![]() Greiffenberger AGAugsburgHalbjahresfinanzbericht 2020Halbjahresfinanzbericht 2020Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2020VORBEMERKUNGEN Der Konzernzwischenlagebericht und der Konzernhalbjahresabschluss der Greiffenberger
AG (die "Gesellschaft"), Augsburg, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts
Augsburg unter HRB 31776, zum 30. Juni 2020 wurden weder entsprechend § 317 HGB geprüft
noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen. Konzern- und Jahresabschluss der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019
endende Geschäftsjahr nebst der zugehörigen Lageberichte wurden vom Vorstand der Gesellschaft
am 31. März 2020 aufgestellt und in den am 27. April 2020 geänderten Fassungen fristgerecht
offengelegt. Aufgrund der gesetzlichen Offenlegungspflichten als börsennotiertes Unternehmen
erfolgte die damalige Offenlegung jeweils vor Abschluss der Prüfung beider Abschlüsse
durch den Abschlussprüfer und somit vor ihrer Billigung bzw. Feststellung durch den
Aufsichtsrat der Gesellschaft. Der Vorstand kann nicht ausschließen, dass der Konzernabschluss
für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr gegenüber der derzeitigen Fassung
aufgrund von weiteren Erkenntnissen (z.B. aus der unverändert andauernden Prüfung
des Abschlussprüfers) noch einmal geändert werden muss, woraus entsprechende Änderungen
der in diesem Konzernzwischenlagebericht und den Konzernhalbjahresabschluss der Greiffenberger
AG zum 30. Juni 2020 berücksichtigten Vortragswerte bzw. Vergleichswerte resultieren
könnten. Der Abschlussprüfer der Gesellschaft sieht sich bislang außer Stande zu beurteilen,
ob die Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (sog. going concern) im Jahres-
und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019, von der der Vorstand der Gesellschaft
ausgeht, gerechtfertigt ist. Für die Beurteilung dieser Frage hält es der Abschlussprüfer
für erforderlich, dass ihm vor der Testatserteilung weitere - derzeit noch nicht vorhandene
- Unterlagen und Nachweise vorgelegt werden. Der am 25. Juni 2020 notariell beurkundete
Vertrag über die Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde
mit Zahlungseingang am 14. September 2020 und anschließendem Übergang von Besitz,
Nutzen und Lasten zum 15. September 2020 vollzogen. Aus dem Veräußerungserlös wurde
das als bis dahin wesentlicher Teil der Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns
bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen vollständig zurückgeführt.
Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren
einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern
entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, sind weit fortgeschritten;
rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle
& Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht vor. Der Vorstand rechnet damit, dass die entsprechenden Kreditverträge mit den Banken
noch im Herbst des laufenden Jahres unterzeichnet werden können. Die Auszahlung der
Kredite wird dann von der Erfüllung verschiedener Auszahlungsbedingungen abhängen,
die nach derzeitiger Einschätzung des Vorstands sämtlich fristgerecht beigebracht
werden können. Der Vorstand geht daher weiterhin von der Prämisse der Unternehmensfortführung
aus. Dennoch besteht das Risiko, dass es zu Störungen oder Verzögerungen beim Abschluss
der Anschlussfinanzierung oder ihrer Auszahlung kommen kann. Sollte dieses Risiko
eintreten, wäre die weitere Finanzierung und somit der Fortbestand des Konzerns gefährdet.
Sollte darüber hinaus der zusätzliche Finanzierungsbedarf aufgrund der von der Covid-19
Pandemie beeinflussten Marktentwicklung signifikant höher sein als derzeit aufgrund
der Planungen angenommen, wird das derzeit verhandelte Anschlussfinanzierungsvolumen
nicht ausreichen. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre der Fortbestand des Konzerns
ebenfalls gefährdet. Dieser Konzernzwischenlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen. Die tatsächlichen
Ergebnisse können von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen. 1 | GRUNDLAGEN DES GREIFFENBERGER-KONZERNS1.1 | Konzernstruktur und Geschäftsmodell Obergesellschaft des Greiffenberger-Konzerns ist die börsennotierte Industrieholding
Greiffenberger AG. Sie investiert mit langfristigem strategischem Horizont in Beteiligungen
an Unternehmen, die sich in den von ihnen bedienten Branchen auf attraktive, technologisch
anspruchsvolle Teilmärkte und Anwendungsbereiche fokussieren. Die Greiffenberger AG verfügt mit der J.N. Eberle & Cie. GmbH, Obergesellschaft des
Unternehmensbereichs Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl (Teilkonzern Eberle),
über ein einziges unmittelbares Tochterunternehmen. Die J.N. Eberle & Cie. GmbH, mit
der ein Ergebnisabführungsvertrag besteht und an der die Greiffenberger AG 100 % der
Anteile hält, hat ihren Sitz in Augsburg und unterhält hier den einzigen Produktionsstandort
des Teilkonzerns Eberle. Das Produktionsprogramm umfasst die Herstellung von Hochleistungsbandsägeblättern
und Präzisionsbandstahl für industrielle Einsatzgebiete. Die wichtigsten Zielmärkte
sind der Maschinenbau sowie die stahl- und metallverarbeitende Industrie, im Produktbereich
Präzisionsbandstahl u.a. Zulieferbetriebe der Automobilindustrie. Die Produkte werden
weltweit direkt vertrieben. In Italien, in Frankreich und in den USA bestehen zusätzlich
Vertriebsgesellschaften, die sich im mehrheitlichen Besitz der J.N. Eberle & Cie.
GmbH befinden. 2 | WIRTSCHAFTSBERICHT UND GESCHÄFTSVERLAUF2.1 | Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Laut des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) ist die weltwirtschaftliche Aktivität
infolge der Covid-19 Pandemie im ersten Halbjahr 2020 um rund 10 % gesunken. Nach
einem Rückgang um 3 % im ersten Quartal brach die Weltproduktion im zweiten Quartal
um rund 7 % ein. Inzwischen hat aber eine Erholung eingesetzt, die für das dritte
Quartal hohe weltwirtschaftliche Zuwachsraten erwarten lässt, wie sie in China bereits
im Frühjahr verzeichnet wurden. Im laufenden Jahr wird ein Rückgang der Weltproduktion
von 3,6 % erwartet.1 Auch in der Stahlindustrie in Deutschland spiegeln sich die tiefen Spuren wider,
die die Corona-Krise hinterlassen hat.2 Im Verlauf von Januar bis August lag die Stahlerzeugung um 16,5 % unter dem entsprechenden
Vorjahreszeitraum. Anzeichen für eine Stabilisierung zeigen sich bei der Produktion
bislang noch nicht.
1
IfW-Konjunkturprognose Q3 2020 Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch die Automobilmärkte weltweit einbrechen
lassen. Nachdem der Auftragseingang in Deutschland aus dem Inland in den Monaten Juni
und Juli aufgrund von Nachholeffekten aus den ersten Quartalen über den Vorjahreswerten
lag, wurde im August das Vorjahresniveau um 10 % wieder erheblich unterschritten.3 In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres wurden insgesamt 21 % weniger Aufträge
verbucht als im Vorjahreszeitraum. Positiver sieht es beim ausländischen Auftragseingang
aus: Dieser stieg im August um 11 %. Im bisherigen Jahresverlauf liegt der ausländische
Auftragseingang damit jedoch auch noch um 17 % unter Vorjahresniveau. Der VDA erwartet,
dass im laufenden Jahr am Standort Deutschland rund 3,5 Mio. Pkw produziert werden.
Das entspricht einem Minus von 25 % im Vergleich zu 2019.4 2.2 | Geschäftsverlauf und Gesamtaussage Der Greiffenberger-Konzern stand im ersten Halbjahr 2020 vor großen Herausforderungen.
Neben dem ohnehin bereits spürbar schwieriger gewordenen Marktumfeld führte insbesondere
die weltweite Ausbreitung des Coronavirus, einhergehend mit sehr abrupten konjunkturellen
Einbrüchen, zu erheblichen Belastungen. Einerseits galt es im Berichtszeitraum, umgehend
auf die in der Folge sehr unvermittelten Veränderungen in Marktumfeld und Kundennachfrage
zu reagieren und die durch die Corona-Krise hervorgerufenen Herausforderungen bestmöglich
zu bewältigen. Andererseits war es von mindestens ebenso existentieller Bedeutung,
aus dem Erlös eines erfolgreichen Verkaufs der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle &
Cie. GmbH das ursprünglich bereits zum 30. September 2019 endfällige und seither wiederholt
verlängerte Konsortialdarlehen zurückzuführen und zugleich Maßnahmen zur Sicherstellung
einer Anschlussfinanzierung weitestmöglich voranzutreiben. Diese soll den als Folge
der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehenden zusätzlichen Finanzbedarf
decken. In Folge der Corona-Pandemie kam es im Greiffenberger-Konzern gegenüber dem Vorjahreszeitraum
zu einem deutlichen Umsatz- und infolgedessen Ergebnisrückgang. Per Ende Juni 2020
weist der Greiffenberger-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 22,6 Mio. € nach
25,8 Mio. € im Vorjahreszeitraum aus. Dies entspricht einem Minus von 12,4 %, welches
auf den konjunkturellen Einbruch in Folge der Covid-19 Pandemie zurückzuführen ist.
