![]() Ahlers AGHerfordHalbjahresbericht 2018/19(1. Dezember 2018 bis 31. Mai 2019)ENTWICKLUNG IN DEN ERSTEN SECHS MONATEN DES GESCHÄFTSJAHRES 2018/19H1 2018/19 - Highlights
1. GESCHÄFTS- UND RAHMENBEDINGUNGENDie Konjunkturabkühlung des Vorjahres hat sich in den ersten sechs Monaten des laufenden
Jahres fortgesetzt. Die meisten volkswirtschaftlichen Institute haben daher zwischen
Januar und Juni 2019 ihre Wachstumsprognosen für die Euroländer nach unten korrigiert
(alle Prognosen Commerzbank Research Juni 2019). Während im Januar noch ein BIP-Wachstum
(Bruttoinlandsprodukt) von 1,4 Prozent für das Jahr 2019 angenommen wurde, lag die
Erwartung für die Euroländer im Juni nur noch bei 0,9 Prozent. Vor allem in Deutschland
und Italien hat sich die Wirtschaftsentwicklung verlangsamt. In Deutschland wird für
2019 ein leichtes BIP-Plus von 0,4 Prozent und in Italien von 0,2 Prozent erwartet.
Gestützt wird die Wirtschaftsentwicklung von der unverändert expansiven Geldpolitik
der Europäischen Zentralbank. Das Zinsniveau bleibt niedrig und lässt Investitionen
und privaten Konsum steigen. In Russland wirkt sich die Erholung des Ölpreises positiv
auf die von Rohstoffexporten abhängige Wirtschaft aus. Zudem blieben bislang weitere
US-Wirtschaftssanktionen aus, so dass Russlands BIP moderat wächst und die Erwartung
für das Gesamtjahr von 1,1 Prozent auf 1,5 Prozent angehoben wurde. Neben der Konjunkturerwartung hat die Arbeitsmarktlage maßgeblichen Einfluss auf die
Verbraucherstimmung. In Deutschland soll die Arbeitslosenquote im Jahr 2019 weiter
sinken. Die positive Arbeitsmarktentwicklung bei gleichzeitig moderater Inflation
führt zu steigenden Realeinkommen. Trotz leichter Einbußen gegenüber den Vormonaten
liegt das Konsumklima daher auf einem robust hohen Niveau und der private Verbrauch
bleibt ein wichtiger Treiber der deutschen Konjunktur (GfK Konsumklima Juni 2019).
Auch im europäischen Ausland verbessert sich die Arbeitsmarktlage weiter und die Konsumstimmung
dürfte positiv sein. Trotz der guten Verbraucherstimmung setzt sich der rückläufige Umsatztrend des deutschen
stationären Modehandels fort. Von Dezember 2018 bis Mai 2019 gingen die Umsätze hier
um 2,2 Prozent zurück (Vorjahr -1,3 Prozent, Textilwirtschaft 23_2019). Das wachsende
Online-Geschäft mit Mode schließt die Lücke des stationären Handels nicht. In den
für Ahlers relevanten europäischen Märkten dürfte sich der Bekleidungseinzelhandel
ebenfalls leicht rückläufig und unterhalb der jeweiligen konjunkturellen Steigerungsraten
entwickeln. 2. ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEPlanmäßige Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2018/19Die Umsätze der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2018/19 entwickelten sich
erwartungsgemäß und wurden durch zwei große Effekte beeinflusst. Die Verkäufe von
Anzügen und Jacken verliefen weiterhin zäh und führten zu einem Rückgang von 2,9 Mio.
