INDUS Holding AktiengesellschaftBergisch GladbachKonzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2009Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungscroll
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Die liquiden Mittel enthalten ein Konto mit eingeschränkter Verfügungsmacht in Höhe von 238 TEUR (Vorjahr: 318 TEUR). Investitions- und Finanzierungsvorgänge in Höhe von -954 TEUR (Vorjahr: 9.495 TEUR), welche nicht zu einer Veränderung der liquiden Mittel führten, sind nicht Bestandteil der Kapitalflussrechnung und betrafen im Vorjahr im Wesentlichen die Sachkapitalerhöhung im Zusammenhang mit der Beteiligungsaufstockung bei SELZER. Entwicklung des Konzerneigenkapitalsscroll
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Die Rücklagen für die Währungsumrechnung und die Marktbewertung von Finanzinstrumenten enthalten noch nicht realisierte Gewinne und Verluste. Die Veränderung der Rücklage für die Marktbewertung von Finanzinstrumenten resultiert ausschließlich aus laufender Veränderung der Marktbewertung. Auswirkungen aus Umklassifizierungen existieren nicht. Die Dividendenausschüttung basiert auf einer Dividende von 0,80 EUR je Stückaktie mit WKN 620010/ ISIN DE 0006200108 (18.370.033 Aktien). Die Minderheitsanteile am Kapital betreffen die Fremdgesellschafter von Kapitalgesellschaften. Die Minderheitsanteile am Kapital der Personengesellschaften werden nach IAS 32 aufgrund der prinzipiellen Kündbarkeit und damit Rückzahlbarkeit der Anteile als Fremdkapital klassifiziert. KonzernanhangAllgemeinesDie INDUS Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach, Deutschland, eingetragen im Handelsregister Köln unter HRB 46360, hat ihren Konzernabschluss für das vom 1.1.2009 bis zum 31.12.2009 dauernde Geschäftsjahr 2009 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Der Konzernabschluss ist auf der Basis historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Bilanzierung von Finanzinstrumenten, bei denen eine Bewertung zum Marktwert verpflichtend ist. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Bilanzstichtag der INDUS Holding AG erstellt und basieren auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Gemäß § 315a HGB ist die INDUS Holding AG verpflichtet, den Konzernabschluss nach IFRS-Standards zu erstellen. Grundlage ist die Verordnungnr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung Internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union. Nach HGB erforderliche Anhangangaben, die über die nach IFRS erforderlichen Angaben hinausgehen, werden ebenfalls im Konzernanhang dargestellt. Bedingt durch die Umgliederung aufgegebener Geschäftsbereiche sowie Änderungen der Bilanzierungsmethoden sind die Vorjahreszahlen in allen relevanten Aufstellungen angepasst worden. Der Abschluss wurde am 22. April 2010 durch Beschluss des Vorstands zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben. Anwendung und Auswirkung von neuen und geänderten StandardsÄnderung der Bilanzierung nach Übernahme des IFRS 3 durch die EU Im Januar 2008 veröffentlichte das International Accounting Standards Board (IASB) den geänderten IFRS 3. Dieser wurde von der EU im Juni 2009 in europäisches Recht übernommen. Der Standard hat wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung von Unternehmenserwerben, insbesondere hinsichtlich der Darstellung von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter bei nicht vollständigem Anteilserwerb. Die Übernahme der „Full-Goodwill"-Methode durch die EU hat die INDUS Holding AG zum Anlass genommen, die Bilanzierung im Zusammenhang mit der Bewertung von Fremdanteilen bei Personengesellschaften zu ändern. Mit der als Option verfügbaren Full-Goodwill-Methode besteht nun die Möglichkeit einer konsistenten Darstellung des Abfindungsanspruchs von Minderheitsgesellschaftern bei Personengesellschaften, wie von IAS 32 gefordert. Der beizulegende Zeitwert des Minderheitsanteils wird als Verbindlichkeit passiviert und bilanzverlängernd wird ein derivativer, auf den Minderheitsgesellschafter entfallener Goodwill eingebucht. Änderungen des beizulegende Zeitwertes der Verbindlichkeit werden in der Periode, in der sie festgestellt werden, ergebniswirksam verarbeitet. Um zu einer transparenten Darstellung der Minderheitsanteile von Personengesellschaften zu gelangen, wird daher in Übereinstimmung mit der internationalen Bilanzierungspraxis die Full-Goodwill-Methode auf alle Personengesellschaften, bei denen im aktuellen Geschäftsjahr Abfindungsansprüche von Minderheitsgesellschaftern bestehen, angewendet. Daher wurden die Bilanzwerte der Vorjahre angepasst (siehe Anpassung der Vorjahreszahlen). Alle zum 31. Dezember 2009 verpflichtend anzuwendenden Standards wurden berücksichtigt. Von der Möglichkeit, zukünftig verpflichtende Standards vorzeitig anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr 2009 verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen: Im November 2006 hat das International Accounting Standards Board (IASB) den Standard IFRS 8 „Geschäftssegmente" veröffentlicht, der im November 2007 von der EU übernommen wurde und im aktuellen Konzernabschluss erstmalig anzuwenden ist. Entsprechend dem Management Approach werden die intern beobachteten Segmente dargestellt. Zusätzlich werden nicht zugeordnete Bereiche in einer Überleitungsrechnung offengelegt. Im März 2009 veröffentlichte das IASB Änderungen zum IFRS 7, die im November 2009 von der EU übernommen wurden und im aktuellen Konzernabschluss anzuwenden sind. Damit verbunden sind erweiterte Anhangangaben zu den beizulegenden Zeitwerten der Finanzinstrumente sowie zum Liquiditätsrisiko. Im März 2007 veröffentlichte das IASB eine überarbeitete Fassung des IAS 23 „Fremdkapitalkosten", der im Dezember 2008 von der EU übernommen wurde. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierenden Vermögenswerts zugeordnet werden können, sind zu aktivieren und stellen einen Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswerts dar. Andere Fremdkapitalkosten sollten als Aufwand erfasst werden. Die Auswirkungen sind unter [9] erläutert. Änderungen des IAS 1 regeln die Darstellung des Abschlusses und haben im Wesentlichen redaktionelle Auswirkungen. Darüber hinaus gab es weitere durch die EU übernommene Verlautbarungen des IASB, die in 2009 verpflichtend anzuwenden waren. Deren erstmalige Anwendung hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der INDUS Holding AG. Bis zum 31. Dezember 2009 durch die EU übernommene Standards, die im vorliegenden Abschluss nicht vorzeitig angewendet wurden: Im Jahr 2009 sind eine Reihe weiterer IASB-Verlautbarungen durch die EU in europäisches Recht übernommen worden, die verpflichtend in den Jahren 2010 bzw. 2011 anzuwenden sind. Überwiegend handelt es sich dabei um Interpretationen und Klarstellungen. Wesentliche Auswirkungen auf den INDUS-Konzernabschluss sind daraus nicht zu erwarten. KonsolidierungsgrundsätzeDie Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Bei Unternehmenszusammenschlüssen sind Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden mit ihrem Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt zu bewerten. Der Goodwill wird ermittelt als Differenz zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses und dem Anteil des Erwerbers an den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Ein positiver Goodwill wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderungen geprüft. Eine negative Differenz ist sofort ergebniswirksam zu erfassen. Bei der erstmaligen Einbeziehung von erworbenen Gesellschaften in den Konsolidierungskreis werden deren Beteiligungsbuchwerte bei der Muttergesellschaft gegen die Vermögenswerte und Schulden verrechnet. In den Folgeperioden wird der Beteiligungsbuchwert der Muttergesellschaft gegen das fortgeführte Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet. Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Vorräte und Anlagevermögen werden um Zwischenergebnisse bereinigt. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern abgegrenzt. WährungsumrechnungIn den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsgeschäfte mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Am Bilanzstichtag erfolgt für monetäre Posten eine ergebniswirksame Bewertung zum Zeitwert mit dem entsprechenden Stichtagskurs. Nach dem Konzept der funktionalen Währung erstellen die Gesellschaften außerhalb des Euroraums ihre Abschlüsse in der jeweiligen Landeswährung. Die Umrechnung dieser Abschlüsse in Euro erfolgt für Vermögenspositionen und Schulden mit dem Stichtagskurs. Das Eigenkapital wird mit Ausnahme der direkt im Eigenkapital erfassten Positionen zu historischen Kursen geführt. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Durchschnittskursen umgerechnet und die sich hieraus ergebenden Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral weiterentwickelt. Die verwendeten Kurse ergeben sich aus folgender Tabelle: scroll
In der Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen, der Rückstellungen und des Eigenkapitals werden die Anfangs- und Endbestände mit Stichtagskursen umgerechnet, die innerjährlichen Bewegungen mit dem Durchschnittskurs. Daraus resultierende Währungsdifferenzen werden gesondert ausgewiesen und erfolgsneutral behandelt. Bilanzierung & BewertungGoodwill wird aufgrund seiner unbestimmten Nutzungsdauer nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit geprüft. Dabei wird grundsätzlich der Nutzungswert herangezogen, basierend auf der vom Management erstellten aktuellen Planung. In die Planungsprämissen fließen sowohl aktuelle Erkenntnisse als auch historische Entwicklungen ein. Nach dem Planungszeitraum von drei Jahren werden die zukünftigen Cashflows mit einer Wachstumsrate von 1% hochgerechnet. Die so ermittelten Zahlungsreihen werden mit einem Vorsteuer-Kapitalkostensatz von 8,5% abgezinst (Vorjahr: 10,0%). Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Goodwills erfolgt auf der Ebene, auf der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Zuordnung sinnvoll möglich ist. In den meisten Fällen wird der Goodwill der Beteiligungsgesellschaft einschließlich ihrer Tochtergesellschaften zugeordnet. Das entspricht den operativen Gesellschaften, wie sie im Anhang aufgelistet sind. In den wenigen Fällen, in denen eine enge Liefer- und Leistungsverknüpfung zwischen diesen Gesellschaften besteht, werden diese zu operativen Einheiten zusammengefasst und die Werthaltigkeit des Goodwills auf dieser Basis überprüft. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet und – sofern bestimmbar – linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllen, werden zu Herstellungskosten aktiviert; sonst werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam erfasst. Die Abschreibung erfolgt mit dem Beginn der Nutzung linear über 5 bis 10 Jahre. Sachanlagen werden bewertet zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls auch außerplanmäßige Abschreibungen. In Abhängigkeit vom tatsächlichen Nutzungsverlauf kommen sowohl die lineare als auch die degressive Methode zur Anwendung. Bei Entfall der Gründe für eine in der Vergangenheit durchgeführte außerplanmäßige Abschreibung werden Wertaufholungen vorgenommen. Investitionszuschüsse werden passiviert und über die wirtschaftliche Nutzungsdauer aufgelöst. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten, Zinsen werden nicht einbezogen. Aufwendungen für Instandhaltungen und Reparaturen werden ergebniswirksam erfasst, soweit sie nicht aktivierungspflichtig sind. Den planmäßigen Abschreibungen liegen hauptsächlich folgende Nutzungsdauern zugrunde: scroll
Abhängig von der Verteilung der wesentlichen Chancen und Risiken werden Leasingverträge als Operating Leasing oder Finanzierungsleasing klassifiziert, mit der Folge, dass Finanzierungsleasing als Vermögenswert zu bilanzieren ist. Bei Sale-and-Lease-Back-Transaktionen ist das Ergebnis aus der Transaktion differenziert zu behandeln. Das Ergebnis wird über die Laufzeit verteilt, wenn das Grundgeschäft ein Finanzierungsleasing darstellt oder wenn bei einem Operating-Leasing der Verkaufswert über dem Marktwert liegt. Fremdkapitalkosten werden ausschließlich auf qualifizierende Vermögenswerte aktiviert. Dies erfolgt erstmalig im Geschäftsjahr 2009, mit verpflichtender Anwendung des geänderten IAS 23. Qualifizierende Vermögenswerte liegen vor, wenn für deren Herstellung mindestens ein Jahr erforderlich ist. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigerem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten. Die zugerechneten Gemeinkosten werden überwiegend auf der Basis der Ist-Beschäftigung ermittelt, wenn diese im Wesentlichen der Normalauslastung entspricht. Rohstoffe und Handelswaren werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Bei erhöhter Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit werden Vorräte auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert abgewertet. Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden nach ihrem Leistungsfortschritt nach der Methode „Percentage of Completion" (POC) bilanziert. Die Umsatzerlöse werden nach dem Leistungsfortschritt erfasst. Das Auftragsergebnis wird nicht erst bei Risikoübergang realisiert, sondern mit dem Grad der Fertigstellung. Grundlage sind die mit dem Kunden vereinbarten Auftragserlöse und die erwarteten Auftragskosten. Der Grad der Fertigstellung errechnet sich aus dem Anteil der angefallenen Kosten an den gesamten Auftragskosten. Erwartete Verluste aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden bei Feststellung sofort als Aufwand erfasst. Sofern das Ergebnis eines kundenspezifischen Fertigungsauftrags noch nicht hinreichend sicher ist, wird der Erlös nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst. Finanzinstrumente sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen. Bei einem üblichen Kauf erfolgt die Bilanzierung von Finanzinstrumenten zum Erfüllungstag. Die erstmalige Bewertung erfolgt zum Zeitwert. Die Folgebewertung von Vermögenswerten ist in den vier Kategorien „erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet", „gehalten bis zur Endfälligkeit", „ausgereichte Kredite und Forderungen" und „zur Veräußerung verfügbar" vorzunehmen. Finanzielle Schulden sind in den zwei Kategorien „erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet" oder „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" zu bilanzieren. Die fair-value-Option wird nicht angewendet. Die Marktwerte von Finanzinstrumenten werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen oder durch anerkannte Bewertungsverfahren, z. B. Discounted-Cashflow-Methoden, ermittelt und durch Bestätigungen der Banken, die die Geschäfte abwickeln, überprüft. Die Zinssätze sind der Laufzeit und dem Risiko des zugrunde liegenden Finanzinstruments angepasst. Originäre Finanzinstrumente: Ausgereichte Kredite und Forderungen und Verbindlichkeiten sowie bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum Zeitwert angesetzt. Die Änderung des Zeitwerts wird in der Folge unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital abgebildet. Änderungen des Zeitwerts von Finanzinstrumenten, die als „erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet" designiert sind, beeinflussen direkt das Periodenergebnis. Die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, da für sie kein notierter Marktpreis auf einem aktiven Markt existiert und ein beizulegender Zeitwert mit vertretbarem Aufwand nicht verlässlich bestimmt werden kann. Assoziierte Unternehmen, auf die die INDUS Gruppe einen maßgeblichen Einfluss (in der Regel bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20% und 50%) ausübt, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die erstmalige Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. In der Folgebewertung wird der Buchwert um die anteiligen Veränderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben. Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden zum Nennwert bilanziert. Einzelrisiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Allgemeine Kreditrisiken werden durch Wertberichtigungen auf den Forderungsbestand berücksichtigt, die auf Erfahrungswerten der Vergangenheit oder aktuelleren Erkenntnissen beruhen. Wertberichtigungen auf Forderungen werden grundsätzlich auf separaten Konten erfasst. Bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen die fortgeführten Anschaffungskosten grundsätzlich dem Nennbetrag bzw. dem Rückzahlungsbetrag. Derivative Finanzinstrumente werden bei INDUS zur Absicherung von auf zukünftigen Zahlungsströmen basierenden Grundgeschäften eingesetzt. Bei den als Sicherungsinstrumente eingesetzten Derivaten handelt es sich überwiegend um Swaps, aber auch um Termingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Voraussetzung für eine Bilanzierung als Sicherungsbeziehung ist, dass die Sicherung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument effektiv ist und dies dokumentiert und laufend überwacht wird. Die Bilanzierung dokumentierter Sicherungsbeziehungen ist abhängig von der Art der Beziehung. Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft werden bei Absicherungen des Zeitwerts von Bilanzpositionen („Fair value Hedge") mit gegenläufigen Effekten ergebniswirksam erfasst. Im Falle der Absicherung von Zahlungsströmen („Cashflow Hedge") wird die Änderung des Zeitwerts unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital fortgeführt. Eine ergebniswirksame Auflösung dieser Position erfolgt entweder mit Realisierung des Grundgeschäfts oder mit Feststellung einer Ineffektivität der Sicherung. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden als solche klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Dies ist dann der Fall, wenn die Veräußerung hoch wahrscheinlich ist und durch objektive Merkmale bereits konkretisiert ist. Die Bilanzierung erfolgt zum niedrigeren Ansatz aus Buchwert und Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Planmäßige Abschreibungen werden nicht weiter vorgenommen. Bei einem aufgegebenen Geschäftsbereich handelt es sich um abgrenzbare Geschäftsbereiche, die entweder bereits veräußert wurden oder zur Veräußerung vorgesehen sind. Bis zum Abschluss des Verkaufs werden Vermögen und Schulden in der Bilanz als zum Verkauf stehende Aktiva und Passiva umgegliedert. Die Bewertung erfolgt nach den gleichen Prinzipien wie bei den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten. Das Ergebnis dieser Bewertung, das laufende Ergebnis und das Veräußerungsergebnis werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als „Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche" ausgewiesen. Die Vorjahreswerte der Gewinn- und Verlustrechnung werden entsprechend angepasst. Pensionen: Es existieren mehrere Versorgungspläne in unterschiedlicher Ausgestaltung, teilweise für ehemalige Gesellschafter. Alle bilanzierten Versorgungspläne sind geschlossen. Aufwand aus beitragsorientierten Plänen („Defined Contribution Plans") betrifft Zahlungen von INDUS an externe Einrichtungen, ohne mit der Zahlung eine darüber hinaus gehende Verpflichtung gegenüber dem Begünstigten einzugehen. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen („Defined Benefit Obligation") werden Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren berechnet („Projected Unit Credit Method"). Die künftigen Verpflichtungen werden auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet und zeigen somit den Teil der Versorgungsverpflichtungen, der bis zum Bilanzstichtag erfolgswirksam erfasst wurde. Die Bewertung berücksichtigt Annahmen über die zukünftige Entwicklung verschiedener Parameter, insbesondere Steigerungen der Gehälter und Renten. Für jeden Pensionsplan wird der Anwartschaftsbarwert um den Zeitwert eines qualifizierten Planvermögens vermindert. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste werden nicht erfasst, wenn sich die kumulierten Werte innerhalb eines sogenannten „Korridors" bewegen. Dieser Korridor wird pro Pensionsplan ermittelt als 10% des höheren Betrages aus leistungsorientierter Verpflichtung oder Zeitwert des qualifizierten Planvermögens. Die versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste, die außerhalb des Korridors liegen, werden prospektiv über die erwartete durchschnittliche Restlebensarbeitszeit der vom Plan erfassten Arbeitnehmer erfolgswirksam verteilt. Dabei kommen Zeiträume von 1 bis 15 Jahren zur Anwendung. Sonstige Rückstellungen werden berechnet für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten, resultierend aus einem Ereignis der Vergangenheit, die wahrscheinlich zu einem Ressourcenabfluss führen und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet. Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt hieraus wesentlich ist. Für bekannte Schäden werden Einzelrückstellungen gebildet. Gewährleistungsrückstellungen werden für den gewährleistungsbehafteten Umsatz und den relevanten Gewährleistungszeitraum auf der Basis von gesicherten Erfahrungswerten berechnet. Rückstellungen für ausstehende Kosten, drohende Verluste aus Aufträgen und übrige Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft sind auf der Basis der zu erbringenden Leistungen berechnet. Erfolgsunsicherheiten (Eventualschulden und -forderungen) sind im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen oder Vermögenswerte, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und deren Existenz durch unsichere künftige Ereignisse begründet wird, die nicht vollständig von INDUS beeinflusst werden können. Sofern ein Abfluss von wirtschaftlichem nutzen nicht völlig unwahrscheinlich ist, werden im Anhang Angaben zu Eventualschulden gemacht. Latente Steuern werden auf alle temporären Unterschiede zwischen dem Wertansatz in der IFRS-Bilanz und dem entsprechenden steuerlichen Wert nach dem bilanzorientierten Konzept ermittelt. Temporäre Differenzen entstehen, wenn die Realisierung des Vermögenswerts oder die Erfüllung der Schuld zu steuerlich abweichenden Erträgen oder Aufwendungen führt. Latente Steuern auf einen Goodwill werden nur in dem Maße, in dem dieser steuerlich abzugsfähig ist, gebildet. Das ist bei deutschen Personengesellschaften grundsätzlich der Fall. Latente Steuern müssen auch dann berechnet werden, wenn die Realisierung dieses Goodwills, z. B. über die Veräußerung der zugehörigen Personengesellschaft, nicht geplant ist. Dies führt zu einem dauerhaften Aufbau an passiven latenten Steuern bei INDUS. Aktive latente Steuern werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verrechnet werden kann. Bei steuerlichen Verlustvorträgen ist das der Fall, wenn es entweder wahrscheinlich ist, dass in einem Planungshorizont von 5 Jahren ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar ist oder in entsprechender Höhe saldierungsfähige passive latente Steuern existieren. Latente Steuern sind mit dem Steuersatz zu bewerten, der in der Periode, in der sich die Differenzen voraussichtlich umkehren werden, gültig sein wird. Unabhängig von der Fristigkeit sind latente Steuern nicht abzuzinsen. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze gebildet, die nach der derzeitigen Rechtslage in den verschiedenen Ländern gültig bzw. verabschiedet sind. Aufgrund des überwiegend langfristigen Charakters der latenten Steuern bei INDUS werden kurzfristige vorübergehende Änderungen von Steuersätzen nicht berücksichtigt. Mit der Unternehmenssteuerreform 2008 gilt in Deutschland ein Körperschaftsteuersatz von 15%. Unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 370% sowie des Solidaritätszuschlags von 5,5% errechnet sich für inländische Unternehmen ein Ertragsteuersatz von 28,8% für alle Berichtsperioden. Die ausländischen Steuersätze liegen zwischen 10% und 40%. Aufwands- und Ertragsrealisierung: Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt – mit Ausnahme der Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen (s. o.) – wenn die Leistungen erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind und somit der Gefahrenübergang an den Kunden stattgefunden hat. Umsatzerlöse sind gekürzt um Erlösschmälerungen. Allgemeine Voraussetzung ist, dass die Höhe der Erträge verlässlich bestimmbar ist und hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass INDUS ein wirtschaftlicher Nutzen hieraus zufließen wird. Die Erfassung aller Ertrags- und Aufwandspositionen erfolgt in Übereinstimmung mit dem Prinzip der Periodenabgrenzung im IAS-Rahmenkonzept. Die Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des IAS 7 in die Bereiche Cashflow aus Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Veränderungen des Konsolidierungskreises sind in den entsprechenden Positionen eliminiert, Zinsen und erhaltene Dividenden sind dem Cashflow aus Geschäftstätigkeit zugeordnet. Der Finanzmittelbestand entspricht der Bilanzposition liquide Mittel und enthält Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände. Die Ermittlung des Cashflows aus Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Im Cashflow aus Geschäftstätigkeit sind die nicht zahlungswirksamen operativen Aufwendungen und Erträge eliminiert. Deshalb sind die Angaben der Kapitalflussrechnung nicht unmittelbar aus der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zu entnehmen. Schätzungen und Annahmen: Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Wenn Zukunftserwartungen abzubilden sind, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden Positionen erfolgswirksam angepasst. Die Realisierung von Bilanzpositionen kann durch zukünftige Ereignisse, die nicht kontrolliert werden können, beeinflusst werden. Dies kann Forderungsausfälle, Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen oder ähnliche Sachverhalte betreffen, Risiken die grundsätzlich eng mit unternehmerischer Tätigkeit verbunden sind. Die Bilanzierung solcher Positionen beruht auf langjähriger Erfahrung und der Beurteilung des aktuellen Umfelds. Systembedingte Unsicherheiten resultieren aus Bilanzpositionen, bei denen erwartete zukünftige zahlungsreihen diskontiert werden. Der Verlauf der zahlungsreihen ist von zukünftigen Ereignissen abhängig, über deren Entwicklung Annahmen getroffen werden müssen. Das ist insbesondere der Fall bei der Prüfung auf Wertminderungen von Vermögenswerten mittels Nutzungswert sowie der Berechnung der Pensionsrückstellungen nach dem versicherungs-mathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren. Relevante Unsicherheiten resultieren auch aus Positionen, die aus einer Bandbreite möglicher zukünftiger Ausprägungen zu ermitteln sind, und betreffen insbesondere die sonstigen Rückstellungen. Globale Entwicklungen haben im Geschäftsjahr 2008 zu Verwerfungen auf den Finanzmärkten geführt. Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft und damit die für INDUS relevanten Absatzmärkte haben im abgelaufenen Geschäftsjahr das operative Geschäft der INDUS teilweise erheblich belastet. Nach Einschätzung des Managements ist die Talsohle der Weltwirtschaftskrise durchschritten. Diese aufsteigende Tendenz zeigt sich auch in der kontinuierlich aufsteigenden Entwicklung der einzelnen Quartale im Jahr 2009. Gleichwohl sind unsere Annahmen und Schätzungen im aktuellen Konzernabschluss mit höheren Unsicherheiten als in den zurückliegenden Jahren versehen. Dies gilt besonders für die prognostizierten Cashflows und die Diskontierungssätze bei der Bewertung langfristiger Bilanzpositionen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses lagen beim Management keine signifikanten neueren Erkenntnisse vor, die zu einer Wesentlich geänderten Bewertung von Bilanzpositionen führen würden. Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Im Zusammenhang mit der oben erläuterten Änderung der Bewertung der Minderheitsanteile an Tochter-Personengesellschaften wurden entsprechend des Vorschriften des IAS 8 die Vergleichswerte für die Vorperioden der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung angepasst. scroll
Weitere Anpassung der Vorjahreszahlen Die Bilanzierung aufgegebener Geschäftsbereiche nach IFRS 5.34 erfordert weiterhin eine Anpassung der Vorjahreszahlen der Gewinn- und Verlustrechnung, wie im Folgenden dargestellt. Die entsprechenden, das Vorjahr betreffenden Detailinformationen und Anhangsangaben wurden ebenfalls angepasst. scroll
Die Änderungen nach IFRS 5 betreffen die Gewinn- und Verlustrechnungen der WFV Werkzeug- Formen- und Vorrichtungsbau GmbH & Co. KG sowie der Volker WITZEL GmbH Klima- und Wärmetechnik. Konsolidierung und KonsolidierungskreisIm Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen voll konsolidiert, bei denen die INDUS-Gruppe mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik zum nutzen der INDUS-Gruppe zu bestimmen. Assoziierte Unternehmen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, werden nach der Equity Methode einbezogen. Gesellschaften, die im Laufe des Geschäftsjahres erworben wurden, sind ab dem Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik einbezogen. Gesellschaften, die abgehen, sind ab dem Zeitpunkt des wirtschaftlichen Übergangs nicht mehr einbezogen. Ab dem Zeitpunkt des Beschlusses zur Veräußerung werden die Gesellschaften als „zur Veräußerung gehalten" klassifiziert. scroll
Vier andere assoziierte Unternehmen, die wegen ihrer geringen Größe oder wegen geringfügiger wirtschaftlicher Aktivität für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung sind, wurden gemäß IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die Abgänge an voll konsolidierten Tochterunternehmen resultierten aus Veräußerung bzw. Verschmelzung auf andere Gesellschaften. Diese Angaben enthalten am 31. Dezember 2009 34 Komplementär-GmbHs, die mit der zugehörigen KG eine Einheitsgesellschaft bilden (31. Dezember 2008: 35 Komplementär-GmbHs). Die wesentlichen operativen Gesellschaften sind im Anhang dargestellt. Die vollständige Anteilsbesitzliste wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. UnternehmenszusammenschlüsseIm Geschäftsjahr 2009 wurden weder neue Unternehmen erstmalig konsolidiert, noch bestehende Beteiligungen an Konzerngesellschaften aufgestockt. Angaben zum VorjahrMit Kaufvertrag vom 15. September 2008 hat die INDUS Holding AG 100% der Anteile der Anneliese KÖSTER GmbH & Co. KG sowie deren Tochtergesellschaften übernommen. Die acht Gesellschaften wurden per Oktober 2008 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. scroll
Die Anschaffungskosten inklusive Nebenkosten betrugen 11.111 TEUR und wurden in Barmitteln beglichen. Dabei wurden Finanzmittel in Höhe von 1.757 TEUR übernommen. Die langfristigen Vermögenswerte enthalten einen Goodwill von 1.798 TEUR. Der Goodwill repräsentiert nicht separierbare Werte, wie das Know-how der Belegschaft, sowie positive Ertragserwartungen in der Zukunft. Im Geschäftsjahr 2008 trug die KÖSTER-Gruppe mit einem Umsatz von 5.407 TEUR und einem Ergebnis von -437 TEUR zum Konzernumsatz bzw. -ergebnis bei. Wäre die Erstkonsolidierung bereits zum 1. Januar 2008 erfolgt, wäre die KÖSTER-Gruppe mit einem Umsatz von 23.785 TEUR und einem Ergebnis von 1.989 TEUR in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 eingegangen. UnternehmensabgängeIm Geschäftsjahr 2008 hat die INDUS entschieden, das operative Geschäft der NEUTRASOFT GmbH & Co. KG zu veräußern. Dazu wurden wesentliche Teile des Vermögens und der Schulden der NEUTRASOFT GmbH & Co. KG auf eine neue Gesellschaft übertragen; diese Werte wurden dementsprechend als zu veräußernde Aktiva und Passiva ausgewiesen. Die zu veräußernde Gesellschaft firmiert als WILKEN NEUTRASOFT GmbH und wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2009 an die WILKEN-Gruppe, Ulm, verkauft. Das laufende Ergebnis der NEUTRASOFT ist in den Angaben zum Jahr 2008 enthalten, das Ergebnis der Veräußerung ist im Jahr 2009 verarbeitet. Im Geschäftsjahr 2009 wurde die WFV Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau GmbH & Co. KG mit Wirkung zum 31. Dezember 2009 an eine Beteiligungsgesellschaft veräußert. WFV ergänzt das Beteiligungsportfolio des Erwerbers, so das strategische Effekte und Synergien beim Erwerb eine zentrale Rolle spielten. Außerdem wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2009 die für das Portfolio nachrangige Enkelgesellschaft Volker WITZEL GmbH Klima- und Wärmetechnik in einem Management-Buy-out an den geschäftsführenden Minderheitsgesellschafter veräußert. Die Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres wurde angepasst. Die Details können der vorgenannten Überleitungsrechnung entnommen werden (siehe: Anpassung Vorjahreszahlen). Die Erlöse und Aufwendungen der aufgegebenen Geschäftsbereiche betrugen in den Geschäftsjahren 2009 und 2008 wie folgt: Angaben zu IFRS 5 scroll
Das Ergebnis der aufgegebener Geschäftsbereiche entfällt ganz überwiegend auf die INDUS-Aktionäre. Die zum Verkauf stehenden Aktiva und Passiva setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Ereignisse nach Bilanzstichtag Zum 1. Januar 2010 wurden die restlichen 25% an der OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG aus Oelde übernommen; damit werden nun 100% der Anteile von der INDUS Holding AG gehalten. Die Abfindungsverpflichtung ist im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 unter den Verbindlichkeiten gegen Fremdgesellschaftern bilanziert. Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 hat sich die INDUS Holding AG mit 60% an der Schweizer HAKAMA AG in Bättwil bei Basel beteiligt. Die bisherigen Eigentümer bleiben mit 40% Anteilsbesitz weiterhin als Geschäftsführer von HAKAMA tätig. Der Erwerb des Minderheitsanteils ist durch eine Kaufoption gesichert. Im Jahr 2009 erzielte die HAKAMA mit 145 Mitarbeitern einen Umsatz von umgerechnet rund 16 Mio. EUR. Die Grundlagen der Erstkonsolidierung werden zurzeit noch erarbeitet; über die Ergebnisse wird detailliert im ersten Quartalsabschluss 2010 berichtet. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung[1] Umsatzerlöse In den Umsatzerlösen enthalten sind Erlöse für Dienstleistungen von 3.124 TEUR (Vorjahr: 4.723 TEUR) sowie Nutzungsentgelte von 230 TEUR (Vorjahr: 221 TEUR). Weiterhin sind in den Umsatzerlösen 61.422 TEUR Umsätze aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen enthalten (Vorjahr: 59.880 TEUR). Im Jahr 2008 wurden -8.329 TEUR an Umsatzerlösen umgegliedert in das Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche. Dadurch verringerte sich der Umsatz im Vorjahr von 928.429 TEUR auf 920.100 TEUR. Eine erweiterte Darstellung der Umsatzerlöse findet sich im Bereich der Segmentberichterstattung. [2] Sonstige betriebliche Erträge scroll
Den Erträgen aus Währungsumrechnung von 1.504 TEUR (Vorjahr: 1.647 TEUR) stehen Aufwendungen in Höhe von -1.674 TEUR gegenüber (Vorjahr: -3.692 TEUR). Der Betrag der Währungsumrechnungsdifferenzen, die im Ergebnis erfasst sind, beträgt somit -170 TEUR (Vorjahr: -2.045 TEUR). Den Erträgen aus der Folgebewertung von Minderheitsanteilen an Personengesellschaften stehen entsprechende Aufwendungen in Höhe von -178 TEUR gegenüber (Vorjahr: -739 TEUR). [3] Aktivierte Eigenleistungen scroll
Weiterhin wurden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 6.817 TEUR im Periodenaufwand erfasst (Vorjahr: 7.398 TEUR). Bestandsveränderung scroll
[4] Materialaufwand scroll
[5] Personalaufwand scroll
Der Personalaufwand enthält nicht den Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Dieser ist mit -863 TEUR im Zinsergebnis verarbeitet (Vorjahr: -825 TEUR). [6] Abschreibungen scroll
Die außerplanmäßigen Abschreibungen aus Erstkonsolidierung betreffen Goodwill-Abschreibungen infolge gesunkener zukünftig geplanter Ertragskraft von Geschäftsbereichen. Goodwill-Abschreibungen wurden bei Geschäftsbereichen vorgenommen, bei denen der Nutzungswert kleiner war als der Buchwert. Der Aufriss der außerplanmäßigen Abschreibung aus Erstkonsolidierung nach Segmenten erfolgt im Segmentbericht. Weiterhin wurden an außerplanmäßigen Abschreibungen im Sachanlagevermögen 83 TEUR verbucht (Vorjahr: 658 TEUR). [7] Sonstiger betrieblicher Aufwand scroll
[8] Finanzergebnis scroll
[9] Zinsergebnis scroll
Obwohl bei einigen Zinsderivaten wirtschaftlich betrachtet eine hochgradig wirksame Sicherungsbeziehung existiert, werden diese aus rein formalen Gründen nicht als Sicherungsbeziehung bilanziert. In der Folge wird die Veränderung der Marktwerte dieser Zinsderivate ergebniswirksam in der Position „Zinsen IFRS: Marktwerte Zinsswaps" angepasst. Die Position „Zinsen IFRS: Minderheitsanteile" beinhaltet die Nachsteuerergebnisse, die konzernfremden Gesellschaftern von Personengesellschaften zustehen. Der Ausweis erfolgt aus Konsistenzgründen im Zinsergebnis, da das entsprechende Kapital der Minderheitsgesellschafter nach IAS 32 in den sonstigen Verbindlichkeiten auszuweisen ist. Im aktuellen Geschäftsjahr wurde der Zinsaufwand durch die erstmalige Anwendung des geänderten IAS 23 um aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 472 TEUR verringert. Dabei wurde ein durchschnittlicher Finanzierungskostensatz von 5% zu Grunde gelegt. [10] Steuern scroll
Die aperiodischen Steuern resultieren i. W. aus Betriebsprüfungen. Die latenten Steuern enthalten 4.038 TEUR für aktivierte Verlustvorträge (Vorjahr: -1.496 TEUR) und -2.916 TEUR aus temporären Differenzen (Vorjahr: -440 TEUR). Steuerliche Besonderheiten Das Geschäftsmodell der INDUS Holding AG beruht auf der Bündelung mittelständischer Nischenanbieter, die eine führende Position in ihrem jeweiligen Markt besitzen. Synergien spielen beim Erwerb eine untergeordnete Rolle. Jede Gesellschaft steht eigenständig für ihren Erfolg ein, bedarfsweise unterstützt durch Ressourcen der Holding. Erworben werden insbesondere deutsche Personengesellschaften. Der Erwerb einer Personengesellschaft führt zu folgenden steuerlichen Konsequenzen: Die Mehrwerte aus der steuerlichen Kaufpreisallokation sind in Form von Abschreibungen aus Ergänzungsbilanzen, verteilt auf die jeweilige Nutzungsdauer, abzugsfähig. Dies führt zu einer um die Abschreibungen geminderten steuerlichen Bemessungsgrundlage und kann auch bei ertragsstarken Gesellschaften dazu führen, dass ein steuerlicher Verlust mit entsprechenden Steuerersparnissen – Gewerbesteuer bei der Personengesellschaft und Körperschaftsteuer bei der INDUS Holding – entsteht. Positive Ergebniseffekte entstehen durch die Bilanzierung von latenten Steuern nach dem bilanzorientierten Temporary-Konzept nach IFRS nicht mehr. Eine Aktivierung von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt im Konzern nur, wenn im Fünf-Jahres-Planungszeitraum ausreichendes zu versteuerndes Einkommen unterstellt werden kann. Gewerbesteuer fällt auf Ebene der Personengesellschaft an. Eine Ergebnisverrechnung steuerlicher Gewinne und Verluste für die Gewerbesteuer ist zwischen Personengesellschaften nicht möglich. Die steuerlichen Ergebnisse nach Gewerbesteuer werden der INDUS Holding AG zugerechnet und in Summe der Körperschaftsteuer unterworfen. Steuerliche Organschaftsverträge mit Kapitalgesellschaften existieren nicht für die operativen Gesellschaften. Dies drückt sich in der Position „keine Ergebnisverrechnung aufgrund eigenständiger Tochtergesellschaften" aus. Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steueraufwand scroll
Bei einem Körperschaftsteuersatz von 15% errechnet sich für inländische Unternehmen unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 370% sowie des Solidaritätszuschlags von 5,5% ein Ertragsteuersatz von 28,8%. [11] Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche Das Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche enthält in beiden Jahren das der zum 1. Januar 2009 veräußerten WILKEN NEUTRASOFT GmbH zuzurechnende Ergebnis. Weiterhin ist das Ergebnis der WFV Werkzeug-Formen- und Vorrichtungsbau GmbH & Co. KG und der Volker WITZEL GmbH Klima- und Wärmetechnik hierin enthalten. [12] Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie beträgt 0,77 EUR je Aktie (Vorjahr: 1,78 EUR je Aktie). Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien betrug in 2009 18.370.033 Stück (Vorjahr: 18.370.033 Stück). Zu weiteren Details verweisen wir auf Textziffer [19]. scroll
Das zugrunde gelegte Ergebnis ermittelt sich aus dem Ergebnis der INDUS-Aktionäre, bereinigt um das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche. Im Falle der Ausübung des genehmigten Kapitals werden in Zukunft Verwässerungen eintreten. Erläuterungen zur Konzernbilanz[13] Entwicklung des immateriellen und des Sachanlagevermögens scroll
Die immateriellen Wirtschaftsgüter haben bestimmbare Nutzungsdauern. Die Veränderung des Konsolidierungskreises betrifft Zugänge nach IFRS 3 und Abgänge nach IFRS 5. In 2009 betrifft die Veränderung des Konsolidierungskreises ausschließlich Abgänge von Gesellschaften. Im Vorjahr enthielt die Veränderung des Konsolidierungskreises diese Umgliederungen nach IFRS 5: Firmenwert (Anschaffungskosten: 1.673 TEUR, Abschreibung: 1.673 TEUR, Restbuchwert: 0 TEUR), immaterielle Vermögenswerte (Anschaffungskosten: 9.295 TEUR, Abschreibung: 8.931 TEUR, Restbuchwert: 364 TEUR) sowie Sachanlagen (Anschaffungskosten: 2.033 TEUR, Abschreibung: 1.767 TEUR, Restbuchwert: 266 TEUR) Bei der Abstimmung der Abschreibungen von Anlagespiegel und Gewinn- und Verlustrechnung im Jahr 2008 ist die im Bereich „Anpassung der Vorjahreszahlen" ausgewiesene Umgliederung der Abschreibung mit einzubeziehen. [13] Die Restbuchwerte des Anlagevermögens entwickelten sich wie folgt: scroll
[14] Finanzanlagen und at Equity bewertete Anteile scroll
Die Ausleihungen betreffen selbst ausgereichte Darlehen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Die Ausleihungen werden teilweise unverzinslich, überwiegend mit fristadäquaten Zinssätzen und mit langfristiger Zinsbindung abgerechnet. Leistungsstörungen traten in beiden Geschäftsjahren nicht auf. Weitere Angaben zu assoziierten Unternehmen enthält die folgende Übersicht: Assoziierte Unternehmen scroll
Wertberichtigungen auf Forderungen gegen at Equity bewertete Unternehmen liegen nicht vor. [15] Sonstige Vermögenswerte scroll
[16] Laufende Ertragsteuern Die aktiven laufenden Ertragsteuern sind zu 571 TEUR langfristig (Vorjahr: 632 TEUR), und resultieren im Wesentlichen aus aktivierten Körperschaftssteuerguthaben. Von den passiven laufenden Ertragsteuern entfallen 466 TEUR auf Verbindlichkeiten aus Ertragssteuern (Vorjahr: 4.487 TEUR) und 3.653 TEUR auf Rückstellungen für Ertragsteuern (Vorjahr: 8.567 TEUR). Die Herkunft der aktiven und passiven latenten steuern nach Bilanzpositionen wird im Folgenden erläutert: scroll
Zur transparenteren Darstellung wurden alle Effekte, die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen nach IAS 11 resultieren, in der Position Forderungen und Vorräte dargestellt. Die Saldierungen in der Gesellschaft sinken entsprechend. Das Vorjahr wurde angepasst, betroffen sind neben Forderungen und Vorräten die Positionen sonstige kurzfristige Aktiva und Passiva. Die Saldierung im Konzern (unterschiedliche Steuersubjekte) erfolgt bei Ertragsteuern, die von der selben Steuerbehörde erhoben werden. Im Wesentlichen betrifft das die Körperschaftsteuer der INDUS Holding AG und ihrer deutschen Tochtergesellschaften in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft. Die passiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus der Berechnung latenter Steuern auf den steuerlich abzugsfähigen Goodwill von Personengesellschaften. Zu steuerlichen zwecken erfolgt bei Personengesellschaften eine IFRS-ähnliche Kaufpreisallokation; die entstehenden Mehrwerte – auch der steuerliche Goodwill – sind steuerlich abzugsfähig. Da der Goodwill nach IFRS nicht planmäßig abgeschrieben wird, sind nach den Voraussetzungen des IAS 12.21 B in der Folge mit der Abschreibung des steuerlichen Goodwills latente Steuern zu bilden. Die latenten Steuern müssen bis zur Veräußerung der Gesellschaft bilanziert werden. Da INDUS Tochterunternehmen grundsätzlich dauerhaft hält, wird diese Position zukünftig permanent aufgebaut. Die Veränderung des Saldos der latenten Steuern erfolgte mit 1.122 TEUR (Vorjahr: -1.936 TEUR) ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung und resultiert im Übrigen aus erfolgsneutralen Anpassungen der Bestände im Rahmen der Kapitalkonsolidierung und der Rücklage der Marktbewertung der Finanzinstrumente. Aufgrund geringer Realisierungsmöglichkeit wurden aktive latente Steuern in Höhe von 137 TEUR nicht angesetzt (Vorjahr: 482 TEUR). Gewerbesteuerliche und Körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 40.102 TEUR (Vorjahr: 10.740 TEUR) werden durch laufendes Einkommen als realisierbar angesehen. Verlustvorträge in Höhe von zusammen 116.711 TEUR (Vorjahr: 103.152 TEUR), bei denen die Realisierungsmöglichkeit unwahrscheinlich ist, wurden nicht aktiviert. Es handelt sich zum ganz überwiegenden Teil um gewerbesteuerliche Verlustvorträge, resultierend aus den steuerlichen Besonderheiten der INDUS Holding AG, wie sie unter [10] erläutert wurden. zukünftige potenzielle Realisierungsmöglichkeiten sind dementsprechend durch den dann geltenden Gewerbesteuersatz bestimmt. Größte Einzelposition ist der gewerbesteuerliche Verlustvortrag der Holding. Die Verwertung dieser Verlustvorträge unterliegt keinen zeitlichen Beschränkungen. Aktive Latente Steuern in Höhe von 1.350 TEUR (Vorjahr: 479 TEUR) wurden bei Gesellschaften, die aktuell steuerliche Verluste erlitten haben, über die entsprechenden passiven latenten Steuern hinaus bilanziert. Das aktuelle Geschäftsjahr ist vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Entwicklungen als Ausnahmejahr anzusehen; daher wurde bei der Aktivierung auf die längerfristigen Perspektiven im Rahmen der vom Management genehmigten Planungen abgestellt. Unter Berücksichtigung der spezifischen Steuersätze ergeben sich bilanziell somit aktivierte Verlustvorträge in Höhe von 5.434 TEUR (Vorjahr: 1.396 TEUR) Die Ergebnisauswirkung hieraus beträgt 4.038 TEUR (Vorjahr: -1.496 TEUR). Auf die im Eigenkapital ergebnisneutral gebildeten Positionen wurden im Geschäftsjahr 2009 latente Steuern in Höhe von 176 TEUR verbucht (Vorjahr: 711 TEUR). [17] Forderungen scroll
Im aktuellen Berichtsjahr sind weiterhin 388 TEUR an Forderungen an Kunden aufgrund eines Zahlungsziels von mehr als einem Jahr in den langfristigen Vermögensgegenständen ausgewiesen (Vorjahr: 487 TEUR). Die zukünftigen Forderungen aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sind in Höhe von 1.246 TEUR langfristig fällig (Vorjahr: 922 TEUR). Weitere Angaben zur Auftragsfertigung enthält die folgende Tabelle: Auftragsfertigung scroll
Die Fertigungsaufträge mit passivem Saldo werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Wesentliche Sicherheitseinbehalte existieren nicht. Die Forderungen enthalten Wertberichtigungen in Höhe von 4.884 TEUR (Vorjahr: 5.744 TEUR). Die Entwicklung wird im Folgenden dargestellt: scroll
[18] Vorräte scroll
Die Buchwerte der Vorräte enthalten Abwertungen in Höhe von 9.497 TEUR (Vorjahr: 10.069 TEUR), davon fallen 2.151 TEUR auf den beizulegenden Zeitwert (Vorjahr: 2.274 TEUR). Es wurden keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet. [19] Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag 47.762.086 EUR. Das Grundkapital ist eingeteilt in 18.370.033 nennwertlose Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber und gewähren in der Hauptversammlung jeweils eine Stimme. Die Aktien sind in Düsseldorf und Frankfurt zum Geregelten Markt und in Berlin, Hamburg und Stuttgart zum Freiverkehr zugelassen. Die Gesellschaft ist im SDAX und CDAX gelistet. Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 14.328.626,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen. Der Vorstand ist weiterhin ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen. Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats zusätzlich um bis zu EUR 9.552.417,00 durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen und die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen:
