![]() HOCHTIEF AktiengesellschaftEssenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010Jahresabschluss 31.12.2010Aus Visionen Werte schaffen.Geschäftsbericht 2010Informationen für die Aktionäre
Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionäre,im Geschäftsjahr 2010 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung
obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung
des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführungsmaßnahmen überwacht.
In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat
unmittelbar eingebunden. Der Vorstand informierte ihn in schriftlichen und mündlichen
Berichten regelmäßig, umfassend und zeitnah über alle wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung,
bedeutende Geschäftsvorfälle sowie die aktuelle Ertragssituation einschließlich der
Risikolage und des Risikomanagements. Der Aufsichtsrat kam zu vier ordentlichen und zwei außerordentlichen Sitzungen zum
Thema Übernahmeangebot (eine davon im Februar 2011) zusammen. Alle Mitglieder des
Aufsichtsrats haben während ihrer Amtszeit an mindestens der Hälfte der Sitzungen
teilgenommen. Der Aufsichtsrat hat die nach Gesetz und Satzung erforderlichen Beschlüsse
gefasst. Die Entscheidungen wurden auf Grundlage der Berichterstattung und der Beschlussvorschläge
des Vorstands getroffen. Über Projekte und Vorgänge von besonderer Bedeutung oder
Dringlichkeit wurde der Aufsichtsrat außerhalb von Sitzungen zeitnah informiert. Sofern
nötig, wurden Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst. Der Aufsichtsratsvorsitzende
stand über die Aufsichtsratssitzungen hinaus mit dem Vorstand in regelmäßigem Kontakt
und hat sich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und die wesentlichen
Geschäftsvorfälle informiert. Erneut waren die Auswirkungen der nach wie vor bestehenden weltweiten Finanzmarktkrise
zentrales Thema der Beratungen. Neben der allgemeinen Entwicklung konzentrierte sich
der Aufsichtsrat dabei auf die speziellen Auswirkungen der Finanzkrise in Griechenland
(Steuerpolitik, unter anderem Dividendenbesteuerung mit ihren Auswirkungen auf die
dort bestehenden PPP-Projekte), in den USA (Auftragseingang) und in Australien, wo
neben einer deutlichen Erholung der Bau- und Rohstoffmärkte ein nach wie vor krisenhafter
Projektentwicklungsmarkt existiert. Erfreulich ist, dass trotz dieser Tendenzen eine
hervorragende Auftragslage im Konzern zu verzeichnen ist. Im Vordergrund der Aussprache
standen in diesem Zusammenhang zudem die Optimierung der finanziellen Kapazitäten
unter den Gesichtspunkten Planungssicherheit und Liquiditätssicherung sowie die Wechselkursentwicklung
von Euro, US-Dollar und australischem Dollar. Im Rahmen einer Strategiediskussion beschäftigte sich der Aufsichtsrat unter anderem
mit der Entwicklung des Baumarkts in Deutschland, auf dem es keine Erholungstendenzen
gab. Zudem wurde die weitere Internationalisierung unter differenzierten Marktstrategien,
zum einen bezüglich des Rohstoffbereichs (USA, Kanada) und zum anderen bezüglich des
Einstiegs in neue Märkte, wie zum Beispiel Kanada (erste PPP-Projekte) und Indien
(erste Joint Ventures) diskutiert, wobei auch die Berücksichtigung von Corporate Governance
und Compliance eine wesentliche Rolle spielte. Weiteres Kernthema war der Ausbau des
Energiemarkts als weltweiter Trend, insbesondere hinsichtlich der erneuerbaren Energien
(Offshore, Offshore-Windkraft). Intensiv beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der
Neustrukturierung des Konzerns im Rahmen der Neuformierung des Unternehmensbereichs
HOCHTIEF Europe für eine gemeinsame Europastrategie. Insoweit wurde der Schwerpunkt
auf eine Vereinfachung der Konzernstruktur zur Erzielung größerer Schlagkraft sowie
auf eine Stärkung der unternehmerischen Handlungsfreiheit auf der operativen Ebene
bei Kostensynergien und Einsparungspotenzialen gelegt. Übergeordnet wurde hierbei
die HOCHTIEF-Holding verschlankt, um sich auf strategische Konzernaufgaben zu konzentrieren. Neben Wettbewerbsanalysen beriet der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig, wie in den Vorjahren,
die Margenentwicklung und ihre zu differenzierenden Grundlagen durch die unterschiedlichen
Geschäftsmodelle in den USA (Construction-Management), Australien (Geschäftsbereich
Contract-Mining) und Europa (originäres Baugeschäft); dies gilt auch für die mittelfristige
Unternehmensplanung (integrierter Strategie- und Finanzplanungsprozess, wertorientierte
Steuerungselemente, RONA). Ausgelöst durch den Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden, Herrn Dr. Martin Kohlhaussen,
und die Wahl von Herrn Detlev Bremkamp als Nachfolger zu Beginn des Jahres, befasste
sich der Aufsichtsrat erneut mit den Plänen und Absichten des Großaktionärs ACS Actividades
de Construcción y Servicios, S.A. (ACS). Dieser Prozess setzte sich im Rahmen des
freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots von ACS in der zweiten Jahreshälfte intensiv
fort. Zur Schaffung einer schnelleren Reaktionsmöglichkeit, zur Gewährleistung einer
erhöhten Vertraulichkeit und zur Vermeidung der Beeinflussung von Entscheidungen des
Aufsichtsrats durch etwaige Interessenkonflikte gründete der Aufsichtsrat einen Ad-hoc-Ausschuss,
der sich detailliert mit dem Übernahmeangebot auseinandersetzte und den Gesamtaufsichtsrat
unterrichtete. Wesentliche Themen waren dabei die gemeinsamen Stellungnahmen von Vorstand
und Aufsichtsrat zum Übernahmeangebot gemäß § 27 WpÜG, zu denen der Ad-hoc-Ausschuss
auch externe Berater zuzog, sowie die Absichten von ACS, was Art und Höhe des Angebotspreises,
das Umtauschangebot in ACS-Aktien sowie die Auswirkungen der Annahme/Nichtannahme
des Übernahmeangebots für die Gesellschaft, die Arbeitnehmer und die Aktionäre betraf.
Ausführlich erörtert wurden in diesem Zusammenhang die Change-of-Control-Klauseln
in Kredit-, Kunden-, Projekt- und Beteiligungsverträgen sowie deren Bedeutung in den
Vorstandsverträgen. Im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung in Höhe von 9,99 Prozent, die vor dem Hintergrund
notwendig wurde, dass durch das Übernahmeangebot eine geplante und vom Aufsichtsrat
bereits genehmigte Anleihe nicht mehr am Markt platziert werden konnte, wurde auch
die Liquiditätsversorgung, die sich im geplanten Rahmen hielt, intensiv diskutiert.
Aufgrund der Zeichnung der Kapitalerhöhung durch die Qatar Holding LLC floss dem Unternehmen
nicht nur Liquidität zu, sondern es verbinden sich damit weitere strategische Vorteile
in Katar und der gesamten Region. Weiter hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit dem Vergütungssystem für den Vorstand,
seiner Struktur und der Gesamtvergütung befasst. Regelmäßige Beratungspunkte im Unternehmensbereich Americas waren die Marktstabilisierung
im Hochbau (erst im Jahr 2011 wird mit einer Marktbelebung im amerikanischen Hochbau
gerechnet) mit der Folge einer Verbesserung der Auftragsentwicklung sowie die solide
Entwicklung im Tiefbau, wo die Aufträge der öffentlichen Hand durch das Wirtschaftsprogramm
der US-Regierung deutlich angestiegen sind. Der Aufsichtsrat konnte sich davon überzeugen,
dass diese Tendenzen das operative Geschäft bei Turner positiv beeinflussten und zu
einer weiteren Margenverbesserung führten. Positiv begleitet hat der Aufsichtsrat
den Markteintritt im Bereich Tief- und Ingenieurbau in New York durch den Erwerb der
Gesellschaft E.E. Cruz, mit dem ergänzende Kompetenzen zu Flatiron gesichert werden
sollen. Zentrales Thema waren auch die unterschiedlichen Geschäftsmodelle des Construction-Managements
(Turner) und des Tiefbau-Self-Performers (Flatiron) mit den hieraus resultierenden
unterschiedlichen Risikoprofilen und den erzielbaren Renditen. Erfreut zeigte sich
der Aufsichtsrat in diesem Zusammenhang über das hohe Verantwortungsbewusstsein bei
Flatiron. Zusätzlich zu den eigenen Maßnahmen hat Flatiron das Risikomanagementsystem
von HOCHTIEF übernommen. Weitere Themen waren das signifikant erhöhte Bonding-Volumen
und der mögliche Einfluss eines Change-of-Control durch das Übernahmeangebot von ACS. Im Unternehmensbereich Asia Pacific erörterte der Aufsichtsrat die robuste Wirtschaftsentwicklung,
die durch Konjunkturprogramme in Australien und Hongkong sowie die anhaltend hohe
Nachfrage nach Rohstoffen gestützt wird. Diese Tendenzen werden sich auch 2011 fortsetzen.
Nach wie vor existieren jedoch Schwierigkeiten auf dem Immobilienmarkt, wo sich nur
langsam Besserung abzeichnet. Ausführlich befasste sich der Aufsichtsrat sowohl mit
der guten operativen Geschäftsentwicklung im Bereich Contract-Mining als auch mit
den Belastungen aus Margenreduzierungen durch das Projekt AirportLink, Brisbane, die
zu einer Gewinnwarnung von Leighton Holdings führten. Der Aufsichtsrat begrüßte in
diesem Zusammenhang die enge Begleitung und Unterstützung von Leighton durch HOCHTIEF
bei der Risikoanalyse und -steuerung und befasste sich dabei auch mit der unterschiedlichen
Bilanzierungspolitik und Risikovorsorge von Leighton und HOCHTIEF. Besprochen wurden
ebenfalls die Drei-Marken-Strategie von Leighton, der Ausbau des Contract-Mining-Geschäfts
in neuen Märkten (wie zum Beispiel in der Mongolei) und die Beachtung von Compliance-Grundsätzen. Kernthemen der Beratungen im Unternehmensbereich Concessions waren die unterschiedlichen
Auswirkungen der Finanzkrise auf die Passagier- und Verkehrsaufkommensentwicklung
an den Flughäfen sowie die differenzierten Entwicklungen auf dem PPP-Markt. Im Airport-Bereich
erörterte der Aufsichtsrat speziell die Auswirkungen der neuen Luftverkehrsabgabe
in Deutschland und die verbesserte Situation des Flughafens Budapest. Insbesondere
die Entwicklung in Griechenland wurde wegen des angespannten wirtschaftlichen Umfelds
und der schwer abschätzbaren Entwicklung regelmäßig beobachtet. Bei HOCHTIEF PPP Solutions
standen dabei die Projekte, die unter der Finanzkrise besonders litten, im Vordergrund.
Wesentliches Thema war die Einhaltung der Zahlungsverpflichtungen des griechischen
Staats mit der zusätzlich komplexen Situation, dass der griechische Staat gleichzeitig
Partner der Mautstraßenprojekte ist. Bereichsübergreifend informierte sich der Aufsichtsrat
über die Auswirkungen der Einsparungsmaßnahmen und der Steuererhöhungen durch die
griechische Regierung sowie möglicher Streiks (Flughafen Athen) und die Notwendigkeit
von Projektrestrukturierungen (zum Beispiel Elefsina-Patras). Wiederum Kernthema war das Geschäftsmodell des Concessionsbereichs, das einerseits
Veräußerungen von Projekten auch in der Ramp-up-Phase vorsieht oder andererseits zunächst
die operative Leistungsfähigkeit der Assets durch Managementleistung verbessert, bevor
sie veräußert werden. Hohe Beachtung hat der Aufsichtsrat den Auswirkungen des Erdbebens in Chile geschenkt,
bei dem glücklicherweise keine Mitarbeiter betroffen und die Sachschäden größtenteils
versichert waren. Erfreut zeigte sich der Aufsichtsrat über erste Projektgewinne für
HOCHTIEF PPP Solutions in Nordamerika. Zentrales Thema der Beratungen im Bereich HOCHTIEF Europe war das Projekt "Teaming
Up", das sich die Neustrukturierung der gesamten Geschäftsaktivitäten des Konzerns
in Europa zum Ziel gesetzt hat. Darüber hinaus stand die Weiterentwicklung des Hochbaubereichs
in Deutschland, wo noch Geschäftskostenunterdeckungen zu verzeichnen sind, im Vordergrund
der Aussprache. Bei einer Steigerung der Wettbewerbsintensität kämpft das Baugeschäft
in Deutschland nach wie vor mit Schwierigkeiten. Eine Erholung in diesem Industriezweig
in Deutschland war noch nicht erkennbar. Zudem war die Leistung durch den strengen
Winter beeinflusst. Eng begleitet hat der Aufsichtsrat die erfolgreiche Internationalisierung
und die gute Entwicklung der Geschäftsaktivitäten im Mittleren Osten (Barwa, Katar).
Intensiv beraten wurde der Aufbau des neuen Geschäftsfelds Offshore-Aktivitäten (Windparks)
sowie das Risikoprofil, das angesichts der prognostizierten Marktauslastung und der
erfahrenen HOCHTIEF-Einheit Marine Works als beherrschbar eingestuft wurde. Besondere Beachtung schenkte der Aufsichtsrat auch der Sonderprüfung von vergleichbaren
Tiefbauvorhaben aus Anlass des Unglücks im Kölner U-Bahn-Bau, einem Projekt ohne HOCHTIEF-Beteiligung,
wobei das Projektrisikomanagement von HOCHTIEF Construction im Zentrum der Betrachtung
stand. Hierbei ergaben sich keine Auffälligkeiten. Regelmäßig ließ sich der Aufsichtsrat
zudem über das - öffentlichkeitswirksame -Projekt Elbphilharmonie in Hamburg unterrichten. Das Marktumfeld im Unternehmensbereich Real Estate - so die Information an den Aufsichtsrat
- stellte sich trotz der Stabilität des deutschen Markts für Immobilienentwicklungen
als besonders schwierig dar. Dies gilt insbesondere für die Restauswirkungen der Finanzkrise
und die völlig unterschiedliche Entwicklung der lokalen Märkte in Bezug auf die Investitionsbereitschaft.
Trotz des Vorliegens von Kapitalanlagedruck für Projekte in inflationssicheren Formen
und einer historisch günstigen Finanzierungssituation, wurde dies allerdings von den
Banken nicht oder nur zögerlich genutzt. Bestätigt hat der Aufsichtsrat hier die Strategie
des Vorstands, keine Notverkäufe zulasten der Marge zu tätigen, wobei hierzu wegen
des hohen Vermietungsstands und der Vorverkaufsquote auch zu keiner Zeit Bedarf bestand.
Von einer nach wie vor erfreulichen Entwicklung von aurelis Real Estate konnte sich
der Aufsichtsrat überzeugen, deren Ergebnisse deutlich über dem Vorjahr lagen und
die im Rahmen der prognostizierten Entwicklung bereits 2012 als reifes Immobilienportfolio
mit hohen Mieterträgen veräußert werden soll. Insgesamt waren sich Aufsichtsrat und
Vorstand für diesen Unternehmensbereich einig, dass eine Reduzierung der Kapitalbindung
durch Realisierung des Verkaufsvorgangs zentrales Anliegen bleibt. Im Unternehmensbereich Services konzentrierte sich der Aufsichtsrat auf das lediglich
moderate Wachstum bei hohem Ergebnisdruck. Insgesamt befindet sich die Servicebranche
in einem aggressiven Preiswettbewerb. Der Aufsichtsrat hat sich hierbei mit einem
Margenvergleich befasst und die geplante Neustrukturierung hinsichtlich Personal und
Strategie (langfristige Kundenbindung und Hinwendung zu technischen Dienstleistungen)
begrüßt. Die Aussprache befasste sich insbesondere mit dem hohen Personalrisiko und
den Vorteilen durch technologische Spezialisierung. Konzernübergreifend ließ sich der Aufsichtsrat über die Optimierung des Rückversicherungsgeschäfts,
die Situation und Sicherheit des HOCHTIEF-IT-Systems und -regelmäßig - über die Claims-and-Variation-Orders,
die Compliance-Struktur und die Revisionstätigkeit informieren. Der Aufsichtsrat hat die Fortentwicklung der Corporate Governance bei HOCHTIEF laufend
erörtert. Darüber berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß
Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im nachfolgenden Kapitel. Anlässlich
der Neufassung des Kodex im Mai 2010 wurde die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat
ergänzt und eine neue Geschäftsordnung für den Nominierungsausschuss verabschiedet.
Hierbei hat der Aufsichtsrat die neu in den Kodex eingefügten Regelungen zur Diversity
berücksichtigt und konkrete Ziele für die zukünftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats
beschlossen. Die Herren Altozano und Fernández Verdes sind sowohl Mitglieder des Aufsichtsrats
unserer Gesellschaft als auch gleichzeitig Mitglieder des Geschäftsführungskomitees
von ACS. Soweit die beiden Herren bei Abstimmungen oder Beratungen im Aufsichtsrat
oder seinen Ausschüssen anlässlich des Übernahmeangebots einem Interessenkonflikt
ausgesetzt waren, haben sie an der jeweiligen Abstimmung oder Beratung nicht teilgenommen
beziehungsweise sich der Stimme enthalten. Sonstige Interessenkonflikte bei Mitgliedern
des Aufsichtsrats traten nicht auf. Der Aufsichtsrat hat sechs Ausschüsse gebildet. Ihre Mitglieder sind im Kapitel "Gremien"
namentlich aufgeführt. Die Ausschüsse haben die Aufgabe, Themen und Beschlüsse der
Aufsichtsratssitzungen vorzubereiten. Zum Teil nehmen sie auch Entscheidungsbefugnisse
wahr, die ihnen vom Aufsichtsrat übertragen wurden. Der Aufsichtsrat wird über die
Arbeit der Ausschüsse durch deren jeweiligen Vorsitzenden regelmäßig informiert. Der Prüfungsausschuss tagte 2010 dreimal. Er beschäftigte sich intensiv mit den Quartalsberichten
sowie den Jahresabschlüssen und bereitete die Erteilung des Prüfungsauftrags für den
Abschlussprüfer vor. Dabei holte er die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers
ein. Zudem überwachte er dessen Qualifikation. Sein besonderes Augenmerk galt auch
dem Risikomanagement des Konzerns und dem internen Kontrollsystem. Ausführlich befasste
sich der Prüfungsausschuss mit Compliance. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die
Prüfungsergebnisse der internen Revision. Der Personalausschuss trat zweimal zusammen. Er befasste sich im Wesentlichen mit
dem Vergütungssystem und der Höhe der Vorstandsbezüge. Außerdem bereitete er die Personalentscheidungen
des Aufsichtsrats vor. Der Nominierungsausschuss hat keine Sitzung abgehalten. Die Beschlussfassung über
den Wahlvorschlag an die Hauptversammlung im Mai 2010, Herrn Manfred Wennemer zum
Mitglied des Aufsichtsrats zu wählen, erfolgte direkt durch den Aufsichtsrat. Der neu gebildete Strategieausschuss hat einmal getagt. Er befasste sich insbesondere
mit der Unternehmensstrategie und -entwicklung. Der Ad-hoc-Ausschuss wurde nach Ankündigung des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots
durch ACS gebildet. Er hat im Geschäftsjahr insgesamt siebzehnmal getagt (davon einmal
im Januar 2011), überwiegend in Form von Telefonkonferenzen. Er hat sich regelmäßig
mit allen anstehenden Fragen und Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot
beschäftigt und im Rahmen der ihm vom Aufsichtsrat erteilten Befugnisse die notwendigen
Beschlüsse gefasst, unter anderem zu den am 15. und 17. Dezember 2010 zusammen mit
dem Vorstand abgegebenen Stellungnahmen zum Übernahmeangebot. Zudem hat sich der Ad-hoc-Ausschuss
mit der Kapitalerhöhung im Dezember 2010 befasst und dieser zugestimmt. Der Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG musste auch im abgelaufenen Geschäftsjahr
nicht einberufen werden. Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der HOCHTIEF
Aktiengesellschaft, der Konzernabschluss nach IFRS (International Financial Reporting
Standards) und der mit dem Lagebericht der HOCHTIEF Aktiengesellschaft zusammengefasste
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010 sind unter Einbeziehung der Buchführung
von dem durch die Hauptversammlung am 11. Mai 2010 gewählten und vom Aufsichtsrat
mit der Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses beauftragten Abschlussprüfer,
der Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, geprüft und mit dem uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk versehen worden. Die vorgenannten Unterlagen, der Geschäftsbericht,
der Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers
sind allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vor der Sitzung des Prüfungsausschusses
am 15. März 2011 beziehungsweise vor der Bilanzsitzung am 22. März 2011 übersandt
worden. Die Unterlagen wurden in den Sitzungen vom Vorstand zusätzlich auch mündlich
erläutert. Die verantwortlichen Abschlussprüfer berichteten in diesen Sitzungen über
die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung - unter anderem zum internen Kontroll- und
Risikomanagementsystem - und standen für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Prüfungsausschuss hat sich vor der Sitzung des Aufsichtsrats eingehend mit diesen
Unterlagen befasst und dem Aufsichtsrat eine Billigung des Jahres- und des Konzernabschlusses
sowie des zusammengefassten Lageberichts empfohlen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den mit dem Lagebericht
der Gesellschaft zusammengefassten Konzernlagebericht und den Vorschlag für die Verwendung
des Bilanzgewinns eingehend geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung
sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat nach eigener Prüfung und unter Berücksichtigung des Berichts
des Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses
durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und
den Konzernabschluss gebilligt und damit den Jahresabschluss festgestellt. Er schließt
sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns an. Herr Dr. Martin Kohlhaussen ist mit Ablauf der Hauptversammlung am 11. Mai 2010 aus
dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Der Aufsichtsrat hat Herrn Dr. Kohlhaussen für die
langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit, sein großes Engagement und seinen fachmännischen
Rat nachdrücklich gedankt. Die Hauptversammlung hat Herrn Manfred Wennemer am 11. Mai 2010 zum Mitglied des Aufsichtsrats
gewählt. Der Aufsichtsrat hat Herrn Detlev Bremkamp als Nachfolger von Herrn Dr. Kohlhaussen
zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand, den Unternehmensleitungen sowie allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern für die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit Dank und
Anerkennung aus.
Essen, 22. März 2011 Der Aufsichtsrat Detlev Bremkamp Corporate GovernanceIm März 2011 konnten wir zum fünften Mal in Folge eine uneingeschränkte Entsprechenserklärung abgeben. Über die Corporate Governance bei HOCHTIEF berichtet der Vorstand -zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.Corporate Governance bildet die Grundlage aller unserer Entscheidungs- und Kontrollprozesse.
Der Begriff steht für eine verantwortungsbewusste, transparente und auf langfristigen
wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Zentraler
Maßstab sind für uns die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Seit
2006 entsprechen wir ohne Einschränkung den Empfehlungen des Kodex. Im März 2011 haben
Vorstand und Aufsichtsrat die jährliche Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben,
die nachfolgend (Seite 25) im Wortlaut wiedergegeben ist. Gute Corporate Governance ist für HOCHTIEF ein Anspruch, der sämtliche Bereiche des
Unternehmens umfasst. Vorstand und Aufsichtsrat sehen sich in der Verpflichtung, durch
eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für
den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts
zu sorgen. Weitergehende Informationen über unsere Corporate-Governance-Praxis geben wir im Internet
unter www. hochtief.de/corporategovernance. Hier finden sich auch die Satzung unserer
Gesellschaft, unser Verhaltenskodex (Code of Conduct), sämtliche Entsprechenserklärungen
sowie die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB. Dort sind auch sämtliche
Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen der Gesellschaft veröffentlicht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat die Hauptversammlung im Mai 2010 über die Grundzüge
des Vergütungssystems für den Vorstand und deren Veränderung informiert. Dies ist
auch für die kommende Hauptversammlung vorgesehen. Im September 2010 hat die ACS Actividades de Construcción y Servicios, S.A., angekündigt,
ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die Aktien unserer Gesellschaft
zu veröffentlichen. Dieses Angebot wurde im Dezember 2010 veröffentlicht. Die Herren
Altozano und Fernández Verdes sind sowohl Mitglied des Aufsichtsrats unserer Gesellschaft
als auch gleichzeitig Mitglied des Geschäftsführungskomitees von ACS. Soweit die beiden
Herren bei Abstimmungen oder Beratungen im Aufsichtsrat einem Interessenkonflikt ausgesetzt
waren, haben sie an der jeweiligen Abstimmung oder Beratung nicht teilgenommen beziehungsweise
sich der Stimme enthalten. Sonstige Interessenkonflikte bei Mitgliedern von Vorstand
und Aufsichtsrat traten nicht auf. Die Zahl der direkt oder indirekt von den Mitgliedern
des Vorstands und Aufsichtsrats gehaltenen Aktien der Gesellschaft oder sich darauf
beziehender Finanzinstrumente war zum 31. Dezember 2010 geringer als ein Prozent der
von HOCHTIEF ausgegebenen Aktien (Ziffer 6.6 des Kodex). Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Berichtsjahr intensiv mit der Erfüllung
der Vorgaben des Kodex befasst, insbesondere mit den neuen Anforderungen vom Mai 2010.
Hierbei hat der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen im September und November 2010 anlässlich
der Verabschiedung der neuen Geschäftsordnung für den Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats
folgende Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats beschlossen: Der Aufsichtsrat
soll so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen
Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen
verfügen. Dabei sind unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation von HOCHTIEF
die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die
vom Aufsichtsrat festgelegte Altersgrenze und Vielfalt (Diversity) zu berücksichtigen.
Bei den Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung soll der Aufsichtsrat im Sinne einer
notwendigen Vielfalt unter den Aufsichtsratsmitgliedern insbesondere vorsehen, Frauen
angemessen zu beteiligen. Mit den Herren Altozano und Fernández Verdes weist unser Aufsichtsrat bereits eine
internationale Besetzung auf. Gegenwärtig hat unser Aufsichtsrat noch kein weibliches
Mitglied. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, auch Frauen in das Gremium wählen zu lassen
- sowohl als Vertreterinnen der Arbeitnehmer als auch der Anteilseigner. Die Entscheidung
hierüber bleibt jedoch im Hinblick auf die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat
dem zukünftigen Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung und dem anschließenden
Votum der Hauptversammlung vorbehalten. Unter Berücksichtigung des Vorstehenden ist
der Aufsichtsrat so zusammengesetzt, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur
ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten
und fachlichen Erfahrungen verfügen. Ein Schwerpunkt der Corporate-Governance-Aktivitäten lag auch im Berichtsjahr auf
der Weiterentwicklung der Compliance-Organisation. Compliance im Sinne von Maßnahmen
zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien ist bei HOCHTIEF
bereits seit vielen Jahren eine zentrale Leitungsaufgabe. Neben dem bereits 2002 eingeführten
Code of Conduct gibt es dazu inzwischen ein umfassendes Regelwerk. Es wird regelmäßig
überprüft und bei Bedarf angepasst. In verschiedenen Konzernrichtlinien und Rundschreiben
werden die gesetzlichen Bestimmungen näher erläutert und konkretisiert. Für die Weiterentwicklung, Steuerung und Umsetzung ist eine Compliance-Organisation
eingerichtet. Die Compliance-Beauftragten informieren die HOCHTIEF-Mitarbeiter regelmäßig
über die maßgeblichen gesetzlichen Bestimmungen, den Code of Conduct und die HOCHTIEF-internen
Richtlinien. Die Schulungen finden in Form von Präsenzschulungen und durch interaktive
E-Learning-Programme, etwa durch das elektronische Lernprogramm Antikorruption oder
das EDV-Lernprogramm zur Verhinderung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung,
statt. Die Compliance-Beauftragten stehen als Ansprechpartner auch präventiv beratend
für Einzelfragen zur Verfügung. Gegenstand der Beratung waren insbesondere die folgenden
Themen: Teilnahme an Kundenveranstaltungen/Einladung von Geschäftspartnern, Annahme
von Geschenken, Sponsoring von kulturellen Veranstaltungen sowie richtiges Verhalten
gegenüber Amtsträgern. Als weiteres ergänzendes Compliance-Element hat HOCHTIEF bereits im Jahr 2009 ein
Hinweisgebersystem mit einer internen und einer externen Hotline eingerichtet und
sie sukzessiv weiterentwickelt. Der Chief Compliance Officer und eine auf Strafrecht
spezialisierte externe Rechtsanwaltssozietät stehen so als Ansprechpartner bereit.
HOCHTIEF-Mitarbeiter können ihnen - auch anonym und vertraulich - Hinweise auf mögliche
Compliance-Verstöße in Konzernunternehmen übermitteln. Die Hotline steht auch Dritten
offen. VergütungsberichtDer Vergütungsbericht ist als Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts anzusehen. Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2010Das System der Vorstandsvergütung ist auf eine langfristige und nachhaltige Unternehmensführung
ausgerichtet. Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgesetzt.
Auch das Vergütungssystem für den Vorstand wird vom Aufsichtsrat beschlossen und regelmäßig
überprüft. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats bereitet die entsprechenden Beschlussfassungen
des Aufsichtsratsplenums vor. Das Vergütungssystem wurde von der ordentlichen Hauptversammlung
am 11. Mai 2010 mit großer Mehrheit gebilligt. Gesamtbarbezüge für das Geschäftsjahr 2010 (2009)scroll
scroll
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus festen und variablen, erfolgsorientierten
Bezügen. Die festen Bezüge werden als leistungsunabhängige Grundvergütung monatlich
als Gehalt ausgezahlt; darüber hinaus erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen
in Form von Sachbezügen. Diese bestehen hauptsächlich aus dem nach steuerlichen Richtlinien
anzusetzenden Wert der privaten Nutzung der Dienstwagen und vermögenswerter Vorteile. Die erfolgsorientierten Bezüge sind abhängig vom Konzerngewinn und von der persönlichen
Leistung der Vorstandsmitglieder. Bei einer Zielerreichung von 100 Prozent setzen sich die Gesamtbarbezüge zu jeweils
etwa 50 Prozent aus den festen und den erfolgsorientierten Bezügen zusammen. Die erfolgsorientierten
Bezüge bestehen aus der Unternehmenstantieme (Anteil 60 Prozent) und einer individuellen
Tantieme (Anteil 40 Prozent) - bei einer angenommenen Zielerreichung von jeweils 100
Prozent. Die Kappungsgrenze der erfolgsorientierten Bezüge liegt bei 200 Prozent. Ferner gehören zur Vergütung der Vorstandsmitglieder Pensionszusagen und sonstige
Zusagen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sowie die Beteiligung an variablen
Vergütungskomponenten des Konzerns mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter. Bezüge des Vorstands für frühere GeschäftsjahreFür die Wahrnehmung konzerninterner Mandate sind im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von
35 Tsd. Euro an Dr. Noé sowie weitere nachberechnete erfolgsorientierte Bezüge für
das Geschäftsjahr 2009 in Höhe von 719 Tsd. Euro (davon an Dr. Lütkestratkötter 314
Tsd. Euro, Dr. Lohr 126 Tsd. Euro, Dr. Noé 126 Tsd. Euro, Dr. Rohr 83 Tsd. Euro und
Dr. Stieler 70 Tsd. Euro) gewährt worden. Variable Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung und RisikocharakterZur Vergütung der Vorstandsmitglieder gehört außerdem die Teilnahme an den Long-Term-Incentive-Plänen
(LTIP) der Gesellschaft. Dabei handelt es sich um die Gewährung von sogenannten Stock-Appreciation-Rights
(Wertsteigerungsrechte) und Stock-Awards (virtuelle Aktienrechte). Die Stock-Appreciation-Rights 2010 gewähren den Mitgliedern des Vorstands bei Erreichung
der Ausübungshürden nach Ablauf der Wartezeit von vier Jahren innerhalb des jeweiligen
dreijährigen Ausübungszeitraums einen Zahlungsanspruch gegen die Gesellschaft. Dessen
Höhe hängt von der Entwicklung des Börsenkurses innerhalb der Warte- und Ausübungszeit
ab. Ferner müssen relative sowie absolute Erfolgshürden, deren nachträgliche Änderung
ausgeschlossen ist, erfüllt sein. Die Planbedingungen der Stock-Awards 2010 sehen vor, dass die Berechtigten für jeden
Stock-Award nach Ablauf der Wartezeit von jeweils drei Jahren innerhalb des jeweiligen
zweijährigen Ausübungszeitraums einen Zahlungsanspruch in Höhe des Börsenschlusskurses
der HOCHTIEF-Aktie des letzten Börsenhandelstags vor dem Ausübungstag haben. Die dritte und letzte Tranche des im Mai 2008 aufgelegten Retention-Stock-Award-Plans
(RSA 2008) wurde, wie 2008 bereits beschlossen, im Jahr 2010 gewährt. Die erste Tranche
wurde bereits 2008 und die zweite Tranche 2009 gewährt. Die Ansprüche sind für alle Long-Term-Incentive-Pläne auf einen Maximalwert begrenzt,
damit die Höhe auch im Fall von außerordentlichen beziehungsweise nicht vorhersehbaren
Entwicklungen angemessen bleibt. Im Rahmen der aufgelegten Pläne haben auch obere Führungskräfte Stock-Appreciation-Rights
und Stock-Awards erhalten. Der Anhang zum Konzernabschluss enthält auf den Seiten 176 und 179 zusätzliche Einzelheiten
zu den Plänen. Variable Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakterscroll
scroll
*
Wert zum Gewährungszeitpunkt laut finanzmathematischem Gutachten
Im Geschäftsjahr 2010 wurden die Stock-Awards aus dem LTIP 2007 von allen Mitgliedern
des Vorstands vollständig ausgeübt. Die Auszahlung betrug 1.740 Tsd. Euro (davon an
Dr. Lütkestratkötter 609 Tsd. Euro, Dr. Lohr 329 Tsd. Euro, Dr. Noé 401 Tsd. Euro
und Dr. Rohr 401 Tsd. Euro). Darüber hinaus wurden die noch nicht ausgeübten Stock-Appreciation-Rights
aus dem LTIP 2007 in Höhe von 606 Tsd. Euro (davon an Dr. Lütkestratkötter 257 Tsd.
Euro, Dr. Noé 161 Tsd. Euro und Dr. Rohr 188 Tsd. Euro) ausgeübt. Die noch nicht ausgeübten
Stock-Appreciation-Rights des TERP 2004 wurden 2010 ebenfalls vollständig ausgeübt.
Die Auszahlung betrug 2.415 Tsd. Euro (davon an Dr. Lütkestratkötter 652 Tsd. Euro
und Dr. Noé 1.763 Tsd. Euro). Der Vorstand erhielt für das Geschäftsjahr 2010 feste Bezüge von insgesamt 2.992 Tsd. Euro, erfolgsorientierte Bezüge von insgesamt 3.905 Tsd. Euro und Sachbezüge von insgesamt 177 Tsd. Euro. Außerdem wurden für das Geschäftsjahr 2010 langfristige Bezüge im Rahmen des LTIP 2010 mit einem Ausgabezeitwert von insgesamt 2.021 Tsd. Euro zugeteilt. Dies führt zu einer Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2010 von 9.095 Tsd. Euro (Vorjahr 8.201*** Tsd. Euro). Unter Einbeziehung der Gewährung der dritten Tranche des Retention-Stock-Award-Plans (RSA 2008) erhöht sich der Betrag außerordentlich um einen rechnerischen Marktwert dieser dritten Tranche in Höhe von 6.859 Tsd. Euro, sodass für das Geschäftsjahr 2010 eine Gesamtvergütung in Höhe von 15.954 Tsd. Euro (Vorjahr 15.060**** Tsd. Euro) auszuweisen ist. Der aus insgesamt drei Tranchen bestehende RSA 2008 läuft über einen Zeitraum von sieben Jahren, wobei die einzelnen Tranchen allerdings bereits bei der Zuteilung der jeweiligen Tranche mit dem Marktwert zum Zeitpunkt der Gewährung auszuweisen sind. Dieser Wert wird dabei auf der Grundlage der Bewertung nach Black/Scholes zum Gewährungsstichtag ermittelt. Der vom Wert zum Gewährungszeitpunkt zu unterscheidende Wert zum Zeitpunkt nach Ablauf der Wartezeit ist von der künftigen Entwicklung des Kurses der HOCHTIEF-Aktie abhängig.
***
Vorjahreswerte ohne Werte für das im Geschäftsjahr 2009 ausgeschiedene Vorstandsmitglied
Albrecht Ehlers (242 Tsd. Euro)
PensionenAlle Mitglieder des Vorstands haben einzelvertragliche Pensionszusagen erhalten, die
eine Inanspruchnahme der Pension frühestens ab Vollendung des 60. Lebensjahres vorsehen.
Die Höhe der Pension eines Vorstandsmitglieds bemisst sich an den festen Bezügen.
Dabei wird ein prozentualer Anteil der festen Bezüge als Pension gewährt, der mit
der Bestelldauer des Vorstandsmitglieds steigt. Als Höchstbetrag erhalten die Vorstandsmitglieder
65 Prozent der letzten festen Bezüge. Die Hinterbliebenenversorgung beträgt 60 Prozent
des Pensionsanspruchs eines Vorstandsmitglieds. Bei Nichtverlängerung beziehungsweise vorzeitiger Auflösung des Dienstvertrags vor
Vollendung des 50. Lebensjahres erhält der jeweilige Vorstand bis zur Inanspruchnahme
der regulären Pension ein Übergangsgeld in Höhe von 50 Prozent und im Falle des Ausscheidens
nach Vollendung des 50. Lebensjahres ein Übergangsgeld in Höhe von 75 Prozent des
bis zum Austritt erworbenen Pensionsanspruchs, gegebenenfalls unter teilweiser Anrechnung
anderweitiger Einkünfte. Für ihre Tätigkeit im Board von Leighton haben Dr. Lütkestratkötter, Dr. Lohr und
Dr. Noé Pensionszusagen erhalten. Hierfür wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/2010
von Leighton für Dr. Lütkestratkötter, Dr. Lohr und Dr. Noé jeweils zehn Tsd. Euro
aufgewendet.
scroll
Der Barwert der Pensionszusagen an aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder beträgt
53.163 Tsd. Euro (Vorjahr 52.395 Tsd. Euro). Dieser Wert ist vollständig durch Planvermögen
in Form von Rückdeckungsversicherungen und den HOCHTIEF-Pensionsfonds abgedeckt. An frühere Mitglieder des Vorstands oder deren Hinterbliebene wurden Beträge in Höhe
von 3.699 Tsd. Euro (Vorjahr 12.613 Tsd. Euro) gezahlt. Zusagen an Vorstandsmitglieder für den Fall der Beendigung der Tätigkeit infolge eines KontrollwechselsFalls Aktionäre die Kontrolle über die HOCHTIEF Aktiengesellschaft im Sinne der §§
29, 30 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz erwerben, haben alle Vorstände das Recht,
ihr Vorstandsmandat mit einer Frist von sechs Monaten niederzulegen und den Dienstvertrag
zum gleichen Zeitpunkt zu kündigen. Gemäß der Stimmrechtsmitteilung von ACS vom 9.
Februar 2011, nach dem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot insgesamt 33,49
Prozent (der Aktien beziehungsweise) der Stimmrechte der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
zu halten, sind die Voraussetzungen für die Ausübung des vorgenannten Rechts durch
die Vorstandsmitglieder erfüllt worden. Dieses Recht steht den jeweiligen Vorstandsmitgliedern
auch in weiteren übernahmeähnlichen Fällen zu, die vertraglich im Einzelnen festgelegt
sind (insbesondere bei Erwerb der Mehrheit der Stimmrechte in der Hauptversammlung).
Weiterhin besteht dieses Recht auch für den Fall, dass das jeweilige Vorstandsmitglied
einem nachhaltigen und substanziellen Druck durch Aktionäre ausgesetzt wird, die seinen
Rücktritt oder die Vornahme bestimmter Handlungen fordern, die das jeweilige Vorstandsmitglied
nicht mit der eigenen Verantwortung für die Führung seines Amts vereinbaren kann.
Im Fall der Kündigung oder der einvernehmlichen Beendigung des Dienstvertrags beziehungsweise
der Beendigung durch Zeitablauf innerhalb von neun Monaten nach einer Übernahme erhält
das jeweilige Vorstandsmitglied als Entschädigung für die Beendigung des Dienstvertrags
eine Abfindung von zweieinhalb Jahresbezügen, bestehend aus den festen Jahresbezügen
und den erfolgsorientierten Jahresbezügen, in gemäß Dienstvertrag budgetierter Höhe.
Hätte der Dienstvertrag ab Wirksamwerden der Beendigung noch länger als zweieinhalb
Jahre fortbestanden, so erhöht sich die Abfindung angemessen. Frühestens nach Ablauf
von zweieinhalb Jahren nach Beendigung des jeweiligen Dienstvertrags erhält das ausgeschiedene
Vorstandsmitglied ein vertragliches Übergangsgeld nach Maßgabe der Regelungen des
mit ihm geschlossenen Pensionsvertrags. Im Hinblick auf die Rechte aus dem Pensionsvertrag
wird das ausgeschiedene Vorstandsmitglied so behandelt, als ob das Dienstverhältnis
über den Beendigungszeitpunkt hinaus für weitere drei Jahre bestehen würde. Im Hinblick
auf eventuelle Rechte aus Long-Term-Incentive-Plänen der Gesellschaft steht dem ausscheidenden
Vorstandsmitglied der Anspruch auf Abfindung der Rechte aus den laufenden Plänen zu.
Macht das ausscheidende Vorstandsmitglied von dem Abfindungsrecht keinen Gebrauch,
wird es im Rahmen der Pläne so behandelt, als ob das Dienstverhältnis über den Beendigungszeitpunkt
hinaus für weitere drei Jahre bestehen würde. Diese Zusagen haben alle amtierenden
Mitglieder des Vorstands erhalten, die vor 2008 in den Vorstand eingetreten sind.
Die Zusage zugunsten von Dr. Stieler, der 2009 zum Vorstandsmitglied bestellt worden
ist, wurde nach Maßgabe der Empfehlungen in Ziffer 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance
Kodex in der Fassung vom 6. Juni 2008 angepasst. Dies hat zur Folge, dass seine Abfindungsansprüche
auf den Wert von zwei Jahresvergütungen begrenzt sind und nicht mehr als die Restlaufzeit
des Dienstvertrags vergütet wird. Bei Abfindungsansprüchen aus Anlass der vorzeitigen
Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels (Change of Control)
gilt eine Obergrenze von drei Jahresvergütungen ohne Berücksichtigung der Restlaufzeit
des Dienstvertrags.
Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsratsscroll
Anpassung des Vergütungssystems für den Vorstand für das Geschäftsjahr 2011Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung im November 2010 beschlossen, aufgrund des
Wegfalls des Retention-Stock-Award-Plans (langfristige Vergütungskomponente) im Jahr
2011 das Vergütungssystem wie folgt anzupassen: Der Aufsichtsrat ist berechtigt, den
Nettobetrag der erfolgsorientierten Bezüge zu 50 Prozent durch Übertragung von Aktien
der HOCHTIEF Aktiengesellschaft -mit einer Sperrfrist von zwei Jahren - zu erfüllen. Vergütung der Mitglieder des AufsichtsratsDie Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird durch die Hauptversammlung festgelegt
und ist in § 18 der Satzung geregelt. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2010 auf
Basis der der Hauptversammlung im Mai 2011 zur Beschlussfassung vorgeschlagenen Dividende
ergibt sich aus der oben stehenden Tabelle. Weitere Informationen zur Corporate Governance bei HOCHTIEF finden Sie im Internet
unter www.hochtief.de/corporategovernance.
Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktGVorstand und Aufsichtsrat der HOCHTIEF Aktiengesellschaft geben nach pflichtgemäßer
Prüfung folgende Entsprechenserklärung ab: "Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft entspricht sämtlichen Empfehlungen der ,Regierungskommission
Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 26. Mai 2010, die vom Bundesministerium
der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers am 2. Juli 2010 bekannt
gemacht worden sind. In gleicher Weise entsprach die HOCHTIEF Aktiengesellschaft seit Abgabe der letzten
Entsprechenserklärung im März 2010 bis zum 2. Juli 2010 sämtlichen Empfehlungen des
Kodex in der Fassung vom 18. Juni 2009 und seit dem 3. Juli 2010 sämtlichen Empfehlungen
des Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010."
Essen, im März 2011 HOCHTIEF Aktiengesellschaft scroll
Lagebericht
Zusammengefasster LageberichtGeschäftstätigkeit und Konzernstruktur![]() Geschäftstätigkeit des HOCHTIEF-KonzernsMit den Modulen Planen, Bauen und Betreiben deckt HOCHTIEF den gesamten Lebenszyklus
von Infrastrukturprojekten, Immobilien und Anlagen ab. Unsere Leistungen bieten wir
den Kunden als Einzel- oder Gesamtangebot an. Werden bei einem Projekt alle Module
der Angebotspalette genutzt, realisieren wir maximale Wertschöpfung - für den Kunden
ebenso wie für HOCHTIEF. Unsere Unternehmenseinheiten kooperieren eng, um Synergiepotenziale
zu heben und Kostenvorteile zu erzielen. HOCHTIEF ist ein langfristiger, zuverlässiger Partner für seine Kunden. Wir stehen
für hohe Flexibilität, Innovationskraft sowie herausragende Qualität. Unsere Projekte
sind überwiegend Unikate, für die wir individuelle Lösungen entwickeln und umsetzen. Als internationaler Baudienstleister ist HOCHTIEF mit seinem globalen Netzwerk auf
allen wichtigen Baumärkten präsent - dazu gehören vor allem Europa, Amerika, Australien,
der asiatisch-pazifische Raum sowie die Golfstaaten. Erneut bestätigte im August 2010
die Statistik des Magazins Engineering News-Record, dass der Baudienstleister HOCHTIEF
weltweit den höchsten Internationalisierungsgrad der Branche besitzt. Dank unserer
breiten Ausrichtung können wir regionale Marktschwankungen ausgleichen. Die erfolgreiche
HOCHTIEF-Strategie wurde mit dem "Best of European Business"-Award 2010 in der Kategorie
"Wachstum trotz Krise" ausgezeichnet. Innovationen und die Marktnachfrage prägen unsere Geschäftstätigkeit. Schwerpunkte
im Geschäftsjahr 2010 waren für uns nachhaltige Projekte, etwa in den Bereichen Grünes
Bauen, Energieeffizienz und Offshore-Windenergie, sowie Infrastrukturprojekte. Zudem
haben wir die Zusammenarbeit unserer operativen Einheiten gezielt weiter verstärkt,
um den Kunden noch effektiver Leistungen aus einer Hand anbieten zu können.
KonzernstrukturZum HOCHTIEF-Konzern gehörten im Berichtsjahr sechs operative Unternehmensbereiche.
Die Management-Holding verfügt über eine Steuerungs- und eine Dienstleistungsebene. Die Steuerungsebene - also der Vorstand sowie die Zentralabteilungen des Konzerns
- verantwortet die strategische und organisatorische Entwicklung der HOCHTIEF Aktiengesellschaft.
Dazu gehörten Beschaffung, Controlling, Finanzen/Investor Relations, Personal, Rechnungswesen,
Recht, Revision, Steuern sowie Unternehmensentwicklung, Unternehmenskommunikation,
Versicherungen und der Bereich Corporate Governance/Compliance. Die Dienstleistungsebene
konzentrierte sich auf unterschiedliche Services für den gesamten Konzern: Die Einheiten
des Service Centers erbrachten Dienstleistungen, unter anderem in den Bereichen Kommunikation,
Recht und Steuern. Außerdem zählte das Kompetenzzentrum Arbeits-, Gesundheits- und
Umweltschutz (AGUS) zur Dienstleistungsebene. Unsere Gesellschaften HOCHTIEF Insurance Broking and Risk Management Solutions und
HOCHTIEF ViCon waren im Jahr 2010 ebenfalls direkt der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
zugeordnet.
![]() HOCHTIEF Insurance Broking and Risk Management SolutionsUnsere Tochtergesellschaft stellt sicher, dass konzernweit der erforderliche Versicherungsschutz
für den gesamten Lebenszyklus der Projekte vorgehalten wird, sei es beispielsweise
in den Bereichen Infrastruktur, Immobilien oder Facility-Management. Dieses Angebot
richtet sich auch an externe Unternehmen - vor allem an Projektbeteiligte. Rückversicherungsleistungen ergänzen die Angebotspalette von HOCHTIEF Insurance und
werden bisher vor allem vom Unternehmensbereich HOCHTIEF Americas genutzt. Dazu gehören
Rückversicherungen, insbesondere für Bauleistungen, Lieferantenausfall und Haftpflicht.
Zur weiteren Optimierung wurden die bisher auf zwei Gesellschaften verteilten Rückversicherungsaktivitäten
zusammengeführt. Nach Übertragung von deren Portfolio auf Builders' Credit Reinsurance
Company S.A. wurde Contractors' Casualty and Surety Reinsurance Company S.A. mit Wirkung
zum 29. November 2010 profitabel veräußert. Mit dem bedarfsgerechten Versicherungsangebot reduzieren wir nicht nur unsere eigenen
Versicherungskosten. HOCHTIEF Insurance erschließt darüber hinaus auch durch die Versicherung
der Risiken externer Partner zusätzlichen Umsatz und Ertrag. ViCon (Virtual Design and Construction)Unsere Gesellschaft HOCHTIEF ViCon ist auf Dienstleistungen für alle Phasen des Lebenszyklus
von Projekten spezialisiert und folgt dem Grundsatz "Build digitally first". Mit den
ViCon-Prozessen und -Technologien begleitet unsere Tochtergesellschaft Bauvorhaben
von der ersten Planung über die Bauphase bis zum Betrieb. Die Grundlage von ViCon
ist ein digitales 3-D-Com-putermodell, das um jede Information - etwa Zeit, Kosten
und Nutzung - zum 4-D-Modell erweitert werden kann. Von ViCon profitieren alle HOCHTIEF-Unternehmenseinheiten. Bis Ende 2010 haben wir
das Verfahren bei mehr als 400 Projekten weltweit eingesetzt. Unsere Gesellschaft
bietet ihre Leistungen auch externen Kunden an. Neben Projektsteuerern, Projektentwicklern,
Bauherren und Investoren profitieren vor allem Architekten und Fachplaner von der
neuen Technologie. HOCHTIEF ViCon konnte im Berichtsjahr insbesondere im arabischen
Raum weitere Projekte akquirieren. Die Gesellschaft gehört seit Anfang 2011 der neuen
Division Europe an. Neue Konzernstruktur seit Januar 2011 implementiertZum 1. Januar 2011 hat HOCHTIEF seine Konzernstruktur deutlich vereinfacht. Unsere
Leistungen erbringen wir nun weltweit mit den Divisions HOCHTIEF Americas, HOCHTIEF
Asia Pacific und HOCHTIEF Concessions sowie HOCHTIEF Europe. Die bisherigen Unternehmensbereiche
HOCHTIEF Europe, Real Estate und Services wurden zu einer neuen Division HOCHTIEF
Europe zusammengeführt. Die Strategische Management-Holding wurde verschlankt und
konzentriert sich auf die Führung und Steuerung des Konzerns. Die Vereinfachung der
Konzernstruktur wird ab 2012 insgesamt zu Einsparungen von zirka 40 Mio. Euro jährlich
führen und zusätzliche Synergieeffekte bringen. Wesentliche Effekte werden bereits
im Jahr 2011 erwartet.
HOCHTIEF weltweit: Eine Auswahl der zahlreichen Beteiligungsgesellschaften unserer Divisions zeigt die globale Präsenz von HOCHTIEF nach der neuen Unternehmensstruktur 2011scroll
Die hier beispielhaft genannten Gesellschaften verdeutlichen die nationale und internationale
Ausrichtung von HOCHTIEF. Die Geschäftstätigkeiten werden zum Teil über Niederlassungen
und rechtlich selbstständige Gesellschaften ausgeübt. Weitere Details zu den Unternehmensbereichen
finden Sie auf den Einklappseiten 3 und 4 sowie in der Segmentberichterstattung auf
den Seiten 91 bis 117. Insgesamt werden im Konzernabschluss neben der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
457 Gesellschaften vollkonsolidiert und 228 Gesellschaften at Equity konsolidiert.
Die organisatorische Darstellung wird durch die rechtliche Darstellung der wesentlichen
Beteiligungsgesellschaften auf den Seiten 206 und 207 ergänzt. Alle Adressen und Ansprechpartner unserer Tochter- und Beteiligungsgesellschaften
sowie deren Niederlassungen finden Sie im Internet unter www.hochtief.de. Märkte und Rahmenbedingungen
Das allgemeine reale Wirtschaftswachstum in den von HOCHTIEF bearbeiteten Regionen in Prozentscroll
Quelle: Internationaler Währungsfonds (Stand: 26.01.2011) Ökonomische Rahmenbedingungen und weltwirtschaftliche EntwicklungIm Geschäftsjahr 2010 verstärkte sich der Aufschwung der Weltwirtschaft durch den
starken Anstieg von Produktion und globalem Handel. Die Konsumbereitschaft in vielen
Teilen der Welt blieb jedoch aufgrund geringen Konsumentenvertrauens und gefallener
Einkommen niedrig. Der International Monetary Fund (IMF) erwartet, dass der Aufschwung
erst dann anhalten wird, wenn sich die wirtschaftliche Erholung umfassend auf den
Arbeitsmarkt auswirkt. Die Finanzmärkte verloren in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres zunächst
an Stabilität. Starke Verkäufe von Staatsanleihen angeschlagener europäischer Staaten
belasteten das Bankensystem. Diese Entwicklung führte zu Finanzierungsproblemen bei
Banken und Staaten. Bei den Anlegern stieg die Sorge um die Nachhaltigkeit des Aufschwungs.
Daraufhin gingen die Kurse an den Aktienmärkten deutlich zurück, die Risikoprämien
bei Unternehmensanleihen nahmen zu. In der zweiten Hälfte des Jahres 2010 erholten
sich die Märkte. Im dritten Quartal erhöhte sich die Zuversicht durch die mehrheitlich
guten Unternehmensergebnisse. Dies sorgte für deutliche Zugewinne an den Aktienmärkten. Insgesamt expandierte die Weltwirtschaft um fünf Prozent. Um den Aufschwung auf ein
breites Fundament zu stellen, geht es 2011 darum, das interne und externe Gleichgewicht
herzustellen, das heißt, den privaten Konsum zur Konsolidierung der Staatshaushalte
in den Industriestaaten zu stärken sowie die Nettoexporte in Defizitstaaten zu steigern.
Der IMF erwartet für 2011 ein globales Wirtschaftswachstum von 4,4 Prozent. Die Entwicklung in den einzelnen Regionen wird unterschiedlich positiv ausfallen.
Starke Impulse sind von den Schwellen- und Entwicklungsländern zu erwarten. Die westlichen
Industrieländer werden sich mit geringerem Tempo erholen. Nachdem die Wirtschaftsleistung
in den USA im Jahr 2010 um 2,8 Prozent zunahm, rechnen die Experten des IMF für 2011
ebenfalls mit einem Plus (drei Prozent). Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der
USA befindet sich nahezu auf Vorkrisenniveau. Der Konsum entwickelte sich seit dem
dritten Quartal 2009 positiv. Die Steigerungsraten blieben jedoch durch betriebsbedingte
Kündigungen gering. Gleichzeitig entwickelten sich die Investitionen, getrieben durch
internationale Nachfrage, sich erholende Gewinne und normalisierte finanzielle Konditionen,
positiv. Trotzdem blieb eine nachhaltige, solide Erholung auf dem Arbeitsmarkt aus. Die exportorientierten asiatischen Staaten sind Motor für den Aufschwung der Weltwirtschaft.
Die Folge: Das BIP liegt dort wieder oberhalb des Vorkrisenniveaus. In China führten weitreichende finanzpolitische Maßnahmen zu einem starken Nachfragewachstum.
Der Aufschwung im bevölkerungsreichsten Land der Erde wird immer stärker vom privaten
Sektor getragen. Nach einem Wachstum von 9,3 Prozent im Jahr 2010 prognostizieren
Marktexperten vom IMF für 2011 einen Anstieg des BIP um 8,4 Prozent. Indien bleibt
ebenfalls auf Wachstumskurs. Nach einem Plus von 10,3 Prozent im Berichtsjahr ist
für das Geschäftsjahr 2011 mit einem Zuwachs von voraussichtlich 9,6 Prozent zu rechnen. Die Länder der Europäischen Union (EU) erreichten einen BIP-Zuwachs von 1,7 Prozent.
Vor allem die exportorientierten Staaten der EU, angeführt von Deutschland, konnten
aufgrund eines Rückgangs des Eurokurses besonders stark profitieren. Zudem entwickelte
sich die Beschäftigung seit dem zweiten Quartal erfreulich. Für 2011 erwartet der
IMF für die EU ein Wachstum von 1,7 Prozent. Auch in Russland stieg das BIP und legte um 3,7 Prozent zu. Das deutlich verbesserte
wirtschaftliche Klima ist vor allem auf die höheren Rohstoffpreise infolge der wiederkehrenden
Nachfrage zurückzuführen. Für das Jahr 2011 geht der IMF von einer weiteren Erholung
um 4,5 Prozent aus. Die für HOCHTIEF relevanten MärktePlanenProjektentwicklungDas verbesserte wirtschaftliche Klima wirkte sich 2010 auch auf die europäischen Immobilienmärkte
aus. Der Immobilien-Investmentmarkt entwickelte sich positiv; auch der Immobilien-Vermietungsmarkt
ließ einen deutlichen Aufwärtstrend erkennen. Der Umsatz auf dem europäischen Immobilien-Investmentmarkt lag 2010 nach Informationen
von CB Richard Ellis bei zirka 105 Mrd. Euro - ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Die Zahl der Transaktionen ging zurück, ihre Volumina stiegen jedoch an.
Vor allem hochwertige und nachhaltige Gewerbe- und Wohnimmobilien in guter Lage und
mit langen Mietvertragslaufzeiten wurden von den Investoren nachgefragt. Auf dieses
Marktsegment konzentriert sich HOCHTIEF mit seiner Projektentwicklung. Für 2011 erwarten Branchenkenner für den europäischen Immobilien-Investmentmarkt einen
Zuwachs des Transaktionsvolumens um bis zu 30 Prozent. Die Nachfrage nach hochwertigen
Immobilien bleibt bei geringem Angebot weiterhin stark. Der europäische Immobilien-Vermietungsmarkt für Büroflächen legte 2010 wieder leicht
zu. An den Top-7-Standorten innerhalb Deutschlands erhöhte sich das Vermietungsvolumen
nach Angaben des internationalen Maklerhauses BNP Paribas Real Estate gegenüber dem
Vorjahr um zirka 22 Prozent. Die Spitzenmieten lagen nahezu auf Vorjahreshöhe. Die
Vermietungsmärkte werden sich im Jahr 2011 voraussichtlich weiter stabilisieren. BauenDer gesamte Baumarkt in Europa ist zum dritten Mal in Folge geschrumpft. Jedoch wird
voraussichtlich 2011 die Talfahrt beendet sein. Somit erwartet die renommierte Euroconstruct-Gruppe
für 2011 eine Stabilisierung des Markts (-0,1 Prozent) und für 2012 einen Zuwachs
von zwei Prozent. Der Wohnungsbau hat sich laut Euroconstruct im Geschäftsjahr mit einem Rückgang von
nur noch 2,9 Prozent weitgehend stabilisiert (Vorjahr -12,9 Prozent). Im Jahr 2011
wird mit einem leichten Wachstum von 1,9 Prozent gerechnet. In Deutschland befindet
sich der Wohnungsbau schon seit Mitte 2009 im Aufwärtstrend. Der Wirtschaftsbau (Hochbau ohne Wohnungsbau) war im Berichtsjahr immer noch von den
Folgen der Wirtschaftskrise geprägt und nahm um weitere 5,1 Prozent ab. Für 2011 erwarten
die Marktexperten von Euroconstruct, dass sich das Segment stabilisiert (-1,2 Prozent)
und das Bauvolumen im Jahr 2012 wieder leicht steigen wird (plus ein Prozent). Solange
die gesamtwirtschaftliche Entwicklung von Unsicherheiten geprägt ist, muss in diesem
Bereich jedoch mit niedrigen Wachstumsraten gerechnet werden. Der Tiefbau ging im Geschäftsjahr 2010 ebenfalls zurück (-1,5 Prozent). Die zahlreichen
Konjunkturprogramme konnten dem Einfluss der Wirtschaftskrise jedoch deutlich entgegenwirken.
Ab 2012 wird mit einem leichten Plus in Höhe von 1,4 Prozent gerechnet. Dieser positive
Trend soll sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Das Bewusstsein, dass nachhaltiges Bauen messbaren Mehrwert schafft, setzt sich bei
den Auftraggebern weiter durch. Nach einer Studie von Roland Berger sind in Deutschland
mehr als 70 Prozent der Investoren und Bauherren bereit, für den Bau nachhaltiger
Immobilien höhere Investitionskosten in Kauf zu nehmen. Deutsche Bank Research erwartet
durch "grünes" klimafreundliches Bauen bis 2030 deutschlandweit ein zusätzliches Bauvolumen
von 200 Mrd. Euro. HOCHTIEF ist in Deutschland Vorreiter im Marktsegment Nachhaltiges
Bauen und wird von dieser Entwicklung profitieren.
Wachstum der regionalen Baumärkte von HOCHTIEF (in Prozent)scroll
Quellen: BIS Shrapnel, Buildecon, Euro-construct, IHS Global Insight, McGraw-Hill
Im Berichtsjahr setzte sich der Aufwärtstrend im Bereich Offshore-Windenergieparks
weiter fort. Die EU-Kommission rechnet bis 2030 mit Investitionen in Windkraftanlagen
in Höhe von mehr als 200 Mrd. Euro. Nach Informationen der European World Energy Association
soll die installierte Offshore-Leistung in den kommenden sechs Jahren um das Zehnfache
auf bis zu 15 Gigawatt steigen. Entsprechend werden auch der Bedarf an Montagekapazitäten
für die Windkraftwerke sowie die Nachfrage nach Wartungsarbeiten steigen. HOCHTIEF
hat sich auf diesen Aufwärtstrend bereits gut vorbereitet. Die Bauwirtschaft der USA war durch die Finanz- und Wirtschaftskrise stark betroffen.
Die Regierung hatte deshalb bereits Anfang 2009 ein Konjunkturprogramm aufgesetzt.
Dem Baubereich stehen daraus über zehn Jahre insgesamt zirka 100 Mrd. Euro zur Verfügung.
Trotzdem herrscht auf dem Markt noch Unsicherheit (2010: minus zwei Prozent Wachstum).
Die Experten von McGraw-Hill Construction rechnen deshalb erst für 2011, wenn sich
die wirtschaftliche Gesamtlage weiter verbessert hat, mit einer deutlich stabileren
Entwicklung des gesamten US-Baumarkts. Der Hochbaumarkt soll 2011 um vier Prozent
wachsen. Die für Turner relevanten Marktsegmente, wie zum Beispiel Bildung, Gesundheit
und Büroimmobilien, sollen sogar um 5,8 Prozent zunehmen. Im öffentlichen Bau (ohne
Hochbau) wurde 2010 ein Anstieg um 1,6 Prozent verzeichnet, für 2011 wird aufgrund
der angespannten Haushaltslage mit leicht rückläufigen Zahlen gerechnet (minus ein
Prozent). Auch in den USA setzte der Bereich nachhaltiges "grünes" Bauen sein kraftvolles Wachstum
weiter fort. Zwischen 2005 und 2010 stieg das Marktvolumen, so McGraw-Hill Construction,
von acht Mrd. Euro auf 54 Mrd. Euro. Die amerikanische HOCHTIEF-Tochter Turner ist
Marktführer in diesem Marktsegment. Die Golfregion erwies sich für die Bauindustrie weiterhin als sehr attraktiv. Das
gilt vor allem für die arabischen Emirate, insbesondere Abu Dhabi und Katar. Hier
werden, so die Experten von Germany Trade and Invest, zwischen 2009 und 2011 zirka
320 Mrd. Euro in Bauprojekte investiert. Nach Projektstornierungen im Jahr 2009 in
Dubai hat sich der Markt in der Golfregion 2010 deutlich stabilisiert. Branchenkenner
erwarten aufgrund der positiven wirtschaftlichen Situation einen weiteren deutlichen
Anstieg der Bautätigkeit. HOCHTIEF ist in dieser Region mit mehreren Tochtergesellschaften
vertreten. Der Baumarkt in Asien gehört zu den größten Wachstumsmärkten weltweit. HOCHTIEF ist
dort vor allem über die Tochtergesellschaft Leighton und deren Beteiligungen engagiert.
Es herrscht ein großer Bedarf an Bauleistungen, insbesondere in Indien. Das von der
indischen Regierung im Jahr 1998 aufgelegte "National Highway Development Program"
(NHDP) spricht von einem Bedarf von 55 000 Kilometern Straße bis 2016. Der Staat will
deshalb Großprojekte initiieren und beschleunigen. Indien plant nach Aussagen des
Construction Industry Development Council, bis 2012 zirka 341 Mrd. Euro in die Infrastruktur
zu investieren. Dazu gehören neben den Straßen auch Flughäfen, Seehäfen und Kraftwerke.
Der indische Baumarkt wird demnach bis zum Jahr 2012 jährlich um etwa zehn Prozent
zulegen.
Wirtschaft und Baumarkt in Australien haben die Wirtschaftskrise im Vergleich mit
anderen entwickelten Volkswirtschaften gut überstanden. Die für HOCHTIEF relevanten
Bereiche entwickelten sich weiter positiv und legten gegenüber dem Vorjahr noch einmal
zu. Dazu trugen insbesondere auch die staatlichen Konjunkturprogramme bei. Der Hochbau
(ohne Wohnungsbau) profitierte hauptsächlich von den erhöhten öffentlichen Ausgaben
für Bildungsprojekte. Er nahm 2010 nach Informationen der Marktbeobachter von BIS
Shrapnel gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent zu. Im Jahr 2011 werden die konjunkturfördernden
Maßnahmen zurückgefahren. Zusätzlich wird eine geringe Investitionsbereitschaft der
Unternehmen erwartet. Aufgrund dieser Einflussfaktoren wird 2011 mit einem Rückgang
(minus vier Prozent) des Hochbaumarkts gerechnet. Der Tiefbau legte im Berichtsjahr
ebenfalls zu (plus zehn Prozent). Dies begründet sich unter anderem mit der starken
Nachfrage nach australischen Rohstoffen. Ihr Abtransport erfordert den weiteren Aus-
und Neubau von Straßen, Bahnlinien und Häfen. Unsere australische Tochter Leighton
sieht darüber hinaus auch einen steigenden Bedarf an Förderanlagen für Öl und Gas.
Für das Jahr 2011 geht BIS Shrapnel von einem Rückgang des Tiefbaubereichs um zirka
sechs Prozent aus, der sich aber 2012 nicht fortsetzen wird; die Volumina werden voraussichtlich
weiterhin über dem Niveau des Jahres 2009 bleiben. BetreibenFacility-ManagementEine Studie des Marktforschungsinstituts Interconnection schätzt den Markt für Facility-Management
(FM) in Deutschland für das Berichtsjahr auf 94,8 Mrd. Euro. Das entspricht einer
Wachstumsrate von mehr als vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Branche der Facility-Management-Dienstleister
war von der Finanz- und Wirtschaftskrise weit weniger beeinflusst, als das bei anderen
Branchen der Fall war. In den kommenden Jahren wird die Branche weiter zulegen, weil
immer mehr Unternehmen ihr Facility-Management an externe Anbieter outsourcen. Die
Nachfrage nach integriertem FM, bei dem die FM-Aktivitäten in komplexe Produktionsprozesse
des Kunden eingebunden werden, ist weiterhin hoch. Diese speziellen Dienstleistungen
gehören auch zum Leistungsportfolio von HOCHTIEF Facility Management. Die FM-Branche
wird sich in Deutschland laut Studien von Lünendonk und Interconnection weiter konsolidieren.
Dies liegt insbesondere an der erhöhten Marktkonzentration auf die Top-Ten-Anbieter.
HOCHTIEF Facility Management gehört seit Jahren zu diesen führenden Anbietern. Die
Branche wird zunehmend internationaler. Auch wir sind auf internationalen Märkten
wie Osteuropa und in der wachstumsstarken Golfregion vertreten. Energy-ManagementDer Bereich Energy-Management bietet weiterhin große Wachstumschancen. Zu dieser anhaltend positiven Entwicklung tragen vor allem das stark steigende Interesse an Energieeffizienz und die deutlich zunehmende Bereitschaft, CO2 -Emissionen zu reduzieren, bei. Das gilt für öffentliche Einrichtungen genauso wie für Industrieunternehmen. Ein hoher Bedarf besteht insbesondere an Energie-Contracting-Modellen, mit denen Effizienzpotenziale bei Energieverbräuchen gehoben und Kosten gesenkt werden können. Verschiedene Branchenverbände beziffern den Gesamtmarkt in Deutschland für Contracting-Leistungen auf etwa 20 Mrd. Euro. Derzeit ist nur ein geringer Teil dieses Markts erschlossen. Die Schätzungen gehen daher von jährlichen Zuwachsraten in Höhe von zehn Prozent aus. HOCHTIEF Energy Management verfügt als etablierter Energieexperte über das notwendige Know-how. Property-ManagementDas Marktvolumen für Property-Management-Dienstleistungen liegt in Deutschland laut
Aussage der Strehle & Bell Managementberatung bei schätzungsweise drei bis sieben
Mrd. Euro. Der für HOCHTIEF Property Management relevante Markt wächst weiter: Die
Zahl der Investoren, die ihre Immobilien von externen Dienstleistern managen lassen,
nimmt zu. HOCHTIEF bietet als einer der deutschen Marktführer im Property-Management
seine Services derzeit vor allem für gewerbliche Immobilien und Liegenschaften an.
Die Aktivitäten zielen darauf, den Wert der Immobilien zu erhöhen. FlughäfenBereits im dritten Quartal 2009 entwickelte sich die Luftfahrtbranche nach dem Einbruch
der Passagierzahlen aufgrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise wieder positiv.
Im Jahr 2010 nahm das Fluggastaufkommen global um insgesamt 6,2 Prozent zu. In Deutschland
überstieg das Wachstum den Vorjahreswert um 4,7 Prozent. Der globale Aufwärtstrend
wird nach einer Prognose des Airport Council International (ACI) zumindest bis 2014
anhalten. Für Deutschland rechnen die Branchenexperten mit einem Plus beim Passagieraufkommen
von 4,3 Prozent und weltweit mit 4,9 Prozent pro Jahr. Insgesamt geht ACI davon aus,
dass die Fluggastzahlen weltweit in den kommenden zwei Jahrzehnten jährlich um durchschnittlich
4,1 Prozent zunehmen. Den notwendigen Ausbau der Kapazitäten werden längst nicht alle
staatlichen Flughafenbetreiber finanzieren können. Deshalb ist mit weiteren Privatisierungen
von Airports zu rechnen. StraßenDer europäische PPP-Markt für Straßenverkehrsinfrastruktur entwickelt sich weiterhin
positiv. Vor allem in Mittel- und Osteuropa sind hohe Investitionen erforderlich,
um das absehbare Verkehrswachstum zu bewältigen. Große Straßenprojekte mit Volumina
von mehreren Mrd. Euro sind prognostiziert. Auch in Deutschland ist der PPP-Markt weiter gereift. In den USA und Kanada erwartet eine wichtige Branchenstudie von KPMG ebenfalls anhaltend
hohes Potenzial für PPP-Straßenbaumaßnahmen. Bis 2013 rechnet KPMG in den Vereinigten
Staaten mit einem Investitionsvolumen von 89,7 Mrd. Euro. Für Kanada wird für diesen
Zeitraum von Investitionen in Höhe von insgesamt 10,6 Mrd. Euro ausgegangen. HOCHTIEF
ist in diesem wachstumsstarken Markt mit den Töchtern HOCHTIEF Concessions und Flatiron
präsent. In Indien sind ebenfalls große Investitionen in die Infrastruktur geplant. Es werden
allein 55 000 Kilometer Straßen benötigt. Gemäß einem staatlichen Entwicklungsprogramm
bis 2016 entfällt auf den privaten Sektor ein Investitionsvolumen von 29 Mrd. Euro.
Im Sommer 2010 wurde das erste von zehn sogenannten Megaprojekten über insgesamt 5
000 Kilometer Straße mit einem Volumen von acht Mrd. Euro von der staatlichen Autobahnbehörde
ausgeschrieben. HOCHTIEF Concessions entschloss sich 2010 zum Markteintritt in Indien,
schloss zwei Kooperationsverträge mit großen lokalen Partnern und gründete Anfang
2011 eine Tochtergesellschaft in Delhi. Soziale InfrastrukturIn Deutschland wurden seit 2004 insgesamt 160 PPP-Hochbauprojekte mit einem Gesamtvolumen
von 4,3 Mrd. Euro realisiert. Im Berichtsjahr waren es 26 Projekte mit einem Volumen
von 515 Mio. Euro. Das Interesse an weiteren Projekten ist groß. Derzeit befinden
sich mehr als 100 Projekte in Planung. Nach dem Regierungswechsel in Großbritannien im Jahr 2010 und dem in der Folgezeit
verabschiedeten Sparprogramm wird deutlich, dass PPP/PFI-Projekte auch in Zukunft
fester Bestandteil der britischen Beschaffungsstrategie für Hochbauprojekte sein werden.
Das Gesamtbudget für Infrastrukturprojekte beträgt 226 Mrd. Euro für die folgenden
fünf Jahre. Genaue Angaben zum Anteil der PPP-Projekte stehen noch aus. In anderen europäischen Ländern beginnt sich das PPP-Modell im Bereich Soziale Infrastruktur
ebenfalls durchzusetzen. 2010 ist der Markt für PPP-Projekte auch in den USA und Kanada
gestartet. Zunehmend sehen amerikanische Bundesstaaten das PPP-Modell als neue Möglichkeit,
Projekte trotz angespannter Haushaltslage zu realisieren. In Kanada gelang der Tochtergesellschaft
HOCHTIEF Concessions im Berichtsjahr der Markteintritt mit zwei Projekten. Insgesamt
wird in Nordamerika in den kommenden Jahren mit Projekten mit einem Volumen von mehr
als drei Mrd. Euro gerechnet. Contract-MiningDie sich verbessernde Weltwirtschaft und erhöhte Nachfrage nach Rohstoffen wirkte
sich 2010 deutlich auf die Preise aus. Vor allem China benötigte zusätzliche Rohstoffe.
