GRENKE AGBaden-BadenQuartalsfinanzbericht zum 3. Quartal und Q1-Q3 2023Konzernkennzahlenscrollen
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Regionen Leasing:
Übrige Regionen: Australien, Brasilien, Chile,
Kanada, Singapur, Türkei, VAE, USA
Regionen Factoring:
Konsolidierte Franchisegesellschaften:
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* Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die
unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden.
KENNZAHLEN Q3 2023:scrollen
REFINANZIERUNGSBASIS:DREI SÄULEN: REFINANZIERUNGSMIX DES GRENKE KONZERNS
AKTIONÄRSSTRUKTUR:
Neben der Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG zeigt die
Grafik weitere Aktionär:innen, die zum in der
jeweiligen Stimmrechtsmitteilung genannten
Veröffentlichungsdatum einen Anteil von über 3
Prozent hielten und laut Definition der Deutschen
Börse dem Streubesitz zuzurechnen sind.
Freefloat (Streubesitz) nach Ziffer 2.3 des aktuellen
"Leitfadens zu den Aktienindizes der Deutschen Börse"
Die obenstehenden Angaben sind ohne Gewähr und
basieren auf den von der Gesellschaft erhaltenen
Stimmrechtsmitteilungen gemäß
Wertpapierhandelsgesetz (WpHG).
Konzernzwischenlagebericht1. Grundlagen des Konzerns1.1 GRENKE im ÜberblickWir sind globaler Finanzierungspartner für kleine
und mittlere Unternehmen (KMU) im Small-Ticket-Leasing. Mit
unseren Angeboten verschaffen wir Unternehmen finanziellen
Freiraum bei der Realisierung von Investitionen. KMU, die
über uns leasen, schonen so ihre Liquidität. Wir
agieren gemäß unseren Werten: Einfach, schnell,
persönlich und unternehmerisch. Factoring- und
Bank-Services runden unser Angebot ab. 1978 in Baden-Baden
gegründet, sind wir mit rund 2.000 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern in über 30 Ländern weltweit
aktiv.
1.2 GeschäftsmodellIn unserem Leasinggeschäft konzentrieren wir uns
überwiegend auf sogenannte Small-Tickets, d. h.
Verträge mit einem Anschaffungswert der finanzierten
Objekte von unter 25 TEUR. Rund 90 Prozent aller
Leasingverträge entsprachen dieser
Größenordnung in den ersten neun Monaten 2023 -
wie auch in den Vorjahren. Im Durchschnitt hatte ein
Vertrag bei uns in den ersten neun Monaten 2023 ein Volumen
von rund 8.600 EUR.
Der Schwerpunkt unseres Leasingportfolios liegt im
Bereich der IT- und Bürokommunikationsprodukte.
Darüber hinaus haben wir unser Geschäftsmodell in
den vergangenen Jahren auf weitere Produktgruppen
ausgedehnt, darunter u.a. kleine Maschinen und Anlagen,
medizintechnische Geräte, Sicherheitsgeräte und
Green Economy- Objekte, wie beispielsweise Wallboxen,
Photovoltaikanlagen und eBikes.
Zum 30. September 2023 waren wir an insgesamt 135
Standorten in 33 Ländern weltweit aktiv. Wir
erwirtschafteten in den ersten neun Monaten des laufenden
Geschäftsjahrs 94,2 Prozent unseres
Leasingneugeschäfts in Europa, wo wir in nahezu allen
Ländern aktiv sind. Unsere Kernmärkte sind
Deutschland, Frankreich und Italien. Darüber hinaus
bauen wir unsere Präsenz außerhalb Europas durch
den Markteintritt in Ländern Asiens, in Australien
sowie Nord- und Südamerika kontinuierlich aus.
Wir sind in der Lage, in Phasen konjunktureller
Schwankungen unser Geschäft durch eine Anpassung der
Annahmestrategie bei Leasinganfragen agil zu steuern. Durch
die strikte Fokussierung auf risikoärmeres
Neugeschäft - d.h. durch den Verzicht auf
Geschäft mit risikoreicheren Branchen und
Kundensegmenten - können wir die Qualität und
Quantität unseres Neugeschäfts gezielt
beeinflussen. Zudem sind wir in der Lage, unsere
Konditionsgestaltung den jeweiligen markt- und
makroökonomischen Bedingungen flexibel anzupassen.
Entsprechend erweist sich unser Geschäftsmodell als
widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen. So
ist es uns gelungen, auch in wirtschaftlich
äußerst schwierigen Zeiten, wie der
Finanzmarktkrise 2009 oder der Corona-Pandemie 2020 und
2021, risikoadäquate Margen durchzusetzen und
nachhaltig profitabel zu wirtschaften.
1.3 SegmenteDer GRENKE Konzern ist in die drei Segmente Leasing,
Bank und Factoring gegliedert. Für eine Beschreibung
unserer Geschäftsaktivitäten und der
Geschäftsentwicklung der Segmente im Berichtszeitraum
verweisen wir auf Abschnitt 2.4.3 "Entwicklung der
Segmente" und die Ausführungen in Kapitel 11
"Konzern-Segmentberichterstattung" des Anhangs zum
verkürzten Konzernzwischenabschluss.
1.4 AktionärsstrukturAls mittelständisch geprägtes
Familienunternehmen verfügen wir mit der Grenke
Beteiligung GmbH & Co. KG über eine
Großaktionärin, die sich im Besitz von Anneliese
Grenke, dem Unternehmensgründer Wolfgang Grenke sowie
deren drei gemeinsamen erwachsenen Söhne befindet. Zum
Stichtag 30. September 2023 hielt die Grenke Beteiligung
GmbH & Co. KG 40,84 Prozent der Unternehmensanteile.
Entsprechend betrug der Streubesitz 59,16 Prozent. Weitere
Aktionärinnen und Aktionäre, die zum in der
jeweiligen Stimmrechtsmitteilung genannten
Veröffentlichungsdatum einen Anteil von über 3
Prozent hielten und laut Definition der Deutschen
Börse dem Streubesitz zuzuordnen sind, lauten: ACATIS
Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH (5,02
Prozent), Investmentaktiengesellschaft für
langfristige Investoren TGV (3,24 Prozent), die
GRENKE-Stiftung (3,04 Prozent) sowie die
Universal-Investment GmbH (3,02 Prozent). Der Anteil der
Aktien im Besitz von Vorstand und Aufsichtsrat betrug zum
Stichtag rund 0,1 Prozent.
1.5 Ziele und StrategienWir haben das Ziel, der weltweit führende
Finanzierungspartner für kleine und mittlere
Unternehmen zu werden. Für das laufende
Geschäftsjahr 2023 rechnet der Vorstand mit einem
Leasingneugeschäft in Höhe von 2,6 bis 2,8 Mrd.
EUR, bei einem Konzernergebnis von 80 bis 90 Mio. EUR.
Für das kommende Geschäftsjahr 2024 strebt der
Vorstand auf Basis aktualisierter Konjunkturprognosen und
dem weiteren Fokus auf ausgewogene Margen ein
Leasingneugeschäft in Höhe von 3,0 bis 3,2 Mrd.
EUR an. Des Weiteren prognostiziert der Vorstand für
2024 ein Konzernergebnis von 95 bis 115 Mio. EUR.
Diese Ziele sind Grundlage unserer
Unternehmensstrategie, die sich in die strategischen Felder
"Vertriebsaktivitäten und -kanäle", "Operational
Excellence und Kostendisziplin", "Digitalisierung" und
"Nachhaltigkeit" unterteilt.
Liquidität und Refinanzierung spielen eine
grundlegende, zentrale Rolle in unserem
Geschäftsmodell und werden entsprechend gesteuert. Uns
stehen hierbei umfangreiche Instrumente zur Verfügung,
die je nach Marktbedingungen im Rahmen der Gesamtstrategie
eingesetzt werden. Im Wesentlichen basiert die
Fremdkapital-basierte Finanzierung auf drei Säulen
scrollen
Dabei vermeiden wir Fristentransformation und verringern
so potenzielle Zinsänderungs- und
Anschlussfinanzierungsrisiken auf Portfolioebene auf ein
Minimum.
Weitere Details entnehmen Sie dem aktuellen
Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2022,
Kapitel 1.2 "Ziele und Strategie".
2. Wirtschaftsberichtscrollen
2.1 Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenAuch im dritten Quartal 2023 gehörten die
fortgesetzte Inflation sowie weiter steigende Zinsen zu den
zentralen Einflussfaktoren des gesamtwirtschaftlichen
Umfelds. Positive Akzente setzten in Deutschland ein
nachlassender Inflationsdruck und gestiegene
Auftragseingänge.
Maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftliche
Entwicklung üben die Leitzinsentscheidungen der
Europäischen Zentralbank (EZB) aus. Diese nahm im
dritten Quartal 2023 zwei Erhöhungen der Leitzinsen
vor, so dass der Hauptrefinanzierungssatz zum Quartalsende
2023 bei 4,5 Prozent und der für die Finanzmärkte
richtungsweisende Einlagensatz für Banken bei 4,0
Prozent lag. Grund für die Zinserhöhungen war,
dass die Inflationsrate im Euroraum mit 5,1 Prozent im
August 2023 weiterhin über der Zielinflationsrate von
2 Prozent lag. In Deutschland ging die Inflation im
September auf 4,5 Prozent im Jahresvergleich zurück.
Damit liegt sie auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn des
russischen Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022. In
ihrer Sitzung vom 26. Oktober 2023 ließ die EZB die
Leitzinsen unverändert. Ihr zufolge trägt das
bestehende Niveau der Leitzinsen dazu bei, den
Inflationsdruck substantiell zu senken, wenn diese lange
genug auf dem Niveau bleiben.
In Deutschland nahmen rezessive Tendenzen zu, so ging
die Industrieproduktion im August 2023 weiter zurück.
Weitere Indikatoren deuten darauf hin, dass das
Wirtschaftswachstum in Deutschland im dritten Quartal ein
weiteres Mal sank, nachdem es im zweiten Quartal noch
stagniert hatte. Positive Signale kamen von den
Auftragseingängen, welche im August 2023 -
gegenüber dem Vormonat - doppelt so hoch waren wie
erwartet. Dies kann als ein erstes Zeichen gewertet werden,
dass die konjunkturelle Abwärtsbewegung eine begrenzte
Dauer haben dürfte.
Ein ähnliches Bild zeichnet der
ifo-Geschäftsklimaindex, der die Einschätzung von
Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und ihren
Erwartungen zur Entwicklung auf Sicht von sechs Monaten
zusammenfasst. Mit 85,7 Punkten verzeichnete der
ifo-Geschäftsklimaindex im September 2023 ein weiteres
Mal einen Rückgang. Er lag unter dem Wert des vorigen
Quartals (Juni 2023: 88,6 Punkte), jedoch etwas oberhalb
dem des Vorjahres (September 2022: 85,3 Punkte). Die
Bewertung der aktuellen Geschäftslage durch die
Unternehmen verschlechterte sich seit April 2023
kontinuierlich. Insbesondere Unternehmen der Baubranche
sehen ihre aktuelle Geschäftslage aufgrund hoher
Zinsen und umfangreicher Regulierungen als negativ an. Bei
den Geschäftserwartungen zeigte sich jedoch erstmals
seit April 2023 eine leichte Verbesserung und gibt Anlass
für Zuversicht. Für den vorsichtigen Optimismus
dürfte die Erwartung der Marktteilnehmer eine Rolle
spielen, dass die EZB eine Zinspause einlegt und dass die
durchgesetzten Lohnsteigerungen die Kaufkraft der
Konsumenten stärken.
Inmitten dieses herausfordernden Umfeldes ist es uns
erneut und wie angekündigt gelungen, unseren
Wachstumskurs beim Leasingneugeschäft im dritten
Quartal 2023 zu profitablen Konditionen fortzusetzen.
2.2 Wesentliche Ereignisse und GeschäfteIm ersten Quartal 2023 übernahm Dr. Sebastian
Hirsch den Vorstandsvorsitz von Michael Bücker. In der
zugehörigen Ad-hoc-Mitteilung vom 16. Februar 2023
gaben wir bekannt, dass der Aufsichtsrat und der vormalige
Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG, Michael Bücker,
dessen Bestellung aus gesundheitlichen Gründen
zeitlich befristet bis zum 28. Februar 2023 widerrufen
worden war, sich darauf verständigt hatten, dass
Michael Bücker das Unternehmen zum 28. Februar dieses
Jahres verlässt.
Der Aufsichtsrat hatte daraufhin Dr. Sebastian Hirsch,
der bereits interimistisch zum CEO ernannt worden war, zum
16. Februar 2023 zum CEO ernannt. Seine Aufgaben als
Finanzvorstand führt Dr. Sebastian Hirsch seit seiner
Ernennung zum CEO interimistisch fort. Dr. Martin Paal, der
seit Juni 2022 bei der GRENKE AG als VP Controlling
tätig ist, soll nach einer Übergangs- und
Einarbeitungsphase die Leitung des Finanzressorts
übernehmen. Er fungiert ab sofort als Senior Vice
President als Stellvertreter von Dr. Sebastian Hirsch
für das Finanzressort.
Am 2. März 2023 informierten wir in einer
Ad-hoc-Mitteilung über unser Digitalisierungsprogramm
"Digital Excellence" mit einem zusätzlichen
Investitionsvolumen von 45 bis 50 Mio. EUR. Um die
erfolgreiche internationale Wachstums- und
Expansionsstrategie fortzusetzen, werden wir in den
nächsten drei Jahren in die digitale Optimierung der
gesamten Wertschöpfungskette in über 30
Ländern investieren. Grundlage des
Digitalisierungsprogramms - und mit einem Drittel der
Investitionen die größte Einzelmaßnahme -
ist die Transformation in die Cloud-Technologie. Die
übrigen Investitionsmittel verteilen sich auf die
darauf aufbauende Automatisierung aller Kernprozesse
für das Leasinggeschäft. Schätzungsweise 15
Mio. Euro werden im laufenden Geschäftsjahr als
zusätzlicher Aufwand anfallen.
Ziel von "Digital Excellence" ist die möglichst
vollständige End-to-End-Digitalisierung interner
Prozesse im Kerngeschäft Leasing, um in neuen wie auch
in bestehenden Märkten deutlich skalieren und dadurch
stärker wachsen zu können. So soll beispielsweise
die Bearbeitung eines Leasingantrages künftig statt
Minuten nur noch Sekunden in Anspruch nehmen ("instant
decision"). Mit dieser erweiterten
Digitalisierungsinitiative stellen wir uns optimal auf, um
auf neue Anforderungen von Kundinnen und Kunden zu
reagieren und selbst neue Trends in der
Leasingfähigkeit von Investitionsvorhaben kleiner und
mittlerer Unternehmen zu setzen, beispielsweise durch das
Anbieten von Leasingfinanzierung für neue
Objektkategorien. Einige der Investitionsmaßnahmen,
wie der Ausbau der Cloud-Technologie, waren ohnehin geplant
und werden jetzt - parallel zu dem ambitionierten
Wachstumspfad im Neugeschäft - vorgezogen und rascher
umgesetzt.
Mit gleichem Datum, dem 2. März 2023, legten wir
vorläufige, nicht testierte Zahlen für das
Geschäftsjahr 2022 vor wie auch den
Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat für
das Jahr 2022 in Höhe von 0,45 Euro je Aktie.
Außerdem gaben wir unsere Guidance für das
Geschäftsjahr 2023 bekannt. Der Vorstand erwartet,
dass wir für das Geschäftsjahr 2023 ein
Leasingneugeschäft zwischen 2,6 und 2,8 Mrd. EUR
erzielen und ein Konzernergebnis von 80 bis 90 Mio. EUR
erwirtschaften werden. Durch die Umsetzung des
Digitalisierungsprogramms in den kommenden Jahren ging der
Vorstand zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass das
angestrebte Konzernergebnis 2024 bei ca. 120 Mio. EUR
liegt, statt wie zuvor prognostiziert bei 140 Mio. EUR.
Am 23. März 2023 berichteten wir über eine
neue Rating-Maßnahme von Standard & Poor's.
