Heidelberg Materials AGHeidelbergHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 30.06.2024Halbjahresfinanzbericht Januar bis Juni 2024Wesentliche Finanzkennzahlenscrollen
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1) Bereinigt um Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekte.
In den angegebenen Zahlen sind Konzernfunktionen,
Überleitungen sowie Sonstige nicht enthalten, sodass
sie sich möglicherweise nicht genau zur ausgewiesenen
Gesamtsumme aufaddieren.
KonzernzwischenlageberichtGrundlagen des KonzernsVeränderungen im BerichtszeitraumVorstandsmitglieder und -zuständigkeitenSeit dem 1. Januar 2024 ist der Großteil des
Konzerngebiets Nord- und Osteuropa-Zentralasien mit West-
und Südeuropa zum Konzerngebiet Europa
zusammengefasst. Vorstandsmitglied Jon Morrish, bisher
zuständig für West- und Südeuropa, ist
seitdem für dieses neu geschaffene Konzerngebiet
verantwortlich.
Vorstandsmitglied Hakan Gurdal, der bereits für das
Konzerngebiet Afrika-Östlicher Mittelmeerraum
zuständig war, ist seit Januar 2024 zusätzlich
für die Länder Kasachstan und Russland
verantwortlich. Das Konzerngebiet heißt seither
Afrika-Mittelmeerraum-Westasien.
Seit Januar 2024 ist Roberto Callieri, zuvor General
Manager Italy, als neues Vorstandsmitglied verantwortlich
für Asien im Konzerngebiet Asien-Pazifik. Er folgte
auf Kevin Gluskie, dessen Bestellung zum Vorstandsmitglied
Ende Januar 2024 regulär endete. Finanzvorstand
René Aldach übernimmt in diesem Konzerngebiet
seit Januar 2024 zusätzlich die Verantwortung für
Australien.
Axel Conrads, zuvor President der Region Midwest in den
USA, übernahm im Februar 2024 die neu geschaffene
Vorstandsposition des Chief Technical Officer. Er ist
seither für die drei globalen technischen Competence
Center Cement (CCC), Aggregates & Asphalt (CCA) und
Readymix (CCR) verantwortlich.
Am 20. März 2024 hat der Aufsichtsrat die Ende
Januar 2025 auslaufende Bestellung des
Vorstandsvorsitzenden Dr. Dominik von Achten vorzeitig um
drei Jahre bis zum 31. Januar 2028 verlängert.
Weiterhin hat Heidelberg Materials im Juni bekannt
gegeben, dass der Aufsichtsrat Dr. Katharina Beumelburg mit
Wirkung zum 1. Oktober 2024 als neues Vorstandsmitglied und
Chief Sustainability & New Technologies Officer berufen
hat. Sie wird die Nachfolge von Dr. Nicola Kimm antreten,
die das Unternehmen nach Beendigung ihrer dreijährigen
Amtszeit zum 31. August 2024 verlässt. Dr. Katharina
Beumelburg kommt von SLB, dem weltweit größten
Unternehmen für Energietechnologie, wo sie seit Mai
2021 als Chief Strategy and Sustainability Officer Mitglied
des Vorstands ist.
AufsichtsratMit Ablauf der Hauptversammlung am 16. Mai 2024 endete
die Amtszeit des alten und begann die des von der
Hauptversammlung bzw. von der Belegschaft gewählten
neuen Aufsichtsrats. Nicht mehr im Aufsichtsrat vertreten
sind auf der Arbeitnehmerseite Frau Birgit Jochens und der
bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Herr
Heinz Schmitt. Ihnen folgten Frau Katja Karcher und Herr
Markus Oleynik nach. Als Anteilseignervertreter wurde Herr
Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG,
neu in den Aufsichtsrat gewählt. Er löste Frau
Univ.-Prof. Dr. Marion Weissenberger-Eibl ab, die für
eine Wiederwahl in den Aufsichtsrat nicht mehr zur
Verfügung stand. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist
unverändert Herr Dr. Bernd Scheifele. Zum
stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Herr
Werner Schraeder gewählt.
WirtschaftsberichtWirtschaftliches UmfeldDie Weltwirtschaft expandierte im bisherigen
Jahresverlauf in moderatem Tempo, wobei sich vor allem in
den Industriestaaten die zuvor ausgeprägten
Unterschiede in der konjunkturellen Dynamik verringert
haben. Während die kräftige Konjunktur in den USA
an Fahrt verloren hat, belebte sich die Wirtschaft in
Europa nach einer Phase der Stagnation spürbar.
Gleichzeitig ist die Produktion in den
Schwellenländern - und hier vor allem in China -
deutlich stärker als zuvor gestiegen. Der Welthandel
hat insgesamt wieder leicht zugenommen. Die
Arbeitsmärkte sind überraschend stark und der
Rückgang der Preise für Energie und Lebensmittel
hat den Inflationsdruck deutlich gemindert. Bei einer
allmählichen Lockerung der Geldpolitik ist die
Inflation weltweit jedoch zuletzt kaum gesunken, was vor
allem auf einen anhaltenden Anstieg der Preise für
Dienstleistungen zurückzuführen ist.
AbsatzentwicklungIm ersten Halbjahr 2024 waren die Absatzmengen trotz
einer leichten Erholung im zweiten Quartal in allen
Geschäftsbereichen rückläufig.
Die Zement- und Klinkerlieferungen des Konzerns lagen
bei unterschiedlicher Entwicklung in den einzelnen
Konzerngebieten insgesamt leicht unter dem Vorjahresniveau.
Während der Absatz im Konzerngebiet Europa
spürbar rückläufig war, verzeichneten
Nordamerika und Asien-Pazifik eine moderate bzw. leichte
Mengensteigerung. In Afrika-Mittelmeerraum-Westasien lagen
die Lieferungen auf dem Vorjahresniveau.
Die Zuschlagstofflieferungen gingen spürbar
zurück. Während die Absatzmengen in Europa nur
leicht unter dem Vorjahresniveau blieben, verzeichneten die
anderen Konzerngebiete deutliche Mengenrückgänge.
Die Transportbetonlieferungen nahmen ebenfalls in allen
Konzerngebieten teils deutlich ab, wobei die höchsten
Mengeneinbußen in Nordamerika zu verzeichnen waren.
Die Asphaltlieferungen verzeichneten einen moderaten
Rückgang. Während die Absatzmengen in Europa und
Asien-Pazifik nahezu stabil blieben, nahmen sie in
Nordamerika deutlich ab.
ErtragslageDer Konzernumsatz ist in den ersten sechs Monaten 2024
im Vergleich zum Vorjahr moderat um 4,6% auf 9.994 (i.V.:
10.473) Mio € gesunken. Vor allem die im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum in allen Konzerngebieten gesunkenen
Absatzmengen trugen zum Umsatzrückgang bei. Ohne
Berücksichtigung von Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekten betrug der Rückgang ebenfalls
4,6%. Konsolidierungskreisveränderungen wirkten sich
mit 150 Mio € positiv und Wechselkurseffekte mit 155
Mio € negativ auf den Umsatz aus. Der Umsatzanteil aus
nachhaltigen Produkten des Geschäftsbereichs Zement
belief sich auf 42,8 %.
Der Materialaufwand sank in der Berichtsperiode deutlich
um 8,9% auf 3.767 (i.V.: 4.134) Mio €. Diese Abnahme
resultierte unter anderem aus einem Rückgang der
Energiekosten. Ohne Berücksichtigung von
Konsolidierungskreis- und Wechselkurseffekten lag der
Materialaufwand ebenfalls um 8,9% unter dem
Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen
nahmen um 3,0 % auf 3.049 (i.V.: 3.143) Mio € ab. Ohne
Berücksichtigung von Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekten betrug der Rückgang 3,2% und war
überwiegend auf geringere Frachtkosten
zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen
Erträge sind um 12,4%
auf 260 (i.V.: 231) Mio € gestiegen. Ohne
Berücksichtigung von Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekten betrug der Anstieg 7,5%. Der
Personalaufwand lag mit 1.722 (i.V.: 1.725) Mio € auf
dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis aus at equity
bilanzierten Unternehmen stieg um 9,9 % auf 98 (i.V.: 89)
Mio €. Angepasst um Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekte betrug der Anstieg 21,0 %.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor
Abschreibungen (RCOBD) stieg leicht um 2,3% auf 1.828
(i.V.: 1.787) Mio €. Die Zunahme resultiert besonders
aus dem gesunkenen Materialaufwand sowie aus
Preisanpassungen, die den Absatzrückgang teilweise
kompensierten. Ohne Berücksichtigung von
Konsolidierungskreis- und Wechselkurseffekten betrug der
Anstieg ebenfalls 2,3%. Die RCOBD-Marge, das heißt
das Verhältnis des Ergebnisses des laufenden
Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen zum Umsatz, ist
um 124 Basispunkte auf 18,3 % (i.V.: 17,1) gestiegen.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO)
stieg leicht um 1,1% auf 1.202 (i.V.: 1.189) Mio €.
Veränderungen im Konsolidierungskreis verbesserten das
Ergebnis um 19 Mio €, Wechselkurseffekte belasteten
das Ergebnis mit 25 Mio €.
Das zusätzliche ordentliche Ergebnis belief sich
auf -204 (i.V.: 40) Mio € und enthält im
Wesentlichen Restrukturierungs- und
Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit geplanten
Werksschließungen in Europa. Im Vorjahr wurde das
Ergebnis insbesondere durch Erträge aus der
Veräußerung von at equity bilanzierten
Unternehmen geprägt. Das Betriebsergebnis (Earnings
before interest and taxes, EBIT) ging entsprechend um 231
Mio € auf 998 (i.V.: 1.229) Mio € zurück.
Das Finanzergebnis sank bedingt durch höhere
Nettozinsaufwendungen leicht um 5 Mio € auf -107
(i.V.: -102) Mio €. Das Ergebnis vor Steuern aus
fortzuführenden Geschäftsbereichen nahm um 236
Mio € auf 892 (i.V.: 1.127) Mio € ab.
Die Aufwendungen für Ertragsteuern verringerten
sich insbesondere aufgrund des geringeren Ergebnisses vor
Steuern um 42 Mio € auf 263 (i.V.: 305) Mio €.
Das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden
Geschäftsbereichen reduzierte sich um 193 Mio €
auf 629 (i.V.: 822) Mio €.
