![]() HAMBORNER REIT AGDuisburgHalbjahresfinanzbericht 2020 Q2
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| AUS DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG | 30.06.2020 | 30.06.2019 |
| Erlöse aus Mieten und Pachten | 43.868 | 42.303 |
| Nettomieteinnahmen | 38.630 | 37.116 |
| Betriebsergebnis | - 797 | 16.939 |
| Finanzergebnis | - 7.802 | - 7.691 |
| EBITDA | 34.879 | 34.287 |
| EBDA | 27.077 | 26.596 |
| EBIT | - 721 | 16.939 |
| Funds from Operations (FFO) | 27.001 | 26.596 |
| Ergebnis der Periode | - 8.523 | 9.248 |
| AUS DER BILANZ | 30.06.2020 | 31.12.2019 | |
| Bilanzsumme | 1.286.097 | 1.234.677 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.253.259 | 1.223.990 | |
| Eigenkapital | 505.907 | 513.562 | |
| Eigenkapitalquote | in % | 39,3 | 41,6 |
| REIT-Eigenkapitalquote | in % | 54,7 | 57,3 |
| Loan to Value (LTV) | in % | 43,1 | 42,4 |
| ZUR HAMBORNER AKTIE | 30.06.2020 | 30.06.2019 | |
| Anzahl der ausgegebenen Aktien | 79.717.645 | 79.717.645 | |
| Unverwässertes = verwässertes Ergebnis je Aktie | in € | - 0,11 | 0,12 |
| Funds from Operations (FFO) je Aktie | in € | 0,34 | 0,33 |
| Börsenkurs je Stückaktie (XETRA) | in € | 8,71 | 9,01 |
| Marktkapitalisierung | 694.341 | 718.256 |
| ZUM HAMBORNER PORTFOLIO | 30.06.2020 | 31.12.2019 | |
| Anzahl der Objekte | 82 | 79 | |
| Verkehrswert des Immobilienportfolios | 1.630.995 | 1.598.090 | |
| Leerstandsquote (inkl. Mietgarantien) | in % | 1,8 | 2,0 |
| Gewichtete Restlaufzeit der Mietverträge in Jahren | 6,4 | 6,6 |
| SONSTIGE DATEN | 30.06.2020 | 31.12.2019 | |
| Net Asset Value (NAV) | 898.511 | 924.300 | |
| Net Asset Value je Aktie | in € | 11,27 | 11,59 |
| Anzahl der Mitarbeiter einschließlich Vorstand | 42 | 42 |
Die Rechnungslegung der HAMBORNER REIT AG erfolgt nach IFRS (International Financial
Reporting Standards), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.
Dieser Zwischenbericht ist am 30. Juli 2020 erschienen.
heute blicken wir mit dem Halbjahresfinanzbericht auf eine ereignisreiche erste Jahreshälfte
2020 zurück. Nach dem erfolgreichen Start in das Geschäftsjahr waren die vergangenen
Monate von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Die Entwicklungen im Zusammenhang
mit der globalen Ausbreitung des Virus stellen die weltweite Gemeinschaft und damit
auch HAMBORNER vor besondere Herausforderungen. Ungeachtet der weitreichenden Einschränkungen
des öffentlichen Lebens in den Monaten März bis Mai und der damit verbundenen Auswirkungen
auf unsere Mieter hat sich unser Geschäftsmodell als sehr stabil erwiesen und die
Gesellschaft konnte das erste Halbjahr mit einem erneuten Umsatz- und Ergebniswachstum
abschließen. Das erste Halbjahr auf einen Blick:
| ― |
Anstieg der Miet- und Pachterlöse und des FFO um 3,7 % bzw. 1,5 % |
| ― |
Zugang von drei neu errichteten Büroobjekten in Neu-Isenburg, Bonn und Aachen |
| ― |
Leerstandsquote mit 1,8 % auf konstant niedrigem Niveau |
| ― |
Solide Bilanzkennziffern mit einer REIT-Eigenkapitalquote von 54,7 % und einem LTV von 43,1 % |
| ― |
NAV je Aktie bei 11,27 € |
Die Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung im ersten Halbjahr bildeten unser
diversifiziertes und ertragsstarkes Portfolio sowie die besondere Nähe zu unseren
Mietern. Auf Basis zahlreicher individueller Vereinbarungen konnten wir interessengerechte
Lösungen für besonders betroffene Mieter finden. Dabei ist es uns gelungen, sowohl
das Volumen der temporären Mietnachlässe als auch das Stundungsvolumen auf einem sehr
niedrigen Niveau zu halten. Gleichzeitig konnten im Rahmen der Verhandlungen die jeweiligen
Verträge mit den betroffenen Mietern zumeist verlängert werden. Die Stabilität unserer
Mieterstruktur spiegelt sich ebenfalls in der erfreulichen Entwicklung unserer Mieteingänge
wider. Seit dem Lockdown im Monat März, welcher zahlreiche Mieter zu einer Schließung
ihrer Mietflächen zwang, hat sich unsere Mieteingangsquote kontinuierlich verbessert
und liegt im Monat Juli bereits annähernd auf Vorkrisenniveau.
Ungeachtet der globalen Krisensituation sehen wir uns derzeit sehr gut aufgestellt
und blicken grundsätzlich weiterhin optimistisch in die Zukunft. Wir haben in den
vergangenen Wochen in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat unsere Unternehmensstrategie
überarbeitet und unter Berücksichtigung der aktuellen Rahmenbedingungen hinsichtlich
einiger Elemente angepasst. Die wesentlichen Eckpunkte unserer aktualisierten Strategie,
welche die Grundlage für das weitere Wachstum unserer Gesellschaft darstellt, werden
im Rahmen der heutigen Presse- und Analystenkonferenz vorgestellt. Die entsprechende
Präsentation ist im Investor Relations Bereich unserer Homepage einsehbar. Darüber
hinaus stehen wir Ihnen zur Beantwortung eventueller Fragen jederzeit gern zur Verfügung.