S&P Global Ratings hatte das langfristige
Emittentenrating von GRENKE von "BBB+" auf "BBB" gesenkt
und das Kurzfristrating von "A-2" bekräftigt. Der
stabile (vorher negative) Ausblick bringt die Erwartung zum
Ausdruck, dass GRENKE seine angemessene Risikobereitschaft,
die Qualität seiner Vermögenswerte und seine
hohen Kapitalpuffer erhalten und schrittweise seine solide
risikooptimierte Rentabilität in den nächsten
zwei Jahren zurückgewinnen wird. Im Oktober 2022
hatten wir bereits ein Investment Grade Rating von "BBB"
mit stabilem Ausblick durch Fitch-Rating erhalten
(Fitch-Ratingstufe "BBB/stable/F2").
Am 20. April 2023 gaben wir eine Beteiligung an der
"Miete24 P4Y GmbH" in Höhe von 25 Prozent plus einen
Stimmanteil bekannt. Mit der Akquisition der
Internetplattform stärken wir unsere
Vertriebsinfrastruktur vor allem im Fachhandel und
eröffnen uns zusätzliche Optionen im
Online-Direktgeschäft mit gewerblichen Kunden. Der
Kaufpreis für den Anteil an Miete24 betrug 3,1 Mio.
EUR. Darüber hinaus haben wir uns langfristig die
Option zur vollständigen Übernahme gesichert. Der
Rollout erfolgt sukzessive mit ausgesuchten
Fachhändlern. Nach dem erfolgreichen Start in
Deutschland soll die neue Digital-Plattform
schnellstmöglich auch international eingesetzt werden.
Am 16. Mai 2023 veranstalteten wir die ordentliche
Hauptversammlung, die zum ersten Mal seit Beginn der
Covid-19-Pandemie wieder in Präsenz stattfand. Auf der
Hauptversammlung wurde die Ausschüttung einer
Dividende in Höhe von 0,45 Euro je Aktie (2022: 0,51
Euro) beschlossen. Auch allen Tagesordnungspunkten wurde
mit großer Mehrheit zugestimmt, darunter der
Satzungsänderung mit der Ermächtigung,
künftig virtuelle Hauptversammlungen
durchzuführen. Der langjährige Vorsitzende des
Aufsichtsrats, Prof.
Dr. Ernst-Moritz Lipp schied mit Ablauf der
Hauptversammlung turnusgemäß aus dem Gremium
aus. Bestätigt wurde Nils Kröber als
Aufsichtsratsmitglied für eine fünfjährige
Amtszeit bis zum Ende der Hauptversammlung 2028. Für
drei Jahre wurde Moritz Grenke, Sohn des
Unternehmensgründers Wolfgang Grenke und Kommanditist
der Großaktionärin Grenke Beteiligung GmbH &
Co. KG, in den Aufsichtsrat gewählt.
Am 16. Mai 2023 wählte der Aufsichtsrat in seiner
Sitzung nach der Hauptversammlung Jens Rönnberg,
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, zum neuen
Aufsichtsratsvorsitzenden sowie Dr. Konstantin
Mettenheimer, Rechtsanwalt und Steuerberater, zu seinem
Stellvertreter. Jens Rönnberg gehört dem
Aufsichtsrat seit November 2019 an und war zuvor
stellvertretender AR-Vorsitzender. Dr. Konstantin
Mettenheimer wurde auf der Hauptversammlung 2021 in den
Aufsichtsrat gewählt.
Am 9. August 2023 passte der Vorstand seinen Ausblick
für das Geschäftsjahr 2024 an das Marktumfeld an.
Auf Basis aktualisierter Konjunkturprognosen und dem
weiteren Fokus auf ausgewogene Margen in diesem Umfeld
strebt der Vorstand für 2024 nun ein
Leasingneugeschäft in Höhe von 3,0 bis 3,2 Mrd.
Euro statt zuvor rund 3,4 Mrd. Euro an. Auch mit dem
reduzierten Prognosekorridor für das Neugeschäft
setzen wir unsere Wachstumsstrategie fort. Für das
Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2024 geht der
Vorstand daraus abgeleitet von einem Korridor zwischen 95
und 115 Mio. Euro aus (zuvor rund 120 Mio. Euro). Die
Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2023
bleibt unverändert bei 2,6 bis 2,8 Mrd. Euro für
das Leasingneugeschäft und für das
Konzernergebnis bei 80 bis 90 Mio. Euro.
Am 22. September 2023 platzierten wir mit unserer ersten
Benchmark-Anleihe zugleich erstmals eine Anleihe, die
ausschließlich der Refinanzierung nachhaltiger
Leasinggüter dient. Das Emissionsvolumen dieses ersten
Green Bonds (ISIN XS2695009998) lag bei 500 Millionen Euro
und erreichte damit den höchsten Wert einer Anleihe in
der mehr als vierzigjährigen Geschichte des
Leasingspezialisten. Die Nachfrage überstieg das
Angebot deutlich. Der Zinssatz beträgt 7,875 Prozent
p.a. und die Laufzeit 3,5 Jahre bis zum 6. April 2027. Ab
einem Volumen von 500 Millionen Euro gilt eine Emission als
Benchmark-Anleihe und kann in einen Kapitalmarktindex
aufgenommen werden. Bei diesem GRENKE Green Bond handelt es
sich um einen Use of Proceeds Bond, dessen Erlöse
zweckgebunden sind für die Refinanzierung von als
nachhaltig geltenden Objekten, beispielsweise aus den
Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz,
nachhaltige Mobilität sowie Ressourcen- und
Abfallmanagement. Aktuell macht das eBike-Geschäft
rund 80 Prozent unseres Green-Bond-Portfolios aus.
Das Restvolumen verteilt sich auf Photovoltaik- und
Solaranlagen, Ladeinfrastruktur, LED-Beleuchtung und
Trinkwasseranlagen. Die Mittel werden sowohl für das
bestehende Green-Economy-Geschäft als auch für
dessen weiteren Ausbau eingesetzt. Unsere erste grüne
Anleihe ging vor allem an institutionelle Anleger, also
Vermögensverwalter, Fonds, Banken, Versicherer und
Pensionsfonds. Den regionalen Schwerpunkt bildete Europa,
insbesondere Anleger aus Deutschland, Großbritannien,
Österreich und der Schweiz kauften den Titel. Bei
einem Mindestanlagevolumen von nur 1.000 Euro haben wir mit
dieser Debütemission auch private Anlegerinnen und
Anleger angesprochen.
2.3 Neugeschäft2.3.1 LeasingIm dritten Quartal 2023 erzielten wir ein
Leasingneugeschäft in Höhe von 591,1 Mio. EUR.
Damit wuchs das Leasingneugeschäft zum achten Mal in
Folge, das Vorjahresquartal wurde um 4,5 Prozent (Q3 2022:
565,5 Mio. EUR) übertroffen. In den ersten 9
Monaten dieses Jahres verzeichneten wir bei einem
Leasingneugeschäft von kumuliert 1.851,6 Mio. EUR ein
Wachstum von 12,1 Prozent gegenüber dem
Vergleichszeitraum im Vorjahr (Q1 - Q3 2022: 1.652,2 Mio.
EUR).
Leasingneugeschäft seit Q4 2020
Die Nachfrage nach Leasingprodukten stabilisierte sich
angesichts der dynamischen Zinsentwicklung, da sich bei
steigenden Zinsen Kredite für Unternehmen in der Regel
verteuern und Banken die Kreditvergabe auch restriktiver
gestalten. Kredite verlieren somit im Vergleich zur
Finanzierung über Leasing an Attraktivität. Da
die Leasingraten zum Investitionszeitpunkt und somit bei
Vertragsabschluss fest kontrahiert werden, bietet Leasing
in Zeiten steigender Zinsen für unsere KMU eine
sichere Kalkulationsbasis.
Zudem war bei der Nachfrage nach Leasingprodukten das
durch die Urlaubssaison im Sommer bedingte Muster zu
beobachten. Demzufolge investieren Unternehmen in den
Urlaubsmonaten etwas weniger als im übrigen Jahr.
Unser Händlernetzwerk konnten wir weiter ausbauen,
so dass wir im dritten Quartal 2023 mit mehr als 35.300
Fachhandelspartner in über 30 Ländern, in denen
wir aktiv sind, zusammenarbeiten.
Wie im Vorjahrjahresquartal realisierten wir das
größte Leasingneugeschäft in der
DACH-Region mit 158,4 Mio. EUR, die mit 5,2 Prozent
überdurchschnittlich wuchs. Treiber für diese
Entwicklung war hauptsächlich das dynamische eBike
Geschäft in Deutschland und Österreich. Die
zweistärkste Region Westeuropa (ohne DACH) wuchs mit
4,7 Prozent leicht überdurchschnittlich und erreichte
ein Volumen von 149,2 Mio. EUR. Die stärksten
Wachstumsbeiträge kamen in dieser Region von Luxemburg
(+56,5 Prozent), Belgien (+22,2 Prozent) und den
Niederlanden (+15,4 Prozent). Die Region Südeuropa lag
mit 125,5 Mio. EUR weiterhin an dritter Stelle. Da wir uns
in dieser Region verstärkt auf die Profitabilität
fokussierten, verzeichneten wir - bei verbesserter Marge -
einen Rückgang des Leasingneuvolumens von 6,3 Prozent
gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die übrigen Regionen wuchsen mit 15,6 Prozent von
allen Regionen am stärksten. Motor für die
Entwicklung in dieser Region waren die Zukunftsmärkte
USA, Kanada und Australien. In der Region Nord-/Osteuropa
konnten wir das Leasingneugeschäft ebenfalls weit
über Durchschnitt ausweiten. Mit einem Wachstum 13,6
Prozent lag das Leasingneugeschäft im dritten Quartal
2023 bei 119,0 Mio. EUR, insbesondere Finnland und
Großbritannien mit einem Plus von jeweils rund 20
Prozent trugen zu dieser Dynamik bei.
Neugeschäft Leasingscrollen
Regionen:
Übrige Regionen: Australien, Brasilien, Chile
*, Kanada*, Singapur, Türkei, VAE, USA
* Konsolidierte Franchisegesellschaften
Anteil Neugeschäft Leasing nach Regionenin Prozent
Der Deckungsbeitrag 2 (DB2) verbesserte sich im dritten
Quartal 2023 um 5,1 Prozent gegenüber dem
Vorjahresquartal und erreichte so einen Wert von 97,4 Mio.
EUR. Mit 25,6 Mio. EUR trug die Region Westeuropa (ohne
DACH) am stärksten zu diesem Ergebnis bei, die
weiteren Regionen in Europa trugen jeweils zwischen 21 und
22 Mio. EUR bei.
Deckungsbeiträge im Leasingneugeschäftscrollen
In einem Marktumfeld, das von erneut gestiegenen Zinsen
und Rezessionsrisiken geprägt war, konnten wir die
DB2-Marge im dritten Quartal 2023 um 0,1 Prozentpunkte
gegenüber dem Niveau des Vorjahresquartals (Q3 2022:
16,4 Prozent) auf 16,5 Prozent insgesamt leicht steigern.
Die DB2-Marge ist ein Maß für die
prognostizierte Profitabilität des neu abgeschlossenen
Leasingportfolios.
In der DACH-Region realisierten wir im Berichtsquartal
eine Verbesserung der DB2-Marge um 1,2 Prozentpunkte auf
13,2 Prozent. Durch eine stärkere Fokussierung auf
margenstarke Verträge verbunden mit zinsbedingten
Konditionsanpassungen konnten wir die DB2-Marge in
Südeuropa trotz ansteigender Zinsen um 0,1
Prozentpunkte auf 17,2 Prozent verbessern. In Westeuropa
(ohne DACH) und Nord-/Osteuropa übertrafen die
jeweiligen DB2-Margen ebenfalls den langfristigen Richtwert
von 17 Prozent, allerdings verzeichneten diese beiden
Regionen angesichts der beiden Leitzinserhöhungen der
EZB im Berichtsquartal einen Rückgang gegenüber
dem Vorjahresquartal. Die übrigen Regionen schnitten
mit einer DB2-Marge von 21,3 Prozent, die sich im
Vorjahresvergleich um 0,6 Prozentpunkte verbesserte,
hervorragend ab.
Die DB1-Marge des Leasingneugeschäfts lag im
dritten Quartal 2023 bei 9,8 Prozent und damit nahezu auf
dem Niveau des Vorjahresquartals (10,0 Prozent in Q3 2022).
DB-Margen im Leasingneugeschäftscrollen
Die aus den Leasingverträgen resultierenden
prozentualen Margen unterscheiden sich je nach
Ticketgröße. Verträge mit einem
Nettoanschaffungswert von weniger als 25.000 EUR werden
tendenziell mit höheren Margen abgeschlossen. So
erwirtschafteten wir im dritten Quartal 2023 mit
Verträgen mit einem Nettoanschaffungswert kleiner 25
TEUR eine DB2-Marge von 17,1 Prozent. Im Vergleich dazu
erzielten wir mit größeren Verträgen
(Nettoanschaffungswert größer 25 TEUR) eine
DB2-Marge von 15,7 Prozent. Wichtig ist ebenfalls die
Betrachtung der absoluten Deckungsbeiträge. Der Anteil
der größeren Verträge am gesamten
Deckungsbeitrag liegt mit 39,3 Mio. EUR bei 40,1 Prozent,
wobei diese Vertragsgruppe nur 6,4 Prozent aller
abgeschlossenen Verträge ausmacht.
Im Berichtsquartal erhielten wir rund 130.000
Leasinganfragen. Damit übertraf die Nachfrage nach
Leasingprodukten das Vorjahresquartal (Q3 2022: rund
120.000). Die Umwandlungsquote entsprach mit 52,9 Prozent
dem geschäftsüblichen Niveau und blieb im
Jahresvergleich stabil (Q3 2022: 54,2 Prozent). Insgesamt
schlossen wir im Berichtszeitraum über 68.000 neue
Leasingverträge ab, im Vorjahresquartal waren es rund
66.000 Verträge. Die durchschnittliche
Ticketgröße verzeichnete im dritten Quartal 2023
eine leichte Erhöhung auf rund 8.700 EUR nach rund
8.600 EUR im vergleichbaren Vorjahresquartal. Gleichzeitig
lag sie im Rahmen der definierten Zielgröße, die
eine Fokussierung auf kleine Tickets mit einer
durchschnittlichen Ticketgröße von weniger als
10.000 EUR für das Gesamtjahr 2023 vorsieht. Der
Anteil der Verträge, die über das
eSignature-Verfahren vollständig digital abgewickelt
wurden, lag mit 37,3 Prozent in der
Größenordnung des Vorjahresquartals (Q3 2022:
37,8 Prozent). Der Anteil des Direktvertriebs blieb im
dritten Quartal dieses Jahres nahezu konstant bei 17,5
Prozent (Q3 2022: 19,7 Prozent).
Leasinganfragen und -verträgescrollen
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Im Objektportfolio des Leasingneugeschäfts erwiesen
sich ein weiteres Mal die IT-Geräte als die am
stärksten nachgefragte Objektgruppe. Ihr
Nettoanschaffungswert belief sich in den ersten neun
Monaten 2023 auf 517 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: 502 Mio. EUR).
