Gesundheitswelt Chiemgau AktiengesellschaftBad EndorfKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231 Grundlagen und Geschäftsmodell des Konzerns1.1 KonzernstrukturDie Gesundheitswelt Chiemgau AG (GWC AG) befindet sich im Mehrheitsbesitz der Marktgemeinde Bad Endorf. Die Marktgemeinde besitzt mittel- bzw. unmittelbar ca. 76% der Aktien des Unternehmens. Die übrigen ca. 24% der Aktien befinden sich im Streubesitz und werden im Freiverkehr an der Börse München gehandelt (WKN A31 C31). An der Spitze des Konzerns steht die GWC AG. Als zentrale Management-Holding nimmt sie Aufgaben der Konzernführung wahr. Dies sind insbesondere die Bereiche Unternehmensentwicklung und Projektmanagement, Finanzen & Controlling, Risikomanagement, Personal, IT-Management, Datenschutz, Marketing & Kommunikation, Einkauf, Qualitätsmanagement und Energiemanagement. Als eigene direkte Geschäftsfelder betreibt sie die Gesundheitsakademie Chiemgau und den Kultursaal am Park. Die Gesundheitswelt Chiemgau AG hält unmittelbar und mittelbar sechs Tochterunternehmen: Klinik St. Irmingard GmbH, Klinik ChiemseeWinkel Seebruck GmbH, Chiemgau Thermen GmbH, Ströbinger Hof GmbH, Simssee Klinik GmbH und Ambulantes Rehazentrum Rosenheim GmbH. Dabei wird die Ambulantes Rehazentrum Rosenheim GmbH durch die Simssee Klinik GmbH gehalten. ![]() 1.2 Leitung und Kontrolle1.2.1 Zweigeteilte Führungs- und ÜberwachungsstrukturDie Gesundheitswelt Chiemgau AG verfügt über die in Deutschland übliche zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und legt die strategische Ausrichtung fest. Der Aufsichtsrat bestellt, berät und überwacht den Vorstand. 1.2.2 Vorstands- und ManagementteamDie Gesundheitswelt Chiemgau AG als Muttergesellschaft des Konzerns wurde im Berichtsjahr 2023 durch den Vorstand Dipl.-Kfm. Dietolf Hämel vertreten und fungiert in erster Linie als Holding und Immobilien-Holding für die insgesamt sechs Tochtergesellschaften. Des Weiteren ist sie auch als Eigentümerin zuständig für die Heilwasser-Bohrungen II und III in Bad Endorf. In der Holding sind zentrale Dienstleistungen wie z.B. das Finanzwesen, das Personalwesen, die IT und das Marketing & Kommunikation gebündelt. Aus den Vorgaben der einzelnen Tochtergesellschaften, die sich aus den verschiedenen strategischen Herausforderungen ergeben, leiten sich dort eigene Funktionalstrategien ab. 1.3 Geschäftstätigkeit1.3.1 Geschäftsbereich MedizinZum Geschäftsbereich Medizin der Gesundheitswelt Chiemgau AG gehören die Simssee Klinik GmbH mit dem Ambulanten Rehazentrum Bad Endorf und dem Zentrum für Sport- und Rehabilitationsdiagnostik, die Klinik St. Irmingard GmbH, die Klinik ChiemseeWinkel Seebruck GmbH sowie die Ambulantes Rehazentrum Rosenheim GmbH. Die Simssee Klinik ist eine Fachklinik mit 428 Betten und sowohl im Segment der medizinischen Rehabilitation als auch im Akutkrankenhausbereich tätig. Das Leistungsspektrum der Simssee Klinik stellt sich wie folgt dar: • Klinik für Orthopädische Akut-Medizin mit dem Zentrum für Konservative Akut-Orthopädie und Manuelle Medizin sowie dem Zentrum für Unfallchirurgisch-Orthopädische Frührehabilitation sowie dem Schmerzzentrum u.a. mit der Multimodalen Schmerztherapie • Klinik für Orthopädisch-Unfallchirurgische Rehabilitation • Klinik für Geriatrische Rehabilitation mit Mobiler Geriatrischer Rehabilitation • Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Die Klinik St. Irmingard als weitere Fachklinik innerhalb des Unternehmensverbundes ist mit einer Anzahl von derzeit 236 Betten in folgenden medizinischen Fachbereichen positioniert: • Klinik für Onkologische Rehabilitation • Klinik für Kardiologische Rehabilitation • Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie • Klinik für Psychotraumatologie Die Klinik ChiemseeWinkel in Seebruck ist eine Privatklinik für stationäre Akutkrankenhausbehandlung im Fachbereich Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Die beiden ambulanten Rehazentren in Bad Endorf und Rosenheim runden mit ambulanten orthopädischen, zum Teil auch neurologischen Angeboten das medizinische Leistungsspektrum ab. Dabei sind dort alle möglichen Kostenträgerzulassungen gegeben. 1.3.2 Geschäftsbereich TouristikDie Gesundheitswelt Chiemgau ist im Geschäftsbereich Touristik mit der Chiemgau Thermen GmbH sowie der Ströbinger Hof GmbH vertreten. Die beiden Unternehmen arbeiten eng zusammen und können dadurch unseres Erachtens attraktive Pakete anbieten. Gemäß dem Leitbild der GWC AG rücken wir dabei die Erhaltung der Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Gäste in den Vordergrund. 1971 erfolgte die Zulassung für medizinische Bäder durch den Verband der Angestellten-Krankenkassen. Am 17.12.1987 erhielt der Markt Bad Endorf den Titel „Heilbad“ durch das Bayerische Staatsministerium des Inneren. Ab diesem Zeitpunkt darf sich der Ort „Bad Endorf“ nennen. Seither sehen sich die Chiemgau Thermen als das touristische Aushängeschild von Bad Endorf und der Region. Das ortsgebundene Heilmittel wird aus zwei konzerneigenen Thermalsolequellen gefördert und anschließend für die Nutzung in den Thermenbecken aufbereitet. Dieses Heilwasser ist die Basis des umfassenden Angebots für Erholungs- und Gesundheitsurlaub in der Region. Die Zielgruppen sind neben Tagesgästen aus Oberbayern Touristen aus ganz Deutschland. Das Thermenhotel Ströbinger Hof ist ein 4-Sterne-Hotel. Einer der entscheidenden Wettbewerbsvorteile des Thermenhotels Ströbinger Hof ist die Nähe zu den Chiemgau Thermen, die über einen beheizten Bademantel-Gang wettergeschützt vom Hotel aus zu erreichen sind. Abgerundet werden die Aktivitäten im Geschäftsbereich Touristik durch die Gesundheitsakademie Chiemgau, die als Profit-Center arbeitet. Hier werden Leistungen aus den Geschäftsfeldern Touristik und Medizin gebündelt und vermarktet. Im Fokus stehen dabei Dienstleistungen rund um das Thema betriebliche Gesundheitsförderung, wie z. B. medizinische Prävention und Fitness-Checks, und individuell auf die Bedürfnisse von Unternehmen gestaltete Seminare, die in Präsenz und online angeboten werden. Neben den Seminarangeboten wurde das im Vorjahr betretene Geschäftsfeld der Gesundheitsakademie für Führungskräfte in 2023 weiterentwickelt. 2 Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDie deutsche Wirtschaft erfuhr in 2023 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt = BIP) um 0,3% (preisbereinigt) gegenüber dem Vorjahr. Maßgeblich verantwortlich dafür waren die globalen Krisen, die auf allen Ebenen zu weiterhin hohen Preisen und damit zu einer Dämpfung der Konjunktur führten. Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 hat sich das BIP 2023 zwar um 0,7% erhöht, von einer anhaltenden Erholung der deutschen Wirtschaft nach 2020 kann - laut Statistischem Bundesamt - aber nicht gesprochen werden. Gestützt wurde die deutsche Wirtschaft dabei insbesondere von den Dienstleistungsbereichen, aber auch der Arbeitsmarkt zeigte sich stabil, insbesondere die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte, aber auch die zunehmende Beteiligung inländischer Arbeitskräfte am Arbeitsmarkt führte zu einem Abfedern des demografischen Wandels.[1] Die oben genannten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen wirkten sich dabei mittel- und unmittelbar herausfordernd auf die wirtschaftliche Situation der Gesundheitswelt Chiemgau in 2023 aus. In den folgenden Ausführungen werden weitere wesentliche Entwicklungen sowie Herausforderungen in den für uns relevanten Branchen und Märkten dargestellt. 2.1.1 Branchenentwicklung im AkutkrankenhausmarktWie bereits 2022 stand auch das Jahr 2023 im Krankenhaus im Zeichen der Themen Covid-Pandemie und Krankenhausreform. Wie bereits im Jahr zuvor, flachte die Dynamik der Pandemie weiter ab. Im Lauf des ersten Halbjahres konnten die meisten Schutzmaßnahmen wieder zurückgefahren werden. Besonders die Verpflichtung zum Tragen von Schutzmasken wurde aufgehoben, zum großen Teil auch in den meisten Bereichen der Krankenhäuser. Dennoch kam es immer wieder zum Auftreten kleinerer Infektionswellen. Dies führte nach unseren Erfahrungen in der Krankenhauslandschaft aber immer wieder zu erheblichen Problemen durch hohe Krankenstände mit Personalausfällen, was teilweise Stationsschließungen erforderlich machte. Es kam aber auch zu Fallzahlrückgang und verschärftem Personalmangel, auch durch Abwanderung in andere wirtschaftliche Bereiche. Insgesamt zeigten die Indikatoren eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation, verschärft durch Inflation und hohe Energiekosten. 2.1.2 Branchenentwicklung im RehabilitationsmarktDie Ausführungen des letztjährigen Geschäftsberichts können auch weiterhin in vollem Umfang für den Status Quo und die Entwicklung des Rehabilitationsmarkt herangezogen werden. Wie der Bundesverband Deutscher Privatkliniken BDPK berichtet, ist jede vierte deutsche Reha-Klinik von Insolvenz bedroht. Mehr als die Hälfte der Kliniken beurteilen ihre wirtschaftliche Lage als schwierig. Einige mussten bereits Insolvenz anmelden und sogar den Betrieb einstellen. Die Auslöser dieser Krise sind vielfältig und bekannt. Dabei spielt die überproportional hohe Inflation der letzten Jahre eine entscheidende Rolle. Steigende Energiepreise sowie Preissteigerungen in nahezu allen Sachkostenbereichen bedeuten für die Reha-Kliniken ein schwerwiegendes Problem. Vor allem deshalb auch, da die Regulatorik mit den starren Vergütungsmechanismen dazu führt, dass die Kliniken diese Kosten nicht kurzfristig weitergeben können. Anders als in anderen Branchen dürfen Rehaeinrichtungen ihre Vergütungssätze nicht an die Preisentwicklung anpassen, da diese für ein Jahr gelten und es außerhalb der festgelegten Termine keine Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern gibt. Als weiterer entscheidender Auslöser für die wirtschaftliche Schieflage vieler Reha-Kliniken ist der ebenfalls bekannte Personalmangel sowie die deutlich notwendigen Personalkostensteigerungen. Unsere Erfahrungswerte zeigen, dass der „Wettkampf“ um entsprechendes Personal immer größer wird. Dabei konkurrieren die unterfinanzierten Reha-Kliniken mit dem Akut-Krankenhaussektor, den Pflegeheimen, aber gerade auch im Bereich der Berufsgruppen der Therapie wie z.B. der Physiotherapie, mit der Vielzahl niedergelassener Heilmittelpraxen. Auch die Corona-Pandemie hat bei vielen Reha-Kliniken in Deutschland schwerwiegende finanzielle Folgen und Nachwirkungen verursacht. Belastungen wie höhere Kosten sowie Einnahmeausfälle durch zum Teil massiv zurückgegangenen Belegungszahlen, teilweise um bis zu 40%, die sich auch heute bei vielen Einrichtungen weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau befinden, spielen hier eine wesentliche Rolle. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat in den Jahren 2020 und 2021 für Reha und Vorsorge rund eine Milliarde weniger ausgegeben als im Jahr 2019, die Deutsche Rentenversicherung (DRV) schätzungsweise 500 Mio. Euro weniger. Gleichzeitig werden Kliniken mit der Rückforderung von SodEG-Zuschüssen aus der Corona-Zeit durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) konfrontiert.[2] Neben den gerade dargestellten problematischen wirtschaftlichen Entwicklungen in der Reha-Branche, stehen vor allem folgende weitere Themen im Fokus: Durch das gesetzgeberische Eingreifen in Form des Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPReG) sowie des Transparenzgesetz für die Rehabilitation der Rentenversicherung (Trio-Gesetz), wird es perspektivisch Änderungen in der Vergütungssystematik hin zu immer stärker deutschlandweit einheitlichen Pflegesätzen geben. Die verbindlichen Entscheidungen der Deutschen Rentenversicherung DRV zu Zulassung, Belegungsvertrag, qualitätsorientierter Belegungssteuerung - unter anderem auch mit Berücksichtigung eines Public Reportings - und zu einer neuen Vergütungslogik gelten seit dem 01. Juli 2023 und wirken in vollem Umfang spätestens zum 01. Januar 2026. 2.1.3 Branchenentwicklung im ThermenmarktEuropas Freizeitbäder und Thermen befinden sich im Post-Corona-Aufwind: Dies ergibt sich aus einer Untersuchung der European Waterpark Association, dem in Nürnberg ansässigen Qualitätsverband der Freizeitbäder und Thermen. 89,2 Prozent der befragten Bäder konnten einen Besucherzuwachs im Vergleich zu 2022 feststellen. 81,1 Prozent sprechen sogar von 5 Prozent und mehr. Hinsichtlich des Umsatzes ergab sich sogar noch ein besseres Bild, hier berichteten über 86 Prozent der Teilnehmer der Befragung von einem Umsatzplus von über 5 Prozent. Die Einschränkungen der Schwimm- und Bademöglichkeiten während der Pandemie schärften offensichtlich bei vielen Gästen den Blick auf die Bedeutung gesundheitsbewusster Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in den Freizeitbädern und Thermen. Dadurch bedingt akzeptierten viele Gäste auch die teilweise deutlichen Preiserhöhungen in 2023, die durch die Betreiber mit stark steigenden Energiekosten durch den Ukraine-Krieg und die unerwartet hohe Inflation nachvollziehbar begründet werden konnten. Ein ähnliches Bild zeichnet auch die Fachzeitschrift „Bäderportal“ in einer ersten Erhebung zur Freibadsaison aus dem Oktober 2023. Über das wetterbedingte Nord-Süd-Gefälle hinaus, bei dem im Norden insbesondere in den Ferien häufigere Regenperioden zu verzeichnen waren, bilanzieren die meisten Bäder ihre Besucherzahlen zufrieden, aber nicht euphorisch. 2.1.4 Branchenentwicklung im deutschen FitnessmarktDie Fitness- und Gesundheitsanlagen zählen mit zu den wichtigsten Akteuren für eine flächendeckende bewegungsbezogene Netzwerkstruktur in Deutschland. Bereits im Januar 2023 stellte die Deloitte-Studie EuropeActive [3]Konsumentenbefragung in einer Erhebung in 19 europäischen Ländern fest, dass sich die Trainingshäufigkeit der Fitnesstreibenden wieder auf dem Niveau vor der Pandemie befindet. Die deutlichen Erholungstendenzen nach der überstandenen Krise spiegeln sich deutlich in der Entwicklung 2022 nieder, wie der Deloitte-Studie zum deutschen Fitnessmarkt 2023 zu entnehmen ist. Entgegen den Erwartungen im letzten Pandemie-Jahr und mit Beginn des Ukraine-Krieges konnte sich der deutsche, aber auch der gesamteuropäische Markt deutlich schneller erholen als angenommen. Der deutsche Fitnessmarkt insgesamt verzeichnete aber laut Deloitte zum Jahreswechsel 2022/2023 einen Umsatzzuwachs und befand sich mit dem Gesamtergebnis auf einem Niveau von knapp 90 Prozent gegenüber 2019. Hierbei behaupteten sich die nicht kettengebundenen Einzelstudios mit einem Marktanteil von 48 Prozent bezogen auf die Gesamtzahl der Studios weitgehend auf dem Level der Vorjahre. Diese positive Entwicklung bestätigte die Studie des Fachverlages fitness MANAGMENT[4], die zum 30.06.2023 einen Zuwachs der Mitglieder von insgesamt 400.000 auf 10,7 Millionen Nutzer feststellte. 34 Prozent aller Anlagen - darunter das Promoveo - haben damit bereits wieder das Vorkrisenlevel erreicht. 13 Prozent der deutschen Bevölkerung sind aufgrund dieser Erhebung Mitglied in einem Fitnessstudio. Damit behauptet Fitness seine Stellung als mitgliederstärkste Sportart in Deutschland, auch wenn die Gesamtmitgliederzahl immer noch ca. 1 Million unter dem Niveau von 2019 liegt. Trotz dieser insgesamt positiven Zahlen ist in der Branche aber auch eine klare Zweiteilung zu erkennen: Während 41 Prozent der Betreiber ihre aktuelle wirtschaftliche Lage zum 30. Juni 2023 als positiv bezeichnen, sehen sich dagegen 40 Prozent in einer eher schwierigen Situation, die durch die Spätfolgen der Pandemie, aber ebenso durch deutlich gesteigerte Betriebskosten aufgrund der Energiepreise und der Inflation ausgelöst wurde. 2.1.5 Branchenentwicklung im HotelleriemarktIm Jahr 2023 belasteten mehrere Sondereffekte die Wirtschaft und natürlich auch die Hotellerie: der Krieg in der Ukraine, die hohe Inflation und der Arbeitskräftemangel. Anfang Januar 2024 kommt dazu, dass Gastronomie-Umsätze wieder mit 19 statt 7 Prozent besteuert werden. Bei einem Vollhotel macht der Gastroumsatz in Abhängigkeit vom Betriebskonzept nach unserer Einschätzung bis zu 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus, was das Ausmaß der Zusatzbelastung verdeutlicht. 2.2 Geschäftsverlauf
