GRENKE AG

Baden-Baden

Quartalsmitteilung Q3 und Q1-Q3 2021

KONZERNKENNZAHLEN

scrollen
VERÄNDERUNG Q1-Q3 Q1-Q3
EINHEIT Q3 2021 Q3 2020 (%) 2021 2020
NEUGESCHÄFT LEASING TEUR 372.194 517.645 - 28,1 1.136.659 1.601.230
DACH * TEUR 112.797 146.015 - 22,8 328.186 435.872
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 94.579 125.831 - 24,8 302.623 389.011
Südeuropa * TEUR 82.459 137.250 - 39,9 257.166 438.121
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 61.576 82.680 - 25,5 184.571 265.267
Übrige Regionen * TEUR 20.784 25.869 - 19,7 64.112 72.958
NEUGESCHÄFT FACTORING TEUR 178.469 154.358 15,6 509.097 467.750
davon Deutschland TEUR 51.182 40.636 26,0 158.457 132.166
davon International TEUR 127.287 113.722 11,9 350.640 335.583
GRENKE BANK
Einlagevolumen zum Periodenende TEUR 1.521.321 1.300.037 17,0 1.521.321 1.300.037
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft inkl. Mikrokreditgeschäft TEUR 905 32.093 - 97,2 21.756 104.273
DECKUNGSBEITRAG 2 (DB2) DES NEUGESCHÄFTS
LEASING TEUR 63.580 95.230 - 33,2 207.223 289.544
DACH * TEUR 13.808 21.006 - 34,3 42.929 63.462
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 17.305 25.187 - 31,3 59.690 75.206
Südeuropa * TEUR 15.827 26.659 - 40,6 52.626 83.464
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 12.099 16.465 - 26,5 36.953 51.007
Übrige Regionen * TEUR 4.541 5.912 - 23,2 15.024 16.403
SONSTIGE ANGABEN LEASING
Anzahl der Neuverträge Stück 48.724 64.293 - 24,2 154.015 190.328
Mittlerer Anschaffungswert TEUR 7.639 8.051 - 5,1 7.380 8.413
Mittlere Vertragslaufzeit zum Periodenende Monate 48 48 0,0 48 48
Vermietvolumen zum Periodenende Mio. EUR 8.732 9.031 - 3,3 8.732 9.031
Anzahl der laufenden Verträge zum Periodenende Stück 988.651 993.823 - 0,5 988.651 993.823
scrollen
VERÄNDERUNG
(%)
NEUGESCHÄFT LEASING - 29,0
DACH * - 24,7
Westeuropa (ohne DACH) * - 22,2
Südeuropa * - 41,3
Nord- /​ Osteuropa * - 30,4
Übrige Regionen * - 12,1
NEUGESCHÄFT FACTORING 8,8
davon Deutschland 19,9
davon International 4,5
GRENKE BANK
Einlagevolumen zum Periodenende 17,0
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft inkl. Mikrokreditgeschäft - 79,1
DECKUNGSBEITRAG 2 (DB2) DES NEUGESCHÄFTS
LEASING - 28,4
DACH * - 32,4
Westeuropa (ohne DACH) * - 20,6
Südeuropa * - 37,0
Nord- /​ Osteuropa * - 27,6
Übrige Regionen * - 8,4
SONSTIGE ANGABEN LEASING
Anzahl der Neuverträge - 19,1
Mittlerer Anschaffungswert - 12,3
Mittlere Vertragslaufzeit zum Periodenende 0,0
Vermietvolumen zum Periodenende - 3,3
Anzahl der laufenden Verträge zum Periodenende - 0,5

* Regionen: DACH: Deutschland, Österreich, Schweiz
Westeuropa (ohne DACH): Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande
Südeuropa: Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien
Nord-/​Osteuropa: Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Lettland, Norwegen, Schweden /​ Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn
Übrige Regionen: Australien, Brasilien, Chile, Kanada, Singapur, Türkei, VAE, USA

Konsolidierte Franchisegesellschaften:

Leasing: Australien (2x), Chile, Kanada (3x), Lettland, Norwegen, Singapur, USA

Factoring: Großbritannien, Irland, Italien, Polen, Portugal, Ungarn

scrollen
EINHEIT Q3 2021 Q3 2020 VERÄNDERUNG (%) Q1-Q3 2021 Q1-Q3 2020
angepasst 1 angepasst 1
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Zinsergebnis TEUR 90.845 99.605 - 8,8 280.452 305.564
Schadensabwicklung und Risikovorsorge TEUR 37.259 47.372 - 21,3 121.382 170.506
Gesamtkosten /​ -aufwand TEUR 60.793 53.079 14,5 187.227 163.485
Operatives Ergebnis TEUR 27.092 35.842 - 24,4 74.967 81.619
EBT (Gewinn vor Steuern) TEUR 25.409 32.770 - 22,5 67.819 73.482
GEWINN TEUR 20.123 26.487 - 24,0 52.374 59.658
ERGEBNIS STAMMAKTIONÄRE TEUR 23.960 27.636 - 13,3 47.934 58.199
Ergebnis Hybridkapitalgeber TEUR 0 0 n.a. 9.404 7.428
Ergebnis nicht beherrschende Anteile TEUR - 3.837 - 1.149 - 233,9 - 4.964 - 5.969
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) EUR 0,51 0,60 - 15,0 1,03 1,26
Cost-Income-Ratio Prozent 51,2 40,5 26,4 51,1 41,5
Personalaufwand TEUR 30.481 27.263 11,8 95.492 88.026
davon Gesamtvergütung TEUR 25.182 22.263 13,1 79.101 72.211
davon fixe Vergütung TEUR 20.270 18.491 9,6 63.216 56.323
davon variable Vergütung TEUR 4.912 3.772 30,2 15.885 15.888
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter nach Vollzeitäquivalent (VZÄ) Personen 1.833 1.868 - 1,9 1.835 1.861
scrollen
VERÄNDERUNG (%)
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Zinsergebnis - 8,2
Schadensabwicklung und Risikovorsorge - 28,8
Gesamtkosten /​ -aufwand 14,5
Operatives Ergebnis - 8,2
EBT (Gewinn vor Steuern) - 7,7
GEWINN - 12,2
ERGEBNIS STAMMAKTIONÄRE - 17,6
Ergebnis Hybridkapitalgeber 26,6
Ergebnis nicht beherrschende Anteile 16,8
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) - 18,3
Cost-Income-Ratio 23,1
Personalaufwand 8,5
davon Gesamtvergütung 9,5
davon fixe Vergütung 12,2
davon variable Vergütung - 0,0
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter nach Vollzeitäquivalent (VZÄ) - 1,4

1 Werte für 2020 wurden gemäß IAS 8.42 angepasst (u.a. Konsolidierung der Franchisegesellschaften)

scrollen
VERÄNDERUNG
EINHEIT 30.09.2021 31.12.2020 (%)
BILANZ
Bilanzsumme Mio. EUR 6.794 7.332 - 7,3
Leasingforderungen Mio. EUR 5.124 5.636 - 9,1
Bilanzielles Eigenkapital 2 Mio. EUR 1.227 1.193 2,8
Eigenmittel nach CRR Mio. EUR 1.126 1.031 9,2
Eigenkapitalquote Prozent 18,1 16,3 11,0
Embedded Value, Leasingportfolio (exkl. Eigenkapital vor Steuern) Mio. EUR 482 664 - 27,4
Embedded Value, Leasingportfolio (inkl. Eigenkapital nach Steuern) Mio. EUR 1.552 1.657 - 6,3

2 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden

AUF EINEN BLICK

DIVERSIFIZIERUNG:

* Abweichung von 100% rundungsbasiert

KENNZAHLEN Q1 - Q3 2021:

KONZERNGEWINN

52,4 Mio. EUR

GEWINN JE AKTIE

1,03 EUR

EIGENKAPITALQUOTE

18,1 Prozent

REFINANZIERUNGSBASIS:

DREI SÄULEN: REFINANZIERUNGSMIX DES GRENKE KONZERNS

VERKÜRZTER KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

1. Grundlagen des Konzerns

1.1 GRENKE im Überblick

Der GRENKE Konzern agiert als globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Kunden erhalten Lösungen aus einer Hand: vom flexiblen Small-Ticket-Leasing über bedarfsgerechte Bankprodukte bis zum praktischen Factoring. Die schnelle und einfache Abwicklung sowie der persönliche Kontakt zu Kunden und Partnern stehen dabei im Mittelpunkt. 1978 in Baden-Baden gegründet, ist das Unternehmen derzeit mit über 1.900 Mitarbeitern in 33 Ländern weltweit aktiv.

1.2 Geschäftsmodell

Mit dem Angebot von Leasingfinanzierungen für betragsmäßig kleinere IT- und Bürokommunikationsprodukte sowie Software ab einem Netto-Anschaffungswert von 500 EUR hat GRENKE einen Markt definiert und entwickelt, der von vielen Leasinganbietern nur punktuell adressiert wird. Bei über 90 Prozent der Leasingverträge liegt der Anschaffungswert unter 25 TEUR. Zudem hat der Konzern sein Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren über das Angebot von IT- und Bürokommunikationsprodukten hinaus auf weitere Produktgruppen wie kleine Maschinen und Anlagen, medizintechnische Geräte oder Sicherheitsgeräte ausgedehnt.

In Phasen konjunktureller Schwankungen steuert der Konzern das Geschäft unter anderem durch eine Anpassung der Annahmepraxis bei Leasinganfragen. Durch die strikte Fokussierung auf risikoärmeres Neugeschäft - das heißt die Aussparung risikoreicher Branchen und Kunden - kann das Neugeschäft gezielt und marktkonform gesteuert werden. Mit diesem Ansatz ist es dem Konzern in der Vergangenheit gelungen, unabhängig von konjunkturellen Schwankungen risikoadäquate Margen durchzusetzen und nachhaltig profitabel zu wirtschaften.

1.3 Segmente

Der GRENKE Konzern ist in die drei Segmente Leasing, Bank und Factoring gegliedert. Für eine Beschreibung der Geschäftsaktivitäten wird auf die Ausführungen im Geschäftsbericht 2020 ab Seite 26 verwiesen. Die Finanzberichterstattung zu den Segmenten erfolgt jeweils im Halbjahresbericht und Geschäftsbericht.

1.4 Ziele und Strategien

GRENKE ist ein Anbieter von Finanzdienstleistungen für KMU mit Schwerpunkt auf Small Ticket-Finanzierungen. In Deutschland, der Schweiz, Italien und Frankreich gehört GRENKE mit seinem Leasingangebot zu den führenden Anbietern. Mittelfristig strebt der Konzern an, GRENKE als umfassenden Small Ticket-Finanzdienstleister nicht nur für den europäischen, sondern auch den internationalen Mittelstand zu positionieren.

Zur Refinanzierung stehen dem Konzern umfangreiche Instrumente zur Verfügung, die je nach Marktbedingungen im Rahmen der Gesamtstrategie eingesetzt werden. Im Wesentlichen basiert die Finanzierung auf drei Säulen: den Einlagen der GRENKE Bank, der Asset-basierten Finanzierung, unter anderem ABCP-Programme, sowie Senior Unsecured-Instrumente wie Anleihen, Schuldverschreibungen und Commercial Paper. Dabei vermeidet der Konzern Fristentransformation und eliminiert so potenzielle Zinsänderungs- und Anschlussfinanzierungsrisiken auf Portfolioebene. Darüber hinaus legt GRENKE großen Wert auf eine Eigenkapitalausstattung, mit der das Unternehmen sein Investmentgrade-Rating aufrechterhalten kann. Der interne Richtwert für die Eigenkapitalquote liegt seit vielen Jahren bei 16,0 Prozent. Für eine detaillierte Beschreibung der Ziele und Strategie wird auf die Ausführungen im Geschäftsbericht 2020 ab Seite 28 verwiesen.

2. Geschäftsverlauf

scrollen

Leasing-Neugeschäft im dritten Quartal mit 372,2 Mio. EUR; Beeinträchtigung durch globale Lieferengpässe

Deckungsbeitragsmarge 2 beträgt 17,1 Prozent (Q3 2020: 18,4 Prozent)

Hohe Profitabilität und Veräußerungsgewinn in Höhe von ca. 20 Mio. EUR führen zur Anhebung der Guidance für den Gewinn nach Steuern von zuvor 60 Mio. bis 80 Mio. EUR auf 90 Mio. bis 100 Mio. EUR

Eigenkapitalquote mit 18,1 Prozent deutlich über Mindestziel von 16,0 Prozent

2.1 Wesentliche Ereignisse und Geschäfte

Die Gesellschaft für Bonitätsbeurteilung mbH (GBB) hat das Rating für den GRENKE Konzern am 1. Juli 2021 von A auf die Stufe A- gesenkt. Der Ausblick bleibt negativ. GBB nannte in ihrer Begründung im Wesentlichen die durch die Covid-19-Pandemie belastete Ertragslage der Gesellschaft und die zur Wiederherstellung des Anlegervertrauens noch nötigen Fortschritte des Governance- und Risk & Compliance Managements. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Geschäftsmodells wird unverändert als hoch eingestuft. Dem GRENKE Konzern wird damit weiterhin eine hohe Bonität bescheinigt.

S&P Global Ratings bestätigte am 21. Juli 2021 das "BBB+ /​A-2" lang- und kurzfristige Emittentenrating der GRENKE AG. Den Ausblick für das Langfrist-Rating beließ S&P auf "negativ". In seiner Begründung würdigt S&P die Ertragskraft und stabile Liquidität der GRENKE AG trotz der gegenwärtig angespannten Marktsituation. Die Agentur formulierte ihre Erwartung, dass GRENKE auch weiterhin eine solide Performance und Resilienz zeigen werde.

Am 22. Juli 2021 ordnete die BaFin die Bekanntmachung der im sogenannten Enforcement-Verfahren zur Prüfung des Konzernabschlusses 2019 festgestellten Fehler durch die GRENKE AG an. Die entsprechende formelle Bekanntgabe erfolgte am 27. Juli 2021 im Bundesanzeiger (www. bundesanzeiger.de) sowie über die DGAP (www.dgap.de). Mit Bekanntgabe der Fehlerfeststellungen wird dieses Verfahren abgeschlossen. Die Kritikpunkte der BaFin aus der Prüfung mit Bescheid vom 16. Juli 2021 gegenüber GRENKE betrafen erwartungsgemäß die Themenfelder bilanzielle Behandlung der Franchiseunternehmen, Risikovorsorgeermittlung nach IFRS 9 sowie die ausgewiesenen Firmenwerte in Portugal und Polen im Konzernabschluss 2019. Nach Einschätzung von GRENKE ergibt sich aus dem Feststellungsbescheid kein weiterer Anpassungsbedarf für den Konzernabschluss 2020 oder früherer Abschlüsse. Nach dem Verständnis von GRENKE sieht auch die BaFin diesbezüglich keinen weiteren Anpassungsbedarf.

Am 28. Juli 2021 informierte der GRENKE Konzern per Ad-hoc-Mitteilung über die Erhöhung der Gewinnprognose für das Jahr 2021. Danach wird nunmehr ein Konzerngewinn zwischen 60 und 80 Mio. EUR erwartet. Die zuvor im Geschäftsbericht 2020 veröffentlichte Prognose lag bei 50 bis 70 Mio. EUR.

