GRENKE AG

Baden-Baden

Quartalsmitteilung zum 3. Quartal und den ersten neun Monaten 2020

QUARTALSMITTEILUNG

ZUM 3. QUARTAL UND DEN ERSTEN NEUN MONATEN 2020 GRENKE KONZERN

KENNZAHLEN

GRENKE GRUPPE

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EINHEIT Q3 2020 Q3 2019 Δ (%) Q1-Q3 2020 Q1-Q3 2019
NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING TEUR 517.645 686.821 -24,6 1.601.230 2.091.692
davon International TEUR 354.993 500.390 -29,1 1.115.167 1.569.171
davon Franchise-International TEUR 16.637 20.843 -20,2 50.190 60.395
davon DACH * TEUR 146.015 165.588 -11,8 435.872 462.126
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 125.831 170.696 -26,3 389.011 543.614
Südeuropa * TEUR 137.250 198.214 -30,8 438.121 640.814
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 82.680 119.167 -30,6 265.267 352.581
Übrige Regionen * TEUR 25.869 33.155 -22,0 72.958 92.557
NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE FACTORING (INKL. INKASSODIENSTLEISTUNG) TEUR 154.358 170.200 -9,3 467.750 475.654
davon Deutschland TEUR 40.636 44.533 -8,8 132.166 129.406
davon International TEUR 31.228 43.250 -27,8 103.139 124.558
davon Franchise-International TEUR 82.494 82.417 0,1 232.445 221.690
GRENKE BANK
Einlagevolumen ** TEUR 1.300.037 799.252 62,7 1.300.037 799.252
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft inkl. Existenzgründungsfinanzierungen TEUR 32.093 13.919 130,6 104.273 37.595
DECKUNGSBEITRAG 2 (DB2) DES NEUGESCHÄFTS
GRENKE GRUPPE LEASING TEUR 95.230 117.347 -18,9 289.544 350.347
davon International TEUR 70.666 89.893 -21,4 215.226 273.876
davon Franchise-International TEUR 3.558 4.610 -22,8 10.855 12.900
davon DACH * TEUR 21.006 22.844 -8,0 63.462 63.570
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 25.187 30.342 -17,0 75.206 95.283
Südeuropa * TEUR 26.659 35.230 -24,3 83.464 107.888
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 16.465 21.386 -23,0 51.007 63.437
Übrige Regionen * TEUR 5.912 7.545 -21,6 16.403 20.169
SONSTIGE ANGABEN LEASING
Anzahl der Neuverträge Stück 64.293 74.039 -13,2 190.328 231.852
Mittlerer Anschaffungswert TEUR 8,1 9,3 -13,2 8,4 9,0
Mittlere Vertragslaufzeit ** Monate 48 49 -1,2 48 49
Vermietvolumen ** Mio. EUR 9.031 8.068 11,9 9.031 8.068
Anzahl der laufenden Verträge ** Stück 989.896 901.869 9,8 989.896 901.869
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Δ (%)
NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING -23,5
davon International -28,9
davon Franchise-International -16,9
davon DACH * -5,7
Westeuropa (ohne DACH) * -28,4
Südeuropa * -31,6
Nord- /​ Osteuropa * -24,8
Übrige Regionen * -21,2
NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE FACTORING (INKL. INKASSODIENSTLEISTUNG) -1,7
davon Deutschland 2,1
davon International -17,2
davon Franchise-International 4,9
GRENKE BANK
Einlagevolumen ** 62,7
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft inkl. Existenzgründungsfinanzierungen 177,4
DECKUNGSBEITRAG 2 (DB2) DES NEUGESCHÄFTS
GRENKE GRUPPE LEASING -17,4
davon International -21,4
davon Franchise-International -15,9
davon DACH * -0,2
Westeuropa (ohne DACH) * -21,1
Südeuropa * -22,6
Nord- /​ Osteuropa * -19,6
Übrige Regionen * -18,7
SONSTIGE ANGABEN LEASING
Anzahl der Neuverträge -17,9
Mittlerer Anschaffungswert -6,8
Mittlere Vertragslaufzeit ** -1,2
Vermietvolumen ** 11,9
Anzahl der laufenden Verträge ** 9,8

* Regionen: DACH: Deutschland, Österreich, Schweiz
Westeuropa (ohne DACH): Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande
Südeuropa: Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien
Nord- /​ Osteuropa: Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Lettland, Norwegen, Schweden /​ Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn Übrige
Regionen: Australien, Brasilien, Chile, Kanada, Singapur, Türkei, USA, VAE
** Zum Periodenende

GRENKE Gruppe = GRENKE Konzern inklusive Franchisepartner
GRENKE Konzern = GRENKE AG und alle konsolidierten Tochtergesellschaften sowie strukturierte Einheiten gemäß den IFRS

GRENKE KONZERN

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EINHEIT Q3 2020 Q3 2019 Δ (%) Q1-Q3 2020 Q1-Q3 2019
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Zinsergebnis TEUR 95.958 93.641 2,5 295.071 270.953
Schadensabwicklung und Risikovorsorge TEUR 48.812 32.170 51,7 161.849 92.854
Gesamtkosten /​ -aufwand TEUR 58.671 55.246 6,2 166.181 162.275
Operatives Ergebnis TEUR 25.918 43.159 -39,9 77.457 126.638
EBT (Gewinn vor Steuern) TEUR 22.920 42.686 -46,3 69.491 123.745
Gewinn TEUR 17.706 35.612 -50,3 55.676 103.764
Ergebnis Stammaktionäre der GRENKE AG TEUR 17.706 35.612 -50,3 48.248 97.233
Ergebnis Hybridkapitalgeber (Hybridzinsen) TEUR 0 0 n.a. 7.428 6.531
Ergebnis je Aktie (Stammaktionäre der GRENKE AG) EUR 0,38 0,77 -50,6 1,04 2,10
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (Stammaktionäre der GRENKE AG) * EUR 0,33 0,73 -54,8 1,05 2,13
Cost-Income-Ratio Prozent 45,5 43,8 3,8 43,1 44,0
Personalaufwand TEUR 25.974 28.527 -8,9 84.215 84.917
davon Gesamtvergütung TEUR 21.103 23.290 -9,4 68.863 69.699
davon fixe Vergütung TEUR 17.450 17.233 1,3 53.272 50.671
davon variable Vergütung TEUR 3.653 6.057 -39,7 15.591 19.028
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter nach Vollzeitäquivalent Personen 1.761 1.710 3,0 1.753 1.649
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Δ (%)
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Zinsergebnis 8,9
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 74,3
Gesamtkosten /​ -aufwand 2,4
Operatives Ergebnis -38,8
EBT (Gewinn vor Steuern) -43,8
Gewinn -46,3
Ergebnis Stammaktionäre der GRENKE AG -50,4
Ergebnis Hybridkapitalgeber (Hybridzinsen) 13,7
Ergebnis je Aktie (Stammaktionäre der GRENKE AG) -50,5
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (Stammaktionäre der GRENKE AG) * -50,7
Cost-Income-Ratio -2,0
Personalaufwand -0,8
davon Gesamtvergütung -1,2
davon fixe Vergütung 5,1
davon variable Vergütung -18,1
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter nach Vollzeitäquivalent 6,3
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EINHEIT 30.09.20 31.12.19 Δ (%)
BILANZ
Bilanzsumme Mio. EUR 7.387 7.147 3,4
Leasingforderungen Mio. EUR 5.629 5.646 -0,3
Bilanzielles Eigenkapital Mio. EUR 1.260 1.249 0,9
Eigenmittel nach CRR Mio. EUR 1.066 941 13,3
Eigenkapitalquote Prozent 17,1 17,5 -2,3
Embedded Value, Leasingportfolio (exkl. Eigenkapital vor Steuern) Mio. EUR 611 662 -7,7
Embedded Value, Leasingportfolio (inkl. Eigenkapital nach Steuern) Mio. EUR 1.749 1.791 -2,3

* Für das Bereinigte Ergebnis je Aktie wird eine Abgrenzung des fiktiven Zinsaufwands des Hybridkapitals für das Geschäftsjahr vorgenommen.

GRENKE Gruppe = GRENKE Konzern inklusive Franchisepartner
GRENKE Konzern = GRENKE AG und alle konsolidierten Tochtergesellschaften sowie strukturierte Einheiten gemäß den IFRS

AUF EINEN BLICK

BREITE DIVERSIFIZIERUNG

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"Auf Basis des Gleichlaufs von Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen über die nächsten Quartale können wir sowohl mit mehr als auch mit weniger Neugeschäft umgehen," erläutert Sebastian Hirsch, Finanzvorstand der GRENKE AG "Mit einer risikoadjustierten Steuerung des Neugeschäfts, ausreichend hoher Liquidität und einem angemessenen Sparkurs sind wir für die kommenden Monate gut gerüstet," erläutert Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG

KURSINFORMATION

VERKÜRZTER KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHT

1. GESCHÄFTSVERLAUF

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Leasing-Neugeschäft erreicht 517,6 Mio. EUR im 3. Quartal 2020 nach 402,3 Mio. EUR im 2. Quartal 2020

Deckungsbeitrag-2-Marge im Leasing-Neugeschäft auf 18,4% gesteigert (Q3 2019: 17,1%)

Corona-Pandemie erschwert Geschäftsprognosen für Q4 und GJ 2020

1.1 ANGRIFF DURCH SHORTSELLER

Am 15. September 2020 veröffentlichte Viceroy Research einen Bericht, in dem zahlreiche Behauptungen und Anschuldigungen gegen die GRENKE AG erhoben wurden. Nach eigener Aussage hat Viceroy Aktien der GRENKE AG im Vorfeld der Veröffentlichung leerverkauft und setzte auf einen fallenden Aktienkurs. In einem 64-seitigen Bericht wurden unter anderem die Übernahme und Werthaltigkeit von Franchise-Unternehmen, die Offenlegung verbundener Parteien, die Existenz der im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen liquiden Mitteln, die Werthaltigkeit des Geschäftsmodells und die Besetzung des Aufsichtsrats thematisiert.

Der Aufsichtsrat der GRENKE AG hat auf Vorschlag des Vorstands den Abschlussprüfer der Gesellschaft KPMG mit der Ausweitung der Prüfungshandlungen im Rahmen der Tätigkeit als Abschlussprüfer beauftragt. Im Rahmen dieser Tätigkeit soll KPMG die negativen Darstellungen von Viceroy-Research als Prüfungsschwerpunkt hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den von KPMG zu prüfenden Jahres- und Konzernabschluss sowie zusammengefassten Lagebericht würdigen. Zudem wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton mandatiert, die Marktüblichkeit der Franchise-Übernahmen der Vergangenheit und deren Vorteilhaftigkeit für die GRENKE AG zu überprüfen. Die GRENKE AG hat überdies der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) umfassende Kooperation bei Untersuchungen der Behörde zugesichert und begrüßt die Beauftragung der weltweit tätigen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars durch die BaFin für eine Sonderprüfung nach § 44 Kreditwesengesetz.

Wesentliche Vorwürfe, insbesondere zur Liquidität des GRENKE Konzerns, wurden ausgeräumt. Im Detail hat KPMG Bankbestätigungen der Bankguthaben für 99,4% zum 30. Juni 2020 (1,07 Mrd. Euro) und für 99,2% der Bankguthaben zum 15. September 2020 (0,96 Mrd. Euro) erhalten.

