Heidelberg Materials AGHeidelbergQuartalsmitteilung Januar bis März 2024Absatz-, Umsatz- und ErgebnisentwicklungIm ersten Quartal waren die Absatzmengen in allen
Geschäftsbereichen rückläufig. Hierzu trugen
neben der weltweiten Konjunkturschwäche auch die
geringere Anzahl an Arbeitstagen und schlechte
Wetterbedingungen in Nordamerika bei.
Der Konzernumsatz nahm im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 %
auf 4.488 (i. V.: 4.896) Mio € ab. Ohne
Berücksichtigung von Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekten betrug der Rückgang 8,1 %
gegenüber dem sehr guten ersten Quartal 2023. Dies ist
insbesondere auf rückläufige Absatzzahlen in
allen Konzerngebieten zurückzuführen, die
teilweise durch Preisanpassungen ausgeglichen werden
konnten. Veränderungen im Konsolidierungskreis wirkten
sich mit 72 Mio € positiv und Wechselkurseffekte mit
89 Mio € negativ auf den Umsatz aus.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor
Abschreibungen (RCOBD) ging leicht um 14 Mio € bzw.
2,6 % auf 542 (i. V.: 557) Mio € zurück. Ohne
Berücksichtigung von Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekten nahm das RCOBD um 2,4 % ab. Die
RCOBD-Marge, das heißt das Verhältnis des
Ergebnisses des laufenden Geschäftsbetriebs vor
Abschreibungen zum Umsatz, stieg um 71 Basispunkte auf 12,1
% (i. V.: 11,4 %). Ursächlich für die verbesserte
RCOBD-Marge sind insbesondere geringere Energiekosten sowie
ein striktes Kostenmanagement.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO)
sank um 27 Mio € bzw. 10,4 % auf 232 (i. V.: 258) Mio
€. Ohne Berücksichtigung von
Konsolidierungskreis- und Wechselkurseffekten belief sich
der Rückgang auf 8,9 %.
Neues AktienrückkaufprogrammIm Oktober 2023 hat Heidelberg Materials sein 2021
gestartetes Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen und
insgesamt rund 16,3 Mio Aktien zu einem Gesamtpreis von
rund 1 Mrd € zurückgekauft. Alle im Rahmen dieses
Rückkaufprogramms erworbenen Aktien wurden unter
Herabsetzung des Grundkapitals eingezogen. Nach Einziehung
der rund 4,1 Mio eigenen Aktien aus der dritten und letzten
Tranche am 21. Februar 2024 beträgt das Grundkapital
der Heidelberg Materials AG 546.204.360 € und ist in
182.068.120 Stückaktien eingeteilt.
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am
16. Mai 2024 eine Dividende in Höhe von 3,00 € je
Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Steigerung um 15 %
im Vergleich zur Vorjahresdividende.
Um seine Aktionäre weiterhin über die
progressive Dividendenpolitik hinaus am Unternehmenserfolg
teilhaben zu lassen, hat Heidelberg Materials am 21.
Februar 2024 ein neues Aktienrückkaufprogramm mit
einem Gesamtvolumen von bis zu 1,2 Mrd €
angekündigt. Es ist vorgesehen, den
Aktienrückkauf in drei Tranchen durchzuführen und
bis spätestens Ende 2026 abzuschließen. Die
erste Tranche soll im zweiten Quartal 2024 nach der
Hauptversammlung starten.
Portfolio-OptimierungHeidelberg Materials hat im Januar 2024 sein
französisches Zementtransportgeschäft Tratel
S.a.s. an fünf regionale Transportspezialisten
verkauft. Heidelberg Materials France wird weiterhin die
Auftragsannahme, Befrachtung und Disposition
übernehmen und somit eine reibungslose Kundenbetreuung
gewährleisten. Die Veräußerung des
kapitalintensiven Transportgeschäfts in Frankreich
ermöglicht einen stärkeren Fokus auf die
wesentlichen Aktivitäten von Heidelberg Materials
France und ist Teil der laufenden Portfolio-Optimierung von
Heidelberg Materials, die sich auf das Kerngeschäft in
vielversprechenden Marktpositionen konzentriert.
