GELSENWASSER AG

Gelsenkirchen

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat stand im Berichtsjahr in ständigem Kontakt mit dem Vorstand. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Führung des Unternehmens regelmäßig beraten sowie die Geschäftsführung überwacht. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in mündlichen und schriftlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen zur Unternehmensplanung, zur strategischen Ausrichtung und Entwicklung, zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens einschließlich der Risiken, des Risikomanagements und der Compliance. In regelmäßigen Sitzungen wurden anhand der Berichte des Vorstands alle Geschäftsvorgänge, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sowie wesentliche Angelegenheiten, die die Entwicklung der GELSENWASSER AG und der Konzerngesellschaften betrafen, gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt. Darüber hinaus wurde der Vorsitzende des Aufsichtsrats auch zwischen den Sitzungen vom Vorstand über alle sonstigen wichtigen Geschäftsvorfälle unverzüglich informiert.

Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden und hat, soweit erforderlich, seine Zustimmung erteilt. Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2010 zu fünf Sitzungen zusammengetreten. Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch drei von ihm eingerichtete Ausschüsse, die Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vorbereiten bzw. — im Falle des Präsidiums — im Rahmen des gesetzlich Zulässigen auch an Stelle des Aufsichtsrats beschließen. Das Präsidium hat insbesondere zur Vorbereitung der Plenumssitzungen viermal getagt. Der Prüfungsausschuss hat dreimal getagt. Der Nominierungsausschuss ist im Berichtsjahr einmal einberufen worden. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichteten dem Plenum regelmäßig über die Arbeit ihrer Ausschüsse. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Interessenkonflikte traten im Berichtsjahr nicht auf.

Ein Schwerpunkt der Erörterungen im Aufsichtsrat betraf den zunehmenden Wettbewerb um Konzessionen und den Trend zur (Re-)Kommunalisierung in der Energie- und Wasserwirtschaft. Diese Entwicklungen betreffen GELSENWASSER als Inhaberin langjähriger Versorgungskonzessionen mit dem Interesse an einer Bestandswahrung potenziell negativ, bieten aber gleichzeitig die Chance, als Partner der Kommunen neue Betätigungsfelder hinzuzugewinnen. Eine ganze Reihe von Projekten, die dem Aufsichtsrat zur Zustimmung vorgelegt wurden, sind vor diesem Hintergrund zu sehen.

Nach der Kündigung der Konzessionen zur Wasserversorgung in Kamen, Bergkamen und Bönen konnte nach langen Verhandlungen zu guter Letzt eine dauerhafte partnerschaftliche Lösung mit den Kommunen vereinbart werden. Zur Umsetzung wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit der GSW Gemeinschaftsstadtwerke GmbH Kamen — Bönen — Bergkamen eine paritätisch gehaltene Beteiligungsgesellschaft gegründet, die seit Oktober 2010 den Betrieb der Wasserversorgung im Konzessionsgebiet der GSW durchführt.

Der Aufsichtsrat erteilte seine Zustimmung auch dem Angebot zum Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an der Stadtwerke Holzminden GmbH, das weiter verhandelt wird. Abgeschlossen wurde das Projekt „Stadtwerkefonds", d. h. der mittelbare Erwerb von Beteiligungen an der Stadtwerke Zehdenick GmbH, an der Stadtwerke Oranienburg GmbH und an der ZID Zukunft in Delitzsch GmbH, für das bereits im Vorjahr die Freigabe des Aufsichtsrats eingeholt worden war. Keinen Erfolg hatte das vom Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung gebilligte Angebot, im Rahmen eines kommunal geprägten Konsortiums die Thyssengas GmbH, eine Betreiberin von Ferngasleitungen, zu erwerben.

Zu den Auslandsbeteiligungen wurde dem Aufsichtsrat ausführlich berichtet. Abgesehen von dem Geschäft in Frankreich, das die Erwartungen des Vorstands und des Aufsichtsrats noch nicht erfüllen konnte, erreichen bzw. übertreffen die Beteiligungen im Ausland die unternehmensinternen Vorgaben. Neben dem wirtschaftlichen Erfolg wurden im Aufsichtsrat die sog. weichen Faktoren wie Imagegewinn und die auch im deutschen Markt zu nutzende Erweiterung des Erfahrungshorizonts besprochen, die mit dem internationalen Engagement verbunden sind.

Im Präsidium und im Plenum des Aufsichtsrats wurden die Ergebnisse der Selbstüberprüfung gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex vorgestellt und diskutiert. Danach ist insgesamt eine weitere Verbesserung der Effizienz der Gremienarbeit eingetreten. Die nächste Effizienzprüfung des Aufsichtsrats soll ab Ende 2012 erfolgen. Auch wurde vor dem Hintergrund des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) die zukünftige Gestaltung der Vorstandsvergütungen beraten. Hierzu wurde von einem externen, unabhängigen Beratungsunternehmen der Vorschlag einer neuen Vergütungsstruktur erarbeitet. Nach Erörterung dieser Grundlage soll ein Vorstands-Mustervertrag erstellt werden.

Der Aufsichtsrat hat sich zudem mit der Einhaltung der Empfehlungen sowie unterjährigen Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Die Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat und den Vorstand wurden geänderten Vorgaben aus Kodex und Gesetz angepasst. Des Weiteren wurde die Investitions-, Erfolgs- und Finanzplanung der Gesellschaft ausführlich beraten.

Der Vorstand ist seinen Berichtspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat im Berichtsjahr vollumfänglich nachgekommen. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Überwachung und zur frühzeitigen Erkennung von Risiken in geeigneter Form getroffen hat. Er hat die darauf basierenden regelmäßigen Analysen zur Kenntnis genommen.

Der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss und Konzernabschluss der GELSENWASSER AG sowie der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010, einschließlich des Überwachungssystems gemäß § 91 Abs. 2 AktG, sind von der Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Dortmund, geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Abschlüsse, der Lagebericht sowie die Prüfungsberichte sind allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig übersandt worden. Die Vorlagen sind zunächst vom Prüfungsausschuss in Gegenwart des Abschlussprüfers und abschließend vom Aufsichtsrat wiederum zusammen mit dem Abschlussprüfer ausführlich besprochen worden. Die Abschlussprüfer berichteten über die Ergebnisse ihrer Prüfung insgesamt und die einzelnen Prüfungsschwerpunkte, insbesondere zu der Frage, ob wesentliche Schwächen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess vorliegen. Dies ist nicht der Fall. Es haben sich auch keine sonstigen Beanstandungen ergeben. Die Abschlussprüfer informierten darüber, dass keine Umstände vorliegen, die ihre Befangenheit besorgen lassen.

Der Aufsichtsrat hat den zusammengefassten Lagebericht sowie die Jahresabschlüsse der GELSENWASSER AG und des Konzerns unter Berücksichtigung des Berichts des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses eingehend geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung bestanden keinerlei Einwände. Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers zur Kenntnis genommen und schließt sich, aufgrund seiner eigenen Prüfung, dem Ergebnis der Abschlussprüfung an.

Der Aufsichtsrat billigt entsprechend der Empfehlung des Prüfungsausschusses den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht, den Konzernabschluss und den Jahresabschluss der GELSENWASSER AG. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Der Prüfungsausschuss hat dem Aufsichtsrat empfohlen, der Hauptversammlung erneut die Wahl der Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Dortmund, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 vorzuschlagen. Gestützt auf diese Empfehlung hat der Aufsichtsrat einen entsprechenden Wahlvorschlag an die Hauptversammlung verabschiedet.

Herr Jörg Stüdemann, bereits mit Wirkung ab dem 17. Dezember 2009 als Aufsichtsratsmitglied gerichtlich bestellt, wurde in der Hauptversammlung am 2. Juni 2010 als Aktionärsvertreter in den Aufsichtsrat gewählt. Der Aufsichtsrat verfügte damit zum Ende des Geschäftsjahres über seine volle Mitgliederzahl.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Betriebsräten sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GELSENWASSER AG und der mit ihr verbundenen Unternehmen für ihren Einsatz, die geleistete Arbeit und die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

 

Gelsenkirchen, 23. März 2011

GELSENWASSER AG

Aufsichtsrat

Guntram Pehlke, Vorsitzender

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1.1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Der Konsolidierungskreis umfasst neben dem Mutterunternehmen insgesamt zehn vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie 39 Unternehmen, die mit Hilfe der Equity-Methode bewertet werden.

Neben der Konzernmuttergesellschaft GELSENWASSER AG werden als vollkonsolidierte Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen:

GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, Hamburg

GELSENWASSER Dresden GmbH, Dresden (seit 31. Dezember 2009)

GELSENWASSER Energienetze GmbH, Gelsenkirchen

GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH, Hamburg

Nantaise des Eaux Services SAS, Sainte Luce-sur-Loire/Frankreich

NGW GmbH, Duisburg

Osmo GmbH, Hamburg (seit 8. November 2010)

Stadtwerke Oranienburg GmbH, Oranienburg (seit 8. November 2010)

Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH, Rheda-Wiedenbrück

WESTFALICA GmbH, Bad Oeynhausen

Die Osmo GmbH, Hamburg, hat im Zuge einer grenzüberschreitenden Verschmelzung als übernehmende Rechtsträgerin mit Wirkung zum B. November 2010 das gesamte Vermögen des H/H-Stadtwerkefonds KGaA, SICAR, Luxemburg, übernommen und hält seitdem in ihrem Finanzanlagevermögen eine Mehrheitsbeteiligung von 64,9 % an den Stadtwerken Oranienburg GmbH (SWO) sowie 49,9 % der Anteile an der ZID Zukunft in Delitzsch GmbH (ZID), Delitzsch. Zum gleichen Zeitpunkt haben die bisherigen Eigentümer der Osmo GmbH ihre sämtlichen Geschäftsanteile an die GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH veräußert. Die Osmo GmbH und die SWO werden im Konzernabschluss vollkonsolidiert, während die ZID im Rahmen der Equity-Methode erfasst wird.

Die GELSENWASSER AG und ihre vollkonsolidierten Tochtergesellschaften (zusammen der GELSENWASSER-Konzern) versorgen ihre Kunden — Haushalte, Gewerbe, öffentliche Einrichtungen und Industrie — mit Trink- und Betriebswasser sowie Erdgas und Wärme. Darüber hinaus erfüllen die Gesellschaften Aufgaben der Abwasserentsorgung, der Stromversorgung und bieten vielfältige versorgungsnahe Dienstleistungen an.

Zusammengefasster Lagebericht

der GELSENWASSER AG und des GELSENWASSER-Konzerns

Bei dem Mutterunternehmen handelt es sich um eine in Deutschland registrierte börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Gelsenkirchen, Willy-Brandt-Allee 26. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Gelsenkirchen unter HRB 165 eingetragen.

Die Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG, Bochum, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Bochum GmbH und der Dortmunder Stadtwerke AG, hielt über die Wasser und Gas Westfalen GmbH zum 31. Dezember 2010 3.194.401 Aktien der GELSENWASSER AG. Dies entsprach einem Anteil von 92,93 % des Grundkapitals und der Stimmrechte.

1.2 Absatzmärkte und Wettbewerbsposition

Absatzmärkte

Schwerpunkte des inländischen Versorgungsgebiets sind das Ruhrgebiet, das Münsterland, der Niederrhein, Ostwestfalen und das angrenzende Niedersachsen. Im November 2010 wurde das inländische Versorgungsgebiet durch den Erwerb der Stadtwerke Oranienburg GmbH, Oranienburg, erweitert. Die Versorgungsgebiete des französischen Tochterunternehmens Nantaise des Eaux Services SAS (NES), Sainte Luce-sur-Loire, liegen schwerpunktmäßig im Norden und Westen Frankreichs sowie in der Region um Paris und im Überseedepartement Guadeloupe.

Zudem ist die GELSENWASSER AG an Gesellschaften in Tschechien und in Polen beteiligt sowie im Rahmen einer Betriebsführung in Algerien tätig.

Verstärkter Wettbewerb am Energiemarkt

Der Wettbewerb am Energiemarkt wächst stetig. Verbraucher haben heute die Wahl zwischen etlichen Anbietern. Die mit dem steigenden Wettbewerbsdruck einhergehenden Kundenverluste im Gasgeschäft konnten durch Kundengewinne im externen Gebiet kompensiert werden.

Das Stromangebot wurde bisher sehr gut angenommen. So entschieden sich bis zum Ende des Jahres 2010 rund 18.000 Kunden für Strom aus 100 % Wasserkraft von GELSENWASSER. Auch das Stromangebot der Tochterunternehmen NGW und WESTFALICA hat sich erfolgreich entwickelt. Zum Jahresende konnte NGW über 4.600 Kunden, WESTFALICA knapp 3.000 Kunden mit Strom versorgen.

Ebenfalls gut entwickeln konnte sich die energiehoch3 GmbH, eine reine Online-Vertriebsplattform für die Produkte GAS3 und STROM3 mit über 60.000 Kunden Ende 2010.

Das Thema Energiesparen bleibt weiterhin im Fokus der Verbraucher. Somit wird auch im Jahr 2011 das Förderprogramm fortgeführt. GELSENWASSER unterstützt seine Kunden mit Zuschüssen bei der Realisierung von Energiesparmaßnahmen.

Neue Vertragsabschlüsse im Bereich Wasser

Im Geschäftsbereich Wasser konnten im Jahr 2010 Verträge mit kommunalen Partnern, Weiterverteilern und Industrieunternehmen/Sonderkunden verlängert werden.

Der Konzessionsvertrag mit der Gemeinde Ascheberg verlängerte sich bis Ende 2028. In dieser Kommune werden insgesamt etwa 0,6 Mio. m3 Wasser jährlich abgesetzt. Der Konzessionsvertrag mit der Stadt Drensteinfurt wurde um vier Jahre verlängert. In dieser Kommune werden ebenfalls etwa 0,6 Mio. m3 Wasser jährlich abgesetzt. Mit der Stadt Menden wurde ein neuer Konzessionsvertrag für den Ortsteil Menden-Halingen mit einer Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen. Der Konzessionsvertrag hat eine Laufzeit bis Ende 2030. GELSENWASSER liefert hier jährlich etwa 0,1 Mio. m3 Wasser.

Mit der GSW Gemeinschaftsstadtwerke GmbH Kamen — Bönen — Bergkamen wurde eine gemeinsame Gesellschaft, die GSW Wasser-plus GmbH, gegründet. Die gemeinsame Gesellschaft versorgt die Orte Kamen, Bönen und Bergkamen mit Wasser. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis Ende 2038, und es werden in den drei Orten insgesamt etwa 6,9 Mio. m3 Wasser abgesetzt.

Der Wasserlieferungsvertrag mit den Stadtwerken Menden GmbH konnte für weitere 20 Jahre abgeschlossen werden. Zwei sogenannte Transportleistungsverträge regeln darüber hinaus die Wasserlieferung der Stadtwerke Menden an die Stadt Balve sowie die Wasserlieferung von GELSENWASSER an die Stadtwerke Hemer. Auch die Transportleistungsverträge für Balve und Hemer laufen weitere 20 Jahre.

Mit der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH wurde ein bis Ende 2030 laufender Wasserlieferungsvertrag auf Gegenseitigkeit abgeschlossen.

Weitere Vertragsverlängerungen bzw. Neuabschlüsse konnten mit acht Industrieunternehmen/Sonderkunden und vier kommunalen Vertriebspartnern mit einem Gesamtabsatz von etwa 5,2 Mio. m3 jährlich abgeschlossen werden.

1.3 Unternehmensziele

Auch im Jahr 2010 sind die Märkte für Leistungen der Daseinsvorsorge von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Um als Unternehmen weiterhin erfolgreich auf diesen Märkten zu bestehen, bedarf es ökonomischer, ökologischer, politischer und technischer Expertise und einer klaren Unternehmensstrategie.

GELSENWASSER arbeitet stetig an diesen Fähigkeiten und hat sich zum Ziel gesetzt, parallel verschiedene Geschäftsmodelle erfolgreich weiterzuentwickeln, um in den einzelnen Unternehmenssparten weiterhin die Erwartungen an das Unternehmen zu erfüllen.

Im Wasserversorgungsbereich betrifft dies zum einen den Fortbestand des Kundenstamms. Dieser konnte sowohl durch die Verlängerung bzw. Neuabschluss von Konzessionsverträgen sowie von drei Wasserlieferungsverträgen abgesichert werden, als auch durch den Schritt in neue Arten kommunaler Zusammenarbeit, wie dies im Fall der GSW Wasser-plus GmbH geschehen ist. Die Gesellschaft hat im Oktober 2010 ihre operative Arbeit aufgenommen.

Darüber hinaus ist die Wasserversorgungsbranche 2010 insbesondere durch Umbrüche auf politischer Ebene gezeichnet. Das Wasserpreis-Urteil des Bundesgerichtshofs vom 2. Februar 2010 zur Rechtmäßigkeit von Preissenkungsverfügungen hat der Entwicklung weiteren Auftrieb gegeben. Der öffentliche sowie behördliche Druck in Bezug auf Preise und versorgungsrelevante Rahmenbedingungen hält an. GELSENWASSER ist hier in vielen Bereichen engagiert, um einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Branche zu leisten. Dazu gehört die kontinuierliche Teilnahme an den Benchmarkingprojekten des Landes NRW und die Teilnahme sowie Gestaltung der darauf folgenden Erfahrungsaustauschrunden, die unabdingbar sind, um vom Benchmarking zu tatsächlichen Effizienzsteigerungen der Unternehmen zu gelangen. Aber auch auf Verbändeebene ist das Unternehmen aktiv, um beispielsweise das Thema der kostenseitigen Transparenz durch die Entwicklung und Verbreitung nachvollziehbarer Kalkulationsstandards und durch das Projekt Kundenbilanz weiter voranzutreiben.

Im Energiebereich hält der Wettbewerb unvermindert an. Auch hier entwickelt GELSENWASSER seine Marken-, Vertriebs- und Beschaffungsstrategie stetig weiter und passt sie den neuen Marktanforderungen an.

Um den sich weiter entwickelnden Rahmenbedingungen im Gasbereich und den damit einhergehenden Chancen und Herausforderungen gerecht zu werden, hat GELSENWASSER im Jahr 2010 ein neues Geschäftsmodell etabliert, welches die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gewährleistet.

Die 2009 operativ gestartete Konzerngesellschaft energiehoch3 GmbH (EH3) behauptet sich im hart umkämpften Energiemarkt. Insbesondere im Sektor Strom entwickelt sich die Geschäftsgrundlage sehr erfolgreich. Der Kundenstamm konnte 2010 um rund 50.000 Kunden aufgestockt werden. Darüber hinaus hat die EH3 ihr Angebot in diesem Bereich weiter diversifiziert und bietet seit Oktober 2010 Strom aus Wasserkraft an. Für das Jahr 2011 ist eine kontinuierliche Erweiterung und Weiterentwicklung der Produkte geplant.

Im Gasbereich steht die EH3 stark im Wettbewerb und stellt sich den enormen Herausforderungen im Beschaffungsbereich. Die Kundenzahlen sind hier im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.

Im GELSENWASSER-Konzern konnte die schwierige Lage auf dem Gasmarkt durch Erfolge außerhalb des angestammten Versorgungsgebiets gut abgefedert werden, so dass in Summe die Kundenzahlen konstant gehalten werden konnten. Im Strom zeigte sich auch im Konzern eine positive Entwicklung. Der erfolgreiche Start des Stromvertriebs 2009 setzte sich 2010 mit weiteren Kundenzuwächsen fort.

Jedoch beschränkt GELSENWASSER sein Engagement im Energiebereich nicht nur auf fossile Energieträger, sondern bemüht sich auch um einen Fokus in Richtung regenerativer Energien. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Kooperationsvorhaben nachhaltiges Biogas" ist hier wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells. Ziel des Projekts war es, die Machbarkeit eines neuartigen Biogaseinspeisesystems unter nachhaltigen Kriterien im Detail zu untersuchen. Das Projektkonsortium, bestehend aus der GELSENWASSER AG, der Fachhochschule Münster, dem Fraunhofer-Institut Umsicht sowie der PlanET Biogastechnik GmbH, hat in zwölf Monaten das Biogaseinspeisesystem für eine Modellregion technisch geplant, ökologisch bewertet und ein Geschäftsmodell entwickelt, in das alle Akteure der Wertschöpfungskette partnerschaftlich eingebunden werden. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt werden 2011 weiterverfolgt.

Im Netzbereich arbeitet GELSENWASSER engagiert daran, sich zu einer starken kommunalen Infrastrukturgesellschaft zu entwickeln und setzt seine Aktivitäten seit der Umstrukturierung zur großen Netzgesellschaft 2009 weiter fort.

Zu weiteren wesentlichen Geschäftsfeldern und weiterzuentwickelnden Geschäftsmodellen gehört der Bereich Abwasser im Unternehmen. Die Integration der neuen Unternehmensbeteiligungen Stadtentwässerung Höxter GmbH und Entsorgungsgesellschaft mbH Neues Land waren hier wichtige Aufgaben des abgelaufenen Geschäftsjahrs. Parallel standen ein verstärkter Know-how Transfer unter allen Abwassergesellschaften der GELSENWASSER-Gruppe und eine Vertiefung des gruppeninternen Benchmarkingprojekts Abwasser im Fokus. Darüber hinaus engagiert sich GELSENWASSER nun im Netzwerk e.qua, das im Bereich der wasserwirtschaftlichen Energierückgewinnung, insbesondere Wärme aus Abwasser, und dem Ressourcenmanagement tätig ist.

Das Bild wird abgerundet durch das unternehmerische Engagement im Stadtwerke-Sektor. Mit dem Erwerb der Stadtwerke Oranienburg GmbH erweitert GELSENWASSER erneut erfolgreich sein Stadtwerkenetzwerk und betreibt unternehmensintern parallel Anstrengungen, dieses Netzwerk qualitativ weiterzuentwickeln.

Die GELSENWASSER AG hat im Jahre 2010 intensiv daran gearbeitet, den gesamtwirtschaftlichen sowie branchenspezifischen Anforderungen gerecht zu werden und wird dies 2011 konsequent weiterführen.

1.4 Unternehmensinternes Steuerungssystem

Um in den umbrechenden Märkten der Daseinsvorsorge bestehen zu können, setzt GELSENWASSER ein wertorientiertes Managementsystem zur Steuerung und Führung des Konzerns ein.

Das Ziel ist dabei, den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern — durch profitables, nachhaltiges Wachstum und Konzentration auf Geschäftsfelder, die hinsichtlich der Wettbewerbsposition und Leistungsfähigkeit nachhaltige Entwicklungschancen bieten.

Zentrales Instrument ist dabei ein integriertes Controlling. Mit dieser Controllingkonzeption koordiniert und steuert GELSENWASSER die einzelnen Unternehmensaktivitäten und -bereiche. Die Abstimmung erfolgt im Rahmen der jährlichen Planung. Hierbei werden Grundsatzentscheidungen über Investitionen, Innovationen, Markterschließungen und andere Projekte in ihren Auswirkungen auf die Unternehmenswertentwicklung offengelegt und kritisch hinterfragt. Durch den Planungsprozess, der bei GELSENWASSER Bottom-up unter Einhaltung von Rahmenbedingungen verläuft, werden die dezentralen Verantwortungsbereiche unterstützt, integriert und eine konzernweite Transparenz geschaffen.

Berichterstattungssysteme für Ist- und Planungsrechnungen verbinden zeitnah und zielorientiert strategische und operative Elemente. Flankiert werden diese durch ad-hoc bzw. maßnahmenorientierte Kommunikation.

Zentrale Steuerungskennzahl und Messgröße des GELSENWASSER-Konzerns zur Begutachtung der Wertentwicklung ist das EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern).

1.5 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

1.5.1 Rahmenbedingungen Wasser/Abwasser

Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes

Am 10. März 2010 hat der Landtag NRW das Gesetz zur Änderung des Landeswassergesetzes (LWG), das so genannte Vorschaltgesetz, verabschiedet. Danach sind Anlagen zur Aufbereitung von Wasser für die öffentliche Trinkwasserversorgung (§ 48 LWG) nach dem Stand der Technik zu errichten und zu betreiben, wenn die Beschaffenheit des Rohwassers dies im Einzelfall und bezogen auf bestimmte Inhaltsstoffe und Eigenschaften erfordert. Von dieser Regelung sind u. a. die Wasserwerke an der Ruhr betroffen. Zudem wurde die Breite von Gewässerrandstreifen zum Schutz vor diffusen Einträgen z. B. aus der Landwirtschaft von 10 auf 5 m reduziert.

In einem ersten Schritt reagierte der Landesgesetzgeber damit auf das am 1. März 2010 in Kraft getretene neue Wasserhaushaltsgesetz (WHG), das von einem Rahmengesetz zu einem bundesweit geltenden Gesetz fortentwickelt wurde. Aus ehemals 45 Paragrafen sind im WHG nunmehr 106 nebst zwei Anlagen geworden. Angesichts dieser gravierenden Änderung des Bundesgesetzes muss das Landesgesetz in NRW in einem weiteren Schritt über die Änderungen des Jahres 2010 hinaus komplett überarbeitet werden. Dieses steht voraussichtlich im Jahr 2011 zur Debatte.

Um die Differenzen zwischen dem neuen WHG und dem gültigen Landeswassergesetz NRW in der Zwischenzeit zu überbrücken, hat man am 26. Februar 2010 den Bezirksregierungen einen Vollzugserlass an die Hand gegeben, quasi als Vollzugshilfe.

Hinsichtlich weitergehender Anforderungen an die Wasseraufbereitung, die sich vor dem Hintergrund der Diskussion um Spurenstoffe in der Ruhr und des § 48 LWG ergeben können, stehen die Wasserversorgungsunternehmen an der Ruhr derzeit mit dem Umweltministerium NRW in einem konstruktiven Gespräch.

Neue Grundwasserverordnung verabschiedet

Die alte Verordnung zum Schutz des Grundwassers stammte noch aus dem Jahr 1997. Mit der Verabschiedung der EU-Grundwasserrichtlinie wurden am 12. Dezember 2006 neue Voraussetzungen geschaffen, so dass die nationalen Regelungen innerhalb der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union angepasst werden mussten.

Am 16. November 2010 ist nunmehr die neue Grundwasserverordnung in Kraft getreten. Sie verfolgt Ziele zum Schutz des Grundwassers, die GELSENWASSER begrüßt. Im Einzelnen geht es um die Bewertung des chemischen Zustands des Grundwassers, die Begrenzung und Verhinderung einer weiteren Grundwasserverschmutzung, und es werden neue Regeln für die Überwachung aufgestellt.

Im Vorfeld der Verabschiedung führte GELSENWASSER Gespräche u. a. auch mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit dem Ziel, das Verfahren der künstlichen Grundwasseranreicherung zur Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser, mit dem GELSENWASSER etwa 80 % des abgegebenen Trinkwassers gewinnt, im Entwurf der neuen Grundwasserverordnung zu verankern. Die Vertreter des Ministeriums betonten hierbei, dass das bewährte Verfahren mit dem Erlass der neuen Verordnung auch weiterhin gesichert sei.

Besondere Risiken, die etwa beim Einsatz von Bauprodukten oder bei der Verwendung von Reststoffen für das Grundwasser entstehen können, sollen später im Rahmen einer separaten Artikelverordnung zu § 48 WHG konkretisiert werden. Damit soll ein harmonisches Gesamtkonzept für den Bereich Boden- und Grundwasserschutz geschaffen werden.

Schutz der Oberflächengewässer

Etwa ein Jahr nach der Neuregelung des Wasserrechts in Deutschland soll auch der Schutz der Oberflächengewässer in Deutschland nunmehr bundeseinheitlich geregelt werden. Die Bundesregierung will hierzu eine Oberflächengewässerverordnung einführen, in der Umweltqualitätsnormen zur Einstufung des ökologischen und chemischen Zustands von Oberflächengewässern festgelegt und Bewirtschaftungsanforderungen an solche Oberflächengewässer beschrieben werden, die besonderen Nutzungen unterliegen, wie zum Beispiel durch die Trinkwassergewinnung.

GELSENWASSER hat dieses Vorhaben unterstützt, indem über gemeinsame Stellungnahmen mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW), dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW), dem VKU Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) und der Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren e. V. konkretisierende Vorschläge zu einzelnen Bestimmungen abgegeben wurden. Unter anderem wurde vorgeschlagen:

die eingeführten Umweltqualitätsnormen eingangs und dann regelmäßig alle vier Jahre daraufhin zu untersuchen, ob aktuell bekannt gewordene problematische Stoffe berücksichtigt wurden und ob die Umweltqualitätsnormen auch im Abgleich mit den europaweiten Vorgaben noch aktuell sind,

konkrete Maßnahmen im Falle der Überschreitung von Umweltqualitätsnormen vorzugeben und unter Beachtung des Verursacherprinzips am Ursprung der Umweltbeeinträchtigung umzusetzen,

Oberflächenwasserkörper, die der Trinkwassergewinnung dienen, entsprechend den Regelungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie so zu bewirtschaften und zu schützen, dass eine Verschlechterung ihrer Qualität verhindert und so der für die Gewinnung von Trinkwasser erforderliche Umfang der Aufbereitung verringert wird.

Am 17. November 2010 wurden die Stellungnahmen der Beteiligten im Rahmen einer Anhörung im Umweltbundesamt mit Vertretern des Bundesumweltministeriums erörtert. Hierbei hat sich gezeigt, dass noch weiterer Änderungsbedarf besteht, so dass den Verbänden die Gelegenheit zur Nachreichung weiterer Empfehlungen gegeben wurde.

Rahmenbedingungen für Wasser- und Abwasserdienstleistungen

EU-Ebene: EU-Kommission arbeitet an Vorlage für eine gesetzliche Regelung zu Dienstleistungskonzessionen

Der europäische Einfluss auf die Rahmengestaltung im Trink- und Abwasserbereich nimmt, wie in anderen Bereichen auch, tendenziell zu. Im Vordergrund stehen für GELSENWASSER dabei neben konkret fachlich ausgerichteten Richtlinien im Bereich des Gewässerschutzes und der Gewässergüte vor allem die Diskussionen um die Gestaltung des Vergaberechts.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Frage, inwieweit die traditionell ausschreibungsfreien deutschen Konzessionen, vor allem im Trinkwasserbereich, zukünftig ausschreibungspflichtig sind und in welchem Umfang Kommunen selbst unter der Überschrift „Inhousegeschäfte" bzw. kommunale Kooperationen ihre Geschäftstätigkeit in diesem Sektor regional gestalten können.

Trotz eines negativen Votums seitens des Europäischen Parlaments im Mai dieses Jahres auf der Grundlage des sogenannten Rühle-Berichts gegen einen Rechtssetzungsakt zu Dienstleistungskonzessionen verfolgt die Europäische Kommission weiterhin massiv dieses Vorhaben. Sie kündigte die Verabschiedung einer Gesetzesinitiative zu Dienstleistungskonzessionen für das kommende Jahr an. Aus Sicht der Wasserwirtschaft gibt es keinen Regulierungsbedarf. In enger Zusammenarbeit mit dem BDEW und dem VKU setzt sich GELSENWASSER deshalb für eine Ablehnung dieses Kommissionsvorhabens ein.

Bundesebene: Kartellverfahren und Regulierungsbestrebungen in der Wasserwirtschaft geraten ins Stocken

Nach Hessen hat Baden-Württemberg als zweites Bundesland förmliche Kartellverfahren gegen Wasserversorgungsunternehmen eingeleitet, jedoch auf der Grundlage einer Kostenorientierung. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Februar dieses Jahres zur kartellrechtlichen Wasserpreiskontrolle bei einem Wasserversorgungsunternehmen in Hessen hatte zur Konsequenz, dass die Kartellbehörden der Länder gemeinsam mit dem Bundeskartellamt einen einheitlichen Fragebogen zur Erhebung der Trinkwasserpreise erarbeitet haben, der allerdings nicht in allen Ländern angewendet wird. In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz halten die Kartellbehörden an den etablierten Aktivitäten zum Benchmarking als Alternative zur kartellrechtlichen Wasserpreiskontrolle fest und entwickeln diese im Dialog mit den Verbänden weiter. GELSENWASSER beteiligt sich aktiv an diesem Prozess.

Die Monopolkommission fordert in ihrem 18. Hauptgutachten eine kartellrechtliche Anreizregulierung, die in erster Linie auf Kostensenkungsaspekte abzielt. Dagegen wehren sich nicht nur Verbände. Zu groß wäre das Risiko einer Absenkung der Versorgungs-, Umweltschutz- und Gesundheitsschutzsicherheit. Die Bundesregierung wird sich voraussichtlich gegen eine Anreizregulierung und für das bekannte Verfahren des Kartellrechts Anfang des Jahres 2011 aussprechen.

Die GELSENWASSER AG wird in Zusammenarbeit mit den Verbänden BDEW, VKU, DWA — German Associaton for Water, Wastewater and Waste und DVGW diese Diskussionen in der Wasserwirtschaft weiter aktiv begleiten, um einer potenziellen Regulierung von außen überzeugende Instrumente für ein koordiniertes Vorgehen in der Branche entgegenstellen zu können.

1.5.2 Rahmenbedingungen Energie

Konzessionen

Auch im Energiesektor hat das Thema der Konzessionen Konjunktur. Da aktuell und in den nächsten zwei Jahren bundesweit etwa 2.000 Konzessionsverträge zur Strom- und Gasversorgung auslaufen werden und diese Verträge bzw. deren Auslaufen alle 20 Jahre bekannt gemacht werden müssen, hat ein reger Wettbewerb eingesetzt. Das Energiewirtschaftsgesetz regelt die Konzessionsvergabe nur lückenhaft, so dass etwa Fragen der Informationsherausgabe, des Netzkaufpreises oder der Übertragung der Erlösobergrenze streitig werden und Anlass für gerichtliche Klärung bieten. Neben dem Wettbewerb der Bieter um Konzessionsverträge tritt zunehmend die Absicht der Kommunen, diese nicht mehr neu zu vergeben, sondern den Betrieb der Energienetze in eigene Hände zu nehmen. Trotz dieser Tendenz zur (Re-)Kommunalisierung wollen die Unternehmen der GELSENWASSER-Gruppe in diesem Markt ihre bestehenden Konzessionen behaupten und neue Verträge, z. B. zur Stromversorgung, hinzugewinnen. Grundsätzlich wird dabei davon ausgegangen, dass trotz der Trennung der Versorgungsnetze vom Energievertrieb das von den Konzessionen abhängige Netzgeschäft eine lohnende langfristige Geschäftsperspektive bietet.

Regulierungsmanagement

Basierend auf dem Energiewirtschaftsgesetz und darauf aufbauenden Verordnungen bilden die zuletzt vor Beginn der Anreizregulierung genehmigten Netzkosten auch in 2010 die Grundlage für die jährliche Erlösobergrenze.

