Hapag-Lloyd AktiengesellschaftHamburgHalbjahresfinanzbericht 2021Halbjahresfinanzbericht 1. Januar bis 30. Juni 2021KENNZAHLENÜBERSICHT HAPAG-LLOYDHALBJAHRESFINANZBERICHT H1 2021scrollen
1 Operative Kennzahlen und Renditekennzahlen
beziehen sich auf die jeweilige Berichtsperiode. Der
Vergleich der Bilanzkennzahlen und der Finanzkennzahlen
bezieht sich auf den Bilanzstichtag 31. Dezember 2020.
In den Tabellen und Grafiken dieses
Halbjahresfinanzberichts können aus rechentechnischen
Gründen in Einzelfällen Rundungsdifferenzen
auftreten.
Disclaimer: Der vorliegende Bericht enthält
Aussagen, die die zukünftige Entwicklung von
Hapag-Lloyd betreffen. Aufgrund von Marktschwankungen, der
Entwicklung der Wettbewerbssituation und der
Weltmarktpreise für Rohstoffe sowie Veränderungen
der Wechselkurse und des wirtschaftlichen Umfelds
können die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich
von den erwarteten abweichen. Es ist weder beabsichtigt,
noch übernimmt Hapag-Lloyd eine gesonderte
Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren,
um diese an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum
dieses Berichts anzupassen.
Der vorliegende Halbjahresfinanzbericht wurde am 12.
August 2021 veröffentlicht.
WESENTLICHE ENTWICKLUNGEN H1 2021scrollen
KONZERNZWISCHENLAGEBERICHTGESCHÄFTSTÄTIGKEITDer Hapag-Lloyd Konzern ist die größte
deutsche Containerlinienreederei und gehört zu den
weltweit führenden Containerlinienreedereien in Bezug
auf die globale Marktabdeckung. Das Kerngeschäft
umfasst vor allem den Transport von Containern über
See, aber auch das Angebot des Transports von Tür zu
Tür.
Die Flotte von Hapag-Lloyd besteht zum 30. Juni 2021 aus
250 Containerschiffen (30. Juni 2020: 239). Der Konzern
verfügt derzeit über 394 Vertriebsstellen in 130
Ländern (30. Juni 2020: 388 Vertriebsstellen in 129
Ländern) und bietet seinen Kunden den Zugang zu einem
Netzwerk von 121 Diensten (Vorjahr: 121 Dienste) weltweit.
In den ersten 6 Monaten des Jahres 2021 betreute
Hapag-Lloyd global rd. 26.500 Kunden (Vorjahr: rd. 23.700).
Am 1. April 2017 gründete Hapag-Lloyd gemeinsam mit
Ocean Network Express Pte. Ltd., Singapur (ONE) und Yang
Ming Marine Transport Corp. Ltd., Taiwan (Yang Ming), die
"THE Alliance". Hyundai Merchant Marine, Korea (HMM) trat
am 1. April 2020 der "THE Alliance" bei. Die Kooperation
ist auf 10 Jahre angelegt und verlängert sich danach
automatisch um jeweils ein weiteres Jahr. Allianzmitglieder
können erstmalig nach 36 Monaten und dann mit einer
Frist von 12 Monaten die Allianz verlassen. Im Falle eines
Kontrollwechsels ("Change of Control") oder bei Insolvenz
kann ein Mitglied aus der Allianz ausgeschlossen werden.
Der Beschluss zum Ausschluss eines Allianzmitglieds muss
von den anderen Mitgliedern einstimmig gefasst werden.
Zum 30. Juni 2021 deckt die "THE Alliance" mit 266
Containerschiffen und 29 Diensten alle
Ost-West-Fahrtgebiete ab (30. Juni 2020: 251
Containerschiffe und 28 Dienste).
Hapag-Lloyd betreibt die Containerlinienschifffahrt in
einem internationalen Geschäftsumfeld. Transaktionen
werden überwiegend in US-Dollar fakturiert und
Zahlungsvorgänge in US-Dollar abgewickelt. Dies
bezieht sich nicht nur auf die operativen
Geschäftsvorfälle, sondern auch auf die
Investitionstätigkeit und die entsprechende
Finanzierung der Investitionen.
Die funktionale Währung des Hapag-Lloyd Konzerns
ist der US-Dollar. Die Berichterstattung des
Konzernzwischenabschlusses der Hapag-Lloyd AG erfolgt
dagegen in Euro. Im Konzernzwischenabschluss der
Hapag-Lloyd AG werden die Vermögenswerte und Schulden
mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) in
Euro umgerechnet. Für die Zahlungsströme in der
Konzernkapitalflussrechnung sowie die in der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen
Aufwendungen, Erträge sowie das Ergebnis erfolgt die
Umrechnung mit dem Durchschnittskurs des Berichtszeitraums.
Die aus der Währungsumrechnung entstehenden
Differenzen werden direkt im sonstigen Ergebnis des
Konzerns erfasst. Im Hapag-Lloyd Konzern erfolgen
gegebenenfalls Sicherungsgeschäfte zur Absicherung des
USD / EUR-Kurses.
Aktionärsstruktur der Hapag-Lloyd AGDie Aktionärsstruktur der Hapag-Lloyd AG zeichnet
sich durch 5 Großaktionäre aus, die zusammen rd.
96,4% des Grundkapitals der Gesellschaft halten. Dazu
zählen die Kühne Maritime GmbH zusammen mit der
Kühne Holding AG (Kühne), die CSAV Germany
Container Holding GmbH (CSAV), die Hamburger Gesellschaft
für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH
(HGV) sowie die Qatar Holding Germany GmbH für die
Qatar Investment Authority (QIA) und der Public Investment
Fund of the Kingdom of Saudi Arabia (PIF). Zudem haben sich
die CSAV, die Kühne Maritime GmbH und die HGV in einer
Aktionärsvereinbarung (im sog. Shareholders'
Agreement) geeinigt, ihre Stimmrechte an den Aktien der
Hapag-Lloyd AG durch Erteilung einer gemeinsamen
Stimmrechtsvollmacht auszuüben, und treffen somit
wichtige Entscheidungen gemeinsam.
Zum 30. Juni 2021 stellt sich die Aktionärsstruktur
der Hapag-Lloyd AG wie folgt dar:
scrollen
WICHTIGE FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATORENWichtige finanzielle Leistungsindikatoren für den
Hapag-Lloyd Konzern sind das operative Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen (EBITDA) und das
operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Das
Transportvolumen und die Frachtrate sind wichtige
Einflussgrößen für die Umsatz- und
Ergebnisentwicklung. Die Entwicklung der finanziellen
Leistungsindikatoren in den ersten 6 Monaten 2021 wird im
Abschnitt "Ertragslage des Konzerns" dargestellt.
Hapag-Lloyd strebt eine Profitabilität über
den kompletten Wirtschaftszyklus an, d. h. eine Rendite auf
das investierte Kapital, die zumindest den gewichteten
Kapitalkosten des Unternehmens entspricht. Aus diesem Grund
wird die Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) als
zusätzliche strategische Messgröße
verwendet. Das ROIC-Konzept vergleicht den Net Operating
Profit After Tax (NOPAT), definiert als EBIT abzüglich
Steuern, mit dem eingesetzten Kapital (Invested Capital)
zum Stichtag. Das Invested Capital ist definiert als Summe
der Vermögenswerte ohne Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente abzüglich der Schulden
ohne die Finanzschulden und Leasingverbindlichkeiten. Zur
Vergleichbarkeit mit anderen internationalen
Schifffahrtsunternehmen erfolgt die Berechnung und
Darstellung des Return on Invested Capital
ausschließlich auf Basis der funktionalen
Währung US-Dollar.
In den ersten 6 Monaten 2021 erwirtschaftete Hapag-Lloyd
eine annualisierte Rendite auf das investierte Kapital
(ROIC) von 47,0% (Vorjahreszeitraum: 7,7%). Die gewichteten
Kapitalkosten betrugen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020
6,0%. Die Berechnung des Return on Invested Capital ergibt
sich aus der folgenden Tabelle:
scrollen
Angaben in USD, gerundet, aggregiert und auf Jahresbasis
(d. h. unter Fortschreibung des NOPAT auf das gesamte
Geschäftsjahr) berechnet. Die Tabelle stellt
ausgewählte Posten der Konzernbilanz sowie der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nur verkürzt dar.
Die Währungsumrechnung erfolgt gemäß den im
Konzernanhang im Abschnitt "Wesentliche
Rechnungslegungsgrundsätze" angegebenen Stichtags- und
Durchschnittskursen.
WICHTIGE NICHTFINANZIELLE GRUNDLAGENNeben den finanziellen Leistungsindikatoren hat die
optimale Ausnutzung der vorhandenen Schiffs- und
Containerkapazitäten einen wesentlichen Einfluss auf
die Erzielung eines langfristig profitablen Wachstums. Eine
nachhaltige und qualitätsbewusste
Unternehmensführung sowie gut ausgebildete und
motivierte Mitarbeiter sind ebenfalls wichtige Grundlagen
für das angestrebte profitable Unternehmenswachstum
von Hapag-Lloyd.
Die nachfolgend aufgeführten nichtfinanziellen
Grundlagen bilden wichtige Informationen zum
Verständnis von Hapag-Lloyd als
Containerlinienreederei ab, werden jedoch seitens des
Unternehmens nicht als Steuerungsgrößen
verwendet. Im Rahmen der Strategy 2023 werden weitere
nichtfinanzielle Grundlagen, wie insbesondere messbare
Qualitätsziele, sukzessive implementiert.
Flexible Flotte und KapazitätsentwicklungZum 30. Juni 2021 besteht die Flotte von Hapag-Lloyd aus
insgesamt 250 Containerschiffen (30. Juni 2020: 239
Schiffe). Die Schiffe sind alle nach den Standards des
International Safety Management (ISM) zertifiziert und
besitzen ein gültiges ISSC-(ISPS-)Zeugnis.
Die überwiegende Anzahl der Schiffe ist
gemäß ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und
ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifiziert. Die
Stellplatzkapazität der gesamten Hapag-Lloyd Flotte
beträgt zum 30. Juni 2021 1.760.783 TEU und ist somit
gegenüber dem 30. Juni 2020 (1.736.429 TEU) um 1,4%
gestiegen. Der Anteil der gecharterten Schiffe von
Hapag-Lloyd beträgt zum 30. Juni 2021 basierend auf
den Stellplatzkapazitäten rd. 39% (30. Juni 2020: rd.
40%). Derzeit sind 3 Schiffe mit einer Kapazität von
10.377 TEU an andere Reedereien weiterverchartert.
Das Durchschnittsalter der gesamten Schiffsflotte von
Hapag-Lloyd beträgt zum 30. Juni 2021
(kapazitätsgewichtet) 10,0 Jahre. Mit 7.043 TEU liegt
die durchschnittliche Schiffsgröße der Flotte
des Hapag-Lloyd Konzerns um rd. 12% über dem
vergleichbaren Durchschnittsniveau der 10 weltweit
größten Containerlinienreedereien (30. Juni
2021: 6.270 TEU; Quelle: MDS Transmodal) und um rd. 60%
über der durchschnittlichen Schiffsgröße
der Weltflotte (30. Juni 2021: 4.397 TEU; Quelle: MDS
Transmodal).
Für den Transport der Ladung verfügt
Hapag-Lloyd zum 30. Juni 2021 über 1.695.253 (30. Juni
2020: 1.592.758) eigene oder gemietete Container mit einer
Kapazität von 2.822.436 TEU (30. Juni 2020: 2.620.584
TEU). Der kapazitätsgewichtete Anteil der geleasten
Container beträgt zum 30. Juni 2021 rd. 44% (30. Juni
2020: 44%). Nachdem bereits Ende letzten Jahres 83.000 TEU
Container (davon 9.000 TEU Reefer und 8.000 TEU
Spezialcontainer) bestellt wurden, um den
Kapazitätsengpässen entgegenzuwirken sowie um die
Position im Reefermarkt gemäß der Strategy 2023
weiter zu stärken, wurden im ersten Halbjahr 2021
weitere Container mit einer Kapazität von 124.800 TEU
Container bestellt (davon 24.800 TEU Reefer).
Das Servicenetzwerk von Hapag-Lloyd umfasst zum 30. Juni
2021 121 Dienste (30. Juni 2020: 121 Dienste).
Struktur der Containerschiffsflotte von Hapag-Lloydscrollen
1 Inklusive Leasingverträgen mit
Kaufoption/-verpflichtung zum Laufzeitende
In den ersten 6 Monaten des Jahres 2021 betrug der
Bunkerverbrauch insgesamt rd. 2,11 Mio. Tonnen und lag
damit rd. 2,9% über Vorjahresniveau (H1 2020: rd. 2,05
Mio. Tonnen). Dieser Anstieg ist im Wesentlichen bedingt
durch eine höhere Schiffskapazität und
Transportmenge gegenüber dem Vorjahreszeitraum sowie
längere Wartezeiten in und vor den Häfen.
Erstmalig wurden im ersten Halbjahr 2021 915 Tonnen LNG als
Brennstoff verwendet.
Der Anteil von Bunker mit einem niedrigen Schwefelanteil
(MFO low sulphur 0,1% und 0,5%, MDO) und LNG reduzierte
sich leicht von 94% in H1 2020 auf 92% im ersten Halbjahr
2021. Der Bunkerverbrauch pro Slot (gemessen an der
durchschnittlichen Containerstellplatzkapazität,
annualisiert) erhöhte sich im ersten Halbjahr 2021
leicht auf 2,41 Tonnen (H1 2020: 2,35 Tonnen). Pro
transportiertem TEU reduzierte sich der Bunkerverbrauch
jedoch gegenüber dem Vorjahr auf 0,35 Tonnen pro TEU
(H1 2020: 0,36 Tonnen pro TEU).
Um die Wettbewerbsfähigkeit im
Europa-Fernost-Handel zu verbessern, hat Hapag-Lloyd Ende
2020 und im Juni 2021 zwei Aufträge über den
Neubau von je 6 Großcontainerschiffen mit einer
Größe von jeweils 23.660 TEU erteilt. Die
Schiffe werden von der koreanischen Werft Daewoo
Shipbuilding & Marine Engineering gebaut und sollen
zwischen April 2023 und Dezember 2024 ausgeliefert werden.
