HeidelbergCement AGHeidelbergQuartalsmitteilung Januar bis September 20223. November 2022
Heidelberg Materials trotzt hohen Energiekostenscrollen
1) Bereinigt um Konsolidierungs- und
Wechselkurseffekte
"Das dritte Quartal war ein starkes Quartal von
Heidelberg Materials: Mit konzernweiten
Energiesparmaßnahmen, Kostendisziplin und
Preisanpassungen haben wir den weiter gestiegenen Energie-
und Rohstoffpreisen getrotzt und unser Ergebnis des
laufenden Geschäftsbetriebs auf dem Niveau des
Vorjahresquartals gehalten", so der Vorstandsvorsitzende
Dr. Dominik von Achten. "Das Umfeld bleibt herausfordernd.
Aufgrund der hohen weltweiten Inflation und der weiterhin
sehr volatilen Preisentwicklung im Energiesektor sehen wir
in den kommenden Monaten eine leichte Abschwächung der
Nachfrage, insbesondere im Wohnungsbau. Das dritte Quartal
hat aber gezeigt, dass wir hierfür gut gewappnet sind.
Im Bereich Nachhaltigkeit geben wir in unserer Industrie
die Richtung vor. Bereits 2024 werden wir als erstes
Unternehmen in unserer Branche CO
2-freien Zement und Beton anbieten. Im dritten
Quartal 2022 haben wir in Mitchell, USA, bereits unser
achtes CCUS-Großprojekt gestartet. Unsere
ambitionierten Klimaziele werden derzeit von der SBTi auf
Konformität zum 1,5 °C-Szenario validiert. Unsere
neue Unternehmensmarke Heidelberg Materials hilft uns,
diese Initiativen weltweit zu koordinieren und mit
großem Nachdruck voranzutreiben."
Absatzentwicklung in den ersten neun MonatenIn den ersten neun Monaten 2022 waren die Absatzmengen
in allen Geschäftsbereichen konsolidierungsbedingt und
aufgrund der Auswirkungen des russischen Angriffskriegs
gegen die Ukraine insbesondere auf die Wirtschaft in Europa
rückläufig.
Der konzernweite Zement- und Klinkerabsatz verringerte
sich um 6,0 % auf 90,0 (i.V.: 95,7) Mio t. Neben
konsolidierungsbedingten Rückgängen -insbesondere
in Nordamerika aufgrund des Verkaufs unserer
Aktivitäten in der Region West im Oktober 2021
-führte der konjunkturelle Abschwung in Europa zu
Absatzeinbußen. Ohne Berücksichtigung von
Konsolidierungseffekten nahm der Zement- und Klinkerabsatz
um 3,8 % ab.
Die Zuschlagstofflieferungen sanken gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um 3,4 % auf 223,5 (i.V.: 231,3) Mio t.
Auf vergleichbarer Basis nahmen die Lieferungen um 0,8 %
zu. Hierzu trug neben leichten Mengenzuwächsen in
Nordamerika sowie Nord- und Osteuropa-Zentralasien vor
allem die sich nach den Lockdowns in den beiden Vorjahren
erholende Nachfrage in Asien-Pazifik bei.
Der Transportbetonabsatz verringerte sich um 4,3 % auf
34,2 (i.V.: 35,7) Mio cbm. Ohne Berücksichtigung von
Konsolidierungseffekten lag der Absatz nahezu auf dem
Vorjahresniveau. Während die Absatzmengen in West- und
Südeuropa konjunkturbedingt leicht unter dem
Vorjahresniveau lagen, waren sie in Nordamerika im
Wesentlichen konsolidierungsbedingt rückläufig.
Mengenzuwächse verzeichneten hingegen die
Konzerngebiete Afrika-Östlicher Mittelmeerraum und
insbesondere Asien-Pazifik.
Die Asphaltlieferungen sanken konsolidierungsbedingt
stark um 24,3 % auf 6,2 (i.V.: 8,2) Mio t. Auf
vergleichbarer Basis nahmen die Lieferungen leicht um 0,5 %
zu.
Umsatz- und ErgebnisentwicklungDie Umsatzerlöse erhöhten sich im Vergleich
zum Vorjahr deutlich um 12,9 % auf 15.802 (i.V.: 13.996)
Mio €. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungs-
und Währungseffekten betrug der Anstieg 12,3 %. Vor
allem Preiserhöhungen in allen Konzerngebieten trugen
zum Umsatzwachstum bei. Veränderungen im
Konsolidierungskreis wirkten sich mit 622 Mio €
negativ und Wechselkurseffekte mit 624 Mio € positiv
auf den Umsatz aus.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor
Abschreibungen (RCOBD) sank um 178 Mio € bzw. 6,1 %
auf 2.718 (i.V.: 2.896) Mio €. Ohne
Berücksichtigung von Konsolidierungs- und
Währungseffekten sank das RCOBD um 237 Mio € und
lag damit um 7,8 % unter dem Vorjahresniveau.
