INDUS Holding AG

Bergisch Gladbach

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

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TEUR Anhang 2010 2009*
Umsatzerlöse [1] 971.585 766.399
Sonstige betriebliche Erträge [2] 19.598 23.278
Aktivierte Eigenleistungen [3] 2.959 4.508
Bestandsveränderung [3] 18.254 - 17.971
Materialaufwand [4] -461.988 - 336.985
Personalaufwand [5] - 265.128 - 227.753
Abschreibungen [6] - 43.596 - 45.780
Sonstiger betrieblicher Aufwand [7] - 139.971 - 109.164
Ergebnis aus at Equity bewerteten Anteilen   155 335
Übriges Finanzergebnis [8] - 432 190
Operatives Ergebnis (EBIT)   101.436 57.057
Zinserträge   1.890 1.354
Zinsaufwendungen   - 29.279 - 28.930
Zinsergebnis [9] - 27.389 - 27.576
Ergebnis vor Steuern   74.047 29.481
Steuern [10] - 25.254 - 12.586
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche [11] - 1.850 - 5.485
Ergebnis nach Steuern   46.943 11.410
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter   - 343 - 624
davon Anteile der INDUS-Aktionäre   46.600 10.786
Ergebnis je Aktie verwässert in EUR [12] 2,59 0,89
Ergebnis je Aktie unverwässert in EUR   2,59 0,89

* Vorjahreszahlen angepasst

Überleitung zum Gesamtergebnis

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TEUR 2010 2009*
Ergebnis nach Steuern 46.943 11.410
davon aus Anpassungen nach IAS 8 - -
Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung - 3.412 - 413
Veränderung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 514 - 1.114
Abgrenzung latenter Steuern - 81 176
Direkt im Eigenkapital erfasstes sonstiges Ergebnis - 2.979 - 1.351
Insgesamt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 43.964 10.059
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 343 624
davon Anteile der INDUS-Aktionäre 43.621 9.435

* Vorjahreszahlen angepasst

Die Abgrenzung latenter Steuern im Eigenkapital betrifft ausschließlich die Veränderung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente.

Konzernbilanz

AKTIVA

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TEUR Anhang 31.12.2010 31.12.2009*
Geschäftswert/Goodwill [13] 289.573 289.573
Immaterielle Vermögenswerte [13] 17.071 17.116
Sachanlagen [13] 244.460 238.888
Finanzanlagen [14] 8.552 8.994
At Equity bewertete Anteile [14] 1.324 4.578
Sonstige langfristige Vermögenswerte [15] 1.415 3.010
Latente Steuern [16] 2.747 1.989
Langfristige Vermögenswerte   565.142 564.148
Liquide Mittel   96.840 93.506
Forderungen [17] 117.617 99.267
Vorräte [18] 178.756 143.102
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte [15] 7.944 8.481
Laufende Ertragsteuern [16] 6.790 4.975
Kurzfristige Vermögenswerte   407.947 349.331
Bilanzsumme   973.089 913.479

PASSIVA

     
Eingezahltes Kapital   206.329 172.930
Erwirtschaftetes Kapital   101.484 67.048
Eigenkapital der INDUS-Aktionäre   307.813 239.978
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter   1.676 1.736
Eigenkapital des Konzerns [19] 309.489 241.714
Langfristige Finanzschulden [20] 326.417 363.501
Pensionsrückstellungen [21] 15.541 15.994
Sonstige langfristige Rückstellungen [22] 2.788 2.108
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten [23] 14.784 14.679
Latente Steuern [16] 15.743 16.899
Langfristige Schulden   375.273 413.181
Kurzfristige Finanzschulden [20] 149.814 138.345
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   36.053 28.019
Kurzfristige Rückstellungen [22] 43.882 29.892
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten [23] 51.225 58.209
Laufende Ertragsteuern [16] 7.353 4.119
Kurzfristige Schulden   288.327 258.584
Bilanzsumme   973.089 913.479

* Vorjahreszahlen angepasst

Konzern-Kapitalflussrechnung

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TEUR 2010 2009*
Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche 48.793 16.895
Abschreibungen/Zuschreibungen:    
auf langfristige Vermögensgegenstände (ohne latente Steuern) 44.309 45.915
aufgrund von Gewinnen (-) bzw. Verlusten (+) aus dem Abgang von Anlagevermögen 347 436
Steuern 25.254 12.586
Zinsergebnis 27.389 27.576
Cash Earnings aufgegebener Geschäftsbereiche - 1.481 - 4.051
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen - 155 - 335
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge - 3.819 1.583
Veränderungen der Rückstellungen 14.383 - 4.078
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -51.875 36.990
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten und anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 4.183 - 6.624
Erhaltene/gezahlte Ertragsteuern -25.995 - 20.718
Erhaltene Dividenden 570 420
Operativer Cashflow 81.903 106.595
Gezahlte Zinsen -29.496 - 30.858
Erhaltene Zinsen 1.890 1.354
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 54.297 77.091
Auszahlungen für Investitionen in    
immaterielle Vermögenswerte - 5.169 - 5.297
Sachanlagen -34.159 - 30.352
Finanzanlagen - 456 - 1.251
Anteile vollkonsolidierter Gesellschaften - 4.199 0
Einzahlungen aus Abgängen von    
Anteilen vollkonsolidierter Gesellschaften 239 259
sonstigen Anlagen 5.325 3.956
Investitionstätigkeit aufgegebener Geschäftsbereiche - 6 - 24
Cashflow aus Investitionstätigkeit -38.425 -32.709
Einzahlungen Kapital (Erhöhung) 33.399 0
Auszahlungen Dividende - 9.185 - 14.696
Auszahlungen Minderheitsgesellschafter - 403 - 22
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 60.025 84.122
Auszahlung aus der Tilgung von Krediten -97.724 -107.446
Finanzierungstätigkeit aufgegebener Geschäftsbereiche 0 - 1.084
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -13.888 - 39.126
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel 1.984 5.256
Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel 1.350 459
Liquide Mittel am Anfang der Periode 93.506 87.791
Liquide Mittel am Ende der Periode 96.840 93.506
Zahlungswirksame Vorgänge aus Veräußerung von Beteiligungen: 600 818
zzgl. veräußerter Finanzschulden 0 0
abzgl. veräußerter Finanzmittel: - 361 - 559
Nettoveräußerungserlös 239 259
Zahlungswirksame Vorgänge aus Neuerwerben von Beteiligungen: - 4.199 0
zzgl. übernommener Finanzschulden 0  
abzgl. erworbener Finanzmittel: 0 0
Nettokaufpreis - 4.199 0

* Vorjahreszahlen angepasst

Die liquiden Mittel enthalten ein Konto mit eingeschränkter Verfügungsmacht in Höhe von 436 TEUR (Vorjahr: 238 TEUR). Investitions- und Finanzierungsvorgänge in Höhe von - 886 TEUR (Vorjahr: - 954 TEUR), welche nicht zu einer Veränderung der liquiden Mittel führten, sind nicht Bestandteil der Kapitalflussrechnung.