Die Investition wird sich auf rd. 2 Mrd. USD belaufen, die
entsprechende Finanzierung ist vereinbart. Der Kaufpreis
wird in mehreren Tranchen bis zur Auslieferung beglichen,
wobei der Großteil der Zahlungen erst mit
Auslieferung fällig wird. Als Teil der
Nachhaltigkeitsstrategie von Hapag-Lloyd werden die Schiffe
mit einem modernen und kraftstoffeffizienten
Hochdruck-Dual-Fuel-Motor ausgestattet, der sowohl mit
Flüssigerdgas (LNG) als auch mit konventionellem
Treibstoff betrieben werden kann. LNG bietet gegenüber
herkömmlichen ölbasierten Kraftstoffen eine Reihe
von Vorteilen beim Umweltschutz, insbesondere wird der
Ausstoß von CO
2-Emissionen um rd. 15% bis 25% verringert.
Neben der Bestellung der mit LNG betriebenen Schiffe hat
Hapag-Lloyd die erste Umrüstung eines
Großcontainerschiffs (15.000 TEU Schiff "Brussels
Express", ehemals "Sajir") auf dem Betrieb mit
Flüssiggas (Liquified Natural Gas - LNG)
abgeschlossen. Das Maschinensystem kann mit einem dualen
Treibstoffsystem betrieben werden, d. h. der Betrieb ist
sowohl mit LNG als auch mit schwefelarmem Treibstoff
möglich. Die "Brussels Express" ist seit dem 1. April
auf dem Fahrtgebiet Europa-Fernost eingesetzt.
KundenHapag-Lloyd setzt auf ein diversifiziertes
Kundenportfolio bestehend aus Direktkunden und Spediteuren.
Letztere sollen ein kontinuierliches Ladungsaufkommen
sichern. Mit Direktkunden bestehen in der Regel
Vertragsbeziehungen von bis zu 12 Monaten. Direkte Kunden
bieten durch Rahmenverträge eine bessere Planbarkeit
der benötigten Transportkapazität. Die
ausgewogene Kundenbasis von Hapag-Lloyd zeigt sich darin,
dass die 50 größten Kunden deutlich weniger als
50% des Ladungsaufkommens stellen. In den ersten 6 Monaten
des Geschäftsjahres 2021 führte Hapag-Lloyd
Transportaufträge für rd. 26.500 Kunden durch (H1
2020: rd. 23.700).
MitarbeiterZum 30. Juni 2021 beschäftigte der Hapag-Lloyd
Konzern 13.404 Mitarbeiter (30. Juni 2020: 13.021). Davon
entfielen 11.216 Personen auf den Landbereich (30. Juni
2020: 10.817) und 1.987 Mitarbeiter auf den Seebereich (30.
Juni 2020: 2.010). Zudem beschäftigte Hapag-Lloyd zum
30. Juni 2021 201 Auszubildende (30. Juni 2020: 194).
Anzahl Mitarbeiterscrollen
WIRTSCHAFTSBERICHTGesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDie Höhe des globalen Wirtschaftswachstums und die
Entwicklung des Welthandels sind für die Nachfrage
nach Containertransportleistungen und damit für die
Entwicklung des Ladungsaufkommens der Containerreedereien
von großer Bedeutung.
Die Weltwirtschaft zeigte sich im ersten Halbjahr 2021
trotz der anhaltenden COVID-19-Pandemie vergleichsweise
robust. Die Entwicklung wurde laut IWF unter anderem durch
die Anpassung der Unternehmen an die veränderten
Rahmenbedingungen sowie umfassende fiskalpolitische und
monetäre Maßnahmen zahlreicher Staaten und
Notenbanken begünstigt.
Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt,
China, erreichte auch aufgrund einer coronabedingt
schwachen Vorjahresbasis im ersten Halbjahr 2021 ein
starkes Wirtschaftswachstum von 12,7% gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Eine anziehende Industrieproduktion
gepaart mit einem starken Wachstum im Dienstleistungssektor
haben zum Anstieg beigetragen. Von Ersterem profitierte
auch der Export, der im ersten Halbjahr 2021 gegenüber
dem Vorjahreszeitraum um 28,1% angestiegen ist.
Hauptabnehmer der chinesischen Waren sind vor allem die USA
und Europa. Dank des starken Konsums, der unter anderem
durch die direkte Ausgabe von Stimulus Schecks an viele
US-Bürger angekurbelt wurde, konnte die US-Wirtschaft
im ersten und zweiten Quartal 2021 um 0,5% bzw. 12,2%
gegenüber dem Vorjahresquartal zulegen. Der Im- und
Export stieg im Zeitraum Januar bis Mai 2021 um 18,7% bzw.
11,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum, was auch auf
eine schwache Vorjahresbasis zurückzuführen ist.
Nachdem das Wirtschaftswachstum in der EU im ersten Quartal
mit -0,4% im leicht negativen Bereich lag, erholte sich die
Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal und verzeichnete ein
Wachstum von 13,2% gegenüber dem Vorjahresquartal. Die
Im- und Exporte von Waren stiegen im Zeitraum Januar bis
Mai 2021 gegenüber der Vorjahresperiode um 11,0% bzw.
12,0% zu. Insbesondere der Warenverkehr mit dem wichtigsten
EU-Handelspartner China legte erneut kräftig zu.
Angesichts einer anziehenden wirtschaftlichen Dynamik
weltweit, setzte sich der Anstieg des Ölpreises im
ersten Halbjahr 2021 fort. Ende Juni 2021 lag der Preis
für die Sorte Brent bei 75,13 USD pro Barrel, nach
51,80 USD pro Barrel zum Jahresende 2020.
Branchenspezifische RahmenbedingungenDie branchenspezifischen Rahmenbedingungen haben sich im
ersten Halbjahr 2021 im Einklang mit der
gesamtwirtschaftlichen Erholung weiter aufgehellt. In den
ersten 5 Monaten des Jahres stiegen die weltweiten
Containertransportmengen um 13,9% gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Der starke prozentuale Anstieg ist
hauptsächlich auf eine schwache Vorjahresbasis
zurückzuführen. Aber auch verglichen mit den
ersten 5 Monaten 2019 sind die Mengen um 5,6% gestiegen
(CTS, Juli 2021).
Mit Ausnahme der Verbindungen von Nordamerika nach
Fernost und Europa, verzeichneten alle großen
Relationen im Zeitraum Januar bis Mai 2021 einen zum Teil
deutlichen Anstieg der Transportvolumina. Die
Transportmengen von Fernost nach Nordamerika stiegen mit
44% gegenüber dem Vorjahreszeitraum am deutlichsten
(CTS, Juli 2021).
Die ansteigenden Containertransporte aus Fernost nach
Nordamerika und Europa haben spätestens seit dem
vierten Quartal 2020 zu einer spürbaren Störung
der weltweiten Transportketten geführt. Insbesondere
in Nordamerika war die Hafen- und Hinterlandinfrastruktur
aufgrund stark gestiegener Transportmengen überlastet.
Die ohnehin angespannte Situation wurde durch die fast
einwöchige Blockade des Suez-Kanals durch ein
Containerschiff Ende März sowie durch die
temporäre Schließung des wichtigen Seehafens
Yantian in Südchina im Mai 2021 aufgrund eines
COVID-19-Ausbruchs weiter verschärft. In der Folge ist
es zu einem kontinuierlichen Anstieg der Spot-Frachtraten
seit dem vierten Quartal 2020 gekommen. Der Shanghai
Containerized Freight Index (SCFI), welcher die
Spot-Frachtratenentwicklung auf den wichtigsten
Handelsrouten von Shanghai abbildet, kletterte zum Ende des
ersten Halbjahres 2021 auf ein neues Allzeithoch von 3.785
USD / TEU. Im Vorjahr lag der Wert zum Ende des ersten
Halbjahres noch bei 1.001 USD / TEU und zum Jahresende 2020
bei 2.642 USD / TEU.
Die starke Nachfragesituation im ersten Halbjahr 2021
zeigte sich auch am niedrigen Anteil der aufliegenden, d.
h. der beschäftigungslosen Schiffe. Ende Mai 2020 lag
der Wert noch bei rd. 2,7 Mio. TEU (Alphaliner Weekly, Juni
2020), dies entsprach rd. 12% der Weltflotte. Wegen der
wieder steigenden Nachfrage nach Containertransporten
wurden bereits seit dem dritten Quartal 2020 ausgesetzte
Dienste schrittwiese wieder aktiviert und
beschäftigungslose Schiffe wieder in Dienst gestellt.
Somit reduzierte sich die Kapazität der aufliegenden
Schiffe wieder deutlich auf aktuell nur noch 0,2 Mio. TEU
per Ende Juni 2021 (Alphaliner Weekly, Juli 2021), was rd.
0,7% der Weltflotte entsprach (Juni 2020: rd. 2,3 Mio. TEU
bzw. rd. 9,9% der Weltflotte). Mehrheitlich entfallen die
beschäftigungslosen Schiffe auf die
Größenklassen bis 5.100 TEU.
Nach Angaben von MDS Transmodal wurden im ersten
Halbjahr 2021 insgesamt 87 Containerschiffe mit einer
Transportkapazität von rd. 590 TTEU in Dienst gestellt
(Vorjahreszeitraum: 53 Schiffe, Transportkapazität:
rd. 352 TTEU). 29 dieser Schiffe hatten eine Kapazität
von über 11.000 TEU. Die Verschrottung veralteter
Schiffe lag im ersten Halbjahr 2021 bei sehr niedrigen rd.
10 TTEU gegenüber rd. 99 TTEU im Vorjahreszeitraum. Es
wurden nur 13 sehr kleine Containerschiffe zwischen 320 TEU
und 1.840 TEU Kapazität verschrottet. Das
Durchschnittsalter betrug 26 Jahre (H1 2020: 24 Jahre,
Clarksons, Juli 2021). Entsprechend stieg die
Kapazität der Containerschiffsflotte um rd. 580 TTEU
auf 24,3 Mio. TEU, deutlich mehr als im ersten Halbjahr
2020 mit einem Zuwachs von 255 TTEU.
In den Monaten Januar bis Juni 2021 wurden Aufträge
für den Bau von 317 Containerschiffen mit einer
Transportkapazität von insgesamt rd. 2,9 Mio. TEU
vergeben, ein sehr deutlicher Anstieg nicht nur
gegenüber den 20 Schiffen mit einer Kapazität von
0,2 Mio. TEU, die im Vorjahreshalbjahr H1 2020 bestellt
wurden, sondern auch fast 3-mal mehr als im Gesamtjahr 2020
(100 Schiffe, 1,0 Mio. TEU, Clarksons Research, Juli 2021).
34 der bestellten Neubauten mit einer Kapazität von
0,5 Mio. TEU werden LNG als Brennstoff verwenden
können.
Die Tonnage der in Auftrag gegebenen Containerschiffe
stieg nach Angaben von MDS Transmodal zum Ende des ersten
Halbjahres 2021 auf rd. 4,0 Mio. TEU, nach 2,2 Mio. TEU im
Vorjahr. Damit lag das Verhältnis von Auftragsbestand
zur aktuellen Weltcontainerflottenkapazität zum Ende
des ersten Halbjahres 2021 mit 16,7% auf dem höchsten
Stand seit 2016 und über dem Durchschnitt der letzten
5 Jahre (rd. 11,9%). Allerdings weisen andere
Branchendienste wie Clarksons oder Drewry (diese
zählen bereits Bestellungen mit, zu denen noch nicht
alle Details bekannt sind) per Ende Juni bereits einen
höheren Auftragsbestand von rd. 20% aus. Das
Verhältnis von Auftragsbestand zur aktuellen
Weltcontainerflottenkapazität liegt jedoch weiterhin
deutlich unter dem im Jahr 2007 erreichten Höchststand
von rd. 61%.
Der Bunkerpreis setzte seinen Anstieg in der ersten
Jahreshälfte 2021 fort. Ende Juni notierte der
Bunkertreibstoff mit niedrigem Schwefelgehalt bei 514 USD /
t, nach 367 USD / t zum Jahresende 2020 (MFO 0,5%, FOB
Rotterdam) und 283 USD / t zum 30. Juni 2020. Der
durchschnittliche Bunkerpreis erhöhte sich jedoch von
311 USD / t im ersten Halbjahr 2020 auf 462 USD / t im
ersten Halbjahr 2021.
Branchenkonsolidierung und AllianzenIn den letzten Jahren verzeichnete die
Containerschifffahrtsbranche eine starke Konsolidierung der
Containerreedereien. Gemäß Daten des
Branchendienstes MDS Transmodal (Juli 2021) stellen die 10
größten Containerlinienreedereien mittlerweile
ca. 85% der Gesamtkapazität der globalen
Containerschiffsflotte. Im Jahr 2013 lag dieser Anteil bei
lediglich 61%.
Allianzen sind ein wichtiger Bestandteil der
Containerschifffahrt, da sie eine bessere Auslastung der
Schiffe und ein umfassenderes Angebot an Diensten
ermöglichen. Derzeit existieren 3 global agierende
Allianzen. Die gemessen an der Transportkapazität
größte Allianz ist die "2M" Allianz bestehend
aus den beiden Marktführern Maersk Line
(Dänemark) (Maersk) und Mediterranean Shipping Company
S. A. (Schweiz) (MSC). Die "Ocean Alliance" bestehend aus
CMA CGM S. A. (Frankreich), inklusive des
Tochterunternehmens APL (Singapur), COSCO (China),
inklusive des Tochterunternehmens OOIL (Hongkong) und
Evergreen Marine Corp. Ltd. (Taiwan) (Evergreen) ist die
zweitgrößte Allianz. Hapag-Lloyd (Deutschland)
betreibt zusammen mit ONE (Singapur), Yang Ming Marine
Transport Corp. Ltd. (Taiwan) (Yang Ming) und seit dem 1.
April 2020 Hyundai Merchant Marine (Südkorea) (HMM)
die "THE Alliance". Zum 30. Juni 2021 deckt die "THE
Alliance" mit 266 Containerschiffen und 29 Diensten alle
Ost-West-Fahrtgebiete ab (30. Juni 2020: 251
Containerschiffe und 28 Dienste).