Dies entspricht einem Wachstum von 3 Prozent. Die Anzahl
der Verträge, die in der Kategorie der IT-Geräte
im dritten Quartal 2023 neu abgeschlossen wurden, war mit
17.770 Verträgen im dritten Quartal 2023 leicht
rückläufig gegenüber dem Vorjahresquartal
(Q3 2022: 19.221 Verträge). Gemessen an der Anzahl der
Verträge verringerte sich ihr Anteil am Portfolio der
neu abgeschlossenen Verträge im dritten Quartal 2023
um 3,1 Prozentpunkte. Der Anteil der Green-Economy-Objekte
am Neugeschäft im dritten Quartalwuchs hingegen um 5,4
Prozentpunkte. Zu den Green-Economy-Objekten gehören
unter anderem eBikes, Photovoltaik- und Solaranlagen,
Wasserspender, Wallboxen und LED-Lichteinheiten. Gerade die
Nachfrage nach eBikes steigt seit Jahren stetig. So diente
im Berichtsquartal jeder fünfte neu abgeschlossene
Vertrag der Finanzierung eines eBikes. Insgesamt waren im
Berichtsquartal rund 22,7 Prozent aller Verträge den
Green-Economy-Objekten zuzurechnen. Im Bereich der
Kopiertechnik, der vor allem Kopierautomaten beinhaltet,
wurden im dritten Quartal 13.115 Neuverträge
abgeschlossen (Q3 2022: 13.475 Verträge). Die
entsprechenden Leasingobjekte nahmen mit 19,2 Prozent einen
etwas geringeren Anteil an der Anzahl Neuverträge als
im Vorjahresquartal ein. Maschinen und Einrichtungen lagen
mit 13,8 Prozent weitgehend auf Vorjahresniveau. Unter der
Schwelle von 10 Prozent lagen die Objektgruppen
Telekommunikationsgeräte, Medizintechnik und Wellness
sowie allgemeine Bürotechnik. Der Anteil dieser
Kategorien nahm im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht
ab. Sicherheitsgeräte lagen im dritten Quartal stabil
bei einem Anteil von 3,8 Prozent.
Anteil Objektgruppen am Leasingportfolio nach Anzahl der Verträgein Prozent
2.3.2 FactoringDas Factoring wies im dritten Quartal 2023 ein
Neugeschäft mit einem angekauften Forderungsvolumen
von 210,7 Mio. EUR aus. Dies entspricht einem Anstieg von
2,8 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode im
Vorjahr. Gleichzeitig bedeutet dieses Forderungsvolumen mit
einer durchschnittlichen Laufzeit vom Ankauf bis zur
Fälligkeit von 41 Tagen, dass sich diese Forderungen
kalkulatorisch 8,9-mal im Jahr (365 Tage / 41 Tage)
umschlagen, weshalb das Factoringgeschäft mit einem
bilanziellen Forderungsvolumen 83,6 Mio. EUR
unverändert einen geringen Beitrag zur Konzernbilanz
beiträgt.
Den größten Beitrag zum Wachstum im laufendem
Jahr leistete die Region Südeuropa mit den
jüngsten Factoringgesellschaften. Im dritten Quartal
2023 weitete sie ihr Neugeschäft um 18,9 Prozent aus.
Die volumenmäßig stärkste Region
Nord-/Osteuropa wuchs um 3,2 Prozent, die DACH-Region
verzeichnete hingegen einen Rückgang von 5,7 Prozent.
Neugeschäft Factoringscrollen
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Regionen: DACH: Deutschland, Schweiz
Die Brutto-Marge im Factoring verbesserte sich im
Berichtsquartal durch die fortgesetzte Anpassung der
Konditionen an die Zinsentwicklung auf 1,7 Prozent. Alle
Regionen konnten ihre Marge verbessern, vor allem
Südeuropa verbuchte ein Plus von 0,4 Prozentpunkten
auf leicht überdurchschnittliche 1,8 Prozent. Die
Brutto-Marge bezieht sich auf den durchschnittlichen
Zeitraum eines Factoringgeschäfts von rund 41 Tagen im
Berichtsquartal. Aufgrund unterschiedlicher Zahlungsfristen
und unterschiedlichen Zahlungsverhaltens fällt der
durchschnittliche Zeitraum in der DACH-Region mit 26 Tagen
deutlich geringer aus als Nord-/Osteuropa mit 38 und
Südeuropa mit 74 Tagen. Der Vergleich der
durchschnittlichen Zeiträume zeigt, dass sich die
Zahlungsziele in allen Regionen verkürzten. Vor allem
Unternehmen in Südeuropa kamen ihren
Zahlungsverpflichtungen um 11 Tage früher nach als im
Vorjahr, im Durchschnitt über alle Regionen wurden 2,4
Tage eingespart.
2.3.3 Kreditgeschäft der GRENKE BankDas Kreditneugeschäft der GENKE Bank belief sich im
dritten Quartal 2023 auf 9,6 Mio. EUR nach 11,5 Mio. EUR im
Vorjahresquartal. In den ersten drei Quartalen 2023 ergab
sich kumuliert ein Kreditneugeschäft von 33,4 Mio.
EUR, im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 40,9 Mio.
EUR. Das Kreditneugeschäft beinhaltet
ausschließlich die im Rahmen des "Mikrokreditfonds
Deutschland" vergebenen Kredite, bei denen die GRENKE Bank
staatlich geförderte Mikrofinanzierungen zwischen
1.000 und 25.000 EUR anbietet.
2.3.4 WährungseffekteAus der Veränderung der Wechselkurse ergaben sich
im dritten Quartal des Jahres 2023 negative
Währungseffekte in Bezug auf das
Neugeschäftsvolumen von Leasing und Factoring in
Höhe von 2,0 Mio. EUR. Das bedeutet, dass sich unter
der Annahme identischer Wechselkurse aus dem dritten
Quartal 2022 das Neugeschäftsvolumen im dritten
Quartal 2023 im Leasing um 4,5 Mio. EUR höher und im
Factoring um 2,4 Mio. EUR niedriger gezeigt hätte. Die
Währungseffekte resultierten überwiegend aus
einer Aufwertung des Polnischen Zloty, der eine Abwertung
der Schwedischen Krone und des Australischen Dollar
gegenüberstand.
2.4 ErtragslageDie ausgewählten Angaben aus der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung werden für das laufende Quartal
isoliert sowie für den Berichtszeitraum und auf Basis
der Segmentergebnisse erläutert.
2.4.1 Vergleich drittes Quartal 2023 versus 2022Die Zinsen und ähnliche Erträge aus unserem
Finanzierungsgeschäft lagen im dritten Quartal 2023
bei 119,8 Mio. EUR und damit um 16,3 Mio. EUR über dem
Vorjahreswert (Q3 2022: 103,5 Mio. EUR). Das anhaltend
starke Wachstum des Neugeschäfts der letzten Quartale
zeigt sich im Zinsertrag aus den Leasingforderungen. Zudem
spiegelt sich die verbesserte Margensituation infolge der
angepassten Konditionierung im Leasingneugeschäft
sukzessiv wider. Die Aufwendungen aus der Verzinsung der
Refinanzierung und des Einlagengeschäfts stiegen
hauptsächlich getrieben durch das dynamisch gestiegene
Zinsniveau der letzten Quartale um 15,7 Mio. EUR auf 33,4
Mio. EUR (Q3 2022: 17,7 Mio. EUR).
Dabei lag die Kompensationsquote, die angibt, wieviel
mehr an Zinsertrag (Q3 2023: 16,3 Mio. EUR) wir relativ zum
gestiegenen Zinsaufwand (Q3 2023: 15,7 Mio. EUR) generieren
konnten, im dritten Quartal 2023 bereits bei rund 100
Prozent. Im ersten Quartal dieses Jahres betrug die
Kompensationsquote noch 64 Prozent und im zweiten Quartal
lag diese bei 75 Prozent.
Im Saldo stieg das Zinsergebnis im dritten Quartal 2023
leicht um 0,7 Mio. EUR auf 86,5 Mio. EUR (Q3 2022: 85,8
Mio. EUR). Infolge des bereits konservativen Risikoansatzes
aus den Vorquartalen und des unverändert soliden
Zahlungsverhaltens unserer Kundinnen und Kunden sanken die
Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge
im Berichtsquartal um 5,8 Mio. EUR auf 24,5 Mio. EUR (Q3
2022: 30,3 Mio. EUR). Dies führte zu einer insgesamt
positiven Entwicklung in der Risikovorsorge, sodass sich
unsere Schadenquote (Aufwendungen für
Schadensabwicklung und Risikovorsorge im Verhältnis
zum Vermietvolumen) im dritten Quartal 2023 auf 1,1 Prozent
(Q3 2022: 1,4 Prozent) verbesserte.
Die gestiegenen Zinserträge sowie die im
Vorjahresvergleich rückläufige Risikovorsorge
konnten den Anstieg der Zinsaufwendungen
überkompensieren, sodass unser Zinsergebnis nach
Schadensabwicklung und Risikovorsorge im Berichtsquartal um
6,5 Mio. EUR auf 62,0 Mio. EUR (Q3 2022: 55,5 Mio. EUR)
anstieg.
scrollen
Das Ergebnis aus unserem Servicegeschäft nahm im
dritten Quartal 2023 um 3,2 Mio. EUR auf 34,6 Mio. EUR (Q3
2022: 31,4 Mio. EUR) zu, was auf den erhöhten Bestand
des Leasingportfolios zurückzuführen ist. Unser
Ergebnis aus dem Neugeschäft stieg im Berichtsquartal
infolge der positiven Neugeschäftsentwicklung um 2,4
Mio. EUR auf 10,7 Mio. EUR (Q3 2022: 8,3 Mio. EUR). Das
Verwertungsergebnis lag bei 1,8 Mio. EUR (Q3 2022: -0,1
Mio. EUR).
Die niedrigeren Aufwendungen für Schadensabwicklung
und Risikovorsorge sowie die Ergebnisse aus dem
Servicegeschäft und Neugeschäft führten im
Wesentlichen zu einem Zuwachs unserer operativen
Erträge im dritten Quartal 2023 um 14,0 Mio. EUR auf
109,1 Mio. EUR (Q3 2022: 95,1 Mio. EUR).
Der Personalaufwand lag im dritten Quartal 2023 mit 43,2
Mio. EUR (Q3 2022: 38,2 Mio. EUR) nahezu im Durchschnitt
des Personalaufwands der letzten drei Quartale (0 Q4
2022-Q2 2023: 42,7 Mio. EUR). Gegenüber dem dritten
Quartal 2022 nahm der Personalaufwand somit
erwartungsgemäß um 5,0 Mio. EUR zu. Dieser
Anstieg begründet sich zum einen aus der gestiegenen
Mitarbeiteranzahl sowie aus einer Anpassung der
Gehälter mit einem verringerten variablen
Vergütungsbestandteil, aber auch infolge einer
konzernweiten inflationsbedingten Anhebung der
Grundvergütung im August 2022 um ca. 3,5 Prozent. Die
fixe Vergütung beträgt im Berichtszeitraum 30,8
Mio. EUR (Q3 2022: 26,9 Mio. EUR) und die variable
Vergütung 4,7 Mio. EUR (Q3 2022: 4,6 Mio. EUR). Die
durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten auf Basis
Vollzeitbeschäftigter lag im Berichtsquartal aufgrund
von Neueinstellungen bei 2.112 und damit 208 über dem
Vorjahreswert (Q3 2022: 1.904).
Unsere Abschreibungen und Wertminderungen lagen im
Berichtsquartal bei 6,5 Mio. EUR und damit 4,1 Mio. Euro
unter dem Vorjahreswert (Q3 2022: 10,6 Mio. EUR). Im
Vorjahr waren Wertminderungen von Geschäfts- oder
Firmenwerten in Höhe von 4,0 Mio. EUR enthalten. Unser
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand stieg um 4,5 Mio. EUR auf
26,4 Mio. EUR (Q3 2022: 21,9 Mio. EUR) an. Der Anstieg
resultiert im Wesentlichen aus erhöhtem
IT-Projektaufwand, der durch das Voranschreiten des
Digitalisierungsprogramms verursacht wurde, sowie
höheren Rechts-, Beratungs- und
Prüfungsaufwendungen und gestiegenen
Personalnebenkosten. Der Saldo aus den sonstigen
betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag im dritten
Quartal 2023 bei 0,0 Mio. EUR (Q3 2022: -3,0 Mio. EUR). Der
wesentliche Treiber in den sonstigen betrieblichen
Erträgen ist ein Sondereffekt aus dem teilweisen
vorzeitigen Rückkauf zweier Anleihen im Zusammenhang
mit der Benchmark-Anleiheemission Ende September in
Höhe von 1,9 Mio. EUR. Daneben schlagen sich
insbesondere Währungseffekte in den sonstigen
betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 2,3 Mio. EUR
nieder. Diese sind auf die Umrechnung von türkischer
Lira (TRY) in Höhe von 0,6 Mio. EUR
zurückzuführen, welche vor allem aus den Effekten
aus der Bewertung Hochinflation gemäß IAS 29
resultieren, sowie ungarische Forint (HUF) 0,6 Mio. EUR und
chilenische Peso (CLP) 0,5 Mio. EUR. Diese ergeben sich vor
allem aus derivativen Sicherungsgeschäften, welche
sich ökonomisch über die Gesamtperiode
ausgleichen. Teilweise kompensiert wird dies periodisch
zudem durch die erfolgsneutrale Währungsumrechnung im
sonstigen Ergebnis der Konzern-Gesamtergebnisrechnung. Da
dies hauptsächlich die Umrechnung der
Leasingforderungen in Fremdwährungsländern
betrifft, wird dieser Effekt in einer anderen Position
gezeigt als die oben genannten Umrechnungseffekte aus den
Derivaten. Zudem erfolgt die Umrechnung der
Leasingforderungen jeweils zum Stichtagskurs, wohingegen
die Derivate zu Marktwerten auf Basis der zum Stichtag
geltenden Devisenterminkurse bewertet sind. Dieser
Unterschied und der daraus resultierende Bewertungseffekt
gleicht sich über die Laufzeit der
Sicherungsbeziehungen aus.
Unser operatives Ergebnis im dritten Quartal 2023 lag
bei 32,9 Mio. EUR und stieg um 11,6 Mio. EUR an (Q3 2022:
21,3 Mio. EUR). Der Saldo aus sonstigen Zinserträgen
und Zinsaufwendungen verbesserte sich auf 1,1 Mio. EUR (Q3
2022: - 1,1 Mio. EUR), was vor allem an der gestiegenen
Guthabenverzinsung infolge der Leitzinserhöhungen auf
den Bundesbankkonten für Liquidität
zurückzuführen ist.
Unser Konzernergebnis vor Steuern nahm um 2,8 Mio. EUR
auf 30,5 Mio. EUR (Q3 2022: 27,7 Mio. EUR) zu.
Unsere Steuerquote reduzierte sich auf 21,5 Prozent (Q3
2022: 26,6 Prozent). Unser Konzernergebnisliegt bei 24,0
Mio. EUR und damit um 3,7 Mio. EUR über dem
Vorjahresquartal (Q3 2022: 20,3 Mio. EUR). Die durch die
Konsolidierung der Franchisegesellschaften auszuweisenden
Ergebnisanteile der nicht beherrschenden Anteilseigner
lagen bei -0,6 Mio. EUR (Q3 2022: -2,9 Mio. EUR). Die
Vergleichbarkeit ist aufgrund des Erwerbs von Anteilen
mehrerer Franchisegesellschaften in den ersten neun Monaten
2023 eingeschränkt, hier wird auf die
Ausführungen in Tz. 12 des Anhangs verwiesen. Das
Ergebnis je Aktie stieg in der Folge im dritten Quartal
2023 auf 0,53 EUR (Q3 2022: 0,50 EUR).
Gegenüber dem ersten Halbjahr konnte sich die
Cost-Income-Ratio (CIR) verbessern. Insgesamt stieg unsere
CIR im dritten Quartal 2023 verglichen mit dem Vorjahr
leicht um 0,5 Prozentpunkte auf 57,0 Prozent (Q3 2022: 56,5
Prozent), im Vergleich zum vierten Quartal 2022 (57,6
Prozent) sowie zum Vorquartal (Q2 2023: 59,5 Prozent)
verbesserte sich die CIR um 0,6 bzw. 2,5 Prozentpunkte. Der
Anstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal hat im
Wesentlichen zwei Gründe. Einerseits ist das Income
der CIR vor Risikovorsorge ermittelt, sodass sich die gute
Entwicklung der operativen Erträge insgesamt hier
nicht durchschlägt. Andererseits sind die Aufwendungen
vor allem für Personal - geprägt durch den zuvor
beschriebenen Basiseffekt aus 2022 - gestiegen.