Angesichts der derzeitigen globalen Krisensituation danken wir Ihnen ganz besonders
für das entgegengebrachte Vertrauen und wünschen Ihnen und uns ein weiterhin gesundes
und erfolgreiches Jahr 2020.
Duisburg, 30. Juli 2020
| Niclas Karoff | Hans Richard Schmitz |
Die deutsche Wirtschaft befindet sich im ersten Halbjahr 2020 infolge der Corona-Pandemie
in einer tiefen Rezession. Durch den behördlich angeordneten Shutdown im März und
April wurde die Leistung in weiten Teilen der Wirtschaft drastisch eingeschränkt.
Mit den schrittweisen Lockerungen ab Mai nahm die wirtschaftliche Aktivität zwar wieder
deutlich zu, dennoch wird die Erholungsphase Zeit benötigen, sodass die gesamtwirtschaftliche
Leistung im zweiten Quartal noch einmal deutlich stärker zurückgegangen sein dürfte,
als dies bereits mit - 2,2 % im ersten Quartal erfolgte. Nach Ansicht des Bundesministeriums
für Wirtschaft wird der Erholungsprozess im zweiten Halbjahr und auch danach insbesondere
infolge niedriger außenwirtschaftlicher Impulse schleppend verlaufen. Der konjunkturelle
Tiefpunkt sei jedoch bereits überwunden. In Bezug auf die wirtschaftliche Leistung
für das Gesamtjahr gehen die Schätzungen der Experten teils deutlich auseinander.
Die aktuellen Prognosen bewegen sich zwischen einem Rückgang von - 5,0 % bis - 9,4
%. Für das kommende Jahr wird aber uneingeschränkt ein deutlicher Anstieg der Konjunktur
zwischen 1,7 % und 6,4 % erwartet.
Der Arbeitsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie ebenfalls unter Druck geraten, wobei
dieser durch arbeitsmarktpolitische Instrumente, wie die Kurzarbeit, weitestgehend
stabil gehalten werden konnte. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosenzahl
um 637 Tsd. erhöht und liegt nunmehr bei 6,2 % (Juni 2019: 4,9 %). Die Verbraucherpreise
sind gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,9 % gestiegen. Gegenüber dem Vormonat lag der
Anstieg im Juni 2020 bei 0,6 %.
Die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der HAMBORNER REIT AG bewegte sich, bedingt
durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, im ersten Halbjahr 2020 unter den ursprünglichen
Erwartungen. Die Folgen der Corona-Pandemie haben sich dabei insbesondere auf die
Höhe und Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Bewertung
der im besonderen Maße nachhaltig von der Pandemie betroffenen Einzelhandelsimmobilien
ausgewirkt.
Im ersten Halbjahr 2020 sind die Erlöse aus Mieten und Pachten gegenüber dem Vergleichszeitraum
des Vorjahres um 1.565 T€ oder 3,7 % auf 43.868 T€ (Vorjahr: 42.303 T€) gestiegen.
Zu dieser Erhöhung haben mit 1.752 T€ (4,1 %) insbesondere Mieterlöse aus Immobilienzugängen
des Berichtsjahres sowie des Vorjahres beigetragen. Die Mieterlöse aus Objekten, die
sich sowohl in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 als auch im Berichtshalbjahr
in unserem Bestand befanden (like for like), haben sich gegenüber dem Vorjahr mit
insgesamt 42.116 Mio. € um 139 T€ (- 0,3 %) leicht vermindert. Durch Immobilienverkäufe
im Vorjahr sind die Erlöse um 47 T€ (- 0,1 %) zurückgegangen.
Die Leerstandsquote befindet sich weiterhin auf einem äußerst niedrigen Niveau. Sie
liegt im Berichtshalbjahr unter Berücksichtigung vereinbarter Mietgarantien bei 1,8
% (Vorjahresvergleichszeitraum: 2,0 %). Ohne Mietgarantien beträgt die Leerstandsquote
2,8 % (Vorjahr: 2,1 %).
Die Erlöse aus der Weiterbelastung von Nebenkosten an Mieter betragen 6.985 T€ und
liegen damit um 362 T€ (5,5 %) über dem entsprechenden Wert des Vorjahreszeitraums
(6.623 T€). Die laufenden Betriebsaufwendungen für die Bewirtschaftung unserer Immobilien
haben sich bis Ende Juni 2020 um 543 T€ auf 9.619 T€ (Vorjahr: 9.076T€) erhöht.
Die Aufwendungen für die Instandhaltung unseres Grundstücks- und Gebäudebestands
betragen im ersten Halbjahr 2.604 T€ und liegen damit um 130 T€ unter dem Vergleichswert
der Vorjahresperiode (2.734 T€). Die Ausgaben betreffen laufende Kleininstandhaltungen
sowie diverse geplante Instandhaltungsmaßnahmen. Von Bedeutung sind darüber hinaus
Instandhaltungsaufwendungen im Zusammenhang mit Neuvermietungen bzw. Mietvertragsverlängerungen,
die im ersten Halbjahr 497 T€ (Vorjahr: 845 T€) betragen.
Die aus den vorstehenden Posten abgeleiteten Nettomieteinnahmen sind mit 38.630 T€
um 1.514 T€ oder 4,1 % gegenüber dem Wert der Vorjahresperiode (37.116 T€) angestiegen.
Die Verwaltungs- und Personalaufwendungen betragen zusammen 3.207 T€ und liegen um
147 T€ bzw. 4,8 % über dem Niveau des Vergleichszeitraums (3.060 T€). Die operative
Kostenquote, d. h. Verwaltungs- und Personalaufwand bezogen auf die Erlöse aus Mieten
und Pachten, hat sich daher gegenüber dem Vorjahr nur leicht erhöht und beträgt 7,3
% (Vorjahr: 7,2 %).
Die Abschreibungen sind in der Berichtsperiode im Wesentlichen in Höhe von 17.134
T€ durch außerplanmäßige Abschreibungen sowie in Höhe von 1.118 T€ aufgrund von Immobilienzugängen
des Vorjahres und des aktuellen Geschäftsjahres auf 35.600 T€ nach 17.348 T€ im Vorjahreszeitraum
gestiegen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen des Berichtshalbjahres resultieren
aus der Neubewertung der Objekte zum 30. Juni 2020 und betreffen neun Einzelhandelsobjekte.
Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich im ersten Halbjahr des Berichtsjahres
auf 1.032 T€ (Vorjahr: 926 T€). Die Erträge betreffen im Wesentlichen vertraglich
vereinbarte Entschädigungszahlungen aufgrund der verzögerten Besitzübergänge der Immobilien
in Aachen und Bonn (793 T€) sowie Entschädigungen und Erstattungen im Zusammenhang
mit der Vermietung der Immobilien.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen im ersten Halbjahr 2020 1.652 T€
nach 695 T€ im Vorjahr. Der Posten enthält unter anderem Wertberichtigungen auf Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.001 T€ (Vorjahr: 117 T€), Aufwendungen
für Rechts- und Beratungskosten von 327 T€ (Vorjahr: 20 T€) sowie für Investor Relations-
und Öffentlichkeitsarbeit von 160 T€ (Vorjahr: 217 T€). Der Anstieg der Rechts- und
Beratungskosten betrifft insbesondere Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bewertung
des Immobilienportfolios zum 30. Juni 2020 sowie der Besetzung der Position des Vorstandsvorsitzes.
Die Wertberichtigungen auf Forderungen betreffen mit 968 T€ Mietnachlässe, die den
Mietern für das zweite Quartal infolge der Corona-Pandemie gewährt wurden bzw. die
den derzeitigen Verhandlungsstand mit den Mietern widerspiegeln sowie darüber hinausgehende
erwartete Forderungsausfälle im Zuge der Corona-Pandemie.
Das Betriebsergebnis beträgt im ersten Halbjahr 2020 - 797 T€ nach 16.939 T€ in der
Vergleichsperiode des Vorjahres.
Aus der Veräußerung von Immobilien hat die Gesellschaft ein Ergebnis von 76 T€ erzielt
(Vorjahr: 0 T€) erzielt. Das Ergebnis betrifft den Verkauf einer kleineren Fläche
aus dem verbliebenen unbebauten Grundbesitz.
Das Finanzergebnis beträgt im ersten Halbjahr 2020 - 7.802 T€ gegenüber - 7.691 T€
im Vorjahresvergleichszeitraum und betrifft ausschließlich Zinsaufwendungen. Die hierauf
entfallenden Zinsaufwendungen aus Darlehensmitteln in Höhe von - 7.428 T€ haben sich
gegenüber dem Vorjahr (- 7.272 T€) betragsmäßig um 156 T€ erhöht. Dabei hat die Aufnahme
neuer Darlehen zu einem betragsmäßigen Anstieg der Zinsaufwendungen von 395 T€ geführt.
Dagegen haben planmäßige Tilgungen sowie Refinanzierungen von Darlehen nach Ablauf
der Festzinsvereinbarungen zu günstigeren Zinssätzen zu einer Reduzierung der Zinsaufwendungen
von 239 T€ geführt. Dies zeigt den positiven Effekt aus den Refinanzierungen zu günstigeren
Zinskonditionen auf den FFO (Funds from Operations). Die Gesellschaft wird hiervon
auch in Zukunft bei ihren Refinanzierungen profitieren.
Das erste Halbjahr schloss mit einem Periodenergebnis von - 8.523 T€ nach 9.248 T€
in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Rückgang ist dabei auf die im Berichtsjahr
durchzuführenden außerplanmäßigen Abschreibungen zurückzuführen. Der FFO (Funds from
Operations), d. h. das operative Ergebnis vor Abschreibungen und ohne Verkaufserlöse,
ist dagegen um 1,5 % gestiegen und beträgt im Berichtszeitraum 27.001 T€ (Vorjahr:
26.596 T€). Dies entspricht einem FFO je Aktie von 34 Cent (Vorjahr: 33 Cent).
Im ersten Halbjahr 2020 erfolgten die Besitzübergänge der Büroimmobilien in Neu-Isenburg,
Bonn und Aachen. Das Investitionsvolumen auf Basis der Kaufpreise beläuft sich auf
79,5 Mio. € bei annualisierten Mieteinnahmen von 4,2 Mio. €.
Das Immobilienvermögen wurde zum 30. Juni 2020 zur Berücksichtigung der Auswirkungen
der Corona-Pandemie durch den externen Gutachter Jones Lang LaSalle neu bewertet.
Im Rahmen der Neubewertung wurde der Verkehrswert der zum 31. Dezember 2019 bereits
im Bestand befindlichen Objekte um 51,5 Mio. € gemindert. Die Verminderung betraf
im Wesentlichen die von der Corona-Pandemie besonders stark betroffenen Einzelhandelsimmobilien
in Innenstadtlagen sowie Fachmarktzentren. Bei diesen Immobilien wurden insbesondere
die Marktmieten sowie die Diskontierungs- und Kapitalisierungszinssätze den aktuellen
Marktbedingungen angepasst. Unter Berücksichtigung der Neuzugänge belief sich der
Verkehrswert des bebauten Immobilienportfolios zum 30. Juni 2020 auf 1.631,0 Mio.
€ (31. Dezember 2019: 1.598,1 Mio. €).
Der Posten "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte"
betrug zum 30. Juni 2020 4,2 Mio. € nach 2,3 Mio. € zum 31. Dezember 2019. Der Anstieg
betrifft insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund von ausstehenden
Zahlungen infolge der Corona-Pandemie. Insgesamt waren für den Zeitraum April bis
Juni Zahlungen in Höhe von 2,0 Mio. € zzgl. 0,4 Mio. € Umsatzsteuer noch nicht eingegangen,
von denen den Mietern über bereits abgeschlossene bzw. bevorstehende Vereinbarungen
609 T€ (netto) erlassen wurden bzw. werden. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Bewertung
der Restforderungen zum Bilanzstichtag Wertberichtigungen in Höhe der erwarteten Forderungsausfälle
von 359 T€ erfasst.
Am 30. Juni 2020 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel in Höhe von 28,6 Mio.