Kapazitätsanteile der Allianzen anhand ausgewählter Fahrtgebietescrollen
Quelle: Alphaliner Juni 2021
ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DES KONZERNSErtragslage des KonzernsGetrieben von einer starken Nachfrage nach
Exportgütern aus dem asiatischen Raum, setzte sich die
Erholung des Branchenumfelds von den Auswirkungen der
COVID-19-Pandemie im ersten Halbjahr 2021 fort.
Andererseits ergaben sich in bestimmten Fahrtgebieten
anhaltende operative Herausforderungen im Zusammenhang mit
der Überlastung der Hafen- und
Hinterlandinfrastruktur, sowohl durch die gestiegenen
Transportmengen als auch durch eine geringere
Produktivität aufgrund von COVID-19-Infektionen der
Belegschaft und den damit verbundenen höheren
Arbeitsschutzvorschriften. Infolgedessen haben sich die
Umlaufzeiten für Schiffe und Container
verlängert.
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 führten
insbesondere die Erhöhung der durchschnittlichen
Frachtrate (in USD) um 46,1% und der Transportmenge um 4,3%
zu einem Anstieg der Umsatzerlöse um 37,6%.
Zusätzlich wirkte sich der geringere durchschnittliche
Bunkerverbrauchspreis (-6,0%) positiv auf die Ertragslage
aus. Höhere Aufwendungen für das Handling von
Containern (6,5%) belasteten hingegen das operative
Ergebnis. Der schwächere US-Dollar hatte insgesamt
einen dämpfenden Effekt und wirkte sich in Summe
negativ auf das Ergebnis aus. Der durchschnittliche USD /
EUR-Kurs lag im ersten Halbjahr 2021 bei 1,21 USD / EUR,
nach 1,10 USD / EUR im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Hapag-Lloyd erwirtschaftete im Berichtszeitraum ein
operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
(EBITDA) in Höhe von 3.517,3 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: 1.168,7 Mio. EUR) und ein operatives
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von
2.893,2 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 511,3 Mio. EUR). Das
Konzernergebnis lag bei 2.724,5 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: 285,5 Mio. EUR).
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
Transportmenge pro Fahrtgebietscrollen
Die Transportmenge erhöhte sich im ersten Halbjahr
des Geschäftsjahres 2021 um 249 TTEU auf 6.004 TTEU
(Vorjahreszeitraum: 5.755 TTEU), was einem Anstieg von 4,3%
entspricht.
Der Anstieg der Transportmengen in dem Fahrtgebiet
Mittlerer Osten ist überwiegend auf den gestiegenen
Export von Gütern aus Indien zurückzuführen,
der im Vorjahreszeitraum aufgrund von lokalen
COVID-19-Restriktionen nahezu zum Erliegen gekommen war.
Die starke Nachfrage nach asiatischen Exportgütern
führte im Wesentlichen in den Fahrtgebieten
Lateinamerika und Fernost zu einem Anstieg der
Transportmengen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Gleiches galt für das Fahrtgebiet EMA, wobei die
Überlastung der örtlichen Hafeninfrastrukturen
und den damit verzögerten und ausgebliebenen
Containerumschlägen diesem Anstieg entgegenwirkten.
Die gesunkene Transportmenge im Fahrtgebiet Intra-Asien
resultierte im Wesentlichen aus der optimierten
Repositionierung von Containern in andere Fahrtgebiete,
ausgerichtet auf die coronabedingt starke Nachfrage nach
Containertransporten aus dem asiatischen Raum.
Frachtraten pro Fahrtgebietscrollen
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 betrug
die durchschnittliche Frachtrate 1.612 USD / TEU und lag
damit um 509 USD / TEU bzw. 46,1% über dem Wert des
Vorjahreszeitraums (1.104 USD / TEU).
Der kontinuierliche Anstieg der Frachtrate ist im
Wesentlichen auf eine coronabedingt anhaltend starke
Nachfrage nach Konsumgütern aus Asien
zurückzuführen.
Umsatzerlöse pro Fahrtgebietscrollen
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 sind
die Umsatzerlöse des Hapag-Lloyd Konzerns um 2.393,1
Mio. EUR auf 8.753,4 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 6.360,3
Mio. EUR) gestiegen, was einem Anstieg um 37,6% entspricht.
Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen der
Anstieg der durchschnittlichen Frachtrate um 46,1% sowie
das um 4,3% gestiegene Transportvolumen im Vergleich zur
Vorjahresperiode. Die Schwächung des US-Dollars im
Vergleich zum Euro wirkte sich hingegen mindernd auf die
Umsatzerlöse aus. Bereinigt um die
Wechselkursveränderungen hätte sich ein Anstieg
der Umsatzerlöse um rd. 2,9 Mrd. EUR bzw. ca. 51%
ergeben.
Operative Aufwendungenscrollen
1 Inklusive Leasingaufwendungen für
kurzfristige Leasingverträge
Die Transportaufwendungen sind im ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres 2021 um 28,7 Mio. EUR auf 4.758,9 Mio.
EUR (Vorjahreszeitraum: 4.730,2 Mio. EUR) gestiegen. Dies
entspricht einem Anstieg von 0,6%, der vor allem auf die im
Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Aufwendungen für das
Handling von Containern zurückzuführen ist. Der
schwächere US-Dollar im Vergleich zum Euro und der
niedrigere Bunkerverbrauchspreis führten hingegen zu
einer Minderung der Transportaufwendungen. Bereinigt um die
Wechselkursveränderungen hätte sich ein Anstieg
der Transportaufwendungen von rd. 0,4 Mrd. EUR bzw. ca. 10%
ergeben.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 lag der
durchschnittliche Bunkerverbrauchspreis für
Hapag-Lloyd mit 421 USD / t um 27 USD / t (-6,0%) unter dem
Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums von 448 USD / t.
In Teilen wirkte sich zudem auch die Schwächung des
US-Dollars im Vergleich zum Euro, gemessen am
Vorjahreszeitraum, mindernd auf die Aufwendungen für
Brennstoff bei Hapag-Lloyd aus.
Die Aufwendungen für das Handling von Containern
sind im ersten Halbjahr des Berichtsjahres um 156,2 Mio.
EUR auf 2.552,5 Mio. EUR gestiegen. Dies ist im
Wesentlichen den erhöhten Stand- und Lagergeldern
für Container aufgrund der teilweisen Überlastung
der Hafen- und Hinterlandinfrastruktur sowie lokal
bestehenden COVID-19-Restriktionen geschuldet.
Kompensierend wirkte sich hingegen der schwächere
US-Dollar im Vergleich zum Euro auf die Entwicklung der
Aufwendungen aus.
Der Aufwand für Container- und
Repositionierungsaufwendungen war im Wesentlichen
unverändert. Höhere Stand- und Lagergelder
für Leercontainer in den Hafenterminals, insbesondere
in Nordamerika, wurden durch den schwächeren US-Dollar
im Vergleich zum Euro kompensiert.
Der Rückgang der Aufwendungen für Schiffe und
Reisen (ohne Brennstoffe) in Höhe von 15,3 Mio. EUR
auf 907,6 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus dem
schwächeren US-Dollar im Vergleich zum Euro. Dieser
Entwicklung wirkten gestiegene Aufwendungen für
Containerstellplatzmieten auf fremden Seeschiffen entgegen.
Der Personalaufwand erhöhte sich im ersten Halbjahr
des Geschäftsjahres 2021 um 17,0 Mio. EUR auf 357,3
Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 340,3 Mio. EUR). Der Anstieg
ist im Wesentlichen auf einen COVID-19 bezogenen
Sonderbonus an die Mitarbeiter zurückzuführen.
Aufwandsmindernd wirkte sich im Wesentlichen die
Schwächung des US-Dollars gegenüber dem Euro aus.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 sind
die Abschreibungen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, um
33,2 Mio. EUR auf 624,2 Mio. EUR gesunken. Der
Rückgang resultierte insbesondere aus dem
schwächeren US-Dollar im Vergleich zum Euro.
Gegenläufig wirkte sich im Wesentlichen der gestiegene
Anteil an mittelfristig eingecharterten Schiffen und die
daraus folgende Erhöhung der Nutzungsrechte aus. Die
planmäßige Abschreibung der Nutzungsrechte an
den geleasten Vermögenswerten (im Wesentlichen
Schiffe, Container, Gebäude) führte zu
Abschreibungen in Höhe von 295,2 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: 261,9 Mio. EUR).
Das sonstige betriebliche Ergebnis in Höhe von
-131,7 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: -136,5 Mio. EUR)
enthält im Saldo sonstige betriebliche Aufwendungen
und Erträge. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen
beliefen sich für das erste Halbjahr des
Geschäftsjahres 2021 auf insgesamt 159,3 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: Aufwendungen von 166,9 Mio. EUR).
Die wesentlichen Aufwendungen betrafen EDV-Kosten (91,9
Mio. EUR; Vorjahreszeitraum: 83,9 Mio. EUR),
Beratungskosten (12,8 Mio. EUR; Vorjahreszeitraum: 15,5
Mio. EUR), Büro- und Verwaltungskosten (12,5 Mio. EUR;
Vorjahreszeitraum: 19,2 Mio. EUR) sowie Aufwendungen
für Wertberichtigungen auf Forderungen (7,6 Mio. EUR;
Vorjahreszeitraum: 9,8 Mio. EUR). Die sonstigen
betrieblichen Erträge beliefen sich für das erste
Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 auf insgesamt 27,6
Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 30,4 Mio. EUR).
Ertragskennzahlenscrollen
1 Der Return on Invested Capital wird auf Basis
der funktionalen Währung USD berechnet.
ZinsergebnisFür das erste Halbjahr des Geschäftsjahres
2021 belief sich das Zinsergebnis auf -143,1 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: -204,0 Mio. EUR). Der Rückgang der
Zinsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
resultierte überwiegend aus der Ersparnis der
Zinsaufwendungen in Höhe von 59,3 Mio. EUR, die
insbesondere auf die Reduzierung der Bankschulden
(inklusive der EUR-Anleihe) durch vorzeitige
Sondertilgungen sowie die in Folge der COVID-19-Pandemie
gesunkenen Kapitalmarktzinsen zurückzuführen ist.
Durch die Bewertung und Realisierung der Zinsswaps (-4,4
Mio. EUR; Vorjahreszeitraum: -12,6 Mio. EUR) verbesserte
sich das Zinsergebnis um weitere 8,2 Mio. EUR.
Außerdem trug die Bewertung des eingebetteten
Derivats (1,2 Mio. EUR) zu einer positiven Veränderung
des Zinsaufwands in Höhe von 15,7 Mio. EUR bei. Im
Vorjahreszeitraum hatte der Bewertungseffekt des
eingebetteten Derivats durch die Unsicherheit der an den
Finanzmärkten einsetzenden COVID-19-Pandemie noch
einen deutlich negativen Beitrag zum Zinsergebnis geliefert
(-14,5 Mio. EUR). Die Ausbuchung des eingebetteten Derivats
im Zusammenhang mit der Ausübung der vorzeitigen
Rückkaufoption der ursprünglich in 2024
fälligen EUR-Anleihe zum 7. April 2021 führte
hingegen zu einem Anstieg der Zinsaufwendungen um 23,9 Mio.
EUR. Die mit der vorzeitigen Rückzahlung verbundene
ergebniswirksame Buchwertanpassung der Verbindlichkeit der
Anleihe wirkte sich in Höhe von 8,5 Mio. EUR ebenfalls
belastend auf das Zinsergebnis aus.
ErtragsteuernDie Aufwendungen aus Ertragsteuern waren im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum im Wesentlichen unverändert.
KonzernergebnisIm ersten Halbjahr 2021 wurde ein Konzernergebnis in
Höhe von 2.724,5 Mio. EUR erzielt (Vorjahreszeitraum:
285,5 Mio. EUR).
Finanzlage des KonzernsVerkürzte Kapitalflussrechnungscrollen
Cashflow aus laufender GeschäftstätigkeitIm ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021
erwirtschaftete Hapag-Lloyd einen operativen Cashflow in
Höhe von 3.247,7 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 1.206,9
Mio. EUR). Die Erhöhung des Cashflows aus laufender
Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen bedingt
durch ein höheres Ergebnis im laufenden
Geschäftsjahr.
Cashflow aus InvestitionstätigkeitDie Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit
beliefen sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres
2021 auf insgesamt 451,3 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 138,2
Mio. EUR). Darin enthalten sind im Wesentlichen
Auszahlungen für Investitionen in Höhe von 474,4
Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 148,8 Mio. EUR) sowohl
für Schiffe und Schiffsausrüstung als auch
für Containerneubauten. Die im Investitionsbetrag
enthaltenen Auszahlungen für bereits im Vorjahr
zugegangene Container belaufen sich dabei auf 21,6 Mio.
EUR.
Cashflow aus FinanzierungstätigkeitAus den Finanzierungstätigkeiten ergab sich im
ersten Halbjahr des Geschäftsjahres im Saldo ein
Mittelabfluss in Höhe von 1.501,1 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum Mittelabfluss: 49,0 Mio. EUR). Der
Mittelabfluss ist im Wesentlichen bedingt durch die Zins-
und Tilgungsleistungen von Finanzverbindlichkeiten für
Schiffs- und Containerfinanzierungen in Höhe von 622,8
Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 662,0 Mio. EUR). Weiterhin
wurde die in 2024 fällig werdende Unternehmensanleihe
in Höhe von 295,8 Mio. EUR und das Darlehen aus dem
ABS-Programm in Höhe von 83,0 Mio. EUR
vollständig zurückgezahlt. Die Ausschüttung
der Dividende für das Geschäftsjahr 2020 an die
Anteilseigner der Hapag-Lloyd AG führte zu einem
zusätzlichen Mittelabfluss von 615,2 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: 193,3 Mio. EUR). Die Zins- und
Tilgungsleistungen aus Leasingverbindlichkeiten
gemäß IFRS 16 beliefen sich im ersten Halbjahr
des Geschäftsjahres auf 316,8 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum 295,9 Mio. EUR).
Den Mittelabflüssen standen Mittelzuflüsse aus
der Begebung einer neuen Unternehmensanleihe von 293,8 Mio.
