GRENKE AGBaden-BadenHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.20222. QUARTAL UND Q1-Q2 2022FINANZBERICHTKonzernkennzahlenscrollen
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* Regionen: DACH: Deutschland, Österreich,
Schweiz
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1 Beinhaltet AT--Anleihen (Hybridkapital), die
unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden
Auf einen BlickDIVERSIFIZIERUNG:PORTFOLIO LEASINGNEUGESCHÄFTIT-PRODUKTE IM DETAIL
KENNZAHLEN Q1 - Q2 2022:KONZERNGEWINN 41,5 Mio. EUR
GEWINN JE AKTIE 0,72 EUR
EIGENKAPITALQUOTE 20,2 Prozent
REFINANZIERUNGSBASIS:DREI SÄULEN: REFINANZIERUNGSMIX DES GRENKE KONZERNS
AKTIONÄRSSTRUKTUR:
* Komplementär: Grenke
Vermögensverwaltung GmbH
Die obenstehenden Angaben sind ohne Gewähr und
basieren auf denen von der Gesellschaft erhaltenen
Stimmrechtsmitteilungen gemäß
Wertpapierhandelsgesetz (WPHG).
Verkürzter Konzernzwischenlagebericht1. Grundlagen des Konzerns1.1 GRENKE im ÜberblickDer GRENKE Konzern agiert als globaler
Finanzierungspartner für kleine und mittlere
Unternehmen (KMU). Neben dem Kerngeschäft, dem
Leasinggeschäft, bietet der Konzern seinen Kunden
Factoringlösungen und Bankdienstleistungen an. Die
schnelle und einfache Abwicklung sowie der persönliche
Kontakt zu Kunden und Partnern stehen dabei im Mittelpunkt.
-978 in Baden-Baden gegründet, ist das Unternehmen zum
30. Juni 2022 mit über -.800 Mitarbeitenden (in
Vollzeitäquivalenten) in 33 Ländern weltweit
aktiv.
1.2 GeschäftsmodellIm Leasinggeschäft konzentriert sich der GRENKE
Konzern überwiegend auf das sogenannte
Small-Ticket-Leasing, d. h. Leasingverträge mit einem
Anschaffungswert von unter 25 TEUR, auf die im ersten
Halbjahr 2022 - wie in den Vorjahren - ein Anteil von
über 90 Prozent aller Leasingverträge entfiel.
Der Schwerpunkt des Leasingportfolios liegt im Bereich der
IT- und Bürokommunikationsprodukte. Darüber
hinaus hat der Konzern sein Geschäftsmodell in den
vergangenen Jahren auf weitere Produktgruppen, wie kleine
Maschinen und Anlagen, medizintechnische Geräte oder
Sicherheitsgeräte ausgedehnt.
Zum 30. Juni 2022 war der GRENKE Konzern mit insgesamt
-63 Standorten weltweit vertreten. Der Schwerpunkt der
Präsenz des Konzerns liegt in Europa, wo GRENKE in
nahezu allen Ländern aktiv ist. Die Kernmärkte
sind Deutschland, Frankreich und Italien. Seit dem Jahr
2011 baut der Konzern sukzessiv seine Präsenz
außerhalb Europas aus und hat den Markteintritt in
verschiedenen Ländern Asiens, in Australien sowie
Nord- und Südamerika realisiert. Im ersten Halbjahr
2022 erwirtschaftete GRENKE gemessen am Neugeschäft
Leasing 94,5 Prozent (Q1 - Q2 2021: 94,3 Prozent) des
Geschäfts in Europa und 5,5 Prozent (Q1 - Q2 2021: 5,7
Prozent) außerhalb Europas.
In Phasen konjunktureller Schwankungen steuert der
Konzern das Geschäft im Wesentlichen durch eine
Anpassung der Annahmepraxis bei Leasinganfragen. Durch die
strikte Fokussierung auf risikoärmeres
Neugeschäft - das heißt die Aussparung
risikoreicherer Branchen und Kunden - kann das
Neugeschäft gezielt gesteuert werden. Zudem ist GRENKE
in der Lage, seine Konditionsgestaltung den jeweiligen
markt- und makroökonomischen Bedingungen anzupassen.
Entsprechend erwies sich das Geschäftsmodell des
GRENKE Konzerns in der Vergangenheit als relativ
widerstandsfähig gegenüber konjunkturellen
Schwankungen. So ist es dem Konzern gelungen, auch in
wirtschaftlich äußerst schwierigen Zeiten wie
der Finanzmarktkrise 2009 oder der Corona-Pandemie 2020 und
202- risikoadäquate Margen durchzusetzen und
nachhaltig profitabel zu wirtschaften.
1.3 SegmenteDer GRENKE Konzern ist in die drei Segmente Leasing,
Bank und Factoring gegliedert. Für eine Beschreibung
der Geschäftsaktivitäten und der
Geschäftsentwicklung der Segmente im Berichtszeitraum
wird auf den Abschnitt 3.1.3 "Entwicklung der Segmente" und
die Ausführungen in Kapitel 12
"Konzern-Segmentberichterstattung" des Anhangs zum
verkürzten Konzernzwischenabschluss verwiesen.
1.4 FranchisemodellZur Erschließung neuer regionaler Märkte
nutzte der Konzern zwischen 2003 und 2020 vor allem ein
Franchisemodell. An den rechtlich selbstständigen
Gesellschaften der Franchisenehmer ist die GRENKE AG nicht
beteiligt; die Anteile werden von Finanzinvestoren sowie
von den Geschäftsführern der
Franchisegesellschaften gehalten. Unabhängig von der
Eigentümerstruktur wurden die Franchisegesellschaften
von der GRENKE AG aufgrund einer faktischen Kontrolle nach
IFRS 10 erstmalig für das Geschäftsjahr 2020,
sowie rückwirkend auch für das Geschäftsjahr
2019 vollkonsolidiert. Nach typischerweise vier bis sechs
Jahren hatte GRENKE in der Vergangenheit die
Möglichkeit, die Franchisegesellschaften zu erwerben.
Die Kaufpreisermittlung war grundsätzlich an einer
bereits bei Abschluss des Franchisevertrags festgelegten
Formel angelehnt, die Marktparameter sowie die individuelle
Geschäftsentwicklung der Franchisegesellschaft
berücksichtigt. Im Rahmen ihres Franchisemodells
stellt die GRENKE AG ihren Partnern Know-how, betriebliche
Infrastruktur, eine Reihe von Dienstleistungen sowie die
Erlaubnis zur Nutzung der Namensrechte zur Verfügung.
Die Refinanzierung des operativen Geschäfts aus den
Miet- bzw. Leasingverträgen oder
Factoringvereinbarungen, die ein Franchisenehmer mit seinen
Kunden abschließt, stellt in der Regel die GRENKE AG
sicher.
Zum Jahresende 2021 waren insgesamt 16 Unternehmen im
Rahmen des GRENKE Franchisemodells tätig. Im Mai 2022
gab die GRENKE AG die Übernahme der
Franchisegesellschaften in den USA und Singapur bekannt.
Für weitere Details wird auf die Ausführungen in
Kapitel 2.1 "Wesentliche Ereignisse und Geschäfte"
verwiesen. Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden
Halbjahresberichts stand der Vorstand der GRENKE AG in
Verhandlungen über die Übernahme der verbliebenen
Franchisegesellschaften.
1.5 AktionärsstrukturAls mittelständisch geprägtes
Familienunternehmen verfügt die GRENKE AG mit der
Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG über eine
Großaktionärin, bestehend aus
Familienmitgliedern des Unternehmensgründers Wolfgang
Grenke. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 hielt die Grenke
Beteiligung GmbH & Co. KG 40,84 Prozent der
Unternehmensanteile. Entsprechend betrug der Streubesitz
59,-6 Prozent. Weitere Aktionäre, die zum in der
jeweiligen Stimmrechtsmitteilung genannten
Veröffentlichungsdatum einen Anteil von über 3
Prozent hielten und laut Definition der Deutschen
Börse dem Streubesitz zuzuordnen sind, lauten: Acatis
Gane Value Event Fonds (9,35 Prozent), die
Investmentaktiengesellschaft für langfristige
Investoren TGV (3,37 Prozent) sowie die Axxion S.A. (3,25
Prozent).
1.6 Ziele und StrategienMittelfristig beabsichtigt der Konzern, GRENKE als
umfassenden Small-Ticket-Finanzdienstleister nicht nur
für den europäischen, sondern auch den
internationalen Mittelstand zu positionieren. Dabei
verfolgt der GRENKE Konzern das Ziel, das
Leasingneugeschäftsvolumen im Geschäftsjahr 2024
- ausgehend vom Geschäftsjahr 2021 - zu verdoppeln.
Gleichzeitig strebt der Konzern eine kontinuierlich hohe
Profitabilität des Geschäfts an, insbesondere
auch in konjunkturell schwierigen Zeiten. Entscheidend
dafür ist aus Sicht des Vorstands das
Risikomanagement, vor allem die Fähigkeit, Risiken
möglichst präzise einzuschätzen und
risikoadäquate Deckungsbeiträge durchzusetzen. Im
Vergleich zu dem um einen außerordentlichen Ertrag
bereinigten Gewinn des Geschäftsjahrs 2021 soll sich
der Gewinn nach Steuern - aufgrund der Skalierbarkeit des
Geschäfts - im Geschäftsjahr 2024 ebenfalls
verdoppeln. Auch hier gilt der für das
Geschäftsjahr 2021 erzielte Gewinn ohne den
Veräußerungserlös der viafintech als
Referenzjahr.
Zur Refinanzierung stehen dem Konzern umfangreiche
Instrumente zur Verfügung, die je nach
Marktbedingungen im Rahmen der Gesamtstrategie eingesetzt
werden. Im Wesentlichen basiert die Finanzierung auf drei
Säulen: den Einlagen der GRENKE Bank, der
Asset-basierten Finanzierung, unter anderem ABCP-Programme,
sowie Senior Unsecured-Instrumente wie Anleihen,
Schuldverschreibungen und Commercial Paper. Dabei vermeidet
der Konzern Fristentransformation und eliminiert so
potenzielle Zinsänderungs- und
Anschlussfinanzierungsrisiken auf Portfolioebene. Je nach
Bedarf sowie Marktgegebenheiten strebt GRENKE an, zwischen
15 und 30 Prozent der Finanzschulden des Konzerns über
die GRENKE Bank zu finanzieren. Darüber hinaus legt
GRENKE großen Wert auf eine solide
Eigenkapitalausstattung, mit der das Unternehmen auch sein
Investmentgrade-Rating aufrechterhalten kann. Der interne
Richtwert für die Eigenkapitalquote liegt seit vielen
Jahren bei 16,0 Prozent.
2. Geschäftsverlauf// Wachstum des Leasingneugeschäfts im zweiten
Quartal 2022 gegenüber Vorquartal weiter beschleunigt
// Deckungsbeitragsmarge 2 aufgrund des
außergewöhnlich starken Zinsanstiegs unter dem
hohen Vorjahresvergleichswert
// Wie schon im ersten Quartal 2022 übertrifft der
Periodengewinn in Q2 2022 den Vorjahreswert
// Eigenkapitalquote mit 20,2 Prozent deutlich über
dem selbst gesteckten Ziel von 16 Prozent
// Anstieg der Leasingforderungen und laufenden
Leasingverträge belegt Durchschreiten der Talsohle
// Guidance für das Geschäftsjahr 2022 und
Ausblick auf 2024 bestätigt
2.1 Wesentliche Ereignisse und GeschäfteAm 16. Februar 2022 gab GRENKE bekannt, dass die
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(BaFin) ihre institutsbezogenen Maßnahmen aus der
zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 202-
durchgeführten Sonderprüfung bei der GRENKE AG
und der GRENKE BANK AG abgeschlossen hat. Im Rahmen des
turnusmäßigen "Supervisory Review and Evaluation
Process" (SREP) wurde die Höhe der erforderlichen
Eigenmittel angepasst, die GRENKE mindestens
zusätzlich vorzuhalten hat. Demnach beträgt die
zu erfüllende Kapitalquote für die GRENKE AG -
bedingt durch einen zusätzlichen SREP-Kapitalzuschlag
in Höhe von 1,5 Prozentpunkten - nun 10,5 Prozent
gegenüber zuvor 9 Prozent. Für die
Tochtergesellschaft GRENKE BANK AG beträgt die zu
erfüllende Kapitalquote auf Einzelinstitutsebene 11,5
Prozent gegenüber zuvor 8,5 Prozent (zusätzlicher
SREP-Kapitalzuschlag: 3 Prozentpunkte). Außerdem hat
die BaFin die Sicherstellung der ordnungsgemäßen
Geschäftsordnung angeordnet. GRENKE hat ein
umfangreiches organisatorisches Weiterentwicklungsprojekt
aufgesetzt und einen Gutteil der Feststellungen bereits
abgearbeitet. Der zusätzliche SREP-Kapitalzuschlag
wird wieder aufgehoben, sobald sich die BaFin im Rahmen der
üblichen Nachschauprüfungen von dieser
Weiterentwicklung überzeugt hat.
Am 7. April 2022 begab die GRENKE FINANCE PLC
erfolgreich eine Anleihe über 150 Mio. EUR mit einer
Laufzeit von 2,5 Jahren und einem Kupon von 4,125 Prozent
p.a. an der Luxemburger Börse. Die Erlöse der
Anleihe dienen der Finanzierung des zukünftigen
Neugeschäfts des Konzerns.
Am 13. Mai 2022 hielt die GRENKE AG ihr erstes Capital
Markets Update ab, auf dem der Vorstand Investoren und
Kreditgebern die Strategie zur Verdoppelung des
Leasingneugeschäfts und des Gewinns bis ins Jahr 2024
gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 (ohne
Veräußerungserlös der viafintech)
erläuterte. Erreicht werden soll das Wachstumsziel
durch die Stärkung des internationalen Vertriebs. Ein
besonderer Fokus liegt auf den Ländern, in denen sich
GRENKE in den vergangenen Jahren eine starke Marktstellung
gesichert hat. Dazu zählen vor allem die
Kernmärkte Deutschland, Frankreich, Italien und
Großbritannien. Darüber hinaus sieht das
Unternehmen Potenzial in den Märkten, in die GRENKE
erst vor kurzem eingetreten ist, darunter Kanada,
Australien und die USA. Ferner soll das Portfolio an
Leasingobjekten erweitert werden. Um die hohe
Profitabilität des Geschäfts sicherzustellen,
setzt das Unternehmen auf eine noch stärkere
Digitalisierung von Prozessen und auf Kosteneffizienz.