Der Umsatzrückgang betrifft hierbei alle wichtigen Zielbranchen des Teilkonzerns Eberle
wie den Maschinenbau, die stahl- und metallverarbeitende Industrie und Zulieferbetriebe
der Automobilindustrie. Für die ersten sechs Monate 2020 weist der Greiffenberger-Konzern ein Ergebnis vor
Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von -1,6 Mio. € (Vj. 1,7 Mio. €), ein
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -2,6 Mio. € (Vj. 0,7 Mio. €) und ein Ergebnis
vor Steuern (EBT) von -3,1 Mio. € (Vj. 0,0 Mio. €) aus. In der Ergebnisentwicklung
spiegelt sich zum einen der deutliche Corona-bedingte Umsatzrückgang wider, der trotz
Kurzarbeit und verschiedener weiterer Kostensenkungsmaßnahmen nur teilweise kompensiert
werden konnte. Zum anderen fielen erhebliche Rechts- und Beratungsaufwendungen im
Zusammenhang mit dem Immobilienverkauf und den Maßnahmen zur Sicherstellung einer
Anschlussfinanzierung an, die sich einschließlich der angesichts des am 25. Juni 2020
notariell beurkundeten Kaufvertrags über die Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie.
GmbH zum Halbjahr 2020 aufwandswirksam zu erfassenden Maklerprovision auf insgesamt
1,1 Mio. € summierten. Unter dem Strich resultierte im Greiffenberger-Konzern für
den Berichtszeitraum ein Ergebnis je Aktie in Höhe von -0,53 € nach 0,00 € im ersten
Halbjahr 2019.
3
VDA, Pressemeldung, September 2020 Erfolgreich abgeschlossen werden konnte im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres
2020 die Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH. Der Vollzug
des Kaufvertrags, insbesondere auch die Zahlung des Kaufpreises, stand zum 30. Juni
2020 noch unter dem Vorbehalt verschiedener, marktüblicher Bedingungen und war bis
spätestens Ende September 2020 geplant. Der Eingang des Kaufpreises abzüglich des
vereinbarten Sicherungseinbehalts konnte vertragsgemäß am 14. September 2020 realisiert
werden, sodass das bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen,
das den wesentlichen Teil der Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns
ausgemacht hatte, aus dem Veräußerungserlös ebenfalls am 14. September 2020 vollständig
zurückgeführt werden konnte (vgl. die Ausführungen hierzu in Gliederungspunkt "4 |
Nachtragsbericht"). Mit dem sich an die Kaufpreiszahlung anschließenden Übergang von
Besitz, Nutzen und Lasten wurde der Kaufvertrag zum 15. September 2020 vollzogen. Aufgrund des noch zu Jahresbeginn nicht absehbaren Eintritts der Corona-Pandemie
und ihrer Auswirkungen auf die globale wirtschaftliche Entwicklung, die auch den Geschäftsverlauf
im Greiffenberger-Konzern erheblich negativ beeinflusst, kann die Entwicklung der
Unternehmensgruppe im ersten Halbjahr 2020, verglichen mit den ursprünglichen Erwartungen,
nicht zufriedenstellen. Unter Berücksichtigung der durch Covid-19 bedingten exogenen
Einflüsse konnte sich der Greiffenberger-Konzern nach Einschätzung des Vorstands im
operativen Geschäft jedoch durchaus gut behaupten; insbesondere durch die zügige Anpassung
von Wertschöpfung, Arbeitsabläufen und Prozessen quer durch das Unternehmen konnten
in der Bewältigung der Corona-Folgen gute Erfolge erzielt werden. Diese Erfolge werden
in besonderem Maße durch den hohen Einsatz und eine besondere Flexibilität aller Mitarbeiterinnen
in der beständigen Neuausrichtung auf die sehr dynamischen Kundenbedürfnisse getragen.
Insgesamt liegt die operative Entwicklung des Greiffenberger-Konzerns zum Ende des
ersten Halbjahres 2020 im Rahmen der nach Eintritt der Corona-Pandemie im Hinblick
auf deren erwartete Auswirkungen überarbeiteten Planung. Die Lage des Greiffenberger-Konzerns konnte nach Einschätzung des Vorstands durch
den Immobilienverkauf Ende Juni 2020, infolgedessen zwischenzeitlich ein wesentlicher
Teil der Fremdkapitalfinanzierung zurückgeführt wurde, verbessert werden. Verhandlungen
über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren einstelligen
Millionenbetrages zur Deckung eines als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern
entstehenden zusätzlichen Finanzbedarfs sind weit fortgeschritten; rechtsverbindliche
Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle & Cie. GmbH jedoch
bislang noch nicht vor (vgl. die Ausführungen hierzu in Gliederungspunkt "5 | Prognose-,
Chancen- und Risikobericht"). 3 | LAGE DES GREIFFENBERGER-KONZERNS3.1 | Vermögenslage Die Bilanzsumme des Greiffenberger-Konzerns verringerte sich zum Ende des ersten
Halbjahres 2020 auf 46,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 49,0 Mio. €). Dabei verringerten sich die langfristigen Vermögenswerte auf 10,9 Mio. € nach 11,3
Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2019. Die Sachanlagen verringerten sich aufgrund
weiterhin unter den Abschreibungen liegender Investitionen von 8,8 Mio. € auf 8,4
Mio. €, die immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich geringfügig auf 0,3 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 0,4 Mio. €). Der Saldo der aktivierten latenten Steuern blieb
mit 2,1 Mio. € unverändert (31. Dezember 2019: 2,1 Mio. €). Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich zum 30. Juni 2020 gegenüber dem
31. Dezember 2019 von 37,7 Mio. € auf 35,7 Mio. €. Das Working Capital (Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich der Vorräte) betrug zum Ende des ersten Halbjahres
2020 in Summe 26,1 Mio. €, eine Verringerung um 0,8 Mio. € verglichen zum 31. Dezember
2019 (27,0 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich hierbei
um 3,9 % auf 9,3 Mio. € (31. Dezember 2019: 8,9 Mio. €), während sich die Vorräte
auf 16,9 Mio. € reduzierten (31. Dezember 2019: 18,1 Mio. €). Der Rückgang der Vorräte
ist insbesondere auf geringere Umsätze und ein unverändert konsequentes Bestandsmanagement
zurückzuführen. Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögensgegenstände in Höhe von 7,3
Mio. € umfassen die Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH, deren Veräußerung
am 25. Juni 2020 notariell beurkundet und zum 15. September 2020 vollzogen wurde. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte inklusive der sonstigen kurzfristigen
finanziellen Vermögenswerte verringerten sich zum 30. Juni 2020 auf 1,3 Mio. € (31.
Dezember 2019: 1,7 Mio.€). Die liquiden Mittel des Greiffenberger-Konzerns reduzierten
sich zum 30. Juni 2020 auf 0,9 Mio. € (31. Dezember 2019: 1,7 Mio. €). 3.2 | Finanzlage Das Eigenkapital im Greiffenberger-Konzern (Konzerneigenkapital) reduzierte sich
aufgrund des Konzernergebnisses des ersten Halbjahres 2020 auf 4,1 Mio. € zum Ende
des ersten Halbjahres 2020 nach 7,2 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2019, wobei
sich das gezeichnete Kapital zum 30. Juni 2020 gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres
2019 unverändert auf 7,0 Mio. € beläuft. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich demnach
auf 8,8 % (31. Dezember 2019: 14,8 %). Die Konzern-Nettofinanzverschuldung (Bankverbindlichkeiten inklusive des Genussrechts
abzüglich liquider Mittel) erhöhte sich zum 30. Juni 2020 auf 17,5 Mio. € nach 16,8
Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2019. Die Höhe des Genussrechts und der Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten blieben hierbei nahezu unverändert. Das Verhältnis zwischen
Konzerneigenkapital und Konzern-Nettofinanzverschuldung verschlechterte sich zum 30.
