GRENKE AGBaden-BadenQuartalsmitteilung zum 3. Quartal und den ersten neun Monaten 2020QUARTALSMITTEILUNGZUM 3. QUARTAL UND DEN ERSTEN NEUN MONATEN 2020 GRENKE KONZERNKENNZAHLENGRENKE GRUPPEscrollen
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* Regionen: DACH: Deutschland, Österreich,
Schweiz
GRENKE Gruppe = GRENKE Konzern inklusive
Franchisepartner
GRENKE KONZERNscrollen
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GRENKE Gruppe = GRENKE Konzern inklusive
Franchisepartner
AUF EINEN BLICKBREITE DIVERSIFIZIERUNG
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KURSINFORMATION
VERKÜRZTER KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHT1. GESCHÄFTSVERLAUFscrollen
1.1 ANGRIFF DURCH SHORTSELLERAm 15. September 2020 veröffentlichte Viceroy
Research einen Bericht, in dem zahlreiche Behauptungen und
Anschuldigungen gegen die GRENKE AG erhoben wurden. Nach
eigener Aussage hat Viceroy Aktien der GRENKE AG im Vorfeld
der Veröffentlichung leerverkauft und setzte auf einen
fallenden Aktienkurs. In einem 64-seitigen Bericht wurden
unter anderem die Übernahme und Werthaltigkeit von
Franchise-Unternehmen, die Offenlegung verbundener
Parteien, die Existenz der im Halbjahresfinanzbericht 2020
ausgewiesenen liquiden Mitteln, die Werthaltigkeit des
Geschäftsmodells und die Besetzung des Aufsichtsrats
thematisiert.
Der Aufsichtsrat der GRENKE AG hat auf Vorschlag des
Vorstands den Abschlussprüfer der Gesellschaft KPMG
mit der Ausweitung der Prüfungshandlungen im Rahmen
der Tätigkeit als Abschlussprüfer beauftragt. Im
Rahmen dieser Tätigkeit soll KPMG die negativen
Darstellungen von Viceroy-Research als
Prüfungsschwerpunkt hinsichtlich ihrer Auswirkungen
auf den von KPMG zu prüfenden Jahres- und
Konzernabschluss sowie zusammengefassten Lagebericht
würdigen. Zudem wurde die
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein
Grant Thornton mandatiert, die Marktüblichkeit der
Franchise-Übernahmen der Vergangenheit und deren
Vorteilhaftigkeit für die GRENKE AG zu
überprüfen. Die GRENKE AG hat überdies der
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(BaFin) umfassende Kooperation bei Untersuchungen der
Behörde zugesichert und begrüßt die
Beauftragung der weltweit tätigen Prüfungs- und
Beratungsgesellschaft Mazars durch die BaFin für eine
Sonderprüfung nach § 44 Kreditwesengesetz.
Wesentliche Vorwürfe, insbesondere zur
Liquidität des GRENKE Konzerns, wurden
ausgeräumt. Im Detail hat KPMG Bankbestätigungen
der Bankguthaben für 99,4% zum 30. Juni 2020 (1,07
Mrd. Euro) und für 99,2% der Bankguthaben zum 15.
September 2020 (0,96 Mrd. Euro) erhalten.
Warth & Klein Grant Thornton ist mit der
Überprüfung der Marktüblichkeit und
Vorteilhaftigkeit der Übernahme von
Franchise-Unternehmen befasst.
Warth & Klein Grant Thornton hat Informationen zu
sämtlichen Franchiseübernahmen erhalten und
überprüft vier ausgewählte Transaktionen
zwischen 2008 und 2018. Nach 2018 ist keine weitere
Übernahme erfolgt. Bei diesen vier Übernahmen
handelt es sich um die größten Übernahmen,
die zusammengenommen rund 60 Prozent der gezahlten
Kaufpreise für alle bisher erworbenen
Franchise-Gesellschaften umfassen. Die Nachweise für
die Auszahlungen der Kaufpreise der untersuchten
Franchiseübernahmen wurden erbracht und werden
abschließend überprüft.
Warth & Klein Grant Thornton hat dem Aufsichtsrat
der Gesellschaft vorläufige Zwischenergebnisse
mitgeteilt. Danach generieren die vier
überprüften Franchiseunternehmen zusammengenommen
für den Konzern Ergebnisbeiträge. Diese
Ergebnisbeiträge fallen zum einen direkt in den
einzelnen Landesgesellschaften und zum anderen auch in
anderen Konzerngesellschaften an. Insgesamt liegen diese,
nach Auffassung des Vorstands, im Rahmen von
Ergebniserwartungen, die eine Investition in Beteiligungen
rechtfertigen. Aus Sicht des Vorstands, können die
Übernahmen daher als für den GRENKE Konzern
positiv bezeichnet werden.
KPMG prüft darüber hinaus den
Leasingvertragsbestand mit Zufallsstichproben und stimmt
Zahlungseingänge von Leasingnehmern zum 1. Juli 2020,
1. August 2020 und 1. Oktober 2020 für die
wirtschaftlich größten Märkte Deutschland,
Italien, Frankreich, Großbritannien, Spanien und
Portugal ab. Daneben analysiert KPMG in einer
Zufallsstichprobe die Existenz der Leasingverträge auf
Einzelfallbasis. Ausgewählte wesentliche
Vertragsdokumente und Zahlungen der Stichprobe werden
überprüft. Darüber hinaus wurden
ausgewählte Leasingnehmer direkt von KPMG
angeschrieben, um den Leasingvertrag sowie die ausstehenden
Leasingraten zu bestätigen.
Seit dem Jahr 2003 erfolgt die Expansion des GRENKE
Konzerns in neue Märkte unter anderem über
Franchise-Unternehmen, an denen die
geschäftsführenden Gesellschafter dieser
Unternehmen mit einer substanziellen Minderheitsbeteiligung
beteiligt sind. Die Kapitalmehrheit liegt bei verschiedenen
Finanzinvestoren, darunter die CTP Handels- und
Beteiligungs GmbH (CTP). Nach typischerweise vier bis sechs
Jahren hat GRENKE in der Vergangenheit die
Franchise-Unternehmen erwerben können.
GRENKE beabsichtigt, die bestehenden 16
Franchise-Unternehmen zu integrieren, die der Konzern noch
nicht übernommen hat. Dazu will der GRENKE-Vorstand
zügig Gespräche mit den bisherigen
Eigentümern dieser Gesellschaften aufnehmen. Der
indirekte Eigentümer der CTP, Unternehmensgründer
Wolfgang Grenke, hatte im September angeboten, seine
Beteiligungen an den Franchise-Unternehmen an die GRENKE AG
vorzeitig zu veräußern. Gleiches gilt für
die Garuna AG, die ebenso Anteile hält.
Etwaige Transaktionen in diesem Zusammenhang sollen auf
Basis unabhängiger Wertgutachten erfolgen. Der Konzern
plant, den Erwerb der Anteile von allen Finanzinvestoren in
den nächsten 12 bis 18 Monaten schrittweise zu
vollziehen.
Unabhängig von der künftig entstehenden
Konsolidierungspflicht für die Franchise-Unternehmen
in den Konzern nach IFRS will die GRENKE AG schon mit dem
Jahresabschluss für das Jahr 2020 eine
Pro-forma-Konsolidierung vornehmen und dabei die erwarteten
Auswirkungen auf die Bilanz aufzeigen.
Seit 21. September 2020 lässt Wolfgang Grenke sein
Aufsichtsratsmandat bei der GRENKE AG ruhen, bis die
Vorwürfe hinsichtlich etwaiger Interessenkonflikte
vollständig ausgeräumt sind. Das gilt auch
für sein Aufsichtsratsmandat bei der GRENKE Bank AG
sowie sein Verwaltungsratsmandat bei der Schweizer
Grenkeleasing AG. Am 1. Oktober 2020 wählte der
Aufsichtsrat der GRENKE AG Jens Rönnberg
interimistisch zum stellvertretenden
Aufsichtsratsvorsitzenden. Herr Rönnberg wurde zudem
zum Mitglied des Personalausschusses bestimmt.
Die GRENKE AG prüft die Einleitung rechtlicher
Schritte gegen Viceroy Research.
