Greiffenberger AG

Augsburg

Halbjahresfinanzbericht 2020

Halbjahresfinanzbericht 2020

Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2020

VORBEMERKUNGEN

Der Konzernzwischenlagebericht und der Konzernhalbjahresabschluss der Greiffenberger AG (die "Gesellschaft"), Augsburg, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Augsburg unter HRB 31776, zum 30. Juni 2020 wurden weder entsprechend § 317 HGB geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Konzern- und Jahresabschluss der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr nebst der zugehörigen Lageberichte wurden vom Vorstand der Gesellschaft am 31. März 2020 aufgestellt und in den am 27. April 2020 geänderten Fassungen fristgerecht offengelegt. Aufgrund der gesetzlichen Offenlegungspflichten als börsennotiertes Unternehmen erfolgte die damalige Offenlegung jeweils vor Abschluss der Prüfung beider Abschlüsse durch den Abschlussprüfer und somit vor ihrer Billigung bzw. Feststellung durch den Aufsichtsrat der Gesellschaft. Der Vorstand kann nicht ausschließen, dass der Konzernabschluss für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr gegenüber der derzeitigen Fassung aufgrund von weiteren Erkenntnissen (z.B. aus der unverändert andauernden Prüfung des Abschlussprüfers) noch einmal geändert werden muss, woraus entsprechende Änderungen der in diesem Konzernzwischenlagebericht und den Konzernhalbjahresabschluss der Greiffenberger AG zum 30. Juni 2020 berücksichtigten Vortragswerte bzw. Vergleichswerte resultieren könnten. Der Abschlussprüfer der Gesellschaft sieht sich bislang außer Stande zu beurteilen, ob die Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (sog. going concern) im Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019, von der der Vorstand der Gesellschaft ausgeht, gerechtfertigt ist. Für die Beurteilung dieser Frage hält es der Abschlussprüfer für erforderlich, dass ihm vor der Testatserteilung weitere - derzeit noch nicht vorhandene - Unterlagen und Nachweise vorgelegt werden. Der am 25. Juni 2020 notariell beurkundete Vertrag über die Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde mit Zahlungseingang am 14. September 2020 und anschließendem Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten zum 15. September 2020 vollzogen. Aus dem Veräußerungserlös wurde das als bis dahin wesentlicher Teil der Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen vollständig zurückgeführt. Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, sind weit fortgeschritten; rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle & Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht vor.

Der Vorstand rechnet damit, dass die entsprechenden Kreditverträge mit den Banken noch im Herbst des laufenden Jahres unterzeichnet werden können. Die Auszahlung der Kredite wird dann von der Erfüllung verschiedener Auszahlungsbedingungen abhängen, die nach derzeitiger Einschätzung des Vorstands sämtlich fristgerecht beigebracht werden können. Der Vorstand geht daher weiterhin von der Prämisse der Unternehmensfortführung aus. Dennoch besteht das Risiko, dass es zu Störungen oder Verzögerungen beim Abschluss der Anschlussfinanzierung oder ihrer Auszahlung kommen kann. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre die weitere Finanzierung und somit der Fortbestand des Konzerns gefährdet. Sollte darüber hinaus der zusätzliche Finanzierungsbedarf aufgrund der von der Covid-19 Pandemie beeinflussten Marktentwicklung signifikant höher sein als derzeit aufgrund der Planungen angenommen, wird das derzeit verhandelte Anschlussfinanzierungsvolumen nicht ausreichen. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre der Fortbestand des Konzerns ebenfalls gefährdet.

Dieser Konzernzwischenlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen.

1 | GRUNDLAGEN DES GREIFFENBERGER-KONZERNS

1.1 | Konzernstruktur und Geschäftsmodell

Obergesellschaft des Greiffenberger-Konzerns ist die börsennotierte Industrieholding Greiffenberger AG. Sie investiert mit langfristigem strategischem Horizont in Beteiligungen an Unternehmen, die sich in den von ihnen bedienten Branchen auf attraktive, technologisch anspruchsvolle Teilmärkte und Anwendungsbereiche fokussieren.

Die Greiffenberger AG verfügt mit der J.N. Eberle & Cie. GmbH, Obergesellschaft des Unternehmensbereichs Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl (Teilkonzern Eberle), über ein einziges unmittelbares Tochterunternehmen. Die J.N. Eberle & Cie. GmbH, mit der ein Ergebnisabführungsvertrag besteht und an der die Greiffenberger AG 100 % der Anteile hält, hat ihren Sitz in Augsburg und unterhält hier den einzigen Produktionsstandort des Teilkonzerns Eberle. Das Produktionsprogramm umfasst die Herstellung von Hochleistungsbandsägeblättern und Präzisionsbandstahl für industrielle Einsatzgebiete. Die wichtigsten Zielmärkte sind der Maschinenbau sowie die stahl- und metallverarbeitende Industrie, im Produktbereich Präzisionsbandstahl u.a. Zulieferbetriebe der Automobilindustrie. Die Produkte werden weltweit direkt vertrieben. In Italien, in Frankreich und in den USA bestehen zusätzlich Vertriebsgesellschaften, die sich im mehrheitlichen Besitz der J.N. Eberle & Cie. GmbH befinden.

2 | WIRTSCHAFTSBERICHT UND GESCHÄFTSVERLAUF

2.1 | Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) ist die weltwirtschaftliche Aktivität infolge der Covid-19 Pandemie im ersten Halbjahr 2020 um rund 10 % gesunken. Nach einem Rückgang um 3 % im ersten Quartal brach die Weltproduktion im zweiten Quartal um rund 7 % ein. Inzwischen hat aber eine Erholung eingesetzt, die für das dritte Quartal hohe weltwirtschaftliche Zuwachsraten erwarten lässt, wie sie in China bereits im Frühjahr verzeichnet wurden. Im laufenden Jahr wird ein Rückgang der Weltproduktion von 3,6 % erwartet.1

Auch in der Stahlindustrie in Deutschland spiegeln sich die tiefen Spuren wider, die die Corona-Krise hinterlassen hat.2 Im Verlauf von Januar bis August lag die Stahlerzeugung um 16,5 % unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Anzeichen für eine Stabilisierung zeigen sich bei der Produktion bislang noch nicht.

1 IfW-Konjunkturprognose Q3 2020
2 Pressemitteilung WV Stahl vom 23.09.2020

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch die Automobilmärkte weltweit einbrechen lassen. Nachdem der Auftragseingang in Deutschland aus dem Inland in den Monaten Juni und Juli aufgrund von Nachholeffekten aus den ersten Quartalen über den Vorjahreswerten lag, wurde im August das Vorjahresniveau um 10 % wieder erheblich unterschritten.3 In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres wurden insgesamt 21 % weniger Aufträge verbucht als im Vorjahreszeitraum. Positiver sieht es beim ausländischen Auftragseingang aus: Dieser stieg im August um 11 %. Im bisherigen Jahresverlauf liegt der ausländische Auftragseingang damit jedoch auch noch um 17 % unter Vorjahresniveau. Der VDA erwartet, dass im laufenden Jahr am Standort Deutschland rund 3,5 Mio. Pkw produziert werden. Das entspricht einem Minus von 25 % im Vergleich zu 2019.4

2.2 | Geschäftsverlauf und Gesamtaussage

Der Greiffenberger-Konzern stand im ersten Halbjahr 2020 vor großen Herausforderungen. Neben dem ohnehin bereits spürbar schwieriger gewordenen Marktumfeld führte insbesondere die weltweite Ausbreitung des Coronavirus, einhergehend mit sehr abrupten konjunkturellen Einbrüchen, zu erheblichen Belastungen. Einerseits galt es im Berichtszeitraum, umgehend auf die in der Folge sehr unvermittelten Veränderungen in Marktumfeld und Kundennachfrage zu reagieren und die durch die Corona-Krise hervorgerufenen Herausforderungen bestmöglich zu bewältigen. Andererseits war es von mindestens ebenso existentieller Bedeutung, aus dem Erlös eines erfolgreichen Verkaufs der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH das ursprünglich bereits zum 30. September 2019 endfällige und seither wiederholt verlängerte Konsortialdarlehen zurückzuführen und zugleich Maßnahmen zur Sicherstellung einer Anschlussfinanzierung weitestmöglich voranzutreiben. Diese soll den als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehenden zusätzlichen Finanzbedarf decken.

In Folge der Corona-Pandemie kam es im Greiffenberger-Konzern gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu einem deutlichen Umsatz- und infolgedessen Ergebnisrückgang. Per Ende Juni 2020 weist der Greiffenberger-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 22,6 Mio. € nach 25,8 Mio. € im Vorjahreszeitraum aus. Dies entspricht einem Minus von 12,4 %, welches auf den konjunkturellen Einbruch in Folge der Covid-19 Pandemie zurückzuführen ist. Der Umsatzrückgang betrifft hierbei alle wichtigen Zielbranchen des Teilkonzerns Eberle wie den Maschinenbau, die stahl- und metallverarbeitende Industrie und Zulieferbetriebe der Automobilindustrie.