Im dritten Quartal 2022 erhöhte sich der Umsatz
deutlich auf 5.852 Mio € (+15,7 % bzw. +13,7 % auf
vergleichbarer Basis). Das RCOBD stieg um 1,5 % auf 1.193
Mio € (-2,1 % auf vergleichbarer Basis). Die
RCOBD-Marge lag bei 20,4 % (Q3 2021: 23,2 %). Das RCO nahm
leicht um 0,6 % auf 874 Mio € zu (-1,9 % auf
vergleichbarer Basis).
Erneute Fortschritte auf dem Weg zum nachhaltigsten ProduktportfolioMit einem weiteren CCUS-Großprojekt in den USA hat
Heidelberg Materials sein Portfolio an CO
2-Abscheideinitiativen weiter ausgebaut. Im
Zementwerk der US-amerikanischen Tochtergesellschaft Lehigh
Hanson, Inc. in Mitchell, Indiana, sollen 95 % der CO
2-Emissionen aus der modernisierten
Produktionsanlage abgeschieden und in einem nahegelegenen
Onshore-Reservoir gespeichert werden.
Um den wachsenden Bedarf an nachhaltigen Baustoffen
bestmöglich bedienen zu können, hat Lehigh Hanson
im Oktober zudem das Recyclingunternehmen JEV Recycling,
Inc. im Großraum Seattle übernommen. Mit der
Akquisition von JEV wie auch der Inbetriebnahme einer neuen
Betonrecyclinganlage in Redmond, Washington, stärkt
Heidelberg Materials sein Portfolio an zirkulären
Materialien am wichtigen nordamerikanischen Markt.
Mit einer ständig wachsenden Zahl an CCUS-Projekten
und den ehrgeizigsten CO
2-Reduktionszielen der Branche wird Heidelberg
Materials auch weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen. Das
Unternehmen hat seine CO
2-Reduktionsziele für 2030 bei der Science
Based Targets initiative (SBTi) zur Validierung im Einklang
mit dem kürzlich veröffentlichten 1,5
°C-Szenario eingereicht.
Ausblick 2022 präzisiertDie Nachfrage nach Baustoffen schwächt sich unter
anderem inflationsbedingt sowie aufgrund weltweit
steigender Zinsen leicht ab. Die Energie- und
Rohstoffmärkte bleiben hochvolatil. Mit einem
weiterhin strikten Kostenmanagement und anhaltenden
Preisanpassungen steuert Heidelberg Materials dagegen.
Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen für das
Geschäftsjahr 2022 seinen Ausblick präzisiert.
Heidelberg Materials rechnet weiterhin mit einem starken
Anstieg des Umsatzes (bereinigt um Konsolidierungs- und
Wechselkurseffekte) im Vergleich zum Vorjahr und erwartet
nun ein Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs
zwischen 2,35 Mrd € und 2,55 Mrd € (Prognose
Geschäftsbericht 2021: leichte Zunahme, Prognose
Halbjahresfinanzbericht: leichter Rückgang).
Risiken und ChancenRisiken, die sich im Geschäftsjahr 2022 und auf
absehbare Zeit danach auf unsere Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage maßgeblich auswirken könnten,
sowie die Chancen sind im Geschäftsbericht 2021 im
Kapitel Risiko- und Chancenbericht auf der Seite 70 f.
dargestellt.
Die Preise auf den Rohstoff- und Energiemärkten
sind im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehr volatil
und auf hohem Niveau. Daher bestehen weiterhin
Unsicherheiten bezüglich der Energiekosten. In seiner
Prognose für die Weltwirtschaft vom Oktober rechnet
der Internationale Währungsfonds (IWF) weiterhin mit
einem Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung von 3,2 %
im laufenden Jahr und für 2023 nur noch mit 2,7 %. Das
Rezessionsrisiko ist in Europa aufgrund hoher Inflation,
steigender Zinssätze und der Energiekrise weiter
gestiegen und könnte sich negativ auf unsere
Geschäftsaktivitäten auswirken. Wir stufen dies
als ein allgemeines Risiko mit möglicher Auswirkung
auf den Konzern und gegebenenfalls raschem Eintritt ein.
In der ganzheitlichen Betrachtung von Einzelrisiken
sowie der Gesamtrisikoposition sind aus heutiger Sicht
keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.
Einen Überblick über unsere Absatz- und
Finanzzahlen der ersten neun Monate und des dritten
Quartals 2022 finden Sie in den Business Figures January to
September 2022 auf unserer Internetseite
www.heidelbergmaterials.com unter Investor Relations /
Berichte und Präsentationen.
Über Heidelberg MaterialsHeidelberg Materials ist einer der weltweit
größten integrierten Hersteller von Baustoffen
und -lösungen mit führenden Marktpositionen bei
Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton. Wir sind mit
mehr als 51.000 Beschäftigten an fast 3.000 Standorten
in über 50 Ländern vertreten. Im Mittelpunkt
unseres Handelns steht die Verantwortung für die
Umwelt. Als Vorreiter auf dem Weg zur CO
2-Neutralität und Kreislaufwirtschaft in
der Baustoffindustrie arbeiten wir an nachhaltigen
Baustoffen und Lösungen für die Zukunft. Unseren
Kunden erschließen wir neue Möglichkeiten durch
Digitalisierung.
Die Muttergesellschaft von Heidelberg Materials bleibt
unverändert die HeidelbergCement AG.
KontaktDirector Group Communication & Investor Relations
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