Das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen
Geschäftsbereichen beträgt -6 (i.V.: -40) Mio
€ und enthält Erträge und Aufwendungen, die
im Zusammenhang mit in Vorjahren aufgegebenen
Geschäftsbereichen der Hanson-Gruppe entstanden sind
und aus Schadenersatz- und Umweltverpflichtungen
resultieren.
Insgesamt lag der Überschuss der Periode bei 624
(i.V.: 783) Mio €. Der den nicht beherrschenden
Anteilen zuzurechnende Überschuss verringerte sich um
15 Mio € auf 49 (i.V.: 64) Mio €. Der den
Aktionären der Heidelberg Materials AG zuzurechnende
Überschuss belief sich entsprechend auf 574 (i.V.:
719) Mio €. Das Ergebnis je Aktie gemäß IAS
33, das den Aktionären der Heidelberg Materials AG
zuzurechnen ist, sank um 0,70 € auf 3,16 (i.V.: 3,86)
€. Ohne Berücksichtigung des zusätzlichen
ordentlichen Ergebnisses erhöhte sich der den
Aktionären der Heidelberg Materials AG zuzurechnende
bereinigte Überschuss um 100 Mio € auf 778 (i.V.:
678) Mio € und das bereinigte Ergebnis je Aktie um
0,63 € auf 4,28 (i.V.: 3,64) €.
Geschäftsverlauf in den KonzerngebietenEuropaDie Absatzmengen für das Konzerngebiet Europa im
Geschäftsbereich Zement sind moderat im Vergleich zum
Vorjahr gefallen. Dies spiegelt die anhaltend schwache
Marktnachfrage in West- und Südeuropa sowie in einigen
nordischen Ländern wider. Eine positive Entwicklung in
den Ländern Osteuropas kann dies nicht komplett
ausgleichen.
Im Bereich Zuschlagsstoffe blieb der Absatz nur leicht
unter dem Vorjahresniveau. Die Mengensteigerungen in
Osteuropa konnten die Absatzeinbußen in West- und
Südeuropa nicht ganz ausgleichen. In den nordischen
Ländern lagen die Lieferungen auf dem Vorjahresniveau.
Im Transportbetongeschäft sind insgesamt deutliche
Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr zu
verzeichnen. Während der Absatz in Osteuropa leicht
zunahm, blieben die Lieferungen in West- und Südeuropa
sowie Nordeuropa deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der
Absatz der Asphaltsparte in Großbritannien nahm
leicht ab.
Die Restrukturierung von Werken in Deutschland, Spanien
und Frankreich wurde im Rahmen der Standortoptimierung
weiter vorangetrieben. Über Akquisitionen wurden die
Recycling-Aktivitäten des Unternehmens gestärkt
(siehe Abschnitt Portfolio-Optimierung). In Lengfurt wurde
der Spatenstich für das Carbon-Capture-Projekt von
Linde und Heidelberg Materials gefeiert (siehe Abschnitt
Nachhaltigkeitsaktivitäten).
Der Umsatz des Konzerngebiets Europa nahm um 5,7 % auf
4.573 (i.V.: 4.846) Mio € ab; ohne
Berücksichtigung von Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekten lag der Rückgang bei 6,5%. In
allen Ländern wurden die Verkaufspreise in allen
Geschäftsbereichen erhöht, dies konnte den
Rückgang der Absatzmengen aber nicht komplett
ausgleichen.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor
Abschreibungen ging um 6,6% auf 808 (i.V.: 864) Mio €
zurück; auf vergleichbarer Basis betrug der
Rückgang 5,9%. Das Ergebnis des laufenden
Geschäftsbetriebs lag mit 551 (i.V.: 611) Mio €
um 9,7% unter dem Vorjahresniveau; auf vergleichbarer Basis
belief sich der Rückgang auf 8,7 %.
NordamerikaIm Vergleich zum Vorjahr sind die Liefermengen unserer
nordamerikanischen Werke im Geschäftsbereich Zement in
den ersten sechs Monaten moderat gestiegen. Während
der Absatz in der Region Mittlerer Westen infolge der
Modernisierung und Kapazitätserhöhung des
Zementwerks Mitchell deutlich zunahm, verzeichneten die
Regionen Nordwest und Nordost einen leichten bzw.
signifikanten Mengenrückgang. Die Lieferungen der
Region Südost sind durch Berücksichtigung der
Flugascheabsätze der im vergangenen Jahr erworbenen
The SEFA Group stark gestiegen.
Die Zuschlagstofflieferungen gingen aufgrund der
geringeren Bautätigkeit in den Regionen Nordwest,
Mittlerer Westen und Nordost sowie ungünstiger
Wetterbedingungen in Kernmärkten der Region
Südwest deutlich zurück. Die Region Südost
verzeichnete dank der anhaltend hohen Bauaktivitäten
einen moderaten Absatzanstieg.
In der Transportbetonsparte nahmen die Lieferungen
aufgrund der schwächeren Bautätigkeit in vertikal
integrierten Schlüsselmärkten in den Regionen
Nordwest, Nordost und Südost deutlich ab.
Ungünstige Wetterbedingungen wirkten sich zudem
negativ auf die Kernmärkte der Region Südwest
aus.
In der Asphaltsparte waren die Lieferungen aufgrund
verminderter Bauaktivitäten in vertikal integrierten
Schlüsselmärkten in den Regionen Nordost und
Nordwest rückläufig.
Der Zementabsatz unseres Joint Ventures Texas Lehigh
Cement nahm leicht ab.
Der Umsatz in Nordamerika lag mit 2.403 (i. V.: 2.434)
Mio € um 1,3% unter dem Vorjahresniveau. Ohne
Berücksichtigung von Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekten belief sich der Rückgang auf 3,1%.
Alle nordamerikanischen Geschäftsbereiche haben im
ersten Halbjahr 2024 ihre Preise deutlich erhöht.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor
Abschreibungen nahm stark um 28,2% auf 524 (i.V.: 409) Mio
€ zu. Auf vergleichbarer Basis betrug der Anstieg
26,5%. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs
stieg um 34,6 % auf 350 (i. V.: 260) Mio €. Auf
vergleichbarer Basis betrug der Anstieg 34,1%
Asien-PazifikDie Zement- und Klinkerlieferungen des Konzerngebiets
Asien-Pazifik lagen im ersten Halbjahr leicht über dem
Vorjahresniveau. Ohne Berücksichtigung von
Konsolidierungskreiseffekten gingen die Lieferungen leicht
zurück.
In Indonesien nahmen unsere Zement- und
Klinkerlieferungen in den ersten sechs Monaten deutlich zu,
was auf den Erwerb des Werks Grobogan, das unsere Position
in Zentraljava deutlich stärkt, im November 2023
zurückzuführen ist. In Indien lagen unsere
Zement- und Klinkerlieferungen im ersten Halbjahr leicht
unter dem Vorjahresniveau. Hauptgrund hiefür sind
Überkapazitäten in Südindien, die den
Wettbewerb weiter verschärfen. Die schwache
Inlandsnachfrage bei Infrastrukturprojekten und
rückläufige Exportmärkte
beeinträchtigten die Lieferungen unserer Werke in
Thailand.
In Bangladesh sank unser Zementabsatz aufgrund der
geringen Bautätigkeit infolge des negativen
gesamtwirtschaftlichen Umfelds deutlich.
Der vermehrte Einsatz alternativer Brennstoffe trugen
zur Verringerung der CO
2-Emissionen bei.
Im Geschäftsbereich Zuschlagstoffe lagen unsere
Lieferungen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Sowohl
Malaysia als auch Indonesien verzeichneten aufgrund von
Kapazitätsproblemen geringere Absatzmengen.
Darüber hinaus beeinträchtigten ein sich
abschwächender Markt und unbeständiges Wetter
unsere Lieferungen in Australien.
Die Transportbetonlieferungen gingen leicht zurück.
Während Malaysia und Indonesien von der Erholung der
Bauaktivitäten im Infrastrukturbereich und bei
Großprojekten profitierten, blieb der Absatz in
Australien moderat unter dem Vorjahresniveau. Die
Lieferungen der Asphaltsparte stiegen in Malaysia aufgrund
höherer staatlicher Ausgaben für den
Straßenbau und gingen in Australien zurück.
In China nahmen die Zementlieferungen unserer
Gemeinschaftsunternehmen in den Provinzen Guangdong und
Shaanxi leicht ab. In Australien hingegen verzeichnete der
Absatz unseres Joint Ventures Cement Australia einen
moderaten Anstieg.
Der Umsatz des Konzerngebiets Asien-Pazifik sank um 6,6
% auf 1.691 (i.V.: 1.811) Mio €; ohne
Berücksichtigung von Konsolidierungskreis- und
Wechselkurseffekten betrug der Rückgang 5,9%.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor
Abschreibungen nahm um 5,8 % auf 270 (i.V.: 287) Mio €
ab; auf vergleichbarer Basis belief sich der Rückgang
auf 11,3%. Das Ergebnis des laufenden Geschäfts
betriebs verminderte sich um 7,8% auf 151 (i.V.: 164) Mio
€; auf vergleichbarer Basis sank es um 17,3 %.
Afrika-Mittelmeerraum-WestasienDer Zement- und Klinkerabsatz des Konzerngebiets
Afrika-Mittelmeerraum-Westasien lag im ersten Halbjahr
insgesamt auf dem Vorjahresniveau. In einigen Ländern
haben sich die Bauaktivitäten bedingt durch ein
schwieriges geopolitisches und gesamtwirtschaftliches
Umfeld abgeschwächt.
Mit einer Anpassung unseres Produktportfolios und der
Einführung neuer Produkte mit geringerem Klinkergehalt
in verschiedenen Ländern konnte eine Senkung der CO
2-Emissionen erreicht werden. Unser Projekt zur
Herstellung von kalziniertem Ton mit unserem Partner CBI
Ghana schreitet planmäßig voran. In Ägypten
wird unsere Anlage zur Wärmerückgewinnung in den
nächsten Monaten in Betrieb genommen. Im Hinblick auf
erneuerbare Energien sind weitere Solaranlagen in
verschiedenen Ländern wie Marokko und Tansania in der
Analysephase, in Ergänzung zu den bereits bestehenden
Anlagen. Darüber hinaus ist eine Anlage zur Ausweitung
der Nutzung von alternativen Brennstoffen in Marokko in der
Planung.