Des Weiteren hat die Hauptversammlung vom 1. Juli 2009 die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 31. Dezember 2010 eigene Aktien bis zu einer Anzahl von 1.837.003 Stück, was einem Anteil von annähernd 10% der derzeitigen Stückaktien und damit einem Anteil von annähernd 10% des derzeitigen Grundkapitals entspricht, zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie ein- oder mehrmals ausgeübt werden. Insgesamt dürfen jedoch nicht mehr als 10% des Grundkapitals erworben werden, wobei andere Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und besitzt, anzurechnen sind. Rücklagen und Konzernbilanzgewinn Die Entwicklung der Rücklagen ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt und beinhaltet die Kapitalrücklage der INDUS Holding Aktiengesellschaft. Für den Bilanzstichtag ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 26,5% (Vorjahr: 25,5%). Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter umfassen im Wesentlichen die Minderheitsanteile an den Kapitalgesellschaften WEIGAND Bau GmbH sowie der SELZER–REMPEL Automotiva Ltda. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter von Personengesellschaften wurden in die sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen [23]. Dies betrifft im Wesentlichen die SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG, die OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG und die Helmut RÜBSAMEN GmbH & Co. KG. Gewinnverwendung Der Vorstand wird der Hauptversammlung folgende Dividendenzahlungen vorschlagen: Zahlung einer Dividende von EUR 0,50 je Stückaktie. Dies entspricht bei Aktien 18.370.033 einer Zahlung von 9.185.016,50 EUR. Der vollständige Gewinnverwendungsvorschlag ist separat veröffentlicht. Kapitalmanagement Die INDUS Holding AG steuert ihr Kapital mit dem Ziel, die Kapitalrendite zu erhöhen. In diesem Zusammenhang steht auch die fortlaufende Optimierung des Verhältnisses von Eigenkapital zum verzinslichem Gesamtkapital, bestehend aus verzinslichem Fremdkapital und Eigenkapital. Das verzinsliche Fremdkapital umfasst die Pensionsrückstellungen und die Finanzschulden vermindert um die liquiden Mittel und beträgt 424.334 TEUR (Vorjahr: 454.627 TEUR). Unter Berücksichtigung des bilanziellen Eigenkapitals ergibt sich das Gesamtkapital in Höhe von 666.048 TEUR (Vorjahr: 701.000 TEUR). Bezogen auf das eingesetzte verzinsliche Gesamtkapital steigt der Anteil des Eigenkapitals von 35,1% in 2008 auf 36,3% in 2009. Die INDUS Holding AG unterliegt mit Ausnahme der aktienrechtlichen Regelungen zum Mindestkapital keinen weiteren rechtlich vorgegebenen Kapitalerfordernissen. Darüber hinaus ist die INDUS Holding AG im Rahmen von Kreditverträgen Verpflichtungen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote in der AG eingegangen, um damit weiterhin Finanzmittel zu angemessenen Konditionen erhalten zu können. Die geforderte Mindest-Eigenkapitalquote wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen. [20] Angaben zu Finanzschulden und zugeordneten Derivaten enthalten die folgenden Tabellen: scroll
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Im Rahmen der ABS-Finanzierung wurden zum Stichtag Forderungen in Höhe von 43.379 TEUR transferiert (Vorjahr: 50.062 TEUR), die wegen eines verbleibenden Ausfallrisikos nicht für eine Ausbuchung in Frage kommen. In diesem Zusammenhang wurden Finanzierungen von 38.601 TEUR (Vorjahr: 44.665 TEUR) bilanziert, die im Konzernabschluss als besicherter Kredit eingestuft wurden. Der Finanzmittelzufluss aus dem Forderungsverkauf wird in den Finanzschulden mit kurzfristiger Fälligkeit und Zinsanpassung ausgewiesen. [21] Angaben nach IAS 19: Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung scroll
Der Zinsaufwand ist unter der Position Zinsergebnis erfasst. Die erwarteten Erträge aus Planvermögen entsprechen im Wesentlichen den tatsächlichen Erträgen. Die Veränderung des Konsolidierungskreises beruht in 2009 auf dem Abgang der WFV Werkzeug- Formen- und Vorrichtungsbau GmbH & Co. KG. Das Fondsvermögen besteht ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen. Die Entwicklung des Fondsvermögens stellt sich folgendermaßen dar: Entwicklung des Planvermögens scroll
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Entwicklung der Beträge für das laufende Jahr und die vier Vorjahre für Pensionsverpflichtungen, den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens und die das Vermögen übersteigende Leistungsverpflichtung. Wesentliche erfahrungsbedingte Anpassungen von Pensionsverpflichtungen und Vermögenswerten, die nicht aus Änderung der versicherungsmathematischen Prämissen resultieren, existieren nicht. Entwicklung der Eckzahlen scroll
[22] Rückstellungen scroll
Die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen [21] enthält Aufzinsungen von 863 TEUR (Vorjahr: 825 TEUR). Weitere wesentliche Aufzinsungen existieren nicht. Die Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung enthalten Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen, Verpflichtungen für Kundenboni und Erlösschmälerungen sowie geschätzte Werte für erwartete Rechnungen. Die Kosten der Belegschaft werden gebildet für Zeitguthaben der Belegschaft, Jubiläen, Altersteilzeit, Abfindungen und ähnliche Verpflichtungen. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl von möglichen Einzelrisiken, die hinsichtlich ihres wahrscheinlichen Eintritts bewertet wurden. Nennenswerte zu erwartende Erstattungen im Zusammenhang mit nach IAS 37 bilanzierten Verpflichtungen liegen nicht vor. [23] Sonstige Verbindlichkeiten scroll
Bei Personengesellschaften, an denen Fremdgesellschafter beteiligt sind, wird aufgrund der prinzipiellen Kündbarkeit und damit Rückzahlbarkeit der Anteile der Abfindungsanspruch des Minderheitsgesellschafters mit 17.336 TEUR; (Vorjahr: 19.811 TEUR) unter den Verbindlichkeiten gegen Fremdgesellschafter ausgewiesen. Informationen zur Bedeutung von FinanzinstrumentenFinanzinstrumente: Aktiva scroll
Finanzinstrumente: Passiva scroll
Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien scroll
Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente betreffen grundsätzlich langfristig gehaltene Finanzbeteiligungen, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann. Diese werden nach IAS 39.46c mit Anschaffungskosten bewertet. Nettogewinne und -verluste von Krediten und Forderungen sowie finanzielle Verbindlichkeiten zum Restbuchwert resultieren im Wesentlichen aus Wertberichtigungen (–949 TEUR; Vorjahr: –2.675 TEUR), Erträgen aus Zahlungseingängen und Währungsumrechnungen. Nettogewinne und -verluste von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten entsprechen dem Beitrag dieser Finanzbeteiligungen zum Konzern-Ergebnis. Nettogewinne und -verluste von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten enthalten die Veränderung der Marktwerte von Zins- und Währungs- und Rohstoffsicherungen, für die die formalen Voraussetzungen des Hedge Accounting nicht erfüllt sind. Bei der Berechnung der Marktwerte von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Derivaten wurden in beiden Geschäftsjahren ausschließlich marktbezogene Bewertungsverfahren herangezogen, das entspricht den Verfahren der Stufe 2 nach IFRS 7.27A.b. Auswirkungen aus dem Wechsel von Bewertungsverfahren nach Stufe 1 (Marktpreise) oder Stufe 3 (Bewertungsverfahren ohne beobachtbare Marktdaten) existieren daher nicht. Die Gesamtzinserträge und Gesamtzinsaufwendungen für Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betragen -27.659 TEUR (Vorjahr: -26.316 TEUR). Art und Ausmaß von Risiken, die sich aus Finanzinstrumenten ergebenGrundsätze des finanziellen Risikomanagements Entsprechend der Philosophie der INDUS Holding AG wird die Finanzierung der Gesellschaften zentral gesteuert, während die Einschätzung und das Management der operativen Risiken in der Verantwortung der einzelnen Gesellschaften und ihrer Geschäftsführer liegen. Grundsätzlich werden die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cashflow des Konzerns haben. Die Sicherung erfolgt durch originäre und derivative Finanzinstrumente; letztere werden ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen. Risikomanagement und Finanzderivate Die INDUS-Gruppe unterhält ein leistungsfähiges Risikomanagement-System zur Früherkennung wirtschaftlicher Risiken, deren Schwerpunkt auf den substanziellen Problemstellungen eines diversifizierten Beteiligungsportfolios beruht. Darin eingebettet sind die spezifischen Fragestellungen des finanziellen Risikomanagements gemäß der Definition nach IFRS 7. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Liquiditätsrisiko Die einzelnen Beteiligungen finanzieren sich grundsätzlich selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation erfolgen Transfers zur INDUS Holding AG. Die AG verfügt über ausreichende liquide Mittel als strategische Reserve, die die Handlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sicherstellt. Die breit diversifizierte Fremdfinanzierung verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern. Durch vorhandene Liquidität und feste Finanzierungszusagen können sich bietende Chancen jederzeit wahrgenommen werden. Durch die langfristig angelegte Planung der Finanzierung und das bereits in der Vergangenheit erkannte und aufgelöste Klumpenrisiko bei der revolvierenden Neufinanzierung des bestehenden Finanzbedarfs ist das Finanzierungsrisiko begrenzt. Unter Berücksichtigung der am Abschlussstichtag fixierten Konditionen für Finanzinstrumente wurden folgende Zahlungsmittelabflüsse ermittelt, die in die langfristig angelegte Finanzplanung der INDUS Gruppe eingehen: Zahlungsmittelabfluss scroll
Die Zahlungsströme bestehen aus Tilgungszahlungen und den entsprechenden Zinsen. Sie enthalten auch Zinszahlungen von Derivaten mit positivem Marktwert, die in einer wirtschaftlichen Sicherungsbeziehung zu den Finanzschulden stehen. Die summierten Zahlungsströme von Finanzschulden und Zinsderivaten ergeben den Zahlungsstrom von entsprechenden Festzinskrediten. Ausfallrisiko Im Finanzierungsbereich werden nur Kontrakte mit Kontrahenten erster Bonität abgeschlossen. Im operativen Bereich erfolgt eine dezentrale laufende Überwachung durch die Beteiligungen. Ausfallrisiken wird durch adäquate Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Bilanzansatz der selbst ausgereichten Kredite und Forderungen, bei Derivaten der Summe deren positiver Marktwerte. Durch die Eigenständigkeit der Unternehmen der INDUS-Gruppe, die ihre Aktivitäten auf verschiedenen Märkten und mit unterschiedlichen Produkten entfalten, wird eine breite Streuung des unternehmerischen Risikos erreicht. Eine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen resultiert aus der oligopolistischen Struktur der Kunden im Segment Fahrzeugkomponenten/Engineering. Bezogen auf den Gesamtbestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen existieren 12 Kunden (Vorjahr: 10) mit einem Anteil von jeweils mehr als 1%. Das entspricht einem Anteil von 30% an den offenen Posten im Konzernabschluss (Vorjahr: 20%). Der Umsatzanteil der TOP-10-Kunden betrug in beiden Geschäftsjahren ca. 20% am Konzernumsatz. Am Bilanzstichtag existieren wie im Vorjahr keine nicht überfälligen Forderungen an Kunden und assoziierte Unternehmen, die ohne neue Verhandlungen überfällig gewesen wären. Weiterhin bestehen Forderungen an Kunden und assoziierte Unternehmen, die überfällig sind, aber nicht einzeln wertberichtigt wurden. Im Laufzeitband bis 3 Monate treten in der Regel keine wesentlichen Zahlungsausfälle ein, da die Überfälligkeiten überwiegend auf zeitlichen Buchungsunterschieden beruhen. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten am Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Forderungen an Kunden und assoziierte unternehmen scroll
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ohne Forderungen aus Fertigungsaufträgen nach
IAS1 1 Zinsrisiko Die INDUS Holding AG sichert und koordiniert die Finanzierung und Liquidität aller Gesellschaften. Im Vordergrund steht die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios. Dementsprechend wird mit dem Erwerb von Beteiligungen eine fristenadäquate Finanzierung abgeschlossen. Zum Einsatz gelangen festverzinsliche Finanzierungen oder variabel verzinsliche Finanzierungen, die per Zinsswaps in festverzinsliche Finanzierungen transferiert werden. Änderungen der Zinssätze könnten Marktwert und Cashflow von Finanzinstrumenten beeinflussen. Die Berechnung dieser Auswirkungen erfolgt durch eine Sensitivitätsanalyse, bei der die relevanten zinsstrukturkurven jeweils um 100 Basispunkte parallel verschoben werden. Die Auswirkungen werden ermittelt für die fixierten Konditionen des am Abschlussstichtag vorliegenden Bestands an Finanzinstrumenten. Die Veränderung von Marktwerten hat Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, abhängig von den Bewertungskategorien der zu Grunde liegenden Finanzinstrumente. Mit Veränderung des Zinsniveaus um ± 100 Basispunkte verändern sich die Marktwerte aller Finanzinstrumente um ca.: ± 14,2 Mio. EUR. (Vorjahr: ± 16,5 Mio. EUR). Die Marktwerte der Zinsderivate verändern sich um ca. ± 5,2 Mio. EUR (Vorjahr: ± 6,2 Mio. EUR), davon würden aufgrund geschlossener Sicherungsbeziehungen ± 2,0 Mio. EUR (Vorjahr: ± 2,6 Mio. EUR) erfolgsneutral im Eigenkapital verarbeitet, die Auswirkung auf das Zinsergebnis würde ± 3,2 Mio. EUR (Vorjahr: ± 3,6 Mio. EUR) betragen. Die Auswirkungen auf Ergebnis und Eigenkapital kehren sich in Folgeperioden bis zur Endfälligkeit der Derivate um. Da wirtschaftlich betrachtet die Zinsänderungsrisiken fast vollständig abgesichert sind, würden Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten sich kompensieren. Wesentliche Auswirkungen auf den zukünftigen Cashflow existieren somit nicht. Währungsrisiko Die Währungsrisiken resultieren im Wesentlichen aus der operativen Tätigkeit der Konzernunternehmen sowie aus Finanztransaktionen zwischen den ausländischen Beteiligungsunternehmen und der jeweiligen Muttergesellschaft. Die Risikoanalyse erfolgt auf Nettobasis, die Absicherung entsprechend der unternehmerischen Eigenverantwortung fallweise durch die Beteiligungen. Als Instrumente werden Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte eingesetzt. Auswirkungen von Währungsrisiken auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entstehen, wenn Finanzinstrumente in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft notieren. Wechselkursbedingte Risiken aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Da Währungssicherungen nicht formal als Sicherungsbeziehungen bilanziert werden, ergeben sich hieraus keine Auswirkungen auf die Rücklagen für Marktbewertungen von Finanzinstrumenten. Unter der Annahme, dass am Abschlussstichtag die Umrechnungskurse aller Fremdwährungen gegenüber dem Euro um 10% höher lägen, würde das Nettoergebnis aus der Währungsumrechnung um 2,1 Mio. EUR steigen (Vorjahr: +4,0 Mio. EUR). Hauptursache sind in Schweizer Franken aufgenommene Darlehen bei der INDUS Holding AG mit +2,3 Mio. EUR (Vorjahr: +2,8 Mio. EUR), sowie die Termingeschäfte in US-Dollar mit +0,3 Mio. EUR (Vorjahr: +1,1 Mio. EUR) und in Schweizer Franken mit -0,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR). Bilanzierung von SicherungsgeschäftenSicherungsmaßnahmen Zu den Abschlussstichtagen liegen Währungssicherungen, fast ausschließlich auf USD und CHF, mit einem Nominalvolumen von 15,3 Mio. EUR vor (Vorjahr: 20,4 Mio. EUR). Diese Sicherungskontrakte weisen in 2009 einen positiven Marktwert von 156 TEUR auf (Vorjahr: 842 TEUR). Zinssicherungen existieren mit einem Nominalvolumen von 178.283 TEUR (Vorjahr: 282.111 TEUR). Die Marktwerte betragen -10.396 TEUR (Vorjahr: -7.918 TEUR). Weitere Details zu Fälligkeiten und Laufzeiten finden sich bei der Berichterstattung zu Finanzschulden. SegmentberichterstattungDie Gliederung der Segmente entspricht dem aktuellen Stand der internen Berichterstattung. Die Informationen beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten. Die Zuordnung der Gesellschaften zu den Segmenten wird durch deren Absatzmärkte bestimmt, wenn der ganz überwiegende Sortimentsanteil in dem Marktumfeld abgesetzt wird (Fahrzeugkomponenten/Engineering, Medizintechnik/Life Science). Sonst wird auf gemeinsame Merkmale der Produktionsstruktur abgestellt (Bau- & Infrastruktur, Maschinen- & Anlagenbau, Metall/Metallverarbeitung). Die Überleitungen enthalten die Werte der Holding, nicht operativer Einheiten ohne Segmentzuordnung sowie die Konsolidierungen. Die zentrale Steuerungsgröße der Segmente bleibt das operative Ergebnis (EBIT) entsprechend der Definition im Konzernabschluss. Das Segmentvermögen entspricht der Summe der Aktiva bereinigt um die Ertragssteuerforderungen. Die Segmentinformationen sind in Übereinstimmung mit den Ausweis- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewandt wurden, ermittelt. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten beruhen auf Marktpreisen, soweit diese verlässlich bestimmbar sind, und werden im Übrigen auf Basis der Kostenzuschlagsmethode ermittelt. Primäres Berichtsformat: nach Geschäftsbereichen scroll
Überleitungsrechnung scroll
Sekundäres Berichtsformat: nach Regionen Die Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die Absatzmärkte. Aufgrund der vielfältigen Auslandsaktivitäten ist eine weitere Aufgliederung nach Ländern nicht sinnvoll, da außerhalb von Deutschland kein Land 10% des Konzernumsatzes erreicht. Das Segmentvermögen bezieht sich auf den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung ist ebenfalls nicht sinnvoll, da sich der Sitz der Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet. scroll
Aufgrund der Diversifikationspolitik der INDUS existieren weder einzelne Produkt- oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von größer als 10% am Umsatz erreichen. sonstige AngabenHaftungsverhältnisse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sind gesondert im Bereich Forderungen und Vorräte aufgeführt. Gestellte Sicherheiten für Finanzschulden sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Haftungsverhältnisse scroll
Verpfändete Vermögenswerte scroll
Die sonstigen Sicherheiten beinhalten im Wesentlichen sicherungsübereignete Sachanlagen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Operating Leasing-Verträgen werden mit der Summe der Beträge ausgewiesen, die bis zum frühesten Kündigungstermin anfallen: Fälligkeit scroll
Die Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für das Anlagevermögen belaufen sich auf 6.242 TEUR (Vorjahr: 5.505 TEUR), davon für Sachanlagen 5.546 TEUR (Vorjahr: 5.397 TEUR) und für immaterielle Vermögenswerte auf 696 TEUR (Vorjahr: 108 TEUR). Immobilienleasingverträge werden mit Mietanpassungsklauseln, die auf der Entwicklung von Preisindices beruhen, abgeschlossen. Die Verträge beinhalten regelmäßig Kaufoptionen. Der Ausübungspreis der Option am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses liegt erwartungsgemäß nicht deutlich niedriger als der Marktwert. Die Leasingzahlungen des aktuellen Jahres betrugen 11.281 TEUR (Vorjahr: 11.679 TEUR). Mitarbeiter im Durchschnitt des Geschäftsjahres scroll
Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und PersonenMitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und nahe stehende Personen Entsprechend der Struktur der INDUS-Gruppe zählen zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen der Aufsichtsrat (6 Mitglieder in 2009 und 7 Mitglieder in 2008), der Vorstand der INDUS Holding AG (2009: 4 Personen, Vorjahr: 4 Personen) sowie die Geschäftsführer/Vorstände der operativen Einheiten (2009: 58 Personen, Vorjahr: 62 Personen). In 2009 besitzen 3 Geschäftsführer Minderheitsanteile an der entsprechenden Gesellschaft (Vorjahr: 4). Diese Ergebnisbestandteile sind im Anteil von Minderheitsgesellschaftern am Ergebnis enthalten. Anteilsbasierte Vergütungen im Sinne des IFRS 2, insbesondere in Form von Aktien-Optionsplänen, existieren nicht. Bilanzierungspflichtige Pensionszusagen der INDUS Holding AG für Mitglieder des Vorstands existieren nicht. Im Rahmen eines beitragsorientierten Versorgungsplans für Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr Beiträge von 54 TEUR geleistet (Vorjahr: 54 TEUR). Übersicht Vergütungen scroll
In 2009 waren 7 Familienmitglieder von Gesellschaftern oder Geschäftsführern in den operativen Beteiligungsgesellschaften beschäftigt (Vorjahr: 9 Personen). Vergütungen des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat tagte in 2009 fünf Mal und in 2008 vier Mal. Für diese Tätigkeit erhält jedes Aufsichtsratsmitglied den Ersatz der Auslagen sowie eine Grundvergütung in Höhe von 10 TEUR und eine variable Vergütung in Abhängigkeit von der Höhe der Dividende. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das doppelte, der Stellvertreter das 1,5–fache der fixen und variablen Vergütung. Die variable Vergütung betrug 2009 101 TEUR (Vorjahr: 154 TEUR). Vergütungen des Vorstands Der variable Anteil der Gesamtbezüge des Vorstands ist erfolgsbezogen und bemisst sich nach dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der INDUS Holding AG. Der erfolgsabhängige Anteil des Gehalts betrug 327 TEUR (Vorjahr: 537 TEUR). Sonstige Beziehungen Ehemalige Vorstände erhielten 0 TEUR für Beratungsleistungen (Vorjahr: 150 TEUR) sowie sonstige Bezüge in Höhe von 13 TEUR (Vorjahr: 49 TEUR). An Mitglieder des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr 2009 für persönlich erbrachte Beratungsleistungen an Konzerngesellschaften Zahlungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 27 TEUR) und für eine Erbbaurechtsverpflichtung Zahlungen von 0 TEUR (Vorjahr: 88 TEUR) geleistet. Darüber hinaus bestanden Geschäftsbeziehungen zu Minderheitsgesellschaftern und deren Angehörigen hinsichtlich Beratung (163 TEUR; Vorjahr: 325 TEUR), Miete von Grundstücken und Gebäuden (758 TEUR, Vorjahr: 892 TEUR) sowie sonstigen Sachleistungen (2.741 TEUR, Vorjahr: 1.250 TEUR). Zum Bilanzstichtag bestanden offene Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen in Höhe von 187 TEUR (Vorjahr: 73 TEUR). Weiterhin existieren Ausleihungen in Höhe von 500 TEUR (Vorjahr: 450 TEUR), die marktüblich verzinst werden. Die Angaben zu Geschäftsvorgängen mit assoziierten Unternehmen erfolgen aus Gründen der Übersichtlichkeit im Bereich der entsprechenden Eckdaten [14, 17]. Kosten der Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung Das Honorar der Treuhand- und Revisions-AG Niederrhein für die Abschlussprüfungen betrug 167 TEUR (Vorjahr: 156 TEUR), für sonstige Bestätigungen oder Bewertungsleistungen 5 TEUR (Vorjahr: 3 TEUR), für Steuerberatungsleistungen 1 TEUR (Vorjahr: 49 TEUR) und für sonstige Leistungen 39 TEUR (Vorjahr: 10 TEUR). Deutscher Corporate Governance Kodex Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben im Dezember 2009 gemäß § 161 AktG eine Erklärung zum deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und diese den Aktionären auf der Webseite der INDUS Holding Aktiengesellschaft (http://www.indus.de) zugänglich gemacht. Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB In der beim elektronischen Handelsregister hinterlegten Aufstellung des Anteilsbesitzes sind die Tochtergesellschaften bezeichnet, die die Befreiung von der Offenlegungspflicht nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB in Anspruch nehmen.