Warth & Klein Grant Thornton ist mit der Überprüfung der Marktüblichkeit und Vorteilhaftigkeit der Übernahme von Franchise-Unternehmen befasst.

Warth & Klein Grant Thornton hat Informationen zu sämtlichen Franchiseübernahmen erhalten und überprüft vier ausgewählte Transaktionen zwischen 2008 und 2018. Nach 2018 ist keine weitere Übernahme erfolgt. Bei diesen vier Übernahmen handelt es sich um die größten Übernahmen, die zusammengenommen rund 60 Prozent der gezahlten Kaufpreise für alle bisher erworbenen Franchise-Gesellschaften umfassen. Die Nachweise für die Auszahlungen der Kaufpreise der untersuchten Franchiseübernahmen wurden erbracht und werden abschließend überprüft.

Warth & Klein Grant Thornton hat dem Aufsichtsrat der Gesellschaft vorläufige Zwischenergebnisse mitgeteilt. Danach generieren die vier überprüften Franchiseunternehmen zusammengenommen für den Konzern Ergebnisbeiträge. Diese Ergebnisbeiträge fallen zum einen direkt in den einzelnen Landesgesellschaften und zum anderen auch in anderen Konzerngesellschaften an. Insgesamt liegen diese, nach Auffassung des Vorstands, im Rahmen von Ergebniserwartungen, die eine Investition in Beteiligungen rechtfertigen. Aus Sicht des Vorstands, können die Übernahmen daher als für den GRENKE Konzern positiv bezeichnet werden.

KPMG prüft darüber hinaus den Leasingvertragsbestand mit Zufallsstichproben und stimmt Zahlungseingänge von Leasingnehmern zum 1. Juli 2020, 1. August 2020 und 1. Oktober 2020 für die wirtschaftlich größten Märkte Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Portugal ab. Daneben analysiert KPMG in einer Zufallsstichprobe die Existenz der Leasingverträge auf Einzelfallbasis. Ausgewählte wesentliche Vertragsdokumente und Zahlungen der Stichprobe werden überprüft. Darüber hinaus wurden ausgewählte Leasingnehmer direkt von KPMG angeschrieben, um den Leasingvertrag sowie die ausstehenden Leasingraten zu bestätigen.

Seit dem Jahr 2003 erfolgt die Expansion des GRENKE Konzerns in neue Märkte unter anderem über Franchise-Unternehmen, an denen die geschäftsführenden Gesellschafter dieser Unternehmen mit einer substanziellen Minderheitsbeteiligung beteiligt sind. Die Kapitalmehrheit liegt bei verschiedenen Finanzinvestoren, darunter die CTP Handels- und Beteiligungs GmbH (CTP). Nach typischerweise vier bis sechs Jahren hat GRENKE in der Vergangenheit die Franchise-Unternehmen erwerben können.

GRENKE beabsichtigt, die bestehenden 16 Franchise-Unternehmen zu integrieren, die der Konzern noch nicht übernommen hat. Dazu will der GRENKE-Vorstand zügig Gespräche mit den bisherigen Eigentümern dieser Gesellschaften aufnehmen. Der indirekte Eigentümer der CTP, Unternehmensgründer Wolfgang Grenke, hatte im September angeboten, seine Beteiligungen an den Franchise-Unternehmen an die GRENKE AG vorzeitig zu veräußern. Gleiches gilt für die Garuna AG, die ebenso Anteile hält.

Etwaige Transaktionen in diesem Zusammenhang sollen auf Basis unabhängiger Wertgutachten erfolgen. Der Konzern plant, den Erwerb der Anteile von allen Finanzinvestoren in den nächsten 12 bis 18 Monaten schrittweise zu vollziehen.

Unabhängig von der künftig entstehenden Konsolidierungspflicht für die Franchise-Unternehmen in den Konzern nach IFRS will die GRENKE AG schon mit dem Jahresabschluss für das Jahr 2020 eine Pro-forma-Konsolidierung vornehmen und dabei die erwarteten Auswirkungen auf die Bilanz aufzeigen.

Seit 21. September 2020 lässt Wolfgang Grenke sein Aufsichtsratsmandat bei der GRENKE AG ruhen, bis die Vorwürfe hinsichtlich etwaiger Interessenkonflikte vollständig ausgeräumt sind. Das gilt auch für sein Aufsichtsratsmandat bei der GRENKE Bank AG sowie sein Verwaltungsratsmandat bei der Schweizer Grenkeleasing AG. Am 1. Oktober 2020 wählte der Aufsichtsrat der GRENKE AG Jens Rönnberg interimistisch zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden. Herr Rönnberg wurde zudem zum Mitglied des Personalausschusses bestimmt.

Die GRENKE AG prüft die Einleitung rechtlicher Schritte gegen Viceroy Research.

Weitere Informationen zu der Thematik und die Stellungnahmen von GRENKE stehen auf der Webseite www.grenke.de/​shortattack zur Verfügung.

1.2 AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIE

Das wirtschaftliche Umfeld der GRENKE Gruppe blieb im dritten Quartal 2020 maßgeblich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmt. Nach dem schweren Einbruch infolge der Beschränkungen des öffentlichen Lebens und wirtschaftlichen Handelns (Lockdown) im ersten Halbjahr 2020, zeichnete sich für die meisten Volkswirtschaften im dritten Quartal eine Erholung ab. Allerdings stiegen die Neuinfektionszahlen zum Ende des dritten Quartals in vielen Ländern wieder an - mit weiterer Tendenz zum Negativen zu Beginn von Q4.

Die großen europäischen Volkswirtschaften wurden von der Corona-Pandemie überdurchschnittlich stark getroffen. So erwartet das ifo Institut für 2020 Rückgänge der Wirtschaftsleistung in Frankreich und Italien um jeweils minus 9,6 Prozent, in Großbritannien um minus 10,7 Prozent und Spanien um minus 11,4 Prozent. Der Einbruch in diesen Ländern erklärt sich zum einen durch die Dauer und den Umfang der verhängten Lockdown-Maßnahmen, die relativ hohe Abhängigkeit vom Tourismus und bereits vor der Krise bestehende strukturelle Herausforderungen, wie unter anderem den anstehenden Brexit. In Deutschland (ifo Prognose: -5,5 Prozent) erwies sich die Wirtschaft bislang als vergleichsweise widerstandsfähig. Sie profitierte von den frühzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und umfangreichen staatlichen Hilfsprogrammen.

Das Neugeschäft der GRENKE Gruppe Leasing in der Berichtsperiode spiegelt weitgehend die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wider. Nachdem sich das Neugeschäft in den ersten beiden Monaten des Jahres zunächst innerhalb der zu Jahresbeginn prognostizierten Bandbreite bewegte, lag das Geschäft in den Monaten März bis Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahr auf deutlich niedrigerem Niveau. Im Juni setzte eine erste Belebung ein, die sich in den Monaten Juli bis September fortsetzte. Mit einem Rückgang von 24,6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode bewegte sich das Leasingneugeschäft im dritten Quartal 2020 leicht über der vom Vorstand Ende Juli 2020 kommunizierten Größenordnung von etwa 70 Prozent des Vorjahresniveaus. GRENKE hat mit seinen Leasingkunden Stundungsvereinbarungen abgeschlossen, durch die die Kunden aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie und deren Folgen Unterstützung erfahren. Bei den Stundungsvereinbarungen werden einzelne Zahlungen für Leasingraten für einen festgelegten Zeitraum unverzinst gestundet und somit erst zu einem späteren Zeitpunkt fällig.

Für einige Länder haben sich die längerfristigen Aussichten und Planungsparameter aufgrund der Corona-Pandemie verändert. Dies führte zu außerordentlichen Wertminderungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte der Leasinggesellschaften in Polen, der Türkei, Brasilien sowie der Factoringgesellschaft in der Schweiz.

GRENKE hat sich dem veränderten wirtschaftlichen Umfeld in den ersten neun Monaten 2020 angepasst. Im Mittelpunkt der Geschäftssteuerung stehen die Qualität des kontrahierten Neugeschäfts und ein ausgewogenes Eingehen von Risiken. Dabei nimmt GRENKE bewusst ein geringeres Neugeschäftsvolumen in Kauf, erzielt aber gleichzeitig höhere DB2-Margen, mit denen potenziell höhere Risiken abgefedert werden können. Darüber hinaus hatte sich der GRENKE Konzern aufgrund der erhöhten Unsicherheiten bereits im ersten Halbjahr bewusst entschieden, eine im Vergleich zu den Vorjahren deutlich größere Liquidität in Höhe von nunmehr 796,7 Mio. EUR zum Berichtsstichtag vorzuhalten. Die liquiden Mittel dienen der Reduzierung möglicher Liquiditätsrisiken und erhöhen die finanzielle Unabhängigkeit.

1.3 NEUGESCHÄFT DER GRENKE GRUPPE

Das Neugeschäftsvolumen der GRENKE Gruppe umfasst das neu finanzierte Geschäftsvolumen des Konzerns und der nicht-konsolidierten Franchisepartner. Die zum Ende des zweiten Quartals einsetzende Belebung des Neugeschäfts hat sich im dritten Quartal 2020 fortgesetzt. So sank das Neugeschäft gegenüber dem Vorjahresquartal aufgrund des beschriebenen wirtschaftlichen Umfelds zwar um 19,2 Prozent auf 704,1 Mio. EUR (Q3 2019: 870,9 Mio. EUR), im zweiten Quartal 2020 (598,1 Mio. EUR) jedoch betrug der Rückgang des Neugeschäfts verglichen mit dem Vorjahresquartal noch 34,2 Prozent. In den ersten neun Monaten 2020 ging das Neugeschäft der Gruppe um 16,6 Prozent auf 2.173,3 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 2.604,9 Mio. EUR) zurück.

Im Geschäftsbereich Leasing (GRENKE Gruppe Leasing) erreichte das Neugeschäftsvolumen - das ist die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände - im dritten Quartal 2020 517,6 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahresquartal (Q3 2019: 686,8 Mio. EUR) ergab sich ein Rückgang von 24,6 Prozent. In den ersten neun Monaten 2020 fiel das Neugeschäftsvolumen insgesamt um 23,4 Prozent auf 1.601,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 2.091,7 Mio. EUR). Von den Berichtsregionen der Gruppe verzeichnete die DACH-Region, in der die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz zusammengefasst sind, im Neunmonatszeitraum den geringsten Rückgang mit 5,7 Prozent auf 435,9 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 462,1 Mio. EUR). Zu dem relativ stabilen Neugeschäft in der Region trug maßgeblich die Entwicklung in Deutschland bei, wo das Neugeschäft in den ersten neun Monaten nur um 5,5 Prozent fiel. In seinem Heimatmarkt profitierte GRENKE von seinen umfangreichen und langjährigen Beziehungen zu Kunden und Händlern. Darüber hinaus war Deutschland von der Corona-Pandemie weniger stark getroffen, als andere europäische Staaten. In Westeuropa ohne DACH nahm das Neugeschäft in den ersten neun Monaten um 28,4 Prozent auf 389,0 Mio. EUR ab (Q1-Q3 2019: 543,6 Mio. EUR). In Frankreich, dem wichtigsten Einzelmarkt in der Region Westeuropa, sank das Neugeschäftsvolumen um 31,4 Prozent. Südeuropa verzeichnete einen Rückgang von 31,6 Prozent auf 438,1 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 640,8 Mio. EUR), wobei das Neugeschäft in Italien als bedeutendster Markt der Region um 36,4 Prozent zurückging. In der Region Nord-/​Osteuropa sank das Neugeschäft um 24,8 Prozent und erreichte ein Volumen von 265,3 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 352,6 Mio. EUR). In Großbritannien nahm das Neugeschäft um 35,9 Prozent ab. Ausgehend von einer noch relativ niedrigen Basis verzeichneten die übrigen Regionen einen Rückgang des akquirierten Neugeschäftsvolumens von 21,2 Prozent auf 73,0 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 92,6 Mio. EUR).
SIEHE GRAFIK "AUFTEILUNG NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING NACH REGIONEN"

NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING 1

1 Erläuterung Regionen siehe Folgeseite.

Die Struktur des Leasingportfolios blieb im Zeitraum von Januar bis September 2020 stabil. So entfiel auf medizintechnische Produkte, kleine Maschinen und Anlagen, Sicherheitsgeräte sowie auf sonstige Objekte im Berichtszeitraum ein Anteil am Neugeschäft von zusammen 36,6 Prozent (Q1-Q3 2019: 36,7 Prozent).