Am 23. Mai 2022 gab GRENKE den Abschluss der
Kaufverträge für die Franchisegesellschaften in
den USA bzw. Singapur bekannt. Verkäufer sind die
Investmentgesellschaften WGW Investment Inc. und Garuna
Inc. bzw. CTP Handels- und Beteiligungs GmbH und Garuna AG,
die jeweils zusammen 58 Prozent an den jeweiligen
Franchisegesellschaften gehalten haben. Die jeweils
verbleibenden 42 Prozent hält das lokale Management.
Für die erworbenen Anteile beider Gesellschaften wurde
insgesamt ein Kaufpreis in Höhe von rund 0,3 Mio. EUR
vereinbart. GRENKE übernimmt damit die ersten zwei der
insgesamt -6 zum Kauf ausstehenden Franchisegesellschaften.
Die Übernahme hat keine Auswirkungen auf den
Konsolidierungskreis nach IFRS, da alle
Franchisegesellschaften bereits in den Konzernabschluss
nach IFRS integriert waren. Die Kaufpreiszahlung mindert
direkt das Eigenkapital der GRENKE AG. Für weitere
Details zu den finanziellen Auswirkungen der
Übernahmen wird auf die Ausführungen in Kapitel
13 des Anhangs des verkürzten
Konzernzwischenabschlusses verwiesen. Das Closing der
Transaktionen fand am 23.05.2022 statt.
Auf der virtuellen ordentlichen Hauptversammlung der
GRENKE AG am 25. Mai 2022 stimmten die Aktionärinnen
und Aktionäre allen Tagesordnungspunkten mehrheitlich
zu. Neben der Ausschüttung einer gegenüber dem
Vorjahr erhöhten Dividende in Höhe von 0,5- EUR
je Aktie (202-: 0,26 EUR) zählten dazu insbesondere
die Wiederwahl von Norbert Freisleben und Jens
Rönnberg in den Aufsichtsrat der Gesellschaft.
Am 14. Juni 2022 gab GRENKE den Abschluss eines
Globaldarlehensvertrags über 20 Mio. EUR mit der
NRW.BANK bekannt. Das neue Darlehen ist das zehnte seit
Beginn der Zusammenarbeit mit der NRW.BANK im Jahr 2010 und
das erste seit Beginn der Corona-Pandemie. Im Rahmen der
Kooperation mit der NRW.BANK haben Selbständige und
KMU bei betrieblichen Neuanschaffungen Zugang zu GRENKEs
Leasingangeboten. Förderberechtigt sind gewerbliche
Unternehmen und Angehörige freier Berufe mit einem
Jahresumsatz von bis zu 500 Mio. EUR, die ihren Sitz in
Nordrhein-Westfalen haben.
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren im
ersten Halbjahr 2022 weiterhin herausfordernd. Neben dem
Pandemiegeschehen stellt vor allem der russische Krieg
gegen die Ukraine einen erheblichen Belastungsfaktor
für die Weltwirtschaft dar. In Deutschland lag der
ifo-Geschäftsklimaindex im Juni 2022 mit 92,3 Punkten
um 2,5 Punkte unter dem Stand zum Jahresende 2021 (94,8
Punkte)*. Während Unternehmen die aktuelle Lage etwas
optimistischer einschätzen (99,3 Punkte im Juni 2022
vs. 97,2 Punkte im Dezember 2021), haben sich die
Geschäftserwartungen zuletzt spürbar reduziert
(85,8 Punkte vs. 92,5 Punkte). Grund dafür sind vor
allem die deutlich gestiegenen Energiepreise und die
drohende Knappheit in der Versorgung mit Gas aus Russland.
Infolge der stark gestiegenen Energiepreise lag die
Inflationsrate in der Eurozone im Juni 2022 nach
vorläufigen Berechnungen bei 8,6 Prozent**. In
Reaktion auf die hohe Inflation kündigte die
Europäische Zentralbank (EZB) im Juni eine erste
Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte für Juli
2022 an, und erhöhte am 21. Juli 2022 angesichts der
weiterhin hohen Inflationsrate im Euroraum die Leitzinsen
sogar um 0,5 Prozentpunkte. In den Vereinigten Staaten
erhöhte die US-Notenbank Fed die Leitzinsen im Juli
zum vierten Mal in diesem Jahr. Mit 0,75 Prozentpunkten
fiel die Zinserhöhung das zweite Mal in Folge
ungewöhnlich hoch aus.
* Quelle:
https://www.ifo.de/fakten/2022-06-24/ifo-geschaeftsklimaindex-gesunken-juni-2022
2.2 NeugeschäftDer GRENKE Konzern steigerte sein Neugeschäft im
zweiten Quartal 2022 um 36,7 Prozent auf 792,6 Mio. EUR (Q2
202-: 580,0 Mio. EUR). Alle drei Segmente - Leasing,
Factoring und Bank - verzeichneten infolge verstärkter
Vertriebsaktivitäten und einer weniger restriktiven
Vertriebssteuerung einen Anstieg des
Neugeschäftsvolumens gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Aus der Veränderung der
durchschnittlichen Wechselkurse von Fremdwährungen
gegenüber dem Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal
ergaben sich leicht positive Währungseffekte in
Höhe von 2,8 Mio. EUR. Diese resultierten
überwiegend aus der Aufwertung von Brasilianischer
Real und Schweizer Franken, der eine Abwertung der
Türkischen Lira, der Schwedischen Kronen und des
Ungarischen Forint gegenüber dem Euro entgegenstand.
Im ersten Halbjahr stieg das Neugeschäft des Konzerns
um insgesamt 32,9 Prozent auf 1.482,7 Mio. EUR (Q1 - Q2
2021: 1.115,9 Mio. EUR).
Neugeschäft Leasing nach Regionen *in Mio. EUR
* Erläuterung Regionen im Text.
Das Leasingneugeschäft - das ist die Summe der
Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände -
übertraf im zweiten Quartal 2022 den Vorjahreswert um
47,4 Prozent und erreichte ein Volumen von 587,4 Mio. EUR
(Q2 2021: 398,6 Mio. EUR). Damit verzeichnete das
Leasingneugeschäft - trotz des herausfordernden
wirtschaftlichen Umfelds - eine Beschleunigung des
Wachstums gegenüber dem ersten Quartal 2022 (+36,5
Prozent) und setzte die positive Entwicklung seit
Einführung der ersten Vertriebsinitiativen in Q4 2021
fort. Im ersten Halbjahr 2022 nahm das
Leasingneugeschäft insgesamt um 42,2 Prozent auf
1.086,7 Mio. EUR zu (Q1 - Q2 2021: 764,5 Mio. EUR).
Im Berichtsquartal konnte GRENKE das
Leasingneugeschäft in allen Regionen im zweistelligen
Prozentbereich ausbauen. Starke Zuwächse wurden vor
allem in den Märkten erzielt, die während der
Pandemie Rücksetzer verzeichnet haben, wie bspw. die
Region Südeuropa. Hier zeigt die Vertriebsinitiative
sehr deutlich Wirkung. Die DACH Region in der die
Länder Deutschland, Österreich und Schweiz
zusammengefasst sind, die auch in der Pandemie deutlich
stabiler war, konnte gute Zuwächse erzielen,
gleichwohl mit anderer Wachstumsdynamik. In der DACH-Region
wuchs das Leasingneugeschäft um 26,0 Prozent auf 139,9
Mio. EUR
(Q2 2021: 111,1 Mio. EUR). In Deutschland als dem
größten Einzelmarkt der Region nahm das
Neugeschäft im zweiten Quartal um 21,3 Prozent zu. In
Westeuropa ohne DACH stieg das Neugeschäft im
Berichtsquartal gegenüber dem Vorjahr um 36,5 Prozent
auf -49,6 Mio. EUR (Q2 2021: 109,6 Mio. EUR). An dieser
Entwicklung hatte Frankreich, der wichtigste Einzelmarkt in
dieser Region, maßgeblichen Anteil. Hier konnte das
Neugeschäftsvolumen im zweiten Quartal 2022 um
ebenfalls 36,5 Prozent gesteigert werden. Das prozentual
stärkste Wachstum von 73,0 Prozent erzielte GRENKE in
der Region Südeuropa, wo das Neugeschäft im
Berichtsquartal ein Volumen von -57,9 Mio. EUR (Q2 2021:
91,3 Mio. EUR) erreichte. Damit war Südeuropa im
zweiten Quartal mit einem Anteil von 26,9 Prozent am
gesamten Neugeschäft die größte Region des
Konzerns. Das starke Wachstum resultierte vor allem aus
Italien als bedeutendstem Markt der Region, wo sich das
Neugeschäftsvolumen nahezu verdoppelte (+95,9
Prozent). Allerdings lag das Leasingneugeschäft in
Italien im Vorjahresquartal pandemiebedingt auf einem sehr
niedrigen Niveau, sodass bei dem Zuwachs auch die niedrige
Vorjahresvergleichsbasis zu berücksichtigen ist. In
Spanien, dem zweitwichtigsten Markt in Südeuropa,
verbesserte sich das Neugeschäft im zweiten Quartal um
47,3 Prozent. In der Region Nord- / Osteuropa stieg das
Neugeschäft um 63,0 Prozent auf 107,2 Mio. EUR (Q2
2021: 65,8 Mio. EUR). Der wichtigste Einzelmarkt in dieser
Region, Großbritannien, verzeichnete einen Zuwachs
von 49,6 Prozent. Ausgehend von einer noch relativ
niedrigen Basis nahm das Neugeschäftsvolumen in den
übrigen Regionen um 56,8 Prozent auf 32,7 Mio. EUR (Q2
2021: 20,9 Mio. EUR) zu.
Aufteilung Neugeschäft Leasing nach Regionen
scrollen
Die Zahl der Leasinganfragen stieg im zweiten Quartal
2022 um 17,8 Prozent auf 138.261 (Q2 2021: 117.387). Dieser
Anstieg resultiert zum einen aus der weniger restriktiven
Annahmepolitik des Konzerns gegenüber dem
Vorjahreszeitraum und sie verdeutlicht zum anderen die
gestiegene Nachfrage nach unseren
Finanzierungslösungen. Von den Kunden, die von GRENKE
ein Finanzierungsangebot erhalten haben, entschieden sich
im zweiten Quartal 52,2 Prozent für GRENKE und damit
mehr als im Vorjahresquartal (Q2 2021: 47,8 Prozent). Im
ersten Quartal 2022 hatte die Umwandlungsquote noch bei
46,0 Prozent gelegen, sodass sich für das erste
Halbjahr 2022 insgesamt eine Quote von 49,1 Prozent ergab
(Q1 - Q2 2021: 45,0 Prozent).
Auf die internationalen Märkte (ohne DACH)
entfielen im Zeitraum von April bis Juni 2022 110.184
Anfragen (Q2 2021: 92.714), die zu 53.611 (Q2 2021: 39.957)
neuen Verträgen führten. Die Umwandlungsquote
stieg dort auf 48,7 Prozent (Q2 2021: 43,1 Prozent). In der
DACH-Region war die Umwandlungsquote mit 66,2 Prozent (Q2
2021: 65,3 Prozent) unverändert hoch. Die Anzahl der
neu abgeschlossenen Leasingverträge wuchs insgesamt um
28,7 Prozent auf 72.192 (Q2 2021: 56.078).
Der mittlere Wert pro Leasingvertragsabschluss nahm im
zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreswert um 14,5
Prozent auf 8.137 EUR zu (Q2 2021: 7.108 EUR) und lag damit
innerhalb der für das Gesamtjahr erwarteten Spanne von
8.000 - 10.000 EUR. Der relativ niedrige Durchschnittswert
im Vorjahresquartal spiegelt den starken Fokus des
Neugeschäfts während der Covid-19-Pandemie auf
Small-Ticket-Finanzierungslösungen für
Unternehmen mit guter bis sehr guter Bonitäts- und
Branchenbewertung wider. Gegenüber dem ersten Quartal
2022 (8.064 EUR) stieg der mittlere Wert pro
Leasingvertragsabschluss dagegen nur leicht um 0,9 Prozent.
Der Anteil der IT-Produkte am Leasingportfolio ist im
Berichtsquartal weiter gesunken, sodass der Anteil anderer
Produktkategorien deutlich auf 41,5 Prozent (Q2 2021: 36,1
Prozent) zunahm. Überproportionales Wachstum war vor
allem bei kleinen Maschinen und Anlagen sowie
Sicherheitsgeräten zu verzeichnen, deren Anteil am
Leasingportfolio um 4,5 bzw. 0,8 Prozentpunkte stieg. Dies
war in erster Linie auf die insgesamt erhöhte
Ticketgröße zurückzuführen. Trotz
eines absoluten Wachstums des Neugeschäftsvolumens mit
IT-Produkten von 34,9 Prozent sank ihr Anteil am
Leasingportfolio dagegen auf 58,5 Prozent (Q2 2021: 63,9
Prozent). Der stärkste Rückgang bei den Anteilen
ergab sich bei den IT-Geräten und der Kopiertechnik um
jeweils 2,3 Prozentpunkte.
Die Akzeptanz des eSignature-Verfahrens, mit dem
Leasingverträge vollständig digital abgewickelt
werden können, nahm im Berichtsquartal weiter zu. So
erhöhte sich der Anteil der per eSignature
abgeschlossenen Verträge auf 39,7 Prozent (Q2 2021:
36,7 Prozent).
Der Deckungsbeitrag 2 (DB2) des Leasingneugeschäfts
stieg im zweiten Quartal 2022 absolut betrachtet um 29,2
Prozent auf 93,2 Mio. EUR (Q2 2021: 72,1 Mio. EUR). Die
DB2-Marge lag bei 15,9 Prozent (Q2 2021: 18,1 Prozent). Die
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufige
Marge war hauptsächlich das Ergebnis der höheren
Refinanzierungskosten infolge der gestiegenen Marktzinsen
und dem höheren Durchschnittswert je
Leasingvertragsabschluss. GRENKE kann höhere Zinsen in
der Regel zeitversetzt in den Konditionen weitergeben.