Bergisch Gladbach, den 22. April 2010 INDUS Holding AG Der Vorstand Helmut Ruwisch Jürgen Abromeit Dr. Wolfgang Höper Dr. Johannes Schmidt Aufstellung des Anteilsbesitzesscroll
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Inanspruchnahme der Erleichterungen nach
§ 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB Zusammengefasster Lagebericht 2009Das Geschäftsjahr im Überblick Geschäftsmodell und Strategie
Umfeld und Geschäftsentwicklung
Finanz- und Vermögenslage
Lage der INDUS Holding AG Risikomanagement
Auftakt 2010 und Ausblick
Das Geschäftsjahr im ÜberblickTrotz des deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgangs ist INDUS vor dem Hintergrund der schlechten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2009 zufrieden. Nach einem äußerst schwierigen Jahresauftakt verbesserte sich das Geschäft kontinuierlich von Quartal zu Quartal. Zum Jahresende zeichnete sich eine allmähliche Konjunkturerholung ab. INDUS hat im letzten Jahr, mitten in der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte erneut die Widerstandsfähigkeit ihres Geschäftsmodells bewiesen. Über alle vier Berichtsquartale blieb die Gruppe profitabel und stark kapitalisiert. Wir haben im Krisenjahr bewiesen, dass unsere Beteiligungen schlank, effizient und widerstandsfähiger als viele Wettbewerber sind. Trotz Kapazitätsanpassungen und strenger Kostensenkungsprogramme haben wir die Ausgaben für F& E, Vertrieb und Marketing unverändert belassen und sozial verantwortlich gegenüber unseren Mitarbeitern gehandelt. Erfreut sind wir über zwei erfolgreiche Akquisitionen zum Jahresbeginn 2010. Dank der konservativen Finanzierungspolitik, unserem auch in 2009 unverändert hohen Cashflow und unserer damit komfortablen Liquidität sind wir für das laufende Geschäftsjahr gut aufgestellt und für die sich ankündigende Konjunkturerholung bestens gerüstet. Geschäftsmodell und StrategieAufstellung und Geschäftsmodell: Stark im Mittelstand Seit ihrer Gründung 1985 hat sich die INDUS Holding AG schrittweise als Spezialist für die Übernahme mittelständischer Unternehmen im deutschsprachigen Europa etabliert. Die Gruppe besteht aus der INDUS Holding AG als Führungsgesellschaft mit Sitz in Bergisch Gladbach sowie 40 in Deutschland und der Schweiz ansässigen Produktionsunternehmen. Die Tochtergesellschaften handeln operativ selbstständig, die Holding übernimmt die Zentralfunktionen wie Finanzen, Steuern, Bilanzen und Recht. Die wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe ist maßgeblich von den direkt oder indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften im In- und Ausland bestimmt. In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen Tochter- und Enkelgesellschaften einbezogen. Schwerpunkt des Beteiligungsportfolio liegt im produzierenden Sektor Mit Beginn des Geschäftsjahres 2010 hat INDUS ihre Segmente neu geordnet. Ziel dieser Neuorganisation ist eine verbesserte Transparenz; insbesondere die vormaligen Segmente „Konsum" und „Übrige" vermittelten nach Meinung von INDUS den Investoren zuletzt nur ein unzulängliches Bild der Geschäftsaktivitäten. Das Portfolio der INDUS Holding AG gliedert sich jetzt in die fünf Segmente Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugkomponenten/Engineering, Metall/Metallverarbeitung und Medizintechnik. Besonders das letzte Segment ist für INDUS ein attraktiver Bereich, in dem das Unternehmen langfristig wachsen will. Weitere interessante Perspektiven sehen wir in der Umwelt-, Energie-, sowie Mess- und Regeltechnik. Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen Die Unternehmen der INDUS-Gruppe sind in sehr unterschiedlichen Absatzmärkten aktiv. Informationen zu den einzelnen Branchenentwicklungen sind im Segmentbericht dargestellt. Regional betrachtet spielt der inländische Markt immer noch eine wichtige Rolle. Der Auslandsanteil von 45% belegt aber die hohe Internationalisierung der Gruppe. Ziele und Strategie: Unsere Maximen heißen „Langfristigkeit" und „Nachhaltigkeit" INDUS investiert langfristig in mittelständische Produktionsunternehmen. Dies ist die Kernaussage der Unternehmensstrategie der INDUS Holding AG. Die Grundlage bilden der mehrheitliche Erwerb von erfolgreichen mittelständischen Unternehmen und deren kontinuierliche Weiterentwicklung. INDUS kauft ausschließlich Industrieunternehmen, die in interessanten Nischenmärkten aktiv und innerhalb ihrer jeweiligen Märkte führend sind. Wir betrachten uns als führenden Ansprechpartner für Nachfolgeregelungen. Im Fokus unserer Akquisitionen liegen Unternehmen, die bereits bewiesen haben, dass sie als etabliertes Produktionsunternehmen über ein stabiles Geschäftsmodell mit wachstumsstarken Produkten verfügen. Ein Beleg für unsere langfristige Investitionsstrategie ist beispielsweise das Unternehmen HAUFF-Technik, das seit 1986 zum Portfolio gehört. Konsequent schließen wir Start-up-Unternehmen oder Restrukturierungsfälle von unserem Portfolio aus. Exit-Strategien sind nicht Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Dennoch ist in begründeten Einzelfällen eine spätere Trennung denkbar und eventuell notwendig, etwa wenn sich die ursprünglichen Rahmen- und Marktbedingungen nach erfolgreichen Jahren gravierend geändert haben. Neben Expansion durch Akquisition setzt INDUS auf organisches Wachstum durch permanente Pflege des Portfolios. Als Verbund von „Hidden Champions" sehen wir unsere Zukunft in Portfolioergänzungen durch Zukäufe in perspektivisch nachhaltig und überdurchschnittlich wachsenden Märkten. Gleichzeitig wollen wir unsere mittelständische Kultur erhalten und unsere technische Ausprägung mit innovativen, zukunftsträchtigen Produkten und Lösungen ausbauen. Mittelfristig setzen wir uns mit einem Umsatzziel von über einer Milliarde Euro und einer EBIT-Marge von über 10% anspruchsvolle Zielmarken. Diese Ziele streben wir unter Beachtung unserer Risikostrategie an: Die Diversifizierung und Ausgewogenheit des Portfolios und dessen stetige Entwicklung stehen für uns an erster Stelle. Diese Prinzipien haben sich in der Krise bewährt, denn die verschiedenen Standbeine in unterschiedlichen Branchen der INDUS-Gruppe sorgen dafür, dass wir in jeder Phase des Konjunkturverlaufs befriedigende Ergebnisse erzielen. Genau definiertes Akquisitionsprofil sorgt für Risikoverteilung Die Entscheidung zur Investition in ein neues Unternehmen, treffen wir nach einer detaillierten quantitativen und auch qualitativen Analyse. Für INDUS haben Unternehmen, die Umsätze zwischen 20 und 100 Mio. EUR erzielen und dabei ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 2 und 10 Mio. EUR erwirtschaften, die optimale Größe. Damit gewährleisten wir, dass innerhalb des Beteiligungsportfolios keine Klumpenrisiken entstehen und das ausgewogene Chancen-Risiko-Profil nicht beeinträchtigt wird. Aus Effizienzgründen sollten potenzielle Akquisitionsziele aber auch eine gewisse Größe nicht unterschreiten. Wir analysieren bei einem Kauf vor allem das Geschäftsmodell sowie die jeweilige Branchensituation. Entscheidend ist für uns die langfristige Stabilität des Geschäftsmodells. Innerhalb einer attraktiven Nische sollten sowohl das jeweilige Unternehmen als auch die Branche über langfristiges Wachstumspotenzial verfügen. Um dieses Potenzial zu heben, achten wir auf ein erfolgreiches und innovatives Produktprogramm sowie eine breite Abnehmerstruktur; letzteres, um die Abhängigkeit von einzelnen Kunden zu minimieren. INDUS verfolgt bei sämtlichen Akquisitionen zwar das Ziel, langfristig 100% der Anteile zu übernehmen. Jedoch ist eine sehr enge Bindung der geschäftsführenden Unternehmer über den Kaufzeitpunkt hinaus für uns von besonderer Bedeutung, um den kontinuierlichen Geschäftserfolg zu wahren. Diese Bindung kann auch durch entsprechende Beteiligungsmodelle unterstützt werden. Führung und Kontrolle: Klare Aufgabenverteilung sorgt für schlanke Organisationsstruktur Zwischen den Unternehmen und der Holding besteht eine klare, dezentrale Aufgabenverteilung. Die Verantwortung für die operative Entwicklung verbleibt bei den Geschäftsführern der einzelnen Gesellschaften. Dies umfasst die wichtigen Bereiche Produktion und Vertrieb, Marketing und Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung. Die Führungsgesellschaft konzentriert sich auf klassische Querschnittsfunktionen wie Finanzierung, Controlling, Bilanzierung, Steuern und Recht. Die strategischen Ziele und Meilensteine der operativen Entwicklung werden in einem permanenten Dialog zwischen den verantwortlichen Geschäftsführern vor Ort und den Experten der Holding definiert. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren Frühzeitiges Erkennen von Risiken durch enge Steuerung Das Steuerungssystem der INDUS Holding AG basiert auf regelmäßigen strategischen Diskussionen innerhalb des Vorstands sowie mit den Geschäftsführern der Gesellschaften. Darüber hinaus führen der Vorstand und die einzelnen Geschäftsführer unterjährig detaillierte Budget- und Planungsgespräche. In diesen Gesprächen werden auf Basis fortgeschriebener Einzelstrategien kurz- und mittelfristige Planungsszenarien inklusive individueller Rentabilitätsziele gesetzt. Ein effizientes Controllingsystem überprüft die Einhaltung dieser Szenarien und Ziele, sodass Planabweichungen frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. Zentrale Kennzahlen dabei sind vor allem die EBIT-Marge, Umsatz-, Eigenkapital- und Gesamtkapitalrendite sowie der Netto-Cashflow. Vernetzung und hohe Nischenkompetenz sind integraler Bestandteil des Geschäftsmodells Neben dem jederzeitigen Zugriff auf die Expertise der Vorstände und Controllingspezialisten profitieren die Beteiligungsgesellschaften besonders von einem zentralisierten Finanzmanagement. Die langjährig guten Bonitätseinstufungen der INDUS Holding AG bieten den INDUS-Unternehmen einen komfortablen Kredit- und Kapitalmarktzugang. Die INDUS-Gruppe hat sich in ihrer über 20–jährigen Unternehmensgeschichte ein breites Netzwerk aufgebaut; unsere Kontakte zu Banken, Versicherungen, M & A-Häusern, Beratungsgesellschaften, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern sichern uns einen steten Zufluss an Akquisitionsmöglichkeiten. Wir legen Wert darauf, exklusiven Zugang zu einem potentiellen Verkäufer zu bekommen und beteiligen uns nicht an Bieterwettbewerben. Unsere spezielle Kompetenz liegt in der industriellen Nische. Das Managementteam der INDUS Holding AG verfügt über eine langjährige Expertise über das Ausüben von Führungspositionen in der Industrie und im Bankwesen. Konstante Wachstumsperspektive durch innovative Forschung und Entwicklung Kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind die Basis für die gute Marktposition der Beteiligungsgesellschaften in ihren jeweiligen Nischenmärkten. Ziel der dezentral von den einzelnen Beteiligungsgesellschaften gesteuerten Aktivitäten ist es, die vorhandenen Produkte weiterzuentwickeln, innovative neue Produkte bis zur Marktreife voranzutreiben, erfolgreich im Markt zu platzieren sowie die Produktionsprozesse zu optimieren. Sämtliche eingesetzten Verfahren werden kontinuierlich weiterentwickelt und neue Technologien und Materialien auf Verbesserungspotenziale für die Prozesskette geprüft. Im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen dabei sowohl die Frage des Mehrwertes der einzelnen Produkte für den Kunden als auch ökologische Aspekte. Ein Beispiel hierfür liefert unsere Beteiligung BETEK, ein Hersteller von Hartmetall-Verschleißwerkzeugen. Sie wurde 2009 als eines der 100 innovativsten Unternehmen im deutschen Mittelstand prämiert. So ausgezeichnete Unternehmen erwirtschaften zwei Drittel ihres Umsatzes mit Innovationen der letzten drei Jahre – bei einer Vergleichsgruppe deutscher Mittelständler sind es gerade einmal 30%. Den Erfolg von BETEK belegen mittlerweile über 50 aktive Patente. 2010 werden weitere Töchter an diesem Auswahlwettbewerb teilnehmen. Auch unsere Beteiligung IPETRONIK ist ein weiterer Beleg für unsere starke F&E-Orientierung: das Unternehmen investiert mit dem Neubau eines Technologiezentrums in eine weltweite einzigartige Kilma- und Akkustikkammer in Baden-Baden. Hier werden künftig an den Fahrzeugen der übernächsten Generation Messungen aller Art durchgeführt. Weitere Beispiele für die Innovationsorientierung unserer Unternehmen sind die neuen Kompetenzzentren für Optikrechnung von MIKROP sowie MID-Technologie bei WIESAUPLAST. MID (Molded Interconnected Devices) sind elektronische Bauteile, bei denen metallische Leiterbahnen auf spritzgegossene Kunststoffträger aufgetragen werden. Die Aufwendungen der INDUS-Gruppe für F&E-Investitionen lagen bei 6,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,4 Mio. EUR). INDUS übernimmt ökologische und gesellschaftliche Verantwortung Die Unternehmen der INDUS-Gruppe nehmen ihre ökologische und gesellschaftliche Verantwortung wahr. Der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur. Alle Mitarbeiter in der Gruppe sind dazu angehalten, bei der Beschaffung, der Produktion und der Entsorgung darauf zu achten, die Regelungen des Umweltschutzes einzuhalten. Grundlagen für das Handeln sind detaillierte Regelungen und Maßnahmen, die von den Geschäftsführern der einzelnen Beteiligungsgesellschaften mit Blick auf das spezifische Umfeld im Einklang mit der Unternehmensphilosophie entwickelt und umgesetzt werden. Ein Beispiel für Engagement in Sachen Klimaschutz ist der aktuelle Neubau unserer Beteiligung Max SCHUSTER: der Spezialist für Klimatechnik errichtet seine neue Betriebsstätte als Nullenergiehaus. Für das Berichtsjahr 2009 hat sich INDUS am Carbon Disclosure Project (CDP) beteiligt. Ziel des CDP-Projektes ist es, für alle Unternehmen die Menge an jeweils erzeugtem Treibhausgas zu ermitteln. Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung besitzt für die INDUS Holding AG einen hohen Stellenwert. Sie ist Teil unseres Selbstverständnisses. Für die INDUS sind daher die wirtschaftsethischen Grundsätze der Stetigkeit und Nachhaltigkeit zentral. Wir sehen uns nicht nur als Wirtschaftsunternehmen, das seinen Kunden, Eigentümern und Mitarbeitern verpflichtet ist, sondern auch als ein der Gesellschaft verpflichtetes Unternehmen. Auch unsere Beteiligungen nehmen ihre Verantwortung als aktiver Teil der Gesellschaft wahr: so unterstützt das Unternehmen AURORA lokale Kulturinitiativen wie das Jazzwerk3Land oder spendet das Unternehmen M. BRAUN seit Jahren für soziale Projekte in seiner Nachbarschaft in Garching. Weitere Pflichtangaben Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate Governance Der Vorstand der INDUS Holding AG berichtet – zugleich auch für den Aufsichtsrat – gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance sowie gemäß § 289a HGB über die Unternehmensführung. Die entsprechenden Ausführungen finden sich im Corporate Governance-Bericht sowie auf der Internetseite der Gesellschaft (www.indus.de). Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat Die Vorstandsvergütung setzt sich aus einer fixen Vergütung und einer variablen Vergütung, und steht in einem Bezug zu den Aufgaben und Leistungen sowie zum geschäftlichen Erfolg des Unternehmens. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine fixe Vergütung und eine variable Vergütung in Abhängigkeit von der Höhe der Dividende. Die Details der Organvergütung werden im Vergütungsbericht im Rahmen des Corporate-Governance-Berichts erläutert. Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB: Grundkapital, Stimmrechte und Übertragung von Aktien Das Grundkapital der INDUS Holding AG betrug zum 31. Dezember 2009 insgesamt 47.762.086 EUR und ist eingeteilt in 18.370.033 nennwertlose Inhaber-Stammaktien. Dabei gewährte jede Aktie eine Stimme. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt. Beteiligungen von mehr als 10% Direkte oder indirekte Beteiligungen an der INDUS Holding AG, die 10% der Stimmrechte überschreiten, wurden der Gesellschaft nicht angezeigt. Sonderrechte und Stimmrechtskontrolle Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der INDUS Holding AG beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt. Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern Die Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften, geregelt in den §§ 84, 85 AktG, bestellt und abberufen. Die Satzung enthält hierzu keine Sonderregelungen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder auf höchstens fünf Jahre, wobei eine wiederholte Bestellung durch den Aufsichtsrat zulässig ist. Nach Punkt 5.1 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat kann nach Punkt 5.2 der Satzung ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands und ein weiteres Mitglied zum stellvertretenden Vorsitzenden bestellen. Satzungsänderungen Satzungsänderungen erfolgen gemäß § 179 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung. Grundsätzlich ist für eine Satzungsänderung die Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Der Aufsichtsrat ist gemäß Punkt 7.12 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, vorzunehmen sowie gemäß Punkt 4.5 der Satzung den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals zu ändern. Befugnisse des Vorstands zu Aktienausgabe und Aktienrückkauf Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 14.328.626,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen. Der Vorstand ist weiterhin ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen. Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrates zusätzlich um bis zu EUR 9.552.417,00 durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen und die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen:
