Heidelberger Beteiligungsholding AG

Heidelberg

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023

Zwischenlagebericht der Heidelberger Beteiligungsholding AG für das
erste Geschäftshalbjahr 2023 (1. Januar 2023 - 30. Juni 2023)

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das erste Halbjahr 2023 stellte die Experten wieder vor große Herausforderungen. Trotz düsterer Wirtschaftsprognosen stiegen die Börsenindizes deutlich, allerdings oftmals getragen von wenigen großen Tech-Werten in den USA. Das Damoklesschwert der Ukrainekrise schwebte das ganze Halbjahr über der weltweiten Industrie. Bisher wird der Ukrainekrieg als ein regional begrenztes Ereignis eingeordnet. Für die nahe Zukunft wird für Deutschland und die EU überwiegend von einer rezessiven wirtschaftlichen Entwicklung ausgegangen.

Im 2. Quartal 2023 sank das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,6%, während es im ersten Quartal 2023 noch um 0,1% gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen war. Die privaten Konsumausgaben haben sich nach dem schwachen Winterhalbjahr, das durch die Gasmangellage geprägt war, stabilisiert.

Nach Schätzungen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, ist in der EU das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2023 um 0,5% im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. Hier kommen insbesondere gesunkene private und staatliche Konsumausgaben zum Tragen. Im ersten Quartal 2023 war das BIP in der EU im Vergleich zum Vorjahresquartal noch um 1,1% gestiegen.

Nach Angaben des Bureau of Economic Analyses (Bea) ist das Bruttoinlandsprodukt der USA im zweiten Quartal 2023 annualisiert um 2,4 % gestiegen. Im ersten Quartal war die Wirtschaft um annualisiert 2,0% gewachsen.

Wichtige Zentralbanken der Welt, darunter die amerikanische Fed und die europäische EZB, befinden sich weiterhin im Zinserhöhungszyklus aufgrund fortwährend zu hoher Inflationsraten. Die Leitzinsen und Kapitalmarktzinsen sind im Laufe des ersten Halbjahres deutlich gestiegen. Auch jüngst im Juli 2023 haben die Fed und die EZB wieder einen Zinsschritt nach oben beschlossen, obwohl die Inflationsraten bereits zurückgehen. Die Leitzinsen wurden um 0,25% angehoben. So stieg der Refinanzierungszinssatz der Europäischen Zentralbank für Banken auf 4,25% und hat sich damit innerhalb Jahresfrist von 0,5% vervielfacht. Der Einlagenzinssatz für Banken liegt nun bei 3,75%. Dieser Satz lag vor 12 Monaten noch bei 0%.Es könnten weitere Leitzinserhöhungen kommen, wenn die Inflationsrate nicht deutlich in Richtung des strategischen Ziels von 2% fällt. Das absolute Zinsniveau ist in den letzten Monaten stark gestiegen. Dies hatte bereits massive negative Effekte auf die Immobilien- und Bauwirtschaft. Der kurzfristige 3-Monats-Euribor-Zinssatz ist im bisherigen Jahresverlauf von 2,162% auf 3,577% zum Halbjahresstichtag gestiegen. Der Euribor gibt den Zinssatz an, zu dem sich Banken untereinander Geld ausleihen. Der Refinanzierungszins befindet sich damit nach jahrelanger negativer Rendite wieder deutlich im positiven Bereich.

Der Zielwert der EZB für die Inflationsrate von 2% ist aktuell noch weit entfernt. Im Juni lag die Inflationsrate bei +6,4% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Wesentlichster Grund für die hohe Inflationsrate sind stark steigende Preise für Nahrungsmittel, während sich die Energiepreise nur noch mit 3,0% verteuerten. Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Juni 2023 laut Eurostat bei 5,5%. Hierbei stiegen die Preise für Lebensmittel deutlich um 11,7%. Aber auch die Preise für Dienstleistungen und Industriegüter stiegen um über 5%. Die Energiepreise fielen dagegen von ihrem hohen Niveau um 5,6%.

Im Berichtszeitraum hat der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert gewonnen. Ausgehend von einem Wert von 1,0687 US-Dollar zum Beginn des Jahres stieg der Euro zum Ende des 1. Halbjahres auf 1,0924 US-Dollar. Diese Relation wird insbesondere durch die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen in Europa und USA beeinflusst.

