11 88 0 Solutions AG

Essen

Konzern-Jahresabschluss zum 31.12.2019

GESCHÄFTSBERICHT 2019

Kennzahlen

Die Kennzahlen der 11 88 0 Solutions-Gruppe auf einen Blick

in Mio. EUR 12M 2019 12M 2018 Abweichung absolut Abweichung
in Prozent
Umsatz und Ergebnis 11 88 0 Solutions-Gruppe
Umsatz 47,7 42,9 4,8 11,2 %
EBITDA 1,7 2,8 1,0 1,8 >100,0 %
Periodenergebnis nach Steuern 7 -3,2 -3,1 -0,1 -3,2 %
Details Segmente
Umsatz Digital 34,6 30,3 4,3 14,2 %
EBITDA 1 Digital 2,4 1,1 1,3 >100,0 %
Umsatz Auskunft 13,1 12,6 0,5 4,0 %
EBITDA 1 Auskunft 0,4 -0,1 0,5 >100,0 %
Bilanz 2
Bilanzsumme 7 27,3 19,6 7,7 39,3 %
Liquide Mittel, Cash Bestand 3 4,7 2,6 2,1 80,8 %
Eigenkapital 7 7,4 7,6 -0,2 -2,6 %
Eigenkapitalquote 7 27,1 % 38,8 % -11,7 30,2 %
Cashflow
Operativer Cashflow 7 4,4 1,3 3,1 >100,0 %
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 7 -3,2 -1,1 -2,1 >-100,0 %
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 7 2,1 0,1 2,0 >100,0 %
Netto-Cashflow 4 2,1 -3,4 5,5 >100,0 %
Kennzahlen zur 11 88 0 Solutions AG Aktie
Ergebnis je Aktie in EUR 7 -0,2 -0,2 0,0 0,0 %
Börsenkurs (in EUR) 5 1,56 1,00 0,56 56,0 %
Marktkapitalisierung 32,8 19,1 13,7 71,7 %
Sonstige Kennzahlen
Kündigungsquote Digital (in Prozent) 26,00 25,00 1,00 4,0 %
Umsatz je Anruf (in EUR) 3,71 3,62 0,09 2,5 %
Anzahl der Beschäftigten 6 Konzern 554 575 -21 -3,7 %

1 Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung
2 Vergleichswerte zum Stichtag 31. Dezember 2018
3 Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteter finanzieller Vermögenswerte
4 Operativer Cashflow plus Cashflow aus der Investitionstätigkeit minus Zinsausgaben, bereinigt um Veränderungen von Geldmarkt- bzw. Rentenfonds
5 Xetra Schlusskurse zum 30. Dezember
6 Kopfzahl zum Stichtag 31. Dezember (ohne Vorstand, Auszubildende, Minijobs, ruhende Beschäftigungsverhältnisse)
7 Aufgrund der Einführung des IFRS 16 sind die hier dargestellten Werte nur eingeschränkt mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Für ausführlichere Informationen verweisen wir auf die entsprechenden Angaben im Konzernanhang.

Über uns

Vorwort

Sehr geehrte Aktionäre, liebe Kunden und Freunde der 11 88 0 Solutions AG,

ein neuer Großaktionär, ein zweistelliges Kundenwachstum im Digitalgeschäft und der Turnaround im Segment Telefonauskunft: Das sind die drei wesentlichen Ereignisse, die das Geschäftsjahr 2019 unserer Gesellschaft bestimmt haben. Aber auch über diese drei Themen hinaus können wir auf sehr produktive zwölf Monate zurückblicken, in denen wir erneut wichtige Schritte für eine erfolgreiche Zukunft der 11 88 0 Solutions AG umgesetzt haben.

Das Geschäftsjahr 2019 stand operativ ganz im Zeichen der Konsolidierung, denn nachdem wir in den drei Jahren zuvor das gesamte Produktportfolio neu entwickelt und gleichzeitig wesentliche, kostensenkende Restrukturierungen umgesetzt haben, lautet unsere Hauptaufgabe nun, die neuen Produkte im Einzelnen zu optimieren und ihren Mehrwert zu erhöhen. Das hört sich möglicherweise etwas ruhiger und gemütlicher an, ich kann Ihnen jedoch versichern, dass das Gegenteil der Fall war.

Tatsächlich haben wir 2019 im Digitalsegment das höchste Kundenwachstum in der Unternehmensgeschichte verzeichnen können und es zugleich geschafft, nach einem jahrelangen Umsatzrückgang bei der Telefonauskunft auch in diesem Segment ein spürbares Umsatzplus zu verbuchen. Die positive Entwicklung hat die Aufmerksamkeit der united vertical media GmbH, einer Tochtergesellschaft der Nürnberger Müller Medien-Gruppe, erregt und sie zu einer Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft bewogen. Die united vertical media GmbH ist an verschiedenen Digitalunternehmen in Deutschland beteiligt, so dass wir mit dem neuen Großaktionär nicht nur eine strategische Unterstützung bekommen haben, sondern sich auch Kooperationsmöglichkeiten für unseren weiteren Wachstumsweg bieten.

Im Digitalsegment sind wir zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 mit der ersten Version des neuen Jobportals wirfindendeinenJOB.de an den Start gegangen. Mit diesem Angebot haben wir die Jobsuche im Handwerk, in der Hotellerie und Gastronomie und anderen Branchen unserer Kundengruppe der kleinen und mittelständischen Unternehmen revolutioniert. Bei wirfindendeinenJOB.de erstellen Jobsuchende mit einem geringen Aufwand ein Jobgesuch, das 11880.com im Anschluss an passende Arbeitgeber vermittelt. Das ganze Jahr über haben wir das erste Nutzerfeedback und die Erfahrungswerte in die Weiterentwicklung des Portals eingebracht, um im Dezember mit einer fünften und jetzt finalen Version live zu gehen. Diese Version bietet nun Arbeitssuchenden und unseren Unternehmenskunden gleichermaßen einen sicheren und bequemen Prozess, um zueinander zu finden. Da das Produkt schon seit dem Start der ersten Version sehr gut angenommen wurde, sind wir zuversichtlich, im kommenden Jahr viele weitere Kunden zu gewinnen.

werkenntden BESTEN.de, unsere Suchmaschine für Online-Bewertungen hat sich 2019 erneut hervorragend entwickelt. Schon 2018 zählte werkenntden BESTEN.de zu den Top Ten des Sichtbarkeitstools Sistrix, ein Ergebnis, das zeigt, wie relevant unsere Suchmaschine für Verbraucher geworden ist. Auch unsere Unternehmenskunden erkennen zunehmend, dass Online-Bewertungen ein sehr effizientes und gleichzeitig günstiges Marketing-Tool sind und wählen werkenntden Besten immer häufiger als Einstiegsprodukt in die 11880.com-Produktwelt. 2019 haben wir das Portal ebenfalls noch einmal weiter optimiert und stärker auf unsere Unternehmenskunden ausgerichtet.

Kleine und mittelständische Unternehmen schätzen den Mehrwert unserer Produkte für ihre Rundum-Online-Vermarktung. Das zeigen unsere sinkende Kündigungsquote und unser starkes Neukundenwachstum: 2019 haben wir 7.368 Neukunden gewonnen und verzeichnen zum 31. Dezember einen Zahlkundenbestand von 38.666 Kunden. Zum Vergleich: 2015 lag die Gesamtkundenzahl noch bei knapp 20.000 und schrumpfte monatlich.

2020 wollen wir an unser dynamisches Wachstum anknüpfen. Dafür werden wir unseren Konsolidierungskurs fortsetzen und jedes einzelne Produkt auf den Prüfstand stellen und im Sinne unserer Kunden weiter optimieren. Wir sehen, dass die Produkte hervorragend ankommen und wissen, wo wir noch besser werden können, um unseren Kunden zukünftig noch mehr Service zu bieten.

In unserem zweiten Geschäftsbereich Telefonauskunft haben wir 2019 nach rund einem Jahrzehnt wieder ein Umsatzwachstum ausweisen können. Das Anrufvolumen bei der Serviceauskunft 11880 * ist zwar marktbedingt weiterhin rückläufig, aber wir haben in den vergangenen drei Jahren begonnen, mit dem Call Center-Drittgeschäft ein weiteres Geschäftsfeld aufzubauen. Mit Erfolg: Heute vertrauen uns bereits sieben bundesweit tätige Unternehmen ihren Kundenservice an. Unsere erfahrenen Mitarbeiter nehmen Anfragen entgegen, helfen bei Problemlösungen und leiten weitergehende Kundenmaßnahmen ein. Der Einsatz innovativer Softwarelösungen zur Unterstützung erfolgreicher Kundentelefonate bietet uns einzigartige Dialogmöglichkeiten und macht uns zu einem bevorzugten Partner. Derzeit verhandeln wir mit weiteren größeren Unternehmen über Kooperationsmöglichkeiten und sind optimistisch, auch 2020 neue Kunden an Bord zu holen.

Im März 2019 hat die united vertical media GmbH begonnen, Anteile an der 11 88 0 Solutions AG zu beziehen. Zunächst übernahm sie das Aktienpaket des ehemaligen Großaktionärs Golden Tree Asset Management und erwarb dann weitere Anteile am freien Markt. Im Juni 2019 gab die Digitaltochter der Müller Medien-Gruppe bekannt, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle 11 88 0 Solutions AG-Aktien machen zu wollen. In der Angebotsunterlage versicherte die Gesellschaft, weder Änderungen an Standorten oder Mitarbeiterzahlen noch an der Börsennotierung vornehmen zu wollen.

Im Juli 2019 wurde das Angebot schließlich allen Aktionären unterbreitet. Nach dem Ende der Angebotsfrist und der Durchführung einer zehnprozentigen Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital, die united vertical media alleine zeichnete, hält die Gesellschaft nun seit September 2019 offiziell 74,8 Prozent der Anteile an unserem Unternehmen. Michael Amtmann, Geschäftsführer der united vertical media GmbH ist auf der Jahreshauptversammlung 2019 als Mitglied in den Aufsichtsrat unserer Gesellschaft gewählt worden. Er übernahm das Mandat von Ralf Grüßhaber, der bereits Ende September 2018 ausgeschieden ist.

Wir freuen uns über diesen starken Großaktionär, der nicht nur zu den größten und bekanntesten deutschen Familienunternehmen zählt, sondern auch in der Branche als absoluter Experte gilt. Das Management der Müller Medien-Gruppe hat die Entwicklung unseres Unternehmens in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt und sich nicht zuletzt aufgrund unseres neuen Produktportfolios und unserer damit einhergehenden Umsatzentwicklung für die Beteiligung entschieden. Nun gilt es, Synergien zum Vorteil beider Unternehmen zu nutzen, um kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland noch stärker bei der Online-Vermarktung ihres Angebots unterstützen zu können.

Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung auf unserem Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Gleichzeitig möchte ich auch allen Mitarbeitern unserer Gesellschaft meinen Dank aussprechen, denn ohne ihr tägliches Engagement und ihre Kreativität wäre uns der Turnaround der 11 88 0 Solutions AG nicht gelungen. Nun schauen wir voller Zuversicht auf das Geschäftsjahr 2020, in dem wir unseren Weg konsequent fortsetzen werden.

 

Essen, 19. März 2020

Ihr

Christian Maar

Vorstand

* 1,99 € / Min. aus dem deutschen Festnetz. Mobilfunkpreise können ggf. abweichen. Preis einer SMS-Anfrage 1,99 € (VF D2 Anteil 0,12 €) im Inland.

Bericht des Aufsichtsrats

über das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 - 31. Dezember 2019

Das Geschäftsjahr 2019 der 11 88 0 Solutions AG war operativ weiterhin geprägt von der Konsolidierung und Optimierung des in den Vorjahren neu entwickelten Produktportfolios. Auf strategischer Ebene waren die Beteiligung des Großaktionärs united vertical media GmbH, Nürnberg, und die sich daraus ergebenden Anknüpfungspunkte die bestimmenden Themen. In Erfüllung seiner gesetzlich verankerten Beratungs- und Aufsichtsfunktion begleitete der Aufsichtsrat der 11 88 0 Solutions AG die Führung der Geschäfte des Vorstands das ganze Geschäftsjahr 2019 und stand ihm immer beratend zur Seite.

Aufsichtsratstätigkeit im Geschäftsjahr 2019

Der Aufsichtsrat der 11 88 0 Solutions AG hat im Geschäftsjahr 2019 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben pflichtgetreu wahrgenommen. Im Berichtszeitraum fanden vier turnusmäßige Sitzungen sowie aufgrund der strategischen Beteiligung der united vertical media GmbH zwei außerordentliche Aufsichtsratssitzungen statt. Der Aufsichtsrat hat die Führung des Unternehmens durch den Vorstand und die Geschäftsführung überwacht. Das Gremium erhielt regelmäßig die wichtigsten Finanzkennzahlen und wurde lückenlos und ausführlich über die allgemeine Geschäftsentwicklung und potenzielle Risiken informiert. Der Aufsichtsrat stand dem Vorstand Herrn Maar jederzeit beratend zur Seite. Wichtige Ereignisse und wirtschaftliche Entwicklungen wurden dem Gremium regelmäßig im Detail präsentiert, erläutert und im Anschluss gemeinsam mit dem Vorstand diskutiert und abgestimmt.

Im Geschäftsjahr 2019 hat die Gesellschaft sich vorrangig auf die Optimierung ihrer Produkte fokussiert, um den Kundenmehrwert weiter zu steigern. Das Ziel ist es, kleinen und mittelständischen Unternehmen eine möglichst effiziente Online-Vermarktung anzubieten. Im Geschäftsbereich Telefonauskunft wurden die Rahmenbedingungen des Call Center-Drittgeschäfts weiter optimiert, um sich zunehmend als qualitativ hochwertiger Anbieter im Markt zu etablieren.

Im März 2019 übernahm die united vertical media GmbH, eine Tochtergesellschaft der Nürnberger Müller Medien-Gruppe, das Anteilspaket des ehemaligen Großaktionärs Golden Tree Asset Management und kaufte gleichzeitig Aktien am freien Markt. Am 23. Juli 2019 unterbreitete united vertical media allen Aktionären der 11 88 0 Solutions AG ein freiwilliges Übernahmeangebot zum Stückpreis von 1,87 Euro je Aktie.

Am 11. September 2019 beschloss der Vorstand der 11 88 0 Solutions AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Durchführung einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen unter Ausgabe von 1.911.109 neuen Aktien zu einem Ausgabepreis von 1,83 Euro. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde mit der Maßnahme von 19.111.091,00 Euro auf 21.022.200,00 Euro erhöht. Die Kapitalerhöhung erfolgte unter Ausschluss des Bezugsrechts. united vertical media zeichnete und übernahm alle neuen Aktien. Nach Ablauf der Frist des freiwilligen Übernahmeangebots an alle Aktionäre der 11 88 0 Solutions AG und nach Durchführung der Kapitalmaßnahme hält die united vertical media GmbH seit dem 27. September 2019 einen Anteil von 74,8 Prozent an der Gesellschaft.

Am 17. Dezember 2019 verabschiedete der Aufsichtsrat in seiner letzten Sitzung des Geschäftsjahres das Budget für das nächste Geschäftsjahr 2020 und nahm die mittelfristige Planung für die Jahre 2021 und 2022 zur Kenntnis.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat den Rechnungslegungsprozess und die Effizienz des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Geschäftsjahr 2019 kontinuierlich überwacht. Ebenso befasste sich das Gremium kontinuierlich mit der Wirksamkeit der Compliance-Prozesse innerhalb des Unternehmens, anhängigen Rechtsstreitigkeiten und potenziellen Rechtsrisiken. Der Aufsichtsrat erteilte nach sorgfältiger Prüfung seiner Unabhängigkeit und Qualifikation, seiner bisher erbrachten Leistungen und seines Honorars den Prüfungsauftrag für den Konzernabschluss 2019 an die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen.

Organisation der Aufsichtsratsarbeit

Ein zuverlässiger und lückenloser Informationsfluss unterstützt den Aufsichtsrat bei der effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben. Dafür lässt sich das Gremium durch den Prüfungsausschuss und Nominierungsausschuss regelmäßig Bericht erstatten. Der Prüfungsausschuss überwacht die Rechnungslegung, das interne Kontrollsystem und die Abschlussprüfung. Zusätzlich bereitet er Aufsichtsratsbeschlüsse und Diskussionsgrundlagen aktueller Themen vor. 2016 hat der Aufsichtsrat der 11 88 0 Solutions AG zur Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers einen Genehmigungsprozess umsetzen lassen, der die Freigabe von zulässigen Nichtprüfungsleistungen durch den Abschlussprüfer gemäß der am 17. Juni 2016 in Kraft getretenen EU-Verordnung 537/2014 gewährleistet.

In der Aufsichtsratssitzung am 17. Dezember 2019 hat der Aufsichtsrat einen Ausschuss gebildet, der sich zukünftig mit Änderungen und Ergänzungen des Vorstandsvertrags sowie Vergütungsangelegenheiten befasst.

Zusammensetzung und Personalia Aufsichtsrat

Die Bildung des Aufsichtsrats der 11 88 0 Solutions AG beruht auf den Vorschriften der §§ 96 Absatz 1, 101 Absatz 1 AktG in Verbindung mit §§ 1 Absatz 1,4 Drittelbeteiligungsgesetz und setzt sich gemäß Ziffer 4.1 (1) der Satzung der 11 88 0 Solutions AG aus vier von der Hauptversammlung und zwei von den Arbeitnehmern gewählten Mitgliedern zusammen. Das selbsterklärte Ziel des Aufsichtsrats ist eine zielorientierte Unterstützung des Unternehmens bei seiner 2015 begonnenen Transformation, für die fundierte Kenntnisse der Digitalbranche, eine breite Erfahrung in Wirtschaftsunternehmen sowie eine Vielfalt fachlicher Kompetenzen der Mitglieder berücksichtigt wurden.

Dem Aufsichtsrat der 11 88 0 Solutions AG gehörten im Geschäftsjahr 2019 folgende Mitglieder an: Dr. Michael Wiesbrock (Vorsitzender), Ilona Rosenberg (bis 12. Juni 2019), Jens Sturm (bis 12. Juni 2019), Michael Amtmann (seit 12. Juni 2019), Helmar Hipp, Ralf Ruhrmann, Sandy Jurkschat (seit Juni 2019) und Leonard Kiedrowski (seit Juni 2019). Auf der Hauptversammlung am 12. Juni 2019 wurde Michael Amtmann als Vertreter der Anteilseigner für das bereits Ende September 2018 ausgeschiedene Mitglied Ralf Grüßhaber gewählt. Die Wahl der Arbeitnehmervertreter für den Aufsichtsrat 2019 hat zu einem Wechsel der Mitglieder der Arbeitnehmerseite geführt: llona Rosenberg und Jens Sturm sind ausgeschieden, Sandy Jurkschat und Leonard Kiedrowski sind neu in das Gremium gewählt worden.

Neben dem Vorsitzenden Dr. Michael Wiesbrock gehörten dem Prüfungsausschuss zusätzlich Ralf Ruhrmann und Jens Sturm (bis 12. Juni 2019) an, letzterer wurde am 12. Juni 2019 von Sandy Jurkschat als neues Mitglied des Ausschusses abgelöst. Zum Nominierungsausschuss zählten Dr. Michael Wiesbrock und Helmar Hipp.

Sitzungen und Teilnahme

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 vier ordentliche Sitzungen abgehalten, die quartalsweise stattfanden. Neben dem Vorsitzenden Dr. Michael Wiesbrock haben auch Ralf Ruhrmann und Helmar Hipp an allen Sitzungen teilgenommen. Die ausgeschiedenen Mitglieder Ilona Rosenberg und Jens Sturm haben an einer Sitzung teilgenommen, Michael Amtmann, Sandy Jurkschat und Leonard Kiedrowski waren bei drei Sitzungen anwesend.

Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2019 zwei außerordentliche Beschlussfassungen des Aufsichtsrats statt. An der ersten außerordentlichen Beschlussfassung im August 2019, die im Rahmen einer telefonischen Beschlussfassung stattfand, haben alle Mitglieder des Aufsichtsrats außer Michael Amtmann, dem Geschäftsführer der united vertical media GmbH, teilgenommen. Michael Amtmann hatte dem Vorsitzenden mit Schreiben vom 23. Juli 2019 einen potenziellen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit dem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot der united vertical media GmbH zum Erwerb sämtlicher nicht bereits unmittelbar von ihr gehaltener Aktien der 11 88 0 Solutions AG angezeigt. An der Beschlussfassung hat Herr Amtmann deshalb nicht teilgenommen.

An der zweiten außerordentlichen Beschlussfassung des Aufsichtsrats im September 2019, die im Wege einer telefonischen Beschlussfassung stattfand, nahmen alle Mitglieder des Aufsichtsrats teil. Michael Amtmann hat sich bei der dabei beschlossenen Zustimmung zur Durchführung der Kapitalerhöhung mit Bezugsrechtsausschluss sowie der damit verbundenen Satzungsänderung aufgrund eines potentiellen Interessenkonflikts der Stimme enthalten.

Der Prüfungsausschuss kam im Geschäftsjahr 2019 vier Mal zusammen. Der Nominierungsausschuss führte im Rahmen der Aufsichtsratsbesetzung zahlreiche Interviews mit potenziellen Kandidaten und stimmte sich intensiv und fortdauernd ab. Auf Basis dieser Beratungen hat der Nominierungsausschuss dem Aufsichtsrat Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseignerseite unterbreitet.

Corporate Governance und Vorstandsvergütung

Im Geschäftsjahr 2019 hat sich der Aufsichtsrat eingehend mit den Anregungen und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und der entsprechenden Umsetzung innerhalb der 11 88 0 Solutions AG befasst. Die Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex war ein Agendapunkt der Aufsichtsratssitzung am 18. Dezember 2018, in der Vorstand und Aufsichtsrat eine Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben haben. Diese Entsprechenserklärung wurde im Geschäftsjahr 2019 zwei Mal angepasst: Zum einen sollen Konzernabschluss und Konzernlagebericht gemäß Ziff. 7.1.2, Satz 3., 1. Halbsatz DCGK binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende öffentlich zugänglich sein. Die 11 88 0 Solutions AG konnte den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 nicht innerhalb des im DCGK geforderten Zeitraums von 90 Tagen veröffentlichen. Grund dafür war ein erhöhter Zeitaufwand, der aufgrund einer Stichprobenprüfung der Deutschen Prüfstelle für Rechnungsprüfung (DPR) für den Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie den Jahresabschluss und Lagebericht zum 31. Dezember 2016 entstand. Darüber hinaus ergab sich durch die vollumfängliche Verlegung des Satzungssitzes 2018 von München nach Essen und dem damit zeitgleich vorgenommenen Wechsel der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein zusätzlicher umfangreicher Abstimmungsbedarf mit den Wirtschaftsprüfern. Für das Geschäftsjahr 2019 wird der Ziff. 7.1.2, Satz 3, 1. Halbsatz DCGK wieder entsprochen.

Die zweite Anpassung bezieht sich auf eine Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat. Angesichts der geringen Zahl von Mitgliedern im Vorstand beabsichtigt die Gesellschaft derzeit nicht, Zielgrößen für den Frauenanteil in diesem Organ gemäß Ziff. 5.1.2. Abs. 1 Satz 3 DCGK festzulegen. Bei zunehmender Unternehmensgröße wird der Aufsichtsrat eine solche Festlegung erneut prüfen.

Mögliche Abweichungen von den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurden nach sorgfältiger Beratung und mit besonderem Blick auf die Gegebenheiten und Erfordernisse der Gesellschaft beschlossen. Die gemeinsame Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat kann auf der Internetseite des Unternehmens unter www.11880.com jederzeit eingesehen werden. Weitere Angaben zur Umsetzung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie ein detaillierter Bericht zum Vergütungssystems des Vorstands sind im Anhang zum Konzernabschluss (s. S. 56 ff.) nachzulesen.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2019

Auf Basis des Beschlusses der Hauptversammlung vom 12. Juni 2019 erteilte der Aufsichtsrat der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, den Prüfungsauftrag. Der handelsrechtliche Jahresabschluss, Lagebericht, IFRS-Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019 der 11 88 0 Solutions AG wurden von der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, geprüft. Der Konzernabschluss vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 und der Konzernlagebericht wurden gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der in der Europäischen Union anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der 11 88 0 Solutions AG im Detail geprüft. Von dem Ergebnis des Abschlussprüfers hat er zustimmend Kenntnis genommen. Das Gremium billigt den vom Vorstand vorgelegten Lagebericht und den Jahresabschluss 2019 der 11 88 0 Solutions AG, der somit festgestellt ist.

Der Aufsichtsrat hat weiterhin den IFRS-Konzernabschluss der 11 88 0 Solutions AG und den Lagebericht im Detail geprüft. Von dem Ergebnis des Abschlussprüfers hat er zustimmend Kenntnis genommen. Das Gremium billigt den vom Vorstand vorgelegten Lagebericht und den Konzernabschluss 2019 der 11 88 0 Solutions AG, der somit ebenfalls festgestellt ist.

Risikofrüherkennungssystem

Der Vorstand der 11 88 0 Solutions AG hat gemäß § 91 Abs. 2 Aktiengesetz ein Überwachungssystem eingerichtet, um mögliche Risiken für die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften frühzeitig zu erkennen. Das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers hat gezeigt, dass der Vorstand seine Pflichten gemäß § 91 Abs. 2 Aktiengesetz erfüllt hat. Der Aufsichtsrat stimmt dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu.

Corporate Social Responsibility

Der Aufsichtsrat hat sich eingehend mit dem Nachhaltigkeitsbericht (s. S. 16 ff.) der 11 88 0 Solutions AG befasst, ihn im Detail geprüft und einstimmig freigegeben.

Abschlusserklärung

Wir haben das Ergebnis des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen und erheben nach eigenen Prüfungen des Jahresabschlusses, des Lageberichts, des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts der 11 88 0 Solutions AG keinen Einwand. Wir nehmen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss 2019 an, der somit festgestellt ist. Weiterhin nehmen wir auch den vom Vorstand aufgestellten IFRS-Konzernabschluss 2019 an.

Im Namen des gesamten Aufsichtsrats danke ich dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Maar für seine geleistete Arbeit. Unser gemeinsamer Dank gilt außerdem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement und ihre Leistungen im Geschäftsjahr 2019.

 

Essen, im März 2020

Dr. Michael Wiesbrock

Vorsitzender des Aufsichtsrates

Die 11 88 0 Solutions AG am Kapitalmarkt

Aktionärsstruktur am 31.12.2019

united vertical media GmbH 74,8 %

Freefloat 21,0 %

Rolf Hauschildt 4,2 %

Das Jahr 2019 war ein großartiges Jahr für Aktionäre. Der Dax kletterte um rund 25 Prozent und erzielte damit den größten Jahresgewinn seit 2013. Obwohl 2019 bestimmt war von Rezessionsängsten, der Unsicherheit im amerikanisch-chinesischen Handelskrieg und der Unsicherheit rund um den Brexit, wirkten sich diese Unwägbarkeiten nicht auf die Börse aus. Im Gegenteil, möglicherweise waren sie in Kombination mit den allgemeinen Niedrigzinsen der wichtigste Auslöser für die vorherrschende Euphorie der Anleger. Vor dem Hintergrund der wirtschaftspolitischen Unsicherheit erscheint das Chancen-Risiko-Profil bei Aktien im Vergleich zu anderen Anlagemodellen offensichtlich besonders attraktiv.

Die 11 88 0 Solutions-Aktie hat sich 2019 ebenfalls sehr erfolgreich entwickelt. Zu Beginn des Jahres lag ihr Wert bei 1,00 Euro, sank dann im Verlauf auf einen Jahrestiefstwert von 0,96 Euro am 11. Februar 2019 bevor er dann wieder zulegte. Ende März erwarb die Nürnberger united vertical media GmbH, eine Tochtergesellschaft der Müller Medien-Guppe, die Anteile des ehemaligen Großaktionärs Golden Tree Asset Management LP und kaufte gleichzeitig Aktien am freien Markt. Der Kurs lag bei 1,32 Euro, als die united vertical media GmbH am 26. März 2019 einen Anteil von 14,8 Prozent an der Gesellschaft meldete. Die Bekanntgabe des Einstiegs des neuen Großaktionärs beflügelte die Entwicklung des Aktienkurses, der in der Folge auf 1,85 bis 1,87 Euro kletterte. Von Mai bis Juli übernahm die united vertical media GmbH weitere Anteile und machte am 23.Juli 2019 schließlich allen Aktionären der 11 88 0 Solutions AG ein freiwilliges Übernahmeangebot zum Preis von 1,87 Euro je Aktie.

Am 11. September 2019 beschloss der Vorstand der 11 88 0 Solutions AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Durchführung einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen unter Ausgabe von 1.911.109 neuen Aktien zu einem Ausgabepreis von 1,83 Euro. Die Kapitalerhöhung erfolgte unter Ausschluss des Bezugsrechts; united vertical media zeichnete und übernahm alle neuen Aktien. Die Kapitalmaßnahme und die Annahmequote des Übernahmeangebots führten dazu, dass die united vertical media GmbH seit Ende September 2019 einen Anteil von 74,8 Prozent an der Gesellschaft hält.

Am 6. September 2019 verzeichnete die 11 88 0 Solutions-Aktie mit 1,895 Euro ihren höchsten Wert, zum Jahresende 2019 lag sie bei einem Stückpreis von 1,56 Euro.

Investor Relations-Aktivitäten

Der Vorstand der 11 88 0 Solutions AG hat zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2018 und zu allen Quartalsergebnissen 2019 jeweils eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren durchgeführt. Dabei hat er die Geschäftsentwicklung, die Finanzkennzahlen und die weitere Strategie des Unternehmens erläutert. Im Anschluss wurden in einer offenen Runde Fragen beantwortet und ausgewählte Themen ausführlich diskutiert. Auch in der Jahreshauptversammlung am 12. Juni 2019 in Essen hat der Vorstand einen detaillierten Überblick zur Entwicklung des Unternehmens präsentiert und sich sämtlichen Fragen der anwesenden Aktionäre gestellt.

Darüber hinaus haben Vorstand und IR-Team zahlreiche persönliche Einzelgespräche und Telefonkonferenzen geführt. Dabei haben Sie Investoren und potenziellen Investoren die Entwicklung des Unternehmens erläutert und offene Fragen detailliert beantwortet. Der Vorstandsvorsitzende Herr Maar hat die 11 88 0 Solutions AG Ende November 2019 auf dem Eigenkapitalforum der Deutschen Börse in Frankfurt und Mitte Dezember auf der Münchener Kapitalmarktkonferenz präsentiert und rund um die Präsentationen viele Einzelgespräche mit interessierten Investoren geführt.

Die Analysten der Mainzer Solventis AG haben aufgrund der positiven operativen Entwicklung der Gesellschaft und des Einstiegs des neuen Großaktionärs united vertical media ihr Modell der Basis-Studie aus dem Jahr 2017 im November 2019 überarbeitet und die Aktie neu bewertet. Die Analysten sehen den fairen Wert der Aktie nun bei 1,95 Euro.

Die Basis-Studie 2017 und alle nachfolgenden Updates können auf der Website unter www.11880.com abgerufen werden.

Kennzahlen zur 11 88 0-Aktie 2014 2015 2016
Anzahl der Aktien STK. 19.111.091 19.111.091 19.111.091
Grundkapital EUR 19.111.091 19.111.091 19.111.091
Börsenkurs zum Jahresende EUR 3,31 1,15 0,68
Höchster Börsenkurs 1 EUR 6,40 3,35 1,17
Niedrigster Börsenkurs 1 EUR 2,75 1,13 0,68
Marktkapitalisierung zum Jahresende MIO. EUR 63,2 22,0 13,0
Ergebnis je Aktie EUR -0,33 -0,49 -0,77
Dividende bzw. Dividendenvorschlag je Aktie EUR 0,00 0,00 0,00
Dividendenrendite 2 % 0,0 0,0 0,0
Kennzahlen zur 11 88 0-Aktie 2017 2018
Anzahl der Aktien 19.111.091 19.111.091
Grundkapital 19.111.091 19.111.091
Börsenkurs zum Jahresende 0,874 1,00
Höchster Börsenkurs 1 1,283 1,285
Niedrigster Börsenkurs 1 0,422 0,946
Marktkapitalisierung zum Jahresende 16,7 19,0
Ergebnis je Aktie -0,50 -0,16
Dividende bzw. Dividendenvorschlag je Aktie 0,00 0,00
Dividendenrendite 2 0,0 0,0
Kennzahlen zur 11 88 0-Aktie 2019
Anzahl der Aktien STK. 21.022.200
Grundkapital EUR 21.022.200
Börsenkurs zum Jahresende EUR 1,56
Höchster Börsenkurs 1 EUR 1,895
Niedrigster Börsenkurs 1 EUR 0,962
Marktkapitalisierung zum Jahresende MIO. EUR 32,8
Ergebnis je Aktie EUR -0,16
Dividende bzw. Dividendenvorschlag je Aktie EUR 0,00
Dividendenrendite 2 % 0,0

1 Xetra-Schlusskurse
2 bezogen auf den jeweiligen Xetra-Schlusskurs

Corporate Social Responsibility (CSR)

1. Beschreibung des Geschäftsmodells

Seit mehr als zwei Jahrzehnten stehen die Off- und Online-Marken 11 88 0 * und 11880.com der Gesellschaft für schnelle und zuverlässige Ergebnisse bei der Suche nach Privatpersonen und lokalen und überregionalen Anbietern aller Branchen.

Die 11 88 0 Solutions AG bietet mit Deutschlands zweitgrößter Telefonauskunft unter der Nummer 11 88 0 * persönliche Unterstützung bei der Suche nach einer Person, einem Unternehmen oder einer Information. Die erfahrenen Mitarbeiter stellen ihre Telefonexpertise auch anderen Unternehmen zur Verfügung und nehmen im Auftrag großer, bundesweit tätiger Unternehmenskunden Anrufe entgegen und leiten im First- & Second-Level-Segment Kundenservicemaßnahmen ein.

Das Online-Branchenbuch 11880.com und die gleichnamige App liefern gezielte Informationen und vermitteln direkt zu passenden Anbietern in der gewünschten Region. Über Fachportale für die 20 meistgesuchten Branchen bringt 11880.com Verbraucher und Anbieter schnell und effizient zusammen. Da kleine und mittelständische Unternehmen bei 11880.com ihre Kunden ohne Streuverluste erreichen, nutzen sie die Plattform und ihre Fachportale zur Vermarktung ihres Angebots. Von einem Eintragsservice in den größten Suchmaschinen über professionelle Homepages bis hin zu Google- und Bing-Kampagnen bietet das 11880.com-Portfolio eine Vielzahl von Produkten, um kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland online optimal zu vermarkten. Ergänzt wird das Angebot um einen Sekretariatsservice, der insbesondere von Kleinunternehmen ohne Back Office gerne genutzt wird. Mit der Metasuche werkenntden BESTEN.de bietet die 11 88 0 Solutions AG Unternehmern eine einzigartige Möglichkeit des effektiven Bewertungsmanagements; über das Jobportal wirfindenDeinenJOB.de können Unternehmenskunden leicht passendes Personal finden und freie Stellen besetzen.

2. Umweltbelange

Der Erhalt unserer Erde ist ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsbemühungen unserer Gesellschaft. Sowohl innerhalb unseres Unternehmens als auch gemeinsam mit unseren Kunden und unseren Lieferanten leisten wir einen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt, indem wir Energie- und Ressourceneffizienz in den Fokus stellen und kontinuierlich optimieren.

Bereits seit Ende 2017 verfolgt die 11 88 0 Solutions AG eine Green IT-Strategie. Mit neu definierten Prozessen und Mechanismen gelingt seitdem die lückenlose Überwachung eines transparenten Energieverbrauchs. Zunächst wurde ein standortübergreifendes Druckerkonzept eingeführt, das auf einem energieeffizienten Einsatz von nur wenigen Multifunktionsdruckern basiert. Eine neue Management-Software und FollowMe-Printing sorgen dafür, dass unnötige oder doppelte Ausdrucke vermieden werden. Mit diesem innovativen Konzept konnte nicht nur der Energieverbrauch, sondern auch Papier- und Tonerkonsum deutlich reduziert werden.

An den Standorten in Rostock und Neubrandenburg wird der Stromverbrauch nicht nur in den technischen Räumlichkeiten des Unternehmens, sondern zusätzlich auch auf den Büroetagen mit speziellen Stromverteilereinheiten einzelner Geräte dauerhaft und für alle Mitarbeiter transparent gemessen und kontinuierlich optimiert. In Rostock werden derzeit außerdem Klimaanlagen mit umweltschädlichen Kühlflüssigkeiten zurückgebaut.

Ende 2018 hat die 11 88 0 Solutions AG zwei Standorte zu einem zusammengezogen. Im Zuge des Umzugs in ein neues Bürogebäude wurden die langjährigen Rechenzentren konsolidiert und zukunftsfähig gemacht, Applikationen und Daten wurden in die Cloud migriert. Dabei hat unser Unternehmen bewusst Technologie-Partner ausgewählt, die nicht nur mit Leistung, sondern auch mit Nachhaltigkeit und ethischen Werten überzeugen konnten. Das Ergebnis: Die Rechenzentrumsinfrastruktur ist heute leistungsfähiger, benötigt weniger Platz und ist in der Administration deutlich schlanker. Energie- und Kühlungskosten sind um 100.000,00 Euro pro Jahr gesunken. Die 11 88 0 Solutions AG trägt mit der neuen IT-Infrastruktur, einem geringeren Energiebedarf und einer deutlich geringeren Produktion von Elektroschrott zum Erhalt unserer Umwelt bei.

Bei der Auswahl von Firmenwagen achtet die 11 88 0 Solutions AG streng darauf, dass nur umweltfreundliche Fahrzeuge namhafter Hersteller mit möglichst geringem Kraftstoffverbrauch ausgewählt werden. Ende 2019 wurden erste Pläne für die Installation von insgesamt 50 Schnellladesäulen an den Standorten in Essen, Rostock, und Neubrandenburg diskutiert, die baldmöglich umgesetzt werden sollen.

Für Geschäftsreisen von Mitarbeitern, die keinen Firmenwagen haben, werden vorrangig Bahnfahrten gebucht. Im Rahmen der Mitte 2015 begonnenen Restrukturierung des Unternehmens wurden insgesamt acht Standorte geschlossen, um die Anzahl von Dienstreisen bestmöglich zu minimieren. Zwischen den bestehenden drei Standorten halten Mitarbeiter Konferenzen und Besprechungen so oft wie möglich via Telefon, Videotelefonie und Skype ab.

3. Arbeitnehmerbelange

Die 11 88 0 Solutions AG bekennt sich zu den Grundrechten ihrer Arbeitnehmer. Von besonderer Bedeutung sind für die Gesellschaft das Verbot der Diskriminierung, das Recht auf Gleichbehandlung und das Recht auf Kollektivverhandlungen und Vereinigungsfreiheit. Im Oktober 2019 hat die 11 88 0 Solutions AG als Bekenntnis zu Diversity in der Arbeitswelt die Charta der Vielfalt gezeichnet. Die Umsetzung der Charta der Vielfalt in unserer Organisation hat zum Ziel, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir die vorhandene Vielfalt erkennen und nutzen. Die Vielfalt unserer Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten eröffnet Chancen für innovative und kreative Lösungen. Alle Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren - unabhängig von Geschlecht und geschlechtlicher Identität, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Wir schaffen ein Klima der Akzeptanz und des gegenseitigen Vertrauens. Die Charta der Vielfalt hat positive Auswirkung auf unser Ansehen bei Geschäftspartnern, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern der Welt.

In unseren Call Centern, in denen unsere Mitarbeiter Auskunftsanrufe abwickeln und Kundenserviceanrufe für kleine und mittelständische Unternehmer entgegennehmen, spielen Arbeitszeit und Arbeitszeitmodelle eine wesentliche Rolle. Um die Tätigkeit in einem Call Center in bestmöglichen Einklang mit Familie und Beruf zu bringen, bieten wir unseren Mitarbeitern eine Wunschdienstplanung an, die insbesondere alleinerziehende Arbeitnehmer und Mitarbeiter dabei unterstützt, minderjährige Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen. Die verantwortlichen Planer sind angehalten, die Wunschdienste zu berücksichtigen und bestmöglich umzusetzen, soweit es im Einklang mit den Kundenbedürfnissen und dem Unternehmensinteresse ist.

Wir haben alle technischen und datensicherheitsrelevanten Voraussetzungen dafür geschaffen, dass unsere Mitarbeiter auch jederzeit aus dem Home Office arbeiten können. So können sie Zeit und Geld für den Arbeitsweg sparen und schonen gleichzeitig die Umwelt.

Unsere Mitarbeiter erhalten regelmäßige Trainings zur Vertiefung ihres Produktwissens und ihrer Fähigkeiten am Telefon. Im Geschäftsjahr 2019 haben wir eine innovative Software eingeführt, die bereits durch den Klang der Stimme des Anrufers signalisiert, in welcher Stimmung sich der Anrufer befindet und wie der Mitarbeiter ihn bestmöglich bedienen kann. Mit dieser Investition ermöglichen wir unseren Mitarbeitern eine noch angenehmere Arbeitsatmosphäre.