Diese Entwicklung wird sich auch 2011 fortsetzen und sich auf das Produktionsvolumen
im Bergbaubereich auswirken. Sowohl für Australien als auch für asiatische Länder
gehen Prognosen von beispielsweise BIS Shrapnel von deutlichen Zuwächsen bei der Eisenerz-
und Kohleproduktion aus. Aufgrund von Unsicherheiten im Hinblick auf die allgemeine
Wirtschaftslage und einer möglicherweise veränderten Besteuerung von Mineneigentümern
spiegelte sich diese Entwicklung noch nicht in den Neuinvestitionen im Bergbaubereich
wider. Sie reduzierten sich 2010 um zirka zehn Prozent. BIS Shrapnel rechnet erst
für das Jahr 2012 mit spürbar gesteigerten Investitionsaktivitäten im Bergbau. Unsere
australische Tochtergesellschaft Leighton blieb von dieser kurzfristigen Schwäche
bei den Neuinvestitionen weitgehend unberührt und erwartet, vom prognostizierten Anstieg
der Produktionsvolumina zu profitieren. Über Leighton ist HOCHTIEF heute bereits der
weltgrößte Contract-Miner. In Australien und Asien fördern wir vor allem Eisenerz
und Kohle. Rechtliche und wirtschaftliche EinflussfaktorenSurface Transportation Bill, USAIn den USA schreibt die sogenannte "Surface Transportation Bill" - ein Investitionsprogramm
mit einem Zeithorizont von sechs Jahren - fest, in welchem Umfang staatliche Mittel
für die Realisierung von Infrastrukturvorhaben zur Verfügung gestellt werden. Die
meisten Projekte unserer US-Tochter Flatiron etwa speisen sich zu einem Teil aus diesem
Programm. Eine Debatte um eine Neuauflage der "Surface Transportation Bill" ist seit
Längerem im Gange, die Umsetzung ist jedoch noch nicht konkret avisiert. Die aktuelle
Verlängerung des Programms läuft im März 2011 aus. Es wird erwartet, dass das Programm
im Anschluss erneut verlängert wird und für 2011 Mittel in ähnlicher Höhe vorsehen
wird wie für 2010. Steuererhöhungen und rezessive Gesamtsituation, GriechenlandIm Zuge der Konsolidierung ihres Staatshaushalts hat die griechische Regierung im
Mai 2010 ein Reihe von Maßnahmen erlassen, die unter anderem ein umfassendes Sparprogramm,
aber auch Steuererhöhungen beinhalten. Durch die Anhebung der Körperschaftssteuer
sowie durch eine temporäre Sondersteuer wurde das Ergebnis unseres Beteiligungsflughafens
Athens International Airport und unserer Straßenbauprojekte negativ beeinflusst. Es
wird erwartet, dass die Sondersteuer auch in den kommenden beiden Jahren erhoben wird.
Zudem wurde der Mehrwertsteuersatz auf 23 Prozent erhöht, und auch die indirekten
Steuern, zum Beispiel auf Treibstoff, wurden deutlich angehoben. Weitere Sparmaßnahmen
der griechischen Regierung waren Ende 2010 nicht zu erwarten. Naturkatastrophe Queensland, AustralienIn Australien ereignete sich zum Jahreswechsel 2011 eine Flutkatastrophe, von der
große Teile Queenslands und des nördlichen New South Wales betroffen waren. Insgesamt
war eine Fläche in der Größenordnung von Deutschland und Frankreich überschwemmt.
Überflutete Minen und zerstörte Infrastruktur haben weite Teile des Kohlenbergbaus
in der Region zum Erliegen gebracht. Neben dem Contract-Mining-Geschäft wurden auch
Projekte im Infrastrukturbereich durch diese Umweltkatastrophe beeinträchtigt. Die
Tochtergesellschaft Leighton geht davon aus, dass die Produktionsausfälle beim Kohleabbau
sowie die Bauzeitverzögerungen beim Projekt AirportLink in Brisbane im weiteren Verlauf
des Jahres wieder aufgeholt werden können. Darüber hinaus lagen uns keine relevanten rechtlichen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren
auf das HOCHTIEF-Geschäft vor.
Auftragsentwicklung 2010Zuwachs bei allen Berichtsgrößen
Die hervorragende Aufstellung von HOCHTIEF sowie der zunehmende Optimismus der Weltmärkte
spiegelt sich in unserer Auftragsentwicklung wider. Auftragseingang, Leistung und
Auftragsbestand liegen zum Teil deutlich über den Vorjahreswerten. Der Bestand erreichte
erneut eine historische Höchstmarke und dokumentiert eindrucksvoll die hervorragende
Auftragslage des Konzerns. Auftragseingang: Vorjahreswert übertroffenDer Auftragseingang des Konzerns lag mit dem absoluten Wert in Höhe von 29,63 Mrd.
Euro um +31,8 Prozent*
über dem Vorjahreswert. Auch währungsbereinigt übertreffen die Neuaufträge mit 25,69
Mrd. Euro den Vergleichswert (Vorjahr 22,47 Mrd. Euro).
*
Ermittlung der Prozentwerte auf Basis Mio. Euro. HOCHTIEF Asia Pacific konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr zahlreiche Contract-Mining-Aufträge
in Australien, Indien und in der Mongolei gewinnen oder erweitern. Darüber hinaus
sorgte die hohe Nachfrage nach Infrastrukturleistungen in Australien und Asien für
attraktive Aufträge. Der Auftragseingang liegt um +6,52 Mrd. Euro (währungsbereinigt:
+3,01 Mrd. Euro) über dem Vorjahreswert. Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Americas behauptete sich trotz des weiterhin schwierigen
Marktumfelds gut. Turner und Flatiron gewannen in den USA viele attraktive Projekte.
Der Auftragseingang stieg in der Folge um +1,24 Mrd. Euro (währungsbereinigt: +0,86
Mrd. Euro). HOCHTIEF Europe hat seine Position in Deutschland im abgelaufenen Geschäftsjahr gestärkt
und verzeichnete einen Zuwachs des Auftragseingangs in Deutschland um +0,56 Mrd. Euro.
International konnte der Vorjahreswert nicht erreicht werden, da im Vergleichszeitraum
der Großauftrag für das Einkaufs- und Geschäftszentrum Barwa Commercial Avenue in
Katar (Auftragswert: 1,34 Mrd. Euro) enthalten ist. Der Auftragseingang von HOCHTIEF Real Estate ist deutlich rückläufig. Der Bereich
bewegte sich im Immobilienmarkt auch 2010 in einem schwierigen Umfeld. Leichte Zuwächse
bei HOCHTIEF Property Management und im Bereich Asset-Management konnten den Rückgang
bei HOCHTIEF Projektentwicklung nicht ausgleichen. HOCHTIEF Services profitierte von einem Boom bei Outsourcing-Projekten und Energie-Contracting-Lösungen.
Auf dem deutschen Markt (+ 0,36 Mrd. Euro) wurden bedeutende Neuprojekte gewonnen
und große Aufträge verlängert. Der Rückgang im internationalen Geschäft (-0,07 Mrd.
Euro) konnte durch die positive Entwicklung in Deutschland deutlich kompensiert werden.
![]()
Die HOCHTIEF-Auftragsstatistik beruht auf der Definition des Hauptverbands der Deutschen
Bauindustrie. Weitere Informationen finden Sie unter www.bauindustrie.de.
Der Auftragseingang von HOCHTIEF in Deutschland ist insgesamt gegenüber dem Vorjahr
gestiegen (+ 0,61 Mrd. Euro beziehungsweise + 31,6 Prozent). International wuchsen
die Neuaufträge um + 31,9 Prozent, das entspricht einem absoluten Zuwachs von + 6,55
Mrd. Euro. Der Anteil der international erzielten Auftragseingänge liegt im Berichtsjahr
bei 91,5 Prozent. Die überwiegende Anzahl der Beteiligungen des Unternehmensbereichs HOCHTIEF Concessions
wird nicht vollkonsolidiert. Somit werden in der vorliegenden Statistik zum Teil volumenstarke
Auftragseingänge aufgrund der At-Equity-Konsolidierung nicht ausgewiesen.
Leistung: Wachstum aus werthaltigen AufträgenDie Leistung im Konzern erreichte zum Jahresende 23,23 Mrd. Euro, das ist ein Zuwachs
von +13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Währungseffekte -im Wesentlichen
gegenüber dem amerikanischen und australischen Dollar -, ist das Vorjahresniveau nahezu
erreicht. Der Anstieg resultierte insbesondere aus Steigerungen von HOCHTIEF Asia Pacific in
den Marktsegmenten Contract-Mining und Infrastruktur. Der Bereich erhöhte seine Leistung
absolut um + 3,05 Mrd. Euro, das entspricht + 31,7 Prozent (währungsbereinigt: + 7,3
Prozent). Nach einer selektiven Auftragshereinnahme im Jahr 2009 konnte HOCHTIEF Americas durch
die gute Auftragsentwicklung 2010 bei der Leistung das Vorjahresniveau erreichen.
Bereinigt um positive Währungseffekte gegenüber dem US-Dollar liegt die Leistung jedoch
um -4,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. In Deutschland betrug die Leistung des Konzerns 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr 2,28 Mrd. Euro),
das entspricht einem Rückgang von -21 Prozent. Die restriktive Projektauswahl bei
HOCHTIEF Europe und der Immobilienentwicklung von HOCHTIEF Real Estate führte zu rückläufigen
Leistungswerten. Auf den internationalen Märkten erzielte der Konzern eine Leistung von 21,43 Mrd.
Euro und übertraf damit den Vorjahreswert um + 17,2 Prozent. Der Anteil der internationalen
Leistung von 92,2 Prozent an der Konzernleistung bestätigt unseren Spitzenplatz in
der Rangliste "The Top 225 International Contractors" im jährlichen Ranking des Fachmagazins
Engineering News-Record. Der Auftragseingang des Berichtsjahres lag um zirka 6,4 Mrd. Euro über der Jahresleistung
des Konzerns und trug damit wesentlich zum Anstieg des Auftragsbestands bei. Auftragsbestand: erneut Rekordmarke erzieltDer Auftragsbestand hat mit einem absoluten Wert von 47,49 Mrd. Euro einen hervorragenden
Wert erzielt. Mit einem Zuwachs von 12,12 Mrd. Euro wurde das Vorjahr (35,37 Mrd.
Euro) um + 34,2 Prozent übertroffen. Neben den Auswirkungen aus Auftragseingang und
Leistung ist auch ein positiver Währungseffekt gegenüber dem australischen Dollar
für den Anstieg verantwortlich. Bereinigt um die Währungseffekte, liegt der Auftragsbestand
im Konzern aber immer noch um + 15,5 Prozent über dem Vorjahreswert und beträgt absolut
40,88 Mrd. Euro. In Deutschland stieg der Bestand durch Projektgewinne bei HOCHTIEF Europe und HOCHTIEF
Services um + 0,74 Mrd. Euro (das entspricht + 24,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.
International beträgt der Anstieg + 35,2 Prozent, das entspricht 11,38 Mrd. Euro.
Die Zuwächse resultieren im Wesentlichen aus der außerordentlich guten Geschäftsentwicklung
von Leighton, einem Plus bei HOCHTIEF Americas und einem positiven Währungseffekt
aus dem australischen Dollar. Auf Basis der aktuellen Jahresleistung erreicht der Konzern eine rechnerische Auftragsreichweite
von mehr als 24 Monaten. ![]() ![]() ![]() Strategie
HOCHTIEF ist ein internationaler Baudienstleister und gehört weltweit zu den führenden
Anbietern dieser Branche. Unsere Angebotspalette umfasst die Module Planen, Bauen
und Betreiben. Dabei wird das Kerngeschäft des Bauens von zahlreichen Leistungen ergänzt,
mit denen wir den gesamten Lebenszyklus von Infrastrukturprojekten, Immobilien und
Anlagen begleiten. Unseren Kunden bieten wir so maßgeschneiderte Lösungen für ihre
Projekte - als modulare oder ganzheitliche Leistungen. Als internationalstes Unternehmen
der Branche können wir unsere Leistungen global anbieten -dort, wo unsere Kunden es
wünschen. Unser Handeln orientiert sich konzernweit verbindlich an unserer Vision: "HOCHTIEF
baut die Welt von morgen. - Gemeinsam mit unseren Partnern gestalten wir Lebensräume,
schlagen Brücken, gehen neue Wege und steigern nachhaltig die uns anvertrauten Werte."
Diese Vision bleibt auch künftig richtungweisend für unseren Konzern. HOCHTIEF folgt einer langfristigen, zukunftsorientierten Strategie. Dabei stehen für
uns der wirtschaftlich nachhaltige Erfolg und dynamisches Wachstum im Mittelpunkt.
Die von uns seit mehreren Jahren verfolgten strategischen Initiativen werden fortgeführt.
Diese sind: Begleitung des Lebenszyklus, Optimierung der Finanzkraft, Fokus auf Wachstumsmärkte,
Differenzierung durch Technologie, Ausweitung des Dienstleistungsgeschäfts sowie Positionierung
als attraktiver Arbeitgeber. Insbesondere die ersten vier Elemente standen im Geschäftsjahr
2010 im Fokus. Angebotspalette auf den Lebenszyklus ausrichtenEs ist unsere Strategie, den Lebenszyklus von Infrastrukturprojekten, Immobilien und
Anlagen ganzheitlich zu begleiten. Dafür vernetzen wir alle Leistungen unserer Angebotspalette
und führen Prozesse gemäß unserem Leitsatz "One roof - all solutions" zusammen. Zusätzlich
ergeben sich beim gemeinsamen Auftritt aller HOCHTIEF-Einheiten unter einem Dach neue
Potenziale aus Cross-Selling-Effekten. Insgesamt entstehen durch das integrierte,
ganzheitliche Angebot spürbare Kostenvorteile für unsere Kunden. So steigern wir nachhaltig
Werte -für Kunden und Aktionäre ebenso wie für den Konzern. Durch die zum 1. Januar
2011 vereinfachte Konzernstruktur mit nun vier Unternehmensbereichen bündeln wir unsere
Leistungen in Europa noch konsequenter -wir haben die Module der Leistungspalette
noch einmal besser dem Angebot entlang des Lebenszyklus von Projekten angepasst.
Unsere AngebotspalettePlanenZu diesem Modul gehören Entwicklung, ganzheitliche Konzeption, Finanzierung, Versicherung,
Realisierung und Vermarktung von Projekten aller Art sowie Beratungsleistungen - als
Gesamt- oder Einzelangebot. ![]() Werden bei einem Projekt alle Module der Angebotspalette genutzt, realisieren wir
maximale Wertschöpfung - und unsere Kunden profitieren von den Synergieeffekten. BauenDieses Modul umfasst das klassische Baugeschäft und das Construction-Management in
den Bereichen Hoch-, Tief- und Infrastrukturbau. Neben den ausführenden und bauüberwachenden
Arbeiten übernimmt HOCHTIEF auch die Beschaffung der benötigten Materialien, Systeme
und Dienstleistungen und stellt die Baustelleneinrichtung bereit. BetreibenDieses Modul beinhaltet alle Leistungen, die sich aus dem Betrieb von Infrastrukturprojekten,
Immobilien und Anlagen sowie dem Management von Geschäftsprozessen ergeben. Darunter
fallen das Asset- und Property-Management, das Facility- sowie das Energy-Management.
Hinzu kommen unser Konzessions- und Betreibergeschäft mit den Flughafenbeteiligungen,
die Public-Private-Partnership-Projekte in den Geschäftsbereichen Straßen und Soziale
Infrastruktur sowie das Contract-Mining mit seinem Schwerpunkt auf dem Betrieb.
Profitabilität steigernHOCHTIEF setzt auf Wachstum und engagiert sich in rentablen Geschäftsfeldern. Seine
Profitabilität hat der Konzern in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Dazu
trugen die klare Ausrichtung des Konzerns auf den gesamten Lebenszyklus von Projekten
und die internationale Geschäftstätigkeit auf starken Märkten ebenso bei wie die konsequente
Einhaltung der Vorgaben zur Rentabilität von Projekten. Werte realisierenAuch ein aktives Portfoliomanagement ist elementarer Bestandteil unserer Strategie.
Werte, die sich aus dem aktuellen Portfolio ergeben, wollen wir in Übereinstimmung
mit unserer Planung auch konsequent realisieren. So haben wir uns zu einer Wertrealisierung
bei dem erfolgreichen Tochterunternehmen HOCHTIEF Concessions im Jahr 2011 entschieden
und streben zum Zweck der Wertmaximierung ein zweigleisiges Verfahren - Börsengang
oder Trade Sale - an. Dabei sind wir bereit, eine Mehrheitsbeteiligung abzugeben.
Wir werden auch nach einem Verkauf von HOCHTIEF Concessions die Beschaffungsvariante
"Konzessionen" für Aufträge der öffentlichen Hand weiter anbieten. Die notwendigen
Kompetenzen sind in vielfältiger Form auf allen Ebenen des Unternehmens vorhanden.
Darüber hinaus sind Kooperationsvereinbarungen beziehungsweise privilegierte Partnerschaften
möglich. Zudem planen wir, den mit der HOCHTIEF-Beteiligungsgesellschaft aurelis Real
Estate entstandenen Wert im Jahr 2012 zu realisieren. Da aurelis sich sehr erfolgreich
entwickelt hat, wollen wir dieses Ziel bereits ein Jahr früher, als bisher geplant,
umsetzen.
![]() Alles aus einer Hand: das Lebenszyklusmanagement von HOCHTIEF. Dabei sind unsere Leistungen
von nachhaltigem Handeln geprägt. Wachstumsmärkte erschließenHOCHTIEF will weiter wachsen und expandiert darum in zukunftsträchtige Geschäftsfelder
auf rentablen Wachstumsmärkten. Zukäufe und die Gründung neuer Gesellschaften sind
Bestandteile dieser Strategie. Bei unseren regionalen Aktivitäten setzen wir auf Zukunftsmärkte.
So sind wir mit unserem Engagement in den Golfstaaten sehr erfolgreich - dort erbringt
HOCHTIEF derzeit Bau- und Serviceleistungen für eine Reihe von Großprojekten. Dieser
Markt steht weiterhin in unserem Fokus. Im Dezember 2010 verzeichnete HOCHTIEF den
Einstieg von Qatar Holding als neuem Großaktionär. So wird die bestehende Partnerschaft
mit dem Emirat Katar gefestigt. Die Beteiligung bietet beiden Partnern weitreichende
strategische Perspektiven, da Katar vor einer schnellen technologischen, infrastrukturellen
und wirtschaftlichen Entwicklung steht. Auch Nordamerika stellt für HOCHTIEF einen Zukunftsmarkt dar: In den USA haben wir
2010 mit dem Erwerb der Tiefbaugesellschaft E.E. Cruz in New York unsere Wettbewerbsposition
auf diesem Spezialmarkt verbessert. Zudem gelang HOCHTIEF Concessions im Berichtsjahr
der Einstieg in den öffentlichen Hochbaumarkt in Nordamerika. In Kanada erwarten wir
neue Geschäftsmöglichkeiten, bei denen wir auf einer hervorragenden Ausgangslage mit
unseren renommierten Tochtergesellschaften Flatiron und Turner aufbauen können. Wir
werden unsere Position in Nordamerika gezielt weiter ausbauen. Nicht zuletzt konzentrieren wir uns auf den Zukunftsmarkt Indien. Hier werden vor
allem auf dem Baumarkt - insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und Flughäfen
- hohe Wachstumsraten erwartet. Über verschiedene Gesellschaften und Projekte hat
HOCHTIEF in der Vergangenheit auf dem indischen Markt bereits Erfahrungen gesammelt
und sich einen Namen gemacht. Auch unsere Beteiligungsgesellschaft Leighton ist erfolgreich
in Indien tätig. Unsere Aktivitäten wollen wir künftig über weitere Landesgesellschaften
verstärken. Vorsprung durch innovative Leistungen ausbauenDurch hohe technische Kompetenz, Ingenieurwissen "made in Germany" und Prozess-Know-how
hebt sich HOCHTIEF vom Wettbewerb ab. Die hohe Qualität aus dem Hause HOCHTIEF wird
in aller Welt geschätzt und nachgefragt - das zeigten auch im Geschäftsjahr 2010 die
zahlreichen Aufträge von Wiederholkunden und die Neuaufträge. Diesen Vorsprung wollen
wir weiter ausbauen und unseren Kunden auch künftig mit individuellen Lösungen, innovativen
Leistungen und Kostenvorteilen Mehrwert schaffen. Wo zusätzliche Leistungen notwendig
werden, entwickeln wir innovative Produkte und Dienstleistungen. Ein Beispiel für
solche erfolgreichen Neuaktivitäten ist etwa das virtuelle Bauen. Mit HOCHTIEF ViCon
bedienen wir seit 2007 den Markt und haben im Berichtsjahr mit dem Auftrag für die
Koordination des Einsatzes von 3-D-Technologien bei der Stadt "Lusail City" in Katar
ein bedeutendes Großprojekt gewonnen. Durch innovative Entwicklungen werden wir auch
künftig komplexen Anforderungen gerecht werden. Einen besonderen Schwerpunkt bildet derzeit der vielversprechende Markt für Windkraft.
HOCHTIEF kann dabei im Offshore-Bereich auf seiner Wasserbaukompetenz optimal aufbauen.
Bei einer Reihe von Projekten haben wir bereits die Gründungsarbeiten für Windkraftanlagen
auf dem Meeresboden realisiert. HOCHTIEF erhielt allein im Herbst 2010 zwei attraktive
Großaufträge für den Bau von Windparks in Nord- und Ostsee. Mit der Reederei Beluga,
seit 2009 unser Joint-Venture-Partner, haben wir 2010 den Bau eines ersten Spezialhubschiffs
beauftragt. HOCHTIEF hat darüber hinaus die Spezialhubplattform Thor entwickelt, die
seit Sommer 2010 im Einsatz ist. Damit haben wir eine hervorragende Basis für weitere
Aufträge geschaffen: Die Thor ist bereits langfristig ausgebucht. Auf der Basis bestehender
Kompetenzen wollen wir unser Leistungsspektrum in diesem Segment weiter ausbauen -
unser Ziel ist es, Windparks in der Zukunft auch zu warten und zu betreiben. Dabei
können wir das Know-how unserer Geschäftsfelder Facility- und Energy-Management nutzen.
Wir haben deshalb die Gesellschaft HOCHTIEF Offshore Services gegründet und entwickeln
derzeit ein Spezialschiff für Wartungsarbeiten bei Offshore-Windparks. Auch im Onshore-Bereich sind wir erfolgreich tätig: So errichtet Leighton den Windpark
Macarthur Wind Farm. Leighton hat sich zum Ziel gesetzt, führender Anbieter beim Bau
von Windkraftanlagen zu werden. Finanzstrategie langfristig gestaltenHOCHTIEF hat seine Finanzstrategie seit jeher konservativ gestaltet und legt höchsten
Wert auf ein belastbares Risikomanagement. Dies hat uns auch während der Finanzkrise
eine starke Position gesichert. Das konnten wir 2010 erneut mit mehreren Finanzierungserfolgen
beweisen: So haben wir im Mai 2010 erfolgreich ein Schuldscheindarlehen mit einer
Laufzeit über fünf Jahre in Höhe von 240 Mio. Euro am Markt platziert. Die Offerte
war um mehr als hundert Prozent überzeichnet. HOCHTIEF steht für erstklassige Bonität
und verfügt über den notwendigen Spielraum für weiteres Wachstum. ![]() Erfolgreiche Strategie unverändert fortführenHOCHTIEF hat im Geschäftsjahr 2010 erneut bewiesen, dass der Konzern ein internationales
Erfolgsunternehmen ist - das beweist klar die Tragfähigkeit unserer Strategie. Die
aufeinander abgestimmte Angebotspalette entlang des Lebenszyklus von Projekten, anspruchsvolle
Aufträge in aller Welt, zufriedene Kunden und eine exzellente Reputation führen zu
einer kontinuierlich steigenden Profitabilität. Der Konzern wird diesen Weg auch im
Geschäftsjahr 2011 unverändert fortsetzen.
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit aus ÜberzeugungNachhaltigkeit und Corporate Responsibility (CR) haben bei HOCHTIEF Tradition und
sind Teil unserer Unternehmensstrategie. Unsere Werte, Vision und Leitlinien orientieren
sich am nachhaltigen Handeln. Als zukunftsorientiertes Unternehmen übernehmen wir
Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt - im Unternehmen ebenso wie bei unseren
Projekten. Im November 2010 unterzeichnete HOCHTIEF das "Leitbild für verantwortliches
Handeln in der Wirtschaft". In dieser Selbstverpflichtung bekennen wir uns gemeinsam
mit 20 anderen Konzernen zu Nachhaltigkeit, Sozialpartnerschaft, Leistungsprinzip
und fairem Wettbewerb. Der Kapitalmarkt erkennt unser Engagement im Bereich Nachhaltigkeit an. HOCHTIEF wurde
im September 2010 zum fünften Mal in Folge in die Dow Jones Sustainability Indizes
(DJSI) aufgenommen. Im Berichtsjahr haben wir das IT-gestützte Reportingsystem "CRedit" in Betrieb genommen.
Dadurch wird die Erfassung von Daten zur Nachhaltigkeit im Konzern vereinfacht und
die Datenqualität weiter verbessert. Kernbereiche der Nachhaltigkeit/CRNachhaltiges Handeln konzentriert sich bei HOCHTIEF auf sechs Themenfelder mit klar
definierten Zielen: Nachhaltige Produkte und DienstleistungenWeltweit zählt HOCHTIEF zu den führenden Anbietern im Bereich des nachhaltigen Grünen
Bauens. In Deutschland wurden bisher elf von HOCHTIEF realisierte Immobilien mit dem
Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vorzertifiziert
beziehungsweise zertifiziert. Unsere Tochter Turner ist in den USA die Nummer 1 in
diesem Marktsegment. Hier erhielten bislang 425 Projekte die renommierte LEED-Auszeichnung
oder wurden dafür registriert. In Polen, Tschechien und Costa Rica starteten HOCHTIEF-Gesellschaften
im Berichtsjahr die ersten LEED-beziehungsweise BREEAM-zertifizierten Gebäude in diesen
Ländern. Auch in Australien gewinnt das Thema weiter an Gewicht. Hier sponserte HOCHTIEF
im November eine internationale Konferenz zum nachhaltigen Bauen, die in dieser Form
erstmalig stattfand. Auch bei den selbst genutzten Bürogebäuden setzt das Unternehmen
auf Nachhaltigkeit: Die neuen HOCHTIEF-Häuser in München und Hamburg erhielten das
DGNB-Vorzertifikat in Gold und Silber. In den USA wurden bislang acht Turner-Bürogebäude
nach LEED zertifiziert. Aktiver KlimaschutzMit verschiedenen Leistungen erbrachte HOCHTIEF im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder
einen Beitrag dafür, das Klima zu schützen und die Emission von Treibhausgasen zu
verringern. HOCHTIEF Energy Management konnte 2010 bei seinen Projekten im Kundenauftrag
insgesamt mehr als 100 000 Tonnen CO2
einsparen. Im Berichtsjahr haben wir im Bereich Windkraft weiter in die Zukunft investiert:
Unsere neue Hubinsel Thor nahm die Arbeit bei der Errichtung von Offshore-Windanlagen
in der Nordsee auf. Zudem wurde mit dem Bau des ersten Spezialschiffs von BELUGA HOCHTIEF
Offshore begonnen, mit dem das Gemeinschaftsunternehmen ab 2012 Windkraftanlagen auf
See errichten, instand setzen und betreiben wird.*** Auch intern achten wir auf den
Klimaschutz: In Deutschland konnte der Treibstoffverbrauch um mehr als sechs Prozent
im Vergleich zu 2008 reduziert werden. Seit dem Berichtsjahr werden unsere großen
deutschen Bürostandorte vollständig mit Ökostrom versorgt. Unsere transparente und
engagierte KlimapoIitik wurde 2010 auch offiziell anerkannt: Erstmals ist HOCHTIEF
im deutschen Carbon Disclosure Leadership Index gelistet. ![]() RessourcenschutzIn der Richtlinie zu Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz bekennt sich HOCHTIEF
zu einem aktiven Ressourcenschutz. Mehr als 60 Prozent der Unternehmenseinheiten sind
gemäß der Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert. In den vergangenen vier Jahren
verzeichneten wir keine wesentlichen Umweltschäden. Die Abfallrecyclingquote bei unseren
weltweiten Projekten ist deutlich höher als der jeweilige Landesdurchschnitt: In Deutschland
lag sie im Berichtsjahr beispielsweise bei 92 Prozent, in Europa und Amerika zusammengenommen
bei 75 Prozent. Attraktive ArbeitsweltAls Arbeitgeber von weltweit mehr als 70 000 Menschen sind wir dafür verantwortlich,
optimale Arbeitsbedingungen für sie zu schaffen und ihnen größtmögliche Arbeitssicherheit
und umfassenden Gesundheitsschutz zu bieten. Unser bereichsübergreifendes Kompetenzzentrum
für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz setzt sich dafür ein, kontinuierlich das
unternehmensweite Umwelt- und Sicherheitsmanagement zu optimieren und die Umsetzung
in den HOCHTIEF-Gesellschaften sicherzustellen. Im Berichtsjahr konnte die Unfallhäufigkeit
im gesamten Konzern mit 1,79 Unfällen pro
![]() Gesellschaftliches EngagementHOCHTIEF versteht sich als Teil des Gemeinwesens. Bei unseren weltweiten Projekten
beschäftigen wir seit jeher vor allem Mitarbeiter und Nachunternehmer aus den jeweiligen
Regionen. In Australien engagiert sich unsere Tochter Leighton beispielsweise traditionell
für die Ureinwohner. Ihre Beteiligungsgesellschaft Thiess ermöglichte im Berichtsjahr
jungen Ureinwohnern aus Queensland ein 20-wöchiges Trainingsprogramm - mit Arbeitsplatzgarantie
nach erfolgreicher Teilnahme. In Deutschland spendeten HOCHTIEF und seine Mitarbeiter
für die Erdbebenopfer in Chile insgesamt gut 37.000 Euro. Unsere US-Töchter Turner
und Flatiron sowie deren Mitarbeiter stellten umgerechnet zirka 250.000 Euro für die
Hilfsmaßnahmen im erdbebenzerstörten Haiti zur Verfügung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr
beschenkte HOCHTIEF Concessions wieder Bildungseinrichtungen in der Nachbarschaft
seiner Beteiligungsflughäfen. Computer und IT-Ausstattung gingen diesmal an Schulen
in der Nähe des Düsseldorfer und des Hamburger Airports. Zudem engagierte sich das
Unternehmen erneut für die notwendige Sanierung eines Schulgebäudes im albanischen
Tirana. Als Sponsorpartner der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 war HOCHTIEF an
zahlreichen Projekten und Aktionen beteiligt; HOCHTIEF Facility Management übernahm
die technische Leitung der Kulturhauptstadt. Compliance und EthikmanagementDa HOCHTIEF in Regionen mit unterschiedlichen Kulturen und politischen Systemen tätig
ist, haben Compliance und Ethikmanagement bei uns einen hohen Stellenwert. Der HOCHTIEF
Code of Conduct wurde im Berichtsjahr überarbeitet und um internationale Standards,
zum Beispiel aus den Bereichen Arbeitnehmerrechte, Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit
sowie Umweltschutz, erweitert. 2010 haben wir im Einkauf die Bewertung von Nachunternehmern
weiter ausgebaut. Dabei werden nun auch nachhaltige Kriterien wie Arbeits- und Umweltschutz
berücksichtigt. Unsere Compliance-Beauftragten in den Unternehmensbereichen haben
im Berichtsjahr wieder zahlreiche Schulungen, beispielsweise zum HOCHTIEF Code of
Conduct sowie zu unseren Richtlinien, veranstaltet. Ergänzend wurden den Mitarbeitern
die elektronischen Lernprogramme zu den Themen Antikorruption und illegale Beschäftigung
angeboten. Transparente InformationspolitikHOCHTIEF veröffentlicht bereits seit 2005 einen Nachhaltigkeitsbericht. Er erscheint
alle zwei Jahre und berücksichtigt die Richtlinien der Global Reporting Initiative
(GRI) sowie des UN Global Compact. Seit 2007 wird er von einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
geprüft. Der nächste Bericht erscheint 2011. Über aktuelle Aktivitäten und Ereignisse
berichten wir auf unserer Internetplattform unter
Forschung und EntwicklungWeitere Informationen über FuE-/Innovationsprojekte finden Sie im Internet unter www.hochtief.de/fue
sowie in unserem Nachhaltigkeitsbericht oder unter www.hochtief.de/nachhaltigkeit.
Forschung und Entwicklung für komplexe UnikateAls weltweit aufgestellter Baudienstleister planen, finanzieren, realisieren und betreuen
wir überwiegend Unikate und keine Serienprodukte. Um die hohen Ansprüche bestmöglich
zu erfüllen und den Kunden deutlichen Mehrwert zu verschaffen, fließen in unsere Projekte
innovative Ideen sowie umfangreiche Forschungs- und Entwicklungs-(FuE-)Arbeiten ein. Konsequentes Innovationsmanagement steigert die WettbewerbsfähigkeitHOCHTIEF überzeugt als einer der Vorreiter in der Baubranche mit immer neuen zukunftsweisenden
Entwicklungen. Unser zielführendes Innovationsmanagement in allen Bereichen treibt
unseren Erfolg wesentlich voran und wird von uns deshalb kontinuierlich weiter optimiert.
Unsere Mitarbeiter beschränken sich nicht nur darauf, Lösungen für unsere Projekte
zu entwickeln und wachstumsstarke Geschäftsfelder zu erschließen. Wir arbeiten darüber
hinaus kontinuierlich daran, interne Abläufe und Prozesse weiter zu verbessern, um
uns so vom Wettbewerb zu differenzieren. Innovationsideen aus dem Kreis der Mitarbeiter nehmen deutlich zuSeit 2008 können unsere Mitarbeiter in Deutschland ihre Ideen und Verbesserungsvorschläge
in einen virtuellen "Ideenraum" im Intranet einstellen. Diese Möglichkeit wird immer
stärker genutzt. Im Geschäftsjahr 2010 gingen 567 Ideen ein - 160 mehr als im Vorjahr.
Im April des Berichtsjahres fand die zweite Jahrestagung des HOCHTIEF-Ideenmanagements
statt, bei der die "Top-Ten-Ideen 2009" ausgezeichnet wurden. Sieger wurde der Verbesserungsvorschlag
"Konzept und Umsetzung für die Ausfahrt einer Tunnelvortriebsmaschine in einem mit
Kies-Sand-Gemisch gefüllten Endschacht". Mit dieser Idee lässt sich die Bauzeit je
Ausfahrvorgang um zirka zwei Tage reduzieren. Bei der ersten Anwendung in einem Tunnelbauprojekt
in Hamburg konnten wir mit dem Verfahren mehr als 550.000 Euro einsparen. Innovationen entstehen auf drei EbenenBei HOCHTIEF wird FuE auf drei Ebenen betrieben. Die erste Ebene ist das zentrale
Innovationsmanagement. Hier geht es um unternehmensübergreifende Themen, die sich
nachhaltig auf das operative Geschäft des gesamten Konzerns auswirken. Aus den etablierten
Leistungen und Produkten entstehen neue Geschäftsfelder entlang des Lebenszyklus von
Infrastrukturprojekten, Immobilien und Anlagen. Die zentrale Unternehmensentwicklung
koordiniert das ganzheitliche Innovationsmanagement, identifiziert attraktive Projekte
und begleitet deren Umsetzung. Stetiges Controlling gewährleistet die Effizienz. Unser
Innovationskomitee entscheidet, ob ein Projekt realisiert wird. Zu dem Komitee gehören
Mitglieder sämtlicher Unternehmensbereiche, der Zentralbereiche und des Vorstands. Im Geschäftsjahr 2010 wendeten wir für unternehmensübergreifende FuE-Projekte der
ersten Ebene zirka 4,9 Mio. Euro auf; zirka 65 Mitarbeiter beschäftigten sich mit
insgesamt 33 dieser Projekte. Acht Vorhaben wurden neu begonnen, 16 abgeschlossen. Die zweite Ebene unseres Innovationsmanagements beschäftigt sich mit Innovationen
der Unternehmensbereiche. Hier entwickeln, finanzieren und realisieren die jeweiligen
Bereiche und Gesellschaften diese Ideen selbst. Die dritte Ebene bezieht sich auf projektbezogene Innovationen, also FuE-Leistungen,
die erbracht werden, wenn wir Aufträge akquirieren oder realisieren. Diese Entwicklungen
machen den Großteil unserer Innovationen aus. Die jeweiligen Entwicklungsaufwendungen
gehen in die Projektkosten ein und werden von uns daher nicht gesondert erfasst. Beispiele für aktuelle InnovationsprojekteDie dargestellten Projekte sind nur Beispiele für die weit überdurchschnittliche Innovationskraft
im gesamten HOCHTIEF-Konzern. Kein Projekt entsteht ohne technologische und prozessorientierte
Optimierungen. Beim internen Ideenwettbewerb prämiert: Mitarbeiter von HOCHTIEF entwickelten ein
Konzept, mit dem sich Tunnelbauarbeiten erheblich verkürzen lassen. (Bild links) Hubinsel Thor: Mit ihren 82 Meter langen Hubbeinen kann sie in großer Wassertiefe
arbeiten, um Offshore-Windkraftanlagen zu installieren. Ebene 1: zentrale InnovationenVielfältige Leistungen für Offshore-WindenergieparksHOCHTIEF hat sich in wesentlichen Bereichen des wachstumsstarken Markts für Offshore-Windenergie
etabliert. So ist unsere selbst entwickelte Hubinsel "Thor" beim Offshore-Windpark
"Bard I" in der Nordsee im Einsatz. Hier werden mithilfe dieses Spezialgeräts zirka
80 Windkraftanlagen errichtet. Darüber hinaus wird HOCHTIEF ab dem Sommer 2012 beim
Projekt "Global Tech I" aktiv: Dort wird das Unternehmen 80 Fundamente mit einem Gewicht
von jeweils 950 Tonnen auf dem 40 Meter tiefen Meeresgrund verankern und anschließend
die 150 Meter hohen Fünf-Megawatt-Windenergieanlagen montieren. Bei diesem Projekt
soll erstmals das Spezialschiff eingesetzt werden, dessen Konzept und Design wir in
einem Joint Venture mit der weltweit führenden Schwergutreederei Beluga entwickelt
und realisiert haben. Mit diesem Schiff wird die Montage effizienter sowie sicherer
und die Prozesse werden optimiert. Unsere Experten entwickeln darüber hinaus die Logistikkonzepte
und simulieren am Computer die Montageabläufe. Zusätzlich entwickeln HOCHTIEF Facility Management und HOCHTIEF Construction gemeinsam
ein spezielles Serviceschiff für die Inbetriebnahme, Inspektion und Wartung von Windkraftanlagen.
Wir erweitern damit unser Portfolio zur Optimierung des wirtschaftlichen Lebenszyklus
von Offshore-Windparks. Das Schiff wird mit einem Transfersystem ausgestattet, das
auch bei extremen Wetterbedingungen einen sicheren Übergang für Personen und Material
zu den Windkraftanlagen oder Umspannstationen gewährleistet. Innovationsprojekt für Flughäfen abgeschlossenIm Berichtsjahr bestand das von HOCHTIEF entwickelte Softwaretool, mit dem Terminalkapazitäten
berechnet werden, den Praxistest. So wurde mithilfe des Tools der Passagierfluss am
Flughafen Budapest berechnet, um notwendige Ab- und Umbaumaßnahmen der Sicherheitskontrollstellen
zu modellieren und deren Auswirkungen auf den zukünftigen Passagierfluss aufzuzeigen.
In die Entwicklung floss das Know-how mehrerer HOCHTIEF-Gesellschaften ein. Es ist
vorgesehen, das Tool auch bei anderen Planungsprozessen, bei denen es darum geht,
Verkehrsströme zu optimieren, einzusetzen - etwa bei großen Umzügen oder in der Baustellenlogistik. Arbeit mit digitalen Gebäudemodellen optimiertIm November 2010 endete das europäische Forschungsprojekt "InPro", an dem wir uns
mit 17 weiteren Partnern beteiligten. Ziel des Forschungsvorhabens mit einem Volumen
von zirka 13 Mio. Euro war es, Methoden zu entwickeln, die das Arbeiten mit digitalen
Gebäudemodellen in den frühen Phasen eines Projekts verbessern sollen. HOCHTIEF beschäftigte
sich vor allem mit Verfahren zur modellbasierten Terminplanung und zum modellbasierten
Facility-Management. Die Ergebnisse flossen bereits während der Projektlaufzeit in
operative Projekte von HOCHTIEF ViCon, HOCHTIEF Construction und HOCHTIEF Facility
Management ein. Innovatives Konzept zur BrückensanierungDas Verkehrsaufkommen auf Deutschlands Autobahnen nimmt seit Jahren zu. Die größtenteils
überalterten Brücken müssen deshalb dringend saniert und den neuen Verhältnissen angepasst
werden. Das nationale Förderprogramm "Adaptive und intelligente Brücken der Zukunft"
des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, an dem sich HOCHTIEF
Consult beteiligt, zielt darauf, ein Fachwerksystem aus Ultrahochleistungsbeton zu
entwickeln. Die Innovation soll es möglich machen, die Brücken bei laufendem Verkehr
nachzurüsten beziehungsweise zu sanieren. Von den Ergebnissen wird auch unsere Tochtergesellschaft
Flatiron profitieren, die in Nordamerika im Bereich Infrastruktur tätig ist. Mehr Sicherheit für Brücken und TunnelSeit 2008 läuft das Forschungsprojekt "Schutz kritischer Brücken und Tunnel im Zuge
von Straßen - SKRIBT" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Dabei geht
es insbesondere darum, Maßnahmen zum Schutz von Straßenbrücken und -tunneln zu erarbeiten
und zu bewerten, um deren Sicherheit zu erhöhen. HOCHTIEF Concessions ist einer von
zehn Projektpartnern aus Ämtern, Hochschulen und Privatwirtschaft unter der Führung
der Bundesanstalt für Straßenwesen. Unsere Mitarbeit bezieht sich vor allem auf bautechnische
und betriebsorganisatorische Fragen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen schon jetzt
in unsere Brücken- und Tunnelprojekte ein. "Engineered Products" erweitertZu der Produktlinie Engineered Products von HOCHTIEF Consult zählen Innovationen,
die von unseren Experten entwickelt wurden und auch externen Kunden angeboten werden.
Diese hochspeziellen Produkte und Dienstleistungen überzeugen durch außerordentliches
ingenieurtechnisches Niveau. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir unser praxiserprobtes
Betondeckungsmessgerät Lithoscope 90 weiterentwickelt. Mit seiner Hilfe lassen sich
Lage sowie Dicke von Bewehrungseisen selbst in großer Tiefe eindeutig bestimmen und
damit wichtige Rückschlüsse auf die vorhandene Betonüberdeckung ziehen. Das technisch
optimierte Lithoscope 90 werden wir im Jahr 2011 erstmalig externen Kunden anbieten.
Mit dem HOCHTIEF-Schwerlast-Hinterschnitt-Vergussanker-System (HT-SV) haben wir im
Berichtsjahr ein Produkt weiterentwickelt, das es erlaubt, nachträglich hohe Kräfte
in Betonbauteile einzuleiten. Die Anwendungsmöglichkeiten des Systems sind vielfältig.
Das HT-SV eignet sich zum Beispiel dazu, vorhandene Bauteile zu stärken sowie Anker
zu erstellen, die sogar Erdbeben standhalten. Projekt zu Lebenszykluskosten gestartetZur erfolgreichen Strategie von HOCHTIEF gehört es, Leistungen entlang des gesamten
Lebenszyklus von Infrastrukturprojekten, Immobilien und Anlagen anzubieten. HOCHTIEF
hat daher ein Innovationsprojekt gestartet, um die Lebenszykluskosten transparent
zu machen. Ein Expertennetzwerk bündelt das Know-how des gesamten Konzerns zu diesem
Thema und bildet die Basis für das langfristig angelegte Projekt. Studie über den Einfluss der Nachhaltigkeit auf den Verkehrswert von Immobilien*Welche Eigenschaften der Nachhaltigkeit halten Nutzer von Bürogebäuden für selbstverständlich?
Für welche Eigenschaften sind sie aktuell und zukünftig bereit, mehr zu zahlen? Eine
Studie des Lehrstuhls Bauprozessmanagement und Immobilienentwicklung der Technischen
Universität München im Auftrag von HOCHTIEF gibt zum ersten Mal detaillierte Antworten.
Für uns sind die gewonnenen Erkenntnisse wichtige Voraussetzungen, um Kundenwünsche
noch besser und individueller erfüllen zu können.
*
Weitere Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.hochtief.de/fue.
Weitere Aktivitäten beim inHaus2-ProjektIn unserer inHaus2-Forschungsimmobilie** in Duisburg testen wir gemeinsam mit Partnern innovative Ideen für intelligente Gebäudesysteme. Im Geschäftsjahr 2010 hat HOCHTIEF ein neues Projekt gestartet, um eine effizientere Form von Energiemonitoring zu erproben. Die Neuerung wird es möglich machen, den Anlagenbetrieb zeitnah zu überwachen und mithilfe von vordefinierten Leistungsindikatoren Fehler und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Das Ziel: Wir wollen einen langfristig effizienten Gebäudebetrieb gewährleisten.
**
Weitere Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.inhaus-zentrum.de.
Ebene 2: Innovationen der UnternehmensbereicheMehr Sicherheit für StahlbaukonstruktionenHOCHTIEF Consult beteiligt sich an zwei von der EU geförderten FuE-Vorhaben, die das
Verhalten von Stahl- und Verbundkonstruktionen unter besonderen Belastungen untersuchen.
Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Industrie erforschen wir das
Brandverhalten von typischen Verwaltungsgebäuden in Stahlverbundbauweise sowie die
Explosionsresistenz von Stahlkonstruktionen im Industrie- und Kraftwerksbau. Auf Basis
der gewonnenen Erkenntnisse werden Schutzziele, Anforderungsprofile und Bemessungsempfehlungen
erarbeitet.
Präzise Informationen zur Betonüberdeckung: Mit dem Lithoscope 90 stellt HOCHTIEF
ein neuartiges Messgerät zur Verfügung. (Bild links) Ausgezeichnete Baustellensicherheit: Für das selbst entwickelte Warnsystem Visionstream
Telepath™, bei dem zu schnell fahrende Lkws über Radar gewarnt werden, erhielt Leighton
den National Safety Award of Excellence.
Neue Technik für das Facility-ManagementSeit Herbst 2010 nutzen die ersten 230 Servicemonteure von HOCHTIEF Facility Management
den neuen "Handyman" als mobiles Endgerät. Dabei werden unter anderem die Wartungsaufträge
direkt auf das Gerät übermittelt, dort nach Abschluss der Arbeit bestätigt und elektronisch
ins Büro zurückgeschickt. Damit wird Zeit gespart, die Reaktionszeiten der Servicefachkräfte
werden verbessert und die Datenqualität wird erhöht. Sukzessive werden unsere Serviceeinheiten
mit dem Handyman ausgestattet. Ebene 3: projektbezogene InnovationenVirtuelle Planung setzt sich weiter durchVirtual Design and Construction (ViCon)* , auch Building Information Modeling (BIM) genannt, bildet im HOCHTIEF-Konzern immer häufiger die Basis nachhaltiger Bauplanung. So realisierte beispielsweise unsere US-Tochter Turner bislang 300 Projekte mithilfe von BIM. Ein Beispiel: die Erweiterung des Flughafens von Sacramento.
*
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hochtief-vicon.de.
Mehr Sicherheit rund um StraßenbauprojekteDie australische Beteiligungsgesellschaft Leighton Contractors realisiert derzeit
den Ballina Bypass zum Ausbau des Pacific Highways. Wie bei solchen Projekten üblich,
verändern sich Verkehrsführung und -situation aufgrund der fortschreitenden Bauarbeiten
ständig und erfordern insbesondere von den Fahrern von Schwerlasttransporten deshalb
höchste Aufmerksamkeit. Um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer ebenso wie die der
Arbeiter auf der Baustelle zu erhöhen und Unfälle zu verhindern, setzte Leighton erstmals
ein von seiner Tochtergesellschaft Visionstream entwickeltes neuartiges Warnsystem
ein. Mit dem "Visionstream Telepath™ CB Radio Highway Alert System" werden zu schnell
fahrende Fahrzeuge per Radar identifiziert und über UHF-Radiofunk zum Beispiel auf
ihre überhöhte Geschwindigkeit und auf die Baustelle hingewiesen. Innovatives Lichtkonzept umgesetztBislang galt die effektvolle und gleichzeitig energiesparende Beleuchtung in Oper
und Theater als schwer lösbare Aufgabe. HOCHTIEF Energy Management setzte 2010 im
Staatstheater Hannover ein Beleuchtungskonzept um, das den hohen künstlerischen Anforderungen
entspricht und trotzdem deutlich Energie einspart. Dazu wurden die bisher genutzten
Glühbirnen durch LEDs ausgetauscht, die wir in Kooperation mit einem Lampenhersteller
entwickelten. Außerdem optimierte HOCHTIEF die Steuerungstechnik. Die Folge: Der Energieverbrauch
ging um 80 Prozent zurück. Die Künstler und Zuschauer sind von der neuen Beleuchtung
begeistert. Ein starkes KooperationsnetzwerkBei FuE-Projekten arbeiten wir eng mit nationalen und internationalen Hochschulen,
Wissenschaftlern und Verbänden zusammen. Mit dem HOCHTIEF-Doktorandenprogramm unterstützen
wir ausgewählte Mitarbeiter dabei, zu promovieren. Durch diese Schnittstelle zur Universität
bauen wir die Zusammenarbeit mit den Hochschulen kontinuierlich aus. Als aktives Mitglied
bei der European Construction Technology Platform leisten wir einen Beitrag, um das
Niveau der europäischen Bauwirtschaft weiterhin hochzuhalten. Darüber hinaus gehört
HOCHTIEF dem FuE-Verbund innovativer europäischer Baukonzerne ENCORD an. Eine Mehrperiodenübersicht zum Bereich Forschung und Entwicklung weisen wir nicht
aus, da die Kosten für die individuellen, in HOCHTIEF-Projekten erbrachten Forschungsleistungen
nicht gesondert erhoben werden.
MitarbeiterWeitere Informationen zum Thema Mitarbeiter sowie zu den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz
bei HOCHTIEF finden Sie im Internet unter www.hochtief.de in den Rubriken Karriere
und Nachhaltigkeit.
Personalstrategie unterstützt WissenstransferDie Motivation und Qualifikation sowie die guten Leistungen der Mitarbeiter sind wesentlich
für den Erfolg von HOCHTIEF. Unser Ziel ist es daher, die passenden Mitarbeiter langfristig
an das Unternehmen zu binden- und dies weltweit. Dafür identifizieren wir national
und international vorhandene Talente, gewinnen sie für HOCHTIEF und entwickeln sie
kontinuierlich weiter. Sie erhalten eine auf ihre individuellen Fähigkeiten und Potenziale
abgestimmte Förderung. Unser Kompetenzmanagement beginnt bei der Ausbildung und reicht
bis hin zur Führungskräfteentwicklung. Die HOCHTIEF-Personalstrategie setzt auf Know-how-Transfer
und Kooperation innerhalb des Konzerns: Das Wissen der Mitarbeiter wird für unterschiedliche
Aufgabenfelder genutzt und der Wechsel zwischen den Divisions gefördert. Die Mitarbeiter
werden auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet und darin unterstützt. Neue Berufsgruppen gesuchtDurch den Eintritt in neue Geschäftsfelder ergibt sich für den Personalbereich die
Aufgabe, HOCHTIEF in neuen, für die Baubranche unüblichen Berufsgruppen als Arbeitgeber
zu platzieren. Ein Beispiel ist das Geschäft mit Offshore-Windkraftanlagen. Hierfür
wurden im Berichtsjahr verstärkt Kapitäne und Nautiker gesucht. Aber auch innerhalb
des Konzerns identifizierten wir qualifizierte Mitarbeiter für die Aufgaben im Offshore-Bereich.
Aufgrund der nachhaltig ausgerichteten Personalarbeit konnten 2010 insgesamt zirka
70 Prozent der vakanten Stellen im Konzern besetzt werden. Es wurden insbesondere
Mitarbeiter in den Bereichen Objektmanagement, Servicetechnik und Projektmanagement
gesucht. Anstieg der MitarbeiterzahlDie Zahl der Mitarbeiter bei HOCHTIEF erhöhte sich im Jahr 2010 auf insgesamt 70 657.
Dabei verzeichnete der Unternehmensbereich Asia Pacific den größten Anstieg. In den
USA lag die Mitarbeiterzahl bei Turner in etwa auf Vorjahresniveau, bei Flatiron ist
die Zahl der Mitarbeiter um zirka zehn Prozent gestiegen. In Deutschland kam es aufgrund
interner Umstrukturierungen im Berichtsjahr zu einem geringfügigen Personalabbau.
Er erfolgte sozialverträglich sowie in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern
und betraf insbesondere HOCHTIEF Construction. Rekrutierung weiter professionalisiertHOCHTIEF sucht an allen nationalen und internationalen Standorten weiterhin Mitarbeiter.
Die Rekrutierung erfolgt dabei sowohl in Europa als auch bei unseren amerikanischen
Tochtergesellschaften Turner und Flatiron zunehmend über das Internet. In Deutschland
wurde im Jahr 2010 bei den Auszubildenden erstmals ein Online-Auswahlverfahren eingesetzt.
Dabei führen die Schüler von zu Hause aus einen Berufseignungstest per Internet durch.
Dieses Verfahren macht den Auswahlprozess schneller und kostengünstiger. Die Besetzung
von Stellen außerhalb Deutschlands haben wir im Berichtsjahr weiter optimiert: Die
Daten von externen Bewerbern und internen Mitarbeitern, die an einem Auslandseinsatz
interessiert sind, werden zentral gespeichert. Ist eine geeignete Stelle zu besetzen,
können sie bei Bedarf schnell und ohne erneuten Bewerbungsaufwand kontaktiert werden. HOCHTIEF präsentierte sich im Berichtsjahr wieder auf Hochschulmessen sowie Absolventenkongressen
und war mit Praxisseminaren an deutschen Hochschulen aktiv, um potenzielle Nachwuchskräfte
für das Unternehmen zu gewinnen. Insgesamt bewarben sich im Jahr 2010 über 3 000 Absolventen
und Studierende in Deutschland. HOCHTIEF als Toparbeitgeber ausgezeichnetDie Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter wird durch den international guten Ruf
von HOCHTIEF unterstützt. In den USA gehören unsere Tochtergesellschaften Turner und
Flatiron zu den beliebtesten Arbeitgebern der Baubranche. Die deutsche Immobilien
Zeitung wählte HOCHTIEF wiederholt auf Platz 1 der Toparbeitgeber der Immobilienwirtschaft,
und die Corporate-Research-Foundation (CRF) zählte das Unternehmen 2010 zu den Top-100-Arbeitgebern
in Deutschland. Bindungsprogramme erfolgreichFähige und talentierte Mitarbeiter frühzeitig und langfristig an unser Unternehmen
zu binden, ist ein Erfolgsfaktor für HOCHTIEF. An unserem bewährten Praktikantenbindungsprogramm
haben im Berichtsjahr durchschnittlich 45 Personen teilgenommen; davon erhielt fast
die Hälfte der geförderten Praktikanten im Anschluss an das Studium einen Arbeitsvertrag.
Ausgewählten Mitarbeitern, die sich gezielt durch eine Promotion weiterqualifizieren
möchten, wurde ein Promotionsprogramm angeboten. Zudem hält Turner Kontakt zu ehemaligen
Mitarbeitern. Zirka zehn Prozent der Turner-Belegschaft sind ehemalige Beschäftigte
des Unternehmens.
![]() Ausbildung und Personalentwicklung im FokusIm Geschäftsjahr 2010 beschäftigte HOCHTIEF deutschlandweit insgesamt 463 Auszubildende
in mehr als 30 unterschiedlichen Berufen. 118 von ihnen haben 2010 ihre Ausbildung
bei HOCHTIEF begonnen. Wir bilden weiterhin über Bedarf aus und leisten damit einen
Beitrag, junge Menschen optimal zu qualifizieren und ihnen eine Chance für ihre berufliche
Zukunft zu geben. Im Berichtsjahr haben wir über 50 Prozent unserer Auszubildenden
übernommen. Weiterbildungsmöglichkeiten ausgebautDie fachliche und persönliche Qualifizierung unserer Mitarbeiter hat einen hohen Stellenwert
im Unternehmen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Personalentwicklung zu optimieren,
und bieten unseren Mitarbeitern attraktive Berufsperspektiven. Insgesamt fanden im
Berichtsjahr an der HOCHTIEF-Akademie, in der das Unternehmen seine Weiterbildungsmaßnahmen
in Deutschland bündelt, 330 mehrtägige Veranstaltungen statt. Das Angebot wurde bedarfsgerecht
ausgebaut, etwa um die Themen Kommunikation, nachhaltiges Bauen und Führung. Unsere
US-Tochter Turner bot den Mitarbeitern insgesamt etwa 680 Trainings in Form von ein-
und mehrtägigen Präsenzveranstaltungen sowie zahlreiche Online-Lernprogramme an. Dabei
lag der Schwerpunkt neben der Qualifizierung von Führungskräften auf dem Bereich Work-Life-Balance.
Den Mitarbeitern von Flatiron wurden an der Flatiron Construction University im Berichtsjahr
120 Kurse, zwei Leadership- und fast 300 Förderprogramme angeboten. An der HOCHTIEF-Akademie gibt es auch weiterhin die Möglichkeit, berufsbegleitend
ein Studium zu absolvieren und sich weiterzuqualifizieren: 42 Teilnehmer bereiten
sich in drei laufenden Jahrgängen auf den staatlich anerkannten Titel "Bachelor of
Engineering - Baustellenmanagement" vor. Der von HOCHTIEF geförderte Studiengang "Bachelor
of Facility-Management" verzeichnete zum Ende des Geschäftsjahres 2010 35 Teilnehmer. Führungskultur weiter verbessertUm die Führungskultur bei HOCHTIEF nachhaltig weiter zu stärken, wurde Ende 2009 in
Deutschland ein Leadershipkonzept gestartet, das sich im Berichtsjahr bewährt hat.
Die obersten Führungskräfte erhalten dabei regelmäßig und systematisch eine Rückmeldung
zu ihren Kompetenzen. In den USA startete Turner gemeinsam mit der Kellogg School
of Management drei neue Programme für General und Senior Manager zu den Schwerpunktthemen
Unternehmensführung und Entscheidungskompetenz. Flatiron hat im Jahr 2010 eine Seminarreihe
für Führungskräfte zu den Unternehmensleitlinien ins Leben gerufen und kooperiert
mit verschiedenen Colleges, an denen Inhalte zu Kernkompetenzen wie Unternehmertum,
Mitarbeiterführung und Arbeitssicherheit vermittelt werden. Darüber hinaus nehmen
Führungskräfte der internationalen HOCHTIEF-Gesellschaften verstärkt an Personalentwicklungsmaßnahmen
in Deutschland teil. Dies fördert ein einheitliches Verständnis von Führungskultur
innerhalb des Konzerns und die Vernetzung auf höchster Ebene. Faire Vergütung und betriebliche AltersversorgungMotivierte Mitarbeiter verzeichnen besonders gute Projekterfolge. Die von HOCHTIEF
eingesetzten Personalinstrumente zielen darauf, Motivation und Engagement unserer
Mitarbeiter zu fördern und auszubauen. Neben den attraktiven Karriere- und Entwicklungschancen
vergütet HOCHTIEF seine Mitarbeiter leistungsgerecht und fair. Gleiches gilt für Turner
und Flatiron in den USA und Leighton in Australien, die ihre Belegschaften ebenfalls
mit Bonus- und Anreizzahlungen, deren Höhe vom Unternehmenserfolg abhängt, motivieren. HOCHTIEF setzt seit vielen Jahren auf eine nachhaltige Altersversorgung und unterstützt
die Mitarbeiter bei der Sicherung ihres Lebensstandards im Ruhestand. In den meisten
Gesellschaften des Konzerns steht den Mitarbeitern eine Kombination von arbeitgeber-
und arbeitnehmerfinanzierter Altersversorgung zur Verfügung. Die Leistungen sind dabei
länderspezifisch den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben angepasst. Gesundheit und Sicherheit mit hohem StellenwertArbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (AGUS) haben im HOCHTIEF-Konzern
traditionell einen hohen Stellenwert und sind maßgebliche Bestandteile der Führungsaufgaben.
Dieses Bekenntnis ist in unserer Konzernrichtlinie Umweltschutz und Arbeitssicherheit
festgehalten. Sie wird auf vielfältige Weise in allen Unternehmensbereichen umgesetzt
und gelebt. Unser bereichsübergreifendes Kompetenzteam, das AGUS Center, hat sich im Berichtsjahr
wieder dafür eingesetzt, das Sicherheitsmanagement im Konzern zu optimieren und die
Unfallzahlen weiter zu reduzieren. Dabei steht es in engem Kontakt mit den Arbeitsschutzexperten
der internationalen HOCHTIEF-Gesellschaften. Ziel ist es, ein hohes und einheitliches
Niveau zu erreichen und umzusetzen. Auch die Nachunternehmer werden einbezogen und
in ihren Aufgaben bezüglich Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutz unterstützt. Weltweites Engagement für den ArbeitsschutzAuf der Baustelle eines Chemiewerks bei Frankfurt wurden die von HOCHTIEF Construction
ausgeführten Rohbauarbeiten im Geschäftsjahr 2010 nach zwei Jahren beendet - ohne
einen einzigen unfallbedingten Ausfalltag und mit einer Tausendmannquote unter eins.
AGUS-Mitarbeiter hatten ein umfassendes Sicherheitsprogramm für das Projekt entworfen
und die Umsetzung kontrolliert. Flatiron und Turner haben mit ihren strengen Regeln schon mehrere Sicherheitspreise
gewonnen. Bei Flatiron tragen beispielsweise alle neuen Mitarbeiter auf den Baustellen
grüne Helme, bis sie erfolgreich bewiesen haben, dass sie sich mit den Gepflogenheiten
und Sicherheitsmaßnahmen des Unternehmens auskennen. Turner setzt bei seinen Bemühungen
um ein sicheres Arbeitsumfeld auf innovative Sicherheitstrainings und Schulungsprogramme,
die bereits zu einer verbesserten Sicherheit bei den Projekten unserer Tochtergesellschaft
geführt haben. Zu den Erfolgen zählt der Bau eines Montagewerks für Boeing in North
Charleston, South Carolina, bei dem im vergangenen Jahr zwei Millionen Arbeitsstunden
ohne unfallbedingte Ausfallzeit geleistet wurden. Bei der HOCHTIEF-Tochter Leighton in Australien gibt es überdurchschnittlich viele
Tätigkeitsbereiche. Alle Beteiligungsgesellschaften haben daher eigene Sicherheitsprogramme
und -trainings erarbeitet. Für eine von Leighton Asia betriebene Kohlenmine in der
Mongolei wurde zum Beispiel eine Simulation entwickelt, in der die Mitarbeiter in
einer sicheren und realitätsnahen Umgebung den Umgang mit den schweren Baggern und
Kippern erproben können. Um die Gesundheit und Fitness der Belegschaft zu erhalten und zu fördern, bot HOCHTIEF
im Berichtsjahr den Mitarbeitern wieder ein ganzheitliches Angebot zum Thema Gesundheit
an. Dazu zählen medizinische Check-up-Untersuchungen, Trainingsprogramme zur Work-Life-Balance
und die Beratung zur persönlichen Arbeitsplatzgestaltung ebenso wie die zahlreichen
Betriebssportgruppen. Dank an Mitarbeiter und BelegschaftsvertreterDie HOCHTIEF-Mitarbeiter sind mit ihrem Engagement, ihrer Leistung und Loyalität die
Garanten für die hohe Qualität und den guten Ruf des Konzerns in aller Welt. Sie haben
entscheidend dazu beigetragen, dass HOCHTIEF auch im Geschäftsjahr 2010 wieder ein
ausgezeichnetes Ergebnis ausweisen konnte. Allen Mitarbeitern gilt darum der Dank
der Unternehmensleitung. Die partnerschaftlichen, lösungsorientierten Diskussionen
und die enge Kooperation mit den Belegschaftsvertretern sind weitere wichtige Faktoren
für den Erfolg von HOCHTIEF. Auch ihnen danken wir für die gute Zusammenarbeit. Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und AufsichtsratDie Grundzüge sowie Angaben zu den Konzernbezügen einzelner Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder
sind für das Geschäftsjahr 2010 im Vergütungsbericht zusammengefasst. Dieser Bericht
ist als Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts anzusehen.
BeschaffungWeitere Informationen zum Thema Beschaffung finden Sie im Internet auf www.hochtief.de
unter der Rubrik Einkauf.
Beitrag zum UnternehmenserfolgInsgesamt wurden im Geschäftsjahr 2010 Materialien und Dienstleistungen im Wert von
13,76 Mrd. Euro beschafft, was 68,3 Prozent der Konzernumsatzerlöse entspricht. Im
Berichtsjahr ist es uns gelungen, Marktrisiken weiter zu minimieren. Beschaffung weiter professionalisiertEnde 2009 wurde eine Beschaffungsinitiative gestartet, bei der die Einkaufsfunktionen
der HOCHTIEF-Gesellschaften untersucht und Optimierungsmaßnahmen erarbeitet wurden.
Ziele sind, die Einkaufsprozesse kontinuierlich zu optimieren, die Zusammenarbeit
zwischen den einzelnen Gesellschaften weiter zu intensivieren und weitere Einsparpotenziale
zu generieren. Dafür wurden Elemente unseres Einkaufsnetzwerks neu definiert. Es wurden
ein Procurement Steering Committee und ein Procurement Board installiert. Sie haben
die Aufgabe, den Einkauf strategisch weiterzuentwickeln, die identifizierten Maßnahmen
nachhaltig umzusetzen und neue Initiativen auf den Weg zu bringen. Über Leistungsindikatoren
(Key Performance Indicators), die in die Procurement Balanced Scorecard integriert
sind, wird verfolgt, ob der erarbeitete Maßnahmenkatalog umgesetzt wird. Die Procurement
Balanced Scorecard beinhaltet auch Messgrößen für die Beschaffungsleistungen innerhalb
des HOCHTIEF-Konzerns und ist ein grundlegendes Steuerungsinstrument der Beschaffung.
Mit dem so optimierten Einkaufscontrolling konnte das Risikomanagement nachhaltig
weiter verbessert werden. Die Maßnahmen wirkten sich im Berichtsjahr bereits positiv aus: So haben beispielsweise
unsere amerikanischen Tochtergesellschaften Turner und Flatiron ihre Maschinen- und
Geräteparks gebündelt und neue Rahmenverträge abgeschlossen. Die dadurch verbesserten
Serviceleistungen und Vertragskonditionen sowie die längeren Laufzeiten werden zum
Beispiel bei Flatiron zu signifikanten Einsparungen in Höhe von zirka elf Prozent
führen. Für die europäischen Gesellschaften wurden mit Lieferanten und Partnerunternehmen
erste Preisnachlässe für Material und Gewerke zwischen sechs und 25 Prozent verhandelt. Lieferantenmanagement ausgeweitetFür unseren Projekterfolg ist es wichtig, die Partner sorgfältig auszuwählen, eine
zuverlässige Lieferantenbasis zu entwickeln und ein durchgängiges Lieferantenmanagement
entlang des gesamten Einkaufsprozesses zu etablieren. Daher werden bei HOCHTIEF Lieferanten
und Nachunternehmer, bevor sie beauftragt werden, präqualifiziert. Bei den Unternehmensbereichen
Europe und Americas war dies bei 68 Prozent des Beschaffungsvolumens der Fall. Nach
erbrachter Leistung erfolgt eine Bewertung. So wurden 2010 in Europa 2 264 Lieferanten
und Nachunternehmer bewertet. Bei Bedarf werden Maßnahmen zur Lieferantenentwicklung
initiiert und gemeinsam mit den Nachunternehmern umgesetzt. 2010 lag der Fokus insbesondere
darauf, das Lieferantenmanagement auf weitere Konzerngesellschaften auszuweiten. So
wurde beispielsweise unsere US-Tochter Flatiron integriert. Über unsere Lead-Buyer-Organisation ist es uns erneut gelungen, unsere wesentlichen
Warengruppen erfolgreich zu betreuen und so entsprechende Kostenvorteile zu erzielen.
Dazu gehören zum Beispiel Fassaden, Technische Gebäudeausrüstung, Aufzüge oder Beton.
Mit ihren detaillierten Gewerke- und Marktkenntnissen leisten die Lead-Buyer einen
wesentlichen Beitrag zum Frühwarnsystem des HOCHTIEF-Risikomanagements. Entsprechend der strategischen Ausrichtung des Konzerns, neue Geschäftsfelder zu erschließen,
ergeben sich zusätzliche Aufgaben für die Lead-Buyer. Beschaffen sie beispielsweise
Stahl für die Fundamente von Windkraftanlagen im Offshore-Bereich, so müssen sie die
besonderen Anforderungen des Markts und des Materials berücksichtigen. Daher wurde
jetzt ein eigener Spezialist als Lead-Buyer für dieses Marktsegment etabliert. Einkauf von indirektem Material** und Dienstleistungen weiter erfolgreichIm Berichtsjahr konnten in Europa bei der Bestellung von indirektem Material und Dienstleistungen
Einsparungen in Höhe von zirka 4,2 Mio. Euro erzielt werden. Damit setzt sich der
Erfolg der vergangenen Jahre fort.
Etwa 2 000 Nutzer bestellten dabei über 100 000 Artikel. Mit einer unverändert hohen
Nutzungsquote der Rahmenverträge von zirka 90 Prozent ist HOCHTIEF weiterhin ein zuverlässiger
Geschäftspartner für unsere Lieferanten. Auch in Nordamerika haben Turner und Flatiron ihre Beschaffungsaktivitäten im Bereich
indirekte Materialien und Dienstleistungen gebündelt. Damit setzten sie ihr gemeinsames
Beschaffungsvolumen wirkungsvoll ein und erzielten beispielsweise in den Warengruppen
Werkzeuge und Arbeitsschutz weitere Einsparungen. Global Sourcing erfolgreich ausgebautUnsere Handelsgesellschaften Global Trade, Turner Logistics und HOCHTIEF Procurement
Asia kaufen Materialien direkt bei den Herstellern ein. Dadurch konnten im Geschäftsjahr
2010 erneut Aufschläge von Zwischenhändlern und Nachunternehmern vermieden werden.
Von diesen attraktiven Preisen profitierten unsere Projekte. Beispielsweise beschafften
unsere Handelsgesellschaften für HOCHTIEF Polska 19 000 Quadratmeter Granit in China
für den Ausbau des Flughafens in Breslau. Dabei haben sie die Natursteine nicht nur
eingekauft, sondern auch die Qualitätssicherung in China, die Verschiffung und die
Materialkontrolle in Breslau übernommen. DrittkundengeschäftZusätzlich zum Direktgeschäft haben unsere Handelsgesellschaften den Verkauf von Materialien
an Drittkunden weiter erfolgreich ausgebaut. So hat zum Beispiel HOCHTIEF Procurement
Asia im Berichtsjahr zirka 75 Prozent seines Geschäfts außerhalb des HOCHTIEF-Konzerns
getätigt. Turner Logistics startete eine Initiative, um Materialien aus Asien einzukaufen
und in den USA an Drittkunden zu verkaufen. Hierbei profitiert die amerikanische Tochtergesellschaft
von den fundierten Marktkenntnissen von HOCHTIEF Procurement Asia sowie dessen Kompetenzen
zur Sicherstellung der Logistik und Qualität der Waren. Turner LogisticsTurner Logistics baute darüber hinaus seine Planungs- und Beschaffungsaktivitäten
für Gesundheits- und Bildungseinrichtungen sowie für Kunden aus dem Technologiebereich
weiter aus. Das Geschäft mit technischer Gebäude- und medizintechnischer Geräteausstattung
verzeichnete weitere Zuwächse. So erhielt das Unternehmen den Beschaffungsauftrag
für eine zirka 15 000 Quadratmeter große medizinische Forschungseinrichtung am Nationwide
Children's Hospital in Ohio. Hinzu kamen Aufträge für einen 70 000 Quadratmeter großen
Klinikneubau in Georgia und für ein zehnstöckiges Forschungs- und Klinikgebäude für
Kaleida Health sowie die University of Buffalo im Bundesstaat New York. Der strategische Fokus von Turner Logistics lag im Berichtsjahr auf dem Marktsegment
Datenzentren. Hier wurde das Leistungsportfolio um modulare Gebäude- und Anlagensysteme
erweitert. Mehrere führende Unternehmen der Branche beauftragten Turner Logistics
daraufhin mit dem Ausstattungsmanagement an Standorten innerhalb und außerhalb der
USA. Für das Jahr 2011 wird mit einem weiteren Wachstum dieses Marktsegments gerechnet. HOCHMEISTER am Markt etabliertUnter der Marke HOCHMEISTER bietet der Konzern seit 2009 hochwertige Produkte der
Innenausstattung an. HOCHTIEF arbeitet eng mit dem TÜV Rheinland zusammen, der für
eine kontinuierliche Qualitätsprüfung direkt beim Hersteller sorgt. Die Eigenmarke
wird in Europa und Asien über unsere Handelsgesellschaften vertrieben. Im Berichtsjahr
erzielte das Unternehmen mit HOCHMEISTER-Produkten Umsätze in Höhe von 3,2 Mio. Euro.
An das Fünfsternehotel St. Regis auf Mauritius wurden beispielsweise 12 400 Quadratmeter
HOCHMEISTER-Porzellanfliesen und 6 400 Meter Natursteineinfassungen sowie hochwertige
Sanitärarmaturen und Badausstattungen geliefert. Unsere Eigenmarke HOCHMEISTER: Gütesiegel für hochwertige Produkte der Innenausstattung
wie Wand- und Bodenbeläge, Sanitärarmaturen und -einrichtungen sowie Leuchten und
Hotelmöbel. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hochmeister.hochtief.de. Ethische Grundsätze der BeschaffungEthische Grundsätze bilden eine wesentliche Geschäftsgrundlage von HOCHTIEF und sind
für den Bereich Einkauf in der konzernweiten Beschaffungsrichtlinie aufgeführt. Sie
beschreibt die wichtigsten Werte, Verantwortlichkeiten und Verhaltensgrundsätze für
alle Mitarbeiter, die in den Beschaffungsprozess eingebunden sind. Hohe ethische Anforderungen
stellt HOCHTIEF auch an seine Nachunternehmer und Lieferanten und hat sie eigens in
dem Code of Conduct für Nachunternehmer und Lieferanten formuliert.
Kapitalrenditekonzept Return on Net AssetsWeitere Informationen zum Kapitalrenditekonzept RONA bei HOCHTIEF finden Sie unter
www.hochtief.de.
Controllingkonzept schafft konzernweite TransparenzDer Konzern verwendet zur strategischen Steuerung ein wertorientiertes Managementsystem.
Die nachhaltige Wertsteigerung des HOCHTIEF-Konzerns steht bei diesem Konzept im Mittelpunkt. Das Kapitalrenditekonzept Return on Net Assets (RONA) macht die Wertsteigerung messbar.
Es ist in allen Berichterstattungs- und Planungssystemen der Konzerngesellschaften
verankert und gewährleistet somit konzernweite Transparenz. Gleichzeitig bildet es
die Basis, um die Wirtschaftlichkeit von Investitionsentscheidungen zu beurteilen.