Die GRENKE Gruppe registrierte in den ersten neun Monaten 2020 398.174 Leasinganfragen (Q1-Q3 2019: 454.937). Die Anzahl der neu abgeschlossenen Leasingverträge lag im gleichen Zeitraum bei 190.328 (Q1-Q3 2019: 231.852), was einer rückläufigen Umwandlungsquote (Anfragen in Verträge) von 47,8 Prozent (Q1-Q3 2019: 51,0 Prozent) entsprach. Auf die internationalen Märkte entfielen 321.311 Anfragen (Q1-Q3 2019: 376.642), die zu 142.199 (Q1-Q3 2019: 185.964) neuen Verträgen führten. Entsprechend fiel die Umwandlungsquote dort auf 44,3 Prozent (Q1-Q3 2019: 49,4 Prozent). In der DACH-Region stieg die Umwandlungsquote dagegen auf 62,6 Prozent (Q1-Q3 2019: 58,6 Prozent). Der mittlere Wert pro Leasingvertragsabschluss nahm in den ersten neun Monaten auf 8.413 EUR ab (Q1-Q3 2019: 9.022 EUR). Die auf Gruppenebene leicht gesunkene Umwandlungsquote sowie der niedrigere mittlere Wert pro Leasingvertragsabschluss spiegeln eine restriktivere Annahme von Leasinganfragen wider. Hierbei lag der Fokus auf Vertragsabschlüssen mit geringen Volumina aus Branchen bzw. mit Unternehmen mit guter bis sehr guter Bonitätsbewertung.

Der Anteil der per eSignature geschlossenen Verträge stieg im Berichtszeitraum auf 29,2 Prozent (Q1-Q3 2019: 24,3 Prozent). Das eSignature-Verfahren ist derzeit in 20 Märkten etabliert und ermöglicht es, Leasingverträge vollständig digital abzuwickeln.

Der Deckungsbeitrag 2 (DB2) des Leasing-Neugeschäfts, der Barwert der operativen Erträge eines Leasingvertrags inklusive Risikokosten, Service- und Verwertungsertrag, sank zwar absolut in den ersten neun Monaten 2020 auf 289,5 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 350,3 Mio. EUR), die DB2-Marge verbesserte sich jedoch auf 18,1 Prozent (Q1-Q3 2019: 16,7 Prozent). Die gestiegene Marge resultierte im Wesentlichen aus dem höheren Anteil des hoch profitablen Small-Ticket-Geschäfts und war über alle Regionen hinweg zu verzeichnen. Im dritten Quartal 2020 lag die DB2-Marge bei 18,4 Prozent, was eine weitere Verbesserung gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 (17,9 Prozent) bedeutete.

Die auf Neunmonatssicht stärkste Margenverbesserung konnte in der Region Südeuropa erzielt werden. Im Vorjahreszeitraum war die DB2-Marge dort durch das Auslaufen der Steuervergünstigungen für Leasingfinanzierungen in Italien ("Super ammortamento") belastet. Durch die Steuervergünstigungen für Leasinggeber konnte GRENKE seinen Kunden verbesserte Vertragskonditionen anbieten. Nach dem Ende des Programms passte GRENKE seine Konditionen Anfang 2019 an, erzielte aber infolgedessen zu Beginn des Jahres 2019 zunächst eine schwächere DB2-Marge. In den folgenden Quartalen stieg die DB2-Marge sukzessive wieder an. Die DB1-Marge des Leasinggeschäfts (Deckungsbeitrag 1 zu Anschaffungskosten) lag in den ersten neun Monaten 2020 leicht verbessert bei 12,7 Prozent und erreichte einen Wert von 202,6 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 12,3 Prozent bzw. 258,1 Mio. EUR).

Die vorgenannten Darstellungen betreffen das Neugeschäft alle Tochter- und Franchisegesellschaften. Das Leasing-Neugeschäft der Franchisegesellschaften umfasste in den ersten neun Monaten 2020 ein Volumen von 50,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 60,4 Mio. EUR), wovon 44,0 Mio. auf die übrigen Regionen (Q1-Q3 2019: 54,6 Mio. EUR) und 6,2 Mio. EUR auf die Region Nordeuropa entfiel (Q1-Q3 2019: 5,8 Mio. EUR). Der Deckungsbeitrag 2 der Franchisebetriebe insgesamt belief sich auf 10,9 Mio. EUR nach 12,9 Mio. EUR in der Vorjahresperiode. Davon sind 9,5 Mio. EUR den übrigen Regionen zuzurechnen (Q1-Q3-2019: 11,6 Mio. EUR).

Das Neugeschäftsvolumen des Geschäftsbereichs Factoring (GRENKE Gruppe Factoring) - die Summe der angekauften Forderungen - sank in den ersten neun Monaten 2020 um 1,7 Prozent auf 467,7 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 475,7 Mio. EUR). Leichtes Wachstum von 2,1 Prozent verzeichnete das Neugeschäft in Deutschland, das ein Volumen von 132,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 129,4 Mio. EUR) erreichte. Bei einem deutlich erhöhten Anteil des Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion) von 24,0 Prozent (Q1-Q3 2019: 17,0 Prozent) sank die Brutto-Marge in Deutschland auf 1,40 Prozent (Q1-Q3 2019: 1,57 Prozent). Dagegen war das internationale Geschäft der GRENKE Gruppe Factoring mit 335,6 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 346,2 Mio. EUR) um 3,1 Prozent rückläufig. Auf internationaler Ebene stieg der Anteil des Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion), bei dem keine Ausfallrisiken übernommen werden, auf 26,9 Prozent (Q1-Q3 2019: 22,2 Prozent). Die Brutto-Marge in den internationalen Märkten fiel leicht auf 1,41 Prozent (Q1-Q3 2019: 1,54 Prozent). Die Brutto-Marge bezieht sich auf den durchschnittlichen Zeitraum eines Factoring-Geschäftes von ca. 26 Tagen in Deutschland (Q1-Q3 2019: ca. 28 Tage) und ca. 48 Tagen auf internationaler Ebene (Q1-Q3 2019: ca. 42 Tage).

Die GRENKE Bank baute ihr Neugeschäft im Bereich Kreditgeschäft für KMU im Neunmonatszeitraum 2020 auf 104,3 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 37,6 Mio. EUR) aus. Die GRENKE Bank profitierte dabei vor allem von der gestiegenen Nachfrage nach KFW- Förderkrediten. Das Einlagevolumen der GRENKE Bank nahm zum Stichtag 30. September 2020 auf 1.300,0 Mio. EUR zu. Es lag damit 47,0 Prozent über dem Wert von 884,2 Mio. EUR zum Ende des Geschäftsjahres 2019 und 62,7 Prozent über dem Stand zum Ende des 3. Quartals 2019 (799,3 Mio. EUR). Gegenüber dem sehr hohen Stand zum Halbjahresstichtag 2020 (1.312,3 Mio. EUR) ergab sich dagegen ein minimaler Rückgang.

AUFTEILUNG NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING NACH REGIONEN

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Regionen: DACH: Deutschland, Österreich, Schweiz
Westeuropa (ohne DACH): Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande
Südeuropa: Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien
Nord- /​ Osteuropa: Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Lettland*, Norwegen, Schweden /​ Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn
Übrige Regionen: Australien *, Brasilien, Chile *, Kanada *, Singapur *, Türkei, USA *, VAE

* Franchise

1.4 GESCHÄFTSVERLAUF DES GRENKE KONZERNS

Am 6. August 2020 hielt die GRENKE AG ihre erste virtuelle ordentliche Hauptversammlung 2020 ab. Alle Tagesordnungspunkte wurden von der Hauptversammlung mit großer Mehrheit gebilligt. Diese umfassten neben der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, der Wahl von Jens Rönnberg in den Aufsichtsrat, der Wahl von KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschlussprüfer für das laufende Geschäftsjahr und einer Satzungsänderung zur Ermöglichung der Briefwahl auch die Zustimmung zur Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien. Darüber hinaus beschloss die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2019 eine Aktiendividende. Nach ihrer Wahl konnten die Aktionärinnen und Aktionäre ihren Dividendenanspruch entweder ausschließlich in bar oder teilweise in bar und teilweise in Form von Aktien der GRENKE AG ausüben.

AUSGEWÄHLTE ANGABEN AUS DER KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

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TEUR 2020
Q1-Q3
2019
Q1-Q3 1
Zinsergebnis 295.071 270.953
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 161.849 92.854
Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge 133.222 178.099
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 85.303 72.813
Ergebnis aus dem Neugeschäft 31.881 41.450
Verwertungsmehr-(+)/​minder(-)ergebnis -1.761 -1.980
Operative Erträge insgesamt 248.645 290.382
Personalaufwand 84.215 84.917
davon Gesamtvergütung 68.863 69.699
davon fixe Vergütung 53.272 50.671
davon variable Vergütung 15.591 19.028
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand (ohne Personalaufwand) 52.970 56.083
davon IT-Projektkosten 2.148 3.872
Gewinn vor Steuern 69.491 123.745
Gewinn 55.676 103.764
Ergebnis je Aktie (EUR, verwässert/​unverwässert) 1,04 2,10

1 Vorjahreswerte teilweise angepasst (siehe Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss, Kapitel "Anpassungen")

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 ERTRAGSLAGE

2.1.1 VERGLEICH DRITTES QUARTAL 2020 VERSUS 2019

Die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft erhöhten sich im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent. Der nur geringe Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem niedrigen Neugeschäftsvolumen in den ersten neun Monaten des Jahres. Die Aufwendungen aus der Verzinsung stiegen mit 14,9 Prozent überproportional, sodass das Zinsergebnis im dritten Quartal per Saldo um 2,5 Prozent auf 96,0 Mio. EUR (Q3 2019: 93,6 Mio. EUR) zunahm.