Für den Zeitraum zwischen der Beantragung der Netzentgelte und dem Tag der Genehmigung hatte der Bundesgerichtshof seinerzeit entschieden, dass eine rückwirkende Abschöpfung von gegebenenfalls tatsächlich entstandenen und verbuchten Mehrerlösen gegenüber den tatsächlich genehmigten Kosten prinzipiell rechtmäßig sei. Aufgrund des Bescheids der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) wurden die an die Gesamtheit der Kunden zurückzugebenden Mehrerlöse mit einer entsprechenden Minderung der Erlösobergrenze im Jahre 2010 komplett an die Kunden ausgekehrt.

In die Erlösobergrenze ist auf Antrag bei der BNetzA der sogenannte Erweiterungsfaktor eingeflossen, der den Erweiterungsinvestitionen im Netz in den letzten Jahren Rechnung trägt.

Die Anforderungen aus der am 9. September 2010 in Kraft getretenen neuen Gasnetzzugangsverordnung bringen insbesondere eine Erleichterung des Netzzugangs für Biogasanlagenbetreiber mit sich. Auf die neuen Anforderungen wurde umgehend durch Anpassung der internen Prozesse reagiert.

Die ab 1. Januar 2010 gesetzlich geforderte Einführung von intelligenten Zählern auch im Gasbereich hat bisher bei den Kunden zu keiner großen Resonanz geführt. Im Dezember 2010 wurde auf Basis der technischen Mindestanforderungen der BNetzA das Lastenheft des DVGW für Zähler im Gasbereich veröffentlicht, das vier grundsätzliche Möglichkeiten zur Umsetzung der gesetzlichen Forderungen beschreibt und näher spezifiziert. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt hier entwickeln wird.

Im Zuge der von der BNetzA geforderten Herstellung der informatorischen Prozessidentität zwischen Netzbereich und allen Lieferanten wurde das IT-Projekt zur Mandantentrennung im SAP-System erfolgreich beendet. Gleiches gilt auch für die sich aus der Neufassung des Arbeitsblattes G 685 des DVGW ergebenden Änderungen im Zuge der Abrechnung der Netzentgelte des Energienetzbetreibers.

Gaspreisentwicklung

Die Heizölpreise sind im Jahresverlauf 2010, bedingt durch die globale Ölmarktentwicklung sowie eine leichte Euro-Schwächung, von 50 ct/I (netto) Anfang des Jahres 2010 auf über 60 ct/I (netto) Ende des Jahres 2010 um über 20 % angestiegen. Die Gaspreise der GELSENWASSER AG konnten im gesamten Kalenderjahr 2010 konstant gehalten werden. Zum 1. Januar 2011 erfolgte eine mäßige Anhebung der entsprechenden Verkaufspreise (5,9 % — Tarif Best).

1.6 Branchenentwicklung

Alle Sparten der leitungsgebundenen Versorgung sind vom Absatzverhalten der Kunden in den einzelnen Kundensegmenten abhängig. Hier zeigt sich nach der Wirtschaftskrise eine Konjunkturerholung, jedoch ist der Energiemarkt weiterhin stark umkämpft.

1.6.1 Wasser

Erfreulicherweise stagnierte der Abwärtstrend im Tarifkundenabsatz im Jahr 2010. Die an Tarifkunden abgegebene Trinkwassermenge im angestammten inländischen Versorgungsgebiet befindet sich nur leicht unter Vorjahresniveau. Der seit Jahren rückläufige Absatz konnte durch den guten Frühsommer und die anziehende Konjunktur kompensiert werden. Dauerhafte Auswirkungen bleiben daher abzuwarten. Die positive Konjunktur macht sich vor allem im Industrie- und Sonderkundenbereich bemerkbar, so dass in diesen Kundensegmenten ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen ist. Aufgrund der positiven Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist durchaus mit einer anhaltenden Entspannung der Absatzlage zu rechnen.

Da voraussichtlich eine Wettbewerbsregulierung der Wasserwirtschaft keine politischen Mehrheiten finden wird, ist mit einer verstärkten kartellrechtlichen Überprüfung der Wasserpreise in Deutschland zu rechnen. GELSENWASSER hat sich bei allen Fragen der Behörden kooperativ gezeigt und verfolgt weiterhin eine aktive, offene Rolle für Benchmark-Projekte zur objektiven Vergleichbarkeit von Preisen und Unternehmen. Das Schiedsverfahren in Verbindung mit jährlichen Kostengutachten, das mit den Konzessionskommunen zur Festlegung der Wasserpreise vereinbart wurde, trägt im Versorgungsgebiet bereits seit Jahrzehnten zu einem hohen Maß an Transparenz und Gerechtigkeit bei und sichert den Kunden faire Preise.

1.6.2 Energie

Die Konjunkturerholung im Jahr 2010 zeigt im Energiebereich nur bedingt ihre Wirkung. Der Absatz ist von Temperatureffekten im Jahr 2010 positiv geprägt. Im Haushaltsbereich ist weiterhin ein starkes Energiesparverhalten erkennbar. Der Weg zu alternativen Energiequellen wird nicht nur durch das verabschiedete Energiekonzept der Bundesregierung unterstrichen. Bei der Erstellung von Neubauten ist bundesweit eine leichte Erholung erkennbar. In allen Segmenten des Energieabsatzes ist aufgrund des rückgängigen Energieverbrauchs ein sehr aggressiver Preiskampf erkennbar. Im Industrie- und Sonderkundenbereich werden von Kundenseite weiterhin lukrative Festpreise mit unterschiedlichen Laufzeiten gefordert. Trotz eines Anstiegs des Spot- und Devisenmarkts ist der Gasmarkt von Überkapazitäten gezeichnet.

1.7 Geschäftsentwicklung

1.7.1 Beschaffungsaktivitäten

Die Gasbeschaffung bei GELSENWASSER wurde vor einigen Jahren konzeptionell neu aufgebaut. Durch eine diversifizierte Einkaufspolitik konnte GELSENWASSER teilweise von günstigen Energiemengen profitieren. Die erfreuliche Beschaffungssituation führte dazu, dass die Verkaufspreise im gesamten Kalenderjahr 2010 bei der GELSENWASSER AG und der WESTFALICA GmbH konstant gehalten werden konnten. GELSENWASSER gewährleistet mit der aufgebauten Infrastruktur die bedarfsgerechte und verbrauchsorientierte Versorgung aller Vertriebsgesellschaften des GELSENWASSER-Konzerns sowie weiterer assoziierter Unternehmen und sorgt durch die Bündelung des Bedarfs der einzelnen Gesellschaften für ein kostenoptimales Bezugsergebnis.

1.7.2 Wasser- und Gasabsatz

Wasser

Die Wasserabgabe des GELSENWASSER-Konzerns lag mit 238,0 Mio. m3 um 17,5 Mio. m3 über dem Wert des Vorjahres (220,5 Mio. m3). Ursache war der Absatzzuwachs in Höhe von 12,9 Mio. m3 bei den Industriekunden auf 88,4 Mio. m3. Insbesondere in den Kundengruppen Eisen- und Metallindustrie (+ 6,4 Mio. m3), Kraftwerke (+ 6,2 Mio. m 3) sowie Chemische Industrie (+ 0,6 Mio. m 3) waren Zuwächse zu verzeichnen. Die Lieferungen an benachbarte Versorgungsunternehmen erhöhten sich per Saldo um 2,2 Mio. m3 (davon 4,3 Mio. m3 NES) auf 78,8 Mio. m3 und die Abgabe an die Haushalte um 2,4 Mio. m3 auf 70,8 Mio. m3. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Absatz bei dem französischen Tochterunternehmen Nantaise des Eaux Services SAS um 2,9 Mio. m3 gestiegen ist und ein Zuwachs durch erstmalige Konsolidierung der Stadtwerke Oranienburg GmbH von 0,2 Mio. m3 erfolgte. Gegenläufig wirkt sich dagegen die Absatzentwicklung bei den Haushalten im Inland ohne SWO aus (— 0,7 Mio. m 3).

Gas

Der Gasabsatz stieg im Berichtsjahr um 15,5 % auf 11.767 Mio. kWh an. Der Absatzanstieg ist im Wesentlichen auf den zentralen Gaseinkauf der GELSENWASSER AG zurückzuführen. Dadurch lag der Wiederverkauf mit 7.186 Mio. kWh um insgesamt 924 Mio. kWh über dem Vorjahreswert. Im Bereich der Haushalts- und gewerblichen Kleinverbrauchskunden lag die Gasabgabe mit 664 Mio. kWh um 20,2 % über dem Vorjahreswert. Davon entfallen rund 60 % witterungsbedingt auf Haushaltskunden im Stammversorgungsgebiet, rund 20 % auf Kunden außerhalb des angestammten Versorgungsgebiets und der verbleibende Rest auf gewerbliche Kleinverbrauchskunden. Im Industriebereich sank der Absatz um 1,0 % auf 626 Mio. kWh.

Ohne die Berücksichtigung der Mengen aus der zentralen Gasbeschaffung ist der Gesamtabsatz um 573 Mio. kWh gestiegen.

1.7.3 Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2010 erhöhte sich im GELSENWASSER-Konzern die Mitarbeiterzahl um 145 auf 1.571. Der Anstieg ist im Wesentlichen zurückzuführen auf die erstmalige Konsolidierung der Stadtwerke Oranienburg GmbH (96 Mitarbeiter). Der Ausbau des Kundenservices, die teilweise Übernahme zuvor von Dienstleistern ausgeführter Aufgaben und die Verstärkung des Geschäftsfelds Energie (Gas und Strom) bewirkten ebenfalls einen Zuwachs.

Die Zahl der Auszubildenden im GELSENWASSER-Konzern liegt mit 56 über dem Vorjahresniveau. Aufgrund der angespannten regionalen Ausbildungssituation bildet GELSENWASSER weiterhin über den eigenen Bedarf hinaus aus.

1.7.4 Forschung und Entwicklung

Trinkwasserversorgung

In den Trinkwasseranlagen und den Wasserwerken der GELSENWASSER-Beteiligungen begleiten und bearbeiten die GELSENWASSER-Fachabteilungen die wesentlichen technologischen Projekte und Fragestellungen. Die Verfahren und Anlagen werden laufend in technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht bewertet und mit Alternativen verglichen. Hierbei werden auch neue Technologien und Veränderungen bei den Anforderungen an die Trinkwasserbeschaffenheit berücksichtigt.

Ein geeignetes Verfahren zur Anpassung bestehender Trinkwasserwerke an veränderte Anforderungen der Wasserqualität ist der Einsatz von Korn-Aktivkohle, die stark adsorptive Eigenschaften besitzt. Um diesen Aufbereitungsstoff möglichst kostengünstig einkaufen und effektiv einsetzen zu können, ist es wichtig, über verlässliche Testmethoden für die Auswahl der Kohle zu verfügen. Die derzeitigen Labortestmethoden reichen hierzu nicht aus. Daher fördert GELSENWASSER gemeinsam mit drei anderen deutschen Wasserversorgern die Entwicklung einer entsprechenden Testmethode in einem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Verantwortlich für die Projektdurchführung ist das DVGW-Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe (TZW).

Gemeinsam mit einer Reihe namhafter Institute und Hersteller auf dem Gebiet des Apparatebaus ist GELSENWASSER an der Entwicklung neuartiger nanoskaliger Werkstoffe und Materialien (sogenannte Nanopartikel) und ihres Transfers in die traditionelle Wasseraufbereitungs- und Abwasserentsorgungsbranche beteiligt. Die Konstellation des Konsortiums soll die Entwicklung und Umsetzung eines neuen Systems stufenweise entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellen. Das nanobasierte Hybridsystem soll Verunreinigungen und Mikroorganismen mechanisch zurückhalten und zusätzlich chemische und biologische Kontaminanten abbauen bzw. abtöten. Das Projekt wurde im Mai 2010 begonnen und wird voraussichtlich im Jahr 2013 beendet.

Energieversorgung

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte im Jahr 2007 im Rahmen eines EU-NRW-Programms zum Thema Energie zum Förderwettbewerb aufgerufen. GELSENWASSER hatte sich gemeinsam mit der Fachhochschule Münster, der Firma PlanET Biogastechnik GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT mit dem Kooperationsvorhaben „Nachhaltiges Biogas" an diesem Wettbewerb beteiligt. Das Projekt unter der Leitung von GELSENWASSER wurde im September 2010 mit einem öffentlichen Workshop abgeschlossen und ist in der Fachöffentlichkeit auf sehr großes Interesse gestoßen. Das Ergebnis ist die Entwicklung eines ökonomisch und ökologisch optimierten Konzepts zum Aufbau eines großtechnischen nachhaltigen Biogaserzeugungs- und -verteilungssystems am Beispiel der Region Niederrhein unter Nutzung einer separaten Biogassammelleitung. Dabei soll ein zentrales Biogaseinspeisesystem aus dezentralen, landwirtschaftlichen Biogasanlagen beliefert werden, um die regionale Wertschöpfung zu verbessern. Ziel ist es, ein flexibles, redundantes Einspeisesystem zu erhalten, welches die Belange der Wasserwirtschaft berücksichtigt und zugleich die regionale Verwertung der Gärreste gewährleistet. Für die Beschreibung der Kooperation zwischen Landwirtschaft, Energie- und Wasserwirtschaft ist ein Mustervertrag entwickelt worden, dessen genaue Ausgestaltung noch mit den Landwirtschaftskammern diskutiert wird.

GELSENWASSER hat gemeinsam mit einem Pflanzenzüchter eine Kooperation begonnen, um aquatische Pflanzen in einer Versuchsanlage zu erforschen und die Massenvermehrung zu steigern. Ziel dieser Pflanzenzucht ist die Produktion einer Pflanze unter einer mit CO2 angereicherten Atmosphäre in einer geschlossenen Anlage mit einem möglichst geringen Platzbedarf. Die Pflanze kann dann wiederum für die Produktion von Biogas genutzt werden. Dieses Biogas kann danach auf Erdgasqualität aufbereitet werden, wobei CO2 abgespalten wird, welches in einem Produktionskreislauf in die Anlage zurückgeführt werden soll. Bei erfolgreicher Durchführung kann daraus ein Geschäftsmodell entwickelt und vermarktet werden, bei dem eventuelle negative ökologische Auswirkungen einer herkömmlichen Biogasproduktion reduziert bzw. vermieden werden. Aufgrund des geringen Platzbedarfs für die in dem Reaktor gestapelten Vermehrungsflächen könnten zukünftig Biogasanlagen auch in Regionen realisiert werden, in denen dies aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen bislang nicht wirtschaftlich oder ökologisch nachteilig ist.

Im Rahmen der Innovationsoffensive des DVGW engagiert sich GELSENWASSER aktiv und an prominenter Stelle. Ziel ist die Optimierung bestehender Heizungssysteme sowie die aktive Begleitung von Neuentwicklungen und der Markteinführung auf dem Sektor der Kraft-Wärme-Kopplung. Veranlasst wird diese Initiative des gesamten deutschen Gasfachs durch die sinkenden Zuwachszahlen bei den Gashausanschlüssen, die zunehmende Bedeutung der Konkurrenzenergien im Heizungsmarkt und die sinkenden Netznutzungsentgelte, die eine Versorgung von Neubaugebieten immer schwerer werden lassen. Der wesentliche Kern dieser Initiative beruht darauf, dass Gas der ideale Energieträger ist, mit dem die Einbindung regenerativer Energien gelingt. Das beginnt mit der problemlosen Einspeisung von Biogas, mit dem das fossile Erdgas im gleichen Verhältnis ersetzt werden kann. Darüber hinaus kann aber das Gasnetz als vorhandene Infrastruktur — und zwar sowohl die mehrere Hunderttausend Kilometer langen Netze als auch die angeschlossenen Untergrundspeicher — zur flexiblen Speicherung von Energie und damit zum Ausgleich von Verbrauchsschwankungen auf der einen und volatiler Stromproduktion auf der anderen Seite genutzt werden.

Ressourcenschonung

Zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden ist es erforderlich, deren energetische Eigenschaften und die Eigenschaften ihrer bau- und anlagentechnischen Komponenten zu kennen. In einem gemeinsamen Forschungsvorhaben mit der Fachhochschule Münster werden wichtige Betriebsgebäude der GELSENWASSER AG einer detaillierten Analyse unterzogen. Auf Basis der wissenschaftlich-konzeptionellen Entwicklung einer Gebäudetypologie für Betriebsgebäude erfolgt dann die energetische Bewertung der betrachteten Gebäude. Projektbegleitend wurden bereits bei einigen Betriebsgebäuden konkrete Maßnahmen zur Energieeinsparung eingeleitet.

Abwasserentsorgung

Die Erprobung und Anwendung moderner Aufbereitungsverfahren der Abwasserbehandlung ist geübte Praxis in den Unternehmen der GELSENWASSER-Gruppe. GELSENWASSER hat 2010 die Gelegenheit erhalten, im Rahmen eines Forschungsprojekts Erfahrung mit neuen Technologien zu sammeln, die noch in der Entwicklungsphase sind.

Im Rahmen des Masterplans Umwelttechnologien der Bundesregierung nimmt GELSENWASSER in einem Konsortium unter Führung des Fraunhofer-Instituts UMSICHT, Oberhausen, an einem Projekt zum Thema: „NanoNature — Nanotechnologien für den Umweltschutz" teil (siehe auch Kapitel Trinkwasserversorgung).

Ein weiterer Schwerpunkt für den Einsatz neuer Technologien liegt in der Optimierung des Energie- und Betriebsmittelverbrauchs von Kläranlagen bei hoher Aufbereitungsqualität. Dazu entwickelt GELSENWASSER im Rahmen der bestehenden Kooperation mit der TU Dresden ein Software Tool zur zeiteffizienten Analyse von Kläranlagen mittels dynamischer Simulation. Mit dieser neuen Software, die innerhalb von zwei Jahren einsetzbar sein soll, steht den Unternehmen der GELSENWASSER-Gruppe exklusiv ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem in kurzer Zeit Optimierungspotenziale einer Kläranlage ermittelt werden können.

Mitarbeit in der AWWR

Ende 2009 hatte sich die AWWR — Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr e.V. (AWWR) eine neue Satzung gegeben, ein fünfköpfiges Präsidium bestellt und nunmehr mit der Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Hagen neu aufgestellt, um für die zukünftigen Herausforderungen auf dem Gebiet der Wasserpolitik und der Diskussion um die Spurenstoffe in der Ruhr besser gerüstet zu sein.

Die AWWR ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Wasserversorgungsunternehmen an der Ruhr, die im Jahre 1947 vor dem Hintergrund einer besonders angespannten Wassermengensituation gegründet wurde. Sie dient der Förderung des technisch-wissenschaftlichen Erfahrungsaustausches zu allen im Einzugsgebiet der Ruhr wasserwirtschaftlich relevanten Themen der Wassergewinnung und Wassergüte und gilt als Interessensvertreter ihrer Mitglieder vor allem im Hinblick auf Öffentlichkeit, Behörden und andere wasserwirtschaftliche Verbände und Vereinigungen.

2. Vermögenslage

Konzernbilanzstruktur

scroll
in Mio. € 31.12.2010 % 31.12.2009 % 31.12.2008 %
Langfristige Vermögenswerte 1.218,4 82 1.033,5 82 1.067,2 83
Kurzfristige Vermögenswerte 264,4 18 228,5 18 213,1 17
Aktiva 1.482,8 100 1.262,0 100 1.280,3 100
Eigenkapital und ähnliche Mittel 1.035,9 70 895,8 70 929,8 73
Langfristige Schulden 192,3 13 157,8 13 156,3 12
Kurzfristige Schulden 254,6 17 208,4 17 194,2 15
Passiva 1.482,8 100 1.262,0 100 1.280,3 100

Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr um 17,5 % auf 1.482,8 Mio. €.

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 184,9 Mio. € auf 1.218,4 Mio. €. Dies betraf mit 123,1 Mio. € die finanziellen Vermögenswerte. Von dem Anstieg entfallen 62,3 Mio. € auf eine mit dem beizulegenden Zeitwert bilanzierte Beteiligung sowie 56,9 Mio. € auf die Aktivierung der Leasingforderung gegenüber der GSW Wasser-plus GmbH. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt unter Anwendung der DCF-Methode. Aufgrund veränderter Ergebnisprognosen war der Beteiligungsansatz zu erhöhen. Der bilanzierte Zeitwert liegt über den Anschaffungskosten der Beteiligung. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme beträgt 82 %.

Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 15,7 % auf 264,4 Mio. €, ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 18 %. Dabei erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen um 36,7 Mio. € während sich die flüssigen Mittel um 25,5 Mio. € verminderten.

Die langfristigen Vermögenswerte waren zu 85,0 % durch Eigenkapital und ähnliche Mittel gedeckt und zu 100 % durch langfristiges Kapital finanziert.

Das Eigenkapital und die Eigenkapital ähnlichen Mittel liegen um 140,1 Mio. € über dem Vorjahreswert. Grund hierfür ist der Anstieg der Gewinnrücklagen aufgrund der oben genannten Aktivierung einer Leasingforderung und des Kumulierten übrigen Konzernergebnisses infolge der oben erläuterten erfolgsneutralen Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts einer Beteiligung.

Weitere Erläuterungen finden sich im Anhang.

3. Finanzlage

3.1 Finanzmanagement

GELSENWASSER nutzt als Instrument zur langfristigen Steuerung seiner Liquidität sowie zur Optimierung der Zahlungsströme innerhalb des Konzerns das Cash-Pooling. Daneben dient das Finanzmanagement zur Erhaltung und Optimierung der Finanzierungsfähigkeit des Konzerns sowie zur Minimierung finanzieller Risiken.

3.2 Kapitalstruktur und Kapitalausstattung

scroll
in Mio. € 31.12.2010 % 31.12.2009 % 31.12.2008 %
Gezeichnetes Kapital 103,1 7 103,1 8 103,1 8
Kapitalrücklage 32,2 2 32,2 3 32,2 3
Gewinnrücklage 588,8 40 523,8 42 520,1 41
Kumuliertes übriges Konzernergebnis 80,3 5 16,7 1 50,7 4
Anteile der Aktionäre der
GELSENWASSER AG 804,4 54 675,8 54 706,1 56
Anteile anderer Gesellschafter 10,4 1 0 0,8 0
Zuschüsse 221,1 15 220,0 17 222,9 17
Eigenkapital und ähnliche Mittel 1.035,9 70 895,8 71 929,8 73
Pensionsrückstellungen 150,6 13 147,0 12 144,6 11
Steuerrückstellungen 4,0 0 4,1 0 2,6 0
Sonstige Rückstellungen 6,0 0 4,8 0 7,9 1
Finanzielle Verbindlichkeiten 27,0 2 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0,7 0 0,8 0 0,6 0
Latente Steuern 4,0 0 1,1 0 0,6 0
Langfristige Schulden 192,3 13 157,8 12 156,3 12
Sonstige Rückstellungen 33,0 2 28,4 2 20,5 2
Finanzielle Verbindlichkeiten 18,5 0,7 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 203,1 15 179,3 15 173,7 13
Kurzfristige Schulden 254,6 17 208,4 17 194,2 15
Bilanzsumme 1.482,8 100 1.262,0 100 1.280,3 100

Einen detaillierten Einblick in die Finanzlage geben die Erläuterungen zu der Kapitalflussrechnung im Anhang.

Die nachfolgende Abbildung zeigt, dass das langfristig gebundene Vermögen weiterhin vollständig durch langfristig verfügbares Eigen- und Fremdkapital gedeckt wird.

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2008
Anlagevermögen 994,4 930,7 924,5
Finanzielle Vermögenswerte und sonstige langfristige Forderungen 224,0 102,8 142,7
Langfristiges Vermögen 1.218,4 1.033,5 1.067,2
Eigenkapital 814,8 675,8 706,9
Zuschüsse 221,1 220,0 222,9
Unterdeckung mit Eigenkapital und ähnlichen Mitteln – 182,5 – 137,7 – 137,4
Langfristige Rückstellungen 164,6 157,0 155,7
Langfristige Verbindlichkeiten 27,7 0,8 0,6
Überdeckung mit langfristigem Kapital 9,8 20,1 18,9

Rating 2010 GELSENWASSER und Wasser und Gas Westfalen (WGW)

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat GELSENWASSER und WGW erwartungsgemäß im September 2010, wie schon in den sechs vorangegangenen Jahren, ein Emittentenrating von BBB+ erteilt.

Im Ratingverfahren wurden GELSENWASSER und WGW gemeinsam bewertet. Es wurde untersucht, ob WGW über GELSENWASSER in der Lage ist, den vertraglich festgelegten Zins- und Tilgungszahlungen Folge zu leisten.

Neben kaufmännischen und technischen Kennzahlen wurden auch das Geschäftsmodell sowie das wirtschaftliche und politische Umfeld berücksichtigt. Die Stabilität des GELSENWASSER-Cashflows hat entscheidend zu dem guten Ergebnis beigetragen.

Die nächste Überprüfung steht im ersten Halbjahr 2011 an. GELSENWASSER ist zuversichtlich, dass die bisherige Einstufung erneut bestätigt wird.

3.3 Investitionen

Im Berichtsjahr 2010 verminderte sich das Investitionsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Mio. € auf 34,0 Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte verminderten sich um 0,3 Mio. € auf 28,9 Mio. €. Davon entfielen u. a. 11,2 Mio. € auf das Rohrnetz, 5,9 Mio. € auf Anlagen im Bau und 4,5 Mio. € auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionen in Finanzielle Vermögenswerte einschließlich at Equity bilanzierter Beteiligungen verminderten sich um 0,3 Mio. € auf 5,1 Mio. €.

4. Ertragslage

Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember

scroll
in Mio. € 2010 2009 2008
Umsatzerlöse 702,3 673,4 547,4
Materialaufwand – 438,6 – 426,6 – 314,8
Personalaufwand – 92,0 – 86,3 – 82,4
Abschreibungen – 35,3 – 33,9 – 37,8
Übrige Aufwendungen und Erträge – 0,9 – 52,2 – 40,8
Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit 135,5 74,4 71,6
Beteiligungsergebnis 30,4 30,9 30,0
Finanzergebnis – 6,5 – 5,7 – 3,2
Ertragsteuern – 0,4 – 1,2 1,5
Jahresüberschuss 159,0 98,4 99,9
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 0,3 0,1 – 0,4
Ergebnisanteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG 158,7 98,3 100,3

4.1 Geschäftsentwicklung

Veränderungen im Beteiligungsbereich

Im Geschäftsjahr 2010 hat GELSENWASSER die Ausweitung und Absicherung der Kerngeschäftsfelder Trinkwasser, Abwasser und Energie in den Beteiligungen gezielt weiterverfolgt.

Neben dem Ausbau der Werthaltigkeit der Unternehmensbeteiligungen standen insbesondere der kontinuierliche Ausbau und die Verdichtung des Stadtwerkenetzes sowie die strategische Ausrichtung der Energiebeschaffung und der regionalen sowie überregionalen Energievertriebe im Vordergrund.

Im Einzelnen ergaben sich folgende Veränderungen bei den Unternehmensbeteiligungen:

Im Zuge der stetigen Erweiterung des Stadtwerkenetzes hat GELSENWASSER über die GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH (100 %) und ihre 100 %-Tochter Osmo GmbH mit 64,9 % eine Mehrheitsbeteiligung an den Stadtwerken Oranienburg GmbH und mit 49,9 % eine Minderheitsbeteiligung an der ZID Zukunft in Delitzsch GmbH erworben. Damit verdichtet GELSENWASSER das bisherige Stadtwerkenetz nach dem Einstieg bei den Stadtwerken in Zehdenick im letzten Jahr im Landkreis Oberhavel in Brandenburg und in Nordsachsen. Die Anzahl der Stadtwerkebeteiligungen in der GELSENWASSER-Gruppe hat sich durch die beiden neuen Beteiligungen auf nunmehr 16 erhöht.

Beide neuen Stadtwerkebeteiligungen wurden bisher von der H/H-Stadtwerkefonds KGaA, SICAR, gehalten, einer Fondsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, die zu gleichen Teilen der S-Beteiligungsgesellschaft Hessen-Thüringen mbH und der HSH Real Estate AG gehörte. Der Vollzug des bereits Mitte August 2010 geschlossenen Anteilskauf- und Abtretungsvertrags erfolgte am B. November 2010 nach der grenzübergreifenden Verschmelzung des Stadtwerkefonds auf die Osmo GmbH mit Sitz in Hamburg und der Ablösung der den Stadtwerkefonds finanzierenden Genusskapitalgeber. Für die Übernahme der Osmo GmbH wurde die Kapitalrücklage der GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH um 30.323.000,00 € aufgestockt.

Die Stadtwerke Oranienburg GmbH (SWO), an der die Kreisstadt Oranienburg neben GELSENWASSER 35,1 % der Anteile hält, ist das Versorgungsunternehmen für die Kreisstadt Oranienburg der nordbrandenburgischen Region Oberhavel. Oranienburg liegt an der nördlichen Stadtgrenze zu Berlin und ist mit ca. 43.500 Einwohnern die größte Kreisstadt Brandenburgs. Das Unternehmen wurde 1991 gegründet und versorgt heute mit rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwa 27.000 Kunden in Oranienburg und im Umland mit Strom, Fernwärme und Trinkwasser. Zudem erbringt die SWO Leistungen für den städtischen Entwässerungsbetrieb in Oranienburg. Die Gasversorgung erfolgt über die betriebsgeführte Tochtergesellschaft Erdgasversorgung Oranienburg GmbH, an der die SWO mit 49 % und die Kreisstadt Oranienburg mit 2 % beteiligt sind. Die restlichen 49 % werden zu gleichen Teilen von der envia Mitteldeutsche Energie AG und der EMB Erdgas Mark Brandenburg GmbH gehalten. Darüber hinaus ist die SWO neben weiteren Energieversorgungsunternehmen aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit 4,2 % an der local energy gmbh mit Sitz in Potsdam beteiligt.

Die Große Kreisstadt Delitzsch ist neben GELSENWASSER mit 50,1 % weiterer Gesellschafter der ZID Zukunft in Delitzsch GmbH (ZID). Die ZID hält ihrerseits 74,9 % der Anteile an den Technischen Werken Delitzsch GmbH (TWD), die restlichen 25,1 % hält die E.ON Thüringer Energie AG. Die TWD, ebenfalls 1991 gegründet, stellt mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Strom- und Fernwärmeversorgung für die ca. 26.500 Einwohner sicher. Die Gasversorgung erfolgt über die betriebsgeführte Tochtergesellschaft Gasversorgung Delitzsch GmbH (GVD), an der die TWD mit 51 % und die envia Mitteldeutsche Energie AG mit 49 % beteiligt ist. Die TWD Netz GmbH betreut als der örtliche Strom- und Gasnetzbetreiber das ca. 400 km lange Leitungsnetz für Strom sowie das ca. 120 km lange Rohrnetz für Gas. Gesellschafter der TWD Netz GmbH sind mit 74,8 % die TWD und mit 25,2 % die GVD.

Die Osmo GmbH und die Stadtwerke Oranienburg GmbH werden im Zuge des Anteilserwerbs seit dem B. November 2010 in den Konsolidierungskreis des GELSENWASSER-Konzerns einbezogen.

Darüber hinaus hat der Stadtrat von Holzminden am 15. Februar 2011 entschieden, eine strategische kommunale Partnerschaft mit GELSENWASSER einzugehen und GELSENWASSER mit Wirkung zum 1. Januar 2011 mit 24,9 % an der bisher zu 100 % städtischen Stadtwerke Holzminden GmbH (SWH) zu beteiligen. Gemeinsam werden im Jahr 2011 alle Vorbereitungen getroffen, um die bereits an die SWH vergebene Stromkonzession und das Stromnetz sowie den operativen Stromnetzbetrieb zum 1. Januar 2012 in Eigenverantwortung zu übernehmen. Das Versorgungsgebiet der SWH grenzt unmittelbar an jenes der Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG, einer weiteren GELSENWASSER-Stadtwerkebeteiligung in Höxter.

Die GSW Gemeinschaftsstadtwerke GmbH Kamen — Bönen — Bergkamen (GSW) und GELSENWASSER haben im Juni 2010 die gemeinsame Gesellschaft GSW Wasser-plus GmbH mit einem Stammkapital von 500 T€ und Sitz in Kamen gegründet.

Das neue Unternehmen, an dem GELSENWASSER und die GSW zu jeweils 50 % beteiligt sind, hat von der GSW für die nächsten 28 Jahre den Auftrag, die operative Wasserversorgung für rd. 117.000 versorgte Einwohner in den Städten Kamen und Bergkamen sowie in der Gemeinde Bönen durchzuführen. Die notwendigen Wasserverteilungsanlagen (rd. 530 km Rohrnetz und 26.300 Hausanschlussleitungen) pachtet die GSW Wasser-plus GmbH von den Eigentümern GSW und GELSENWASSER. Um Personalüberleitungen zu vermeiden, bedient sich die GSW Wasser-plus GmbH des Fachpersonals ihrer Gesellschafter auf Basis kaufmännischer und technischer Betriebsführungsverträge.

GSW wird seine Strom-, Gas- und jetzt auch Wasserkunden aus einer Hand betreuen und dazu die kaufmännische Betriebsführung übernehmen. Im technischen Bereich ist das Unternehmen für die Anschlussleitungen zuständig. GELSENWASSER liefert wie bisher das Trinkwasser aus den Ruhrwasserwerken Echthausen und Halingen, betreibt die Haupt- und Versorgungsleitungen und steuert technische Leitungsfunktionen wie Investitions- und Ausführungsplanung sowie Dokumentation und Bereitschaftsdienst bei. Oberstes Prinzip bei der Konzeption dieses neuen Kooperationsmodells war, dass die Wasserversorgung der Bürger in der bisherigen Qualität sichergestellt ist und die Preise stabil bleiben.

Mit dem Vorliegen aller entsprechenden Genehmigungen konnte die GSW Wasser-plus GmbH am 4. Oktober 2010 ihre operative Geschäftstätigkeit aufnehmen. Als weiteres Geschäftsfeld können optional auch Aufgaben der Abwassersammlung und -ableitung von der Gesellschaft wahrgenommen werden. Zudem kann die GSW Wasser-plus GmbH auch die Fernwärmesparte von GSW übernehmen.

Zur Optimierung der Gasbeschaffung wurde das Eigenkapital der KGE — Kommunale Gasspeichergesellschaft Epe mbH & Co. KG (KGE) von den Gesellschaftern im Verhältnis ihrer Anteile wie geplant um 17,0 Mio. € aufgestockt. Das Kapital dient dem weiteren Ausbau der Speicherkavernen am Standort Epe im Kreis Borken. Die Kavernenspeicheranlage der KGE besteht aus insgesamt vier Kavernen im Naturschutzgebiet „Amtsvenn — Hündfelder Moor", die im Zeitraum 2012 bis 2014 für die Gasspeicherung umgerüstet werden. Die erste Kaverne steht für die Gasspeicherung zum Gaswirtschaftsjahr 2012/2013 zur Verfügung. Die weiteren Kavernen gehen bis 2014 in Betrieb. Mit dem Zugriff auf eigene Speicherkapazitäten erhält GELSENWASSER mehr Flexibilität bei der Gasbeschaffung im Zuge der bedarfsgerechten Strukturierung der Gasmengen und der Gasversorgung der Kunden.