Juni 2020 auf 1 zu 4,3 (31. Dezember 2019: 1 zu 2,3). Die langfristigen Schulden im Greiffenberger-Konzern verringerten sich zum 30. Juni
2020 gegenüber dem 31. Dezember 2019 per Saldo um 0,3 Mio. € von 17,5 Mio. € auf 17,2
Mio. €. Während sich die langfristigen Rückstellungen gegenüber dem 31. Dezember 2019
geringfügig um 0,2 Mio. € von 14,1 Mio. € auf 14,4 Mio. € erhöhten, blieben die sonstigen
langfristigen Schulden mit 2,3 Mio. € zum Ende des ersten Halbjahres 2020 (31. Dezember
2019: 2,4 Mio. €) nahezu unverändert. Der unter den langfristigen Genussrechten auszuweisende
Anteil des bei der Greiffenberger AG bestehenden Genussrechtskapitals zugunsten der
senata GmbH, Freising, reduzierte sich zum 30. Juni 2020 aufgrund der zu diesem Zeitpunkt
gültigen Rückzahlungsbedingungen um 0,4 Mio. € gegenüber dem 31. Dezember 2019 (1,0
Mio. €) auf 0,5 Mio. €, während sich der unter den kurzfristigen Genussrechten auszuweisende
Anteil des Genussrechtskapitals gegenläufig um denselben Betrag erhöhte. Nach dem
Ende des Berichtszeitraus wurde mit dem Gläubiger des Genussrechts eine Verschiebung
des Rückzahlungsbeginns sowie eine zeitliche Streckung der Rückzahlungsraten vereinbart. Die kurzfristigen Schulden betrugen zum 30. Juni 2020 insgesamt 25,2 Mio. € (31.
Dezember 2019: 24,2 Mio. €). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
erhöhten sich stichtagsbedingt auf 3,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 2,6 Mio. €). Die
kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten blieben mit 17,0 Mio. € unverändert (31.
Dezember 2019: 17,0 Mio. €), die kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich auf 1,2
Mio. € (31. Dezember 2019: 0,8 Mio. €), und die sonstigen kurzfristigen Schulden inklusive
der sonstigen kurzfristigen finanziellen Schulden betrugen 2,4 Mio. € (31. Dezember
2019: 3,2 Mio. €). Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit fiel von 2,5 Mio. € im Vorjahreszeitraum
auf 0,6 Mio. € im ersten Halbjahr 2020. Maßgeblich für die Veränderung ist das geringere
Ergebnis vor Steuern verglichen zum Vorjahreszeitraum, das sich - neben Aufwendungen
im Zusammenhang mit der Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH
- im Wesentlichen aus dem aufgrund der Covid-19 Pandemie rückläufigen Umsatz begründet.
Es ist aber gelungen, den operativen Cashflow trotz der sehr herausfordernden Rahmenbedingungen
im positiven Bereich zu halten. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug -0,5 Mio. € im ersten Halbjahr
2020 nach -0,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Investitionen wurden weiter auf das
unbedingt notwendige Maß reduziert und spiegeln etwas höhere Auszahlungen für Investitionen
in Sachanlagen wider, als sie im Vorjahreszeitraum getätigt wurden. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag im Berichtszeitraum bei -0,8 Mio.
€ nach -2,0 Mio.€ im ersten Halbjahr 2019, da die Auszahlungen für kurzfristige und
langfristige Darlehen im Vorjahreszeitraum aufgrund damals geleisteter Darlehenstilgungen
höher waren als im ersten Halbjahr 2020. Der Greiffenberger-Konzern nahm seine Kreditlinien einschließlich des Genussrechtskapitals
in Höhe von 1,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 1,5 Mio. €) zum 30. Juni 2020 mit einem
Betrag von insgesamt 20,9 Mio. € (31. Dezember 2019 20,9 Mio. €) in Anspruch, die
freien Kreditlinien betrugen 2,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 2,4). Die liquiden Mittel
lagen zum Stichtag bei 0,9 Mio. € (31. Dezember 2019: 1,7 Mio. €). Die freien Mittel
(liquide Mittel und freie Kreditlinien) betrugen zum 30. Juni 2020 insgesamt 3,4 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 4,1 Mio. €). 3.3 | Ertragslage Der kumulierte Auftragseingang beläuft sich zum 30. Juni 2020 auf 20,7 Mio. € nach
25,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum, entsprechend einem Minus von -17,9 %. Der Rückgang
des Auftragseingangs liegt ausschließlich in den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie
begründet. Der Auftragsbestand beträgt 6,4 Mio. € (31. Dezember 2019: 7,6 Mio. €).
Die Book-to-Bill Ratio, also das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsatzerlösen,
errechnet sich per 30. Juni 2020 mit 0,92 (Gesamtjahr 2019: 0,99). Der Greiffenberger-Konzern weist für das erste Halbjahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe
von 22,6 Mio. € aus. Gegenüber dem Vorjahreswert von 25,8 Mio. € bedeutet dies einen
durch die Covid-19 Pandemie verursachten Umsatzrückgang um 12,4 %. Dabei betrugen
die Auslandsumsätze in Summe 20,5 Mio. € nach 24,0 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der
Inlandsumsatz im Berichtszeitraum verzeichnete insgesamt eine Steigerung um 12,7 %
von 1,8 Mio. € im ersten Halbjahr 2019 auf 2,1 Mio. €. Die Exportquote blieb mit 91
% auf hohem Niveau (Vj. 93 %). Die Gesamtleistung des Greiffenberger-Konzerns (errechnet aus den Umsatzerlösen zuzüglich
der Bestandsveränderung und Eigenleistungen) lag im ersten Halbjahr 2020 mit 21,4
Mio. € um 16,7 % unter dem Vorjahreswert von 25,6 Mio. €. Für diesen Rückgang war
neben dem Corona-bedingt niedrigeren Umsatz vor allem auch die Bestandsveränderung
verantwortlich, aus der im Berichtzeitraum ein Ergebniseffekt in Höhe von -1,3 Mio.
€ (Vj. -0,2 Mio. €) resultierte. Der Materialaufwand des Greiffenberger-Konzerns lag im ersten Halbjahr 2020 mit 8,8
Mio. € um 15,6 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Vj. 10,4 Mio. €). Die Materialaufwandsquote
auf Basis der deutlich niedrigeren Gesamtleistung veränderte sich hierbei um 0,5 Prozentpunkte
auf 41,0 % (Vj. 40,5 %). Die höhere Quote führt sich im Wesentlichen zurück auf die
Vorfertigung der für einen in den USA ansässigen Großkunden benötigten Produkte. Die Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer (Personalaufwand) des Greiffenberger-Konzerns
verringerten sich gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Vj. 10,3 Mio. €) leicht
auf 9,9 Mio. € im Berichtszeitraum. Die Personalaufwandsquote auf Basis der deutlich
niedrigeren Gesamtleistung erhöhte sich auf 46,5 % (Vj. 40,1 %). Die Erhöhung der
Quote ist der geringeren Auslastung der Produktion infolge der Covid-19 Pandemie in
Kombination mit einer hohen Wertschöpfungstiefe geschuldet. Für die vor dem Hintergrund
der Corona-Pandemie ab dem 20. April 2020 in Anspruch genommene Kurzarbeit errechnen
sich für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2020 Einsparungen in Höhe von 0,5 Mio. €. Die
J.N. Eberle & Cie. GmbH ist Mitglied im Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie
e.V. und insofern an den Tarifvertrag für die bayerische Metall- und Elektroindustrie
gebunden. Für die Jahre 2019 bis 2021 ist ein Ergänzungstarifvertrag vereinbart, der
u.a. Entlastungen im Bereich der Personalkosten sowie eine Beschäftigungssicherung
vorsieht. Der Greiffenberger-Konzern weist für das erste Halbjahr 2020 einen Aufwand für planmäßige
Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von rund 1,0 Mio. € nach ebenfalls 1,0
Mio. € im Vorjahreszeitraum aus, der praktisch ausschließlich auf den Unternehmensbereich
Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl entfällt. Der sich für den Greiffenberger-Konzern für den Berichtszeitraum ergebende Saldo
aus Sonstigen Erträgen und Anderen Aufwendungen verschlechterte sich gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um 31,6 % von -3,2 Mio. € auf -4,2 Mio. €. Ursächlich hierfür sind
erhebliche Rechts- und Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Immobilienverkauf
und den Maßnahmen zur Sicherstellung der Konzernfinanzierung, die sich einschließlich
der angesichts des am 25. Juni 2020 notariell beurkundeten Kaufvertrags über die Betriebsimmobilie
der J.N. Eberle & Cie. GmbH zum Halbjahr 2020 aufwandswirksam zu erfassenden Maklerprovision
auf insgesamt 1,1 Mio. € summierten. Der Greiffenberger-Konzern weist für das erste Halbjahr 2020 ein Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von -1,6 Mio. € (Vj. 1,7 Mio. €) und ein Ergebnis
vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -2,6 Mio. € (Vj. 0,7 Mio. €) aus. Der Unternehmensbereich
Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl (Teilkonzern Eberle) schloss das erste
Halbjahr 2020 mit (jeweils vor Konsolidierung) einem EBITDA in Höhe von -1,1 Mio.