EUR. Darin enthalten war ein Umsatzminus von 1,1 Mio. EUR durch das auslaufende Outdoor-Geschäft
mit Jupiter. Zusätzlich sorgten die weiteren im Rahmen des Maßnahmenpakets zur Ertrags-
und Effizienzsteigerung eingestellten Aktivitäten zusammengenommen für ein Umsatzminus
von 1,1 Mio. EUR. Das übrige Geschäft konnte sich dem anhaltend rückläufigen Markttrend
nicht vollständig entziehen und ging um 1,5 Mio. EUR zurück. Vor allem in Deutschland
blieb das Geschäft herausfordernd. Hier ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2018/19
um 5,9 Prozent bzw. 3,6 Mio. EUR auf 57,3 Mio. EUR zurück. In Westeuropa setzte Ahlers
in der Schweiz und in Österreich mit 5,0 Prozent bzw. 4,8 Prozent Umsatzwachstum positive
Akzente. Rückläufig entwickelten sich dagegen die Verkäufe in Frankreich, Spanien
und den Niederlanden. Insgesamt sank der Umsatz im westeuropäischen Ausland um 6,5
Prozent bzw. 1,9 Mio. EUR. In Osteuropa punktete das Modeunternehmen vor allem in
den wichtigen Märkten Polen und Russland mit Zuwächsen von 9,4 Prozent bzw. 13,8 Prozent.
Zusammengenommen lag der Konzernumsatz in der Region Osteuropa/Sonstige auf Vorjahresniveau. Konzernumsätze nähern sich dem erwarteten Trend der Jahresprognose anDie Umsatzentwicklung der ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2018/19 lag durch
frühere Auslieferungen am oberen Rand der Erwartungen (-2,8 Prozent). Erwartungsgemäß
ging der Q2-Umsatz deshalb um den Wert der bereits im Q1 2018/19 durch frühere Auslieferungen
getätigten Umsätze zurück (-7,7 Prozent bzw. -3,9 Mio. EUR). Die Sofortgeschäfte waren
damit im zweiten Quartal 2019 stabil. Zusammengenommen lagen die Konzernumsätze in
den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 daher mit 105,3 Mio. EUR 5,0
Prozent bzw. 5,5 Mio. EUR unter Vorjahr (110,8 Mio. EUR) und näherten sich dem erwarteten
Trend der Jahresprognose an. Premium Segment mit rückläufigen Umsätzen trotz positiver SchlaglichterBaldessarini behauptete sich in Deutschland gegen die negative Marktentwicklung und
wuchs hier in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres leicht um 0,4
Prozent. Im Ausland setzte die Premiummarke positive Akzente in Polen (+2,7 Prozent)
und in der Schweiz (+18 Prozent). Die Pierre Cardin-Umsätze wurden sowohl durch die
schwächelnden Verkäufe von Anzügen und Jacken als auch durch die Beendigung von Pierre
Cardin-Woman beeinflusst. Zuwächse in Polen (+9,7 Prozent), in der Schweiz (+4,9 Prozent)
und in Österreich (+9,4 Prozent) konnten die rückläufigen Umsatzeinflüsse nicht ausgleichen.
Zusammengenommen gingen die Umsätze der drei Premiummarken Baldessarini, Pierre Cardin
und Otto Kern von 75,9 Mio. EUR um 5,0 Prozent auf 72,1 Mio. EUR zurück. Der Anteil
des Premium Segments am Gesamtumsatz blieb im Berichtszeitraum mit 69 Prozent stabil. Jeans, Casual & Workwear Segment: Pioneer Jeans im Plus, Jupiter-Umsatz rückläufigIm Jeans, Casual & Workwear Segment wuchs Pioneer Authentic Jeans im ersten Halbjahr
2018/19 um erfreuliche 2,3 Prozent und legte sowohl in Deutschland (+2,2 Prozent)
als auch im Ausland zu (+5,1 Prozent). So erzielte die Marke Zuwächse von 11,4 Prozent
in der Schweiz, von 4,2 Prozent in Österreich und von 58 Prozent in Polen. Großen
Einfluss auf die Umsatzentwicklung des Jeans, Casual & Workwear-Segments hatte in
den ersten sechs Monaten 2018/19 die Beendigung des Geschäfts mit Jupiter (Markenumsatz
-30,5 Prozent). Zusammengenommen sank der Umsatz der Marken Pioneer Authentic Jeans,
Pionier Jeans & Casuals, Pionier Workwear und Jupiter im ersten Halbjahr 2018/19 um
1,7 Mio. EUR von 34,9 Mio. EUR auf 33,2 Mio. EUR. Der Anteil des Jeans, Casual & Workwear-Segments
am Gesamtumsatz lag wie im Vorjahreszeitraum bei 31 Prozent. Zuwächse im eigenen Retail und im eCommerceIm Berichtszeitraum stiegen die Umsätze im eigenen Einzelhandel um 8,8 Prozent vor
allem wegen der Übernahme russischer Stores durch die Ahlers RUS. Damit lag der Anteil
des eigenen Einzelhandels am Gesamtumsatz bei 15,0 Prozent (Vorjahr 13,1 Prozent).