Für die ersten sechs Monate 2020 weist der Greiffenberger-Konzern ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von -1,6 Mio. € (Vj. 1,7 Mio. €), ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -2,6 Mio. € (Vj. 0,7 Mio. €) und ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von -3,1 Mio. € (Vj. 0,0 Mio. €) aus. In der Ergebnisentwicklung spiegelt sich zum einen der deutliche Corona-bedingte Umsatzrückgang wider, der trotz Kurzarbeit und verschiedener weiterer Kostensenkungsmaßnahmen nur teilweise kompensiert werden konnte. Zum anderen fielen erhebliche Rechts- und Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Immobilienverkauf und den Maßnahmen zur Sicherstellung einer Anschlussfinanzierung an, die sich einschließlich der angesichts des am 25. Juni 2020 notariell beurkundeten Kaufvertrags über die Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH zum Halbjahr 2020 aufwandswirksam zu erfassenden Maklerprovision auf insgesamt 1,1 Mio. € summierten. Unter dem Strich resultierte im Greiffenberger-Konzern für den Berichtszeitraum ein Ergebnis je Aktie in Höhe von -0,53 € nach 0,00 € im ersten Halbjahr 2019.

3 VDA, Pressemeldung, September 2020
4 VDA, Pressemeldung, September 2020

Erfolgreich abgeschlossen werden konnte im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2020 die Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH. Der Vollzug des Kaufvertrags, insbesondere auch die Zahlung des Kaufpreises, stand zum 30. Juni 2020 noch unter dem Vorbehalt verschiedener, marktüblicher Bedingungen und war bis spätestens Ende September 2020 geplant. Der Eingang des Kaufpreises abzüglich des vereinbarten Sicherungseinbehalts konnte vertragsgemäß am 14. September 2020 realisiert werden, sodass das bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen, das den wesentlichen Teil der Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns ausgemacht hatte, aus dem Veräußerungserlös ebenfalls am 14. September 2020 vollständig zurückgeführt werden konnte (vgl. die Ausführungen hierzu in Gliederungspunkt "4 | Nachtragsbericht"). Mit dem sich an die Kaufpreiszahlung anschließenden Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten wurde der Kaufvertrag zum 15. September 2020 vollzogen.

Aufgrund des noch zu Jahresbeginn nicht absehbaren Eintritts der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die globale wirtschaftliche Entwicklung, die auch den Geschäftsverlauf im Greiffenberger-Konzern erheblich negativ beeinflusst, kann die Entwicklung der Unternehmensgruppe im ersten Halbjahr 2020, verglichen mit den ursprünglichen Erwartungen, nicht zufriedenstellen. Unter Berücksichtigung der durch Covid-19 bedingten exogenen Einflüsse konnte sich der Greiffenberger-Konzern nach Einschätzung des Vorstands im operativen Geschäft jedoch durchaus gut behaupten; insbesondere durch die zügige Anpassung von Wertschöpfung, Arbeitsabläufen und Prozessen quer durch das Unternehmen konnten in der Bewältigung der Corona-Folgen gute Erfolge erzielt werden. Diese Erfolge werden in besonderem Maße durch den hohen Einsatz und eine besondere Flexibilität aller Mitarbeiterinnen in der beständigen Neuausrichtung auf die sehr dynamischen Kundenbedürfnisse getragen. Insgesamt liegt die operative Entwicklung des Greiffenberger-Konzerns zum Ende des ersten Halbjahres 2020 im Rahmen der nach Eintritt der Corona-Pandemie im Hinblick auf deren erwartete Auswirkungen überarbeiteten Planung.

Die Lage des Greiffenberger-Konzerns konnte nach Einschätzung des Vorstands durch den Immobilienverkauf Ende Juni 2020, infolgedessen zwischenzeitlich ein wesentlicher Teil der Fremdkapitalfinanzierung zurückgeführt wurde, verbessert werden. Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrages zur Deckung eines als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehenden zusätzlichen Finanzbedarfs sind weit fortgeschritten; rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle & Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht vor (vgl. die Ausführungen hierzu in Gliederungspunkt "5 | Prognose-, Chancen- und Risikobericht").

3 | LAGE DES GREIFFENBERGER-KONZERNS

3.1 | Vermögenslage

Die Bilanzsumme des Greiffenberger-Konzerns verringerte sich zum Ende des ersten Halbjahres 2020 auf 46,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 49,0 Mio. €).

Dabei verringerten sich die langfristigen Vermögenswerte auf 10,9 Mio. € nach 11,3 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2019. Die Sachanlagen verringerten sich aufgrund weiterhin unter den Abschreibungen liegender Investitionen von 8,8 Mio. € auf 8,4 Mio. €, die immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich geringfügig auf 0,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 0,4 Mio. €). Der Saldo der aktivierten latenten Steuern blieb mit 2,1 Mio. € unverändert (31. Dezember 2019: 2,1 Mio. €).

Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich zum 30. Juni 2020 gegenüber dem 31. Dezember 2019 von 37,7 Mio. € auf 35,7 Mio. €. Das Working Capital (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich der Vorräte) betrug zum Ende des ersten Halbjahres 2020 in Summe 26,1 Mio. €, eine Verringerung um 0,8 Mio. € verglichen zum 31. Dezember 2019 (27,0 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich hierbei um 3,9 % auf 9,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 8,9 Mio. €), während sich die Vorräte auf 16,9 Mio. € reduzierten (31. Dezember 2019: 18,1 Mio. €). Der Rückgang der Vorräte ist insbesondere auf geringere Umsätze und ein unverändert konsequentes Bestandsmanagement zurückzuführen. Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögensgegenstände in Höhe von 7,3 Mio. € umfassen die Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH, deren Veräußerung am 25. Juni 2020 notariell beurkundet und zum 15. September 2020 vollzogen wurde.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte inklusive der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte verringerten sich zum 30. Juni 2020 auf 1,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 1,7 Mio.€). Die liquiden Mittel des Greiffenberger-Konzerns reduzierten sich zum 30. Juni 2020 auf 0,9 Mio. € (31. Dezember 2019: 1,7 Mio. €).

3.2 | Finanzlage

Das Eigenkapital im Greiffenberger-Konzern (Konzerneigenkapital) reduzierte sich aufgrund des Konzernergebnisses des ersten Halbjahres 2020 auf 4,1 Mio. € zum Ende des ersten Halbjahres 2020 nach 7,2 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2019, wobei sich das gezeichnete Kapital zum 30. Juni 2020 gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 2019 unverändert auf 7,0 Mio. € beläuft. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich demnach auf 8,8 % (31. Dezember 2019: 14,8 %).

Die Konzern-Nettofinanzverschuldung (Bankverbindlichkeiten inklusive des Genussrechts abzüglich liquider Mittel) erhöhte sich zum 30. Juni 2020 auf 17,5 Mio. € nach 16,8 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2019. Die Höhe des Genussrechts und der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten blieben hierbei nahezu unverändert. Das Verhältnis zwischen Konzerneigenkapital und Konzern-Nettofinanzverschuldung verschlechterte sich zum 30. Juni 2020 auf 1 zu 4,3 (31. Dezember 2019: 1 zu 2,3).

Die langfristigen Schulden im Greiffenberger-Konzern verringerten sich zum 30. Juni 2020 gegenüber dem 31. Dezember 2019 per Saldo um 0,3 Mio. € von 17,5 Mio. € auf 17,2 Mio. €. Während sich die langfristigen Rückstellungen gegenüber dem 31. Dezember 2019 geringfügig um 0,2 Mio. € von 14,1 Mio. € auf 14,4 Mio. € erhöhten, blieben die sonstigen langfristigen Schulden mit 2,3 Mio. € zum Ende des ersten Halbjahres 2020 (31. Dezember 2019: 2,4 Mio. €) nahezu unverändert. Der unter den langfristigen Genussrechten auszuweisende Anteil des bei der Greiffenberger AG bestehenden Genussrechtskapitals zugunsten der senata GmbH, Freising, reduzierte sich zum 30. Juni 2020 aufgrund der zu diesem Zeitpunkt gültigen Rückzahlungsbedingungen um 0,4 Mio. € gegenüber dem 31. Dezember 2019 (1,0 Mio. €) auf 0,5 Mio. €, während sich der unter den kurzfristigen Genussrechten auszuweisende Anteil des Genussrechtskapitals gegenläufig um denselben Betrag erhöhte. Nach dem Ende des Berichtszeitraus wurde mit dem Gläubiger des Genussrechts eine Verschiebung des Rückzahlungsbeginns sowie eine zeitliche Streckung der Rückzahlungsraten vereinbart.

Die kurzfristigen Schulden betrugen zum 30. Juni 2020 insgesamt 25,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 24,2 Mio. €). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtagsbedingt auf 3,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 2,6 Mio. €). Die kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten blieben mit 17,0 Mio. € unverändert (31. Dezember 2019: 17,0 Mio. €), die kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich auf 1,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 0,8 Mio. €), und die sonstigen kurzfristigen Schulden inklusive der sonstigen kurzfristigen finanziellen Schulden betrugen 2,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 3,2 Mio. €).

