GRENKE AGBaden-BadenQuartalsmitteilung zum 1. Quartal 2022Konzernkennzahlenscrollen
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1 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die
unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden
Auf einen BlickDIVERSIFIZIERUNG:
* Abweichung von 100% rundungsbasiert
KENNZAHLEN Q1 2022:
REFINANZIERUNGSBASIS:
Verkürzter Konzernzwischenlagebericht1. Geschäftsverlauf// Aufwärtstrend des Leasingneugeschäfts setzt
sich im ersten Quartal 2022 mit einem Wachstum von 36,5
Prozent fort
// Deckungsbeitragsmarge 2 von 16,7 Prozent
erwartungsgemäß unter dem
außergewöhnlich hohen Wert des Q1 2021 (19,5
Prozent), aber 40 Basispunkte über Q4 2021
// Anstieg des Gewinns auf 20,5 Mio. EUR nach stark von
der Covid-19 Pandemie geprägtem Vorjahresquartal
// Eigenkapitalquote mit 19,7% deutlich über dem
Zielwert von 16%
// Nach einem starken ersten Quartal 2022 ist GRENKE auf
Kurs, die prognostizierten Ziele für 2022 zu erreichen
1.1 Wesentliche Ereignisse und GeschäfteAm 16. Februar 2022 gab GRENKE bekannt, dass die
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(BaFin) ihre institutsbezogenen Maßnahmen aus der
zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 2021
durchgeführten Sonderprüfung bei der GRENKE AG
und der GRENKE BANK AG abgeschlossen hat. Im Rahmen des
turnusmäßigen "Supervisory Review and Evaluation
Process" (SREP) wurde die Höhe der erforderlichen
Eigenmittel angepasst, die GRENKE mindestens
zusätzlich vorzuhalten hat. Demnach beträgt die
zu erfüllende Kapitalquote für die GRENKE AG -
bedingt durch einen zusätzlichen SREP-Kapitalzuschlag
in Höhe von 1,5 Prozentpunkten - nun 10,5 Prozent
gegenüber zuvor 9 Prozent. Für die
Tochtergesellschaft GRENKE BANK AG beträgt die zu
erfüllende Kapitalquote auf Einzelinstitutsebene 11,5
Prozent gegenüber zuvor 8,5 Prozent (zusätzlicher
SREP-Kapitalzuschlag: 3 Prozentpunkte). Außerdem hat
die BaFin die Sicherstellung der ordnungsgemäßen
Geschäftsorganisation angeordnet. GRENKE hat ein
umfangreiches organisatorisches Weiterentwicklungsprojekt
aufgesetzt und einen Gutteil der Feststellungen bereits
abgearbeitet. Der zusätzliche SREP-Kapitalzuschlag
wird wieder aufgehoben, sobald sich die BaFin im Rahmen der
üblichen Nachschauprüfungen von dieser
Weiterentwicklung überzeugt hat.
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren im
ersten Quartal 2022 weiterhin schwierig. Neben dem
Pandemiegeschehen stellt vor allem der russische Krieg
gegen die Ukraine einen erheblichen Belastungsfaktor
für die Weltwirtschaft dar. In Teilbereichen der
Industrie haben sich durch den Konflikt und seine Folgen
die bereits bestehenden Lieferengpässe weiter
verschärft. Drohende Lieferstopps seitens Russlands
bzw. ein vom Westen diskutierter Verzicht auf die Einfuhr
russischen Erdöls und Erdgases haben zudem zu einem
starken Preisanstieg bei den betroffenen Rohstoffen
geführt. In der Folge erreichte die Inflationsrate in
der Eurozone im März 2022 nach vorläufigen
Berechnungen mit einem Wert von 7,5 Prozent einen neuen
Höchststand.
1.2 NeugeschäftDas Neugeschäft des GRENKE Konzerns wuchs im ersten
Quartal 2022 um 28,8 Prozent auf 690,1 Mio. EUR (Q1 2021:
536,0 Mio. EUR). Trotz des eingangs geschilderten
herausfordernden Umfelds konnte der GRENKE Konzern sein
Neugeschäftsvolumen in allen drei Segmenten - Leasing,
Factoring und Bank -steigern. Aus der Veränderung der
durchschnittlichen Wechselkurse von Fremdwährungen
gegenüber dem Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal
ergaben sich positive Währungseffekte in Höhe von
2,1 Mio. EUR. Diese resultierten überwiegend aus der
Aufwertungen von Britischem Pfund und Schweizer Franken,
der eine Abwertung der Türkischen Lira sowie des
Polnischen Zloty gegenüber dem Euro entgegenstand.
Neugeschäft Leasing nach Regionen
* Erläuterung Regionen im Text.
Das Leasingneugeschäft - das ist die Summe der
Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände -
nahm im ersten Quartal 2022 um 36,5 Prozent zu und
erreichte ein Volumen von 499,2 Mio. EUR (Q1 2021: 365,8
Mio. EUR). Damit setzte sich der Aufwärtstrend, der im
vierten Quartal 2021 eingesetzt hatte, im ersten Quartal
des Jahres 2022 fort. Bei dem Anstieg im Berichtsquartal
ist zu berücksichtigen, dass das
Leasingneugeschäft im Vorjahresquartal von den
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt und
um 46,3 Prozent gesunken war.