Die Hauptversammlung der GRENKE AG am 29. Juli 2021 wählte Norbert Freisleben, Diplom-Ökonom, Nils Kröber, Rechtsanwalt, und Dr. Konstantin Mettenheimer, Rechtsanwalt und Steuerberater, als Nachfolger von Herrn Wolfang Grenke, Frau Claudia Karolina Krcmar und Herrn Florian Schulte, die mit Ablauf der Hauptversammlung auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden waren. Als Nachfolger für den zum 31. Dezember 2021 ausscheidenden Vorstand der GRENKE BANK AG, Sven Noppes, wurde Dr. Oliver Recklies bekannt gegeben. Herr Dr. Oliver Recklies ist zum 1. Oktober 2021 in den Vorstand der GRENKE BANK AG eingetreten und hat in diesem Zuge den Aufgabenbereich von Herrn Sven Noppes übernommen. Der Vorstand besteht nunmehr aus Herrn Helge Kramer und Herrn Dr. Oliver Recklies. Die Aktionärinnen und Aktionäre der GRENKE AG beschlossen die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,26 EUR je Aktie.

Am 22. August 2021 gab der GRENKE Konzern den Verkauf der Minderheitsbeteiligung der GRENKE BANK AG an dem FinTech-Unternehmen viafintech GmbH in Höhe von 25,01 Prozent zu einem Preis im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich an paysafe-card.com Wertkarten GmbH, Wien (Österreich), bekannt. Die GRENKE BANK AG hatte sich im Jahr 2015 an der viafintech GmbH (damals noch firmierend unter "Cash Payment Solutions GmbH") beteiligt und wird das Unternehmen im Rahmen einer langfristigen Kooperationsvereinbarung als Haupt-Zahlungsabwickler weiter begleiten. Am 2. November informierte GRENKE über den Vollzug des Verkaufs, nachdem sämtliche erforderlichen Bedingungen, insbesondere die formelle behördliche Genehmigung nach der Außenwirtschaftsverordnung, erfüllt wurden. Aus dem Verkauf wird GRENKE im vierten Quartal 2021 einen außerordentlichen Gewinn nach Steuern in Höhe von ca. 20 Mio. EUR realisieren. Für weitere Details zum Verkauf der viafintech GmbH wird auf den Nachtragsbericht, sowie den Prognosebericht unter Ziffer 4.3 bzw. 5 verwiesen.

Die GRENKE BANK AG erhielt erneut den alleinigen Zuschlag für den Mikrokreditfonds Deutschland der Bundesregierung unter der Federführung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und bietet das Produkt seit September wieder am Markt an. Nach dem Start im Jahr 2015 und der Verlängerung drei Jahre später übernimmt GRENKE damit zum dritten Mal die Rolle des Kreditgebers der staatlichen Mikrokredite in Höhe von bis zu 25.000 EUR für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Am 9. September 2021 stockte der GRENKE Konzern eine bestehende Anleihe (ISIN: XS2155486942) um weitere 125,0 Mio. EUR auf. Damit konnte die Liquiditätsbasis für die weitere Neugeschäftsentwicklung gestärkt werden. Die hohe Orderbuch-Nachfrage mit über 230,0 Mio. EUR bestätigte das Vertrauen des Kapitalmarkts in GRENKE. Die Emissionsrendite liegt bei ca. 2,5 Prozent. Bis zum 25. Oktober 2021 laufen die 125,0 Mio. EUR unter der ISIN XS2386650191. Danach werden sie mit der bestehenden ISIN XS2155486942 verschmolzen.

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld war im Berichtsquartal von gegenläufigen Effekten geprägt. Einerseits führten rückläufige Covid-19-Infektionszahlen und zunehmende Fortschritte in den Impfkampagnen in zahlreichen Ländern zu einer weiteren Lockerung von Restriktionen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Auf der anderen Seite wurde im Quartalsverlauf zunehmend sichtbar, dass die Pandemie die globalen Lieferketten in einigen Bereichen nachhaltig gestört hat. In vielen Branchen fehlen wichtige Vorprodukte, insbesondere elektronische Komponenten wie z.B. Halbleiter. Erhebliche Engpässe sind auch bei Transportkapazitäten wie z.B. Seecontainern zu verzeichnen. Dies führte zu erheblichen Produktionsausfällen in der Industrie und zu deutlichen Preissteigerungen bei den betroffenen knappen Vorprodukten.

2.2 Neugeschäft

Das gesamte Neugeschäft des GRENKE Konzerns, d.h. das neu finanzierte Geschäftsvolumen der Tochtergesellschaften und der konsolidierten Franchisegesellschaften, lag im dritten Quartal 2021 mit 551,6 Mio. EUR um 21,7 Prozent unter dem Vorjahreswert (Q3 2020: 704,1 Mio. EUR). Hauptgrund dafür waren globale Lieferengpässe bei Herstellern von Computer- und Bürotechnik im Zuge der Corona-Krise, die sich auf das Leasingneugeschäft des Konzerns belastend auswirkten. Für die ersten neun Monate 2021 ergab sich insgesamt ein Rückgang des Neugeschäfts um 23,3 Prozent auf 1.667,5 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 2.173,3 Mio. EUR).

Neugeschäft Leasing nach Regionen

per 30. September 2021, in Mio. EUR

Das Leasingneugeschäft - das ist die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände - erreichte im dritten Quartal 2021 ein Volumen von 372,2 Mio. EUR (Q3 2020: 517,6 Mio. EUR) und lag damit um 28,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Lieferengpässe bei Herstellern von Computer- und Bürotechnik führten zu einer Verzögerung der erwarteten Belebung der Märkte im dritten Quartal. Gegenüber dem Vorquartal (Q2 2021: EUR 398,6 Mio. EUR) sank das Leasingneugeschäft um 6,6 Prozent.

Alle Berichtsregionen des Konzerns verzeichneten im dritten Quartal Rückgänge im Leasingneugeschäft. In der DACH-Region, in der die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz zusammengefasst sind, sank das Leasingneugeschäft gegenüber dem Vorjahr um 22,8 Prozent auf 112,8 Mio. EUR (Q3 2020: 146,0 Mio. EUR). In Deutschland lag der Rückgang bei 21,8 Prozent. In Westeuropa ohne DACH sank das Neugeschäft im dritten Quartal 2021 um 24,8 Prozent auf 94,6 Mio. EUR (Q3 2020: 125,8 Mio. EUR). In Frankreich, dem wichtigsten Einzelmarkt in dieser Region, nahm das Neugeschäftsvolumen um 24,5 Prozent ab. Der stärkste Rückgang aller Regionen war in Südeuropa zu verzeichnen, wo das Neugeschäft um 39,9 Prozent auf 82,5 Mio. EUR (Q3 2020: 137,3 Mio. EUR) fiel. In Italien, als bedeutendster Markt der Region, lag das Minus bei 54,4 Prozent. In Spanien fiel der Rückgang mit 8,6 Prozent dagegen vergleichsweise moderat aus. In der Region Nord- /​ Osteuropa nahm das Neugeschäft um 25,5 Prozent auf 61,6 Mio. EUR (Q3 2020: 82,7 Mio. EUR) ab. Im wichtigsten Einzelmarkt in dieser Region, Großbritannien, sank das Geschäftsvolumen um 36,7 Prozent. Ausgehend von einer noch relativ niedrigen Basis ergab sich in den übrigen Regionen ein Rückgang des Neugeschäftsvolumens von 19,7 Prozent auf 20,8 Mio. EUR (Q3 2020: 25,9 Mio. EUR).

In den ersten neun Monaten 2021 erreichte das Leasingneugeschäft ein Volumen von 1.136,7 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 1.601,2 Mio. EUR). Das entspricht einem Rückgang von 29,0 Prozent.

Im dritten Quartal registrierte der GRENKE Konzern insgesamt 100.416 Leasinganfragen (Q3 2020: 132.065). Die Anzahl der neu abgeschlossenen Leasingverträge lag im Berichtsquartal bei 48.724 (Q3 2020: 64.293), was einer annähernd unveränderten Umwandlungsquote (Anfragen in Verträge) von 48,5 Prozent (Q3 2020: 48,7 Prozent) entsprach. Auf die internationalen Märkte entfielen 78.077 Anfragen (Q3 2020: 105.286), die zu 34.327 (Q3 2020: 46.900) neuen Verträgen führten. Entsprechend lag die Umwandlungsquote dort bei 44,0 Prozent (Q3 2020: 44,5 Prozent). In der DACH-Region sank die Umwandlungsquote auf 64,4 Prozent (Q3 2020: 65,0 Prozent).

Der Fokus des Neugeschäfts während der Corona-Pandemie auf Small-Ticket-Finanzierungslösungen für Unternehmen mit guter bis sehr guter Bonitäts- und Branchenbewertung führte im Vorjahresvergleich zu einem Rückgang des mittleren Werts pro Leasingvertragsabschluss auf 7.639 EUR (Q3 2020: 8.051 EUR). Gegenüber dem Vorquartal (Q2 2021: 7.108 EUR) stieg der mittlere Wert pro Leasingvertragsabschluss als Folge der gezielten Finanzierung auch einzelner größerer Tickets um 7,5 Prozent an.

Der Anteil der IT-Produkte am Leasingportfolio lag im dritten Quartal bei 62,5 Prozent (Q3 2020: 63,1 Prozent). Auf medizintechnische Produkte, kleine Maschinen und Anlagen, Sicherheitsgeräte sowie auf sonstige Objekte entfiel im Berichtszeitraum ein Anteil am Neugeschäft von zusammen 37,5 Prozent (Q3 2020: 36,9 Prozent). Die erwähnten Lieferengpässe betrafen nicht nur IT-Produkte, sondern auch die sonstigen Produktgruppen, sodass sich im Berichtszeitraum nur relativ geringe Anteilsverschiebungen ergaben.

Erwartungsgemäß ist die DB2-Marge im dritten Quartal gegenüber dem hohen Wert des ersten Halbjahrs 2021 (Q1 - Q2 2021: 18,8 Prozent) leicht auf 17,1 Prozent (Q3 2020: 18,4 Prozent) gesunken. Die rückläufige DB2-Marge resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Refinanzierungskosten. Absolut betrachtet sank der Deckungsbeitrag 2 des Leasingneugeschäfts im Berichtsquartal auf 63,6 Mio. EUR (Q3 2020: 95,2 Mio. EUR). In den ersten neun Monaten 2021 lag die DB2-Marge mit 18,2 Prozent (Q1- Q3 2020: 18,1 Prozent) nahezu auf Vorjahreshöhe.

Innerhalb der Berichtsregionen des Konzerns sank die DB2-Marge im dritten Quartal am stärksten in der Region DACH auf 12,2 Prozent (Q3 2020: 14,4 Prozent). Margenrückgänge waren auch in Westeuropa ohne DACH (18,4 Prozent nach 20,1 Prozent) und in den übrigen Regionen (21,9 Prozent nach 22,9 Prozent) zu verzeichnen. In den Regionen Südeuropa (19,2 Prozent nach 19,4 Prozent) und Nord /​ Osteuropa (19,7 Prozent nach 19,9 Prozent) konnten dagegen weitgehend stabile DB2-Margen erzielt werden.

Die DB1-Marge des Leasinggeschäfts (Deckungsbeitrag 1 zu Anschaffungskosten) lag im dritten Quartal 2021 bei 10,9 Prozent und erreichte einen Wert von 40,4 Mio. EUR (Q3 2020: 12,7 Prozent bzw. 65,9 Mio. EUR). Für den Rückgang der DB1-Marge waren hauptsächlich die gestiegenen Refinanzierungskosten verantwortlich.

Die Akzeptanz des eSignature-Verfahrens, mit dem Leasingverträge vollständig digital abgewickelt werden können, stieg weiter an. So erhöhte sich der Anteil der per eSignature abgeschlossenen Verträge im Berichtsquartal auf 37,0 Prozent (Q3 2020: 30,4 Prozent).

Im Factoring, welches insgesamt am bilanziellen Volumen einen geringen Anteil aufweist (1,2 Prozent der Bilanzsumme), wurde im dritten Quartal ein Neugeschäft - das ist die Summe der angekauften Forderungen - von 178,5 Mio. EUR erzielt. Damit lag das Neugeschäft Factoring 15,6 Prozent über dem Vorjahresniveau (Q3 2020: 154,4 Mio. EUR).

In Deutschland stieg das Factoring Neugeschäft um 26,0 Prozent auf 51,2 Mio. EUR (Q3 2020: 40,6 Mio. EUR). Bei einem erhöhten Anteil des Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion) von 30,9 Prozent (Q3 2020: 25,3 Prozent), bei dem keine Ausfallrisiken übernommen werden, sank die Brutto-Marge in Deutschland auf 1,2 Prozent (Q3 2020: 1,4 Prozent). In den internationalen Märkten nahm das Factoringneugeschäft um 11,9 Prozent auf 127,3 Mio. EUR (Q3 2020: 113,7 Mio. EUR) zu. Der Anteil des Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion) lag hier bei 23,1 Prozent (Q3 2020: 27,5 Prozent). Die Brutto-Marge in den internationalen Märkten war nahezu unverändert bei 1,32 Prozent (Q3 2020: 1,30 Prozent). Die Brutto-Marge bezieht sich auf den durchschnittlichen Zeitraum eines Factoring-Geschäftes von ca. 22 Tagen in Deutschland (Q3 2020: ca. 26 Tage) und ca. 43 Tagen auf internationaler Ebene (Q3 2020: ca. 47 Tage).

Das Neugeschäft der GRENKE Bank war maßgeblich von der weitgehenden Einstellung des Kreditgeschäfts mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) beeinflusst. Demzufolge umfasste das Neugeschäft der Bank im Berichtsquartal ausschließlich im Rahmen des "Mikrokreditfonds Deutschland" betriebenes Mikrokreditgeschäft und sank damit um 97,2 Prozent auf 0,9 Mio. EUR (Q3 2020: 32,1 Mio. EUR). Bei dem Rückgang ist zudem zu berücksichtigen, dass im Vorjahresquartal im Zuge der Covid-19-Pandemie ein hohes Neugeschäft mit KfW-Krediten angefallen war. Das Einlagevolumen der GRENKE Bank lag zum Stichtag 30. September 2021 bei 1.521,3 Mio. EUR. Es übertraf damit den Wert von 1.300,0 Mio. EUR per Ende September 2020 u von 1.537,3 Mio. EUR.

Aufteilung Neugeschäft Leasing nach Regionen

scrollen
2021 2020
Q3 Q3
LEASING (IN PROZENT)
1 DACH 30,3 28,2
2 Westeuropa (ohne DACH) 25,4 24,3
3 Südeuropa 22,2 26,5
4 Nord- /​ Osteuropa 16,5 16,0
5 Übrige Regionen 5,6 5,0
scrollen
2021 2020
GRENKE Konzern (Mio. EUR) Q3 Q3
Neugeschäft Leasing 372,2 517,6
Neugeschäft Factoring 178,5 154,4
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft (Mikrokreditgeschäft) GRENKE Bank 0,9 32,1

* Regionen:
DACH: Deutschland, Österreich, Schweiz
Westeuropa (ohne DACH): Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande
Südeuropa: Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien
Nord- /​ Osteuropa: Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Lettland*, Norwegen, Schweden /​ Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn
Übrige Regionen: Australien*, Brasilien, Chile*, Kanada*, Singapur*, Türkei, VAE, USA*

* Konsolidierte Franchisegesellschaften

3. Wirtschaftsbericht

3.1 Vollkonsolidierung der Franchisegesellschaften

Aufgrund neuerer Erkenntnisse im Zusammenhang mit den Konsolidierungskriterien für die Franchisegesellschaften hat die GRENKE AG die Franchisegesellschaften im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 rückwirkend vollkonsolidiert. Die Vorjahresvergleichswerte für das dritte Quartal bzw. die ersten neun Monate wurden entsprechend angepasst.