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit fiel von 2,5 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf 0,6 Mio. € im ersten Halbjahr 2020. Maßgeblich für die Veränderung ist das geringere Ergebnis vor Steuern verglichen zum Vorjahreszeitraum, das sich - neben Aufwendungen im Zusammenhang mit der Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH - im Wesentlichen aus dem aufgrund der Covid-19 Pandemie rückläufigen Umsatz begründet. Es ist aber gelungen, den operativen Cashflow trotz der sehr herausfordernden Rahmenbedingungen im positiven Bereich zu halten.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug -0,5 Mio. € im ersten Halbjahr 2020 nach -0,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Investitionen wurden weiter auf das unbedingt notwendige Maß reduziert und spiegeln etwas höhere Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen wider, als sie im Vorjahreszeitraum getätigt wurden.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag im Berichtszeitraum bei -0,8 Mio. € nach -2,0 Mio.€ im ersten Halbjahr 2019, da die Auszahlungen für kurzfristige und langfristige Darlehen im Vorjahreszeitraum aufgrund damals geleisteter Darlehenstilgungen höher waren als im ersten Halbjahr 2020.

Der Greiffenberger-Konzern nahm seine Kreditlinien einschließlich des Genussrechtskapitals in Höhe von 1,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 1,5 Mio. €) zum 30. Juni 2020 mit einem Betrag von insgesamt 20,9 Mio. € (31. Dezember 2019 20,9 Mio. €) in Anspruch, die freien Kreditlinien betrugen 2,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 2,4). Die liquiden Mittel lagen zum Stichtag bei 0,9 Mio. € (31. Dezember 2019: 1,7 Mio. €). Die freien Mittel (liquide Mittel und freie Kreditlinien) betrugen zum 30. Juni 2020 insgesamt 3,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 4,1 Mio. €).

3.3 | Ertragslage

Der kumulierte Auftragseingang beläuft sich zum 30. Juni 2020 auf 20,7 Mio. € nach 25,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum, entsprechend einem Minus von -17,9 %. Der Rückgang des Auftragseingangs liegt ausschließlich in den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie begründet. Der Auftragsbestand beträgt 6,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 7,6 Mio. €). Die Book-to-Bill Ratio, also das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsatzerlösen, errechnet sich per 30. Juni 2020 mit 0,92 (Gesamtjahr 2019: 0,99).

Der Greiffenberger-Konzern weist für das erste Halbjahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 22,6 Mio. € aus. Gegenüber dem Vorjahreswert von 25,8 Mio. € bedeutet dies einen durch die Covid-19 Pandemie verursachten Umsatzrückgang um 12,4 %. Dabei betrugen die Auslandsumsätze in Summe 20,5 Mio. € nach 24,0 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der Inlandsumsatz im Berichtszeitraum verzeichnete insgesamt eine Steigerung um 12,7 % von 1,8 Mio. € im ersten Halbjahr 2019 auf 2,1 Mio. €. Die Exportquote blieb mit 91 % auf hohem Niveau (Vj. 93 %).

Die Gesamtleistung des Greiffenberger-Konzerns (errechnet aus den Umsatzerlösen zuzüglich der Bestandsveränderung und Eigenleistungen) lag im ersten Halbjahr 2020 mit 21,4 Mio. € um 16,7 % unter dem Vorjahreswert von 25,6 Mio. €. Für diesen Rückgang war neben dem Corona-bedingt niedrigeren Umsatz vor allem auch die Bestandsveränderung verantwortlich, aus der im Berichtzeitraum ein Ergebniseffekt in Höhe von -1,3 Mio. € (Vj. -0,2 Mio. €) resultierte.

Der Materialaufwand des Greiffenberger-Konzerns lag im ersten Halbjahr 2020 mit 8,8 Mio. € um 15,6 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Vj. 10,4 Mio. €). Die Materialaufwandsquote auf Basis der deutlich niedrigeren Gesamtleistung veränderte sich hierbei um 0,5 Prozentpunkte auf 41,0 % (Vj. 40,5 %). Die höhere Quote führt sich im Wesentlichen zurück auf die Vorfertigung der für einen in den USA ansässigen Großkunden benötigten Produkte.

Die Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer (Personalaufwand) des Greiffenberger-Konzerns verringerten sich gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Vj. 10,3 Mio. €) leicht auf 9,9 Mio. € im Berichtszeitraum. Die Personalaufwandsquote auf Basis der deutlich niedrigeren Gesamtleistung erhöhte sich auf 46,5 % (Vj. 40,1 %). Die Erhöhung der Quote ist der geringeren Auslastung der Produktion infolge der Covid-19 Pandemie in Kombination mit einer hohen Wertschöpfungstiefe geschuldet. Für die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ab dem 20. April 2020 in Anspruch genommene Kurzarbeit errechnen sich für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2020 Einsparungen in Höhe von 0,5 Mio. €. Die J.N. Eberle & Cie. GmbH ist Mitglied im Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. und insofern an den Tarifvertrag für die bayerische Metall- und Elektroindustrie gebunden. Für die Jahre 2019 bis 2021 ist ein Ergänzungstarifvertrag vereinbart, der u.a. Entlastungen im Bereich der Personalkosten sowie eine Beschäftigungssicherung vorsieht.

Der Greiffenberger-Konzern weist für das erste Halbjahr 2020 einen Aufwand für planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von rund 1,0 Mio. € nach ebenfalls 1,0 Mio. € im Vorjahreszeitraum aus, der praktisch ausschließlich auf den Unternehmensbereich Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl entfällt.

Der sich für den Greiffenberger-Konzern für den Berichtszeitraum ergebende Saldo aus Sonstigen Erträgen und Anderen Aufwendungen verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 31,6 % von -3,2 Mio. € auf -4,2 Mio. €. Ursächlich hierfür sind erhebliche Rechts- und Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Immobilienverkauf und den Maßnahmen zur Sicherstellung der Konzernfinanzierung, die sich einschließlich der angesichts des am 25. Juni 2020 notariell beurkundeten Kaufvertrags über die Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH zum Halbjahr 2020 aufwandswirksam zu erfassenden Maklerprovision auf insgesamt 1,1 Mio. € summierten.

Der Greiffenberger-Konzern weist für das erste Halbjahr 2020 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von -1,6 Mio. € (Vj. 1,7 Mio. €) und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -2,6 Mio. € (Vj. 0,7 Mio. €) aus. Der Unternehmensbereich Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl (Teilkonzern Eberle) schloss das erste Halbjahr 2020 mit (jeweils vor Konsolidierung) einem EBITDA in Höhe von -1,1 Mio. € (Vj. 2,3 Mio. €) und einem EBIT in Höhe von -2,1 Mio. € (Vj. 1,3 Mio. €) ab, die EBIT-Marge des Teilkonzerns Eberle lag im Berichtszeitraum bei -9,1 % (Vj. 5,0 %). Das Ergebnis wurde insbesondere durch die der Corona-Pandemie geschuldet schwächere Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2020 deutlich negativ beeinflusst. Daneben wirkten sich die vorgenannten erheblichen Rechts- und Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit Immobilienverkauf und Anschlussfinanzierung sowie die Maklerprovision ergebnismindernd aus. Gegenläufig wirkten Kosteneinsparungen aufgrund verschiedener angesichts der Covid-19 Pandemie ergriffener Maßnahmen; neben der ab dem 20. April 2020 in Anspruch genommenen Kurzarbeit, woraus sich für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2020 Einsparungen in Höhe von 0,5 Mio. € errechnen, wirkten sich die Reduzierung der Reisetätigkeit, der Wegfall von Messeteilnahmen im Zuge der Pandemie sowie weitere Einsparungen bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit einer Kostensenkung in Höhe von rund 0,2 Mio. € aus. Zu beachten ist allerdings, dass verschiedene zum Gesundheitsschutz und der Sicherstellung unterbrechungsfreier Produktionsabläufe erforderliche Maßnahmen in einem nicht näher bezifferbaren Umfang kostenerhöhend gewirkt haben.

Das Finanzergebnis des Greiffenberger-Konzerns belief sich im ersten Halbjahr 2020 auf -0,5 Mio. € nach -0,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das Finanzergebnis beinhaltet 0,1 Mio. € (Vj. 0,1 Mio. €) rechnerischen Zinsaufwand für Personalrückstellungen.

Insgesamt betrug das für den Greiffenberger-Konzern ausgewiesene Ergebnis vor Steuern (EBT) -3,1 Mio. € im ersten Halbjahr 2020 nach 0,01 Mio. € im Vorjahreszeitraum.

Für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurde im Berichtszeitraum ein Aufwand in Höhe von 2 T€ (Vj. 38 T€) erfasst.

Das Konzernergebnis (nach Steuern) betrug im Berichtszeitraum -3,1 Mio. € nach -0,02 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Auf der Basis von jeweils 5.855.629 im Umlauf befindlichen Aktien errechnet sich hieraus im ersten Halbjahr 2020 ein Ergebnis je Aktie von -0,53 € nach 0,00 € im ersten Halbjahr 2019.

3.4 | Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Der Greiffenberger-Konzern beschäftigte zum Ende des ersten Halbjahres 2020 (ohne Vorstände und Geschäftsführer) weltweit 303 (Vj. 295; 31. Dezember 2019: 310) Mitarbeiter, die jeweils vollständig auf den Unternehmensbereich Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl entfielen.

