche Spuren im Energieverbrauch. Der Strom- und Gasverbrauch in Deutschland ist in 2009 nach Schätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) um fünf Prozent gesunken, vornehmlich aufgrund der durch die Finanzkrise zurückgegangenen Industrieproduktion. Mit etwa 519 Mrd. kWh wurden im abgelaufenen Jahr demnach gut fünf Prozent weniger Strom nachgefragt als im Vorjahr. 2008 waren es noch 548 Mrd. kWh. Der Gasverbrauch sank im selben Zeitraum um 5,5 Prozent auf rund 890 Mrd. kWh. Der rückläufige Gasverbrauch wirkte sich auch auf den Gasverkauf des GELSENWASSER-Konzerns aus, insbesondere bei den Sondervertragskunden. Auch der Rückgang des Wasserverkaufs in der Kundengruppe Industrie ist zum Teil auf die konjunkturelle Situation in Deutschland zurückzuführen. Dennoch hatten die Folgen der Finanzkrise auf den Konzernabschluss bzw. den Jahresabschluss 2009, wie schon im Vorjahr, keine gravierenden Auswirkungen. 1.6.2 Rahmenbedingungen Wasser/Abwasser Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes Nach dem Scheitern des Umweltgesetzbuchs (UGB) im Februar 2009 schaltete das Bundesministerium für Umwelt schnell auf die Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) um. Hierbei konnte man offenbar auf bereits formulierte Entwürfe und Teile des UGB (Zweites Buch, Wasserwirtschaft), zurückgreifen, so dass das Gesetzgebungsverfahren sehr zügig ablief. Nach der Verkündung des neuen WHG traten einzelne Vorschriften bereits am 7. August 2009 in Kraft, die übrigen wurden am 1. März 2010 wirksam. Durch die Novellierung gibt es erstmals ein bundesweit unmittelbar geltendes Wasserrecht. Dieses löst das alte Rahmenrecht, das bisherige WHG, das lediglich allgemeine Vorgaben für die Länder enthielt, ab. Die höhere Bedeutung kommt auch im Volumen zum Ausdruck. Aus ehemals 45 Paragrafen sind nunmehr 106 nebst zwei Anlagen geworden. Bei Vorschriften, die nicht unter die Begriffe „stoff- und anlagenbezogene Regelungen” fallen, können die Bundesländer allerdings weiterhin abweichen, z. B. bei der Festsetzung von Uferrandstreifen zum Schutz der Gewässer vor dem Eintrag von Verschmutzungen aus der Landwirtschaft. Positiv zu bewerten ist, dass die öffentliche Wasserversorgung als Aufgabe der Daseinsvorsorge definiert wird. Bestehende oder künftige Nutzungsmöglichkeiten sollen erhalten bleiben. Der ortsnahen Versorgung wird dabei der Vorrang eingeräumt, soweit es entsprechende Wasservorkommen mit ausreichender Güte gibt. Gewässerbenutzungen bedürfen wie bisher einer Genehmigung. Alte Rechte und Befugnisse, etwa Verleihungen nach preußischem Recht, gelten weiterhin, wenn sie im Wasserbuch eingetragen sind und bestimmungsgemäß ausgeübt werden. Mit dem neuen WHG wurde bundesweit die Genehmigungsform der „gehobenen Erlaubnis” entsprechend den bestehenden Regelungen in einigen Landeswassergesetzen eingeführt. Sie wird unter Beteiligung der Betroffenen zugelassen, bietet ebenso wie die Genehmigungsform der „Bewilligung“ einen Schutz vor privatrechtlichen Ansprüchen Dritter, sie ist aber widerruflich ohne weitere Entschädigung. Die „Bewilligung” als Genehmigungsform bietet nach wie vor den höchsten Investitionsschutz und wird daher wie bisher die bevorzugte Genehmigungsform in der öffentlichen Wasserversorgung sein. Das Themenfeld Wasserkraftnutzung wurde neu in das Gesetz aufgenommen und mit Anforderungen hinsichtlich der Durchgängigkeit der Gewässer für Wanderfische versehen. Auch die Diskussion um die Gewässerrandstreifen zum Schutz vor Einträgen aus der Landwirtschaft war wie in vorherigen Verfahren groß. Ergebnis war eine Breite von fünf Metern für den Gewässerrandstreifen. GELSENWASSER hätte im Rahmen des vorsorgenden Gewässerschutzes eine Breite von zehn Metern begrüßt. In dieser Hinsicht, wie auch bei weiteren Fragen des Gewässerschutzes, bleibt aus Sicht der öffentlichen Wasserversorgung ein besserer Schutz gegenüber konkurrierenden Nutzungen wünschenswert. Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie Mit dem Erlass der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Jahr 2000 wurde ein einheitlicher europäischer Rechtsrahmen für die Wasserwirtschaft festgelegt. Bis zum Ende des Jahres 2009 wurden die Maßnahmen- und Bewirtschaftungspläne der Flussgebietseinheiten und Grundwasserkörper, koordiniert durch die Ministerien und die nachgeordne ten Behörden, mit der Öffentlichkeit abgestimmt. Die GELSENWASSER AG war an diesem Prozess in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens aktiv beteiligt. Der Fokus der Mitwirkung liegt zurzeit auf zwei konkreten Projekten:
Programm „Reine Ruhr”-Strategie des Landes NRW zur Verbesserung der Gewässer- und Trinkwasserqualität an der Ruhr Ausgehend von den Spurenstofffunden in der Ruhr und der Diskussion um die so genannten perfluorierten Tenside, also Stoffe, die durch unerlaubte Abfallentsorgungen auf Felder im Ruhreinzugsgebiet gelangt waren, hat die Landesregierung im Jahr 2008 das Programm „Reine Ruhr” zur Verbesserung der Gewässerbeschaffenheit aufgestellt. Unter anderem sind eine verbesserte Überwachung, Kommunikation und Maßnahmen bei der Abwassereinleitung und der Trinkwasseraufbereitung vorgesehen. Im Laufe des Jahres 2009 wurde zwischen den Wasserversorgungsunternehmen an der Ruhr und dem Umweltministerium eine Reihe von Gesprächen darüber geführt, welche Anforderungen an die zukünftige Trinkwasseraufbereitung an der Ruhr gestellt werden müssen. Danach sind Investitionen in die Ergänzung der Aufbereitungstechnik in den Ruhrwasserwerken zu erwarten. Darüber hinaus ist GELSENWASSER über die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr e.V. an dem Vorhaben der Landesregierung beteiligt, die Kommunikation zwischen Behörden, Wasserwerks- und Kläranlagenbetreibern an der Ruhr durch einen Warn- und Informationsplan Ruhr in Zukunft zu verbessern. Rahmenbedingungen für Wasser- und Abwasserdienstleistungen Wie in zahlreichen anderen Bereichen auch, nimmt der europäische Einfluss auf die Rahmengestaltung im Trink- und Abwasserbereich tendenziell zu. Im Vordergrund stehen für GELSENWASSER dabei neben konkret fachlich ausgerichteten Richtlinien im Bereich des Gewässerschutzes und der Gewässergüte, insbesondere im Zusammenhang mit der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie auch die Diskussionen um die Gestaltung des Vergaberechts. Von erheblicher Bedeutung ist dabei die Frage, inwieweit die traditionell ausschreibungsfreien deutschen Konzessionen, vor allem im Trinkwasserbereich, zukünftig ausschreibungspflichtig sind und in welchem Umfang Kommunen selbst unter der Überschrift „Inhouse-Geschäfte” bzw. kommunale Kooperationen ihre Geschäftstätigkeit in diesem Sektor regional ausdehnen können. In der begonnenen Legislatur auf europäischer wie nationaler Ebene werden hierzu mit Gesetzesnovellierungen bzw. der Vorlage einer Richtlinie Änderungen des Status quo erwartet. Vor dem Hintergrund mehrerer Kartellrechtsverfahren auf Bundesebene zum Thema Wasserpreise ist mit weiteren Diskussionen hierzu zu rechnen. Für die GELSENWASSER AG, die im bundesweiten Wasserpreisvergleich im guten Mittelfeld liegt und die Preisbildung über Wasserpreisgutachten und ein Schiedsgerichtsverfahren in einem offenen und transparenten Verfahren vollzieht, werden aktuell keine unmittelbaren Auswirkungen erwartet. Über die Verbändearbeit im BDEW, VKU, DVGW und der DWA wirkt GELSENWASSER an einem koordinierten Vorgehen der Wasserwirtschaft und der Erarbeitung geeigneter Instrumente aktiv mit. Hervorzuheben sind weiterhin die Aktivitäten, an denen sich GELSENWASSER im Zusammenhang mit dem im April 2008 gegründeten Verein „German Water Partnership e.V.” beteiligt. Politisch wird dieser international orientierten Tätigkeit auch in der neuen Koalition über die Grenzen und Ministerien hinweg eine hohe Bedeutung beigemessen. Als größter deutscher Dienstleister der Branche ist die GELSENWASSER AG gut aufgestellt und kann von dieser Initiative zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit profitieren. 1.6.3 Rahmenbedingungen Gas Regulierungsmanagement Wie im letzten Jahr bereits mitgeteilt, war die Ende 2008 durch den Bescheid der BNetzA vorgegebene einheitliche Erlösobergrenze für das gesamte Netzgebiet zu Beginn des Jahres in Preisblätter umzusetzen. Hierbei wurde entsprechend den Vorstellungen der BNetzA ein einheitliches Entgelt gebildet mit Ausnahme einiger von der GWN gepachteter Netze. Ziel ist es, diese spätestens am Ende der laufenden Regulierungsperiode in das einheitliche Entgelt integriert zu haben. Ein weiterer Schwerpunkt war neben der Mehr- bzw. Mindermengenabrechnung die Behandlung der Mehrerlösproblematik. Hier fiel die Entscheidung zu Gunsten des von der BNetzA angebotenen vereinfachten Verfahrens. Die bereits in 2008 angesprochenen Projekte zur Umsetzung der Geschäftsprozessvorgaben der BNetzA sowie zur Ausgestaltung des Basisjahrs der künftigen Regulierungsperiode im Rahmen der Anreizregulierung wurden abgeschlossen. Gleichzeitig galt es, zum einen die Folgen des Erwerbs der Gaskonzessionen in Landesbergen/Estorf mit dem Altkonzessionär zu regeln – wie Kauf der Anlagen und Übertragung der Erlösobergrenze –, zum anderen intern die Integration dieser Netzteile zum 1. Januar 2010 mit vorzubereiten. Gaspreisentwicklung Die Heizölpreise erreichten im Jahresverlauf 2009 mit rund 38,5 Ct/l netto Tiefstwerte, die letztmalig in 2005 erreicht wurden. Im Verlauf des Jahres 2009 haben sich diese sukzessive auf rund 52 Ct/l netto erhöht. Aufgrund der gleichzeitigen Stärkung des Euros wurde die Steigerung allerdings gemildert. Die Gaspreise konnten durch diese Effekte im Jahr 2009 dreimal gesenkt werden und lagen zum Ende 2009 um 27 % unter dem Vorjahresniveau. Zum 1. Januar 2010 erfolgt erstmals eine mäßige Anhebung der entsprechenden Verkaufspreise (5,5 %-Tarif Best). 1.7 Branchenentwicklung Alle Sparten der leitungsgebundenen Versorgung sind vom Absatzverhalten der Kunden in den einzelnen Kundensegmenten abhängig und sind seit dem Herbst 2008 von den Effekten der Wirtschaftskrise überlagert. 1.7.1 Wasser Im Wasserbereich ist das private Segment immer noch durch ein in unserer Region nicht erforderliches Wassersparverhalten geprägt. Wasser ist hier kein knappes Gut und der geringere Wasserverbrauch ist aus Kostengesichtspunkten sogar kontraproduktiv. Der bundesweite spezifische Pro-Kopf-Verbrauch ist weiter zurückgegangen und liegt bei 121 Litern pro Einwohner und Tag (Quelle: BDEW-Wasserstatistik; bezogen auf Haushalte und Kleingewerbe). Obwohl die entsprechenden Verbände hierauf mit Aufklärungskampagnen reagieren, ist eine Umkehr dieses Spartrends noch nicht absehbar. Im Geschäftskunden- und Industriebereich ist auch der Wasserabsatz von der konjunkturellen Entwicklung geprägt. Der Rückgang im Wasserabsatz in diesen Bereichen ist weniger durch Wasserpreise beeinflusst, sondern vielmehr durch einen geringeren Wasserbedarf im Rahmen der Produktionsprozesse. Dies zeigt sich deutlich im Bereich der Industrie sowie der Kraftwerke. Eine Erholung und damit Steigerung des Wasserbedarfs in diesen Branchen wird erst in den nächsten Jahren wieder erwartet. Der Wasserbereich für Haushaltskunden findet in der kartellrechtlichen Betrachtung in letzter Zeit verstärkt Beachtung. Insbesondere wird von den Behörden, aber auch von der Öffentlichkeit, eine größere Transparenz im Bereich der Kostenstrukturen erwartet, was GELSENWASSER aktiv unterstützt. So liegt bei der GELSENWASSER AG die Preishoheit für den Haushaltskundenbereich in den Konzessionsgebieten in den Händen einer unabhängigen Schiedsstelle. Diese legt im Rahmen eines Schiedsverfahrens auf Basis eines jährlichen Kostengutachtens, welches von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer erstellt wird, den Wasserpreis fest. 1.7.2 Energie Im Bereich der Strom- und Gasversorgung finden sich ebenfalls deutlich konjunkturbedingte Einflüsse. Das Einsparverhalten der Kunden wird im Haushaltsbereich durch mehrere Faktoren beeinflusst. Das relativ hohe Preisniveau der vergangenen Jahre führte zu einem Einsparverhalten aus wirtschaftlichen Gründen. Darüber hinaus werden verstärkt alternative Energieerzeugungen eingesetzt. Die Erstellung von Neubauten ist bundesweit deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2009 sind entschieden mehr Wettbewerber für Gasangebote aufgetreten. Teilweise werden die Kunden mit erheblichen Preisvorteilen umworben. Wir erkennen, dass der Start des Wettbewerbs in ähnlicher Richtung wie vor einigen Jahren im Strom verläuft, allerdings mit deutlich größerer Geschwindigkeit. Der gewerbliche und industrielle Bereich des Energieabsatzes ist von einem harten Preiskampf geprägt. Grundsätzlich wird bei dieser Kundengruppe verstärkt auf Festpreise gesetzt. Durch die konjunkturellen Einbußen im Gasabsatz, insbesondere im Industriekundenbereich, wird der Markt zurzeit mit freien und günstigen Spotmengen beeinflusst. Dies führt, zumindest für Teilmengen, zu einer Abkopplung des Gaspreises vom Ölpreis und damit zu dem ungewöhnlichen Effekt, dass selbst bei moderat steigenden Ölpreisen der Gaspreis weiter sinkt. Da ein Ende der Wirtschaftskrise zurzeit noch nicht in Sicht ist, ist damit zu rechnen, dass dieser Effekt noch einige Zeit anhalten wird. 1.8 Geschäftsentwicklung 1.8.1 Beschaffungsaktivitäten Seit dem 1. Oktober 2008 bewirtschaftet die GELSENWASSER AG einen eigenen Erdgasspeicher. Neben den mittlerweile stark diversifizierten Beschaffungsquellen und einem eigenen Portfoliomanagement stellt der Speicher ein weiteres Element zur kostenoptimalen, weil von weiteren Zwischenhändlern weitestgehend unabhängigen, Versorgung aller Endkunden dar. Im Rahmen des Portfoliomanagements werden u. a. alle erforderlichen Bestellvorgänge der jeweiligen stündlichen Liefermengen administrativ mit Lieferanten und Netzbetreibern abgewickelt. Diese Funktion wird in Form von Bereitschaftsdiensten 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche ausgeführt. GELSENWASSER gewährleistet mit dieser Infrastruktur die bedarfsgerechte und verbrauchsorientierte Versorgung aller Vertriebsgesellschaften des GELSENWASSER-Konzerns sowie weiterer assoziierter Unternehmen und sorgt durch die Bündelung des Bedarfs der einzelnen Gesellschaften für ein kostenoptimales Bezugsergebnis. Durch die zentrale Rolle von GELSENWASSER als Beschaffungseinheit entfällt für die Vertriebsgesellschaften ein kostspieliger Aufbau der erforderlichen Funktionen bei gleichzeitigem Erhalt der vollen Handlungsfreiheit und -fähigkeit an den mittlerweile etablierten Großhandelspunkten in Deutschland. 1.8.2 Wasser- und Gasabsatz Wasser Die Wasserabgabe des GELSENWASSER-Konzerns lag mit 220,5 Mio. m3 um 16,1 Mio. m3 unter dem Wert des Vorjahres (236,6 Mio. m3). Ursache war der Absatzrückgang in Höhe von 17,4 Mio. m3 bei den Industriekunden auf 75,5 Mio. m3. Insbesondere in den Kundengruppen Kraftwerke (–9,0 Mio. m3), Eisen- und Metallindustrie (–7,1 Mio. m3) sowie Bergbau (–1,3 Mio. m3) waren Rückgänge zu verzeichnen. Dagegen erhöhten sich die Lieferungen an benachbarte Versorgungsunternehmen um 1,0 Mio. m3 auf 76,6 Mio. m3. Die Abgabe an die Haushalte erhöhte sich um 0,3 Mio. m3 auf 68,4 Mio. m3. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Absatz bei dem französischen Tochterunternehmen Nantaise des Eaux Services SAS um 0,5 Mio. m3 gestiegen ist, während der Absatz im Inland um 0,2 Mio. m3 gesunken ist. Gas Der Gasabsatz stieg im Berichtsjahr um 80,7 % auf 10.185 Mio. kWh an. Der Absatz anstieg ist im Wesentlichen auf den zentralen Gaseinkauf der GELSENWASSER AG seit Beginn des Gaswirtschaftsjahres 2008/2009 zurückzuführen. Dadurch lag der Wiederverkauf mit 6.262 Mio. kWh um insgesamt 4.748 Mio. kWh über dem Vorjahreswert (davon 4.800 Mio. kWh im Rahmen des oben genannten zentralen Gaseinkaufs). Ohne die Berücksichtigung der Mengen aus der zentralen Gasbeschaffung ist der Gesamtabsatz um 251 Mio. kWh gesunken. Im Bereich der Haushalts- und gewerblichen Kleinverbrauchskunden lag die Gasabgabe um 2,7 % unter dem Vorjahreswert. Dabei verzeichneten die Haushaltskunden einen leichten Anstieg von 0,7 %, wogegen der Absatz an gewerbliche Kleinverbrauchskunden konjunkturbedingt um 23,1 % abnahm. Im Industriebereich sank der Absatz konjunktur- und wettbewerbsbedingt um 14,5 % auf 632 Mio. kWh. Außerhalb des angestammten Versorgungsgebiets konnten bis zum 31. Dezember 2009 rund 7.000 neue Gas- und 20.000 Stromkunden gewonnen werden. 1.8.3 Mitarbeiter Zum 31. Dezember 2009 waren 1.426 Mitarbeiter im GELSENWASSER-Konzern tätig. Gegenüber dem Vorjahr (1.446) ging die Gesamtbelegschaft um 20 Beschäftigte zurück. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Ablauf von Altersteilzeitvereinbarungen und noch nicht vorgenommenen Ersatzeinstellungen innerhalb der inländischen Konzernunternehmen. Gegenläufig wirken der Ausbau des Geschäftsfelds Energie sowie bei der Nantaise des Eaux Services SAS projektbezogene Zusatzaufgaben. Die Zahl der Auszubildenden im GELSENWASSER-Konzern liegt mit 50 auf Vorjahresniveau. Aufgrund der angespannten regionalen Ausbildungssituation bildet GELSENWASSER weiterhin über den eigenen Bedarf hinaus aus. 1.8.4 Forschung und Entwicklung Trinkwasserversorgung In den Trinkwasseranlagen und den Wasserwerken der GELSENWASSER-Beteiligungen begleiten und bearbeiten die GELSENWASSER-Fachabteilungen die wesentlichen technologischen Projekte und Fragestellungen. Die Verfahren und Anlagen werden laufend in technischer, wirtschaftlicher und in ökologischer Hinsicht bewertet und mit Alternativen verglichen. Hierbei werden auch die neuen Verfahren und die Veränderungen bei den Anforderungen an die Trinkwasserbeschaffenheit berücksichtigt. Ein geeignetes Verfahren zur Anpassung bestehender Trinkwasserwerke an veränderte Anforderungen der Wasserqualität ist der Einsatz von Korn-Aktivkohle, die stark adsorptive Eigenschaften besitzt. Um diesen Aufbereitungsstoff möglichst kostengünstig einkaufen und effektiv einsetzen zu können, ist es wichtig, über verlässliche Testmethoden für die Auswahl der Kohle zu verfügen. Die derzeitigen Labortestmethoden reichen hierzu nicht aus. Daher fördert GELSENWASSER gemeinsam mit drei anderen deutschen Wasserversorgern die Entwicklung einer entsprechenden Testmethode in einem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Verantwortlich für die Projektdurchführung ist das DVGW-Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe (TZW). Eine verlässliche Unterstützung bei allen Überlegungen zur Optimierung der Wasseraufbereitung bietet auch die seit Jahren bestehende Kooperation mit führenden wissenschaftlichen Instituten und Forschungseinrichtungen wie dem TZW Karlsruhe, dem Hygiene-Institut Gelsenkirchen, dem Institut für Wasserforschung IfW in Schwerte und der Universität Duisburg-Essen. So bleibt sichergestellt, dass bei GELSENWASSER neueste wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in Konzeption und Betrieb der Trinkwasserversorgungsanlagen einfließen. Energieversorgung Das Land Nordrhein-Westfalen hatte im Jahr 2007 im Rahmen eines EU-NRW-Programms zum Thema Energie zum Förderwettbewerb aufgerufen. GELSENWASSER hatte sich gemeinsam mit der Fachhochschule Münster, der Firma PlanET Biogastechnik GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT mit dem Kooperationsvorhaben „Nachhaltiges Biogas” an diesem Wettbewerb beteiligt und ist mit ihrem Vorschlag angenommen worden. Der Bewilligungsbescheid wurde den Partnern im Mai 2009 von der Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben überreicht. Inhalt des Modellprojekts ist die Entwicklung eines ökonomisch und ökologisch optimierten Konzepts zum Aufbau eines großtechnischen, nachhaltigen Biogaserzeugungs- und -verteilungssystems am Beispiel der Region Niederrhein unter Nutzung einer separaten Biogassammelleitung. Dabei soll ein zentrales Biogaseinspeisesystem aus dezentralen, landwirtschaftlichen Biogasanlagen beliefert werden, um die regionale Wertschöpfung zu verbessern, ein flexibles und redundantes Einspeisesystem zu erhalten und die regionale Verwertung von Gärresten zu gewährleisten unter besonderer Berücksichtigung der Belange der Wasserwirtschaft. Die Projektleitung liegt bei der GELSENWASSER AG, das Projekt wird im Mai 2010 abgeschlossen. Im Rahmen einer Innovationsoffensive des Deutschen Vereins der Gas- und Wasserwirtschaft e.V. (DVGW) engagiert sich GELSENWASSER aktiv und an prominenter Stelle. Das Ziel dieser Innovationsoffensive liegt in der Optimierung bestehender Heizungssysteme sowie der aktiven Begleitung von Neuentwicklungen und der Markteinführung auf dem Sektor der Kraft-Wärme-Kopplung. Veranlasst wird diese Initiative des gesamten deutschen Gasfachs durch die sinkenden Zuwachszahlen bei den Gashausanschlüssen, die zunehmende Bedeutung der Konkurrenzenergien im Heizungsmarkt und die sinkenden Netznutzungsentgelte, die eine Versorgung von Neubaugebieten immer schwerer werden lassen. Dabei soll das Gas als idealer Energieträger herausgestellt werden, mit dem die Einbindung regenerativer Energien gelingt und das Gasnetz als vorhandene Infrastruktur zur Speicherung von Energie und damit zum Ausgleich von Verbrauchsschwankungen auf der einen und volatiler Stromproduktion auf der anderen Seite. Ressourcenschonung Zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden ist es erforderlich, deren energetische Eigenschaften und die Eigenschaften ihrer bau- und anlagentechnischen Komponenten zu kennen. In einem gemeinsamen Forschungsvorhaben mit der Fachhochschule Münster werden wichtige Betriebsgebäude der GELSENWASSER AG einer detaillierten Analyse unterzogen. Auf Basis der wissenschaftlich-konzeptionellen Entwicklung einer Gebäudetypologie für Betriebsgebäude erfolgt dann die energetische Bewertung der betrachteten Gebäude. Abwasserentsorgung Die Optimierung von Kläranlagen geht immer einher mit einer möglichst weitgehenden Vergleichmäßigung des Kläranlagenzuflusses. Um dies zu erreichen, ist eine optimale Ausnutzung der im Netz vorhandenen Pufferkapazitäten erforderlich. Dazu beteiligt sich GELSENWASSER an der Entwicklung und Anwendung neuer Technologien, wie z. B. über die Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH an einem vom Land NRW geförderten Forschungsvorhaben mit dem Ziel der Funktions- und Kostenoptimierung bestehender Abwasseranlagen. In diesem gemeinsam mit der Privatuniversität Witten-Herdecke und der Fachhochschule Köln über mehrere Jahre laufenden Projekt wird ein lernfähiges Prozesssteuerungssystem entwickelt, das eine optimale Gesamtfunktion des Abwassernetzes und der Kläranlage ermöglichen soll. Auf dem Weg zu einer energieautarken Kläranlage liegt ein Schwerpunkt bei der Ermittlung und Realisierung sämtlicher Energieeinsparpotenziale. Dazu hat GELSENWASSER die Kooperation mit der Fachhochschule Köln um einen Entwicklungsauftrag für die simulationsbasierte Bewertung von Kläranlagen ausgeweitet. Dabei sollen durch Anwendung numerischer Verfahren, wie z. B. neuronaler Netze, Betriebsoptimierungen von Kläranlagen bei unterschiedlichen Betriebszuständen erleichtert werden. Die von GELSENWASSER finanziell unterstützte Stiftungsprofessur für Industriewasserwirtschaft an der Technischen Universität Dresden besteht seit April 2006. Nach erfolgreich gestarteter Lehr- und Forschungstätigkeit konnten inzwischen zahlreiche Forschungsaufträge für Industrieunternehmen akquiriert und bearbeitet werden. Durch Teilnahme an internationalen Forschungsprojekten wurde die Forschungstätigkeit auf eine breite Basis gestellt und der Lehrstuhl national und international bekannt gemacht. 2. VermögenslageKonzernbilanzstruktur
Die Bilanzsumme sank im Geschäftsjahr um 1,4 % auf 1.262,0 Mio. €. Die langfristigen Vermögenswerte sanken um 33,7 Mio. € auf 1.033,5 Mio. €. Dies betraf mit 35,6 Mio. € die finanziellen Vermögenswerte. Von dem Rückgang entfallen 34,4 Mio. € auf eine mit dem beizulegenden Zeitwert bilanzierte Beteiligung. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt unter Anwendung der DCF-Methode. Aufgrund veränderter Ergebnisprognosen war der Beteiligungsansatz zu reduzieren. Der bilanzierte Zeitwert liegt jedoch weiterhin deutlich über den Anschaffungskosten der Beteiligung. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme beträgt 82 %. Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 7,2 % auf 228,5 Mio. €, ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 18 %. Dabei erhöhten sich die flüssigen Mittel um 56,5 Mio. € während sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen um 42,2 Mio. € verminderten. Die langfristigen Vermögenswerte waren zu 86,7 % durch Eigenkapital gedeckt und zu 101,9 % durch langfristiges Kapital finanziert. Das Eigenkapital und die eigenkapitalähnlichen Mittel liegen um 34,0 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Grund hierfür ist der Rückgang des Kumulierten übrigen Konzernergebnisses infolge der oben erläuterten erfolgsneutralen Reduzierung des beizulegenden Zeitwerts einer Beteiligung. Weitere Erläuterungen finden sich im Anhang. 3. Finanzlage3.1 Finanzmanagement GELSENWASSER nutzt als Instrument zur langfristigen Steuerung seiner Liquidität sowie zur Optimierung der Zahlungsströme innerhalb des Konzerns das Cash-Pooling. Daneben dient das Finanzmanagement zur Erhaltung und Optimierung der Finanzierungsfähigkeit des Konzerns sowie zur Minimierung finanzieller Risiken. 3.2 Kapitalstruktur und Kapitalausstattung
Einen detaillierten Einblick in die Finanzlage geben die Erläuterungen zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen im Anhang. Die nachfolgende Abbildung zeigt, dass das langfristig gebundene Vermögen weiterhin vollständig durch langfristig verfügbares Eigen- und Fremdkapital gedeckt wird.
Rating 2009 GELSENWASSER und Wasser und Gas Westfalen (WGW) Die Ratingagentur Standard & Poor‘s hat GELSENWASSER und WGW erwartungsgemäß im Juli 2009, wie schon in den fünf vorangegangenen Jahren, ein Emittentenrating von BBB+ erteilt. Im Ratingverfahren wurden GELSENWASSER und WGW gemeinsam bewertet. Es wurde untersucht, ob WGW über GELSENWASSER in der Lage ist, den vertraglich festgelegten Zins- und Tilgungszahlungen Folge zu leisten. Neben kaufmännischen und technischen Kennzahlen wurden auch das Geschäftsmodell sowie das wirtschaftliche und politische Umfeld berücksichtigt. Die Stabilität des GELSENWASSER-Cashflows hat entscheidend zu dem guten Ergebnis beigetragen. Die nächste Überprüfung steht im ersten Halbjahr 2010 an. GELSENWASSER ist zuversichtlich, dass die bisherige Einstufung erneut bestätigt wird. 3.3 Investitionen Im Berichtsjahr 2009 verminderte sich das Investitionsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Mio. € auf 34,5 Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte stiegen um 1,1 Mio. € auf 29,2 Mio. € an. Davon entfielen u. a. 12,0 Mio. € auf das Rohrnetz, 6,8 Mio. € auf Anlagen im Bau und 4,1 Mio. € auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionen in Finanzielle Vermögenswerte einschließlich at Equity bilanzierter Beteiligungen verminderten sich um 10,2 Mio. € auf 5,3 Mio. €. 4. Ertragslage
4.1 Geschäftsentwicklung Veränderungen im Beteiligungsbereich Im Geschäftsjahr 2009 hat GELSENWASSER die Ausweitung und Absicherung der Kerngeschäftsfelder Trinkwasser, Abwasser und Energie gezielt weiterverfolgt. Neben dem Ausbau der Werthaltigkeit der Unternehmensbeteiligungen standen insbesondere die strategische Ausrichtung der Energiebeschaffung und der Energievertriebe im Vordergrund. Im Einzelnen ergaben sich über die Reorganisation der Gasnetze und Gasvertriebe innerhalb des GELSENWASSER-Konzerns hinaus folgende Veränderungen bei den Unternehmensbeteiligungen:
Nationaler und internationaler Dienstleister für Wasser und Abwasser Die Dienstleistungen der GELSENWASSER AG in den Kernbereichen Trink- und Abwasser sind national wie international sehr geschätzt. Dies zeigt sich im kontinuierlichen Ausbau des Dienstleistungsportfolios. Die Schwerpunkte der Aktivitäten liegen in Beratung, Prozessoptimierung, Projektmanagement, Betriebsführung und Contracting. Dieses Geschäftsfeld unterliegt seit Jahren einem strengen Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001. Regelmäßige Überprüfungen des Qualitätsmanagements durch externe Prüfer sichern die durchgehende Anwendung und Funktion des Qualitätsmanagementsystems auf allen Ebenen. Dies verschafft den Kunden Sicherheit hinsichtlich einer optimalen Bearbeitung der Dienstleistungsaufträge. Industriedienstleistungen
Internationale Managementdienstleistungen Im Rahmen eines Managementvertrags für die Wasserver- und Abwasserentsorgung der Regionen Annaba und El Tarf in Nordost-Algerien hat GELSENWASSER für fünfeinhalb Jahre die Leitung des neu gegründeten Wasserver- und Abwasserentsorgers SEATA mit rund 2.600 Mitarbeitern übernommen. Insgesamt werden von dem Unternehmen rund 1 Mio. Einwohner versorgt. Seit dem 16. März 2009 ist GELSENWASSER operativ für die SEATA verantwortlich. Das Auftragsvolumen für GELSENWASSER beläuft sich auf rund 23 Mio. €. 4.2 Umsatzentwicklung Die Umsatzerlöse erhöhten sich um insgesamt 126,0 Mio. € auf 673,4 Mio. €. Dabei stiegen die Erlöse aus dem Gasverkauf hauptsächlich im Rahmen der seit dem Gaswirtschaftsjahr 2008/2009 bestehenden zentralen Gasbeschaffung durch die GELSENWASSER AG um 98,7 Mio. € auf 398,9 Mio. €. Der Rückgang der Erlöse aus dem Wasserverkauf um 0,5 Mio. € auf 211,5 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der gesunkenen Abgabe an die Kundengruppe Industrie. Die Erdgas-/Stromsteuer verminderte sich um 1,5 Mio. € auf 21,4 Mio. €. Die um 26,3 Mio. € auf 84,4 Mio. € erhöhten übrigen Umsatzerlöse entfallen hauptsächlich auf gestiegene Dienstleistungs- und Stromerlöse. 4.3 Beteiligungsergebnis Das Beteiligungsergebnis (Ergebnis at Equity bilanzierter Beteiligungen und Sonstiges Beteiligungsergebnis) hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Mio. € auf 30,9 Mio. € erhöht. Der Anstieg des Beteiligungsergebnisses ist im Wesentlichen auf die Beteiligungsergebnisse der Stadtentwässerung Dresden GmbH, der PWiK Glogowie Sp. z o.o. und der Städtischen Werke Magdeburg GmbH zurückzuführen. Dagegen sanken die Ergebnisbeiträge der Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH, der PVU Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen GmbH, der Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH und der Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG. 4.4 Konzernüberschuss Dem Anstieg bei den Umsatzerlösen aus dem Gasverkauf standen im Rahmen der oben genannten zentralen Gasbeschaffung höhere Bezugskosten gegenüber. Die sonstigen betrieblichen Erträge waren im Berichtsjahr im Wesentlichen durch die teilweise Auflösung der Rückstellung zur Abgeltung tariflicher Ausgleichsbeträge im Vorjahr vermindert. Der im Wesentlichen tarifbedingte Anstieg des Personalaufwands konnte durch verminderte Abschreibungen in gleicher Höhe kompensiert werden. Dies führte zu einer Verbesserung des Ergebnisses der operativen Geschäftstätigkeit um 2,8 Mio. € auf 74,4 Mio. €. Das Beteiligungsergebnis lag mit 30,9 Mio. € um 0,9 Mio. € über dem Vorjahreswert (siehe Kapitel 4.3). Das Finanzergebnis verschlechterte sich um 2,5 Mio. € auf -5,7 Mio. €. Ursache war u. a. eine geringere Verzinsung der Barmittelbestände aufgrund gesunkener Zinssätze. Das Ergebnis vor Ertragsteuern ist mit 99,6 Mio. € aufgrund der oben beschriebenen Sachverhalte im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Mio. € erhöht. Die Ertragsteuern verminderten sich um 2,7 Mio. € auf 1,2 Mio. €. Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern beträgt der Jahresüberschuss des Konzerns 98,4 Mio. € und liegt damit um 1,5 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 99,9 Mio. €. Die auszuweisenden Ergebnisanteile anderer Gesellschafter betragen 0,1 Mio. € (Vorjahr -0,4 Mio. €). Die Ergebnisanteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG betragen 98,3 Mio. € (Vorjahr 100,3 Mio. €). 4.5 Entwicklung der Segmentergebnisse Die Entwicklung der Segmentergebnisse wird im Anhang dargestellt. 5. Jahresabschluss der GELSENWASSER AGJahresabschluss der GELSENWASSER AG (Kurzfassung)
5.1 Vorbemerkungen Die GELSENWASSER AG hat im Rahmen des Projekts Reorganisation der Gasnetze und Gasvertriebe innerhalb des GELSENWASSER-Konzerns rückwirkend zum 1. Januar 2009 die jeweiligen Unternehmenseinheiten „Gas-Vertrieb“ der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH und der Gasversorgung Westfalica GmbH verselbstständigt. Des Weiteren wurden die Wasseraktivitäten der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH auf die GELSENWASSER AG und die Gasversorgungsnetze der GELSENWASSER AG, der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH und der Gasversorgung Westfalica GmbH auf die GELSENWASSER Energienetze GmbH übertragen. Die Reorganisation erfolgte in folgenden Schritten:
Aus diesem Grund sind die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar. Der Jahresabschluss der GELSENWASSER AG ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellt. Das Ergebnis vor Steuern beträgt 123,8 Mio. € (93,2 Mio. € im Vorjahr), darin sind 26,6 Mio. €. Mio. € außerordentliche Erträge aus der Konzernumstrukturierung enthalten. Unter Berücksichtigung der Steuern in Höhe von 12,0 Mio. € und der Gewinnabführung von 81,2 Mio. € an die WGW ergibt sich ein Jahresüberschuss von 30,6 Mio. €, der in voller Höhe in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt wird. 5.2 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Vermögenslage
Die Bilanzsumme der GELSENWASSER AG stieg im Geschäftsjahr um 10,4 % auf 733,3 Mio. €. Das langfristig gebundene Vermögen überschreitet mit 521,6 Mio. € den Vorjahreswert um 5,8 %, der Anteil an der Bilanzsumme beträgt 71 %. Das kurzfristig gebundene Vermögen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 23,7 % auf 211,7 Mio. €, sein Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf 29 %. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus der Veränderung der flüssigen Mittel. Finanzlage
Die nachfolgende Abbildung zeigt, dass das langfristig gebundene Vermögen weiterhin vollständig durch langfristig verfügbares Eigen- und Fremdkapital gedeckt wird.