Alle Regionen innerhalb des Leasingsegments
verzeichneten im Berichtsquartal ein anziehendes
Neugeschäft. In der DACH-Region, in der die
Länder Deutschland, Österreich und Schweiz
zusammengefasst sind, stieg das Leasingneugeschäft
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,1 Prozent auf
118,0 Mio. EUR (Q1 2021: 104,3 Mio. EUR). In Deutschland
als dem größten Einzelmarkt der Region nahm das
Neugeschäft um 9,5 Prozent zu. In Westeuropa ohne DACH
wuchs das Neugeschäft im Berichtsquartal um 33,9
Prozent auf 131,8 Mio. EUR (Q1 2021: 98,4 Mio. EUR). In
Frankreich, dem wichtigsten Einzelmarkt in dieser Region,
stieg das Neugeschäftsvolumen um 34,6 Prozent. In
Südeuropa war prozentual betrachtet ein deutlicher
Zuwachs von 58,2 Prozent auf 131,9 Mio. EUR (Q1 2021: 83,4
Mio. EUR) zu verzeichnen. Dieser Zuwachs war vor allem auf
die Entwicklung in Italien als bedeutendstem Markt der
Region zurückzuführen, wo das
Neugeschäftsvolumen im ersten Quartal 2022 um 59,9
Prozent zulegte. Da das Leasingneugeschäft in Italien
im Vorjahresquartal pandemiebedingt auf einem sehr
niedrigen Niveau lag, ist bei der Entwicklung im
Berichtsquartal entsprechend die niedrige
Vorjahresvergleichsbasis zu berücksichtigen. In
Spanien, dem zweitwichtigsten Markt in Südeuropa,
stieg das Neugeschäft im ersten Quartal um 65,1
Prozent. In der Region Nord- / Osteuropa nahm das
Neugeschäft ebenfalls überdurchschnittlich um
58,7 Prozent auf 90,7 Mio. EUR (Q1 2021: 57,2 Mio. EUR) zu.
Im wichtigsten Einzelmarkt in dieser Region,
Großbritannien, ergab sich ein Zuwachs von 88,3
Prozent. Ausgehend von einer noch relativ niedrigen Basis
stieg das Neugeschäftsvolumen in den übrigen
Regionen um 19,2 Prozent auf 26,8 Mio. EUR (Q1 2021: 22,4
Mio. EUR).
Aufteilung Leasingneugeschäft nach Regionen
* Konsolidierte Franchisegesellschaften
Im ersten Quartal 2022 registrierte der GRENKE Konzern
insgesamt 134.653 Leasinganfragen (Q1 2021: 116.814). bzw.
einen Zuwachs von 15,3 Prozent. Die Anzahl der neu
abgeschlossenen Leasingverträge lag im Berichtsquartal
bei 61.906 (Q1 2021: 49.213), was einer erhöhten
Umwandlungsquote (Anfragen in Verträge) von 46,0
Prozent (Q1 2021: 42,1 Prozent) entsprach. Auf die
internationalen Märkte (ohne DACH) entfielen 111.174
Anfragen (Q1 2021: 94.529), die zu 48.891 (Q1 2021: 37.516)
neuen Verträgen führten. Entsprechend lag die
Umwandlungsquote dort bei 44,0 Prozent (Q1 2021: 39,7
Prozent). In der DACH-Region stieg die Umwandlungsquote auf
55,4 Prozent (Q1 2021: 52,5 Prozent). Gegenüber dem
vierten Quartal 2021 hat die Dynamik bei den
Leasinganfragen auf Konzernebene (Q4 2021: 119.825) weiter
zugenommen; dagegen fiel die Umwandlungsquote etwas
geringer aus (Q4 2021: 50,1 Prozent).
Der mittlere Wert pro Leasingvertragsabschluss stieg im
ersten Quartal 2022 um 8,5 Prozent auf 8.064 EUR (Q1 2021:
7.434 EUR) und lag damit innerhalb der für das
Gesamtjahr erwarteten Spanne von 8.000 - 10.000 EUR. Der
relativ niedrige Durchschnittswert im Vorjahresquartal
spiegelt den starken Fokus des Neugeschäfts
während der Covid-19-Pandemie auf
Small-Ticket-Finanzierungslösungen für
Unternehmen mit guter bis sehr guter Bonitäts- und
Branchenbewertung wider. Im Vorquartal hatte der mittlere
Wert pro Leasingvertragsabschluss bei 8.677 EUR gelegen.
Die Struktur des Leasingportfolios hat sich im ersten
Quartal 2022 zugunsten der nicht IT-Produkte verschoben,
deren Anteil am Neugeschäft auf 37,0 Prozent (Q1 2021:
33,0 Prozent) zunahm. Starkes Wachstum war vor allem bei
kleinen Maschinen und Anlagen sowie Sicherheitsgeräten
zu verzeichnen. Ihr Anteil am Leasingportfolio legte um 2,4
bzw. 1,1 Prozentpunkte zu. Auf IT-Produkte entfiel
insgesamt ein Anteil von 63,0 Prozent (Q1 2021: 67,0
Prozent). Die stärksten Anteilverluste ergaben sich
bei IT-Geräten (-2,1 Prozentpunkte) und der
Kopiertechnik (-1,3 Prozentpunkte). Die leichte
Verschiebung im Leasingportfolio zugunsten von Maschinen
und Anlagen ist in erster Linie auf die insgesamt
erhöhte Ticketgröße
zurückzuführen.
Die Akzeptanz des eSignature-Verfahrens, mit dem
Leasingverträge vollständig digital abgewickelt
werden können, stieg im Berichtsquartal weiter an. So
erhöhte sich der Anteil der per eSignature
abgeschlossenen Verträge auf 42,7 Prozent (Q1 2021:
38,8 Prozent).
Der Deckungsbeitrag 2 (DB2) des Leasingneugeschäfts
stieg im ersten Quartal 2022 um 16,4 Prozent und lag
absolut betrachtet bei 83,2 Mio. EUR (Q1 2021: 71,5 Mio.
EUR). Die DB2-Marge belief sich auf 16,7 Prozent (Q1 2021:
19,5 Prozent). Die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
rückläufige Marge resultierte iunter anderem aus
gestiegenen Refinanzierungskosten, die in der Regel
zeitversetzt in die Konditionen eingebettet werden, und dem
höheren Durchschnittswert je Leasingvertragsabschluss.