4 | NACHTRAGSBERICHT

Der am 25. Juni 2020 notariell beurkundete Vertrag über die Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde mit Zahlungseingang am 14. September 2020 und anschließendem Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten zum 15. September 2020 vollzogen. Durch diesen Vollzug wird es im Geschäftsjahr 2020 auf Konzernebene (IFRS) zu einem positiven einmaligen Sondereffekt vor Steuern in Höhe eines unteren zweistelligen Millionenbetrages kommen. Mit dem Erwerber der Betriebsimmobilie, der PHI Immobilien GmbH, Hockenheim, wurden eine unmittelbare Rückvermietung (sog. Sale and Lease-Back) für einen festen Zeitraum von fünf Jahren (die "Festlaufzeit") und zwei anschließende einseitige Verlängerungsoptionen zugunsten der Eberle von jeweils einem weiteren Jahr vereinbart. Mittelfristig ist geplant, den Betrieb der Eberle in eine andere Immobilie innerhalb des Stadtgebiets von Augsburg zu verlagern; in diesem Zusammenhang werden bereits Gespräche geführt. Der Kaufvertrag über die Betriebsimmobilie sieht vor, dass sich der Kaufpreis in Höhe von 31,0 Mio. € um einen Betrag in Höhe von 1,0 Mio. € erhöht, sofern Eberle innerhalb eines bestimmten Zeitraums der Festlaufzeit auf die Ausübung der Verlängerungsoptionen verzichtet. Seitens der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehen Verkäufergarantien in üblichem Umfang sowie weitere Verpflichtungen, für die die Greiffenberger AG als Mithaftende haftet. Aus dem Kaufpreis in Höhe von 31,0 Mio. € wurde durch den Käufer vereinbarungsgemäß ein Sicherungseinbehalt in Höhe von 5,0 Mio. € zur Sicherung konkreter und möglicher zukünftiger Ansprüche, die jedoch nicht auf diesen Betrag beschränkt sind, einbehalten (vgl. die Ausführungen hierzu in Gliederungspunkt "5 | Prognose-, Chancen- und Risikobericht").

Aus dem Erlös aus der Veräußerung der Betriebsimmobilie wurde das bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen, das bis dahin den wesentlichen Teil der Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns ausgemacht hatte, vollständig zurückgeführt. Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, sind weit fortgeschritten; rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle & Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht vor (vgl. die Ausführungen hierzu in Gliederungspunkt "5 | Prognose-, Chancen- und Risikobericht").

Mit dem Gläubiger des bei der Greiffenberger AG bestehenden Genussrechts, der senata GmbH, Freising, wurde am 27. Juli 2020 eine Verschiebung des Rückzahlungsbeginns sowie eine zeitliche Streckung der Rückzahlungsraten vereinbart.

Weitere Ereignisse, die für den Greiffenberger-Konzern von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind und zu einer veränderten Beurteilung der Lage führen könnten, sind nach dem Bilanzstichtag bis zum 29. September 2020 nicht eingetreten.

5 | PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

5.1 | Prognosebericht

Die für den Greiffenberger-Konzern kommunizierte Prognose sieht aufgrund der Corona-Pandemie für das Geschäftsjahr 2020 einen sehr deutlichen Umsatz- und in der Folge Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr vor. Insgesamt liegt die operative Entwicklung des Greiffenberger-Konzerns zum Ende des ersten Halbjahres 2020 im Rahmen der nach Eintritt der Corona-Pandemie im Hinblick auf deren erwartete Auswirkungen überarbeiteten Planung. Dementsprechend wird für das Gesamtjahr 2020 weiterhin erwartet, dass es zu einem Umsatzrückgang von bis zu gut 20 % gegenüber 2019 kommen könnte. Vor diesem Hintergrund soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) - vor jeglichen Sonder- und Einmaleffekten - innerhalb des Intervalls von rund -4,7 Mio. € bis +0,3 Mio. € liegen. Durch den zum 15. September 2020 erfolgten Vollzug der Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH wird es im Geschäftsjahr 2020 zu einem positiven einmaligen Sondereffekt vor Steuern in Höhe eines unteren zweistelligen Millionenbetrages kommen. Das Investitionsvolumen wird sich auf Gesamtjahressicht gegenüber 2019 etwas erhöhen.

Zentrale Voraussetzungen für die Umsetzung der Planungen für das Geschäftsjahr 2020 sind einerseits die weitere Realisierung der positiven Effekte, die aus dem Abschluss beziehungsweise der Umsetzung des Restrukturierungskonzepts erwartet werden, und andererseits in besonderem Maße das Ausbleiben relevanter Verschlechterungen der gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen über den bereits eingeplanten Corona-Effekt hinaus. Insbesondere durch gravierende Gesamtmarktschwankungen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, negativere Auswirkungen der Covid-19 Pandemie als bisher angenommen oder sonstige externe und interne Ereignisse kann die tatsächliche Entwicklung von diesen Erwartungen abweichen.

Laut dem im September 2020 veröffentlichten Zwischenbericht zum OECD-Wirtschaftsausblick konnte die Wirtschaftsleistung nach dem historischen Wirtschaftseinbruch der ersten Jahreshälfte mit den ersten Lockerungen und der Wiedereröffnung vieler Unternehmen zügig an Fahrt aufnehmen.5 In jüngster Zeit aber hat das Tempo der Erholung wieder etwas nachgelassen. Die Beschränkungen, die einige Länder ihrer Wirtschaft derzeit im Kampf gegen neue Infektionswellen auferlegen, dürften das Wachstum erneut bremsen.

So gehen die Wirtschaftsforscher der OECD davon aus, dass die globale Wirtschaftsleistung dieses Jahr um 4,5 % schrumpft, bevor sie 2021 wieder um fünf Prozent wachsen wird. Diese Prognose ist optimistischer als der OECD-Wirtschaftsausblick vom Juni, was in erster Linie an den Zahlen für China und die Vereinigten Staaten liegt, die in der ersten Jahreshälfte besser ausfielen als erwartet. Für Deutschland wird für dieses Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,4 % und 2021 mit einem Wachstum von 4,6 % gerechnet. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Produktion in vielen Ländern der Welt auch noch Ende nächsten Jahres unter dem Niveau von Ende 2019 liegen wird und deutlich unter dem Niveau, das vor Beginn der Pandemie erwartet worden war.

5 OECD Economic Outlook, Interim Report September 2020

5.2 | Chancen- und Risikobericht

Chancenbericht

Die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Chancen der künftigen Entwicklung, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, haben unverändert Bestand.

Risikobericht

In der Definition von Risiken, der Unterscheidung der Eintrittswahrscheinlichkeiten von Risiken sowie der Differenzierung der möglichen Auswirkungen eintretender Risiken auf die Zielerreichung bzw. die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich gegenüber den entsprechenden Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, keine Veränderungen ergeben.

Vertrieb und Markt: Ein erheblicher Risikofaktor ist die Lungenkrankheit Covid-19, deren Ausmaß und Folgen für die Weltwirtschaft derzeit ebenso wenig verlässlich abschätzbar sind, wie die Dauer der Pandemie selbst. Auf Grundlage der derzeitigen Informationen und Einschätzungen geht der Greiffenberger-Konzern davon aus, entsprechende Risiken im vorstehenden Prognosebericht adäquat berücksichtigt zu haben. Insgesamt wird im Bereich Vertrieb und Markt mit einer mittleren Wahrscheinlichkeit mit dem Eintritt von Risiken gerechnet, die spürbare oder erhebliche Auswirkungen auf den Zielerreichungsgrad haben sollten. Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Risiken im Bereich "Vertrieb und Markt", auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert wurden, unverändert Bestand.

Finanzwirtschaftliche Risiken: Während des Berichtszeitraums bestand bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH ein Konsortialdarlehen, das den wesentlichen Teil der Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns bildete. Durch die zur Erhöhung der Liquiditätsspielräume zum Ende des Jahres 2018 eingeleitete Reduzierung der Produktionsleistung der J.N. Eberle & Cie. GmbH konnten die im Konsortialdarlehensvertrag vereinbarten Finanzkennzahlen ("Covenants") seit dem 4. Quartal 2018 jeweils nicht eingehalten werden, wobei die Konsortialdarlehensgeber seitdem jeweils auf die Einhaltung der Covenants und ein infolge der Nichteinhaltung für sie bestehendes Kündigungsrecht verzichtet hatten. Dieses ursprünglich bereits zum 30. September 2019 endfällige und seither wiederholt verlängerte Konsortialdarlehen wurde vor dem Hintergrund der am 25. Juni 2020 erfolgten notariellen Beurkundung des Verkaufs der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH zuletzt über den 30. Juni 2020 hinaus bis zum 30. September 2020 verlängert. Angesichts des Zahlungseingangs am 14. September 2020 wurde der Immobilienverkauf zum 15. September 2020 vollzogen und das Konsortialdarlehen aus dem Veräußerungserlös vollständig zurückgeführt.

Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, sind weit fortgeschritten; rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle & Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht vor. Der Vorstand rechnet damit, dass die entsprechenden Kreditverträge mit den Banken noch im Herbst des laufenden Jahres unterzeichnet werden können. Die Auszahlung der Kredite wird dann von der Erfüllung verschiedener Auszahlungsbedingungen abhängen. Dennoch besteht das Risiko, dass es zu Störungen oder Verzögerungen beim Abschluss der Anschlussfinanzierung oder ihrer Auszahlung kommen kann. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre die weitere Finanzierung und somit der Fortbestand des Konzerns gefährdet. Sollte darüber hinaus der zusätzliche Finanzierungsbedarf aufgrund der von der Covid-19 Pandemie beeinflussten Marktentwicklung signifikant höher sein als derzeit aufgrund der Planungen angenommen, wird das derzeit verhandelte Anschlussfinanzierungsvolumen nicht ausreichen. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre der Fortbestand des Konzerns ebenfalls gefährdet.

Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Finanzwirtschaftlichen Risiken, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert wurden, unverändert Bestand.

Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH und ihre Veräußerung: Der Kaufvertrag über die Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde zum 15. September 2020 vollzogen. Mit dem Erwerber der Betriebsimmobilie, der PHI Immobilien GmbH, Hockenheim, besteht seitdem ein Mietvertrag über eine Rückvermietung (sog. Sale and Lease-Back) für einen festen Zeitraum von fünf Jahren (die "Festlaufzeit") mit zwei anschließenden einseitigen Verlängerungsoptionen zugunsten der Eberle von jeweils einem weiteren Jahr. Mittelfristig ist geplant, den Betrieb der Eberle in eine andere Immobilie innerhalb des Stadtgebiets von Augsburg zu verlagern; in diesem Zusammenhang werden bereits Gespräche geführt.

Seitens der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehen Verkäufergarantien in üblichem Umfang sowie weitere Verpflichtungen, für die die Greiffenberger AG als Mithaftende haftet. Aus dem vereinbarten Kaufpreis wurde durch den Käufer vereinbarungsgemäß ein Sicherungseinbehalt in Höhe von 5 Mio. € zur Sicherung konkreter und möglicher zukünftiger Ansprüche, die jedoch nicht auf diesen Betrag beschränkt sind, einbehalten. Bis zu einem Betrag in Höhe von 3,0 Mio. € ist die J.N. Eberle & Cie. GmbH berechtigt, die monatlichen Nettomieten aus der Rückvermietung ab Mietbeginn vollumfänglich aus dem Sicherungseinbehalt zu begleichen.

Der Kaufvertrag sieht weiter vor, dass der Käufer die nach dem Ende der Rückvermietung der Immobilie an Eberle anfallenden Kosten der erforderlichen Altlastenbeseitigung / Beseitigung von Umweltschäden bis zu einer festgelegten Höhe zu tragen hat, während ihm diesen Betrag ggf. übersteigende Kosten von der J.N. Eberle & Cie. GmbH zu erstatten sind. Kosten einer während der Rückvermietung an Eberle erforderlich werdenden Altlastenbeseitigung / Beseitigung von Umweltschäden muss die J.N. Eberle & Cie. GmbH dementgegen in voller Höhe tragen.

Im Rahmen der seitens des Käufers beabsichtigten wohnbaulichen Entwicklung des durch die J.N. Eberle & Cie. GmbH veräußerten Grundstücks könnte die Stadt Augsburg mittelfristig entscheiden, von den Möglichkeiten des sogenannten "Veräußerungsmodells" Gebrauch zu machen. In diesem Fall müsste der Käufer bis zu 1/3 der von Eberle erworbenen Flächen zum sogenannten "Anfangswert", d.h. einem Bodenwert vor Berücksichtigung von mit einer Wohnbebauungsmöglichkeit verbundenen Wertsteigerungen, an die Stadt Augsburg oder einen von der Stadt benannten Dritten veräußern. Die J.N. Eberle & Cie. GmbH wäre in diesem Fall verpflichtet, dem Käufer bezogen auf die hiervon konkret betroffenen Flächen den Differenzbetrag zwischen dem sich aus dem Kaufvertrag über die Betriebsimmobilie ergebenden Kaufpreis und dem nach dem Anfangswert ermittelten Quadratmeterpreis zzgl. anteiliger Erwerbsnebenkosten zu erstatten.

Insgesamt wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken im Zusammenhang mit der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH und ihrer Veräußerung, insbesondere solcher mit mittelfristig in Summe spürbaren bis erheblichen Auswirkungen auf den Zielerreichungsgrad, als gering eingeschätzt.

Beschaffungsrisiken: Aufgrund von Covid-19 haben Lieferanten Kurzarbeit eingeführt. Durch die somit reduzierten Produktionskapazitäten, aber auch durch Verzögerungen im Wiederhochlaufen der Produktionen, besteht das Risiko des Entstehens von Lieferengpässen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Beschaffungsrisiken mit jeweils unwesentlichen bis geringen Auswirkungen auf den Zielerreichungsgrad wird insgesamt im mittleren Bereich eingeschätzt, ebenso die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Beschaffungsrisiken mit spürbaren oder erheblichen Auswirkungen. Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Beschaffungsrisiken, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert wurden, unverändert Bestand.

Betriebsrisiken: Zur Vermeidung von Covid-19 Risiken wurden umfassende Maßnahmen getroffen. Beispielsweise erfolgt der Schichtwechsel nicht mehr nahtlos, sondern mit einem Zeitintervall, damit sich die Mitarbeiter der einzelnen Schichten nicht begegnen. Sollte es zu einer Quarantäne aufgrund von Covid-19 Infektionen kommen, wäre diese voraussichtlich auf einzelne Schichten in einem bestimmten Gebäude begrenzt. Die Mitarbeiter werden darüber hinaus angehalten, Abstandsregeln einzuhalten. Sollten Abstandsregeln in einzelnen Büros nicht eingehalten werden können, greifen Homeoffice Regelungen. Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Betriebsrisiken, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert wurden, unverändert Bestand.

Produkt- und Leistungsportfolio: Die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Risiken im Bereich "Produkt- und Leistungsportfolio", auf die an dieser Stelle verwiesen wird, haben unverändert Bestand.

Ausfall- und Abwertungs- bzw. Wertberichtigungsrisiken: Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Ausfallrisiken, insbesondere mit jeweils mehr als nur geringen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Greiffenberger-Konzerns, wird grundsätzlich als gering eingeschätzt. Aufgrund der Corona Krise werden die Ausfallrisiken jedoch als temporär spürbar eingeschätzt. Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Ausfall- und Abwertungs- bzw. Wertberichtigungsrisiken, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert wurden, unverändert Bestand.

Währungsrisiken: Die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Währungsrisiken, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, haben unverändert Bestand.

Rechts- und Steuerrisiken: Die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Rechts- und Steuerrisiken, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, haben unverändert Bestand.

Umweltrisiken: Die Greiffenberger AG begegnet einem (teilweisen) Ausfall der Produktion bedarfsweise mit einer Nutzung der üblichen Instrumente wie flexibler Arbeitszeitkonten und der bedarfsgerechten Nutzung von Kurzarbeit. Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Umweltrisiken, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert wurden, unverändert Bestand.

Zusammenfassende Darstellung der Chancen- und Risikolage

Die Greiffenberger AG und ihre Konzernunternehmen verfügen insgesamt über ein Steuerungssystem, das die frühzeitige Identifikation von Risiken erlaubt, die wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Das Risikomanagementsystem erlaubt es der Geschäftsführung, Risiken zeitnah zu erkennen und rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Gesellschaft geht auf Grundlage der weit fortgeschrittenen Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, davon aus, dass die erforderliche mittelfristige Liquidität der Greiffenberger AG und ihrer Konzernunternehmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesichert ist. Dennoch besteht das Risiko, dass es zu Störungen oder Verzögerungen beim Abschluss der Anschlussfinanzierung oder ihrer Auszahlung kommen kann. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre die weitere Finanzierung und somit der Fortbestand des Konzerns gefährdet. Sollte darüber hinaus der zusätzliche Finanzierungsbedarf aufgrund der von der Covid-19 Pandemie beeinflussten Marktentwicklung signifikant höher sein als derzeit aufgrund der Planungen angenommen, wird das derzeit verhandelte Anschlussfinanzierungsvolumen nicht ausreichen. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre der Fortbestand des Konzerns ebenfalls gefährdet. Darüberhinausgehende Risiken, die den Bestand des Greiffenberger-Konzerns gefährden könnten, sind nicht ersichtlich.

Besondere Beachtung durch den Vorstand findet die weitere Realisierung der positiven Effekte, die aus dem Abschluss beziehungsweise aus der Umsetzung des für die Greiffenberger AG und die J.N. Eberle & Cie. GmbH verfolgten Restrukturierungskonzepts sowie aus weiteren, diese ergänzenden bzw. Abweichungen von diesen weitestmöglich kompensierenden Maßnahmen erwartet werden. Die Werthaltigkeit des in der Bilanz der Greiffenberger AG (HGB) unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen ausgewiesenen Beteiligungsansatzes ihrer Organgesellschaft J.N. Eberle & Cie. GmbH ist ebenso wie auf Ebene des Greiffenberger-Konzerns die Werthaltigkeit der Vermögenswerte des Unternehmensbereichs Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl u.a. maßgeblich vom Realisierungsgrad der Erwartungen an die künftige Entwicklung dieses Tochterunternehmens bzw. Teilkonzerns abhängig. Angesichts des weiterhin herausfordernden Marktumfelds richtet der Vorstand zudem unverändert ein besonderes Augenmerk auf die fortlaufende und effektive Überwachung und Begrenzung möglicher Markt- und Vertriebsrisiken der Konzernunternehmen der Greiffenberger AG. Der vorrangige Fokus auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2020 wird in diesem Zusammenhang auf dem Management der Auswirkungen der Corona-Krise liegen. Daneben liegt ein wesentlicher Fokus auf dem erfolgreichen Abschluss der Maßnahmen zur Sicherstellung einer Anschlussfinanzierung, die den als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehenden zusätzlichen Finanzbedarf decken soll.