Die für den Konzern bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren stellen die Umsatzerlöse sowie das Konzernbetriebsergebnis (EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern) dar. Der Konzern-Umsatz der Gesundheitswelt Chiemgau AG hat sich im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr weiter erholt und konnte um 10,2% auf TEUR 72.655 gesteigert werden. Das Betriebsergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 5.025,3 auf TEUR 4.703,3 gesunken von. Die Auslastungsraten in den Kliniken konnten deutlich gesteigert werden. Vor dem Hintergrund des in 2023 herrschenden und weiterhin andauernden Fachkräftemangels ist dies ganz besonders wertzuschätzen. Die Leistungszahlen in der Touristik sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,3% leicht gesunken. Neben der weiterhin erneuten signifikanten Anpassung unserer hausindividuellen Entgeltstruktur im Klinikbereich wollen wir unsere Verantwortung als Arbeitgeber durch die Zahlung eines Bonus im Frühjahr sowie einer für im Frühsommer 2024 geplanten Inflationsausgleichsprämie auch monetär wahrnehmen. Das Konzern-EBIT ist aufgrund der inflationären Kostensteigerungen und insbesondere der Personalkostensteigerungen um TEUR 322,0 auf TEUR 4.703,3 gesunken. 2.2.1 Klinik St. Irmingard GmbHDie Klinik St. Irmingard konnte auch im Jahr 2023 ein stabiles sowie positives Jahresergebnis erreichen. Mit einer Auslastung von 96,7 Prozent im Jahresdurchschnitt (Vj. 93,8%) bei regelhaft parallel bestehenden Wartelisten in allen vier Indikationen - der Onkologie, der Kardiologie, der Psychosomatik sowie der Psychotraumatologie - kann rückblickend von einer nahezu Vollauslastung gesprochen werden. Den wesentlichen Anteil am Erfolg der Klinik haben weiterhin unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um den für uns wertvollen Beitrag auch weiterhin finanziell angemessen zu honorieren, haben wir im abgelaufenen Jahr die betriebliche Entgeltordnung gemeinsam mit dem Betriebsrat grundlegend überarbeitet. So wurde die Entgelttabelle an den Tarifvertrag angelehnt, es wurde eine Inflationsausgleichsprämie gezahlt sowie auch der Urlaubsanspruch an den Wettbewerb angeglichen. Die Vereinbarung sieht eine Laufzeit bis 31.12.2024 vor und beinhaltet weiter Anpassungsschritte im Jahr 2024, etwa eine weitere Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie sowie eine weitere Anpassung der Urlaubsansprüche. Besonders freut uns, dass wir in 2023 von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als „TOP Company“ ausgezeichnet wurden und die hohe Wertschätzung gegenüber unserem Team wechselseitig wahrgenommen wird. Auch in 2024 wurde die Auszeichnung zwischenzeitlich durch die Bewertungsplattform kununu erneut verliehen. Mit Herrn Dr. Esmaty konnte in 2023 ein Nachfolger für die Chefarztfunktion in der Onkologie gewonnen werden. Herr Dr. Esmaty bringt wichtige Erfahrung in seinem Fachgebiet mit, die er zuletzt als Standortleiter in einem großen Akutversorger in München eingebracht hat. Im Bereich der Sachkosten war das abgelaufene Jahr weiterhin stark durch die Inflationsbelastungen geprägt. Auch wenn die Dynamik der Preisentwicklung zum Jahresende ein Stück nachgelassen hat, so sind die Kostenbelastungen auch in 2023 von einem hohen Ausgangswert zu Jahresbeginn weiter gestiegen. Somit war und bleibt ein gutes Kostenmanagement gefordert. 2.2.2 Simssee Klinik GmbHDer sehr gute Ruf der Simssee Klinik zeigt sich auch im Berichtsjahr 2023 wieder in vielen direkten positiven Rückmeldungen im Klinikalltag, dem Einzugsgebiet, den Ergebnissen der Qualitätssicherungsdaten und einer sehr hohen Gesamtbelegungsquote von 89,2 %. Auch in 2023 konnten wir Auswirkungen der Corona-Pandemie, den zunehmenden Fachkräftemangel und die immer schwieriger werden Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems gut meistern. Dank unserer engagierten und qualifizierten Mitarbeitenden haben wir es auch unter diesen Rahmenbedingungen wieder geschafft, eine nach unserer Ansicht hohe Behandlungsqualität sicherzustellen. Um in diesem Marktumfeld als Arbeitgeber weiter attraktiv zu sein, legen wir einen hohen Stellenwert auf die Themen Mitarbeiterorientierung, Arbeitsatmosphäre, Arbeitsbedingungen und Weiterqualifizierung. Im Jahr 2023 wurde diesbezüglich auch eine neue Betriebsvereinbarung zur Eingruppierung und Vergütung erarbeitet. Auf dieser Grundlage wurden dann zum Dezember 2023 umfangreiche Vergütungsanpassungen für die Mitarbeitenden umgesetzt. Um dem kontinuierlich steigenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, agieren wir seit dem Berichtsjahr verstärkt in der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte in den Bereichen Pflege und Physiotherapie. Aufgrund der veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz IPReG konnten wir die Personalkostensteigerungen angemessener als noch in der Vergangenheit refinanziert bekommen. Weiterhin problematisch entwickelt sich allerdings die nicht angemessen gegenfinanzierte Lücke der überproportional steigenden Sachkosten und insbesondere dem Einsatz von Zeitarbeitskräften. Aufgrund des Personalkräftemangels ist eine hohe Belegung und die angemessene Patientenversorgung derzeit leider nur mit dem Einsatz von Zeitarbeitskräften realisierbar. Die Klinik für Orthopädisch-Unfallchirurgische Rehabilitation verzeichnet nach den Corona-Jahren im Berichtsjahr 2023 wieder eine deutlich verbesserte Belegungssituation. Auf das Gesamtjahr bezogen lag die Belegung bei ca. 90%. Diese Belegung ist das Ergebnis der nachhaltig guten Versorgungs- und Betreuungsqualität und spiegelt die Zufriedenheit von Patienten und Einweisern. Auch spielt das versierte Handling meldepflichtiger Infektionen wie Corona oder Influenza im Klinikalltag nach wie vor eine wichtige Rolle und bedingt einen erhöhten Organisations- und Personalaufwand. Unser neues Versorgungskonzept für die DRV zur Durchführung von MBOR (Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation) konnten wir im Jahr 2023 weiter in der Praxis etablieren und Patienten in besonderen beruflichen Problemlagen kompetent versorgen. Auch die Belegung in der Klinik für Geriatrische Rehabilitation lag mit ca. 90% im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahr (82%). Die Patienten der Geriatrischen Rehabilitation benötigten als Hoch-Risikogruppe weiterhin noch ein besonders hohes Maß an Schutzmaßnamen. Herausfordernd gerade im geriatrischen Setting stellen kurzfristige Belegungsschwankungen dar. Diese ergeben sich zum einen aufgrund des Schweregrads der geriatrischen Patienten, die zum Zeitpunkt der geplanten Aufnahme immer häufiger aus medizinischen Gründen nicht wie geplant aus dem Akutkrankenhaus verlegt werden können. Zum anderen spielen auch hier immer noch evtl. notwendige Isolationen und Verlegungen eine Rolle. Die Verantwortung für die weitere Ausrichtung der Klinik hat zum August 2023 Herr Dr. Gerhard Meier übernommen, den wir als neuen Chefarzt für unsere Geriatrie gewinnen konnten. In der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie lagen die Schwerpunkte in den letzten Jahren auf der Umsetzung der Anforderungen aus dem Abrechnungssystem PEPP und der Schärfung der inhaltlichen Leistungsangebote. Der im Jahr 2022 eingeleitete konzernübergreifende Strategieprozesses zur Weiterentwicklung des psychosomatischen Leistungsangebotes wurde in 2023 weitergeführt. Zu den strategisch bedeutsamen Themen „Personal“, „Schwerpunkte im Leistungsspektrum“ und „Außendarstellung“ wurden Maßnahmen und Projekte priorisiert und vorangetrieben. Die Belegungssituation hat sich in 2023 auch in der Psychosomatik wieder stabilisiert und lag im Berichtsjahr bei 93,8% nach 84,2% im Vorjahr. In der Klinik für Orthopädische Akut-Medizin wird mit dem Leistungsangebot der Frührehabilitation, dem speziellen ANOA-Konzept und der Multimodalen Schmerztherapie ein wichtiger Beitrag zur Versorgung orthopädisch-unfallchirurgischer Patienten geleistet. Auch in dieser Abteilung lag das Belegungsniveau mit 72% wieder auf einem höheren Niveau als im Vorjahr (63%). Die seit Anfang 2022 hier geltende Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung stellt eine große Herausforderung dar, insbesondere, da die gesetzlichen Vorgaben nicht zwischen der Versorgung konservativer orthopädischer Schmerzpatienten und klassischen chirurgisch-operativen Patienten unterscheiden. Dies erschwert unseren Alltag deutlich, da wir das gesetzlich geforderte Niveau der Vorhaltung von Pflegekräften sicherstellen müssen, obwohl der Schwerpunkt bei der Versorgung dieser Patienten deutlich mehr auf der Therapie und weniger auf der Pflege liegt. Wie in den vergangenen Jahren wurden auch im Berichtsjahr 2023 wieder viele Maßnahmen zur Instandhaltung und Weiterentwicklung der Infrastruktur realisiert. Allerdings führten insbesondere die langen Wartezeiten bei Handwerksbetrieben dazu, dass nicht alle in 2023 geplanten Maßnahmen umgesetzt werden konnten und somit in 2024 verschoben werden mussten. Die wirtschaftliche Entwicklung der Simssee Klinik GmbH kann letztendlich trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem rückblickend auf das Berichtsjahr 2023 als gut bezeichnet werden. 2.2.3 Ambulantes Rehazentrum Bad EndorfDie Entwicklung im Ambulanten Rehazentrum der Simssee Klinik in Bad Endorf wurde leider auch im Berichtsjahr 2023 sehr stark durch den Fachkräftemangel geprägt. Es zeigte sich sehr deutlich, dass der Wettbewerb am Arbeitsmarkt insbesondere auch im Bereich der Physiotherapie immer härter wird, so dass der Stellenplan nicht wie geplant besetzt werden konnte. Da insbesondere die offenen Physiotherapie-Stellen direkte Auswirkungen auf die Erlössituation haben, lagen die Erlöse im Jahr 2023 deutlich unter unseren Erwartungen. Zur Gegensteuerung wurden Einsparpotenziale - soweit möglich - und eine erneute Vergütungsanpassung realisiert. Des Weiteren wurden die Konzepte zur Personalakquise weiter intensiviert und neue Maßnahmen zur Verbesserung unserer Stellung auf dem Arbeitsmarkt eingeleitet. Wichtiger Bestandteil der Personalakquise ist auch ein konzernübergreifendes Projekt zur Akquise ausländischer Fachkräfte in den Bereichen Pflege und Physiotherapie. Zum Jahresstart 2023 konnte zudem die Umstellung der zentralen Verwaltungssoftware auf mediWORKS der Firma Meditec GmbH realisiert werden. Die Software bildet nun die Grundlage für die zukunftsfähige Weiterentwicklung unserer Prozesse. 2.2.4 Ambulantes Rehazentrum Rosenheim GmbHAuch im Ambulanten Rehazentrum in Rosenheim wurde das Berichtsjahr 2023 stark durch Fachkräftemangel und die Bestrebungen zur Auslastung der in 2021 genehmigten zusätzlichen 20 Behandlungsplätze geprägt. Trotz der zentralen Lage im Zentrum von Rosenheim zeigte sich auch hier sehr deutlich, dass der Wettbewerb am Arbeitsmarkt im Bereich der Physiotherapie immer härter wird, so dass der Stellenplan nicht wie geplant besetzt werden konnte. Aufgrund der nicht besetzten Physiotherapie-Stellen lagen auch hier die Erlöse im Jahr 2023 deutlich unter unseren Erwartungen. Zur Gegensteuerung wurden Einsparpotenziale weitestgehend genutzt und eine erneute Vergütungsanpassung realisiert. Auch hier wurden die Konzepte zur Personalakquise marktgerecht aktualisiert und intensiviert. Wichtiger Bestandteil der Personalakquise ist auch hier das konzernübergreifendes Projekt zur Akquise ausländischer Fachkräfte in den Bereichen Pflege und Physiotherapie. Wie im Ambulanten Rehazentrum Bad Endorf ist seit Anfang 2023 die zentrale Verwaltungssoftware auf mediWORKS der Firma Meditec GmbH im Einsatz. 2.2.5 Klinik ChiemseeWinkel Seebruck GmbHDas Jahr 2023 konnte auch in unserer Klinik ChiemseeWinkel erfolgreich abgeschlossen werden. Mit einer Auslastung von 83,2 Prozent (VJ 83,8%) konnten die 50 Betten der Privatklinik für psychosomatische Medizin erneut auf einem sehr guten Niveau ausgelastet werden. Somit hat sich die positive Entwicklung aus dem Vorjahr verstetigt und die Klinik sich seit der Gründung 2017 fest am Markt etabliert. Im Rahmen der Angleichung der Vergütung an die Schwesterklinik in Prien, konnten wir die Entlohnung der Mitarbeitenden in 2023 auch in der Klinik ChiemseeWinkel an das Tarifniveau anlehnen. Auch die weiteren Bausteine, wie die Inflationsausgleichsprämie oder die Anpassung der Urlaubstage, wurden übernommen. Ebenso parallel waren die Herausforderungen, mit den steigenden Preisen und der allgemeinen Inflationsdynamik umzugehen. Ein klares und stringentes Kostenmanagement war daher auch in unserer Privatklinik unerlässlich. Wir verstehen das Jahr 2023 somit als Jahr einer gewissen Konsolidierung auf einem hohen Erfolgsniveau der Klinik und sehen der weiteren Entwicklung in den kommenden Jahren positiv entgegen. 2.2.6 Gesundheitsakademie ChiemgauIm Jahr 2023 konnte die Gesundheitsakademie Chiemgau als Profitcenter der GWC AG im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung ihren Erfolgskurs weiter ausbauen. Der Geschäftsbereich konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 21% steigern. Dieser entfiel zu 72% auf die verschiedenen Fortbildungsangebote (davon 39% im Onlineformat), zu 23% auf Gruppenbuchungen und zu 5% auf Medical Check-Ups. 2.2.7 Chiemgau Thermen GmbHDie Chiemgau Thermen blicken 2023 auf ein erfolgreiches und gleichzeitig das erste Jahr im kompletten Normalbetrieb nach Beendigung der Corona-Pandemie zurück. Signifikant war, dass die Gesamtbesucherzahl der Chiemgau Thermen das Level von 2019 fast erreicht hat, während die Umsätze gegenüber der Vor-Pandemiezeit sogar übertroffen werden konnten. Zum ersten Mal in der Geschichte der Chiemgau Thermen überstieg der Gesamtumsatz die 7 Millionen Grenze und dies sogar deutlich, so dass am Jahresende 7,5 Millionen Euro erlöst wurden. Im Zusammenspiel aller Profitcenter konnte das Betriebsergebnis deutlich im Vergleich zum Vorjahr verbessert werden. Dass sich das Betriebsergebnis letztlich trotzdem defizitär gestaltete, war der hohen Inflation und den damit in Zusammenhang stehenden höheren Lieferantenkosten und den deutlich gestiegenen Personalkosten geschuldet. Die Energiekosten konnten durch im Berichtsjahr noch gültiger, preislich im Vergleich zur allgemeinen Marktlage „günstiger Altverträge“ sowie Optimierungen in den Prozessabläufen und der exakten Steuerung der genutzten Ressourcen Gas, Öl, Fernwärme und Blockheizkraftwerk sowie einer Reihe von energiesparenden Maßnahmen im Rahmen gehalten werden. Positiv auf das Ergebnis der Chiemgau Thermen wirkte sich der spürbare Anstieg des Deutschlandtourismus und das Rekordergebnis des Thermenhotels Ströbinger Hof aus. Die Chiemgau Thermen GmbH hat auch in 2023 in enger Zusammenarbeit mit dem Ströbinger Hof den deutlichen Gästezuwachs in der Region Chiemgau genutzt, um das Jahresergebnis 2023 erfolgreich für den Geschäftsbereich Touristik der GWC zu gestalten. Das PROMOVEO Fitnesszentrum blickt ebenfalls auf eine deutliche Mitglieder- und Umsatzsteigerung in 2023 zurück. 