2.4.2 Neunmonatsvergleich 2023 versus 2022Die ausgewählten Angaben zur Gewinn- und
Verlustrechnung haben sich im Neunmonatsvergleich im
Wesentlichen analog zum Quartal entwickelt.
Unser Zinsergebnis reduzierte sich in den ersten neun
Monaten 2023 um 6,5 Mio. EUR auf 254,5 Mio. EUR (Q1 -Q3
2022: 261,0 Mio. EUR). Dabei konnten wir die im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum um 39,9 Mio. EUR höheren
Zinsaufwendungen durch die deutlich gestiegenen
Kapitalmarktzinsen zu 84 Prozent durch höhere
Zinserträge aufgrund von Konditionsanpassungen
kompensieren. Zum Halbjahr betrug diese Quote noch 70
Prozent.
Das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und
Risikovorsorge stieg um 11,0 Mio. EUR auf 182,1 Mio. EUR
(Q1 - Q3 2022: 171,1 Mio. EUR).
Die Schadenquote verbesserte sich entsprechend der
positiven Entwicklung der Risikovorsorge auf 1,0 Prozent
(Q1 - Q3 2022: 1,3 Prozent).
Unsere operativen Erträge erhöhten sich um
33,5 Mio. EUR auf 317,8 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: 284,3 Mio.
EUR).
Das operative Ergebnis stieg um 10,4 Mio. EUR auf 85,3
Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: 74,9 Mio. EUR).
Unser Konzernergebnis lag bei 64,4 Mio. EUR (Q1 - Q3
2022: 61,8 Mio. EUR).
scrollen
2.4.3 Entwicklung der SegmenteDie Ergebnisse des Leasingsegments haben sich positiv
entwickelt, da vor allem das Zahlungsverhalten unserer
Kundinnen und Kunden unverändert stabil blieb, sodass
sich der Aufwand für Schadensabwicklung und
Risikovorsorge verringerte. Entsprechend stiegen in diesem
Segment unsere operativen Erträge um 23,9 Mio. EUR auf
288,3 Mio. EUR (Q1- Q3 2022*: 264,4 Mio. EUR). Das
Segmentergebnis stieg an und lag bei 80,1 Mio. EUR (Q1 - Q3
2022: 77,1 Mio. EUR).
Die operativen Erträge im Segment Bank stiegen im
Berichtszeitraum an und lagen bei 29,1 Mio. EUR (Q1 - Q3
2022*: 15,2 Mio. EUR), was hauptsächlich aus der
geringeren Risikovorsorge für frühere
Kreditportfolien resultiert. Bei gestiegenen
Personalaufwendungen sowie aufgrund von
Währungseffekten erreichten wir ein Segmentergebnis
von 12,6 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: - 0,5 Mio. EUR).
Im Segment Factoring reduzierten sich unsere operativen
Erträge im Berichtszeitraum um 4,2 Mio. EUR auf 0,5
Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: 4,7 Mio. EUR). Die Anpassungen in
der Vertriebsinfrastruktur zeigen ihre Wirkung in den
Zinserträgen aus Factoring, jedoch wirken die
höheren Aufwendungen aufgrund des gestiegenen
Zinsniveaus sowie ein Sondereffekt in der Wertberichtigung
gegenläufig. Demzufolge und im Wesentlichen aufgrund
gestiegener Personalkosten reduzierte sich das Ergebnis des
Segments auf - 7,2 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: - 1,5 Mio. EUR).
2.5 FinanzlageDie Eigenkapitalquote liegt mit 18,9 Prozent im Bereich
unserer Erwartungen und weiterhin auf hohem Niveau.
Der operative Cashflow liegt deutlich über dem des
Vorjahres.
Erhöhung des Refinanzierungsvolumina durch Emission
des ersten Green Bonds mit einem Rekord-Volumen von 500,0
Mio. EUR auf Benchmark-Niveau.
Steigende Leasingforderungen spiegeln das anhaltende
positive Neugeschäftswachstum wider.
2.5.1 KapitalstrukturIm GRENKE Konzern legen wir einen besonderen Fokus auf
eine angemessene Liquiditätsausstattung, um so
flexibel auf Marktgegebenheiten reagieren zu können.
Zudem ist der Konzern aufgrund aufsichtsrechtlicher
Vorgaben verpflichtet, einen Liquiditätspuffer
vorzuhalten.
Auf der Passivseite zeigt sich die steigende Bilanzsumme
insbesondere in der Zunahme der Finanzschulden um insgesamt
666,1 Mio. EUR auf 5,5 Mrd. EUR (31. Dezember 2022: 4,8
Mrd. EUR). Der größte Anteil unserer
Finanzschulden entfiel weiterhin auf die kurz- und
langfristigen Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung, die
sich gegenüber dem Jahresende 2022 auf 3,9 Mrd. EUR
(31. Dezember 2022: 3,6 Mrd. EUR) erhöhten. Die kurz-
und langfristigen Verbindlichkeiten aus dem
Einlagengeschäft der GRENKE Bank stiegen ebenfalls um
416,4 Mio. EUR auf 1,6 Mrd. EUR an (31. Dezember 2022: 1,2
Mrd. EUR).
Das Eigenkapital blieb zum 30. September 2023 mit 1,3
Mrd. EUR (31. Dezember 2022: 1,3 Mrd. EUR) nahezu
unverändert. Dem in der Berichtsperiode
erwirtschafteten Konzernergebnis in Höhe von 64,4 Mio.
EUR standen hauptsächlich die Ausschüttung einer
Dividende (20,9 Mio. EUR), die Zinszahlung für das
Hybridkapital (12,9 Mio. EUR), Transaktionen mit NCI (17,1
Mio. EUR), welche durch den Erwerb der Franchiseanteile
begründet sind, sowie Effekte aus der Marktbewertung
von Hedging-Instrumenten (2,1 Mio. EUR) gegenüber.
Positiv wirkte dagegen der Effekt aus der erfolgsneutralen
Währungsumrechnung (3,7 Mio. EUR). Aufgrund der
überproportionalen Steigerung der Bilanzsumme im
Vergleich zum Eigenkapital verringerte sich die
Eigenkapitalquote zum 30. September 2023 auf 18,9 Prozent
(31. Dezember 2022: 20,8 Prozent). Die Eigenkapitalquote
übertraf damit weiterhin das selbst gesteckte Ziel des
Konzerns von mindestens 16 Prozent.
scrollen
2.5.2 CashflowUnser Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit betrug in den neun Monaten
2023 595,0 Mio. EUR und lag damit deutlich über dem
Vorjahreswert (Q1 - Q3 2022: -345,1 Mio. EUR). Ursache
hierfür sind im Wesentlichen zwei Effekte. Erstens das
unverändert stabile Zahlungsverhalten und
Zuflüsse aus Zahlungen von Leasingnehmern in Höhe
von 1.795,3 Mio. EUR in den ersten neun Monaten des
laufenden Geschäftsjahres. Zweitens die Ausweitung der
Refinanzierung und den damit verbundenen
Mittelzuflüssen, insbesondere bedingt durch die
Neuemission eines Green Bonds auf Benchmark-Niveau und die
Steigerung des Einlagengeschäfts der GRENKE Bank. Die
ausgewählten Angaben aus der
Konzernkapitalflussrechnung und deren Entwicklung werden im
Folgenden erläutert.
scrollen
Der Cashflow aus Investitionen für neue
Leasingforderungen umfasst die Nettoanschaffungswerte
für neu erworbene Leasingobjekte und die direkt mit
dem Vertragsabschluss entstehenden Kosten. Aufgrund des
anhaltend höheren Neugeschäftsvolumens stiegen
die Investitionen für neue Leasingforderungen in den
ersten neun Monaten 2023 auf 1.907,4 Mio. EUR (Q1 - Q3
2022: 1.692,9 Mio. EUR). Diesen stehen die Einzahlungen aus
der Zunahme der Refinanzierung in Höhe von 1.790,2
Mio. EUR nach 1.282,9 Mio. EUR in der Vorjahresperiode
gegenüber. Der Cashflow aus dem Einlagengeschäft
der GRENKE Bank erhöhte sich auf 416,4 Mio. EUR nach
-388,2 Mio. EUR in der Vorjahresperiode. In Summe stieg
unser Cashflow aus Investitionen in das Neugeschäft
auf 299,2 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: - 798,2 Mio. EUR).
In den ersten neun Monaten 2023 wurden 1.619,0 Mio. EUR
(Q1 - Q3 2022: 1.295,9 Mio. EUR) an Refinanzierungen
getilgt bzw. zurückgezahlt. Der Cashflow aus dem
Bestandsgeschäft sank auf 176,3 Mio. EUR (Q1 - Q3
2022: 436,0 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im
Berichtszeitraum bei - 21,7 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: - 5,3
Mio. EUR). Hierin enthalten sind hauptsächlich die
Kaufpreiszahlungen für die Übernahme der
ehemaligen Leasing-Franchisegesellschaften in Australien
und Singapur sowie den Factoring-Franchisegesellschaften in
Irland, Großbritannien und Polen von 14,6 Mio. EUR
(Q1 - Q3 2022: 0,3 Mio. EUR). Zudem wurde im
Berichtszeitraum eine Kaufpreiszahlung von 3,1 Mio. EUR
für den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an der
Miete24 P4Y GmbH geleistet. Die Auszahlungen für den
Erwerb von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerte betrugen 4,5 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022:
5,1 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im
Berichtszeitraum - 44,0 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: -46,8 Mio.
EUR). Die wesentlichen Positionen waren die
Ausschüttung der Dividende für das vorangegangene
Geschäftsjahr von 20,9 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: 23,7
Mio. EUR) und Zinszahlungen auf das Hybridkapital von 12,9
Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: 12,9 Mio. EUR). Aus der
Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten ergab sich
zudem ein Mittelabfluss von 10,1 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022:
10,1 Mio. EUR).
Somit lag die Summe der Cashflows in den ersten neun
Monaten 2023 bei 529,4 Mio. EUR (Q1 - Q3 2022: - 397,1 Mio.
EUR). Der Bestand an Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten stieg zum Stichtag 30.
September 2023 entsprechend auf 978,1 Mio. EUR nach 448,6
Mio. EUR zum 31. Dezember 2022.
2.5.3 LiquiditätDank unseres ausgewogenen Liquiditätsmanagements
verfügen wir über eine solide
Liquiditätsausstattung und eine diversifizierte
Refinanzierungsstruktur und erfüllten im
Berichtszeitraum jederzeit unsere Zahlungsverpflichtungen.
Zur Refinanzierung stehen uns umfangreiche Instrumente
zur Verfügung, die je nach Marktbedingungen im Rahmen
der Gesamtstrategie eingesetzt werden. Im Wesentlichen
basiert die Finanzierung über Fremdkapital auf drei
Säulen: den Senior-Unsecured-Instrumenten, die im
Wesentlichen auf unser Rating abstellen wie Anleihen,
Schuldverschreibungen und Commercial Paper, dem
Einlagengeschäft inklusive der Förderdarlehen bei
der GRENKE BANK AG sowie der forderungsbasierten
Finanzierung, vor allem ABCP-Programme. Dabei vermeiden wir
Fristentransformation auf Portfolioebene und reduzieren
dadurch Zinsänderungs- und
Anschlussfinanzierungsrisiken auf Portfolioebene auf ein
Minimum. Dank unseres breiten Refinanzierungsmixes
können wir je nach Bedarf und Marktlage die einzelnen
Säulen gezielt nutzen und den Anteil ausbauen oder
reduzieren. Gleichzeitig wollen wir aus strategischen
Gründen in allen drei Säulen aktiv sein.
Der Refinanzierungsmix bezogen auf die
Refinanzierungssäulen des GRENKE Konzerns verteilte
sich zum 30. September 2023 wie folgt:
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Der Anstieg der Refinanzierungsvolumina um 665,8 Mio.
EUR auf 5.583,7 Mio. EUR (31. Dezember 2022: 4.917,9 Mio.
EUR) begründet sich im Wesentlichen aus dem
gestiegenen Neugeschäft und des damit einhergehenden
erhöhten Refinanzierungsbedarfs für unser
Leasinggeschäft. Der Anstieg wurde vor allem durch
Einlagen bei der GRENKE BANK AG und
Senior-Unsecured-Instrumente gedeckt.
Die Refinanzierung über Kundeneinlagen der GRENKE
BANK AG erhöhte sich zum Stichtag 30. September 2023
auf 1.567,1 Mio. EUR nach 1.150,7 Mio. EUR zum 31. Dezember
2022 sowie 1.023,8 Mio. EUR zum vergleichbaren Zeitpunkt
des Vorjahres. Dies entspricht einem Anstieg von 36,2
Prozent seit dem 31. Dezember 2022 durch eine intensivere
Nutzung der GRENKE Bank im aktuellen Zinsumfeld.
Im Berichtszeitraum wurden zudem zwei neue kleinere
Anleihen mit einem Gesamtvolumen von nominal 110,0 Mio. EUR
ausgegeben, zwei bestehende Anleihen mit insgesamt 174,3
Mio. EUR aufgestockt sowie vor allem ein Green Bond auf
Benchmark-Niveau mit einem Nominalvolumen von 500,0 Mio.
EUR emittiert. Darüber hinaus emittierte der GRENKE
Konzern drei Schuldscheindarlehen über insgesamt 40,0
Mio. CHF und 57,5 Mio. EUR. Im kurzfristigen Bereich wurden
neun Commercial Paper mit einem Gesamtvolumen von 150,0
Mio. EUR emittiert. Planmäßig getilgt wurden im
Berichtszeitraum eine Anleihe mit einem Gesamtvolumen von
267,0 Mio. EUR, vier Schuldscheindarlehen über 37,0
Mio. EUR und 30 Mio. CHF sowie Commercial Paper in
Höhe von 125,0 Mio. EUR. Zudem wurde freiwillig eine
vorzeitige partielle Tilgung zweier Anleihen von gesamt
180,3 Mio. EUR vorgenommen.
Im ersten Halbjahr 2023 wurde die bestehende syndizierte
revolvierende Kreditfazilität über 250,0 Mio. EUR
gekündigt und eine neue syndizierte revolvierende
Kreditfazilität mit einem Gesamtvolumen von 370,0 Mio.
EUR (die Inanspruchnahme kann auch teilweise in Schweizer
Franken und Britischen Pfund erfolgen) unterzeichnet. Die
Kreditfazilität unterliegt einer Laufzeit von drei
Jahren mit einer Verlängerungsoption von weiteren zwei
Jahren. Das Gesamtvolumen der Fazilität wurde im
dritten Quartal 2023 nochmals um 30 Mio. EUR auf insgesamt
400,0 Mio. EUR erhöht.
Am 26. September 2023 wurde ein neues ABS-Programm mit
der strukturierten Einheit "Kebnekaise Fun-ding Limited"
(Sponsor: SEB AB) zur Refinanzierung von Leasingforderungen
aus Finnland abgeschlossen. Das über eine Laufzeit von
2 Jahren vereinbarte Programmvolumen beträgt 100,0
Mio. EUR.
Weitere Informationen zu unseren Instrumenten der
Refinanzierung und den erfolgten
Refinanzierungsmaßnahmen im Berichtszeitraum sind im
Konzernanhang unter Tz. 5 "Finanzschulden" dargestellt.
Die offenen Kreditlinien des Konzerns (d.h. Banklinien
plus verfügbarem Volumen aus Anleihen und Commercial
Paper) betrugen zum Stichtag 3.505,2 Mio. EUR, 540,0 Mio.
HUF und 40,0 Mio. PLN (31. Dezember 2022: 3.671,1 Mio. EUR,
540,0 Mio. HUF, 40,0 Mio. PLN und 40,0 Mio. HRK).
2.6 VermögenslageIm Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 nahm
unsere Bilanzsumme zum 30. September 2023 um 709,3 Mio. EUR
auf 7,1 Mrd. EUR (31. Dezember 2022: 6,4 Mrd. EUR) zu.