Weitere Informationen zu der Thematik und die
Stellungnahmen von GRENKE stehen auf der Webseite
www.grenke.de/shortattack zur Verfügung.
1.2 AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIEDas wirtschaftliche Umfeld der GRENKE Gruppe blieb im
dritten Quartal 2020 maßgeblich von den Auswirkungen
der Corona-Pandemie bestimmt. Nach dem schweren Einbruch
infolge der Beschränkungen des öffentlichen
Lebens und wirtschaftlichen Handelns (Lockdown) im ersten
Halbjahr 2020, zeichnete sich für die meisten
Volkswirtschaften im dritten Quartal eine Erholung ab.
Allerdings stiegen die Neuinfektionszahlen zum Ende des
dritten Quartals in vielen Ländern wieder an - mit
weiterer Tendenz zum Negativen zu Beginn von Q4.
Die großen europäischen Volkswirtschaften
wurden von der Corona-Pandemie überdurchschnittlich
stark getroffen. So erwartet das ifo Institut für 2020
Rückgänge der Wirtschaftsleistung in Frankreich
und Italien um jeweils minus 9,6 Prozent, in
Großbritannien um minus 10,7 Prozent und Spanien um
minus 11,4 Prozent. Der Einbruch in diesen Ländern
erklärt sich zum einen durch die Dauer und den Umfang
der verhängten Lockdown-Maßnahmen, die relativ
hohe Abhängigkeit vom Tourismus und bereits vor der
Krise bestehende strukturelle Herausforderungen, wie unter
anderem den anstehenden Brexit. In Deutschland (ifo
Prognose: -5,5 Prozent) erwies sich die Wirtschaft bislang
als vergleichsweise widerstandsfähig. Sie profitierte
von den frühzeitigen Maßnahmen zur
Eindämmung der Pandemie und umfangreichen staatlichen
Hilfsprogrammen.
Das Neugeschäft der GRENKE Gruppe Leasing in der
Berichtsperiode spiegelt weitgehend die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung wider. Nachdem sich das
Neugeschäft in den ersten beiden Monaten des Jahres
zunächst innerhalb der zu Jahresbeginn
prognostizierten Bandbreite bewegte, lag das Geschäft
in den Monaten März bis Mai 2020 im Vergleich zum
Vorjahr auf deutlich niedrigerem Niveau. Im Juni setzte
eine erste Belebung ein, die sich in den Monaten Juli bis
September fortsetzte. Mit einem Rückgang von 24,6
Prozent gegenüber der Vorjahresperiode bewegte sich
das Leasingneugeschäft im dritten Quartal 2020 leicht
über der vom Vorstand Ende Juli 2020 kommunizierten
Größenordnung von etwa 70 Prozent des
Vorjahresniveaus. GRENKE hat mit seinen Leasingkunden
Stundungsvereinbarungen abgeschlossen, durch die die Kunden
aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie und deren Folgen
Unterstützung erfahren. Bei den
Stundungsvereinbarungen werden einzelne Zahlungen für
Leasingraten für einen festgelegten Zeitraum
unverzinst gestundet und somit erst zu einem späteren
Zeitpunkt fällig.
Für einige Länder haben sich die
längerfristigen Aussichten und Planungsparameter
aufgrund der Corona-Pandemie verändert. Dies
führte zu außerordentlichen Wertminderungen auf
die Geschäfts- oder Firmenwerte der
Leasinggesellschaften in Polen, der Türkei, Brasilien
sowie der Factoringgesellschaft in der Schweiz.
GRENKE hat sich dem veränderten wirtschaftlichen
Umfeld in den ersten neun Monaten 2020 angepasst. Im
Mittelpunkt der Geschäftssteuerung stehen die
Qualität des kontrahierten Neugeschäfts und ein
ausgewogenes Eingehen von Risiken. Dabei nimmt GRENKE
bewusst ein geringeres Neugeschäftsvolumen in Kauf,
erzielt aber gleichzeitig höhere DB2-Margen, mit denen
potenziell höhere Risiken abgefedert werden
können. Darüber hinaus hatte sich der GRENKE
Konzern aufgrund der erhöhten Unsicherheiten bereits
im ersten Halbjahr bewusst entschieden, eine im Vergleich
zu den Vorjahren deutlich größere
Liquidität in Höhe von nunmehr 796,7 Mio. EUR zum
Berichtsstichtag vorzuhalten. Die liquiden Mittel dienen
der Reduzierung möglicher Liquiditätsrisiken und
erhöhen die finanzielle Unabhängigkeit.
1.3 NEUGESCHÄFT DER GRENKE GRUPPEDas Neugeschäftsvolumen der GRENKE Gruppe umfasst
das neu finanzierte Geschäftsvolumen des Konzerns und
der nicht-konsolidierten Franchisepartner. Die zum Ende des
zweiten Quartals einsetzende Belebung des Neugeschäfts
hat sich im dritten Quartal 2020 fortgesetzt. So sank das
Neugeschäft gegenüber dem Vorjahresquartal
aufgrund des beschriebenen wirtschaftlichen Umfelds zwar um
19,2 Prozent auf 704,1 Mio. EUR (Q3 2019: 870,9 Mio. EUR),
im zweiten Quartal 2020 (598,1 Mio. EUR) jedoch betrug der
Rückgang des Neugeschäfts verglichen mit dem
Vorjahresquartal noch 34,2 Prozent. In den ersten neun
Monaten 2020 ging das Neugeschäft der Gruppe um 16,6
Prozent auf 2.173,3 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 2.604,9 Mio. EUR)
zurück.
Im Geschäftsbereich Leasing (GRENKE Gruppe Leasing)
erreichte das Neugeschäftsvolumen - das ist die Summe
der Anschaffungskosten neu erworbener
Leasinggegenstände - im dritten Quartal 2020 517,6
Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahresquartal (Q3 2019:
686,8 Mio. EUR) ergab sich ein Rückgang von 24,6
Prozent. In den ersten neun Monaten 2020 fiel das
Neugeschäftsvolumen insgesamt um 23,4 Prozent auf
1.601,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 2.091,7 Mio. EUR). Von den
Berichtsregionen der Gruppe verzeichnete die DACH-Region,
in der die Länder Deutschland, Österreich und
Schweiz zusammengefasst sind, im Neunmonatszeitraum den
geringsten Rückgang mit 5,7 Prozent auf 435,9 Mio. EUR
(Q1-Q3 2019: 462,1 Mio. EUR). Zu dem relativ stabilen
Neugeschäft in der Region trug maßgeblich die
Entwicklung in Deutschland bei, wo das Neugeschäft in
den ersten neun Monaten nur um 5,5 Prozent fiel. In seinem
Heimatmarkt profitierte GRENKE von seinen umfangreichen und
langjährigen Beziehungen zu Kunden und Händlern.
Darüber hinaus war Deutschland von der Corona-Pandemie
weniger stark getroffen, als andere europäische
Staaten. In Westeuropa ohne DACH nahm das Neugeschäft
in den ersten neun Monaten um 28,4 Prozent auf 389,0 Mio.
EUR ab (Q1-Q3 2019: 543,6 Mio. EUR). In Frankreich, dem
wichtigsten Einzelmarkt in der Region Westeuropa, sank das
Neugeschäftsvolumen um 31,4 Prozent. Südeuropa
verzeichnete einen Rückgang von 31,6 Prozent auf 438,1
Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 640,8 Mio. EUR), wobei das
Neugeschäft in Italien als bedeutendster Markt der
Region um 36,4 Prozent zurückging. In der Region
Nord-/Osteuropa sank das Neugeschäft um 24,8 Prozent
und erreichte ein Volumen von 265,3 Mio. EUR (Q1-Q3 2019:
352,6 Mio. EUR). In Großbritannien nahm das
Neugeschäft um 35,9 Prozent ab. Ausgehend von einer
noch relativ niedrigen Basis verzeichneten die übrigen
Regionen einen Rückgang des akquirierten
Neugeschäftsvolumens von 21,2 Prozent auf 73,0 Mio.
EUR (Q1-Q3 2019: 92,6 Mio. EUR).
NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING 1
1 Erläuterung Regionen siehe Folgeseite.
Die Struktur des Leasingportfolios blieb im Zeitraum von
Januar bis September 2020 stabil. So entfiel auf
medizintechnische Produkte, kleine Maschinen und Anlagen,
Sicherheitsgeräte sowie auf sonstige Objekte im
Berichtszeitraum ein Anteil am Neugeschäft von
zusammen 36,6 Prozent (Q1-Q3 2019: 36,7 Prozent).