Üblicherweise dauert dieser Prozess - abhängig
von den Bedingungen in den einzelnen Märkten - rund
ein Quartal. Im zweiten Quartal 2022 konnte GRENKE bereits
rund zwei Drittel des Zinsanstiegs in den Konditionen
weitergeben. GRENKE plant, die Anpassung der Konditionen im
Neugeschäft in den kommenden Monaten fortzusetzen und
erwartet daher, dass die DB2-Marge nur temporär
rückläufig ist. Mittelfristig strebt der Konzern
eine Zielgröße für die DB2-Marge von rund
-7,0 Prozent an. Zudem ist zu berücksichtigen, dass
die DB2-Marge im Vorjahresquartal aufgrund der restriktiven
Annahmepraxis von Leasinganfragen im Zuge der Pandemie und
dem Fokus des Geschäfts auf margenstarke
Kundensegmente außergewöhnlich hoch war. Im
ersten Halbjahr stieg der DB2 absolut betrachtet um 22,8
Prozent auf -76,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 143,6 Mio. EUR),
die DB2-Marge erreichte 16,2 Prozent (Q1 - Q2 2021: 18,8
Prozent).
In allen Berichtsregionen des Konzerns war im zweiten
Quartal 2022 eine im Vorjahresvergleich niedrigere
DB2-Marge zu verzeichnen. Die stärksten
Rückgänge ergaben sich in Südeuropa (16,1
Prozent nach 20,6 Prozent in Q2 2021) und den übrigen
Regionen (-8,3 Prozent nach 23,8 Prozent in Q2 2021).
Dagegen fiel der Rückgang in der DACH-Region (12,1
Prozent nach -2,8 Prozent in Q2 202-) vergleichsweise
moderat aus. In Westeuropa (ohne DACH) lag die DB2-Marge im
Berichtsquartal bei 17,2 Prozent (Q2 2021: 19,2 Prozent)
und in Nord-/ Osteuropa bei 18,0 Prozent (Q2 2021: 19,8
Prozent).
Die DB1-Marge des Leasinggeschäfts (Deckungsbeitrag
- zu Anschaffungskosten) lag im zweiten Quartal 2022 bei
10,4 Prozent und erreichte einen Wert von 61,4 Mio. EUR (Q2
2021: 11,8 Prozent bzw. 47,2 Mio. EUR). Für den
Rückgang der DB1-Marge waren ebenfalls die gestiegenen
Refinanzierungskosten, die in der Regel zeitversetzt in die
Neuvertragskonditionen eingebettet werden, und der
höhere Durchschnittswert je Leasingvertragsabschluss
verantwortlich.
Im Factoring entspricht das Neugeschäft der Summe
der angekauften Forderungen. Aufgrund der Natur des
Factoringgeschäfts resultieren aus dem
Neugeschäft nur vergleichsweise geringe Erträge,
die sich aus der Bruttomarge im Verhältnis zu den
Nettoanschaffungswerten ergeben. Der Anteil des
Factoringgeschäfts an der Bilanzsumme lag zum Stichtag
30. Juni 2022 bei 1,5 Prozent.
Das Factoringneugeschäft erreichte im zweiten
Quartal ein Volumen von 191,5 Mio. EUR (Q2 2021: 175,2 Mio.
EUR). Das entspricht einem Wachstum von 9,3 Prozent. In den
internationalen Märkten legte das Neugeschäft um
25,6 Prozent auf 149,2 Mio. EUR (Q2 2021: 118,8 Mio. EUR)
zu. Der Anteil des Forderungsmanagements (ohne
Finanzierungsfunktion), bei dem keine Ausfallrisiken
übernommen werden, sank hier auf -9,8 Prozent (Q2
2021: 23,5 Prozent). In Deutschland lag das
Factoringneugeschäft im zweiten Quartal mit 42,3 Mio.
EUR dagegen um 25,1 Prozent unter dem Vorjahreswert (Q2
2021: 56,4 Mio. EUR). Der Rückgang war das Ergebnis
pandemiebedingter Sondereffekte und einer vertrieblichen
Neuorganisation. Infolgedessen fiel der Anteil des
Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion) am
Neugeschäft in Deutschland auf 18,2 Prozent (Q2 2021:
30,5 Prozent). Die Bruttomarge in den internationalen
Märkten stieg auf 1,5 Prozent (Q2 2021: 1,3 Prozent),
während sie sich in Deutschland auf 1,3 Prozent (Q2
2021: 1,1 Prozent) verbesserte. Die Brutto-Marge bezieht
sich auf den durchschnittlichen Zeitraum eines
Factoring-Geschäftes von ca. 25 Tagen in Deutschland
(Q2 2021: ca. 24 Tage) und ca. 49 Tagen auf internationaler
Ebene (Q2 2021: ca. 42 Tage). Im Sechsmonatszeitraum 2022
nahm das Factoringneugeschäft insgesamt um 10,9
Prozent auf 366,6 Mio. EUR zu (Q1 - Q2 2021: 330,6 Mio.
EUR).
Das Neugeschäft der GRENKE Bank beinhaltet im
Berichtsquartal ausschließlich im Rahmen des
"Mikrokreditfonds Deutschland" betriebenes
Mikrokreditgeschäft. Im zweiten Quartal 2022 erreichte
das Kreditneugeschäft 13,6 Mio. EUR (Q2 2021: 6,1 Mio.
EUR).
3. Wirtschaftsbericht3.1 Ertragslage3.1.1 Vergleich zweites Quartal 2022 versus 2021Die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem
Finanzierungsgeschäft sanken im zweiten Quartal 2022
aufgrund des niedrigeren Neugeschäftsvolumens in den
Geschäftsjahren 2020 und 202- um 3,9 Prozent auf -03,4
Mio. EUR (Q2 2021: 107,6 Mio. EUR). Die Aufwendungen aus
der Verzinsung der Refinanzierung und des
Einlagengeschäfts stiegen um 21,3 Prozent auf -5,9
Mio. EUR (Q2 2021: 13,1 Mio. EUR). Die Entwicklung
resultiert aus dem für das wachsende Neugeschäft
gestiegenen Refinanzierungsbedarf sowie dem allgemein
gestiegenen Zinsniveau. Das Zinsergebnis, der Saldo beider
Positionen, sank entsprechend um 7,4 Prozent auf 87,5 Mio.
EUR (Q2 2021: 94,5 Mio. EUR). Infolge des guten
Zahlungsverhaltens der Kunden sanken die Aufwendungen
für Schadensabwicklung und Risikovorsorge im
Berichtsquartal um 29,0 Prozent auf 28,1 Mio. EUR (Q2 2021:
39,5 Mio. EUR). So wurde zu Beginn der Pandemie eine
höhere Risikovorsorge aufgrund makroökonomischer
Unsicherheiten gebildet, die graduell abgebaut werden
konnte, wie es bereits in Q2 2021 erstmalig vollzogen
wurde.
Diese positive Entwicklung führte dazu, dass sich
die Schadenquote (Aufwendungen für Schadensabwicklung
und Risikovorsorge im Verhältnis zum Vermietvolumen)
im zweiten Quartal 2022 auf -,3 Prozent (Q2 2021: 1,8
Prozent) verbesserte.
Aufgrund der im Vorjahresvergleich
rückläufigen Risikovorsorge stieg das
Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im
Berichtsquartal um 8,1 Prozent auf 59,4 Mio. EUR (Q2 2021:
55,0 Mio. EUR).
Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft nahm im
zweiten Quartal um 1,3 Prozent auf 30,0 Mio. EUR (Q2 2021:
29,6 Mio. EUR) zu. Das Ergebnis aus dem Neugeschäft
ging im Berichtsquartal um 21,6 Prozent auf 8,2 Mio. EUR
(Q2 2021: 10,4 Mio. EUR) im Wesentlichen in Folge einer
Änderung des Vergütungsmodells zurück. Die
Änderung hin zu einer attraktiveren marktüblichen
Vergütung mit einem verringerten variablen
Vergütungsbestandteil führt dazu, dass weniger
anfängliche direkte Kosten gem. IFRS 16 aktiviert
werden. Das Verwertungsergebnis lag bei 0,4 Mio. EUR (Q2
2021: -1,5 Mio. EUR).
Die niedrigeren Aufwendungen für Schadensabwicklung
und Risikovorsorge führten im Wesentlichen zu einem
Zuwachs der operativen Erträge im zweiten Quartal 2022
um 4,8 Prozent auf 98,0 Mio. EUR (Q2 2021: 93,5 Mio. EUR).
Die größte Aufwandsposition des Konzerns, der
Personalaufwand, nahm im zweiten Quartal um 5,1 Prozent auf
35,0 Mio. EUR (Q2 2021: 33,3 Mio. EUR) zu. Der Anstieg des
Personalaufwands resultierte zum einen aus einer leicht
gestiegenen Mitarbeiteranzahl sowie aus einer Anpassung der
Gehälter an eine attraktivere marktübliche
Vergütung. Die durchschnittliche Anzahl der
Beschäftigten auf Basis Vollzeitbeschäftigter lag
im Berichtsquartal bei -.846 und damit 3,2 Prozent
über dem Vorjahreswert (Q2 2021: 1.788).
Die Abschreibungen und Wertminderungen lagen im
Berichtsquartal bei 6,9 Mio. EUR (Q2 2021: 7,2 Mio. EUR).
Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand stieg um -8,7 Prozent
auf 26,2 Mio. EUR (Q2 2021: 22,1 Mio. EUR). Der wesentliche
Grund für den Anstieg waren die Personalnebenkosten,
Vertriebskosten sowie gestiegene Energie- und
Rohstoffpreise. Gegenläufig wirkte die leichte
Reduktion der Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten.
Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und
Aufwendungen lag im zweiten Quartal 2022 bei - 1,9 Mio. EUR
(Q2 2021: - 2,7 Mio. EUR).
Die Cost-Income-Ratio (CIR) stieg im zweiten Quartal
2022 auf 54,0 Prozent (Q2 202-: 47,0 Prozent) und lag damit
erwartungsgemäß leicht über dem für
das Gesamtjahr angestrebten Wert von unter 52 Prozent. Der
Anstieg ist im Wesentlichen auf das temporär
verminderte Zinsergebnis aufgrund der in der Krise
restriktiveren Portfoliosteuerung sowie auf höhere
Personalkosten zurückzuführen. Die Berechnung der
CIR wurde beim Capital Markets Update am 13. Mai 2022
umgestellt und erfolgt seither ohne die Positionen sonstige
betriebliche Erträge und Aufwendungen.
Das operative Ergebnis des zweiten Quartals 2022 blieb
mit 28,0 Mio. EUR nahezu unverändert (Q2 2021: 28,2
Mio. EUR), während der Gewinn vor Steuern um -8,3
Prozent auf 28,6 Mio. EUR anstieg (Q2 2021: 24,1 Mio. EUR).
Die Steuerquote erhöhte sich
erwartungsgemäß auf 26,7 Prozent nach 24,3
Prozent im Vorjahresquartal. Der Gewinn nach Steuern
übertrifft mit 20,9 Mio. EUR um -4,6 Prozent das
Vorjahresquartal (Q2 2021: 18,3 Mio. EUR). Die durch die
Konsolidierung der Franchisegesellschaften auszuweisenden
Ergebnisanteile der nicht beherrschenden Anteilseigner
lagen bei - 0,8 Mio. EUR (Q2 2021: -0,2 Mio. EUR). Die
Vergleichbarkeit ist aufgrund des Erwerbs von 58 Prozent
der Anteile zweier Franchisegesellschaften im Q2 2022
eingeschränkt, hier wird auf die Ausführungen in
Kapitel 13 des Anhangs verwiesen. Das Ergebnis je Aktie
verbesserte sich im zweiten Quartal 2022 auf 0,46 EUR (Q2
2021: 0,40 EUR).
3.1.2 Halbjahresvergleich 2022 versus 2021Ausgewählte Angaben aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
Das erste Halbjahr 202- war stark von den Auswirkungen
der Covid-19-Pandemie geprägt. Im ersten Halbjahr 2022
konnte trotz herausfordernder gesamtwirtschaftlicher
Umstände das Vorjahresergebnis nach Steuern verbessert
werden.
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 sank das
Zinsergebnis um 7,6 Prozent auf 175,3 Mio. EUR (Q1 - Q2
2021: 189,6 Mio. EUR). Die Aufwendungen für
Schadensabwicklung und Risikovorsorge nahmen um 29,1
Prozent ab und erreichten einen Wert von 59,7 Mio. EUR nach
84,1 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Die Schadenquote sank
im Berichtshalbjahr entsprechend auf 1,3 Prozent (Q1 - Q2
2021: 1,9 Prozent). Demzufolge stieg das Zinsergebnis nach
Schadensabwicklung und Risikovorsorge im ersten Halbjahr
2022 um 9,6 Prozent auf 115,6 Mio. EUR (Q1 -Q2 2021: 105,5
Mio. EUR).
Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft lag in den
ersten sechs Monaten nahezu auf Vorjahresniveau (+0,9
Prozent), während das Ergebnis aus dem
Neugeschäft um -6,7 Prozent aufgrund der Änderung
hin zu einer attraktiveren marktüblichen
Vergütung mit einem verringerten variablen
Vergütungsbestandteil sank. Das Verwertungsergebnis
betrug 0,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: - 3,6 Mio. EUR).
Entsprechend stiegen die operativen Erträge im ersten
Halbjahr 2022 insgesamt um 6,5 Prozent und erreichten -89,3
Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 177,7 Mio. EUR).