Augsburg, den 29. September 2020

Greiffenberger Aktiengesellschaft

André Bertram Martin Döring
Vorstand Vorstand

Konzernbilanz zum 30. Juni 2020

AKTIVA

30.06.2020 31.12.2019
A. Langfristige Vermögenswerte
1. Sachanlagen 8.446.902,04 8.797.758,92
2. Immaterielle Vermögenswerte 329.564,02 415.571,25
3. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 0,00 0,00
4. Latente Steuern 2.087.000,00 2.053.000,00
10.863.466,06 11.266.330,17
B. Kurzfristige Vermögenswerte
1. Vorräte 16.864.672,90 18.059.501,15
2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.272.481,37 8.922.970,39
3. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 614.685,59 317.084,22
4. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 673.741,10 1.402.274,96
5. Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände 7.299.588,86 7.299.588,86
6. Zahlungsmittel und -äquivalente 947.548,81 1.706.536,07
35.672.718,63 37.707.955,65
Summe Vermögenswerte 46.536.184,69 48.974.285,82

PASSIVA

30.06.2020 31.12.2019
A. Eigenkapital
1. Gezeichnetes Kapital 7.010.023,80 7.010.023,80
2. Sonstige Rücklagen 1.240.327,77 1.240.327,77
3. Gewinnrücklagen -4.140.422,60 -1.022.263,14
Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens 4.109.928,97 7.228.088,43
4. Minderheitsanteile 2.025,80 2.025,80
4.111.954,77 7.230.114,23
B. Langfristige Schulden
1. Langfristige Genussrechte 500.000,00 975.000,00
2. Pensionsrückstellungen 14.385.406,86 14.142.030,00
3. Sonstige langfristige finanzielle Schulden 0,00 36.800,00
4. Sonstige langfristige finanzielle Schulden - Leasing 2.308.081,52 2.363.074,86
17.193.488,38 17.516.904,86
C. Kurzfristige Schulden
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.496.500,27 2.586.073,42
2. Kurzfristige Darlehen 16.987.296,86 17.040.340,17
3. Kurzfristige Genussrechte 950.000,00 475.000,00
4. Tatsächliche Ertragssteuerschuld 131.000,00 131.000,00
5. Kurzfristige Rückstellungen 1.217.160,73 815.255,01
6. Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden 541.696,86 868.197,92
7. Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden - Leasing 432.747,00 674.345,07
8. Sonstige kurzfristige Schulden 1.474.339,82 1.637.055,14
25.230.741,54 24.227.266,73
Summe Eigenkapital und Schulden 46.536.184,69 48.974.285,82

Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2020

01.01.-30.06.2020 01.01.-30.06.2019
1. Umsatzerlöse 22.601.274,08 25.809.298,90
2. Sonstige Erträge 383.395,76 706.353,04
3. Bestandsveränderung -1.257.607,69 -168.172,94
4. Andere aktivierte Eigenleistungen 23.620,81 1.499,61
21.750.682,96 26.348.978,61
5. Materialaufwand 8.762.758,90 10.379.607,25
6. Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer 9.928.432,43 10.272.285,27
7. Aufwand für planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen 983.818,11 1.006.474,11
8. Aufwendungen für Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte 37.624,18 41.294,18
9. Andere Aufwendungen 4.620.989,16 3.925.688,84
10. Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit -2.582.939,82 723.628,96
11. Finanzergebnis
Finanzerträge 1.287,68 12.595,71
Finanzaufwendungen 534.053,16 -532.765,48 722.157,76 -709.562,05
12. Ergebnis vor Steuern -3.115.705,30 14.066,91
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.454,16 -37.927,43
14. Konzernergebnis -3.118.159,46 -23.860,52
15. Gesamtergebnis -3.118.159,46 -23.860,52
Konzernergebnis / Gesamtergebnis -3.118.159,46 -23.860,52
verteilbar auf:
Anteil der Aktionäre der Greiffenberger AG -3.118.159,46 -23.860,52
Minderheitsanteile 0,00 0,00
Durchschnittliche gewichtete Anzahl Aktien 5.855.629 5.855.629
Ergebnis je Aktie (verwässert/unverwässert) in € -0,53 0,00
Ergebnis je Aktie -0,53 0,00
(verwässert/unverwässert) in €

Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2020

01.01.-30.06.2020 01.01.-30.06.2019
T€ T€
Konzernergebnis vor Steuern -3.116 14
Abschreibungen / Wertminderungen 984 1.006
Veränderungen der Rückstellungen 523 515
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge 0 0
Zinserträge -1 -13
Zinsaufwendungen 534 722
Buchgewinne / Buchverluste Anlagevermögen 0 0
Veränderungen der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden -625 574
Veränderungen der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte und Schulden 2.440 -695
Veränderungen der sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden -37 -311
Veränderung der sonstigen langfristigen Vermögenswerte und Schulden -34 727
Gezahlte Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -36 -75
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 632 2.464
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen -541 -230
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -6 -4
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -547 -234
Ein- / Auszahlungen für kurzfristige Darlehen, sonstige Schulden und Genussrechte 44 -1.297
Ein- / Auszahlungen für langfristige Darlehen, sonstige Schulden und Genussrechte -530 -253
Einzahlungen aus Zinserträgen 1 13
Auszahlungen für Zinsaufwendungen -359 -450
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -844 -1.987
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -759 243
Zahlungsmittel und -äquivalente am Anfang der Periode 1.707 612
Zahlungsmittel und -äquivalente am Ende der Periode 948 855

Die Zahlungsmittel und -äquivalente am Ende der Periode setzen sich wie folgt zusammen:

30.06.2020 30.06.2019
T€ T€
Kasse, Schecks 1 1
Guthaben bei Kreditinstituten 947 854
Summe 948 855

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung zum 30. Juni 2020

Gezeichnetes Kapital Sonstige Rücklagen Gewinnrücklagen Anteil der Aktionäre der GAG Minderheitsanteile Gesamt
T€ T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 01.01.2019 7.010 1.240 -231 8.019 2 8.021
Konzernergebnis 0 0 483 483 0 483
Versicherungsmathematische Veränderungen aus Pensionen 0 0 -1.404 -1.404 0 -1.404
Steuern auf Versicherungsmathematische Veränderungen aus Pensionen 0 0 129 129 0 129
Sonstiges Ergebnis 0 0 -1.275 -1.275 0 -1.275
Gesamtergebnis 0 0 -792 -792 0 -792
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0 0
Kapitalerhöhung 0 0 0 0 0 0
Stand am 31.12.2019 / 01.01.2020 7.010 1.240 -1.023 7.228 2 7.230
Konzernergebnis 0 0 -3.118 -3.118 0 -3.118
Gesamtergebnis 0 0 -3-118 -3.118 0 -3.118
Stand am 30.06.2020 7.010 1.240 -4.141 4.110 2 4.112

Verkürzter Konzernanhang zum 30. Juni 2020

A | ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

Der Konzernhalbjahresabschluss und der Konzernzwischenlagebericht der Greiffenberger AG (die "Gesellschaft"), Augsburg, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Augsburg unter HRB 31776, zum 30. Juni 2020 wurden weder entsprechend § 317 HGB geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Der Konzernabschluss der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr wurde gemäß § 315e Abs. 1 HGB unter Beachtung aller am damaligen Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, und aller für das damals abgelaufene Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden waren, erstellt. Der Zwischenabschluss des Konzerns zum 30. Juni 2020 wird auf Basis des IAS 34 (Zwischenberichterstattung) erstellt. Dabei wurde die in IAS 34 zulässige Methode der verkürzten Darstellung gewählt. Die in dem Konzernhalbjahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des veröffentlichten Konzernabschlusses für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr. Ferner steht der Konzernhalbjahresabschluss im Einklang mit dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 16. Der Konzernhalbjahresabschluss wird in Euro erstellt. Die Berichtsperiode dieses Abschlusses nach IAS 34 ist der Zeitraum von sechs Monaten vom 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020.