2.2.8 Ströbinger Hof GmbH2023 war ein erfolgreiches Jahr für das Thermenhotel Ströbinger Hof. Mit einer Auslastung von 70,9 Prozent erwirtschaftete das 61-Zimmer Hotel ein positives Betriebsergebnis von TEUR 350,7 (VJ 499T€). Der Logis-Durchschnittspreis konnte um über 10% auf 109 Euro netto gesteigert werden. Durch ein systematisches Monitoring konnten die massiven Kostensteigerungen abgemildert werden. Ende des Jahres 2023 wurde damit begonnen, alle noch im Fremdbesitz befundenen Zimmereinheiten zu übernehmen. Die Immobilie Ströbinger Hof befindet sich damit ab 01.01.2024 zu 100 Prozent im Eigentum der GWC AG. 2.2.9 Gesundheitswelt Chiemgau AG (Holding)Die Gesundheitswelt Chiemgau AG als Muttergesellschaft des Konzerns fungiert in erster Linie als Management-Holding für die insgesamt sechs Tochtergesellschaften. Sie betreibt zudem als eigenes marktorientiertes Profit-Center die Gesundheitsakademie Chiemgau. Des Weiteren ist sie Eigentümerin der Immobilien für den Betrieb der Tochtergesellschaften am Standort Bad Endorf sowie auch der Heilwasser-Bohrungen II und III in Bad Endorf. In der Holding sind operative und strategische Dienstleistungen wie z.B. das Finanzwesen, das Personalwesen, die Unternehmensentwicklung und das Projektmanagement, das IT-Management, das Marketing & Kommunikation und der Einkauf für die Tochtergesellschaften zentral gebündelt. Der Bereich Finanzen und Controlling spielt für die Steuerung des Konzerns eine entscheidende Rolle. Neben der wirtschaftlichen Steuerung des operativen Jahresgeschäfts, war die Arbeit geprägt von umfangreichen wirtschaftlichen Bewertungen strategischer Projekte, insbesondere dem Erweiterungsprojekt des Thermenhotels Ströbinger Hof. Hierzu gehört auch die vielseitige Auseinandersetzung mit einer entsprechenden Finanzierung bzw. entsprechenden Finanzierungspartnern. Auch eine optimale Anlagenstrategie eigener erwirtschafteter Finanzmittel, die nicht sofort für die Umsetzung der Strategie genutzt werden, war wichtige Aufgabe im Berichtszeitraum. Personal ist stärker denn je der entscheidende Erfolgsfaktor in der Zukunft. Personalbindung und Personalneugewinnung stehen hier gleichermaßen im Fokus. Die Schwerpunktarbeit in diesem Bereich lag auch in 2023 in der weiteren Forcierung der GWC-Personalstrategie. Sicher ein Dauerthema für die nächsten vielen Jahre. Die weitere Professionalisierung und proaktive Gestaltung des Recruitings wurde weiter vorangetrieben. Innerhalb der Auslandsrecruitingstrategie wurden im Bereich Pflege und Physiotherapie entscheidende Weichen in Form der Auswahl ausländischer neuer Mitarbeitender, der sprachlichen Qualifizierung dieser, dem Start der entsprechenden Anerkennungsprozesse sowie dem Aufbau eigener Integrationsbeauftragter gestellt. In 2023 konnten die ersten beiden Mitarbeitenden integriert werden. Im Laufe des Jahres 2024 sollen letztendlich über 20 neue ausländische Kräfte unsere Teams vor Ort unterstützen und stärken. Ein weiteres Fokus-Thema lag in der Neugestaltung bzw. „Attraktivierung“ der anstellungsvertraglichen Regelungen im Konzern. Ergebnisse sind zum einen im Geschäftsbereich Medizin eine gegenüber Status Quo überproportionale Anpassung der internen Vergütungsmatrix, stark angelehnt an das Tarifwerk des VPKA Bayern (Verband der Privaten Krankenanstalten), die Ausnutzung der möglichen steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichszahlungen für die Mitarbeitenden als Ergebnis, ein konzernweit einheitlicher Anspruch auf 30 Urlaubstage wie auch die Einführung eines neuen Jubiläumskonzeptes zur stärkeren Berücksichtigung einer gelebten Loyalität zur GWC AG sowie in der Zukunft auch die Einführung einer festen Weihnachtsgeldzahlung. Um für die Zukunft auch in der digitalen Außendarstellung der Gesundheitswelt Chiemgau AG gerüstet zu sein, hat die Holding im zentral organisierten Bereich Marketing & Kommunikation für die einzelnen Gesellschaften im Berichtsjahr in einen neuen, modernen Websiteauftritt investiert. Die Grundlage stellt ein neues Content-Management-System dar und ein entsprechender technischer Relaunch. In 2023 wurden auf dieser Basis bereits die GWC-Website sowie die Websites des Geschäftsbereichs Touristik vollständig neu konzipiert und online gestellt. In 2024 wird dies dann auch für die Unternehmen des Geschäftsbereichs Medizin umgesetzt. Seit einigen Jahren steuert die GWC-Holding in einer eigens aufgebauten Abteilung das Thema der konzernweiten Energieversorgung. Geleitet wird dieser Bereich von den Grundsätzen der Verringerung des Energieverbrauchs sowie von einer effizienteren Energieversorgung für die Zukunft. In 2023 lagen die Schwerpunkte in der weiteren Verbesserung der Nutzung bestehenden Energieversorgungsmöglichkeiten am Standort Bad Endorf sowie vor allem auch an diversen Vorplanungsarbeiten. Dieser Holdingbereich hat in 2023 auch wichtig mit dazu beigetragen, strategische Projekte der GWC AG wie z.B. die Erweiterung des Ströbinger Hof, die Sanierung der Bohrung Endorf II oder auch Konzepte aus der Strategie des Geschäftsbereichs Medizin voranzubringen. Speziell im Kontext der notwendigen Sanierung der Bohrung II - diese Maßnahme wird vom Freistaat Bayern mit einer Summe von max. Mio. EUR 3,6 gefördert - wurde im Berichtszeitraum die Ingenieurleistung vergeben, die Umsetzungsplanung in Folge detailliert sowie die Ausschreibung für die ausführende Bohrungsleistung vorgenommen. Nach aktuellem Stand ist bis Ende des Jahres 2024 die Realisierung der Sanierungsmaßnahme geplant. 3 Ertrags-, Vermögens- und FinanzlageDer Konzern Gesundheitswelt Chiemgau besteht aus der Muttergesellschaft GWC AG und den 100%igen Tochtergesellschaften Simssee Klinik GmbH, Klinik St. Irmingard GmbH, Klinik ChiemseeWinkel Seebruck GmbH, Chiemgau Thermen GmbH, Ströbinger Hof GmbH sowie der Ambulantes Rehazentrum Rosenheim GmbH, deren Anteile von der Simssee Klinik GmbH gehalten werden. Bei den folgenden tabellarischen Darstellungen kann es zu rundungsbedingten Abweichungen kommen. 3.1 Geschäftsverlauf des Konzerns im ÜberblickDer Konzern-Umsatz der Gesundheitswelt Chiemgau AG hat sich im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Der Konzernumsatz konnte um 10,2% auf TEUR 72.655,0 gesteigert werden. Dagegen ist das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 5.025,3 auf TEUR 4.703,3 gesunken. 3.2 Vergleich der im Vorjahr berichteten Prognose mit der tatsächlichen GeschäftsentwicklungDer Prognosebericht des Lageberichts 2022 war auf Grundlage der unklaren geopolitischen Entwicklungen geprägt von Unsicherheiten auf mögliche Entwicklungen der Ertrags- und Aufwandsbereiche. Grundsätzlich haben sich aber folgende Kernaussagen bestätigt: Der auf Konzernebene prognostizierte deutliche Ausbau der Umsätze ist eingetreten. Im Geschäftsbereich Touristik ist die prognostizierte Verbesserung der Besucher- und Übernachtungszahlungen eingetreten. Im Geschäftsbereich Medizin ist die merkliche Steigerung der Belegungs- und Auslastungsquoten eingetreten, ebenfalls konnten in den in den Ambulanten Rehazentren die verkauften Therapieeinheiten deutlich ausgeweitet werden. Die Personalaufwendungen haben sich aufgrund Anpassungen der Entgelttabellen in den Kliniken, Mindestlohnanpassungen sowie aufgrund der Zahlung von Inflationsausgleichsprämien wie prognostiziert spürbar erhöht. Die Materialaufwendungen sind inflationsbedingt wahrnehmbar gestiegen. Dem wurde mit einem rigiden Kostenmanagement entgegengesteuert. Einen signifikanten Anteil an den Materialkostensteigerungen hat wie prognostiziert der Bezug von externen Pflegekräften gehabt. Festzuhalten ist, dass aufgrund eines rigiden Kostenmanagements, der Verschiebung von Instandhaltungsmaßnahmen in der Simssee Klinik in das Jahr 2024 wegen langer Wartezeiten bei Handwerksbetrieben, sowie der späteren Umsetzung der Betriebsvereinbarung zur Vergütungsanpassung in derselben Klinik das prognostizierte deutlich niedrigere Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Konzern-EBIT) abgewendet werden konnte. 3.3 Ertragslage - KonzernDie Gesamtleistung des Konzerns (bestehend aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderung und sonstigen betrieblichen Erträgen) beträgt im Berichtsjahr TEUR 74.492,9 (Vj. TEUR 69.466,8). Dies entspricht einer Erhöhung von TEUR 5.026,0 bzw. 7,2%. Bei differenzierter Betrachtung zeigt sich bei der Position der Umsatzerlöse - aufgeteilt nach Geschäftsbereichen - folgendes Bild:
Erläuterung: Dem Geschäftsbereich Medizin werden die Unternehmen Simssee Klinik GmbH, Klinik St. Irmingard GmbH, Klinik ChiemseeWinkel Seebruck GmbH und Ambulantes Rehazentrum Rosenheim GmbH zugeordnet. Dem Geschäftsbereich Tourismus werden die Unternehmen Chiemgau Thermen GmbH und die Ströbinger Hof GmbH zugeordnet. Der Umsatz im Geschäftsbereich Medizin konnte im Vergleich zum Vorjahr um 8,6% gesteigert werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich die Belegung in einzelnen Häusern zum Vorjahr verbessert hat und positive Preiseeffekte aufgrund neu verhandelter Vergütungs- und Budgetvereinbarungen eingeflossen sind. Dennoch haben die ambulanten Rehazentren aufgrund des Personalmangels die Umsatzziele nicht erreichen können. Wie bereits dargestellt, konnte die Touristik ihre Umsätze weiter steigern, da es auch in 2023 zu keinen Schließungen mehr kam und gleichzeitig die Preise für Übernachtungen/ Verpflegungen sowie Thermeneintritte erhöht wurden. So konnten die Umsätze um TEUR 1.614,7 auf TEUR 8.946,7 gesteigert werden. Im Bereich der GWC AG Holding konnte eine Umsatzsteigerung um 22,1% erreicht werden. Trotz der hohen Umsatzsteigerung um insgesamt 10,2% ist das Betriebsergebnis des Konzerns der Gesundheitswelt Chiemgau um TEUR 322,0 auf TEUR 4.703,3 gesunken.
Die negative Entwicklung des Betriebsergebnisses im Geschäftsbereich Medizin ist in erster Linie auf die deutlichen Personalkostensteigerungen zurückzuführen. Ferner sind durch die massiven inflationsbedingten Kostensteigerungen Mehrbelastungen sowohl im Materialaufwand als auch im sonstigen betrieblichen Aufwand entstanden. Das Betriebsergebnis des Geschäftsbereiches Touristik hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht negativ entwickelt. Trotz deutlich gesteigerter Umsatzerlöse war auch die Touristik von den massiven Kostenentwicklungen im Sach- und Personalkostenbereich betroffen. Das Betriebsergebnis der GWC AG selbst liegt im Geschäftsjahr 2023 bei TEUR 85,8 und hat sich demnach um 65,9% verringert. Grund hierfür sind neben den Mehrbelastungen im Material- und Personalaufwand insbesondere Wertberichtigungen in Zusammenhang mit Schadensersatzforderungen. Aus Gesamtsicht hat sich das Konzernbetriebsergebnis in 2023 trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage robust gezeigt. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 6,4% ist deutlich geringer als geplant ausgefallen. 3.3.1 Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Geschäftsbereiches MedizinWie bereits beschrieben und auch begründet, erhöhten sich die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs Medizin inklusive Intercompany-Umsätzen um 8,5%, was einer Erhöhung von TEUR 4.943,5 entspricht.
1) Ohne Beschäftigte in Elternzeit und Azubis/Praktikanten Demgegenüber stehen in erster Linie höhere Personalkosten als auch Mehraufwendungen aufgrund der gestiegenen Sachkosten, so dass sich das Betriebsergebnis des Geschäftsbereichs Medizin um TEUR 138,0 auf TEUR 4.527,4 verringert hat. 3.3.2 Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Geschäftsbereiches Touristik
1) Ohne Beschäftigte in Elternzeit und Azubis/Praktikanten Die Umsatzzahlen der Chiemgau Thermen und des Thermenhotel Ströbinger Hof konnten spürbar gesteigert werden, so dass die Umsätze noch einmal deutlich um 18,6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Gestiegene Energie- und Sachkosten konnten nicht durch die gestiegenen Umsätze kompensiert werden, so dass sich das Betriebsergebnis im Geschäftsbereich Touristik in 2023 von TEUR 108,2 um TEUR 18,1 auf TEUR 90,1 reduziert hat. 3.3.3 Finanzergebnis, Steuern und PeriodenergebnisDas negative Finanzergebnis in Gesamtsumme von TEUR 493,3 (Vj. TEUR 594,6) resultiert aus Zinsaufwendungen für Darlehen für den Immobilienerwerb der Simssee Klinik, der Chiemgau Thermen und des Ströbinger Hof aus 2017 sowie aus der externen Finanzierung der baulichen Attraktivierungsmaßnahmen der Chiemgau Thermen und des Parkhausneubaus. Aufgrund von gegensteuernden Maßnahmen zur Vermeidung von Negativzinsen als auch aufgrund der Leitzinserhöhungen der EZB stehen den Zinsaufwendungen Zinserträge i.H.v. TEUR 265,6 aus Finanzanlagen gegenüber. Die Steuerbelastungen betreffen die Körperschaftsteuerzahlungen aller Konzernunternehmen im Berichtsjahr. Die Nutzung gewerbesteuerlicher Verlustvorträge aus der Vergangenheit führt dazu, dass der Konzern auch in 2023 keine Aufwendungen für Gewerbesteuer tragen muss. Somit zeigt sich zum 31.12.2023 ein Konzernergebnis von TEUR 3.491,6 (Vj. TEUR 3.621,9). 3.4 Vermögens-/Finanzlage 2023 - Konzern3.4.1 Grundsätze und Ziele des FinanzmanagementsDie Sicherung der Liquidität ist vorrangiges Ziel des Bereichs Finanzen und Controlling, welcher bei der Muttergesellschaft der GWC AG angesiedelt ist. Dieser Bereich übernimmt das Finanzmanagement des Konzerns sowie der Tochtergesellschaften. Das Finanzmanagement umfasst bei der GWC AG (Konzern) in erster Linie das Cash- und Liquiditätsmanagement. Das Liquiditätsmanagement soll sicherstellen, dass die Konzernunternehmen sowie die Muttergesellschaft jederzeit ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen können. Hierzu werden die Zahlungsströme aus dem operativen und investiven Geschäft, ggf. auch aus Finanzgeschäften, in einer rollierenden Planung erfasst und gesteuert. Liquiditätsüberschüsse werden, wo sinnvoll und möglich, am Geld- und Kapitalmarkt angelegt, stets aber unter der Prämisse, dass diese zeitgerecht zur Verfügung stehen. Im Cash-Management werden der Zahlungsmittelbedarf und die Zahlungsüberschüsse zentral ermittelt. Dies erfolgt durch entsprechende einfache Cash-Pooling-Verfahren. Seit dem Geschäftsjahr 2019 existieren in allen Tochterunternehmen Ergebnisabführungsverträge mit der Muttergesellschaft Gesundheitswelt Chiemgau AG. Zur Steuerung der Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge sind standardisierte Prozesse und Systeme etabliert. Grundsätzlich operiert das Finanzmanagement in einem vorgegebenen Rahmen von Richtlinien, Limits und Freigaberichtlinien. Der Finanzierungsbedarf der Konzerngesellschaften wird in erster Linie mit den erwirtschafteten Finanzmittelüberschüssen gedeckt. Bei investiven Maßnahmen erfolgt je nach Einzelfallentscheidung eine Fremdfinanzierung, u.a. auch Leasingfinanzierungen. Die dem GWC-Konzern im Geschäftsjahr 2023 zur Verfügung stehende Kreditlinien in Höhe von TEUR 1.000,0 wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht in Anspruch genommen. 3.4.2 InvestitionenIm Geschäftsjahr 2023 hat der Konzern der Gesundheitswelt Chiemgau AG TEUR 2.922,3 investiert und liegt damit um TEUR 10.338,1 unter den Investitionen im Vorjahresvergleichszeitraum. Dies steht im Kontext der Investitionstätigkeit in Wertpapiere des Anlagevermögens im Jahr 2022 in Höhe von TEUR 11.360 Wesentliche Investitionen in 2023 betreffen Anzahlungen für laufende Projekte/ geplante Eigentumsübernahmen sowie IT- und infrastrukturelle Themen.