Neben den wertorientierten Kennzahlen sind ergebnis- und Cashflow-orientierte Größen
wesentliche Bausteine unseres Managementsystems. Um wertorientiertes Handeln zu fördern, ist die erfolgsorientierte Vergütung der HOCHTIEF-Führungskräfte
an das Erreichen von Wertbeitragszielen gebunden. Kapitalrenditekonzept RONADie zentralen Steuerungsgrößen des Kapitalrenditekonzepts sind der RONA und der Wertbeitrag. Wenn der RONA über dem Kapitalkostensatz liegt, wird ein positiver Wertbeitrag und
damit eine Steigerung des Unternehmenswerts erzielt. Der Wertbeitrag als absolute
Größe errechnet sich dabei aus der Differenz zwischen dem RONA und dem Kapitalkostensatz
multipliziert mit dem durchschnittlichen Nettovermögen (Net Assets). Die Renditekennzahl RONA gibt in der Relation erzieltes Ergebnis zu Nettovermögen
an, wie erfolgreich sich das Vermögen von HOCHTIEF verzinst hat. Das erzielte Ergebnis
(Return) setzt sich aus dem in der Ergebnisrechnung abgeleiteten betrieblichen Ergebnis/EBITA
und den Zinserträgen auf das Finanzvermögen zusammen. Das Nettovermögen spiegelt den
zu verzinsenden Kapitaleinsatz wider. Das Vermögen kann aktivisch oder passivisch
ermittelt werden. Zur internen Steuerung der Unternehmensbereiche wird das Nettovermögen aktivisch ermittelt.
Es berechnet sich ausgehend von der Summe der Aktivseite vermindert um das unverzinslich
zur Verfügung stehende Kapital. Die aktivische Herleitung des Nettovermögens ist sinnvoll, um das operative Geschäft
zu beurteilen, da gezielt bilanzielle Ansatzpunkte - wie zum Beispiel Forderungen,
liquide Mittel und Verbindlichkeiten - aufgezeigt werden, die von operativ verantwortlichen
Entscheidungsträgern beeinflusst werden können. Zur Außendarstellung des HOCHTIEF-Konzerns wird das Nettovermögen von der Passivseite
der Bilanz hergeleitet. Es lässt sich einfach und transparent aus den veröffentlichten
Bilanzdaten durch Addition der verzinslichen Bilanzpositionen Eigenkapital, Pensionsrückstellungen
und Finanzverbindlichkeiten ermitteln. Da die RONA-Berechnung auf einer Vorsteuergröße
basiert, werden bei der Herleitung des Vermögens die Steuereinflüsse durch eine Korrektur
der latenten Steuern eliminiert. Kapitalkosten*Der Kapitalkostensatz wird als gewichteter Durchschnitt nach dem WACC-Ansatz ermittelt.
Unter Berücksichtigung der einzelnen Berechnungsparameter errechnet sich für den HOCHTIEF-Konzern
ein Kapitalkostensatz von zehn Prozent vor Steuern. Die Einflussparameter werden regelmäßig
überprüft und bei signifikanten Veränderungen des Marktumfelds angepasst. Um den langfristigen
Markterwartungen zu entsprechen, haben wir den Kapitalkostensatz von 2009 auch 2010
in gleicher Höhe beibehalten.
*
Eine Detailberechnung der Kapitalkosten finden Sie im Internet unter www.hochtief.de/rona.
Wertbeitrag des HOCHTIEF-KonzernsDer HOCHTIEF-Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2010 eine Kapitalrendite von 15,1
Prozent (Vorjahr 13,8 Prozent). Unser Ziel, die Kapitalkosten zu verdienen, haben
wir erneut deutlich übertroffen. Die Darstellung des Geschäftsjahres 2009 wurde aufgrund der Anwendung des Wahlrechts
zur vorzeitigen Anwendung des IFRIC 12 geringfügig angepasst. Dadurch gewährleisten
wir die Vergleichbarkeit zum aktuellen Geschäftsjahr. Gegenüber der im Vorjahr angewandten
Bilanzierungsmethodik bleibt der RONA für 2009 in Prozent nahezu unverändert. Der
Wertbeitrag des Vorjahres verringerte sich leicht von 224,4 Mio. Euro auf 223,5 Mio.
Euro. HOCHTIEF-Konzern: RONAscroll
**
Zur Herleitung des betrieblichen Ergebnisses/EBITA siehe Seite 71.
Das erzielte Ergebnis in Höhe von 1.014,4 Mio. Euro konnte gegenüber dem Vorjahr (809,7
Mio. Euro) um 25 Prozent verbessert werden. Das durchschnittlich gebundene Nettovermögen
stieg im Vorjahresvergleich von 5,9 Mrd. Euro auf 6,7 Mrd. Euro an. Dies entspricht
einem Anstieg von zirka 14 Prozent. Die Gründe hierfür finden sich insbesondere in
der starken Investitionstätigkeit unserer Tochter Leighton im asiatisch-pazifischen
Raum sowie der Kapitalerhöhung von HOCHTIEF. Der Wertbeitrag des HOCHTIEF-Konzerns hat mit 343,4 Mio. Euro einen Höchststand (Vorjahr
223,5 Mio. Euro) erzielt. Wertbeiträge der UnternehmensbereicheUm die Performance und Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmensbereiche besser messen
und vergleichen zu können, steuern wir die Unternehmensbereiche anhand individueller
Kapitalkosten. Die Differenzierung der Kapitalkostensätze in den Unternehmensbereichen
ist aufgrund der individuell unterschiedlichen Geschäftsmodelle und regionalen Ausrichtung
erforderlich. Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Americas übertrifft 2010 mit einer Rendite von 24,3
Prozent (Vorjahr 23 Prozent) die Kapitalkosten deutlich. Die positive Steigerung im
Vorjahresvergleich beruht auf der Ausweitung von margenstarken Projekten insbesondere
unserer US-Tochter Flatiron, gestützt von einer positiven Wechselkursentwicklung.
Demzufolge konnte auch der Wertbeitrag des Unternehmensbereichs erheblich gesteigert
werden. HOCHTIEF Asia Pacific erzielte im Geschäftsjahr einen RONA von 22,5 Prozent (Vorjahr
23,3 Prozent). Die wesentlichen Gründe für diesen leichten Rückgang finden sich im
Nettovermögen durch hohe Investitionstätigkeit, einer von Leighton vorgenommenen Aufstockung
der Anteile an der Projektentwicklungsgesellschaft Devine sowie in einem stärkeren
Wechselkurs. Das RONA-Ergebnis liegt wechselkursbereinigt trotz der Ergebnisbelastung
beim Projekt AirportLink in Brisbane, Rückgängen im australischen Immobilienmarkt
sowie bei der Baunachfrage in Dubai auf Vorjahresniveau. HOCHTIEF Concessions lag mit 12,7 Prozent (Vorjahr zwölf Prozent) über den Kapitalkosten
von 10,1 Prozent. Im Geschäftsfeld Flughäfen konnten die Ergebnisbelastungen des Vorjahres
durch die erfreuliche operative Entwicklung der Beteiligungsflughäfen und aufgrund
von außerordentlichen Erträgen nahezu vollständig kompensiert werden. In den Geschäftsfeldern
Straßen und Soziale Infrastruktur wirkten sich insbesondere operative Verbesserungen
und der Verkauf von Projekten positiv auf die Entwicklung des RONA-Ergebnisses aus.
scroll
HOCHTIEF Europe erzielte einen RONA von 12,2 Prozent (Vorjahr 8,9 Prozent). Die deutliche
Verbesserung ist im Besonderen auf die Fokussierung auf ertragsstarke Projekte und
ein erfolgreiches Auslandsgeschäft zurückzuführen sowie auf eine zum Vorjahresvergleich
gesunkene Investitionstätigkeit, die das durchschnittliche RONA-Vermögen nur moderat
ansteigen lässt. Diese Effekte führten zu einem im Vorjahresvergleich positiven Wertbeitrag
und zeigen, dass der positive Aufwärtstrend des Unternehmensbereichs fortgesetzt wurde. HOCHTIEF Real Estate hat eine Rendite von 6,6 Prozent erreicht (Vorjahr 5,8 Prozent).
Wenngleich der Wertbeitrag noch negativ war, konnte der Unternehmensbereich trotz
der selektiven Projektakquisitionen im Jahr 2010 das erzielte Vorjahresergebnis übertreffen.
Insbesondere das höhere Verkaufsvolumen von aurelis Real Estate trug hierzu bei und
führte zu einem Anstieg der Rendite. HOCHTIEF Services erreichte im Geschäftsjahr einen RONA von 13,4 Prozent (Vorjahr
12,9 Prozent). Das Ergebnisniveau des Vorjahres konnte aufgrund von verringerten Neugeschäften
nicht erreicht werden. Insbesondere das durchschnittliche Nettovermögen hat sich aufgrund
des verbesserten Forderungsmanagements reduziert und wirkte somit dem sinkenden Ergebnisniveau
entgegen. AusblickIm Jahr 2010 hat HOCHTIEF eine Rendite von 15,1 Prozent erwirtschaftet, die deutlich
die Kapitalkosten übersteigt. Unsere auf nachhaltige Wertsteigerung gerichtete Unternehmensstrategie
zeigte sich weiterhin erfolgreich. HOCHTIEF wird auch künftig die operative Ertragskraft
aller Unternehmensbereiche verbessern. Wir gehen für das kommende Jahr davon aus,
den Unternehmenswert weiter steigern zu können. Wertschöpfung
Im Geschäftsjahr 2010 hat HOCHTIEF die Wertschöpfung wiederum deutlich steigern können.
Die Nettowertschöpfung nimmt gegenüber dem Vorjahr um 787,4 Mio. Euro auf insgesamt
5.080,7 Mio. Euro zu. Dies entspricht einem Wachstum von 18,3 Prozent. EntstehungDer Anteil der Nettowertschöpfung an der Unternehmensleistung erhöht sich um 1,1 Prozentpunkte
auf 24,4 Prozent. Das Wachstum der Wertschöpfung resultiert aus der Erhöhung der Unternehmensleistung
um 2.369,0 Mio. Euro sowie aus dem gesunkenen Anteil der Vorleistungen auf 73,7 Prozent
von 75,6 Prozent im Vorjahr. Insbesondere der Materialaufwand stieg gegenüber dem
Vorjahr mit 9,6 Prozent unterproportional im Vergleich zur korrespondierenden Unternehmensleistung,
die sich um 12,9 Prozent erhöhte. Bei einem in etwa gleichbleibenden Niveau von Finanzerträgen
und Beteiligungsergebnis ergibt sich hieraus ein Anstieg der Bruttowertschöpfung um
964,5 Mio. Euro. Durch höhere Abschreibungen im Unternehmensbereich HOCHTIEF Asia Pacific fällt die
Steigerung der Nettowertschöpfung mit 787,4 Mio. Euro etwas geringer aus. Sämtliche
Unternehmensbereiche tragen zur Steigerung der Wertschöpfung im Konzern bei. VerwendungDen Mitarbeitern kam - wie in den Vorjahren - der wesentliche Anteil der Wertschöpfung
zugute. Auf sie entfielen 4.078,4 Mio. Euro beziehungsweise 80,3 Prozent. Der Anteil
der Kreditgeber stieg im Wesentlichen infolge höherer Zinsaufwendungen aus der Begebung
von Anleihen durch Leighton auf 4,8 Prozent. Der leichte Anstieg des Anteils konzernfremder
Gesellschafter resultiert überwiegend aus den Unternehmensbereichen HOCHTIEF Concessions
und HOCHTIEF Europe. Entstehung der Wertschöpfungscroll
Verwendung der Wertschöpfungscroll
Der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sieht für das Geschäftsjahr 2010 eine
deutlich erhöhte Dividende von zwei Euro je Stückaktie vor. Insbesondere durch die
Dividendenerhöhung steigt der Anteil an der Wertschöpfung, der auf die Aktionäre entfällt,
um 0,6 Prozentpunkte. Diese Entwicklung wird auch durch die Erhöhung des Grundkapitals
unterstützt. Insgesamt fließen den Aktionären 147,1 Mio. Euro zu, 52,1 Prozent mehr
als 2009. Der Steueraufwand entwickelte sich aufgrund hoher steuerfreier Erträge sowie von Ergebnisbeiträgen
aus Ländern mit einer niedrigen Steuerquote unterproportional zur Nettowertschöpfung.
Hierdurch sank der Anteil der öffentlichen Hand auf 4,1 Prozent. Die auf das Unternehmen entfallende Wertschöpfung stellt sich als Differenz zwischen
dem Konzerngewinn und der Ausschüttung an die Aktionäre dar. Zur inneren Stärkung
des Geschäfts verblieben 140,9 Mio. Euro. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
ErtragslageEin Garant für den wirtschaftlichen Erfolg von HOCHTIEF war im abgelaufenen Geschäftsjahr
der außerordentlich hohe Internationalisierungsgrad des Konzerns. Durch die Diversifizierung
in wachstumsstarke Geschäftsfelder und eine starke Präsenz auf wichtigen Schlüsselmärkten
der Weltwirtschaft konnten wir in einem noch immer schwierigen Umfeld weiter wachsen.
Dies wird unter anderem in der Entwicklung der Umsatzerlöse sichtbar, die ein Volumen
von 20,16 Mrd. Euro erreichten. Der Vorjahreswert (18,17 Mrd. Euro) wurde damit um
elf Prozent übertroffen.
Betriebswirtschaftliche Gewinn- und Verlustrechnungscroll
Ein wesentlicher Treiber des internationalen Geschäfts blieb im Geschäftsjahr 2010
unsere Tochtergesellschaft Leighton im Unternehmensbereich HOCHTIEF Asia Pacific.
Die Leighton-Gruppe konzentrierte ihre Aktivitäten auf das wachstumsstarke Contract-Mining-Geschäft
sowie auf den Markt für Infrastrukturentwicklungen. Dabei verfügt die Gesellschaft
über eine herausragende Wettbewerbsposition auf dem australischen Markt sowie in Teilen
Asiens und in der Golfregion. Neben der starken operativen Entwicklung wirkte sich
zudem der günstige Währungskurs des australischen Dollars deutlich positiv auf die
Umsatzentwicklung aus. Infolgedessen erhöhte sich das Umsatzvolumen von HOCHTIEF Asia
Pacific im Vergleich zum Vorjahr um 2,57 Mrd. Euro beziehungsweise 33 Prozent auf
10,34 Mrd. Euro. Der darin enthaltene Währungseffekt beläuft sich auf 1,91 Mrd. Euro.
Einen bedeutenden Anteil am internationalen Geschäft von HOCHTIEF hatten im abgelaufenen
Geschäftsjahr auch unsere Aktivitäten auf dem nordamerikanischen Markt. Mit unseren
Tochtergesellschaften Turner und Flatiron verfügen wir dabei über eine starke Stellung
in den Segmenten Hoch- und Tiefbau. Zudem wurde mit der Akquisition des Tiefbauunternehmens
E.E. Cruz die Präsenz im Tiefbaugeschäft der Metropolregion New York weiter ausgebaut.
Während sich das Tiefbaugeschäft weitgehend stabil entwickelte, waren im Hochbausektor
die Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch deutlich spürbar. Der im Vorjahr verzeichnete
schwächere Auftragseingang wirkte sich zeitverzögert auf das im Berichtsjahr erzielte
Umsatzvolumen aus. Darüber hinaus legte Turner bei der Auftragsakquisition strenge
und vorrangig margenorientierte Auswahlkriterien an. Die Außenumsätze von HOCHTIEF
Americas blieben daher mit 6,4 Mrd. Euro um 3,3 Prozent hinter dem Vorjahreswert von
6,61 Mrd. Euro zurück. Der hierin enthaltene Währungseffekt fiel durch die im Jahresverlauf
einsetzende Aufwertung des US-Dollars mit 346,7 Mio. Euro positiv aus. Auch der Unternehmensbereich
HOCHTIEF Europe erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen erheblichen Anteil seiner
Umsatzerlöse auf ausländischen Märkten. Dazu trug insbesondere das Großprojekt in
Katar bei, das derzeit realisiert wird. Der erwartete Rückgang im deutschen Hochbaugeschäft
wurde damit mehr als kompensiert und die Umsätze wurden insgesamt gesteigert. Mit
2,38 Mrd. Euro lag das Umsatzvolumen von HOCHTIEF Europe um 6,8 Prozent über dem Vergleichswert
des Vorjahres (2,23 Mrd. Euro). Die für den Unternehmensbereich HOCHTIEF Real Estate
relevanten Marktbedingungen im deutschen Investment- und Büromietmarkt hellten sich
im Verlauf des Jahres 2010 zunehmend auf. Jedoch haben sich noch nicht alle potenziellen
Investoren finanziell wieder so gut aufgestellt, um als Käufer großer Objekte am Markt
zu agieren. Daher blieben das Volumen der verkauften Projekte und die damit einhergehenden
Umsatzerlöse mit 198,5 Mio. Euro deutlich hinter dem Vorjahreswert (644,9 Mio. Euro)
zurück. Im Unternehmensbereich HOCHTIEF Services wurde die Zurückhaltung der Kunden
in Deutschland durch das starke Auslandsgeschäft ausgeglichen. Dies führte zu einem
Umsatzanstieg um 4,5 Prozent auf 653,5 Mio. Euro gegenüber 625,5 Mio. Euro im Vorjahr. Der Anteil des internationalen Geschäfts an den Konzernumsatzerlösen erreichte im
abgelaufenen Geschäftsjahr eine Quote von 91,9 Prozent. Damit wurde das im Vorjahr
erreichte hohe Niveau von 88,2 Prozent nochmals deutlich übertroffen. Hervorragende Ergebnisentwicklung im Konzern -alle Ergebnisgrößen im Vergleich zum Vorjahr gesteigertHOCHTIEF verzeichnete im Geschäftsjahr 2010 erneut eine positive Ergebnisentwicklung.
Das betriebliche Ergebnis/EBITA wurde im Vergleich zum Vorjahr (763,6 Mio. Euro) um
26,3 Prozent auf 964,3 Mio. Euro gesteigert. Dabei schlossen alle operativ tätigen
Unternehmensbereiche - wie auch im Vorjahr - die Berichtsperiode mit einem positiven
Ergebnisbeitrag ab. Diese erfreuliche Entwicklung unterstreicht die nachhaltige Ergebnisqualität
von HOCHTIEF. Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Americas setzte den positiven Trend
in der Ergebnisentwicklung im Berichtsjahr weiter fort und erzielte mit 139,9 Mio.
Euro ein um 27,1 Prozent über dem Vorjahr (110,1 Mio. Euro) liegendes betriebliches
Ergebnis. Durch die frühzeitige Ausrichtung von Turner auf wachstumsstarke Marktsegmente
und den streng ergebnisorientierten Ansatz bei der Auftragsakquisition wurde die noch
immer deutlich spürbare Schwäche des amerikanischen Hochbaumarkts zum Teil aufgefangen.
Daneben profitierte HOCHTIEF Americas von der in den Vorjahren eingeleiteten und mit
dem Erwerb des Tiefbauunternehmens E.E. Cruz fortgeführten Diversifikation des Geschäftsmodells
im US-Tiefbaumarkt. Unsere in diesem Bereich tätigen Tochtergesellschaften Flatiron
und E.E. Cruz lieferten sehr gute Ergebnisse. Aufgrund der positiven Währungskursentwicklung
und des Ertrags aus der Teilveräußerung der Indienaktivitäten erreichte der Unternehmensbereich
HOCHTIEF Asia Pacific ein betriebliches Ergebnis in Höhe von 661 Mio. Euro. Damit
wurde der Vorjahreswert in Höhe von 535,6 Mio. Euro deutlich übertroffen. Abgeschwächt
wurde der Ergebnisanstieg durch Ergebnisbelastungen aus dem Projekt AirportLink in
Brisbane und die Zurückhaltung auf dem australischen Immobilienmarkt. Darüber hinaus
führte die schwache Entwicklung des Baumarkts in Dubai zu Projektverschiebungen bei
der Leighton-Beteiligung Al Habtoor, mit der Folge eines Ergebnisrückgangs. Das betriebliche
Ergebnis im Unternehmensbereich HOCHTIEF Concessions war mit 113,2 Mio. Euro deutlich
positiv und lag um 2,7 Prozent über dem Vorjahreswert (110,3 Mio. Euro). Ausschlaggebend
hierfür war die insgesamt erfreuliche Entwicklung unserer Flughafenbeteiligungen.
Das durchschnittliche Passagierwachstum unserer Flughäfen belief sich dabei auf insgesamt
4,4 Prozent. Eine Sondersituation ergab sich jedoch für den Flughafen Athen, dessen
Ergebnisbeitrag durch die Finanzkrise Griechenlands und die in diesem Zusammenhang
beschlossenen Steuererhöhungen belastet wurde. Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Europe
steigerte das betriebliche Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr (26,7 Mio. Euro) um 48,2
Prozent auf 39,6 Mio. Euro. Der anhaltenden Nachfrageschwäche und dem nach wie vor
ruinösen Preiswettbewerb im deutschen Hochbau begegneten wir dabei mit einer klaren
Fokussierung auf Projekte mit einer angemessenen Marge und dem weiteren Ausbau des
Auslands- und des Offshore-Geschäfts. Im Unternehmensbereich HOCHTIEF Real Estate
fiel das Volumen an Projektveräußerungen aus dem saisonal typischen Jahresendgeschäft
aufgrund der noch immer fehlenden Leistungsfähigkeit einiger Immobilienfonds deutlich
niedriger aus. Das betriebliche Ergebnis konnte dennoch von 53,2 Mio. Euro im Vorjahr
auf 61,2 Mio. Euro in der Berichtsperiode gesteigert werden. Hier wirkten sich neben
dem deutlich verbesserten Ergebnisbeitrag der Beteiligungsgesellschaft aurelis Real
Estate vertraglich vereinbarte Kaufpreisanpassungen bei bereits im Vorjahr verkauften
Projekten aus. Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Services blieb im betrieblichen Ergebnis
mit 15,7 Mio. Euro um 3,3 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 19 Mio. Euro. Ausschlaggebend
hierfür waren Kürzungen - insbesondere unserer inländischen Kunden - bei der Beauftragung
von Zusatzleistungen im Bestandsgeschäft. Das Beteiligungsergebnis hat sich im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr (226,2
Mio. Euro) mit einem Rückgang um 1,6 Prozent auf 222,7 Mio. Euro leicht abgeschwächt.
Ausschlaggebend hierfür war die Entwicklung im Unternehmensbereich HOCHTIEF Asia Pacific.
Während die Ergebnisbeiträge aus Gemeinschaftsunternehmen deutlich höher lagen, wirkten
sich erforderliche Abschreibungen von Beteiligungen ergebnismindernd aus. Insgesamt
erreichte HOCHTIEF Asia Pacific aber ein immer noch deutlich positives Beteiligungsergebnis
in Höhe von 40,7 Mio. Euro (Vorjahr 97,9 Mio. Euro). Sehr erfreulich entwickelten
sich die Ergebnisbeiträge unserer Tochtergesellschaften Turner und Flatiron. Daher
hat sich im Unternehmensbereich HOCHTIEF Americas das Beteiligungsergebnis mit 43,1
Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr (22,2 Mio. Euro) nahezu verdoppelt. Der Beitrag
aus dem Unternehmensbereich HOCHTIEF Concessions hat sich mit einem Anstieg um 10,1
Prozent auf 104,1 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (94,5 Mio. Euro) ebenfalls verbessert.
Mit Ausnahme des Flughafens Athen haben alle Airports aus dem HOCHTIEF-Portfolio ihren
Ergebnisbeitrag gesteigert. In der vom Flughafen Sydney vereinnahmten Dividende wirkten
sich dabei neben operativen Verbesserungen auch positive Wechselkurseffekte aus. Der
Ergebnisrückgang beim Flughafen Athen war hingegen im Wesentlichen auf Steuererhöhungen
in Griechenland zurückzuführen. Die für das Beteiligungsergebnis im Unternehmensbereich
HOCHTIEF Real Estate maßgebliche Gesellschaft aurelis agierte auf dem inländischen
Immobilienmarkt sehr erfolgreich. Dadurch stieg das Beteiligungsergebnis bei HOCHTIEF
Real Estate um 22 Mio. Euro auf 32,3 Mio. Euro. Das Finanzergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr (-166,7 Mio. Euro) um 31,5 Mio. Euro
auf -198,2 Mio. Euro. Die hierin enthaltenen Zinserträge fielen aufgrund der erheblich
gestiegenen Anlagesummen bei Kreditinstituten und in Wertpapieren mit 66,9 Mio. Euro
(Vorjahr 58,2 Mio. Euro) deutlich höher aus. Dem standen Zinsaufwendungen in Höhe
von -245,8 Mio. Euro (Vorjahr -187,8 Mio. Euro) gegenüber. Der Anstieg resultierte
im Wesentlichen aus der Begebung von Anleihen durch Leighton. Die im Jahresverlauf
einsetzende Erholung der Anlagemärkte führte zu einem im Vergleich zum Vorjahr verbesserten
Ergebnis aus dem Wertpapierbereich. HOCHTIEF-Konzern beweist Stärke - Konzerngewinn deutlich über VorjahrDer HOCHTIEF-Konzern blieb trotz des insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfelds
im Geschäftsjahr 2010 erfolgreich. Das Ergebnis vor Steuern wurde dabei im Vergleich
zum Vorjahr (596,9 Mio. Euro) um 26,8 Prozent auf 756,6 Mio. Euro gesteigert. Der Steueraufwand belief sich auf 210,3 Mio. Euro und lag damit um 18 Mio. Euro über
dem Vorjahreswert in Höhe von 192,3 Mio. Euro. Die hierin enthaltenen tatsächlichen
Ertragsteuern sind von 185 Mio. Euro im Vorjahr auf 212,4 Mio. Euro in der Berichtsperiode
gestiegen. Ursächlich hierfür war die deutliche Ergebnisverbesserung des HOCHTIEF-Konzerns.
In den latenten Steuern ergab sich mit 2,1 Mio. Euro ein leichter Ertrag gegenüber
den Aufwendungen in Höhe von 7,3 Mio. Euro im Vorjahr. Die Steuerquote erreichte einen Wert von 27,8 Prozent und blieb damit auch im Geschäftsjahr
2010 auf niedrigem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr - hier ergab sich eine Steuerquote
von 32,2 Prozent - bedeutet dies eine deutliche Verminderung um 4,4 Prozentpunkte.
Ausschlaggebend hierfür waren hohe steuerfreie Erträge sowie Ergebnisbeiträge aus
Ländern mit einem niedrigen Steuersatz. Im Ergebnis nach Steuern erwirtschaftete der HOCHTIEF-Konzern mit 546,3 Mio. Euro
einen deutlichen Zuwachs und übertraf dabei den Vorjahreswert (404,6 Mio. Euro) um
35 Prozent. Der hierauf entfallende Konzerngewinn verbesserte sich mit einem Anstieg
um 50,3 Prozent auf 288 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr (191,7 Mio. Euro) sehr
deutlich. Der auf fremde Gesellschafter entfallende Anteil am Konzerngewinn erhöhte
sich ebenfalls und lag mit 258,3 Mio. Euro um 21,3 Prozent über Vorjahr (212,9 Mio.
Euro). Die in der Zwischenberichterstattung zum 30. September 2010 formulierten Umsatz- und
Ergebnisziele für das Gesamtjahr 2010 wurden somit deutlich übertroffen. Beim Konzernumsatz
wurde das Vorjahresniveau entgegen unserer Erwartung nicht nur annähernd erreicht,
sondern sogar um elf Prozent übertroffen. Ergebnis vor Steuern und Konzerngewinn stiegen
mit jeweils zweistelligen Zuwachsraten und damit deutlich stärker, als noch in unserer
letzten Prognose vorhergesagt. FinanzlageKonzern-KapitalflussrechnungHOCHTIEF erreichte in der Mittelveränderung aus laufender Geschäftstätigkeit mit 1,04
Mrd. Euro einen wiederum hohen Zufluss an liquiden Mitteln und blieb damit um weitere
9,1 Prozent über dem bereits hohen Vorjahreswert (949,3 Mio. Euro). Ausschlaggebend
hierfür war das deutlich verbesserte Ergebnis vor Steuern. Daneben war der Mittelabfluss
aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens mit 39,8 Mio. Euro trotz des weiter gewachsenen
Geschäftsvolumens sehr moderat. Insbesondere die Unternehmensbereiche HOCHTIEF Asia
Pacific und HOCHTIEF Americas erwirtschafteten einen deutlich positiven Mittelzufluss
aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Im Geschäftsjahr 2010 übersprangen die vom HOCHTIEF-Konzern getätigten Investitionen
in Sach- und Finanzanlagen die Marke von einer Mrd. Euro und erreichten einen Umfang
von insgesamt 1,13 Mrd. Euro. Damit lag das Gesamtinvestitionsvolumen um 16,4 Prozent
über dem Vergleichswert des Vorjahres (968,5 Mio. Euro). Der weit überwiegende Anteil
hiervon entfiel mit 81,9 Prozent beziehungsweise 924,1 Mio. Euro auf Investitionen
in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Im Vorjahr erreichten die Sachinvestitionen
einen Wert von 826 Mio. Euro und eine Quote von 85,3 Prozent. Der Schwerpunkt lag
bei unserer Tochtergesellschaft Leighton, die einen Anstieg der Sachinvestitionen
um 18,1 Prozent auf 837 Mio. Euro verzeichnete. Ein erheblicher Teil der Mittel floss
im Geschäftsjahr 2010 wiederum in hochwertige technische Ausrüstung, um anspruchsvolle
Infrastrukturbauten und Großprojekte zu realisieren, sowie in das anlagenintensive
Contract-Mining. Der im Vorjahr eingeschlagene Weg einer zurückhaltenden Investitionspolitik im Bereich
der Finanzanlagen wurde auch im Geschäftsjahr 2010 im Wesentlichen beibehalten. Mit
203,6 Mio. Euro wurden die Finanzinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr (142,5 Mio.
Euro) dennoch leicht ausgeweitet. Unser Hauptaugenmerk lag dabei vornehmlich auf strategisch
sinnvollen Anteilsverstärkungen und Ergänzungen des Beteiligungsportfolios zur Ausweitung
des Leistungsspektrums. Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Americas baute mit der Akquisition
des Bauunternehmens E.E. Cruz seine Position im Markt für US-Infrastrukturprojekte
weiter aus. Wesentliche Finanzinvestitionen wurden darüber hinaus im Unternehmensbereich
HOCHTIEF Asia Pacific getätigt. Diese dienten vorrangig der Aufstockung der Beteiligungsquote
am börsennotierten Projektentwickler Devine sowie dem Ausbau des Portfolios an Joint-Venture-Gesellschaften. Kapitalflussrechnung HOCHTIEF-Konzern (Kurzfassung)scroll
Aus den im Geschäftsjahr 2010 vollzogenen Erst- und Entkonsolidierungen von Tochtergesellschaften
ergab sich ein Abfluss an Liquidität in Höhe von 301,6 Mio. Euro gegenüber 35,2 Mio.
Euro im Vorjahr. Der größte Teil hiervon resultierte aus der Entkonsolidierung der
bislang vollkonsolidierten luxemburgischen Rückversicherungsgesellschaft Contractors'
sowie aus dem Teilverkauf des Indiengeschäfts bei Leighton. Gegenläufig erzielte HOCHTIEF
Einnahmen aus Anlagenabgängen und Desinvestments in Höhe von 701,8 Mio. Euro. Damit
wurde der entsprechende Vorjahreswert in Höhe von 213,3 Mio. Euro um 488,5 Mio. Euro
übertroffen. Hierin sind im Wesentlichen Effekte aus dem Verkauf von Contractors'
sowie aus dem Teilverkauf der Indienaktivitäten von Leighton enthalten. Darüber hinaus
generierte Leighton Liquidität aus sonstigen Beteiligungsverkäufen sowie aus der Veräußerung
von Sachanlagevermögen. Daneben wendete HOCHTIEF erhebliche finanzielle Mittel für
den Erwerb von Wertpapieren und zur Bereitstellung von Ausleihungen an Beteiligungen
auf. Aus der Veränderung von Wertpapieren und Finanzforderungen ergab sich daher ein
Mittelabfluss in Höhe von 243,4 Mio. Euro gegenüber 58,2 Mio. Euro im Vorjahr. Per
Saldo belief sich der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr
2010 somit auf 970,9 Mio. Euro. Er lag damit um 122,3 Mio. Euro über dem Vorjahreswert
von 848,6 Mio. Euro. Im Jahr 2010 waren die Kreditmärkte trotz der im Jahresverlauf einsetzenden leichten
Entspannung weiterhin von Unsicherheiten und einer spürbaren Zurückhaltung der Kreditinstitute
bei der Gewährung von Finanzmitteln geprägt. Gleichwohl gelang es HOCHTIEF - nicht
zuletzt aufgrund der hervorragenden Bonität -, die erforderlichen Mittel zur Finanzierung
und weiteren Expansion des Konzerns zu beschaffen. Durch die Stärkung der Eigenkapitalbasis
auf der einen wie auch der Aufnahme von Fremdkapitalmitteln auf der anderen Seite
wurden dabei alternative Finanzierungswege beschritten. Durch die teilweise Nutzung
des von der HOCHTIEF-Hauptversammlung am 11. Mai 2010 geschaffenen genehmigten Kapitals
wurde das Eigenkapital der HOCHTIEF Aktiengesellschaft im Dezember 2010 erhöht. Hierdurch
flossen der Gesellschaft knapp 400 Mio. Euro an Barmitteln zu. Daneben erfolgten Einzahlungen
anderer Gesellschafter in das Eigenkapital im Umfang von 68,7 Mio. Euro. Darin war
mit 60 Mio. Euro die Neuemission von Aktien durch Leighton enthalten, die zur Aufstockung
der Beteiligungsquote an Devine genutzt wurde. Darüber hinaus wurden mit der Platzierung
eines Schuldscheindarlehens durch die HOCHTIEF Aktiengesellschaft im Umfang von 240
Mio. Euro sowie mit der Begebung einer US-Dollar-Anleihe durch Leighton im Volumen
von 267,6 Mio. Euro (350 Mio. US-Dollar) zusätzliche Fremdmittel aufgenommen. Dazu
kamen weitere, aus dem operativen Geschäft induzierte Kreditaufnahmen. Hierdurch summierten
sich die Fremdmittelaufnahmen in der Berichtsperiode auf insgesamt 870,6 Mio. Euro
(Vorjahr 1,13 Mrd. Euro). Gegenläufig führte die Tilgung von Kreditverbindlichkeiten
zu einem Mittelabfluss in Höhe von 610,6 Mio. Euro (Vorjahr 1,16 Mrd. Euro). Der wesentliche
Anteil hiervon entfiel auf Leighton und auf Rückzahlungen kurzfristiger Kredite von
Tochtergesellschaften des Unternehmensbereichs HOCHTIEF Real Estate. Außerdem führten
die an HOCHTIEF-Aktionäre und andere Gesellschafter ausgezahlten Dividenden zu einem
Liquiditätsabfluss in Höhe von 312 Mio. Euro (Vorjahr 224,8 Mio. Euro). Nachdem sich
im Vorjahr in der Mittelveränderung aus der Finanzierungstätigkeit per Saldo ein Abfluss
an Liquidität in Höhe von 181 Mio. Euro ergab, verzeichnete HOCHTIEF in der Berichtsperiode
einen Mittelzufluss in Höhe von 417 Mio. Euro. HOCHTIEF verfügte zum 31. Dezember 2010 über einen Bestand an flüssigen Mitteln im
Umfang von 2,45 Mrd. Euro. Dieser lag damit um 681,4 Mio. Euro über dem Stand am Ende
des vorigen Geschäftsjahres (1,77 Mrd. Euro). Der darin enthaltene Effekt aus Wechselkursänderungen
belief sich auf 199,4 Mio. Euro (Vorjahr 62,2 Mio. Euro). Der Free Cashflow ergibt sich als Saldo aus der Mittelveränderung aus der laufenden
Geschäftstätigkeit (1,04 Mrd. Euro) und der Mittelveränderung aus der Investitionstätigkeit
(-970,9 Mio. Euro). Aufgrund des hohen Mittelzuflusses aus der laufenden Geschäftstätigkeit
resultierte in der Berichtsperiode ein positiver Free Cashflow in Höhe von 65,1 Mio.
Euro (Vorjahr 100,7 Mio. Euro). Konzernfinanzierung langfristig gesichert - Kapitalerhöhung erfolgreich platziert - weiteres Schuldscheindarlehen begebenIm Dezember 2010 konnten wir eine Kapitalerhöhung in Höhe von zehn Prozent minus einer
Aktie des zu dem Zeitpunkt bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft erfolgreich
durchführen. Die Begebung erfolgte unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre
und wurde ausschließlich von der Qatar Holding LLC gezeichnet. Das Grundkapital der
HOCHTIEF Aktiengesellschaft beläuft sich nach der Kapitalerhöhung auf nunmehr 197.120
Tsd. Euro. Es ist eingeteilt in 76 999 999 nennwertlose Stückaktien. Der Zufluss von
knapp 400 Mio. Euro stärkt die solide Bilanz des Konzerns weiter. Er verbessert die
bereits guten Kapitalstrukturen und Konzernkennzahlen, wie zum Beispiel die Eigenkapitalquote
und den Verschuldungsgrad, nochmals. Die Barmittel aus der Kapitalerhöhung wurden zur Tilgung von Ziehungen im syndizierten
Barkredit und auch der kurzfristigen Tagesgeldaufnahmen im Cashpool genutzt, soweit
solche Tilgungen kurzfristig möglich waren. Die weiteren Mittel sind bei einwandfreien
Bankadressen mit erstklassiger Bonität kurzfristig angelegt. Sie stehen der weiteren
langfristigen Konzernfinanzierung und dem beabsichtigten Wachstum des Unternehmens
zur Verfügung. Im Berichtsjahr 2010 standen außer den unterjährigen revolvierenden Ziehungen im syndizierten
Barkredit keine planmäßigen Tilgungen und damit verbundenen Refinanzierungen an. Wir
konnten jedoch ein weiteres Schuldscheindarlehen erfolgreich platzieren. Mit einem
Volumen von 240 Mio. Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren realisierte HOCHTIEF
erneut eine Benchmarktransaktion. Die Konditionen entsprechen der im Berichtsjahr
wieder leicht verbesserten Marktlage und geben dem Konzern über die attraktive Laufzeit
Finanzierungssicherheit. Auch das Fälligkeitsprofil unseres Darlehensportfolios hat
durch diese Platzierung eine weitere Verlängerung erfahren. Besonders erfreulich ist
ein Platzierungsanteil nicht deutscher Investoren von mehr als 75 Prozent. Dies spiegelt
die unverändert hohe Bonität des HOCHTIEF-Konzerns auch an den internationalen Kapitalmärkten
wider. Der Darlehensvertrag entspricht wieder den bereits vorhandenen Dokumentationen
herausgelegter Schuldscheindarlehen. Mit diesem neuen Schuldscheindarlehen haben wir
nunmehr in Deutschland und international insgesamt 790 Mio. Euro an langfristigen
Finanzierungen in diesem attraktiven Finanzierungssegment platziert. Die zufließenden
Mittel wurden zur teilweisen Tilgung der Ziehungen im syndizierten Barkredit sowie
der sonstigen bilateralen Barlinien genutzt. Die strategischen und langfristigen Konzernfinanzierungsverträge für den Bar- und
Avalbereich sind unverändert gültig. Hier besteht einerseits der syndizierte Avalkredit
mit insgesamt 1,9 Mrd. Euro, worin eine Bartranche in Höhe von 400 Mio. Euro enthalten
ist. Der Avalkredit ist mit zirka 1,21 Mrd. Euro zum Berichtsstichtag in Anspruch
genommen. Die Bartranche, die zur langfristigen Wachstumsfinanzierung zur Verfügung
steht, wurde bis dato nicht genutzt. Der syndizierte Avalkredit läuft noch bis Ende
2012. Eine Refinanzierung dieses Finanzierungsinstruments ist für das Jahr 2011 geplant,
sofern die Märkte für eine frühzeitige Refinanzierung aufnahmebereit sind. Im Barbereich verfügen wir weiterhin über den revolvierend nutzbaren syndizierten
Barkredit in Höhe von 600 Mio. Euro. Dieser wird im Bedarfsfall flexibel genutzt.
Die Konditionen sind gegenüber dem letzten Berichtsjahr unverändert und im Vergleich
zu den aktuellen Marktverhältnissen weiterhin als sehr attraktiv anzusehen. Auch der
syndizierte Barkredit hat eine Restlaufzeit bis Ende 2012, sodass auch hier eine frühzeitige
Refinanzierung im laufenden Jahr 2011 ansteht. Dieser Kredit ist zum Berichtsstichtag
mit 477 Mio. Euro in Anspruch genommen. Weiterhin verfügt der Konzern über bilaterale, kurzfristige Barkreditlinien zur Versorgung
der operativen Einheiten mit ausreichend liquiden Mitteln zur Finanzierung des laufenden
Geschäfts. Diese jährlich zu verlängernden Linien konnten im Verlauf des Jahres 2010
von ehemals 291 Mio. Euro auf nunmehr zirka 343 Mio. Euro erhöht werden. Die Kredite
sind zu mehr als 80 Prozent schriftlich und mit einer Laufzeit von einem Jahr von
den Banken bestätigt. Die Konditionen entsprechen der hohen Bonität des HOCHTIEF-Konzerns.
Zum Berichtsstichtag waren diese kurzfristigen Barkreditlinien nicht genutzt. Bilaterale Avalkreditlinien ergänzen den syndizierten Avalkredit. Hier verfügt der
Konzern über zusätzlich 570 Mio. Euro zum Jahresende 2010. Dies stellt gegenüber dem
Vorjahr eine Erhöhung um zirka 63 Prozent beziehungsweise 220 Mio. Euro dar. Alle
im Berichtsjahr bestehenden bilateralen Avalkreditlinien konnten - wie in den Vorjahren
auch - erfolgreich prolongiert werden. Auch hier entsprechen die Konditionen der unverändert
guten Bonität des HOCHTIEF-Konzerns. Die verschiedenen Instrumente in ihrer Gesamtheit sichern dem Konzern eine langfristige
und breit diversifizierte Finanzierung, und dies zu für HOCHTIEF akzeptablen Kreditbedingungen
und unverändert attraktiven Konditionen. Keines der von HOCHTIEF abgeschlossenen Finanzierungsinstrumente
ist besichert; sie basieren auf einer Gleichbehandlung aller Kreditgeber (pari passu). Zu den syndizierten und bilateralen Krediten kommen im Bedarfsfall weitere Kredite
für Projektfinanzierungen hinzu. Diese Finanzierungen, die jeweils auf Basis eines
konkreten Projekts verhandelt und abgeschlossen werden, sind flexibel nutzbar und
werden beim Verkauf der Projekte aus den erzielten Erlösen zurückbezahlt. Eine Besicherung
erfolgt - wenn überhaupt - ausschließlich auf den Vermögenswerten des Projekts selbst,
ein Rückgriff auf den HOCHTIEF-Konzern ist in den allermeisten Fällen ausdrücklich
ausgeschlossen. Unverändert zum Vorjahr bestehen für die Unternehmensbereiche Americas und Asia Pacific
lokale Finanzierungen. Hier ist insbesondere die US-Bondingfazilität von herausragender
Bedeutung. Mit einem - im Berichtsjahr nochmals erhöhten - Volumen von nunmehr 4,66
Mrd. Euro ist sie der zentrale Finanzierungsbaustein für das US-amerikanische Geschäft.
Sowohl Turner als auch Flatiron nutzen diese Linie. Im Zuge der Erhöhung wurde eine
weitere große US-Versicherungsgesellschaft (Surety-Gesellschaft) in die Fazilität
aufgenommen. Flatiron verfügt zudem über bilaterale Bankfinanzierungen sowohl im Bar-
als auch im Avalbereich. Diese werden vor allem für die kanadischen Aktivitäten genutzt,
da dort oftmals eine Bankgarantie anstelle eines Suretybonds gestellt werden muss.
Diese lokalen Fazilitäten wie auch die Surety-Bondinglinie werden von der HOCHTIEF
Aktiengesellschaft durch eine Konzerngarantie gedeckt. Leighton verfügt im australischen Kapitalmarkt über ein unverändert hohes Standing.
Leightons Finanzierungsaktivitäten erfolgen auf bilateraler oder syndizierter Basis.
Eine Besicherung oder Unterlegung durch die HOCHTIEF Aktiengesellschaft oder eine
sonstige Konzerngesellschaft erfolgt unverändert nicht. Die syndizierten Kreditdokumentationen wie auch die Schuldscheindarlehensverträge
verfügen über jeweils identische Change-of-Control-Bestimmungen. Die Kontrollwechsel
werden beim Überschreiten einer Beteiligungsschwelle von 30 Prozent an der HOCHTIEF
Aktiengesellschaft wirksam. Nach dem erfolglosen Ablauf einer Verhandlungsperiode
von 60 Tagen ab Eintritt des Kontrollwechsels steht den Gläubigern ein außerordentliches
Kündigungsrecht ihrer jeweiligen Kreditzusagen zu. Nachdem Anfang Dezember 2010 seitens ACS das freiwillige Übernahmeangebot veröffentlicht
wurde, haben wir mit den kreditgebenden Syndikatsbanken und nahezu allen Investoren
der Schuldscheindarlehen Vereinbarungen zur Fortführung der jeweiligen Kreditfazilitäten
getroffen. In den Vereinbarungen verzichten die Gläubiger auf ihr Kündigungsrecht
im Falle eines Kontrollwechsels durch den Aktionär ACS. Im Gegenzug haben wir umfangreiche
Schutzklauseln in Bezug auf Geschäfte und Transaktionen mit ACS akzeptiert. Gleichzeitig
wurden die Vertragskonditionen in den syndizierten Krediten leicht angehoben, da diese
deutlich unter dem aktuellen Marktniveau lagen. Diese vertraglichen Anpassungen in
den syndizierten Krediten wie auch in den Schuldscheindarlehensverträgen standen unter
der aufschiebenden Bedingung der Überschreitung der Beteiligungsquote von ACS an der
HOCHTIEF Aktiengesellschaft von 30 Prozent. Da ACS diese Beteiligungshöhe Anfang Februar
2011 überschritten hat, sind die vertraglichen Anpassungen seitdem rechtswirksam. Im Jahr 2011 stehen keine planmäßigen Finanzierungen an. Mit Ausnahme der kurzfristigen
Bar- und Avallinien, die im jährlichen Rhythmus zu prolongieren sind, haben wir keine
Fälligkeiten aus weiteren Instrumenten zu verzeichnen. Wie im abgelaufenen Jahr auch, werden wir darüber hinaus die Finanz- und Kapitalmärkte
unverändert intensiv beobachten und sich eventuell ergebende Opportunitäten nutzen.
Gleiches gilt für die Ende 2012 fällig werdenden syndizierten Kredite. Sofern sich
im Verlauf des Jahres 2011 hier vorzeitige Refinanzierungsmöglichkeiten bei ansprechenden
Marktbedingungen ergeben, werden wir diese nutzen, um eine weiterhin langfristige
Konzernfinanzierung über diese zentralen Finanzierungsinstrumente sicherzustellen. ![]() VermögenslageStarke Konzernbilanz eröffnet Potenzial für weiteres WachstumTrotz des insgesamt zu verzeichnenden Wirtschaftswachstums stand das Geschäftsjahr
2010 noch unter dem Eindruck der tief greifenden Finanzkrise und den damit verbundenen
Unsicherheiten auf den Weltmärkten. In diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld
blieb HOCHTIEF aufgrund der klaren Ausrichtung auf rentable Märkte und Projekte dennoch
deutlich profitabel. Dies zeigt sich auch in unserer soliden und starken Konzernbilanz,
die ein hohes Potenzial für weiteres Wachstum eröffnet. Die Bilanzsumme stieg dabei gegenüber dem Stand vom 31. Dezember 2009 (12,5 Mrd. Euro)
um 2,49 Mrd. Euro beziehungsweise 19,9 Prozent auf 14,99 Mrd. Euro. Neben operativem
Wachstum trugen hierzu auch Wechselkurseffekte im Umfang von 1,18 Mrd. Euro bei. Auf der Aktivseite stieg der Bestand an langfristigen Vermögenswerten deutlich an.
Mit einem Zuwachs um 762,4 Mio. Euro auf 5,87 Mrd. Euro lag er um 14,9 Prozent über
dem Vorjahreswert (5,1 Mrd. Euro). Dabei erhöhten sich die immateriellen Vermögenswerte
gegenüber dem Vorjahr um 79,2 Mio. Euro auf 582,9 Mio. Euro. Wesentlicher Bestandteil
der immateriellen Vermögenswerte waren mit 492,8 Mio. Euro wie im Vorjahr (431,1 Mio.
Euro) die aus der Erstkonsolidierung resultierenden Geschäfts- und Firmenwerte von
vollkonsolidierten Tochtergesellschaften. Des Weiteren werden unter den immateriellen
Vermögenswerten Konzessionen und ähnliche Nutzungsrechte in Höhe von 90,1 Mio. Euro
(Vorjahr 72,6 Mio. Euro) ausgewiesen. Das Sachanlagevermögen stieg aufgrund der hohen
Investitionstätigkeit des Konzerns in technische Ausrüstung und infolge von Währungseinflüssen
deutlich. Nach 1,49 Mrd. Euro zum Ende des vorigen Geschäftsjahres lag der Wert der
Sachanlagen von HOCHTIEF zum 31. Dezember 2010 mit 1,81 Mrd. Euro um 21,1 Prozent
darüber. Die Investment Properties haben sich um 14,2 Mio. Euro auf 24 Mio. Euro vermindert.
Sie enthalten ausschließlich Immobilien des Unternehmensbereichs HOCHTIEF Real Estate.
Das Finanzanlagevermögen hingegen hat sich mit einem Anstieg um 259,6 Mio. Euro auf
2,51 Mrd. Euro kräftig erhöht. Hier wirkten sich vor allem gestiegene Buchwerte aus
dem Kauf und der Wertfortschreibung von at Equity bewerteten Beteiligungen, der Zukauf
im Bereich langfristiger Wertpapiere sowie Währungseffekte aus. Auf at Equity bewertete
Finanzanlagen entfiel ein Wert von 2,01 Mrd. Euro - ein Zuwachs von 241 Mio. Euro
gegenüber dem Vorjahr (1,76 Mrd. Euro). Die übrigen Finanzanlagen überstiegen ebenfalls
den Vorjahreswert (486,5 Mio. Euro) und beliefen sich zum Geschäftsjahresende auf
505,1 Mio. Euro. Die Finanzforderungen bewegten sich mit 506,8 Mio. Euro deutlich
über dem Vorjahresniveau von 410,8 Mio. Euro. Der Anstieg ist insbesondere auf die
Gewährung von Ausleihungen an Beteiligungsgesellschaften durch Leighton zurückzuführen.
Demgegenüber blieb der Bestand an sonstigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten
mit 176,1 Mio. Euro nahezu auf Vorjahreshöhe (177,1 Mio. Euro). Die aktivisch ausgewiesenen
latenten Steuern stiegen infolge von Währungseffekten und Veränderungen bei Bewertungsunterschieden
von 232,8 Mio. Euro auf 260,6 Mio. Euro. Die kurzfristigen Vermögenswerte legten mit einem Anstieg um 1,72 Mrd. Euro deutlich
zu und erreichten zum Ende der Berichtsperiode einen Bilanzwert von 9,12 Mrd. Euro.
Damit wurde der Endbestand zum Ende des vorigen Geschäftsjahres (7,4 Mrd. Euro) um
23,3 Prozent übertroffen. Die Vorräte stiegen um 152,6 Mio. Euro und lagen mit 1,27
Mrd. Euro über dem Vorjahreswert in Höhe von 1,12 Mrd. Euro. Sie entfallen im Wesentlichen
auf noch im Bau befindliche Immobilienprojekte der Unternehmensbereiche HOCHTIEF Real
Estate und HOCHTIEF Asia Pacific. Den weitaus größten Anteil an den kurzfristigen
Vermögenswerten hatten im Geschäftsjahr 2010 auch weiterhin die aus dem operativen
Geschäft stammenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diese stiegen im Vergleich
zum Vorjahr (3,41 Mrd. Euro) um 577,2 Mio. Euro auf 3,98 Mrd. Euro. Hierzu trugen
insbesondere operatives Wachstum sowie Währungseffekte in den Unternehmensbereichen
HOCHTIEF Asia Pacific, HOCHTIEF Europe und HOCHTIEF Americas bei. Die sonstigen Forderungen
und sonstigen Vermögenswerte erhöhten sich ebenfalls und stiegen um 105,6 Mio. Euro
auf 232,4 Mio. Euro (Vorjahr 126,8 Mio. Euro). Der Anstieg betrifft im Wesentlichen
Ansprüche aus Beteiligungsveräußerungen. Unser Wertpapierportfolio war auch im Geschäftsjahr
2010 auf vorrangig konservative Anlagen in fest- und variabel verzinslichen Bonds
von Emittenten mit erstklassiger Bonität ausgerichtet. Daneben wurden auch Direktanlagen
in ausgewählten Aktien und Rentenfondsanteilen gehalten. Die im Jahresverlauf vollzogene
Aufstockung unseres Wertpapierbestands führte zu einem Anstieg um 129,9 Mio. Euro
auf 937,6 Mio. Euro. Die Liquiditätsausstattung des Konzerns hat sich im Geschäftsjahresverlauf
deutlich verbessert. Die flüssigen Mittel stiegen um 681,4 Mio. Euro auf 2,45 Mrd.
Euro. Der HOCHTIEF-Konzern verfügte zum Stichtag 31. Dezember 2010 über ein Eigenkapital
in Höhe von 4,27 Mrd. Euro. Damit hat sich unsere Eigenkapitalausstattung im Vergleich
zum Vorjahr (3,26 Mrd. Euro) um zirka eine Mrd. Euro verbessert. Hierzu trug insbesondere
die zum Geschäftsjahresende 2010 vollzogene Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen mit
399,8 Mio. Euro bei. Daneben wirkte sich das Ergebnis nach Steuern mit 546,3 Mio.
Euro aus. Die Effekte aus der Währungsumrechnung und Marktbewertung von Finanzinstrumenten
beliefen sich auf 340 Mio. Euro. Darüber hinaus beeinflussten übrige neutrale Veränderungen
in Höhe von 68 Mio. Euro das Eigenkapital positiv. Die Ausschüttung von Dividenden
an HOCHTIEF-Aktionäre und konzernfremde Gesellschafter führte demgegenüber zu einer
Verminderung des Eigenkapitals im Umfang von 312 Mio. Euro. Dazu kommt mit -42 Mio.
Euro der Effekt aus der Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr (26,1 Prozent) um 2,4
Prozentpunkte auf 28,5 Prozent. Die langfristigen Schulden erreichten zum Ende des Geschäftsjahres 2010 einen Stand
von 3,37 Mrd. Euro gegenüber 2,75 Mrd. Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend für den Anstieg
um 619,3 Mio. Euro waren Maßnahmen zur Sicherstellung der langfristigen Finanzierung
des Konzerns sowie Währungseffekte. Wesentliche Faktoren hierbei waren die Platzierung
eines Schuldscheindarlehens durch die HOCHTIEF Aktiengesellschaft sowie die Begebung
einer US-Dollar-Anleihe durch Leighton. Infolgedessen erhöhten sich die Finanzschulden
um 529,4 Mio. Euro auf 2,58 Mrd. Euro. Daneben nahmen die Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpflichtungen - im Wesentlichen aufgrund der Anpassung des Abzinsungssatzes
an das gesunkene Marktzinsniveau - um 45,3 Mio. Euro auf 116,6 Mio. Euro zu. In den
anderen langfristigen Rückstellungen wurden vorwiegend Verpflichtungen aus dem Personalbereich
sowie zur Deckung von Versicherungsfällen passiviert. Mit 426,9 Mio. Euro lagen sie
um 89 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres (337,9 Mio. Euro). Die sonstigen
Verbindlichkeiten blieben mit 186,4 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Demgegenüber verminderten
sich die passivisch ausgewiesenen latenten Steuern aufgrund der Veräußerung der Tochtergesellschaft
Contractors' um 45,5 Mio. Euro auf 66 Mio. Euro. Der Bestand an kurzfristigen Schulden stieg um 864,2 Mio. Euro und erreichte zum Geschäftsjahresende
2010 ein Volumen von 7,35 Mrd. Euro (Vorjahr 6,49 Mrd. Euro). Wesentlicher Bestandteil
waren wie im Vorjahr die Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr, die
sich im Wesentlichen aufgrund von Währungseffekten sowie aus dem operativen Geschäft
bei Leighton und im Unternehmensbereich HOCHTIEF Europe um 972,1 Mio. Euro auf 5,36
Mrd. Euro erhöhten. Die anderen Rückstellungen lagen mit 959,6 Mio. Euro leicht über
dem entsprechenden Vorjahreswert von 905,7 Mio. Euro. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten
verminderten sich aufgrund der Tilgungen von Bankkrediten um 150,1 Mio. Euro auf 645,8
Mio. Euro. Die sonstigen Verbindlichkeiten lagen mit 363,3 Mio. Euro und einem Rückgang
um 18,3 Mio. Euro leicht unter Vorjahr. Erläuterungen zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der HOCHTIEF Aktiengesellschaft (Holding)Gewinn- und Verlustrechnung der HOCHTIEF Aktiengesellschaft (Kurzfassung)scroll
Bilanz der HOCHTIEF Aktiengesellschaft (Kurzfassung)scroll
Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft führt die Unternehmensbereiche des HOCHTIEF-Konzerns
als strategische Management-Holding. Insofern ist das Ergebnis der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
vor allem durch das Beteiligungsergebnis sowie durch Erlöse und Aufwendungen bestimmt,
die im Zusammenhang mit der Ausübung der Holdingfunktionen stehen. Der Jahresabschluss der HOCHTIEF Aktiengesellschaft ist nach den Vorschriften des
Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt und vom Abschlussprüfer
Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
versehen worden. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft wendete im Geschäftsjahr 2010 erstmals
die Bilanzierungs- und Bewertungsregeln des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG)
an. Diese Erstanwendung führt bei verschiedenen Bilanzposten zu einem geänderten Ausweis
beziehungsweise einer geänderten Bewertung. Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen
werden die Vorjahreswerte nicht an die neuen Vorschriften angepasst. Die Bekanntmachung
des Jahresabschlusses und des Lageberichts der HOCHTIEF Aktiengesellschaft für das
Geschäftsjahr 2010 erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger. ErtragslageDie Umsatzerlöse und der Materialaufwand entfallen im Wesentlichen auf die Betriebsstätte
Russland, die nach Ausgliederung der HOCHTIEF Construction AG Restprojekte abwickelt.
Das Ergebnis des Einzelabschlusses der HOCHTIEF Aktiengesellschaft wird maßgeblich
von den Beteiligungsergebnissen sowie durch Erlöse und Aufwendungen im Zusammenhang
mit der Holdingfunktion bestimmt. Das Ergebnis aus Finanzanlagen hat sich durch eine
erhöhte Ergebnisvereinnahmung als Folge des Verkaufs einer Beteiligung gegenüber dem
Vorjahr verbessert. Zudem resultieren aus der Erstanwendung des BilMoG - im Wesentlichen
aus der Marktbewertung von Deckungsvermögen und aus der Änderung der Bewertung der
Pensionsrückstellungen - außerordentliche Erträge in Höhe von 64,8 Mio. Euro. Finanz- und VermögenslageDie Finanz- und Vermögenslage der HOCHTIEF Aktiengesellschaft ist aufgrund ihrer Holdingfunktion
durch die Finanzanlagen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen geprägt, die
sich auf 78,6 Prozent (Vorjahr 74,3 Prozent) der Bilanzsumme belaufen. Das gezeichnete Kapital der HOCHTIEF Aktiengesellschaft, das in 76 999 999 nennwertlose
Stückaktien eingeteilt ist, wurde im Dezember 2010 durch die Ausgabe von 6 999 999
Aktien erhöht und beläuft sich auf nominal 197,1 Mio. Euro (Vorjahr 179,2 Mio. Euro).
Aus der Erstanwendung des BilMoG ergab sich zum 1. Januar 2010 eine offene Absetzung
des Bestands eigener Aktien in Höhe des auf sie entfallenden Betrags des Grundkapitals.
Zum 31. Dezember 2010 beträgt das gezeichnete Kapital nach Berücksichtigung der noch
im Bestand befindlichen eigenen Aktien 188,3 Mio. Euro. Die Kapitalrücklage erhöhte
sich im Wesentlichen durch das Aufgeld aus der Ausgabe der neuen Aktien um 382,3 Mio.
Euro auf 783,1 Mio. Euro (Vorjahr 400,8 Mio. Euro). Die anderen Gewinnrücklagen erhöhten
sich zum 1. Januar 2010 durch die Umstellung der Rücklage für eigene Anteile (147,9
Mio. Euro) infolge der Erstanwendung des BilMoG. Gegenläufig wirkte sich die Verrechnung
der Buchwerte des Bestands eigener Aktien (-82,2 Mio. Euro) aus. Das Eigenkapital
erreichte einen Anteil von 49,4 Prozent (Vorjahr 42,6 Prozent) an der Bilanzsumme. Die Verbindlichkeiten enthalten in Vorjahren aufgenommene Schuldscheindarlehen im
Gesamtvolumen von 550 Mio. Euro. Die Verzinsung der einzelnen Schuldscheindarlehen
entspricht den zum Zeitpunkt des Abschlusses geltenden Marktbedingungen und erfolgt
mit dem Sechsmonats-EURIBOR zuzüglich einer angemessenen Marge beziehungsweise mit
zum Teil fixer und zum Teil variabler Verzinsung. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft
hat zudem am 26. Mai 2010 ein Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 240 Mio. Euro
am Markt platziert. Das Darlehen hat eine fünfjährige Laufzeit und wird mit dem Sechsmonats-EURIBOR
zuzüglich einer angemessenen Marge verzinst. Darüber hinaus ist hier unverändert zum
Vorjahr mit 477 Mio. Euro die Inanspruchnahme einer syndizierten Barkreditlinie mit
einem Gesamtvolumen von 600 Mio. Euro ausgewiesen. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft weist für das Geschäftsjahr 2010 einen Jahresüberschuss
in Höhe von 226,1 Mio. Euro aus. Aus diesem Jahresüberschuss ist eine Einstellung
in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 77,3 Mio. Euro vorgenommen worden. Unter
Einbeziehung des Gewinnvortrags (5,2 Mio. Euro) ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe
von 154 Mio. Euro. Gewinnverwendungsvorschlag des VorstandsVorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, zu beschließen: Der Bilanzgewinn der HOCHTIEF Aktiengesellschaft des Geschäftsjahres 2010 in Höhe
von 153.999.998,-Euro wird zur Ausschüttung einer Dividende von zwei Euro je dividendenberechtigter
Stückaktie verwendet, und der aus dem Bilanzgewinn auf nicht dividendenberechtigte
Aktien entfallende Betrag, das sind 6.870.150,-Euro, wird auf neue Rechnung vorgetragen. Die Dividende ist am Tag nach der Hauptversammlung zahlbar. Bis zur Hauptversammlung kann sich die Zahl der dividendenberechtigten Stückaktien
verändern. In diesem Fall wird bei unveränderter Ausschüttung von zwei Euro je dividendenberechtigter
Stückaktie der Hauptversammlung ein entsprechend angepasster Gewinnverwendungsvorschlag
unterbreitet. Angaben gemäß § 289 Abs. 2 Nr. 5 und Abs. 4 beziehungsweise § 315 Abs. 2 Nr. 4 und Abs. 4 HGBDas gezeichnete Kapital der HOCHTIEF Aktiengesellschaft in Höhe von 197.119.997,44
Euro ist eingeteilt in 76 999 999 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien.
Der auf die einzelne Aktie entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals beträgt
2,56 Euro. Die Kapitalrücklage enthält das Aufgeld aus der Ausgabe von Aktien durch die HOCHTIEF
Aktiengesellschaft. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien
betreffen, bekannt. Die CARIÁTIDE S.A., Avda. Pio XII n° 102, 28036 Madrid, Spanien, hat unter Bezugnahme
auf die Regelung in § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der
HOCHTIEF Aktiengesellschaft am 24. April 2007 25,08 Prozent betragen hat. Dieselbe
Mitteilung hat die ACS Actividades de Construcción y Servicios, S.A., Avda. Pio XII
n° 102, 28036 Madrid, Spanien, gemacht, und zwar verbunden mit dem Hinweis, dass diese
Stimmrechte von der CARIÁTIDE S.A. gehalten werden und ihr über ihre Beteiligung an
der CARIÁTIDE S.A. nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen sind. Ergänzend weisen wir - zum besseren Verständnis - darauf hin, dass ACS nach den Angaben
in ihrem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot vom 1. Dezember 2010 über ihre
Tochtergesellschaft CARIÁTIDE S.A. 29,98 Prozent der seinerzeit bestehenden Aktien
und Stimmrechte an der HOCHTIEF Aktiengesellschaft gehalten hat. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht. Es ist
dem Vorstand nicht bekannt, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte
nicht unmittelbar ausüben. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands bestimmt sich nach den §§
84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit §§ 9 Abs. 2, 7 Abs. 1 der Satzung.
Gesetzliche Vorschriften zur Änderung der Satzung finden sich in §§ 179 ff., 133 AktG.
Soweit das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung
vertretenen Kapitals verlangt, genügt nach § 23 Abs. 3 der Satzung die einfache Mehrheit,
sofern nicht zwingend eine andere Mehrheit vorgeschrieben ist. Nach § 15 der Satzung
ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die nur die Fassung
der Satzung betreffen. Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital bis zum
10. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber
lautender Stückaktien gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um bis
zu insgesamt 35.840 Tsd. Euro zu erhöhen (genehmigtes Kapital I). Die weiteren Einzelheiten
ergeben sich aus der vorgenannten Satzungsbestimmung. Das Grundkapital der Gesellschaft ist gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu 44.800
Tsd. Euro, eingeteilt in bis zu Stück 17 500 000 auf den Inhaber lautende Stückaktien,
bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die Einzelheiten ergeben sich aus der vorgenannten
Satzungsbestimmung. Ermächtigung zum Aktienrückkauf: Der Vorstand ist durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats bei einer Veräußerung erworbener eigener Aktien durch
ein Angebot an alle Aktionäre den Inhabern der von der Gesellschaft oder einem ihrer
nachgeordneten Konzernunternehmen eventuell ausgegebenen Options- und/oder Wandelanleihen
ein Bezugsrecht auf die Aktien zu gewähren. Der Vorstand ist weiter ermächtigt, erworbene
eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats in anderer Weise als über die Börse
oder durch ein Angebot an sämtliche Aktionäre zu veräußern, wenn die Aktien gegen
Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft
gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Der Vorstand der HOCHTIEF Aktiengesellschaft ist ferner unter den nachstehenden Voraussetzungen
ermächtigt, erworbene eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats Dritten in anderer
Weise als über die Börse oder mittels Angebot an sämtliche Aktionäre anzubieten und
zu übertragen. Dies kann im Zuge des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen daran
oder von Unternehmensteilen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen geschehen.
Dies ist außerdem zulässig zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen
Börsen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind. Außerdem dürfen die
Aktien Personen zum Erwerb angeboten werden, die im Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft
oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen oder standen. Weiterhin dürfen die
Aktien den Inhabern der von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen
der Gesellschaft gemäß der Ermächtigung durch die Hauptversammlung vom 11. Mai 2010
(TOP 8) begebenen Schuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Options- und/oder Wandlungsrechte
und/oder -pflichten gewährt werden. Weiterhin dürfen die Aktien Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft und Mitgliedern
von Vorständen und Geschäftsführungen der von der Gesellschaft abhängigen Unternehmen
im Sinne von § 17 AktG sowie Personen, die im Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft
oder einem von der Gesellschaft abhängigen Unternehmen im Sinne von § 17 AktG stehen,
mit der Verpflichtung übertragen werden, sie für einen Zeitraum von mindestens zwei
Jahren seit der Übertragung zu halten. Eine solche Übertragung ist nur zulässig, um
bestehende Ansprüche des Übertragungsempfängers auf variable Vergütung an Erfüllungs
statt zu tilgen. Die weiteren Bedingungen der Übertragung werden im Beschluss weiter
spezifiziert. Im Fall der Ausgabe der Aktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft
entscheidet allein der Aufsichtsrat der Gesellschaft über die Ausgabe. Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird gemäß §§ 71
Abs. 1 Nr. 8, 186 Abs. 3, 4 AktG insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß der
vorstehenden Ermächtigung verwendet werden. Weiterhin wird der Vorstand ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung
des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung und ihre Durchführung eines
weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedürfen. Die Bedingungen der Bezugsrechtsgewährung, Veräußerung, Übertragung beziehungsweise
Einziehung der eigenen Aktien werden in dem Beschluss der Hauptversammlung weiter
spezifiziert. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft hat den am 24. Oktober 2007 mit einem internationalen
Bankenkonsortium geschlossenen langfristigen Rahmenavalkreditvertrag über ursprünglich
zwei Mrd. Euro im Jahr 2009 in der Weise modifiziert, dass nunmehr ein Avalkreditrahmen
von 1,5 Mrd. Euro und eine Barlinie über 400 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Weiterhin
existieren der bereits früher geschlossene Barkreditvertrag mit einer Kreditsumme
von 600 Mio. Euro sowie eine weitere syndizierte Garantiefazilität mit einer Kreditsumme
von 291,5 Mio. Euro. Diese Kreditverträge enthalten inhaltlich identische Change-of-Control-Bestimmungen.
Danach können die jeweiligen Kreditgeber (nachdem mit dem Kreditnehmer zuvor Verhandlungen
zur Fortführung der Kredite, die unter Berücksichtigung der Kreditwürdigkeit der Person
des Übernehmers, der Gefahr eventueller Änderungen der Unternehmensstrategie und eventueller
Beschränkungen der Kreditgeber bei der Kreditvergabe zu führen sind, ergebnislos geblieben
sind) ihre Kreditengagements unter der nachfolgend genannten Voraussetzung beenden.
Diese Voraussetzung tritt ein, wenn eine Person oder eine Gruppe von Personen im Wege
abgestimmten Verhaltens die Kontrolle im Sinne von § 29 Abs. 2 WpÜG über den Kreditnehmer
erlangt. Die Erklärung zur Beendigung des Kreditengagements kann bis zum Ablauf von
70 Tagen nach Kenntniserlangung der HOCHTIEF Aktiengesellschaft vom Eintritt der vorgenannten
Voraussetzung unter Berücksichtigung einer Mindestbedenkzeit von zehn Tagen von den
Kreditgebern abgegeben werden. Bezüglich der vorgenannten Kreditverträge wurde seitens
der Kreditgeber im Dezember 2010 einer Änderungsvereinbarung der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
zugestimmt, wonach die vorgenannten Change-of-Control-Bestimmungen nicht mehr für
den Aktionär ACS gelten; im Gegenzug wurden umfangreiche Schutzklauseln mit den Kreditgebern
in Bezug auf Geschäfte und Transaktionen mit ACS akzeptiert. In ihnen hat sich die
HOCHTIEF Aktiengesellschaft unter anderem verpflichtet, keine Verträge mit ACS abzuschließen,
die die Kreditwürdigkeit von HOCHTIEF schwächen würden, zum Beispiel einen Beherrschungsvertrag.
Werden gleichwohl solche Verträge geschlossen, haben die Kreditgeber ein Sonderkündigungsrecht. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft hat am 27./31. August 2010 mit einem inländischen
Kreditinstitut einen Rahmenkreditvertrag über 65 Mio. Euro geschlossen und im Dezember
2010 die Laufzeit eines weiteren Kreditvertrags vom 2./9. August 2005 über 130 Mio.
Euro verlängert. Beide Kreditverträge enthalten eine inhaltlich identische Change-of-Control-Bestimmung,
wonach die Banken im Fall eines Kontrollwechsels diesen Kreditvertrag außerordentlich
kündigen dürfen, falls sie dies unter Berücksichtigung der Kreditwürdigkeit des Erwerbers,
des Risikos von Änderungen in der Unternehmensstrategie und möglicher Kreditobergrenzen
für angemessen halten. Kontrollwechsel im vorgenannten Sinne bedeutet, dass eine Person
allein oder mit anderen Personen gemeinsam handelnd entweder die Mehrheit der Kapitalanteile
oder Stimmrechte am Kreditnehmer erwirbt oder auf andere Art und Weise, zum Beispiel
über einen Beherrschungsvertrag, die Kontrolle über den Kreditnehmer erlangt, wobei
eine Zurechnung von Stimmrechten gemäß § 30 WpÜG erfolgt. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft hat mit einem inländischen Kreditinstitut am 4. Juli
2008 zwei Schuldschein-Darlehensverträge über 50 Mio. Euro und 200 Mio. Euro geschlossen.
Des Weiteren hat sie mit einem inländischen Kreditinstitut am 25. Mai 2009 vier Schuldschein-Darlehensverträge
mit unterschiedlichen Laufzeiten über insgesamt 300 Mio. Euro vereinbart. Außerdem
hat sie mit zwei inländischen Kreditinstituten am 26. Mai 2010 zwei Schuldschein-Darlehensverträge
mit einer Laufzeit von jeweils fünf Jahren über 180,5 Mio. Euro beziehungsweise 59,5
Mio. Euro vereinbart. Alle diese Darlehensverträge haben jeweils eine inhaltlich identische
Bestimmung, wonach die HOCHTIEF Aktiengesellschaft im Fall eines Kontrollwechsels
zur vorzeitigen Rückzahlung der Darlehen verpflichtet ist, falls sie und der Darlehensgeber
nicht binnen 60 Tagen ab Mitteilung des Kontrollwechsels eine Einigung über die Fortführung
des Darlehens erzielt haben und der Darlehensgeber die vorzeitige Rückzahlung binnen
zehn Tagen nach Ablauf der 60-Tage-Frist verlangt. Kontrollwechsel im vorgenannten
Sinne bedeutet den Erwerb der Kontrolle an der HOCHTIEF Aktiengesellschaft im Sinne
von § 29 Abs. 2 WpÜG durch eine Person oder eine Personengruppe in abgestimmtem Verhalten
im Sinne von § 30 Abs. 2 WpÜG. Bezüglich der vorgenannten Darlehensverträge wurde
seitens der überwiegenden Mehrheit der Kreditgeber (93 Prozent der ausstehenden Darlehensvaluten)
im Dezember 2010 einem Amendment Request der HOCHTIEF Aktiengesellschaft zugestimmt,
wonach die vorgenannten Change-of-Control-Bestimmungen nicht mehr für den Aktionär
ACS gelten; im Gegenzug wurde ein umfangreiches Ringfencing mit den Kreditgebern in
Bezug auf Geschäfte und Transaktionen mit ACS akzeptiert. Mit dem Ringfencing-Agreement
hat sich die HOCHTIEF Aktiengesellschaft unter anderem verpflichtet, keine Verträge
mit ACS abzuschließen, die die Kreditwürdigkeit von HOCHTIEF schwächen würden, zum
Beispiel einen Beherrschungsvertrag mit ACS. Werden gleichwohl solche Verträge geschlossen,
haben die Kreditgeber ein Sonderkündigungsrecht. Für diejenigen Kreditgeber der Schuldscheindarlehen,
die dem vorgenannten Amendment Request nicht zugestimmt haben, gelten die ursprünglichen
Change-of-Control-Bestimmungen unverändert weiter. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft hat am 26./31. August 2010 mit einem inländischen
Kreditinstitut die Laufzeit eines Rahmenkreditvertrags über 55 Mio. Euro verlängert.