Die Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge stiegen im dritten Quartal 2020 infolge der Corona-Pandemie um 51,7 Prozent auf 48,8 Mio. EUR (Q3 2019: 32,2 Mio. EUR). Gegenüber dem Vorquartal (Q2 2020: 62,2 Mio. EUR) ergab sich dagegen erwartungsgemäß ein Rückgang der Schäden von 21,6 Prozent. Bei der Entwicklung der Schadensabwicklung und Risikovorsorge ist zu berücksichtigen, dass sich diese Position aus zwei Teilen zusammensetzt. Zum einen beinhaltet sie Wertberichtigungen für bereits eingetretene Ausfälle. Zum anderen werden darin die erwarteten Ausfälle im Sinne einer Risikovorsorge erfasst. Gemäß IFRS 9 basiert die Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle auf einem dreistufigen Ansatz. Tritt eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos (Stufe 2) oder eine Bonitätsbeeinträchtigung (Stufe 3) ein, ist eine Risikovorsorge in Höhe der über die gesamte restliche Vertragslaufzeit erwarteten Verluste zu bilden. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden zum Stichtag gegenüber dem Vorjahr deutlich mehr Leasingverträge identifiziert, die in Stufe 2 und Stufe 3 einzuordnen waren, was entsprechend zu einer erhöhten Risikovorsorge führte. Die überwiegende Anzahl der betroffenen Leasingverträge war zum Ende des Berichtszeitraums allerdings ungekündigt. Sofern in der Zukunft eine Verbesserung dieser Verträge eintritt, sind diese Leasingverträge wieder in eine vorangegangene Stufe zu transferieren und die dann zu viel gebildete Risikovorsorge ist aufzulösen. Gegenüber dem Berichtsstichtag 30.06.2020 sind jedoch weniger Leasingverträge der Stufe 3 zuzuordnen.

Insgesamt summierte sich die Risikovorsorge nach IFRS 9 für alle drei Stufen und ungekündigte Leasingverhältnisse betreffend im Berichtsquartal auf 19,7 Mio. EUR. Dies betraf insbesondere die Märkte in Italien und Frankreich. Im zweiten Quartal 2020 hatte die Risikovorsorge nach IFRS 9 allerdings noch bei 31,0 Mio. EUR gelegen. Die von GRENKE gewährten Stundungen führten zum Stichtag zu Wertberichtigungen von insgesamt 53,7 Mio. EUR. Der größte Anteil hiervon, 72 Prozent der gesamten Wertberichtigung, ist der IFRS 9 Stufe 1 zuzurechnen. Für weitergehende Informationen zur Schadensabwicklung und Risikovorsorge wird auf Abschnitt 3 auf Seite 27 des verkürzten Konzernanhangs verwiesen.

Die Schadenquote des Konzerns, die das Verhältnis aus der Position Schadensabwicklung und Risikovorsorge (Zähler) und dem Vermietvolumen (Nenner) abbildet, erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 2,2 Prozent (Q3 2019: 1,6 Prozent) während sie gegenüber dem Vorquartal (Q2 2020: 2,8 Prozent) um 60 Basispunkte zurückging. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal war sowohl durch die höhere Risikovorsorge als auch durch das geringere Wachstum des Vermietvolumens, das die Nettoanschaffungswerte aller laufenden Leasingverträge zusammenfasst, begründet. Aufgrund des Neugeschäfts in den ersten neun Monaten nahm das Vermietvolumen zum Stichtag 30. September 2020 (9.031 Mio. EUR) gegenüber dem Wert zum Jahresende (31. Dezember 2019: 8.474 Mio. EUR) um 6,6 Prozent zu.

Aufgrund der höheren Risikovorsorge sank das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im dritten Quartal 2020 um 23,3 Prozent auf 47,1 Mio. EUR (Q3 2019: 61,5 Mio. EUR).

Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft stieg im Berichtsquartal um 7,3 Prozent auf 28,8 Mio. EUR (Q3 2019: 26,9 Mio. EUR) und profitierte weiterhin von dem hohen Neugeschäftsvolumen der Vorjahre. Demgegenüber sank das Ergebnis aus dem Neugeschäft um 33,7 Prozent auf 8,6 Mio. EUR (Q3 2019: 13,0 Mio. EUR) und spiegelt das rückläufige Neugeschäft des dritten Quartals 2020 wider. Das Verwertungsminderergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf -0,3 Mio. EUR (Q3 2019: -1,7 Mio. EUR), blieb damit aber weiterhin leicht im negativen Bereich. In Summe sanken die operativen Erträge im dritten Quartal 2020 um 15,4 Prozent auf 84,3 Mio. EUR (Q3 2019: 99,6 Mio. EUR).

Der Personalaufwand fiel im dritten Quartal im Wesentlichen aufgrund niedrigerer variabler Vergütungskomponenten um 8,9 Prozent auf 26,0 Mio. EUR (Q3 2019: 28,5 Mio. EUR). Die Anzahl der durchschnittlich Beschäftigten legte dagegen um 6,3 Prozent auf 1.753 zu (auf Basis Vollzeitbeschäftigter; Q1-Q3 2019: 1.649). Die Abschreibungen verdoppelten sich im Berichtsquartal nahezu auf 14,2 Mio. EUR (Q3 2019: 7,4 Mio. EUR). Der Hauptgrund für den Anstieg waren Wertminderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte der Leasinggesellschaften in Polen, der Türkei und Brasilien sowie der Factoringgesellschaft in der Schweiz in Höhe von insgesamt 7,1 Mio. EUR. Die Wertminderungen basieren auf reduzierten langfristigen Planwerten dieser Gesellschaften und resultierten im Wesentlichen aus geringeren Wachstumserwartungen infolge der Corona-Pandemie. Für weitere Details wird auf die Ausführungen im Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss verwiesen.

Trotz der durch die Attacke des Shortsellers verursachten zusätzlichen Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten von 2,0 Mio. EUR sank der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand im dritten Quartal 2020 um 4,4 Prozent auf 18,5 Mio. EUR (Q3 2019: 19,3 Mio. EUR). Der Rückgang resultierte vor allem aus rückläufigen Werbungs- und Reisekosten sowie niedrigeren IT-Projektkosten. Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag im Berichtsquartal bei 0,3 Mio. EUR (Q3 2019: - 1,2 Mio. EUR). Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus geringeren Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen. Die Wertminderungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte führten im dritten Quartal 2020 zu einem Anstieg der Cost-Income-Ratio auf 45,5 Prozent (Q3 2019: 43,8 Prozent); ohne die Wertminderungen wäre die Cost-Income-Ratio dagegen auf 40,1 Prozent gesunken. Bei der Entwicklung ist zu berücksichtigen, dass GRENKE - wie im Geschäftsbericht 2019 erläutert - die Cost-Income-Ratio seit dem Geschäftsjahr 2020 entsprechend der Standardberechnungsmethode in der Finanzbranche ohne Berücksichtigung der Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge berechnet.

Das operative Ergebnis des dritten Quartals fiel infolge der gestiegenen Risikovorsorge und der Wertminderungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte um 39,9 Prozent auf 25,9 Mio. EUR (Q3 2019: 43,2 Mio. EUR) und der Gewinn vor Steuern um 46,3 Prozent auf 22,9 Mio. EUR (Q3 2019: 42,7 Mio. EUR). Zum vergleichsweise stärkeren Rückgang des Gewinns vor Steuern trugen auch die sonstigen Zinsaufwendungen bei, die auf 3,4 Mio. EUR (Q3 2019: 1,2 Mio. EUR) zunahmen. Diese resultieren unter anderem aus Negativzinsen auf Guthaben bei der Deutschen Bundesbank. Da die Wertminderungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte nicht steuerlich abzugsfähig sind, stieg die Steuerquote im dritten Quartal auf 22,7 Prozent (Q3 2019: 16,6 Prozent). Auf dieser Basis ergab sich im Berichtsquartal ein um 50,3 Prozent rückläufiger Gewinn von 17,7 Mio. EUR (Q3 2019: 35,6 Mio. EUR). Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,38 EUR (Q3 2019: 0,77 EUR).

Entsprechend der Vertragsgestaltung der Hybridanleihen wurden die Gewinnanteile der Hybridkapitalgeber (7,4 Mio. EUR nach 6,5 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum) bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie zum 30. März 2020 in voller Höhe erfasst. Bei einer ökonomischen Betrachtung des Ergebnisses je Aktie und einer entsprechenden periodischen Abgrenzung der Zinszahlungen für Hybridkapital ergibt sich für das dritte Quartal 2020 ein Ergebnis je Aktie von 0,33 EUR (Q3 2019: 0,73 EUR).

2.1.2 NEUNMONATSVERGLEICH 2020 VERSUS 2019

Die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft stiegen in den ersten neun Monaten 2020 um 9,7 Prozent auf 341,5 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 311,2 Mio. EUR). Die Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung nahmen um 15,2 Prozent auf 46,4 Mio. EUR nach 40,3 Mio. EUR in der Vorjahresperiode zu. Das Zinsergebnis stieg demzufolge um 8,9 Prozent auf 295,1 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 271,0 Mio. EUR) an.

Die Risikovorsorge nach IFRS 9 belief sich im Neunmonatszeitraum 2020 auf 69,3 Mio. EUR und führte zu einem Anstieg der Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge von 74,3 Prozent auf 161,8 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 92,9 Mio. EUR). Die Schadenquote nahm entsprechend auf 2,4 Prozent zu (Q1-Q3 2019: 1,6 Prozent). Das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge fiel im Berichtszeitraum um 25,2 Prozent auf 133,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 178,1 Mio. EUR).

Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft legte in den ersten neun Monaten um 17,2 Prozent zu während das Ergebnis aus dem Neugeschäft um 23,1 Prozent sank. Das Verwertungsminderergebnis verbesserte sich leicht auf -1,8 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: -2,0 Mio. EUR). Demzufolge fielen die operativen Erträge insgesamt in den ersten neun Monaten gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 14,4 Prozent und erreichten 248,6 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 290,4 Mio. EUR).

Die Personalaufwendungen als wichtigste Aufwandsposition blieben in den ersten neun Monaten 2020 mit 84,2 Mio. EUR nahezu auf Vorjahreshöhe (Q1-Q3 2019: 84,9 Mio. EUR). Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand sank um 5,5 Prozent auf 53,0 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 56,1 Mio. EUR) und profitierte hauptsächlich von rückläufigen Vertriebs- und IT-Projektkosten. Die Abschreibungen nahmen dagegen aufgrund der Wertminderungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte um 36,3 Prozent auf 29,0 Mio. EUR zu (Q1-Q3 2019: 21,3 Mio. EUR). Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag bei - 5,0 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: -1,5 Mio. EUR) und resultierten aus der Zunahme der sonstigen betrieblichen Aufwendungen infolge gestiegener Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen. Diese ergaben sich im Wesentlichen aus temporären Differenzen während der Dauer von Sicherungsbeziehungen im Fremdwährungsbereich, die sich derzeit nicht im Hedge-Accounting befinden. Hier treffen die Umrechnung zum Stichtagskurs von Bilanzpositionen und die Markbewertung der Devisenterminkurse aufeinander. Über die Laufzeit der Sicherungsbeziehungen wird sich diese abbauen, sodass am Ende der kontrahierte Devisenterminkurs, zu dem die Absicherung erfolgte, maßgeblich ist und realisiert wird. Insgesamt sank die Cost-Income-Ratio in den ersten neun Monaten 2020 auf 43,1 Prozent (Q1-Q3 2019: 44,0 Prozent).

