![]() Heidelberg Pharma AGLadenburgHalbjahresfinanzbericht 2020 Heidelberg
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ― |
HDP-101: Präklinisches Entwicklungsprogramm nahezu abgeschlossen, Vorbereitung IND-Antrag kann im Q3 beginnen, neu geschaffene Position des Senior Medical Officer für die klinische Entwicklung erfolgreich besetzt |
| ― |
Lizenzpartner Magenta benennt mit MGTA-117 den ersten ATAC-Kandidaten für die klinische Entwicklung und präsentiert ermutigende Daten |
| ― |
Wichtige Patente für ATAC-Technologie zur Patientenstratifizierung in den USA und als Tumortherapie in Europa erhalten |
| ― |
Heidelberg Pharma AG erlöst 14,4 Mio. € über eine Kapitalmaßnahme |
| ― |
Finanzzahlen im Rahmen der Planung, Fortschritt beim präklinischen Entwicklungsprogramm bedingt Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten |
| H1 20201 | H1 20191 | |
| T€ | T€ | |
| Ergebnis | ||
| Umsatzerlöse | 3.120 | 3.752 |
| Sonstige Erträge | 637 | 351 |
| Betriebliche Aufwendungen | (13.173) | (8.432) |
| davon Forschungs- und Entwicklungskosten | (8.703) | (4.977) |
| Betriebsergebnis | (9.417) | (4.329) |
| Ergebnis vor Steuern | (9.423) | (4.329) |
| Periodenergebnis | (9.423) | (4.329) |
| Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) | (0,33) | (0,15) |
| Bilanz zum Periodenende | ||
| Bilanzsumme | 29.075 | 26.968 |
| Liquide Mittel | 15.129 | 13.109 |
| Eigenkapital | 21.530 | 21.578 |
| Eigenkapitalquote 2 in % | 74,1 | 80,0 |
| Kapitalflussrechnung | ||
| Operativer Cash Flow | (8.298) | (5.740) |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | (733) | (587) |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | 14.289 | 0 |
| Mitarbeiter (Anzahl) | ||
| Mitarbeiter zum Periodenende (Kopfzahl) 3 | 78 | 66 |
| Mitarbeiter am Ende der Berichtsperiode (Vollzeitäquivalente) 3 | 73 | 60 |
1
Der Berichtszeitraum beginnt am 1. Dezember und endet am 31. Mai.
2
Eigenkapital/Bilanzsumme
3
Inklusive Mitglieder des Vorstands
Durch die Rundung der exakten Zahlen können sich in allen Tabellen dieses Berichts
Differenzen ergeben.
ungewöhnliche und herausfordernde Wochen liegen hinter uns. Die COVID-19-Krise hat
wohl jeden von uns in irgendeiner Weise betroffen. Bei Heidelberg Pharma sind wir
in der glücklichen Lage, dass unsere täglichen Geschäftsabläufe nur geringfügig beeinträchtigt
wurden. Wir nehmen die Verantwortung für die Sicherheit unserer Mitarbeiter sehr ernst
und haben deshalb, wo möglich, die Tätigkeit ins Homeoffice verlagert bzw. die vor
Ort notwendigen Mitarbeiter wurden in einem rollierenden System eingesetzt, um alle
Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Im Bereich unserer Lieferketten und Forschungs-
und Entwicklungstätigkeiten kam es zu wenig Beeinträchtigungen oder Verzögerungen.
Der Austausch mit der wissenschaftlichen Community sowie mit potenziellen Investoren
erschwerte sich durch den weltweiten Lockdown. Durch die Absage oder Verschiebung
vieler Konferenzen und Kongresse wurden die Möglichkeiten von informellen und zwanglosen
Treffen deutlich verringert. Wir konnten viele Besprechungen virtuell durchführen,
jedoch können diese den persönlichen Kontakt und Austausch mit unseren Partnern, Wissenschaftlern
und Investoren nicht vollständig ersetzen.
Bei unseren Kooperationspartnern mit frühen Projekten gab es zum Teil Verzögerungen
aufgrund verringerter Kapazitäten und vorübergehender Laborschließungen, die mittlerweile
aufgehoben sind. Telix Pharmaceuticals stoppte aufgrund der Pandemie im März 2020
die Patientenrekrutierung für die pivotale Phase III-ZIRCON-Studie, hat diese aber
inzwischen wieder aufgenommen.
Trotz der erschwerten Situation entwickelten sich unsere eigenen Projekte im ersten
Geschäftshalbjahr 2020 planmäßig. Die abschließende GLP-Toxizitätsstudie für unseren
Entwicklungskandidaten HDP-101 wurde begonnen und steht jetzt kurz vor ihrem Abschluss.
Parallel arbeitete das klinische Entwicklungsteam am Protokoll der Phase I-Studie
für HDP-101 und den regulatorischen Anforderungen. In diesem Zusammenhang freue ich
mich, dass Dr. Andras Strassz als Senior Medical Officer die Arbeiten in unserem klinischen
Team seit April tatkräftig vorantreibt. Er ist Mediziner und hat 15 Jahre Berufserfahrung
in der klinischen Entwicklung und in der Onkologie, die er bei Affimed, Sandoz, Polyphor,
Amgen und Janssen erworben hat. Sobald das finale Datenpaket aus dem Toxikologieprogramm
vorliegt, werden wir den Beginn der klinischen Studie zunächst mit der FDA abstimmen.
Wir sind zuversichtlich, dass wir den Studienantrag im Laufe des zweiten Halbjahres
einreichen können.
Die Kooperation mit unserem Partner Magenta entwickelt sich weiterhin sehr zufriedenstellend.
Magenta nominierte Anfang des Jahres das ATAC MGTA-117 als klinischen Kandidaten für
die zielgerichtete Vorbereitung (Konditionierung) von Patienten auf Stammzellentransplantationen
oder Gentherapie und präsentierte präklinische Daten, die eine sehr gute Verträglichkeit
und Wirksamkeit und damit ein breites therapeutisches Fenster für MGTA-117 zeigen.
Ein wichtiger Meilenstein im letzten Quartal war die erfolgreiche Durchführung einer
Kapitalmaßnahme im April. Auf Basis der im ersten Quartal erhaltenen Finanzierungszusage
unserer Hauptaktionärin dievini und mit Unterstützung einiger neu gewonnener Aktionäre
konnten wir 14,4 Mio. € erlösen, die wir für unser ATAC-Entwicklungsprogramm, insbesondere
unseren proprietären ATAC-Kandidaten HDP-101, verwenden werden.
Am 22. Juli 2020 wird unsere ordentliche Hauptversammlung 2020 stattfinden. Aufgrund
der besonderen Umstände durch COVID-19 und der neuen gesetzlichen Möglichkeiten wird
sie im virtuellen Format durchgeführt. Auch wenn die persönliche Begegnung dieses
Jahr nicht möglich ist, freuen wir uns darauf, Sie virtuell bei unserer Hauptversammlung
zu begrüßen. Als Aktionär haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen vorab über den passwortgeschützten
Internetservice zu stellen. Diese werden im Rahmen der Veranstaltung verlesen und
beantwortet. Wir danken allen Aktionären für das in uns gesetzte Vertrauen und hoffen,
dass es im kommenden Jahr wieder möglich sein wird, Sie persönlich zu begrüßen.
Ladenburg, den 9. Juli 2020
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Jan Schmidt-Brand
Sprecher des Vorstands und Vorstand für Finanzen
Die Heidelberg Pharma AG ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das auf Onkologie
spezialisiert ist. Es ist das nach eigenem Kenntnisstand erste Unternehmen, das den
Wirkstoff Amanitin für die Verwendung bei Krebstherapien einsetzt und entwickelt.
Dafür verwendet das Unternehmen seine innovative ATAC-Technologie (Antibody Targeted
Amanitin Conjugates; Antikörper-Amanitin-Konjugate) und nutzt den biologischen Wirkmechanismus
des Toxins als neues therapeutisches Prinzip. Diese proprietäre Technologieplattform
wird für die Entwicklung eigener therapeutischer Antikörper-Wirkstoff-Konjugate sowie
im Rahmen von Kooperationen mit externen Partnern eingesetzt, um eine Vielzahl von
ATAC-Kandidaten zu erzeugen. Der am weitesten fortgeschrittene eigene Produktkandidat
HDP-101 ist ein BCMA-ATAC für die Indikation Multiples Myelom und andere hämatologische
Erkrankungen.
Die Heidelberg Pharma AG hat im April eine Kapitalmaßnahme durchgeführt. Es wurden
2.820.961 neue Aktien aus genehmigtem Kapital ausgegeben, was knapp 10% des damaligen
Grundkapitals entsprach. Davon wurden 2.679.961 Aktien bei der Hauptaktionärin dievini
Hopp Biotech holding GmbH & Co. KG, Walldorf, (dievini) sowie 141.000 Aktien bei institutionellen
Investoren zu einem Preis von 5,10 € pro Aktie platziert. Durch diese Maßnahme hat
sich das Grundkapital auf 31.030.572 Aktien erhöht.
Der Bruttoemissionserlös in Höhe von rund 14,4 Mio. € soll die Weiterentwicklung
und Vermarktung der ATAC-Technologie, insbesondere die klinischen Entwicklungsarbeiten
des proprietären ATAC-Kandidaten HDP-101, bis Mitte 2021 sicherstellen.
Heidelberg Pharmas Partner, die University of Texas, MD Anderson Cancer Center, Houston,
TX, USA, (MD Anderson) erhielt vom US-Patentamt ein wichtiges Patent für die Diagnose
und Behandlung ausgewählter Patientengruppen mit sogenannter TP53/RNA-Polymerase II-Deletion.
Die Anmeldung zum Patent mit dem Titel "Methods Of Treating Cancer Harbouring Hemizygous
Loss Of TP53" war von MD Anderson beim US-Patentamt eingereicht worden. Heidelberg
Pharma besitzt die exklusiven Lizenzrechte am Patent.