Die Zunahme unserer Vermögenslage zum 30. September
2023 resultiert im Wesentlichen aus einem Anstieg der
Zahlungsmittel und der kurz- und langfristigen
Leasingforderungen. Unsere größte
Bilanzposition, die Leasingforderungen, stieg dabei
aufgrund der anhaltend positiven
Neugeschäftsentwicklung um 248,7 Mio. EUR auf 5,5 Mrd.
EUR gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 2022
(31. Dezember 2022: 5,2 Mrd. EUR) an.
scrollen
Die Zahlungsmittel erhöhten sich um 531,2 Mio. EUR
auf 980,0 Mio. EUR (31. Dezember 2022: 448,8 Mio. EUR).
Dabei befanden sich zum 30. September 2023 593,2 Mio. EUR
(31. Dezember 2022: 326,6 Mio. EUR) der Zahlungsmittel auf
Konten der Deutschen Bundesbank. Der stichtagsbezogene hohe
Bestand der Zahlungsmittel resultiert im Wesentlichen aus
dem Zahlungszugang des am 29. September 2023 emittierten
Green Bonds in Höhe von 500,0 Mio. EUR.
3 . Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenBezüglich der Angaben über die Beziehungen zu
nahestehenden Unternehmen und Personen wird auf die
Ausführungen in Tz. 14 des Anhangs zum verkürzten
Konzernzwischenabschluss verwiesen.
4 Chancen-, Risiko- und Prognosebericht4.1 Chancen und RisikenAls gesamtwirtschaftlicher Risikofaktor ist vor allem
das infolge der restriktiven Geldpolitik erhöhte und
weiter steigende Zinsniveau zu sehen. Höhere Zinsen
gelten im Allgemeinen als Hemmnis für die Konsum- und
Investitionsnachfrage und können das
Wirtschaftswachstum schwächen. Wie in Kapitel 2.3.1
beschrieben, begünstigen höhere Zinsen indirekt
aber auch die Nachfrage nach Leasingprodukten. Daher
erwartet der Vorstand trotz der gegenwärtig
anhaltenden Rezessionssorgen für das
Geschäftsjahr 2023 ein weiter wachsendes
Leasingneugeschäftsvolumen gemäß der im
Februar 2023 veröffentlichten Guidance. Höhere
Refinanzierungskosten können wir mit einer Anpassung
der Konditionen ausgleichen, allerdings tritt hierbei
üblicherweise eine Zeitverzögerung von circa drei
Monaten ein. Die stabile DB2-Marge des dritten Quartals
2023 wird dazu beitragen, dass die Zinserträge in den
nächsten Quartalen steigen.
Sollten nach dem Kriegsausbruch im Nahen Osten weitere
unerwartete Ereignisse die Kapitalmärkte treffen,
könnte die Volatilität wieder deutlich ansteigen
und die allgemein verfügbare Liquidität an den
Märkten abnehmen. Jedoch sieht der Vorstand auch im
gegenwärtigen Umfeld genügend Handlungsspielraum,
um die Liquidität für den Konzern kurz-, mittel-
und langfristig sicherzustellen. Basis dafür sind zum
einen die aktuelle Liquiditätsausstattung sowie zum
anderen unsere Fähigkeit, das Leasingneugeschäft
- und damit den Liquiditätsbedarf - über eine
restriktivere Annahme von Leasinganfragen zu steuern.
Darüber hinaus hat die Gesellschaft unverändert
Zugang zu verschiedenen Refinanzierungsquellen.
Die Volatilität an den Zins- und
Währungsmärkten kann in unserem Geschäft
weiterhin temporär zu Bewertungseffekten führen.
Diese können sich zeitweilig insbesondere auf die
Umrechnung von Fremdwährungspositionen, die Bewertung
der Derivate oder die Bewertung von Geschäfts- und
Firmenwerten auswirken. Gleichwohl sieht der Vorstand darin
keine langfristige Beeinträchtigung der
Profitabilität des Geschäftsmodells.
Mit Bezug auf Risiken, die aus dem Angriffskrieg
Russlands gegen die Ukraine resultieren könnten,
können wir feststellen, dass wir überdies weder
in Russland noch in der Ukraine mit eigenen Niederlassungen
vertreten und dort finanziell auch nicht engagiert sind.
Im Hinblick auf den im Oktober 2023 wieder aufgeflammten
Konflikt im Nahen Osten besteht kein direktes finanzielles
oder nicht-finanzielles Risiko für GRENKE. Wir sind
weder in Israel noch in den angrenzenden, vom Konflikt
unmittelbar betroffenen Ländern und Regionen mit
eigenen Niederlassungen vertreten. Daneben bestehen derzeit
keine Anzeichen eines erheblichen indirekten Risikos.
Über die oben geschilderten Risiken hinaus sind im
Berichtszeitraum keine weiteren wesentlichen
Veränderungen der Chancen und Risiken eingetreten,
vgl. auch unsere Darstellung im Geschäftsbericht 2022.
Hinsichtlich der künftigen Entwicklung des Konzerns
und der Tochtergesellschaften sind besondere, über das
normale Maß hinausgehende und mit dem Geschäft
verbundene Risiken nicht zu erkennen.
4 .2 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenIn seinem am 10. Oktober 2023 veröffentlichten
World Economic Outlook diagnostizierte der Internationale
Währungsfonds (IWF), dass die Talsohle bei der
Wirtschaftsaktivität durchschritten sei, trotzdem
werde das Wachstum in der kommenden Zeit verhalten
ausfallen. Außerdem, so der IWF weiter, werden sich
die Wachstumsdifferenzen zwischen einzelnen Regionen und
Sektoren ausweiten.
Für die Weltwirtschaft hält der IWF im Jahr
2023 ein Wachstum von 3,0 Prozent für möglich
(2022: 3,5 Prozent), wobei die Industrienationen unterhalb
des weltweiten Durchschnitts liegen werden. Die Vereinigten
Staaten sollen im Jahr 2023 mit 2,1 Prozent genauso stark
wie im Vorjahr (2022: 2,1 Prozent) wachsen. Das Wachstum in
der Eurozone wird mit geschätzten 0,7 Prozent nur
knapp ein Fünftel des Vorjahreswerts erreichen (2022:
3,3 Prozent). Für Deutschland erwartet der IWF, dass
das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 um 0,5 Prozent
schrumpfen wird. Im Vorjahr 2022 wurde hingegen noch ein
Wachstum von 1,8 Prozent festgestellt. Für Frankreich
und Italien geht der IWF im Jahr 2023 von einem leicht
positiven Wachstum in Höhe von 1,0 und 0,7 Prozent
(2022: 2,5 und 3,7 Prozent) aus. Für das vom Tourismus
profitierende Land Spanien ist der IWF mit einem
prognostizierten Wachstum von 2,5 Prozent optimistischer,
dennoch muss Spanien relativ zum Vorjahr deutliche
Wachstumseinbußen hinnehmen (2022: 5,8 Prozent).
Angesichts der synchronen, weltweiten Straffung der
Geldpolitik, des Kriegsgeschehens in der Ukraine und der
hohen Inflationsraten zeigt sich die weltweite Konjunktur
trotz dieser vielfältigen Belastungsfaktoren dem IWF
zufolge relativ robust. Als globale Risikofaktoren
identifiziert der IWF einen fragilen Finanzmarkt, den
scharfe Preiskorrekturen ereilen könnten,
Abwärtsrisiken an den Immobilienmärkten und
speziell in China eine Ausweitung der Bau- und
Immobilienkrise.
Mit dem Kriegsbeginn im Nahen Osten Anfang Oktober 2023
sind zudem die Risiken verbunden, dass der Ölpreis
wieder eskaliert und dass sich die EZB für weitere
Leitzinserhöhungen entscheidet, um zusätzlichem
Inflationsdruck vorzubeugen.
Der ifo-Geschäftsklimaindex für die
Leasingbranche in Deutschland erreichte im September 16,2
Punkte. Im Vorjahresvergleich verbesserte er sich damit
deutlich (September 2022: -3,9 Punkte), im Vergleich zum
Vorquartal bedeutet der aktuelle Wert jedoch eine leichte
Verschlechterung (Juni 2023: 23,9 Punkte). Zuversichtlich
stimmt den Bundesverband deutscher Leasingunternehmen
(BDL), dass die Investitionstätigkeit der Unternehmen
auf niedrigem Niveau wieder zuzunehmen scheint.
Ersatzinvestitionen werden dem Verband zufolge nicht mehr
aufgeschoben, für einen großen Schub an
Investitionen hin zu mehr Nachhaltigkeit und
Digitalisierung fehlt es jedoch an Planungssicherheit durch
Wirtschafts- und Finanzpolitik.
4 .3 UnternehmensprognoseAktuell ist immer noch nicht absehbar, wie sich der
russische Krieg gegen die Ukraine und der Krieg im Nahen
Osten entwickeln und welche wirtschaftlichen Auswirkungen
die erhöhte Teuerungsrate im Euroraum verursachen
werden. Trotz dieser Herausforderungen ist der Vorstand
davon überzeugt, dass der GRENKE Konzern gut
aufgestellt ist, um seinen profitablen Wachstumskurs
fortzusetzen und seine Position als einer der
führenden Anbieter von Finanzdienstleistungen für
KMU mit Schwerpunkt auf Small-Ticket-Finanzierungen weiter
auszubauen.
Für das Geschäftsjahr 2023 geht der Vorstand
davon aus, dass sich das Leasingneugeschäft zum Ende
des Jahres in der unteren Hälfte der Guidance von 2,6
bis 2,8 Mrd. EUR einpendeln wird. Genaue Prognosen
über das Investitionsgeschehen von KMU in Europa
für den restlichen Jahresverlauf werden durch die
anhaltend rezessive Stimmungslage sowie die kriegerischen
Auseinandersetzungen in der Ukraine und im Nahen Osten
erschwert. Das unverändert solide Zahlungsverhalten
sowie die stabilen Margen führen dazu, dass der
Vorstand beim Konzernergebnis für das laufende
Geschäftsjahr auf Basis der ersten drei Quartale von
einer Zielerreichung in der oberen Hälfte der Guidance
ausgeht.
Mit der stabilen Eigenkapitalausstattung verfügt
der Konzern über die notwendige Finanzierungsgrundlage
zum Abschluss des angestrebten Leasingneugeschäfts. Im
Jahr 2024 soll das Neugeschäftsvolumen die Marke von 3
Mrd. EUR durchbrechen, sodass der Vorstand weiterhin von
zweitstelligen Wachstumsraten im Leasingneugeschäft
ausgeht. Aufgrund der gegenwärtigen
makroökonomischen Herausforderungen bleibt allerdings
der DB2 im Fokus.
Für das Jahr 2024 strebt der Vorstand mit einem
Fokus auf ausgewogene Margen ein Leasingneugeschäft in
Höhe von 3,0 bis 3,2 Mrd. EUR sowie ein
Konzernergebnis von 95 bis 115 Mio. EUR an. Mit diesem
Prognosekorridor setzen wir unsere Wachstumsstrategie fort.
Im Geschäftsjahr 2023 streben wir eine leichte
Steigerung der DB2-Marge im Vergleich zum Vorjahr an.
Mittelfristig ist es unser Ziel, eine DB2-Marge von rund 17
Prozent zu erwirtschaften. Hierfür sind insbesondere
die Refinanzierungskosten und die Konditionierung der neu
abgeschlossenen Leasingverträge ausschlaggebend, aber
auch die durchschnittliche Ticketgröße. Im
Geschäftsjahr 2023 wird erwartet, dass der
Durchschnittswert pro Leasingvertrag unverändert
unterhalb der 10.000-EUR-Marke liegt. Der Fokus auf kleine
Tickets bleibt wesentlicher Teil unserer
Wachstumsstrategie. Die im Leasingneugeschäft seit
Jahresbeginn gestiegene DB2-Marge wird sich in der Folge in
höheren operativen Erträgen auch in der Gewinn-
und Verlustrechnung niederschlagen.
Einen wesentlichen Beitrag zur Senkung unserer Kosten
wird das neue Digitalisierungsprogramm "Digital Excellence"
leisten. Mit End-to-End-Digitalisierung im
Kerngeschäft Leasing schaffen wir weitere
Effizienzsteigerungen durch die Automatisierung aller
Kernprozesse für das Leasinggeschäft in über
30 Ländern, die sekundenschnelle Bearbeitung von
Leasinganträgen und die stärkere Nutzung von
Cloud-Technologien.
Die Investitionen in das neue Digitalisierungsprogramm,
das sich in planmäßiger Umsetzung befindet,
werden im laufenden Jahr Geschäftsjahr wie erwartet
einen außerordentlichen Aufwand von bis zu 15 Mio.
EUR verursachen. Trotz der Sondereffekte des ersten und
teilweise auch zweiten Quartals 2023, verursacht durch die
erratischen Wechselkursschwankungen, erwartet der Vorstand
beim Konzernergebnis 2023, die obere Hälfte der
Guidance von 80 bis 90 Mio. EUR erreichen zu können.
Die Erwartung für den Gewinnkorridor im
Geschäftsjahr 2023 basiert auf der Annahme, dass die
Schadenquote unter dem Wert von 1,5 Prozent liegen wird.
Hierfür sind das solide Leasingvertragsportfolio, die
stabilen Zahlungseingänge der jüngsten Quartale
sowie die bereits gebildete, angemessene und konservative
Risikovorsorge ausschlaggebend.
Auf Grundlage der erwarteten Entwicklung des
Konzernergebnisses rechnet GRENKE - wie in den Vorjahren -
mit einer bilanziellen Eigenkapitalquote von mehr als 16
Prozent (2022: 20,8 Prozent). Durch die vorgelagerten
Aufwandseffekte aus dem Digitalisierungsprogramm geht der
Vorstand im Jahr 2023 von einer CIR leicht über 55
Prozent aus.
Verkürzter KonzernzwischenabschlussKonzern-Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnungscrollen
Konzern-Bilanzscrollen
* Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die
unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden.
Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
2 Abzüglich passiver Kontokorrentkonten.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
scrollen
1 Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit
wird der Hybridkupon ab 2022 brutto dargestellt.
Anhang des verkürzten Konzernzwischenabschlusses1. Allgemeine AngabenDie GRENKE AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in
Baden-Baden, Neuer Markt 2, Deutschland. Die Gesellschaft
ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung
B, unter der Nummer 201836 eingetragen. Gegenstand des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses der GRENKE AG
(im Folgenden als "Konzernzwischenabschluss" bezeichnet)
zum 30. September 2023 sind die GRENKE AG sowie ihre
Tochterunternehmen und konsolidierten strukturierten
Unternehmen (im Folgenden als "GRENKE Konzern" bezeichnet).
Dieser Konzernzwischenabschluss ist in Übereinstimmung
mit den für die Zwischenberichterstattung
anzuwendenden IFRS (IAS 34), wie sie vom International
Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und
durch die Europäische Union (EU) in europäisches
Recht übernommen wurden, aufgestellt worden. Er ist in
Zusammenhang mit dem IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember
2022 zu lesen. Es erfolgte eine prüferische Durchsicht
im Sinne von § 115 WpHG des verkürzten
Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts zum 30. September 2023.
2. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, die im
Konzernzwischenabschluss angewendet wurden, entsprechen
grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden.
Ausnahmen hiervon betreffen Änderungen, die sich durch
die verpflichtende Anwendung neuer
Rechnungslegungsstandards ergeben haben, welche in den
nachfolgenden Abschnitten erläutert werden. Von der
vorzeitigen Anwendung von geänderten Standards und
Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2024
oder später verpflichtend umzusetzen sind, wurde
abgesehen. Die GRENKE AG wird diese Standards zum Zeitpunkt
der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umsetzen
und erwartet daraus keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Berichterstattung.
Für diesen Zwischenabschluss gelten die gleichen
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie in unserem
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022, auf den wir an
dieser Stelle verweisen. Zudem ergänzen wir die
nachfolgenden Sachverhalte.
2.1 Erstmals anzuwendende, überarbeitete und neue RechnungslegungsstandardsIm Geschäftsjahr 2023 wurden im GRENKE Konzern alle
neuen und überarbeiteten Standards und
Interpretationen berücksichtigt, die erstmals
verbindlich seit dem 1. Januar 2023 anzuwenden waren und
bereits in europäisches Recht übernommen wurden
(Endorsement), sofern diese für den GRENKE Konzern
relevant waren.
