GRENKE AG

Baden-Baden

Finanzbericht zum 2. Quartal und dem ersten Halbjahr 2021

2. QUARTAL UND
1. HALBJAHR 2021

GRENKE KONZERN

FINANZBERICHT

KONZERNKENNZAHLEN

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EINHEIT Q2 2021 Q2 2020 VERÄNDERUNG (%)
NEUGESCHÄFT LEASING TEUR 398.629 402.308 - 0,9
DACH * TEUR 111.058 131.616 - 15,6
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 109.599 85.770 27,8
Südeuropa * TEUR 91.294 104.017 - 12,2
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 65.795 62.086 6,0
Übrige Regionen * TEUR 20.883 18.820 11,0
NEUGESCHÄFT FACTORING TEUR 175.215 141.666 23,7
davon Deutschland TEUR 56.441 42.336 33,3
davon International TEUR 118.774 99.330 19,6
GRENKE BANK
Einlagevolumen zum Periodenende TEUR 1.505.197 1.312.333 14,7
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft inkl. Mikrokreditgeschäft TEUR 6.115 54.173 - 88,7
DECKUNGSBEITRAG 2 (DB2) DES NEUGESCHÄFTS
LEASING TEUR 72.137 70.425 2,4
DACH * TEUR 14.257 18.190 - 21,6
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 21.038 16.594 26,8
Südeuropa * TEUR 18.832 19.516 - 3,5
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 13.048 11.705 11,5
Übrige Regionen * TEUR 4.962 4.419 12,3
SONSTIGE ANGABEN LEASING
Anzahl der Neuverträge Stück 56.078 50.381 11,3
Mittlerer Anschaffungswert TEUR 7,1 8,0 - 11,0
Mittlere Vertragslaufzeit Monate 47,6 47,3 0,6
Vermietvolumen zum Periodenende Mio. EUR 8.766 8.897 - 1,5
Anzahl der laufenden Verträge zum Periodenende Stück 987.083 976.156 1,1
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EINHEIT Q1 - Q2 2021 Q1 - Q2 2020 VERÄNDERUNG (%)
NEUGESCHÄFT LEASING TEUR 764.464 1.083.585 - 29,5
DACH * TEUR 215.389 289.857 - 25,7
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 208.044 263.180 - 21,0
Südeuropa * TEUR 174.707 300.871 - 41,9
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 122.996 182.587 - 32,6
Übrige Regionen * TEUR 43.328 47.089 - 8,0
NEUGESCHÄFT FACTORING TEUR 330.628 313.392 5,5
davon Deutschland TEUR 107.275 91.531 17,2
davon International TEUR 223.353 221.861 0,7
GRENKE BANK
Einlagevolumen zum Periodenende TEUR 1.505.197 1.312.333 14,7
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft inkl. Mikrokreditgeschäft TEUR 20.851 72.180 - 71,1
DECKUNGSBEITRAG 2 (DB2) DES NEUGESCHÄFTS
LEASING TEUR 143.643 194.313 - 26,1
DACH * TEUR 29.121 42.456 - 31,4
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 42.385 50.019 - 15,3
Südeuropa * TEUR 36.799 56.805 - 35,2
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 24.855 34.542 - 28,1
Übrige Regionen * TEUR 10.483 10.491 - 0,1
SONSTIGE ANGABEN LEASING
Anzahl der Neuverträge Stück 105.291 126.035 - 16,5
Mittlerer Anschaffungswert TEUR 7,3 8,6 - 15,6
Mittlere Vertragslaufzeit Monate 47,9 48 ,3 - 0,8
Vermietvolumen zum Periodenende Mio. EUR 8.766 8.897 - 1,5
Anzahl der laufenden Verträge zum Periodenende Stück 987.083 976.156 1,1

* Regionen: DACH: Deutschland, Österreich, Schweiz
Westeuropa (ohne DACH): Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande
Südeuropa: Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien
Nord- /​ Osteuropa: Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Lettland, Norwegen, Schweden /​ Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn
Übrige Regionen: Australien, Brasilien, Chile, Kanada, Singapur, Türkei, VAE, USA

Konsolidierte Franchisegesellschaften:
Leasing: Australien (2x), Chile, Kanada (3x), Lettland, Singapur, USA
Factoring: Großbritannien, Irland, Polen, Ungarn

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EINHEIT Q2 2021 Q2 2020 VERÄNDERUNG (%)
angepasst 1
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Zinsergebnis TEUR 94.490 101.255 - 6,7
Schadensabwicklung und Risikovorsorge TEUR 39.532 66.192 - 40,3
Gesamtkosten /​ -aufwand TEUR 62.568 52.031 20,3
Operatives Ergebnis TEUR 28.190 19.152 47,2
EBT (Gewinn vor Steuern) TEUR 24.134 16.345 47,7
GEWINN TEUR 18.264 13.520 35,1
ERGEBNIS STAMMAKTIONÄRE TEUR 18.493 14.237 29,9
Ergebnis Hybridkapitalgeber TEUR 0 0 n.a.
Ergebnis nicht beherrschende Anteile TEUR - 229 - 717 68,1
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) EUR 0,40 0,31 29,0
Cost-Income-Ratio Prozent 50,9 40,0 27,3
Personalaufwand TEUR 33.337 29.033 14,8
davon Gesamtvergütung TEUR 27.891 23.954 16,4
davon fixe Vergütung TEUR 22.795 18.520 23,1
davon variable Vergütung TEUR 5.096 5.434 - 6,2
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter nach Vollzeitäquivalent (VZÄ) Personen 1.832 1.865 - 1,8
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EINHEIT Q1 - Q2 2021 Q1- Q2 2020 VERÄNDERUNG (%)
angepasst 1
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Zinsergebnis TEUR 189.607 205.959 - 7,9
Schadensabwicklung und Risikovorsorge TEUR 84.123 123.134 - 31,7
Gesamtkosten /​ -aufwand TEUR 126.434 110.406 14,5
Operatives Ergebnis TEUR 47.875 45.777 4,6
EBT (Gewinn vor Steuern) TEUR 42.410 40.712 4,2
GEWINN TEUR 32.251 33.171 - 2,8
ERGEBNIS STAMMAKTIONÄRE TEUR 23.974 30.563 - 21,6
Ergebnis Hybridkapitalgeber TEUR 9.404 7.428 26,6
Ergebnis nicht beherrschende Anteile TEUR - 1.127 - 4.820 76,6
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) EUR 0,52 0,66 - 21,2
Cost-Income-Ratio Prozent 51,1 41,9 22,0
Personalaufwand TEUR 65.011 60.763 7,0
davon Gesamtvergütung TEUR 53.919 49.948 8,0
davon fixe Vergütung TEUR 42.946 37.832 13,5
davon variable Vergütung TEUR 10.973 12.116 - 9,4
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter nach Vollzeitäquivalent (VZÄ) Personen 1.837 1.858 - 1,1

1 Werte für 2020 wurden gemäß IAS 8.42 angepasst (u.a. Konsolidierung der Franchisegesellschaften)

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EINHEIT 30.06.2021 31.12.2020 VERÄNDERUNG (%)
BILANZ
Bilanzsumme Mio. EUR 6.839 7.332 - 6,7
Leasingforderungen Mio. EUR 5.304 5.636 - 5,9
Bilanzielles Eigenkapital 2 Mio. EUR 1.220 1.193 2,3
Eigenmittel nach CRR Mio. EUR 1.119 1.031 8,5
Eigenkapitalquote Prozent 17,8 16,3 9,2
Embedded Value, Leasingportfolio (exkl. Eigenkapital vor Steuern) Mio. EUR 500 664 - 24,7
Embedded Value, Leasingportfolio (inkl. Eigenkapital nach Steuern) Mio. EUR 1.590 1.657 - 4,0

2 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden

AUF EINEN BLICK

DIVERSIFIZIERUNG:

KENNZAHLEN Q1 - Q2 2021:

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KONZERNGEWINN 32,3 Mio. EUR
GEWINN JE AKTIE 0,52 EUR
EIGENKAPITALQUOTE 17,8 Prozent

REFINANZIERUNGSBASIS:

KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

1. Grundlagen des Konzerns

1.1 GRENKE im Überblick

Der GRENKE Konzern agiert als globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Kunden erhalten Lösungen aus einer Hand: vom flexiblen Small-Ticket-Leasing über bedarfsgerechte Bankprodukte bis zum praktischen Factoring. Die schnelle und einfache Abwicklung sowie der persönliche Kontakt zu Kunden und Partnern stehen dabei im Mittelpunkt. 1978 in Baden-Baden gegründet, ist das Unternehmen derzeit mit über 1.900 Mitarbeitern in 33 Ländern weltweit aktiv.

1.2 Geschäftsmodell

Mit dem Angebot von Leasingfinanzierungen für betragsmäßig kleinere IT- und Bürokommunikationsprodukte sowie Software ab einem Netto-Anschaffungswert von 500 EUR hat GRENKE einen Markt definiert und entwickelt, der von vielen Leasinganbietern nur punktuell adressiert wird. Bei über 90 Prozent der Leasingverträge liegt der Anschaffungswert unter 25 TEUR. Zudem hat der Konzern sein Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren über das Angebot von IT- und Bürokommunikationsprodukten hinaus auf weitere Produktgruppen wie kleine Maschinen und Anlagen, medizintechnische Geräte oder Sicherheitsgeräte ausgedehnt.

Als Anbieter von Finanzierungslösungen für kleine Vertragsgrößen sind ein Höchstmaß an Effizienz in der Abwicklung und damit einhergehend niedrige Einzelkosten grundlegende Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg. Deshalb ist das Geschäftsmodell des GRENKE Konzerns auf Effizienzoptimierung in allen operativen Kernprozessen ausgerichtet. Dies wird durch Standardisierung, umfassende IT-gestützte Automatisierung und Schnelligkeit sowie eine schlanke Organisation erreicht. Nach eigener Einschätzung hat sich GRENKE damit in den vergangenen Jahren ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal erarbeitet.

In Phasen konjunktureller Schwankungen steuert der Konzern das Geschäft unter anderem durch eine Anpassung der Annahmepraxis bei Leasinganfragen. Mit diesem Ansatz ist es dem Konzern in der Vergangenheit gelungen, unabhängig von konjunkturellen Schwankungen risikoadäquate Margen durchzusetzen und nachhaltig profitabel zu wirtschaften.

1.3 Segmente

Der GRENKE Konzern ist in die drei Segmente Leasing, Bank und Factoring gegliedert. Für eine Beschreibung der Geschäftsaktivitäten und der Geschäftsentwicklung der Segmente im Berichtszeitraum wird auf den Abschnitt 3.2.3 "Entwicklung der Segmente" und die Ausführungen im Kapitel 13. "Konzern-Segmentberichterstattung" des Anhangs zum verkürzten Konzernzwischenabschluss verwiesen.

1.4 Ziele und Strategien

GRENKE ist ein Anbieter von Finanzdienstleistungen für KMU mit Schwerpunkt auf Small Ticket-Finanzierungen. In Deutschland, der Schweiz, Italien und Frankreich gehört GRENKE mit seinem Leasingangebot zu den führenden Anbietern. Mittelfristig strebt der Konzern an, GRENKE als umfassenden Small Ticket-Finanzdienstleister nicht nur für den europäischen, sondern auch den internationalen Mittelstand zu positionieren. Außerhalb Europas hat GRENKE in den vergangenen Jahren den Eintritt in verschiedenen Ländern Asiens, Nord- und Südamerikas sowie in Australien realisiert. Neben der geografischen Expansion in neue Märkte baut GRENKE seine Marktposition in bestehenden Märkten durch Zellteilungen - das heißt durch die Aufteilung bestehender Vertriebsgebiete - kontinuierlich aus, um so eine möglichst große Nähe zu den Kunden und Fachhandelspartnern zu erreichen.

Zur Refinanzierung stehen dem Konzern umfangreiche Instrumente zur Verfügung, die je nach Marktbedingungen im Rahmen der Gesamtstrategie eingesetzt werden. Im Wesentlichen basiert die Finanzierung auf drei Säulen: den Einlagen der GRENKE Bank, der Asset-basierten Finanzierung, unter anderem ABCP-Programme, sowie Senior Unsecured-Instrumente wie Anleihen, Schuldverschreibungen und Commercial Paper. Dabei vermeidet der Konzern Fristentransformation und eliminiert so potenzielle Zinsänderungs- und Anschlussfinanzierungsrisiken auf Portfolioebene. Darüber hinaus legt GRENKE großen Wert auf eine Eigenkapitalausstattung, mit der das Unternehmen sein Investmentgrade-Rating aufrechterhalten kann. Der interne Richtwert für die Eigenkapitalquote liegt seit vielen Jahren bei 16,0 Prozent.

2. Geschäftsverlauf

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Leasingneugeschäft im zweiten Quartal 2021 mit 398,6 Mio. EUR auf Vorjahresniveau

Anzahl Leasingneuverträge erstmals seit Beginn der Covid-19-Pandemie wieder über Vorjahresquartal

Deckungsbeitragsmarge 2 steigt im Berichtsquartal auf 18,1 Prozent (Q2 2020: 17,5 Prozent)

Periodengewinn mit 18,3 Mio. EUR deutlich über Vorjahr (Q2 2020 13,5 Mio. EUR)

Eigenkapitalquote mit 17,8 Prozent deutlich über selbst gestecktem Ziel von 16 Prozent

Neue syndizierte revolvierende Kreditfazilität mit Gesamtvolumen von 250 Mio. EUR

2.1 Wesentliche Ereignisse und Geschäfte

Nachdem der Aufsichtsrat der GRENKE AG Isabel Rösler mit Wirkung zum 1. Januar 2021 zum Mitglied des Vorstands bestellt hatte, wurden Anfang Februar 2021 mit dem Ausscheiden von Mark Kindermann aus dem Vorstand die Verantwortungsbereiche der Vorstände durch den Aufsichtsrat nochmals neu geordnet. Zuvor hatte der Aufsichtsrat der GRENKE AG dem Wunsch von Mark Kindermann entsprochen, seinen Vertrag vorzeitig zu beenden und sein Vorstandsmandat sowie alle weiteren Konzernmandate niederzulegen. Die Anzahl der Vorstände sank dadurch auf vier. Dem Rücktritt von Mark Kindermann war ein Anhörungsschreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorhergegangen, in welchem Kritik an Abläufen der Internen Revision und prozessuale Schwächen im Bereich Compliance geäußert wurden.

Am 26. Februar 2021 informierte die GRENKE AG im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung über den Zwischenstand der Sonderprüfungen durch die von der BaFin mandatierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars. Laut Mazars gibt es keine Zweifel an der Existenz des Leasing-Geschäfts und auch der Vorwurf der Geldwäsche habe sich insgesamt nicht bestätigt. Neben weiteren entlastenden Aussagen enthielt der Bericht auch wesentliche Kritikpunkte, insbesondere im Hinblick auf die Bilanzierung der Franchiseunternehmen, die mangelnde Offenlegung von Related Parties sowie Mängel in der Geldwäscheprävention sowie in Teilen des Kundenkreditgeschäfts der GRENKE Bank. Im Zuge dieser Einschätzung hat der Vorstand nach Rücksprache mit dem Abschlussprüfer KPMG die Bilanzierung des Franchisegeschäftes neu gewürdigt. Danach sah die Gesellschaft mehr Anhaltspunkte dafür, dass die Franchiseunternehmen unabhängig von den Eigentümerstrukturen aufgrund einer faktischen Kontrolle nach IFRS 10 bereits mit ihrer Gründung im Konzernabschluss hätten konsolidiert werden müssen. Aufgrund dieser Neueinschätzung werden im Konzernabschluss für 2020 auch die Vergleichszahlen für 2019 angepasst.