Die GRENKE Gruppe registrierte in den ersten neun
Monaten 2020 398.174 Leasinganfragen (Q1-Q3 2019: 454.937).
Die Anzahl der neu abgeschlossenen Leasingverträge lag
im gleichen Zeitraum bei 190.328 (Q1-Q3 2019: 231.852), was
einer rückläufigen Umwandlungsquote (Anfragen in
Verträge) von 47,8 Prozent (Q1-Q3 2019: 51,0 Prozent)
entsprach. Auf die internationalen Märkte entfielen
321.311 Anfragen (Q1-Q3 2019: 376.642), die zu 142.199
(Q1-Q3 2019: 185.964) neuen Verträgen führten.
Entsprechend fiel die Umwandlungsquote dort auf 44,3
Prozent (Q1-Q3 2019: 49,4 Prozent). In der DACH-Region
stieg die Umwandlungsquote dagegen auf 62,6 Prozent (Q1-Q3
2019: 58,6 Prozent). Der mittlere Wert pro
Leasingvertragsabschluss nahm in den ersten neun Monaten
auf 8.413 EUR ab (Q1-Q3 2019: 9.022 EUR). Die auf
Gruppenebene leicht gesunkene Umwandlungsquote sowie der
niedrigere mittlere Wert pro Leasingvertragsabschluss
spiegeln eine restriktivere Annahme von Leasinganfragen
wider. Hierbei lag der Fokus auf Vertragsabschlüssen
mit geringen Volumina aus Branchen bzw. mit Unternehmen mit
guter bis sehr guter Bonitätsbewertung.
Der Anteil der per eSignature geschlossenen
Verträge stieg im Berichtszeitraum auf 29,2 Prozent
(Q1-Q3 2019: 24,3 Prozent). Das eSignature-Verfahren ist
derzeit in 20 Märkten etabliert und ermöglicht
es, Leasingverträge vollständig digital
abzuwickeln.
Der Deckungsbeitrag 2 (DB2) des
Leasing-Neugeschäfts, der Barwert der operativen
Erträge eines Leasingvertrags inklusive Risikokosten,
Service- und Verwertungsertrag, sank zwar absolut in den
ersten neun Monaten 2020 auf 289,5 Mio. EUR (Q1-Q3 2019:
350,3 Mio. EUR), die DB2-Marge verbesserte sich jedoch auf
18,1 Prozent (Q1-Q3 2019: 16,7 Prozent). Die gestiegene
Marge resultierte im Wesentlichen aus dem höheren
Anteil des hoch profitablen Small-Ticket-Geschäfts und
war über alle Regionen hinweg zu verzeichnen. Im
dritten Quartal 2020 lag die DB2-Marge bei 18,4 Prozent,
was eine weitere Verbesserung gegenüber dem ersten
Halbjahr 2020 (17,9 Prozent) bedeutete.
Die auf Neunmonatssicht stärkste Margenverbesserung
konnte in der Region Südeuropa erzielt werden. Im
Vorjahreszeitraum war die DB2-Marge dort durch das
Auslaufen der Steuervergünstigungen für
Leasingfinanzierungen in Italien ("Super ammortamento")
belastet. Durch die Steuervergünstigungen für
Leasinggeber konnte GRENKE seinen Kunden verbesserte
Vertragskonditionen anbieten. Nach dem Ende des Programms
passte GRENKE seine Konditionen Anfang 2019 an, erzielte
aber infolgedessen zu Beginn des Jahres 2019 zunächst
eine schwächere DB2-Marge. In den folgenden Quartalen
stieg die DB2-Marge sukzessive wieder an. Die DB1-Marge des
Leasinggeschäfts (Deckungsbeitrag 1 zu
Anschaffungskosten) lag in den ersten neun Monaten 2020
leicht verbessert bei 12,7 Prozent und erreichte einen Wert
von 202,6 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 12,3 Prozent bzw. 258,1
Mio. EUR).
Die vorgenannten Darstellungen betreffen das
Neugeschäft alle Tochter- und Franchisegesellschaften.
Das Leasing-Neugeschäft der Franchisegesellschaften
umfasste in den ersten neun Monaten 2020 ein Volumen von
50,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 60,4 Mio. EUR), wovon 44,0 Mio.
auf die übrigen Regionen (Q1-Q3 2019: 54,6 Mio. EUR)
und 6,2 Mio. EUR auf die Region Nordeuropa entfiel (Q1-Q3
2019: 5,8 Mio. EUR). Der Deckungsbeitrag 2 der
Franchisebetriebe insgesamt belief sich auf 10,9 Mio. EUR
nach 12,9 Mio. EUR in der Vorjahresperiode. Davon sind 9,5
Mio. EUR den übrigen Regionen zuzurechnen (Q1-Q3-2019:
11,6 Mio. EUR).
Das Neugeschäftsvolumen des Geschäftsbereichs
Factoring (GRENKE Gruppe Factoring) - die Summe der
angekauften Forderungen - sank in den ersten neun Monaten
2020 um 1,7 Prozent auf 467,7 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 475,7
Mio. EUR). Leichtes Wachstum von 2,1 Prozent verzeichnete
das Neugeschäft in Deutschland, das ein Volumen von
132,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 129,4 Mio. EUR) erreichte. Bei
einem deutlich erhöhten Anteil des
Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion) von 24,0
Prozent (Q1-Q3 2019: 17,0 Prozent) sank die Brutto-Marge in
Deutschland auf 1,40 Prozent (Q1-Q3 2019: 1,57 Prozent).
Dagegen war das internationale Geschäft der GRENKE
Gruppe Factoring mit 335,6 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 346,2 Mio.
EUR) um 3,1 Prozent rückläufig. Auf
internationaler Ebene stieg der Anteil des
Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion), bei dem
keine Ausfallrisiken übernommen werden, auf 26,9
Prozent (Q1-Q3 2019: 22,2 Prozent). Die Brutto-Marge in den
internationalen Märkten fiel leicht auf 1,41 Prozent
(Q1-Q3 2019: 1,54 Prozent). Die Brutto-Marge bezieht sich
auf den durchschnittlichen Zeitraum eines
Factoring-Geschäftes von ca. 26 Tagen in Deutschland
(Q1-Q3 2019: ca. 28 Tage) und ca. 48 Tagen auf
internationaler Ebene (Q1-Q3 2019: ca. 42 Tage).
Die GRENKE Bank baute ihr Neugeschäft im Bereich
Kreditgeschäft für KMU im Neunmonatszeitraum 2020
auf 104,3 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 37,6 Mio. EUR) aus. Die
GRENKE Bank profitierte dabei vor allem von der gestiegenen
Nachfrage nach KFW- Förderkrediten. Das Einlagevolumen
der GRENKE Bank nahm zum Stichtag 30. September 2020 auf
1.300,0 Mio. EUR zu. Es lag damit 47,0 Prozent über
dem Wert von 884,2 Mio. EUR zum Ende des
Geschäftsjahres 2019 und 62,7 Prozent über dem
Stand zum Ende des 3. Quartals 2019 (799,3 Mio. EUR).
Gegenüber dem sehr hohen Stand zum Halbjahresstichtag
2020 (1.312,3 Mio. EUR) ergab sich dagegen ein minimaler
Rückgang.
AUFTEILUNG NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING NACH REGIONEN
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1.4 GESCHÄFTSVERLAUF DES GRENKE KONZERNSAm 6. August 2020 hielt die GRENKE AG ihre erste
virtuelle ordentliche Hauptversammlung 2020 ab. Alle
Tagesordnungspunkte wurden von der Hauptversammlung mit
großer Mehrheit gebilligt. Diese umfassten neben der
Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, der Wahl von Jens
Rönnberg in den Aufsichtsrat, der Wahl von KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als
Abschlussprüfer für das laufende
Geschäftsjahr und einer Satzungsänderung zur
Ermöglichung der Briefwahl auch die Zustimmung zur
Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien. Darüber
hinaus beschloss die Hauptversammlung für das
Geschäftsjahr 2019 eine Aktiendividende. Nach ihrer
Wahl konnten die Aktionärinnen und Aktionäre
ihren Dividendenanspruch entweder ausschließlich in
bar oder teilweise in bar und teilweise in Form von Aktien
der GRENKE AG ausüben.