EUR gegenüber. Aus der Finanzierung von Containern und
Schiffsausrüstung flossen Mittel in Höhe von
175,5 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 635,5 Mio. EUR) zu.
Entwicklung des Finanzmittelbestandsscrollen
Insgesamt ergab sich im ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres 2021 ein Zahlungsmittelzufluss von
1.295,3 Mio. EUR, sodass unter Berücksichtigung von
wechselkursbedingten Effekten in Höhe von 34,5 Mio.
EUR zum Ende des Berichtszeitraums am 30. Juni 2021 ein
Finanzmittelbestand von 2.011,1 Mio. EUR (30. Juni 2020:
1.509,2 Mio. EUR) ausgewiesen wurde. Der in der
Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelbestand
entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente". Zusätzlich bestehen
frei verfügbare Kreditlinien in Höhe von 491,9
Mio. EUR (30. Juni 2020: 165,1 Mio. EUR), sodass sich eine
Liquiditätsreserve (bestehend aus liquiden Mitteln und
nicht genutzten Kreditlinien) von insgesamt 2.503,0 Mio.
EUR ergab (30. Juni 2020: 1.674,3 Mio. EUR).
Finanzielle Soliditätscrollen
1 Verhältnis Nettoverschuldung zu
Eigenkapital
Zum 30. Juni 2021 betrug die Nettoverschuldung des
Konzerns 3.283,5 Mio. EUR. Im Vergleich zur
Nettoverschuldung zum 31. Dezember 2020 von 4.454,9 Mio.
EUR ist die Verschuldung somit um 1.171,4 Mio. EUR (-26,3%)
zurückgegangen. Die Verbesserung der Nettoverschuldung
ergab sich im Wesentlichen aus einem positiven operativen
Cashflow.
Die Eigenkapitalquote ist mit 49,3% im Vergleich zum 31.
Dezember 2020 mit 44,3% um 5,1%-Punkte gestiegen. Aufgrund
des gestiegenen Ergebnisses im Berichtszeitraum
erhöhte sich das Eigenkapital im Vergleich zum 31.
Dezember 2020 um 2.364,4 Mio. EUR und betrug zum 30. Juni
2021 9.087,1 Mio. EUR. Eine detaillierte Übersicht der
Veränderung des Eigenkapitals enthält der
Konzernzwischenabschluss.
Vermögenslage des KonzernsEntwicklung der Vermögensstrukturscrollen
Zum 30. Juni 2021 betrug die Bilanzsumme des Konzerns
18.415,9 Mio. EUR und lag um 3.231,6 Mio. EUR über dem
Wert zum Jahresende 2020. Die Veränderung ergab sich
unter anderem aus dem Anstieg des Bestands an
Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten,
preisbedingten höheren Forderungen und
Verbindlichkeiten sowie aus stichtagsbedingten
Wechselkurseffekten infolge des stärkeren US-Dollars
im Vergleich zum Euro. Der USD / EUR-Kurs notierte zum 30.
Juni 2021 bei 1,19 (31. Dezember 2020: 1,23).
Innerhalb der langfristigen Vermögenswerte
erhöhten sich die Buchwerte des Anlagevermögens
um insgesamt 1.074,4 Mio. EUR auf 13.630,1 Mio. EUR (31.
Dezember 2020: 12.555,6 Mio. EUR). Der Anstieg resultierte
im Wesentlichen aus neu eingegangenen und verlängerten
Nutzungsrechten für Leasingvermögenswerte in
Höhe von 755,9 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 511,9 Mio.
EUR), Investitionen in Schiffe, Schiffsausrüstung und
Container in Höhe von 581,3 Mio. EUR sowie
stichtagsbedingten Wechselkurseffekten in Höhe von
400,9 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 20,0 Mio. EUR).
Gegenläufig wirkten sich planmäßige
Abschreibungen in Höhe von 635,4 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: 657,3 Mio. EUR) auf das
Anlagevermögen aus. Hierin waren Abschreibungen auf
aktivierte Nutzungsrechte an Leasingvermögenswerten in
Höhe von 295,2 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 261,9 Mio.
EUR) enthalten.
Der Bestand an Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten stieg im Wesentlichen
aufgrund des positiven operativen Cashflows um 1.329,8 Mio.
EUR auf 2.011,1 Mio. EUR gegenüber dem Jahresende 2020
(681,3 Mio. EUR).
Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital
(inklusive der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter)
um 2.364,4 Mio. EUR auf 9.087,1 Mio. EUR. Die Erhöhung
ist insbesondere auf das im erwirtschafteten
Konzerneigenkapital ausgewiesene positive Konzernergebnis
in Höhe von 2.724,5 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 285,5
Mio. EUR) sowie die im sonstigen Ergebnis erfassten
unrealisierten Gewinne aus der Währungsumrechnung in
Höhe von 235,6 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 2,4 Mio.
EUR) zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote betrug
zum 30. Juni des laufenden Jahres 49,3% (31. Dezember 2020:
44,3%).
Das Fremdkapital des Konzerns ist seit dem
Konzernabschluss 2020 um 867,2 Mio. EUR auf 9.328,8 Mio.
EUR gestiegen. Dem Anstieg der Finanzschulden und
Leasingverbindlichkeiten aufgrund von stichtagsbedingten
Wechselkurseffekten in Höhe von 154,2 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: -6,3 Mio. EUR), der Begebung einer
Sustainability-Linked Euro-Anleihe mit einem Volumen von
insgesamt 300,0 Mio. EUR und neuen Leasingverbindlichkeiten
im Zusammenhang mit neu eingegangenen Nutzungsrechten
für Leasingvermögenswerte in Höhe von 749,8
Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 459,3 Mio. EUR) standen
Tilgungsleistungen für Finanzschulden und
Leasingverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 1.202,3
Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 802,3 Mio. EUR)
gegenüber. In den Tilgungsleistungen waren 295,8 Mio.
EUR für die vorzeitige Rückführung der
bestehenden 5,125% Euro-Anleihe von Hapag-Lloyd
(ursprüngliche Fälligkeit in 2024) enthalten.
Ein weiterer Anstieg um 658,4 Mio. EUR resultierte aus
höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und Vertragsverbindlichkeiten (30. Juni 2021:
2.952,3 Mio. EUR; 31. Dezember 2020: 2.293,8 Mio. EUR).
Zum 30. Juni 2021 betrug die Nettoverschuldung unter
Einbeziehung der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente sowie der Finanzschulden und
Leasingverbindlichkeiten 3.283,5 Mio. EUR (31. Dezember
2020: 4.454,9 Mio. EUR).
Für weitere Angaben zu wesentlichen
Veränderungen einzelner Bilanzposten verweisen wir auf
die Erläuterungen zur Konzernbilanz im verkürzten
Konzernanhang.
Gesamtaussage des Vorstands zur erwarteten EntwicklungDie Weltwirtschaft entwickelte sich im ersten Halbjahr
des Jahres 2021 trotz der anhaltenden COVID-19-Pandemie
vergleichsweise positiv. Umfassende fiskalpolitische und
monetäre Maßnahmen zahlreicher Staaten und
Notenbanken sowie die Anpassung vieler Unternehmen an die
veränderten Rahmenbedingungen unterstützten diese
Entwicklung.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 wirkten
sich vor allem die gestiegene durchschnittliche Frachtrate
und der geringere durchschnittliche Bunkerverbrauchspreis
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positiv auf das Ergebnis
von Hapag-Lloyd aus. Anhaltende operative Herausforderungen
im Zusammenhang mit Überlastungen der Hafen- und
Hinterlandinfrastrukturen sowie lokalen
COVID-19-Restriktionen führten zu
Kapazitätsengpässen und wirkten sich hingegen
belastend auf das Halbjahresergebnis aus. Insgesamt lag das
Ergebnis des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres
2021 leicht oberhalb der Erwartungen des Vorstands.
Die für die Containerschifffahrt bedeutenden
gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürften sich
nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF)
im laufenden Jahr weiter aufhellen. Die vorangetriebenen
Impfkampagnen in den großen Industrieländern
sowie zusätzliche Konjunkturprogramme, allen voran in
den USA, sollten zu einem spürbaren
Wirtschaftsaufschwung in 2021 führen. Diese
Entwicklung lässt auch positive Auswirkungen auf die
Transport- und Logistikindustrie erwarten. Darauf basierend
erwartet der Vorstand einen Anstieg des Transportvolumens
und ein anhaltend hohes Frachtratenniveau im
Geschäftsjahr 2021, was gleichzeitig die Grundlage des
im folgenden Abschnitt beschriebenen Prognoseberichts
darstellt. Zugleich wird die Entwicklung des Bunkerpreises
einen maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis von
Hapag-Lloyd für das Geschäftsjahr 2021 haben.
Trotz der positiven Aussichten ist der weitere Verlauf des
Geschäftsjahres aufgrund bestehender
infrastruktureller Engpässe sowie dem unvorhersehbaren
weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie und ihrer
ökonomischen Auswirkungen mit Unsicherheiten behaftet.
Auf bestehende Risiken wird im Risiko- und Chancenbericht
hingewiesen.
PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHTPrognoseberichtGesamtwirtschaftlicher AusblickDie für die Containerschifffahrt bedeutenden
gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürften sich
nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF)
im laufenden Jahr weiter aufhellen. Steigende Impfquoten in
den großen Industrieländern sowie
zusätzliche Konjunkturprogramme, allen voran in den
USA, sollten zu einem spürbaren Wirtschaftsaufschwung
in 2021 führen. Laut der Juli-Prognose des IWF
dürfte die Weltwirtschaft 2021 um 6,0% wachsen, nach
einem Rückgang von 3,2% im Vorjahr. Die gegenüber
der Januar-Prognose höheren Wachstumserwartungen
für die Weltwirtschaft (zuvor: 5,5%) sind auf ein
stärkeres Wachstum in den Industrienationen und hier
insbesondere in den USA zurückzuführen. Auch der
internationale Handel für Güter und
Dienstleistungen dürfte 2021 mit 9,7% noch deutlicher
zulegen als noch im Januar vom IWF erwartet
(Januar-Prognose: 8,1%).
Entwicklung Weltwirtschaftswachstum (BIP) und -handelsvolumenscrollen
Quelle: IWF World Economic Outlook, Juli 2021
Branchenspezifischer AusblickIm Zuge der wirtschaftlichen Erholung dürften auch
die globalen Containertransportmengen in 2021 wieder
ansteigen. Der Branchendienst Seabury erwartet für
2021 ein Wachstum von 6,3%.
Im Vorjahr war das Containertransportvolumen mit -1,0%
noch leicht rückläufig.
Entwicklung der Containertransportmengescrollen
Quelle: Seabury (Juni 2021)
Die deutlich ansteigenden Containertransporte aus
Fernost, insbesondere nach Nordamerika, gepaart mit einer
geringeren Produktivität in den Häfen aufgrund
von COVID-19-Infektionen der Belegschaft und den damit
verbundenen höheren Arbeitsschutzvorschriften, haben
zu einer spürbaren Störung der weltweiten
Transportketten im ersten Halbjahr 2021 geführt. Die
ohnehin angespannte Situation wurde durch die fast
einwöchige Blockade des Suez-Kanals durch ein
Containerschiff Ende März sowie durch die
temporäre Schließung des wichtigen Seehafens
Yantian in Südchina im Mai aufgrund eines
COVID-19-Ausbruchs weiter verschärft. In der Folge
haben sich die Umlaufzeiten für Schiffe und Container
deutlich verlängert, wodurch es zu einer Reduzierung
der tatsächlich verfügbaren
Transportkapazität gekommen ist.
Angesichts einer ungebrochenen Nachfrage geht der
Branchendienst Drewry für das dritte Quartal 2021 von
einer weiteren Verschärfung der Situation aus. Mit
einer Entspannung wird nunmehr nicht vor dem ersten Quartal
2022 gerechnet (Drewry Container Forecaster Q2 2021, Juni
2021).
Die hohe Transportnachfrage gepaart mit einem Mangel an
verfügbaren Charterschiffen haben zum Jahresende 2020
und im ersten Halbjahr 2021 zu einem spürbaren Anstieg
der Schiffbestellungen geführt. Die Tonnage der in
Auftrag gegebenen Containerschiffe stieg nach Angaben von
MDS Transmodal zum Ende des ersten Halbjahres 2021 auf rd.
4,0 Mio. TEU, nach 2,2 Mio. TEU im Vorjahr. Damit lag das
Verhältnis von Auftragsbestand zur aktuellen
Weltcontainerflottenkapazität zum Ende des ersten
Halbjahres 2021 mit 16,7% auf dem höchsten Stand seit
2016 und über dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre
(rd. 11,9%). Allerdings weisen andere Branchendienste wie
Clarksons oder Drewry (diese zählen bereits
Bestellungen mit, zu denen noch nicht alle Details bekannt
sind) per Ende Juni bereits einen höheren
Auftragsbestand von rd. 20% aus. Das Verhältnis von
Auftragsbestand zur aktuellen
Weltcontainerflottenkapazität liegt jedoch weiterhin
deutlich unter dem im Jahr 2007 erreichten Höchststand
von rd. 61%.
Für das laufende Jahr 2021 erwartet Drewry einen
Zuwachs der global verfügbaren Containerschiffsflotte
um 1,0 Mio. TEU bzw. um 4,2% und damit leicht unter dem
Nachfragewachstum. Der Großteil der zuletzt
platzierten Schiffsbestellungen dürfte nicht vor 2023
in den Dienst gestellt werden.
Erwartete Entwicklung der Kapazitäten der globalen Containerschiffsflottescrollen
Quelle: Drewry Container Forecaster Q2 2021, Juni 2021.
Erwartete nominale Kapazität auf Basis der geplanten
Auslieferungen. Auf Basis der bestehenden Bestellungen
sowie der aktuellen Erwartungen für Verschrottung und
verschobenen Auslieferungen. Angaben gerundet.
Rundungsdifferenzen können sich durch Änderungen
in den Datenbanken ergeben.
Erwartete Geschäftsentwicklung von Hapag-LloydHapag-Lloyd verzeichnete aufgrund einer guten
Nachfragesituation gepaart mit
Kapazitätsengpässen, die zu einem deutlich
gestiegenen Frachtratenniveau geführt haben, ein
außerordentlich positives erstes Halbjahr 2021.