Am 30. April 2021 veröffentlichte die GRENKE AG vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021. Darüber hinaus gab die Gesellschaft bekannt, dass der Geschäftsbericht 2020 inklusive Testat am 21. Mai 2021 veröffentlicht werden soll.

Am 17. Mai 2021 teilte die GRENKE AG im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung mit, dass die Prüfungsgesellschaft KPMG an diesem Tag den Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 uneingeschränkt testiert hat. Darüber hinaus gab die Gesellschaft bekannt, dass der Vorstand plant, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von 26 Cent je Aktie (2019: 80 Cent je Aktie) vorzuschlagen. Der Geschäftsbericht 2020 wurde am 21. Mai 2021 veröffentlicht.

Am 3. Juni 2021 gab die Deutsche Börse AG bekannt, dass die Aktien der GRENKE AG mit Wirkung zum 21. Juni 2021 wieder in den SDAX aufgenommen werden. Zum 10. Mai 2021 hatte die Deutsche Börse AG die Aktien der GRENKE AG aufgrund der Verletzung von Basiskriterien (Veröffentlichung von testierten Geschäftsberichten) aus dem SDAX genommen.

Am 14. Juni 2021 teilte die GRENKE AG im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung mit, dass die Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky sich aus persönlichen Gründen entschieden hat, das Unternehmen zum 30. Juni 2021 zu verlassen. Der Aufsichtsrat hat mit Wirkung zum 1. August 2021 Michael Bücker zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Michael Bücker, Jahrgang 1962, zeichnete zuletzt als Mitglied des Vorstandes der Bayerische Landesbank verantwortlich für das Ressort Corporates & Markets. Während der Übergangsphase greifen die Vertretungsregelungen innerhalb des Vorstands.

Am 29. Juni 2021 gab die GRENKE AG mehrere geplante Wechsel in ihrem Aufsichtsrat mit dem Ablauf der Hauptversammlung am 29. Juli 2021 bekannt. Gleichzeitig informierte die GRENKE AG über das Ausscheiden des für den Markt zuständigen Vorstands der GRENKE BANK AG, Andreas Schulz, zum 1. August 2021. Seine Aufgaben übernahm zeitgleich Helge Kramer, Diplom-Wirtschaftsmathematiker, zuletzt Vorstand der Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG. Ein Nachfolger für den für Marktfolge zuständigen Vorstand Sven Noppes, dessen Vertrag zum 31. Dezember 2021 endet, soll im vierten Quartal dieses Jahres in die GRENKE BANK AG eintreten.

Am 30. Juni 2021 unterzeichnete der GRENKE Konzern mit sieben Kernbanken eine syndizierte revolvierende Kreditfazilität mit einem Gesamtvolumen von 250 Mio. EUR. Die Fazilität hat eine Laufzeit von zwei Jahren und enthält Möglichkeiten zur Verlängerung für bis zu zwei weitere Jahre.

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld war im Berichtsquartal weiterhin von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie geprägt. Zu Beginn des zweiten Quartals 2021 bestanden in den meisten für GRENKE relevanten Volkswirtschaften noch Restriktionen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Rückläufige Infektionszahlen und zunehmende Fortschritte in den Impfkampagnen führten im Verlauf des zweiten Quartals dazu, dass diese Restriktionen schrittweise aufgehoben wurden. In der Folge verbesserte sich der Geschäftsklima-Indikator im Euroraum ab April 2021 deutlich und lag im Juni 2021 wieder über dem Niveau unmittelbar vor Ausbruch der Pandemie. Die Auswirkungen des gesamtwirtschaftlichen Umfelds auf die Neugeschäftsentwicklung und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des GRENKE Konzerns sind in den Abschnitten 2.2 "Neugeschäft" und 3. "Wirtschaftsbericht" erläutert.

2.2 Neugeschäft

Das Neugeschäft des GRENKE Konzerns, d.h. das neu finanzierte Geschäftsvolumen der Tochtergesellschaften und der konsolidierten Franchisegesellschaften, lag im zweiten Quartal 2021 mit 580,0 Mio. EUR (Q2 2020: 598,1 Mio. EUR) um 3,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im ersten Quartal 2021, das sich gegenüber einer hohen Vorjahresbasis verglich, war das Neugeschäftsvolumen des Konzerns um 38,5 Prozent gesunken. Somit ergab sich für das erste Halbjahr 2021 insgesamt ein Rückgang des Neugeschäfts von 24,0 Prozent auf 1.115,9 Mio. EUR (Q1- Q2 2020: 1.469,2 Mio. EUR).

Das Leasingneugeschäft - das ist die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände - erreichte im zweiten Quartal 2021 mit 398,6 Mio. EUR (Q2 2020: 402,3 Mio. EUR) annähernd das Vorjahresvolumen (- 0,9 Prozent). Die Anzahl der Neuverträge stieg im Berichtsquartal um 11,3 Prozent auf 56.078 und lag erstmals seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie wieder über dem Niveau des Vorjahresquartals.

Bei der regionalen Betrachtung des Leasingneugeschäfts im zweiten Quartal 2021 ist der unterschiedliche zeitliche Verlauf der Covid-19-Pandemie sowohl im Berichtszeitraum als auch im Vorjahreszeitraum zu berücksichtigen.

So sank das Leasingneugeschäft in der DACH-Region, in der die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz zusammengefasst sind, im Vergleich zu dem relativ robusten Geschäftsverlauf im Vorjahreszeitraum um 15,6 Prozent auf 111,1 Mio. EUR (Q2 2020: 131,6 Mio. EUR). Dieser Rückgang reflektiert im Wesentlichen die Entwicklung in Deutschland (- 15,9 Prozent).

In Westeuropa ohne DACH stieg das Neugeschäft im Berichtsquartal dagegen um 27,8 Prozent auf 109,6 Mio. EUR (Q2 2020: 85,8 Mio. EUR). Im Vorjahresquartal war das Neugeschäftsvolumen in dieser Region um über 50 Prozent gesunken und stellte daher eine niedrigere Vergleichsbasis dar. In Frankreich, dem wichtigsten Einzelmarkt in dieser Region, legte das Neugeschäftsvolumen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 30,6 Prozent zu.

In Südeuropa nahm das Neugeschäft um 12,2 Prozent auf 91,3 Mio. EUR (Q2 2020: 104,0 Mio. EUR) ab. Dabei konnten die starken Zuwächse in Spanien, Portugal und Kroatien die rückläufige Entwicklung in Italien (- 33,8 Prozent) - als bedeutendstem Markt der Region - nicht vollständig kompensieren.

In der Region Nord- /​ Osteuropa verzeichnete GRENKE einen Zuwachs des Negeschäfts von 6,0 Prozent auf 65,8 Mio. EUR (Q2 2020: 62,1 Mio. EUR), getrieben von deutlichen Zuwächsen in Großbritannien (30,7 Prozent) und Polen (63,0 Prozent).

In den übrigen Regionen stieg das Neugeschäftsvolumen um 11,0 Prozent auf 20,9 Mio. EUR (Q2 2020: 18,8 Mio. EUR).

Aufgrund des konjunkturbedingten starken Rückgangs um 46,3 Prozent im ersten Quartal 2021 ergab sich auf Halbjahressicht insgesamt eine Abnahme des Leasingneugeschäfts um 29,5 Prozent auf 764,5 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 1.083,6 Mio. EUR) ab. Alle Berichtsregionen des Konzerns verzeichneten im Halbjahreszeitraum eine rückläufige Entwicklung gegenüber dem Vorjahr.

Neugeschäft Leasing nach Regionen
per 30. Juni 2021, in Mio. EUR

Der GRENKE Konzern registrierte im zweiten Quartal mit 117.387 Leasinganfragen erstmals seit Beginn der Pandemie wieder mehr Anfragen als im entsprechenden Vorjahresquartal (Q2 2020: 111.934). Die Nachfragebelebung war sowohl in der DACH-Region (+1,3 Prozent) als auch in den internationalen Märkten (+5,9 Prozent) zu beobachten. Die Anzahl der neu abgeschlossenen Leasingverträge lag im gleichen Zeitraum bei 56.078 (Q2 2020: 50.381), was einer gestiegenen Umwandlungsquote (Anfragen in Verträge) von 47,8 Prozent (Q2 2020: 45,0 Prozent) entsprach. Auf die internationalen Märkte entfielen 92.714 Anfragen (Q2 2020: 87.586), die zu 39.957 (Q2 2020: 34.626) neuen Verträgen führten. Entsprechend stieg die Umwandlungsquote dort auf 43,1 Prozent (Q2 2020: 39,5 Prozent). In der DACHRegion erhöhte sich die Umwandlungsquote leicht auf 65,3 Prozent (Q2 2020: 64,7 Prozent). Der unveränderte Fokus des Neugeschäfts auf Small-Ticket-Finanzierungslösungen für Unternehmen mit guter bis sehr guter Bonitäts- und Branchenbewertung führte im zweiten Quartal 2021 zu einem Rückgang des mittleren Werts pro Leasingvertragsabschluss auf 7.108 EUR (Q2 2020: 7.985 EUR).

Der Anteil der IT-Produkte am Leasingportfolio erhöhte sich im Berichtsquartal auf 63,9 Prozent (Q2 2020: 62,4 Prozent). Auf medizintechnische Produkte, kleine Maschinen und Anlagen, Sicherheitsgeräte sowie auf sonstige Objekte entfiel im Berichtszeitraum ein Anteil am Neugeschäft von zusammen 36,1 Prozent (Q2 2020: 37,6 Prozent).

Aufgrund des unveränderten Fokus der Geschäftssteuerung auf hoch profitable Small-Ticket-Verträge verbesserte sich die Deckungsbeitragsmarge 2 (DB2-Marge) des Leasingneugeschäfts im zweiten Quartal 2021 auf 18,1 Prozent (Q2 2020: 17,5 Prozent). Absolut betrachtet stieg der DB2 des Leasingneugeschäfts um 2,4 Prozent auf 72,1 Mio. EUR (Q2 2020: 70,4 Mio. EUR). Generell zeigt die Margenentwicklung im zweiten Quartal 2021 regional sehr unterschiedliche Ausprägungen und dies vor allem in Abhängigkeit vom Zeitpunkt des verstärkten Ausbruchs der Covid-19-Pandemie in den jeweiligen Regionen. So hat die Pandemie in Südeuropa das Neugeschäft bereits früher belastet als in Deutschland, wodurch die Vergleichszahlen im Vorjahr in Bezug auf die Krise unterschiedlich sind.

Die stärkste Margenverbesserung war in der Region Südeuropa zu verzeichnen, wo die DB2-Marge 20,6 Prozent (Q2 2020: 18,8 Prozent) erreichte und damit den Konzerndurchschnitt um 250 Basispunkte übertraf. Verbesserungen der DB2-Marge wurden auch in Nord /​ Osteuropa und in den übrigen Regionen realisiert, während die Marge in Westeuropa ohne DACH nahezu auf Vorjahreshöhe lag. In der Region DACH sank die Marge auf 12,8 Prozent (Q2 2020: 13,8 Prozent). Im ersten Halbjahr 2021 stieg die DB2-Marge um 90 Basispunkte auf 18,8 Prozent (Q1 - Q2 2020: 17,9 Prozent) und der DB2 lag bei 143,6 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 194,3 Mio. EUR). Die DB1-Marge des Leasinggeschäfts (Deckungsbeitrag 1 zu Anschaffungskosten) lag im zweiten Quartal 2021 bei 11,8 Prozent und erreichte einen Wert von 47,2 Mio. EUR (Q2 2020: 12,1 Prozent bzw. 48,5 Mio. EUR).

Die Akzeptanz des eSignature-Verfahrens, mit dem Leasingverträge vollständig digital abgewickelt werden können, stieg weiter an. So erhöhte sich der Anteil der per eSignature abgeschlossenen Verträge im Berichtsquartal auf 36,7 Prozent (Q2 2020: 31,0 Prozent).

Das Neugeschäft Factoring - die Summe der angekauften Forderungen - erhöhte sich im zweiten Quartal um 23,7 Prozent auf 175,2 Mio. EUR (Q2 2020: 141,7 Mio. EUR). Der starke Zuwachs beruhte insbesondere auf der Entwicklung in Deutschland, wo das Neugeschäft um 33,3 Prozent auf 56,4 Mio. EUR (Q2 2020: 42,3 Mio. EUR) zunahm.

Bei einem erhöhten Anteil des Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion) von 30,5 Prozent (Q2 2020: 25,2 Prozent), bei dem keine Ausfallrisiken übernommen werden, sank die Brutto-Marge in Deutschland auf 1,14 Prozent (Q2 2020: 1,37 Prozent). In den internationalen Märkten stieg das Factoringneugeschäft um 19,6 Prozent auf 118,8 Mio. EUR (Q2 2020: 99,3 Mio. EUR). Der Anteil des Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion) nahm hier auf 23,5 Prozent (Q2 2020: 28,8 Prozent) ab. Die Brutto-Marge in den internationalen Märkten lag nahezu unverändert bei 1,27 Prozent (Q2 2020: 1,31 Prozent). Die Brutto-Marge bezieht sich auf den durchschnittlichen Zeitraum eines Factoring-Geschäftes von ca. 24 Tagen in Deutschland (Q2 2020: ca. 26 Tage) und ca. 42 Tagen auf internationaler Ebene (Q2 2020: ca. 49 Tage).

Das Neugeschäft der GRENKE Bank war maßgeblich von der Selbstbeschränkung des Kreditgeschäfts mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) beeinflusst. Demzufolge umfasste das Neugeschäft der Bank im zweiten Quartal 2021 fast ausschließlich im Rahmen des "Mikrokreditfonds Deutschland" betriebenes Mikrokreditgeschäft und sank damit um 88,7 Prozent auf 6,1 Mio. EUR (Q2 2020: 54,2 Mio. EUR). Bei dem Rückgang ist zudem zu berücksichtigen, dass im Vorjahresquartal im Zuge der Covid-19-Pan-demie ein sehr hohes Neugeschäft mit KfW-Krediten angefallen war. Das Einlagevolumen der GRENKE Bank lag zum Stichtag 30. Juni 2021 bei 1.505,2 Mio. EUR. Es lag damit 14,7 Prozent über dem Wert von 1.312,3 Mio. EUR per Ende Juni 2020. Zum 31. Dezember 2020 hatte das Einlagengeschäft ein Volumen von 1.537,3 Mio. EUR erreicht.

Aufteilung Neugeschäft Leasing nach Regionen

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2021 2020
GRENKE Konzern (Mio. EUR) Q2 Q2
Neugeschäft Leasing 398,6 402,3
Neugeschäft Factoring 175,2 141,7
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft (Mikrokreditgeschäft) GRENKE Bank 6,1 54,2

* Konsolidierte Franchisegesellschaften

3. Wirtschaftsbericht

3.1 Vollkonsolidierung der Franchisegesellschaften

Aufgrund neuerer Erkenntnisse im Zusammenhang mit den Konsolidierungskriterien für die Franchisegesellschaften hat die GRENKE AG die Franchisegesellschaften im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 rückwirkend vollkonsolidiert. Die Vorjahresvergleichswerte für das zweite Quartal bzw. erste Halbjahr wurden entsprechend angepasst.