AUSGEWÄHLTE ANGABEN AUS DER KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscrollen
2. WIRTSCHAFTSBERICHT2.1 ERTRAGSLAGE2.1.1 VERGLEICH DRITTES QUARTAL 2020 VERSUS 2019Die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem
Finanzierungsgeschäft erhöhten sich im dritten
Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent. Der
nur geringe Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem
niedrigen Neugeschäftsvolumen in den ersten neun
Monaten des Jahres. Die Aufwendungen aus der Verzinsung
stiegen mit 14,9 Prozent überproportional, sodass das
Zinsergebnis im dritten Quartal per Saldo um 2,5 Prozent
auf 96,0 Mio. EUR (Q3 2019: 93,6 Mio. EUR) zunahm.
Die Aufwendungen für Schadensabwicklung und
Risikovorsorge stiegen im dritten Quartal 2020 infolge der
Corona-Pandemie um 51,7 Prozent auf 48,8 Mio. EUR (Q3 2019:
32,2 Mio. EUR). Gegenüber dem Vorquartal (Q2 2020:
62,2 Mio. EUR) ergab sich dagegen
erwartungsgemäß ein Rückgang der
Schäden von 21,6 Prozent. Bei der Entwicklung der
Schadensabwicklung und Risikovorsorge ist zu
berücksichtigen, dass sich diese Position aus zwei
Teilen zusammensetzt. Zum einen beinhaltet sie
Wertberichtigungen für bereits eingetretene
Ausfälle. Zum anderen werden darin die erwarteten
Ausfälle im Sinne einer Risikovorsorge erfasst.
Gemäß IFRS 9 basiert die Ermittlung der
erwarteten Kreditausfälle auf einem dreistufigen
Ansatz. Tritt eine signifikante Verschlechterung des
Kreditrisikos (Stufe 2) oder eine
Bonitätsbeeinträchtigung (Stufe 3) ein, ist eine
Risikovorsorge in Höhe der über die gesamte
restliche Vertragslaufzeit erwarteten Verluste zu bilden.
Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden zum
Stichtag gegenüber dem Vorjahr deutlich mehr
Leasingverträge identifiziert, die in Stufe 2 und
Stufe 3 einzuordnen waren, was entsprechend zu einer
erhöhten Risikovorsorge führte. Die
überwiegende Anzahl der betroffenen
Leasingverträge war zum Ende des Berichtszeitraums
allerdings ungekündigt. Sofern in der Zukunft eine
Verbesserung dieser Verträge eintritt, sind diese
Leasingverträge wieder in eine vorangegangene Stufe zu
transferieren und die dann zu viel gebildete Risikovorsorge
ist aufzulösen. Gegenüber dem Berichtsstichtag
30.06.2020 sind jedoch weniger Leasingverträge der
Stufe 3 zuzuordnen.
Insgesamt summierte sich die Risikovorsorge nach IFRS 9
für alle drei Stufen und ungekündigte
Leasingverhältnisse betreffend im Berichtsquartal auf
19,7 Mio. EUR. Dies betraf insbesondere die Märkte in
Italien und Frankreich. Im zweiten Quartal 2020 hatte die
Risikovorsorge nach IFRS 9 allerdings noch bei 31,0 Mio.
EUR gelegen. Die von GRENKE gewährten Stundungen
führten zum Stichtag zu Wertberichtigungen von
insgesamt 53,7 Mio. EUR. Der größte Anteil
hiervon, 72 Prozent der gesamten Wertberichtigung, ist der
IFRS 9 Stufe 1 zuzurechnen. Für weitergehende
Informationen zur Schadensabwicklung und Risikovorsorge
wird auf Abschnitt 3 auf Seite 27 des verkürzten
Konzernanhangs verwiesen.
Die Schadenquote des Konzerns, die das Verhältnis
aus der Position Schadensabwicklung und Risikovorsorge
(Zähler) und dem Vermietvolumen (Nenner) abbildet,
erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 2,2
Prozent (Q3 2019: 1,6 Prozent) während sie
gegenüber dem Vorquartal (Q2 2020: 2,8 Prozent) um 60
Basispunkte zurückging. Der Anstieg gegenüber dem
Vorjahresquartal war sowohl durch die höhere
Risikovorsorge als auch durch das geringere Wachstum des
Vermietvolumens, das die Nettoanschaffungswerte aller
laufenden Leasingverträge zusammenfasst,
begründet. Aufgrund des Neugeschäfts in den
ersten neun Monaten nahm das Vermietvolumen zum Stichtag
30. September 2020 (9.031 Mio. EUR) gegenüber dem Wert
zum Jahresende (31. Dezember 2019: 8.474 Mio. EUR) um 6,6
Prozent zu.
Aufgrund der höheren Risikovorsorge sank das
Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im
dritten Quartal 2020 um 23,3 Prozent auf 47,1 Mio. EUR (Q3
2019: 61,5 Mio. EUR).
Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft stieg im
Berichtsquartal um 7,3 Prozent auf 28,8 Mio. EUR (Q3 2019:
26,9 Mio. EUR) und profitierte weiterhin von dem hohen
Neugeschäftsvolumen der Vorjahre. Demgegenüber
sank das Ergebnis aus dem Neugeschäft um 33,7 Prozent
auf 8,6 Mio. EUR (Q3 2019: 13,0 Mio. EUR) und spiegelt das
rückläufige Neugeschäft des dritten Quartals
2020 wider. Das Verwertungsminderergebnis verbesserte sich
gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf -0,3 Mio. EUR (Q3
2019: -1,7 Mio. EUR), blieb damit aber weiterhin leicht im
negativen Bereich. In Summe sanken die operativen
Erträge im dritten Quartal 2020 um 15,4 Prozent auf
84,3 Mio. EUR (Q3 2019: 99,6 Mio. EUR).
Der Personalaufwand fiel im dritten Quartal im
Wesentlichen aufgrund niedrigerer variabler
Vergütungskomponenten um 8,9 Prozent auf 26,0 Mio. EUR
(Q3 2019: 28,5 Mio. EUR). Die Anzahl der durchschnittlich
Beschäftigten legte dagegen um 6,3 Prozent auf 1.753
zu (auf Basis Vollzeitbeschäftigter; Q1-Q3 2019:
1.649). Die Abschreibungen verdoppelten sich im
Berichtsquartal nahezu auf 14,2 Mio. EUR (Q3 2019: 7,4 Mio.
EUR). Der Hauptgrund für den Anstieg waren
Wertminderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte der
Leasinggesellschaften in Polen, der Türkei und
Brasilien sowie der Factoringgesellschaft in der Schweiz in
Höhe von insgesamt 7,1 Mio. EUR. Die Wertminderungen
basieren auf reduzierten langfristigen Planwerten dieser
Gesellschaften und resultierten im Wesentlichen aus
geringeren Wachstumserwartungen infolge der
Corona-Pandemie. Für weitere Details wird auf die
Ausführungen im Anhang zum verkürzten
Konzernzwischenabschluss verwiesen.
Trotz der durch die Attacke des Shortsellers
verursachten zusätzlichen Rechts-, Beratungs- und
Prüfungskosten von 2,0 Mio. EUR sank der Vertriebs-
und Verwaltungsaufwand im dritten Quartal 2020 um 4,4
Prozent auf 18,5 Mio. EUR (Q3 2019: 19,3 Mio. EUR). Der
Rückgang resultierte vor allem aus
rückläufigen Werbungs- und Reisekosten sowie
niedrigeren IT-Projektkosten. Der Saldo aus den sonstigen
betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag im
Berichtsquartal bei 0,3 Mio. EUR (Q3 2019: - 1,2 Mio. EUR).
Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr resultierte im
Wesentlichen aus geringeren
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen. Die
Wertminderungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte
führten im dritten Quartal 2020 zu einem Anstieg der
Cost-Income-Ratio auf 45,5 Prozent (Q3 2019: 43,8 Prozent);
ohne die Wertminderungen wäre die Cost-Income-Ratio
dagegen auf 40,1 Prozent gesunken. Bei der Entwicklung ist
zu berücksichtigen, dass GRENKE - wie im
Geschäftsbericht 2019 erläutert - die
Cost-Income-Ratio seit dem Geschäftsjahr 2020
entsprechend der Standardberechnungsmethode in der
Finanzbranche ohne Berücksichtigung der Aufwendungen
für Schadensabwicklung und Risikovorsorge berechnet.