Auf Halbjahressicht stiegen die Personalaufwendungen um
4,6 Prozent, in erster Linie in Folge der Anpassung der
Gehälter an eine attraktivere Vergütung sowie der
Rekrutierung von Spezialisten unter anderem in den
Kontrolleinheiten. Die Abschreibungen gingen um 4,7 Prozent
zurück. Der Anstieg des Vertriebs- und
Verwaltungsaufwands von insgesamt 8,0 Prozent resultiert
aus höheren Personalnebenkosten, Vertriebskosten sowie
Betriebskosten. Die Cost-Income-Ratio stieg dementsprechend
im ersten Halbjahr 2022 auf 53,3 Prozent (Q1 - Q2 2021:
48,3 Prozent). Die Berechnung der CIR wurde beim Capital
Markets Update am -3. Mai 2022 umgestellt und erfolgt
seither ohne die Positionen sonstige betriebliche
Erträge und Aufwendungen.
Das operative Ergebnis verbesserte sich in den ersten
sechs Monaten um 12,1 Prozent auf 53,7 Mio. EUR (Q1 - Q2
2021: 47,9 Mio. EUR), der Gewinn vor Steuern legte um 31
Prozent auf 55,6 Mio. EUR zu (Q1 - Q2 2021: 42,4 Mio. EUR).
Bei einer Steuerquote von 25,4 Prozent (Q1 - Q2 2021: 24,0
Prozent) ergab sich hieraus ein Gewinn nach Steuern von
41,5 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 32,3 Mio. EUR), ein Anstieg um
28,6 Prozent. Das Ergebnis je Aktie betrug im ersten
Halbjahr 0,72 EUR (Q1 - Q2 2021: 0,52 EUR).
3.1.3 Entwicklung der SegmenteDas gesamtwirtschaftliche Umfeld war mit dem
fortwährenden Pandemiegeschehen, dem russischen Krieg
gegen die Ukraine und steigenden Preisen im ersten Halbjahr
2022 weiterhin herausfordernd.
Die Ergebnisse des Leasingsegments konnten diesem im
Wesentlichen trotzen, da das Zahlungsverhalten der Kunden
unverändert stabil blieb, sodass sich der Aufwand
für Schadensabwicklung und Risikovorsorge verringerte.
Entsprechend stiegen in diesem Segment die operativen
Erträge um 11,2 Prozent auf -66,7 Mio. EUR (Q1 - Q2
2021: 150,0 Mio. EUR). Das Segmentergebnis stieg deutlich
um 24,5 Prozent auf 52,5 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 42,2 Mio.
EUR).
Die operativen Erträge im Segment Bank reduzierten
sich im Berichtszeitraum um 22,3 Prozent auf -9,3 Mio. EUR
(Q1 - Q2 2021: 24,8 Mio. EUR), was hauptsächlich aus
einer gestiegenen Risikovorsorge resultiert. Bei
gleichzeitig gestiegenen Personalaufwendungen sowie
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen erreichte das
Segmentergebnis 1,9 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 7,4 Mio. EUR).
Im Segment Factoring nahmen die operativen Erträge
im ersten Halbjahr 2022 um 11,2 Prozent auf 3,3 Mio. EUR
(Q1 - Q2 2021: 2,9 Mio. EUR) zu. Aufgrund des geringeren
Geschäftsumfangs durch die Pandemie sowie zeitgleicher
Investitionen in die Vertriebsinfrastruktur und
Anlaufkosten für die stärkere internationale
Aufstellung des Geschäfts belief sich das Ergebnis des
Segments zwar auf - 0,6 Mio. EUR, verbesserte sich aber
gegenüber der Vorjahresperiode deutlich (Q1 - Q2 2021:
- 1,6 Mio. EUR).
3.2 Vermögens- und FinanzlageAusgewählte Angaben aus der Konzernbilanzscrollen
3.2.1 VermögenslageIm Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2021 nahm
die Bilanzsumme zum 30. Juni 2022 um 4,3 Prozent auf 6,4
Mrd. EUR (31. Dezember 2021: 6,7 Mrd. EUR) ab. Dies
resultierte im Wesentlichen aus der plangemäß
herbeigeführten Verringerung der Zahlungsmittel, die
um 39,6 Prozent auf 515,1 Mio. EUR (31. Dezember 2021:
853,1 Mio. EUR) zurückgingen. So befanden sich zum 30.
Juni 2022 399,7 Mio. EUR (31. Dezember 2021: 639,3 Mio.
EUR) der Zahlungsmittel auf Konten der Deutschen
Bundesbank, was aufgrund des negativen Guthabenzinses
entsprechende Zinsaufwendungen verursachte.
In der anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen
Situation legt der GRENKE Konzern weiterhin einen
besonderen Fokus auf eine ausreichende
Liquiditätsvorhaltung, um so flexibel auf
Marktgegebenheiten reagieren zu können. Zudem ist der
Konzern aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorgaben
verpflichtet, einen Liquiditätspuffer vorzuhalten.
Die größte Bilanzposition , die lang- und
kurzfristigen Leasingforderungen, blieb nahezu
unverändert bei 5,1 Mrd. EUR gegenüber dem Ende
des Geschäftsjahres 202- (31. Dezember 2021: 5,1 Mrd.
EUR)
Auf der Passivseite zeigt sich die rückläufige
Bilanzsumme insbesondere in der Abnahme der kurz- und
langfristigen Finanzschulden um insgesamt 6,3 Prozent auf
4,8 Mrd. EUR ab (31. Dezember 2021: 5,1 Mrd. EUR). Der
größte Anteil der Finanzschulden entfiel
weiterhin auf die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten
aus der Refinanzierung, die gegenüber dem Jahresende
2021 um 0,4 Prozent auf 3,6 Mrd. EUR (31. Dezember 2021:
3,7 Mrd. EUR) sanken. Die kurz- und langfristigen
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der GRENKE
Bank gingen in Summe um 21,5 Prozent auf 1,1 Mrd. EUR
zurück (31. Dezember 2021: 1,4 Mrd. EUR).
Das Eigenkapital stieg zum 30. Juni 2022 um 1,6 Prozent
auf 1.288,7 Mio. EUR (31. Dezember 2021: 1.269,0 Mio. EUR).
Dem in der Berichtsperiode erwirtschafteten Konzerngewinn
in Höhe von 41,5 Mio. EUR stand hauptsächlich die
Ausschüttung einer Dividende von 23,7 Mio. EUR sowie
eine Zinszahlung für das Hybridkapital (9,1 Mio. EUR)
gegenüber. Positiv wirkten dagegen Effekte aus der
Marktbewertung von Hedging-Instrumenten (5,7 Mio. EUR) und
aus der Währungsumrechnung (4,9 Mio. EUR). Aufgrund
der geringeren Bilanzsumme stieg die Eigenkapitalquote per
Ende Juni 2022 auf 20,2 Prozent (31. Dezember 2021: 19,1
Prozent). Die Eigenkapitalquote übertraf damit
weiterhin das selbst gesteckte Ziel des Konzerns von
mindestens 16 Prozent.
3.2.2 LiquiditätDer GRENKE Konzern war im Berichtshalbjahr jederzeit in
der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Dazu trugen der hohe Bestand an Zahlungsmitteln und die
diversifizierte Refinanzierungsstruktur bei.
Über die Tochtergesellschaft Grenke Finance PLC
wurde im ersten Halbjahr 2022 eine neue Festzinsanleihe mit
einem Gesamtvolumen von brutto -50,0 Mio. EUR emittiert. Im
kurzfristigen Bereich wurde ein Commercial Paper über
-0,0 Mio. EUR emittiert.* Planmäßig getilgt
wurden im Berichtszeitraum Anleihen über 3-0,0 Mio.
EUR sowie Schuldscheindarlehen über 20,0 Mio. EUR,
20,0 Mio. DKK, -0,0 Mio. CHF und 1,3 Mio. BRL.
Die Ausnutzung der ABCP-Programme lag zum 30. Juni 2022
bei 743,2 Mio. EUR und -20,3 Mio. GBP (31. Dezember 2021:
554,4 Mio. EUR und 115,8 Mio. GBP). Das Gesamtvolumen
dieser Programme betrug 1.097,8 Mio. EUR und -50,0 Mio. GBP
(31. Dezember 2021: 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP) .
Die offenen Kreditlinien des Konzerns (d. h. Banklinien
plus verfügbares Volumen aus Anleihen und Commercial
Paper) betrugen zum Stichtag 3.553,4 Mio. EUR, 15,0 Mio.
PLN und 60,0 Mio. HRK (31. Dezember 2021: 2.702,4 Mio. EUR,
2,5 Mio. PLN, 75,0 Mio. HRK). Im ersten Halbjahr 2022 hat
der GRENKE Konzern mit der Deutschen Bank AG Hungary Branch
eine revolvierende Kreditfazilität mit einem
Gesamtvolumen von 350 Mio. HUF unterzeichnet. Die
Fazilität unterliegt keiner festgelegten Laufzeit.
Die Refinanzierung über Kundeneinlagen der GRENKE
Bank lag zum Stichtag 30. Juni 2022 bei 1.108,5 Mio. EUR
nach - .505,2 Mio. EUR zum vergleichbaren Zeitpunkt des
Vorjahrs.
3.2.3 FinanzlageAusgewählte Angaben aus der Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
lag im ersten Halbjahr 2022 bei -292,2 Mio. EUR und damit
deutlich unter dem Vorjahreswert (Q1 - Q2 2021: - 77,4 Mio.
EUR). Dies liegt an der bewussten Reduzierung der in der
Corona-Krise vorsorglich aufgebauten Cash-Bestände,
welche zu einem verminderten Zufluss an
Refinanzierungsmitteln führte. Diese Liquidität
wurde erwartungsgemäß in Neugeschäft
investiert. In der Darstellung oben umfasst der Cashflow
aus Investitionen in das Neugeschäft die Investitionen
für neue Leasingforderungen. Darin enthalten sind die
Nettoanschaffungswerte für die Leasingobjekte und die
direkt mit dem Vertragsabschluss entstehenden Kosten.
Aufgrund des höheren Neugeschäftsvolumens stiegen
die Investitionen für neue Leasingforderungen im
ersten Halbjahr 2022 auf 1.113,2 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021:
787,1 Mio. EUR). Diesen stehen die Ein- bzw. Auszahlungen
aus der Zunahme der Refinanzierung (923,4 Mio. EUR nach
204,2 Mio. EUR in der Vorjahresperiode) sowie dem
Einlagengeschäft der GRENKE Bank (-303,5 Mio. EUR nach
- 34,0 Mio. EUR in der Vorjahresperiode) gegenüber. In
Summe stieg der Cashflow aus Investitionen auf - 493,3 Mio.
EUR (Q1 - Q2 2021: -616,9 Mio. EUR). Im ersten Halbjahr
2022 wurden 970,0 Mio. EUR (Vorjahr: 788,9 Mio. EUR) an
Refinanzierer getilgt bzw. zurückgezahlt. Der Cashflow
aus dem Bestandsgeschäft sank auf -79,8 Mio. EUR (Q1 -
Q2 2021: 397,4 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im
ersten Halbjahr 2022 bei - 3,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: -3,4
Mio. EUR). Er beinhaltete hauptsächlich die
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und
immateriellen Vermögensgegenständen von 3,- Mio.
EUR (Q1 - Q2 2021: 3,6 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im
ersten Halbjahr 2022 -43,5 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: - 20,3
Mio. EUR). Dies resultierte aus der Tatsache, dass die
Dividendenzahlung für 202- in Höhe von 23,7 Mio.
EUR bereits im zweiten Quartal 2022 ausbezahlt wurde,
während die Dividendenzahlung für 2020 erst im
dritten Quartal 2021 erfolgte. Die Zinszahlung auf das
Hybridkapital lag bei -2,9 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 13,4
Mio. EUR). Aus der Rückzahlung von
Leasingverbindlichkeiten ergab sich zudem ein Mittelabfluss
von 6,8 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 6,9 Mio. EUR).
Somit lag die Summe der Cashflows im ersten Halbjahr
2022 bei - 339,0 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: - 101,0 Mio. EUR).
Der Bestand an Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten fiel zum Stichtag 30. Juni
2022 entsprechend auf 513,8 Mio. EUR nach 853,0 Mio. EUR
zum Geschäftsjahresende 2021.
4. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenBezüglich der Angaben über die Beziehungen zu
nahestehenden Unternehmen und Personen wird auf die
Ausführungen in Kapitel -5 des Anhangs zum
verkürzten Konzernzwischenabschluss verwiesen.
5. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht5.1 Chancen und RisikenDurch den russischen Krieg gegen die Ukraine hat sich
die im Geschäftsbericht 2021 (veröffentlicht am
17. März 2022) dargestellte Chancen- und
Risikosituation verändert. Insbesondere hat sich das
Risiko eines wirtschaftlichen Abschwungs erhöht
(für Details wird auf die Erläuterungen in den
Kapiteln 2.1 und 5.2 verwiesen). Durch einen dauerhaften
militärischen Konflikt bzw. durch Sanktionen und
Lieferstopps von bestimmten Rohstoffen und Vorprodukten
könnte es darüber hinaus zu einer weiteren
Verschärfung der bestehenden Lieferengpässe
kommen. Eine Beeinträchtigung der Versorgung mit
Erdgas und Erdöl würde insbesondere die
Produktion in der verarbeitenden Industrie belasten, aber
auch das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte
beeinträchtigen. Darüber hinaus würde die
Inflation weiter ansteigen, was sich ebenfalls entsprechend
negativ auf den privaten Konsum auswirken könnte. Die
Volatilität an den Kapitalmärkten könnte
ansteigen, sodass kurzfristig die Verfügbarkeit an
liquiden Mitteln eingeschränkt sein könnte. Die
aus Sicht des Vorstands der GRENKE AG gute Ausstattung mit
Liquidität bedeutet jedoch, dass das Unternehmen
kurzfristig nicht auf eine Mittelaufnahme über die
Kapitalmärkte angewiesen sein wird. GRENKE ist
überdies weder in Russland noch in der Ukraine mit
eigenen Niederlassungen vertreten und dort finanziell auch
nicht engagiert.
Über die oben geschilderten Risiken hinaus sind im
Berichtszeitraum keine weiteren wesentlichen
Veränderungen der Chancen und Risiken eingetreten.
Hinsichtlich der künftigen Entwicklung von Konzern und
Gesellschaft sowie ihrer Tochtergesellschaften sind
besondere, über das normale Maß hinausgehende
und mit dem Geschäft verbundene Risiken nicht zu
erkennen.