Im Dezember 2010 unterzeichnete die PWiK w Gtogowie Sp. z o.o. einen Zusammenarbeitsvertrag mit der Gemeinde Przemków (rd. 30 km südwestlich von Głogów) über die Beteiligung an der Przedsiębiorstwo Wodociągów, Kanalizacji i Cieptowcitwa Sp. z o.o. (PWKiC) mit Sitz in Przemków in Niederschlesien. Die Betriebsführungsgsellschaft PWKiC versorgt rd. 9.000 Einwohner mit Trinkwasser und entsorgt das Abwasser in den Gemeinden Przemków und Radwanice.

Die PWKiC pachtet das Anlagevermögen von der Gemeinde Przemków (bislang Alleingesellschafter der PWKiC), die das Eigentum am Anlagevermögen behält und Entwicklungs- und Erneuerungsinvestitionen finanziert und realisiert. Zwischen der Gemeinde und der PWKiC wird ein Pachtvertrag über das Vermögen über eine Laufzeit von 30 Jahren geschlossen.

Die PWiK w Gtogowie Sp. z o.o. erwirbt im ersten Schritt 85 % der Anteile an der PWKiC. Die restlichen Anteile werden von der Gemeinde Przemków gehalten. Es ist geplant, den Gesellschaftsanteil der PWiK in den nächsten Jahren auf bis zu 95 % aufzustocken.

Zusammen mit der Stadt Seim und der Remondis Aqua GmbH & Co. KG hat GELSENWASSER im Januar 2010 die Wirtschaftsbetriebe Seim GmbH mit Sitz in Seim mit einem Stammkapital von 100.000,00 € gegründet. Die Stammeinlage von GELSENWASSER beträgt 24.500,00 €, wovon bislang 6.125,00 € erbracht worden sind.

Gegenstand des Unternehmens ist die Abwasser- und Abfallentsorgung, Gas-, Wasser- und Stromversorgung, Straßenreinigung, Grünflächen-, Sport- und Spielflächenunterhalt, Straßen- und Wegeunterhalt sowie die Erbringung von sonstigen kommunalen Dienstleistungen.

Die Stadtentwässerung Höxter GmbH, eine 100 %ige Tochter der Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG, hatte sich im letzten Jahr durch Beschluss des Rates der Kreisstadt Höxter im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens um die Neuausrichtung der Stadtentwässerung der Kreisstadt Höxter beworben und den Zuschlag erhalten. Das Berichtsjahr war geprägt durch die Aufnahme des operativen Geschäftsbetriebs.

Die AWS GmbH übernahm im Januar 2010 die Betriebsführung der Kläranlage Calvörde und 60 % der Gesellschaftsanteile an der Entsorgungsgesellschaft mbH Neues Land in Sachsen-Anhalt.

Im Zuge des Beitritts weiterer Unternehmen in den Gesellschafterkreis der IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH wurde das Stammkapital um 9.400,00 € auf 1.128.160,00 € erhöht. Durch die unveränderte Stammeinlage von GELSENWASSER in Höhe von 61.760,00 € hat sich der Gesellschaftsanteil entsprechend von 5,52 % auf 5,47 % reduziert.

Im Rahmen einer weiteren Optimierung der Kapitalstruktur der TEREA Cheb s.r.o., Tschechien, wurde das Stammkapital der Gesellschaft nach der ersten Stammkapitalreduzierung Anfang 2008 im September 2010 von 200,0 Mio. Kč um weitere 40,0 Mio. Kč auf 160,0 Mio. Kč herabgesetzt.

Die CHEVAK Cheb a.s., Tschechien, hat Anfang Oktober 2010 mit dem Großbauprojekt für den Neu- bzw. Umbau der Kläranlagen in Cheb und in Marienbad sowie der Abwasserleitung vom Schwedenhügel in Cheb zur Kläranlage begonnen. Das Investitionsvolumen der im Jahr 2013 endenden Baumaßnahme beträgt rd. 610 Mio. Kč (rd. 24,5 Mio. €). Zur Finanzierung dieser Investitionen wurden der CHEVAK Cheb a.s. als erstem tschechischen Ver- und Entsorgungsunternehmen von der EU Subventionen in Höhe von rd. 370 Mio. Kč (rd. 15 Mio. €) zugesprochen.

Dienstleister für Wasser und Abwasser

Die GELSENWASSER AG ist sowohl national als auch international sehr geschätzter Dienstleister in den Kernsegmenten Trink- und Abwasser. Dies zeigt sich in den zahlreichen, teils langjährigen Partnerschaften mit Kommunen und Industrieunternehmen. Die Schwerpunkte der Aktivitäten liegen in Beratung, Prozessoptimierung, Projektmanagement, Betriebsführung und Contracting.

Die Dienstleistungen der GELSENWASSER AG unterliegen seit Jahren einem strengen Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001:2008. Regelmäßige Überprüfungen des Qualitätsmanagements durch externe Prüfer, so auch 2010 in einem Überwachungsaudit, sichern die durchgehende Anwendung und Funktion des Qualitätsmanagementsystems auf allen Ebenen. Dies sichert den Kunden eine optimale Bearbeitung der Dienstleistungsaufträge.

Bereits Mitte November 2010 konnte die neue „Zentrale Abwasserbehandlungsanlage im Werk Horst" (ZABH) der Ruhr Oel GmbH den Probebetrieb aufnehmen, nur 14 Monate nach Vertragsunterzeichnung. Die endgültige Übergabe der Anlage ist nach erfolgreich beendeter Inbetriebnahmephase im Frühjahr 2011 vorgesehen. GELSENWASSER hatte den Auftrag zum Bau und Betrieb der rd. 20 Mio. Euro teuren biologischen Kläranlage im September 2009 erhalten.

Die AWS GmbH, eine 100 %ige Tochter der GELSENWASSER AG und bundesweit renommierter Betreiber von Industriewasseranlagen, hat mit der Inbetriebnahmephase für zunächst 15 Jahre den Betrieb der ZABH übernommen. Die Kläranlage kann stündlich bis zu 700 Kubikmeter Produktionsabwasser so weit reinigen, dass es ohne schädliche Inhaltstoffe in den Abwassersammler zur Emschergenossenschaft eingeleitet werden kann.

4.2 Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse erhöhten sich um insgesamt 28,9 Mio. € auf 702,3 Mio. €. Dabei stiegen die Brutto-Erlöse aus dem Gasverkauf hauptsächlich im Rahmen der seit dem Gaswirtschaftsjahr 2008/2009 bestehenden zentralen Gasbeschaffung durch die GELSENWASSER AG um 15,7 Mio. € auf 414,6 Mio. €. Der Anstieg der Erlöse aus dem Wasserverkauf um 1,3 Mio. € auf 212,8 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der gestiegenen Abgabe an die Kundengruppen Haushalte und Industrie. Die Erdgas-/Stromsteuer erhöhte sich um 7,5 Mio. € auf 28,9 Mio. €. Die um 19,4 Mio. € auf 103,8 Mio. € erhöhten übrigen Umsatzerlöse entfallen hauptsächlich auf gestiegene Stromerlöse.

4.3 Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis (Ergebnis at Equity bilanzierter Beteiligungen und Sonstiges Beteiligungsergebnis) hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Mio. € auf 30,4 Mio. € vermindert. Der Rückgang des Beteiligungsergebnisses ist im Wesentlichen auf die im Vergleich zum Vorjahr geringeren Beteiligungsergebnisse der Stadtentwässerung Dresden GmbH und der Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH zurückzuführen. Dagegen stiegen u. a. die Ergebnisbeiträge der Städtischen Werke Magdeburg GmbH und der Stadtwerke - Altmärkische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke GmbH Stendal.

4.4 Konzernüberschuss

Den gestiegenen Umsatzerlösen und den im Berichtsjahr aufgrund der einmaligen Erträge aus dem Anlagenabgang im Zusammenhang mit der Verpachtung von Wasserversorgungsanlagen an die neugegründete GSW Wasser-plus GmbH (46,5 Mio. €; siehe Kapitel 4.1) außerordentlich erhöhten sonstigen betrieblichen Erträgen standen in geringerer Höhe

Ergebnisbelastungen hauptsächlich aus höheren Materialaufwendungen und im Wesentlichen tarifbedingt gestiegene Personalaufwendungen gegenüber. Dadurch ergab sich eine Verbesserung des Ergebnisses der operativen Geschäftstätigkeit um 61,1 Mio. € auf 135,5 Mio. €.

Das Beteiligungsergebnis lag mit 30,4 Mio. € um 0,5 Mio. € unter dem Vorjahreswert (siehe Kapitel 4.3).

Das Finanzergebnis verschlechterte sich um 0,8 Mio. € auf - 6,5 Mio. €. Ursache war u. a. eine geringere Verzinsung der Barmittelbestände aufgrund gesunkener Zinssätze.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern ist mit 159,4 Mio. € aufgrund der oben beschriebenen Sachverhalte, insbesondere aufgrund des o. g. Anlagenabgangs, im Vergleich zum Vorjahr um 59,8 Mio. € erhöht.

Die Ertragsteuern verminderten sich um 0,8 Mio. € auf 0,4 Mio. €. Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern beträgt der Jahresüberschuss des Konzerns 159,0 Mio. € und liegt damit im Wesentlichen aufgrund der außerordentlichen erhöhten Erträge aus Anlagenabgang 60,6 Mio. € über dem Vorjahreswert von 98,4 Mio. €.

Die auszuweisenden Ergebnisanteile anderer Gesellschafter betragen 0,3 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €). Die Ergebnisanteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG betragen 158,7 Mio. € (Vorjahr 98,3 Mio. €).

4.5 Entwicklung der Segmentergebnisse

Die Entwicklung der Segmentergebnisse wird im Anhang dargestellt.

5. Jahresabschluss der GELSENWASSER AG

Jahresabschluss der GELSENWASSER AG (Kurzfassung)

scroll
Bilanz 31.12.2010
Mio. €
31.12.2009
Mio. €
Sachanlagen und Immaterielle Vermögensgegenstände 244,7 243,8
Finanzanlagen 280,5 257,4
Anlagevermögen 525,2 501,2
Vorräte 28,8 20,2
Forderungen 132,2 118,0
Liquide Mittel 56,4 85,0
Umlaufvermögen 217,4 223,2
Rechnungsabgrenzungsposten 9,9 8,9
AKTIVA 752,5 733,3
Eigenkapital 333,6 308,1
Sonderposten mit Rücklageanteil 19,2
Zuschüsse 47,5 50,0
Rückstellungen 226,8 228,2
Verbindlichkeiten 139,7 122,2
Rechnungsabgrenzungsposten 4,9 5,6
PASSIVA 752,5 733,3
Gewinn- und Verlustrechnung 2010
Mio. €
2009
Mio. €
Umsatzerlöse 588,4 581,4
Materialaufwand – 411,5 – 404,8
Personalaufwand – 70,0 – 72,4
Abschreibungen – 20,6 – 21,8
Beteiligungsergebnis 47,8 51,3
Übrige Aufwendungen und Erträge – 34,8 – 36,5
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 99,3 97,2
Außerordentliche Erträge 26,6
Außerordentliche Aufwendungen – 0,5
Steuern (einschl. Gewerbesteuerumlage) – 11,8 – 12,0
Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführter Gewinn – 83,0 – 81,2
Jahresüberschuss 4,0 30,6
Einstellungen in andere Gewinnrücklagen – 4,0 – 30,6
Bilanzgewinn

5.1 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Vermögenslage

scroll
in Mio. € 31.12.2010 % 31.12.2009 % 31.12.2008 %
Anlagevermögen 525,2 70 501,2 68 442,7 66
Sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten 19,0 3 20,4 3 50,3 8
Langfristig gebundenes Vermögen 544,2 73 521,6 71 493,0 74
Kurzfristig gebundenes Vermögen 208,3 27 211,7 29 171,2 26
Aktiva 752,5 100 733,3 100 664,2 100
Eigenkapital und ähnliche Mittel 381,1 51 377,3 51 359,2 54
Langfristiges Fremdkapital 157,7 21 159,6 22 138,0 21
Kurzfristiges Fremdkapital 213,7 28 196,4 27 167,0 25
Passiva 752,5 100 733,3 100 664,2 100

Die Bilanzsumme der GELSENWASSER AG stieg im Geschäftsjahr um 2,6 % auf 752,5 Mio. €. Das langfristig gebundene Vermögen überschreitet mit 544,2 Mio. € den Vorjahreswert um 4,3 %, der Anteil an der Bilanzsumme beträgt 73 %.

Das kurzfristig gebundene Vermögen verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,6 % auf 208,3 Mio. €, sein Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf 27 %. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus gesunkenen liquiden Mitteln.

Finanzlage

scroll
in Mio. € 31.12.2010 % 31.12.2009 % 31.12.2008 %
Gezeichnetes Kapital 103,1 14 103,1 14 103,1 16
Kapitalrücklage 32,2 4 32,2 4 32,2 5
Gewinnrücklagen 198,3 26 172,8 24 142,2 21
Sonderposten mit Rücklageanteil 0 19,2 3 20,6 3
Zuschüsse 47,5 6 50,0 7 61,1 9
Eigenkapital und ähnliche Mittel 381,1 50 377,3 52 359,2 54
Pensionsrückstellungen 141,1 19 137,2 19 127,0 19
Steuerrückstellungen 3,2 0 3,6 0 1,7 0
Sonstige Rückstellungen 10,8 1 14,2 2 8,9 1
Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten 2,6 0 4,6 1 0,4 0
Langfristiges Fremdkapital 157,7 20 159,6 22 138,0 20
Sonstige Rückstellungen 71,7 10 73,2 10 60,5 9
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0
Erhaltene Anzahlungen/Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten 20,9 3 15,7 2 5,7 1
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsunternehmen 94,9 13 87,0 12 78,3 12
Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten 26,2 4 20,5 2 22,5 4
Kurzfristiges Fremdkapital 213,7 30 196,4 26 167,0 26
Bilanzsumme 752,5 100 733,3 100 664,2 100

Die nachfolgende Abbildung zeigt, dass das langfristig gebundene Vermögen weiterhin durch langfristig verfügbares Eigen- und Fremdkapital gedeckt wird.

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2008
Anlagevermögen 525,2 501,2 442,7
Sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten 19,0 20,4 50,3
Langfristiges Vermögen 544,2 521,6 493,0
Eigenkapital 333,6 308,1 277,5
Sonderposten und Zuschüsse 47,5 69,2 81,7
Unterdeckung mit Eigenkapital und ähnlichen Mitteln – 163,1 – 144,3 – 133,8
Langfristige Rückstellungen 155,1 155,0 137,6
Langfristige Verbindlichkeiten 2,6 4,6 0,4
Über/Unterdeckung mit langfristigem Kapital – 5,4 15,3 4,2

Investitionen

Das Investitionsvolumen 2010 erhöhte sich um 26,3 Mio. € auf 57,1 Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögensgegenstände sanken um 0,4 Mio. € auf 21,9 Mio. €. Davon entfielen u. a. 10,0 Mio. € auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau, 5,2 Mio. € auf das Rohrnetz sowie 3,1 Mio. € auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionen in Finanzanlagen betrugen 35,2 Mio. €. Hier sind Einzahlungen in die Kapitalrücklagen der GELSENWASSER 3. Beteiligungsgesellschaft mbH, der KGE - Kommunale Gasspeichergesellschaft Epe GmbH & Co. KG sowie die Beteiligung an der GSW Wasser-plus GmbH zu nennen.

Ertragslage

Umsatzerlöse gestiegen

Die Umsatzerlöse der GELSENWASSER AG erhöhten sich um insgesamt 7,0 Mio. € auf 588,4 Mio. €. Dabei lagen die Erlöse aus dem Gasverkauf, im Wesentlichen bedingt durch den zentralen Gaseinkauf der GELSENWASSER AG, mit 334,3 Mio. € um 4,4 Mio. € über Vorjahresniveau. Die Erlöse aus dem Wasserverkauf verminderten sich um 1,5 Mio. € auf 194,3 Mio. €. Ursache ist ein Mengenrückgang in den Kundengruppen Haushalte und Wiederverkauf. Die übrigen Umsatzerlöse erhöhten sich hauptsächlich aufgrund gestiegener Stromerlöse um 7,1 Mio. € auf 68,9 Mio. €. Die Erdgas-/Stromsteuer erhöhte sich um 3,0 Mio. € auf 9,1 Mio. €.

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit über Vorjahresniveau

Dem Anstieg der Umsatzerlöse aus dem Gasverkauf standen gestiegene Bezugskosten gegenüber.

Die höheren sonstigen betrieblichen Erträge sind überwiegend auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen zurückzuführen.

Der Rückgang des Personalaufwands um 2,4 Mio. € resultiert vornehmlich aus der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz erforderlichen Umgliederung der Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in das Zinsergebnis.

Das Finanzergebnis, bestehend aus dem Beteiligungsergebnis, den Abschreibungen auf Finanzanlagen und dem Zinsergebnis, verminderte sich um 13,3 Mio. € auf 41,3 Mio. €. Von dem Rückgang entfallen 9,8 Mio. € auf das Zinsergebnis (davon 7,3 Mio. € Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen) und 3,5 Mio. € auf das Beteiligungsergebnis (davon - 4,5 Mio. € konsolidierte Unternehmen).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist hauptsächlich aufgrund der skizzierten Sachverhalte um 2,1 Mio. € auf 99,3 Mio. € gestiegen.

Die Verschmelzungen der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH und der Gasversorgung Westfalica GmbH im Rahmen der Reorganisation des Gasnetzes des GELSENWASSER-Konzerns führten im Vorjahr zu einem außerordentlichen Ertrag in Höhe von 26,6 Mio. €. Im Berichtsjahr sind dagegen 0,5 Mio. € außerordentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Umstellung nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz angefallen.

Die Steuern (einschließlich Gewerbesteuerumlage) verminderten sich um 0,2 Mio. € auf 11,8 Mio. €. Dabei erhöhte sich die Gewerbesteuerumlage aus dem steuerlichen Organschaftsverhältnis mit der WGW um 0,3 Mio. € sowie die sonstigen Steuern um 0,2 Mio. €. Dagegen verminderten sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 0,7 Mio. €.

Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf 87,0 Mio. € (111,8 Mio. € im Vorjahr). Damit übertrifft es das um den Ertrag aus der Verschmelzung bereinigte Ergebnis nach Steuern des Vorjahres um 1,8 Mio. €. Diese Ergebnisverbesserung erhöhte die Ergebnisabführung an die WGW auf 83,0 Mio. €. Nach Ergebnisabführung verbleibt ein Jahresüberschuss von 4,0 Mio. €. Dieser liegt damit auf dem normalen Niveau und wird in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Der von der Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Dortmund, mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene vollständige Abschluss der GELSENWASSER AG wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht. Er kann als Sonderdruck bei der GELSENWASSER AG angefordert werden.

5.2 Grundzüge der Vergütungssysteme von Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus einem festen und einem erfolgsbezogenen variablen Bestandteil zusammen. Basis für die variable Vergütung ist das Ergebnis vor Ertragsteuern des GELSENWASSER-Konzerns. Darüber hinaus enthält die Vergütung der Vorstandsmitglieder Sach- und sonstige Bezüge, die im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Werten für Dienstwagennutzung und Versicherungsprämien bestehen. Hinzu kommen Mandatseinkünfte für die Aufsichtsratstätigkeit in Unternehmen der GELSENWASSER-Gruppe.

Für das Geschäftsjahr 2010 betragen die Bezüge des Vorstands:

scroll
in € Feste Vergütung Variable Vergütung Sach- und sonstige Bezüge Mandatseinkünfte Gesamt
Dr. Manfred Scholle 269.802,00 506.480,66 27.946,62 10.328,14 814.557,42
Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen 222.588,00 586.480,66 16.866,58 7.974,00 833.909,24
492.390,00 1.092.961,32 44.813,20 18.302,14 1.648.466,66

Des Weiteren bestehen Pensionszusagen, die den Vorstandsmitgliedern einen Anspruch auf lebenslange Ruhegeld- und Hinterbliebenenversorgung einräumen.

Herrn Dr. Scholle ist eine beitragsorientierte Pensionszusage erteilt. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres wird die lebenslange Altersrente gezahlt. Diese beträgt zurzeit monatlich 4.086,00 €. Alternativ kann im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten durch das Unternehmen die Kapitalabfindung gewählt werden.

Die Herrn Dr. Hörsgen erteilte Pensionszusage beläuft sich auf zurzeit monatlich 12.211,55 €. Die Altersgrenze für den Ruhegeldanspruch ist auf die Vollendung des 60. Lebensjahres bzw. den späteren Endtermin des Anstellungsvertrags festgesetzt. Daneben besteht ein Anspruch bei Beendigung des Anstellungsvertrags vor Vollendung des 60. Lebensjahres wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit sowie bei unverschuldeter vorzeitiger Beendigung des Anstellungsvertrags.

Die Anwartschaften auf Witwenrenten betragen jeweils 60 % der Ruhegeldbezüge; für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate werden die vollen Bezüge gezahlt. Daneben sind Ansprüche auf Waisenrenten vereinbart.

Gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und deren Hinterbliebenen bestehen Pensionsverpflichtungen (defined benefit obligations) von insgesamt 15.716.888,00 € (Konzernabschluss bei Anwendung eines Rechnungszinses von 5,0 %) bzw. 15.508.032,00 € (Jahresabschluss der GELSENWASSER AG bei Anwendung eines Rechnungszinses von 5,15 %). Die Bezüge betrugen 1.322.461,20 €.

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und wird durch die Hauptversammlung bestimmt. Die Gesamtbezüge betragen im Geschäftsjahr 2010 422.061,33 €.

Zur engeren Fühlungnahme mit Kreisen der Verbraucher, Gebietskörperschaften, überregionalen Behörden und der Wirtschaft kann der Aufsichtsrat nach § 18 der Satzung der GELSENWASSER AG auf Vorschlag des Vorstands Beiräte bilden, für sie Geschäftsordnungen erlassen und die Vergütung für ihre Mitglieder festsetzen. Für den hiernach gebildeten Beirat wurden im Berichtsjahr Vergütungen von insgesamt 25.000,00 € gezahlt.

5.3 Vorschriften über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und Satzungsänderungen

Bei der Bestellung und Abberufung des Vorstands sowie bei Satzungsänderungen gelten die aktienrechtlichen Vorschriften (§§ 84, 85, 133 und 179 AktG).

5.4 Befugnisse des Vorstands hinsichtlich Aktienausgabe und Aktienrückkauf

Für die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, gelten die aktienrechtlichen Bestimmungen (§§ 71 Abs. 1 Nr. 6-8, 202 ff AktG). Hauptversammlungsbeschlüsse zur Ausgabe oder zum Rückkauf von Aktien liegen nicht vor.

5.5 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Die entsprechenden Ausführungen befinden sich im Anhang.

6. Vollkonsolidierte Tochterunternehmen

Die Zahlen basieren auf den an die Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) angepassten Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2010, wie sie in den Konzernabschluss eingeflossen sind.

6.1 NGW GmbH (NGW)

Der erhöhte Wettbewerb in der Energiewirtschaft betrifft auch die NGW. Hier konnten Kundenverluste im Gasbereich überwiegend durch Kundengewinne im Strombereich kompensiert werden.

Der Erdgasabsatz der NGW lag bei 1.775 Mio. kWh, der Stromabsatz betrug für das Jahr 2010 18 Mio. kWh.

Im Sonderkundensegment konnten im Jahr 2010 rund 22 neue Kunden mit einer

Jahresgesamtmenge von 36,8 Mio. kWh außerhalb der erdgasgrundversorgten Gebiete akquiriert werden.

Ergebnis NGW

scroll
Umsatzerlöse 80,9 Mio. € (Vorjahr: 82,5 Mio. €)
Ergebnis vor Ertragsteuern 4,1 Mio. € (Vorjahr: 4,2 Mio. €)

6.2 Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH (VGW)

Mit 8,0 Mio. m3 lag der Wasserabsatz der VGW um 2,6 % über dem Vorjahreswert. Der Absatz an Haushaltskunden lag mit 4,3 Mio. m3 auf dem Niveau des Vorjahres. Die Wasserabgabe an den Wiederverkaufskunden Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG lag mit 1,5 Mio. m3 um 0,5 % über der Vorjahresabgabe. Der Bedarf der Industriekunden und öffentlichen Einrichtungen erhöhte sich um 9,7 % auf 2,3 Mio. m3.

Der Anstieg des Ergebnisses vor Ertragsteuern um 0,8 Mio. € ist hauptsächlich auf gesunkene Materialaufwendungen und höhere Erlöse aus dem Wasserverkauf zurückzuführen.

Ergebnis VGW

scroll
Umsatzerlöse 12,1 Mio. € (Vorjahr: 11,8 Mio. €)
Ergebnis vor Ertragsteuern 2,8 Mio. € (Vorjahr: 2,0 Mio. €)

6.3 WESTFALICA GmbH (WFA)

Die lang anhaltenden winterlichen Temperaturen bis in den April hinein sowie eine kühlere Witterung in den Heizmonaten führten zu einer Steigerung des Gasverkaufs gegenüber dem Vorjahr. Der Gasabsatz stieg um 151 Mio. kWh auf 1.460 Mio. kWh. An die Kundengruppe Industrie wurden insgesamt 177 Mio. kWh verkauft, ein Absatzplus von 7 Mio. kWh.

Seit 2008 bietet WESTFALICA neben der Belieferung von Erdgas und Wärme auch die Versorgung mit Strom an. Im Stammgebiet konnten 747 neue Kunden hinzugewonnen werden. Damit beliefert WESTFALICA insgesamt 2.698 Kunden.

Erstmals konnten 2010 Stromlieferverträge mit Gewerbe- und Industriekunden abgeschlossen werden. Neun Geschäftskunden werden ab 2011 mit Strom von WESTFALICA mit einer Absatzmenge von rd. 11 Mio. kWh versorgt. Auch für das Kalenderjahr 2012 wurden bereits Stromlieferungen mit verschiedenen Geschäftskunden abgeschlossen.

Für das attraktive Dienstleistungsangebot „WärmePlus" entschieden sich im Berichtsjahr 336 neue Kunden. Damit beliefert WESTFALICA 7.158 Kunden mit Wärme, 5.298 Kunden erhalten zusätzlich auch Warmwasser. Der Wärmeverkauf stieg von 63,7 Mio. kWh im Vorjahr auf 71,4 Mio. kWh — ein Plus von 7,7 Mio. kWh.

Nachdem WESTFALICA 2009 zweimal die Gaspreise senken konnte, mussten diese zum 1. Januar 2010 wieder angehoben werden. Steigende Einkaufspreise durch verteuerte Rohölkonditionen machten eine Anpassung des Arbeitspreises um 0,25 ct/kWh unumgänglich. Dies entspricht einem Anstieg um rd. 5 Prozent. Im Laufe des Jahres blieben die Verkaufspreise stabil.

Seit dem 1. April 2010 bietet WESTFALICA auch außerhalb des angestammten Versorgungsgebiets Gas und Strom für Haushaltskunden an. Die Liberalisierung des Energiemarkts macht dies möglich. Durch konsequente Vorbereitung auf den Wettbewerb konnte dieses Ziel nun umgesetzt werden. In 24 weiteren Kommunen rund um das Grundversorgungsgebiet bietet WESTFALICA nun den Bürgerinnen und Bürgern Gas, Strom und Wärme an. Seit Einführung der Regionalmarke wählten 287 Haushaltskunden die WESTFALICA als neuen Energielieferanten.

Ergebnis WFA

scroll
Umsatzerlöse 68,7 Mio. € (Vorjahr: 68,1 Mio. €)
Ergebnis vor Ertragsteuern 3,3 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €)

6.4 GELSENWASSER Energienetze GmbH (GWN)

Die GELSENWASSER Energienetze GmbH (GWN) bündelt als 100 %iges Tochterunternehmen der GELSENWASSER AG, mit der ein Gewinnabführungsvertrag besteht, die langjährige Kompetenz der GELSENWASSER AG im Bereich des Energienetzbetriebs, insbesondere im Gasnetzbereich.

Seit der Reorganisation im Jahr 2009 betreibt die GWN als „große Netzgesellschaft" eigenständig die Gasnetze in ihren Konzessionsgebieten. Damit entspricht sie den Anforderungen des Energiewirtschaftsgesetzes, insbesondere hinsichtlich Entflechtung und Selbstständigkeit der Netzgesellschaft. Die in 2009 eingeführten Strukturen haben sich in 2010 bewährt, sind gefestigt und weiterentwickelt worden.

Das gesamte Netzgebiet der GWN umfasst zum 31. Dezember 2010 45 Konzessionsgebiete zzgl. der Pachtnetze der Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG, der Gasversorgung Hünxe GmbH, der Stadtwerke Kaarst GmbH sowie der Stadtwerke Kalkar GmbH & Co. KG. An allen genannten Gesellschaften ist die GELSENWASSER AG unmittelbar oder mittelbar beteiligt. In den im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung 2009 hinzugewonnen Konzessionsgebieten der niedersächsischen Samtgemeinden Landesbergen/Estorf ist der operative Betrieb der Netze zum 1. Januar 2010 aufgenommen worden.

Die regionalen Schwerpunkte des Versorgungsgebiets der Gesellschaft liegen unverändert im Münsterland, am Niederrhein sowie in Ostwestfalen und dem angrenzenden Niedersachsen.

In Ergänzung zu der Bewirtschaftung der eigenen bzw. gepachteten Gasnetze ist GWN weiterhin technischer Betriebsführer für die Wassernetze der GELSENWASSER AG am Niederrhein sowie weiterer Unternehmen der GELSENWASSER-Gruppe. Bei den bestehenden Verträgen ist GWN neben der Sparte Gas auch in den Bereichen Wassernetze und Wärmeanlagen weiterhin tätig.

Zusätzlich zu den angebotenen Leistungen legt GWN ihren Fokus auf Sicherung und Wachstum des Geschäfts durch spartenübergreifende Netzkooperationen im Bereich Netzbetrieb sowie auf die Analyse von Netzkaufpotenzialen bzw. Beteiligungen an Netzgesellschaften. GWN wirkt an verschiedenen Ausschreibungen mit.

Die Umsatzerlöse lagen im Geschäftsjahr 2010 mit 79,1 Mio. € um 2,8 Mio. € über dem Vorjahreswert von 76,3 Mio. €. Wesentliche positive außerordentliche Effekte wie in 2009 (Auflösung der Mehrerlösabschöpfung: 6,0 Mio. €) sind im Jahr 2010 nicht aufgetreten.

Das Jahresergebnis wurde im Rahmen des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die GELSENWASSER AG abgeführt.

Ergebnis GWN

scroll
Umsatzerlöse 79,1 Mio. € (Vorjahr: 76,3 Mio. €)
Ergebnis vor Ertragsteuern 13,6 Mio. € (Vorjahr: 20,9 Mio. €)

6.5 GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH (GWP)

Die GWP war in 2009 nicht operativ tätig. Sie hält 100 % der Anteile an dem französischen Unternehmen Nantaise des Eaux Service SAS (NES).

Ergebnis GWP

scroll
Umsatzerlöse 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €)
Ergebnis vor Ertragsteuern 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €)

6.6 Nantaise des Eaux Services SAS (NES)

Im Geschäftsjahr 2010 konnte die NES zum 1. Juli drei große Verträge abschließen. Zwei von ihnen sind Betriebsführungsverträge für Trink- und Abwasser für rd. 9.000 Kunden im Überseedepartement Guadeloupe mit einem jährlichen Umsatzvolumen von knapp 4 Mio. €. Ein weiterer Betriebsführungsvertrag über die Abwasserentsorgung von rund 17.000 Kunden mit 1,8 Mio. € Jahresumsatz ist im Departement Seine-et-Marne im Osten des Großraums Paris unterzeichnet worden. Die NES setzt damit weiter auf Umsatzwachstum durch den Gewinn von neuen Verträgen.

Insgesamt betreut die NES damit 460.000 Einwohner im Bereich Wasserver- und Abwasserentsorgung. Der Wasserabsatz stieg dabei in 2010 um 7,3 Mio. m3 auf 15,2 Mio. m3. Im Bereich Abwasser konnte die Vorjahresmenge um insgesamt 0,2 Mio. m3 auf 7,9 Mio. m3 gesteigert werden.

Ergebnis NES

scroll
Umsatzerlöse 24,8 Mio. € (Vorjahr: 20,8 Mio. €)
Ergebnis vor Ertragsteuern – 0,1 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €)

6.7 GELSENWASSER

3. Beteiligungs-GmbH (GW3B)

Gegenstand des Unternehmens ist die Gründung, der Erwerb, die Veräußerung, der Besitz und die Verwaltung von Geschäftsanteilen an Beteiligungsgesellschaften.

Im Rahmen ihres Unternehmenszwecks hat die GW3B im November 2010 100 % der Anteile an der Osmo GmbH, Hamburg, erworben. Die Osmo GmbH ist mit 64,9 % an der Stadtwerke Oranienburg GmbH und mit 49,9 % an der ZID Zukunft in Delitzsch GmbH beteiligt. Damit verdichtet GELSENWASSER das bisherige Stadtwerkenetz nach dem Einstieg bei den Stadtwerken in Zehdenick im letzten Jahr im Landkreis Oberhavel in Brandenburg und in Nordsachsen. Die Anzahl der Stadtwerkebeteiligungen in der GELSENWASSER-Gruppe hat sich durch die beiden neuen Beteiligungen auf nunmehr 16 erhöht.

Beide neuen Stadtwerkebeteiligungen wurden bisher von der H/H-Stadtwerkefonds KGaA, SICAR, gehalten, einer Fondsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, die zu gleichen Teilen der S-Beteiligungsgesellschaft Hessen Thüringen mbH und der HSH Real Estate AG gehörte. Der Vollzug des bereits Mitte August 2010 geschlossenen Anteilskauf- und Abtretungsvertrags erfolgte am B. November 2010 nach der Umwandlung des Stadtwerkefonds im Wege der grenzübergreifenden Verschmelzung auf die Osmo GmbH und der Ablösung der den Stadtwerkefonds finanzierenden Genusskapitalgeber. Für die Übernahme der Osmo GmbH wurde die Kapitalrücklage der GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH um 30,3 Mio. € aufgestockt.

Die GW3B hält darüber hinaus 74,9 % der Anteile an der Stadtwerke Zehdenick GmbH sowie 37,45 % der Anteile an der Stadtwerke - Altmärkische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke GmbH Stendal in Sachsen-Anhalt.

Ergebnis GW3B

scroll
Umsatzerlöse 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €)
Ergebnis vor Ertragsteuern 1,2 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €)

6.8 GELSENWASSER Dresden GmbH (GWDD)

Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, die Veräußerung, der Besitz und die Verwaltung von Geschäftsanteilen an Gesellschaften und die Übernahme von Betriebsführungen im Wasserver- und Abwasserentsorgungsbereich sowie die Erbringung von Akquisitionsdienstleistungen.