Der Rahmenkreditvertrag enthält eine Change-of-Control-Bestimmung, wonach die Bank
im Fall eines Kontrollwechsels den Kreditvertrag fristlos kündigen darf. Kontrollwechsel
im vorgenannten Sinne meint den Erwerb von Kontrolle im Sinne des § 29 Abs. 2 WpÜG
entweder durch eine Person oder durch eine Gruppe von Personen, die sich im Sinne
des § 30 Abs. 2 WpÜG abgestimmt verhalten, wobei die Zurechnungsregeln des § 30 WpÜG
anzuwenden sind. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft hat am 23. Oktober 2007 mit vier US-Surety-Gesellschaften
zur Absicherung der von diesen bereitgestellten Bondinglinie in Höhe von fünf Mrd.
US-Dollar eine "General Counter Indemnity" abgeschlossen. Die "General Counter Indemnity"
enthält eine Change-of-Control-Bestimmung, die den Surety-Gesellschaften unter der
nachfolgend genannten Voraussetzung das Recht einräumt, von der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
eine bar zu entrichtende Sicherheitsleistung von 500 Mio. US-Dollar zu fordern; gemäß
den Vereinbarungen werden die bereits zur Unterlegung der Bondinglinie begebenen Sicherheiten
in Form von Bankgarantien hierbei in Abzug gebracht. Diese Voraussetzung tritt ein,
wenn eine Person oder eine Gruppe von Personen im Wege abgestimmten Verhaltens insgesamt
30 Prozent oder mehr der Aktien der HOCHTIEF Aktiengesellschaft erwirbt oder anderweitig
die Kontrolle im Sinne von § 29 Abs. 2 WpÜG über die HOCHTIEF Aktiengesellschaft erlangt.
Die Sicherheitsleistung hat in diesem Fall innerhalb von 30 Bankarbeitstagen nach
Geltendmachung der Forderung zu erfolgen. Die Vereinbarung mit den US-Surety-Gesellschaften
ist mittlerweile in der Weise modifiziert worden, als dass eine weitere Surety-Gesellschaft
Vertragspartner geworden ist. Ihr gegenüber gelten die gleichen Bestimmungen wie zu
den bisherigen Vertragspartnern. Darüber hinaus ist die Bondinglinie auf 6,2 Mrd.
US-Dollar erhöht worden. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft ist über Tochtergesellschaften mittelbar an der HOCHTIEF
AirPort Capital GmbH & Co. KGaA als Komplementärin - firmierend unter HOCHTIEF AirPort
Capital Verwaltungs GmbH & Co. KG - beteiligt. Zu dieser Beteiligung existiert ein
Shareholders' Agreement. Danach sind die Aktionäre der vorgenannten KGaA unter spezifischen
Bedingungen berechtigt, sämtliche Anteile an der vorgenannten Komplementärin zu übernehmen.
Dieser Fall tritt - in Abhängigkeit von der Person des Erwerbers - zum einen ein,
falls ein Unternehmen die Mehrheit der Aktien oder Stimmrechte an der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
oder auf sonstige Weise die Kontrolle über die HOCHTIEF Aktiengesellschaft erwirbt
oder als Treuhänder über die entsprechenden Stimmrechte oder Kontrollmechanismen verfügt.
Zum anderen tritt dieser Fall ein, falls mehr als die Hälfte der Aktien oder Stimmrechte
an der HOCHTIEF Aktiengesellschaft von einem Dritten erworben werden oder dieser auf
sonstige Weise die Kontrolle über die HOCHTIEF Aktiengesellschaft erwirbt und binnen
neun Monaten nach Bekanntwerden dieses Erwerbs mehr als die Hälfte des "Key Personnel"
beziehungsweise mindestens drei Personen, die zum "Key Personnel" gehören, die HOCHTIEF
AirPort GmbH verlässt beziehungsweise verlassen. Die HOCHTIEF PPP Solutions GmbH hat Anteile an zwei chilenischen Mautstraßen-Projektgesellschaften
veräußert. Der Kaufvertrag sieht vor, dass die Verkäuferin unter bestimmten Umständen
verpflichtet ist, dem Käufer einen Garantiebarwert zur Verfügung zu stellen, der den
Kaufpreis übersteigt. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft hat für die Verpflichtungen
der Verkäuferin garantiert. Daher ist unter anderem ein Kontrollwechsel bei der HOCHTIEF
Aktiengesellschaft ein solcher Umstand, der die Garantiebarwertverpflichtung auslöst.
Der Vertrag spricht von einem Kontrollwechsel, wenn eine Person oder eine Gruppe von
Personen im Wege abgestimmten Verhaltens die Kontrolle im Sinne von § 29 Abs. 2 WpÜG
über die HOCHTIEF Aktiengesellschaft erlangt. In der von der HOCHTIEF Aktiengesellschaft abgeschlossenen D&O-Versicherung ist eine
Einschränkung des Versicherungsschutzes vorgesehen, falls eine andere Gesellschaft
oder ein sonstiger Dritter einen beherrschenden Einfluss auf die HOCHTIEF Aktiengesellschaft
erlangt. In einem solchen Fall besteht Versicherungsschutz nur für diejenigen Ansprüche,
die auf Pflichtverletzungen beruhen, die bis zum Zeitpunkt der Erlangung des beherrschenden
Einflusses Dritten gegenüber begangen wurden. Über die Pflichtangaben gemäß § 289 Abs. 4 Nr. 8 / § 315 Abs. 4 Nr. 8 HGB hinaus bestehen
bei anderen Konzerngesellschaften weitere Vereinbarungen, die unter der Bedingung
eines Kontrollwechsels stehen und nachfolgend auszugsweise und nicht abschließend
dargestellt sind: Ein Kontrollwechsel bei der HOCHTIEF AirPort GmbH führt zu verschiedenen
Rechtsfolgen. Insbesondere können hierdurch verschiedene Kauf- und Verkaufsverpflichtungen
im Hinblick auf die von der HOCHTIEF AirPort GmbH gehaltenen Beteiligungen ausgelöst
werden. Im Geschäftsbereich PPP werden dem Auftraggeber in den Projektverträgen häufig
weitgehende Gestaltungsrechte eingeräumt, die eine Änderung der Beteiligungsverhältnisse
an der jeweiligen Projektgesellschaft erschweren sollen. Falls Aktionäre die Kontrolle über die HOCHTIEF Aktiengesellschaft im Sinne der §§
29, 30 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz erwerben, haben alle Vorstände das Recht,
ihr Vorstandsmandat mit einer Frist von sechs Monaten niederzulegen und den Dienstvertrag
zum gleichen Zeitpunkt zu kündigen. Dieses Recht steht den jeweiligen Vorstandsmitgliedern
auch in weiteren übernahmeähnlichen Fällen zu, die vertraglich im Einzelnen festgelegt
sind (insbesondere bei Erwerb der Mehrheit der Stimmrechte in der Hauptversammlung).
Weiterhin besteht dieses Recht auch für den Fall, dass das jeweilige Vorstandsmitglied
einem nachhaltigen und substanziellen Druck durch Aktionäre ausgesetzt wird, die seinen
Rücktritt oder die Vornahme bestimmter Handlungen fordern, die das jeweilige Vorstandsmitglied
nicht mit der eigenen Verantwortung für die Führung seines Amts vereinbaren kann.
Im Fall der Kündigung oder der ein vernehmlichen Beendigung des Dienstvertrags beziehungsweise
der Beendigung durch Zeitablauf innerhalb von neun Monaten nach einer Übernahme erhält
das jeweilige Vorstandsmitglied als Entschädigung für die Beendigung des Dienstvertrags
eine Abfindung von zweieinhalb Jahresbezügen, bestehend aus den festen Jahresbezügen
und den erfolgsorientierten Jahresbezügen, in gemäß Dienstvertrag budgetierter Höhe.
Hätte der Dienstvertrag ab Wirksamwerden der Beendigung noch länger als zweieinhalb
Jahre fortbestanden, so erhöht sich die Abfindung angemessen. Frühestens nach Ablauf
von zweieinhalb Jahren nach Beendigung des jeweiligen Dienstvertrags erhält das ausgeschiedene
Vorstandsmitglied ein vertragliches Übergangsgeld nach Maßgabe der Regelungen des
mit ihm geschlossenen Pensionsvertrags. Im Hinblick auf die Rechte aus dem Pensionsvertrag
wird das ausgeschiedene Vorstandsmitglied so behandelt, als ob das Dienstverhältnis
über den Beendigungszeitpunkt hinaus für weitere drei Jahre bestehen würde. Im Hinblick
auf eventuelle Rechte aus Long-Term-Incentive-Plänen der Gesellschaft steht dem ausscheidenden
Vorstandsmitglied der Anspruch auf Abfindung der Rechte aus den laufenden Plänen zu.
Macht das ausscheidende Vorstandsmitglied von dem Abfindungsrecht keinen Gebrauch,
wird es im Rahmen der Pläne so behandelt, als ob das Dienstverhältnis über den Beendigungszeitpunkt
hinaus für weitere drei Jahre bestehen würde. Diese Zusagen haben alle amtierenden Mitglieder des Vorstands erhalten, die vor 2008
in den Vorstand eingetreten sind. Die Zusage zugunsten von Herrn Dr. Stieler, der
2009 zum Vorstandsmitglied bestellt worden ist, wurde nach Maßgabe der Empfehlungen
in Ziffer 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 6. Juni
2008 angepasst. Dies hat zur Folge, dass seine Abfindungsansprüche auf den Wert von
zwei Jahresvergütungen begrenzt sind und nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrags
vergütet wird. Bei Abfindungsansprüchen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der
Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels (Change of Control) gilt eine Obergrenze
von drei Jahresvergütungen ohne Berücksichtigung der Restlaufzeit des Dienstvertrags. Entschädigungsvereinbarungen mit Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots
bestehen nicht. Im Hinblick auf die Darstellung der Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand
im Sinne von § 289 Abs. 2 Nr. 5 HGB beziehungsweise § 315 Abs. 2 Nr. 4 HGB wird auf
die Ausführungen im Corporate-Governance-Bericht (Vergütungsbericht) verwiesen. Erläuternder Bericht des Vorstands der HOCHTIEF Aktiengesellschaft gemäß § 176 Abs. 1 AktG zu den Angaben nach den §§ 289 Abs. 4 und 5, 315 Abs. 4, 315 Abs. 2 Nr. 5 HGBDer Vorstand gibt zu den Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 5, 315 Abs. 4, 315 Abs. 2
Nr. 5 HGB in dem mit dem Lagebericht der HOCHTIEF Aktiengesellschaft zusammengefassten
Konzernlagebericht folgende Erläuterungen: Für die HOCHTIEF Aktiengesellschaft haben wir bei unseren Angaben die Verhältnisse
zugrunde gelegt, wie sie im Geschäftsjahr 2010 bestanden haben. Es handelt sich um
Informationen zum gezeichneten Kapital, zu direkten und indirekten Beteiligungen am
Kapital, die zehn Prozent der Stimmrechte überschreiten, zu den gesetzlichen Vorschriften
und Bestimmungen der Satzung der Gesellschaft über die Ernennung und Abberufung der
Vorstandsmitglieder und über die Änderung der Satzung, zu den Befugnissen des Vorstands,
insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen,
zu wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels
infolge eines Übernahmeangebots stehen, sowie zu Vereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern
über Entschädigungen für den Fall eines Kontrollwechsels. Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals und die mit den ausgegebenen, auf den
Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft verbundenen Rechte ergeben sich auch
aus der Satzung der Gesellschaft. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können
sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. So unterliegen Aktionäre unter
bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG). Außerdem steht der Gesellschaft
kein Stimmrecht aus eigenen Aktien zu (§ 71b AktG). Vertragliche Beschränkungen in
Bezug auf das Stimmrecht oder die Übertragung der Aktien sind uns nicht bekannt. Dass
ACS Actividades de Construcción y Servicios, S.A., Madrid, Spanien, am 1. Dezember
2010 mittelbar 29,98 Prozent der Stimmrechte an der HOCHTIEF Aktiengesellschaft gehalten
hat, ist aufgrund ihres freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots vom 1. Dezember
2010 bekannt. Die Angaben zur Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands
geben die Vorschriften des Aktiengesetzes und der Satzung inhaltlich zutreffend wieder.
Das Gleiche gilt für die Angaben zur Änderung der Satzung. Die Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, beruhen sämtlich
auf entsprechenden Ermächtigungsbeschlüssen der Hauptversammlung. Diese Befugnisse
sind zutreffend unter Hinweis auf die von der Hauptversammlung beschlossenen Ermächtigungen
dargestellt. Die wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels
infolge eines Übernahmeangebots stehen, und die hieraus folgenden Wirkungen sind zutreffend
dargestellt. Falls die Darlehensgeber im Rahmen dieser Vereinbarungen unter den genannten
Bedingungen ihr Kündigungsrecht ausüben würden, müsste der entsprechende Finanzierungsbedarf
der HOCHTIEF Aktiengesellschaft beziehungsweise des HOCHTIEF-Konzerns auf andere Weise
sichergestellt werden. Informatorisch wird darauf hingewiesen, dass über die Pflichtangaben gemäß den vorgenannten
Bestimmungen des HGB hinaus auch bei anderen Konzerngesellschaften weitere Vereinbarungen
bestehen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels stehen und nachfolgend auszugsweise
und nicht abschließend erwähnt sind: Ein Kontrollwechsel bei der HOCHTIEF AirPort GmbH führt zu verschiedenen Rechtsfolgen.
Insbesondere können hierdurch verschiedene Kauf- und Verkaufsverpflichtungen im Hinblick
auf die von der HOCHTIEF AirPort GmbH gehaltenen Beteiligungen ausgelöst werden. Im
Geschäftsbereich PPP werden dem Auftraggeber in den Projektverträgen häufig weitgehende
Gestaltungsrechte eingeräumt, die eine Änderung der Beteiligungsverhältnisse an der
jeweiligen Projektgesellschaft erschweren sollen. Soweit mit den Mitgliedern des Vorstands für den Fall eines Kontrollwechsels eine
Entschädigung vereinbart ist, dient die Vereinbarung dazu, die Unabhängigkeit der
Mitglieder des Vorstands zu erhalten. Die übrigen nach den §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB geforderten Angaben betreffen Verhältnisse,
die bei der HOCHTIEF Aktiengesellschaft nicht vorliegen. Daher sind wir auf diese
in dem mit dem Lagebericht der HOCHTIEF Aktiengesellschaft zusammengefassten Konzernlagebericht
nicht näher eingegangen. Weder gibt es Stimmrechtsbeschränkungen, Stimmrechtskontrollen
durch am Kapital der Gesellschaft beteiligte Arbeitnehmer, Entschädigungsvereinbarungen
der Gesellschaft mit Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots noch Aktien
mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Die im Lagebericht beschriebenen wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und
des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind zutreffend
dargestellt und entsprechen den Kenntnissen des Vorstands.
Essen, im Februar 2011 scroll
SegmentberichtKooperationen steigern Umsatz und ErgebnisDie Angebotspalette von HOCHTIEF umfasst Leistungen entlang des kompletten Lebenszyklus
von Infrastrukturprojekten, Immobilien und Anlagen. Unsere Arbeit zeichnet sich durch
höchste Qualitätsstandards aus. HOCHTIEF bietet seinen Auftraggebern innovative, auf
ihr Projekt zugeschnittene Lösungen zu fairen Preisen. Unser Erfolg basiert auf der vernetzten Zusammenarbeit und engen Kooperation unserer
Gesellschaften - sowohl national wie auch international. Nach unserem Leitsatz "One
roof - all solutions" setzen wir auf Know-how-Transfer und schaffen Netzwerke innerhalb
des Konzerns. So gelingt es uns, unsere hohen Ansprüche zu erfüllen und den Kunden
nachhaltige und effiziente Lösungen zu bieten. Für unsere Aktionäre, die Mitarbeiter
und das Unternehmen erschließen wir zusätzliche Ergebnispotenziale. Beispiele für konzerninterne ZusammenarbeitDie Unternehmensbereiche bearbeiteten im Berichtsjahr Kooperationsprojekte mit einem
Auftragsvolumen von insgesamt 2,3 Mrd. Euro. Die Zusammenarbeit erstreckt sich über alle Unternehmensbereiche und konnte 2010 national wie international Kunden überzeugen.* Bei Konzessionsprojekten in den Produktmarktsegmenten Straßen und Soziale Infrastruktur
beispielsweise arbeiten HOCHTIEF Construction und die Gesellschaften des Unternehmensbereichs
HOCHTIEF Services im Auftrag von HOCHTIEF Concessions und bringen ihr Know-how in
die Projekte ein. In Großbritannien erhielten HOCHTIEF PPP Solutions (UK) und HOCHTIEF
Facility Management UK den Auftrag, das Joint Service Centre in Wigan zu planen, zu
finanzieren, zu bauen und zu betreiben. Erstmals realisiert HOCHTIEF mit diesem städtischen
Gebäudekomplex in Großbritannien ein PPP-Projekt aus dem außerschulischen Bereich.
In den USA soll HOCHTIEF PPP Solutions North America mit einem Partner den Presidio
Parkway in San Francisco planen, bauen, finanzieren, betreiben und instand halten.
Das Baukonsortium für die neue südliche Zufahrt zur Golden Gate Bridge wird von der
HOCHTIEF-Tochter Flatiron geführt. Im Unternehmensbereich Americas haben unsere Tochtergesellschaften Turner, Flatiron
und E.E. Cruz ihre Zusammenarbeit weiter verstärkt. Sie kooperieren bei ausgewählten
Ausschreibungen und bringen ihre Kompetenzen im Hoch- und Tiefbau ein. So werden Flatiron
und Turner gemeinsam mit Partnern den Oakland Airport Connector, eine Bahnstrecke
für den Passagiertransport zum Flughafen, planen und bauen. Im Berichtsjahr gab es wieder zahlreiche Projekte, bei denen die Unternehmensbereiche
HOCHTIEF Europe, Services und Real Estate kooperierten. Seit November 2010 übernimmt
HOCHTIEF Facility Management für fünf Jahre das technische Facility-Management im
Frankfurter Bürogebäude Prisma. Die Immobilie wurde von HOCHTIEF Projektentwicklung
realisiert, von HOCHTIEF Construction gebaut und wird von HOCHTIEF Property Management
verwaltet. Auch beim Hochhauskomplex Tower 185 in Frankfurt ist HOCHTIEF für das technische
und infrastrukturelle Facility-Management sowie das Energiemanagement verantwortlich.
Die Rohbauarbeiten hatte HOCHTIEF Construction ausgeführt. Im zukunftsträchtigen Markt der Offshore-Windparks kommt der Know-how-Transfer zwischen
den Konzerneinheiten ebenfalls zum Tragen: In enger Zusammenarbeit entwickeln HOCHTIEF
Facility Management und HOCHTIEF Construction ein Spezialschiff, mit dem wir das Geschäftsfeld
Wartung und Instandhaltung von Windkraftanlagen erschließen wollen. Die enge Kooperation der HOCHTIEF-Gesellschaften spielt angesichts der steigenden
Nachfrage nach ganzheitlichen Lösungen eine immer wichtigere Rolle. Vor diesem Hintergrund
und um unsere Schlagkraft weiter zu erhöhen, haben wir zum 1. Januar 2011 die bisherigen
Unternehmensbereiche HOCHTIEF Europe, Real Estate und Services unter einem Dach zur
neuen Division HOCHTIEF Europe zusammengeführt. Unternehmensbereich HOCHTIEF Americas
Die Gesellschaften des Unternehmensbereichs HOCHTIEF Americas verzeichneten ein erfolgreiches
Jahr. Dabei stieg das Volumen im Tiefbaumarkt im Geschäftsjahr um 1,6 Prozent, das
des amerikanischen Hochbaumarkts ging jedoch erneut leicht gegenüber dem Vorjahr zurück.
In diesem Marktumfeld ist es Turner und Flatiron im Berichtsjahr gelungen, zahlreiche
attraktive Aufträge zu gewinnen. Unsere Gesellschaften behaupteten ihre starken Positionen
auf dem amerikanischen Baumarkt. Im Geschäftsjahr 2010 hat HOCHTIEF sein Portfolio in den USA vergrößert: Der Konzern
akquirierte das US-Tiefbauunternehmen E.E. Cruz. Das Unternehmen ist vorwiegend im
Spezialtiefbau in der Metropolregion New York tätig. Mit der Akquisition stärkte HOCHTIEF
gezielt sein Tiefbaugeschäft und positionierte sich sowohl in der Region New York
als auch im Marktsegment Spezialtiefbau. Mit den Tochtergesellschaften Turner, Flatiron und E.E. Cruz ist HOCHTIEF einer der
schlagkräftigsten Anbieter im nordamerikanischen Hoch- und Tiefbaumarkt. Im Berichtsjahr
hat der Konzern für seine Aktivitäten in den USA sein Bondingvolumen mit renommierten
Versicherungsgesellschaften (Surety-Gesellschaften) erhöht. Die Ausweitung des Bondingvolumens,
das von fünf bedeutenden US-amerikanischen Surety-Gesellschaften gestellt wird, verbessert
deutlich die Möglichkeiten, die sich bietenden Wachstumschancen wahrzunehmen. Die Unternehmen des Unternehmensbereichs haben ihre Zusammenarbeit im Berichtsjahr
weiter verstärkt. In der Kooperation bei ausgewählten Ausschreibungen, bei denen alle
beteiligten Einheiten ihre Kompetenzen einsetzen können, liegt auch weiterhin hohes
Potenzial. So waren Turner und Flatiron im Bereich Flughäfen bereits mehrfach erfolgreich.
2010 kam ein weiterer Auftrag hinzu: Flatiron wird gemeinsam mit Partnern den Oakland
Airport Connector in Kalifornien planen und bauen - eine Bahnstrecke für den Passagiertransport
zum Oakland International Airport. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von 262 Mio.
Euro. Davon entfallen 184 Mio. Euro auf Flatiron als Federführer. Turner wird als
Nachunternehmer des Konsortiums agieren. Dieser Auftrag zeigt erneut, dass die Gesellschaften
durch ihre Kooperation hervorragende Geschäftschancen realisieren können. Turner**Turner wurde vom Fachmagazin Engineering News-Record im jährlichen Ranking der "Top
400 Contractors" erneut als das führende Unternehmen im allgemeinen Hochbau in den
USA und Nummer 1 in den Marktsegmenten Gesundheits- und Bildungsimmobilien sowie Green
Building benannt. Turner verbindet seine Erfahrung mit technischen Innovationen -
so setzt das Unternehmen mit Building Information Modeling (BIM) ein hochmodernes
virtuelles Planungs- und Baumodell ein. Dabei kooperieren die Fachleute mit den Experten
von HOCHTIEF ViCon. Auch mit Zusatzleistungen wie der Gebäudeausstattung erzielt Turner Erfolge. So statteten
wir mit einem ortsansässigen Unternehmen den Produktionsstandort Alajuela des Medizinversorgungsunternehmens
Boston Scientific in Costa Rica aus. Für die Nachhaltigkeit wurde die Anlage mit der
ersten LEED-Zertifizierung des United States Green Building Council in Costa Rica
ausgezeichnet.
**
Weitere Informationen finden Sie unter www.turnerconstruction.com.
ProjektbeispieleMarktsegment BildungIm Marktsegment Bildung hielt unsere Tochtergesellschaft Turner ihre Spitzenposition
auf dem US-Markt und realisierte auch im Berichtsjahr zahlreiche Projekte: Im kalifornischen San Diego baut Turner bis 2013 die neue Zentralbibliothek. Das Auftragsvolumen
beträgt etwa 119 Mio. Euro. Das Gebäude wird über neun Etagen und eine Fläche von
27 500 Quadratmetern verfügen. Dazu gehören auch ein Technologiecenter, ein Hörsaal
mit 350 Sitzplätzen, ein Mehrzweckraum für 400 Personen, Lesesäle, ein Marktplatz
mit Café und eine Tiefgarage. Im Berichtsjahr erhielten wir zudem mehrere Aufträge für Schulprojekte, darunter vier
Schulen in Los Angeles mit einem Gesamtauftragsvolumen von 122 Mio. Euro und eine
Grundschule in New York City im Wert von 42,5 Mio. Euro. Turner übernimmt auch den Bau eines neuen Lehrgebäudes auf dem Campus des Georgia
Institute of Technology in Atlanta. Die Immobilie mit einem Auftragswert von 43 Mio.
Euro soll Labore sowie Lehr- und Klassenräume auf einer Fläche von 20 000 Quadratmetern
bieten. Marktsegment GesundheitZu den Neuaufträgen im Marktsegment Gesundheit gehörte im Jahr 2010 ein Ergänzungsbau
für das Inova Fairfax Krankenhaus in Virginia. Der Auftragswert beträgt 125 Mio. Euro.
Das neue Gebäude wird 174 Patienten Platz bieten und soll nach der Fertigstellung
im Herbst 2012 das LEED-Zertifikat des U.S. Green Building Council in Silber erhalten. In San José in Kalifornien übernimmt Turner das Construction-Management für den Bau
des neuen Santa Clara Valley Medical Center. Das Krankenhaus für Unfallchirurgie entsteht
nach nachhaltigen Kriterien. Das Projektvolumen beläuft sich auf 220 Mio. Euro. Bis Mai 2013 wird die HOCHTIEF-Tochter das Kinderkrankenhaus St. Mary's in New York
modernisieren. Das Projekt hat ein Volumen von 55,9 Mio. Euro. Das Gebäude aus den
1950er-Jahren wird modernisiert und unter anderem um einen fünfstöckigen Bau erweitert. Marktsegment Büro- und HotelimmobilienIn North Bethesda in Maryland baut Turner ein 14-stöckiges Bürohochhaus für nahezu
52 Mio. Euro. In dem Gebäude für den Auftraggeber North Bethesda Center Office One,
LLC, sollen 1 300 Regierungsangestellte ihren Arbeitsplatz finden. In Columbus, Ohio, hat Turner im Sommer 2010 gemeinsam mit einem Partner mit dem Pre-Construction-
und Construction-Management für das Columbus Convention Center Hotel begonnen. Das
Gebäude wird nach der Fertigstellung im Jahr 2012 über 532 Zimmer auf zehn Etagen
verfügen. In North Carolina saniert und erweitert Turner das Harrah's Cherokee Hotel Casino
für 77,7 Mio. Euro. In Firestone, Colorado, hat Turner das neue Bürogebäude für seine Schwestergesellschaft
Flatiron realisiert. Das Gebäude soll eine LEED-Zertifizierung in Silber erhalten.
So lag beispielsweise allein die Wiederverwertungsrate beim Bauschutt bei 92 Prozent
- das sind mehr als 400 Tonnen. Marktsegment SportstättenIm Berichtsjahr erhielten wir den Auftrag, ein Wahrzeichen von New York neu zu gestalten:
Der 1968 von Turner errichtete Madison Square Garden soll vollständig saniert und
modernisiert werden. Die bekannte Multifunktionsarena, Heimat der New York Knicks
und New York Rangers, wird unter anderem einen neuen Eingangsbereich, neue Gastronomieangebote
und Sitzflächen erhalten. Das Kuppeldach des Madison Square Garden wird Turner umfassend
restaurieren. Die US-Gesellschaft wird auch als Construction-Manager den Bau des neuen Stadions
der Kansas City Wizards übernehmen. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von zirka 116
Mio. Euro, auf Turner entfallen davon etwa 90 Mio. Euro. Das Stadion wird als Spielort
der Major Soccer League für Fußballspiele der oberen Spielklasse genutzt. Nach Abschluss
der Bauarbeiten im Sommer 2011 soll es über zirka 18 000 Sitzplätze verfügen und bei
Konzerten bis zu 27 000 Zuschauern Platz bieten. Es wird das vierte von Turner errichtete
Stadion der US-Liga sein - mehr hat bisher kein anderes US-Unternehmen gebaut. Als führendes US-Unternehmen für den Sportstättenbau ist Turner beauftragt, den PGE
Park in Portland, Oregon, zu sanieren und auszubauen. Das Stadion der Portland Timbers
erhält ein Trainings- und Rehazentrum, überdachte Sitzplätze sowie ein Spielfeld,
das den Kriterien der FIFA entspricht. Der Auftrag hat einen Wert von 23 Mio. Euro. Marktsegment öffentlicher BauIn Washington, D.C., renoviert Turner für fast 53 Mio. Euro das Regierungsgebäude
Federal Office Building 8. In dem Gebäude aus den 1960er-Jahren arbeiten knapp 2 000
Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums sowie Vertreter des Repräsentantenhauses.
Die Immobilie strebt das LEED-Zertifikat des United States Green Building Council
in Gold an. Die Übergabe soll im Oktober 2012 erfolgen. Im Auftrag des FBI soll Turner das Biometric Technology Center in West Virginia erweitern.
Das Projekt hat einen Wert von 104,4 Mio. Euro. Turner wird das Biometriezentrum um
ein Bürogebäude sowie eine zentrale Versorgungsanlage ergänzen. Das Projekt strebt
ein LEED-Zertifikat des U.S. Green Building Council an. Flatiron*Mit der amerikanischen Tochtergesellschaft Flatiron hat sich HOCHTIEF auf dem nordamerikanischen
Tiefbaumarkt etabliert. Das Unternehmen gehört zu den führenden Anbietern für Tiefbauleistungen
in den USA und Kanada. Diese Stellung untermauerten im Berichtsjahr eine Reihe von
Auszeichnungen für die technische Kompetenz und Innovationskraft des Unternehmens.
So erhielt Flatiron etwa den PCA Bridge Design Award of Excellence für seine Leistungen
beim Bau der St. Anthony Falls Bridge und den Innovative Transportation Solutions
Award für den Highway 17 Washington Bypass.
*
Weitere Informationen finden Sie unter www.flatironcorp.com.
Flatiron verbuchte im Berichtsjahr auf dem anhaltend stabilen Markt zahlreiche attraktive
Neuaufträge: Marktsegment StraßenFlatiron wird in einem Joint Venture eine wichtige Verbindungsstraße in Kanada bauen.
Sie ist als Ring Road um die Stadt Saskatoon in der Provinz Saskatchewan geplant.
Die Strecke soll nach ihrer Eröffnung im Herbst 2012 eine der Hauptverkehrsadern der
Region werden. Der Auftrag umfasst neben sieben Kilometern Freeway auch den Bau einer
Brücke, verschiedener Bahnübergänge und Verkehrskreuze sowie der Lärmschutzwälle.
Das Projekt hat ein Volumen von zirka 165 Mio. Euro. Der Anteil von Flatiron beträgt
knapp 75 Mio. Euro. In Los Angeles baut die HOCHTIEF-Tochter die Interstate 5 aus: Für 84,7 Mio. Euro
entstehen dort bis 2014 zwei neue Brücken und gut sechs Kilometer neue Fahrgemeinschaftsspuren,
die nur von Autos mit mehreren Insassen genutzt werden dürfen. Beim Anthony Henday Drive North im kanadischen Edmonton schritten die Bauarbeiten
im Berichtsjahr plangemäß voran. Flatiron errichtet als Federführer der Arbeitsgemeinschaft
für Planung und Bau innerhalb des PPP-Teams NorthwestConnect die neue Straße, die
zwei- und dreispurig um die Provinzhauptstadt von Alberta herumführen wird. Dabei
entstehen auch 27 Brücken und acht Autobahnkreuze. Im November 2011 sollen die Arbeiten
abgeschlossen sein. Marktsegment BrückenFlatiron erhielt im Berichtsjahr den Auftrag, eine neue Brücke über den Lake Champlain
zu errichten. Das knapp 670 Meter lange Bauwerk soll die Bundesstaaten New York und
Vermont miteinander verbinden und wird im Herbst 2011 fertiggestellt. Es ist der erste
Auftrag für Flatiron im Bundesstaat New York. In North Carolina plant und baut das Unternehmen gemeinsam mit einem Partner in der
Nähe der Stadt Salisbury eine achtspurige Brücke über den Yadkin River. Das Projekt
wird in Teilen aus dem US-Konjunkturprogramm finanziert und bis Herbst 2013 abgeschlossen. Die laufenden Arbeiten am Großprojekt Port Mann Bridge and Highway, bei dem Flatiron
in einer Arbeitsgemeinschaft die neue Brücke über den Fraser River errichtet und 37
Kilometer Autobahn saniert, verliefen im Berichtszeitraum plangemäß. Marktsegment WasserversorgungIn Utah realisiert Flatiron eine Reihe von Projekten - so baut die Gesellschaft bis
2011 ein neues Pumpwerk bei Vernal. Zudem werden wir dort ein bestehendes Klärwerk
umbauen. Die Arbeiten wurden vom Central Utah Water Conservancy District beauftragt
und sollen im Sommer 2012 abgeschlossen sein. E.E. Cruz*Im zweiten Quartal 2010 erwarb HOCHTIEF das US-Tiefbauunternehmen E.E. Cruz für 42,3
Mio. Euro rückwirkend zum 1. Januar. Damit baute HOCHTIEF das erfolgreiche Tiefbaugeschäft
in Nordamerika weiter aus. E.E. Cruz machte 2009 einen Jahresumsatz von etwa 107,7
Mio. Euro. Im vierten Quartal gewann E.E. Cruz ein Projekt der Columbia University: Gemeinsam
mit einem Partner wird das Unternehmen die Gründungsarbeiten für einen nachhaltigen
Campus auf einem ehemaligen Fabrikgelände realisieren. Die Arbeiten am Jerome L. Green
Science Center haben im Januar 2011 begonnen und sollen 2013 abgeschlossen sein. Das
Auftragsvolumen beträgt 89,7 Mio. Euro.
*
Weitere Informationen finden Sie unter www.eecruz.com.
Zu den Kennzahlen des Unternehmensbereichs HOCHTIEF AmericasTrotz erneutem Rückgang im amerikanischen Hochbaumarkt gelang es im Geschäftsjahr
2010, den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 1,23 Mrd. Euro (+ 21,5 Prozent)
zu steigern. Enthalten ist hier ein positiver Währungseffekt in Höhe von 378,5 Mio.
Euro, bedingt durch die Aufwertung des US-Dollars im Vorjahresvergleich. Die Leistung
erreichte im Geschäftsjahr das Niveau des Vorjahres. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres
war allerdings ein deutlicher Leistungsrückgang zu verzeichnen, eine zeitverzögerte
Auswirkung der weltweiten Finanzkrise, die im Geschäftsjahr 2009 zu schwächeren Auftragseingängen
im amerikanischen Hochbau geführt hatte. Aufgrund der guten Auftragsentwicklung 2010
konnte dieser Rückstand im dritten und vierten Quartal des Geschäftsjahres vollständig
aufgeholt werden. Analog hierzu lagen auch der Bereichs- und Außenumsatz nahezu auf
Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 1,04 Mrd. Euro; darin enthalten
ist ein positiver Wechselkurseffekt in Höhe von 589,6 Mio. Euro. Unternehmensbereich HOCHTIEF Americasscroll
Das betriebliche Ergebnis (+ 27,1 Prozent) und das Ergebnis vor Steuern (+ 35,3 Prozent)
nahmen deutlich zu. Hintergrund sind Verbesserungen im operativen Geschäft durch margenstarke
Projekte. Vor allem unsere Tochtergesellschaft Flatiron konnte im Geschäftsjahr ihr
Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Darüber hinaus sind auch positive
Währungseffekte im Ergebnis enthalten. Wechselkursbereinigt verbesserte sich das Ergebnis
vor Steuern um 24,4 Mio. Euro (+ 26,1 Prozent). Die Investitionen lagen mit 99,6 Mio. Euro erheblich über dem Wert des Vorjahres.
Die Zunahme der Investitionen resultierte aus der Akquisition der Gesellschaft E.E.
Cruz im zweiten Quartal 2010. Die Mitarbeiterzahl sank im Jahresdurchschnitt um 1
166 Mitarbeiter. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Veräußerung der Mehrheitsanteile
an HOCHTIEF do Brasil Ende 2009. AusblickNach der Abschwächung des amerikanischen Hochbaumarkts erwarten wir 2011 für diesen
Markt ein moderates Wachstum. Im Tiefbaumarkt rechnen wir weiterhin mit einer soliden
Entwicklung. Mit Blick auf den hohen Auftragsbestand und die gute Aufstellung unserer
Tochtergesellschaften gehen wir unter der Annahme eines stabilen US-Dollar-Wechselkurses
auch für das Geschäftsjahr 2011 von einem guten Vorsteuerergebnis auf dem hohen Niveau
des Vorjahres aus. Unternehmensbereich HOCHTIEF Asia Pacific
Über seine Mehrheitsbeteiligung an der Unternehmensgruppe Leighton*
ist HOCHTIEF im australischen und asiatischen Markt inklusive der Golfregion vertreten
und nimmt dort eine führende Position ein. Zum Leistungsportfolio der Leighton-Gruppe
zählen Hoch- und Infrastrukturbau, die Rohstoffgewinnung, Konzessionen, Schienenbau
sowie Projektentwicklungen und Dienstleistungen. Auch 2010 überzeugte der Unternehmensbereich
Asia Pacific mit guten Leistungen. Der Auftragseingang betrug 19,08 Mrd. Euro. Insbesondere
die starke Performance in den Marktsegmenten Infrastruktur und Contract-Mining hat
zum Erfolg von Leighton beigetragen.
*
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.leighton.com.au.
Strategische Veränderungen und BeteiligungenIm Dezember 2010 veräußerte Leighton International 35 Prozent seiner Ländergesellschaft
Leighton India an die indische Welspun Group. Die strategische Zusammenarbeit mit
einem lokalen Partner eröffnet Leighton weitere Potenziale und Projekte auf dem wachstumsstarken
indischen Markt, insbesondere im Infrastrukturbereich. Leighton hat sich 2010 in vollem Umfang an der Kapitalerhöhung der australischen Wohnbauentwicklungsgesellschaft
Devine Ltd. beteiligt. Das Unternehmen übernahm weitere Anteile von den ehemaligen
Geschäftsführern und ist jetzt mit 49,7 Prozent an Devine beteiligt. Damit ist Leighton
für den wieder erstarkenden Wohnungsbaumarkt in Australien gut aufgestellt. Position in Zukunftsmärkten ausgebautIn Australien besteht nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Infrastrukturbauleistungen.
Daneben gilt das Energieversorgungsgeschäft mit erheblichen Investitionen in der Wasser-
und Energiewirtschaft als Wachstumsmarkt. Hierbei kommt der nachhaltigen Energiegewinnung
eine besondere Rolle zu. Leighton ist auf diesem Markt bereits aktiv. So ist Leighton
in einer Arbeitsgemeinschaft am Bau der Macarthur Wind Farm beteiligt, des größten
Windparks der südlichen Hemisphäre. Das Projekt im Westen der Provinz Victoria hat
ein Gesamtvolumen von zirka 693 Mio. Euro. Leighton wird die Windkraftanlagen beschaffen,
transportieren und errichten. Nach ihrer Fertigstellung Anfang 2013 wird die Anlage
420 Megawatt Strom erzeugen - genug, um jährlich 220 000 Haushalte zu versorgen. Das Öl- und Gasgeschäft in Asien und Australien ist für die HOCHTIEF-Tochter ein weiterer
wesentlicher Zukunftsmarkt. Hier verbuchte Leighton 2010 Aufträge beim Gorgon-Gas-Projekt
in Westaustralien sowie Pipeline-Aufträge in Indien, vor der Ostküste Afrikas und
in der Golfregion. Auch für das Contract-Mining-Geschäft in Australien und Asien werden langfristig sehr
gute Wachstumschancen erwartet. Die Nachfrage nach Rohstoffen ist, insbesondere aus
China, weiterhin hoch. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum chinesischen Absatzmarkt
werden vor allem dem Kohlenbergbau in der Mongolei sehr positive Marktaussichten bescheinigt.
Hier hat Leighton im Geschäftsjahr 2010 mehrere Aufträge, beispielsweise an der Ukhaa
Khudag Coal Mine, erhalten. Indien ist für unsere Tochtergesellschaft ebenfalls ein aussichtsreicher Markt. Im
Berichtsjahr konnten in Nordindien ein Großprojekt im Contract-Mining mit einem Volumen
von vier Mrd. Euro über 22 Jahre sowie Tunnelbauprojekte im Wert von 407 Mio. Euro
gewonnen werden. Der Infrastrukturmarkt in Hongkong entwickelt sich ebenfalls weiter positiv. Hier
zahlen sich die langjährige Marktpräsenz von Leighton Asia sowie die herausragende
Expertise in den Bereichen Verkehrs- und soziale Infrastruktur in der gesamten Leighton-Gruppe
aus. Projektbeispiele AustralienInfrastrukturIm Berichtsjahr verbuchte die Leighton-Gruppe zahlreiche neue Aufträge im Infrastrukturbereich:
So wird Thiess in einer Arbeitsgemeinschaft den Ostteil des Hunter Expressway in New
South Wales bauen. Das Projekt hat ein Volumen von 577 Mio. Euro. Hauptteil des Auftrags
ist der mehr als 13 Kilometer lange, vierspurige Autobahnabschnitt. Hinzu kommen drei
Viaduktbrücken sowie 16 weitere Brücken. Die Straße soll im Dezember 2013 für den
Verkehr freigegeben werden. Ebenfalls in New South Wales wurde ein Joint Venture um Leighton Contractors mit einer
Teilsanierung des Pacific Highway beauftragt. Bis 2013 wird ein 25 Kilometer langer
Streckenabschnitt für insgesamt 315 Mio. Euro ausgebaut. Dazu gehören auch 30 Brücken
sowie diverse Zufahrts- und Umgehungsstraßen. Ein Konsortium um die Leighton-Tochter John Holland wird die bislang eingleisige Eisenbahnstrecke
zwischen den Städten Keon Park und Epping nördlich von Melbourne auf zwei Schienenstränge
erweitern und bis zur Stadt South Morang fortführen. Dabei werden zwei neue Bahnhöfe
errichtet sowie ein bestehender renoviert. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf zirka
451 Mio. Euro. Die Arbeiten sollen voraussichtlich 2013 beendet sein. Einen weiteren Auftrag aus dem Transportsektor erhielt John Holland in New South Wales.
Die Gesellschaft wird eine 10,5 Kilometer lange Gleisverbindung inklusive dreier Bahnhöfe
im Südosten Australiens planen und bauen. Die Strecke wird ab dem Jahr 2015 Sydneys
Vorstädte Glenfield South und Leppington an den städtischen Personenverkehr anbinden.
Der Auftrag hat ein Volumen von zirka 408 Mio. Euro. Leighton Contractors konnte beim Gorgon-Gas-Projekt, einem Offshore-Vorhaben auf der
Insel Barrow Island, weitere Aufträge gewinnen: Das Unternehmen übernimmt umfangreiche
Erd- und Betonarbeiten mit einem Auftragsvolumen von fast 577 Mio. Euro. Die Arbeiten
werden Mitte 2013 beendet. Leighton ist mit seinen Gesellschaften bereits in drei
weiteren Aufträgen für das Gasprojekt vor der Nordwestküste Australiens tätig. Die
Aufträge haben bisher einen Gesamtwert von etwa 1,7 Mrd. Euro. Im Hafen Cape Lambert in Westaustralien realisiert John Holland mit Partnern eine
Hafenerweiterung im Wert von 201 Mio. Euro. Dort wird vor allem Eisenerz verladen.
Der Neubau soll die Kapazität des Hafens um jährlich 50 Mio. Tonnen steigern. Die
Leighton-Tochter wird einen 920 Meter langen Anlegesteg, Verladeeinrichtungen sowie
einen Terminal bauen. Die Arbeiten sollen bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Contract-MiningDie Leighton-Tochter Thiess wird für weitere zehn Jahre Kohle in der Curragh North
Mine im australischen Bundesstaat Queensland abbauen. Das Auftragsvolumen liegt bei
521 Mio. Euro. Um die Arbeiten auszuführen, werden weitere 33 Mio. Euro in Lkws investiert.
Das Unternehmen ist bereits seit Oktober 2004 für die Mine tätig. John Holland wird das Contract-Mining an der Jellinbah-Kohlenmine in Queensland übernehmen.
Der Auftrag beläuft sich auf 243 Mio. Euro. Die Vorarbeiten an der Mine sind bereits
angelaufen, damit im April 2011 der Betrieb aufgenommen werden kann. John Holland
wird dann bis 2015 unter anderem den Abbau der Kohle planen, übernehmen und den Abraum
abtransportieren. Leighton Contractors hat in der Woodie-Woodie-Mine in Westaustralien den Auftrag erhalten,
die Produktion der Mine bis Ende 2011 auf monatlich etwa 1,4 Mio. Kubikmeter zu steigern.
Leighton Contractors wird die zusätzlich zum Manganerz entstehenden Reststoffe verladen
und abtransportieren. Der Vertrag geht über drei Jahre und hat ein Volumen von zirka
119 Mio. Euro. Im Berichtsjahr konnte Thiess einen bestehenden Minenauftrag ausweiten. Die Gesellschaft
wird an der Mt.-Owen-Mine in Australien weitere vier Jahre Kohle abbauen und dafür
756 Mio. Euro erhalten. Der neue Vertrag wird bis 2015 laufen. Thiess ist bereits
seit 1996 an dieser Mine tätig und hat dort bislang ein Auftragsvolumen von insgesamt
1,74 Mrd. Euro bearbeitet. HochbauDie Leighton-Tochter John Holland realisiert den neuen Albany Health Campus in Western
Australia. Der Auftrag mit einem Volumen von zirka 116 Mio. Euro umfasst Entwicklung
und Bau eines vierstöckigen Gesundheitszentrums mit einer Gesamtfläche von 21 000
Quadratmetern. DienstleistungenThiess Services wird einen Teil des Flussbetts im Südarm des Hunter River in New South
Wales sanieren. Dafür werden die Sedimente des Flussbetts gereinigt und die Schadstoffe
fachgerecht entsorgt. Die dafür benötigten Anlagen werden ebenfalls durch Thiess errichtet.
Das Projekt hat ein Volumen von knapp 283 Mio. Euro. In Perth sowie dem südwestlichen Teil Australiens übernimmt Thiess Services Ausbau
und Instandhaltung des Stromnetzes. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zunächst zwei
Jahren und kann dann dreimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Das Auftragsvolumen
beläuft sich auf bis zu 221 Mio. Euro. Projektbeispiele AsienInfrastrukturIn Hongkong werden John Holland und Leighton Asia gemeinsam mit einem weiteren Partner
die größte Anlage zur Klärschlammverbrennung der Welt bauen. Das Projekt hat ein Volumen
von 461 Mio. Euro. Die Anlage, die bis 2013 an der Nordwestküste Hongkongs entsteht,
soll aus dem entwässerten Schlamm ihren eigenen Strom erzeugen und selbstversorgend
sein. Neben der eigentlichen Anlage werden die Leighton-Töchter auch ein Umweltbildungszentrum,
Gärten und ein Biotop für Wasservögel errichten. Ebenfalls in Hongkong baut Leighton Asia für etwa 130 Mio. Euro eine Autobahnanschlussstelle.
Das Infrastrukturprojekt umfasst zwei Brücken, einen Tunnel in offener Bauweise sowie
eine Zufahrtsrampe. Der Verkehrsknoten, der bis 2016 fertiggestellt werden soll, schließt
direkt an einen Tunnel an, den Leighton ebenfalls gebaut hat. Zudem ist Leighton Asia gleich mit mehreren Aufträgen an der Schnellzugstrecke Guangzhou-Shenzhen-Hongkong
beteiligt. Diese neue Bahnverbindung zwischen China und Hongkong ist eines der wichtigsten
Infrastrukturprojekte der Region. Leighton Asia errichtet auf einem 7,6 Kilometer
langen Teilabschnitt das Tunnelsystem und die Entlüftungsbauten. Der Auftrag hat ein
Volumen von mehr als 311 Mio. Euro. Darüber hinaus wird das Unternehmen in einer Arbeitsgemeinschaft
weitere Tunnel auf der Bahnstrecke bauen, darunter einen Zugangs- und einen Belüftungstunnel,
sowie Straßenunterführungen und zwei Fußgängerbrücken. Das Projekt hat ein Volumen
von zirka 287 Mio. Euro. Die Arbeiten an den beiden Teilstücken sollen 2015 abgeschlossen
werden. Leighton International realisiert in Nordindien den Chenani-Nashri-Tunnel. Das Auftragsvolumen
liegt bei 407 Mio. Euro. Der zweispurige Tunnel ist mit neun Kilometern Länge und
14 Metern Durchmesser einer der größten Tunnel in Asien. Er wird eine serpentinenreiche
Bergstraße ersetzen und damit einen wetterunabhängigen Zugang in die Region gewährleisten.
Die Bauzeit beträgt 54 Monate. HochbauLeighton Asia errichtet in einem Joint Venture den ersten Bauabschnitt des Tung Chung
Hospital auf der Insel Lantau in Hongkong. Das Projekt hat ein Volumen von 156 Mio.
Euro. Die Arbeiten laufen bis Mitte 2012. Contract-MiningThiess wird in einem Joint Venture die indische Kohlenmine Pakri Barwadih einrichten,
für 22 Jahre betreiben und zirka 300 Mio. Tonnen Kohle fördern. Das Projekt hat über
die gesamte Laufzeit ein Volumen von etwa vier Mrd. Euro. Die Leighton-Tochter wird
die notwendige Infrastruktur errichten, darunter auch eine Anlage zur Verarbeitung
des Rohstoffs. Anschließend soll das Unternehmen Kohle fördern, den Abraum beseitigen
und die Verarbeitungs- sowie Verladeanlagen bewirtschaften. Auftraggeber ist Indiens
größter Stromerzeuger NTPC. Die öffentliche Gesellschaft, an der der indische Staat
eine Mehrheitsbeteiligung hält, plant fünf weitere Kohlenminen dieser Art. Im zukunftsträchtigen Contract-Mining-Markt der Mongolei wurde der Fördervertrag für
Leighton Asia an der Ukhaa-Khudag Coal Mine, einem der wichtigsten Rohstoffvorkommen
der Mongolei, gleich mehrfach vom Betreiber erweitert. Die Neuaufträge haben eine
Laufzeit bis 2015 und ein Volumen von etwa 1,13 Mrd. Euro. Die jährliche Fördermenge
soll bis 2013 auf 15 Mio. Tonnen steigen. Leighton Asia arbeitet dort bereits seit
Februar 2009. Darüber hinaus wird das Unternehmen eine 225 Kilometer lange Eisenbahnstrecke
durch die Wüste Gobi errichten, über die die Kohle abtransportiert werden soll. Alle
Aufträge für diese Mine haben zusammen ein Gesamtvolumen von inzwischen etwa 1,64
Mrd. Euro. Leighton Asia wird für weitere sechs Jahre in der indonesischen MSJ Coal Mine Kohle
fördern. Dafür erhält das Unternehmen etwa 772 Mio. Euro. Die Produktion der Mine
im Norden der Region Ostkalimantan wird auf acht Mio. Tonnen Kohle pro Jahr gesteigert. Auf den Philippinen wurde Leighton Asia beauftragt, die Produktionsrate der Masbate-Goldmine
auf 920 000 Kubikmeter pro Monat zu erhöhen. Die zusätzlichen Leistungen haben einen
Wert von 120 Mio. Euro. Die Leighton-Tochter arbeitet dort bereits seit März 2008. Projektbeispiele aus der GolfregionLeighton International verlegt seit November 2010 vor der Küste des Iraks eine 120
Kilometer lange Pipelinestrecke und erstellt drei Verladeeinrichtungen. Das Projekt
gehört zum Wiederaufbauprogramm für den Irak und soll dessen Exportkapazität für Erdöl
erheblich erhöhen. Das Projekt hat ein Volumen von 525 Mio. Euro. Die Al Habtoor Leighton Group wird in Abu Dhabi die Infrastruktur für ein neues Industriegebiet
am Hafenkomplex Khalifa Port errichten. Der Auftrag hat einen Wert von knapp 208 Mio.
Euro. Er umfasst unter anderem den Bau von 18 Kilometern Straße, fünf Brücken und
sieben Kilometern Stützwände sowie die Verlegung eines 124 Kilometer langen Stromnetzes.
Die Arbeiten werden im September 2012 abgeschlossen. In Dubai hat Al Habtoor Leighton den Auftrag für ein Hochbauprojekt erhalten. Im internationalen
Finanzzentrum wird die Gesellschaft zwei 60-stöckige Hochhäuser sowie ein weiteres
Hochhaus mit 20 Stockwerken errichten. Fertigstellungstermin ist im Dezember 2011. Zu den Kennzahlen des Unternehmensbereichs HOCHTIEF Asia PacificDer Auftragseingang ist im Geschäftsjahr 2010 stark gestiegen und lag 52,5 Prozent
(wechselkursbereinigt 24,3 Prozent) über dem Wert des Vorjahres. Hierzu trugen insbesondere
die Bereiche Infrastrukturbau und Contract-Mining bei. Leistung und Außenumsatz nahmen im Betrachtungszeitraum um 31,7 Prozent auf 12,70
Mrd. Euro beziehungsweise um 33 Prozent auf 10,34 Mrd. Euro zu. Wechselkursbereinigt
betrugen die Steigerungsraten immer noch beachtliche 7,3 Prozent beziehungsweise 8,4
Prozent. Hier wirkte sich neben dem hohen Auftragseingang im Geschäftsjahr auch die
Abwicklung des bereits sehr hohen Auftragsbestands aus dem Vorjahr aus. Der Rekordwert des Auftragsbestands aus dem Vorjahr konnte 2010 noch einmal gesteigert
werden: Neben einem operativen Anstieg um 5,05 Mrd. Euro ist hierin auch ein positiver
Wechselkurseffekt von 5,94 Mrd. Euro enthalten. Unternehmensbereich HOCHTIEF Asia Pacificscroll
Das betriebliche Ergebnis sowie das Ergebnis vor Steuern stiegen währungsbedingt um
23,4 Prozent beziehungsweise 18,4 Prozent. Bereinigt um Währungseffekte, konnten sie
trotz Belastungen aus dem Infrastrukturprojekt AirportLink in Brisbane sowie einer
vorgenommenen Teilwertberichtigung bei der Beteiligungsgesellschaft in Dubai in etwa
auf Vorjahresniveau gehalten werden. Positiv wirkten sich der Buchgewinn aus dem Verkauf
von 35 Prozent der indischen Tochtergesellschaft an ein indisches Partnerunternehmen
sowie der Ertrag aus der Übergangskonsolidierung aus. Die Investitionen nahmen ausschließlich währungsbedingt um 22,5 Prozent zu. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter stieg um 15,6 Prozent. AusblickZum Jahreswechsel 2010/2011 kam es aufgrund von außergewöhnlich starken Regenfällen
im Bundesstaat Queensland zu verheerenden Überschwemmungen. Die Leighton-Gesellschaften
konnten durch rechtzeitige Sicherungsmaßnahmen größere Schäden auf den Baustellen
und in den Kohlenminen vermeiden. Allerdings mussten durch Produktionsunterbrechungen
insbesondere im Contract-Mining Umsatzausfälle hingenommen werden. Leighton geht jedoch
davon aus, dass die Produktionsausfälle aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage im
weiteren Verlauf des Jahres wieder aufgeholt werden können. Die Konjunktur im asiatisch-pazifischen Raum befindet sich in einer vergleichsweise
robusten Verfassung. Die Nachfrage nach Rohstoffen bleibt hoch. In Australien sowie
Hongkong stehen weitere Infrastrukturgroßprojekte zur Vergabe an. Die Immobilienkrise
in Dubai scheint ihren Tiefpunkt durchschritten zu haben. Das Indiengeschäft wird
gemeinsam mit einem Partner deutlich intensiviert. Insgesamt erwarten wir für den
Unternehmensbereich Asia Pacific ein Ergebnis vor Steuern auf dem Niveau des Vorjahres. Unternehmensbereich HOCHTIEF Concessions
Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Concessions bündelt unsere Aktivitäten in den Bereichen
Konzessions- und Betreiberprojekte. Die HOCHTIEF Concessions AG*
gehört zu den weltweit bedeutendsten industriellen Infrastrukturinvestoren. Zu den
Geschäftsfeldern zählen Flughäfen, Straßen sowie Einrichtungen der sozialen Infrastruktur.
Darüber hinaus prüft das Unternehmen weitere Geschäftschancen in anderen Infrastrukturbereichen.
*
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hochtief-concessions.de. Im November 2010 erweiterte die Gesellschaft ihr Leistungsspektrum auch um Häfen und
Hafenterminals. Dazu entstand ein Joint Venture mit der Duisburger Hafen AG (duisport),
das seine Geschäftstätigkeit am 1. Januar 2011 aufnahm. Erste gemeinsame Projekte
werden unter anderem in Europa und Südamerika sondiert. HOCHTIEF Concessions entschloss sich im Jahr 2010 zum Markteintritt in Indien. Im
Zuge dessen wurden zwei strategische Partnerschaften gegründet und erste Projekte
mit großen indischen Partnern vorbereitet. Anfang 2011 folgte die Gründung einer Tochtergesellschaft
in Delhi. Geschäftsfeld FlughäfenHOCHTIEF Concessions managt und optimiert über die Tochtergesellschaft HOCHTIEF AirPort
seine Flughafenanteile und erbringt Dienstleistungen, wie zum Beispiel Beratung an
den eigenen und Drittflughäfen. Die Gesellschaft nimmt an Bieterverfahren von Flughafenprivatisierungen
und -verkäufen teil. Im Geschäftsjahr 2010 gehörten Beteiligungen an sechs Flughäfen - in Athen, Budapest,
Düsseldorf, Hamburg, Sydney und Tirana - zum Portfolio. Die Zahl der abgefertigten
Passagiere lag im Berichtsjahr bei insgesamt 92,7 Mio. und damit um 4,4 Prozent über
dem Vorjahreswert (Wachstum in Europa: mehr als vier Prozent, weltweit: mehr als sechs
Prozent). Nur Athens International Airport musste infolge der Griechenlandkrise einen
Rückgang verkraften. Die wirtschaftlichen Belastungen der Luftraumsperrungen aufgrund
der isländischen Vulkanasche im Frühjahr des Berichtsjahres konnten unsere europäischen
Beteiligungsflughäfen weitgehend kompensieren. FlughäfenAthens International AirportAnteil HOCHTIEF AirPort 26,7 % / Anteil HOCHTIEF AirPort Capital 13,3 %Die Passagierzahlen am Flughafen der griechischen Hauptstadt reduzierten sich aufgrund
der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Landes um fünf Prozent auf 15,4 Mio. Hingegen
blieb die Attraktivität des Flughafens für die Airlines ungebrochen. Die europäischen
Fluglinien zeichneten Athens International Airport erneut für herausragendes Airline-Marketing
mit dem "Routes Europe Airport Marketing Award" in der Kategorie Südeuropa/Mittelmeerregion
aus. Auch beim sechsten "Air Cargo Excellence"-Preis des Fachmagazins "Air Cargo World"
belegte unser Beteiligungsflughafen in der Kategorie der Airports, die im Jahr bis
zu einer halben Mio. Tonnen Luftfracht abfertigen, den Spitzenplatz. Budapest AirportAnteil HOCHTIEF AirPort 37,25 %Am Budapest Airport wurden im Berichtsjahr 8,2 Mio. Passagiere abgefertigt - ein Zuwachs
von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Weichen für weiteres Wachstum sind gestellt.
Im Juni 2010 fand das Richtfest für das neue Abfertigungs- und Aufenthaltsgebäude
BUD SkyCourt statt. Das Herzstück des Modernisierungsprogramms BUD Future wird im
Frühjahr 2011 eröffnet. Damit werden sich Service und Aufenthaltsqualität für Fluggäste
und Besucher deutlich verbessern. Ab 2011 wollen weitere renommierte Airlines den Flughafen in ihr Streckennetz aufnehmen
- zum Beispiel Qatar Airways und American Airlines. Zusätzlich wird der größte osteuropäische
Low-Cost-Carrier, die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air, seinen Firmensitz an den
Flughafen Budapest verlegen. Mit der Rückverstaatlichung gelang es dem ungarischen Staat, die wirtschaftlich angeschlagene
Fluggesellschaft Malév - wichtigste Fluglinie am Budapest Airport - wieder zu stärken. Düsseldorf InternationalAnteil HOCHTIEF AirPort 20 % / Anteil HOCHTIEF AirPort Capital 10 %Der Düsseldorfer Flughafen hat die Krise gut bewältigt. Das Passagieraufkommen stieg
um 6,7 Prozent auf 19 Mio. - ein Rekordwachstum und zudem der höchste Anstieg unter
den großen deutschen Flughäfen. Darüber hinaus konnte der Flughafen gemeinsam mit
den dort angesiedelten Unternehmen seine Position als größter Arbeitgeber der Stadt
mit einem Spitzenwert von zirka 18 200 Beschäftigten am Standort weiter behaupten. Gleichzeitig wurde die Vermarktung der Airport City in unmittelbarer Terminalnähe
erfolgreich fortgeführt. Der erste Bauabschnitt des Businessparks mit mehr als einem
Drittel der Gesamtfläche wurde bis Ende 2010 fertiggestellt. Immer mehr renommierte
Mieter entscheiden sich für den attraktiven Standort. Dazu gehört zum Beispiel Siemens.
Die Düsseldorfer Niederlassung des Elektronikkonzerns bezog Ende Oktober des Berichtsjahres
mit mehr als 600 Mitarbeitern ihr neues - von HOCHTIEF Projektentwicklung errichtetes
- Verwaltungsgebäude. Hamburg AirportAnteil HOCHTIEF AirPort 34,8 %/Anteil HOCHTIEF AirPort Capital 14,2 %Auch der Hamburger Flughafen kehrte 2010 auf den Wachstumspfad zurück. Insgesamt zählte
die Flughafengesellschaft knapp 13 Mio. Passagiere. Das entspricht einem Plus von
sechs Prozent gegenüber 2009. Ende Juli 2010 fertigte der Airport den dreihundertmillionsten
Fluggast in der hundertjährigen Geschichte des Flughafens ab. Im Oktober lag die Zahl
der Fluggäste bei 1,33 Mio. und erreichte damit einen neuen Spitzenwert. Die Routes-Konferenz ehrte Hamburg Airport mit dem "Routes Europe Airport Marketing
Award" in der Kategorie Zentraleuropa und verlieh dem Flughafen außerdem den Preis
für Gesamteuropa. Dazu trug unter anderem eine neue Datenbank bei, die den Fluggesellschaften
detaillierte Informationen über das Reiseverhalten der ortsansässigen Unternehmen
vermittelt. Auch im Bereich Nachhaltigkeit gab es Neuigkeiten: Eine neue Fotovoltaikanlage mit einer Jahresleistung von zirka 18 000 Kilowattstunden erlaubt es jetzt, jährlich neun Tonnen CO2 einzusparen. Sydney AirportAnteil HOCHTIEF AirPort 5,61 % / Anteil HOCHTIEF AirPort Capital 6,50 %Mit einem Passagiervolumen von 35,6 Mio. übertraf Sydney Airport den Vorjahreswert
um 7,8 Prozent. Im Juni 2010 stellte die Gesellschaft den Um- und Ausbau des Abflugbereichs im internationalen
Terminal fertig. Das Projekt ist Teil eines Investitionsprogramms in Höhe von insgesamt
mehr als 300 Mio. Euro. Dazu gehören unter anderem die Erweiterung der Abflugebene,
ein neues Forum mit zusätzlichen Wartebereichen sowie Gastronomie-, Duty-free- und
anderen Einkaufsmöglichkeiten, die Sanierung eines 30 000 Quadratmeter großen Areals
des bestehenden Abflugbereichs sowie der Bau eines neuen Passagierkontrollbereichs. Die Australian Airports Association wählte unseren Beteiligungsflughafen zu "Australia's
Capital City Airport of the Year". Die Auszeichnung gab es insbesondere für den neu
gestalteten internationalen Terminal sowie den Passagierkontrollbereich. Tirana International AirportAnteil HOCHTIEF AirPort 47 %Unser Beteiligungsflughafen in der albanischen Hauptstadt setzte 2010 sein überdurchschnittliches
Passagierwachstum fort. Mit 1,5 Mio. Fluggästen verbesserte sich der Airport gegenüber
dem Vorjahr um 10,2 Prozent. Der im September 2009 in Betrieb genommene erweiterte
Terminal trug dazu bei, den Passagieren zusätzlichen Komfort und verbesserten Service
zu bieten. ConsultingHOCHTIEF AirPort, Tochter von HOCHTIEF Concessions, hat sich inzwischen auch als unabhängiger
Berater etabliert. Das Leistungsportfolio umfasst Verkehrsprognosen, Betriebskonzepte
sowie Master- und Businesspläne. Dabei nutzt die Gesellschaft die Erfahrungen aus
dem Management der eigenen Flughafenbeteiligungen. Im Berichtsjahr erhielt das Unternehmen unter anderem zwei Beratungsaufträge an den
russischen Flughäfen Koltsovo in Jekaterinburg und in Omsk. Für Jekaterinburg, fünftgrößter
Flughafen Russlands, entstand eine Machbarkeitsstudie hinsichtlich des Frachtgeschäfts.
In Omsk berät HOCHTIEF AirPort bei der Entwicklung eines neuen Flughafens vor den
Toren der sibirischen Metropole. Bereits 2007 hatte die Gesellschaft eine Machbarkeitsstudie
für den neuen Airport erstellt. Geschäftsfeld StraßenHOCHTIEF Concessions realisiert beziehungsweise betreibt derzeit über die Tochtergesellschaft
HOCHTIEF PPP Solutions sieben Straßen und Tunnel in Deutschland, Österreich, Griechenland
und Chile mit einer Gesamtlänge von mehr als 750 Kilometern. Bei mehreren Projekten
kooperiert die Tochtergesellschaft eng mit ihrer Konzernschwester HOCHTIEF Construction. Im Frühjahr 2010 wurden Teile unserer Mautautobahn Vespucio Norte Express in Chile
durch ein Erdbeben beschädigt. Schon Ende 2009 führte ein Steinschlag bei dem griechischen
Projekt Maliakos-Kleidi zur teilweisen Sperrung eines Straßenabschnitts. Die wirtschaftlichen
Folgen beider Schadensfälle konnten gut bewältigt werden, da mehrere Versicherungen
die Sachschäden und den Schaden aus Betriebsunterbrechung abdecken. Die Straßen sind
seit Mai beziehungsweise Oktober 2010 wieder vollständig in Betrieb. Aufgrund schleppender
Enteignungs- und Genehmigungsverfahren sowie archäologischer Funde kommt es zu weiteren
Verzögerungen beim Ausbau der beiden griechischen Projekte Maliakos-Kleidi und Elefsina-Patras-Tsakona.
Deutliche Erhöhungen der Mineralölsteuer und die rezessive wirtschaftliche Situation
in Griechenland belasteten diese Projekte zusätzlich mit einer gegenüber unseren Planungen
wesentlich geringeren Verkehrsentwicklung. ProjektbeispieleDie Nordautobahn vor den Toren Wiens ist seit Ende Januar 2010 pünktlich und vollständig
für den Verkehr freigegeben. Den Zuschlag für das erste öffentlich-private Straßenprojekt
in Österreich erhielt das Bonaventura-Konsortium um HOCHTIEF Concessions Ende 2006.
An der Bauarbeitsgemeinschaft für die insgesamt 51 Kilometer lange Straße war HOCHTIEF
Construction zu 50 Prozent beteiligt. Bonaventura wird das Projekt 29 Jahre lang betreiben. Nach nur knapp zweijähriger Bauzeit und damit deutlich früher als geplant ging die
Umfahrung Hörselberge in Betrieb. Die Neubaustrecke der Bundesautobahn A4 ist Teil
eines insgesamt etwa 45 Kilometer langen Abschnitts zwischen der Landesgrenze Hessen/Thüringen
und der Anschlussstelle Gotha. Dieses Teilstück wird von der Konzessionsgesellschaft
Via Solutions Thüringen, an der HOCHTIEF Concessions über die Tochtergesellschaft
HOCHTIEF PPP Solutions zu 50 Prozent beteiligt ist, bis zum Jahr 2037 betrieben. HOCHTIEF
Construction war Mitglied der Bauarbeitsgemeinschaft. HOCHTIEF PPP Solutions North America mit Sitz in New York und Toronto verzeichnete
ihren ersten Erfolg im Geschäftsfeld Straßen in den USA. Die Gesellschaft soll mit
einem Partner den Presidio Parkway in San Francisco planen, bauen, finanzieren, betreiben
und instand halten. Der Vertrag mit dem kalifornischen Verkehrsministerium und der
Verkehrsbehörde von San Francisco wurde um die Jahreswende 2010/2011 unterschrieben.
Das Baukonsortium für die neue südliche Zufahrt zur Golden Gate Bridge wird von der
HOCHTIEF-Tochter Flatiron geführt. Auch dieses Projekt steht für den zunehmenden Erfolg
der grenzüberschreitenden Kooperation im HOCHTIEF-Konzern. Geschäftsfeld Soziale InfrastrukturPublic-Private-Partnership (PPP), also das Planen, Bauen, Finanzieren und Betreiben
von öffentlich-privaten Partnerschaftsprojekten, setzt sich auch im Hochbau weiter
durch. Zum Portfolio des Geschäftsfelds gehörten zum Ende des Berichtsjahres 17 Projekte
in Deutschland, Großbritannien, Irland und Kanada. Dazu zählten mehr als 90 Schulen
und Ausbildungsstätten und mehr als 20 Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung und
Sicherheit. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2010 wurden drei Schulprojekte und zwei Rathäuser aus
dem HOCHTIEF-Concessions-Portfolio veräußert. ProjektbeispieleAnfang 2010 übergab HOCHTIEF PPP Solutions mit der Fürst-Wrede-Kaserne das erste PPP-Hochbauprojekt
des Bundes im Verteidigungsbereich. Die Gesellschaft wird die Kaserne 20 Jahre lang
betreiben. HOCHTIEF Facility Management hält unter anderem Gebäude, technische Anlagen
sowie Außenanlagen instand und ist außerdem für die Bewachung der Liegenschaft verantwortlich. Im März eröffnete HOCHTIEF PPP Solutions mit der Gesamtschule Köln-Rodenkirchen ein
weiteres Vorzeigeprojekt für die vernetzten Leistungen im HOCHTIEF-Konzern. HOCHTIEF
Construction errichtete den Neubau des Komplexes. HOCHTIEF Facility Management ist
bis 2034 für den Betrieb der Gesamtschule zuständig. Anfang Dezember 2010 ist ein Konsortium um HOCHTIEF PPP Solutions (UK) zum bevorzugten
Bieter für Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb von zwei Schulen benannt worden.
In The Grange und Wade Deacon sollen künftig insgesamt etwa 2 500 Schüler unterrichtet
werden. Der Financial Close und der Start der Bauarbeiten werden für April 2011 erwartet.
Die Baumaßnahmen sollen etwa 21 Monate andauern. Danach wird HOCHTIEF Facility Management
(UK) die Bildungseinrichtungen für 25 Jahre betreiben. Das Projekt ist Teil des Building-Schools-for-the-Future-Programms
(BSF) der britischen Regierung und nach dem BSF-Projekt in Salford und Wigan bereits
der zweite Auftrag. Auch bei den zum Jahresende veräußerten Schulprojekten konnten im Berichtsjahr Erfolge
gemeldet werden: Im Januar hat HOCHTIEF PPP Solutions den Auftrag für Planung, Bau
und Betrieb eines Gymnasiums mit Turnhalle inklusive Außen- und Sportanlagen im bayerischen
Höhenkirchen-Siegertsbrunn erhalten. Die im Sommer 2010 begonnenen Bauarbeiten werden
von HOCHTIEF Construction ausgeführt und etwa 20 Monate dauern. HOCHTIEF Facility
Management wird die Bildungseinrichtung für knapp 1 000 Schülerinnen und Schüler ab
dem Schuljahr 2011/2012 betreiben. Im Juli wurde das Unternehmen von der Stadt Offenbach beauftragt, zwei Schulen zu
bauen und zu sanieren. Auch hier übernimmt HOCHTIEF Construction die Bauarbeiten.
Die HOCHTIEF-Tochter Streif Baulogistik stellt während der Maßnahmen Container bereit,
in denen die Kinder unterrichtet werden. HOCHTIEF Facility Management wird den reibungslosen
Betrieb gewährleisten. Das neue Bildungszentrum der Stadt Moers konnte im November 2010 vorzeitig eröffnet
werden. Eine Bauarbeitsgemeinschaft unter Federführung von HOCHTIEF Construction hatte
das Zentrum im Oktober fertiggestellt. Seitdem bewirtschaftet HOCHTIEF Facility Management
die Immobilie. Im April 2009 hatte die Stadt Moers HOCHTIEF PPP Solutions unter anderem
mit Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb des Bildungszentrums beauftragt. Über die Tochtergesellschaft HOCHTIEF PPP Solutions (UK) betreut HOCHTIEF Concessions
in England neun Schulprojekte. Dazu gehören insgesamt vier Schulen im britischen Landkreis
Salford. Zwei der Projekte entstehen derzeit, die beiden anderen sind bereits eröffnet. Mit dem Einstieg in den nordamerikanischen PPP-Markt gelang 2010 ein ganz besonderer
Erfolg. Im April erhielt HOCHTIEF Concessions über die Tochtergesellschaft HOCHTIEF
PPP Solutions North America den Zuschlag für das erste PPP-Schulprojekt in Kanada.
Die Gesellschaft wird in der Provinz Alberta gemeinsam mit einem Partner zehn Schulen
planen, finanzieren, bauen und betreiben. Wenige Monate später konnte HOCHTIEF PPP Solutions North America einen weiteren Auftrag
in Nordamerika verbuchen: Gemeinsam mit einem Partner wird unsere Tochtergesellschaft
18 Polizeieinrichtungen in der kanadischen Provinz Ontario realisieren und über 30
Jahre lang betreiben. Zu dem Auftrag mit einem Volumen von insgesamt 306 Mio. Euro
gehören sieben Polizeistationen, acht forensische Labore sowie drei Kommandozentralen. NeuaktivitätenIm Bereich Neuaktivitäten entwickelt HOCHTIEF Concessions gemeinsam mit einem Partner
zwei Geothermie-Kraftwerke in Süddeutschland. Das eigens für diesen Zweck gegründete
Unternehmen Süddeutsche Geothermie-Projekte GmbH (SGG) hat an den Standorten Dürrnhaar
und Kirchstockach die Tiefenbohrungen erfolgreich beendet. Diese sogenannten Dubletten
sollen nun in einem nächsten Schritt zu Kraftwerken weiterentwickelt und voll betriebsfähig
an Investoren veräußert werden. HOCHTIEF Concessions wird damit einen vergleichsweise
höheren Gewinn erzielen können als mit dem alleinigen Verkauf der Dubletten. Für das Geothermiekraftwerk Dürrnhaar wurde, erstmalig in Deutschland, bereits eine
Projektfinanzierung abgeschlossen. Im Januar 2011 starteten die Bauarbeiten. Das Kraftwerk
wird nach seiner Fertigstellung im Jahr 2012 über eine elektrische Leistung von etwa
5,5 Megawatt verfügen - genug Energie für zirka 10 000 Einfamilienhäuser. HOCHTIEF
Energy Management ist als Generalunternehmer für Planung, Bau und Inbetriebnahme des
Kraftwerks verantwortlich. Zu den Kennzahlen des Unternehmensbereichs HOCHTIEF ConcessionsDer Auftragseingang ist gegenüber dem Vorjahr infolge zweier neu gewonnener Schulprojekte
auf 157,7 Mio. Euro gestiegen. Der Auftragsbestand in Höhe von 387,9 Mio. Euro reduzierte
sich unter anderem durch den Verkauf von drei Schul- und zwei Rathausprojekten. Leistung sowie Bereichs- und Außenumsatz blieben aufgrund des vergleichsweise geringen
Umfangs im Bau befindlicher Projekte unter dem Vorjahreswert. Unternehmensbereich HOCHTIEF Concessionsscroll
Trotz der 2009 berichteten hohen Rückstellungsauflösungen für den Flughafen Athen
konnten das betriebliche Ergebnis 2010 auf 113,2 Mio. Euro und das Ergebnis vor Steuern
auf 84,3 Mio. Euro weiter gesteigert werden. Im Geschäftsfeld Flughäfen wurde die Ergebnisbelastung aus der rezessiven wirtschaftlichen
Situation Griechenlands, die sich unter anderem in einer erhöhten Ausschüttungssteuer
und einer zusätzlichen Sondersteuer am Flughafen Athen auswirkte, fast vollständig
aufgefangen. Hier führte vor allem die gute operative Entwicklung der Beteiligungsflughäfen
infolge des Passagierwachstums sowie operativer Optimierungen zu höheren Ergebnisbeiträgen.