Investitionen Das Investitionsvolumen 2009 verminderte sich um 1,7 Mio. € auf 30,8 Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögensgegenstände stiegen um 2,6 Mio. € auf 22,3 Mio. €. Davon entfielen u. a. 9,1 Mio. € auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau, 7,1 Mio. € auf das Rohrnetz sowie 2,8 Mio. € auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionen in Finanzanlagen betrugen 8,5 Mio. €. Hier sind Einzahlungen in die Kapitalrücklagen der GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH, der GELSENWASSER 3. Beteiligungsgesellschaft mbH, der KGE – Kommunale Gasspeichergesellschaft Epe GmbH & Co. KG sowie der Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH zu nennen. Ertragslage Umsatzerlöse gestiegen Die Umsatzerlöse der GELSENWASSER AG erhöhten sich um insgesamt 179,9 Mio. € auf 581,4 Mio. €. Dabei lagen die Erlöse aus dem Gasverkauf, im Wesentlichen bedingt durch den zentralen Gaseinkauf der GELSENWASSER AG ab dem Gaswirtschaftsjahr 2008/ 2009, mit 329,9 Mio. € um 168,8 Mio. € über Vorjahresniveau. Die Erlöse aus dem Wasserverkauf stiegen um 8,0 Mio. € auf 195,8 Mio. €. Ursache ist die Übertragung des Wassergeschäfts der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH im Rahmen der Konzernumstrukturierung auf die GELSENWASSER AG zum 1. Januar 2009. Die übrigen Umsatzerlöse erhöhten sich hauptsächlich aufgrund gestiegener Dienstleistungserlöse um 3,5 Mio. € auf 61,8 Mio. €. Die Erdgas-/Stromsteuer erhöhte sich um 0,4 Mio. € auf 6,1 Mio. €. Ergebnis über Vorjahresniveau Dem Anstieg der Umsatzerlöse aus dem Gasverkauf standen aufgrund der oben genannten zentralen Gasbeschaffung gestiegene Bezugskosten gegenüber. Durch die Übertragung des Gasnetzes auf die GWN entfielen im Berichtsjahr die Erträge aus der Verpachtung des Gasnetzes. Zusätzlich waren die sonstigen betrieblichen Erträge im Vorjahr durch die Auflösung der Rückstellung zur Abgeltung tariflicher Ausgleichsbeträge erhöht. Der Rückgang des Personalaufwands um 2,0 Mio. € resultiert vornehmlich aus der Überleitung von Mitarbeitern in die GELSENWASSER Energienetze GmbH im Rahmen der konzerninternen Reorganisation der Gasnetze und Gasvertriebe. Das Finanzergebnis, bestehend aus dem Beteiligungsergebnis, den Abschreibungen auf Finanzanlagen und dem Zinsergebnis erhöhte sich um 20,0 Mio. € auf 54,6 Mio. €. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das Beteiligungsergebnis (+14,7 Mio. €, davon +8,4 Mio. € konsolidierte Unternehmen) zurückzuführen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist hauptsächlich aufgrund der skizzierten Sachverhalte um 4,0 Mio. € auf 97,2 Mio. € gestiegen. Die Verschmelzungen der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH und der Gasversorgung Westfalica GmbH im Rahmen der Reorganisation des Gasnetzes des GELSENWASSER-Konzerns führte zu einem außerordentlichen Ertrag in Höhe von 26,6 Mio. €. Die Steuern (einschließlich Gewerbesteuerumlage) erhöhten sich um 3,5 Mio. € auf 12,0 Mio. €. Dabei erhöhte sich die Gewerbesteuerumlage aus dem steuerlichen Organschaftsverhältnis mit der WGW um 2,1 Mio. € sowie die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 1,5 Mio. €. Dagegen verminderten sich die sonstigen Steuern um 0,1 Mio. €. Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf 111,8 Mio. € (84,7 Mio. € im Vorjahr). Die Verbesserung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit abzüglich Steuern um 0,5 Mio. € erhöhte die Ergebnisabführung an die WGW auf 81,2 Mio. €. Nach Ergebnisabführung verbleibt ein Jahresüberschuss von 30,6 Mio. €. Dieser ist gegenüber dem Vorjahr um den außerordentlichen Ertrag von 26,6 Mio. € erhöht und wird in die Gewinnrücklagen eingestellt. Der von der Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Dortmund, mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene vollständige Abschluss der GELSENWASSER AG wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht. Er kann als Sonderdruck bei der GELSENWASSER AG angefordert werden. 5.3 Grundzüge der Vergütungssysteme von Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus einem festen und einem erfolgsbezogenen variablen Bestandteil zusammen. Basis für die variable Vergütung ist das Ergebnis vor Ertragsteuern des GELSENWASSER-Konzerns. Darüber hinaus enthält die Vergütung der Vorstandsmitglieder Sach- und sonstige Bezüge, die im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Werten für Dienstwagennutzung und Versicherungsprämien bestehen. Hinzu kommen Mandatseinkünfte für die Aufsichtsratstätigkeit in Unternehmen der GELSENWASSER-Gruppe. Für das Geschäftsjahr 2009 betragen die Bezüge des Vorstands:
Des Weiteren bestehen Pensionszusagen, die den Vorstandsmitgliedern einen Anspruch auf lebenslange Ruhegeld- und Hinterbliebenenversorgung einräumen. Herrn Dr. Scholle ist eine beitragsorientierte Pensionszusage erteilt. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres wird die lebenslange Altersrente gezahlt. Diese beträgt zurzeit monatlich 3.502,00 €. Alternativ kann im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten durch das Unternehmen die Kapitalabfindung gewählt werden. Die Herrn Dr. Hörsgen erteilte Pensionszusage beläuft sich auf zurzeit monatlich 11.902,15 €. Die Altersgrenze für den Ruhegeldanspruch ist auf die Vollendung des 60. Lebensjahres bzw. den späteren Endtermin des Anstellungsvertrags festgesetzt. Daneben besteht ein Anspruch bei Beendigung des Anstellungsvertrags vor Vollendung des 60. Lebensjahres wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit sowie bei unverschuldeter vorzeitiger Beendigung des Anstellungsvertrags. Die Anwartschaften auf Witwenrenten betragen jeweils 60 % der Ruhegeldbezüge; für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate werden die vollen Bezüge gezahlt. Daneben sind Ansprüche auf Waisenrenten vereinbart. Gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und deren Hinterbliebenen bestehen Pensionsverpflichtungen (defined benefit obligations) von insgesamt 15.630.954,00 €. Der Ermittlung liegt ein Rechnungszins von 5,25 % zugrunde. Die Bezüge betrugen 1.311.018,60 €. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und wird durch die Hauptversammlung bestimmt. Die Gesamtbezüge betragen im Geschäftsjahr 2009 418.694,64 €. Zur engeren Fühlungnahme mit Kreisen der Verbraucher, Gebietskörperschaften, überregionalen Behörden und der Wirtschaft kann der Aufsichtsrat nach § 18 der Satzung der GELSENWASSER AG auf Vorschlag des Vorstands Beiräte bilden, für sie Geschäftsordnungen erlassen und die Vergütung für ihre Mitglieder festsetzen. Für den hiernach gebildeten Beirat wurden im Berichtsjahr Vergütungen von insgesamt 32.980,00 € gezahlt. 5.4 Vorschriften über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und Satzungsänderungen Bei der Bestellung und Abberufung des Vorstands sowie bei Satzungsänderungen gelten die aktienrechtlichen Vorschriften (§§ 84, 85, 133 und 179 AktG). 5.5 Befugnisse des Vorstands hinsichtlich Aktienausgabe und Aktienrückkauf Für die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, gelten die aktienrechtlichen Bestimmungen (§§ 71 Abs. 1 Nr. 6-8, 202 ff AktG). Hauptversammlungsbeschlüsse zur Ausgabe oder zum Rückkauf von Aktien liegen nicht vor. 5.6 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Die entsprechenden Ausführungen befinden sich im Anhang. 6. Vollkonsolidierte TochterunternehmenDie Zahlen basieren auf den an die Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) angepassten Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2009, wie sie in den Konzernabschluss eingeflossen sind. 6.1 NGW GmbH (NGW, vormals Erdgasheiztechnik Planungsgesellschaft für haustechnische Anlagen mbH) Im Rahmen der Reorganisation der Gasnetze und Gasvertriebe innerhalb des GELSENWASSER-Konzerns haben die Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2009 die Unternehmenseinheit „Gas-Vertrieb” einschließlich Stromvertrieb und Nahwärme auf ihre 100 %ige Tochtergesellschaft, die Erdgasheiztechnik Planungsgesellschaft für haustechnische Anlagen mbH, ausgegliedert. Anschließend wurden die Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH auf die GELSENWASSER AG verschmolzen und die Erdgasheiztechnik Planungsgesellschaft für haustechnische Anlagen mbH in NGW GmbH umfirmiert. Der Erdgasabsatz der NGW lag bei 1.668 Mio. kWh. Seit Ende August 2009 bietet die NGW neben dem Energieträger Erdgas auch Strom im erdgasgrundversorgten Gebiet an. In vier Monaten konnten rund 3.800 Stromkunden gewonnen werden. Im Sonderkundensegment konnten im Jahr 2009 rund 35 neue Kunden mit einer Jahresgesamtmenge von 69,1 Mio. kWh außerhalb der erdgasgrundversorgten Gebiete akquiriert werden. Ergebnis NGW
6.2 Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH (VGW) Rückwirkend zum 1. Januar 2009 wurde die 100 %ige Beteiligung an der Gasversorgung Westfalica GmbH einschließlich des bestehenden Gewinnabführungsvertrags von der Vereinigten Gas- und Wasserversorgung GmbH auf die GELSENWASSER AG abgespalten. Im Zuge der Abspaltung wurden die Gewinn- und Kapitalrücklagen der Vereinigten Gas- und Wasserversorgung GmbH in Höhe des abgehenden Buchwerts der Beteiligung reduziert, so dass die Abspaltung handelsrechtlich keine Ergebnisauswirkung hatte. Mit 7,8 Mio. m3 lag der Wasserabsatz der VGW auf dem Niveau des Vorjahres. Der Absatz an Haushaltskunden erhöhte sich um 2,3 % auf 4,3 Mio. m3. Die Wasserabgabe an den Wiederverkaufskunden Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG lag mit 1,4 Mio. m3 um 1,7 % unter der Vorjahresabgabe. Der Bedarf der Industriekunden und öffentlichen Einrichtungen lag unverändert bei 2,1 Mio. m3. Der Rückgang des Ergebnisses vor Ertragsteuern um 7,3 Mio. € ist hauptsächlich auf die entfallende Ergebnisabführung der Gasversorgung Westfalica GmbH (6,8 Mio. € in 2008) zurückzuführen. Ergebnis VGW
6.3 Westfalica GmbH (WFA, vormals GELSENWASSER 3. Gesellschaft für Projekte mbH) Im Rahmen der Reorganisation der Gasnetze und Gasvertriebe innerhalb des GELSENWASSER-Konzerns hat die Gasversorgung Westfalica GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2009 die Unternehmenseinheit „Gas-Vertrieb” einschließlich Stromvertrieb und Nahwärme auf ihre 100 %ige Tochtergesellschaft, die GELSENWASSER 3. Gesellschaft für Projekte mbH, ausgegliedert. Anschließend wurde die Gasversorgung Westfalica GmbH auf die GELSENWASSER AG verschmolzen und die GELSENWASSER 3. Gesellschaft für Projekte mbH in Westfalica GmbH umfirmiert. Der Erdgasabsatz der WFA lag bei 1.308 Mio. kWh. Der Trend zum Servicepaket „Wärme+” verlief weiterhin ungebrochen. 2009 belieferte WFA 7.049 Kunden mit Wärme und Warmwasser. Der Wärmeverkauf betrug 63,7 Mio. kWh. Die Entwicklung beim Stromprodukt „Gas + Strom im Doppelpack” war ebenfalls erfolgreich. So konnten im Berichtsjahr 886 neue Stromkunden hinzugewonnen werden, davon entschieden sich 69 für das Zusatzangebot Ökostrom. Auch außerhalb des angestammten Versorgungsgebiets konnten erste Vertriebserfolge bei Gaskunden erzielt werden. Ab dem 1. Oktober 2009 und dem 1. Januar 2010 versorgt WFA verschiedene externe Geschäftskunden mit einem Gasverbrauch von 7 Mio. kWh. In der Stromsparte konnten ebenfalls erste Geschäftskunden mit einem Stromabsatz von 2,5 Mio. kWh gewonnen werden. Bereits für 2011 wurde ein weiterer Stromkunde mit einem Verbrauch von 1 Mio. kWh akquiriert. Die gegenüber den Rekordnotierungen von 2008 gesunkenen Ölpreisnotierungen führten zu zwei Preissenkungen im Berichtsjahr. Zum 1. März und 1. Juli konnten sich die WFAKunden über Gaspreisreduzierungen von insgesamt rd. 25 % freuen. Seit dem Sommer hat sich der Trend umgekehrt, die Rohölpreise und damit die Erdgas-Einkaufspreise steigen kontinuierlich an. Aus diesem Grund wurden die Preise zum 1. Januar 2010 angehoben. Ergebnis WFA
6.4 GELSENWASSER Energienetze GmbH (GWN) Als 100 %iges Tochterunternehmen der GELSENWASSER AG bündelt die GELSENWASSER Energienetze GmbH (GWN) die langjährige Kompetenz des GELSENWASSER-Konzerns im Bereich des Gasbetriebs. Im Rahmen der Reorganisation der Gasnetze und Gasvertriebe innerhalb des GELSENWASSER-Konzerns wurde die Unternehmenseinheit „Gasversorgungsnetze” der GELSENWASSER AG rückwirkend zum 1. Januar 2009 auf die GELSENWASSER Energienetze GmbH ausgegliedert. Mit umfasst von dieser Ausgliederung waren insbesondere auch die im Zuge der vorausgegangenen Verschmelzungen auf die GELSENWASSER AG übergegangenen Unternehmenseinheiten „Gas-Netze” der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH und der Gasversorgung Westfalica GmbH. Diese Ausgliederung diente dazu, sowohl Betrieb als auch Eigentum an diesen Gasversorgungsnetzen in der GELSENWASSER Energienetze GmbH zu bündeln. Aus diesem Grund ist die Gewinn- und Verlustrechnung nur sehr eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar. Neben den Gasversorgungsanlagen wurden ebenfalls die zugehörigen Gaskonzessionen auf die GWN übertragen. Darüber hinaus gingen alle Mitarbeiter, die den Betrieb der Netze in den Konzessionsgebieten am Niederrhein und in Ostwestfalen/Niedersachsen durchführen, auf GWN über. Somit umfasst das Anlagevermögen der GWN nunmehr rd. 227 Mio. € bei einer Personalstärke von 171 Mitarbeitern. Die übrigen vier Netzeinheiten in den Konzessionsgebieten der Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG, der Gasversorgung Hünxe GmbH, der Stadtwerke Kaarst GmbH sowie der Stadtwerke Kalkar GmbH & Co. KG werden weiterhin im Wege des Netzpachtmodells betrieben. An allen genannten Gesellschaften ist die GELSENWASSER AG unmittelbar oder mittelbar beteiligt. Das gesamte Netzgebiet der GWN umfasste zum 31. Dezember 2009 47 Konzessionsgebiete. Darüber hinaus konnte GWN im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung zwei weitere Konzessionsverträge mit den niedersächsischen Samtgemeinden Landesbergen und Estorf ab dem 1. Januar 2010 mit einer Laufzeit von 20 Jahren hinzugewinnen. Die regionalen Schwerpunkte des Versorgungsgebiets der Gesellschaft liegen unverändert im Münsterland, am Niederrhein sowie in Ostwestfalen und dem angrenzenden Niedersachsen. In Ergänzung zu der Bewirtschaftung der eigenen bzw. gepachteten Gasnetze übernahm GWN die technische Betriebsführung für die Wassernetze der GELSENWASSER AG am Niederrhein in den Gemeinden Issum und Linnich. Daneben gingen zahlreiche Betriebsführungs- und Dienstleistungsverträge mit externen Vertragspartnern auf GWN über, welche außer der Sparte Gas auch den Betrieb von Wassernetzen und Wärmeanlagen beinhalten, so dass auf dieser Basis das Aufgabenspektrum der GWN um das Geschäfts - feld Dienstleistungen maßgeblich erweitert werden konnte. Ein Dienstleistungskatalog für externe und interne Kunden steht zur Verfügung. Zusätzlich zu den angebotenen Dienstleistungen legt GWN ihren Fokus auf spartenübergreifende Kooperationen im Bereich Netzbetrieb sowie auf die Analyse von Netzkaufpotenzialen bzw. Beteiligungen an Netzgesellschaften. Die Erdgas-Durchleitungsmenge lag im Jahr 2009 mit 4.649 Mio. kWh um 2,8 % unter dem Antragswert. Die dadurch entstandenen Mindereinnahmen werden im Rahmen der periodenübergreifenden Saldierung über das Regulierungskonto erfasst und im Verlauf der 2. Regulierungsperiode Erlösobergrenzen erhöhend berücksichtigt. Die Umsatzerlöse lagen im Geschäftsjahr 2009 mit 76,3 Mio. € um 15,3 Mio. € über dem Vorjahreswert von 61,0 Mio. €. Das Vorsteuerergebnis von 20,9 Mio. € ist sehr stark geprägt durch einmalige Ergebniseffekte, die das Jahresergebnis auf ein für GWN untypisch hohes Niveau gesteigert haben. Während im Vorjahr die Bildung der Rückstellung für Mehrerlösabschöpfung Ergebnis belastend wirkte, ist das Ergebnis des Berichtsjahres durch die teilweise Auflösung dieser Rückstellung positiv beeinflusst. Ergebnis GWN
6.5 GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH (GWP) Die GWP war in 2009 nicht operativ tätig. Die Gesellschaft hat im Mai 2009 weitere 40 % der Anteile an der Nantaise des Eaux Services SAS (NES) übernommen. Mit der Übernahme der Restanteile hält die GWP nun 100 % der Anteile an der NES. Im Rahmen des Erwerbs der Restanteile wurden der GWP 3,25 Mio. € an Eigenkapital zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis vor Ertragsteuern war im Vorjahr aufgrund der teilweisen Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts der NES außerordentlich belastet. Ergebnis GWP
6.6 Nantaise des Eaux Services SAS (NES) Im Geschäftsjahr 2009 war die NES für rund 365.000 Einwohner im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung tätig. Der Wasserabsatz stieg dabei in 2009 um 0,5 Mio. m3 auf 8,0 Mio. m3. Im Bereich Abwasser verminderte sich die Vorjahresmenge um insgesamt 0,3 Mio. m3 auf 7,7 Mio. m3. Der Anstieg des Ergebnisses vor Ertragsteuern um 2,8 Mio. € resultiert aus einem Forderungsverzicht der GELSENWASSER AG. Ergebnis NES
6.7 GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH (GW3B) Die GW3B war im Geschäftsjahr 2009 nicht operativ tätig. Gegenstand des Unternehmens ist die Gründung, der Erwerb, die Veräußerung, der Besitz und die Verwaltung von Geschäftsanteilen an Beteiligungsgesellschaften. Im Rahmen ihres Unternehmenszwecks hat die GW3B im Oktober 2009 74,9 % der Anteile an der Stadtwerke Zehdenick GmbH in Brandenburg, ca. 60 km nördlich von Berlin, erworben. Die restlichen 25,1 % der Anteile werden von der Stadt Zehdenick gehalten. Die Stadtwerke Zehdenick GmbH ist damit neben der PVU Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen GmbH die zweite Unternehmensbeteiligung in Brandenburg. Die Stadtwerke Zehdenick GmbH ist ihrerseits mit 51 % an der Havelstrom Zehdenick GmbH und mit 51 % an der Gasversorgung Zehdenick GmbH beteiligt. Das mittelständische Versorgungsunternehmen mit 35 Mitarbeitern versorgt rund 14.500 Bürger in Zehdenick mit Wasser, Fernwärme, Strom und Gas und führt im Auftrag der Stadt den örtlichen Entwässerungsbetrieb. Zur Stärkung der Kapitalstruktur der Stadtwerke Zehdenick GmbH hat die GW3B 1,5 Mio. € in die freie Kapitalrücklage der Gesellschaft eingezahlt. Die GW3B hält darüber hinaus 37,45 % der Anteile an der Stadtwerke – Altmärkische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke GmbH Stendal in Sachsen-Anhalt. Ergebnis GW3B