€ gegenüber 8,4 Mio. € zum 31. Dezember 2019. Den im Wesentlichen aus dem Abruf von
Darlehensmitteln und Refinanzierungen (78,9 Mio. €) sowie aus der operativen Geschäftstätigkeit
(35,3 Mio. €; Vorjahr: 35,3 Mio. €) resultierenden Mittelzuflüssen stehen im Wesentlichen
Mittelabflüsse für Investitionen in das Immobilienportfolio (51,4 Mio. €) sowie für
Zins- und Tilgungszahlungen (42,3 Mio. €) gegenüber. Zum Stichtag verfügte die Gesellschaft
darüber hinaus über Finanzierungszusagen bzw. Kreditlinien in Höhe von 32,6 Mio. €.
Das Eigenkapital belief sich zum 30. Juni 2020 auf 505,9 Mio. € nach 513,6 Mio. €
zum 31. Dezember 2019. Die bilanzielle Eigenkapitalquote lag zum Berichtsstichtag
bei 39,3 % nach 41,6 % zum 31. Dezember 2019. Die REIT-Eigenkapitalquote betrug 54,7
% nach 57,3 % zum 31. Dezember 2019.
Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten haben sich gegenüber dem 31.
Dezember 2019 aufgrund des Abrufs weiterer Darlehen im ersten Halbjahr 2020 im Saldo
um 44,2 Mio. € erhöht und betrugen zum Ende des Halbjahres 732,6 Mio. € nach 688,4
Mio. € zum 31. Dezember 2019. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz aller bestehenden
sowie der abgeschlossenen, aber noch nicht abgerufenen Darlehen beträgt 1,9 %.
Der Nettovermögenswert (NAV) der Gesellschaft betrug zum Ende des ersten Halbjahres
898,5 Mio. € (31. Dezember 2019: 924,3 Mio. €). Dies entspricht einem NAV je Aktie
von 11,27 € (31. Dezember 2019: 11,59 €). Die Verkehrswertminderungen aus der Bewertung
des Immobilienportfolios wirkten sich dabei mit 65 Cent wertmindernd auf den NAV je
Aktie aus. Der NAV bestimmt sich aus den Verkehrswerten des Gesellschaftsvermögens
- das ist im Wesentlichen der Verkehrswert der Immobilien - abzüglich des Fremdkapitals.
Als Immobilienunternehmen ist die HAMBORNER REIT AG mit einem bundesweiten Immobilienbestand
vielfältigen Risiken und Chancen ausgesetzt, die sich auf die Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage auswirken können. Aus heutiger Sicht haben sich mit Ausnahme der nachfolgend
beschriebenen Sachverhalte keine wesentlichen Änderungen der Einschätzung von Risiken
und Chancen für die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft gegenüber dem 31. Dezember
2019 ergeben. Insoweit haben die im Lagebericht 2019 unter dem Kapitel "Risiko- und
Chancenbericht" gemachten Angaben daher unverändert Gültigkeit unter Berücksichtigung
folgender Ergänzungen:
Die Corona-Pandemie und die daraufhin ergriffenen gesetzlichen und behördlichen Maßnahmen
haben zu einer erheblichen Beeinträchtigung der gesamtwirtschaftlichen Lage und Entwicklung
in unserem Land und in großen Teilen der Welt geführt. Nach dem behördlich angeordneten
Shutdown im März und April gehen Volkswirtschaftsexperten trotz der mittlerweile schrittweise
vorgenommenen Lockerungen derzeit davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands
um 5,0 % bis 9,4 % in 2020 zurückgehen wird. In den Prognosen ist jedoch eine sukzessive
Erholung der Wirtschaft unterstellt. Epidemiologen warnen bereits jetzt vor einer
zweiten Welle der Pandemie, sollten die derzeitig bestehenden Kontaktbeschränkungen
nicht beachtet oder zu schnell aufgehoben werden, sodass strengere Maßnahmen bis hin
zu einem zweiten Shutdown nicht ausgeschlossen werden können. Darüber hinaus sind
die nachhaltigen Folgen der Corona-Pandemie auf Unternehmen und die Wirtschaft derzeit
nicht absehbar. Laut dem Ifo-Institut stufen rund 20 % der Unternehmen in Deutschland
die Beeinträchtigungen infolge der Pandemie als existenzbedrohend ein. Es muss daher
in den kommenden Monaten mit einem signifikanten Anstieg von Insolvenzen gerechnet
werden. Die sich hieraus ergebenden Folgen auf den Immobiliengesamtmarkt betreffen
schwerpunktmäßig die Teilmärkte für Hotels und Einzelhandelsimmobilien. Diesen Marktrisiken
unterliegt auch die HAMBORNER REIT AG.
Das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und
Strafverfahrensrecht vom 27. März 2020 hat Mietern die Möglichkeit eingeräumt, Mietzahlungen
für einen begrenzten Zeitraum auszusetzen und diese erst später zu entrichten. Von
dieser Möglichkeit haben im zweiten Quartal zahlreiche Mieter Gebrauch gemacht. In
Abhängigkeit von Dauer und Ausmaß der Corona-Pandemie muss damit gerechnet werden,
dass Teile dieser Mieter infolge von Insolvenzen ihren Zahlungsverpflichtungen in
Gänze nicht oder nur noch teilweise nachkommen können. Zur Abmilderung der wirtschaftlichen
Folgen für besonders stark von der Krise betroffenen Mietern hat HAMBORNER mit diesen
Mietern Vereinbarungen über Mietstundungen und -nachlässe für die Monate April bis
Juni getroffen bzw. steht mit den Mietern in Verhandlungen hierüber. Im Gegenzug haben
die Mieter die Mietverträge verlängert bzw. wird eine Mietvertragsverlängerung angestrebt.
Für das Gesamtjahr ist jedoch sowohl in Bezug auf die darüber hinaus noch bestehenden
und noch nicht wertberichtigten Mietforderungen als auch in den Folgemonaten mit erhöhten
Forderungsausfällen zu rechnen.
Auch die Vermietungsrisiken dürften bedingt durch die Folgen der Pandemie zunehmen.