An allen Standorten organisiert die Unternehmensleitung regelmäßige Gesundheitstage, gemeinsame Sportveranstaltungen und Feiern.

Die 11 88 0 Solutions AG hat bereits vor vielen Jahren die Sofortberatung Talingo EAP, seit 2019 im Zusammenschluss mit der INSITE-Interventions GmbH, beauftragt, um allen Mitarbeitern und auch ihren Angehörigen die Möglichkeit einer telefonischen Seelsorge anzubieten. Diese kann bei Geld-, Familien- oder Suchtproblemen sowie Erschöpfungssymptomen jederzeit kostenlos in Anspruch genommen werden.

Unser Unternehmen hat keinen Haustarifvertrag abgeschlossen. Wir pflegen einen kooperativen Arbeitsstil mit den Arbeitnehmervertretern und beteiligen alle gewählten Gremien entsprechend der Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes an der Mitbestimmung.

Wir bezahlen unsere Mitarbeiter schon seit jeher entsprechend der Mindestlohnvorgaben beziehungsweise darüber. Die 11 88 0 Solutions AG hat sich bereits zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns dafür entschieden, risikoreiche variable Gehaltsbestandteile nicht auf den Mindestlohn anzurechnen, obwohl die zwischenzeitlich ergangene Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ein solches Vorgehen erlaubt.

4. Sozialbelange

Als Unternehmen mit sozialer Verantwortung unterstützen wir verschiedene kulturelle und soziale Aktivitäten. Unser Ziel ist es, Werte zu schützen, Kreativität zu fördern, das interkulturelle Verständnis zu verbessern und zum Fortschritt anzuregen. In der Weihnachtszeit des Geschäftsjahres 2019 haben Mitarbeiter an den Standorten in Essen und Rostock beispielsweise Päckchen für die Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder und für Kinder der Rostocker Tafel gepackt und verschenkt. Zusätzlich wurde in Rostock eine Mitarbeiter-Spende von 500,00 Euro übergeben.

5. Achtung der Menschenrechte

Unsere Geschäftstätigkeit wirkt sich direkt und indirekt auf viele Menschen aus. Vor diesem Hintergrund sind wir uns unserer Verantwortung zur Achtung und Förderung der Menschenrechte bewusst. Wir fühlen uns daher bedingungslos dazu verpflichtet, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung zu fördern.

6. Bekämpfung von Korruption

Gegenüber Korruption, Wettbewerbsverstößen und anderen Verstößen gegen anwendbares Recht verfolgt die 11 88 0 Solutions AG einen Null-Toleranz-Ansatz. Sobald es auch nur Anzeichen für mögliche Fälle dieser Art gibt, reagiert das Unternehmen konsequent und mit Nachdruck. Ein wesentliches Element von Integrität ist das Einhalten von Gesetzen und unternehmenseigener interner Regelungen.

Zu den konkreten Maßnahmen gehört ein vom Vorstand ausgegebener, umfassender Verhaltenskodex (Code of Conduct), der im Intranet des Unternehmens für jeden Mitarbeiter abrufbar ist. Hier wird das Thema unter einem eigenen Punkt mit der Bezeichnung Korruption und Bestechung ausführlich behandelt.

Ein spezielles Compliance Committee, dem alle Abteilungsleiter angehören, tagt regelmäßig, überwacht das Compliance Management-System des Unternehmens, erarbeitet Optimierungen und berät den Vorstand bei allen Compliance-Themen. Das Compliance Management-System der 11 88 0 Solutions AG beinhaltet umfangreiche Maßnahmen und Prozesse und sieht On- und Offline-Compliance-, DGSVO- und AGG-Schulungen für Mitarbeiter vor, die regelmäßig durchgeführt werden. Diverse Richtlinien wie Arbeitsanweisungen, Unterschriften- und Einkaufsrichtlinien sind wesentliche Bestandteile dieses Compliance Management-Systems, das die Gesellschaft auch bereits einem externen Audit unterzogen hat. Das Ergebnis des Audits bescheinigte eine hohe Wirksamkeit des Systems und erforderte nur wenige marginale Verbesserungen, die im Anschluss unmittelbar umgesetzt wurden.

Sollte ein Verdachtsfall der Korruption auftreten, wird diesem umfänglich und konsequent nachgegangen und die interne Untersuchung detailliert im System dokumentiert. Wenn es erforderlich ist, werden sofort entsprechende Sanktionen verhängt.

Ein effektives und engmaschiges Risiko- und Chancenmanagementsystem ergänzt seit jeher das Compliance Management-System unseres Unternehmens. Risiko bedeutet dabei für die 11 88 0 Solutions AG sowohl die Gefahr möglicher Verluste als auch die Gefahr entgangener Gewinne. Beides kann durch interne oder externe Faktoren ausgelöst werden. Das Risikomanagementsystem unseres Unternehmens beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit Risiken im Rahmen der unternehmerischen Betätigung.

Konzernlagebericht der 11 88 0 Solutions AG für das Geschäftsjahr 2019

1. Grundlagen des Konzerns

Zum Zweck der internen Berichterstattung und Unternehmenssteuerung unterteilt die 11 88 0 Solutions-Gruppe ihre Aktivitäten in zwei Geschäftssegmente: Digital und Telefonauskunft.

Im Segment Digital bietet die 11 88 0 Solutions-Gruppe Online-Pakete für eine breite und effiziente Internetpräsenz kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) an. Zu einem solchen Paket zählen neben dem Eintrag im Branchenverzeichnis 11880.com und dem Eintrag in einem passenden 11 88 0-Fachportal auch das Angebot des Eintragsservices in weiteren Auskunftsportalen, Google Ad-Words sowie Bing, die Produktion von Webseiten oder ein telefonischer Sekretariatsservice. Weiterhin werden Pakete zum aktiven Bewertungsmanagement über unsere Suchmaschine für Online-Bewertungen werkenntden BESTEN.de angeboten. Anfang 2019 wurde die erste Version des neuartigen Jobportals wirfindendeinenJOB.de gestartet. Für größere Unternehmen bietet die 11 88 0 Solutions-Gruppe außerdem Einzelplatz- oder Netzwerklösungen für den Zugang zum aktuellen Datenbestand des digitalen Telefon- und Branchenbuchs an.

In ihrem zweiten Geschäftsbereich, dem Segment Telefonauskunft, bietet die 11 88 0 Solutions-Gruppe hauptsächlich Dienstleistungen rund um die Telefonauskunft 11 88 0 an. Mit einem Anruf bei der Servicenummer erhält der Verbraucher telefonisch, per E-Mail oder SMS Telefonnummern, Adressen in Deutschland und der Welt sowie weitere Informationen zu Fahr- oder Flugplänen, Aktienkursen, Kinoprogrammen, Hotelbuchungen und vielem mehr. Auf Wunsch wird der Anrufer auch direkt an den gewünschten Teilnehmer weitervermittelt. In diesem Geschäftsbereich wickeln die Mitarbeiter der 11 88 0 Solutions-Gruppe zusätzlich Kundendienstleistungen im Rahmen des Call Center-Drittgeschäfts ab.

Grundlagen der Berichterstattung

Die 11 88 0 Solutions-Gruppe nutzt für Steuerungszwecke innerhalb ihrer Geschäftssegmente Digital und Telefonauskunft ein System entscheidungsrelevanter Kennzahlen. Um auf aktuelle Entwicklungen und Veränderungen im operativen Geschäft zeitnah reagieren zu können, greift der Konzern in allen Geschäftsbereichen auf tagesaktuelle Reporting-Instrumente zu. Im finanzbezogenen Bereich sind das v.a. die zentralen Kenngrößen Umsatz, Profitabilität (EBITDA) sowie der Cash-Bestand. Alle genannten Kennzahlen werden auf Konzernebene ermittelt und gesteuert.

Im nicht-finanzbezogenen Bereich wird auf unterschiedliche Kennzahlen zurückgegriffen: Im Segment Digital wird auf die nicht-finanzbezogenen Kennzahlen Neu- und Bestandskundenentwicklung sowie Kündigungsquote zurückgegriffen. Diese Kennzahlen ermöglichen einen Rückschluss auf den Grad der Kundenbindung und Kundenzufriedenheit. Im Segment Telefonauskunft spielen die nicht finanzbezogenen Kennzahlen Anrufvolumen und Umsatz pro Call eine zentrale Rolle.

Finanzbezogene Kennzahlen

Umsatz

Der Umsatz auf Konzernebene ist eine der zentralen Steuerungsgrößen. Der Konzernumsatz setzt sich aus den Umsätzen der Segmente Digital und Telefonauskunft zusammen.

Innerhalb des Segments Digital werden Umsätze für das Mediageschäft im Neukunden- sowie im Bestandskundengeschäft erwirtschaftet. Die Basis für eine nachhaltige Umsatzentwicklung ist dabei eine effiziente Vertriebsmannschaft im Neukundengeschäft sowie ein auf Kundenbindung ausgerichtetes Bestandskundenmanagement mit Fokus auf speziell für den Kunden optimierte Produkte. Zusätzlich werden im Produktbereich Softwarelösungen digitale Telefon- und Branchenbücher auf CD-ROM und Intranet-Lösungen sowie Datenbanken-Lösungen angeboten.

Im Segment Telefonauskunft wird der Umsatz sowohl im klassischen Geschäftsfeld als auch im neuen Call Center-Drittgeschäft im Wesentlichen als Produkt aus Anrufvolumen, Anrufdauer und Preis je Minute determiniert. Das Anrufvolumen setzt sich zusammen aus Anrufen aus dem Festnetzbereich sowie den Netzen der Mobilfunkbetreiber, wobei sich die Tarife je nach Netzbetreiber und Call Center-Drittgeschäftskunden unterscheiden können.

Profitabilität (EBITDA)

Die für das Unternehmen zentrale Kennzahl zur Steuerung der Profitabilität ist das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Die 11 88 0 Solutions-Gruppe steuert mit dieser Kenngröße die Konzernprofitabilität.

Cash-Bestand

Die Betrachtung dieser Kennzahl ermöglicht unter anderem die Beurteilung der finanziellen Gesundheit des Unternehmens. Mit Hilfe dieser Information ist die 11 88 0 Solutions-Gruppe in der Lage, ihre Finanz- und Vermögenslage zu bewerten, zu steuern und zu optimieren.

Der Cash-Bestand berechnet sich als Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie kurzfristig veräußerbaren finanziellen Vermögenswerten.

Nicht-finanzbezogene Kennzahlen

Neukunden- und Bestandskundenentwicklung sowie Kündigungsquote als Kennzahlen zur Messung von Kundenbindung und -zufriedenheit im Segment Digital

Ein hohes Maß an Kundenbindung und -zufriedenheit ist besonders für die Weiterentwicklung des Geschäftssegments Digital von großer Bedeutung. Im Kern geht es darum, Kunden durch ein Kundenbetreuungskonzept langfristig und nachhaltig an das Unternehmen zu binden. Dies sichert zukünftige Umsätze und steigert die Profitabilität des Segments Digital.

Quantifizierbare Kenngrößen im Rahmen von Kundenbindung und Kundenzufriedenheit sind u.a. die Kündigungsquote (Abwanderungsrate) sowie die Entwicklung der Anzahl von Neu- und Bestandskunden.

Die Kündigungsquote definiert prozentual die Anzahl der Kunden der Periode, die nicht in eine Vertragsverlängerung gehen, im Verhältnis zur bestehenden Anzahl von Kunden der Vorjahresperiode.

Anrufvolumen und Umsatz pro Call im Segment Telefonauskunft

Ursächlich für den seit Jahren beobachtbaren, kontinuierlichen Rückgang im Markt der Telefonauskunft ist das veränderte Nutzungsverhalten der Konsumenten in Richtung digitaler Informationsbeschaffung. Umso wichtiger ist es für die 11 88 0 Solutions-Gruppe, eine möglichst exakte Vorhersage für die Entwicklung des Anrufvolumens zu treffen. Die 11 88 0 Solutions-Gruppe verfügt nach Auffassung der Gesellschaft über ein effizientes Reportingsystem, bewährte Forecast-Modelle sowie jahrelange Erfahrungswerte. Auf dieser Basis ist es möglich eine effiziente Planung der notwendigen Personalkapazitäten für die Call Center vorzunehmen. Darüber hinaus bildet der Umsatz pro Call eine wichtige Steuerungsgröße mit direkter Auswirkung auf die Entwicklung der Umsatzerlöse in diesem Segment.

Mitarbeiterzufriedenheit

Unsere Mitarbeiter tragen maßgeblich zum langfristigen Erfolg des Konzerns bei. Wir wollen Talente für unser Unternehmen gewinnen, sie halten und dabei unterstützen, sich weiterzuentwickeln. Dazu schaffen wir eine Arbeitsumgebung, die inspiriert und verbindet. Nach Ansicht des Vorstands ist die Basis dafür eine offene Führungskultur, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Leistungsbereitschaft beruht.

Die 11 88 0 Solutions-Gruppe kann auf engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bauen. Unseres Erachtens zeigt sich Mitarbeiter-Engagement durch Begeisterung für die Arbeit, Leistungsbereitschaft und generelle Verbundenheit mit unserem Unternehmen. Wir streben an, das 2019 über die Mitarbeiterbefragung ermittelte Mitarbeiter-Engagement auf hohem Niveau zu halten und möglichst noch weiter zu steigern. Das Niveau des Happy Employee-Index - unserem Maß für die Mitarbeiterzufriedenheit, ermittelt aus der konzernweiten Mitarbeiterbefragung 2019 - lag bei sehr guten 1,9 (auf einer Skala von 1,0 = stimmt voll und ganz bis 5,0 = stimmt überhaupt nicht). Die Belegschaft hat sich mit einer hohen Quote von 80 % an der Befragung beteiligt.

Nach den organisatorischen Umbaumaßnahmen und der Standortkonzentration in den Jahren seit 2016 ist und bleibt die Mitarbeiterbefragung damit ein etabliertes Feedback-Instrument, um Mitarbeiter bei der Gestaltung ihres Arbeitsumfelds aktiv einzubeziehen. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung werden in die Weiterentwicklung der Strategie einfließen. Die nächste Mitarbeiterbefragung wird im Jahr 2020 durchgeführt.

2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der Welt in Höhe von 2,6 % erreicht und bewegt sich somit leicht unter dem Wachstum des Vorjahres. Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich entgegen den ursprünglichen Prognosen stabilisiert und die einjährige Talfahrt der Einschätzungen der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe ist erst einmal gebremst. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften kam es im November zu einer sehr leichten Verbesserung der Erwartungen, in den Schwellenländern dagegen verbesserten sich die Einschätzungen deutlicher, vor allem in China und Brasilien. Die Talfahrt bei den Auftragseingängen in den Schwellenländern ist gestoppt während sie in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zumindest deutlich verlangsamt wurde. Die Stimmung unter den Konsumenten bleibt weltweit weiterhin optimistisch, die entsprechenden Indikatoren sind auf einem historisch sehr hohen Niveau. Dies ist vor dem Hintergrund der in vielen Ländern sehr guten Arbeitsmarktlage und den damit einhergehenden deutlichen Einkommenszuwächsen zu sehen. Die weltweite gesamtwirtschaftliche Produktion wird voraussichtlich mit durchschnittlichen Raten expandieren. Dabei dürften die fortgeschrittenen Volkswirtschaften mit geringfügig unterdurchschnittlichen Raten zulegen, während die Produktion in den Schwellenländern wohl weiterhin überdurchschnittlich zunehmen wird. Abzuwarten bleibt die Wirkung auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld vor allem hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie auch die Risiken in Bezug auf die nachhaltige Finanzstabilität Chinas. Ein weiteres Risiko besteht in der Verschuldung von nicht-finanziellen Unternehmen in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften durch u.a. die Ausgabe von nicht gut bewerteten Anleihen. Einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor stellt die weltweite Verbreitung des neuartigen Coronavirus (Covid-19) und die damit verbundenen wirtschaftlichen und politischen Folgen für die Weltwirtschaft dar.

Das reale Bruttoinlandsprodukt im Euroraum wird in diesem Jahr um 1,2 % zulegen. Somit hat die Konjunktur im Vergleich zum Vorjahr etwas an Fahrt verloren. Dies galt vor allem für die drei größten Mitgliedsstaaten Deutschland, Frankreich und Italien. Ursächlich dafür ist eine weiterhin rückläufige Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe, die sich in Form einer niedrigeren Beschäftigungs- und Lohndynamik zunehmend auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Daraus ergeben sich dämpfende Effekte auch auf die Produktion von Konsumgütern und konsumnaher Dienstleistungen. Die Konjunkturprognose ist noch weiteren politischen und wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt - hier vor allem in Großbritannien hinsichtlich des Brexits sowie in Italien, Spanien und Deutschland aufgrund politischer Unsicherheiten.

Im Jahresdurchschnitt 2019 hat sich der Anstieg des Bruttoinlandprodukts in Deutschland nach 1,5 % im Vorjahr auf 0,5 % abgeschwächt. Während die Wertschöpfung der binnenorientierten Dienstleistungs- und Bauunternehmen weiter zunimmt, befindet sich das Verarbeitende Gewerbe nach wie vor in einer Rezession. Seit dem Frühjahr sinkt dort die Beschäftigung, und der Anteil der kurzarbeitenden Industrieunternehmen hat deutlich zugenommen. Zum einen belastet der von den USA ausgehende Handelskonflikt den weltweiten Warenaustausch und die globale Investitionstätigkeit. Dies trifft die deutsche Industrie besonders hart, da ihre Produktion auf Vorleistungs- und Investitionsgüter spezialisiert ist. Zum anderen sieht sich der Kraftfahrzeugbau -eine der deutschen Schlüsselindustrien - mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Neben einer weltweiten Kaufzurückhaltung, die sich vor allem in rückläufigen Neuzulassungszahlen niederschlägt, befindet sich die Automobilindustrie in einer technologischen Übergangsphase hin zur Produktion von Fahrzeugen mit nicht-konventionellen Antrieben. Dabei kommt es im Zuge der Neuausrichtung bestehender Wertschöpfungsketten zu signifikanten Produktionseinbußen und -verlagerungen. Insgesamt wird erwartet, dass im Jahr 2020 das Bruttoinlandsprodukt wieder stärker um 1,1 % steigen wird, wobei der Kalendereffekt von 0,4 % die eher verhaltene konjunkturelle Grunddynamik überzeichnet. Die deutsche Industrie wird voraussichtlich erneut einen negativen Wachstumsbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt liefern, wenngleich dieser deutlich geringer ausfallen dürfte als 2019. Im Geschäftsjahr 2021 dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt wieder um 1,5 % expandieren und damit kräftiger als das Produktionspotenzial zulegen.

Vorgenannte Daten basieren auf der ifo Konjunkturprognose Winter 2019, entnommen dem ifo Schnelldienst 24 / 2019 72. Jahrgang vom 19. Dezember 2019.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Markt für digitale Werbung (online und mobil) in Deutschland wird im Geschäftsjahr 2019 laut vorläufiger Prognose des Online-Vermarkterkreis (OVK) um circa 6 % wachsen. Damit wird das Nettowerbevolumen für digitale Werbung 2019 insgesamt 2,189 Milliarden EUR betragen, gegenüber 2,065 Milliarden EUR in 2018 sowie 1,928 Milliarden EUR im Geschäftsjahr 2017.

3. Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2019 änderte sich die Aktionärsstruktur der 11 88 0 Solutions AG grundlegend durch den Eintritt eines neuen Mehrheitsaktionärs, der united vertical media GmbH, Nürnberg. Die united vertical media GmbH hatte am 13. Juni 2019 ihre Entscheidung zur Abgabe eines freiwilligen öffentlichen Angebots an die Aktionäre der 11 88 0 Solutions AG und am 23. Juli 2019 die entsprechende Angebotsunterlage veröffentlicht. Nach Abschluss des freiwilligen Übernahmeangebots hielt die united vertical media GmbH rechnerisch 72,3 % der Aktien der 11 88 0 Solutions AG.

Am 16. September 2019 führte die 11 88 0 Solutions AG durch die Nutzung von genehmigtem Kapital eine Eigenkapitalerhöhung durch, in Folge derer sich das Aktienvolumen von 19.111.091 Stück auf 21.022.200 auf den Inhaber lautende Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) erhöhte. Der rechnerische Nennwert je Aktie beträgt EUR 1,00. Die 11 88 0 Solutions AG hat ihr satzungsmäßiges Grundkapital gegen Bareinlage und unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre von EUR 19.111.091 um EUR 1.911.109 auf EUR 21.022.200 durch Ausgabe von 1.911.109 auf den Inhaber lautenden neuen Stückaktien zum Ausgabebetrag von EUR 1,83 je Aktie erhöht.

Das Geschäftsjahr 2019 stand operativ im Fokus der Konsolidierung und Optimierung des in den vergangenen Jahren neu entwickelten Produktportfolios. Gleichzeitig wurde mit wirfindendeinenJOB.de zu Beginn des Jahres ein weiteres neues Portal an den Markt gebracht. Das Kundenwachstum im Digitalgeschäft war 2019 mit 7.368 zahlenden Neukunden das Höchste in der Unternehmensgeschichte. Im Segment Telefonauskunft konnte der marktbedingte Rückgang bei der klassischen Telefonauskunft durch den Ausbau des Call Center-Drittgeschäfts und die Akquise weiterer Unternehmenskunden kompensiert werden: Erstmals seit einem Jahrzehnt hat die Gesellschaft in diesem Segment wieder ein leichtes Umsatzwachstum ausgewiesen.

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 wurde die erste Version des neuartigen Jobportals wirfindendeinenJOB.de gestartet. Arbeitssuchende signalisieren mit einer Kurzinformation ihre Bereitschaft, in der gewünschten Region eine neue Tätigkeit auszuüben. Die Jobgesuche werden mit allen in Frage kommenden Unternehmen unter den rund vier Millionen Listings der 11880.com-Datenbank abgeglichen und entsprechend vermittelt. Betrachtet man den Traffic auf der Website und die Kundenreaktionen, war das Interesse sowohl auf der Seite der Jobsuchenden als auch auf der Seite der 11880.com-Unternehmenskunden von Beginn an hoch. Im Laufe des Jahres wurden alle Vorschläge und Kommentare beider Nutzer-Zielgruppen zur besseren und effizienteren Leistung von den Entwicklern der Gesellschaft in weitere Versionen eingebracht, so dass seit Ende 2019 eine fünfte, optimierte Version online ist.

Der Traffic der Suchmaschine werkenntden BESTEN.de, die knapp 100 Millionen Online-Bewertungen aus mehr als 50 Portalen anzeigt, hat sich 2019 weiter erfolgreich entwickelt. Immer mehr Online-User informierten sich bei der Suche nach passenden Dienstleistern, Restaurants oder Handwerkern über werkenntden BESTEN.de. Auch die 11880.com-Unternehmenskunden erkennen offenbar zunehmend die Relevanz von Online-Bewertungen und entscheiden sich für das werkenntden BESTEN-Angebot für effektives Bewertungsmanagement: 2019 konnten mehr Kunden gewonnen werden als 2018. Obwohl die 11 88 0 Solutions AG keine nennenswerten Investitionen in die Bekanntheit des Portals investiert hat, ist werkenntden BESTEN.de heute eine bekannte Nachschlageadresse deutscher Online-User und zählte Anfang 2019 zu den Sistrix-Top Ten bei Google.

Das gesamte 11880.com-Portfolio ist so ausgerichtet, dass das Angebot von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) online weitreichend bekannt gemacht wird. Von der Suchmaschinenwerbung über Personalgesuche und die Garantie aktueller Präsenzeinträge bis hin zu einem Sekretariatsservice können Unternehmen eine Vielzahl von Services buchen, um ihr Angebot effizient zu vermarkten. Sowohl die jährlich steigenden Kundenzahlen als auch der wachsende Traffic auf allen zugehörigen Internetseiten zeigen, dass Verbraucher und Unternehmen den Mehrwert der 11880.com-Produkte gleichermaßen erkannt haben.

Um zukünftig noch effizienter Kunden gewinnen und diesen einen hochtransparenten Service anbieten zu können, hat die 11 88 0 Solutions AG zur nachhaltigen Sicherung des weiteren Wachstums im Geschäftsjahr 2019 begonnen, materielle Investitionen in die Erneuerung der IT- und CRM-Systeme zu tätigen.

Im Geschäftsjahr 2019 hat sich im Geschäftssegment Telefonauskunft der Umsatz im Call Center-Drittgeschäft deutlich gesteigert. In diesem Geschäftszweig nehmen die erfahrenen 11 88 0-Mitarbeiter im Namen großer Unternehmen Kundenservice-Telefonate entgegen. Im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres hat das Unternehmen begonnen, eine innovative Software einzusetzen, die die Gesprächsatmosphäre optimiert und uns damit einen großen Wettbewerbsvorteil verschafft. Zum Ende des Jahres 2019 hat die Gesellschaft insgesamt sieben Kunden in diesem Geschäftsfeld, die deutschlandweit tätig sind.

Der Konzernumsatz ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 % gestiegen. Das zu Beginn des Jahres prognostizierte Umsatzvolumen in der Bandbreite von 40,3 bis 47,0 Mio. EUR wurde mit 47,7 Mio. EUR leicht übertroffen. Im September 2019 wurde diese ursprüngliche Prognose per Ad hoc-Mitteilung auf eine Bandbreite von 46,1 bis 48,9 Mio. EUR angepasst. Die korrigierte Bandbreite wurde somit ebenfalls erreicht.

Der realisierte Umsatz im Segment Digital betrug 34,6 Mio. EUR (Vorjahr: 30,3 Mio. EUR) und lag somit leicht über dem oberen Ende der prognostizierten Bandbreite von 30,0 bis 34,0 Mio. EUR. Der Anteil des digitalen Geschäfts am Gesamtumsatz lag bei 73 % und wurde gegenüber dem Vorjahr (71 %) erneut erhöht.

Der Umsatz im Segment Telefonauskunft entwickelte sich trotz des vorgenannten Rückgangs positiver als erwartet; das erwartete Umsatzvolumen in Höhe von 10,3 bis 13,0 Mio. EUR konnte mit 13,1 Mio. EUR erwirtschaftet werden (Vorjahr: 12,6 Mio. EUR).

Das Konzern-EBITDA hat sich von 1,0 Mio. EUR auf nunmehr 2,8 Mio. EUR sehr deutlich verbessert und die erwartete Bandbreite von 2,0 bis 4,0 Mio. EUR konnte erreicht werden. Im September 2019 wurde diese Prognose per Ad hoc-Mitteilung auf eine Bandbreite von 1,8 bis 2,8 Mio. EUR angepasst. Diese Bandbreite wurde ebenfalls deutlich erreicht.

Das Konzern-EBITDA des Geschäftsjahres in Höhe von 2,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR) ergibt sich aus dem Betriebsergebnis in Höhe von -2,1 Mio. EUR (Vorjahr: -3,0 Mio. EUR) abzüglich der innerhalb der Umsatzkosten ausgewiesenen Abschreibungen in Höhe von 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR), den Abschreibungen innerhalb der Vertriebskosten in Höhe von 2,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR) sowie den im Funktionsbereich Allgemeine Verwaltungskosten ausgewiesenen Abschreibungen in Höhe von 0,7 Mio. EUR (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR).

Bei einem prognostizierten EBITDA des Segments Digital in der Bandbreite von 2,5 bis 3,5 Mio. EUR hat sich dieses von 1,1 Mio. EUR im Vorjahr um 1,3 Mio. EUR auf 2,4 Mio. EUR verbessert und liegt knapp unterhalb der Prognose. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung ist insbesondere die deutliche Umsatzsteigerung im Vorjahresvergleich um 4,3 Mio. EUR sowie die sich dazu unterproportional entwickelnden Kostenpositionen.

Das EBITDA im Segment Telefonauskunft verbesserte sich von -0,1 Mio. EUR um 0,5 Mio. EUR auf 0,4 Mio. EUR; erwartet wurde in diesem Segment ein EBITDA in der Bandbreite von -0,5 bis 0,5 Mio. EUR. Die Prognose wurde deutlich erreicht. Ausschlaggebend hierfür ist eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr, v.a. bedingt durch das Call Center-Drittgeschäft sowie kostenseitig positive Effekte auf Basis der Umstellung auf IFRS 16 und den damit erfolgten Aktivierungen vor allem der Mietpositionen.

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,1 Mio. EUR auf 4,7 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: 2,6 Mio. EUR; Cashflow Vorjahr: -3,4 Mio. EUR). Für das Geschäftsjahr 2019 rechnete das Unternehmen mit einem Cash-Bestand in einer Bandbreite von 1,6 bis 2,6 Mio. EUR ohne Kapitalerhöhung. Im September 2019 wurde diese Prognose im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung per Ad hoc-Mitteilung auf eine Bandbreite von 4,6 bis 5,4 Mio. EUR angepasst. Diese Bandbreite wurde erreicht.

Im Segment Digital lag die Kündigungsquote 2019 bei durchschnittlich 26 %. Geplant war eine Stabilisierung der Quote des Geschäftsjahres 2018, die bei durchschnittlich 25 % lag. Für 2019 wurde ein weiteres deutliches Kundenwachstum prognostiziert, tatsächlich konnten 7.368 Neukunden gewonnen werden. Die Erwartung wurde somit übertroffen.

Im Segment Telefonauskunft hat sich im klassischen Geschäftsfeld der rückläufige Trend beim Anrufvolumen erwartungsgemäß fortgesetzt. Prognostiziert wurde, dass sich der Rückgang des Anrufvolumens 2019 wie im Vorjahr darstellt (2018: 22 %). Tatsächlich ist das Anrufvolumen 2019 wie im Vorjahr um 22 % zurückgegangen. Der Umsatz pro Call konnte auch 2019 um weitere 2 % gesteigert werden. Damit wurde die prognostizierte geringfügige Steigerung erreicht.

4. Finanzwirtschaftliche Situation

Ertragslage

Gruppe

Der Konzernumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 betrug 47,7 Mio. EUR gegenüber 42,9 Mio. EUR im Vorjahr. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 11 % (Vorjahr: 4 %).

Die korrespondierenden Umsatzkosten des Geschäftsjahres 2019 beliefen sich auf 27,3 Mio. EUR (Vorjahr 24,3 Mio. EUR). Dieser Betrag stellt im Vergleich zum Vorjahr eine Erhöhung von rund 12 % dar, was im Wesentlichen auf deutlich erhöhte Fremdleistungen (1,3 Mio. EUR höher als Vorjahr) zurückzuführen ist im Rahmen der Ausweitung des Call Center-Drittgeschäfts sowie auf erhöhte Mediakosten (1,4 Mio. EUR höher als Vorjahr) aufgrund der deutlich gestiegenen Umsatzerlöse im Bereich Media. Der Anstieg der Honorare und Beratungskosten um 0,8 Mio. EUR liegt begründet in Unterstützungsleistungen zur Einführung eines neuen CRM-Systems.

Die Vertriebskosten erhöhten sich von 12,1 Mio. EUR im Vorjahr um 20 % auf 14,5 Mio. EUR (Vorjahr: Reduzierung um 19 % aufgrund von Sondereffekten). Entsprechend der deutlichen Umsatzsteigerung im Bereich Media erhöhten sich auch die Kostenpositionen. Insbesondere erhöhten sich die Personalkosten sowie die Abschreibungen auf aktivierte Abschlussprovisionen. Entsprechend des erhöhten Auftragseingangs auf der Umsatzseite sowie einmalig erhöhten Ausbuchungen von Altforderungen stiegen die Forderungsverluste deutlich an.

Die allgemeinen Verwaltungskosten in Höhe von 8,0 Mio. EUR (Vorjahr: 9,5 Mio. EUR) beinhalten im Wesentlichen Kosten für Corporate Funktionen wie Finanzen, Recht, Personal, Technik sowie den Vorstand und Infrastrukturkosten dieser Einheiten. Die allgemeinen Verwaltungskosten sind im Wesentlichen Kosten für Beratung (0,2 Mio. EUR geringer als Vorjahr), Personal (0,7 Mio. EUR geringer als Vorjahr), Wartung (0,1 Mio. EUR höher als Vorjahr) sowie Mieten (0,6 Mio. EUR geringer als Vorjahr aufgrund der Erstanwendung des IFRS 16), andere Verwaltungskosten (0,3 Mio. EUR geringer als Vorjahr) und Abschreibungen (0,2 Mio. EUR höher als Vorjahr).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 2019 0,02 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR). Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich deutlich um 1,8 Mio. EUR von 1,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 2,8 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2019.

Das Finanzergebnis 2019 schließt mit einem Aufwand in Höhe von 0,2 Mio. EUR ab (im Vorjahr Ertrag in Höhe von 0,03 Mio. EUR).

Im Jahr 2019 ergab sich ein Ergebnis aus Ertragsteuern in Höhe von -0,8 Mio. EUR (Vorjahr: -0,1 Mio. EUR).

Das Periodenergebnis nach Steuern belief sich auf -3,2 Mio. EUR gegenüber -3,1 Mio. EUR im Vorjahr.

Segmentbericht

Der Umsatz im Geschäftssegment Digital stieg im Vergleich zum Vorjahr von 30,3 Mio. EUR um 4,3 Mio. EUR auf 34,6 Mio. EUR an. Das EBITDA verbesserte sich von 1,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 2,4 Mio. EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ausschlaggebend sind insbesondere zum einen die deutliche Umsatzsteigerung im Vorjahresvergleich sowie eine erneut verbesserte Kostenstruktur im Vertriebsbereich, die sich unterproportional zur Umsatzsteigerung entwickelt hat.

Die Degressionsrate des Call-Volumens im klassischen Geschäftsfeld für Telefonauskunft entsprach 2019 prozentual mit 22 % dem relativen Rückgang des Vorjahres. Die Umsätze im Geschäftssegment Telefonauskunft betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 13,1 Mio. EUR und sind gegenüber dem Vorjahr um 4 % gestiegen (Vorjahr: 12,6 Mio. EUR). Die Umsatzsteigerung wurde vor allem durch zusätzlichen Umsatz im Bereich des Call Center-Drittgeschäfts erreicht.

Das EBITDA hat sich von -0,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 0,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2019 erhöht. Ursächlich hierfür war die positive Entwicklung des Call Center-Drittgeschäfts sowie die Umstellung auf IFRS 16, die dazu führte, dass v.a. die Mietaufwendungen aktiviert wurden und das EBITDA nicht mehr belasten. Das Segment Telefonauskunft deckt weiterhin einen wesentlichen Beitrag der Konzern-Gemeinkosten.

Vermögens- und Finanzlage

Investitionen

Der Betrag für die zum Stichtag getätigten Gesamtinvestitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen belief sich auf 4,4 Mio. EUR (Vorjahr: 4,7 Mio. EUR).

Im Geschäftssegment Digital wurde im Wesentlichen in selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte investiert, um das Produktportfolio der 11 88 0 wettbewerbsfähig zu gestalten. Darüber hinaus stellen sich die Zugänge der aktivierten Vertragserlangungskosten (Provisionen) in Höhe von 3,4 Mio. EUR analog der guten Geschäftsentwicklung im Segment Digital als wesentliche Position dar.

Für das Segment Telefonauskunft wurden nur unwesentliche Investitionen getätigt.

Wie im Vorjahr hatte die 11 88 0 Solutions-Gruppe zum 31. Dezember 2019 keine nennenswerten offenen Verpflichtungen aus Investitionen, die im Geschäftsjahr 2020 anfallen werden.

Bilanz

Zum Stichtag betrug die Bilanzsumme 27,3 Mio. EUR und erhöhte sich von 19,6 Mio. EUR im Vorjahr um 7,7 Mio. EUR.

Aktiva

Auf der Aktivseite der Bilanz erhöhten sich die kurzfristigen Vermögenswerte von 12,6 Mio. EUR auf 14,2 Mio. EUR. Ursächlich hierfür war hauptsächlich der Zahlungseingang aus der im September 2019 durchgeführten Kapitalerhöhung in Höhe von 3,5 Mio. EUR sowie als gegenläufigen Effekt eine Abnahme der Position Wertpapiere in Höhe von 1,1 Mio. EUR aus dem Verkauf von Fondsanteilen. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 hatte die 11 88 0 Solutions-Gruppe in kurzlaufende Geldmarkt- bzw. Rentenfonds investiert, die als zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen wurden. Der beizulegende Zeitwert dieser Geldanlagen betrug 0,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,7 Mio. EUR). Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte in Höhe von 0,6 Mio. EUR blieben nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (8,7 Mio. EUR, Vorjahr: 9,3 Mio. EUR) haben vor allem aufgrund des rückläufigen Auskunftsgeschäfts um 0,6 Mio. EUR abgenommen. Der Bestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 4,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR) ist aufgrund der durchgeführten Kapitalerhöhung im September 2019 um 3,3 Mio. EUR deutlich (Vorjahr: Anstieg um 0,2 Mio. EUR) gestiegen.

Zum 31. Dezember 2019 standen der Gesellschaft nicht in Anspruch genommene Überziehungskreditlinien von Kreditinstituten in Höhe von 1,0 Mio. EUR zur Verfügung (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR).

Die liquiden Mittel und die Wertpapiere (Geldmarkt- bzw. Rentenfonds) wurden zum Bilanzstichtag ausschließlich bei renommierten deutschen Geldinstituten gehalten, die von internationalen Ratingagenturen als Investment Grade eingestuft werden.

Zum Stichtag bilanzierte der Konzern 13,2 Mio. EUR an langfristigen Vermögenswerten (Vorjahr: 6,9 Mio. EUR). Die Erhöhung von 6,3 Mio. EUR resultierte vor allem aus der der Aktivierung von Nutzungsrechten aus der Erstanwendung des IFRS 16.

Passiva

Auf der Passivseite kam es zu einer Erhöhung der kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 2,0 Mio. EUR auf 12,7 Mio. EUR (Vorjahr: 10,7 Mio. EUR). Die abgegrenzten kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 4,8 Mio. EUR (Vorjahr: 4,5 Mio. EUR) und beinhalteten im Wesentlichen Beträge für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern sowie für ausstehende Rechnungen. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 5,1 Mio. EUR (Vorjahr: 5,6 Mio. EUR) reduzierten sich um 0,5 Mio. EUR. Die Reduzierung ist vor allem auf die Ausbuchung von Verbindlichkeiten im Rahmen von mietfreien Zeiten im Zusammenhang mit der Anwendung von IFRS 16 zurückzuführen. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Mio. EUR aufgrund der in diesem Jahr erstmalig erfassten Leasingverbindlichkeiten in Folge der Erstanwendung von IFRS 16.

Die langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 7,3 Mio. EUR erhöhten sich im Vorjahresvergleich (1,3 Mio. EUR) um 6,0 Mio. EUR. Die Erhöhung ist im Wesentlichen ebenfalls auf die Bilanzierung der langfristigen Leasingverbindlichkeiten im Rahmen der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 zurückzuführen sowie auf Zuführungen zu den passiven latenten Steuern. Die 11 88 0 Solutions-Gruppe weist keine Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf.

Das Eigenkapital hat gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Mio. EUR auf 7,4 Mio. EUR abgenommen (Vorjahr: 7,6 Mio. EUR). Ursache hierfür war vor allem das Periodenergebnis in Höhe von -3,2 Mio. EUR (Vorjahr: -3,1 Mio. EUR) sowie gegenläufig die Erhöhung des Gezeichneten Kapitals sowie der Kapitalrücklage im Rahmen der durchgeführten Kapitalerhöhung. Des Weiteren haben sich die nunmehr in den sonstigen Eigenkapitalbestandteilen ausgewiesenen versicherungsmathematischen Verluste gegenüber Vorjahr um 0,1 Mio. EUR auf 0,3 Mio. EUR erhöht. Zusätzlich betrug der im Eigenkapital auszuweisende Aufwand aus der Umstellung auf IFRS 16 0,3 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote lag am 31. Dezember 2019 bei 27,1 % (31. Dezember 2018: 38,8 %).

Cashflow & Finanzierung

Das Finanzmanagement der 11 88 0 Solutions-Gruppe stellt sicher, dass der Konzern jederzeit in der Lage ist, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen sowie gleichzeitig eine angemessene Rendite aus der Anlage der überschüssigen Liquidität zu erzielen.

Der Konzern konnte im Verlauf des Jahres den Finanzmittelbedarf unverändert durch Eigenmittel decken.

Bei der Anlage ihrer Liquidität verfolgt die 11 88 0 Solutions-Gruppe grundsätzlich eine möglichst konservative Geldanlage, um das Risiko von Verlusten zu minimieren. Die bestehenden Mittel sind in kurzfristig verfügbaren Geldmarkt- bzw. Rentenfonds angelegt.

Die Liquidität hat sich im Geschäftsjahr aufgrund der im September durchgeführten Kapitalerhöhung verbessert.