5.2 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenIm Juli 2022 senkte der Internationale
Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für
die Weltwirtschaft im laufenden Jahr erneut auf nur noch
3,2 Prozent (April-Prognose: 3,6 Prozent) und für die
Eurozone auf 2,6 Prozent (April-Prognose: 2,8 Prozent).
Bereits im April hatte der IWF seine Wachstumserwartungen
für die Weltwirtschaft um 0,8 Prozentpunkte und
für die Eurozone um 1,1 Prozentpunkte reduziert. Der
IWF begründete die erneute Absenkung der Erwartungen
vor allem mit der Inflation. Insbesondere der Krieg in der
Ukraine und seine Konsequenzen auf die Energie- und
Rohstoffpreise haben aus Sicht des IWF die Probleme
aufgrund der Engpässe in den globalen Lieferketten
nochmals verschärft. Aufgrund seiner Abhängigkeit
von russischen Energieimporten ist Europa davon nach
Einschätzung des IWF besonders betroffen. Hinzu kommt
eine Abschwächung der Konjunktur in China in Folge der
strikten Null-Covid-Strategie des Landes und neuer
Lockdowns. Für Deutschland rechnet der IWF im Jahr
2022 entsprechend nur noch mit einem Wachstum von 1,2
Prozent (April-Prognose: 2,1 Prozent). Auch für die
zweitwichtigste Volkswirtschaft in der Eurozone,
Frankreich, wurde der IWF pessimistischer und reduzierte
seine Erwartungen auf 2,3 Prozent (April-Prognose: 2,9
Prozent). Für Italien hob der IWF seine Prognose
aufgrund der Erholung des Tourismus auf 3,0 Prozent an
(April-Prognose: 2,3 Prozent).
5.3 UnternehmensprognoseAufgrund der geschilderten politischen Situation und
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind die Prognosen
für das Geschäftsjahr 2022 von erheblicher
Unsicherheit geprägt.
Allerdings sieht der Vorstand aufgrund der erwiesenen
Resilienz des Geschäftsmodells und der positiven
Entwicklung des operativen Geschäfts den GRENKE
Konzern unverändert auf einem guten Weg, die
Gesamtjahresziele zu erreichen. Daher bestätigt der
Vorstand die im Geschäftsbericht 202-
veröffentlichte Prognose für die
Geschäftsentwicklung im Jahr 2022.
Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet der
Vorstand weiterhin ein Leasingneugeschäft zwischen 2,0
und 2,2 Mrd. EUR. Dies entspricht verglichen mit dem
vorigen Geschäftsjahr einem erwarteten Zuwachs
zwischen 20 und 33 Prozent. Ausgehend vom
Geschäftsjahr 202- soll sich das
Leasingneugeschäftsvolumen im Geschäftsjahr 2024
verdoppeln.
Die DB2-Marge des Neugeschäfts wird im
Geschäftsjahr 2022 etwas unterhalb des Vorjahres
(2021: 17,6 Prozent) erwartet. Hierfür sind
insbesondere das höhere Zinsniveau und die
übliche Zeitverzögerung bei der Weitergabe in den
Konditionen verantwortlich. Im zweiten Quartal 2022 konnten
zwei Drittel des Zinsanstiegs durch eine Anpassung der
Konditionen kompensiert werden, sodass die DB2-Marge noch
rund einen Prozentpunkt unter der mittelfristigen
Zielgröße in Höhe von -7,0 Prozent lag. In
den kommenden Monaten wird GRENKE die Weitergabe der
Zinserhöhungen in den Neugeschäftskonditionen in
den einzelnen Märkten fortsetzen. Zudem ist bei der
DB2-Marge auch die wieder ansteigende durchschnittliche
Ticketgröße zu beachten. Der Durchschnittswert
pro Leasingvertrag wird für das Geschäftsjahr
2022 wie bereits in früheren Geschäftsjahren auf
einem Niveau von über 8.000 EUR aber unterhalb von
10.000 EUR erwartet.
Das geringere Neugeschäftsvolumen der durch die
Covid-19-Pandemie geprägten Geschäftsjahre 2020
und 202- wird erwartungsgemäß zu verminderten
operativen Zinserträgen des Leasingportfolios im
laufenden Geschäftsjahr 2022 führen. Gleichzeitig
werden die Personalkosten im Geschäftsjahr 2022
steigen. Dies resultiert zum einen aus institutsbezogenen
Maßnahmen, in deren Umsetzung unter anderem die
Abteilungen Compliance und Geldwäscheprävention
personell verstärkt wurden. Zum anderen rührt
dies aus der Anpassung der Gehälter und deren Struktur
an marktübliche Standards. Mit einem
gegenläufigen Effekt rechnet der Vorstand aus den der
Erwartung nach sinkenden Aufwendungen für die
Risikovorsorge, resultierend aus dem auch in 2022 der
Erwartung nach unverändert guten Zahlungsverhalten der
Kunden. Zusammengefasst erwartet der Vorstand für das
Geschäftsjahr 2022 einen Gewinn nach Steuern zwischen
75 und 85 Mio. EUR. Bezogen auf das Vorjahr entspricht dies
einem konstanten bis leicht steigenden Gewinn nach Steuern,
weil zu berücksichtigen ist, dass in dem Gewinn des
Geschäftsjahres 2021 in Höhe von 95,2 Mio. EUR
ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 23,0
Mio. EUR aus dem Verkauf der viafintech-Anteile enthalten
war. Demnach ergeben sich für das Geschäftsjahr
2021 nach Abzug des außerordentlichen Gewinns 72,2
Mio. EUR als Vergleichsbasis zum laufenden
Geschäftsjahr 2022. Bezogen auf die Vergleichsbasis
2021 soll sich auch der Gewinn nach Steuern - aufgrund der
Skalierbarkeit des Geschäfts - bereits im
Geschäftsjahr 2024 verdoppeln.
Die Erwartung für den Gewinnkorridor im
Geschäftsjahr 2022 basiert auf der Annahme, dass die
Schadenquote zwischen 1,4 und 1,7 Prozent und damit in
einem nahezu normalen Korridor liegen wird. Hierfür
sind das solide Leasingvertragsportfolio, die stabilen
Zahlungseingänge der jüngsten Quartale und die
bereits gebildete, angemessen konservative Risikovorsorge
vor dem Hintergrund der Pandemie bedeutend. Auch wenn durch
das geringere Neugeschäft in den Vorjahren die
operativen Erträge, allen voran die Zinserträge,
unter dem Vorjahr liegen werden und weitere Investitionen
erforderlich sind, strebt der Vorstand für 2022 eine
Cost-Income-Ratio von unter 52 Prozent an.
Auf Basis der erwarteten Entwicklung des Konzerngewinns
rechnet GRENKE mit einer bilanziellen Eigenkapitalquote
größer -6,0 Prozent (2021: 19,1 Prozent).
Verkürzter KonzernzwischenabschlussKonzern-Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnungscrollen
Konzern-Bilanzscrollen
scrollen
1 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die
unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden.
Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
scrollen
Anhang des verkürzten Konzernzwischenabschlusses1. Allgemeine AngabenDie GRENKE AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in
Baden-Baden, Neuer Markt 2, Deutschland. Die Gesellschaft
ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung
B, unter der Nummer 201836 eingetragen. Gegenstand des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses der GRENKE AG
(im Folgenden als "Konzernzwischenabschluss" bezeichnet)
zum 30. Juni 2022 sind die GRENKE AG sowie ihre
Tochterunternehmen und konsolidierten strukturierten
Unternehmen (im Folgenden als "GRENKE Konzern" bezeichnet).
Dieser Konzernzwischenabschluss ist in Übereinstimmung
mit den für die Zwischenberichterstattung
anzuwendenden IFRS (IAS 34), wie sie vom International
Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und
durch die Europäische Union (EU) in europäisches
Recht übernommen wurden, aufgestellt worden. Er ist in
Zusammenhang mit dem IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember
2021 zu lesen. Es erfolgte eine prüferische Durchsicht
im Sinne von § 115 WpHG des verkürzten
Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts zum 30. Juni 2022.
2. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, die im
Konzernzwischenabschluss angewendet wurden, entsprechen
grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden.
Ausnahmen hiervon betreffen Änderungen, die sich durch
die verpflichtende Anwendung neuer
Rechnungslegungsstandards ergeben haben, welche im
nachfolgenden Abschnitten erläutert werden. Von der
vorzeitigen Anwendung von geänderten Standards und
Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2023
oder später verpflichtend umzusetzen sind, wurde
abgesehen. Die GRENKE AG wird diese Standards zum Zeitpunkt
der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umsetzen
und erwartet daraus keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Berichterstattung.
Für diesen Zwischenabschluss gelten die gleichen
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie in unserem
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, auf den wir an
dieser Stelle verweisen. Zudem ergänzen wir die
nachfolgenden Sachverhalte.
2.1 Erstmals anzuwendende, überarbeitete und neue RechnungslegungsstandardsIm Geschäftsjahr 2022 wurden im GRENKE Konzern alle
neuen und überarbeiteten Standards und
Interpretationen berücksichtigt, die erstmals
verbindlich seit dem 1. Januar 2022 anzuwenden waren und
bereits in europäisches Recht übernommen wurden
(Endorsement), sofern diese für den GRENKE Konzern
relevant waren.
Alle nachfolgenden überarbeiteten bzw.
geänderten Standards hatten keinen oder nur
unwesentlichen Einfluss auf die Bilanzierung und
Berichterstattung im Konzernabschluss der GRENKE AG.
Änderungen an IFRS 3
"Unternehmenszusammenschlüsse", IAS 16 "Sachanlagen",
IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und
Eventualforderungen" und jährliche Verbesserungen an
den IFRS 2018-2020 Mit den Änderungen an IFRS 3 wird
der Verweis auf das Rahmenkonzept der IFRS aktualisiert.
Ebenso wird IFRS 3 um die Vorschrift ergänzt, dass ein
Erwerber bei der Identifizierung von übernommenen
Verpflichtungen im Anwendungsbereich des IAS 37 oder IFRIC
21 diese Vorschriften anstelle des Rahmenkonzepts
anzuwenden hat. Die Regeln für die Bilanzierung von
Unternehmenserwerben werden inhaltlich nicht geändert.
Nach der Änderung an IAS 16 wird es Unternehmen
künftig nicht mehr gestattet sein, Erlöse aus dem
Verkauf von Gütern, die produziert werden,
während eine Sachanlage zu dem Standort und in den
beabsichtigten Zustand gebracht wird, von den Anschaffungs-
und Herstellungskosten dieser Sachanlage abzuziehen.
Stattdessen sind diese Erlöse zusammen mit den
Herstellungskosten der Sachanlagen in der Gewinn- und
Verlustrechnung zu erfassen.
Die Änderung an IAS 37 konkretisiert, welche Kosten
ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag
belastend oder verlustbringend ist, zu berücksichtigen
hat, und stellt auf Kosten ab, die sich direkt auf den
Vertrag beziehen (directly related cost approach).
Die jährlichen Verbesserungen zum
Sammeländerungsstandard (Zyklus 2018-2020) betreffen
geringfüge Änderungen an IFRS 1 "Erstmalige
Anwendung der IFRS", der Erstanwendung durch ein
Tochterunternehmen, einem begleitenden Beispiel zu IFRS 16
"Leasingverhältnisse", der Bedeutung von
Steuereffekten bei der Fair-Value-Ermittlung im IAS 41
"Landwirtschaft" und IFRS 9 "Finanzinstrumente"
Gebühren, die in den 10%-Test für die Ausbuchung
von finanziellen Verbindlichkeiten einzubeziehen sind.
2.2 Anwendung von IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern"Die Türkei wird seit dem zweiten Quartal 2022 als
hochinflationäre Volkswirtschaft im Sinne des IAS 29
"Rechnungslegung in Hochinflationsländern"
klassifiziert. Die Geschäftszahlen der türkischen
Tochtergesellschaft, die auf dem Konzept der historischen
Anschaffungs- und Herstellungskosten basieren, wurden daher
um die Einflüsse der Inflation bereinigt und in der am
Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben.
Vorjahresvergleichswerte sind nicht anzupassen. Zur
Anpassung an die Inflation im laufenden Geschäftsjahr
wurde der vom Turkish Statistical Institute (TURKSTAT)
veröffentlichte Konsumentenpreisindex herangezogen,
dessen Wert zum 30. Juni 2022 938,2 betrug (30. Juni 2021:
539,0).
Die Auswirkungen der Anwendung des IAS 29 sowie der
Gewinn oder Verlust aus der Nettoposition der
monetären Posten sind für den GRENKE Konzern
bislang von untergeordneter Bedeutung.
2.3 Bereits veröffentlichte Rechnungslegungsstandards und Interpretationen -noch nicht umgesetztVom IASB wurden weitere geänderte Standards oder
Interpretationen veröffentlicht, die erst zu einem
späteren Zeitpunkt verpflichtend anzuwenden sind.
Verschiedene Standards davon haben die Anerkennung in
europäisches Recht ("Endorsement") der EU bereits
durchlaufen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung wird von
diesen Standards ausdrücklich zugelassen. Die GRENKE
AG macht von diesem Wahlrecht grundsätzlich keinen
Gebrauch. Diese Standards werden zum Zeitpunkt der
verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umgesetzt.
Voraussichtlich werden die nachfolgend beschriebenen
Änderungen keinen wesentlichen Einfluss auf die
Berichterstattung im Konzernabschluss der GRENKE AG haben.
IFRS 17 "Versicherungsverträge"Der am 18. Mai 2017 veröffentlichte neue
Rechnungslegungsstandard IFRS 17
"Versicherungsverträge" wird den Standard IFRS 4
ersetzen. Das IASB hat zudem am 18. März 2020
beschlossen, die verpflichtende Anwendung des Standards auf
Geschäftsjahre zu verschieben, die an oder nach dem 1.
Januar 2023 beginnen.