Die Zuschlagstofflieferungen nahmen gegenüber dem
Vorjahreszeitraum deutlich ab. In der Transportbetonsparte
konnten Absatzzuwächse in Ägypten den
Mengenrückgang in Israel nur teilweise ausgleichen.
Das Asphaltgeschäft in Israel ging im ersten Halbjahr
2024 stark zurück.
Unserem türkischen Joint Venture Akgansa gelang es
im ersten Halbjahr 2024 sowohl die Inlandslieferungen als
auch die Exporte zu steigern, sodass der Zement- und
Klinkerabsatz von Akgansa insgesamt einen moderaten Anstieg
verzeichnete. Auch die Transportbetonlieferungen lagen im
ersten Halbjahr 2024 über dem Vorjahresniveau,
wohingegen die Zuschlagstofflieferungen leicht gesunken
sind.
Der Umsatz des Konzerngebiets
Afrika-Mittelmeerraum-Westasien sank aufgrund starker
Währungsabwertungen um 9,9% auf 1.041 (i.V.: 1.156)
Mio €; ohne Berücksichtigung von
Konsolidierungskreis- und Wechselkurseffekten sank der
Umsatz um 3,7 %.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor
Abschreibungen sank um 13,4 % auf 231 (i.V.: 266) Mio
€; auf vergleichbarer Basis sank es um 8,3 %. Das
Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs ging um 19,0%
auf 167 (i.V.: 206) Mio € zurück; auf
vergleichbarer Basis sank das Ergebnis um 12,3 %.
KonzernserviceDer Bereich Konzernservice umfasst die Aktivitäten
von Heidelberg Materials Trading - einer der weltweit
größten Handelsgesellschaften vor allem für
Zement, Klinker und zementähnliche
Sekundärstoffe, aber auch für feste und
alternative Brennstoffe sowie sonstige Bau- und
Zusatzstoffe.
Das Handelsvolumen von Heidelberg Materials Trading
erhöhte sich im ersten Halbjahr 2024 aufgrund der
gestiegenen Nachfrage nach Klinker und einer Ausweitung des
Kohlehandels deutlich.
Der Umsatz des Bereichs Konzernservice sank um 3,2 % auf
699 (i.V.: 723) Mio €. Der Rückgang ist auf die
gesunkenen Preise zurückzuführen, die durch den
verschärften Wettbewerb angesichts der eher schwachen
weltweiten Nachfrageentwicklung bedingt sind.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor
Abschreibungen nahm um 38,5 % auf 23 (i.V.: 16) Mio €
zu. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs
verbesserte sich um 38,3 % auf 22 (i.V.: 16) Mio €.
KapitalflussrechnungInfolge der insbesondere in Nordamerika guten operativen
Geschäftsentwicklung konnte im ersten Halbjahr 2024
ein Mittelzufluss aus der operativen
Geschäftstätigkeit in Höhe von 56 (i.V.: 25)
Mio € erzielt werden. Die erhaltenen Zinsen
erhöhten sich um 47 Mio € auf 127 (i.V.: 79) Mio
€ im Wesentlichen aufgrund gestiegener Einzahlungen
aus Zinsswaps und kurzfristigen Anlagen. Die gezahlten
Zinsen nahmen insbesondere durch höhere Zinszahlungen
für Anleihen um 23 Mio € auf 225 (i.V.: 202) Mio
€ zu. Die Veränderung des Working Capital lag mit
-1.264 (i.V.: -1.265) Mio € auf dem Niveau der
Vorjahresberichtsperiode, während die Auszahlungen aus
dem Verbrauch von Rückstellungen um 19 Mio € auf
93 (i.V.: 112) Mio € zurückgingen.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit
erhöhte sich um 104 Mio € auf 644 (i.V.: 540) Mio
€. Die zahlungswirksamen Investitionen nahmen um 37
Mio € auf 749 (i.V.: 785) Mio € ab. Die
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte abzüglich erhaltener
Zuschüsse beliefen sich dank anhaltender
Investitionsdisziplin auf 434 Mio € und lagen damit um
23 Mio € unter dem Vorjahreswert. Die Auszahlungen
für den Erwerb von Tochterunternehmen und sonstigen
Geschäftseinheiten abzüglich übernommener
liquider Mittel in Höhe von 288 (i.V.: 277) Mio €
entfielen in der Berichtsperiode im Wesentlichen auf den
Erwerb der Mick George Group und der B&A Group in
Großbritannien sowie der ACE Group in Malaysia. In
der Vorjahresberichtsperiode betrafen die Auszahlungen im
Wesentlichen den Erwerb der RWG- und SER-Gruppe in
Deutschland sowie von The SEFA Group in den USA. Die
zahlungswirksamen Desinvestitionen nahmen in der
Berichtsperiode deutlich ab und betrugen 105 (i.V.: 246)
Mio €. Ursächlich hierfür ist im
Wesentlichen der Rückgang der Einzahlungen aus der
Veräußerung von finanziellen
Vermögenswerten, Gemeinschaftsunternehmen und
assoziierten Unternehmen um 150 Mio € auf 50 (i.V.:
200) Mio €. Die Einzahlungen in der
Vorjahresberichtsperiode resultierten im Wesentlichen aus
der Veräußerung des Joint Venture in Georgien
und der Chaney-Gruppe in den USA. Auf den Abgang von
Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten
abzüglich der abgegebenen liquiden Mittel entfielen in
der Berichtsperiode Einzahlungen in Höhe von 27 (i.V.:
9) Mio €, die aus dem Verkauf des französischen
Zementtransportgeschäfts Tratel S.a.s. resultieren.
Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich in der
Berichtsperiode ein Mittelabfluss in Höhe von 850
(i.V.: Mittelzufluss von 356) Mio €. Die Fortsetzung
der progressiven Dividendenpolitik bei der Heidelberg
Materials AG führte zu einer Dividendenzahlung in
Höhe von 546 (i.V.: 484) Mio €. Die
Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteile
erhöhten sich um 12 Mio € auf 48 (i.V.: 36) Mio
€. Die erste Tranche des zweiten
Aktienrückkaufprogramms der Heidelberg Materials AG
führte in der Berichtsperiode zu Auszahlungen in
Höhe von insgesamt 90 Mio €. Zudem resultierte
aus den zahlungswirksamen Veränderungen von Anteilen
an Tochterunternehmen ein Mittelabfluss in Höhe von 17
Mio €, der auf den Anteilserwerb von 0,7% an PT
Indocement Tunggal Prakarsa Tbk., Indonesien, entfiel. Der
Liquiditätsabfluss aus der Nettoaufnahme/-tilgung von
Anleihen und Krediten in Höhe von 154 (i.V.:
Liquiditätszufluss von 875) Mio € beinhaltet die
Emission einer Anleihe mit einem Volumen von 700 Mio €
sowie die Tilgung einer Anleihe in Höhe von 750 Mio
€ und von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von
113 Mio €. Im Vorjahresberichtszeitraum sind hierunter
im Wesentlichen Mittelzuflüsse aus der Emission einer
Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio € und von
Commercial Paper in Höhe von 330 Mio € sowie die
Tilgung des EIB-Förderkredits in Höhe von 180 Mio
€ und von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von
113 Mio € ausgewiesen.
BilanzDie Bilanzsumme verminderte sich zum 30.Juni 2024
gegenüber dem 31. Dezember 2023 um 125 Mio € auf
35.346 (i.V.: 35.471) Mio €.
Die nachfolgenden Erläuterungen beschreiben die
wesentlichen Veränderungen der Bilanzposten.
Die immateriellen Vermögenswerte stiegen um 371 Mio
€ auf 9.056 (i.V.: 8.685) Mio €. Bereinigt um
positive Währungseffekte von 137 Mio € ergab sich
ein Anstieg von 234 Mio €, der insbesondere auf die
Geschäfts- oder Firmenwerte der Unternehmenserwerbe in
Großbritannien und Malaysia zurückzuführen
ist.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen
saisonbedingt um 614 Mio € auf 2.619 (i.V.: 2.005) Mio
€ zu. Weiterhin erhöhten sich die sonstigen
kurzfristigen Forderungen und Vermögenswerte um 191
Mio € auf 798 (i.V.: 607) Mio €. Die liquiden
Mittel sanken um 1.463 Mio € auf 1.804 (i.V.: 3.267)
Mio €. Die Veränderung der liquiden Mittel wird
in der Kapitalflussrechnung dargestellt.
Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital um 176 Mio
€ auf 18.551 (i.V.: 18.375) Mio €. Das
Gesamtergebnis der Periode betrug 930 Mio €. In der
Berichtsperiode wurden eigene Aktien in Höhe von 90
Mio € erworben und Dividenden an Aktionäre der
Heidelberg Materials AG in Höhe von 546 Mio €
gezahlt. Die Dividenden an nicht beherrschende Anteile
betrugen 102 Mio €, von denen zum 30. Juni 2024 48 Mio
€ ausgezahlt wurden.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
nahmen saisonbedingt um 256 Mio € auf 2.901 (i.V.:
3.157) Mio € ab.
Die Nettofinanzschulden sind um 1.477 Mio € auf
6.771 (i.V.: 5.294) Mio € gestiegen. Der dynamische
Verschul dungsgrad, also das Verhältnis von
Nettofinanzschulden zum Ergebnis des laufenden
Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen der letzten
zwölf Monate, lag Ende Juni 2024 bei 1,57x (Ende Juni
2023: 1,67x).
Entwicklung der SteuerungskennzahlenNeben dem Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs
gehören der Return on Invested Capital (ROIC) sowie
die spezifischen Netto-CO
2-Emissionen zu unseren Steuerungskennzahlen.
Der ROIC wird planmäßig einmal jährlich
zum Ende des Geschäftsjahres berichtet. Eine
quartalsweise Erhebung wird nicht vorgenommen.
Die spezifischen Netto-CO
2-Emissionen haben sich im ersten Halbjahr 2024
im Vergleich zum 30. Juni 2023 um 1,7 % auf 529 kg pro
Tonne zementartigem Material verringert. Insbesondere die
Reduktion des Klinkerfaktors sowie die Erhöhung der
alternativen Brennstoffrate führten zu einem
geringeren CO
2-Ausstoß.