Bei diesem Vergleich ist zudem zu berücksichtigen,
dass die DB2-Marge im ersten Quartal des Vorjahrs aufgrund
der restriktiven Annahmepraxis von Leasinganfragen
außergewöhnlich hoch war. Im Vergleich zum
Vorquartal (Q4 2021: 16,3 Prozent) verbesserte sich die
DB2-Marge dagegen um 40 Basispunkte.
Geographisch betrachtet resultierte der Rückgang
der DB2-Marge im Vorjahresvergleich vor allem aus den
Regionen Südeuropa (16,7 Prozent nach 21,5 Prozent in
Q1 2021), Westeuropa (18,0 Prozent nach 21,7 Prozent in Q1
2021) und den übrigen Regionen (20,2 Prozent nach 24,6
Prozent in Q1 2021). In der DACH Regionen (13,1 Prozent
nach 14,2 Prozent in Q1 2021) und Nord-/ Osteuropa (18,3
Prozent nach 20,6 Prozent in Q1 2021) fiel der
Rückgang vergleichsweise moderat aus. Dagegen konnten
alle Regionen ihre DB2-Marge gegenüber dem Vorquartal
steigern. Ausnahme war dabei Südeuropa, wo die Marge
leicht sank.
Die DB1-Marge des Leasinggeschäfts (Deckungsbeitrag
1 zu Anschaffungskosten) lag im ersten Quartal 2022 bei
11,1 Prozent und erreichte einen Wert von 55,6 Mio. EUR (Q1
2021: 12,7 Prozent bzw. 46,6 Mio. EUR). Für den
Rückgang der DB1-Marge waren ebenfalls die gestiegenen
Refinanzierungskosten, die in der Regel zeitversetzt in die
Konditionen eingebettet werden, und der höhere
Durchschnittswert je Leasingvertragsabschluss
verantwortlich.
Im Factoring entspricht das Neugeschäft der Summe
der angekauften Forderungen. Aufgrund der Natur des
Factoringgeschäfts resultieren aus dem
Neugeschäft nur vergleichsweise geringe Erträge,
die sich aus der Bruttomarge im Verhältnis zu den
Nettoanschaffungswerten ergeben. Der Anteil des
Factoringgeschäfts an der Bilanzsumme lag zum Stichtag
31. März 2022 bei 1,3 Prozent.
Das Factoringneugeschäft nahm im ersten Quartal
2022 über alle Regionen hinweg um 12,6 Prozent auf
175,1 Mio. EUR (Q1 2021: 155,4 Mio. EUR) zu.
Wachstumstreiber war im Berichtsquartal das internationale
Geschäft. Bei einem weitgehend stabilen Anteil des
Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion) von 23,4
Prozent (Q1 2021: 22,3 Prozent), bei dem keine
Ausfallrisiken übernommen werden, stieg das
Factoringneugeschäft in den internationalen
Märkten um 26,3 Prozent auf 132,1 Mio. EUR (Q1 2021:
104,6 Mio. EUR). In Deutschland sank das
Factoringneugeschäft im ersten Quartal dagegen um 15,5
Prozent auf 43,0 Mio. EUR (Q1 2021: 50,8 Mio. EUR). Dies
resultierte aus dem rückläufigen
Forderungsmanagement (ohne Finanzierungsfunktion), dessen
Anteil am Neugeschäft auf 16,2 Prozent (Q1 2021: 32,1
Prozent) sank. Die Bruttomarge in den internationalen
Märkten stieg leicht auf 1,4 Prozent (Q1 2021: 1,3
Prozent), während sie sich in Deutschland auf 1,4
Prozent (Q1 2021: 1,2 Prozent) verbesserte. Die
Brutto-Marge bezieht sich auf den durchschnittlichen
Zeitraum eines Factoring-Geschäftes von ca. 24 Tagen
in Deutschland (Q1 2021: ca. 25 Tage) und ca. 46 Tagen auf
internationaler Ebene (Q1 2021: ca. 43 Tage).
Nach der weitgehenden Einstellung des
Kreditgeschäfts mit kleinen und mittleren Unternehmen
(KMU) Anfang 2021 beinhaltete das Neugeschäft der
GRENKE Bank im Berichtsquartal ausschließlich im
Rahmen des "Mikrokreditfonds Deutschland" betriebenes
Mikrokreditgeschäft. Dieses erreichte ein Volumen von
15,8 Mio. EUR (Q1 2021: 14,7 Mio. EUR). Das Einlagevolumen
der GRENKE Bank lag zum Stichtag 31. März 2022 bei
1.331,0 Mio. EUR (31. März 2021: 1.637,4 Mio. EUR).
Damit bildet das Einlagengeschäft der GRENKE Bank
unverändert eine wichtige Säule der
Konzernrefinanzierung mit einem Anteil von knapp 30%. Zum
31. Dezember 2021 belief sich das Einlagevolumen der GRENKE
Bank auf 1.412,0 Mio. EUR.
3. Wirtschaftsbericht3.1 ErtragslageAusgewählte Angaben aus der Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
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Die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem
Finanzierungsgeschäft verringerten sich im ersten
Quartal 2022 um 9,1 Prozent auf 101,6 Mio. EUR (Q1 2021:
111,8 Mio. EUR). Der Rückgang war die Folge des
rückläufigen Neugeschäfts in den
Geschäftsjahren 2020 und 2021 infolgedessen sich die
Anzahl der laufenden Verträge reduzierte. Die
Aufwendungen aus der Verzinsung sanken aufgrund des mit
einem geringeren Neugeschäftsvolumen einhergehenden
niedrigeren Refinanzierungsbedarfs um 17,0 Prozent auf 13,8
Mio. EUR (Q1 2021: 16,7 Mio. EUR). Insgesamt ergab sich im
ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 ein
Zinsergebnis von 87,8 Mio. EUR, welches um 7,7 Prozent
unter dem Vorjahreswert (Q1 2021: 95,1 Mio. EUR) lag.