Konzern- und Jahresabschluss der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr nebst der zugehörigen Lageberichte wurden vom Vorstand der Gesellschaft am 31. März 2020 aufgestellt und in den am 27. April 2020 geänderten Fassungen fristgerecht offengelegt. Aufgrund der gesetzlichen Offenlegungspflichten als börsennotiertes Unternehmen erfolgte die damalige Offenlegung jeweils vor Abschluss der Prüfung beider Abschlüsse durch den Abschlussprüfer und somit vor ihrer Billigung bzw. Feststellung durch den Aufsichtsrat der Gesellschaft. Der Vorstand kann nicht ausschließen, dass der Konzernabschluss für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr gegenüber der derzeitigen Fassung aufgrund von weiteren Erkenntnissen (z.B. aus der unverändert andauernden Prüfung des Abschlussprüfers) noch einmal geändert werden muss, woraus entsprechende Änderungen der in diesem Konzernzwischenlagebericht und den Konzernhalbjahresabschluss der Greiffenberger AG zum 30. Juni 2020 berücksichtigten Vortragswerte bzw. Vergleichswerte resultieren könnten. Der Abschlussprüfer der Gesellschaft sieht sich bislang außer Stande zu beurteilen, ob die Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (sog. going concern) im Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019, von der der Vorstand der Gesellschaft ausgeht, gerechtfertigt ist. Für die Beurteilung dieser Frage hält es der Abschlussprüfer für erforderlich, dass ihm vor der Testatserteilung weitere - derzeit noch nicht vorhandene - Unterlagen und Nachweise vorgelegt werden. Der am 25. Juni 2020 notariell beurkundete Vertrag über die Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde mit Zahlungseingang am 14. September 2020 und anschließendem Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten zum 15. September 2020 vollzogen. Aus dem Veräußerungserlös wurde das als bis dahin wesentlicher Teil der Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen vollständig zurückgeführt. Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, sind weit fortgeschritten; rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle & Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht vor.

Der Vorstand rechnet damit, dass die entsprechenden Kreditverträge mit den Banken noch im Herbst des laufenden Jahres unterzeichnet werden können. Die Auszahlung der Kredite wird dann von der Erfüllung verschiedener Auszahlungsbedingungen abhängen, die nach derzeitiger Einschätzung des Vorstands sämtlich fristgerecht beigebracht werden können. Der Vorstand geht daher weiterhin von der Prämisse der Unternehmensfortführung aus. Dennoch besteht das Risiko, dass es zu Störungen oder Verzögerungen beim Abschluss der Anschlussfinanzierung oder ihrer Auszahlung kommen kann. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre die weitere Finanzierung und somit der Fortbestand des Konzerns gefährdet. Sollte darüber hinaus der zusätzliche Finanzierungsbedarf aufgrund der von der Covid-19 Pandemie beeinflussten Marktentwicklung signifikant höher sein als derzeit aufgrund der Planungen angenommen, wird das derzeit verhandelte Anschlussfinanzierungsvolumen nicht ausreichen. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre der Fortbestand des Konzerns ebenfalls gefährdet.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Die zum 1. Januar 2020 erstmalig anzuwendenden geänderten Rechnungslegungsvorschriften hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz und Ertragslage. Ebenso wird aus den vom IASB verabschiedeten, aber noch nicht angewandten Rechnungslegungsmethoden keine wesentliche Auswirkung erwartet.

B | BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Schätzungen und Beurteilungen im Rahmen der Rechnungslegung

Gegenüber dem Konzernabschluss der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr wurden keine Schätzungsänderungen mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Greiffenberger-Konzerns vorgenommen.

C | KONSOLIDIERUNGSKREIS

Im Konsolidierungskreis zum 30. Juni 2020 haben sich keine Veränderungen gegenüber dem Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2019 ergeben.

D | ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNG

Erläuterungen zu wesentlichen Änderungen der Posten der Konzernbilanz und der Konzerngesamtergebnisrechnung sind im Konzernzwischenlagebericht aufgeführt.

Auswirkungen der Covid- 19 Pandemie

Die in der Zwischenberichtsperiode erzielten Ergebnisse lassen nicht notwendigerweise Vorhersagen über die Entwicklung des weiteren Geschäftsverlaufs zu. Die Covid-19 Pandemie und die damit einhergehenden wesentlichen Unsicherheiten werden, falls relevant, bei Schätzungen und Ermessensentscheidungen berücksichtigt. Derzeit besteht kein signifikantes Risiko, dass die Covid-19 Pandemie zu wesentlichen Anpassungen der Buchwerte der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden führen wird. An der grundlegenden strategischen Ausrichtung der Greiffenberger AG und ihrer Konzernunternehmen haben sich durch die Covid-19 Pandemie keine Änderungen ergeben.

Die Greiffenberger AG hat die staatlich garantierten Förder- und Unterstützungsangebote sowohl der Bunderegierung als auch der Regierungen in den Ländern der Tochtergesellschaften der J.N. Eberle & Cie. GmbH beobachtet und analysiert. Soweit möglich und sinnvoll nimmt die Greiffenberger AG solche Maßnahmen in Anspruch. Aus der Inanspruchnahme staatlicher Fördermaßnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie, wie zum Beispiel Kurzarbeit, ergaben sich zum Halbjahr Liquiditätseffekte sowie eine Ergebnisverbesserung. Zusätzliche Angaben zu den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie finden sich im Konzernzwischenlagebericht.

Umsatzerlöse

Die in der Gesamtergebnisrechnung der Greiffenberger AG berücksichtigten Umsätze resultieren in voller Höhe von 22.601 T€ (Vj. 25.809 T€) aus dem Segment Metallbandsägeblätter und Präzisionsbandstahl. Von den Gesamtumsatzerlösen über 22.601 T€ werden 873 T€ Umsatzerlöse aufgrund von Einlieferungen in Konsignationsläger erfasst. Die Reduzierung der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahresz eitraum ist bedingt durch die Covid-19 Krise. Für weitere Erläuterungen zu den Umsatzerlösen wird auf die Segmentberichterstattung verwiesen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden in der Berichtsperiode auf der Grundlage der bestmöglichen Schätzung des gewichteten durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes erfasst, der für das Gesamtjahr erwartet wird.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Im Juni 2020 erfolgte der Vertragsabschluss des Verkaufs der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH in Augsburg, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Greiffenberger AG. Der Verkauf erfolgt im Rahmen eines Sale-and-lease-Back-Modells mit Rückvermietung für einen Zeitraum von fünf Jahren mit Verlängerungsoption. Durch den am 15. September 2020 stattgefunden Vollzug wird im Geschäftsjahr 2020 auf Konzernebene (IFRS) ein positiver einmaliger Sondereffekt vor Steuern in Höhe eines unteren zweistelligen Millionenbetrages erwartet.

Finanzinstrumente

Insgesamt entspricht die Bewertung der Finanzinstrumente zum Halbjahresabschluss im Wesentlichen den Parametern des Konzernabschlusses zum 31.12.2019. Wesentliche Kreditrisiken, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben, entfallen für den Greiffenberger-Konzern auf das Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Um Ausfallsrisiken entgegenzuwirken, werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in bestimmten Regionen durch eine Warenkreditversicherung abgedeckt und damit ein in Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie einhergehender, möglicher Anstieg des Ausfallsrisikos beschränkt. Soweit einzelne Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.

Die Buchwerte der Finanzinstrumente (finanzielle Vermögenswerte und Schulden) entsprechen den Zeitwerten und stellen sich gegliedert nach den Bewertungskategorien von IFRS 9, wie in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt dar. Nicht enthalten sind Leasingverbindlichkeiten, da diese keiner Bewertungskategorie von IFRS 9 zugeordnet sind.

30.06.2020 31.12.2019
T€
Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (AC)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.272 8.923
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 615 317
Zahlungsmittel und - äquivalente 948 1.707
Gesamt 10.835 10.947
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (AC)
Finanzverbindlichkeiten 18.437 18.490
Sonstige langfristige finanzielle Schulden 0 37
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.497 2.586
Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden 542 868
Gesamt 22.476 21.981

Finanzverbindlichkeiten

30.06.2020 31.12.2019
T€ T€
Langfristige Genussrechte 500 975
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 2.308 2.363
Kurzfristige Darlehen 16.987 17.040
Kurzfristige Genussrechte 950 475
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 433 674
Gesamt 21.178 21.527

E | ERGEBNIS JE AKTIE

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird nach IAS 33 als Quotient aus dem auf die Aktionäre der Greiffenberger AG entfallenden Anteil am Konzernergebnis ("Konzernergebnis nach Minderheitsanteilen") und der durchschnittlichen gewichteten Anzahl der während des Berichtszeitraums im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt.

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Greiffenberger AG in Höhe von 7.010.023,80 € setzte sich zum Ende des ersten Halbjahres 2020 (Vorjahreszeitraums) zusammen aus 5.855.629 auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien blieb während des ersten Halbjahres 2020 (Vorjahreszeitraums) ebenso wie das Grundkapital der Gesellschaft unverändert. Die Greiffenberger AG besaß während des Berichtszeitraums wie auch während des Vorjahreszeitraums keine eigenen Aktien. Die zu berücksichtigende durchschnittliche gewichtete Anzahl der während des Berichtszeitraums (Vergleichszeitraums) im Umlauf befindlichen Aktien ("durchschnittliche gewichtete Anzahl Aktien") beträgt daher 5.855.629.

Weder zum 30. Juni 2020 noch zum 30. Juni 2019 waren Optionen auf Aktien ausstehend, die das Ergebnis je Aktie verwässern, sodass das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie entspricht. Im Falle der Ausübung des bedingten Kapitals der Greiffenberger AG würden in Zukunft Verwässerungen eintreten.