Portfolio-OptimierungHeidelberg Materials hat im Januar 2024 sein
französisches Zementtransportgeschäft Tratel
S.a.s. an fünf regionale Transportspezialisten
verkauft. Die Veräußerung des kapitalintensiven
Transportgeschäfts in Frankreich ermöglicht einen
stärkeren Fokus auf die wesentlichen Aktivitäten
von Heidelberg Materials France und ist Teil der laufenden
Portfolio-Optimierung, die sich auf das Kerngeschäft
in vielversprechenden Marktpositionen konzentriert.
Weiterhin hat Heidelberg Materials im Januar 2024
angekündigt, die Klinkerproduktion im Zementwerk
Hannover im zweiten Halbjahr 2024 einzustellen. Der
Standort Hannover wird als Mahlwerk weiterbetrieben.
Hintergrund für die Anpassung ist der deutliche Absatz
rückgang bei Zement aufgrund der konjunkturbedingt
schwachen Baunachfrage in Deutschland sowie die
verstärkte Ausrichtung des Zementportfolios hin zu CO
2-reduzierten Produkten und die damit verbundene
Produktion von Zementen mit einem geringeren Klinkeranteil.
Heidelberg Materials stärkt damit gleichzeitig die
Auslastung in seinen benachbarten westfälischen
Zementwerken, die zukünftig den Zementklinker nach
Hannover liefern werden.
Darüber hinaus hat Heidelberg Materials im April
2024 auch für Frankreich eine Standortoptimierung im
Zementbereich angekündigt. Im Zuge seiner
ambitionierten Dekarbonisierungsstrategie plant Heidelberg
Materials France eine Umstrukturierung, die zu einer
Schließung der Werke in Beffes (Département
Cher) und Villiers-au-Bouin (Département
Indre-et-Loire) im Oktober 2025 führen soll.
Hintergrund ist auch hier die verstärkte Ausrichtung
des Zementportfolios auf CO
2-reduzierte Produkte und die damit verbundene
Produktion von Zementen mit einem geringeren Klinkeranteil,
die den starken Fokus des Unternehmens auf Investitionen in
die grüne Transformation unterstreicht. Gleichzeitig
verzeichnet das Unternehmen einen deutlichen
Absatzrückgang bei Zement aufgrund der
konjunkturbedingt schwachen Baunachfrage in Frankreich.
Auch in Spanien wird Heidelberg Materials sein
Zement-Portfolio weiter optimieren. Im Juni 2024 hat das
Unternehmen beschlossen, die Klinkerproduktion in seinem
Werk Anorga in Nordspanien einzustellen und diesen Standort
als Mahlwerk weiterzubetreiben. Der für die
Belieferung der Märkte in Nordspanien und
Südwestfrankreich benötigte Klinker wird im
benachbarten Werk Bilbao produziert. Damit kann sich
Heidelberg Materials Spanien auf die Produktion von Zement
mit reduziertem Klinkeranteil fokussieren, um Kunden in
Spanien und im Südwesten Frankreichs eine breite
Palette nachhaltiger Produkte anzubieten.
In den USA hat Heidelberg Materials die Umwandlung
seines Zementwerks in Speed, Indiana, in ein
Schlackenmahlwerk erfolgreich abgeschlossen. Nach der
Eröffnung seines neuen hochmodernen Zementwerks in
Mitchell, Indiana, im vergangenen Jahr hat das Unternehmen
die Produktion von Portlandzement im Werk Speed eingestellt
und die Anlage zur Herstellung von Schlackenzement aus
lokal gewonnenem Schlackengranulat umgebaut. Durch den
Einsatz von Schlackenzement in der Betonherstellung
können die CO
2-Emissionen deutlich verringert werden.
Heidelberg Materials kann so die steigende Nachfrage nach
nachhaltigen Produkten auf dem schnell wachsenden Markt im
Mittleren Westen besser bedienen.
Im Mai 2024 hat Heidelberg Materials die ACE Group, den
größten Anbieter von pulverisierter Flugasche in
Malaysia, erworben. Die Übernahme soll die
Präsenz des Unternehmens im Wachstumsmarkt Malaysia
stärken und helfen, den steigenden Bedarf an Flugasche
zur Reduzierung der CO
2-Intensität von Zement zu decken.
Zur Stärkung seiner Aktivitäten im Bereich der
Kreislaufwirtschaft hat Heidelberg Materials im Mai 2024
mit der B&A Group eines der führenden Unternehmen
für die Wiederaufbereitung von Erdaushub und
Zuschlagstoffen im Südwesten Englands übernommen.
Das Unternehmen ist auf die Lieferung von rezyklierten und
primären Zuschlagstoffen sowie auf
Baustellenräumung, Erdarbeiten, Bodensanierung und
nachhaltige Bodenregeneration spezialisiert. Ebenfalls im
Mai 2024 konnte die Ende 2022 angekündigte
Übernahme der Mick George Group abgeschlossen werden.
Das Unternehmen ist Marktführer im Recycling von Bau-
und Abbruchabfällen im Osten Großbritanniens und
betreibt vier Recyclinganlagen, acht
Abfallumschlagstationen, elf Abbaustätten für
Zuschlagstoffe und zehn Transportbetonwerke.
Mit den im Juli 2024 angekündigten Akquisitionen
von Victory Rock, einem Hersteller hochwertiger
Zuschlagstoffe für Beton und Asphalt in Texas, Highway
Materials, einem der größten unabhängigen
Anbieter von Zuschlagstoffen, Asphalt und
Recyclingmaterialien im Großraum Philadelphia sowie
Carver Sand & Gravel, dem größten
Zuschlagstoffhersteller im Raum Albany, New York, baut
Heidelberg Materials seine Präsenz in drei
Kernmärkten in den USA weiter aus und erweitert
gleichzeitig sein schnell wachsendes Portfolio an Produkten
zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in Nordamerika.
Weitere Angaben zu diesen drei Neuerwerbungen finden sich
im Abschnitt Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
FinanzierungIm ersten Halbjahr 2024 hat die Heidelberg Materials AG
planmäßig zur Fälligkeit eine Anleihe in
Höhe von 750 Mio € zurückgezahlt.
Die Heidelberg Materials AG hat am 19.Juni 2024 im
Rahmen des 10 Mrd € EMTN-Programms sowie des im Mai
2024 eingeführten Green Finance Framework erstmals
eine grüne Anleihe mit einem Emissionsvolumen in
Höhe von 700 Mio € und einer Laufzeit bis 2034
begeben. Die Bandbreite der über diese Anleihe
finanzierten Projekte reicht von der Modernisierung von
Anlagen beispielsweise für die vermehrte Nutzung
alternativer Brennstoffe bis hin zum Ausbau von CO
2-Abscheide-technologien.
DividendenbekanntmachungFür das Geschäftsjahr 2023 hat die
Hauptversammlung am 16. Mai 2024 eine Dividende in
Höhe von 3,00 € je Aktie (im Vorjahr: 2,60
€) beschlossen, was einer Dividendenrendite von 3,0%
entspricht. Die Gesamtausschüttung beträgt damit
546 Mio €.
Zweites AktienrückkaufprogrammIm Oktober 2023 hat Heidelberg Materials sein 2021
gestartetes Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen und
insgesamt rund 16,3 Mio Aktien zu einem Gesamtpreis von
rund 1 Mrd € zurückgekauft. Alle im Rahmen dieses
Rückkaufprogramms erworbenen Aktien wurden unter
Herabsetzung des Grundkapitals eingezogen. Nach Einziehung
der rund 4,1 Mio eigenen Aktien aus der dritten und letzten
Tranche am 21. Februar 2024 beträgt das Grundkapital
der Heidelberg Materials AG 546.204.360 € und ist in
182.068.120 Stückaktien eingeteilt.
Um seine Aktionäre weiterhin über die
progressive Dividendenpolitik hinaus am Unternehmenserfolg
teilhaben zu lassen, hat Heidelberg Materials am 23. Mai
2024 ein neues Aktienrückkaufprogramm gestartet. Das
Programm hat ein Gesamtvolumen von bis zu 1,2 Mrd €
und eine Laufzeit bis Ende 2026. Es ist vorgesehen, den
Aktienrückkauf in drei Tranchen durchzuführen.
Die erste Tranche mit einem Volumen von 350 bis 400 Mio
€ soll spätestens am 25. November 2024
abgeschlossen werden. Bis zum 26.Juli 2024 wurden im Rahmen
der ersten Tranche insgesamt rund 1,6 Mio eigene Aktien zu
einem Gesamtpreis von rund 154,5 Mio € über die
Börse erworben.
NachhaltigkeitsaktivitätenIm ersten Halbjahr 2024 hat Heidelberg Materials seine
Aktivitäten zur CO
2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS)
weiter vorangetrieben.
In Bulgarien wurde der Bau einer Pilotanlage zur CO
2-Abscheidung im Werk von Heidelberg Materials
in Devnya erfolgreich abgeschlossen und seit Mitte Mai
wurde mit der Erprobung der CO
2-Abscheidung begonnen. In einem ersten Schritt
zur vollständigen Implementierung wird im Rahmen des
Pilotprojekts ANRAV.beta die Oxy-Cal-Abscheidetechnologie
im industriellen Maßstab demonstriert. Darüber
hinaus sollen Leistungstests mit 100% alternativen
Brennstoffen durchgeführt werden. Beides sind
entscheidende Vorarbeiten für das Gesamtvorhaben
ANRAV, das als erstes Projekt in Osteuropa die gesamte
CCUS-Wertschöpfungskette umfassen soll.
In Nordamerika wurde Heidelberg Materials im März
2024 für eine Förderung durch das
US-amerikanische Energieministerium in Höhe von bis zu
500 Mio US-Dollar ausgewählt, um CCUS im
großtechnischen Maßstab an seinem neuen
hochmodernen Zementwerk in Mitchell, Indiana, umzusetzen.
Im Rahmen des geplanten CCUS-Projekts sollen ab 2030
jährlich etwa 2 Mio t CO
2 abgeschieden und für die Speicherung oder
Nutzung aufbereitet werden.
Mitte Juni 2024 wurden im Zementwerk Mergelstetten im
Rahmen des CO
2-Abscheideprojekts catch4climate sechs
Sauerstofftanks für die Oxyfuel-Ofenanlage
installiert. Beim Oxyfuel-Verfahren wird anstelle von Luft
reiner Sauerstoff in die Ofenanlage eingebracht. Die
Inbetriebnahme der Oxyfuel-Anlage, für deren
Errichtung über 120 Mio € investiert werden, wird
voraussichtlich im ersten Quartal 2025 stattfinden.