6.8 GELSENWASSER Dresden GmbH (GWDD) Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, die Veräußerung, der Besitz und die Verwaltung von Geschäftsanteilen an Gesellschaften und die Übernahme von Betriebsführungen im Wasserver- und Abwasserentsorgungsbereich sowie die Erbringung von Akquisitionsdienstleistungen. Am 21. Dezember 2009 wurden die Gesellschaftsanteile der GELSENWASSER AG an der Stadtentwässerung Dresden GmbH auf die GWDD übertragen. In diesem Zusammenhang wurde die Kapitalrücklage der GWDD durch die Einbringung der Gesellschaftsanteile um 27,6 Mio. € aufgestockt. Die GWDD hält darüber hinaus 100 % der Anteile an der GELSENWASSER Entwicklungsgesellschaft Dresden mbH. Ergebnis GWDD
7. NachtragsberichtNach Abschluss des Geschäftsjahres 2009 sind bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für den GELSENWASSER-Konzern eingetreten. 8. Risikobericht8.1 Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem GELSENWASSER erfasst und verarbeitet sämtliche Geschäftsvorfälle der Finanz- und Anlagenbuchhaltung unter Verwendung der Standardsoftware SAP R/3. Die Lohn- und Gehaltsabrechnung erfolgt mit Hilfe des EDV-Systems PAISY, welches über eine Schnittstelle an das Finanzbuchhaltungssystem angebunden ist. Die Dokumentation der für die Rechnungslegung nach HGB und IFRS erforderlichen Sachverhalte wird durch die Finanzabteilung sichergestellt und prozessorientiert gesteuert. Auf Basis der Berichterstattung nach IFRS (International Financial Reporting Standards) wird insbesondere den hohen Anforderungen an eine transparente und zeitnahe Informations- und Finanzberichterstattung Sorge getragen. Die Sicherstellung der bilanziell richtigen Erfassung und Aufbereitung von unternehmerischen Sachverhalten und deren Übernahme in das Rechnungslegungssystem wird durch eine regelmäßige Revisionsprüfung gewährleistet. 8.2 Risikomanagementsystem 8.2.1 Allgemein Das Risikomanagementsystem des GELSENWASSER-Konzerns ist entsprechend den Anforderungen des „Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich” (KonTraG) darauf ausgerichtet, Risiken frühzeitig zu erkennen, standardisiert zu erfassen, zu bewerten und dauerhaft zu überwachen. Insbesondere bei potentiell den Bestand gefährdenden Risiken ist das Einleiten geeigneter Gegenmaßnahmen sowohl auf Konzern- als auch auf Gesellschaftsebene ein zentraler Bestandteil des Prozesses. Gleichzeitig werden aber auch Chancen und das damit verbundene Ergebnispotenzial identifiziert. Auf Konzernebene überwacht das Risikomanagementgremium die Umsetzung, Handhabung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems. Es setzt sich im Wesentlichen aus den leitenden Vertretern der Zentralbereiche und Gesellschaften zusammen und tagt zu den jeweiligen halbjährlichen Berichterstattungsterminen. Das Risikomanagementsystem ist als kontinuierlicher Vorgang in die betrieblichen Prozesse integriert. Dies ermöglicht eine frühzeitige Identifizierung und Klassifizierung der Risiken, die im Weiteren anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Schadenshöhe auf Ebene des Konzerns zusammengefasst werden. Liegt mehreren Risiken die gleiche Ursache zugrunde, werden sie zu einer Position zusammengefasst. Wenn sich ein Risiko durch Gegenmaßnahmen verringern lässt, wird das Restrisiko unter Nennung der Risiko reduzierenden Maßnahmen dargestellt. Die mögliche Schadenshöhe eines Risikos wird dem betrieblichen Ergebnis der jeweiligen Gesellschaft gegenübergestellt. Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit oder Schadenshöhe werden durch operative Maßnahmen begrenzt. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig in standardisierter Form über die aktuellen Risiken informiert, bei unvorhergesehenen wesentlichen Veränderungen der Risikosituation in Form einer Ad-hoc-Berichterstattung. Die regelmäßige Prüfung der Ordnungsmäßigkeit und Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems des GELSENWASSER-Konzerns wurde auch in diesem Jahr durch die interne Revision durchgeführt. Zudem wird im Rahmen der Jahresabschlussprüfung die Funktionsfähigkeit des eingerichteten Risikomanagementsystems von den Wirtschaftsprüfern hinsichtlich der Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben geprüft. 8.2.2 Gasgeschäft Vor dem Hintergrund der Liberalisierung der Gasmärkte hat sich GELSENWASSER erfolgreich im Markt positioniert und den neuen Herausforderungen gestellt. Neben der weiteren Optimierung der mit Kooperationspartnern genutzten gemeinsamen Beschaffungsplattform konnten die Gasspeicherkapazitäten weiter ausgebaut werden. Ziel dieser Aktivitäten ist es, die Ergebnisrisiken aus Preisschwankungen auf den Energiemärkten einzugrenzen und neue Beschaffungsstrategien zu ermöglichen. Die zum Gaswirtschaftsjahr 2008/2009 erstmalig integrierte Konzernrichtlinie zum Thema Gashandel liefert die grundsätzlichen inhaltlichen Vorgaben für die Beschaffung, den Vertrieb und den Handel mit Erdgas. Operativ überwacht werden die mit diesem Prozess entstehenden Risiken und Vorgaben durch das Risikocontrolling. Es überprüft die Einhaltung der Risikolimite und ist für die permanente Beobachtung und Analyse der Preis- und Mengenrisiken verantwortlich. Das ebenfalls neu installierte Risikokomitee diskutiert in seinen mindestens einmal monatlich stattfindenden Sitzungen die Parameter für das Risikocontrolling und passt diese permanent an aktuelle Veränderungen im Marktumfeld an. Gleichzeitig stellt es die Umsetzung der Risikostrategie und der Risikopolitik sicher und identifiziert neue, mit der Gasbeschaffung, dem Gashandel und dem Gasvertrieb einhergehende Risiken. Es ist diesbezüglich zudem verantwortlich für die Festlegung adäquater risikobezogener Maßnahmen. Dem Gremium gehören die Verantwortlichen der Bereiche Vertrieb, Finanzen und Controlling sowie benannte Personen aus dem Gasbezug, dem Gashandel, dem Risikocontrolling und der Risikokoordination an. 8.3 Risikolage Die Finanzkrise und die möglichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft stehen weiterhin im Fokus der Risikobetrachtung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die konjunkturellen Einflüsse auf den Vertrieb von Wasser und Gas insbesondere im Industriekundensektor sichtbar. Firmeninsolvenzen, Investitionskürzungen und Produktionseinschränkungen sorgten für Absatzrückgänge und können auch in Zukunft den Gas- und Wasservertrieb negativ beeinflussen und sich auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Aktuell geht GELSENWASSER aufgrund von Konjunkturprognosen davon aus, dass es zu einer graduellen Stabilisierung des Absatzes in den nächsten 24 Monaten kommen wird und sich aus heutiger Sicht keine zusätzlichen Risiken aus bestehenden Gasbeschaffungsverträgen ergeben. GELSENWASSER muss sich im liberalisierten Gasmarkt dem verschärften Wettbewerb stellen und ist einem zunehmenden Preis- und Absatzrisiko ausgesetzt. Ein möglicher Verlust von Kunden an Wettbewerber und zunehmender Preisdruck können die Marge im Geschäftsfeld Gas negativ beeinflussen. Durch intensives Kundenmanagement in Kombination mit einem attraktiven Preissystem werden die Ertragsrisiken im Wettbewerb begrenzt und sich ergebende Chancen genutzt. Ferner werden durch die Erschließung neuer Vertriebskanäle zusätzliche Kundengruppen angesprochen. So bietet beispielsweise die energiehoch3 GmbH ein prozessoptimiertes und bundesweit verfügbares Gasangebot an, welches ausschließlich online vertrieben wird und damit kostengünstige, besonders wettbewerbsfähige Tarife bieten kann. Im Gasgeschäft stellt sich GELSENWASSER verschiedenen unternehmerischen Risiken. Witterungsbedingte Mengenrisiken, die durch Temperatureinflüsse auf die Absatzmengen zustande kommen, können Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Ebenso können sich Marktpreisänderungsrisiken in der operativen Geschäftstätigkeit und auf den Beschaffungsmärkten ergeben. Durch den optimierten Einsatz von Rohstoffderivaten und eine hohe Flexibilität in der Gasbeschaffung werden diese Risiken in einem wirtschaftlich sinnvollen Rahmen minimiert und innovative Preisangebote abgesichert. Den Risiken zur Versorgungssicherheit begegnet der GELSENWASSER-Konzern mit einer diversifizierten Vertragsstruktur in der Beschaffung, mit unterschiedlichen Konditionen, Laufzeiten und einem professionellen Portfoliomanagement. Die Erweiterung der Erdgasspeicherkapazitäten ist Teil dieser Portfoliostruktur und bietet neben der Optimierung der Gasbelieferung an Kunden in Wintermonaten auch zusätzliche Möglichkeiten, die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Aus den Geschäftsbeziehungen ergeben sich kundenseitige Forderungsausfallrisiken, die durch eine regelmäßige Bonitätsprüfung der Kunden in einem angemessenen Rahmen gehalten werden. Mögliche Gefahren, dass Handelspartner ihren Lieferverpflichtungen nicht vertragsgemäß nachkommen, begegnet GELSENWASSER durch ein systematisches Auswahlverfahren und die turnusmäßige Überwachung aller Bonitäten. Ergebnisrisiken können aus auslaufenden Konzessionsverträgen und dem damit verbundenen Verlust von Konzessionsgebieten entstehen. Diesem externen Risiko wird mit einem aktiven Konzessionsmanagement entgegengetreten. GELSENWASSER zeigt sich hierbei insbesondere durch hohes soziales Engagement und regionale Verbundenheit als verlässlicher Partner für Städte und Gemeinden. Der Bundesgerichtshof hat in einem Beschluss die Preissenkungsverfügung der Hessischen Landeskartellbehörde gegen den Wasserversorger der Stadt Wetzlar, die enwag Energie und Wassergesellschaft mbH, bestätigt. Hieraus können sich für GELSENWASSER mittelfristig Risiken durch eine mögliche Verpflichtung zur Senkung der Wasserpreise bei Haushaltskunden ergeben. Die potentiellen Konsequenzen wurden in ersten Risikoanalysen erfasst und in den verschiedenen Risikogremien diskutiert. Entlang der Wertschöpfungskette werden technologisch hoch spezialisierte, vernetzte Anlagen betrieben. Hierbei können Schäden an Wasserwerksanlagen oder in den Verteilnetzen z. B. durch höhere Gewalt oder Sabotage auftreten. Durch ein komplexes Sicherheits- und Qualitätsmanagement sollen Ausfälle und Schäden weitestgehend vermieden werden. Die fortwährende Weiterentwicklung der Prozesse, Techniken und Verfahren sowie die sorgfältige Wartung der Anlagen und regelmäßige Weiterbildung der Mitarbeiter tragen ebenso zu einer deutlichen Reduzierung der Risiken bei. Für dennoch eintretende Schäden besteht in einem wirtschaftlich sinnvollen Umfang Versicherungsschutz, der regelmäßig auf Bedarf und Wirtschaftlichkeit überprüft und entsprechend angepasst wird. Die weltweite Finanzkrise hat sich im Jahr 2009 auch auf die finanzwirtschaftlichen Risiken der Realwirtschaft ausgewirkt. Risiken ergeben sich für GELSENWASSER sowohl bei der Anlage von liquiden Mitteln als auch bei der Fremdkapitalbeschaffung am Kapitalmarkt. Durch ein seit vielen Jahren praktiziertes operatives Finanzmanagement profitiert GELSENWASSER von der guten Bonität seiner finanzwirtschaftlichen Handelspartner und der Marktgängigkeit der eingesetzten Finanzprodukte. Ebenso bietet die konstant gute Kreditbonität bei der Kapitalbeschaffung eine solide und verlässliche Verhandlungsbasis. Der Finanzmittelbedarf ist somit durch vorhandene liquide Mittel und zugesagte freie Kreditlinien jederzeit sichergestellt. Die Informations- und Kommunikationstechniken sind von zentraler Bedeutung für die Geschäftsprozesse des GELSENWASSER-Konzerns. Demzufolge können Störungen der IT-Struktur erhebliche Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und die internen und externen Prozesse haben. Die Aufrechterhaltung und Optimierung der IT-Systeme wird durch den Einsatz interner und externer Fachleute, durch technologische Sicherungsmaßnahmen und hohe Sicherheitsstandards gewährleistet und ständig überprüft. Den steigenden Risiken, die sich beispielsweise aus der ständigen Verfügbarkeit der IT-Systeme und der Datenbereitstellung bei Störfällen ergeben, wird hierdurch in erheblichem Umfang entgegengewirkt. Auch vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise und sich verändernder Märkte sind für die Zukunft aus heutiger Sicht keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens mittelfristig gefährden könnten. Eine Verrechnung von Chancen und Risiken ist nicht erfolgt. 8.4 Chancen Durch den Erwerb weiterer Beteiligungen und durch den Ausbau von Managementaktivitäten im Ausland ergeben sich für die GELSENWASSER AG vielfältige Chancen, neue Märkte zu erschließen und Geschäftsfelder weiterzuentwickeln. Die zu Beginn des Gaswirtschaftsjahres 2008/2009 vereinbarte Kooperation zwischen der GELSENWASSER AG und der ewmr zur Bündelung der Beschaffungsaktivitäten beim Gaseinkauf hat sich erfolgreich entwickelt. Für die Zukunft bieten sich weitere Synergieeffekte insbesondere durch die ebenso erfolgte Einbeziehung der Konzern- und Gruppengesellschaften in die gebündelte Gasbeschaffung. Der zentrale Einkauf größerer Mengen am Markt ergibt die Möglichkeit, Gas kostengünstiger zu erwerben. GELSENWASSER hat die Chancen eines zunehmenden Wettbewerbs im Gas- und Strommarkt erfolgreich genutzt. Seit Mitte 2009 wird im Wasserversorgungsgebiet des Konzerns neben Wasser auch Gas und Ökostrom unter den jeweils vor Ort etablierten Konzernmarken angeboten. Neue Wachstumsoptionen ergeben sich durch die bundesweit agierende Vertriebsgesellschaft energiehoch3 GmbH, die als reines Online-Angebot Gas und Strom zu besonders kostengünstigen Tarifen anbieten kann. Durch den Ausbau derartiger Vertriebsaktivitäten und einen wettbewerbsorientierten Marketing-Mix werden sich auch zukünftig Chancen bieten, die Margen zu stabilisieren und drohende Kundenverluste durch erfolgreiche Neukundengewinnung zu kompensieren. Potential zur Ergebnisverbesserung ergibt sich für den GELSENWASSER-Konzern insbesondere durch eine erhöhte Gasnachfrage seitens der Haushalts- und Industriekunden. Während kalte Temperaturen im Herbst und Winter die Gasnachfrage bei Haushaltskunden steigen lassen, führt eine konjunkturelle Belebung der Realwirtschaft zu Produktionsausweitungen im Industriekundenbereich und hat ebenso positive Auswirkungen auf die Gasnachfrage und somit auf den Gasabsatz bei GELSENWASSER. 9. Prognosebericht9.1 Branchensituation Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise werden in Deutschland noch bis voraussichtlich 2011 zu spüren sein. Nach einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Januar 2010 rechnet das Institut für 2010 und 2011 mit einem Wirtschaftswachstum von jeweils rund 2 %, wobei der private Verbrauch die wichtigste Säule des Wachstums sein wird. Damit sind die Rückschläge durch die Wirtschaftskrise noch nicht überwunden. Das DIW erwartet, dass erst gegen Ende 2011 Deutschland seine alte Wirtschaftskraft von Mitte 2008 erreicht haben wird. Diese allgemeine Wirtschaftsentwicklung ist auch in den Versorgungssparten der GELSENWASSER AG spürbar und führt auf Seiten der Haushalts- und Gewerbekunden zu einem weiter steigenden Verbrauchs- und Preisbewusstsein. So ist der Wasserverbrauch der Haushaltskunden im Versorgungsgebiet der GELSENWASSER AG weiterhin rückläufig. Die Industrie reagiert erfahrungsgemäß sehr zeitnah und in entsprechender Intensität auf konjunkturelle Schwankungen, so dass auch an dieser Stelle sich der Wasserverbrauch entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung verringert hat. Eine Verbesserung der Situation ist erst mit dem langsam wieder aufkeimenden Aufschwung zu erwarten. Im Energiebereich sind die konjunkturbedingten Einflüsse ebenfalls unübersehbar. Hinzu kommt im Gassektor eine steigende Wettbewerbsintensität sowie Konkurrenz durch regenerative Energieträger, die sich korrespondierend mit der wirtschaftlichen Lage durch einen harten Preiskampf auszeichnet. In diesem Sektor ist daher auch mittelfristig mit erschwerten Bedingungen zu rechnen. Auf Seiten der Kommunen sind die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Form von zunehmend schrumpfenden finanziellen Spielräumen zu spüren, die sich auf das kommunale Engagement in den Bereichen der Daseinsvorsorge niederschlagen. Wie schon im vergangenen Jahr arbeitet GELSENWASSER intensiv daran, die Auswirkungen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung für das Unternehmen so weit wie möglich abzufedern. Dies geschieht im Gasbereich durch extensive Erweiterungen der vertrieblichen Aktivitäten weit über das bisherige Versorgungsgebiet hinaus sowie den Ausbau des Energiesegments durch direkten Stromvertrieb. Auch in den zunehmend gefragten Bereichen der regenerativen Energien und energetischen Optimierung ist GELSENWASSER engagiert. Im Wasserbereich werden weiterhin – in Zusammenarbeit mit den Verbänden – Aufklärungskampagnen zum Wassersparen betrieben sowie die Transparenzbestrebungen der Wasserbranche bezüglich ihrer Preisbildung unterstützt. Für die Kommunen kann GELSENWASSER in Zeiten der Wirtschaftskrise mehr denn je verlässlicher Partner sein, um Investitionsanforderungen nachzukommen und dem Wunsch nach Gebührenstabilität gerecht zu werden. An dieser Stelle wird das Engagement unablässig weitergeführt. Mit zunehmenden Erfolgen auch im Abwassersektor und damit einhergehendem stetig wachsenden Know-how baut GELSENWASSER sein ganzheitliches Angebot für die Kommunen weiter aus, um weiterhin erfolgreich am Markt zu bestehen. 9.2 Ergebnisentwicklung Für die nächsten zwei Jahre wird für den GELSENWASSER-Konzern ein zufriedenstellendes Konzernergebnis erwartet. Für die GELSENWASSER AG wird eine Gewinnabführung auf dem Niveau des Berichtsjahres erwartet. Der Ergebnisbeitrag des Segments Wasser wird sich durch den weiterhin rückläufigen Absatz – insbesondere im Industriesektor – mengenbedingt reduzieren. In den Jahren 2010 und 2011 wird das Ergebnis im Gasbereich durch die geplante Weitergabe der Kürzungen bei den Netznutzungsentgelten sowie durch Mengenrückgänge im eigenen Versorgungsgebiet belastet. Diesen erwarteten zukünftigen Entwicklungen begegnet GELSENWASSER mit einem konsequenten Kostenmanagement, dem Aufbau und Ausbau neuer Geschäftsaktivitäten (Gasbeschaffung, Porfoliomanagement, Gasvertrieb) sowie dem Ausbau des Beteiligungsportfolios. 9.3 Investitionen Im Planungszeitraum bis 2014 ist ein Investitionsvolumen von 199 Mio. € für den GELSENWASSER-Konzern vorgesehen, davon entfallen 134 Mio. € auf Sachanlageinvestitionen und 65 Mio. € auf Finanzinvestitionen. Schwerpunkt ist mit rd. 85 Mio. € die Erweiterung und Erneuerung des Wasser- und Gasrohrnetzes. 10. Erklärung zur UnternehmensführungDer Vorstand berichtet in dieser Erklärung – zugleich auch für den Aufsichtsrat – gemäß § 289a Abs. 1 HGB sowie gemäß Ziff. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Unternehmensführung. 10.1 Bericht zu Corporate Governance und Entsprechenserklärung 10.1.1 Bericht zu Corporate Governance Die GELSENWASSER AG ist den Prinzipien verantwortungsbewusster und guter Unternehmensführung verpflichtet, die auch die Handlungsmaximen ihrer Leitungs- und Kontrollgremien darstellen. Aus diesem Grund setzt die GELSENWASSER AG insbesondere die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex konsequent um. Kodexanpassungen werden zeitnah aufgegriffen und umgesetzt. Themen der Corporate Governance stehen regelmäßig auf der Agenda von Vorstand und Aufsichtsrat. Können einzelne Empfehlungen des Kodex durch die GELSENWASSER AG aufgrund struktureller Besonderheiten nicht umgesetzt werden, wird dies in der Entsprechenserklärung offengelegt und begründet. Die aktuelle sowie alle bisherigen Entsprechenserklärungen sind im Internet unter www.gelsenwasser.de dauerhaft zugänglich. 10.1.2. Wortlaut der aktuellen Entsprechenserklärung Die aktuelle Entsprechenserklärung der GELSENWASSER AG ist im Internet unter www.gelsenwasser.de abrufbar. Sie hat folgenden Wortlaut: Gemäß § 161 AktG erklären Vorstand und Aufsichtsrat, dass den vom Bundesministerium der Justiz im Amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex” in der Fassung vom 18. Juni 2009 (Inkraft getreten am 5. August 2009) entsprochen wird und im Jahre 2009 nach Maßgabe der Entsprechenserklärung vom 26. November 2008 entsprochen wurde, allerdings mit folgenden Ausnahmen:
10.2 Unternehmensführungspraxis Entsprechend den Vorgaben des Aktiengesetzes verfügt die GELSENWASSER AG als börsennotierte Aktiengesellschaft über eine zweigliedrige Führungsstruktur bestehend aus Vorstand (Leitung des Unternehmens) und Aufsichtsrat (Überwachung). Durch eine strenge Trennung der operativen Entscheidungen und der Aufsicht können beide Gremien ihren unterschiedlichen Aufgaben unabhängig voneinander nachkommen. Im Folgenden werden die grundsätzliche Zusammensetzung und Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat dargestellt. Hinsichtlich der konkreten personellen Besetzung beider Gremien und der Pflichtangaben nach § 285 Nr. 10 HGB wird auf den Anhang zum Jahres- und zum Konzernabschluss verwiesen. 10.3 Vorstand und Aufsichtsrat 10.3.1 Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands Der Vorstand der GELSENWASSER AG besteht aus zwei Mitgliedern, die ihre Beschlüsse einstimmig fassen. Entscheidungen des Vorstands werden in der Regel durch Beschluss im Rahmen gemeinschaftlicher Arbeitssitzungen getroffen. Jedes Vorstandsmitglied leitet seinen ihm laut Geschäftsverteilungsplan zugewiesenen Aufgabenbereich. Der Vorstandsvorsitzende Herr Dr. Manfred Scholle leitet das kaufmännische und Herr Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen das technische Ressort. 10.3.2 Zusammensetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG besteht aus 12 Mitgliedern. Acht Mitglieder werden von der Hauptversammlung und vier Mitglieder von den Arbeitnehmern nach den Vorschriften des Drittelbeteiligungsgesetzes gewählt. Die Wahl erfolgt grundsätzlich jeweils für fünf Jahre. Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte den Vorsitzenden und zwei Stellvertreter gewählt. Bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratmitgliedern wird auf die für ihre Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachliche Erfahrung geachtet. 10.3.3 Arbeitsweise Der Aufsichtsrat steht in ständigem Kontakt mit dem Vorstand, den er bei der Führung des Unternehmens regelmäßig berät und dessen Geschäftsführung er überwacht. In regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen werden anhand der Berichte des Vorstands alle Geschäftsvorgänge, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sowie wesentliche Angelegenheiten, die die Entwicklung der Gesellschaft betreffen, gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt. Der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen insbesondere der Erwerb, die Veräußerung und die Belastung von Grundstücken, die Aufnahme langfristiger Verbindlichkeiten und die Übernahme von Bürgschaften, soweit die jeweils geltenden Schwellenwerte überschritten sind. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat in mündlichen und schriftlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen zur Unternehmensplanung, zur strategischen Ausrichtung und Entwicklung, zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens einschließlich der Risiken, des Risikomanagements und der Compliance. Darüber hinaus wird die/der Aufsichtsratsvorsitzende auch zwischen den Sitzungen vom Vorstand über alle sonstigen wichtigen Geschäftsvorfälle unverzüglich informiert. Der Aufsichtsrat ist in alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Die Erforderlichkeit seiner Zustimmung wird in jedem Einzelfall geprüft. Soweit sie gegeben ist, wird sie strikt beachtet. Der Aufsichtsrat hält mindestens vier Sitzungen im Kalenderjahr ab. Hinsichtlich der einzelnen Vorkommnisse im Geschäftsjahr 2009 wird auf den Bericht des Aufsichtsrats verwiesen. 10.4 Ausschüsse des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder ein Präsidium, einen Nominierungsausschuss und einen Prüfungsausschuss eingerichtet. Die drei Ausschüsse unterstützen die Arbeit des Aufsichtsrats, indem sie die Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vorbereiten bzw. – im Falle des Präsidiums – im Rahmen des nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats Zulässigen an Stelle des Aufsichtsrats beschließen. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichten dem Plenum regelmäßig über die Arbeit ihrer Ausschüsse. 10.4.1. Zusammensetzung der Ausschüsse Der jeweilige Ausschuss setzt sich nach den Vorgaben der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats zusammen. Präsidium Das Präsidium besteht aus drei Mitgliedern. Ihm gehören der Aufsichtsratsvorsitzende als Vorsitzender des Ausschusses und seine Stellvertreter an. Das Präsidium besteht gegenwärtig aus
Prüfungsausschuss Dem Prüfungsausschuss gehören vier vom Aufsichtsrat zu wählende Aufsichtsratsmitglieder an. Mindestens ein unabhängiges Mitglied muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Der Vorsitzende soll über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll nicht gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft sein. Diese Erfordernisse werden durch die Zusammensetzung des Ausschusses, gegenwärtig bestehend aus
erfüllt. Nominierungsausschuss Der Nominierungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern. Er wird ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Der Ausschuss besteht gegenwärtig aus
10.4.2 Arbeitsweise der Ausschüsse Die Ausschüsse treten grundsätzlich nach Bedarf zusammen. Im Jahr 2009 tagten das Präsidium und der Prüfungsausschuss dreimal. Der Nominierungsausschuss wurde erstmalig einberufen. Präsidium Wesentliche Aufgabe des Präsidiums ist die Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats. Darüber hinaus obliegt dem Präsidium die Vorbereitung bestimmter Geschäfte und Maßnahmen zur Beschlussfassung im Aufsichtsrat. Hierzu zählt insbesondere die Vorbereitung der Festsetzung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie der Entscheidungen des Aufsichtsrats zur Bestellung von Prokuristen. Prüfungsausschuss Der Prüfungsausschuss nimmt insbesondere eine Vorprüfung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses der GELSENWASSER AG sowie des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts vor. Zudem erörtert er vor der Veröffentlichung den Halbjahresfinanzbericht mit dem Vorstand. Darüber hinaus überprüft der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Zu diesem Zweck holt der Prüfungsausschuss vom vorgesehenen Abschlussprüfer eine Unabhängigkeitserklärung ein und vereinbart mit diesem vertraglich, dass der Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung zu unterrichten ist. Darüber hinaus prüft der Ausschuss selbstständig den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der GELSENWASSER AG sowie den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht und unterbreitet dem Aufsichtsrat seine Empfehlungen. Die Vorlagen der Abschlüsse, der Lageberichte sowie die Prüfungsberichte werden vom Prüfungsausschuss in Gegenwart des Abschlussprüfers und abschließend vom Aufsichtsrat wiederum zusammen mit dem Abschlussprüfer ausführlich besprochen. Nominierungsausschuss Der Nominierungsausschuss ist beauftragt und ermächtigt, dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorzuschlagen. Auf Vorschlag des Nominierungsausschusses steht im Rahmen der nächsten Hauptversammlung die Wahl von Herrn Jörg Stüdemann in den Aufsichtsrat an.
Gelsenkirchen, 10. März 2010 GELSENWASSER AG Der Vorstand Dr. Manfred Scholle Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB in dem zusammengefassten Lagebericht der GELSENWASSER AG und des GELSENWASSER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2009Der Vorstand hat in dem zusammengefassten Lagebericht der GELSENWASSER AG und des GELSENWASSER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2009 Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB gemacht und erläutert diese wie folgt: Das gezeichnete Kapital in Höhe von 103.125.000 € ist eingeteilt in 3.437.500 auf den Inhaber lautende nennbetragslose Stammaktien (Stückaktien), die jeweils die gleichen Rechte und Pflichten gewähren. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt. An der GELSENWASSER AG ist die Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG, Bochum, Deutschland, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Bochum GmbH und der Dortmunder Stadtwerke AG, über die Wasser und Gas Westfalen GmbH, Bochum, Deutschland, zum 31. Dezember 2009 mit 3.194.401 Aktien, entsprechend einem Anteil von 92,93 % des Grundkapitals und der Stimmrechte, beteiligt. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften in §§ 84, 85 AktG. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands liegt in der Zuständigkeit des Aufsichtsrats. Dieser bestellt die Vorstandsmitglieder für eine maximale Amtszeit von fünf Jahren. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist – vorbehaltlich § 84 Abs. 1 Satz 3 AktG – zulässig. Ergänzend bestimmt § 7 der Satzung, dass der Vorstand aus zwei oder mehreren Personen besteht und die Zahl der Vorstandsmitglieder durch den Aufsichtsrat bestimmt wird. Satzungsänderungen erfolgen durch Beschlussfassung der Hauptversammlung nach den §§ 179, 133 AktG. § 23 der Satzung senkt im Rahmen des gesetzlich Zulässigen die gesetzlichen Mehrheitserfordernisse ab. Der Aufsichtsrat ist nach § 17 der Satzung zu Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen. Für die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, gelten die aktienrechtlichen Bestimmungen (§§ 71 Abs. 1, 202 ff. AktG). Hauptversammlungsbeschlüsse zur Ausgabe oder zum Rückkauf von Aktien liegen nicht vor. Bei den dargestellten Regelungen handelt es sich um solche, die der Gesetzeslage entsprechen und bei vergleichbaren börsennotierten Unternehmen üblich sind. Sie dienen nicht dem Zweck der Erschwerung etwaiger Übernahmeversuche.
Gelsenkirchen, 10. März 2010 GELSENWASSER AG Der Vorstand Dr. Manfred Scholle Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen Gewinn- und Verlustrechnung, GesamtergebnisrechnungGewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009
Gesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009
Bilanz zum 31. Dezember 2009AKTIVA
Eigenkapitalveränderungsrechnung zum 31. Dezember 2009
Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009
Allgemeine GrundlagenDie GELSENWASSER AG und ihre vollkonsolidierten Tochtergesellschaften (zusammen der GELSENWASSER-Konzern) versorgen ihre Kunden – Haushalte, Gewerbe, öffentliche Einrichtungen und Industrie – mit Trink- und Betriebswasser sowie Erdgas. Darüber hinaus erfüllen die Gesellschaften Aufgaben der Abwasserentsorgung, der Stromversorgung und bieten vielfältige versorgungsnahe Dienstleistungen an. Schwerpunkte des inländischen Versorgungsgebiets sind das Ruhrgebiet, das Münsterland, der Niederrhein, Ostwestfalen und das angrenzende Niedersachsen. Die Versorgungsgebiete des französischen Tochterunternehmens Nantaise des Eaux Services SAS (NES), Sainte Luce-sur-Loire, liegen schwerpunktmäßig im Norden und Westen Frankreichs sowie in der Region um Paris. Zudem ist die GELSENWASSER AG an Gesellschaften in der Tschechischen Republik und in Polen beteiligt sowie im Rahmen einer Betriebsführung in Algerien tätig. Bei dem Mutterunternehmen handelt es sich um eine in Deutschland registrierte börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Gelsenkirchen, Willy-Brandt-Allee 26. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Gelsenkirchen unter HRB 165 eingetragen. Die Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG, Bochum, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Bochum GmbH und der Dortmunder Stadtwerke AG, hielt über die Wasser und Gas Westfalen GmbH zum 31.12.2009 3.194.401 Aktien der GELSENWASSER AG. Dies entsprach einem Anteil von 92,93 % des Grundkapitals und der Stimmrechte. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der GELSENWASSER AG für das Geschäftsjahr 2009 werden beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht. Der Lagebericht der GELSENWASSER AG ist mit dem Lagebericht des GELSENWASSER-Konzerns zusammengefasst. Das Unternehmen ist an den Börsen in Frankfurt, Düsseldorf und Berlin gelistet (Amtlicher Handel/General Standard). Anhang 2009Der Konzernabschluss der GELSENWASSER AG wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt und stimmt mit diesen überein. Die IFRS umfassen die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten Standards und die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie von der Europäischen Union übernommen wurden. Der vorliegende Konzernabschluss wird vollständig in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang entsprechend erläutert. Vermögenswerte und Schulden sind in langfristig – bei Fälligkeiten über einem Jahr – und kurzfristig aufgegliedert. Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung wird die Veränderung des Eigenkapitals gezeigt. Die Anhangsangaben enthalten zudem eine Segmentberichterstattung. Neue Rechnungslegungsvorschriften IASB und IFRIC haben eine Reihe von Änderungen bei bestehenden IFRS sowie einige neue Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2009 erstmalig verpflichtend anzuwenden sind. Dies sind:
Die erstmalige verpflichtende Anwendung der neuen Interpretationen hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der GELSENWASSER AG. Die folgenden Standards und Interpretationen werden mit dem erstmaligen verpflichtenden Anwendungszeitpunkt der Europäischen Union im GELSENWASSER-Konzernabschluss angewendet:
Nachstehende (teilweise überarbeitete) Standards und Interpretationen werden – das Endorsement durch die Europäische Union vorausgesetzt – im GELSENWASSER-Konzernabschluss erstmals zum Zeitpunkt ihres Inkrafttretens angewendet:
Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss der GELSENWASSER AG sind aus der erstmaligen Anwendung der geänderten Standards und Interpretationen nicht zu erwarten. KonsolidierungskreisDer Konsolidierungskreis umfasst neben dem Mutterunternehmen insgesamt acht Tochterunternehmen sowie 35 Unternehmen, die mit Hilfe der Equity-Methode bewertet werden. Die im Vorjahr vollkonsolidierten Tochterunternehmen Niederrheinische Gas- und Wasserwerke GmbH, Duisburg, und Gasversorgung Westfalica GmbH, Bad Oeynhausen, haben ihre jeweiligen Unternehmenseinheiten „Gas-Vertrieb” rückwirkend zum 1. Januar 2009 im Rahmen einer konzerninternen Reorganisation in die Erdgasheiztechnik Planungsgesellschaft für haustechnische Anlagen mbH, Gelsenkirchen, (nunmehr firmierend unter NGW GmbH) bzw. in die GELSENWASSER 3. Gesellschaft für Projekte mbH, Hamburg, (nunmehr firmierend unter Westfalica GmbH) ausgegliedert. Anschließend wurden die Niederrheinische Gas- und Wasserwerke GmbH sowie die Gasversorgung Westfalica GmbH ebenfalls rückwirkend zum 1. Januar 2009 auf die GELSENWASSER AG verschmolzen. Neben der Konzernmuttergesellschaft GELSENWASSER AG werden als vollkonsolidierte Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen: • GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, Hamburg • GELSENWASSER Dresden GmbH, Dresden (seit 31. Dezember 2009) • GELSENWASSER Energienetze GmbH, Gelsenkirchen • GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH, Hamburg • Nantaise des Eaux Services SAS, Sainte Luce-sur-Loire/Frankreich • Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH, Rheda-Wiedenbrück • Westfalica GmbH, Hamburg (seit 1. Januar 2009) Bei der GELSENWASSER Dresden GmbH (GWDD) handelt es sich um eine 100 %ige Tochtergesellschaft der GELSENWASSER AG. Die GELSENWASSER AG hat am 21. Dezember 2009 sämtliche bislang unmittelbar gehaltenen Geschäftsanteile an der Stadtentwässerung Dresden GmbH (49 %) in die GWDD eingebracht. Seit dem 31. Dezember 2009 wird die GWDD im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Die Stadtentwässerung Dresden GmbH wird wie bisher mit Hilfe der Equity-Methode bewertet. Die Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH wird trotz eines Stimmrechtsanteils von 51 % nicht per Vollkonsolidierung, sondern nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, weil aufgrund gesellschaftsrechtlicher Bestimmungen eine beherrschende Stellung von GELSENWASSER nicht gegeben ist.