Das operative Ergebnis des dritten Quartals fiel infolge
der gestiegenen Risikovorsorge und der Wertminderungen auf
die Geschäfts- oder Firmenwerte um 39,9 Prozent auf
25,9 Mio. EUR (Q3 2019: 43,2 Mio. EUR) und der Gewinn vor
Steuern um 46,3 Prozent auf 22,9 Mio. EUR (Q3 2019: 42,7
Mio. EUR). Zum vergleichsweise stärkeren Rückgang
des Gewinns vor Steuern trugen auch die sonstigen
Zinsaufwendungen bei, die auf 3,4 Mio. EUR (Q3 2019: 1,2
Mio. EUR) zunahmen. Diese resultieren unter anderem aus
Negativzinsen auf Guthaben bei der Deutschen Bundesbank. Da
die Wertminderungen auf die Geschäfts- oder
Firmenwerte nicht steuerlich abzugsfähig sind, stieg
die Steuerquote im dritten Quartal auf 22,7 Prozent (Q3
2019: 16,6 Prozent). Auf dieser Basis ergab sich im
Berichtsquartal ein um 50,3 Prozent rückläufiger
Gewinn von 17,7 Mio. EUR (Q3 2019: 35,6 Mio. EUR). Das
entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,38 EUR (Q3 2019:
0,77 EUR).
Entsprechend der Vertragsgestaltung der Hybridanleihen
wurden die Gewinnanteile der Hybridkapitalgeber (7,4 Mio.
EUR nach 6,5 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum) bei der
Berechnung des Ergebnisses je Aktie zum 30. März 2020
in voller Höhe erfasst. Bei einer ökonomischen
Betrachtung des Ergebnisses je Aktie und einer
entsprechenden periodischen Abgrenzung der Zinszahlungen
für Hybridkapital ergibt sich für das dritte
Quartal 2020 ein Ergebnis je Aktie von 0,33 EUR (Q3 2019:
0,73 EUR).
2.1.2 NEUNMONATSVERGLEICH 2020 VERSUS 2019Die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem
Finanzierungsgeschäft stiegen in den ersten neun
Monaten 2020 um 9,7 Prozent auf 341,5 Mio. EUR (Q1-Q3 2019:
311,2 Mio. EUR). Die Aufwendungen aus der Verzinsung der
Refinanzierung nahmen um 15,2 Prozent auf 46,4 Mio. EUR
nach 40,3 Mio. EUR in der Vorjahresperiode zu. Das
Zinsergebnis stieg demzufolge um 8,9 Prozent auf 295,1 Mio.
EUR (Q1-Q3 2019: 271,0 Mio. EUR) an.
Die Risikovorsorge nach IFRS 9 belief sich im
Neunmonatszeitraum 2020 auf 69,3 Mio. EUR und führte
zu einem Anstieg der Aufwendungen für
Schadensabwicklung und Risikovorsorge von 74,3 Prozent auf
161,8 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 92,9 Mio. EUR). Die
Schadenquote nahm entsprechend auf 2,4 Prozent zu (Q1-Q3
2019: 1,6 Prozent). Das Zinsergebnis nach
Schadensabwicklung und Risikovorsorge fiel im
Berichtszeitraum um 25,2 Prozent auf 133,2 Mio. EUR (Q1-Q3
2019: 178,1 Mio. EUR).
Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft legte in den
ersten neun Monaten um 17,2 Prozent zu während das
Ergebnis aus dem Neugeschäft um 23,1 Prozent sank. Das
Verwertungsminderergebnis verbesserte sich leicht auf -1,8
Mio. EUR (Q1-Q3 2019: -2,0 Mio. EUR). Demzufolge fielen die
operativen Erträge insgesamt in den ersten neun
Monaten gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum
um 14,4 Prozent und erreichten 248,6 Mio. EUR (Q1-Q3 2019:
290,4 Mio. EUR).
Die Personalaufwendungen als wichtigste Aufwandsposition
blieben in den ersten neun Monaten 2020 mit 84,2 Mio. EUR
nahezu auf Vorjahreshöhe (Q1-Q3 2019: 84,9 Mio. EUR).
Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand sank um 5,5 Prozent
auf 53,0 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 56,1 Mio. EUR) und
profitierte hauptsächlich von rückläufigen
Vertriebs- und IT-Projektkosten. Die Abschreibungen nahmen
dagegen aufgrund der Wertminderungen auf die
Geschäfts- oder Firmenwerte um 36,3 Prozent auf 29,0
Mio. EUR zu (Q1-Q3 2019: 21,3 Mio. EUR). Der Saldo aus den
sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag
bei - 5,0 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: -1,5 Mio. EUR) und
resultierten aus der Zunahme der sonstigen betrieblichen
Aufwendungen infolge gestiegener
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen. Diese ergaben
sich im Wesentlichen aus temporären Differenzen
während der Dauer von Sicherungsbeziehungen im
Fremdwährungsbereich, die sich derzeit nicht im
Hedge-Accounting befinden. Hier treffen die Umrechnung zum
Stichtagskurs von Bilanzpositionen und die Markbewertung
der Devisenterminkurse aufeinander. Über die Laufzeit
der Sicherungsbeziehungen wird sich diese abbauen, sodass
am Ende der kontrahierte Devisenterminkurs, zu dem die
Absicherung erfolgte, maßgeblich ist und realisiert
wird. Insgesamt sank die Cost-Income-Ratio in den ersten
neun Monaten 2020 auf 43,1 Prozent (Q1-Q3 2019: 44,0
Prozent).
Das operative Ergebnis sank in den ersten neun Monaten
des Geschäftsjahres 2020 um 38,8 Prozent auf 77,5 Mio.
EUR (Q1-Q3 2019: 126,6 Mio. EUR). Der Gewinn vor Steuern
ging um 43,8 Prozent auf 69,5 Mio. EUR zurück (Q1-Q3
2019: 123,7 Mio. EUR). Die Steuerquote der Berichtsperiode
stieg auf 19,9 Prozent nach 16,1 Prozent im
Vorjahreszeitraum. Entsprechend lag der Gewinn nach Steuern
bei 55,7 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 103,8 Mio. EUR) und ging
somit um 46,3 Prozent zurück. Daraus errechnet sich
ein Ergebnis je Aktie von 1,04 EUR (Q1-Q3 2019: 2,10 EUR).
AUSGEWÄHLTE ANGABEN AUS DER KONZERN-BILANZscrollen
2.2 VERMÖGENS- UND FINANZLAGE2.2.1 VERMÖGENSLAGEIm Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2019
erhöhte sich die Bilanzsumme des GRENKE Konzerns zum
Stichtag 30. September 2020 um 3,3 Prozent auf 7,4 Mrd. EUR
(31. Dezember 2019: 7,1 Mrd. EUR). Ein Großteil
dieses Anstiegs resultierte aus der Zunahme der
Zahlungsmittel, die zum Stichtag bei 796,7 Mio. EUR lagen
(31. Dezember 2019: 434,4 Mio. EUR). In der aktuellen
gesamtwirtschaftlichen Situation legt der GRENKE Konzern
einen besonderen Fokus auf eine ausreichende
Liquiditätsvorhaltung, um flexibel auf
Marktgegebenheiten reagieren zu können. Insgesamt
hält der Konzern deutlich mehr Zahlungsmittel bereit,
als kurzfristig aus den Verbindlichkeiten des GRENKE
Konzerns Fälligkeiten zu bedienen sind.
Zudem ist der Konzern aufgrund aufsichtsrechtlicher
Vorgaben verpflichtet, einen Liquiditätspuffer
vorzuhalten. So befanden sich zum Stichtag 597,3 Mio. EUR
(31. Dezember 2019: 212,2 Mio. EUR) auf Konten der
Deutschen Bundesbank, was aufgrund des negativen
Guthabenzinses i.H.v. -0,5 Prozent entsprechende
Zinsaufwendungen verursacht. Gegenüber dem Stand zum
Ende des zweiten Quartals (30. Juni 2020: 1,1 Mrd. EUR)
nahmen die Zahlungsmittel infolge des sich im dritten
Quartal belebenden Neugeschäfts
erwartungsgemäß um 26,1 Prozent ab. Somit trugen
der hohe Zahlungsmittelbestand und der operative Cashflow
wie vorgesehen wesentlich zur Finanzierung des
Neugeschäftes bei.