Am 21. Dezember 2009 wurden die Gesellschaftsanteile der GELSENWASSER AG an der Stadtentwässerung Dresden GmbH auf die GWDD übertragen. In diesem Zusammenhang wurde die Kapitalrücklage der GWDD durch die Einbringung der Gesellschaftsanteile um 27,6 Mio. € aufgestockt.

Die GWDD hält darüber hinaus 100 % der Anteile an der GELSENWASSER Entwicklungsgesellschaft Dresden mbH.

Ergebnis GWDD

scroll
Umsatzerlöse 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €)
Ergebnis vor Ertragsteuern 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €)

6.9 Osmo GmbH (OSMO)

Gegenstand des Unternehmens ist die Gründung, der Erwerb, die Veräußerung, der Besitz und die Verwaltung von Geschäftsanteilen an Beteiligungsgesellschaften.

OSMO wurde am 17. August 2010 mit Sitz in Hamburg gegründet. Anfang November erfolgte die grenzübergreifende Verschmelzung der H/H-Stadtwerkefonds KGaA, SICAR, einer Fondsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, die zu gleichen Teilen der S-Beteiligungsgesellschaft Hessen Thüringen mbH und der HSH Real Estate AG gehörte, auf die Osmo GmbH mit der gleichzeitigen Ablösung der den Stadtwerkefonds finanzierenden Genusskapitalgeber. Am B. November 2010 hat die GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH sämtliche Geschäftsanteile an der OSMO erworben. Sie wird seit dem Erwerbszeitpunkt in den Konsolidierungskreis des GELSENWASSER-Konzerns einbezogen.

Die OSMO ist damit direkt mit 64,9 % an der Stadtwerke Oranienburg GmbH (siehe Kapitel 6.10) und mit 49,9 % an der ZID Zukunft in Delitzsch GmbH (ZID) beteiligt und hat im Zuge der Verschmelzung die bisher vom Stadtwerkefonds gehaltenen Beteiligungen übernommen.

Die Große Kreisstadt Delitzsch ist neben der OSMO mit 50,1 % weiterer Gesellschafter der ZID. Die ZID hält ihrerseits 74,9 % der Anteile an der Technischen Werke Delitzsch GmbH (TWD), die restlichen 25,1 % hält die EON Thüringer Energie AG. Die TWD, ebenfalls 1991 gegründet, stellt mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Strom- und Fernwärmeversorgung für die ca. 26.500 Einwohner der Großen Kreisstadt in Nordsachsen sicher. Die Gasversorgung erfolgt über die betriebsgeführte Tochtergesellschaft Gasversorgung Delitzsch GmbH (GVD), an der die TWD mit 51 % und die envia Mitteldeutsche Energie AG mit 49 % beteiligt ist. Die TWD Netz GmbH betreut als der örtliche Strom- und Gasnetzbetreiber das ca. 400 km lange Leitungsnetz für Strom sowie das ca. 120 km lange Rohrnetz für Gas. Gesellschafter der TWD Netz GmbH sind mit 74,8 % die TWD und mit 25,2 % die GVD.

Ergebnis OSMO

scroll
Umsatzerlöse 0,0 Mio. €
Ergebnis vor Ertragsteuern 0,0 Mio. €

6.10 Stadtwerke Oranienburg GmbH (SWO)

GELSENWASSER hat am B. November 2010 über die GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH sämtliche Geschäftsanteile an der Osmo GmbH erworben. GELSENWASSER ist damit mittelbar zu 64,9 % an der SWO beteiligt. Die SWO wird seit dem Erwerbszeitpunkt in den Konsolidierungskreis des GELSENWASSER-Konzerns einbezogen.

Die SWO, an der die Kreisstadt Oranienburg neben der OSMO 35,1 % der Anteile hält, ist das Versorgungsunternehmen für die Kreisstadt Oranienburg der nordbrandenburgischen Region Oberhavel. Oranienburg liegt an der nördlichen Stadtgrenze zu Berlin und ist mit ca. 43.500 Einwohnern die größte Kreisstadt Brandenburgs. Das Unternehmen wurde 1991 gegründet und versorgt heute mit rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwa 27.000 Kunden in Oranienburg und im Umland mit Strom, Fernwärme und Trinkwasser. Zudem erbringt die SWO Leistungen für den städtischen Entwässerungsbetrieb in Oranienburg.

Die Gasversorgung erfolgt über die betriebsgeführte Tochtergesellschaft Erdgasversorgung Oranienburg GmbH, an der die SWO mit 49 % und die Kreisstadt Oranienburg mit 2 % beteiligt sind. Die restlichen 49 % werden zu gleichen Teilen von der envia Mitteldeutsche Energie AG und der EMB Erdgas Mark Brandenburg GmbH gehalten. Darüber hinaus ist die SWO neben weiteren Energieversorgungsunternehmen aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit 4,20 % an der local energy gmbh mit Sitz in Potsdam beteiligt.

Ergebnis SWO (vom 8. November bis 31. Dezember 2010)

scroll
Umsatzerlöse 5,1 Mio. €
Ergebnis vor Ertragsteuern 1,2 Mio. €

7. Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2010 sind bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für den GELSENWASSER-Konzern eingetreten.

8. Risikobericht

8.1 Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das grundsätzliche Risiko der externen Finanzberichterstattung besteht darin, dass der Jahresabschluss, der Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht falsche Informationen enthalten, die Einfluss auf Entscheidungen ihrer Adressaten haben könnten. Zur Begrenzung solcher Risiken besteht bei GELSENWASSER ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem (IKS), welches darauf abzielt, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die hieraus entstehenden Risiken zu begrenzen.

Die Ausgestaltung des IKS ergibt sich aus der Organisation des Planungs- und Rechnungswesenprozesses.

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Planungsprozesses erstellen die GELSENWASSER AG sowie alle Konzerngesellschaften Mittelfristplanungen, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Finanzplan. Diese umfassen das Budget für das Folgejahr sowie die Vorschau für die darauf folgenden vier Geschäftsjahre. Die Planungen der Tochterunternehmen werden im Rahmen von Gesellschafterversammlungen bzw. Aufsichtsratssitzungen genehmigt, wobei das Budget die verbindliche Zielvorgabe für die Geschäftsführungen darstellt. Alle genehmigten Mittelfristplanungen der konsolidierten Gesellschaften werden zusammen mit der Planung der GELSENWASSER AG unter Berücksichtigung von Konsolidierungsbuchungen zur Konzern-Mittelfristplanung aggregiert und dem Prüfungssauschuss und dem Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG zur Beratung und Genehmigung vorgelegt. Die genehmigten Budgets für die GELSENWASSER AG und den GELSENWASSER-Konzern gelten als verbindliche Zielvorgabe für den Vorstand.

Die organisatorischen Regelungen im Rechnungswesen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst werden. Für jeden Monat werden von der GELSENWASSER AG und den konsolidierten Tochterunternehmen Gewinn- und Verlustrechnungen erstellt und nach Durchführung der Konsolidierungsbuchungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung verdichtet. Anschließend werden sowohl für die Einzelgesellschaften als auch für den Konzern Abweichungsanalysen zu den Budgets erstellt. Diese Analysen werden im Rahmen eines monatlichen internen Wirtschaftsberichts dem Vorstand zugeleitet. Der Prüfungsausschuss sowie der Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG werden neben der regelmäßigen Berichterstattung zu den planmäßigen Sitzungen vierteljährlich durch schriftliche Vorlagen zum Geschäftsverlauf informiert. Der jeweils zum 30. Juni eines Jahres zu erstellende Halbjahresfinanzbericht wird vor Veröffentlichung mit dem Prüfungsausschuss erörtert.

Die GELSENWASSER AG sowie alle konsolidierten Tochterunternehmen mit Ausnahme der Stadtwerke Oranienburg GmbH (SWO) und der Nantaise des Eaux Services SAS (NES) erfassen und verarbeiten sämtliche Geschäftsvorfälle der Finanz- und Anlagenbuchhaltung unter Verwendung der Standardsoftware SAP R/3. Die Lohn- und Gehaltsabrechnung erfolgt für die genannten Unternehmen mit Hilfe des EDV-Systems PAISY, welches über eine Schnittstelle an das Finanzbuchhaltungssystem angebunden ist. Der Buchungsstoff der SWO und der NES wird monatlich auf Basis der Monatssalden in das SAP-System eingelesen, so dass alle für die Erstellung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung notwendigen Daten im SAP-System verfügbar sind. Für alle anderen konsolidierten Tochterunternehmen erfolgen die laufende Buchführung sowie die Abschlusserstellung zentral durch Mitarbeiter des Rechnungswesens der GELSENWASSER AG auf der Basis von Dienstleistungsverträgen. Die Überwachung von Finanzinstrumenten, des Zahlungsverkehrs sowie der Geldanlagen und -aufnahmen im Rahmen des gruppenweiten Cash-Poolings erfolgt ebenfalls zentral durch die GELSENWASSER AG. Gleiches gilt für den oben genannten Planungsprozess.

Die vorhandenen Richtlinien im Zusammenhang mit dem Rechnungslegungsprozess gelten grundsätzlich konzernweit für alle von der GELSENWASSER AG buchhalterisch betreuten Gesellschaften. Für die Erstellung des Konzernabschlusses nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, gilt für sämtliche Konzernunternehmen eine einheitliche IFRS-Konzernrichtlinie, die regelmäßig an die sich ändernden Standards angepasst wird.

Die Dokumentation der für die Rechnungslegung nach HGB und IFRS erforderlichen Sachverhalte wird durch das Rechnungswesen der GELSENWASSER AG sichergestellt und prozessorientiert gesteuert.

Die richtige Erfassung und Aufbereitung von unternehmerischen Sachverhalten und deren Übernahme in das Rechnungslegungssystem wird durch regelmäßige Prüfungen der Revision überwacht. Die Prüfungen der Revision erfolgen konzernweit für alle konsolidierten Unternehmen mit Ausnahme der SWO und der NES. Die Revision ist organisatorisch und disziplinarisch dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt.

8.2 Risikomanagementsystem

8.2.1 Allgemein

GELSENWASSER versteht das Risikomanagement als einen zentralen Prozess zur nachhaltigen Unternehmenssteuerung und Unternehmensentwicklung. Die Umsetzung der Anforderungen des „Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich" (KonTraG) ist elementarer Bestandteil dieses Prozesses und legt die inhaltlichen Schwerpunkte auf die Früherkennung, die Bewertung und die Überwachung aller relevanten Risiken im GELSENWASSER-Konzern. Zugleich wird die Möglichkeit genutzt, auch Chancen und die damit verbundenen Potenziale zu identifizieren und für GELSENWASSER erfolgreich einzusetzen.

Das Risikomanagementsystem setzt sich aus einer Vielzahl von Bausteinen zusammen, die in sich abgestimmt und miteinander verbunden dafür Sorge tragen, dass die Unternehmensführung frühzeitig über mögliche Risiken informiert wird, um rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Zu diesen Bausteinen zählen im Wesentlichen die konzernweit verpflichtenden Richtlinien, standardisierte Berichtssysteme, einheitliche Planungs- und Controlling-Prozesse sowie das eingerichtete Risikokomitee und die Risikoberichterstattung auf Basis des KonTraG, mit der sich das Risikomanagementgremium intensiv beschäftigt. Alle Bausteine unterliegen einem regelmäßigen und fortlaufenden Prüfungsprozess durch die interne Revision.

Das angesprochene Risikomanagementgremium ist im abgelaufenen Geschäftsjahr halbjährlich zu den Berichterstattungsterminen zusammengekommen. Das Gremium setzt sich aus den leitenden Vertretern der Zentralbereiche zusammen. Die in den Sitzungen abgestimmten Ergebnisse werden direkt an den Vorstand und den Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG berichtet.

Sämtliche Risiken werden zum Berichterstattungstermin mithilfe einer standardisierten Software vom jeweiligen Fachbereich bewertet und erfasst. Im Anschluss werden die gemeldeten Risiken in der Stabsabteilung Risikomanagement zentral zusammengeführt und ausgewertet. Bei unvorhergesehenen wesentlichen Veränderungen der Risikosituation erfolgt die Berichterstattung in Form einer Ad-hoc-Meldung unverzüglich auch außerhalb der Berichterstattungstermine.

Bei der Auswertung der Risiken wird neben der möglichen Schadenshöhe auch die Eintrittswahrscheinlichkeit einer potenziellen Bedrohung klassifiziert und auf Konzernebene konsolidiert. Risiken, denen die gleiche Ursache zugrunde liegt, werden unter Berücksichtigung der Risiko reduzierenden Gegenmaßnahmen zu einer Position zusammengefasst. Eine abschließende Beurteilung des Gefährdungspotenzials wird durch die Gegenüberstellung der möglichen Schadenshöhe mit dem erwarteten betrieblichen Ergebnis der jeweiligen Gesellschaft ermöglicht.

Das Risikomanagementsystem des GELSENWASSER-Konzerns wird fortlaufend durch die Fachabteilungen und Gremien auf seine Funktionalität hin überprüft und weiterentwickelt. So ist gewährleistet, dass die Risikokonzeption als ein dynamischer Anpassungsprozess an sich ständig fortentwickelnde rechtliche und betriebliche Anforderungen ausgelegt ist.

Die regelmäßige Prüfung der Ordnungsmäßigkeit und Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems des GELSENWASSER-Konzerns wurde auch in diesem Jahr durch die interne Revision prozessunabhängig durchgeführt. Zudem wird im Rahmen der Jahresabschlussprüfung die Funktionsfähigkeit des eingerichteten Risikomanagementsystems von den Wirtschaftsprüfern hinsichtlich der Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben geprüft.

8.2.2 Gasgeschäft

GELSENWASSER sieht sich auf den liberalisierten Gasmärkten gut positioniert, um die aktuellen und kommenden Herausforderungen erfolgreich angehen zu können. Neben dem weiterhin großen Wettbewerbsdruck gilt es auch, die zunehmend volatilen und schwer zu prognostizierenden Marktbewegungen zu managen. Um diesen komplexen Anforderungen gerecht zu werden, wurde die gemeinsam mit Kooperationspartnern betriebene Beschaffungsplattform weiter optimiert. Hierbei stehen die Bündelung von Kernkompetenzen und die klare und effiziente Ausrichtung auf die Besonderheiten des Marktes weiterhin im Fokus.

Maßgeblich für alle operativen Geschäftstätigkeiten im Geschäftsfeld Erdgas ist im GELSENWASSER-Konzern die Risikorichtlinie „Gashandel". Die Konzernrichtlinie gibt den Handlungsrahmen für die Beschaffung, den Vertrieb und den Handel mit Erdgas vor.

Zugleich sind in der Richtlinie sämtliche Risikolimits benannt sowie einzelne Geschäftsprozesse skizziert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die Richtlinie fortlaufend an die veränderten Rahmenbedingungen des Marktes angepasst und stellt somit einen zentralen Baustein der Risikostrategie und Risikopolitik im GELSENWASSER-Konzern dar.

Die Überprüfung der Einhaltung aller in der Richtlinie vorgegebenen Parameter obliegt dem Risikocontrolling sowie dem Risikokomitee.

Das Risikokomitee, welches sich zusammensetzt aus den Verantwortlichen der Bereiche Vertrieb, Finanzen und Controlling sowie benannten Personen aus dem Gasbezug, dem Gashandel, dem Risikocontrolling und der Risikokoordination, diskutiert in seinen mindestens einmal monatlich stattfindenden Sitzungen alle risikorelevanten Fragestellungen und leitet gleichzeitig Maßnahmen ab, um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, zu minimieren und gegebenenfalls abzusichern. Ebenso ist es die Aufgabe des Gremiums, die bestehende Risikostrategie zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Aufgrund der aktuellen Wettbewerbs- und Marktentwicklungen hat das Risikokomitee im vergangenen Geschäftsjahr zusätzliche außerplanmäßige Sitzungen abgehalten, um zeitnahe Entscheidungen treffen zu können und Handlungsempfehlungen für den Vorstand aussprechen zu können.

8.3 Finanzinstrumente

Bei allen risikopolitischen Entscheidungen zu Beschaffung, Handel und Vertrieb sowie zur Speicherbewirtschaftung und zum Transportmanagement ist die Versorgungssicherheit der End- und Transferkunden vorrangiges Ziel. Die Bewirtschaftung der Portfolios dient dem langfristigen Erhalt der Kundenstruktur und deren wirtschaftliche Versorgung. Kurzfristige Optimierungen der Erträge gehen nicht zu Lasten der Versorgungssicherheit. Ziel ist es, im Rahmen dieser Vorgaben die neuen Möglichkeiten, die die Liberalisierung der Gasmärkte im Rahmen von Beschaffung, Handel und Vertrieb bietet, im Sinne der Risikostrategie optimal zu nutzen.

Es können Risiken für Beschaffung und Vertrieb aus unterschiedlichen Vertragslaufzeiten, mengenbezogenen Flexibilitäten, referenzpreisbezogenen variablen Bezugs- und Abrechnungspreisen mit Anbindung an unterschiedliche Commodities, unterschiedlicher zeitlicher Anbindung und voneinander abweichenden Bezugs- und Abgabe- bzw. Lieferorten resultieren.

Das Gesamtportfolio der GELSENWASSER AG, bestehend aus Festpreis-, ölpreisindizierten und marktpreisbasierten Gasbeschaffungs- und Gasabsatzverträgen sowie aus physischen Gasmengen im Speicher, wird gegen das netto verbleibende Wertänderungsrisiko unter Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten abgesichert.

Bei den Sicherungsgeschäften handelt es sich je nach Netto-Position um Payer- bzw. Receiver Öl-Swaps, bei welchen GELSENWASSER monatlich einen Festpreis in Euro zahlt und einen indexabhängigen Preis (z. B. Gasoil, Fueloil, HEL, HSL) bzw. einen Festpreis in Euro erhält und einen indexabhängigen Preis (z. B. Gasoil, Fueloil, HEL, HSL) zahlt. Der Index wird jeweils so gewählt, dass er mit dem Ölpreisindex der Grundgeschäfte übereinstimmt. Die Sicherungsgeschäfte unterliegen somit grundsätzlich demselben (Warenpreis-)Risiko wie die Grundgeschäfte. Soweit die in den Gasbezugs- und Absatzverträgen enthaltenen Ölindizierungen nicht auf Euro lauten (z. B. Gasoil oder Fueloil in USD), stellt das Sicherungsinstrument ein kombiniertes Warenpreis- und Währungsderivat dar. Verbleibende Risiken werden im Rahmen eines aktiven Risikomanagements identifiziert, monetär quantifiziert und regelmäßig berichtet. Sowohl Grundgeschäfte als auch Absicherungsgeschäfte werden insgesamt in einer Bewertungseinheit zum Fair Value abgebildet. Damit steht die bilanzielle Sicherungbeziehung in Übereinstimmung mit dem ökonomischen Hedge.

8.4 Risikolage

Die überaus positive konjunkturelle Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr lässt auf ein Ende der durch die Finanzkrise ausgelösten negativen Auswirkungen auf die Realwirtschaft hoffen. Zwar scheint die konjunkturelle Erholung der deutschen Binnenwirtschaft schneller voranzuschreiten als zunächst angenommen, gleichwohl darf nicht vergessen werden, dass noch nicht alle Turbulenzen auf den Finanzmärkten ausgestanden und somit erneute konjunkturelle Einbrüche möglich sind.

Im Zuge der geschäftlichen Aktivitäten als Energieversorgungsunternehmen mit den Geschäftssparten Gas, Strom und Wasser ist GELSENWASSER einer Reihe von Marktrisiken ausgesetzt, die untrennbar mit der konjunkturellen Entwicklung verbunden sind. Firmeninsolvenzen, Investitionskürzungen und Produktionseinschränkungen im Industriekundensektor können, ebenso wie Absatzrückgänge bei privaten Haushalten, den Vertrieb von Gas, Strom und Wasser negativ beeinflussen und das Geschäftsergebnis belasten.

Aktuell geht GELSENWASSER aufgrund der positiven Konjunkturprognosen davon aus, dass sich der Absatz in den kommenden 24 Monaten weiter stabilisieren wird. Trotz dieser positiven Marktbeurteilung sind entsprechende Maßnahmen getroffen worden, um konjunktursensible Marktrisiken, die sich beispielsweise aus Gasbeschaffungsverträgen ergeben, weitestgehend einzugrenzen.

Der anhaltende scharfe Wettbewerb, der sich seit der Marktliberalisierung auf dem Gasmarkt widerspiegelt, trifft auch GELSENWASSER in Form von Preis- und Absatzrisiken. Preisdruck und Kundenverlust führen unweigerlich zu niedrigeren Margen und geringeren Erträgen und bergen erhebliche Unsicherheits- und somit Risikopositionen. Insbesondere dem Verlust von Kunden an Wettbewerber wird durch attraktive Preismodelle, einem innovativen Marketingmix und dem Ausnutzen neuer Vertriebskanäle erfolgreich entgegengewirkt.

GELSENWASSER ist insbesondere im Gasgeschäft witterungsbedingten Mengenrisiken ausgesetzt. Der Gasabsatz wird maßgeblich durch die Temperatur bestimmt und unterliegt somit saisonalen Schwankungen. Während die Nachfrage in den Sommermonaten entsprechend geringer ist, wird in den kalten Monaten Oktober bis März deutlich mehr Gas von privaten Haushalten nachgefragt. Warme Winter können die temperatursensible Gasnachfrage auch während der eigentlichen Heizperiode nachhaltig stören und somit Auswirkungen auf das Ergebnis haben. GELSENWASSER versucht einen Großteil dieser Risiken durch den Abschluss von flexiblen Bezugsverträgen auf den Vorlieferanten zu verlagern.

Die Energiemärkte waren besonders in den letzten Monaten von erheblichen Preisvolatilitäten gekennzeichnet. Für GELSENWASSER ergeben sich aus diesen Marktschwankungen Preisrisiken, wenn es zu einem zeitlichen Versatz zwischen der Gasbeschaffung und dem Gasabsatz kommt. Diese Risiken werden mit marktüblichen derivativen Finanzinstrumenten eingegrenzt. Art und Umfang der derivativen Geschäfte werden durch das Risikokomitee fortlaufend überwacht und sind durch die interne Handelsrichtlinie klar definiert. Trotzdem können sich aufgrund der durch Preisschwankungen eingeschränkten Planbarkeit von Deckungsbeiträgen und Margen negative Ergebnisauswirkungen ergeben.

Ausführliche Erläuterungen zum Einsatz derivativer Instrumente befinden sich im Anhang zum Konzernabschluss bzw. im Anhang des Einzelabschlusses.

Aus den Geschäftsbeziehungen zu Endkunden und Lieferanten ergeben sich Adressausfallrisiken verschiedener Ausprägung. Die in einem angemessenen Rahmen stattfindenden Bonitätsprüfungen der Geschäftspartner und Kunden sorgen an dieser Stelle für eine frühzeitige Identifikation potenzieller Forderungsausfälle. Gleichzeitig schützt die turnusmäßige Überwachung der Bonitäten GELSENWASSER vor der Gefahr, dass Handelspartner ihren Lieferverpflichtungen nicht nachkommen und sorgt so sekundär auch für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Neben einem professionellen Portfoliomanagement und einer diversifizierten, auf verschiedene Lieferanten verteilten Bezugsstruktur begegnet GELSENWASSER dem Risiko von Versorgungsengpässen auch durch das Vorhalten von Gasspeicherkapazitäten.

Ergebnisrisiken können aus auslaufenden Konzessionsverträgen und dem damit verbundenen Verlust von Konzessionsgebieten entstehen. GELSENWASSER zeigt sich hierbei insbesondere durch hohes soziales Engagement und regionale Verbundenheit als verlässlicher Partner für Städte und Gemeinden. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr konnten so Partnerschaften erfolgreich verlängert werden.

Der Bundesgerichtshof hat 2009 in einem Beschluss die Preissenkungsverfügung der Hessischen Landeskartellbehörde gegen den Wasserversorger der Stadt Wetzlar, die enwag Energie und Wassergesellschaft mbH, bestätigt. Hieraus können sich für GELSENWASSER weiterhin Risiken durch eine mögliche Verpflichtung zur Senkung der Wasserpreise bei Haushaltskunden ergeben.

Die potenziellen Konsequenzen wurden 2009 erstmalig erfasst und standen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin im Fokus der Risikoanalysen und Diskussionen auf Gremiums- und Verbandsebene.

GELSENWASSER unterhält verschiedene Gasspeicherprojekte, deren langfristige Bewirtschaftung mit Risiken verbunden ist. Die in den letzten Jahren verstärkt gesunkene Gaspreisdifferenz zwischen Sommer- und Winterpreisen führt ebenso wie die Änderung des gesetzlich vorgeschriebenen Bilanzierungsregimes zu geringeren Erträgen aus den Gasspeicherprojekten und kann Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis haben. Um die Risiken aus den Gasspeicherprojekten zu minimieren strebt GELSENWASSER die Sekundärvermarktung von Teilen der Speicherkapazitäten an.

GELSENWASSER betreibt entlang der Wertschöpfungskette technologisch hoch spezialisierte, vernetzte Anlagen. Hierbei können Schäden an Wasserwerksanlagen oder in den Verteilnetzen z. B. durch höhere Gewalt oder Sabotage auftreten. Diesen Risiken tritt GELSENWASSER durch ein komplexes Sicherheits- und Qualitätsmanagement entgegen. Ziel ist es, Ausfälle, Störungen und Schäden weitestgehend zu verhindern. Die fortwährende Weiterentwicklung der Prozesse, Techniken und Verfahren sowie die sorgfältige Wartung der Anlagen und regelmäßige Weiterbildung der Mitarbeiter tragen ebenso zu einer deutlichen Reduzierung der Risiken bei. Für dennoch eintretende Schäden besteht in einem wirtschaftlich sinnvollen Umfang Versicherungsschutz, der regelmäßig auf Bedarf und Wirtschaftlichkeit überprüft und entsprechend angepasst wird.

GELSENWASSER ist aufgrund seiner geschäftlichen Aktivitäten unmittelbaren finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Neben den bereits beschriebenen Preis- und Adressausfallrisiken ergeben sich weitere Marktrisiken in Form von Währungs- und Zinsrisiken. Zinsänderungsrisiken ergeben sich beispielweise bei kurzfristigen in der Regel variabel verzinslichen flüssigen Mitteln durch Veränderungen des Referenzzinssatzes. Um finanzwirtschaftliche Marktrisiken weitestgehend ausschließen zu können, setzt GELSENWASSER auf die gute, fortlaufend überprüfte Bonität seiner Handelspartner und die uneingeschränkte Marktgängigkeit der eingesetzten Finanzprodukte.

Bei der Fremdkapitalbeschaffung am Kapitalmarkt profitiert GELSENWASSER von einer konstant guten Kreditbonität. So wäre selbst in Zeiten der weltweiten Finanzkrise und der damit verbundenen Kreditklemme jederzeit eine Fremdkapitalbeschaffung möglich gewesen.

Das Liquiditätsmanagement organisiert alle beschriebenen finanzwirtschaftlichen Aktivitäten im Konzern und stellt somit sicher, dass immer ausreichende Reserven an flüssigen M itteln zur Verfügung stehen und das Risiko drohender Liquiditätsengpässe dauerhaft vermieden werden kann.

Die Informations- und Kommunikationssysteme sind von zentraler Bedeutung für die Geschäftsprozesse des GELSENWASSER-Konzerns. Demzufolge können Störungen dieser Systeme erhebliche Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und die internen und externen Prozesse haben. Die Aufrechterhaltung und Optimierung der Systeme wird durch den Einsatz interner und externer Fachleute, durch technologische Sicherungsmaßnahmen und hohe Sicherheitsstandards gewährleistet und regelmäßig überprüft. Den steigenden Risiken, die sich beispielsweise aus der ständigen Verfügbarkeit der IT-Systeme und der Datenbereitstellung bei Störfällen ergeben, wird hierdurch in erheblichem Umfang entgegengewirkt.

Aus heutiger Sicht sind keinerlei Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens mittelfristig gefährden könnten.

Eine Verrechnung von Chancen und Risiken ist nicht erfolgt.

8.5 Chancen

GELSENWASSER versteht das Management der sich ergebenden Chancen als einen Prozess zur Identifikation interner und externer Potenziale zum nachhaltigen Auf- und Ausbau des Unternehmenswerts. Primäres Ziel ist es, die frühzeitige Gestaltung und pro-aktive Steuerung von Veränderungsprozessen zu fördern und somit den Erhalt und die Stärkung von Wettbewerbsvorteilen sicherzustellen. Im Rahmen der geschäftlichen Tätigkeit bieten sich GELSENWASSER eine Vielzahl von Chancen, die zwangsläufig eng mit den Risiken unternehmerischen Handelns zusammenhängen. Diese Chancen werden regelmäßig standardisiert mit Hilfe einer Spezialsoftware erfasst und im Anschluss individuell bewertet. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Chance und Risiko ist hierbei maßgeblich für die positive Beurteilung der Umsetzbarkeit von betrachteten Potenzialen.

Durch den Erwerb weiterer Beteiligungen und durch den Ausbau von Managementaktivitäten im Ausland ergeben sich für die GELSENWASSER AG vielfältige Chancen, neue Märkte zu erschließen und Geschäftsfelder weiterzuentwickeln.

Um den möglichen Verlust von Wasserkonzessionen zu kompensieren, ergeben sich Chancen durch neue Formen der vertraglich fixierten Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden. So konnten erste Erfolge beispielsweise durch die Gründung der GSW Wasser-plus GmbH, an der GELSENWASSER und die GSW zu je 50 Prozent beteiligt sind, verzeichnet werden. GELSENWASSER tritt gegenüber der GSW Wasser-plus GmbH als Wiederverkäufer auf. Der Verlust der Wasserkonzession in den von GSW belieferten Städten Kamen, Bergkamen und Bönen konnte so erfolgreich ausgeglichen werden.

Die Kooperation zwischen der GELSENWASSER AG und der ewmr — Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH zur Bündelung der Beschaffungsaktivitäten beim Gaseinkauf hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr gut entwickelt. Für die Zukunft ergeben sich weitere Synergieeffekte insbesondere durch die weitere Einbeziehung der Konzern- und Gruppengesellschaften in die gebündelte Gasbeschaffung. Der zentrale Einkauf größerer Mengen am Markt ergibt die Möglichkeit, Gas kostengünstiger zu erwerben. Zudem können Erfahrungen gebündelt und Markterkenntnisse strukturiert eingesetzt werden.

Im Wasserversorgungsgebiet bieten die vor Ort etablierten Konzernmarken neben Wasser auch Gas und Ökostrom an. Für GELSENWASSER ergeben sich hierdurch Chancen, neue Kunden zu gewinnen und die Markenstärke als zuverlässiger, regionaler Energieversorger auszunutzen und weiter auszubauen. Zusätzliche Vertriebswege außerhalb des angestammten Versorgungsgebiets erschließt die Tochtergesellschaft energiehoch3 GmbH, die als reines Online-Angebot bundesweit Gas und Strom zu besonders günstigen Tarifen anbietet und seit ihrer Gründung sehr erfolgreich im Markt agiert. Die somit erfolgte bundesweite Neukundengewinnung ist insbesondere vor dem Hintergrund möglicher Kundenverluste im GELSENWASSER-Stammgebiet wichtig, um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern.

Potenzial zur Ergebnisverbesserung ergibt sich durch eine weitere konjunkturelle Belebung der Welt- und Binnenwirtschaft. Insbesondere der Sekundärsektor hat sich in der Vergangenheit sehr konjunktursensibel gezeigt. So kann der Absatz von Wasser und Gas im Industriekundenbereich beispielsweise durch Produktionsausweitungen aufgrund steigender Nachfrage im In- und Ausland ansteigen. Vor dem Hintergrund diverser optimistischer konjunktureller Frühindikatoren sieht GELSENWASSER gute Chancen, den Gas- und Wasserabsatz in diesem Kundensegment erhöhen zu können.

Weniger konjunktursensibel reagieren die privaten Haushalte bei der Nachfrage nach Wasser und Gas. Hier können witterungsbedingte Einflüsse insbesondere die Nachfrage nach Gas erheblich beeinflussen. Während kalte, lange Winter die Nachfrage steigen lassen, ist in wärmeren Wintermonaten eine geringere Nachfrage nach Gas festzustellen. Demzufolge besteht für GELSENWASSER die Chance, von kalten Großwetterlagen durch einen erhöhten Gasabsatz im Haushaltskundenbereich zu profitieren. Langfristig ausgelegte Wetterprognosen weisen allerdings in Sachen Prognosegüte einen eher geringen Wert aus, was die Belastbarkeit entsprechender Temperaturprognosen stark beeinträchtigt. Derartige Potenziale lassen sich demnach nur schwer strukturiert planen.

9. Prognosebericht

9.1 Erweiterte Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft hat den konjunkturellen Tiefpunkt im abgelaufenen Jahr durchschritten und den Einstieg in die Erholung gefunden. So urteilt die deutsche Bundesregierung in ihrer 7. Projektion der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Mitte 2010.

Aufgrund der in den nächsten zwei Jahren auslaufenden Energiekonzessionsverträge breitet sich der Trend zur „Rekommunalisierung" in Deutschland weiter aus. Insbesondere kommunal geprägte Stadtwerke werden von diesem Trend profitieren. In diesem Zusammenhang wird die Wertfindung von Energienetzen eine zentrale Rolle spielen. Hier werden der Regulierer, die Gerichte und die Marktteilnehmer unterschiedliche Wege finden, die anstehende Transformation entweder zu blockieren oder zu beschleunigen.

Die Marktkommunikation wird zunehmend komplexer, und die Erzeugung wird dezentraler. Inwieweit diese Wege schon in den nächsten zwei Jahren oder erst später intensiv beschritten werden, hängt wesentlich von der Ordnungspolitik und von dem Investitionsverhalten der Netzbetreiber ab.

Die EU plant, 2011 eine Gesetzgebung zu Dienstleistungskonzessionen anzustoßen. Ergänzend dazu hat die EU-Kommission in ihrem vorgelegten Grünbuch erneut die interkommunale Zusammenarbeit aufgegriffen und Überlegungen für die Vergaberechtspflichtigkeit bzw. -freiheit angestellt.

Im Wassersektor ist auf nationaler Ebene insbesondere die Entwicklung der kartellrechtlichen Wasserpreiskontrolle von Bedeutung. Die Bundesregierung hat den Vorstoß der Monopolkommission für eine sektorspezifische Regulierung Ende 2010 abgelehnt, jedoch erneut an die Wasserwirtschaft appelliert, die Modernisierung voranzutreiben. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Appell bewirkt, dass die Aktivitäten der Unternehmen, beispielsweise im Hinblick auf die Teilnahme an Benchmarkingverfahren, in Zukunft weiter steigen. In NRW ist eine dritte Benchmarkingrunde in Planung.

9.2 Erwartete Unternehmensentwicklung

Für die nächsten zwei Jahre wird für den GELSENWASSER-Konzern ein zufriedenstellendes Konzernergebnis erwartet. Für die GELSENWASSER AG wird eine Gewinnabführung auf dem Niveau des Berichtsjahres erwartet.