Ausgewählte Angaben aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

scrollen
2021 2020
TEUR Q1-Q3 Q1-Q3*
ZINSERGEBNIS 280.452 305.564
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 121.382 170.506
ZINSERGEBNIS NACH SCHADENSABWICKLUNG UND RISIKOVORSORGE 159.070 135.058
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 87.964 86.961
Ergebnis aus dem Neugeschäft 26.285 33.094
Verwertungsmehr-(+) /​ -minder(-) ergebnis - 4.697 - 3.864
OPERATIVE ERTRÄGE INSGESAMT 268.622 251.249
Personalaufwand 95.492 88.026
davon Gesamtvergütung 79.101 72.211
davon fixe Vergütung 63.216 56.323
davon variable Vergütung 15.885 15.888
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand (ohne Personalaufwand) 69.209 55.111
davon IT-Projektkosten 4.351 2.148
GEWINN VOR STEUERN 67.819 73.482
GEWINN 52.374 59.658
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR, VERWÄSSERT /​ UNVERWÄSSERT) 1,03 1,26

* Werte für 2020 wurden gemäß IAS 8.42 angepasst (u.a. Konsolidierung der Franchisegesellschaften)

3.2 Ertragslage

3.2.1 Vergleich drittes Quartal 2021 versus 2020

Die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft gingen im dritten Quartal 2021 um 10,0 Prozent auf 104,6 Mio. EUR (Q3 2020: 116,2 Mio. EUR) zurück. Die Abnahme war die Folge des rückläufigen Neugeschäfts im Geschäftsjahr 2020 und im bisherigen Jahresverlauf 2021. Die Aufwendungen aus der Verzinsung sanken aufgrund dem mit einem geringeren Neugeschäftsvolumen einhergehen den niedrigeren Refinanzierungsbedarf um 17,0 Prozent auf 13,8 Mio. EUR (Q3 2020: 16,6 Mio. EUR). Per Saldo ergab sich im dritten Quartal ein Zinsergebnis von 90,8 Mio. EUR, das um 8,8 Prozent unter dem Vorjahreswert (Q3 2020: 99,6 Mio. EUR) lag.

Der Trend verringerter Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge des ersten Halbjahrs 2021 setzte sich auch im Berichtsquartal mit einem Rückgang um 21,3 Prozent auf 37,3 Mio. EUR (Q3 2020: 47,4 Mio. EUR) fort. Dabei ist zu beachten, dass die entsprechenden Aufwendungen im Vorjahresquartal von Aufwendungen für Risikovorsorge infolge der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie belastet war. Die Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge profitierten zudem von dem vergleichsweise niedrigen Neugeschäftsvolumen im dritten Quartal, da nach IFRS 9 die erwarteten Kreditausfälle für Leasingforderungen der nächsten 12 Monate bereits bei Zugang der Leasingforderung zu bilden sind.

Dementsprechend verbesserte sich die Schadenquote (auf ein Jahr hochgerechnete Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge der Berichtsperiode im Verhältnis zum Vermietvolumen am jeweiligen Berichtsstichtags) im dritten Quartal 2021 auf 1,7 Prozent (Q3 2020: 2,1 Prozent). Damit lag die Schadenquote im Rahmen der für das Gesamtjahr erwarteten Größenordnung von nicht über 2,0 Prozent.

Aufgrund der im Vorjahresvergleich rückläufigen Risikovorsorge stieg das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im Berichtsquartal um 2,6 Prozent auf 53,6 Mio. EUR (Q3 2020: 52,2 Mio. EUR).

Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft nahm im dritten Quartal um 4,2 Prozent auf 30,5 Mio. EUR (Q3 2020: 29,3 Mio. EUR) zu. Infolge des rückläufigen Neugeschäftsvolumens sank dagegen das Ergebnis aus dem Neugeschäft im Berichtsquartal um 12,1 Prozent auf 8,0 Mio. EUR (Q3 2020: 9,1 Mio. EUR). Das Verwertungsminderergebnis verbesserte sich auf - 1,1 Mio. EUR (Q3 2020: - 1,6 Mio. EUR). Im Wesentlichen aufgrund der niedrigeren Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge stiegen die operativen Erträge im dritten Quartal 2021 insgesamt um 2,2 Prozent auf 90,9 Mio. EUR (Q3 2020: 89,0 Mio. EUR).

Die absolut betrachtet größte Aufwandsposition des Konzerns, der Personalaufwand, nahm im dritten Quartal um 11,8 Prozent auf 30,5 Mio. EUR (Q3 2020: 27,3 Mio. EUR) zu. Der prozentuale Anstieg des Personalaufwands resultierte zum Teil aus einem Basiseffekt, da die variable Vergütung im Vorjahresquartal deutlich zurückgegangen war. Im Berichtsquartal stieg die variable Vergütung wieder um 30,2 Prozent auf 4,9 Mio. EUR (Q3 2020: 3,8 Mio. EUR). Gegenüber dem zweiten Quartal 2021 sank der Personalaufwand dagegen um 8,6 Prozent. Die Anzahl der durchschnittlich Beschäftigten lag im Berichtsquartal bei 1.833 (auf Basis Vollzeitbeschäftigter; Q3 2020: 1.868) und damit um 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Abschreibungen und Wertminderungen stiegen im dritten Quartal aufgrund einer Wertberichtigung auf eine selbsterstellte Softwareanwendung um 25,4 Prozent auf 8,4 Mio. EUR (Q3 2020: 6,7 Mio. EUR). Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand nahm um 14,6 Prozent auf 22,0 Mio. EUR (Q3 2020: 19,2 Mio. EUR) zu. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus gestiegenen Aufwendungen für die Einlagensicherung und Verbandsbeiträge bei der GRENKE Bank (0,9 Mio. EUR) sowie höheren IT-Projektkosten, die auf 1,6 Mio. EUR (Q3 2020: 0,4 Mio. EUR) ausgeweitet wurden. Die höheren IT-Projektkosten betrafen im Wesentlichen die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen. Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag im dritten Quartal 2021 bei - 3,1 Mio. EUR (Q3 2020: 0,0 Mio. EUR). Diese Zunahme ergab sich im Wesentlichen aus den gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 4,1 Mio. EUR (Q3 2020: 1,3 Mio. EUR).

Die Cost-Income-Ratio stieg im dritten Quartal 2021 auf 51,2 Prozent (Q3 2020: 40,5 Prozent) und lag damit leicht über dem für das Gesamtjahr angestrebten Wert von unter 50 Prozent.

Das operative Ergebnis des dritten Quartals 2021 sank um 24,4 Prozent auf 27,1 Mio. EUR (Q3 2020: 35,8 Mio. EUR) und der Gewinn vor Steuern um 22,5 Prozent auf 25,4 Mio. EUR (Q3 2020: 32,8 Mio. EUR). Die Steuerquote erhöhte sich erwartungsgemäß auf 20,8 Prozent nach 19,2 Prozent im Vorjahresquartal. Dementsprechend lag der Gewinn nach Steuern bei 20,1 Mio. EUR (Q3 2020: 26,5 Mio. EUR) und ging somit um 24,0 Prozent zurück. Die durch die Konsolidierung der Franchisegesellschaften auszuweisenden Ergebnisanteile der nicht beherrschenden Anteilseigner lagen bei - 3,8 Mio. EUR (Q3 2020: - 1,1 Mio. EUR). Entsprechend lag das Ergebnis je Aktie im dritten Quartal 2021 bei 0,51 EUR (Q3 2020: 0,60 EUR).

3.2.2 Neunmonatsvergleich 2021 versus 2020

In den ersten neun Monaten 2021 ging das Zinsergebnis um 8,2 Prozent auf 280,5 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 305,6 Mio. EUR) zurück. Die Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge sanken gegenüber dem pandemiebedingt sehr hohen Vorjahreswert um 28,8 Prozent und lagen bei 121,4 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 170,5 Mio. EUR). Entsprechend verbesserte sich die Schadenquote auf 1,9 Prozent (Q1-Q3 2020: 2,5 Prozent). Das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge stieg demzufolge im Neunmonatszeitraum um 17,8 Prozent auf 159,1 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 135,1 Mio. EUR).

Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft nahm in den ersten neun Monaten um 1,2 Prozent zu, während das Ergebnis aus dem Neugeschäft um 20,6 Prozent zurückging. Das Verwertungsminderergebnis betrug - 4,7 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: - 3,9 Mio. EUR). Entsprechend erhöhten sich die operativen Erträge in den ersten neun Monaten 2021 insgesamt um 6,9 Prozent und erreichten 268,6 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 251,2 Mio. EUR).

Im Neunmonatszeitraum verzeichneten die Personalaufwendungen und die Abschreibungen einen Anstieg von 8,5 Prozent bzw. 10,7 Prozent. Die Cost-Income-Ratio lag dementsprechend bei 51,1 Prozent (Q1 - Q3 2020: 41,5 Prozent).

Das operative Ergebnis sank in den ersten neun Monaten um 8,2 Prozent auf 75,0 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 81,6 Mio. EUR) und der Gewinn vor Steuern um 7,7 Prozent auf 67,8 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 73,5 Mio. EUR). Bei einer Steuerquote von 22,8 Prozent (Q1 - Q3 2020: 18,8 Prozent) ergab sich ein Gewinn nach Steuern von 52,4 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 59,7 Mio. EUR). Das entspricht einem Rückgang von 12,2 Prozent. Daraus errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 1,03 EUR (Q1 - Q3 2020: 1,26 EUR).

3.3 Vermögens- und Finanzlage

Ausgewählte Angaben aus der Konzernbilanz

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.306.500 3.407.121
davon Zahlungsmittel 1.018.256 944.733
davon Leasingforderungen 1.953.990 2.066.352
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.487.565 3.924.660
davon Leasingforderungen 3.170.140 3.569.940
SUMME VERMÖGENSWERTE 6.794.065 7.331.781
KURZFRISTIGE SCHULDEN 2.118.013 2.073.208
davon Finanzschulden 1.900.278 1.868.140
LANGFRISTIGE SCHULDEN 3.449.360 4.065.470
davon Finanzschulden 3.349.754 3.941.970
EIGENKAPITAL 1.226.692 1.193.103
Eigenkapitalquote (in Prozent) 18,1 16,3
BILANZSUMME 6.794.065 7.331.781

3.3.1 Vermögenslage

Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2020 nahm die Bilanzsumme zum 30. September 2021 um 7,3 Prozent auf 6,8 Mrd. EUR (31. Dezember 2020: 7,3 Mrd. EUR) ab. Dies ergab sich im Wesentlichen aus dem Rückgang der größten Bilanzposition, den lang- und kurzfristigen Leasingforderungen, die infolge der Neugeschäftsentwicklung der letzten Quartale insgesamt um 9,1 Prozent auf 5,1 Mrd. EUR (31. Dezember 2020: 5,6 Mrd. EUR) zurückgingen.

Der Bestand an Zahlungsmitteln stieg zum 30. September 2021 dagegen auf 1.018,3 Mio. EUR. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 2020 (31. Dezember 2020: 944,7 Mio. EUR) um 7,8 Prozent. In der anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation legt der GRENKE Konzern weiterhin einen besonderen Fokus auf eine ausreichende Liquiditätsvorhaltung, um so flexibel auf Marktgegebenheiten reagieren zu können. Zudem ist der Konzern aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorgaben verpflichtet, einen Liquiditätspuffer vorzuhalten. So befanden sich zum 30. September 2021 781,3 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 711,2 Mio. EUR) auf Konten der Deutschen Bundesbank, was aufgrund des negativen Guthabenzinses entsprechende Zinsaufwendungen verursachte.

Aufgrund der Vereinbarung über die Veräußerung der Anteile an der viafintech GmbH erfolgte zum Quartalsstichtag gemäß IAS 28 die Umgliederung der Beteiligung von "nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen" in "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte". Die Umgliederung wurde vorgenommen, da der Vollzug der Veräußerung innerhalb von 12 Monaten als höchstwahrscheinlich eingeschätzt wird. Diese Bilanzposition lag zum 30. September 2021 bei 3,9 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 0,0 Mio. EUR).

Auf der Passivseite spiegelt sich die rückläufige Bilanzsumme insbesondere in der Abnahme der kurz- und langfristigen Finanzschulden um insgesamt 9,6 Prozent auf 5,3 Mrd. EUR (31. Dezember 2020: 5,8 Mrd. EUR) wider. Der größte Anteil der Finanzschulden entfiel weiterhin auf die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung, die gegenüber dem Jahresende 2020 um 12,7 Prozent auf 3,7 Mrd. EUR (31. Dezember 2020: 4,3 Mrd. EUR) sanken. Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank erreichten in Summe mit 1,5 Mrd. EUR den Wert zum 31. Dezember 2020 (1,5 Mrd. EUR).

Stichtagsbedingt stiegen die abgegrenzten Mietraten zum 30. September 2021 auf 48,2 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 28,8 Mio. EUR). Diese Bilanzposition unterliegt allerdings unterjährig häufig großen Schwankungen.

Das Eigenkapital nahm zum 30. September 2021 um 2,8 Prozent auf 1.226,7 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 1.193,1 Mio. EUR) zu. Dem in der Berichtsperiode erwirtschafteten Konzerngewinn in Höhe von 52,4 Mio. EUR standen die Dividendenzahlung (12,1 Mio. EUR) und die Zinszahlung für das Hybridkapital (9,4 Mio. EUR) gegenüber. Positiv wirkten dagegen Effekte aus der Marktbewertung von Hedging-Instrumenten (1,1 Mio. EUR) und aus der Währungsumrechnung (1,8 Mio. EUR). Aufgrund der rückläufigen Bilanzsumme stieg die Eigenkapitalquote per Ende September 2021 auf 18,1 Prozent (31. Dezember 2020: 16,3 Prozent). Die Eigenkapitalquote übertraf damit weiterhin das selbst gesteckte Ziel des Konzerns von mindestens 16,0 Prozent.

3.3.2 Liquidität

Dank des hohen Bestands an Zahlungsmitteln und der breit diversifizierten Refinanzierungsstruktur war der GRENKE Konzern im Berichtszeitraum jederzeit in der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Über die Tochtergesellschaft Grenke Finance PLC wurde in den ersten neun Monaten 2021 eine bereits bestehende Anleihe um 125,0 Mio. EUR aufgestockt. Weitere Informationen zu den begebenen Schuldverschreibungen sind in den Angaben zum verkürzten Konzernzwischenabschluss dargestellt und zudem auf der Website www.grenke.de/​un-ternehmen/​investor-relations/​fremdkapital/​emittierte-anlei-hen abrufbar. Getilgt wurden im Berichtszeitraum Anleihen über 315 Mio. EUR und planmäßig Schuldscheindarlehen über 65 Mio. EUR, 46 Mio. DKK und 48 Mio. SEK. Vorzeitig getilgt wurden Schuldscheindarlehen über 148 Mio. EUR.

Die Ausnutzung der ABCP-Programme lag zum 30. September 2021 bei 567,7 Mio. EUR und 120,5 Mio. GBP (31. Dezember 2020: 680,2 Mio. EUR und 122,4 Mio. GBP). Das Gesamtvolumen dieser Programme betrug 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP (31. Dezember 2020: 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP).