Der Trend verringerter Aufwendungen für
Schadensabwicklung und Risikovorsorge des Jahres 2021
setzte sich auch im Berichtsquartal mit einem Rückgang
um 29,2 Prozent auf 31,6 Mio. EUR (Q1 2021: 44,6 Mio. EUR)
fort. Die entsprechenden Aufwendungen für
Risikovorsorge im Vorjahresquartal waren durch die Folgen
der Covid-19-Pandemie belastet. Die Aufwendungen für
Schadensabwicklung und Risikovorsorge profitierten
weiterhin von dem gestiegenen aber vergleichsweise
niedrigen Neugeschäftsvolumen im ersten Quartal, da
nach IFRS 9 die erwarteten Kreditausfälle für
Leasingforderungen der nächsten 12 Monate bereits bei
Zugang der Leasingforderung zu bilden sind.
Dementsprechend verbesserte sich die Schadenquote (auf
ein Jahr hochgerechnete Aufwendungen für
Schadensabwicklung und Risikovorsorge der Berichtsperiode
im Verhältnis zum Vermietvolumen am jeweiligen
Berichtsstichtag) im ersten Quartal 2022 auf 1,4 Prozent
(Q1 2021: 2,0 Prozent). Damit lag die Schadenquote im
Rahmen der für das Gesamtjahr erwarteten
Größenordnung zwischen 1,4 und 1,7 Prozent.
Aufgrund der im Vorjahresvergleich
rückläufigen Risikovorsorge stieg das
Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im
Berichtsquartal um 11,3 Prozent auf 56,2 Mio. EUR (Q1 2021:
50,5 Mio. EUR).
Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft ist im ersten
Quartal mit 28,0 Mio. EUR (Q1 2021: 27,9 Mio. EUR) nahezu
unverändert. Infolge einer Reduzierung aktivierbarer
Kosten sank das Ergebnis aus dem Neugeschäft im
Berichtsquartal um 10,4 Prozent auf 7,1 Mio. EUR (Q1 2021:
7,9 Mio. EUR). Das Verwertungsergebnis verbesserte sich im
Vergleich zum Vorjahresquartal von - 2,1 Mio. EUR auf 0,0
Mio. EUR im Berichtsquartal. Der Anstieg der operativen
Erträge um 8,4 Prozent auf 91,3 Mio. EUR (Q1 2021:
84,2 Mio. EUR) ist im Wesentlichen durch die niedrigeren
Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge
im ersten Quartal 2022 begründet.
Die absolut betrachtet größte
Aufwandsposition des Konzerns, der Personalaufwand, nahm im
ersten Quartal um 4,1 Prozent auf 33,0 Mio. EUR (Q1 2021:
31,7 Mio. EUR) zu. Der Anstieg des Personalaufwands
resultierte zum einen aus einer leicht angestiegenen
Mitarbeiteranzahl sowie aus einer Anpassung der
Vergütungsmodelle. Die Erhöhung der fixen
Vergütungsbestandteile stellen sich
überproportional zur gegenläufigen Reduzierung
der variablen Anteile dar. Die Anzahl der durchschnittlich
Beschäftigten lag im Berichtsquartal bei 1.816 (auf
Basis Vollzeitbeschäftigter; Q1 2021: 1.802) und damit
um 0,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Ab 2021 werden
Mitarbeitende in Elternzeit nicht mehr in den
Personalbestand mit einbezogen.
Die Abschreibungen und Wertminderungen sanken im ersten
Quartal um 5,3 Prozent auf 6,6 Mio. EUR (Q1 2021: 7,0 Mio.
EUR). Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand sank um 1,4
Prozent auf 24,8 Mio. EUR (Q1 2021: 25,2 Mio. EUR). Der
Rückgang resultiert aus den auf 8,3 Mio. EUR (Q1 2021:
11,2 Mio. EUR) gesunkenen Beratungs- und
Prüfungskosten. Gegenläufige Effekte haben sich
aufgrund verstärkter Vertriebsaktivitäten bei den
Betriebs- und Vertriebskosten ergeben.
Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen
und Aufwendungen lag im ersten Quartal 2022 bei - 1,2 Mio.
EUR (Q1 2021: - 0,6 Mio. EUR).
Die Cost-Income-Ratio stieg im ersten Quartal 2022 auf
55,1 Prozent (Q1 2021: 51,2 Prozent) und lag damit
erwartungsgemäß leicht über dem für
das Gesamtjahr angestrebten Wert von unter 52 Prozent. Der
Anstieg ist auf das temporär verminderte Zinsergebnis
aufgrund der in der Krise restriktiveren Portfoliosteuerung
sowie auf leicht höhere Personalkosten
zurückzuführen.
Das operative Ergebnis des ersten Quartals 2022 stieg um
30,2 Prozent auf 25,6 Mio. EUR (Q1 2021: 19,7 Mio. EUR) und
der Gewinn vor Steuern um 47,8 Prozent auf 27,0 Mio. EUR
(Q1 2021: 18,3 Mio. EUR). Die Steuerquote erhöhte sich
leicht auf 24,0 Prozent nach 23,5 Prozent im
Vorjahresquartal. Auf dieser Basis legte der Gewinn nach
Steuern im ersten Quartal 2022 um 46,8 Prozent auf 20,5
Mio. EUR (Q1 2021: 14,0 Mio. EUR) zu. Die durch die
Konsolidierung der Franchisegesellschaften auszuweisenden
Ergebnisanteile der nicht beherrschenden Anteilseigner
lagen bei - 0,4 Mio. EUR (Q1 2021: - 0,9 Mio. EUR).