Das europäische Patentamt erteilte Heidelberg Pharma Ende März ein elementares Patent
für die proprietäre ATAC-Technologie zur Herstellung von Antikörper-Amanitin-Konjugaten.
Das Patent basiert auf einer Anmeldung aus 2009 mit dem Titel "Amatoxin armed therapeutic
cell surface binding components designed for tumor therapy", die von Prof. Dr. Heinz
Faulstich und Mitarbeitern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) eingereicht
und von Heidelberg Pharma im Dezember 2009 exklusiv einlizenziert wurde.
Heidelberg Pharma entwickelt eine Technologieplattform für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.
Der Kern der Technologie besteht darin, einen bislang nicht therapeutisch genutzten
biologischen Wirkmechanismus für die Krebsbehandlung zu erschließen und damit neue
Wege der Tumortherapie zu eröffnen.
Heidelberg Pharma nutzt das Toxin Amanitin, das zu einer Gruppe von natürlich vorkommenden
Giften, den Amatoxinen, gehört, welche unter anderem im Grünen Knollenblätterpilz
(Amanita phalloides) vorkommen. Amanitin löst über die Hemmung der RNA-Polymerase
II den natürlichen Zelltod (Apoptose) aus. Um diesen toxischen Wirkstoff für eine
Therapie einzusetzen, wird er chemisch an Antikörper gekoppelt. Die entstehenden Produkte
- sogenannte ATACs (Antibody Targeted Amanitin Conjugates) - sollen das gekoppelte
Toxin spezifisch in die Krebszelle transportieren. Nach Bindung an die Tumorzelle
wird das ATAC aufgenommen und im Zellinneren das Toxin freigesetzt. Das abgegebene
Toxin tötet die Tumorzelle, wobei gesundes Gewebe unbeeinträchtigt bleiben soll.
Die ATACs zeichnen sich durch eine verbesserte Wirksamkeit auch auf ruhende Tumorzellen
aus. Ruhende Tumorzellen können mit bisherigen Standardtherapeutika kaum erreicht
werden und tragen zu Tumorrezidiven und Resistenzbildung bei. Mit den ATACs sollen
auch Tumore behandelt werden, die aufgrund von Therapieresistenzen nicht mehr auf
eine Standard-Chemotherapie oder auf antitumorale Antikörper ansprechen. Die selektive
Behandlung von Tumoren mit Amanitin über spezifische Antikörper-Wirkstoff-Konjugate
könnte so eine deutlich wirksamere Tumorbehandlung mit vertretbaren Nebenwirkungen
ermöglichen.
Den Wissenschaftlern bei Heidelberg Pharma ist es erstmals gelungen, das Amanitin
zu synthetisieren, um nicht auf den natürlichen Wirkstoff zurückgreifen zu müssen
und eine stabile Qualität herzustellen.
Das Geschäftsmodell konzentriert sich einerseits auf eine Business-to-Business-Aktivität,
bei der die von Heidelberg Pharma entwickelte Wirkstoff-Linker-Technologie von Pharma-
und Biotechunternehmen lizenziert werden soll, um deren Antikörper therapeutisch wirksamer
gegen Tumorerkrankungen zu machen. In diesem Rahmen und eingebunden in Lizenzverträge
bietet Heidelberg Pharma den Kooperationspartnern neben den Lizenzrechten auch technologische
Unterstützung, sowohl bei der Herstellung und Aufreinigung der Konjugate, bei der
Herstellung und Lieferung des Wirkstoffs, als auch bei ausgewählten präklinischen
Untersuchungen an.
Es bestehen bereits einige Kooperationen mit namhaften Pharmapartnern. Dazu gehören
das US-Unternehmen Magenta Therapeutics, Cambridge, MA, USA, (Magenta) (NASDAQ: MGTA)
sowie das japanische Unternehmen Takeda Oncology, Cambridge, MA, USA, (Takeda).
Neben der Zusammenarbeit mit Partnern arbeitet Heidelberg Pharma an der Entwicklung
eigener ATAC-Kandidaten. Einlizenzierte Antikörper werden mit der Amanitin-Linker-Technologie
getestet und gegebenenfalls weiter erforscht und entwickelt. Der Aufbau einer eigenen
Pipeline gewinnt zunehmend an Bedeutung, um das Potenzial der Plattformtechnologie
mit überzeugenden, eigenen Daten für verschiedene Indikationen aufzuzeigen und ein
Wertsteigerungspotenzial innerhalb des Unternehmens zu entwickeln. Das am weitesten
fortgeschrittene Projekt ist HDP-101, ein BCMA-ATAC, aber auch mit dem PSMA-ATAC gegen
Prostatakrebs und weiteren ATACs gegen verschiedene hämatologische Tumore werden präklinische
Untersuchungen vorangetrieben.
BCMA (B-cell maturation antigen) ist ein Oberflächenprotein, das beim Multiplen Myelom
hoch exprimiert wird und an das der ausgewählte Antikörper spezifisch bindet. Auf
der Grundlage von Vorarbeiten und einer Lizenz des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare
Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) in Berlin für BCMA-spezifische Antikörper
hat Heidelberg Pharma daraus mehrere proprietäre ATAC-Moleküle hergestellt und getestet.
Diese Arbeiten führten zum Entwicklungskandidaten HDP-101, der sich aus einem BCMA-Antikörper,
einem Linker und dem Toxin Amanitin zusammensetzt.
In präklinischen Modellen des Multiplen Myeloms zeigte HDP-101 in sehr geringen Dosen
ausgezeichnete Antitumor-Aktivität bis hin zu einer kompletten Tumorremission sowie
sehr gute Verträglichkeit in Relation zu den wirksamen Dosen. Schließlich wurde erstmals
ex vivo die Wirksamkeit von HDP-101 an menschlichen Tumorzellen aus dem Multiplen
Myelom von Patienten gezeigt.
Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung des Knochenmarks und die zweithäufigste
hämatologische Krebserkrankung mit einem hohen Bedarf an neuen, wirksameren Therapien.
HDP-101 hat auch Potenzial für weitere hämatologische Indikationen.
Beim Produktionspartner Carbogen, der für die Amanitin-Linker-Herstellung sowie die
Konjugation des Endprodukts verantwortlich ist, wurden die Chargen des Entwicklungskandidaten
HDP-101 hergestellt, die vollständig auf einem synthetischen Amanitin-Derivat und
dem bereits zuvor von Celonic AG, Basel, Schweiz, (Celonic) hergestellten BCMA-Antikörper
beruhen.
Die Entwicklung von HDP-101 verlief in den letzten Monaten planmäßig. Die abschließende
GLP-Toxizitätsstudie hat begonnen und ist weit fortgeschritten. Das Studienprotokoll
der Phase I-Studie des klinischen Entwicklungsprogramms für HDP-101 sowie weitere
Arbeiten gemäß den regulatorischen Anforderungen sind in Vorbereitung. Klinische Zentren
in den USA und in Deutschland sind eingebunden. In den kommenden Wochen wird Heidelberg
Pharma die Voraussetzungen der klinischen Studie zunächst mit der FDA und im Nachgang
mit dem Paul-Ehrlich-Institut abstimmen.
PSMA-ATAC-Forschungsprojekt: PSMA wird spezifisch bei Prostatakrebs überexprimiert
und ist ein vielversprechendes Ziel-Antigen für die ATAC-Technologie. In Pilotstudien
hat Heidelberg Pharma mehrere monoklonale Antikörper, die spezifisch auf PSMA abzielen,
mit Amanitin gekoppelt und anschließend auf ihre antitumorale Wirksamkeit geprüft.
Nach Humanisierung und De-Immunisierung der ausgewählten Anti-PSMA-Antikörper wurden
daraus verschiedene ATACs hergestellt. Diese werden präklinisch weiter bezüglich Sicherheit,
Verträglichkeit und Wirksamkeit optimiert.
Mittlerweile wurde für das PSMA-Projekt als klinische Indikation das metastasierte
kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC), eine onkologische Erkrankung mit hohem
medizinischem Bedarf, ausgewählt. In den letzten Monaten wurden präklinische Studien
zur In-vitro- und In-vivo-Wirksamkeit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik durchgeführt.
Die Daten zeigen, dass das PSMA-ATAC ein vielversprechendes therapeutisches Fenster
aufweist. Bestätigend kommt hinzu, dass die Prävalenz einer 17p-Deletion, die nachfolgend
weiter ausgeführt wird, im mCRPC mit 63 % sehr hoch ist. Das Auftreten einer 17p-Deletion
wurde bereits präklinisch für Prostatakrebs validiert1. Da Tumorzellen mit einer 17p-Deletion besonders empfindlich gegen Amanitin sind,
bedeutet das wiederum, dass PSMA-ATACs besonders für die Tumortherapie des mCRPC geeignet
sein könnten.
Projekt prognostischer Biomarker p53/RNA-Polymerase II: Amanitin hat das Potenzial,
besonders gut auf Tumoren mit aggressiven Verlaufsformen im Zusammenhang mit einer
17p-Deletion zu wirken. Mit "17p" bezeichnet man einen Abschnitt des Chromosoms 17,
der u. a. das Tumorsuppressorgen TP53 als auch das Gen für die Hauptuntereinheit der
RNA-Polymerase II enthält. Häufig unterdrücken Tumoren TP53 in den Tumorzellen, um
die natürliche Abwehr der Zellen zu schwächen. Da damit regelmäßig auch die RNA-Polymerase
II unterdrückt wird, ist die so veränderte Tumorzelle besonders empfindlich gegen
Amanitin. Heidelberg Pharma arbeitet an der Entwicklung eines therapiebegleitenden
Diagnostikums ("Companion Diagnostic"), um eine TP53/Polymerase-ll-Deletion in Patienten
zu detektieren und zu quantifizieren. Die damit verbundene Möglichkeit der Identifikation
besonders geeigneter Patientengruppen könnte die klinische Entwicklung geeigneter
Therapien beschleunigen.