Die offenen Kreditlinien des Konzerns (d. h. Banklinien plus verfügbares Volumen aus Anleihen und Commercial Paper) betrugen zum Stichtag 3.439,0 Mio. EUR, und 750,0 Mio. HRK (31. Dezember 2020: 3.367,9 Mio. EUR, 240 Mio. PLN, 40,0 Mio. HRK und 10 Mio. CHF).

Die Refinanzierung der GRENKE BANK AG über Kundeneinlagen lag zum Stichtag 30. September 2021 bei 1.521,3 Mio. EUR nach 1.300,0 Mio. EUR zum vergleichbaren Zeitpunkt des Vorjahrs. Dies entspricht einem Anstieg von 17,0 Prozent.

3.3.3 Finanzlage

Ausgewählte Angaben aus der Konzern-Kapitalflussrechnung

scrollen
2021 2020
TEUR Q1-Q3 Q1-Q3*
- Investition für neue Leasingforderungen - 1.172.413 - 1.642.376
+ Zugang neue Refinanzierungen (ohne Einlagengeschäft) 468.587 997.630
+ Netto-Zugang Einlagengeschäft - 19.971 413.556
(I) CASHFLOW INVESTITION NEUGESCHÄFT - 723.797 - 231.190
+ Zahlungen Leasingnehmer 1.757.581 1.667.021
- Rückzahlungen Refinanzierungen (ohne Einlagengeschäft) - 874.046 - 1.048.398
(II) CASHFLOW BESTANDSGESCHÄFT 883.535 618.623
(III) ÜBRIGE CASHFLOWS LAUFENDE GESCHÄFTSTÄTIGKEIT - 30.124 46.625
CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT (I) + (II) + (III) 129.614 434.058
Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 113.484 421.446
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 4.908 - 12.116
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 35.590 - 50.487
SUMME DES CASHFLOWS 72.986 358.843

* Werte für 2020 wurden gemäß IAS 8.42 angepasst (u.a. Konsolidierung der Franchisegesellschaften)

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag in den ersten neun Monaten 2021 bei 129,6 Mio. EUR und damit deutlich unter dem Vorjahreswert (Q1 - Q3 2020: 434,1 Mio. EUR). In der Darstellung oben umfasst der Netto-Cashflow aus Investitionen in das Neugeschäft die Investitionen für neue Leasingforderungen. Darin enthalten sind die Nettoanschaffungswerte für die Leasingobjekte und die direkt mit dem Vertragsabschluss entstehenden Kosten. Aufgrund des niedrigeren Neugeschäftsvolumens sanken die Investitionen für neue Leasingforderungen in den ersten neun Monaten 2021 auf - 1.172,4 Mio. EUR (Q1- Q3 2020: - 1.642,4 Mio. EUR). Diesen stehen die Ein- bzw. Auszahlungen aus der Zunahme der Refinanzierung (468,6 Mio. EUR nach 997,6 Mio. EUR in der Vorjahresperiode) sowie dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank (- 20,0 Mio. EUR nach 413,6 Mio. EUR in der Vorjahresperiode) gegenüber. In Summe sank der Netto-Cashflow aus Investitionen auf - 723,8 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: - 231,2 Mio. EUR). Bei dieser Entwicklung ist zu berücksichtigen, dass GRENKE im Vorjahreszeitraum gezielt eine Liquiditätsreserve aufgebaut hat. Der Cashflow aus dem Bestandsgeschäft stieg dagegen auf 883,5 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 618,6 Mio. EUR).

Nach gezahlten /​ erhaltenen Steuern und Zinsen belief sich der Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Berichtszeitraum auf 113,5 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 421,4 Mio. EUR).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im Neunmonatszeitraum 2021 bei - 4,9 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: - 12,1 Mio. EUR). Er beinhaltete hauptsächlich die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von - 5,4 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: - 12,7 Mio. EUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verbesserte sich im Berichtszeitraum auf - 35,6 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: - 50,5 Mio. EUR). Dies resultierte im Wesentlichen aus der geringeren Dividendenzahlung für das Vorjahr in Höhe von 12,1 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 28,2 Mio. EUR). Die Zinszahlung auf das Hybridkapital lag bei 13,4 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 10,7 Mio. EUR). Aus der Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten ergab sich zudem ein Mittelabfluss von 10,1 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 9,4 Mio. EUR).

Somit lag die Summe der Cashflows in den ersten neun Monaten 2021 bei 73,0 Mio. EUR (Q1 - Q3 2020: 358,8 Mio. EUR). Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten stieg zum Stichtag 30. September 2021 entsprechend auf 1.017,0 Mio. EUR nach 944,7 Mio. EUR zum Geschäftsjahresende 2020.

4. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Bezüglich der Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen wird auf die Ausführungen in Kapitel 16. des Anhangs zum verkürzten Konzernzwischenabschluss verwiesen.

5. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

5.1 Chancen und Risiken

Wesentliche Veränderungen der zuletzt im Geschäftsbericht 2020 (veröffentlicht am 21. Mai 2021) dargestellten Chancen und Risiken sind im Berichtszeitraum nicht eingetreten. Hinsichtlich der künftigen Entwicklung von Konzern und Gesellschaft sowie ihrer Tochtergesellschaften sind besondere, über das normale Maß hinausgehende und mit dem Geschäft verbundene Risiken nicht zu erkennen.

5.2 Gesamtwirtschaftliche und Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die zunehmenden Engpässe in den globalen Lieferketten haben seit Juli 2021 zu einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland geführt. So ist der ifo Geschäftsklimaindex im September 2021 den dritten Monat in Folge gesunken. Die Abschwächung betrifft insbesondere das verarbeitenden Gewerbe, wo die Knappheit an Rohstoffen und Vorprodukten zu teilweise erheblichen Produktionsausfällen geführt hat. Dementsprechend senkte der Internationale Währungsfonds (IWF) im Oktober 2021 seine Wachstumsprognose für Deutschland auf 3,1 Prozent (Juli-Prognose: 3,6 Prozent). Gleichzeitig erhöhte der IWF seine Prognose für das Jahr 2022 auf 4,6 Prozent (Juli-Prognose: 4,1 Prozent) und unterstreicht damit seine Erwartung, dass die Engpässe in den Lieferketten ein vorübergehendes Phänomen sind. Für die anderen wichtigen Volkswirtschaften in der Eurozone wurde der IWF dagegen für 2021 optimistischer und erhöhte seine Erwartungen für Frankreich auf 6,3 Prozent (Juli-Prognose: 5,8 Prozent) und für Italien auf 5,8 Prozent (Juli-Prognose: 4,9 Prozent). Für die Eurozone insgesamt rechnet der IWF nun mit einem Wachstum von 5,0 Prozent (Juli-Prognose: 4,6 Prozent).

5.3 Unternehmensprognose

Bei der Prognose für das Geschäftsjahr 2021 ist zu berücksichtigen, dass die anhaltende Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen ein weiterhin herausforderndes Marktumfeld schaffen.

Lieferengpässe bei Herstellern von Computer- und Bürotechnik führten zu einer Verzögerung der erwarteten Belebung der Märkte im dritten Quartal 2021. Entsprechend passte der Vorstand am 4. Oktober 2021 im Rahmen einer Ad-hoc Mitteilung seine Prognose für das Leasingneugeschäft im Geschäftsjahr 2021 auf 1,5 bis 1,7 Mrd. EUR an (zuvor 1,7 bis 2,0 Mrd. EUR; 2020: 2,0 Mrd. EUR). Die angepasste Prognose des Neugeschäfts basiert auf der Erwartung, dass die Geschäftsdynamik im vierten Quartal 2021 infolge einer gestarteten Vertriebsoffensive wieder zunehmen wird.

Infolge der unverändert hohen Profitabilität des Geschäfts sowie des Einmalertrags aus dem Verkauf der Beteiligung an der viafintech GmbH, die im vierten Quartal 2021 verbucht wird, wird die Jahresprognose für den Gewinn nach Steuern von zuvor 60 Mio. bis 80 Mio. EUR auf 90 Mio. bis 100 Mio. EUR erhöht und konkretisiert.

Das Ziel für die Cost-Income-Ratio für das Jahr 2021 liegt weiterhin bei unter 50Prozent (2020: 43,1 Prozent). Für das Jahr 2021 wird den Erwartungen zufolge von einer Schadenquote von unter 2,0 Prozent ausgegangen.

Für die bilanzielle Eigenkapitalquote rechnet der Vorstand mit einer stabilen Entwicklung und einer Quote zum Jahresende 2021 von mehr als 16 Prozent (2020: 16,3 Prozent). Bei der Einordnung der Eigenkapitalquote sind die Effekte der Vollkonsolidierung der Franchisegesellschaften zu berücksichtigen. Durch den Wegfall der auf die Franchisegesellschaften entfallenden Geschäfts- oder Firmenwerte sinken die aufsichtsrechtlichen und ratingbezogenen Eigenkapitalanforderungen.

6. Nachtragsbericht

Am 29. Oktober 2021 gab die GRENKE AG bekannt, dass der Aufsichtrsrat der Gesellschaft Finanzvorstand Dr. Sebastian Hirsch mit Wirkung zum 1. November 2021 zusätzlich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt hat. Dabei würdigte das Gremium die Leistung von Dr. Hirsch in der Bewältigung der Herausforderungen, denen GRENKE insbesondere im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie ausgesetzt war. Dr. Sebastian Hirsch ist seit 2017 Vorstand der GRENKE AG und verantwortlich für Controlling, M&A, Treasury, Recht, Steuern und Investor Relations. Im Oktober vergangenen Jahres wurde er zum CFO der GRENKE AG ernannt.

Am 2. November 2021 informierte GRENKE über den Vollzug des Verkaufs der Minderheitsbeteiligung in Höhe von 25,01 Prozent am FinTech-Unternehemen viafintech GmbH an paysafecard.com Wertkarten GmbH, Wien (Österreich). Das Signing der Transaktion erfolgte bereits am 22. August 2021. Verkauft wurde die Beteiligung von der GRENKE BANK AG, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der GRENKE AG. GRENKE realisiert aus dem Verkauf im vierten Quartal 2021 einen außerordentlichen Gewinn nach Steuern von ca. 20 Mio. EUR. GRENKE wird die viafintech GmbH weiterhin als Partnerbank im Rahmen einer langfristigen Kooperationsvereinbarung begleiten.

KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

scrollen
TEUR 01.07.2021 bis 30.09.2021 01.07.2020 bis 30.09.2020 01.01.2021 bis 30.09.2021 01.01.2020 bis 30.09.2020
angepasst 1 angepasst 1
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft 2 104.628 116.218 324.023 353.279
Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung und des Einlagengeschäfts 13.783 16.613 43.571 47.715
ZINSERGEBNIS 90.845 99.605 280.452 305.564
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 37.259 47.372 121.382 170.506
davon Wertminderungsaufwand 34.962 46.153 116.901 166.505
ZINSERGEBNIS NACH SCHADENSABWICKLUNG UND RISIKOVORSORGE 53.586 52.233 159.070 135.058
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 30.493 29.250 87.964 86.961
Ergebnis aus dem Neugeschäft 7.958 9.053 26.285 33.094
Verwertungsmehr-(+)/​minder(-)ergebnis - 1.088 - 1.569 - 4.697 - 3.864
OPERATIVE ERTRÄGE INSGESAMT 90.949 88.967 268.622 251.249
Personalaufwand 30.481 27.263 95.492 88.026
Abschreibungen und Wertminderung 8.361 6.666 22.526 20.348
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand (ohne Personalaufwand) 21.951 19.150 69.209 55.111
Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.138 1.302 9.912 10.319
Sonstige betriebliche Erträge 1.074 1.256 3.484 4.174
OPERATIVES ERGEBNIS 27.092 35.842 74.967 81.619
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen - 10 - 36 - 409 - 254
Aufwendungen /​ Erträge aus der Marktbewertung 773 127 1.104 - 1.186
Sonstige Zinserträge 859 345 2.120 1.521
Sonstige Zinsaufwendungen 3.305 3.508 9.963 8.218
GEWINN VOR STEUERN 25.409 32.770 67.819 73.482
Ertragsteuern 5.286 6.283 15.445 13.824
GEWINN 20.123 26.487 52.374 59.658
davon auf Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG entfallendes Ergebnis 23.960 27.636 57.338 65.627
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis - 3.837 - 1.149 - 4.964 - 5.969
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert in EUR) 0,51 0,60 1,03 1,26
Durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien 46.495.573 46.390.871 46.495.573 46.366.326

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

2 Zinsen und ähnliche Erträge nach der Effektivzinsmethode berechnet 5.375 TEUR (Vorjahr: 4.979 TEUR).

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

scrollen
TEUR 01.07.2021 bis 30.09.2021 01.07.2020 bis 30.09.2020 01.01.2021 bis 30.09.2021 01.01.2020 bis 30.09.2020
angepasst 1 angepasst 1
GEWINN 20.123 26.487 52.374 59.658
BETRÄGE, DIE GGF. IN KÜNFTIGEN PERIODEN IN DIE GUV UMGEGLIEDERT WERDEN
Zu-/​ Rückführung Hedging-Rücklage - 656 329 935 2.436
Darin: Ertragsteuereffekte 93 - 47 - 134 - 348
Veränderung der Währungsumrechnungsdifferenzen - 349 - 474 1.848 - 4.200
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
BETRÄGE, DIE IN KÜNFTIGEN PERIODEN NICHT IN DIE GUV UMGEGLIEDERT WERDEN
Wertänderung von optional erfolgsneutral behandelten Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9) 0 0 - 75 0
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
Zu-/​ Rückführung Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 0 0 0 0
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
SONSTIGES ERGEBNIS - 1.005 - 145 2.708 - 1.764
GESAMTERGEBNIS 19.118 26.342 55.082 57.894
davon auf Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG entfallendes Gesamtergebnis 36.839 53.906 60.431 62.652
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis - 17.721 - 27.564 - 5.349 - 4.758

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

Konzern-Bilanz

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
VERMÖGENSWERTE
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Zahlungsmittel 1.018.256 944.733
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 4.520 5.074
Leasingforderungen 1.953.990 2.066.352
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 153.445 161.757
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.059 6.384
Zur Verwertung bestimmte Leasinggegenstände 17.411 24.095
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 3.942 0
Steuererstattungsansprüche 14.391 22.214
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 134.486 176.512
SUMME KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.306.500 3.407.121
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Leasingforderungen 3.170.140 3.569.940
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 1.073 2.442
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 101.825 120.767
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 172 4.523
Sachanlagen 83.542 86.646
Nutzungsrechte 42.287 47.680
Geschäfts- oder Firmenwerte 43.702 43.629
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 19.890 23.829
Latente Steueransprüche 21.614 23.110
Sonstige langfristige Vermögenswerte 3.320 2.094
SUMME LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.487.565 3.924.660
SUMME VERMÖGENSWERTE 6.794.065 7.331.781

Konzern-Bilanz

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
SCHULDEN UND EIGENKAPITAL
SCHULDEN
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Finanzschulden 1.900.278 1.868.140
Leasingverbindlichkeiten 11.291 11.647
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 6.017 4.534
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34.658 38.638
Steuerschulden 11.737 6.660
Abgegrenzte Schulden 25.662 32.313
Sonstige kurzfristige Schulden 80.215 82.476
Abgegrenzte Mietraten 48.155 28.800
SUMME KURZFRISTIGE SCHULDEN 2.118.013 2.073.208
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Finanzschulden 3.349.754 3.941.970
Leasingverbindlichkeiten 32.157 36.754
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 12.272 20.765
Latente Steuerschulden 49.283 60.219
Pensionen 5.863 5.736
Sonstige langfristige Schulden 31 26
SUMME LANGFRISTIGE SCHULDEN 3.449.360 4.065.470
EIGENKAPITAL
Grundkapital 46.496 46.496
Kapitalrücklage 298.019 298.019
Gewinnrücklagen 711.045 675.200
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals 1.586 - 1.507
SUMME EIGENKAPITAL DER AKTIONÄRE DER GRENKE AG 1.057.146 1.018.208
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 1 200.000 200.000
Nicht beherrschende Anteile - 30.454 - 25.105
SUMME EIGENKAPITAL 1.226.692 1.193.103
SUMME SCHULDEN UND EIGENKAPITAL 6.794.065 7.331.781

1 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden.