3.4.3 Liquidität (Kapitalflussrechnung)Die Liquidität des Konzerns der Gesundheitswelt Chiemgau AG wird anhand der Kapitalflussrechnung ermittelt. In dieser wird der Zahlungsmittelfluss berechnet und dargestellt, den der Konzern im Geschäftsjahr aus der betrieblichen Tätigkeit sowie der Investitions- und Finanzierungstätigkeit erwirtschaftet oder verwendet hat. Außerdem beschreibt sie die Gesamtveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zwischen dem Beginn und dem Ende des Geschäftsjahres. Aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss von TEUR 9.772 generiert. Die Erhöhung um TEUR 6.181 im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus einer Reduktion der Forderungen durch Mittelzufluss im Bereich der Forderungen nach dem KHG. Aus dem Bereich der Investitionstätigkeit ist ein Mittelzufluss von TEUR 2.447 zu verzeichnen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit weist einen Mittelabfluss von TEUR 2.807 aus. Dieser Mittelabfluss ergibt sich u.a. aus der Tilgung und Zinszahlung von Darlehen für den Immobilienerwerb des Jahres 2017 sowie für die 2018 vorgenommene Umsetzung der Attraktivierungsmaßnahmen in den Chiemgau Thermen und den Parkhausbau sowie den gezahlten Dividenden für das Geschäftsjahr 2022. In Summe ergibt sich im Jahr 2023 somit für den Konzern ein konsolidierter Gesamtmittelzufluss in Höhe von TEUR 9.412. Der Finanzmittelfonds zum 31.12.2023 i.H.v. TEUR 11.711 (Vj. TEUR 2.299) besteht aus hochliquiden, kurzfristigen Bankguthaben. Es bestehen keine Verfügungsbeschränkungen über den Finanzmittelfonds. Die Definition des Finanzmittelfonds wurde im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Wesentliche zahlungsunwirksame Investitions- und Finanzierungsvorgänge sowie Geschäftsvorfälle erfolgten während des Geschäftsjahres nicht. Zudem bestanden im Berichtsjahr noch zugesagte, aber nicht genutzte Kreditlinien, in Höhe von TEUR 1.000 bei zwei Kreditinstituten. 3.4.4 KapitalstrukturZum Bilanzstichtag besteht ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 37.161,0. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 46,6%. Die robuste Eigenkapitalsituation resultiert maßgeblich aus den positiven Konzernergebnissen der letzten Jahre, mit u.a. der Stärkung der Gewinnrücklagen. ![]() Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten’ des Konzerns wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr um TEUR 2.273,4 auf TEUR 30.130,9 planmäßig getilgt. Dies beinhaltet die Tilgung der Darlehen der Bank für Sozialwirtschaft AG und der BANK IM BISTUM ESSEN eG für den Immobilienerwerb sowie strategische Projektfinanzierungen mit einer Laufzeit bis März 2037. 3.4.5 VermögenslageDas Anlagevermögen reduzierte sich gegenüber dem Jahr 2022 um TEUR 5.854,9 auf TEUR 57.428,4. Die Anlagenintensität (= Verhältnis von Anlagevermögen zu Bilanzsumme) liegt somit per 31.12.2023 bei 72,0% (Vj. 81,9%). Die Reduktion liegt maßgeblich in der Rückführung der planmäßig ausgelaufenen Finanzanlagen. Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen von TEUR 2.920,0 stehen Abschreibungen im Berichtsjahr i.H.v. TEUR 3.586,4 gegenüber. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und des übrigen Umlaufvermögens ergaben sich im Berichtsjahr folgende Veränderungen:
Diese zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Forderungen begründen sich zum Großteil durch unsere medizinischen Unternehmen und ergeben sich hier aus der Abrechnung mit den Kostenträgern. Auch der Vorratsbestand hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 33,1 erhöht. Dies ist unter anderem auf eine Erhöhung im Bereich der unfertigen Leistungen zurückzuführen. Die Zahlungsmittel betragen zum 31.12.2023 TEUR 11.710,8 (Vj. TEUR 2.298,6).
3.5 Erläuterungen zum Jahresabschluss der Gesundheitswelt Chiemgau AGDie GWC AG hat zum einen die Funktion einer Besitzgesellschaft, die in ihr enthaltenes Anlagevermögen an einzelne Tochtergesellschaften verpachtet. Zum anderen fungiert die GWC AG als Holding. Hierbei stellt sie den Unternehmen, die dem Konzernverbund zugehören, zentrale, übergreifende Dienstleistungen wie Finanzwesen und Controlling, Personalwesen, Marketing & Kommunikation, IT-Management, Einkauf, Zentrales Qualitätsmanagement sowie Unterstützungsleistungen für ‚Unternehmensentwicklung und Strategische Projekte‘ zur Verfügung. Des Weiteren werden in diesen Holding-Zentralbereichen funktionsbezogen konzernweit einheitliche, strategische Entwicklungen festgelegt und umgesetzt. Zudem wird die Holding durch das Profit-Center Gesundheitsakademie Chiemgau komplettiert. 3.5.1 Ertragslage 2023 - Gesundheitswelt Chiemgau AG3.5.1.1 UmsatzentwicklungDie Umsatzerlöse des Einzelunternehmens GWC AG betragen im Berichtsjahr 2023 TEUR 8.554,8 (Vj. TEUR 7.773,4) und sind daher 10,0% über Vorjahresniveau. Dabei konnte die Gesundheitsakademie Chiemgau ihre Umsätze im Geschäftsjahr um TEUR 86,1 gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Die Entwicklung der Umsatzerlöse auf Unternehmensebene wird in der folgenden Tabelle dargestellt:
1) 100 % Tochterunternehmen der Gesundheitswelt Chiemgau AG 2) 100 % Tochterunternehmen der Simssee Klinik GmbH Bei den ‚Innen-Umsätzen’ orientieren sich die Verrechnungsschlüssel an den geplanten Umsatzerlösen der Konzernunternehmen. Die Umsätze aus den Mieteinnahmen der Immobilien ermitteln sich im Wesentlichen aus dem dazugehörenden Kapitaldienst. 3.5.1.2 ErgebnisentwicklungAufwendungen Im Wesentlichen kam es aufgrund unterjähriger Vergütungsanpassungen sowie Neueinstellungen und Prämienzahlungen zu Erhöhungen im Personalaufwand von TEUR 223,3. Die Materialaufwendungen haben sich aufgrund der hohen Nachfragesituation in der Gesundheitsakademie Chiemgau und den damit höheren Referenten-Honoraren um TEUR 79,4 erhöht. Finanzergebnis Das Finanzergebnis des Mutterunternehmens zeigt zum Jahresende 2023 eine Höhe von TEUR 3.978,0 (Vj. TEUR 3.949,4). Negativ wirken sich die geringeren Gewinnabführungen, positiv die reduzierten Verlustübernahmen auf das Finanzergebnis aus. Ferner Zinserträge aufgrund der eingegangenen Finanzanlagen von TEUR 260,1 (Vj. TEUR 206,5) erzielt. Jahresüberschuss und Bilanzgewinn Durch den Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 3.491,6 (Vj. TEUR 3.621,9) des Einzelunternehmens Gesundheitswelt Chiemgau AG ergibt sich zum 31.12.2023 nach einer Einstellung in andere Gewinnrücklagen von TEUR 1.745,8 (Vj. TEUR 1.811,0) auf Basis des § 22 der Satzung der GWC AG und dem Gewinnvortrag aus Vorjahren von TEUR 99,3 (Vj. TEUR 134,3) ein Bilanzgewinn von TEUR 1.845,1 (Vj. TEUR 1.945,3). ![]() 3.5.2 Finanz- und Vermögenslage 2023 - Gesundheitswelt Chiemgau AGDie aus der Bilanz ersichtliche Vermögens- und Kapitalstruktur weist per 31.12.2023 im Vergleich zum Vorjahr eine um TEUR 2.463,6 erhöhte Bilanzsumme von jetzt TEUR 68.529,7 aus. Diese Erhöhung begründet sich in der Steigerung des Eigenkapitals bei einer gleichzeitig deutlichen Erhöhung der liquiden Mittel, die einerseits auf die Rückführung der Wertpapiere und andererseits auf die gute Ertragslage zurückzuführen ist. Investitionen Im Berichtsjahr stehen Investitionen in Höhe von TEUR 1.874,0 abschreibungsbedingten Wertminderungen in Höhe von TEUR 2.083,3 gegenüber. Die größten Investitionen betreffen Investitionen in den Neubau Ströbinger Hoff II, die Bohrung Bad Endorf II sowie die Anzahlungen der restlichen Appartements im Ströbinger Hof. Cashflow Im Jahr 2023 ergab sich eine Erhöhung der liquiden Mittel um TEUR 9.158,8 auf TEUR 11.259,9. Der Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 11.259,9 (Vj. TEUR 2.101,1) besteht zum Bilanzstichtag aus hochliquiden, kurzfristigen Bankguthaben. Es bestehen keine Verfügungsbeschränkungen über den Finanzmittelfonds. Die Definition des Finanzmittelfonds wurde im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Wesentliche zahlungsunwirksame Investitions- und Finanzierungsvorgänge sowie Geschäftsvorfälle erfolgten während des Geschäftsjahres nicht. Vermögenslage Neben den liquiden Mitteln haben sich im Bereich der Vermögenswerte vor allem die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Forderungen gegen verbundene Unternehmen verändert. Die Position ‚Forderungen gegen verbundene Unternehmen‘ resultieren aus den bestehenden Ergebnisabführungsverträgen und kurzfristig gewährten Zwischenkrediten und hat sich aufgrund der Einzelunternehmensergebnisse auf TEUR 5.560,0 reduziert. Die Position der ‚Forderungen aus Lieferungen und Leistungen‘ hat sich im Vergleich zum Vorjahres-Bilanzstichtag um TEUR 412,8 erhöht. Dies begründet sich in Zins- und Schadensersatzforderungen. Das Eigenkapital beträgt zum Stichtag 31.12.2023 TEUR 31.236,0 (Vj. TEUR 28.290). Die Eigenkapitalquote beträgt somit 45,6% (Vj. 42,8%). Entscheidend für die positive Entwicklung ist die Stärkung des Eigenkapitals durch die in Gesamtsicht weiterhin gute Ergebnislage des Berichtsjahres. Die Rückstellungen haben sich bei Gesamtsicht um TEUR 181,2 auf TEUR 990,1 reduziert. Dabei verminderten sich insbesondere die Steuerrückstellungen im Berichtsjahr um TEUR 224,3. Die Sonstigen Rückstellungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 455,4 (Vj. TEUR 405,3), insbesondere aufgrund von gestiegenen Rückstellungen für Personal (Urlaub, Überstunden, Abfindung, etc.).
Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten reduzieren sich zum Bilanzstichtag um TEUR 386,0 auf TEUR 36.196,0. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich um TEUR 2.273,4 auf nun TEUR 30.130,9. Dies liegt an den entsprechenden planmäßigen Tilgungen der Darlehen für den Kauf der Immobilien am Standort Bad Endorf im Jahr 2017 sowie den baulichen Aktivitäten im Bereich Chiemgau Thermen und Parkhaus. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ergeben sich aus kurzfristigen Verrechnungen mit den Tochtergesellschaften von TEUR 5.552,4 in Verbindung mit den Gegenpositionen der Cash-Pooling-Konten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um TEUR 176,5 aufgrund von Wertberichtigungen bei Schadensersatzforderungen. 4 Risiko- und Chancenbericht4.1 Risiko- und ChancenmanagementsystemDie Gesundheitswelt Chiemgau AG agiert mit ihren Tochtergesellschaften in einem dynamischen und herausfordernden Marktumfeld. Vor diesem Hintergrund ist es eine grundlegende unternehmerische Aufgabe, Chancen und Potenziale frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Die Gesundheitswelt Chiemgau Konzerngesellschaften sind zudem regelmäßig Risiken ausgesetzt, die das Erreichen ihrer kurz- und mittelfristigen Ziele oder die Umsetzung langfristiger Strategien erschweren können. Im Zusammenhang mit dem unternehmerischen Handeln müssen wir zum Teil beherrschbare Risiken sogar bewusst eingehen, um Chancen gezielt nutzen zu können. Als Risiken verstehen wir aus der Ungewissheit über zukünftige Entwicklungen resultierende interne oder externe Ereignisse, die sich negativ auf die Erreichung der Unternehmensziele auswirken können. Chancen definieren wir als erkannte Potenziale, neue Umsätze zu generieren oder Kosteneinsparungen ergebniswirksam zu realisieren. Risiken und Chancen sind für uns untrennbar miteinander verbunden. So können beispielsweise Risiken aus verpassten oder nur schlecht genutzten Chancen entstehen. Umgekehrt ist etwa die Wahrnehmung von Chancen in dynamischen Wachstumsmärkten oder neuen Geschäftsfeldern stets mit Risiken verbunden. In diesem Sinne verstehen wir unser Risikomanagement als ein Instrument, das uns dabei unterstützt, die Unternehmensziele zu erreichen. Es ist ein systematischer, den Konzern umfassender Prozess. Er unterstützt das Management dabei, insbesondere Risiken zu erkennen, zu klassifizieren und somit auch zu steuern. Das Risikomanagement macht Entwicklungen und Ereignisse, die sich negativ auf die Erreichung unserer Geschäftsziele auswirken können, frühzeitig transparent und analysiert ihre Auswirkungen. Auf dieser Basis können wir gezielt und zeitnah geeignete Maßnahmen zur Bewältigung einleiten. Das systematische Erkennen von Chancen bzw. Marktopportunitäten erreichen wir durch einen, innerhalb des Konzerns fest implementierten und transparenten Strategieprozess, für den auch eigene professionelle Ressourcen berücksichtigt sind. 4.2 RisikomanagementEine effektive und effiziente Struktur mit klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für das Risikomanagement ist in der GWC AG und den Tochtergesellschaften implementiert. Dem Vorstand obliegt die Verantwortung und rechtliche Verpflichtung für die entsprechende organisatorische Umsetzung. Die Basis für unser Risikomanagementsystem bildet die Risikopolitik. Diese beschreibt das Grundverständnis des Risikomanagements im Konzern und stellt dar, wie das Risikomanagement in der GWC AG realisiert wird. Unser Risikomanagement ist in die bestehenden Geschäftsprozesse integriert. Die Risikopolitik wird allen Mitarbeitenden kommuniziert und insbesondere die Führungskräfte sind für die Wahrnehmung von aktuellen und potenziellen Risiken sensibilisiert. Jeder Mitarbeitende und jede Führungskraft können jederzeit Risiken melden. Durch das auf aktuellem Stand gehaltene Risikomanagementsystem erkennen wir frühzeitig Risiken und richten unser Handeln daran aus. Ein wichtiges Instrument dafür ist die strukturierte Risikoübersicht, in der alle wesentlichen Risiken, die das Ergebnis und den Bestand des Unternehmens gefährden könnten, aufgeführt werden. Die identifizierten Risiken werden analysiert, nach vordefinierten Kriterien, einschließlich der Auswirkung des Risikos auf den Gesamtkonzern bewertet, und durch Festlegung von Maßnahmen gesteuert. Über das gesamte Jahr hinweg überwachen wir die identifizierten Risiken. Zudem überprüfen wir regelmäßig die Durchführung der zur Risikominimierung ergriffenen Maßnahmen. Auch die Diskussion der Risiken ist fester Bestandteil der regelmäßigen Gespräche des Vorstands mit den jeweiligen Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften. Ein regelmäßiges Reporting an den Aufsichtsrat vervollständigt den Prozess. Zudem wird das gesamte Risikomanagementsystem regelmäßig einem Management-Review unterzogen und bei Bedarf Adaptierungen vollzogen. Zur Vermeidung oder Verminderung von negativen Auswirkungen einer drohenden oder bestehenden Krise, haben wir ein Krisenmanagement eingeführt. Ein Krisenhandbuch mit acht definierten Krisenfeldern, in dem Verantwortlichkeiten und Abläufe festgelegt sind, bietet uns in kritischen Situationen schnelle Orientierungshilfe. Die Patientensicherheit ist uns im Geschäftsbereich Medizin ein sehr wichtiges Anliegen. Folglich verfügen wir über ein klinisches Risikomanagement als Teil unseres Risikomanagementsystems. Innerhalb des klinischen Risikomanagementsystems werden explizit Risiken in Prozessen der Patientenversorgung identifiziert und gemanagt. Gerade unter den Gesichtspunkten einer immer stärkeren Digitalisierung, verbunden mit der steigenden Cyber-Kriminalität, bedarf es einer stärkeren Fokussierung auf die Informationssicherheit. Um diese Sicherheit zu gewährleisten, verfügen wir über ein eigenes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Über einen definierten Ablauf werden die Informationssicherheitsrisiken identifiziert, bewertet und behandelt. Auch hier werden die unternehmensgefährdenden Risiken in das konzernweite Risikomanagementsystem übernommen. 4.3 Darstellung der Risikosituation4.3.1 Risiken im Zusammenhang mit der Covid-19-PandemieDie Covid-19-Pandemie ist stark rückläufig, sodass die Auswirkungen einen zunehmend geringeren Einfluss auf unseren Konzern haben. Trotz alledem ist in den Betrieben des Geschäftsbereichs Medizin weiterhin mit den Herausforderungen von Covid-Ausbruchsverfahren und überhöhten Krankenständen der Mitarbeitenden zu rechnen. Damit verbundene Risiken fokussieren sich vor allem auf entsprechende Auslastungsreduzierungen bzw. das Risiko, Abteilungen bzw. Stationen vorübergehend belegungsseitig herunterfahren zu müssen. Einen „Königsweg“ für einem risiko-minimierenden Umgang mit diesen in der Regel kurzfristig und ad-hoc auftretenden Spannungsfeldern wird es bei gleichzeitiger Berücksichtigung einer wirtschaftlichen Kostenstruktur und gerade auch den allgemein herausfordernden Rahmenbedingungen wie Arbeitskräftemangel und Inflation nicht geben. Die Gesundheitswelt Chiemgau AG kann aber auf Basis einer grundsoliden, robusten Vermögens- und Finanzlage innerhalb dieser großen, extern gegebenen Herausforderungen agieren. Dort, wo es weiterhin eventuell auch in Zukunft staatliche Förderungsmöglichkeiten geben sollte, werden wir diese zudem auch weiterhin zielgerichtet nutzen. 4.3.2 Infrastrukturelle RisikenBetriebs- und Ausfallrisiken Die Betriebsbereitschaft unserer eigenen sowie auch der angepachteten Infrastruktur ist für einen professionellen, strukturierten und erfolgreichen Betrieb eine zwingende Voraussetzung. Die entsprechenden Risiken bzgl. eines Ausfalls oder betriebsgefährdender Einschränkungen innerhalb unserer einzelnen Unternehmen begegnen wir mit regelmäßigen System-Wartungen und Instandhaltungen sowie Kontrollen, zum Teil für gewisse Gewerke auch gutachterliche Kontrollen, und ständigen Beobachtungen durch unser hauseigenes Technik-Fachpersonal bzw. beauftragte Fachfirmen. Somit wird die Planbarkeit notwendiger Ersatz- und Reparaturmaßnahmen verbessert. Wartungsmaßnahmen und etwaige Ersatzinvestitionen stehen stets innerhalb des jährlichen sowie mittelfristigen Planungsprozesses und den regelmäßigen Ergebnisbesprechungen in besonderem Fokus. Bei den angepachteten Immobilien streben wir in den erfolgreichen Geschäftsmodellen stets eine langfristige Partnerschaft mit dem Verpächter an. Möglichst auch in Form von „eigentumsähnlichen“ Verhältnissen, um effektiver die Verantwortung für eine strategische Weiterentwicklung der Immobilie übernehmen zu können. Der Betrieb von Bohrungsanlagen bringt grundsätzlich Sicherheitsrisiken mit sich, die einer regelmäßigen Bewertung unterzogen werden muss. Die GWC AG hat mit der Bohrung Endorf II und der Bohrung Endorf III zwei dieser sicherheitsrelevanten Anlagen zur Förderung des Heilwassers im Eigentum. Aufgrund der Ergebnisse der Sicherheitsanalysen werden wir im Jahr 2024 - wie auch in den letzten Berichterstattungen immer wieder beschrieben - eine umfangreiche Erneuerung der „Bohrung Endorf II“ vornehmen. Hierdurch wird der Bohrungshorizont deutlich reduziert und die Bohrtechnik vollständig modernisiert. Das Projekt zur Sanierung ist gestartet und sollte bis Ende 2024 abgeschlossen werden. Für die Finanzierung dieser erforderlichen Großinvestition haben wir in enger Abstimmung mit der Marktgemeinde Bad Endorf erreicht, dass die Maßnahme deutlich aus einem staatlichen Struktur-Fördertopf bezuschusst wird. Des Weiteren hat die GWC AG in den letzten Jahren gewisse Gewinnrücklagen in diesem Kontext gebildet. In allen Unternehmen der GWC AG hat die voll umfängliche Gewährleistung der Sicherheit der Patienten, Kunden und der Mitarbeitenden höchste Priorität. Auch hier sind vor allem Maßnahmen zur Optimierung des Brandschutzes in den jährlichen Planungen berücksichtigt und werden sukzessive umgesetzt. Ein umfassender und aktualisierter Versicherungsschutz begrenzt zudem mögliche Schadensauswirkungen. Hygiene- und Arbeitssicherheitsrisiken Um Risiken aus den Bereichen Arbeitssicherheit und Hygiene vorzubeugen, sind Konzepte und Richtlinien entwickelt und umgesetzt. Zudem sind Gremien wie Arbeitsschutzausschuss und Hygienekommission institutionalisiert. Regelmäßig werden strukturierte Gefährdungsbeurteilungen durch entsprechende Begehungen durchgeführt. Diese Bereiche werden überdies von externen Fachleuten wie z.B. Klinikhygieniker regelmäßig und vertraglich begleitet. Informationssicherheits- und Datenschutzrisiken Die immer stärkere Digitalisierung, verbunden mit einer steigenden Cyber-Kriminalität, bedingen für unseren Konzern einen andauernd starken Fokus auf die Informationssicherheit und den Datenschutz. Cyber-Angriffe nehmen weltweit zu, sie werden professioneller und zahlreicher ausgeführt. Gleichzeitig erhöht sich der Digitalisierungsgrad unserer Geschäftsprozesse, so dass das Risiko eines Cyber-Angriffs mit entsprechend negativen Auswirkungen sukzessive zunimmt. Risiken bestehen hier insbesondere im Hinblick auf den unbefugten Zugriff auf sensible Patientendaten und Unternehmensdaten, auf Datenschädigung oder Zugriffssperrungen sowie auf die mangelnde Verfügbarkeit der Systeme als Folge von Störungen. In der Konsequenz könnten Abrechnungen nicht erfolgen und mithin die Liquidität des Konzerns zeitweise stark sinken. Um Sicherheit zu gewährleisten, bauen wir weiterhin unser eigenes strukturiertes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) aus. Über einen definierten Ablauf werden die Informationssicherheitsrisiken identifiziert, bewertet und behandelt. Interne und externe fachliche Ressourcen dienen als Steuerungsbasis dieses Prozesses. Außerdem begegnen wir diesen Risiken durch klar definierte umfangreiche Sicherheitskonzepte, klar geregelte Vergaben von Zugriffsberechtigungen auf Systeme und Informationen, durch das Vorhalten von Backup-Versionen sowie durch Investitionen in erforderliche Anpassungen. Zudem wurde das Risiko steigender Cyber-Angriffe versicherungstechnisch abgesichert. Der Datenschutz schützt im Zusammenspiel mit dem IT-Management das richtige Vorgehen mit sensiblen Daten. Insbesondere der Umgang mit personenbezogenen Daten, die das Persönlichkeitsrecht unserer Patienten, Kunden und Mitarbeitenden betreffen, wird durch den Datenschutzbeauftragten kontinuierlich kontrolliert und überprüft. Gerade im Krankenhaus ist dies eine zwingende Voraussetzung. Der Datenschutzexperte berät die Fachbereiche auch bei der Einführung neuer Systeme sowie der Gestaltung bzw. Veränderung von Prozessen, um datenschutzrechtliche und wirtschaftliche Belange frühzeitig optimal aufeinander abzustimmen. Die entscheidende Basis in diesem Kontext ist die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Insbesondere im klinischen Bereich können bei Verstößen gegen die Verordnung erhebliche Strafzahlungen entstehen. Mittels der Beratung durch einen externen Datenschutzbeauftragten wird dem Risiko entgegengewirkt und auf Grundlage einer umfassenden Analyse der Datenschutzrisiken entsprechende Maßnahmen in strukturierter Weise durchgeführt. Auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden der GWC spielen bei der Reduzierung der Informationssicherheits- und Datenschutzrisiken eine wichtige Rolle. 4.3.3 Risiken aus dem Marktumfeld und der BrancheGesamtpolitische Risiken Die allgemeine politische und wirtschaftliche Lage, die von einer äußerst angespannten globalen Krisensituation in der Welt mit den verschiedenen „Brandherden“ wie der russisch geführte Krieg in der Ukraine oder der Nahostkonflikt geprägt ist, hat im ausschließlichen Bezug zum deutschen Gesundheits- und Touristikbereich erst einmal keine direkten Auswirkungen bzw. Risiken. Indirekt birgt die Krise aber, in Form der ausgeprägten Situation hoher Inflationsraten, ein deutliches wirtschaftliches Risiko auch für unsere Unternehmen durch außerordentlich steigende Kosten nahezu aller Kostenarten, insbesondere aber der Energiekosten. Die Auswirkungen der hohen Inflation zeigen sich zudem auch bei den laufenden Tarifverhandlungen, bei denen seitens der Gewerkschaften zum Teil überproportionale Forderungen gegenüber den Arbeitgeberverbänden aufgestellt werden. So sind in diesem Kontext auch ohne tarifliche Bindung erhöhte Entgeltforderungen der Beschäftigten umzusetzen. Um diesen Risiken zu begegnen, setzen wir in unserer Unternehmensgruppe auf eine strukturierte Umsetzung energetischer Projekte zur Reduzierung des Energieverbrauches zum einen, aber auch dem Ausbau alternativer Energieformen. Wir setzen auf strategische Einkaufspartnerschaften, auf die ständige Auseinandersetzung mit effizienten Strukturen, eine klare Meilensteinplanung innerhalb von Bauprojekten mit entsprechenden wirtschaftlichen Reserven und eine kostenadäquate Preisgestaltung bzw. Preisverhandlung mit den Kunden unserer Unternehmen. Auch die Produktivität der Immobilien in Form von hohen Auslastungsgraden ist hier anzuführen. Branchenspezifische Risiken Die branchenspezifische Risikolage im Segment des deutschen Gesundheitsmarktes ist stark geprägt von einer politischen Regulierung, unabhängig ob akutstationärer Bereich oder Rehabilitation sowie regelmäßigen Gesetzgebungen bzw. Gesetzesveränderungen. Speziell die geplante umfassende Krankenhausreform, verbunden mit einer stärker angestrebten Ambulantisierung zeigt auch für unseren Geschäftsbereich Medizin Risikopotential. So ist z.B. zum Berichtszeitpunkt weiterhin noch nicht festgelegt, wie genau mit Fachkliniken allgemein oder teilstationären Behandlung umgegangen wird. So findet sich aktuell z.B. unser Leistungsangebot der Orthopädischen Akutmedizin in den Entwürfen nicht wieder. Neben einem möglichen gesetzlichen Wegfall von bisherigen Leistungen und somit auch einer entsprechenden Umsatzreduzierung, sind auch Auswirkungen der Krankenhausreform auf den Reha-Bereich möglich. Auch hier besteht aber aktuell keine Planungssicherheit, so dass das Handeln noch komplexer als in der Vergangenheit wird. Hier gilt es nah an den gesundheitspolitischen Entwicklungen dranzubleiben und durch Szenarienberechnungen auch im Kontext aktiver Änderungen des medizinischen Leistungsspektrums mögliche Auswirkungen für unsere Kliniken abzuleiten und zu bewerten. Mit der achten Stellungnahme und Empfehlung der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung sind nun zudem auch die „Psych-Fächer“ - zu der auch die Psychosomatik gehört - in einen weiteren politischen Fokus gelangt. Hier besteht aktuell noch weniger Klarheit. Als Risiko kann hier aber die empfohlene Überprüfung gesehen werden, ob psychosomatische Fachkrankenhäuser - wie die Einrichtungen der GWC - langfristig baulich und inhaltlich in Allgemeinkrankenhäuser zu integrieren sind. Dies würde letztendlich die aktuelle Struktur der Psychosomatik in Deutschland zum Teil zerschlagen. Auch wenn sich nach unserer Meinung der Sinn dieser Empfehlung nicht erschließt, sind die Entwicklungen in den nächsten Jahren zu beobachten. Wie auch in den Geschäftsberichten der letzten Jahre berichtet, bringen die Neuregelungen innerhalb des „neuen“ Abrechnungssystems PEPP im Bereich Psychosomatik einige wirtschaftliche Risiken mit sich. So besteht das Risiko, dass sich deutlich geringere Pflegesätze bzw. Patientenfallerlöse ergeben. Zudem ist bei Spezialisierungen wie der Psychotraumatologie bisher keine adäquate Abbildung im neuen System berücksichtigt. Auch wirtschaftliche Sanktionen drohen ab 2026 bei Nichteinhaltung vorgegebener Mindestpersonalzahlen. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen sich aus diesen Risiken für die Simssee Klinik und die Klinik St. Irmingard ergeben werden, kann auch in dieser Berichterstattung aufgrund der Tatsache, dass gewisse festgelegte regulatorische Umsetzungszeitpunkte zeitlich begrenzt weiterhin ausgesetzt sind und auch noch gesetzliche Nachbesserungen wie z. B. bei den Personalvorgaben notwendig sind, noch nicht ausreichend eingeschätzt werden. Das Risiko ist aber als hoch einzustufen. Zudem wird sich zeigen, ob das PEPP-Abrechnungssystem auch bei Psychosomatischen Privatkliniken in der Zukunft seitens der Pflegesatzgestaltung zu gewissen negativen Auswirkungen führen wird. Wir gehen mit diesem Risiko insofern um, dass wir, soweit möglich, auf vorausschauender Basis die Entwicklungen erfassen, in unserem jeweiligen Unternehmenskontext bewerten und mögliche Auswirkungen in unseren Mehrjahresplanungsszenarien berücksichtigen. Letztendlich geht es auch um die Überprüfung und ständige Auseinandersetzung mit einem zielführenden wirtschaftlichen Geschäftsfeldportfolio der Kliniken. Zudem betrifft dieses Risiko den gesamten psychosomatischen Markt in Deutschland, sodass auch weiterhin vor diesem Hintergrund eine umfangreiche Diskussion und Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Verbänden und den politischen Entscheidungsträgern stattfindet. Im Reha-Bereich werden die nächsten Jahre geprägt sein von der Umsetzung des Trio-Gesetzes der Deutschen Rentenversicherung sowie im Kostenträgerbereich der Gesetzlichen Krankenkassen dem Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz IPREG. Kernpunkte sind die Festlegung eines bundesweit einheitlichen Pflegesatzes je medizinischem Fachbereich. Aufgrund der zum Teil unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesländern ist davon auszugehen, dass gewisse Regionen wie Bayern zu den Verlierern der bundesweiten Vereinheitlichung werden könnten. Unsere Zielsetzung ist hier klar, mit einer hohen Standort- sowie einer besonderen Behandlungsqualität klinikindividuelle Pflegesatz-Aufschläge zu erhalten. Mit Blick auf den Geschäftsbereich Touristik wirken sich Inflation und Kriege natürlich auch negativ auf das Reisen aus. Die Unterschiede zwischen Gutverdienern und Menschen, die an anderer Stelle Verzicht üben müssen, um in Urlaub zu fahren, vergrößern sich. Folglich könnten sich diese Aspekte nachteilig auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in der Touristik auswirken. Auch der demografische Wandel wird die Bedingungen in der Tourismusbranche wesentlich verändern. Ohne massive Zuwanderung verstärkt sich der Mangel an Fachkräften weiter, sobald sich die Generation der Babyboomer in den Ruhestand verabschiedet. Die demografische Situation führt auch zu einer Veränderung der Anteile der einzelnen Gästesegmente mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen an das Produkt Urlaub. Für die touristischen Betriebe der GWC AG sind beide Aspekte Kostentreiber und damit eine Gefährdung für das operative Ergebnis. Eine weitere Herausforderung für die Reisebranche stellt die zunehmende Online-Affinität der Bevölkerung dar. Der Anteil der Onlinebuchungen über Buchungsplattformen steigt immer weiter an, damit aber auch der Margenverlust. Doch es ändern sich nicht nur die Vermarktungskanäle nachhaltig, sondern die Künstliche Intelligenz wird zunehmend Einfluss auf die Auswahl von Destinationen und das Buchungsverhalten haben. Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Themen Digitalisierung, das Erkennen von Trends sowie die lösungsorientierte Auseinandersetzung mit Herausforderungen erfordert eine hohe Flexibilität und Fachkompetenz, um auch in Zukunft erfolgreich Angebote und Dienstleistungen für die einzelnen Zielgruppen am Markt zu positionieren. Durch die Einbindung in die Gesundheitswelt Chiemgau wird die Positionierung des Thermenhotels Ströbinger Hof als „Gesundheitshotel“ weiter vorangetrieben, was die Marktchancen nach unserer Einschätzung erhöht. Risiken aus dem Personalbeschaffungsmarkt Der Arbeitsmarkt hat sich längst zu einem Arbeitnehmermarkt entwickelt und dies wird auch langfristig so bleiben. Gerade auch in unseren Branchen, der Touristik und Medizin, geht es hier nicht nur um einen reinen Fachkräftemangel, sondern allgemein um das Fehlen von Arbeitskräften in nahezu allen Berufsgruppen. Die Demografie, aber auch die Veränderung der wirtschaftlichen Lage, die vieles teurer gemacht hat und macht und somit auch weiter an der Lohnspirale drehen wird, wird in den nächsten Jahren die Situation und damit die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns noch viel stärker belasten. Dabei befinden wir uns in unserer Region durch die hohe Dichte an touristischen Einrichtungen und einer hohen Dichte an Krankenhäusern und Fachkliniken in einer enormen Wettbewerbslage, die die Situation zusätzlich verstärkt. Aus der gesamten Gemengelage ergeben sich die Risiken, dass wir zum einen unsere Leistungen nur eingeschränkt abgeben können, was zu vorübergehenden Bereichsschließungen führen kann, oder es müssen überdurchschnittlich teure externe Kräfte, die ebenfalls immer weniger auf dem Markt verfügbar sind, engagiert werden. Zum anderen sind im Krankenhausbereich durch die Nichteinhaltung gesetzlich vorgegebener Pflegepersonaluntergrenzen auch Umsatzabzüge seitens der Kostenträger hinzunehmen. Wir setzen diesem Risikofeld diverse strategische Stoßrichtungen entgegen. In unsere Personalstrategie werden wir - wie bereits in den letzten Jahren - auch in Zukunft deutlich mehr Geld investieren. Die ständige Stärkung der Arbeitgebermarke, die Stärkung unserer Führungskultur, ein umfangreicher Ausbau und eine ständige Optimierung unseres Personalakquisesystems, insbesondere auch im Bereich des Performance Recruitings, aber auch Auslandsrecruiting oder Wohnraumstellung sind zentrale Themen. Zudem werden wir auch in unserer Unternehmensgruppe noch stärker die Ausbildung eigenen beruflichen Nachwuchses forcieren. Darüber hinaus planen wir regelhaft die Anpassung der Entlohnung sowie die Steigerung der Attraktivität der anstellungsrelevanten Regelungen. Dabei ist uns klar, dass auch viele unserer Wettbewerber ähnliche Strategien zur Personalgewinnung vorantreiben. Hier müssen wir uns vor allem im Feld unserer vorhandenen Arbeitgeber-Stärken abgrenzen und diese transparent kommunizieren. 4.3.4 Finanzwirtschaftliche RisikenDie Finanzkraft des Konzerns Gesundheitswelt Chiemgau AG wurde in den letzten Jahren durch die vollumfängliche Gestaltung von Ergebnisabführungsverträgen sowie ein konzernweites, strukturiertes Cash-Pooling mit allen Tochtergesellschaften gestärkt. Basis hierfür waren die gute wirtschaftliche Performance des Konzerns in der Vergangenheit sowie die bedachte Bilanzpolitik. Die entsprechenden Rentabilitäts- und damit verbundenen Liquiditätsrisiken sind den Ausführungen weiter vorne innerhalb dieses Risikoberichtes zu entnehmen. Grundsätzlich ist die Gewährleistung einer ausreichenden Liquidität eine zentrale Aufgabe des Finanzmanagements. Informationen über den tatsächlichen Finanzstatus und zu erwartende Zahlungsströme werden zentral zur Verfügung gestellt. Daraus ergibt sich jederzeit ein aktuelles Bild über die Liquiditätsentwicklung des Unternehmens. Eine effektive und effiziente Struktur mit klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für das Risikomanagement ist in der GWC AG und den Tochtergesellschaften implementiert. Dem Vorstand obliegt die Verantwortung und rechtliche Verpflichtung für die entsprechende organisatorische Umsetzung. Die Basis für unser Risikomanagementsystem bildet die Risikopolitik. Diese beschreibt das Grundverständnis des Risikomanagements im Konzern und stellt dar, wie das Risikomanagement in der GWC AG realisiert wird. Unser Risikomanagement ist in die bestehenden Geschäftsprozesse integriert. Die Risikopolitik wird allen Mitarbeitern kommuniziert und insbesondere die Führungskräfte sind für die Wahrnehmung von aktuellen und potenziellen Risiken sensibilisiert. Jeder Mitarbeitende und jede Führungskraft können jederzeit Risiken melden. Durch das auf aktuellem Stand gehaltene Risikomanagementsystem erkennen wir frühzeitig Risiken und richten unser Handeln daran aus. Ein wichtiges Instrument dafür ist die strukturierte Risikoübersicht, in der alle wesentlichen Risiken, die das Ergebnis und den Bestand des Unternehmens gefährden könnten, aufgeführt werden. Die identifizierten Risiken werden analysiert, nach vordefinierten Kriterien, einschließlich der Auswirkung des Risikos auf den Gesamtkonzern bewertet, und durch Festlegung von Maßnahmen gesteuert. Über das gesamte Jahr hinweg überwachen wir die identifizierten Risiken. Zudem überprüfen wir regelmäßig die Durchführung der zur Risikominimierung ergriffenen Maßnahmen. Auch die Diskussion der Risiken ist fester Bestandteil der regelmäßigen Gespräche des Vorstands mit den jeweiligen Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften. Ein regelmäßiges Reporting an den Aufsichtsrat vervollständigt den Prozess. Zudem wird jährlich das gesamte Risikomanagementsystem einem Management-Review unterzogen und bei Bedarf Adaptierungen vollzogen. Zur Vermeidung oder Verminderung von negativen Auswirkungen einer drohenden oder bestehenden Krise, haben wir ein Krisenmanagement eingeführt. Ein Krisenhandbuch mit acht definierten Krisenfeldern, in dem Verantwortlichkeiten und Abläufe festgelegt sind, bietet uns in kritischen Situationen schnelle Orientierungshilfe. Die Patientensicherheit ist uns im Geschäftsbereich Medizin ein sehr wichtiges Anliegen. Folglich verfügen wir über ein klinisches Risikomanagement als Teil unseres Risikomanagementsystems. Innerhalb des klinischen Risikomanagementsystems werden explizit Risiken in Prozessen der Patientenversorgung identifiziert und gemanagt. Aus dem klinischen Risikomanagement werden unternehmensgefährdende Risiken in das konzernweite Risikomanagementsystem übernommen. Gerade unter den Gesichtspunkten einer immer stärkeren Digitalisierung verbunden mit der steigenden Cyber-Kriminalität bedarf es einer immer stärkeren Fokussierung auf die Informationssicherheit. Um diese Sicherheit zu gewährleisten, verfügen wir über ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). Über einen definierten Ablauf werden die Informationssicherheitsrisiken identifiziert, bewertet und behandelt. Auch hier werden die unternehmensgefährdenden Risiken in das konzernweite Risikomanagementsystem übernommen. 4.4 ChancenmanagementEin strukturierter und transparenter Strategieprozess, der Markt- und Umfeldanalysen beinhaltet, die vor allem auch die Auseinandersetzung mit den entsprechenden Kundenproblemen aus heutiger und zukünftiger Sicht berücksichtigt, sind unsere Basis für eine systematische Identifikation von Chancen. 4.5 Darstellung der Chancensituation4.5.1 Chancen aus der Entwicklung der gesellschaftlichen RahmenbedingungenGesundheit und Wohlergehen bzw. „sich gut fühlen“ ist ein zentrales Grundbedürfnis des Menschen und gehört stärker denn je zu den erkannten gesellschaftlichen Megatrends der Zukunft. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind geprägt von der demografischen Entwicklung der Bevölkerung, die zum einen ein zunehmend gestärktes Gesundheitsbewusstsein hat. Gleichzeitig aber auch verstärkt psychischen und mentalen Belastungen ausgesetzt ist - durch die sich verändernden Rahmenbedingungen des Lebens. Durch Themen wie Arbeitsverdichtung, Digitalisierung mit einer ständigen Erreichbarkeit, Dringlichkeitssucht und umfangreichem Medienkonsum. Vor diesem Hintergrund ist „Gesundheit und Erholung fördern“ die starke, nachhaltige und sinngebende Grundlage des konzernweiten Unternehmenszwecks der Gesundheitswelt Chiemgau AG. Darauf setzen die vielseitigen Dienstleistungen unserer Geschäftsbereiche Medizin und Touristik auf. Deshalb sehen wir für unsere Unternehmen vielfältige und nachhaltige Chancen. Wichtig ist dabei eine klare Positionierung vorzunehmen, um sich vom Wettbewerb abgrenzen zu können. Wir sind überzeugt dies zu erreichen, indem wir unseren Kunden und Patienten eine Dienstleistung mit besonderer persönlicher Betreuungsqualität erlebbar machen. Darüber hinaus bieten auch Spezialisierungen innerhalb des Leistungsspektrums Chancen zur Differenzierung. Durch die immer älter werdende Bevölkerung in Deutschland ist zu erwarten, dass die Zahl der chronischen, alters- und lebensstilbedingten Krankheiten weiter steigt. Reha vor Rente und Reha vor Pflege wird immer wichtiger werden. So lässt auch das steigende Renteneintrittsalter gerade für unser Leistungsspektrum in der stationären und ambulanten Rehabilitation grundsätzlich gute Entwicklungschancen erwarten. Die Rehabilitation leistet einen deutlichen positiven sozioökonomischen Beitrag. Das weiter steigende Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung führt dazu, dass man bereit ist, auch mehr selbst in seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu investieren. Dies bringt gerade im Selbstzahler-Markt weitere Chancen, neue Dienstleistungen aufzubauen. Zur Gesundheit gehört auch die Erholung von den Stressoren und Belastungen des immer komplexeren Arbeitsalltags. So kann auf dieser Basis auch durch eine entsprechende Weiterentwicklung unseres touristischen Angebots Kundennutzen und Erfolg geschaffen werden. 4.5.2 Unternehmensstrategische ChancenDurch die sich gerade in den letzten Jahren immer markanteren und zum Teil nicht vorhersehbaren Veränderungen der marktseitigen Umfeldbedingungen ist eine regelmäßige, deutlich engmaschigere Überprüfung der strategischen Stoßrichtungen und einer entsprechenden Risikobewertung zwingend geboten. Denn die Umsetzung eines strategischen Projektes kann heute trotz grundsätzlicher positiver Nachfrageerwartungen mehr denn je vor dem Hintergrund des fehlenden Fachpersonals oder letztendlich zu hoher Investitionskosten zum Scheitern verurteilt sein. Die Strategie ist deshalb stärker denn je einer stetigen Risikobewertung zu unterziehen. Aber gerade im Geschäftsbereich Medizin machen reformpolitische Änderungen, die zwar oft schnell ausgesprochen werden, aber erst mittelfristig konkret werden, das strategische Agieren bzw. einen langfristigen Plan immer schwerer. Als ein Beispiel hierzu ist die „Lauterbachsche Krankenhaus-Reform“ anzuführen. Fokussiert man die Sichtweise rein auf die nachfrageseitigen Wachstumschancen, sehen wir für unseren Konzern aktuell folgende Chancen bzw. Zielsetzungen: Die Ambulantisierung der Medizin wird weiter voranschreiten. Vor diesem Hintergrund haben wir strategische Ambitionen, unser ambulantes therapeutisches Setting in der Psychosomatik und auch der Geriatrie auszubauen. Hierzu haben wir bereits in der letzten Zeit mit dem Aufbau einer Psychosomatischen Institutsambulanz sowie der Mobilen Geriatrischen Reha wichtige Grundpfeiler gelegt. Des Weiteren wollen wir in ausgewählten zukunftsfähigen Bereichen auch das stationäre Reha-Setting stärken. Insbesondere ist es unser perspektivisches Ziel, die stationäre geriatrische Reha auszubauen. Durch die demografische Entwicklung der Bevölkerung ist von einer weiter steigenden Nachfrage im Bereich der Altersmedizin, bzw. Geriatrie, auszugehen. Auch die bereits angesprochene Ambulantisierung kann diesen Trend unterstützen. Ebenfalls sehen wir Chancen im strukturierten Ausbau eines professionalisierten Privatpatientenangebots im Reha-Sektor. Das Geschäftsfeld Psychosomatische Medizin ist für unseren Konzern ein bedeutendes heutiges Erfolgspotential. Wir sind überzeugt, dass dieses Erfolgspotential auch zukünftig gestaltet werden kann. Die Schärfung unseres Settings, bzw. eine Schwerpunktsetzung, innerhalb unserer Angebote, aber auch wie schon beschrieben neue ambulante sowie auch digitale Dienstleistungen werden dafür in den nächsten Jahren in den strategischen Fokus genommen. Auch die weitere Digitalisierung von Prozessen im Klinikbereich, dort wo zielführend, ist ein zentral wichtiges, auch gesetzlich gefordertes Thema der mittelfristigen Zukunft. Das Krankenhauszukunftsgesetz gibt uns hier mit entsprechenden Fördergeldern eine gewisse finanzielle Grundlage für einen zielgerichteten Ausbau. Am Ende wird dabei auch entscheidend sein, durch Digitalisierung effizientere Abläufe und Workflows zu erreichen. Ein sicher mehrjähriger Prozess. Darüber hinaus arbeiten wir auch weiter an