Das operative Ergebnis sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2020 um 38,8 Prozent auf 77,5 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 126,6 Mio. EUR). Der Gewinn vor Steuern ging um 43,8 Prozent auf 69,5 Mio. EUR zurück (Q1-Q3 2019: 123,7 Mio. EUR). Die Steuerquote der Berichtsperiode stieg auf 19,9 Prozent nach 16,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Entsprechend lag der Gewinn nach Steuern bei 55,7 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 103,8 Mio. EUR) und ging somit um 46,3 Prozent zurück. Daraus errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 1,04 EUR (Q1-Q3 2019: 2,10 EUR).

AUSGEWÄHLTE ANGABEN AUS DER KONZERN-BILANZ

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TEUR 30.09.2020 31.12.2019
Kurzfristige Vermögenswerte 3.314.176 2.972.450
davon Zahlungsmittel 796.715 434.379
davon Leasingforderungen 1.999.267 1.901.181
Langfristige Vermögenswerte 4.072.440 4.175.032
davon Leasingforderungen 3.629.567 3.744.735
Summe Vermögenswerte 7.386.616 7.147.482
Kurzfristige Schulden 2.044.711 1.861.352
davon Finanzschulden 1.868.407 1.716.313
Langfristige Schulden 4.081.811 4.037.380
davon Finanzschulden 3.973.323 3.924.353
Eigenkapital 1.260.094 1.248.750
Eigenkapitalquote (in Prozent) 17,1 17,5
Bilanzsumme 7.386.616 7.147.482
Embedded Value inkl. Eigenkapital und nach Steuern 1.748.710 1.791.388

2.2 VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

2.2.1 VERMÖGENSLAGE

Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2019 erhöhte sich die Bilanzsumme des GRENKE Konzerns zum Stichtag 30. September 2020 um 3,3 Prozent auf 7,4 Mrd. EUR (31. Dezember 2019: 7,1 Mrd. EUR). Ein Großteil dieses Anstiegs resultierte aus der Zunahme der Zahlungsmittel, die zum Stichtag bei 796,7 Mio. EUR lagen (31. Dezember 2019: 434,4 Mio. EUR). In der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation legt der GRENKE Konzern einen besonderen Fokus auf eine ausreichende Liquiditätsvorhaltung, um flexibel auf Marktgegebenheiten reagieren zu können. Insgesamt hält der Konzern deutlich mehr Zahlungsmittel bereit, als kurzfristig aus den Verbindlichkeiten des GRENKE Konzerns Fälligkeiten zu bedienen sind.

Zudem ist der Konzern aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorgaben verpflichtet, einen Liquiditätspuffer vorzuhalten. So befanden sich zum Stichtag 597,3 Mio. EUR (31. Dezember 2019: 212,2 Mio. EUR) auf Konten der Deutschen Bundesbank, was aufgrund des negativen Guthabenzinses i.H.v. -0,5 Prozent entsprechende Zinsaufwendungen verursacht. Gegenüber dem Stand zum Ende des zweiten Quartals (30. Juni 2020: 1,1 Mrd. EUR) nahmen die Zahlungsmittel infolge des sich im dritten Quartal belebenden Neugeschäfts erwartungsgemäß um 26,1 Prozent ab. Somit trugen der hohe Zahlungsmittelbestand und der operative Cashflow wie vorgesehen wesentlich zur Finanzierung des Neugeschäftes bei.

Die größte Bilanzposition des Konzerns - die lang- und kurzfristigen Leasingforderungen - lag zum Bilanzstichtag mit 5,6 Mrd. EUR auf annähernd unveränderter Höhe (31. Dezember 2019: 5,6 Mrd. EUR). Diese Entwicklung reflektiert das niedrige Neugeschäftsvolumen in der Berichtsperiode.

Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte auf 203,8 Mio. EUR (31. Dezember 2019: 322,7 Mio. EUR) resultierte hauptsächlich aus stichtagsbedingt niedrigeren Umsatzsteuererstattungsansprüchen.

Die Abnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte auf 94,0 Mio. EUR (31. Dezember 2019: 106,6 Mio. EUR) ergab sich zum einen durch Wechselkurseffekte, insbesondere aus der Abwertung des brasilianischen Real und der türkischen Lira. Zum anderen führten festgestellte Wertminderungen der Leasinggesellschaften in Polen, der Türkei und Brasilien sowie der Factoringgesellschaft in der Schweiz zu außerordentlichen Abschreibungen in Höhe von insgesamt 7,1 Mio. EUR.

Auf der Passivseite der Bilanz nahmen die kurz- und langfristigen Finanzschulden in Summe um 3,6 Prozent auf 5,8 Mrd. EUR zu (31. Dezember 2019: 5,6 Mrd. EUR). Der größte Anteil entfiel auf die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung, die gegenüber dem Jahresende 2019 um 4,5 Prozent auf 4,5 Mrd. EUR (31. Dezember 2019: 4,7 Mrd. EUR) zurückgingen. Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft, die einen wesentlichen Beitrag zur Refinanzierung des Leasinggeschäftes und somit der Leasingforderungen darstellen, stiegen dagegen um 46,4 Prozent auf 1,3 Mrd. EUR (31. Dezember 2019: 0,9 Mrd. EUR).

Das Eigenkapital des Konzerns nahm zum 30. September 2020 um 0,9 Prozent auf 1.260,1 Mio. EUR zu (31. Dezember 2019: 1.248,8 Mio. EUR). Dem in der Berichtsperiode erwirtschafteten Konzerngewinn in Höhe von 55,7 Mio. EUR standen die Ausschüttung einer Dividende von 37,1 Mio. EUR, die Zinszahlung für das Hybridkapital (7,4 Mio. EUR) und negative Effekte aus der Währungsumrechnung (11,1 Mio. EUR) gegenüber. Positive Effekte ergab sich dagegen aus der Ausgabe von Aktien im Zuge der Aktiendividende (8,8 Mio. EUR) und aus der Marktbewertung von Hedging-Instrumenten (2,8 Mio. EUR). Aufgrund der Ausweitung der Bilanzsumme infolge des höheren Zahlungsmittelbestands sank die Eigenkapitalquote zum 30. September 2020 auf 17,1 Prozent (31. Dezember 2019: 17,5 Prozent). Damit übertraf die Eigenkapitalausstattung des Konzerns aber weiterhin die langfristige Orientierungsmarke von mindestens 16,0 Prozent.

2.2.2 LIQUIDITÄT

Dank des hohen Bestands an Zahlungsmitteln und der breit diversifizierten Refinanzierungsstruktur war der GRENKE Konzern im Berichtszeitraum jederzeit in der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Über die Tochtergesellschaft Grenke Finance PLC wurden in den ersten neun Monaten 2020 drei neue Festzinsanleihen mit einem Gesamtvolumen von brutto 210 Mio. EUR und 300 Mio. HKD emittiert. Weitere Informationen zu den begebenen Schuldverschreibungen sind in den Angaben zum verkürzten Konzernzwischenabschluss dargestellt und zudem auf der Website www.grenke.de/​unternehmen/​investor-relations/​fremd-kapital/​emittierte-anleihen abrufbar. Darüber hinaus wurden drei Schuldscheindarlehen über 19 Mio. EUR und 40 Mio. CHF emittiert. Im kurzfristigen Bereich emittierte GRENKE in den ersten neun Monaten acht Commercial Paper über 70 Mio. EUR. Getilgt wurden im Berichtszeitraum Anleihen über 153 Mio. EUR und 70 Mio. CHF sowie Schuldscheindarlehen über 46,5 Mio. EUR, 10 Mio. PLN, 46 Mio. DKK und 48 Mio. SEK.

Die Ausnutzung der ABCP-Programme lag zum 30. September 2020 bei 652,0 Mio. EUR und 109,7 Mio. GBP (31. Dezember 2019: 709,9 Mio. EUR und 125 Mio. GBP). Das Gesamtvolumen dieser Programme betrug 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP (31. Dezember 2019: 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP).

Die offenen Kreditlinien des Konzerns (d. h. Banklinien plus verfügbares Volumen aus Anleihen und Commercial Paper) betrugen zum Stichtag 3.197,5 Mio. EUR, 36,0 Mio. PLN, 40,0 Mio. HRK und 10,0 Mio. CHF (31. Dezember 2019: 1.565,6 Mio. EUR, 27,0 Mio. PLN, 70,0 Mio. HRK und 14,5 Mio. CHF).

Zudem hat der Konzern seine Zusammenarbeit mit Förderbanken intensiviert und die bestehenden Programme zur weiteren Unterstützung von KMUs ausgedehnt. Zum 30. September 2020 beliefen sich die Förderdarlehen in Summe auf 364,0 Mio. EUR (31. Dezember 2019: 260,9 Mio. EUR).

Die Refinanzierung über Bankeinlagen der GRENKE Bank lag zum Stichtag 30. September 2020 bei 1.300,0 Mio. EUR nach 799,3 Mio. EUR zum vergleichbaren Zeitpunkt des Vorjahrs. Dies entspricht einem Anstieg von 62,7 Prozent.

2.2.3 FINANZLAGE

AUSGEWÄHLTE ANGABEN AUS DER KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

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TEUR 2020 Q1-Q3 2019 Q1-Q3
- Investition für neue Leasingforderungen -1.595.206 -2.083.177
+ Zugang neue Refinanzierungen (ohne Einlagengeschäft) 986.858 1.834.344
+ Netto-Zugang Einlagengeschäft 413.594 106.077
(I) Cashflow Investition Neugeschäft -194.754 -142.756
+ Zahlungen Leasingnehmer 1.572.038 1.448.001
- Rückzahlungen Refinanzierungen (ohne Einlagengeschäft) -1.039.408 -1.160.484
(II) Cashflow Bestandsgeschäft 532.630 287.517
(III) Übrige Cashflows laufende Geschäftstätigkeit 95.212 29.438
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (I)+(II)+(III) 433.088 174.199
Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 420.613 152.081
Cashflow aus Investitionstätigkeit -11.926 -18.123
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -48.500 -53.925
Summe des Cashflows 360.187 80.033

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg in den ersten neun Monaten 2020 auf 433,1 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 174,2 Mio. EUR). Der Netto-Cashflow aus Investitionen in das Neugeschäft umfasst in dieser Darstellung zum einen die Investitionen für neue Leasingforderungen. Darin enthalten sind die Nettoanschaffungswerte für die Leasingobjekte und die direkt mit dem Vertragsabschluss entstehenden Kosten. Zum zweiten sind diesen Auszahlungen die Einzahlungen aus der Zunahme der Refinanzierung sowie dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank gegenübergestellt. Der negative Cashflow von Investition Neugeschäft - 194,8 Mio. EUR zeigt, dass GRENKE einen Teil des Neugeschäftes ohne neue Refinanzierungen realisierte. Denn der starke Cashflow Bestandsgeschäft von 532,6 Mio. EUR ermöglicht eine Refinanzierung des Neugeschäftes aus dem eigenen Cashflow und den vorsorglichen Aufbau liquider Mittel.

Nach gezahlten/​erhaltenen Steuern und Zinsen belief sich der Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Berichtszeitraum auf 420,6 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 152,1 Mio. EUR).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug in den ersten neun Monaten 2020 -11,9 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: -18,1 Mio. EUR). Er beinhaltete im Wesentlichen die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen von 12,5 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 18,6 Mio. EUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erreichte im Neunmonatszeitraum 48,5 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: -53,9 Mio. EUR). Die Verbesserung ergab sich im Wesentlichen aus der Tatsache, dass die Dividendenzahlung - aufgrund der von der Hauptversammlung beschlossenen Aktiendividende - nur zu einem Mittelabfluss von 28,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 37,1 Mio. EUR) führte. Die Zinszahlung auf das Hybridkapital lag bei 10,7 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 9,4 Mio. EUR). Aus der Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten ergab sich zudem ein Mittelabfluss von 8,8 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 7,8 Mio. EUR).