Ausgewählte Angaben aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

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2021 2020
TEUR Q1- Q2 Q1 - Q2*
ZINSERGEBNIS 189.607 205.959
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 84.123 123.134
ZINSERGEBNIS NACH SCHADENSABWICKLUNG UND RISIKOVORSORGE 105.484 82.825
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 57.471 57.711
Ergebnis aus dem Neugeschäft 18.327 24.041
Verwertungsmehr-(+) /​ -minder(-) ergebnis - 3.609 - 2.295
OPERATIVE ERTRÄGE INSGESAMT 177.673 162.282
Personalaufwand 65.011 60.763
davon Gesamtvergütung 53.919 49.948
davon fixe Vergütung 42.946 37.832
davon variable Vergütung 10.973 12.116
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand (ohne Personalaufwand) 47.258 35.961
davon IT-Projektkosten 2.796 1.757
GEWINN VOR STEUERN 42.410 40.712
GEWINN 32.251 33.171
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR, VERWÄSSERT /​ UNVERWÄSSERT) 0,52 0,66

* Werte für 2020 wurden gemäß IAS 8.42 angepasst (u.a. Konsolidierung der Franchisegesellschaften)

3.2 Ertragslage

3.2.1 Vergleich zweites Quartal 2021 versus 2020

Die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft sanken im zweiten Quartal 2021 um 8,3 Prozent auf 107,6 Mio. EUR (Q2 2020: 117,4 Mio. EUR). Der Rückgang war im Wesentlichen die Folge des rückläufigen Neugeschäfts im Geschäftsjahr 2020 und zu Beginn des Geschäftsjahrs 2021. Aufgrund geringerer Zinsbelastungen für die Refinanzierung nahmen die Aufwendungen aus der Verzinsung um 18,7 Prozent auf 13,1 Mio. EUR (Q2 2020: 16,2 Mio. EUR) ab. Das Zinsergebnis, der Saldo der beiden Positionen, sank entsprechend um 6,7 Prozent auf 94,5 Mio. EUR (Q2 2020: 101,3 Mio. EUR). Die Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge fielen im Berichtsquartal um 40,3 Prozent auf 39,5 Mio. EUR (Q2 2020: 66,2 Mio. EUR). Bei dem Rückgang ist zu beachten, dass das zweite Quartal des Vorjahrs besonders stark von Aufwendungen für Risikovorsorge infolge der schnellen Ausbreitung der Covid-19-Pandemie belastet war. Im Vergleich zum ersten Quartal 2021 gingen die Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge um 11,4 Prozent zurück. Aus den Zuführungen und Auflösungen der Risikovorsorge für performende Leasingverträge ergab sich per Saldo ein Ertrag von 46,9 Mio. EUR, wodurch die Aufwandsposition Schadensabwicklung und Risikovorsorge deutlich geringer als in der Vorjahresperiode ausgefallen ist. Im zweiten Quartal 2020 waren per Saldo Aufwendungen in Höhe von 49,6 Mio. Euro gebucht worden. Diese Verbesserung resultierte aus der Auflösung von Risikovorsorge nach IFRS 9 aufgrund des verbesserten Zahlungsverhaltens der Kunden und durch das Auslaufen von Stundungsvereinbarungen.

In der Folge verbesserte sich die Schadenquote (Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge im Verhältnis zum Vermietvolumen) im zweiten Quartal 2021 auf 1,8 Prozent. Die Schadenquote für das zweite Quartal 2020 wurde gemäß IAS 8.42 (u.a. Konsolidierung der Franchisegesellschaften) angepasst und beträgt 3,0 Prozent.

Aufgrund der im Vorjahresvergleich rückläufigen Risikovorsorge stieg das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im Berichtsquartal um 56,7 Prozent auf 55,0 Mio. EUR (Q2 2020: 35,1 Mio. EUR).

Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft nahm im zweiten Quartal um 4,5 Prozent auf 29,6 Mio. EUR (Q2 2020: 28,3 Mio. EUR) zu. Das Ergebnis aus dem Neugeschäft stieg im Berichtsquartal um 6,2 Prozent auf 10,4 Mio. EUR (Q2 2020: 9,8 Mio. EUR) und profitierte von höheren Deckungsbeiträgen bei einem annähernd unveränderten Neugeschäftsvolumen. Das Verwertungsminderergebnis lag bei - 1,5 Mio. EUR (Q2 2020: - 0,4 Mio. EUR). Im Wesentlichen infolge der niedrigeren Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge verzeichneten die operativen Erträge im zweiten Quartal 2021 insgesamt einen Zuwachs von 28,4 Prozent auf 93,5 Mio. EUR (Q2 2020: 72,8 Mio. EUR).

Die größte Aufwandsposition des Konzerns, der Personalaufwand, nahm im zweiten Quartal um 14,8 Prozent auf 33,3 Mio. EUR (Q2 2020: 29,0 Mio. EUR) zu. Zum Anstieg des Personalaufwands trug unter anderem eine Abfindungszahlung an die ehemalige Vorstandsvorsitzende Frau Antje Leminsky bei, die den GRENKE Konzern zum 30.06.2021 aus persönlichen Gründen verlassen hat. Die variablen Vergütungsbestandteile sanken um 9,4 Prozent auf 11,0 Mio. EUR (Q2 2020: 12,1 Mio. EUR). Die Anzahl der durchschnittlich Beschäftigten lag im Berichtsquartal bei 1.832 (auf Basis Vollzeitbeschäftigter; Q2 2020: 1.865).

Die Abschreibungen und Wertminderungen lagen im Berichtsquartal bei 7,2 Mio. EUR (Q2 2020: 6,8 Mio. EUR). Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand stieg um 36,2 Prozent auf 22,1 Mio. EUR (Q2 2020: 16,2 Mio. EUR). Der wesentliche Grund für den Anstieg waren Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten in Höhe von 2,4 Mio. EUR im Zusammenhang mit dem Bericht eines Shortsellers. Im Vergleich zum ersten Quartal 2021 (6,7 Mio. EUR) gingen diese im Berichtsquartal um - 64,2 Prozent zurück. Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag im zweiten Quartal 2021 bei - 2,7 Mio. EUR (Q2 2020: - 1,7 Mio. EUR).

Die Cost-Income-Ratio (CIR) stieg im zweiten Quartal 2021 auf 50,9 Prozent (Q2 2020: 40,0 Prozent) und lag damit leicht über dem für das Gesamtjahr angestrebten Wert von unter 50 Prozent. Dies ist ausschließlich auf die erwähnten außerordentlichen Beratungs- und Prüfungskosten infolge der Sonderprüfungen zurückzuführen. Bereinigt um diese nicht wiederkehrenden Belastungen belief sich die CIR auf 49,1 Prozent.

Das operative Ergebnis des zweiten Quartals 2021 stieg um 47,2 Prozent auf 28,2 Mio. EUR (Q2 2020: 19,2 Mio. EUR) und der Gewinn vor Steuern um 47,7 Prozent auf 24,1 Mio. EUR (Q2 2020: 16,3 Mio. EUR). Die Steuerquote erhöhte sich erwartungsgemäß auf 24,3 Prozent nach 17,3 Prozent im Vorjahresquartal. Dementsprechend nahm der Gewinn nach Steuern um 35,1 Prozent 18,3 Mio. EUR (Q2 2020: 13,5 Mio. EUR) zu. Die durch die Konsolidierung der Franchisegesellschaften auszuweisenden Ergebnisanteile der nicht beherrschenden Anteilseigner lagen bei -0,2 Mio. EUR (Q2 2020: - 0,7 Mio. EUR). Entsprechend verbesserte sich das Ergebnis je Aktie im zweiten Quartal 2021 auf 0,40 EUR (Q2 2020: 0,31 EUR).

3.2.2 Halbjahresvergleich 2021 versus 2020

Das erste Quartal 2021 verglich sich mit einem von der Covid-19-Pandemie noch relativ wenig beeinflussten Vorjahresquartal. Entsprechend lagen die Ergebnisse im Auftaktquartal 2021 deutlich unter den Vorjahreswerten. Durch die bessere Entwicklung im zweiten Quartal 2021 konnten diese Einbußen weitgehend aufgeholt werden, so dass der Gewinn des Konzerns im Halbjahresvergleich nahezu auf Vorjahreshöhe lag.

Im Sechsmonatszeitraum 2021 sank das Zinsergebnis um 7,9 Prozent auf 189,6 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 206,0 Mio. EUR). Die Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge nahmen um 31,7 Prozent ab und erreichten einen Wert von 84,1 Mio. EUR nach 123,1 Mio. EUR. Die Schadenquote sank im Berichtshalbjahr entsprechend auf 1,9 Prozent (Q1 - Q2 2020: 2,8 Prozent). Demzufolge stieg das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im ersten Halbjahr 2021 um 27,4 Prozent auf 105,5 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 82,8 Mio. EUR).

Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft lag in den ersten sechs Monaten auf Vorjahreshöhe (- 0,4 Prozent) während das Ergebnis aus dem Neugeschäft um 23,8 Prozent sank. Das Verwertungsminderergebnis betrug - 3,6 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: - 2,3 Mio. EUR). Entsprechend stiegen die operativen Erträge im ersten Halbjahr 2021 insgesamt um 9,5 Prozent und erreichten 177,7 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 162,3 Mio. EUR).

Auf Halbjahressicht legten die Personalaufwendungen und die Abschreibungen um 7,0 Prozent bzw. 3,5 Prozent zu. Die Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten in Höhe von 20,3 Mio. EUR führten zu einem Anstieg des Vertriebs- und Verwaltungsaufwands von insgesamt 31,4 Prozent. Die CIR nahm dementsprechend im ersten Halbjahr 2021 auf 51,1 Prozent (Q1 - Q2 2020: 41,9 Prozent) zu. Bereinigt um die außerordentlichen Beratungs- und Prüfungskosten belief sich die CIR auf 47,6 Prozent.

Das operative Ergebnis verbesserte sich in den ersten sechs Monaten um 4,6 Prozent auf 47,9 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 45,8 Mio. EUR) und der Gewinn vor Steuern um 4,2 Prozent auf 42,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 40,7 Mio. EUR). Bei einer Steuerquote von 24,0 Prozent (Q1 - Q2 2020: 18,5 Prozent) ergab sich ein Gewinn nach Steuern von 32,3 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 33,2 Mio. EUR), ein Rückgang von 2,8 Prozent. Daraus errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 0,52 EUR (Q1 - Q2 2020: 0,66 EUR).

3.2.3 Entwicklung der Segmente

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld erholte sich im ersten Halbjahr 2021 etwas und wirkte sich positiv auf das Leasingsegment aus. Entsprechend stiegen in diesem Segment die operativen Erträge um 8,1 Prozent auf 150,0 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 138,7 Mio. EUR). Das Segmentergebnis stieg überproportional um 13,5 Prozent auf 42,2 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 37,2 Mio. EUR). Trotz der strategischen Entscheidung des Konzerns, sich künftig ausschließlich auf im Rahmen des "Mikrokreditfonds Deutschland" betriebenes Mikrokreditgeschäft zu konzentrieren, stiegen die operativen Erträge im Berichtszeitraum um 16,7 Prozent auf 24,8 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 21,2 Mio. EUR). Das Segmentergebnis erreichte 7,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 11,4 Mio. EUR). Im Segment Factoring nahmen die operativen Erträge im ersten Halbjahr 2021 um 22,3 Prozent auf 2,9 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 2,4 Mio. EUR) zu. Aufgrund des geringerem Geschäftsumfangs durch die Pandemie sowie zeitgleicher Investitionen in die Vertriebsinfrastruktur und Anlaufkosten für die stärkere internationale Aufstellung des Geschäfts belief sich der Verlust des Segments zwar auf - 1,6 Mio. EUR, verbesserte sich aber gegenüber der Vorjahresperiode deutlich (Q1 - Q2 2020: 2,9 Mio. EUR).

3.3 Vermögens- und Finanzlage

Ausgewählte Angaben aus der Konzernbilanz

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.206.701 3.407.121
davon Zahlungsmittel 843.757 944.733
davon Leasingforderungen 2.014.208 2.066.352
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.632.017 3.924.660
davon Leasingforderungen 3.289.457 3.569.940
SUMME VERMÖGENSWERTE 6.838.718 7.331.781
KURZFRISTIGE SCHULDEN 2.155.202 2.073.208
davon Finanzschulden 1.881.022 1.868.140
LANGFRISTIGE SCHULDEN 3.463.853 4.065.470
davon Finanzschulden 3.348.412 3.941.970
EIGENKAPITAL 1.219.663 1.193.103
Eigenkapitalquote (in Prozent) 17,8 16,3
BILANZSUMME 6.838.718 7.331.781

3.3.1 Vermögenslage

Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2020 nahm die Bilanzsumme zum 30. Juni 2021 um 6,7 Prozent auf 6,8 Mrd. EUR (31. Dezember 2020: 7,3 Mrd. EUR) ab. Dies resultierte im Wesentlichen aus der Abnahme der größten Bilanzposition, den lang- und kurzfristigen Leasingforderungen, die in Summe um 5,9 Prozent auf 5,3 Mrd. EUR (31. Dezember 2020: 5,6 Mrd. EUR) zurückgingen, und war das Ergebnis der Neugeschäftsentwicklung der letzten Quartale.

Der Bestand an Zahlungsmitteln lag zum 30. Juni 2021 bei 843,8 Mio. EUR. Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2020 (31. Dezember 2020: 944,7 Mio. EUR) nahmen die Zahlungsmittel zwar um 10,7 Prozent ab, absolut betrachtet lagen sie damit aber weiterhin auf einem hohen Niveau. In der anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation legt der GRENKE Konzern weiterhin einen besonderen Fokus auf eine ausreichende Liquiditätsvorhaltung, um so flexibel auf Marktgegebenheiten reagieren zu können. Zudem ist der Konzern aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorgaben verpflichtet, einen Liquiditätspuffer vorzuhalten. So befanden sich zum 30. Juni 2021 608,9 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 711,2 Mio. EUR) auf Konten der Deutschen Bundesbank, was aufgrund des negativen Guthabenzinses entsprechende Zinsaufwendungen verursachte.

Auf der Passivseite zeigt sich die rückläufige Bilanzsumme insbesondere in der Abnahme der kurz- und langfristigen Finanzschulden um insgesamt 10,0 Prozent auf 5,2 Mrd. EUR ab (31. Dezember 2020: 5,8 Mrd. EUR). Der größte Anteil der Finanzschulden entfiel weiterhin auf die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung, die gegenüber dem Jahresende 2020 um 12,8 Prozent auf 3,7 Mrd. EUR (31. Dezember 2020: 4,3 Mrd. EUR) sanken. Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank gingen in Summe um 2,2 Prozent auf 1,5 Mrd. EUR zurück (31. Dezember 2020: 1,5 Mrd. EUR).

Das Eigenkapital stieg zum 30. Juni 2021 um 2,2 Prozent auf 1.219,7 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 1.193,1 Mio. EUR). Dem in der Berichtsperiode erwirtschafteten Konzerngewinn in Höhe von 32,3 Mio. EUR stand hauptsächlich die Zinszahlung für das Hybridkapital (9,4 Mio. EUR) gegenüber. Positiv wirkten dagegen Effekte aus der Marktbewertung von Hedging-Instrumenten (1,8 Mio. EUR) und aus der Währungsumrechnung (2,2 Mio. EUR). Aufgrund der rückläufigen Bilanzsumme stieg die Eigenkapitalquote per Ende Juni 2021 auf 17,8 Prozent (31. Dezember 2020: 16,3 Prozent). Die Eigenkapitalquote übertraf damit weiterhin das selbst gesteckte Ziel des Konzerns von mindestens 16 Prozent.

3.3.2 Liquidität

Der GRENKE Konzern war im Berichtshalbjahr jederzeit in der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Dazu trugen der hohe Bestand an Zahlungsmitteln und die diversifizierte Refinanzierungsstruktur bei.

Über die Tochtergesellschaft Grenke Finance PLC wurden im ersten Halbjahr 2021 keine Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und im kurzfristigen Bereich keine Commercial Papers emittiert. Planmäßig getilgt wurden im Berichtszeitraum Anleihen über 235 Mio. EUR sowie Schuldscheindarlehen über 45 Mio. EUR, 33 Mio. DKK, und 33 Mio. SEK. Aufgrund der verzögerten Vorlage des testierten Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2020 wurden im Berichtshalbjahr Schuldscheindarlehen über 148 Mio. EUR vorzeitig zurückbezahlt. Weitere Informationen zu den begebenen Anleihen sind auf der Website www. grenke.de/​unternehmen/​investor-relations/​fremdkapital/​ emittierte-anleihen abrufbar.