Der operative Cashflow des abgelaufenen Geschäftsjahres weist einen Mittelzufluss in Höhe von 4,4 Mio. EUR gegenüber 1,3 Mio. EUR aus dem Vorjahr auf. Die Veränderung resultiert vor allem aus der gegenüber dem Vorjahr sich erneut positiv darstellendedn Geschäftsentwicklung, die sich unter anderem im verbesserten Periodenergebnis zeigt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Auszahlungen für Leasing in Folge der Erstanwendung von IFRS 16 nun in der Finanzierungstätigkeit gezeigt werden. Daneben hat sich die geringere Kapitalbindung in Nettoumlaufvermögen positiv auf den operativen Cashflow ausgewirkt.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit zum Stichtag 31. Dezember 2019 betrug 3,2 Mio. EUR (Vorjahr: Mittelabfluss in Höhe von 1,1 Mio. EUR). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit enthielt Verkäufe von Geldmarkt- bzw. Rentenfonds. Bereinigt um diese Sachverhalte lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit 2019 bei -4,4 Mio. EUR (Vorjahr: -4,6 Mio. EUR). Dieser ergab sich im Wesentlichen aus Mittelabflüssen für Investitionen in die unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesenen Vertragserlangungskosten (Provisionen) sowie in die sonstigen immateriellen Vermögenswerte.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag zum Stichtag bei 2,1 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR). Die Erhöhung ist vor allem auf die im abgelaufenen Geschäftsjahr durchgeführte Kapitalerhöhung zurückzuführen. Der Mittelabfluss im Zusammenhang mit der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten stellt sich als gegenläufiger Effekt dar.

Der um die Einzahlungen aus dem anteiligen Verkauf der Geldmarkt- bzw. Rentenfonds bereinigte Cashflow betrug zum Stichtag 2,1 Mio. EUR (Vorjahr: -3,4 Mio. EUR).

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten lag zum 31. Dezember 2019 bei 4,7 Mio. EUR (Vorjahr: 2,6 Mio. EUR). Darin enthaltene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit Verfügungsbeschränkung lagen zum Stichtag in einer Höhe von 0,1 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR) vor. Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte sind kurzfristig veräußerbar und stehen der Gesellschaft unbeschränkt zur Verfügung.

5. Forschung und Entwicklung

Grundlagenforschung im ursprünglichen Sinn wird von der 11 88 0 Solutions-Gruppe als Dienstleistungsunternehmen nicht betrieben, so dass hierfür keine Forschungskosten angefallen sind. Allerdings wurden aus internen Projekten Entwicklungskosten für interne Software-Erstellungen aktiviert, die der Umsatzgenerierung der Geschäftssegmente Digital und Telefonauskunft dienen. Im 11 88 0 Solutions-Konzern gab es auch 2019 hierfür eine eigene Entwicklungsabteilung mit Sitz in Essen. Das Leistungsspektrum umfasste dabei im Wesentlichen die Programmierung von Applikationen, die Weiterentwicklung und Wartung der Fachportale und Online-Branchenbücher klicktel.de, 11880.com und werkenntden BESTEN.de sowie die Weiterentwicklung der Benutzeroberflächen in der Sprachauskunft. Die Aktivierungen für selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte mit Bezug auf die oben genannten Leistungsspektren hatten im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Volumen von 0,8 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR). Die im Berichtszeitraum vorgenommenen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betragen 1,0 Mio. EUR (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR).

6. Mitarbeiter

Die Unternehmensentwicklung der 11 88 0 Solutions AG ist nach dem im Jahr 2015 eingeleiteten Strategiewechsel zu einem digitalen Unternehmen sowie der Fokussierung auf den wettbewerbsfähigen Ausbau des Produktportfolios nachhaltig und positiv.

Unsere Belegschaft spielt bei der Transformation unseres Konzerns eine entscheidende Rolle. Daher ist es für uns wichtig, die richtigen Mitarbeiter an den richtigen Stellen zu haben und diese gezielt weiterzuentwickeln.

Die Digitalisierung wird unser Leben und somit auch unsere Arbeit völlig neu gestalten. Schon jetzt sehen wir neue Formen der Zusammenarbeit, innovative Geschäftsmodelle und ein erhöhtes Maß an Automatisierung von Tätigkeiten. Es ist daher unerlässlich, unsere Führungskräfte und Mitarbeiter mit digitalen Kompetenzen auszustatten. Schließlich sind sie die Basis für unseren Erfolg - heute und auch in Zukunft. Daher müssen wir auch dafür sorgen, dass wir für Talente als Arbeitgeber attraktiv sind. Wir müssen Arbeitsumgebungen schaffen und Technologien nutzen, die uns die Vernetzung untereinander erlauben. Auch die Führung wird sich ändern: Sie wird partizipativer und virtueller; Entscheidungen gilt es zukünftig noch schneller zu treffen. Insgesamt bietet die Digitalisierung großartige Chancen und Möglichkeiten für eine effiziente und effektive Zusammenarbeit, die wir so gut wie möglich nutzen wollen.

Am 31. Dezember 2019 beschäftigte der 11 88 0 Solutions-Konzern gemäß § 267 HGB 554 Mitarbeiter (Kopfzahl ohne Vorstand, Auszubildende, Minijobs und ruhende Beschäftigungsverhältnisse). Das waren 21 weniger als noch ein Jahr zuvor (Vorjahr: 575). Der Personalrückgang ist im Wesentlichen der Anpassung des Konzerns an die neue Produkt- und Vertriebsstruktur geschuldet.

Die 11 88 0-Gruppe mit Ihren Konzerngesellschaften ist nicht tarifgebunden, da es für die Call Center-Branche keinen Tarifvertrag gibt. Die Zusammenarbeit mit den Interessenvertretern der Arbeitnehmer in der 11 88 0-Gruppe setzt die Vorgaben des § 87 Abs. Nr. 10 und 11 BetrVG vollumfänglich und transparent um.

Der Call Center Verband Deutschland e.V. (CCV), dessen Mitglied wir sind, verfolgt als Branchen- und Interessenverband der Call Center-Wirtschaft die aktuellen politischen und parlamentarischen Entwicklungen und Gesetzgebungsverfahren zu branchenspezifischen Themen.

7. Chancen- und Risikomanagement

Allgemeine Erläuterungen

Die Etablierung eines effektiven Risiko- und Chancenmanagementsystems hat für die 11 88 0 Solutions-Gruppe einen bedeutenden Stellenwert. Risiko bedeutet dabei für die 11 88 0 Solutions-Gruppe sowohl die Gefahr möglicher Verluste als auch die Gefahr entgangener Gewinne. Beides kann sowohl durch interne als auch externe Faktoren ausgelöst werden. Das Risikomanagementsystem bei der 11 88 0 Solutions-Gruppe beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken im Rahmen der unternehmerischen Betätigung.

Die ständige Herausforderung für die 11 88 0 Solutions-Gruppe besteht darin, die etablierten Teilsysteme der Risikobetrachtung zusammenzuführen und zu einem integrierten, unternehmensweiten Risikomanagementsystem mit dynamischen Strukturen weiterzuentwickeln. Damit das Risikomanagementsystem funktioniert, orientiert sich die 11 88 0 Solutions-Gruppe nicht nur an den Zielen des Unternehmens, sondern auch an dessen Vision, Strategie und Unternehmenskultur. Aufgrund der wachsenden Komplexität im Umfeld des Risikomanagements (wie z.B. Treasury, Compliance etc.) werden bei der 11 88 0 Solutions-Gruppe auch die Abhängigkeiten der Teilsysteme beleuchtet, um die Effizienz des Risikomanagementsystems sicherzustellen.

Das Risikomanagement der 11 88 0 Solutions-Gruppe dient der Früherkennung, Beurteilung und Steuerung interner und externer Risiken und Chancen. Ziel ist es, materielle Risiken für den Konzern rechtzeitig zu identifizieren, um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Risiken sind einerseits potenzielle unternehmensinterne und -externe Entwicklungen, die sich negativ auf die Erreichung der strategischen und operativen Ziele der 11 88 0 Solutions-Gruppe auswirken können und andererseits bestehende Potenziale des Marktes oder Potenziale erhöhter Wirtschaftlichkeit in der Wertschöpfung, die nicht gehoben werden können.

Das Chancen- und Risikomanagement der 11 88 0 Solutions-Gruppe ist in der Strategieentwicklung verankert und fließt in alle weiteren Planungsprozesse mit ein. Beispielsweise werden in jährlichen Planungsrunden alle Geschäftsaktivitäten auf Chancen und Risiken hin untersucht und bewertet. Daraus werden wiederum Ziele (insbesondere Umsatz- und Ergebnisziele) abgeleitet, deren Erfüllung zum Budgetprozess sowie den rollierenden Forecasts durch die Planungsverantwortlichen aus dem Bereich Konzerncontrolling kontrolliert werden.

Das Chancen- und Risikomanagementsystem der 11 88 0 Solutions-Gruppe wird quartalsweise in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen aller Unternehmensbereiche auf Effizienz und Zweckmäßigkeit überprüft. Der Vorstand wird regelmäßig über die Risikolage im 11 88 0 Solutions-Konzern informiert. Darüber hinaus überwacht der Aufsichtsrat, insbesondere der Prüfungsausschuss, das Risikomanagementsystem.

Zusätzlich zur Betrachtung auf Konzernebene werden die Segmente Digital und Telefonauskunft beobachtet.

Um ein verantwortungsvolles Handeln sicherzustellen und die Einhaltung aller unabdingbaren gesetzlichen Vorschriften und internen Regelungen zu gewährleisten, verfügt die Gesellschaft seit 2010 über ein Compliance Committee, welches den Vorstand hinsichtlich aller Fragen der Compliance berät und das Compliance-System kontinuierlich überprüft sowie weiterentwickelt. Hierzu zählen Vorschläge zur Prävention, zu Prozessverbesserungen und zu möglichen Sanktionen. Operative und organisatorische Maßnahmen innerhalb der Vertriebsprozesse bilden einen Schwerpunkt der Compliance-Arbeit der Gesellschaft. In einem im Jahre 2014 durchgeführten, weiterhin gültigen, unabhängigen Audit wurde vor allem im Hinblick auf die Vertriebsprozesse und die Compliance-Kultur im Unternehmen eine sehr hohe Qualität festgestellt. Im Rahmen des Inkrafttretens der Datenschutzgrundverordnung im Mai 2018 und der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD II im Januar 2018, wurden innerhalb des Unternehmens einhergehende gesetzliche Anforderungen umgesetzt.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem, interne Revision und anlassbezogene externe Audits

Da das Mutterunternehmen 11 88 0 Solutions AG eine kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft im Sinne des § 264d HGB ist, sind gem. § 315 Abs. 4 HGB die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (IKS) sowohl im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse der einbezogenen Unternehmen als auch auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess und den Konzernrechnungslegungsprozess ist gesetzlich nicht definiert. Die 11 88 0 Solutions AG versteht das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassendes System und lehnt sich an die Definitionen des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem (IDW PS 261 n. F. Tz. 19 f.) und zum Risikomanagementsystem (IDW PS 340, Tz. 4) an.

Unter einem internen Kontrollsystem werden demnach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind.

Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen),

Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie

Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das Risikomanagementsystem beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung.

Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind im Konzern folgende Strukturen und Prozesse implementiert:

Die Gesamtverantwortung für das IKS in der 11 88 0 Solutions-Gruppe liegt beim Vorstand der 11 88 0 Solutions AG. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle strategischen Geschäftsfelder des Konzerns eingebunden. Hierzu finden im 2-Wochen Turnus Meetings mit den Ressort- und Geschäftsfeldverantwortlichen statt, bei welchen alle relevanten Steuerungskennzahlen des operativen Geschäfts diskutiert werden.

Die im Rechnungslegungsprozess mitwirkenden Abteilungen und Bereiche werden in quantitativer und qualitativer Hinsicht geeignet ausgestattet. Erhaltene oder weitergegebene Buchhaltungsdaten werden regelmäßig auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft. Durch hierfür eingesetzte Software finden programmierte Plausibilitätsprüfungen zum Beispiel mittels eines Dokumenten-Management-Systems statt. Rechnungslegungsrelevante Informationen werden kontinuierlich zwischen dem kaufmännischen Leiter und dem Leiter Rechnungswesen ausgetauscht sowie in regelmäßig stattfindenden Besprechungen an den Vorstand kommuniziert.

Außerdem wird zur Kontrolle wichtiger Vorgänge das Vier-Augen-Prinzip angewendet, beispielsweise im Rahmen von Bestellungen sowie bei der Rechnungsprüfung bzw. bei der Freigabe von Zahlungsläufen. Die Bestätigung der Prüfung und Zahlungsanweisungen haben mit Unterschrift und Datum zu erfolgen.

Auch werden eingegangene Rechnungen den entsprechenden Abteilungen im Vier-Augen-Prinzip zur sachlichen und rechnerischen Prüfung mittels eines Dokumenten-Management-Systems vorgelegt. Dieses Prinzip besagt, dass keine einzelne Person allein verantwortlich für alle Prozessschritte sein darf. Vielmehr müssen fachlich dazu ausreichend geeignete Personen den Vorgang bearbeiten, um mögliche Abweichungen und Kontrollschwächen zu erkennen und auszuschalten. Konkret bedeutet dieses, dass der Besteller durch seine Unterschrift bestätigen muss, dass die Ware eingegangen ist bzw. die Dienstleistung erbracht wurde und der Bestellung entspricht.

Die Prüfung soll unverzüglich erfolgen und mit einer Kostenstellenkontierung an den Vorgesetzten bzw. Kostenstellenverantwortlichen weitergeleitet werden, damit dieser die Zahlung freigeben kann. Als letzte Instanz für die Ordnungsmäßigkeit lösen zwei Unterschriftsberechtigte mit Bankvollmacht die Zahlung aus.

Neben dem IKS in den einzelnen Tochtergesellschaften gibt es diese Kontrollebenen auch auf Konzernebene. Konzernweite Kontrollen werden von zentralen Einheiten wie der Finanz-, Personal- oder der Rechtsabteilung gesteuert und sind auch zentral dokumentiert. Ein typisches Beispiel hierfür ist die zentrale Steuerung und Kontrolle von Zahlungsausgängen.

Des Weiteren wird das IKS durch IT-Systeme gestützt, zum Beispiel SAP, die regelmäßig auf ihre Effizienz hin kontrolliert werden. Bei den im Rechnungswesen eingesetzten Finanzsystemen handelt es sich, soweit möglich, um Standardsoftware. Durch entsprechende Sicherheits- bzw. Berechtigungskonzepte sind diese Systeme gegen unbefugte Zugriffe geschützt.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, dessen wesentliche Merkmale zuvor beschrieben sind, soll sicherstellen, dass unternehmerische Sachverhalte bilanziell stets richtig erfasst, aufbereitet und gewürdigt sowie in die Rechnungslegung übernommen werden. Die geeignete personelle Ausstattung, die Verwendung adäquater Software sowie klare gesetzliche und unternehmensinterne Vorgaben stellen die Grundlage für einen ordnungsgemäßen, einheitlichen und kontinuierlichen Rechnungslegungsprozess dar. Auch die klare Abgrenzung der Verantwortungsbereiche sowie verschiedene Kontroll- und Überprüfungsmechanismen wie sie zuvor genauer beschrieben sind, ermöglichen es, eine korrekte und verantwortungsbewusste Rechnungslegung sicherzustellen.

Im Einzelnen wird so erreicht, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften sowie internen Richtlinien erfasst, verarbeitet und dokumentiert und zeitnah und buchhalterisch korrekt erfasst werden können. Gleichzeitig soll damit sichergestellt werden, dass Vermögensgegenstände und Schulden im Jahres- und Konzernabschluss zutreffend angesetzt, ausgewiesen und bewertet sowie verlässliche und relevante Informationen vollständig und zeitnah bereitgestellt werden.

Konzernweite Chancen

Um das Chancen-Potenzial der 11 88 0 Solutions-Gruppe zu ermitteln, werden die Chancen mit einer prozentualen Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet und in ihrer Auswirkung bezogen auf die Geschäftsziele bzw. auf das Unternehmensergebnis betraglich bewertet. Abschließend erfolgt ein aufsteigendes Ranking nach Netto-Auswirkung bzw. gewichteter Auswirkung auf das Unternehmensergebnis.

Marktentwicklung im Geschäftssegment Digital

Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren ein fortlaufendes Marktwachstum in dem für den Konzern relevanten Segment zu verzeichnen sein wird und sich aktuelle Trends weiter fortsetzen werden.

Mit zahlreichen gewerblichen Suchanfragen auch im Geschäftsjahr 2019 hat sich die 11 88 0 Solutions-Gruppe mit dem Online-Branchenbuch 11880.com eine sehr gute Position in diesem Markt geschaffen.

Die große Anzahl von Suchanfragen im gewerblichen Kontext ist für die 11 88 0 Solutions-Gruppe ein zentrales Asset beim Verkauf von Online-Werbeprodukten an KMU. Mit Produkten rund um die Erstellung von Internetpräsenzen, dem Verkauf von prominent platzierten Werbeeinträgen sowie Maßnahmen zur Suchmaschinen-Optimierung hat sich die 11 88 0 Solutions-Gruppe zu einem der nach der Kundenanzahl größten Anbieter von Komplett-Lösungen regionaler Online-Werbung für KMU in Deutschland entwickelt.

Es ergeben sich weitere operative Chancen aus einer Steigerung der Produktivität des Vertriebs im Digitalgeschäft durch den Einsatz effizienterer Tools. Im Umkehrschluss birgt dieser Sachverhalt bei einer niedrigeren Vertriebsproduktivität als erwartet ein Risiko. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich keine wesentliche Änderung in der Ausprägung dieser Chance ergeben.

Darüber hinaus haben wir im Bereich der Suchmaschinen-Optimierung durch Ergänzung unserer Produktpalette sowie die inzwischen signifikante Größe am Markt unser Einkaufspotenzial deutlich gesteigert. Dies könnte sich positiv auf die Höhe der Einkaufspreise auswirken.

Entwicklung der Kündigungsquote im Geschäftssegment Digital

Durch strukturelle Prozess- und Organisationsänderungen hat sich das Bestandskundenmanagement im Segment Digital in den letzten Jahren stetig verbessert. Durch eine gestiegene Kundenzufriedenheit und damit erhöhte Kundenbindung konnte die Kündigungsquote sukzessive gesenkt werden.

Sollte der Konzern bei der Kundenzufriedenheit und damit auch bei der Kundenbindung größere Fortschritte machen als geplant, so hätte dies positive Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung. Im Umkehrschluss birgt dieser Sachverhalt bei einer höheren Kündigungsquote als erwartet ein ebenso großes Risiko.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich keine wesentliche Änderung in der Ausprägung dieser Chance ergeben.

Marktentwicklung im Segment Telefonauskunft

Aufgrund des Wandels der Mediennutzung von klassischen hin zu digitalen Medien, ist der Markt für die Telefonauskunft seit vielen Jahren rückläufig. Diese negative Entwicklung des Anrufvolumens ist in der Geschäftsplanung für das Jahr 2020 abgebildet. Es besteht jedoch die, wenn auch geringe Chance, dass der Markt weniger stark abnimmt als geplant. Das hätte positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Anrufvolumens und der Umsätze.

Aufgrund des stetig sinkenden Anrufvolumens hat sich die Auswirkung dieser Chance gegenüber dem Vorjahr entsprechend verringert und das korrespondierende Risiko entsprechend erhöht.

Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2019 unser Call Center-Drittgeschäft ausgebaut, woraus sich in diesem Bereich weitere Chancen ergeben. Korrespondierende Risiken werden ebenfalls bewertet.

Zusammenfassende Darstellung der Chancen

Insgesamt haben sich die der 11 88 0 Solutions-Gruppe bietenden Chancen gegenüber dem Vorjahr aus operativer Sicht nicht wesentlich verändert. Tendenziell ist davon auszugehen, dass das Chancenpotenzial im Segment Digital aufgrund der nunmehr seit Jahren stabilen und sich weiter positiv entwickelnden Kennzahlen steigt. Im Segment Telefonauskunft bieten sich weitere Chancen im sich entwickelnden Call Center-Drittgeschäft.

Konzernweite Risiken

Wie zuvor angeführt, stellen die dargestellten Chancen bei einer negativen Entwicklung Risiken in entsprechender Höhe dar.

Um zu ermitteln, welche Risiken am ehesten einen bestandsgefährdenden Charakter für die 11 88 0 Solutions-Gruppe aufweisen, werden die Risiken mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet und in ihrer Auswirkung, bezogen auf die Geschäftsziele bzw. auf das Unternehmensergebnis, betraglich bewertet. Zur Fokussierung und Priorisierung erfolgt abschließend ein absteigendes Ranking der wesentlichen Risiken nach Netto-Auswirkung bzw. gewichteter Auswirkung auf das Unternehmensergebnis.

Nachfolgend werden die Risiken zusammenfassend je Kategorie dargestellt:

UNTERNEHMENSRISIKEN (NACH EINSCHÄTZUNG DES VORSTANDS) MÖGLICHE FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN (Erwartungswert der Netto-Risiken) RISIKOLAGE FÜR 2020 IM VERGLEICH ZUM VORJAHR
Marktrisiken Bedeutsam Erhöht
Finanz- und Liquiditätsrisiken Niedrig Niedriger
Personalrisiken Niedrig Erhöht
Prozessrisiken Niedrig Erhöht
Regulatorische Risiken Sehr niedrig Niedriger
Rechtliche Risiken Sehr niedrig Niedriger
Technologierisiken Sehr niedrig Erhöht

Ausprägung der möglichen finanziellen Auswirkung auf das Konzernergebnis und das Konzern-EBITDA bzw. die Liquidität: Bedeutsam (> 1 Mio. EUR), Mittel (von 0,5 bis 1 Mio. EUR), Niedrig (von 0,1 bis 0,5 Mio. EUR), Sehr niedrig (<0 ,1 Mio. EUR).

Einzelrisiken innerhalb der dargestellten Gruppen von Unternehmensrisiken, die bedeutsame, mittlere und niedrige finanzielle Auswirkungen haben und die durch Gegenmaßnahmen beeinflussbar sind, werden nachfolgend dargestellt, insofern sie im Einzelnen als wesentlich anzusehen sind.

Marktrisiken

Im Geschäftssegment Digital werden die Produkte im Outbound vertrieben. Dieser Vertriebsweg ist konform mit der derzeitigen Gesetzgebung. Es besteht ein gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhtes Risiko, dass der Gesetzgeber den telefonischen Kontakt zu Unternehmenskunden zukünftig weiter einschränkt. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, begleitet die Rechtsabteilung der 11 88 0 Solutions-Gruppe mit umfangreichen Maßnahmen zum Ausbau der Rechtssicherheit intensiv diese Thematik.

Die 11 88 0 Solutions-Gruppe führt ihre Vertriebstätigkeit bzw. Kundenansprache im Segment Digital hauptsächlich im Outbound durch. Es besteht das Risiko einer negativen Berichterstattung bezüglich der Verkaufsgesprächsführung, unter anderem auch in sozialen Netzwerken, was zu Imageschäden des Unternehmens führen könnte.

Der Konzern hat eine Reihe von Vorkehrungen zur Prävention getroffen, die unter anderem in der Prozess- und Organisationsstruktur verankert sind. Hierzu zählen vorgeschriebene Schulungen für alle Mitarbeiter, Standards für eine korrekte interne und externe Kommunikation, insbesondere auch im Vertrieb sowie technische Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf die unternehmensweiten Kommunikationskanäle.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich dieses Risiko deutlich erhöht aufgrund des gegenüber dem Vorjahr höheren Aktienkurses, der als Berechnungsgrundlage für dieses Risiko dient.

Der Verlust eines wichtigen und wesentlichen Kunden im Call Center-Drittgeschäft des Segments Telefonauskunft könnte zu einem Umsatzrisiko führen.

Zur Minimierung des Risikos finden geeignete Kundenbindungsmaßnahmen statt. Darüber hinaus werden die Vertriebsaktivitäten zur Neukundengewinnung laufend erweitert.

Die Gesellschaft sieht das Risiko derzeit als bedeutsam an.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass es zu erhöhten Kündigungen von Kundenseite bezogen auf die Mediaprodukte im Segment Digital kommen kann, da die Erwartungshaltung der Kunden in Bezug auf die angebotenen Produkte nicht erfüllt werden kann. Die dann erhöhte Kündigungsquote würde zu einem zusätzlichem Kundenverlust führen, der dann auch Auswirkungen auf die Ergebniswirkung aus Vertragsverlängerungen hätte.

Die 11 88 0 Solutions-Gruppe implementiert als Gegenmaßnahme eine umfassende und professionelle Kundenkommunikation zur Erhöhung der Transparenz des Leistungsvermögens der Produkte. Darüber hinaus arbeitet der Konzern auch nachhaltig und intensiv daran, die Produktqualität laufend zu erhöhen und setzt umfassende Qualitätskontrollen ein. Intensive Produktschulungen der Verkaufsmitarbeiter sowie Analysen der Verkaufsgespräche sorgen zusätzlich für eine Minimierung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos.

Im Vergleich zum Vorjahr stellen sich die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Risiko unverändert dar.

Einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor stellt die weltweite Verbreitung des neuartigen Coronavirus (Covid-19) und die damit verbundenen wirtschaftlichen und politischen Folgen für die Weltwirtschaft dar. Die wirtschaftlichen Auswirkungen für den 11 88 0 Konzern werden zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung nach interner Überprüfung als gering eingeschätzt.

Finanz- und Liquiditätsrisiken

Der Konzern optimiert ständig die Konzernfinanzierung und begrenzt die finanzwirtschaftlichen Risiken mit dem Ziel, die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit des Konzerns zu wahren. Die finanzwirtschaftlichen Risiken sind Bestandteil des Risikomanagementsystems und werden zusätzlich im Rahmen des Liquiditätsmanagements mittels einer rollierenden monatlichen Finanzplanung und Finanzanalyse überwacht.

Der 11 88 0 Solutions-Gruppe standen zum 31. Dezember 2019 zur Finanzierung ihrer weiteren Geschäftstätigkeit ein Finanzmittelbestand sowie kurzlaufende Geldmarkt- bzw. Rentenfonds in Höhe von 4,7 Mio. EUR (Vorjahr: 2,6 Mio. EUR) zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt die 11 88 0 Solutions-Gruppe über eine Überziehungskreditlinie von Kreditinstituten in Höhe von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR). Des Weiteren wurde der Vorstand auf der Hauptversammlung am 12. Juni 2018 ermächtigt, das Grundkapital in zwei Schritten um insgesamt 50 % bzw. 9,6 Mio. EUR zu erhöhen. Im September des Geschäftsjahres wurde eine Kapitalerhöhung über 10 % des Grundkapitals durchgeführt, so dass die Möglichkeit einer weiteren Kapitalerhöhung über nunmehr 40 % des Grundkapitals verbleibt.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Risiko einer Bestandsgefährdung aufgrund des gestiegenen Finanzmittelbestands deutlich reduziert.

Unter Ausschluss von Risiken, die derzeit nicht erkennbar sind, schätzt das Management das Risiko einer Insolvenz aufgrund von Illiquidität und somit einer Bestandsgefährdung als äußerst gering ein.

Der Konzern hat auch 2019 geeignete Gegenmaßnahmen in Form struktureller Maßnahmen und nachhaltiger Kostendisziplin in die Wege geleitet und ein System zur laufenden Überwachung der Zahlungsausgänge sowie der Zahlungseingänge implementiert.

Dieses Risiko käme zudem nur zum Tragen, wenn die in der Unternehmensplanung hinterlegten Ziele in hohem Maße nicht realisiert werden könnten, obschon die 11 88 0 auf eine nunmehr nachhaltig über einen längeren Zeitraum hinweg verlässliche Entwicklung der wichtigen nicht-finanzbezogenen Kennzahlen des Segmentes Digital sowie des Segmentes Telefonauskunft zurückblickt. Ebenso unterstützt der noch junge Bereich des Call Center-Drittgeschäfts im Segment Telefonauskunft bereits die finanzielle Stabilität.

Ferner käme dieses Risiko nur zum Tragen, wenn kein Kreditinstitut einen Kreditrahmen für die ordentliche Unternehmensfortführung gewähren würde und die - bisher nicht konkret geplante aber von der Hauptversammlung genehmigte - Kapitalmaßnahme keine Wirkung entfalten würde, da potenzielle Investoren die neu ausgegebenen Aktien nicht zeichnen würden.

Der im Geschäftsjahr 2019 durchgeführte deutliche Anteilserwerb der united vertical media GmbH könnte dazu führen, dass die Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge der 11 88 0 Internet Services AG durch die Finanzbehörden zukünftig versagt werden. Die Gesellschaft überprüft derzeit Maßnahmen im Zusammenhang mit steuerlich geltenden Gesetzgebungen zum Erhalt der Verlustvorträge.

Prozessrisiken

Aufgrund gegebenenfalls negativer Presse zum Thema Verkaufsmethoden und falschen Produktversprechen kommt es zu einer erhöhten Zurückhaltung der Vertriebsmitarbeiter im Verkaufsgespräch, was zu sinkenden Abschlussquoten im Neukundengeschäft führen könnte.

Die Vertriebsmitarbeiter werden hinsichtlich des Umgangs mit der tatsächlich risikobehafteten Verkaufssituation laufend geschult und nehmen regelmäßig an Aufklärungsvorträgen zur Thematik teil. Im Ergebnis sinken die Kündiger- und Stornoquote. Der Konzern überwacht laufend die genannten Quoten, um frühzeitig auf gegebenenfalls negative Entwicklungen reagieren zu können.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich dieses Risiko nur unwesentlich erhöht.

Regulatorische Risiken

Die Geschäftstätigkeit der 11 88 0 Solutions-Gruppe ist unter anderem von Entscheidungen der Gesetzgeber und Regulierungsbehörden abhängig. Hierzu zählen auch die Regelungen über die Zuteilung von Rufnummern. Die Regulierungsvorschriften bestimmen zum Beispiel, welche Auskunftsdienste vom 11 88 0 Solutions-Konzern erbracht werden können und wie die Zuteilung der Auskunftsnummern erfolgt. So könnte beispielsweise die Verletzung von Zuteilungsregeln für Auskunftsnummern zu einer Abmahnung durch die Regulierungsbehörde bzw. in letzter Konsequenz zum Entzug einer Rufnummer führen.

Es besteht ein mittlerweile nur noch sehr geringes Risiko, dass der 11 88 0 Solutions-Gruppe erteilte Rufnummern wieder entzogen werden.

Rechtliche Risiken

Die identifizierten rechtlichen Risiken weisen in ihrer Gesamtheit sowie auch im Einzelnen sehr geringe finanzielle Auswirkungen auf, so dass auf eine detaillierte Darstellung von Einzelrisiken verzichtet wird. Die Risikolage zum Vorjahr stellt sich deutlich niedriger dar.

Personalrisiken

Es besteht das Risiko, dass nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiter für die vertrieblichen Einheiten akquiriert werden können, so dass es zu Engpassrisiken im Hinblick auf die geplanten Zielvorgaben kommen kann.

Der Konzern begegnet diesem Risiko vor allem durch intensive Zusammenarbeit mit Recruiting-Dienstleistern sowie dem Zukauf von externen Call Center-Kapazitäten und der geografischen Streuung der Personalsuche.

Die Risikoeinschätzung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Strukturell erforderliche Maßnahmen könnten durch Nichteinigung mit den zuständigen Gremien wie zum Beispiel dem Betriebsrat, dazu führen, dass sich die Fortentwicklung des Unternehmens verzögert.

Die interne laufende Kommunikation im Unternehmen zwischen dem Vorstand und allen entscheidenden Gremien wird aktiv gesucht und durchgeführt. Unternehmerische Entscheidungen werden frühzeitig entsprechend zielorientiert diskutiert.

Das Risiko hat sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der erhöhten Berechnungsbasis erhöht.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Zusammenfassend ist festzustellen, dass das Volumen des gewichteten Nettorisikos (Summe über die mit der Eintrittswahrscheinlichkeit bewerteten Schadenshöhen aller Einzelrisiken) mit 2,2 Mio. EUR dem Vorjahresniveau (2,2 Mio. EUR) entspricht.

Interne und externe Optimierungsmaßnahmen sollen weiterhin dafür Sorge tragen, die Eintrittswahrscheinlichkeiten und die Ergebniseffekte im Eintrittsfall weiter zu verringern.

Es wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Konzerns oder der einbezogenen Konzernunternehmen gefährden könnten.

8. Prognosebericht

Die hier getroffenen Aussagen basieren auf der im Dezember 2019 vom Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedeten operativen Planung der 11 88 0 Solutions-Gruppe für das Geschäftsjahr 2020. Grundlage sind die Zielsetzungen der Segmente Digital und Telefonauskunft sowie des Konzerns. Der Planung für das Geschäftsjahr 2020 liegt eine unveränderte Konzernstruktur zu Grunde.

Unternehmensstrategie

Im Geschäftsjahr 2020 wird die 11 88 0 Solutions-Gruppe die Vielzahl der Produkte, die in den Vorjahren eingeführt wurden, weiter etablieren und optimieren.

Im Bereich Telefonauskunft wird die 11 88 0 Solutions-Gruppe 2020 das Call Center-Drittgeschäft weiter ausbauen. Das Ziel ist es, weitere Unternehmen als Kunden zu gewinnen, um in ihrem Namen Kundendienstleistungen abzuwickeln. Parallel sollen, wie schon 2019, Synergien zwischen den beiden Segmenten Telefonauskunft und Digitalgeschäft stärker genutzt werden.

Die Strategie wird darüber hinaus von dem neuen Mehrheitsaktionär, der united vertical media GmbH, unterstützt.

Segment Digital

Nachdem 2019 der strategische Fokus erfolgreich auf der weiteren kundenorientierten Optimierung der bestehenden Produktpalette sowie der Einführung weiterer Services und neuer Produkte gelegen hat, werden wir 2020 unseren Konsolidierungskurs weiter fortsetzen und unsere Produkte weiter kundenorientiert optimieren. Auch 2020 wollen wir unser dynamisches Wachstum der letzten Jahre im Segment Digital fortsetzen.

Im Bereich des Neukundengeschäfts wird auch im Geschäftsjahr 2020 an einer moderaten Steigerung des Umsatzes gearbeitet.

Im Bestandskundengeschäft will die 11 88 0 Solutions-Gruppe an den Erfolgen aus den Vorjahren anknüpfen und auch 2020 erneut ein deutliches Kundenwachstum erreichen. 2019 lag die Kündigungsquote bei durchschnittlich 26 % und hielt sich somit wie geplant auf Vorjahresniveau. Für 2020 ist mindestens eine Stabilisierung bzw. eine leichte Verbesserung dieser Quote geplant.

Durch bereits umgesetzte Optimierungen wurde die Online-Präsenz der Bestandskunden deutlich verbessert. Die Steigerung des Kundenbestands soll auch als Basis für Upselling- und Verlängerungsumsätze dienen. Das Kundenwachstum soll u.a. durch den Verkauf von niedrig bepreisten Einstiegsprodukten sowie nachhaltigen Produktangeboten sichergestellt werden. Darüber hinaus soll die 2020 geplante weitere Produktoptimierung auch den Bestandskunden diese attraktiver machen.

Die 11 88 0 Solutions-Gruppe gibt ab dem Geschäftsjahr 2020 für die Umsätze sowie das EBITDA entsprechend der internen Berichtsstruktur und Steuerung ausschließlich auf Konzernebene Prognosen ab.

Segment Telefonauskunft

Im Segment Telefonauskunft erwartet die 11 88 0 Solutions-Gruppe, dass der rückläufige Trend beim Anrufvolumen in Deutschland auch 2020 anhält. Hinsichtlich des Anrufvolumens bei der Telefonauskunft geht der Konzern für 2020 davon aus, dass sich der Rückgang wie im Vorjahr darstellt. Die Rückgangsrate für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 lag bei 22 %.

Um diesem Rückgang umsatzseitig teilweise entgegenzuwirken, hat der Konzern weiter an der Steigerung des Umsatzes je Anruf gearbeitet. 2019 konnte hierbei eine Steigerung von knapp 2 % je Anruf erreicht werden. Der Konzern geht davon aus, dass im Folgejahr 2020 der Umsatz je Anruf auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden kann. Neben dem weiteren Ausbau des Call Center-Drittgeschäfts werden neue Geschäftsmodelle laufend geprüft und getestet, um den Rückgang im Geschäftsvolumen aufzufangen und den langfristigen Erfolg sicherzustellen.

Die 11 88 0 Solutions-Gruppe gibt ab dem Geschäftsjahr 2020 für die Umsätze sowie das EBITDA entsprechend der internen Berichtsstruktur und Steuerung ausschließlich auf Konzernebene Prognosen ab.

11 88 0 Solutions-Gruppe - Gesamtaussage des Vorstands

Die unterschiedlichen Trends der beiden Geschäftssegmente Digital und Telefonauskunft führen dazu, dass der Konzern sich weiterhin zu einem digitalen Unternehmen entwickelt. Auch 2020 wird das Segment Digital weiter vorangetrieben. Jedoch arbeitet das Unternehmen auch an langfristigen Strategien und am weiteren Ausbau des Call Center-Drittgeschäfts im Segment der klassischen Auskunft.

Auf Konzernebene rechnet die 11 88 0 Solutions-Gruppe 2020 mit Umsätzen in der Größenordnung von 47,8 bis 51,0 Mio. EUR. Im Vergleich dazu wurden 2019 Umsätze in Höhe von 47,7 Mio. EUR erwirtschaftet. Was die Profitabilität angeht, rechnet der Konzern 2020 mit einem EBITDA in der Bandbreite von 1,7 Mio. EUR bis 3,2 Mio. EUR. Im Vergleich dazu hat die Gesellschaft 2019 ein EBITDA in Höhe von 2,8 Mio. EUR erwirtschaftet.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wies der Konzern einen Cash-Bestand sowie einen Bestand an zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte in Höhe von 4,7 Mio. EUR aus.

Die Gesellschaft erwartet für Ende 2020 einen Cash-Bestand in Höhe von 1,6 bis 2,8 Mio. EUR.

Finanzstrategie

Die Finanzstrategie der 11 88 0 Solutions-Gruppe verfolgt die langfristige Sicherung der Liquidität und die finanzielle Unterstützung der Entwicklung des digitalen Geschäfts.

Aufgrund der zurückgehenden Volumina im Segment Telefonauskunft verstärkt sich der Druck auf eine beschleunigte Verbesserung der Rentabilität im Segment Digital.

Durch geeignete strategische Maßnahmen wird die Kostenstruktur und somit der Cashflow soweit verbessert, dass eine ausreichende Liquidität sichergestellt wird. Parallel dazu wird laufend die Möglichkeit von Kooperationen geprüft sowie das Call Center-Drittgeschäft erweitert, um Liquiditätsrisiken weitestgehend zu vermeiden.

9. Angaben nach § 315a HGB und erläuternder Bericht gem. § 176 Absatz 1 Satz 1 AktG

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital der 11 88 0 Solutions AG ist zum 31. Dezember 2019 in 21.022.200 (Vorjahr: 19.111.091) auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (nennwertlose Stückaktien) eingeteilt. Zum 31. Dezember 2019 sind hiervon 21.022.200 Stück (Vorjahr: 19.111.091) im Umlauf befindlich.

Beschränkungen, welche die Stimmrechte und die Übertragung von Aktien betreffen.

Beschränkungen bezüglich der Stimmrechte von Aktien sind dem Vorstand der 11 88 0 Solutions AG nicht bekannt.

Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft von mehr als 10 % der Stimmrechte

Zum Stichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft mit mehr als 10 % der Stimmrechte:

united vertical media GmbH: 74,8 % )

(*) Der Prozentsatz ergibt sich aus den aktuellsten der 11 88 0 Solutions AG vorliegenden WpHG-Mitteilungen unter Berücksichtigung der im September 2019 durchgeführten Kapitalerhöhung. Da diese Mitteilungen nur bei Über- und Unterschreitungen von bestimmten Schwellenwerten von den Anteilsinhabern anzugeben sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Anteilswerte mittlerweile innerhalb der Schwellenwertintervalle verändert haben.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Mitarbeiter, die im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms Wertpapiere erhalten, können Kontrollrechte ebenso wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Bestimmungen der Satzung ausüben.

Ernennung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands

Der Vorstand der 11 88 0 Solutions AG besteht aus mindestens einem Mitglied. Die Bestellung von stellvertretenden Mitgliedern des Vorstands ist gem. Ziffer 3.1 Absatz 1 der Satzung zulässig. Die Bestimmung der Anzahl, die Bestellung und die Abberufung der ordentlichen sowie der stellvertretenden Vorstandsmitglieder erfolgt durch den Aufsichtsrat, der auch einen Vorstandsvorsitzenden bestimmen kann.

Änderung der Satzung

Gemäß §179 AktG werden Satzungsänderungen durch Beschlüsse der Hauptversammlung vorgenommen. Der Aufsichtsrat ist gem. Ziffer 4.5 der Satzung ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen.