der Entwicklung einer zukunftsfähigen Immobilienstrategie. Hier stehen im nächsten Zeitraum vor allem Themen im Fokus, langfristig einen größeren Einfluss auf die Weiterentwicklung bisher angepachteter Immobilien zu bekommen, z.B. durch die Schaffung eigentumsähnlicher Verhältnisse. Des Weiteren steht hier auch die Strategie der energetischen Versorgung bzw. Weiterentwicklung im Zentrum. So werden wir neben dem umfangreichen hydraulischen Abgleich vor allem die Themen Ausbau der eigenen Stromerzeugung durch PV-Anlagen oder auch ein neues Wärmeversorgungskonzept für die Chiemgau Thermen forcieren. Neben der Strategieentwicklung in unseren Geschäftsfeldern, die sich vor allem ja auch mit Lösungen auf die entsprechenden Herausforderungen innerhalb dieser Märkte beschäftigt, versuchen wir auch ein Zukunftsbild außerhalb der Märkte, in denen wir heute agieren, in Bezug zu unserem Unternehmenszweck zu erarbeiten, um dadurch neue Märkte zu erschließen. Konkret beschäftigen wir uns derzeit hier mit einer ganz besonderen Ausprägung eines „zukunftsfähigen Präventionsangebots“ und eines entsprechenden Geschäftsmodells. Auch in unserem Geschäftsbereich Touristik sehen wir Chancen des Wachstums und der Weiterentwicklung. Kurzurlaub bleibt weiter in Deutschland Trend. Ebenso das Bedürfnis nach Erhaltung der eigenen Gesundheit. Durch die Nutzung der Synergien innerhalb des Konzerns sehen wir das Thermenhotel Ströbinger Hof mit dem inkludierten Thermen- und Saunaeintritt sowie der Nutzung des PROMOVEO Fitnesszentrums hier sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Die Positionierung im Marktsegment „Gesundheit“ in der Region durch unsere in diesem Kontext stehenden konzernumfassenden Alleinstellungsmerkmale, soll mit der Fertigstellung der Hotelerweiterung weiter ausgebaut werden. Deshalb steht die Umsetzung des strategischen Projekts der Hotelerweiterung um 42 Juniorsuiten und 2 Suiten auf dem Nachbargrundstück des Thermenhotels Ströbinger Hof in 2024/25 im Mittelpunkt der Anstrengungen des Geschäftsbereichs Touristik. Dadurch können mehr Gäste beherbergt und eine zahlungskräftigere Klientel erschlossen werden. Wir sind auch überzeugt, dass die Erweiterung des Thermenhotels Ströbinger Hof somit auch zu steigenden Besucherzahlen in den Chiemgau Thermen führt. Gerade die Geschäftsfelder Thermenlandschaft und Saunawelt sowie Wellness oder Gastronomie sollen hier profitieren. So bietet auch das allgemein steigende Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung, gerade auch für das Segment der Stammgäste und Tagesgäste, zusätzlich gute Chancen für eine positive Weiterentwicklung der Chiemgau Thermen. Regelmäßig werden in diesem Kontext auch neue Dienstleistungen wie in 2024 z.B. eine Floating-Wanne angeboten. Auch unser Thermalheilwasser als wichtiger USP wird hier in der Zukunft weiter für eine Stärkung der Positionierung in den Fokus gesetzt. Im PROMOVEO biete der forcierte Aufbau der Leistungssport orientierten Premium-Marke des „Sport Performance Centers“ Möglichkeiten, neue Zielgruppen und Märkte zu erschließen. Das Alleinstellungsmerkmal „Wasser“ verschafft dem PROMOVEO hierfür einen großen Vorteil gegenüber Mitanbietern in der Region. 5 PrognoseberichtIm Prognosebericht der Gesundheitswelt Chiemgau AG sind zukunftsbezogene Aussagen enthalten, die zum Zeitpunkt der Berichterstattung auf der Grundlage von Erwartungen und Einschätzungen des Vorstands über künftige, den Konzern mit seinen Tochtergesellschaften für das Geschäftsjahr 2023 möglicherweise betreffende Ereignisse und auf Basis unserer Planungen formuliert sind. Solche, auch in die kurzfristige Zukunft gerichteten Aussagen, unterliegen naturgemäß Risiken, Ungewissheiten, Annahmen und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse einschließlich der Finanzlage und der Profitabilität der Gesundheitswelt Chiemgau AG deutlich von denjenigen abweichen - in positiver wie in negativer Hinsicht -, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen oder beschrieben werden. Entsprechende Informationen finden Sie auch in unserem Chancen- und Risikobericht innerhalb des Lageberichts. Das Jahr 2024 lässt zum Zeitpunkt der Berichterstattung erwarten, dass sich die in den letzten Jahren Einfluss nehmende Corona-Pandemie weiter entspannt und sich annähernd eine betriebliche Normalität zeigen wird. Die durchschnittliche hohe Belegung im Berichtsjahr 2023 sowie im Verlauf des ersten Quartals des Jahres 2024 stärken uns in dieser Annahme. Demgegenüber zeigt sich wie auch schon im Berichtsjahr 2023 eine herausfordernde Marktsituation in Folge der außerordentlichen Inflationsentwicklung oder des weiterhin stark voranschreitenden Wandels der Arbeitsmarktsituation in Form eines stark ausgeprägten Arbeitnehmermarktes. Die Folgen sind zum einen in einer merkbaren Kostensteigerung in nahezu allen Kostenarten zu sehen. Zum anderen auch in Personalbesetzungs- und Personalausfallproblemen, die wiederum zu einer Limitierung der Leistungsabgabe führen können oder den Einsatz von sehr teuren Leiharbeitskräften. Ebenfalls herausfordernd stellt sich der Energiebereich dar, in dem sich insbesondere zu Beginn des Jahres 2024 enorme Kostensteigerungen zeigen. Trotz der Herausforderungen durch dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld beurteilt der Vorstand zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzern-Lageberichts die Geschäftsaussichten des GWC-Konzerns weiterhin als in Summe positiv. Im Geschäftsbereich Touristik prognostizieren wir für das Geschäftsjahr 2024 eine weiterhin steigende Konsumfreudigkeit der Bevölkerung. Durch die strategische Erweiterung des Thermenhotels Ströbinger Hof in Verbindung mit der Chiemgau Therme wird es insbesondere im Thermenhotel, aber auch in der Therme selbst zu einem Umsatzrückgang kommen. Begründet ist dies durch die teilweise Schließung des Thermenhotels zur Sanierung des Bestandsbaus in deren Folge auch ein Rückgang der Besucher der Therme steht. In unseren Kliniken prognostizieren wir in Summe eine solide Steigerung der Belegungstage und somit der stationären Auslastungsquote. Getragen durch eine bessere Besetzung des personellen Soll-Stellenplans erwarten wir zudem auch in unseren Ambulanten Rehazentren eine deutliche Ausweitung der verkauften Therapie-Einheiten. So erwarten wir aus Konzernsicht, dass wir im Vergleich zum Vorjahr die Umsätze moderat ausbauen werden können. Gerade innerhalb unseres medizinischen Geschäftsbereiches rechnen wir somit mit weiter verbesserten stationären und ambulanten Auslastungsquoten. Als weiteren wichtigen Baustein sehen wir sowohl in der Touristik als auch in der Medizin marktbezogene und marktnotwendige Anpassungen der Preise sowie entsprechend erfolgreiche Pflegesatzverhandlungen. Bei der Position der Sonstigen betrieblichen Erträge prognostizieren wir eine erhebliche Reduzierung. Unsere Erwartung basiert auf dem zum Berichtszeitpunkt vorliegenden Wissensstand, dass es in 2024 keine politischen Covid-Unterstützungsgelder, zeitlich nur noch begrenzte Energieausgleichszahlungen und auch nicht mit weiteren wirtschaftlichen Hilfsmaßnahmen im Vergleich zu den Vorjahren zu rechnen ist. Folgende wesentliche Entwicklungen in 2024 sehen wir auf der Aufwandsseite: Die Materialaufwendungen werden auch weiterhin klar wahrnehmbar steigen. Die Inflation ist dabei in nahezu allen Kostenarten omnipräsent und wirkt sich hier aus. Gerade auch durch das Ende 2023 Auslaufen aus der Vergangenheit noch abgesicherter Verträge zu im Vergleich der aktuellen Marktlage ordentlichen Energiepreis-Konditionen, spielt auch der Energiekosten-Sektor gerade im Vergleich zu den vielen Jahren davor eine markantere ergebnisbelastende Rolle. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass wir durch die veränderte Arbeitsmarktsituation auch im Geschäftsjahr trotz aller operativen und strategischen Anstrengungen des Personal-Recruitings gerade im Pflegebereich der beiden Kliniken weiterhin stärker auf Arbeitskräfte in Arbeitnehmerüberlassung bauen müssen, was die Materialaufwendungen entsprechend weiter belasten wird. Gegensteuerungsmaßnahmen sind hier bereits initiiert, werden aber ihre Wirkung erst im Laufe des zweiten Halbjahres 2024 entfalten. Im Bereich der Personalaufwendungen, der aufwandsseitig gewichtigste Bereich, erwarten wir deutliche wirtschaftlich spürbare Ausgabeerhöhungen. Als Gründe sehen wir hier in erster Linie eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Besetzung der Soll-Stellenpläne sowie aber auch die marktseitige Notwendigkeit deutlichen weiteren Anpassungen der Gehaltsgefüge. Hier bringt die Inflation sowie die unter anderem damit verbundenen tariflichen Auseinandersetzungen eine Handlungsnotwendigkeit mit sich. Diese Position korreliert am Ende zum Teil auch mit dem oben beschriebenen Materialaufwandsbereich der Arbeitskräfte in Arbeitnehmerüberlassung. In diesem Kontext wurde rückwirkend ab Dezember 2023 die Gehälter auf Basis einer entsprechenden Betriebsvereinbarung deutlich mit über 10 % nach oben angepasst. Trotz der Umsatzsteigerungen im medizinischen Segment, sind insbesondere die deutlich steigenden Personalkosten in Verbindung mit den steigenden Materialkosten und der strategischen Weiterentwicklung des touristischen Segments die Gründe für unsere Prognose eines weiterhin positiven, aber gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzierten Betriebsergebnis in 2024. Im Investitionsbereich planen wir für 2024 ein weiterhin hohes Maßnahmenvolumen. Unsere Schwerpunktthemen sind Investitionen in Energie-Projekte sowie die Anschaffung medizinisch und infrastrukturell notwendiger Geräte. Der Prognosebericht spiegelt auf Grundlage der gestalteten Ergebnisabführungsverträge neben dem Konzern auch die Prognose für die Muttergesellschaft Gesundheitswelt Chiemgau AG selbst wider. 6 Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f Abs. 4, 315d HGBUnter Berücksichtigung des § 111 Absatz 5 Satz 5 AktG in der Fassung des FüPoG II (§ 111 Absatz 5 AktG n.F.) hat der Aufsichtsrat die Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat festzulegen. Dabei besteht nach § 96 Absatz 2 AktG für die Gesundheitswelt Chiemgau AG derzeit keine gesetzlich zwingende Verpflichtung, etwa den Aufsichtsrat zu mindestens 30 % mit Frauen zu besetzen. Die Gesundheitswelt Chiemgau AG ist weder eine börsennotierte Gesellschaft, noch unterliegt sie den im § 96 Absatz 2 AktG in Bezug genommenen mitbestimmungsrechtlichen Vorschriften. Auch § 4 Absatz 4 Drittelbeteiligungsgesetz begründet keine gesetzliche zwingende Verpflichtung zur Einhaltung einer Frauenquote, sondern stellt lediglich eine Soll-Vorschrift dar. Die Zielgrößen bis zum 31.12.2023 waren wie folgt festgelegt: Der Aufsichtsrat der GWC AG hat in seiner Sitzung vom 02.05.2022 zu dort TOP 8 unter Ziffer 2 beschlossen, unter Berücksichtigung des § 111 Absatz 5 AktG n.F. die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand mit 0 % und im Aufsichtsrat mit 22,22% festzulegen. Für die Ebenen der Generalbevollmächtigten und den Bereichsleitungen wurden die Zielgrößen mit 100% bzw. 66,7% festgelegt. Der Frauenanteil betrug zum 31.12.2023 für den Aufsichtsrat 11,1% und 0% für den Vorstand, für die Generalbevollmächtigten 100% und auf Ebene der Bereichsleitung 66,7%. Bei den Neuwahlen zum Aufsichtsrat für die ab dem 19.07.2023 laufende Amtsperiode ist lediglich eine Frau in den Aufsichtsrat gewählt worden, sodass die Zielgröße am 31.12.2023 unterschritten wurde. Unter Berücksichtigung dieses Wahlergebnisses wird die Frauenquote für den Aufsichtsrat ab dem 01.01.2024 mit 11,1 % festgelegt. Diese Festlegung gilt bis zum 31.12.2028. Der Aufsichtsrat legt die Zielgröße des Frauenanteils im Vorstand in Fortführung des bisherigen diesbezüglichen Beschlusses weiterhin mit 0 % fest. Der Vorstand der GWC AG besteht derzeit aus lediglich einer Person, nämlich Herrn Dietolf Hämel. Eine Abänderung ist unverändert bis auf Weiteres nicht beabsichtigt. Die Führung der Gesellschaft durch einen Alleinvorstand entspricht auch der primären Grundstruktur der in der Satzung vorgegebenen Vorstands-Organisation, wie es mittelbar aus § 7 der Gesellschaftsatzung im Umkehrschluss zu folgern ist. Denn danach kann die Bestellung eines Alleinvorstandes sogar dann beibehalten werden, wenn das Grundkapital der Gesellschaft € 3 Mio übersteigt. Also wird nach dem Willen des Satzungsgebers die Führung der Gesellschaft durch eine Person auf Vorstandsebene bevorzugt. Dieses Führungsmodell hat sich bislang in der praktischen Handhabung auch bewährt. Eine Bestellung eines weiteren Vorstandsmitgliedes, gleich ob männlich oder weiblich, ist daher aus Sicht des Aufsichtsrats derzeit nicht veranlasst. Auch diese Festlegung gilt bis zum 31.12.2028. Für die Führungsebene der Generalbevollmächtigten wurde eine Zielgröße von 100%, für die Führungsebene der Bereichsleitungen der GWC AG wurde eine Zielgröße von 33,3% festgelegt, mit einer Frist bis zum 31.12.2028. 7 AbhängigkeitsberichtIn seinem Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 312 AktG) hat der Vorstand folgende Schlusserklärung abgegeben: „Wir erklären, dass bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und anderen Maßnahmen der maßgebliche Zeitpunkt der Beurteilung der Zeitpunkt ist, zu dem das beurteilte Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen wurde. Für die im Geschäftsjahr 2023 vorgenommenen Rechtsgeschäfte und getroffenen Maßnahmen hat die Gesellschaft bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und sie ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen und unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“
Bad Endorf, 10.05.2024 Dietolf Hämel [1] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2024/bip2023/pm-bip.pdf?__blob=publicationFile [2] [https://www.bdpk.de/themen/rehabilitation-pflege/wirtschaftliche-situation-der-reha-kliniken :~:text=Hunderten%20deutschen%20Reha%2DKliniken%20droht,sowie%20Nachwirkungen%20der%20Cornona%2DPandemie.] [3] https://www2.deloitte.com/de/de/pages/consumer-business/articles/deutscher-fitnessmarkt-studie.html [4] https://www.fitnessmanagement.de/fitness/halbjahres-umfrage-dssv-dhfpg-status-quo-fitnessbranche-gesundheitsbranche Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2023I. Allgemeine Angaben zum KonzernabschlussDie Gesundheitswelt Chiemgau AG mit Sitz in Bad Endorf ist mit der HRB Nr. 543 im Handelsregister des Amtsgerichts Traunstein eingetragen. Der vorliegende Konzernabschluss ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Gliederung der Konzern-Bilanz entspricht § 266 Abs. 2 und 3 HGB, erweitert um krankenhausspezifische Posten. Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt. Darüber hinaus wurde die Gliederung um krankenhausspezifische Posten erweitert. Bei den folgenden tabellarischen Darstellungen kann es zu rundungsbedingten Abweichungen kommen. 1. Konsolidierungskreis und KonsolidierungsstichtagIn den Konzernabschluss sind neben der Gesundheitswelt Chiemgau AG, Bad Endorf, als Mutterunternehmen alle direkt und indirekt gehaltenen inländischen Tochterunternehmen einbezogen. Ausländische Tochterunternehmen existieren zum Bilanzstichtag nicht. Folgende Tochterunternehmen werden im Wege der Vollkonsolidierung zum 31. Dezember 2023 in den Konzernabschluss einbezogen:
1) Es besteht ein Ergebnisabführungs- bzw. -übernahmevertrag mit der Gesundheitswelt Chiemgau AG 2) Anteile werden von der Simssee Klinik GmbH gehalten incl. Ergebnisabführungsvertrag 2017 Der Konzernabschluss wurde auf den 31. Dezember 2023, dem Abschlussstichtag des Mutterunternehmens, aufgestellt. Bilanzstichtag aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften ist der 31. Dezember 2023. 2. KonsolidierungsgrundsätzeDie Abschlüsse des Mutterunternehmens und der einbezogenen Tochterunternehmen sind nach den einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Gesundheitswelt Chiemgau AG, Bad Endorf, aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zum 31. Dezember 2023 richten sich demnach nach den Vorschriften der §§ 242 bis 278 HGB. Die Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung aufgerechnet. Die Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten sowie Aufwendungen und Erträge der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden vollständig in den Konzernabschluss aufgenommen. Die Kapitalkonsolidierung der Tochterunternehmen erfolgt unter Anwendung der Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a.F. durch Verrechnung der Buchwerte der Anteile mit dem anteiligen Eigenkapital der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihrer Erstkonsolidierung („Altfälle“). In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind sowohl die Umsatzerlöse als auch die anderen Erträge aus dem Liefer- und Leistungsverkehr zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet worden. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Immaterielle VermögensgegenständeDie immateriellen Vermögenswerte werden mit Ihren Anschaffungskosten bewertet und mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die voraussichtliche Nutzungsdauer für Lizenzen und ähnliche Rechte beträgt in der Regel drei bis fünf Jahre. 2. SachanlagenSachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Die Herstellungskosten umfassen Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Einzelanschaffungskosten von netto über EUR 250,00 bis netto EUR 1.000,00 wurden bis zum Geschäftsjahr 2018 im Zugangsjahr im Anlagenpool (Sammelposten) erfasst und über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben. Der Sammelposten wurde in die Handelsbilanz übernommen, da er für den Konzern von untergeordneter Bedeutung ist. Seit Jahresbeginn 2019 werden die geringwertigen Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis zu netto EUR 800,00 im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben. 3. FinanzanlagenDie Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten ausgewiesen. Bei dauerhaften Wertminderungen wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. 4. VorräteDie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren sind grundsätzlich unter Beachtung des Niederstwertprinzips durch Einzelfeststellungen oder zu den gesunkenen Wiederbeschaffungskosten bewertet. Die unfertigen Leistungen sind retrograd anhand der zeitanteilig abgegrenzten Erlöse der im Jahr 2023 noch nicht abrechnungsfähigen DRG nach einem zulässigen Verfahren abgegrenzt. 5. Forderungen und Sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit ihren Nominalwerten aktiviert. Das allgemeine Kreditrisiko im Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen wird durch eine angemessene Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Die spezifischen Kreditrisiken werden durch eine angemessene Einzelwertberichtigung erfasst. 6. Liquide MittelDie liquiden Mittel werden mit den Nennwerten angesetzt. 7. RechnungsabgrenzungspostenAls Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Einnahmen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. 8. EigenkapitalDas gezeichnete Kapital entspricht dem Grundkapital laut Satzung der Konzernmutter sowie der Handelsregistereintragung und ist voll eingezahlt. 9. Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen der öffentlichen HandMit Bewilligungsbescheid vom 3.8.2022 wurde der Marktgemeinde Bad Endorf ein Projektfinanzierung im Wege der Anteilsfinanzierung für das Vorhaben Sanierung der Bohrung II Bad Endorf erteilt. Mit Bewilligungsbescheid vom 12.8.2022 hat die Marktgemeinde die Projektförderung unmittelbar an die Gesundheitswelt Chiemgau AG weitergereicht. Im Berichtsjahr kam es zu einer weiteren Teilauszahlung i.H.v. TEUR 85,2 der bewilligten Fördersumme von Mio. EUR 3,6. Der Sonderposten wird zukünftig ratierlich über die Nutzungsdauer des geförderten Anlagevermögens erfolgswirksam aufgelöst. 10. Sonderposten aus Fördermitteln nach dem KHGDer Sonderposten wird in Höhe der Fördermittel für nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz gefördertes Anlagevermögen gebildet und korrespondierend mit den Abschreibungen über den Zeitraum der jeweils maßgeblichen Restnutzungsdauer aufgelöst. 11. PensionsrückstellungenDen Pensionsrückstellungen sind gemäß vorliegendem versicherungsmathematischen Gutachten für die Bewertung die Richttafeln 2018 G (Vorjahr: 2018 G) der Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln, mit einem Rechnungszinsfuß von 1,82% (Vorjahr: 1,78%) zugrunde gelegt. Es wird keine Lohn- und Gehaltssteigerung angenommen und unter Ausübung des Wahlrechtes nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB von einer Restlaufzeit von 15 Jahren ausgegangen. Als Bewertungsverfahren diente die „Projected Unit Credit Methode“ i.S.v. IAS 19. Für die Berechnung wurde eine Rentendynamik von unverändert 2,00 % p.a. unterstellt. 12. Steuerrückstellungen und sonstige RückstellungenDie Steuerrückstellungen und Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig erscheint. 13. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. 14. Latente SteuernDie Ermittlung der latenten Steuern wurde unter Heranziehung eines Körperschaftsteuersatzes inkl. Solidaritätszuschlag in Höhe von 15,825 % und eines individuellen Gewerbesteuersatzes in Höhe von 12,25 % ermittelt. Aktive und passive latente Steuern wurden verrechnet. Auf eine Aktivierung einer sich insgesamt ergebenden aktiven latenten Steuer wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB verzichtet. III. Erläuterungen zur Konzernbilanz 1. AnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens nach den einzelnen Bilanzpositionen ist als Anlage zum Konzernanhang dargestellt. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultiert in erster Linie aus einem Forderungsaufbau bei der GWC AG und der Klinik ChiemseeWinkel Seebruck GmbH:
In den Sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 272,0 (Vj. TEUR 890,6) sind unter anderem Forderungen für entstandenen Zinsgewinn, Forderungen aus Schadenersatzleistungen sowie Ansprüche auf Energieausgleichszahlungen bilanziert. 3. Liquide MittelDer Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über liquide Mittel in Höhe von TEUR 11.710,8 (Vj. TEUR 2.298,6). 4. EigenkapitalDas als gezeichnetes Kapital ausgewiesene Grundkapital des Mutterunternehmens beträgt unverändert TEUR 1.950,0. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung am 20.7.2022 ein Aktiensplit. Die Satzung wurde entsprechend geändert, so dass nun 1.950.000 (vorher 75.000) nennwertlose Stückaktien zum rechnerischen Wert von EUR 1,00 (vorher EUR 26,00) je Aktie eingeteilt sind. Aufgrund der Umstellung des Grundkapitals auf Stückaktien sowie die Umstellung von DM auf EUR mit Beschluss vom 5.7.2001 ist der Inhalt der Aktienurkunden seinerzeit unrichtig geworden. Daher hat der Vorstand am 13.9.2018 beschlossen, dass sämtliche Anteile am Grundkapital der Gesellschaft in einer Sammelurkunde verbrieft und sämtliche noch an Aktionäre ausgegebenen effektiven Aktienurkunden für kraftlos erklärt werden sollen. Das Grundkapital wurde aufgrund des Beschlusses in vollem Umfang durch eine Globalurkunde verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, hinterlegt wurde. Die Aktionäre des Mutterunternehmens werden an dem bei der Clearstream Banking AG gehaltenen Sammelbestand an Aktien an der GWC AG entsprechend ihres Anteils als Miteigentümer durch entsprechende Depotgutschrift beteiligt. Die Umstellung wurde dreimalig im Bundesanzeiger veröffentlicht (am 28.2.2019, 28.3.2019 und 26.4.2019). Sämtliche im Umlauf befindlichen bisher nicht eingereichten, unrichtig gewordenen Aktienurkunden der GWC AG, wurden im Mai 2019 für kraftlos erklärt. Die entsprechenden Miteigentumsanteile an der Globalurkunde in Girosammelverwahrung bei der Clearstream Banking AG sind in einem treuhänderischen Depot verbucht und verfügbar. Insgesamt waren zum Bilanzstichtag am 31.12.2023 noch 7.254 Aktien im Depot eingebucht. Es wurde mit der Feststellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2022 vorgeschlagen und dann in der Hauptversammlung 2023 beschlossen, 1,30 Mio. EUR in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung und Feststellung des Jahresabschlusses 2023 haben Vorstand und Aufsichtsrat gem. § 58 Abs. 2 Satz 1 AktG beschlossen, einen Teil des Jahresüberschusses von TEUR 1.745,79 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Nach Verrechnung des Konzernjahresüberschusses 2023 mit dem Gewinnvortrag des Vorjahres i.H.v. TEUR 2.137,1 (Vj. TEUR 2.172,2) und der im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses vorgenommenen Zuführung zu den anderen Gewinnrücklagen i.H.v. TEUR 1.745,79 (Vj. TEUR 1.811,0) ergibt sich ein Konzernbilanzgewinn in Höhe von TEUR 3.882,9 (Vj. TEUR 3.983,1). 5. PensionsrückstellungenDie Pensionsrückstellungen betreffen ein ehemaliges Vorstandsmitglied. Der ermittelte Wert führt zu einer Pensionsverpflichtung in Höhe von TEUR 133,4 (Vj. TEUR 140,2). Der zum 31. Dezember 2023 gemäß § 6 a EStG ermittelte Wert beträgt TEUR 82,6 (Vj. TEUR 84,9). Es wurden Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 2,4 (Vj. TEUR 2,6) aus der Aufzinsung der Rückstellungen berücksichtigt. Unter Verwendung eines siebenjährigen Durchschnittszinses hätte sich bei einem dann zu verwendenden Rechnungszinssatz von 1,74 % ein Erfüllungsbetrag für die Pensionsrückstellung von TEUR 134,3 ergeben. Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beläuft sich damit auf TEUR 1,0 (Vj. TEUR 4,7). 6. Sonstige RückstellungenDie Sonstigen Rückstellungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2023 um TEUR 932,0 auf TEUR 5.171,1 (Vj. TEUR 4.239,1).
Die entscheidenden Größen innerhalb dieser Bilanzposition sind die Rückstellungen für Überstunden, Urlaub und Prämien in den einzelnen Unternehmen sowie die Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungen und Sonstige. 7. VerbindlichkeitenAls Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten dienen Buchgrundschulden auf Grundstücken des Mutterunternehmens in Höhe von insgesamt TEUR 30.131,0 (Vj. TEUR 32.404,3). Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten werden in einem Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst:
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 611,4 (Vj. TEUR 600,3), im Wesentlichen aus Lohnsteuer. Zudem sind in den sonstigen Verbindlichkeiten insbesondere auch Verbindlichkeiten aus Wertkarten und Gutscheinen der Chiemgau Thermen in Höhe von TEUR 1.391 (Vj. TEUR 1.235) enthalten. IV. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung1. Aufgliederung der UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse setzen sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt zusammen:
Erläuterung: Dem Geschäftsbereich Medizin werden die Unternehmen Simssee Klinik GmbH, Klinik St. Irmingard GmbH, Klinik ChiemseeWinkel Seebruck GmbH und Ambulantes Rehazentrum Rosenheim GmbH zugeordnet. Dem Geschäftsbereich Tourismus werden die Unternehmen Chiemgau Thermen GmbH und die Ströbinger Hof GmbH zugeordnet. 2. Sonstige betriebliche ErträgeIn den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge i.H.v. TEUR 313,1 (Vj. TEUR 996,2) enthalten, welche sich im Wesentlichen aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 115,2 (Vj. TEUR 115,2) und sonstigen periodenfremden Erträge in Höhe von TEUR 157,9 (Vj. TEUR 113,1) begründen. Daneben sind im Berichtsjahr anteilige pauschale Erstattungen für Energiekosten i.H.v. TEUR 488,7 enthalten. 3. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 12.303,2 (Vj. TEUR 10.693,2). In der Position sind insbesondere Instandhaltungen und EDV-Aufwendungen berücksichtigt. Die periodenfremden Aufwendungen, welche in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind, sind im Vergleich zum Vorjahr auf TEUR 309,0 gewachsen und erklären sich aus Nachzahlungen und Auflösungen sowie Neubildung von Rückstellungen die Vorjahre betreffend. 4. FinanzergebnisAufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen werden in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von insgesamt TEUR 2,4 (Vj. TEUR 2,6) ausgewiesen. 5. Steuern vom Einkommen und vom ErtragIn den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Steuererstattungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 0,0 (Vj. TEUR 32,3) enthalten. 6. Sonstige SteuernIn den Sonstigen Steuern sind Steuernachzahlungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 15,4 (Vj. TEUR 107,9) enthalten. V. Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 11.710,8 (Vj. TEUR 2.298,6) besteht aus liquiden, kurzfristigen Bankguthaben. Es bestehen keine Verfügungsbeschränkungen über den Finanzmittelfonds. Zudem bestehen noch zugesagte, aber nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von TEUR 1.000,0 bei zwei Kreditinstituten. VI. Sonstige Angaben1. Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle VerpflichtungenAus langfristigen Miet- und Pachtverträgen bestehen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von ca. TEUR 1.447,6 p.a. für das Klinikgebäude in Prien (bis Ende 2025 ca. TEUR 2.969,1), Seebruck (bis Ende 2032 ca. TEUR 6.339,6) und das Ambulante Rehazentrum in Rosenheim (bis Ende 2030 ca. TEUR 2.379,1). Aus nicht zu passivierenden Leasingverträgen bestehen zukünftige Verpflichtungen in Höhe von TEUR 358,2 (Vj. TEUR 515,1) jährlich. Die Leasingverträge wurden vor allem zur Finanzierung nicht in der Bilanz erfasster Vermögensgegenstände abgeschlossen. Risiken entstehen dabei aus der Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen. Der Konzern finanziert Investitionen aus wirtschaftlichen und bilanzpolitischen Gründen teilweise über außerbilanzielle Geschäfte in Form von Leasinggeschäften. Aus den Leasing- und Mietverträgen bestehen Risiken in Form der vertraglich vereinbarten periodischen Zahlungen bzw. aus der möglichen Verpflichtung zur Abnahme des geleasten Vermögensgegenstandes im Falle eines vereinbarten Andienungsrechtes. Die Leasingverträge wurden geschlossen, um optimierte Finanzierungskonditionen zu sichern. Insbesondere beim Fahrzeugleasing wird ein Vorteil in der vertraglich vereinbarten Rückgabemöglichkeit nach Ende der Mindestleasingdauer genutzt. Aus begonnen Investitionsvorhaben bestehen am Abschlussstichtag künftige Verpflichtungen in Höhe von TEUR 17.285. Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB beträgt somit TEUR 29.331,1. 2. PersonalIm Jahresdurchschnitt waren im gesamten Unternehmensverbund Mitarbeiter wie folgt beschäftigt:
Dazu kommen Auszubildende und Praktikanten im gesamten Konzern gem. nachfolgender Aufstellung:
3. Sonstige PflichtangabenAuf die Angaben der Vorstandsbezüge nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB wird aufgrund von § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die Aufsichtsratsbezüge (Aufwandsentschädigungen) betrugen im Geschäftsjahr insgesamt TEUR 193,4 (Vj. TEUR 164,0). 4. Gesellschaftsorgane des MutterunternehmensVorstand Als Vorstand waren im Geschäftsjahr 2023 bestellt: • Herr Diplom-Kaufmann Dietolf Hämel, Prien am Chiemsee, Vorstand Aufsichtsrat
5. Gesellschafterstruktur des MutterunternehmensDie Marktgemeinde Bad Endorf besitzt eine Mehrheitsbeteiligung an dem Aktienkapital der Gesundheitswelt Chiemgau AG, Bad Endorf. Die restlichen Anteile befinden sich im Streubesitz. 6. Angaben zum Honorar des AbschlussprüfersFür die Prüfung des Konzernabschlusses und der Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2023 der Muttergesellschaft sowie der einzelnen Tochtergesellschaften wurde mit unserem Abschlussprüfer ein Honorar von TEUR 90,5 vereinbart. Im Berichtsjahr entfielen darüber hinaus TEUR 12,9 auf die Abschlussprüfung des Vorjahres. Sämtliche Honorare betreffen Abschlussprüfungsleistungen. 7. ErgebnisverwendungsvorschlagDer Vorstand schlägt vor, vom Bilanzgewinn des Mutterunternehmens TEUR 1.053,0 auszuschütten, TEUR 700,0 in die Position andere Gewinnrücklagen einzustellen sowie TEUR 92,1 auf neue Rechnung vorzutragen. 8. SonstigesFür die folgenden Tochterunternehmen wird von den Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht: • Chiemgau Thermen GmbH, Bad Endorf • Klinik St. Irmingard GmbH, Bad Endorf • Ströbinger Hof GmbH, Bad Endorf • Simssee Klinik, Bad Endorf, mit Ambulantes Rehazentrum Rosenheim GmbH, Rosenheim • Klinik ChiemseeWinkel Seebruck GmbH, Seebruck
Bad Endorf, 10. Mai 2024 Dietolf Hämel, Vorstand der Gesundheitswelt Chiemgau Aktiengesellschaft Billigung des Konzernabschlusses Der Konzernabschluss zum 31.12.2023 wurde am 14.05.2024 gebilligt. Konzern-Anlagenspiegel für das Geschäftsjahr 1. Januar 2023 bis 31. Dezember2023
Konzern-Eigenkapitalspiegel für die Geschäftsjahre 2022 und 2023
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Gesundheitswelt Chiemgau Aktiengesellschaft, Bad Endorf PRÜFUNGSURTEILE Wir haben den Konzernabschluss der Gesundheitswelt Chiemgau Aktiengesellschaft, Bad Endorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Gesundheitswelt Chiemgau Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die unter „SONSTIGE INFORMATIONEN“ genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte zusammengefasste Lagebericht in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter „SONSTIGE INFORMATIONEN“ genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. SONSTIGE INFORMATIONEN Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen: • die in Abschnitt 6. des zusammengefassten Lageberichts enthaltene zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung • die übrigen Teile des Geschäftsberichts mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHT Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. • holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. • beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, 10. Mai 2024 BDO AG Salzberger, Wirtschaftsprüfer Skiadas, Wirtschaftsprüfer |
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