€ (Vj. 2,3 Mio. €) und einem EBIT in Höhe von -2,1 Mio. € (Vj. 1,3 Mio. €) ab, die
EBIT-Marge des Teilkonzerns Eberle lag im Berichtszeitraum bei -9,1 % (Vj. 5,0 %).
Das Ergebnis wurde insbesondere durch die der Corona-Pandemie geschuldet schwächere
Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2020 deutlich negativ beeinflusst. Daneben wirkten
sich die vorgenannten erheblichen Rechts- und Beratungsaufwendungen im Zusammenhang
mit Immobilienverkauf und Anschlussfinanzierung sowie die Maklerprovision ergebnismindernd
aus. Gegenläufig wirkten Kosteneinsparungen aufgrund verschiedener angesichts der
Covid-19 Pandemie ergriffener Maßnahmen; neben der ab dem 20. April 2020 in Anspruch
genommenen Kurzarbeit, woraus sich für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2020 Einsparungen
in Höhe von 0,5 Mio. € errechnen, wirkten sich die Reduzierung der Reisetätigkeit,
der Wegfall von Messeteilnahmen im Zuge der Pandemie sowie weitere Einsparungen bei
den sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit einer Kostensenkung in Höhe von rund
0,2 Mio. € aus. Zu beachten ist allerdings, dass verschiedene zum Gesundheitsschutz
und der Sicherstellung unterbrechungsfreier Produktionsabläufe erforderliche Maßnahmen
in einem nicht näher bezifferbaren Umfang kostenerhöhend gewirkt haben. Das Finanzergebnis des Greiffenberger-Konzerns belief sich im ersten Halbjahr 2020
auf -0,5 Mio. € nach -0,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das Finanzergebnis beinhaltet
0,1 Mio. € (Vj. 0,1 Mio. €) rechnerischen Zinsaufwand für Personalrückstellungen. Insgesamt betrug das für den Greiffenberger-Konzern ausgewiesene Ergebnis vor Steuern
(EBT) -3,1 Mio. € im ersten Halbjahr 2020 nach 0,01 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurde im Berichtszeitraum ein Aufwand in
Höhe von 2 T€ (Vj. 38 T€) erfasst. Das Konzernergebnis (nach Steuern) betrug im Berichtszeitraum -3,1 Mio. € nach -0,02
Mio. € im Vorjahreszeitraum. Auf der Basis von jeweils 5.855.629 im Umlauf befindlichen
Aktien errechnet sich hieraus im ersten Halbjahr 2020 ein Ergebnis je Aktie von -0,53
€ nach 0,00 € im ersten Halbjahr 2019. 3.4 | Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Der Greiffenberger-Konzern beschäftigte zum Ende des ersten Halbjahres 2020 (ohne
Vorstände und Geschäftsführer) weltweit 303 (Vj. 295; 31. Dezember 2019: 310) Mitarbeiter,
die jeweils vollständig auf den Unternehmensbereich Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl
entfielen. 4 | NACHTRAGSBERICHT Der am 25. Juni 2020 notariell beurkundete Vertrag über die Veräußerung der Betriebsimmobilie
der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde mit Zahlungseingang am 14. September 2020 und anschließendem
Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten zum 15. September 2020 vollzogen. Durch diesen
Vollzug wird es im Geschäftsjahr 2020 auf Konzernebene (IFRS) zu einem positiven einmaligen
Sondereffekt vor Steuern in Höhe eines unteren zweistelligen Millionenbetrages kommen.
Mit dem Erwerber der Betriebsimmobilie, der PHI Immobilien GmbH, Hockenheim, wurden
eine unmittelbare Rückvermietung (sog. Sale and Lease-Back) für einen festen Zeitraum
von fünf Jahren (die "Festlaufzeit") und zwei anschließende einseitige Verlängerungsoptionen
zugunsten der Eberle von jeweils einem weiteren Jahr vereinbart. Mittelfristig ist
geplant, den Betrieb der Eberle in eine andere Immobilie innerhalb des Stadtgebiets
von Augsburg zu verlagern; in diesem Zusammenhang werden bereits Gespräche geführt.
Der Kaufvertrag über die Betriebsimmobilie sieht vor, dass sich der Kaufpreis in Höhe
von 31,0 Mio. € um einen Betrag in Höhe von 1,0 Mio. € erhöht, sofern Eberle innerhalb
eines bestimmten Zeitraums der Festlaufzeit auf die Ausübung der Verlängerungsoptionen
verzichtet. Seitens der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehen Verkäufergarantien in üblichem
Umfang sowie weitere Verpflichtungen, für die die Greiffenberger AG als Mithaftende
haftet. Aus dem Kaufpreis in Höhe von 31,0 Mio. € wurde durch den Käufer vereinbarungsgemäß
ein Sicherungseinbehalt in Höhe von 5,0 Mio. € zur Sicherung konkreter und möglicher
zukünftiger Ansprüche, die jedoch nicht auf diesen Betrag beschränkt sind, einbehalten
(vgl. die Ausführungen hierzu in Gliederungspunkt "5 | Prognose-, Chancen- und Risikobericht"). Aus dem Erlös aus der Veräußerung der Betriebsimmobilie wurde das bei der J.N. Eberle
& Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen, das bis dahin den wesentlichen Teil der
Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns ausgemacht hatte, vollständig
zurückgeführt. Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe
eines mittleren einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19
Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt
werden soll, sind weit fortgeschritten; rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese
Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle & Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht
vor (vgl. die Ausführungen hierzu in Gliederungspunkt "5 | Prognose-, Chancen- und
Risikobericht"). Mit dem Gläubiger des bei der Greiffenberger AG bestehenden Genussrechts, der senata
GmbH, Freising, wurde am 27. Juli 2020 eine Verschiebung des Rückzahlungsbeginns sowie
eine zeitliche Streckung der Rückzahlungsraten vereinbart. Weitere Ereignisse, die für den Greiffenberger-Konzern von wesentlicher Bedeutung
für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind und zu einer veränderten Beurteilung
der Lage führen könnten, sind nach dem Bilanzstichtag bis zum 29. September 2020 nicht
eingetreten. 5 | PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT5.1 | Prognosebericht Die für den Greiffenberger-Konzern kommunizierte Prognose sieht aufgrund der Corona-Pandemie
für das Geschäftsjahr 2020 einen sehr deutlichen Umsatz- und in der Folge Ergebnisrückgang
gegenüber dem Vorjahr vor. Insgesamt liegt die operative Entwicklung des Greiffenberger-Konzerns
zum Ende des ersten Halbjahres 2020 im Rahmen der nach Eintritt der Corona-Pandemie
im Hinblick auf deren erwartete Auswirkungen überarbeiteten Planung. Dementsprechend
wird für das Gesamtjahr 2020 weiterhin erwartet, dass es zu einem Umsatzrückgang von
bis zu gut 20 % gegenüber 2019 kommen könnte. Vor diesem Hintergrund soll das Ergebnis
vor Zinsen und Steuern (EBIT) - vor jeglichen Sonder- und Einmaleffekten - innerhalb
des Intervalls von rund -4,7 Mio. € bis +0,3 Mio. € liegen. Durch den zum 15. September
2020 erfolgten Vollzug der Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie.
GmbH wird es im Geschäftsjahr 2020 zu einem positiven einmaligen Sondereffekt vor
Steuern in Höhe eines unteren zweistelligen Millionenbetrages kommen. Das Investitionsvolumen
wird sich auf Gesamtjahressicht gegenüber 2019 etwas erhöhen. Zentrale Voraussetzungen für die Umsetzung der Planungen für das Geschäftsjahr 2020
sind einerseits die weitere Realisierung der positiven Effekte, die aus dem Abschluss
beziehungsweise der Umsetzung des Restrukturierungskonzepts erwartet werden, und andererseits
in besonderem Maße das Ausbleiben relevanter Verschlechterungen der gesamtwirtschaftlichen
und geopolitischen Rahmenbedingungen über den bereits eingeplanten Corona-Effekt hinaus.
Insbesondere durch gravierende Gesamtmarktschwankungen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen
Rahmenbedingungen, negativere Auswirkungen der Covid-19 Pandemie als bisher angenommen
oder sonstige externe und interne Ereignisse kann die tatsächliche Entwicklung von
diesen Erwartungen abweichen. Laut dem im September 2020 veröffentlichten Zwischenbericht zum OECD-Wirtschaftsausblick
konnte die Wirtschaftsleistung nach dem historischen Wirtschaftseinbruch der ersten
Jahreshälfte mit den ersten Lockerungen und der Wiedereröffnung vieler Unternehmen
zügig an Fahrt aufnehmen.5 In jüngster Zeit aber hat das Tempo der Erholung wieder etwas nachgelassen. Die Beschränkungen,
die einige Länder ihrer Wirtschaft derzeit im Kampf gegen neue Infektionswellen auferlegen,
dürften das Wachstum erneut bremsen. So gehen die Wirtschaftsforscher der OECD davon aus, dass die globale Wirtschaftsleistung
dieses Jahr um 4,5 % schrumpft, bevor sie 2021 wieder um fünf Prozent wachsen wird.