Somit lag die Summe der Cashflows in den ersten neun Monaten bei 360,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 80,0 Mio. EUR). Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten stieg zum Stichtag 30. September 2020 entsprechend auf 795,7 Mio. EUR nach 434,3 Mio. EUR zum Geschäftsjahresende 2019.

3. CHANCEN-, RISIKO- UND PROGNOSEBERICHT

3.1 CHANCEN UND RISIKEN

Durch die Beschränkungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivität infolge der Corona-Pandemie im Jahresverlauf 2020 sind die Unsicherheiten gegenüber der im Geschäftsbericht 2019 dargestellten Situation deutlich gestiegen, was vor allem für Kredit- und Liquiditätsrisiken gilt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2020 mit einem spürbaren Einbruch der wirtschaftlichen Leistung in fast allen Volkswirtschaften. Zwar haben viele Staaten umfangreiche Hilfsprogramme in Form von Kreditzusagen und -garantien auf den Weg gebracht, um die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen sicherzustellen, dennoch ist im laufenden Geschäftsjahr mit einem deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu rechnen. So erwartet beispielsweise Euler Hermes eine Zunahme der weltweiten Insolvenzen von 17 Prozent. In den ersten neun Monaten 2020 hat sich auch das Zahlungsverhalten der Kunden des GRENKE Konzerns durch die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen verändert, obwohl seit Juni 2020 gegenüber den Vormonaten bereits eine Verbesserung zu beobachten war. Infolge von verspäteten oder ausbleibenden Zahlungseingängen ist für das Geschäftsjahr mit einem Anstieg der Schäden zu rechnen, was sich zum 30. September 2020 in Form einer gestiegenen IFRS 9-Risikovorsorge niederschlägt. Der GRENKE Konzern hat das Risikoprognosemodell nach IFRS 9 bislang nicht angepasst und an der bisherigen Methode zur Ermittlung der erwarteten Ausfälle zum 30. September 2020 festgehalten. Seit der ersten Beurteilung der Folgen der Pandemie im ersten Quartal 2020 geht der GRENKE Konzern unverändert davon aus, dass sich für das Gesamtjahr 2020 eine Schadenquote von bis zu 2,3 Prozent ergeben kann. Für Risiken, die aus einer weiteren Ausbreitung der Corona-Pandemie entstehen könnten, sieht sich der GRENKE Konzern durch den vorsorglich aufgebauten hohen Zahlungsmittelbestand gut vorbereitet. Dieser verschafft dem Konzern die notwendige Flexibilität, um auch bei niedrigerem Neugeschäftsvolumen auf die dynamische Entwicklung im Zusammenhang mit dem Corona-Virus reagieren zu können.

Das wirtschaftliche Umfeld bietet gleichwohl Chancen, indem Erkenntnisse und Beobachtungen frühzeitig in die Risikomessung integriert und das risikoadjustierte Kontrahieren von Verträgen ermöglicht werden. GRENKE strebt eine möglichst optimale Balance zwischen Risiko und Deckungsbeitrag an. Außerdem festigen sich Kunden- und Partnerbeziehungen dadurch, dass GRENKE auch in schwierigen gesamtwirtschaftlichen Phasen weiterhin Unternehmen beim Umsetzen von Investitionsvorhaben unterstützt.

3.2 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

In seiner jüngsten Prognose vom Oktober 2020 hat der Internationale Währungsfonds seine Schätzungen für das laufende Jahr etwas nach oben korrigiert. Zwar erwartet der IWF immer noch eine tiefe Rezession, der Einbruch der Weltwirtschaft wird aber nur noch auf 4,4 Prozent veranschlagt (Juni-Prognose: -4,9 Prozent). Die etwas optimistischere Sicht bezieht sich vor allem auf die fortgeschrittenen Volkswirtschaften, insbesondere die Eurozone (-8,3 Prozent nach zuvor -10,2 Prozent) und die Vereinigten Staaten (-4,3 Prozent nach zuvor -8,0 Prozent), die durch massive staatliche Konjunkturprogramme gestützt werden. Für das kommende Jahr rechnet der IWF mit einer Fortsetzung der Erholung, die allerdings aufgrund der Risiken über den weiteren Verlauf der Pandemie mit großen Unsicherheiten behaftet ist. Insgesamt erwartet der IWF für 2021 ein Wachstum der Weltwirtschaft von 5,2 Prozent. Für die Eurozone wird ebenfalls ein Anstieg von 5,2 Prozent in Aussicht gestellt.

3.3 UNTERNEHMENSPROGNOSE

Wie bereits im April und Juli 2020 bekanntgegeben, ist der Einfluss der Corona-Pandemie auf die weitere Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der GRENKE-Gruppe weiterhin nicht verbindlich abschätzbar und nicht in der am 11. Februar 2020 veröffentlichten Prognose für das Geschäftsjahr 2020 enthalten. Die Neugeschäftsentwicklung für das laufende Geschäftsjahr bleibt insgesamt vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie sowie den damit verbundenen wirtschaftlichen Beschränkungen abhängig. Vor dem Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage infolge der COVID-19-Pandemie erwartet der Vorstand das Neugeschäft im 4. Quartal 2020 auf ungefähr 60 Prozent des Vorjahresquartalsniveaus. Zu Jahresbeginn war für das Neugeschäft zunächst ein Wachstum zwischen 14 und 18 Prozent avisiert worden.

Der Konzern ist in der Lage, auf Basis eines geringeren Neugeschäftsvolumens und angemessenen Kosteneinsparungen auch in der Krise profitabel zu arbeiten, auch wenn der Gewinn unter dem Niveau liegen wird, welches zu Jahresbeginn in einem Zielkorridor von 153 bis 165 Mio. EUR avisiert worden war. Auf Basis der guten Liquiditätslage sowie der stabilen Anzahl von Mitarbeitenden - insbesondere im Vertrieb - kann der GRENKE Konzern auf entsprechende Lockerungen und Normalisierungsentwicklungen aber sofort reagieren.

Vorstand und Aufsichtsrat sind zuversichtlich, dass die GRENKE Gruppe nach Abflauen der globalen Corona-Pandemie ihren seit vielen Jahren anhaltenden Wachstumskurs wieder einschlagen kann.

WELTWEIT VOR ORT

SOLIDE KENNZAHLEN

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KONZERN-GEWINN * GEWINN JE AKTIE * EIGENKAPTALQUOTE *
17,7 0,38 17,1
Mio. EUR EUR Prozent

BREITE REFINANZIERUNGSBASIS

DIGITALE AUSRICHTUNG

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eSIGNATURE QUOTE eSIGNATURE
29,2 Anzahl der Länder
20
Prozent aller neuen Leasingverträge wurden volldigital abgeschlossen. In 20 Ländern ist eSignature aktiv.

VERKÜRZTER KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

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Q3 Q1-Q3
TEUR 01.07.2020
bis 30.09.2020
01.07.2019
bis 30.09.2019
01.01.2020
bis 30.09.2020
01.01.2019
bis 30.09.2019 1
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft 2 112.169 107.745 341.474 311.219
Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung und des Einlagengeschäfts 16.211 14.104 46.403 40.266
Zinsergebnis 95.958 93.641 295.071 270.953
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 48.812 32.170 161.849 92.854
davon Wertminderungsaufwand 47.632 30.590 157.124 88.098
Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge 47.146 61.471 133.222 178.099
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 28.839 26.866 85.303 72.813
Ergebnis aus dem Neugeschäft 8.591 12.957 31.881 41.450
Verwertungsmehr-(+)/​minder(-)ergebnis -299 -1.651 -1.761 -1.980
Operative Erträge insgesamt 84.277 99.643 248.645 290.382
Personalaufwand 25.974 28.527 84.215 84.917
Abschreibungen und Wertminderung 14.221 7.384 28.996 21.275
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand (ohne Personalaufwand) 18.476 19.335 52.970 56.083
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.183 3.108 9.960 8.300
Sonstige betriebliche Erträge 1.495 1.870 4.953 6.831
Operatives Ergebnis 25.918 43.159 77.457 126.638
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen -36 -66 -254 -155
Aufwendungen /​ Erträge aus der Marktbewertung 127 168 -1.186 -633
Sonstige Zinserträge 325 619 1.433 1.291
Sonstige Zinsaufwendungen 3.414 1.194 7.959 3.396
Gewinn vor Steuern 22.920 42.686 69.491 123.745
Ertragsteuern 5.214 7.074 13.815 19.981
Gewinn 17.706 35.612 55.676 103.764
Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG 17.706 35.612 55.676 103.764
Ergebnis je Aktie (EUR) 0,38 0,77 1,04 2,10
Durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien 46.390.871 46.353.918 46.366.326 46.353.918

1 Vorjahreswerte teilweise angepasst (siehe Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss, Kapitel "Anpassungen")
2 Zinsen und ähnliche Erträge nach Effektivzinsmethode berechnet 8.194 TEUR (Vorjahr: 6.512 TEUR)

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

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Q3 Q1-Q3
TEUR 01.07.2020
bis 30.09.2020
01.07.2019
bis 30.09.2019
01.01.2020
bis 30.09.2020
01.01.2019
bis 30.09.2019 1
Gewinn 17.706 35.612 55.676 103.764
Beträge, die ggf. in künftigen Perioden in die GuV umgegliedert werden
Zu- /​ Rückführung Hedging-Rücklage 329 -7 2.436 4
Darin: Ertragsteuereffekte -47 1 -348 -1
Veränderung der Währungsumrechnungsdifferenzen -2.206 808 -11.106 1.329
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
Beträge, die in künftigen Perioden nicht in die GuV umgegliedert werden
Wertänderung von optional erfolgsneutral behandelten Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9) 0 0 0 0
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
Zu- /​ Rückführung Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 0 0 0 0
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis -1.877 801 -8.670 1.333
Gesamtergebnis 15.829 36.413 47.006 105.097
Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG 15.829 36.413 47.006 105.097

1 Vorjahreswerte teilweise angepasst (siehe Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss, Kapitel "Anpassungen")

KONZERN-BILANZ

Vermögenswerte

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TEUR 30.09.2020 31.12.2019
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel 796.715 434.379
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 5.124 946
Leasingforderungen 1.999.267 1.901.181
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 254.447 252.504
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.048 9.272
Zur Verwertung bestimmte Leasinggegenstände 26.293 24.038
Steuererstattungsansprüche 22.453 27.450
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 203.829 322.680
Summe kurzfristige Vermögenswerte 3.314.176 2.972.450
Langfristige Vermögenswerte
Leasingforderungen 3.629.567 3.744.735
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 4.911 1.492
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 120.390 96.650
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 4.669 4.923
Sachanlagen 115.002 109.092
Nutzungsrechte 47.575 50.315
Geschäfts- oder Firmenwerte 93.964 106.555
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 34.502 37.899
Latente Steueransprüche 20.502 21.967
Sonstige langfristige Vermögenswerte 1.358 1.404
Summe langfristige Vermögenswerte 4.072.440 4.175.032
Summe Vermögenswerte 7.386.616 7.147.482

Schulden und Eigenkapital

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TEUR 30.09.2020 31.12.2019
Schulden
Kurzfristige Schulden
Finanzschulden 1.868.407 1.716.313
Leasingverbindlichkeiten 11.514 12.148
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 2.254 8.506
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 37.313 35.890
Steuerschulden 6.931 3.059
Abgegrenzte Schulden 25.732 30.219
Sonstige kurzfristige Schulden 49.350 31.583
Abgegrenzte Mietraten 43.210 23.634
Summe kurzfristige Schulden 2.044.711 1.861.352
Langfristige Schulden
Finanzschulden 3.973.323 3.924.353
Leasingverbindlichkeiten 37.174 38.679
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 9.952 7.445
Latente Steuerschulden 55.598 61.676
Pensionen 5.666 5.128
Langfristige Rückstellungen 98 99
Summe langfristige Schulden 4.081.811 4.037.380
Eigenkapital
Grundkapital 46.496 46.354
Kapitalrücklage 298.021 289.314
Gewinnrücklagen 723.837 712.672
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals -8.260 410
Summe Eigenkapital der Aktionäre der GRENKE AG 1.060.094 1.048.750
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 1 200.000 200.000
Summe Eigenkapital 1.260.094 1.248.750
Summe Schulden und Eigenkapital 7.386.616 7.147.482

1 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden.