Änderung an IFRS 17 "Versicherungsverträge" zur erstmaligen Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9: VergleichszahlenMit der Änderung an IFRS 17 wurde eine
Übergangsvorschrift etabliert, die wahlweise eine
abweichende Klassifizierung gemäß IFRS 9
für die Vergleichsperioden im Jahr der erstmaligen
Anwendungen beider Standards ermöglicht. Dann darf
für jeden finanziellen Vermögenswert, für
den die Vergleichsperiode nicht auf IFRS 9 angepasst wurde,
diejenige Klassifizierung angewendet werden, welche auf
Basis der zum Übergangszeitpunkt vorliegenden
Informationen zugrunde gelegt würde. Eine
Übernahme durch die EU steht noch aus.
Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und dem IFRS Practice Statement 2 "Making Materiality Judgements"Die Änderungen an IAS 1 sehen vor, dass Unternehmen
lediglich ihre "wesentlichen" (material) Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden im Anhang darstellen müssen
(anstelle bisher: die "bedeutenden / significant"
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). Um wesentlich zu
sein, muss die Rechnungslegungsmethode mit wesentlichen
Transaktionen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang
stehen und anlassbezogen sein (zum Beispiel Änderung
der Methode). Die Änderungen sollen so dazu beitragen,
die Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu
verbessern. Flankierend dazu wurde die Leitlinie des IFRS
Practice Statements 2 entsprechend angepasst.
Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" zur Klassifizierung von VerbindlichkeitenIm Januar 2020 wurde IAS 1 "Klassifizierung von Schulden
als kurz- oder langfristig" veröffentlicht. Gegenstand
der Änderungen an IAS 1 ist die Klarstellung, dass im
Rahmen der Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz-
oder langfristig auf bestehende Rechte des Unternehmens zum
Abschlussstichtag abzustellen ist. Am 15. Juli 2020 wurde
die Erstanwendung der Änderung durch das IASB um ein
Jahr für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar
2023 beginnen, verschoben. Eine Übernahme durch die EU
steht noch aus.
Änderung an IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern"Gegenstand der Änderungen an IAS 8 sind
Klarstellungen zur Abgrenzung von Änderungen von
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Änderungen
von Schätzungen. Die verpflichtende Anwendung der
Änderung des Standards gilt für
Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023
beginnen.
Änderungen an IAS 12 "Ertragsteuern" zum Ansatz latenter Steuern aus einer einzigen TransaktionGemäß der Änderung an IAS 12 wird der
Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung angepasst, sodass im
Zeitpunkt des Zugangs eines Vermögenswertes oder einer
Schuld keine aktiven oder passiven latenten Steuern
anzusetzen sind. Die Änderungen treten für
jährliche Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach
dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist
zulässig. Eine Übernahme durch die EU steht noch
aus.
3. Verwendung von Annahmen und SchätzungenBei der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses sind
Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden,
die sich auf den Ausweis und die Höhe der bilanzierten
Vermögenswerte, Schulden, Erträge, Aufwendungen
sowie Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben.
Schätzungen und zugrundeliegende Annahmen werden
laufend überprüft. Überarbeitungen von
Schätzungen werden prospektiv erfasst und erfolgen in
den nachfolgend dargestellten Bereichen:
// Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle
Vermögenswerte
// Berücksichtigung von kalkulierten Restwerten am
Ende der Vertragslaufzeit im Rahmen der Ermittlung des
Barwerts von Leasingforderungen
// Annahmen im Rahmen des Werthaltigkeitstests bei der
Bewertung der bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte
// Ansatz von Leasinggegenständen in Verwertung zu
kalkulierten Restwerten
// Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten
// Ansatz und Bewertung latenter Steuern auf
Verlustvorträge
// Ansatz und Bewertung tatsächlicher
Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden
Die Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle
Vermögenswerte beruht auf Annahmen und
Schätzungen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten
Verlustraten. Der Konzern übt bei der Erstellung
dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für
die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend
auf Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit,
bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten
Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode. Die
wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren sind
unter den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
dargestellt. Entsprechend den Verlautbarungen von
verschiedenen Regulatoren (ESMA, EBA) wird eine Beurteilung
der Modellierung der IFRS 9 Wertberichtigung und der
Schätzung der erwarteten Kreditverluste (ECL)
vorgenommen. Das ECL-Modell wird inklusive der
Inputparameter und der Teilmodelle anlassbezogen und
mindestens einmal jährlich validiert und
gegebenenfalls aktualisiert.
Nicht garantierte (kalkulierte) Restwerte werden im
Rahmen der Ermittlung des Barwerts der Leasingforderungen
gemäß der Definition des IFRS 16
berücksichtigt. Die kalkulierten Restwerte am Ende der
Vertragslaufzeit ermitteln sich in Abhängigkeit von
der Laufzeitgruppe des jeweiligen Leasingvertrags und
beinhalten das erwartete Nachgeschäft am Ende der
Laufzeit, basierend auf historischen Erfahrungswerten.
Für Zugänge seit dem 1. Januar 2022 betragen sie
zwischen 1,0 und 25,0 Prozent der Anschaffungskosten
(Vorjahr: seit dem 1. Januar 2021 zwischen 1,0 und 25,5
Prozent). Die kalkulierten Restwerte werden dabei anhand
statistischer Auswertungen im Rahmen einer
bestmöglichen Schätzung angesetzt. Im Falle eines
Absinkens der tatsächlich im Nachgeschäft
(bestehend aus Verwertung und sogenannter Nachmiete)
erzielbaren Erlöse wird eine Abwertung der
Leasingforderungen berücksichtigt, wohingegen ein
Anstieg unberücksichtigt bleibt.
Zur Ermittlung der Risikovorsorge gemäß IFRS
9 werden erwartete Kreditausfälle verschiedener
makroökonomischer Szenarien gewichtet. GRENKE
berechnet hierfür ein negatives, ein positives sowie
ein Basis-Szenario.
Das negative Szenario geht von erheblichen
Engpässen in den von russischem Gas stark
abhängigen Volkswirtschaften und vom Andauern des
russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aus.
Darüber hinaus werden global erhöhte
Pandemieeffekte infolge einer neuen Virusmutation
angenommen sowie eine anhaltend hohe Inflation. Aus Zweit-
und Drittrundeneffekten resultieren global wesentlich
erhöhte Kreditverluste. Der Anstieg der Ausfallraten
entspricht in etwa demjenigen zu Beginn der
Covid-19-Pandemie. Dies korrespondiert zu einem BIP-Niveau
in Deutschland im Jahre 2022 von - 4,6 % (Italien - 9,0 %,
Frankreich - 8,0 %, Spanien - 10,8 % und UK - 9,3 %).
Für die laufenden Leasingforderungen ergibt sich
demnach ein erwarteter Kreditverlust in Höhe von 105,3
Mio. €.
Im positiven Szenario wird von einer konstant
ausreichenden Lieferung russischen Gases bei dennoch
andauerndem Russland-Ukraine-Krieg ausgegangen.
Annahmegemäß schränkt die Covid-19-Pandemie
das öffentliche und wirtschaftliche Leben in keiner
Weise ein und die Inflation nimmt moderat ab. Durch die
wirtschaftlichen Unsicherheiten kommt es jedoch zu einer
Rückkehr der Ausfallraten zum Vor-Corona-Niveau. Dies
korrespondiert zu einem BIP-Niveau in Deutschland im Jahre
2022 von 2,0 % (Italien 2,8 %, Frankreich 3,4 %, Spanien
5,3 % und UK 4,3 %). Für die laufenden
Leasingforderungen ergibt sich demnach ein erwarteter
Kreditverlust in Höhe von 86,3 Mio. €.
Im Basis-Szenario werden wiederkehrende, jedoch nicht
permanente Engpässe bzgl. russischer Gaslieferungen
angenommen. Der Russland-Ukraine-Krieg dauert an. Die
Pandemie schränkt das öffentliche Leben in den
Wintermonaten ein. Die Inflation bleibt unverändert
auf erhöhtem Niveau (deutlich oberhalb von 2 %), wird
sich im Zeitablauf aber durch den Basiseffekt der Vorjahre
unterhalb des Niveaus aus dem ersten Halbjahr einpendeln.
Infolge von Zweit- und Drittrundeneffekten treten global
erhöhte Kreditverluste ein. Der Anstieg der
Ausfallraten entspricht in etwa einem Viertel des Anstieges
zu Beginn der Covid-19-Pandemie. Dies korrespondiert zu
einem BIP-Niveau in Deutschland im Jahre 2022 von 1,5 %
(Italien 2,3 %, Frankreich 2,9 %, Spanien 4,8 % und UK 3,8
%). Die Höhe des Anstieges wird anhand historischer
Ausfallraten im Zuge der jüngsten Finanz- und
Staatsschuldenkrise abgeleitet. Für die laufenden
Leasingforderungen ergibt sich demnach ein erwarteter
Kreditverlust in Höhe von 90,6 Mio. €.
In sämtlichen Szenarien werden verschiedene
Mindestausfallraten (Floors) berücksichtigt. Aktuell
können im GRENKE-Portfolio deutlich
rückgängige Ausfallraten, insbesondere auch im
Vergleich zum Vor-Corona-Niveau, beobachtet werden.
Ungeachtet dessen wird im positiven Szenario auf das
Ausfallraten-Niveau vor Corona abgestellt. Im
Basis-Szenario werden nochmals höhere Ausfallraten
angesetzt, um den aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten
Rechnung zu tragen.
Auf das negative Szenario entfällt zum 30. Juni
2022 ein Gewicht von ca. 20 % (zum 31. Dezember 2021 5 %),
auf das positive Szenario ein Gewicht von lediglich 2 %
(zum 31. Dezember 2021 12 %). Die Szenariogewichte werden
aus öffentlichen Daten der EZB abgeleitet. Diese
stellt durch eine Umfrage unter verschiedenen Analysten
eine Wahrscheinlichkeitsverteilung für das BIP der
Jahre 2022 bis 2024 auf. Aus diesen
Wahrscheinlichkeitsverteilungen können
Eintrittswahrscheinlichkeiten für einzelne Szenarien
berechnet werden. Die am 15. April 2022 von der EZB
veröffentlichten BIP-Prognosen wurden dabei um 1 %
nach unten korrigiert, um den negativen Entwicklungen
zwischen dem Veröffentlichungszeitpunkt der Prognose
und dem Berichtsstichtag Rechnung zu tragen.
Aufgrund der erhöhten wirtschaftlichen Unsicherheit
wurden zusätzlich diverse Sensitivitätsanalysen
bzgl. des BIP und der internen Floors durchgeführt.
Das gebildete Management Adjustment trägt auf Basis
dieser Sensitivitätsanalysen den erhöhten
wirtschaftlichen Unsicherheiten Rechnung.
In Anlehnung an die IDW Verlautbarung vom 18. Juli 2022
wurde zusätzlich zu der auf Basis des bestehenden IFRS
9 Modells ermittelten Risikovorsorge, welches aktualisierte
Parameter zur Abbildung der makroökonomischen
Rahmenbedingungen berücksichtigt, ein Post Model
Adjustment in Höhe von 12.133 TEUR gebildet. Dieses
Adjustment deckt zusätzliche Unsicherheiten aus dem
Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie mögliche
Folgen von Rezession und Inflation auf den GRENKE Konzern
ab.
Die der Discounted-Cashflow-Bewertung der bestehenden
Geschäfts- oder Firmenwerte zugrundeliegenden
Cashflows basieren auf aktuellen Geschäftsplänen
und internen Planungen. Hierbei werden Annahmen über
die künftigen Ertrags- und Aufwandsentwicklungen
getroffen. Dabei wurden künftige Wachstumsraten der
jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Basis
bisheriger Erfahrungswerte angenommen und bisher erzielte
Ertrags- und Aufwandsverläufe in die Zukunft
projiziert. Diese Schätzungen sowie die
zugrundeliegende Methodik können einen erheblichen
Einfluss auf die ermittelten Werte haben. Aufgrund des
aktuellen ökonomischen Gesamtumfelds sind die
Schätzungen hinsichtlich der weiteren
Neugeschäfts- und Renditeentwicklungen der
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit zusätzlichen
Unsicherheiten verbunden. Sollten wesentliche Annahmen von
den tatsächlichen Größen abweichen,
könnte dies in der Zukunft zu erfolgswirksam zu
erfassenden Wertminderungen führen.
Aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung an den
Kapitalmärkten hat der GRENKE Konzern zum Stichtag
untersucht, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung
der bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegen
könnte. Zum Stichtag bestand, unter
Berücksichtigung der Veränderung der
Bewertungsparameter sowie der wirtschaftlichen
Entwicklungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten,
kein Wertminderungsbedarf der Geschäfts- oder
Firmenwerte. Weiterhin steigende Diskontierungszinsen
könnten jedoch zu erfolgswirksam zu erfassenden
Wertminderungen in künftigen Berichtsperioden
führen.
Die Bewertung der Leasinggegenstände in Verwertung
erfolgt auf Basis der Verwertungserlöse, die über
das vergangene Geschäftsjahr im Durchschnitt je
Altersklasse in Bezug auf die ursprünglichen
Anschaffungskosten erzielt werden konnten.
Leasinggegenstände in der Verwertung werden in
Abhängigkeit von ihrer tatsächlichen
Verwertbarkeit mit den aus der Vergangenheit ermittelten
Restwerten bewertet. Sofern eine Verwertung aufgrund des
Zustandes des entsprechenden Gegenstandes unrealistisch
erscheint, wird dieser erfolgswirksam abgeschrieben.
Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen
Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten,
die nicht mithilfe von Daten aus aktiven Märkten
abgeleitet werden können, werden unter der Verwendung
von Bewertungsverfahren bestimmt. Die Inputpara-meter
dieser Modelle stützen sich, soweit möglich, auf
beobachtbare Marktdaten. Ist dies nicht möglich,
stellt die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in
gewissem Maß eine Ermessensentscheidung dar. Die
Ermessensentscheidungen betreffen Input-Parameter wie
Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Volatilität.
Änderungen der Annahmen bezüglich dieser
Inputparameter können sich auf den erfassten
beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente auswirken.
Sind beobachtbare Preise und Parameter verfügbar,
werden sie für die Bestimmung des beizulegenden
Zeitwerts genutzt, ohne dass Einschätzungen in
großem Umfang erforderlich wären.