Befugnisse des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Der Vorstand wurde mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. Juni 2018 ermächtigt bis zum 31. Dezember 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu nominal EUR 1.911.109,00 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I).

Der Vorstand der 11 88 0 Solutions AG hat mittels dieser Ermächtigung am 11. September 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Durchführung einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen unter Ausgabe von 1.911.109 neuen Aktien zu einem Ausgabepreis von 1,83 Euro beschlossen. Die Kapitalerhöhung erfolgte unter Ausschluss des Bezugsrechts. Der Großaktionär united vertical media GmbH zeichnete und übernahm alle neuen Aktien.

Der Vorstand wurde mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. Juni 2018 ermächtigt bis zum 31. Dezember 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu nominal EUR 7.644.436,00 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II).

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Es bestehen zum 31. Dezember 2019 keine wesentlichen Vereinbarungen.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots

Entschädigungsvereinbarungen der 11 88 0 Solutions AG mit Mitgliedern des Vorstands und Mitarbeitern im Falle eines Übernahmeangebots (Change of Control) bestehen nicht.

10. Erklärung zur Unternehmensführung und Bericht zur Corporate Governance

Die Erklärung zur Unternehmensführung (§§ 289f, 315d HGB) beinhaltet die Entsprechenserklärung gem. § 161 AktG, Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat und Angaben zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern (Diversity).

Im deutschen Corporate Governance Kodex sind die Regeln für eine effiziente und verantwortungsvolle Leitung und Überwachung börsennotierter Aktiengesellschaften zusammengefasst.

Alle oben genannten Informationen sind auf der Internetseite der 11 88 0 Solutions AG unter https://ir.11880.com/corporate-go-vernance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung zu finden.

11. Vergütungssystem

Der Vergütungsbericht fasst die Grundzüge und Vergütungssystematiken zusammen, die auf die Festsetzung der Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands bzw. des Einzelvorstands der 11 88 0 Solutions AG Anwendung finden und erläutert die Struktur sowie die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder bzw. des Einzelvorstands. Ferner werden die Grundzüge und die Höhe der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats beschrieben.

Grundzüge der Vorstandsvergütung

Der Aufsichtsrat berät und überprüft regelmäßig die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und setzt auf Vorschlag des Aufsichtsratsvorsitzenden die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder bzw. des Einzelvorstands fest. Des Weiteren überprüft das Gremium regelmäßig das Vergütungssystem für den Vorstand. Hierzu werden vertikale und horizontale Vergütungsvergleiche vorgenommen.

Das Vergütungsmodell für den Vorstand soll im Wettbewerb um hochqualifizierte Führungspersönlichkeiten attraktiv und angemessen sein. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die Leistung des Vorstands sowie die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens im Rahmen seines Vergleichsumfelds.

Vergütungssystem

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats die Hauptversammlung einmalig über die Grundzüge des Vergütungssystems und sodann über die Veränderungen informiert. Davon abweichend informiert der Vorsitzende des Aufsichtsrats der 11 88 0 Solutions AG die Hauptversammlung jährlich im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems unter Berücksichtigung des Informationsinteresses neuer Aktionäre, die erstmalig bei der Hauptversammlung anwesend sind.

Bestandteile der Vorstandsvergütung allgemein

Die Gesamtvergütung für die Vorstandsmitglieder der 11 88 0 Solutions AG setzt sich grundsätzlich aus monetären Vergütungsteilen zusammen, die in erfolgsunabhängige und erfolgsbezogene Komponenten unterteilt sind. Die erfolgsunabhängigen Komponenten bestehen aus fixen Vergütungsbestandteilen und Nebenleistungen sowie Versorgungszusagen. Erfolgsbezogene Komponenten umfassen variable Vergütungsbestandteile.

Fixe Vergütungsbestandteile

Das Fixum als von der jährlichen Leistung unabhängige Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt und orientiert sich an einem Einkommensplan, der vom Aufsichtsrat festgelegt wird. Er berücksichtigt die Lage und mittelfristigen Zielsetzungen der Gesellschaft und die nach § 87 Absatz 1 AktG bzw. der nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex relevanten Kriterien.

Variable Vergütungsbestandteile

Variable Vergütungsbestandteile sind mit betragsmäßigen Höchstgrenzen versehen und setzen sich aus performance-bezogenen und qualitativen Komponenten zusammen. Dabei sind die performance-bezogenen Komponenten mehrjährig ausgerichtet, um die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens zu berücksichtigen.

Sonstige Vergütungsbestandteile, Nebenleistungen, Zusagen und Leistungen von Dritten

Weitere Bestandteile der Gesamtvergütung sind, soweit vertraglich vereinbart, Versorgungszusagen, sonstige Zusagen, insbesondere für den Fall der Beendigung der Tätigkeit, Nebenleistungen jeder Art und Leistungen von Dritten, die im Hinblick auf die Vorstandstätigkeit zugesagt oder im Geschäftsjahr gewährt wurden.

Vergütung 2019

Fixe und variable Vergütung

Im Geschäftsjahr 2019 ist die 11 88 0 Solutions AG den in Ziffer 4.2.3 DCGK Abs. 2 genannten Empfehlungen zur Vergütungsstruktur uneingeschränkt gefolgt. Unverändert ist die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Die monetären Vergütungsbestandteile umfassen fixe und variable Bestandteile, wobei die variablen Bestandteile grundsätzlich eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben und im Wesentlichen zukunftsbezogen sein sollen. Neben dem mit dem Vorstand vereinbarten LTI über 3,0 Jahre (2019 bis 2021) werden die variablen Vergütungsbestandteile entsprechend der Zielerreichung zum Teil in mehrjährigen Deferrals (virtuelle Aktien) angelegt.

Der Deferral wird als langfristig angelegte variable Vergütung in virtuelle Aktien der Gesellschaft umgewandelt. Der maßgebliche Aktienkurs der virtuellen Aktien zum Zeitpunkt der Umwandlung ist der arithmetische Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse an den Börsenhandelstagen in den letzten drei Monaten vor Feststellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr, für das die Ziele vereinbart wurden.

Nach Ablauf einer Haltefrist von zwei Jahren nach der Umwandlung in den jeweiligen Deferral, erfolgt die Ermittlung des Werts der virtuellen Aktien und die Auszahlung des Deferrals. Der für den Wert maßgebliche Aktienkurs ist der arithmetische Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse an den Börsenhandelstagen in den letzten drei Monaten vor Feststellung des Jahresabschlusses für das jeweils übernächste Geschäftsjahr. Dem so ermittelten Wert des Deferrals werden etwaige, während der Haltefrist an die Aktionäre ausgeschüttete Dividenden hinzugerechnet. Hieraus ergibt sich der Gesamtwert des nach Ablauf der Haltefrist auszuzahlenden Deferrals. Unabhängig von der Kursentwicklung bzw. etwaigen Dividendenzahlungen beträgt der Gesamtwert des Deferrals jedoch höchstens 120 % des nach dem arithmetischen Mittelwert berechneten Ausgangswerts der virtuellen Aktien bei Umwandlung in den Deferral. Liegt der Gesamtwert des Deferrals nach Ablauf der Haltefrist unter 50 %, wird der Deferral nicht ausgezahlt, der einbehaltene Performance-Bonus damit auf 0 gekürzt.

Sonstige Vergütungsbestandteile, Nebenleistungen, Zusagen und Leistungen von Dritten

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt in Ziff. 4.2.3 Abs. 4, dass die Berechnung des Abfindungs-Caps auf die Gesamtvergütung des abgelaufenen Geschäftsjahres und gegebenenfalls auch auf die voraussichtliche Gesamtvergütung für das laufende Geschäftsjahr abgestellt sein sollte. Hiervon weicht die 11 88 0 Solutions AG ab.

Im Vorstandsvertrag von Herrn Maar wird zur Berechnung des Abfindungs-Caps neben einem aus der durchschnittlichen fixen Vergütung gebildeten Referenzwert (d. h. Durchschnitt der bis zum Beendigungszeitpunkt gezahlten fixen monatlichen Vergütung) als weiterer Referenzwert die variable Vergütung nur des abgelaufenen und nicht auch des laufenden Geschäftsjahres als Bezug genommen.

Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass die in Ziff. 4.2.3 im DCGK enthaltene Empfehlung bei Bemessung des Abfindungs-Caps auch auf das laufende Geschäftsjahr abzustellen, für die sich auf die variable Vergütung beziehende Referenzgröße wenig praktikabel ist, da sich eine unterjährige bzw. anteilige Zielerreichung häufig nur schwer bemessen lässt. Bei der Fixvergütung wird demgegenüber auf den Durchschnitt nicht nur des letzten Geschäftsjahres, sondern der gesamten bisherigen Vertragslaufzeit abgestellt, um tendenziell niedrigere Fixvergütungen in Vorjahren zu berücksichtigen.

Die Nichteinbeziehung des laufenden Geschäftsjahres kann im Einzelfall theoretisch dazu führen, dass der Abfindungsbetrag höher ausfällt als die bis zum Ende der Vertragslaufzeit zu erzielende Vergütung, da ein etwaiges Absinken der variablen Vergütung im laufenden Jahr nicht abgebildet wird. In Anbetracht der Schwierigkeit einer unterjährigen Bestimmung der Höhe der variablen Vergütung für das laufende Geschäftsjahr und in Anbetracht des abgesenkten Betrags der Fixvergütung, der in die Abfindung einfließt, hält die Gesellschaft diese theoretisch mögliche Abweichung von Ziff. 4.2.3 Abs. 4 S. 1 DCGK für gerechtfertigt.

Für die geltenden Vorstandsverträge berechnet sich das Abfindungs-Cap jeweils nach dem 18-fachen der durchschnittlichen fixen Monatsvergütung unter Bezugnahme der gesamten Vertragslaufzeit (Referenzwert I) und dem 18-fachen eines Zwölftels der im abgelaufenen Geschäftsjahr entstandenen variablen Vergütung (Referenzwert II).

Die Abfindung ist der Höhe nach begrenzt auf das maximal 18fache der jeweils geltenden Referenzwerte (Abfindungs-Cap).

Beträgt die Restlaufzeit des Vertrags weniger als 18 Monate, ist der jeweilige Abfindungs-Cap auf die Anzahl der Monate der Restlaufzeit begrenzt.

Der Vorstand hat 2019 wie im Vorjahr keine beitragsorientierten Altersvorsorgen erhalten. Leistungsorientierte Pensionszusagen gemäß IFRS gab es 2019 nicht (Vorjahr: 0 EUR). Einzelheiten enthält der Anhang zum Konzernabschluss unter der Rubrik "Pensionsverpflichtungen".

Dem Vorstand sowie ehemaligen Vorständen wurden in den Jahren 2016 bis 2019 virtuelle Aktien (Deferrals) gewährt. Details hierzu können dem Konzernanhang unter "aktienbasierte Vergütung" entnommen werden.

Kredite oder Vorschüsse wurden dem Vorstand im Berichtsjahr nicht gewährt.

Der Einzelvorstand hat im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstand erhalten. Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmandate bei der Tochtergesellschaft 11 88 0 Internet Services AG wurden und werden nicht vergütet.

Vergütung des Vorstands

Dem Vorstand sind im Geschäftsjahr 2019 gem. Definition des DCGK (Deutscher Corporate Governance Kodex) folgende Zuwendungen gewährt worden bzw. zugeflossen:

Gewährte Zuwendungen Gesamtvorstand
in TEUR 2019 2018
Festvergütung, Fixum 401 413
Nebenleistungen 34 34
Summe 435 447
Einjährige variable Vergütung (ohne Deferral), Tantieme 106 91
Mehrjährige variable Vergütung (Deferral - 2 Jahre)
2019 34 29
LTI (jährlicher Anteil, mindestens 3-jährig) 400 0
Summe 540 120
Gesamtvergütung 975 567
Zufluss Gesamtvorstand
in TEUR 2019 2018
Festvergütung, Fixum 401 413
Nebenleistungen 34 34
Summe 435 447
Einjährige variable Vergütung (ohne Deferral), Tantieme 92 166
Mehrjährige variable Vergütung (Deferral - 2 Jahre) 0 10
LTI (jährlicher Anteil, mindestens 3-jährig) 0 0
Summe 92 176
Versorgungsaufwand (beitragsorientierte Unterstützungskasse) 0 0
Gesamtvergütung 528 623

Gem. § 314 Nr. 6a HGB wurden dem Vorstand im Geschäftsjahr 2019 folgende Gesamtbezüge gewährt:

Gewährte Bezüge Gesamtvorstand
in TEUR 2019 2018
Festvergütung, Fixum 401 413
Nebenleistungen 34 34
Summe 435 447
Einjährige variable Vergütung (ohne Deferral), Tantieme 106 91
Mehrjährige variable Vergütung (Deferral - 2 Jahre)
2019 34 29
LTI (jährlicher Anteil, mindestens 3-jährig) 400 0
Summe - erfolgsabhängig 540 120
Gesamtvergütung 975 567

In den Vorjahresangaben (2018) sind neben den Leistungen an Herrn Maar zudem die Leistungen an Michael Geiger und Birgit Hausmann enthalten.

Die gesetzlich geregelte Offenlegung der Vorstandsgehälter ist seit dem Geschäftsjahr 2006 vorgesehen. Die 11 88 0 Solutions AG weist die Vorstandsgehälter in Summe aus, da die Hauptversammlung am 12. Juni 2018 von der so genannten Opting-Out-Klausel (Dispens von der Pflicht zur individualisierten Offenlegung der Vorstandsbezüge für die Geschäftsjahre 2017 bis einschließlich 2021) Gebrauch machte.

Ehemaligen Vorständen wurden im Geschäftsjahr 2018 gem. Definition des DCGK keine Zuwendungen gewährt.

Sollte die Gesellschaft die Bestellung eines Vorstands vorzeitig widerrufen, was sowohl der Gesellschaft wie auch dem Vorstand das Recht zur Kündigung des Anstellungsvertrags einräumt, oder tritt der Fall einer Kündigung nach Amtsniederlegung aus wichtigem Grund ein, gilt eine zweistufige Abfindungsregelung: In der ersten Stufe erhält der Vorstand eine auf seiner bisherigen durchschnittlichen monatlichen Festvergütung gemäß Anstellungsvertrag basierende Abfindung. Als Referenzwert I wird dabei der Durchschnitt der bis zum Beendigungszeitpunkt gemäß Kündigung gezahlten/zu zahlenden monatlichen fixen Vergütung angesetzt. Dieser Referenzwert wird mit der Anzahl der noch verbleibenden Monate der Restlaufzeit (bei nicht vollen Monaten entsprechend anteilig) des Anstellungsvertrags multipliziert (Abfindung I). Zudem erhält der Vorstand bei vorzeitiger Beendigung des Dienstverhältnisses eine Abfindung II, wenn für das letzte Geschäftsjahr, das vor Beendigung des Anstellungsvertrags abgeschlossen wurde, ein Anspruch auf eine variable Vergütung gemäß dem vorliegenden Anstellungsvertrag bestand/besteht. Der Referenzwert II für die Abfindung II entspricht einem Zwölftel der variablen Vergütung des vorausgehenden Geschäftsjahres. Der Referenzwert wird mit der Anzahl der noch verbleibenden Monate der Restlaufzeit des Anstellungsvertrags (bei nicht vollen Monaten entsprechend anteilig) multipliziert. Ein LTI-Bonus wird bei Berechnung des Referenzwertes II nicht berücksichtigt. Die Abfindung ist der Höhe nach begrenzt auf das maximal 18-fache der jeweils geltenden Referenzwerte (Abfindungs-Cap). Vorstehende Regelungen finden keine Anwendung, wenn der Widerruf der Bestellung gemäß § 84 Absatz 3 AktG aus vom Vorstand zu vertretendem wichtigen Grund erfolgt. In diesem Fall ist die Gesellschaft berechtigt, auch den Anstellungsvertrag aus wichtigem Grund zu kündigen. Eine Abfindung gemäß vorstehender Ausführungen steht dem Vorstand in diesem Fall nicht zu. Legt der Vorstand sein Amt ohne wichtigen Grund nieder, kann die Gesellschaft den Anstellungsvertrag außerordentlich kündigen. Eine Abfindung steht dem Vorstand in diesem Fall ebenfalls nicht zu.

Vertragslaufzeiten

Zum Stichtag 31. Dezember 2018 endete der ursprünglich bestehende Vorstandsvertrag von Herrn Maar. Mit Beschluss des Aufsichtsrats der Gesellschaft vom 29. Juni 2018 wurde Herr Maar mit Wirkung zum 1. Januar 2019 bis zum 31. März 2022 erneut zum Mitglied des Vorstands bestellt. Der Anstellungsvertrag wurde entsprechend angepasst.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 4.6 der Satzung geregelt. Sie orientiert sich an den Aufgaben und an der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder. Die Vergütungsregelung wurde mit Wirksamwerden der am 24. Juni 2015 in der Hauptversammlung beschlossenen Satzungsänderung angepasst.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhielt außer dem Ersatz seiner Auslagen eine feste jährliche Vergütung in Höhe von 15 TEUR (Vorjahr: 15 TEUR). Die Vergütung ist jeweils zahlbar nach der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das abgelaufene Geschäftsjahr beschließt. Für den Vorsitzenden erhöhte sich die Vergütung auf das Dreifache, für den stellvertretenden Vorsitzenden auf das 1,5-fache. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört hatten, erhielten eine im Verhältnis der Zeit geringere Vergütung. Hatte ein Mitglied nicht an mindestens 75 % der Sitzungen des Aufsichtsrats in einem Geschäftsjahr teilgenommen, minderte sich die Vergütung um 50 °%.

Zusätzlich zur Grundvergütung wurde die Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 1 TEUR vergütet. Für einen Ausschussvorsitzenden erhöhte sich die Vergütung auf das Doppelte. Voraussetzung war, dass der Ausschuss während des Geschäftsjahres getagt hat und das Mitglied tatsächlich an mindestens einer Sitzung des Ausschusses teilgenommen hat.

Ziffer 5.4.6. Absatz 3 DCGK empfiehlt eine individualisierte, aufgeschlüsselte Angabe der Aufsichtsratsvergütung. Die 11 88 0 Solutions AG weist im Vergütungsbericht die Vergütung für den Gesamtaufsichtsrat und die Ausschusstätigkeit in Summe aus. Eine individualisierte Aufschlüsselung erfolgt nicht, da die 11 88 0 Solutions AG der Meinung ist, dass diese keine Kapitalmarktrelevanz hat. Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich für das Geschäftsjahr 2019 auf insgesamt 125 TEUR (Vorjahr: 119 TEUR).

Kein Aufsichtsratsmitglied hat darüber hinaus im Berichtsjahr weitere Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten.

Kredite und Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt.

 

Essen, 19. März 2020

Christian Maar

Vorstand

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

"Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Einzelabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Unternehmens so dargestellt wurden, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens beschrieben sind."

 

Essen, 19. März 2020

Christian Maar

Vorstand

Konzernabschluss

Konzernbilanz (IFRS)

Aktiva

in TEUR Anhang 31. Dezember 2019 31. Dezember 2018
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel B1 4.090 807
Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkungen B1 67 94
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen B2 8.743 9.296
Ertragsteuerforderungen 19 72
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte B3 582 1.698
Sonstige finanzielle Vermögenswerte B4 97 123
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte B5 556 528
Kurzfristige Vermögenswerte, gesamt 14.154 12.618
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwert B6 416 416
Immaterielle Vermögenswerte B7 6.051 5.282
Sachanlagen B8 921 1.044
Aktivierte Nutzungsrechte (IFRS 16) ) B9 5.583 0
Sonstige langfristige Vermögenswerte B10 218 188
Aktive latente Steuern B11 0 5
Langfristige Vermögenswerte, gesamt 13.189 6.935
Aktiva, gesamt 27.343 19.553

PASSIVA

in TEUR Anhang 31. Dezember 2019 31. Dezember 2018
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen B12 1.262 478
Abgegrenzte kurzfristige Verbindlichkeiten B13 4.824 4.532
Rückstellungen B14 35 35
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16) ) B15 1.426 0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten B16 5.140 5.628
Kurzfristige Verbindlichkeiten, gesamt 12.687 10.673
Langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen B14 651 187
Rückstellungen für Altersversorgung B17 477 168
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 0 406
Langfristige Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16) ) B15 4.920 0
Passive latente Steuern B11 1.245 543
Langfristige Verbindlichkeiten, gesamt 7.293 1.304
Verbindlichkeiten, gesamt 19.980 11.977
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital B18.1 21.022 19.111
Kapitalrücklage B18.2 33.598 32.059
Bilanzverlust/-gewinn B18.3 -46.927 -43.472
Sonstige Eigenkapitalbestandteile B18.4 -330 -122
Auf die Eigentümer des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 7.363 7.576
Eigenkapital, gesamt 7.363 7.576
Passiva, gesamt 27.343 19.553

(*) Zum 1. Januar 2019 erfolgte die Erstanwendung des IFRS 16, was zum erstmaligen Ausweis von aktivierten Nutzungsrechten in der Bilanz zum 31. Dezember 2019 führt.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)

in TEUR Anhang 1.1. - 31.12.2019 1.1. - 31.12.2018
Umsatzerlöse G1 47.668 42.921
Umsatzkosten G2 -27.289 -24.316
Bruttoergebnis vom Umsatz 20.379 18.605
Vertriebskosten G3 -14.478 -12.086
Allgemeine Verwaltungskosten G4 -7.988 -9.475
Sonstige betriebliche Erträge G8 0 3
Sonstige betriebliche Aufwendungen G9 -23 -94
Betriebsergebnis -2.110 -3.047
Zinserträge 28 54
Zinsaufwendungen -34 -42
Zinsaufwendungen für Nutzungsrechte (IFRS 16) ) -335 0
Erträge/Aufwendungen aus Wertpapieren 94 22
Finanzergebnis, gesamt G10 -247 34
Periodenergebnis vor Steuern -2.357 -3.013
Ertragsteuern - laufend 0 -2
Ertragsteuern - latent -821 -94
Ertragsteuern, gesamt G11 -821 -96
Periodenergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen -3.178 -3.109
Periodenergebnis -3.178 -3.109
Davon entfallen auf:
Eigentümer des Mutterunternehmens -3.178 -3.109
-3.178 -3.109
Ergebnis je Aktie, bezogen auf das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis (in Euro) G12 -0,16 -0,16

(*) Zum 1. Januar 2019 erfolgte die Erstanwendung des IFRS 16, was zum Ausweis von passivierten Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz zum 31. Dezember 2019 führt. Diese Verbindlichkeiten werden bei monatlicher Mietzahlung in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt.

G: Siehe entsprechendes Kapitel unter den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung im Konzernanhang. Für weitere Informationen siehe Konzernanhang.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung (IFRS)

in TEUR Anhang 1.1. - 31.12.2019 1.1. - 31.12.2018
Periodenergebnis -3.178 -3.109
Sonstiges Ergebnis
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, netto -305 12
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne (Verluste), netto 96 -2
Posten, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können
Fremdwährungsumrechnung 0 -1
Sonstiges Ergebnis nach Steuern B18.4 -208 9
Gesamtergebnis -3.386 -3.100
Davon entfallen auf:
Eigentümer des Mutterunternehmens -3.386 -3.100
-3.386 -3.100

B: Siehe entsprechendes Kapitel unter den Erläuterungen zur Bilanz im Konzernanhang.

Für weitere Informationen siehe Konzernanhang.

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals (IFRS)

Auf die Eigentümer des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital*
in TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Bilanzgewinn (Bilanzverlust) Sonstige Eigenkapitalbestandteile
Stand am 01.01.2019 19.111 32.059 -43.472 -123
Anpassungen aufgrund der Erstanwendung IFRS 16 ) 0 0 -277 0
Stand am 01.01.2019 nach Erstanwendung IFRS 16 19.111 32.059 -43.749 -123
Periodenergebnis - - -3.178 -
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen - - - -305
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 96
Fremdwährungsumrechnung - - -
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 -208
Gesamtergebnis 0 0 -3.178 -208
Ausgabe junger Aktien (Kapitalerhöhung) 1.911
Agio 1.586
EK-Beschaffungskosten -69
darauf entfallender Steuereffekt 22
Stand am 31.12.2019 21.022 33.598 -46.927 -330
Stand am 01.01.2018 19.111 32.059 -40.494 -5
Darstellungsänderung vers.mathem.G/V 0 0 131 -126
Stand am 01.01.2018 19.111 32.059 -40.363 -132
Periodenergebnis - - -3.109
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 0 12
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 0 -2
Fremdwährungsumrechnung -1
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 9
Gesamtergebnis 0 0 -3.109 0
Stand am 31.12.2018 19.111 32.059 -43.472 -123
Auf die Eigentümer des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital*
in TEUR Summe Eigenkapital, gesamt
Stand am 01.01.2019 7.575 7.575
Anpassungen aufgrund der Erstanwendung IFRS 16 ) -277 -277
Stand am 01.01.2019 nach Erstanwendung IFRS 16 7.299 7.299
Periodenergebnis -3.178 -3.178
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen -305 -305
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 96 96
Fremdwährungsumrechnung 0 0
Sonstiges Ergebnis -208 -208
Gesamtergebnis -3.386 -3.386
Ausgabe junger Aktien (Kapitalerhöhung) 1.911 1.911
Agio 1.586 1.586
EK-Beschaffungskosten -69 -69
darauf entfallender Steuereffekt 22 22
Stand am 31.12.2019 7.363 7.363
Stand am 01.01.2018 10.670 10.670
Darstellungsänderung vers.mathem.G/V 5 5
Stand am 01.01.2018 10.675 10.675
Periodenergebnis -3.109 -3.109
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 12 12
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) -2 -2
Fremdwährungsumrechnung -1
Sonstiges Ergebnis 9 9
Gesamtergebnis -3.100 -3.100
Stand am 31.12.2018 7.575 7.575

(*) Für weitere Informationen zu den einzelnen Bestandteilen des Eigenkapitals, siehe Kapitel 18 in den Erläuterungen zur Konzernbilanz im Konzernanhang.
(**) Zum 1. Januar 2019 erfolgte die Erstanwendung des IFRS 16, wonach der Umstellungseffekt aus dieser Erstanwendung im Eigenkapital dargestellt wird.

Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS)

in TEUR Anhang 1.1. - 31.12.2019 1.1. - 31.12.2018
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
Periodenergebnis vor Steuern -2.357 -3.013
Anpassungen für:
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte G6 3.460 3.451
Abschreibungen auf aktivierte Nutzungsrechte IFRS 16 G6 1.124 0
Abschreibungen auf Sachanlagen G6 283 577
Gewinn / Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens 17 -3
Zinserträge G10.1 -28 -54
Zinsaufwendungen G10.1 369 42
Erträge / Aufwendungen aus Wertpapieren G10.2 -94 13
Zu-/Abnahme der Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen B2 55 -674
Zunahme / Abnahme der Pensionsrückstellungen B17 -24 0
Wertberichtigung auf sonstige langfristige Vermögenswerte G2 124 86
Gewinn / Verlust aus der Veräußerung von Tochtergesellschaften 2 0
Zu-/ Abnahme der langfristigen Rückstellungen B14 467 37
Zu- / Abnahme der latenten Steuern B11 0 86
Zu-/ Abnahme der langfristigen finanziellen und sonstigen Vermögenswerte -153 -98
Zahlungsmittelabfluss/-zufluss vor Veränderungen des Nettoumlaufvermögens 3.245 450
Veränderung des Nettoumlaufvermögens:
Zu- / Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen B2 498 1.012
Zu- / Abnahme der weiteren kurzfristigen Vermögenswerte B5 -1 329
Zu- / Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen B12 784 351
Zu- / Abnahme der kurzfristigen Rückstellungen B14 0 -207
Zu- / Abnahme der abgegrenzten und sonstigen Verbindlichkeiten B13 -178 -698
Erstattete / gezahlte Ertragsteuern 52 23
Zahlungsmittelabfluss/-zufluss aus der betrieblichen Tätigkeit 4.400 1.260
in TEUR Anhang 1.1. - 31.12.2019 1.1. - 31.12.2018
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte exkl. Vertriebsprovisionen -861 -1.118
Auszahlungen für Investitionen in Vertriebsprovisionen mit Vertragslaufzeit > 1 Jahr -3.360 -3.068
Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten 0 1
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -186 -497
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagevermögen 0 6
Veräußerung von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten B3 1.210 3.591
Erhaltene Zinsen 0 28
Zahlungsmittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit -3.197 -1.057
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Einzahlung für Sicherheitsleistungen 27 91
Gezahlte Zinsen -4 -10
Gezahlte Zinsen im Rahmen von Leasingverhältnissen (IFRS 16) -335 0
Auszahlungen aus der Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) -1.105 0
Einzahlungen aus der Ausgabe von Aktien 3.497 0
Zahlungsmittelabfluss/-zufluss aus Finanzierungstätigkeit 2.080 81
Wechselkursbedingte Änderung der Zahlungsmittel 0 0
Veränderung der Zahlungsmittel 3.283 284
Zahlungsmittel am Anfang der Periode 807 523
Zahlungsmittel zum Zweck der Kapitalflussrechnung am Ende der Periode 4.090 807
In Anspruch genommener Kontokorrentkredit am Ende der Periode 0 0
Zahlungsmittel am Ende der Periode 4.090 807
Zahlungsmittel mit und ohne Verfügungsbeschränkung sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte am Ende der Periode 4.740 2.599

B: Siehe entsprechendes Kapitel unter den Erläuterungen zur Bilanz im Konzernanhang. G: Siehe entsprechendes Kapitel unter den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung im Konzernanhang.

Für weitere Informationen siehe Konzernanhang.

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2019

der 11 88 0 Solutions AG

Allgemeine Grundsätze

1. Darstellung des Konzernabschlusses

Die unternehmerische Tätigkeit der 11 88 0 Solutions-Gruppe (im Weiteren auch des 11 88 0 Solutions-Konzerns/des Konzerns), bestehend aus der 11 88 0 Solutions AG, Essen, und deren Tochterunternehmen, umfasst die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich des Online-Marketings für kleine und mittelständische Unternehmen. Mit Produkten wie Firmen-Website, Google Ad-Words und BING (Suchmaschinenmarketing), Google My Business und Facebook-Unternehmensseiten werden die Betriebe im Internet präsentiert und bei der Planung und Umsetzung ihrer digitalen Werbemaßnahmen unterstützt. Darüber hinaus bieten die Gesellschaften der Gruppe Firmeneinträge (Produkt: Werbe-Eintrag) im eigenen Online-Branchenbuch 11880.com und in Partnerportalen sowie der mobilen App 11880.com (und Partner Apps) an. Mit werkenntden BESTEN.de wird die in Deutschland bisher einzige Suchmaschine für Online-Bewertungen angeboten.

Der Produktbereich Softwarelösungen innerhalb des Segments Digital umfasst sowohl digitale Telefon- und Branchenbücher auf CD-ROM und Intranet-Lösungen als auch Datenbanken-Lösungen.

Das Segment Auskunftsdienstleistungen umfasst Telefonauskunfts- und Vermittlungsdienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden im In- und Ausland. Auf der Grundlage von Outsourcing-Verträgen werden diese Dienstleistungen auch für andere Telefongesellschaften in Deutschland erbracht. Darüber hinaus werden Dienstleistungen im Bereich Sekretariatsservice und weitere Dienstleistungen im Bereich im Call Center-Drittgeschäft angeboten.

Die 11 88 0 Solutions AG (nachfolgend auch die Gesellschaft) ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und das Mutterunternehmen des 11 88 0 Solutions-Konzerns. Die Gesellschaft hat ihren Firmensitz in der Hohenzollernstraße 24, 45128 Essen, Deutschland, und ist seit dem 1. August 2018 im Handelsregister des Amtsgerichts Essen, Deutschland, unter der Registernummer HRB 29301 eingetragen (zuvor Amtsgericht München, Deutschland, unter der Registernummer HRB 114518).

Der Konzernabschluss der 11 88 0 Solutions AG und ihrer Tochterunternehmen ist zum 31. Dezember 2019 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) - wie sie in der Europäischen Union gelten - aufgestellt worden.

Es wurden alle zum Abschlussstichtag verpflichtend anwendbaren International Accounting Standards (IAS), International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) und die Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) berücksichtigt.

Der Konzernjahresabschluss wurde in Übereinstimmung mit dem Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 19. Juli 2002 in Verbindung mit § 315a HGB um bestimmte Angaben ergänzt.

Die Konzernwährung lautet auf Euro. Soweit nicht anders angegeben, wurden sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet. Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

Der Konzernabschluss wurde grundsätzlich auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt, sofern nicht unter Kapitel 2 "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" etwas anderes angegeben wird.

Der zum 31. Dezember 2019 aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden bei dem Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und im Bundesanzeiger elektronisch veröffentlicht.

Der Konzernabschluss der 11 88 0 Solutions AG für das Geschäftsjahr 2019 wurde am 19. März 2020 durch den Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

1.1 Konsolidierungskreis

Der vorliegende Konzernabschluss umfasst die Einzelabschlüsse der 11 88 0 Solutions AG und ihrer sämtlichen mittelbaren und unmittelbaren Tochterunternehmen, über die die 11 88 0 Solutions AG die Beherrschung im Sinne des IFRS 10.7 ausübt. Diese Abschlüsse sind nach einheitlichen, den IFRS entsprechenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen auf den Stichtag des Konzernabschlusses - 31. Dezember 2019 - aufgestellt.

Nachfolgend die Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns nach § 313 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2019:

Name der Gesellschaft Sitz Anteile am Kapital
11 88 0 Internet Services AG Essen, Deutschland 100 %
WerWieWas GmbH 1 Essen, Deutschland 100 %

1 Die Anteile dieser Gesellschaft werden indirekt gehalten.

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden folgende Gesellschaften entkonsolidiert:

Name der Gesellschaft Sitz
11 88 0 telegate GmbH Wien, Österreich
Technoimp LLC (bis 18. Januar 2019 telegate LLC) 1 Eriwan, Armenien

1 Das Stammkapital der armenischen Gesellschaft betrug 50.000 AMD (Armenische Dram).

Zum 2. Februar 2019 wurden sämtliche Anteile an der Technoimp LLC, Armenien (bis 18. Januar 2019 telegate LLC, Armenien), ehemals 100 %ige Tochtergesellschaft der 11 88 0 Solutions AG, veräußert.

Mit Wirkung zum 25. Mai 2019 erfolgte die Löschung der sich bis dahin in Liquidation befindlichen 11 88 0 telegate GmbH, Österreich, ehemals 100 %ige Tochtergesellschaft der 11 88 0 Solutions AG.

Aus den vorstehenden Änderungen resultierten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, weshalb auf weitere Ausführungen verzichtet wird.

1.2 Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" nach der Erwerbsmethode. Hierbei wurden die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Erwerbszeitpunkt mit der Differenz bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gegenleistung über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns ergibt. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Ergebnisse der erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung bzw. bis zum effektiven Verlust der Beherrschung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen.

Alle wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen den Konzerngesellschaften wurden im Rahmen der Konsolidierung gemäß IFRS 10.B86 eliminiert.

2. Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet. Ausnahmen bilden hier die unter Kapitel 4 "Änderungen der Bilanzierung- und Bewertungsmethoden" aufgeführten Änderungen in den International Financial Reporting Standards, die vom Konzern seit dem 1. Januar 2019 verpflichtend anzuwenden sind. Die Bilanzierung und Bewertung wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) vorgenommen.

2.1 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Im Folgenden finden sich Ausführungen zur grundsätzlichen Erlösrealisation der 11 88 0-Gruppe.

Die Umsatzerlöse Digital, die den wesentlichen Anteil der erzielten Umsatzerlöse ausmachen, umfassen die Bereiche Media und Software und werden in einem Massenmarkt mit einer Vielzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen generiert. Die Umsatzerlöse im Segment Telefonauskunft beinhalten im Wesentlichen Auskunftsdienstleistungen und Call Center-Drittgeschäft.

Der 11 88 0-Konzern erfasst seine Umsatzerlöse je nach Art der Übertragung eines zugesagten Guts oder einer zugesagten Dienstleistung sowohl zeitraum- als auch zeitpunktbezogen. Enthält die vertragliche Gegenleistung eine variable Komponente (bspw. Rückgaberechte, Skonti, Gutschriften), schätzt das Unternehmen den Betrag, den es voraussichtlich als Gegenleistung erhalten wird. Die variable Gegenleistung wird zu Vertragsbeginn als Erwartungswert aus der Summe der wahrscheinlichkeitsgewichteten Beträge geschätzt (vgl. Kapitel 3.1.3), bis hinreichend sichergestellt ist, dass das Unternehmen Anspruch auf diesen Betrag hat. Diese Schätzung wird am Ende jeder (Zwischen-)Periode aktualisiert. Für weitere Erläuterungen in Bezug auf die bilanzielle Erfassung von Vermögenswerten aus Rückgaberechten und Rückerstattungsverbindlichkeiten verweisen wir auf Kapitel 2.16.

2.1.1 Digital

2.1.1.1 Media

Im Bereich Media abgeschlossene Kundenverträge beinhalten meist mehrere Zusagen zur Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an den Kunden, jedoch lässt sich pro Vertrag im Wesentlichen nur eine vertragliche Leistungsverpflichtung identifizieren. Dabei spielt es eine Rolle, dass etwaige Produkte im Wesentlichen nicht separat veräußert werden können und demnach der Kunde aus diesem Produkt einzeln keinen Nutzen ziehen kann (IFRS 15.27). Weiterhin sind die vertraglichen Zusagen im vertraglichen Kontext nicht voneinander abgrenzbar, da eine starke Abhängigkeit der einzeln im Vertrag enthaltenen Güter und Dienstleistungen untereinander besteht, so dass nur eine Leistungsverpflichtung identifiziert werden kann (IFRS 15.29).

Ein Erlös wird erfasst, wenn die im Vertrag vereinbarte Leitungsverpflichtung erfüllt ist. Eine Leistungsverpflichtung ist erfüllt, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über den übertragenen Vermögenswert erlangt. Der Zeitraum bzw. der Zeitpunkt, zu dem Leistungsverpflichtungen erfüllt werden, wird bei Vertragsschluss festgelegt. Im Bereich Media erfolgt die Erfüllung der vertraglichen Leistungsverpflichtung gemäß IFRS 15.35 aufgrund der gleichmäßigen Erbringung von Dienstleistungen über die Vertragslaufzeit im Wesentlichen zeitraumbezogen.

2.1.1.2 Software

Umsätze des Software-Geschäfts beziehen sich zum einen auf den klassischen Verkauf von Informationsdatenbanken auf Datenträgern, zum anderen auf die zur Verfügungstellung von Online-Informationsdatenbanken. Die diesbezüglichen Umsätze werden zum Zeitpunkt der Leistungserbringung, d.h. bei Versand bzw. bei Überlassung des Zugangs zur Software an den Kunden erfolgswirksam erfasst. Zielgruppen sind in diesem Bereich vor allem Unternehmenskunden.

2.1.2 Auskunft

Die Leistungsverpflichtung in einem Vertrag mit einem Kunden im Bereich der Auskunftsdienstleistungen besteht zum einen darin, die vereinbarten Auskunftsdienstleistungen selbst bereitzustellen und demnach die Verfügungsgewalt über die Information auf den Kunden zu übertragen (IFRS 15.B34, 15.B35). Da diese Leistungsverpflichtung demnach nicht von dem mit der Abrechnung beauftragten Telekommunikationsunternehmen erbracht wird, handelt der 11 88 0-Konzern in diesem Zusammenhang als Prinzipal. Daraus ergibt sich, dass die Umsatzerlöse in Höhe des Bruttobetrags der Gegenleistungen erfasst werden, die dem Konzern für die Übertragung der Informationen an den Kunden zusteht. Der Bruttobetrag basiert auf der Anzahl und der Dauer der von Kunden über die Telekommunikationsgesellschaft geführten Anrufe und wird erfolgswirksam zum Zeitpunkt der Leistungserbringung erfasst.

Verträge mit Kunden im Call Center-Drittgeschäft beinhalten im Wesentlichen telefonische Dienstleistungen wie z.B. die Durchführung von After-Sales-Services und Klärung diverser Kundenanfragen. In diesem Zusammenhang erfasst der Konzern die diesbezüglichen Umsätze in Höhe der Anzahl und der Dauer des abgewickelten Anrufvolumens.

2.1.3 Zahlungsbedingungen und Finanzierungskomponenten

Die 11 88 0-Gruppe gewährt die am Markt üblichen Zahlungsbedingungen, die grundsätzlich nicht über einen Zeitraum von 30 Tagen hinausgehen.

Ein gewisser Anteil von Kundenverträgen enthält aufgrund von teilweise geleisteten Vorauszahlungen auf vereinbarte vertragliche Gegenleistungen grundsätzlich eine Finanzierungskomponente. Aufgrund der Tatsache dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung eines zugesagten Guts oder einer zugesagten Dienstleistung auf den Kunden und der Bezahlung dieser Leistung durch den Kunden im Regelfall maximal ein Jahr beträgt, wird aus praktischen Gründen auf eine Berücksichtigung dieser Finanzierungskomponente bei der Erlöserfassung verzichtet (IFRS 15.63).