In Abhängigkeit davon, wie stark und wie lang die wirtschaftlichen Auswirkungen sein
werden, wird in Teilen (z. B. Textileinzelhandel, Gastronomie) die Anschluss- und
Neuvermietung schwieriger werden. Aus heutiger Sicht ist es jedoch nicht unwahrscheinlich,
dass die Leerstandsquote in 2020 über der von 2019 liegt, sich aber weiterhin in einem
moderaten Rahmen bewegen wird.
Bei HAMBORNER sind aktuell besonders Einzelhandelsimmobilien in Innenstadtlagen sowie
Fachmarktzentren von der Pandemie betroffen. Der ohnehin bereits in der Vergangenheit
durch die Konkurrenz des Onlinehandels wirtschaftlich geschwächte stationäre Einzelhandel
ist in besonderem Maße von den Kontaktbeschränkungen und Schließungsmaßnahmen infolge
der Corona-Pandemie betroffen. Als Folge sind bereits jetzt zurückgehende Marktmieten
sowie ein starker Nachfragerückgang von Investoren für diese Assetklasse zu beobachten.
Um den zusätzlichen durch die Corona-Pandemie entstandenen Effekt auf die Bewertung
der Immobilien zu berücksichtigen, hat die Gesellschaft die Immobilien durch den externen
Gutachter Jones Lang LaSalle zum 30. Juni 2020 neu bewerten lassen. Im Rahmen der
Bewertung wurden die Verkehrswerte der bereits zum 31. Dezember 2019 im Bestand befindlichen
Objekte um insgesamt 51,5 Mio. € bzw. 3,2 % gegenüber Ende 2019 gemindert. Es ist
jedoch nicht auszuschließen, dass es bei einem langsameren Aufschwung, einer erneuten
Verschärfung der Lage, einem erneuten starken Anstieg der Infektionszahlen sowie der
Erfordernis wieder strengerer Kontaktbeschränkungen zu weiteren Verwerfungen in der
Unternehmenslandschaft kommt, die sich z. B. durch den Ansatz höherer Zinssätze sowie
veränderten Annahmen zu Marktmieten, Leerstandszeiträumen und Mietvertragslaufzeiten
zusätzlich auf den Wertansatz der Immobilien auswirken könnten.
Den Unternehmensfortbestand gefährdende Risiken sind aus heutiger Sicht nicht zu
erkennen.
Im Geschäftsbericht 2019 ist die Gesellschaft von einem operativen Ergebnis (FFO)
in einer Größenordnung des Vorjahresergebnisses, einem Anstieg der Mieterlöse als
zentrale Größe des FFO um 3 % sowie einem leicht steigenden NAV ausgegangen. Diese
Prognose wurde Ende März aufgrund der zu diesem Zeitpunkt nicht absehbaren Folgen
der Corona-Pandemie zurückgezogen.
Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sowie u. a.
der zwischenzeitlich positiven Entwicklung der Mieteingänge geht die Gesellschaft
nunmehr davon aus, dass die Miet- und Pachterlöse im Geschäftsjahr 2020 zwischen 87
Mio. € und 88 Mio. € (Vorjahr: 85,2 Mio. €) liegen werden. Das operative Ergebnis
(FFO) wird sich im Geschäftsjahr voraussichtlich nahezu auf dem hohen Niveau des vergangenen
Geschäftsjahres zwischen 52 Mio. € und 54 Mio. € (Vorjahr: 54,3 Mio. €) bewegen. Unter
Annahme einer unveränderten Aktienanzahl geht die Gesellschaft von einem Rückgang
des NAV im laufenden Geschäftsjahr aus, der sich im einstelligen Prozentbereich bewegen
wird.
Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass es weder zu einer signifikanten Verschärfung
der COVID-19-bedingten Restriktionen (beispielsweise einem erneuten Shutdown, der
mit Schließungsanordnungen für unsere Mieter verbunden ist) kommt, noch zu gegenwärtig
nicht absehbaren wesentlichen Insolvenzen auf Mieterseite. Ebenfalls unberücksichtigt
bleiben Effekte aus möglichen Zu- und / oder Verkäufen im restlichen Jahresverlauf.
| in T€ | 01.01. - 30.06.2020 | 01.01. - 30.06.2019 | 01.04. - 30.06.2020 | 01.04. - 30.06.2019 |
| Erlöse aus Mieten und Pachten | 43.868 | 42.303 | 22.061 | 21.212 |
| Erlöse aus der Weiterberechnung von Nebenkosten an Mieter | 6.985 | 6.623 | 3.542 | 3.327 |
| Laufende Betriebsaufwendungen | - 9.619 | - 9.076 | - 4.177 | - 3.719 |
| Grundstücks- und Gebäudeinstandhaltung | - 2.604 | - 2.734 | - 1.455 | - 1.350 |
| Nettomieteinnahmen | 38.630 | 37.116 | 19.971 | 19.470 |
| Verwaltungsaufwand | - 631 | - 694 | - 248 | - 356 |
| Personalaufwand | - 2.576 | - 2.366 | - 1.344 | - 1.170 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - 35.600 | - 17.348 | - 25.494 | - 8.677 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1.032 | 926 | 427 | 610 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 1.652 | - 695 | - 1.167 | - 348 |
| - 39.427 | - 20.177 | - 27.826 | - 9.941 | |
| Betriebsergebnis | - 797 | 16.939 | - 7.855 | 9.529 |
| Ergebnis aus der Veräußerung von Immobilien | 76 | 0 | - 3 | 0 |
| Ergebnis vor Finanzierungstätigkeit und Steuern (EBIT) | - 721 | 16.939 | - 7.858 | 9.529 |
| Zinserträge | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsaufwendungen | - 7.802 | - 7.691 | - 3.956 | - 3.851 |
| Finanzergebnis | - 7.802 | - 7.691 | - 3.956 | - 3.851 |
| Ergebnis der Periode | - 8.523 | 9.248 | - 11.814 | 5.678 |
| Unverwässertes = verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) | - 0,11 | 0,12 | - 0,15 | 0,07 |
| in t€ | 01.01. - 30.06.2020 | 01.01. - 30.06.2019 | 01.04. - 30.06.2020 | 01.04. - 30.06.2019 |
| Ergebnis der Periode laut Gewinn- und Verlustrechnung | - 8.523 | 9.248 | - 11.814 | 5.678 |
| Posten, die unter bestimmten Bedingungen nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden: | ||||
| Unrealisierte Gewinne/Verluste (-) aus der Neubewertung derivativer Finanzinstrumente | 287 | 188 | 140 | 76 |
| Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden: | ||||
| Versicherungsmathemathische Gewinne/Verluste (-) aus leistungsorientierten Pensionszusagen | 581 | - 545 | 38 | - 176 |
| Sonstiges Ergebnis | 868 | - 357 | 178 | - 100 |
| Gesamtergebnis | - 7.655 | 8.891 | - 11.636 | 5.578 |
Das sonstige Ergebnis der Periode betrifft versicherungsmathematische Ergebnisse
aus leistungsorientierten Plänen sowie den effektiven Teil der Marktwertänderungen
von Zinsswaps, die zur Steuerung der Risiken aus Zinsschwankungen eingesetzt werden
(Absicherung von Zahlungsströmen).