Entwicklung des Konzerneigenkapitals

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1.1. - 31.12.2010
TEUR
Anfangsbestand 1.1.2010 Dividendenausschüttung Gesamtergebnis Kapitalerhöhung Endbestand 31.12.2010
2010          
Gezeichnetes Kapital 47.762 0 0 4.776 52.538
Kapitalrücklage 125.168 0 0 28.623 153.791
Eingezahltes Kapital 172.930 0 0 33.399 206.329
Angesammelte Gewinne 69.554 - 9.185 46.600 0 106.969
Rücklage für Währungsumrechnung 2.080 0 - 3.412 0 - 1.332
Rücklage für Marktbewertung von Finanzinstrumenten - 4.586 0 433 0 - 4.153
Erwirtschaftetes Kapital 67.048 - 9.185 43.621 0 101.484
Eigenkapital der INDUS-Aktionäre 239.978 - 9.185 43.621 33.399 307.813
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 1.736 - 403 343 0 1.676
Eigenkapital des Konzerns 241.714 - 9.588 43.964 33.399 309.489
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1.1. - 31.12.2009
TEUR
Anfangsbestand 1.1.2009 Dividendenausschüttung Gesamtergebnis Kapitalerhöhung Endbestand 31.12.2009
2009          
Gezeichnetes Kapital 47.762 0 0 0 47.762
Kapitalrücklage 125.168 0 0 0 125.168
Eingezahltes Kapital 172.930 0 0 0 172.930
Angesammelte Gewinne 73.464 - 14.696 10.786 0 69.554
Rücklage für Währungsumrechnung 2.493   - 413 0 2.080
Rücklage für Marktbewertung von Finanzinstrumenten - 3.648   - 938 0 - 4.586
Erwirtschaftetes Kapital 72.309 - 14.696 9.435 0 67.048
Eigenkapital der INDUS-Aktionäre 245.239 - 14.696 9.435 0 239.978
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 1.134 - 22 624 0 1.736
Eigenkapital des Konzerns 246.373 - 14.718 10.059 0 241.714

Die Rücklagen für die Währungsumrechnung und die Marktbewertung von Finanzinstrumenten enthalten noch nicht realisierte Gewinne und Verluste. Die Veränderung der Rücklage für die Marktbewertung von Finanzinstrumenten resultiert ausschließlich aus laufender Veränderung der Marktbewertung. Auswirkungen aus Umklassifizierungen existieren nicht.

Die Dividendenausschüttung basiert auf einer Dividende von 0,50 EUR je Stückaktie mit WKN 620010/ISIN DE 0006200108 (18.370.033 Aktien).

Die Minderheitsanteile am Kapital betreffen die Fremdgesellschafter von Kapitalgesellschaften. Die Minderheitsanteile am Kapital der Personengesellschaften werden nach IAS 32 aufgrund der prinzipiellen Kündbarkeit und damit Rückzahlbarkeit der Anteile als Fremdkapital klassifiziert.

Konzernanhang

■ Allgemeines

Die INDUS Holding Aktiengesellschaft mit Sitz in Bergisch Gladbach, Deutschland, eingetragen im Handelsregister Köln unter HRB 46360, hat ihren Konzernabschluss für das vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010 dauernde Geschäftsjahr 2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Der Konzernabschluss ist grundsätzlich auf der Basis historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Bilanzierung von Finanzinstrumenten, bei denen eine Bewertung zum Marktwert verpflichtend ist. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Bilanzstichtag der INDUS Holding AG erstellt und basieren auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Gemäß § 315a HGB ist die INDUS Holding AG verpflichtet, den Konzernabschluss nach IFRS-Standards zu erstellen. Grundlage ist die Verordnung Nr.1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung Internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union. Nach HGB erforderliche Anhangangaben, die über die nach IFRS erforderlichen Angaben hinausgehen, werden ebenfalls im Konzernanhang dargestellt. Bedingt durch die Umgliederung aufgegebener Geschäftsbereiche sowie Änderungen der Bilanzierungsmethoden sind die Vorjahreszahlen in allen relevanten Aufstellungen angepasst worden. Der Abschluss wurde am 15. März 2011 durch den Vorstand aufgestellt. Die Genehmigung durch den Aufsichtsrat erfolgte am 14. April 2011.

■ Anwendung und Auswirkung von neuen und geänderten Standards:

Änderung der Bilanzierung nach Übernahme des IFRS 3 durch die EU

Alle zum 31. Dezember 2010 verpflichtend anzuwendenden Standards wurden berücksichtigt. Von der Möglichkeit, zukünftig verpflichtende Standards vorzeitig anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht.

Im Geschäftsjahr 2010 verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen:

Im Januar 2008 veröffentlichte das International Accounting Standards Board (IASB) die geänderten IAS 27 und IFRS 3. Diese wurden von der EU im Juni/Juli 2009 in europäisches Recht übernommen. Die Standards haben wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung von Unternehmenserwerben, insbesondere bei der Bewertung von Minderheitsanteilen, der Bilanzierung sukzessiver Anteilserwerbe sowie der Behandlung von bedingten Kaufpreisanteilen und Anschaffungsnebenkosten. Die Standards wurden bereits im Abschluss 2009 vorzeitig angewendet.

Die Anwendung der "Full Goodwill"-Methode ermöglicht eine konsistente Darstellung des Abfindungsanspruchs von Minderheitsgesellschaftern bei Personengesellschaften, wie von IAS 32 gefordert. Der beizulegende Zeitwert des Minderheitsanteils wird als Verbindlichkeit passiviert und bilanzverlängernd wird ein derivativer, auf den Minderheitsgesellschafter entfallender Goodwill eingebucht. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Verbindlichkeit werden in der Periode, in der sie festgestellt werden, ergebniswirksam verarbeitet. Die "Full Goodwill"-Methode kann einzelfallbezogen angewendet werden.

Der IAS 27 stellt u.a. Regelungen zu sukzessivem Erwerb und Veräußerung von Beteiligungen bereit, unter Berücksichtigung der Fragestellung, ob mit der Transaktion Kontrolle erlangt wird oder verloren geht. Wenn Beherrschung erlangt wird oder verloren geht, ist eine Bewertung der Anteile zum Fair Value erforderlich. Solange Beherrschung der Beteiligung vorliegt, sind alle weiteren Transaktionen mit den Mitgesellschaftern im Eigenkapital abzubilden.

Im Rahmen der Verbesserungen der IFRS-Standards wurde klargestellt, dass die Angabe zum Segmentvermögen nach IFRS 8 entfällt, wenn diese nicht in der internen Berichterstattung verwendet wird. Dementsprechend entfällt diese Angabe im aktuellen Konzernabschluss.

Durch Übernahme in europäisches Recht waren weitere Standards und Interpretationen im INDUS-Konzernabschluss in 2010 erstmalig anzuwenden. Die daraus resultierenden Änderungen hatten keine wesentliche Auswirkung auf diesen Konzernabschluss.

Bis zum 31. Dezember 2010 durch die EU übernommene Standards, die im vorliegenden Abschluss nicht vorzeitig angewendet wurden:

Im Jahr 2010 sind eine Reihe weiterer IASB-Verlautbarungen durch die EU in europäisches Recht übernommen worden, die verpflichtend in folgenden Abschlüssen anzuwenden sind. Die Auswirkungen auf den INDUS-Konzernabschluss werden zurzeit noch ermittelt. Wesentliche Auswirkungen auf den INDUS-Konzernabschluss sind daraus nicht zu erwarten.

■ Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Bei Unternehmenszusammenschlüssen sind Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden mit ihrem Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt zu bewerten. Der Goodwill wird ermittelt als Differenz zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses und dem Anteil des Erwerbers an den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Ein positiver Goodwill wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderungen geprüft. Eine negative Differenz ist sofort ergebniswirksam zu erfassen.

Bei der erstmaligen Einbeziehung von erworbenen Gesellschaften in den Konsolidierungskreis werden deren Beteiligungsbuchwerte bei der Muttergesellschaft gegen die Vermögenswerte und Schulden verrechnet. In den Folgeperioden wird der Beteiligungsbuchwert der Muttergesellschaft gegen das fortgeführte Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet.

Bedingte Kaufpreisbestandteile werden im Erwerbszeitpunkt mit ihrem Zeitwert bewertet. Wertänderungen dieser Bestandteile werden in den Folgeperioden ergebniswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten des Beteiligungserwerbs werden nicht in die Kaufpreisallokation einbezogen.