Die größte Bilanzposition des Konzerns - die
lang- und kurzfristigen Leasingforderungen - lag zum
Bilanzstichtag mit 5,6 Mrd. EUR auf annähernd
unveränderter Höhe (31. Dezember 2019: 5,6 Mrd.
EUR). Diese Entwicklung reflektiert das niedrige
Neugeschäftsvolumen in der Berichtsperiode.
Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen
Vermögenswerte auf 203,8 Mio. EUR (31. Dezember 2019:
322,7 Mio. EUR) resultierte hauptsächlich aus
stichtagsbedingt niedrigeren
Umsatzsteuererstattungsansprüchen.
Die Abnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte auf
94,0 Mio. EUR (31. Dezember 2019: 106,6 Mio. EUR) ergab
sich zum einen durch Wechselkurseffekte, insbesondere aus
der Abwertung des brasilianischen Real und der
türkischen Lira. Zum anderen führten
festgestellte Wertminderungen der Leasinggesellschaften in
Polen, der Türkei und Brasilien sowie der
Factoringgesellschaft in der Schweiz zu
außerordentlichen Abschreibungen in Höhe von
insgesamt 7,1 Mio. EUR.
Auf der Passivseite der Bilanz nahmen die kurz- und
langfristigen Finanzschulden in Summe um 3,6 Prozent auf
5,8 Mrd. EUR zu (31. Dezember 2019: 5,6 Mrd. EUR). Der
größte Anteil entfiel auf die kurz- und
langfristigen Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung, die
gegenüber dem Jahresende 2019 um 4,5 Prozent auf 4,5
Mrd. EUR (31. Dezember 2019: 4,7 Mrd. EUR)
zurückgingen. Die kurz- und langfristigen
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft, die einen
wesentlichen Beitrag zur Refinanzierung des
Leasinggeschäftes und somit der Leasingforderungen
darstellen, stiegen dagegen um 46,4 Prozent auf 1,3 Mrd.
EUR (31. Dezember 2019: 0,9 Mrd. EUR).
Das Eigenkapital des Konzerns nahm zum 30. September
2020 um 0,9 Prozent auf 1.260,1 Mio. EUR zu (31. Dezember
2019: 1.248,8 Mio. EUR). Dem in der Berichtsperiode
erwirtschafteten Konzerngewinn in Höhe von 55,7 Mio.
EUR standen die Ausschüttung einer Dividende von 37,1
Mio. EUR, die Zinszahlung für das Hybridkapital (7,4
Mio. EUR) und negative Effekte aus der
Währungsumrechnung (11,1 Mio. EUR) gegenüber.
Positive Effekte ergab sich dagegen aus der Ausgabe von
Aktien im Zuge der Aktiendividende (8,8 Mio. EUR) und aus
der Marktbewertung von Hedging-Instrumenten (2,8 Mio. EUR).
Aufgrund der Ausweitung der Bilanzsumme infolge des
höheren Zahlungsmittelbestands sank die
Eigenkapitalquote zum 30. September 2020 auf 17,1 Prozent
(31. Dezember 2019: 17,5 Prozent). Damit übertraf die
Eigenkapitalausstattung des Konzerns aber weiterhin die
langfristige Orientierungsmarke von mindestens 16,0
Prozent.
2.2.2 LIQUIDITÄTDank des hohen Bestands an Zahlungsmitteln und der breit
diversifizierten Refinanzierungsstruktur war der GRENKE
Konzern im Berichtszeitraum jederzeit in der Lage, seine
Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Über die Tochtergesellschaft Grenke Finance PLC
wurden in den ersten neun Monaten 2020 drei neue
Festzinsanleihen mit einem Gesamtvolumen von brutto 210
Mio. EUR und 300 Mio. HKD emittiert. Weitere Informationen
zu den begebenen Schuldverschreibungen sind in den Angaben
zum verkürzten Konzernzwischenabschluss dargestellt
und zudem auf der Website
www.grenke.de/unternehmen/investor-relations/fremd-kapital/emittierte-anleihen
abrufbar. Darüber hinaus wurden drei
Schuldscheindarlehen über 19 Mio. EUR und 40 Mio. CHF
emittiert. Im kurzfristigen Bereich emittierte GRENKE in
den ersten neun Monaten acht Commercial Paper über 70
Mio. EUR. Getilgt wurden im Berichtszeitraum Anleihen
über 153 Mio. EUR und 70 Mio. CHF sowie
Schuldscheindarlehen über 46,5 Mio. EUR, 10 Mio. PLN,
46 Mio. DKK und 48 Mio. SEK.
Die Ausnutzung der ABCP-Programme lag zum 30. September
2020 bei 652,0 Mio. EUR und 109,7 Mio. GBP (31. Dezember
2019: 709,9 Mio. EUR und 125 Mio. GBP). Das Gesamtvolumen
dieser Programme betrug 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP
(31. Dezember 2019: 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP).
Die offenen Kreditlinien des Konzerns (d. h. Banklinien
plus verfügbares Volumen aus Anleihen und Commercial
Paper) betrugen zum Stichtag 3.197,5 Mio. EUR, 36,0 Mio.
PLN, 40,0 Mio. HRK und 10,0 Mio. CHF (31. Dezember 2019:
1.565,6 Mio. EUR, 27,0 Mio. PLN, 70,0 Mio. HRK und 14,5
Mio. CHF).
Zudem hat der Konzern seine Zusammenarbeit mit
Förderbanken intensiviert und die bestehenden
Programme zur weiteren Unterstützung von KMUs
ausgedehnt. Zum 30. September 2020 beliefen sich die
Förderdarlehen in Summe auf 364,0 Mio. EUR (31.
Dezember 2019: 260,9 Mio. EUR).
Die Refinanzierung über Bankeinlagen der GRENKE
Bank lag zum Stichtag 30. September 2020 bei 1.300,0 Mio.
EUR nach 799,3 Mio. EUR zum vergleichbaren Zeitpunkt des
Vorjahrs. Dies entspricht einem Anstieg von 62,7 Prozent.
2.2.3 FINANZLAGEAUSGEWÄHLTE ANGABEN AUS DER KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNGscrollen
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
stieg in den ersten neun Monaten 2020 auf 433,1 Mio. EUR
(Q1-Q3 2019: 174,2 Mio. EUR). Der Netto-Cashflow aus
Investitionen in das Neugeschäft umfasst in dieser
Darstellung zum einen die Investitionen für neue
Leasingforderungen. Darin enthalten sind die
Nettoanschaffungswerte für die Leasingobjekte und die
direkt mit dem Vertragsabschluss entstehenden Kosten. Zum
zweiten sind diesen Auszahlungen die Einzahlungen aus der
Zunahme der Refinanzierung sowie dem Einlagengeschäft
der GRENKE Bank gegenübergestellt. Der negative
Cashflow von Investition Neugeschäft - 194,8 Mio. EUR
zeigt, dass GRENKE einen Teil des Neugeschäftes ohne
neue Refinanzierungen realisierte. Denn der starke Cashflow
Bestandsgeschäft von 532,6 Mio. EUR ermöglicht
eine Refinanzierung des Neugeschäftes aus dem eigenen
Cashflow und den vorsorglichen Aufbau liquider Mittel.
Nach gezahlten/erhaltenen Steuern und Zinsen belief sich
der Netto-Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit im Berichtszeitraum auf 420,6
Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 152,1 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug in
den ersten neun Monaten 2020 -11,9 Mio. EUR (Q1-Q3 2019:
-18,1 Mio. EUR). Er beinhaltete im Wesentlichen die
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und
immateriellen Vermögensgegenständen von 12,5 Mio.
EUR (Q1-Q3 2019: 18,6 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erreichte
im Neunmonatszeitraum 48,5 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: -53,9 Mio.