Die Ausnutzung der ABCP-Programme lag zum 30. Juni 2021 bei 625,5 Mio. EUR und 121,7 Mio. GBP (31. Dezember 2020: 680,2 Mio. EUR und 122,4 Mio. GBP). Das Gesamtvolumen dieser Programme betrug - wie bereits zum 31. Dezember 2020 - 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP

Die offenen Kreditlinien des Konzerns (d. h. Banklinien plus verfügbares Volumen aus Anleihen und Commercial Papers) betrugen zum Stichtag 3.433,3 Mio. EUR, 14,0 Mio. PLN und 40,0 Mio. HRK (31. Dezember 2020: 3.367,9 Mio. EUR, 24,0 Mio. PLN, 40,0 Mio. HRK und 10,0 Mio. CHF). Am 30. Juni 2021 hat der GRENKE Konzern mit sieben Kernbanken eine syndizierte revolvierende Kreditfazilität mit einem Gesamtvolumen von 250 Mio. EUR unterzeichnet. Die Fazilität läuft zwei Jahre und enthält Möglichkeiten zur Verlängerung für bis zu zwei weitere Jahre.

Die Refinanzierung über Kundeneinlagen der GRENKE Bank lag zum Stichtag 30. Juni 2021 bei 1.505,2 Mio. EUR nach 1.312,3 Mio. EUR zum vergleichbaren Zeitpunkt des Vorjahrs.

3.3.3 Finanzlage

Ausgewählte Angaben aus der Konzern-Kapitalflussrechnung

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TEUR 2021 2020
Q1- Q2 Q1 - Q2*
- Investition für neue Leasingforderungen - 787.117 - 1.112.380
+ Zugang neue Refinanzierungen (ohne Einlagengeschäft) 204.193 889.872
+ Netto-Zugang Einlagengeschäft - 33.961 427.305
(I) CASHFLOW INVESTITION NEUGESCHÄFT - 616.885 204.797
+ Zahlungen Leasingnehmer 1.186.289 1.105.898
- Rückzahlungen Refinanzierungen (ohne Einlagengeschäft) - 616.680 - 727.646
(II) CASHFLOW BESTANDSGESCHÄFT 569.609 378.252
(III) ÜBRIGE CASHFLOWS LAUFENDE GESCHÄFTSTÄTIGKEIT - 19.418 93.503
CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT (I) + (II) + (III) - 66.694 676.552
Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit - 77.356 669.728
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 3.350 - 9.293
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 20.269 - 19.061
SUMME DES CASHFLOWS - 100.975 641.374

* Werte für 2020 wurden gemäß IAS 8.42 angepasst (u.a. Konsolidierung der Franchisegesellschaften)

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2021 bei - 66,7 Mio. EUR und damit deutlich unter dem Vorjahreswert (Q1 - Q2 2020: 676,6 Mio. EUR). In der Darstellung oben umfasst der Netto-Cashflow aus Investitionen in das Neugeschäft die Investitionen für neue Leasingforderungen. Darin enthalten sind die Nettoanschaffungswerte für die Leasingobjekte und die direkt mit dem Vertragsabschluss entstehenden Kosten. Aufgrund des niedrigeren Neugeschäftsvolumens lagen die Investitionen für neue Leasingforderungen im ersten Halbjahr 2021 bei - 787,1 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: - 1.112,4 Mio. EUR). Diesen stehen die Ein- bzw. Auszahlungen aus der Zunahme der Refinanzierung (204,2 Mio. EUR nach 889,9 Mio. EUR in der Vorjahresperiode) sowie dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank (- 34,0 Mio. EUR nach 427,3 Mio. EUR in der Vorjahresperiode) gegenüber. In Summe sank der Netto-Cashflow aus Investitionen auf - 616,9 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 204,8 Mio. EUR). Bei dieser Entwicklung ist zu berücksichtigen, dass GRENKE im Vorjahreszeitraum gezielt eine Liquiditätsreserve aufgebaut hat, die im ersten Halbjahr 2021 im Zuge der Normalisierung der gesamtwirtschaftlichen Situation zum Teil genutzt wurde um Neugeschäft zu refinanzieren. Der Cashflow aus dem Bestandsgeschäft stieg dagegen auf 569,6 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 378,3 Mio. EUR).

Nach gezahlten /​ erhaltenen Steuern und Zinsen belief sich der Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Berichtsquartal auf - 77,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 669,7 Mio. EUR).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2021 bei - 3,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: - 9,3 Mio. EUR). Er beinhaltete hauptsächlich die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen von 3,6 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 9,7 Mio. EUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag im Berichtsquartal - 20,3 Mio. EUR nahezu auf Vorjahreshöhe (Q1 - Q2 2020: - 19,1 Mio. EUR). Die größte Position war wie im Vorjahr die Zinszahlung auf das Hybridkapital von 13,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 10,7 Mio. EUR). Aus der Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten ergab sich zudem ein Mittelabfluss von 6,9 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 6,2 Mio. EUR).

Somit lag die Summe der Cashflows im ersten Halbjahr 2021 bei - 101,0 Mio. EUR (Q1 - Q2 2020: 641,4 Mio. EUR). Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten fiel zum Stichtag 30. Juni 2021 entsprechend auf 842,7 Mio. EUR nach 944,7 Mio. EUR zum Geschäftsjahresende 2020.

4. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Bezüglich der Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen wird auf die Ausführungen in Kapitel 16. des Anhangs zum verkürzten Konzernzwischenabschluss verwiesen.

5. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

5.1 Chancen und Risiken

Wesentliche Veränderungen der zuletzt im Geschäftsbericht 2020 (veröffentlicht am 21. Mai 2021) dargestellten Chancen und Risiken sind im Berichtszeitraum nicht eingetreten. Hinsichtlich der künftigen Entwicklung von Konzern und Gesellschaft sowie ihrer Tochtergesellschaften sind besondere, über das normale Maß hinausgehende und mit dem Geschäft verbundene Risiken nicht zu erkennen.

5.2 Gesamtwirtschaftliche und Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Juli 2021 hob der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für die Eurozone im Jahr 2021 von 4,4 Prozent (April-Prognose) auf 4,6 Prozent an. Nachdem das erste Quartal noch enttäuschend verlief, zeichnet sich nach Ansicht des IWF für das zweite Quartal eine deutliche Erholung ab, die im Wesentlichen von den Fortschritten der Impfkampagnen in den jeweiligen Mitgliedsländern getragen wurde. Der IWF hat insbesondere die Erwartungen für Italien (4,9 Prozent nach zuvor 4,2 Prozent) infolge der expansiveren Fiskalpolitik des Landes erhöht. Für Deutschland und Frankreich prognostizierte der IWF unverändert eine Erholung der Wirtschaftsleistung von 3,6 Prozent bzw. 5,8 Prozent. Trotz der insgesamt positiveren Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Lage sieht der IWF mehr Risiken als Chancen für die Weltwirtschaft. Dies betrifft im Wesentlichen das Auftreten neuer Virusmutationen, Engpässe in den Logistikketten und eine Straffung der Geldpolitik aufgrund höherer Inflationserwartungen.

5.3 Prognose

Bei der Prognose für das Geschäftsjahr 2021 ist zu berücksichtigen, dass die anhaltende Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen ein weiterhin herausforderndes Marktumfeld schaffen. In welchem Umfang dies Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und Ergebnisentwicklung des Konzerns haben wird, ist aus heutiger Sicht nicht verbindlich abschätzbar. Insofern ist die Prognose für das Geschäftsjahr 2021 mit einem ungewöhnlichen hohen Maß an Unsicherheit behaftet.

Das erste Halbjahr 2021 verlief im Rahmen der Erwartungen, die der Vorstand der GRENKE AG im Rahmen des Prognoseberichts des Geschäftsberichts 2020 abgegeben hat. Der Vorstand bestätigt daher die dort veröffentliche Prognose für das Geschäftsjahr 2021.

Der Vorstand geht für 2021 von einem Leasingneugeschäft zwischen 1,7 und 2,0 Mrd. EUR aus (2020: 2,0 Mrd. EUR). Der Vorstand rechnet für den weiteren Jahresverlauf mit einer Belebung der Märkte und damit im zweiten Halbjahr mit einem stärkeren Geschäft als im ersten Halbjahr 2021.

Die DB2-Marge des Neugeschäfts wird im Geschäftsjahr 2021 etwas unterhalb des Vorjahres (18,4 Prozent) erwartet. Im ersten Halbjahr 2021 übertraf die DB2-Marge zwar den Vorjahreswert, der Vorstand geht aber davon aus, dass die Marge im weiteren Jahresverlauf leicht nachgeben wird. Grund dafür dürften im Wesentlichen gestiegene Refinanzierungskonditionen und wieder größere Leasing-Tickets sein, die mit anziehendem Leasingneugeschäft kontrahiert werden sollen.

Das Neugeschäftsvolumen im ersten Halbjahr 2021 wird einen Einfluss auf die operativen Erträge des Gesamtjahres 2021 haben. Zudem geht der Vorstand von leicht steigenden Kosten aus. Dank des ausgeprägten Kostenbewusstseins der Organisation und der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells soll die Cost-Income-Ratio aber weiterhin unter 50 Prozent (2020: 43,1 Prozent) liegen. Bei der Schadensquote ging die Gesellschaft ursprünglich davon aus, dass sich diese zwischen 1,9 und 2,2 Prozent (2020: 2,3 Prozent) für das Geschäftsjahr einpendeln wird. Auf dieser Basis rechnete der Vorstand für 2021 mit einem Gewinn zwischen 50 und 70 Mio. EUR. Auf Basis der Erkenntnisse aus dem ersten Halbjahr hat der Vorstand die Gewinnprognose am 28. Juli 2021 angehoben. Nunmehr wird ein Gewinn nach Steuern zwischen 60 und 80 Mio. erwartet. Ursächlich hierfür ist vor allem der geringere Risikovorsorgebedarf, weshalb die Schadensquote für 2021 insgesamt nicht über 2,0% liegen sollte. Mit dem Gewinn des ersten Halbjahrs in Höhe von 32,3 Mio. EUR sieht der Vorstand den Konzern auf gutem Weg, dieses Ziel zu erreichen.

Für die bilanzielle Eigenkapitalquote rechnet der Vorstand mit einer stabilen Entwicklung und einer Quote zum Jahresende 2021 von mehr als 16 Prozent (2020: 16,3 Prozent). Bei der Einordnung der Eigenkapitalquote sind die Effekte der Vollkonsolidierung der Franchisegesellschaften zu berücksichtigen. Durch den Wegfall der auf die Franchisegesellschaften entfallenden Geschäfts- oder Firmenwerte sinken die aufsichtsrechtlichen und ratingbezogenen Eigenkapitalanforderungen. In der Folge gelten zur Erfüllung der externen Eigenkapitalanforderungen nicht mehr 16 Prozent, sondern 15 Prozent bilanzielles Eigenkapital als ausreichend.

Zudem erwartet der GRENKE Konzern einen stabilen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, mit dem die geplanten Investitionen vollständig innenfinanziert werden können.

6. Nachtragsbericht

Die Gesellschaft für Bonitätsbeurteilung mbH (GBB) hat das Rating für den GRENKE Konzern am 1. Juli 2021 von A auf die Stufe A- gesenkt. Der Ausblick bleibt negativ. GBB nannte in ihrer Begründung im Wesentlichen die durch die Covid-19-Pandemie belastete Ertragslage der Gesellschaft und die zur Wiederherstellung des Anlegervertrauens noch nötigen Fortschritte des Governance- und Risk & Compliance Managements. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Geschäftsmodells wird unverändert als hoch eingestuft. Dem GRENKE Konzern wird damit weiterhin eine hohe Bonität bescheinigt.

S&P Global Ratings bestätigte am 21. Juli 2021 das "BBB+ /​ A-2" lang- und kurzfristige Emittentenrating der GRENKE AG. Den Ausblick für das Langfrist-Rating beließ S&P auf "negativ". In seiner Begründung würdigt S&P die Ertragskraft und stabile Liquidität der GRENKE AG trotz der gegenwärtig angespannten Marktsituation. Die Agentur formulierte ihre Erwartung, dass GRENKE auch weiterhin eine solide Performance und Resilienz zeigen werde.

Am 22. Juli 2021 ordnete die BaFin die Bekanntmachung der im sogenannten Enforcement-Verfahren zur Prüfung des Konzernabschlusses 2019 festgestellten Fehler durch die GRENKE AG an. Die entsprechende formelle Bekanntgabe erfolgte am 27. Juli 2021 im Bundesanzeiger (www. bundesanzeiger.de) sowie über die DGAP (www.dgap.de). Mit Bekanntgabe der Fehlerfeststellungen wird dieses Verfahren abgeschlossen. Die Kritikpunkte der BaFin aus der Prüfung mit Bescheid vom 16. Juli 2021 gegenüber GRENKE betreffen erwartungsgemäß die Themenfelder bilanzielle Behandlung der Franchiseunternehmen, Risikovorsorgeermittlung nach IFRS 9 sowie die ausgewiesenen Firmenwerte in Portugal und Polen im Konzernabschluss 2019. Nach Einschätzung von GRENKE ergibt sich aus dem Feststellungsbescheid kein weiterer Anpassungsbedarf für den Konzernabschluss 2020 oder früherer Abschlüsse. Nach dem Verständnis von GRENKE sieht auch die BaFin keinen weiteren Anpassungsbedarf.

Am 28. Juli 2021 informierte der GRENKE Konzern per Ad-hoc-Mitteilung über die Erhöhung der Gewinnprognose für das Jahr 2021. Danach wird jetzt einen Konzerngewinn zwischen 60 und 80 Mio. Euro erwartet. Die zuvor im Geschäftsbericht 2020 veröffentlichte Prognose lag bei 50 bis 70 Mio. Euro.

Die Hauptversammlung der GRENKE AG am 29. Juli 2021 wählte Norbert Freisleben, Diplom-Ökonom, Nils Kröber, Rechtsanwalt, und Dr. Konstantin Mettenheimer, Rechtsanwalt und Steuerberater, als Nachfolger von Herrn Wolfang Grenke, Frau Claudia Karolina Krcmar und Herrn Florian Schulte, die mit Ablauf der Hauptversammlung auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden waren. Als Nachfolger für den zum 31. Dezember 2021 ausscheidenden Vorstand der GRENKE BANK AG, Sven Noppes, wurde Dr. Oliver Recklies bekannt gegeben. Die Aktionärinnen und Aktionäre der GRENKE AG beschlossen die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,26 Euro je Aktie.

KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

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TEUR 01.04.2021 bis 30.06.2021 01.04.2020 bis 30.06.2020 01.01.2021 bis 30.06.2021 01.01.2020 bis 30.06.2020
angepasst 1 angepasst 1
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft 2 107.615 117.407 219.395 237.061
Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung und des Einlagengeschäfts 13.125 16.152 29.788 31.102
ZINSERGEBNIS 94.490 101.255 189.607 205.959
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 39.532 66.192 84.123 123.134
davon Wertminderungsaufwand 38.422 64.745 81.939 120.352
ZINSERGEBNIS NACH SCHADENSABWICKLUNG UND RISIKOVORSORGE 54.958 35.063 105.484 82.825
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 29.590 28.327 57.471 57.711
Ergebnis aus dem Neugeschäft 10.433 9.823 18.327 24.041
Verwertungsmehr-(+)/​minder(-)ergebnis - 1.494 - 380 - 3.609 - 2.295
OPERATIVE ERTRÄGE INSGESAMT 93.487 72.833 177.673 162.282
Personalaufwand 33.337 29.033 65.011 60.763
Abschreibungen und Wertminderung 7.158 6.794 14.165 13.682
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand (ohne Personalaufwand) 22.073 16.204 47.258 35.961
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.687 3.273 5.774 9.017
Sonstige betriebliche Erträge 958 1.623 2.410 2.918
OPERATIVES ERGEBNIS 28.190 19.152 47.875 45.777
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen - 223 - 103 - 399 - 218
Aufwendungen /​ Erträge aus der Marktbewertung 28 - 259 331 - 1.313
Sonstige Zinserträge 612 810 1.261 1.176
Sonstige Zinsaufwendungen 4.473 3.255 6.658 4.710
GEWINN VOR STEUERN 24.134 16.345 42.410 40.712
Ertragsteuern 5.870 2.825 10.159 7.541
GEWINN 18.264 13.520 32.251 33.171
davon auf Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG entfallendes Ergebnis 18.493 14.237 33.378 37.991
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis - 229 - 717 - 1.127 - 4.820
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert in EUR) 0,40 0,31 0,52 0,66
Durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien 46.495.573 46.353.918 46.495.573 46.353.918

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.
2 Zinsen und ähnliche Erträge nach der Effektivzinsmethode berechnet 3.635 TEUR (Vorjahr: 3.323 TEUR).

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

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TEUR 01.04.2021 bis 30.06.2021 01.04.2020 bis 30.06.2020 01.01.2021 bis 30.06.2021 01.01.2020 bis 30.06.2020
angepasst 1 angepasst 1
GEWINN 18.264 13.520 32.251 33.171
BETRÄGE, DIE GGF. IN KÜNFTIGEN PERIODEN IN DIE GUV UMGEGLIEDERT WERDEN
Zu- /​ Rückführung Hedging-Rücklage 3.681 - 4.164 1.591 2.107
Darin: Ertragsteuereffekte - 526 595 - 227 - 301
Veränderung der Währungsumrechnungsdifferenzen 1.767 - 1.813 2.197 - 3.726
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
BETRÄGE, DIE IN KÜNFTIGEN PERIODEN NICHT IN DIE GUV UMGEGLIEDERT WERDEN -
Wertänderung von optional erfolgsneutral behandelten Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9) - 75 0 - 75 0
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
Zu- /​ Rückführung Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 0 0 0 0
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
SONSTIGES ERGEBNIS 5.373 - 5.977 3.713 - 1.619
GESAMTERGEBNIS 23.637 7.543 35.964 31.552
davon auf Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG entfallendes Gesamtergebnis 23.592 8.746 37.620 35.424
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis 45 - 1.203 - 1.656 - 3.872

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

Konzern-Bilanz

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
VERMÖGENSWERTE
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Zahlungsmittel 843.757 944.733
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 4.452 5.074
Leasingforderungen 2.014.208 2.066.352
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 159.860 161.757
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.078 6.384
Zur Verwertung bestimmte Leasinggegenstände 21.918 24.095
Steuererstattungsansprüche 20.679 22.214
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 135.749 176.512
SUMME KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.206.701 3.407.121
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Leasingforderungen 3.289.457 3.569.940
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 1.058 2.442
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 112.593 120.767
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 4.124 4.523
Sachanlagen 84.839 86.646
Nutzungsrechte 44.505 47.680
Geschäfts- oder Firmenwerte 43.732 43.629
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 22.314 23.829
Latente Steueransprüche 26.005 23.110
Sonstige langfristige Vermögenswerte 3.390 2.094
SUMME LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.632.017 3.924.660
SUMME VERMÖGENSWERTE 6.838.718 7.331.781
SCHULDEN UND EIGENKAPITAL
SCHULDEN
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Finanzschulden 1.881.022 1.868.140
Leasingverbindlichkeiten 11.300 11.647
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 6.547 4.534
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34.258 38.638
Steuerschulden 9.374 6.660
Abgegrenzte Schulden 24.469 32.313
Sonstige kurzfristige Schulden 110.940 82.476
Abgegrenzte Mietraten 77.292 28.800
SUMME KURZFRISTIGE SCHULDEN 2.155.202 2.073.208
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Finanzschulden 3.348.412 3.941.970
Leasingverbindlichkeiten 34.073 36.754
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 15.440 20.765
Latente Steuerschulden 60.138 60.219
Pensionen 5.763 5.736
Sonstige langfristige Schulden 27 26
SUMME LANGFRISTIGE SCHULDEN 3.463.853 4.065.470
EIGENKAPITAL
Grundkapital 46.496 46.496
Kapitalrücklage 298.019 298.019
Gewinnrücklagen 699.174 675.200
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals 2.735 - 1.507
SUMME EIGENKAPITAL DER AKTIONÄRE DER GRENKE AG 1.046.424 1.018.208
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 1 200.000 200.000
Nicht beherrschende Anteile - 26.761 - 25.105
SUMME EIGENKAPITAL 1.219.663 1.193.103
SUMME SCHULDEN UND EIGENKAPITAL 6.838.718 7.331.781

1 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden.

Konzern-Kapitalflussrechnung

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TEUR 01.01.2021 bis 30.06.2021 01.01.2020 bis 30.06.2020
angepasst 1
GEWINN VOR STEUERN 42.410 40.712
IM GEWINN ENTHALTENE ZAHLUNGSUNWIRKSAME POSTEN UND ÜBERLEITUNG AUF DEN CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
+ Abschreibungen und Wertminderung 14.165 13.682
-/​+ Gewinne /​ Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - 2 - 37
-/​+ Ergebnis aus Finanzanlagen 5.397 3.534
-/​+ Sonstige zahlungsunwirksame Erträge /​ Aufwendungen 6.894 199
+/​ - Zunahme /​ Abnahme abgegrenzter Schulden, Rückstellungen und Pensionen - 7.817 - 7.092
- Zugänge Leasingforderungen - 787.117 - 1.112.380
+ Zahlungen Leasingnehmer 1.186.289 1.105.898
+ Abgänge /​ Umgliederungen Leasingforderungen zu Restbuchwerten 212.602 155.559
- Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Leasinggeschäft - 212.592 - 230.455
+ /​ - Abnahme /​ Zunahme andere Forderungen gegen Leasingnehmer - 45.356 19.876
+ /​ - Währungsdifferenzen - 21.199 41.374
= Veränderung Leasingforderungen 332.627 - 20.128
+ Zugang Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung 204.193 889.872
- Zahlung Annuitäten an Refinanzierer - 616.680 - 727.646
- Abgang Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung - 172.218 - 123.193
+ Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung 24.028 27.368
+ /​ - Währungsdifferenzen 13.016 - 29.983
= Veränderung Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung - 547.661 36.418
+ /​ - Zunahme /​ Abnahme Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft - 33.961 427.305
VERÄNDERUNG SONSTIGE VERMÖGENSWERTE/​ SCHULDEN
- /​ + Zunahme /​ Abnahme sonstige Vermögenswerte 54.102 120.727
- /​ + Zunahme /​ Abnahme von Leasinggegenständen aus Operating-Leasingverhältnissen - 2.113 - 2.082
+ /​ - Zunahme /​ Abnahme abgegrenzte Mietraten 48.492 59.196
+ /​ - Zunahme /​ Abnahme sonstige Schulden 20.773 4.118
= CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT - 66.694 676.552
- /​ + Gezahlte /​ erhaltene Ertragsteuern - 5.265 - 3.290
- Gezahlte Zinsen - 6.658 - 4.710
+ Erhaltene Zinsen 1.261 1.176
= NETTO-CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT - 77.356 669.728
- Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - 3.633 - 9.687
- Auszahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen - 75 0
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 358 394
= CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT - 3.350 - 9.293
+ /​ - Aufnahme /​ Rückzahlung von Bankschulden 0 - 2.193
- Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten - 6.863 - 6.204
- Kuponzahlungen auf Hybridkapital - 13.406 - 10.664
= CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT - 20.269 - 19.061
FINANZMITTELFONDS ZU BEGINN DER PERIODE
Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten 944.733 445.978
- Bankschulden aus Kontokorrentkrediten - 69 - 73
= ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE ZU BEGINN DER PERIODE 944.664 445.905
+/​ - Veränderung aufgrund Währungsumrechnung - 947 1.498
= FINANZMITTELFONDS NACH WÄHRUNGSUMRECHUNG 943.717 447.403
FINANZMITTELFONDS ZUM ENDE DER PERIODE
Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten 843.757 1.088.835
- Bankschulden aus Kontokorrentkrediten - 1.015 - 58
= ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE ZUM ENDE DER PERIODE 842.742 1.088.777
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELFONDS IN DER PERIODE (=SUMME DER CASHFLOWS) - 100.975 641.374
Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit - 77.356 669.728
+ Cashflow aus Investitionstätigkeit - 3.350 - 9.293
+ Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 20.269 - 19.061
= SUMME DER CASHFLOWS - 100.975 641.374

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

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TEUR Grundkapital Kapitalrücklage Gewinn-rücklagen/​ Konzernergebnis Hedging-Rücklage Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne/​Verluste Währungsumrechnung
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2021 46.496 298.019 675.200 - 1.692 - 1.588 - 341
Gewinn 33.378
Sonstiges Ergebnis 1.591 2.726
GESAMTERGEBNIS 33.378 1.591 2.726
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto)
Kupon für Hybridkapital (netto) - 9.404
EIGENKAPITAL ZUM 30.06.2021 46.496 298.019 699.174 - 101 - 1.588 2.385
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2020 46.354 289.314 626.098 - 2.193 - 1.393 3.781
Gewinn 1 37.991
Sonstiges Ergebnis 1 2.107 - 4.674
GESAMTERGEBNIS 1 37.991 2.107 - 4.674
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto)
Kupon für Hybridkapital (netto) - 7.428
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung 1
EIGENKAPITAL ZUM 30.06.2020 1 46.354 289.314 656.661 - 86 - 1.393 - 893
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TEUR Neubewertungsrücklage aus Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9) Summe Eigenkapital Aktionäre der GRENKE AG Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2021 2.114 1.018.208 200.000 - 25.105 1.193.103
Gewinn 33.378 - 1.127 32.251
Sonstiges Ergebnis - 75 4.242 - 529 3.713
GESAMTERGEBNIS - 75 37.620 - 1.656 35.964
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) - 9.404 - 9.404
Kupon für Hybridkapital (netto) - 9.404 9.404 0
EIGENKAPITAL ZUM 30.06.2021 2.039 1.046.424 200.000 - 26.761 1.219.663
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2020 2.355 964.316 200.000 - 21.102 1.143.214
Gewinn 1 37.991 - 4.820 33.171
Sonstiges Ergebnis 1 - 2.567 948 - 1.619
GESAMTERGEBNIS 1 35.424 - 3.872 31.552
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) - 7.428 - 7.428
Kupon für Hybridkapital (netto) - 7.428 7.428 0
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung 1 252 252
EIGENKAPITAL ZUM 30.06.2020 1 2.355 992.312 200.000 - 24.722 1.167.590

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

1. Allgemeine Angaben

Die GRENKE AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Baden-Baden, Neuer Markt 2, Deutschland. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nummer 201836 eingetragen. Gegenstand des verkürzten Konzernzwischenabschlusses der GRENKE AG (im Folgenden als "Konzernzwischenabschluss" bezeichnet) zum 30. Juni 2021 sind die GRENKE AG sowie ihre Tochterunternehmen und konsolidierten strukturierten Unternehmen (im Folgenden als "GRENKE Konzern" bezeichnet). Dieser Konzernzwischenabschluss ist in Übereinstimmung mit den für die Zwischenberichterstattung anzuwendenden IFRS (IAS 34), wie sie vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und durch die Europäische Union (EU) in europäisches Recht übernommen wurden, aufgestellt worden. Er ist in Zusammenhang mit dem IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 zu lesen. Es erfolgte weder eine prüferische Durchsicht im Sinne von § 115 Abs. 5 WpHG noch eine Prüfung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts zum 30. Juni 2021.

1.1 Covid-19-Pandemie

Die Weltwirtschaft wurde auch im 1. Halbjahr 2021 weiterhin durch die anhaltende Covid-19-Pandemie erheblich beeinflusst. Dies hat sich auch auf den Zwischenabschluss des GRENKE Konzerns ausgewirkt. GRENKE reagierte frühzeitig, indem bereits im Vorjahr Arbeitsgruppen gebildet wurden, welche sich mit möglichen Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäftsbereiche auseinandersetzten und entsprechende Maßnahmen beschlossen. In diesem Zusammenhang wurden im Geschäftsjahr 2020 Stundungsvereinbarungen mit Kunden abgeschlossen. Zu weiteren Ausführungen infolge der aktuellen Auswirkungen der Pandemie verweisen wir auf die Angaben im Konzernzwischenlagebericht.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, die im Konzernzwischenabschluss angewendet wurden, entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Ausnahmen hiervon betreffen Änderungen, die sich durch die verpflichtende Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards ergeben haben, welche in einem nachfolgenden Abschnitt erläutert werden. Von der vorzeitigen Anwendung von geänderten Standards und Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2022 oder später verpflichtend umzusetzen sind, wurde abgesehen. Die GRENKE AG wird diese Standards zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umsetzen und erwartet daraus keine wesentlichen Auswirkungen auf die Berichterstattung.

Für diesen Zwischenabschluss gelten die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie in unserem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020, auf den wir an dieser Stelle verweisen. Zudem ergänzen wir die nachfolgenden Sachverhalte.

2.1 Stundungsvereinbarungen

GRENKE hat im Geschäftsjahr 2020 mit seinen Leasingkunden Stundungsvereinbarungen abgeschlossen, durch die die Kunden aufgrund der Covid-19-Pandemie und deren Folgen Unterstützung erfahren haben. Der Stundungszeitraum war für den wesentlichen Anteil der Verträge zum 31. Dezember 2020 bereits beendet. Die zum Jahresanfang verbleibenden Rückzahlungen der gestundeten, fälligen Beträge wurden im Wesentlichen im ersten Halbjahr 2021 geleistet.

Zudem wurden mit Kunden im Kreditgeschäft ebenfalls Stundungsvereinbarungen getroffen. Die im Kundenkreditgeschäft gewährten Stundungmaßnahmen sind zum Stichtag im Wesentlichen ausgelaufen.

Wir verweisen hierzu auf die geschilderten Bilanzierungsmethoden im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020.

2.2 Bereits veröffentlichte Rechnungslegungsstandards und Interpretationen - noch nicht umgesetzt

Änderungen an IFRS 4 "Versicherungsverträge" Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9

Das IASB veröffentlichte am 25. Juni 2020 eine Änderung an IFRS 4, mit der die bestehende Option zur verzögerten Erstanwendung von IFRS 9 auf den neuen Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 17 verlängert wurde.

Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten

Im Januar 2020 wurde IAS 1 "Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig" veröffentlicht. Gegenstand der Änderungen an IAS 1 ist die Klarstellung, dass im Rahmen der Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig auf bestehende Rechte des Unternehmens zum Abschlussstichtag abzustellen ist. Am 15. Juli 2020 wurde die Erstanwendung der Änderung durch das IASB um ein Jahr für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar 2023 beginnen, verschoben.

Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", IAS 16 "Sachanlagen", IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen" und jährliche Verbesserungen an den IFRS 2018-2020

Vom IASB wurden am 14. Mai 2020 mehrere begrenzte IFRS-Änderungen inklusive des Sammeländerungsstandards der jährlichen Verbesserung, Zyklus 2018-2020, der Anpassungen an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der IFRS", IFRS 9 "Finanzinstrumente", IAS 41 "Landwirtschaft" sowie einem Beispiel zu IFRS 16 "Leasingverhältnisse" vornimmt, veröffentlicht, die am 1. Januar 2022 in Kraft treten.