2.2 Realisierung von Zinserträgen

Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind. Die Berechnung der Zinserträge erfolgt auf Basis der ausstehenden Geldanlage und des mit dem Vertragspartner vereinbarten Zinssatzes. Es erfolgt eine periodengerechte Abgrenzung.

2.3 Fremdwährungsumrechnung

Die Bilanzierung von Fremdwährungstransaktionen im Konzern erfolgt gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen".

Transaktionen in fremder Währung werden erstmalig zum Wechselkurs am Tag der Transaktion erfasst. An jedem Bilanzstichtag werden auf fremde Währung lautende monetäre Vermögenswerte und Schulden zum Wechselkurs dieses Tages (Stichtagskurs) in Euro umgerechnet (IAS 21.23a) und die sich daraus ergebenden Umrechnungsdifferenzen im Gewinn und Verlust der Berichtsperiode erfasst. Auf fremde Währung lautende nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zu ihren historischen Anschaffungs- oder Herstellkosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden nach IAS 21.23b mit den Kursen in Euro umgerechnet, die am Tag des Geschäftsvorfalls gültig waren. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden nach IAS 21.23c zu dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig ist.

Vermögenswerte und Schulden ausländischer Tochterunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung zum Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden zu durchschnittlichen Wechselkursen der jeweiligen Berichtsperiode umgerechnet, außer im Falle signifikanter Schwankungen der Umrechnungskurse. Die sich ergebenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Diese kumulativen Umrechnungsdifferenzen werden zum Zeitpunkt der Veräußerung des Tochterunternehmens in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

2.4 Werbekosten

Werbe- und Marketingkosten werden gemäß IAS 38.69c in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

2.5 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die 11 88 0 Solutions-Gruppe betrachtet gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" alle sofort verfügbaren Guthaben bei Kreditinstituten, bare Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen mit einer Restlaufzeit von drei Monaten oder weniger - gerechnet vom Erwerbszeitpunkt - als Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente (IAS 7.6). Einlagen von bis zu drei Monaten werden dann den Zahlungsmitteläquivalenten zugeordnet, wenn das Risiko einer Wertschwankung unwesentlich ist. Der Buchwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht dem beizulegenden Zeitwert.

2.6 Finanzinstrumente

Im folgenden Kapitel finden sich Ausführungen zur Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 9 Finanzsinstrumente".

2.6.1 Definition

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig eine vertragliche Verpflichtung, flüssige Mittel oder einen anderen finanziellen Vermögenswert zu liefern. Darunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Derivative Finanzinstrumente liegen zum Bilanzstichtag nicht vor.

2.6.2 Klassifikation und Bewertung zum Zugangszeitpunkt sowie Folgebewertung

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden zu dem Zeitpunkt in der Bilanz berücksichtigt, zu dem das jeweilige Konzernunternehmen Vertragspartei des Finanzinstruments wird (IFRS 9.3.1.1).

Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, d. h. am Tag, an dem das Unternehmen der Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, welche die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Beim erstmaligen Ansatz von finanziellen Vermögenswerten oder finanziellen Verbindlichkeiten werden diese zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet (IFRS 9.5.1.1). Anschaffungsnebenkosten werden nur aktiviert, wenn ein Finanzinstrument nachfolgend nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponenten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zu ihrem Transaktionspreis gemäß IFRS 15.46 ff bewertet.

Für Zwecke der Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte nach IFRS 9.4.1.1 zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Erfassung in folgende Bewertungskategorien unterteilt:

Erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)

Erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI) mit/ohne Recycling kumulierter Gewinne und Verluste

Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)

Die Zuordnung zu den genannten Bewertungskategorien erfolgt auf Grundlage der Zahlungsstromcharakteristika der einzelnen Instrumente und des Geschäftsmodells des Unternehmens zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden im Rahmen der Folgebewertung grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Ausnahmen von diesem Grundsatz im Sinne des IFSR 9.4.2.1 liegen zum Stichtag nicht vor.

Entsprechend der Folgebewertung werden die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wie folgt klassifiziert:

2.6.2.1 Finanzielle Vermögenswerte mit erfolgswirksamer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)

Finanzielle Vermögenswerte mit erfolgswirksamer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert beinhalten grundsätzlich finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden, finanzielle Vermögenswerte die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden (mit Erfassung der Gewinne und Verluste im Periodenergebnis), oder finanzielle Vermögenswerte, die zwingend zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (Derivate).

Die 11 88 0 Solutions AG investiert in Investmentfonds, die in kurzlaufende Geldmarkt- bzw. Rentenwertpapiere mit geringer Risikoneigung anlegen. Das Fondsvermögen der Rentenfonds wird schwerpunktmäßig in fest und variabel verzinsliche Anleihen europäischer Emittenten mit Investment Grade Bonität sowie in Termingelder und liquide Geldmarktpapiere angelegt. Renditen ergeben sich aus der Veränderung des Kurswertes und jährlichen Ausschüttungen.

Die von der 11 88 0 Solutions AG gehaltenen Wertpapiere werden in Übereinstimmung mit IFRS 9.5.1.1 bei Zugang mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und im Rahmen der Folgebewertung gemäß IFRS 9.4.1.4 nach Prüfung des Zahlungsstromkriteriums der Kategorie "erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet. Demzufolge werden die aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste sofort im Periodenergebnis erfasst.

Gemäß IFRS 13 ist der beizulegende Zeitwert der Preis, der sich am Hauptmarkt oder - sofern der Hauptmarkt nicht verfügbar ist - am vorteilhaftesten Markt durch den Verkauf bzw. die Übertragung eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld bilden würde.

Basierend auf den in den Bewertungstechniken zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten Inputfaktoren werden alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Abschluss ausgewiesen wird, in die nachfolgend beschriebene Fair-Value-Hierarchie eingeordnet.

Stufe 1: Inputfaktoren sind notierte (nicht angepasste) Preise auf aktiven, für das Unternehmen zugänglichen Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden. Die der Stufe 1 zugeordneten Wertpapiere betreffen Investmentfondsanteile, deren beizulegender Zeitwert dem Nominalwert multipliziert mit den (Rücknahme-) Preisnotierungen zum Bilanzstichtag entspricht. Die (Rücknahme-) Preisnotierungen basieren auf dem täglich veröffentlichten Net Asset Value der entsprechenden Fondsgesellschaft und sind durch den 11 88 0-Konzern durch "Rückgabe" erzielbar.

Stufe 2: Inputfaktoren sind andere als die in Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt oder indirekt zu beobachten sind.

Stufe 3: Inputfaktoren sind solche, die für Vermögenswerte oder Schulden nicht beobachtbar sind.

Wenn für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts Inputfaktoren verwendet werden, die unterschiedliche Stufen betreffen, erfolgt die Einordnung in die Stufe, die dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

Für wiederkehrende Bewertungen wird auf Basis der Input-Parameter eine Umgruppierung zwischen den Stufen geprüft.

Informationen Dritter, wie z. B. Kursinformationsdienste und Gutachten, werden dahingehend analysiert, dass die herangezogenen Nachweise die Anforderungen der IFRS erfüllen.

2.6.2.2 Erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI)

Der Konzern hat zum Bilanzstichtag keine finanziellen Vermögenswerte in dieser Kategorie.

2.6.2.3 Finanzielle Vermögenswerte mit Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)

Finanzielle Vermögenswerte, deren Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen und die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Für finanzielle Vermögenswerte dieser Kategorie werden Wertberichtigungen auf erwartete Kreditverluste erfasst. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird.

Die im Konzern zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (sonstige Forderungen).

Da der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, werden keine weiteren Angaben zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden den finanziellen Vermögenswerten zugeordnet, da diese ein vertraglich eingeräumtes Recht darstellen, flüssige Mittel zu einem künftigen Zeitpunkt von einem anderen Unternehmen zu erhalten. Forderungen ohne signifikante Finanzierungskomponente werden nach IFRS 9.5.1.3 beim erstmaligen Ansatz zu ihrem Transaktionspreis (IFRS 15.46 ff) und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich von Wertberichtigungen für über die Restlaufzeit erwartete Kreditverluste bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Forderungen wertgemindert oder ausgebucht sind sowie im Rahmen von Amortisationen (IFRS 9.5.7.2).

2.6.2.4 Finanzielle Verbindlichkeiten mit Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich im Rahmen der Folgebewertung mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht die Ausnahmen des IFRS 9.4.2.1 Anwendung finden. Die 11 88 0-Gruppe hat zum Bilanzstichtag keine finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht die Voraussetzung der Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfüllen würden.

Die im Konzern zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten.

Da der Buchwert der finanziellen Verbindlichkeiten einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, werden keine weiteren Angaben zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden den finanziellen Verbindlichkeiten zugeordnet, da sie eine vertraglich eingeräumte Verpflichtung darstellen, flüssige Mittel zu einem künftigen Zeitpunkt an ein anderes Unternehmen abzugeben. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei Zugang mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt und im Anschluss zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung oder aus Amortisationen werden gem. IFRS 9.5.7.2 erfolgswirksam erfasst.

2.6.2.5 Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern berücksichtigt grundsätzlich Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste für alle finanziellen Vermögenswerte, die im Rahmen der Folgebewertung nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Als Kreditverlust gilt die Differenz zwischen allen vertraglichen Zahlungen, die einem Unternehmen vertragsgemäß geschuldet werden und sämtlichen Zahlungen, die das Unternehmen voraussichtlich einnimmt, abgezinst zum ursprünglichen Effektivzinssatz (d. h. dem bei erstmaligem Ansatz ermittelten Effektivzinssatz) oder zum bonitätsangepassten Effektivzinssatz für finanzielle Vermögenswerte mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität.

Die Höhe der Verlusterfassung sowie die Zinsvereinnahmung bestimmen sich dabei anhand der Zuordnung des finanziellen Vermögenswerts in die folgenden drei Stufen:

Soweit keine signifikante Verschlechterung in der Kreditqualität seit Zugang vorliegt, sind erwartete Verluste in Höhe des Barwerts der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren, aufwandswirksam zu erfassen (expected losses). Die Zinsvereinnahmung erfolgt auf Basis des Bruttobuchwerts unter Anwendung der Effektivzinsmethode (Stufe 1).

Liegt eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos, jedoch kein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung vor, ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit aufzustocken (lifetime expected losses). Die Methode der Zinsvereinnahmung entspricht der Stufe 1 (Stufe 2).

Liegt neben einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos am Abschlussstichtag zusätzlich ein objektiver Hinweis auf Wertminderung vor, erfolgt eine Bemessung der Risikovorsorge ebenfalls auf Basis des Barwerts der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit. Die Zinsvereinnahmung ist anzupassen, sodass die Zinsen ab diesem Zeitpunkt auf Basis des Nettobuchwerts (Buchwert abzgl. Risikovorsorge) des Instruments abgegrenzt werden (Stufe 3).

Objektive Hinweise auf eine Wertminderung können zum Beispiel erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner, der Wegfall eines aktiven Markts für den finanziellen Vermögenswert, eine bedeutende Veränderung des technologischen, ökonomischen, rechtlichen Umfelds sowie des Marktumfelds des Emittenten oder ein andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des finanziellen Vermögenswerts unter die fortgeführten Anschaffungskosten sein. Zunächst wird festgestellt, ob ein objektiver Hinweis auf Wertminderung bei finanziellen Vermögenswerten, die für sich gesehen bedeutsam sind, individuell und bei finanziellen Vermögenswerten, die für sich gesehen nicht bedeutsam sind, individuell oder zusammen besteht. Stellt der Konzern fest, dass für einen individuell untersuchten finanziellen Vermögenswert, sei er bedeutsam oder nicht, kein objektiver Hinweis auf Wertminderung vorliegt, wird der Vermögenswert einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte mit vergleichbaren Ausfallrisikoprofilen zugeordnet und zusammen auf Wertminderung untersucht. Vermögenswerte, die individuell auf Wertminderung untersucht werden und für die eine Wertberichtigung erfasst wird, werden nicht in die Wertminderungsbeurteilung auf Portfoliobasis einbezogen.

Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob seit Zugang des Instruments eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos eingetreten ist. Das Ausfallrisiko wird dabei anhand der Ausfallwahrscheinlichkeit der gesamten Restlaufzeit bemessen.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte werden unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos angepasst und die Effekte erfolgswirksam entweder als Wertminderungsaufwand oder als -ertrag erfasst.

Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte werden anhand eines vereinfachten Wertminderungsmodells ermittelt. Demnach werden die betroffenen Vermögenswerte bereits bei Zugang der Stufe 2 zugeordnet und in Stufe 3 transferiert, soweit objektive Hinweise auf Wertminderung vorliegen. Eine Zuordnung zu Stufe 1 erfolgt nicht. Für die der Stufe 2 zugeordneten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst.

Die erwarteten Kreditausfälle für diese Vermögenswerte zum Bilanzstichtag werden anhand einer Wertminderungstabelle ermittelt. Die Wertminderungstabelle basiert auf den Altersstrukturen überfälliger Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, beobachteten historischen Ausfall- und Verlustquoten unter Berücksichtigung zukunftsbezogener Schätzungen, allgemeiner wirtschaftlicher Bedingungen und kundenspezifischer Faktoren. Zu jedem Stichtag werden die beobachteten historischen Ausfallquoten und Annahmen, die der Wertminderungstabelle zugrundeliegen analysiert und aktualisiert. Die zum Bilanzstichtag angewandte Wertminderungstabelle wird in den Erläuterungen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt.

2.6.2.6 Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten

Sobald der zur Ausbuchung vorgesehene Vermögenswert festgelegt wurde, wird gemäß IFRS 9.3.2.4 eine Einschätzung vorgenommen, ob die vertraglichen Rechte auf Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert ausgelaufen sind oder ob der Vermögenswert übertragen wurde und ob die Übertragung zur Ausbuchung berechtigt.

Im Falle der im Rahmen eines echten Factoring übertragenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden die vertraglichen Rechte am Erhalt der Zahlungsströme an den Factoring-Dienstleister übertragen und im Zeitpunkt der Übertragung aller Chancen und Risiken ausgebucht (IFRS 9.3.2.6).

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird gemäß IFRS 9.3.3.1 ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrundeliegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen und somit getilgt ist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine finanziellen Verbindlichkeiten übertragen oder durch andere ersetzt.

2.6.2.7 Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Eine Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten gemäß IAS 32.42 wurde zum Bilanzstichtag nicht vorgenommen.

2.7 Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus dem Erwerb von Tochterunternehmen und stellt gemäß IFRS 3.32 die Differenz dar, die sich aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert der zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteile an dem erworbenen Unternehmen abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des erworbenen Nettovermögens ergibt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem in IAS 36 geregelten Wertminderungstest unterzogen. Zu diesem Zweck wurde der Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bereits vom Übernahmetag an zugeordnet (IAS 36.80). Hierbei wird der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem erzielbaren Betrag, d. h. dem höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert verglichen. Übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ihren erzielbaren Betrag, wird die Differenz unmittelbar als Wertminderungsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

2.8 Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte

Der Ansatz selbst geschaffener immaterieller Vermögenswerte (Fach- und andere Portale, Website) erfolgt in Übereinstimmung mit den Regelungen des IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte". Ausgaben eines internen Projekts, die im Sinne des IAS 38.56 als Forschungskosten definiert sind, werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

Eine Aktivierung der Entwicklungskosten aus internen Projekten erfolgt, wenn sämtliche der folgenden Nachweise erbracht sind:

die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswertes ermöglicht,

die Absicht und die Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen, ihn zu nutzen oder zu verkaufen,

die Art und Weise, wie der immaterielle Vermögenswert voraussichtlich einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird,

die Verfügbarkeit von Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können,

die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig bewerten zu können.

Gemäß SIC 32.7-8 i. V. m. IAS 38.8 werden die oben genannten Vermögenswerte als selbst geschaffener immaterieller Vermögenswert angesetzt, wenn neben den allgemeinen Aktivierungskriterien für immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38.21 auch die besonderen Kriterien für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38.57 erfüllt sind. In Übereinstimmung mit SIC 32.9 hat die Aktivierung der Kosten für die Entwicklungsphase zu erfolgen. Die Nutzungsdauer wird gem. SIC 32.10 i. V. m. IAS 38.88 ff., IAS 38.95 durch den Zeitraum bestimmt, über den dem Unternehmen ein wirtschaftlicher Nutzen erwächst.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt der Fertigstellung zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet.

Es liegen ausschließlich selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer vor, welche linear über ihre Nutzungsdauern abgeschrieben werden.

2.9 Erworbene immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte i. S. v. Software o. ä. werden bei Zugang gemäß IAS 38.24 zu Anschaffungskosten aktiviert. Diese beinhalten gemäß IAS 38.27 bis IAS 38.30 auch alle weiteren Kosten, die notwendig sind, um den Vermögenswert in den vom Management vorgesehenen Zustand zu versetzen. Zuwendungen Dritter mindern gemäß IAS 20.24 i. V. m. IAS 20.27 die Anschaffungskosten.

Die Abschreibung eines immateriellen Vermögenswertes mit einer begrenzten Nutzungsdauer (immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer liegen mit Ausnahme des Goodwills zum Bilanzstichtag nicht vor) erfolgt planmäßig linear in Übereinstimmung mit IAS 38.97 und IAS 38.98 über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Abschreibungszeitraum und Abschreibungsmethode für immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden gemäß IAS 38.104 am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und ggf. angepasst.

Ein immaterieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn er abgeht oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von seiner Nutzung oder seinem Abgang zu erwarten ist. Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert des Vermögenswertes ermittelt und in der Periode, in welcher der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

2.10 Vertragsanbahnungskosten

Der Konzern zahlt Verkaufsprovisionen grundsätzlich für jeden abgeschlossenen Vertrag sowie für entsprechende Vertragsverlängerungen. Die Höhe der Verkaufsprovisionen richtet sich dabei im Wesentlichen nach klar festgelegten Schwellenwerten, für deren Erreichen ein prozentualer Anteil des Vertragswertes gezahlt wird.

Diese durch die Anbahnung eines Vertrags mit einem Kunden verursachten zusätzlichen Kosten (IFRS 15.91, 92) werden in Höhe der gezahlten Vertriebsprovisionen zum Zeitpunkt der wirtschaftlichen Entstehung des Anspruchs unter den immateriellen Vermögenswerten aktiviert und über die geschätzte durchschnittliche Kundenbindungsdauer linear abgeschrieben (IFRS 15.99). Kosten, die auch angefallen wären, wenn es nicht zu einem Vertragsabschluss gekommen wäre, oder die nicht direkt an den Kunden weiterbelastet werden können, werden gemäß IFRS 15.93 zum Zeitpunkt ihres Entstehens als Aufwand erfasst. Weiterhin werden Kosten, deren Abschreibungszeitraum bei einer Aktivierung weniger als ein Jahr betragen würde entsprechend IFRS 15.94 im Aufwand erfasst. Übersteigt der Buchwert den verbleibenden Teil der Gegenleistung, die das Unternehmen im Austausch für die Güter oder Dienstleistungen, auf die sich diese Kosten beziehen, erwartet, abzüglich der Kosten, die unmittelbar mit der Lieferung der Güter oder der Erbringung der Dienstleistungen zusammenhängen und nicht aufwandswirksam erfasst wurden, wird ein Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst.

2.11 Vertragsvermögenswerte

Ein Vertragsvermögenswert ist ein Rechtsanspruch eines Unternehmens auf eine Gegenleistung für von ihm an einen Kunden übertragene Güter und Dienstleistungen, sofern dieser Anspruch nicht allein an den Zeitablauf geknüpft ist (IFRS 15.107).

Da in der Regel keine weiteren Bedingungen an den Anspruch des Unternehmens auf die Gegenleistung des Kunden geknüpft sind und der Anspruch ausschließlich vom Zeitablauf abhängt, werden zum Bilanzstichtag keine Vertragsvermögenswerte ausgewiesen.

2.12 Sachanlagen

Sachanlagen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz nach IAS 16.15 zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Alle direkt zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert in den vom Management vorgesehenen Zustand und Umgebung zu versetzen, erhöhen gemäß IAS 16.16b die Anschaffungskosten. Nach dem erstmaligen Ansatz werden Sachanlagen gemäß IAS 16.30 zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Die Abschreibung erfolgt in der Weise, dass die Kosten oder der Wertansatz von Vermögenswerten über deren voraussichtliche Nutzungsdauer linear verteilt werden. Eventuell anfallende außerplanmäßige Abschreibungen werden berücksichtigt. Restwert und Abschreibungszeitraum werden gemäß IAS 16.51 am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und ggf. angepasst.

2.13 Sonstige langfristige Vermögenswerte

Die bei der Erfüllung eines Vertrags mit einem Kunden entstehenden Kosten, werden gemäß IFRS 15.95 als Vertragserfüllungskosten in den sonstigen langfristigen Vermögenswerten erfasst, wenn die Kosten unmittelbar mit einem bestehenden Vertrag oder einem erwarteten Vertrag zusammenhängen, die Kosten zur Schaffung oder Verbesserung von Ressourcen führen und ein Ausgleich der Kosten erwartet werden kann. Die Höhe der aktivierten Kosten richtet sich nach IFRS 15.97 und beinhaltet im Wesentlichen Lohneinzelkosten, Materialeinzelkosten, zugerechnete Gemeinkosten, Kosten deren Weiterbelastung an den Kunden der Vertrag ausdrücklich vorsieht und sonstige Kosten, die nur angefallen sind, als das Unternehmen den Vertrag geschlossen hat.

Vertragserfüllungskosten werden nach IFRS 15.99 über die durchschnittliche Kundenbindungsdauer der zugrundeliegenden Verträge linear abgeschrieben. Übersteigt der Buchwert den Teil der Gegenleistung, die das Unternehmen im Austausch für die Dienstleistungen, auf die sich diese Kosten beziehen, erwartet, abzüglich der Kosten, die unmittelbar mit der Lieferung der Erbringung der Dienstleistungen zusammenhängen, wird erfolgswirksam als ein Wertminderungsaufwand erfasst (IFRS 15.101).

2.14 Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht mehr erzielt werden kann.

Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des Betrags erfasst, den der Buchwert des Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht bestimmt werden, erfolgt die Bestimmung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit gemäß IAS 36.22, zu welcher der Vermögenswert gehört. Der erzielbare Betrag des Vermögenswerts ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Bei der Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Zahlungsströme mit dem momentan marktgängigen Vorsteuer-Zinssatz, der die spezifischen Risiken des Vermögenswerts, die nicht in den Zahlungsströmen berücksichtigt werden, reflektiert, auf den Barwert abgezinst. Wenn der bestimmte erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird gemäß IAS 36.60 sofort erfolgswirksam erfasst.

Wenn der Grund für eine früher durchgeführte Wertminderung entfallen ist, erfolgt mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts eine erfolgswirksame Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten (IAS 36.114 i. V. m. IAS 36.117).

2.15 Vertragsverbindlichkeiten

Hat der Kunde bereits seine vertragliche Verpflichtung (Zahlung) erfüllt, bevor das Unternehmen die Ware übertragen oder die Dienstleistung erbracht hat, wird gemäß IFRS 15.106 eine Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um erhaltene Anzahlungen.

2.16 Rückerstattungsverbindlichkeiten und Vermögenswerte aus Rückgaberechten

Eine Rückerstattungsverbindlichkeit wird erfasst, wenn erwartet wird, dass eine vom Kunden erhaltene oder erwartete Gegenleistung ganz oder teilweise zurückerstattet wird (IFRS 15.55). Eine Rückerstattungsverbindlichkeit wird in Höhe der erhaltenen (oder zu erhaltenen) Gegenleistung bewertet, die dem Unternehmen voraussichtlich nicht zusteht. Bei einer Übertragung von Produkten mit Rückgaberecht (sowie von bestimmten Dienstleistungen, die vorbehaltlich einer Rückerstattung geleistet werden) wird gemäß IFRS 15.B21 Folgendes berücksichtigt. Es werden für den Teil der vom Unternehmen übertragenen Produkte oder erbrachten Dienstleistungen keine Umsätze erfasst, für den mit einer Rückerstattung gerechnet wird. Weiterhin werden Rückerstattungsverbindlichkeiten für die bereits geleisteten Zahlungen des Kunden berücksichtigt und grundsätzlich Vermögenswerte (unter entsprechender Anpassung der Umsatzkosten) erfasst, die sich auf das Recht beziehen, Produkte bei Begleichung der Rückerstattungsverbindlichkeit vom Kunden zurückzuholen. Änderungen in der Bewertung der Rückerstattungsverbindlichkeit werden am Ende jedes Berichtszeitraums unter Berücksichtigung der geänderten Erwartungen im Hinblick auf Rückerstattungsbeträge korrigiert. Die Anpassungen werden als Erhöhung bzw. Verminderung der Erlöse gebucht.

Ein Vermögenswert, der das Recht auf Rückholung eines bereits übertragenen Produkts oder einer durchgeführten Dienstleistung darstellt, wird grundsätzlich bei seinem erstmaligen Ansatz mit dem Buchwert des vorher übertragenen Vermögenswerts abzüglich erwarteter Kosten für den Rückerhalt (einschließlich von Wertminderungen) bewertet (IFRS 15.B25). Am Ende jeder Berichtsperiode wird diese Bewertung unter Berücksichtigung geänderter Erwartungen auf die zurückgegebenen Produkte korrigiert. Der Vermögenswert wird grundsätzlich getrennt von den Rückerstattungsverbindlichkeiten ausgewiesen. Aufgrund der zum Bilanzstichtag unwesentlichen Höhe von Vermögenswerten aus Rückgaberechten, die sich ausschließlich auf den Softwarebereich innerhalb des Segments Digital beziehen, wird in weiteren Ausführungen nicht weiter darauf eingegangen.

2.17 Abgegrenzte kurzfristige Verbindlichkeiten

Diese Verbindlichkeiten stellen gemäß IAS 37.11 Schulden zur Zahlung von erhaltenen oder gelieferten Gütern oder Dienstleistungen dar, die weder bezahlt, noch vom Lieferanten in Rechnung gestellt oder formal vereinbart wurden. Sie grenzen sich von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ab, da diese vom Lieferanten in Rechnung gestellt oder formal vereinbart wurden. Der Konzern weist unter dieser Position die Verbindlichkeiten aus, die aus noch nicht erhaltenen Rechnungsstellungen von Lieferanten resultieren sowie aus Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern.

2.18 Rückstellungen

Gemäß IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen" werden Rückstellungen gebildet, soweit gegenüber Dritten eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann (IAS 37.14). Rückstellungen, die nicht schon im Folgejahr zu einem Ressourcenabfluss führen, werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Dabei wird bei einzelnen Verpflichtungen von dem Erfüllungsbetrag mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit ausgegangen. Der Abzinsung liegen Marktzinssätze zugrunde. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die erwarteten Kostensteigerungen. Rückstellungen werden nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet.

Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen werden gemäß IAS 37.72 erfasst, wenn der Konzern einen detaillierten, formalen Restrukturierungsplan aufgestellt hat, der den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.

2.19 Pensionsverpflichtungen

Die Bilanzierung der Altersversorgungspläne im Konzern erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" und ist von deren Klassifizierung als beitrags- oder leistungsorientierte Altersversorgungspläne abhängig.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen handelt es sich um Verpflichtungen der 11 88 0 Solutions-Gruppe aus Anwartschaften von ehemaligen Vorstandsmitgliedern sowie deren Hinterbliebenen.

Die in der Bilanz unter der Position "Rückstellungen für Altersversorgung" angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Überschreitet der Wert des Planvermögens die entsprechenden Versorgungsverpflichtungen, wird der überschießende Betrag unter Berücksichtigung der Vermögensobergrenze unter der Position "Sonstige langfristige Vermögenswerte" gezeigt.

Die leistungsorientierte Verpflichtung wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (projected unit credit method) berechnet. Bei diesem Verfahren fließen demografische (z. B. Fluktuationsrate) und finanzielle Annahmen (z. B. Rechnungszinssatz, Gehalt- und Rentensteigerungstrends) in die Bewertung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung ein.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis erfasst.

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst.

Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pläne werden Nettozinsen im Finanzergebnis erfasst.

Bei den beitragsorientierten Altersversorgungsplänen zahlt der Konzern aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Nach Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen.

Die anfallenden Beitragszahlungen werden als Aufwand in der Periode ihrer Fälligkeit innerhalb der Umsatz-, Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten erfasst.

2.20 Anteilsbasierte Vergütung

Ein Teil der jährlichen variablen Vorstandsvergütung wird als langfristig angelegte variable Vergütung in virtuelle Aktien der 11 88 0 Solutions AG umgewandelt (Deferrals). Die virtuellen Aktien werden gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich bilanziert.

Anteilsbasierte Barvergütungen sind als langfristige Rückstellungen zulasten des Aufwands zu verbuchen (IFRS 2.30). Der Aufwand wird in voller Höhe in dem Geschäftsjahr erfasst, für das die virtuellen Aktien gewährt werden. Die Höhe der Rückstellungen ist für die Zeit bis zur Auszahlung der jeweiligen virtuellen Aktien an den jeweiligen beizulegenden Zeitwert der Verpflichtung erfolgswirksam anzupassen.

2.21 Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen

Sofern bei der Erfüllung die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich ist, wird das Risiko, dem das Unternehmen ausgesetzt ist, im Abschluss durch eine Rückstellung entsprechend abgebildet. Bei einem möglichen, jedoch nicht wahrscheinlichen Abfluss von Ressourcen im Sinne von IAS 37.86 erfolgt eine Darstellung der einzelnen Risiken mit ihren möglichen finanziellen Auswirkungen als Eventualverbindlichkeit.

Eventualforderungen dürfen nicht angesetzt werden (IAS 37.31), sondern unterliegen der Angabepflicht nach IAS 37.89, sofern der künftige Ressourcenzufluss wahrscheinlich ist. Kann die entsprechende Ertragsrealisierung demgegenüber als so gut wie sicher gelten, greifen die allgemeinen Ansatzkriterien für Vermögenswerte (IAS 37.33), sodass die Position als Forderung erfasst werden kann.

2.22 Leasingverhältnisse

Der Konzern mietet bzw. least verschiedene Büro- und Lagerräume, Stellplätze, sowie Kraftfahrzeuge, Datenleitungen und sonstige Büroausstattung. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume zwischen 1 und 8 Jahren abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen haben.

Seit dem 1. Januar 2019 werden Leasingverhältnisse im 11 88 0-Kon-zern nach dem neuen Leasingstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" bilanziert.

Demnach werden für alle Leasingverhältnisse bei denen der Konzern als Leasingnehmer auftritt, grundsätzlich in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten erfasst. Die Finanzierungsaufwendungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst, so dass sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt. Das Nutzungsrecht wird linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben.

Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten grundsätzlich folgende Leasingzahlungen:

feste Zahlungen abzgl. etwaiger Leasinganreize,

variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind,

erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien des Leasingnehmers,

den Ausübungspreis der Kaufoption, wenn die Ausübung durch den Leasingnehmer hinreichend sicher ist,

Strafzahlungen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Leasingnehmer eine Kündigungsoption wahrnehmen wird.

Leasingzahlungen werden mit dem dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden impliziten Zinssatz abgezinst, sofern dieser bestimmbar ist. Andernfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, d.h. dem Zinssatz, den ein Leasingnehmer zahlen müsste, wenn er Mittel aufnehmen müsste, um in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld einen Vermögenswert mit einem vergleichbaren Wert und vergleichbaren Bedingungen zu erwerben.

Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich grundsätzlich wie folgt zusammensetzen:

der Betrag der Erstbewertung der Leasingverbindlichkeit,

sämtliche bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaig erhaltener Leasinganreize,

alle dem Leasingnehmer entstandenen anfänglichen direkten Kosten und

geschätzte Kosten, die dem Leasingnehmer bei Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswerts, bei der Wiederherstellung des Standorts, an dem sich dieser befindet oder bei Rückversetzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts, in den in der Leasingvereinbarung verlangten Zustand entstehen.

Zahlungen für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden linear als Aufwand im Gewinn oder Verlust erfasst. Vermögenswerte von geringem Wert sind bspw. IT-Ausstattung und sonstige Betriebsausstattung. Ebenso werden Leasingverhältnisse (außer Büroräumlichkeiten) mit einer Laufzeit von unter 12 Monaten (short-term leases) linear im Aufwand im Gewinn und Verlust erfasst.

Es bestehen zum Stichtag keine vertraglichen Beschränkungen oder Zusagen, die wesentlichen Einfluss auf die im Konzern bilanzierten Leasingverhältnisse haben.

Verlängerungs- und Kündigungsoptionen

Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und/oder Kündigungsoptionen. Im Hinblick auf die Ausübung von Verlängerungsoptionen bei der Bestimmung der Laufzeit eines Leasingverhältnisses berücksichtigt der Konzern sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Sich aus der Ausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ergebende Laufzeitänderungen werden nur dann in die Vertragslaufzeit einbezogen, wenn eine Verlängerung oder Nichtausübung einer Kündigungsoption hinreichend sicher ist. Die Mehrheit der bestehenden Immobilienleasingverträge enthalten beidseitige Kündigungsoptionen, was dazu führt, dass sich die Vertragslaufzeit dieser Verträge auf die jeweilige Dauer der Kündigungsfrist beschränkt.

Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern als Leasinggeber auftritt, existieren im Berichtszeitraum nicht.

Kfz-Leasingverträge, die der Konzern mit externen Leasinggesellschaften abschließt, werden, wie oben dargestellt, gemäß IFRS 16 bilanziert. Für Verträge, die anschließend zwischen der 11 88 0 und ihren Arbeitnehmern geschlossen werden, wird keine weitere Beurteilung vorgenommen, ob es sich hierbei um ein eventuell bestehendes Sublease-Verhältnis handelt. Die Firmenwagenüberlassung wird als Teil der Gesamtvergütung des jeweiligen Mitarbeiters betrachtet und als "employee benefit" nach IAS 19 behandelt. Der aus der Aktivierung nach IFRS 16 resultierende Abschreibungsaufwand wird unter den Abschreibungen ausgewiesen.

Für die Angaben zu den Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zum Erstanwendungsdatum verweisen wir auf das Kapitel 4 "Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden".

2.23 Ertragsteuer

Ertragsteuern umfassen alle tatsächlichen und latenten Steuern auf Basis der im Geschäftsjahr ausgewiesenen steuerpflichtigen Gewinne. Der Berechnung werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die in den jeweiligen Steuerjurisdiktionen, in denen der Konzern tätig ist, gelten.

Ertragsteuern werden in der Höhe erfasst, in der davon ausgegangen wird, dass sie gegenüber den Finanzbehörden bezahlt werden. In diesem Rahmen sind Beurteilungen durch das Management erforderlich, die von der Auffassung der Steuerbehörden abweichen können. Wenn sich hieraus für die Vergangenheit Änderungen der Ertragsteuern ergeben, werden diese in der Periode nachgeholt, in der ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen.

Latente Steuern werden aufgrund von temporären Differenzen zwischen den Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden und ihrer korrespondierenden steuerlichen Basis angesetzt. Sie umfassen auch Wertansätze für steuerliche Verlustvorträge. Latente Steueransprüche werden angesetzt soweit es wahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen bzw. steuerliche Verlustvorträge verrechnet werden können. Zur Beurteilung der Verfügbarkeit positiven Einkommens werden neben dem Vorhandensein passiver Latenzen auch Steuerplanungsrechnungen und realisierbare Steuerstrategien berücksichtigt.

Bei der Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die zum Zeitpunkt der Begleichung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes Geltung haben werden, soweit diese bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist.

Soweit Sachverhalte direkt im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden gem. IAS 12.74 saldiert im Konzernabschluss ausgewiesen.

2.24 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" werden langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese sind gemäß IFRS 5.15 mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten. Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben.

In der Gewinn- und Verlustrechnung der Berichtsperiode sowie der Vergleichsperiode werden die Erträge und Aufwendungen aus aufgegebenen Geschäftsbereichen grundsätzlich separat von den Erträgen und Aufwendungen aus fortzuführenden Geschäftsbereichen erfasst und als Ergebnis nach Steuern aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich gesondert ausgewiesen (IFRS 5.33).

Die beiden im Geschäftsjahr veräußerten und liquidierten 100 %-igen Tochtergesellschaften Technoimp LLC (ehemals telegate LLC), Armenien, und 11 88 0 telegate GmbH, Österreich, erfüllten im vorangegangenen Geschäftsjahr nicht die Kriterien eines aufgegebenen Geschäftsbereichs nach IFRS 5.32, da beide Gesellschaften keine wesentliche Geschäftstätigkeit mehr entfalteten.

Die Vermögenswerte und Schulden stellten vielmehr eine Veräußerungsgruppe nach IRFS 5 dar. Auf einen gesonderten Ausweis als Veräußerungsgruppe und die damit verbundenen Darstellungen im Konzernabschluss wurde unter Anwendung von IAS 1.31 jeweils verzichtet, da beide Gesellschaften im Wesentlichen unwesentliche kurzfristige Vermögenswerte und Schulden enthalten.

Gemäß IFRS 5.26 werden Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurden, jedoch die Kriterien nicht mehr erfüllen, nicht mehr als zur Veräußerung gehalten geführt.

2.25 Ergebnis je Aktie

Der Konzern berechnet das Ergebnis je Aktie gemäß den Vorschriften des IAS 33 "Ergebnis je Aktie".

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33.10 mittels Division des den Stammaktionären des Mutterunternehmens zustehenden Periodenergebnisses (Zähler) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der innerhalb der Berichtsperiode im Umlauf gewesenen Stammaktien (Nenner) zu ermitteln.

Zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie gemäß IAS 33.31 wird das den Stammaktionären des Mutterunternehmens zustehende Periodenergebnis sowie die gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Stammaktien um alle Verwässerungseffekte potenzieller Stammaktien bereinigt.

Die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie entspricht der Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie, da der Konzern keine potenziell verwässernden Stammaktien ausgegeben hat.

2.26 Kapitalflussrechnung

Die 11 88 0 Solutions-Gruppe weist ihre Kapitalflussrechnung in Übereinstimmung mit IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" aus. Für die Darstellung des Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit wird das Wahlrecht gemäß IAS 7.18b zur indirekten Darstellung wahrgenommen. Für die Darstellung des Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit schreibt IAS 7.21 hingegen die direkte Darstellung vor, die entsprechend angewendet wurde.

3. Wesentliche Schätzungen und Ermessensentscheidungen

Zur Bestimmung der Buchwerte bestimmter Vermögenswerte und Schulden ist eine Schätzung der Auswirkungen unbestimmter künftiger Ereignisse erforderlich. Deshalb werden bei der Erstellung des Konzernabschlusses vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten die tatsächlichen Ergebnisse in zukünftigen Perioden zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Abschlussstichtag bestehende Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.

3.1 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Der Konzern traf die folgenden Ermessensentscheidungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Bestimmung der Höhe und des Zeitpunkts von Erlösen aus Verträgen mit Kunden haben:

3.1.1 Identifizierung der Leistungsverpflichtungen in Verträgen mit Kunden

Die Relevanz der Identifizierung einzelner Leistungsverpflichtungen in Verträgen mit Kunden zeigt sich insbesondere in dem Fall, in dem separate Leistungsverpflichtungen in einem Vertrag identifiziert werden und die Erfüllung der einen Leistungsverpflichtung zu einem bestimmten Zeitpunkt, die Erfüllung einer anderen Leistungsverpflichtung jedoch über einen bestimmten Zeitraum erfolgt oder die Zeiträume der Leistungsverpflichtungen differieren. Die Zeitpunkte bzw. die Zeiträume der Erlösrealisation fallen somit in diesen Fällen auseinander.

Der Konzern identifiziert je Vertrag mit einem Kunden im Segment Digital im Wesentlichen nur eine vertragliche Leistungsverpflichtung, bei der die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an die Kunden über einen einheitlichen Zeitraum erfolgt.

Die Erlösrealisation erfolgt bei den Verträgen in diesem Bereich aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen auf monatlicher Basis.

3.1.2 Finanzierungskomponenten

Der Konzern bietet im Segment Digital zwei wesentliche Zahlungsoptionen. Zahlung einer Jahresrechnung nach Vertragsschluss oder Zahlung der Jahresrechnung in monatlich gleich hohen Raten. Der Konzern kam zu dem Schluss, dass bei Verträgen, bei denen sich der Kunde für eine Vorauszahlung entscheidet, aufgrund der Zeitspanne zwischen der Bezahlung der Leistung durch den Kunden und ihrer Übertragung grundsätzlich eine Finanzierungskomponente besteht. Jedoch beträgt die genannte Zeitspanne im Regelfall maximal ein Jahr. Demzufolge wird gemäß IFRS 15.129 i.V.m. IFRS 15.63 aus praktischen Gründen auf eine Berücksichtigung dieser Finanzierungskomponente verzichtet.