Alle nachfolgenden neuen und überarbeiteten
Standards und Interpretationen haben keinen oder nur
unwesentlichen Einfluss auf die Bilanzierung und
Berichterstattung im Konzernabschluss der GRENKE AG.
Für weiterführende Erläuterungen verweisen
wir auf den Geschäftsbericht 2022.
IFRS 17 "Versicherungsverträge" und Änderungen an IFRS 17Der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 17
"Versicherungsverträge" ersetzt den bestehenden
Standard IFRS 4 "Versicherungsverträge" und bestimmt
den Ansatz, die Bewertung, die Darstellung sowie die
Anhangangaben von Versicherungsverträgen. Die
Erstanwendung von IFRS 17 und die Folgeänderungen an
IFRS 17 haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss
des GRENKE Konzerns, da der Konzern keine
Versicherungsverträge im Sinn des IFRS 17 hat.
Änderung an IFRS 17 "Versicherungsverträge" zur erstmaligen Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9: VergleichszahlenMit der Änderung an IFRS 17 wurde eine
Übergangsvorschrift etabliert, die wahlweise eine
abweichende Klassifizierung gemäß IFRS 9
für die Vergleichsperioden im Jahr der erstmaligen
Anwendungen beider Standards ermöglicht. Dann darf
für jeden finanziellen Vermögenswert, für
den die Vergleichsperiode nicht auf IFRS 9 angepasst wurde,
diejenige Klassifizierung angewendet werden, welche auf
Basis der zum Übergangszeitpunkt vorliegenden
Informationen zugrunde gelegt würde.
Änderungen an IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern"Gegenstand der Änderungen an IAS 8 sind
Klarstellungen zur Abgrenzung von Änderungen von
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Änderungen
von Schätzungen. Die Änderungen sollen dazu
beitragen, Änderungen von Rechnungslegungsmethoden und
Änderungen von rechnungslegungsbezogenen
Schätzungen zu unterscheiden.
Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und dem IFRS Practice Statement 2 "Making Materiality Judgements"Die Änderungen an IAS 1 sehen vor, dass Unternehmen
lediglich ihre "wesentlichen" (material) Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden im Anhang darstellen müssen
(anstelle bisher: die "bedeutenden" (significant)
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). Um wesentlich zu
sein, muss die Rechnungslegungsmethode mit wesentlichen
Transaktionen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang
stehen und anlassbezogen sein (zum Beispiel Änderung
der Methode). Die Änderungen sollen so dazu beitragen,
die Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu
verbessern. Flankierend dazu wurde die Leitlinie des IFRS
Practice Statements 2 entsprechend angepasst.
Änderungen an IAS 12 "Ertragsteuern" zum Ansatz latenter Steuern aus einer einzigen TransaktionGemäß der Änderung an IAS 12 wird der
Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung angepasst, sodass im
Zeitpunkt des Zugangs eines Vermögenswertes oder einer
Schuld aktive oder passive latente Steuern anzusetzen sind.
2.2 Bereits veröffentlichte Rechnungslegungsstandards und Interpretationen - noch nicht umgesetztVom IASB wurden folgende neue und geänderte
Standards oder Interpretationen veröffentlicht, die
erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend
anzuwenden sind. Verschiedene Standards davon haben die
Anerkennung in europäisches Recht ("Endorsement") der
EU bereits durchlaufen. Eine freiwillige vorzeitige
Anwendung wird von diesen Standards ausdrücklich
zugelassen. Die GRENKE AG macht von diesem Wahlrecht
grundsätzlich keinen Gebrauch. Diese Standards werden
zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im
Konzernabschluss umgesetzt.
Voraussichtlich werden die nachfolgenden Änderungen
keinen wesentlichen Einfluss auf die Berichterstattung im
Konzernabschluss der GRENKE AG haben.
Änderungen an IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zur Folgebewertung einer Leasingverbindlichkeit im Falle einer Sale und Leaseback-TransaktionMit den Änderungen an IFRS 16 werden
Auslegungsfragen von späteren Modifikationen im
Zusammenhang mit der Folgebewertung einer
Leasingverbindlichkeit im Falle einer Sale und
Leaseback-Transaktion in den Standard aufgenommen.
Vorbehaltlich des EU-Endorsements sind die Regelungen ab
dem 1. Januar 2024 anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung
ist zulässig. Eine Übernahme durch die EU steht
noch aus.
Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" zur Klassifizierung von VerbindlichkeitenIm Januar 2020 wurden die Änderungen an IAS 1 zur
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig
veröffentlicht. Gegenstand der Änderungen an IAS
1 ist die Klarstellung, dass im Rahmen der Klassifizierung
von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig auf
bestehende Rechte des Unternehmens zum Abschlussstichtag
abzustellen ist. Am 15. Juli 2020 wurde die Erstanwendung
der Änderung durch das IASB um ein Jahr für
Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar 2023 beginnen,
verschoben. Eine Übernahme durch die EU steht noch
aus.
Änderungen an IAS 12 "Ertragsteuern" zur Internationalen Steuerreform - Säule-2-ModellregelnMit den im Mai 2023 veröffentlichten
Änderungen an IAS 12 reagiert das IASB auf die
Bedenken der Stakeholder hinsichtlich der möglichen
Auswirkungen der von der OECD veröffentlichten
Modellvorschriften der Säule-2 auf die Bilanzierung
von latenten Steuern. Gegenstand der Änderungen an IAS
12 sind die Einführung einer temporären
Ausnahmeregelung für die Bilanzierung latenter
Steuern, die sich aus der Einführung einer globalen
Mindestbesteuerung ergeben sowie gezielte Anhangangaben
für betroffene Unternehmen. Die Ausnahmeregelung ist
unmittelbar nach Veröffentlichung der Änderungen
des IAS 12 anzuwenden. Die neuen Anhangangaben sind
für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach
dem 1. Januar 2023 beginnen. Für Unternehmen, die nach
den in der EU anzuwendenden IFRS bilanzieren, gelten die
Regelungen nach der Übernahme in europäisches
Recht. Eine Übernahme durch die EU steht noch aus.
Änderungen an IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" und IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" zu LieferantenfinanzierungsvereinbarungenGegenstand der Änderungen sind zusätzliche
Anhangangaben im Zusammenhang mit
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen, zu denen
insbesondere Reverse-Factoring-Vereinbarungen zählen.
Die Änderungen ergänzen die Anforderungen, die
bereits in den IFRS enthalten sind und verpflichten
Unternehmen im Hinblick auf
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen zur Offenlegung von
Konditionen und Bedingungen, Nennung der Bilanzposten und
der Buchwerte zu Beginn und zum Ende der Berichtsperiode,
Bandbreiten von Zahlungsfristen und Risikokonzentrationen.
Die Änderungen sind für Geschäftsjahre
anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen.
Für Unternehmen, die nach den in der EU anzuwendenden
IFRS bilanzieren, gelten die Regelungen nach der
Übernahme in europäisches Recht. Eine
Übernahme durch die EU steht noch aus.
Änderungen an IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" zur Bilanzierung bei einem Mangel an UmtauschbarkeitGegenstand der Änderungen an IAS 21 sind
detailierte Regelungen, nach denen zu bestimmen ist, ob
eine Währung gegen eine andere umtauschbar ist und wie
Wechselkurse zu bestimmen sind, wenn die Umtauschbarkeit
nicht gegeben ist. Die Änderungen sind für
Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1.
Januar 2025 beginnen. Für Unternehmen, die nach den in
der EU anzuwendenden IFRS bilanzieren, gelten die
Regelungen nach der Übernahme in europäisches
Recht. Eine Übernahme durch die EU steht noch aus.
3. Verwendung von Annahmen und SchätzungenBei der Aufstellung des verkürzten
Konzernzwischenabschlusses sind Annahmen getroffen und
Schätzungen verwendet worden, die sich auf den Ausweis
und die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte,
Schulden, Erträge, Aufwendungen sowie
Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben.
Schätzungen und zugrundeliegende Annahmen werden
laufend überprüft. Überarbeitungen von
Schätzungen werden prospektiv erfasst und erfolgen in
den nachfolgend dargestellten Bereichen.
Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle VermögenswerteDie Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle
Vermögenswerte beruht auf Annahmen und
Schätzungen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten
Verlustraten. Der Konzern übt bei der Festlegung
dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für
die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend
auf Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit,
bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten
Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode.
Entsprechend den Verlautbarungen von verschiedenen
Regulatoren (ESMA, EBA) wird eine Beurteilung der
Modellierung der IFRS 9 Wertberichtigung und der
Schätzung der erwarteten Kreditverluste (ECL)
vorgenommen. Das ECL-Modell wird inklusive der
Inputparameter und der Teilmodelle anlassbezogen und
mindestens einmal jährlich validiert und
gegebenenfalls aktualisiert.
Zur Ermittlung der Risikovorsorge gemäß IFRS
9 werden erwartete Kreditausfälle verschiedener
makroökonomischer Szenarien gewichtet. GRENKE
berechnet hierfür ein negatives, ein positives sowie
ein Basisszenario. Die unterstellten Entwicklungen des
Bruttoinlandsprodukts sind je Szenario folgender Tabelle zu
entnehmen:
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Die Höhe der Risikovorsorge der laufenden
Leasingforderungen je Szenario ist in folgender Tabelle
aufgeführt:
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Im Basisszenario werden wiederkehrende, jedoch nicht
permanente Engpässe bzgl. russischer Gaslieferungen
angenommen, da der Russland-Ukraine-Krieg weiter andauert.
Die Inflation bleibt unverändert auf erhöhtem
Niveau (deutlich oberhalb von 2 Prozent). Infolge von
Zweit- und Drittrundeneffekten treten global erhöhte
Kreditverluste ein. Der Anstieg der Ausfallraten entspricht
in etwa einem Viertel des Anstiegs zu Beginn der
Covid-19-Pandemie. Die Höhe des Anstiegs wird anhand
historischer Ausfallraten im Zuge der jüngsten Finanz-
und Staatsschuldenkrise abgeleitet.
Das negative Szenario geht von weiteren, erheblichen
Engpässen in den von russischem Gas stark
abhängigen Volkswirtschaften und vom Andauern des
russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aus. Dies
führt zu einer weiteren Preissteigerung bei
importierten Energierohstoffen. Parallel straffen die
Notenbanken weiter die Geldpolitik, um die noch immer
steigenden Inflationsraten zu bekämpfen. Dies
führt in der Industrie zu einer starken Abkühlung
der Investitionsbereitschaft sowie zu einem erheblichen
Verlust an Kaufkraft bei privaten Haushalten. Aus Zweit-
und Drittrundeneffekten resultieren global wesentlich
erhöhte Kreditverluste. Der Anstieg der Ausfallraten
entspricht in etwa demjenigen zu Beginn der
Covid-19-Pandemie.
Im positiven Szenario können über
Energiesparmaßnahmen sowie dem Import von
Flüssiggas, trotz eines andauernden
Russland-Ukraine-Krieges, die fehlenden russischen
Gaslieferungen aufgefangen werden. Die Inflation nimmt
moderat ab. Politische Maßnahmen stützen den
Kaufkraftverlust in den privaten Haushalten und verhindern
ein starkes Abkühlen der Investitionsbereitschaft in
der Industrie. Entsprechend kommt es zu einer Rückkehr
der Ausfallraten zum Vor-Covid-19-Niveau.
In sämtlichen Szenarien werden verschiedene
Mindestausfallraten (Floors) berücksichtigt. Aktuell
können im GRENKE Portfolio deutlich
rückgängige Ausfallraten, insbesondere auch im
Vergleich zum Vor-Covid-19-Niveau, beobachtet werden.
Ungeachtet dessen wird der Anstieg der Ausfallraten in
allen Szenarien auf das Ausfallratenniveau vor der
Covid19-Pandemie angewendet. Der Effekt der aktuell
deutlich rückgängigen Ausfallraten erfährt
somit keine Berücksichtigung.
Die Eintrittswahrscheinlichkeiten der Makroszenarien
werden länderspezifisch ermittelt, um die
unterschiedlichen wirtschaftlichen sowie politischen
Begebenheiten des jeweiligen Landes zu würdigen. Diese
Szenariogewichte werden zum einen aus öffentlichen
Daten der EZB abgeleitet. Diese stellt durch eine Umfrage
unter verschiedenen Analysten eine
Wahrscheinlichkeitsverteilung für das BIP der Jahre
2023 bis 2025 auf. Aus diesen
Wahrscheinlichkeitsverteilungen können
Eintrittswahrscheinlichkeiten für einzelne Szenarien
berechnet werden. Zum anderen werden zur
länderspezifischen Bestimmung der
Eintrittswahrscheinlichkeiten die öffentlich
zugänglichen BIP-Erwartungen sowie die historischen
BIP-Betrachtungen des IWF herangezogen.
Zum 30. September 2023 sind die Szenarien in den
Kernmärkten des GRENKE Konzerns wie folgt gewichtet:
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Aufgrund der erhöhten wirtschaftlichen Unsicherheit
wurden zusätzlich diverse Sensitivitätsanalysen
unter anderem bzgl. des BIP und der internen Floors
durchgeführt. Zur angemessenen Berücksichtigung
der zunehmenden Rezessionssorgen wurde eine
zusätzliche Sensitivitätsanalyse anhand der
Rücklastschriftquoten vorgenommen. Folglich wurden
zusätzlich zu der auf Basis des bestehenden IFRS 9
Modells ermittelten Risikovorsorge, welche aktualisierte
Parameter zur Abbildung der makroökonomischen
Rahmenbedingungen berücksichtigt, ein Post Model
Adjustment gebildet. Hierbei wurde der Ergebniseffekt einer
Erhöhung der Rücklastschriftquote um 50 %
quantifiziert. Als zusätzliches Post Model Adjustment
wurden 20 % des daraus resultierenden Ergebniseffektes
angesetzt. Für alle Leasingverträge wurde daher
in Summe ein Adjustment von 42.188 TEUR bilanziert, welches
die zusätzlichen Unsicherheiten aus dem Krieg
Russlands gegen die Ukraine für den GRENKE Konzern und
die damit verbundenen möglichen Folgen, wie Rezession,
Liefer- und Energieengpässe sowie Inflation abdecken
soll.
Berücksichtigung kalkulierter Restwerte am Ende der Vertragslaufzeit im Rahmen der Ermittlung des Barwerts von LeasingforderungenNicht garantierte (kalkulierte) Restwerte werden im
Rahmen der Ermittlung des Barwerts der Leasingforderungen
gemäß der Definition des IFRS 16
berücksichtigt. Die kalkulierten Restwerte am Ende der
Vertragslaufzeit ermitteln sich in Abhängigkeit von
der Laufzeitgruppe des jeweiligen Leasingvertrags und
beinhalten das erwartete Nachgeschäft am Ende der
Laufzeit, basierend auf historischen Erfahrungswerten.
Für Zugänge seit dem 1. Januar 2023 betragen sie
zwischen 1 und 25 Prozent der Anschaffungskosten (Vorjahr:
seit dem 1. Januar 2022 zwischen 1 und 25 Prozent). Die
kalkulierten Restwerte werden dabei anhand statistischer
Auswertungen im Rahmen einer bestmöglichen
Schätzung angesetzt. Im Fall eines Absinkens der
tatsächlich im Nachgeschäft (bestehend aus
Verwertung und sogenannter Nachmiete) erzielbaren
Erlöse wird eine Abwertung der Leasingforderungen
berücksichtigt, wohingegen ein Anstieg
unberücksichtigt bleibt.