Auf vergleichbarer Fläche stiegen die Umsätze leicht um 0,9 Prozent. Das eCommerce
Geschäft wuchs in den ersten sechs Monaten 2018/19 insgesamt um kräftige 18,5 Prozent.
Die eigenen eShops trugen mit einem Plus von 4,6 Prozent zu diesem Wachstum bei. Umsatz nach Segmenten
*
inkl. Sonstige 0,2 Mio. EUR (Vorjahr 0,2 Mio. EUR) ERTRAGSLAGERückgang des Ergebnisses vor Ertragsteuern maßgeblich beeinflusst durch Sondererträge des VorjahresIm ersten Halbjahr 2018/19 ging die Rohertragsmarge durch höhere Retouren und Preisnachlässe
um 1,7 Prozentpunkte von 50,4 Prozent auf 48,7 Prozent zurück. Vor allem aber wegen
des niedrigeren Umsatzes sank der Rohertrag von 55,8 Mio. EUR um 4,5 Mio. EUR auf
51,3 Mio. EUR. Durch das Maßnahmenpaket zur Ertrags- und Effizienzsteigerung gingen
die betrieblichen Aufwendungen bestehend aus Personalkosten, dem Saldo aus betrieblichen
Aufwendungen und Erträgen sowie Abschreibungen um spürbare 3,1 Mio. EUR bzw. 5,6 Prozent
auf 52,7 Mio. EUR zurück. Die Personalkosten reduzierten sich überwiegend durch die
Beendigung von Aktivitäten und Veränderungen in administrativen Bereichen um 1,1 Mio.
EUR bzw. 4,3 Prozent auf 24,5 Mio. EUR. Stärker noch sanken die betrieblichen Aufwendungen
um kräftige 1,8 Mio. EUR bzw. 6,5 Prozent. Vor allem Einsparungen bei Marketingausgaben
für beendete Aktivitäten sowie reduzierte Ausgaben für Kommissionierung, Beratung
und Leiharbeit trugen zu dieser Verringerung bei. Das Finanzergebnis lag mit -0,3
Mio. EUR leicht unter dem Vorjahreswert. Aufgrund von Sondererträgen im Vergleichszeitraum
des Vorjahres sank das Ergebnis vor Ertragsteuern im ersten Halbjahr 2018/19 um 1,2
Mio. EUR auf -1,7 Mio. EUR und damit auf den ersten Blick relativ deutlich. Der Verkauf
eines nicht benötigten Grundstücks in Sri Lanka sowie eines Kunstwerks führten im
Vorjahr zu Buchgewinnen von zusammen 0,8 Mio. EUR. Bereinigt um diese einmaligen Erträge
lag das diesjährige Halbjahres-Ergebnis vor Ertragsteuern erwartungsgemäß 0,4 Mio.