3.1.3 Variable Gegenleistungen

Bestimmte Verträge über den Verkauf von Software enthalten ein Rückgaberecht, das als variable Gegenleistung gilt. Überdies werden im Bereich Media variable Gegenleistungen in Form von Gutschriften berücksichtigt. Bei der Schätzung der variablen Gegenleistung muss der Konzern entweder die Erwartungswertmethode oder die Methode des wahrscheinlichsten Betrags anwenden. Dabei ist die Methode zu wählen, mit der die dem Konzern zustehende Gegenleistung am verlässlichsten geschätzt werden kann.

Da die geschätzten variablen Gegenleistungen aus Rückgaberechten zum Bilanzstichtag für die Darstellung des Konzernabschlusses unwesentlich sind, wird im Folgenden nicht weiter darauf eingegangen. Den variablen Gegenleistungen aus erwarteten Gutschriften wird gemäß der Erwartungswertmethode bei der Bestimmung des Transaktionspreises Rechnung getragen.

3.2 Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte

Der Konzern bildet Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte, um erwarteten Verlusten Rechnung zu tragen, die sich durch ausbleibende Zahlungseingänge von Kunden ergeben könnten. Um den potentiellen Ausfallrisiken Rechnung zu tragen, werden hierbei historische Ausfall- und Verlustquoten ermittelt, die um zukunftsbezogene Schätzungen sowie Einschätzungen der allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen und kundenspezifischer Faktoren angepasst werden. Wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Wertberichtigungen hat die Einschätzung in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Insolvenzfällen und die Einschätzung im Hinblick auf die Veränderungen im technologischen, ökonomischen und rechtlichen Umfeld, insbesondere des Marktumfelds. Zwecks Entwicklung der Wertberichtigungen siehe Kapitel 2. unter Erläuterungen zur Konzernbilanz.

3.3 Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwerts

Der Konzern überprüft mindestens einmal jährlich, ob eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts vorliegt. Dies erfordert eine Schätzung der erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Der erzielbare Betrag ist jeweils der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Der Ermittlung des erzielbaren Betrags liegen Schätzungen und Ermessensentscheidungen insbesondere bzgl. der voraussichtlichen Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und eines angemessenen Abzinsungssatzes zu Grunde.

3.4 Immaterielle Vermögenswerte

3.4.1 Kundenstamm

Die im Rahmen der Kaufpreisallokation bei der Erstkonsolidierung der 11 88 0 Internet Services AG im Jahr 2008 identifizierten und mit ihrem Fair Value als immaterielle Vermögenswerte bilanzierte Kundenstämme des Media- und Software-Geschäfts, wurden bereits im Geschäftsjahr 2018 vollständig abgeschrieben.

3.4.2 Vertragskosten

Eine Aktivierung von Vertragskosten (Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten) erfolgt grundsätzlich nur, sofern die in Kapitel 2.10 genannten Aktivierungsvoraussetzungen des IFRS 15 erfüllt werden und mit einem Ausgleich der entsprechenden Kosten nach IFRS 15.95 gerechnet wird.

Bei der Ermittlung der Höhe der zu aktivierenden Vertriebsprovisionen (Vertragsanbahnungskosten) bleiben gezahlte Provisionen entsprechend der Erleichterungsvorschrift des IFRS 15.94 unberücksichtigt, deren Abschreibungszeitraum nicht mehr als ein Jahr betragen würde. Die Höhe der jeweils zu aktivierenden Vertriebsprovisionen (Vertragsanbahnungskosten) richtet sich grundsätzlich nach den abgeschlossenen vertraglichen Provisionsvereinbarungen. Weiterhin wird bei der Aktivierung von Mitarbeiterprovisionen ein Aufschlag in Bezug auf die durch die Provisionszahlung fälligen Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung berechnet.

Die Höhe der aktivierten Kundenwebsites (Vertragserfüllungskosten) bestimmt sich durch die Einbeziehung von Lohneinzelkosten (Mitarbeiter, die an der Produktion der Websites beteiligt sind), Materialeinzelkosten und zugerechneten Gemeinkosten wie z.B. Abschreibungen.

Aktivierte Vertragskosten (Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten) werden auf Basis der durchschnittlichen Kundenbindungsdauer planmäßig abgeschrieben. Bei der Ermittlung der durchschnittlichen Kundenbindungsdauer werden erwartete Vertragsverlängerungen berücksichtigt. Aktivierte Vertragskosten werden jährlich einem Wertminderungstest unterzogen, bei dem vor allem der künftige Kostenausgleich nach IFRS 15 sowie die durchschnittliche Kundenbindungsdauer überprüft werden.

3.5 Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge

Der Erwerb von mehr als 50 % der Anteile an der 11 88 0 Solutions AG durch die united vertical media GmbH, Nürnberg, im September 2019 gefährdet grundsätzlich die rechtliche Existenz aller bis zu diesem Zeitpunkt bei der 11 88 0 Solutions AG und ihrer Tochtergesellschaft, der 11 88 0 Internet Services AG, angefallener körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge.

Unter Berücksichtigung der Regelungen des IFRIC 23 geht das Management bzgl. der Einschätzung der rechtlichen Existenz von steuerlichen Verlustvorträgen jeweils vom wahrscheinlichsten Wert aus. Danach wird auf Basis der Regelungen der §§ 8c/8d KStG davon ausgegangen, dass die bis zum Beteiligungserwerb entstandenen laufenden Verluste bzw. Verlustvorträge der 11 88 0 Solutions AG rechtlich untergegangen und damit nicht mehr nutzbar sind. Lediglich die laufenden, seit dem Übertragungsstichtag angefallenen Verluste werden bei der Ermittlung der Ertragsteuerpositionen berücksichtigt. Hingegen wird es für die Verlustvorträge und laufenden Verlust der 11 88 0 Internet Services AG so eingeschätzt, dass diese auf Basis des § 8d KStG als so genannte fortführungsgebundene Verluste weiterhin rechtlich nutzbar sind.

Soweit Verlustvorträge rechtlich existent sind, werden hierauf in Übereinstimmung mit IAS 12.34 grds. latente Steuern angesetzt. Diese werden in dem Umfang berücksichtigt, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das steuerliche Verlustvorträge verrechnet werden können. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit stützt sich das Management auf die in IAS 12.36 dargelegten Kriterien.

Der Bruttowert der aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge (vor Wertberichtigung) betrug zum Bilanzstichtag 9.084 TEUR (2018: 11.680 TEUR), siehe hierzu auch Kapitel 11 unter den Erläuterungen zur Konzernbilanz.

3.6 Rechtsstreitigkeiten

Im Rahmen der bilanziellen Abbildung offener Rechtsstreitigkeiten nutzt der Konzern Ermessensspielräume. Die Einschätzung wesentlicher Chancen und Risiken wird unter Einbeziehung der Einschätzung externer Rechtsberater getroffen, siehe hierzu auch Kapitel 5 unter den sonstigen Erläuterungen und Angaben.

3.7 Pensionsverpflichtungen

Der Barwert der Pensionsverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen. Die bei der Ermittlung der Nettoaufwendungen (bzw. -erträge) für Pensionen verwendeten Annahmen schließen den Abzinsungssatz mit ein. Jede Änderung dieser Annahmen wird Auswirkungen auf den Buchwert der Pensionsverpflichtungen haben.

Der Konzern ermittelt den angemessenen Abzinsungssatz zum Ende jedes Geschäftsjahres. Die angesetzten Abzinsungssätze werden auf Grundlage der Renditen bestimmt, die am Bilanzstichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen mit entsprechender Laufzeit und Währung erzielt werden. Weitere Informationen hierzu finden sich unter Abschnitt 17 unter den Erläuterungen zur Konzernbilanz.

3.8 Leasingverhältnisse

3.8.1 Grenzfremdkapitalzinssatz

Im Rahmen der Anwendung des IFRS 16 "Leasingverhältnisse" werden die zum Zeitpunkt der Übernahme des Vermögenswerts ausstehenden Leasingzahlungen mit dem dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden Zinssatz über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgezinst. Falls dieser Zinssatz nicht ohne weiteres ermittelbar ist, wird der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen, d.h. der Zinssatz, den ein Leasingnehmer zahlen müsste, wenn er Mittel aufnehmen müsste, um in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld einen Vermögenswert mit einem vergleichbaren Wert und vergleichbaren Bedingungen zu erwerben.

Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes wird im Wesentlichen auf ein von der KfW zur Verfügung gestelltes Kredittool zurückgegriffen. Hierbei ergibt sich aus der Bonität des Kreditnehmers und der Werthaltigkeit der Besicherung, unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Umfelds des zugrundeliegenden Vermögenswerts, eine kundenindividuelle Preisklasse. Diese Preisklasse in Verbindung mit der Vertragslaufzeit wird anschließend, je nach ausgewähltem KfW-Programm, zur Bestimmung des Kreditzinses herangezogen. Unter Berücksichtigung der genannten Kriterien ergeben sich zum Umstellungszeitpunkt Zinssätze von 4,2 % bis 7,4 %.

3.8.2 Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen

Die im 11 88 0-Konzern abgeschlossenen Gebäudemietverträge unterliegen zum Teil automatischen Vertragsverlängerungen, allerdings bestehen gleichzeitig beiderseitige Kündigungsrechte, so dass nur für die Dauer der Kündigungsfrist ein durchsetzbarer Vertrag besteht. Die Einschätzung einer Ausübung von oben genannten Optionen ist demnach nicht weiter relevant.

Im Falle der Kfz-Leasingverträge wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass diese nicht über die ursprünglich vereinbarte Laufzeit verlängert werden, da dies meist erhöhte Kosten mit sich bringt. Ebenfalls gehen wir davon aus, dass diese Leasingverträge weder vorzeitig gekündigt werden noch Kaufoptionen ausgeübt werden.

4. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die in Kapitel 2 beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die im Konzernabschluss angewendet wurden - mit Ausnahme der nachfolgend erläuterten Änderungen - entsprechen den im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 zur Anwendung gekommenen Methoden.

4.1 Änderungen an IFRS 9 "Finanzinstrumente" - Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung

Die Änderungen an IFRS 9 befassen sich mit der Klassifizierung bestimmter Finanzinstrumente mit negativen Vorfälligkeitsregelungen. Finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis anstatt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Des Weiteren wird die bilanzielle Behandlung finanzieller Verbindlichkeiten infolge einer Modifikation durch Restrukturierungsmaßnahmen klargestellt.

Die Änderungen wurden im Oktober 2017 veröffentlicht und wurden im März 2018 von der EU übernommen. Sie sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist gestattet.

Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

4.2 Änderungen an IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" -Plananpassungen, -kürzungen und -abgeltungen

Im Februar 2018 veröffentliche das IASB Änderungen an IAS 19, die die Bilanzierung von Plananpassungen, -kürzungen und -abgeltungen betreffen. Die Änderungen legen fest, auf welcher Basis der laufende Dienstzeitaufwand und der Nettozinsaufwand (bzw. -ertrag) für den Zeitraum zwischen der Planänderung und dem Ende der Berichtsperiode zu ermitteln sind.

Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Im März 2019 erfolgte eine Übernahme durch die EU.

Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

4.3 Anpassungen an IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures" - Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures

Das IASB hat im Oktober 2017 Änderungen an IAS 28 veröffentlicht und im Februar 2019 von der EU übernommen. Die Änderungen an IAS 28 stellen klar, dass IFRS 9 auf langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anzuwenden ist, deren Bilanzierung nicht nach der Equity-Methode erfolgt.

Die Änderungen sind retrospektiv anzuwenden und treten für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung war gestattet.

Bisher liegen im 11 88 0-Konzern keine Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures vor.

4.4 IFRIC 23 "Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung

Die vom IFRS IC veröffentlichte Interpretation IFRIC 23 "Steuerrisikopositionen aus Ertragsteuern" enthält Regelungen zum Ansatz und zur Bewertung von Steuerrisikopositionen und schließt somit diesbezüglich bestehende Regelungslücken im IAS 12 "Ertragssteuern".

Darüber hinaus enthält die veröffentlichte Interpretation Verweise auf bestehende Pflichten zu Anhangangaben gemäß IAS 1.122 und IAS 1.125 - 1.129 für die im Rahmen der Bilanzierung von Steuerrisikopositionen getroffenen Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen. Zudem wird ferner auf die Regelungen des IAS 12.88 und die Pflicht zur Angabe zu steuerbezogenen Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen hingewiesen.

Die Interpretation wurde am 7. Juni 2017 veröffentlicht und am 23. Oktober 2018 von der EU übernommen. Der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt des IFRIC 23 ist der 1. Januar 2019.

Die Änderung hat keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss.

4.5 Jährliche Verbesserungen zu IFRS - Zyklus 2015-2017

Diese umfassen Klarstellungen an:

IAS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" und IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen"

IAS 12 "Ertragsteuern"

IAS 23 "Fremdkapitalkosten"

Die Änderungen wurden im Dezember 2017 veröffentlicht und am 14. März 2019 durch die EU übernommen. Verpflichtender Anwendungszeitpunkt für die Änderungen ist der 1. Januar 2019.

Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

4.6 IFRS 16 "Leasingverhältnisse"

Im Januar 2016 hat das IASB den neuen Standard IFRS 16 zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen herausgegeben und im Oktober 2017 in EU-Recht übernommen. IFRS 16 "Leasingverhältnisse" löst insbesondere IAS 17 "Leasingverhältnisse" sowie die zugehörigen Interpretationen IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27 ab und ist verpflichtend anwendbar für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen.

Nach IFRS 16 entfällt auf Seiten des Leasingnehmers die noch nach IAS 17 vorgenommene Klassifizierung von Leasingverträgen in Operating- und Finance-Lease-Verhältnisse. Stattdessen wird ein einheitliches Bilanzierungsmodell für Leasingnehmer angewendet, wonach nun grundsätzlich alle Leasingverhältnisse bilanziell in Form eines Nutzungsrechts und einer korrespondierenden Leasingverbindlichkeit in Höhe des Barwerts der Mindestleasingraten zu erfassen sind. In der Folge ist das Nutzungsrecht über die Vertragslaufzeit linear abzuschreiben, die Leasingverbindlichkeit mit ihrem Barwert der noch ausstehenden Leasingzahlungen zu bewerten. Es erfolgt eine einheitliche Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung, in dem für jeden Leasingvertrag laufend ein Aufwand aus der Abschreibung und ein Zinsaufwand aus der Fortschreibung der Leasingverbindlichkeit gezeigt wird. In Bezug auf die Ertragslage des 11 88 0-Konzerns ergibt sich demzufolge ab dem 1. Januar 2019 eine Verringerung der Umsatz, Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten um die zuvor als Leasingaufwand erfassten Beträge. Gleichzeitig erhöhen sich diese GuV-Positionen um die sich aus der Aktivierung der Nutzungsrechte ergebenden Abschreibungen. Zusätzlich wird ein zuvor nicht vorhandener Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit im Finanzergebnis des Konzerns ausgewiesen.

IFRS 16 bietet ein Wahlrecht des Ansatzes von Verträgen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr ("short-term leases") und von Verträgen mit zugrundeliegenden Vermögenswerten mit geringem Wert ("low value assets"). Diese beiden Erleichterungsvorschriften dürfen in Bezug auf kurzfristige Verträge für eine Klasse von Vermögenswerten und für Vermögenswerte von geringem Wert für jeden Vermögenswert einzeln gewählt werden. Ebenso kann unter Bezug auf den in IFRS 16 genannten praktischen Behelf auf die grundsätzliche Trennung von Leasing- und Nichtleasing (bspw. Wartung) Vertragskomponenten verzichtet werden. Bei Eintritt bestimmter Ereignisse (z.B. Laufzeitänderungen des Leasingverhältnisses oder Änderungen künftiger Leasingzahlungen infolge einer Änderung des für die Bestimmung der Leasingzahlungen verwendeten Index oder Zinssatzes) müssen Leasingnehmer eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten vornehmen. Den Betrag der Neubewertung der Leasingverbindlichkeit werden Leasingnehmer im Allgemeinen als Anpassung des Nutzungsrechts am Leasinggegenstand erfassen.

Nachfolgend werden die Auswirkungen aus der Erstanwendung des IFRS 16 "Leasingverhältnisse" erläutert. Die Umstellung erfolgte in Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften des IFRS 16 nach der modifiziert retrospektiven Methode, wonach die sich ergebenden Umstellungseffekte zum 1. Januar 2019 erfolgsneutral im Eigenkapital dargestellt werden. Die jeweiligen Vergleichszahlen des Geschäftsjahres 2018 wurden nicht angepasst.

Mit der Erstanwendung des IFRS 16 erfasste der Konzern Leasingverbindlichkeiten für zuvor unter IAS 17 als Operating-Leasingverhältnisse klassifizierte Leasingverhältnisse. Diese Verbindlichkeiten werden zum Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers zum 1. Januar 2019 bewertet. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, der auf die Leasingverbindlichkeit zum 1. Januar 2019 angewendet wurde, beträgt 5,1 % und wurde im Wesentlichen durch die Höhe und die Laufzeit der sich aus Büroraummietverträgen ergebenden Verpflichtungen, unter Berücksichtigung der Bonität des Leasingnehmers bestimmt. Weitere Informationen zur Herleitung des Zinssatzes vgl. Kapitel 3.8.1..

Zuvor als Finanzierungsleasingverhältnisse eingestufte Leasingverhältnisse lagen zum Umstellungszeitpunkt nicht vor.

Alle aktivierten Nutzungsrechte wurden so bewertet, als wäre IFRS 16 schon immer angewendet worden, so dass sich Nutzungsrecht und Leasingverbindlichkeit zum Erstanwendungszeitpunkt nicht zwangsläufig entsprechen.

Die angesetzten Nutzungsrechte beziehen sich auf die nachfolgenden Arten von Vermögenswerten:

in TEUR 31. Dezember 2019 1. Januar 2019
Gebäude 5.356 6.087
Kraftfahrzeuge 227 258
Summe Nutzungsrecht 5.583 6.345

Die entsprechenden passivierten Leasingverbindlichkeiten teilen sich wie folgt auf die oben genannten Vermögenswerte auf:

in TEUR 31. Dezember 2019 1. Januar 2019
Gebäude 6.113 6.827
Kraftfahrzeuge 233 260
Summe Leasingverbindlichkeiten 6.346 7.087

Die Änderung der Rechnungslegungsmethode beeinflusste die folgenden Bilanzposten zum 1. Januar 2019 wie folgt:

Nutzungsrechte - Zunahme um 6,3 Mio. EUR

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten - Abnahme um 58 TEUR

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten - Abnahme um 408 TEUR

Leasingverbindlichkeiten - Zunahme um 7,1 Mio. EUR

Eigenkapital - Abnahme um 277 TEUR

Die Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten resultierte aus der erfolgsneutralen Ausbuchung einer Verbindlichkeit für die Gewährung mietfreier Zeiten im Rahmen eines Büroraummietvertrages. Leasinganreize werden nach IFRS 16 bei der Barwertberechnung berücksichtigt. Der Nettoeffekt auf den Bilanzverlust zum 1. Januar 2019 ergab eine Erhöhung um 0,3 Mio. EUR.

Bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 hat der Konzern folgende Erleichterungen, praktische Behelfe und Wahlrechte in Anspruch genommen:

die Anwendung eines einzigen Abzinsungszinssatzes auf ein Portfolio ähnlich ausgestalteter Leasingverträge,

die Nichtberücksichtigung anfänglicher direkter Kosten bei der Bewertung der Nutzungsrechte zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung,

die rückwirkende Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen bei Verträgen mit Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen (use of hindsight),

die Bilanzierung von Leasingverträgen, die zum 1. Januar 2019 eine Restlaufzeit von weniger als 12 Monaten aufwiesen, als kurzfristige Leasingverhältnisse in Bezug auf Immobilienleasingverträge,

im Wesentlichen Ausübung des Wahlrechts, Leasingverhältnisse mit zugrundeliegenden Vermögenswerten von geringem Wert ("low-value assets") nicht zu aktivieren,

keine Trennung von Leasing- und Nicht-Leasing-Komponenten.

Zahlungen für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden linear als Aufwand in den Umsatz-, Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Vermögenswerte von geringem Wert sind bspw. IT-Ausstattung und sonstige Betriebsausstattung. Deren Leasingzahlungen bzw. Leasingaufwendungen betragen im aktuellen Geschäftsjahr 98 TEUR.

Zahlungen für Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von unter einem Jahr werden ebenfalls linear als Aufwand in den oben genannten Funktionsbereichen der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der hierfür erfasste Leasingaufwand beträgt im aktuellen Geschäftsjahr TEUR 91.

Der Unterschiedsbetrag zwischen den zum 31. Dezember 2018 im Konzernabschluss der 11 88 0 Solutions AG angegebenen Operating-Leasingverpflichtungen in Höhe von 7,2 Mio. EUR und den anhand des Grenzfremdkapitalzinssatzes zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung abgezinsten Leasingverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 7,1 Mio. EUR ergibt aus folgenden wesentlichen Anpassungen:

In TEUR
Außerbilanzielle Leasing- und Mietverpflichtungen zum 31.12.2018 7.204
(abzgl.) kurzfristiger Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von 12 Monaten oder weniger (short-term leases) -61
(abzgl.) von Leasingverhältnissen mit zugrundeliegenden Vermögenswerten von geringem Wert (low-value leases) -133
(zzgl.) fixer Leasingzahlungen 1.913
(zzgl.) Neueinschätzung von Kündigungs- und Verlängerungsoptionen 110
(abzgl.) Neueinschätzung Leasingverhältnis -507
Operating Leasing- und Mietverpflichtungen zum 1.1.2019 (Bruttobetrag ohne Abzinsung) 8.526
Operating Leasing- und Mietverpflichtungen zum 1.1.2019 (diskontiert) 7.087
Leasingverbindlichkeiten zum 1.1.2019 7.087

5. Künftige Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethode

Die folgenden vom IASB neu verabschiedeten bzw. geänderten Standards und Änderungen sind zum Bilanzstichtag noch nicht verpflichtend anzuwenden. Daher wurden sie im vorliegenden Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 nicht angewendet. Eine vorzeitige Anwendung geänderter Standards erfolgt für gewöhnlich nicht, auch wenn einzelne Standards dies zulassen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwarten wir durch die im Folgenden genannten Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

5.1 Änderungen am Rahmenkonzept

Das IASB veröffentlichte im März 2018 sein überarbeitetes Rahmenkonzept. Es enthält überarbeitete Definitionen von Vermögenswerten und Schulden und neue Leitlinien zu Bewertung und Ausbuchung, Ausweis und Angaben. Bei der Überarbeitung beschränkte sich das IASB auf Themengebiete, die bisher nicht explizit geregelt waren oder die offensichtliche Regelungslücken enthielten.

Das überarbeitete Rahmenkonzept wurde im März 2018 veröffentlicht und ist am 29. November 2019 von der EU übernommen worden. Es ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen. Das IASB wendet das neue Rahmenkonzept bereits jetzt an.

5.2 IFRS 17 "Versicherungsverträge"

IFRS 17 wurde im Mai 2018 vom IASB veröffentlicht und ersetzt den bisher geltenden IFRS 4 "Versicherungsverträge". Er ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen.

Da der neue Standard nicht die Bilanzierung von Versicherungsverträgen beim Versicherungsnehmer regelt und der 11 88 0-Konzern nicht als Versicherungsgeber auftritt, werden keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns erwartet.

5.3 Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse"

Die Änderungen an IFRS 3 wurden im Oktober 2018 veröffentlicht. Die Änderungen sind voraussichtlich auf Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden, bei denen der Erwerbszeitpunkt am oder nach dem Beginn der ersten jährlichen Berichtsperiode liegt, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnt, sowie auf Erwerbe von Vermögenswerten, die an oder nach dem Beginn dieser Periode stattfinden. Eine vorzeitige Anwendung ist gestattet.

Die Änderungen betreffen die Definition eines Geschäftsbetriebs und beinhalten deutlichere Anwendungsleitlinien zur Unterscheidung eines Geschäftsbetriebs von einer Gruppe von Vermögenswerten im Rahmen der Anwendung des IFRS 3.

5.4 Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses"

Das IASB hat im Januar 2020 Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" veröffentlicht. Die Änderungen betreffen eine begrenzte Anpassung der Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig. Zukünftig entscheidend für die Klassifizierung sind lediglich am Abschlussstichtag bestehende substanzielle Rechte, die Erfüllung der Schuld um mindestens 12 Monate nach Ende des Berichtszeitraums zu verschieben. Der Zeitpunkt der Erfassung sowie die Bewertung der Verbindlichkeit sind von den beschlossenen Änderungen nicht betroffen.

Die Änderung sind ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist, vorbehaltlich einer Übernahme durch die EU, zulässig. Bei den derzeitigen Verhältnissen hätten die genannten Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns.

5.5 Änderungen an IAS 1 "Definition von Wesentlichkeit" und IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen"

Die Änderungen an IAS 1 und IAS 8 wurden im Oktober 2018 veröffentlicht und am 29. November 2019 von der EU übernommen. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

Die Änderungen enthalten Klarstellungen zur Definition des Wesentlichkeitsbegriffs. Neben zusätzlichen Erläuterungen wurde die Definition von Wesentlichkeit sowohl im Rahmenkonzept als auch in allen IFRS auf die nun in IAS 1 zentral festgelegte Definition vereinheitlicht. Dadurch soll unter anderem verhindert werden, dass wesentliche durch unwesentliche Informationen verschleiert werden.

5.6 Änderungen an IFRS 9 "Finanzinstrumente", IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" und IFRS 7 "Finanzinstrumente Angaben"

Die am 15. Januar 2020 von der EU übernommenen Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 beziehen sich auf die möglichen Auswirkungen der IBOR-Reform auf die Finanzberichterstattung. Die Änderungen treten für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen; eine frühere Anwendung ist gestattet.

Die im September 2019 veröffentlichten Änderungen befassen sich mit Fragen der Finanzberichterstattung und adressieren Auswirkungen auf bestimmte Hedge Accounting-Vorschriften in IFRS 9 und IAS 39. Zudem gibt es auch Änderungen an IFRS 7 im Hinblick auf zusätzliche Angaben zur Unsicherheit im Zusammenhang mit der IBOR-Reform.

Derzeit bilanziert die 11 88 0-Gruppe keine Sicherungsgeschäfte.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 47.668 TEUR (2018: 42.921 TEUR).

Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse aus Vertragsverbindlichkeiten, die zum 31. Dezember 2018 noch bestanden in Höhe von 4.353 TEUR (2018: 4.219 TEUR) realisiert.

Trotz des, aufgrund der Änderung des Nutzungsverhaltens der Konsumenten in Richtung digitale Medien, seit Jahren rückläufigen Marktes der klassischen Telefonauskunft und damit verbundenen rückläufigen Umsätzen in diesem Bereich, konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden. Der Anstieg der Umsatzerlöse ist im Wesentlichen auf die gewachsenen Umsatzerlöse im Digitalgeschäft zurückzuführen, aber auch im Geschäftsfeld Telefonauskunft konnte eine leichte Umsatzsteigerung, vor allem im Call Center-Drittgeschäft erreicht werden. Weitere Erläuterungen zur Entwicklung der Umsatzerlöse finden sich im Konzernlagebericht und in der Darstellung nach Geschäftssegmenten im Abschnitt 2 unter den sonstigen Erläuterungen und Angaben.

2. Umsatzkosten

Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen in Höhe von 27.289 TEUR (2018: 24.316 TEUR) bestanden größtenteils aus den Kapazitäts- und Infrastrukturkosten der Segmente Digital und Telefonauskunft, wie zum Beispiel Personal und IT-Infrastrukturkosten.

Die Erhöhung der Umsatzkosten resultiert im Wesentlichen aus den im Rahmen des Umsatzwachstums in beiden Geschäftssegmenten ebenfalls wachsenden entsprechenden Kostenpositionen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 153 TEUR (2018: 97 TEUR) der Umsatzkosten als Vertragserfüllungskosten für die Erstellung von Websites im Kundenauftrag aktiviert und entlasteten in eben dieser Höhe die Umsatzkosten. Im Gegenzug wurden aktivierte Vertragserfüllungskosten über eine Dauer von 36 Monaten amortisiert und belasteten demnach die Umsatzkosten im Berichtsjahr in Höhe von 124 TEUR (2018: 71 TEUR).

3. Vertriebskosten

Die Vertriebskosten in Höhe von 14.478 TEUR (2018: 12.086 TEUR) beinhalteten im Wesentlichen die Kosten der eigenen Mitarbeiter im digitalen Geschäft, Abschreibungen auf aktivierte Vertragsanbahnungskosten, die Kosten des Forderungsmanagements einschließlich der Forderungsverluste sowie Fixkosten für die genutzten Standorte. Des Weiteren beinhalteten die Vertriebskosten Aufwendungen aus der Zuführung von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Erträge aus der Auflösung von diesen Wertberichtigungen.

Die deutliche Erhöhung ist vor allem mit der Erhöhung der Forderungsverluste und der Personalaufwendungen zu begründen. Das Wachstum vor allem auf der Umsatzseite führt auch bei den Vertriebskosten zu einem Anstieg der Kostenpositionen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 3.360 TEUR (2018: 3.068 TEUR) der Vertriebskosten für die Anbahnung von Kundenverträgen aktiviert und entlasteten in eben dieser Höhe die Vertriebskosten. Im Gegenzug belasten die auf die Vertragsanbahnungskosten entfallenden Amortisationen in Höhe von 2.055 TEUR (2018: 940 TEUR) die Vertriebskosten.

4. Allgemeine Verwaltungskosten

Die allgemeinen Verwaltungskosten in Höhe 7.988 TEUR (2018: 9.475 TEUR) beinhalteten im Wesentlichen die Kosten der Konzernfunktionen wie Finanzen, Recht, Personal, IT sowie der Geschäftsleitung und die Infrastrukturkosten dieser Einheiten. Ferner enthält die Position Beratungskosten, welche für unternehmensübergreifende Beratungsprojekte angefallen sind.

Die Reduzierung der allgemeinen Verwaltungskosten ist insbesondere dem Rückgang der Personalkosten in diesem Funktionsbereich um 663 TEUR, der Verringerung der Rechts- und Beratungskosten um 171 TEUR und Einsparungen in den Bereichen sonstige Raumkosten (69 TEUR) und Mieten für Einrichtungen (60 TEUR) geschuldet.

5. Personalaufwand

In den Funktionskosten waren folgende Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer enthalten:

in TEUR 2019 2018
Löhne und Gehälter 17.770 16.668
Soziale Abgaben 3.501 3.327
Versorgungsaufwendungen 3 3
Mehrjährige variable Vergütung 426 21
Gesamt 21.700 20.019

Die Erhöhung des Personalaufwands im Vergleich zum Vorjahr ergab sich vor allem aus der erhöhten Performance auf der Auftragseingangsseite sowie aus dem Ansatz einer mehrjährigen zielorientierten variablen Vergütung.

6. Abschreibungen und Wertminderungen

Die in den Umsatz-, Vertriebs- und sonstigen Verwaltungskosten enthaltenen Abschreibungen setzen sich für das aktuelle Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 wie folgt zusammen:

in TEUR Umsatzkosten Vertriebskosten Sonstige Verwaltungskosten Summe
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 1.233 2.166 60 3.459
Abschreibungen auf Sachanlagen 58 30 195 283
Abschreibungen auf aktivierte Nutzungsrechte 270 442 413 1.125
Summe 1.561 2.638 668 4.867

Die in den Umsatz-, Vertriebs- und sonstigen Verwaltungskosten enthaltenen Abschreibungen setzen sich für das Vorjahr vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 wie folgt zusammen:

in TEUR Umsatzkosten Vertriebskosten Sonstige Verwaltungskosten Summe
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 1.788 1.469 194 3.451
Abschreibungen auf Sachanlagen 262 34 281 577
Summe ) 2.050 1.503 475 4.028

(*) Aufgrund der Erstanwendung des IFRS 16 wurden im Vorjahr noch keine Abschreibungen auf Nutzungsrechte ausgewiesen

7. Miet- und Leasingaufwendungen

Aufgrund der Umstellung auf den neuen Leasingstandard IFRS 16 werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Vergleich zum Vorjahr zum einen nur noch Leasingaufwendungen ausgewiesen, die aufgrund der ausgeübten Wahlrechte und Erleichterungsvorschriften nicht als Nutzungsrechte aktiviert wurden (vgl. hierzu Kapital 4.5 "IFRS 16 Leasingverhältnisse"). Zum anderen werden aus Leasingverträgen resultierende Verwaltungskosten ausgewiesen, die aufgrund des Aktivierungsverbots nicht mit in die Bewertung des Nutzungsrechts eingeflossen sind. Im Vorjahr waren in der Gewinn- und Verlustrechnung Miet- und Leasingaufwendungen in Höhe von 1.924 TEUR enthalten. Dieser Aufwand hat sich im Berichtsjahr, im Wesentlichen aufgrund der Anwendung des IFRS 16, um 1.553 TEUR auf 371 TEUR reduziert.

8. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 0 EUR (2018: 3 TEUR).

9. Sonstige betriebliche Aufwendungen

in TEUR 2019 2018
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 17 45
Übrige 6 49
Sonstige betriebliche Aufwendungen 23 94

10. Finanzergebnis

10.1 Zinsergebnis

in TEUR 2019 2018
Zinsen und ähnliche Erträge aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten 0 28
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 28 26
Zinsen und ähnliche Erträge 28 54
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten -335 0
Zinsaufwand für Kontokorrentkredite und Avale -5 -8
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -29 -34
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -369 -42
Zinsergebnis -341 12

Das Zinsergebnis resultiert im Wesentlichen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten.

10.2 Ergebnis aus Wertpapieren

in TEUR 2019 2018
Ergebnis aus dem Verkauf von Wertpapieren und aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 94 22
Ergebnis aus Wertpapieren 94 22

Das positive Ergebnis aus Wertpapieren resultiert aus dem Verkauf und der Bewertung von Investmentfondsanteilen. Verkäufe werden zum Handelstag bilanziell erfasst.

10.3 Ergebnis aus Währungsumrechnung

in TEUR 2019 2018
Währungsgewinne 0 0
Währungsverluste 0 0
Ergebnis aus Währungsumrechnung 0 * 0 *

* Die Werte des Geschäftsjahres liegen unter 1 TEUR

10.4 Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien

in TEUR 31. Dezember 2019 31. Dezember 2018
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -3 -16
Kredite und Forderungen -1.388 -803
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 94 50
Gesamt -1.297 -769

Die Nettoergebnisse aus Krediten und Forderungen enthielten überwiegend Veränderungen in den Wertberichtigungen, Verluste aus der Ausbuchung sowie Gewinne aus nachträglichen Zahlungseingängen und Wertaufholungen auf ursprünglich abgeschriebene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

11. Ertragsteuern

Der für das abgelaufene Geschäftsjahr anzuwendende Steuersatz umfasst für Deutschland Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag zur Körperschaftsteuer sowie Gewerbesteuer. Unter Berücksichtigung der jeweils anzuwendenden Gewerbesteuerhebesätze ergibt sich daraus ein Gesamtsteuersatz für den Organkreis der 11 88 0 Solutions AG von 31,6 % (2018: 31,6 %). Aufgrund unterschiedlicher Hebesätze ergibt sich für die 11 88 0 Internet Services AG ein geringfügig abweichender Gewerbesteuersatz.

Die im Vorjahr noch vorhandenen ausländischen Tochtergesellschaften wurden mit einer Ertragsteuer belastet, die mit der deutschen Körperschaftsteuer vergleichbar ist.

in TEUR 2019 2018
Tatsächliche Ertragsteuern 0 -2
Latente Ertragsteuern -821 -94
Ausgewiesener Aufwand/ Ertrag aus Ertragsteuern -821 -96

Die nachfolgende steuerliche Überleitungsrechnung stellt dar, aus welchen Gründen der ausgewiesene Steueraufwand des laufenden Jahres nicht mit dem zu erwartenden Steuerertrag übereinstimmt, der sich ergibt, wenn das Ergebnis vor Steuern mit dem für das Geschäftsjahr 2019 angewendeten Konzernsteuersatz von 31,6 % (2018: 31,6 %) multipliziert wird:

in TEUR 2019 2018
Periodenfehlbetrag vor Steuern -2.358 -3.013
Anzuwendender Gesamtsteuersatz 31,6 % 31,6 %
Erwarteter Ertrag aus Ertragsteuern 745 952
Erhöhung / Minderung durch:
Veränderung der Wertberichtigung auf latente Steuern -1.576 -1.209
Ertragsteuersatzdifferenzen -26 67
Steuereffekte auf (permanent) steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen/ steuerfreie Erträge -29 -55
Periodenfremder Steueraufwand/Steuerertrag 67 88
Sonstiges -2 61
Ausgewiesener Aufwand (-)/ Ertrag (+) aus Ertragsteuern -821 -96

Die effektive Steuerquote als Verhältnis des ausgewiesenen Aufwands bzw. Ertrags aus Ertragsteuern zum Periodenfehlbetrag vor Steuern belief sich auf -34,8 % (2018: -3,1 %).

Diese negative Steuerquote resultiert im Wesentlichen aus Steuereffekten auf Verlustvorträge aufgrund des körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustuntergangs der 11 88 0 Solutions AG im September 2019 (vgl. hierzu auch Kapitel 3.5).

Zum 31. Dezember 2019 betrugen die Ertragsteuerforderungen 19 TEUR (2018: 72 TEUR) und enthielten im Wesentlichen Forderungen gegen die Finanzbehörden aus Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf die Kapitalertragsteuer.

Zum 31. Dezember 2019 wies die 11 88 0 Solutions-Gruppe aktive latente Steuern nach Saldierung in Höhe von 0 TEUR aus (2018: 5 TEUR). Der Ansatz passiver latenter Steuern nach Saldierung erhöhte sich von 543 TEUR (zum 31. Dezember 2018) um 702 TEUR auf 1.245 TEUR, siehe hierzu Anmerkung 11 zur Konzernbilanz.

12. Ergebnis je Aktie

Geschäftsjahr zum 31. Dezember
in EUR
2019 2018
Ergebnis je Aktie, bezogen auf das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis -0,16 -0,16

Der Ermittlung des Ergebnisses je Aktie für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember lagen folgende Daten zugrunde:

Geschäftsjahr zum 31. Dezember
in TEUR
2019 2018
Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie -3.178 -3.109
Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2019 2018
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie 19.666 19.111

Erläuterungen zur Konzernbilanz

1. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzten sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Geschäftsjahr zum 31. Dezember
in TEUR
2019 2018
Bank- und Kassenbestand 4.089 806
Kurzfristige Einlagen 1 1
Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung 67 94
Gesamt 4.157 901

Der Bankbestand und die kurzfristigen Einlagen wurden zum Bilanzstichtag ausschließlich bei renommierten deutschen Geldinstituten gehalten, die von internationalen Ratingagenturen als Investment Grade eingestuft werden. Die Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung dienen der Absicherung von Mietavalen.

Der beizulegende Wert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrug 4.157 TEUR (2018: 901 TEUR) und entsprach somit ihrem Buchwert.

Zum 31. Dezember 2019 standen der 11 88 0 Solutions-Gruppe Überziehungskreditlinien bei Kreditinstituten, welche keinen Verwendungsbeschränkungen unterliegen in Höhe von 1.000 TEUR zur Verfügung (2018: 1.000 TEUR).

2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Beträge verstehen sich nach Wertminderungen, die vorgenommen wurden, um mögliche zu erwartende Verluste über die Restlaufzeit zu berücksichtigen.

in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 10.457 10.955
abzüglich Wertberichtigungen -1.714 -1.659
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 8.743 9.296

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hatten in der Regel eine Fälligkeit von 8 bis 90 Tagen.

Zum 31. Dezember 2019 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Betrag von 1.714 TEUR (2018: 1.659 TEUR) wertgemindert. Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellte sich wie folgt dar:

in TEUR 2019 2018
Wertberichtigungen am 1. Januar 1.659 2.124
Anpassung IFRS 9 - 209
Erwartete Verluste gemäß IFRS 9 27 -
Zuführungen 1.440 1.095
Inanspruchnahmen/Ausbuchungen -1.006 -1.238
Auflösung -406 -531
Wertberichtigungen am 31. Dezember 1.714 1.659

Die Aufwendungen bzw. Erträge aus der Bildung bzw. Auflösung von Wertberichtigungen werden in den Vertriebskosten ausgewiesen.

Für weitere grundlegende Informationen zur Berücksichtigung von erwarteten Ausfallrisiken und zum Risikomanagement siehe Kapitel 8 im Abschnitt "Sonstige Erläuterungen und Angaben".

Rückflüsse des beauftragten Inkassounternehmens sind in der Position "Auflösung von Wertberichtigungen" der Vertriebskosten enthalten.

Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen netto war vor allem auf die sinkenden Umsätze infolge des rückläufigen Auskunftsgeschäfts zurückzuführen.

3. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Der Konzern hält Investmentfondsanteile, die in kurzlaufende Geldmarkt- bzw. Rentenwertpapiere mit geringer Risikoneigung investieren. Diese werden gemäß IFRS 9 als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" kategorisiert.