Insbesondere am Flughafen Sydney wurden signifikant Kosten reduziert. Gleichzeitig
konnte das Geschäft ausgeweitet werden. Zudem profitierte HOCHTIEF Concessions von
außerordentlichen Erträgen wie der Versicherungserstattung am Flughafen Düsseldorf
im Zusammenhang mit dem Brandschaden 1996 sowie der Auflösung einer Rückstellung für
Sicherheitsentgelte am Flughafen Hamburg. Negativ wirkte sich die wirtschaftliche Situation in Griechenland auf das Geschäftsfeld
Straßen aus und belastete dort das Ergebnis bei den Mautautobahnen Maliakos-Kleidi
und Elefsina-Patras-Tsakona. Dies wurde durch operative Verbesserungen in anderen
Projekten der Geschäftsfelder Straßen und Soziale Infrastruktur sowie durch weitere
positive Einzeleffekte überkompensiert. So konnte HOCHTIEF Concessions zwei Projekte
in Nordamerika gewinnen und mit dem erfolgreichen Financial Close der beiden Public-Private-Partnership-Projekte
Alberta Schools und Ontario Provincial Police in Kanada entsprechende Erfolgsprämien
erzielen. Das Geschäftsfeld Soziale Infrastruktur lieferte bereits aus operativen
Beteiligungsergebnissen überplanmäßige Erträge und profitierte darüber hinaus von
dem Verkauf der fünf kleineren Projekte ohne Eigenkapitalbeteiligung. Die Investitionen liegen deutlich unter Vorjahr und betreffen überwiegend eine kleinere
Kapitaleinlage in die Raststätten-Betriebsgesellschaft beim Straßenprojekt Nordautobahn
A5 in Österreich, die als Unterkonzession im Berichtsjahr erfolgreich zum Financial
Close geführt wurde. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden 2010 im Geschäftsfeld Flughäfen
keine Investitionen getätigt. AusblickDer Unternehmensbereich HOCHTIEF Concessions geht für 2011 von einem sich weiter verbessernden
Geschäftsumfeld aus. Er wird seine bestehenden Kompetenzen beständig weiterentwickeln
und sein Leistungsspektrum in wachstumsstarken Produktmarktsegmenten ausbauen. 2010
wurde mit der Erschließung des stark aufstrebenden Konzessionsmarkts in Indien begonnen,
wo HOCHTIEF Concessions zurzeit mit vier Projekten präqualifiziert ist und zwei Kooperationen
einging. Die weiteren Belastungen im angespannten wirtschaftlichen Umfeld Griechenlands
sollen durch Effizienzsteigerung und Wachstum im Gesamtportfolio aufgefangen werden. Im Geschäftsfeld Flughäfen erwartet der Unternehmensbereich steigende Passagierzahlen
sowie weitere operative Optimierungen, die sich positiv auf die Ergebnisbeiträge auswirken.
Zudem wird beobachtet, dass sich der Markt für Neuprojekte wieder belebt. Im Geschäftsfeld Straßen geht HOCHTIEF Concessions gleichermaßen von steigenden Nutzerzahlen
im Jahresverlauf aus. Insbesondere auf den chilenischen Mautstraßen entwickelt sich
der Verkehr ausgesprochen dynamisch. Zudem strebt der Unternehmensbereich den ersten
Financial Close in Nordamerika beim Projekt Presidio Parkway in San Francisco an und
rechnet in Deutschland mit dem Financial Close für ein Teilstück der A8 Ulm-Augsburg. Das Geschäftsfeld Soziale Infrastruktur zeigt eine weiterhin kontinuierliche Projektentwicklung.
Sowohl in Deutschland als auch im Vereinigten Königreich und in Nordamerika nimmt
HOCHTIEF Concessions derzeit -in aussichtsreicher Position beziehungsweise als bevorzugter
Bieter - an mehreren Ausschreibungsverfahren teil. Insgesamt rechnet HOCHTIEF Concessions für das Geschäftsjahr 2011 mit einem Ergebnis
vor Steuern in etwa der Größenordnung des Vorjahres. Unternehmensbereich HOCHTIEF Europe
Im Unternehmensbereich Europe bündeln wir unter der Führung von HOCHTIEF Construction* die Leistungen des HOCHTIEF-Konzerns in den Bereichen Bauen und baunahe Dienstleistungen in Europa. Wir konzentrieren uns vor allem auf den Hoch-, Tief- und Ingenieurbau in den wachstumsstärkeren west- und osteuropäischen Ländern. Als internationaler Generalunternehmer und Baudienstleister wird die Gesellschaft auch außerhalb des europäischen Raums tätig - zum Beispiel in der Golfregion. Darüber hinaus haben wir in Deutschland unsere starke Position im Bereich hochwertige Wohnimmobilien weiter ausgebaut.
*
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hochtief-solutions.de.
Ergebnis weiter erhöhtIm Geschäftsjahr 2010 hat sich bei HOCHTIEF Construction der im Vorjahr begonnene
Aufwärtstrend fortgesetzt und verstärkt. Neue Projekte leisten spürbare Ergebnisbeiträge.
Internationale Großprojekte und der europäische Tief- und Ingenieurbau lieferten positive
Ergebnisse mit attraktiven Renditen. Die Umsatzrendite übertraf damit das Geschäftsjahr
2009. Der Anstieg begründet sich vor allem mit unserem klaren Fokus auf Margen statt
Volumen. Für die kommenden Jahre erwarten wir weitere Ergebnissteigerungen. Eingeschlagene Strategie bringt nachhaltigen ErfolgIm Jahr 2010 haben wir mit fünf Fokusthemen die Positionierung des Unternehmens vorangetrieben.
Wir haben Strategien entwickelt, mit denen wir fairere Preise für die von uns gelieferte
überdurchschnittliche Qualität erzielen sowie mehr Effizienz und höhere Umsätze in
ertragsstarken Märkten und in risikooptimierten Geschäftsfeldern umsetzen. Damit haben
wir uns weiter vom Wettbewerb differenziert und eine profitablere Marktposition erreicht.
HOCHTIEF Construction ist damit seinen Weg zu einem ertragsstarken internationalen
Baudienstleister konsequent weitergegangen. Zudem wurde die Restrukturierung im Unternehmen weiter fortgesetzt, um damit den schwierigen
Bedingungen im deutschen Hochbaumarkt entgegenzuwirken. Internationales Geschäft weiter ausgebautDie Nachfrage von Kunden außerhalb Deutschlands entwickelte sich im Berichtsjahr erneut
erfreulich. So akquirierten wir zum Beispiel zahlreiche Aufträge in Polen. Dort errichtet
die Tochtergesellschaft von HOCHTIEF Construction mehrere neue Universitätsgebäude. Mehrwert durch effiziente Kooperation mit anderen HOCHTIEF-GesellschaftenDer Unternehmensbereich Europe profitierte im Berichtsjahr erneut von der steigenden
Nachfrage nach ganzheitlichen Lösungen. Vor diesem Hintergrund spielt die enge Kooperation
der HOCHTIEF-Gesellschaften eine immer wichtigere Rolle. Ein überzeugendes Beispiel:
Beim Bau mehrerer Abschnitte der österreichischen Nordautobahn hat HOCHTIEF Construction
die Erd- und Straßenbauarbeiten ausgeführt. Die Schwestergesellschaft HOCHTIEF Concessions
wird die Strecke bis 2039 betreiben. Darüber hinaus steht HOCHTIEF Construction den
Schwestergesellschaften als kompetenter Berater und Dienstleister zur Seite. In wichtigen Wachstumsmärkten präsentAls wachstumsorientiertes Unternehmen ist HOCHTIEF Construction bestrebt, kontinuierlich
neue Geschäftsfelder zu erschließen und auszubauen - mit dem Ziel, zusätzliche Umsatz-
und Ertragspotenziale für das Unternehmen zu heben. Dazu gehörte im Geschäftsjahr
2010 vor allem der Bereich Offshore-Windkraftwerke. Allein im dritten Quartal 2010
erhielten wir zwei Großaufträge: für den Bau der Windkraftanlage Global Tech I und
für den Bau des Windparks EnBW Baltic 2. Für diese und weitere Aufträge entwickelt
HOCHTIEF in einem Joint Venture mit der Bremer Reederei Beluga ein spezielles Hubschiff,
um die Fundamente auf dem Meeresgrund zu verankern und anschließend die Windenergieanlagen
zu montieren. Außerdem entsteht in enger Zusammenarbeit mit HOCHTIEF Facility Management
ein weiteres Spezialschiff, mit dem wir das Geschäftsfeld Wartung und Instandhaltung
von Windkraftanlagen erschließen wollen. Unsere führende Position im wachstumsstarken Marktsegment Nachhaltiges Bauen konnten
wir ebenfalls weiter festigen. ProjektbeispieleGroßprojekteBeim Bau des Gotthard-Tunnels stellten wir als Mitglied einer Arbeitsgemeinschaft
einen Rekord auf. Mit dem Hauptdurchschlag entstand am 15. Oktober 2010 der längste
Eisenbahntunnel der Welt. Die ersten Züge können die mehr als 150 Kilometer lange
Strecke durch die Schweizer Alpen voraussichtlich 2017 befahren. Büro- und GeschäftshäuserIm April 2010 fiel der Startschuss für den Bau des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen
in Duisburg. HOCHTIEF Construction erweitert dazu ein denkmalgeschütztes Speichergebäude
und errichtet einen Neubaukomplex. Ende 2012 wird das, nach Regalmetern gemessen,
größte Archivgebäude Deutschlands eröffnet. In Köln revitalisiert HOCHTIEF Construction den von der Schwestergesellschaft HOCHTIEF
Projektentwicklung konzipierten neuen Bürostandort maxCologne. Die insgesamt 45 000
Quadratmeter Mietfläche in der ehemaligen Lufthansa-Hauptverwaltung erhalten Neubaustandard
und werden nachhaltig sowie energieeffizient realisiert. Dazu gehört zum Beispiel
die Nutzung von Grundwasser als regenerativer Energiequelle zur Temperierung der Büros.
Das Projekt hat bereits das DGNB-Vorzertifikat in Gold erhalten. Ressourcenschonende Bauweise, energiesparender Betrieb und dauerhafte Wirtschaftlichkeit
prägen den Neubau des HOCHTIEF-Hauses Hamburg. Die neue Regionalzentrale, in die 2012
sämtliche HOCHTIEF-Einheiten des Standorts einziehen werden, bietet 17 600 Quadratmeter
Platz für Büros und Betriebsrestaurant sowie 4 300 Quadratmeter Einzelhandelsfläche.
Die DGNB zeichnete das Gebäude bereits mit dem Vorzertifikat in Silber aus. HochschulenIn Polen und Tschechien wird HOCHTIEF Construction drei neue Universitätsgebäude bauen.
So entsteht an der Jagiellonian University in Krakau eine neue Fakultät für Physik,
Astronomie und Informatik. In Breslau errichtet HOCHTIEF Polska ein neues Fakultätsgebäude
für die Akademie der Künste. Die Universität im tschechischen Ostrava erhält eine
neue Fakultät für Elektrotechnik und Informatik. Public-Private-PartnershipIm Auftrag von HOCHTIEF PPP Solutions übernimmt HOCHTIEF Construction den Auftrag,
zwei Schulen der Stadt Offenbach zu bauen beziehungsweise zu sanieren. Die Arbeiten
werden bis Juli 2013 dauern. Das Auftragsvolumen für HOCHTIEF Construction liegt bei
zirka 47 Mio. Euro. BauträgerprojekteDie Bauträgersparte von HOCHTIEF Construction, formart, realisiert im Hamburger Stadtteil
Wilhelmsburg eine neue Eigentumswohnanlage. Zu dem Projekt gehören 34 hochwertige
Wohnungen, aufgeteilt auf vier dreistöckige Mehrfamilienhäuser und einen Wohnturm.
Die sogenannten WaterHouses erfüllen den Passivhausstandard und liegen mitten in einer
zirka 4 000 Quadratmeter großen Wasserfläche. Jede Wohnung in den Häusern erhält eine
eigene Wasserterrasse. Der Wohnturm wird barrierefrei gestaltet. InfrastrukturprojekteGemeinsam mit einem Partner erhielt HOCHTIEF Construction den Zuschlag für den Bau
des Wasserkraftwerks Cheves in den peruanischen Anden. Das Projekt mit einem Auftragsvolumen
von zirka 122 Mio. Euro umfasst neben dem unterirdischen Kraftwerk den Bau von 17
Kilometern Tunnel, zwei Wehren sowie eines Damms. Ab Ende 2013 soll die 168-Megawatt-Anlage
den Spitzenstrombedarf in Lima, der Metropole Perus, abdecken. Mit dem Wasserkraftwerk
realisiert HOCHTIEF Construction das zweite Projekt dieser Art auf dem südamerikanischen
Markt. Ein Joint Venture aus HOCHTIEF Construction und HOCHTIEF CZ erweitert die Prager U-Bahn
um 1,5 Kilometer. Die Bauarbeiten für das Projekt mit einem Auftragswert für HOCHTIEF
von zirka 187 Mio. Euro sollen 2014 abgeschlossen sein. Im Auftrag der Hamburg Port Authority beteiligt sich HOCHTIEF Construction am Bau
der längsten Klappbrücke Europas. Das 104 Meter lange Bauwerk verbindet künftig den
Hamburger Hafen mit den südlichen Stadtteilen. EnergieIm Berichtsjahr erhielten wir weitere Aufträge zum Bau von Offshore-Windparks, darunter
die Anlagen Global Tech I in der Nordsee und EnBW Baltic 2 in der Ostsee. Zu den Kennzahlen des Unternehmensbereichs HOCHTIEF EuropeIm Unternehmensbereich HOCHTIEF Europe lag der Auftragseingang im Berichtsjahr um
537,2 Mio. Euro (-18,5 Prozent) unter dem Wert des Vorjahres. Aufgrund des 2009 erhaltenen
Großauftrags für den Bau des 8,5 Kilometer langen Einkaufsboulevards "Barwa Commercial
Avenue" im Emirat Katar mit einem Auftragswert von 1,3 Mrd. Euro ist der Rückgang
somit im Wesentlichen dem internationalen Geschäft zuzuordnen. Dieses lag insgesamt
mit 947,3 Mio. Euro um zirka 1,1 Mrd. Euro (-53,7 Prozent) unter dem Vorjahr. Die
Konzentration auf ertragsstarke Märkte hat im Energiesektor zu Großaufträgen für den
Bau von Offshore-Windkraftanlagen geführt. Sie haben wesentlich dazu beigetragen,
die Auftragseingänge in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 559,8 Mio. Euro (+64,8
Prozent) auf 1,4 Mrd. Euro ansteigen zu lassen. Insgesamt entwickelte sich der Auftragseingang
nicht zufriedenstellend, da sowohl nationale wie auch internationale Großprojekte
nicht zur Ausführung kamen. Die Leistung lag daher im Berichtsjahr mit 2,6 Mrd. Euro um 140 Mio. Euro oder 5,1
Prozent unter dem Vorjahreswert. Dabei konnte der Rückgang im Inland um 230,2 Mio.
Euro (-20,1 Prozent) auf 914,9 Mio. Euro durch den Anstieg im Ausland um 90,2 Mio.
Euro oder + 5,7 Prozent nicht kompensiert werden. Der Auftragsbestand liegt mit 3,51 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau. Die
Reichweite des Auftragsbestands liegt rechnerisch bei gut 16 Monaten und damit insgesamt
auf einem relativ hohen Niveau, ist jedoch in den einzelnen Einheiten von HOCHTIEF
Europe differenziert zu betrachten. Die Bereichs- und Außenumsätze nahmen um 3,5 Prozent beziehungsweise 6,8 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr zu. Unsere Gesellschaft in Katar hatte daran einen wesentlichen
Anteil. Die in den Vorjahren eingeleiteten strategischen und operativen Maßnahmen, die Neuausrichtung
des deutschen Hochbaugeschäfts und die fortschreitende Internationalisierung haben
bereits zu weiter verbesserten Projektmargen geführt. Infolgedessen konnten das betriebliche
Ergebnis und das Ergebnis vor Steuern nach den schon guten Vorjahresergebnissen im
Berichtsjahr 2010 mit 39,6 Mio. Euro (+48,3 Prozent) beziehungsweise 36,8 Mio. Euro
(+21,1 Prozent) noch einmal deutlich gesteigert werden. Unternehmensbereich HOCHTIEF Europescroll
Der Rückgang der Investitionen resultiert im Wesentlichen aus den im Vorjahr in Katar
und Chile getätigten projektbezogenen Investitionen in Sachanlagen, die im Berichtsjahr
nicht mehr in der Höhe angefallen sind. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl nahm um 7,5 Prozent ab. Gründe hierfür waren
hauptsächlich die Neuausrichtung unseres deutschen Hochbaugeschäfts und unsere Geschäftsentwicklung
im tschechischen Hochbaumarkt. AusblickZum 1. Januar 2011 hat HOCHTIEF seine Konzernstruktur verschlankt: Die neue Division
HOCHTIEF Europe mit der Führungsgesellschaft HOCHTIEF Solutions AG bündelt die Gesellschaften
der ehemaligen Unternehmensbereiche HOCHTIEF Europe, HOCHTIEF Real Estate und HOCHTIEF
Services. Nach dem Leitsatz "One roof - all solutions" werden bezüglich Planen, Bauen
und Betreiben zukünftig größere Synergien als bisher und damit auch deutliche Kosteneinsparungen
erzielt. Für das Kerngeschäft Bau rechnen wir mit einer Markterholung im Jahr 2011.
Wir erwarten ein über dem Vorjahr liegendes Ergebnis vor Steuern. Unternehmensbereich HOCHTIEF Real Estate
Im Unternehmensbereich HOCHTIEF Real Estate werden die Aktivitäten der Gesellschaften
HOCHTIEF Projektentwicklung, HOCHTIEF Property Management und aurelis Real Estate
gebündelt. Diese Leistungen sind auf den Lebenszyklus von Immobilien ausgerichtet:
Die Gesellschaften entwickeln, realisieren, vermarkten und betreuen Immobilien und
erzielen damit schon innerhalb des Unternehmensbereichs Synergieeffekte. Damit entsteht
Mehrwert für unsere Kunden und HOCHTIEF. Das Marktumfeld im Immobilienbereich gestaltete sich im Berichtsjahr weiterhin schwierig.
Die Finanzierungsbereitschaft der Banken nahm bei hochwertigen, nachhaltigen Projekten
in exponierten Lagen zu. Davon konnten unsere Gesellschaften jedoch nicht im vollen
Maße profitieren. HOCHTIEF Projektentwicklung und aurelis veräußerten im Jahr 2010
Immobilien, Projekte und Grundstücke im Wert von insgesamt 608,9 Mio. Euro. Dazu gehörten
zum Beispiel zwei Büroimmobilien in Hamburg sowie weitere in Berlin und Münster, ein
Pflegeheim in Dortmund und Wohneinheiten in Düsseldorf, Heidelberg, Hamburg, Berlin
und Stuttgart. HOCHTIEF Projektentwicklung*HOCHTIEF Projektentwicklung gehörte im Berichtsjahr erneut zu den führenden Entwicklern
hochwertiger Immobilien. Für zehn neue Projekte fiel 2010 der Startschuss. In Deutschland
konzentriert sich unsere Gesellschaft weiterhin auf Bürokomplexe in zentrumsnahen
Toplagen. Dabei trägt HOCHTIEF Projektentwicklung durch eine erneut verschärfte selektive
Auftragshereinnahme der aktuell zurückhaltenden Büromietnachfrage Rechnung. Mit einem
erhöhten Wohnanteil bei den Entwicklungsprojekten reagiert das Unternehmen nicht nur
auf das zunehmende Interesse von institutionellen Investoren an Immobilien als nachhaltiger
Kapitalanlage, sondern auch auf die Nachfrage von Privatpersonen, die Wohnungen an
exzellenten Standorten suchen. Dabei gewinnt die Nachhaltigkeit im Immobilienbereich
zunehmend an Bedeutung. Dies zeigt sich auch an der gestiegenen Anzahl zertifizierter
Gebäude. Außerdem sieht HOCHTIEF Projektentwicklung im Sinne einer städtebaulichen
Verantwortung in der Entwicklung von Quartieren interessante Möglichkeiten, um urbane
Qualität zu schaffen und damit den Erfolg in diesem Geschäftsfeld zu stärken. Darüber
hinaus entwickeln wir weiterhin sehr erfolgreich Pflegeimmobilien. International konzentriert
sich die Gesellschaft auf ausgewählte Standorte in Osteuropa - zum Beispiel in Polen
und Tschechien. Dazu gehört unter anderem der Bürokomplex Office Island in der tschechischen
Hauptstadt Prag. Das Immobilienprojekt mit einer Nutzfläche von insgesamt 70 000 Quadratmetern
erhielt das LEED-Vorzertifikat in Silber.
*
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hochtief-solutions.de. ProjektbeispieleProduktmarktsegment BüroimmobilienIn Essen realisiert unsere Gesellschaft bis Ende 2011 die neue Unternehmenszentrale
des internationalen IT-Dienstleisters Atos Origin mit einer Bruttogrundfläche von
zirka 8 400 Quadratmetern. Am neuen Standort werden etwa 900 Beschäftigte arbeiten.
Die Immobilie wird nach dem Silberstandard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges
Bauen (DGNB) entwickelt. So werden beispielsweise die Räume energiesparend gekühlt
und beheizt. Bis November 2011 wird HOCHTIEF Projektentwicklung das Stuttgarter Bürogebäude CasaNova
vollständig revitalisieren, erweitern und auf Neubaustandard bringen. Schon vor dem
Baustart waren 34 Prozent der 8 450 Quadratmeter Büro- und 2 750 Quadratmeter Lagerflächen
im ehemaligen Unternehmenssitz des Reader's Digest Verlag Das Beste langfristig vorvermietet.
Im Erdgeschoss sind zusätzliche Einzelhandels- und Gastronomieflächen vorgesehen. Im Geschäftsjahr 2010 begann auch die Revitalisierung des maxCologne am Kölner Kennedyufer.
Bereits vor Baubeginn hatte HOCHTIEF Projektentwicklung das Gebäude der ehemaligen
Lufthansa-Hauptverwaltung an Warburg-Henderson verkauft. Die Kapitalanlagegesellschaft
für Immobilien erwarb das Gebäude für einen Spezialfonds, dessen einziger Investor
die Rheinischen Versorgungskassen sind. Die Konzerngesellschaften HOCHTIEF Construction
und Streif Baulogistik führen die Bauarbeiten aus und sorgen für die erforderliche
Logistik. Nach der Sanierung soll die Immobilie modernsten Neubaustandard erfüllen.
Ein Beispiel: Die zirka 46 000 Quadratmeter große Mietfläche wird weitestgehend mit
erneuerbaren Energien beheizt und gekühlt. Aufgrund der vorgesehenen Maßnahmen hat
das maxCologne bereits das Vorzertifikat in Gold der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges
Bauen (DGNB) erhalten. Im Quartier 21 in Hamburg-Barmbek begannen die Arbeiten am "HOCHTIEF-Haus". In diesem
neuen Gebäude werden künftig alle HOCHTIEF-Gesellschaften der Hansestadt gemäß unserem
One-Roof-Konzept angesiedelt. Dabei bieten diese Gesellschaften alle Leistungen zum
Planen, Bauen und Betreiben an. Das Projekt erhielt bereits das Vorzertifikat in Silber
der DGNB. Auf einer Fläche von 17 600 Quadratmetern werden Büros, Konferenzzonen und
ein Betriebsrestaurant realisiert. Zudem sind 4 300 Quadratmeter für Einzelhandelsbetriebe
vorgesehen. Die Immobilie ist schon jetzt zum größten Teil vermietet. Weitere "HOCHTIEF-Häuser"
sind für Berlin, München und Warschau geplant. Ebenfalls in Hamburg fiel im Mai 2010 der Startschuss für den Bau des Büro- und Geschäftshauses
Metropolis. Der Komplex mit einer Bruttogrundfläche von insgesamt knapp 25 800 Quadratmetern
wird von einem Konsortium realisiert, an dem unsere Gesellschaft beteiligt ist. Auf
dem Grundstück an der Dammtorstraße entsteht in Premiumlage ein Gebäude mit sieben
Regel- und zwei Staffelgeschossen. Die ersten drei Stockwerke sind bereits langfristig
vermietet. Außerdem wird das original Metropoliskino mit seinem historischen Kinosaal
wieder eingebaut. Im Erdgeschoss sind Einzelhandels- und Gastronomieflächen vorgesehen. Zum 1. Januar 2010 übernahm der Eigentümer Deutsche Fonds Holding den Bürokomplex
Auge auf dem Gelände des Technologiezentrums Rhein-Main in Darmstadt. Mieter des siebengeschossigen
Gebäudes mit einer besonders außergewöhnlichen Architektur und einer Bruttogrundfläche
von 17 000 Quadratmetern ist T-Systems, Tochter der Deutschen Telekom. Produktmarktsegment Retailimmobilien4 000 Quadratmeter Mietfläche umfasst der zweite Bauabschnitt des Fachmarkt- und Dienstleistungszentrums
InLine im hessischen Friedberg. Richtfest war im Juli, Fertigstellung im Oktober des
Berichtsjahres. Drei Viertel der Fläche hatte die Gesellschaft bereits vor dem Baustart
vermietet. Das Projekt wurde bereits im Berichtsjahr veräußert. An der Kölner Schildergasse, Europas belebtester Einkaufsmeile, realisiert HOCHTIEF
Projektentwicklung seit Mai 2010 ein Büro- und Geschäftshaus mit einer Bruttogrundfläche
von 3 740 Quadratmetern. 39 Prozent der Einzelhandelsflächen konnten wir bereits vor
Baustart an einen der größten französischen Modefilialisten vermieten. Die Fertigstellung
ist für Sommer 2011 vorgesehen. Produktmarktsegment QuartiersentwicklungIm neuen Düsseldorfer Stadtviertel le flair setzt unsere Gesellschaft gemeinsam mit
einem Partner ein generationenübergreifendes Wohnkonzept für junge Familien sowie
ältere und alleinstehende Menschen um. Bis zum Jahr 2015 sollen in acht Bauabschnitten
mehr als 800 Wohneinheiten entstehen. Ende des Berichtsjahres waren in den ersten
beiden Bauabschnitten 187 von 215 Wohneinheiten verkauft. Außerdem sind 20 der 47
Wohneinheiten des dritten Bauabschnitts bereits veräußert. Bis Ende 2013 entsteht auf einem 13,8 Hektar großen Areal in Hamburg-Barmbek mit dem
Quartier 21 eines der ehrgeizigsten und innovativsten Stadtteilprojekte der Hansestadt.
Zum Ende des Berichtsjahres hatte HOCHTIEF Projektentwicklung gemeinsam mit einem
Partner 97 Prozent der gesamten Fläche vermarktet. Produktmarktsegment WohnimmobilienIm Heidelberger Stadtteil Bergheim entstanden die Gutenberg Höfe - ein Wohnkarree
mit 13 Häusern. 172 der insgesamt 173 hochwertigen Wohneinheiten waren vor der Fertigstellung
im Dezember 2010 verkauft. Ähnlich positiv verläuft die Vermarktung der 58 Luxuseigentumswohnungen im Marco Polo
Tower in der Hamburger HafenCity. 15 dieser Wohnungen wurden allein im Jahr 2010 verkauft
- insgesamt sind 81 Prozent der Wohnfläche vergeben. Das Besondere an dem Projekt
-neben seiner nachhaltigen Bauweise: Die Eigentümer übernehmen die Wohnungen als veredelten
Rohbau und können sie mit ihren Architekten individuell gestalten und ausbauen. Am 9. Juli 2010 feierte HOCHTIEF Projektentwicklung Richtfest für das Berliner Wohnprojekt
Fontanepromenade. An diesem Tag waren bereits 75 Prozent der 3 700 Quadratmeter großen
Wohnfläche veräußert, zum Ende des Berichtsjahres 93 Prozent. Die insgesamt 31 Komfortwohnungen
haben Niedrigenergiestandard und werden von der Schwestergesellschaft HOCHTIEF Construction
als Generalunternehmer gebaut. Produktmarktsegment PflegeimmobilienMit diesem Produktmarktsegment, das sich auf das Hausgemeinschaftskonzept konzentriert,
erschließt HOCHTIEF Projektentwicklung seit drei Jahren ein wachstumsstarkes neues
Feld. In enger Kooperation mit dem Betreiber BeneVit realisierten wir inzwischen sechs
Pflegeheime. 2010 fiel der Startschuss für ein Pflegeheim in Fuldatal und ein weitres
in Lahnau. Zwei weitere Projekte sind kurz vor dem Baustart. Die Häuser in Albstadt-Onstmettingen
und Klettgau haben wir im Berichtsjahr fertiggestellt. Der Lebensversicherer Swiss
Life übernahm bislang sieben der Projekte als Investor. Je nach Standort und örtlichem Bedarf realisiert HOCHTIEF Projektentwicklung auch
Heime mit anderen Pflegekonzepten. Eine dieser Immobilien wurde mit dem Betreiber
Senator an die LB Immo Invest / HSH verkauft und eine Grundstücksentwicklung direkt
an den Betreiber Senator veräußert. aurelis Real Estate*HOCHTIEF Projektentwicklung ist seit Dezember 2007 zu 50 Prozent an aurelis Real Estate
beteiligt. Die Gesellschaft besitzt deutschlandweit zirka 19 Mio. Quadratmeter innenstadtnaher
Flächen. Ein Teil der Areale wird gemeinsam mit den Kommunen entwickelt, bis das sogenannte
Planungsrecht besteht und die Flächen baureif sind. Zusätzlich vermietet das Unternehmen
Flächen für die gewerbliche Nutzung. Bei der Entwicklung neuer Standorte orientiert
sich aurelis konsequent an ökonomischen und ökologischen Aspekten. Außerdem wird das
vorhandene Umfeld in die Planungen integriert.
*
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.aurelis-real-estate.com.
Verkaufserlöse weiter gesteigertIm Geschäftsjahr 2010 veräußerte aurelis Grundstücke mit einem Gesamtwert von 299,9
Mio. Euro und übertraf damit das gute Ergebnis des Vorjahres um etwa 30 Prozent. Im Berichtsjahr verkaufte das Unternehmen bei knapp 280 Transaktionen insgesamt 2,5
Mio. Quadratmeter Fläche. So erwarb eine Berliner Grundstücksgesellschaft eine zirka
300 000 Quadratmeter große Teilfläche des ehemaligen Duisburger Güterbahnhofs. Dort
sollen Büroflächen und ein Möbelhandel entstehen. Im Hamburger Stadtteil Groß Borstel
veräußerte das Unternehmen eine etwa 84 000 Quadratmeter große gewerblich genutzte
Fläche. In Offenburg gingen 57 000 Quadratmeter des ehemaligen Güterbahnhofs an einen
langjährigen Mieter. Auch im Geschäftsjahr 2010 erwarb HOCHTIEF Projektentwicklung Grundstücke von der
Beteiligungsgesellschaft aurelis. Dazu zählt ein Areal im Münchner Stadtquartier Am
Hirschgarten. Die Bruttogrundfläche von zirka 30 000 Quadratmetern wird für Büros,
Dienstleistung, Gastronomie und Nahversorgung genutzt. Im Frankfurter Europaviertel
entstehen auf 4 700 Quadratmetern Wohnimmobilien mit entsprechender Nahversorgung.
Insgesamt verlief die Entwicklung des Frankfurter Europaviertels West erfolgreich.
Hier veräußerte aurelis unter anderem auch das Quartier Helenenhöfe mit einer Fläche
von zirka 26 000 Quadratmetern für etwa 490 Wohneinheiten. Vermarktung weiterer Flächen gestartetZusätzlich stellte aurelis im Geschäftsjahr 2010 die Weichen, um weitere Transaktionen
vorzubereiten. Drei Beispiele: Die Gesellschaft startete eine Vermarktungsoffensive
für das ehemalige Güterbahnhofsgelände in Hamburg. Insgesamt stehen dort nahezu 90
000 Quadratmeter für Büros, Wohnen und Gewerbe zum Verkauf. Bei einer etwa 95 000
Quadratmeter großen Projektfläche am Nürnberger Nordbahnhof wurde der Bebauungsplan
rechtskräftig und damit die entscheidende Voraussetzung für den Verkauf der Flächen
geschaffen. Darüber hinaus stellt ein Kooperationsvertrag mit der Stadt Marburg den
kurzfristigen Beginn des Bebauungsplanverfahrens für Wohnen und Gewerbe sicher. Mieteinnahmen auf hohem NiveauIm Geschäftsjahr 2010 erzielte aurelis - zusätzlich zum hohen Verkaufsvolumen - Mieteinnahmen
in Höhe von insgesamt 90,2 Mio. Euro. Es gelang, neue Mietverträge und Vertragsverlängerungen
mit einem Jahresvolumen in Höhe von 20,7 Mio. Euro abzuschließen. Diese erfolgreiche Entwicklung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass aurelis
seine Bestandsprojekte systematisch analysiert und nachhaltig modernisiert. Zudem
werden die Immobilien durch weitere Neubaumaßnahmen optimiert. Eine Vorvermietungsquote
von mindestens 60 Prozent ist Voraussetzung für solche Aktivitäten. Die Qualität des
Bestandsportfolios wird damit kontinuierlich erhöht. Zu den Erfolgen im Geschäftsjahr
2010 gehört unter anderem die Vermietung von knapp 13 000 Quadratmetern Hallenfläche
in Braunschweig an die Alstom Transport Deutschland GmbH. Aurelis saniert die denkmalgeschützte
Halle zurzeit komplett. Im zweiten Quartal 2011 wird der Mieter einziehen. HOCHTIEF Property Management*HOCHTIEF Property Management ist für Immobilieninvestoren als Vertreter der Eigentümerinteressen
tätig und einer der führenden Anbieter der Branche in Deutschland. Die Gesellschaft
trägt dazu bei, die Renditen von Immobilieninvestments nachhaltig zu erhöhen. Aufgrund
der Vernetzung im Konzern kann die Gesellschaft für HOCHTIEF-Kunden maßgeschneiderte
Angebote für alle Phasen des Lebenszyklus erstellen.
*
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hochtief-solutions.de.
Im Berichtsjahr hat der Kunde Deka Immobilien der HOCHTIEF-Tochter zusätzliche Projekte
anvertraut. Dazu zählen mit insgesamt 58 000 Quadratmetern das Daimler-Logistikzentrum
in Bremen sowie das Hamburger Büro- und Geschäftshaus conSENSE7. Letzteres wurde von
HOCHTIEF Projektentwicklung realisiert. Darüber hinaus hat HOCHTIEF Property Management
von RREEF, der Immobilientochter der Deutschen Bank, weitere Aufträge erhalten. So
übernimmt unsere Tochtergesellschaft unter anderem künftig treuhänderische Eigentümeraufgaben
für vier Pflegeheime und Häuser für betreutes Wohnen in Gladbeck, Göttingen sowie
in der Nähe von Hannover. Weitere Bestandskunden haben 2010 ihre Aufträge verlängert
und teilweise deutlich erweitert. Dies ist ein Indiz für gesteigerte Kundenzufriedenheit. Im Produktmarktsegment Wohnimmobilien erhielt HOCHTIEF Property Management von dem
langjährigen Kunden Allianz eine Auftragserweiterung: Ab sofort ist die Gesellschaft
für die kommenden sieben Jahre neben dem Property-Management und der Vermietung auch
für die Objektstrategie und das Budget der insgesamt 6 000 Mietwohnungen des Versicherers
verantwortlich. Mit dem Einzelhandelsspezialisten COMFORT gründete HOCHTIEF Property Management bereits
im Jahr 2009 die CORUS Centermanagement GmbH, die ein qualifiziertes Management für
Handelsimmobilien anbietet. Die neue Gesellschaft startete 2009 mit dem Center- und
Property-Management beim Einkaufszentrum Sevens in Düsseldorf. Mit dem Louisen-Center
in Bad Homburg konnte CORUS seine Aktivitäten 2010 auch auf das Rhein-Main-Gebiet
ausdehnen. Zu den Kennzahlen des Unternehmensbereichs HOCHTIEF Real EstateBei Auftragseingang und Leistung konnten die Vorjahreszahlen nicht wieder erreicht
werden. Ein deutlicher Rückgang war bei der Immobilienentwicklung zu verzeichnen. Dies ist
auf die selektive Auftragshereinnahme zurückzuführen, mit der HOCHTIEF Projektentwicklung
auf die schwierige Marktsituation reagiert. Bei HOCHTIEF Property Management wurde der Auftragseingang mehr als verdoppelt. Dieser
Anstieg resultierte im Wesentlichen aus Auftragserweiterungen und -verlängerungen
von bereits bestehenden Kundenaufträgen. Der Auftragsbestand erreichte das Vorjahresniveau und liegt lediglich um 2,7 Mio.
unter dem Wert von 2009. Das betriebliche Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um acht Mio. Euro oder 15
Prozent auf 61,2 Mio. Euro. Dieses Ergebnis ist wesentlich durch die erfreuliche Ergebnisentwicklung
der Beteiligung aurelis beeinflusst. Gegenüber dem Vorjahr führte ein steigendes Volumen
von Projekten in der Realisierungsphase zu einer höheren Zinsbelastung und damit zu
einem um zirka vier Mio. Euro schlechteren Finanzergebnis. Mit einem Zuwachs um 4,1
Mio. Euro liegt das Ergebnis vor Steuern aber dennoch weiterhin deutlich über Vorjahr. Die Investitionstätigkeit lag 2010 bei vier Mio. Euro und verringerte sich aufgrund
der niedrigen Eigenkapitalzahlungen in Joint Ventures um 14,6 Mio. Euro gegenüber
dem Vorjahr. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl sank gegenüber dem Vorjahr um 53 Mitarbeiter.
Wesentlicher Grund ist eine Kapazitätsanpassung bei HOCHTIEF Property Management. AusblickDer Unternehmensbereich HOCHTIEF Real Estate wird 2011 seine Geschäftstätigkeit erfolgreich
fortsetzen. In den Büromietmärkten rechnet HOCHTIEF Real Estate für das Jahr 2011 mit einer anhaltend
positiven Marktentwicklung. An den Investmentmärkten wird ein leichter Anstieg der
Immobilientransaktionen prognostiziert. Durch die hohe Anzahl an marktreifen Projekten
und die Konzentration auf die Kern- und Wachstumsfelder erwartet der Unternehmensbereich
eine positive Entwicklung für 2011. Im laufenden Geschäftsjahr wird sich aurelis insbesondere darauf konzentrieren, Fortschritte
bei der Baurechtsbeschaffung für Großprojekte zu erzielen, um den Wert der Assets
zu erhöhen. Die Qualität des Bestandsportfolios soll durch die Akquisition langfristiger
Mietverträge und Sanierungsmaßnahmen weiter aufgewertet werden. Unternehmensbereich HOCHTIEF Real Estatescroll
Aufgrund der positiven Entwicklung von aurelis in den zurückliegenden drei Jahren
haben wir unsere strategischen und wirtschaftlichen Ziele bereits vorzeitig erreicht.
Von dem entstandenen Unternehmenswert wollen wir profitieren und die Beteiligungsgesellschaft
bereits 2012, und damit ein Jahr früher als geplant, veräußern. Für HOCHTIEF Property Management erwartet der Unternehmensbereich eine verbesserte
Ertragssituation gegenüber dem Vorjahr. Dazu werden zum einen organisatorische Maßnahmen
umgesetzt und zum anderen wird sich die Gesellschaft bei der Akquisition von Aufträgen
auf ertragsstarke Projekte konzentrieren. Der Unternehmensbereich plant aufgrund der positiven Entwicklung im Berichtsjahr,
auch 2011 ein gutes Ergebnis vor Steuern zu erzielen, das über dem Vorjahreswert liegen
wird. Die in dem Unternehmensbereich enthaltenen Gesellschaften HOCHTIEF Projektentwicklung
mit allen ausländischen Beteiligungsgesellschaften, HOCHTIEF Property Management und
aurelis Real Estate werden ihre Geschäftstätigkeit ab 2011 unter dem Dach der neu
gegründeten HOCHTIEF Solutions AG erfolgreich weiterführen. Zusammen mit den Gesellschaften
von HOCHTIEF Services und HOCHTIEF Europe bilden sie die neue Division HOCHTIEF Europe,
in der die Leistungen noch besser vernetzt werden. Unternehmensbereich HOCHTIEF Services
Zum Unternehmensbereich HOCHTIEF Services gehören unsere Gesellschaften HOCHTIEF Facility
Management und HOCHTIEF Energy Management. Bei beiden Unternehmen entwickelten sich
die Auftragseingänge positiv. Dazu führte unter anderem das bei immer mehr Firmen
während der Wirtschaftskrise gewachsene Interesse an Outsourcing-Projekten und Energie-Contracting-Lösungen.
Darüber hinaus konnten die Gesellschaften mehrere große Aufträge verlängern. Trotzdem
gelang es nicht, die Folgen der Wirtschaftskrise komplett zu kompensieren und das
Vorjahresergebnis zu erreichen. HOCHTIEF Facility Management*Die Strategie von HOCHTIEF Facility Management, national und international Outsourcing-Projekte
zu übernehmen, erwies sich 2010 erneut als zielführend. Dabei konzentriert sich das
Unternehmen in erster Linie auf hochwertige Projekte und integriert anspruchsvolle
Leistungen in das eigene Leistungsportfolio. Für den Erfolg dieser Aktivitäten steht
zum Beispiel der Auftrag des Vorwerk-Konzerns, in zwei Werken sowie der Hauptverwaltung
in Wuppertal das technische Facility-Management zu übernehmen. Weiterhin übernimmt
HOCHTIEF zwei Geschäftssparten von Honeywell Building Solutions. Eine Sparte beschäftigt
sich mit Instandhaltungsservice im Bereich Kälte- und Klimatechnik, die andere übernimmt
Facility-Management-Leistungen für Labore und Reinräume, Finanzdienstleister, Handel,
den öffentlichen Sektor und Flughafenbetreiber. Als ideale Ergänzung des Portfolios von HOCHTIEF Facility Management wurden mit Wirkung
zum 31. Dezember 2010 fünf Projekte aus dem Bereich Soziale Infrastruktur von HOCHTIEF
Concessions erworben, bei denen das Unternehmen langjährige Facility-Management-Leistungen
erbringt. Damit stärkt unsere Tochtergesellschaft ihre Position als Partner der öffentlichen
Hand.
*
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www. hochtief-solutions.de.
Weichen auf noch mehr Effizienz gestelltIm Berichtsjahr entwickelte HOCHTIEF Facility Management eine neue, verschlankte Organisationsstruktur,
die zum 1. Januar 2011 in Kraft trat. Sie soll durch mehr Transparenz und Kundenorientierung
die Position der Gesellschaft in einem immer härteren Wettbewerbsumfeld stärken und
ausbauen. Zwei statt sieben regionale Einheiten sind seitdem für das operative Geschäft
verantwortlich - mit einem deutlich vergrößerten Aktionsradius. Gleichzeitig haben
wir die Leistungen von HOCHTIEF Facility Management und HOCHTIEF Energy Management
weiter verzahnt, um den beiden Schwestergesellschaften mehr Potenzial zu eröffnen. ProjektbeispieleFlughäfenIm Frühjahr 2010 übernahm HOCHTIEF das Facility-Management am Bahrain International
Airport. Dazu hat das Unternehmen mit einem Partner ein Joint Venture gegründet. Dieses
ist für den operativen Betrieb aller technischen Anlagen und die Infrastruktur des
Flughafens verantwortlich. Zu den technischen und infrastrukturellen Dienstleistungen,
die erbracht werden, gehören beispielsweise Betrieb und Wartung von Gebäudetechnik
und Fluggastbrücken sowie die Reinigung. Außerdem verantwortet HOCHTIEF Facility Management
die sensible Infrastruktur des Vorfeldbereichs sowie der Start- und Landebahnen. Bei
der Vergabe des Auftrags mit einem Volumen von zirka 85 Mio. Euro für die ersten sechs
Jahre profitierte das Unternehmen von seinen Erfahrungen im Facility-Management, wie
zum Beispiel beim Airport in Athen. Büro-/VerwaltungsgebäudeIn Frankfurt erhielt die HOCHTIEF-Gesellschaft den Auftrag, das technische und infrastrukturelle
Facility-Management sowie das Energiemanagement für den Tower 185 zu übernehmen. Dabei
werden zunächst die Energieverbrauchsdaten erhoben und ausgewertet. Anschließend wird
das Facility-Management auf die Ergebnisse zugeschnitten. Die Rohbauarbeiten hatte
im Vorfeld die Schwestergesellschaft HOCHTIEF Construction ausgeführt. HOCHTIEF Facility Management hat im November 2010 den Auftrag erhalten, im Frankfurter
Bürogebäude Prisma für fünf Jahre das technische Facility-Management zu übernehmen.
Die Büroimmobilie wurde als ganzheitliches, ökologisches Gebäude auf Niedrigenergiestandard
entwickelt. Die HOCHTIEF-Gesellschaft wird im Prisma unter anderem für die Gebäudeleittechnik
verantwortlich sein. Außerdem wird eine 24-Stunden-Servicebereit-schaft angeboten.
Das Prisma wurde von HOCHTIEF Projektentwicklung konzipiert und von HOCHTIEF Construction
gebaut. HOCHTIEF Property Management verwaltet die Immobilie. Ab 1. März 2011 übernimmt HOCHTIEF mit einem Partner für acht Jahre das gesamte Facility-Management
der 21 Münchener Verwaltungsimmobilien des Versicherungskonzerns Munich Re. Dazu entstand
die Betreibergesellschaft "FM Go!", an der wir mit 74,9 Prozent beteiligt sind. Das
neue Unternehmen wird die technischen Anlagen instand halten, modernisieren und sanieren.
Das Auftragsvolumen für HOCHTIEF beläuft sich auf mehr als 100 Mio. Euro. IndustrieDer Automobilzulieferer Continental, ein langjähriger Kunde von HOCHTIEF Energy Management,
steht seit 2010 auch auf der Kundenliste von HOCHTIEF Facility Management. Aufgabe
ist es unter anderem, mit einer 24-Stunden-Servicebereitschaft das komplexe technische
Facility-Management entlang der Produktions- und Entwicklungsprozesse zu gewährleisten.
Zu den Leistungen gehört es außerdem, die Produktion mit Druckluft zu versorgen, die
haustechnischen Anlagen zu steuern, instand zu halten und zu warten sowie das Abfallmanagement
zu übernehmen. Sport- und VeranstaltungsstättenAnfang 2010 wurden die Facility-Management-Aufträge für die beiden Hamburger Multifunktionshallen
O2 World Hamburg und Volksbank Arena um fünf Jahre verlängert. Zusätzlich wird HOCHTIEF
Energy Management die Energiekosten der O2 World auf Basis eines zehnjährigen Energie-Contracting-Vertrags
nachhaltig optimieren. HotelsDie bereits seit mehr als zehn Jahren andauernde Kooperation unserer Gesellschaft
mit dem Marriott Hotel am Münchener Flughafen geht zunächst bis Ende 2011 weiter.
Für die Zeit danach hat unsere Tochtergesellschaft mit dem Auftraggeber eine Option
auf eine weitere Zusammenarbeit vereinbart. In dem Hotel ist HOCHTIEF Facility Management
nicht nur für die gesamte Gebäudetechnik verantwortlich, sondern sorgt darüber hinaus
für den optimalen technischen Zustand und die einwandfreie Funktion der Gästezimmer
und Konferenzräume. Soziale InfrastrukturIm Berichtsjahr erhielt die Gesellschaft vom hessischen Immobilienmanagement den Auftrag,
das Gebäudemanagement für weitere öffentliche Gebäude in Hessen zu übernehmen. Damit
betreut HOCHTIEF Facility Management für das Bundesland annähernd 100 Immobilien.
Dazu gehören zum Beispiel Gerichtsgebäude, Polizeistationen und Finanzämter. HOCHTIEF Energy Management*Unsere Tochtergesellschaft konzentriert sich darauf, die Effizienz der Energieanlagen
ihrer Kunden zu erhöhen und damit deren Betriebskosten zu optimieren. Außerdem stellt
das Unternehmen Energie und Produktionsmedien wie Wärme, Kälte, Raum- und Druckluft,
Strom, Licht oder Wasser zur Verfügung. Für die von HOCHTIEF Energy Management realisierten
Projekte entwickelt das Unternehmen auch entsprechende Finanzierungslösungen. Zusätzlich
werden Anlagen betrieben und überwacht sowie der Energieverbrauch kontinuierlich überprüft.
Im Geschäftsjahr 2010 hat die Gesellschaft zudem ihre Aktivitäten im Bereich Licht-Contracting
verstärkt.
*
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hochtief-solutions.de.
Renommierten Preis gewonnenHOCHTIEF Energy Management erhielt im Berichtsjahr den European Energy Service Award in der Kategorie Beleuchtung. Den Preis der European Energy Service Initiative gab es für das innovative Beleuchtungskonzept im Staatstheater Hannover. HOCHTIEF hat dort durch moderne LED-Technik die Energiekosten der Lichtanlage um bis zu 80 Prozent reduziert. Durch die optimierte Gebäudetechnik gelang es den Energieexperten zusätzlich, den jährlichen CO2 -Ausstoß des Theaters um mehr als 1 000 Tonnen zu verringern. ProjektbeispieleMarktsegment Energieeinspar-ContractingIm März 2010 übernahm HOCHTIEF für zehn Jahre das Energieeinspar-Contracting für acht Standorte der Postbank. HOCHTIEF Energy Management hat sich vertraglich verpflichtet, die Energiekosten um 15 Prozent pro Jahr zu senken und dafür zu sorgen, dass sich die CO2 -Emissionen jährlich um 4 500 Tonnen verringern. Diese Ziele erreicht unsere Gesellschaft unter anderem durch neue Heizungsanlagen, optimierte raumlufttechnische Anlagen sowie eine modernisierte Gebäudeleittechnik. Außerdem wird HOCHTIEF Energy Management den Betrieb der Heizungs- und Lüftungsanlagen zentral überwachen, steuern sowie optimieren, um die Energieeffizienz weiter zu erhöhen. Im Juli 2010 verlängerten HOCHTIEF Energy Management und der Automobilzulieferer Continental ihre seit neun Jahren bestehende Zusammenarbeit am Standort Hannover-Stöcken. In dieser Zeit gelang es, die Energiekosten des Werks um zirka 2,6 Prozent pro Jahr zu senken. Der CO2 -Ausstoß ging um etwa 28 000 Tonen zurück. Zu diesem Erfolg führten die modernisierten Leitungsnetze und der Betrieb der Energietechnik durch HOCHTIEF Energy Management. Die im April 2010 vereinbarte Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Bethel Berlin soll zu Energieeinsparungen von mehr als 20 Prozent und einem um 600 Tonnen verringerten CO2 -Ausstoß pro Jahr führen. Außerdem garantiert der Vertrag dem Kunden eine Energiekostenersparnis von über 110.000 Euro jährlich. Diese Vorgaben werden beispielsweise durch neue Lüftungs- und Kühlungstechnik, energiesparende Beleuchtung und moderne Schwimmbadtechnik erreicht. Seit 2005 versorgt HOCHTIEF Energy Management die Heidemolkerei in Elsdorf bei Bremen
mit Energie. Im November 2010 verlängerten die Partner die Kooperation um weitere
15 Jahre. Außerdem wird unsere Gesellschaft für den Kunden eine neue Energiezentrale
bauen und betreiben. Eine Kraft-Wärme-Kälte-Koppelungsanlage soll dann Produktionsmedien
wie Strom, Dampf und Kälte erzeugen. Zusätzlich wird eine Versorgungsanlage, die effizient
Druckluft herstellt, installiert. Zu den Kennzahlen des Unternehmensbereichs HOCHTIEF ServicesDer Auftragseingang des Unternehmensbereichs HOCHTIEF Services lag mit einem Anstieg
um 44,5 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert. Neue Akquisitionen im Inland wie
auch Vertragsverlängerungen im Bereich HOCHTIEF Energy Management haben zu dieser
positiven Entwicklung beigetragen. Sowohl die Leistung als auch der Bereichsumsatz wurden im Berichtszeitraum gegenüber
dem Vorjahreswert erhöht, was im Wesentlichen auf das anlaufende Geschäft in Bahrain
zurückzuführen ist. Der Auftragsbestand stieg im Vorjahresvergleich um 32,7 Prozent. Das betriebliche Ergebnis sowie das Ergebnis vor Steuern erreichten das hohe Vorjahresniveau
nicht. Dies begründet sich vor allem durch den Rückgang des Geschäfts mit Großkunden
sowie den Wegfall der korrespondierenden Zusatzleistungen. Unternehmensbereich HOCHTIEF Servicesscroll
Die Zahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr
um 3,6 Prozent. Einem Anstieg der Mitarbeiterzahl im Ausland durch Neuprojekte stand
ein Rückgang in Deutschland gegenüber. AusblickDer Unternehmensbereich richtet die Organisationsstruktur von HOCHTIEF Facility Management
in Deutschland neu aus. Ziel ist es, sich mit einer optimierten Aufstellung in einer
regionalen, einer kundenorientierten und einer geschäftsfeldorientierten Struktur
auf die Markterfordernisse bestmöglich einzustellen und die Geschäftskosten nachhaltig
zu senken. Damit sollen die zunehmenden Marktchancen, die sich bereits in der weit
überdurchschnittlichen Entwicklung des Auftragseingangs und des Auftragsbestands zeigen,
noch besser erschlossen werden. Weiterhin wird der Unternehmensbereich seine erfolgreiche Internationalisierungs-
und Outsourcing-Strategie auf dem wachstumsträchtigen Markt für Facility-Management
konsequent fortsetzen. Die Gesellschaften HOCHTIEF Facility Management sowie HOCHTIEF
Energy Management tragen seit 2011 mit ihren Leistungen zur Wertschöpfung der neu
gegründeten HOCHTIEF Solutions AG bei. Hier werden Planung, Bau und Betrieb noch besser
vernetzt und in Marktsegmenten wie Infrastruktur oder Energie weitere Potenziale sowie
Märkte erschlossen. Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Services erwartet für 2011 ein Ergebnis vor Steuern
oberhalb des Vorjahreswerts. Risikobericht
Risikomanagement im KonzernRisikomanagement steht bei HOCHTIEF für sämtliche organisatorischen Prozesse, durch
die Risiken identifiziert sowie geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung entwickelt
und umgesetzt werden. Als Risiken gelten alle Entwicklungen, die sich negativ auf
das Erreichen der qualitativen und quantitativen Unternehmensziele, insbesondere auf
das Ergebnis und die Liquidität, auswirken können. Bei HOCHTIEF ist Risikomanagement ein wesentlicher Erfolgsfaktor und gehört zu den
integralen Bestandteilen des Managementsystems. Das Risikobewusstsein der Mitarbeiter
wird durch ständig optimierte organisatorische Prozesse auf allen Ebenen, informationstechnologische
Systeme und offene Kommunikation im Konzern zielgerichtet optimiert. Konzernweites RisikofrüherkennungssystemEine konzernweit gültige und jedem Mitarbeiter zugängliche Richtlinie regelt einheitlich
den Umgang mit Risiken. Die Unternehmensbereiche haben zur Ergänzung der Konzernrichtlinien
eigene, speziell für ihren Bereich entwickelte Organisationsanweisungen erstellt.
Die im Vorjahr zu Beginn der Finanzkrise verstärkte Betrachtung von Liquiditätsrisiken
hat sich bewährt und wird fortgesetzt. Die Konzernrevision prüft und beurteilt ergänzend die Einhaltung der Vorgaben und
Wirksamkeit der installierten Systeme und Prozesse. Die Ergebnisse dieser Prüfungen
werden herangezogen, um die Risikofrüherkennung und -steuerung zu optimieren. Die Risiken werden dreimal im Jahr zusammen mit den Prognosen vor Ort erhoben und
die Informationen von unten nach oben bis auf die Konzernebene verdichtet. Durch diese
Vorgehensweise werden alle Verantwortlichen auf allen Ebenen der Unternehmenshierarchie
miteinbezogen. Die Risikomeldung enthält die potenzielle Schadenshöhe, die Eintrittswahrscheinlichkeit,
die Risikokategorie, den möglichen Eintrittszeitpunkt und bereits getroffene Maßnahmen
zur Abwendung. Über diese quantitative Risikodarstellung hinaus ist es HOCHTIEF besonders
wichtig, dass die Risiken im Management offen diskutiert werden. Zu diesem Zweck ist
ein Steuerungskreis Risikomanagement etabliert worden, dem Vertreter aller Unternehmensbereiche
und Konzernabteilungen angehören. Dieses Forum betrachtet die gemeldeten Risiken sowohl
aus Sicht der Unternehmensbereiche als auch aus Sicht der Holding. Dabei werden konkrete
Gegensteuerungsmaßnahmen koordiniert und verabschiedet. Die Ergebnisse des Steuerungskreises
werden durch die Konzernabteilung Controlling für den Vorstand aufbereitet. Der Risikobericht
wird anschließend im Vorstand beraten und verabschiedet. Die Risikosituation wird
turnusmäßig in den Sitzungen des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats erörtert. Im Risikofrüherkennungssystem von HOCHTIEF ist der Investitionsausschuss ein wesentliches
Element zur Vermeidung von Risiken. Dieses Gremium stellt sicher, dass alle Beteiligungen
und Investitionen nach einheitlichen und anerkannten Grundsätzen beurteilt und nur
bei Erfüllung der strengen Kriterien genehmigt werden. Zeitgleich mit den Risiken werden in der Planungs- und Prognoseberichterstattung die
Chancen von HOCHTIEF an den Vorstand berichtet. Eine Saldierung von Chancen und Risiken
findet nicht statt. ![]() Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den RechnungslegungsprozessDie Richtigkeit und Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung des Konzerns ist sowohl
für die Entscheidungen des Managements als auch für die Informationsversorgung der
Anleger und die kreditgewährenden Banken von hoher Wichtigkeit. Im HOCHTIEF-Konzern
wird den aus dem Konzernrechnungslegungsprozess resultierenden Risiken auf verschiedene
Weise Rechnung getragen. So wird jährlich eine IFRS-Bilanzierungsrichtlinie auf Basis
der aktuell gültigen IFRS-Vorschriften erstellt, um die konzerneinheitliche Bilanzierung
und Bewertung zu gewährleisten. Zusätzlich wird für die deutschen Konzerngesellschaften
eine jährlich aktualisierte HGB-Buchungsrichtlinie erstellt. Die Bilanzierung von Finanzinstrumenten und von latenten Steuern erfolgt in enger
Abstimmung mit den Konzernabteilungen Finanzen und Steuern, um auch in diesen Bereichen
die Richtigkeit der verarbeiteten Zahlen zu gewährleisten. Die Bewertung derivativer
Finanzinstrumente wird zudem seit 2009 durch ein im Industrie- und Bankensektor etabliertes
und von unserem Wirtschaftsprüfer abgenommenes Treasury-Management-System unterstützt. Für die EDV-gestützte Erstellung des Konzernabschlusses sind systemseitige Plausibilisierungen
implementiert, sodass die korrekte Durchführung von Kapital-, Schulden-, Aufwands-
und Ertragskonsolidierung gewährleistet ist. Soweit dennoch in Einzelfällen Unstimmigkeiten
bestehen sollten, werden diese von der Konzernzentrale im Zuge der Konsolidierung
geklärt. Des Weiteren verfügt das im Konzern eingesetzte Konsolidierungssystem über
ein Zugriffsberechtigungssystem. Dadurch ist gewährleistet, dass die jeweils verantwortlichen
Mitarbeiter nur auf die für sie relevanten Daten zugreifen können. Das Konsolidierungssystem
wurde von der internen Revision einer Prüfung unterzogen. Zudem prüft die interne
Revision konzernweit interne Kontroll-, Führungs- und Überwachungssysteme in allen
Geschäftsbereichen mittels eines risikoorientierten Prüfungsansatzes und beachtet
dabei insbesondere die einheitliche Anwendung der bestehenden Richtlinien nach IFRS
und HGB. Risikosituation im KonzernUm das Gesamtrisiko des Konzerns zu ermitteln, werden die Erwartungswerte der Einzelrisiken
addiert und in Relation zu dem prognostizierten beziehungsweise geplanten Ergebnis
gesetzt. Die Erwartungswerte der Risiken werden auf Konzernebene zusätzlich nach Unternehmensbereichen
und Risikokategorien aggregiert. Der Steuerungskreis beurteilt Wechselwirkungen zwischen
Einzelrisiken und berücksichtigt dies bei der Quantifizierung. Der unterjährig fortlaufende
Vergleich der Risikosituationen führt zu einer hohen Transparenz bei Veränderungen
in der Risikostruktur. Für das Geschäftsjahr 2010 bestanden keine den Fortbestand des Konzerns gefährdenden
Risiken. Das quantifizierbare, durchschnittliche Gesamtrisiko des Konzerns lag gegenüber
dem Vorjahr nahezu unverändert bei weniger als zwölf Prozent des Ergebnisses vor Steuern.
Identifizierte Liquiditätsrisiken können durch die vorhandenen Finanzmittelbestände
ausgeglichen werden. Vor diesem Hintergrund ist eine bestandsgefährdende Beeinträchtigung
der zukünftigen Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage nicht zu erwarten. ![]() Die konjunkturelle Erholung der Weltwirtschaft spiegelt sich in den Veränderungen
der Risikostruktur von HOCHTIEF wider. Der Anteil der Projekt- und Vertragsrisiken
beträgt für den Berichtszeitraum 55 Prozent (Vorjahr 40 Prozent) am quantifizierbaren
Gesamtrisiko. Die Markt- und Finanzrisiken sind auf einen Anteil von 23 Prozent (Vorjahr
45 Prozent) zurückgegangen, die Beteiligungsrisiken machen etwa 21 Prozent (Vorjahr
zehn Prozent) des Gesamtrisikos aus. Der Anteil der Personal- und internen Risiken
ist um zirka vier Prozentpunkte auf ein Prozent gesunken. Projekt- und VertragsrisikenProjekt- und Vertragsrisiken erwachsen im Wesentlichen aus dem klassischen Baugeschäft
von HOCHTIEF Americas, HOCHTIEF Asia Pacific und HOCHTIEF Europe. Zudem sind HOCHTIEF
Real Estate bei der Abwicklung von Immobilienentwicklungen und die PPP-Projekte von
HOCHTIEF Concessions betroffen. In einem strukturierten Prozess werden Akquisitionen von Beteiligungen, Investitionen
in Immobilien, Projektentwicklungen sowie PPP- und Outsourcing-Projekte einer sorgfältigen
Prüfung unterzogen. Projekte ab einer bestimmten Größenordnung oder Risikostufe müssen
diesen Genehmigungsprozess ebenso durchlaufen. HOCHTIEF legt dabei Wert auf praxisnahe und wirksame Mechanismen. Für die Projektentwicklungen
von HOCHTIEF ist zum Beispiel vor Baubeginn und in Einzelfällen auch vor Grunderwerb
eine dem Projekt angemessen hohe Vorvermietungs- beziehungsweise Vorverkaufsquote
vorgeschrieben. Unsere australische Tochtergesellschaft Leighton legt ebenfalls umfangreiche projektspezifische
Vorgaben zugrunde, um Angebote zu bearbeiten und zu genehmigen. Sämtliche Projekte
und deren Risikostruktur werden von speziellen Komitees analysiert. Diese Fachgremien
entscheiden darüber, ob ein Projekt genehmigt, nur unter Auflagen bewilligt oder abgelehnt
wird. In Australien ereignete sich zum Jahreswechsel 2011 eine Flutkatastrophe, von
der große Teile Queenslands und des nördlichen New South Wales betroffen waren. Überflutete
Minen und zerstörte Infrastruktur haben Teile des Kohlenbergbaus in der Region zum
Erliegen gebracht. Neben dem Contract-Mining-Geschäft von Leighton waren auch Projekte
im Infrastrukturbereich von dieser Umweltkatastrophe betroffen. Produktionsausfälle
im Contract-Mining werden, wie in der Vergangenheit bei ähnlichen Betriebsunterbrechungen,
erfahrungsgemäß wieder aufgeholt. Unsere US-Tochtergesellschaften Turner und Flatiron legen in ihren Entscheidungsgremien
- wie zum Beispiel dem Contract Review Committee - unter Berücksichtigung marktspezifischer
Besonderheiten ähnliche Kriterien zugrunde. Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Europe
unterzieht ebenfalls alle Akquisitions- und Angebotsprojekte einer Risikoklassifizierung.
Alle Angebote werden von einem mit kompetenten Fachleuten besetzten Angebotskomitee
beurteilt. Risikoauditoren begleiten Projekte von der Angebotsbearbeitung über den
Vertragsabschluss bis zur Übergabe an den Kunden. Zusätzlich prüft die interne Revision
laufend nationale und internationale Projekte auf technische, kaufmännische sowie
rechtliche Risiken. Das Ergebnis im deutschen Hochbau ist auch weiterhin durch Restrukturierungsmaßnahmen
belastet. Das Risiko aus der Restabwicklung alter Verlustprojekte ist nachhaltig gesunken.
Die neuen Aufträge weisen neben einer verbesserten Marge auch eine angemessen faire
Risikoverteilung auf. Das Vorliegen verbindlicher Nachunternehmerangebote für Schlüsselgewerke
und Material ist die unbedingte Voraussetzung für die Genehmigung von Projekten. Das
Risiko von Preissteigerungen wird durch entsprechende Preisgleitklauseln reduziert.
Diese Vorgehensweise unterstützt die Zielsetzung, auf der Basis partnerschaftlicher
Vertragsmodelle das Risiko im klassischen Baugeschäft weiter zu reduzieren. Trotz
dieser Maßnahmen lassen sich auch künftig Kalkulationsrisiken, insbesondere bei Großprojekten
mit mehrjähriger Laufzeit, nicht völlig ausschließen. Obwohl HOCHTIEF mit einigen Geschäftspartnern hohe Umsätze generiert, besteht keine
Abhängigkeit von einem einzelnen Kunden oder Lieferanten. Durch die Bonitätsprüfung
der Kunden und durch die Absicherung von Zahlungsansprüchen durch Bürgschaften wird
das Ausfallrisiko reduziert. Das Beschaffungsmanagement von HOCHTIEF stellt sicher,
dass ausschließlich leistungsfähige Partner ausgewählt werden. Ständige Marktbeobachtung
und enge Kontakte zu Lieferanten und Institutionen stellen sicher, dass wir Veränderungen
im Beschaffungsmarkt zeitnah erkennen und entsprechend reagieren können. Das Ergebnis eines Projekts, zum Beispiel im Tunnelbau, kann während der Ausführungsphase
durch unerwartete und von der Ausschreibung abweichende geologische Verhältnisse negativ
beeinflusst werden. Die Wirtschaftlichkeit hängt dann davon ab, inwieweit sich Nachtragsforderungen
gegenüber dem Auftraggeber durchsetzen lassen. Üblicherweise ist vertraglich geregelt,
welche Risiken beim Auftraggeber liegen. Risiken für HOCHTIEF ergeben sich, wenn Nachträge
nicht realisierbar sind. Zusätzlich besteht in der Ausführungsphase von Projekten
das Risiko, dass ambitionierte Fertigstellungstermine nicht eingehalten werden können.
Falls der Zeitverzug HOCHTIEF anzulasten ist, kann das zu einer Vertragsstrafe wegen
Terminüberschreitung führen. Konsequentes Projektmanagement und Nachunternehmerbürgschaften
reduzieren die Gefahr von Gewährleistungsrisiken. Regelmäßige Nachkontrollen und bei
Bedarf abgeschlossene Wartungsverträge sind unterstützende Maßnahmen zur Risikominimierung. Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und Ansprüchen DritterUnser Unternehmen verfolgt das Ziel, gerichtliche Auseinandersetzungen so weit wie
möglich zu vermeiden. HOCHTIEF ist dennoch zwangsläufig in verschiedene nationale
und internationale Gerichts- und Schiedsverfahren involviert. Der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten
lässt sich nur schwer vorhersagen. Wir gehen davon aus, dass für laufende Verfahren
in hinreichendem Umfang bilanzielle Vorsorge getroffen wurde. Unser Compliance-Programm reduziert Risiken von Kartell- und Korruptionsverstößen.
Compliance im Sinne von Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen
Richtlinien ist bei HOCHTIEF eine wesentliche Leitungsaufgabe. In verschiedenen Konzernrichtlinien
und Rundschreiben werden die gesetzlichen Bestimmungen näher erläutert und konkretisiert.
Jeder Mitarbeiter ist aufgefordert, in seinem Verantwortungsbereich aktiv an der Umsetzung
des Compliance-Programms mitzuwirken. Das Programm wird regelmäßig überprüft und bei
Bedarf angepasst. Risiken aus BeteiligungenDer Verkauf und Erwerb von Beteiligungen ist mit Risiken und Unsicherheiten verbunden.
Die in unseren Prognosen unterstellten Beteiligungsveräußerungen können aufgrund verschiedener
Faktoren wesentlich von unseren Erwartungen abweichen. Hierzu zählen insbesondere
die Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, die Entwicklung an den Finanzmärkten
und die Wettbewerbssituation. Bei der Veräußerung von Anteilen an unserer Tochtergesellschaft HOCHTIEF do Brasil
wurden für bestimmte laufende Projekte Garantien ausgestellt. Eine Inanspruchnahme
dieser Garantien ist bei negativem Bauverlauf nicht auszuschließen. Für diesen Fall
haben wir eine bilanzielle Vorsorge getroffen. Bei Minderheitsgesellschaften, zu denen in erster Linie unsere Flughafenbeteiligungen
und Anteile an Konzessionsgeschäften gehören, gibt es keine gesetzliche Handhabe für
einen direkten Zugriff auf das Risikomanagementsystem der Beteiligung. Dennoch fordert
HOCHTIEF auch bei diesen Gesellschaften ein funktionierendes Risikomanagementsystem
ein. Alle im Beteiligungscontrolling vorhandenen relevanten Informationen werden gemeldet
und im zentralen IT-System erfasst. Naturkatastrophen, wie beispielsweise die 2010 aufgetretene Aschewolke, bergen das
Risiko eines Umsatzrückgangs und können die Ertragsentwicklung der Beteiligungsflughäfen
ebenso negativ beeinflussen wie ausbleibendes Wachstum durch weltwirtschaftliche Abschwächung.
Wirtschaftliche Schwierigkeiten von Fluglinien an den jeweiligen Beteiligungsflughäfen
können zu Forderungsausfällen führen. Aus den Konzessionsprojekten, die in der Regel eine sehr lange Laufzeit haben, ergeben
sich spezifische Risiken, unter anderem aus der Abschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung
sowie der Kalkulation der Betriebs- und Instandhaltungsaufwendungen. Bei Konzessionsprojekten
im Infrastrukturbereich garantiert HOCHTIEF entweder eine bestimmte Verfügbarkeit
oder übernimmt das Risiko aus dem zukünftigen Verkehrsaufkommen selbst. Sollte sich
das Verkehrsaufkommen geringer als kalkuliert entwickeln, kann sich dies auf den Wert
der Konzession negativ auswirken. Die Impairmenttests zum Nachweis der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte
haben auch 2010 keinen Abschreibungsbedarf ergeben. Wir können für die Zukunft nicht
ausschließen, dass in Einzelfällen Wertberichtigungen auf unsere Beteiligungen notwendig
sein werden. Die Marktentwicklung im Mittleren und Nahen Osten sowie mögliche Auswirkungen
auf die Werthaltigkeit von Beteiligungsansätzen wird kritisch und zeitnah beobachtet. MarktrisikenDurch die schrittweise Erholung der weltweiten Finanzkrise sind die Marktrisiken auch
bei HOCHTIEF bemerkbar zurückgegangen. Dennoch besteht weiterhin ein gesamtmarktwirtschaftliches
Risiko aus dem noch teilweise geschwächten Nachfrageverhalten der Märkte. Der gesamte
Baumarkt in Europa ist im abgelaufenen Berichtsjahr zum dritten Mal in Folge geschrumpft.
Ein stabiles Bankensystem und eine belastbare Nachhaltigkeit des weltweiten Aufschwungs
sind nötig, um nachhaltiges Wachstum der Weltwirtschaft zu gewährleisten. Im amerikanischen Hochbaumarkt war nach der deutlichen Abschwächung im Vorjahr erneut
ein leichter Rückgang im Berichtsjahr erkennbar. HOCHTIEF Americas hat trotz dieses
Marktumfelds 2010 zahlreiche attraktive Aufträge gewonnen. Turner war erneut das führende
Unternehmen in den Segmenten Gesundheits- und Bildungsimmobilien und ist traditionell
kaum in dem von der Hypothekenkrise beeinflussten Wohnungsbau tätig. Das Unternehmen
realisiert einen hohen Prozentsatz seiner Projekte für staatliche und halbstaatliche
Kunden. Flatiron hat sich auf dem amerikanischen Tiefbaumarkt etabliert und konnte
im Berichtsjahr in einem stabilen Markt seine führende Stellung als Anbieter für Tiefbauleistungen
ausbauen. Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Asia Pacific ist mit unserer Tochtergesellschaft
Leighton im australischen Markt und in verschiedenen asiatischen Märkten inklusive
der Golfregion und Indien vertreten. Während in Dubai der Immobilienmarkt weiterhin
in der Krise steckt, sind die Aussichten auf Bauprojekte in Abu Dhabi, Katar, Saudi-Arabien
und Kuwait weiterhin vielversprechend. Mögliche Risiken aus Forderungen gegenüber
Auftraggebern in Dubai wurden bei der Forderungsbewertung berücksichtigt. Der Fokus
des Unternehmensbereichs ist in erster Linie auf wachstumsstarke Märkte gerichtet.