Ebenfalls im Juni 2024 wurde der Spatenstich für
das Cap2U-Carbon-Capture-Projekt von Linde und Heidelberg
Materials im Zementwerk Lengfurt gefeiert. Die Anlage soll
2025 mit einer Abscheidekapazität von 70.000 t CO
2 pro Jahr in Betrieb gehen. Das aufbereitete
Gas kann dank seiner Reinheit sowohl in der Chemie- als
auch in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden.
Bei seinen CCUS-Projekten profitiert Heidelberg
Materials dabei stets auch von den wertvollen Erfahrungen
aus seinem Pionierprojekt in Brevik, Norwegen. Dort steht
Ende 2024 die mechanische Fertigstellung an. 2025 wird der
erste CCS-basierte Net-Zero-Zement an Kunden in Europa
ausgeliefert werden können, der unter der Marke
evoZero® bereits im November 2023 vorgestellt wurde.
Unter anderem hat sich das NobelCenter-Projekt für den
Einsatz von evoZero beim Bau seines neuen Gebäudes in
Stockholm entschieden. Daneben hat im Juni 2024 auch das
schwedische Bauunternehmen Skanska eine Vereinbarung mit
Heidelberg Materials über die Bestellung von evoZero
unterzeichnet.
Ergänzend zu evoZero hat Heidelberg Materials im
Januar 2024 die Marke evoBuild® präsentiert, unter
der künftig die nachhaltigen Produkte des
Unternehmens, die entweder CO
2-reduziert (Zement und Beton), zirkulär
(Beton) oder beides sind, vermarktet werden.
Neben dem Fokus auf CO
2-Reduktion und Zirkularität nimmt
Heidelberg Materials zahlreiche weitere
Nachhaltigkeitsaspekte in den Blick. Gemeinsam mit
Partnerorganisationen will Heidelberg Materials das
Bewusstsein für die Biodiversität im Zusammenhang
mit Abbaustätten und der Natur insgesamt
schärfen. Die langjährige Partnerschaft mit
BirdLife International, dem weltweit größtem
Netzwerk von Naturschutzorganisationen, wurde im Februar
2024 um weitere drei Jahre verlängert und damit die
Weichen für eine andauernde Zusammenarbeit gestellt.
Im Juni hat Heidelberg Materials die sechste Runde des
Biodiversitätswettbewerbs Quarry Life Award in mehr
als 15 Ländern weltweit gestartet. Forschende,
Studierende, Anwohnende aus Standortgemeinden und NGOs
können Ideen für ein nachhaltiges Management von
Abbaustätten einreichen. Der Quarry Life Award steht
im Einklang mit dem Vorhaben von Heidelberg Materials,
einen Beitrag zum globalen Ziel "Nature Positive" zu
leisten.
Ende Juli wurde Heidelberg Materials von der
US-Umweltschutzbehörde (US Environmental Protection
Agency (EPA) für Vergabeverhandlungen über eine
Förderung von bis zu 5 Mio US-Dollar zur Entwicklung
eines cloudbasierten Tools ausgewählt, das Hersteller
von Beton, Zement, Zuschlagstoffen und Asphalt bei der
Erstellung von qualitativ hochwertigen
Umweltproduktdeklarationen unterstützt.
BeschäftigteDie Zahl der Beschäftigten von Heidelberg Materials
auf Basis von Vollzeitäquivalenten lag Ende des ersten
Halbjahrs 2024 bei 51.726 (i.V.: 51.492). Die Zunahme um
rund 230 Beschäftigte resultiert im Wesentlichen aus
zwei gegenläufigen Entwicklungen: Im Zuge von
Portfolio-Optimierungen, der Realisierung von Synergien,
Effizienzsteigerungen in Vertrieb und Verwaltung sowie
Standortoptimierungen wurden konzernweit rund 1.900 Stellen
abgebaut. Demgegenüber stand ein Zuwachs von rund
2.130 Beschäftigten, der zu einem großen Teil
auf die Akquisitionen zum Ausbau unseres Angebots an
zirkulären Materialien in Großbritannien und
Nordamerika zurückzuführen ist.
PrognoseveränderungsberichtAusblick 2024Für die Weltwirtschaft rechnet der Internationale
Währungsfonds (IWF) in seiner jüngsten Prognose
vom Juli 2024 mit 3,2% Wachstum für das laufende Jahr
nach 3,3 % im Vorjahr. Zugleich sehen die Experten des
Währungsfonds wachsende Spannungen im Welthandel sowie
politische Risiken. Diese sind vor allem geopolitischer
Natur und ergeben sich auch aus den Unwägbarkeiten im
Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen. So
würde eine Zuspitzung von Handelskonflikten die
weltwirtschaftliche Aktivität be lasten. Dies
könne die Inflation erneut beschleunigen, zum Beispiel
durch höhere Preise für Importe quer durch die
Lieferketten. Aufgrund von Preissteigerungen bei
Dienstleistungen, die den allgemeinen Rückgang der
Inflation bremsen, erwartet der IWF, dass auch die Zinsen
weiterhin hoch bleiben werden.
Während die Schwellenländer weitgehend stabile
Wirtschaftsaktivitäten verzeichnen, ist die Konjunktur
in den Industriestaaten noch verhalten. Im Euroraum soll
das Wirtschaftswachstum 2024 um 0,9% steigen. In
Deutschland soll die Wirtschaft voraussichtlich um 0,2%
zunehmen. Für die USA erwartet der IWF im laufenden
Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,6 %.
Das Marktumfeld im Bausektor wird weiterhin durch die
geopolitischen Spannungen sowie die hohen Energiepreise und
die Inflation bestimmt. Euroconstruct erwartet in seiner
Juni-Prognose in diesem anhaltend schwierigen
wirtschaftlichen Umfeld, dass die Bautätigkeit in
Europa 2024 mit 2,7% noch etwas stärker
zurückgehen wird als im Vorjahr. Dieser Negativtrend
geht vor allem auf signifikante Herausforderungen im
Wohnungsneubau in den meisten europäischen
Ländern zurück. Zu den dämpfenden Faktoren
zählen zudem das anhaltend hohe Preis- und Zinsniveau,
die hohen staatlichen Haushaltsdefizite und
Finanzierungskosten. Diese Probleme werden auch den Hochbau
weiter belasten, während für den Tiefbau 2024 mit
einer Zunahme gerechnet wird. In den USA dürfte die
Bautätigkeit weiterhin von staatlichen
Konjunkturprogrammen und Infrastrukturprojekten
profitieren.
Prognose der bedeutsamsten LeistungsindikatorenNach Abschluss der ersten sechs Monate 2024 geht
Heidelberg Materials davon aus, dass sich die Nachfrage im
Bausektor auf globaler Ebene auf niedrigem Niveau
stabilisieren sollte, auch wenn die Inflation und anhaltend
hohe Finanzierungskosten vor allem den Wohnungsbau weiter
beeinträchtigen dürften. Wir erwarten
unverändert, dass die Kostenentwicklung auf den
Energie- und Rohstoffmärkten volatil bleibt. Im Fokus
stehen daher weiterhin Preisanpassungen und ein striktes
Kostenmanagement.
Der Vorstand bestätigt den im Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsbericht 2023 veröffentlichen Ausblick
und rechnet für das Geschäftsjahr 2024 mit einem
Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO)
zwischen 3,0 und 3,3 Mrd €.
Der ROIC wird bei rund 10 % erwartet.
Für die spezifischen Netto-CO
2-Emissionen pro Tonne zementartigem Material
rechnet der Vorstand mit einer weiteren leichten
Reduzierung im Vergleich zu 2023.
Risiko- und ChancenberichtAls einer der weltweit führenden Hersteller von
Baumaterialien und -lösungen ist Heidelberg Materials
aufgrund seiner internationalen
Geschäftstätigkeit zahlreichen Risiken und
Chancen ausgesetzt. Die Risikopolitik von Heidelberg
Materials orientiert sich an der Unternehmensstrategie, die
unter anderem sowohl auf nachhaltigen Werterhalt als auch
auf die Steigerung des Unternehmenswerts ausgerichtet ist.
Ein funktionsfähiges Risiko- und
Chancenmanagementsystem dient dazu, diese Risiken und
Chancen frühzeitig zu identifizieren, sie systematisch
zu bewerten und einzugrenzen. Der Risikomanagementprozess
stellt damit ein zentrales Element der wertorientierten
Unternehmensführung dar.
Risiken und Chancen werden bei Heidelberg Materials
mithilfe integrierter Planungs- und Steuerungssysteme
konzernweit überwacht und gesteuert. Solange sich die
Risiken im Rahmen der rechtlichen und ethischen
Grundsätze unternehmerischen Handelns bewegen und die
damit verbundenen Chancen in einem ausgewogenen
Verhältnis stehen, werden sie als akzeptabel
eingestuft. Die unmittelbare Verantwortung, Risiken und
Chancen frühzeitig zu erkennen und wahrzunehmen,
obliegt dem operativen Management in den Konzernändern
sowie den zentralen Konzernabteilungen. Die Risiken und
Chancen werden in der jährlich erstellten operativen
Planung erfasst und im Rahmen der monatlichen
Finanzberichterstattung verfolgt.
Risiken und Chancen, die sich im Geschäftsjahr 2024
und auf absehbare Zeit danach auf unsere Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken
könnten, sind ausführlich im Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsbericht 2023 im Kapitel Risiko- und
Chancenbericht auf Seite 147 f. dargestellt.
Nach einem starken Rückgang von 2022 auf 2023 haben
sich die Preise auf den Rohstoff- und Energiemärkten
im zweiten Halbjahr 2023 weitgehend stabilisiert. Im ersten
Halbjahr 2024 waren sie weniger volatil als in den
Vorjahren und lagen leicht unter dem Niveau des zweiten
Halbjahres 2023. Für den kommenden Winter bestehen
aber weiterhin Unsicherheiten bezüglich der Erdgas-
und Strompreise in Abhängigkeit von
Wettereinflüssen und Kraftwerksverfügbarkeiten in
Europa. Insbesondere der Ölpreis kann erheblich von
den weiteren geopolitischen Entwicklungen in Nahost
beeinflusst werden. Der Ausblick für das Wachstum der
Weltwirtschaft für das Jahr 2024 ist vorsichtig
optimistisch, da die Inflation in vielen Ländern
gesunken ist, was trotz der aktuell noch restriktiven
Finanzierungsbedingungen den Weg für eine Zinswende
geebnet hat. Die globalen Lieferketten zeigen sich trotz
anhaltend hoher Kosten robust. Wir stufen dies als ein
allgemeines Risiko mit möglicher Auswirkung auf den
ganzen Konzern und gegebenenfalls raschem Eintritt ein.