Soweit zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung Minderheitsgesellschafter ein Andienungsrecht haben, dem sich INDUS nicht entziehen kann, wird der Zeitwert der Minderheitsanteile entsprechend der Full Goodwill-Bilanzierung als Kaufpreisverbindlichkeit bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Vorräte und Anlagevermögen werden um Zwischenergebnisse bereinigt. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern abgegrenzt.

■ Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsgeschäfte mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Am Bilanzstichtag erfolgt für monetäre Posten eine ergebniswirksame Bewertung zum Zeitwert mit dem Devisenkassamittelkurs.

Nach dem Konzept der funktionalen Währung erstellen die Gesellschaften außerhalb des Euroraums ihre Abschlüsse in der jeweiligen Landeswährung. Die Umrechnung dieser Abschlüsse in Euro erfolgt für Vermögenspositionen und Schulden mit dem Stichtagskurs. Das Eigenkapital wird mit Ausnahme der direkt im Eigenkapital erfassten Positionen zu historischen Kursen geführt. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Durchschnittskursen umgerechnet und die sich hieraus ergebenden Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral weiterentwickelt. Die verwendeten Kurse ergeben sich aus folgender Tabelle:

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    Stichtagskurs Durchschnittskurs
  1 EUR = 2010 2009 2010 2009
Brasilien BRL 2,218 2,511 2,331 2,767
Kanada CAD 1,332 1,513 1,365 1,585
Schweiz CHF 1,250 1,484 1,380 1,510
China CNY 8,822 9,835 8,971 9,528
Tschechien CZK 25,061 26,473 25,284 26,435
Mexiko MXN 16,548 18,922 16,737 18,799
Polen PLN 3,975 4,105 3,995 4,328
Serbien RSD 106,089 96,487 103,520 94,425
Türkei TRY 2,069 2,155 1,997 2,163
USA USD 1,336 1,441 1,326 1,395
Südafrika ZAR 8,863 10,666 9,698 11,674

In der Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen, der Rückstellungen und des Eigenkapitals werden die Anfangs- und Endbestände mit Stichtagskursen umgerechnet, die innerjährlichen Bewegungen mit dem Durchschnittskurs. Daraus resultierende Währungsdifferenzen werden gesondert ausgewiesen und erfolgsneutral behandelt.

■ Bilanzierung und Bewertung

Goodwill wird aufgrund seiner unbestimmten Nutzungsdauer nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit geprüft. Dabei wird grundsätzlich der Nutzungswert herangezogen, basierend auf der vom Management erstellten aktuellen Planung. In die Planungsprämissen fließen sowohl aktuelle Erkenntnisse als auch historische Entwicklungen ein. Nach dem Planungszeitraum von drei Jahren werden die zukünftigen Cashflows mit einer Wachstumsrate von 1 % hochgerechnet. Die so ermittelten Zahlungsreihen werden mit einem Vorsteuer-Kapitalkostensatz von 8,0 % abgezinst (Vorjahr: 8,5 %). Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Goodwills erfolgt auf der Ebene, auf der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Zuordnung sinnvoll möglich ist. In den meisten Fällen wird der Goodwill der Beteiligungsgesellschaft einschließlich ihrer Tochtergesellschaften zugeordnet. Das entspricht den operativen Gesellschaften, wie sie im Anhang aufgelistet sind. In den wenigen Fällen, in denen eine enge Liefer- und Leistungsverknüpfung zwischen diesen Gesellschaften besteht, werden diese zu operativen Einheiten zusammengefasst und die Werthaltigkeit des Goodwills auf dieser Basis überprüft.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet und - sofern bestimmbar - linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllen, werden zu Herstellungskosten aktiviert, sonst werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam erfasst. Die Abschreibung erfolgt mit dem Beginn der Nutzung linear über fünf bis zehn Jahre.

Sachanlagen werden bewertet zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls auch außerplanmäßige Abschreibungen. In Abhängigkeit vom tatsächlichen Nutzungsverlauf kommen sowohl die lineare als auch die degressive Methode zur Anwendung. Bei Entfall der Gründe für eine in der Vergangenheit durchgeführte außerplanmäßige Abschreibung werden Wertaufholungen vorgenommen. Investitionszuschüsse werden passiviert und über die wirtschaftliche Nutzungsdauer aufgelöst. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten, Zinsen werden nach IAS 23 einbezogen. Aufwendungen für Instandhaltungen und Reparaturen werden ergebniswirksam erfasst, soweit sie nicht aktivierungspflichtig sind. Den planmäßigen Abschreibungen liegen hauptsächlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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  Jahre
Gebäude 20 bis 50
Grundstückseinrichtungen 8 bis 20
Maschinen und technische Anlagen 5 bis 15
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15

Abhängig von der Verteilung der wesentlichen Chancen und Risiken werden Leasingverträge als Operating-Leasing oder Finanzierungsleasing klassifiziert, mit der Folge, dass Finanzierungsleasing als Vermögenswert zu bilanzieren ist. Im Rahmen des Finanzierungsleasing gemietetes Anlagevermögen wird zum Zeitwert oder zum niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und planmäßig über die Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden diskontiert unter den Finanzschulden ausgewiesen.

Bei Sale-and-Lease-Back-Transaktionen ist das Ergebnis aus der Transaktion differenziert zu behandeln. Das Ergebnis wird über die Laufzeit verteilt, wenn das Grundgeschäft ein Finanzierungsleasing darstellt oder wenn bei einem Operating-Leasing der Verkaufswert über dem Marktwert liegt.

Fremdkapitalkosten werden seit dem 1. Januar 2009 ausschließlich auf qualifizierende Vermögenswerte aktiviert. Qualifizierende Vermögenswerte liegen vor, wenn für deren Herstellung mindestens ein Jahr erforderlich ist.

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten. Die zugerechneten Gemeinkosten werden überwiegend auf der Basis der Ist-Beschäftigung ermittelt, wenn diese im Wesentlichen der Normalauslastung entspricht.

Rohstoffe und Handelswaren werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Bei erhöhter Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit werden Vorräte auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert abgewertet.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden nach ihrem Leistungsfortschritt nach der Methode "Percentage of Completion" (POC) bilanziert. Die Umsatzerlöse werden nach dem Leistungsfortschritt erfasst. Das Auftragsergebnis wird nicht erst bei Risikoübergang realisiert, sondern mit dem Grad der Fertigstellung. Grundlage sind die mit dem Kunden vereinbarten Auftragserlöse und die erwarteten Auftragskosten. Der Grad der Fertigstellung errechnet sich aus dem Anteil der angefallenen Kosten an den gesamten Auftragskosten.

Erwartete Verluste aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden bei Feststellung sofort als Aufwand erfasst. Sofern das Ergebnis eines kundenspezifischen Fertigungsauftrags noch nicht hinreichend sicher ist, wird der Erlös nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst.

Finanzinstrumente sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen. Bei einem üblichen Kauf erfolgt die Bilanzierung von Finanzinstrumenten zum Erfüllungstag. Die erstmalige Bewertung erfolgt zum Zeitwert. Die Folgebewertung von Vermögenswerten ist in den vier Kategorien "erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet", "gehalten bis zur Endfälligkeit", "ausgereichte Kredite und Forderungen" und "zur Veräußerung verfügbar" vorzunehmen. Finanzielle Schulden sind in den zwei Kategorien "erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet" oder "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" zu bilanzieren. Die Fair-Value-Option wird nicht angewendet.

Die Marktwerte von Finanzinstrumenten werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen oder durch anerkannte Bewertungsverfahren, z. B. Discounted-Cashflow-Methoden, ermittelt und durch Bestätigungen der Banken, die die Geschäfte abwickeln, überprüft. Die Zinssätze sind der Laufzeit und dem Risiko des zugrunde liegenden Finanzinstruments angepasst.

Originäre Finanzinstrumente: Ausgereichte Kredite, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum Zeitwert angesetzt. Die Änderung des Zeitwerts wird in der Folge unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital abgebildet. Änderungen des Zeitwerts von Finanzinstrumenten, die als "erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet" designiert sind, beeinflussen direkt das Periodenergebnis.