Die Nachfrage nach Rohstoffen hat sich auf einem hohen Niveau stabilisiert und wird
durch die anhaltende Nachfrage aus China nachhaltig gestützt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr
konnten Contract-Mining-Aufträge in Australien, Indien und in der Mongolei gewonnen
oder erweitert werden. Der Unternehmensbereich konnte darüber hinaus von der hohen
Nachfrage nach Infrastrukturleistungen in Australien und Asien profitieren. Durch
den hohen Auftragsbestand und die unverminderte Nachfrage erwarten wir weiterhin eine
positive Entwicklung des Unternehmensbereichs. HOCHTIEF Concessions profitierte 2010 im Geschäftsfeld Flughäfen von der guten Entwicklung
der Luftfahrtbranche, nachdem die Passagierzahlen aufgrund der weltweiten Finanz-
und Wirtschaftskrise zurückgegangen waren. Für die Zukunft erwarten wir, dass sich
die Passagierzahlen weiter erholen. Die Ausweitung des sogenannten Non-Aviation-Geschäfts
wird die Unabhängigkeit von schwankenden Passagierzahlen erhöhen. Die Projekte des
Geschäftsfelds Straßen waren im abgelaufenen Geschäftsjahr von Erdbeben und Steinschlagschäden
betroffen. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Schadensereignisse konnten jedoch durch
Versicherungen weitgehend abgedeckt werden. Die wirtschaftliche Situation Griechenlands
könnte unsere dortigen Mautprojekte unter anderem mit einer wesentlich geringer als
erwartet ausfallenden Verkehrsentwicklung belasten. Der Baumarkt in Europa hat sich im Geschäftsjahr 2010 zum dritten Mal in Folge negativ
entwickelt. HOCHTIEF Europe konnte sich diesem Trend durch Konzentration auf Projekte
mit guten Margen statt hohen Volumens entziehen. Nachhaltiges Bauen wird von den Auftraggebern
immer mehr als Urheber für messbaren Mehrwert wahrgenommen. HOCHTIEF Europe kann als
Anbieter von nachhaltigem Grünem Bauen von dieser Entwicklung profitieren. Die Strategie
der Expansion in Mittel- und Osteuropa wird weiterverfolgt. Die erfreuliche Entwicklung
der internationalen Nachfrage nutzt der Bereich zur Akquisition von ausgewählten Projekten.
Der Ausbau neuer Geschäftsfelder, wie beispielsweise Offshore-Windkraftanlagen, soll
zukünftige Ertragspotenziale für den Bereich erschließen. Die Kooperation mit anderen
HOCHTIEF-Gesellschaften wird zu weiteren ertragsstarken ganzheitlichen Lösungen entlang
der Wertschöpfungskette führen. Im Geschäftsjahr 2010 konnten sich die Märkte der Immobilienwirtschaft nach der Finanzkrise
erholen. Das Investitionsvolumen hat gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen, einhergehend
mit wieder leicht steigenden Verkaufsfaktoren. Auch der Flächenumsatz auf den Büromärkten
legte gegenüber dem Vorjahr zu. Für 2011 wird eine weitere Erholung erwartet. HOCHTIEF
Real Estate verfolgt weiterhin die Strategie der Konzentration auf hochwertige, nachhaltige
Projekte in exponierten Lagen. Der Unternehmensbereich hat den Markt aufmerksam beobachtet
und auf Nachfrageveränderungen von institutionellen Investoren reagiert. So wurde
der Wohnanteil bei den Entwicklungsprojekten erhöht, allerdings unter Beibehaltung
einer restriktiven Akquisitionspolitik. Eine hohe Vorvermietungsquote minimiert darüber
hinaus das Risiko. HOCHTIEF Services sieht sich einer verstärkten Wettbewerbssituation als Folge der
Finanz- und Wirtschaftskrise gegenüber. Die zum Teil von Kurzarbeit betroffenen Kunden
waren mit sonst üblichen Zusatzaufträgen oder Vertragsverlängerungen zurückhaltender.
HOCHTIEF Services wird sich dieser veränderten Marktsituation anpassen, um Marktrisiken
zu minimieren. Die steigenden Energiepreise können die Marktaussichten für das Segment
Energy-Management verbessern, da Energieeffizienz verstärkt nachgefragt wird. Im Geschäftsjahr 2010 hat HOCHTIEF erneut einen Rekordauftragsbestand erreicht, der
die Leistung des Unternehmens garantierte. Die künftige Ergebnisentwicklung kann negativ
beeinflusst werden, wenn im Zuge einer instabilen Weltwirtschaft Neuaufträge ausbleiben.
Zusätzlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass mit dem Erreichen der Kontrollmehrheit
durch ACS bei potenziellen Kunden Unsicherheit entsteht, was zu rückläufigen Auftragseingängen
führen kann. Regulatorische RisikenVeränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen auf einzelstaatlicher oder europäischer
Ebene bergen Risiken, die unsere Ergebnissituation negativ beeinflussen können. So
wurden beispielsweise im Berichtsjahr unsere Ergebnisse beim Flughafen Athen durch
Veränderungen der griechischen Steuergesetzgebung beeinflusst. In Rechtsordnungen mit Ausschreibungsvorschriften, die eine Ausschreibung von zwei
Gesellschaften desselben Konzerns zumeist untersagen (zum Beispiel Kanada und USA),
besteht möglicherweise das Risiko, dass Gesellschaften des HOCHTIEF-Konzerns nicht
an diesen Ausschreibungen teilnehmen dürfen, da bereits ein anderes Unternehmen der
ACS-Gruppe teilnimmt beziehungsweise teilnehmen soll. Für die Geschäftstätigkeit der HOCHTIEF-Gesellschaften Turner und Flatiron in Nordamerika
sind Aufträge der öffentlichen Hand von besonderer Bedeutung. Insbesondere aus diesem
Markt werden in den kommenden Jahren positive Wachstumsimpulse für den HOCHTIEF-Konzern
erwartet. Um diesen Markt bearbeiten zu können, muss der Auftragnehmer umfangreiche
Sicherheiten stellen. In den USA werden diese Sicherheiten von Surety-Gesellschaften
auf Basis der Bonität des HOCHTIEF-Konzerns ausgereicht. Die HOCHTIEF-Bonding-Kapazität
gehört bezüglich des zugesagten Volumens zu den größten Linien in den USA. Je nachdem,
welche Beteiligungsschwelle ACS erreichen wird, besteht die Gefahr, dass die Surety-Gesellschaften
die Bonität des HOCHTIEF-Konzerns angesichts der Verschuldung der ACS-Gruppe neu bewerten
beziehungsweise das Gruppenrisiko (HOCHTIEF-Konzern und ACS-Gruppe) zum Anlass nehmen,
die Bonding-Kapazität des HOCHTIEF-Konzerns zu reduzieren. Infolgedessen könnten die
HOCHTIEF-Gesellschaften nicht in dem Umfang wie bisher geplant Projekte verfolgen;
dies könnte sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung der USA-Aktivitäten des
HOCHTIEF-Konzerns auswirken. FinanzrisikenEine zentrale Aufgabe des Finanzmanagements besteht darin, den Finanzbedarf innerhalb
des Konzerns zu koordinieren und die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns sicherzustellen.
Dieses Ziel erreicht HOCHTIEF durch die stetige Verbesserung der Konzernfinanzierung
und die Begrenzung von finanzwirtschaftlichen Risiken. Die Finanzaktivitäten im HOCHTIEF-Konzern werden auf Basis einer konzernweit gültigen
Finanzrahmenrichtlinie abgewickelt. Die allgemeine Konzernrisikorichtlinie wird ergänzt
durch eine zusätzliche Finanzrisikorichtlinie sowie durch weitere funktionale operative
Einzelrichtlinien. Darüber hinaus besteht im Konzern eine strikte Trennung der Zuständigkeiten
zwischen den Handelsaktivitäten und den Kontroll- und Abwicklungsaktivitäten. Bei
allen Handelsvorfällen ist mindestens das Vieraugenprinzip vorgeschrieben. Die Einhaltung
aller Richtlinien und Vorgaben wird wenigstens einmal im Jahr durch die interne Revision
kontrolliert. Die Finanzmärkte haben im ersten Halbjahr 2010 zunächst weiter an Stabilität verloren.
Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres erholten sich die Märkte jedoch; das dritte
Quartal war sogar von einer zuversichtlichen Stimmung geprägt. Diese Entwicklung ist
auch bei HOCHTIEF durch geringere Finanzrisiken gegenüber dem Vergleichszeitraum spürbar. Eine angespannte Liquiditätslage könnte entstehen, wenn planmäßige Fälligkeiten der
kurzfristigen, jährlich zu prolongierenden Liquiditätslinien gar nicht oder in nicht
ausreichender Höhe verlängert werden können. Im abgelaufenen Jahr konnten alle bilateralen
kurzfristigen Kreditlinien für ein weiteres Jahr planmäßig und zu günstigen Bedingungen
prolongiert werden. Es bestehen ausreichend große Avalkredite für die Absicherung
von Bankbürgschaften und sonstigen Sicherheiten. Die hinsichtlich diverser Kreditlinien
bestehenden Financial Covenants, die bei Nichteinhaltung zu Gläubigerkündigungsrechten
führen, werden laufend überwacht und derzeit als unkritisch eingestuft. Im Jahr 2012
steht die planmäßige Verlängerung der syndizierten Bar- und Avallinien an. Wenn zu
diesem Zeitpunkt krisenhafte Verhältnisse auf den Kapitalmärkten herrschen, würde
dies ein Finanzrisiko darstellen. Die Beteiligungsgesellschaften von HOCHTIEF sind überwiegend in jeweils einer Währungsregion
tätig, sodass für sie kein wesentliches Währungsrisiko besteht. Eine Ausnahme stellen
die Tochtergesellschaften von Leighton dar, die im asiatischen Raum auf US-Dollar-Basis
tätig sind. Transaktionsrisiken aus Ausschüttungen von internationalen Tochtergesellschaften
an die HOCHTIEF Aktiengesellschaft werden durch entsprechende Devisentermingeschäfte
frühzeitig abgesichert. Risiken aus Zinsänderungen begegnen wir durch Abschluss möglichst langfristiger Zinsbindungen.
Der gezielte Einsatz von Zinsderivaten sichert im Einzelfall notwendige variable Finanzierungen
gegen Zinsänderungsrisiken laufzeitkongruent ab. Projektfinanzierungen werden je nach
Laufzeit und Volumen fallweise gesichert. Jegliche derivativen Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Zinsswaps oder Währungsoptionen,
dürfen nicht zu spekulativen Zwecken eingesetzt werden. Sie dienen ausschließlich
der Absicherung möglicher Risiken aus einem vorliegenden Grundgeschäft. Bei HOCHTIEF
können Risiken aus Anlagen in Aktien und Fonds entstehen. Diese Anlagen unterliegen
zur Risikominimierung einer kontinuierlichen Prüfung von Absicherungsnotwendigkeiten. Auswirkungen aus einem Kontrollwechsel können unter bestimmten Voraussetzungen zu
einem Refinanzierungsbedarf oder zusätzlichem Finanzierungsbedarf im HOCHTIEF-Konzern
führen. Bestimmte Finanzierungsverträge von HOCHTIEF und Projektverträge von Tochtergesellschaften
enthalten Change-of-Control-Bestimmungen, die den Vertragspartnern unter bestimmten
Voraussetzungen bestimmte Rechte, unter anderem Kündigungs-, Verkaufs- und Andienungsrechte
oder ein Recht auf Barsicherheit, einräumen. Bei den wesentlichen für die Konzernfinanzierung bedeutenden Finanzierungsverträgen
konnte Ende 2010 eine Anpassung der Change-of-Control-Klauseln erreicht werden, wonach
diese nicht mehr für den Aktionär ACS gelten; im Gegenzug wurde ein umfangreiches
Ringfencing mit den Kreditgebern in Bezug auf Transaktionen mit ACS akzeptiert. Danach
verpflichtet sich HOCHTIEF unter anderem gegenüber den Kreditgebern, keine Vereinbarungen
mit ACS abzuschließen, die die Kreditwürdigkeit von HOCHTIEF schwächen würden. Bei einzelnen Finanzierungsverträgen ist nicht auszuschließen, dass die betroffenen
Banken bestehende Finanzierungsverträge beenden müssen. Dies wäre der Fall, wenn die
betroffene Bank auch bei ACS engagiert ist und infolge einer Übernahme möglicherweise
die Maximalkreditbeträge, die nach bankeninternen Vorgaben oder gesetzlichen Regelungen
an Unternehmen einer Gruppe insgesamt ausgereicht werden dürfen, erreicht oder überschreitet. PersonalrisikenHOCHTIEF wurde im Jahr 2010 von der Corporate-Research-Foundation zu einem der Toparbeitgeber
in Deutschland gewählt und für hervorragendes und modernes Personalmanagement ausgezeichnet.
Ziel unserer Personalstrategie ist, die Qualifikation und Motivation unserer Mitarbeiter
permanent zu steigern und passende Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden.
Regelmäßige Mitarbeitergespräche heben das Verbesserungspotenzial im Unternehmen.
Die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse und eine individuell abgestimmte Förderung
sollen Risiken aus Mitarbeiterunzufriedenheit vermeiden. Die Nachfolgeplanung ist bei HOCHTIEF integraler Bestandteil der Personalstrategie.
Um ausgewählte Potenzialträger zu fördern, bietet die Personalentwicklung spezielle
Angebote für verschiedene Stufen der Karriereentwicklung. Wir bereiten Mitarbeiter
systematisch darauf vor, Positionen in einer Experten- oder Leitungsfunktion zu übernehmen.
Durch variable Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung werden Führungskräfte
dauerhaft an das Unternehmen gebunden. Die Sicherheit der Mitarbeiter und des Arbeitsumfelds hat bei HOCHTIEF schon immer
einen hohen Stellenwert. Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz werden durch
das AGUS Center zentral koordiniert. Ziel ist es, die Unfall- und Sicherheitsrisiken
für Mitarbeiter, Nachunternehmer und Dritte weiter zu reduzieren. Risiken aus PensionsverpflichtungenWesentliche Risiken in der betrieblichen Altersversorgung von HOCHTIEF werden derzeit
nicht gesehen. Die Umstellung von rein leistungsbezogenen Pensionszusagen auf für
das Unternehmen kalkulierbare beitragsbezogene Leistungszusagen hat das Unternehmen
bereits vor einigen Jahren vollzogen. Die Pensionsverpflichtungen in Deutschland sind
vollständig durch den HOCHTIEF Pension Trust e. V. und Rückdeckversicherungen gedeckt
sowie durch werthaltige Vermögensgegenstände unterlegt. Neue Pensionszusagen bei Leighton,
Turner und Flatiron sind ausschließlich beitragsorientiert. Bei einer nachhaltigen
negativen Entwicklung der Kapitalmärkte kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass
zur Abdeckung der Pensionsverpflichtungen nachträgliche Beiträge geleistet werden
müssen. Risiken aus der InformationssicherheitHOCHTIEF begegnet potenziellen informationstechnologischen Risiken durch die Zusammenarbeit
mit kompetenten, zertifizierten Dienstleistern. Die in den Dienstleistungsverträgen
vereinbarten Leistungsindikatoren bilden ein effektives Frühwarnsystem. Externe Experten
unterstützen uns bei der permanenten Optimierung der Richtlinie zur IT-Sicherheit.
Dadurch ist sichergestellt, dass alle Maßnahmen zur Risikovermeidung umgesetzt werden
und ihre Wirkung kontrolliert wird. In Zusammenarbeit mit dem Datenschutzbeauftragten
des Konzerns stellen unsere Dienstleister sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich
nach den Regeln des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden. Der Einsatz moderner
Hard- und Softwaretechnologie garantiert, dass die Daten jederzeit verfügbar und vor
unerlaubtem Zugriff geschützt sind. ChancenIm Zusammenhang mit der erwarteten, sich fortsetzenden Erholung der Weltwirtschaft
sehen wir für das Jahr 2011 auch zahlreiche Wachstumschancen. Prüfung des RisikofrüherkennungssystemsDie Wirtschaftsprüfer haben beim Jahresabschluss das Risikofrüherkennungssystem sowie
seine Integration in die Planungs- und Berichtsprozesse geprüft. Es hat sich gezeigt,
dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung
eines Risikofrüherkennungssystems in geeigneter Form getroffen hat. Darüber hinaus
ist das Risikofrüherkennungssystem in der Lage, Entwicklungen, die den Fortbestand
der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
Prognose- und Chancenbericht
PrognoseberichtStabiles ökonomisches Umfeld für 2011Im Geschäftsjahr 2010 setzte sich der Aufschwung der Weltwirtschaft durch den starken
Anstieg von Produktion und globalem Handel fort. Insgesamt expandierte die Weltwirtschaft
um fünf Prozent. 2011 wird die Wirtschaft weiter wachsen. Der International Monetary
Fund (IMF) erwartet ein globales Wirtschaftswachstum von 4,4 Prozent. Es bestehen
weiterhin konjunkturelle Rückschlagsrisiken, insbesondere durch eine mögliche Abkühlung
der US-Wirtschaft und die Schuldenkrise im Euroraum. Für den Euroraum erwarten wir für das Jahr 2011 ein Wachstum von insgesamt 1,7 Prozent.
Die Entwicklung in den einzelnen Regionen wird unterschiedlich positiv ausfallen.
Für die deutsche Baukonjunktur geht Euroconstruct für 2011 und 2012 von einem moderaten
Wachstum aus. Auch die meisten osteuropäischen Länder erholen sich langsam von den
Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Für die USA liegt die IMF-Prognose für 2011 bei einem Wirtschaftswachstum von zirka
drei Prozent. Die Perspektiven für Australien werden etwas positiver eingeschätzt.
Die Experten des IMF erwarten einen Zuwachs von 3,5 Prozent und eine sich fortsetzende
positive wirtschaftliche Entwicklung. In der Golfregion gehen wir davon aus, dass
sich vor allem die Märkte in Katar, Abu Dhabi, Bahrain und Saudi-Arabien stabil entwickeln.
Auch die Märkte in Asien und in den Schwellenländern, allen voran China und Indien,
werden 2011 anziehen. Aufgrund unserer starken Präsenz im amerikanischen und asiatischen Raum kann die Wechselkursentwicklung
die Ergebnisprognosen von HOCHTIEF beeinflussen. Für das Geschäftsjahr 2011 gehen
wir von einer leichten Aufwertung des Euros zum US-Dollar aus. Für den australischen Dollar erwarten wir eine stabile Entwicklung gegenüber dem Euro.
In der Quartalsberichterstattung werden wir die erwartete Entwicklung von HOCHTIEF
für das laufende Geschäftsjahr weiter konkretisieren können. Unsere Planungen basieren auf der Annahme, dass die Finanz- und Kapitalmärkte im Jahr
2011 normal funktionieren, es zu keiner wiederkehrenden Rezession der Weltwirtschaft
kommt und sich die Lage in den politischen Spannungsgebieten nicht weiter nachhaltig
verschärft. Neue KonzernstrukturDie zum 1. Januar 2011 umgesetzte neue Konzernstruktur eröffnet neue Chancen. Die
derzeitigen Unternehmensbereiche HOCHTIEF Europe, HOCHTIEF Real Estate und HOCHTIEF
Services wurden zu einer neuen Division HOCHTIEF Europe mit der Führungsgesellschaft
HOCHTIEF Solutions zusammengeführt. Durch die vereinfachte Struktur sollen Kosteneinsparungen
in Höhe von jährlich zirka 40 Mio. Euro ab dem Geschäftsjahr 2012 erreicht werden.
Die neue Form der Zusammenarbeit führt zu schnelleren Abstimmungsprozessen, schlankeren
Strukturen und damit zu einem noch effizienteren Kostenmanagement. Auftragseingang, Auftragsbestand und Leistung erreichen RekordniveauDie Auftragseingänge lagen im Berichtsjahr 2010 bei 29,63 Mrd. Euro (Vorjahr 22,47
Mrd. Euro). Das Vorjahresniveau wurde auch währungsbereinigt übertroffen. Der Auftragsbestand
erreichte mit 47,49 Mrd. Euro erneut einen historischen Höchststand und sichert eine
rechnerische Auftragsreichweite von zirka 24 Monaten. Die Leistung entwickelte sich
trotz der 2010 sich fortsetzenden Finanz- und Schuldenkrise mit 23,23 Mrd. Euro erneut
sehr positiv. Der Ausblick auf die Zukunft ist vielversprechend. Der hohe Auftragsbestand gibt HOCHTIEF
die notwendige Planungssicherheit. Wir gehen für das Jahr 2011 weiterhin von einer
stabilen Entwicklung der Auftragseingänge, des Auftragsbestands sowie der Leistung
aus und erwarten für diese Kennzahlen zum heutigen Zeitpunkt, dass sie sich im laufenden
Geschäftsjahr unterhalb des Niveaus von 2010 normalisieren werden. Profitabilität erneut gesteigertHOCHTIEF ist ein in aller Welt und in allen Segmenten erfolgreicher Konzern. Unsere
Erfolge spiegeln sich in den guten Zahlen des Geschäftsjahres 2010 wider. Sowohl das
Ergebnis vor Steuern (757 Mio. Euro) als auch den Konzerngewinn (288 Mio. Euro) konnten
wir deutlich steigern. Insbesondere beim Konzerngewinn wurde mit einem Plus von 50
Prozent eine beeindruckende Ergebnisentwicklung erzielt. Für das laufende Geschäftsjahr planen wir - abhängig vom Umfang und Ergebnis der Anteilsveräußerung
von HOCHTIEF Concessions - ein Vorsteuerergebnis von zirka einer Mrd. Euro und einen
Konzerngewinn von etwa 600 Mio. Euro. Für das Jahr 2012 erwarten wir -abhängig vom
Ergebnis der Anteilsveräußerung der aurelis Real Estate - ein Vorsteuerergebnis von
zirka einer Mrd. Euro und einen Konzerngewinn von etwa 500 Mio. Euro. Zum Ende des
mittelfristigen Planungszeitraums prognostizieren wir für 2013 ein Vorsteuerergebnis
von mehr als einer Mrd. Euro und einen Konzerngewinn von zirka 450 Mio. Euro ohne
außerordentliche Ergebnisse, also aus dem operativen Geschäft. Für HOCHTIEF sind und bleiben die Fokussierung auf Marge vor Volumen und eine Steigerung
des Unternehmenswerts maßgeblich. Wertsteigerung durch PortfoliomaßnahmenUnsere Planungen setzen auf den Erfolg und die Werthaltigkeit von HOCHTIEF. Dabei
ist es unser Ziel, die Profitabilität unserer Divisions kontinuierlich zu steigern
und das Beteiligungsportfolio aktiv weiterzuentwickeln. Hierzu planen wir, in den
Jahren 2011 und 2012 weitere Werte zu realisieren, die sich aus dem bestehenden Portfolio
ergeben. Für das laufende Geschäftsjahr 2011 haben wir uns zur Wertrealisierung unserer Tochtergesellschaft
HOCHTIEF Concessions entschieden. HOCHTIEF Concessions ist ein erfolgreiches Unternehmen,
dessen Aktivitäten über eine hohe Werthaltigkeit verfügen. Wir setzen aus Gründen
der Wertmaximierung ein zweigleisiges Verfahren ein: Börsengang oder Veräußerung an
einzelne Investoren. Des Weiteren planen wir den Verkauf unserer Beteiligungsgesellschaft
aurelis Real Estate. Die ehemalige Bahntochter, seit 2007 zu 50 Prozent im Besitz
von HOCHTIEF, hat sich sehr gut entwickelt. Den so entstandenen Unternehmenswert wollen
wir nun im Jahr 2012 statt - wie bislang geplant - 2013 realisieren. Wir planen vorzuschlagen, dass die HOCHTIEF-Aktionäre am Ergebnis dieser Veräußerungen
angemessen beteiligt werden. DividendeHOCHTIEF schüttet seit Jahren eine der Ergebnis- und Liquiditätssituation angepasste
Dividende aus. Es ist unser Ziel, diese Kontinuität fortzusetzen. Für das Geschäftsjahr
2010 sieht der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands eine - wiederum erhöhte -
Dividende von zwei Euro vor. Dies entspricht einer erneuten Dividendensteigerung gegenüber
dem Vorjahr sowie einer Ausschüttungsquote vom Konzerngewinn von mehr als 50 Prozent
- damit führen wir die Dividendenpolitik der vergangenen Jahre fort. HOCHTIEF würde
damit die Ausschüttung seit 2006 durchschnittlich um zirka 16 Prozent pro Jahr gesteigert
haben. Angesichts der guten Aussichten für das Geschäftsjahr 2011 wollen wir unsere Dividendenpolitik
beibehalten und unsere Aktionäre weiterhin angemessen am Geschäftserfolg beteiligen. Gute Liquiditätssituation mit ausreichenden FinanzierungsreservenHOCHTIEF hat seine Finanzstrategie seit jeher konservativ gestaltet und legt höchsten
Wert auf ein belastbares Risikomanagement. Dies hat uns auch während der Finanzkrise
eine sichere Position bewahrt. Im Mai 2010 haben wir erfolgreich ein Schuldscheindarlehen mit einer Laufzeit über
fünf Jahre in Höhe von 240 Mio. Euro am Markt platziert. Die Offerte war um mehr als
hundert Prozent überzeichnet. HOCHTIEF steht für erstklassige Bonität und verfügt
über den notwendigen Spielraum für neue Vorhaben. Die vorhandenen Bar- und Avalkreditlinien
geben dem Konzern auch für die langfristigen Wachstumsplanungen ausreichend Spielraum
und Sicherheit. Sie sind bei internationalen Bankadressen platziert. Der Konzern verfügt
des Weiteren über einen unverändert hohen Bestand an Wertpapieren, die als zusätzliche
Reserve zur Verfügung stehen. Diese Mittel sind in erstklassige Emittenten investiert
und zur Risikodiversifizierung breit gestreut. Im Dezember 2010 konnten wir mit der
Qatar Holding LLC einen neuen Großaktionär gewinnen. Der Mittelzufluss aus der Kapitalerhöhung
stärkt unsere Finanzposition und schafft Freiraum für weiteres Wachstum. Bei den wesentlichen,
für die Konzernfinanzierung bedeutenden Finanzierungsverträgen konnte Ende 2010 eine
Anpassung der Change-of-Control-Klauseln erreicht werden, wonach diese nicht mehr
für den Aktionär ACS gelten; im Gegenzug wurde ein umfangreiches Ringfencing mit den
Kreditgebern in Bezug auf Transaktionen mit ACS akzeptiert. Wachstum beschleunigen und Expansion vorantreibenHOCHTIEF ist mit der seit Langem verfolgten Strategie des Lebenszyklusmanagements
und der Internationalisierung sehr gut aufgestellt, um konjunkturelle Schwächephasen
zu meistern und vorhandene Chancen zu nutzen. Für unsere Erfolge sind wir im Berichtsjahr
beim Wettbewerb "Best of European Business" mit dem Preis "Wachstum trotz Krise" für
große Unternehmen gekürt worden - eine Auszeichnung, die den Erfolg unserer Strategie
unterstreicht. Es ist unser Ziel, in bedeutenden Wachstumsmärkten zu expandieren und unsere zukunftsträchtigen
Geschäftsfelder auszubauen. Das Wachstum erfolgt dabei organisch sowie durch Zukäufe. Ein bedeutender Zukunftsmarkt ist die Offshore-Windkraft. Bei einer Reihe von Projekten
haben wir bereits die Gründungsarbeiten für Windkraftanlagen auf dem Meeresboden realisiert.
HOCHTIEF erhielt allein im Jahr 2010 zwei attraktive Großaufträge für den Bau von
Windparks in der Nord- und Ostsee. Mit der Reederei Beluga, seit 2009 unser Joint-Venture-Partner,
haben wir 2010 den Bau eines ersten Spezialhubschiffs beauftragt. HOCHTIEF hat darüber
hinaus die spezielle Hubplattform Thor entwickelt, die seit Sommer 2010 im Einsatz
ist. Wir sehen in diesem Geschäftsfeld zahlreiche Chancen für konzernübergreifende
Kooperationen. Wir haben beispielsweise die Gesellschaft HOCHTIEF Offshore Services
gegründet, die derzeit ein Spezialschiff für Wartungsarbeiten an Offshore-Windparks
entwickelt. Damit schaffen wir eine hervorragende Basis für weitere Aufträge. Wir
gehen von einer jährlichen Umsatzgröße von 400 Mio. Euro in diesem Segment aus. Auch im Onshore-Bereich sind wir erfolgreich tätig: Leighton hat sich zum Ziel gesetzt,
führender Anbieter beim Bau von Windkraftanlagen zu werden. So ist unsere Tochtergesellschaft
im australischen Bundesstaat Victoria am Bau des Windparks "Macarthur Wind Farm" beteiligt,
der bis zu 420 Megawatt Strom produzieren wird. Das Projekt ist das größte dieser
Art in der gesamten südlichen Hemisphäre. Als bedeutende Wachstumsmärkte sehen wir Indien, Kanada und den Mittleren Osten. Die
Auswahl der Zielregionen erfolgt nach strengen Kriterien. Hierzu zählen makroökonomische
Wachstumsindikatoren wie BIP, langfristige Marktwachstumsaussichten in relevanten
Segmenten wie Infrastruktur oder öffentlicher Hochbau, Realisierbarkeit attraktiver
Preis-Leistungs-Verhältnisse, Ressourcenausstattung sowie die Nachfrage nach neuen
und nachhaltigen Technologien, die den Fähigkeiten der einzelnen Unternehmensbereiche
entsprechen. Deshalb konzentrieren wir uns unter anderem auf den Zukunftsmarkt Indien. Hier werden
vor allem auf dem Baumarkt - insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und Flughäfen
- hohe Wachstumsraten erwartet. Über verschiedene Gesellschaften und Projekte hat
HOCHTIEF in der Vergangenheit auf dem indischen Markt bereits Erfahrung gesammelt
und sich einen Namen gemacht. Auch unsere Tochtergesellschaft Leighton ist erfolgreich
in Indien tätig. Wir wollen deshalb unsere Aktivitäten künftig über weitere Landesgesellschaften
verstärken. Wir planen noch für 2011 die Beteiligung an einem indischen Bauunternehmen. Auch Nordamerika stellt für HOCHTIEF einen Zukunftsmarkt dar. Zu den jüngeren Erfolgen
zählt insbesondere die Akquisition der New Yorker Tiefbaugesellschaft E.E. Cruz. In
Kanada erwarten wir neue Geschäftsmöglichkeiten, bei denen wir auf einer hervorragenden
Ausgangslage mit unseren renommierten Tochtergesellschaften Flatiron und Turner aufbauen
können. Wir werden unsere Position in Nordamerika gezielt weiter ausbauen. Hierzu
ist auch eine weitere Akquisition denkbar. Eine Wachstumsregion bleibt weiterhin der Mittlere Osten. HOCHTIEF ist bereits durch
zahlreiche Großprojekte und Beteiligungen in der Region hervorragend positioniert.
Durch das Joint Venture in Katar zur Stadtentwicklung Lusail City sowie die Vereinbarung
mit der Qatar Holding, die bestehende Zusammenarbeit zu vertiefen und weitere Bereiche
für eine strategische Zusammenarbeit zu erkunden, sehen wir zahlreiche Chancen, unsere
Aktivitäten auszubauen. Nicht zuletzt wird unsere strategische Positionierung in der
Region durch den im Dezember 2010 erfolgten Einstieg von Qatar Holding als neuem HOCHTIEF-Großaktionär
gestärkt. Erhebliche Wachstumspotenziale ergeben sich für HOCHTIEF aus bestehenden Beteiligungen
und Projekten. Für unsere Flughafenbeteiligungen erwarten wir weiter steigende Passagierzahlen,
die sich positiv auf die Ertragslage auswirken. Außerdem rechnen wir mit zahlreichen
Neuprojekten. Angesichts der zunehmenden Infrastrukturinvestitionen sehen wir für
2011 gute Chancen, dass das Angebot von Public-Private-Partnerships (PPP) weiter in
den Vordergrund rückt und der Anteil der privaten Beteiligung an öffentlicher Infrastruktur
weiter ansteigt. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in Europa ist HOCHTIEF ein
wichtiger Partner, um das wachsende Marktsegment erfolgreich zu erschließen. In enger
Kooperation mit unserer Tochtergesellschaft Flatiron soll auch der Markt für große
Infrastrukturprojekte in Nordamerika verstärkt bearbeitet werden. Investitionen in nachhaltiges WachstumUnsere Investitionen folgen dem Ziel, die Spitzenposition von HOCHTIEF im internationalen
Wettbewerb zu stärken und kontinuierlich auszubauen. Für das laufende Geschäftsjahr
2011 rechnen wir mit einem Investitionsvolumen, das den Vorjahreswert übertreffen
wird. Ein Großteil des Volumens liegt weiterhin bei Leighton, das in das anlagenintensive,
sehr ertragsstarke Geschäftsfeld Contract-Mining investiert. Darüber hinaus sind Akquisitionen
in den Wachstumsmärkten geplant. Innovation als wesentlicher ErfolgsfaktorHOCHTIEF wird sein Innovationsmanagement auch 2011 konsequent fortsetzen. Ein wesentlicher
Schwerpunkt wird nach wie vor das Thema Nachhaltigkeit sein. Ebenso wird die Erschließung
neuer Geschäftsfelder durch Start-up-Innovationsprojekte forciert. Durch den gezielten
Einsatz von neuen Technologien sollen die Prozesse effizienter gestaltet werden. Das
Ideenmanagement werden wir weiter ausbauen und so verstärkt das Potenzial von Mitarbeiterideen
nutzen, um das Unternehmen weiterzuentwickeln. Kontinuierliche Optimierung der BeschaffungDas Beschaffungsvolumen wird voraussichtlich auch 2011 mit zirka 70 Prozent der Konzernumsatzerlöse
ein weiterhin hohes Niveau erreichen. Wir werden die Effizienz des Einkaufs weiter
steigern, die Standardisierung von Beschaffungsprozessen auch in Zukunft konsequent
vorantreiben und Bündelungspotenziale nutzen. Die 2011 zu erwartenden Preiserhöhungen,
die aus den in der Breite stark steigenden Rohstoffkosten resultieren, haben wir antizipiert
und werden ihnen durch geeignete Maßnahmen entgegenwirken. Personalstrategie zielt auf MitarbeiterbindungLeistung, Qualifikation und Motivation unserer Mitarbeiter bestimmen den wirtschaftlichen
Erfolg unseres Unternehmens. Die langfristigen Projekte von HOCHTIEF erfordern eine
zielgerichtete Personalstrategie, um die passenden Mitarbeiter dauerhaft an das Unternehmen
zu binden und besonders qualifizierte und talentierte Mitarbeiter individuell zu fördern.
Dafür werden wir an den bewährten Maßnahmen und den umfassenden Aus- und Weiterbildungsprogrammen
festhalten und sie weiterentwickeln. Es ist unser Ziel, HOCHTIEF auch weiterhin national
wie international als attraktiven Arbeitgeber am Arbeitsmarkt zu etablieren und unseren
Mitarbeitern interessante Entwicklungsperspektiven zu bieten. Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter hat einen hohen Stellenwert. Wir arbeiten kontinuierlich
daran, unsere Personalarbeit auszubauen und weiterzuentwickeln. Eine für das Berichtsjahr
geplante weitere Mitarbeiterbefragung wurde aufgrund der internen Umstrukturierungen
auf das aktuelle Geschäftsjahr verschoben. Ein Schwerpunkt der Personalarbeit wird
2011 darauf liegen, den Change-Management-Prozess in der neuen Division Europe mit
zahlreichen Maßnahmen aktiv zu begleiten. ChancenberichtIn den für HOCHTIEF besonders relevanten Märkten und Wachstumssegmenten sehen wir
zahlreiche Chancen, unser Geschäft auszubauen. Durch die erfolgreiche strategische
Positionierung zählen wir zu den Besten im Wettbewerb. Unsere breite internationale
Ausrichtung erlaubt es uns, regionale Marktchancen bestmöglich zu nutzen. Es zahlt
sich auch aus, dass wir uns in den vergangenen Jahren intensiv auf wachstumsstarke
Segmente fokussiert haben und in attraktiven Regionen tätig sind. Lebenszyklus als StrategieDer HOCHTIEF-Konzern bietet Leistungen entlang des Lebenszyklus von Infrastrukturprojekten,
Immobilien und Anlagen. Diese Leistungen werden durch verschiedene Unternehmensbereiche
erbracht. Ziel ist es, durch eine weltweite enge Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns
den Lebenszyklus hochkomplexer Projekte in allen Phasen zu begleiten sowie für Kunden
und Partner einen nachhaltigen Mehrwert zu schaffen. Insgesamt wurden 2010 weltweit
Projekte mit einem Auftragsvolumen von zirka 2,3 Mrd. Euro durch mindestens zwei Unternehmensbereiche
gemeinsam realisiert. Gemäß dem Leitsatz "One roof - all solutions" soll die Zusammenarbeit der verschiedenen
Gesellschaften und Unternehmensbereiche weiter intensiviert und verbessert werden,
um den Kunden noch effektiver Leistungen aus einer Hand für den Lebenszyklus ihrer
Projekte anbieten zu können. Hierin sieht der HOCHTIEF-Konzern weiteres Potenzial
für ein rentables operatives Wachstum. Ungeachtet des geplanten Verkaufs von HOCHTIEF Concessions beabsichtigt HOCHTIEF,
auch zukünftig den gesamten Lebenszyklus mit seinen Leistungen abzudecken. Dazu ist
auch an den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen zwischen HOCHTIEF Concessions
und den anderen Unternehmensbereichen gedacht. In jedem Fall bleibt HOCHTIEF der bewährte
Partner der öffentlichen Hand auch bei der Entwicklung, der Finanzierung und dem Betrieb
von Projekten. Perspektiven in bedeutenden MärktenDie guten Marktprognosen für den europäischen Baumarkt stimmen uns zuversichtlich,
zahlreiche Neuaufträge akquirieren zu können. Wir konzentrieren uns vor allem auf
den Hoch-, Tief- und Ingenieurbau in wachstumsstärkeren west- und osteuropäischen
Ländern. Unsere Strategie, Aufträge konsequent zu selektieren, werden wir beibehalten.
Zusätzliches Geschäft in unseren europäischen Einheiten erwarten wir durch eine engere
Zusammenarbeit mit den in der neuen HOCHTIEF Solutions AG zusammengefassten Konzerngesellschaften
sowie durch weitere Kooperationen mit anderen Konzerntöchtern. HOCHTIEF Solutions
wird auch weiterhin außerhalb des europäischen Raums - zum Beispiel in der Golfregion
oder in Südamerika - Marktchancen nutzen. Der asiatisch-pazifische Raum gehört zu den aussichtsreichsten Wachstumsmärkten. Für
unsere Tochtergesellschaft Leighton bieten sich hier zahlreiche Chancen. In Australien
besteht weiterhin Bedarf an Infrastrukturleistungen. Daneben rechnen wir mit erheblichen
Investitionen in der Wasser- und Energiewirtschaft. Auch das Öl- und Gasgeschäft in
Australien und Asien bietet sehr gute Wachstumschancen. Im Contract-Mining-Geschäft
in Australien und Asien wird angesichts der Rohstoffnachfrage, insbesondere aus China,
mit deutlichen Zuwächsen bei der Kohle- und Eisenerzproduktion gerechnet. In Australien
und Asien fördern wir vor allem Eisenerz und Kohle. Ebenfalls sehr gute Perspektiven bestehen in Indien. Es herrscht großer Bedarf an
Bauleistung. Die indische Regierung plant zahlreiche Großprojekte. Hierzu zählen neben
Straßen auch Flughäfen, Seehäfen und Kraftwerke. Die strategische Zusammenarbeit mit
einem lokalen Partner und die geplanten weiteren Landesgesellschaften eröffnen weitere
Potenziale und neue Projekte. Für 2011 erwarten wir für die Bauwirtschaft in den USA eine solide Entwicklung. Turner
belegt als Marktführer eine Spitzenposition im Segment Hochbau, und Flatiron gehört
zu den führenden Anbietern im Tiefbaumarkt. Branchenexperten erwarten, dass das für
Turner relevante Hochbausegment 2011 moderat wachsen wird. Für den Tiefbaumarkt, in
dem Flatiron und E.E. Cruz tätig sind, wird für 2011 eine stabile Entwicklung prognostiziert. Branchenexperten rechnen in der Golfregion mit einem weiteren Anstieg der Bautätigkeit.
Dies gilt vor allem für die arabischen Emirate, allen voran Abu Dhabi und Katar. Durch
die starke Präsenz unserer Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in der Region sind
wir hervorragend positioniert, um weitere Marktpotenziale zu erschließen. Außerdem
sind wir zuversichtlich, dass der im Dezember 2010 erfolgte Einstieg von Qatar Holding
als neuer HOCHTIEF-Großaktionär sich positiv auf unsere weiteren Geschäfte in der
Region auswirkt. Technologieführerschaft und Marke "HOCHTIEF"Der HOCHTIEF-Konzern zeichnet sich durch hohe technische Kompetenz und sein ausgereiftes
Prozess-Know-how aus. Diese Positionierung ermöglicht eine hervorragende Wettbewerbsstellung.
Die Marke "HOCHTIEF" steht für Technologieführerschaft, deutsche Wertarbeit, Zuverlässigkeit
sowie Bonitätsstärke und sichert dem Konzern den weltweiten Zugang zu attraktiven
Projekten und Märkten. Durch die lange Erfahrung bei der Realisierung von komplexen
Projekten hat sich HOCHTIEF eine hervorragende Akquisitionsbasis geschaffen, die es
uns ermöglicht, die hohen Präqualifikationsvoraussetzungen bei internationalen Ausschreibungen,
insbesondere von Großprojekten, zu erfüllen. Nachhaltigkeit als WettbewerbsvorteilAuch das nachhaltige Handeln bei unseren Projekten nimmt weiterhin eine zentrale Rolle
ein. Die Nachfrage nach verantwortlich realisierten Projekten steigt in allen Bereichen
kontinuierlich - bei der Projektentwicklung ebenso wie bei Bau und Betrieb. Wir haben
uns hier frühzeitig eine gute Ausgangsposition verschafft und verfügen heute über
hohe Kompetenz in diesem spezialisierten Markt. Für unsere Leistungen im Bereich der
Nachhaltigkeit sind wir 2010 erneut - und zum fünften Mal in Folge - mit der Aufnahme
in die Dow Jones Sustainability Indizes belohnt worden. Das Grüne Bauen und Betreiben
wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unseres Leistungsangebots sein, denn
Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility gehören zur Unternehmensstrategie von
HOCHTIEF. Das Bewusstsein, dass nachhaltiges Bauen messbaren Mehrwert schafft, wird von unseren
Kunden zunehmend wahrgenommen. Die steigende Nachfrage nach Green-Building-Projekten
bietet erhebliches Potenzial für Wachstum in diesem Segment. Vor dem Hintergrund der
Energiepreisentwicklung wird verstärkt erkannt, dass sich Investitionen in ressourcen-
und umweltschonende Gebäude rechnen. Eine frühzeitige, an ökologischen Maßstäben orientierte,
ganzheitliche Planung über den gesamten Lebenszyklus eines Objekts ist hierfür unabdingbare
Voraussetzung. HOCHTIEF hat den Trend zum nachhaltigen Bauen frühzeitig erkannt und
entscheidend mitgestaltet. In Deutschland und innerhalb der Europäischen Union gewinnt
die Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung, was an der steigenden Zahl von zertifizierten
Gebäuden gemessen werden kann. Hier sehen wir zahlreiche Chancen, unser Geschäft auszubauen.
Auch in den USA setzt sich der Trend zu nachhaltigem Grünem Bauen fort. Unsere US-Tochter
Turner ist mit zahlreichen realisierten Gebäuden und Neuprojekten Marktführer in diesem
Segment. Zukunftsbezogene AussagenDer vorliegende Geschäftsbericht enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung
des HOCHTIEF-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische
Entwicklungen beziehen. Diese Äußerungen stellen Einschätzungen dar, die wir nach
gründlicher Prüfung auf Basis aller uns zum Zeitpunkt der Drucklegung zur Verfügung
stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht
eintreffen oder weitere Risiken eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von
den zurzeit erwarteten Ergebnissen wesentlich abweichen. HOCHTIEF kann deshalb für
diese Angaben keine Gewähr übernehmen. Zukunftsbezogene AussagenDieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen spiegeln
die gegenwärtigen Auffassungen, Erwartungen und Annahmen des Vorstands der HOCHTIEF
Aktiengesellschaft wider und basieren auf Informationen, die dem Vorstand der HOCHTIEF
Aktiengesellschaft zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete
Aussagen enthalten keine Gewähr für den Eintritt zukünftiger Ergebnisse (zum Beispiel
der Vorsteuerergebnisse oder der Konzerngewinne) und Entwicklungen (zum Beispiel hinsichtlich
geplanter Beteiligungsveräußerungen, der allgemeinen Geschäftsaktivität oder der Geschäftsstrategie)
und sind mit Risiken und Unsicherheiten verbunden. Die tatsächlich zukünftig möglichen
Ergebnisse (zum Beispiel die Vorsteuerergebnisse oder die Konzerngewinne), Dividenden
und weitere Entwicklungen (zum Beispiel hinsichtlich geplanter Beteiligungsveräußerungen,
der allgemeinen Geschäftsaktivität oder der Geschäftsstrategie), betreffend die HOCHTIEF
Aktiengesellschaft und den HOCHTIEF-Konzern, können daher aufgrund verschiedener Faktoren
wesentlich von den hier geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Zu diesen Faktoren
gehören insbesondere Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, der branchenspezifischen
Lage und der Wettbewerbssituation, aber auch etwaige Auswirkungen des Kontrollerwerbs
durch ACS. Darüber hinaus können die Entwicklungen auf den Finanzmärkten, Wechselkursschwankungen
sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere auch in Bezug
auf steuerliche Regelungen, das Verhalten von Mitgesellschaftern sowie andere Faktoren
einen Einfluss auf die tatsächlich zukünftig möglichen Ergebnisse (zum Beispiel die
Vorsteuerergebnisse oder die Konzerngewinne), Dividenden und weitere Entwicklungen
(zum Beispiel hinsichtlich geplanter Beteiligungsveräußerungen, der allgemeinen Geschäftsaktivität
oder der Geschäftsstrategie), betreffend die HOCHTIEF Aktiengesellschaft und den HOCHTIEF-Konzern,
haben. Mögliche Angaben zu Dividenden stehen zudem unter dem Vorbehalt, dass für das
jeweilige Geschäftsjahr ein entsprechender Bilanzgewinn im handelsrechtlichen Einzelabschluss
der HOCHTIEF Aktiengesellschaft ausgewiesen werden kann und dass die zuständigen Organe
der HOCHTIEF Aktiengesellschaft unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Situation
der Gesellschaft entsprechende Beschlüsse fassen. Abgesehen von rechtlichen Veröffentlichungspflichten,
übernimmt die HOCHTIEF Aktiengesellschaft keine Verpflichtung, die in diesem Geschäftsbericht
enthaltenen Aussagen zu aktualisieren. NachtragsberichtACS hat der Gesellschaft in einer Stimmrechtsmitteilung vom 9. Februar 2011 mitgeteilt,
dass der Stimmrechtsanteil von ACS an HOCHTIEF am 4. Februar 2011 die Schwelle von
30 Prozent überschritten hat und an diesem Tag 33,49 Prozent, entsprechend 25 788
840 von insgesamt 76 999 999 Stimmrechten an HOCHTIEF, betrug. Von diesen Stimmrechten
werden ACS nach eigenen Angaben 20 984 000 Stimmrechte, entsprechend 27,25 Prozent
der Stimmrechte an HOCHTIEF, gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG aus Aktien zugerechnet,
die von ACS' Tochterunternehmen Cariátide S.A., Madrid, Spanien, gehalten werden. Damit hat ACS am 4. Februar 2011 Kontrolle an HOCHTIEF im Sinne von §§ 29 Abs. 2,
30 WpÜG erworben (Halten von mindestens 30 Prozent der Stimmrechte der Gesellschaft),
sodass die Change-of-Control-Klauseln bei denjenigen Verträgen ausgelöst wurden, die
für einen Change-of-Control an die Schwelle der §§ 29, 30 WpÜG anknüpfen und bei denen
ein Kontrollerwerb durch ACS nicht ausgenommen ist. Bei den Verträgen, bei denen der Kontrollwechsel in Bezug auf den Aktionär ACS nicht
ausgeschlossen wurde, sind inzwischen Verhandlungen mit den ersten Vertragspartnern
aufgenommen worden. Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2010 bis zum Redaktionsschluss dieses Geschäftsberichts
sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die zu berichten
wären.
Erklärung zur UnternehmensführungDie Erklärung zur Unternehmensführung ist im Internet unter www.hochtief.de/corporategovernance
veröffentlicht.
HOCHTIEF-Konzernabschluss zum 31.12.2010Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnungscroll
Konzern-Gesamtergebnisrechnungscroll
KonzernbilanzAktiva
scroll
Passiva
scroll
Konzern-Kapitalflussrechnungscroll
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitalsscroll
scroll
*
In den Gewinnrücklagen sind zum 31. Dezember 2010 eigene Aktien mit Anschaffungskosten
von 90.411 Tsd. Euro (Vorjahr 90.953 Tsd. Euro) verrechnet worden.
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-,
Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit
dem Lagebericht der HOCHTIEF Aktiengesellschaft zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind,
dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie
die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns
beschrieben sind.
Essen, 18. Februar 2011 HOCHTIEF Aktiengesellschaft Der Vorstand scroll
Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der HOCHTIEF Aktiengesellschaft, Essen, aufgestellten Konzernabschluss
- bestehend aus Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung,
Konzernbilanz, Konzern-Kapitalflussrechnung, Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
und Konzernanhang - und den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung
von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a
Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung
des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns
durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Bericht
über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut
der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten
und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung
der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten
Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender
Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse
über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des
Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der
Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend
auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse
der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises,
der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen
Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses
und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend
sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht
der Konzernabschluss der HOCHTIEF Aktiengesellschaft, Essen, den IFRS, wie sie in
der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen
Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit
dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft und des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend dar.
Düsseldorf, 18. Februar 2011 Deloitte & Touche GmbH scroll
KonzernanhangBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAllgemeine GrundlagenDer Konzernabschluss wird nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den
ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Bilanz und
der Kapitalflussrechnung wird die Entwicklung des Eigenkapitals dargestellt. Die Anhangangaben
beinhalten zudem eine Segmentberichterstattung. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Bilanz
und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert
ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren
aufgestellt. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Der vorliegende Abschluss umfasst das Geschäftsjahr 2010 auf der Basis der Berichtsperiode
vom 1. Januar bis 31. Dezember des Jahres. Die entsprechenden Vergleichswerte des
Vorjahres werden aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRIC 12 gegebenenfalls angepasst
angegeben. Der Vorstand der HOCHTIEF Aktiengesellschaft hat diesen Abschluss am 18. Februar 2011
zur Veröffentlichung freigegeben. Die Billigung wird in der Aufsichtsratssitzung am
22. März 2011 erfolgen. KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss einbezogen sind neben der HOCHTIEF Aktiengesellschaft alle
wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen, die die HOCHTIEF Aktiengesellschaft
unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Beherrschung liegt vor, wenn der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
die Stimmrechtsmehrheit bei einem Unternehmen zusteht. Dies geht regelmäßig einher
mit einer Anteilsmehrheit. Zwei Tochterunternehmen werden konsolidiert, bei denen
die HOCHTIEF Aktiengesellschaft zwar nicht über die Mehrheit der Anteile, jedoch aufgrund
einer Poolingvereinbarung über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt. Des Weiteren
wird ein Unternehmen aufgrund faktischer Beherrschung vollkonsolidiert. Wesentliche
assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode
bilanziert. Sofern die HOCHTIEF Aktiengesellschaft bei Unternehmen über die Mehrheit
der Stimmrechte verfügt, mit den anderen Anteilseignern vertraglich jedoch gemeinschaftliche
Führung vereinbart wurde, werden diese Unternehmen ebenfalls nach der Equity-Methode
bilanziert. Soweit Anteile an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen
aus Konzernsicht von untergeordneter Bedeutung sind, werden sie nicht konsolidiert
und gemäß IAS 39 bewertet. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes des HOCHTIEF-Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 1
bis 4 HGB wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Auf den Seiten 206
und 207 sind hieraus wesentliche in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen
sowie at Equity bewertete Finanzanlagen und sonstige Beteiligungen aufgeführt. Einige in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen machen von Teilen der
Befreiungsvorschriften der §§ 264 Abs. 3 beziehungsweise 264b HGB Gebrauch. Eine Liste
der diese Befreiungsregelungen in Anspruch nehmenden Gesellschaften findet sich auf
der Seite 205. Zum 31. Dezember 2010 wurden neben der HOCHTIEF Aktiengesellschaft insgesamt 61 inländische
und 396 ausländische Tochterunternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss
einbezogen. Die Anzahl der konsolidierten Unternehmen hat sich gegenüber dem Vorjahr
um insgesamt 45 erhöht. Im Inland wurden im Berichtsjahr sieben Gesellschaften, im
Ausland 65 Gesellschaften erstmals konsolidiert. Diese entfallen im Wesentlichen auf
die Unternehmensbereiche HOCHTIEF Asia Pacific (39) und HOCHTIEF Americas (21). Bei
den Zugängen handelt es sich überwiegend um Projektgesellschaften. Unverändert zum Vorjahr wurden fünf Spezialfonds in den Konzernabschluss einbezogen. Eine inländische sowie 26 ausländische Gesellschaften sind aus dem Konsolidierungskreis
ausgeschieden. Die Abgänge betreffen im Wesentlichen die Unternehmensbereiche HOCHTIEF
Asia Pacific (12) und HOCHTIEF Americas (11). Erst- beziehungsweise Entkonsolidierungen
erfolgen grundsätzlich zum Zeitpunkt des Anteilserwerbs beziehungsweise der Anteilsveräußerung. 59 Tochterunternehmen von insgesamt untergeordneter Bedeutung für die Ertrags-, Finanz-
und Vermögenslage des Konzerns wurden nicht konsolidiert. Ihr Umsatz machte zusammen
weniger als ein Prozent des Konzernumsatzes aus. Nach der Equity-Methode wurden 17 inländische und 211 ausländische Unternehmen einbezogen.
Per Saldo hat sich die Anzahl um 53 erhöht. Den Zugängen von 77 Unternehmen stehen
24 Abgänge gegenüber. Bei den Zugängen handelt es sich im Wesentlichen um Projektgesellschaften
aus den Unternehmensbereichen HOCHTIEF Asia Pacific (60) und HOCHTIEF Americas (11).
Die Abgänge betreffen die Unternehmensbereiche HOCHTIEF Asia Pacific (22) und HOCHTIEF
Americas (2). Wegen ihrer untergeordneten Bedeutung wurde bei 30 Unternehmen auf die
Einbeziehung in den Konzernabschluss auf Basis der Equity-Methode verzichtet. Für Asset-Deals, erstmals vollkonsolidierte Gesellschaften und Anteilsaufstockungen
sind im Berichtsjahr insgesamt 41.941 Tsd. Euro (Vorjahr 16.745 Tsd. Euro) aufgewendet
worden, die durch flüssige Mittel gezahlt wurden. Akquisitionen wirkten sich wie folgt auf die Ertrags- und Vermögenslage im Konzern
aus: scroll
KonsolidierungsgrundsätzeDie in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Unternehmen
werden nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.
Tochterunternehmen mit abweichendem Stichtag stellen grundsätzlich einen Zwischenabschluss
zum Konzernabschlussstichtag auf. Dies betrifft im Wesentlichen die Leighton-Gruppe
mit einem Abschlussstichtag zum 30. Juni. Alle Unternehmenszusammenschlüsse werden
nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dementsprechend erfolgt die Kapitalkonsolidierung
im Erwerbszeitpunkt durch Verrechnung der Kaufpreise mit dem neu bewerteten Nettovermögen
des jeweiligen Tochterunternehmens. Im Zusammenhang mit dem Erwerb angefallene Transaktionskosten
werden direkt als Aufwand erfasst. Die ansatzfähigen Vermögenswerte, Schulden und
Eventualschulden des jeweiligen Tochterunternehmens werden dabei mit ihren vollen
beizulegenden Zeitwerten angesetzt, unabhängig von der Höhe eines eventuellen Minderheitenanteils.
Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren,
wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder sich aus einem vertraglichen oder anderen
Recht ergeben. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder
Firmenwerte aktiviert. Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig
über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern einmal jährlich sowie
zusätzlich bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten,
einem Werthaltigkeitstest ("Impairment-Test") gemäß IAS 36 unterzogen. Negative Unterschiedsbeträge
aus der Erstkonsolidierung werden im Zeitpunkt ihrer Entstehung ertragswirksam erfasst.
Im Rahmen der Entkonsolidierung werden die Restbuchwerte der aktivierten Geschäfts-
oder Firmenwerte bei der Berechnung des Abgangserfolgs berücksichtigt. Im Berichtsjahr haben sich die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung
von 431.053 Tsd. Euro um 61.697 Tsd. Euro auf 492.750 Tsd. Euro erhöht. Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten
Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse werden herausgerechnet, soweit sie
nicht von untergeordneter Bedeutung sind. In Einzelabschlüssen vorgenommene Wertminderungen
auf Anteile an einbezogenen Unternehmen werden zurückgenommen. Die gleichen Konsolidierungsgrundsätze gelten auch für die at Equity bewerteten Finanzanlagen.
Letztere umfassen sowohl die assoziierten Unternehmen als auch die Gemeinschaftsunternehmen
des Konzerns. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag ist als Geschäfts- oder Firmenwert
im Beteiligungsansatz enthalten. Auch Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Anwendung
der Equity-Methode werden nicht planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer
abgeschrieben. Wertminderungen des Equity-Buchwerts werden in den Gewinn- und Verlustanteilen
an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet
werden, ausgewiesen. Die Abschlüsse aller nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen
werden nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. WährungsumrechnungFür die Währungsumrechnung der wesentlichen ausländischen Konzerngesellschaften wurden
folgende Wechselkurse zugrunde gelegt: scroll
In den Einzelabschlüssen der Gesellschaften werden Geschäftsvorfälle in fremder Währung
mit dem Tagesmittelkurs zum Zeitpunkt der Ersteinbuchung bewertet. Bis zum Bilanzstichtag
eingetretene Kursgewinne und -verluste aus der Bewertung monetärer Aktiva und Passiva
in fremder Währung zu Tagesmittelkursen am Bilanzstichtag werden ergebniswirksam in
den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen berücksichtigt.
Sofern es sich um Währungsumrechnungsdifferenzen handelt, die sich aus einer Nettoinvestition
in eine ausländische Gesellschaft ergeben, werden sie bis zur Veräußerung der Gesellschaft
in den erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfasst. Hierzu zählen beispielsweise
in Fremdwährung notierte Forderungen gegenüber vollkonsolidierten Konzerngesellschaften,
deren Rückzahlung in absehbarer Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist und die
damit Eigenkapitalcharakter aufweisen. Als Umrechnungsverfahren für die Abschlüsse ausländischer Gesellschaften wird die
funktionale Währungsumrechnung angewendet. Im Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung
der Bilanzposten aller ausländischen Gesellschaften von der jeweiligen Landeswährung
in Euro entsprechend den amtlichen Vorschriften zu Tagesmittelkursen am Bilanzstichtag,
da die in den Konzernabschluss einbezogenen Auslandsgesellschaften ihr Geschäft selbstständig
in ihrer Landeswährung betreiben. Bei der Umrechnung der Eigenkapitalfortschreibung
von ausländischen Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, wird entsprechend
vorgegangen. Differenzen gegenüber der Vorjahresumrechnung werden in den erfolgsneutralen
Eigenkapitalveränderungen erfasst und erst bei Veräußerung erfolgswirksam verrechnet.
Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswerte der wirtschaftlich selbstständigen
ausländischen Teileinheit mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die Umrechnung von Aufwands-
und Ertragsposten erfolgt mit Jahresdurchschnittskursen. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenImmaterielle Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungs- beziehungsweise
Herstellungskosten bilanziert. Sämtliche immateriellen Vermögenswerte mit Ausnahme
der bei Erstkonsolidierungen aktivierten Firmennamen sowie der Geschäfts- oder Firmenwerte
weisen eine bestimmbare Nutzungsdauer auf. Sie enthalten Konzessionen und sonstige
Nutzungsrechte, deren Nutzungsdauer bis zu 30 Jahre beträgt. Diese werden entsprechend
ihrem wirtschaftlichen Nutzungsverlauf abgeschrieben. Darüber hinaus betreffen sie
Ergebnisreserven aus im Zusammenhang mit Unternehmenskäufen erworbenen Auftragsbeständen,
die entsprechend der Abrechnung der Aufträge erfolgswirksam verteilt werden. Ebenfalls
zählen dazu Software für kaufmännische und technische Anwendungen, die linear über
drei bis fünf Jahre abgeschrieben wird, sowie Rechte aus verschiedenen Finanzierungsvereinbarungen
mit Kreditinstituten, die über die jeweiligen Vertragslaufzeiten zwischen 27 und 84
Monaten abgeschrieben werden. Die Nutzungsdauern und die Abschreibungsmethoden werden
jedes Jahr überprüft. Firmennamen sowie Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig über die voraussichtliche
Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen
von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Werthaltigkeitstest
("Impairment-Test") nach IAS 36 unterzogen. Die Firmennamen "Turner", "Flatiron" und
"E.E. Cruz" wurden als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer
eingestuft, da sie weder einen Produktlebenszyklus haben noch einer technischen, technologischen
oder kommerziellen Abnutzung sowie anderen Restriktionen unterliegen. Im Geschäftsjahr sind im HOCHTIEF-Konzern aktivierungspflichtige Entwicklungskosten
angefallen, die innerhalb der immateriellen Vermögenswerte als Lizenzen ausgewiesen
und Iinear über drei bis fünf Jahre abgeschrieben werden. Sachanlagen werden mit den fortgeführten Anschaffungsbeziehungsweise Herstellungskosten
bilanziert. Als Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten werden nur diejenigen
Kosten aktiviert, die der Sachanlage direkt zugerechnet werden können. Fremdkapitalkosten
werden als Teil der Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten aktiviert, sofern
es sich bei der Sachanlage um einen qualifizierten Vermögenswert handelt. Sachanlagen
werden grundsätzlich linear abgeschrieben. Abweichend davon erfolgt im Contract-Mining-Bereich
die Abschreibung überwiegend leistungsbezogen. Die planmäßigen linearen Abschreibungen für unsere unternehmenstypischen Anlagen werden
nach folgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern bemessen: scroll
Die Nutzungsdauern und die Abschreibungsmethoden werden jedes Jahr überprüft. Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden in Höhe des beizulegenden
Zeitwerts beziehungsweise des Barwerts der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser
Wert niedriger ist, aktiviert und linear über die voraussichtliche wirtschaftliche
Nutzungsdauer oder gegebenenfalls über kürzere Vertragslaufzeiten abgeschrieben. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Properties) werden zu fortgeführten
Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten bilanziert. In die erstmalige Bewertung
werden Transaktionskosten einbezogen. Der beizulegende Zeitwert dieser Immobilien
wird gesondert angegeben. Er wird nach international anerkannten Bewertungsmethoden
-wie durch die Ableitung aus dem aktuellen Marktpreis vergleichbarer Immobilien oder
der Discounted-Cashflow-Methode -ermittelt. Wie das Sachanlagevermögen werden auch
die Investment Properties grundsätzlich linear abgeschrieben. Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte (einschließlich der Geschäfts- oder
Firmenwerte) sowie auf Sachanlagen und Investment Properties werden erfasst, wenn
der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts dessen Buchwert unterschreitet. Der erzielbare
Betrag ist grundsätzlich der höhere der beiden Werte aus beizulegendem Zeitwert abzüglich
Veräußerungskosten und Nutzungswert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Im
Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung kann es erforderlich sein, Vermögenswerte und gegebenenfalls
Schulden zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zusammenzufassen. Für Zwecke des
Goodwill-Impairment-Tests entsprechen die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten den
HOCHTIEF-Unternehmensbereichen der Segmentberichterstattung. Ist ein Vermögenswert
Teil einer selbstständigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit, wird die Wertminderung
auf der Basis des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.
Wurde einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet
und übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren erzielbaren
Betrag, das heißt den höheren Betrag aus dem voraussichtlich erzielbaren Marktwert
abzüglich Veräußerungskosten beziehungsweise dem Nutzungswert, wird zunächst der zugeordnete
Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe des Differenzbetrags aus erzielbarem Betrag und
Buchwert wertgemindert. Übersteigt der Abwertungsbedarf den zugeordneten Geschäfts-
oder Firmenwert, werden die Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden
Einheit anteilig reduziert. Wenn der Grund für eine früher vorgenommene Wertminderung
entfallen ist, wird mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten eine Zuschreibung
auf die fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. At Equity bewertete Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten, die sich in das erworbene
anteilige Eigenkapital des assoziierten Unternehmens beziehungsweise Gemeinschaftsunternehmens
sowie gegebenenfalls Geschäfts- oder Firmenwerte aufteilen, bilanziert. Der Buchwert
wird jährlich um die anteiligen Nachsteuerergebnisse, ausgeschütteten Dividenden und
sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Der gesamte
Equity-Buchwert wird bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung
hindeuten, einem Werthaltigkeitstest ("Impairment-Test") nach IAS 36 unterzogen. Unterschreitet
der erzielbare Betrag den Buchwert einer at Equity bewerteten Finanzanlage, erfolgt
eine Wertminderung in Höhe des Differenzbetrags. Spätere Wertaufholungen werden erfolgswirksam
erfasst. Gemeinschaftsunternehmen sind eine Untergruppe von Joint Ventures. Joint Ventures
sind vertragliche Vereinbarungen, in denen zwei oder mehr Parteien eine wirtschaftliche
Tätigkeit durchführen, die einer gemeinschaftlichen Führung unterliegt. Neben den
at Equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen fallen unter Joint Ventures auch die
gemeinsam geführten Tätigkeiten und Arbeitsgemeinschaften. Letztere werden im Einklang
mit IAS 31 wie folgt bilanziert: HOCHTIEF als Partner einer gemeinsam geführten Tätigkeit
oder Arbeitsgemeinschaft bilanziert die in seiner Verfügungsmacht stehenden Vermögenswerte
und die selbst eingegangenen Schulden sowie die getätigten eigenen Aufwendungen und
weist die anteiligen Erträge aus diesen Aktivitäten in den Umsatzerlösen aus. Bei
den gemeinsam geführten Tätigkeiten und Arbeitsgemeinschaften selbst verbleibende
Vermögenswerte und Schulden (zum Beispiel aufgrund von Leistungen, die an Nachunternehmer
vergeben wurden) führen zu anteiligen Ergebnissen, die in Analogie zur Equity-Methode
bilanziert und unter den Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten gegen Arbeitsgemeinschaften
ausgewiesen werden. Die unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an nicht konsolidierten
Tochterunternehmen, übrigen Beteiligungen sowie die langfristigen Wertpapiere gehören
ausnahmslos der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" an. Die Bewertung erfolgt zum
beizulegenden Zeitwert, sofern dieser Wert verlässlich ermittelbar ist. Zur Ermittlung
des beizulegenden Zeitwerts wird bei öffentlich notierten finanziellen Vermögenswerten
der jeweilige Marktpreis herangezogen. Liegt kein aktiver Markt vor, wird der beizulegende
Zeitwert mithilfe der Verwendung der jüngsten Marktgeschäfte oder mithilfe einer Bewertungsmethode
- wie beispielsweise der Discounted-Cashflow-Methode - ermittelt. In Fällen, in denen
keine verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts möglich ist, werden die
finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Der erstmalige
Ansatz erfolgt am Erfüllungstag. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung
latenter Steuern in den erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfasst und erst
bei Veräußerung erfolgswirksam. Liegen objektive Hinweise für die Wertminderung eines
Vermögenswerts vor, wird eine erfolgswirksame Abschreibung vorgenommen. Das ist der
Fall, wenn der beizulegende Zeitwert länger anhaltend rückläufig gegenüber den ursprünglichen
Anschaffungskosten ist beziehungsweise beide Wertansätze entsprechend wesentlich voneinander
abweichen. Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet. Die Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt mittels der
Effektivzinsmethode (zum Beispiel bei Agien, Disagien). Liegen objektive substanzielle
Hinweise für eine Wertminderung eines Vermögenswerts vor, wird ein Wertminderungsaufwand
erfasst. Objektive Hinweise für das Vorliegen einer Wertminderung sind beispielsweise
eine Verschlechterung der Bonität eines Schuldners und damit verbundene Zahlungsstockungen
oder eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Erforderliche Wertberichtigungen orientieren
sich am tatsächlichen Ausfallrisiko. Die Forderungen umfassen die Finanzforderungen,
die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen. Umsatzerlöse
werden nach Abzug von Umsatzsteuer und anderen Steuern sowie gekürzt um erwartete
Erlösminderungen wie Skonti, Boni und Rabatte ausgewiesen. Umsatzerlöse aus dem Verkauf
von Gütern werden erfasst, wenn
Erträge aus Dienstleistungsverträgen werden ihrem Fertigstellungsgrad entsprechend
erfasst. Erträge aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden in Übereinstimmung
mit den unten genannten Regelungen vereinnahmt. Ausleihungen werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Marktüblich
verzinsliche Ausleihungen sind zum Nominalwert bilanziert, zinslose beziehungsweise
niedrig verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem abgezinsten Betrag bilanziert.
Basis einer Abzinsung ist stets ein risikoadäquater Diskontierungssatz. Die Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden für die unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesenen Derivate
mit positivem beizulegendem Zeitwert werden gesondert erläutert. Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden nach dem Fertigungsfortschritt, der Percentage-of-Completion-(PoC-)Methode,
bilanziert. Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird
entsprechend dem Fertigstellungsgrad in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Der anzusetzende
Fertigstellungsgrad wird entsprechend dem Leistungsfortschritt ermittelt. Das heißt,
die bis zum Stichtag erbrachte Leistung wird ins Verhältnis zur Gesamtleistung des
Auftrags gesetzt. Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den Forderungen beziehungsweise
Verbindlichkeiten aus PoC. Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten und Auftragsergebnis)
die Anzahlungen im Einzelfall übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge
aktivisch unter den Forderungen aus PoC. Verbleibt nach Abzug der Anzahlungen ein
negativer Saldo, wird dieser als Verpflichtung aus Fertigungsaufträgen passivisch
unter den Verbindlichkeiten aus PoC ausgewiesen. Zu erwartende Auftragsverluste werden
auf Basis der erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Fertigungsaufträge, die in Arbeitsgemeinschaften
abgewickelt werden, werden entsprechend der PoC-Methode bewertet. Die Forderungen
an Arbeitsgemeinschaften enthalten auch das anteilige Auftragsergebnis. Zu erwartende
Verluste werden sofort in vollem Umfang im Auftragsergebnis berücksichtigt. Als Auftragserlöse
werden sowohl bei den eigenen als auch bei den in Arbeitsgemeinschaften abgewickelten
Fertigungsaufträgen die vertraglichen Erlöse sowie die Auftragsänderungen und Nachträge
in Übereinstimmung mit IAS 11 angesetzt. Forderungen aus Fertigungsaufträgen werden
innerhalb eines Geschäftszyklus des HOCHTIEF-Konzerns realisiert. Daher erfolgt ihr
Ausweis gemäß IAS 1 unter den kurzfristigen Vermögenswerten, auch wenn sich die Realisierung
der gesamten Forderung über einen längeren Zeitraum als ein Jahr erstreckt. Die wesentlichen Anwendungsbereiche für die PoC-Methode stellen das klassische Baugeschäft,
das Construction-Management und das Contract-Mining dar. Latente Steuern aus temporären Unterschieden zwischen IFRS- und Steuerbilanz der Einzelgesellschaften
sowie aus Konsolidierungsvorgängen werden jeweils gesondert angesetzt. Die aktiven
latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten
Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung
mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Aktive und passive latente Steuern
werden je Gesellschaft beziehungsweise Organkreis miteinander saldiert. Die latenten
Steuern werden auf der Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern
zum Realisationszeitpunkt gelten beziehungsweise erwartet werden. Im Inland wird unter
Berücksichtigung des Körperschaftsteuersatzes, des Solidaritätszuschlags sowie des
konzerndurchschnittlichen Gewerbeertragsteuersatzes - wie im Vorjahr - ein Steuersatz
von 31,5 Prozent zugrunde gelegt. Im Übrigen werden die zum Bilanzstichtag gültigen
beziehungsweise verabschiedeten steuerlichen Vorschriften zur Bewertung der latenten
Steuern herangezogen. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt.
Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten. Im Einzelnen enthalten
die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Kosten angemessene Teile der
notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich fertigungsbedingter
Abschreibungen. Sofern Gegenstände des Vorratsvermögens einen qualifizierten Vermögenswert
darstellen, werden Fremdkapitalkosten als Teil der Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten
aktiviert. Zur Ermittlung der Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen
werden überwiegend das First-in-First-out-Verfahren sowie die Methode des gleitenden
Durchschnitts angewendet. Niedrigere Werte am Abschlussstichtag aufgrund gesunkener
Nettoveräußerungswerte werden angesetzt. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der
Nettoveräußerungswert gestiegen ist, wird die daraus resultierende, zwingend vorzunehmende
Wertaufholung als Minderung des Materialaufwands erfasst. Die unter den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Wertpapiere gehören ausnahmslos
der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" an und werden mit dem beizulegenden Zeitwert
bewertet. Im Wesentlichen sind hier die Wertpapiere in den Spezialfonds und festverzinsliche
Titel mit einer Restlaufzeit bei Erwerb von mehr als drei Monaten, für die keine dauerhafte
Halteabsicht besteht, erfasst. Die Erstbewertung erfolgt am Erfüllungstag unter Einbeziehung
der direkt mit dem Erwerb des Wertpapiers verbundenen Transaktionskosten. Unrealisierte
Gewinne oder Verluste werden in den erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen ausgewiesen
und erst bei Veräußerung erfolgswirksam. Liegen objektive Hinweise für die Wertminderung
eines Vermögenswerts vor, wird eine erfolgswirksame Abschreibung vorgenommen. Das
ist der Fall, wenn der beizulegende Zeitwert länger anhaltend rückläufig gegenüber
den ursprünglichen Anschaffungskosten ist beziehungsweise beide Wertansätze entsprechend
wesentlich voneinander abweichen. Flüssige Mittel bestehen als Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und kurzfristig
veräußerbare Wertpapiere mit einer Restlaufzeit bei Erwerb von bis zu drei Monaten. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und diesen zugehörige Schulden
werden nach IFRS 5 bewertet. Als "zur Veräußerung gehalten" gelten Vermögenswerte,
die in ihrem gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar sind und deren Veräußerung höchstwahrscheinlich
ist. Dabei kann es sich um einzelne langfristige Vermögenswerte, um zur Veräußerung
stehende Gruppen von Vermögenswerten (Veräußerungsgruppen) oder aufzugebende Geschäftsbereiche
handeln. Schulden, die zusammen mit Vermögenswerten in einer Transaktion abgegeben
werden, sind Bestandteil einer Veräußerungsgruppe beziehungsweise eines aufgegebenen
Geschäftsbereichs und werden als "zur Veräußerung gehaltene Schulden" ebenfalls gesondert
ausgewiesen. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden nicht mehr
planmäßig abgeschrieben und sind zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und ihrem
beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anzusetzen. Gewinne oder Verluste
aus der Bewertung von aufgegebenen Geschäftsbereichen mit dem beizulegenden Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten werden ebenso wie die Ergebnisse aus der Geschäftstätigkeit
beziehungsweise aus der Veräußerung dieser Geschäftsbereiche als Ergebnis aus nicht
fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Dagegen werden Gewinne oder Verluste aus der
Bewertung einzelner zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte und von Veräußerungsgruppen
bis zu deren endgültiger Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Aktienbasierte Vergütungen werden nach IFRS 2 bewertet. Die aktienbasierten Vergütungsprogramme
werden konzernweit als aktienbasierte Vergütungen mit Barausgleich bilanziert. Die
Rückstellungen für Verpflichtungen aus den Long-Term-Incentive-Plänen, den Top-Executive-Retention-Plänen
und den Retention-Stock-Award-Plänen wurden in Höhe des zu erwartenden Aufwands gebildet,
wobei dieser ratierlich über die festgelegte Wartezeit verteilt wird beziehungsweise
wurde. Der beizulegende Zeitwert der Optionen wird mithilfe anerkannter finanzwirtschaftlicher
Modelle bestimmt. Dabei erfolgt die Bewertung der Pläne auf der Grundlage des von
Black / Scholes entwickelten Optionsbewertungsmodells. Zur Lösung des bei den genannten
Plänen vorliegenden spezifischen Bewertungsproblems werden die Verfahren der Binomialbäume
verwendet. Die Berechnungen wurden von einem externen Gutachter vorgenommen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Verpflichtungen
aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an aktive und ehemalige Mitarbeiter und
deren Hinterbliebene gebildet. Die Verpflichtungen beziehen sich insbesondere auf
Ruhegelder, teils als Grund-, teils als Zusatzversorgung. Die individuellen Zusagen
basieren auf länderspezifisch unterschiedlichen Leistungen; sie bemessen sich in der
Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiter.