In der ganzheitlichen Betrachtung von Einzelrisiken
sowie der Gesamtrisikoposition sind aus heutiger Sicht
keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.
Wir weisen darauf hin, dass dieser
Halbjahresfinanzbericht zukunftsgerichtete Aussagen
enthält, die auf den derzeit verfügbaren
Informationen sowie den gegenwärtigen Annahmen und
Prognosen der Unternehmensleitung von Heidelberg Materials
beruhen. Solche Aussagen sind naturgemäß mit
Risiken und Unsicherheiten behaftet und können daher
deutlich von der tatsächlich eintretenden Entwicklung
abweichen. Heidelberg Materials übernimmt keine
Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, die in diesem
Halbjahresfinanzbericht gemachten zukunftsgerichteten
Aussagen zu aktualisieren.
KonzernzwischenabschlussGewinn- und Verlustrechnung des Konzernsscrollen
Gesamtergebnisrechnung des Konzernsscrollen
Kapitalflussrechnung des Konzernsscrollen
Bilanz des KonzernsAktivascrollen
Passivascrollen
Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzernsscrollen
scrollen
Segmentberichterstattung/Anhangscrollen
scrollen
scrollen
1) Die Überleitung beinhaltet:
Anhang zum KonzernzwischenabschlussBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDer Konzernzwischenabschluss der Heidelberg Materials AG
zum 30.Juni 2024 wurde auf Basis des IAS 34 (Interim
Financial Reporting) aufgestellt. Es wurden alle zum
Abschlussstichtag verbindlichen International Financial
Reporting Standards (IFRS) einschließlich der
Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS
IC) angewendet, die durch die EU-Kommission in
europäisches Recht übernommen wurden.
In Einklang mit den Regelungen des IAS 34 wurde ein im
Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023
verkürzter Berichtsumfang mit ausgewählten
Anhangangaben gewählt. Die bei der Erstellung des
Konzernzwischenabschlusses angewendeten Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze entsprechen grundsätzlich
denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2023.
Detaillierte Erläuterungen finden sich auf den Seiten
195 f. im Anhang des Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsberichts 2023, der die Grundlage für
diesen Zwischenabschluss darstellt.
Im Zusammenhang mit der im 3.Quartal 2023 beschlossenen
und zum 1. Januar 2024 wirksam gewordenen Neuordnung der
Verantwortlichkeiten innerhalb des Vorstands wurden die
Konzerngebiete neu strukturiert und die Berichterstattung
entsprechend angepasst. Seit dem 1.Januar 2024 ist der
Großteil des Konzerngebiets Nord- und
Osteuropa-Zentralasien mit West- und Südeuropa zum
Konzerngebiet Europa zusammengefasst. Die Länder
Kasachstan und Russland sind mit dem bisherigen
Konzerngebiet Afrika-Östlicher Mittelmeerraum
zusammengefasst. Das Konzerngebiet heißt seitdem
Afrika-Mittelmeerraum-Westasien. Australien wird weiterhin
als Teil des Konzerngebiets Asien-Pazifik gezeigt. In der
Berichterstattung wurden die Darstellung und der Ausweis
des Vorjahres unter Be rücksichtigung der zuvor
genannten Änderungen entsprechend angepasst.
In Übereinstimmung mit IAS 34 wurden die
Aufwendungen für Ertragsteuern in der Berichtsperiode
auf Basis des Steuersatzes abgegrenzt, der für das
gesamte Geschäftsjahr erwartet wird.
Der Konzernzwischenabschluss unterlag keiner
Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht.
Anwendung neuer RechnungslegungsstandardsFür den Konzernzwischenabschluss wurden die
folgenden neuen oder geänderten Standards und
Interpretationen des IASB erstmalig angewendet:
scrollen
Diese neuen Regelungen hatten keine wesentlichen
Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns. Die neuen Angaben im Zusammenhang
mit den Änderungen an IAS 7 Statement of Cash Flows
und IFRS 7 Financial Instruments: Disclosures: Supplier
Finance Arrangements sind erst für den
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024, nicht aber für
den Konzernzwischenabschluss zum 30.Juni 2024 erforderlich.
Saisonabhängigkeit des GeschäftsDie Produktion und der Verkauf von Baustoffen sind
aufgrund regionaler Witterungsverhältnisse
saisonabhängig. Insbesondere in unseren wichtigen
Märkten in Europa und Nordamerika wirken sich die
Wintermonate auf die Geschäftszahlen im ersten und
vierten Quartal mit niedrigeren Absätzen und
Ergebnissen aus, während diese in den wärmeren
Monaten des zweiten und dritten Quartals höher
ausfallen.
DevisenkurseDie nachfolgende Tabelle enthält die wichtigsten
Devisenkurse, die bei der Umrechnung der
Einzelabschlüsse in fremder Währung Anwendung
fanden.
Devisenkursescrollen
Unternehmenszusammenschlüsse in der BerichtsperiodeMit Wirkung zum 1. Mai 2024 hat Heidelberg Materials 100
% der Anteile an der ACE Group erworben. Die ACE Group ist
ein Anbieter von pulverisierter Flugasche in Malaysia und
umfasst drei Geschäftseinheiten, die entlang der
Wertschöpfungskette tätig sind: ACE Green-cemt
Venture (M) Sdn Bhd, ein Anbieter pulverisierter Flugasche
für die malaysische Baustoffindustrie; Asas Asia (M)
Sdn Bhd, ein Verarbeiter von Kohleasche; und AGP Logistics
(M) Sdn Bhd, ein Logistikunternehmen mit 20 Silofahrzeugen.
Mit dem Erwerb der ACE Group stärkt Heidelberg
Materials die Zirkularität innerhalb der
Wertschöpfungskette in Südostasien und setzt die
Reduzierung des CO
2-Fußabdrucks in einem weiteren wichtigen
Markt fort. Der Kaufpreis in Höhe von 53,7 Mio €
unterliegt Kaufpreisanpassungen und setzt sich aus einer
Barzahlung in Höhe von 35,6 Mio € und einer
Verbindlichkeit für eine bedingte Gegenleistung mit
einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 18,2 Mio
€ zusammen. Die bedingte Gegenleistung bemisst sich an
einem vom EBITDA der Gesellschaften der Jahre 2026 und 2027
abgeleiteten Wert und wurde auf Basis von
Wahrscheinlichkeiten ermittelt. Die Bandbreite der
Ergebnisse (nicht abgezinst) liegt zwischen 0 € und
56,4 Mio €. Der vorläufig erfasste
Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 42,6 Mio
€ repräsentiert Synergie- und Wachstumspotenziale
und ist steuerlich nicht abzugsfähig. Die
Kaufpreisallokation ist vorläufig, da insbesondere die
Bewertung der Sachanlagen und der bedingten Gegenleistung
noch nicht abgeschlossen ist.
Am 3. Mai 2024 hat Heidelberg Materials 100 % der
Anteile an der Mick George Limited, Cambridgeshire,
Großbritannien, sowie deren Tochtergesellschaften
("Mick George Group") erworben. Die Mick George Group ist
auf Massenaushub- und Erdbau-Dienste, Abbrucharbeiten und
die umweltschonende Abfall beseitigung spezialisiert.
Recycling-Dienstleistungen sowie die Lieferung von
Zuschlagstoffen und Beton ergänzen das Portfolio. Die
Gruppe betreibt vier Recyclinganlagen, acht
Abfallumschlagstationen, elf Abbaustätten für
Zuschlagstoffe und zehn Transportbetonwerke. Mit dem Erwerb
stärkt Heidelberg Materials sein Angebot an
zirkulären Materialien und erweitert sein Portfolio um
eine umfangreiche Recyclingplattform. Damit wird die
Entwicklung innovativer Technologien zur Aufbereitung und
Aufwertung von Abfällen als Wertstoff im Baukreislauf
unterstützt. Des Weiteren hat Heidelberg Materials im
Rahmen der Strategie, natürliche Rohstoffe zu schonen
und die Kreislaufwirtschaft durch Recycling sowie die
Wiederverwendung und die Verringerung des Einsatzes von
Primärrohstoffen zu fördern, am 17. Mai 2024 je
100 % der Anteile an Bristol & Avon Group Limited und
Balla Homes Ltd, Bristol, Großbritannien, sowie deren
Tochtergesellschaften ("B&A Group") erworben. Die
B&A Group ist eines der führenden Unternehmen
für die Wiederaufbereitung von Erdaushub und
Zuschlagstoffen im Südwesten Englands. Die B&A
Group ist auf die Lieferung von rezyklierten und
primären Zuschlagstoffen sowie auf
Baustellenräumung, Erdarbeiten, Bodensanierung und
nachhaltige Bodenregeneration spezialisiert. Der Kaufpreis
für die oben genannten Transaktionen, der
Kaufpreisanpassungen unterliegt, beträgt insgesamt
260,0 Mio € und setzt sich aus einer Barzahlung in
Höhe von 258,2 Mio € und einer Verbindlichkeit
für eine bedingte Gegenleistung mit einem
beizulegenden Zeitwert in Höhe von 1,8 Mio €
zusammen. Die bedingte Gegenleistung bemisst sich am EBITDA
der Gesellschaften bis zum 30. Mai 2026 und wurde auf Basis
von Wahrscheinlichkeiten ermittelt. Die Bandbreite der
Ergebnisse (nicht abgezinst) liegt zwischen 0 € und
6,3 Mio €. Die Verträge beinhalten zudem bedingte
Zahlungen an die Veräußerer, die an deren
fortgesetzte Beschäftigung geknüpft sind und
daher als separate Transaktion behandelt werden. Da die
Zahlungen Arbeitsleistungen nach dem Zusammenschluss
vergüten, werden sie als Personalaufwand über den
vereinbarten Dienstzeitraum erfasst. Der vorläufig
erfasste Geschäfts- oder Firmenwert aus den oben
genannten Transaktionen in Höhe von insgesamt 144,1
Mio € repräsentiert Synergie- und
Wachstumspotenziale und ist steuerlich nicht
abzugsfähig. Die Kaufpreisallokationen sind
vorläufig, da die Bewertungen noch nicht abgeschlossen
sind.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die vorläufigen
beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und
Schulden zum Erwerbszeitpunkt.