Die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, da für sie kein notierter Marktpreis auf einem aktiven Markt existiert und ein beizulegender Zeitwert mit vertretbarem Aufwand nicht verlässlich bestimmt werden kann. Assoziierte Unternehmen, auf die die INDUS-Gruppe einen maßgeblichen Einfluss (in der Regel bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 %) ausübt, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die erstmalige Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. In der Folgebewertung wird der Buchwert um die anteiligen Veränderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden zum Nennwert bilanziert. Einzelrisiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Allgemeine Kreditrisiken werden durch Wertberichtigungen auf den Forderungsbestand berücksichtigt, die auf Erfahrungswerten der Vergangenheit oder aktuelleren Erkenntnissen beruhen. Wertberichtigungen auf Forderungen werden grundsätzlich auf separaten Konten erfasst.

Bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen die fortgeführten Anschaffungskosten grundsätzlich dem Nennbetrag bzw. dem Erfüllungsbetrag.

Derivative Finanzinstrumente werden bei INDUS zur Absicherung von auf zukünftigen Zahlungsströmen basierenden Grundgeschäften eingesetzt. Bei den als Sicherungsinstrumente eingesetzten Derivaten handelt es sich überwiegend um Swaps, aber auch um Termingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Voraussetzung für eine Bilanzierung als Sicherungsbeziehung ist, dass die Sicherung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument effektiv ist und dies dokumentiert und laufend überwacht wird.

Die Bilanzierung dokumentierter Sicherungsbeziehungen ist abhängig von der Art der Beziehung. Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft werden bei Absicherungen des Zeitwerts von Bilanzpositionen ("Fair Value Hedge") mit gegenläufigen Effekten ergebniswirksam erfasst. Im Falle der Absicherung von Zahlungsströmen ("Cash Flow Hedge") wird die Änderung des Zeitwerts unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital fortgeführt. Eine ergebniswirksame Auflösung dieser Position erfolgt entweder mit Realisierung des Grundgeschäfts oder mit Feststellung einer Ineffektivität der Sicherung.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden als solche klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Dies ist dann der Fall, wenn die Veräußerung hoch wahrscheinlich ist und durch objektive Merkmale bereits konkretisiert ist. Die Bilanzierung erfolgt zum niedrigeren Ansatz aus Buchwert und Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Planmäßige Abschreibungen werden nicht weiter vorgenommen.

Bei einem aufgegebenen Geschäftsbereich handelt es sich um abgrenzbare Geschäftsbereiche, die entweder bereits veräußert wurden oder zur Veräußerung vorgesehen sind. Bis zum Abschluss des Verkaufs werden Vermögen und Schulden in der Bilanz als zum Verkauf stehende Aktiva und Passiva umgegliedert. Die Bewertung erfolgt nach den gleichen Prinzipien wie bei den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten. Das Ergebnis dieser Bewertung, das laufende Ergebnis und das Veräußerungsergebnis werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche" ausgewiesen. Die Vorjahreswerte der Gewinn- und Verlustrechnung werden entsprechend angepasst.

Pensionen: Es existieren mehrere Versorgungspläne in unterschiedlicher Ausgestaltung, teilweise für ehemalige Gesellschafter. Alle bilanzierten Versorgungspläne sind geschlossen.

Aufwand aus beitragsorientierten Plänen ("Defined Contribution Plans") betrifft Zahlungen von INDUS an externe Einrichtungen, ohne mit der Zahlung eine darüber hinausgehende Verpflichtung gegenüber dem Begünstigten einzugehen.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen ("Defined Benefit Obligation") werden Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren berechnet ("Projected Unit Credit Method"). Die künftigen Verpflichtungen werden auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet und zeigen somit den Teil der Versorgungsverpflichtungen, der bis zum Bilanzstichtag erfolgswirksam erfasst wurde. Die Bewertung berücksichtigt Annahmen über die zukünftige Entwicklung verschiedener Parameter, insbesondere Steigerungen der Gehälter und Renten.

Für jeden Pensionsplan wird der Anwartschaftsbarwert um den Zeitwert eines qualifizierten Planvermögens vermindert. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste werden nicht erfasst, wenn sich die kumulierten Werte innerhalb eines sogenannten "Korridors" bewegen. Dieser Korridor wird pro Pensionsplan ermittelt als 10 % des höheren Betrages aus leistungsorientierter Verpflichtung oder Zeitwert des qualifizierten Planvermögens. Die versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste, die außerhalb des Korridors liegen, werden prospektiv über die erwartete durchschnittliche Restlebensarbeitszeit der vom Plan erfassten Arbeitnehmer erfolgswirksam verteilt. Dabei kommen Zeiträume von 1 bis 15 Jahren zur Anwendung.

Sonstige Rückstellungen werden berechnet für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten, resultierend aus einem Ereignis der Vergangenheit, die wahrscheinlich zu einem Ressourcenabfluss führen und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet. Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Ressourcenabfluss als langfristig klassifiziert wird und der Effekt hieraus wesentlich ist. Für bekannte Schäden werden Einzelrückstellungen gebildet. Gewährleistungsrückstellungen werden für den gewährleistungsbehafteten Umsatz und den relevanten Gewährleistungszeitraum auf der Basis von gesicherten Erfahrungswerten berechnet. Rückstellungen für ausstehende Kosten, drohende Verluste aus Aufträgen und übrige Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft sind auf der Basis der zu erbringenden Leistungen berechnet.

Erfolgsunsicherheiten (Eventualschulden und -forderungen) sind im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen oder Vermögenswerte, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und deren Existenz durch unsichere künftige Ereignisse begründet wird, die nicht vollständig von INDUS beeinflusst werden können. Sofern ein Abfluss von wirtschaftlichem Nutzen nicht völlig unwahrscheinlich ist, werden im Anhang Angaben zu Eventualschulden gemacht.

Latente Steuern werden auf alle temporären Unterschiede zwischen dem Wertansatz in der IFRS-Bilanz und dem entsprechenden steuerlichen Wert nach dem bilanzorientierten Konzept ermittelt. Temporäre Differenzen entstehen, wenn die Realisierung des Vermögenswerts oder die Erfüllung der Schuld zu steuerlich abweichenden Erträgen oder Aufwendungen führt. Latente Steuern auf einen Goodwill werden nur in dem Maße, in dem dieser steuerlich abzugsfähig ist, gebildet. Das ist bei deutschen Personengesellschaften grundsätzlich der Fall. Latente Steuern müssen auch dann berechnet werden, wenn die Realisierung dieses Goodwills, z. B. über die Veräußerung der zugehörigen Personengesellschaft, nicht geplant ist. Dies führt zu einem dauerhaften Aufbau an passiven latenten Steuern bei INDUS.

Aktive latente Steuern werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verrechnet werden kann. Bei steuerlichen Verlustvorträgen ist das der Fall, wenn es entweder wahrscheinlich ist, dass in einem Planungshorizont von fünf Jahren ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar ist oder in entsprechender Höhe saldierungsfähige passive latente Steuern existieren.

Latente Steuern sind mit dem Steuersatz zu bewerten, der in der Periode, in der sich die Differenzen voraussichtlich umkehren werden, gültig sein wird. Unabhängig von der Fristigkeit sind latente Steuern nicht abzuzinsen. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze gebildet, die nach der derzeitigen Rechtslage in den verschiedenen Ländern gültig bzw. verabschiedet sind. Aufgrund des überwiegend langfristigen Charakters der latenten Steuern bei INDUS werden kurzfristige vorübergehende Änderungen von Steuersätzen nicht berücksichtigt. Mit der Unternehmenssteuerreform 2008 gilt in Deutschland ein Körperschaftsteuersatz von 15 %. Unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 370 % sowie des Solidaritätszuschlags von 5,5 % errechnet sich für inländische Unternehmen ein Ertragsteuersatz von 28,8 % für alle Berichtsperioden. Die ausländischen Steuersätze liegen zwischen 10 % und 40 %.