Aufgrund ihres Versorgungscharakters werden die Verpflichtungen der Turner-Gruppe
für die Krankheitskosten der Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand ebenfalls
unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren
(Projected-Unit-Credit-Methode) berechnet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die
am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu
erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Bei der Turner-Gruppe
werden zusätzlich die künftig zu erwartenden Steigerungen der Gesundheitskosten einbezogen.
Die Berechnung basiert auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung
biometrischer Rechnungsgrundlagen. Planvermögen im Sinne von IAS 19 wird offen von
den Pensionsverpflichtungen abgesetzt. Zum Planvermögen zählen an Pensionsfonds zur
Erfüllung der Pensionsverpflichtungen übertragene Vermögenswerte, im Rahmen der Entgeltumwandlung
der Mitarbeiter (Deferred Compensation) erworbene Fondsanteile sowie qualifizierte
Versicherungspolicen in Form von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen. Übersteigt
der beizulegende Zeitwert des Planvermögens den Barwert der Versorgungsansprüche,
so wird der Differenzbetrag unter den langfristigen sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen,
soweit keine Vermögenswertbegrenzung nach IAS 19 vorliegt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, dem Wahlrecht des IAS 19 entsprechend,
im Jahr ihres Entstehens erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet. Der Dienstzeitaufwand
wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Verpflichtungszuführung wird
- vermindert um die erwarteten Erträge des Planvermögens - im Finanzergebnis erfasst. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn,
die Änderungen des Pensionsplans hängen vom Verbleib des Mitarbeiters im Unternehmen
für einen festgelegten Zeitraum ab (Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit).
In diesem Fall wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand linear über den Zeitraum
bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit erfolgswirksam erfasst. Steuerrückstellungen enthalten Verpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern. Ertragsteuerrückstellungen
werden mit entsprechenden Steuererstattungsansprüchen saldiert, wenn sie in demselben
Steuerhoheitsgebiet bestehen und hinsichtlich Art und Fristigkeit gleichartig sind. Alle sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren
Verpflichtungen, die auf vergangenen Geschäftsvorfällen oder vergangenen Ereignissen
beruhen und deren Höhe und / oder Fälligkeit unsicher ist. Die Rückstellungen werden
jeweils mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt, das heißt unter der
Berücksichtigung von Preis- und Kostensteigerungen, und nicht mit Erstattungsansprüchen
saldiert. Dabei wird bei einzelnen Verpflichtungen mit Eintrittswahrscheinlichkeiten
von über 50 Prozent von dem Erfüllungsbetrag mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit
ausgegangen. Rückstellungen werden nur gebildet, wenn ihnen eine rechtliche oder faktische
Verpflichtung gegenüber Dritten zugrunde liegt. Langfristige Rückstellungen (Laufzeit
über ein Jahr) werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag
bilanziert und unter den langfristigen Schulden ausgewiesen. Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die Ermittlung
der fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt mittels der Effektivzinsmethode (zum
Beispiel bei Agien, Disagien). Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen
werden in Höhe des zu Beginn des Leasingverhältnisses beizulegenden Zeitwerts des
Leasinggegenstands oder des Barwerts der Mindestleasingraten, sofern dieser Wert niedriger
ist, passiviert. Derivative Finanzinstrumente werden unabhängig vom Verwendungszweck zum beizulegenden
Zeitwert am Erfüllungstag bewertet und unter den sonstigen Forderungen und sonstigen
Vermögenswerten beziehungsweise den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Alle
derivativen Finanzinstrumente werden auf Basis aktueller Marktkonditionen zum Bilanzstichtag
bewertet. Die Erfassung der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts hängt vom Verwendungszweck
ab. Grundsätzlich werden Derivate nur zu Sicherungszwecken eingesetzt. Variabel verzinsliche
Darlehen werden beispielsweise im Rahmen von Sicherungsgeschäften abgesichert, um
aus Zinssatzschwankungen resultierenden variierenden Zahlungen entgegenzuwirken. In
diesen Fällen erfolgt regelmäßig eine Bilanzierung als Cashflow-Hedge. Hierbei sind
unrealisierte Gewinne und Verluste grundsätzlich zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital
zu erfassen. Bei einem Cashflow-Hedge erfolgt eine Absicherung gegen das Risiko schwankender
Zahlungsströme aus einem Grundgeschäft. Wenn geplante Transaktionen gesichert werden,
die in einer Folgeperiode zum Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts oder einer
finanziellen Schuld führen, sind die bis zu diesem Zeitpunkt erfolgsneutral im Eigenkapital
erfassten Beträge in der Periode erfolgswirksam aufzulösen, in der auch der Vermögenswert
oder die Verbindlichkeit das Periodenergebnis beeinflusst. Führt die gesicherte geplante
Transaktion zum Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht finanziellen
Verbindlichkeit, werden die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Beträge mit dem
erstmaligen Wertansatz des Vermögenswerts beziehungsweise der Verbindlichkeit verrechnet.
In den genannten Fällen wird nur der effektive Teil der Wertänderungen erfolgsneutral
im Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil ist sofort erfolgswirksam in die Gewinn-
und Verlustrechnung zu übernehmen. Der zunächst erfolgsneutral erfasste Teil der Wertänderungen
wird in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, sobald das Grundgeschäft erfolgswirksam
erfasst wird. Des Weiteren werden Derivate zu Sicherungszwecken eingesetzt, in denen die Sicherungsbeziehung
nicht Hedge-Accounting-fähig ist. Die Sicherungswirkung wird in diesen Fällen durch
einen sogenannten "Natural Hedge" erzielt, indem sowohl die Wertänderungen des Grundgeschäfts
als auch die (gegenläufig verlaufenden) Wertänderungen des Sicherungsgeschäfts in
der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. In Einzelfällen werden derivative Finanzinstrumente nicht als Sicherungsinstrument
designiert. In diesen Fällen werden die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam
erfasst. Eventualschulden sind mögliche oder bestehende Verpflichtungen, die auf vergangenen
Ereignissen beruhen und bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist.
Sie werden gesondert erläutert und in der Bilanz nicht erfasst, es sei denn, sie ergeben
sich aus der Übernahme im Rahmen eines Unternehmenserwerbs. Die angegebenen Verpflichtungsvolumina
bei den Eventualschulden entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Ermessensausübungen des Managements bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Welche Entscheidung im HOCHTIEF-Konzern im Hinblick auf die jeweiligen Sachverhalte
getroffen wurde, kann der Erläuterung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entnommen
werden. Schätzungen und Annahmen des Managements, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten
Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie die Angabe der Eventualschulden
beziehen, sind bei der Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS notwendig. Die
Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf:
Die Annahmen und Schätzungen basieren auf den jeweils aktuellen Verhältnissen und
Einschätzungen. Bei den zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag
werden in Bezug auf die erwartete künftige Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt
der Konzernabschlusserstellung vorliegenden Umstände sowie die als realistisch unterstellte
zukünftige Entwicklung des globalen und des branchenbezogenen Umfelds berücksichtigt.
Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements
liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich tatsächlich ergebenden
Beträge von den geschätzten Werten abweichen. Im Fall einer derartigen Entwicklung
werden die Annahmen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte
und Schulden an den neuen Kenntnisstand angepasst. Neue RechnungslegungsvorschriftenDie Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden aufgrund der Verabschiedung
von Änderungen bestehender oder neuer IFRS und IFRIC durch das International Accounting
Standards Board (IASB) beziehungsweise das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC)
insoweit erforderlich, als diese von der EU übernommen wurden und in der Berichtsperiode
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 verpflichtend anzuwenden sind oder im HOCHTIEF-Konzern
vorzeitig angewendet werden. Die Neuregelungen bei den IFRS und IFRIC stellen sich für den HOCHTIEF-Konzern wie
folgt dar: Änderung von IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" und IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse":
Die Änderung betrifft Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften in Bezug auf Unternehmenszusammenschlüsse
sowie Anteilsveräußerungen und Anteilsaufstockungen bei vollkonsolidierten Tochterunternehmen.
Wesentliche Änderungen bestehen in der Behandlung von Transaktionskosten, die im direkten
Zusammenhang mit einem Unternehmenserwerb stehen (beispielsweise Anwalts- und Beratungshonorare).
Diese dürfen nicht mehr als Bestandteil des Kaufpreises aktiviert werden, sondern
sind sofort als Aufwand zu erfassen. Des Weiteren hat der Käufer bei jedem Unternehmenszusammenschluss,
bei dem weniger als 100 Prozent der Anteile erworben werden, das Wahlrecht, die Minderheitenanteile
inklusive des auf sie entfallenden Geschäfts- oder Firmenwerts ("full goodwill method")
oder wie bisher lediglich mit dem beizulegenden Zeitwert der auf die Minderheiten
entfallenden identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden anzusetzen. Ebenfalls von
den Neuregelungen betroffen sind die Fälle des sukzessiven Unternehmenserwerbs. Hier
ist im Zeitpunkt der Erlangung der Kontrolle über das erworbene Unternehmen eine erfolgswirksame
Neubewertung der bisher gehaltenen Anteile vorzunehmen. Im Anschluss daran wird der
Geschäfts- oder Firmenwert als Differenz zwischen dem neu bewerteten Beteiligungsbuchwert
zuzüglich der Kaufpreiszahlungen für die neuen Anteile einerseits und dem erworbenen
Nettovermögen des Tochterunternehmens andererseits ermittelt. Schließlich sind bedingte
Kaufpreisbestandteile - wie Earn-out-Klauseln - nach der Neuregelung unabhängig von
ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
in die Bestimmung des Kaufpreises einzubeziehen und in gleicher Höhe als Verbindlichkeit
anzusetzen. Spätere Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts von als Verbindlichkeit
angesetzten bedingten Kaufpreisbestandteilen führen nicht mehr zu einer (erfolgsneutralen)
Anpassung des Geschäfts- oder Firmenwerts, sondern sind im Zeitpunkt der Änderung
erfolgswirksam zu erfassen. Die wesentliche Änderung von IAS 27 betrifft die Schließung
der bisherigen Regelungslücke bezüglich der Behandlung von Käufen oder Verkäufen von
Anteilen an einem Tochterunternehmen, die zu keinem Verlust der Beherrschung führen.
Derartige Transaktionen sind zwingend erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen.
Bei Anteilsverkäufen, die zu einem Verlust der Beherrschung führen, wird ein Veräußerungsgewinn
oder -verlust erfasst. Ein verbleibendes Investment (zum Beispiel eine at Equity bewertete
Finanzanlage) ist zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung zum beizulegenden Zeitwert
zu bewerten und eine sich hierbei ergebende Differenz zum bisherigen Buchwert ist
sofort ergebniswirksam zu erfassen. Die geänderten Standards IFRS 3 und IAS 27 sind
für Unternehmenszusammenschlüsse mit Erwerbszeitpunkt in Geschäftsjahren, die am oder
nach dem 1. Juli 2009 beginnen, anzuwenden. Dabei sind die hier aufgeführten Änderungen
prospektiv anzuwenden. Die Neuregelungen beeinflussen die bisherige Bilanzierungspraxis
bei HOCHTIEF. Insbesondere dürfen Abstockungen von Mehrheitsbeteiligungen ohne Kontrollverlust
nicht mehr erfolgswirksam vorgenommen werden. Des Weiteren ist ein sukzessiver Unternehmenserwerb
zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschungsmöglichkeit ergebniswirksam, wenn der
Buchwert der bisher gehaltenen Anteile von deren beizulegendem Zeitwert zum Zeitpunkt
des Kontrollerwerbs abweicht. Zudem sind im Zusammenhang mit einem Unternehmenserwerb
anfallende Transaktionskosten sofort aufwandswirksam zu erfassen. Die beschriebene Änderung von IAS 27 zog Änderungen an IAS 28 "Anteile an assoziierten
Unternehmen" und an IAS 31 "Anteile an Gemeinschaftsunternehmen" nach sich. Die Klarstellungen
regeln, dass bei Verlust der gemeinschaftlichen Führung oder des maßgeblichen Einflusses
auf ein Unternehmen die verbleibenden Anteile erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
zu bewerten sind. Diese Änderungen sind ebenfalls prospektiv in Geschäftsjahren, die
nach dem 1. Juli 2009 beginnen, anzuwenden. Änderungen von IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung": Der IASB hat im Jahr
2008 eine Änderung von IAS 39 verabschiedet. Diese stellt klar, dass es zulässig ist,
lediglich einen Teil der Änderungen der Cashflows oder des beizulegenden Zeitwerts
eines Finanzinstruments als Grundgeschäft zu designieren. Wird eine erworbene Option
als Sicherungsgeschäft designiert, stellt nur ihr innerer Wert - nicht jedoch ihr
Zeitwert - ein effektives Sicherungsinstrument dar, da das zugehörige Grundgeschäft
keine Zeitwertkomponente enthält. Schließlich bestimmt die Änderung, dass Inflation
kein gesondert identifizierbares und verlässlich bewertbares Risiko darstellt und
daher nicht als sicherbares Risiko designiert werden kann, es sei denn, sie stellt
einen vertraglich festgelegten Cashflow dar. Die Änderungen sind retrospektiv erstmalig
verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen.
Für HOCHTIEF ergeben sich aus der Neuregelung keine materiellen Konsequenzen. IFRIC 12 "Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen": IFRIC 12 schließt die bisher
in den IFRS bestehende Regelungslücke zur Bilanzierung von Rechten und Pflichten aus
Dienstleistungskonzessionen, die ein Unternehmen von einer Gebietskörperschaft zur
Erbringung einer öffentlichen Leistung erwirbt. Die Interpretation legt ausschließlich
die Bilanzierung beim lizenznehmenden Unternehmen fest. Die bilanzielle Darstellung
richtet sich danach, ob das Unternehmen ein unbedingtes vertragliches Recht auf den
Erhalt einer Zahlung hat oder ob es lediglich ein Recht erworben hat, von den Nutzern
ein Nutzungsentgelt zu erheben. Im ersten Fall wird ein finanzieller Vermögenswert
begründet, sodass die bilanzielle Abbildung nach dem sogenannten "Financial Asset
Model" zu erfolgen hat. Im zweiten Fall erwirbt das Unternehmen einen immateriellen
Vermögenswert, der ihm das Betreiben einer öffentlich angebotenen Einrichtung gestattet.
In diesem Fall hat die Bilanzierung nach dem "Intangible Asset Model" zu erfolgen.
Sofern die Gebietskörperschaft dem Unternehmen eine bestimmte Mindestentlohnung garantiert,
darüber hinausgehende Beträge aber nur bei ausreichender Auslastung durch die Nutzer
erlangt werden können, ist in Höhe der garantierten Zahlung ein finanzieller Vermögenswert,
für die darüber hinausgehenden Zahlungen durch die Nutzer ein immaterieller Vermögenswert
anzusetzen. IFRIC 12 ist grundsätzlich erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die
am oder nach dem 1. Januar 2008 beginnen. Die EU hat diese Interpretation mit einem
abweichenden Erstanwendungszeitpunkt übernommen. Danach ist IFRIC 12 spätestens mit
Beginn des ersten nach dem 29. März 2009 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Die
Anwendung dieser Interpretation hat für HOCHTIEF im Wesentlichen Auswirkungen auf
die Bilanzierung von Dienstleistungskonzessionen, für die das "Intangible Asset Model"
anzuwenden ist (zum Beispiel bei Mautstraßen und Flughäfen). Dienstleistungskonzessionen,
die unter das "Financial Asset Model" fallen (zum Beispiel bei Schulen), wurden bei
HOCHTIEF bereits weitgehend den Regelungen des IFRIC 12 entsprechend bilanziert und
bewertet. Da es sich bei der Erstanwendung der Neuregelung um einen Methodenwechsel
gemäß IAS 8 handelt, der eine rückwirkende Anwendung erfordert, sind die Vorjahreswerte
entsprechend angepasst. Aufgrund der Bewertung von Infrastrukturprojekten nach dem
"Intangible Asset Model" verminderten sich zum 31. Dezember 2009 die at Equity bewerteten
Finanzanlagen um 33.197 Tsd. Euro und die langfristigen Finanzforderungen um 14.603
Tsd. Euro. Daraus ergibt sich eine Verminderung des Eigenkapitals in Höhe von 47.800
Tsd. Euro, die mit 46.060 Tsd. Euro auf Anteile des Konzerns und mit 1.740 Tsd. Euro
auf Anteile anderer Gesellschafter entfällt. In der Gewinn- und Verlustrechnung verminderten
sich die Gewinn- und Verlustanteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bewertet werden, im Geschäftsjahr 2009 um 3.600 Tsd. Euro.
Von dieser Verminderung entfallen 50 Tsd. Euro auf Anteile anderer Gesellschafter
und 3.550 Tsd. Euro auf den Konzerngewinn. Für die ebenfalls angepasste Eröffnungsbilanz
zum 1. Januar 2009 werden im Anhang diejenigen Posten aufgegliedert, die durch die
retrospektive Erstanwendung von IFRIC 12 von den ursprünglich veröffentlichten abweichen. IFRIC 16 "Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb":
Die Interpretation trifft Klarstellungen hinsichtlich einer Nettoinvestition. Danach
muss sich das abgesicherte Risiko auf eine Änderung des Verhältnisses der funktionalen
Währungen zwischen einem ausländischen Geschäftsbetrieb und einem beliebigen Mutterunternehmen
beziehen. Nach der derzeit für die EU geltenden Fassung darf das Sicherungsinstrument
dabei von jedem beliebigen Konzernunternehmen gehalten werden - mit Ausnahme des abzusichernden
ausländischen Geschäftsbetriebs selbst. Diese Einschränkung wurde vom IFRS IC gestrichen.
IFRIC 16 ist in der EU erstmals spätestens in dem ersten nach dem 30. Juni 2009 beginnenden
Geschäftsjahr anzuwenden. Die Klarstellungen haben keinen Einfluss auf die Rechnungslegung
von HOCHTIEF. Die übrigen Standards und Interpretationen, die in der Berichtsperiode vom 1. Januar
bis 31. Dezember 2010 erstmalig verpflichtend anzuwenden sind, haben keine Auswirkungen
auf den HOCHTIEF-Konzern. Zudem wurden vom IASB und vom IFRS IC neue Rechnungslegungsvorschriften in Form von
weiteren, für den HOCHTIEF-Konzernabschluss relevanten Standards und Interpretationen
verabschiedet, die jedoch im Geschäftsjahr 2010 noch nicht verpflichtend anzuwenden
sind und teilweise von der EU noch nicht übernommen wurden: Änderungen von IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben": Der IASB hat am 7. Oktober 2010
Änderungen von IFRS 7 veröffentlicht. Diese betreffen die Angabepflichten im Fall
der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten auf eine andere Partei (zum Beispiel
Factoring). So sind bei einer unvollständigen Ausbuchung der finanziellen Vermögenswerte
Angaben zu der neu entstandenen Verbindlichkeit erforderlich. Sofern die Übertragung
zu einer vollständigen Ausbuchung der finanziellen Vermögenswerte geführt hat, sind
Angaben zu weiterbestehenden Rechten oder Pflichten des übertragenden Unternehmens
zu machen. Dazu zählen beispielsweise übernommene Ausfallgarantien oder Rückkaufvereinbarungen.
Die Regelungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen,
anzuwenden. Dabei sind Vorjahresvergleichsangaben nicht erforderlich. Nach heutiger
Einschätzung werden sich aus dieser Neuregelung keine wesentlichen Auswirkungen auf
den HOCHTIEF-Konzernabschluss ergeben. Die Änderungen sind noch nicht von der EU übernommen
worden. IFRS 9 "Finanzinstrumente": Der IASB hat am 12. November 2009 den IFRS 9 verabschiedet.
Dieser spiegelt zunächst nur die erste Phase der vollständigen Überarbeitung von IAS
39 wider und befasst sich mit der Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten.
Mit dem Abschluss jeder weiteren der insgesamt drei Phasen werden die neuen Regelungen
in IFRS 9 eingefügt und die entsprechenden Teile des IAS 39 außer Kraft gesetzt. Der
Standard sieht vor, dass es für finanzielle Vermögenswerte künftig nur noch zwei Bewertungskategorien
geben soll:
Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht
bei ihrem erstmaligen Ansatz ein unwiderrufliches Wahlrecht, künftige Wertänderungen
einschließlich des Abgangsergebnisses erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen.
Als einzige Ausnahme von diesem Grundsatz sind Dividenden aus diesen Finanzinstrumenten
erfolgswirksam zu erfassen. Am 28. Oktober 2010 hat der IASB im Rahmen der zweiten Phase der vollständigen Überarbeitung
von IAS 39 den IFRS 9 um Regelungen zur Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten
und zur Ausbuchung ergänzt. Hinsichtlich der finanziellen Verbindlichkeiten bleibt
es bei den bisherigen zwei Bewertungskategorien "zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet" und "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet". Eine Änderung
ergibt sich nur bei Ausübung der Fair-Value-Option. In diesem Fall sind nicht mehr
sämtliche Änderungen aus der Marktbewertung einer Finanzverbindlichkeit erfolgswirksam
zu erfassen. Sofern die Änderung des beizulegenden Zeitwerts aus einer Veränderung
des eigenen Kreditrisikos resultiert, sind die Wertänderungen in den erfolgsneutralen
Eigenkapitalveränderungen zu erfassen. Für alle übrigen Wertänderungen bleibt es bei
der erfolgswirksamen Erfassung. Diese Sonderregelung gilt indes nicht für finanzielle
Verbindlichkeiten, die zwingend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten
sind, wie beispielsweise Derivate außerhalb einer Hedge-Beziehung. Bezüglich der Ausbuchung
übernimmt IFRS 9 die Regelungen des derzeit gültigen IAS 39. Der Standard sieht eine retrospektive Anwendung für alle zum Zeitpunkt der Erstanwendung
des Standards bestehenden Finanzinstrumente vor. Der Erstanwendungszeitpunkt ist das
erste am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnende Geschäftsjahr. Die Übernahme des
Standards durch die EU ist noch nicht erfolgt. Die Neuregelung wird für HOCHTIEF zu
einer Neuklassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte führen. Dabei werden sich
aufgrund der erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert Wertänderungen
von Finanzinstrumenten verstärkt in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen.
Die Neuregelungen zu den finanziellen Verbindlichkeiten werden für HOCHTIEF voraussichtlich
keine Konsequenzen haben. Änderung von IAS 12 "Ertragsteuern": Im Dezember 2010 hat der IASB eine Änderung von
IAS 12 zur Ermittlung latenter Steuern verabschiedet. Nach den derzeitigen Regelungen
hängt die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der latenten Steuern davon ab, ob
der Buchwert eines Vermögenswerts voraussichtlich durch Nutzung oder Veräußerung realisiert
wird. Da diese Entscheidung ermessensabhängig ist, wird die widerlegbare Vermutung
eingeführt, dass die Realisierung durch Veräußerung erfolgt. Diese Regelung gilt nur
für Investment Properties, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und für
nicht planmäßig abzuschreibende Vermögenswerte, die nach der Neubewertungsmethode
bewertet werden. Die Neuregelung ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach
dem 1. Januar 2012 beginnen. Die Übernahme in EU-Recht ist noch nicht erfolgt. Für
HOCHTIEF ergeben sich aus der Änderung keine Auswirkungen, da im Konzern weder von
der Neubewertungsmethode noch von der Bewertung von Investment Properties zum beizulegenden
Zeitwert Gebrauch gemacht wird. Änderung von IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen":
Der IASB veröffentlichte im November 2009 die Änderung von IAS 24, um insbesondere
dessen Verständlichkeit und Eindeutigkeit zu erhöhen und somit eine einheitliche Auslegung
und Anwendung sicherzustellen. Hierzu wurde im Wesentlichen die Definition "nahestehende
Unternehmen und Personen" überarbeitet. Ferner sind Erleichterungsvorschriften für
Unternehmen, die unter der Beherrschung beziehungsweise der gemeinschaftlichen Führung
oder dem maßgeblichen Einfluss der öffentlichen Hand stehen, eingeführt worden. Darüber
hinaus erfolgte die Einbeziehung schwebender Geschäfte in den Kreis berichtspflichtiger
Geschäftsvorfälle. Die Änderungen sind retrospektiv für Geschäftsjahre anzuwenden,
die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Die Berücksichtigung der Änderungen
kann im HOCHTIEF-Konzern zu einer Ausweitung der berichtspflichtigen Geschäftsvorfälle
führen. Des Weiteren hat der IASB im Rahmen des sogenannten "Annual Improvements Process"
einen Sammelstandard veröffentlicht. Dabei werden kleine, nicht dringliche, aber notwendige
Änderungen an verschiedenen Einzelstandards in einem Standard zusammengefasst. Die
Änderungen sind überwiegend erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar
2011 beginnen, verpflichtend anzuwenden und werden für HOCHTIEF keine materiellen
Auswirkungen haben. IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten": Das
IFRS IC hat im November 2009 diese Interpretation veröffentlicht. Darin ist geregelt,
dass ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger
neu aushandeln kann und der Gläubiger dabei Aktien oder andere Eigenkapitalinstrumente
des Unternehmens zur vollen oder teilweisen Tilgung der finanziellen Verbindlichkeit
akzeptiert. Die Interpretation ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am
oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Für den HOCHTIEF-Konzern werden sich nach derzeitiger
Einschätzung keine materiellen Auswirkungen ergeben. Erläuterung der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung1. UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse in Höhe von 20.159.286 Tsd. Euro (Vorjahr 18.166.081 Tsd. Euro) beinhalten
zum einen realisierte Auftragswerte aus der Anwendung der Percentage-of-Completion-Methode
beim klassischen Baugeschäft, Construction-Management und Contract-Mining, zum anderen
Lieferungen und Leistungen an Arbeitsgemeinschaften sowie anteilig übernommene Ergebnisse
aus Arbeitsgemeinschaften und sonstige Leistungen. Des Weiteren werden in dieser Position
Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen wie Bauplanung, Logistik, Asset-Management,
Facility-Management, Property-Management, Energy-Management sowie Versicherungs- und
Konzessionsgeschäft ausgewiesen. Die Umsatzerlöse aus der Percentage-of-Completion-Methode betragen insgesamt 17.483.708
Tsd. Euro (Vorjahr 16.500.225 Tsd. Euro). Da die Umsatzerlöse nur ein unvollständiges Bild der im Geschäftsjahr erbrachten Leistung
wiedergeben, wird ergänzend die gesamte Leistung des Konzerns dargestellt, die auch
die anteilige Leistung der Arbeitsgemeinschaften enthält. Die einzelnen Unternehmensbereiche haben zur Gesamtleistung des Konzerns wie folgt
beigetragen: scroll
Nachfolgend werden die größten Arbeitsgemeinschaften im HOCHTIEF-Konzern dargestellt: scroll
2. Sonstige betriebliche Erträgescroll
Die Erträge aus Entkonsolidierungen entfallen mit 117.410 Tsd. Euro auf die Marktbewertung
von den verbleibenden Anteilen. Die Erträge aus Zuschreibungen entfallen mit 25.036 Tsd. Euro (Vorjahr 6.477 Tsd.
Euro) auf die Wertaufholung abgewerteter Forderungen. Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus der
Marktbewertung von Derivaten, Erträge aus Versicherungsentschädigungen sowie Erträge
aus Vermietung und Verpachtung. 3. Materialaufwandscroll
4. Personalaufwandscroll
Die Aufwendungen für Altersversorgung betragen 219.550 Tsd. Euro (Vorjahr 174.782
Tsd. Euro). Sie betreffen im Wesentlichen die im Geschäftsjahr erdienten Versorgungsansprüche
aus leistungsorientierten Pensionsplänen und die Zahlungen an beitragsorientierte
Versorgungssysteme. Die Zahlungen an staatliche Rentenversicherungsträger sind in
den sozialen Abgaben enthalten. Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)scroll
Durchschnittlich wurden 465 Mitarbeiter (Vorjahr 503 Mitarbeiter) zu ihrer Berufsausbildung
beschäftigt. 5. Abschreibungenscroll
Im Geschäftsjahr wurden Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von
250 Tsd. Euro (Vorjahr 64 Tsd. Euro) und auf Sachanlagen in Höhe von 2.417 Tsd. Euro
(Vorjahr 58 Tsd. Euro) vorgenommen. Investment Properties wurden - wie im Vorjahr
- nicht wertgemindert. 6. Sonstige betriebliche Aufwendungenscroll
Der Versicherungsaufwand betrifft überwiegend die Absicherung von projektbezogenen
Risiken in der Turner-Gruppe. Hierbei wird durch Zusammenführen von Versicherungsleistungen
von Turner und anderen Projektbeteiligten, wie Lieferanten und Kunden, die Minimierung
der aus der Projektabwicklung resultierenden Risiken für Turner sowie für die Kunden
erreicht. Den Versicherungsaufwendungen stehen entsprechende im Umsatz ausgewiesene
Erlöse gegenüber. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Kosten
der Auftragsabwicklung, Sachkosten der Verwaltung, Jahresabschlusskosten, Verluste
aus dem Abgang von Sachanlagen und weitere, nicht an anderer Stelle auszuweisende
Aufwendungen. Sonstige Steuern sind hier mit 24.565 Tsd. Euro (Vorjahr 22.115 Tsd.
Euro) enthalten. Im Berichtsjahr wurden einschließlich Personal- und Materialaufwendungen insgesamt
4.886 Tsd. Euro (Vorjahr 5.304 Tsd. Euro) für unternehmensübergreifende Forschungs-
und Entwicklungsprojekte des zentralen Innovationsmanagements aufgewendet. 7. BeteiligungsergebnisIm Beteiligungsergebnis werden sämtliche Erträge und Aufwendungen gezeigt, die im
Zusammenhang mit at Equity bewerteten Finanzanlagen und mit Beteiligungen entstanden
sind. Aufgrund der retrospektiven erstmaligen Anwendung von IFRIC 12 im Geschäftsjahr 2010
sind die Vorjahreswerte der Gewinn- und Verlustanteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bewertet werden, im Vergleich zu der veröffentlichten
Zahl um 3.600 Tsd. Euro niedriger ausgewiesen. Das Beteiligungsergebnis setzt sich im Einzelnen wie folgt zusammen: scroll
Die Gewinn- und Verlustanteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, die nach
der Equity-Methode bewertet werden, entfallen mit -43.524 Tsd. Euro (Vorjahr 102.217
Tsd. Euro) auf assoziierte Unternehmen und mit 233.344 Tsd. Euro (Vorjahr 99.139 Tsd.
Euro) auf Gemeinschaftsunternehmen. Die wesentlichen Ergebnisanteile betreffen mit
61.784 Tsd. Euro (Vorjahr 64.607 Tsd. Euro) den Unternehmensbereich Concessions und
mit 53.023 Tsd. Euro (Vorjahr 103.356 Tsd. Euro) den Unternehmensbereich Asia Pacific.
In den Gewinn- und Verlustanteilen an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sind
Wertminderungen in Höhe von 70.259 Tsd. Euro (Vorjahr - Tsd. Euro) enthalten. Diese
betreffen assoziierte Unternehmen im Unternehmensbereich HOCHTIEF Asia Pacific. Das Ergebnis aus übrigen Beteiligungen enthält mit 33.142 Tsd. Euro (Vorjahr 20.965
Tsd. Euro) die Ausschüttungen der Southern Cross Airports Corporation Holdings Ltd.
aus der Flughafenbeteiligung Sydney. Die Wertminderungen im Ergebnis aus übrigen Beteiligungen
betreffen mit 13.398 Tsd. Euro (Vorjahr 16.991 Tsd. Euro) Beteiligungen von Leighton
Holdings. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Beteiligungen, die im Geschäftsjahr
abgegangen sind, hatten einen Buchwert von 129 Tsd. Euro (Vorjahr 70 Tsd. Euro). Aus
den Abgängen des Geschäftsjahres resultierte ein Veräußerungsgewinn in Höhe von 15
Tsd. Euro (Vorjahr 16 Tsd. Euro). Zum Abschlussstichtag bestehen keine weiteren Verkaufsabsichten
von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Beteiligungen. 8. Finanzergebnisscroll
Zinsen und ähnliche Erträge beziehungsweise Aufwendungen enthalten alle Zinserträge
aus Liquiditätsanlagen, verzinslichen Wertpapieren und sonstigen Ausleihungen sowie
sämtliche Zinsaufwendungen. Zu den Zinsen und ähnlichen Erträgen zählen darüber hinaus
alle Gewinnanteile und Dividenden aus lang- und kurzfristigen Wertpapieren. Per Saldo
ergibt sich hieraus ein Zinsergebnis in Höhe von -178.954 Tsd. Euro (Vorjahr -129.595
Tsd. Euro). Im Geschäftsjahr 2010 wurden für nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
Finanzinstrumente Zinserträge in Höhe von 59.959 Tsd. Euro (Vorjahr 51.712 Tsd. Euro)
erzielt. Zinsaufwendungen fielen für nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete Finanzinstrumente in Höhe von 245.847 Tsd. Euro (Vorjahr 187.826 Tsd. Euro)
an. Die Zinsanteile an Zuführungen zu Pensionsverpflichtungen in Höhe von 2.582 Tsd. Euro
(Vorjahr -7.549 Tsd. Euro) enthalten die jährlichen Aufzinsungsbeträge im Zusammenhang
mit der Barwertfortschreibung der langfristigen Pensionsverpflichtungen in Höhe von
43.937 Tsd. Euro (Vorjahr 46.961 Tsd. Euro), saldiert mit den erwarteten Erträgen
aus Planvermögen in Höhe von 46.519 Tsd. Euro (Vorjahr 39.412 Tsd. Euro). Finanzerträge und Finanzaufwendungen, die nicht den Zinsen und ähnlichen Erträgen
beziehungsweise Aufwendungen oder den Zinsanteilen an Zuführungen zu langfristigen
Rückstellungen zugeordnet werden können, werden unter den anderen Finanzerträgen oder
den anderen Finanzaufwendungen ausgewiesen. Darunter fallen vor allem Erträge und
Aufwendungen aus der Veräußerung von Wertpapieren, Erträge und Aufwendungen aus Finanzderivaten
sowie Wertminderungen auf Wertpapiere. 9. Ertragsteuernscroll
In den tatsächlichen Ertragsteuern sind per Saldo Aufwendungen in Höhe von 302 Tsd.
Euro (Vorjahr Erträge in Höhe von 3.877 Tsd. Euro) enthalten, die vorangegangene Perioden
betreffen. Der Ertragsteueraufwand entwickelt sich aus dem theoretischen Steueraufwand. Dabei
wird - wie im Vorjahr - ein Steuersatz in Höhe von 31,5 Prozent auf das Ergebnis vor
Steuern angewendet: scroll
Die steuerfreien Erträge betreffen überwiegend steuerfreie Ausschüttungen und Erträge
aus dem Abgang von Beteiligungen. Auf im Berichtsjahr entstandene steuerliche Verluste in Deutschland sind aus Vorsichtsgründen
- wie im Vorjahr - keine latenten Steuern aktiviert worden. 10. Anteile anderer GesellschafterDie Anteile anderer Gesellschafter in Höhe von 258.248 Tsd. Euro (Vorjahr 212.897
Tsd. Euro) betreffen mit 260.975 Tsd. Euro (Vorjahr 214.148 Tsd. Euro) Gewinnanteile
- im Wesentlichen mit 167.480 Tsd. Euro (Vorjahr 157.295 Tsd. Euro) den Fremdanteil
der Leighton-Gruppe, mit 33.717 Tsd. Euro (Vorjahr 19.688 Tsd. Euro) den Fremdanteil
der Flughafengesellschaften sowie mit 30.504 Tsd. Euro (Vorjahr 14.973 Tsd. Euro)
den Fremdanteil der HOCHTIEF Construction Qatar - und mit 2.727 Tsd. Euro (Vorjahr
1.251 Tsd. Euro) Verlustanteile. Aufgrund der retrospektiven erstmaligen Anwendung von IFRIC 12 im Geschäftsjahr 2010
sind die Anteile anderer Gesellschafter des Vorjahres im Vergleich zu der veröffentlichten
Zahl um 50 Tsd. Euro niedriger ausgewiesen. Erläuterung der Konzernbilanz11. Immaterielle VermögenswerteDie Aufgliederung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Anlageposition "Immaterielle
Vermögenswerte" und ihre Entwicklung - im Geschäftsjahr 2010 sowie im Vorjahr - stellen
sich wie folgt dar: scroll
In den immateriellen Vermögenswerten sind aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von
2.590 Tsd. Euro (Vorjahr - Tsd. Euro) enthalten. Immaterielle Vermögenswerte wurden im Berichtsjahr in Höhe von 250 Tsd. Euro (Vorjahr
64 Tsd. Euro) wertgemindert. Die immateriellen Vermögenswerte enthalten mit 24.538 Tsd. Euro (Vorjahr 22.760 Tsd.
Euro) den Wert des bei der Erstkonsolidierung der Turner-Gruppe im Segment HOCHTIEF
Americas aktivierten Firmennamens "Turner". Darüber hinaus ist ebenfalls im Segment
Americas der Firmenname "Flatiron" in Höhe von 2.769 Tsd. Euro (Vorjahr 2.568 Tsd.
Euro) aktiviert. Die Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr sind in beiden Fällen
auf die Währungsanpassung zurückzuführen. Aus der im Geschäftsjahr erfolgten Erstkonsolidierung
der E.E. Cruz and Company Inc. resultiert ein weiterer aktivierter Firmenname in Höhe
von 2.545 Tsd. Euro. Die Firmennamen werden nicht planmäßig über die voraussichtliche
Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen
bestimmter, auf eine mögliche Wertminderung hindeutender Indikatoren einem Werthaltigkeitstest
in Analogie zum unten beschriebenen Impairment-Test für Geschäfts- oder Firmenwerte
gemäß IAS 36 unterzogen. Mit 18.007 Tsd. Euro (Vorjahr 15.531 Tsd. Euro) betreffen
die immateriellen Vermögenswerte eine Konzession für ein Autobahnprojekt in Santiago
de Chile. Die Konzession ist an die Verpflichtung zum Bau einer Autobahn mit Mautsystem
geknüpft und wird seit der Inbetriebnahme im Jahr 2006 über eine Nutzungsdauer von
27 Jahren leistungsbezogen, das heißt entsprechend dem Verkehrsaufkommen, abgeschrieben.
Nach Ende der Nutzungsdauer im Jahr 2033 ist die Autobahn an den chilenischen Staat
zurückzugeben. Die Werterhöhung im Vergleich zum Vorjahr ist auf die Währungsanpassung
zurückzuführen. Die im Rahmen der Erstkonsolidierung entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte von
vollkonsolidierten Gesellschaften sind zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Segmentebene
zugeordnet worden, um die Werthaltigkeitstests durchzuführen. Die Zuordnung erfolgte
entsprechend der Segmentberichterstattung zu den einzelnen Unternehmensbereichen. Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte auf Ebene der
Segmente erfolgt bei HOCHTIEF jeweils im vierten Quartal eines Geschäftsjahres. Im
Rahmen der Werthaltigkeitstests wird der erzielbare Betrag eines Segments mit dem
Buchwert des Segments verglichen. Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten HOCHTIEF Americas,
HOCHTIEF Europe, HOCHTIEF Concessions, HOCHTIEF Real Estate und HOCHTIEF Services
werden anhand des Nutzungswerts bestimmt. Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen
Cashflows, die voraussichtlich aus einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit erzielt
werden können. Der Nutzungswert wird auf der Grundlage eines Unternehmensbewertungsmodells
(Discounted-Cashflow-Methode) ermittelt, wobei dieser aus unternehmensinterner Sicht
bestimmt wird. Der Bestimmung liegen Cashflow-Planungen zugrunde, die grundsätzlich
auf der vom Vorstand genehmigten und im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests
gültigen Planung für eine Periode von drei Jahren basieren. In diese Planung fließen
Erfahrungen ebenso ein wie Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Marktentwicklung.
Für den Zeitraum danach werden gleichbleibende Cashflows angesetzt. Die Kapitalkostensätze
basieren auf dem Konzept der durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC).
Es erfolgt zunächst eine Nach-Steuer-Berechnung des Nutzungswerts durch Diskontierung
der Cashflows mit einem Kapitalkostensatz nach Steuern. Im Anschluss wird der Diskontierungssatz
vor Steuern iterativ ermittelt. Die im Rahmen der Werthaltigkeitstests verwendeten Diskontierungssätze für die zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten liegen vor Steuern zwischen 8,9 und 11,5 Prozent (Vorjahr zwischen 8,6 und
12,9 Prozent). Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit HOCHTIEF Asia Pacific
wird anhand des beizulegenden Zeitwerts bestimmt, der aus dem Börsenwert von Leighton
abgeleitet wird. Ein Vergleich der erzielbaren Beträge der Segmente mit deren Buchwerten ergab - wie
im Vorjahr - keinen Abwertungsbedarf für Geschäfts- oder Firmenwerte. Im Geschäftsjahr 2010 veränderten sich die Geschäfts- oder Firmenwerte der einzelnen
Segmente wie folgt: scroll
12. Sachanlagenscroll
Das Sachanlagevermögen enthält mit 222.170 Tsd. Euro (Vorjahr 192.133 Tsd. Euro) Vermögenswerte,
die im Rahmen von Finanzierungsleasing genutzt werden; sie betreffen im Wesentlichen
technische Anlagen und Maschinen bei Leighton Holdings sowie Fahrzeuge bei Turner. Sachanlagen wurden im Berichtsjahr in Höhe von 2.417 Tsd. Euro (Vorjahr 58 Tsd. Euro)
wertgemindert. Die Sachanlagen unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen (Vorjahr 1.524 Tsd. Euro). 13. Investment Propertiesscroll
Investment Properties wurden - wie im Vorjahr - nicht wertgemindert. Zum 31. Dezember 2010 beträgt der beizulegende Zeitwert der Investment Properties
38.989 Tsd. Euro (Vorjahr 53.388 Tsd. Euro). Er wird nach international anerkannten
Bewertungsmethoden ermittelt, wie durch die Ableitung aus dem aktuellen Marktpreis
vergleichbarer Immobilien oder die Discounted-Cashflow-Methode. Vom beizulegenden
Zeitwert entfallen 14.547 Tsd. Euro (Vorjahr 25.155 Tsd. Euro) auf eine Bewertung
durch konzernexterne, unabhängige Gutachter. Die Mieterlöse aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien beliefen sich im Berichtsjahr
auf 1.475 Tsd. Euro (Vorjahr 2.247 Tsd. Euro). Von den direkten betrieblichen Aufwendungen
in Höhe von 2.524 Tsd. Euro (Vorjahr 4.168 Tsd. Euro) entfielen 953 Tsd. Euro (Vorjahr
1.515 Tsd. Euro) auf vermietete und 1.571 Tsd. Euro (Vorjahr 2.653 Tsd. Euro) auf
nicht vermietete Investment Properties. Investment Properties unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen (Vorjahr 3.332 Tsd.
Euro Verfügungsbeschränkungen in Form von Grundpfandrechten). 14. At Equity bewertete Finanzanlagenscroll
Aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRIC 12 und der damit verbundenen Bilanzierungsänderung
für nach dem "Intangible Asset Model" abzubildende Infrastrukturprojekte verminderte
sich der Buchwert der at Equity bewerteten assoziierten Unternehmen zum 31. Dezember
2009 im Vergleich zum im Vorjahr berichteten Wert um 33.197 Tsd. Euro. GemeinschaftsunternehmenIm Folgenden werden die wesentlichen anteiligen Posten der Bilanzen und der Gewinn-
und Verlustrechnungen der Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet
werden, dargestellt: scroll
scroll
In dem Ergebnis aus at Equity bewerteten Gemeinschaftsunternehmen sind - wie im Vorjahr
- keine Wertminderungen enthalten. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen sind in Höhe von 1.010 Tsd. Euro (Vorjahr 1.382
Tsd. Euro) verpfändet. Die wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen des HOCHTIEF-Konzerns: scroll
Assoziierte UnternehmenDie folgenden Übersichten zeigen die wesentlichen anteiligen Posten der Bilanzen und
der Gewinn- und Verlustrechnungen der at Equity bewerteten assoziierten Unternehmen: scroll
scroll
Zum 31. Dezember 2010 beträgt der beizulegende Zeitwert von at Equity bewerteten assoziierten
Unternehmen, für die öffentlich notierte Marktpreise existieren, 239.192 Tsd. Euro
(Vorjahr 152.475 Tsd. Euro). In dem Ergebnis aus at Equity bewerteten assoziierten Unternehmen sind Wertminderungen
in Höhe von 70.259 Tsd. Euro (Vorjahr - Tsd. Euro) enthalten. Diese betreffen assoziierte
Unternehmen im Unternehmensbereich Asia Pacific. Zur Besicherung eines langfristigen Darlehens wurden die Anteile an einem assoziierten
Unternehmen in Höhe von 643.648 Tsd. Euro (Vorjahr 689.729 Tsd. Euro) verpfändet. Die wesentlichen assoziierten Unternehmen des HOCHTIEF-Konzerns: scroll
15. Übrige Finanzanlagenscroll
Die nicht konsolidierten Tochterunternehmen wurden im Geschäftsjahr in Höhe von 2.394
Tsd. Euro (Vorjahr 1.897 Tsd. Euro), die übrigen Beteiligungen in Höhe von 13.399
Tsd. Euro (Vorjahr 19.382 Tsd. Euro) wertgemindert. Die übrigen Beteiligungen betreffen - wie im Vorjahr - mit 398.914 Tsd. Euro Anteile
am Flughafen Sydney. Die langfristigen Wertpapiere unterliegen - wie im Vorjahr -keinen Verfügungsbeschränkungen.
Sie gehören zur Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" und werden mit dem beizulegenden
Zeitwert bewertet. 16. Finanzforderungenscroll
Die Ausleihungen an nicht konsolidierte Tochterunternehmen und an Beteiligungen enthalten
mit 143.944 Tsd. Euro (Vorjahr 135.818 Tsd. Euro) Ausleihungen im Zusammenhang mit
dem Erwerb der Anteile am Flughafen Budapest im Jahr 2007, in Höhe von 174.389 Tsd.
Euro (Vorjahr 204.389 Tsd. Euro) Ausleihungen in Verbindung mit der ebenfalls im Jahr
2007 erfolgten Akquisition der aurelis Real Estate und in Höhe von 86.785 Tsd. Euro
(Vorjahr - Tsd. Euro) eine Ausleihung an Al Habtoor Engineering Enterprises Co. L.L.C. Gegenüber Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, bestehen Forderungen
in Höhe von 554.917 Tsd. Euro (Vorjahr 462.493 Tsd. Euro). Aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRIC 12 und der damit verbundenen Bilanzierungsänderung
für nach dem "Intangible Asset Model" abzubildende Infrastrukturprojekte verminderte
sich der Buchwert der langfristigen Finanzforderungen gegenüber Beteiligungen zum
31. Dezember 2009 im Vergleich zum im Vorjahr berichteten Wert um 14.603 Tsd. Euro. In den übrigen Finanzforderungen sind Forderungen aus Finanzierungsleasing in Höhe
von 3.779 Tsd. Euro (Vorjahr 4.894 Tsd. Euro) enthalten. Diese setzen sich wie folgt
zusammen: Forderungen aus Finanzierungsleasingscroll
17. Sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswertescroll
Die Rechnungsabgrenzungsposten ergeben sich durch Versicherungsprämien und Vorauszahlungen
für Mieten sowie durch Vorauszahlungen für Wartungs- und Serviceleistungen. Des Weiteren
sind hier Provisionen enthalten, die die HOCHTIEF-Versicherungsgesellschaften für
Vertragsabschlüsse an die Erstversicherer gezahlt haben. Sie werden über die jeweilige
Vertragslaufzeit aufgelöst. 18. Latente SteuernDie aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich wie folgt: scroll
Aktive und passive latente Steuern sind je Gesellschaft beziehungsweise Organkreis
miteinander saldiert worden. Im Bruttobetrag der aktiven latenten Steuern von 513.470
Tsd. Euro (Vorjahr 440.837 Tsd. Euro) sind folgende aktivierte Steuerminderungsansprüche
enthalten, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren
ergeben: scroll
Die Nutzung dieser Verlustvorträge ist mit ausreichender Sicherheit gewährleistet.
Auf im Berichtsjahr entstandene steuerliche Verluste in Deutschland sind aus Vorsichtsgründen
- wie im Vorjahr - keine latenten Steuern aktiviert worden. Die Beträge der körperschaftsteuerlichen
und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge, für die keine latenten Steueransprüche angesetzt
wurden, belaufen sich auf 992.952 Tsd. Euro (Vorjahr 849.874 Tsd. Euro) und 1.236.705
Tsd. Euro (Vorjahr 1.091.793 Tsd. Euro). Latente Steuern werden für alle abzugsfähigen temporären Differenzen aktiviert, wenn
voraussichtlich künftig steuerpflichtiges Einkommen zu deren Realisierung verfügbar
sein wird. Die passiven latenten Steuern in Höhe von brutto 318.920 Tsd. Euro (Vorjahr 319.556
Tsd. Euro) sind ausschließlich auf zu versteuernde temporäre Differenzen zurückzuführen,
die sich im Wesentlichen aus der Anpassung an konzerneinheitliche IFRS-Bewertungsgrundsätze
ergeben. Im Berichtsjahr sind 24.961 Tsd. Euro (Vorjahr 28.652 Tsd. Euro) latente Steuern aus
der Umrechnung ausländischer Abschlüsse und 598 Tsd. Euro (Vorjahr 2.722 Tsd. Euro)
aus der erfolgsneutralen Bewertung von originären und derivativen Finanzinstrumenten
erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst worden. Aus versicherungsmathematischen Gewinnen
und Verlusten wurden latente Steuern in Höhe von 20.022 Tsd. Euro (Vorjahr -21.112
Tsd. Euro) erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet. Zum Bilanzstichtag betrug
der erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Bestand der latenten Steuern aus der erfolgsneutralen
Bewertung von Finanzinstrumenten 38.760 Tsd. Euro (Vorjahr 38.162 Tsd. Euro) und aus
versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten 72.786 Tsd. Euro (Vorjahr 52.764
Tsd. Euro). 19. Vorrätescroll
Gemäß IAS 23 wurden unter den unfertigen Leistungen Fremdkapitalkosten in Höhe von
8.576 Tsd. Euro (Vorjahr 4.672 Tsd. Euro) aktiviert. Bei der Ermittlung der Fremdkapitalkosten
wurden Zinssätze zwischen 1,2 und 8,1 Prozent zugrunde gelegt. Die unter den unfertigen Leistungen und Erzeugnissen ausgewiesenen Immobilien aus
Projektentwicklungen unterliegen in Höhe von 436.282 Tsd. Euro (Vorjahr 537.243 Tsd.
Euro) Verfügungsbeschränkungen. 20. Forderungen aus Lieferungen und Leistungenscroll
Bei dem Saldo aus Forderungen aus PoC und erhaltenen Anzahlungen in Höhe von 1.781.292
Tsd. Euro (Vorjahr 1.422.095 Tsd. Euro) werden diejenigen kundenspezifischen Fertigungsaufträge
ausgewiesen, bei denen die angefallenen Herstellungskosten einschließlich Gewinnanteilen
die erhaltenen Anzahlungen übersteigen. Die Summe der aktivisch und passivisch unter
den Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten aus PoC ausgewiesenen Herstellungskosten
einschließlich Gewinnanteilen für Fertigungsaufträge beläuft sich auf 4.383.209 Tsd.
Euro (Vorjahr 3.133.394 Tsd. Euro). Im Berichtsjahr wurden keine Fremdkapitalkosten
(Vorjahr 9.086 Tsd. Euro) in den Forderungen aus PoC aktiviert. Im Geschäftsjahr wurden
insgesamt 3.147.753 Tsd. Euro (Vorjahr 2.347.771 Tsd. Euro) erhaltene Anzahlungen
bei den Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten aus PoC verrechnet. Bei vollkonsolidierten Gesellschaften des HOCHTIEF-Konzerns bestehen Dienstleistungslizenzen
oder ähnliche Genehmigungen. Diese werden hauptsächlich als finanzielle Vermögenswerte
bilanziert und unter den Forderungen aus PoC ausgewiesen. Bei diesen Dienstleistungslizenzen
aus dem Geschäftsfeld Soziale Infrastruktur / Öffentlicher Hochbau handelt es sich
um Vereinbarungen zur Renovierung und Modernisierung sowie zum Betrieb und zur Instandhaltung
von Schulen beziehungsweise öffentlichen Gebäuden. Die Bau- und Ausbauleistungen verlaufen
planmäßig und erzielen die prognostizierten positiven Ergebnisse. Der zugrunde gelegte
gewichtete Diskontierungssatz liegt zum 31. Dezember 2010 bei 11,8 Prozent (Vorjahr
12,1 Prozent) bei einer maximalen Konzessionslaufzeit bis zum Jahr 2036. Die Gesellschaften des HOCHTIEF-Konzerns sind zur Erfüllung ihrer Aufgaben aus den
Dienstleistungslizenzen entsprechend verpflichtet und zu diesem Zweck mit den dazu
jeweils erforderlichen Rechten ausgestattet. Zum Ende der Konzessionslaufzeit gehen
die Dienstleistungsobjekte in den Besitz der öffentlichen Hand als Auftraggeber zurück.
Die öffentliche Hand bleibt während der gesamten Konzessionslaufzeit in der Regel
die Eigentümerin der mit den Dienstleistungslizenzen verbundenen Vermögenswerte. Bei
den einzelnen Dienstleistungslizenzen bestehen Kündigungsoptionen lediglich aus wichtigem
Grund, Verlängerungsoptionen sind überwiegend nicht geregelt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten vertragliche Einbehalte in
Höhe von 358.881 Tsd. Euro (Vorjahr 372.521 Tsd. Euro). Unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesene Immobilien aus Projektentwicklungen
unterliegen in Höhe von 128.804 Tsd. Euro (Vorjahr 111.886 Tsd. Euro) Verfügungsbeschränkungen. Gegenüber Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, bestehen Forderungen
in Höhe von 18.475 Tsd. Euro (Vorjahr 3.969 Tsd. Euro). 21. ErtragsteueransprücheBei den Ertragsteueransprüchen in Höhe von 99.058 Tsd. Euro (Vorjahr 56.879 Tsd. Euro)
handelt es sich um Forderungen gegenüber in- und ausländischen Finanzbehörden. 22. WertpapiereBei den kurzfristigen Wertpapieren in Höhe von 937.640 Tsd. Euro (Vorjahr 807.739
Tsd. Euro) handelt es sich im Wesentlichen um in Spezialfonds gehaltene Wertpapiere
sowie festverzinsliche Titel mit einer Restlaufzeit bei Erwerb von mehr als drei Monaten,
für die keine dauerhafte Halteabsicht besteht. Die kurzfristigen Wertpapiere gehören ausschließlich zur Kategorie "zur Veräußerung
verfügbar". Die Bewertung erfolgt zu beizulegenden Zeitwerten, wodurch sich der Bilanzansatz
um 24.304 Tsd. Euro (Vorjahr 43.607 Tsd. Euro) vermindert hat. Die kurzfristigen Wertpapiere sind in Höhe von 23.004 Tsd. Euro (Vorjahr 18.970 Tsd.
Euro) als Sicherheiten für die Ansprüche von Mitarbeitern aus Altersteilzeit verpfändet. Außerhalb der extern gemanagten Anlagen werden in der Direktanlage ausschließlich
Anleihen erstklassiger Emittenten gekauft und durch eine breite Diversifizierung Konzentrationsrisiken
in Bezug auf einzelne Emittenten strikt vermieden. 23. Flüssige MittelFlüssige Mittel in Höhe von 2.451.057 Tsd. Euro (Vorjahr 1.769.644 Tsd. Euro) bestehen
als Kassenbestände, als Guthaben bei Kreditinstituten sowie als kurzfristig veräußerbare
Wertpapiere mit einer Restlaufzeit bei Erwerb von bis zu drei Monaten. Die flüssigen
Mittel unterliegen Verfügungsbeschränkungen in Höhe von 7.464 Tsd. Euro (Vorjahr 10.390
Tsd. Euro). 24. EigenkapitalDie Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf Seite 145 dargestellt. Das gezeichnete Kapital der HOCHTIEF Aktiengesellschaft wurde durch die Ausgabe von
6 999 999 Aktien auf 76 999 999 nennwertlose Stückaktien erhöht und beläuft sich auf
197.120 Tsd. Euro. Der auf die einzelne Aktie entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals
beträgt 2,56 Euro. Die Kapitalrücklage enthält das Aufgeld aus der Ausgabe von Aktien durch die HOCHTIEF
Aktiengesellschaft. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien
betreffen, bekannt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht. Es ist
dem Vorstand nicht bekannt, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte
nicht unmittelbar ausüben. Gesetzliche Vorschriften über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands
und über die Änderung der Satzung finden sich in den §§ 84, 85 AktG beziehungsweise
§§ 179, 133 AktG. Nach § 7 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand mindestens aus
drei Personen. § 23 Abs. 1 der Satzung bestimmt, dass die Beschlüsse der Hauptversammlung
mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst werden, sofern nicht das Gesetz
zwingend etwas anderes bestimmt. Soweit das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine
Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals verlangt, genügt nach §
23 Abs. 3 der Satzung die einfache Mehrheit, sofern nicht zwingend eine andere Mehrheit
vorgeschrieben ist. Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital bis zum
10. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber
lautender Stückaktien gegen Bar- und /oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um bis
zu insgesamt 35.840 Tsd. Euro zu erhöhen (genehmigtes Kapital I). Die weiteren Einzelheiten
ergeben sich aus der vorgenannten Satzungsbestimmung. Das Grundkapital der Gesellschaft ist gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu 44.800
Tsd. Euro, eingeteilt in bis zu Stück 17 500 000 auf den Inhaber lautende Stückaktien,
bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die Einzelheiten ergeben sich aus der vorgenannten
Satzungsbestimmung. Ermächtigung zum Aktienrückkauf: Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 ist die Gesellschaft gemäß §
71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt worden, eigene Aktien zu erwerben. Diese Ermächtigung
gilt bis zum 10. November 2011. Sie ist insgesamt auf einen Anteil von zehn Prozent
des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals
beschränkt, wobei eigene Aktien in einem Umfang von höchstens fünf Prozent des im
Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals durch
den Einsatz von Call-Optionen erworben werden dürfen. Die Ermächtigung kann unmittelbar
durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem
Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der
Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte
Dritte ausgeübt werden und erlaubt den Erwerb eigener Aktien im ganzen Umfang oder
in Teilbeträgen sowie den einmaligen oder mehrmaligen Erwerb. Der Erwerb eigener Aktien
kann über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen
Kaufangebots oder mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung
zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die
Aktionäre oder durch den Einsatz von Call-Optionen erfolgen. Die Bedingungen für den
Erwerb werden im Beschluss weiter spezifiziert. Der Vorstand ist durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats bei einer Veräußerung erworbener eigener Aktien durch
ein Angebot an alle Aktionäre den Inhabern der von der Gesellschaft oder einem ihrer
nachgeordneten Konzernunternehmen eventuell ausgegebenen Options- und /oder Wandelanleihen
ein Bezugsrecht auf die Aktien zu gewähren. Der Vorstand ist weiter ermächtigt, erworbene
eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats in anderer Weise als über die Börse
oder durch ein Angebot an sämtliche Aktionäre zu veräußern, wenn die Aktien gegen
Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft
gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Der Vorstand der HOCHTIEF Aktiengesellschaft ist ferner unter den nachstehenden Voraussetzungen
ermächtigt, erworbene eigene Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats Dritten in anderer
Weise als über die Börse oder mittels Angebot an sämtliche Aktionäre anzubieten und
zu übertragen. Dies kann im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen
daran oder von Unternehmensteilen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen
geschehen. Dies ist außerdem zulässig zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an
ausländischen Börsen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind. Außerdem
dürfen die Aktien Personen zum Erwerb angeboten werden, die im Arbeitsverhältnis zu
der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen oder standen. Außerdem
dürfen die Aktien den Inhabern der von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten
Konzernunternehmen der Gesellschaft gemäß der Ermächtigung durch die Hauptversammlung
vom 11. Mai 2010 (TOP 8) begebenen Schuldverschreibungen bei Ausübung ihrer Options-
und /oder Wandlungsrechte und /oder -pflichten gewährt werden. Weiterhin dürfen die Aktien Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft und Mitgliedern
von Vorständen und Geschäftsführungen der von der Gesellschaft abhängigen Unternehmen
im Sinne von § 17 AktG sowie Personen, die im Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft
oder einem von der Gesellschaft abhängigen Unternehmen im Sinne von § 17 AktG stehen,
mit der Verpflichtung übertragen werden, sie für einen Zeitraum von mindestens zwei
Jahren seit der Übertragung zu halten. Eine solche Übertragung ist nur zulässig, um
bestehende Ansprüche des Übertragungsempfängers auf variable Vergütung an Erfüllungs
statt zu tilgen. Die weiteren Bedingungen der Übertragung werden im Beschluss weiter
spezifiziert. Im Fall der Ausgabe der Aktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft
entscheidet allein der Aufsichtsrat der Gesellschaft über die Ausgabe. Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird gemäß §§ 71
Abs. 1 Nr. 8, 186 Abs. 3 und 4 AktG insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß
der vorstehenden Ermächtigung verwendet werden. Weiterhin wird der Vorstand ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung
des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung und ihre Durchführung eines
weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedürfen. Die Bedingungen der Bezugsrechtsgewährung, Veräußerung, Übertragung beziehungsweise
Einziehung der eigenen Aktien werden in dem Beschluss der Hauptversammlung weiter
spezifiziert. Zum 31. Dezember 2010 ergibt sich für die HOCHTIEF Aktiengesellschaft ein Bestand
an eigenen Aktien im Sinne von § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG von insgesamt 3 435 075 Stück.
Diese Aktien wurden im Laufe des Geschäftsjahres 2008 für die in dem Hauptversammlungsbeschluss
vom 8. Mai 2008 genannten Zwecke erworben. Der auf diese eigenen Aktien entfallende
Betrag des Grundkapitals beträgt 8.793.792 Euro (4,46 Prozent des Grundkapitals). Im Juli 2010 wurden letztlich 20 610 eigene Aktien an Personen, die im Arbeitsverhältnis
zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen, zu einem Preis
von 24,28 Euro veräußert. Der auf diese Aktien entfallende Betrag des Grundkapitals
beträgt 52.762 Euro (0,03 Prozent des Grundkapitals). Der Bilanzgewinn der HOCHTIEF Aktiengesellschaft und der Bilanzgewinn des HOCHTIEF-Konzerns
sind identisch. Die im Geschäftsjahr ausgeschüttete Dividende betrug 99.816 Tsd. Euro (Vorjahr 88.201
Tsd. Euro). Die Anteile anderer Gesellschafter in Höhe von 1.298.679 Tsd. Euro (Vorjahr 1.100.076
Tsd. Euro) ergeben sich aus Dritten zustehenden Anteilen am Eigenkapital von einbezogenen
Konzerngesellschaften; sie betreffen im Wesentlichen die Leighton-Gruppe und die Flughafengesellschaften.
Aufgrund der retrospektiven erstmaligen Anwendung von IFRIC 12 im Geschäftsjahr 2010
sind die Anteile anderer Gesellschafter des Vorjahres im Vergleich zu der veröffentlichten
Zahl um 1.740 Tsd. Euro niedriger ausgewiesen. Die erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen stellen einen Bestandteil der Gewinnrücklagen
dar. Erfasst werden dort die erfolgsneutralen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
aus der Marktbewertung von originären und derivativen Finanzinstrumenten sowie Währungsdifferenzen
aus der Umrechnung von ausländischen Abschlüssen. Des Weiteren beinhalten die erfolgsneutralen
Eigenkapitalveränderungen den Anteil der erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen
von at Equity bewerteten assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sowie die versicherungsmathematischen
Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen. Die Veränderungen der
direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen stellen sich im Vorjahresvergleich
wie folgt dar: Darstellung der Veränderungen der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungenscroll
Die Ertragsteuereffekte auf die Veränderung der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge
und Aufwendungen verteilen sich wie folgt: scroll
25. Aktienbasierte VergütungenWährend des Berichtsjahres bestanden folgende konzernweite aktienbasierte Vergütungssysteme
für Führungskräfte der HOCHTIEF Aktiengesellschaft und nachgeordneter verbundener
Unternehmen: Top-Executive-Retention-Plan 2004Im Zusammenhang mit der Veräußerung ihrer Beteiligung an der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
durch die RWE Aktiengesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2004 für ausgewählte Führungskräfte
und für die Mitglieder des Vorstands auf Basis eines Beschlusses des Aufsichtsrats
ein Top-Executive-Retention-Plan 2004 (TERP 2004) eingeführt. Damit sollten die Führungskräfte
über die bereits bestehenden Maßnahmen hinaus an das Unternehmen gebunden und ihr
Know-how dadurch gesichert werden. Dieser Plan basiert auf Stock-Appreciation-Rights
(SAR). Da die ausgegebenen SAR in drei Tranchen zugewachsen sind, lag die Wartezeit zwischen
zwei und vier Jahren. Der Ausübungszeitraum liegt - abhängig von der jeweiligen Tranche
- zwischen sechs und acht Jahren. Die SAR können nur ausgeübt werden, wenn der zehntägige Durchschnitt (arithmetisches
Mittel) der Börsenschlusskurse der HOCHTIEF-Aktie der zehn dem Ausübungstag vorangehenden
Börsenhandelstage im Vergleich zum Ausgabepreis eine bessere Kursperformance (Steigerung)
aufweist als der MDAX, gemessen als zehntägiger Durchschnitt der Schlusskurse derselben
zehn dem Ausübungstag vorangehenden Börsenhandelstage im Vergleich zum Basispreis
dieses Index (relative Erfolgshürde), und zusätzlich der Börsenschlusskurs der HOCHTIEF-Aktie
am letzten Börsenhandelstag vor dem Ausübungstag den Ausgabepreis um mindestens 25
Prozent übersteigt (absolute Erfolgshürde). Die relative Erfolgshürde braucht nicht
erfüllt zu werden, wenn nach Ablauf der Wartezeit der HOCHTIEF-Durchschnittsbörsenkurs
der zehn dem Ausübungstag vorangehenden Börsenhandelstage den Ausgabepreis um mindestens
30 Prozent überstiegen hat. Die SAR können bei Erreichen der genannten Erfolgsziele nach Ablauf der Wartezeit
bis auf kurze Sperrfristen vor Bekanntgabe von Unternehmensdaten täglich ausgeübt
werden. Die Anzahl der ausübbaren SAR richtet sich danach, welche Steigerung der HOCHTIEF-Durchschnittsbörsenkurs
gegenüber dem Ausgabepreis innerhalb des Ausübungszeitraums der jeweiligen Tranche
an zehn aufeinanderfolgenden Börsenhandelstagen erreicht hat. Die SAR können bei einer
Steigerung von 35 Prozent insgesamt, bei einer Steigerung von 30 Prozent zu 60 Prozent
und bei einer Steigerung von 25 Prozent zu 25 Prozent ausgeübt werden. Nach Ausübung
der SAR zahlt die gewährende Gesellschaft den Unterschiedsbetrag zwischen dem aktuellen
Börsenkurs und dem Ausgabepreis aus. Während des Ausübungszeitraums ist die Höhe des
Unterschiedsbetrags in Abhängigkeit von dem Ausübungstermin unterschiedlich und so
zeitabhängig auf einen Bruchteil des maximal möglichen Unterschiedsbetrags beschränkt
(Kappungsgrenzen). Am Ende der Laufzeit ist der Unterschiedsbetrag auf 100 Prozent
des Ausgabepreises begrenzt. Long-Term-Incentive-Plan 2005Im Geschäftsjahr 2005 wurde für obere Führungskräfte der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
und nachgeordneter verbundener Unternehmen sowie für die Mitglieder des Vorstands
auf Basis eines Beschlusses des Aufsichtsrats ein Long-Term-Incentive-Plan 2005 (LTIP
2005) durch die Ausgabe von Stock-Appreciation-Rights (SAR) aufgelegt. Da der LTIP 2005 mit einer Wartezeit von zwei Jahren und einem anschließenden Ausübungszeitraum
von drei Jahren aufgelegt wurde, endete der Plan im Jahr 2010. Die SAR konnten nur ausgeübt werden, wenn der zehntägige Durchschnitt (arithmetisches
Mittel) der Börsenschlusskurse der HOCHTIEF-Aktie bis zum Ausübungstag im Vergleich
zum Ausgabepreis an mindestens zehn aufeinanderfolgenden Börsenhandelstagen eine bessere
Kursperformance aufwies als der MDAX, gemessen als zehntägiger Durchschnitt der Schlusskurse
im Vergleich zum Basispreis dieses Index (relative Erfolgshürde), und zusätzlich die
Kapitalrendite RONA (Return on Net Assets) gemäß dem zuletzt gebilligten Konzernabschluss
mindestens zehn Prozent betrug (absolute Erfolgshürde). Die relative Erfolgshürde
brauchte nicht erfüllt zu werden, wenn nach Ablauf der Wartezeit der HOCHTIEF-Durchschnittsbörsenkurs
an zehn aufeinanderfolgenden Börsenhandelstagen den Ausgabepreis um mindestens 20
Prozent überstiegen hat. Die SAR konnten bei Erreichen der genannten Erfolgsziele nach Ablauf der Wartezeit
bis auf kurze Sperrfristen vor Bekanntgabe von Unternehmensdaten vollständig ausgeübt
werden. Nach Ausübung der SAR wurde von der gewährenden Gesellschaft der Unterschiedsbetrag
zwischen dem aktuellen Börsenkurs und dem Ausgabepreis ausgezahlt. Der Unterschiedsbetrag
war auf 100 Prozent des Ausgabepreises begrenzt. Long-Term-Incentive-Plan 2006Im Geschäftsjahr 2006 wurde für obere Führungskräfte der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
und nachgeordneter verbundener Unternehmen sowie für die Mitglieder des Vorstands
auf Basis eines Beschlusses des Aufsichtsrats ein Long-Term-Incentive-Plan 2006 (LTIP
2006) aufgelegt. Dieser sah neben der Gewährung von Stock-Appreciation-Rights (SAR)
die Ausgabe sogenannter Stock-Awards vor. Da der SAR-Plan nach einer Wartezeit von zwei Jahren ausgeübt werden konnte, wurde
dieser bereits im Geschäftsjahr 2008 vollständig ausgeübt. Die Planbedingungen für
die Ausgabe der Stock-Awards sahen vor, dass die Berechtigten nach Ablauf der Wartezeit
von drei Jahren innerhalb eines Ausübungszeitraums von zwei Jahren bei Ausübung für
jeden Stock-Award nach Wahl der HOCHTIEF Aktiengesellschaft eine HOCHTIEF-Aktie oder
einen Barausgleich in Höhe des Börsenschlusskurses der HOCHTIEF-Aktie des letzten
Börsenhandelstags vor dem Ausübungstag erhielten. Der Gewinn pro Stock-Award war auf
150 Prozent des Börsenschlusskurses vom Vortag des Ausgabetags begrenzt. Der Plan
wurde 2010 vollständig ausgeübt. Long-Term-Incentive-Plan 2007Im Geschäftsjahr 2007 wurde für obere Führungskräfte der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
und nachgeordneter verbundener Unternehmen sowie für die Mitglieder des Vorstands
auf Basis eines Beschlusses des Aufsichtsrats ein Long-Term-Incentive-Plan 2007 (LTIP
2007) aufgelegt. Dieser sieht wie der LTIP 2006 neben der Gewährung von Stock-Appreciation-Rights
(SAR) die Ausgabe sogenannter Stock-Awards vor. Die Planbedingungen für die Gewährung
der SAR und Stock-Awards unterscheiden sich bis auf unwesentliche Detailregelungen
nicht von den Planbedingungen des LTIP 2006. Zu den Planbedingungen des LTIP 2005
unterscheidet sich der Plan für die SAR nur in zwei Punkten: 1. Die relative Erfolgshürde braucht nicht erfüllt zu werden, wenn nach Ablauf der
Wartezeit der HOCHTIEF-Durchschnittsbörsenkurs an zehn aufeinanderfolgenden Börsenhandelstagen
den Ausgabepreis um mindestens zehn Prozent übersteigt. 2. Der Gewinn ist auf 50 Prozent des Ausgabepreises begrenzt. Long-Term-Incentive-Plan 2008Der für 2008 zur Ausgabe vorgesehene Long-Term-Incentive-Plan wurde bereits im November
2007 für obere Führungskräfte der HOCHTIEF Aktiengesellschaft und nachgeordneter verbundener
Unternehmen sowie für die Mitglieder des Vorstands auf Basis eines Beschlusses des
Aufsichtsrats als Long-Term-Incentive-Plan 2008 (LTIP 2008) aufgelegt. Die Planbedingungen
unterscheiden sich nicht von den Planbedingungen des LTIP 2007. Die Laufzeit des Plans
wurde im Vergleich zu den früheren Plänen so verlängert, dass die Ausübungssystematik
trotz der vorgezogenen Ausgabe nicht verändert wird. Retention-Stock-Awards 2008Der Aufsichtsrat hat im Mai 2008 die Auflage eines aus drei Tranchen bestehenden und
insgesamt über einen Zeitraum von sieben Jahren laufenden Retention-Stock-Award-Plans
(RSA 2008) für die Mitglieder des Vorstands auf der Basis des LTIP 2008 (Stock-Awards)
beschlossen und die erste Tranche gewährt. Die Planbedingungen der ersten Tranche
unterscheiden sich vom LTIP 2008 (Stock-Awards) nur in Bezug auf die Kappungsgrenze,
die bei der ersten Tranche des RSA 2008 bei 160 Euro pro Stock-Award liegt. Im März
2009 wurde die zweite Tranche gewährt. Die Planbedingungen der zweiten Tranche unterscheiden
sich vom LTIP 2008 (Stock-Awards) nur in der um ein Jahr nach hinten verschobenen
Laufzeit sowie in Bezug auf die Kappungsgrenze, die bei der zweiten Tranche bei 66,50
Euro pro Stock-Award liegt. Im März 2010 wurde die dritte Tranche gewährt. Die Planbedingungen
der dritten Tranche unterscheiden sich vom LTIP 2008 (Stock-Awards) nur in der um
zwei Jahre nach hinten verschobenen Laufzeit sowie in Bezug auf die Kappungsgrenze,
die bei der dritten Tranche bei 133,12 Euro pro Stock-Award liegt. Top-Executive-Retention-Plan 2008Der Vorstand hat darüber hinaus im Juni 2008 für ausgewählte Führungskräfte die Auflage
eines Top-Executive-Retention-Plans (TERP 2008) beschlossen. Auch dieser Plan basiert auf Stock-Awards und besteht aus drei Tranchen. Im Juli 2008
wurde die erste Tranche, im Juli 2009 die zweite Tranche und im Juli 2010 die dritte
Tranche gewährt. Die Laufzeit des Plans beträgt insgesamt zehn Jahre. Die Wartezeit liegt nach Zuteilung
der jeweiligen Tranche bei drei Jahren. Der Ausübungszeitraum liegt - abhängig von
der jeweiligen Tranche - zwischen fünf und sieben Jahren. Die Planbedingungen sehen vor, dass die Berechtigten für jeden Stock-Award nach Ablauf
der jeweiligen Wartezeit und nach Wahl der HOCHTIEF Aktiengesellschaft eine HOCHTIEF-Aktie
oder einen Barausgleich in Höhe des Börsenschlusskurses der HOCHTIEF-Aktie des letzten
Börsenhandelstags vor dem Ausübungstag erhalten. Der Gewinn ist in den einzelnen Jahren
des Ausübungszeitraums auf eine Kappungsgrenze beschränkt. Diese Kappungsgrenze steigt
jährlich an und ist am Ende der Laufzeit auf einen Maximalgewinn begrenzt. Der Maximalgewinn
wurde für die erste Tranche auf 160 Euro, für die zweite Tranche auf 81,65 Euro und
für die dritte Tranche auf 166,27 Euro pro Stock-Award festgelegt. Long-Term-Incentive-Plan 2009Im Geschäftsjahr 2009 wurde für obere Führungskräfte der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
und nachgeordneter verbundener Unternehmen sowie für die Mitglieder des Vorstands
auf Basis eines Beschlusses des Aufsichtsrats ein Long-Term-Incentive-Plan 2009 (LTIP
2009) aufgelegt. Die Planbedingungen unterscheiden sich bis auf unwesentliche Detailregelungen
nicht von den Planbedingungen des LTIP 2008. Der Gewinn pro Stock-Award ist auf 40,10
Euro begrenzt. Long-Term-Incentive-Plan 2010Im Geschäftsjahr 2010 wurde für obere Führungskräfte der HOCHTIEF Aktiengesellschaft
und nachgeordneter verbundener Unternehmen sowie für die Mitglieder des Vorstands
auf Basis eines Beschlusses des Aufsichtsrats ein Long-Term-Incentive-Plan 2010 (LTIP
2010) aufgelegt. Die Planbedingungen unterscheiden sich - bis auf die Verlängerung
der Wartezeit bei den SAR von zwei auf vier Jahren - nicht wesentlich von den Planbedingungen
des LTIP 2009. Der Gewinn pro Stock-Award ist auf 81,83 Euro begrenzt. SonstigesDie Ausübungsbedingungen aller aufgelegten Pläne sehen vor, dass bei Ausübung der
SAR oder Stock-Awards - und bei Vorliegen aller anderen hierzu erforderlichen Voraussetzungen
-die HOCHTIEF Aktiengesellschaft grundsätzlich ein Wahlrecht hat, anstelle der Auszahlung
des Gewinns auch HOCHTIEF-Aktien zu liefern. Soweit die Bezugsberechtigten nicht bei
der HOCHTIEF Aktiengesellschaft beschäftigt sind, werden die mit der Ausübung entstehenden
Aufwendungen durch das jeweilige verbundene Unternehmen getragen. Für die Pläne sind bislang die folgenden Stückzahlen an SAR beziehungsweise Stock-Awards
ausgegeben worden, verfallen oder ausgeübt worden: scroll
Für die vorstehend genannten aktienbasierten Vergütungspläne waren zum Bilanzstichtag
Rückstellungen in Höhe von 56.157 Tsd. Euro (Vorjahr 35.451 Tsd. Euro) passiviert.