Vorläufige beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt (Berichtsperiode)scrollen
Im Rahmen der Unternehmenszusammenschlüsse wurden
Forderungen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe
von 62,4 Mio € erworben. Hierbei handelt es sich um
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von
54,5 Mio € sowie sonstige operative Forderungen in
Höhe von 7,9 Mio €. Der Bruttobetrag der
vertraglichen Forderungen in Höhe von 62,4 Mio €
wird voraussichtlich in voller Höhe einbringlich sein.
Die Unternehmenszusammenschlüsse haben seit dem
Erwerb 26,5 Mio € zu den Umsatzerlösen und 0,8
Mio € zum Überschuss der Periode beigetragen.
Wären die Erwerbe bereits zum 1. Januar 2024 erfolgt,
wären die Umsatzerlöse um 108,3 Mio € und
der Überschuss der Periode um 4,5 Mio €
höher ausgefallen. Im Zusammenhang mit den oben
beschriebenen Unternehmenszusammenschlüssen sind
Nebenkosten in Höhe von 1,9 Mio € angefallen, die
in den zusätzlichen ordentlichen Aufwendungen erfasst
wurden.
Darüber hinaus hat Heidelberg Materials in der
Berichtsperiode weitere Unternehmenszusammenschlüsse
vorgenommen, die für die Darstellung der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von
untergeordneter Bedeutung waren.
Unternehmenszusammenschlüsse in der VorjahresperiodeIm Rahmen der Umsetzung der
Kreislaufwirtschaftsstrategie und zur Stärkung des
Portfolios an recycelten Materialien hat Heidelberg
Materials am 9. Januar 2023 den Erwerb von 100 % der
Anteile an der RWG I Holding GmbH und deren
Tochtergesellschaften ("RWG") abgeschlossen. RWG ist ein
integrierter Anbieter im Bereich Abbruch und
Baustoffrecycling im Großraum Berlin. Die Akquisition
umfasst drei moderne Recyclingzentren und ein
spezialisiertes Abbruchunternehmen. Mit der Übernahme
stärkt Heidelberg Materials sein Angebot an
zirkulären Materialien, um den steigenden Bedarf an
nachhaltigen Baustoffen zu decken. Des Weiteren hat
Heidelberg Materials am 3. April 2023 den Erwerb der
Heilbronner SER-Gruppe, ein integriertes Unternehmen in den
Geschäftsfeldern Abbruch und Baustoffrecycling,
abgeschlossen. Der Erwerb umfasst jeweils 100% der Anteile
an SER Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG und SER
Sanierung im Erd- und Rückbau GmbH, Heilbronn, sowie
deren Tochtergesellschaften. Mit drei modernen
Recycling-Standorten ist es im Großraum Heilbronn
tätig. Der Kaufpreis für die genannten
Transaktionen beläuft sich auf insgesamt 122,7 Mio
€ und wurde in bar entrichtet. Der Geschäfts-
oder Firmenwert aus den oben genannten Transaktionen in
Höhe von insgesamt 99,6 Mio € ist steuerlich
nicht abzugsfähig und repräsentiert Synergie- und
Wachstumspotenziale.
Am 1.Mai 2023 hat Heidelberg Materials 100% der Anteile
an The SEFA Group, LLC, einschließlich der 100%igen
Tochtergesellschaft SEFA Transportation, LLC, Lexington,
South Carolina, USA, erworben. Die Unternehmen sind im
Bereich Recycling von Flugasche tätig. Der Erwerb
umfasst 20 Standorte mit mehr als 500 Beschäftigten.
Der Kaufpreis in Höhe von 183,4 Mio € unterliegt
üblichen Kaufpreisanpassungen und setzt sich aus einer
Barzahlung in Höhe von 165,2 Mio € und einer
Verbindlichkeit für eine bedingte Gegenleistung mit
einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 18,2 Mio
€ zusammen. Die bedingte Gegenleistung bemisst sich am
EBITDA der Gesellschaften bis zum 30.April 2025 und wurde
auf Basis von Wahrscheinlichkeiten ermittelt. Die
Bandbreite der Ergebnisse (nicht abgezinst) liegt zwischen
0 € und 18,2 Mio €. Zudem hat Heidelberg
Materials am 3.April 2023 im Rahmen eines Asset Deals einen
Steinbruch samt fest installierter Aufbereitungsanlage
sowie fünf mobile Brechanlagen von RMS Gravel Inc.,
Central New York, USA, erworben. Der Kaufpreis beläuft
sich auf 13,5 Mio € und wurde in bar entrichtet. Die
Kaufpreisallokationen sind abgeschlossen. Im Vergleich zu
den zum 31. Dezember 2023 berichteten Werten gab es keine
Anpassungen. Der endgültige Geschäfts- oder
Firmenwert aus den oben beschriebenen Transaktionen in
Höhe von insgesamt 12,7 Mio € ist steuerlich
abzugsfähig und repräsentiert Synergie- und
Wachstumspotenziale.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden
Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden zum
Erwerbszeitpunkt.
Beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt (Vorjahresperiode)scrollen
Darüber hinaus hat Heidelberg Materials in der
Vorjahresperiode weitere Unternehmenszusammenschlüsse
vorgenommen, die für die Darstellung der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von
untergeordneter Bedeutung waren.
Desinvestitionen in der BerichtsperiodeIm Rahmen des Programms zur Portfolio-Optimierung hat
Heidelberg Materials im Dezember 2023 mit verschiedenen
regionalen Transportspezialisten Vereinbarungen zum Verkauf
seines französischen Zementtransportgeschäfts
Tratel S.a.s. unterzeichnet. Die Transaktionen wurden im
ersten Quartal 2024 abge schlossen. Die Verkaufspreise
betrugen insgesamt 26,6 Mio € und wurden jeweils in
bar entrichtet. Aus der Veräußerung resultierte
ein Gewinn in Höhe von insgesamt 5,3 Mio €, der
im Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs
ausgewiesen wurde.
Als Bedingung für den Kauf der Mick George Group
hat die britische Wettbewerbsbehörde festgelegt, dass
Heidelberg Materials fünf Transportbetonstandorte und
zwei Zuschlagstoff-Steinbrüche veräußern
muss. Der Verkauf wurde am 3. Mai 2024 abgeschlossen. Die
Zahlung des Verkaufspreises in Höhe von insgesamt 23,4
Mio € ist zum Zeitpunkt der Erstellung des
Konzernzwischenabschlusses noch nicht erfolgt. Aus der
Veräußerung resultierte ein Gewinn in Höhe
von insgesamt 5,5 Mio €, der im Ergebnis des laufenden
Geschäftsbetriebs ausgewiesen wurde.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Vermögenswerte
und Schulden zum Veräußerungszeitpunkt.
Vermögenswerte und Schulden zum Veräußerungszeitpunkt (Berichtsperiode)scrollen
Im Zusammenhang mit diesen Desinvestitionen sind
Veräußerungsnebenkosten in Höhe von 2,2 Mio
€ angefallen, die im Ergebnis des laufenden
Geschäftsbetriebs erfasst wurden.
Darüber hinaus hat Heidelberg Materials in der
Berichtsperiode weitere Desinvestitionen vorgenommen, die
für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage von untergeordneter Bedeutung waren.
Desinvestitionen in der VorjahresperiodeHeidelberg Materials hat in der Vorjahresperiode keine
wesentlichen Desinvestitionen vorgenommen, die für die
Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
von Bedeutung waren.
Veräußerung von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen in der VorjahresperiodeHeidelberg Materials hat im Rahmen des Programms zur
Portfolio-Optimierung am 24. Februar 2023 einen Vertrag
über den Verkauf seiner 45%-Beteiligung an der
CaucasusCement Holding B.V., 's-Hertogenbosch, Niederlande,
("CCH") unterzeichnet. CCH ist die Muttergesellschaft von
HeidelbergCement Georgia Ltd. und Terjola Quarry Ltd.,
Tbilisi. Das Joint Venture umfasste zwei Zementwerke, 14
Transportbetonwerke und zwei Werke für Zuschlagstoffe.
Der Verkauf wurde am 20. April 2023 abgeschlossen. Aus der
Veräußerung resultierte ein Gewinn in Höhe
von 15,3 Mio €, der in den zusätzlichen
ordentlichen Erträgen ausgewiesen wurde.
Des Weiteren hat Heidelberg Materials am 5. Juni 2023
seine 25%-Beteiligung an der Chaney-Gruppe, USA, verkauft.
Der Verkauf umfasste Beteiligungen an sieben Unternehmen,
die als assoziierte Unternehmen in den Konzernabschluss
einbezogen wurden. Aus der Veräußerung
resultierte ein Gewinn in Höhe von 32,6 Mio €,
der in den zusätzlichen ordentlichen Erträgen
ausgewiesen wurde.
Die Verkaufspreise der oben beschriebenen Transaktionen
in Höhe von insgesamt 178,5 Mio € wurden in bar
entrichtet.
Umsatzentwicklung nach Konzerngebieten und Geschäftsbereichenscrollen
scrollen
Ergebnis je Aktiescrollen
Geschäfts- oder FirmenwerteGeschäfts- oder Firmenwerte werden im Heidelberg
Materials Konzern grundsätzlich einmal jährlich
im vierten Quartal nach Fertigstellung der operativen
Dreijahresplanung oder bei Anzeichen für einen
möglichen Wertminderungsbedarf einem
Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Impairment of
Assets) unterzogen. Im Rahmen dieser
Wertminderungsprüfung wird der Buchwert einer Gruppe
von Zahlungsmittel generierenden Einheiten (CGU), denen ein
Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, mit dem
erzielbaren Betrag dieser Gruppe von CGUs verglichen. Zum
30.Juni 2024 hat das Management geprüft, ob neue
Anzeichen für einen Wertminderungsbedarf vorliegen.
Aus der Überprüfung ergab sich keine
Notwendigkeit für eine Wertminderung.
EigenkapitalveränderungsrechnungDie Hauptversammlung der Heidelberg Materials AG hat mit
Beschluss vom 11. Mai 2023 den Vorstand gemäß
§ 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG unter anderem ermächtigt,
die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen
Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren
Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Der Vorstand
der Heidelberg Materials AG hat am 19. Februar 2024
beschlossen, unter Ausnutzung dieser Ermächtigung
4.117.499 Stück entsprechend erworbene eigene Aktien
unter Herabsetzung des Grundkapitals um 12.352.497 €
einzuziehen. Das entspricht ca. 2,21 % des Grundkapitals
der Gesellschaft vor Einziehung und Kapitalherabsetzung.