Diese Prognose ist optimistischer als der OECD-Wirtschaftsausblick vom Juni, was in
erster Linie an den Zahlen für China und die Vereinigten Staaten liegt, die in der
ersten Jahreshälfte besser ausfielen als erwartet. Für Deutschland wird für dieses
Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,4 % und 2021 mit einem Wachstum
von 4,6 % gerechnet. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Produktion in vielen
Ländern der Welt auch noch Ende nächsten Jahres unter dem Niveau von Ende 2019 liegen
wird und deutlich unter dem Niveau, das vor Beginn der Pandemie erwartet worden war.
5
OECD Economic Outlook, Interim Report September 2020 5.2 | Chancen- und RisikoberichtChancenbericht Die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember
2019 endende Geschäftsjahr zu den Chancen der künftigen Entwicklung, auf die an dieser
Stelle verwiesen wird, haben unverändert Bestand. Risikobericht In der Definition von Risiken, der Unterscheidung der Eintrittswahrscheinlichkeiten
von Risiken sowie der Differenzierung der möglichen Auswirkungen eintretender Risiken
auf die Zielerreichung bzw. die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich gegenüber
den entsprechenden Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das
zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr, auf die an dieser Stelle verwiesen wird,
keine Veränderungen ergeben. Vertrieb und Markt: Ein erheblicher Risikofaktor ist die Lungenkrankheit Covid-19,
deren Ausmaß und Folgen für die Weltwirtschaft derzeit ebenso wenig verlässlich abschätzbar
sind, wie die Dauer der Pandemie selbst. Auf Grundlage der derzeitigen Informationen
und Einschätzungen geht der Greiffenberger-Konzern davon aus, entsprechende Risiken
im vorstehenden Prognosebericht adäquat berücksichtigt zu haben. Insgesamt wird im
Bereich Vertrieb und Markt mit einer mittleren Wahrscheinlichkeit mit dem Eintritt
von Risiken gerechnet, die spürbare oder erhebliche Auswirkungen auf den Zielerreichungsgrad
haben sollten. Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger
AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Risiken im Bereich "Vertrieb
und Markt", auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert
wurden, unverändert Bestand. Finanzwirtschaftliche Risiken: Während des Berichtszeitraums bestand bei der J.N.
Eberle & Cie. GmbH ein Konsortialdarlehen, das den wesentlichen Teil der Fremdkapitalfinanzierung
des Greiffenberger-Konzerns bildete. Durch die zur Erhöhung der Liquiditätsspielräume
zum Ende des Jahres 2018 eingeleitete Reduzierung der Produktionsleistung der J.N.
Eberle & Cie. GmbH konnten die im Konsortialdarlehensvertrag vereinbarten Finanzkennzahlen
("Covenants") seit dem 4. Quartal 2018 jeweils nicht eingehalten werden, wobei die
Konsortialdarlehensgeber seitdem jeweils auf die Einhaltung der Covenants und ein
infolge der Nichteinhaltung für sie bestehendes Kündigungsrecht verzichtet hatten.
Dieses ursprünglich bereits zum 30. September 2019 endfällige und seither wiederholt
verlängerte Konsortialdarlehen wurde vor dem Hintergrund der am 25. Juni 2020 erfolgten
notariellen Beurkundung des Verkaufs der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie.
GmbH zuletzt über den 30. Juni 2020 hinaus bis zum 30. September 2020 verlängert.
Angesichts des Zahlungseingangs am 14. September 2020 wurde der Immobilienverkauf
zum 15. September 2020 vollzogen und das Konsortialdarlehen aus dem Veräußerungserlös
vollständig zurückgeführt. Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren
einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern
entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, sind weit fortgeschritten;
rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle
& Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht vor. Der Vorstand rechnet damit, dass die entsprechenden
Kreditverträge mit den Banken noch im Herbst des laufenden Jahres unterzeichnet werden
können. Die Auszahlung der Kredite wird dann von der Erfüllung verschiedener Auszahlungsbedingungen
abhängen. Dennoch besteht das Risiko, dass es zu Störungen oder Verzögerungen beim
Abschluss der Anschlussfinanzierung oder ihrer Auszahlung kommen kann. Sollte dieses
Risiko eintreten, wäre die weitere Finanzierung und somit der Fortbestand des Konzerns
gefährdet. Sollte darüber hinaus der zusätzliche Finanzierungsbedarf aufgrund der
von der Covid-19 Pandemie beeinflussten Marktentwicklung signifikant höher sein als
derzeit aufgrund der Planungen angenommen, wird das derzeit verhandelte Anschlussfinanzierungsvolumen
nicht ausreichen. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre der Fortbestand des Konzerns
ebenfalls gefährdet. Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für
das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Finanzwirtschaftlichen Risiken,
auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert
wurden, unverändert Bestand. Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH und ihre Veräußerung: Der Kaufvertrag
über die Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde zum 15. September 2020
vollzogen. Mit dem Erwerber der Betriebsimmobilie, der PHI Immobilien GmbH, Hockenheim,
besteht seitdem ein Mietvertrag über eine Rückvermietung (sog. Sale and Lease-Back)
für einen festen Zeitraum von fünf Jahren (die "Festlaufzeit") mit zwei anschließenden
einseitigen Verlängerungsoptionen zugunsten der Eberle von jeweils einem weiteren
Jahr. Mittelfristig ist geplant, den Betrieb der Eberle in eine andere Immobilie innerhalb
des Stadtgebiets von Augsburg zu verlagern; in diesem Zusammenhang werden bereits
Gespräche geführt. Seitens der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehen Verkäufergarantien in üblichem Umfang
sowie weitere Verpflichtungen, für die die Greiffenberger AG als Mithaftende haftet.
Aus dem vereinbarten Kaufpreis wurde durch den Käufer vereinbarungsgemäß ein Sicherungseinbehalt
in Höhe von 5 Mio. € zur Sicherung konkreter und möglicher zukünftiger Ansprüche,
die jedoch nicht auf diesen Betrag beschränkt sind, einbehalten. Bis zu einem Betrag
in Höhe von 3,0 Mio. € ist die J.N. Eberle & Cie. GmbH berechtigt, die monatlichen
Nettomieten aus der Rückvermietung ab Mietbeginn vollumfänglich aus dem Sicherungseinbehalt
zu begleichen. Der Kaufvertrag sieht weiter vor, dass der Käufer die nach dem Ende der Rückvermietung
der Immobilie an Eberle anfallenden Kosten der erforderlichen Altlastenbeseitigung
/ Beseitigung von Umweltschäden bis zu einer festgelegten Höhe zu tragen hat, während
ihm diesen Betrag ggf. übersteigende Kosten von der J.N. Eberle & Cie. GmbH zu erstatten
sind. Kosten einer während der Rückvermietung an Eberle erforderlich werdenden Altlastenbeseitigung
/ Beseitigung von Umweltschäden muss die J.N. Eberle & Cie. GmbH dementgegen in voller
Höhe tragen. Im Rahmen der seitens des Käufers beabsichtigten wohnbaulichen Entwicklung des durch
die J.N. Eberle & Cie. GmbH veräußerten Grundstücks könnte die Stadt Augsburg mittelfristig
entscheiden, von den Möglichkeiten des sogenannten "Veräußerungsmodells" Gebrauch
zu machen. In diesem Fall müsste der Käufer bis zu 1/3 der von Eberle erworbenen Flächen
zum sogenannten "Anfangswert", d.h. einem Bodenwert vor Berücksichtigung von mit einer
Wohnbebauungsmöglichkeit verbundenen Wertsteigerungen, an die Stadt Augsburg oder
einen von der Stadt benannten Dritten veräußern. Die J.N. Eberle & Cie. GmbH wäre
in diesem Fall verpflichtet, dem Käufer bezogen auf die hiervon konkret betroffenen
Flächen den Differenzbetrag zwischen dem sich aus dem Kaufvertrag über die Betriebsimmobilie
ergebenden Kaufpreis und dem nach dem Anfangswert ermittelten Quadratmeterpreis zzgl.
anteiliger Erwerbsnebenkosten zu erstatten. Insgesamt wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken im Zusammenhang mit der
Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH und ihrer Veräußerung, insbesondere
solcher mit mittelfristig in Summe spürbaren bis erheblichen Auswirkungen auf den
Zielerreichungsgrad, als gering eingeschätzt. Beschaffungsrisiken: Aufgrund von Covid-19 haben Lieferanten Kurzarbeit eingeführt.