Änderung an IFRS 17 "Versicherungsverträge"

Der am 18. Mai 2017 veröffentlichte neue Rechnungslegungsstandard IFRS 17 "Versicherungsverträge" wird den Standard IFRS 4 ersetzen. Das IASB hat zudem am 18. März 2020 beschlossen, die verpflichtende Anwendung des Standards auf Geschäftsjahre zu verschieben, die an oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine Übernahme durch die EU steht noch aus.

Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und dem IFRS Practice Statement 2 "Making Materiality Judgements"

Die Änderungen an IAS 1 sehen vor, dass Unternehmen lediglich ihre "wesentlichen" (materiell) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang darstellen müssen (anstelle bisher: die "bedeutenden/​significant" Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). Die Änderungen sind erstmals - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - ab dem 1. Januar 2023 anzuwenden.

Änderung an IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern"

Gegenstand der Änderungen an IAS 8 sind Klarstellungen zur Abgrenzung von Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Änderungen von Schätzungen. Die verpflichtende Anwendung der Änderung des Standards gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine Übernahme durch die EU steht noch aus.

Änderung an IAS 12 "Ertragsteuern" zum Ansatz latenter Steuern aus einer einzigen Transaktion

Gemäß der Änderung an IAS 12 wird der Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung angepasst, sodass im Zeitpunkt des Zugangs eines Vermögenswertes oder einer Schuld keine aktiven oder passiven latenten Steuern anzusetzen sind. Die Änderungen treten für jährliche Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

3. Erstmals anzuwendende, neue Rechnungslegungsstandards

Im Geschäftsjahr 2021 wurden im GRENKE Konzern alle neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen berücksichtigt, die erstmals verbindlich seit dem 1. Januar 2021 anzuwenden waren und bereits in europäisches Recht übernommen wurden (Endorsement), sofern diese für den GRENKE Konzern relevant waren.

Alle nachfolgenden überarbeiteten bzw. geänderten Standards hatten keinen materiellen Einfluss auf die Bilanzierung und Berichterstattung im Konzernabschluss der GRENKE AG.

Änderungen von IFRS 9 "Finanzinstrumente", IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung"; IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben"; IFRS 4 "Versicherungsverträge" und IFRS 16 "Leasingverhältnisse" - Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2

Der IASB veröffentlichte am 26. September 2019 Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 und beendete damit die erste Phase des Projekts "IBOR Reform and its Effects on Financial Reporting". Die Änderungen adressieren Bilanzierungssachverhalte im Vorfeld der Umstellung auf alternative Benchmark-Zinssätze und zielen auf die bilanzielle Fortführung bestehender Hedge-Accounting-Beziehungen ab. Konkret betreffen die Änderungen insbesondere bestimmte Erleichterungen im Zusammenhang mit den Vorschriften zum Hedge-Accounting:

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Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, ob eine geplante Transaktion stattfinden wird, ist davon auszugehen, dass die den gesicherten Cashflows zugrundeliegende Zinsbezugsgröße durch die Reform nicht verändert wird.

Bei der Bewertung, ob eine Sicherungsbeziehung effektiv ist, soll ebenfalls von einem unveränderten Benchmark-Zinssatz ausgegangen werden.

Bei Absicherung einer nicht vertraglich festgelegten Benchmark-Komponente genügt die geforderte Bestimmung der separat identifizierbaren Risikokomponente zu Beginn des Sicherungsgeschäfts.

Es wurde zudem eine Ausnahmeregelung hinsichtlich der retrospektiven Beurteilung nach IAS 39 eingeführt, die nur für direkt betroffene Sicherungsbeziehungen (Grundgeschäft oder Sicherungsinstrument) gilt. Sie ermöglicht die Fortführung des Hedge-Accountings, auch wenn die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung nicht mehr gegeben ist. Eine weitere Erleichterung ergibt sich in Bezug auf das Kriterium der separaten Identifizierbarkeit beim Macro-Hedging: Wurde ein abgesichertes Grundgeschäft innerhalb eines Macro-Hedges als solches designiert, muss diese Einschätzung später nicht erneuert werden. Des Weiteren sind die Auswirkungen der Änderungen auf die Sicherungsbeziehungen im Anhang zu erläutern.

Mit der Ablösung der IBOR-Referenzzinssätze sowie der EONIA durch andere Referenzzinssätze, genannt RiskFree Rates (RFR), wird die Phase 2 des Projekts zu möglichen Auswirkungen der Reform der Interbank Offered Rate ("IBOR") auf die Finanzberichterstattung eingeläutet. Die Änderungen dienen der Umsetzung spezifischer Fragestellungen, wenn der Referenzzins durch einen RFR-Referenzzinssatz ersetzt wurde. Nach den ursprünglichen Regelungen zum Hedge-Accounting hätten die anstehenden Änderungen der Referenzzinssätze in vielen Fällen eine Beendigung von Sicherungsbeziehungen zur Folge gehabt. Mit den Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 wird eine Fortführung trotz bestehender Unsicherheiten in Bezug auf Referenzzinssätze erreicht, da beispielsweise das "Highly-probable-Kriterium" stets als erfüllt betrachtet wird. Die Änderungen haben keinen Einfluss auf den Konzernabschluss der GRENKE AG, da keine von Referenzzinssätzen beeinflussten Sicherungsbeziehungen in das Hedge-Accounting designiert sind.

Änderungen an IFRS 16 "Leasingverhältnisse" im Zusammenhang mit coronabedingten Mietzugeständnissen

Das IASB hat am 28. Mai 2020 IFRS 16 "Leasingverhältnisse" geändert ("Covid-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen"). Die Änderung betrifft die bilanziellen Auswirkungen von Zugeständnissen, die im Rahmen der Covid-19-Pande-mie eingeräumt wurden. Ziel der Änderung ist es, den Leasingnehmern eine Erleichterung von der Anwendung der in IFRS 16 enthaltenen Vorschriften zu Vertragsmodifikationen einzuräumen. Die praktischen Erleichterungen gelten explizit nicht für Leasinggeber, da das IASB die Komplexität der Änderungen und die prozessualen Möglichkeiten der Umsetzung bei Leasinggebern als weniger kritisch erachtet. Die Änderung trat für jährliche Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Juni 2020 beginnen. Die Standardänderung wurde am 9. Oktober 2020 in EU-Recht übernommen ("EU-Endorsement"). Das IASB hat am 31. März 2021 "Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 (Änderung an IFRS 16)" herausgegeben und damit den Anwendungszeitraum der Änderung des Standards vom Mai 2020 um ein Jahr verlängert. Die Änderung hat auf den Konzernzwischenbericht der GRENKE AG keinen materiellen Einfluss, da GRENKE insbesondere als Leasinggeber auftritt, auf den die Änderung keine Anwendung findet.

4. Verwendung von Annahmen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf den Ausweis und die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge, Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben.

Schätzungen und zugrundeliegende Annahmen werden laufend überprüft. Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst und erfolgen in den nachfolgend dargestellten Bereichen:

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Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte

Berücksichtigung von kalkulierten Restwerten am Ende der Vertragslaufzeit im Rahmen der Ermittlung des Barwerts von Leasingforderungen

Annahmen im Rahmen des Werthaltigkeitstests bei der Bewertung der bestehenden Geschäfts- und Firmenwerte

Ansatz von Leasinggegenständen in Verwertung zu kalkulierten Restwerten

Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten

Ansatz und Bewertung latenter Steuern auf Verlustvorträge

Ansatz und Bewertung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden

Die Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte beruht auf Annahmen und Schätzungen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustraten. Der Konzern übt bei der Erstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode. Die wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren sind unter den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellt. Entsprechend den Verlautbarungen von verschiedenen Regulatoren (ESMA, EBA) wird eine Beurteilung der Modellierung der IFRS 9 Wertberichtigung und der Schätzung der erwarteten Kreditverluste (ECL) vorgenommen. Das ECL-Modell wird inklusive der Inputparameter und der Teilmodelle anlassbezogen und mindestens einmal jährlich validiert und gegebenenfalls aktualisiert.

Nicht garantierte (kalkulierte) Restwerte werden im Rahmen der Ermittlung des Barwerts der Leasingforderungen gemäß IFRS 16 berücksichtigt. Die kalkulierten Restwerte am Ende der Vertragslaufzeit ermitteln sich in Abhängigkeit von der Laufzeitgruppe des jeweiligen Leasingvertrags und beinhalten das erwartete Nachgeschäft und die erwarteten Verwertungserlöse am Ende der Laufzeit, basierend auf historischen Erfahrungswerten. Für Zugänge seit dem 1. Januar 2021 betragen sie zwischen 5,5 % und 15,5 % der Anschaffungskosten. Die kalkulierten Restwerte werden dabei anhand statistischer Auswertungen im Rahmen einer bestmöglichen Schätzung angesetzt. Im Falle eines Absinkens der tatsächlich im Nachgeschäft (bestehend aus Verwertung und Nachmiete) erzielbaren Erlöse wird eine Abwertung der Leasingforderungen berücksichtigt, wohingegen ein Anstieg unberücksichtigt bleibt.

Die der Discounted-Cashflow-Bewertung der bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte zugrundeliegenden Cashflows basieren auf aktuellen Geschäftsplänen und internen Planungen. Hierbei werden Annahmen über die künftigen Ertrags- und Aufwandsentwicklungen getroffen. Dabei wurden künftige Wachstumsraten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Basis bisheriger Erfahrungswerte angenommen und bisher erzielte Ertrags- und Aufwandsverläufe in die Zukunft projiziert. Diese Schätzungen sowie die zugrundeliegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die ermittelten Werte haben. Aufgrund der Covid-19-Pandemie sind das ökonomische Gesamtumfeld und damit die Schätzungen hinsichtlich der weiteren Neugeschäfts- und Renditeentwicklungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit zusätzlichen Unsicherheiten verbunden. Sollten wesentliche Annahmen von den tatsächlichen Größen abweichen, könnte dies in der Zukunft zu erfolgswirksam zu erfassenden Wertminderungen führen.

Die Bewertung der Leasinggegenstände in Verwertung erfolgt auf Basis der Verwertungserlöse, die über das vergangene Geschäftsjahr im Durchschnitt je Altersklasse in Bezug auf die ursprünglichen Anschaffungskosten erzielt werden konnten. Leasinggegenstände in der Verwertung werden in Abhängigkeit von ihrer tatsächlichen Verwertbarkeit mit den aus der Vergangenheit ermittelten Restwerten bewertet. Sofern eine Verwertung aufgrund des Zustandes des entsprechenden Gegenstandes unrealistisch erscheint, wird dieser erfolgswirksam abgeschrieben.

Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht mithilfe von Daten aus aktiven Märkten abgeleitet werden können, werden unter der Verwendung von Bewertungsverfahren bestimmt. Die Inputparameter dieser Modelle stützen sich, soweit möglich, auf beobachtbare Marktdaten. Ist dies nicht möglich, stellt die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in gewissem Maß eine Ermessensentscheidung dar. Die Ermessensentscheidungen betreffen Input-Parameter wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Volatilität. Änderungen der Annahmen bezüglich dieser Inputparameter können sich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente auswirken. Sind beobachtbare Preise und Parameter verfügbar, werden sie für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts genutzt, ohne dass Einschätzungen in großem Umfang erforderlich wären.

Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maß erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessungsausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintritts und der Höhe des zukünftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategie erforderlich.

Aufgrund der Komplexität der Steuergesetzgebung ergeben sich möglicherweise unterschiedliche Auslegungen und Interpretationen von Steuergesetzen durch den Steuerpflichtigen und die lokale Finanzbehörde. Dadurch kann es zu nachträglichen Steuerzahlungen für vergangene Geschäftsjahre kommen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerrückstellungen gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der besten Schätzung der erwarteten Steuerzahlung. Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass sie realisiert werden können. Die Annahmen basieren auf der Einschätzung der Unternehmensleitung, in welcher Höhe unsichere Steuerpositionen angesetzt werden.

Wir verweisen hierzu auf die geschilderten Bilanzierungsmethoden im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020.

5. Anpassungen

Aufgrund von retrospektiven Anpassungen, welche im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 vollzogen wurden, ergab sich entsprechend eine Änderung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zum 30. Juni 2020. Das Zinsergebnis erhöhte sich um 6.846 TEUR und die Schadensentwicklung und Risikovorsorge um 10.097 TEUR. In diesem Zusammenhang reduzierte sich das Verwertungs-mehr-(+) /​ minder(-)ergebnis um 833 TEUR. Insgesamt kam es zu einer Reduzierung des Gewinns vor Steuern um 5.859 TEUR und des Gewinns (nach Steuern) um 4.799 TEUR. Für weitere Erläuterungen wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 im Konzernanhang unter Abschnitt "2.3 Anpassungen gemäß IAS 8" verwiesen.

6. Leasingforderungen

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
ENTWICKLUNG DER LEASINGFORDERUNGEN AUS LAUFENDEN VERTRÄGEN (PERFORMENDE LEASINGFORDERUNGEN)
FORDERUNGEN ZU PERIODENBEGINN 5.614.509 5.725.472
+ Veränderung in der Periode - 377.983 - 110.963
LEASINGFORDERUNGEN (KURZ- UND LANGFRISTIG) AUS LAUFENDEN VERTRÄGEN ZUM PERIODENENDE 5.236.526 5.614.509
ENTWICKLUNG DER LEASINGFORDERUNGEN AUS GEKÜNDIGTEN /​ RÜCKSTÄNDIGEN VERTRÄGEN (NICHT PERFORMENDE LEASINGFORDERUNGEN)
BRUTTOFORDERUNG ZU PERIODENBEGINN 525.869 434.939
+ Zugänge Bruttoforderungen in der Periode 118.539 148.498
- Abgänge Bruttoforderungen in der Periode 29.319 57.568
BRUTTOFORDERUNG ZUM PERIODENENDE 615.089 525.869
SUMME BRUTTOFORDERUNG GEKÜNDIGT UND LAUFEND 5.851.615 6.140.378
WERTMINDERUNGEN ZU PERIODENBEGINN 504.086 384.762
+ Veränderung kumulierte Wertminderungen in der Periode 43.864 119.324
WERTMINDERUNGEN ZU PERIODENENDE 547.950 504.086
Leasingforderungen (Bilanzansatz kurz- und langfristig) zu Periodenbeginn 5.636.292 5.775.649
LEASINGFORDERUNGEN (BILANZANSATZ KURZ- UND LANGFRISTIG) ZUM PERIODENENDE 5.303.665 5.636.292

Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen der Leasingforderungen und die Wertberichtigung auf die Leasingforderungen pro IFRS 9 Wertberichtigungsstufe. Der GRENKE Konzern verfügt über keine als POCI klassifizierten Finanzinstrumenten im Sinne des IFRS 9.