Das Grundkapital der Heidelberg Materials AG beträgt
nach Durchführung der Einziehung der Aktien und
Kapitalherabsetzung 546.204.360 € und ist in
182.068.120 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit
einem auf die einzelne Aktie entfallenden anteiligen Betrag
des Grundkapitals von 3,00 € eingeteilt.
Am 21. Februar 2024 hat der Vorstand mit Zustimmung des
Aufsichtsrats beschlossen, ein neues
Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis
zu 1,2 Mrd € (ohne Erwerbsnebenkosten) und einer
Laufzeit bis spätestens Ende 2026 aufzulegen. Es ist
vorgesehen, den Aktienrückkauf in drei Tranchen
durchzuführen. Die erste Tranche hat am 23. Mai 2024
begonnen. Bis zum Abschlussstichtag wurden 936.672 Aktien
zu einem Gesamtpreis von 90,3 Mio € (ohne
Erwerbsnebenkosten) erworben.
Der Bestand eigener Aktien zum 30.Juni 2024 ergibt sich
aus der folgenden Übersicht:
Eigene Aktienscrollen
Die Veränderung der
Währungsumrechnungsrücklage um 325,0 Mio €
ist im Wesentlichen auf die Aufwertung des US-Dollar
gegenüber dem Euro zurückzuführen.
Die Änderung von Anteilen an Tochterunternehmen in
Höhe von 16,7 Mio € resultiert insbesondere aus
dem Anteilserwerb von 0,7% an PT Indocement Tunggal
Prakarsa Tbk., Indonesien, durch den Erwerb eigener Aktien.
Im Geschäftsjahr wurden an die Aktionäre der
Heidelberg Materials AG Dividenden in Höhe von 546,2
Mio € (3,00 € je Aktie) gezahlt.
PensionsrückstellungenDie versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste,
die erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst werden,
wurden auf Basis der zum Abschlussstichtag gültigen
Zinssätze für die wesentlichen Länder
ermittelt. Zum 30. Juni 2024 ergaben sich insgesamt Gewinne
aus der Neubewertung in Höhe von 36,9 Mio €.
Hierin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne in
Bezug auf die Pensionsverpflichtungen in Höhe von
149,3 Mio €, die auf einen Anstieg des gewichteten
Rechnungszinssatzes um ca. 0,4 Prozentpunkte
zurückzuführen sind, sowie Verluste aus der
Neubewertung des Planvermögens in Höhe von 112,5
Mio €.
Angaben zu FinanzinstrumentenDie folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und die
beizulegenden Zeitwerte für die einzelnen Klassen der
Finanzinstrumente sowie die Fair-Value-Hierarchien der
Vermögenswerte und Schulden, die in der Bilanz zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumentenscrollen
Bei den Finanzinvestitionen in Stufe 1 wird der
beizulegende Zeitwert anhand der am Abschlussstichtag
veröffentlichten Kursnotierungen bestimmt.
Die Finanzinvestitionen in Stufe 3 enthalten
Beteiligungen, auf die Heidelberg Materials keinen
maßgeblichen Einfluss hat. Die Fair-Value-Bewertung
erfolgt überwiegend anhand der Multiplikator-Methode.
Hierbei wird der anteilige Unternehmenswert auf Basis
unternehmensspezifischer Größen anhand von
EBITDA bzw. Umsatzmultiplikatoren ermittelt. Die
erfolgswirksame Neubewertung wird im Ergebnis aus sonstigen
Beteiligungen ausgewiesen. Hinsichtlich möglicher
Unsicherheiten in Bezug auf die Ermittlung des
beizulegenden Zeitwerts dieser Finanzinvestitionen
verweisen wir auf die Erläuterungen auf Seite 252 im
Anhang des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts
2023. In der Berichtsperiode ergaben sich keine
wesentlichen Änderungen zu den dort gemachten
Erläuterungen.
Bei den Forderungen in Stufe 2 handelt es sich um
Forderungen, die im Rahmen von Factoring-Transaktionen zur
Veräußerung vorgesehen sind. Zur Ermittlung des
beizulegenden Zeitwerts werden überwiegend die Preise
für kürzlich stattgefundene Transaktionen
herangezogen.
Bei den liquiden Mitteln in Stufe 1 handelt es sich um
hochliquide Geldmarktfonds, deren beizulegender Zeitwert
durch die Multiplikation der Anteile mit der Kursnotierung
am Abschlusstag bestimmt wurde.
Die derivativen Finanzinstrumente mit und ohne
Sicherungsbeziehungen in Stufe 2 umfassen Zins-,
Währungs- und Energiederivate. Die Bewertung erfolgt
mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle auf Basis
beobachtbarer Input-Parameter. Bei den derivativen
Finanzinstrumenten mit Sicherungsbeziehungen in Stufe 3
handelt es sich um eingebettete Derivate aus langfristigen
Stromlieferverträgen von Solar- und Wind kraftanlagen.
Die beizulegenden Zeitwerte werden durch die Abzinsung der
künftig erwarteten Zahlungsströme ermittelt, die
wesentlich von zukünftigen Strommarktpreisen bestimmt
werden.
Um die Klasse "Finanzinvestitionen erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert" auf den dazugehörigen
Bilanzposten überzuleiten, sind Beteiligungen an
Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten
Unternehmen von untergeordneter Bedeutung in Höhe von
64,3 (i.V.: 60,4) Mio € hinzuzurechnen. Die Klassen
"Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Forderungen" sowie "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und übrige operative Verbindlichkeiten"
sind ebenfalls nicht unmittelbar auf die dazugehörigen
Bilanzposten überleitbar, da diese neben den
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
auch nichtfinanzielle Vermögenswerte in Höhe von
1.381,2 (i.V.: 1.222,3) Mio € sowie nicht-finanzielle
Verbindlichkeiten in Höhe von 798,8 (i.V.: 800,2) Mio
€ enthalten. Für die Überleitung der Klasse
"Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und übrige sonstige
Finanzverbindlichkeiten" auf die dazugehörigen
Bilanzposten sind Leasingverbindlichkeiten in Höhe von
1.091,1 (i.V.: 1.088,5) Mio € zu berücksichtigen.
Detaillierte Erläuterungen zur Vorgehensweise bei
der Fair-Value-Bewertung gemäß IFRS 13 finden
sich auf Seite 252 f. im Anhang des Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsberichts 2023. Die Beurteilung, ob es bei
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten,
die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, zu einem
Transfer zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie
gekommen ist, erfolgt jeweils zum Ende der Berichtsperiode.
In der abgelaufenen Berichtsperiode wurden keine
Umgruppierungen vorgenommen.
Angaben zu nahestehenden Unternehmen und PersonenIm Berichtszeitraum ergaben sich neben den üblichen
Geschäftsbeziehungen keine berichtspflichtigen
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen.
EventualverbindlichkeitenZum Abschlussstichtag bestehen Eventualverbindlichkeiten
in Höhe von 136,5 (i.V.: 181,9) Mio €, die im
Wesentlichen im Zusammenhang mit ertragsteuerlichen Risiken
stehen. Der Zeitpunkt der möglichen
Zahlungsmittelabflüsse für die
Eventualverbindlichkeiten ist unsicher, da sie von
unterschiedlichen externen Faktoren abhängen, die
außerhalb des Einflussbereichs von Heidelberg
Materials liegen. Die Anwendung steuerlicher Regelungen
kann zum Zeitpunkt der Berechnung von
Steuererstattungsansprüchen und -verbindlichkeiten
ungeklärt sein. Bei der Berechnung der
Steuerpositionen ist die jeweils wahrscheinlichste
Anwendung zugrunde gelegt. Ungeachtet dessen kann die
Finanzverwaltung hierzu eine abweichende Auffassung
vertreten. Aus einer abweichenden Auffassung können
sich zusätzliche steuerliche Verbindlichkeiten
ergeben.
Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 5.Juli 2024 unterzeichnete Heidelberg Materials einen
Kaufvertrag über den Erwerb der wesentlichen
Vermögenswerte von Victory Rock USA LLC, Orem, USA,
einem Hersteller von hochwertigen Zuschlagstoffen für
Beton und Asphalt sowie anderen verwandten Produkten mit
zwei gut positionierten Steinbrüchen. Am 15. Juli 2024
unterzeichnete Heidelberg Materials einen Kaufvertrag zur
Übernahme von Highway Materials Inc., Flourtown, USA,
einem der größten unabhängigen
Zuschlagstoff- und Asphalthersteller im Großraum
Philadelphia. Die Übernahme umfasst vier
Schottersteinbrüche, neun Asphaltmischanlagen, zwei
Betriebe für die Aufbereitung von unbelasteten und
sortenreinen Recyclingmaterialien, eine
Betonrecyclinganlage sowie ein
Baudienstleistungsunternehmen. Am 18. Juli 2024
unterzeichnete Heidelberg Materials einen Kaufvertrag zur
Übernahme von Carver Sand & Gravel LLC, Coey-mans,
USA, einem großen Zuschlagstoffproduzenten im Raum
Albany, New York. Zu dieser Übernahme gehören
vier Steinbrüche, drei Sand- und Kiesgruben, ein
Transportunternehmen, zwei interne Wartungswerkstätten
sowie zwei Asphaltwerke. Die vorläufigen Kaufpreise
für die oben erläuterten Transaktionen belaufen
sich auf rund 450 Mio € und unterliegen üblichen
nachträglichen Kaufpreisanpassungen. Mit diesen
Akquisitionen baut Heidelberg Materials seine Präsenz
in drei Kernmärkten in den USA weiter aus und
erweitert gleichzeitig sein wachsendes Portfolio an
Kreislauflösungen in Nordamerika. Die erstmalige
Bilanzierung dieser Unternehmenszusammenschlüsse war
bis zur Veröffentlichung des
Konzernzwischenabschlusses unvollständig. Für die
Erstellung der weiteren Angaben nach IFRS 3 Paragraph B64
lagen noch keine Bewertungen vor.
Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt wird, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Heidelberg, 30. Juli 2024
Heidelberg Materials AG
Der Vorstand
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