Konzern-Kapitalflussrechnung

scrollen
TEUR 01.01.2021 bis 30.09.2021 01.01.2020 bis 30.09.2020
angepasst 1
GEWINN VOR STEUERN 67.819 73.482
IM GEWINN ENTHALTENE ZAHLUNGSUNWIRKSAME POSTEN UND ÜBERLEITUNG AUF DEN CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
+ Abschreibungen und Wertminderung 22.526 20.348
-/​+ Gewinne /​ Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - 2 - 46
-/​+ Ergebnis aus Finanzanlagen 7.843 6.698
-/​+ Sonstige zahlungsunwirksame Erträge /​ Aufwendungen 5.725 1.302
+/​ - Zunahme /​ Abnahme abgegrenzter Schulden, Rückstellungen und Pensionen - 6.524 - 3.761
- Zugänge Leasingforderungen - 1.172.413 - 1.642.376
+ Zahlungen Leasingnehmer 1.757.581 1.667.021
+ Abgänge /​ Umgliederungen Leasingforderungen zu Restbuchwerten 275.839 221.683
- Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Leasinggeschäft - 313.767 - 343.430
+/​ - Abnahme /​ Zunahme andere Forderungen gegen Leasingnehmer - 18.322 48.663
+/​ - Währungsdifferenzen - 16.756 50.008
= Veränderung Leasingforderungen 512.162 1.569
+ Zugang Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung 468.587 997.630
- Zahlung Annuitäten an Refinanzierer - 874.046 - 1.048.398
- Abgang Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung - 182.644 - 162.773
+ Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung 35.282 41.432
+/​ - Währungsdifferenzen 11.575 - 40.510
= Veränderung Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung - 541.246 - 212.619
+/​ - Zunahme /​ Abnahme Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft - 19.971 413.556
VERÄNDERUNG SONSTIGE VERMÖGENSWERTE /​ SCHULDEN
-/​+ Zunahme /​ Abnahme sonstige Vermögenswerte 77.061 101.095
-/​+ Zunahme /​ Abnahme von Leasinggegenständen aus Operating-Leasingverhältnissen - 1.888 - 2.636
+/​ - Zunahme /​ Abnahme abgegrenzte Mietraten 19.355 19.085
+/​ - Zunahme /​ Abnahme sonstige Schulden - 13.246 15.985
= CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 129.614 434.058
-/​+ Gezahlte /​ erhaltene Ertragsteuern - 8.287 - 5.915
- Gezahlte Zinsen - 9.963 - 8.218
+ Erhaltene Zinsen 2.120 1.521
= NETTO-CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 113.484 421.446
- Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - 5.414 - 12.677
- Auszahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen - 75 0
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 581 561
= CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT - 4.908 - 12.116
+/​ - Aufnahme /​ Rückzahlung von Bankschulden 0 - 2.193
- Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten - 10.095 - 9.394
- Kuponzahlungen auf Hybridkapital - 13.406 - 10.664
- Dividendenzahlungen an GRENKE Aktionäre - 12.089 - 28.236
= CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT - 35.590 - 50.487
FINANZMITTELFONDS ZU BEGINN DER PERIODE
Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten 944.733 445.978
- Bankschulden aus Kontokorrentkrediten - 69 - 73
= ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE ZU BEGINN DER PERIODE 944.664 445.905
+/​ - Veränderung aufgrund Währungsumrechnung - 602 1.925
= FINANZMITTELFONDS NACH WÄHRUNGSUMRECHUNG 944.062 447.830
FINANZMITTELFONDS ZUM ENDE DER PERIODE
Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten 1.018.256 807.678
- Bankschulden aus Kontokorrentkrediten - 1.208 - 1.005
= ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE ZUM ENDE DER PERIODE 1.017.048 806.673
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELFONDS IN DER PERIODE (=SUMME DER CASHFLOWS) 72.986 358.843
Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 113.484 421.446
+ Cashflow aus Investitionstätigkeit - 4.908 - 12.116
+ Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 35.590 - 50.487
= SUMME DER CASHFLOWS 72.986 358.843

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

scrollen
TEUR Grundkapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen /​ Konzernergebnis Hedging Rücklage Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne /​ Verluste Währungsumrechnung
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2021 46.496 298.019 675.200 - 1.692 - 1.588 - 341
Gewinn 57.338
Sonstiges Ergebnis 935 2.233
GESAMTERGEBNIS 57.338 935 2.233
Dividenden in 2021 für 2020 - 12.089
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto)
Kupon für Hybridkapital (netto) - 9.404
EIGENKAPITAL ZUM 30.09.2021 46.496 298.019 711.045 - 757 - 1.588 1.892
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2020 46.354 289.314 626.098 - 2.193 - 1.393 3.781
Gewinn 1 65.627
Sonstiges Ergebnis 1 2.436 - 5.411
GESAMTERGEBNIS 1 65.627 2.436 - 5.411
Dividenden in 2020 für 2019 - 37.083
Kapitalerhöhung (Ausgabe von Aktien aus Aktiendividende) 142 8.705
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto)
Kupon für Hybridkapital (netto) - 7.428
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung 1
EIGENKAPITAL ZUM 30.09.2020 1 46.496 298.019 647.214 243 - 1.393 - 1.630
scrollen
TEUR Neubewertungsrücklage aus Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9) Summe Eigenkapital Aktionäre der GRENKE AG Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2021 2.114 1.018.208 200.000 - 25.105 1.193.103
Gewinn 57.338 - 4.964 52.374
Sonstiges Ergebnis - 75 3.093 - 385 2.708
GESAMTERGEBNIS - 75 60.431 - 5.349 55.082
Dividenden in 2021 für 2020 - 12.089 - 12.089
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) - 9.404 - 9.404
Kupon für Hybridkapital (netto) - 9.404 9.404
EIGENKAPITAL ZUM 30.09.2021 2.039 1.057.146 200.000 - 30.454 1.226.692
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2020 2.355 964.316 200.000 - 21.102 1.143.214
Gewinn 1 65.627 - 5.969 59.658
Sonstiges Ergebnis 1 - 2.975 1.211 - 1.764
GESAMTERGEBNIS 1 62.652 - 4.758 57.894
Dividenden in 2020 für 2019 - 37.083 - 37.083
Kapitalerhöhung (Ausgabe von Aktien aus Aktiendividende) 8.847 8.847
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) - 7.428 - 7.428
Kupon für Hybridkapital (netto) - 7.428 7.428
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung 1 252 252
EIGENKAPITAL ZUM 30.09.2020 1 2.355 991.304 200.000 - 25.608 1.165.696

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

ANGABEN ZUM VERKÜRZTEN KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

1. Allgemeine Angaben

Die GRENKE AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Baden-Baden, Neuer Markt 2, Deutschland. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nummer 201836 eingetragen. Die vorliegende Quartalsmitteilung der GRENKE AG ist eine Quartalsmitteilung nach § 53 der Börsenordnung für die Frankfurter Wertpapierbörse und stellt keinen vollständigen Zwischenabschluss im Sinne des International Accounting Standard (IAS) 34 dar. Die Quartalsmitteilung wurde nach den Rechnungslegungsstandards der International Financial Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Sie ist in Zusammenhang mit dem IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 zu lesen. Eine prüferische Durchsicht im Sinne von § 115 Abs. 5 WpHG ist nicht erfolgt.

Covid-19-Pandemie

Die Weltwirtschaft wurde auch im 3. Quartal 2021 weiterhin durch die anhaltende Covid-19-Pandemie beeinflusst. Dies hat sich auch auf den Zwischenabschluss des GRENKE Konzerns ausgewirkt. GRENKE reagierte frühzeitig, indem bereits im Vorjahr Arbeitsgruppen gebildet wurden, welche sich mit möglichen Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäftsbereiche auseinandersetzten und entsprechende Maßnahmen beschlossen. In diesem Zusammenhang wurden im Geschäftsjahr 2020 Stundungsvereinbarungen mit Kunden abgeschlossen. Zu weiteren Ausführungen infolge der aktuellen Auswirkungen der Pandemie verweisen wir auf die Angaben im Konzernzwischenlagebericht.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, die im Konzernzwischenabschluss angewendet wurden, entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Ausnahmen hiervon betreffen Änderungen, die sich durch die verpflichtende Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards ergeben haben, welche in einem nachfolgenden Abschnitt erläutert werden. Von der vorzeitigen Anwendung von geänderten Standards und Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2022 oder später verpflichtend umzusetzen sind, wurde abgesehen. Die GRENKE AG wird diese Standards zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umsetzen und erwartet daraus keine wesentlichen Auswirkungen auf die Berichterstattung.

Für diesen Zwischenabschluss gelten die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie in unserem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020, auf den wir an dieser Stelle verweisen. Zudem ergänzen wir die nachfolgenden Sachverhalte.

2.1 Stundungsvereinbarungen

GRENKE hat im Geschäftsjahr 2020 mit seinen Leasingkunden Stundungsvereinbarungen abgeschlossen, durch die die Kunden aufgrund der Covid-19-Pandemie und deren Folgen Unterstützung erfahren haben. Der Stundungszeitraum war für den wesentlichen Anteil der Verträge zum 31. Dezember 2020 bereits beendet. Die zum Jahresanfang verbleibenden Rückzahlungen der gestundeten, fälligen Beträge wurden im Wesentlichen im ersten Halbjahr 2021 geleistet.

Zudem wurden mit Kunden im Kreditgeschäft ebenfalls Stundungsvereinbarungen getroffen. Die im Kundenkreditgeschäft gewährten Stundungsmaßnahmen sind zum Stichtag im Wesentlichen ausgelaufen.

Wir verweisen hierzu auf die geschilderten Bilanzierungsmethoden im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020.

2.2 Bereits veröffentlichte Rechnungslegungsstandards und Interpretationen - noch nicht umgesetzt

Änderungen an IFRS 4 "Versicherungsverträge" Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9

Das IASB veröffentlichte am 25. Juni 2020 eine Änderung an IFRS 4, mit der die bestehende Option zur verzögerten Erstanwendung von IFRS 9 auf den neuen Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 17 verlängert wurde.

Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten

Im Januar 2020 wurde IAS 1 "Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig" veröffentlicht. Gegenstand der Änderungen an IAS 1 ist die Klarstellung, dass im Rahmen der Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig auf bestehende Rechte des Unternehmens zum Abschlussstichtag abzustellen ist. Am 15. Juli 2020 wurde die Erstanwendung der Änderung durch das IASB um ein Jahr für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar 2023 beginnen, verschoben.

Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", IAS 16 "Sachanlagen", IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen" und jährliche Verbesserungen an den IFRS 2018-2020

Vom IASB wurden am 14. Mai 2020 mehrere begrenzte IFRS-Änderungen inklusive des Sammeländerungsstandards der jährlichen Verbesserung, Zyklus 2018-2020, der Anpassungen an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der IFRS", IFRS 9 "Finanzinstrumente", IAS 41 "Landwirtschaft" sowie einem Beispiel zu IFRS 16 "Leasingverhältnisse" vornimmt, veröffentlicht, die am 1. Januar 2022 in Kraft treten.

Änderung an IFRS 17 "Versicherungsverträge"

Der am 18. Mai 2017 veröffentlichte neue Rechnungslegungsstandard IFRS 17 "Versicherungsverträge" wird den Standard IFRS 4 ersetzen. Das IASB hat zudem am 18. März 2020 beschlossen, die verpflichtende Anwendung des Standards auf Geschäftsjahre zu verschieben, die an oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine Übernahme durch die EU steht noch aus.

Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und dem IFRS Practice Statement 2 "Making Materiality Judgements"

Die Änderungen an IAS 1 sehen vor, dass Unternehmen lediglich ihre "wesentlichen" (materiell) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang darstellen müssen (anstelle bisher: die "bedeutenden /​ significant" Bilanzierungs und Bewertungsmethoden). Die Änderungen sind erstmals - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - ab dem 1. Januar 2023 anzuwenden.

Änderung an IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern"

Gegenstand der Änderungen an IAS 8 sind Klarstellungen zur Abgrenzung von Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Änderungen von Schätzungen. Die verpflichtende Anwendung der Änderung des Standards gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine Übernahme durch die EU steht noch aus.

Änderung an IAS 12 "Ertragsteuern" zum Ansatz latenter Steuern aus einer einzigen Transaktion

Gemäß der Änderung an IAS 12 wird der Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung angepasst, sodass im Zeitpunkt des Zugangs eines Vermögenswertes oder einer Schuld keine aktiven oder passiven latenten Steuern anzusetzen sind. Die Änderungen treten für jährliche Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

3. Erstmals anzuwendende, neue Rechnungslegungsstandards

Im Geschäftsjahr 2021 wurden im GRENKE Konzern alle neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen berücksichtigt, die erstmals verbindlich seit dem 1. Januar 2021 anzuwenden waren und bereits in europäisches Recht übernommen wurden (Endorsement), sofern diese für den GRENKE Konzern relevant waren.

Alle nachfolgenden überarbeiteten bzw. geänderten Standards hatten keinen materiellen Einfluss auf die Bilanzierung und Berichterstattung im Konzernabschluss der GRENKE AG.

Änderungen von IFRS 9 "Finanzinstrumente", IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung"; IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben"; IFRS 4 "Versicherungsverträge" und IFRS 16 "Leasingverhältnisse" - Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2

Der IASB veröffentlichte am 26. September 2019 Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 und beendete damit die erste Phase des Projekts "IBOR Reform and its Effects on Financial Reporting". Die Änderungen adressieren Bilanzierungssachverhalte im Vorfeld der Umstellung auf alternative Benchmark-Zinssätze und zielen auf die bilanzielle Fortführung bestehender Hedge-Accounting-Beziehungen ab. Konkret betreffen die Änderungen insbesondere bestimmte Erleichterungen im Zusammenhang mit den Vorschriften zum Hedge-Accounting:

scrollen

Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, ob eine geplante Transaktion stattfinden wird, ist davon auszugehen, dass die den gesicherten Cashflows zugrundeliegende Zinsbezugsgröße durch die Reform nicht verändert wird.

Bei der Bewertung, ob eine Sicherungsbeziehung effektiv ist, soll ebenfalls von einem unveränderten Benchmark-Zinssatz ausgegangen werden.

Bei Absicherung einer nicht vertraglich festgelegten Benchmark-Komponente genügt die geforderte Bestimmung der separat identifizierbaren Risikokomponente zu Beginn des Sicherungsgeschäfts.