Entsprechend lag das Ergebnis je Aktie im ersten Quartal
2022 bei 0,26 EUR (Q1 2021: 0,12 EUR).
3.2 Vermögens- und FinanzlageAusgewählte Angaben aus der Konzernbilanz
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3.2.1 VermögenslageIm Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2021 nahm
die Bilanzsumme zum 31. März 2022 um 2,1 Prozent auf
6,5 Mrd. EUR (31. Dezember 2021: 6,7 Mrd. EUR) ab. Dies
ergab sich im Wesentlichen aus dem Rückgang der
Zahlungsmittel, die um 13,3 Prozent auf 739,3 Mio. EUR (31.
Dezember 2021: 853,1 Mio. EUR) zurückgingen. Der
Rückgang beinhaltet im Wesentlichen die Reduktion der
Bundesbankguthaben.
In der anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen
Situation legt der GRENKE Konzern weiterhin einen
besonderen Fokus auf eine ausreichende
Liquiditätsvorhaltung, um so flexibel auf
Marktgegebenheiten reagieren zu können. Zudem ist der
Konzern aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorgaben
verpflichtet, einen Liquiditätspuffer vorzuhalten. So
befanden sich zum 31. März 2022 549,6 Mio. EUR (31.
Dezember 2021: 639,3 Mio. EUR) auf Konten der Deutschen
Bundesbank, was aufgrund des negativen Guthabenzinses
entsprechende Zinsaufwendungen verursachte.
Die größte Bilanzposition, die lang- und
kurzfristigen Leasingforderungen, blieb nahezu
unverändert bei 5,1 Mrd. Euro gegenüber dem Ende
des Geschäftsjahres 2021 (31. Dezember 2021: 5,1 Mrd.
EUR).
Auf der Passivseite spiegelt sich die
rückläufige Bilanzsumme insbesondere in der
Abnahme der kurz- und langfristigen Finanzschulden um
insgesamt 4,3 Prozent auf 4,9 Mrd. EUR (31. Dezember 2021:
5,1 Mrd. EUR) wider. Der größte Anteil der
Finanzschulden entfiel weiterhin auf die kurz- und
langfristigen Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung, die
gegenüber dem Jahresende 2021 um 3,8 Prozent auf 3,5
Mrd. EUR (31. Dezember 2021: 3,7 Mrd. EUR) sanken. Die
kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus dem
Einlagengeschäft der GRENKE Bank erreichten in Summe
mit 1,3 Mrd. EUR annähernd den Wert zum 31. Dezember
2021 (1,4 Mrd. EUR).
Stichtagsbedingt stiegen die abgegrenzten Mietraten zum
31. März 2022 auf 132,7 Mio. EUR (31. Dezember 2021:
58,9 Mio. EUR). Diese Bilanzposition kann unterjährig,
abhängig von der zeitlichen Durchführung des
Lastschrifteinzugs, Schwankungen unterliegen.
Das Eigenkapital lag zum 31. März 2022 mit 1.284,6
Mio. EUR um 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert (31.
Dezember 2021: 1.269,0 Mio. EUR). Dem in der
Berichtsperiode erwirtschafteten Konzerngewinn in Höhe
von 20,5 Mio. EUR standen die Zinszahlung für das
Hybridkapital (9,1 Mio. EUR) gegenüber. Positiv
wirkten dagegen Effekte aus der Marktbewertung von
Hedging-Instrumenten (2,9 Mio. EUR) und aus der
Währungsumrechnung (1,2 Mio. EUR). Aufgrund des
gestiegenen Eigenkapitals bei gleichzeitig
rückläufiger Bilanzsumme stieg die
Eigenkapitalquote zum 31. März 2022 auf 19,7 Prozent
(31. Dezember 2021: 19,1 Prozent). Die Eigenkapitalquote
übertraf damit die interne Zielquote des Konzerns von
mindestens 16,0 Prozent.
3.2.2 LiquiditätDank des hohen Bestands an Zahlungsmitteln und der breit
diversifizierten Refinanzierungsstruktur war der GRENKE
Konzern im Berichtszeitraum jederzeit in der Lage, seine
Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Über die Tochtergesellschaft Grenke Finance PLC
wurden in den ersten drei Monaten 2022 keine
Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und Commercial
Papers emittiert. Weitere Informationen zu den begebenen
Schuldverschreibungen sind in den Angaben zum
verkürzten Konzernzwischenabschluss dargestellt und
zudem auf der Website www.
grenke.de/unternehmen/investor-relations/fremdka-pital/emittierte-anleihen
abrufbar. Planmäßig getilgt wurden im
Berichtszeitraum Anleihen über 310 Mio. EUR und
Schuldscheindarlehen über 20 Mio. EUR, 10 Mio. CHF und
0,7 Mio. BRL.
Die Ausnutzung der ABCP-Programme lag zum 31. März
2022 bei 715,1 Mio. EUR und 117,7 Mio. GBP (31. Dezember
2021: 554,4 Mio. EUR und 115,8 Mio. GBP). Das Gesamtvolumen
dieser Programme betrug 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP
(31. Dezember 2021: 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP).
Die offenen Kreditlinien des Konzerns (d. h. Banklinien
plus verfügbares Volumen aus Anleihen und Commercial
Paper) betrugen zum Stichtag 2.947,9 Mio. EUR, 2,5 Mio. PLN
und 75,0 Mio. HRK (31. Dezember 2021: 2.702,4 Mio. EUR, 2,5
Mio. PLN und 75,0 Mio. HRK).