Durch die somit reduzierten Produktionskapazitäten, aber auch durch Verzögerungen
im Wiederhochlaufen der Produktionen, besteht das Risiko des Entstehens von Lieferengpässen.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Beschaffungsrisiken mit jeweils unwesentlichen
bis geringen Auswirkungen auf den Zielerreichungsgrad wird insgesamt im mittleren
Bereich eingeschätzt, ebenso die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Beschaffungsrisiken
mit spürbaren oder erheblichen Auswirkungen. Im Übrigen haben die Ausführungen im
Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr
zu den Beschaffungsrisiken, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht
vorstehend aktualisiert wurden, unverändert Bestand. Betriebsrisiken: Zur Vermeidung von Covid-19 Risiken wurden umfassende Maßnahmen
getroffen. Beispielsweise erfolgt der Schichtwechsel nicht mehr nahtlos, sondern mit
einem Zeitintervall, damit sich die Mitarbeiter der einzelnen Schichten nicht begegnen.
Sollte es zu einer Quarantäne aufgrund von Covid-19 Infektionen kommen, wäre diese
voraussichtlich auf einzelne Schichten in einem bestimmten Gebäude begrenzt. Die Mitarbeiter
werden darüber hinaus angehalten, Abstandsregeln einzuhalten. Sollten Abstandsregeln
in einzelnen Büros nicht eingehalten werden können, greifen Homeoffice Regelungen.
Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für
das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Betriebsrisiken, auf die an
dieser Stelle verwiesen wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert wurden, unverändert
Bestand. Produkt- und Leistungsportfolio: Die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger
AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Risiken im Bereich "Produkt-
und Leistungsportfolio", auf die an dieser Stelle verwiesen wird, haben unverändert
Bestand. Ausfall- und Abwertungs- bzw. Wertberichtigungsrisiken: Die Eintrittswahrscheinlichkeit
von Ausfallrisiken, insbesondere mit jeweils mehr als nur geringen Auswirkungen auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Greiffenberger-Konzerns, wird grundsätzlich
als gering eingeschätzt. Aufgrund der Corona Krise werden die Ausfallrisiken jedoch
als temporär spürbar eingeschätzt. Im Übrigen haben die Ausführungen im Konzernlagebericht
der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Ausfall-
und Abwertungs- bzw. Wertberichtigungsrisiken, auf die an dieser Stelle verwiesen
wird, soweit sie nicht vorstehend aktualisiert wurden, unverändert Bestand. Währungsrisiken: Die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für
das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Währungsrisiken, auf die an
dieser Stelle verwiesen wird, haben unverändert Bestand. Rechts- und Steuerrisiken: Die Ausführungen im Konzernlagebericht der Greiffenberger
AG für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr zu den Rechts- und Steuerrisiken,
auf die an dieser Stelle verwiesen wird, haben unverändert Bestand. Umweltrisiken: Die Greiffenberger AG begegnet einem (teilweisen) Ausfall der Produktion
bedarfsweise mit einer Nutzung der üblichen Instrumente wie flexibler Arbeitszeitkonten
und der bedarfsgerechten Nutzung von Kurzarbeit. Im Übrigen haben die Ausführungen
im Konzernlagebericht der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende
Geschäftsjahr zu den Umweltrisiken, auf die an dieser Stelle verwiesen wird, soweit
sie nicht vorstehend aktualisiert wurden, unverändert Bestand. Zusammenfassende Darstellung der Chancen- und Risikolage Die Greiffenberger AG und ihre Konzernunternehmen verfügen insgesamt über ein Steuerungssystem,
das die frühzeitige Identifikation von Risiken erlaubt, die wesentlichen Einfluss
auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Das Risikomanagementsystem
erlaubt es der Geschäftsführung, Risiken zeitnah zu erkennen und rechtzeitig entsprechende
Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Gesellschaft geht auf Grundlage der weit fortgeschrittenen
Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren
einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern
entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, davon aus, dass die erforderliche
mittelfristige Liquidität der Greiffenberger AG und ihrer Konzernunternehmen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit gesichert ist. Dennoch besteht das Risiko, dass es zu Störungen
oder Verzögerungen beim Abschluss der Anschlussfinanzierung oder ihrer Auszahlung
kommen kann. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre die weitere Finanzierung und somit
der Fortbestand des Konzerns gefährdet. Sollte darüber hinaus der zusätzliche Finanzierungsbedarf
aufgrund der von der Covid-19 Pandemie beeinflussten Marktentwicklung signifikant
höher sein als derzeit aufgrund der Planungen angenommen, wird das derzeit verhandelte
Anschlussfinanzierungsvolumen nicht ausreichen. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre
der Fortbestand des Konzerns ebenfalls gefährdet. Darüberhinausgehende Risiken, die
den Bestand des Greiffenberger-Konzerns gefährden könnten, sind nicht ersichtlich. Besondere Beachtung durch den Vorstand findet die weitere Realisierung der positiven
Effekte, die aus dem Abschluss beziehungsweise aus der Umsetzung des für die Greiffenberger
AG und die J.N. Eberle & Cie. GmbH verfolgten Restrukturierungskonzepts sowie aus
weiteren, diese ergänzenden bzw. Abweichungen von diesen weitestmöglich kompensierenden
Maßnahmen erwartet werden. Die Werthaltigkeit des in der Bilanz der Greiffenberger
AG (HGB) unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen ausgewiesenen Beteiligungsansatzes
ihrer Organgesellschaft J.N. Eberle & Cie. GmbH ist ebenso wie auf Ebene des Greiffenberger-Konzerns
die Werthaltigkeit der Vermögenswerte des Unternehmensbereichs Metallbandsägeblätter
& Präzisionsbandstahl u.a. maßgeblich vom Realisierungsgrad der Erwartungen an die
künftige Entwicklung dieses Tochterunternehmens bzw. Teilkonzerns abhängig. Angesichts
des weiterhin herausfordernden Marktumfelds richtet der Vorstand zudem unverändert
ein besonderes Augenmerk auf die fortlaufende und effektive Überwachung und Begrenzung
möglicher Markt- und Vertriebsrisiken der Konzernunternehmen der Greiffenberger AG.
Der vorrangige Fokus auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2020 wird in diesem
Zusammenhang auf dem Management der Auswirkungen der Corona-Krise liegen. Daneben
liegt ein wesentlicher Fokus auf dem erfolgreichen Abschluss der Maßnahmen zur Sicherstellung
einer Anschlussfinanzierung, die den als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern
entstehenden zusätzlichen Finanzbedarf decken soll. Augsburg, den 29. September 2020 Greiffenberger Aktiengesellschaft
Konzernbilanz zum 30. Juni 2020AKTIVA
PASSIVA
Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2020
Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2020
Die Zahlungsmittel und -äquivalente am Ende der Periode setzen sich wie folgt zusammen:
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung zum 30. Juni 2020
Verkürzter Konzernanhang zum 30. Juni 2020A | ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN Der Konzernhalbjahresabschluss und der Konzernzwischenlagebericht der Greiffenberger
AG (die "Gesellschaft"), Augsburg, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts
Augsburg unter HRB 31776, zum 30. Juni 2020 wurden weder entsprechend § 317 HGB geprüft
noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen. Der Konzernabschluss der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019 endende
Geschäftsjahr wurde gemäß § 315e Abs. 1 HGB unter Beachtung aller am damaligen Abschlussstichtag
gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting
Standards Board (IASB), London, und aller für das damals abgelaufene Geschäftsjahr
verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations
Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden waren, erstellt. Der
Zwischenabschluss des Konzerns zum 30. Juni 2020 wird auf Basis des IAS 34 (Zwischenberichterstattung)
erstellt. Dabei wurde die in IAS 34 zulässige Methode der verkürzten Darstellung gewählt.