Im Rahmen dieses Biomarker-Projektes arbeitet Heidelberg Pharma mit dem MD Anderson
Cancer Center in Texas zusammen. Die Wissenschaftler des Instituts konnten nachweisen,
dass das Amanitin-Konjugat HDP-101 Tumorzellen aus Patienten mit Multiplem Myelom
mit einer 17p-Deletion besonders gut und effizient bekämpfen kann.2Die Verwendung des TP53 und POLR2A Genstatus als Biomarker für die ATAC-Sensitivität
könnte eine Stratifizierung der Patienten erlauben, die sehr wahrscheinlich von einer
ATAC-Therapie profitieren würden. Darüber hinaus könnte es für diese Patientenpopulation
eine mögliche, beschleunigte Marktzulassung geben, sofern die präklinischen Daten
in klinische Wirksamkeit übertragen werden können. Das entsprechende Patent wurde
2020 vom US-Patentamt erteilt.
1
https://www.nature.com/articles/s41467-018-06811-z
Der Partner Magenta hat im Januar 2020 MGTA-117 als seinen ersten klinischen ATAC-Kandidaten
für die zielgerichtete Vorbereitung (Konditionierung) von Patienten auf Stammzellentransplantationen
oder Gentherapie benannt. MGTA-117 ist ein ATAC, das aus einem CD117-Antikörper und
dem Wirkstoff Amanitin besteht, und das im Rahmen der Partnerschaft von Magenta auf
Grundlage der Lizenz von Heidelberg Pharma entwickelt wurde. Magenta präsentierte
präklinische Daten aus den Arbeiten mit Heidelberg Pharmas ATAC-Technologie auf verschiedenen
wissenschaftlichen Kongressen. Magenta wird weitere präklinische Studien durchführen
und MGTA-117 für den Start klinischer Studien 2021 vorbereiten. Magenta plant, 2021
erste klinische Daten von MGTA-117 zu zeigen.
Magenta hat im Mai und Juni 2020 die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit zwei US-Unternehmen,
Avrobio, Inc. und Beam Therapeutics, bekanntgegeben. Beide Unternehmen werden im Rahmen
der Zusammenarbeit MGTA-117 im Bereich der Konditionierung für die zelltherapeutische
Behandlung bei genetischen Erkrankungen testen - mit Beam Therapeutics im Bereich
der Sichelzellanämie und Beta-Thalassämie und mit AVROBIO bei anderen genetischen
Erkrankungen. Diese Erweiterung des therapeutischen Anwendungsgebietes ist ein wichtiger
Beitrag für die klinische Validierung der ATAC-Technologie bei genetischen Erkrankungen.
Heidelberg Pharma verfügt außerdem über die fachliche Expertise und die notwendige
Infrastruktur für In-vivo-Pharmakologie, Zellbiologie, Bioanalytik, Molekularbiologie
sowie Chemie und bietet Dienstleistungen zur präklinischen Forschung im Bereich von
Krebs-, Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen an.
2
https://ash.confex.com/ash/2018/webprogram/Paper118412.html
Das kundenspezifische präklinische Servicegeschäft wird mit Bestandskunden weitergeführt,
hat aber im Vergleich zur ATAC-Technologie deutlich geringere strategische Bedeutung.
Upamostat ist ein potenter, "first-in-class", oral verabreichbarer uPA/Serinproteasen-Inhibitor,
der gegen Krebs, entzündliche Lungenerkrankungen und Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt
werden soll. Damit sollen das Tumorwachstum und die Metastasierung vermieden werden.
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass der Mechanismus der Serinproteasen
auch eine Rolle bei COVID-19-Erkrankungen spielt.
Es bestehen Lizenzverträge für die Entwicklung und Kommerzialisierung von Upamostat
mit den Unternehmen Link Health Co., Guangzhou, China, (Link Health) für die Region
China, Hongkong, Taiwan und Macau sowie RedHill Biopharma Ltd., Tel Aviv, Israel,
(RedHill) (Nasdaq: RDHL) für den Rest der Welt. Alle weiteren Entwicklungs- und Vermarktungsaktivitäten
für diesen Produktkandidaten erfolgen bei den Partnern.
RedHill hat in den vergangenen Jahren einige Patentanträge gestellt und Daten zu
potenziellen neuen therapeutischen Einsatzgebieten generiert.
Im März 2020 hat der Partner RedHill seine Pläne veröffentlicht, RHB-107 (Upamostat)
in Kombination mit einem anderen Entwicklungskandidaten, Opaganib, als dritten Arm
in einer Phase I/IIa-Studie bei fortgeschrittenem Gallengangskarzinom zu testen, vorbehaltlich
der Gespräche mit der FDA. Am 20. April 2020 informierte RedHill über eine Vereinbarung
mit dem National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), das zum National
Institutes of Health (NIH) gehört, dass RHB-107 zur Verfügung gestellt und in nicht-klinischen
Studien auf Aktivität gegen SARS-CoV-2, das Virus, das die Coronavirus-Krankheit (COVID-19)
verursacht, getestet werden soll.
Bei dem Diagnostikum handelt es sich um eine radioaktiv markierte Form des Antikörpers
Girentuximab, der an das tumorspezifische Antigen CAIX auf dem klarzelligen Nierenzellkarzinom
bindet. Unter dem Namen REDECTANE® wurde das Projekt bis zu einer ersten Phase III-Studie (REDECT) bei Heidelberg Pharma
AG entwickelt. Über eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) kann die Anreicherung
dieses Antikörpers im Tumorgewebe bildlich dargestellt werden. Damit könnte die Planung
der Behandlung von Nierentumorpatienten grundlegend verbessert und möglicherweise
unnötige Operationen vermieden werden. Darüber hinaus könnte das Diagnostikum grundsätzlich
auch für die Kontrolle des Therapieerfolgs und die Diagnose anderer Tumorarten geeignet
sein.
Es besteht ein exklusiver Lizenzvertrag zur weltweiten Entwicklung und Vermarktung
des radioaktiv markierten Antikörpers mit dem australischen Unternehmen Telix Pharmaceuticals
Limited, Melbourne, Australien, (Telix). Gegenstand des Lizenzvertrags ist auch die
Entwicklung eines therapeutischen Radio-Immun-Konjugats.
Telix hat im vergangenen Jahr einen modernisierten Produktionsprozess für die Herstellung
des Antikörpers Girentuximab entwickelt. Aufgrund besserer Eigenschaften bei Herstellung
und Diagnostik hat sich Telix für eine radioaktive Beladung mit Zirkonium-89 statt
mit Iod-124 entschieden und 89Zr-DFO-girentuximab (TLX250-CDx) als Produktkandidaten definiert. Um die Vergleichbarkeit
mit der früheren REDECT Phase III-Studie zu gewährleisten, wurde die Studie ZIR-DOSE
durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen.
Telix führt seit August 2019 eine Phase III-Studie (ZIRCON) mit TLX250-CDx zur bildgebenden
Diagnostik von Nierenkrebs durch. Die Studie wird als globale multizentrische Phase
III-Studie an Standorten in Europa, Australien, Kanada und den USA durchgeführt und
ca. 250 Nierenkrebspatienten umfassen, die sich einer Nierenoperation unterziehen.
Die Studie soll die Sensitivität und Spezifität der TLX250-CDx-PET-Bildgebung zum
Nachweis des klarzelligen Nierenzellkarzinoms (ccRCC) im Vergleich zu histologischen
Referenzdaten aus chirurgischen Resektionsproben bestimmen. Aufgrund des COVID-19
Lockdowns musste die Patientenrekrutierung unterbrochen werden, konnte aber Mitte
Juni wieder in Europa fortgesetzt werden. Der Abschluss der Rekrutierung für die ZIRCON-Studie
wird für das vierte Quartal 2020 erwartet.
Darüber hinaus plant Telix auch die Weiterentwicklung eines therapeutischen Radio-Immun-Konjugates
(177Lu-DOTA-girentuximab, TLX250) auf Basis des mit Lutetium-177 markierten Antikörpers
Girentuximab. Aufgrund der COVID-19-Krise sollen die für das erste Halbjahr geplanten
Studienanträge in den USA im dritten Quartal 2020 eingereicht werden.
Weitere laufende Aktivitäten zur Unterstützung der Kommerzialisierung der TLX250-Produkte
umfassen die Anpassung der Girentuximab-Zelllinie an Zellkulturmedien ohne tierische
Rohstoffe (ADRM), was den regulatorischen Anforderungen der Zulassungsbehörden weltweit
entspricht.
Erläuterungen zum Marktumfeld für die Produkte und Produktkandidaten finden sich
im Geschäftsbericht 2019 auf den Seiten 19 bis 21. Ergänzend dazu sind im Bereich
Antibody Drug Conjugates (ADCs) seit Beginn des Jahres eine Reihe von klinischen und
regulatorischen Meilensteinen in der Krebstherapie erreicht worden.