Der Wasserverkauf des GELSENWASSER-Konzerns hat sich im Vergleich zum Krisenjahr 2009 erholt. Dies ist insbesondere der Mehrabnahme aus der Industrie (Kraftwerke, Eisen-und Metall- sowie Chemische Industrie) geschuldet. In den folgenden Jahren wird sich allerdings der Ergebnisbeitrag des Segments Wasser durch den weiterhin rückläufigen Absatz — insbesondere im Industriesektor sowie aufgrund des sinkenden Pro-Kopf-Verbrauchs im Haushaltskundenbereich — mengenbedingt reduzieren.

Der Gasabsatz ließ sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Der Mehrabsatz resultierte hauptsächlich aus der zentralen Gasbeschaffung. Insgesamt ist die Branchensituation auf dem Gasmarkt jedoch durch starke Wettbewerbsintensität und Preiskonkurrenz gekennzeichnet. Mit viel Engagement und internen Anstrengungen ist es gelungen, den Kundenstamm Gas stabil zu halten. Dennoch wird in den Jahren 2011 und 2012 auch das Ergebnis im Gasbereich durch die erwartete Kürzung der Netznutzungsentgelte sowie durch Mengenrückgänge im eigenen Versorgungsgebiet belastet.

Im Strombereich ist es GELSENWASSER dagegen gelungen, die sich auf dem verändernden Markt bietenden Chancen optimal zu nutzen, was zu einer nennenswerten Steigerung der Stromkunden und des Stromabsatzes führte. GELSENWASSER wird in den nächsten Jahren durch Ausweitung seines Kundenbestands den Stromabsatz sowie den Ergebnisbeitrag aus dem Stromverkauf steigern.

Im Bereich der Unternehmensbeteiligungen sind in den kommenden Jahren Akquisitionen mit dem Ziel der Ausweitung und Absicherung der Kerngeschäftsfelder geplant. In diesem Bereich erwartet GELSENWASSER in den folgenden Jahren wachsende Ergebnisbeiträge.

Insgesamt konnte GELSENWASSER die Auswirkungen der Wirtschaftskrise dank der unternommenen Anstrengungen gut bewältigen und das Ergebnis in 2010 noch steigern. Den erwarteten Herausforderungen stellt sich GELSENWASSER durch ein unverändert konsequentes Kostenmanagement, den Ausbau der neuen Geschäftsaktivitäten im Energiesegment, den Ausbau des Beteiligungsportfolios sowie der Entwicklung neuer, zukunftsorientierter Betätigungsfelder.

9.3 Investitionen

Im Planungszeitraum bis 2015 ist ein Investitionsvolumen von 194 Mio. € für den GELSENWASSER-Konzern vorgesehen, davon entfallen 145 Mio. € auf Sachanlageinvestitionen und 49 Mio. € auf Finanzinvestitionen. Schwerpunkt ist mit rd. 81 Mio. € die Erweiterung und Erneuerung des Wasser- und Gasrohrnetzes.

9.4 Zukunftsbezogene Aussagen

Die im Prognosebericht getätigten Aussagen zur zukünftigen Entwicklung beruhen auf Annahmen und Einschätzungen, die aus Informationen zum Zeitpunkt der Berichtserstellung GELSENWASSER zur Verfügung standen. Diese Aussagen sind Risiken und Ungewissheiten unterworfen, daher können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr für diese Angaben kann deshalb nicht übernommen werden.

10. Erklärung zur Unternehmensführung

Der Vorstand berichtet — zugleich auch für den Aufsichtsrat — gemäß Ziff. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens und gibt die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a Abs. 1 HGB ab.

10.1 Bericht zu Corporate Governance und Entsprechenserklärung

10.1.1 Bericht zu Corporate Governance

Die GELSENWASSER AG ist den Prinzipien verantwortungsbewusster und guter Unternehmensführung verpflichtet, die auch die Handlungsmaximen ihrer Leitungs- und Kontrollgremien darstellen. Aus diesem Grund setzt die GELSENWASSER AG insbesondere die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex konsequent um. Kodexanpassungen werden zeitnah aufgegriffen und umgesetzt. Themen der Corporate Governance stehen regelmäßig auf der Agenda von Vorstand und Aufsichtsrat.

Können einzelne Empfehlungen des Kodex durch die GELSENWASSER AG aufgrund struktureller Besonderheiten nicht umgesetzt werden, wird dies in der Entsprechenserklärung offengelegt und begründet. Die aktuelle sowie alle bisherigen Entsprechenserklärungen sind im Internet unter www.gelsenwasser.de dauerhaft zugänglich.

10.1.2 Wortlaut der aktuellen Entsprechenserklärung

Die aktuelle Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG der GELSENWASSER AG ist im Internet unter www.gelsenwasser.de abrufbar. Sie hat folgenden Wortlaut:

Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im Amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 26. Mai 2010 (Inkraft getreten am 2. Juli 2010) entsprochen wird und im Jahre 2010 nach Maßgabe der Entsprechenserklärung vom 25. November 2009 entsprochen wurde, allerdings mit folgenden Ausnahmen:

1. Nach Ziff. 3.8 Sätze 4 und 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll in einer D & O-Versicherung, die die Gesellschaft für den Vorstand bzw. für den Aufsichtsrat abgeschlossen hat, ein Selbstbehalt vereinbart werden, der eine Höhe von mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des betroffenen Mitglieds aufweist bzw. dieser Höhe entspricht.

Die GELSENWASSER AG ist den parallel durch das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütungen begründeten Pflichten im Hinblick auf den Vorstand innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Übergangsfrist nachgekommen. Ein über die bisherige Regelung hinausgehender Selbstbehalt für Mitglieder des Aufsichtsrats entsprechend der für den Vorstand vorgesehenen Mindesthöhen wird dagegen in Anbetracht des Geschäftsumfangs und der Geschäftsstruktur der GELSENWASSER AG nicht als erforderlich angesehen. Die GELSENWASSER AG ist der Auffassung, dass Motivation und Verantwortung, mit der die Mitglieder des Aufsichtsrats ihre Aufgabe wahrnehmen, durch einen höheren Selbstbehalt nicht beeinflusst werden.

2. Die Ziffer 4.2.5 des Deutschen Corporate Governance Kodex sieht die Offenlegung der Vergütung bzw. des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder in einem Vergütungsbericht vor. Gemäß Ziffer 5.4.6 Sätze 6 und 7 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder in einem Corporate Governance Bericht individualisiert angegeben werden.

Durch das seit 2006 Anwendung findende Gesetz über die Offenlegung der Vorstandsvergütungen ist die gewünschte Transparenz bereits abgesichert. Die gesetzlich geforderten Angaben sind im Anhang des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses enthalten. Über die detaillierten gesetzlichen Anforderungen hinaus bedarf es aus Sicht der GELSENWASSER AG nicht noch eines gesonderten Vergütungsberichts bzw. Corporate Governance-Berichts.

3. Die Ziffer 5.4.6 Satz 3 2. Halbsatz des Deutschen Corporate Governance Kodex sieht vor, dass alle Aufsichtsratsmitglieder eine gesonderte Vergütung auch für die Übernahme des Vorsitzes und die Mitgliedschaft in einem Aufsichtsratsausschuss erhalten sollen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten derzeit keine gesonderte Vergütung für die Übernahme des Vorsitzes und die Mitgliedschaft in einem Aufsichtsratsausschuss. Das bisherige Vergütungssystem hat sich bewährt. Die GELSENWASSER AG ist der Auffassung, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats auch ohne Einführung einer gesonderten Vergütung für den Vorsitz und die Mitgliedschaft in einem Aufsichtsratsausschuss die ihnen übertragenen Aufgaben und Funktionen verantwortungsbewusst wahrnehmen.

4. Nach den Ziffern 7.1.1 Sätze 2, 3 und 7.1.2 Satz 4 des Deutschen Corporate Governance Kodex sollen Anteilseigner und Dritte vor allem durch den Konzernabschluss und während des Geschäftsjahres durch Zwischenberichte unterrichtet werden, die international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen entsprechen müssen. Der Konzernabschluss soll binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die Zwischenberichte sollen jeweils 45 Tage nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein.

Die GELSENWASSER AG erstellt während eines Geschäftsjahres nur einen Zwischenbericht. Im Übrigen werden Zwischenmitteilungen gemäß § 37 x) WpHG veröffentlicht. Der Zwischenbericht entspricht den international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen und wird jeweils innerhalb von 45 Tagen nach dem 30.06. des Jahres öffentlich zugänglich gemacht.

10.2 Unternehmensführungspraxis

Entsprechend den Vorgaben des Aktiengesetzes verfügt die GELSENWASSER AG als börsennotierte Aktiengesellschaft über eine zweigliedrige Führungsstruktur bestehend aus Vorstand (Leitung des Unternehmens) und Aufsichtsrat (Überwachung). Durch eine strenge Trennung der operativen Entscheidungen und der Aufsicht können beide Gremien ihren unterschiedlichen Aufgaben unabhängig voneinander nachkommen.

Im Folgenden werden die grundsätzliche Zusammensetzung und Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat dargestellt. Hinsichtlich der konkreten personellen Besetzung beider Gremien und der Pflichtangaben nach § 285 Nr. 10 HGB wird auf den Anhang zum Jahres- und zum Konzernabschluss verwiesen.

10.3 Vorstand und Aufsichtsrat

10.3.1 Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand der GELSENWASSER AG besteht aus zwei Mitgliedern, die ihre Beschlüsse einstimmig fassen. Entscheidungen des Vorstands werden in der Regel durch Beschluss im Rahmen gemeinschaftlicher Arbeitssitzungen getroffen. Jedes Vorstandsmitglied leitet seinen ihm laut Geschäftsverteilungsplan zugewiesenen Aufgabenbereich. Der Vorstandsvorsitzende Herr Dr. Manfred Scholle leitet das kaufmännische und Herr Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen das technische Ressort.

10.3.2 Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG besteht aus 12 Mitgliedern. Acht Mitglieder werden von der Hauptversammlung und vier Mitglieder von den Arbeitnehmern nach den Vorschriften des Drittelbeteiligungsgesetzes gewählt. Die Wahl erfolgt grundsätzlich jeweils für fünf Jahre. Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte den Vorsitzenden und zwei Stellvertreter gewählt. Bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratmitgliedern wird auf die für ihre Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachliche Erfahrung geachtet. Des Weiteren berücksichtigt der Aufsichtsrat in diesem Zusammenhang die nachfolgend geschilderten Zielsetzungen.

10.3.3 Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung

Der Aufsichtsrat hat unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Situation Ziele für seine Zusammensetzung bestimmt.

Bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern ist darauf zu achten, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats über die zur ordnungsgemäßen Wahrung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Dabei ist auch auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte und Vielfalt zu achten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen zum Zeitpunkt ihrer Wahl in der Regel nicht älter als 70 Jahre sein. Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören; mindestens ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen.

Um eine unabhängige Beratung und Überwachung des Vorstands sicherzustellen, dürfen Vorstandsmitglieder der Gesellschaft vor Ablauf von zwei Jahren nach dem Ende ihrer Bestellung nicht Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft werden, es sei denn, ihre Wahl erfolgt auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25 % der Stimmrechte an der Gesellschaft halten. In letzterem Fall soll der Wechsel in den Aufsichtsratsvorsitz eine der Hauptversammlung zu begründende Ausnahme sein. In jedem Fall dürfen dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören. Aufsichtsratsmitglieder dürfen keine Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben.

Zum Mitglied des Aufsichtsrats darf nicht gewählt werden, wer dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört und bereits drei Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Gesellschaften wahrnimmt, die nicht mit der Gesellschaft, deren Vorstand er angehört, im Sinne von § 15 AktG verbunden sind.

10.3.4 Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat steht in ständigem Kontakt mit dem Vorstand, den er bei der Führung des Unternehmens regelmäßig berät und dessen Geschäftsführung er überwacht. In regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen werden anhand der Berichte des Vorstands alle Geschäftsvorgänge, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sowie wesentliche Angelegenheiten, die die Entwicklung der Gesellschaft betreffen, gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt. Der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen insbesondere der Erwerb, die Veräußerung und die Belastung von Grundstücken, die Aufnahme langfristiger Verbindlichkeiten und die Übernahme von Bürgschaften, soweit die jeweils geltenden Schwellenwerte überschritten sind. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat in mündlichen und schriftlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen zur Unternehmensplanung, zur strategischen Ausrichtung und Entwicklung, zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens einschließlich der Risiken, des Risikomanagements und der Compliance. Darüber hinaus wird der Aufsichtsratsvorsitzende auch zwischen den Sitzungen vom Vorstand über alle sonstigen wichtigen Geschäftsvorfälle unverzüglich informiert.

Der Aufsichtsrat ist in alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Die Erforderlichkeit seiner Zustimmung wird in jedem Einzelfall geprüft. Soweit sie gegeben ist, wird sie strikt beachtet. Der Aufsichtsrat hält mindestens vier Sitzungen im Kalenderjahr ab.

Hinsichtlich der einzelnen Vorkommnisse im Geschäftsjahr 2010 wird auf den Bericht des Aufsichtsrats verwiesen.

10.4 Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder ein Präsidium, einen Nominierungsausschuss und einen Prüfungsausschuss eingerichtet. Die drei Ausschüsse unterstützen die Arbeit des Aufsichtsrats, indem sie die Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vorbereiten bzw. — im Falle des Präsidiums — im Rahmen des nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats Zulässigen an Stelle des Aufsichtsrats beschließen. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichten dem Plenum regelmäßig über die Arbeit ihrer Ausschüsse.

10.4.1. Zusammensetzung der Ausschüsse

Der jeweilige Ausschuss setzt sich nach den Vorgaben der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats zusammen.

Präsidium

Das Präsidium besteht aus drei Mitgliedern. Ihm gehören der Aufsichtsratsvorsitzende als Vorsitzender des Ausschusses und seine Stellvertreter an. Das Präsidium besteht gegenwärtig aus

Guntram Pehlke, Vorsitzender des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG, (Vorsitzender),

Dr. Ottilie Scholz, Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, und

Rudolf Schlagkamp, kaufmännischer Angestellter.

Prüfungsausschuss

Dem Prüfungsausschuss gehören vier vom Aufsichtsrat zu wählende Aufsichtsratsmitglieder an. Mindestens ein unabhängiges Mitglied muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Der Vorsitzende soll über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll nicht gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft sein. Diese Erfordernisse werden durch die Zusammensetzung des Ausschusses, gegenwärtig bestehend aus

Bernhard Wilmert, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum GmbH, (Vorsitzender),

Guntram Pehlke, Vorsitzender des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG,

Hans-Detlef Bösel, bis zum 31. Juli 2010 Mitglied des Vorstands des Bankhauses Wölbern & Co. (AG & Co. KG), und

Jürgen Pellny, Heizungs- und Sanitärmeister

erfüllt.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern. Er wird ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Der Ausschuss besteht gegenwärtig aus

Guntram Pehlke, Vorsitzender des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG,

Dr. Ottilie Scholz, Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, und

Manfred Kossack, Mitglied des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG.

10.4.2 Arbeitsweise der Ausschüsse

Die Ausschüsse treten grundsätzlich nach Bedarf zusammen. Im Jahr 2010 tagten das Präsidium vier- und der Prüfungsausschuss dreimal. Der Nominierungsausschuss wurde einmal einberufen.

Präsidium

Wesentliche Aufgabe des Präsidiums ist die Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats. Darüber hinaus obliegt dem Präsidium die Vorbereitung bestimmter Geschäfte und Maßnahmen zur Beschlussfassung im Aufsichtsrat. Hierzu zählt insbesondere die Vorbereitung der Festsetzung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie der Entscheidungen des Aufsichtsrats zur Bestellung von Vorstandsmitgliedern.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss nimmt insbesondere eine Vorprüfung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses der GELSENWASSER AG sowie des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts vor und unterbreitet dem Aufsichtsrat seine Empfehlungen. Die Vorlage der Abschlüsse, der Lageberichte sowie die Prüfungsberichte werden vom Prüfungsausschuss in Gegenwart des Abschlussprüfers und abschließend vom Aufsichtsrat wiederum zusammen mit dem Abschlussprüfer ausführlich besprochen. Zudem erörtert der Prüfungsausschuss vor der Veröffentlichung den Halbjahresfinanzbericht mit dem Vorstand. Darüber hinaus überprüft er die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.

Zu diesem Zweck holt der Prüfungsausschuss vom vorgesehenen Abschlussprüfer eine Unabhängigkeitserklärung ein und vereinbart mit diesem vertraglich, dass der Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung zu unterrichten ist.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss ist beauftragt und ermächtigt, dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorzuschlagen.

 

Gelsenkirchen, 9. März 2011

GELSENWASSER AG

Der Vorstand

Dr. Manfred Scholle

Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen

Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung

scroll
in Mio. € Anhang 2010 2009
Umsatzerlöse (inkl. Erdgas-/Stromsteuer) (1) 731,2 694,8
Erdgas-/Stromsteuer (2) – 28,9 – 21,4
Umsatzerlöse 702,3 673,4
Veränderung des Bestands an fertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen 1,1 1,1
Andere aktivierte Eigenleistungen 3,5 2,9
Sonstige betriebliche Erträge (3) 57,9 12,4
Materialaufwand (4) – 438,6 – 426,6
Personalaufwand (5) – 92,0 – 86,3
Abschreibungen (6) – 35,3 – 33,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen (7) – 63,4 – 68,6
Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit 135,5 74,4
Ergebnis at Equity bilanzierter Beteiligungen 22,5 24,0
Sonstiges Beteiligungsergebnis 7,9 6,9
Finanzerträge (8) 2,1 2,7
Finanzaufwendungen (8) – 8,6 – 8,4
Ertragsteuern (9) – 0,4 – 1,2
Jahresüberschuss 159,0 98,4
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 0,3 0,1
Ergebnisanteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG 158,7 98,3
Ergebnis je Aktie in € (10) 46,16 28,59
verwässert und unverwässert
Gesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010      
Jahresüberschuss   159,0 98,4
Währungsumrechnungsdifferenzen   1,3 0,4
Marktbewertung finanzieller Vermögenswerte   62,3 – 34,4
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen (übriges Konzernergebnis)   63,6 – 34,0
Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen (Gesamtergebnis)   222,6 64,4
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter   0,3 0,1
Ergebnisanteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG   222,3 64,3

Bilanz zum 31. Dezember 2010

AKTIVA

scroll
in Mio. € Anhang Stand 31.12.2010 Stand 31.12.2009
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte (11) 25,9 22,5
Sachanlagen (12) 750,1 717,8
Investment Properties (13) 2,3 2,4
At Equity bilanzierte Beteiligungen (14) 216,1 188,0
Finanzielle Vermögenswerte (15) 212,0 88,9
Ertragsteuerforderungen (16) 11,5 12,8
Sonstige Forderungen (17) 0,5 1,1
1.218,4 1.033,5
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (18) 22,3 16,3
Finanzielle Vermögenswerte (15) 22,4 3,7
Ertragsteuerforderungen (16) 2,0 2,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (17) 152,7 116,0
Flüssige Mittel 65,0 90,5
264,4 228,5
1.482,8 1.262,0

PASSIVA

in Mio. € Anhang Stand 31.12.2010 Stand 31.12.2009
Eigenkapital (19)
Gezeichnetes Kapital 103,1 103,1
Kapitalrücklage 32,2 32,2
Gewinnrücklagen 588,8 523,8
Kumuliertes übriges Konzernergebnis 80,3 16,7
Anteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG 804,4 675,8
Anteile anderer Gesellschafter 10,4
814,8 675,8
Langfristige Schulden
Pensionsrückstellungen (20) 150,6 147,0
Steuerrückstellungen (21) 4,0 4,1
Sonstige Rückstellungen (22) 6,0 4,8
Finanzielle Verbindlichkeiten (23) 27,0
Zuschüsse (24) 213,2 212,4
Sonstige Verbindlichkeiten (25) 0,7 0,8
Latente Steuern (26) 4,0 1,1
405,5 370,2
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen (22) 33,0 28,4
Finanzielle Verbindlichkeiten (23) 18,5 0,7
Zuschüsse (24) 7,9 7,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (25) 203,1 179,3
262,5 216,0
1.482,8 1.262,0

Eigenkapitalveränderungsrechnung zum 31. Dezember 2010

scroll
in Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Jahresüberschuss
Stand 1.1.2009 103,1 32,2 520,1
Gesamtergebnis 98,3
Gewinnabführung an die Wasser und Gas Westfalen GmbH – 81,2
Gewerbesteuerumlage an die Wasser und Gas Westfalen GmbH – 10,4
Einstellungen in Gewinnrücklagen 6,7 – 6,7
Anteilserhöhung – 3,0
Stand 31.12.2009 103,1 32,2 523,8
Gesamtergebnis 158,7
Gewinnabführung an die Wasser und Gas Westfalen GmbH – 83,0
Gewerbesteuerumlage an die Wasser und Gas Westfalen GmbH – 10,7
Einstellungen in Gewinnrücklagen 65,0 – 65,0
Zugang aus Erstkonsolidierung
Stand 31.12.2010 103,1 32,2 588,8
scroll
Kumuliertes übriges Konzernergebnis
in Mio. € Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Marktbewertung finanzieller Vermögenswerte Anteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG Anteile anderer Gesellschafter Gesamt
Stand 1.1.2009 5,1 45,6 706,1 0,8 706,9
Gesamtergebnis 0,4 – 34,4 64,3 0,1 64,4
Gewinnabführung an die Wasser und Gas Westfalen GmbH – 81,2 – 81,2
Gewerbesteuerumlage an die Wasser und Gas Westfalen GmbH – 10,4 – 10,4
Einstellungen in Gewinnrücklagen
Anteilserhöhung – 3,0 – 0,9 – 3,9
Stand 31.12.2009 5,5 11,2 675,8 675,8
Gesamtergebnis 1,3 62,3 222,3 0,3 222,6
Gewinnabführung an die Wasser und Gas Westfalen GmbH – 83,0 – 83,0
Gewerbesteuerumlage an die Wasser und Gas Westfalen GmbH – 10,7 – 10,7
Einstellungen in Gewinnrücklagen
Zugang aus Erstkonsolidierung 10,1 10,1
Stand 31.12.2010 6,8 73,5 804,4 10,4 814,8

Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010

scroll
in Mio. € 2010 2009
Jahresüberschuss 159,1 98,4
Abschreibungen abzüglich Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 35,2 34,0
Wertveränderungen aus der Equity-Bewertung – 6,5 – 8,7
Veränderung der Rückstellungen 5,3 8,6
Auflösung der Kapitalzuschüsse – 0,2 – 0,2
Einzahlungen aus erhaltenen Bau- und Ertragszuschüssen 5,4 4,7
Auflösung der Bau- und Ertragszuschüsse – 7,5 – 7,4
Ergebnis aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens – 47,3 – 1,5
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind – 56,2 18,1
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 30,9 – 3,8
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 118,2 142,2
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 1,3 2,5
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen – 27,3 – 27,0
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen – 1,6 – 2,2
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 3,3 2,7
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen – 5,1 – 5,3
Auszahlungen aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen – 26,6
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 56,0 – 29,3
Auszahlungen an Unternehmenseigner – 91,2 – 91,8
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten – 0,5
Einzahlungen aus der Tilgung kurzfristiger Finanzkredite 23,0 43,2
Auszahlungen aus der Vergabe kurzfristiger Finanzkredite – 19,0 – 4,0
Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter – 3,9
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 87,7 – 56,5
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds – 25,5 56,4
Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 0,1
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 90,5 34,0
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 65,0 90,5

Allgemeine Grundlagen

Die GELSENWASSER AG und ihre vollkonsolidierten Tochtergesellschaften (zusammen der GELSENWASSER-Konzern) versorgen ihre Kunden – Haushalte, Gewerbe, öffentliche Einrichtungen und Industrie – mit Trink- und Betriebswasser sowie Erdgas und Wärme. Darüber hinaus erfüllen die Gesellschaften Aufgaben der Abwasserentsorgung, der Stromversorgung und bieten vielfältige versorgungsnahe Dienstleistungen an.

Schwerpunkte des inländischen Versorgungsgebiets sind das Ruhrgebiet, das Münsterland, der Niederrhein, Ostwestfalen und das angrenzende Niedersachsen. Im November 2010 wurde das inländische Versorgungsgebiet durch den Erwerb der Stadtwerke Oranienburg GmbH, Oranienburg, erweitert. Die Versorgungsgebiete des französischen Tochterunternehmens Nantaise des Eaux Services SAS (NES), Sainte Luce-sur-Loire, liegen schwerpunktmäßig im Norden und Westen Frankreichs sowie in der Region um Paris und im Überseedepartement Guadeloupe.

Zudem ist die GELSENWASSER AG an Gesellschaften in Tschechien und in Polen beteiligt sowie im Rahmen einer Betriebsführung in Algerien tätig.

Bei dem Mutterunternehmen handelt es sich um eine in Deutschland registrierte börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Gelsenkirchen, Willy-Brandt-Allee 26. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Gelsenkirchen unter HRB 165 eingetragen.

Die Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG, Bochum, ein Gemein schaftsunternehmen der Stadtwerke Bochum GmbH und der Dortmunder Stadtwerke AG, hielt über die Wasser und Gas Westfalen GmbH zum 31.12.2010 3.194.401 Aktien der GELSENWASSER AG. Dies entsprach einem Anteil von 92,93 % des Grundkapitals und der Stimmrechte.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der GELSENWASSER AG für das Geschäftsjahr 2010 werden beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht. Der Lagebericht der GELSENWASSER AG ist mit dem Lagebericht des GELSENWASSER-Konzerns zusammengefasst.

Das Unternehmen ist an den Börsen in Frankfurt, Düsseldorf und Berlin gelistet (Amtlicher Handel/General Standard).

Anhang

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Der Konzernabschluss der GELSENWASSER AG wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt und stimmt mit diesen überein. Die IFRS umfassen die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten Standards und die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie von der Europäischen Union übernommen wurden.

Der vorliegende Konzernabschluss wird vollständig in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang entsprechend erläutert. Vermögenswerte und Schulden sind in langfristig – bei Fälligkeiten über einem Jahr – und kurzfristig aufgegliedert.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung wird die Veränderung des Eigenkapitals gezeigt. Die Anhangsangaben enthalten zudem eine Segmentberichterstattung.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

IASB und IFRIC haben eine Reihe von Änderungen bei bestehenden IFRS sowie einige neue Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2010 erstmalig verpflichtend anzuwenden sind. Dies sind:

scroll
Norm Bezeichnung
Amendments zu IFRS 2 Amendments zu IFRS 3 Group Cash-settled Share-based Payment Transactions Business Combinations
Amendments zu IAS 27 Consolidated and Separate Financial Statements
Amendments zu IAS 39 Eligible Hedged Items
Amendments zu diversen IFRS Improvements to IFRSs 2009
IFRIC 12 Service Concession Arrangements
IFRIC 15 Agreements for the Construction of Real Estate
IFRIC 16 Hedges of a Net Investment in a Foreign Operation
IFRIC 17 IFRIC 18 Distributions of Non-cash Assets to Owners Transfers of Assets from Customers

Die erstmalige verpflichtende Anwendung der neuen Interpretationen hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der GELSENWASSER AG.

Die folgenden Standards und Interpretationen werden mit dem erstmaligen verpflichtenden Anwendungszeitpunkt der Europäischen Union im GELSENWASSER-Konzernabschluss angewendet:

scroll
Norm Bezeichnung Erstanwendung
Amendments zu IAS 24 Related Party Disclosures 2011
Amendments zu IAS 32 Classification of Rights Issues 2011
Amendments zu IFRIC 14 Prepayments of a Minimum Funding Requirement 2011
IFRIC 19 Extinguishing Financial Liabilities with Equity Instruments 2011

Nachstehende (teilweise überarbeitete) Standards und Interpretationen werden – das Endorsement durch die Europäische Union vorausgesetzt – im GELSENWASSER-Konzernabschluss erstmals zum Zeitpunkt ihres Inkrafttretens angewendet:

scroll
Norm Bezeichnung Erstanwendung
Amendments zu diversen IFRS Improvements to IFRSs 2010 2011
Amendments zu IFRS 7 Financial Instruments: enhanced derecognition disclosure requirements 2012
IFRS 9 Financial Instruments: Classification and Measurement 2013

Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss der GELSENWASSER AG sind aus der erstmaligen Anwendung der geänderten Standards und Interpretationen nicht zu erwarten.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben dem Mutterunternehmen insgesamt zehn Tochterunternehmen sowie 39 Unternehmen, die mit Hilfe der Equity-Methode bewertet werden.

Neben der Konzernmuttergesellschaft GELSENWASSER AG werden als vollkonsolidierte Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen:

GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, Hamburg

GELSENWASSER Dresden GmbH, Dresden (seit 31. Dezember 2009)

GELSENWASSER Energienetze GmbH, Gelsenkirchen

GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH, Hamburg

Nantaise des Eaux Services SAS, Sainte Luce-sur-Loire/Frankreich

NGW GmbH, Duisburg

Osmo GmbH, Hamburg (seit 8. November 2010)

Stadtwerke Oranienburg GmbH, Oranienburg (seit 8. November 2010)

Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH, Rheda-Wiedenbrück

WESTFALICA GmbH, Bad Oeynhausen

Die Osmo GmbH, Hamburg, hat im Zuge einer grenzüberschreitenden Verschmelzung als übernehmende Rechtsträgerin mit Wirkung zum 8. November 2010 das gesamte Vermögen des H/H-Stadtwerkefonds KGaA, SICAR, Luxemburg, übernommen und hält seitdem in ihrem Finanzanlagevermögen eine Mehrheitsbeteiligung von 64,9 % an den Stadtwerken Oranienburg GmbH (SWO) sowie 49,9 % der Anteile an der Zukunft in Delitzsch GmbH (ZID), Delitzsch. Zum gleichen Zeitpunkt haben die bisherigen Eigentümer der Osmo GmbH ihre sämtlichen Geschäftsanteile an die GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH veräußert. Die Osmo GmbH und die SWO werden im Konzernabschluss vollkonsolidiert, während die ZID im Rahmen der Equity-Methode erfasst wird.

Die Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH wird trotz eines Stimmrechtsanteils von 51 % nicht per Vollkonsolidierung, sondern nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, weil aufgrund gesellschaftsrechtlicher Bestimmungen eine beherrschende Stellung von GELSENWASSER nicht gegeben ist.

scroll
Inland Ausland Gesamt 31.12.2010 Gesamt 31.12.2009
Anzahl der vollkonsolidierten Unternehmen 10 1 11 9
Anzahl der at Equity bilanzierten Beteiligungen 34 5 39 35
Anzahl der übrigen Beteiligungen 23 1 24 23
Summe der Gesellschaften 67 7 74 67

Konsolidierungsgrundsätze

(a) Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, bei denen GELSENWASSER die Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik innehat. In der Regel besteht die Möglichkeit der Kontrolle bei einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 %. Erst- und Endkonsolidierung erfolgen grundsätzlich zum Zeitpunkt des Erwerbs oder des Verlusts der Kontrolle.

Minderheitsanteile am Reinvermögen der konsolidierten Tochterunternehmen werden getrennt vom Eigenkapital des Konzerns ermittelt. Minderheitsanteile bestehen aus dem Betrag solcher Anteile zum Tag des ursprünglichen Unternehmenszusammenschlusses und dem Minderheitenanteil an den Änderungen des Eigenkapitals ab dem Zeitpunkt des Zusammenschlusses.

Der Geschäfts- oder Firmenwert, der bei dem Erwerb eines Tochterunternehmens entsteht, entspricht dem Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Konzernanteil an dem beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögens werte, Schulden und Eventualschulden des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird im Zugangszeitpunkt mit seinen Anschaffungskosten bilanziert und in jeder Folgeperiode einem Wertminderungstest unterworfen.

Bei der erstmaligen Aufstellung des IFRS-Konzernabschlusses hat GELSENWASSER im Falle von Unternehmenszusammenschlüssen das Erleichterungswahlrecht des IFRS 1 in Anspruch genommen, so dass die nach HGB ermittelten Konsolidierungsergebnisse in die IFRS-Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2004 übernommen werden konnten.

Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in die Konsolidierung einbezogenen Gesellschaften wurden gegeneinander aufgerechnet, Umsätze und Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet oder in aktivierte Eigenleistungen umgegliedert.

(b) Assoziierte Unternehmen

Als assoziierte Unternehmen gelten Unternehmen, auf die ein Konzernunternehmen einen maßgeblichen Einfluss im Sinne der Mitwirkung an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungsprozessen des Beteiligungsunternehmens ausüben kann, die jedoch weder Tochterunternehmen noch Gemeinschaftsunternehmen darstellen. Hierunter fallen regelmäßig Unternehmen, bei denen GELSENWASSER unmittelbar oder mittelbar über 20 % bis 50 % der Stimmrechte verfügt. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert; ihr Zugang erfolgt zu Anschaffungskosten. Ein eventuell bei Anschaffung vorhandener Geschäfts- oder Firmenwert (abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen) wird im Beteiligungsbuchwert erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert ermittelt sich als Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs über den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Anteil des Konzerns am Nettovermögen des erworbenen assoziierten Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt. Da der Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsbuchwert enthalten ist, wird er nicht gesondert auf eine Wertminderung hin geprüft (Impairmenttest). Vielmehr erfolgt für den gesamten Beteiligungsbuchwert ein Wertminderungstest gemäß IAS 36 bei Vorliegen der Erfordernisse für einen Wertminderungstest nach IAS 39.

Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von assoziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an erfolgsneutralen Veränderungen im Kumulierten übrigen Konzernergebnis. Die Gegenbuchung erfolgt im Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wesentlicher assoziierter Unternehmen werden, sofern die notwendigen Informationen vorliegen, an die dem Konzernabschluss zugrunde liegenden Methoden angepasst.

Die Equity-Bewertung erfolgt grundsätzlich in der Weise, dass die von den Beteili gungen erwarteten Ergebnisse des Berichtsjahres zeitgleich berücksichtigt werden.

(c) Gemeinschaftsunternehmen

Als Gemeinschaftsunternehmen gelten Unternehmen, die unter gemeinschaftlicher Führung von mindestens zwei Gesellschaftern stehen. GELSENWASSER setzt die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen unter Verwendung der Equity-Methode an. Es gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Bilanzierung der assoziierten Unternehmen.

Währungsumrechnung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der konsolidierten Unternehmen werden Geschäftsvorfälle in fremder Währung mit den zum Transaktionszeitpunkt geltenden Wechselkursen umgerechnet. Aus der Abwicklung dieser Geschäfte sowie aus der Umrechnung monetärer Fremdwährungsposten zum Stichtagskurs resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Als Umrechnungsverfahren für die Abschlüsse der ausländischen nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen wird die funktionale Währungsumrechnung an gewendet. Dabei erfolgt die Umrechnung der Bilanzposten von der jeweiligen Landeswährung in Euro zu Stichtagskursen am Bilanzstichtag. Erträge und Aufwendungen werden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in dem Bilanzposten Kumuliertes übriges Konzernergebnis erfasst.