| in T€ | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
| langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 569 | 574 |
| Sachanlagen | 3.018 | 3.057 |
| Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien | 1.247.876 | 1.202.734 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 1.501 | 1.238 |
| Sonstige Vermögenswerte | 295 | 285 |
| 1.253.259 | 1.223.990 | |
| kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte | 4.192 | 2.329 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 28.646 | 8.358 |
| 32.838 | 10.687 | |
| Summe Vermögenswerte | 1.286.097 | 1.234.677 |
| in T€ | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
| eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 79.718 | 79.718 |
| Kapitalrücklage | 380.467 | 380.467 |
| Gewinnrücklage | 45.722 | 53.377 |
| 505.907 | 513.562 | |
| langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | ||
| Finanzverbindlichkeiten | 652.747 | 618.588 |
| Derivative Finanzinstrumente | 823 | 1.110 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 9.643 | 10.089 |
| Rückstellungen für Pensionen | 5.867 | 6.625 |
| Sonstige Rückstellungen | 3.017 | 3.360 |
| 672.097 | 639.772 | |
| kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | ||
| Finanzverbindlichkeiten | 79.832 | 69.776 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 26.702 | 10.111 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.559 | 1.456 |
| 108.093 | 81.343 | |
| Summe Eigenkapital, Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 1.286.097 | 1.234.677 |
| in T€ | 01.01. - 30.06.2020 | 01.01. - 30.06.2019 |
| CASHFLOW AUS DER OPERATIVEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT | ||
| Ergebnis der Periode | - 8.523 | 9.248 |
| Finanzergebnis | 7.802 | 7.691 |
| Abschreibungen (+) / Zuschreibungen (-) | 35.600 | 17.348 |
| Veränderung der Rückstellungen | - 460 | 330 |
| Buchgewinne (-) / -verluste (+) (saldiert) aus dem Abgang von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | - 82 | 0 |
| Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | - 1.873 | - 1.180 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 2.797 | 1.826 |
| 35.261 | 35.263 | |
| CASHFLOW AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT | ||
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - 51.372 | - 7.976 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 93 | 0 |
| Einzahlungen aus Abgängen von finanziellen Vermögenswerten | 0 | 2 |
| - 51.279 | - 7.974 | |
| CASHFLOW AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT | ||
| Dividendenzahlungen | 0 | - 36.670 |
| Mittelzufluss aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | 78.945 | 27.021 |
| Mittelabfluss aus der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten | - 34.400 | - 8.310 |
| Tilgungsanteil aus Leasingverbindlichkeiten | - 346 | - 132 |
| Zinsauszahlungen | - 7.893 | - 7.338 |
| 36.306 | - 25.429 | |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | 20.288 | 1.860 |
| Finanzmittelfonds am 1. Januar | 8.358 | 3.592 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten) | 8.358 | 3.592 |
| Verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0 | 4.191 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 1. Januar | 8.358 | 7.783 |
| Finanzmittelfonds am 30. Juni | 28.646 | 5.452 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten) | 28.646 | 5.452 |
| Verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0 | 4.191 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 30. Juni | 28.646 | 9.643 |
| in T€ | gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Eigenkapital gesamt | ||
| Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen | Rücklage IAS 19 Pensionsrückstellungen | Andere Gewinnrücklagen | ||||
| Stand 1. Januar 2019 | 79.718 | 391.194 | - 1.642 | - 4.024 | 67.180 | 532.426 |
| Gewinnausschüttung für 2018 (0,46 € je Aktie) | 0 | - 36.670 | - 36.670 | |||
| Jahresüberschuss 01.01. - 30.06.2019 | 0 | 9.248 | 9.248 | |||
| Sonstiges Ergebnis 01.01. - 30.06.2019 | 188 | - 545 | - 357 | |||
| Gesamtergebnis 01.01. - 30.06.2019 | 188 | - 545 | 9.248 | 8.891 | ||
| Stand 30. Juni 2019 | 79.718 | 391.194 | - 1.454 | - 4.569 | 39.758 | 504.647 |
| Entnahme aus der Kapitalrücklage | - 10.727 | 10.727 | ||||
| Jahresüberschuss 01.07. - 31.12.2019 | 8.633 | 8.633 | ||||
| Sonstiges Ergebnis 01.07. - 31.12.2019 | 344 | - 62 | 0 | 282 | ||
| Gesamtergebnis 01.07. - 31.12.2019 | 0 | 0 | 344 | - 62 | 8.633 | 8.915 |
| Stand 31. Dezember 2019 | 79.718 | 380.467 | - 1.110 | - 4.631 | 59.118 | 513.562 |
| Jahresüberschuss 01.01. - 30.06.2020 | 0 | - 8.523 | - 8.523 | |||
| Sonstiges Ergebnis 01.01. - 30.06.2020 | 287 | 581 | 868 | |||
| Gesamtergebnis 01.01. - 30.06.2020 | 287 | 581 | - 8.523 | - 7.655 | ||
| Stand 30. Juni 2020 | 79.718 | 380.467 | - 823 | - 4.050 | 50.595 | 505.907 |
Die HAMBORNER REIT AG ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft (WKN 601300) mit
Sitz in Duisburg, Deutschland. Der vorliegende Zwischenbericht der HAMBORNER REIT
AG für das erste Halbjahr 2020 wird am 30. Juli 2020 veröffentlicht. Der Zwischenabschluss
ist in Euro (€) erstellt, wobei alle Beträge - sofern nicht anders dargestellt - in
Tausend Euro (T€) ausgewiesen werden. Aufgrund von Rundungen können sich bei Summenbildungen
und prozentualen Angaben geringfügige Differenzen ergeben.