Die in dem Konzernhalbjahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
entsprechen denen des veröffentlichten Konzernabschlusses für das zum 31. Dezember
2019 endende Geschäftsjahr. Ferner steht der Konzernhalbjahresabschluss im Einklang
mit dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 16. Der Konzernhalbjahresabschluss
wird in Euro erstellt. Die Berichtsperiode dieses Abschlusses nach IAS 34 ist der
Zeitraum von sechs Monaten vom 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020. Konzern- und Jahresabschluss der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019
endende Geschäftsjahr nebst der zugehörigen Lageberichte wurden vom Vorstand der Gesellschaft
am 31. März 2020 aufgestellt und in den am 27. April 2020 geänderten Fassungen fristgerecht
offengelegt. Aufgrund der gesetzlichen Offenlegungspflichten als börsennotiertes Unternehmen
erfolgte die damalige Offenlegung jeweils vor Abschluss der Prüfung beider Abschlüsse
durch den Abschlussprüfer und somit vor ihrer Billigung bzw. Feststellung durch den
Aufsichtsrat der Gesellschaft. Der Vorstand kann nicht ausschließen, dass der Konzernabschluss
für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr gegenüber der derzeitigen Fassung
aufgrund von weiteren Erkenntnissen (z.B. aus der unverändert andauernden Prüfung
des Abschlussprüfers) noch einmal geändert werden muss, woraus entsprechende Änderungen
der in diesem Konzernzwischenlagebericht und den Konzernhalbjahresabschluss der Greiffenberger
AG zum 30. Juni 2020 berücksichtigten Vortragswerte bzw. Vergleichswerte resultieren
könnten. Der Abschlussprüfer der Gesellschaft sieht sich bislang außer Stande zu beurteilen,
ob die Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (sog. going concern) im Jahres-
und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019, von der der Vorstand der Gesellschaft
ausgeht, gerechtfertigt ist. Für die Beurteilung dieser Frage hält es der Abschlussprüfer
für erforderlich, dass ihm vor der Testatserteilung weitere - derzeit noch nicht vorhandene
- Unterlagen und Nachweise vorgelegt werden. Der am 25. Juni 2020 notariell beurkundete
Vertrag über die Veräußerung der Betriebsimmobilie der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde
mit Zahlungseingang am 14. September 2020 und anschließendem Übergang von Besitz,
Nutzen und Lasten zum 15. September 2020 vollzogen. Aus dem Veräußerungserlös wurde
das als bis dahin wesentlicher Teil der Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns
bei der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen vollständig zurückgeführt.
Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe eines mittleren
einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19 Pandemie im Greiffenberger-Konzern
entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt werden soll, sind weit fortgeschritten;
rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle
& Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht vor. Der Vorstand rechnet damit, dass die entsprechenden Kreditverträge mit den Banken
noch im Herbst des laufenden Jahres unterzeichnet werden können. Die Auszahlung der
Kredite wird dann von der Erfüllung verschiedener Auszahlungsbedingungen abhängen,
die nach derzeitiger Einschätzung des Vorstands sämtlich fristgerecht beigebracht
werden können. Der Vorstand geht daher weiterhin von der Prämisse der Unternehmensfortführung
aus. Dennoch besteht das Risiko, dass es zu Störungen oder Verzögerungen beim Abschluss
der Anschlussfinanzierung oder ihrer Auszahlung kommen kann. Sollte dieses Risiko
eintreten, wäre die weitere Finanzierung und somit der Fortbestand des Konzerns gefährdet.
Sollte darüber hinaus der zusätzliche Finanzierungsbedarf aufgrund der von der Covid-19
Pandemie beeinflussten Marktentwicklung signifikant höher sein als derzeit aufgrund
der Planungen angenommen, wird das derzeit verhandelte Anschlussfinanzierungsvolumen
nicht ausreichen. Sollte dieses Risiko eintreten, wäre der Fortbestand des Konzerns
ebenfalls gefährdet. Neue Rechnungslegungsvorschriften Die zum 1. Januar 2020 erstmalig anzuwendenden geänderten Rechnungslegungsvorschriften
hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz
und Ertragslage. Ebenso wird aus den vom IASB verabschiedeten, aber noch nicht angewandten
Rechnungslegungsmethoden keine wesentliche Auswirkung erwartet. B | BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZESchätzungen und Beurteilungen im Rahmen der Rechnungslegung Gegenüber dem Konzernabschluss der Greiffenberger AG für das zum 31. Dezember 2019
endende Geschäftsjahr wurden keine Schätzungsänderungen mit wesentlicher Auswirkung
auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Greiffenberger-Konzerns vorgenommen. C | KONSOLIDIERUNGSKREIS Im Konsolidierungskreis zum 30. Juni 2020 haben sich keine Veränderungen gegenüber
dem Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2019 ergeben. D | ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNG Erläuterungen zu wesentlichen Änderungen der Posten der Konzernbilanz und der Konzerngesamtergebnisrechnung
sind im Konzernzwischenlagebericht aufgeführt. Auswirkungen der Covid- 19 Pandemie Die in der Zwischenberichtsperiode erzielten Ergebnisse lassen nicht notwendigerweise
Vorhersagen über die Entwicklung des weiteren Geschäftsverlaufs zu. Die Covid-19 Pandemie
und die damit einhergehenden wesentlichen Unsicherheiten werden, falls relevant, bei
Schätzungen und Ermessensentscheidungen berücksichtigt. Derzeit besteht kein signifikantes
Risiko, dass die Covid-19 Pandemie zu wesentlichen Anpassungen der Buchwerte der ausgewiesenen
Vermögenswerte und Schulden führen wird. An der grundlegenden strategischen Ausrichtung
der Greiffenberger AG und ihrer Konzernunternehmen haben sich durch die Covid-19 Pandemie
keine Änderungen ergeben. Die Greiffenberger AG hat die staatlich garantierten Förder- und Unterstützungsangebote
sowohl der Bunderegierung als auch der Regierungen in den Ländern der Tochtergesellschaften
der J.N. Eberle & Cie. GmbH beobachtet und analysiert. Soweit möglich und sinnvoll
nimmt die Greiffenberger AG solche Maßnahmen in Anspruch. Aus der Inanspruchnahme
staatlicher Fördermaßnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie, wie zum Beispiel
Kurzarbeit, ergaben sich zum Halbjahr Liquiditätseffekte sowie eine Ergebnisverbesserung.
Zusätzliche Angaben zu den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie finden sich im Konzernzwischenlagebericht. Umsatzerlöse Die in der Gesamtergebnisrechnung der Greiffenberger AG berücksichtigten Umsätze
resultieren in voller Höhe von 22.601 T€ (Vj. 25.809 T€) aus dem Segment Metallbandsägeblätter
und Präzisionsbandstahl. Von den Gesamtumsatzerlösen über 22.601 T€ werden 873 T€
Umsatzerlöse aufgrund von Einlieferungen in Konsignationsläger erfasst. Die Reduzierung
der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahresz eitraum ist bedingt durch die Covid-19 Krise.
Für weitere Erläuterungen zu den Umsatzerlösen wird auf die Segmentberichterstattung
verwiesen. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden in der Berichtsperiode auf der Grundlage
der bestmöglichen Schätzung des gewichteten durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes
erfasst, der für das Gesamtjahr erwartet wird. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte Im Juni 2020 erfolgte der Vertragsabschluss des Verkaufs der Betriebsimmobilie der
J.N. Eberle & Cie. GmbH in Augsburg, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft
der Greiffenberger AG. Der Verkauf erfolgt im Rahmen eines Sale-and-lease-Back-Modells
mit Rückvermietung für einen Zeitraum von fünf Jahren mit Verlängerungsoption. Durch
den am 15. September 2020 stattgefunden Vollzug wird im Geschäftsjahr 2020 auf Konzernebene
(IFRS) ein positiver einmaliger Sondereffekt vor Steuern in Höhe eines unteren zweistelligen
Millionenbetrages erwartet. Finanzinstrumente Insgesamt entspricht die Bewertung der Finanzinstrumente zum Halbjahresabschluss
im Wesentlichen den Parametern des Konzernabschlusses zum 31.12.2019. Wesentliche
Kreditrisiken, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben, entfallen für den Greiffenberger-Konzern
auf das Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Um Ausfallsrisiken
entgegenzuwirken, werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in bestimmten
Regionen durch eine Warenkreditversicherung abgedeckt und damit ein in Zusammenhang
mit der Covid-19 Pandemie einhergehender, möglicher Anstieg des Ausfallsrisikos beschränkt.
Soweit einzelne Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen
erfasst. Die Buchwerte der Finanzinstrumente (finanzielle Vermögenswerte und Schulden) entsprechen
den Zeitwerten und stellen sich gegliedert nach den Bewertungskategorien von IFRS
9, wie in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt dar. Nicht enthalten sind Leasingverbindlichkeiten,
da diese keiner Bewertungskategorie von IFRS 9 zugeordnet sind.