Konsolidierungsgrundsätze(a) Tochterunternehmen Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, bei denen GELSENWASSER die Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik innehat. In der Regel besteht die Möglichkeit der Kontrolle bei einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 %. Erst- und Endkonsolidierung erfolgen grundsätzlich zum Zeitpunkt des Erwerbs oder des Verlusts der Kontrolle. Minderheitsanteile am Reinvermögen der konsolidierten Tochterunternehmen werden getrennt vom Eigenkapital des Konzerns ermittelt. Minderheitsanteile bestehen aus dem Betrag solcher Anteile zum Tag des ursprünglichen Unternehmenszusammenschlusses und dem Minderheitenanteil an den Änderungen des Eigenkapitals ab dem Zeitpunkt des Zusammenschlusses. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der bei dem Erwerb eines Tochterunternehmens entsteht, entspricht dem Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Konzernanteil an dem beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird im Zugangszeitpunkt mit seinen Anschaffungskosten bilanziert und in jeder Folgeperiode einem Wertminderungstest unterworfen. Bei der erstmaligen Aufstellung des IFRS-Konzernabschlusses hat GELSENWASSER im Falle von Unternehmenszusammenschlüssen das Erleichterungswahlrecht des IFRS 1 in Anspruch genommen, so dass die nach HGB ermittelten Konsolidierungsergebnisse in die IFRS-Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2004 übernommen werden konnten. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in die Konsolidierung einbezogenen Gesellschaften wurden gegeneinander aufgerechnet, Umsätze und Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet oder in aktivierte Eigenleistungen umgegliedert. (b) Assoziierte Unternehmen Als assoziierte Unternehmen gelten Unternehmen, auf die ein Konzernunternehmen einen maßgeblichen Einfluss im Sinne der Mitwirkung an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungsprozessen des Beteiligungsunternehmens ausüben kann, die jedoch weder Tochterunternehmen noch Gemeinschaftsunternehmen darstellen. Hierunter fallen regelmäßig Unternehmen, bei denen GELSENWASSER unmittelbar oder mittelbar über 20 % bis 50 % der Stimmrechte verfügt. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert; ihr Zugang erfolgt zu Anschaffungskosten. Ein eventuell bei Anschaffung vorhandener Geschäfts- oder Firmenwert (abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen) wird im Beteiligungsbuchwert erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert ermittelt sich als Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs über den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Anteil des Konzerns am Nettovermögen des erworbenen assoziierten Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt. Da der Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsbuchwert enthalten ist, wird er nicht gesondert auf eine Wertminderung hin geprüft (Impairmenttest). Vielmehr erfolgt für den gesamten Beteiligungsbuchwert ein Wertminderungstest gemäß IAS 36 bei Vorliegen der Erfordernisse für einen Wertminderungstest nach IAS 39. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von assoziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an erfolgsneutralen Veränderungen im Kumulierten übrigen Konzernergebnis. Die Gegenbuchung erfolgt im Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wesentlicher assoziierter Unternehmen werden, sofern die notwendigen Informationen vorliegen, an die dem Konzernabschluss zugrunde liegenden Methoden angepasst. Die Equity-Bewertung erfolgt grundsätzlich in der Weise, dass die von den Beteiligungen erwarteten Ergebnisse des Berichtsjahres zeitgleich berücksichtigt werden. (c) Gemeinschaftsunternehmen Als Gemeinschaftsunternehmen gelten Unternehmen, die unter gemeinschaftlicher Führung von mindestens zwei Gesellschaftern stehen. GELSENWASSER setzt die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen unter Verwendung der Equity-Methode an. Es gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Bilanzierung der assoziierten Unternehmen. Währungsumrechnung, Bilanzierungs- und BewertungsmethodenWährungsumrechnung In den Einzelabschlüssen der konsolidierten Unternehmen werden Geschäftsvorfälle in fremder Währung mit den zum Transaktionszeitpunkt geltenden Wechselkursen umgerechnet. Aus der Abwicklung dieser Geschäfte sowie aus der Umrechnung monetärer Fremdwährungsposten zum Stichtagskurs resultierende Fremd währungsgewinne und -verluste werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Als Umrechnungsverfahren für die Abschlüsse der ausländischen nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen wird die funktionale Währungsumrechnung angewendet. Dabei erfolgt die Umrechnung der Bilanzposten von der jeweiligen Landeswährung in Euro zu Stichtagskursen am Bilanzstichtag. Erträge und Aufwendungen werden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in dem Bilanzposten Kumuliertes übriges Konzernergebnis erfasst. Wenn ein ausländisches Unternehmen veräußert wird, werden solche Währungsdifferenzen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Veräußerungsgewinns oder Veräußerungsverlusts erfasst. Für die Währungsumrechnung wurden folgende Umrechnungskurse zugrunde gelegt:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Es wurden die gleichen Bilanzierungs-, Bewertungs- und Berechnungsmethoden wie im Vorjahresabschluss angewandt. Immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden identifiziert und gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst, sobald sie die Definition eines immateriellen Vermögenswerts erfüllen und ihr beizulegender Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann. Die Anschaffungskosten solcher immaterieller Vermögenswerte entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden und deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte, mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen bewertet. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Ist die Nutzung immaterieller Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, zeitlich unbegrenzt, werden diese in jeder Folgeperiode einem Wertminderungstest unterzogen. Folgende Nutzungsdauern liegen der Bewertung zugrunde:
Sachanlagevermögen Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, angesetzt. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten. Sie enthalten darüber hinaus die Barwerte der Kosten für zukünftige Rückbauverpflichtungen. Nachträgliche Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden, je nach Sachverhalt, entweder im Buchwert des Vermögenswerts oder als eigenständiger Vermögenswert erfasst, sofern es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern hieraus künftige wirtschaftliche Vorteile zufließen werden und die Kosten zuverlässig bemessen werden können. Alle anderen Reparatur- und Instandhaltungsausgaben werden im Jahr ihres Anfalls erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Bei allen anderen Vermögens werten erfolgt die Abschreibung linear, wobei die Anschaffungskosten über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte wie folgt auf den Restbuchwert abgeschrieben werden:
Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und, sofern notwendig, angepasst. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer werden Faktoren wie Abnutzung, Alterung, technische Standards und Vertragsdauer berücksichtigt. Änderungen dieser Faktoren können eine Verkürzung oder Verlängerung der Nutzungsdauer eines Vermögenswerts nach sich ziehen. In diesem Fall würde der Restbuchwert über die verbleibende, neue Nutzungsdauer abgeschrieben, was zu höheren oder niedrigeren jährlichen Abschreibungsbeträgen führen würde. Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden durch einen Vergleich des Veräußerungserlöses mit dem Buchwert ermittelt und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Investment Properties Investment Properties werden nach IAS 40 als Immobilien definiert, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder Wertsteigerungen gehalten werden und nicht zur Nutzung in der Produktion, für Dienstleistungen sowie für Verwaltungszwecke oder zum Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien umfassen Büro-, Lager- und Laborgebäude sowie Grundstücke. Sie werden zu ihren historischen Anschaffungskosten, abzüglich planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf die Gebäude werden linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 10 bis 50 Jahren vorgenommen. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die zugrunde gelegten Restwerte und Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Wertminderung von Vermögenswerten Immaterielle Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich auf Wertminderungsbedarf geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass ihr Buchwert möglicherweise nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsaufwand wird in Höhe des Betrags erfasst, um den der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Falls es nicht möglich ist, den erzielbaren Betrag für den einzelnen Vermögenswert zu schätzen, werden für den Wertminderungstest (Impairment-Test) Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (Cash-Generating Units). Bei Fortfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Finanzielle Vermögenswerte Die zu den Finanzinstrumenten zählenden Vermögenswerte werden nach IAS 39 in die folgenden Kategorien unterteilt: Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte, Ausleihungen und Forderungen, bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte (held-to-maturity) und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available-for-sale). Die Klassifizierung hängt von dem jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz und überprüft die Klassifizierung zu jedem Stichtag. Im GELSENWASSER-Konzern bestanden im Berichtsjahr und Vergleichsjahr lediglich finanzielle Vermögenswerte der beiden folgenden Kategorien: (a) Ausleihungen und Forderungen Ausleihungen und Forderungen sind finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht derivativ und nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie entstehen, wenn der Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner bereitstellt, ohne jegliche Absicht, die Forderungen zu handeln. Ausleihungen und Forderungen werden mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst 12 Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Ausleihungen und Forderungen sind in den Bilanzposten Finanzielle Vermögenswerte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Flüssige Mittel enthalten. (b) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available-for-sale financial assets) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die in keine der anderen Kategorien fallen oder freiwillig dieser Kategorie zugeordnet worden sind. Sie gehören zu den langfristigen Vermögenswerten, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern. Alle Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf bzw. Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet. Die finanziellen Vermögenswerte des GELSENWASSER-Konzerns werden anfänglich zu ihrem Fair Value zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Sie werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus dem Investment erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sofern für diese Vermögenswerte kein aktiver Markt besteht und keine Börsennotierung vorliegt, werden die Zeitwerte mittels einer geeigneten Bewertungsmethode ermittelt. Im Berichtsjahr kam dafür die Discounted Cashflow Methode (DCF) zur Anwendung. Veränderungen der Zeitwerte werden erfolgsneutral in dem Bilanzposten Kumuliertes übriges Konzernergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst. Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Hinweise für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts bzw. einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert sind, ist ein wesentlicher oder andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten als Hinweis auf eine Wertminderung zu sehen. Wenn ein derartiger Hinweis für zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte existiert, werden die im kumulierten übrigen Ergebnis erfassten Verluste aus dem Eigenkapital entnommen und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Einmal in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Wertminderungsverluste von Eigenkapitalinstrumenten werden nicht ergebniswirksam rückgängig gemacht. Available-for-sale financial assets sind ausschließlich im Posten Übrige Beteiligungen als langfristige Vermögenswerte erfasst. Vorräte Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Kosten werden auf Basis der Durchschnittsmethode bestimmt. Die Kosten fertiger und unfertiger Erzeugnisse umfassen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, direkte Personalkosten, andere direkte Kosten und der Produktion zurechenbare Gemeinkosten (basierend auf normaler Betriebskapazität). Der Nettoveräußerungswert bestimmt sich als geschätzter gewöhnlicher Verkaufspreis abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der notwendigen Vertriebskosten. Bestandsrisiken im Zusammenhang mit einer geminderten Verwertbarkeit wird darüber hinaus durch angemessene Abschläge Rechnung getragen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Abzug von Wertminderungen ausgewiesen. Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge im Rahmen der üblichen Bedingungen nicht vollständig einbringlich sind. Die Höhe der Wertminderung bemisst sich als Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem unter Zugrundelegung des Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Neben der Berücksichtigung individueller Risiken werden für gleichartige Kreditrisiken Einzelwertberichtigungen durchgeführt, die auf empirischen Erfahrungswerten beruhen. Vorzunehmende Wertberichtigungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In der Bilanz wird ein Wertberichtigungskonto verwendet, um den durch mögliche Kreditausfälle geminderten Buchwert herabzusetzen. Fertigungsaufträge Fertigungsaufträge werden nach der percentage-of-completion-Methode (POC-Methode) bilanziert, wobei der anzusetzende Fertigstellungsgrad nach der cost-to-cost-Methode ermittelt wird. Der Ausweis der Aufträge erfolgt aktivisch unter den Forderungen aus POC bzw. bei drohendem Verlust passivisch unter den Verbindlichkeiten aus POC. Soweit Anzahlungen die kumulierte Leistung übersteigen, erfolgt der Ausweis unter den Verbindlichkeiten. Flüssige Mittel Flüssige Mittel werden in der Bilanz mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Sie umfassen Bargeld, auf Abruf bereite Bankeinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. Darlehensverbindlichkeiten Darlehensverbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Transaktionskosten) und Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Verbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Verbindlichkeit erst mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu begleichen. Darlehensverbindlichkeiten werden in den Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen und stellen finanzielle Verbindlichkeiten dar. Derivative Finanzinstrumente Derivative finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz und in den Folgeperioden zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Hedge Accounting findet im GELSENWASSER-Konzern nicht statt. Pensionsverpflichtungen Rückstellungen für Pensionen werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Hierbei werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch zukünftig zu erwartende Gehalts- und Rentensteigerungen berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, so weit sie 10 % des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung – bezogen auf jeden einzelnen Versorgungsplan – übersteigen, über die durchschnittliche Restdienstzeit der Belegschaft erfolgswirksam erfasst. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung unter den Finanzierungsaufwendungen. Der versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionen liegen Annahmen über Diskontierungssätze, Gehaltssteigerungen, Rentensteigerungen und Sterbetafeln zugrunde. Diese Annahmen können von den tatsächlichen Daten abweichen, und zwar aufgrund veränderter wirtschaftlicher Bedingungen und einer veränderten Marktlage. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Höhe oder Fälligkeit unsicher ist. Rückstellungen werden nur gebildet, wenn ihnen eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten zugrunde liegt und die Begleichung der Verpflichtung wahrscheinlich („more likely than not”) ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich abgezinst. Baukosten- und Investitionszuschüsse Baukostenzuschüsse von Kunden werden passiviert und linear über die durchschnittliche Vertragsdauer von 50 Jahren aufgelöst. Die Auflösung wird unter den Umsatz erlösen ausgewiesen. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden ebenfalls passivisch ausgewiesen und linear über die erwartete Nutzungsdauer des bezuschussten Vermögenswerts als sonstiger betrieblicher Ertrag aufgelöst. Latente Steuern Latente Steuern werden unter Verwendung der Verbindlichkeiten-Methode für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und ihren Buchwerten im IFRS-Abschluss angesetzt, es sei denn die latente Steuer entsteht aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist, und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls wird weder das Periodenergebnis nach IFRS noch das steuerliche Ergebnis beeinflusst. Ausgenommen von dieser Regelung sind außerdem Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen entstanden sind. Zur Bestimmung der latenten Ertragsteuern wird der derzeit für den jeweiligen Zeitpunkt der Umkehr gesetzlich geltende (bzw. nahezu sicher zu verabschiedende) Steuersatz herangezogen. Latente Steuerforderungen werden in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichende zukünftige steuerliche Gewinne anfallen, gegen die die temporären Differenzen verrechnet werden können. Für steuerliche Verlustvorträge werden latente Steuerforderungen mit dem Betrag angesetzt, zu dem die Realisierung der damit verbundenen Steuervorteile durch zukünftige steuerliche Gewinne wahrscheinlich ist. Finanzielle Verbindlichkeiten Die finanziellen Verbindlichkeiten umfassen im GELSENWASSER-Konzern solche vertraglichen Verpflichtungen, flüssige Mittel oder einen anderen finanziellen Vermögenswert an ein anderes Unternehmen abzugeben oder finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten mit einem anderen Unternehmen zu potentiell nachteiligen Bedingungen auszutauschen. Die Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Verbindlichkeiten gegenüber at Equity bilanzierten Beteiligungen enthalten ausschließlich finanzielle Verbindlichkeiten. Ertragsrealisierung Erlöse umfassen den für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen in Rechnung gestellten Wert abzüglich Umsatzsteuer, Rabatte und Preisnachlässe sowie der Eliminierung von Zwischengewinnen aus konzerninternen Verkäufen. Erlöse werden folgendermaßen erfasst: (a) Erlöse aus dem Verkauf von Gütern Erlöse aus dem Verkauf von Gütern werden erfasst, wenn der Konzern die entsprechende Lieferung erbracht hat und die Wahrscheinlichkeit des Ausgleichs der entsprechenden Forderung als ausreichend sicher anzusehen ist. Aufgrund der Abrechnungssystematik bei Wasser- und Gaslieferungen können die Erlöse bei Tarifkunden nach dem Ablesetag nur mit Hilfe geeigneter Verfahren geschätzt werden. (b) Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen werden in dem Geschäftsjahr erfasst, in dem die Dienstleistungen erbracht werden. Bei der periodenübergreifenden Erbringung von Dienstleistungen werden Umsatzerlöse im Verhältnis von erbrachter zu insgesamt zu erbringender Dienstleistung erfasst. (c) Zinserträge Zinserträge werden zeitproportional unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Sofern eine Forderung wertgemindert ist, findet eine Abschreibung auf den erzielbaren Betrag statt, welcher dem auf Basis des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der erwarteten Cashflows entspricht; nachfolgend wird die ratierliche Aufzinsung mit entsprechender Erfassung als Zinsertrag fortgesetzt. (d) Erlöse aus Nutzungsentgelten Erlöse aus Nutzungsentgelten werden periodengerecht in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der zugrunde liegenden Verträge erfasst. (e) Dividendenerträge Dividendenerträge werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem das Recht auf Erhalt der Zahlung entsteht. Leasingverhältnisse (a) GELSENWASSER-Konzern ist Leasingnehmer Als Finanzierungsleasing werden Leasingverhältnisse klassifiziert, bei denen der GELSENWASSER-Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum an dem Leasingobjekt verbundenen Risiken und Chancen trägt. Finanzierungs-Leasingverhältnisse werden zu Beginn des Leasingverhältnisses mit dem beizulegenden Zeitwert des Leasingobjekts oder dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser niedriger ist, erfasst. Die in korrespondierender Höhe zum Leasingobjekt anzusetzende Leasingverbindlichkeit wird – mit Ausnahme des innerhalb von einem Jahr fälligen Teils – als langfristiger Posten ausgewiesen. Das Leasingobjekt wird in den Folgeperioden über den kürzeren der beiden Zeiträume, Nutzungsdauer des Leasinggegenstands oder Laufzeit des Leasingverhältnisses, abgeschrieben. Die in den Folgeperioden geleisteten Zahlungen an den Leasinggeber werden in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt. Der Zinsanteil wird in der Weise erfolgswirksam über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt, dass sich eine konstante Verzinsung der jeweils noch ausstehenden Leasingverbindlichkeit ergibt. Zurzeit bestehen im GELSENWASSER-Konzern keine derartigen Leasingverhältnisse. Leasingverhältnisse, bei denen ein wesentlicher Teil der mit dem Eigentum an dem Leasingobjekt verbundenen Risiken und Chancen beim Leasinggeber verbleibt, werden als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. Im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen geleistete Zahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses aufwandswirksam erfasst. (b) GELSENWASSER-Konzern ist Leasinggeber Werden Vermögenswerte im Rahmen eines Finanzierungs-Leasingverhältnisses vermietet, wird der Barwert der Leasingzahlungen als Finanzforderung erfasst. Der als Differenz zwischen der Bruttoforderung und dem Barwert der Forderung ermittelte, noch nicht realisierte Finanzertrag wird in der Weise über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst, dass sich eine konstante Verzinsung der noch ausstehenden Forderung ergibt. Die Zahlungen des Leasingnehmers werden aufgeteilt in einen Tilgungsanteil, der die Forderung reduziert, und einen Zinsanteil, der den noch nicht realisierten Finanzertrag mindert und erfolgswirksam erfasst wird. Im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen vermietete Vermögenswerte werden in der Bilanz als Sachanlagen angesetzt. Sie werden über ihre erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben. Leasingerträge werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst. Dividenden GELSENWASSER hat einen Gewinnabführungsvertrag mit ihrer Mehrheitsgesellschafterin Wasser und Gas Westfalen GmbH abgeschlossen. Die auf Basis des Gewinnabführungsvertrags abzuführenden Gewinne sowie zu zahlenden Steuerumlagen mindern nicht den Jahresüberschuss, sondern stellen einen Bestandteil der Ergebnisverwendung dar. Sie werden zum Bilanzstichtag als Verbindlichkeit ausgewiesen. Die Minderheitsaktionäre der GELSENWASSER AG erhalten eine vertraglich festgelegte, von der Mehrheitsgesellschafterin zu zahlende Garantiedividende. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungUmsatzerlöse (inkl. Erdgas-/ Stromsteuer) (1)