Weiterhin hat Heidelberg Materials im Januar 2024
angekündigt, die Klinkerproduktion im Zementwerk
Hannover im zweiten Halbjahr 2024 einzustellen. Der
Standort Hannover wird als Mahlwerk weiterbetrieben.
Hintergrund für die Anpassung ist der deutliche
Absatzrückgang bei Zement aufgrund der
konjunkturbedingt schwachen Baunachfrage in Deutschland
sowie die verstärkte Ausrichtung des Zementportfolios
hin zu CO
2-reduzierten Produkten und die damit verbundene
Produktion von Zementen mit einem geringeren Klinkeranteil.
Heidelberg Materials stärkt damit gleichzeitig die
Auslastung in seinen benachbarten westfälischen
Zementwerken, die zukünftig den Zementklinker nach
Hannover liefern werden.
Darüber hinaus hat Heidelberg Materials im April
2024 auch für Frankreich eine Standortoptimierung im
Zementbereich angekündigt. Im Zuge seiner
ambitionierten Dekarbonisierungsstrategie plant Heidelberg
Materials France eine Umstrukturierung, die zu einer
Schließung der Werke in Beffes (Departement Cher) und
Villiers-au-Bouin (Departement Indre-et-Loire) im Oktober
2025 führen soll. Hintergrund auch hier ist die
verstärkte Ausrichtung des Zementportfolios auf CO
2-reduzierte Produkte und die damit verbundene
Produktion von Zementen mit einem geringeren Klinkeranteil,
die den starken Fokus des Unternehmens auf Investitionen in
die grüne Transformation unterstreicht. Gleichzeitig
verzeichnet das Unternehmen einen deutlichen
Absatzrückgang bei Zement aufgrund der
konjunkturbedingt schwachen Baunachfrage in Frankreich.
NachhaltigkeitsaktivitätenIm ersten Quartal 2024 hat Heidelberg Materials sein
Projektportfolio zur CO
2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS)
erneut ausgebaut und eine bedeutende Förderzusage in
den USA erhalten.
Im Zementwerk Airvault im Südwesten Frankreichs
will Heidelberg Materials ein weiteres CCUS-Projekt
realisieren. Das Projekt AirvaultGOCO
2 mit einer geplanten Abscheidekapazität
von ca. 1 Mio t CO
2 jährlich ist Teil der GOCO
2-Initiative zur Dekarbonisierung des Westens
von Frankreich und soll eine signifikante Verbesserung der
CO2-Bilanz von Heidelberg Materials in Frankreich
ermöglichen.
In Nordamerika wurde Heidelberg Materials im März
2024 für eine Förderung durch das
US-amerikanische Energieministerium in Höhe von bis zu
500 Mio US-Dollar ausgewählt, um CCUS im
großtechnischen Maßstab an seinem neuen
hochmodernen Zementwerk in Mitchell, Indiana,
voranzutreiben. Im Rahmen des geplanten CCUS-Projekts
sollen ab 2030 jährlich etwa 2 Mio t CO2 abgeschieden
und für die Speicherung oder Nutzung aufbereitet
werden.
Bei seinen CCUS-Projekten profitiert Heidelberg
Materials dabei stets auch von den wertvollen Erfahrungen
aus seinem Pionierprojekt in Brevik, Norwegen. Dort steht
Ende 2024 die mechanische Fertigstellung an. 2025 wird der
erste CCS-basierte Net-Zero-Zement an Kunden in Europa
ausgeliefert werden können, der unter der Marke
evoZero® bereits im November 2023 vorgestellt wurde.
Unter anderem hat sich das Nobel-Center-Projekt für
den Einsatz von evoZero beim Bau seines neuen Gebäudes
in Stockholm entschieden.
Ergänzend zu evoZero hat Heidelberg Materials im
Januar 2024 die Marke evoBuild® präsentiert, unter
der künftig die nachhaltigen Produkte des
Unternehmens, die entweder CO2-reduziert (Zement und
Beton), zirkulär (Beton) oder beides sind, vermarktet
werden.