Des Weiteren hat die Hauptversammlung vom 1. Juli 2009 die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 31. Dezember 2010 eigene Aktien bis zu einer Anzahl von 1.837.003 Stück, was einem Anteil von annähernd 10% der derzeitigen Stückaktien und damit einem Anteil von annähernd 10% des derzeitigen Grundkapitals entspricht, zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie ein- oder mehrmals ausgeübt werden. Insgesamt dürfen jedoch nicht mehr als 10% des Grundkapitals erworben werden, wobei andere Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und besitzt, anzurechnen sind. Der Erwerb erfolgt über die Börse. Der Kaufpreis je Aktie darf den Durchschnitt der Schlusskurse der INDUS-Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse an den dem Erwerbsgeschäft vorangehenden fünf Börsenhandelstagen um nicht mehr als 10% (ohne Erwerbsnebenkosten) übersteigen oder unterschreiten. Der Erwerb kann weiterhin über die Abgabe eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre der Gesellschaft erfolgen. Erfolgt der Erwerb über die Abgabe eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre der Gesellschaft, dürfen der angebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Mittelwert der Schlussauktion der Aktien der Gesellschaft im XETRA-Handel (oder einem an die Stelle des XETRA-Systems getretenen funktional vergleichbaren Nachfolgesystem) an den fünf Handelstagen vor der öffentlichen Ankündigung des Angebots um nicht mehr als 10% (ohne Erwerbsnebenkosten) übersteigen oder unterschreiten. Das Angebot bzw. die Aufforderung können unter anderem eine Annahmefrist, Bedingungen sowie die Möglichkeit vorsehen, die Kaufpreisspanne während der Annahme- bzw. Angebotsfrist anzupassen, wenn sich nach der Veröffentlichung eines formellen Angebots während der Annahmefrist erhebliche Kursbewegungen ergeben. Bei einer solchen Anpassung ist dann maßgeblich das arithmetische Mittel der Schlussauktionskurse im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse für Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung an den fünf Börsenhandelstagen vor dem Beschluss des Vorstands über die Anpassung. Überschreitet die Zeichnung das Volumen des Angebots, erfolgt die Annahme nach Quoten. Sofern mithin die Zahl der angedienten Aktien die von der Gesellschaft insgesamt zum Erwerb vorgesehene Aktienanzahl übersteigt, kann das Andienungsrecht der Aktionäre insoweit ausgeschlossen werden, als dass der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien erfolgt. Dabei kann eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 angedienter Aktien je Aktionär vorgesehen werden. Der Vorstand wird ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien über die Börse oder mit Zustimmung des Aufsichtsrates unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre auch in anderer Weise zu veräußern. Bei einer Veräußerung im Börsenhandel darf der Veräußerungspreis pro Aktie die durchschnittlichen Börsenschlusskurse an der Frankfurter Wertpapierbörse an den dem Veräußerungsgeschäft vorangehenden zehn Börsenhandelstagen um nicht mehr als 10% (ohne Veräußerungsnebenkosten) unterschreiten. Bei einer Veräußerung außerhalb des Börsenhandels darf der Veräußerungspreis die durchschnittlichen Börsenschlusskurse an der Frankfurter Wertpapierbörse an den zehn vorangegangenen Börsenhandelstagen vor der Abgabe des Veräußerungsangebotes um nicht mehr als 10% (ohne Veräußerungsnebenkosten) unterschreiten. Der Veräußerungspreis darf den rechnerischen Nennbetrag der Aktien nicht unterschreiten. Die erworbenen eigenen Aktien können ferner unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Sachleistung veräußert werden, vor allem, um sie Dritten beim Zusammenschluss mit Unternehmen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder anderen Wirtschaftsgütern anzubieten. „Veräußern" in diesem Sinne umfasst auch Erwerbsoptionen und darlehensweise Überlassung. Der Wert der Sachleistung darf dabei bei einer Gesamtbeurteilung nicht unangemessen niedrig sein. Die Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass auf die durch § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG angeordnete Begrenzung auf 10% des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, für die das Bezugsrecht in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgeschlossen wurde, insbesondere im Rahmen des Genehmigten Kapitals II. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die erworbenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Wesentliche Vereinbarungen bei Kontrollwechsel Im Falle eines Kontrollwechsels besitzen die Vorstände der INDUS Holding AG im Rahmen ihrer Anstellungsverträge ein außerordentliches Kündigungsrecht. In diesem Fall bestehen unterschiedliche Abfindungsansprüche. Grundsätzlich ist dies die Gesamtvergütung, die das Vorstandsmitglied bis zum vorgesehenen Beendigungszeitpunkt erhalten hätte. Umfeld und Geschäftsentwicklung![]() Gesamtwirtschaftliche Entwicklung: Wirtschaftsleistung bricht 2009 so stark ein wie noch nie Die deutsche Wirtschaft ist 2009 zum ersten Mal seit sechs Jahren geschrumpft. Mit -5,0% war der Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) so stark wie noch nie in der Nachkriegszeit. Der wirtschaftliche Einbruch fand hauptsächlich im Winterhalbjahr 2008/2009 statt. Im ersten Quartal 2009 sank das BIP im Vergleich zum schwachen letzten Quartal 2009 nochmals um 3,5%. Anschließend tendierte die deutsche Wirtschaftsleistung mit einem Plus von 0,4% im zweiten Quartal und 0,7% im dritten Quartal wieder moderat nach oben. Gegen Jahresende aber stagnierte die Entwicklung, das vierte Quartal blieb auf dem Niveau des Vorquartals. Im Jahresverlauf zeichnete sich damit eine leichte Stabilisierung der Wirtschaftsentwicklung auf niedrigem Niveau ab. Diese Entspannung wirkte sich stabilisierend auf die Arbeitslosenquote aus. Laut Bundesagentur für Arbeit waren Ende Dezember des vergangenen Jahres 3,3 Mio. Menschen ohne Arbeit, dies entspricht einer Erwerbslosenquote von 7,8%. Zwar liegt die Arbeitslosenzahl damit über Vorjahresniveau (Stand Dezember 2008: 3,1 Mio.), doch die schlimmsten Befürchtungen haben sich nicht erfüllt. Zudem ist die Zahl der Kurzarbeiter seit dem Höhepunkt im Mai mit rund 1,5 Mio. auf „nur" noch rund 1 Mio. Beschäftigte gegen Ende September 2009 gesunken. Prognosen gehen aber davon aus, dass die Arbeitslosenquote 2010 stärker ansteigen wird. Privater Verbrauch stützte die Konjunktur Trotz steigender Arbeitslosigkeit, sinkender Beschäftigung und kaum höherer verfügbarer Einkommen (+ 0,2%) brach der private Verbrauch nicht ein, sondern stützte mit einem leichten Anstieg um 0,3% die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Einen positiven Effekt auf die Nachfrage hatten die durch die „Abwrackprämie" ausgelösten Autokäufe. Eine weitgehende Preisstabilität, bedingt durch den stark rückläufigen Ölpreis, half zusätzlich, den Verbraucherpreisanstieg auf 0,4% zu begrenzen. Die aktuelle Aufwärtsentwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren und der Aktienkurse lässt auf eine weitere Erholung der Wirtschaft hoffen. Auch Frühindikatoren wie der IFO-Geschäftsklimaindex spiegeln den verhaltenen Optimismus der Branche wider. Der Index steigt seit seinem Tiefstand im März 2009 stetig an. Einen ersten kleinen Dämpfer erhielt er allerdings im Februar 2010. Die seit Frühjahr 2010 steigende Unsicherheit über die wirtschaftliche Lage in den Euro-Ländern Spanien, Griechenland, Portugal und Irland schwächt zudem den Euro. Die massiv steigende Verschuldung in nahezu allen westlichen Volkswirtschaften birgt erhebliche Risiken und zeigt, dass die Krise noch längst nicht durchstanden ist. In den für INDUS relevanten Branchen verlief die wirtschaftliche Entwicklung unterschiedlich. Die Medizintechnikbranche verzeichnete kaum Einbrüche; hart getroffen wurden dagegen Automobilzulieferer, metallverarbeitende Betriebe, und als Spätzykliker auch der Bereich Maschinenbau. Die Bauindustrie profitierte von den staatlichen Konjunkturprogrammen. Für Details zu den branchenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verweisen wir auf den nachfolgenden Segmentbericht. Weltweite Erholung zum Jahresende 2009 eingesetzt Auch weltweit hat sich der Konjunkturabschwung im Jahresverlauf 2009 nach und nach verlangsamt. Im dritten Quartal erholten sich vor allem China und Süd- und Ostasien, während sich in den USA und Westeuropa die wirtschaftliche Lage auf niedrigem Niveau stabilisierte. Zwar deuten zum Jahresende einige Wirtschaftsindikatoren auf Entspannung hin – unter anderem durch den Aufbau von Lagerbeständen in allen Industriezweigen. Offen ist, wie nachhaltig die Erholung ist, denn derzeit wird die Weltwirtschaft noch durch umfangreiche staatliche Programme und eine gezielte Geldpolitik gestützt. Die Bundesregierung rechnet in ihrem aktuellen Jahreswirtschaftsbericht für 2010 mit einem Wachstum von 1,4%. Umsatz und Ergebnisentwicklung scroll
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Vorjahreszahlen gemäß IFRS angepasst Veränderungen im Konsolidierungskreis In den Abschluss einbezogen sind 116 voll konsolidierte Tochterunternehmen und 3 at equity bewertete Unternehmen. Der Verkauf von WFV im Dezember 2009 führte zu einer Anpassung der Vorjahreszahlen. scroll
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Vorjahreszahlen gemäß IFRS angepasst Umsatzentwicklung der INDUS-Gruppe: Angesichts Krise noch moderater Rückgang Der Konzernumsatz der INDUS-Gruppe verringerte sich im Geschäftsjahr um rund 16% auf 769,5 Mio. EUR (Vorjahr 920,1 Mio. EUR). Damit war der Umsatz wie im Vorfeld angekündigt zwar rückläufig, lag aber über den im Jahresverlauf angekündigten 740 bis 750 Mio. EUR. Erträge und Aufwendungen durch Restrukturierungsmaßnahmen beeinflusst Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen 2009 deutlich an – von 14,5 Mio. EUR in 2008 auf 23,6 Mio. EUR in 2009. Darin enthalten sind Kurzarbeitergelder in Höhe von rund 3,7 Mio. EUR. Der Materialaufwand sank sowohl absolut von 441,1 Mio. EUR auf 338,1 Mio. EUR als auch prozentual. Die Materialaufwandsquote reduziert sich im Berichtsjahr damit deutlich auf 43,9% (Vorjahr: 47,9%). Durch die massive Wirtschaftskrise sanken die Preise für Rohstoffe in erheblichem Umfang und infolge des verstärkten Wettbewerbs kam es zu drastischen Preiskämpfen. Diese Situation konnten viele Töchter nutzten, um neue Lieferverträge zu besseren Konditionen abzuschließen. Gerade unsere materialintensiven Unternehmen profitierten davon. Der Personalaufwand fiel ebenfalls absolut von 241,8 Mio. EUR auf 231,5 Mio. EUR in 2009. In der Position enthalten sind einmalige Aufwendungen für Abfindungen und Sozialpläne in Höhe von rund 3,5 Mio. EUR, die durch krisenbedingte Personalanpassungsmaßnahmen erforderlich wurden. Weiterhin entfielen 194,1 Mio. EUR auf Löhne und Gehälter, 35,7 Mio. EUR auf soziale Abgaben und 1,7 Mio. EUR auf Aufwendungen für Altersversorgung. Die Personalaufwandsquote sank nicht umsatzproportional, sondern erhöhte sich auf 30,0% (Vorjahr: 26,0%). Bereinigt um die Zahlungen für Kurzarbeit und die außerordentlichen Aufwendungen für Personalmaßnahmen ergibt sich ein Personalaufwand von 224,3 Mio. EUR. Die Abschreibungen liegen mit 46,1 Mio. EUR nur leicht über dem Vorjahresniveau mit 43,1 Mio. EUR. Außerplanmäßige Abschreibungen infolge der Impairmenttests betrafen das Segment Fahrzeugkomponenten/Entwicklung und lagen bei 5,8 Mio. EUR (Vorjahr: 3,3 Mio. EUR). Basis des Impairment-Tests ist die für jedes Unternehmen rollierende mittelfristige bottom-up-Planung für die jeweils nächsten drei Geschäftsjahre. INDUS geht angesichts der nur allmählichen Konjunkturerholung für die nächsten Jahre nicht von einem kräftigen Aufschwung aus und hat dies seiner Zukunftsbewertung zugrunde gelegt. Unter anderem aufgrund gesunkener Kapitalkosten war ein WACC (Weighted average cost of capital) von 8,5% anzusetzen (Vorjahr: 10,0%). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen deutlich unter dem Vorjahr und sanken auf 109,7 Mio. EUR (Vorjahr: 131,7 Mio. EUR). In dieser Position sind neben variablen Kosten auch Fixkosten wie Mieten, Pachten und Leasingverpflichtungen enthalten. Im Vorjahr waren hier Einmalaufwendungen für den Aufbau einer US-Fertigungsstätte unserer Tochter SELZER enthalten, die im Zuge des Absatzrückgangs auf dem amerikanischen Markt nicht mehr realisiert wurde. scroll
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Vorjahreszahlen gemäß IFRS angepasst Ergebnisse gingen krisenbedingt zurück Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging im Berichtsjahr von 133,4 Mio. EUR auf 100,7 Mio. EUR zurück. Die leicht erhöhten Abschreibungen führten zu einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das mit 54,6 Mio. EUR 60% des Vorjahresniveaus erreichte. Das EBIT spiegelt die Effekte aus dem krisenbedingten Umsatzrückgang wider. Es enthält zudem neben den Einmalaufwendungen für Personalmaßnahmen in Höhe von 3,5 Mio. EUR die außerplanmäßigen Impairment-Abschreibungen in Höhe von 5,8 Mio. EUR. Die EBIT-Marge für die INDUS-Gruppe reduzierte sich im Rezessionsjahr 2009 auf 7,1% (Vorjahr: 9,8%). Das Zinsergebnis verbesserte sich von -30,3 Mio. EUR auf -27,7 Mio. EUR, bedingt durch reduzierte Marktwerte für Zinssicherungsgeschäfte. Damit profitierte die INDUS-Gruppe von ihren langfristigen Kreditverträgen mit günstigen Konditionen und ihren reduzierten Verbindlichkeiten. Die Zinserträge sanken auf 1,4 Mio. EUR; Zinssicherungsinstrumente setzt die Gruppe immer nur zur Risikoabsicherung ein und hält die Derivate endfällig. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ging auf 26,9 Mio. EUR zurück. Die Steuern sanken aufgrund der geringeren Ergebnisse von 26,8 Mio. EUR auf 12,2 Mio. EUR. Die Steuerquote, inklusive latenter und aperiodischer Steuern, liegt bei 45,2% (Vorjahr: 44,7%). Das Konzernergebnis nach Steuern reduzierte sich auf 11,4 Mio. EUR (Vorjahr: 27,9 Mio. EUR); davon stehen den Aktionären der INDUS Holding AG 10,8 Mio. EUR (Vorjahr: 27,4 Mio. EUR) und den Minderheiten 0,6 Mio. EUR (Vorjahr 0,4 Mio. EUR) zu. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,77 EUR (Vorjahr: 1,78 EUR) scroll
Gewinnverwendung: Dividende von 0,50 EUR vorgeschlagen Angesichts der starken Rezession im Geschäftsjahr 2009 und der noch schwachen Erholung nach der Krise sieht der vom Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat getroffene Gewinnverwendungsvorschlag eine Dividende von 0,50 EUR vor. Dies entspricht einer Dividendenrendite von rund 4,2% auf den Jahresschlusskurs. Segmentbericht INDUS hat für das aktuelle Berichtsjahr eine Neuordnung ihrer Segmente vorgenommen. Damit wollen wir mehr Transparenz bei der Darstellung unserer Kernaktivitäten herstellen. Vorrangiges Ziel war es, die Unternehmen in den vormaligen Segmenten Konsum und Übrige klarer darzustellen und unser Engagement im Zukunftssegment Medizintechnik deutlich zu machen. INDUS stellt im engeren Sinne keine klassischen Konsumgüter her, vielmehr produzieren einige Unternehmen aus diesem Bereich Produkte zur Gesundheitsvorsorge. Das Segment „Übrige Beteiligungen" ist durch die Akquisition von KÖSTER 2008 nochmals gewachsen und machte daher eine Aufteilung erforderlich. Das Portfolio der INDUS Holding AG gliedert sich jetzt in die fünf Segmente Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugkomponenten/Engineering, Metall/Metallverarbeitung und Medizintechnik/Life Science. Besonders das letzte Segment ist für INDUS attraktiv. Hier wollen wir langfristig wachsen. Weitere interessante Perspektiven sehen wir in der Umwelttechnik sowie der Mess-, Regel- und Energietechnik. scroll
Wirtschaftliche Lage in der Bauindustrie: Konjunkturelle Trendwende im Sommer 2009 Die deutsche Bauindustrie profitierte 2009 von den staatlichen Konjunkturprogrammen, seit August zog der Auftragseingang an. Für die Monate Januar bis November 2009 meldete der Hauptverband der deutschen Bauindustrie zwar ein Umsatz- bzw. Auftragsminus von nominal 4,2% bzw. nominal 6,3%, aber der Öffentliche Bau und der Wohnungsbau stabilisierten zunehmend die Lage. Der Öffentliche Bau war 2009 die wichtigste Stütze der Baukonjunktur: Über den gesamten Zeitraum von Januar bis November stieg der Auftragseingang um 2,6% und die Aufträge wurden mit einem Umsatzplus von 3,1% auch wirksam. Der Wirtschaftsbau steckte 2009 in der Krise, auch wenn sich das Tempo der Abwärtsentwicklung verringerte. Für die ersten elf Monate 2009 ergibt sich ein Orderminus von 15,9%. Entsprechend lag der baugewerbliche Umsatz für Januar bis November bei -8,8%. Eine Trendwende ist im Wirtschaftsbau kurzfristig nicht in Sicht. Die konjunkturelle Stabilisierung im Wohnungsbau kommt dagegen voran: Der Auftragseingang lag im November 2009 mit nominal 2,2% im Plus (Jan.-Nov.: -1,2%), die Baugenehmigungen (Zahl der Wohnungen) sind sogar um 19% gestiegen (Jan.-Nov.: -0,2%). scroll
Umsatzerlöse und Ergebnis im INDUS-Segment Bauindustrie/Infrastruktur deutlich über Branchendurchschnitt Das Segment Bau/Infrastruktur umfasste zum 31. Dezember 2009 neun operative Einheiten. Die Umsatzerlöse des Segments Bauindustrie erreichten im Berichtsjahr mit 189,2 Mio. EUR nahezu das Niveau des Jahres 2008 und lagen somit im Branchentrend. Positiv gegen den Trend entwickelte sich dagegen die Ergebnissituation: die Unternehmen der INDUS-Gruppe legten im Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 6,5 Mio. EUR auf 28,1 Mio. EUR zu und übertrafen damit das wirtschaftlich sehr gute Jahr 2008. Für diesen Ergebnissprung waren unter anderem die Schwerpunkte in den Bereichen Infrastruktur und Gebäudesanierung verantwortlich. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 14,8% (Vorjahr: 11,2%). Die Rentabilität der Segmentunternehmen von INDUS liegt damit deutlich über dem Branchendurchschnitt der Bauindustrie. Wirtschaftliche Lage im Maschinen- und Anlagenbau: Maschinenbestellungen fielen so schnell und so drastisch wie noch nie Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau war das Jahr 2009 das schlechteste Jahr seit Jahrzehnten. Die Branche musste einen Produktionsrückgang von real knapp 25% verkraften. Das Produktionsvolumen lag nur noch bei 151 Mrd. EUR. Vor allem bei Bau- und Baustoffmaschinen, Elektronikfertigung, Holzbearbeitungsmaschinen und auch der Fluidtechnik sanken die Aufträge um 40% und mehr. Die Hersteller von Hütten- und Walzwerkeinrichtungen und Bergbaumaschinen konnten dank hoher Auftragsbestände und langer Durchlaufzeiten noch Umsatzzuwächse melden. Insgesamt geht der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer für 2010 davon aus, dass der deutsche Maschinenbau in Summe das Produktionsvolumen des Jahres 2009 in etwa halten kann, mit einer leicht positiven Tendenz im Jahresverlauf. scroll
INDUS-Segment Maschinen- und Anlagenbau zeigt relative Stärke Das Segment Maschinen- und Anlagenbau umfasste zum 31. Dezember 2009 acht operative Einheiten. Die Unternehmen des Segments Maschinenbaus konnten sich dem allgemeinen Branchentrend 2009 nur teilweise entziehen; ihre Umsatzerlöse lagen mit 108,3 Mio. EUR rund 20% unter dem Vorjahr. Sie profitierten zu Jahresbeginn von einem immer noch hohen Auftragsbestand, spürten aber ab dem zweiten Quartal vermehrt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Angesichts von Umsatzrückgängen von 40% und mehr in der gesamten Branche hat sich das Segment im Vergleich als relativ stabil erwiesen. Im Ergebnis vor Steuern und Zinsen sind Einmalaufwendungen für Personalmaßnahmen in Höhe von rd. 1 Mio. EUR verarbeitet. Das EBIT erreichte 9,9 Mio. EUR (Vorjahr: 14,3 Mio. EUR), die EBIT-Marge lag bei 9,1% (Vorjahr 10,5%). Verglichen mit der Ertragssituation der gesamten Branche hebt sich das INDUS-Segment damit deutlich positiv ab. Wirtschaftliche Lage in der Automobil-Branche: Abwrackprämie verhindert noch stärkeren Einbruch des Pkw-Markts Das internationale Pkw-Geschäft hat sich 2009 deutlich besser entwickelt als erwartet. Für die Neuzulassungen wurde noch zu Beginn des Berichtsjahres ein weltweiter Einbruch von 15 bis 20% prognostiziert. Auf vielen Auslandsmärkten sorgten jedoch staatliche Anreize für eine Belebung des Neuwagengeschäfts, sodass der Pkw-Absatz im Gesamtjahr lediglich um 3% rückläufig war. Im Inland wurden 3,8 Mio. Pkw neu zugelassen. Aufgrund des schwachen ersten Halbjahres wurden im Gesamtjahr 2009 in Deutschland mit knapp 5 Mio. Pkw aber 10% weniger Fahrzeuge als im Vorjahr produziert. Auch die Ausfuhren sanken um 17% auf gut 3,4 Mio. Einheiten. 2010 erwartet der Verband der Automobilindustrie eine Normalisierung mit 2,75 bis 3 Mio. Neuzulassungen. Die Hoffnungen ruhen dabei auf Asien: Der Pkw-Absatz in Indien hat allein im November 2009 um zwei Drittel zugelegt; China wird das Jahr 2009 mit einem Plus von über 40% abschließen. Sorgenkind bleibt der Nutzfahrzeugbereich: im Gesamtjahr sank der Absatz in Deutschland um 28% die Produktion wurde um rund die Hälfte gedrosselt. scroll