EUR). Die Verbesserung ergab sich im Wesentlichen aus der
Tatsache, dass die Dividendenzahlung - aufgrund der von der
Hauptversammlung beschlossenen Aktiendividende - nur zu
einem Mittelabfluss von 28,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 37,1
Mio. EUR) führte. Die Zinszahlung auf das
Hybridkapital lag bei 10,7 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 9,4 Mio.
EUR). Aus der Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten
ergab sich zudem ein Mittelabfluss von 8,8 Mio. EUR (Q1-Q3
2019: 7,8 Mio. EUR).
Somit lag die Summe der Cashflows in den ersten neun
Monaten bei 360,2 Mio. EUR (Q1-Q3 2019: 80,0 Mio. EUR). Der
Bestand an Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten stieg zum Stichtag 30.
September 2020 entsprechend auf 795,7 Mio. EUR nach 434,3
Mio. EUR zum Geschäftsjahresende 2019.
3. CHANCEN-, RISIKO- UND PROGNOSEBERICHT3.1 CHANCEN UND RISIKENDurch die Beschränkungen der gesamtwirtschaftlichen
Aktivität infolge der Corona-Pandemie im Jahresverlauf
2020 sind die Unsicherheiten gegenüber der im
Geschäftsbericht 2019 dargestellten Situation deutlich
gestiegen, was vor allem für Kredit- und
Liquiditätsrisiken gilt.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet
für 2020 mit einem spürbaren Einbruch der
wirtschaftlichen Leistung in fast allen Volkswirtschaften.
Zwar haben viele Staaten umfangreiche Hilfsprogramme in
Form von Kreditzusagen und -garantien auf den Weg gebracht,
um die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen
sicherzustellen, dennoch ist im laufenden
Geschäftsjahr mit einem deutlichen Anstieg der
Unternehmensinsolvenzen zu rechnen. So erwartet
beispielsweise Euler Hermes eine Zunahme der weltweiten
Insolvenzen von 17 Prozent. In den ersten neun Monaten 2020
hat sich auch das Zahlungsverhalten der Kunden des GRENKE
Konzerns durch die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen
verändert, obwohl seit Juni 2020 gegenüber den
Vormonaten bereits eine Verbesserung zu beobachten war.
Infolge von verspäteten oder ausbleibenden
Zahlungseingängen ist für das Geschäftsjahr
mit einem Anstieg der Schäden zu rechnen, was sich zum
30. September 2020 in Form einer gestiegenen IFRS
9-Risikovorsorge niederschlägt. Der GRENKE Konzern hat
das Risikoprognosemodell nach IFRS 9 bislang nicht
angepasst und an der bisherigen Methode zur Ermittlung der
erwarteten Ausfälle zum 30. September 2020
festgehalten. Seit der ersten Beurteilung der Folgen der
Pandemie im ersten Quartal 2020 geht der GRENKE Konzern
unverändert davon aus, dass sich für das
Gesamtjahr 2020 eine Schadenquote von bis zu 2,3 Prozent
ergeben kann. Für Risiken, die aus einer weiteren
Ausbreitung der Corona-Pandemie entstehen könnten,
sieht sich der GRENKE Konzern durch den vorsorglich
aufgebauten hohen Zahlungsmittelbestand gut vorbereitet.
Dieser verschafft dem Konzern die notwendige
Flexibilität, um auch bei niedrigerem
Neugeschäftsvolumen auf die dynamische Entwicklung im
Zusammenhang mit dem Corona-Virus reagieren zu können.
Das wirtschaftliche Umfeld bietet gleichwohl Chancen,
indem Erkenntnisse und Beobachtungen frühzeitig in die
Risikomessung integriert und das risikoadjustierte
Kontrahieren von Verträgen ermöglicht werden.
GRENKE strebt eine möglichst optimale Balance zwischen
Risiko und Deckungsbeitrag an. Außerdem festigen sich
Kunden- und Partnerbeziehungen dadurch, dass GRENKE auch in
schwierigen gesamtwirtschaftlichen Phasen weiterhin
Unternehmen beim Umsetzen von Investitionsvorhaben
unterstützt.
3.2 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGENIn seiner jüngsten Prognose vom Oktober 2020 hat
der Internationale Währungsfonds seine
Schätzungen für das laufende Jahr etwas nach oben
korrigiert. Zwar erwartet der IWF immer noch eine tiefe
Rezession, der Einbruch der Weltwirtschaft wird aber nur
noch auf 4,4 Prozent veranschlagt (Juni-Prognose: -4,9
Prozent). Die etwas optimistischere Sicht bezieht sich vor
allem auf die fortgeschrittenen Volkswirtschaften,
insbesondere die Eurozone (-8,3 Prozent nach zuvor -10,2
Prozent) und die Vereinigten Staaten (-4,3 Prozent nach
zuvor -8,0 Prozent), die durch massive staatliche
Konjunkturprogramme gestützt werden. Für das
kommende Jahr rechnet der IWF mit einer Fortsetzung der
Erholung, die allerdings aufgrund der Risiken über den
weiteren Verlauf der Pandemie mit großen
Unsicherheiten behaftet ist. Insgesamt erwartet der IWF
für 2021 ein Wachstum der Weltwirtschaft von 5,2
Prozent. Für die Eurozone wird ebenfalls ein Anstieg
von 5,2 Prozent in Aussicht gestellt.
3.3 UNTERNEHMENSPROGNOSEWie bereits im April und Juli 2020 bekanntgegeben, ist
der Einfluss der Corona-Pandemie auf die weitere
Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der GRENKE-Gruppe
weiterhin nicht verbindlich abschätzbar und nicht in
der am 11. Februar 2020 veröffentlichten Prognose
für das Geschäftsjahr 2020 enthalten. Die
Neugeschäftsentwicklung für das laufende
Geschäftsjahr bleibt insgesamt vom weiteren Verlauf
der Corona-Pandemie sowie den damit verbundenen
wirtschaftlichen Beschränkungen abhängig. Vor dem
Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage infolge
der COVID-19-Pandemie erwartet der Vorstand das
Neugeschäft im 4. Quartal 2020 auf ungefähr 60
Prozent des Vorjahresquartalsniveaus. Zu Jahresbeginn war
für das Neugeschäft zunächst ein Wachstum
zwischen 14 und 18 Prozent avisiert worden.
Der Konzern ist in der Lage, auf Basis eines geringeren
Neugeschäftsvolumens und angemessenen
Kosteneinsparungen auch in der Krise profitabel zu
arbeiten, auch wenn der Gewinn unter dem Niveau liegen
wird, welches zu Jahresbeginn in einem Zielkorridor von 153
bis 165 Mio. EUR avisiert worden war. Auf Basis der guten
Liquiditätslage sowie der stabilen Anzahl von
Mitarbeitenden - insbesondere im Vertrieb - kann der GRENKE
Konzern auf entsprechende Lockerungen und
Normalisierungsentwicklungen aber sofort reagieren.
Vorstand und Aufsichtsrat sind zuversichtlich, dass die
GRENKE Gruppe nach Abflauen der globalen Corona-Pandemie
ihren seit vielen Jahren anhaltenden Wachstumskurs wieder
einschlagen kann.
WELTWEIT VOR ORT
SOLIDE KENNZAHLENscrollen
BREITE REFINANZIERUNGSBASIS
DIGITALE AUSRICHTUNGscrollen
VERKÜRZTER KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSSKONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscrollen
1 Vorjahreswerte teilweise angepasst (siehe
Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss,
Kapitel "Anpassungen")
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGscrollen
KONZERN-BILANZVermögenswertescrollen
Schulden und Eigenkapitalscrollen
1 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die
unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden.
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGscrollen
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGscrollen
scrollen
ANGABEN ZUM VERKÜRZTEN KONZERNZWISCHENABSCHLUSS1. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENDie vorliegende Quartalsmitteilung der GRENKE AG ist
eine Quartalsmitteilung nach § 53 der
Börsenordnung für die Frankfurter
Wertpapierbörse und stellt keinen vollständigen
Zwischenabschluss im Sinne des International Accounting
Standard (IAS) 34 dar. Die Quartalsmitteilung wurde nach
den Rechnungslegungsstandards der International Financial
Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden
sind, aufgestellt. Sie ist im Zusammenhang mit dem
IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 zu lesen. Die
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen
grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Die
Auswirkungen von Änderungen, die sich durch die
verpflichtende Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards
ergeben haben, waren für den GRENKE Konzern nicht
wesentlich. Eine prüferische Durchsicht im Sinne von
§ 115 Abs. 5 WpHG ist nicht erfolgt.