Es wurde zudem eine Ausnahmeregelung hinsichtlich der retrospektiven Beurteilung nach IAS 39 eingeführt, die nur für direkt betroffene Sicherungsbeziehungen (Grundgeschäft oder Sicherungsinstrument) gilt. Sie ermöglicht die Fortführung des Hedge-Accountings, auch wenn die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung nicht mehr gegeben ist. Eine weitere Erleichterung ergibt sich in Bezug auf das Kriterium der separaten Identifizierbarkeit beim Macro-Hedging: Wurde ein abgesichertes Grundgeschäft innerhalb eines Macro-Hedges als solches designiert, muss diese Einschätzung später nicht erneuert werden. Des Weiteren sind die Auswirkungen der Änderungen auf die Sicherungsbeziehungen im Anhang zu erläutern.

Mit der Ablösung der IBOR-Referenzzinssätze sowie der EONIA durch andere Referenzzinssätze, genannt Risk-Free Rates (RFR), wird die Phase 2 des Projekts zu möglichen Auswirkungen der Reform der Interbank Offered Rate ("IBOR") auf die Finanzberichterstattung eingeläutet. Die Änderungen dienen der Umsetzung spezifischer Fragestellungen, wenn der Referenzzins durch einen RFR-Referenzzinssatz ersetzt wurde. Nach den ursprünglichen Regelungen zum Hedge-Accounting hätten die anstehenden Änderungen der Referenzzinssätze in vielen Fällen eine Beendigung von Sicherungsbeziehungen zur Folge gehabt. Mit den Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 wird eine Fortführung trotz bestehender Unsicherheiten in Bezug auf Referenzzinssätze erreicht, da beispielsweise das "Highly-probable-Kriterium" stets als erfüllt betrachtet wird. Die Änderungen haben keinen Einfluss auf den Konzernabschluss der GRENKE AG, da keine von Referenzzinssätzen beeinflussten Sicherungsbeziehungen in das Hedge-Accounting designiert sind.

Änderungen an IFRS 16 "Leasingverhältnisse" im Zusammenhang mit coronabedingten Mietzugeständnissen

Das IASB hat am 28. Mai 2020 IFRS 16 "Leasingverhältnisse" geändert ("Covid-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen"). Die Änderung betrifft die bilanziellen Auswirkungen von Zugeständnissen, die im Rahmen der Covid-19-Pande-mie eingeräumt wurden. Ziel der Änderung ist es, den Leasingnehmern eine Erleichterung von der Anwendung der in IFRS 16 enthaltenen Vorschriften zu Vertragsmodifikationen einzuräumen. Die praktischen Erleichterungen gelten explizit nicht für Leasinggeber, da das IASB die Komplexität der Änderungen und die prozessualen Möglichkeiten der Umsetzung bei Leasinggebern als weniger kritisch erachtet. Die Änderung trat für jährliche Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Juni 2020 beginnen. Die Standardänderung wurde am 9. Oktober 2020 in EU-Recht übernommen ("EU-Endorsement"). Das IASB hat am 31. März 2021 "Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 (Änderung an IFRS 16)" herausgegeben und damit den Anwendungszeitraum der Änderung des Standards vom Mai 2020 um ein Jahr verlängert. Die Änderung hat auf den Konzernzwischenbericht der GRENKE AG keinen materiellen Einfluss, da GRENKE insbesondere als Leasinggeber auftritt, auf den die Änderung keine Anwendung findet.

4. Verwendung von Annahmen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf den Ausweis und die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge, Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben.

Schätzungen und zugrundeliegende Annahmen werden laufend überprüft. Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst und erfolgen in den nachfolgend dargestellten Bereichen:

scrollen

Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte

Berücksichtigung von kalkulierten Restwerten am Ende der Vertragslaufzeit im Rahmen der Ermittlung des Barwerts von Leasingforderungen

Annahmen im Rahmen des Werthaltigkeitstests bei der Bewertung der bestehenden Geschäfts- und Firmenwerte

Ansatz von Leasinggegenständen in Verwertung zu kalkulierten Restwerten

Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten

Ansatz und Bewertung latenter Steuern auf Verlustvorträge

Ansatz und Bewertung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden

Die Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte beruht auf Annahmen und Schätzungen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustraten. Der Konzern übt bei der Erstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode. Die wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren sind unter den Bilanzierungs und Bewertungsmethoden dargestellt. Entsprechend den Verlautbarungen von verschiedenen Regulatoren (ESMA, EBA) wird eine Beurteilung der Modellierung der IFRS 9 Wertberichtigung und der Schätzung der erwarteten Kreditverluste (ECL) vorgenommen. Das ECL-Modell wird inklusive der Inputparameter und der Teilmodelle anlassbezogen und mindestens einmal jährlich validiert und gegebenenfalls aktualisiert.

Nicht garantierte (kalkulierte) Restwerte werden im Rahmen der Ermittlung des Barwerts der Leasingforderungen gemäß IFRS 16 berücksichtigt. Die kalkulierten Restwerte am Ende der Vertragslaufzeit ermitteln sich in Abhängigkeit von der Laufzeitgruppe des jeweiligen Leasingvertrags und beinhalten das erwartete Nachgeschäft und die erwarteten Verwertungserlöse am Ende der Laufzeit, basierend auf historischen Erfahrungswerten im Rahmen von Länderclustern. Für Zugänge seit dem 1. Januar 2021 betragen sie zwischen 1,0 Prozent und 25,5 Prozent der Anschaffungskosten. Die kalkulierten Restwerte werden dabei anhand statistischer Auswertungen im Rahmen einer bestmöglichen Schätzung angesetzt. Im Falle eines Absinkens der tatsächlich im Nachgeschäft (bestehend aus Verwertung und Nachmiete) erzielbaren Erlöse wird eine Abwertung der Leasingforderungen berücksichtigt, wohingegen ein Anstieg unberücksichtigt bleibt.

Die der Discounted-Cashflow-Bewertung der bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte zugrundeliegenden Cashflows basieren auf aktuellen Geschäftsplänen und internen Planungen. Hierbei werden Annahmen über die künftigen Ertrags- und Aufwandsentwicklungen getroffen. Dabei wurden künftige Wachstumsraten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Basis bisheriger Erfahrungswerte angenommen und bisher erzielte Ertrags- und Aufwandsverläufe in die Zukunft projiziert. Diese Schätzungen sowie die zugrundeliegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die ermittelten Werte haben.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie sind das ökonomische Gesamtumfeld und damit die Schätzungen hinsichtlich der weiteren Neugeschäfts- und Renditeentwicklungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit zusätzlichen Unsicherheiten verbunden. Sollten wesentliche Annahmen von den tatsächlichen Größen abweichen, könnte dies in der Zukunft zu erfolgswirksam zu erfassenden Wertminderungen führen.

Die Bewertung der Leasinggegenstände in Verwertung erfolgt auf Basis der Verwertungserlöse, die über das vergangene Geschäftsjahr im Durchschnitt je Altersklasse in Bezug auf die ursprünglichen Anschaffungskosten erzielt werden konnten. Leasinggegenstände in der Verwertung werden in Abhängigkeit von ihrer tatsächlichen Verwertbarkeit mit den aus der Vergangenheit ermittelten Restwerten bewertet. Sofern eine Verwertung aufgrund des Zustandes des entsprechenden Gegenstandes unrealistisch erscheint, wird dieser erfolgswirksam abgeschrieben.

Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht mithilfe von Daten aus aktiven Märkten abgeleitet werden können, werden unter der Verwendung von Bewertungsverfahren bestimmt. Die Inputparameter dieser Modelle stützen sich, soweit möglich, auf beobachtbare Marktdaten. Ist dies nicht möglich, stellt die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in gewissem Maß eine Ermessensentscheidung dar. Die Ermessensentscheidungen betreffen Input-Parameter wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Volatilität. Änderungen der Annahmen bezüglich dieser Inputparameter können sich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente auswirken. Sind beobachtbare Preise und Parameter verfügbar, werden sie für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts genutzt, ohne dass Einschätzungen in großem Umfang erforderlich wären.

Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maß erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessungsausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintritts und der Höhe des zukünftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategie erforderlich.

Aufgrund der Komplexität der Steuergesetzgebung ergeben sich möglicherweise unterschiedliche Auslegungen und Interpretationen von Steuergesetzen durch den Steuerpflichtigen und die lokale Finanzbehörde. Dadurch kann es zu nachträglichen Steuerzahlungen für vergangene Geschäftsjahre kommen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerrückstellungen gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der besten Schätzung der erwarteten Steuerzahlung. Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass sie realisiert werden können. Die Annahmen basieren auf der Einschätzung der Unternehmensleitung, in welcher Höhe unsichere Steuerpositionen angesetzt werden.

Wir verweisen hierzu auf die geschilderten Bilanzierungsmethoden im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020.

5. Anpassungen

Aufgrund von retrospektiven Anpassungen, welche im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 vollzogen wurden, ergab sich entsprechend eine Änderung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zum 30. September 2020. Das Zinsergebnis erhöhte sich um 10.493 TEUR und die Schadensentwicklung und Risikovorsorge um 8.657 TEUR. In diesem Zusammenhang reduzierte sich das Verwertungs-mehr-(+) /​ minder(-)ergebnis um 2.103 TEUR. Insgesamt kam es zu einer Reduzierung des Gewinns vor Steuern um 3.991 TEUR und des Gewinns (nach Steuern) um 3.982 TEUR. Für weitere Erläuterungen wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 im Konzernanhang unter Abschnitt "2.3 Anpassungen gemäß IAS 8" verwiesen.

6. Leasingforderungen

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
ENTWICKLUNG DER LEASINGFORDERUNGEN AUS LAUFENDEN VERTRÄGEN (PERFORMENDE LEASINGFORDERUNGEN)
FORDERUNGEN ZU PERIODENBEGINN 5.614.509 5.725.472
+ Veränderung in der Periode - 530.485 - 110.963
LEASINGFORDERUNGEN (KURZ- UND LANGFRISTIG) AUS LAUFENDEN VERTRÄGEN ZUM PERIODENENDE 5.084.024 5.614.509
ENTWICKLUNG DER LEASINGFORDERUNGEN AUS GEKÜNDIGTEN /​ RÜCKSTÄNDIGEN VERTRÄGEN (NICHT PERFORMENDE LEASINGFORDERUNGEN)
BRUTTOFORDERUNG ZU PERIODENBEGINN 525.869 434.939
+ Zugänge Bruttoforderungen in der Periode 115.888 148.498
- Abgänge Bruttoforderungen in der Periode 46.560 57.568
BRUTTOFORDERUNG ZUM PERIODENENDE 595.197 525.869
SUMME BRUTTOFORDERUNG GEKÜNDIGT UND LAUFEND 5.679.221 6.140.378
WERTMINDERUNGEN ZU PERIODENBEGINN 504.086 384.762
+ Veränderung kumulierte Wertminderungen in der Periode 51.005 119.324
WERTMINDERUNGEN ZU PERIODENENDE 555.091 504.086
Leasingforderungen (Bilanzansatz kurz- und langfristig) zu Periodenbeginn 5.636.292 5.775.649
LEASINGFORDERUNGEN (BILANZANSATZ KURZ- UND LANGFRISTIG) ZUM PERIODENENDE 5.124.130 5.636.292

Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen der Leasingforderungen und die Wertberichtigung auf die Leasingforderungen pro IFRS 9 Wertberichtigungsstufe. Der GRENKE Konzern verfügt über keine als POCI klassifizierten Finanzinstrumenten im Sinne des IFRS 9.

scrollen
30.09.2021 31.12.2020
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Summe
BRUTTOFORDERUNGEN
Deutschland 1.126.177 43.908 43.618 1.213.703 1.263.860
Frankreich 999.475 88.428 123.530 1.211.433 1.310.064
Italien 792.037 118.097 227.648 1.137.782 1.344.292
Sonstige Länder 1.696.897 135.821 283.585 2.116.303 2.222.162
SUMME BRUTTOFORDERUNGEN 4.614.586 386.254 678.381 5.679.221 6.140.378
Wertberichtigung 44.653 32.735 477.703 555.091 504.086
BUCHWERT 4.569.933 353.519 200.678 5.124.130 5.636.292
scrollen
30.09.2021 31.12.2020
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Summe
WERTBERICHTIGUNG ZUM 01.01.2021 65.728 53.835 384.523 504.086 384.762
Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte* 11.236 3.586 5.661 20.483 49.311
Umbuchungen
zu Stufe 1 6.097 - 3.598 - 2.499 0 0
zu Stufe 2 - 2.034 16.262 - 14.228 0 0
zu Stufe 3 - 2.235 - 11.436 13.671 0 0
Änderung der Risikovorsorge durch Stufenänderung - 5.006 - 5.966 55.619 44.647 86.094
Einvernehmliche Vertragsauflösung oder Zahlungen für finanzielle Vermögenswerte (ohne Ausbuchungen) - 19.188 - 13.337 - 20.638 - 53.163 - 57.048
Änderungen der vertraglichen Zahlungsströme infolge von Modifikation (keine Ausbuchung) - 18.129 - 10.460 3.651 - 24.938 41.506
Änderung durch Veränderung Bearbeitungsklasse bei Schadensfällen 0 0 48.263 48.263 17.936
Änderungen der Modell /​ isikoparameter für ECL-Berechnung 4.091 459 36.451 41.001 17.739
Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten - 23 - 187 - 38.343 - 38.553 - 40.731
Währungsumrechnungs- und sonstige Differenzen 175 106 1.069 1.350 - 5.605
Aufzinsung 3.941 3.471 4.503 11.915 10.122
WERTBERICHTIGUNG ZUM 30.09.2021 44.653 32.735 477.703 555.091 504.086
davon Wertberichtigung nicht-performende Leasingforderung 0 0 439.552 439.552 323.043
davon Wertberichtigung performende Leasingforderung 44.653 32.735 38.151 115.539 181.043

* Die in Stufe 2 und 3 angegebenen Werte betreffen im Geschäftsjahr neu ausgereichte Leasingforderungen, die zum Zugangszeitpunkt der Stufe 1 zugeordnet waren, aber im Lauf des Geschäftsjahres einer anderen Stufe zugeteilt wurden.

Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der Wertberichtigungen auf den Bestand an kurzfristigen und langfristigen Forderungen:

7. Finanzschulden

Die Finanzschulden des GRENKE Konzerns setzen sich aus den kurzfristigen Finanzschulden und langfristigen Finanzschulden zusammen.

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
KURZFRISTIGE FINANZSCHULDEN
Asset Backed 347.272 377.174
Senior Unsecured 573.715 565.099
Zweckgebundenen Förderdarlehen 82.171 106.442
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 895.912 819.356
davon gegenüber Kreditinstituten 0 4.200
Sonstige Bankschulden 1.208 69
davon Kontokorrent 1.208 69
SUMME KURZFRISTIGE FINANZSCHULDEN 1.900.278 1.868.140
LANGFRISTIGE FINANZSCHULDEN
Asset Backed 370.371 429.334
Senior Unsecured 2.270.227 2.648.647
Zweckgebundenen Förderdarlehen 83.730 142.036
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 625.426 721.953
SUMME LANGFRISTIGE FINANZSCHULDEN 3.349.754 3.941.970
SUMME FINANZSCHULDEN 5.250.032 5.810.110

7.1 Asset Backed Finanzschulden

7.1.1 Strukturierte Einheiten

Folgende konsolidierte strukturierte Einheiten bestanden zum Stichtag: Opusalpha Purchaser II Limited (Helaba), Kebnekaise Funding Limited (SEB AB), CORAL Purchasing (Ireland) 2 DAC (DZ-Bank), FCT "GK"-COMPARTMENT "G2" (Unicredit), FCT "GK"-COMPARTMENT "G3" (HSBC) sowie FCT "GK"-COMPARTMENT "G4" (Helaba). Sämtliche strukturierte Einheiten sind als Asset-Backed Commercial Paper-(ABCP-) Programme aufgelegt.