Der deutsche Aktienindex DAX hat sich im ersten Halbjahr 2023 sehr positiv entwickelt. Er stieg von seinem Ultimowert 2022 bei 13.924 Punkten um 15,9% auf 16.148 Punkte. Mitte Juni markierte der DAX mit einem Wert von 16.427 ein neues Allzeithoch. Der amerikanische Dow Jones Index entwickelte sich im Berichtszeitraum etwas schlechter. Ausgehend von einem Stand von 33.147 Punkten zum Ende des Jahres 2022 stieg der Index um rund 3,8% auf 34.407 Punkte zum Ende des Halbjahres.

Ertragslage

Die Heidelberger Beteiligungsholding AG erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2023 ein deutlich positives Ergebnis. Dieses resultiert im Wesentlichen aus der Veräußerung eines Wertpapieres des Anlagevermögens.

Die Gewinn- und Verlustrechnung der Heidelberger Beteiligungsholding AG weist für den Zeitraum 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023 einen Bilanzverlust von rund 4.919 TEUR (Vj. Bilanzverlust 4.039 TEUR) aus. Der Jahresüberschuss von rund 4.024 TEUR liegt deutlich über dem Jahresfehlbetrag von rund 3.751 TEUR des Vorjahres. Das Ergebnis vor Steuern erreichte im ersten Halbjahr rund 4.024 TEUR (Vj. rund - 3.680 TEUR). Die „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ betragen zum Halbjahr 2023 rund 0,4 TEUR (Vj. rund 71 TEUR).

Das positive Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus „Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen“ von rund 2.548 TEUR (Vj. rund 325 TEUR) sowie „Zuschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens“ von rund 1.190 TEUR (Vj. rund 266 TEUR).

Die „Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen“ belaufen sich auf rund 2.548 TEUR (Vj. rund 325 TEUR) und betreffen den Verkauf der Anteile an der GK Software SE.

Die „Zuschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens“ von rund 1.190 TEUR (Vj. rund 266 TEUR) beinhalten im ersten Geschäftshalbjahr 2023 wie im Vorjahr ausschließlich Zuschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens. Hervorzuheben ist die Zuschreibung in Höhe von rund 1.002 TEUR auf das Investment in bioXXmed AG, vormals CytoTools AG.

„Abschreibungen auf Finanzanlagen“ waren im ersten Halbjahr keine zu berücksichtigen (Vj. rund 3.357 TEUR).

In dem Posten „Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens“ von rund 550 TEUR (Vj. rund 1.629 TEUR) sind im Wesentlichen Abschreibungen von rund 346 TEUR (Vj. 0 TEUR) auf die Beteiligung am Rohstoffunternehmen K+S AG berücksichtigt sowie Abschreibungen von rund 188 TEUR (Vj. rund 156 TEUR) auf die Beteiligung an der Epigenomics AG.

„Sonstige betriebliche Erträge“ fielen im ersten Halbjahr mit 2 Euro sehr gering aus (Vj. rund 26 TEUR).

Der Personalaufwand in Höhe von rund 96 TEUR liegt leicht über dem Vorjahr (Vj. rund 93 TEUR) und enthält ausschließlich die Vorstandsvergütung und Personalrückstellungen.

Die „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ von rund 277 TEUR liegen deutlich über dem Vorjahreswert (Vj. rund 106 TEUR) bedingt durch eine Wertberichtigung auf eine Zinsforderung im Zusammenhang mit der Wandelanleihe der Arrow Ressources. Der Posten beinhaltet ansonsten im Wesentlichen Kosten der Hauptversammlung, Abschluss - und Prüfungsaufwendungen, Raumkosten, Aufsichtsratsvergütungen sowie Kosten im Zusammenhang mit der Börsennotierung und Bankgebühren.

Aus den „Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens“ resultiert ein Ergebnisbeitrag von rund 606 TEUR (Vj. rund 427 TEUR). Hierin enthalten sind die Dividendenerträge aus den einzelnen Aktienpositionen des Anlagevermögens. Hervorzuheben ist der Dividendenzufluss von der B.M.P. Pharma Trading AG in Höhe von rund 513 TEUR.

„Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“ wurden im ersten Halbjahr in Höhe von rund 606 TEUR erzielt (Vj. 461 TEUR). Darin enthalten sind Dividenden des Umlaufvermögens in Höhe von rund 250 TEUR sowie Zinsen aus der Wandelanleihe der Arrow Ressources und Bankguthaben.

Die Zinsaufwendungen von rund 2 TEUR (Vj. rund 0 TEUR) liegen leicht über dem Vorjahresniveau.

„Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ waren in sehr geringer Größenordnung von rund 0,4 TEUR zu berücksichtigen (Vj. rund 71 TEUR).

Vermögens- und Finanzlage

Das Anlagevermögen der Heidelberger Beteiligungsholding AG beläuft sich zum Ende des ersten Geschäftshalbjahres 2023 auf rund 2.428 TEUR (31. Dezember 2022 3.077 TEUR). Es besteht zum überwiegenden Teil aus Wertpapieren des Anlagevermögens von rund 2.424 TEUR (31. Dezember 2022 3.072 TEUR). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf der Beteiligung an der GK Software SE. Weitere größere Beteiligungen im Anlagevermögen bestehen in Aktien der Einhell Germany AG VZ, B.M.P. Pharma Trading AG und DocCheck AG.

Mit rund 19.879 TEUR ist das Umlaufvermögen zum 30. Juni 2023 im Berichtszeitraum gestiegen (31. Dezember 2022 15.428 TEUR). Darin enthalten sind sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von rund 491 TEUR (31. Dezember 2022 114 TEUR). Diese beinhalten im Wesentlichen Zinsforderungen auf die Wandelschuldverschreibung der Arrow Ressources in Höhe von rund 183 TEUR (31. Dezember 2022 18 TEUR) sowie Steuerrückforderungen in Höhe von rund 307 TEUR (31. Dezember 2022 94 TEUR). Mit rund 13.393 TEUR (31. Dezember 2022 12.353 TEUR) macht der Wertpapierbestand den größten Teil des Umlaufvermögens aus. Der Posten besteht überwiegend aus Anleihen und kurzfristig gehaltenen Aktienpositionen. Große Positionen waren die Aktien der bioXXmed AG, der Bayer AG sowie der polnischen XTPL S.A. Das Umlaufvermögen beinhaltet ebenfalls Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von rund 5.995 TEUR (31. Dezember 2022 2.961 TEUR).

Die deutliche Erhöhung der Bankguthaben ist wesentlich auf die Verkäufe von Aktien zurückzuführen.

Das Eigenkapital wies zum 30. Juni 2023 einen Wert von rund 22.194 TEUR (31. Dezember 2022 18.171 TEUR) auf. Es ist damit aufgrund des positiven Periodenergebnisses um rund 22,1 % gestiegen. Die Eigenkapitalquote beträgt bei einer Bilanzsumme von rund 22.306 TEUR zum 30. Juni 2023 rund 99,5 % (31. Dezember 2022 98,2 %).

Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 28. Juni 2023 wurden bis auf die turnusmäßig geforderten Beschlüsse keine weiteren gefasst. Die RSM GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf wurde zum Abschlussprüfer des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 gewählt.

Die einzelnen Posten des Eigenkapitals haben sich wie folgt entwickelt:

 

Eigenkapitalveränderungsrechnung der Heidelberger Beteiligungsholding AG

 

Entwicklung des Eigenkapitals vom 01. Januar 2023 bis zum 30. Juni 2023

Gezeichnetes Kapital
TEUR

Eigene
Anteile
TEUR

Gezeichnetes Kapital (netto)
TEUR

Kapital-
rücklage
TEUR

Stand 01.01.2022

274,4

-6,1

268,3

14.623,3

Jahresfehlbetrag 2022

0,0

0,0

0,0

0,0

Stand 31.12.2022

274,4

-6,1

268,3

14.623,3

Jahresüberschuss 30.06.2023

0,0

0,0

0,0

0,0

Stand 30.06.2023

274,4

-6,1

268,3

14.623,3

erwirtschaftetes Eigenkapital

Gesetzliche Rücklage
TEUR

andere Gewinn-
rücklagen
TEUR

Bilanz-
verlust
TEUR

Gesamt-
eigenkapital
TEUR

Stand 01.01.2022

532,6

11.689,0

-287,7

26.825,5

Jahresfehlbetrag 2022

0,0

0,0

-8.654,6

-8.654,6

Stand 31.12.2022

532,6

11.689,0

-8.942,3

18.170,9

Jahresüberschuss 30.06.2023

0,0

0,0

4.023,5

4.023,5

Stand 30.06.2023

532,6

11.689,0

-4.918,7

22.194,4

Der Bestand an eigenen Aktien ist zum 30. Juni 2023 mit 6.090 eigene Aktien im Vergleich zum 31. Dezember 2022 unverändert.