Der Anstieg der Umsatzerlöse betrifft im Wesentlichen den Gasbereich infolge des seit Beginn des Gaswirtschaftsjahres 2008/2009 veränderten Gasbeschaffungsprozesses. Seit dem 1. Oktober 2008 beschafft GELSENWASSER auf Basis einer Kooperationsvereinbarung mit den Vertragspartnern auch das von diesen Unternehmen benötigte Gas und veräußert dieses an die Partnerunternehmen weiter. Seit Juli 2009 bietet die GELSENWASSER AG ihren Kunden auch Strom an. Im Oktober 2009 wurde dieses Angebot auf die Gemeinden des Versorgungsgebiets der NGW GmbH ausgeweitet. Die Erlöse aus der Abwasserentsorgung entfallen vollständig auf die NES. Die sonstigen Erlöse enthalten 9,3 Mio. € Auftragserlöse, die mit Hilfe der percentage-of-completion-Methode ermittelt wurden. Die kumulierten Kosten für diesen Fertigungsauftrag belaufen sich zum 31. Dezember 2009 ebenfalls auf 9,3 Mio. €. Der Anstieg der sonstigen Umsatzerlöse resultiert im Wesentlichen aus den vorgenannten Auftragserlösen sowie aus dem Managementvertrag für die Wasser- und Abwasserentsorgung der Regionen Annaba und El Tarf in Nordost-Algerien. Erdgas-/Stromsteuer (2) Erdgas- und Stromsteuer entstehen bei Lieferung von Erdgas und Strom an Endverbraucher. Sie werden offen von den Umsatzerlösen abgesetzt. Sonstige betriebliche Erträge (3)
Die Erträge aus Anlagenabgang betreffen nahezu ausschließlich den Abgang von Sachanlagen. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren im Berichtsjahr überwiegend aus der Auflösung der Rückstellung für Mehrerlösabschöpfung. Der Vorjahresbetrag war durch die teilweise Auflösung der in 2007 gebildeten Rückstellung für die den Tarifmitarbeitern angebotene Abgeltung von tariflichen Ausgleichsbeträgen erhöht. Materialaufwand (4)
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für den Gas- und Wasserbezug, darüber hinaus Energieaufwendungen und Reparaturmaterialien. Die Erhöhung resultiert hauptsächlich aus der seit dem 1. Oktober 2008 ausgeweiteten Gasbeschaffung im Rahmen der geschlossenen Kooperationsvereinbarung. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen entfallen überwiegend auf Anlagenunterhaltung. Der Anstieg der Aufwendungen für bezogene Leistungen betrifft im Wesentlichen Netzentgelte an konzernfremde Gas- und Stromnetzbetreiber, Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Bau der „Zentralen Abwasserbehandlung im Werk Horst” der Ruhr Oel GmbH sowie Aufwendungen aus dem Managementvertrag für die Wasser- und Abwasserentsorgung der Regionen Annaba und El Tarf in Nordost-Algerien. Personalaufwand (5)
Die Erhöhung der Löhne und Gehälter sowie der Sozialversicherungsabgaben ist im Wesentlichen tarifbedingt. Die Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung steigen aufgrund der erhöhten Beiträge an den Pensionssicherungsverein. Der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung beträgt 6,2 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €). Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten, getrennt nach Arbeitnehmergruppen:
Abschreibungen (6) In den ausgewiesenen Abschreibungen sind keine außerplanmäßigen Wertberichtigungen (Vorjahr: 3,9 Mio. €) enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen (7)
Der Anstieg der übrigen betrieblichen Aufwendungen betrifft im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten, Werbungskosten sowie Aufwendungen aus Absicherungsgeschäften. Finanzergebnis (8)
Als Folge des niedrigeren Zinsniveaus liegen die Finanzerträge deutlich unter dem Vorjahreswert. Bei gleichzeitig geringfügig erhöhten Finanzaufwendungen aufgrund gestiegener Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen ergibt sich ein um 2,5 Mio. € rückläufiges Finanzergebnis. Ertragsteuern (9) Die GELSENWASSER AG sowie alle einbezogenen Tochtergesellschaften mit Ausnahme der GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, der GELSENWASSER Dresden GmbH sowie der GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH und deren Tochterunternehmen Nantaise des Eaux Services SAS gehören zum steuerlichen Organkreis der Wasser und Gas Westfalen GmbH und Co. Holding KG und sind somit nicht steuerpflichtig. Die GELSENWASSER AG hat lediglich die Körperschaftsteuer (einschl. Solidaritätszuschlag) auf die von der Muttergesellschaft zu leistende Ausgleichszahlung an die außen stehenden Aktionäre zu zahlen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand (im Vorjahr Steuerertrag):
Ergebnis je Aktie (10) Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient aus dem Jahresüberschuss und dem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt. Die Zahl der Aktien der GELSENWASSER AG hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres nicht verändert. Da weder zum 31. Dezember 2009 noch zum 31. Dezember 2008 Aktien, Optionen oder Ähnliches ausstanden, die das Ergebnis je Aktie verwässern könnten, entspricht das unverwässerte Ergebnis je Aktie dem verwässerten Ergebnis je Aktie. Erläuterungen zur BilanzImmaterielle Vermögenswerte (11)
Die gewerblichen Schutzrechte, Lizenzen und ähnlichen Rechte enthalten mit 8,9 Mio. € (Vorjahr: 9,2 Mio. €) Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit Wasserlieferungsverträgen. Im Geschäftsjahr 2007 hat die GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH (GWP) 60 % der Geschäftsanteile an der Nantaise des Eaux Services SAS (NES) erworben und die Kontrolle über diese Gesellschaft übernommen. Die erstmalige Einbeziehung der NES in den GELSENWASSER-Konzern erfolgte zum 1. Juni 2007. Im Berichtsjahr wurden die restlichen Geschäftsanteile an der NES erworben, so dass die GWP nunmehr als alleinige Gesellschafterin sämtliche Anteile an der NES hält. Bei der NES handelt es sich um ein kleines Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen, welches einen größeren Partner benötigte, um auch umfangreichere Projekte akquirieren zu können. Die Anschaffungskosten für den 60 %-Anteil betrugen 9,4 Mio. €. Der Kaufpreis wurde im Vorfeld der Akquisition an Planungsszenarien gespiegelt, die diesen Preis rechtfertigten. Bei einem aufgrund der Größe der NES nur geringfügigen Reinvermögen ergab sich ein Goodwill in Höhe von 8,5 Mio. €, der der Cash-Generating Unit „Wasser Frankreich“ (CGU Wasser Frankreich) zugeordnet wurde. Dieser Goodwill unterliegt keiner planmäßigen Abschreibung, sondern wird mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest, dem so genannten Impairment-Test, unterzogen. Der Impairment-Test, der im Berichtsjahr nach Fertigstellung der mittelfristigen Unternehmensplanung im November 2009 durchgeführt wurde, führte im Ergebnis zu keiner Wertminderung. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgte auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cash-Flow-Prognosen für die nächsten zehn Jahre. Da es sich bei der NES um ein noch im Wachstum befindliches Unternehmen handelt, welches seinen angestrebten Marktanteil unter den vorgegebenen Planungsprämissen erst in rund zehn Jahren erreichen wird, ist eine Verlängerung des Betrachtungszeitraums gerechtfertigt. Die aktuelle Unternehmensplanung beruht auf den seit dem Erwerb der Anteile gemachten Erfahrungen sowie auf Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung. Schlüsselannahme dieser Unternehmensplanung ist die Entwicklung des Marktanteils der NES in den kommenden Jahren. Die Umsatz- und Ergebnisprognosen liegen auch im Berichtsjahr weiterhin unter den Planwerten, die der Akquisition zugrunde gelegt wurden. Grund hierfür ist der seit der Übernahme durch GELSENWASSER zu verzeichnende verstärkte Verdrängungswettbewerb durch die großen französischen Anbieter sowie erhöhte Aufwendungen im Bereich Instandhaltung. In der aktuellen Planung wird ein positives Jahresergebnis erstmals im Geschäftsjahr 2014 erwartet. Der angewandte Diskontierungssatz wurde auf der Basis von Marktdaten ermittelt und beträgt 9,50 % vor Steuern bzw. 6,33 % nach Steuern. Dem Wachstum nach dem Detailplanungszeitraum wurde durch Berücksichtigung eines Abschlags von 0,5 %-Punkten beim Diskontierungssatz Rechnung getragen. Die im Geschäftsjahr 2007 zu Anschaffungskosten von 0,5 Mio. € erworbene Marke NES weist eine unbegrenzte Nutzungsdauer auf, da beabsichtigt ist, diese über einen unbestimmten Zeitraum weiterzuführen. Die Marke wurde der CGU Wasser Frankreich zugeordnet. Die CGU Wasser Frankreich ist in der Segmentberichterstattung dem Geschäftsbereich Wasser zugeordnet. Sachanlagen (12)
Die Konzernunternehmen vermieten und verpachten Grundstücke und Gebäude sowohl zur gewerblichen Nutzung als auch für den privaten Gebrauch. Die im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen an fremde Dritte vermieteten Anlagen sind in folgenden Sachanlagekategorien bilanziert:
Aus diesen Leasingverträgen ergeben sich folgende künftige Mietzahlungen während der unkündbaren Vertragslaufzeit:
Investment Properties (13)
Die beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betragen zum Bilanzstichtag 4,8 Mio. € (Vorjahr: 5,7 Mio. €). Die Ermittlung erfolgt durch eigene Berechnungen unter Anwendung der DCF-Methode. Die folgenden Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
In den Mieterträgen sind keine als Ertrag erfassten bedingten Mietzahlungen enthalten. Aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultieren folgende künftige Mietzahlungen während der unkündbaren Vertragslaufzeit:
Equity bilanzierte Beteiligungen (14) Die Buchwerte enthalten Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt 14,1 Mio. € (Vorjahr: 14,1 Mio. €). Die folgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der at Equity bilanzierten Beteiligungen. Es handelt sich dabei um die anteilig auf GELSENWASSER entfallenden Werte auf Basis der Einzelabschlüsse, aufgestellt nach den jeweiligen nationalen Rechnungslegungsvorschriften, wobei für 2009 Hochrechnungswerte zugrunde gelegt werden.
Finanzielle Vermögenswerte (15)
(a) Übrige Beteiligungen Bei den übrigen Beteiligungen handelt es sich ausschließlich um Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen, die als finanzielle Vermögenswerte in die Kategorie „zur Veräußerung verfügbar” eingestuft wurden. Die übrigen Beteiligungen werden – sofern wesentlich – mit dem beizulegenden Zeitwert bei Anwendung der DCF-Methode angesetzt. Dabei werden die zukünftigen Cashflows – entnommen aus den Planungsrechnungen der Gesellschaften – auf den Bilanzstichtag abgezinst. Der die Anschaffungskosten übersteigende Betrag wird in die Marktbewertungsrücklage eingestellt. Insgesamt beträgt der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert erfassten übrigen Beteiligungen 55,5 Mio. €. (b) Ausleihungen Die Ausleihungen betreffen im Wesentlichen an Gaskunden gewährte Finanzierungsdarlehen zur Umstellung der Heizungsanlage sowie Wohnungsbaudarlehen an Mitarbeiter. Diese sind innerhalb der nächsten 17 Jahre fällig. GELSENWASSER hat im Geschäftsjahr 2009 auf Ausleihungen entfallende Zinserträge in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) vereinnahmt. Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 0,1 Mio. € und Wertaufholungen zuvor wertgeminderter Ausleihungen in Höhe von 0,1 Mio. € erfasst. Die effektiven Zinssätze auf langfristige Ausleihungen liegen zwischen 0 und 4,9 %. Die beizulegenden Zeitwerte der Ausleihungen entsprechen weitgehend den Buchwerten. (c) Forderungen aus Finanzierungsleasing
Die beizulegenden Zeitwerte der Mindestleasingzahlungen entsprechen weitgehend den Buchwerten. Die Forderungen aus Finanzierungsleasing betreffen mit 14,4 Mio. € (Vorjahr: 14,9 Mio. €) einen Pachtvertrag über Wassergewinnungsanlagen zwischen der GELSENWASSER AG und der Wassergewinnung Essen GmbH. Der Barwert der Forderung wurde auf Basis des vertraglich vereinbarten Abzinsungssatzes von 3 % ermittelt. Im Rahmen von Contracting-Modellen werden Wasseraufbereitungs- und Abwasserbehandlungsanlagen von GELSENWASSER errichtet, finanziert und über die Vertragslaufzeit von bis zu 21 Jahren betrieben. Die Barwerte der vereinbarten Leasingzahlungen entsprechen den Anschaffungskosten. Die Abzinsungssätze liegen zwischen 6,9 und 9,6 %. Ertragsteuerforderungen (16) Mit Inkrafttreten des Gesetzes über steuerliche Begleitmaßnahmen zur Einführung der Europäischen Gesellschaft und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften (SEStEG) wurde das vorherige System der Körperschaftsteuerminderung durch eine ratierliche Auszahlung des Körperschaftsteuerguthabens in zehn gleichen Jahresraten beginnend in 2008 ersetzt. Der bilanzierte Buchwert entspricht dem Barwert der Auszahlungsansprüche zum 31. Dezember 2009. Unter den kurzfristigen Vermögenswerten sind die Barwerte der in 2010 fälligen Raten ausgewiesen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (17)
Die beizulegenden Zeitwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen entsprechen den Buchwerten. Die langfristigen Forderungen sind innerhalb der nächsten 24 Jahre fällig. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen 1,1 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €) und von den Forderungen gegen at Equity bilanzierte Beteiligungen 9,1 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) auf Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen mit 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Im Vorjahr enthielt diese Position gewährte kurzfristige Darlehen einschließlich darauf entfallender Zinsen in Höhe von 20,4 Mio. €. Vorräte (18)
Der Bruttowert aller Vorräte betrug zum 31. Dezember 2009 insgesamt 16,5 Mio. € (Vorjahr: 15,2 Mio. €). Im Berichtsjahr und im Vorjahr wurden keine wesentlichen Wertberichtigungen und Wertaufholungen erfasst. Der Buchwert der zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt 0,7 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €). Eigenkapital (19) Das Grundkapital der GELSENWASSER AG ist in voller Höhe eingezahlt und beträgt unverändert 103.125.000,00 € und ist eingeteilt in 3.437.500 nennbetragslose auf den Inhaber lautende Stückaktien. Die Kapitalrücklage stammt ausschließlich aus Agiobeträgen im Rahmen von Kapitalerhöhungen der GELSENWASSER AG. Die Entwicklung des Eigenkapitals in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Pensionsrückstellungen (20) Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von leistungsorientierten Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Hierbei besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, zugesagte Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen. Die Zusagen bemessen sich in der Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiter. Die Rückstellungsbewertung der Versorgungspläne erfolgt nach der Projected-Unit-Credit-Methode. Den versicherungsmathematischen Berechnungen der Versorgungsverpflichtungen und des Pensionsaufwands wurden konzerneinheitlich für alle Pläne folgende Parameter zugrunde gelegt:
Entwicklung des Verpflichtungsumfangs:
Der Rückgang des Rechnungszinses um 0,5 %-Punkte auf 5,25 % hat den Verpflichtungsumfang zum 31. Dezember 2009 um 9,7 Mio. € erhöht. Überleitung vom Verpflichtungsumfang zur Rückstellung:
Die Pensionsrückstellungen sind mit 8,3 Mio. € (Vorjahr: 8,0 Mio. €) kurzfristig. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung zu berücksichtigenden Aufwendungen setzen sich folgendermaßen zusammen:
Der Zinsaufwand wird unter den Finanzierungsaufwendungen, alle übrigen Aufwendungen im Personalaufwand erfasst. Für beitragsorientierte Versorgungspläne wurden wie im Vorjahr 1,5 Mio. € gezahlt. Steuerrückstellungen (21) Die Steuerrückstellungen betreffen überwiegend Risiken aus ausstehenden Betriebsprüfungen. Sonstige Rückstellungen (22) Die sonstigen Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr 2009 wie folgt entwickelt:
Die Verpflichtungen aus dem Personalbereich betreffen mit 2,5 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €) Jubiläumsverpflichtungen und mit 1,7 Mio. € (Vorjahr: 2,0 Mio. €) Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen. Die Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften resultieren im Wesentlichen aus Gaslieferungsverträgen. Die Rückstellungen für Umweltrisiken betreffen Rekultivierungsverpflichtungen in der Wassergewinnung. Sie sind im Wesentlichen in rund 20 Jahren fällig. Derivative Finanzinstrumente (23) GELSENWASSER hat mit ihren Kunden zum Teil Gaslieferverträge zu Fixpreisen abgeschlossen. Diesen Festpreisen auf der Verkaufsseite stehen variable Gaseinkaufspreise in Abhängigkeit von der Ölpreisentwicklung gegenüber. Zum Ausgleich der hieraus entstehenden Preisrisiken wurden Absicherungsgeschäfte in Form von Ölswaps getätigt. Hierbei zahlt GELSENWASSER als Swapkäufer einen Fixpreis und erhält vom Swapverkäufer einen variablen Preis. Aufgrund der erwarteten zukünftigen Entwicklung der Ölmärkte haben diese Absicherungsgeschäfte zum 31. Dezember 2009 einen negativen Marktwert in Höhe von 0,7 Mio. €. Dieser leitet sich aus den zukünftig zu erwartenden Nettoauszahlungen aus diesen Geschäften ab. Zuschüsse (24)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (25)
Die Verbindlichkeiten sind, abgesehen von Geldaufnahmen im Rahmen des konzernweiten Cash-Poolings, grundsätzlich unverzinslich und in Euro zurückzuzahlen. Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen 72,6 Mio. € (Vorjahr: 69,0 Mio. €) auf die Wasser und Gas Westfalen GmbH. Steuererstattungsansprüche in Höhe von 8,6 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €) wurden mit den Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführung in Höhe von 81,2 Mio. € (Vorjahr: 80,7 Mio. €) saldiert. Im Vorjahr waren zudem Forderungen aus kurzfristigen Darlehen von 8,2 Mio. € verrechnet. Mit den Verbindlichkeiten gegenüber at Equity bilanzierten Beteiligungen wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) saldiert. Von den übrigen Verbindlichkeiten entfallen 10,4 Mio. € (Vorjahr: 8,8 Mio. €) auf finanzielle Verbindlichkeiten. Die erhaltenen Anzahlungen enthalten Abschlagszahlungen eines Industriekunden für den von der GELSENWASSER AG übernommenen Bau einer zentralen Abwasserbehandlungsanlage in Höhe von 13,4 Mio. €. Unter Anwendung der percentage-of-completion-Methode wurden Umsatzerlöse von 9,3 Mio. € erfasst. Die entsprechenden Forderungen wurden mit den erhaltenen Anzahlungen verrechnet. Latente Steuern (26) Die GELSENWASSER AG sowie alle einbezogenen Tochtergesellschaften mit Ausnahme der GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, der GELSENWASSER Dresden GmbH sowie der GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH und deren Tochterunternehmen Nantaise des Eaux Services SAS (NES) gehören zum steuerlichen Organkreis der Wasser und Gas Westfalen GmbH und Co. Holding KG und sind somit nicht steuerpflichtig. Insofern existieren bei diesen Gesellschaften keine zu bilanzierenden latenten Steueransprüche und -schulden. Bei der GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, der GELSENWASSER Dresden GmbH und der GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH entsprechen die Buchwerte im IFRS-Abschluss denen in der Steuerbilanz. Bei der NES existieren temporäre Differenzen ausschließlich bei den im Rahmen der Kaufpreisverteilung bewerteten und aktivierten Kundenbeziehungen (3,6 Mio. €) und der Marke (0,5 Mio. €). Die Kundenbeziehungen werden über die geschätzte Kundenbindungsdauer linear abgeschrieben. Beim angewendeten französischen Steuersatz von 33,3 % ergab sich aus der Abschreibung der Kundenbeziehungen ein latenter Steuerertrag von 54 T€. Die passiven latenten Steuern belaufen sich zum 31. Dezember 2009 auf 1.215 T€. Aufgrund der Verminderung des Verlustvortrags infolge des positiven Ergebnisses der NES im Berichtsjahr wurden die bilanzierten aktiven latenten Steuern um 497 T€ reduziert. Zum 31. Dezember 2009 betragen die aktiven latenten Steuern 154 T€. Sie sind mit den passiven latenten Steuern saldiert. Erläuterungen zur KapitalflussrechnungIn der Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme nach den Bereichen Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sind Zinseinnahmen (einschließlich Zinseinnahmen aus Ausleihungen und Finanzierungsleasing) von 2,6 Mio. € (Vorjahr: 5,1 Mio. €), Zinsausgaben von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €), erstattete Ertragsteuern von 3,8 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €), gezahlte Ertragsteuern von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) sowie von at Equity bilanzierten und übrigen Beteiligungen erhaltene Dividenden von 22,2 Mio. € (Vorjahr: 21,2 Mio. €) enthalten. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Kapitalflussrechnung beinhalten neben den in der Bilanz als Flüssige Mittel ausgewiesenen Kassenbeständen und Bankguthaben auch Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen des Cash-Poolings, die jederzeit fällig sind. Diese werden in der Bilanz unter Sonstige Forderungen bzw. Sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Segmentberichterstattung