Aktive latente Steuern werden für alle nicht
genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem
Maß erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass
hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein
wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich
genutzt werden können. Bei der Ermittlung der
Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche
Ermessungsausübung der Unternehmensleitung
bezüglich des erwarteten Eintritts und der Höhe
des zukünftig zu versteuernden Einkommens sowie der
zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.
Aufgrund der Komplexität der Steuergesetzgebung
ergeben sich möglicherweise unterschiedliche
Auslegungen und Interpretationen von Steuergesetzen durch
den Steuerpflichtigen und die lokale Finanzbehörde.
Dadurch kann es zu nachträglichen Steuerzahlungen
für vergangene Geschäftsjahre kommen. Für
den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte
Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden
können (unsichere Steuerpositionen), werden
Steuerrückstellungen gebildet. Der Betrag ermittelt
sich aus der besten Schätzung der erwarteten
Steuerzahlung. Steuerforderungen aus unsicheren
Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es
wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass
sie realisiert werden können. Die Annahmen basieren
auf der Einschätzung der Unternehmensleitung, in
welcher Höhe unsichere Steuerpositionen angesetzt
werden.
Wir verweisen hierzu auf die geschilderten
Bilanzierungsmethoden im Anhang des Konzernabschlusses zum
31. Dezember 2021.
4. LeasingforderungenDie folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der
Leasingforderungen.
scrollen
Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen
der Leasingforderungen und die Wertberichtigung auf die
Leasingforderungen pro IFRS 9 Wertberichtigungsstufe. Der
GRENKE Konzern verfügt über keine als POCI
klassifizierten Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 9.
scrollen
Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der
Wertberichtigungen auf den Bestand an kurzfristigen und
langfristigen Forderungen:
scrollen
Ergänzend zur Kapitalflussrechnung stellen sich die
Zahlungsströme bezogen auf die Leasingforderung wie
folgt dar.
scrollen
5. FinanzschuldenDie Finanzschulden des GRENKE Konzerns setzen sich aus
den kurzfristigen Finanzschulden und langfristigen
Finanzschulden zusammen.
scrollen
5.1 Asset Backed Finanzschulden5.1.1 Strukturierte EinheitenFolgende konsolidierte strukturierte Einheiten bestanden
zum Stichtag: Opusalpha Purchaser II Limited (Helaba),
Kebnekaise Funding Limited (SEB AB), CORAL Purchasing
(Ireland) 2 DAC (DZ-Bank), FCT "GK"-COMPARTMENT "G2"
(Unicredit), FCT "GK"-COMPARTMENT "G3" (HSBC), FCT
"GK"-COM-PARTMENT "G4" (Helaba) sowie FCT "GK"-COM-PARTMENT
"G5" (DZ-Bank). Sämtliche strukturierte Einheiten sind
als Asset-Backed Commercial Paper-(ABCP-) Programme
aufgelegt.
scrollen
5.1.2 Forderungsverkaufsverträgescrollen
5.1.3 RestwertdarlehenDie Restwertdarlehen dienen teilweise zur Finanzierung
von Restwerten von Leasingverträgen, bei denen die
Raten im Rahmen des Forderungsverkaufs veräußert
wurden.
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5.2 Senior Unsecured FinanzschuldenFolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die
Buchwerte der einzelnen Refinanzierungsinstrumente:
scrollen
Folgende Tabelle zeigt den Refinanzierungsrahmen der
einzelnen Instrumente:
scrollen
5.2.1 AnleihenIm Geschäftsjahr wurde bisher eine neue Anleihe mit
einem Nominalvolumen von 150.000 TEUR begeben.
Planmäßig wurden 310.000 TEUR getilgt.
5.2.2 SchuldscheindarlehenIm Geschäftsjahr wurden bisher keine neuen
Schuldscheindarlehen begeben. Planmäßig getilgt
wurden 20.000 TEUR, 20.000 TDKK, 10.000 TCHF sowie 1.309
TBRL.
5.2.3 Commercial PaperIm Geschäftsjahr wurde bisher ein Commercial Paper
mit einem Volumen von 10.000 TEUR emittiert.
5.2.4 Revolving Credit FacilityIm Geschäftsjahr wurde eine neue revolvierende
Kreditfazilität über ein Volumen von 350.000 THUF
abgeschlossen, welche der GF Faktor Zrt. die
Möglichkeit bietet jederzeit kurzfristig Gelder
über eine Laufzeit von bis zu sechs Monaten
aufzunehmen. Darlehensgeber ist die Deutsche Bank AG
Hungary Branch.
5.3 Zweckgebundene FörderdarlehenFolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der in Anspruch
genommenen Förderdarlehen bei den einzelnen
Förderbanken.
scrollen
5.4 Ergänzende Angaben zu den Verbindlichkeiten aus Finanzschulden in der KapitalflussrechnungErgänzend zur Kapitalflussrechnung stellen sich die
Zahlungsströme bezogen auf die Finanzschulden wie
folgt dar.
scrollen
6. EigenkapitalDas Grundkapital der GRENKE AG ist im Vergleich zum 31.
Dezember 2021 unverändert auf 46.495.573 auf den
Inhaber lautende Aktien eingeteilt.
7. Angaben zu Finanzinstrumenten7.1 Hierarchie des beizulegenden ZeitwertesBei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines
Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der GRENKE
Konzern soweit wie möglich am Markt beobachtbare
Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken
verwendeten Inputfaktoren, werden die beizulegenden
Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der
Bemessungshierarchie ("Fair-Value-Hierarchie") eingeordnet:
Stufe 1: Notierte (unbereinigte) Preise auf aktiven
Märkten für identische Vermögenswerte oder
Schulden.
Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen sämtliche
Inputfaktoren, die sich wesentlich auf den erfassten
beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder
indirekt am Markt beobachtbar sind.
Stufe 3: Bewertungsverfahren, die Inputfaktoren
verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten
beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf
beobachtbaren Marktdaten basieren.
Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes
eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten
Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der
Bemessungshierarchie eingeordnet werden können, wird
die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer
Gesamtheit der Stufe der Bemessungshierarchie zugeordnet,
die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für
die Bewertung insgesamt wesentlich ist.
Der GRENKE Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen
verschiedenen Stufen der Bemessungshierarchie zum Ende der
Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist.
Umgruppierungen zwischen den drei Stufen der
Bemessungshierarchie fanden in der abgelaufenen
Berichtsperiode nicht statt.
7.2 Beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten7.2.1 Beizulegende Zeitwerte originärer FinanzinstrumenteDie nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und
beizulegenden Zeitwerte von finanziellen
Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten je
Klasse von Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden
Zeitwert bemessen werden. Sie enthält keine
Informationen zum beizulegenden Zeitwert für
finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wenn
der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für
den beizulegenden Zeitwert darstellt. Darunter fallen die
Bilanzpositionen Zahlungsmittel, Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen.
Sämtliche originäre Finanzinstrumente sind der
Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet, mit Ausnahme
der börsennotierten Anleihen, die in den
Verbindlichkeiten aus Refinanzierung enthalten und in der
Stufe 1 der Bemessungshierarchie klassifiziert sind sowie
der sonstigen Beteiligung, die der Stufe 3 der
Bemessungshierarchie zugeordnet ist. Der Buchwert der
börsennotierten Anleihen zum Bilanzstichtag
beträgt 2.301.049 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 2.459.008
TEUR) und der beizulegende Zeitwert 2.170.927 TEUR (Vorjahr
31.12.2021: 2.427.015 TEUR). Die originären
finanziellen Vermögenswerte sind bis auf die
Leasingforderungen, welche gemäß IFRS 16
bewertet werden, und die sonstigen Beteiligungen, welche
der Bewertungskategorie FVOCIoR (Fair Value through Other
Comprehensive Income ohne Recycling gem. IFRS 9) zugeordnet
sind und somit zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,
vollständig zu fortgeführten Anschaffungskosten
(AC) bewertet. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden
ebenfalls zu (fortgeführten) Anschaffungskosten
bewertet.
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7.2.2 Beizulegende Zeitwerte derivativer FinanzinstrumenteZum Stichtag sind im GRENKE Konzern alle derivativen
Finanzinstrumente, welche sich aus Zinsderivaten
(Zinsswaps), Devisentermingeschäften und Cross
Currency Swaps zusammensetzen, zum beizulegenden Zeitwert
bilanziert. Sämtliche derivativen Finanzinstrumente
sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet.
scrollen
Bei den im GRENKE Konzern verwendeten derivativen
Finanzinstrumenten handelt es sich um sogenannte
OTC-Derivate (Over-the-Counter). Diese werden direkt mit
einer Gegenpartei, die mindestens dem Investmentgrade
entspricht, abgeschlossen. Es existieren somit keine
notierten Börsenpreise.
Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt
anhand von Bewertungsmodellen unter Rückgriff auf
beobachtbare Inputfaktoren. Bei
Fremdwährungsterminkontrakten wird die Bewertung
anhand eines Mark-to-Market-Bewertungsmodells vorgenommen.
Bei Zinsderivaten wird der beizulegende Zeitwert über
eine Barwertmethode ermittelt. Die verwendeten
Inputparameter für die Bewertungsverfahren werden aus
Marktnotierungen entnommen. Dabei werden laufzeitkongruente
Zinssätze in den gehandelten Währungen für
Devisentermingeschäfte bzw. Zinssätze für
Zinsderivate verwendet. Die ermittelten Werte werden mit
einem sogenannten Add-on-Verfahren mit den Kupons, der am
Markt beobachtbaren laufzeitadäquaten Credit Default
Swaps (CDS) der Gegenpartei bzw. des eigenen Ausfallrisikos
multipliziert, um den beizulegenden Zeitwert dieser
OTC-Derivate zu erhalten.
7.3 Bewertungsmethoden und verwendete InputfaktorenIn nachfolgender Tabelle werden die angewandten
Bewertungsmethoden sowie die verwendeten Inputfaktoren und
Annahmen zur Bemessung der beizulegenden Zeitwerte
dargestellt.
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8. Erlöse aus Verträgen mit KundenNachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit
Kunden (IFRS 15) dargestellt:
scrollen
9. Erlöse und sonstige UmsatzerlöseNachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit
Kunden (IFRS 15) und sonstige Umsatzerlöse (IFRS 9,
IFRS 16) dargestellt:
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10. ErtragsteuernDie wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands
in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind:
scrollen
11. Wertminderung der Anteile an der finux GmbHAufgrund objektiver Hinweise auf eine Wertminderung der
Nettoinvestition hat der GRENKE Konzern zum 30. Juni 2022
einen außerordentlichen Wertminderungstest für
den Buchwert der Anteile an der finux GmbH
(Kassel/Deutschland) durchgeführt. Gegenstand des
Beteiligungsunternehmens ist die Entwicklung und der
Vertrieb von Finanzsoftware zum Liquiditäts- und
Zahlungsmanagement.
Die über die GRENKE digital GmbH gehaltene und nach
der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung in Höhe von
30,04 Prozent wurde vollständig wertberichtigt. Der
auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts abzüglich
der Veräußerungskosten ermittelte
Wertminderungsaufwand in Höhe von 158 TEUR wird in der
Position "Abschreibungen und Wertminderung" in der Gewinn-
und Verlustrechnung ausgewiesen. Ursächlich für
die dem Geschäftssegment Leasing zugeordnete
Wertminderung waren sich eintrübende
Wachstumserwartungen und Renditeaussichten.
12. Konzern-Segmentberichterstattungscrollen
scrollen
12.1 GeschäftssegmenteDie Berichterstattung des GRENKE Konzerns über die
Entwicklung seiner Segmente folgt der dominierenden
Organisationsstruktur innerhalb des GRENKE Konzerns, der
dem sogenannten Managementansatz folgt. Daher sind die
operativen Segmente in Anlehnung an die Steuerung der
Unternehmensbereiche in die Segmente Leasing, Bank und
Factoring unterteilt, was dem Entscheidungsträger, dem
Vorstand der GRENKE AG, dazu dient, die Leistung der
Segmente zu beurteilen und Entscheidungen über die
Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen. Eine
regionale Aufgliederung der Geschäftstätigkeiten
erfolgt jährlich im Abschluss des GRENKE Konzerns des
jeweiligen Geschäftsjahres. Für die drei
operativen Segmente liegen separate Finanzinformationen
vor.
Innerkonzernliche Transaktionen werden in der Spalte
"Konsolidierung und Sonstiges" innerhalb der
Segmentberichterstattung ausgewiesen.
12.2 Berichtspflichtige Segmente12.2.1 LeasinggeschäftDas Segment Leasing beinhaltet sämtliche
Aktivitäten, die mit der Tätigkeit des Konzerns
als Leasinggeber zusammenhängen. Das
Dienstleistungsangebot umfasst dabei die Übernahme der
Finanzierung für gewerbliche Leasingnehmer, die
Vermietung, Service-, Protect- und Wartungsangebote sowie
die Verwertung von Gebrauchtgeräten.
Der GRENKE Konzern hat sich dabei im Wesentlichen auf
das sogenannte Small-Ticket-Leasing von IT-Produkten wie
zum Beispiel PCs, Notebooks, Servern, Bildschirmen und
anderen Peripheriegeräten, Software,
Telekommunikations- und Kopiertechnik, Medizintechnik sowie
sonstige IT-Produkte spezialisiert. Nahezu alle
abgeschlossenen Leasingverträge sind Verträge mit
Vollamortisationsanspruch.
12.2.2 BankgeschäftAls Finanzierungspartner vor allem für KMU umfasst
das Segment Bank die Aktivitäten der GRENKE BANK AG
(nachfolgend auch "GRENKE Bank"). Im Rahmen von
Kooperationen mit verschiedenen Förderbanken des
Bundes und einzelner Bundesländer finanziert die
GRENKE Bank Existenzgründungen. Zudem vergibt die
GRENKE Bank Fördermittel für KMU und
Freiberufler, die betriebliche Neuanschaffungen über
Leasing finanzieren. Über ihren Internetauftritt
bietet die GRENKE Bank darüber hinaus
Geldanlageprodukte wie beispielsweise Festgeldprodukte
für private und gewerbliche Kunden an. Das
Geschäft der Bank erfolgt schwerpunktmäßig
mit deutschen Kunden. Neben dem Geschäft mit externen
Kunden umfassen die Aktivitäten der GRENKE BANK AG
auch die interne Refinanzierung des Leasingsegments des
GRENKE Konzerns mittels des Ankaufs von Forderungen und der
Ausgabe von Darlehen.