EUR unter und damit nah am Vorjahreswert. Das Konzernergebnis sank um 1,3 Mio. EUR
auf -1,7 Mio. EUR (Vorjahr -0,4 Mio. EUR). Wie schon im Jahresabschluss 2017/18 wurde
aufgrund konservativ geplanter Ergebnisse für die Zukunft auf die Bildung latenter
Steuern verzichtet. Zukünftige Gewinne können daher in größerem Umfang ohne Steueraufwand
erzielt werden. Ertragslage
SEGMENTERGEBNISSEDas Vorjahresergebnis des Premiumsegments wurde durch den Verkauf eines Kunstwerks
gedämpft, der zu einem Buchgewinn von 0,6 Mio. EUR führte. Bereinigt um diesen Einfluss
lag das EBIT vor Sondereffekten der Premiummarken Baldessarini, Pierre Cardin und
Otto Kern im Berichtsjahr 0,5 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Vor allem der Umsatzeffekt
auf den Rohertrag führte zu dem niedrigeren Segmentergebnis. Zusammengenommen fiel
das Segmentergebnis um 1,1 Mio. EUR auf -2,0 Mio. EUR. Im Jeans, Casual & Workwear Segment lag die Rohertragsmarge durch höhere Retouren
und Rabatte 2,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Ähnlich großen Anteil am Rohertragsrückgang
hatte der niedrigere Umsatz. Die deutlich verbesserte Kostenstruktur der im Segment
enthaltenen Marken Pioneer Authentic Jeans, Pionier Workwear und Jupiter (-5,3 Prozent)
glich den Umsatzeffekt auf den Rohertrag nicht vollständig aus, so dass das Ergebnis
vor Sondereffekten um 0,3 Mio. EUR auf 0,6 Mio. EUR zurückging. EBIT vor Sondereffekten nach Segmenten
*
inkl. Sonstige 0,0 Mio. EUR (Vorjahr 0,6 Mio. EUR) FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEHöherer Cashflow und auf 57 Prozent gestiegene EigenkapitalquoteDie Bilanzsumme lag am 31. Mai 2019 mit 159,3 Mio. EUR sehr deutlich unter der Summe
des Vorjahresstichtags mit 183,7 Mio. EUR (-24,4 Mio. EUR). Überwiegenden Anteil an
dieser Bilanzverkürzung hatten Veränderungen der kurzfristigen Vermögenswerte. Durch
den Abschluss eines Vertrags zum Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(Factoring) reduzierten sich die Forderungen zum Berichtsstichtag um 9,8 Mio. EUR.
Insgesamt gingen die Forderungen sogar um 13,1 Mio. EUR zurück. Die Vorräte sanken
um 6,2 Mio. EUR von 76,8 Mio. EUR auf 70,6 Mio. EUR. Maßgeblich dafür war der kräftige
Rückgang des Rohwarenbestands durch die Steigerung des Vollgeschäfts bei Jeans (-6,7
Mio. EUR), der den leichten Zuwachs der Fertigwarenbestände (+0,5 Mio. EUR) deutlich
überstieg. Die Barmittel lagen am 31. Mai 2019 mit 4,7 Mio. EUR 2,5 Mio. EUR unter
denen des Vorjahresstichtags. Kleineren Anteil an der niedrigeren Bilanzsumme hatten
Veränderungen der langfristigen Vermögenswerte. Hier gingen die Sachanlagen überwiegend
durch Abschreibungen um 2,5 Mio. EUR zurück. Der Verkauf eines Kunstwerke-Konvoluts
sorgte auf der Aktivseite für einen Rückgang der sonstigen langfristigen Vermögenswerte
(-5,9 Mio. EUR) bei gleichzeitiger Steigerung der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte
durch die Einbuchung einer Forderung. Das Net Working Capital (Saldo aus Vorräten,
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) sank um kräftige
11,7 Mio. EUR bzw. 13,6 Prozent und setzte damit Finanzmittel frei, die zur Reduzierung
der Nettoverschuldung um 18,3 Prozent bzw. 6,5 Mio. EUR auf 29,0 Mio. EUR genutzt
wurden. Das Eigenkapital ging vor allem durch das Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
und das niedrigere Halbjahresergebnis um 9,1 Mio. EUR auf 90,9 Mio. EUR zurück. Aufgrund
der ebenfalls geringeren Bilanzsumme lag die Eigenkapitalquote am Berichtsstichtag
mit 57,0 Prozent spürbar über dem Wert des Vorjahresstichtags (54,4 Prozent). Der
über dem Vorjahres-Berichtszeitraum liegende Abbau des Net Working Capital trug maßgeblich
zur Verbesserung des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit bei (+2,3 Mio. EUR), der
mit 1,5 Mio. EUR positiv war (Vorjahr -0,8 Mio. EUR). Steuerungsgrößen und Kennzahlen
*
vor Sondereffekten 3. NACHTRAGSBERICHTNach dem 31. Mai 2019 wurde ein weiteres Kunstwerk für 1,25 Mio. EUR verkauft (Buchwert
0,85 Mio. EUR). Im dritten Quartal 2018/19 dürfte der Verkauf abgeschlossen und verbucht
werden. Der im Februar 2019 unterschriebene Grundstücksverkauf sollte spätestens bis
zum Geschäftsjahresende 2018/19, eher aber im dritten Quartal abgewickelt werden.