Dieser Zwischenbericht der HAMBORNER REIT AG zum 30. Juni 2020 wurde auf Grundlage
der International Financial Reporting Standards (IFRS), so wie sie in der Europäischen
Union anzuwenden sind und soweit sie für Zwischenabschlüsse gelten (IAS 34), sowie
den Anforderungen des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 16 des DRSC (Deutsches
Rechnungslegungs Standards Committee e.V.) zur Zwischenberichterstattung erstellt
und berücksichtigt die Anforderungen des § 37w des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG).
Er enthält einen gegenüber dem in Übereinstimmung mit den IFRS aufgestellten Einzelabschluss
zum 31. Dezember 2019 verkürzten Berichtsumfang.
Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020 basiert auf den gleichen Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden sowie Berechnungsgrundsätzen wie der Einzelabschluss nach IFRS
zum 31. Dezember 2019.
Dieser Zwischenbericht wurde weder von einem Wirtschaftsprüfer entsprechend § 317
HGB geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.
Der Zwischenbericht beinhaltet nach Überzeugung des Vorstands alle wesentlichen Informationen,
die zum Verständnis der Veränderungen der Ertrags-, Vermögensund Finanzlage der HAMBORNER
REIT AG seit dem letzten Bilanzstichtag am 31. Dezember 2019 erforderlich sind.
Im ersten Halbjahr 2020 erfolgten die Besitzübergänge von drei Büroimmobilien in
Aachen, Bonn und Neu-Isenburg mit einem Kaufpreisvolumen von 79,5 Mio. €.
Aufgrund der Neubewertung des Immobilienbestands zur Berücksichtigung der Folgen
der Corona-Pandemie zum Berichtsstichtag waren außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe
von 17,1 Mio. € vorzunehmen.
Infolge der Corona-Pandemie waren in den Monaten April bis Juni ausstehende Zahlungen
in Höhe von 2,4 Mio. € zu verzeichnen. Um eine Fortsetzung der bestehenden Mietverhältnisse
sicherzustellen, wurden mit besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Mietern
Mietnachlässe und Mietstundungen für den genannten Zeitraum vereinbart bzw. werden
angestrebt. Im Gegenzug wurden vielfach die Vertragslaufzeiten verlängert bzw. werden
diese mit den Mietern verhandelt. Aus den getroffenen Vereinbarungen bzw. den laufenden
Gesprächen wurden auf bis zum 30. Juni 2020 aufgelaufene Forderungen in Höhe von 0,6
Mio. € (netto) verzichtet. Darüber hinaus wurden aus der Bewertung der verbliebenen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Wertberichtigungen in Höhe von 0,4 Mio.
€ vorgenommen. Sowohl die Forderungsverzichte als auch die Wertberichtigungen sind
unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Im Zuge der Erstellung des vorliegenden Zwischenabschlusses wurde der Immobilienbestand
durch den externen Gutachter Jones Lang LaSalle GmbH neu bewertet. Die Bewertung der
bereits zum 31. Dezember 2019 im Bestand der Gesellschaft befindlichen Objekte führte
zu einer Verkehrswertminderung in Höhe von 51,5 Mio. €. Hierbei wurde insbesondere
den veränderten Marktbedingungen bei Einzelhandelsimmobilien aufgrund der Corona-Pandemie
Rechnung getragen und im Einzelfall sowohl die Marktmieten als auch die Diskontierungs-
und Kapitalisierungszinssätze angepasst. Die Diskontierungszinssätze liegen nunmehr
in einer Bandbreite zwischen 3,90 % und 12,50 % und die Kapitalisierungszinssätze
zwischen 3,90 % und 8,00 %. Die im Berichtsjahr zugegangenen Objekte in Aachen, Bonn
und Neu-Isenburg wurden ebenfalls gutachterlich bewertet.
Der Abzinsungssatz zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde aufgrund gestiegener
Kapitalmarktzinsen zum 30. Juni 2020 auf 1,20 % (31. Dezember 2019: 0,93 %) erhöht.
Aus dieser Zinsanpassung resultiert ein Rückgang der Pensionsrückstellungen von 222
T€, der erfolgsneutral über die Gewinnrücklage erfasst wurde. Darüber hinaus ist im
Berichtszeitraum eine Pensionsberechtigte verstorben. Aus der erfolgsneutral über
die Gewinnrücklage aufzulösenden Rückstellung ergab sich eine Minderung der Pensionsrückstellungen
von 359 T€.
Mit Ausnahme der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivate werden sämtliche
Vermögenswerte und Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Vermögenswerten und Schulden
stellen bis auf die Finanzverbindlichkeiten die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte
und Schulden in der Bilanz eine gute Näherung an den beizulegenden Zeitwert dar.
Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten entsprechen den Barwerten
der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der aktuellen Zinsparameter
(Stufe 2 nach IFRS 13) zum jeweiligen Bilanzstichtag und betragen zum 30. Juni 2020
766.298 T€ (31. Dezember 2019: 716.662 T€).
Die in der Bilanz ausgewiesenen derivativen Finanzinstrumente sind zum beizulegenden
Zeitwert bewertet. Es handelt sich ausschließlich um Zinssicherungsgeschäfte. Die
ermittelten beizulegenden Zeitwerte ergeben sich durch Abzinsung der erwarteten künftigen
Zahlungsströme über die Restlaufzeit der Verträge auf Basis beobachtbarer Marktzinsen
oder Zinsstrukturkurven (Stufe 2 nach IFRS 13).