Aufwands- und Ertragsrealisierung: Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt - mit Ausnahme der Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen (s. o.) -, wenn die Leistungen erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind und somit der Gefahrenübergang an den Kunden stattgefunden hat. Umsatzerlöse sind gekürzt um Erlösschmälerungen. Allgemeine Voraussetzung ist, dass die Höhe der Erträge verlässlich bestimmbar ist und eine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass INDUS ein wirtschaftlicher Nutzen hieraus zufließen wird. Die Erfassung aller Ertrags- und Aufwandspositionen erfolgt in Übereinstimmung mit dem Prinzip der Periodenabgrenzung im IAS-Rahmenkonzept.

Anteilsbasierte Vergütungen: Die im Rahmen des Long-Term-Incentive-Programms gewährten virtuellen Aktienoptionen (Stock Appreciation Rights) sind als "anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich" klassifiziert. Für diese werden ratierliche, mit dem beizulegenden Zeitwert der eingegangenen Verpflichtungen bewertete Rückstellungen gebildet. Der ratierliche Aufbau der Rückstellungen erfolgt erfolgswirksam als Personalaufwand über die jeweilige Laufzeit bis zum voraussichtlichen Ausübungszeitpunkt.

Die Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des IAS 7 in die Bereiche Cashflow aus Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Zinsen und erhaltene Dividenden sind dem Cashflow aus Geschäftstätigkeit zugeordnet. Der Finanzmittelbestand entspricht der Bilanzposition liquide Mittel und enthält Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände. Die Ermittlung des Cashflows aus Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Im Cashflow aus Geschäftstätigkeit sind die nicht zahlungswirksamen operativen Aufwendungen und Erträge eliminiert.

Schätzungen und Annahmen: Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Wenn Zukunftserwartungen abzubilden sind, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden Positionen erfolgswirksam angepasst.

Die Realisierung von Bilanzpositionen kann durch zukünftige Ereignisse, die nicht kontrolliert werden können, beeinflusst werden. Dies kann Forderungsausfälle, Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen oder ähnliche Sachverhalte betreffen, Risiken, die grundsätzlich eng mit unternehmerischer Tätigkeit verbunden sind. Die Bilanzierung solcher Positionen beruht auf langjähriger Erfahrung und der Beurteilung des aktuellen Umfelds.

Systembedingte Unsicherheiten resultieren aus Bilanzpositionen, bei denen erwartete zukünftige Zahlungsreihen diskontiert werden. Der Verlauf der Zahlungsreihen ist von zukünftigen Ereignissen abhängig, über deren Entwicklung Annahmen getroffen werden müssen. Das ist insbesondere der Fall bei der Prüfung auf Wertminderungen von Vermögenswerten mittels Nutzungswert sowie der Berechnung der Pensionsrückstellungen nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren.

Relevante Unsicherheiten resultieren auch aus Positionen, die aus einer Bandbreite möglicher zukünftiger Ausprägungen zu ermitteln sind, und betreffen insbesondere die sonstigen Rückstellungen.

Mit der Erholung der Weltwirtschaft im aktuellen Geschäftsjahr und einer verhalten optimistischen Konjunkturprognose sinkt die Unsicherheit der Prognosen im Vergleich zu den beiden Vorjahren. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses lagen beim Management keine signifikanten neueren Erkenntnisse vor, die zu einer wesentlich geänderten Bewertung von Bilanzpositionen führen würden.

Anpassung der Vorjahreszahlen

Die Bilanzierung aufgegebener Geschäftsbereiche nach IFRS 5.34 erfordert weiterhin eine Anpassung der Vorjahreszahlen der Gewinn- und Verlustrechnung, wie im Folgenden dargestellt. Die entsprechenden, das Vorjahr betreffenden Detailinformationen und Anhangangaben wurden ebenfalls angepasst.

Anpassung der Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres

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TEUR 2009 veröffentlicht IFRS 5 2009 vergleichbar
Umsatzerlöse 769.512 - 3.113 766.399
Sonstige betriebliche Erträge 23.605 - 327 23.278
Aktivierte Eigenleistungen 4.508 0 4.508
Bestandsveränderung - 18.163 192 - 17.971
Materialaufwand - 338.139 1.154 - 336.985
Personalaufwand - 231.471 3.718 - 227.753
Abschreibungen - 46.061 281 - 45.780
Sonstiger betrieblicher Aufwand - 109.724 560 - 109.164
Ergebnis aus at Equity bewerteten Anteilen 335 0 335
Übriges Finanzergebnis 190 0 190
Operatives Ergebnis (EBIT) 54.592 2.465 57.057
Zinserträge 1.357 - 3 1.354
Zinsaufwendungen - 29.030 100 - 28.930
Zinsergebnis - 27.673 97 - 27.576
Ergebnis vor Steuern 26.919 2.562 29.481
Steuern - 12.179 - 407 - 12.586
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche - 3.330 - 2.155 - 5.485
Ergebnis nach Steuern 11.410 0 11.410
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter - 624 0 - 624
davon Anteile der INDUS-Aktionäre 10.786 0 10.786
Ergebnis je Aktie verwässert in EUR 0,77 0,12 0,89
Ergebnis je Aktie unverwässert in EUR 0,77 0,12 0,89

Die Änderungen nach IFRS 5 resultieren aus der Veräußerung der Maschinenfabrik BERNER GmbH & Co. KG.

■ Konsolidierung und Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen voll konsolidiert, bei denen die INDUS-Gruppe mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik zum Nutzen der INDUS-Gruppe zu bestimmen. Das ist grundsätzlich der Fall, wenn mehr als 50 % der Stimmrechte an einer Beteiligung von der INDUS-Gruppe gehalten werden, oder aufgrund sonstiger vertraglicher Konstruktionen alle wesentlichen Chancen und Risiken an der Gesellschaft in der INDUS-Gruppe verbleiben. Assoziierte Unternehmen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, werden nach der Equity-Methode einbezogen. Gesellschaften, die im Laufe des Geschäftsjahres erworben wurden, sind ab dem Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik einbezogen. Gesellschaften, die abgehen, sind ab dem Zeitpunkt des wirtschaftlichen Übergangs nicht mehr einbezogen. Ab dem Zeitpunkt des Beschlusses zur Veräußerung werden die Gesellschaften als "zur Veräußerung gehalten" klassifiziert.

Anzahl der einbezogenen Unternehmen

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  Inland Ausland Gesamt
Voll konsolidierte Tochterunternehmen      
1. Januar 2009 99 23 122
Zugänge 0 0 0
Abgänge 6 0 6
31. Dezember 2009 93 23 116
Zugänge 1 2 3
Abgänge 3 1 4
31. Dezember 2010 91 24 115
At Equity bewertete Unternehmen      
1. Januar 2009 1 2 3
Zugänge 0 0 0
Abgänge 0 0 0
31. Dezember 2009 1 2 3
Zugänge 0 0 0
Abgänge 1 0 1
31. Dezember 2010 0 2 2

Diese Angaben enthalten am 31. Dezember 2010 33 Komplementär-GmbHs, die mit der zugehörigen KG eine Einheitsgesellschaft bilden (31. Dezember 2009: 34 Komplementär-GmbHs).

Zugänge zum Konsolidierungskreis resultieren aus dem Erwerb oder der Neugründung von Unternehmungen oder der Aufnahme des operativen Geschäfts von bisher nicht konsolidierten Beteiligungen.

Abgänge aus dem Konsolidierungskreis resultieren aus Veräußerung von Beteiligungen sowie aus konzerninternen Verschmelzungen.