Die Rückstellungen in Höhe von rund 89 TEUR (31. Dezember 2022 84 TEUR) beinhalten neben Steuerrückstellungen in Höhe von rund 5 TEUR (31. Dezember 2022 rund 5 TEUR) im Wesentlichen Rückstellungen für anteilige Aufsichtsratsvergütungen und Abschlussprüfung.

Die Bilanz zum 30. Juni 2023 weist Verbindlichkeiten von rund 23 TEUR (31. Dezember 2022 rund 253 TEUR) aus. Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Bankverbindlichkeiten bestehen keine.

Die Heidelberger Beteiligungsholding bewertet und berechnet regelmäßig im Rahmen einer Vermögensaufstellung das Portfolio der Gesellschaft zu aktuellen Marktwerten. In diesem Zusammenhang wird auch der Nettovermögenswert bzw. Net Asset Value (NAV) berechnet und monatlich veröffentlicht.

Im ersten Halbjahr 2023 entwickelte sich der NAV je Aktie der Heidelberger Beteiligungsholding AG mit einem Anstieg um 19,4 % auf 108,98 EUR positiv. Am Jahresanfang 2023 betrug der (geänderte) NAV je Aktie 91,26 EUR. Die Berechnung erfolgte auf Basis der Anzahl der ausstehenden Aktien von 268.310 Stück. Hierzu wurden von der ausgegeben Aktienanzahl von 274.400 Stück die Anzahl der eigenen Aktien im Bestand von 6.090 Stück abgezogen.

Der NAV der Heidelberger Beteiligungsholding AG ist der Substanzwert der Gesellschaft. Er ist definiert als die Summe der wesentlichen Vermögensgegenstände zum Verkehrswert abzgl. der wesentlichen Verbindlichkeiten. Wichtigste Einzelposition des NAV bei der Heidelberger Beteiligungsholding AG ist der Börsenwert der Portfoliopositionen zum Stichtag. Der Börsenwert wird in der Regel mit den Schlusskursen an den umsatzstärksten Börsen ermittelt. Nicht börsengehandelte Wertpapiere werden, soweit werthaltig, zu Anschaffungskosten angesetzt. Nachbesserungsrechte, z.B. aus Spruchstellenverfahren oder Verträgen, und Rückstellungen werden in der Portfoliobewertung nicht berücksichtigt. Hinzuaddiert werden die Kontostände sämtlicher Bankkonten, d.h. Guthaben und Verbindlichkeiten werden miteinbezogen. Ebenso werden wesentliche Forderungen und die geschätzte Steuerposition zum Stichtag kalkuliert. Nach aktueller Steuergesetzgebung sind Gewinne und Verluste aus Wertänderungen von Beteiligungen größtenteils steuerneutral. Eigene Aktien im Bestand werden im NAV nicht berücksichtigt. Der NAV ist eine stichpunktbezogene Betrachtung und kann sich jederzeit ändern. Er kann aufgrund von Schätzungen und Annahmen nur näherungsweise berechnet werden und unterliegt Schwankungen, unter anderem weil börsennotierte Wertpapiere mit ihrem Stichtagskurs bei der Ermittlung des NAV zum Stichtag bewertet werden.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zum Erstellungszeitpunkt gab es keine wesentlichen Ereignisse, die auf den Geschäftsverlauf der Gesellschaft Einfluss haben.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungen, Treuhandverhältnisse

Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2023 gab es keine wesentlichen „sonstige finanzielle Verpflichtungen“. Die bestehenden sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind alle kurzfristig.

Die außergewöhnlichen Geschäftsvorfälle des ersten Geschäftshalbjahres 2023 betreffen aufgrund ihrer Größenordnung:

der Ertrag aus der Veräußerung der Anteile an der GK Software SE in Höhe von 2.548 TEUR.

die Zuschreibung auf Anteile an der bioXXmed AG in Höhe von 1.002 TEUR.