Der beizulegende Zeitwert der Geldanlagen des Konzerns in Investmentfondsanteile betrug zum 31. Dezember 2019 582 TEUR (2018: 1.698 TEUR). Die auf Euro lautenden Geldanlagen waren weder überfällig noch wertgemindert.

Die vom Unternehmen gehaltenen Wertpapiere in Höhe von 582 TEUR, die zum 31. Dezember 2019 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden in der Fair-Value-Hierarchie wie im Vorjahr der Stufe 1 zugeordnet.

Die Entwicklung der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte stellte sich wie folgt dar:

in TEUR Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete sonstige finanzielle Vermögenswerte
Stand zum 1. Januar 2018 5.302
Zugang 0
Abgang -3.591
Erfolgswirksamer Bewertungsverlust -13
Stand zum 31. Dezember 2018 1.698
Zugang 0
Abgang -1.210
Erfolgswirksamer Bewertungsgewinn 94
Stand zum 31. Dezember 2019 582

Für das Geschäftsjahr 2019 ergibt sich ein Effekt aus der Bewertung von Wertpapieren in Höhe von 94 TEUR.

4. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2019 sind vollständig kurzfristig und setzten sich wie folgt zusammen:

Geschäftsjahr zum 31. Dezember
in TEUR
2019 2018
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 97 123

Zum 31. Dezember 2019 beinhalteten die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte im Wesentlichen Forderungen aus echtem Factoring.

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte waren im aktuellen Geschäftsjahr weder wertgemindert noch überfällig.

5. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzten sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Geleistete Vorauszahlungen 464 482
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 92 46
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 556 528

Bei den geleisteten Vorauszahlungen handelte es sich überwiegend um abgegrenzte Aufwendungen für Wartung und Miete im Bereich Technik.

6. Geschäfts- oder Firmenwert

6.1 Anschaffungskosten

in TEUR Geschäfts- oder Firmenwert
Stand zum 31. Dezember 2019 6.791
Stand zum 31. Dezember 2018 6.791

6.2 Kumulierte Wertminderungen

in TEUR Geschäfts- oder Firmenwert
Stand zum 31. Dezember 2019 6.375
Stand zum 31. Dezember 2018 6.375

6.3 Buchwerte

in TEUR Geschäfts- oder Firmenwert
Buchwerte zum 31. Dezember 2019 416
Buchwerte zum 31. Dezember 2018 416

6.4 Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Buchwert des im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen, Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von 416 TEUR wurde zur Überprüfung der Werthaltigkeit vollumfänglich dem Auskunftsgeschäft der 11 88 0 Internet Services AG als zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gemäß IAS 36.80 zugeordnet.

Aus dieser Werthaltigkeitsprüfung ergab sich im Geschäftsjahr 2019 wie auch im Vorjahr kein Wertminderungsbedarf.

Der erzielbare Betrag von 718 TEUR der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Auskunftsgeschäft in der 11 88 0 Internet Services AG wurde auf Basis der Berechnung des Nutzungswertes unter Verwendung von durch den Aufsichtsrat genehmigten Cashflow-Prognosen der Unternehmensleitung für einen Zeitraum von fünf Jahren ermittelt. Bei den ersten drei Jahren handelt es sich um eine detaillierte Planung, während die Jahre 2023 und 2024 die Fortschreibung von Trends darstellen. Der längere Prognosezeitraum wurde gewählt, um das rückläufige Auskunftsgeschäft innerhalb der 11 88 0 Internet Services AG besser abzubilden. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz vor Steuern basierte auf den durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten (2019: 22,80 %; 2018: 10,13 %). Cashflows nach dem Zeitraum von fünf Jahren wurden als ewige Rente angesetzt. Hierbei wurde eine im Vergleich zum Detailplanungszeitraum erheblich geringere EBIT-Marge sowie eine jährliche Degressionsrate der Umsatzerlöse von 20 % unterstellt. Entsprechend wurde bei der Ermittlung des Wertes für die ewige Rente mit einem Wachstumsabschlag von -20 % gerechnet.

6.4.1 Grundannahmen

Im Folgenden werden die Grundannahmen erläutert, auf deren Basis die Unternehmensleitung ihre Cashflow-Prognosen zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erstellt hat.

Geplante Bruttogewinnmargen - Die Bruttogewinnmargen wurden anhand der durchschnittlichen Bruttogewinnspannen, die in vergleichbaren Märkten erzielt wurden und der zahlungsmittelgenerierenden Einheit innerhalb der 11 88 0 Internet Services AG aus der Vergangenheit bekannt sind, ermittelt und unter Berücksichtigung der erwarteten Umsatz- und Kostenveränderungen fortentwickelt. Für den Detailplanungszeitraum wird dabei eine zu den letzten Jahren vergleichbare Bruttomarge angenommen, die über die Trendjahre 2023 und 2024 auf das für die ewige Rente erwartete, verringerte Margenniveau reduziert wird. Das EBITDA der zahlungsmittelgenerierenden Einheit des Auskunftsgeschäfts der 11 88 0 Internet Services AG reduziert sich aufgrund des rückläufigen Geschäftes von 0,33 Mio. EUR im Jahr 2020 auf 0,11 Mio. EUR im Jahr 2024.

Nominalverzinsung auf Schuldverschreibungen - Für den risikofreien Basiszinssatz wurden Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren verwendet. Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts wurde eine Eigenkapitalquote von 100 % unterstellt.

Bezüglich des Free Cashflow vor Steuern der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Auskunftsgeschäft geht die Prognose von einem Rückgang bis zum Jahre 2024 auf 0,1 Mio. EUR aus.

6.4.2 Sensitivität der getroffenen Annahmen

Folgende wesentliche Annahmen haben nach Ansicht des Managements den größten Einfluss auf den erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und werden daher regelmäßig überprüft:

Abzinsungsfaktor: Der Abzinsungsfaktor wurde basierend auf den durchschnittlichen Kapitalkosten des 11 88 0 Solutions-Konzerns und der Peergroup-Unternehmen sowie eines zusätzlichen pauschalen Risikoaufschlages auf den so abgeleiteten Diskontierungszins ermittelt. Markt- bzw. gesellschaftsspezifische Änderungen können zu einer Anpassung des Abzinsungsfaktors führen. Ein um weitere 1,0 Prozentpunkte höherer Nachsteuer-Diskontierungszins reduziert den beizulegenden Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Auskunftsgeschäft um 0,02 Mio. EUR. Auch in diesem Fall würde der beizulegende Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Auskunftsgeschäft deren Buchwert um 0,09 Mio. EUR überschreiten. Insgesamt könnte der Nachsteuer-Diskontierungszins um mehr als 6 Prozentpunkte erhöht werden, ohne dass es ceteris paribus zu einem Wertminderungsbedarf kommen würde.

Änderungen der Kundennachfrage sowie des Marktvolumens können einen wesentlichen Einfluss auf die zukünftigen Zahlungsströme der zahlungsmittelgenerierenden Einheit haben. Eine Umsatzreduktion von weiteren 5 Prozentpunkten gegenüber der ohnehin von der Unternehmensleitung angenommenen jährlichen Umsatzdegenerationsrate von ca. 20 % in den Trendjahren sowie in der ewigen Rente reduziert den beizulegenden Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Auskunftsgeschäft um 0,05 Mio. EUR. Auch in diesem Fall würde der beizulegende Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Auskunftsgeschäft deren Buchwert um 0,06 Mio. EUR überschreiten, wodurch kein Wertminderungsbedarf resultieren würde.

Änderungen in der nachhaltig erzielbaren Marge können sich ebenfalls negativ auf den erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Auskunftsgeschäft haben. Eine im Vergleich zur originären Wertableitung vorgenommene Reduktion der nachhaltigen EBITDA-Marge um 25 % reduziert den beizulegenden Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Auskunftsgeschäft um 0,05 Mio. EUR. Auch in diesem Fall würde der beizulegende Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Auskunftsgeschäft deren Buchwert ceteris paribus. um 0,06 Mio. EUR übersteigen und die Werthaltigkeit wäre gegeben.

Auch auf Basis weiterer Sensitivitäts- und Szenarioanalysen ist das Management der Auffassung, dass eine realistische Variation von Planungs- und Bewertungsannahmen derzeit nicht zu Szenarien führen kann, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einem Wertminderungsbedarf führen würden.

7. Immaterielle Vermögenswerte

7.1 Anschaffungs- und Herstellungskosten

in TEUR EB-Wert 1.1.2019 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand zum 31.12.2019
Software 15.380 9 -665 3 14.726
Lizenzen 13.361 8 -39 7 13.337
Selbst geschaffene Datenbank 2.073 0 0 - 2.073
Erworbene Kundenstämme 30.301 0 0 - 30.301
Erworbene Marke klickTel 997 0 0 - 997
Selbst geschaffene iVW 8.403 838 0 32 9.273
Kundenverträge 16.617 3.360 0 - 19.977
Sonstige iVW 8 0 0 - 8
iVW in Entwicklung /Anzahlung 74 7 0 -35 46
Gesamt 87.214 4.222 -704 7 90.739
in TEUR EB-Wert 1.1.2018 Zugänge Abgänge Stand zum 31.12.2018
Software 18.470 79 -3.169 15.380
Lizenzen 16.073 12 -2.725 13.361
Selbst geschaffene Datenbank 2.073 0 0 2.073
Erworbene Kundenstämme 30.301 0 0 30.301
Erworbene Marke klickTel 997 0 0 997
Selbst geschaffene iVW 7.471 932 0 8.403
Kundenverträge 13.549 3.068 0 16.617
Sonstige iVW 8 0 0 8
iVW in Entwicklung /Anzahlung 0 74 0 74
Gesamt 88.943 4.165 -5.894 87.214

7.2 Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen

in TEUR Stand zum 1.1.2019 Abschreibungen Abgänge Stand zum 31.12.2019
Software 14.958 273 -665 14.566
Lizenzen 13.155 83 -39 13.199
Selbst geschaffene Datenbank 2.073 0 0 2.073
Erworbene Kundenstämme 30.301 0 0 30.301
Erworbene Marke klickTel 997 0 0 997
Selbst geschaffene iVW 7.119 1.049 0 8.168
Kundenverträge 13.329 2.055 0 15.384
Sonstige iVW 0 0 0 0
iVW in Entwicklung /Anzahlung 0 0 0 0
Gesamt 81.932 3.460 -704 84.688
in TEUR Stand zum 1.1.2018 Abschreibungen Abgänge Stand zum 31.12.2018
Software 17.442 684 -3.168 14.958
Lizenzen 15.639 241 -2.725 13.155
Selbst geschaffene Datenbank 2.073 0 0 2.073
Erworbene Kundenstämme 30.205 96 0 30.301
Erworbene Marke klickTel 973 24 0 997
Selbst geschaffene iVW 5.656 1.463 0 7.119
Kundenverträge 12.389 940 0 13.329
Sonstige iVW 0 0 0 0
iVW in Entwicklung /Anzahlung 0 0 0 0
Gesamt 84.374 3.451 -5.893 81.932

7.3 Buchwerte

in TEUR Buchwerte zum 31.Dezember 2019 Buchwerte zum 31. Dezember 2018
Software 161 422
Lizenzen 137 206
Selbst geschaffene Datenbank 0 0
Erworbene Kundenstämme 0 0
Erworbene Marke klickTel 0 0
Selbst geschaffene iVW 1.105 1.284
Kundenverträge 4.594 3.288
Sonstige iVW 8 8
iVW in Entwicklung /Anzahlung 46 74
Gesamt 6.051 5.282

Die Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr 2019 wie folgt festgelegt.

Nutzungsdauer der immateriellen Vermögenswerte
Software 3 bis 7 Jahre
Lizenzen 3 bis 15 Jahre
Selbst geschaffene Datenbank 3 Jahre
Erworbene Kundenstämme 7 bzw. 10 Jahre
Erworbene Marke klickTel 10 Jahre
Selbst geschaffene iVW 2 bis 5 Jahre
Kundenverträge 3 Jahre
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 3 Jahre

Die Abschreibung erfolgte linear über die festgesetzten Nutzungsdauern.

Die Abschreibungen waren entsprechend ihrer Nutzung in den Umsatz-, Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten enthalten.

Bei den selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten handelte es sich um aktivierte Entwicklungskosten für Software-Erstellungen bzw. Software-Erweiterungen. Im Berichtsjahr wurden nicht aktivierbare Entwicklungskosten in Höhe von 2,0 Mio. EUR (2018: 1,2 Mio. EUR) als Aufwand innerhalb der Umsatzkosten erfasst. Die Erhöhung basiert im Wesentlichen darauf, dass im aktuellen Geschäftsjahr der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung nicht aktivierungsfähiger cloudbasierter Software lag.

Vertriebsprovisionen wurden als Vertragsanbahnungskosten aktiviert (im Anlagenspiegel als "Kundenverträge" ausgewiesen) und linear über die durchschnittliche Kundenbindungsdauer von 3 Jahren abgeschrieben.

8.Sachanlagen

8.1 Anschaffungskosten

in TEUR Stand zum 1.1.2019 Zugänge Abgänge Umbuchungen Währungsumrechnung Stand zum 31.12.2019
Technische Anlagen 11.671 133 -3.751 187 0 8.240
Andere Anlagen, BGA, GWG 3.753 53 -682 0 -1 3.123
Anlagen in Anschaffung/Anzahlung 195 0 0 -195 0 0
Gesamt 15.619 186 -4.433 -8 -1 11.363
in TEUR Stand zum 1.1.2018 Zugänge Abgänge Währungsumrechnung Stand zum 31.12.2018
Technische Anlagen 14.025 58 -2.412 0 11.671
Andere Anlagen, BGA, GWG 5.614 245 -2.107 1 3.753
Anlagen in Anschaffung/Anzahlung 0 195 0 0 195
Gesamt 19.639 498 -4.519 1 15.619

8.2 Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen

in TEUR Stand zum 1.1.2019 Abschreibungen Wertminderungen Abgänge Währungsumrechnung Stand zum 31.12.2019
Technische Anlagen 11.268 168 0 -3.751 0 7.685
Andere Anlagen, BGA, GWG 3.308 115 0 -665 0 2.758
Gesamt 14.576 283 0 -4.416 0 10.443
in TEUR Stand zum 1.1.2018 Abschreibungen Wertminderungen Abgänge Währungsumrechnung Stand zum 31.12.2018
Technische Anlagen 13.284 388 0 -2.404 0 11.268
Andere Anlagen, BGA, GWG 5.189 189 0 -2.071 1 3.308
Gesamt 18.473 577 0 -4.475 1 14.576

8.3 Buchwerte

in TEUR Buchwert zum 31.12.2019 Buchwert zum 31.12.2018
Technische Anlagen 555 403
Andere Anlagen, BGA, GWG 366 445
Anlagen in Anschaffung/Anzahlung 0 195
Gesamt 921 1.044

Die Nutzungsdauern für Sachanlagen wurden im Geschäftsjahr 2019 wie folgt festgelegt. Gegenüber dem Vorjahr gab es keine Anpassung der Nutzungsdauern.

Nutzungsdauer der Sachanlagen
Technische Anlagen 3 bis 19 Jahre
Andere Anlagen, BGA 3 bis 15 Jahre

Die Abschreibung erfolgte linear über die festgelegten Nutzungsdauern und war entsprechend ihrer Nutzung in den Umsatz-, Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten enthalten.

Die Abgänge im Geschäftsjahr 2019 resultieren im Wesentlichen aus der Verschrottung von technischen Anlagen, anderen Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Mietereinbauten im Zuge der Standortverlegung im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Der Position Sachanlagen wurde in Übereinstimmung mit IAS 38.4 Systemsoftware zugeordnet, da diese einen integralen Bestandteil der Hardware darstellt.

9. Aktivierte Nutzungsrechte

9.1 Anschaffungskosten

in TEUR Stand zum 1.1.2019 Anpassungen IFRS 16 Stand 1.1.2019 Zugänge Abgänge Stand zum 31.12.2019
Gebäude 0 6.087 6.087 263 0 6.350
Kraftfahrzeuge 0 258 258 100 0 358
Gesamt 0 6.345 6.345 363 0 6.708

Wie in Kapitel 4.6 erwähnt, bezieht sich in einigen Fällen die Vertragslaufzeit der Gebäudemietverträge auf die Dauer der Kündigungsfrist. Nach Ablauf der Kündigungsfrist, nicht erfolgter Kündigung und Abschreibung der entsprechenden Nutzungsrechte werden diese erneut für die jeweilige Dauer der Kündigungsfrist aktiviert. Daraus ergaben sich im Geschäftsjahr Zugänge in Höhe von 263 TEUR.

Die PKW-Zugänge beziehen sich auf den Abschluss von neuen Leasingverträgen.

9.2 Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen

in TEUR Stand zum 1.1.2019(*) Abschreibungen Wertminderungen Abgänge Stand zum 31.12.2019
Gebäude 0 994 0 0 994
Kraftfahrzeug 0 130 0 0 130
Gesamt 0 1.124 0 0 1.124

(*) Da die Umstellung auf den neuen Leasingstandard nicht retrospektiv erfolgte, wurden keine Anpassungen der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen zum 1. Januar 2019 vorgenommen.

Die Abschreibungen für aktivierte Nutzungsrechte sind in Höhe von 270 TEUR in den Umsatzkosten, in Höhe von 441 TEUR in den Vertriebskosten und in Höhe von 413 TEUR in den allgemeinen Verwaltungskosten enthalten.

9.3 Buchwerte

in TEUR Buchwert zum 31.12.2018 Buchwert zum 1.1.2019 Buchwerte zum 31.12.2019
Gebäude 0 6.087 5.356
Kraftfahrzeuge 0 258 227
Gesamt 0 6.345 5.583

Die Nutzungsdauern für aktivierte Nutzungsrechte stellen sich für das Geschäftsjahr 2019 wie folgt dar:

Nutzungsdauer der aktivierten Nutzungsrechte
Gebäude 1 bis 8 Jahre
Kraftfahrzeuge 3 Jahre

Die Abschreibung erfolgt linear über die festgelegten Nutzungsdauern und ist entsprechend ihrer Nutzung in den Umsatz-, Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten enthalten.

10. Sonstige langfristige Vermögenswerte

In den sonstigen langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 218 TEUR (2018: 188 TEUR) sind zum 31. Dezember 2019 im Wesentlichen aktivierte Vertragserfüllungskosten (aktivierte Kunden-websites) in Höhe von 213 TEUR (2018: 184 EUR) enthalten. Die Kundenwebsites werden unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen und linear über 3 Jahre abgeschrieben.

11. Aktive und passive latente Steuern

Der für die Berechnung der latenten Steuern anzuwendende Steuersatz umfasst für Deutschland Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag zur Körperschaftsteuer sowie Gewerbesteuer. Unter Berücksichtigung der jeweils anzuwendenden Gewerbesteuerhebesätze ergibt sich daraus ein Gesamtsteuersatz in Höhe von 31,6 % (Vorjahr: 31,6 %). Aufgrund unterschiedlicher Hebesätze ergibt sich für die 11 88 0 Internet Services AG ein geringfügig abweichender Steuersatz.

Latente Steuern für ausländische Tochtergesellschaften lagen zum Bilanzstichtag nicht mehr vor.

Die latenten Steuern setzten sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Bruttowert der aktiven latenten Steuern:
Steuerliche Verlustvorträge 9.084 11.680
Immaterielle Vermögenswerte 612 812
Weitere Vermögenswerte 24 21
Rückstellungen 327 386
Kapitalrücklage 22
Leasingverbindlichkeiten 2.007 -
Sonstige Verbindlichkeiten 0 147
Abzüglich Wertberichtigung -7.817 -10.221
Aktive latente Steuern vor Saldierung
davon im sonstigen Ergebnis 152 TEUR (2018: 78 TEUR) 4.259 2.825
Saldierungen -4.259 -2.820
Aktive latente Steuern nach Saldierung 0 5
Abzüglich der passiven latenten Steuern:
Sachanlagevermögen 0 -1
Finanzanlagen 0 -28
Immaterielle Vermögenswerte -1.847 -1.490
Nutzungsrechte -1.766 0
Weitere Vermögenswerte -1.892 -1.844
Rückstellungen 0 0
Passive latente Steuern vor Saldierung -5.504 -3.363
davon im sonstigen Ergebnis 24 TEUR (2018: 22 TEUR)
Saldierungen 4.259 2.820
Passive latente Steuern nach Saldierung -1.245 -543
Nettowert der latenten Steuern -1.245 -538

Zum 31. Dezember 2019 beliefen sich die kumulierten körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge der Konzerngesellschaften auf 28.353 TEUR (2018: 36.825 TEUR). Die kumulierten gewerbesteuerlichen Verlustvorträge der Konzerngesellschaften beliefen sich zum 31. Dezember 2019 auf 27.689 TEUR (2018: 35.716 TEUR).

Körperschaftsteuerliche Verlustvorträge, die wegen unzureichender Nutzbarkeit nicht angesetzt wurden, beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 24.977 TEUR (2018: 32.756 TEUR). Gewerbesteuerliche Verlustvorträge, die wegen unzureichender Nutzbarkeit nicht angesetzt wurden, beliefen sich zum 31. Dezember 2019 auf 23.246 TEUR (2018: 30.684 TEUR)

Steuerliche Verlustvorträge, die in Deutschland festgesetzt wurden, können nach geltendem deutschen Steuerrecht unbegrenzt vorgetragen und zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen genutzt werden, wobei diverse steuerliche Bestimmungen (z.B. Mindestbesteuerung) zu beachten sind.

Die Fristigkeit der latenten Steuern war wie folgt:

Geschäftsjahr zum 31. Dezember
in TEUR
2019 2018
Aktive latente Steuern
kurzfristig 1.645 227
langfristig 2.614 2.598
Passive latente Steuern
kurzfristig -992 -636
langfristig -4.512 -2.727
Nettowert der latenten Steuern -1.245 -538

12. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Der zum Bilanzstichtag ausgewiesene Betrag der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen belief sich auf 1.262 TEUR (2018: 478 TEUR). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf offene Verbindlichkeiten im Rahmen der Einführung von neuen IT-Systemen zurückzuführen sowie auf die Optimierung von Zahlungskonditionen im Lieferantenbereich.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umfassten offene Verpflichtungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Das durchschnittlich in Anspruch genommene Zahlungsziel lag zwischen 14 und 60 Tagen. Das Management ging zum Bilanzstichtag davon aus, dass der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden zu ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

13. Abgegrenzte kurzfristige Verbindlichkeiten

Zu den nachstehenden Stichtagen wies der Konzern die folgenden abgegrenzten kurzfristigen Verbindlichkeiten unter dieser Position aus:

Geschäftsjahr zum 31. Dezember
in TEUR
2019 2018
Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 2.101 2.006
Ausstehende Rechnungen 2.723 2.526
Gesamt 4.824 4.532

Die Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern beinhalteten vor allem Lohn- und Gehaltszahlungen inkl. Boni, die im kommenden Geschäftsjahr 2020 zur Zahlung fällig werden.

14. Rückstellungen

Der Konzern hatte zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 alle ihm bekannten Risiken identifiziert und bewertet. Sofern die Ansatzvorschriften des IAS 37.14 erfüllt waren, wurden die Risiken in Form von Rückstellungen im Abschluss berücksichtigt.

Die kurz- und langfristigen Rückstellungen setzten sich wie folgt zusammen:

Geschäftsjahr zum 31. Dezember
in TEUR
2019 2018
Vertragsrisiken 35 35
Sonstiges 651 187
Gesamt 686 222
davon kurzfristig 35 35
davon langfristig 651 187

Die Entwicklung der Rückstellungen für das Geschäftsjahr 2019 stellte sich wie folgt dar:

in TEUR Vertragsrisiken Drohverluste Gesamt Sonstiges Gesamt
kurzfristig langfristig
Stand zum 1. Januar 2019 35 0 35 187 187
Auflösung 0 0 0 -3 -3
Verbrauch 0 0 0 0 0
Zuführung 0 0 0 466 466
Zinseffekt 0 0 0 1 1
Umgliederung 0 0 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2019 35 0 35 651 651

Die Entwicklung der Rückstellungen für das Geschäftsjahr 2018 stellte sich wie folgt dar:

in TEUR Vertragsrisiken Drohverluste Gesamt Sonstiges Gesamt
kurzfristig langfristig
Stand zum 1. Januar 2018 134 108 242 139 139
Auflösung -50 -8 -58 0 0
Verbrauch -49 -100 -149 -10 -10
Zuführung 0 0 0 57 57
Zinseffekt 0 0 0 1 1
Umgliederung 0 0 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2018 35 0 35 187 187

Zu den wesentlichen Risiken gehörten die im Folgenden dargestellten Sachverhalte.

Bei den kurzfristigen Rückstellungen für Vertragsrisiken handelt es sich im Wesentlichen um eine Verpflichtung zum Rückbau von Einbauten bei Beendigung eines Mietverhältnisses.

Die sonstigen langfristigen Rückstellungen beinhalteten Verpflichtungen für künftige Betriebsprüfungen in Höhe von 140 TEUR sowie die Verpflichtungen aus langfristiger variabler Vorstandsvergütung in Höhe von 400 TEUR, siehe auch Anmerkung 3 unter den sonstigen Erläuterungen und Angaben.

Das Management rechnet mit einem voraussichtlichen Liquiditätsabfluss in Höhe von ca. 198 TEUR im Jahr 2021 und in Höhe von ca. 429 TEUR im Jahr 2022. Wesentliche Unsicherheiten bestehen im Auszahlungszeitpunkt der Rückstellung für zukünftige Betriebsprüfung und in der Zielerreichung in Bezug auf die Verpflichtung aus langfristiger variabler Vorstandsvergütung.

15. Leasingverbindlichkeiten

in TEUR 31.12.2019 1.1.2019 Anpassungen IFRS 16 31.12.2018
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 1.426 1.458 1.458 0
Gebäude 1.292 1.226 1.226 0
Kraftfahrzeuge 134 232 232 0
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 4.920 5.629 5.629 0
Gebäude 4.821 5.601 5.601 0
Kraftfahrzeuge 99 28 28 0
Gesamt 6.346 7.087 7.087 0

Von den langfristigen Leasingverbindlichkeiten haben 1.982 TEUR eine Laufzeit von mehr als 5 Jahren.

16. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Vertragsverbindlichkeiten 4.167 4.353
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 501 539
Übrige Verbindlichkeiten 472 736
Gesamt 5.140 5.628

Bei Vertragsverbindlichkeiten handelt es sich ausschließlich um Zahlungseingänge vor Leistungserbringung von Kunden im Bereich des digitalen Geschäfts. Diese werden innerhalb der folgenden zwölf Monate als Umsatzerlöse realisiert. D.h. die ausstehenden, vom Unternehmen noch zu erbringenden Leistungsverpflichtungen entsprechen dem dazugehörigen Transaktionspreis. Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse aus Vertragsverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2018 in Höhe von 4.353 TEUR realisiert.

Der Rückgang dieser Position resultierte im Wesentlichen aus verminderten Umsätzen mit Kunden, die sich für eine Sofortzahlung am Anfang des Leistungszeitraums entschieden haben.

Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten umfassten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag sowie Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern.

17. Pensionsverpflichtungen

Für die betriebliche Altersversorgung von Mitarbeitern der 11 88 0 Solutions-Gruppe bestehen beitragsorientierte Versorgungspläne und für ehemalige Vorstände bestehen zusätzlich leistungsorientierte Pläne.

17.1 Leistungsorientierte Pläne

Bei den leistungsorientierten Versorgungsplänen handelte es sich um individuelle Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung (Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrente) für ehemalige Mitglieder des Vorstands. Die Höhe der Versorgungszusagen aus den leistungsorientierten Pensionsplänen wurde im Wesentlichen nach der Beschäftigungsdauer und dem Grundgehalt der einzelnen Vorstandsmitglieder bemessen.

Zur Sicherung der jeweiligen Versorgungsleistungen aus den Pensionszusagen wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen und deren Leistungen an die Versorgungsberechtigten verpfändet. Die Rückdeckungsversicherungen mit Verpfändung der Ansprüche an die Versorgungsberechtigten wurden als Planvermögen angesetzt, da es sich hierbei um qualifizierte Versicherungspolicen im Sinne des IAS 19.8 handelt. In Deutschland bestanden keine rechtlichen oder regulatorischen Mindestdotierungsverpflichtungen.

Die versicherungsmathematischen Bewertungen des Planvermögens und des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung erfolgten zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres unter Berücksichtigung folgender versicherungsmathematischer Annahmen:

in % 2019 2018
Rechnungszinssatz 1,40 2,35
Rententrend 1,00 1,00

Der Rechnungszinssatz wurde auf Basis der Renditen bestimmt, die am Bilanzstichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt werden.

Im Periodenergebnis und im sonstigen Ergebnis hat der Konzern folgende Aufwendungen und Erträge hinsichtlich dieser leistungsorientierten Versorgungspläne erfasst:

in TEUR 2019 2018
Laufender Dienstzeitaufwand - -
Zinsaufwand -32 -29
Zinsertrag 28 25
Im Periodenergebnis erfasste Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungsleistungen -4 -4
Im sonstigen Ergebnis erfasste Neubewertungen für leistungsorientierte Versorgungsleistungen 305 -12

Zinsaufwand und Zinsertrag waren Bestandteile des Finanzergebnisses.

Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung wurde in Übereinstimmung mit IAS 19.67 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Verwendung der biometrischen Rechnungsgrundlagen der 2018 neu gefassten Heubeck Richttafel 2018 G berechnet und hat sich wie folgt entwickelt:

in TEUR 2019 2018
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen zum 1. Januar 1.357 1.330
Laufender Dienstzeitaufwand - -
Zinsaufwand 32 29
Versicherungsmathematische Gewinne (-) oder Verluste (+) aus Veränderungen der finanziellen Annahmen 308 24
Versicherungsmathematische Gewinne (-) oder Verluste (+) aus Veränderungen demographischer Annahmen 0 -32
Versicherungsmathematische Gewinne (-) oder Verluste (+) aus erfahrungsbedingten Anpassungen 5 6
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen zum 31. Dezember 1.702 1.357

Der auf ausgeschiedene Anwärter entfallende Anteil des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen betrug 1.702 TEUR (2018: 1.357 TEUR).

Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellte sich wie folgt dar:

in TEUR 2019 2018
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Januar 1.189 1.154
Zinsertrag 28 25
Versicherungsmathematische Gewinne (+) oder Verluste (-) unter Ausschluss der im Zinsertrag aufgeführten Beträge 8 10
Beiträge des Arbeitgebers - -
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 1.225 1.189

Beim Planvermögen handelte es sich um Rückdeckungsversicherungen mit Verpfändung der Ansprüche an die Versorgungsberechtigten. Die Versicherungsgesellschaft hält 31 % ihrer Kapitalanlagen in Staatsanleihen von Industrieländern, 17 % in Unternehmensanleihen, 15 % in Pfandbriefen und anderen besicherten Darlehen, 10 % aus Baufinanzierung und 6 % in Staatsanleihen von Schwellenländern. Die Kapitalanlagen sind breit gestreut, um Kursschwankungen möglichst auszugleichen und stabile Erträge zu erwirtschaften.

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung und der beizulegende Zeitwert des Planvermögens lassen sich wie folgt zu dem in der Bilanz angesetzten Rückstellungsbetrag überleiten:

Geschäftsjahr zum 31. Dezember
in TEUR
2019 2018
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 1.702 1.357
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -1.225 -1.189
In der Bilanz erfasste Schuld 477 168

Die Überleitung der Nettoverpflichtung stellt sich zusammengefasst folgendermaßen dar:

Barwert der Pensionsverpflichtung
TEUR
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
TEUR
Nettoverpflichtung
TEUR
1. Januar 2019 -1.357 1.189 -168
Zinsaufwand (-) / Zinsertrag (+) -32 28 -4
Im Gewinn oder Verlust erfasster Gesamtbetrag -32 28 -4
Ertrag aus Planvermögen ohne im Zins(ertrag) enthaltene Beträge - 8 8
Versicherungsmathematischer Verlust aus der Veränderung demographischer Annahmen 0 0 0
Versicherungsmathematischer Verlust aus der Veränderung finanzieller Annahmen -308 - -308
Erfahrungsbedingte Anpassungen -5 - -5
Im sonstigen Ergebnis erfasster Gesamtbetrag -313 8 -305
31. Dezember 2019 -1.702 1.225 477
Barwert der Pensionsverpflichtung
TEUR
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
TEUR
Nettoverpflichtung
TEUR
1. Januar 2018 -1.330 1.154 -176
Zinsaufwand (-) / Zinsertrag (+) -29 25 -4
Im Gewinn oder Verluste erfasster Gesamtbetrag -29 25 -4
Ertrag aus Planvermögen ohne im Zins(ertrag) enthaltene Beträge - 10 10
Versicherungsmathematischer Verlust aus der Veränderung demographischer Annahmen 32 0 32
Versicherungsmathematischer Verlust aus der Veränderung finanzieller Annahmen -24 - -24
Erfahrungsbedingte Anpassungen -6 - -6
Im sonstigen Ergebnis erfasster Gesamtbetrag 2 10 12
31. Dezember 2018 -1.357 1.189 -168

Die 11 88 0 Solutions AG sieht sich bei den leistungsorientierten Pensionsplänen Risiken ausgesetzt. Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen, im Wesentlichen die Senkung des Rechnungszinssatzes, können zu höheren Pensionsverpflichtungen führen. Wesentliche Unterdeckungen können die Zahlung von zusätzlichen Beiträgen durch das Unternehmen erforderlich machen.

Der Konzern überprüft fortlaufend die Verpflichtungen, die sich aus den Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung ergeben. Ein Ziel ist zum Beispiel, wesentliche Unterdeckungen zu vermeiden. Die 11 88 0 Solutions-Gruppe hat im Vergleich zum Vorjahr keine Änderungen im Prozess zum Management der Risiken vorgenommen.

Die Sensitivität des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen auf Änderungen stellte sich wie folgt dar:

zum 31. Dezember 2019 Auswirkung auf die Verpflichtung
Annahmen Veränderung der Annahme Erhöhung der Annahme Verminderung der Annahme
Rechnungszinssatz 0,50 % Minderung um 10,10 % Erhöhung um 11,62 %
zum 31. Dezember 2018 Auswirkung auf die Verpflichtung
Annahmen Veränderung der Annahme Erhöhung der Annahme Verminderung der Annahme
Rechnungszinssatz 0,50 % Minderung um 9,96 % Erhöhung um 11,43 %

Bei der Berechnung der Sensitivität wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren angewendet. Es wurden diejenigen Veränderungen berücksichtigt, die vom Konzern für möglich gehalten werden bzw. eine Aussage zur Beurteilung der Auswirkungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen ermöglichen sollen. Worst- bzw. Best-Case-Szenarien waren nicht Gegenstand der Sensitivitätenanalyse.

Der Betrachtungshorizont für mögliche Änderungen der Prämissen im Rahmen der Sensitivitätenanalyse umfasste den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2019 (im Vorjahr bis zum 31. Dezember 2018).

Im Rahmen der Sensitivitätenanalyse wurde der Rechnungszinssatz als wesentlicher Einflussparameter auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen identifiziert.

Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet der Konzern mit keinen Beiträgen zu leistungsorientierten Pensionsplänen.

Die gewichtete durchschnittliche Dauer der leistungsorientierten Pläne beträgt 22 Jahre.

Wesentliche Unsicherheiten in Bezug auf den Auszahlungszeitpunkt bestehen nicht.

17.2 Beitragsorientierte Pläne

Der Konzern gewährte fast allen Mitarbeitern Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Form von beitragsorientierten Plänen. In diesem Zusammenhang bot die 11 88 0 Solutions-Gruppe ihren Angestellten auch einen Zuschuss zu einem mitarbeiterfinanzierten Altersversorgungsplan an. Die Zuschusshöhe richtete sich nach den von den Mitarbeitern selbst entrichteten Beiträgen.

Die erfolgswirksam erfassten Beiträge zu den oben genannten beitragsorientierten Plänen einschließlich der laufenden Zuschusszahlungen beliefen sich auf 17 TEUR (2018: 21 TEUR); davon entfielen 3 TEUR (2018: 3 TEUR) auf Beiträge für frühere Vorstandsmitglieder.

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung beliefen sich im Geschäftsjahr auf 1.805 TEUR (2018: 1.733 TEUR).

18. Eigenkapital

18.1 Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der 11 88 0 Solutions AG war in 21.022.200 (2018: 19.111.091) nennwertlose Stückaktien eingeteilt, auf die ein anteiliges rechnerisches Grundkapital in Höhe von 1,00 EUR je Aktie entfiel. Alle von der Gesellschaft ausgegebenen Stückaktien waren voll eingezahlt. Zum 31. Dezember 2019 betrug die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien 21.022.200 Stück (2018: 19.111.091 Stück).

Am 16. September 2019 führte die 11 88 0 Solutions AG eine Kapitalerhöhung um 10 Prozent aus genehmigtem Kapital (genehmigtes Kapital I) gegen Bareinlage durch. Damit wurde die Anzahl der Aktien durch die Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien von 19.111.091 um 1.911.109 auf 21.022.200 erhöht. Der rechnerische Nennwert je Aktie beträgt 1,00 EUR. Der Ausgabebetrag je Aktie betrug 1,83 EUR.

Inhaber von Stammaktien besitzen eine Stimme je Aktie in allen Angelegenheiten, die den Aktionären zur Abstimmung vorgelegt werden. Die Stammaktien sind nicht rückzahlbar und enthalten keine Wandelrechte. Dividenden können nur aus dem ausschüttungsfähigen Bilanzgewinn, der sich aus dem gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs aufgestellten Einzelabschluss der 11 88 0 Solutions AG ergibt, beschlossen und gezahlt werden.

Der Vorstand wird ermächtigt, bis zum 31. Dezember 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um nominal 7.644.436,00 EUR durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II).

18.2 Kapitalrücklage

Zum 31. Dezember 2019 beträgt die Kapitalrücklage 33.598 TEUR (2018: 32.059 TEUR).

Die Kapitalrücklage enthält Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien und erhöhte sich im Berichtsjahr um 0,83 EUR je ausgegebener Aktie. Im Rahmen der durchgeführten Kapitalerhöhung veränderte sich die Kapitalrücklage demnach wie folgt.

in TEUR
Stand zum 1.1.2019 32.059
Erhöhung durch Agio 1.586
Verringerung durch Eigenkapitalbeschaffungskosten (Eigenkapitalbeschaffungskosten 68 TEUR, darauf entfallende aktive latente Steuern 22 TEUR) -46
Stand zum 31.12.2019 33.598

Die im Rahmen der Kapitalerhöhung bis zum Stichtag angefallenen Eigenkapitalbeschaffungskosten wurden gemäß IAS 32.37 unter Berücksichtigung aktiver latenter Steuern von der Kapitalrücklage in Abzug gebracht und nicht erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

18.3 Bilanzverlust

Die Entwicklung des Konzern-Bilanzverlustes stellte sich wie folgt dar:

in TEUR
Bilanzverlust zum 1. Januar 2018 -40.363
Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2018 -3.109
Bilanzverlust zum 31. Dezember 2018 -43.472
Anpassungen IFRS 16 -277
Bilanzverlust zum 1. Januar 2019 -43.749
Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2019 -3.178
Bilanzverlust zum 31. Dezember 2019 -46.927

In den Vorjahren erfolgte der Ausweis der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste und der darauf entfallenden latenten Steuern aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen und des diesbezüglichen Planvermögens in der Eigenkapitalveränderungsrechnung innerhalb des Bilanzgewinn/Bilanzverlusts und nicht in den sonstigen Eigenkapitalbestandteilen. In der Gesamtergebnisrechnung des Konzerns wurden die genannten Posten im sonstigen Ergebnis des jeweiligen Geschäftsjahres ausgewiesen.

Diese Darstellung wurde im Berichtsjahr angepasst, so dass die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste nun auch in der Eigenkapitalveränderungsrechnung in den sonstigen Eigenkapitalbestandteilen ausgewiesen werden. Die entsprechenden Vortragswerte des Bilanzverlusts und der sonstigen Eigenkapitalbestandteile innerhalb der Eigenkapitalveränderungsrechnung wurden zum 1. Januar 2018 angepasst

18.4 Sonstige Eigenkapitalbestandteile

Zum Bilanzstichtag betrugen die sonstigen Eigenkapitalbestandteile -330 TEUR (2018: -123 TEUR). Die Entwicklung stellt sich wie folgt dar:

in TEUR
Sonstige Eigenkapitalbestandteile zum 1. Januar 2018 -132
Versicherungsmathematische Gewinne aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von 12 TEUR abzgl. latenter Steuern in Höhe von 3 TEUR 9
Fremdwährungsumrechnung -1
Sonstige Eigenkapitalbestandteile zum 31. Dezember 2018 -123
Sonstige Eigenkapitalbestandteile zum 1. Januar 2019 -123
Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von -305 TEUR zzgl. latenter Steuern in Höhe von 96 TEUR -208
Sonstige Eigenkapitalbestandteile zum 31. Dezember 2019 -330

Zur Darstellungsänderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in den sonstigen Eigenkapitalbestandteilen vgl. Kapitel 18.3.