Annahmen im Rahmen des Werthaltigkeitstests bei der Bewertung der bestehenden Geschäfts- oder FirmenwerteDie der Discounted-Cashflow-Bewertung der bestehenden
Geschäfts- oder Firmenwerte zugrundeliegenden
Cashflows basieren auf den aktuellsten
Geschäftsplänen und internen Planungen. In diesem
Zusammenhang werden Annahmen über die künftigen
Ertrags- und Aufwandsentwicklungen getroffen. Dabei werden
künftige Wachstumsraten der jeweiligen
zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Basis bisheriger
Erfahrungswerte angenommen und bisher erzielte Ertrags- und
Aufwandsverläufe unter Berücksichtigung aktueller
und zu erwartender Marktentwicklungen in die Zukunft
projiziert. Die ermittelten Planungen reflektieren die
bestmöglichen Einschätzungen zur weiteren
Entwicklung der makroökonomischen Rahmenbedingungen
sowie der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit.
Die hierbei getroffenen Einschätzungen sowie die
zugrundeliegende Methodik können einen erheblichen
Einfluss auf die ermittelten Werte haben.
Aufgrund des aktuellen ökonomischen Gesamtumfelds
sind die Schätzungen hinsichtlich der weiteren
Neugeschäfts- und Renditeentwicklungen der
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten weiterhin mit
zusätzlichen Unsicherheiten verbunden. Sollten
wesentliche Annahmen von den tatsächlichen
Größen abweichen, könnte dies in der
Zukunft zu erfolgswirksam zu erfassenden Wertminderungen
führen.
Der GRENKE Konzern hat zum Stichtag untersucht, ob ein
Anhaltspunkt für eine Wertminderung der bilanzierten
Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegen könnte. Zum
Stichtag bestand, unter Berücksichtigung der
Veränderung der Bewertungsparameter sowie der
wirtschaftlichen Entwicklungen der
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, kein
Wertminderungsbedarf der Geschäfts- oder Firmenwerte.
Der für die Werthaltigkeitsermittlung
maßgebliche risikolose Zinssatz betrug 3,0 Prozent
zum 30. September 2023, gegenüber 2,4 Prozent zum 31.
Dezember 2022. Damit stiegen die Abzinsungssätze, die
zur Diskontierung der geplanten Zahlungsströme der
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten heranzuziehen sind,
zwar auch im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres
2023 weiter an. Der Anstieg war jedoch weit weniger
dynamisch als noch im Vorjahr. Sollten die
Abzinsungssätze erneut stark steigen, könnte dies
zu erfolgswirksamen Wertminderungen in künftigen
Berichtsperioden führen.
Ansatz von Leasinggegenständen in Verwertung zu kalkulierten RestwertenDie Bewertung der Leasinggegenstände in Verwertung
erfolgt auf Basis der Verwertungserlöse, die über
das vergangene Geschäftsjahr im Durchschnitt je
Altersklasse in Bezug auf die ursprünglichen
Anschaffungskosten erzielt werden konnten.
Leasinggegenstände in der Verwertung werden in
Abhängigkeit von ihrer tatsächlichen
Verwertbarkeit mit den aus der Vergangenheit ermittelten
Restwerten bewertet. Die angesetzten Restwerte betragen zum
Stichtag zwischen 2,5 und 14,7 Prozent (Vorjahr: zwischen
2,4 und 19,5 Prozent) der ursprünglichen
Anschaffungskosten. Sofern eine Verwertung aufgrund des
Zustandes des entsprechenden Gegenstandes unrealistisch
erscheint, wird dieser erfolgswirksam abgeschrieben.
Beizulegender Zeitwert von FinanzinstrumentenDie beizulegenden Zeitwerte finanzieller
Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, die
nicht mithilfe von Daten aus aktiven Märkten
unmittelbar abgeleitet werden können, werden unter der
Verwendung von Bewertungsverfahren bestimmt. Die
Inputparameter dieser Modelle stützen sich, soweit
möglich, auf beobachtbare Marktdaten. Ist dies nicht
möglich, stellt die Bestimmung der beizulegenden
Zeitwerte in gewissem Maß eine Ermessensentscheidung
dar. Die Ermessensentscheidungen betreffen Inputparameter
wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und
Volatilität. Änderungen der Annahmen
bezüglich dieser Inputparameter können sich auf
den erfassten beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente
auswirken. Sind beobachtbare Preise und Parameter
verfügbar, werden sie für die Bestimmung des
beizulegenden Zeitwertes genutzt, ohne dass
Einschätzungen im großen Umfang erforderlich
wären.
Ansatz und Bewertung latenter Steuern auf VerlustvorträgeAktive latente Steuern werden für alle nicht
genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem
Maß erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass
hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein
wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich
genutzt werden können. Bei der Ermittlung der
Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche
Ermessungsausübung der Unternehmensleitung
bezüglich des erwarteten Eintritts und der Höhe
des zukünftig zu versteuernden Einkommens sowie der
zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.
Ansatz und Bewertung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche und SteuerschuldenAufgrund der Komplexität der Steuergesetzgebung
ergeben sich möglicherweise unterschiedliche
Auslegungen und Interpretationen von Steuergesetzen durch
den Steuerpflichtigen und die lokale Finanzbehörde.
Dadurch kann es zu nachträglichen Steuerzahlungen
für vergangene Geschäftsjahre kommen. Für
den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte
Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden
können (unsichere Steuerpositionen), werden
Steuerrückstellungen gebildet. Der Betrag ermittelt
sich aus der besten Schätzung der erwarteten
Steuerzahlung. Steuerforderungen aus unsicheren
Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es
wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass
sie realisiert werden können. Die Annahmen, in welcher
Höhe unsichere Steuerpositionen angesetzt werden,
basieren auf der Einschätzung der Unternehmensleitung.
Wir verweisen hierzu auf die geschilderten
Bilanzierungsmethoden im Anhang des Konzernabschlusses zum
31. Dezember 2022.
4. LeasingforderungenDie folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der
Leasingforderungen:
scrollen
Die folgende Übersicht zeigt die
Brutto-Leasingforderungen und die hierauf gebildete
Wertberichtigung pro IFRS 9 Wertberichtigungsstufe. Der
GRENKE Konzern verfügt über keine als POCI
(Purchased or Originated Credit Impaired) klassifizierten
Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 9:
scrollen
Die Brutto-Leasingforderungen sind aufgrund des
Neugeschäftswachstums im Vergleich zum 31. Dezember
2022 um 4,2 Prozent gestiegen. Demgegenüber ist die
Wertberichtigung im Vergleich zum 31. Dezember 2022 um 1,4
Prozent gesunken. Ursächlich sind hierfür im
Wesentlichen leicht reduzierte Wertberichtigungssätze
sowie geringere Risikovorsorge aufgrund des
abgeschwächten Neugeschäftswachstums in
Südeuropa bei gleichzeitiger Fokussierung auf
steigende Profitabilität.
Diesbezüglich ist insbesondere hervorzuheben, dass
im GRENKE Konzern nach wie vor ein deutlich konservativer
Ansatz Anwendung findet.
Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der
Wertberichtigungen auf den Bestand an kurzfristigen und
langfristigen Leasingforderungen:
scrollen
Ergänzend zur Kapitalflussrechnung stellen sich die
Zahlungsströme bezogen auf die Leasingforderungen wie
folgt dar:
scrollen
5. FinanzschuldenDie Finanzschulden des GRENKE Konzerns setzen sich aus
den kurzfristigen Finanzschulden und langfristigen
Finanzschulden zusammen:
scrollen
5.1 Asset-Backed Finanzschulden5.1.1 Strukturierte EinheitenFolgende konsolidierte strukturierte Einheiten bestanden
zum Stichtag: Opusalpha Purchaser II Limited (Helaba),
Kebnekaise Funding Limited (SEB AB), CORAL Purchasing
(IRELAND) 2 DAC (DZ-Bank), FCT "GK"-COMPARTMENT "G 2"
(Unicredit), Elektra Purchase No 25 DAC, FCT
"GK"-COMPARTMENT "G 4" (Helaba) sowie FCT "GK"-COMPARTMENT
"G 5" (DZ-Bank). Sämtliche strukturierte Einheiten
sind als Asset-Backed-Commercial-Paper-(ABCP)-Programme
aufgelegt.
scrollen
5.1.2 ForderungsverkaufsverträgeIn der nachfolgenden Tabelle werden die Programmvolumen,
Inanspruchnahme und Buchwerte der
Forderungsverkaufsverträge dargestellt:
scrollen
5.2 Senior-Unsecured-FinanzschuldenFolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die
Buchwerte der einzelnen Refinanzierungsinstrumente:
scrollen
Folgende Tabelle zeigt den Refinanzierungsrahmen der
einzelnen Instrumente:
scrollen
5.2.1 AnleihenIm Geschäftsjahr wurden bisher drei neue Anleihen
mit einem Gesamtvolumen von 610.000 TEUR begeben. Zudem
wurden zwei bestehende Anleihen um 50.000 TEUR und 124.250
TEUR aufgestockt. Planmäßig wurden 267.000 TEUR
getilgt. Zudem erfolgte eine Zahlung in Höhe von
179.418 TEUR, womit ein Nominalvolumen von 180.327 TEUR
vorzeitig getilgt wurde.
5.2.2 SchuldscheindarlehenIm Geschäftsjahr wurden bisher drei neue
Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 40.000
TCHF und 57.500 TEUR begeben. Planmäßig getilgt
wurden 30.000 TCHF und 37.000 TEUR.
5.2.3 Commercial PapersIm Geschäftsjahr wurden bisher neun Commercial
Papers mit einem Gesamtvolumen von 150.000 TEUR emittiert.
Planmäßig getilgt wurden 125.000 TEUR.
5.3 Zweckgebundene FörderdarlehenFolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der in Anspruch
genommenen Förderdarlehen bei den einzelnen
Förderbanken.
scrollen
5.4 Ergänzende Angaben zu den Verbindlichkeiten aus Finanzschulden in der KapitalflussrechnungErgänzend zur Kapitalflussrechnung stellen sich die
Zahlungsströme bezogen auf die Finanzschulden wie
folgt dar:
scrollen
6. EigenkapitalDas Grundkapital der GRENKE AG ist im Vergleich zum 31.
Dezember 2022 unverändert auf 46.495.573 auf den
Inhaber lautende Aktien eingeteilt.
7. Angaben zu Finanzinstrumenten7.1 Hierarchie des beizulegenden ZeitwertsBei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts eines
Vermögenswerts oder einer Schuld verwendet der GRENKE
Konzern so weit wie möglich am Markt beobachtbare
Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken
verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden
Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der
Bemessungshierarchie ("Fair-Value-Hierarchie") eingeordnet.
Stufe 1: Notierte (unbereinigte) Preise auf aktiven
Märkten für identische Vermögenswerte oder
Schulden.
Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen sämtliche
Inputfaktoren, die sich wesentlich auf den erfassten
beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder
indirekt am Markt beobachtbar sind.
Stufe 3: Bewertungsverfahren, die Inputfaktoren
verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten
beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf
beobachtbaren Marktdaten basieren.
Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts
eines Vermögenswerts oder einer Schuld verwendeten
Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der
Bemessungshierarchie eingeordnet werden können, wird
die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer
Gesamtheit der Stufe der Bemessungshierarchie zugeordnet,
die dem Inputfaktor der höchsten Stufe entspricht, der
für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.
Der GRENKE Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen
verschiedenen Stufen der Bemessungshierarchie in der
Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist.
Umgruppierungen zwischen den drei Stufen der
Bemessungshierarchie fanden in der abgelaufenen
Berichtsperiode nicht statt.
7.2 Beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten7.2.1 Beizulegende Zeitwerte originärer FinanzinstrumenteDie nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und
beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte
und finanzieller Verbindlichkeiten je Klasse von
Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert
bemessen werden. Sie enthält keine Informationen zum
beizulegenden Zeitwert für finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wenn der
Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den
beizulegenden Zeitwert darstellt. Darunter fallen die
Bilanzpositionen Zahlungsmittel, Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen.
Sämtliche originäre Finanzinstrumente sind der
Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet, mit Ausnahme
der börsennotierten Anleihen, die in den
Verbindlichkeiten aus Refinanzierung enthalten und in der
Stufe 1 der Bemessungshierarchie klassifiziert sind, sowie
der sonstigen Beteiligung, die der Stufe 3 der
Bemessungshierarchie zugeordnet ist. Der Buchwert der
börsennotierten Anleihen zum Bilanzstichtag
beträgt 2.462.354 TEUR (Vorjahr 31.12.2022: 2.145.406
TEUR) und der beizulegende Zeitwert 2.370.944 TEUR (Vorjahr
31.12.2022: 1.975.233 TEUR). Die originären
finanziellen Vermögenswerte sind bis auf die
Leasingforderungen, welche gemäß IFRS 16
bewertet werden, und die sonstige Beteiligung, welche der
Bewertungskategorie FVTOCI zugeordnet ist und somit zum
beizulegenden Zeitwert bewertet wird, vollständig zu
fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bewertet. Die
finanziellen Verbindlichkeiten werden ebenfalls zu
(fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet.
scrollen
7.2.2 Beizulegende Zeitwerte derivativer FinanzinstrumenteZum Stichtag sind im GRENKE Konzern alle derivativen
Finanzinstrumente, welche sich aus Zinsderivaten
(Zinsswaps), Devisentermingeschäften und Cross
Currency Swaps zusammensetzen, zum beizulegenden Zeitwert
bilanziert. Sämtliche derivativen Finanzinstrumente
sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet.
scrollen
Bei den im GRENKE Konzern verwendeten derivativen
Finanzinstrumenten handelt es sich um sogenannte
OTC-Derivate (Over-the-Counter). Diese werden direkt mit
einer Gegenpartei, die mindestens dem Investmentgrade
entspricht, abgeschlossen. Es existieren somit keine
notierten Börsenpreise.
Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt
anhand von Bewertungsmodellen unter Rückgriff auf
beobachtbare Inputfaktoren. Bei
Fremdwährungsterminkontrakten wird die Bewertung
anhand eines Mark-to-Model-Bewertungsmodells vorgenommen.
Bei Zinsderivaten wird der beizulegende Zeitwert über
eine Barwertmethode ermittelt. Die verwendeten
Inputparameter für die Bewertungsverfahren werden aus
Marktnotierungen entnommen. Dabei werden laufzeitkongruente
Zinssätze in den gehandelten Währungen für
Devisentermingeschäfte bzw. Zinssätze für
Zinsderivate verwendet. Die ermittelten Werte werden mit
einem sogenannten Add-on-Verfahren mit den Kupons der am
Markt beobachtbaren laufzeitadäquaten Credit Default
Swaps (CDS) der Gegenpartei bzw. des eigenen Ausfallrisikos
multipliziert, um den beizulegenden Zeitwert dieser
OTC-Derivate zu erhalten.
7.3 Bewertungsmethoden und verwendete InputfaktorenIn nachfolgender Tabelle werden die angewandten
Bewertungsmethoden sowie die verwendeten Inputfaktoren und
Annahmen zur Bemessung der beizulegenden Zeitwerte
dargestellt:
scrollen
8. Erlöse aus Verträgen mit Kunden Nachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) dargestellt:scrollen
9. Erlöse und sonstige Umsatzerlöse Nachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) und sonstige Umsatzerlöse (IFRS 9, IFRS 16) dargestellt:scrollen
10. ErtragsteuernDie wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands
in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind:
scrollen
11. Konzern-Segmentberichterstattungscrollen
scrollen
* Erträge werden positiv, Aufwendungen
negativ dargestellt.
11.1 GeschäftssegmenteDie Berichterstattung des GRENKE Konzerns über die
Entwicklung seiner Segmente folgt der dominierenden
Organisationsstruktur innerhalb des GRENKE Konzerns, der
dem sogenannten Managementansatz folgt. Daher sind die
operativen Segmente in Anlehnung an die Steuerung der
Unternehmensbereiche in die Segmente Leasing, Bank und
Factoring unterteilt, was dem Entscheidungsträger, dem
Vorstand der GRENKE AG, dazu dient, die Leistung der
Segmente zu beurteilen und Entscheidungen über die
Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen. Eine
regionale Aufgliederung der Geschäftstätigkeiten
erfolgt jährlich im Abschluss des GRENKE Konzerns des
jeweiligen Geschäftsjahres. Für die drei
operativen Segmente liegen separate Finanzinformationen
vor.