Prognosebericht

Im ersten Halbjahr hat sich die Bewertung des Portfolios der Heidelberger Beteiligungsholding nach dem hohen Wertverlust des Geschäftsjahres 2022 deutlich erholt. Hierzu trug auch die Übernahme der GK Software SE durch die japanische Fujitsu bei. GK Software war viele Jahre lang eine Kernposition des Portfolios und erzielte im Zuge des Übernahmeprozesses eine deutliche Wertsteigerung. Auch im zweiten Halbjahr sind vereinzelt Sonderentwicklungen möglich. Zudem sind Wertaufholungen bei aktuell noch negativen Investments möglich.

Die Konjunkturdaten zeichnen größtenteils ein negatives Bild der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und weltweit. Die steigenden Zinsen aufgrund der Inflationsbekämpfung durch die Zentralbanken, der Krieg in der Ukraine und die geopolitischen Anspannungen mit China schaffen ein sehr schwieriges Umfeld. Auch die inverse Zinsstrukturkurve ist nach empirischen Daten ein negativer Vorbote für die Wirtschaft. Die andauernden Zinserhöhungen der internationalen Zentralbanken entziehen den Kapitalmärkten Liquidität. Dies kann zu Kapitalabflüssen aus den Aktienmärkten führen. Es sind jederzeit, auch unter geopolitischen Gesichtspunkten, negative Überraschungen möglich. Der Ukrainekrieg bleibt ein Unsicherheitsfaktor, dessen Relevanz schlagartig zunehmen kann und damit entscheidenden Einfluss auf die Weltwirtschaft und somit auf die Kapitalmärkte haben kann.

Im zweiten Halbjahr sind daher deutlich stärker schwankende Kurse zu erwarten. Eine klare Richtung ist nicht prognostizierbar, trotz aktuell freundlicher Börsenindizes. Die Entwicklung verschiedener Branchen und Unternehmen ist höchst differenziert zu betrachten.

Den wechselnden Bedingungen begegnet die Heidelberger Beteiligungsholding AG mit einer Streuung des Portfolios sowie einer Mischung aus Anleihen und Aktien.

Die Börsenentwicklung im zweiten Halbjahr und damit auch die Geschäftsentwicklung der Heidelberger Beteiligungsholding AG sind aufgrund der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren nicht zu prognostizieren. Da der Geschäftserfolg der Heidelberger Beteiligungsholding AG auch von der allgemeinen Entwicklung der Kapitalmärkte abhängt, ist eine konkrete Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr nicht möglich. Die Einschätzung des Vorstands aus dem Jahresabschluss 2022 eines im Vergleich zum Vorjahr erheblich steigenden Jahresergebnisses wird mit dem positiven Halbjahresergebnis unterstützt. Auch die Einschätzung einer deutlich steigenden Eigenkapitalrendite ist unverändert. Hierzu verweisen wir auch auf die Ausführungen im Jahresabschluss 2022.

Die Erreichung des grundsätzlichen Ziels einer 10%igen Eigenkapitalrendite vor Steuern auf das zum Jahresanfang vorhandene Eigenkapital nach HGB hält der Vorstand für das Gesamtjahr 2023 aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr bei allerdings unsicheren konjunkturellen Aussichten für die Weltwirtschaft für möglich. Die Erreichung hängt aber auch davon ab, in wie weit der Vorstand stille Reserven in vorhandenen Buchgewinnen im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2023 realisiert. Die Realisierung stiller Reserven wird vom Vorstand nach Einschätzung des einzelnen Investments vorgenommen, nicht nach Geschäftsjahren. Die Gewinnrealisierungen nach HGB können sich daher in zukünftige Geschäftsjahre verlagern.

Die Zielerreichung hängt zudem wesentlich von möglichen Abschreibungen bzw. Zuschreibungen auf einzelne Investments ab. Hierbei sind die - nicht prognostizierbaren - Börsenkurse zum Jahresende bestimmend.

Schließlich ist heute noch nicht absehbar, welche Investmentgelegenheiten sich im weiteren Jahresverlauf ergeben. So könnten kurzfristige erfolgreiche Investments das Jahresergebnis positiv beeinflussen. Es stehen aktuell Finanzmittel zur Nutzung von Opportunitäten zur Verfügung.