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

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TEUR 2020
Q1-Q3
2019
Q1-Q3 1
Gewinn vor Steuern 69.491 123.745
Im Gewinn enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
+ Abschreibungen und Wertminderung 28.996 21.275
- /​ + Gewinne /​ Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -46 -25
- /​ + Sonstige Zinserträge /​ Zinsaufwendungen 6.099 1.741
- /​ + Sonstige zahlungsunwirksame Erträge /​ Aufwendungen 1.171 5.400
+ /​ - Zunahme /​ Abnahme abgegrenzter Schulden, Rückstellungen und Pensionen -3.950 1.395
- Zugänge Leasingforderungen -1.595.206 -2.083.177
+ Zahlungen Leasingnehmer 1.572.038 1.448.001
+ Abgänge /​ Umgliederungen Leasingforderungen zu Restbuchwerten 276.791 261.895
- Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Leasinggeschäft -329.979 -301.287
+ /​ - Abnahme /​ Zunahme andere Forderungen gegen Leasingnehmer 50.095 966
+ /​ - Währungsdifferenzen 43.343 -4.555
= Veränderung Leasingforderungen 17.082 -678.157
+ Zugang Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung 986.858 1.834.344
- Zahlung Annuitäten an Refinanzierer -1.039.408 -1.160.484
- Abgang Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung -162.773 -40.009
+ Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung 40.119 36.894
+ /​ - Währungsdifferenzen -37.445 3.865
= Veränderung Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung -212.649 674.610
+ /​ - Zunahme /​ Abnahme Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 413.594 106.077
- /​ + Zunahme /​ Abnahme Darlehen Franchisenehmer -2.567 -42.097
Veränderung sonstige Vermögenswerte /​ Schulden
- /​ + Zunahme /​ Abnahme sonstige Vermögenswerte 83.443 -63.847
- /​ + Zunahme /​ Abnahme von Leasinggegenständen aus Operatingleasingverhältnissen -2.597 -12.344
+ /​ - Zunahme /​ Abnahme abgegrenzte Mietraten 19.576 14.321
+ /​ - Zunahme /​ Abnahme sonstige Schulden 15.445 22.105
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 433.088 174.199
- /​ + Gezahlte /​ erhaltene Ertragsteuern -5.949 -20.013
- Gezahlte Zinsen -7.959 -3.396
+ Erhaltene Zinsen 1.433 1.291
= Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 420.613 152.081
- Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -12.487 -18.591
- /​ + Auszahlungen /​ Einzahlungen aus der Akquisition von Tochterunternehmen 0 -390
- Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen 0 -250
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 561 1.108
= Cashflow aus Investitionstätigkeit -11.926 -18.123
+ /​ - Aufnahme /​ Rückzahlung von Bankschulden -813 345
- Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten -8.789 -7.812
- Kuponzahlungen auf Hybridkapital -10.664 -9.375
- Dividendenzahlungen -28.234 -37.083
= Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -48.500 -53.925
Finanzmittelfonds zu Beginn der Periode
Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten 434.379 333.626
- Bankschulden aus Kontokorrentkrediten -73 -3.112
= Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode 434.306 330.514
+ /​ - Veränderung aufgrund Währungsumrechnung 1.217 -88
= Finanzmittelfonds nach Währungsumrechnung 435.523 330.426
Finanzmittelfonds zum Ende der Periode
Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten 796.715 411.124
- Bankschulden aus Kontokorrentkrediten -1.005 -665
= Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende der Periode 795.710 410.459
Veränderung des Finanzmittelfonds in der Periode (= Summe der Cashflows) 360.187 80.033
Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 420.613 152.081
+ Cashflow aus Investitionstätigkeit -11.926 -18.123
+ Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -48.500 -53.925
= Summe der Cashflows 360.187 80.033

1 Vorjahreswerte teilweise angepasst (siehe Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss, Kapitel "Anpassungen")

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

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TEUR Grundkapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen/​
Konzernergebnis
Hedging-
Rücklage
Rücklage für
versicherungs-
mathematische
Gewinne /​ Verluste
Währungs-
umrechnung
Eigenkapital zum 01.01.2020
(angepasst)
46.354 289.314 712.672 -2.193 -1.393 1.641
Gewinn 55.676
Sonstiges Ergebnis 2.436 -11.106
Dividenden in 2020 für 2019 -37.083
Kapitalerhöhung
(Ausgabe von Aktien aus Aktiendividende)
142 8.707
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto)
Kupon für Hybridkapital (netto) -7.428
Eigenkapital zum 30.09.2020 46.496 298.021 723.837 243 -1.393 -9.465
Eigenkapital zum 01.01.2019 1
(wie berichtet)
46.354 289.314 616.257 -7 -828 -731
Anpassung Rechnungslegungsstandard IFRS 16 Leasingnehmer -745 12
Eigenkapital zum 01.01.2019
(angepasst)
46.354 289.314 615.512 -7 -828 -719
Gewinn 1 103.764
Sonstiges Ergebnis 1 4 1.329
Dividenden in 2019 für 2018 -37.083
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) 1
Kupon für Hybridkapital (netto) 1 -6.531
Eigenkapital zum 30.09.2019 1 46.354 289.314 675.662 -3 -828 610
scrollen
TEUR Neubewertungsrücklage aus
Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9)
Summe Eigenkapital Aktionäre der GRENKE AG Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile Summe Eigenkapital
Eigenkapital zum 01.01.2020 (angepasst) 2.355 1.048.750 200.000 1.248.750
Gewinn 55.676 55.676
Sonstiges Ergebnis -8.670 -8.670
Dividenden in 2020 für 2019 -37.083 -37.083
Kapitalerhöhung (Ausgabe von Aktien aus Aktiendividende) 8.849 8.849
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) -7.428 -7.428
Kupon für Hybridkapital (netto) -7.428 7.428 0
Eigenkapital zum 30.09.2020 2.355 1.060.094 200.000 1.260.094
Eigenkapital zum 01.01.2019 1 (wie berichtet) 2.295 952.654 125.000 1.077.654
Anpassung Rechnungslegungsstandard IFRS 16 Leasingnehmer -733 -733
Eigenkapital zum 01.01.2019 (angepasst) 2.295 951.921 125.000 1.076.921
Gewinn 1 103.764 103.764
Sonstiges Ergebnis 1 1.333 1.333
Dividenden in 2019 für 2018 -37.083 -37.083
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) 1 -6.531 -6.531
Kupon für Hybridkapital (netto) 1 -6.531 6.531
Eigenkapital zum 30.09.2019 1 2.295 1.013.404 125.000 1.138.404

1 Vorjahreswerte teilweise angepasst (siehe Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss, Kapitel "Anpassungen

ANGABEN ZUM VERKÜRZTEN KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

1. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die vorliegende Quartalsmitteilung der GRENKE AG ist eine Quartalsmitteilung nach § 53 der Börsenordnung für die Frankfurter Wertpapierbörse und stellt keinen vollständigen Zwischenabschluss im Sinne des International Accounting Standard (IAS) 34 dar. Die Quartalsmitteilung wurde nach den Rechnungslegungsstandards der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Sie ist im Zusammenhang mit dem IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 zu lesen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Die Auswirkungen von Änderungen, die sich durch die verpflichtende Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards ergeben haben, waren für den GRENKE Konzern nicht wesentlich. Eine prüferische Durchsicht im Sinne von § 115 Abs. 5 WpHG ist nicht erfolgt.

1.1 STUNDUNGSVEREINBARUNGEN

GRENKE hat mit seinen Leasingkunden Stundungsvereinbarungen abgeschlossen, durch die die Kunden aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie und deren Folgen Unterstützung erfahren. Bei den Stundungsvereinbarungen werden einzelne Zahlungen für Leasingraten für einen festgelegten Zeitraum unverzinst gestundet und somit erst zu einem späteren Zeitpunkt fällig. Teile dieser Stundungsvereinbarungen basieren auf gesetzlichen Moratorien. Nach der Einschätzung von GRENKE haben die vereinbarten Stundungen zu keiner Änderung des Umfangs eines Leasingverhältnisses oder der Gegenleistung für ein Leasingverhältnis geführt. Daher werden die Zahlungsänderungen als nicht-substantielle Vertragsänderung (Modifikation) behandelt. Der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende Zinssatz wird für die Berechnung der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis unverändert fortgeführt. Zudem wurden mit Kunden im Kreditgeschäft ebenfalls Stundungsvereinbarungen getroffen. Hier wurden dem Schuldner Kreditraten für einen gewissen Zeitraum, jedoch verzinslich, gestundet. Es handelt sich auch in diesem Fall um eine nicht-substantielle Vertragsänderung, da weder die qualitativen noch die quantitativen Indikatoren erfüllt werden eine Modifikation zu begründen. Wir verweisen hierzu auf die geschilderten Bilanzierungsmethoden im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019.

2. ANPASSUNGEN

Aufgrund der retrospektiven Anpassung des IFRS 16 "Leasingverhältnisse" für Leasinggeber im Vorjahr, welche erst im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 vollzogen wurde, ergab sich entsprechend eine Änderung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zum 30. September 2019. Das Zinsergebnis erhöhte sich um 31.038 TEUR und die Schadensentwicklung und Risikovorsorge um 611 TEUR. In diesem Zusammenhang reduzierte sich das Ergebnis aus dem Neugeschäft um 31.951 TEUR und das Verwertungsmehr-(+)/​minder(-)ergebnis stieg um 2.404 TEUR an. Insgesamt kam es zu einer Erhöhung des Gewinns vor Steuern um 881 TEUR und des Gewinns (nach Steuern) um 728 TEUR. Für weitere Erläuterungen wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 im Konzernanhang unter Abschnitt "2.1.4 IFRS 16 Leasingverhältnisse - Der Konzern als Leasinggeber" verwiesen.