Innerkonzernliche Transaktionen zwischen den Segmenten
werden in der Segmentberichterstattung in der Spalte
"Konsolidierung und Sonstiges" eliminiert.
11.2 Berichtspflichtige Segmente11.2.1 LeasinggeschäftDas Segment Leasing beinhaltet sämtliche
Aktivitäten, die mit der Tätigkeit des Konzerns
als Leasinggeber zusammenhängen. Das
Dienstleistungsangebot umfasst dabei die Übernahme der
Finanzierung für gewerbliche Leasingnehmer, die
Vermietung, Service-, Protection- und Wartungsangebote
sowie die Verwertung von Gebrauchtgeräten.
Der GRENKE Konzern hat sich dabei im Wesentlichen auf
das sogenannte Small-Ticket-Leasing von IT-Produkten wie
zum Beispiel PCs, Notebooks, Servern, Bildschirmen und
anderen Peripheriegeräten, Software,
Telekommunikations- und Kopiertechnik, Medizintechnik sowie
sonstigen IT-Produkten spezialisiert. Nahezu alle
abgeschlossenen Leasingverträge sind Verträge mit
Vollamortisationsanspruch.
11.2.2 BankgeschäftAls Finanzierungspartner vor allem für KMU umfasst
das Segment Bank die Aktivitäten der GRENKE BANK AG
(nachfolgend auch "GRENKE Bank"). Im Rahmen von
Kooperationen mit verschiedenen Förderbanken des
Bundes und einzelner Bundesländer finanziert die
GRENKE Bank Existenzgründungen. Zudem vergibt die
GRENKE Bank Fördermittel für KMU und
Freiberufler, die betriebliche Neuanschaffungen über
Leasing finanzieren. Über ihren Internetauftritt
bietet die GRENKE Bank darüber hinaus
Geldanlageprodukte wie beispielsweise Festgeldprodukte
für private und gewerbliche Kunden an. Das
Geschäft der Bank erfolgt schwerpunktmäßig
mit deutschen Kunden. Neben dem Geschäft mit externen
Kunden umfassen die Aktivitäten der GRENKE Bank auch
die interne Refinanzierung des Leasing- und
Factoringsegments des GRENKE Konzerns mittels des Ankaufs
von Forderungen und der Ausgabe von Darlehen.
11.2.3 FactoringgeschäftIm Segment Factoring bietet GRENKE klassische
Factoringdienstleistungen mit der Fokussierung auf das
Small-Ticket-Factoring an. Dabei werden im Rahmen des
echten Factorings sowohl das offene Factoring, bei dem der
Debitor über die Forderungsabtretung informiert wird,
als auch das stille Factoring, bei dem der Debitor keine
entsprechende Information erhält, angeboten. Daneben
bietet das Segment auch Forderungsmanagement ohne
Finanzierungsfunktion (unechtes Factoring) an; hier
verbleibt das Delkredererisiko beim Kunden.
11.3 Messgrößen der SegmenteDie Bilanzierungsgrundsätze, die zur Gewinnung der
Segmentinformationen herangezogen werden, entsprechen den
angewandten Bilanzierungsregeln des
Konzernzwischenabschlusses. Konzerninterne Transaktionen
erfolgen zu marktüblichen Preisen.
Für die Beurteilung des Erfolgs des GRENKE Konzerns
ist die zuständige Unternehmensinstanz, der Vorstand
der GRENKE AG, verantwortlich. Dieser hat als wesentliche
Erfolgsgrößen neben dem Wachstum des
Neugeschäfts des Leasingsegments (Summe der
Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände),
für die GRENKE Bank das Einlagevolumen und für
das Factoringsegment die Bruttomarge bestimmt. Die
Erfolgskomponenten der Segmente sind im
Konzernzwischenlagebericht aufgeführt. Die weiteren
Messgrößen umfassen insbesondere die operativen
Segmenterträge, die zinsunabhängigen
Aufwendungen, das Segmentergebnis vor dem sonstigen
Finanzergebnis, die Personalaufwendungen, Vertriebs- und
Verwaltungsaufwendungen sowie die Abschreibungen. Das
sonstige Finanzergebnis und die Steueraufwendungen /
-erträge sind die wesentlichen Bestandteile der
Konzernergebnisrechnung, die nicht in die einzelnen
Segmentinformationen einfließen.
Die Segmenterträge der einzelnen Segmente setzen
sich wie folgt zusammen:
scrollen
Bei den nicht zahlungswirksamen Posten handelt es sich
um Wertminderungen.
Das Segmentvermögen beinhaltet die
betriebsnotwendigen Vermögenswerte. Die
Segmentschulden entsprechen den dem jeweiligen Segment
zuzurechnenden Verbindlichkeiten.
Segmentvermögen und -schulden berücksichtigen
keine Steuerpositionen.
12. Änderungen im Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2023Übernahme von FranchisegesellschaftenIm ersten Quartal 2023 hat die GRENKE AG jeweils 100
Prozent der Anteile an der Factoring-Franchisegesellschaft
in Irland (GC Factoring Ireland Limited) sowie den beiden
Leasing-Franchisegesellschaften in Australien (GC LEASING
MELBOURNE PTY LTD und GC LEASING SYDNEY PTY LTD)
rechtswirksam übernommen. Darüber hinaus kam es
zur rechtswirksamen Übernahme von 58 Prozent der
Anteile an den Factoring-Franchisegesellschaften in Polen
(GC Faktoring Polska Sp.z.o.o.) und dem Vereinigten
Königreich (GC Factoring Limited).
Im zweiten Quartal 2023 hat die GRENKE AG die
verbleibenden 42 Prozent der Anteile an der
Factoring-Franchisegesellschaft in Polen (GC Faktoring
Polska Sp.z.o.o.) rechtswirksam übernommen.
Im dritten Quartal 2023 kam es zur rechtswirksamen
Übernahme der verbleibenden 42 Prozent der Anteile an
der Factoring-Franchisegesellschaft im Vereinigten
Königreich (GC Factoring Limited) durch die GRENKE AG.
Zudem wurden die verbleibenden 42 Prozent der Anteile an
der Leasing-Franchisegesellschaft in Singapur (GC Lease
Singapore Pte. Ltd.) rechtswirksam übernommen. Bei der
Factoring-Franchisegesellschaft in Ungarn (GF Faktor Zrt.)
ist für die rechtswirksame Übertragung der
Anteile weiterhin die Zustimmung einer Behörde
ausstehend.
Die Franchisegesellschaften waren bereits vor dem Erwerb
der Anteile vollständig konsolidiert, sodass die
rechtswirksame Anteilsübernahme lediglich zu einer
Verringerung der auszuweisenden Minderheitsanteile
führte. Für weitere Informationen zur
Übernahme der Franchisegesellschaften verweisen wir
auf den Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember
2022.
Beteiligung an der Miete24 P4Y GmbHDie GRENKE AG hat im zweiten und dritten Quartal 2023
knapp 26 Prozent der kapital- und stimmberechtigten Anteile
an der Miete24 P4Y GmbH (Velten/ Deutschland) rechtswirksam
übernommen. Die Bilanzierung der Anteile erfolgt nach
der Equity-Methode. Die Miete24 P4Y GmbH betreibt die
Online-Plattform Miete24 zur Vermietung von Informations-
und Kommunikationstechnik. Mit der Akquisition der
Internetplattform stärkt GRENKE seine
Vertriebsinfrastruktur vor allem im Fachhandel und
eröffnet sich zusätzliche Optionen im
Online-Direktgeschäft mit gewerblichen Kunden.
Über den bereits erfolgten Anteilserwerb hinaus hat
sich die GRENKE AG langfristig die Option zur
vollständigen Übernahme der Miete24 P4Y GmbH
gesichert.
13. Auszahlung an HybridkapitalgeberAm 30. März 2023 hat die GRENKE AG
planmäßig eine Kuponzahlung in Höhe von
12.946 TEUR (Vorjahr: 12.946 TEUR) an die
Hybridkapitalgeber ausgeschüttet.
14. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenDer Aufsichtsrat der GRENKE AG hat mit allen amtierenden
Vorstandsmitgliedern eine Phantom-Stock-Vereinbarung
abgeschlossen. Auszahlungen im Rahmen dieser Vereinbarungen
fielen im bisherigen Geschäftsjahr in Höhe von 0
TEUR an (30. September 2022: 0 TEUR).
Zum 30. September 2023 betrug der Wert aller bestehenden
Phantom-Stock-Vereinbarungen 212 TEUR (30. September 2022:
0 TEUR). Die erfolgswirksame Erfassung in der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in den
Personalaufwendungen und ist unter den variablen
Vergütungskomponenten ausgewiesen.
Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und TochterunternehmenTransaktionen der GRENKE AG mit ihren Tochterunternehmen
sind Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und
Personen. Im Fall, dass die Transaktion im Rahmen der
Konsolidierung eliminiert wird, entfällt eine
Offenlegung. Geschäfte des GRENKE Konzerns mit
assoziierten Unternehmen sind als Geschäfte mit
nahestehenden Unternehmen und Personen offenzulegen.
Offenzulegende Transaktionen mit Tochterunternehmen und
assoziierten Unternehmen bestanden weder zum 30. September
2023 noch zum 31. Dezember 2022.
Transaktionen mit Personen in SchlüsselpositionenPersonen in Schlüsselpositionen sind Personen, die
für die Planung, Leitung und Überwachung der
Tätigkeiten des GRENKE Konzerns direkt oder indirekt
zuständig und verantwortlich sind. Zu den Personen in
Schlüsselpositionen zählen ausschließlich
die im Geschäftsjahr aktiven Vorstands- und
Aufsichtsratsmitglieder der GRENKE AG sowie diesem
Personenkreis nahestehende Personen wie zum Beispiel
Familienangehörige.
Die GRENKE BANK AG hat zum Stichtag 30. September 2023
Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe
von 129 TEUR (Vorjahr 31. Dezember 2022: 0 TEUR) von
Personen in Schlüsselpositionen und diesem
Personenkreis nahestehenden Personen erhalten.
Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und PersonenUnter die sonstigen nahestehenden Unternehmen fallen
Tochterunternehmen und Gemeinschaftsunternehmen der
Personen in Schlüsselpositionen bzw. diesem
Personenkreis nahestehenden Personen. Unter den sonstigen
nahestehenden Personen sind Personen gemäß IAS
24.10 ausgewiesen, die wegen dem wirtschaftlichen Gehalt
der Beziehung als nahestehende Person deklariert wurden.
Die GRENKE BANK AG hat zum Stichtag 30. September 2023
Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe
von 1.182 TEUR (Vorjahr 31. Dezember 2022: 0 TEUR) von
sonstigen nahestehenden Unternehmen erhalten. Mit sonstigen
nahestehenden Unternehmen bestehen Kontokorrentkonten.
Kreditrahmen für Kontokorrentkonten wurden in
Höhe von 823 TEUR (Vorjahr 31. Dezember 2022: 802
TEUR) bei einem Kontokorrentkreditlimit in Höhe von
840 TEUR (Vorjahr 31. Dezember 2022: 840 TEUR) in Anspruch
genommen. Es entstand ein Zinsaufwand von 5 TEUR (Vorjahr
bis 30. September 2022: 0 TEUR). Es entstand ein Zinsertrag
in Höhe von 24 TEUR (Vorjahr bis 30. September 2022:
23 TEUR). Die Erträge mit sonstigen nahestehenden
Unternehmen und Personen in Höhe von 3 TEUR (Vorjahr
bis 30. September 2022: 2 TEUR) resultieren aus
Leasingverträgen und Mitarbeiterdarlehen. Des Weiteren
bestehen Forderungen gegenüber sonstigen nahestehenden
Personen und Unternehmen, die überwiegend aus
Collateral Zahlungen an sonstige nahestehende Unternehmen
und Personen resultieren. Diese belaufen sich zum 30.
September 2023 auf 4.519 TEUR (Vorjahr 31. Dezember 2022:
4.518 TEUR).
15. EventualverbindlichkeitenBei den Eventualverbindlichkeiten ergaben sich bis zum
Stichtag im Vergleich zum 31. Dezember 2022 keine
wesentlichen Veränderungen.
16. MitarbeiterDer Personalbestand (ohne Vorstand) auf Basis einer
Kopfzählung des GRENKE Konzerns betrug in der
Zwischenberichtsperiode durchschnittlich 2.138 (Q3 2022:
1.928 ). Weitere 53 (Q3 2022: 45) Beschäftigte
befinden sich in der Ausbildung.
17. Ereignisse nach dem BilanzstichtagIn Zusammenhang mit der Übernahme der Anteile an
den beiden Leasing-Franchisegesellschaften in Australien
hat die GRENKE AG am 27. Oktober 2023 weitere
abschließende Kaufpreiszahlungen in Höhe von 855
TEUR (GC LEASING MELBOURNE PTY LTD) und 658 TEUR (GC
LEASING SYDNEY PTY LTD) geleistet. Die Kaufpreise für
die bereits im ersten Quartal 2023 von der GRENKE AG
rechtswirksam übernommenen Anteile an den
australischen Franchisegesellschaften sind damit
vollständig ausbezahlt. Der insgesamt gezahlte
Kaufpreis für 100 Prozent der Anteile beläuft
sich auf 10.224 TEUR im Falle der GC LEASING MELBOURNE PTY
LTD und 7.862 TEUR bei der GC LEASING SYDNEY PTY LTD.
Am 5. Oktober 2023 erfolgte eine planmäßige
Tilgung einer Anleihe in Höhe von 300.000 TEUR.
Weitere wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
waren nicht zu verzeichnen.
Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die Grenke AG, Baden-Baden
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -
bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung,
Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz,
Konzernkapitalflussrechnung,
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung sowie
ausgewählten erläuternden Konzernanhangangaben -
und den Konzernzwischenlagebericht der GRENKE AG,
Baden-Baden, für den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis
zum 30. September 2023, die Bestandteile des
Quartalsfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer
prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung
des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den
IFRS für Zwischenberichterstattungen, wie sie in der
EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts
nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der
gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist
es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten
Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht
auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze für die prüferische
Durchsicht von Abschlüssen sowie unter
ergänzender Beachtung des International Standard on
Review Engagements "Review of Interim Financial Information
Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE
2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische
Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir
bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit
ausschließen können, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattungen, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische
Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf
Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf
analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die
durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da
wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung
vorgenommen haben, können wir einen
Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu
der Annahme veranlassen, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattungen, wie sie in der EU anzuwenden
sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in
wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Frankfurt am Main, 8. November 2023
BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
scrollen
Unternehmenskalender4. Januar 2024 // Neugeschäftsmeldung Q4 2023
7. März 2024 // Geschäftsbericht 2023
4. April 2024 // Neugeschäftsmeldung Q1 2024
30. April 2024 // Ordentliche Hauptversammlung
15. Mai 2024 // Quartalsmitteilung Q1 2024
3. Juli 2024 // Neugeschäftsmeldung Q2 2024
8. August 2024 // Finanzbericht Q2 und Q1 - Q2 2024
2. Oktober 2024 // Neugeschäftsmeldung Q3 2024
14. November 2024 // Quartalsmitteilung Q3 und Q1 - Q3
2024
ImpressumInformationen und KontaktGRENKE AG
Neuer Markt 2
Telefon: +49 7221 5007-204
ImpressumHerausgeber: Der Vorstand der GRENKE AG
Redaktion: GRENKE AG, Investor Relations
Gestaltung, Layout & Satz: SPARKS CONSULTING GmbH,
München
Stand: 09.11.2023
© GRENKE AG, Baden-Baden
DisclaimerIn dieser Quartalsmitteilung erfolgt die Darstellung von
Zahlen in der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den
jeweiligen Rundungen können sich Differenzen einzelner
Werte gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten
Zahl ergeben, die naturgemäß keinen
signifikanten Charakter haben können.
Der Finanzbericht erscheint in deutscher und englischer
Sprache. Maßgeblich ist stets die deutsche Fassung.
WWW.GRENKE.COM
GRENKE AG
Stammhaus
Tel. +49 7221 5007-204
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