Auch zu Beginn des zweiten Halbjahres ist die weltweite
Nachfrage nach Containertransporten nach wie vor auf einem
hohen Niveau. Gleichzeitig sorgen operative Störungen
in der gesamten Lieferkette weiterhin für erhebliche
Verzögerungen und tragen damit zur Verknappung der
verfügbaren Transportkapazitäten bei. Deswegen
rechnet Hapag-Lloyd auch für die zweite Hälfte
des Geschäftsjahres mit einer weiterhin sehr starken
Ertragsdynamik. Bisher wurde eine graduelle Normalisierung
der Ertragslage im zweiten Halbjahr erwartet. Aus diesem
Grund hat der Vorstand der Hapag-Lloyd AG am 30. Juli 2021
seinen Ergebnisausblick für das Geschäftsjahr
2021 angehoben. Das EBITDA wird nunmehr in einer Bandbreite
von 9,2 bis 11,2 Mrd. USD beziehungsweise 7,6 bis 9,3 Mrd.
EUR (bisher: deutlich über Vorjahr) und das EBIT in
einer Bandbreite von 7,5 bis 9,5 Mrd. USD beziehungsweise
6,2 bis 7,9 Mrd. EUR (bisher: deutlich über Vorjahr)
erwartet. Die Ergebniserwartung für das
Geschäftsjahr 2021 basiert insbesondere auf den
Annahmen, dass die Transportmenge leicht und die
durchschnittliche Frachtrate deutlich gegenüber dem
Vorjahr gesteigert werden können. Gleichzeitig wird
von einem deutlichen Anstieg des durchschnittlichen
Bunkerverbrauchspreises ausgegangen, welcher sich
dämpfend auf die Ergebnisentwicklung auswirken sollte.
Unsere Ergebnisperspektive basiert auf der Annahme eines
durchschnittlichen Wechselkurses in Höhe von 1,21 USD
/ EUR.
Angesichts einer derzeit überdurchschnittlich hohen
Volatilität der Frachtraten, operativen
Herausforderungen unter anderem aufgrund bestehender
infrastruktureller Engpässe sowie dem unvorhersehbaren
weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie und ihrer
ökonomischen Auswirkungen, ist die Prognose mit
erheblichen Unsicherheiten behaftet.
Unberücksichtigt in der Ergebnisprognose sind
derzeit nicht erwartete, aber nicht auszuschließende
Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte,
sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
im Verlauf des Geschäftsjahres 2021.
scrollen
Die Geschäftsentwicklung von Hapag-Lloyd unterliegt
in dem von volatilen Frachtraten und einem starken
Wettbewerb geprägten Branchenumfeld Risiken und
Chancen, die eine Abweichung der Geschäftsentwicklung
von der Prognose bewirken könnten. Die generellen
Risiken sind ausführlich im Risiko- und Chancenbericht
des zusammengefassten Lageberichts im Geschäftsbericht
2020 dargestellt. Die Risiken und Chancen, die eine
Abweichung der Geschäftsentwicklung von der Prognose
bewirken könnten, sind ebenfalls ausführlich im
Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten
Lageberichts dargestellt. Abweichungen sind nachfolgend im
Risiko- und Chancenbericht dieses Finanzberichts
dargestellt. Der Eintritt eines oder mehrerer dieser
Risiken könnte einen deutlich negativen Einfluss auf
die Branche und somit ebenfalls auf die
Geschäftsentwicklung von Hapag-Lloyd ausüben,
wodurch sich auch Wertminderungen auf Geschäfts- oder
Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen ergeben können.
Risiko- und ChancenberichtHinsichtlich der bedeutenden Chancen und Risiken sowie
deren Einschätzung verweisen wir auf den
Geschäftsbericht 2020. Die Einschätzung der
aufgeführten Risiken und Chancen für das
Geschäftsjahr 2021 hat sich wie folgt geändert.
Hinsichtlich der branchen- und unternehmensspezifischen
Risiken und Chancen bestehen Engpässe in regionalen
Logistikketten unverändert fort, auch durch die im
bisherigen Jahresverlauf andauernd hohe Transportnachfrage.
Vor diesem Hintergrund und unter Einbeziehung des positiven
Marktausblicks für die Nachfrage nach
Containertransporten für das verbleibende
Geschäftsjahr werden die negativen Auswirkungen auf
die Finanz- und Ertragslage durch eine Schwankung sowohl
der Transportmenge als auch der durchschnittlichen
Frachtrate nun als wesentlich eingestuft. Zudem wird die
Eintrittswahrscheinlichkeit für negative Auswirkungen
durch eine Schwankung der Transportmengen nunmehr als
niedrig eingeschätzt.
Unter Berücksichtigung der Verbrauchsmengen im
verbleibenden Geschäftsjahr und der getroffenen
Bewältigungsmaßnahmen werden die Auswirkungen
der Schwankung des Bunkerverbrauchspreises auf die Finanz-
und Ertragslage für dieses Risiko als tragbar
eingestuft.
Weiterhin bestehen die im ersten Quartal 2021
angepassten Einschätzungen, konkret die Einstufung der
Eintrittswahrscheinlichkeit bezüglich der Schwankung
der Charterraten als niedrig sowie der negativen
Auswirkungen der eingeschränkten Verfügbarkeit
von Informations- und Kommunikationstechnologie auf die
Finanz- und Ertragslage als wesentlich, unverändert
fort.
Die wesentlichen Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns in den verbleibenden Monaten des
Geschäftsjahres werden in Bezug auf die geplante und
im Prognosebericht dargestellte Geschäftsentwicklung
aktuell wie folgt eingeschätzt:
scrollen
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung über das erste
Halbjahr des Jahres 2021 bestanden keine Risiken, die den
Fortbestand des Hapag-Lloyd Konzerns gefährden.
HINWEIS ZU WESENTLICHEN GESCHÄFTEN MIT NAHESTEHENDEN PERSONENDie Erläuterungen zu Beziehungen und
Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen
sind in den Sonstigen Erläuterungen im verkürzten
Konzernanhang des Halbjahresfinanzberichts enthalten.
KONZERNZWISCHENABSCHLUSSKONZERN-GEWINN-
UND VERLUSTRECHNUNG
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| Mio. EUR | Q2 2021 | Q2 2020 | H1 2021 | H1 2020 |
| Umsatzerlöse | 4.686,0 | 3.017,0 | 8.753,4 | 6.360,3 |
| Transportaufwendungen | 2.488,5 | 2.085,3 | 4.758,9 | 4.730,2 |
| Personalaufwendungen | 193,0 | 167,4 | 357,3 | 340,3 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 317,2 | 347,8 | 624,2 | 657,3 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | -81,8 | -71,3 | -131,7 | -136,5 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 1.605,5 | 345,1 | 2.881,3 | 495,9 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 10,6 | 6,5 | 11,8 | 15,7 |
| Ergebnis aus Beteiligungen und Wertpapieren | 0,1 | -0,1 | 0,1 | -0,3 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 1.616,1 | 351,5 | 2.893,2 | 511,3 |
| Zinserträge und ähnliche Erträge | 2,1 | 1,7 | 5,9 | 3,0 |
| Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen | 80,9 | 81,4 | 149,0 | 207,0 |
| Übrige Finanzposten | -3,6 | -1,7 | -1,9 | 2,7 |
| Ergebnis vor Steuern | 1.533,7 | 270,1 | 2.748,2 | 310,0 |
| Ertragsteuern | 12,7 | 9,4 | 23,7 | 24,6 |
| Konzernergebnis | 1.521,0 | 260,6 | 2.724,5 | 285,5 |
| davon Ergebnisanteil der Aktionäre der Hapag-Lloyd AG | 1.518,6 | 256,9 | 2.719,4 | 278,7 |
| davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallendes Ergebnis | 2,4 | 3,8 | 5,0 | 6,8 |
| Unverwässertes / Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) | 8,64 | 1,46 | 15,47 | 1,59 |
| Mio. EUR | Q2 2021 | Q2 2020 | H1 2021 | H1 2020 |
| Konzernergebnis | 1.521,0 | 260,6 | 2.724,5 | 285,5 |
| Posten, die nicht erfolgswirksam umgegliedert werden: | ||||
| Neubewertungen aus leistungsorientierten Plänen, nach Steuern | - | -46,5 | 29,2 | 2,3 |
| Neubewertungen aus leistungsorientierten Plänen, vor Steuern | - | -46,4 | 29,0 | 2,6 |
| Steuereffekt | - | -0,1 | 0,2 | -0,3 |
| Währungsumrechnung (kein Steuereffekt) | -102,7 | -149,9 | 235,6 | 2,4 |
| Posten, die erfolgswirksam umgegliedert werden können: | ||||
| Cashflow Hedges (kein Steuereffekt) | 0,3 | 3,3 | 19,1 | -12,0 |
| Wirksamer Teil der Änderung des beizulegenden Zeitwerts | 2,0 | 15,7 | 5,4 | -17,9 |
| Umgliederung in den Gewinn oder Verlust | -1,9 | -13,1 | 14,0 | 5,7 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,2 | 0,6 | -0,4 | 0,2 |
| Kosten der Absicherung (kein Steuereffekt) 1 | -0,8 | 1,1 | -1,0 | -22,7 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts | -1,6 | -3,7 | -2,5 | -31,7 |
| Umgliederung in den Gewinn oder Verlust | 0,8 | 4,4 | 1,6 | 8,9 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - | 0,4 | - | 0,1 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -103,2 | -191,9 | 283,0 | -30,0 |
| Gesamtergebnis | 1.417,8 | 68,7 | 3.007,4 | 255,4 |
| davon Gesamtergebnisanteil der Aktionäre der Hapag-Lloyd AG | 1.415,5 | 65,3 | 3.002,0 | 248,7 |
| davon auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallendes Gesamtergebnis | 2,3 | 3,4 | 5,4 | 6,7 |
| Mio. EUR | 30.6.2021 | 31.12.2020 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 1.514,1 | 1.466,8 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 1.469,5 | 1.459,1 |
| Sachanlagen | 10.305,5 | 9.300,6 |
| Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen | 340,9 | 329,2 |
| Sonstige Forderungen | 29,7 | 22,4 |
| Derivative Finanzinstrumente | 8,0 | 21,6 |
| Ertragsteuerforderungen | 4,9 | 4,7 |
| Aktive latente Ertragsteuern | 28,9 | 28,7 |
| Langfristige Vermögenswerte | 13.701,7 | 12.633,0 |
| Vorräte | 279,3 | 172,3 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.024,0 | 1.362,6 |
| Sonstige Forderungen | 348,5 | 296,0 |
| Derivative Finanzinstrumente | 0,2 | 14,4 |
| Ertragsteuerforderungen | 18,2 | 24,6 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2.011,1 | 681,3 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | 32,8 | - |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 4.714,2 | 2.551,2 |
| Summe Aktiva | 18.415,9 | 15.184,3 |
| Mio. EUR | 30.6.2021 | 31.12.2020 |
| Gezeichnetes Kapital | 175,8 | 175,8 |
| Kapitalrücklagen | 2.637,4 | 2.637,4 |
| Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital | 6.262,1 | 4.159,9 |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | 1,4 | -265,8 |
| Eigenkapital der Aktionäre der Hapag-Lloyd AG | 9.076,6 | 6.707,2 |
| Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 10,5 | 15,5 |
| Eigenkapital | 9.087,1 | 6.722,7 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 351,6 | 374,7 |
| Sonstige Rückstellungen | 59,8 | 73,1 |
| Finanzschulden | 2.865,3 | 3.229,9 |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.279,2 | 940,5 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4,9 | 5,0 |
| Derivative Finanzinstrumente | 26,7 | 35,5 |
| Passive latente Ertragsteuern | 11,1 | 10,1 |
| Langfristige Schulden | 4.598,6 | 4.668,7 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 9,1 | 10,5 |
| Sonstige Rückstellungen | 452,6 | 369,2 |
| Ertragsteuerschulden | 25,9 | 39,1 |
| Finanzschulden | 522,6 | 505,9 |
| Leasingverbindlichkeiten | 627,6 | 459,8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.059,2 | 1.748,1 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 893,1 | 545,7 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 139,6 | 114,6 |
| Derivative Finanzinstrumente | 0,6 | - |
| Kurzfristige Schulden | 4.730,2 | 3.792,9 |
| Summe Passiva | 18.415,9 | 15.184,3 |
| Mio. EUR | Q2 2021 | Q2 2020 | H1 2021 | H1 2020 |
| Konzernergebnis | 1.521,0 | 260,6 | 2.724,5 | 285,5 |
| Steueraufwendungen (+) / -erträge (-) | 12,7 | 9,4 | 23,7 | 24,6 |
| Übrige Finanzposten | 3,6 | 1,7 | 1,9 | -2,7 |
| Zinsergebnis | 78,8 | 79,8 | 143,1 | 204,0 |
| Abschreibungen (+) /Zuschreibungen (-) | 317,2 | 347,8 | 624,2 | 657,3 |
| Wertberichtigungen (+) / Zuschreibungen (-) für finanzielle Vermögenswerte | - | 0,1 | - | 0,1 |
| Gewinn (-) / Verlust (+) aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten | -1,4 | -4,9 | -2,5 | -7,4 |
| Erträge (-) /
Aufwendungen (+) aus nach der Equity-Methode
einbezogenen Unternehmen
und aus Dividenden von Beteiligungsunternehmen |
-10,7 | -6,5 | -11,9 | -15,7 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (-) | 3,2 | 4,8 | -21,4 | 13,2 |
| Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte | -44,5 | 28,3 | -100,1 | 72,4 |
| Zunahme (-) / Abnahme (+) der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | -301,1 | 255,7 | -637,5 | 82,5 |
| Zunahme (+) /Abnahme (-) der Rückstellungen | -15,3 | -67,1 | 41,9 | -80,1 |
| Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) | 320,7 | -84,0 | 469,6 | -22,5 |
| Ertragsteuereinzahlungen (+) / -zahlungen (-) | -3,8 | -0,4 | -9,0 | -6,0 |
| Zinseinzahlungen | 0,8 | 1,0 | 1,3 | 1,7 |
| Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 1.881,3 | 826,3 | 3.247,7 | 1.206,9 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 3,1 | 9,1 | 5,8 | 18,3 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Beteiligungen | 1,3 | - | 1,3 | - |
| Einzahlungen aus Dividenden | 0,2 | 0,2 | 0,2 | 0,2 |
| Einzahlungen aus Abgängen von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | 6,4 | - | 6,4 | - |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | -395,5 | -32,9 | -474,5 | -148,8 |
| Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte | - | - | -0,8 | - |
| Einzahlungen aus der Rückführung gewährter Darlehen | 10,4 | - | 10,4 | - |
| Auszahlungen für gewährte Darlehen | - | -7,9 | - | -7,9 |
| Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus der Investitionstätigkeit | -374,1 | -31,4 | -451,3 | -138,2 |
| Auszahlungen für Dividenden | -621,9 | -198,5 | -627,9 | -199,5 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden | 351,0 | 645,4 | 470,1 | 1.146,8 |
| Auszahlungen aus der Rückführung von Finanzschulden | -592,5 | -406,2 | -920,1 | -541,9 |
| Auszahlung aus der Rückführung von Leasingverbindlichkeiten | -153,9 | -133,8 | -282,2 | -260,4 |
| Auszahlungen für Mietereinbauten | -0,3 | -9,8 | -0,3 | -24,1 |
| Auszahlungen für Zinsen und Gebühren | -68,2 | -81,1 | -125,3 | -163,3 |
| Einzahlungen (+) und Auszahlungen (-) aus Sicherungsgeschäften für Finanzschulden | -3,4 | -5,1 | -15,2 | -6,6 |
| Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus der Finanzierungstätigkeit | -1.089,4 | -189,1 | -1.501,1 | -49,0 |
| Zahlungswirksame Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 417,8 | 605,8 | 1.295,3 | 1.019,7 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode | 1.614,6 | 939,5 | 681,3 | 511,6 |
| Wechselkursbedingte Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -21,3 | -36,1 | 34,5 | -22,0 |
| Zahlungswirksame Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 417,8 | 605,8 | 1.295,3 | 1.019,7 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode | 2.011,1 | 1.509,2 | 2.011,1 | 1.509,2 |
| Eigenkapitel der Aktionäre der Hapag-Lloyd AG | ||||||
| Mio. EUR | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklagen | Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital | Neubewertungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen | Rücklage für Cashflow Hedges | Rücklage für Kosten der Absicherung |
| Stand 1.1.2020 | 175,8 | 2.637,4 | 3.430,8 | -173,3 | -14,0 | -10,2 |
| Gesamtergebnis | - | - | 278,7 | 2,3 | -12,0 | -22,7 |
| davon | ||||||
| Konzernergebnis | - | - | 278,7 | - | - | - |
| Sonstiges Ergebnis | - | - | - | 2,3 | -12,0 | -22,7 |
| Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert werden | - | - | - | - | - | 16,4 |
| Transaktionen mit Gesellschaftern | - | - | -195,4 | - | - | - |
| davon | ||||||
| Ausschüttung an Gesellschafter | - | - | -193,3 | - | - | - |
| Ausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter | - | - | -2,1 | - | - | - |
| Stand 30.6.2020 | 175,8 | 2.637,4 | 3.514,1 | -171,0 | -26,0 | -16,5 |
| Stand 1.1.2021 | 175,8 | 2.637,4 | 4.159,9 | -208,6 | -12,4 | -1,9 |
| Gesamtergebnis | - | - | 2.719,4 | 29,2 | 19,1 | -1,0 |
| davon | ||||||
| Konzernergebnis | - | - | 2.719,4 | - | - | - |
| Sonstiges Ergebnis | - | - | - | 29,2 | 19,1 | -1,0 |
| Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert werden | - | - | - | - | -17,5 | 2,1 |
| Transaktionen mit Gesellschaftern | - | - | -617,5 | - | - | - |
| davon | ||||||
| Ausschüttung an Gesellschafter | - | - | -615,2 | - | - | - |
| Ausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter | - | - | -2,3 | - | - | - |
| Zugang von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter | - | - | - | - | - | |
| Entkonsolidierung | - | - | 0,3 | - | - | - |
| Stand 30.6.2021 | 175,8 | 2.637,4 | 6.262,1 | -179,4 | -10,8 | -0,8 |
| Eigenkapitel der Aktionäre der Hapag-Lloyd AG | ||||||
| Mio. EUR | Währungsrücklage | Rücklage für PutOptionen auf nicht beherrschende Anteile | Kumuliertes übriges Eigenkapital | Summe | Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | Summe Eigenkapital |
| Stand 1.1.2020 | 560,5 | -0,5 | 362,6 | 6.606,6 | 14,0 | 6.620,6 |
| Gesamtergebnis | 2,4 | - | -30,0 | 248,7 | 6,7 | 255,4 |
| davon | ||||||
| Konzernergebnis | - | - | - | 278,7 | 6,8 | 285,5 |
| Sonstiges Ergebnis | 2,4 | - | -30,0 | -30,0 | - | -30,0 |
| Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert werden | - | - | 16,4 | 16,4 | - | 16,4 |
| Transaktionen mit Gesellschaftern | - | - | - | -195,4 | -4,0 | -199,5 |
| davon | ||||||
| Ausschüttung an Gesellschafter | - | - | - | -193,3 | - | -193,3 |
| Ausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter | - | - | - | -2,1 | -4,0 | -6,1 |
| Stand 30.6.2020 | 562,9 | -0,5 | 349,0 | 6.676,2 | 16,8 | 6.693,0 |
| Stand 1.1.2021 | -42,4 | -0,4 | -265,8 | 6.707,2 | 15,5 | 6.722,7 |
| Gesamtergebnis | 235,6 | - | 282,9 | 3.002,3 | 5,4 | 3.007,7 |
| davon | ||||||
| Konzernergebnis | - | - | - | 2.719,4 | 5,0 | 2.724,5 |
| Sonstiges Ergebnis | 235,6 | - | 282,9 | 282,9 | 0,3 | 283,2 |
| Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert werden | - | - | -15,4 | -15,4 | - | -15,4 |
| Transaktionen mit Gesellschaftern | - | - | - | -617,5 | -10,4 | -627,9 |
| davon | ||||||
| Ausschüttung an Gesellschafter | - | - | - | -615,2 | - | -615,2 |
| Ausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter | - | - | - | -2,3 | -10,4 | -12,8 |
| Zugang von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter | - | - | - | - | 0,1 | 0,1 |
| Entkonsolidierung | -0,3 | - | -0,3 | - | - | - |
| Stand 30.6.2021 | 192,8 | -0,4 | 1,4 | 9.076,6 | 10,5 | 9.087,1 |
Hapag-Lloyd ist ein international aufgestellter Konzern,
der im Wesentlichen die Containerlinienschifffahrt auf See,
die Vornahme logistischer Geschäfte sowie alle damit
im Zusammenhang stehenden Geschäfte und
Dienstleistungen betreibt.
Die Hapag-Lloyd Aktiengesellschaft (Hapag-Lloyd AG) mit
Sitz in Hamburg, Ballindamm 25, Deutschland, ist die
Muttergesellschaft des Hapag-Lloyd Konzerns und eine
börsennotierte Gesellschaft deutschen Rechts. Die
Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichts
Hamburg unter der Nummer HRB 97937 eingetragen. Die Aktien
der Gesellschaft werden an den Wertpapierbörsen in
Frankfurt und Hamburg gehandelt.
Der Konzernzwischenabschluss umfasst den Zeitraum vom 1.
Januar bis 30. Juni 2021 und wird in Euro (EUR) berichtet
und veröffentlicht. Alle Beträge des
Geschäftsjahres werden, soweit nicht anders vermerkt,
in Millionen Euro (Mio. EUR) angegeben. In den Tabellen und
Grafiken des Konzernzwischenabschlusses können aus
rechentechnischen Gründen in Einzelfällen
Rundungsdifferenzen auftreten.
Der Vorstand hat den verkürzten
Konzernzwischenabschluss am 3. August 2021 zur
Veröffentlichung freigegeben.
Der Konzernabschluss der Hapag-Lloyd AG und ihrer
Tochtergesellschaften wurde nach den International
Financial Reporting Standards (IFRS) des International
Accounting Standards Board (IASB) unter
Berücksichtigung der Interpretationen des IFRS
Interpretation Committee (IFRIC) erstellt, wie sie in der
Europäischen Union (EU) anzuwenden sind. Der
vorliegende Zwischenabschluss zum 30. Juni 2021 wurde dabei
in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34
verfasst. Die Darstellung erfolgt in verkürzter Form.
Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss
sowie der Konzernzwischenlagebericht der Hapag-Lloyd AG
wurden weder einer prüferischen Durchsicht unterzogen
noch entsprechend § 317 HGB geprüft.
Bei der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses
wurden die seit dem 1. Januar 2021 in der EU
maßgeblichen Standards und Interpretationen
angewendet. Bezüglich der möglichen Auswirkungen
bereits verabschiedeter, aber erst zukünftig
verpflichtend anzuwendender Standards und Interpretationen
verweisen wir auf die Ausführungen aus dem
Konzernanhang zum 31. Dezember 2020. Die möglichen
Auswirkungen von im ersten Halbjahr 2021 verabschiedeten,
aber erst zukünftig verpflichtend anzuwendenden
Standards und Interpretationen werden derzeit geprüft.
Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2021 ist im
Zusammenhang mit dem geprüften und
veröffentlichten IFRS-Konzernabschluss zum 31.
Dezember 2020 zu lesen. Der Konzernzwischenabschluss wurde
unter Beachtung derselben Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden aufgestellt, die dem Konzernabschluss
zum 31. Dezember 2020 zugrunde lagen. Schätzungen und
Ermessensentscheidungen werden grundsätzlich wie im
Vorjahr ausgeübt. Die tatsächlichen Werte
können von den geschätzten Werten abweichen.
Aufgrund der derzeit unabsehbaren weltweiten Folgen der
COVID-19-Pandemie unterliegen Schätzungen und
Ermessensentscheidungen einer erhöhten Unsicherheit.
Die funktionale Währung der Hapag-Lloyd AG und
aller wesentlichen Tochtergesellschaften ist der US-Dollar.
Die Berichterstattung der Hapag-Lloyd AG erfolgt dagegen in
Euro. Für Zwecke der Berichterstattung werden die
Vermögenswerte und Schulden des Hapag-Lloyd Konzerns
mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) in
Euro umgerechnet. Für die Zahlungsströme in der
Konzernkapitalflussrechnung sowie die in der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen
Aufwendungen, Erträge sowie das Ergebnis erfolgt die
Umrechnung mit dem Durchschnittskurs des Berichtszeitraums.
Die hieraus entstehenden Differenzen werden im sonstigen
Ergebnis erfasst.
Zum 30. Juni 2021 notierte der USD / EUR-Stichtagskurs
mit 1,18915 USD / EUR (31. Dezember 2020: 1,22760 USD /
EUR). Für das erste Halbjahr 2021 ergibt sich ein USD
/ EUR-Durchschnittskurs von 1,20540 USD / EUR
(Vorjahreszeitraum: 1,10140 USD / EUR).
Aus den erstmals im Geschäftsjahr 2021
anzuwendenden Vorschriften ergeben sich keine wesentlichen
Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Hapag-Lloyd Konzerns. In Bezug auf die
Angaben, die sich aus den "Änderungen an IFRS 9, IAS
39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16: Referenzzinssatzreform -
Phase 2" ergeben, verweisen wir auf die Erläuterungen
zur "IBOR-Reform" im Abschnitt "Finanzinstrumente".
In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen
Tochterunternehmen und At-Equity-Beteiligungen einbezogen.
Zum 30. Juni 2021 umfasste der Konsolidierungskreis neben
der Hapag-Lloyd AG 125 vollkonsolidierte Unternehmen (31.
Dezember 2020: 126) sowie 5 nach der At-Equity-Methode
konsolidierte Unternehmen (31. Dezember 2020: 5). 3
neugegründete Gesellschaften und 3 erworbene
Gesellschaften wurden im ersten Halbjahr 2021 in den
Konsolidierungskreis aufgenommen. Von den Gesellschaften,
die im Rahmen der Einbringung der UASC-Gruppe in 2017 in
den Konzernabschluss einbezogen worden waren, wurden 3
liquidiert, 3 mit anderen Konzerngesellschaften
verschmolzen und eine verkauft. Aus dem Verkauf haben sich
keine wesentlichen Effekte auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Hapag-Lloyd Konzerns ergeben.
Der Hapag-Lloyd Konzern wird vom Vorstand als eine
Geschäftseinheit weltweit mit einem
Betätigungsfeld gesteuert. Die primären
Steuerungsgrößen sind Frachtrate und
Transportmenge nach geografischen Regionen sowie das EBITDA
und das EBIT aus Konzernsicht.
Die Ressourcenallokation (Einsatz von Schiffen und
Containern) sowie die Steuerung des Absatzmarktes und der
wesentlichen Kunden erfolgen basierend auf dem gesamten
Liniennetz und dem Einsatz der gesamten maritimen
Vermögenswerte. Die Umsatzerlöse werden
ausschließlich durch die Tätigkeit als
Containerlinienschifffahrtsunternehmen erwirtschaftet.
Sie enthalten Erlöse aus dem Transport und Handling
von Containern und damit verbundenen Leistungen und
Kommissionen, die global generiert werden. Da der
Hapag-Lloyd Konzern weltweit mit demselben Produkt
über das gesamte Liniennetz agiert, hat der Vorstand
entschieden, dass kein angemessener Maßstab besteht,
die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte,
Schulden sowie das EBITDA und das EBIT als zentrale
Steuerungsgrößen verschiedenen Fahrtgebieten
zuzuordnen. Sämtliche Vermögenswerte, Schulden,
Erträge und Aufwendungen des Konzerns sind daher nur
dem Segment Containerlinienschifffahrt zuzuordnen.