Neben dem Fokus auf CO
2-Reduktion und Zirkularität nimmt
Heidelberg Materials zahlreiche weitere
Nachhaltigkeitsaspekte in den Blick. Dazu gehört auch
das wichtige Thema Biodiversität. Die langjährige
Partnerschaft mit BirdLife International, dem weltweit
größtem Netzwerk von Naturschutzorganisationen,
wurde im Februar 2024 um weitere drei Jahre verlängert
und damit die Weichen für eine andauernde
Zusammenarbeit gestellt.
Vorstandsmitglieder und -zuständigkeitenBereits im September 2023 hat Heidelberg Materials die
vom Aufsichtsrat getroffenen Entscheidungen zur
Zusammensetzung und Nachfolge im Vorstand bekannt gegeben.
Dies hat auch zu einem neuen Zuschnitt der Konzerngebiete
ab dem Geschäftsjahr 2024 geführt.
Vorstandsmitglied Ernest Jelito, bis Ende 2023
zuständig für das Konzerngebiet Nord- und
Osteuropa-Zentralasien und das Competence Center Cement,
trat Ende Dezember 2023 in den Ruhestand. Daraufhin wurde
der Großteil von Nord- und Osteuropa-Zentralasien mit
dem Konzerngebiet West- und Südeuropa zum
Konzerngebiet Europa zusammengefasst. Vorstandsmitglied Jon
Morrish, bisher zuständig für West- und
Südeuropa, übernahm im Januar 2024 die
Verantwortung für dieses neu geschaffene
Konzerngebiet.
Vorstandsmitglied Hakan Gurdal, der bereits für das
Konzerngebiet Afrika-Östlicher Mittelmeerraum
zuständig war, ist seit Januar 2024 zusätzlich
für die Länder Kasachstan und Russland
verantwortlich. Das Konzerngebiet heißt seither
Afrika-Mittelmeerraum-Westasien.
Seit Januar 2024 ist Roberto Callieri, zuvor General
Manager Italy, als neues Vorstandsmitglied verantwortlich
für Asien im Konzerngebiet Asien-Pazifik. Er folgte
auf Kevin Gluskie, dessen Bestellung zum Vorstandsmitglied
Ende Januar 2024 regulär endete. Finanzvorstand Rene
Aldach übernimmt in diesem Konzerngebiet seit Januar
2024 zusätzlich die Verantwortung für Australien.
Axel Conrads, zuvor President der Region Midwest in den
USA, übernahm im Februar 2024 die neu geschaffene
Vorstandsposition des Chief Technical Officer. Er ist
seither für die drei globalen technischen Competence
Center Cement (CCC), Aggregates & Asphalt (CCA) und
Readymix (CCR) verantwortlich.
Am 20. März 2024 hat der Aufsichtsrat die Ende
Januar 2025 auslaufende Bestellung des
Vorstandsvorsitzenden Dr. Dominik von Achten vorzeitig um
drei Jahre bis zum 31. Januar 2028 verlängert.
Ausblick 2024Wie im Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2023
veröffentlicht rechnet der Vorstand für das
Geschäftsjahr 2024 mit einem Ergebnis des laufenden
Geschäftsbetriebs (RCO) zwischen 3,0 und 3,3 Mrd
€.
Der ROIC wird bei rund 10 % erwartet.
Für die spezifischen Netto-CO
2-Emissionen pro Tonne zementartigem Material
rechnet der Vorstand mit einer weiteren leichten
Reduzierung im Vergleich zu 2023.
Wesentliche Finanzkennzahlenscrollen
Europascrollen
Nordamerikascrollen
1) Bereinigt um Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekte
In den angegebenen Zahlen sind Konzernfunktionen,
Überleitungen sowie Sonstige nicht enthalten, sodass
sie sich möglicherweise nicht genau zur ausgewiesenen
Gesamtsumme aufaddieren.
Asien-Pazifikscrollen
Afrika-Mittelmeerraum-Westasienscrollen
Konzernservicescrollen
1) Bereinigt um Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekte
In den angegebenen Zahlen sind Konzernfunktionen,
Überleitungen sowie Sonstige nicht enthalten, sodass
sie sich möglicherweise nicht genau zur ausgewiesenen
Gesamtsumme aufaddieren.
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