Chancen- und Risikobericht

Das Jahresergebnis ist für eine Beteiligungsgesellschaft wie die Heidelberger Beteiligungsholding AG aufgrund der Abhängigkeit von externeren Faktoren, insbesondere von der allgemeinen Börsenentwicklung, nur schwer plan- und vorhersehbar. Das Ergebnis in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres wird wie in der Vergangenheit stark von der Entwicklung der Wertpapierkurse abhängen, da börsennotierte Beteiligungen und Wertpapiere für die Gesellschaft wesentlich sind.

Unter Chancen- und Risikogesichtspunkten sieht sich die Heidelberger Beteiligungsholding AG durch die breite Streuung ihres Portfolios für die zukünftigen Entwicklungen gut aufgestellt. Im Übrigen wird bezüglich der Chancen und Risiken der Geschäftstätigkeit auf den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 verwiesen.

Angaben zu wesentlichen Geschäften mit nahe stehenden Personen

Es besteht ein Konzernumlagevertrag mit der Deutsche Balaton AG. Dieser wurde zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Die Heidelberger Beteiligungsholding AG verkaufte Aktien der GK Software SE zu marktüblichen Bedingungen (Börsenkurs) an die Deutsche Balaton AG

Angaben nach § 115 Abs. 5 WpHG

Der vorliegende Halbjahresabschluss mit Lagebericht der Heidelberger Beteiligungsholding AG wurde keiner prüferischen Durchsicht unterzogen.

 

Heidelberg, im August 2023

Der Vorstand

Heidelberger Beteiligungsholding AG, Heidelberg
Bilanz zum 30. Juni 2023

AKTIVA 30.06.2023
EUR
31.12.2022
EUR

A. ANLAGEVERMÖGEN

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen rechten und Werten

1.049,50

1.162,00

II. Sachanlagen

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

2.705,03

3.493,00

III. Finanzanlagen

Wertpapiere des Anlagevermögens

2.423.809,04

3.072.357,61

2.427.563,57

3.077.012,61

B. UMLAUFVERMÖGEN

I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sonstige Vermögensgegenstände

491.322,94

114.101,16

II. Wertpapiere

Sonstige Wertpapiere

13.392.709,36

12.353.236,41

III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

5.994.831,75

2.960.993,96

19.878.864,05

15.428.331,53

C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Aktive Rechnungsabgrenzung

0,00

2.081,03

22.306.427,62

18.507.425,17

PASSIVA 30.06.2023
EUR
31.12.2022
EUR

A. EIGENKAPITAL

Gezeichnetes Kapital

274.400,00

274.400,00

Nennbetrag eigener Anteile

-6.090,00

-6.090,00

I. Ausgegebenes Kapital

268.310,00

268.310,00

II. Kapitalrücklage

14.623.286,97

14.623.286,97

III. Gewinnrücklagen

1. Gesetzliche Rücklage

532.563,44

532.563,44

2. andere Gewinnrücklagen

11.688.969,04

11.688.969,04

IV. Bilanzverlust

-4.918.707,99

-8.942.251,53

22.194.421,46

18.170.877,92

B. RÜCKSTELLUNGEN

1. Steuerrückstellungen

5.108,00

5.108,00

2. sonstige Rückstellungen

84.176,54

78.554,46

89.284,54

83.662,46

C. VERBINDLICHKEITEN

1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr TEUR 1 (Vj.: TEUR 0)

979,82

130,90

2. Sonstige Verbindlichkeiten
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr TEUR 22 (Vj.: TEUR 253)
davon aus Steuern TEUR 6 ( Vj.: TEUR 6)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 0 (Vj.: TEUR 1)

21.741,80

252.753,89

22.721,62

252.884,79

22.306.427,62

18.507.425,17

Heidelberger Beteiligungsholding AG, Heidelberg
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2023

1.1.-30.06.2023 1.1.-30.06.2022
EUR EUR

1. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen

2.547.712,38

325.164,10

2. Zuschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens

1.190.299,12

266.305,45

3. Abschreibungen auf Finanzanlagen

0,00

3.356.953,71

4. Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

549.843,11

1.629.241,68

5. Sonstige betriebliche Erträge

2,00

25.750,16

6. Personalaufwand

a) Löhne und Gehälter

96.477,27

92.500,00

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
davon Aufwendungen für Altersversorgung TEUR 0 (i. Vj.: TEUR 0)