3. LEASINGFORDERUNGEN

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TEUR 30.09.2020 31.12.2019
Entwicklung der Leasingforderungen aus laufenden Verträgen (performende Leasingforderungen)
Forderungen zu Periodenbeginn 5.588.109 4.645.971
+ Veränderung in der Periode 33.012 942.138
Leasingforderungen (kurz- und langfristig) aus laufenden Verträgen zum Periodenende 5.621.121 5.588.109
Entwicklung der Leasingforderungen aus gekündigten/​rückständigen Verträgen (nicht performende Leasingforderungen)
Bruttoforderungen zu Periodenbeginn 411.490 331.048
+ Zugänge Bruttoforderungen in der Periode 102.206 133.647
- Abgänge Bruttoforderungen in der Periode 38.511 53.205
Bruttoforderungen zu Periodenende 475.185 411.490
Summe Bruttoforderung gekündigt und laufend 6.096.306 5.999.599
Wertminderungen zu Periodenbeginn 353.683 279.480
+ Veränderung kumulierte Wertberichtigung in der Periode 113.789 74.203
Wertminderungen zu Periodenende 467.472 353.683
Leasingforderungen (Bilanzansatz kurz- und langfristig) zu Periodenbeginn 5.645.916 4.697.539
Leasingforderungen (Bilanzansatz kurz- und langfristig) zum Periodenende 5.628.834 5.645.916

Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen der Leasingforderungen und die Wertberichtigung auf die Leasingforderungen pro IFRS 9 Wertberichtigungsstufe. Der GRENKE Konzern verfügt über keine als POCI klassifizierten Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 9.

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30.09.2020 31.12.2019
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Summe
Bruttoforderungen
Deutschland 1.172.594 47.180 46.383 1.266.157 1.210.593
Frankreich 1.100.614 120.189 121.654 1.342.457 1.351.940
Italien 1.056.400 173.195 168.648 1.398.243 1.385.640
Sonstige Länder 1.712.188 175.248 202.013 2.089.449 2.051.426
Summe Bruttoforderungen 5.041.796 515.812 538.698 6.096.306 5.999.599
Wertberichtigung 80.872 61.828 324.772 467.472 353.683
Buchwert 4.960.924 453.984 213.926 5.628.834 5.645.916

Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der Wertberichtigungen auf den Bestand an kurzfristigen und langfristigen Leasingforderungen.

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30.09.2020 31.12.2019
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Summe
Anfangsbestand Wertberichtigung 46.098 43.017 264.568 353.683 279.480
Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte 14.118 9.195 10.611 33.924 68.029
Umbuchungen
zu Stufe 1 4.505 -3.596 -909 0 0
zu Stufe 2 -4.683 12.355 -7.672 0 0
zu Stufe 3 -2.336 -12.870 15.206 0 0
Änderung der Risikovorsorge durch Stufenänderung -3.698 9.853 60.324 66.479 55.308
Einvernehmliche Vertragsauflösung oder Zahlungen für finanzielle Vermögenswerte (ohne Ausbuchungen) -15.273 -12.303 -13.315 -40.891 -41.276
Änderungen der vertraglichen Zahlungströme infolge von Modifikation (keine Ausbuchung) 38.708 13.184 1.815 53.707 0
Änderung durch Veränderung Bearbeitungsklasse bei Schadensfällen 0 0 13.008 13.008 13.988
Änderungen der Modelle/​Risikoparameter für ECL-Berechnung 0 0 12.309 12.309 5.219
Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten -18 -173 -29.106 -29.297 -35.484
Währungsumrechnungs- und sonstige Differenzen -520 -520 -4.189 -5.229 1.162
Aufzinsung 3.971 3.686 2.122 9.779 7.257
Endbestand Wertberichtigung 80.872 61.828 324.772 467.472 353.683
davon Wertberichtigung nicht-performende Leasingforderung 0 0 288.685 288.685 240.885
davon Wertberichtigung performende Leasingforderung 80.872 61.828 36.087 178.787 112.798

Die Position "Änderung der vertraglichen Zahlungsströme infolge von Modifikation (ohne Ausbuchung)" enthält die Wertberichtigungen auf die in Kapitel 1 "Bilanzierung- und Bewertungsmethoden" beschriebenen Stundungsvereinbarungen aus dem Leasinggeschäft. Leasingverträge mit Stundungsvereinbarung wurden aufgrund von Ihrem Zahlungsverhalten nach Beendigung der Stundung bzw. aufgrund einer Verlängerung des Stundungszeitraums auf die Wertberichtigungsstufen 1, 2 und 3 aufgeteilt.

4. FINANZSCHULDEN

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TEUR 30.09.2020 31.12.2019
Finanzschulden
Kurzfristige Finanzschulden
Asset Based 326.835 403.975
Senior Unsecured 661.105 758.420
Zweckgebundene Förderdarlehen 202.023 83.122
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 677.439 469.910
davon gegenüber Kreditinstituten 5.600 6.300
Sonstige Bankschulden 1.005 886
davon Kontokorrentschulden 1.005 73
Summe kurzfristige Finanzschulden 1.868.407 1.716.313
Langfristige Finanzschulden
Asset Based 472.643 512.943
Senior Unsecured 2.712.137 2.813.124
Zweckgebundene Förderdarlehen 161.954 177.761
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 626.589 420.525
Summe langfristige Finanzschulden 3.973.323 3.924.353
Summe Finanzschulden 5.841.730 5.640.666

4.1 ASSET BASED FINANZSCHULDEN

4.1.1 STRUKTURIERTE EINHEITEN

Folgende konsolidierte strukturierte Einheiten bestanden zum Stichtag: Opusalpha Purchaser II Limited, Kebnekaise Funding Limited, CORAL PURCHASING(Ireland) 2 DAC, FCT "GK"-COMPARTMENT "G2" (FCT GK 2), FCT "GK"-COMPARTMENT "G3" (FCT GK 3) sowie FCT "GK"-COMPARTMENT "G4" (FCT GK 4). Sämtliche strukturierten Einheiten sind als Asset-Backed-Commercial-Paper-(ABCP-)Programme aufgelegt.

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30.09.2020 31.12.2019
Programmvolumen in Landeswährung
TEUR 947.802 947.802
TGBP 150.000 150.000
Programmvolumen in TEUR 1.112.213 1.124.107
Inanspruchnahme in TEUR 775.775 860.064
Buchwert in TEUR 695.067 761.560
davon kurzfristig 271.466 334.040
davon langfristig 423.601 427.520

4.1.2 FORDERUNGSVERKAUFSVERTRÄGE

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30.09.2020 31.12.2019
Programmvolumen in Landeswährung
TEUR 20.000 20.000
TGBP 100.000 100.000
TPLN 0 80.000
TBRL 185.000 185.000
Programmvolumen in TEUR 157.507 197.298
Inanspruchnahme in TEUR 103.666 153.634
Buchwert in TEUR 103.666 153.634
davon kurzfristig 54.783 68.798
davon langfristig 48.883 84.836

4.1.3 RESTWERTDARLEHEN

Die Restwertdarlehen dienen insbesondere zur Finanzierung von Restwerten von Leasingverträgen, bei denen die Raten im Rahmen des Forderungsverkaufs veräußert wurden.

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TEUR 30.09.2020 31.12.2019
Buchwert 745 1.724
davon kurzfristig 586 1.137
davon langfristig 159 587

4.2 SENIOR UNSECURED FINANZSCHULDEN

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Buchwerte der einzelnen Refinanzierungsinstrumente:

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TEUR 30.09.2020 31.12.2019
Anleihen 2.786.260 2.764.192
davon kurzfristig 433.992 336.652
davon langfristig 2.352.268 2.427.540
Schuldscheindarlehen 426.390 431.587
davon kurzfristig 107.485 92.449
davon langfristig 318.905 339.138
Commercial Paper 20.000 226.500
Revolving Credit Facility 96.367 114.319
davon kurzfristig 55.403 67.873
davon langfristig 40.964 46.446
Geldhandel 9.938 11.770
davon kurzfristig 9.938 11.770
davon langfristig 0 0
Kontokorrent 8.406 3.829
Zinsabgrenzung 25.881 19.347

Folgende Tabelle zeigt den Refinanzierungsrahmen der einzelnen Instrumente:

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30.09.2020 31.12.2019
Anleihen TEUR 5.000.000 3.500.000
Commercial Paper TEUR 750.000 750.000
Revolving Credit Facility TEUR 330.000 330.000
Revolving Credit Facility TPLN 100.000 100.000
Revolving Credit Facility TCHF 20.000 20.000
Revolving Credit Facility THRK 125.000 125.000
Geldhandel TEUR 35.000 35.000

4.2.1 ANLEIHEN

Im Geschäftsjahr wurden bisher drei Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 210.000 TEUR sowie 300.000 THKD begeben. Planmäßig wurden 153.000 TEUR und 70.000 TCHF getilgt.

4.2.2 SCHULDSCHEINDARLEHEN

Im Geschäftsjahr wurden bisher drei neue Schuldscheindarlehen begeben. Das Gesamtvolumen der neu begebenen Darlehen beläuft sich auf 19.000 TEUR und 40.000 TCHF. Planmäßig getilgt wurden 46.500 TEUR, 10.000 TPLN, 46.000 TDKK und 48.000 TSEK.

4.3 ZWECKGEBUNDENE FÖRDERDARLEHEN

Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der in Anspruch genommenen Förderdarlehen bei den einzelnen Förderbanken.

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TEUR 30.09.2020 31.12.2019
Beze
Europäische Investitionsbank 99.788 -
NRW.BANK 59.627 69.439
Thüringer Aufbaubank 4.155 4.104
Investitionsbank des Landes Brandenburg 1.781 3.006
KfW 197.190 182.555
Landeskreditbank Baden-Württemberg -Förderbank 1.436 1.778
Zinsabgrenzung 0 1
Summe der Förderdarlehen 363.977 260.883

5. ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNG

Auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Brasilien, Polen und Türkei, die das Leasinggeschäft in den entsprechenden Ländern abbilden und für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Factoring Schweiz, wurde zum 30. September 2020 eine Wertminderung auf Teile der jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe von insgesamt 7.128 TEUR vorgenommen. Ursächlich dafür waren überwiegend ungeplante rückläufige Neugeschäftszahlen in diesen Märkten, die insbesondere von der COVID-19 Pandemie geprägt sind und eine Neubewertung der damit verbundenen Marktentwicklung die Bewertungen prägte. Die erwartete Erholung des Neugeschäfts auf ein Niveau wie vor der Pandemie, wird sich aufgrund der gestiegenen Neuinfektionszahlen voraussichtlich später einstellen als noch im letzten Quartal vermutet wurde.

6. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN

Die GRENKE AG hat als Garantiegeber für einzelne Franchisegesellschaften Finanzgarantien in Höhe von 71,2 Mio. EUR (Vorjahr 31.12.2019: 72,0 Mio. EUR) ausgereicht, welche das maximale Ausfallrisiko darstellen. Die tatsächliche Ausnutzung vonseiten der Garantienehmer war geringer und beläuft sich auf 37,9 Mio. EUR (Vorjahr 31.12.2019: 37,5 Mio. EUR).

7. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag waren nicht zu verzeichnen.

INFORMATIONEN UND KONTAKT

GRENKE AG
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76532 Baden-Baden

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Telefon: +49 7221 5007-204
Telefax: +49 7221 5007-4218
E-Mail: investor@grenke.de

Disclaimer

In dieser Quartalsmitteilung erfolgt die Darstellung von Zahlen in der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den jeweiligen Rundungen können sich Differenzen einzelner Werte gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten Zahl ergeben, die naturgemäß keinen signifikanten Charakter haben können. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter.

Die Quartalsmitteilung erscheint in deutscher und englischer Sprache. Maßgeblich ist stets die deutsche Fassung

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