Aus dem Grundstücksverkauf dürfte ein Nettomittelzufluss von 2,3 Mio. EUR und ein
positiver Sondereffekt von 0,9 Mio. EUR erzielt werden. Darüber hinaus sind nach dem
Ende des ersten Halbjahres bis zur Veröffentlichung keine Vorgänge von wesentlicher
Bedeutung für den Ahlers Konzern eingetreten. 4. RISIKOBERICHTSeit Beginn des neuen Geschäftsjahres haben sich keine Änderungen hinsichtlich des
Risikos der künftigen Entwicklung ergeben. Die Aussagen, die im Risikobericht des
Konzernabschlusses 2017/18 gemacht wurden, haben weiter Bestand. 5. MITARBEITERAm 31. Mai 2019 beschäftigte Ahlers 2.025 Mitarbeiter und damit 131 Mitarbeiter weniger
als vor einem Jahr (Vorjahr 2.156). Vor allem die im September 2018 eingeleiteten
Maßnahmen zur Ertrags- und Effizienzsteigerung führten zu dieser Verringerung. In
Deutschland sank die Zahl der Mitarbeiter um 69 Mitarbeiter auf 550 Mitarbeiter (Vorjahr
619 Mitarbeiter), überwiegend durch die Beendigung von Aktivitäten und Veränderungen
in administrativen Bereichen. Ahlers RUS beschäftigte am Halbjahresstichtag 14 Retail-Mitarbeiter
zusätzlich. In Polen ging die Mitarbeiterzahl um insgesamt 88 Mitarbeiter in der Musternäherei
und vor allem der Produktion zurück. Die Produktionskapazität in Sri Lanka wurde leicht
ausgeweitet (+16 Mitarbeiter). 6. ENTWICKLUNG DER AHLERS AKTIENDie Aktienkurse vieler deutscher Modeunternehmen spiegeln die schwierigen Marktbedingungen
im Bekleidungseinzelhandel wider. Die Ahlers Aktie notierte am 31. Mai 2019 bei 3,00
EUR. Sie lag damit 41 Prozent unter dem gewichteten Mittelkurs des Vorjahres (5,10
EUR). Seit dem Ende des letzten Geschäftsjahres am 30. November 2018 (3,40 EUR) hat
die Aktie bis zum Halbjahresstichtag 12 Prozent an Wert verloren. 7. PROGNOSEBERICHTMarktumfeld für Bekleidung bleibt auch im zweiten Halbjahr 2018/19 herausforderndDa das Wirtschaftswachstum des ersten Halbjahres 2019 geringer ausfiel als ursprünglich
erwartet, haben die meisten volkswirtschaftlichen Institute ihre Gesamtjahresprognose
für den Euroraum gesenkt. Die Aussichten für die zweite Jahreshälfte haben sich dagegen
nicht verschlechtert und ein Abgleiten der Eurozone in eine Rezession gilt weiterhin
als wenig wahrscheinlich. Die Arbeitslosigkeit im Euroraum dürfte von 8,2 Prozent
im Vorjahr auf 7,7 Prozent weiter sinken. Der Wettbewerb um Arbeitskräfte nimmt zu
und lässt die Löhne steigen. Bei gleichzeitig moderater Inflation verfügen die europäischen
Verbraucher über mehr Realeinkommen und ihre Konsumstimmung dürfte gut bleiben. Die
Gesellschaft für Konsumforschung hält an ihrer Gesamtjahresprognose eines Anstiegs
der privaten Konsumausgaben von 1,5 Prozent fest (GfK Konsumklima, Juni 2019). Der
stationäre Bekleidungseinzelhandel in Deutschland wird davon voraussichtlich nicht
profitieren und weitere Umsatzeinbußen verzeichnen. Bestenfalls ist Stabilität zu
erwarten. Forecast bestätigt - rückläufiger Umsatz und deutlich verbessertes Konzernergebnis 2018/19Ahlers hat das Maßnahmenprogramm zur Ertrags- und Effizienzsteigerung abgeschlossen
und bewegt sich im laufenden Geschäftsjahr innerhalb der Planung. Der Vorstand bestätigt
die Gesamtjahresprognose eines Rückgangs des Konzernumsatzes im mittleren einstelligen
Prozentbereich und eher leicht unterhalb der Halbjahresrate. Die im September 2018
beschlossenen Maßnahmen zur Ertrags- und Effizienzsteigerung dürften zu einem Umsatzrückgang
von etwa 6 Mio. EUR führen. Aufgrund der Marktsituation dürften sich auch die Umsätze