12.2.3 FactoringgeschäftIm Segment Factoring bietet GRENKE klassische
Factoringdienstleistungen mit der Fokussierung auf das
Small-Ticket-Factoring an. Dabei werden im Rahmen des
echten Factorings sowohl das offene Factoring, bei dem der
Debitor über die Forderungsabtretung informiert wird,
als auch das stille Factoring, bei dem der Debitor keine
entsprechende Information erhält, angeboten. Daneben
bietet das Segment auch Forderungsmanagement ohne
Finanzierungsfunktion (unechtes Factoring) an; hier
verbleibt das Delkredererisiko beim Kunden. Interne
operative Erträge ergeben sich insbesondere aus der
internen Refinanzierung.
12.3 Messgrößen der SegmenteDie Bilanzierungsgrundsätze, die zur Gewinnung der
Segmentinformationen herangezogen werden, entsprechen den
angewandten Bilanzierungsregeln des
Konzernzwischenabschlusses. Konzerninterne Transaktionen
erfolgen zu marktüblichen Preisen.
Für die Beurteilung des Erfolgs des GRENKE Konzerns
ist die zuständige Unternehmensinstanz, der Vorstand
der GRENKE AG, verantwortlich. Dieser hat als wesentliche
Erfolgsgrößen neben dem Wachstum des
Neugeschäfts des Leasingsegments (Summe der
Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände),
für die GRENKE Bank das Einlagevolumen und für
das Factoringsegment die Bruttomarge bestimmt. Die weiteren
Messgrößen umfassen insbesondere die operativen
Segmenterträge, die zinsunabhängigen
Aufwendungen, das Segmentergebnis vor dem sonstigen
Finanzergebnis sowie die Personalaufwendungen, Vertriebs-
und Verwaltungsaufwendungen sowie die Abschreibungen. Das
sonstige Finanzergebnis und die Steueraufwendungen /
-erträge sind die wesentlichen Bestandteile der
Konzernergebnisrechnung, die nicht in die einzelnen
Segmentinformationen einfließen.
Die Segmenterträge der einzelnen Segmente setzen
sich wie folgt zusammen:
// Leasing: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und
Risikovorsorge, Ergebnis aus dem Servicegeschäft,
Ergebnis aus dem Neugeschäft und Verwertungsergebnis.
// Bank: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und
Risikovorsorge.
// Factoring: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und
Risikovorsorge.
Bei den nicht zahlungswirksamen Posten handelt es sich
um Wertminderungen.
Das Segmentvermögen beinhaltet die
betriebsnotwendigen Vermögenswerte. Die
Segmentschulden entsprechen den, dem jeweiligen Segment
zuzurechnenden Verbindlichkeiten.
Segmentvermögen und -schulden berücksichtigen
keine Steuerpositionen.
13. Änderungen im Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2022Im zweiten Quartal 2022 wurde erstmalig das FCT
"GK"-COMPARTMENT "G5" (FCT GK 5) mit Sitz in Saint-Denis,
Frankreich, in den Konsolidierungskreis aufgenommen bzw.
konsolidiert. Es handelt sich hierbei um ein strukturiertes
Unternehmen.
Die GRENKE AG hat zum 23. Mai 2022 jeweils 58 % der
kapital- und stimmberechtigten Anteile an der GC Leasing AZ
LLC (Phoenix/USA) und der GC Lease Singapore Pte Ltd
(Singapur/Singapur) erworben. Die kaufvertraglich
vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von
273 TEUR (USA) und 1 TEUR (Singapur) sind in der
Kapitalflussrechnung unter der Position "Auszahlungen aus
der Akquisition von Tochterunternehmen" ausgewiesen. Beide
im Leasingsegment tätigen Franchisegesellschaften
waren bereits vor dem Erwerb der Anteile vollständig
konsolidiert.
14. Auszahlung an HybridkapitalgeberAm 30. März 2022 hat die GRENKE AG
planmäßig eine Kuponzahlung in Höhe von
12.946 TEUR (Vorjahr: 13.406 TEUR) an die
Hybridkapitalgeber geleistet.
15. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenDer Aufsichtsrat der GRENKE AG hat mit allen amtierenden
Vorstandsmitgliedern eine Phantom-Stock-Vereinbarung
abgeschlossen. Auszahlungen im Rahmen dieser Vereinbarungen
fielen im bisherigen Geschäftsjahr in Höhe von 0
TEUR an (30.06.2021: 0 TEUR).
Zum 30. Juni 2022 betrug der Wert aller bestehenden
Phantom-Stock-Vereinbarungen 0 TEUR (30.06.2021: 0 TEUR).
Die erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und
Verlustrechnung erfolgt in den Personalaufwendungen und ist
unter den variablen Vergütungskomponenten ausgewiesen.
Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und TochterunternehmenTransaktionen der GRENKE AG mit ihren Tochterunternehmen
sind Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und
Personen. Im Fall, dass die Transaktion im Rahmen der
Konsolidierung eliminiert wird, entfällt eine
Offenlegung. Geschäfte des GRENKE Konzerns mit
assoziierten Unternehmen sind als Geschäfte mit
nahestehenden Unternehmen und Personen offenzulegen.
Gegenüber assoziierten Unternehmen resultieren
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft sowie
Guthaben auf Kontokorrentkonten der GRENKE BANK AG. Die
GRENKE BANK AG hat zum Stichtag 30. Juni 2022 Einlagen
sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe von 53
TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 5.178 TEUR) von assoziierten
Unternehmen erhalten. Zudem bestehen Forderungen aus
Darlehen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 1.807
TEUR). Es entstand ein Zinsaufwand von 0 TEUR (Vorjahr bis
30.06.2021: 0 TEUR) sowie ein Zinsertrag von 0 TEUR
(Vorjahr bis 30.06.2021: 22 TEUR). Des Weiteren besteht im
GRENKE Konzern ein weiteres Darlehen gegenüber einem
assoziierten Unternehmen in Höhe von 30 TEUR (Vorjahr
31.12.2021: 60 TEUR). Es entstand ein Wertminderungsaufwand
von 30 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 0 TEUR).
Offenzulegende Transaktionen mit Tochterunternehmen
entstanden weder im Geschäftsjahr 2022 noch im
Geschäftsjahr 2021.
Transaktionen mit Personen in SchlüsselpositionenPersonen in Schlüsselpositionen sind Personen, die
für die Planung, Leitung und Überwachung der
Tätigkeiten des GRENKE Konzerns direkt oder indirekt
zuständig und verantwortlich sind. Zu den Personen in
Schlüsselpositionen zählen ausschließlich
die im Geschäftsjahr aktiven Vorstands- und
Aufsichtsratsmitglieder der GRENKE AG sowie diesem
Personenkreis nahestehende Personen wie zum Beispiel
Familienangehörige. Die Vergleichbarkeit der Angaben
ist aufgrund des Ausscheidens von Herrn Wolfgang Grenke aus
dem Aufsichtsrat in 2021 nur bedingt gegeben. Wir verweisen
hierzu auf das Kapitel 9.6 des Anhangs zum Konzernabschluss
per 31. Dezember 2021.
Im Rahmen ihrer gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit bietet die GRENKE BANK AG
nahestehenden Personen in Schlüsselpositionen und
diesem Personenkreis nahestehenden Personen
Dienstleistungen an. Die GRENKE BANK AG hat zum Stichtag
Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe
von 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 16.918 TEUR) von Personen
in Schlüsselpositionen und diesem Personenkreis
nahestehenden Personen erhalten. Der Zinsaufwand
hierfür betrug 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 10
TEUR). Noch nicht ausgeglichene Kreditkartenkonten wiesen
zum Stichtag einen Stand von 8 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 39
TEUR) bei einem Kreditkartenlimit von 53 TEUR (Vorjahr
31.12.2021: 316 TEUR) gegenüber nahestehenden Personen
in Schlüsselpositionen aus. Eine weitere Kreditvergabe
an diesen Personenkreis ist während der
Berichtsperiode nicht erfolgt. Es entstanden mit Personen
in Schlüsselpositionen Erträge in Höhe von 0
TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 4 TEUR). Die Erträge aus
dem Vorjahr entstanden unter anderem aus der
Weiterverrechnung von Datenleitungskosten, Kfz-Kosten und
weiteren Kosten. Zum Stichtag bestehen Forderungen in
Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 1 TEUR) aus
diesen Transaktionen.
Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und PersonenUnter die sonstigen nahestehenden Unternehmen fallen
Tochterunternehmen und Gemeinschaftsunternehmen der
Personen in Schlüsselpositionen bzw. diesem
Personenkreis nahestehenden Personen. Die Vergleichbarkeit
der Angaben ist aufgrund des Ausscheidens von Herrn
Wolfgang Grenke aus dem Aufsichtsrat in 2021 nur bedingt
gegeben. Wir verweisen hierzu auf das Kapitel 9.6 des
Anhangs zum Konzernabschluss per 31. Dezember 2021. Unter
den sonstigen nahestehenden Personen, sind Personen
gemäß IAS 24.10 ausgewiesen, die wegen dem
wirtschaftlichen Gehalt der Beziehung als nahestehende
Person deklariert wurden.
Gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen
resultieren Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft
der GRENKE BANK AG sowie aus Guthaben auf
Kontokorrentkonten. Die GRENKE BANK AG hat zum Stichtag 30.
Juni 2022 Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in
Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 3.477 TEUR) von
sonstigen nahestehenden Unternehmen erhalten. Kreditrahmen
für Kontokorrentkonten wurden in Höhe von 795
TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 793 TEUR) bei einem
Kontokorrentkreditlimit in Höhe von 840 TEUR (Vorjahr
31.12.2021: 840 TEUR) in Anspruch genommen. Es entstand ein
Zinsaufwand von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 17 TEUR)
sowie ein Zinsertrag in Höhe von 15 TEUR (Vorjahr bis
30.06.2021: 11 TEUR). Die Erträge mit sonstigen
nahestehenden Unternehmen und Personen in Höhe von 2
TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 57 TEUR) resultieren im
aktuellen Jahr aus Leasingverträgen und
Mitarbeiterdarlehen. Im Vorjahr resultierten die
Erträge mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und
Personen im Wesentlichen aus Mieterträgen und der
Weiterberechnung von Standleitungskosten, Lizenzkosten und
sonstigen Kosten. Des Weiteren entstanden im GRENKE Konzern
Aufwendungen mit nahestehenden Unternehmen in Höhe von
0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 557 TEUR). Es handelt sich
bei den Aufwendungen im Vorjahr im Wesentlichen um
Zinsaufwendungen aus Darlehen und Provisionen.
Diesbezügliche Verbindlichkeiten, die
hauptsächlich aus Darlehen resultieren, belaufen sich
zum Stichtag auf 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 6.153 TEUR).
Forderungen gegenüber sonstigen nahestehenden Personen
und Unternehmen, die überwiegend aus Collateral
Zahlungen an sonstige nahestehende Unternehmen und Personen
bestehen, belaufen sich zum 30.06.2022 auf 4.517 TEUR
(Vorjahr 31.12.2021: 11.007 TEUR).
16. EventualverbindlichkeitenBei den Eventualverbindlichkeiten ergaben sich im ersten
Halbjahr 2022 im Vergleich zum 31. Dezember 2021 keine
wesentlichen Veränderungen.
17. MitarbeiterDer Personalbestand (ohne Vorstand) auf Basis einer
Kopfzählung des GRENKE Konzerns betrug in der
Zwischenberichtsperiode durchschnittlich 1.904 (Vorjahr
30.06.2021: 1.861). Weitere 45 (Vorjahr 30.06.2021: 68)
Beschäftigte befinden sich in der Ausbildung.
18. Ereignisse nach dem BilanzstichtagWesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag waren
nicht zu verzeichnen.
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Halbjahresfinanzberichterstattung der
Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Baden-Baden, den 8. August 2022
scrollen
Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die GRENKE AG, Baden-BadenWir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -
bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung,
Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung
sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben -
und den Konzernzwischenlagebericht der GRENKE AG,
Baden-Baden, für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis
zum 30. Juni 2022, die Bestandteile des
Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer
prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung
des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den
IFRS für Zwischenberichterstattungen, wie sie in der
EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts
nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der
gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist
es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten
Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht
auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze für die prüferische
Durchsicht von Abschlüssen sowie unter
ergänzender Beachtung des International Standard on
Review Engagements "Review of Interim Financial Information
Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE
2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische
Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir
bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit
ausschließen können, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattungen, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische
Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf
Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf
analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die
durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da
wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung
vorgenommen haben, können wir einen
Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu
der Annahme veranlassen, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattungen, wie sie in der EU anzuwenden
sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in
wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Frankfurt am Main, 8. August 2022 BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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Finanzkalender5. Oktober 2022 // Neugeschäftszahlen Q3 2022
10. November 2022 // Quartalsmitteilung Q3 und Q1 - Q3
2022
ImpressumInformationen und KontaktGRENKE AG
Team Investor Relations
Neuer Markt 2
76532 Baden-Baden
Telefon: +49 7221 5007-204
Telefax: +49 7221 5007-4218
E-Mail: investor@grenke.de
ImpressumHerausgeber: Der Vorstand der GRENKE AG
Redaktion: GRENKE AG, Investor Relations
Gestaltung, Layout & Satz: SPARKS CONSULTING GmbH,
München
Stand: 11.08.2022
© GRENKE AG, Baden-Baden
DisclaimerIn diesem Finanzbericht erfolgt die Darstellung von
Zahlen in der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den
jeweiligen Rundungen können sich Differenzen einzelner
Werte gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten
Zahl ergeben, die naturgemäß keinen
signifikanten Charakter haben können. Aus Gründen
der leichteren Lesbarkeit wird auf eine
geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet.
Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung
für alle Geschlechter.
Der Finanzbericht erscheint in deutscher und englischer
Sprache. Maßgeblich ist stets die deutsche Fassung.
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