Die Refinanzierung der GRENKE BANK AG über
Kundeneinlagen betrug zum Stichtag 31. März 2022
1.331,0 Mio. EUR nach 1.065,1 Mio. EUR zum Stichtag 31.
Dezember 2021. Dies entspricht einer Zunahme von 25,0
Prozent.
3.2.3 FinanzlageAusgewählte Angaben aus der
Konzern-Kapitalflussrechnung
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Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
lag in den ersten drei Monaten 2022 bei -96,7 Mio. EUR und
damit deutlich unter dem Vorjahreswert (Q1 2021: 128,1 Mio.
EUR). Der Rückgang resultierte zum einen aus der
Abnahme bzw. Rückführung der Verbindlichkeiten
aus dem Einlagengeschäft mit 81,1 Mio. EUR nach einer
Zunahme im Vorjahresquartal (Q1 2021: 99,2 Mio. EUR). Zum
anderen fiel der Rückgang der Leasingforderungen mit
31,8 Mio. EUR aufgrund des höheren
Neugeschäftsvolumens im ersten Quartal 2022 geringer
aus als im Vorjahreszeitraum (Q1 2021: 171,9 Mio. EUR).
Gleichzeitig fiel auch die Abnahme der Verbindlichkeiten
aus der Refinanzierung mit 138,2 Mio. EUR geringer aus als
im Vorjahresquartal (245,2 Mio. EUR).
In der vorherigen Darstellung umfasst der Cashflow aus
Investitionen in das Neugeschäft die Investitionen
für neue Leasingforderungen. Darin enthalten sind die
Nettoanschaffungswerte für die Leasingobjekte und die
direkt mit dem Vertragsabschluss entstehenden Kosten.
Aufgrund des höheren Neugeschäftsvolumens stiegen
die Investitionen für neue Leasingforderungen in den
ersten drei Monaten 2022 auf 510,4 Mio. EUR (Q1 2021: 374,9
Mio. EUR). Diesen stehen die Ein- bzw. Auszahlungen aus der
Zunahme der Refinanzierung (412,6 Mio. EUR nach 20,1 Mio.
EUR in der Vorjahresperiode) sowie dem
Einlagengeschäft der GRENKE Bank (- 81,1 Mio. EUR nach
99,2 Mio. EUR in der Vorjahresperiode) gegenüber. In
Summe stieg der Cashflow aus Investitionen in das
Neugeschäft auf -178,9 Mio. EUR (Q1 2021: -255,6 Mio.
EUR). Der Cashflow aus dem Bestandsgeschäft sank
dagegen auf 4,2 Mio. EUR (Q1 2021: 308,3 Mio. EUR). Dies
liegt vor allem an der Zunahme der Zahlungen an
Refinanzierer von 568,9 Mio. EUR (Q1 2021: 288,5 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im
Dreimonatszeitraum 2022 bei -1,2 Mio. EUR (Q1 2021: -1,7
Mio. EUR). Er beinhaltete hauptsächlich die
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und
immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe
von 1,2 Mio. EUR (Q1 2021: 1,9 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im
Berichtsquartal -16,3 Mio. EUR (Q1 2021: -16,8 Mio. EUR).
Die größte Position war wie im Vorjahr die
Zinszahlung auf das Hybridkapital von 12,9 Mio. EUR (Q1
2021: 13,4 Mio. EUR). Aus der Rückzahlung von
Leasingverbindlichkeiten ergab sich zudem ein Mittelabfluss
von 3,4 Mio. EUR (Q1 2021: 3,4 Mio. EUR).
Somit lag die Summe der Cashflows in den ersten drei
Monaten 2022 bei -114,2 Mio. EUR (Q1 2021: 109,6 Mio. EUR).
Der Bestand an Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten sank zum Stichtag 31.
März 2022 entsprechend auf 738,1 Mio. EUR nach 853,0
Mio. EUR zum Geschäftsjahresende 2021.
5. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht5.1 Chancen und RisikenDurch den russischen Krieg gegen die Ukraine hat sich
die im Geschäftsbericht 2021 (veröffentlicht am
17. März 2022) dargestellte Chancen- und
Risikosituation verändert. Insbesondere hat sich das
Risiko eines wirtschaftlichen Abschwungs erhöht
(für Details wird auf die Erläuterungen in den
Kapiteln 1.1 und 3.2 verwiesen). Durch einen dauerhaften
militärischen Konflikt könnte es darüber
hinaus zu einer weiteren Verschärfung der bestehenden
Lieferengpässe kommen. Eine Beeinträchtigung der
Versorgung mit Erdgas und Erdöl würde
insbesondere die Produktion in der verarbeitenden Industrie
belasten. Darüber hinaus würde die Inflation
weiter ansteigen, was sich entsprechend negativ auf den
privaten Konsum auswirken könnte. Zudem könnte
die Volatilität an den Kapitalmärkten ansteigen,
so dass kurzfristig die Verfügbarkeit an liquiden
Mitteln eingeschränkt sein könnte. Die aus Sicht
des Vorstands der GRENKE AG komfortable Ausstattung mit
Liquidität bedeutet jedoch, dass das Unternehmen
kurzfristig nicht auf eine Mittelaufnahme über die
Kapitalmärkte angewiesen sein wird. GRENKE ist
überdies weder in Russland noch in der Ukraine mit
eigenen Niederlassungen vertreten und dort finanziell auch
nicht engagiert.
Über die oben geschilderten Risiken hinaus sind im
Berichtszeitraum keine weiteren wesentlichen
Veränderungen der Chancen und Risiken eingetreten.
Hinsichtlich der künftigen Entwicklung von Konzern und
Gesellschaft sowie ihrer Tochtergesellschaften sind
besondere, über das normale Maß hinausgehende
und mit dem Geschäft verbundene Risiken nicht zu
erkennen.