Angegeben werden die Transportmenge und Frachtrate pro
Fahrtgebiet sowie die diesem Fahrtgebiet zuzuordnenden
Umsatzerlöse.
| TTEU | Q2 2021 | Q2 2020 | H1 2021 | H1 2020 |
| Atlantik | 467 | 442 | 920 | 923 |
| Transpazifik | 462 | 418 | 899 | 890 |
| Fernost | 596 | 495 | 1.181 | 1.062 |
| Mittlerer Osten | 395 | 307 | 784 | 699 |
| Intra-Asien | 159 | 211 | 330 | 423 |
| Lateinamerika | 766 | 667 | 1.535 | 1.411 |
| EMA (Europa - Mittelmeer - Afrika) | 185 | 161 | 355 | 347 |
| Gesamt | 3.029 | 2.701 | 6.004 | 5.755 |
| USD/TEU | Q2 2021 | Q2 2020 | H1 2021 | H1 2020 |
| Atlantik | 1.669 | 1.405 | 1.523 | 1.405 |
| Transpazifik | 2.256 | 1.378 | 2.101 | 1.351 |
| Fernost | 2.117 | 982 | 2.043 | 971 |
| Mittlerer Osten | 1.352 | 856 | 1.233 | 818 |
| Intra-Asien | 1.131 | 563 | 1.073 | 587 |
| Lateinamerika | 1.473 | 1.164 | 1.416 | 1.163 |
| EMA (Europa - Mittelmeer - Afrika) | 1.444 | 1.046 | 1.358 | 1.038 |
| Gesamt (gewichteter Durchschnitt) | 1.714 | 1.114 | 1.612 | 1.104 |
| Mio. EUR | Q2 2021 | Q2 2020 | H1 2021 | H1 2020 |
| Atlantik | 645,8 | 563,8 | 1.162,2 | 1.177,1 |
| Transpazifik | 865,1 | 523,7 | 1.566,6 | 1.092,1 |
| Fernost | 1.046,9 | 441,3 | 2.002,0 | 936,8 |
| Mittlerer Osten | 442,4 | 239,1 | 802,1 | 518,9 |
| Intra-Asien | 149,1 | 107,9 | 293,7 | 225,4 |
| Lateinamerika | 936,2 | 705,3 | 1.804,1 | 1.489,5 |
| EMA (Europa - Mittelmeer - Afrika) | 221,9 | 152,8 | 399,9 | 326,6 |
| Den Fahrtgebieten nicht zuzuordnende Umsatzerlöse | 378,6 | 283,1 | 722,8 | 593,9 |
| Gesamt | 4.686,0 | 3.017,0 | 8.753,4 | 6.360,3 |
Im Posten der nicht den Fahrtgebieten zuzuordnenden
Umsatzerlöse sind in wesentlichem Umfang Erlöse
aus Stand- und Lagergeldern für Container (Demurrage
& Detention) sowie aus der Überlassung von
Containerstellplätzen enthalten. Zugleich werden
bereits entstandene Umsatzerlöse für nicht
beendete Reisen im Posten der nicht den Fahrtgebieten
zuzuordnenden Umsatzerlöse erfasst.
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen (EBITDA) ergibt sich wie in der nachfolgenden
Tabelle dargestellt aus dem operativen Konzernergebnis vor
Zinsen und Steuern (EBIT). Das Ergebnis vor Ertragsteuern
(EBT) sowie das Ergebnis aus den nach der At-Equity-Methode
einbezogenen Unternehmen des Segments entsprechen dem des
Konzerns.
| Mio. EUR | Q2 2021 | Q2 2020 | H1 2021 | H1 2020 |
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) | 1.933,4 | 699,3 | 3.517,3 | 1.168,7 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 317,2 | 347,8 | 624,2 | 657,3 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 1.616,1 | 351,5 | 2.893,2 | 511,3 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 1.533,7 | 270,1 | 2.748,2 | 310,0 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 10,6 | 6,5 | 11,8 | 15,7 |
Detaillierte Erläuterungen zur Gewinn- und
Verlustrechnung sind im Konzernzwischenlagebericht im
Kapitel "Ertragslage des Konzerns" dargestellt.
| Q2 2021 | Q2 2020 | H1 2021 | H1 2020 | |
| Ergebnisanteil der Aktionäre der Hapag-Lloyd AG in Mio. EUR | 1.518,6 | 256,9 | 2.719,4 | 278,7 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl in Millionen | 175,8 | 175,8 | 175,8 | 175,8 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | 8,64 | 1,46 | 15,47 | 1,59 |
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ist der
Quotient aus dem den Aktionären der Hapag-Lloyd AG
zustehenden Konzernergebnis und dem gewichteten
Durchschnitt der während des Geschäftsjahres im
Umlauf befindlichen Aktienanzahl.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 sowie
im entsprechenden Vorjahreszeitraum ergaben sich keine
Verwässerungseffekte.
Der Geschäfts- oder Firmenwert sowie die
immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich im
Vergleich zum 31. Dezember 2020 im Wesentlichen durch
Effekte aus der Währungsumrechnung in Höhe von
94,0 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 6,2 Mio. EUR).
Planmäßige Abschreibungen in Höhe von 39,1
Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 66,8 Mio. EUR) wirkten sich
hingegen mindernd auf die Buchwerte der sonstigen
immateriellen Vermögenswerte aus.
| Mio. EUR | 30.6.2021 | 31.12.2020 |
| Schiffe | 7.347,0 | 6.724,2 |
| Container | 2.534,6 | 2.288,3 |
| Übrige Anlagen | 217,3 | 215,1 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 206,6 | 72,9 |
| Gesamt | 10.305,5 | 9.300,6 |
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021
führten Investitionen in Schiffe,
Schiffsausrüstungen und Container, der Abschluss von
neuen und die Verlängerung von bestehenden
Charterverträgen zu längeren Laufzeiten sowie
neue Nutzungsrechte für langfristige
Containermietverträge in Summe zu einem Anstieg der
Sachanlagen von 1.315,3 Mio. EUR. Darin enthalten sind
geleistete Anzahlungen in Höhe von 152,5 Mio. EUR, im
Wesentlichen für im Geschäftsjahr 2021
beauftragte Schiffsneubauten. Darüber hinaus trugen
stichtagsbedingte Währungskurseffekte mit einem Betrag
von 306,8 Mio. EUR zur Erhöhung bei. Gegenläufig
wirkten sich planmäßige Abschreibungen auf
Sachanlagen und auf Nutzungsrechte mit einem Betrag von
596,3 Mio. EUR mindernd auf Buchwerte des
Sachanlagevermögens aus, wodurch sich insgesamt eine
Erhöhung der Sachanlagen von insgesamt 1.004,9 Mio.
EUR ergab.
Die Vorräte beinhalten im Wesentlichen Roh-, Hilfs-
und Betriebsstoffe, die insbesondere
Brennstoffbestände umfassen. Im Vergleich zum 31.
Dezember 2020 sind die Brennstoffbestände von 172,3
Mio. EUR auf 279,3 Mio. EUR gestiegen, was vor allem auf
die Erhöhung der Menge sowie der Marktpreise
zurückzuführen ist.
Im ersten Quartal 2021 wurden 5 Containerschiffe als zur
Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte klassifiziert. Die
Veräußerung der Schiffe dient der strategischen
Optimierung des Schiffsportfolios. Die verbindlichen
Vereinbarungen zur Veräußerung der 5 Schiffe
wurden im zweiten Quartal geschlossen, wobei eines der 5
Schiffe auch bereits im zweiten Quartal an den Käufer
übergeben wurde. Die Übergabe der verbliebenen 4
Schiffe wird zeitnah in diesem Geschäftsjahr erfolgen.
Aufgrund von weiteren Netzwerkanpassungen werden die
Schiffe zeitgleich zur Übergabe für bis zu 1,5
Jahre zurückgechartert.
Zum 30. Juni 2021 wurden die noch nicht übergebenen
4 Containerschiffe in der Konzernbilanz weiterhin gesondert
ausgewiesen. Die Buchwerte der Schiffe wurden aufgrund der
steigenden Marktpreise im zweiten Quartal 2021 auf ihren
beizulegenden Zeitwert abzüglich
Veräußerungskosten in Höhe von insgesamt
40,8 Mio. EUR zugeschrieben. Insgesamt wurde für die
als zur Veräußerung gehalten klassifizierten
Schiffe eine Wertaufholung in Höhe von 11,2 Mio. EUR
erfasst, die als Ertrag im Posten "Abschreibungen auf
immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen"
ausgewiesen wurde.
Das kumulierte übrige Eigenkapital umfasst die
Rücklage für Neubewertungen aus
leistungsorientierten Pensionsplänen, die
Rücklage für Cashflow Hedges, die Rücklage
für Kosten der Absicherung, die
Währungsrücklage sowie die Rücklage für
Put-Optionen auf nicht beherrschende Anteile.
Die Rücklage für Neubewertungen aus
leistungsorientierten Pensionsplänen (30. Juni 2021:
-179,4 Mio. EUR; 31. Dezember 2020: -208,6 Mio. EUR)
enthält die kumulierten im sonstigen Ergebnis
erfassten Gewinne und Verluste aus der Neubewertung der
Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens, unter
anderem aus der Veränderung von versicherungs- und
finanzmathematischen Parametern im Zusammenhang mit der
Bewertung von Pensionsverpflichtungen sowie dem
zugehörigen Fondsvermögen. Der im ersten Halbjahr
2021 im sonstigen Ergebnis erfasste Effekt aus der
Neubewertung von Pensionsverpflichtungen und des
Planvermögens verringerte die negative Rücklage
um 29,2 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 2,3 Mio. EUR).
Die Rücklage für Cashflow Hedges enthält
im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen des
inneren Werts von Commodityoptionen, der Kassakomponente
von Devisentermingeschäften sowie
Marktwertveränderungen aus Zins- und Commodityswaps
und beträgt -10,8 Mio. EUR zum 30. Juni 2021 (31.
Dezember 2020: -12,4 Mio. EUR). Im ersten Halbjahr 2021
wurden hieraus resultierende Gewinne und Verluste von
insgesamt 5,4 Mio. EUR als effektiver Teil der
Sicherungsbeziehung im sonstigen Ergebnis erfasst
(Vorjahreszeitraum: -17,9 Mio. EUR), während Gewinne
und Verluste in Höhe von 14,0 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: 5,7 Mio. EUR) erfolgswirksam
umgegliedert wurden.
Die Rücklage für Kosten der Absicherung
umfasst im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen
des Zeitwerts von Commodityoptionen und der
Terminkomponente von Devisentermingeschäften und
beträgt -0,8 Mio. EUR zum 30. Juni 2021 (31. Dezember
2020: -1,9 Mio. EUR). Im ersten Halbjahr 2021 wurden
hieraus resultierende Gewinne und Verluste von insgesamt
-2,5 Mio. EUR im sonstigen Ergebnis erfasst
(Vorjahreszeitraum: -31,7 Mio. EUR), während Gewinne
und Verluste in Höhe von 1,6 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: 8,9 Mio. EUR) erfolgswirksam
umgegliedert wurden.
Die Währungsrücklage in Höhe von 192,8
Mio. EUR (31. Dezember 2020: -42,4 Mio. EUR) enthält
Differenzen aus der Währungsumrechnung. Die im ersten
Halbjahr 2021 im sonstigen Ergebnis erfassten Effekte aus
der Währungsumrechnung in Höhe von 235,6 Mio. EUR
(Vorjahreszeitraum: 2,4 Mio. EUR) resultierten aus der
Translation der Abschlüsse der Hapag-Lloyd AG und
ihrer Tochtergesellschaften in die Berichtswährung. In
der Gesamtergebnisrechnung werden die Unterschiede aus der
Währungsumrechnung unter den Posten, die nicht
erfolgswirksam umgegliedert werden, ausgewiesen, da die
Effekte aus der Währungsumrechnung von
Tochtergesellschaften mit derselben Funktionalwährung
wie die Muttergesellschaft nicht recycelt werden
können.
In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte und
beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente zum 31.
Dezember 2020 dargestellt.
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | ||
| Mio. EUR | Gesamt | davon Finanzinstrumente | Finanzinstrumente |
| Aktiva | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.362,6 | 1.362,6 | 1.362,6 |
| Sonstige Forderungen | 318,4 | 217,5 | 217,5 |
| Derivative Finanzinstrumente (FVTPL) | 21,6 | 21,6 | 21,6 |
| Eingebettete Derivate | 21,6 | 21,6 | 21,6 |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) 1 | 14,5 | 14,5 | 14,5 |
| Devisentermingeschäfte | 5,4 | 5,4 | 5,4 |
| Commodityoptionen | 9,0 | 9,0 | 9,0 |
| Finanzmittel | 681,3 | 681,3 | 681,3 |
| Passiva | |||
| Finanzschulden | 3.735,9 | 3.735,9 | 3.839,3 |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.400,3 | 1.400,3 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.748,1 | 1.748,1 | 1.748,1 |
| Derivative Finanzinstrumente (FVTPL) | 12,8 | 12,8 | 12,8 |
| Zinsswaps | 12,8 | 12,8 | 12,8 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten (Hedge Accounting) 1 | 22,7 | 22,7 | 22,7 |
| Zinsswaps | 22,7 | 22,7 | 22,7 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 117,9 | 91,4 | 91,4 |
| Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 2 | 1,6 | 1,6 | 2,4 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 545,7 | - | - |
1 Hier werden auch die Marktwerte der nicht
designierten Zeitwerte und Terminkomponenten ausgewiesen,
deren Veränderungen in der Rücklage für
Kosten der Absicherung erfasst werden.
2 Teil der sonstigen Verbindlichkeiten
In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte und
beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente zum 30. Juni
2021 dargestellt.