Fünf Tochterunternehmen und ein assoziiertes Unternehmen, die wegen geringer Größe oder geringfügiger wirtschaftlicher Aktivität für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung sind, wurden gemäß IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, da kein aktiver Markt existiert und sich die Zeitwerte nicht mit vertretbarem Aufwand ermitteln lassen. Bei Einbeziehung dieser Gesellschaften in den Konzernabschluss würden sich sowohl Umsatz als auch Ergebnis um weniger als 0,5 % ändern.

Die wesentlichen operativen Gesellschaften sind im Anhang dargestellt. Die vollständige Anteilsbesitzliste wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht.

Call- und Put-Rechte

Bezüglich der Minderheitsanteile an voll konsolidierten Gesellschaften existieren teilweise Call- und/oder Put-Optionen. In allen wesentlichen Fällen existieren Kaufpreismodelle, die unter Berücksichtigung der gesellschaftsspezifischen Risikostruktur eine objektivierte Bewertung der Anteile zulassen, die einen Austausch der Minderheitsanteile zum Fair Value gewährleistet. Die Ausübung der Rechte ist in der Regel durch beide Vertragsparteien möglich. In einigen Fällen existieren Regelungen zum erstmaligen Ausübungszeitpunkt der Call- und/oder Put-Option.

Unternehmenszusammenschlüsse

Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 hat sich die INDUS Holding AG mit 60 % Kapital- und Stimmrechtsanteil an der HAKAMA AG in Bättwil bei Basel/Schweiz beteiligt und hat damit ihre Geschäftsaktivitäten in der Schweiz ausgebaut. Die bisherigen Eigentümer bleiben mit 40 % Anteilsbesitz weiterhin als Geschäftsführer der HAKAMA AG tätig. Im Zusammenhang mit dem Kauf der 60 %-Anteile an der HAKAMA AG wurden wechselseitige Call-/Put-Optionsvereinbarungen über die restlichen 40 % der Anteile zu für beide Seiten im Wesentlichen gleichen Ausübungsbedingungen geschlossen. Die Optionen können beiderseits erstmalig zum 31. Dezember 2014 bzw. im Falle eines früheren Ausscheidens der Minderheitsgesellschafter aus der Geschäftsführung zum Zeitpunkt des Ausscheidens ausgeübt werden. Die Kombination beider Optionen führte zu einem sofortigen Übergang des wirtschaftlichen Eigentums an den optionsgegenständlichen Anteilen. Der Unternehmenserwerb wurde dementsprechend so dargestellt, als seien 100 % der Anteile übernommen worden.

Zum 1. Januar 2010 wurden die restlichen 25 % an der OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG aus Oelde übernommen; damit werden nun 100 % der Anteile von der INDUS Holding AG gehalten.

Angaben zur Erstkonsolidierung für das aktuelle Geschäftsjahr

Der beizulegende Zeitwert der gesamten übertragenen Gegenleistung für den Erwerb der HAKAMA AG betrug zum Erwerbszeitpunkt 5.631 TEUR, wovon 4.199 TEUR auf Zahlungsmittel und 1.432 TEUR auf bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten entfallen. Letztere resultieren aus den oben beschriebenen wechselseitigen Call-/Put-Optionsvereinbarungen. Die Bewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten erfolgte zum Barwert des zu zahlenden Optionsausübungspreises, der zu einem wesentlichen Teil aus einer Festpreiskomponente besteht.

Der Unternehmenserwerb umfasste langfristige Vermögenswerte von 14.749 TEUR und kurzfristige Vermögenswerte von 3.559 TEUR. Finanzmittel wurden dabei nicht übernommen. Die bei dem Unternehmenserwerb übernommenen langfristigen Schulden betrugen 10.822 TEUR und die übernommenen kurzfristigen Schulden 1.855 TEUR. Die langfristigen Schulden betreffen überwiegend Finanzierungsleasing.

Die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit wurde nach dem Erwerbszeitpunkt entsprechend der Optionspreisregelung an die aktuellen Verhältnisse angepasst und zum Bilanzstichtag um 769 TEUR erhöht. Zum Konzernabschluss trug die HAKAMA AG im gesamten Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 20.607 TEUR und einem positiven Ergebnis von 1.886 TEUR bei.

Angaben zum Vorjahr

Im Geschäftsjahr 2009 wurden weder neue Unternehmen erstmalig konsolidiert noch Beteiligungen an Minderheitsbeteiligungen aufgestockt.

Unternehmensabgänge

INDUS hat das operative Geschäft der Maschinenfabrik BERNER GmbH & Co. KG mit Wirkung zum 1. Mai 2010 veräußert.

Im Geschäftsjahr 2009 wurde die WFV Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau GmbH & Co. KG mit Wirkung zum 31. Dezember 2009 an eine Beteiligungsgesellschaft veräußert. WFV ergänzt das Beteiligungsportfolio des Erwerbers, sodass strategische Effekte und Synergien beim Erwerb eine zentrale Rolle spielten.

Außerdem wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2009 die für das Portfolio nachrangige Enkelgesellschaft Volker WITZEL GmbH Klima- und Wärmetechnik in einem Management-Buy-out an den geschäftsführenden Minderheitsgesellschafter veräußert.

Weiterhin sind in den Vorjahresangaben zu IFRS 5 die Effekte der Veräußerung des laufenden Geschäfts der NEUTRASOFT GmbH & Co. KG an die WILKEN NEUTRASOFT GmbH enthalten.

Die Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres wurde angepasst. Die Details können der vorgenannten Überleitungsrechnung entnommen werden (siehe Anpassung Vorjahreszahlen).

Die Erlöse und Aufwendungen der aufgegebenen Geschäftsbereiche betrugen in den Geschäftsjahren 2010 und 2009 wie folgt:

Angaben zu IFRS 5

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TEUR 2010 2009
Umsatzerlöse 1.052 6.489
Aufwendungen und sonstige Erlöse - 1.370 - 11.272
Operatives Ergebnis - 318 - 4.783
Zinsergebnis 0 - 179
Ergebnis vor Steuern - 318 - 4.962
Steuern 50 794
Ergebnis nach Steuern, laufender Betrieb - 268 - 4.168
Ergebnis der Entkonsolidierung - 1.582 - 1.317
Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche - 1.850 - 5.485
Steueraufwand/-ertrag aus der Veräußerung - 274 72

Das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche entfällt ganz überwiegend auf die INDUS-Aktionäre.

■ Erläuterungen zur Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung

[1] Umsatzerlöse

In den Umsatzerlösen enthalten sind Erlöse für Dienstleistungen von 4.948 TEUR (Vorjahr: 3.124 TEUR) sowie Nutzungsentgelte von 346 TEUR (Vorjahr: 230 TEUR). Weiterhin sind in den Umsatzerlösen 69.418 TEUR Umsätze aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen enthalten (Vorjahr: 61.422 TEUR). Im Jahr 2009 wurden - 3.113 TEUR an Umsatzerlösen umgegliedert in das Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche. Dadurch verringerte sich der Umsatz im Vorjahr von 769.512 TEUR auf 766.399 TEUR.

Eine erweiterte Darstellung der Umsatzerlöse findet sich im Bereich der Segmentberichterstattung.