1.1 STUNDUNGSVEREINBARUNGENGRENKE hat mit seinen Leasingkunden
Stundungsvereinbarungen abgeschlossen, durch die die Kunden
aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie und deren Folgen
Unterstützung erfahren. Bei den
Stundungsvereinbarungen werden einzelne Zahlungen für
Leasingraten für einen festgelegten Zeitraum
unverzinst gestundet und somit erst zu einem späteren
Zeitpunkt fällig. Teile dieser Stundungsvereinbarungen
basieren auf gesetzlichen Moratorien. Nach der
Einschätzung von GRENKE haben die vereinbarten
Stundungen zu keiner Änderung des Umfangs eines
Leasingverhältnisses oder der Gegenleistung für
ein Leasingverhältnis geführt. Daher werden die
Zahlungsänderungen als nicht-substantielle
Vertragsänderung (Modifikation) behandelt. Der dem
Leasingverhältnis zugrundeliegende Zinssatz wird
für die Berechnung der Nettoinvestition in das
Leasingverhältnis unverändert fortgeführt.
Zudem wurden mit Kunden im Kreditgeschäft ebenfalls
Stundungsvereinbarungen getroffen. Hier wurden dem
Schuldner Kreditraten für einen gewissen Zeitraum,
jedoch verzinslich, gestundet. Es handelt sich auch in
diesem Fall um eine nicht-substantielle
Vertragsänderung, da weder die qualitativen noch die
quantitativen Indikatoren erfüllt werden eine
Modifikation zu begründen. Wir verweisen hierzu auf
die geschilderten Bilanzierungsmethoden im Anhang des
Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019.
2. ANPASSUNGENAufgrund der retrospektiven Anpassung des IFRS 16
"Leasingverhältnisse" für Leasinggeber im
Vorjahr, welche erst im Konzernabschluss zum 31. Dezember
2019 vollzogen wurde, ergab sich entsprechend eine
Änderung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
zum 30. September 2019. Das Zinsergebnis erhöhte sich
um 31.038 TEUR und die Schadensentwicklung und
Risikovorsorge um 611 TEUR. In diesem Zusammenhang
reduzierte sich das Ergebnis aus dem Neugeschäft um
31.951 TEUR und das Verwertungsmehr-(+)/minder(-)ergebnis
stieg um 2.404 TEUR an. Insgesamt kam es zu einer
Erhöhung des Gewinns vor Steuern um 881 TEUR und des
Gewinns (nach Steuern) um 728 TEUR. Für weitere
Erläuterungen wird auf den Konzernabschluss zum 31.
Dezember 2019 im Konzernanhang unter Abschnitt "2.1.4 IFRS
16 Leasingverhältnisse - Der Konzern als Leasinggeber"
verwiesen.
3. LEASINGFORDERUNGENscrollen
Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen
der Leasingforderungen und die Wertberichtigung auf die
Leasingforderungen pro IFRS 9 Wertberichtigungsstufe. Der
GRENKE Konzern verfügt über keine als POCI
klassifizierten Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 9.
scrollen
Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der
Wertberichtigungen auf den Bestand an kurzfristigen und
langfristigen Leasingforderungen.
scrollen
Die Position "Änderung der vertraglichen
Zahlungsströme infolge von Modifikation (ohne
Ausbuchung)" enthält die Wertberichtigungen auf die in
Kapitel 1 "Bilanzierung- und Bewertungsmethoden"
beschriebenen Stundungsvereinbarungen aus dem
Leasinggeschäft. Leasingverträge mit
Stundungsvereinbarung wurden aufgrund von Ihrem
Zahlungsverhalten nach Beendigung der Stundung bzw.
aufgrund einer Verlängerung des Stundungszeitraums auf
die Wertberichtigungsstufen 1, 2 und 3 aufgeteilt.
4. FINANZSCHULDENscrollen
4.1 ASSET BASED FINANZSCHULDEN4.1.1 STRUKTURIERTE EINHEITENFolgende konsolidierte strukturierte Einheiten bestanden
zum Stichtag: Opusalpha Purchaser II Limited, Kebnekaise
Funding Limited, CORAL PURCHASING(Ireland) 2 DAC, FCT
"GK"-COMPARTMENT "G2" (FCT GK 2), FCT "GK"-COMPARTMENT "G3"
(FCT GK 3) sowie FCT "GK"-COMPARTMENT "G4" (FCT GK 4).
Sämtliche strukturierten Einheiten sind als
Asset-Backed-Commercial-Paper-(ABCP-)Programme aufgelegt.
scrollen
4.1.2 FORDERUNGSVERKAUFSVERTRÄGEscrollen
4.1.3 RESTWERTDARLEHENDie Restwertdarlehen dienen insbesondere zur
Finanzierung von Restwerten von Leasingverträgen, bei
denen die Raten im Rahmen des Forderungsverkaufs
veräußert wurden.
scrollen
4.2 SENIOR UNSECURED FINANZSCHULDENFolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die
Buchwerte der einzelnen Refinanzierungsinstrumente:
scrollen
Folgende Tabelle zeigt den Refinanzierungsrahmen der
einzelnen Instrumente:
scrollen
4.2.1 ANLEIHENIm Geschäftsjahr wurden bisher drei Anleihen mit
einem Volumen von insgesamt 210.000 TEUR sowie 300.000 THKD
begeben. Planmäßig wurden 153.000 TEUR und
70.000 TCHF getilgt.
4.2.2 SCHULDSCHEINDARLEHENIm Geschäftsjahr wurden bisher drei neue
Schuldscheindarlehen begeben. Das Gesamtvolumen der neu
begebenen Darlehen beläuft sich auf 19.000 TEUR und
40.000 TCHF. Planmäßig getilgt wurden 46.500
TEUR, 10.000 TPLN, 46.000 TDKK und 48.000 TSEK.
4.3 ZWECKGEBUNDENE FÖRDERDARLEHENFolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der in Anspruch
genommenen Förderdarlehen bei den einzelnen
Förderbanken.
scrollen
5. ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGAuf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Brasilien,
Polen und Türkei, die das Leasinggeschäft in den
entsprechenden Ländern abbilden und für die
zahlungsmittelgenerierende Einheit Factoring Schweiz, wurde
zum 30. September 2020 eine Wertminderung auf Teile der
jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe
von insgesamt 7.128 TEUR vorgenommen. Ursächlich
dafür waren überwiegend ungeplante
rückläufige Neugeschäftszahlen in diesen
Märkten, die insbesondere von der COVID-19 Pandemie
geprägt sind und eine Neubewertung der damit
verbundenen Marktentwicklung die Bewertungen prägte.
Die erwartete Erholung des Neugeschäfts auf ein Niveau
wie vor der Pandemie, wird sich aufgrund der gestiegenen
Neuinfektionszahlen voraussichtlich später einstellen
als noch im letzten Quartal vermutet wurde.
6. EVENTUALVERBINDLICHKEITENDie GRENKE AG hat als Garantiegeber für einzelne
Franchisegesellschaften Finanzgarantien in Höhe von
71,2 Mio. EUR (Vorjahr 31.12.2019: 72,0 Mio. EUR)
ausgereicht, welche das maximale Ausfallrisiko darstellen.
Die tatsächliche Ausnutzung vonseiten der
Garantienehmer war geringer und beläuft sich auf 37,9
Mio. EUR (Vorjahr 31.12.2019: 37,5 Mio. EUR).
7. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGWesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag waren
nicht zu verzeichnen.
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Neuer Markt 2
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DisclaimerIn dieser Quartalsmitteilung erfolgt die Darstellung von
Zahlen in der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den
jeweiligen Rundungen können sich Differenzen einzelner
Werte gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten
Zahl ergeben, die naturgemäß keinen
signifikanten Charakter haben können. Aus Gründen
der leichteren Lesbarkeit wird auf eine
geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet.
Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung
für alle Geschlechter.
Die Quartalsmitteilung erscheint in deutscher und
englischer Sprache. Maßgeblich ist stets die deutsche
Fassung
GRENKE AG
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