der fortgeführten Aktivitäten rückläufig entwickeln. Das Management erwartet weiterhin vor allem durch verminderte Sondereffekte im Geschäftsjahr
2018/19 ein deutlich verbessertes Konzernergebnis. Im zweiten Halbjahr 2018 hatten
Rückstellungen für das Effizienzprogramm das Ergebnis mit rund 5 Mio. EUR belastet,
während in diesem Jahr kaum Sonderaufwendungen und zusammengenommen eher überwiegende
einmalige Erträge erwartet werden. Umsatz- und Aufwands-Einflüsse auf das operative
Ergebnis werden sich weitgehend ausgleichen. Das Konzernergebnis nach Steuern dürfte
im hohen zweistelligen Prozentbereich wachsen, jedoch im Transformationsjahr 2018/19
noch negativ sein. Ziel ist es, im Jahr 2020 wieder in die Gewinnzone zu kommen, wenn
alle eingeleiteten Maßnahmen greifen. Weiter gestärkte Bilanzstrukturen und deutlich verbesserter Free Cashflow erwartetDer Vorstand verfolgt die Reduzierung des Net Working Capitals im Geschäftsjahr 2018/19
mit hoher Priorität. Zusammen mit dem verbesserten Konzernergebnis dürfte der Cashflow
aus betrieblicher Tätigkeit etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Niedrigere,
unterhalb der Abschreibungen liegende Investitionen sollten den Free Cashflow erhöhen,
der sich deshalb verbessern dürfte. Die Finanzposition dürfte zusätzlich durch den
Verkauf der Kunstwerke und des nicht benötigten Grundstücks deutlich verbessert werden.
Zusammengenommen müsste der Free Cashflow vor Finanzierungstätigkeit deshalb deutlich
positiv sein und die Nettoverschuldung sollte sich weiter reduzieren. Die Bilanzstruktur
dürfte sich deshalb verbessern und die Eigenkapitalquote steigen. Konzernbilanz zum 31. Mai 2019A K T I V A
P A S S I V A
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das erste Halbjahr 2018/19
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das erste Halbjahr 2018/19
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das zweite Quartal 2018/19
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das zweite Quartal 2018/19
Konzern-Kapitalflussrechnung für das erste Halbjahr 2018/19
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung per 31. Mai 2019 (Vorjahr per 31. Mai 2018)
Konzern-Segmentinformationen per 31. Mai 2019 (Vorjahr per 31. Mai 2018)nach Unternehmensbereichen
nach geografischen Regionen
8. ERLÄUTERNDE ANHANGSANGABENBilanzierungs- und BewertungsmethodenDer vorliegende Abschluss für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2018/19
wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS)
des International Accounting Standards Board (IASB) einschließlich der Interpretationen
des International Financial Reporting Interpretation Committee zu den IFRS (IFRIC)
aufgestellt. Er entspricht insbesondere den Regelungen des IAS 34 - Zwischenberichterstattung. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Konsolidierungsgrundsätze entsprechen
mit Ausnahme der verpflichtend erstmalig anzuwendenden Standards IFRS 9 und IFRS 15
denen des Konzernabschlusses per 30. November 2018. Eine ausführliche Beschreibung
dieser Methoden ist im Anhang des Geschäftsberichts 2017/18 veröffentlicht. Der Halbjahresbericht ist in Euro aufgestellt, alle Angaben erfolgen in Tausend Euro
(TEUR). Durch die Erstellung des Abschlusses in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen
kommen, da die Berechnung der Einzelposten auf Zahlen in Euro basieren. Auswirkungen der erstmaligen Anwendung neuer IFRS StandardsMit Beginn des Geschäftsjahrs 2018/19 sind die neuen IFRS Standards IFRS 9 - ,Finanzinstrumente'
und IFRS 15 - ,Erlöse aus Verträgen mit Kunden' im Ahlers Konzern erstmalig anzuwenden.