Wenn ein ausländisches Unternehmen veräußert wird, werden solche Währungsdifferenzen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Veräußerungsgewinns oder Veräußerungsverlusts erfasst.

Für die Währungsumrechnung wurden folgende Umrechnungskurse zugrunde gelegt:

scroll
Durchschnittskurse Stichtagskurse
2010 2009 31.12.2010 31.12.2009
1 € entspricht
Tschechische Krone 25,31 26,48 25,06 26,47
Polnischer Sloty 4,00 4,35 3,98 4,10

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Es wurden die gleichen Bilanzierungs-, Bewertungs- und Berechnungsmethoden wie im Vorjahresabschluss angewandt.

Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt.

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden identifiziert und gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst, sobald sie die Definition eines immateriellen Vermögenswerts erfüllen und ihr beizulegender Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann. Die Anschaffungskosten solcher immaterieller Vermögenswerte entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt.

In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden und deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen bewertet. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Ist die Nutzung immaterieller Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, zeitlich unbegrenzt, werden diese in jeder Folgeperiode einem Wertminderungstest unterzogen.

Folgende Nutzungsdauern liegen der Bewertung zugrunde:

scroll
Jahre
Softwarelizenzen 3 – 5
Kundenbeziehungen 20 – 22
Lieferungsrechte und sonstige Rechte 5 – 40

Sachanlagevermögen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, angesetzt. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten. Sie enthalten darüber hinaus die Barwerte der Kosten für zukünftige Rückbauverpflichtungen. Nachträgliche Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden, je nach Sachverhalt, entweder im Buchwert des Vermögenswerts oder als eigenständiger Vermögens - wert erfasst, sofern es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern hieraus künftige wirtschaftliche Vorteile zufließen werden und die Kosten zuverlässig bemessen werden können. Alle anderen Reparatur- und Instandhaltungsausgaben werden im Jahr ihres Anfalls erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Bei allen anderen Vermögenswerten erfolgt die Abschreibung linear, wobei die Anschaffungskosten über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte wie folgt auf den Restbuchwert abgeschrieben werden:

scroll
Jahre
Gebäude 25 – 50
Wassergewinnungsanlagen 40 – 65
Rohrnetz 50
Stromnetz 40
Maschinen 3 – 25
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 23

Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und, sofern notwendig, angepasst. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer werden Faktoren wie Abnutzung, Alterung, technische Standards und Vertragsdauer berücksichtigt. Änderungen dieser Faktoren können eine Verkürzung oder Verlängerung der Nutzungsdauer eines Vermögenswerts nach sich ziehen. In diesem Fall würde der Restbuchwert über die verbleibende, neue Nutzungsdauer abgeschrieben, was zu höheren oder niedrigeren jährlichen Abschreibungsbeträgen führen würde.

Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden durch einen Vergleich des Veräußerungserlöses mit dem Buchwert ermittelt und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Investment Properties

Investment Properties werden nach IAS 40 als Immobilien definiert, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder Wertsteigerungen gehalten werden und nicht zur Nutzung in der Produktion, für Dienstleistungen sowie für Verwaltungszwecke oder zum Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien umfassen Büro-, Lager- und Laborgebäude sowie Grundstücke. Sie werden zu ihren historischen Anschaffungskosten, abzüglich planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, angesetzt.

Die Abschreibungen auf die Gebäude werden linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 10 bis 50 Jahren vorgenommen. Grundstücke werden nicht planmäßig ab geschrieben.

Die zugrunde gelegten Restwerte und Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten

Immaterielle Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich auf Wertminderungs bedarf geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass ihr Buchwert möglicherweise nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsaufwand wird in Höhe des Betrags erfasst, um den der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der er - zielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Falls es nicht möglich ist, den erzielbaren Betrag für den einzelnen Vermögenswert zu schätzen, werden für den Wertminderungs - test (Impairment-Test) Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (Cash-Generating Units). Bei Fortfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Finanzielle Vermögenswerte

Die zu den Finanzinstrumenten zählenden Vermögenswerte werden nach IAS 39 in die folgenden Kategorien unterteilt: Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte, Ausleihungen und Forderungen, bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte (held-to-maturity) und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available-for-sale). Die Klassifizierung hängt von dem jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz und überprüft die Klassifizierung zu jedem Stichtag. Im GELSENWASSER-Konzern bestanden im Berichtsjahr und Vergleichsjahr finanzielle Vermögenswerte der folgenden Kategorien:

(a) Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte (financial assets at fair value through profit or loss)

Unter dieser Kategorie werden bei GELSENWASSER neben Derivaten (Commodity-Swaps) auch physische Gasbeschaffungs- und -absatzverträge (beide nur sofern die Fair Values positiv sind) erfasst. Im Rahmen des im Berichtsjahr neu implementierten Geschäftsmodells erfolgt die Gasbeschaffung sowohl für den eigenen Gasvertrieb als auch mit der Absicht, Gewinne aus kurzfristigen Schwankungen des Preises oder der Händlermarge zu erzielen. Eine Aufteilung der Verträge in einen Vertriebs- und in einen Handelsteil ist nicht möglich. Aus diesem Grund werden auch die physischen Gasbeschaffungs- und -absatzverträge für Zwecke der Bilanzierung wie finanzielle Ver mögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten (bei negativen Marktwerten) behandelt.

Zur Ermittlung der Fair Values werden den Nominalwerten der Verträge ihre Marktwerte zum Bilanzstichtag gegenübergestellt. Der Marktwert zum Bilanzstichtag ergibt sich hierbei als kontrahierte Menge bewertet mit einem aktuellen Marktpreis. Die Differenz von Nominalwert (kontrahierte Menge bewertet mit kontrahiertem Preis) und Marktwert spiegelt den jeweiligen Fair Value zum Bilanzstichtag wider. Da nicht für den gesamten Bewertungszeitraum Börsennotierungen in der geforderten Granularität vorliegen, verwendet GELSENWASSER sogenannte Price Forward Curves (PFCs) zur Ermittlung der Marktpreise von verschiedenen Commodities und Handelsplätzen. Hierbei handelt es sich um die Rohstoffe Gas Oil, Fuel Oil, leichtes Heizöl, schweres Heizöl sowie Gas an den virtuellen Handelspunkten NetConnect Germany (NCG) und Title Transfer Facility (TTF). Die PFCs werden sowohl von externen Dienstleistern bezogen, als auch nach anerkannten marktüblichen Methoden von der Marktanalyse der GELSENWASSER selbst erstellt. Die Diskontierung der ermittelten Fair Values erfolgt mit fristenadäquaten Zinssätzen (EURIBOR sowie öffentlich notierte Swapsätze zzgl. eines Risikoaufschlags für das Bonitätsrisiko von einem Prozentpunkt).

Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte sind ausschließlich im Posten Warentermingeschäfte sowohl als langfristige als auch als kurzfristige Vermögenswerte erfasst.

(b) Ausleihungen und Forderungen (loans and receivables)

Ausleihungen und Forderungen sind finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. be - stimmbaren Zahlungen, die nicht derivativ und nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie entstehen, wenn der Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner bereitstellt, ohne jegliche Absicht, die Forderungen zu handeln. Ausleihungen und Forderungen werden mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst 12 Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Ausleihungen und Forderungen sind in den Bilanzposten Finanzielle Vermögenswerte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Flüssige Mittel enthalten. Bei Vorliegen individueller Risiken werden Einzelwertberichtigungen durchgeführt. Darüber hinaus werden für gleichartige Kreditrisiken portfoliobasierte Wertberichtigungen durchgeführt, die auf empirischen Erfahrungswerten beruhen.

(c) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available-for-sale financial assets)

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die in keine der anderen Kategorien fallen oder freiwillig dieser Kategorie zugeordnet worden sind. Sie gehören zu den langfristigen Vermögenswerten, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.

Alle Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf bzw. Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet. Die finanziellen Vermögenswerte des GELSENWASSER-Konzerns werden anfänglich zu ihrem Fair Value zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Sie werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus dem Investment erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sofern für diese Vermögenswerte kein aktiver Markt besteht und keine Börsennotierung vorliegt, werden die Zeitwerte mittels einer geeigneten Bewertungsmethode ermittelt. Im Berichtsjahr kam dafür die Discounted Cashflow Methode (DCF) zur Anwendung. Veränderungen der Zeitwerte werden erfolgsneutral in dem Bilanzposten Kumuliertes übriges Konzernergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst.

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Hinweise für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts bzw. einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert sind, ist ein wesentlicher oder andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten als Hinweis auf eine Wertminderung zu sehen. Wenn ein derartiger Hinweis für zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte existiert, werden die im kumulierten übrigen Ergebnis er - fassten Verluste aus dem Eigenkapital entnommen und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Einmal in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Wertminderungsverluste von Eigenkapitalinstrumenten werden auch bei späterer Wertsteigerung nicht ergebniswirksam rückgängig gemacht.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind ausschließlich im Posten Übrige Beteiligungen als langfristige Vermögenswerte erfasst.

Vorräte

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Kosten werden auf Basis der Durchschnittsmethode bestimmt. Die Kosten fertiger und unfertiger Erzeugnisse umfassen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, direkte Personalkosten, andere direkte Kosten und der Produktion zurechenbare Gemeinkosten (basierend auf normaler Betriebskapazität). Der Nettoveräußerungswert bestimmt sich als geschätzter gewöhnlicher Verkaufspreis abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der notwendigen Vertriebs kosten. Bestandsrisiken im Zusammenhang mit einer geminderten Verwertbarkeit wird darüber hinaus durch angemessene Abschläge Rechnung getragen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Abzug von Wertminderungen ausgewiesen. Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge im Rahmen der üblichen Bedingungen nicht vollständig einbringlich sind. Die Höhe der Wertminderung bemisst sich als Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem unter Zugrundelegung des Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Neben der Berücksichtigung individueller Risiken durch Einzelwertberichtigungen werden für gleichartige Kreditrisiken portfoliobasierte Wertberichtigungen durchgeführt, die auf empirischen Erfahrungswerten beruhen. Vorzunehmende Wertberichtigungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In der Bilanz wird ein Wertberichtigungskonto verwendet, um den durch mögliche Kreditausfälle geminderten Buchwert herabzusetzen.

Fertigungsaufträge

Fertigungsaufträge werden nach der percentage-of-completion-Methode (POC-Methode) bilanziert, wobei der anzusetzende Fertigstellungsgrad nach der cost-to-cost-Methode ermittelt wird. Der Ausweis der Aufträge erfolgt aktivisch unter den Forderungen aus POC bzw. bei drohendem Verlust passivisch unter den Verbindlichkeiten aus POC. Soweit Anzahlungen die kumulierte Leistung übersteigen, erfolgt der Ausweis unter den Verbindlichkeiten.

Flüssige Mittel

Flüssige Mittel werden in der Bilanz mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Sie umfassen Bargeld, auf Abruf bereite Bankeinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten.

Darlehensverbindlichkeiten

Darlehensverbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Transaktionskosten) und Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Verbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Verbindlichkeit erst mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu begleichen.

Darlehensverbindlichkeiten werden in den Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen und stellen finanzielle Verbindlichkeiten dar.

Pensionsverpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Hierbei werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch zukünftig zu erwartende Gehalts- und Rentensteigerungen berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit sie 10 % des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung – bezogen auf jeden einzelnen Versorgungsplan – übersteigen, über die durchschnittliche Restdienstzeit der Belegschaft erfolgswirksam erfasst. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung unter den Finanzierungsaufwendungen. Der versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionen liegen An nahmen über Diskontierungssätze, Gehaltssteigerungen, Rentensteigerungen und Sterbetafeln zugrunde. Diese Annahmen können von den tatsächlichen Daten abweichen, und zwar aufgrund veränderter wirtschaftlicher Bedingungen und einer veränderten Marktlage.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Höhe oder Fälligkeit unsicher ist. Rückstellungen werden nur gebildet, wenn ihnen eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten zugrunde liegt und die Begleichung der Verpflichtung wahrscheinlich („more likely than not“) ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich abgezinst.

Baukosten- und Investitionszuschüsse

Baukostenzuschüsse von Kunden werden passiviert und i.d.R. linear über die durchschnittliche Vertragsdauer von 50 Jahren aufgelöst. Die Auflösung wird unter den Um - satzerlösen ausgewiesen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden ebenfalls passivisch ausgewiesen und linear über die erwartete Nutzungsdauer des bezuschussten Vermögenswerts als sonstiger betrieblicher Ertrag aufgelöst.

Latente Steuern

Latente Steuern werden unter Verwendung der Verbindlichkeiten-Methode für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und ihren Buchwerten im IFRS-Abschluss angesetzt, es sei denn, die latente Steuer entsteht aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist, und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls wird weder das Periodenergebnis nach IFRS noch das steuerliche Ergebnis beeinflusst. Ausgenommen von dieser Regelung sind außerdem Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen entstanden sind. Zur Bestimmung der latenten Ertragsteuern wird der derzeit für den jeweiligen Zeitpunkt der Umkehr gesetzlich geltende (bzw. nahezu sicher zu verabschiedende) Steuersatz herangezogen.

Latente Steuerforderungen werden in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichende zukünftige steuerliche Gewinne anfallen, gegen die die temporären Differenzen verrechnet werden können. Für steuerliche Verlustvorträge werden latente Steuerforderungen mit dem Betrag angesetzt, zu dem die Realisierung der damit verbundenen Steuervorteile durch zukünftige steuerliche Gewinne wahrscheinlich ist.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten umfassen im GELSENWASSER-Konzern solche vertraglichen Verpflichtungen, flüssige Mittel oder einen anderen finanziellen Vermögenswert an ein anderes Unternehmen abzugeben oder finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten mit einem anderen Unternehmen zu potenziell nachteiligen Bedingungen auszutauschen. Die Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Warentermingeschäfte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Verbindlichkeiten gegenüber at Equity bilanzierten Beteiligungen enthalten ausschließlich finanzielle Verbindlichkeiten. Für die Warentermingeschäfte mit negativem Marktwert gelten die unter den finanziellen Vermögenswerten dargelegten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Ertragsrealisierung

Erlöse umfassen den für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen in Rechnung gestellten Wert abzüglich Umsatzsteuer, Rabatte und Preisnachlässe sowie der Eliminierung von Zwischengewinnen aus konzerninternen Verkäufen. Erlöse werden folgendermaßen erfasst:

(a) Erlöse aus dem Verkauf von Gütern

Erlöse aus dem Verkauf von Gütern werden erfasst, wenn der Konzern die entsprechende Lieferung erbracht hat und die Wahrscheinlichkeit des Ausgleichs der entsprechenden Forderung als ausreichend sicher anzusehen ist. Aufgrund der Abrechnungssystematik bei Wasser- und Gaslieferungen können die Erlöse bei Tarifkunden nach dem Ablesetag nur mit Hilfe geeigneter Verfahren geschätzt werden.

(b) Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen

Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen werden in dem Geschäftsjahr erfasst, in dem die Dienstleistungen erbracht werden. Bei der periodenübergreifenden Erbringung von Dienstleistungen werden Umsatzerlöse im Verhältnis von erbrachter zu insgesamt zu erbringender Dienstleistung erfasst.

(c) Zinserträge

Zinserträge werden zeitproportional unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Sofern eine Forderung wertgemindert ist, findet eine Abschreibung auf den erzielbaren Betrag statt, welcher dem auf Basis des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelten Barwert der erwarteten Cashflows entspricht; nachfolgend wird die ratierliche Aufzinsung mit entsprechender Erfassung als Zinsertrag fortgesetzt.

(d) Erlöse aus Nutzungsentgelten

Erlöse aus Nutzungsentgelten werden periodengerecht in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der zugrunde liegenden Verträge erfasst.

(e) Dividendenerträge

Dividendenerträge werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem das Recht auf Erhalt der Zahlung entsteht.

Leasingverhältnisse

(a) GELSENWASSER-Konzern ist Leasingnehmer

Als Finanzierungsleasing werden Leasingverhältnisse klassifiziert, bei denen der GELSENWASSER-Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum an dem Leasingobjekt verbundenen Risiken und Chancen trägt. Finanzierungs-Leasingverhältnisse werden zu Beginn des Leasingverhältnisses mit dem beizulegenden Zeitwert des Leasingobjekts oder dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser niedriger ist, erfasst. Die in korrespondierender Höhe zum Leasingobjekt anzusetzende Leasingverbindlichkeit wird – mit Ausnahme des innerhalb von einem Jahr fälligen Teils – als langfristiger Posten ausgewiesen. Das Leasingobjekt wird in den Folgeperioden über den kürzeren der beiden Zeiträume, Nutzungsdauer des Leasinggegenstands oder Laufzeit des Leasingverhältnisses, abgeschrieben. Die in den Folgeperioden geleisteten Zahlungen an den Leasinggeber werden in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt. Der Zinsanteil wird in der Weise erfolgswirksam über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt, dass sich eine konstante Verzinsung der jeweils noch ausstehenden Leasingverbindlichkeit ergibt. Zurzeit bestehen im GELSENWASSER-Konzern keine derartigen Leasingverhältnisse.

Leasingverhältnisse, bei denen ein wesentlicher Teil der mit dem Eigentum an dem Leasingobjekt verbundenen Risiken und Chancen beim Leasinggeber verbleibt, werden als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. Im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen geleistete Zahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses aufwandswirksam erfasst.

(b) GELSENWASSER-Konzern ist Leasinggeber

Werden Vermögenswerte im Rahmen eines Finanzierungs-Leasingverhältnisses vermietet, wird der Barwert der Leasingzahlungen als Finanzforderung erfasst. Der als Differenz zwischen der Bruttoforderung und dem Barwert der Forderung ermittelte, noch nicht realisierte Finanzertrag wird in der Weise über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst, dass sich eine konstante Verzinsung der noch ausstehenden Forderung ergibt. Die Zahlungen des Leasingnehmers werden aufgeteilt in einen Tilgungsanteil, der die Forderung reduziert, und einen Zinsanteil, der den noch nicht realisierten Finanzertrag mindert und erfolgswirksam erfasst wird.

Im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen vermietete Vermögenswerte werden in der Bilanz als Sachanlagen angesetzt. Sie werden über ihre erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben. Leasingerträge werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst.

Dividenden

GELSENWASSER hat einen Gewinnabführungsvertrag mit ihrer Mehrheitsgesellschafterin Wasser und Gas Westfalen GmbH abgeschlossen. Die auf Basis des Gewinnabführungsvertrags abzuführenden Gewinne sowie zu zahlenden Steuerumlagen mindern nicht den Jahresüberschuss, sondern stellen einen Bestandteil der Ergebnisverwendung dar. Sie werden zum Bilanzstichtag als Verbindlichkeit ausgewiesen.

Die Minderheitsaktionäre der GELSENWASSER AG erhalten eine vertraglich festgelegte, von der Mehrheitsgesellschafterin zu zahlende Garantiedividende.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse (inkl. Erdgas-/ Stromsteuer) (1)

scroll
in Mio. € 2010 2009
Erlöse aus dem Gasverkauf 414,6 398,9
Erlöse aus dem Wasserverkauf 212,8 211,5
Erlöse aus dem Stromverkauf 20,4 3,8
Erlöse aus Netzzugangsentgelten 14,8 10,0
Erlöse aus der Abwasserentsorgung 9,1 7,7
Erlöse aus der Auflösung von Baukostenzuschüssen 7,5 7,4
Sonstige Erlöse 52,0 55,5
731,2 694,8

Der Anstieg der Umsatzerlöse aus dem Gasverkauf resultiert im Wesentlichen aus dem weiteren Ausbau der seit Beginn des Gaswirtschaftsjahres 2008/2009 bestehenden zentralen Gasbeschaffung durch die GELSENWASSER AG. Die deutliche Erhöhung der Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf hat ihre Ursache in Kundenzuwächsen sowie in der erstmalig ganzjährigen Belieferung von Stromkunden durch die GELSENWASSER AG und die NGW GmbH. 3,4 Mio. € der Stromerlöse entfallen auf den Stromverkauf der SWO in der Zeit ihrer Konzernzugehörigkeit. Die Erlöse aus der Abwasserentsorgung entfallen vollständig auf die NES. Die sonstigen Erlöse enthalten 9,1 Mio. € (Vorjahr: 9,3 Mio. €) Erlöse für einen Fertigungsauftrag, die mit Hilfe der percentage-of-completion-Methode ermittelt wurden. Die kumulierten Kosten für diesen Fertigungsauftrag belaufen sich zum 31. Dezember 2010 auf 18,0 Mio. €, der ausgewiesene Gewinn auf 0,4 Mio. €.

Der Rückgang der sonstigen Umsatzerlöse resultiert im Wesentlichen aus dem Managementvertrag für die Wasserver- und Abwasserentsorgung der Regionen Annaba und El Tarf in Nordost-Algerien. Dieser sieht entsprechend der Leistungserbringung vertragsgemäß rückläufige Erlöse über die Projektlaufzeit vor.

Erdgas-/Stromsteuer (2)

Erdgas- und Stromsteuer entstehen bei Lieferung von Erdgas und Strom an Endverbraucher. Sie werden offen von den Umsatzerlösen abgesetzt.

Sonstige betriebliche Erträge (3)

scroll
in Mio. € 2010 2009
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 47,7 2,3
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 2,0 1,8
Pacht- und Mieterträge 1,1 1,5
Erträge aus der Währungsumrechnung 0,1
Erträge aus der Auflösung von Kapitalzuschüssen 0,2 0,2
Periodenfremde Erträge 1,2 1,5
Übrige betriebliche Erträge 5,6 5,1
57,9 12,4

Die Erträge aus Anlagenabgang entfallen vollständig auf Sachanlagen und betreffen nahezu ausschließlich den Abgang der Wasserversorgungsanlagen in den ehemaligen Konzessionsgemeinden Kamen, Bergkamen und Bönen. Die Anlagen wurden im Rahmen eines Finanzierungs-Leasingverhältnisses an die GSW Wasser-plus GmbH verpachtet. Der Ertrag ermittelt sich aus der Differenz des Barwerts der Leasingzahlungen und dem Buchwert der Anlagen vermindert um noch nicht aufgelöste Baukostenzuschüsse zum Pachtbeginn.

Materialaufwand (4)

scroll
in Mio. € 2010 2009
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 349,4 341,1
Aufwendungen für bezogene Leistungen 89,2 85,5
438,6 426,6

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für den Gas-, Strom- und Wasserbezug, darüber hinaus Energieaufwendungen und Reparaturmaterialien. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus mengenbedingt gestiegenen Strombezugskosten im Rahmen der Ausweitung des Stromangebots. Auf die SWO entfallen Aufwendungen in Höhe von 2,9 Mio. €.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen entfallen überwiegend auf Anlagenunterhaltung sowie Netzentgelte für die Durchleitung von Gas und Strom. Der Anstieg der Aufwendungen für bezogene Leistungen betrifft im Wesentlichen Netzentgelte an konzernfremde Stromnetzbetreiber sowie erhöhte Aufwendungen für die Nutzung von Erdgasspeichern.

Personalaufwand (5)

scroll
in Mio. € 2010 2009
Löhne und Gehälter 73,2 67,9
Sozialversicherungsabgaben 14,4 13,1
Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4,4 5,3
92,0 86,3

Die Erhöhung der Löhne und Gehälter sowie der Sozialversicherungsabgaben ist im Wesentlichen tarifbedingt. Hinzu kommen erhöhte Aufwendungen aus der Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter bei der NES.

Die Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung waren im Vorjahr aufgrund deutlich gestiegener Beiträge an den Pensionssicherungsverein erhöht.

Der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung beträgt 6,3 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €).

Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten, getrennt nach Arbeitnehmergruppen:

scroll
2010 2009
Mitarbeiter 1.430 1.393
Auszubildende und Praktikanten 50 50
Konzernbelegschaft 1.480 1.443
davon ruhende Arbeitsverhältnisse 18 42

Abschreibungen (6)

In den ausgewiesenen Abschreibungen sind außerplanmäßige Wertberichtigungen in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) auf eine stillgelegte Wärmeleitung – erfasst in der Bilanzposition Energie- und Wassernetze – enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen (7)

scroll
in Mio. € 2010 2009
Konzessionsabgaben 19,8 19,2
Wasserentnahmeentgelt 5,2 5,6
Beiträge an wasserwirtschaftliche Verbände 4,8 4,5
Sonstige Steuern 2,9 1,7
Wertberichtigungen/Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,7 1,2
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen 0,3 0,7
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 0,1 0,1
Übrige betriebliche Aufwendungen 28,6 35,6
63,4 68,6

Die übrigen betrieblichen Aufwendungen waren im Vorjahr im Wesentlichen durch Beratungskosten im Zusammenhang mit den Umstrukturierungen innerhalb des GELSENWASSER-Konzerns sowie durch erhöhte Werbekosten für den Aufbau des überregionalen Gas- und Stromvertriebs belastet.

Finanzergebnis (8)

scroll
in Mio. € 2010 2009
Zinserträge aus Ausleihungen 0,2 0,3
Zinserträge aus Finanzierungsleasing 1,3 0,8
Sonstige Zinserträge 0,6 1,6
Finanzerträge 2,1 2,7
Zinsaufwendungen aus Aufzinsung der Pensionsrückstellungen 7,9 7,9
Zinsaufwendungen aus Aufzinsung der sonstigen Rückstellungen 0,3 0,2
Sonstige Zinsaufwendungen 0,3 0,1
Abzinsung Ausleihungen/Abschreibungen Finanzanlagen 0,1 0,2
Finanzaufwendungen 8,6 8,4
Finanzergebnis – 6,5 – 5,7

Aufgrund der Verpachtung der Wasserversorgungsanlagen an die GSW Wasser-plus GmbH sind die Zinserträge aus Finanzierungsleasing gestiegen. Da die sonstigen Zinserträge als Folge des niedrigeren Zinsniveaus jedoch deutlich gesunken sind, liegen die Finanzerträge insgesamt unter dem Vorjahreswert. Der Anstieg der Zinsaufwendungen resultiert ausschließlich aus der erstmaligen Konsolidierung der SWO.

Ertragsteuern (9)

Die GELSENWASSER AG und die einbezogenen Tochtergesellschaften GELSENWASSER Energienetze GmbH, NGW GmbH, Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH sowie die WESTFALICA GmbH gehören zum steuerlichen Organkreis der Wasser und Gas Westfalen GmbH und Co. Holding KG und sind somit nicht steuerpflichtig. Die GELSENWASSER AG hat lediglich die Körperschaftsteuer (einschl. Solidaritätszuschlag) auf die von der Muttergesellschaft zu leistende Ausgleichszahlung an die aussenstehenden Aktionäre sowie Ertragsteuern einer ausländischen Betriebsstätte zu zahlen. Alle übrigen Konzerngesellschaften sind selbstständig steuerpflichtig.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand, wobei die Ergebnisse der selbstständig steuerpflichtigen Konzerngesellschaften die Basis für die Ermittlung des erwarteten Steueraufwands bilden.

scroll
in Mio. € 2010 2009
Erwarteter Steueraufwand 0,7 0,7
Ertragsteuern einer ausländischen Betriebsstätte 0,2 1,1
Körperschaftsteuer auf Ausgleichszahlung 0,6 0,6
Steuererstattung für Vorjahre – 0,3
Aufzinsung des Körperschaftsteuerguthabens – 0,8 – 1,0
Steuereffekte auf steuerfreies Einkommen – 0,4 – 0,2
Veränderung der Rückstellung für steuerliche Risiken 0,4
Ausgewiesener Steueraufwand 0,4 1,2

Ergebnis je Aktie (10)

Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient aus dem Jahresüberschuss und dem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt. Die Zahl der Aktien der GELSENWASSER AG hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres nicht verändert. Da weder zum 31. Dezember 2010 noch zum 31. Dezember 2009 Aktien, Optionen oder Ähnliches ausstanden, die das Ergebnis je Aktie verwässern könnten, entspricht das unverwässerte Ergebnis je Aktie dem verwässerten Ergebnis je Aktie.

Erläuterungen zur Bilanz

Immaterielle Vermögenswerte (11)

scroll
in Mio. € Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte Kunden-
beziehungen
Geschäfts- oder Firmenwert Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2009 33,2 3,6 8,5 45,3
Zugänge 2,3 2,3
Abgänge
Umbuchungen 3,7 3,7
Stand 31.12.2009 39,2 3,6 8,5 51,3
Zugänge durch Änderung des Konsolidierungskreises 1,8 1,5 2,5 5,8
Zugänge 1,7 1,7
Abgänge 0,4 0,4
Stand 31.12.2010 42,3 5,1 11,0 58,4
Abschreibungen
Stand 01.01.2009 19,0 0,3 3,9 23,2
Zugänge 2,0 0,2 2,2
Abgänge
Umbuchungen 3,4 3,4
Stand 31.12.2009 24,4 0,5 3,9 28,8
Zugänge durch Änderung des Konsolidierungskreises 1,6 1,6
Zugänge 2,4 0,1 2,5
Abgänge 0,4 0,4
Stand 31.12.2010 28,0 0,6 3,9 32,5
Buchwerte
Stand 31.12.2009 14,8 3,1 4,6 22,5
Stand 31.12.2010 14,3 4,5 7,1 25,9

Die gewerblichen Schutzrechte, Lizenzen und ähnlichen Rechte enthalten mit 8,5 Mio. € (Vorjahr: 8,9 Mio. €) Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit Wasserlieferungsverträgen.

Im Geschäftsjahr 2007 hat die GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH (GWP) 60 % der Geschäftsanteile an der Nantaise des Eaux Services SAS (NES) erworben und die Kontrolle über diese Gesellschaft übernommen. Die erstmalige Einbeziehung der NES in den GELSENWASSER-Konzern erfolgte zum 1. Juni 2007. Im Geschäftsjahr 2009 wurden die restlichen Geschäftsanteile an der NES erworben, so dass die GWP nunmehr als alleinige Gesellschafterin sämtliche Anteile an der NES hält.

Bei der NES handelt es sich um ein kleines Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen, welches einen größeren Partner benötigte, um auch umfangreichere Projekte akquirieren zu können. Die Anschaffungskosten für den 60 %-Anteil betrugen 9,4 Mio. €. Der Kaufpreis wurde im Vorfeld der Akquisition an Planungsszenarien gespiegelt, die diesen Preis rechtfertigten. Bei einem aufgrund der Größe der NES nur geringfügigen Reinvermögen ergab sich ein Goodwill in Höhe von 8,5 Mio. €, der der Cash-Generating Unit „Wasser Frankreich“ (CGU Wasser Frankreich) zugeordnet wurde. Dieser Goodwill unterliegt keiner planmäßigen Abschreibung, sondern wird mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest, dem so genannten Impairment-Test, unterzogen. Der Impairment-Test, der im Berichtsjahr nach Fertigstellung der mittelfristigen Unternehmensplanung im November 2010 durchgeführt wurde, führte im Ergebnis zu keiner Wertminderung.

Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgte auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cash-Flow-Prognosen für die nächsten zehn Jahre. Da es sich bei der NES um ein noch im Wachstum befindliches Unternehmen handelt, welches seinen angestrebten Marktanteil unter den vorgegebenen Planungsprämissen erst in rund zehn Jahren erreichen wird, ist eine Verlängerung des Betrachtungszeitraums gerechtfertigt.

Die aktuelle Unternehmensplanung beruht auf den seit dem Erwerb der Anteile gemachten Erfahrungen sowie auf Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung. Schlüsselannahme dieser Unternehmensplanung ist die Entwicklung des Marktanteils der NES in den kommenden Jahren. Die Umsatz- und Ergebnisprognosen liegen auch im Berichtsjahr weiterhin unter den Planwerten, die der Akquisition zugrunde gelegt wurden. Grund hierfür ist der seit der Übernahme durch GELSENWASSER zu verzeichnende verstärkte Verdrängungswettbewerb durch die großen französischen Anbieter sowie erhöhte Aufwendungen im Bereich Instandhaltung. In der aktuellen Planung wird ein positives Jahresergebnis erstmals im Geschäftsjahr 2014 erwartet.

Der angewandte Diskontierungssatz wurde auf der Basis von Marktdaten ermittelt und beträgt 8,25 % vor Steuern bzw. 5,41 % nach Steuern.

Dem Wachstum nach dem Detailplanungszeitraum wurde durch Berücksichtigung eines Abschlags von 0,5 %-Punkten beim Diskontierungssatz Rechnung getragen.

Die im Geschäftsjahr 2007 zu Anschaffungskosten von 0,5 Mio. € erworbene Marke NES weist eine unbegrenzte Nutzungsdauer auf, da beabsichtigt ist, diese über einen unbestimmten Zeitraum weiterzuführen. Die Marke wurde der CGU Wasser Frankreich zugeordnet.

Die CGU Wasser Frankreich ist in der Segmentberichterstattung dem Geschäftsbereich Wasser zugeordnet.

Am 8. November 2010 hat die GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH (GW3B) sämtliche Anteile an der Osmo GmbH (OSMO) erworben. Der Erwerb der Anteile dient dem weiteren Ausbau des Stadtwerkenetzes der GELSENWASSER-Gruppe. Der Kaufpreis für die Anteile betrug 30,5 Mio. € und wurde vollständig in Zahlungsmitteln geleistet.

Er verteilt sich folgendermaßen auf die Fair Values bzw. Buchwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum Zeitpunkt des Kontrollübergangs:

scroll
in Mio. € Fair Value Buchwert
Finanzanlagen 30,0 30,0
Zahlungsmittel 0,1 0,1
Erworbene Vermögenswerte 30,1 30,1
Erworbene Verbindlichkeiten 0,7 0,7
Erworbenes Reinvermögen 29,4
Anschaffungskosten/Kaufpreis (30,5 Mio. €) abzgl. erworbenem Reinvermögen = erworbener Goodwill 1,1

Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile sind akquisitionsbezogene Kosten in Höhe von 0,1 Mio. € entstanden. Diese sind in voller Höhe unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Neben dem Kauf der Anteile an der OSMO hat die GW3B eine Forderung gegen die OSMO erworben. Der Kaufpreis entsprach dem beizulegenden Wert der Forderung in Höhe von 0,7 Mio. €.

Die OSMO hat im Zuge einer grenzüberschreitenden Verschmelzung als übernehmende Rechtsträgerin mit Wirkung zum 8. November 2010 das gesamte Vermögen des H/H-Stadtwerkefonds KGaA, SICAR, Luxemburg, übernommen und hält seitdem unter anderem eine Mehrheitsbeteiligung von 64,9 % an den Stadtwerken Oranienburg GmbH (SWO). Während der Konzernzugehörigkeit hat SWO bei einem Umsatz von 5,1 Mio. € einen Jahresüberschuss von 0,8 Mio. € erwirtschaftet. Während des gesamten Geschäftsjahres 2010 erzielte die SWO Umsatzerlöse in Höhe von 29,1 Mio. € und einen Jahresüberschuss von 1,8 Mio. €.