5.2 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenIm April 2022 senkte der Internationale
Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für
die Weltwirtschaft
1 im laufenden Jahr auf 3,6 Prozent
(Januar-Prognose: 4,4 Prozent) und für die Eurozone
auf 2,8 Prozent (Januar-Prognose: 3,9 Prozent). Der IWF
begründete die Absenkung der Erwartungen insbesondere
mit dem Krieg in der Ukraine und seinen Konsequenzen auf
die Energie- und Rohstoffpreise und damit die
Gesamtinflation. Für Deutschland rechnet der IWF im
Jahr 2022 nur noch mit einem Wachstum von 2,1 Prozent
(Januar-Prognose: 3,8 Prozent). Auch für die anderen
wichtigen Volkswirtschaften in der Eurozone wurde der IWF
pessimistischer und reduzierte seine Erwartungen für
Frankreich auf 2,9 Prozent (Januar-Prognose: 3,5 Prozent)
und für Italien auf 2,3 Prozent (Januar-Prognose: 3,8
Prozent).
5.3 UnternehmensprognoseAufgrund der geschilderten politischen Situation und
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind die Prognosen
für das Geschäftsjahr 2022 derzeit von einer
erheblichen Unsicherheit geprägt.
Auf Basis des im ersten Quartal 2022 erzielten
Leasingneugeschäft von 499,2 Mio. EUR und Gewinn in
Höhe von 20,5 Mio. EUR sieht der Vorstand den GRENKE
Konzern auf einem guten Weg, die Gesamtjahresziele zu
erreichen. Daher bestätigt der Vorstand die im
Geschäftsbericht 2021 gemachte Prognose für die
Geschäftsentwicklung im Jahr 2022.
Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet der
Vorstand weiterhin ein Leasingneugeschäft zwischen 2,0
und 2,2 Mrd. EUR. Dies entspricht verglichen mit dem
vorigen Geschäftsjahr einem erwarteten Zuwachs
zwischen 20 und 33 Prozent. Ausgehend vom
Geschäftsjahr 2021 soll sich das
Neugeschäftsvolumen im Geschäftsjahr 2024
verdoppeln.
Die DB2-Marge des Neugeschäfts wird im
Geschäftsjahr 2022 etwas unterhalb des Vorjahres
(2021: 17,6 Prozent) erwartet. Hierfür sind
insbesondere Refinanzierungskonditionen und die
übliche Zeitverzögerung bei der
Konditionsmigration ausschlaggebend, aber auch eine wieder
ansteigende durchschnittliche Ticketgröße. Der
Durchschnittswert pro Leasingvertrag wird für das
Geschäftsjahr 2022 wie bereits in früheren
Geschäftsjahren auf einem Niveau von über 8.000
EUR aber unterhalb von 10.000 EUR erwartet.
Das geringere Neugeschäftsvolumen der durch die
Covid-19-Pandemie geprägten Geschäftsjahre 2020
und 2021 wird erwartungsgemäß zu verminderten
operativen Zinserträgen des Leasingportfolios im
laufenden Geschäftsjahr 2022 führen. Gleichzeitig
werden die Personalkosten infolge der institutsbezogenen
regulatorischen Maßnahmen wie auch auf Basis des
neuen Gehaltsmodells im Geschäftsjahr 2022 die des
Vorjahres übersteigen. Mit einem gegenläufigen
Effekt rechnet der Vorstand aus den der Erwartung nach
sinkenden Aufwendungen für die Risikovorsorge,
resultierend aus dem auch in 2022 der Erwartung nach
unverändert guten Zahlungsverhalten der Kunden.
Zusammengefasst erwartet der Vorstand für das
Geschäftsjahr 2022 einen Gewinn zwischen 75 und 85
Mio. EUR. Bezogen auf das Vorjahr entspricht dies einem
konstanten bis leicht steigenden Gewinn nach Steuern, weil
zu berücksichtigen ist, dass in dem Gewinn des
Geschäftsjahres 2021 in Höhe von 95,2 Mio. EUR
ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 23,0
Mio. EUR aus dem Verkauf der viafintech-Anteile enthalten
war. Demnach ergeben sich für das Geschäftsjahr
2021 nach Abzug des außerordentlichen Gewinns 72,2
Mio. EUR als Vergleichsbasis zum laufenden
Geschäftsjahr 2022. Bezogen auf die Vergleichsbasis
2021 soll sich auch der Gewinn nach Steuern - aufgrund der
Skalierbarkeit des Geschäfts - bereits im
Geschäftsjahr 2024 verdoppeln.
Die Erwartung für den Gewinnkorridor im
Geschäftsjahr 2022 basiert auf der Annahme, dass die
Schadenquote zwischen 1,4 und 1,7 Prozent und damit in
einem nahezu normalen Korridor liegen wird. Hierfür
sind das solide Leasingvertragsportfolio, die stabilen
Zahlungseingänge der jüngsten Quartale und die
bereits gebildete, angemessen konservative Risikovorsorge
vor dem Hintergrund der Pandemie bedeutend. Auch wenn durch
das geringere Neugeschäft in den Vorjahren die
operativen Erträge, allen voran die Zinserträge,
vor allem im ersten Halbjahr unter dem Vorjahr liegen
werden und weitere Investitionen erforderlich sind, strebt
der Vorstand für 2022 eine Cost-Income-Ratio von unter
52 Prozent an.
Auf Basis der erwarteten Entwicklung des Konzerngewinns
rechnet GRENKE mit einer bilanziellen Eigenkapitalquote
größer 16,0 Prozent (2021: 19,1 Prozent).
KonzernzwischenabschlussKonzern-Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnungscrollen
Konzern-Bilanzscrollen
Konzern-Bilanzscrollen
1 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die
unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden.
Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
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Angaben zum verkürzten Konzernzwischenabschluss1. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie vorliegende Quartalsmitteilung der GRENKE AG ist
eine Quartalsmitteilung nach § 53 der
Börsenordnung für die Frankfurter
Wertpapierbörse und stellt keinen vollständigen
Zwischenabschluss im Sinne des International Accounting
Standard (IAS) 34 dar. Die Quartalsmitteilung wurde nach
den Rechnungslegungsstandards der International Financial
Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden
sind, aufgestellt. Sie ist im Zusammenhang mit dem
IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 zu lesen. Der
Konsolidierungskreis blieb gegenüber dem
Vorjahreszeitraum unverändert. Die Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze entsprechen grundsätzlich
den im Vorjahr angewandten Methoden. Die Auswirkungen von
Änderungen, die sich durch die verpflichtende
Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards ergeben haben,
waren für den GRENKE Konzern nicht wesentlich. Eine
prüferische Durchsicht im Sinne von § 115 Abs. 5
WpHG ist nicht erfolgt.
2. Leasingforderungenscrollen
Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen
der Leasingforderungen und die Wertberichtigung auf die
Leasingforderungen pro IFRS 9 Wertberichtigungsstufe. Der
GRENKE Konzern verfügt über keine als POCI
klassifizierten Finanzinstrumenten im Sinne des IFRS 9.
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Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der
Wertberichtigungen auf den Bestand an kurzfristigen und
langfristigen Forderungen:
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Für Zwecke der Kapitalflussrechnung setzen sich die
Leasingforderungen wie folgt zusammen:
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3. FinanzschuldenDie Finanzschulden des GRENKE Konzerns setzen sich aus
den kurzfristigen Finanzschulden und langfristigen
Finanzschulden zusammen.
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3.1 Asset Backed Finanzschulden3.1.1 Strukturierte EinheitenFolgende konsolidierte strukturierte Einheiten bestanden
zum Stichtag: Opusalpha Purchaser II Limited (Helaba),
Kebnekaise Funding Limited (SEB AB), CORAL Purchasing
(Ireland) 2 DAC (DZ-Bank), FCT "GK"-COMPARTMENT "G2"
(Unicredit), FCT "GK"-COMPARTMENT "G3" (HSBC) sowie FCT
"GK"-COMPARTMENT "G4" (Helaba). Sämtliche
strukturierte Einheiten sind als Asset-Backed Commercial
Paper-(ABCP-) Programme aufgelegt.
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3.1.2 Forderungsverkaufsverträgescrollen
3.1.3 RestwertdarlehenDie Restwertdarlehen dienen teilweise zur Finanzierung
von Restwerten von Leasingverträgen, bei denen die
Raten im Rahmen des Forderungsverkaufs veräußert
wurden.
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3.2 Senior Unsecured FinanzschuldenFolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die
Buchwerte der einzelnen Refinanzierungsinstrumente:
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Folgende Tabelle zeigt den Refinanzierungsrahmen der
einzelnen Instrumente:
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3.2.1 AnleihenIm ersten Quartal wurden keine neuen Anleihen begeben.
Planmäßig wurden 310.000 TEUR getilgt.
3.2.2 SchuldscheindarlehenIm Geschäftsjahr wurden bisher keine neuen
Schuldscheindarlehen begeben. Planmäßig getilgt
wurden 20.000 TEUR, 10.000 TCHF sowie 658 TBRL.
3.3 Zweckgebundene FörderdarlehenFolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der in Anspruch
genommenen Förderdarlehen bei den einzelnen
Förderbanken.
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3.4. Ergänzende Angaben zu den Verbindlichkeiten aus Finanzschulden in der KapitalflussrechnungFür Zwecke der Kapitalflussrechnung setzen sich die
Verbindlichkeiten aus Finanzschulden wie folgt zusammen:
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4. Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 7. April 2022 wurde eine neue Anleihe in Höhe
von 150.000 TEUR emittiert.
Zudem wurde am 19. April 2022 ein neues ABCP-Programm
FCT "GK"-COMPARTMENT "G5" (DZ-Bank) mit einem
Programmvolumen in Höhe von 150.000 TEUR aufgelegt.
Die Verhandlungen über den Erwerb von Anteilen an
den vollkonsolidierten Franchisegesellschaften GC Lease
Singapore Pte Ltd (Singapur/Singapur) und GC Leasing AZ LLC
(Phoenix/USA) sind weit fortgeschritten und werden
voraussichtlich im zweiten Quartal 2022 abgeschlossen.
Weitere Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
waren nicht zu verzeichnen.
Finanzkalender13. Mai 2022 // Capital Markets Update 2022
25. Mai 2022 // Virtuelle Hauptversammlung
5. Juli 2022 // Neugeschäftsmeldung Q2 2022
11. August 2022 // Finanzbericht Q2 und Q1-Q2 2022
5. Oktober 2022 // Neugeschäftsmeldung Q3 2022
10. November 2022 // Quartalsmitteilung Q3 und Q1-Q3
2022
ImpressumInformationen und KontaktGRENKEAG
Team Investor Relations
Neuer Markt 2
76532 Baden-Baden
Telefon: +49 7221 5007-204
Telefax: +49 7221 5007-4218
E-Mail: investor@grenke.de
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© GRENKE AG, Baden-Baden
DisclaimerIn diesem Finanzbericht erfolgt die Darstellung von
Zahlen in der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den
jeweiligen Rundungen können sich Differenzen einzelner
Werte gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten
Zahl ergeben, die naturgemäß keinen
signifikanten Charakter haben können. Aus Gründen
der leichteren Lesbarkeit wird auf eine
geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet.
Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung
für alle Geschlechter.
Der Finanzbericht erscheint in deutscher und englischer
Sprache. Maßgeblich ist stets die deutsche Fassung.
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