Überleitung vom EBIT der Segmente zum Konzernergebnis vor Ertragsteuern
Aufteilung der Umsatzerlöse auf Produktgruppen Eine Aufteilung der Umsatzerlöse von externen Kunden nach Produktgruppen bzw. Dienstleistungen befindet sich unter den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung im vorderen Teil des Konzernanhangs. Informationen über wichtige Kunden Von den Umsatzerlösen des GELSENWASSER-Konzerns entfallen 143,4 Mio. € bzw. rund 21 % auf einen einzigen externen Kunden. Die Umsätze sind vollständig im Segment Energie enthalten. Hauptentscheidungsträger (Chief Operating Decision Maker) im Sinne des IFRS 8 ist der Gesamtvorstand. Aufgrund der unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen auf dem Wasser- und Energiemarkt wird der GELSENWASSER-Konzern in die zwei Geschäftsbereiche Wasser (Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung) und Energie (Gas- und Stromversorgung) segmentiert. Zum Geschäftsbereich Wasser gehören im Wesentlichen Produktion, Ein- und Verkauf sowie Transport und Verteilung von Trinkwasser und Aufbereitung von Abwasser. Dieses Segment beinhaltet die Wasseraktivitäten der GELSENWASSER AG sowie jeweils das gesamte Geschäft der Vereinigten Gas- und Wasserversorgung GmbH und der Nantaise des Eaux Services SAS. Darüber hinaus werden Beteiligungen und Dienstleistungen für Dritte mit dem Schwerpunkt im Wassergeschäft berücksichtigt. Zum Geschäftsbereich Energie gehören im Wesentlichen Ein- und Verkauf von Erdgas und Strom sowie Transport und Verteilung von Erdgas. In diesem Segment werden die Gas- und Stromaktivitäten der GELSENWASSER AG sowie jeweils das gesamte Geschäft der NGW GmbH, der Westfalica GmbH und der GELSENWASSER Energienetze GmbH sowie die nicht in der Wassersparte berücksichtigten Geschäfte erfasst. Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen wie sie mit Dritten zur Anwendung kämen. Das bei GELSENWASSER eingerichtete Planungs- und Berichtssystem enthält eine Segmentierung ausschließlich auf Grundlage der Gewinn- und Verlustrechnung. Zentrale Steuerungsgröße ist hierbei das EBIT. Eine Segmentierung von Vermögenswerten und Schulden findet nicht statt. Das EBIT mit insgesamt 105,3 Mio. € ist gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Mio. € gestiegen. Die Erhöhung resultiert hauptsächlich aus dem um 126,0 Mio. € gestiegenen Gesamtumsatz. Von dieser Erhöhung entfallen 107,0 Mio. € auf den Geschäftsbereich Energie und 19,0 Mio. € auf den Geschäftsbereich Wasser. Hierbei ist der deutliche Anstieg im Segment Energie im Wesentlichen auf die erstmals im vierten Quartal 2008 eingeführte zentrale Gasbeschaffung durch die GELSENWASSER AG zurückzuführen. Der dargestellten Erhöhung des Gesamtumsatzes Energie standen im Rahmen der zentralen Gasbeschaffung auch deutlich höhere Bezugskosten gegenüber. Das EBIT im Geschäftsbereich Energie steigt in 2009 um 19,2 Mio. € auf 47,5 Mio. €. Demgegenüber sinkt das EBIT im Geschäftsbereich Wasser um 15,5 Mio. € auf 57,8 Mio. €. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die im Vorjahr entstandenen Ergebnisbeiträge aus der Auflösung der Rückstellung zur Abgeltung tariflicher Ausgleichsbeträge. Darüber hinaus ist die Ergebnisverschlechterung im Segment Wasser durch den tarifbedingten Anstieg des Personalaufwands begründet. FinanzinstrumenteDurch seine Geschäftstätigkeit ist der GELSENWASSER-Konzern verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt: • Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Preisrisiken) • Kreditrisiken • Liquiditätsrisiken Zur frühzeitigen Information über Risiken und den damit verbundenen finanziellen Auswirkungen betreibt der GELSENWASSER-Konzern ein dezentrales Risikomanagementsystem, das zentral gesteuert wird. Die jeweils zuständigen Einheiten identifizieren, bewerten und melden Risiken entsprechend ihrer dezentralen Verantwortung. Hierdurch wird die kontinuierliche Früherkennung sowie standardisierte Erfassung, Bewertung, Steuerung und Überwachung von konzernweiten Risiken erreicht. (a) Marktrisiko (I) Währungsrisiko Der GELSENWASSER-Konzern erzielt seine Umsatzerlöse nahezu ausschließlich in Deutschland und Frankreich und ist in Folge dessen in seiner operativen Tätigkeit keinem wesentlichen Fremdwährungsrisiko ausgesetzt. Die Umsätze der ausländischen Betriebsstelle in Algerien werden zu 85 % in Euro getätigt, so dass auch hier nur ein unwesentliches Währungsrisiko besteht. Daneben hält der GELSENWASSER-Konzern Beteiligungen an ausländischen Unternehmen in osteuropäischen Ländern, deren Nettoreinvermögen dem Risiko von Wechselkursänderungen bei der Währungsumrechnung unterliegt. Gleiches gilt für die vereinnahmten Gewinnausschüttungen aus diesen ausländischen Unternehmen. Eine fortwährende Sicherung dieser Fremdwährungsposten und -transaktionen erfolgt nicht. Sie sind aus Konzernsicht insgesamt von unwesentlicher Bedeutung. (II) Zinsänderungsrisiko der erwarteten Cashflows bzw. der beizulegenden Zeitwerte Die Erträge und betrieblichen Cashflows werden nur unwesentlich von Änderungen der Marktzinssätze beeinflusst. Das Zinsrisiko des Konzerns entsteht vor allem durch die kurzfristige Anlage vorhandener flüssiger Mittel. Durch die im Regelfall variable Verzinsung entsteht für den Konzern ein geringes Zinsänderungsrisiko bezüglich der erwarteten Cashflows. Eine Veränderung des Anlagezinssatzes um einen halben Prozentpunkt würde beim gegenwärtigen Bestand an flüssigen Mitteln zu einem um rund 0,4 Mio. € niedrigeren bzw. höheren Zinsergebnis führen. Wesentliche verzinsliche Verbindlichkeiten mit Cashflow-Wirkung bestehen nicht. Der GELSENWASSER-Konzern ist einem Wertänderungsrisiko seiner Eigenkapitalbeteiligungen ausgesetzt, da die vom Konzern gehaltenen Beteiligungen in der Konzernbilanz als „Zur Veräußerung verfügbar (available-for-sale)” klassifiziert werden. GELSENWASSER hält ausschließlich zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Finanzinstrumente, die nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Finanzinstrumente wird durch die Anwendung von Bewertungsmodellen ermittelt. Die Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen erfolgt unter Zuhilfenahme des Ertragswertverfahrens oder auf Grundlage der Discounted-Cashflow-Methode. Dafür werden Annahmen getroffen, die auf den Marktgegebenheiten am Bilanzstichtag basieren. Im Berichtsjahr wurde ein Diskontierungssatz von 6,55 % zugrunde gelegt. Eine Änderung des Diskontierungszinssatzes um 0,5 %-Punkte würde den beizulegenden Zeitwert um rund 7 Mio. € erhöhen bzw. um rund 6 Mio. € vermindern. (III) Preisrisiko Die Gasbezugsverträge sind zu rund 70 % mit Preisformeln versehen, in denen der mengenabhängige Arbeitspreis von Ölpreisnotierungen abhängt. Die restlichen Mengen sind an feste Preise gebunden. Steigende Referenzölpreise führen zu höheren Gasbezugskosten, wobei Preisanpassungen im Regelfall alle drei Monate erfolgen. Hätten die maßgeblichen Referenzölpreise im gesamten Berichtsjahr um 5 % über den tatsächlichen Notierungen gelegen, wären um 10,2 Mio. € höhere Gasbezugskosten angefallen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass höhere Bezugskosten in der Regel an die Kunden weitergegeben werden, sodass der erhöhte Aufwand voraussichtlich durch Mehrerlöse aus dem Gasverkauf kompensiert worden wäre. Insbesondere bestehen für rund 68 % der Absatzmenge vertriebsseitig ebenfalls Preisformeln mit Ölpreisbindungen. Bei abweichender Preisbindung werden zum Teil Absicherungsgeschäfte zur Risikominimierung eingesetzt. Das Risiko, dass Bezugskosten zukünftig nicht in voller Höhe oder mit der gleichen Bindung an den Kunden weitergegeben werden können, wurde mit 1,4 Mio. € bewertet. (b) Kreditrisiko Kreditrisiken entstehen, wenn Vertragspartner nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen wie vereinbart zu erfüllen. Zur Vermeidung eines erheblichen Forderungsausfallrisikos wird bei Neuabschlüssen von Verträgen ab einem Volumen von 20.000 €/a eine Bonitätsprüfung auf Basis der GELSENWASSER-Konzernrichtlinie „Solvenzprüfung vor Vertragsabschluss” durchgeführt. Der Geltungsbereich der Richtlinie umfasst neben Wasser- und Energielieferungsverträgen auch sonstige Dienstleistungsverträge. Im operativen Geschäft werden die Außenstände fortlaufend überwacht. Mehr als zwei Jahre überfällige Forderungen werden grundsätzlich einzelwertberichtigt. Den Ausfallrisiken der restlichen Forderungen wird durch pauschalierte Einzelwertberichtigungen auf Grundlage historisch belegter Erfahrungen bei den Ausfällen Rechnung getragen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überfälligkeit sowie die Altersstruktur der überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:
Darlehen werden im Wesentlichen an Mitarbeiter zur Finanzierung von Wohneigentum gewährt. Darüber hinaus werden kurzfristige Darlehen an verbundene und Beteiligungsunternehmen im Rahmen des konzernweiten Cash-Poolings sowie an andere kommunale Unternehmen gewährt. Für Ausfallrisiken bei gewährten Kundendarlehen wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 0,3 Mio. € vorgenommen. Eine Konzentration eines wesentlichen Teils der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sowie der Darlehen auf einen oder wenige Kunden bzw. Darlehensnehmer ist nicht vorhanden. Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten Forderungen. Die Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen in den letzten drei Geschäftsjahren durchschnittlich unter 0,3 % der fakturierten Lieferungen und Leistungen. (c) Liquiditätsrisiko Der GELSENWASSER-Konzern hat sein Liquiditätsmanagement so organisiert, dass immer eine ausreichende Reserve an flüssigen Mitteln vorhanden ist. Zum Bilanzstichtag liegen die kurzfristigen Vermögenswerte mit 228,5 Mio. € um 12,5 Mio. € über den kurzfristigen Schulden. Die finanziellen Verbindlichkeiten sind vollständig innerhalb eines Jahres fällig. Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen gemäß IFRS 7.20 erfasst:
Das Nettoergebnis umfasst im Wesentlichen Zinsen, Dividenden und Wertberichtigungen. Im Berichtsjahr wurden Wertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 34,4 Mio. € erfolgsneutral im kumulierten übrigen Konzernergebnis erfasst. Buchwerte, Fair Values und Bewertungskategorien nach Klassen zum 31.12.2009
AfS: Available-for-Sale financial assets (zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) LaR: Loans and Receivables (Ausleihungen und Forderungen) AmC: Financial liabilities measured at amortized cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) HfT: Held-for-Trading (zu Handelszwecken gehalten) Buchwerte, Fair Values und Bewertungskategorien nach Klassen zum 31.12.2008
AfS: Available-for-Sale financial assets (zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) LaR: Loans and Receivables (Ausleihungen und Forderungen) AmC: Financial liabilities measured at amortized cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) Ergänzende AngabenEventualverbindlichkeiten Eventualverbindlichkeiten sind mögliche oder bestehende Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist. Sie werden in der Bilanz nicht erfasst. Bürgschaftsverpflichtungen der GELSENWASSER AG für Verbindlichkeiten eines assoziierten Unternehmens bestehen in Höhe von 24,2 Mio. €. Weiter hat die GELSENWASSER AG eine Rückbürgschaft für Garantieerklärungen dieses Unternehmens in Höhe von 25,6 Mio. € gestellt. Darüber hinaus hat die GELSENWASSER AG im Rahmen der Konzernumstrukturierung die Rückbürgschaftsverpflichtungen der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH in Höhe von 4,2 Mio. € übernommen. Die Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH hatten im Rahmen der Beteiligung an Stadtwerken in den neuen Bundesländern Rückbürgschaften für die von den Gemeinden verbürgten Investitionskredite übernommen und sich darüber hinaus für die Laufzeit weiterer Darlehen verpflichtet, ihr Beteiligungsverhältnis beizubehalten. Es ist nicht zu erwarten, dass aus diesen Eventualverbindlichkeiten wesentliche tatsächliche Verbindlichkeiten entstehen werden. Durch Einforderung noch ausstehender Einlagen bei einer at Equity bilanzierten Beteiligung können sich Zahlungsverpflichtungen von bis zu 3,3 Mio. € ergeben. Verpflichtungen Bestellobligo für Investitionsmaßnahmen:
Der Konzern mietet Teile der Betriebs- und Geschäftsausstattung, Büroflächen, Rohrleitungen und Wassergewinnungsanlagen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen. Die Leasingvereinbarungen weisen unterschiedliche Konditionen, Mieterhöhungsklauseln, Kündigungsfristen und Verlängerungsoptionen auf. Der aus den Leasingverhältnissen insgesamt resultierende Aufwand beläuft sich im Berichtsjahr auf 1,2 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €). Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus diesen Leasingverhältnissen betragen:
Konzessionsverträge Zwischen den Unternehmen des GELSENWASSER-Konzerns und den Gebietskörperschaften besteht eine Vielzahl von Konzessionsverträgen im Gas- und Wasserbereich. Diese Konzessionsverträge sind die Rechtsgrundlage für die Versorgung von Städten und Gemeinden. Mit der Übertragung der Versorgung ist das Unternehmen für Planung, Betrieb, Unterhaltung und Erneuerung der Versorgungsanlagen zuständig. Das Unternehmen muss in der jeweiligen Kommune jederzeit die Versorgung sichern. Die Konzessionsverträge laufen über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. Nach Ablauf eines Konzessionsvertrags besteht seitens der Kommune eine vertragliche Pflicht zum Kauf der Versorgungsanlagen. Ausschüttungen an die Anteilseigner Aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrags wird für das Geschäftsjahr 2009 ein Gewinn von 81,2 Mio. € (Vorjahr: 80,7 Mio. €) sowie eine Gewerbesteuerumlage von 10,4 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. €) an die Wasser und Gas Westfalen GmbH abgeführt. In der Summe entspricht dies einem Betrag von 26,64 € (Vorjahr: 25,90 €) je Aktie. Am Bilanzstichtag bestand diesbezüglich noch eine Verbindlichkeit in Höhe von 80,5 Mio. € (Vorjahr: 80,7 Mio. €). Die Minderheitsaktionäre erhalten von der Mehrheitsgesell schafterin wie im Vorjahr eine Garantiedividende von 17,74 € je Aktie. Gezahlt wurden an die Wasser und Gas Westfalen GmbH im Berichtsjahr 80,7 Mio. € Gewinnabführung für 2008 (Vorjahr: 77,5 Mio. € für 2007) sowie 11,1 Mio. € Vorauszahlung auf die Gewerbesteuerumlage für 2009 (Vorjahr: 8,3 Mio. € für 2008). Dies sind insgesamt 26,71 € je Aktie (Vorjahr: 24,96 € je Aktie). Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen Nahestehende Personen sind der Aufsichtsrat, der Vorstand und die Prokuristen der GELSENWASSER AG, die Geschäftsführer der Wasser und Gas Westfalen GmbH so - wie deren nahe Angehörige. Zum Kreis der nahestehenden Unternehmen zählen im Wesentlichen die at Equity bilanzierten Beteiligungen sowie die Wasser und Gas Westfalen GmbH und deren Gesellschafter, die Stadtwerke Bochum GmbH und die Dortmunder Stadtwerke AG. Das Volumen der vom GELSENWASSER-Konzern an nahestehende Personen und Unternehmen erbrachten bzw. von nahestehenden Personen und Unternehmen erhaltenen Leistungen stellt sich wie folgt dar:
Die Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen folgende Unternehmen:
Bei den Liefer- und Leistungsbeziehungen handelt es sich vor allem um verkaufte und erworbene Güter, Managementleistungen sowie Zinserträge und -aufwendungen aus kurzfristigen Geldanlagen und Geldaufnahmen im Rahmen des konzernweiten Cash-Poolings. Dem Key-Management (Management in Schlüsselpositionen) des GELSENWASSER-Konzerns gehören neben dem Aufsichtsrat und dem Vorstand alle Prokuristen der GELSENWASSER AG an. Die Vergütung des Key-Managements setzt sich wie folgt zusammen:
Am Bilanzstichtag werden gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen folgende Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen ausgewiesen:
Die Forderungen und Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen folgende Unternehmen:
Die offenstehenden Beträge resultieren insbesondere aus Vergütungen für Lieferungen und Leistungen, kurzfristigen Geldanlagen und Geldaufnahmen im Rahmen des konzernweiten Cash-Poolings sowie Gewinnabführungsverpflichtungen. Honorare für Abschlussprüfer Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der GELSENWASSER AG werden von der Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft (BKP), Dortmund, geprüft. Mit Ausnahme der NGW GmbH, der Westfalica GmbH, der GELSENWASSER Dresden GmbH und der Nantaise des Eaux Services SAS werden die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften ebenfalls von BKP geprüft. Insgesamt belaufen sich die mit den Abschlussprüfern für das Geschäftsjahr 2009 vereinbarten Honorare auf 458 T€. Sie entfallen auf folgende Leistungen:
Deutscher Corporate Governance Kodex Aufsichtsrat und Vorstand der GELSENWASSER AG haben sich im Berichtsjahr erneut mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Der Wortlaut der aktuellen Erklärung vom 25. November 2009 kann im Internet unter http://www.gelsenwasser.de abgerufen werden. Gesamtbezüge des Aufsichtsrats, des Beirats und des Vorstands (a) Gesamtbezüge des Aufsichtsrats Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und wird durch die Hauptversammlung bestimmt. Die Gesamtbezüge betragen im Geschäftsjahr 2009 418.694,64 €. (b) Gesamtbezüge des Beirats Zur engeren Fühlungnahme mit Kreisen der Verbraucher, Gebietskörperschaften, überregionalen Behörden und der Wirtschaft kann der Aufsichtsrat nach § 18 der Satzung der GELSENWASSER AG auf Vorschlag des Vorstands Beiräte bilden, für sie Geschäftsordnungen erlassen und die Vergütung für ihre Mitglieder festsetzen. Für den hiernach gebildeten Beirat wurden im Berichtsjahr Vergütungen von insgesamt 32.980,00 € gezahlt. (c) Gesamtbezüge des Vorstands Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus einem festen und einem erfolgsbezogenen variablen Bestandteil zusammen. Basis für die variable Vergütung ist das Ergebnis vor Ertragsteuern des GELSENWASSER-Konzerns. Darüber hinaus enthält die Vergütung der Vorstandsmitglieder Sach- und sonstige Bezüge, die im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Werten für Dienstwagennutzung und Versicherungsprämien bestehen. Hinzu kommen Mandatseinkünfte für die Aufsichtsratstätigkeit in Unternehmen der GELSENWASSER-Gruppe. Für das Geschäftsjahr 2009 betragen die Bezüge des Vorstands:
Des Weiteren bestehen Pensionszusagen, die den Vorstandsmitgliedern einen Anspruch auf lebenslange Ruhegeld- und Hinterbliebenenversorgung einräumen. Herrn Dr. Scholle ist eine beitragsorientierte Pensionszusage erteilt. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres wird die lebenslange Altersrente gezahlt. Diese beträgt zurzeit monatlich 3.502,00 €. Alternativ kann im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten durch das Unternehmen die Kapitalabfindung gewählt werden. Den Pensionsrückstellungen wurden im Berichtsjahr für Herrn Dr. Scholle 25.054,00 € zugeführt. Die Herrn Dr. Hörsgen erteilte Pensionszusage beläuft sich auf zurzeit monatlich 11.902,15 €. Die Altersgrenze für den Ruhegeldanspruch ist auf die Vollendung des 60. Lebensjahres bzw. den späteren Endtermin des Anstellungsvertrags festgesetzt. Daneben besteht ein Anspruch bei Beendigung des Anstellungsvertrags vor Vollendung des 60. Lebensjahres wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit sowie bei unverschuldeter vorzeitiger Beendigung des Anstellungsvertrags. Den Pensionsrückstellungen wurden im Berichtsjahr für Herrn Dr. Hörsgen 199.365,00 € zugeführt. Die Anwartschaften auf Witwenrenten betragen jeweils 60 % der Ruhegeldbezüge; für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate werden die vollen Bezüge gezahlt. Daneben sind Ansprüche auf Waisenrenten vereinbart. Gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und deren Hinterbliebenen bestehen Pensionsverpflichtungen (defined benefit obligations) von insgesamt 15.630.954,00 €. Der Ermittlung liegt ein Rechnungszins von 5,25 % zugrunde. Die Bezüge betrugen 1.311.018,60 €. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Der vorliegende Konzernabschluss wird vom Vorstand am 10. März 2010 zur Veröffentlichung freigegeben. Anteilsbesitz
1)
Gewinnabführungsvertrag Den Angaben der ersten sieben unter Verbundene Unternehmen aufgeführten Gesellschaften liegen die Abschlüsse zum 31. Dezember 2009 und bei den anderen Unternehmen die Abschlüsse zum 31. Dezember 2008 zugrunde. Eigenkapital und Ergebnis der ausländischen Unternehmen wurden mit folgenden Stichtags- bzw. Durchschnittskursen umgerechnet:
AufsichtsratDie Mandate der Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder sind mit dem Stand 31. Dezember 2009 bzw. dem Stand des Ausscheidens aus dem Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG angegeben. a) Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen * Konzernunternehmen im Sinne des § 100 Abs. 2 Satz 2 AktG Mitglieder des Aufsichtsrats
Vorstand
Gelsenkirchen, 10. März 2010 GELSENWASSER AG Der Vorstand Dr. Manfred Scholle Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Gelsenkirchen, 10. März 2010 GELSENWASSER AG Der Vorstand Dr. Manfred Scholle Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der GELSENWASSER AG zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Dortmund, den 11. März 2010 Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Dr. Wollenhaupt, Wirtschaftsprüfer Straube, Wirtschaftsprüfer |
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