Finanzverbindlichkeiten
E | ERGEBNIS JE AKTIE Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird nach IAS 33 als Quotient aus dem auf die
Aktionäre der Greiffenberger AG entfallenden Anteil am Konzernergebnis ("Konzernergebnis
nach Minderheitsanteilen") und der durchschnittlichen gewichteten Anzahl der während
des Berichtszeitraums im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt. Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Greiffenberger AG in Höhe von 7.010.023,80
€ setzte sich zum Ende des ersten Halbjahres 2020 (Vorjahreszeitraums) zusammen aus
5.855.629 auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien. Die Anzahl der ausgegebenen
Aktien blieb während des ersten Halbjahres 2020 (Vorjahreszeitraums) ebenso wie das
Grundkapital der Gesellschaft unverändert. Die Greiffenberger AG besaß während des
Berichtszeitraums wie auch während des Vorjahreszeitraums keine eigenen Aktien. Die
zu berücksichtigende durchschnittliche gewichtete Anzahl der während des Berichtszeitraums
(Vergleichszeitraums) im Umlauf befindlichen Aktien ("durchschnittliche gewichtete
Anzahl Aktien") beträgt daher 5.855.629. Weder zum 30. Juni 2020 noch zum 30. Juni 2019 waren Optionen auf Aktien ausstehend,
die das Ergebnis je Aktie verwässern, sodass das verwässerte Ergebnis je Aktie dem
unverwässerten Ergebnis je Aktie entspricht. Im Falle der Ausübung des bedingten Kapitals
der Greiffenberger AG würden in Zukunft Verwässerungen eintreten. Das Ergebnis je Aktie errechnet sich dementsprechend wie folgt:
F | ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG Der in der Konzernkapitalflussrechnung zum 30. Juni 2020 ausgewiesene Finanzmittelbestand
in Höhe von 948 T€ umfasst, ebenso wie jener in Höhe von 855 T€ zum Ende des Vorjahreszeitraums,
alle in der Bilanz enthaltenen Zahlungsmittel und -äquivalente, d.h. Kassenbestände,
Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie innerhalb von drei Monaten verfügbar
sind. Die Mittelveränderung aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit wird zahlungsbezogen
ermittelt. Die Mittelveränderung aus der betrieblichen Tätigkeit hingegen wird ausgehend
vom Periodenergebnis indirekt abgeleitet. G | SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Gegenüber dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 kam es zu keinen Änderungen
in der Segmentberichterstattung. Angaben zu den Aktivitäten nach Geschäftsfeldern
und ihrer Unterteilung in die in den nachfolgenden Tabellen dargestellten Segmente
sind im Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2019 in Anhangsabschnitt I gemacht. Im Berichtszeitraum wie auch im Vorjahreszeitraum lagen, ausgenommen die Abschreibungen,
keine wesentlichen nicht-zahlungswirksamen sonstigen Aufwendungen vor. Im Berichtszeitraum besteht im Segment Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl
ein Großkunde, auf den 9,8 % (Vj. 10,6 %) der Umsätze entfielen. Im ersten Halbjahr
2020 wurden 37,3 % (Vj. 31,3 %) der Umsätze dieses Segments in den USA und China generiert.
Bei den Segmentinformationen nach Regionen richten sich die Außenumsätze nach dem
Sitz der Kunden. Segmente 1. Januar bis 30. Juni 2020
Segmente 1. Januar bis 30. Juni 2020 nach geographischen Regionen
H | BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN Der Greiffenberger-Konzern wird im ersten Halbjahr 2020 von den Angabepflichten des
IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Mitgliedern des Vorstands und
des Aufsichtsrats sowie zur Greiffenberger Holding GmbH, Thurnau, berührt. Die Greiffenberger Holding GmbH, Thurnau war während des Berichtszeitraums nach Kenntnis
der Gesellschaft durchgängig mit 2.699.020 Aktien (zum 30. Juni 2020 entsprechend
einem Gesamtstimmrechtsanteil von 46,09 %) an der Greiffenberger AG beteiligt. Die
Greiffenberger Holding GmbH hat zur Absicherung der Verpflichtungen der Greiffenberger
AG als Bürge und der J.N. Eberle & Cie. GmbH als Darlehensnehmer (aus dem bei der
J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehenden Konsortialdarlehensvertrag) ihre sämtlichen Aktien
an der Greiffenberger AG an die Konsortialdarlehensgeber verpfändet. Eine Vergütung
hierfür erhält die Greiffenberger Holding GmbH nicht; insbesondere auch nicht von
der Greiffenberger AG und/oder der J.N. Eberle & Cie. GmbH. Zu den nichtkonsolidierten Unternehmen oder anderen nahestehenden Personen bestanden
im ersten Halbjahr 2020 nur unwesentliche Geschäftsvorfälle. Die Bedingungen von Geschäftsvorfällen
mit nahestehenden Unternehmen und Personen entsprechen denen mit unabhängigen Geschäftspartnern. Über die vorgenannten Angaben hinausgehende angabepflichtige Beziehungen lagen im
Berichtszeitraum nicht vor. I | EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Der am 25. Juni 2020 notariell beurkundete Vertrag über die Veräußerung der Betriebsimmobilie
der J.N. Eberle & Cie. GmbH wurde mit Zahlungseingang am 14. September 2020 und anschließendem
Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten zum 15. September 2020 vollzogen. Durch diesen
Vollzug wird es im Geschäftsjahr 2020 auf Konzernebene (IFRS) zu einem positiven einmaligen
Sondereffekt vor Steuern in Höhe eines unteren zweistelligen Millionenbetrages kommen.
Mit dem Erwerber der Betriebsimmobilie, der PHI Immobilien GmbH, Hockenheim, wurden
eine unmittelbare Rückvermietung (sog. Sale and Lease-Back) für einen festen Zeitraum
von fünf Jahren (die "Festlaufzeit") und zwei anschließende einseitige Verlängerungsoptionen
zugunsten der Eberle von jeweils einem weiteren Jahr vereinbart. Mittelfristig ist
geplant, den Betrieb der Eberle in eine andere Immobilie innerhalb des Stadtgebiets
von Augsburg zu verlagern; in diesem Zusammenhang werden bereits Gespräche geführt.
Der Kaufvertrag über die Betriebsimmobilie sieht vor, dass sich der Kaufpreis in Höhe
von 31,0 Mio. € um einen Betrag in Höhe von 1,0 Mio. € erhöht, sofern Eberle innerhalb
eines bestimmten Zeitraums der Festlaufzeit auf die Ausübung der Verlängerungsoptionen
verzichtet. Seitens der J.N. Eberle & Cie. GmbH bestehen Verkäufergarantien in üblichem
Umfang sowie weitere Verpflichtungen, für die die Greiffenberger AG als Mithaftende
haftet. Aus dem Kaufpreis in Höhe von 31,0 Mio. € wurde durch den Käufer vereinbarungsgemäß
ein Sicherungseinbehalt in Höhe von 5,0 Mio. € zur Sicherung konkreter und möglicher
zukünftiger Ansprüche, die jedoch nicht auf diesen Betrag beschränkt sind, einbehalten
(vgl. die Ausführungen hierzu im Konzernzwischenlagebericht in Gliederungspunkt "5
| Prognose-, Chancen- und Risikobericht"). Aus dem Erlös aus der Veräußerung der Betriebsimmobilie wurde das bei der J.N. Eberle
& Cie. GmbH bestehende Konsortialdarlehen, das bis dahin den wesentlichen Teil der
Fremdkapitalfinanzierung des Greiffenberger-Konzerns ausgemacht hatte, vollständig
zurückgeführt. Verhandlungen über eine längerfristige Anschlussfinanzierung in Höhe
eines mittleren einstelligen Millionenbetrages, wodurch ein als Folge der Covid-19
Pandemie im Greiffenberger-Konzern entstehender zusätzlicher Finanzbedarf gedeckt
werden soll, sind weit fortgeschritten; rechtsverbindliche Kreditzusagen für diese
Anschlussfinanzierung liegen der J.N. Eberle & Cie. GmbH jedoch bislang noch nicht
vor (vgl. die Ausführungen hierzu im Konzernzwischenlagebericht in Gliederungspunkt
"5 | Prognose-, Chancen- und Risikobericht"). Mit dem Gläubiger des bei der Greiffenberger AG bestehenden Genussrechts, der senata
GmbH, Freising, wurde am 27. Juli 2020 eine Verschiebung des Rückzahlungsbeginns sowie
eine zeitliche Streckung der Rückzahlungsraten vereinbart. Weitere Ereignisse, die für den Greiffenberger-Konzern von wesentlicher Bedeutung
für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind und zu einer veränderten Beurteilung
der Lage führen könnten, sind nach dem Bilanzstichtag bis zum 29. September 2020 nicht
eingetreten. Augsburg, den 29. September 2020 Greiffenberger Aktiengesellschaft
Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind. Augsburg, den 29. September 2020 Greiffenberger Aktiengesellschaft
Impressum Greiffenberger Aktiengesellschaft Eberlestraße 28 86157 Augsburg Deutschland Telefon: +49 (0) 821 5212 261 Telefax: +49 (0) 821 5212 275 E-Mail: kontakt@greiffenberger.de Internet: www.greiffenberger.de |
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