Im April erhielt Immunomedics von der FDA die Zulassung für Sacitzumab Govitecan-hziy
(Trodelvy™) zur Behandlung von Patienten mit metastasierendem dreifach-negativem Brustkrebs,
die zuvor mindestens zwei andere Therapien erhalten hatten.3 Daneben erhielt Roches ADC Polivy™ (polatuzumab vedotinpiiq), das die ADC-Technologie von Seattle Genetics nutzt, die
Zulassung in der EU für die Behandlung von Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem
großzelligem B-Zell Lymphom (DLBCL).4 Seattle Genetics erhielt die europäische Zulassung für Brentuximab Vedotin (ADCETRIS®) in Kombination mit CHP Chemotherapie für die Behandlung von Erwachsenen, die ein
zuvor unbehandeltes systemisches anaplastisches Großzelllymphom haben.5 Außerdem hat Seattle Genetics eine Phase I-Studie mit dem ADC SGN-B6A in verschiedenen
soliden Tumoren begonnen.6 Das ADC Loncastuximab Tesirine (ADCT-402) von ADC Therapeutics hat positive Daten
in einer Phase II-Studie mit Patienten, die an rezidiviertem oder refraktärem großzelligem
B-Zell Lymphom erkrankt waren, veröffentlicht und plant die Einreichung des Zulassungsantrags
in den USA im dritten Quartal 2020.7 GlaxoSmithKline (GSK) konnte mit neuen Daten zu ihrem anti-BCMA ADC belantamab mafodotin,
für das Ende 2019 bei der FDA ein Zulassungsantrag eingereicht wurde8, weitere positive Ergebnisse aus Studien mit Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem
Multiplen Myelom zeigen.9 Des Weiteren hat ImmunoGen für das ADC mirvetuximab soravtansine in Kombination mit
Avastin® (bevacizumab) positive Ergebnisse bei der Behandlung von rezidivierten Ovarialkarzinomen
berichtet.10 11 RemeGen erhielt die Erlaubnis der FDA, eine Phase II-Studie in der
Indikation Urothelkarzinom mit RC48 (disitamab vedotin) durchzuführen.11
Seit Anfang des Jahres wurden auch einige wichtige Finanzierungen und neue Kooperationen
im ADC-Sektor vermeldet. Im Mai gelang ADC Therapeutics im zweiten Anlauf ein sehr
erfolgreicher Börsengang an der New Yorker Börse (NYSE) und der Erlös von 267 Mio.
USD.12Im Vorfeld hatte das Unternehmen bereits eine Wandelanleihe in Höhe von 115 Mio. USD
bei Deerfield platziert.13Ein zweites ADC Unternehmen, Mersana Therapeutics, schloss seinen Börsengang an der
Nasdaq mit Erlösen von 174,8 Mio. USD ab.14Für die Entwicklung ihrer immunstimulierenden ADCs erhielt Silverback Therapeutics
78,5 Mio. USD in einer Serie B-Finanzierungsrunde.15Ebenfalls für immunstimulierende ADCs erlöste NBE-Therapeutics in einer Serie C-Finanzierung
22 Mio. USD.16
Seattle Genetics sicherte sich die exklusiven Rechte an einer Antikörperfamilie von
Five Prime Therapeutics für die Entwicklung von ADCs.17Weiterhin gingen Trio Pharmaceuticals und Ajinomoto Bio-Pharma Services eine Kollaboration
zur Entwicklung neuartiger ADCs ein.18
In diesem Jahr wurden bisher keine großen Rückschläge bei der Entwicklung von ADCs
bekannt. Jedoch hat die SARS-CoV-2 Pandemie zur Verzögerung bei vielen klinischen
Studien in der Onkologie geführt.19 Es wird sich wahrscheinlich erst im zweiten Halbjahr 2020 zeigen, inwieweit Studien
mit ADCs hiervon direkt betroffen sind.
3
Immunomedics Pressemitteilung; 22. April 2020: https://www.immunomedics.com/our-company/news-and-events/
fda-grants-accelerated-approval-for-immunomedics-trodelvyin-previously-treated-metastatic-triple-negative-breast-cancer/
4
Roche Pressemitteilung; 21. Januar 2020: https://www.roche.com/media/releases/med-cor-2020-01-21.htm
5
Seattle Genetics Pressemitteilung; 14. Mai 2020: https://investor.seattlegenetics.com/press-releases/news-details/2020/
Seattle-Genetics-Announces-ADCETRIS-Brentuximab-Vedotin-Receives-European-Commission-Approval-for-Treatment-
of-Adult-Patients-with-Previously-Untreated-Systemic-Anaplastic-Large-Cell-Lymphoma/default.aspx
6
Seattle Genetics Pressemitteilung; 18. Juni 2020: https://investor.seattlegenetics.com/press-releases/news-details/2020/
Seattle-Genetics-Announces-Initiation-of-Phase-1-Clinical-Trials-for-Two-Novel-Antibody-Based-Drug-Candidates/
default.aspx
7
ADC Therapeutics Pressemitteilung; 9. Januar 2020: https://ir.adctherapeutics.com/press-releases/press-release-details/2020/ADC-Therapeutics-Announces-Positive-Results-from-Pivotal-Phase-2-Clinical-Trial-of-Single-Agent-Loncastuximab-Tesirine-ADCT-402-in-Patients-with-Relapsed-or-Refractory-Diffuse-Large-B-Cell-Lymphoma/default.aspx
8
GSK Pressemeldung; 16. Dezember 2019: https://www.gsk.com/en-gb/media/press-releases/pivotal-dreamm-2-study-demonstrated-a-clinically-meaningful-overallresponse-rate-with-belantamab-mafodotin-gsk2857916-for-patients-with-relapsedrefractory-multiple-myeloma/
9
GSK Pressemitteilung; 27. Mai 2020: https://www.gsk.com/en-gb/media/press-releases/dreamm-2-and-dreamm-6-data-at-asco-reinforce-the-potential-of-gsk-s-investigational-belantamab-mafodotin/
10
ImmunoGen Pressemitteilung; 29. Mai 2020: http://investor.immunogen.com/news-releases/news-release-details/
immunogen-presents-initial-data-asco-forward-ii-study-evaluating
11
RemeGen Pressemitteilung; 29. April 2020: https://remegen.com/remegen-announces-us-fda-clearance-of-ind-application-to-initiate-phase-ii-clinical-trial-in-urothelial-cancer/
12
ADC Therapeutics Pressemitteilung; 19. Mai 2020: https://ir.adctherapeutics.com/press-releases/press-release-details/2020/ADC-Therapeutics-Announces-Closing-of-Upsized-267-Million-Initial-Public-Offering-and-Receipt-of-the-65-Million-First-Tranche-under-Its-115-Million-Convertible-Credit-Facility-with-Deerfield/default.aspx
13
ADC Therapeutics Pressemitteilung; 1. Mai 2020: https://ir.adctherapeutics.com/press-releases/press-release-details/2020/ADC-Therapeutics-Announces-a-115-Million-Convertible-Credit-Facility-with-Deerfield/default.aspx
14
Mersana Therapeutics Pressemitteilung; 2. Juni 2020: https://ir.mersana.com/news-releases/news-release-details/
mersana-therapeutics-announces-closing-public-offering-common-0
15
Endpoints News; 13. März 2020: Silverback Therapeutics gets $78M boost to ,reconceptualize'
antibody-drug conjugates; https://endpts.com/silverback-therapeutics-gets-78m-boost-to-reconceptualize-antibody-drug-conjugates/
16
NBE Therapeutics Pressemitteilung; 10. Januar 2020: https://www.nbe-therapeutics.com/newsroom/news-press-releases/2020/basel-2020-01-10
17
Five Prime Therapeutics Pressemitteilung; 19. Februar 2020: http://investor.fiveprime.com/news-releases/news-release-details/five-prime-therapeutics-licenses-antibodies-seattle-genetics-use
18
Trio Pharmaceuticals Pressemitteilung; 30. April 2020: https://www.prnewswire.com/news-releases/trio-pharmaceuticals-inc-and-ajinomoto-bio-pharma-services-enter-into-a-development-collaboration-for-a-novel-antibody-therapeutic-301049693.html
19
Nature Reviews Drug Discovery 19, 376-377 (2020), Impact of COVID-19 on oncology
clinical trials; https://www.nature.com/ articles/d41573-020-00093-1
Der Heidelberg Pharma-Konzern, zum Bilanzstichtag bestehend aus der Heidelberg Pharma
AG und der Tochtergesellschaft Heidelberg Pharma Research GmbH, berichtet konsolidierte
Zahlen. Die im Folgenden bezeichnete Berichtsperiode bezieht sich auf den Zeitraum
vom 1. Dezember 2019 bis zum Bilanzstichtag 31. Mai 2020 (H1 2020). Die periodenbezogenen
Vergleichswerte referieren auf den Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis zum 31. Mai 2019
(H1 2019). Die stichtagsbezogenen Vergleichswerte referieren auf den 30. November
2019 oder auf den 31. Mai 2019.
Heidelberg Pharma unterhält keine Geschäftsbereiche, die sich in ihrem Risiko- und
Ertragsprofil wesentlich unterscheiden und die eine Segmentberichterstattung erfordern.
Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Bericht
nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht
genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.
Der Heidelberg Pharma-Konzern erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2020 Umsatzerlöse und Erträge in Höhe von 3,8 Mio. € und blieb damit hinter der Vorjahressumme
(4,1 Mio. €) zurück. Einzelne geplante Aufträge und Meilensteine bei den Partnern
haben sich ins zweite Halbjahr verschoben, wir gehen aber weiterhin davon aus, die
geplanten Umsätze in 2020 zu erreichen.
Umsätze in Höhe von 3,1 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €) setzten sich im Wesentlichen
aus den Kooperationsvereinbarungen für die ATAC-Technologie von Heidelberg Pharma
Research (2,7 Mio. €) sowie aus deren Servicegeschäft (0,2 Mio. €) zusammen. Die Muttergesellschaft
konnte 0,2 Mio. € Umsatz im Zuge der Auslizenzierung des Produktkandidaten TLX250-CDx
beisteuern.

Die sonstigen Erträge lagen mit 0,7 Mio. € oberhalb des Vorjahresniveaus (0,3 Mio.
€) und setzen sich aus der Auflösung nicht in Anspruch genommener abgegrenzter Verbindlichkeiten
(0,4 Mio. €), Fördermitteln aus dem Rahmenprogramm Horizon 2020 (0,1 Mio. €) und sonstigen
Sachverhalten (0,2 Mio. €) zusammen.