Die Verschmelzung erfolgte zu Zeitwerten, wobei auf die SWO ein Zeitwert von 20 Mio. € entfiel. Dieser verteilt sich folgendermaßen auf die Fair Values bzw. Buchwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum Zeitpunkt des Kontrollübergangs:

scroll
in Mio. € Fair Value Buchwert
Immaterielle Vermögenswerte 1,7 0,2
Sachanlagen 60,0 60,0
Finanzanlagen 6,8 2,4
Zahlungsmittel 3,8 3,8
Übrige Vermögenswerte 3,9 3,9
Erworbene Vermögenswerte 76,2 70,3
Latente Steuerverbindlichkeiten 2,9 2,4
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22,8 22,8
Übrige Verbindlichkeiten 21,9 21,9
Erworbene Verbindlichkeiten 47,6 47,1
Erworbenes Reinvermögen (100 %) 28,6
Erworbenes Reinvermögen (64,9 %) 18,6
Anschaffungskosten/Zeitwert (20,0 Mio. €) abzgl. erworbenem Reinvermögen (64,9 %) = erworbener Goodwill 1,4

Die Unterschiede zwischen den Fair Values und den Buchwerten resultieren aus dem im Rahmen der Kaufpreisallokation bewerteten Kundenstamm der SWO (Immaterielle Vermögenswerte) sowie der Neubewertung der Anteile an der Erdgasversorgung Oranienburg GmbH (Finanzanlagen).

Die verbleibenden, steuerlich nicht abziehbaren Goodwills der OSMO und der SWO entfallen auf nicht einzeln zu bewertende Vermögenswerte (z. B. Mitarbeiterstamm). Beide Goodwills wurden der Cash-Generating Unit „Oranienburg“ zugeordnet.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten sowie der Fair Values der erworbenen Vermögens werte und Verbindlichkeiten basieren auf den zum Aufstellungszeitpunkt vorhandenen Informationen. Aufgrund des nur sehr kurzen Zeitraums zwischen dem Erwerbs- und Aufstellungszeitpunkt können die endgültigen Werte hiervon abweichen. Die oben genannten Werte sind diesbezüglich vorläufig.

Sachanlagen (12)

scroll
in Mio. € Grundstücke Bauten Energie- und Wassernetze Maschinen Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung
Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2009 26,1 198,3 1.058,2 75,8 62,9 7,8 1.429,1
Zugänge 0,1 2,8 12,0 1,2 4,1 6,8 27,0
Abgänge 0,5 2,3 2,2 3,9 0,1 9,0
Umbuchungen 1,0 0,2 0,9 0,2 – 6,0 – 3,7
Stand 31.12.2009 26,2 201,6 1.068,1 75,7 63,3 8,5 1.443,4
Zugänge durch Änderung des Konsolidierungskreises 1,4 10,6 45,2 30,0 2,2 0,7 90,1
Zugänge 2,5 11,2 3,2 4,5 5,9 27,3
Abgänge 0,3 41,8 1,5 4,1 0,2 47,9
Umbuchungen 0,7 5,2 1,5 0,1 – 7,5
Stand 31.12.2010 27,6 215,1 1.087,9 108,9 66,0 7,4 1.512,9
Abschreibungen
Stand 01.01.2009 2,1 113,3 483,0 59,7 47,2 705,3
Zugänge 4,4 21,0 2,1 4,1 31,6
Abgänge 0,5 1,7 2,1 3,6 7,9
Umbuchungen – 3,4 – 3,4
Stand 31.12.2009 2,1 117,2 498,9 59,7 47,7 725,6
Zugänge durch Änderung des Konsolidierungskreises 0,1 3,3 14,4 10,5 1,8 30,1
Zugänge 4,6 21,6 2,7 3,8 32,7
Abgänge 0,3 20,0 1,5 3,8 25,6
Stand 31.12.2010 2,2 124,8 514,9 71,4 49,5 762,8
Buchwerte
Stand 31.12.2009 24,1 84,4 569,2 16,0 15,6 8,5 717,8
Stand 31.12.2010 25,4 90,3 573,0 37,5 16,5 7,4 750,1

Die Konzernunternehmen vermieten und verpachten Grundstücke und Gebäude sowohl zur gewerblichen Nutzung als auch für den privaten Gebrauch.

Die im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen an fremde Dritte vermieteten Anlagen sind in folgenden Sachanlagekategorien bilanziert:

scroll
in Mio. € Anschaffungskosten 31.12. Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. Kumulierte Wertminderungen 31.12. Nettobuchwert 31.12. Abschreibungen der Periode
Grundstücke
2010 4,7 4,7
2009 4,6 4,6
Gebäude
2010 4,7 3,1 0,6 1,0 0,1
2009 4,2 2,8 0,5 0,9 0,1

Aus diesen Leasingverträgen ergeben sich folgende künftige Mietzahlungen während der unkündbaren Vertragslaufzeit:

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009
Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen 0,9 0,9
fällig innerhalb 1 Jahres 0,3 0,2
fällig nach 1 bis 5 Jahren 0,4 0,4
fällig nach über 5 Jahren 0,2 0,3

Investment Properties (13)

scroll
in Mio. €
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2009 7,8
Zugänge
Abgänge 0,9
Stand 31.12.2009 6,9
Zugänge
Abgänge
Stand 31.12.2010 6,9
Abschreibungen
Stand 01.01.2009 5,1
Zugänge 0,1
Abgänge 0,7
Stand 31.12.2009 4,5
Zugänge 0,1
Abgänge
Stand 31.12.2010 4,6
Buchwerte
Stand 31.12.2009 2,4
Stand 31.12.2010 2,3

Die beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betragen zum Bilanzstichtag 4,8 Mio. € (Vorjahr: 4,8 Mio. €). Die Ermittlung erfolgt durch eigene Berechnungen unter Anwendung der DCF-Methode.

Die folgenden Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

scroll
in Mio. € 2010 2009
Mieterträge 0,4 0,5
Direkt zurechenbare Kosten von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, mit denen Mieterträge erzielt wurden 0,2 0,4
Direkt zurechenbare Kosten von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, mit denen keine Mieterträge erzielt wurden

In den Mieterträgen sind keine als Ertrag erfassten bedingten Mietzahlungen enthalten.

Aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultieren folgende künftige Mietzahlungen während der unkündbaren Vertragslaufzeit:

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009
Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen 3,5 3,6
fällig innerhalb 1 Jahres 0,4 0,3
fällig nach 1 bis 5 Jahren 1,0 1,0
fällig nach über 5 Jahren 2,1 2,3

At Equity bilanzierte Beteiligungen (14)

Die Buchwerte enthalten Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt 21,6 Mio. € (Vorjahr: 14,1 Mio. €).

Die folgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der at Equity bilanzierten Beteiligungen. Es handelt sich dabei um die anteilig auf GELSENWASSER entfallenden Werte auf Basis der Einzelabschlüsse, aufgestellt nach den jeweiligen nationalen Rechnungslegungsvorschriften.

scroll
in Mio. € 2010 2009
Vermögen 668,7 618,4
Schulden 436,3 410,1
Umsatzerlöse 217,1 206,9
Jahresüberschuss 26,5 22,9

Finanzielle Vermögenswerte (15)

scroll
31.12.2010 31.12.2009
in Mio. € Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Übrige Beteiligungen 128,1 128,1 65,8 65,8
Ausleihungen 5,9 4,2 7,3 4,9
Forderungen aus Finanzierungsleasing 75,7 73,8 19,5 18,2
Warentermingeschäfte 24,7 5,9
234,4 212,0 92,6 88,9

(a) Übrige Beteiligungen

Bei den übrigen Beteiligungen handelt es sich ausschließlich um Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen, die als finanzielle Vermögenswerte in die Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ eingestuft wurden. Die übrigen Beteiligungen werden – sofern wesentlich – mit dem beizulegenden Zeitwert bei Anwendung der DCF-Methode an gesetzt. Dabei werden die zukünftigen Cashflows – entnommen aus den aktuellen Planungsrechnungen der Gesellschaften – auf den Bilanzstichtag abgezinst. Der die Anschaffungskosten übersteigende Betrag wird in die Marktbewertungsrücklage eingestellt. Insgesamt beträgt der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert erfassten übrigen Beteiligungen 117,8 Mio. €.

(b) Ausleihungen

Die Ausleihungen betreffen im Wesentlichen an Gaskunden gewährte Finanzierungsdarlehen zur Umstellung der Heizungsanlage sowie Wohnungsbaudarlehen an Mitarbeiter. Diese sind innerhalb der nächsten 18 Jahre fällig.

GELSENWASSER hat im Geschäftsjahr 2010 auf Ausleihungen entfallende Zinserträge in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) vereinnahmt.

Im Berichtsjahr wurden Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) und Wertaufholungen zuvor wertgeminderter Ausleihungen in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) erfasst.

Die effektiven Zinssätze auf langfristige Ausleihungen liegen zwischen 0 und 4,9 %. Die beizulegenden Zeitwerte der Ausleihungen entsprechen weitgehend den Buchwerten.

(c) Forderungen aus Finanzierungsleasing

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009
Bruttoinvestitionen 125,1 25,9
fällig innerhalb 1 Jahres 4,7 2,1
fällig nach 1 bis 5 Jahren 17,4 7,7
fällig nach über 5 Jahren 103,0 16,1
darin enthaltener Zinsanteil 47,3 6,5
Buchwert der Forderungen aus Finanzierungsleasing 75,7 19,5
fällig innerhalb 1 Jahres 1,9 1,3
fällig nach 1 bis 5 Jahren 7,4 5,4
fällig nach über 5 Jahren 66,4 12,8

Die beizulegenden Zeitwerte der Mindestleasingzahlungen entsprechen weitgehend den Buchwerten.

Die Forderungen aus Finanzierungsleasing betreffen mit 13,8 Mio. € (Vorjahr: 14,4 Mio. €) einen Pachtvertrag über Wassergewinnungsanlagen zwischen der GELSENWASSER AG und der Wassergewinnung Essen GmbH. Der Barwert der Forderung wurde auf Basis des vertraglich vereinbarten Abzinsungssatzes von 3 % ermittelt.

Weitere 57,5 Mio. € entfallen auf den mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 geschlossenen Pachtvertrag mit der GSW Wasser-Plus. Auf Basis dieses Vertrags hat die GELSENWASSER AG ihre Wasserversorgungsanlagen in den ehemaligen Konzessionsgemeinden Kamen, Bergkamen und Bönen bis zum 31. Dezember 2038 verpachtet. Der Barwertermittlung liegt der vertraglich vereinbarte Abzinsungssatz von 3,6 % zugrunde.

Im Rahmen von Contracting-Modellen werden Wasseraufbereitungs- und Abwasserbehandlungsanlagen von GELSENWASSER errichtet, finanziert und über die Vertragslaufzeit von bis zu 21 Jahren betrieben. Die Barwerte der vereinbarten Leasingzahlungen entsprechen den Anschaffungskosten. Die Abzinsungssätze liegen zwischen 6,0 und 9,6 %.

(d) Warentermingeschäfte

Im Rahmen der Gasbeschaffung, des Gasvertriebs sowie des Gashandels werden sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Verträge mit Ölpreisindizierungen (z. B. Gas Oil, Fuel Oil, HEL, HSL) abgeschlossen. Die Gasbeschaffungs- und Gasabsatzverträge haben zusammenfassend betrachtet teilweise eine risikokompensierende Wirkung, da die Verträge entweder dem gleichen Gaspreisrisiko (TTF) oder dem gleichen bzw. einem ähnlichen Ölpreisrisiko unterliegen. Das aus der zusammenfassenden Betrachtung der Gasbeschaffungs- und Gasabsatzverträge netto verbleibende Wertänderungsrisiko wird in Abhängigkeit der Nettoposition durch den Abschluss von Commodity-Swaps abgesichert.

Dabei wird der Preisindex dieser derivativen Finanzinstrumente jeweils so gewählt, dass er mit dem Preisindex der Gasbeschaffungs- bzw. Gasabsatzverträge übereinstimmt und die derivativen Finanzinstrumente somit demselben – jedoch gegenläufigen – Preisrisiko unterliegen. Die derivativen Finanzinstrumente sowie die physischen Termingeschäfte werden zum Fair Value (Marktwert) bewertet und entsprechend bilanziert. Somit erfolgt ein weitgehender Ausgleich der gegenläufigen Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung über alle Gasverträge und Derivate („natural hedge“). Termingeschäfte mit einem positiven Marktwert werden in Abhängigkeit des Ausgleichszeitpunkts unter den langfristigen und den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Ertragsteuer- forderungen (16)

Mit Inkrafttreten des Gesetzes über steuerliche Begleitmaßnahmen zur Einführung der Europäischen Gesellschaft und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften (SEStEG) wurde das vorherige System der Körperschaftsteuerminderung durch eine ratierliche Auszahlung des Körperschaftsteuerguthabens in zehn gleichen Jahresraten beginnend in 2008 ersetzt. Der bilanzierte Buchwert entspricht dem Barwert der Auszahlungsansprüche zum 31. Dezember 2010. Unter den kurzfristigen Vermögenswerten sind die Barwerte der in 2011 fälligen Raten ausgewiesen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (17)

scroll
31.12.2010 31.12.2009
in Mio. € Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 128,3 91,8
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,9 0,9
Forderungen gegen at Equity bilanzierte Beteiligungen 12,6 12,2
Forderungen gegen übrige Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1,3 1,1
Übrige Forderungen 10,1 0,5 11,1 1,1
153,2 0,5 117,1 1,1

Die beizulegenden Zeitwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen entsprechen den Buchwerten. Die langfristigen Forderungen sind innerhalb der nächsten 23 Jahre fällig.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen 0,3 Mio. € (Vor- jahr: 1,1 Mio. €) und von den Forderungen gegen at Equity bilanzierte Beteiligungen 5,2 Mio. € (Vorjahr: 9,1 Mio. €) auf Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen mit 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Vorräte (18)

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 5,0 4,7
Unfertige Leistungen 2,5 4,9
Fertige Erzeugnisse und Waren 6,4 6,7
Geleistete Anzahlungen 8,4
22,3 16,3

Der Bruttowert aller Vorräte betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 22,5 Mio. € (Vorjahr: 16,5 Mio. €). Im Berichtsjahr und im Vorjahr wurden keine wesentlichen Wertberichtigungen und Wertaufholungen erfasst.

Der Buchwert der zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt 1,2 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €).

Die geleisteten Anzahlungen betreffen an die Wassergewinnung Essen GmbH (WGE) geleistete Anzahlungen für die Erstellung von Wassergewinnungsanlagen. Nach vollständiger Fertigstellung der Anlagen werden diese an die GELSENWASSER AG veräußert und anschließend von dieser im Rahmen des bestehenden Pachtvertrags (Finanzierungsleasing) an die WGE verpachtet.

Eigenkapital (19)

Das Grundkapital der GELSENWASSER AG ist in voller Höhe eingezahlt und beträgt unverändert 103.125.000,00 € und ist eingeteilt in 3.437.500 nennbetragslose auf den Inhaber lautende Stückaktien.

Die Kapitalrücklage stammt ausschließlich aus Agiobeträgen im Rahmen von Kapitalerhöhungen der GELSENWASSER AG.

Die Entwicklung des Eigenkapitals in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Pensionsrückstellungen (20)

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von leistungsorientierten Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Hierbei besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, zugesagte Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen. Die Zusagen bemessen sich in der Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiter.

Die Rückstellungsbewertung der Versorgungspläne erfolgt nach der Projected-Unit-Credit-Methode.

Den versicherungsmathematischen Berechnungen der Versorgungsverpflichtungen und des Pensionsaufwands wurden konzerneinheitlich für alle Pläne folgende Parameter zugrunde gelegt:

scroll
in % 31.12.2010 31.12.2009
Rechnungszins 5,0 5,25
Gehaltstrend 2,5 2,5
Rententrend 2,0 2,0
Fluktuation 1,0 1,0
Rechnungsgrundlagen Richttafeln 2005 G nach Prof. Dr. Klaus Heubeck Richttafeln 2005 G nach Prof. Dr. Klaus Heubeck

Entwicklung des Verpflichtungsumfangs:

scroll
in Mio. € 2010 2009 2008
Verpflichtungsumfang am 01.01. 154,7 142,6 141,1
Dienstzeitaufwand 2,6 2,4 2,5
Zinsaufwand 7,9 7,9 7,6
Versicherungsmathematische Gewinne (–)/Verluste (+) 5,8 9,7 – 1,0
(davon aufgrund von Parameteränderungen) (5,3) (9,7) (– 4,5)
(davon aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen) (0,5) (–) (3,5)
Rentenzahlungen – 8,3 – 7,9 – 7,6
Zugang aus der Änderung des Konsolidierungskreises 1,4
Verpflichtungsumfang am 31.12. 164,1 154,7 142,6

Der Rückgang des Rechnungszinses um 0,25 %-Punkte auf 5,0 % hat den Verpflichtungsumfang zum 31. Dezember 2010 um 5,3 Mio. € erhöht.

Überleitung vom Verpflichtungsumfang zur Rückstellung:

scroll
in Mio. € 2010 2009
Verpflichtungsumfang am 31.12. 164,1 154,7
Nicht erfasste versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (–) – 13,5 – 7,7
Rückstellung am 31.12. 150,6 147,0

Die Pensionsrückstellungen sind mit 8,7 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. €) kurzfristig.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung zu berücksichtigenden Aufwendungen setzen sich folgendermaßen zusammen:

scroll
in Mio. € 2010 2009
Dienstzeitaufwand 2,6 2,4
Zinsaufwand 7,9 7,9
Erfolgswirksam erfasste versicherungsmathematische Gewinne (–)/Verluste (+)
Pensionsaufwand 10,5 10,3

Der Zinsaufwand wird unter den Finanzierungsaufwendungen, alle übrigen Aufwendungen im Personalaufwand erfasst.

Für beitragsorientierte Versorgungspläne wurden wie im Vorjahr 1,5 Mio. € gezahlt.

Steuerrückstellungen (21)

Die Steuerrückstellungen betreffen überwiegend Risiken aus ausstehenden Betriebsprüfungen.

Sonstige Rückstellungen (22)

Die sonstigen Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr 2010 wie folgt entwickelt:

scroll
in Mio. € Anfangs-
bestand
Änderung Konsolidie-
rungskreis
Inanspruch-
nahme
Auflösung Zuführung Endbestand davon langfristig
Verpflichtungen aus dem Personalbereich 4,6 0,2 1,8 0,2 3,5 6,3 2,8
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 2,6 0,7 1,6 0,1 0,4
Umweltrisiken 1,6 0,7 2,3 2,2
Übrige sonstige Rückstellungen 24,4 1,1 7,2 0,2 11,9 30,0 1,0
33,2 1,3 9,7 2,0 16,2 39,0 6,0

Die Verpflichtungen aus dem Personalbereich betreffen mit 2,6 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €) Jubiläumsverpflichtungen und mit 2,6 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €) Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus erfolgsabhängigen Vergütungsbestand teilen.

Die Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften resultieren aus einem Wärmelieferungsvertrag.

Die Rückstellungen für Umweltrisiken betreffen Rekultivierungsverpflichtungen in der Wassergewinnung. Sie sind voraussichtlich in zwei Jahren fällig.

Finanzielle Verbindlichkeiten (23)

scroll
31.12.2010 31.12.2009
in Mio. € Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22,3 20,0
Warentermingeschäfte 23,2 7,0 0,7
45,5 27,0 0,7

Ausgewiesen werden die Warentermingeschäfte mit negativen Fair Values. Für die Ermittlung der Werte gelten die Ausführungen unter den Finanziellen Vermögenswerten entsprechend.

Zuschüsse (24)

scroll
31.12.2010 31.12.2009
in Mio. € Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Baukostenzuschüsse 217,3 209,6 216,1 208,7
Investitionszuschüsse 3,8 3,6 3,9 3,7
221,1 213,2 220,0 212,4

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (25)

scroll
31.12.2010 31.12.2009
in Mio. € Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 50,3 50,4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 86,3 78,9
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity bilanzierten Beteiligungen 8,1 3,7
Übrige Verbindlichkeiten 52,5 0,7 38,5 0,8
Erhaltene Anzahlungen 6,6 8,6
203,8 0,7 180,1 0,8

Die Verbindlichkeiten sind, abgesehen von Geldaufnahmen im Rahmen des konzernweiten Cash-Poolings, grundsätzlich unverzinslich und in Euro zurückzuzahlen.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen 73,8 Mio. € (Vorjahr: 72,6 Mio. €) auf die Wasser und Gas Westfalen GmbH. Steuererstattungsansprüche in Höhe von 9,2 Mio. € (Vorjahr: 8,6 Mio. €) wurden mit den Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführung in Höhe von 83,0 Mio. € (Vorjahr: 81,2 Mio. €) saldiert. Von den Verbindlichkeiten gegenüber at Equity bilanzierten Beteiligungen entfallen 2,2 Mio. € (Vorjahr: – 0,3 Mio. €) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Latente Steuern (26)

Die GELSENWASSER AG und die einbezogenen Tochtergesellschaften GELSENWASSER Energienetze GmbH, NGW GmbH, Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH sowie die WESTFALICA GmbH gehören zum steuerlichen Organkreis der Wasser und Gas Westfalen GmbH und Co. Holding KG und sind somit nicht steuerpflichtig. Insofern existieren bei diesen Gesellschaften keine zu bilanzierenden latenten Steueransprüche und -schulden. Bei der GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, der GELSENWASSER Dresden GmbH, der Osmo GmbH und der GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH entsprechen die Buchwerte im IFRS-Abschluss denen in der Steuerbilanz.

Auf die temporären Differenzen zwischen den Konzernbuchwerten und der Steuerbasis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bei den Tochterunternehmen NES und SWO werden latente Steuern abgegrenzt. Die angewendeten Steuersätze betragen 33,3 % (NES) und 28,8 % (SWO).

Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten latenten Steuern:

scroll
in Mio. € 2010 2009
Sachanlagen
Zuschüsse 2,8
Pensionsrückstellungen 0,2
Sonstige Rückstellungen 0,1
Steuerliche Verlustvorträge 0,1 0,1
Aktive latente Steuern 3,2 0,1
Immaterielle Vermögenswerte 1,6 1,2
Sachanlagen 5,5
At Equity bilanzierte Beteiligungen 0,1
Passive latente Steuern 7,2 1,2
Saldo Aktive (+)/Passive (–) latente Steuern – 4,0 – 1,1

Die latenten Steuern stellen sich bezüglich des Zeitraums der Umkehrung wie folgt dar:

scroll
31.12.2010 31.12.2009
in Mio. € langfristig kurzfristig langfristig kurzfristig
Aktive latente Steuern 3,2 0,1
Passive latente Steuern 7,1 0,1 1,1 0,1
Saldo Aktive (+)/Passive (–)
latente Steuern – 3,9 – 0,1 – 1,0 – 0,1

Der Anstieg sowohl der aktiven als auch der passiven latenten Steuern resultiert ausschließlich aus der erstmaligen Konsolidierung der SWO. Ergebniswirksam erfasst wurde im Berichtsjahr ein latenter Steueraufwand von 18 T€ (Vorjahr: 497 T€) aus der Verminderung des steuerlichen Verlustvortrags sowie ein Steuerertrag von 54 T€ (Vorjahr: 54 T€) aus der Auflösung temporärer Differenzen.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme nach den Bereichen Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert.

Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sind Zinseinnahmen (einschließlich Zins ein nahmen aus Ausleihungen und Finanzierungsleasing) von 2,5 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €), Zinsausgaben von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €), erstattete Ertragsteuern von 2,3 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €), gezahlte Ertragsteuern von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) sowie von at Equity bilanzierten und übrigen Beteiligungen erhaltene Dividenden von 23,9 Mio. € (Vorjahr: 22,2 Mio. €) enthalten.

Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelfonds beinhaltet – im Gegensatz zum Vorjahresabschluss – ausschließlich die in der Bilanz als Flüssige Mittel ausgewiesenen Kassenbestände und Bankguthaben. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Segmentberichterstattung

Hauptentscheidungsträger (Chief Operating Decision Maker) im Sinne des IFRS 8 ist der Gesamtvorstand. Aufgrund der unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen auf dem Wasser- und Energiemarkt wird der GELSENWASSER-Konzern in die zwei Geschäftsbereiche Wasser (Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung) und Energie (Gas- und Stromversorgung) segmentiert.

Zum Geschäftsbereich Wasser gehören im Wesentlichen Produktion, Ein- und Verkauf sowie Transport und Verteilung von Trinkwasser und Aufbereitung von Abwasser. Dieses Segment beinhaltet die Wasseraktivitäten der GELSENWASSER AG und der Stadtwerke Oranienburg GmbH sowie jeweils das gesamte Geschäft der Vereinigten Gas- und Wasserversorgung GmbH und der Nantaise des Eaux Services SAS. Darüber hinaus werden Beteiligungen und Dienstleistungen für Dritte mit dem Schwerpunkt im Wassergeschäft berücksichtigt.

Zum Geschäftsbereich Energie gehören im Wesentlichen Ein- und Verkauf von Erdgas und Strom sowie Transport und Verteilung von Erdgas. In diesem Segment werden die Gas-, Strom- und Wärmeaktivitäten der GELSENWASSER AG und der Stadtwerke Oranienburg GmbH sowie jeweils das gesamte Geschäft der NGW GmbH, der WESTFALICA GmbH und der GELSENWASSER Energienetze GmbH sowie die nicht in der Wassersparte berücksichtigten Geschäfte erfasst.

Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen wie sie mit Dritten zur Anwendung kämen.

Das bei GELSENWASSER eingerichtete Planungs- und Berichtssystem enthält eine Segmentierung ausschließlich auf Grundlage der Gewinn- und Verlustrechnung. Zentrale Steuerungsgröße ist hierbei das EBIT. Eine Segmentierung von Vermögenswerten und Schulden findet nicht statt.

scroll
nach Geschäftsbereichen
in Mio. €
Jahr Wasser Energie Sonstige / Konsolidierung Konzern
2010 274,1 428,2 702,3
Außenumsatz 2009 275,1 398,3 673,4
Innenumsatz 2010
2009
Gesamtumsatz 2010 274,1 428,2 702,3
2009 275,1 398,3 673,4
Ergebnis at Equity bilanzierter 2010 15,1 7,4 22,5
Beteiligungen 2009 19,4 4,6 24,0
Abschreibungen 2010 23,9 11,4 35,3
2009 23,7 10,2 33,9
Wesentliche zahlungsunwirksame 2010 52,4 3,6 56,0
Erlöse und Erträge 2009 3,1 6,1 9,2
Wesentliche zahlungsunwirksame 2010 22,8 43,3 66,1
Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 2009 10,6 5,4 16,0
EBIT 2010 104,4 61,5 165,9
2009 57,8 47,5 105,3

Überleitung vom EBIT der Segmente zum Konzernergebnis vor Ertragsteuern

scroll
In Mio. € 2010 2009
EBIT Segment Wasser 104,4 57,8
EBIT Segment Energie 61,5 47,5
EBIT Konzern 165,9 105,3
Finanzerträge 2,1 2,7
Finanzaufwendungen 8,6 8,4
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 159,4 99,6

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Insgesamt ist das EBIT mit 165,9 Mio. € gegenüber dem Vorjahr um 60,6 Mio. € gestiegen.

Das EBIT im Geschäftsbereich Energie stieg im Berichtsjahr um 14,0 Mio. € auf 61,5 Mio. €. Dieser Anstieg ist Folge der witterungsbedingt deutlich über dem Vorjahreswert liegenden Absatzmenge. Daneben wirkt sich die seit dem Gaswirtschaftsjahr 2008/2009 bestehende zentrale Gasbeschaffung durch die GELSENWASSER AG positiv auf das Ergebnis aus.

Im Geschäftsbereich Wasser erhöhte sich das EBIT um 46,6 Mio. € auf 104,4 Mio. €. Die Erhöhung resultiert hauptsächlich aus den einmaligen Erträgen aus dem Anlagenabgang im Zusammenhang mit der Verpachtung von Wasserversorgungsanlagen an die GSW Wasser-plus GmbH.

Aufteilung der Umsatzerlöse auf Produktgruppen

Eine Aufteilung der Umsatzerlöse von externen Kunden nach Produktgruppen bzw. Dienstleistungen befindet sich unter den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung im vorderen Teil des Konzernanhangs.

Informationen über wichtige Kunden

Von den Umsatzerlösen des GELSENWASSER-Konzerns entfallen 129,7 Mio. € bzw. rund 18 % auf einen einzigen externen Kunden. Die Umsätze sind vollständig im Segment Energie enthalten.

Finanzinstrumente

Durch seine Geschäftstätigkeit ist der GELSENWASSER-Konzern verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt:

Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Preisrisiken)

Kreditrisiken

Liquiditätsrisiken

Zur frühzeitigen Information über Risiken und den damit verbundenen finanziellen Auswirkungen betreibt der GELSENWASSER-Konzern ein dezentrales Risikomanagmentsystem, das zentral gesteuert wird. Die jeweils zuständigen Einheiten identifizieren, bewerten und melden Risiken entsprechend ihrer dezentralen Verantwortung. Hier durch wird die kontinuierliche Früherkennung sowie standardisierte Erfassung, Bewertung, Steuerung und Überwachung von konzernweiten Risiken erreicht.

(a) Marktrisiko

(I) Währungsrisiko

Der GELSENWASSER-Konzern erzielt seine Umsatzerlöse nahezu ausschließlich in Deutschland und Frankreich und ist infolgedessen in seiner operativen Tätigkeit keinem wesentlichen Fremdwährungsrisiko ausgesetzt. Die Umsätze der ausländischen Betriebs stelle in Algerien werden zu 85 % in Euro getätigt, so dass auch hier nur ein unwesentliches Währungsrisiko besteht.

Daneben hält der GELSENWASSER-Konzern Beteiligungen an ausländischen Unter - nehmen in osteuropäischen Ländern, deren Nettoreinvermögen dem Risiko von Wechselkursänderungen bei der Währungsumrechnung unterliegt. Gleiches gilt für die vereinnahmten Gewinnausschüttungen aus diesen ausländischen Unternehmen. Eine fortwährende Sicherung dieser Fremdwährungsposten und -transaktionen erfolgt nicht. Sie sind aus Konzernsicht insgesamt von unwesentlicher Bedeutung.

(II) Zinsänderungsrisiko der erwarteten Cashflows bzw. der beizulegenden Zeitwerte

Die Erträge und betrieblichen Cashflows werden nur unwesentlich von Änderungen der Marktzinssätze beeinflusst. Das Zinsrisiko des Konzerns entsteht durch die kurzfristige Anlage vorhandener flüssiger Mittel. Durch die im Regelfall variable Verzinsung entsteht für den Konzern ein geringes Zinsänderungsrisiko bezüglich der erwarteten Cashflows.

Eine Veränderung des Anlagezinssatzes um einen Prozentpunkt würde beim gegenwärtigen Bestand an flüssigen Mitteln zu einem um rund 0,7 Mio. € niedrigeren bzw. höheren Zinsergebnis führen. Wesentliche verzinsliche Verbindlichkeiten mit Cashflow-Wirkung bestehen lediglich bei der SWO und betreffen aufgenommene Darlehen bei Kreditinstituten. Die vereinbarten Zinssätze liegen zwischen 2,98 % und 5,43 %. Eine Veränderung der Zinssätze aller zum Bilanzstichtag vorhandenen Kreditverbindlichkeiten um einen Prozentpunkt würde das Zinsergebnis um rund 0,2 Mio. € verändern.

Der GELSENWASSER-Konzern ist einem Wertänderungsrisiko seiner Eigenkapitalbeteiligungen ausgesetzt, da die vom Konzern gehaltenen Beteiligungen in der Konzernbilanz als „zur Veräußerung verfügbar (available-for-sale)“ klassifiziert werden. GELSEN WASSER hält ausschließlich zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Finanzinstrumente, die nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Finanzinstrumente wird durch die Anwendung von Bewertungsmodellen ermittelt. Die Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen erfolgt auf Grundlage der Discounted-Cashflow-Methode. Dafür werden Annahmen getroffen, die auf den Marktgegebenheiten am Bilanzstichtag basieren. Im Berichtsjahr wurde ein Diskontierungssatz von 5,4 % zugrunde gelegt. Eine Änderung des Diskontierungszinssatzes um einen Prozentpunkt würde den beizulegenden Zeitwert um rund 36 Mio. € erhöhen bzw. um rund 24 Mio. € vermindern.

(III) Preisrisiko

Die Gasbeschaffungsverträge der GELSENWASSER AG enthalten neben Festpreisen auch teilweise Ölpreisindizierungen (z. B. Gas Oil, Fuel Oil, HEL, HSL). Aufgrund dieser Ölpreisindizierungen sowie aufgrund schwankender Gasmarktpreise (TTF) unterliegen die Gasbeschaffungsverträge einem Marktwertänderungsrisiko im Hinblick auf einen sich ändernden Öl- und Gaspreis bzw. einen sich ändernden gas-to-oil-spread. Gleiches gilt für die Gasabsatzverträge.

Die Gasbeschaffungs- und Gasabsatzverträge haben zusammenfassend betrachtet teilweise eine risikokompensierende Wirkung, da die Verträge entweder dem gleichen Gaspreisrisiko (TTF) oder dem gleichen bzw. einem ähnlichen Ölpreisrisiko (z. B. Gas Oil, Fuel Oil, HEL, HSL) unterliegen. Das aus der zusammenfassenden Betrachtung der Gasbeschaffungs- und Gasabsatzverträge netto verbleibende Wertänderungsrisiko wird in Abhängigkeit der Nettoposition durch den Abschluss von Payer- bzw. Receiver Öl- oder Gasswaps bzw. Öl- und Gasswaps in Kombination (Doppelswaps) abgesichert.

Dabei wird der Preisindex der derivativen Finanzinstrumente jeweils so gewählt, dass er mit dem Preisindex der Gasbeschaffungs- bzw. Gasabsatzverträge übereinstimmt und die derivativen Finanzinstrumente somit demselben Preisrisiko unterliegen. Dabei werden die derivativen Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung des netto verbleibenden Wertänderungsrisikos der Gasbeschaffungs- und Gasabsatzverträge abgeschlossen.

Sowohl die derivativen Finanzinstrumente als auch die physischen Termingeschäfte wer den nach IFRS zum Fair Value bilanziert. Somit erfolgt nach IFRS ein weitgehender Ausgleich der gegenläufigen Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung über alle Gasverträge und Derivate hinweg („natural hedge“). Soweit (zeitweise) offene Positionen bestehen, kann es zu Ergebniseffekten kommen.