253,45

26,24

7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

900,47

901,46

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen

277.235,97

105.957,77

9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

606.391,53

427.297,69

10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon von verbundenen Unternehmen TEUR 0 (i.Vj.: TEUR 0)

605.931,65

460.867,89

11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

1.643,07

62,00

12. Ergebnis vor Steuern

4.023.983,34

-3.680.257,57

13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

439,80

70.925,36

14. Ergebnis nach Steuern

4.023.543,54

-3.751.182,93

15. Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag

4.023.543,54

-3.751.182,93

16. Verlustvortrag aus dem Vorjahr

8.942.251,53

287.660,60

17. Bilanzverlust

-4.918.707,99

-4.038.843,53

Anhang zum Halbjahresabschluss der Heidelberger Beteiligungsholding AG
für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2023

Geschäftstätigkeit der Gesellschaft

Die Heidelberger Beteiligungsholding AG ist eine börsennotierte Holdinggesellschaft mit Fokus auf Investments in börsennotierte Wertpapiere. Ziel ist es, einen langfristigen Vermögensaufbau und eine angemessene Kapitalverzinsung für die Aktionäre zu erwirtschaften. Die Erträge werden überwiegend durch Wertsteigerungen und Ausschüttungen in Form von Zinsen und Dividenden bei den Investments erzielt. Periodenvergleiche haben aus der für das Wertpapiergeschäft typischen Diskontinuität wenig Aussagekraft, da das Ergebnis im besonderen Maße von Wertpapierverkäufen und Kursschwankungen beeinflusst wird.

Grundlagen des Jahresabschlusses

Die Heidelberger Beteiligungsholding AG veröffentlicht ihren Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023 in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften nationalen Rechts (HGB). Darüber hinaus kommen ergänzende Vorschriften des deutschen Aktienrechts zur Anwendung. Für das Vorjahr werden, in Übereinstimmung mit den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften, entsprechende Vergleichswerte angegeben.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Der Zwischenabschluss ist in Euro aufgestellt. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Gegenüber den zum 31. Dezember 2022 im Jahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergeben sich keine Unterschiede.

Ungewöhnliche Sachverhalte

Es haben sich keine wesentlichen Sachverhalte ereignet, die Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Periodenergebnis oder Cashflows beeinflussen und die auf Grund ihrer Art, ihres Ausmaßes oder ihrer Häufigkeit für das Geschäft der Heidelberger Beteiligungsholding AG ungewöhnlich sind.

Änderungen von Schätzungen

Wesentliche Änderungen zu den Schätzungen aus dem vorherigen Jahresabschluss haben sich nicht ergeben.

Angaben zu den Organen der Gesellschaft

Im Vorstand und Aufsichtsrat haben sich im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 keine Veränderungen ergeben.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Es besteht ein Konzernumlagevertrag mit der Deutsche Balaton AG. Dieser wurde zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Die Heidelberger Beteiligungsholding AG verkaufte Aktien der GK Software SE zu marktüblichen Bedingungen (Börsenkurs) an die Deutsche Balaton AG.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter der Heidelberger Beteiligungsholding AG zum 30. Juni 2023

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Zwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

 

Heidelberg, im August 2023

Der Vorstand

Zukunftsgerichtete Aussagen enthalten Risiken

Der vorliegende Halbjahresfinanzbericht enthält verschiedene Aussagen, die die zukünftige Entwicklung der Heidelberger Beteiligungsholding AG betreffen. Diese Aussagen beruhen sowohl auf Annahmen als auch auf Schätzungen. Obwohl wir davon überzeugt sind, dass diese vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir hierfür nicht garantieren; denn unsere Annahmen bergen Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den erwarteten abweichen. Gründe hierfür können unter anderem die Schwankungen der Kapitalmärkte, Wechselkurse und Zinsen oder grundsätzliche Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld sein. Vor dem Hintergrund dieser Ungewissheiten raten wir dem Leser davon ab, sich zu sehr auf derartige in die Zukunft gerichtete Aussagen zu verlassen. Wir übernehmen keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichtete Aussagen fortzuschreiben oder an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Heidelberger Beteiligungsholding AG
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69120 Heidelberg
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Sitz der Gesellschaft: Heidelberg
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