Die betrieblichen Aufwendungen, einschließlich der Abschreibungen, betrugen in der
Berichtsperiode 13,2 Mio. € und lagen damit über dem Wert des Vorjahres (8,4 Mio.
€).

Die Herstellungskosten betreffen die mit dem Umsatz unmittelbar verbundenen Kosten
des Konzerns. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen für die kundenspezifische
Auftragsforschung sowie für die Lieferung von Amanitin-Linker an die Lizenzpartner.
Sie beliefen sich auf 2,6 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €) und entsprachen 20 % der betrieblichen
Aufwendungen.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 8,7 Mio. € stiegen im Vergleich
zum Vorjahr (5,0 Mio. €) aufgrund der Ausweitung der kostenintensiven externen Good
Manufacturing Practice (GMP)-Produktion sowie der präklinischen und regulatorischen
Vorbereitungen für die klinische Studie mit HDP-101 plangemäß an. Diese Kategorie
stellte mit 66 % der betrieblichen Aufwendungen weiterhin den größten Kostenblock
dar.
Die Verwaltungskosten in Höhe von 1,7 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €), die u. a. die
Kosten für die Holdingaktivitäten und die Börsennotierung beinhalten, stiegen infolge
des ausgeweiteten Geschäftsbetriebs gegenüber dem Sechsmonatszeitraum 2019 an und
beziffern 13 % der betrieblichen Aufwendungen.
Die Sonstigen Aufwendungen für Aktivitäten im Bereich Geschäftsentwicklung, Vermarktung
und kommerzielle Marktversorgung, welche hauptsächlich Personal- und Reisekosten umfassen,
betrugen 0,2 Mio. €. Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahr (0,1 Mio. €) angestiegen
und entsprechen weiterhin 1 % der betrieblichen Aufwendungen.
Der Konzern wies im ersten Geschäftshalbjahr 2020 ein Finanzergebnis von -6 T€ aus.
Erträge sind aufgrund der Niedrigzinspolitik am Markt derzeit für die Heidelberg Pharma
nicht durchsetzbar. Der Zinsaufwand entstand für Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang
mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16.
In der Vergleichsperiode 2019 war infolge fehlender Zinserträge und -aufwendungen
ein neutrales Finanzergebnis auszuweisen.
Der Heidelberg Pharma-Konzern weitete den Periodenfehlbetrag in den ersten sechs
Monaten 2020 von 4,3 Mio. € im Vorjahr auf 9,4 Mio. € aus. Dies ist bei geringeren
Umsätzen insbesondere auf die gestiegenen Aufwendungen zurückzuführen. Das Ergebnis
je Aktie betrug -0,33 € und hat sich analog dazu gegenüber dem Vorjahr (-0,15 €) negativ
entwickelt.
Die Bilanzsumme zum 31. Mai 2020 betrug 29,1 Mio. € und lag damit oberhalb des Wertes
des Vergleichsstichtages 30. November 2019 (23,0 Mio. €).

Die langfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum Ende der Berichtsperiode auf 12,1
Mio. € und damit aufgrund von Investitionen ins Anlagevermögen und der Erstanwendung
von IFRS 16 oberhalb des Vorjahresniveaus (30. November 2019: 11,4 Mio. €). Darin
enthalten waren Sachanlagen (3,1 Mio. €; Vorjahr: 2,4 Mio. €), immaterielle Vermögenswerte
(2,8 Mio. €; Vorjahr: 2,8 Mio. €), sonstige langfristige Vermögenswerte (wie im Vorjahr
0,1 Mio. €) sowie der Geschäfts- oder Firmenwert der Heidelberg Pharma Research (ebenfalls
wie im Vorjahr 6,1 Mio. €).
Alle kurzfristigen Vermögenswerte betrugen 17,0 Mio. € (30. November 2019: 11,6 Mio.
€). Die Erhöhung ist auf die im zweiten Quartal durchgeführte Kapitalerhöhung und
dem damit einhergehenden Anstieg von liquiden Mitteln zurückzuführen, welche zum 31.
Mai 2020 15,1 Mio. € betrugen (30. November 2019: 9,9 Mio. €).
Das Eigenkapital betrug zum Ende der Berichtsperiode 21,5 Mio. € (30. November 2019:
16,3 Mio. €) und korrespondierte mit einer Eigenkapitalquote von 74,1 % (30. November
2019: 70,9 %). Nähere Informationen zur Entwicklung des Eigenkapitals finden sich
in den Anhangangaben dieses Berichts.

Zum Ende der Berichtsperiode waren wie zum Bilanzstichtag 2019 langfristige Verbindlichkeiten
in Höhe von 0,2 Mio. € zu verzeichnen. Diese bestehen aus Vertrags- und seit 2020
infolge der Erstanwendung von IFRS 16 ebenfalls zu bilanzierende Leasingverbindlichkeiten
jeweils in Höhe von 0,1 Mio. €.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich zum Ende der Berichtsperiode auf
7,4 Mio. € (30. November 2019: 6,5 Mio. €).
Während sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (1,8 Mio. €) gegenüber
dem Wert am 30. November 2019 (1,0 Mio. €) dabei deutlich erhöhten, blieben die sonstigen
kurzfristigen Verbindlichkeiten (Verpflichtungen für Urlaubsrückstände, Sozialabgaben
und sonstige Steuern, abgegrenzte Erträge und Verbindlichkeiten) dagegen mit 3,6 Mio.
€ (Vorjahr: 3,5 Mio. €) ähnlich wie die Vertragsverbindlichkeiten mit 1,8 Mio. € (Vorjahr:
1,9 Mio. €) nahezu stabil. Erstmals waren infolge des IFRS 16 auch kurzfristige Leasingverbindlichkeiten
in Höhe von 0,1 Mio. € auszuweisen.
Der Nettomittelabfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit war in den sechs
Monaten des aktuellen Geschäftsjahres mit 8,3 Mio. € aufgrund ausgeweiteter F&E- bzw.
herstellungsrelevanter Aufwendungen umfangreicher als in der Vorjahresperiode (5,7
Mio. €).
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit, welcher insbesondere für den Laborausbau
verwendet wird, betrug 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €).
In den ersten sechs Monaten der zu vergleichenden Geschäftsjahre 2020 und 2019 ergab
sich lediglich aktuell eine Mittelveränderung aus der Finanzierungstätigkeit. Aufgrund
der im zweiten Quartal 2020 durchgeführten Kapitalerhöhung war unter Berücksichtigung
von Kapitalbeschaffungskosten sowie dem Tilgungsanteil von Leasingzahlungen im Zusammenhang
mit IFRS 16 insgesamt ein Zufluss von 14,3 Mio. € zu verzeichnen.
Mit Bewertung des Einflusses von Wechselkurseffekten auf die Zahlungsmittel in Höhe
von -11 T€ (Vorjahr: -5 T€) belief sich der Nettozufluss an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
somit auf 5,2 Mio. € (Vorjahr: 6,3 Mio. € Nettoabfluss).
Sofern der Kapitalerhöhungseffekt 2020 herausgerechnet wird, hatte Heidelberg Pharma
in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres somit einen durchschnittlichen Finanzmittelbedarf
von 1,5 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) pro Monat.
| H1 2020 | H1 2019 | |
| Cash Flow 1 | Mio. € | Mio. € |
| Zahlungsmittel zum 01.12.2019 bzw. 01.12.2018 | 9,9 | 19,4 |
| Nettomittelveränderung aus betrieblicher Geschäftstätigkeit | (8,3) | (5,7) |
| Nettomittelveränderung aus Investitionstätigkeit | (0,7) | (0,6) |
| Nettomittelveränderung aus Finanzierungstätigkeit | 14,3 | 0 |
| Einfluss von Wechselkurseffekten | (0,01) | (0,01) |
| Zahlungsmittel zum 31.05.2020 bzw. 31.05.2019 | 15,1 | 13,1 |
Am Ende der Berichtsperiode beschäftigte der Heidelberg Pharma-Konzern insgesamt
78 Mitarbeiter (73 Vollzeitäquivalente = FTE) inklusive Mitglieder des Vorstands (30.
November 2019: 75 Mitarbeiter/ 70 FTE; 31. Mai 2019: 66 Mitarbeiter/60 FTE).
Heidelberg Pharma hat für seine Mitarbeiter ein leistungsorientiertes Vergütungssystem
etabliert, das aus einem jährlichen Festgehalt und einem variablen Gehaltsbestandteil
besteht. Darüber hinaus ermöglichen die Aktienoptionsprogramme eine Beteiligung am
Unternehmenserfolg.
Nähere Informationen finden sich in den Anhangangaben im Abschnitt "C. Ausgabe und
Bewertung von Aktienoptionen".
Heidelberg Pharma unterliegt den typischen Risiken eines Biotechnologieunternehmens,
die aus der Entwicklung und Herstellung von potenziellen Arzneimittel- und Diagnostikakandidaten
für die Krebstherapie resultieren. Die Zeitspanne von der Entwicklung von Wirkstoffen
bis hin zur Zulassung erstreckt sich in der Regel über viele Jahre. Durch die Fokussierung
auf die ATAC-Technologie wurden die eigenen Aktivitäten in der Wertschöpfungskette
nach vorn verlagert und betreffen derzeit ausschließlich die präklinische Entwicklung.
Damit sind höhere Entwicklungsrisiken, aber auch geringere Kosten verbunden. Dabei
ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass Kooperationsverträge mit Entwicklungspartnern
auch in frühen Phasen in der Regel auch ohne Angabe von Gründen kündbar sind. Die
Gesellschaft kann sich bisher nicht aus Produktumsätzen oder Lizenzerlösen eigenständig
tragen und ist auf die Finanzierung durch Eigenkapitalgeber oder durch weitere Lizenznehmer
angewiesen. Die im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Heidelberg Pharma-Konzerns
vorhandenen Risiken und Chancen sind im Geschäftsbericht 2019 auf den Seiten 44 bis
54 ausführlich beschrieben und bestehen, wenn nicht anders erwähnt, unverändert fort.