Der Gesamtaufwand für die genannten Pläne betrug im Berichtsjahr 31.524 Tsd. Euro
(Vorjahr 36.936 Tsd. Euro). Der innere Wert der zum Ende der Berichtsperiode ausübbaren
SAR belief sich auf 3.311 Tsd. Euro (Vorjahr 3.964 Tsd. Euro). 26. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert.
Bei den beitragsorientierten Altersversorgungssystemen ("defined contribution plans")
zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise
auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger.
Über die Entrichtung von Beitragszahlungen hinaus besteht für das Unternehmen keine
weitere Leistungsverpflichtung. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen ("defined
benefit plans") besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, zugesagte Leistungen
an aktive und frühere Mitarbeiter zu erbringen, wobei zwischen rückstellungs- und
extern finanzierten Versorgungssystemen unterschieden wird. Leistungsorientierte Versorgungspläne entfallen im Wesentlichen auf die HOCHTIEF Aktiengesellschaft
und ihre inländischen Tochtergesellschaften sowie auf die Turner-Gruppe (Zusagen bis
zum 31. Dezember 2003). Seit dem 1. Januar 2000 setzt sich die betriebliche Altersversorgung
im inländischen HOCHTIEF-Konzern aus einer firmenfinanzierten Basisversorgung in Form
eines beitragsorientierten Bausteinsystems und einer unternehmenserfolgsabhängigen
Aufbauversorgung zusammen. Nach IAS 19 werden diese Zusagen als Leistungszusagen eingestuft.
Der Rentenbaustein für die Basisversorgung hängt ab vom Einkommen und vom Lebensalter
des Beschäftigten ("Verrentungsfaktor") sowie von einem allgemeinen Versorgungsbeitrag,
der durch HOCHTIEF alle drei Jahre geprüft wird. Der Rentenbaustein für die Aufbauversorgung
ist abhängig von der Entwicklung des Ergebnisses nach Steuern gemäß IFRS. Hieraus
können bis 20 Prozent der Basisversorgung zusätzlich erzielt werden. Die bis zum 31.
Dezember 1999 geltende Versorgungsregelung sah tarifabhängige Leistungsgruppenbeträge
vor. Diese wurden in Form von "Initialbausteinen" in das neue Versorgungssystem integriert.
Die Leistung umfasst eine Altersrente, eine Invalidenrente sowie eine Hinterbliebenenrente. Turner ist zum 1. Januar 2004 von leistungs- zu beitragsorientierten Versorgungsplänen
übergegangen. Dabei werden in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit und vom Gehaltsniveau
zwischen drei und sechs Prozent des Gehalts an einen externen Versorgungsträger gezahlt.
Zusätzlich haben die Turner-Mitarbeiter die Möglichkeit, im Rahmen eines "401 (k)
Plans" bis zu fünf Prozent ihres Gehalts in einen Investmentfonds einzuzahlen. Turner
stockt die Gehaltsumwandlung je nach Betriebszugehörigkeit um bis zu 100 Prozent auf.
Teilnahmeberechtigt sind Mitarbeiter ab einer Betriebszugehörigkeit von drei Jahren.
Die Einzahlungen sind steuerlich begünstigt; das Risiko der Investmententwicklung
liegt beim Mitarbeiter. Auch Leighton und Flatiron haben beitragsorientierte Pensionspläne
und zahlen zwischen vier und zehn Prozent des Bruttogehalts an einen externen Fonds. Mit der Gründung eines Contractual-Trust-Arrangements (CTA) zum 31. Dezember 2004
erfolgte eine Neuordnung der Finanzierung von Pensionszahlungen bei der HOCHTIEF Aktiengesellschaft.
In den Geschäftsjahren 2005 bis 2007 wurde dieses Modell auf alle wesentlichen inländischen
Konzerngesellschaften erweitert. Die übertragenen Vermögenswerte werden treuhänderisch
durch den HOCHTIEF Pension Trust e. V. verwaltet und dienen ausschließlich der Finanzierung
der Pensionsverpflichtungen. Übertragene Barmittel werden am Kapitalmarkt nach Maßgabe
der im Treuhandvertrag vereinbarten Anlagegrundsätze investiert. Die zum 31. Dezember
2003 eingestellten leistungsorientierten Pensionspläne der Turner-Gruppe werden ebenfalls
durch einen externen Fonds abgedeckt. Die Höhe der Rückstellung wird nach versicherungsmathematischen Methoden berechnet,
für die Schätzungen unumgänglich sind. Im Einzelnen liegen der Berechnung folgende
versicherungsmathematische Prämissen zugrunde: scroll
Im Ausland (Turner-Gruppe) entfällt seit 2004 aufgrund der Veränderung der Versorgungsordnung
die Berücksichtigung von Gehalts- und Rentensteigerungen. Die zugrunde gelegten biometrischen
Sterbewahrscheinlichkeiten basieren auf publizierten landesspezifischen Statistiken
und Erfahrungswerten. Im Inland wurden sie gemäß den "Richttafeln 2005 G" von Professor
Dr. K. Heubeck ermittelt. Turner verwendet die "RP-2000 Mortality Table" für Angestellte.
Die Annahmen zu der erwarteten Rendite des Planvermögens basieren im In- und Ausland
auf der angestrebten Portfoliostruktur und den zukünftigen Renditen für die einzelnen
Anlageklassen. Die Prognosen orientieren sich an langfristigen historischen Durchschnittswerten.
Für die wesentlichen inländischen Pensionspläne wurde die erwartete Rendite des Planvermögens
zudem aus "As-set-Liability"-Studien abgeleitet. Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des Marktwerts
des Planvermögens stellt sich wie folgt dar: Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungenscroll
Entwicklung des Marktwerts des Planvermögensscroll
Aus der Anlage des Planvermögens zur Deckung der zukünftigen Pensionsverpflichtungen
ergaben sich tatsächliche Gewinne in Höhe von 39.893 Tsd. Euro (Vorjahr 141.767 Tsd.
Euro). Die Deckung des Anwartschaftsbarwerts durch Planvermögen ist in folgender Übersicht
dargestellt: Vermögensdeckung der Pensionsplänescroll
Die Pensionsrückstellungen ergeben sich wie folgt: Überleitung der Pensionsverpflichtungen auf die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungenscroll
Der Zeitwert des Planvermögens verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Vermögenswertkategorien: Zusammensetzung des Planvermögensscroll
Folgende Pensionszahlungen werden zum 31. Dezember 2010 für die Folgejahre erwartet: scroll
Die erfahrungsbedingten Anpassungen, also die Abweichungen zwischen den versicherungsmathematischen
Annahmen und den tatsächlichen Entwicklungen, stellen sich wie folgt dar: Abweichungen zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen und den tatsächlichen Entwicklungenscroll
Der Pensionsaufwand aus den leistungsorientierten Pensionsplänen setzt sich wie folgt
zusammen: scroll
Im Berichtsjahr sind Leistungen an beitragsorientierte Versorgungssysteme von 207.255
Tsd. Euro (Vorjahr 166.079 Tsd. Euro) erfolgt. Sie entfallen im Wesentlichen mit 178.575
Tsd. Euro (Vorjahr 136.699 Tsd. Euro) auf die Leighton-Gruppe und mit 23.698 Tsd.
Euro (Vorjahr 25.867 Tsd. Euro) auf die Turner-Gruppe. Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr
an staatliche Rentenversicherungsträger Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 88.722 Tsd.
Euro (Vorjahr 87.209 Tsd. Euro) geleistet. Die Aufwendungen für die beitragsorientierten
Versorgungssysteme werden im Personalaufwand ausgewiesen. Aufgrund ihres Versorgungscharakters werden die Verpflichtungen der Turner-Gruppe
für die Krankheitskosten der Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand unter
den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Der Anwartschaftsbarwert zum 31. Dezember
2010 beträgt 36.816 Tsd. Euro (Vorjahr 28.221 Tsd. Euro). Von den laufenden Dienstzeitaufwendungen
entfallen 1.192 Tsd. Euro (Vorjahr 1.157 Tsd. Euro) und von den Zinsaufwendungen 1.844
Tsd. Euro (Vorjahr 1.804 Tsd. Euro) auf die Krankheitskosten. Die Auswirkungen einer einprozentigen Änderung der angenommenen Kostentrends im Bereich
der medizinischen Versorgung wären wie folgt: scroll
In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sind im Geschäftsjahr 2010 vor Berücksichtigung
latenter Steuern 62.062 Tsd. Euro versicherungsmathematische Verluste (Vorjahr Gewinne
58.738 Tsd. Euro) neu erfasst worden. Kumulativ sind dort vor Berücksichtigung latenter
Steuern 185.592 Tsd. Euro (Vorjahr 123.530 Tsd. Euro) versicherungsmathematische Verluste
enthalten. 27. Andere Rückstellungenscroll
Die Personalrückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Aktienoptionsprogramme,
Jubiläumszuwendungen, Urlaubsverpflichtungen und für Vorruhestandsregelungen. Der Betrag der Rückstellungen zur Deckung von Versicherungsfällen wird jährlich von
einem Gutachter ermittelt. In den übrigen sonstigen Rückstellungen sind unter anderem Kosten der Auftragsabwicklung
und nachträgliche Kosten abgerechneter Aufträge, Jahresabschlusskosten, Schadensersatzleistungen
sowie andere ungewisse Verbindlichkeiten berücksichtigt. Rückstellungsspiegelscroll
28. Finanzverbindlichkeitenscroll
Die Anleihen betreffen mit 265.177 Tsd. Euro eine von Leighton Holdings am 21. Juli
2010 aufgenommene USD-Anleihe mit einem Volumen von 350.000 Tsd. US-Dollar. Die Anleihe
ist in drei Tranchen in den Jahren 2015, 2017 und 2020 zurückzuzahlen. Der Zinssatz
ist je Tranche festgelegt und liegt zwischen 4,51 Prozent und 5,78 Prozent. Die Position
enthält zudem mit 213.156 Tsd. Euro (Vorjahr 174.913 Tsd. Euro) eine weitere von Leighton
Holdings im Geschäftsjahr 2009 aufgenommene Anleihe. Diese hat ein Nominalvolumen
von 280.000 Tsd. australischen Dollar, eine Laufzeit von fünf Jahren und ist mit 9,5
Prozent festverzinslich. 2008 hat Leighton Holdings ein USD-Private-Placement mit
einem Volumen von 280.000 Tsd. US-Dollar begeben. Dieses ist in drei Tranchen in den
Jahren 2013, 2015 und 2017 zurückzuzahlen. Der Zinssatz ist je Tranche festgelegt
und liegt zwischen 6,91 Prozent und 7,66 Prozent. Der Buchwert des USD-Private-Placement
beträgt zum 31. Dezember 2010 211.907 Tsd. Euro (Vorjahr 194.348 Tsd. Euro). Zudem
enthalten die Anleihen mit 83.740 Tsd. Euro (Vorjahr 76.351 Tsd. Euro) eine von Leighton
Holdings im Jahr 2006 aufgenommene USD-Anleihe in Indonesien. Sie hat ein Volumen
von 110.000 Tsd. US-Dollar und ist bei einer Laufzeit von fünf Jahren mit 7,875 Prozent
festverzinslich. Schließlich wird hier mit 18.270 Tsd. Euro eine von Leighton Holdings
im Jahr 2010 aufgenommene kurzfristige Anleihe mit einem Volumen von 24.000 Tsd. australischen
Dollar und einem Zinssatz von neun Prozent ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten mit 240.000 Tsd. Euro ein
am 26. Mai 2010 von HOCHTIEF am Markt platziertes Schuldscheindarlehen, das aus zwei
Tranchen zu 59.500 Tsd. Euro und zu 180.500 Tsd. Euro besteht. Das Darlehen hat eine
fünfjährige Laufzeit und wird mit dem Sechsmonats-EURIBOR zuzüglich einer angemessenen
Marge verzinst. Im Vorjahr hat HOCHTIEF insgesamt vier Schuldscheindarlehen mit einem
Gesamtvolumen von 300.000 Tsd. Euro und hälftig aufgeteilten Laufzeiten von drei und
fünf Jahren mit zum Teil fixer und zum Teil variabler Verzinsung abgeschlossen. Die
Verzinsung der einzelnen Schuldscheindarlehen entspricht dabei den zum Zeitpunkt des
Abschlusses geltenden Marktbedingungen. Des Weiteren sind in dieser Position mit 250.000
Tsd. Euro zwei weitere im Jahr 2008 aufgenommene Schuldscheindarlehen enthalten. Davon
hat ein Darlehen einen Nominalwert von 200.000 Tsd. Euro mit einer Laufzeit von fünf
Jahren, das zweite beläuft sich auf nominal 50.000 Tsd. Euro und hat eine Laufzeit
von sieben Jahren. Beide Darlehen werden mit dem Sechsmonats-EURIBOR zuzüglich einer
angemessenen Marge verzinst. 2005 hat HOCHTIEF mit einem internationalen Bankenkonsortium eine syndizierte Barkreditlinie
über 600.000 Tsd. Euro abgeschlossen. Die Verzinsung beruht auf dem jeweiligen von
der Laufzeit der Ziehung abhängigen EURIBOR zuzüglich einer angemessenen Marge. Die
Barkreditlinie läuft bis zum 22. November 2012. Die Inanspruchnahme beläuft sich unverändert
zum Vorjahr auf 477.000 Tsd. Euro. Mit 284.220 Tsd. Euro (Vorjahr 366.709 Tsd. Euro) enthalten die Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten von Leighton Holdings, im Wesentlichen
zur Finanzierung von Akquisitionen, insbesondere der Al Habtoor Engineering Enterprises
Co. L.L.C., und von Projektgesellschaften. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum Bilanzstichtag 521.531
Tsd. Euro variabel und 1.488.124 Tsd. Euro festverzinslich. Im Fall von variabler
Verzinsung betrug der durchschnittliche Zinssatz 2,24 Prozent. Bei fester Zinsbindung
lag der durchschnittliche Zinssatz bei 5,23 Prozent. Die Laufzeit beträgt durchschnittlich
zwei Jahre. Gegenüber Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, bestehen Verbindlichkeiten
in Höhe von 10.861 Tsd. Euro (Vorjahr 1.642 Tsd. Euro). Die Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 221.313 Tsd. Euro (Vorjahr 189.394 Tsd. Euro)
betreffen überwiegend im Rahmen von Finanzierungsleasing genutzte technische Anlagen
und Maschinen bei Leighton Holdings. Die Mindestleasingzahlungen für Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen
teilen sich wie folgt auf: Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingscroll
Die übrigen Finanzverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen kurzfristige Darlehen
und andere Finanzverbindlichkeiten. 29. Sonstige Verbindlichkeitenscroll
Die Verbindlichkeiten aus Derivaten betreffen mit 92.266 Tsd. Euro eine bei der Leighton-Gruppe
bestehende künftige Einzahlungsverpflichtung in eine Infrastruktur-Projektgesellschaft
(Vorjahr Einzahlungsverpflichtungen in zwei Projektgesellschaften in Höhe von 101.887
Tsd. Euro) und mit 56.935 Tsd. Euro (Vorjahr 51.724 Tsd. Euro) Zinsswaps der HOCHTIEF
Aktiengesellschaft. Im Rahmen der in den Jahren 2007 und 2008 getätigten Veräußerung von insgesamt 16,25
Prozent der indirekt gehaltenen Anteile an dem Projekt Vespucio Norte Express (VNE)
in Chile hat die HOCHTIEF PPP Solutions GmbH den Investoren Eigenkapitalgarantien
mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2012 eingeräumt. Der beizulegende Zeitwert
dieser Eigenkapitalgarantien betrug zum Bilanzstichtag 1.300 Tsd. Euro (Vorjahr 16.000
Tsd. Euro). Der Ausweis erfolgt in den langfristigen Verbindlichkeiten aus Derivaten. Die Rechnungsabgrenzungsposten betreffen im Wesentlichen im Voraus erhaltene Versicherungsprämien,
die die folgenden Geschäftsjahre betreffen und über die Laufzeit des jeweiligen Versicherungsvertrags
aufgelöst werden, sowie Mieten. Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verpflichtungen außerhalb des Lieferungs-
und Leistungsverkehrs. 30. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungenscroll
Die Verbindlichkeiten aus PoC in Höhe von 545.836 Tsd. Euro (Vorjahr 636.472 Tsd.
Euro) enthalten Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden, bei denen
erhaltene Anzahlungen die Herstellungskosten einschließlich Gewinnanteilen übersteigen. Gegenüber Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, bestehen Verbindlichkeiten
in Höhe von 213 Tsd. Euro (Vorjahr 177 Tsd. Euro). 31. ErtragsteuerverbindlichkeitenBei den Ertragsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 16.864 Tsd. Euro (Vorjahr 10.201
Tsd. Euro) handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber in- und ausländischen Finanzbehörden. Sonstige Angaben32. Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem der auf die Aktien entfallende
Konzerngewinn durch die durchschnittliche Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien dividiert
wird. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien auftreten
(vor allem Aktienoptionen und Wandelanleihen). Die aktienbasierten Vergütungsprogramme
von HOCHTIEF wirken nicht gewinnverwässernd. Damit entsprechen sich das verwässerte
und das unverwässerte Ergebnis je Aktie. Die Zahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen
Aktien ist durch die im Dezember des Geschäftsjahres durchgeführte Kapitalerhöhung
gestiegen. Das Ergebnis je Aktie des Vorjahres wurde aufgrund der Erstanwendung von
IFRIC 12 von 2,93 Euro auf 2,88 Euro angepasst. scroll
33. Berichterstattung zu FinanzinstrumentenZu den Finanzinstrumenten zählen finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
sowie vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen in Bezug auf Tausch beziehungsweise
Übertragung finanzieller Vermögenswerte. Unterschieden werden originäre und derivative
Finanzinstrumente. Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die flüssigen
Mittel, die kurzfristigen Wertpapiere, die Forderungen und die übrigen Finanzanlagen.
Die Wertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die beizulegenden Zeitwerte
der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte ergeben sich aus den Börsenkursen
oder werden auf der Grundlage anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Auf der Passivseite enthalten die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen die
zu Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten. Der Bestand an originären Finanzinstrumenten wird in der Bilanz ausgewiesen, die Höhe
der finanziellen Vermögenswerte gibt das maximale Ausfallrisiko an. Soweit bei den
finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch
Wertberichtigungen abgedeckt. RisikomanagementAlle Finanzaktivitäten erfolgen im HOCHTIEF-Konzern auf Basis einer konzernweit gültigen
Finanzrahmenrichtlinie. Ergänzend zur generellen Rahmenrichtlinie gelten funktionale,
operative Einzelrichtlinien zu verschiedenen Themenbereichen wie beispielsweise zum
Währungs- und Sicherheitenmanagement. Diese regeln die jeweiligen Grundsätze zum Umgang
mit den einzelnen Finanzrisiken. Innerhalb des Zentralbereichs Finanzen sind die Handels-, Controlling- und Abwicklungsaktivitäten
in die Bereiche Front-, Middle- und Back-Office aufgeteilt. Hierdurch wird ein wirksames
Risikomanagement gewährleistet, in dem die Kontrolle und Abwicklung der externen Handelsaktivitäten
des Front-Office von einem separaten und unabhängigen Bereich, dem Back-Office, erfolgt.
Bei allen externen Handelsgeschäften gilt zudem mindestens das Vieraugenprinzip. Die
internen Anweisungsberechtigungen sind streng limitiert, betragsmäßig begrenzt und
werden regelmäßig mindestens einmal jährlich einer Überprüfung unterzogen. Management von LiquiditätsrisikenHOCHTIEF arbeitet mit weitgehend zentralen Liquiditätsstrukturen zur konzernweiten
Bündelung von Liquidität (insbesondere dem sogenannten Cash-Pooling), unter anderem
zur Vermeidung von Liquiditätsengpässen auf Einzelgesellschaftsebene. Die zentrale
Liquidität wird regelmäßig ermittelt sowie im Rahmen einer rollierenden 18-Monats-Planung
durch einen Bottom-up-Prozess geplant. Liquiditätsplanungen werden durch monatliche
Stress-Szenarien ergänzt. Auf Basis der Liquiditätsplanung steuert HOCHTIEF sein Wertpapiervermögen
sowie das Kreditportfolio aktiv. Durch die Platzierung eines neuen Schuldscheindarlehens konnte der Kreis der Kreditgeber
nochmals erweitert werden. In den nachfolgenden Tabellen werden die maximal zu leistenden Auszahlungen dargestellt.
Die Betrachtung bildet den für HOCHTIEF ungünstigsten Fall ab, das heißt den jeweils
frühestmöglichen vertraglichen Zahlungstermin (sogenannter "Worst Case"). Dabei werden
Gläubigerkündigungsrechte berücksichtigt. Fremdwährungspositionen werden jeweils mit
dem am Bilanzstichtag geltenden Stichtagskassakurs umgerechnet. Zinszahlungen aus
variabel verzinsten Positionen werden einheitlich mit dem letzten Zinsfixing vor dem
Bilanzstichtag berechnet. Neben originären Finanzinstrumenten werden auch derivative
Finanzinstrumente (beispielsweise Devisentermingeschäfte und Zinsswaps) berücksichtigt.
Ferner werden eingeräumte, noch nicht vollständig gezogene Kreditlinien und herausgelegte
Finanzgarantien einbezogen. Den in den nachstehenden Tabellen dargestellten, maximal zu leistenden Auszahlungen
("Worst Case"-Betrachtung) stehen in den gleichen Perioden jeweils - hier nicht aufgeführte
- vertraglich fixierte Einzahlungen (zum Beispiel aus Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen) gegenüber, die die angegebenen Zahlungsmittelabflüsse in wesentlichem
Umfang abdecken werden. Maximal zu leistende Auszahlungen zum 31.12.2010scroll
Maximal zu leistende Auszahlungen zum 31.12.2009scroll
Darüber hinaus ist die Liquiditätsversorgung des Konzerns auch wegen der vorhandenen
Kassenbestände und verfügbaren Guthaben bei Kreditinstituten, der veräußerbaren kurzfristigen
Wertpapiere sowie der freien, ungenutzten Barkreditlinien ausreichend sichergestellt.
Folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Liquiditätsinstrumente auf: scroll
Die Barkreditlinien setzen sich unter anderem aus einem syndizierten Barkredit mit
einem Volumen von 600 Mio. Euro (Laufzeit bis 22. November 2012, Ausnutzung per 31.
Dezember 2010: 80 Prozent) und einem 2009 - im Rahmen der Umwandlung eines Teils des
bestehenden syndizierten Avalkredits - abgeschlossenen syndizierten Barkredit mit
einem Volumen von 400 Mio. Euro (Laufzeit bis 24. Oktober 2012, Ausnutzung per 31.
Dezember 2010: null Prozent) sowie kurzfristigen Geldmarktlinien mit einem Volumen
von 343 Mio. Euro (Ausnutzung per 31. Dezember 2010: null Prozent) zusammen. Ein Teil
der freien Barkreditlinien ist jeweils projektgebunden. Hinsichtlich diverser Kreditlinien
bestehen Gläubigerkündigungsrechte (im Rahmen von Financial Covenants); diese Covenants
werden im Rahmen der Unternehmensplanung laufend überwacht und derzeit als unkritisch
eingestuft. Aufgrund der jeweils breiten und internationalen Syndizierung wird das
Refinanzierungsrisiko als sehr gering eingestuft. Aus weiteren Vorsichtsüberlegungen
heraus besteht auf Basis der Hauptversammlungsbeschlüsse des Jahres 2010 ein angemessener
Rahmen, um die Eigenmittel zu erhöhen. Auch im für HOCHTIEF wesentlichen Avalbereich verfügt der Konzern über ausreichende
Kreditlinien. Die Avalkreditlinien haben ein Gesamtvolumen von 11,57 Mrd. Euro (Vorjahr
9,36 Mrd. Euro) und sind per 31. Dezember 2010 zu 72 Prozent ausgenutzt (Vorjahr 81
Prozent). Management von WährungsrisikenWährungsrisiken (im Sinne von Transaktionsrisiken) entstehen bei HOCHTIEF aus Forderungen,
Verbindlichkeiten, flüssigen Mitteln und Wertpapieren sowie schwebenden Geschäften
in einer anderen als der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft.
Zur Absicherung gegen wechselkursbedingte Schwankungen dieser Zahlungen beziehungsweise
Positionen werden Währungsderivate, maßgeblich Devisentermingeschäfte, eingesetzt.
Grundsätzlich sichert HOCHTIEF alle Währungsrisiken ab. Die Abwicklung der Sicherungen der Konzerngesellschaften erfolgt regelmäßig über die
HOCHTIEF Aktiengesellschaft. Durch verbindliche Richtlinien sind Nutzung, getrennte
Kontrolle und Verantwortlichkeiten bei allen Konzernunternehmen klar geregelt. Grundsätzlich
werden Währungsderivate nur zur Absicherung von Risiken eingesetzt (sogenanntes Hedging).
Vertragspartner der extern abgeschlossenen Derivate sind grundsätzlich Kreditinstitute
erster Bonität. In der nachfolgenden Tabelle sind die beizulegenden Zeitwerte der Währungsderivate
dargestellt: scroll
Die Restlaufzeit der Währungsderivate im Cashflow-Hedge-Accounting beträgt zum 31.
Dezember 2010 maximal 19 Monate. Die maximale Restlaufzeit von Währungsderivaten ohne
Anwendung von Hedge-Accounting beträgt zum 31. Dezember 2010 23 Monate. Wird Hedge-Accounting angewendet, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste des
Sicherungsgeschäfts zunächst in den erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfasst.
Die Gewinne und Verluste werden erst dann realisiert, wenn auch das abgesicherte Grundgeschäft
erfolgswirksam wird. Derivate werden auf Basis aktueller Marktkonditionen zum Bilanzstichtag
bewertet. Bei der Interpretation der positiven und negativen beizulegenden Zeitwerte
von derivativen Finanzinstrumenten ist zu beachten, dass ihnen gegenläufige Grundgeschäfte
gegenüberstehen. Im Geschäftsjahr 2010 wurden Marktwertänderungen aus den oben genannten
Derivaten mit Sicherungshintergrund (Cashflow-Hedge-Accounting) saldiert in Höhe von
-10.570 Tsd. Euro (Vorjahr 3.001 Tsd. Euro) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Im Geschäftsjahr ergaben sich keine (Vorjahr -2.374 Tsd. Euro) erfolgswirksamen Umgliederungen
in die Gewinn- und Verlustrechnung. Sofern kein Hedge-Accounting angewendet werden
kann, werden sämtliche unrealisierten Gewinne und Verluste des Sicherungsgeschäfts
unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; im Geschäftsjahr waren dies
4.536 Tsd. Euro (Vorjahr -3.570 Tsd. Euro). Folgende Sensitivitätsanalysen zeigen auf, welche Effekte sich aus einer Schwankung
von zehn Prozent der wesentlichen Fremdwährungen im Verhältnis zu der jeweiligen Funktionalwährung
der Konzerngesellschaft auf das Eigenkapital beziehungsweise auf das Jahresergebnis
des HOCHTIEF-Konzerns ergeben hätten. Die Analyse basiert auf dem jeweiligen Volumen
zum Bilanzstichtag. scroll
Management von ZinsrisikenZinsrisiken entstehen bei HOCHTIEF durch Finanzpositionen der Aktivseite im Wesentlichen
durch verzinsliche Wertpapiere des Umlaufvermögens. Zinsrisiken auf der Passivseite
der Bilanz betreffen im Wesentlichen Finanzverbindlichkeiten. Risiken werden hierbei
durch zwei Ansätze minimiert: zum einen durch sogenanntes Natural Hedging, also das
Eliminieren von gegenläufigen Zinsrisiken aus originären Finanzinstrumenten auf der
Aktiv- und der Passivseite; zum anderen durch den Einsatz von Zinsderivaten. Dies
sind in der Regel Zinsswaps, durch die Cashflow-Risiken, die durch Änderungen von
Zinssätzen bei variabel verzinslichen Finanzpositionen bestehen, in Marktwertrisiken,
die bei festverzinslichen Finanzpositionen durch einen Marktvergleich auftreten, getauscht
werden. Analog zum Vorgehen bei Währungsderivaten erfolgt die Abwicklung der Sicherungen der
Konzerngesellschaften regelmäßig über die HOCHTIEF Aktiengesellschaft. Ebenfalls bestehen
analoge Regelungen und Richtlinien sowie die grundsätzliche Bindung an Grundgeschäfte
(also kein spekulativer Einsatz). Vertragspartner der extern abgeschlossenen Derivate
sind grundsätzlich Kreditinstitute erster Bonität. In der nachfolgenden Tabelle sind die beizulegenden Zeitwerte der Zinsderivate dargestellt: scroll
Die maximale Restlaufzeit der Zinsswaps sowohl im als auch ohne Cashflow-Hedge-Accounting
beträgt zum 31. Dezember 2010 54 Monate. Die Zinsfutures haben eine maximale Restlaufzeit
von acht Monaten. Im Geschäftsjahr 2010 wurden Marktwertänderungen aus Zinsderivaten mit Sicherungshintergrund
im Cashflow-Hedge-Accounting in Höhe von 4.853 Tsd. Euro (Vorjahr saldiert -10.743
Tsd. Euro) erfolgsneutral im Eigenkapital und -495 Tsd. Euro (Vorjahr - Tsd. Euro)
aus Ineffektivitäten in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Marktwertänderungen
bei den übrigen Zinsderivaten wurden saldiert in Höhe von -1.368 Tsd. Euro (Vorjahr
15 Tsd. Euro) erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Folgende Sensitivitätsanalysen zeigen auf, welche Effekte sich aus einer Schwankung
um einen Prozentpunkt des jeweiligen Marktzinsniveaus auf das Eigenkapital beziehungsweise
auf das Jahresergebnis ergeben hätten. Die Analyse basiert auf dem jeweiligen Volumen
zum Bilanzstichtag. scroll
Management von sonstigen PreisrisikenSonstige Preisrisiken entstehen bei HOCHTIEF durch Anlagen in kurzfristige beziehungsweise
langfristige, nicht zinstragende Wertpapiere, maßgeblich Aktien und Fonds, die der
Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" zugeordnet und daher erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden. Daneben resultieren Preisrisiken aus Beteiligungen, die
ebenfalls der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" zugeordnet werden, soweit die
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt. In der nachfolgenden Tabelle werden
diese Positionen dargestellt. Beteiligungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet werden, da der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelbar ist, sind
dagegen nicht enthalten. scroll
HOCHTIEF steuert die Preisrisiken aktiv. Eine laufende Beobachtung und eine Analyse
der Märkte ermöglichen somit eine zeitnahe Steuerung der Anlagen. So können negative
Entwicklungen an den Kapitalmärkten frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen
ergriffen werden. Derivate werden nur in Ausnahmefällen zur Steuerung sonstiger Preisrisiken
eingesetzt. Im Rahmen des Beteiligungsmanagements wurden Terminkäufe mit einer maximalen Restlaufzeit
zum 31. Dezember 2010 von 42 Monaten zu Sicherungszwecken abgeschlossen, die nach
den Regelungen für Cashflow-Hedge-Accounting abgebildet werden. Des Weiteren wurden
aktienbezogene Derivate abgeschlossen, die der Absicherung unserer aktienbasierten
Vergütungspläne dienen und zum 31. Dezember 2010 eine maximale Restlaufzeit von 76
Monaten haben. Diese werden nicht im Rahmen des Hedge-Accountings, sondern als sogenanntes
Natural Hedging bilanziert. Die Ergebnisse aus der Marktwertbewertung dieser Derivate
werden im Personalaufwand ausgewiesen. Des Weiteren wurden zwei indexbezogene Optionsgeschäfte
mit einer maximalen Restlaufzeit von 50 Monaten abgeschlossen. In der nachfolgenden Tabelle sind die beizulegenden Zeitwerte der Aktienoptions- beziehungsweise
Aktientermingeschäfte und indexbezogener Optionsgeschäfte sowie von zwei geschriebenen
Optionen dargestellt: scroll
Im Geschäftsjahr 2010 wurden Marktwertänderungen aus den oben genannten Derivaten
mit Sicherungshintergrund (Cashflow-Hedge-Accounting) in Höhe von 9.621 Tsd. Euro
(Vorjahr - 19.251 Tsd. Euro) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Marktwertänderungen
bei Aktienoptions- und Aktientermingeschäften sowie indexbezogenen Optionsgeschäften
ohne Anwendung von Hedge-Accounting und bei den geschriebenen Optionen wurden saldiert
in Höhe von 27.959 Tsd. Euro (Vorjahr 47.276 Tsd. Euro) in der Gewinn- und Verlustrechnung
erfasst. Folgende Sensitivitätsanalysen zeigen auf, welche Effekte sich aus Schwankungen der
Marktwerte von originären und derivativen Finanzinstrumenten von zehn Prozent auf
das Eigenkapital beziehungsweise auf das Jahresergebnis ergeben hätten. Die Analyse
basiert auf dem jeweiligen Volumen zum Bilanzstichtag. scroll
Management von AusfallrisikenAusfallrisiken ergeben sich im HOCHTIEF-Konzern aus dem operativen Geschäft sowie
aus bestimmten Finanzierungsaktivitäten. Das Risikomanagement erfolgt bei HOCHTIEF im operativen Geschäft durch die laufende
bereichsbezogene Überwachung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Bei Feststellung
eines konkreten Ausfallrisikos wird diesem Risiko durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen
im notwendigen Umfang Rechnung getragen. Der HOCHTIEF-Konzern hat gegenüber Dritten für Equity-Gesellschaften Finanzgarantien
herausgelegt. Dabei werden Finanzgarantien nur für Gesellschaften bester Bonität übernommen,
sodass das Risiko einer Inanspruchnahme von HOCHTIEF äußerst gering ist. Kreditzusagen
werden nur an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, gegeben. Das maximale Ausfallrisiko der finanziellen Vermögenswerte entspricht den in der Bilanz
angesetzten Buchwerten. Diesem sind jedoch die vom HOCHTIEF-Konzern hereingenommenen
Sicherheiten gegenüberzustellen, sodass das tatsächliche Ausfallrisiko geringer ist.
Bei ausgereichten Finanzgarantien entspricht der maximale Ausfall dem Höchstbetrag,
der von HOCHTIEF zu zahlen ist. Kreditzusagen können maximal in Höhe ihres zugesagten
Betrags ausfallen. Zum 31. Dezember 2010 betrug das maximale Ausfallrisiko aus Finanzgarantien
und Kreditzusagen 331.955 Tsd. Euro (Vorjahr 333.010 Tsd. Euro). Eine Inanspruchnahme
der Finanzgarantien und Kreditzusagen ist zum Berichtszeitpunkt sehr unwahrscheinlich. HOCHTIEF erhält Sicherheiten zur Besicherung von Vertragserfüllung und Gewährleistung
durch Nachunternehmer oder zur Besicherung von Vergütungsansprüchen. Unter anderem
werden hierbei Gewährleistungs-, Vertragserfüllungs-, Vorauszahlungs- und Zahlungsbürgschaften
hereingenommen. HOCHTIEF regelt die Hereinnahme von Sicherheiten in einer Richtlinie.
Diese umfasst unter anderem die vertragliche Gestaltung, Durchführung und Verwaltung
aller Vereinbarungen. Details werden, abhängig zum Beispiel von Land und Rechtsprechung,
unterschiedlich geregelt. Bezüglich der Ausfallrisiken prüft HOCHTIEF bei allen hereingenommenen
Avalen die Bonität des Sicherheitengebers. HOCHTIEF bedient sich bei der Bonitätsbeurteilung
so weit wie möglich externer Spezialisten (beispielsweise Ratingagenturen). Die Angabe
von beizulegenden Zeitwerten der erhaltenen Sicherheiten ist nicht erfolgt, da eine
verlässliche Ermittlung regelmäßig nicht möglich ist. Im Folgenden werden die überfälligen, nicht wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte
dargestellt: scroll
scroll
Die Überfälligkeiten der finanziellen Vermögenswerte sind branchenspezifisch geprägt.
Die Zahlungseingänge erfolgen in Abhängigkeit vom Prozess der Auftragsabnahme und
Rechnungsprüfung, der regelmäßig - insbesondere bei Großprojekten - einen längeren
Zeitraum in Anspruch nimmt. Die überfälligen, nicht wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte
bestehen im Wesentlichen gegenüber öffentlichen Auftraggebern und Industrieunternehmen
mit erstklassiger Bonität. Die einzelwertberichtigten finanziellen Vermögenswerte werden nachfolgend dargestellt: scroll
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind branchentypisch im Wesentlichen
wertberichtigte Nachtragsforderungen enthalten. Die nachstehende Tabelle enthält die Entwicklung der Wertberichtigungen auf finanzielle
Vermögenswerte: Wertberichtigungsspiegelscroll
Finanzforderungen in Höhe von 2.639 Tsd. Euro (Vorjahr - Tsd. Euro) wären ohne Neuverhandlung
der vertraglichen Bedingungen überfällig beziehungsweise wertgemindert gewesen. Hinsichtlich der weder überfälligen noch wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte
liegen derzeit keine Hinweise auf weiteren bonitätsbedingten Wertberichtigungsbedarf
vor. KapitalrisikomanagementDer HOCHTIEF-Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, zu gewährleisten, dass sämtliche
Konzernunternehmen weiterhin ihr Geschäft unter der Prämisse der Unternehmensfortführung
betreiben können. Durch die bedarfsweise Optimierung des Verhältnisses von Eigen-
zu Fremdkapital werden die Kapitalkosten so gering wie möglich gehalten. Diese Maßnahmen
dienen einer Maximierung der Erträge der Anteilseigner. Die Kapitalstruktur setzt sich aus den in der Bilanz ausgewiesenen lang- und kurzfristigen
Schulden abzüglich der flüssigen Mittel als Nettofremdkapital und dem bilanziellen
Eigenkapital zusammen. Der Risikosteuerungskreis beurteilt und überprüft die Kapitalstruktur
des Konzerns regelmäßig. Im Rahmen dieser Beurteilung werden risikoadäquate Kapitalkosten
berücksichtigt. Die Gesamtstrategie des Kapitalrisikomanagements hat sich im laufenden Geschäftsjahr
im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Ergänzende Angaben zu FinanzinstrumentenNachfolgend werden die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte nach Klassen von Finanzinstrumenten
und die Buchwerte nach IAS 39-Bewertungskategorien zum 31. Dezember 2010 und zum 31.
Dezember 2009 dargestellt: scroll
scroll
scroll
scroll
Bei den kurzfristigen Finanzinstrumenten entsprechen aufgrund der kurzen Restlaufzeiten
beziehungsweise der Bilanzierung zum Marktwert die Buchwerte den Marktwerten zum Abschlussstichtag.
Die langfristigen Wertpapiere werden in der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar"
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sodass sich auch hier Buchwert
und beizulegender Zeitwert entsprechen. Soweit der beizulegende Zeitwert für Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen
und übrigen Beteiligungen verlässlich ermittelbar ist, wird dieser angesetzt. Wenn
ein verlässlicher Zeitwert nicht vorliegt, erfolgt die Bewertung innerhalb der Kategorie
"zur Veräußerung verfügbar" zu Anschaffungskosten. Bei den Angaben zur Fair-Value-Hierarchie von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Finanzinstrumenten sind in Abhängigkeit der Marktnähe der in die Ermittlung der beizulegenden
Zeitwerte eingegangenen Bewertungsparameter folgende Stufen zu unterscheiden: Stufe 1: Vorliegen von notierten Börsen- oder Marktpreisen an aktiven Märkten für
identische Vermögenswerte und Schulden (ohne die Vornahme von Anpassungen); zum Beispiel
börsennotierte Wertpapiere. Stufe 2: Verwendung von Bewertungsdaten / Einflussgrößen, die nicht auf Börsen- oder
Marktpreisen im Sinne der Stufe 1 basieren, die jedoch für den betreffenden finanziellen
Vermögenswert oder die betreffende finanzielle Schuld entweder direkt, das heißt als
Preis, oder indirekt, das heißt aus Preisen abgeleitet, beobachtet werden können;
zum Beispiel Over-the-Counter-Derivate. Stufe 3: Verwendung von Bewertungsdaten / Einflussgrößen für die jeweiligen finanziellen
Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren beziehungsweise nachvollziehbaren
Marktdaten beruhen; zum Beispiel zum beizulegenden Zeitwert bewertete Beteiligungen,
deren Zeitwert durch eine Unternehmensbewertung ermittelt wurde. Angaben zur Fair-Value-Hierarchie von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumentenscroll
Überleitung der auf Stufe 3 ermittelten beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumentenscroll
scroll
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Gewinne in Höhe von 14.700 Tsd. Euro
(Vorjahr 9.600 Tsd. Euro) sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Finanzielle Vermögenswerte mit einem Buchwert von 30.468 Tsd. Euro (Vorjahr 29.360
Tsd. Euro) sind zum 31. Dezember 2010 als Sicherheiten für bilanzierte finanzielle
Verbindlichkeiten und nicht bilanzierte Eventualschulden gegeben. Die folgende Tabelle zeigt das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach IAS 39-Bewertungskategorien: Nettoergebnis aus Finanzinstrumentenscroll
In die Ermittlung des Nettoergebnisses aus Finanzinstrumenten werden Zinserträge und
-aufwendungen, Wertberichtigungen und -aufholungen, Erträge und Aufwendungen aus der
Währungsumrechnung, Dividendenerträge, Abgangsgewinne beziehungsweise -verluste und
sonstige erfolgswirksam erfasste Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten
einbezogen. Im Geschäftsjahr 2010 wurden Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte in
Höhe von 43.173 Tsd. Euro (Vorjahr 55.690 Tsd. Euro) vorgenommen. Die Wertminderungen
betreffen mit 13.398 Tsd. Euro (Vorjahr 16.991 Tsd. Euro) zum beizulegenden Zeitwert
bewertete, nicht konsolidierte Tochterunternehmen und übrige Beteiligungen sowie mit
2.395 Tsd. Euro (Vorjahr 4.288 Tsd. Euro) die Buchwerte von nicht konsolidierten Tochterunternehmen
und übrigen Beteiligungen, die aufgrund der Nichtverfügbarkeit eines beizulegenden
Zeitwerts zu Anschaffungskosten bewertet werden. Die langfristigen Finanzforderungen
wurden weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr wertgemindert. Die kurzfristigen Finanzforderungen
wurden in Höhe von 458 Tsd. Euro (Vorjahr 1.125 Tsd. Euro) wertberichtigt. Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen wurden mit 21.146 Tsd. Euro (Vorjahr 15.319 Tsd. Euro)
sowie Wertpapiere mit 5.776 Tsd. Euro (Vorjahr 17.855 Tsd. Euro) wertgemindert. Im
Vorjahr wurden darüber hinaus kurzfristige sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte
mit 112 Tsd. Euro wertgemindert. 34. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungenscroll
Die Haftungsverhältnisse waren überwiegend zur Sicherung aufgenommener Bankkredite,
für Vertragserfüllungen, Gewährleistungsverpflichtungen und Vorauszahlungen gegeben.
Wir bürgten am Bilanzstichtag im Wesentlichen für Beteiligungsgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften.
Im Übrigen haften wir gesamtschuldnerisch für alle Arbeitsgemeinschaften, an denen
wir beteiligt sind. Im April des Geschäftsjahres 2009 wurden 400 Mio. Euro des 2007 abgeschlossenen syndizierten
Avalkredits über 2,0 Mrd. Euro der HOCHTIEF Aktiengesellschaft in eine Barkreditlinie
umgewandelt und ein Teilbetrag in Höhe von 100 Mio. Euro der ursprünglichen Darlehensvaluta
wurde an das Bankenkonsortium zurückgegeben, wodurch das Gesamtvolumen auf 1,9 Mrd.
Euro sowie das für Avale nutzbare Volumen auf 1,5 Mrd. Euro reduziert wurde. Diese
Barkreditlinie ist bis zum 31. Dezember 2010 nicht in Anspruch genommen worden. Zudem
besteht für die HOCHTIEF Aktiengesellschaft die Option zur Umwandlung dieser Barkreditlinie
in eine Avalkreditlinie in gleicher Höhe. Der Kreditrahmen ermöglicht die Bereitstellung
von Bürgschaften für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit vornehmlich der Unternehmensbereiche
HOCHTIEF Europe, HOCHTIEF Concessions und HOCHTIEF Real Estate. Der syndizierte Avalkredit
hat eine Ursprungslaufzeit von fünf Jahren, die am 24. Oktober 2012 endet, und ist
zum 31. Dezember 2010 mit 1,21 Mrd. Euro (Vorjahr 1,07 Mrd. Euro) in Anspruch genommen. Daneben bestehen für den HOCHTIEF-Konzern weitere Avalkreditlinien mit einem Gesamtbetrag
von 5,39 Mrd. Euro (Vorjahr 4,22 Mrd. Euro) bei Versicherungsgesellschaften und Banken. Die HOCHTIEF Aktiengesellschaft hat zugunsten amerikanischer Versicherungsgesellschaften
eine unbegrenzte Garantie für Verpflichtungen der Turner- und der Flatiron-Gruppe
im Rahmen des sogenannten Bondings ausgelegt. Dieses in den USA gesetzlich vorgesehene
Sicherungsmittel garantiert die Erfüllung von Projekten der öffentlichen Hand. Weiterhin
kommt es bei ausgewählten sonstigen Kunden zum Einsatz. Das gesamte Bondingvolumen
beläuft sich auf 6.256 Mio. US-Dollar (Vorjahr 5.236 Mio. US-Dollar). Die Ausnutzung
des Bondingvolumens beträgt im Berichtsjahr 4.084 Mio. US-Dollar (Vorjahr 4.628 Mio.
US-Dollar). Eine Inanspruchnahme aus dieser HOCHTIEF-Garantie ist in der Vergangenheit
nicht erfolgt und wird zurzeit für die Zukunft auch nicht erwartet. Das Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen beträgt im Konzern 629.033 Tsd.
Euro (Vorjahr 126.211 Tsd. Euro) und betrifft im Wesentlichen die Bergbauaktivitäten
der Leighton-Gruppe. Einzahlungsverpflichtungen auf Finanzanlagen bestehen in Höhe von 204.226 Tsd. Euro
(Vorjahr 204.336 Tsd. Euro) im Wesentlichen für PPP-Projektgesellschaften im Unternehmensbereich
HOCHTIEF Asia Pacific. Die Mindestleasingzahlungen für Operate-Leasing-Verträge werden wie folgt fällig: Operate Leasingscroll
Die Verpflichtungen aus dem Operate Leasing betreffen überwiegend technische Anlagen
und Maschinen der Leighton-Gruppe. Die Leasingzahlungen aus Operate-Leasing-Verträgen betrugen 347.661 Tsd. Euro (Vorjahr
320.127 Tsd. Euro). Die Verpflichtungen aus langfristigen Mietverträgen betragen 294.875 Tsd. Euro (Vorjahr
331.008 Tsd. Euro). Die unkündbare Mietdauer liegt zwischen zwei und elf Jahren. Den
Mietzahlungsverpflichtungen stehen erwartete Mieterträge in Höhe von 141.258 Tsd.
Euro (Vorjahr 162.910 Tsd. Euro) gegenüber. Zudem bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Liefer- und Leistungsverträgen
in Höhe von 74.305 Tsd. Euro (Vorjahr 89.507 Tsd. Euro). RechtsstreitigkeitenGesellschaften des HOCHTIEF-Konzerns sind im Rahmen ihres Geschäftsbetriebs in Gerichtsprozesse
involviert. HOCHTIEF erwartet durch diese Prozesse jedoch keine wesentlichen negativen
Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Konzerns. 35. SegmentberichterstattungIm HOCHTIEF-Konzern ergibt sich die Segmentabgrenzung aus den jeweiligen geschäftlichen
Aktivitäten der Unternehmensbereiche. Die Segmentierung der Unternehmensbereiche und
Regionen basiert dabei auf der internen Berichterstattung. Es bestehen folgende berichtspflichtige Unternehmensbereiche / Segmente: HOCHTIEF Americas umfasst die Bautätigkeiten der operativen Einheiten in den USA und
Kanada; HOCHTIEF Asia Pacific bündelt die Bauaktivitäten und das Contract-Mining im asiatisch-pazifischen
Raum; HOCHTIEF Concessions fokussiert sich auf die Entwicklung und Realisierung von Konzessions-
und Betreiberprojekten; HOCHTIEF Europe ist hauptsächlich im Kerngeschäft Bauen in europäischen Ländern tätig; HOCHTIEF Real Estate entwickelt, realisiert, vermarktet und betreut Immobilien über
ihren gesamten Lebenszyklus; HOCHTIEF Services konzentriert sich auf Dienstleistungen in den Bereichen Facility-Management
und Energy-Management. Unter Unternehmenszentrale / Konsolidierung werden die Unternehmenszentrale, andere,
nicht den gesondert dargestellten Unternehmensbereichen zuordenbare Tätigkeiten, insbesondere
das Management unserer finanziellen Ressourcen und Versicherungsaktivitäten, sowie
Konsolidierungseffekte dargestellt. Die Versicherungsaktivitäten werden in der Unternehmenszentrale
verantwortlich von der HOCHTIEF Insurance Broking and Risk Management Solutions GmbH
- mit einer Tochtergesellschaft in Luxemburg - gesteuert. Die HOCHTIEF-Versicherungsgesellschaften
bieten verschiedene Rückversicherungsleistungen für Bauleistungs-, Lieferantenausfall-,
Bürgschafts- und Haftpflicht- sowie Arbeitnehmer-Unfallversicherungen an.
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
Erläuterungen zu den SegmentdatenDie Innenumsätze geben die Höhe der Umsätze zwischen den Unternehmensbereichen / Segmenten
an. Innenumsätze werden unter Bedingungen wie unter fremden Dritten abgerechnet. Die
Außenumsätze enthalten im Wesentlichen Umsatzerlöse aus der Anwendung der Percentage-of-Completion-Methode
im klassischen Baugeschäft, Construction-Management und Contract-Mining in Höhe von
17.483.708 Tsd. Euro (Vorjahr 16.500.225 Tsd. Euro). Die Summe aus Außenumsätzen und
Innenumsätzen ergibt die Bereichsumsätze. Die Gewinn- und Verlustanteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, die nach
der Equity-Methode bewertet werden, umfassen Erträge und Aufwendungen aus diesen Beteiligungen
einschließlich Wertminderungen auf at Equity bewertete Finanzanlagen. Die Abschreibungen betreffen immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer,
Sachanlagen sowie Investment Properties. Die Wertminderungen beinhalten Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte,
Sachanlagen, Investment Properties und Finanzanlagen. Die Investitionen umfassen die Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen,
Investment Properties, at Equity bewerteten Finanzanlagen (ohne Fortschreibung des
Equity-Buchwerts), Tochterunternehmen sowie den übrigen Beteiligungen. Das Bruttovermögen entspricht der konsolidierten Bilanzsumme der Unternehmensbereiche.
Die Bruttoschulden ergeben sich aus dem Bruttovermögen abzüglich des konsolidierten
Eigenkapitals. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit lässt sich wie folgt zum betrieblichen Ergebnis
/ EBITA überleiten: scroll
Die Überleitung zum betrieblichen Ergebnis / EBITA umfasst folgende Sachverhalte: Das Beteiligungsergebnis enthält alle Erträge und Aufwendungen, die aus betrieblich
veranlassten Beteiligungen entstanden sind, und stellt daher einen integralen Bestandteil
der operativen Tätigkeit des Konzerns dar. Erträge und Aufwendungen, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht ungewöhnlich beziehungsweise
durch Sondervorgänge entstanden sind, beeinträchtigen die Beurteilung der laufenden
Geschäftstätigkeit und werden daher in das neutrale Ergebnis umgegliedert. Im Berichtsjahr
wurde das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit um das negative neutrale Ergebnis in
Höhe von 9.478 Tsd. Euro (Vorjahr - Tsd. Euro) bereinigt. Das neutrale Ergebnis enthält
ausschließlich Restrukturierungsaufwendungen des Unternehmensbereichs Europe. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit wird durch die Zinsgutschrift auf den durchschnittlichen
Finanzierungssaldo aus den Geschäftsjahren 2010 und 2009 korrigiert. Diese Zinsgutschrift
ist betriebswirtschaftlich nicht der Finanzierungstätigkeit zuzurechnen, sondern betrieblich
bedingt, da die Erlöse um diesen Zinsanteil geschmälert sind. Der durchschnittliche
Finanzierungssaldo errechnet sich aus den zu verzinsenden Finanzierungsmitteln abzüglich
zu finanzierender Vorräte und Herstellungskosten für Fertigungsaufträge (Forderungen
und Verbindlichkeiten aus PoC). Die Finanzierungsmittel umfassen die erhaltenen Anzahlungen
aus langfristigen Fertigungsaufträgen sowie den Saldo aus Verbindlichkeiten und Forderungen
gegenüber Dritten sowie Arbeitsgemeinschaften. 36. Angaben zur Konzern-KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung ist nach den Mittelveränderungen aus laufender Geschäfts-,
Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Auswirkungen von Wechselkursänderungen
sind dabei eliminiert; ihr Einfluss auf die flüssigen Mittel wird gesondert gezeigt.
Mittelveränderungen aus dem Erwerb und der Veräußerung konsolidierter Gesellschaften
werden innerhalb der Investitionstätigkeit gesondert ausgewiesen. Die Veränderung
der flüssigen Mittel aus der Änderung des Konsolidierungskreises in Höhe von -301.567
Tsd. Euro (Vorjahr -35.227 Tsd. Euro) entfällt mit 5.027 Tsd. Euro (Vorjahr - Tsd.
Euro) auf erworbene flüssige Mittel aus Akquisitionen und mit 306.594 Tsd. Euro (Vorjahr
35.227 Tsd. Euro) auf mitveräußerte Bestände an flüssigen Mitteln. Die in der Kapitalflussrechnung mit 2.451.057 Tsd. Euro (Vorjahr 1.769.644 Tsd. Euro)
ausgewiesenen flüssigen Mittel zum Jahresende stimmen mit dem entsprechenden Gesamtbetrag
der flüssigen Mittel in der Bilanz überein. Hiervon bestehen 2.685 Tsd. Euro (Vorjahr
2.036 Tsd. Euro) als Kassenbestände, 1.731.779 Tsd. Euro (Vorjahr 1.122.980 Tsd. Euro)
als Guthaben bei Kreditinstituten sowie 716.593 Tsd. Euro (Vorjahr 644.628 Tsd. Euro)
als kurzfristig veräußerbare Wertpapiere mit einer Restlaufzeit bei Erwerb von bis
zu drei Monaten. Die flüssigen Mittel unterliegen Verfügungsbeschränkungen in Höhe
von 7.464 Tsd. Euro (Vorjahr 10.390 Tsd. Euro). In der Mittelveränderung aus laufender Geschäftstätigkeit werden alle zahlungsunwirksamen
Aufwendungen und Erträge sowie das Ergebnis aus Anlagenabgängen und Entkonsolidierungen
bereinigt. Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit wurden vollständig aus den Mittelzuflüssen
aus der laufenden Geschäftstätigkeit beglichen. Unter Berücksichtigung der Mittelzuflüsse
aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2010 ein Anstieg der flüssigen
Mittel. In der Mittelveränderung aus laufender Geschäftstätigkeit sind unter anderem enthalten:
Nach Abzug des nicht zahlungswirksamen Teils aus der Equity-Bewertung beträgt das
zugeflossene Beteiligungsergebnis (Dividenden) 192.958 Tsd. Euro (Vorjahr 162.574
Tsd. Euro). Desinvestments betreffen die Entkonsolidierung vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.
Hierdurch haben sich die langfristigen Vermögenswerte um 40.909 Tsd. Euro und die
kurzfristigen Vermögenswerte um 394.317 Tsd. Euro vermindert. Die lang- und kurzfristigen
Schulden reduzierten sich um 101.058 Tsd. Euro beziehungsweise 143.698 Tsd. Euro.
Von den erzielten Verkaufserlösen in Höhe von 283.414 Tsd. Euro waren zum Bilanzstichtag
203.788 Tsd. Euro durch flüssige Mittel beglichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 99.816 Tsd. Euro (Vorjahr 88.201 Tsd. Euro) an
HOCHTIEF-Aktionäre ausgeschüttet. Dividenden an fremde Gesellschafter sind in Höhe
von 212.183 Tsd. Euro (Vorjahr 136.636 Tsd. Euro) gezahlt worden. Der Tilgung von Finanzschulden in Höhe von 610.590 Tsd. Euro (Vorjahr 1.155.287 Tsd.
Euro) stehen Neuaufnahmen in Höhe von 870.552 Tsd. Euro (Vorjahr 1.132.193 Tsd. Euro)
gegenüber. Das Finanzvermögen und die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Die Verwendungsmöglichkeiten des Finanzvermögens unterliegen Einschränkungen. Dem
Finanzvermögen stehen neben den Finanzverbindlichkeiten Vorauszahlungen von Auftraggebern,
Einzahlungsverpflichtungen auf Finanzanlagen und das Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen
gegenüber. Die Vorauszahlungen von Auftraggebern in Höhe von 545.836 Tsd. Euro (Vorjahr
636.472 Tsd. Euro) dienen zur Finanzierung der Auftragskosten. Einzahlungsverpflichtungen
auf Finanzanlagen bestehen in Höhe von 204.226 Tsd. Euro (Vorjahr 204.336) Tsd. Euro)
im Wesentlichen für PPP-Projektgesellschaften im Unternehmensbereich HOCHTIEF Asia
Pacific. Das Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen in Höhe von 629.033
Tsd. Euro (Vorjahr 126.211 Tsd. Euro) betrifft im Wesentlichen die Bergbauaktivitäten
der Leighton-Gruppe. 37. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenZu den wesentlichen nahestehenden Unternehmen zählt als Anteilseigner die Actividades
de Construcción y Servicios, S.A. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Geschäfte
zwischen der HOCHTIEF Aktiengesellschaft beziehungsweise Konzernunternehmen und der
Actividades de Construcción y Servicios, S.A., abgeschlossen. Nahestehende Unternehmen von besonderer Bedeutung sind die wesentlichen at Equity
bewerteten Unternehmen Athens International Airport S.A., Flughafen Düsseldorf GmbH,
Flughafen Hamburg GmbH, Budapest Airport Zrt., Sociedad Concesionaria Túnel San Cristobal
S.A., Sociedad Concesionaria Autopista Vespucio Norte Express S.A., aurelis Real Estate
GmbH & Co. KG sowie Al Habtoor Engineering Enterprises Co. L.L.C. Mit den wesentlichen nahestehenden Unternehmen wurden Geschäfte getätigt, die Auswirkungen
auf folgende Abschlussposten hatten: scroll
Die Ausleihungen betreffen die Finanzierung der Akquisitionen der aurelis Real Estate
und des Flughafens Budapest. Im Geschäftsjahr wurde zudem der Al Habtoor Engineering
Enterprises eine Ausleihung gewährt. Alle Geschäfte sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen worden. Der HOCHTIEF-Konzern veräußerte im Berichtszeitraum ein Grundstück im Wert von 689
Tsd. Euro an eine Gesellschaft, an der ein Mitglied des Aufsichtsrats beteiligt ist.
Die Transaktion wurde zu marktüblichen Bedingungen durchgeführt. Diese wurden durch
externe Gutachter abgesichert. Weitere wesentliche Geschäfte zwischen der HOCHTIEF Aktiengesellschaft beziehungsweise
Konzernunternehmen und Mitgliedern des Vorstands beziehungsweise Aufsichtsrats oder
ihnen nahestehenden Personen oder Gesellschaften wurden im Berichtszeitraum nicht
abgeschlossen. Interessenkonflikte traten weder bei Mitgliedern des Vorstands noch
des Aufsichtsrats auf. 38. Gesamtbezüge des Vorstands und des AufsichtsratsDer Vergütungsbericht auf den Seiten 21 bis 25 dieses Geschäftsberichts fasst die
Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands der HOCHTIEF
Aktiengesellschaft Anwendung finden, und erläutert Höhe sowie Struktur der Vorstandsbezüge.
Außerdem werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats beschrieben. Der
Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance
Kodex. Im Übrigen stellt der Vergütungsbericht einen Bestandteil des zusammengefassten
Lageberichts dar. Der Vorstand erhielt für das Geschäftsjahr 2010 feste Bezüge von insgesamt 2.992 Tsd. Euro, erfolgsorientierte Bezüge von insgesamt 3.905 Tsd. Euro und Sachbezüge von insgesamt 177 Tsd. Euro. Außerdem wurden für das Geschäftsjahr 2010 langfristige Bezüge im Rahmen des LTIP 2010 mit einem Ausgabezeitwert von insgesamt 2.021 Tsd. Euro zugeteilt. Dies führt zu einer Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2010 von 9.095 Tsd. Euro (Vorjahr 8.201* Tsd. Euro). Unter Einbeziehung der Gewährung der dritten Tranche des Retention-Stock-Award-Plans (RSA 2008) erhöht sich der Betrag außerordentlich um einen rechnerischen Marktwert dieser dritten Tranche in Höhe von 6.859 Tsd. Euro, sodass für das Geschäftsjahr 2010 eine Gesamtvergütung in Höhe von 15.954 Tsd. Euro (Vorjahr 15.060** Tsd. Euro) auszuweisen ist. Der aus insgesamt drei Tranchen bestehende RSA 2008 läuft über einen Zeitraum von sieben Jahren, wobei die einzelnen Tranchen allerdings bereits bei der Zuteilung der jeweiligen Tranche mit dem Marktwert zum Zeitpunkt der Gewährung auszuweisen sind. Dieser Wert wird dabei auf der Grundlage der Bewertung nach Black / Scholes zum Gewährungsstichtag ermittelt. Der vom Wert zum Gewährungszeitpunkt zu unterscheidende Wert zum Zeitpunkt nach Ablauf der Wartezeit ist von der künftigen Entwicklung des Kurses der HOCHTIEF-Aktie abhängig. Der Barwert der Pensionszusagen an ehemalige Vorstandsmitglieder beträgt 34.187 Tsd.
Euro (Vorjahr 34.946 Tsd. Euro). Dieser Wert ist vollständig durch Planvermögen in
Form von Rückdeckungsversicherungen und den HOCHTIEF-Pensionsfonds abgedeckt. An frühere Mitglieder des Vorstands oder deren Hinterbliebene wurden Beträge in Höhe
von 3.699 Tsd. Euro (Vorjahr 12.613 Tsd. Euro) gezahlt. Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 2.779 Tsd. Euro (Vorjahr
1.994 Tsd. Euro).
39. Honorare des AbschlussprüfersInsgesamt sind für den Abschlussprüfer Deloitte & Touche folgende Honorare für erbrachte
Dienstleistungen als Aufwand erfasst worden:
scroll
Der inländische Verbund setzt sich aus der Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
als bestelltem Konzernabschlussprüfer sowie den mit ihr im Sinne von § 271 Abs. 2
HGB verbundenen Unternehmen zusammen. In den Honoraren für Abschlussprüfungen sind
neben den Honoraren für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten
Lageberichts durch den Konzernabschlussprüfer Deloitte & Touche im Wesentlichen die
Honorare für die Prüfung der Jahresabschlüsse der HOCHTIEF Aktiengesellschaft sowie
ihrer Tochterunternehmen im In- und Ausland enthalten. Die sonstigen Bestätigungs-
oder Bewertungsleistungen des Vorjahres enthielten überwiegend Aufwendungen im Rahmen
des geplanten Börsengangs der HOCHTIEF Concessions AG. Steuerberatungsleistungen umfassen
sämtliche Dienstleistungen, die im Wesentlichen für Steuerangelegenheiten bei ausländischen
Tochterunternehmen der HOCHTIEF Aktiengesellschaft erbracht worden sind. 40. Erklärung gemäß § 161 AktGFür die HOCHTIEF Aktiengesellschaft ist die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung
zum Corporate Governance Kodex abgegeben und der Öffentlichkeit auf den HOCHTIEF-Internetseiten
dauerhaft zugänglich gemacht worden. 41. Ereignisse nach dem BilanzstichtagDie Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden vorstehend im Nachtragsbericht auf Seite
137 dargestellt. 42. Anwendung der Befreiungsvorschriften der §§ 264 Abs. 3 beziehungsweise 264b HGBDie folgenden inländischen vollkonsolidierten Tochtergesellschaften machen für das
Geschäftsjahr 2010 von Teilen der Befreiungsvorschriften Gebrauch: A.L.E.X.-Bau GmbH, Essen, 43. Beteiligungen des HOCHTIEF-Konzerns zum 31.12.2010In der folgenden Tabelle sind die vollkonsolidierten Beteiligungsgesellschaften aufgeführt: Vollkonsolidierte Beteiligungsgesellschaftenscroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
Außerdem wurden folgende Gemeinschaftsunternehmen anteilmäßig in den Konzernabschluss
einbezogen: Gemeinschaftsunternehmenscroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
Assoziierte Unternehmen, die im Konzernabschluss nach der Equity-Methode berücksichtigt
wurden, sind die Folgenden: Assoziierte Unternehmenscroll
Folgende Tochterunternehmen werden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung zu fortgeführten
Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen: Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutungscroll
scroll
Die folgenden assoziierten Unternehmen werden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung
zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt: Assoziierte Unternehmen von untergeordneter Bedeutungscroll
scroll
Übrige BeteiligungenDie wesentliche übrige Beteiligung Southern Cross Airports Corporation Holdings Ltd.,
Sydney, Australien, an der der HOCHTIEF-Konzern einen Anteil am Kapital von 12 Prozent
hält, weist im Geschäftsjahr 2009 Eigenkapital von 1.602.214 Tsd. Euro und ein Ergebnis
von 243.582 Tsd. Euro aus. Ihre Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Gewinnverwendungsvorschlag des VorstandsVorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, zu beschließen: Der Bilanzgewinn der HOCHTIEF Aktiengesellschaft des Geschäftsjahres 2010 in Höhe
von 153.999.998,- Euro wird zur Ausschüttung einer Dividende von zwei Euro je dividendenberechtigter
Stückaktie verwendet, und der aus dem Bilanzgewinn auf nicht dividendenberechtigte
Aktien entfallende Betrag, das sind 6.870.150,- Euro, wird auf neue Rechnung vorgetragen. Die Dividende ist am Tag nach der Hauptversammlung zahlbar. Bis zur Hauptversammlung kann sich die Zahl der dividendenberechtigten Stückaktien
verändern. In diesem Fall wird bei unveränderter Ausschüttung von zwei Euro je dividendenberechtigter
Stückaktie der Hauptversammlung ein entsprechend angepasster Gewinnverwendungsvorschlag
unterbreitet. GremienAufsichtsratDetlev BremkampMünchen, Vorsitzender (ab 11.05.2010) a) Asea Brown Boveri AG b) Allianz Lebensversicherungs AG Gerhard Peters*Bad Nauheim, stellvertretender Vorsitzender, a) HOCHTIEF Construction AG Angel García AltozanoMadrid, Director General Corporativo, ACTIVIDADES DE CONSTRUCCIÓN Y SERVICIOS, S.A.,
Madrid b) Abertis Infraestructuras, S.A. Gregor Asshoff*Frankfurt am Main, Rechtsanwalt und Leiter der Hauptabteilung Politik und Grundsatzfragen
der IG Bauen-Agrar-Umwelt a) HOCHTIEF Construction AG Alois Binder*Wyhl, Betriebsrat HOCHTIEF Construction AG, Bereich Südwest Lutz Kalkofen*Essen, Leitender Angestellter HOCHTIEF Aktiengesellschaft, Essen b) Builders' Credit Reinsurance Company S.A. Professor Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Hans-Peter KeitelEssen, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V., a) Commerzbank AG b) EQT Infrastructure Limited Dr. rer. pol. h. c. Martin KohlhaussenBad Homburg, Vorsitzender (bis 11.05.2010) Raimund Neubauer*Essen, Betriebsratsvorsitzender der HOCHTIEF Construction AG, Bereich West Udo Paech*Berlin, Betriebsrat der HOCHTIEF Construction AG, Bereich Nordost Gerrit Pennings*Kirchheim, Betriebsratsvorsitzender der HOCHTIEF Facility Management GmbH, Region
Süd Professor Dr. jur. Dr.-Ing. E. h. Heinrich v. PiererErlangen, Geschäftsführer der Pierer Consulting GmbH, Erlangen a) Georgsmarienhütte Holding GmbH b) Koc Holding A.S. Professor Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Wilhelm SimsonMünchen, Diplom-Chemiker, ehem. Vorsitzender des Vorstands der E.ON AG, Düsseldorf a) E.ON AG b) Freudenberg & Co. Kommanditgesellschaft Tilman TodenhöferMadrid, Geschäftsführender Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG, Stuttgart a) Deutsche Bank AG b) Robert Bosch Internationale Beteiligungen AG (Präsident) Marcelino Fernández VerdesMadrid, CEO of the Construction, Concessions and Environment and Logistics Areas of
ACS Group b) ACS Servicios y Concesiones, S.L. (Chairman and CEO) Manfred WennemerBensheim, Mitglied des Aufsichtsrats der HOCHTIEF Aktiengesellschaft, a) Allianz Deutschland AG b) Charter International plc NV Klaus Wiesehügel*Königswinter, Bundesvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt, Frankfurt am Main a) Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (Vorsitzender) b) Landwirtschaftliche Rentenbank
Ausschüsse des AufsichtsratsAd-hoc-Ausschuss (ab 21.09.2010)Detlev Bremkamp (Vorsitzender) NominierungsausschussDetlev Bremkamp (Vorsitzender, ab 11.05.2010) PersonalausschussDetlev Bremkamp (Vorsitzender, ab 11.05.2010) PrüfungsausschussÁngel García Altozano (Vorsitzender, ab 11.05.2010) Strategieausschuss (ab 11.05.2010)Detlev Bremkamp (Vorsitzender) Vermittlungsausschuss (§ 27 Abs. 3 MitbestG)Detlev Bremkamp (Vorsitzender, ab 11.05.2010) VorstandDr.-Ing. Herbert LütkestratkötterEssen, Vorsitzender des Vorstands der HOCHTIEF Aktiengesellschaft, Essen a) HOCHTIEF Concessions AG (Vorsitzender, bis 31.12.2010) b) Leighton Holdings Limited Dr. rer. pol. Burkhard LohrHaltern am See, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der HOCHTIEF Aktiengesellschaft,
Essen a) HOCHTIEF Concessions AG b) Leighton Holdings Limited Dr. rer. pol. Peter NoéEssen, Mitglied des Vorstands der HOCHTIEF Aktiengesellschaft, Essen a) Flughafen Düsseldorf GmbH (Vorsitzender) b) Athens International Airport S.A. Professor Dr.-Ing. Martin RohrDüsseldorf, Mitglied des Vorstands der HOCHTIEF Aktiengesellschaft, Essen a) Flughafen Hamburg GmbH (stellv. Vorsitzender) b) Flatiron Holding, Inc. Dr. Frank StielerEppstein, Mitglied des Vorstands der HOCHTIEF Aktiengesellschaft, Essen a) HOCHTIEF Construction AG (Vorsitzender) b) Builders' Credit Reinsurance Company S.A. GeneralbevollmächtigterRA Hartmut Paulsen, Düsseldorf
*
Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmer
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||