Berg- und Talfahrt im INDUS-Segment Fahrzeugkomponenten/Engineering Zum 31. Dezember 2009 umfasste das Segment 12 operative Einheiten. Es war 2009 am stärksten von der Krise betroffen. Die Umsatzerlöse des Segments Fahrzeugkomponenten/Entwicklung sanken aufgrund des starken Nachfrageeinbruchs im ersten Halbjahr 2009 deutlich auf 199,3 Mio. EUR (Vorjahr: 290,5 Mio. EUR). Trotz der im Sommer größtenteils bereits umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen und einer Belebung im zweiten Halbjahr blieben Segmentumsatz und -ergebnis damit weit unter dem Niveau des Vorjahrs. Zudem belasten außerordentliche Aufwendungen von rund 2,5 Mio. EUR für Personalanpassungen das Ergebnis. Von den 12 Unternehmen im Segment waren ein Drittel der Beteiligungsunternehmen, die direkt an Automobilhersteller und große Automobilzulieferer liefern, besonders betroffen. Hier hat INDUS zeitnah und intensiv reagiert und durch umfassende Reorganisationsmaßnahmen in 2009 die Gesellschaften wieder profitabel aufgestellt. Die weiteren Unternehmen im Segment verzeichneten zwar teilweise Umsatzrückgänge, erzielten aber dennoch operativ positive Erträge. Das EBIT sank von 21,1 Mio. EUR auf -8,4 Mio. EUR, die EBIT-Marge war demzufolge negativ (EBIT-Marge 2008: 7,3%). Im EBIT sind Abschreibungen aus Impairmenttests in Höhe von 5,8 Mio. EUR enthalten. Wirtschaftliche Lage in der Metall- und Elektroindustrie: Jäher Absturz in 2009, aber Talsohle durchschritten Die Weltwirtschaftskrise hat die deutsche Metall- und Elektroindustrie 2009 voll getroffen. Vom Höchststand im August 2008 sank die Produktion innerhalb von nur sechs Monaten um 29%. Die Auftragseingänge gingen im gleichen Zeitraum sogar um 34% zurück. Einen solchen Einbruch hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Dennoch haben die Firmen nur knapp 5% der Arbeitsplätze abgebaut. Diese Strategie hat viele Unternehmen stark belastet und die Metall- und Elektro-Industrie 2009 insgesamt in die Verlustzone getrieben – erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg. scroll
INDUS-Segment Metall/Metallverarbeitung verzeichnet gegenüber der Branchen nur moderate Rückgänge Das Segment Metall/Metallverarbeitende Industrie umfasste zum 31. Dezember 2009 acht operative Einheiten. Ähnlich wie im Segment Maschinen- und Anlagenbau wurden auch die Unternehmen des Segments Metall/Metallverarbeitung von der Rezession erfasst. Die INDUS-Töchter konnten sich aber in Summe mit Umsatzerlösen von 195,7 Mio. EUR (Vorjahr: 219,5 Mio. EUR) vergleichweise ordentlich behaupten. Ein Grund für den begrenzten Umsatzrückgang im Branchenvergleich liegt auch in der Diversifikation innerhalb des Segments. Umsatzeinbrüchen bei Aktivitäten für die Grundstoffindustrie wie zum Beispiel Stahl, Guss etc. standen unter anderem stabile Umsätze im Bereich Hartmetallwerkzeuge für den Straßenbau gegenüber. Das Segmentergebnis sank auf 18,5 Mio. EUR, die EBIT-Marge fiel aber mit 9,4% (Vorjahr: 11,3%) im Branchenvergleich noch zufriedenstellend aus; damit liegt das INDUS-Segment in puncto Ertrag deutlich über dem Branchendurchschnitt. Wirtschaftliche Lage in der Branche Medizintechnik: Krisenfest trotz Rezession Die deutsche Medizintechnik erwies sich 2009 als krisenfest. Je nach Interessenverband und Teilmarktsegmenten berichtet die Branche von einem leichten Rückgang des Gesamtumsatzes bedingt durch Einsparungen im Gesundheitswesen beziehungsweise leichten Zuwachs in Bereichen. Weltweit ist Deutschland die Nummer drei im Markt für Medizintechnik. In Deutschland sind die meisten Betriebe kleine und mittlere Unternehmen. Laut dem Branchenverband Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) betragen die Gesundheitsausgaben im Bereich der Medizinprodukte in Deutschland über 23 Mrd. EUR. Die Unternehmen der Medizintechnologie trotzen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Zwar hielt der inländische Preisdruck weiter an, er konnte aber in den meisten Bereichen durch weitere Absatzsteigerungen aufgrund steigender Fallzahlen kompensiert werden. Es litten jedoch die Deckungsbeiträge und die Gewinnsituation der Unternehmen. scroll
INDUS-Segment Medizintechnik/Life Science hält trotz leichtem Umsatzrückgang Renditeniveau Das Segment Medizintechnik umfasste zum 31. Dezember 2009 drei operative Einheiten. Die Entwicklung im Segment verlief erfreulich. Die Unternehmen verzeichneten zwar einen leichten konjunkturbedingten Umsatzrückgang auf 76,9 Mio. EUR (Vorjahr: 81,0 Mio. EUR), konnten das aber in der Ergebnissituation nahezu auffangen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag mit 10,8 Mio. EUR nahe am Vorjahresniveau von 12,5 Mio. EUR. Die EBIT-Marge lag bei 14,0% (Vorjahr: 15,4%). Hier sieht INDUS unter anderem ein zukunftsträchtiges Betätigungsfeld mit zukünftig guten und stabilen Wachstumsraten und Ertragsmargen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mitarbeiterzahl sank krisenbedingt Unser Geschäft lebt vom Fachwissen und vom loyalen Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie identifizieren sich in einem hohen Maß mit ihrem Unternehmen. Das ist aus unserer Sicht eine der wesentlichen Stärken mittelständischer Unternehmen. INDUS ist sich daher seiner hohen sozialen Verantwortung bewusst. Die aufgrund der Krise in Teilbereichen unumgänglichen Personalanpassungen dienten dem Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten und die Unternehmen stabil durch die Rezession zu steuern. Zu Beginn der Krise reagierte INDUS bei den flexiblen Kapazitäten: die Zeitarbeit wurde reduziert, befristete Verträge wurden nicht verlängert und die Überstunden- und Urlaubskonten reduziert beziehungsweise abgebaut. Nur in unvermeidbaren Fällen wurden im Jahresverlauf betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen. Dabei achteten wir bei der Entscheidungsfindung und Umsetzung auf sozial verträgliche und tragfähige individuelle Lösungen für die einzelnen Standorte und Belegschaften. Im Berichtsjahr beschäftigten die Unternehmen in der INDUS-Gruppe durchschnittlich 5.371 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.862 Mitarbeiter). scroll
Um die qualifizierte Stammbelegschaft mit ihrem wertvollen Fachwissen zu erhalten, nutzten einige Unternehmen in der INDUS-Gruppe im Jahresverlauf das Instrument der Kurzarbeit. Zum Ende des ersten Quartals 2009 war rund ein Viertel der Mitarbeiter der INDUS-Gruppe in Kurzarbeit, zur Jahresmitte stieg der Prozentsatz auf über 30%. Die Stabilisierung der Konjunktur und die in Teilbereichen, insbesondere in der Automobilindustrie anziehende Nachfrage, führten im zweiten Halbjahr zu einer nachhaltigen Rückführung dieses Instruments. Zum Jahresende 2009 bezogen nur noch rund 600 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld. Personalentwicklung steht weiter im Fokus Für uns besitzt die Ausbildung junger Menschen in technischen und kaufmännischen Berufen einen hohen Stellenwert. Das wird auch von Außenstehenden honoriert: 2009 wurde unsere Beteiligung REMKO von der IHK Lippe für ihr Engagement in Sachen Ausbildung besonders ausgezeichnet, unsere Tochter OFA erhielt den Preis „Bazubi" der Stadt Bamberg. Unsere Gesellschaften haben im Berichtsjahr ihr hohes Engagement trotz Krise beibehalten. So investierte beispielsweise unsere Beteiligung SIMON in den Neubau einer Lehrwerkstatt und der Automobilzulieferer SELZER garantierte allen Teilnehmern der zweigleisigen Ausbildung „Studium plus" den Abschluss der Maßnahme. Aktuell bildet die INDUS-Gruppe 272 junge Menschen (Vorjahr: 302) aus; das entspricht einer Ausbildungsquote von 5,1% (Vorjahr 5,2%). Die fachliche und soziale Kompetenz der Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. Zur Förderung dieses Kapitals bieten die Beteiligungsgesellschaften umfassende Weiterbildungsmaßnahmen an, abgestimmt auf die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter. Die dezentrale Organisation des Weiterbildungsprogramms durch die einzelnen Beteiligungsgesellschaften in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern gewährleistet einen eng an den spezifischen Anforderungen ausgerichteten Ausbau des Know-hows. Finanz- und VermögenslageFinanzmanagementsystem Die Steuerung des Finanzmanagementsystems erfolgt innerhalb der INDUS-Gruppe zentral durch die Führungsgesellschaft. Das Finanzmanagement umfasst im Wesentlichen die Liquiditätssteuerung, die Beschaffung von Krediten sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Ziel dieses zentralen Ansatzes ist es, den traditionell hohen erwirtschafteten operativen Cashflow optimal zu nutzen. INDUS achtet auf einen bestmöglichen, breit gestreuten Mix aus Finanzierungsinstrumenten und -instituten, um seine Finanzierungsoptionen möglichst kostengünstig zu nutzen. Die Gruppe setzt unterschiedliche Instrumente wie ABS-Programme (Asset backed securities), Forderungsverkäufe, Schuldscheindarlehen und langlaufende Bankkredite ein. Diese sind auf diverse Institute verteilt. Auf Basis einer komfortablen Liquiditätsausstattung im Zusammenspiel mit festen Finanzierungszusagen der Banken wollen wir jederzeit flexibel investieren können. Bei der Finanzierung legt INDUS Augenmerk auf eine langjährige, partnerschaftliche Verbindung zu einer Vielzahl solider deutscher Kreditinstitute. Stabilisierende Faktoren bei der langfristigen Finanzierung der Gruppe sind eine breite Verteilung des Kreditvolumens sowie eine ausgewogene Tilgungsstruktur. Zur Steuerung der Marktpreisrisiken setzt die Gruppe Zins- und Währungsderivate ein, die ausschließlich der Risikosicherung dienen. scroll
Kapitalflussrechnung: Hoher operativer Cashflow trotz Konjunktureinbruchs Der operative Cashflow (Mittelzufluss) blieb mit 106,6 Mio. EUR (Vorjahr: 107,3 Mio. EUR) auf Vorjahresniveau. Ausgehend von einem Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche in Höhe von 14,7 Mio. EUR trugen insbesondere der Abbau der Vorräte und die Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hierzu bei. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit (Mittelabfluss) verringerte sich deutlich auf -32,7 Mio. EUR (Vorjahr: -55,5 Mio. EUR). Dieser deutliche Rückgang ist im Wesentlichen durch die angesichts der Wirtschaftskrise gezielte Investitionszurückhaltung bedingt. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (Mittelabfluss) stieg auf -39,1 Mio. EUR (Vorjahr: -14,9 Mio. EUR). Im Berichtsjahr tilgte INDUS Kredite in einem Volumen von 108,5 Mio. EUR. Dies sind 25,3 Mio. EUR mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig wurden durch Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten in Höhe von 84,1 Mio. EUR die liquiden Mittel aufgestockt, sodass die Liquiditätsreserve zum Jahresende gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Mio. EUR auf 93,5 Mio. EUR ausgebaut wurde. scroll
Investitionen: Abschreibungen zeigt hohes Investitionsniveau der Vorjahre Die Investitionen betrugen im Berichtsjahr 34,7 Mio. EUR (Vorjahr: 49,6 Mio. EUR). Hiervon entfielen 29,4 Mio. EUR auf Investitionen in Sachanlagen und 5,3 Mio. EUR auf Investitionen in immaterielles Anlagevermögen. Die Investitionen in Sachanlagen betrafen insbesondere technische Anlagen und Maschinen mit 15,9 Mio. EUR, andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 7,4 Mio. EUR sowie Grundstücke und Gebäude mit 2,0 Mio. EUR. Die Abschreibungen lagen bei 46,1 Mio. EUR und damit aufgrund der Investitionstätigkeit des Vorjahres über dem Niveau von 2008 mit 43,1 Mio. EUR. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bildeten vor allem Erhaltungsmaßnahmen und die Fertigstellung periodenübergreifender Erweiterungen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen gingen zurück Als außerbilanzielle Finanzierungsformen nutzt INDUS vor allem Miet- und Pachtleasing, operatives Leasing für EDV-Zubehör und Firmenfahrzeuge. Die Leasingverpflichtungen lagen zum 31. Dezember 2009 bei 75,3 Mio. EUR (Vorjahr: 81,8 Mio. EUR). Weitere außerbilanzielle Finanzierungsformen, die einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben, bestanden nicht. scroll
Vermögenslage Aktivseite: Abbau der Vorräte und Investitionszurückhaltung bei den Sachanlagen Auf der Aktivseite fielen die langfristigen Vermögenswerte auf 564,1 Mio. EUR (Vorjahr: 583,9 Mio. EUR). Der Geschäftswert verringerte sich im Wesentlichen durch die Abschreibungen aus Impairment auf 289,6 Mio. EUR. Die immateriellen Vermögenswerte blieben mit 17,1 Mio. EUR nahezu auf Vorjahresniveau. Die Sachanlagen sanken aufgrund der Investitionszurückhaltung auf 238,9 Mio. EUR. Für weitere Details zu den 2009 getätigten Investitionen verweisen wir auf den Abschnitt „Investitionen". Die Finanzanlagen, at equity bewerteten Anteile und sonstigen langfristigen Vermögenswerte blieben nahezu unverändert. Gesunken sind die latenten Steuern, von 3,8 Mio. EUR auf 2,0 Mio. EUR. Die kurzfristigen Vermögenswerte fielen um 32,4 Mio. EUR auf 349,3 Mio. EUR, bedingt vor allem durch die erhebliche Reduzierung der Vorräte und Forderungen. Die liquiden Mittel nahmen um 5,7 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr zu. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte blieben nahezu konstant, die laufenden Ertragsteuern verringerten sich auf 5,0 Mio. EUR (Vorjahr: 6,5 Mio. EUR). Passivseite: Finanzschulden in Summe um rund 25 Mio. EUR gesenkt Auf der Passivseite sank das Eigenkapital nur leicht um 4,7 Mio. EUR auf 241,7 Mio. EUR, eine angesichts der wirtschaftlichen Lage erfreulich stabile Entwicklung. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich zum 31. Dezember 2009 auf 26,5% (Vorjahr 25,5%). Die langfristigen Schulden sanken auf 413,2 Mio. EUR (Vorjahr: 440,0 Mio. EUR), vor allem aufgrund der geringeren langfristigen Finanzschulden und sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten. Die sonstigen langfristigen Rückstellungen blieben mit 2,1 Mio. EUR nahezu unverändert. Die latenten Steuern sanken um 3,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Die Pensionsrückstellungen fielen geringfügig um 0,2 Mio. EUR auf 16,0 Mio. EUR. Die kurzfristigen Schulden sanken in Summe von 279,1 Mio. EUR auf 258,6 Mio. EUR, hauptsächlich bedingt durch reduzierte kurzfristige Finanzschulden, geringere kurzfristige Rückstellungen und verminderte sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten. Die laufenden Ertragsteuern gingen infolge der operativen Entwicklung merklich um 8,9 Mio. EUR auf 4,1 Mio. EUR zurück. Nettoverschuldung um rund 30 Mio. EUR erneut gesenkt Die Nettoverschuldung berechnet INDUS aus der Differenz von lang- und kurzfristigen Finanzschulden und den liquiden Mitteln. Zum 31. Dezember 2009 lag die Nettoverschuldung bei 408,3 Mio. EUR und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 438,5 Mio. EUR). Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) hat sich damit auf 169% verbessert (Vorjahr: 178%). scroll
Deutliche Reduzierung des Working Capital Das Working Capital ermittelt sich aus den Vorräten zuzüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der erhaltenen Anzahlungen. Zum 31. Dezember 2009 verminderte sich das Working Capital um rund 14% auf 211,3 Mio. EUR (Vorjahr: 244,4 Mio. EUR). Lage der INDUS Holding AGErtragslage Die Umsatzerlöse lagen in der AG mit 3,4 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR). Sie umfassen ausschließlich die erbrachten Beratungsleistungen der Holding für die einzelnen Beteiligungsgesellschaften. Geschäftsbeziehungen mit außen stehenden Dritten bestanden wie in den Vorjahren nicht. Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen fiel leicht von -4,5 Mio. EUR auf -3,7 Mio. EUR. Der Personalaufwand blieb mit 2,9 Mio. EUR (Vorjahr: 3,0 Mio. EUR) unter Vorjahresniveau. Das Jahresergebnis 2009 wurde wesentlich beeinflusst durch den krisenbedingten Rückgang der Erträge aus Beteiligungen und Ausleihungen des Anlagevermögens, die mit zusammen 64,5 Mio. EUR um 22,1 Mio. EUR hinter den Erträgen des Jahres 2008 zurückblieben (Vorjahr: 86,6 Mio. EUR). Die Erträge aus Beteiligungen gingen auf 33,7 Mio. EUR zurück (Vorjahr: 51,5 Mio. EUR), die Erträge aus Ausleihungen des Finanzvermögens sanken von 35,0 Mio. EUR auf 30,8 Mio. EUR. Die Zinserträge lagen auf Vorjahresniveau. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sanken ebenfalls leicht auf 0,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0,4 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen erhöhten sich um 11,4 Mio. EUR auf 40,7 Mio. EUR (Vorjahr: 29,3 Mio. EUR). Diese Entwicklung spiegelt die vorgenommene Neubewertung des Finanzanlagevermögens wider. Mit dieser Korrektur wurde der schlechten Konjunkturlage Rechnung getragen. Insbesondere die Beteiligungsgesellschaften aus dem Segment Fahrzeugkomponenten/Engineering, die direkt an die Automobilhersteller und großen Automobilzulieferer liefern, waren betroffen. 30,3 Mio. EUR entfielen auf dieses Segment. Weiterhin betroffen waren je ein Unternehmen aus den Bereichen Bau/Infrastruktur, Metall/Metallverarbeitung und Maschinen- und Anlagenbau. Die gestiegenen Aufwendungen aus Verlustübernahme von 9,3 Mio. EUR (Vorjahr: 1,3 Mio. EUR) spiegeln ebenfalls die Wirtschaftskrise wider. Die Zinsaufwendungen blieben mit 24,9 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Insgesamt verringerte sich damit das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf -7,6 Mio. EUR (Vorjahr: 35,5 Mio. EUR). Nach Steuern führt die Gewinn- und Verlustrechnung somit zu einem Jahresverlust von -7,6 Mio. EUR (Vorjahr: 30,1 Mio. EUR). Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von -0,41 EUR (Vorjahr: 1,64 EUR). Finanz- und Vermögenslage Die Bilanzsumme der INDUS Holding AG fiel um 40,1 Mio. EUR auf 913,6 Mio. EUR (Vorjahr: 953,7 Mio. EUR). Das Anlagevermögen wurde um 16 Mio. EUR auf 756,9 Mio. EUR reduziert (Vorjahr: 772,9 Mio. EUR). Innerhalb des Umlaufvermögens gingen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 20,2 Mio. EUR auf 137,3 Mio. EUR zurück (Vorjahr: 157,5 Mio. EUR). Die liquiden Mittel verminderten sich auf 19,2 Mio. EUR (Vorjahr: 23,1 Mio. EUR). Damit lag das Umlaufvermögen mit 156,5 insgesamt um 24,1 Mio. EUR unter dem entsprechenden Vorjahresniveau von 180,6 Mio. EUR. Das Eigenkapital betrug bei 484,4 Mio. EUR (Vorjahr: 506,7 Mio. EUR). Damit verfügt INDUS trotz der vorgenommenen Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen über eine unverändert solide Eigenkapitalquote von 53,0% (Vorjahr: 53,1%). Die Verbindlichkeiten sanken auf 424,5 Mio. EUR (Vorjahr: 442,3 Mio. EUR). Mitarbeiter In der AG beschäftigte INDUS zum 31. Dezember 2009 insgesamt 17 Mitarbeiter (Vorjahr: 18 Mitarbeiter). RisikomanagementGesamteinschätzung Im Geschäftsjahr 2009 hat INDUS seine langfristig bewährte Unternehmensstrategie fortgesetzt. Die unverändert komfortable Liquiditätssituation des Unternehmens sowie die bestehenden Finanzierungszusagen verschiedener Banken sollen 2010 genutzt werden, um das Portfolio zielgerichtet auszubauen. Die Umsatzerlöse lagen im Berichtsjahr mit 769,5 Mio. EUR deutlich unter Niveau der Vorjahre. Infolgedessen erzielte die INDUS-Gruppe eine operative EBIT-Marge von 7,1% und lag damit rezessionsbedingt unterhalb der Zielmarke von größer 10%. Die Finanzierungsstruktur hat sich nicht wesentlich verändert: Die Eigenkapitalquote im Konzern beträgt komfortable 26,5% (Vorjahr: 25,5%), in der AG 53,0% (Vorjahr: 53,1%). Insgesamt beurteilt INDUS die Geschäftssituation – trotz des schwierigen Umfelds – als stabil. Der Bestand des Unternehmens war im vergangenen Jahr zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Auch mittelfristig stehen INDUS sämtliche Möglichkeiten offen, die sich bietenden Chancen in einem konjunkturell noch schwierigen Umfeld zu nutzen. Gleichwohl wird das wirtschaftliche Umfeld die Beteiligungsgesellschaften auch 2010 weiter vor Herausforderungen stellen. Chancen- und Risikomanagementsystem Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer internationalen Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit dem Eingehen von Risiken verbunden. Es ermöglicht aber auch das Ergreifen neuer Chancen, um damit die Sicherung und den Ausbau der Marktposition des Unternehmens und der Beteiligungsgesellschaften zu gewährleisten. Zur frühzeitigen Erkennung, zur umfassenden Analyse und zum konsequenten Umgang mit Risiken pflegt die Gesellschaft ein effizientes Risikomanagementsystem. Die Beteiligungsgesellschaften berichten eng verzahnt mit den bestehenden Controllingprozessen im Rahmen des Risikomanagementsystems den Status und die Veränderung bedeutender Risiken an die Holding. Dies führt zu einer regelmäßigen Neubewertung der Chancen- und Risikosituation. Dabei werden sowohl unternehmensspezifische als auch externe Ereignisse und Entwicklungen analysiert und bewertet. Unabhängig von den normalen Berichtswegen werden kurzfristig auftretende Risiken mit Bedeutung für den Gesamtkonzern direkt von den einzelnen Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften an den entsprechenden Verantwortlichen in der Holding kommuniziert. Zu den Grundelementen des Risikomanagementsystems zählen die organisatorische Einbindung der Chancen- und Risikoprozesse in das operative Tagesgeschäft, eine adäquate Managementstruktur, ein abgestimmtes Planungssystem sowie detaillierte Berichts- und Informationssysteme. Ziel ist es, mit dem implementierten Risikomanagementsystem Risiken systematisch zu identifizieren, zu beurteilen, zu kontrollieren und zu dokumentieren. Der Vorstand erarbeitet regelmäßig ausführliche Statusberichte, die die Darstellung der wesentlichen Risikopositionen enthalten. Auf dieser Basis können im gegebenen Fall zeitnah die erforderlichen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Die Struktur und Funktionsweise des Risikomanagementsystems werden in regelmäßigen Abständen intern überprüft. Die Ergebnisse dieser Prüfung fließen regelmäßig in die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ein, ebenso wie die Anmerkungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Chancen Eng verknüpft mit dem Risikomanagement ist für INDUS das Chancenmanagement. Auf operativer Ebene werden die Chancen von den Geschäftsführern der einzelnen Beteiligungsgesellschaften analysiert und gesteuert. Grundlage hierfür sind umfangreiche Analysen der relevanten Märkte und Wettbewerber sowie unterschiedlicher Entwicklungsszenarien von entscheidenden Kostentreibern und Erfolgsfaktoren. Chancen ergeben sich insbesondere durch die stetige Entwicklung von neuen Produkten. Sie hilft den Unternehmen, ihre starke Marktstellung in den jeweiligen Nischenmärkten auszubauen. Die Holding nutzt Chancen durch die permanente Analyse des Portfolios und der daraufhin folgenden Optimierung. Die parallel konsequente Weiterentwicklung der Portfolio-Unternehmen und die Akquisition neuer Gesellschaften stellt für INDUS eine der wichtigsten Wachstumschancen dar. Hier legt die Holding ihr Augenmerk besonders auf die Erweiterung des Portfolios um wachstumsstarke und renditestabile Unternehmen aus Zukunftsmärkten. Umfeld- und Branchenrisiken Die Geschäftstätigkeit der Beteiligungen bedingt vom Grundsatz her einen engen Zusammenhang zwischen der Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Neben den konjunkturellen Risiken stellen Veränderungen der Energie- und Rohstoffpreise Risiken für die Entwicklung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften und der Gruppe dar. Mit einem ausgewogenen Beteiligungsportfolio, bestehend aus fünf Segmenten, vermeidet INDUS die Abhängigkeit von einzelnen Branchen. Durch eine hohe Spezialisierung und eine starke Position innerhalb einer attraktiven Marktnische wird sowohl das Branchenrisiko als auch das allgemeine konjunkturelle Risiko für die Beteiligungsunternehmen gemindert. Ein grundsätzliches konjunkturelles und branchenspezifisches Risiko verbleibt natürlich in Extremsituationen. INDUS konzentriert sich auf den Erwerb von mittelständischen Produktionsunternehmen in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland. 55% der Gesamtumsätze werden dabei im Inland erzielt (Vorjahr: 59%). Somit ist die Entwicklung des Konzerns stark durch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland beeinflusst. Relativ betrachtet ist die Abhängigkeit vom deutschen Markt in den vergangenen Jahren aufgrund des strategischen Ausbaus des internationalen Geschäfts leicht gesunken. Der Auslandsanteil stieg in den vergangenen drei Jahren um 5 Prozentpunkte. Die regionale Diversifikation des operativen Geschäfts streut das Geschäftsrisiko für INDUS auf weitere Weise. Unternehmensstrategische Risiken Unternehmensstrategische Risiken bestehen hauptsächlich in der Fehleinschätzung der künftigen Markt- bzw. Geschäftsentwicklung der akquirierten Beteiligungsgesellschaften. Der langfristige Erfolg von INDUS hängt im Wesentlichen von der sorgfältigen Analyse potenzieller Akquisitionsunternehmen und der Steuerung des Beteiligungsportfolios der Holding ab. Um mögliche Risiken auf dem Feld „unternehmensstrategische Risiken" zu minimieren, setzt die Holding auf umfangreiche Instrumente zur Marktanalyse der jeweiligen Branche sowie eigene quantitative Analysetools. Den möglichen Risiken aus Fehleinschätzungen in der operativen Entwicklung begegnet INDUS durch intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, regelmäßige Strategiegespräche mit den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften sowie den wesentlichen Kunden und Lieferanten. Sämtliche Beteiligungsunternehmen berichten auf monatlicher Basis über ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und die individuelle Risikolage. Die kurz- und mittelfristigen Planungen für jedes Beteiligungsunternehmen und aggregiert für die Holding gewährleisten stets einen umfassenden Überblick über die Risikolage des einzelnen Unternehmens und des Konzerns. Erforderliche Reengineeringmaßnahmen bei den Tochtergesellschaften werden durch die Holding begleitet und unterstützt. Leistungswirtschaftliche Risiken Neben den unternehmensstrategischen Risiken bestehen für INDUS und die Tochterunternehmen leistungswirtschaftliche Risiken wie insbesondere Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken und Absatzrisiken. Die Beteiligungsunternehmen benötigen für die Herstellung ihrer Produkte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die von unterschiedlichen Lieferanten bezogen werden. Aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS sind Lieferrisiken im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energieträger können stark schwanken. Abhängig von der jeweiligen Marktsituation ist es den Beteiligungsgesellschaften nicht immer möglich, die daraus entstehenden Belastungen an die Kunden zeitnah und vollumfänglich weiterzugeben. Die operativ Verantwortlichen stehen im kontinuierlichen Kontakt mit Lieferanten und Kunden. So können sie frühzeitig auf eventuell auftretende Preis- und Mengenrisiken auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten reagieren. Die Produktionsanlagen der Beteiligungsgesellschaften werden in einem permanenten Prozess optimiert. Hierzu setzt INDUS vielfältige Überwachungs- und Kontrollsysteme ein. Auf diesem Weg können mögliche Produktionsrisiken frühzeitig erkannt und es kann entsprechend reagiert werden. Strategisches Ziel von INDUS ist es, die Produktion auf Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse zu internationalisieren und damit mögliche weitere Kostenvorteile zu nutzen. Personalrisiken Der langfristige Erfolg der INDUS-Gruppe hängt maßgeblich vom Know-how und von der Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter ab. Mögliche Risiken ergeben sich im Wesentlichen bei der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sowie durch die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. INDUS begrenzt diese Risiken durch ein umfassendes Angebot von zielgerichteten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine leistungsgerechte Vergütung mit einem erfolgsabhängigen Anreizsystem. Die Gesamtheit dieser Maßnahmen macht INDUS und ihre Beteiligungsunternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber, sodass den Risiken aus Fluktuation, demografischer Entwicklung und Kompetenzverlust aktiv begegnet wird. Informationstechnische Risiken Grundlage einer modernen Arbeitsumgebung ist eine sichere und effektive informationstechnische Infrastruktur. Die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit der permanenten Verfügbarkeit stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnologie. Möglichen Risiken aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch begegnet INDUS mit regelmäßigen Investitionen in Hard- und Software, dem Einsatz von Virenscannern und Firewallsystemen sowie effektiven Zugangs- und Zugriffskontrollen. Eine permanente Kontrolle dieser Maßnahmen erfolgt durch interne und externe Experten. Aus heutiger Sicht bestehen keine wesentlichen informationstechnischen Risiken. Finanzwirtschaftliche Risiken Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählen vor allem das Liquiditätsrisiko, das Ausfallrisiko, das Zinsrisiko und das Währungsrisiko. Die Finanzierung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften wird zentral durch die Holding gesteuert. Grundsätzlich finanzieren sich die einzelnen Beteiligungsgesellschaften selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation erfolgen Transfers zur oder von der Holding. Um die jederzeitige Handlungsfähigkeit der Holding sowie eine ausreichende Finanzierung der Beteiligungsgesellschaften sicherzustellen, verfügt die Holding über entsprechende Liquiditätsreserven. Eine breit diversifizierte Finanzierungsstruktur, verteilt auf über 15 Kreditinstitute, verhindert darüber hinaus eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern, sodass aus heutiger Sicht ein Liquiditätsrisiko trotz der aktuellen Verwerfungen im Bankensektor unwahrscheinlich ist. Das Ausfallrisiko ist durch das breit diversifizierte Portfolio und die Eigenständigkeit der Beteiligungsunternehmen, die ihre Aktivitäten auf verschiedene Märkte und mit unterschiedlichen Produkten konzentrieren, deutlich begrenzt. Die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios erfolgt fristenkongruent durch die Holding unter Vermeidung von Klumpenrisiken durch revolvierende Mittelaufnahme. Kreditbesicherungen bestehen nicht. Die vereinbarten Covenants stellen aus heutiger Sicht kein wirtschaftliches Risiko dar. Bei der Finanzierung setzt INDUS auf einen Mix aus festverzinslicher und variabler Finanzierung, die per Zinsswaps wiederum in festverzinsliche Finanzierungen transferiert werden. Eine Veränderung des Zinsniveaus hätte durch die damit fast vollständig abgesicherten Zinsänderungsrisiken keine Auswirkungen auf die Ertragslage, da sich die Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten kompensieren. Das Nominalvolumen der Zinsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2009 insgesamt 178,3 Mio. EUR (Vorjahr: 282,1 Mio. EUR). Aufgrund der zunehmenden internationalen Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften sowie aufgrund von Finanztransaktionen mit den schweizerischen Beteiligungsgesellschaften bestehen verstärkt Währungsrisiken. Diesen begegnet INDUS mit der kongruenten Absicherung der Geschäftsvorfälle durch Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Das Nominalvolumen der Währungsabsicherung betrug zum 31. Dezember 2009 insgesamt 15,3 Mio. EUR (Vorjahr: 20,4 Mio. EUR). Rechtliche Risiken Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsunternehmen sind einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie Steuerrecht. Aus dem operativen Geschäft der einzelnen Beteiligungsgesellschaften resultieren darüber hinaus Risiken aus Gewährleistungsansprüchen aufgrund von Kundenreklamationen. Ein effizientes Qualitätsmanagement minimiert dieses Risiko zwar, kann aber keinen grundsätzlichen Ausschluss garantieren. Aus diesem Grund wurden im vergangenen Jahr Rückstellungen für Gewährleistungen für Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung in Höhe von 10,7 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 12,8 Mio. EUR). Risiken aus dem Ausgang von Gerichts- oder Schiedsverfahren, die nach heutiger Einschätzung einen erheblichen nachteiligen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Gruppe haben könnten, bestehen weder für die INDUS Holding AG noch für die einzelnen Beteiligungsgesellschaften. Sonstige Risiken Eine wichtige Rolle für die INDUS Holding AG spielt der verantwortungsbewusste Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Die Produktionsprozesse in den einzelnen Beteiligungsunternehmen werden kontinuierlich auch dahin gehend optimiert, die Belastung für die Umwelt und hier insbesondere den Energieverbrauch zu minimieren. Darüber hinaus sind sämtliche Mitarbeiter der Gruppe dazu angehalten, in ihrem Bereich die entsprechenden Bestimmungen des Umweltschutzes zu beachten und Verbesserungsvorschläge, die über die etablierten Normen hinausgehen, einzureichen. Eventuelle Schäden aus potenziell eintretenden Umweltrisiken sind durch eine Versicherung in ausreichender Höhe abgedeckt. Aktuell sind weder in der Holding noch in den einzelnen Beteiligungsgesellschaften Umweltrisiken erkennbar. Der Konzern hat aufgrund seiner Unternehmensstrategie, die Diversifikation durch einen kontinuierlichen Ausbau des Beteiligungsportfolios voranzutreiben, Firmenwerte in Höhe von 289,6 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 296,0 Mio. EUR). Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment) unterzogen werden. Sollten Wertminderungen festgestellt werden, sind die entsprechenden Firmenwerte außerplanmäßig abzuschreiben. Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 5,8 Mio. EUR vorgenommen (Vorjahr: 3,3 Mio. EUR). Internes Risiko- und Kontrollmanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Gemäß § 289 Abs. 5 HGB in der Fassung nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz – BilMoG) haben kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften im Lagebericht die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Gemäß § 175 Abs. 2 Satz 1 AktG in der Fassung gemäß BilMoG bezieht sich der erläuternde Bericht des Vorstands an die Hauptversammlung auch auf diese Angaben. Als international agierendes Unternehmen unterliegt die INDUS Holding AG verschiedenen Risiken, die mit der Tätigkeit im Bereich INDUS Holding AG verbunden sind. Der Eintritt von Risiken könnte nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die INDUS Holding AG hat daher in Übereinstimmung mit branchenüblichen Standards und gesetzlichen Bestimmungen ein Kontroll- und Risikomanagementsystem eingerichtet, um potentielle Risiken zu erkennen und über alle Funktionen hinweg beobachten und beurteilen zu können. Das Kontroll- und Risikomanagement ist als integraler Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse in das Informations- und Kommunikationssystem der INDUS Holding AG eingebunden und ist wesentlicher Bestandteil des Führungssystems der INDUS Holding AG. Das Kontroll- und Risikomanagement der INDUS Holding AG basiert auf einem systematischen, den gesamten Konzern umfassenden Prozess der Risikoerkennung, -bewertung und -steuerung. Die Verantwortung für die Gestaltung des Kontroll- und Risikomanagements liegt beim Vorstand, der ein aktives Monitoring der Risiken sicherstellt. Im Rahmen des internen Kontroll- und Risikomanagements setzt die INDUS Holding AG gruppenweit etablierte Controlling-Instrumente ein. Dabei arbeitet die INDUS Holding AG mit Hilfe finanzieller und nicht-finanzieller Leistungsindikatoren. Bei den finanziellen Leistungsindikatoren werden vor allem Soll-Ist-Analysen herangezogen, um die Zielerreichung der Geschäftstätigkeit der INDUS Holding AG zu ermitteln. Dabei sind die Überwachung der Projektkosten und der Grad der Abweichung von der Planung als Leistungsindikator von besonderer Bedeutung. Diese Leistungsindikatoren werden in Verbindung mit den quantitativen und qualitativen nicht-finanziellen Leistungsindikatoren geprüft. Die INDUS Holding AG überwacht diese Indikatoren im Rahmen des integrierten Projektmanagements und -controllings. Dem Vorstand der INDUS Holding AG wird hierzu regelmäßig und falls nötig auch außerplanmäßig Bericht erstattet. Im Rahmen der Berichterstattung werden sämtliche Projekte unter Berücksichtigung aller Leistungsindikatoren ausführlich analysiert. Das Risikomanagementsystem wird durch den Risikobeauftragten der INDUS Holding AG überwacht. Dieser ist für die kontinuierliche Überwachung der im Rahmen der jährlichen gruppenweiten Risikoinventur erfassten Risiken zuständig. Auf Grundlage der Risikoinventur wird jährlich ein Risikobericht erstellt. Unterjährig neu auftretende Risiken werden nach Meldung an den Risikobeauftragten in das Risikomanagementsystem aufgenommen und einem Risikoverantwortlichen zugewiesen. Risiken werden gruppenweit erfasst und nach einheitlichen Maßstäben systematisch bewertet. Soweit erforderlich, führen die Auswertungen zur Bildung entsprechender Rückstellungen. Die INDUS Holding AG überwacht im Rahmen des Kontroll- und Risikomanagementsystems auch die Werthaltigkeit ihrer Beteiligungen an Tochterunternehmen. Hierbei werden laufend sowohl qualitative als auch quantitative Größen berücksichtigt. Die Werthaltigkeit von Forderungen wird regelmäßig überprüft. Die Bonität von Schuldnern wird, soweit angezeigt, vor der erstmaligen Belieferung mit Hilfe von Kreditagenturen und danach in periodischen Abständen überprüft. Anlassbezogene Prüfungen finden statt, sobald sich Hinweise auf eine Änderung der Bonität ergeben. Soweit erforderlich, werden entsprechende Abschreibungen vorgenommen. Beurteilung der Gesamtrisikosituation Die Gesamtrisikosituation des Konzerns setzt sich aus den aggregierten Einzelrisiken aller Risikokategorien zusammen. Zu den wesentlichen potenziellen Risiken der zukünftigen Entwicklung der INDUS Holding AG gehören insbesondere die Risiken aufgrund der aktuell schwierigen konjunkturellen Entwicklung. Für den Konzern waren im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand des Unternehmens haben könnten. Diese drohen aus heutiger Sicht auch in Zukunft nicht. Auftakt 2010 und AusblickWesentliche Ereignisse nach Bilanzstichtag Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 hat die INDUS Holding AG mit weiteren 25% nunmehr sämtliche Anteile an der OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG aus Oelde übernommen. 75% der Anteile an OBUK erwarb INDUS bereits 2006. OBUK produziert Füllungen aus Kunststoff und Aluminium für Haustüren im Premiumbereich und konnte 2009, trotz Wirtschaftskrise, Umsatz und Gewinn steigern. Ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2010 hat sich INDUS mit 60% an der Schweizer HAKAMA AG in Bättwil bei Basel beteiligt. Gleichzeitig wurde eine Option auf die verbleibenden 40% der Aktien erworben. Die bisherigen Eigentümer, Marius Haberthür und Fritz Kasper, bleiben mit 40% Anteilsbesitz weiterhin als Geschäftsführer von HAKAMA tätig. Im Jahr 2009 erzielte HAKAMA mit 145 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 24 Mio. CHF. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Fertigung von komplexen Gehäusen und Baugruppen aus Feinblech, schwerpunktmäßig für medizintechnische Systeme wie Analyse- und Diagnosegeräte. Die Produkte werden im Kundenauftrag entwickelt und gefertigt und ready-to-use ausgeliefert. Zu den größten Abnehmern gehören Unternehmen, die Analysesysteme liefern, zum Beispiel für Blutdiagnostik an Labore, Ärzte und Krankenhäuser. Hauptabsatzmärkte sind die Schweiz und Deutschland. Nach Ablauf des Geschäftsjahres 2009 sind bis auf die oben berichteten Ereignisse keine weiteren Ereignisse eingetreten, die für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der INDUS Holding AG von wesentlicher Bedeutung sind. Voraussichtliche Konzernentwicklung: Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen stabilisieren sich auf niedrigem Niveau Die Bundesregierung prognostiziert für 2010 ein Wachstum von 1,4%, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schätzt sogar 2,3% Zuwachs. Auch die fünf Wirtschaftsweisen gehen von einem Wachstum aus, und zwar um 1,6% Trotzdem wird sich ihrer Meinung nach die Lage am Arbeitsmarkt 2010 verschlechtern. Sie gehen weiter davon aus, dass die Arbeitslosenzahl im Durchschnitt auf fast 4 Millionen steigt, da viele Unternehmen im ersten Quartal 2010 die konjunkturelle Kurzarbeit nicht verlängern werden. Das deutsche Staatsdefizit stieg 2009 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 3,3% des Bruttoinlandproduktes (BIP), die Defizitquote dürfte 2010 nach Expertenschätzung bei über 5% des BIP liegen. Produzierende Industrie weiter unter Druck Die Entwicklung innerhalb der für INDUS relevanten Teilmärkte wird von den einzelnen Branchenverbänden unterschiedlich gesehen. Angesichts des gesamtwirtschaftlich schwachen vierten Quartals 2009 haben viele Branchenexperten ihre optimistischen Schätzungen teilweise revidiert. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie warnt davor, die derzeitige Stabilisierung schon als konjunkturelle Trendwende aufzufassen. Die Konjunkturprogramme der Bundesregierung hätten die Abwärtsentwicklung im Bauhauptgewerbe zwar vorerst gestoppt, trotzdem rechnet die Branche für 2010 mit einem weiteren Umsatzrückgang, der sich allerdings auf nominal -1,5% abschwächen wird (2009: -4%). Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet für 2010 mit einer Konsolidierung auf niedrigem Niveau. Die deutsche Maschinenproduktion wird nach seiner Einschätzung in den ersten Monaten des Jahres 2010 das Vorjahresniveau teils noch deutlich verfehlen und erst später im Jahr wieder Plusraten schreiben. Die deutsche Automobilindustrie hofft nach der Talfahrt für 2010 auf eine Normalisierung und erwartet zwischen 2,75 und 3,0 Mio. Neuzulassungen – ein Niveau, das nahe am langjährigen Durchschnitt des Pkw-Inlandsmarktes liegt. Entscheidend wird sein, wie sich die internationalen Märkte entwickeln. Hier sieht die Automobilindustrie eine leichte Erholung der Weltmärkte und hofft auf ein Plus bei Export und Produktion, allerdings auf noch niedrigem Niveau. Die Metall- und Elektro-Industrie geht davon aus, dass es noch mindestens zwei Jahre dauern wird, bis die Branche sich nachhaltig erholt hat. Zwar ziehen Auftragseingänge und Produktion seit einigen Monaten wieder an, aber es bleiben jeweils noch fast 35% aufzuholen. Auch hat sich der Aufholprozess im 4. Quartal 2009 spürbar verlangsamt. Die Geschäftserwartungen für erste Halbjahr 2010 sind aber optimistischer, im Januar lag der Auftragseingang laut Arbeitgeberverband Gesamtmetall um 6% höher als im Vormonat. Der Export erweist sich als Motor des Aufschwungs. Der Ausblick der Medizintechnik-Unternehmen auf 2010 fällt vorsichtig und differenziert aus. Fast die Hälfte erwartet ein besseres Ergebnis, rund 40% erwarten Stillstand und 15% sogar Umsatzeinbußen. Die Zurückhaltung ist in erster Linie durch die verschlechterte Finanzsituation des Gesundheitsfonds in 2010 begründet. Befragt nach den konkreten Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise nennen die Unternehmen vor allem den stärkeren Preisdruck sowie eine generell angespannte Finanzlage. Erholung für die Segmente von INDUS für 2010 unterschiedlich erwartet Für das Jahr 2010 geht INDUS davon aus, dass sich alle Geschäftsbereiche erholen beziehungsweise besser entwickeln werden als 2009. Je nach Branche verläuft nach unserer Einschätzung die Entwicklung unterschiedlich. Das Segment Bau/Infrastruktur dürfte insgesamt aufgrund seiner Spezialisierung von der anziehenden Nachfrage im privaten Wohnungsbau sowie den nationalen wie internationalen Infrastrukturmaßnahmen, die durch staatliche Konjunkturprogramme finanziert werden, profitieren. Hinzu kommt die starke Nischen-Positionierung unserer Segmentunternehmen, die stabile Margen verspricht. Unsere Töchter, deren Absatzmärkte stärker im Wirtschaftsbau liegen, dürften dagegen stärkere Einbußen verzeichnen. Insgesamt erwarten wir für dieses Segment 2010 einen stabilen Geschäftsverlauf auf dem Niveau von 2009. Die Unternehmen des Segments Maschinen- und Anlagenbau haben ihr Auftragspolster aus 2009 zum großen Teil abgeschmolzen und werden als spätzyklische Branche 2010 kaum Umsatz- und Leistungszuwächse erzielen können. Der gesunkene Auftragsbestand Ende 2009 zeigt besonders im langfristig projektierten Bereich noch keine Erholung. Hier erwarten wir eine Besserung der Geschäftslage für das Jahr 2011. Für unsere Töchter mit kurzfristigeren Projekten sind wir dagegen optimistischer, da hier bereits Anfragen für Neuprojekte vorliegen. In Summe erwarten wir für das Segment in 2010 keine Ergebnisverbesserung. Für das Segment Fahrzeugkomponenten/Engineering sehen wir sowohl Licht als auch Schatten. Die Unternehmen, die direkt ihre Produkte an die großen Automobilzulieferer und Autohersteller liefern, verzeichnen seit dem dritten Quartal 2009 zwar mehr Aufträge und haben auch teilweise von Marktbereinigungen profitiert. Aber 2010 wird für Automobilzulieferer mindestens genauso schwierig wie 2009, da die künstliche Stimulation durch staatliche Hilfe entfällt. Besonders das Segment der kleinen und mittleren Pkws wird, bedingt durch den Vorzieheffekt der Abwrackprämie, kaum wachsen. Und es ist noch nicht abzusehen, ob es einen Nachholeffekt im für viele INDUS-Gesellschaften wichtigen Premiumbereich gibt. INDUS hat hier die Weichen bereits 2009 gestellt: unsere Kapazitäten sind angepasst, die Kostenstruktur der Krise angeglichen. Wir gehen von einer nachhaltigen Trendumkehr mit sukzessive wieder akzeptablen Renditen aus. Diese Einschätzung wir durch die Entwicklung in den ersten Monaten 2010 bestätigt. Verstärkt wird diese Erwartung durch die Entfaltung unserer Beteiligungen in den Bereichen Entwicklung, Prototypen und Vorserienbau. Derzeit überdenken alle Hersteller ihre Modellpalette und investieren in neue Projekte, um ihre Markposition zu sichern. Für 2010 gehen wir daher davon aus, dass das Segment eine deutlich bessere Rendite erzielen wird. Für die Unternehmen des Segments Metall/Metallverarbeitung und die Unternehmen des Segments gehen wir von einer deutlichen Erholung aus. Unsere Aktivitäten im Bereich Grundstoffe verzeichnen mehr Aufträge; diese Entwicklung verläuft parallel zur Erholung des stahlproduzierenden Sektors. Zuversichtlich stimmt uns auch der Blick auf die Auftragslage der metallverarbeitenden Betriebe. Noch optimistischer sehen wir die Entwicklung des Segments Medizintechnik/Life Science. Hier erwarten wir angesichts der Auftragslage unserer Töchter ein deutliches Umsatzwachstum und eine entsprechende Ergebnissteigerung. Unser Ziel für 2010: Umsatz- und Ergebniswachstum Wir werden auch im laufenden Jahr an unserer bewährten Strategie festhalten. INDUS setzt auf internes wie externes Wachstum. Intern wollen wir in allen Segmenten unsere Umsätze und Erträge entweder stabil halten oder deutlich steigern. Die Grundlagen dafür haben wir im Krisenjahr gelegt: durch die Optimierung unserer Kapazitäten und Senkung von Kosten. Wir setzen unverändert auf die Weiterentwicklung unserer bestehenden Beteiligungsgesellschaften und den Ausbau unseres Beteiligungsportfolios durch zielgerichtete Akquisitionen. Bereits zum Jahresanfang gelangen uns mit dem Kauf der restlichen Anteile von OBUK und der Übernahme der schweizerischen HAKAMA zwei starke Investitionen. Im Jahresverlauf wollen wir möglichst in weitere Akquisitionen investieren und damit unserer Philosophie folgend antizyklisch handeln. Unsere gute Liquiditätssituation und die vorhandenen Finanzierungszusagen der Banken ermöglichen es uns, die aufgrund der Krise und der schwierigen Liquiditätssituation der Private-Equity-Gesellschaften gesunkenen Bewertungsniveaus attraktiver mittelständischer Unternehmen zu nutzen. Mittelfristige Umsatz- und Ergebnisprognose: deutliche Umsatzsteigerung und überdurchschnittlicher Anstieg beim Ergebnis INDUS strebt für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 einen Umsatz deutlich über 800 Mio. EUR und ein zum Umsatz überproportionales EBIT-Wachstum an. Unsere EBIT-Marge soll 2010 deutlich über der Marke von 2009 mit rund 7% liegen; sollte die sich derzeit abzeichnende Konjunkturbelebung anhalten, gehen wir auch für 2011 von einer weiteren Umsatz- und Ergebnisverbesserung aus. Mittelfristig streben wir die Erreichung einer Zielrendite beim EBIT von über 10% an.
Bergisch Gladbach, den 22. April 2010 Der Vorstand Helmut Ruwisch Jürgen Abromeit Dr. Wolfgang Höper Dr. Johannes Schmidt Versicherung der gesetzlichen Vertreter(Bilanzeid)Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie wesentliche Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Bergisch Gladbach, den 22. April 2010 Der Vorstand Helmut Ruwisch Jürgen Abromeit Wolfgang E. Höper Dr. Ing. Johannes Schmidt Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht zum Jahresabschluss zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Krefeld, den 22. April 2010 Treuhand- und Revisions-Aktiengesellschaft Kuntze, Wirtschaftsprüfer ppa. Oymann, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratesSehr geehrte Damen und Herren, 2009 war für die INDUS Holding AG ein Ausnahmejahr in der langen Unternehmensgeschichte. Die weltweite Wirtschaftskrise traf auch INDUS mit voller Kraft. Trotzdem blieb die Gruppe in allen vier Quartalen profitabel. Das ist dem breit aufgestellten Portfolio ebenso zu verdanken wie dem früh einsetzenden, konsequenten und alle Entscheider des Konzerns einbeziehenden Krisenmanagement. Mit einem Umsatz von 770 Mio. EUR und einem operativen Ergebnis von 54,6 Mio. EUR hat INDUS angesichts der schwierigen Wirtschaftslage sicherlich akzeptabel abgeschlossen. Im Berichtsjahr nahm der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahr. Er hat den Vorstand kontinuierlich beraten und die Leitung des Unternehmens überwacht. Dabei wurde er durch den Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Lage des Unternehmens sowie über alle wesentlichen Geschäftsvorgänge informiert. Auf diese Weise erhielt er einen aktuellen Einblick in die Geschäfts-, Umsatz- und Ertragsentwicklung sowie die Vermögens- und Finanzlage. Über die Finanz, lnvestitions- und Personalplanung sowie die Risikolage und das Risikomanagement wurde gleichermaßen regelmäßig berichtet. Der Aufsichtsrat hinterfragte alle Informationen und konnte sie mit der strategischen Planung des Unternehmens abgleichen. Auch außerhalb der turnusgemäßen Sitzungen wurden alle für die INDUS Holding AG bedeutenden Geschäftsvorgänge mit dem Aufsichtsrat erörtert. So war dieser stets in alle grundlegenden Entscheidungen eingebunden. Im Jahr 2009 fanden fünf ordentliche Aufsichtsratssitzungen im Beisein des Vorstandes statt. Dabei waren die Mitglieder des Aufsichtsrats in allen Sitzungen vollständig versammelt. Schwerpunkte der Beratungen waren dabei vor allem die Maßnahmen zur Krisenbewältigung und Erhaltung der Stabilität der Gruppe. Der Personalausschuss trat im Geschäftsjahr einmal zusammen. Neben der kontinuierlichen Überprüfung des Vergütungssystems für den Vorstand wurden verschiedene Vorstandsangelegenheiten behandelt. Veränderungen im Aufsichtsrat Aus persönlichen Gründen schied der Vorsitzende des Aufsichtsrats Günter Kill zum 9. Dezember 2009 aus dem Gremium aus. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Günter Kill für seinen beständigen Einsatz zum Wohle der INDUS Holding AG, die er seit 1991 als Aufsichtsratsmitglied begleitete. Der Aufsichtsrat wählte in seiner Sitzung vom 9. Dezember 2009 den Unterzeichner zum Vorsitzenden des Gremiums. Auf Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand bestellte das Amtsgericht für das frei gewordene Aufsichtsratsmandat schließlich am 2. Februar 2010 den Unternehmer Carl Martin Welcker aus Köln. Seine Bestellung gilt bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Beratungsthemen Der Aufsichtsrat erhielt vom Vorstand ausführliche Risikoberichte und beschäftigte sich insbesondere mit Finanzierungsthemen; dabei standen die Aspekte Kreditstatus, Tilgungsstruktur; Liquiditätsstatus und Liquiditätsplanung im Fokus. Auch über bestehende Währungsrisiken und deren Absicherung wurde dem Aufsichtsrat ausführlich berichtet. Ein anderer Schwerpunkt der regelmäßigen Beratungen waren die Strategiefortschreibung und die Umsetzungsmaßnahmen angesichts der Krise. Darüber hinaus beriet der Aufsichtsrat über Maßnahmen zur Neuordnung der Aktionärsstruktur. Hinsichtlich der bestehenden Beteiligungen erhielt der Aufsichtsrat vom Vorstand ausführliche Berichte zur Überwachung der bestehenden Beteiligungen und Informationen über Veränderungen des Portfolios wie die Veräußerung der wfv Werkzeug-und Formenbau, Lampertheim. Nicht zuletzt galt der Personalpolitik die besondere Aufmerksamkeit des Aufsichtsrates. Als mittelständisch geprägter Unternehmensverbund lebt INDUS in erster Linie von Qualität und Engagement seiner Geschäftsführer und Mitarbeiter. Corporate Governance Der Aufsichtsrat befasst sich regelmäßig mit der Einhaltung und Weiterentwicklung der Corporate Governance im Unternehmen. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat zusammen mit dem Vorstand die Neuerungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 18. Juni 2009 ausführlich diskutiert und in der Sitzung am 9. Dezember 2009 die gemeinsame Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet. Aus dieser geht hervor, dass die INDUS Holding AG nicht nur den Empfehlungen des Kodex nach der neuen Fassung folgt, sondern auch die Zahl der als notwendig erachteten Abweichungen von sieben auf drei reduziert hat. Diese Entsprechenserklärung wurde mit der anschließenden Veröffentlichung auf der Internetseite der Gesellschaft der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht. Darüber hinaus ist sie Bestandteil des Corporate-Governance-Berichts im Geschäftsbericht. Beratung der Jahresabschlüsse und Dividendenvorschlag Die durch Beschluss der Hauptversammlung vom 1. Juli 2009 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer bestellte Treuhand- und Revisions-Aktiengesellschaft Niederrhein, Krefeld, hat gemäß Auftrag des Aufsichtsrats den Jahresabschluss und den Lagebericht des INDUS Holding-Konzerns und der INDUS Holding AG geprüft. Der Konzernabschluss wurde nach dem International Financial Reporting Standard (IFRS) aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Darüber hinaus hat er festgestellt, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht und bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar waren. Eine prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten wurde nicht durchgeführt. Konzernabschluss und Konzernlagebericht, Jahresabschluss und Lagebericht sowie die Prüfungsberichte wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegt. Sie wurden in der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 22. April 2010 detailliert erörtert. An diesen Erörterungen nahm auch der Abschlussprüfer teil, der über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtete und für zusätzliche Fragen zur Verfügung stand. Der Aufsichtsrat hat sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte eingehend geprüft und diskutiert. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung der vorgelegten Unterlagen erhebt der Aufsichtsrat keine Einwände, schließt sich dem Ergebnis des Abschlussprüfers an und billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss der INDUS Holding AG ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließt sich der Aufsichtsrat an. Nachtragsbericht In seiner Sitzung vom 11. Februar 2010 beschloss der Aufsichtsrat eine Neuregelung des Vorstandsvergütungssystems. Anlass war das neue Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG). Der Aufsichtsrat hat sich mit den Anforderungen des Gesetzes in mehreren Beratungen auseinandergesetzt und das Vergütungssystem für den Vorstand mit Hilfe einer externen Beratung überprüft, unter anderem durch eine Benchmark-Analyse. Die Neuerungen beinhalten nun auch eine Nachhaltigkeits-Komponente und gelten für künftige Vorstandsverträge. Soweit notwendig wurden die laufenden Verträge per 1.1.2010 den Neuregelungen angepasst. Der Aufsichtsrat weiß, dass der Erfolg der INDUS-Gruppe ganz wesentlich von den Menschen bestimmt wird, die sich täglich für unser Unternehmen mit Ideenreichtum, Einsatzbereitschaft und Gemeinsinn engagieren. INDUS sieht es im Gegenzug als ihre Pflicht, für diese Ideen und das Engagement der Mitarbeiter Freiräume und eine stabile, verlässliche Perspektive zu schaffen. Aus dieser Überzeugung heraus dankt der Aufsichtsrat allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre engagierte und erfolgreiche Arbeit im vergangenen Jahr. Besonderer Dank gilt dem Vorstand und den Geschäftsführern vor Ort, die die Folgen der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte für INDUS bisher erfolgreich gemeistert haben.
Bergisch Gladbach, im April 2010 Der Aufsichtsrat Burkhard Rosenfeld, Vorsitzender Entsprechenserklärung 2009Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass das Unternehmen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 18. Juni 2009 in wesentlichen Punkten entspricht und in der Vergangenheit entsprochen hat. Auch in Zukunft beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat, die Empfehlungen zu beachten. Dabei gelten folgende Ausnahmen: Kodex Ziffer 3.8 Für die Mitglieder des Aufsichtsrates wurde und wird beim Abschluss einer D & O Versicherung kein Selbstbehalt vereinbart. Der Kodex empfiehlt, bei Abschluss von Haftpflichtversicherungen für Aufsichtsratsmitglieder (sog. Directors and Officers Liability Insurance – D&O-Versicherung) einen Selbstbehalt vorzusehen, während der Selbstbehalt bei Abschluss einer D&O-Versicherung für Vorstandsmitglieder gesetzlich vorgeschrieben ist. Die INDUS Holding AG ist der Auffassung, dass die Vereinbarung eines Selbstbehalts nicht geeignet wäre, die Motivation und Verantwortung zu verbessern, mit denen die Mitglieder des Aufsichtsrats die ihnen übertragenen Aufgaben und Funktionen wahrnehmen. Kodex Ziffer 5.3.2: Ein Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat bestand und besteht nicht. Die bisherige Praxis, dass sich der gesamte Aufsichtsrat mit allen sechs Mitgliedern möglichst mit allen Themen befasst, soll beibehalten werden. Dies gilt auch hinsichtlich der Einrichtung eines Prüfungsausschusses (Audit Committee). Ein spezielles Audit Committee ist nicht eingerichtet worden, da sich der gesamte Aufsichtsrat in einer eigenen Sitzung mit dem Prüfungsbericht über den Jahresabschluss befasst. Kodex Ziffer 7.1.2: Eine Veröffentlichung des Konzernabschluss binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende und des Zwischenberichts 45 Tage nach Ende des Berichtszeitraums war und ist mit der notwendigen Sorgfalt nicht durchführbar. Wir halten uns an die gesetzlichen Regeln bzw. die Regeln der Frankfurter Wertpapierbörse, wonach der Konzernabschluss binnen vier Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres bzw. Zwischenberichte binnen zwei Monaten nach dem Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein sollen. Vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells der INDUS Holding AG ist insbesondere zur abgesicherten und qualifizierten Ermittlung der Abschlüsse aller Tochter- und Enkelgesellschaften ein entsprechender Zeitkorridor erforderlich. Eine frühere Abschlusspublizität würde überproportional zu Lasten der Qualität der Abschlüsse gehen.
Bergisch Gladbach, im Dezember 2009 Für den Vorstand Helmut Ruwisch Jürgen Abromeit
Für den Aufsichtsrat Dr. Jürgen Allerkamp |
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