Darüber hinaus bestehen aufgrund der weltweiten Pandemie Risiken z. B. in Bezug auf
Logistikketten, Einschränkungen bei Labor- und Herstellerkapazitäten, Zugangsbeschränkungen
von Studienzentren und Bearbeitungsengpässe bei den regulatorischen Behörden, insbesondere
wegen vorrangiger Bearbeitung von COVID-19-Studien. Momentan ist noch kein wesentlicher
Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Heidelberg Pharma zu spüren. Ein Andauern
der Krisensituation und niedrigere Kapazitäten könnten sich aber auch negativ auf
die geplanten Entwicklungsaktivitäten von Heidelberg Pharma auswirken.
Am 1. Juli 2020 gab der Partner Telix bekannt, dass er von der FDA eine Breakthrough
Therapy Designation (BT) für den Diagnostikumkandidaten TLX250-CDx (89Zr-Girentuximab) erhalten hat. Der BT-Status bietet eine Reihe bedeutender Vorteile
für Telix, darunter die Prüfung eines Fast-Track-Status, häufigere und intensivere
Interaktionen mit der FDA und die Möglichkeit, einen Zulassungsantrag (BLA) für TLX250-CDx
rollierend in getrennten Modulen einzureichen, was das Zulassungsverfahren beschleunigen
könnte. Die BT-Bezeichnung erfordert vorläufige klinische Nachweise, die belegen,
dass das Produkt in mindestens einem signifikanten Endpunkt gegenüber der Standarddiagnostik
eine wesentliche Verbesserung aufweist.
Im Mittelpunkt der Strategie von Heidelberg Pharma steht die Entwicklung und Vermarktung
der proprietären ATAC-Technologie. Kernelemente sind dabei der Ausbau der eigenen
Projektpipeline, die Anbahnung von Forschungs-/Optionsverträgen und deren Erweiterung
auf langfristige Lizenzvereinbarungen sowie die Verbreiterung der Technologiebasis.
Der proprietäre ATAC-Kandidat HDP-101 soll erstmals in Patienten in der Indikation
Multiples Myelom getestet werden. Die Vorbereitungen für die Durchführung der klinischen
Studie sind gut vorangekommen. Die klinische Entwicklungsstrategie sieht vor, die
Anträge für die Phase I in den USA und in Deutschland einzureichen. Der Zeitplan für
HDP-101 sieht die Einreichung des Prüfungsantrags bei der FDA im zweiten Halbjahr
vor. Die Rekrutierung der Patienten soll dann entsprechend der Studiengenehmigung
und der Aktivierung der klinischen Zentren erfolgen.
Darüber hinaus soll aus dem ATAC-Portfolio von Heidelberg Pharma Research mindestens
ein weiterer Entwicklungskandidat als Folgeprojekt nominiert werden. Mit der Nominierung
wird die Forschungsphase weitgehend abgeschlossen und der konkrete Entwicklungskandidat
als Favorit aus verschiedenen Prototypen ausgewählt sein. Die Entwicklung des Biomarker-Programms
wird parallel zu den Arbeiten am Portfolio vorangetrieben.
Mit biopharmazeutischen Unternehmen werden Forschungs-/Options- und Lizenzverträge
über die Entwicklung und Kommerzialisierung von ATAC-Kandidaten abgeschlossen, um
das therapeutische Potenzial auf deren Antikörper zu testen und zu übertragen. Hierzu
stellt Heidelberg Pharma das Toxin Amanitin in GMP-Qualität und die Amanitin-Linker-Technologie
zur Verfügung. Die bestehenden Kooperationen mit den Partnern Magenta und Takeda werden
plangemäß fortgesetzt.
Im Rahmen der Weiterentwicklung der ATAC-Technologie werden mit akademischen Gruppen
und biotechnologischen Unternehmen, wie z. B. im Joint Venture Emergence Therapeutics
oder im Rahmen des MAGIC-BULLET::reloaded-Projektes der EU, neue Zielmoleküle bzw.
Antikörper und alternative Konjugationsverfahren erprobt.
Die klinischen Produktkandidaten außerhalb der ATAC-Technologie werden bei den Partnern
Telix, RedHill und Link Health weiterentwickelt. Im Falle einer Zulassung und Vermarktung
erhält Heidelberg Pharma Meilensteinzahlungen und attraktive Umsatzbeteiligungen.
Heidelberg Pharma ist kurz- bis mittelfristig noch nicht in der Lage, die eigene
F&E-Tätigkeit vollständig aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Stabile Umsätze aus
dem Servicegeschäft und steigende Zahlungen aus den Technologiekooperationen von Heidelberg
Pharma Research oder aus Lizenzverträgen sollen einen Beitrag zur Finanzierung der
eigenen Entwicklungsarbeiten leisten. Darüber hinaus ist es abhängig vom Entwicklungsplan
weiterhin notwendig, Finanzmittel für die Produktentwicklung über den Kapitalmarkt
zu beschaffen. Durch die im April 2020 durchgeführte Kapitalmaßnahme mit Erlösen von
14,4 Mio. € ist die Finanzierungsreichweite der Heidelberg Pharma auf Basis der aktuellen
Planung bis Mitte 2021 gesichert.
Die am 19. März 2020 abgegebene Prognose für das laufende Geschäftsjahr für den Heidelberg
Pharma-Konzern wird bestätigt. Die Erlöse werden sich hauptsächlich aus Umsätzen der
Heidelberg Pharma Research GmbH und zu einem geringeren Teil aus potenziellen Meilensteinzahlungen
an die Heidelberg Pharma AG zusammensetzen.
| Ist 2019 | Plan 2020 | |
| Finanzausblick | Mio. € | Mio. € |
| Umsatzerlöse und sonstige Erträge | 8,0 | 8,0 - 10,0 |
| Betriebliche Aufwendungen | 18,1 | 20,0 - 24,0 |
| Betriebsergebnis | (10,1) | (11,0) - (15,0) |
| Finanzmittelbedarf gesamt | 9,6 | 11,0 - 15,01 |
| Finanzmittelbedarf pro Monat | 0,8 | 0,9 - 1,31 |
1
Ohne Berücksichtigung etwaiger Kapitalmaßnahmen
| H12020 | H1 2019 | |
| € | € | |
| Umsatzerlöse | 3.119.552 | 3.751.813 |
| Sonstige Erträge | 636.570 | 351.036 |
| Erträge | 3.756.122 | 4.102.849 |
| Herstellungskosten | (2.631.047) | (1.970.896) |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | (8.702.543) | (4.976.773) |
| Verwaltungskosten | (1.650.735) | (1.409.868) |
| Sonstige Aufwendungen | (188.524) | (74.315) |
| Betriebliche Aufwendungen | (13.172.848) | (8.431.851) |
| Betriebsergebnis | (9.416.727) | (4.329.002) |
| Finanzierungserträge | 0 | 0 |
| Finanzierungsaufwendungen | (6.017) | 0 |
| Finanzergebnis | (6.017) | 0 |
| Ergebnis vor Steuern | (9.422.743) | (4.329.002) |
| Ertragsteuern | 0 | 0 |
| Periodenergebnis | (9.422.743) | (4.329.002) |
| Währungsergebnis aus der Konsolidierung | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 |
| Gesamtergebnis ("Comprehensive Income") | (9.422.743) | (4.329.002) |
| Ergebnis je Aktie | ||
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) | (0,33) | (0,15) |
| Durchschnittliche gewichtete Anzahl ausgegebener Aktien | 28.749.139 | 28.209.639 |
Durch die Rundung der exakten Zahlen können sich Differenzen ergeben.
| Q2 2020 | Q1 2020 | Q4 2019 | Q3 2019 | Q2 2019 | |
| Quartalsvergleichsrechnung | € | € | € | € | € |
| Umsatzerlöse | 1.621.419 | 1.498.132 | 445.388 | 2.427.875 | 2.681.201 |
| Sonstige Erträge | 369.086 | 267.484 | (60.249) | 210.193 | 105.571 |
| Betriebliche Aufwendungen | (6.840.120) | (6.332.729) | (2.976.759) | (3.952.693) | (4.031.935) |
| davon Herstellungskosten | (1.124.030) | (1.507.017) | (982.948) | (784.887) | (1.282.339) |
| davon Forschungs- und Entwicklungskosten |
(4.823.321) | (3.879.222) | (2.987.855) | (2.264.168) | (2.007.920) |
| davon Verwaltungskosten | (794.837) | (855.898) | 1.098.577 | (810.065) | (702.256) |
| davon sonstige Aufwendungen |
(97.931) | (90.592) | (104.532) | (93.574) | (39.419) |
| Betriebsergebnis | (4.849.614) | (4.567.113) | (2.591.620) | (1.314.625) | (1.245.163) |
| Finanzierungserträge | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Finanzierungsaufwendungen | (2.590) | (3.427) | (2.353.153) | 0 | 0 |
| Finanzergebnis | (2.590) | (3.427) | (2.353.153) | 0 | 0 |
| Ergebnis vor Steuern | (4.852.204) | (4.570.539) | (4.944.774) | (1.314.625) | (1.245.163) |
| Ertragsteuern | 0 | 0 | 5.006 | (5.006) | 0 |
| Periodenergebnis | (4.852.204) | (4.570.539) | (4.939.768) | (1.319.631) | (1.245.163) |
| Währungsergebnis aus der Konsolidierung |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtergebnis ("Comprehensive Income") |
(4.852.204) | (4.570.539) | (4.939.768) | (1.319.631) | (1.245.163) |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie |
(0,17) | (0,16) | (0,18) | (0,05) | (0,04) |
| Durchschnittliche gewichtete Anzahl in Berichtsperiode ausgegebener Aktien |
29.282.803 | 28.209.611 | 28.209.611 | 28.209.639 | 28.209.639 |
Durch die Rundung der exakten Zahlen können sich Differenzen ergeben.