Sonstige Erläuterungen und Angaben

1. Kapitalflussrechnung

Der Liquiditätseffekt auf die Veränderung der Finanzverbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

In TEUR Leasingverbindlichkeiten davon zahlungswirksam davon nicht zahlungswirksam
1. Januar 2019 0 - -
Anpassungen IFRS 16 7.087 0 7.087
1. Januar 2019 7.087 - -
Erhöhung durch Zugänge 363 - 363
Aufzinsung 335 - 335
Zinszahlung -335 -335 -
Tilgungen -1.105 -1.105 -
31. Dezember 2019 6.346 -1.440 7.785

2. Geschäftssegmente

Der Vorstand der 11 88 0 Solutions AG als Hauptentscheidungsträger des Konzerns überprüft basierend auf wöchentlichen und monatlichen Reportings die Ergebnisse des Konzerns und trifft auf deren Basis wesentliche Unternehmensentscheidungen.

Zum Zweck der internen Berichterstattung und Unternehmenssteuerung unterteilte die 11 88 0 Solutions-Gruppe ihre Aktivitäten in zwei Geschäftssegmente: Digital und Telefonauskunft.

Im Segment Digital erzielt die 11 88 0 Solutions-Gruppe Umsatzerlöse mit Klein- und Mittelstandsunternehmen. Die Gruppe bietet in Deutschland Dienstleistungen im Bereich des Online-Marketings an. Darüber hinaus werden in diesem Segment in geringem Umfang Umsatzerlöse aus dem Vertrieb von Daten erzielt. Da dieses Geschäftsfeld die Kriterien für ein eigenständiges Segment nicht erfüllt, die Produkte aus denselben Bestandteilen bestehen und dieselbe Organisation unterstützend wirkt, wird auf eine separate Segmentierung verzichtet. Wesentliches Kriterium für die Identifikation dieses Segments sind zum einen die Produkte, zum anderen der Vertriebsprozess, der ein aktives Werben von Kunden erfordert.

Im Segment Telefonauskunft wird Umsatz nahezu ausschließlich mit Endkunden bzw. Privatkunden im Inland generiert. Diese Kunden rufen selbständig unsere Auskunftsnummern an, unter denen den Nutzern Informations- und Auskunftsdienste angeboten werden. Darüber hinaus beinhaltet dieses Segment das neue Call Center-Drittgeschäft. Auch hier wird seitens eines Nutzers (Kunden unserer Kunden im Call Center-Drittgeschäft) aktiv das Gespräch mit unseren Mitarbeitern gesucht. Verbindendes Element ist, dass die Mitarbeiter dieses Segments beide Kundengruppen bedienen.

Der wesentliche Unterschied zwischen den Segmenten liegt somit in den Fähigkeiten der Mitarbeiter Umsätze zu generieren.

Kosten, die der jeweiligen Umsatzerzielung und Produktentwicklung direkt zurechenbar sind, werden den Segmenten zugeordnet und umfassen alle zur Steuerung der Segmente notwendigen Aufwendungen aus den Bereichen Personal, Technik, Mieten & Lizenzen. Nicht direkt zurechenbare Kosten werden über einen Schlüssel, der regelmäßig überprüft wird und der tatsächlichen Inanspruchnahme Rechnung trägt, auf die Segmente verteilt.

Die vorherrschenden Bewertungsmaßstäbe des Vorstands stimmten mit denen im Konzernabschluss der Gruppe überein und wurden in diesem Bericht auf der gleichen Grundlage dargestellt.

Die zentralen Steuerungsgrößen der beiden Segmente im operativen Geschäft waren Umsatzerlöse und die Ertragskennziffer EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung).

Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr lagen weder intersegmentäre noch Drittlands-Umsätze vor.

Eine Steuerung der Kapitalallokation (Schulden und Vermögensgegenstände) auf Ebene der einzelnen Segmente erfolgte nicht, da die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden je Segment kein Bestandteil der regelmäßigen Reportings an das Management sind. Des Weiteren wurde keine Berechnung des Cashflows auf Segmentbasis durchgeführt.

Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2019
in TEUR
Digital Telefonauskunft Konzern
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse aus Transaktionen mit externen Kunden 34.627 13.041 47.668
Davon zeitraumbezogen 33.195 57 33.252
Davon zeitpunktbezogen 1.432 12.984 14.416
Summe der Umsatzerlöse 34.627 13.041 47.668
Umsatzkosten -16.913 -10.376 -27.289
Vertriebskosten -13.896 -582 -14.478
Allgemeine Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Erträge & Aufwendungen -5.730 -2.281 -8.011
Betriebsergebnis -1.913 -197 -2.110
Abschreibungen 4.254 613 4.867
EBITDA 2.340 416 2.756
Zinserträge 20 8 28
Zinsaufwendungen -296 -73 -369
Sonstige Finanzerträge 69 30 99
Sonstige Finanzaufwendungen -3 -2 -5
Ergebnis vor Ertragsteuern -2.122 -235 -2.357
Vermögenswerte und Schulden
Segmentvermögen 27.343
Segmentschulden 19.980
Sonstige Segmentinformationen
Investitionen in Anlagevermögen 4.334 73 4.407
Abschreibungen auf Sachanlagen 203 80 283
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 3.312 8 4 1 3.460
Abschreibungen auf aktivierte Nutzungsrechte 740 384 1.124
Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2018
in TEUR
Digital Telefonauskunft Konzern
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse aus Transaktionen mit externen Kunden 30.342 12.579 42.921
Davon zeitraumbezogen 28.553 28 28.581
Davon zeitpunktbezogen 1.789 12.551 14.340
Summe der Umsatzerlöse 30.342 12.579 42.921
Umsatzkosten -14.981 -9.335 -24.316
Vertriebskosten -11.802 -284 -12.086
Allgemeine Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Erträge & Aufwendungen -5.907 -3.659 -9.566
Betriebsergebnis -2.348 -699 -3.047
Abschreibungen 3.402 626 4.028
EBITDA 1.054 -73 981
Zinserträge 33 21 54
Zinsaufwendungen -27 -15 -42
Sonstige Finanzerträge 6 16 22
Sonstige Finanzaufwendungen 0 0 0
Ergebnis vor Ertragsteuern -2.336 -677 -3.013
Vermögenswerte und Schulden
Segmentvermögen 0 0 19.553
Segmentschulden 0 0 11.979
Sonstige Segmentinformationen
Investitionen in langfristiges Anlagevermögen 4.612 51 4.663
Abschreibungen auf Sachanlagen 256 321 577
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 3.146 305 3.451
Abschreibungen auf aktivierte Nutzungsrechte 0 0 0

3. Anteilsbasierte Vergütung

Den Mitgliedern des Vorstands der 11 88 0 Solutions AG steht jedes Geschäftsjahr eine variable Vergütung zu, deren Wert von der Erreichung der Ziele gemäß persönlicher Zielvereinbarung abhängig ist. Die Höhe der variablen Vergütung ist individuell festgelegt. Die variable Vergütung setzt sich aus performance-bezogenen und qualitativen Komponenten zusammen. Ein Teil der jährlichen performance-bezogenen variablen Vergütung wird als langfristig angelegte variable Vergütung in virtuelle Aktien der 11 88 0 Solutions AG umgewandelt (Deferrals), die nach einer Haltefrist von zwei Jahren zur Auszahlung kommen.

Die Umwandlung in virtuelle Aktien erfolgt im Rahmen der Feststellung der Zielerreichung und zwar unmittelbar nach Feststellung des Jahresabschlusses für das jeweilige Geschäftsjahr, für das die Ziele vereinbart wurden. Der maßgebliche Aktienkurs der virtuellen Aktien im Zeitpunkt der Umwandlung ist der arithmetische Mittelwert der Schlusskurse der Aktie der 11 88 0 Solutions AG im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse an den Börsenhandelstagen in den letzten drei Monaten vor Feststellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr, für das die Ziele vereinbart wurden. Somit erfolgt die Ermittlung der Stückzahl der für ein Geschäftsjahr gewährten virtuellen Aktien erst im Folgejahr.

Nach Ablauf einer Haltefrist von zwei Jahren seit Umwandlung in virtuelle Aktien wird der Auszahlungswert der virtuellen Aktien ermittelt. Die Höhe der Auszahlung bestimmt sich nach dem arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der 11 88 0 Solutions AG -Aktie im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse an den Börsenhandelstagen in den letzten drei Monaten vor Feststellung des Jahresabschlusses für das jeweils übernächste Geschäftsjahr. Dem so ermittelten Wert werden etwaige, während der Haltefrist an die Aktionäre ausgeschüttete Dividenden hinzugerechnet. Der danach auszuzahlende Betrag wird zum einen auf 120 % des Ausgangswertes bei Umwandlung begrenzt und zum anderen auf 0 EUR gekürzt, wenn die virtuellen Aktien nur noch 50 % des ursprünglichen Wertes ausweisen.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde für die langfristige variable Vorstandsvergütung (Deferrals) ein Personalaufwand in Höhe von 34 TEUR (2018: 32 TEUR) erfasst. Der Verpflichtungsbetrag virtueller Aktien wird aus dem Börsenkurs der 11 88 0 Solutions AG-Aktie am Bewertungsstichtag abgeleitet.

Der Marktwert der in 2017 und 2018 bereits gewährten virtuellen Aktien (insgesamt 53.867) zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2019 wurde auf Basis des Stichtagsaktienkurses approximiert und betrug 70 TEUR. Auf die Anwendung eines Optionspreismodells wurde aus Wesentlichkeitsüberlegungen verzichtet.

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Ansprüche

4.1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die zukünftigen Mindestaufwendungen im Rahmen der unkündbaren Verträge mit ursprünglichen Laufzeiten ab einem Jahr, unter Ausschluss der bereits nach IFRS 16 aktivierten Leasingverbindlichkeiten und unter Ausschluss der als short-term und low-value nicht bilanzierten Leasingverhältnisse, stellten sich wie folgt dar:

in TEUR zum 31. Dezember 2019 Verpflichtungen aus zum 31. Dezember 2018 Verpflichtungen aus
Fälligkeit Miet- und Leasingverträgen Marketing und EDV-Leistungsverträgen Beratungs- und sonstigen Dienstleistungsverträgen Miet- und Leasingverträgen
Bis zu 1 Jahr 938 784 634 1.635
Zwischen 1 und 5 Jahren 784 50 1.339 3.342
Über 5 Jahre 399 0 681 2.227
Gesamt 2.121 834 2.654 7.204
in TEUR zum 31. Dezember 2018 Verpflichtungen aus
Fälligkeit Marketing und EDV-Leistungsverträgen Beratungs- und sonstigen Dienstleistungsverträgen
Bis zu 1 Jahr 1.622 241
Zwischen 1 und 5 Jahren 26 0
Über 5 Jahre 0 0
Gesamt 1.648 241

Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen beruhen weitestgehend auf nicht aktivierten Aufwendungen im Zusammenhang mit Immobilienmietverträgen und sonstiger Betriebsausstattung. Verpflichtungen aus Marketing- und EDV-Leistungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit Werbe- und Wartungsverträgen.

Die Erhöhung im Bereich der Beratungs- und sonstigen Dienstleistungsverträge ist auf die Einführung eines neues CRM-Systems und diesbezüglich abgeschlossenen Beratungs- und Lizenzverträgen zurückzuführen.

Insgesamt resultiert die Reduzierung der sonstigen finanziellen Verpflichtungen daraus, dass die wesentlichen bisher im operativen Aufwand erfassten Miet- und Leasingzahlungen im Rahmen der Umstellung auf den neuen Leasingstandard IFRS 16 nun mit ihren Barwerten als Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen werden. Die hier zum 31. Dezember 2019 in den Miet- und Leasingverträgen dargestellten Werte beziehen sich somit auf Miet- und Leasingaufwendungen, die aufgrund der Ausübung von Bilanzierungswahlrechten oder der Inanspruchnahme von Erleichterungsvorschriften weder in den aktivierten Nutzungsrechten noch in den passivierten Leasingverbindlichkeiten enthalten sind.

Aus short-term-Leasingverhältnissen erwartet der Konzern für das Jahr 2020 Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 84 TEUR. Aus Leasingverhältnissen mit Vermögenswerten von geringem Wert erwartet der Konzern Zahlungen in Höhe von insgesamt rund 300 TEUR, wobei davon ungefähr 98 TEUR für das Jahr 2020 erwartet werden. Der verbleibende Betrag in Höhe von 202 TEUR wird in ungefähr gleich hohen Beträgen voraussichtlich in den Jahren 2021 bis 2023 zu einem Zahlungsmittelabfluss führen.

4.2 Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen

Zum Bilanzstichtag identifizierte der Konzern folgende Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen:

Aus bereits beendeten Mietverträgen bestehen zum Stichtag Eventualverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt rund 184 TEUR. Die Wahrscheinlichkeit eines daraus resultierenden Abflusses von Ressourcen wird mit unter 50 % bemessen. Wir gehen davon aus, dass in Bezug auf den Zahlungsmittelabfluss bis Ende 2020 Klarheit besteht.

5. Rechtsstreitigkeiten

Zum Bilanzstichtag waren die Konzerngesellschaften in verschiedene Gerichtsprozesse involviert, in denen sie sowohl als Klägerinnen als auch als Beklagte (Aktiv-/Passivprozesse) auftraten.

Das Eintreten von Risiken aus Passivprozessen und der damit zusammenhängende Abfluss von Ressourcen wurde nach eingehender Prüfung durch die Rechtsberater des Konzerns als nicht unwahrscheinlich eingestuft. Diese wurden als Eventualverbindlichkeiten berücksichtigt.

6. Anzahl der Mitarbeiter

Nachfolgend ist die Mitarbeiterzahl für den 11 88 0 Solutions-Konzern dargestellt. Der Vorstand wurde in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Geschäftsjahr 2019 Stichtag 31. Dezember 2019 Jahresdurchschnitt
11 88 0 Solutions-Konzern absolut in Vollzeitäquivalenten absolut in Vollzeitäquivalenten
Insgesamt 554 494 565 502
davon Operatoren und Vertrieb 366 311 380 321
davon Verwaltung 188 183 185 181
Geschäftsjahr 2018 Stichtag 31. Dezember 2018 Jahresdurchschnitt
11 88 0 Solutions-Konzern absolut in Vollzeitäquivalenten absolut in Vollzeitäquivalenten
Insgesamt 575 511 571 503
davon Operatoren und Vertrieb 395 336 391 327
davon Verwaltung 180 175 180 176

7. Honorare des Abschlussprüfers

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Aufwendungen für das Honorar des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen (Vorjahr: Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Köln), setzten sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2019 2018
Abschlussprüfungsleistungen 120 215
Nebenkosten zu Abschlussprüfungsleistungen 6 8
Andere Bestätigungsleistungen 0 5
Sonstige Leistungen 72 8
Gesamt 198 236

Die sonstigen Leistungen umfassen Aufwendungen für die Erstellung der Fairness Opinion nach IDW S 8, die im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots der united vertical media GmbH an alle Aktionäre der 11 88 0 Solutions AG erstellt wurde.

8. Finanzrisiken

Der Konzern verfügte über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zur Verfügung stehende Kontokorrentkredite, die im Geschäftsjahr 2019 nicht beansprucht wurden.

Zu den Angaben zu bestehenden Kreditlinien wird auf Anmerkung 1 unter den Erläuterungen zur Konzernbilanz verwiesen.

Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit ist der 11 88 0 Solutions-Konzern verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt: dem Ausfallrisiko, dem Liquiditätsrisiko und dem Marktrisiko (Kursrisiko, Fremdwährungsrisiko und Zinsrisiko), die im Folgenden näher erläutert werden. Detaillierte Angaben über das Risikomanagement und die Steuerung der Risiken sind im Konzernlagebericht unter der Rubrik 7 "Chancen- und Risikomanagement" dargestellt.

8.1 Ausfallrisiko

Der Konzern geht bei einem finanziellen Vermögenswert von einem vollständigen Ausfall aus, wenn vertragliche Zahlungen 2 Jahre überfällig sind. Außerdem kann er in bestimmten Fällen bei einem finanziellen Vermögenswert von einem Ausfall ausgehen, wenn interne oder externe Informationen darauf hindeuten, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Konzern die ausstehenden vertraglichen Beträge vollständig erhält, bevor alle von ihm gehaltenen Kreditsicherungen berücksichtigt werden. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine begründete Erwartung besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisiert werden.

Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag der nachfolgend genannten Klassen von finanziellen Vermögenswerten entspricht dem jeweiligen Buchwert.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der 11 88 0 Solutions-Gruppe lauten fast ausschließlich auf Euro und werden bei renommierten deutschen Finanzinstituten gehalten, die von internationalen Ratingagenturen als Investment Grade eingestuft sind. Der Konzern überwacht fortlaufend seine Positionen bei den Finanzinstituten und die Bonität der Finanzinstitute und sieht ein sehr geringes Risiko der Nichterfüllung.

Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte des Konzerns werden in Euro gehandelt und fortlaufend überwacht. Das Anlegerprofil dieser Geldanlagen ist als sicherheitsorientiert einzustufen. Die Bonität der Vertragspartner dieser Finanzinstrumente wird regelmäßig überprüft. Bei der Anlage der überschüssigen Liquidität verfolgt die 11 88 0 Solutions-Gruppe grundsätzlich eine möglichst konservative Geldanlage, um das Risiko von Verlusten zu minimieren. Überschüssige Mittel sind in kurzfristig verfügbaren Geldmarkt- bzw. Rentenfonds angelegt.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verstehen sich abzüglich der Wertminderungen, die nach dem vereinfachten Verfahren nach IFRS 9 ermittelt werden. Hierbei werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit der Finanzinstrumente ermittelt. Die Bestimmung der erwarteten Kreditverluste beruht auf Analysen historischer Ausfallquoten, der Altersstrukturen, der aktuellen Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds und der Kreditwürdigkeit der Kunden.

Falls bei Vorliegen einzelfallbezogener Umstände und Risikoindikationen (z.B. auffällige Verschlechterungen des Zahlungsverhaltens oder Insolvenzanmeldung) eine beeinträchtigte Bonität festgestellt wird, werden individuelle Wertberichtigungen gebildet. Wenn nicht mehr davon auszugehen ist, dass eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen ganz oder teilweise beglichen wird (z.B. Vorliegen einer eidesstattlichen Versicherung oder Verjährung, erfolgloses Inkassoverfahren oder Beendigung des Insolvenzverfahrens), wird das Finanzinstrument ausgebucht. Soweit die Gründe für eine individuelle Wertberichtigung entfallen, werden Wertaufholungen erfolgswirksam erfasst.

Zum 31. Dezember 2019 stellte sich die Ausfallrisikoposition der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

in TEUR Bruttobuchwert
TEURO
Erwartete Verlustrate für die Restlaufzeit der Forderungen Wertminderung
in TEUR
Nicht fällig 6.355 1,6 % 104
Seit 1 - 90 Tagen überfällig 1.442 6,4 % 92
Seit 91 - 180 Tagen überfällig 511 33,0 % 169
> 180 Tage überfällig 1.130 29,3 % 330
Ausfall 1.019 100,0 % 1.019
Gesamt 10.457 1.714

Zum 31. Dezember 2018 stellte sich die Ausfallrisikoposition der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

in TEUR Bruttobuchwert
TEURO
Erwartete Verlustrate für die Restlaufzeit der Forderungen Wertminderung
in TEUR
Nicht fällig 6.760 1,7 % 116
Seit 1 - 90 Tagen überfällig 1.577 7,0 % 110
Seit 91 - 180 Tagen überfällig 417 26,9 % 112
> 180 Tage überfällig 1.356 35,1 % 476
Ausfall 845 100,0 % 845
Gesamt 10.955 1.659

Der Konzern schließt Geschäfte im Auskunftsgeschäft mit Carriern ab, die sich durch eine hohe Bonität auszeichnen bzw. mit Kunden, die sich historisch aufgrund des breiten Portfolios durch geringe Forderungsausfälle auszeichnen. Aufgrund jahrelanger Erfahrungswerte ist die Höhe dieser Forderungsausfälle für das Unternehmen gut planbar.

Im Digitalgeschäft setzen sich die Kunden vor allem aus kleineren und mittelständischen Gewerbetreibenden zusammen. Hier besteht ein deutlich höheres Ausfallrisiko, dem durch einen professionellen Inkassoprozess Rechnung getragen wird, der in regelmäßigen Zeitabständen überprüft und optimiert wird. Hierbei werden überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Durchlaufen eines internen Mahnprozesses mittels Mahnschreiben und -calls an ein Inkasso-Unternehmen übergeben. Eine vollständige Wertberichtigung wird vorgenommen, wenn nach dem zweiten Jahr kein Zahlungsausgleich zu verzeichnen ist.

Beim Ausfall des Inkassodienstleisters für das Auskunftsgeschäft kann es zu einem zeitlich begrenzten Datenverlust kommen, der zum Verlust der anhängigen Forderung führt. Der Konzern wäre gezwungen, einen neuen Dienstleister auszuwählen und in die Mahnprozesse einzubinden, was einen entsprechenden zeitlichen Vorlauf erfordern würde. Die Wahrscheinlichkeit des Ausfalls des Inkassodienstleisters wird wie im Vorjahr mit 5 % bemessen und würde im Falle des Eintritts zu einem ergebnisrelevanten Effekt von 0,03 Mio. EUR (2018: 0,04 Mio. EUR) führen.

Alle wesentlichen Kunden werden einer Bonitätsprüfung unterzogen und die Forderungsbestände laufend überwacht. Zusätzlich hat der Konzern auch im Geschäftsjahr 2019 das interne Mahncallteam sehr erfolgreich ausbauen können. Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigung und Wertberichtigung auf Portfoliobasis auf Basis der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste Rechnung getragen.

Die BT (Germany) GmbH & Co. oHG (kurz: BT) ist für die 11 88 0 Solutions AG ein sehr wichtiger Geschäftspartner. Die 11 88 0 Solutions AG nutzt die BT als Transit-Carrier für die Zuführung aller Anrufe im Bereich der klassischen Auskunft sowie im Call Center-Drittgeschäft. Alle standardisierten Sicherheits- und Notfallkonzepte werden seitens BT gewährleistet und eingehalten. Die Deutsche Telekom AG (kurz: DTAG) als weiterer wichtiger Geschäftspartner stellt die für die telefonischen Auskunftsdienste sowie den Software-Bereich erforderlichen Teilnehmerdaten zur Verfügung. Sollten BT oder DTAG ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, könnte dies negative Auswirkungen auf das Betriebsergebnis der Gesellschaft haben. Aufgrund der Finanz- und Ertragskraft der DTAG und BT, den Verpflichtungen aus der Deregulierung des Telekommunikationsmarktes und der vorhandenen Notfallkonzepte ist damit aus heutiger Sicht jedoch nicht zu rechnen. Outsourcing-Kunden werden sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern direkt abgerechnet.

8.2 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergebenden Verpflichtungen hat. Das Liquiditätsrisiko wird auf Konzernebene gesteuert. Es wird sichergestellt, dass der Konzern stets über ausreichend liquide Mittel verfügt, um seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die wesentlichen Steuerungsgrößen sind neben den liquiden Mitteln die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns angelegt bzw. veräußert werden.

Im aktuellen sowie im vorangegangenen Geschäftsjahr wies der Konzern ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als finanzielle Verbindlichkeiten aus. Diese betrugen zum 31. Dezember 2019 1.464 TEUR (2018: 478 TEUR) und waren in voller Höhe in einem Zeitraum von 14 bis zu 60 Tagen fällig. Weitere Angaben zu Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgen unter Anmerkung 12 unter den Erläuterungen zur Konzernbilanz.

Das zurückgehende Anrufvolumen im Auskunftsgeschäft, das einen wesentlichen positiven Beitrag zum Unternehmensergebnis beisteuert, verstärkt unter anderem nach wie vor den Druck auf eine beschleunigte Verbesserung der Rentabilität im Segment Digital. Mit Hilfe effizienzsteigernder Maßnahmen vor allem im Vertrieb sowie einer nachhaltigen Kostendisziplin wird eine ausreichende Liquidität sichergestellt. Parallel wird die Möglichkeit zu Kooperationen geprüft, um das Liquiditätsrisiko weiter zu verringern. Weitere Angaben und Einschätzungen zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos finden sich im Konzern-Lagebericht im Bericht zum "Chancen- und Risikomanagement".

Im Folgenden werden die zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse aus den Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2019 dargestellt:

Zahlungsmittelabfluss
(in TEUR) >1 - 5 Jahre
Zahlungsmittelabfluss
(in TEUR) >5 Jahre
4.132 2.078

Der voraussichtliche Zahlungsmittelabfluss, der innerhalb der nächsten 12 Monate stattfinden wird, ist bereits aus den kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten ersichtlich.

8.3 Kursrisiko

Das Kursänderungsrisiko des Konzerns entsteht durch die Investitionen in Geldmarkt- und Rentenfonds, die in kurzlaufende Wertpapiere anlegen und die in der Konzernbilanz als zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen werden.

Die Anlagen lauten auf Euro und werden fortlaufend überwacht. Das Anlegerprofil dieser Geldanlagen ist als sicherheitsorientiert einzustufen und unterliegt nur geringen Wertschwankungen. Renditen ergeben sich aus der Veränderung des Kurswertes und etwaigen Ausschüttungen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam im Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten erfasst.

Bei einer Veränderung des Kurses der erworbenen Fondsanteile um 0,50 % würde sich ein Effekt auf das Jahresergebnis in Höhe von 29 TEUR (2018: 9 TEUR) ergeben. Aufgrund der Portfolio-Struktur ist kein vollständiger Kapitalverlust zu erwarten.

8.4 Währungsrisiko

Die wesentlichen Geschäftsvorgänge der 11 88 0 Solutions-Gruppe werden innerhalb Europas in Euro abgewickelt. Nur ein geringfügiger Teil der Beschaffungsvorgänge findet in sonstigen Währungen statt, die betragsmäßig als unwesentlich einzustufen sind, sodass sich daraus kein Währungsrisiko ergibt.

8.5 Zinsrisiko

Es besteht nur ein sehr geringes Zinsrisiko für den Konzern, da Anlagen in Produkten des Geld- und Kapitalmarkts im aktuellen Geschäftsjahr nur in Anlagen mit sehr geringem Risiko getätigt wurden.

9. Kapitalsteuerung

Der Gegenstand der Kapitalsteuerung ist das Eigenkapital gemäß Konzernbilanz.

Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements des Konzerns ist es, sicherzustellen, dass es zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder Value ein hohes Bonitätsrating und eine angemessene Eigenkapitalverzinsung aufrechterhält.

Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor. Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann der Konzern Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen sowie auch neue Anteile ausgeben.

Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) betrug zum 31. Dezember 2019 27,1 % (2018: 38,8 %). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Umstellung auf den neuen Leasingstandard IFRS 16 und die daraus resultierende Erhöhung der Bilanzsumme zurückzuführen.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren zur Steuerung des Kapitals vorgenommen.

10. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die 11 88 0 Solutions AG, Essen, ist zum 31. Dezember 2019 mehrheitlich mit 100 % an der 11 88 0 Internet Services AG, Essen, beteiligt, welche ihrerseits zu 100 % an der WerWieWas GmbH, Essen, beteiligt ist. Die united vertical media GmbH, Nürnberg (Amtsgericht Nürnberg, HRB 28744), hält wiederum 74,8 % an der 11 88 0 Solutions AG und bezieht diese ebenso wie ein weiteres Tochterunternehmen, die Fairrank GmbH, Köln, im Rahmen der Vollkonsolidierung in ihren nach HGB erstellten Konzernabschluss (größter und kleinster Konsolidierungskreis) mit ein. Eine Bekanntmachung des Konzernabschlusses erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger.

Geschäftsvorfälle zwischen der 11 88 0 Solutions AG und ihren Tochterunternehmen (siehe Kapitel 1.1), die als nahestehende Unternehmen anzusehen sind, wurden durch die Konsolidierung eliminiert und werden in diesem Anhang nicht erläutert.

Im Geschäftsjahr 2019 lagen keine darüber hinaus gehenden Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen vor.

10.1 Transaktionen mit nahestehenden Personen

Nahestehende Personen umfassen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Im laufenden Geschäftsjahr gab es keine Transaktionen zwischen der 11 88 0 Solutions-Gruppe und Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats, die über das bestehende Anstellungs-, Dienst- oder Bestellungsverhältnis bzw. die vertragliche Vergütung hierfür hinausgehen.

Im Geschäftsjahr 2019 war ein Mitglied des Managements des größten Anteilseigners, der united vertical media GmbH, Nürnberg, Aufsichtsratsmitglied der 11 88 0 Solutions AG. Dem Aufsichtsrat stand für das Geschäftsjahr 2019 eine Aufsichtsratsvergütung in Höhe von 8 TEUR zu, die entsprechend als kurzfristige Verbindlichkeit erfasst wurde. Im Vorjahr waren noch Mitglieder des Managements der Italiaonline S.p.A. (bis 11. Juni 2016 SEAT Pagine Gialle S.p.A., ehemals die oberste Muttergesellschaft der 11 88 0 Solutions AG) Assago-Milanofiori Nord (MI), Italien, Aufsichtsratsmitglieder der 11 88 0 Solutions AG und erhielten für diese Tätigkeit Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 4 TEUR.

10.2 Vergütung der Personen in Schlüsselpositionen des Managements

Das Management besteht aus Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern des Aufsichtsrats der 11 88 0 Solutions AG. Die Erläuterung des Vergütungssystems des Managements sowie detaillierte und individualisierte Angaben hinsichtlich der Vergütung finden sich im Konzernlagebericht unter der Rubrik 11 "Vergütungssystem".

Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für die Vergütung der aktiven Mitglieder des Vorstands werden nachfolgend dargestellt:

in TEUR 2019 2018
Gehälter und sonstige kurzfristige Leistungen 542 539
Mehrjährige variable Vergütung (Deferrals) 34 29
Beitragsorientierte Versorgungspläne 0 0
Gesamt 576 568

Die Gehälter und sonstigen kurzfristigen Leistungen enthielten die Festvergütung, die kurzfristige variable Vergütung sowie die Sachbezüge bzw. Nebenleistungen.

An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2019 Gesamtbezüge in Höhe von 0 TEUR ausbezahlt (2018: 10 TEUR).

Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden zum 31. Dezember 2019 1.702 TEUR (2018: 1.357 TEUR) zurückgestellt. Weitere Informationen zu Pensionszusagen siehe unter Anmerkung 17 unter den Erläuterungen zur Konzernbilanz.

Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich für das Geschäftsjahr 2019 auf 125 TEUR (2018: 119 TEUR). Hierin sind keine beitragsorientierten Pensionsansprüche enthalten.

Vergütungen, die an die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat für Arbeitsleistungen außerhalb ihrer Aufsichtsratstätigkeit geleistet werden, sind marktüblich.

11. Angaben zu den Gesellschaftsorganen der 11 88 0 Solutions AG

11.1 Aufsichtsrat der 11 88 0 Solutions AG

AR-Mitglied seit/Beruf Weitere Mandate im Geschäftsjahr*
Herr Dr. Michael Wiesbrock Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 25. Juni 2014, Rechtsanwalt/Partner, Flick Gocke Schaumburg, Frankfurt/Main keine
Herr Michael Amtmann stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 12. Juni 2019, Geschäftsführer der united vertical media GmbH, Nürnberg keine
Herr Helmar Hipp Mitglied des Aufsichtsrats seit 12. Juni 2018, Geschäftsführer der Cyberport GmbH, Dresden keine
Herr Ralf Ruhrmann Mitglied des Aufsichtsrats seit 12. Juni 2018, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner bei RLT Ruhrmann Tieben & Partner mbB, Essen • Katholisches Klinikum Oberhausen GmbH, Oberhausen - Aufsichtsratsvorsitzender • AHRB AG, Zürich, Schweiz - Verwaltungsrat • ARH Resort Holding AG, Zürich, Schweiz - Verwaltungsrat • Gebr. Schmidt GmbH & Co.KG, Essen - Beirat • Travel Charme Hotels & Resorts Holding AG, Zürich, Schweiz - Verwaltungsrat
Herr Jens Sturm (*) Mitglied des Aufsichtsrats seit 25. Juni 2014, bis 12. Juni 2019 Head of Technical Operations Department, 11 88 0 Internet Services AG, Neubrandenburg keine
Frau Ilona Rosenberg (*) Mitglied des Aufsichtsrats seit 30. Januar 2001, bis 12. Juni 2019 seit 1. Januar 2018 Assistenz, Standort Rostock 11 88 0 Internet Services AG, Rostock 11 88 0 Internet Services AG, Essen, Aufsichtsrat seit 20. Dezember 2017
Frau Sandy Jurkschat (*) Mitglied des Aufsichtsrats seit 12. Juni 2019 IT Demand Specialist, 11 88 0 Internet Services AG, Essen keine
Herr Leonard Kiedrowski (*) Mitglied des Aufsichtsrats seit 12. Juni 2019 Head of IT Service Desk, 11 88 0 Internet Services AG, Essen keine

(*) Arbeitnehmervertreter

Der Aufsichtsrat der 11 88 0 Solutions AG ist nach den Vorschriften der §§ 96 Absatz 1, 101 Absatz 1 AktG in Verbindung mit §§ 1 Absatz 1, 2 Absatz 1, 3, 4 ff. Drittelbeteiligungsgesetz gebildet und besteht gemäß Ziffer 4.1 (1) der Satzung der 11 88 0 Solutions AG aus vier von der Hauptversammlung und zwei von den Arbeitnehmern gewählten Mitgliedern.

11.2 Vorstand der 11 88 0 Solutions AG

(Aufsichtsrats)Mandate im Geschäftsjahr
Herr Christian Maar Vorstand seit 24. Juni 2015, keine
Betriebswirt, Essen,
verantwortlich für die Bereiche Sales Digital, Personal, Corporate Finance, Marketing/ Produkt, Customer Development Digital, Produktion und Unternehmenskommunikation, Technik, Recht/ Regulierung und den Geschäftsbereich Auskunft

12. Nachtragsbericht

Zu berichtende Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses aufgetreten sind, lagen nicht vor.

13. Deutscher Corporate Governance Kodex

Am 26. Februar 2002 wurde der Deutsche Corporate Governance Kodex von der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" verabschiedet und zwischenzeitlich mehrmals überarbeitet. Die aktuelle Fassung datiert vom 7. Februar 2017. Er stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften (Unternehmensführung) dar und enthält international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung.

Die gemeinsame Entsprechenserklärung des Vorstands und Aufsichtsrats der 11 88 0 Solutions AG gem. § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde im Juni 2019 abgegeben. Der genaue Wortlaut der Erklärung kann unter https:// ir.11880.com/corporate-governance/entsprechenserklaerung eingesehen werden.

 

Essen, 19. März 2020

Christian Maar

Vorstand

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die 11 88 0 Solutions AG, Essen

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der 11 88 0 Solutions AG, Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der 11 88 0 Solutions AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Umsatzerlösrealisierung

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

1 Umsatzerlösrealisierung

(1) In dem Konzernabschluss der 11 88 0 Solutions AG werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse von € 47,7 Mio. ausgewiesen. Die wesentlichen Umsatzströme im Konzernabschluss entstehen aus Dienstleistungen zur Internetpräsenz kleiner und mittlerer Unternehmen, Datenbereitstellungen des digitalen Telefon- und Branchenbuchs, Telefonauskunftsdienstleistungen sowie CallCenter- und Sekretariatsdienstleistungen. Dieser betragsmäßig bedeutsame Posten unterliegt angesichts der Komplexität der für die zutreffende Erfassung und Abgrenzung der unterschiedlichen Umsatzströme erforderlichen Systeme einem besonderen Risiko einer fehlerhaften Bilanzierung. Zudem bedingt IFRS 15 - Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) für bestimmte Bereiche Schätzungen und Ermessensentscheidungen und fordert umfangreiche Angabepflichten. Vor diesem Hintergrund war die Erfassung der diversen Umsatzströme im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Unter Berücksichtigung der Kenntnis, dass aufgrund der Komplexität und der vorzunehmenden Einschätzungen und Annahmen ein erhöhtes Risiko einer falschen Darstellung in der Rechnungslegung besteht, haben wir im Rahmen unserer Prüfung zunächst die vom Konzern eingerichteten Prozesse und Kontrollen einschließlich der zum Einsatz kommenden IT-Systeme zur Erfassung von Umsatzerlösen beurteilt. Unser Prüfungsvorgehen beinhaltete die Prüfung von Kontrollen und Nachweisprüfungshandlungen. Hierzu zählten die Beurteilung des Umfelds der IT-Systeme zur Fakturierung und Bewertung sowie anderer relevanter Systeme zur Unterstützung der Bilanzierung der Umsatzerlöse sowie die Beurteilung der Fakturierungs- und Bewertungssysteme und -prozesse bis hin zur Erfassung im Hauptbuch. Anschließend haben wir eine Prüfung von Kundenrechnungen und Zahlungseingängen in Stichproben vorgenommen sowie im Bereich der Geschäftskunden Saldenbestätigungen eingeholt. Auf Basis einer Durchsicht von Kundenverträgen haben wir die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen gewürdigt und beurteilt, ob diese Leistungen über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht wurden. Wir haben die Angemessenheit der angewendeten Verfahren und der getroffenen Schätzungen bzw. Ermessensentscheidungen der gesetzlichen Vertreter zur Erlösrealisierung und Erlösabgrenzung beurteilt sowie die Vollständigkeit und Angemessenheit der Angaben im Anhang. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten Systeme und Prozesse sowie die eingerichteten Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Umsatzerlöse zu gewährleisten.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Umsatzerlösen im Konzernabschluss der 11 88 0 Solutions AG sind in den Abschnitten "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", "Wesentliche Schätzungen und Ermessensentscheidungen" und in Abschnitt "1. Umsatzerlöse" des Kapitels "Erläuterungen zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung" des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

die in Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung und Bericht zur Corporate Governance" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB

den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks, und den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach § 315b Abs. 3 HGB.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderung

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 12. Juni 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. September 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019 als Konzernabschlussprüfer der 11 88 0 Solutions AG, Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Lutz Granderath.

 

Essen, den 23. März 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lutz Granderath, Wirtschaftsprüfer

ppa. Thomas Brunke, Wirtschaftsprüfer

Unternehmensinformationen

Sitz der Gesellschaft

11 88 0 Solutions AG

Hohenzollernstraße 24

45128 Essen

Deutschland

Tel.: +49 (0)201 8099-188

Fax: +49 (0)201 8099-999

Rechtsform: Aktiengesellschaft

Registergericht: Amtsgericht Essen HRB 114518

USt-ID-Nr.: DE 182 755 407

Steuernummer: 5112/5965/1276

11 88 0 im Internet

Weitere Informationen über die 11 88 0 Internet Services AG und 11 88 0 Solutions AG finden Sie im Internet unter: www.11880.com

Informationen zu den einzelnen Marken bzw. Tochtergesellschaften der 11 88 0 Gruppe finden Sie unter: www.11880.com

PDF Versionen unserer Geschäfts- und Quartalsberichte, Investoren-Präsentationen sowie allgemeine Informationen für Investoren sind in deutscher und englischer Version auf unserer Website unter der Rubrik Investor Relations / Berichte & Publikationen abrufbar.

Die vierteljährlichen Telefonkonferenzen stehen jeweils am Tag der Veröffentlichung der Finanzberichte als Webcast zur Verfügung.

Wenn Sie Unterlagen für Investoren oder andere Informationen benötigen, setzen Sie sich bitte mit unserer Investor Relations Abteilung in Verbindung.

Tel.: +49 (0)201 8099-188

Fax: +49 (0)201 8099-999

E-Mail: Investor.Relations@11880.com

Wirtschaftsprüfer

PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten der 11 88 0 Solutions AG bezüglich einer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweisen. Es ist seitens der 11 88 0 Solutions AG weder beabsichtigt, noch übernimmt die 11 88 0 Solutions AG eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen.

Beteiligungsstruktur 11 88 0 Solutions-Gruppe

11 88 0 Solutions AG

ESSEN, DEUTSCHLAND

11 88 0 Internet

Services AG

ESSEN, DEUTSCHLAND

100 %

WerWieWas GmbH

ESSEN, DEUTSCHLAND

100 %

Finanzkalender 2020

26. März 2020

Veröffentlichung der Bilanz des Geschäftsjahres 2019

7. Mai 2020

Veröffentlichung der ersten Quartalsergebnisse 2020

18. Juni 2020

Ordentliche Hauptversammlung 2020

6. August 2020

Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse 2020

5. November 2020

Veröffentlichung der Neun-Monats-Ergebnisse 2020

Impressum

Kontakt

Investor Relations

Telefon: +49 (0)201 8099-188,

E-Mail: investor.relations@11880.com

Impressum

Verantwortlich 11 88 0 Solutions AG,

Hohenzollernstraße 24, 45128 Essen

www.11880.com

Idee, Satz und Realisation

Fabian Schüller

11 88 0 Internet Services AG,

Hohenzollernstraße 24, 45128 Essen

11 88 0 Solutions AG • Hohenzollernstraße 24 • 45128 Essen

www.11880.com