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30.06.2021 31.12.2020
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Summe
BRUTTOFORDERUNGEN
Deutschland 1.135.801 44.662 46.800 1.227.263 1.263.860
Frankreich 1.023.470 93.474 132.255 1.249.199 1.310.064
Italien 833.284 118.124 261.460 1.212.868 1.344.292
Sonstige Länder 1.724.420 139.236 298.629 2.162.285 2.222.162
SUMME BRUTTOFORDERUNGEN 4.716.975 395.496 739.144 5.851.615 6.140.378
Wertberichtigung 42.753 34.033 471.164 547.950 504.086
BUCHWERT 4.674.222 361.463 267.980 5.303.665 5.636.292

Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der Wertberichtigungen auf den Bestand an kurzfristigen und langfristigen Forderungen:

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30.06.2021 31.12.2020
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Summe
ANFANGSBESTAND WERTBERICHTIGUNG 65.728 53.835 384.523 504.086 384.762
Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte* 8.439 2.562 2.697 13.698 49.311
Umbuchungen
zu Stufe 1 4.811 - 2.862 - 1.949 0 0
zu Stufe 2 - 1.664 13.064 - 11.400 0 0
zu Stufe 3 - 2.318 - 13.534 15.852 0 0
Änderung der Risikovorsorge durch Stufenänderung - 3.807 - 3.532 55.812 48.473 86.094
Einvernehmliche Vertragsauflösung oder Zahlungen
für finanzielle Vermögenswerte (ohne Ausbuchungen)
- 14.423 - 9.352 - 13.055 - 36.830 - 57.048
Änderungen der vertraglichen Zahlungsströme infolge v
on Modifikation (keine Ausbuchung)
- 18.259 - 9.770 11.101 - 16.928 41.506
Änderung durch Veränderung Bearbeitungsklasse
bei Schadensfällen
32.902 32.902 17.936
Änderungen der Modelle/​Risikoparameter für ECL-Berechnung 0 0 13.441 13.441 17.739
Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten - 7 - 89 - 25.061 - 25.157 - 40.731
Währungsumrechnungs- und sonstige Differenzen 226 159 1.669 2.054 - 5.605
Aufzinsung 4.027 3.552 4.632 12.211 10.122
ENDBESTAND WERTBERICHTIGUNG 42.753 34.033 471.164 547.950 504.086
davon Wertberichtigung nicht-performende Leasingforderung 413.071 413.071 323.043
davon Wertberichtigung performende Leasingforderung 42.753 34.033 58.093 134.879 181.043

* Die in Stufe 2 und 3 angegebenen Werte betreffen im Geschäftsjahr neu ausgereichte Leasingforderungen, die zum Zugangszeitpunkt der Stufe 1 zugeordnet waren, aber im Lauf des Geschäftsjahres einer anderen Stufe zugeteilt wurden.

7. Finanzschulden

7.1 Asset Based Finanzschulden

Die Finanzschulden des GRENKE Konzerns setzen sich aus den kurzfristigen Finanzschulden und langfristigen Finanzschulden zusammen.

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
KURZFRISTIGE FINANZSCHULDEN
Asset Based 359.139 377.174
Senior Unsecured 587.565 565.099
Zweckgebundenen Förderdarlehen 90.309 106.442
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 842.994 819.356
davon gegenüber Kreditinstituten 2.200 4.200
Sonstige Bankschulden 1.015 69
davon Kontokorrent 1.015 69
SUMME KURZFRISTIGE FINANZSCHULDEN 1.881.022 1.868.140
LANGFRISTIGE FINANZSCHULDEN
Asset Based 429.798 429.334
Senior Unsecured 2.152.253 2.648.647
Zweckgebundenen Förderdarlehen 102.007 142.036
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 664.354 721.953
SUMME LANGFRISTIGE FINANZSCHULDEN 3.348.412 3.941.970
SUMME FINANZSCHULDEN 5.229.434 5.810.110

7.1.1 Strukturierte Einheiten

Folgende konsolidierte strukturierte Einheiten bestanden zum Stichtag: Opusalpha Purchaser II Limited (Helaba), Kebnekaise Funding Limited (SEB AB), CORAL Purchasing (Ireland) 2 DAC (DZ-Bank), FCT "GK"-COMPARTMENT "G2" (Unicredit), FCT "GK"-COMPARTMENT "G3" (HSBC) sowie FCT "GK"-COMPARTMENT "G4" (Helaba). Sämtliche strukturierte Einheiten sind als Asset-Backed Commercial Paper-(ABCP-) Programme aufgelegt.

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
Programmvolumen in Landeswährung
TEUR 947.802 947.802
TGBP 150.000 150.000
Programmvolumen in TEUR 1.122.617 1.114.648
Inanspruchnahme in TEUR 767.339 804.519
Buchwert in TEUR 674.878 709.626
davon kurzfristig 298.435 321.680
davon langfristig 376.443 387.946

7.1.2 Forderungsverkaufsverträge

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
Programmvolumen in Landeswährung
TEUR 16.500 20.000
TGBP 100.000 100.000
TBRL 165.000 185.000
Programmvolumen in TEUR 160.986 160.257
Inanspruchnahme in TEUR 113.837 96.295
Buchwert in TEUR 113.837 96.295
davon kurzfristig 60.517 54.963
davon langfristig 53.320 41.332

7.1.3 Restwertdarlehen

Die Restwertdarlehen dienen teilweise zur Finanzierung von Restwerten von Leasingverträgen, bei denen die Raten im Rahmen des Forderungsverkaufs veräußert wurden.

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
Buchwert 222 587
davon kurzfristig 187 531
davon langfristig 35 56

7.2 Senior Unsecured Finanzschulden

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Buchwerte der einzelnen Refinanzierungsinstrumente:

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
Anleihen 2.428.430 2.662.498
davon kurzfristig 413.988 338.819
davon langfristig 2.014.442 2.323.679
Schuldscheindarlehen 194.903 394.844
davon kurzfristig 98.501 119.046
davon langfristig 96.402 275.798
Revolving Credit Facility 79.349 101.235
davon kurzfristig 37.940 52.065
davon langfristig 41.409 49.170
Geldhandel 0 16.063
Kontokorrent 14.457 13.438
Zinsabgrenzung 22.679 25.668

Folgende Tabelle zeigt den Refinanzierungsrahmen der einzelnen Instrumente:

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
Anleihen TEUR 5.000.000 5.000.000
Commercial Paper TEUR 750.000 750.000
Syndizierte revolvierende Kreditfazilität TEUR 250.000 0
Revolving Credit Facility TEUR 30.000 300.000
Revolving Credit Facility TPLN 100.000 100.000
Revolving Credit Facility TCHF 0 20.000
Revolving Credit Facility TCLP 20.250.000 20.250.000
Revolving Credit Facility THRK 125.000 125.000
Geldhandel TEUR 35.000 35.000

7.2.1 Anleihen

Im Geschäftsjahr wurden bisher keine neuen Anleihen begeben. Planmäßig wurden 235.000 TEUR getilgt.

7.2.2 Schuldscheindarlehen

Im Geschäftsjahr wurde bisher ein neues Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 10.000 TBRL begeben. Planmäßig getilgt wurden 45.000 TEUR, 33.000 TDKK sowie 33.000 TSEK. Vorzeitig getilgt wurden 148.000 TEUR.

7.2.3 Syndizierte revolvierende Kreditfazilität

Im Geschäftsjahr wurde eine neue syndizierte revolvierende Kreditfazilität über ein Volumen von 250.000 TEUR abgeschlossen. Hiervon können 75.000 TEUR in GBP und CHF gezogen werden. Darlehensgeber sind Deutsche Bank AG, DZ BANK AG, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Landesbank Hessen-Thüringen, Le Credit Lyonnais, Norddeutsche Landesbank und SEB AB Frankfurt Branch.

7.3 Zweckgebundene Förderdarlehen

Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der in Anspruch genommenen Förderdarlehen bei den einzelnen Förderbanken.

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TEUR 30.06.2021 31.12.2020
Europäische Investitionsbank 9.811 9.775
NRW Bank 41.732 55.896
Thüringer Aufbaubank 2.674 3.552
Investitionsbank Berlin 862 1.467
KfW 136.111 176.443
Landeskreditbank Baden-Württemberg - Förderbank 1.100 1.345
Zinsabgrenzung 26 0
SUMME DER FÖRDERDARLEHEN 192.316 248.478

8. Eigenkapital

Das Grundkapital der GRENKE AG ist im Vergleich zum 31. Dezember 2020 unverändert auf 46.495.573 auf den Inhaber lautende Aktien eingeteilt.

Für das Geschäftsjahr 2020 hat der Vorstand der im Juli 2021 stattgefundenen Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,26 EUR je Aktie vorgeschlagen. Diese Ausschüttung ist zum 30. Juni 2021 nicht als Verbindlichkeit erfasst.

9. Angaben zu Finanzinstrumenten

9.1 Hierarchie des beizulegenden Zeitwertes

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der GRENKE Konzern soweit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren, werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Bemessungshierarchie ("Fair-Value-Hierarchie") eingeordnet:

Stufe 1: Notierte (unbereinigte) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden

Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen sämtliche Inputfaktoren, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt am Markt beobachtbar sind

Stufe 3: Bewertungsverfahren, die Inputfaktoren verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren

Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Bemessungshierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Bemessungshierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

Der GRENKE Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Bemessungshierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Umgruppierungen zwischen den drei Stufen der Bemessungshierarchie fanden in der abgelaufenen Berichtsperiode nicht statt.

9.2 Beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

9.2.1 Beizulegende Zeitwerte originärer Finanzinstrumente

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten je Klasse von Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bemessen werden. Sie enthält keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Darunter fallen die Bilanzpositionen Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Sämtliche originäre Finanzinstrumente sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet, mit Ausnahme der börsennotierten Anleihen, die in den Verbindlichkeiten aus Refinanzierung enthalten und in der Stufe 1 der Bemessungshierarchie klassifiziert sind sowie der sonstigen Beteiligung, die der Stufe 3 der Bemessungshierarchie zugeordnet ist. Der Buchwert der börsennotierten Anleihen zum Bilanzstichtag beträgt 2.428.431 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 2.662.498 TEUR) und der beizulegende Zeitwert 2.334.222 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 2.498.603 TEUR). Die originären finanziellen Vermögenswerte sind bis auf die Leasingforderungen, welche gemäß IFRS 16 bewertet werden, und die sonstigen Beteiligungen, welche der Bewertungskategorie FVOCIoR zugeordnet sind und somit zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, vollständig zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bewertet. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden ebenfalls zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet.

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TEUR Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert
30.06.2021 30.06.2021 31.12.2020 31.12.2020
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Leasingforderungen 5.906.798 5.303.665 6.341.277 5.636.292
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 266.966 267.189 288.512 277.260
davon Forderungen aus dem Factoringgeschäft 56.454 56.454 53.582 53.582
davon Forderungen aus dem Kreditgeschäft 154.134 154.357 163.010 151.758
davon Sonstige finanzielle Vermögenswerte 56.378 56.378 71.920 71.920
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzschulden 5.149.042 5.229.434 5.672.117 5.810.110
davon Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung 3.610.709 3.721.071 4.095.744 4.268.732
davon Verbindlichkeiten aus dem Einlagegeschäft 1.537.318 1.507.348 1.576.304 1.541.309
davon Bankschulden 1.015 1.015 69 69

9.2.2 Beizulegende Zeitwerte derivativer Finanzinstrumente

Zum Stichtag sind im GRENKE Konzern alle derivativen Finanzinstrumente, welche sich aus Zinsderivaten (Zinsswaps), Devisentermingeschäften und Cross Currency Swaps zusammensetzen, zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Devisentermingeschäfte werden ohne Sicherungsbeziehung bilanziert. Sämtliche derivativen Finanzinstrumente sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet.

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TEUR Beizulegender Zeitwert 30.06.2021 Buchwert 30.06.2021 Beizulegender Zeitwert 31.12.2020 Buchwert 31.12.2020
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE MIT SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 0 0 0 0
Cross Currency Swap 1.576 1.576 1.764 1.764
Fremdwährungsterminkontrakte 1.116 1.116 2.069 2.069
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 75 75 351 351
Fremdwährungsterminkontrakte 2.743 2.743 3.332 3.332
GESAMT 5.510 5.510 7.516 7.516
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE MIT SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 0 0 0 0
Cross Currency Swap 11.634 11.634 13.623 13.623
Fremdwährungsterminkontrakte 7.055 7.055 8.458 8.458
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 797 797 1.356 1.356
Fremdwährungsterminkontrakte 2.501 2.501 1.862 1.862
GESAMT 21.987 21.987 25.299 25.299

Bei den im GRENKE Konzern verwendeten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um sogenannte OTC-Derivate (Over-the-Counter). Diese werden direkt mit einer Gegenpartei, die mindestens dem Investmentgrade entspricht, abgeschlossen. Es existieren somit keine notierten Börsenpreise.

Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für die Devisentermingeschäfte und Zinsderivate erfolgt anhand von Bewertungsmodellen unter Rückgriff auf beobachtbare Inputfaktoren. Bei Devisentermingeschäften wird die Bewertung anhand eines Mark-to-Market-Bewertungsmodells vorgenommen. Bei Zinsderivaten wird der beizulegende Zeitwert in der Bewertung über eine Barwertmethode ermittelt. Die verwendeten Inputparameter für die Bewertungsverfahren werden aus Marktnotierungen entnommen. Dabei werden laufzeitkongruente Zinssätze in den gehandelten Währungen für Devisentermingeschäfte bzw. Zinssätze für Zinsderivate verwendet. Die ermittelten Werte werden mit einem sogenannten Add-on-Verfahren mit den Kupons, der am Markt beobachtbaren laufzeitadäquaten Credit Default Swaps (CDS) der Gegenpartei bzw. des eigenen Ausfallrisikos multipliziert, um den beizulegenden Zeitwert dieser OTC-Derivate zu erhalten.

Die überwiegenden Zahlungsströme für die genannten Sicherungsgeschäfte werden sich voraussichtlich in den nächsten ein bis zwei Jahren auf das Periodenergebnis auswirken.

9.3 Bewertungsmethoden und verwendete Inputfaktoren

In nachfolgender Tabelle werden die angewandten Bewertungsmethoden sowie die verwendeten Inputfaktoren und Annahmen zur Bemessung der beizulegenden Zeitwerte dargestellt:

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Art und Stufe Bewertungsmethode Inputfaktoren
BEMESSUNGSHIERARCHIE STUFE 1
Börsennotierte Anleihen n. a. Notierter Börsenpreis am Bewertungstag
BEMESSUNGSHIERARCHIE STUFE 2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei
Finanzschulden (Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung des Leasinggeschäfts, Schuldscheindarlehen, Bankschulden) Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Ausfallrisikos DVA (Debt Value Adjustment)
Devisentermingeschäfte /​ Cross Currency Swaps Mark-to-Market Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze in den gehandelten Währungen zu Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Kontrahentenrisikos DVA (Debt Value Adjustment) bzw. des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei CVA (Credit Value Adjustment), die aus verfügbaren Credit-Default-Swap-(CDS-)Notierungen verwendet werden
Zinsderivate Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Kontrahentenrisikos DVA (Debt Value Adjustment) bzw. des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei CVA (Credit Value Adjustment), die aus verfügbaren Credit-Default-Swap-(CDS-)Notierungen verwendet werden
BEMESSUNGSHIERARCHIE STUFE 3
Sonstige Beteiligungen (Beteiligung an der Finanzchef24 GmbH) Discounted-Cashflow-Modell Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Business Plan der Finanzchef24 GmbH zur Ermittlung der zukünftigen Cashflows; Nachhaltige Wachstumsrate der zukünftigen Cashflows; Parameter zur Ermittlung des Diskontierungszinses (insbesondere risikoloser Zinssatz, Marktrisikoprämie, Beta-Faktor, Adjustierungsprämien)

10. Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Nachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) dargestellt:

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TEUR Segment 01.01. bis 30.06.2021 01.01. bis 30.06.2020 1
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN (IFRS 15)
Bruttoerlöse aus dem Service and Protection Geschäft (Servicegeschäft) Leasing 61.532 61.269
Servicegebühr für Bereitstellung Leasing 1.850 2.606
Erlöse aus Mahngebühren Leasing 750 842
Erlöse aus Mahngebühren Factoring 7 10
Sonstige Erlöse mit Leasingnehmern Leasing 551 561
Verkauf von Leasingobjekten Leasing 88.837 75.125
Provisionseinnahmen aus dem Bankgeschäft Bank 236 149
SUMME 153.763 140.562

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

11. Erlöse und sonstige Umsatzerlöse

Nachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) und sonstige Umsatzerlöse (IFRS 9, IFRS 16) dargestellt:

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TEUR 01.01. bis 30.06.2021 01.01. bis 30.06.2020 1
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN (IFRS 15) 153.763 140.562
SONSTIGE UMSATZERLÖSE (IFRS 9, IFRS 16)
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft 219.394 237.061
Erlöse aus Operating-Leasingverhältnissen 10.559 9.999
Erlösanteile aus Vormieten 3.754 5.770
SUMME 387.470 393.392