Berichtspflichtige Vorgänge mit nahestehenden Unternehmen und Personen hat es im
ersten Halbjahr 2020 nicht gegeben.
Am 23. Juli 2020 wurde ein Vertrag über den Verkauf einer innerstädtischen Einzelhandelsimmobilie
in Osnabrück unterzeichnet. Der Kaufpreis beläuft sich auf 5,9 Mio. €.
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß der anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze
für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Halbjahresabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
vermittelt und im Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses
und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben
sind.
Duisburg, 30. Juli 2020
Der Vorstand
| Niclas Karoff | Hans Richard Schmitz |
Das erste Halbjahr des Börsenjahres 2020 war in hohem Maße von den Einflüssen der
globalen Corona-Pandemie geprägt. Nach einem vielversprechenden Jahresstart, der dem
DAX im Februar 2020 noch ein Allzeithoch von fast 13.800 Punkten bescherte, stürzten
die nationalen und internationalen Aktienmärkte infolge der Ausbreitung des Virus
deutlich ab. Im Zuge des weltweiten Lockdowns und den daraus resultierenden Risiken
für die Weltwirtschaft fiel der DAX bis Mitte März auf sein bisheriges Jahrestief
bei 8.255 Punkten.
In den Folgemonaten, die von einer schrittweise Lockerung der COVID-19-bedingten
Restriktionen geprägt waren, erholten sich die Märkte jedoch zügig und der Leitindex
beendete das erste Halbjahr 2020 bei 12.311 Punkten. Dies entspricht einem Rückgang
von 7,1 % im Vergleich zum Jahresende 2019.

Auch die HAMBORNER-Aktie konnte sich den Turbulenzen an den Aktienmärkten nicht entziehen
und entwickelte sich im ersten Halbjahr 2020 stark volatil. Nachdem der Kurs zum Jahresende
2019 bei 9,76 € lag stieg der Wert bis Mitte Februar 2020 auf 10,58 €. In den darauffolgenden
Handelswochen fiel die Aktie dem allgemeinen Markttrend folgend deutlich ab und markierte
Mitte März ihren Tiefststand im ersten Halbjahr bei 7,33 €. Im zweiten Quartal konnte
die Aktie an die positive Entwicklung an den Märkten anknüpfen und bereits einen Teil
der Verluste aufholen. Zum 30. Juni 2020 lag der Kurs bei 8,71 € und damit um 10,8
% unter dem Niveau zum Jahresende 2019.
Infolge der volatilen Marktenwicklung stiegen die Handelsvolumina der HAMBORNER-Aktie
im ersten Halbjahr 2020 deutlich an. Mit durchschnittlich rd. 217.000 gehandelten
Aktien pro Handelstag lagen die Aktienumsätze über dem Durchschnittsniveau des Jahres
2019 (rd. 122.000 Aktien pro Handelstag).
| Name / Kürzel | HAMBORNER REIT AG / HAB |
| WKN/ISIN | 601300 / DE0006013006 |
| Anzahl Aktien | 79.717.645 Stück |
| Grundkapital | 79.717.645 € |
| Notierung | SDAX / EPRA-Index |
| Designated Sponsor | HSBC / ODDO SEYDLER |
| Free Float | 77,05 % |
| Marktkapitalisierung | 694,3 Mio. € |

Infolge der Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des COVID-Virus und
den daraus resultierenden verschärften Präventionsmaßnahmen der Bundesregierung haben
Vorstand und Aufsichtsrat der HAMBORNER REIT AG im April 2020 beschlossen, die ordentliche
Hauptversammlung auf einen späteren Termin im zweiten Halbjahr 2020 zu verschieben.
Die ursprünglich für den 6. Mai 2020 geplante Versammlung wird nun voraussichtlich
am 8. Oktober 2020 stattfinden.
In Anbetracht der unverändert bestehenden behördlichen Restriktionen im Hinblick
auf die Durchführung von Präsenzveranstaltungen wird die Hauptversammlung in Form
einer virtuellen Veranstaltung durchgeführt. Nähere Informationen zum Ablauf und zu
den Besonderheiten des virtuellen Formats können der Tagesordnung entnommen werden,
die im Vorfeld der Veranstaltung im Bundesanzeiger und auf der Homepage der Gesellschaft
veröffentlicht wird.
Unter Berücksichtigung der Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr sowie der aktualisierten
Prognose für das Geschäftsjahr 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat der HAMBORNER
REIT AG den Gewinnverwendungsvorschlag für das Geschäftjahr 2019 überprüft und beschlossen,
an ihrem ursprünglichen Dividendenvorschlag festzuhalten. Der ordentlichen Hauptversammlung
am 8. Oktober 2020 soll vorgeschlagen werden, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres
2019 in Höhe von 37.467.293,15 € zur Ausschüttung einer Dividende von 0,47 € je Aktie
zu verwenden.
| 30. Juli 2020 | Halbjahresfinanzbericht 30. Juni 2020 |
| 10. November 2020 | Zwischenmitteilung 30. September 2020 |
| 4. Februar 2021 | Vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 |
| 17. März 2021 | Geschäftsbericht 2020 |
| 27. April 2021 | Quartalsfinanzbericht 31. März 2021 |
Der vorliegende Bericht enthält auf die Zukunft gerichtete Aussagen, z. B. zur gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung in Deutschland und zu unserer eigenen voraussichtlichen Gesamtentwicklung.
Diese Aussagen beruhen auf aktuellen Annahmen und Einschätzungen des Vorstands, die
sorgfältig auf Basis aller zum derzeitigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen
getroffen wurden. Sollten die den Aussagen und Prognosen zugrunde liegenden Annahmen
nicht eintreffen, können die tatsächlichen von den derzeit erwarteten Ergebnissen
abweichen.
Der Vorstand der HAMBORNER REIT AG, Duisburg
Juli 2020
Goethestraße 45
47166 Duisburg
Tel.: +49 203 54405-0
Fax: +49 203 54405-49
info@hamborner.de
www.hamborner.de