Das Ergebnis je Aktie errechnet sich dementsprechend wie folgt:

01.01.-30.06.2020 01.01.-30.06.2019
Konzernergebnis nach Minderheitsanteilen -3.118.159,46 -23.860,52
Durchschnittliche gewichtete Anzahl Aktien 5.855.629 5.855.629
Ergebnis je Aktie (verwässert / unverwässert) -0,53 0,00
- -

F | ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der in der Konzernkapitalflussrechnung zum 30. Juni 2020 ausgewiesene Finanzmittelbestand in Höhe von 948 T€ umfasst, ebenso wie jener in Höhe von 855 T€ zum Ende des Vorjahreszeitraums, alle in der Bilanz enthaltenen Zahlungsmittel und -äquivalente, d.h. Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie innerhalb von drei Monaten verfügbar sind.

Die Mittelveränderung aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit wird zahlungsbezogen ermittelt. Die Mittelveränderung aus der betrieblichen Tätigkeit hingegen wird ausgehend vom Periodenergebnis indirekt abgeleitet.

G | SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Gegenüber dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 kam es zu keinen Änderungen in der Segmentberichterstattung. Angaben zu den Aktivitäten nach Geschäftsfeldern und ihrer Unterteilung in die in den nachfolgenden Tabellen dargestellten Segmente sind im Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2019 in Anhangsabschnitt I gemacht.

Im Berichtszeitraum wie auch im Vorjahreszeitraum lagen, ausgenommen die Abschreibungen, keine wesentlichen nicht-zahlungswirksamen sonstigen Aufwendungen vor.

Im Berichtszeitraum besteht im Segment Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl ein Großkunde, auf den 9,8 % (Vj. 10,6 %) der Umsätze entfielen. Im ersten Halbjahr 2020 wurden 37,3 % (Vj. 31,3 %) der Umsätze dieses Segments in den USA und China generiert. Bei den Segmentinformationen nach Regionen richten sich die Außenumsätze nach dem Sitz der Kunden.

Segmente 1. Januar bis 30. Juni 2020

GAG Eberle Gesamt Konsolidierung / Überleitung Konzern
T€ T€ T€ T€ T€
Umsatzerlöse
mit externen Dritten 0 22.601 22.601 0 22.601
(0) (25.809) (25.809) (0) (25.809)
Segmentergebnis -2.926 -2.063 -4.989 2.406 -2.583
(127) (1.279) (1.406) (-682) (724)
darin enthaltene Abschreibungen 0 984 984 0 984
(0) (1.006) (1.006) (0) (1.006)
Vermögen
Segmentaktiva 15.137 47.251 62.388 -15.852 46.536
(15.624) (46.179) (61.803) (-12.829) (48.974)
davon langfristig 14.904 8.776 23.680 -12.817 10.863
(14.904) (9.213) (24.117) (-12.851) (11.266)
davon kurzfristig 233 38.475 38.708 -3.035 35.673
(720) (36.966) (37.686) (22) (37.708)
Sachinvestitionen 0 541 541 0 541
(0) (230) (230) (0) (230)
Segmentschulden 10.058 18.689 28.747 13.678 42.424
(7.422) (17.534) (24.956) (16.788) (41.744)

Segmente 1. Januar bis 30. Juni 2020 nach geographischen Regionen

GAG Eberle Gesamt Konsolidierung / Überleitung Konzern
T€ T€ T€ T€ T€
Inland
Umsatzerlöse 0 2.069 2.069 0 2.069
(0) (1.836) (1.836) (0) (1.836)
Segmentaktiva 15.137 42.842 57.979 -15.852 42.127
(15.624) (41.430) (57.054) (-12.829) (44.225)
davon langfristig 14.904 8.287 23.191 -12.817 10.374
(14.904) (8.670) (23.574) (-12.851) (10.723)
davon kurzfristig 233 34.555 34.788 -3.035 31.753
(720) (32.760) (33.480) (22) (33.502)
Sachinvestitionen 0 485 485 0 485
(0) (215) (215) (0) (215)
Ausland
Umsatzerlöse 0 20.532 20.532 0 20.532
(0) (23.973) (23.973) (0) (23.973)
davon Europäische Union 0 6.817 6.817 0 6.817
(0) (8.534) (8.534) (0) (8.534)
Segmentaktiva 0 4.409 4.409 0 4.409
(0) (4.749) (4.749) (0) (4.749)
davon langfristig 0 489 489 0 489
(0) (543) (543) (0) (542)
davon kurzfristig 0 3.920 3.920 0 3.920
(0) (4.206) (4.206) (0) (4.206)
Sachinvestitionen 0 56 56 0 56
(0) (15) (15) (0) (15)

H | BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN

Der Greiffenberger-Konzern wird im ersten Halbjahr 2020 von den Angabepflichten des IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Greiffenberger Holding GmbH, Thurnau, berührt.

Die Greiffenberger Holding GmbH, Thurnau war während des Berichtszeitraums nach Kenntnis der Gesellschaft durchgängig mit 2.699.020 Aktien (zum 30. Juni 2020 entsprechend einem Gesamtstimmrechtsanteil von 46,09 %) an der Greiffenberger AG beteiligt. Die Greiffenberger Holding GmbH hat zur Absicherung der Verpflichtungen der Greiffenberger AG als Bürge und der J.N. Eberle & Cie. GmbH als Darlehensnehmer (aus dem bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehenden Konsortialdarlehensvertrag) ihre sämtlichen Aktien an der Greiffenberger AG an die Konsortialdarlehensgeber verpfändet. Eine Vergütung hierfür erhält die Greiffenberger Holding GmbH nicht; insbesondere auch nicht von der Greiffenberger AG und/oder der J.N. Eberle & Cie. GmbH.

Zu den nichtkonsolidierten Unternehmen oder anderen nahestehenden Personen bestanden im ersten Halbjahr 2020 nur unwesentliche Geschäftsvorfälle. Die Bedingungen von Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Unternehmen und Personen entsprechen denen mit unabhängigen Geschäftspartnern.

Über die vorgenannten Angaben hinausgehende angabepflichtige Beziehungen lagen im Berichtszeitraum nicht vor.

I | EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Der am 25. Juni 2020 notariell beurkundete Vertrag über die Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde mit Zahlungseingang am 14. September 2020 und anschließendem Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten zum 15. September 2020 vollzogen. Durch diesen Vollzug wird es im Geschäftsjahr 2020 auf Konzernebene (IFRS) zu einem positiven einmaligen Sondereffekt vor Steuern in Höhe eines unteren zweistelligen Millionenbetrages kommen. Mit dem Erwerber der Betriebsimmobilie, der PHI Immobilien GmbH, Hockenheim, wurden eine unmittelbare Rückvermietung (sog. Sale and Lease-Back) für einen festen Zeitraum von fünf Jahren (die "Festlaufzeit") und zwei anschließende einseitige Verlängerungsoptionen zugunsten der Eberle von jeweils einem weiteren Jahr vereinbart. Mittelfristig ist geplant, den Betrieb der Eberle in eine andere Immobilie innerhalb des Stadtgebiets von Augsburg zu verlagern; in diesem Zusammenhang werden bereits Gespräche geführt. Der Kaufvertrag über die Betriebsimmobilie sieht vor, dass sich der Kaufpreis in Höhe von 31,0 Mio. € um einen Betrag in Höhe von 1,0 Mio. € erhöht, sofern Eberle innerhalb eines bestimmten Zeitraums der Festlaufzeit auf die Ausübung der Verlängerungsoptionen verzichtet. Seitens der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehen Verkäufergarantien in üblichem Umfang sowie weitere Verpflichtungen, für die die Greiffenberger AG als Mithaftende haftet. Aus dem Kaufpreis in Höhe von 31,0 Mio. € wurde durch den Käufer vereinbarungsgemäß ein Sicherungseinbehalt in Höhe von 5,0 Mio. € zur Sicherung konkreter und möglicher zukünftiger Ansprüche, die jedoch nicht auf diesen Betrag beschränkt sind, einbehalten (vgl. die Ausführungen hierzu im Konzernzwischenlagebericht in Gliederungspunkt "5 | Prognose-, Chancen- und Risikobericht").

Aus dem Erlös aus der Veräußerung der Betriebsimmobilie wurde das bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen, das bis dahin den wesentlichen Teil der Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns ausgemacht hatte, vollständig zurückgeführt. Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, sind weit fortgeschritten; rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle & Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht vor (vgl. die Ausführungen hierzu im Konzernzwischenlagebericht in Gliederungspunkt "5 | Prognose-, Chancen- und Risikobericht").

Mit dem Gläubiger des bei der Greiffenberger AG bestehenden Genussrechts, der senata GmbH, Freising, wurde am 27. Juli 2020 eine Verschiebung des Rückzahlungsbeginns sowie eine zeitliche Streckung der Rückzahlungsraten vereinbart.

Weitere Ereignisse, die für den Greiffenberger-Konzern von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind und zu einer veränderten Beurteilung der Lage führen könnten, sind nach dem Bilanzstichtag bis zum 29. September 2020 nicht eingetreten.

Augsburg, den 29. September 2020

Greiffenberger Aktiengesellschaft

André Bertram Martin Döring
Vorstand Vorstand

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Augsburg, den 29. September 2020

Greiffenberger Aktiengesellschaft

André Bertram Martin Döring
Vorstand Vorstand

Impressum

Greiffenberger Aktiengesellschaft

Eberlestraße 28

86157 Augsburg

Deutschland

Telefon: +49 (0) 821 5212 261

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