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
Programmvolumen in Landeswährung
TEUR 947.802 947.802
TGBP 150.000 150.000
Programmvolumen in TEUR 1.122.113 1.114.648
Inanspruchnahme in TEUR 707.761 804.519
Buchwert in TEUR 618.979 709.626
davon kurzfristig 293.232 321.680
davon langfristig 325.747 387.946

7.1.2 Forderungsverkaufsverträge

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
Programmvolumen in Landeswährung
TEUR 16.500 20.000
TGBP 100.000 100.000
TBRL 165.000 185.000
Programmvolumen in TEUR 159.052 160.257
Inanspruchnahme in TEUR 98.508 96.295
Buchwert in TEUR 98.508 96.295
davon kurzfristig 53.907 54.963
davon langfristig 44.601 41.332

7.1.3 Restwertdarlehen

Die Restwertdarlehen dienen teilweise zur Finanzierung von Restwerten von Leasingverträgen, bei denen die Raten im Rahmen des Forderungsverkaufs veräußert wurden.

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
Buchwert 156 587
davon kurzfristig 133 531
davon langfristig 23 56

7.2 Senior Unsecured Finanzschulden

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Buchwerte der einzelnen Refinanzierungsinstrumente:

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
Anleihen 2.480.896 2.662.498
davon kurzfristig 342.263 338.819
davon langfristig 2.138.633 2.323.679
Schuldscheindarlehen 172.104 394.844
davon kurzfristig 75.278 119.046
davon langfristig 96.826 275.798
Revolving Credit Facility 155.932 101.235
davon kurzfristig 121.164 52.065
davon langfristig 34.768 49.170
Geldhandel 0 16.063
Kontokorrent 14.885 13.438
Zinsabgrenzung 20.125 25.668

Folgende Tabelle zeigt den Refinanzierungsrahmen der einzelnen Instrumente:

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
Anleihen TEUR 5.000.000 5.000.000
Commercial Paper TEUR 750.000 750.000
Syndizierte revolvierende Kreditfazilität 250.000 0
Revolving Credit Facility TEUR 30.000 300.000
Revolving Credit Facility TPLN 0 100.000
Revolving Credit Facility TCHF 0 20.000
Revolving Credit Facility TCLP 20.250.000 20.250.000
Revolving Credit Facility THRK 125.000 125.000
Geldhandel TEUR 0 35.000

7.2.1 Anleihen

Im Geschäftsjahr wurden bisher keine neuen Anleihen begeben, eine bestehende Anleihe wurde um 125.000 TEUR erhöht. Planmäßig wurden 315.000 TEUR getilgt.

7.2.2 Schuldscheindarlehen

Im Geschäftsjahr wurde bisher ein neues Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 10.000 TBRL begeben. Planmäßig getilgt wurden 65.000 TEUR, 46.000 TDKK sowie 48.000 TSEK. Vorzeitig getilgt wurden 148.000 TEUR.

7.2.3 Syndizierte revolvierende Kreditfazilität

Im Geschäftsjahr wurde eine neue syndizierte revolvierende Kreditfazilität über ein Volumen von 250.000 TEUR abgeschlossen. Hiervon können 75.000 TEUR in GBP und CHF gezogen werden. Darlehensgeber sind Deutsche Bank AG, DZ BANK AG, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Landesbank Hessen-Thüringen, Le Crédit Lyonnais, Norddeutsche Landesbank und SEB AB Frankfurt Branch.

7.3 Zweckgebundene Förderdarlehen

Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der in Anspruch genommenen Förderdarlehen bei den einzelnen Förderbanken.

scrollen
TEUR 30.09.2021 31.12.2020
Europäische Investitionsbank 9.828 9.775
NRW Bank 30.688 55.896
Thüringer Aufbaubank 2.394 3.552
Investitionsbank des Landes Brandenburg 562 1.467
KfW 121.449 176.443
Landeskreditbank Baden-Württemberg - Förderbank 980 1.345
Zinsabgrenzung 0 0
SUMME DER FÖRDERDARLEHEN 165.901 248.478

8. Eigenkapital

Das Grundkapital der GRENKE AG ist im Vergleich zum 31. Dezember 2020 unverändert auf 46.495.573 auf den Inhaber lautende Aktien eingeteilt.

Die Hauptversammlung, stattgefunden am 29. Juli 2021, hat beschlossen eine Dividende in Höhe von 0,26 EUR je Aktie auszuschütten (Vorjahr: 0,80 EUR). Die Auszahlung der Dividende erfolgte am 2. August 2021.

9. Angaben zu Finanzinstrumenten

9.1 Hierarchie des beizulegenden Zeitwertes

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der GRENKE Konzern soweit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren, werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Bemessungshierarchie ("Fair-Value-Hierarchie") eingeordnet:

Stufe 1: Notierte (unbereinigte) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden

Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen sämtliche Inputfaktoren, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt am Markt beobachtbar sind

Stufe 3: Bewertungsverfahren, die Inputfaktoren verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren

Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Bemessungshierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Bemessungshierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

Der GRENKE Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Bemessungshierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Umgruppierungen zwischen den drei Stufen der Bemessungshierarchie fanden in der abgelaufenen Berichtsperiode nicht statt.

9.2 Beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

9.2.1 Beizulegende Zeitwerte originärer Finanzinstrumente

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten je Klasse von Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bemessen werden. Sie enthält keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Darunter fallen die Bilanzpositionen Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Sämtliche originäre Finanzinstrumente sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet, mit Ausnahme der börsennotierten Anleihen, die in den Verbindlichkeiten aus Refinanzierung enthalten und in der Stufe 1 der Bemessungshierarchie klassifiziert sind sowie der sonstigen Beteiligung, die der Stufe 3 der Bemessungshierarchie zugeordnet ist. Der Buchwert der börsennotierten Anleihen zum Bilanzstichtag beträgt 2.480.896 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 2.662.498 TEUR) und der beizulegende Zeitwert 2.464.637 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 2.498.603 TEUR). Die originären finanziellen Vermögenswerte sind bis auf die Leasingforderungen, welche gemäß IFRS 16 bewertet werden, und die sonstigen Beteiligungen, welche der Bewertungskategorie FVOCIoR zugeordnet sind und somit zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, vollständig zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bewertet. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden ebenfalls zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet.

scrollen
TEUR Beizulegender Zeitwert 30.09.2021 Buchwert 30.09.2021 Beizulegender Zeitwert 31.12.2020 Buchwert 31.12.2020
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Leasingforderungen 5.668.471 5.124.130 6.341.277 5.636.292
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 262.210 250.006 288.512 277.260
davon Forderungen aus dem Factoringgeschäft 57.227 57.227 53.582 53.582
davon Forderungen aus dem Kreditgeschäft 154.876 142.672 163.010 151.758
davon Sonstige finanzielle Vermögenswerte 50.107 50.107 71.920 71.920
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzschulden 5.262.174 5.250.032 5.672.117 5.810.110
davon Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung 3.713.989 3.727.486 4.095.744 4.268.732
davon Verbindlichkeiten aus dem Einlagegeschäft 1.546.977 1.521.338 1.576.304 1.541.309
davon Bankschulden 1.208 1.208 69 69

9.2.2 Beizulegende Zeitwerte derivativer Finanzinstrumente

Zum Stichtag sind im GRENKE Konzern alle derivativen Finanzinstrumente, welche sich aus Zinsderivaten (Zinsswaps), Devisentermingeschäften und Cross Currency Swaps zusammensetzen, zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Sämtliche derivativen Finanzinstrumente sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet.

scrollen
TEUR Beizulegender Zeitwert 30.09.2021 Buchwert 30.09.2021 Beizulegender Zeitwert 31.12.2020 Buchwert 31.12.2020
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE MIT SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 0 0 0 0
Cross Currency Swap 1.592 1.592 1.764 1.764
Fremdwährungsterminkontrakte 1.241 1.241 2.069 2.069
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 158 158 351 351
Fremdwährungsterminkontrakte 2.602 2.602 3.332 3.332
GESAMT 5.593 5.593 7.516 7.516
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE MIT SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 0 0 0 0
Cross Currency Swap 9.557 9.557 13.623 13.623
Fremdwährungsterminkontrakte 5.556 5.556 8.458 8.458
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 105 105 1.356 1.356
Fremdwährungsterminkontrakte 3.071 3.071 1.862 1.862
GESAMT 18.289 18.289 25.299 25.299

Bei den im GRENKE Konzern verwendeten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um sogenannte OTC-Derivate (Over-the-Counter). Diese werden direkt mit einer Gegenpartei, die mindestens dem Investmentgrade entspricht, abgeschlossen. Es existieren somit keine notierten Börsenpreise.

Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für die Devisentermingeschäfte und Zinsderivate erfolgt anhand von Bewertungsmodellen unter Rückgriff auf beobachtbare Inputfaktoren. Bei Devisentermingeschäften wird die Bewertung anhand eines Mark-to-Market-Bewertungsmodells vorgenommen. Bei Zinsderivaten wird der beizulegende

Zeitwert in der Bewertung über eine Barwertmethode ermittelt. Die verwendeten Inputparameter für die Bewertungsverfahren werden aus Marktnotierungen entnommen. Dabei werden laufzeitkongruente Zinssätze in den gehandelten Währungen für Devisentermingeschäfte bzw. Zinssätze für Zinsderivate verwendet. Die ermittelten Werte werden mit einem sogenannten Add-on-Verfahren mit den Kupons, der am Markt beobachtbaren laufzeitadäquaten Credit Default Swaps (CDS) der Gegenpartei bzw. des eigenen Ausfallrisikos multipliziert, um den beizulegenden Zeitwert dieser OTC-Derivate zu erhalten.

9.3 Bewertungsmethoden und verwendete Inputfaktoren

In nachfolgender Tabelle werden die angewandten Bewertungsmethoden sowie die verwendeten Inputfaktoren und Annahmen zur Bemessung der beizulegenden Zeitwerte dargestellt:

scrollen
Art und Stufe Bewertungsmethode Inputfaktoren
BEMESSUNGSHIERARCHIE STUFE 1
Börsennotierte Anleihen n. a. Notierter Börsenpreis am Bewertungstag
BEMESSUNGSHIERARCHIE STUFE 2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei
Finanzschulden (Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung des Leasinggeschäfts, Schuldscheindarlehen, Bankschulden) Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Ausfallrisikos DVA (Debt Value Adjustment)
Devisentermingeschäfte /​ Cross Currency Swaps Mark-to-Market Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze in den gehandelten Währungen zu Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Kontrahentenrisikos DVA (Debt Value Adjustment) bzw. des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei CVA (Credit Value Adjustment), die aus verfügbaren Credit-Default-Swap-(CDS-)Notierungen verwendet werden
Zinsderivate Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Kontrahentenrisikos DVA (Debt Value Adjustment) bzw. des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei CVA (Credit Value Adjustment), die aus verfügbaren Credit-Default-Swap-(CDS-)Notierungen verwendet werden
BEMESSUNGSHIERARCHIE STUFE 3
Sonstige Beteiligungen (Beteiligung an der Finanzchef24 GmbH) Discounted-Cashflow-Modell Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Business Plan der Finanzchef24 GmbH zur Ermittlung der zukünftigen Cashflows; Nachhaltige Wachstumsrate der zukünftigen Cashflows; Parameter zur Ermittlung des Diskontierungszinses (insbesondere risikoloser Zinssatz, Marktrisikoprämie, Beta-Faktor, Adjustierungsprämien)

10. Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Nachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) dargestellt:

scrollen
TEUR Segment 01.01. bis 30.09.2021 01.01. bis 30.09.2020 1
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN (IFRS 15)
Bruttoerlöse aus dem Service and Protection Geschäft (Servicegeschäft) Leasing 94.212 92.830
Servicegebühr für Bereitstellung Leasing 2.757 3.883
Erlöse aus Mahngebühren Leasing 756 1.258
Erlöse aus Mahngebühren Factoring 12 15
Sonstige Erlöse mit Leasingnehmern Leasing 816 722
Verkauf von Leasingobjekten Leasing 123.681 112.539
Provisionseinnahmen aus dem Bankgeschäft Bank 344 320
SUMME 222.578 211.567

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

11. Erlöse und sonstige Umsatzerlöse 12. Ertragsteuern

Nachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) und sonstige Umsatzerlöse (IFRS 9, IFRS 16) dargestellt:

scrollen
TEUR 01.01. bis 30.09.2021 01.01. bis 30.09.2020 1
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN (IFRS 15) 222.578 211.567
SONSTIGE UMSATZERLÖSE (IFRS 9, IFRS 16)
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft 324.023 353.279
Erlöse aus Operating-Leasingverhältnissen 15.998 14.858
Erlösanteile aus Vormieten 5.465 8.384
SUMME 568.064 588.088

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

12. Ertragsteuern

Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind:

scrollen
TEUR 01.01. bis 30.09.2021 01.01. bis 30.09.2020 1
Laufende Steuern 21.187 14.780
Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer (Deutschland) 84 1.030
Ausländische Ertragsteuern 21.103 13.750
Latente Steuern - 5.742 - 956
Deutschland 2.560 5.286
Ausland - 8.302 - 6.242
SUMME 15.445 13.824

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert angepasst.