| 31.05.2020 | 30.11.2019 | |
| Vermögenswerte | € | € |
| Sachanlagen und Nutzungsrechte | 3.150.726 | 2.426.848 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 2.782.803 | 2.800.732 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 6.111.166 | 6.111.166 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 12.599 | 12.599 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 44.900 | 44.900 |
| Langfristige Vermögenswerte | 12.102.193 | 11.396.244 |
| Vorräte | 583.290 | 237.702 |
| Geleistete Vorauszahlungen | 134.253 | 63.888 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 494.999 | 1.230.258 |
| Sonstige Forderungen | 631.285 | 178.682 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 15.129.043 | 9.883.592 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 16.972.871 | 11.594.122 |
| Summe Vermögenswerte | 29.075.064 | 22.990.366 |
| 31.05.2020 | 30.11.2019 | |
| Eigenkapital und Verbindlichkeiten | € | € |
| Gezeichnetes Kapital | 31.030.572 | 28.209.611 |
| Kapitalrücklage | 227.107.129 | 215.268.448 |
| Kumulierte Verluste | (236.607.382) | (227.184.639) |
| Eigenkapital | 21.530.319 | 16.293.420 |
| Leasingverbindlichkeiten (langfristig) | 138.679 | 0 |
| Vertragsverbindlichkeiten (langfristig) | 54.805 | 235.247 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 193.484 | 235.247 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.815.025 | 1.011.708 |
| Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig) | 95.667 | 0 |
| Vertragsverbindlichkeiten (kurzfristig) | 1.837.093 | 1.938.064 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 3.603.477 | 3.511.926 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 7.351.261 | 6.461.699 |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 29.075.064 | 22.990.366 |
Durch die Rundung der exakten Zahlen können sich Differenzen ergeben.
| Kapitalmaß- nahmen/Agio |
Aktien- optionen |
|||||
| Gezeichnetes Kapital |
Kapitalrücklage | Kumulierte Verluste |
Total | |||
| Aktien | € | € | € | € | € | |
| 210.440.763 | 4.202.495 | |||||
| Stand am 1. Dezember 2018 |
28.133.308 | 28.133.308 | 214.643.257 | (216.890.476) | 25.886.089 | |
| Auswirkung Erstanwendung IFRS 15 |
(146.028) | (146.028) | ||||
| Stand am 1. Dezember 2018 nach IFRS 15-Anpassung |
28.133.308 | 28.133.308 | 214.643.257 | (217.036.504) | 25.740.061 | |
| Bewertung Aktienoptionen |
166.659 | 166.659 | ||||
| Perioden- ergebnis |
(4.329.002) | (4.329.002) | ||||
| Ausübung der Pflichtwandel- anleihen |
22.322 | 22.322 | (22.322) | 0 | ||
| Netto- veränderung Eigenkapital |
(4.162.343) | |||||
| 210.418.441 | 4.369.154 | |||||
| Stand am 31. Mai 2019 |
28.155.630 | 28.155.630 | 214.787.595 | (221.365.506) | 21.577.719 | |
| 210.364.460 | 4.903.988 | |||||
| Stand am 1. Dezember 2019 |
28.209.611 | 28.209.611 | 215.268.448 | (227.184.639) | 16.293.420 | |
| Bewertung Aktienoptionen |
322.110 | 322.110 | ||||
| Perioden- ergebnis |
(9.422.743) | (9.422.743) | ||||
| Kapitalher- höhung unter Berück- sichtigung von Kapital- beschaffungs- kosten |
2.820.961 | 2.820.961 | 11.516.571 | 14.337.532 | ||
| Netto- veränderung Eigenkapital |
5.236.899 | |||||
| 221.881.031 | 5.226.098 | |||||
| Stand am 31. Mai 2020 |
31.030.572 | 31.030.572 | 227.107.129 | (236.607.382) | 21.530.319 | |
Durch die Rundung der exakten Zahlen können sich Differenzen ergeben.
| H1 2020 | H1 2019 | |
| € | € | |
| Periodenergebnis | (9.422.743) | (4.329.002) |
| Anpassungen für Posten der Gesamtergebnisrechnung | ||
| Aktienoptionen | 322.110 | 166.659 |
| Abschreibungen | 260.078 | 223.510 |
| Wechselkursauswirkungen | 11.317 | 5.209 |
| Finanzierungserträge | 0 | 0 |
| Finanzierungsaufwendungen | 6.017 | 0 |
| 599.522 | 395.377 | |
| Veränderungen der Bilanzposten | ||
| Vorräte | (345.588) | 137.502 |
| Geleistete Vorauszahlungen | (70.365) | (694.110) |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 735.258 | (1.027.409) |
| Sonstige Forderungen | (452.603) | (160.089) |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 0 | (166) |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 803.317 | 548.236 |
| Leasingverbindlichkeiten | 234.345 | 0 |
| Vertragsverbindlichkeiten | (281.413) | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | (90.639) | (610.106) |
| 532.311 | (1.806.141) | |
| Cash Flow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit | (8.290.910) | (5.739.766) |
| Gezahlte Finanzierungsaufwendungen | (7.467) | 0 |
| Nettomittelveränderung aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit | (8.298.377) | (5.739.766) |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | ||
| Erwerb von Sachanlagen | (728.340) | (535.168) |
| Erwerb immaterieller Vermögenswerte | (5.078) | (51.401) |
| Nettomittelveränderung aus der Investitionstätigkeit | (733.418) | (586.569) |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | ||
| Erlöse aus den Kapitalerhöhungen | 14.386.901 | 0 |
| Kapitalbeschaffungskosten der Kapitalerhöhungen | (49.369) | 0 |
| Tilgungsanteil von Leasingzahlungen | (48.969) | 0 |
| Nettomittelveränderung aus der Finanzierungstätigkeit | 14.288.563 | 0 |
| Wechselkurs- und sonstige Effekte auf die Zahlungsmittel | (11.317) | (5.209) |
| Nettoveränderung an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 5.245.451 | (6.331.544) |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | ||
| am Periodenanfang | 9.883.592 | 19.440.352 |
| zum Periodenende | 15.129.043 | 13.108.808 |
Durch die Rundung der exakten Zahlen können sich Differenzen ergeben.
Der Konzern-Zwischenabschluss umfasst neben der Muttergesellschaft Heidelberg Pharma
AG, Ladenburg, die Tochtergesellschaft Heidelberg Pharma Research GmbH, Ladenburg,
- zusammen der "Konzern".
In diesem Halbjahresfinanzbericht zum 31. Mai 2020 wird erstmals IFRS 16 ("Leasingverhältnisse")
angewendet. Der IFRS 16 ersetzt den IAS 17 sowie die Interpretationen IFRIC 4, SIC
15 und SIC 27. Zweck dessen ist ein einheitliches Leasingnehmerbilanzierungsmodell,
nach dem ein Leasingnehmer verpflichtet ist, für Leasingverträge mit einer Laufzeit
von mehr als zwölf Monaten ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit anzusetzen.
Heidelberg Pharma hat die neuen Vorschriften erstmals für das Geschäftsjahr beginnend
am 1. Dezember 2019 modifiziert retrospektiv angewendet. Insofern erfolgte keine Anpassung
des Vorjahres. Zudem wurden Regelungen der Vereinfachung in Anspruch genommen.
Aufgrund der Erstanwendung des IFRS 16 ergab sich (abseits der Darstellung der Gesamtergebnisrechnung,
der Bilanz und der Kapitalflussrechnung des Konzerns) kein wesentlicher Effekt auf
die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Konkret erhöhte sich die Bilanzsumme zum
Erstanwendungszeitpunkt durch die aktivierten Nutzungsrechte um 280 T€, die zu passivierende
Leasingverbindlichkeit betrug ebenfalls 280 T€ und entspricht im Wesentlichen den
abgezinsten Miet- und Leasingzahlungen. Zinsaufwendungen aus dem Ansatz von Leasingverbindlichkeiten,
die vormals als Aufwand ausgewiesen worden wären, verbesserten das Betriebsergebnis
im ersten Geschäftshalbjahr 2020 um 6 T€.
Darüber hinaus werden dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet
wie im Konzern-Jahresabschluss zum 30. November 2019.
Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie die wesentlichen Positionen dieses
Abschlusses sind im Zwischenlagebericht ausführlich erläutert. Es gibt weder saisonale
noch konjunkturelle Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit.
Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss zum ersten Geschäftshalbjahr 2020 wurde
in Übereinstimmung mit den von der Europäischen Union (EU) anerkannten und verabschiedeten
International Financial Reporting Standards (IFRS) und im Speziellen gemäß IAS 34
("Zwischenberichterstattung") des International Accounting Standards Board (IASB)
unter Beachtung der Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC)
und des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt.
Vom IASB verabschiedete und von der EU übernommene neue Standards werden ab dem Geschäftsjahr
angewendet, ab dem die Anwendung verpflichtend ist.
Dieser Konzern-Zwischenabschluss ist verkürzt, enthält nicht alle für einen Konzernabschluss
zum Geschäftsjahresende erforderlichen Informationen und Angaben und ist im Kontext
mit dem für das Geschäftsjahr 2019 veröffentlichten Konzernabschluss nach IFRS zum
30. November 2019 zu lesen. Er wurde keiner prüferischen Durchsicht durch den Abschlussprüfer
unterzogen. Gemäß unserer im Januar 2020 abgegebenen Entsprechenserklärung zum Deutschen
Corporate Governance Kodex wurden der Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht
für den Konzern dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats vor der Veröffentlichung zur
Verfügung gestellt. Dieser Zwischenbericht wurde am 9. Juli 2020 vom Vorstand der
Heidelberg Pharma AG zur Veröffentlichung freigegeben.