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

12. Ertragsteuern

Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind:

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TEUR 01.01. bis 30.06.2021 01.01. bis 30.06.2020 1
Laufende Steuern 9.514 9.363
Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer (Deutschland) 60 1.237
Ausländische Ertragsteuern 9.454 8.126
Latente Steuern 645 - 1.822
Deutschland 3.029 2.847
Ausland - 2.384 - 4.669
SUMME 10.159 7.541

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

13. Konzern-Segmentberichterstattung

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TEUR Segment Leasing Segment Bank Segment Factoring
Januar bis Juni 2021 2020 1 2021 2020 1 2021 2020 1
OPERATIVE ERTRÄGE
Externe operative Erträge 180.104 163.711 - 5.861 - 4.234 3.430 2.805
Interne operative Erträge - 30.134 - 25.041 30.671 25.480 - 537 - 439
SUMME OPERATIVE ERTRÄGE 149.970 138.670 24.810 21.246 2.893 2.366
davon zahlungsunwirksame Posten 80.085 115.916 2.936 4.366 - 1.082 70
ZINSUNABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN
Personalaufwand 59.957 55.942 2.452 2.189 2.813 2.912
Abschreibungen und Wertminderung 13.713 13.303 444 412 476 567
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand 42.236 32.707 5.136 2.476 985 1.921
SEGMENTERGEBNIS 42.174 37.166 7.382 11.380 - 1.625 - 2.936
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen - 140 - 81 - 259 - 137 0 0
Sonstiges Finanzergebnis
GEWINN VOR STEUERN LT. KONZERNGEWINN- U. VERLUSTRECHNUNG 42.034 37.085 7.123 11.243 - 1.625 - 2.936
zum 30. Juni (Vorjahr: zum 31. Dezember)
SEGMENTVERMÖGEN 6.228.615 6.732.015 2.152.624 2.252.866 77.043 77.248
davon nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 182 322 3.942 4.201 0 0
SEGMENTSCHULDEN 5.213.032 5.735.910 1.864.503 1.968.804 77.039 75.135
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TEUR Konsolidierung & Sonstiges Konzern
Januar bis Juni 2021 2020 1 2021 2020 1
OPERATIVE ERTRÄGE
Externe operative Erträge 0 0 177.673 162.282
Interne operative Erträge 0 0 0 0
SUMME OPERATIVE ERTRÄGE 0 0 177.673 162.282
davon zahlungsunwirksame Posten 0 0 81.939 120.352
ZINSUNABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN
Personalaufwand - 211 - 280 65.011 60.763
Abschreibungen und Wertminderung - 468 - 600 14.165 13.682
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand - 1.099 - 1.143 47.258 35.961
SEGMENTERGEBNIS - 56 167 47.875 45.777
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen 0 0 - 399 - 218
Sonstiges Finanzergebnis - 5.066 - 4.847 - 5.066 - 4.847
GEWINN VOR STEUERN LT. KONZERNGEWINN- U. VERLUSTRECHNUNG - 5.122 - 4.680 42.410 40.712
zum 30. Juni (Vorjahr: zum 31. Dezember)
SEGMENTVERMÖGEN - 1.666.248 - 1.775.672 6.792.034 7.286.457
davon nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 0 0 4.124 4.523
SEGMENTSCHULDEN - 1.605.031 - 1.708.050 5.549.543 6.071.799

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert teilweise angepasst.

13.1 Geschäftssegmente

Die Berichterstattung des GRENKE Konzerns über die Entwicklung seiner Segmente folgt der dominierenden Organisationsstruktur innerhalb des GRENKE Konzerns, der dem sogenannten Managementansatz folgt. Daher sind die operativen Segmente in Anlehnung an die Steuerung der Unternehmensbereiche in die Segmente Leasing, Bank und Factoring unterteilt, was dem Entscheidungsträger, dem Vorstand der GRENKE AG, dazu dient, die Leistung der Segmente zur beurteilen und Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen. Eine regionale Aufgliederung der Geschäftstätigkeiten erfolgt jährlich im Abschluss des GRENKE Konzerns des jeweiligen Geschäftsjahres. Für die drei operativen Segmente liegen separate Finanzinformationen vor.

13.2 Berichtspflichtige Segmente

13.2.1 Leasinggeschäft

Das Segment Leasing umfasst alle Aktivitäten, die mit der Leasingtätigkeit des Konzerns zusammenhängen. Das Dienstleistungsangebot umfasst dabei die Übernahme der Finanzierung für gewerbliche Leasingnehmer, die Vermietung, Service-, Protect- und Wartungsangebote sowie die Verwertung von Gebrauchtgeräten.

Der GRENKE Konzern hat sich dabei im Wesentlichen auf das sogenannte Small-Ticket-Leasing von IT-Produkten wie zum Beispiel PCs, Notebooks, Server, Bildschirme und andere Peripheriegeräte, Software, Telekommunikations- und Kopiertechnik, Medizintechnik sowie sonstige IT-Produkte spezialisiert. Nahezu alle abgeschlossenen Leasingverträge sind Verträge mit Vollamortisationsanspruch.

13.2.2 Bankgeschäft

Als Finanzierungspartner vor allem für KMU umfasst das Segment Bank die Aktivitäten der GRENKE BANK AG (nachfolgend auch "GRENKE Bank"). Im Rahmen von Kooperationen mit verschiedenen Förderbanken des Bundes und einzelner Bundesländer finanziert die GRENKE Bank Existenzgründungen. Zudem vergibt die GRENKE Bank Fördermittel für KMU und Freiberufler, die betriebliche Neuanschaffungen über Leasing finanzieren. Über ihren Internetauftritt bietet die GRENKE Bank darüber hinaus Geldanlageprodukte wie beispielsweise Festgeldprodukte für private und gewerbliche Kunden an. Das Geschäft der Bank erfolgt schwerpunktmäßig mit deutschen Kunden. Neben dem Geschäft mit externen Kunden umfassen die Aktivitäten der GRENKE BANK AG auch die interne Refinanzierung des Leasingsegments des GRENKE Konzerns mittels des Ankaufs von Forderungen und der Ausgabe von Darlehen.

13.2.3 Factoringgeschäft

Im Segment Factoring bietet GRENKE klassische Factoringdienstleistungen mit der Fokussierung auf das Small-Ticket-Factoring. Dabei wird im Rahmen des echten Factorings sowohl das offene Factoring, bei dem der Debitor über die Forderungsabtretung informiert wird, als auch das stille Factoring, bei dem der Debitor keine entsprechende Information erhält, angeboten. Daneben bietet das Segment auch Forderungsmanagement ohne Finanzierungsfunktion (unechtes Factoring) an; hier verbleibt das Delkredererisiko beim Kunden. Interne operative Erträge ergeben sich insbesondere aus der internen Refinanzierung.

13.3 Messgrößen der Segmente

Die Bilanzierungsgrundsätze, die zur Gewinnung der Segmentinformationen herangezogen werden, entsprechen den angewandten Bilanzierungsregeln des Konzernzwischenabschlusses. Konzerninterne Transaktionen erfolgen zu marktüblichen Preisen.

Für die Beurteilung des Erfolgs des GRENKE Konzerns ist die zuständige Unternehmensinstanz, der Vorstand der GRENKE AG, verantwortlich. Dieser hat als wesentliche Erfolgsgrößen neben dem Wachstum des Neugeschäfts des Leasingsegments (Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände), für die GRENKE Bank das Einlagevolumen und für das Factoringsegment die Bruttomarge bestimmt. Die weiteren Messgrößen umfassen insbesondere die operativen Segmenterträge, die zinsunabhängigen Aufwendungen, das Segmentergebnis vor dem sonstigen Finanzergebnis und die Personalaufwendungen, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen sowie die Abschreibungen. Das sonstige Finanzergebnis und die Steueraufwendungen /​ -erträge sind die wesentlichen Bestandteile der Konzernergebnisrechnung, die nicht in die einzelnen Segmentinformationen einfließen.

Die Segmenterträge der einzelnen Segmente setzen sich wie folgt zusammen:

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Leasing: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge, Ergebnis aus dem Servicegeschäft, Ergebnis aus dem Neugeschäft und Verwertungsergebnis.

Bank: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge.

Factoring: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge.

Bei den nicht zahlungswirksamen Posten handelt es sich um Wertminderungen.

Das Segmentvermögen beinhaltet die betriebsnotwendigen Vermögenswerte. Die Segmentschulden entsprechen dem jeweiligen Segment zuzurechnenden Verbindlichkeiten.

Segmentvermögen und -schulden berücksichtigen keine Steuerpositionen.

14. Änderungen im Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2021

Im ersten Halbjahr 2021 gab es keine Veränderungen im Konsolidierungskreis.

15. Auszahlung an Hybridkapitalgeber

Am 31. März 2021 hat die GRENKE AG planmäßig eine Kuponzahlung in Höhe von 13.406 TEUR (Vorjahr: 10.664 TEUR) an die Hybridkapitalgeber geleistet.

16. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Der Aufsichtsrat der GRENKE AG hat mit allen amtierenden Vorstandsmitgliedern eine Phantom-Stock-Vereinbarung abgeschlossen. Auszahlungen im Rahmen dieser Vereinbarungen fielen im bisherigen Geschäftsjahr in Höhe von 0 TEUR an (30.06.2020: 653 TEUR).

Zum 30. Juni 2021 betrug der Wert aller bestehenden Phantom-Stock-Vereinbarungen 0 TEUR (30.06.2020: 70 TEUR). Die erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in den Personalaufwendungen und ist unter den variablen Vergütungskomponenten ausgewiesen.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2021 wurde der Vorstand um Frau Isabel Rösler als Chief Risk Officer (CRO) erweitert. Herr Mark Kindermann schied mit Wirkung zum 8. Februar 2021 und Frau Antje Leminsky mit Wirkung zum 30. Juni 2021 aus dem Vorstand aus.

Mit Wirkung zum 1. August 2021 wurde Herr Michael Bücker als Vorstandvorsitzender durch den Aufsichtsrat ernannt.

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und Tochterunternehmen

Gegenüber assoziierten Unternehmen resultieren Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank AG sowie aus Guthaben der Kontokorrentkonten. Die GRENKE Bank AG hat zum Stichtag 30. Juni 2021 Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe von 707 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 574 TEUR) von assoziierten Unternehmen erhalten. Zudem bestehen Forderungen aus Darlehen in Höhe von 1.300 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 600 TEUR). Es entstand ein Zinsaufwand von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2020: 0 TEUR) und ein Zinsertrag von 22 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2020: 5 TEUR). Offenzulegende Transaktionen mit Tochterunternehmen entstanden weder im Geschäftsjahr 2021 noch im Geschäftsjahr 2020.

Transaktionen mit Personen in Schlüsselpositionen

Im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bietet die GRENKE Bank AG nahestehenden Personen in Schlüsselpositionen und deren nahen Familienangehörigen Dienstleistungen an. Die GRENKE Bank hat zum Stichtag Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe von 17.327 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 10.726 TEUR) von Personen in Schlüsselpositionen und deren nahen Familienangehörigen erhalten. Der Zinsaufwand hierfür betrug 10 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2020: 10 TEUR). Noch nicht ausgeglichene Kreditkartenkonten wiesen zum Stichtag einen Stand von 4 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 13 TEUR) bei einem Kreditkartenlimit von 291 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 316 TEUR) gegenüber nahestehenden Personen in Schlüsselpositionen aus. Eine weitere Kreditvergabe an diesen Personenkreis ist während der Berichtsperiode nicht erfolgt.

Es entstanden mit Personen in Schlüsselpositionen Erträge in Höhe von 4 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2020: 8 TEUR) unter anderem aus der Weiterverrechnung von Datenleitungskosten und dem Warenverkauf. Zum Stichtag bestehen Forderungen in Höhe von 1 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 1 TEUR) aus diesen Transaktionen. Dem GRENKE Konzern sind Aufwendungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2020: 0 TEUR) aus Transaktionen mit Personen in Schlüsselpositionen entstanden.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen

Gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen resultieren Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank AG sowie aus Guthaben der Kontokorrentkonten. Die GRENKE Bank AG hat zum Stichtag 30. Juni 2021 Einlagen sowie Guthaben der Kontokorrentkonten in Höhe von 3.481 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 2.888 TEUR) von sonstigen nahestehenden Unternehmen erhalten. Kreditrahmen für Kontokorrentkonten wurden in Höhe von 786 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 807 TEUR) bei einem Kontokorrentkreditlimit in Höhe von 840 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 840 TEUR) in Anspruch genommen. Es entstand ein Zinsaufwand von 17 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2020: 112 TEUR) sowie ein Zinsertrag in Höhe von 11 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2020: 17 TEUR). Die Erträge mit sonstigen nahestehenden Unternehmen in Höhe von 57 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2020: 91 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Mieterträgen und der Weiterberechnung von Standleitungskosten, Lizenzkosten und sonstigen Kosten. Des Weiteren entstanden im GRENKE Konzern Aufwendungen mit nahestehenden Unternehmen in Höhe von 557 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2020: 785 TEUR). Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Darlehen. Diesbezügliche Verbindlichkeiten, die hauptsächlich aus Darlehen resultieren, belaufen sich zum Stichtag auf 6.535 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 5.128 TEUR). Forderungen gegenüber sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen, die überwiegend aus Collateral Zahlungen an sonstige nahestehende Unternehmen und Personen bestehen, belaufen sich zum 30.06.2021 auf 10.600 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 10.664 TEUR).

17. Eventualverbindlichkeiten

Bei den Eventualverbindlichkeiten ergaben sich im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum 31. Dezember 2020 keine wesentlichen Veränderungen.

18. Mitarbeiter

Der Personalbestand (ohne Vorstand) auf Basis einer Kopfzählung des GRENKE Konzerns betrug in der Zwischenberichtsperiode durchschnittlich 1.861 (Vorjahr 30.06.2020: 1.884). Weitere 68 (Vorjahr 30.06.2020: 77) Beschäftigte befinden sich in der Ausbildung.

19. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

In der GRENKE BANK AG scheidet Sven Noppes zum 31. Dezember 2021 aus dem Vorstand aus. Die Nachfolge übernimmt Dr. Oliver Recklies ab November 2021.

Im Rahmen der Hauptversammlung am 29. Juli 2021 ergaben sich folgende Ereignisse:

Aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind Herr Wolfgang Grenke, Frau Claudia Karolina Krcmar und Herr Florian Schulte. Die Hauptversammlung wählte Herrn Norbert Freisleben, Herrn Nils Kröber und Herrn Dr. Konstantin Nikolaus Maria Mettenheimer per Ergänzungswahl in den Aufsichtsrat.

Die Aktionärinnen und Aktionäre der GRENKE AG beschlossen die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,26 Euro je Aktie.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Baden-Baden, den 3. August 2021

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Michael Bücker
Vorstandsvorsitzender (CEO)
Gilles Christ
Mitglied des Vorstands
Dr. Sebastian Hirsch
Finanzvorstand (CFO)
Isabel Rösler
Risikovorstand (CRO)

FINANZKALENDER

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5. Oktober 2021 Neugeschäftszahlen Q3 /​ 2021
10. November 2021 Quartalsmitteilung Q3 und Q1 - Q3 2021

IMPRESSUM

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Redaktion: GRENKE AG, Investor Relations
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Stand: 04.08.2021

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Disclaimer

In diesem Finanzbericht erfolgt die Darstellung von Zahlen in der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den jeweiligen Rundungen können sich Differenzen einzelner Werte gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten Zahl ergeben, die naturgemäß keinen signifikanten Charakter haben können. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter.

Der Finanzbericht erscheint in deutscher und englischer Sprache. Maßgeblich ist stets die deutsche Fassung.

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