Bei der Erstanwendung des IFRS 9 wählt Ahlers den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9.5.5.15(a)(i).
Aus der Erstanwendung des IFRS 9 ergab sich keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss.
Der Übergang auf IFRS 15 erfolgt voll retrospektiv gem. IFRS 15.C3(a) und IFRS 15.C5.
Mit der Anwendung des IFRS 15 ging eine Bilanzverlängerung in Höhe von 3,2 Mio. EUR
einher (Vorjahr 2,9 Mio. EUR). Ergänzend zu den Ausführungen im Konzernanhang zum 30. November 2018 zum IFRS 16 -
,Leasingverhältnisse' wird der Ahlers Konzern die modifizierte retrospektive Erstanwendung
wählen. Die Anpassung der Vorjahreszahlen entfällt somit. Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie wird als Quotient aus dem auf Anteilseigner der Ahlers AG entfallenden
Konzernergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während der Berichtsperiode im
Umlauf befindlichen Aktienzahl ermittelt. Weder zum 31. Mai 2019 noch zum 31. Mai
2018 gab es Aktien, die den Gewinn pro Aktie verwässern könnten. EventualverbindlichkeitenDie Eventualverbindlichkeiten haben sich gegenüber dem letzten Bilanzstichtag per
30. November 2018 nicht wesentlich verändert. SegmentberichterstattungDer Ahlers Konzern richtet seine berichtspflichtigen Segmente nach der Art der Produkte
aus. Dies spiegelt insbesondere das unternehmensinterne Berichtswesen sowie die unternehmensinternen
Entscheidungsfindungsprozesse wider. Die berichtspflichtigen Segmente gliedern sich in Premium Brands und Jeans, Casual
& Workwear. Aufwendungen für zentrale Funktionen werden über verursachungsgerechte
und fremdübliche Umlagen den Segmenten belastet. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung
der Segmente kommt es zu keinen Intersegmentumsatzerlösen. Vermögenswerte und Schulden
werden, soweit eine eindeutige Zuordnung zu einem Segment nicht möglich ist, über
sachgerechte Schlüssel verteilt. Das Segmentergebnis stellt das Ergebnis vor Ertragsteuern
dar, da die Ertragsteuern aufgrund der zentralen Steuerung nicht der Segmentierung
unterliegen. Aus dem gleichen Grund enthalten die Vermögenswerte und Schulden auch
keine Aktiv- und Passivposten der latenten und laufenden Steuern. Somit ergeben sich
die gesamten Vermögenswerte laut Bilanz (159.346 TEUR) aus den Vermögenswerten laut
Segmentinformationen (157.078 TEUR) zuzüglich der latenten Steueransprüche und der
laufenden Ertragsteueransprüche (2.268 TEUR). Entsprechend ergeben sich die Schulden
laut Bilanz (68.478 TEUR) aus den Schulden laut Segmentinformationen (66.715 TEUR)
zuzüglich der latenten Steuerverbindlichkeiten und der laufenden Ertragsteuerverbindlichkeiten
(1.705 TEUR) sowie der Leasingverbindlichkeiten (58 TEUR). Die Konzern-Segmentinformationen nach geographischen Regionen orientieren sich an
den Absatzmärkten, auf denen die Tätigkeitsschwerpunkte des Ahlers Konzerns liegen. Die Bewertungsmethoden für die Segmentberichterstattung entsprechen denen des Konzernabschlusses. 9. WEITERE ANGABENVersicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns
so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind. Herford, im Juli 2019 Der Vorstand Prüferische Durchsicht gem. § 37w Abs. 5 WpHGDer verkürzte Abschluss und der Zwischenlagebericht wurden weder einer prüferischen
Durchsicht unterzogen noch entsprechend § 317 HGB geprüft. Zukunftsbezogene AussagenWir weisen darauf hin, dass bei zukunftsbezogenen Aussagen die tatsächlichen Ergebnisse
wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können,
wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen
zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen. FinanzkalenderTermine
Die Ahlers AG
Die Marken
AHLERS AGInvestor Relations Elverdisser Str. 313 32052 Herford investor.relations@ahlers-ag.com www.ahlers-ag.com Telefon (0 52 21) 979-211 Telefax (0 52 21) 979-215 ISIN DE0005009740 |
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