(b) Kreditrisiko

Kreditrisiken entstehen, wenn Vertragspartner nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen wie vereinbart zu erfüllen. Zur Vermeidung eines erheblichen Forderungsausfallrisikos wird bei Neuabschlüssen von Verträgen ab einem Volumen von 20.000 €/a eine Bonitätsprüfung auf Basis der GELSENWASSER-Konzernrichtlinie „Solvenzprüfung vor Vertragsabschluss“ durchgeführt. Der Geltungsbereich der Richtlinie umfasst neben Wasser- und Energielieferungsverträgen auch sonstige Dienstleistungsverträge. Im operativen Geschäft werden die Außenstände fortlaufend überwacht. Mehr als zwei Jahre überfällige Forderungen werden grundsätzlich einzelwertberichtigt. Den Ausfallrisiken der restlichen Forderungen wird durch eine portfoliobasierte Wertberichtigung auf Grund lage historisch belegter Erfahrungen bei den Ausfällen Rechnung getragen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Altersstruktur der überfälligen und nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009
weniger als 6 Monate überfällig 16,8 8,7
mehr als 6 Monate und weniger als ein Jahr überfällig 1,7 0,9
mehr als ein Jahr und weniger als zwei Jahre überfällig 2,1 1,4
20,6 11,0

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

scroll
in Mio. € 2010 2009
Wertberichtigungen 01.01. 3,1 3,4
Zugänge durch Änderungen des Konsolidierungskreises 0,1
Zuführung 1,0 0,5
Inanspruchnahme – 0,6 – 0,4
Auflösungen – 0,2 – 0,4
Wertberichtigungen 31.12. 3,4 3,1

Darlehen werden im Wesentlichen an Mitarbeiter zur Finanzierung von Wohneigentum gewährt. Darüber hinaus werden kurzfristige Darlehen an verbundene und Beteiligungsunternehmen im Rahmen des konzernweiten Cash-Poolings sowie an andere kommunale Unternehmen gewährt. Für Ausfallrisiken bei gewährten Kundendarlehen sind Einzelwertberichtigungen in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) gebildet worden. Der Rückgang resultiert aus Inanspruchnahmen und Auflösungen der Wertberichtigung von insgesamt 0,1 Mio. €.

Eine Konzentration eines wesentlichen Teils der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sowie der Darlehen auf einen oder wenige Kunden bzw. Darlehensnehmer ist nicht vorhanden. Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen ergibt sich – wie bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten – durch die in der Bilanz angesetzten Buchwerte. Die Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen in den letzten drei Geschäftsjahren durchschnittlich unter 0,3 % der fakturierten Lieferungen und Leistungen.

(c) Liquiditätsrisiko

Der GELSENWASSER-Konzern hat sein Liquiditätsmanagement so organisiert, dass immer eine ausreichende Reserve an flüssigen Mitteln vorhanden ist.

In den beiden nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zahlungsmittelabflüsse der Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich des IFRS 7 dargestellt:

scroll
Mittelabflüsse zum 31.12.2010
in Mio. € 2011 2012 2013-2015 ab 2016
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3,2 3,1 8,4 12,8
Warentermingeschäfte 16,3 7,2 0,1
Mittelabflüsse Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 172,2
Mittelabflüsse Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich IFRS 7 191,7 10,3 8,5 12,8
Mittelabflüsse zum 31.12.2009
in Mio. € 2010 2011 2012-2014 ab 2015
Warentermingeschäfte 0,7
Mittelabflüsse Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 143,4
Mittelabflüsse Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich IFRS 7 144,1

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen gemäß IFRS 7.20 erfasst:

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 0,3 – 1,3
davon zu Handelszwecken gehalten 0,3 – 1,3
zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 7,9 6,9
Kredite und Forderungen – 1,2 0,4
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden

Das Nettoergebnis umfasst im Wesentlichen Zinsen, Dividenden, Erträge und Aufwendungen aus Warentermingeschäften sowie Wertberichtigungen.

Im Berichtsjahr wurden Wertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 62,3 Mio. € erfolgsneutral im kumulierten übrigen Konzernergebnis erfasst.

Buchwerte, Fair Values und Bewertungskategorien nach Klassen zum 31.12.2010

scroll
Klassifikation
in Mio. €
Bewertungskategorien nach IAS 39 Buchwert 31.12.2010 Fair Value 31.12.2010
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte (langfristig) 212,0 211,8
Übrige Beteiligungen AfS 128,1 128,1
Ausleihungen LaR 4,2 4,2
Forderungen aus Finanzierungsleasing nicht IAS 39 73,8 73,6
Warentermingeschäfte FVtPL 5,9 5,9
Sonstige Forderungen (langfristig) 0,5 0,5
Übrige Forderungen LaR 0,5 0,5
Finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 22,4 22,4
Ausleihungen LaR 1,7 1,7
Forderungen aus Finanzierungsleasing nicht IAS 39 1,9 1,9
Warentermingeschäfte FVtPL 18,8 18,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (kurzfristig) 149,7 149,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 128,3 128,3
Forderungen gegen verbundene Unternehmen LaR 0,9 0,9
Forderungen gegen at Equity bilanzierte Beteiligungen LaR 12,6 12,6
Forderungen gegen übrige Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht LaR 1,3 1,3
Übrige Forderungen LaR 6,6 6,6
Flüssige Mittel LaR 65,0 65,0
Klassifikation
in Mio. €
Bewertungskategorien nach IAS 39 Buchwert 31.12.2010 Fair Value 31.12.2010
Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 27,0 28,2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AmC 20,0 21,2
Warentermingeschäfte FVtPL 7,0 7,0
Finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 18,5 18,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AmC 2,3 2,3
Warentermingeschäfte FVtPL 16,2 16,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig) 155,8 155,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AmC 50,3 50,3
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen AmC 86,3 86,3
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity bilanzierten Beteiligungen AmC 8,1 8,1
Übrige Verbindlichkeiten AmC 11,1 11,1
Aggregiert nach Bewertungskategorien nach IAS 39:
Finanzielle Vermögenswerte:
AfS 128,1 128,1
LaR 221,1 221,1
FVtPL 24,7 24,7
Finanzielle Verbindlichkeiten:
Amc 178,1 179,3
FVtPL 23,2 23,2

AfS: Available-for-Sale financial assets (zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte)

LaR: Loans and Receivables (Ausleihungen und Forderungen)

AmC: Financial liabilities measured at amortized cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)

FVtPL: Fair Value through Profit or Loss (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet)

Buchwerte, Fair Values und Bewertungskategorien nach Klassen zum 31.12.2009

scroll
Klassifikation
in Mio. €
Bewertungskategorien nach IAS 39 Buchwert 31.12.2009 Fair Value 31.12.2009
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte (langfristig) 88,9 88,9
Übrige Beteiligungen AfS 65,8 65,8
Ausleihungen LaR 4,9 4,9
Forderungen aus Finanzierungsleasing nicht IAS 39 18,2 18,2
Sonstige Forderungen (langfristig) 1,1 1,1
Übrige Forderungen LaR 1,1 1,1
Finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 3,7 3,7
Ausleihungen LaR 2,4 2,4
Forderungen aus Finanzierungsleasing nicht IAS 39 1,3 1,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (kurzfristig) 114,6 114,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 91,8 91,8
Forderungen gegen verbundene Unternehmen LaR 0,9 0,9
Forderungen gegen at Equity bilanzierte Beteiligungen LaR 12,2 12,2
Forderungen gegen übrige Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht LaR 1,1 1,1
Übrige Forderungen LaR 8,6 8,6
Flüssige Mittel LaR 90,5 90,5
Klassifikation
in Mio. €
Bewertungskategorien nach IAS 39 Buchwert 31.12.2009 Fair Value 31.12.2009
Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 0,7 0,7
Warentermingeschäfte FVtPL 0,7 0,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig) 143,4 143,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AmC 50,4 50,4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen AmC 78,9 78,9
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity bilanzierten Beteiligungen AmC 3,7 3,7
Übrige Verbindlichkeiten AmC 10,4 10,4
Aggregiert nach Bewertungskategorien nach IAS 39:
Finanzielle Vermögenswerte:
AfS 65,8 65,8
LaR 213,5 213,5
Finanzielle Verbindlichkeiten:
AmC 143,4 143,4
FVtPL 0,7 0,7

AfS: Available-for-Sale financial assets (zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte)

LaR: Loans and Receivables (Ausleihungen und Forderungen)

AmC: Financial liabilities measured at amortized cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)

FVtPL: Fair Value through Profit or Loss (erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet)

Ergänzende Angaben

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche oder bestehende Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist. Sie werden in der Bilanz nicht erfasst.

Bürgschaftsverpflichtungen der GELSENWASSER AG für Verbindlichkeiten eines assoziierten Unternehmens bestehen in Höhe von 23,5 Mio. €.

Weiter hat die GELSENWASSER AG eine Rückbürgschaft für Garantieerklärungen dieses Unternehmens in Höhe von 25,6 Mio. € gestellt.

Die GELSENWASSER AG hat im Rahmen der Beteiligung an Stadtwerken in den neuen Bundesländern Rückbürgschaften für die von den Gemeinden verbürgten Investitionskredite in Höhe von 3,5 Mio. € übernommen und sich darüber hinaus für die Laufzeit weiterer Darlehen verpflichtet, ihr Beteiligungsverhältnis beizubehalten.

Es ist nicht zu erwarten, dass aus diesen Eventualverbindlichkeiten wesentliche tatsächliche Verbindlichkeiten entstehen werden.

Aus Optionsverträgen können sich bis zum 31. Dezember 2014 Zahlungsverpflichtungen von insgesamt bis zu 12,6 Mio. € ergeben. Hiervon resultieren 12,3 Mio. € aus dem Erwerb der OSMO.

Aufgrund einer Gesellschafterzusage bei einer at Equity bilanzierten Beteiligung kann sich eine Nachschussverpflichtung in Höhe von 7,3 Mio. € ergeben.

Durch Einforderung noch ausstehender Einlagen bei einer at Equity bilanzierten Beteiligung können sich Zahlungsverpflichtungen von bis zu 3,3 Mio. € ergeben.

Verpflichtungen

Bestellobligo für Investitionsmaßnahmen:

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009
Immaterielle Vermögenswerte 0,3 0,1
Sachanlagen 4,4 3,3
4,7 3,4

Der Konzern mietet Teile der Betriebs- und Geschäftsausstattung, Büroflächen, Rohrleitungen und Wassergewinnungsanlagen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen. Die Leasingvereinbarungen weisen unterschiedliche Konditionen, Mieterhöhungsklauseln, Kündigungsfristen und Verlängerungsoptionen auf. Der aus den Leasingverhältnissen insgesamt resultierende Aufwand beläuft sich im Berichtsjahr auf 1,6 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €).

Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus diesen Leasingverhältnissen betragen:

scroll
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009
fällig innerhalb 1 Jahres 1,5 1,0
fällig nach 1 bis 5 Jahren 2,5 2,0
fällig nach 5 Jahren 3,3 3,6
7,3 6,6

Konzessionsverträge

Zwischen den Unternehmen des GELSENWASSER-Konzerns und den Gebietskörperschaften besteht eine Vielzahl von Konzessionsverträgen im Gas- und Wasserbereich. Diese Konzessionsverträge sind die Rechtsgrundlage für die Versorgung von Städten und Gemeinden. Mit der Übertragung der Versorgung ist das Unternehmen für Planung, Betrieb, Unterhaltung und Erneuerung der Versorgungsanlagen zuständig. Das Unternehmen muss in der jeweiligen Kommune jederzeit die Versorgung sichern. Die Konzessionsverträge laufen, je nach rechtlicher Zulässigkeit, über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. Nach Ablauf eines Konzessionsvertrags besteht i.d.R. seitens der Kommune eine vertragliche Pflicht zum Kauf der Versorgungsanlagen.

Ausschüttungen an die Anteilseigner

Aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrags wird für das Geschäftsjahr 2010 ein Gewinn von 83,0 Mio. € (Vorjahr: 81,2 Mio. €) sowie eine Gewerbesteuerumlage von 10,7 Mio. € (Vorjahr: 10,4 Mio. €) an die Wasser und Gas Westfalen GmbH (WGW) abgeführt. In der Summe entspricht dies einem Betrag von 27,27 € (Vorjahr: 26,64 €) je Aktie. Am Bilanzstichtag bestand diesbezüglich noch eine Verbindlichkeit in Höhe von 83,0 Mio. € (Vorjahr: 80,5 Mio. €). Die Minderheitsaktionäre erhalten von der Mehrheitsgesellschafterin wie im Vorjahr eine Garantiedividende von 17,74 € je Aktie.

Gezahlt wurden an die WGW im Berichtsjahr 81,2 Mio. € Gewinnabführung für 2009 (Vorjahr: 80,7 Mio. € für 2008) sowie 10,7 Mio. € Vorauszahlung auf die Gewerbesteuerumlage für 2010 (Vorjahr: 11,1 Mio. € für 2009). Erstattet wurden von der WGW 0,7 Mio. € für die im Vorjahr zu viel gezahlte Gewerbesteuerumlage. Im Saldo sind dies insgesamt 26,52 € je Aktie (Vorjahr: 26,71 € je Aktie).

Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Personen sind der Aufsichtsrat, der Vorstand und die Prokuristen der GELSENWASSER AG, die Geschäftsführer der Wasser und Gas Westfalen GmbH sowie deren nahe Angehörige. Zum Kreis der nahestehenden Unternehmen zählen im Wesentlichen die at Equity bilanzierten Beteiligungen sowie die Wasser und Gas Westfalen GmbH und deren Gesellschafter, die Stadtwerke Bochum GmbH und die Dortmunder Stadtwerke AG.

Das Volumen der vom GELSENWASSER-Konzern an nahestehende Personen und Unternehmen erbrachten bzw. von nahestehenden Personen und Unternehmen er - haltenen Leistungen stellt sich wie folgt dar:

scroll
Volumen der erbrachten Leistungen an Volumen der in Anspruch genommenen Leistungen von
in Mio. € 2010 2009 2010 2009
Wasser und Gas Westfalen GmbH 0,3
Gemeinschaftsunternehmen 106,0 46,2 44,6 40,8
Assoziierte Unternehmen 23,7 13,3 1,4 1,2
Übrige nahestehende Unternehmen 16,0 10,6 3,7 3,9
Management in Schlüsselpositionen

Die Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen folgende Unternehmen:

scroll
Volumen der erbrachten Leistungen an Volumen der in Anspruch genommenen Leistungen von
in Mio. € 2010 2009 2010 2009
GSW Wasser-plus GmbH 48,6
Stadtwerke Wesel GmbH 12,2 3,9
Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG 10,4 9,7
energiehoch3 GmbH 10,4 4,8
Wasserbeschaffung Mittlere Ruhr GmbH 9,8 10,3 1,8 2,0
Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG 8,3 9,5 2,9 2,2
Stadtwerke Kaarst GmbH 7,1 3,2 2,1 2,3
Erdgasversorgung Schwalmtal GmbH & Co. KG 5,9 1,2
PVU Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen GmbH 5,7 2,0
Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH 3,8 4,7 0,1 0,1
Wassergewinnung Essen GmbH 3,7 4,0 11,9 8,9
Stadtwerke Kalkar GmbH & Co. KG 3,6 1,9 1,0 1,0
Wasserversorgung Voerde GmbH 2,9 3,0
Gasversorgung Hünxe GmbH 2,7 2,6 0,2 0,2
hertenwasser GmbH 2,1 2,2 2,1 2,3
Stadtwerke Burg GmbH 2,0 0,5
Stadtwerke Bochum GmbH 1,3 1,4 0,1
Wasserwerke Westfalen GmbH 1,0 0,6 23,3 22,5
Westfälische Wasser- und Umweltanalytik GmbH 0,6 0,5 2,8 2,8

Bei den Liefer- und Leistungsbeziehungen handelt es sich i.d.R. um verkaufte und erworbene Güter, Managementleistungen sowie Zinserträge und -aufwendungen aus kurzfristigen Geldanlagen und Geldaufnahmen im Rahmen des konzernweiten Cash-Poolings. Die an die GWS Wasser-plus GmbH erbrachten Leistungen resultieren aus der Verpachtung der Wasserversorgungsanlagen in den ehemaligen Konzessionsgebieten in Kamen, Bergkamen und Bönen.

Dem Key-Management (Management in Schlüsselpositionen) des GELSENWASSER-Konzerns gehören neben dem Aufsichtsrat und dem Vorstand alle Prokuristen der GELSENWASSER AG an. Die Vergütung des Key-Managements setzt sich wie folgt zusammen:

scroll
in Mio. € 2010 2009
Gehälter und sonstige kurzfristige Leistungen 3,9 3,3
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0,4 0,4

Am Bilanzstichtag werden gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen folgende Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen ausgewiesen:

scroll
Forderungen Verbindlichkeiten
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
Wasser und Gas Westfalen GmbH 73,8 72,6
Gemeinschaftsunternehmen 80,0 23,3 2,0 1,7
Assoziierte Unternehmen 4,8 4,2 4,7 0,6
Übrige nahestehende Unternehmen 1,0 2,1 12,5 6,3
Management in Schlüsselpositionen 2,0 1,5

Die Forderungen und Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen folgende Unternehmen:

scroll
Forderungen Verbindlichkeiten
in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
GSW Wasser-plus GmbH 57,5
Wassergewinnung Essen GmbH 16,2 16,9
PVU Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen GmbH 2,2
Stadtwerke Burg GmbH 2,0 2,0
Stadtwerke Kalkar GmbH & Co. KG 1,8 1,3
hertenwasser GmbH 1,4 2,5
Stadtwerke Kaarst GmbH 1,1 0,7
Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH 1,0 0,9
Gasversorgung Hünxe GmbH 0,9 0,7
Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG 0,6 1,9
energiehoch3 GmbH 8,6 2,8
Westfälische Wasser- und Umweltanalytik GmbH 3,3 3,2
Erdgasversorgung Oranienburg GmbH 2,4
Kommunale Gasspeichergesellschaft Epe mbH & Co. KG 2,4 0,6
Wasserversorgung Voerde GmbH 1,4 0,6

Die offenstehenden Beträge resultieren i.d.R. aus Vergütungen für Lieferungen und Leistungen, kurzfristigen Geldanlagen und Geldaufnahmen im Rahmen des konzernweiten Cash-Poolings sowie Gewinnabführungsverpflichtungen. Die gegen die GWS Wasser-plus GmbH bestehenden Forderungen entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen aus der Verpachtung der Wasserversorgungsanlagen in den ehemaligen Konzessionsgebieten in Kamen, Bergkamen und Bönen.

Honorare für Abschlussprüfer

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der GELSENWASSER AG werden von der Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft (BKP), Dortmund, geprüft. Mit Ausnahme der NGW GmbH, der WESTFALICA GmbH, der GELSENWASSER Dresden GmbH, der Nantaise des Eaux Services SAS und den Stadtwerken Oranienburg GmbH werden die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften ebenfalls von BKP geprüft.

Insgesamt belaufen sich die mit den Abschlussprüfern für das Geschäftsjahr 2010 vereinbarten Honorare auf 399 T€.

Sie entfallen auf folgende Leistungen:

scroll
in T€ 2010
Abschlussprüfungsleistungen 331
davon von anderen Abschlussprüfern 96
Andere Bestätigungsleistungen 19
davon von anderen Abschlussprüfern 17
Sonstige Leistungen 49
davon von anderen Abschlussprüfern 25
399

Deutscher Corporate Governance Kodex

Aufsichtsrat und Vorstand der GELSENWASSER AG haben sich im Berichtsjahr erneut mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Der Wortlaut der aktuellen Erklärung vom 24. November 2010 kann im Internet unter http://www.gelsenwasser.de abgerufen werden.

Gesamtbezüge des Aufsichtsrats, des Beirats und des Vorstands

(a) Gesamtbezüge des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und wird durch die Hauptversammlung bestimmt. Die Gesamtbezüge betragen im Geschäftsjahr 2010 422.061,33 €.

(b) Gesamtbezüge des Beirats

Zur engeren Fühlungnahme mit Kreisen der Verbraucher, Gebietskörperschaften, überregionalen Behörden und der Wirtschaft kann der Aufsichtsrat nach § 18 der Satzung der GELSENWASSER AG auf Vorschlag des Vorstands Beiräte bilden, für sie Geschäftsordnungen erlassen und die Vergütung für ihre Mitglieder festsetzen. Für den hiernach gebildeten Beirat wurden im Berichtsjahr Vergütungen von insgesamt 25.000,00 € gezahlt.

(c) Gesamtbezüge des Vorstands

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus einem festen und einem erfolgsbezogenen variablen Bestandteil zusammen. Basis für die variable Vergütung ist das Ergebnis vor Ertragsteuern des GELSENWASSER-Konzerns. Darüber hinaus enthält die Vergütung der Vorstandsmitglieder Sach- und sonstige Bezüge, die im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Werten für Dienstwagennutzung und Versicherungsprämien bestehen. Hinzu kommen Mandatseinkünfte für die Aufsichtsratstätigkeit in Unternehmen der GELSENWASSER-Gruppe.

Für das Geschäftsjahr 2010 betragen die Bezüge des Vorstands:

scroll
in € Feste Vergütung Variable Vergütung Sach- und sonstige Bezüge Mandatseinkünfte Gesamt
Dr. Manfred Scholle 269.802,00 506.480,66 27.946,62 10.328,14 814.557,42
Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen 222.588,00 586.480,66 16.866,58 7.974,00 833.909,24
492.390,00 1.092.961,32 44.813,20 18.302,14 1.648.466,66

Des Weiteren bestehen Pensionszusagen, die den Vorstandsmitgliedern einen Anspruch auf lebenslange Ruhegeld- und Hinterbliebenenversorgung einräumen.

Herrn Dr. Scholle ist eine beitragsorientierte Pensionszusage erteilt. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres wird die lebenslange Altersrente gezahlt. Diese beträgt zurzeit

monatlich 4.086,00 €. Alternativ kann im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten durch das Unternehmen die Kapitalabfindung gewählt werden. Den Pensionsrückstellungen wurden im Berichtsjahr für Herrn Dr. Scholle 31.524 € zugeführt.

Die Herrn Dr. Hörsgen erteilte Pensionszusage beläuft sich auf zurzeit monatlich 12.211,55 €. Die Altersgrenze für den Ruhegeldanspruch ist auf die Vollendung des 60. Lebensjahres bzw. den späteren Endtermin des Anstellungsvertrags festgesetzt.

Daneben besteht ein Anspruch bei Beendigung des Anstellungsvertrags vor Vollendung des 60. Lebensjahres wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit sowie bei unverschuldeter vorzeitiger Beendigung des Anstellungsvertrags. Den Pensionsrückstellungen wurden im Berichtsjahr für Herrn Dr. Hörsgen 211.417 € zugeführt.

Die Anwartschaften auf Witwenrenten betragen jeweils 60 % der Ruhegeldbezüge; für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate werden die vollen Bezüge gezahlt. Daneben sind Ansprüche auf Waisenrenten vereinbart.

Gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und deren Hinterbliebenen bestehen Pensionsverpflichtungen (defined benefit obligations) von insgesamt 15.716.888,00 €. Der Ermittlung liegt ein Rechnungszins von 5,0 % zugrunde. Die Bezüge betrugen 1.322.461,20 €.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der vorliegende Konzernabschluss wird vom Vorstand am 9. März 2011 zur Veröffentlichung freigegeben.

Anteilsbesitz

scroll
1. Verbundene Unternehmen Anteile am Kapital Eigenkapital
T€
Ergebnis
T€
unmittelbar
%
mittelbar
%
GELSENWASSER 3. Beteiligungs-GmbH, Hamburg 100 42.978 1.230
GELSENWASSER Dresden GmbH, Dresden 100 27.704 2
GELSENWASSER Energienetze GmbH, 1) Gelsenkirchen 100 33.094
GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH, Hamburg 100 8.802 – 3
NGW GmbH, 1) Duisburg 100 3.010
Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH, 1) Rheda-Wiedenbrück 100 10.743
WESTFALICA GmbH, 1) Bad Oeynhausen 100 6.000
Nantaise des Eaux Services SAS, Sainte Luce-sur-Loire, Frankreich 100 1.123 55
Osmo GmbH, Hamburg 100 29.353 – 8
Stadtwerke Oranienburg GmbH, Oranienburg 64,9 17.501 1.782
Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH, 2) Gelsenkirchen 51 21.985 2.790
AWS GmbH, Gelsenkirchen 100 1.712 350
energiehoch3 GmbH, Hamburg 100 136 – 276
Erdgaswärme Gesellschaft für Heizungs- und Klimatechnik mbH, 1) Gelsenkirchen 100 26
Gasversorgung Hünxe GmbH, Hünxe 90 754 204
GELSENWASSER 1. Beteiligungs-GmbH, Gelsenkirchen 100 66
GELSENWASSER 2. Beteiligungs-GmbH, 3) Hamburg 100 25
Westfälische Wasser- und Umweltanalytik GmbH, Gelsenkirchen 60 570 370
Entsorgungsgesellschaft mbH Neues Land, Flechtingen 60 268 13
Etablissements Louvet SARL, Proyart, Frankreich 100 248 21
Gasversorgung Zehdenick GmbH, Zehdenick 51 1.422 145
GELSENWASSER 1. Gesellschaft für Projekte mbH, Hamburg 100 24
GELSENWASSER 2. Gesellschaft für Projekte mbH, Hamburg 100 24
GELSENWASSER Energienetze 1. Beteiligungs- gesellschaft mbH, 3) Hamburg 100 25
GELSENWASSER Entwicklungs- gesellschaft Dresden mbH, Dresden 100 29 4
Havelstrom Zehdenick GmbH, Zehdenick 51 2.129 111
Stadtwerke Zehdenick GmbH, Zehdenick 74,9 4.178 201
2. Assoziierte Unternehmen (at Equity bilanziert)        
CHEVAK Cheb a.s., Cheb, Tschechien 30,6 57.528 1.450
Erdgasversorgung Schwalmtal GmbH & Co. KG, Viersen 50 3.109 1.100
Erdgasversorgung Schwalmtal Verwaltungs-GmbH, Viersen 50 29 1
GSW Wasser-plus GmbH, 3) Kamen 50 500
Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH, Bremen 49 38.556 7.113
hertenwasser GmbH, Herten 50 267 67
KGBE - Kommunale Gasspeicher Beteiligungsgesellschaft Epe mbH, Gronau 25 28 1
KGE - Kommunale Gasspeichergesellschaft Epe mbH & Co. KG, Gronau 25 16.209 – 226
KMS KRASLICKÁ MESTSKÁ SPOLECNOST s.r.o., Kraslice, Tschechien 50 3.267 186
novogate GmbH, München 20 22.653 453
Przedsiębiorstwo Wodociągów i Kanalizacji w Głogowie Sp. z o.o., Głogów, Polen 46 24.340 944
PVU Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen GmbH, Perleberg 50 6.564 1.100
Stadtwerke Burg GmbH, Burg 49 9.276 1.357
Stadtwerke Kaarst GmbH, Kaarst 50 3.700 1.100
Stadtwerke Kalkar GmbH & Co. KG, Kalkar 49 3.223 600
Stadtwerke Kalkar Verwaltungs-GmbH, Kalkar 49 30 1
Stadtwerke Weißenfels GmbH, Weißenfels 24,5 19.754 3.261
Stadtwerke Wesel GmbH, Wesel 20 17.292 2.267
Stadtwerke Zeitz GmbH, Zeitz 24,5 19.760 3.500
Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH, Emmerich am Rhein 49,9 1.220 1.120
TEREA Cheb s.r.o., Cheb, Tschechien 50 11.084 741
Wasserbeschaffung Mittlere Ruhr GmbH, Bochum 50 5.585 267
Wassergewinnung Essen GmbH, Essen 50 2.251 275
Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG, Herne 50 16.536 3.490
Wasserversorgung Herne Verwaltungs- GmbH, Herne 50 31 1
Wasserversorgung Voerde GmbH, Voerde 50 3.781 420
Wasserwerk Mühlgrund GmbH, Bielefeld 50 551 31
Wasserwerke Westfalen GmbH, Dortmund 50 17.013 185
Wasserwirtschaft Südniedersachsen GmbH, Göttingen 50 25
Wirtschaftsbetriebe Selm GmbH, 3) Selm 24,5 100
Erdgasversorgung Oranienburg GmbH, Oranienburg 49 5.959 1.076
Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG, Höxter 50 3.935 850
Gas- und Wasserversorgung Höxter Verwaltungs-GmbH, Höxter 50 59 3
Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne GmbH, Bad Oeynhausen 26 3.306 592
Societe Guadeloupeenne des Eaux et Effluents SAS, 4) Baie Mahault, Frankreich 50 100
Stadtentwässerung Dresden GmbH, Dresden 49 151.612 14.522
Stadtwerke - Altmärkische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke GmbH Stendal, Stendal 37,5 19.931 3.334
ZID Zukunft in Delitzsch GmbH, Delitzsch 49,9 11.363 631
3. Beteiligungsunternehmen
IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH, Mülheim an der Ruhr 5,5 1.330 – 91
Städtische Werke Magdeburg GmbH, Magdeburg 19,3 168.186 38.560
Stadtwerke Göttingen AG, Göttingen 1 52.690 3.427
Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG, Aachen 16,2 23.619 – 4.381
Wasserversorgung Hünxe GmbH, Hünxe 5 1.811 25
Institut für Wasserforschung GmbH, Dortmund 33,3 56 16
local energy gmbh, Potsdam 4,2 55 -6
Wasserwirtschaft Leidersbach GmbH, Leidersbach 50 63 27
WVE Wasserversorgungs- und -entsorgungsgesellschaft mbH, Schriesheim 24,5 1.025

1) Gewinnabführungsvertrag
2) At Equity bilanziert
3) Gründung in 2010, Jahresabschluss liegt noch nicht vor
4) Gründung in 2008, Jahresabschluss liegt noch nicht vor

Den Angaben der ersten zehn unter Verbundene Unternehmen aufgeführten Gesellschaften liegen die Abschlüsse zum 31. Dezember 2010 und bei den anderen Unternehmen die Abschlüsse zum 31. Dezember 2009 zugrunde.

Eigenkapital und Ergebnis der ausländischen Unternehmen wurden mit folgenden Stichtags- bzw. Durchschnittskursen umgerechnet:

scroll
Durchschnittskurs 2010 Stichtagskurs 31.12.2010
1 € entspricht
Tschechische Krone 25,31 25,06
Polnischer Sloty 4,00 3,98

Aufsichtsrat

Die Mandate der Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder sind mit dem Stand 31. Dezember 2010 angegeben.

a) Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

* Konzernunternehmen im Sinne des § 100 Abs. 2 Satz 2 AktG

Mitglieder des Aufsichtsrats

Guntram Pehlke

Dortmund

Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG

a) Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH" (Vorsitzender)

Entsorgung Dortmund GmbH

RWE Vertrieb AG

Dr. Ottilie Scholz

Bochum

stellvertretende Vorsitzende

Oberbürgermeisterin

a) Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Vorsitzende)

Holding für Versorgung und Verkehr GmbH (HVV) (Vorsitzende)

Stadtwerke Bochum GmbH (Vorsitzende)

Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH (Vorsitzende)

evu zählwerk Abrechnungs- und Servicegesellschaft mbH (Vorsitzende)

RWE Vertrieb AG

RWE Rheinland Westfalen Netz AG

b) Emschergenossenschaft

(Vorsitzende des Genossenschaftsrats)

Sparkasse Bochum (Vorsitzende des Verwaltungsrats)

Bochum-Gelsenkirchener Bahn gesellschaft mbH (stellvertretende Vorsitzende)

Tierpark Bochum gGmbH

NRW.BANK

Rudolf Schlagkamp

Bottrop

stellvertretender Vorsitzender

Kaufmännischer Angestellter

Rainer Althans

Gelsenkirchen

Systemprogrammierer

Frank Baranowski

Gelsenkirchen

Oberbürgermeister

a) Emscher-Lippe-Energie GmbH

b) Emschergenossenschaft

(Mitglied des Genossenschaftsrats)

Sparkasse Gelsenkirchen

(Vorsitzender des Verwaltungsrats)

Hans-Detlef Bösel

Madlitz-Wilmersdorf

Mitglied des Vorstands des Bankhauses Wölbern & Co. (AG & Co. KG)

bis 31. Juli 2010

a) DF Deutsche Forfait AG (Vorsitzender)

OYSTAR HOLDING GmbH

Pflegezeit AG

Klaus Franz

Bochum

Mitglied des Group Managements Rockwool International A/S

Division Managing Director Rockwool West Division

a) Holding für Versorgung und Verkehr GmbH (HVV)

Stadtwerke Bochum GmbH

b) Rockwool Beteiligungs GmbH (Vorsitzender)

Rockwool Benelux B.V. (Vorsitzender) Roxul Inc. (Vorsitzender)

Rockwool France S.A.S. (Vorsitzender)

Rockwool Peninsular S.A.U. (Vorsitzender)

Rockwool Foundation

Thomas Kaminski

Gladbeck

Kaufmännischer Angestellter

Manfred Kossack

Unna

Mitglied des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG

a) EDG Entsorgung Dortmund GmbH

seit 29. September 2010

EDG Holding GmbH

b) Wasserwerke Westfalen GmbH

Container Terminal Dortmund GmbH

(Vorsitzender des Beirats)

Jürgen Pellny

Duisburg

Heizungs- und Sanitärmeister

Jörg Stüdemann

Dortmund

Stadtdirektor und Stadtkämmerer

a) Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH

Entsorgung Dortmund GmbH

b) AMK – Abfallentsorgungsgesellschaft des Märkischen Kreises mbH

MVA Hamm Betreiber-GmbH

Technologiezentrum Dortmund GmbH

Westfalenhallen Dortmund GmbH

Konzerthaus Dortmund GmbH

Bernhard Wilmert Bochum

Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum GmbH

b) VBW Bauen und Wohnen GmbH (Vorsitzender)

Fernwärme Universitäts-Wohnstadt Bochum GmbH

rku.it GmbH

TRIANEL European GmbH (Vorsitzender)

VfL Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e.V. seit 20. Dezember 2010

Vorstand

Dr. Manfred Scholle Dortmund

Vorsitzender

a) Stadtwerke Göttingen AG

b) hertenwasser GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Stadtentwässerung Dresden GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Städtische Werke Magdeburg GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Wasserbeschaffung Mittlere Ruhr GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Stadtwerke - Altmärkische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke GmbH Stendal (stellvertretender Vorsitzender)

Hansewasser Bremen GmbH

Lippeverband (Mitglied des Verbandsrats) bis 17. Dezember 2010

Ruhr. 2010 GmbH

Stadtwerke Oranienburg GmbH seit 10. November 2010

Wasserwerke Westfalen GmbH

Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen

Essen

a) Stadtwerke Göttingen AG bis 24. Juni 2010

b) Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH & Co. KG (Vorsitzender im Wechsel)

Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG (Vorsitzender im Wechsel)

Wasserversorgung Herne Verwaltungs- GmbH (Vorsitzender im Wechsel)

Wasserwerk Mühlgrund GmbH (Vorsitzender im Wechsel)

Wasserwerke Westfalen GmbH (Vorsitzender im Wechsel)

Stadtentwässerung Herne GmbH & Co. KG (stellvertretender Vorsitzender)

Lippeverband (Mitglied des Verbandsrats) seit 17. Dezember 2010

Ruhrverband (Mitglied des Verbandsrats) bis 3. Dezember 2010

Stadtentwässerung Dresden GmbH

 

Gelsenkirchen, 9. März 2011

GELSENWASSER AG

Der Vorstand

Dr. Manfred Scholle

Dr.-Ing. Bernhard Hörsgen

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der GELSENWASSER AG zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zu - sammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zu - sammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Dortmund, den 10. März 2011

Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Wollenhaupt, Wirtschaftsprüfer

ppa. Tellmann, Wirtschaftsprüfer