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | ||
| Mio. EUR | Gesamt | davon Finanzinstrumente | Finanzinstrumente |
| Aktiva | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.024,0 | 2.024,0 | 2.024,0 |
| Sonstige Forderungen | 378,2 | 248,3 | 248,3 |
| Derivative Finanzinstrumente (FVTPL) | 3,1 | 3,1 | 3,1 |
| Eingebettete Derivate | 3,1 | 3,1 | 3,1 |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) 1 | 5,1 | 5,1 | 5,1 |
| Devisentermingeschäfte | 0,2 | 0,2 | 0,2 |
| Zinsswaps | 4,9 | 4,9 | 4,9 |
| Finanzmittel | 2.011,1 | 2.011,1 | 2.011,1 |
| Passiva | |||
| Finanzschulden | 3.387,9 | 3.387,9 | 3.470,5 |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.906,8 | 1.906,8 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.059,2 | 2.059,2 | 2.059,2 |
| Derivative Finanzinstrumente (FVTPL) | 10,1 | 10,1 | 10,1 |
| Zinsswaps | 10,1 | 10,1 | 10,1 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten (Hedge Accounting) 1 | 17,1 | 17,1 | 17,1 |
| Devisentermingeschäfte | 0,6 | 0,6 | 0,6 |
| Zinsswaps | 16,6 | 16,6 | 16,6 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 142,7 | 116,5 | 116,5 |
| Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 2 | 1,7 | 1,7 | 2,4 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 893,1 | - | - |
1 Hier werden auch die Marktwerte der nicht
designierten Zeitwerte und Terminkomponenten ausgewiesen,
deren Veränderungen in der Rücklage für
Kosten der Absicherung erfasst werden.
2 Teil der sonstigen Verbindlichkeiten
Die derivativen Finanzinstrumente wurden zum
beizulegenden Zeitwert bewertet.
In den sonstigen Forderungen sind Wertpapiere mit einem
beizulegenden Zeitwert in Höhe von 1,7 Mio. EUR (31.
Dezember 2020: 1,7 Mio. EUR) enthalten, die der Stufe 1 der
Fair-Value-Hierarchie zuzuordnen sind, da ihre Kurse auf
einem aktiven Markt quotiert sind.
Die sonstigen Forderungen beinhalten außerdem
nicht börsennotierte Beteiligungen, für die keine
auf einem aktiven Markt notierten Marktpreise existieren.
Da nicht genügend aktuelle Informationen zur
Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts vorliegen, werden
diese der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie
zugehörigen Beteiligungen zu Anschaffungskosten in
Höhe von 7,0 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 6,0 Mio.
EUR) bewertet als bestmögliche Schätzung des
beizulegenden Zeitwerts.
Die in den Finanzschulden enthaltenen Verbindlichkeiten
aus der Anleihe, die aufgrund der Quotierung auf einem
aktiven Markt der Stufe 1 der Fair-Value-Hierarchie
zuzuordnen sind, weisen einen beizulegenden Zeitwert in
Höhe von 306,8 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 308,0 Mio.
EUR) auf.
Die Finanzschulden beinhalten außerdem eine
Verbindlichkeit zur Leistung einer bedingten Gegenleistung
für einen Unternehmenserwerb, für die ein
beizulegender Zeitwert der Stufe 3 in Höhe von 1,1
Mio. EUR (31. Dezember 2020: 1,0 Mio. EUR) ermittelt wurde.
Die in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen
Put-Optionen, deren beizulegender Zeitwert in Höhe von
2,4 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 2,4 Mio. EUR) ermittelt
wurde, gehören ebenfalls der Stufe 3 der
Fair-Value-Hierarchie an.
Die angegebenen beizulegenden Zeitwerte für die
restlichen Finanzschulden und die derivativen
Finanzinstrumente sind der Stufe 2 der
Fair-Value-Hierarchie zugeordnet. Dies bedeutet, dass die
Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren erfolgt, deren
verwendete Einflussfaktoren direkt oder indirekt aus
beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden.
Für alle übrigen Finanzinstrumente der Stufe 2
stellen i.d.R. die Buchwerte einen angemessenen
Näherungswert für die beizulegenden Zeitwerte
dar.
In den ersten 6 Monaten 2021 hat es keinen Transfer
zwischen Stufe 1, Stufe 2 und Stufe 3 gegeben.
Im Rahmen der IBOR-Reform sollen die bestehenden
Referenzzinssätze (Interbank Offered Rates - IBOR) bis
Ende 2021 durch alternative risikofreie Zinssätze
abgelöst werden. Der Hapag-Lloyd Konzern verfügt
zum 30.Juni 2021 über variabel verzinsliche Darlehen
und Cashflow Hedges zur Absicherung von Zinsrisiken, die
der IBOR-Reform unterliegen. Um eine bilanzielle
Fortführung der Sicherungsbeziehungen sicherzustellen,
wendet Hapag-Lloyd seit dem 1. Januar 2020 die sich
hierdurch ergebenden Änderungen in IFRS 9, IAS 39 und
IFRS 7 an. Im Hapag-Lloyd Konzern sind nur die
Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Zinsrisiken
direkt von diesen Änderungen betroffen. Der den
abgesicherten variablen Cashflows zugrunde liegende
Referenzzinssatz ist der USD LIBOR, der durch den SOFR
ersetzt werden soll. Eine Umstellung auf den neuen
Referenzzinssatz hat bisher für keines der variablen
Darlehen und Sicherungsinstrumente stattgefunden. Zum 30.
Juni 2021 betrug das Nominalvolumen der variablen
Finanzierungen 1.878,1 Mio. USD. Das Nominalvolumen der in
einer Sicherungsbeziehung befindlichen Finanzinstrumente
zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken belief sich
auf 948,2 Mio. USD.
Derzeit werden im Hapag-Lloyd Konzern die Auswirkungen
der alternativen Referenzzinssätze auf bestehende
IBOR-basierte Verträge geprüft und relevante
IT-Systeme für die Abbildung der Finanzierungen sowie
Sicherungsinstrumente auf Basis der neuen
Referenzzinssätze vorbereitet. Trotz gewisser
Marktunsicherheiten, wann und wie die Umstellung des
Referenzzinssatzes bei den Verträgen für die
variablen Finanzierungen und die Sicherungsinstrumente
erfolgt, geht Hapag-Lloyd davon aus, dass die
Vertragsänderungen für das gesicherte
Grundgeschäft und das designierte Sicherungsinstrument
gleichzeitig stattfinden, so dass keine Inkongruenzen
zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft und somit keine
Ineffektivität aus den bestehenden
Sicherungsbeziehungen entstehen werden. Bezüglich der
weiteren Entwicklungen der alternativen
Referenzzinssätze steht Hapag-Lloyd in
regelmäßigem Austausch mit seinen
internationalen Bankpartnern.
Die nachfolgenden Tabellen enthalten die Buchwerte der
einzelnen Klassen von Finanzschulden und
Leasingverbindlichkeiten.
| Mio. EUR | 30.6.2021 | 31.12.2020 |
| Finanzschulden | 3.387,9 | 3.735,9 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1 | 2.220,2 | 2.533,5 |
| Anleihen | 301,0 | 306,0 |
| Sonstige Finanzschulden | 866,6 | 896,4 |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.906,8 | 1.400,3 |
| Gesamt | 5.294,6 | 5.136,2 |
| Mio. EUR | 30.6.2021 | 31.12.2020 |
| Auf USD lautend (ohne Transaktionskosten) | 4.866,0 | 4.698,1 |
| Auf EUR lautend (ohne Transaktionskosten) | 405,8 | 409,4 |
| Auf sonstige Währungen lautend (ohne Transaktionskosten) | 55,4 | 56,0 |
| Zinsverbindlichkeiten | 11,6 | 17,7 |
| Transaktionskosten | -44,1 | -45,1 |
| Gesamt | 5.294,6 | 5.136,2 |
Am 6. April 2021 hat Hapag-Lloyd eine
Sustainability-Linked Euro-Anleihe mit einem Volumen von
insgesamt 300,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe hat eine
Laufzeit von 7 Jahren und einen Kupon von 2,5%, der sich ab
dem 15. Oktober 2025 bei Nicht-Erreichen der gesetzten
Sustainability Performance Ziele um 0,25% erhöhen
würde. Der Emissionserlös wurde für die
vorzeitige Rückführung der bestehenden 5,125%
Euro-Anleihe von Hapag-Lloyd verwendet, die eine
ursprüngliche Fälligkeit in 2024 hatte.
Hapag-Lloyd hat am 19. April 2021 die ausstehenden
Kreditbeträge von Finanzierungsverträgen für
2 Schiffe in Höhe von 148,1 Mio. EUR (176,1 Mio. USD)
vollständig und vorzeitig zurückgeführt.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 hat
Hapag-Lloyd eine Sale-and-Leaseback-Transaktion zur
Refinanzierung von einem Containerschiff durchgeführt
(sog. Japanese Operating Lease ["JOL"]). Die bisherige
Finanzierung wurde bereits im Vorjahr vorzeitig
zurückgeführt. Die Leasingvereinbarung
enthält eine substantielle Kaufoption, die das Recht
einräumt, das Containerschiff zurückzukaufen. Die
Transaktion wird vor diesem Hintergrund entsprechend den
Regelungen IFRS 16 in Verbindung mit IFRS 15 als
Darlehensfinanzierung bilanziert. Das mit dieser
Transaktion verbundene Refinanzierungsvolumen beträgt
57,9 Mio. EUR. Die Verbindlichkeit der zugrundeliegenden
JOL-Transaktion ist in den Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten enthalten, da diese Verbindlichkeit
gegenüber einer Zweckgesellschaft besteht, die von
Kreditinstituten aufgesetzt und durch diese fremdfinanziert
ist.
Zum 30. Juni 2021 verfügte der Hapag-Lloyd Konzern
insgesamt über freie Kreditlinien in Höhe von
491,9 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 476,5 Mio. EUR).
Im Vergleich zum Konzernabschluss 2020 haben sich die
folgenden Änderungen bei den Rechtsstreitigkeiten und
Steuerrisiken ergeben:
Zum Stichtag bestanden Eventualverbindlichkeiten aus
nicht als wahrscheinlich einzustufenden
Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 7,7 Mio. EUR (31.
Dezember 2020: 7,6 Mio. EUR). Die Eventualverbindlichkeiten
aus nicht als wahrscheinlich einzustufenden Steuerrisiken
betrugen zum Stichtag 62,8 Mio. EUR (31. Dezember 2020:
45,7 Mio. EUR). Grund für diesen Anstieg ist eine
zusätzliche Forderung der Steuerbehörden in
Indien für vergangenen Geschäftsjahre.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen des
Hapag-Lloyd Konzerns zum 30. Juni 2021 betrafen im
Wesentlichen Bestellobligos (Nominalwerte)
| ― |
für Investitionen in 17 Containerschiffe, davon 12 Großcontainerschiffe, in Höhe von 2.018,2 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 811,1 Mio. EUR), |
| ― |
für Investitionen in Container in Höhe von 302,0 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 165,9 Mio. EUR), |
| ― |
für Investitionen in Abgasreinigungsanlagen (EGCS) zur Abgaswäsche auf Containerschiffen in Höhe von 15,7 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 4,2 Mio. EUR), |
| ― |
für Investitionen in Anlagen zur Ballastwasseraufbereitung auf Containerschiffen in Höhe von 5,8 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 1,5 Mio. EUR), |
| ― |
für Investitionen in Umrüstung für den Betrieb mit Flüssigerdgas auf Containerschiffen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 3,5 Mio. EUR), |
| ― |
sowie für weitere Investitionen auf Containerschiffen in Höhe von insgesamt 9,5 Mio. EUR (31. Dezember 2020: 6,4 Mio. EUR). |
Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen
Tochterunternehmen stand der Hapag-Lloyd Konzern in
Ausübung seiner normalen Geschäftstätigkeit
in unmittelbaren oder mittelbaren Beziehungen mit
nahestehenden Unternehmen und Personen. Diese Liefer- und
Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt.
Wesentliche Veränderungen im Umfang dieser Liefer- und
Leistungsbeziehungen haben sich im Vergleich zum 31.
Dezember 2020 nicht ergeben. Die im
"Vergütungsbericht" des Geschäftsberichts 2020 ab
Seite 121 beschriebenen vertraglichen Beziehungen mit dem
nahestehenden Personenkreis bestehen im Wesentlichen
unverändert fort, sind aber für den Konzern nicht
von materieller Bedeutung.
Am 8. Juli 2021 erwarb Hapag-Lloyd 100% der Anteile und
Stimmrechtsinteressen an der niederländischen
Containerreederei NileDutch Investments B.V. (NileDutch).
Das Unternehmen mit Sitz in Rotterdam ist einer der
führenden Anbieter von Containerdiensten von und nach
Westafrika und verfügt über eine
Transportkapazität von rund 35.000 TEU. Durch den
Zusammenschluss von Hapag-Lloyd und NileDutch baut
Hapag-Lloyd seine Marktposition im AfrikaGeschäft
weiter aus. Das Netzwerk von und nach Afrika wird
verdichtet und die Transportfrequenzen werden erhöht.
Afrika ist ein Schlüsselmarkt für das
strategische Wachstum von Hapag-Lloyd. Der Erwerb von
NileDutch ist Teil der Strategy 2023.
Die wesentlichen durch den Zusammenschluss erworbenen
Vermögenswerte umfassen immaterielle
Vermögenswerte, Sachanlagen (inkl. Nutzungsrechten),
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Zu den
übernommenen Schulden zählen im Wesentlichen
Leasingverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen sowie Vertragsverbindlichkeiten.
Aufgrund der zeitlichen Nähe des Erwerbszeitpunkts
zum Aufstellungszeitpunkt des Zwischenabschlusses ist die
erstmalige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses
unvollständig, weshalb keine weiteren Angaben gemacht
werden.
Hamburg, 3. August 2021
Hapag-Lloyd Aktiengesellschaft
Der Vorstand
| Rolf Habben Jansen | ||
| Mark Frese | Dr. Maximilian Rothkopf | Joachim Schlotfeldt |
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Halbjahresfinanzberichterstattung der
Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Hamburg, 3. August 2021
Hapag-Lloyd Aktiengesellschaft
Der Vorstand
| Rolf Habben Jansen | ||
| Mark Frese | Dr. Maximilian Rothkopf | Joachim Schlotfeldt |
Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht erste neun
Monate 2021
Hapag-Lloyd AG
Ballindamm 25
20095 Hamburg
Telefon: +49 40 3001 - 2896
E-Mail: ir@hlag.com
Telefon: +49 40 3001 - 2529
E-Mail: presse@hlag.com
Hapag-Lloyd Konzernkommunikation
Silvester Group, Hamburg
www.silvestergroup.com
www.hapag-lloyd.com