Durch die im ersten Geschäftshalbjahr erfolgte Kapitalerhöhung entstanden 2.820.961
neue Stückaktien, die das Grundkapital der Heidelberg Pharma AG von 28.209.611 € auf
31.030.572 €, eingeteilt in 31.030.572 auf den Inhaber lautende Stückaktien erhöhten.
Das Eigenkapital des Heidelberg Pharma-Konzerns betrug zum Ende der Berichtsperiode
21,5 Mio. € (30. November 2019: 16,3 Mio. €). Die Kapitalrücklage belief sich auf
227,1 Mio. € (30. November 2019: 215,3 Mio. €) und die kumulierten Verluste summierten
sich auf 236,6 Mio. € (30. November 2019: 227,2 Mio. €). Die Eigenkapitalquote des
Heidelberg Pharma-Konzerns betrug 74,1 % (30. November 2019: 70,9 %).
Analog zu der im Geschäftsbericht zum 30. November 2019 beschriebenen Vorgehensweise
wurde in der abgelaufenen Berichtsperiode die aus der Ausgabe von Optionen aus den
Aktienoptionsplänen 2005, 2011, 2017 und 2018 entstandene Verpflichtung seitens Heidelberg
Pharma gegenüber den Begünstigten gemäß IFRS 2 bilanziert. An jedem Bilanzstichtag
wird die Schätzung der Anzahl an Optionen, die erwartungsgemäß ausübbar werden, überprüft.
Die Auswirkungen ggf. zu berücksichtigender Änderungen ursprünglicher Schätzungen
werden in der Gesamtergebnisrechnung sowie durch eine entsprechende Anpassung im Eigenkapital
berücksichtigt.
Die Bewertung der Aktienoptionen zog in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2020 einen Personalaufwand von 322 T€ (Vorjahr: 167 T€) nach sich.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden bis zum Bilanzstichtag 31. Mai keine Optionen ausgegeben.
Es wurden keine Aktienoptionen ausgeübt, aber durch Ausscheiden von Mitarbeitern 2.266
Aktienoptionen zurückgegeben.
Heidelberg Pharma hat aus den Plänen 2005, 2011, 2017 und 2018 insgesamt 3.155.177
Bezugsrechte an Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder ausgegeben, wovon zum Ende der
Berichtsperiode 1.902.003 Optionen (687.750 für Vorstandsmitglieder bzw. ehemalige
Vorstandsmitglieder und 1.214.253 für Mitarbeiter bzw. ehemalige Mitarbeiter) ausstehend
sind.
Im ersten Geschäftshalbjahr 2020 sind 75.281 Optionen des Vorstands und 128.887 Optionen
der Mitarbeiter unverfallbar geworden.
In der Berichtsperiode wurden folgende meldepflichtige Transaktionen von Führungspersonen
der Heidelberg Pharma AG gemäß Artikel 19 Marktmissbrauchsverordnung (Directors' Dealings)
berichtet:
| Name | Datum | Transaktion | Handelsplatz | Preis € |
Volumen € |
| Prof. Dr. Andreas Pahl (Vorstand) | 06.12.2019 | Kauf | Tradegate Exchange |
2,15 | 10.750 |
Die Rechtsanwaltskanzlei Rittershaus hat in der Berichtsperiode Leistungen für Rechtsberatungen
in Höhe von ca. 6 T€ für den Heidelberg Pharma-Konzern erbracht. Rittershaus ist ein
nahestehendes Unternehmen der Gesellschaft, weil der Aufsichtsratsvorsitzende Prof.
Dr. Christof Hettich Partner in dieser Kanzlei ist.
Darüber hinaus gab es in der Berichtsperiode keine Geschäfte mit der Gesellschaft
nahestehenden Unternehmen und Personen.
Wesentliche Ereignisse nach Abschluss der Berichtsperiode werden im Nachtragsbericht
des Zwischenlageberichts erläutert. Aktuell liegen keine weiteren wesentlichen Ereignisse
vor.
"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
der Halbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Heidelberg Pharma-Konzerns vermittelt und
im Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses
und die Lage des Heidelberg Pharma-Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Heidelberg Pharma-Konzerns beschrieben
sind."
Ladenburg, den 9. Juli 2020
Der Vorstand der Heidelberg Pharma AG
| Dr. Jan Schmidt-Brand | Prof. Dr. Andreas Pahl |
| Sprecher des Vorstands und Vorstand für Finanzen | Vorstand für Forschung und Entwicklung |
Die Heidelberg Pharma-Aktie begann das Börsenjahr 2020 mit einem Kurs von 2,11 €
und blieb zunächst auf diesem Niveau. Während die internationalen Finanzmärkte aufgrund
der Corona-Pandemie in Turbulenzen gerieten, begann in der zweiten Märzhälfte ein
Höhenflug der Heidelberg Pharma-Aktie, die am 19. März 2020 ihr Mehrjahreshoch von
9,30 € erreichte. Dieser steile Kursanstieg wurde vermutlich ausgelöst durch eine
Pressemeldung des Partners RedHill, der ankündigte, den von Heidelberg Pharma einlizenzierten
Wirkstoff upamostat für den Einsatz gegen COVID-19 zu prüfen. Im Laufe des zweiten
Quartals kam der Kurs zurück und pendelte sich auf deutlich höherem Niveau als zu
Jahresbeginn über der 4-Euro-Marke ein.
Die Werte der großen Indices ergeben für das erste Halbjahr ein gemischtes Bild.
Während der DAXsub-sector Biotechnology Index mit 25 % und der NASDAQ Biotechnology
Index mit 13,5 % im Plus schlossen, beendeten der DAX und der TecDax das Halbjahr
mit 7,1 % bzw. 2,1 % im Minus. Die Heidelberg Pharma-Aktie schloss Ende Juni mit 200
% im Plus.

Das durchschnittliche Handelsvolumen in den ersten sechs Monaten 2020 entsprach 49.221
Aktien pro Tag, das entspricht dem Fünffachen des Vorjahreswertes von 9.095 Aktien.
Analog zum gestiegenen Aktienkurs und dem gestiegenen Handelsvolumen hat sich auch
die Marktkapitalisierung von Heidelberg Pharma im Vergleich zum Vorjahreswert von
78,84 Mio. € nahezu verdoppelt und betrug am 30. Juni 2020 130,95 Mio. €.
| Aktienkennzahlen zum Ende des ersten Kalenderhalbjahres |
01.01.- 30.06.2020 |
01.01.- 30.06.2019 |
| Anzahl der ausgegebenen Aktien | 31.030.572 | 28.155.630 |
| Marktkapitalisierung in Mio. € | 130,95 | 78,84 |
| Schlusskurs (XETRA) in € | 4,220 | 2,800 |
| Höchstkurs 1 in € | 9,300 | 3,990 |
| (19.03.2020) | (17.04.2019) | |
| Tiefstkurs 1 in € | 2,060 | 2,350 |
| (02.01.2020) | (02.01.2019) | |
| Volatilität (260 Tage 1) in % | 106,586 | 45,514 |
| Durchschnittliches tägliches Handelsvolumen 1 in Stück | 49.221 | 9.095 |
| Durchschnittliches tägliches Handelsvolumen 1 in € | 252.976,17 | 27.562,51 |
Quelle: Bloomberg
Das Börsenkürzel der Heidelberg Pharma AG wurde von WL6 in HPHA geändert und ist
seit 19. Juni 2020 gültig. Im zweiten Quartal hat die zur internationalen Bank Stifel
gehörende MainFirst nach dem Analystenresearch nun auch das Designated Sponsoring
für Heidelberg Pharma aufgenommen. Darüber hinaus wurde Ende Juni die Zusammenarbeit
mit Solebury Trout in New York zum Ausbau der IR-Aktivitäten in den USA vereinbart.
Ziel ist es, die Aktie und die Equity Story auf Basis des anstehenden klinischen Programms
nun stärker in den Fokus der internationalen Investoren zu bringen.
| Aktionärsstruktur der Heidelberg Pharma AG | |
| Dietmar Hopp, ihm nahestehende Personen und von ihnen kontrollierte Unternehmen 1 | 76,68 % |
| UCB | 3,65 % |
| Organe (unmittelbarer Besitz) | 0,72 % |
| Streubesitz | 18,95 % |
Die ordentliche Hauptversammlung der Heidelberg Pharma AG wird am 22. Juli 2020 aufgrund
des COVID-19-Gesetzes im virtuellen Format stattfinden. Alle Informationen finden
Sie unter https://www.heidelberg-pharma.com/de/presse-investoren/hauptversammlung
| Datum | Bericht / Veranstaltung |
| 22. Juli 2020 | Ordentliche virtuelle Hauptversammlung |
| 8. Oktober 2020 | Zwischenmitteilung für die ersten neun Monate 2020 |
| Heidelberg Pharma AG | |
| Dr. Jan Schmidt-Brand Sprecher des Vorstands und Vorstand für Finanzen Tel. + 49 62 03 10 09-0 E-Mail: jan.schmidt-brand@hdpharma.com |
Sylvia Wimmer Senior Manager Corporate Communications Tel. + 49 89 41 31 38-29 E-Mail: investors@hdpharma.com |
| IR/PR-Unterstützung | |
| MC Services AG Katja Arnold (CIRO) Managing Director & Partner Tel. + 49 89 21 02 28-40 E-Mail: katja.arnold@mc-services.eu |
| Herausgeber: | Heidelberg Pharma AG, Schriesheimer Straße 101, 68526 Ladenburg, www.heidelberg-pharma.com |
| Projektverantwortung: | Sylvia Wimmer, Heidelberg Pharma AG, und Katja Arnold, MC Services AG |
Dieser Halbjahresfinanzbericht ist auch in englischer Sprache erhältlich und wird
zum Download auf unserer Webseite www.heidelberg-pharma.com angeboten.
Redaktionsschluss: 9. Juli 2020