13. Konzern-Segmentberichterstattung

scrollen
TEUR Segment Leasing Segment Bank Segment Factoring
Januar bis September 2021 2020 1 2021 2020 1 2021 2020 1
OPERATIVE ERTRÄGE
Externe operative Erträge 274.327 254.133 - 8.982 - 7.813 3.277 4.929
Interne operative Erträge - 43.024 - 37.515 43.887 38.135 - 863 - 620
SUMME OPERATIVE ERTRÄGE 231.303 216.618 34.905 30.322 2.414 4.309
davon zahlungsunwirksame Posten 111.547 160.057 3.034 5.555 2.320 893
ZINSUNABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN
Personalaufwand 87.736 80.928 4.087 3.251 4.090 4.126
Abschreibungen und Wertminderung 21.864 19.713 664 653 701 518
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand 63.051 50.491 6.388 3.323 1.567 2.394
SEGMENTERGEBNIS 67.814 69.954 11.462 14.304 - 4.255 - 2.677
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen - 149 - 53 - 260 - 201 0 0
Sonstiges Finanzergebnis
GEWINN VOR STEUERN LT. KONZERNGEWINN- U. VERLUSTRECHNUNG 67.665 69.901 11.202 14.103 - 4.255 - 2.677
zum 30. September (Vorjahr: zum 31. Dezember)
SEGMENTVERMÖGEN 6.087.859 6.732.015 2.147.808 2.252.866 77.259 77.248
davon nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 172 322 0 4.201 0 0
SEGMENTSCHULDEN 5.068.938 5.735.910 1.856.427 1.968.804 80.578 75.135
scrollen
TEUR Konsolidierung & Sonstiges Konzern
Januar bis September 2021 2020 1 2021 2020 1
OPERATIVE ERTRÄGE
Externe operative Erträge 0 0 268.622 251.249
Interne operative Erträge 0 0 0 0
SUMME OPERATIVE ERTRÄGE 0 0 268.622 251.249
davon zahlungsunwirksame Posten 0 0 116.901 166.505
ZINSUNABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN
Personalaufwand - 421 - 279 95.492 88.026
Abschreibungen und Wertminderung - 703 - 536 22.526 20.348
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand - 1.797 - 1.097 69.209 55.111
SEGMENTERGEBNIS - 54 38 74.967 81.619
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen 0 0 - 409 - 254
Sonstiges Finanzergebnis - 6.739 - 7.883 - 6.739 - 7.883
GEWINN VOR STEUERN LT. KONZERNGEWINN- U. VERLUSTRECHNUNG - 6.793 - 7.845 67.819 73.482
zum 30. September (Vorjahr: zum 31. Dezember)
SEGMENTVERMÖGEN - 1.554.866 - 1.775.672 6.758.060 7.286.457
davon nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 0 0 172 4.523
SEGMENTSCHULDEN - 1.499.590 - 1.708.050 5.506.353 6.071.799

1 Vorjahreswerte wurden wie in Kapitel 5 erläutert teilweise angepasst.

13.1 Geschäftssegmente

Die Berichterstattung des GRENKE Konzerns über die Entwicklung seiner Segmente folgt der dominierenden Organisationsstruktur innerhalb des GRENKE Konzerns, der dem sogenannten Managementansatz folgt. Daher sind die operativen Segmente in Anlehnung an die Steuerung der Unternehmensbereiche in die Segmente Leasing, Bank und Factoring unterteilt, was dem Entscheidungsträger, dem Vorstand der GRENKE AG, dazu dient, die Leistung der Segmente zur beurteilen und Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen. Eine regionale Aufgliederung der Geschäftstätigkeiten erfolgt jährlich im Abschluss des GRENKE Konzerns des jeweiligen Geschäftsjahres. Für die drei operativen Segmente liegen separate Finanzinformationen vor.

13.2 Berichtspflichtige Segmente

13.2.1 Leasinggeschäft

Das Segment Leasing umfasst alle Aktivitäten, die mit der Leasingtätigkeit des Konzerns zusammenhängen. Das Dienstleistungsangebot umfasst dabei die Übernahme der Finanzierung für gewerbliche Leasingnehmer, die Vermietung, Service-, Protect- und Wartungsangebote sowie die Verwertung von Gebrauchtgeräten.

Der GRENKE Konzern hat sich dabei im Wesentlichen auf das sogenannte Small-Ticket-Leasing von IT-Produkten wie zum Beispiel PCs, Notebooks, Server, Bildschirme und andere Peripheriegeräte, Software, Telekommunikations- und Kopiertechnik, Medizintechnik sowie sonstige IT-Produkte spezialisiert. Nahezu alle abgeschlossenen Leasingverträge sind Verträge mit Vollamortisationsanspruch.

13.2.2 Bankgeschäft

Als Finanzierungspartner vor allem für KMU umfasst das Segment Bank die Aktivitäten der GRENKE BANK AG (nachfolgend auch "GRENKE Bank"). Im Rahmen von Kooperationen mit verschiedenen Förderbanken des Bundes und einzelner Bundesländer finanziert die GRENKE Bank Existenzgründungen. Zudem vergibt die GRENKE Bank Fördermittel für KMU und Freiberufler, die betriebliche Neuanschaffungen über Leasing finanzieren. Über ihren Internetauftritt bietet die GRENKE Bank darüber hinaus Geldanlageprodukte wie beispielsweise Festgeldprodukte für private und gewerbliche Kunden an. Das Geschäft der Bank erfolgt schwerpunktmäßig mit deutschen Kunden. Neben dem Geschäft mit externen Kunden umfassen die Aktivitäten der GRENKE BANK AG auch die interne Refinanzierung des Leasingsegments des GRENKE Konzerns mittels des Ankaufs von Forderungen und der Ausgabe von Darlehen.

13.2.3 Factoringgeschäft

Im Segment Factoring bietet GRENKE klassische Factoringdienstleistungen mit der Fokussierung auf das SmallTicket-Factoring. Dabei wird im Rahmen des echten Factorings sowohl das offene Factoring, bei dem der Debitor über die Forderungsabtretung informiert wird, als auch das stille Factoring, bei dem der Debitor keine entsprechende Information erhält, angeboten. Daneben bietet das Segment auch Forderungsmanagement ohne Finanzierungsfunktion (unechtes Factoring) an; hier verbleibt das Delkredererisiko beim Kunden. Interne operative Erträge ergeben sich insbesondere aus der internen Refinanzierung.

13.3 Messgrößen der Segmente

Die Bilanzierungsgrundsätze, die zur Gewinnung der Segmentinformationen herangezogen werden, entsprechen den angewandten Bilanzierungsregeln des Konzernzwischenabschlusses. Konzerninterne Transaktionen erfolgen zu marktüblichen Preisen.

Für die Beurteilung des Erfolgs des GRENKE Konzerns ist die zuständige Unternehmensinstanz, der Vorstand der GRENKE AG, verantwortlich. Dieser hat als wesentliche Erfolgsgrößen neben dem Wachstum des Neugeschäfts des Leasingsegments (Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände), für die GRENKE Bank das Einlagevolumen und für das Factoringsegment die Bruttomarge bestimmt. Die weiteren Messgrößen umfassen insbesondere die operativen Segmenterträge, die zinsunabhängigen Aufwendungen, das Segmentergebnis vor dem sonstigen Finanzergebnis und die Personalaufwendungen, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen sowie die Abschreibungen. Das sonstige Finanzergebnis und die Steueraufwendungen /​ -erträge sind die wesentlichen Bestandteile der Konzernergebnisrechnung, die nicht in die einzelnen Segmentinformationen einfließen.

Die Segmenterträge der einzelnen Segmente setzen sich wie folgt zusammen:

scrollen

Leasing: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge, Ergebnis aus dem Servicegeschäft, Ergebnis aus dem Neugeschäft und Verwertungsergebnis.

Bank: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge.

Factoring: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge.

Bei den nicht zahlungswirksamen Posten handelt es sich um Wertminderungen.

Das Segmentvermögen beinhaltet die betriebsnotwendigen Vermögenswerte. Die Segmentschulden entsprechen dem jeweiligen Segment zuzurechnenden Verbindlichkeiten.

Segmentvermögen und -schulden berücksichtigen keine Steuerpositionen.

14. Änderungen im Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2021

In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2021 gab es keine Veränderungen im Konsolidierungskreis.

15. Auszahlung an Hybridkapitalgeber

Am 31. März 2021 hat die GRENKE AG planmäßig eine Kuponzahlung in Höhe von 13.406 TEUR (Vorjahr: 10.664 TEUR) an die Hybridkapitalgeber geleistet.

16. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Der Aufsichtsrat der GRENKE AG hat mit allen amtierenden Vorstandsmitgliedern eine Phantom-Stock-Vereinbarung abgeschlossen. Auszahlungen im Rahmen dieser Vereinbarungen fielen im bisherigen Geschäftsjahr in Höhe von 0 TEUR an (30.09.2020: 653 TEUR).

Zum 30. September 2021 betrug der Wert aller bestehenden Phantom-Stock-Vereinbarungen 3 TEUR (30.09.2020: 0 TEUR). Die erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in den Personalaufwendungen und ist unter den variablen Vergütungskomponenten ausgewiesen.

Mit Wirkung zum 1. August 2021 wurde Herr Michael Bücker als Vorstandvorsitzender durch den Aufsichtsrat ernannt.

Im Rahmen der Hauptversammlung am 29. Juli 2021 schieden Herr Wolfgang Grenke, Frau Claudia Karolina Krcmar und Herr Florian Schulte aus dem Aufsichtsrat aus. Die Hauptversammlung wählte Herrn Norbert Freisleben, Herrn Nils Kröber und Herrn Dr. Konstantin Nikolaus Maria Mettenheimer per Ergänzungswahl in den Aufsichtsrat.

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und Tochterunternehmen

Gegenüber assoziierten Unternehmen resultieren Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank AG sowie aus Guthaben der Kontokorrentkonten. Die GRENKE Bank AG hat zum Stichtag 30. September 2021 Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe von 501 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 574 TEUR) von assoziierten Unternehmen erhalten. Zudem bestehen Forderungen aus Darlehen in Höhe von 1.300 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 600 TEUR). Es entstand ein Zinsaufwand von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.09.2020: 0 TEUR) und ein Zinsertrag von 38 TEUR (Vorjahr bis 30.09.2020: 5 TEUR). Offenzulegende Transaktionen mit Tochterunternehmen entstanden weder im Geschäftsjahr 2021 noch im Geschäftsjahr 2020.

Transaktionen mit Personen in Schlüsselpositionen

Im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bietet die GRENKE BANK AG nahestehenden Personen in Schlüsselpositionen und deren nahen Familienangehörigen Dienstleistungen an. Die GRENKE Bank hat zum Stichtag Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe von 18.238 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 10.726 TEUR) von Personen in Schlüsselpositionen und deren nahen Familienangehörigen erhalten. Der Zinsaufwand hierfür betrug 20 TEUR (Vorjahr bis 30.09.2020: 18 TEUR). Noch nicht ausgeglichene Kreditkartenkonten wiesen zum Stichtag einen Stand von 42 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 13 TEUR) bei einem Kreditkartenlimit von 291 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 316 TEUR) gegenüber nahestehenden Personen in Schlüsselpositionen aus. Eine weitere Kreditvergabe an diesen Personenkreis ist während der Berichtsperiode nicht erfolgt.

Es entstanden mit Personen in Schlüsselpositionen Erträge in Höhe von 6 TEUR (Vorjahr bis 30.09.2020: 11 TEUR) unter anderem aus der Weiterverrechnung von Datenleitungskosten und dem Warenverkauf. Zum Stichtag bestehen Forderungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 1 TEUR) aus diesen Transaktionen. Dem GRENKE Konzern sind Aufwendungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.09.2020: 37 TEUR) aus Transaktionen mit Personen in Schlüsselpositionen entstanden. Die Aufwendungen im Vorjahr betreffen hauptsächlich einen Beratervertrag mit einem Aufsichtsratsmitglied, der aber im Geschäftsjahr 2020 aufgelöst wurde.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen

Gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen resultieren Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank AG sowie aus Guthaben der Kontokorrentkonten. Die GRENKE Bank AG hat zum Stichtag 30. September 2021 Einlagen sowie Guthaben der Kontokorrentkonten in Höhe von 3.659 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 2.888 TEUR) von sonstigen nahestehenden Unternehmen erhalten. Kreditrahmen für Kontokorrentkonten wurden in Höhe von 793 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 807 TEUR) bei einem Kontokorrentkreditlimit in Höhe von 840 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 840 TEUR) in Anspruch genommen. Es entstand ein Zinsaufwand von 17 TEUR (Vorjahr bis 30.09.2020: 113 TEUR) sowie ein Zinsertrag in Höhe von 19 TEUR (Vorjahr bis 30.09.2020: 25 TEUR). Die Erträge mit sonstigen nahestehenden Unternehmen in Höhe von 89 TEUR (Vorjahr bis 30.09.2020: 244 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Mieterträgen und der Weiterberechnung von Standleitungskosten, Lizenzkosten und sonstigen Kosten. Des Weiteren entstanden im GRENKE Konzern Aufwendungen mit nahestehenden Unternehmen in Höhe von 901 TEUR (Vorjahr bis 30.09.2020: 1.025 TEUR). Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Darlehen und Provisionen. Diesbezügliche Verbindlichkeiten, die hauptsächlich aus Darlehen resultieren, belaufen sich zum Stichtag auf 6.805 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 5.128 TEUR). Forderungen gegenüber sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen, die überwiegend aus Collateral Zahlungen an sonstige nahestehende Unternehmen und Personen bestehen, belaufen sich zum 30.09.2021 auf 10.657 TEUR (Vorjahr 31.12.2020: 10.664 TEUR).

17. Eventualverbindlichkeiten

Bei den Eventualverbindlichkeiten ergaben sich bis zum 30.09.2021 im Vergleich zum 31. Dezember 2020 keine wesentlichen und strukturellen Veränderungen.

18. Mitarbeiter

Der Personalbestand (ohne Vorstand) auf Basis einer Kopfzählung des GRENKE Konzerns betrug in der Zwischenberichtsperiode durchschnittlich 1.855 (Vorjahr 30.09.2020: 1.888). Weitere 66 (Vorjahr 30.09.2020: 76) Beschäftigte befinden sich in der Ausbildung.

19. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

In der GRENKE BANK AG scheidet Sven Noppes zum 31. Dezember 2021 aus dem Vorstand aus. Die Nachfolge übernimmt Dr. Oliver Recklies ab Oktober 2021.

GRENKE hat in dritten Quartal die Verkaufsabsicht seiner Minderheitsbeteiligung an dem FinTech-Unternehmen via-fintech GmbH in Höhe von 25,01 Prozent beschlossen. Verkauft wird die Beteiligung von der GRENKE Bank AG, einer hundertprozentigen Tochter der GRENKE AG.

Die Beteiligung an der viafintech wurde deshalb zum 30. September 2021 als zur Veräußerung gehalten eingestuft und wird nun nicht mehr unter "Nach Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen" nach IAS 28, sondern separat unter der Bilanzposition "Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände" (3.942 TEUR) nach IFRS 5 ausgewiesen.

Zum 1. November 2021 wurde der Verkauf vollzogen und der Verkaufspreis vereinnahmt. Für weitere Informationen verweisen wir auf den Lagebericht zum 30. September 2021.

FINANZKALENDER

scrollen
4. Januar 2022 /​/​ Neugeschäftsmeldung Q4 2021
17. März 2022 /​/​ Geschäftsbericht 2021
5. April 2022 /​/​ Neugeschäftsmeldung Q1 2022
12. Mai 2022 /​/​ Quartalsmittelung Q1 2022
25. Mai 2022 /​/​ Hauptversammlung
5. Juli 2022 /​/​ Neugeschäftsmeldung Q2 2022
11. August 2022 /​/​ Finanzbericht Q2 und Q1-Q2 2022
5. Oktober 2022 /​/​ Neugeschäftsmeldung Q3 2022
10. November 2022 /​/​ Quartalsmitteilung Q3 und Q1-Q3 2022

IMPRESSUM

Informationen und Kontakt

GRENKE AG

Team Investor Relations

Neuer Markt 2

76532 Baden-Baden

Telefon: +49 7221 5007-204

Telefax: +49 7221 5007-4218

E-Mail: investor@grenke.de

Impressum

scrollen
Herausgeber: Der Vorstand der GRENKE AG
Redaktion: GRENKE AG, Investor Relations
Gestaltung, Layout & Satz: SPARKS CONSULTING GmbH, München
Stand: 10.11.2021

© GRENKE AG, Baden-Baden

Disclaimer

In diesem Finanzbericht erfolgt die Darstellung von Zahlen in der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den jeweiligen Rundungen können sich Differenzen einzelner Werte gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten Zahl ergeben, die naturgemäß keinen signifikanten Charakter haben können. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter.

Der Finanzbericht erscheint in deutscher und englischer Sprache. Maßgeblich ist stets die deutsche Fassung.

GRENKE AG Stammhaus Neuer Markt 2

76532 Baden-Baden

Tel. +49 7221 5007-204

Fax +49 7221 5007-4218

investor@grenke.de

www.grenke.de