[2] Sonstige betriebliche Erträge

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TEUR 2010 2009
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 3.356 5.679
Auflösung von Wertberichtigungen 1.226 1.457
Erträge aus der Währungsumrechnung 2.391 1.504
Versicherungsentschädigungen für Abgänge im Sachanlagevermögen 1.726 730
Erträge aus Mieten und Pachten 852 732
Erträge aus Anlagenabgängen 813 848
Ertragszuschüsse/Auflösung passivischer Abgrenzung 570 1.004
Erträge aus der Folgebewertung von Minderheitsanteilen an Personengesellschaften 333 1.726
Erstattungen Kurzarbeitergeld 0 3.698
Übrige sonstige betriebliche Erträge 8.331 5.900
Summe 19.598 23.278

Den Erträgen aus Währungsumrechnung von 2.391 TEUR (Vorjahr: 1.504 TEUR) stehen Aufwendungen in Höhe von - 2.164 TEUR gegenüber (Vorjahr: - 1.674 TEUR). Der Betrag der Währungsumrechnungsdifferenzen, die im Ergebnis erfasst sind, beträgt somit 227 TEUR (Vorjahr: - 170 TEUR). Den Erträgen aus der Folgebewertung von Minderheitsanteilen an Personengesellschaften stehen entsprechende Aufwendungen in Höhe von - 414 TEUR gegenüber (Vorjahr: - 178 TEUR).

[3] Aktivierte Eigenleistungen

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TEUR 2010 2009
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.715 2.696
Aktivierte Eigenleistungen nach IAS 38 1.244 1.812
Summe 2.959 4.508

Weiterhin wurden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 7.103 TEUR im Periodenaufwand erfasst (Vorjahr: 6.817 TEUR).

Bestandsveränderung

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TEUR 2010 2009
Unfertige Erzeugnisse 14.128 - 5.963
Fertige Erzeugnisse 4.126 - 12.008
Summe 18.254 - 17.971

[4] Materialaufwand

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TEUR 2010 2009
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren - 408.992 - 300.977
Bezogene Leistungen - 52.996 - 36.008
Summe -461.988 - 336.985

[5] Personalaufwand

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TEUR 2010 2009
Löhne und Gehälter - 222.308 - 190.817
Soziale Abgaben - 39.697 - 35.190
Aufwendungen für Altersversorgung - 3.123 - 1.746
Summe - 265.128 - 227.753

Der Personalaufwand enthält nicht den Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Dieser ist mit - 888 TEUR im Zinsergebnis verarbeitet (Vorjahr: - 863 TEUR).

[6] Abschreibungen

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TEUR 2010 2009
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte - 37.095 - 34.146
Planmäßige Abschreibungen auf Mehrwerte im Konzern - 4.843 - 5.858
Außerplanmäßige Abschreibungen aus Erstkonsolidierung - 1.658 - 5.776
Summe - 43.596 -45.780

Die außerplanmäßigen Abschreibungen aus Erstkonsolidierung betreffen Wertminderungsaufwendungen bei Sachanlagen infolge gesunkener zukünftig geplanter Ertragskraft von Geschäftsbereichen. Im Vorjahr wurden Goodwill-Abschreibungen bei Geschäftsbereichen vorgenommen, bei denen der Nutzungswert kleiner war als der Buchwert. Der Aufriss der außerplanmäßigen Abschreibung aus Erstkonsolidierung nach Segmenten erfolgt im Segmentbericht. Weiterhin wurden außerplanmäßige Abschreibungen im Sachanlagevermögen in Höhe von 0 TEUR verbucht (Vorjahr: 83 TEUR).

[7] Sonstiger betrieblicher Aufwand

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TEUR 2010 2009
Betriebsaufwendungen - 46.191 - 37.496
Vertriebsaufwendungen - 55.462 - 43.006
Verwaltungsaufwendungen - 26.783 - 23.667
Übrige Aufwendungen - 11.535 - 4.995
Summe - 139.971 - 109.164

[8] Finanzergebnis

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TEUR 2010 2009
Abschreibungen auf Finanzanlagen - 713 - 135
Erträge Finanzanlagen 281 325
Summe - 432 190

[9] Zinsergebnis

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TEUR 2010 2009
Zinsen und ähnliche Erträge 1.890 1.354
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 28.754 - 29.307
Zinsen operatives Geschäft - 26.864 - 27.953
Zinsen IFRS: Marktwerte Zinsswaps 839 - 223
Zinsen IFRS: Minderheitsanteile - 1.364 600
Zinsen IFRS - 525 377
Summe - 27.389 - 27.576

Obwohl bei einigen Zinsderivaten wirtschaftlich betrachtet eine hochgradig wirksame Sicherungsbeziehung existiert, werden diese aus rein formalen Gründen nicht als Sicherungsbeziehung bilanziert. In der Folge wird die Veränderung der Marktwerte dieser Zinsderivate ergebniswirksam in der Position "Zinsen IFRS: Marktwerte Zinsswaps" angepasst.

Die Position "Zinsen IFRS: Minderheitsanteile" beinhaltet die Nachsteuerergebnisse, die konzernfremden Gesellschaftern von Personengesellschaften zustehen. Der Ausweis erfolgt aus Konsistenzgründen im Zinsergebnis, da das entsprechende Kapital der Minderheitsgesellschafter nach IAS 32 in den sonstigen Verbindlichkeiten auszuweisen ist.

Im aktuellen Geschäftsjahr wurde der Zinsaufwand um aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 241 TEUR verringert (Vorjahr: 472 TEUR). Dabei wurde ein durchschnittlicher Finanzierungskostensatz von 5 % zugrunde gelegt.

[10] Steuern

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TEUR 2010 2009
Aperiodische Steuern - 3.790 - 409
Laufende Steuern - 23.599 - 13.297
Latente Steuern 2.135 1.120
Summe - 25.254 - 12.586

Die aperiodischen Steuern resultieren im Wesentlichen aus Betriebsprüfungen. Die latenten Steuern enthalten - 1.582 TEUR für aktivierte Verlustvorträge (Vorjahr: 4.038 TEUR) und 3.717 TEUR aus temporären Differenzen (Vorjahr: - 2.916 TEUR). Die temporären Differenzen des Jahres 2010 enthalten in Höhe von 3.418 TEUR Folgeänderungen aus den steuerlichen Betriebsprüfungen (i. W. durch Verlängerung der steuerlichen Nutzungsdauern für die Mehrwerte in den Ergänzungsbilanzen), die die aperiodischen Steuern nahezu kompensieren.

Steuerliche Besonderheiten

Das Geschäftsmodell der INDUS Holding AG beruht auf der Bündelung mittelständischer Nischenanbieter, die eine führende Position in ihrem jeweiligen Markt besitzen. Synergien spielen beim Erwerb eine untergeordnete Rolle. Jede Gesellschaft steht eigenständig für ihren Erfolg ein, bedarfsweise unterstützt durch Ressourcen der Holding.

Erworben werden insbesondere deutsche Personengesellschaften. Der Erwerb einer Personengesellschaft führt zu folgenden steuerlichen Konsequenzen:

Die Mehrwerte aus der steuerlichen Kaufpreisallokation sind in Form von Abschreibungen aus Ergänzungsbilanzen, verteilt auf die jeweilige Nutzungsdauer, abzugsfähig. Dies führt zu einer um die Abschreibungen geminderten steuerlichen Bemessungsgrundlage und kann auch bei ertragsstarken Gesellschaften dazu führen, dass ein steuerlicher Verlust mit entsprechenden Steuerersparnissen - Gewerbesteuer bei der Personengesellschaft und Körperschaftsteuer bei der INDUS Holding - entsteht. Positive Ergebniseffekte entstehen durch die Bilanzierung von latenten Steuern nach dem bilanzorientierten Temporary-Konzept nach IFRS nicht mehr. Eine Aktivierung von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt im Konzern nur, wenn im Fünf-Jahres-Planungszeitraum ausreichendes zu versteuerndes Einkommen unterstellt werden kann.

Gewerbesteuer fällt auf Ebene der Personengesellschaft an. Eine Ergebnisverrechnung steuerlicher Gewinne und Verluste für die Gewerbesteuer ist zwischen Personengesellschaften nicht möglich. Die steuerlichen Ergebnisse nach Gewerbesteuer werden der INDUS Holding AG zugerechnet und in Summe der Körperschaftsteuer unterworfen. Steuerliche Organschaftsverträge mit Kapitalgesellschaften existieren nicht für die operativen Gesellschaften. Diese Sachverhalte drücken sich in der Position "keine Ergebnisverrechnung aufgrund eigenständiger Tochtergesellschaften" aus.

Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steueraufwand

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TEUR 2010 2009
Ergebnis vor Ertragsteuern 74.047 29.481
Erwarteter Steueraufwand 28,8 % 21.326 8.490
Überleitung    
Abschreibung von Goodwill-Kapitalgesellschaften 0 72
Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge 1.477 - 4.038
Aperiodische tatsächliche und latente Steuern 372 409
Equity-Bewertung von assoziierten Unternehmen - 45 - 96
Struktureffekte aus:    
abweichenden lokalen Steuersätzen - 307 - 220
abweichenden nationalen Steuersätzen 144 476
Steuerliche Verluste INDUS Holding AG - 1.332 1.498
Keine Ergebnisverrechnung aufgrund eigenständiger Tochtergesellschaften 2.214 3.043
Ausländische Quellensteuer auf steuerfreie Dividenden 0 34
Auswirkung der Zinsschranke bei der INDUS Holding AG 1.356 1.667
Sonstige nicht abzugsfähige Aufwendungen oder steuerfreie Erträge 736 1.553
Nutzung tatsächlicher steuerlicher Verlustvorträge - 687 - 302
Tatsächlicher Steueraufwand 25.254 12.586
in % vom Ergebnis 34,1 42,7

Bei einem Körperschaftsteuersatz von 15 % errechnet sich für inländische Unternehmen unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 370 % sowie des Solidaritätszuschlags von 5,5 % ein Ertragsteuersatz von 28,8 %.

[11] Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche

Das Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche enthält in beiden Jahren das der zum 1. Mai 2010 veräußerten Maschinenfabrik BERNER GmbH & Co. KG zuzurechnende Ergebnis. Im Vorjahr ist zusätzlich das Ergebnis der WILKEN NEUTRASOFT GmbH, der WFV Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau GmbH & Co. KG und der Volker WITZEL GmbH Klima- und Wärmetechnik hierin enthalten.

[12] Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie beträgt 2,59 EUR (Vorjahr: 0,89 EUR). Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien betrug in 2010 18.676.200 Stück (Vorjahr: 18.370.033 Stück). Zu weiteren Details verweisen wir auf Textziffer [19].

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TEUR 2010 2009
Ergebnis der INDUS-Aktionäre 46.600 10.786
- Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche - 1.850 - 5.485
Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche 48.450 16.271
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien (in Tsd. Stück) 18.676 18.370
Ergebnis je Aktie fortgeführte Geschäftsbereiche (in EUR) 2,59 € 0,89 €
Ergebnis je Aktie aufgegebene Geschäftsbereiche (in EUR) - 0,10 € - 0,30 €

Das zugrunde gelegte Ergebnis ermittelt sich aus dem Ergebnis der INDUS-Aktionäre, bereinigt um das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche. Im Falle der Ausübung des genehmigten Kapitals werden in Zukunft Verwässerungen eintreten.

■ Erläuterungen zur Konzernbilanz

[13] Entwicklung des immateriellen und des Sachanlagevermögens

Anschaffungs-/ Herstellungskosten 2010

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TEUR Anfangsbestand 1.1.2010 Veränderung Konsolidierungskreis Zugang Abgang Umbuchung Währungsdifferenz
Geschäftswert/Goodwill 328.851 - 2.230 0 0 0 0
Aktivierte Entwicklungskosten 12.638 0 1.446 0 0 0
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 86.623 98 3.183 456 3.212 0
Summe immaterielle Vermögenswerte 99.261 98 4.629 456 3.212 0
Grundstücke und Gebäude 162.592 8.242 2.761 470 2.613 0
Technische Anlagen und Maschinen 286.844 - 5.170 18.158 5.001 1.581 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 98.106 - 938 8.104 2.267 - 2.108 0
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.472 0 4.251 278 - 5.298 148
Summe Sachanlagen 552.014 2.134 33.274 8.016 - 3.212 148
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TEUR Endbestand 31.12.2010
Geschäftswert/Goodwill 326.621
Aktivierte Entwicklungskosten 14.084
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 92.660
Summe immaterielle Vermögenswerte 106.744
Grundstücke und Gebäude 175.738
Technische Anlagen und Maschinen 296.412
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 100.897
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.295
Summe Sachanlagen 576.342

Anschaffungs-/ Herstellungskosten 2009

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TEUR Anfangsbestand 1.1.2009 Veränderung Konsolidierungskreis Zugang Abgang Umbuchung Währungsdifferenz
Geschäftswert/Goodwill 340.675 - 11.555 0 270 0 0
Aktivierte Entwicklungskosten 10.596 0 2.042 0 0 0
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 85.801 - 1.251 3.254 1.179 - 2 0
Summe immaterielle Vermögenswerte 96.397 - 1.251 5.296 1.179 - 2 0
Grundstücke und Gebäude 159.453 - 19 2.028 1.090 2.220 0
Technische Anlagen und Maschinen 277.297 - 4.607 15.855 7.618 5.917 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 95.730 - 866 7.369 4.770 643 0
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 10.483 0 4.146 1.375 - 8.778 - 4
Summe Sachanlagen 542.963 - 5.492 29.398 14.853 2 - 4
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TEUR Endbestand 31.12.2009
Geschäftswert/Goodwill 328.851
Aktivierte Entwicklungskosten 12.638
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 86.623
Summe immaterielle Vermögenswerte 99.261
Grundstücke und Gebäude 162.592
Technische Anlagen und Maschinen 286.844
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 98.106
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.472
Summe Sachanlagen 552.014

Abschreibungen 2010

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TEUR Anfangsbestand 1.1.2010 Veränderung Konsolidierungskreis Zugang Wertaufholung Abgang und Umbuchung Währungsdifferenz
Geschäftswert/Goodwill 39.278 - 2.230 0 0 0 0
Aktivierte Entwicklungskosten 2.815 0 1.389 0 0 0
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 79.330 - 441 3.860 11 - 2.751 - 20
Summe immaterielle Vermögenswerte 82.145 - 441 5.249 11 - 2.751 - 20
Grundstücke und Gebäude 44.126 - 1.394 7.189 174 318 - 31
Technische Anlagen und Maschinen 198.602 - 7.339 22.589 0 4.192 278
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 70.398 - 1.840 8.569 0 4.577 - 4
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0
Summe Sachanlagen 313.126 - 10.573 38.347 174 9.087 243
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TEUR Endbestand 31.12.2010
Geschäftswert/Goodwill 37.048
Aktivierte Entwicklungskosten 4.204
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 85.469
Summe immaterielle Vermögenswerte 89.673
Grundstücke und Gebäude 49.398
Technische Anlagen und Maschinen 209.938
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 72.546
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0
Summe Sachanlagen 331.882

Abschreibungen 2009

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TEUR Anfangsbestand 1.1.2009 Veränderung Konsolidierungskreis Zugang Wertaufholung Abgang und Umbuchung Währungsdifferenz
Geschäftswert/Goodwill 44.701 - 10.500 5.346 0 269 0
Aktivierte Entwicklungskosten 1.835 0 980 0 0 0
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 77.202 - 1.193 4.379 0 1.009 - 49
Summe immaterielle Vermögenswerte 79.037 - 1.193 5.359 0 1.009 - 49
Grundstücke und Gebäude 38.643 - 12 5.558 0 83 20
Technische Anlagen und Maschinen 187.045 - 3.057 21.225 0 6.625 14
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 66.612 - 554 8.573 0 4.082 - 151
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0
Summe Sachanlagen 292.300 - 3.623 35.356 0 10.790 - 117
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TEUR Endbestand 31.12.2009
Geschäftswert/Goodwill 39.278
Aktivierte Entwicklungskosten 2.815
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 79.330
Summe immaterielle Vermögenswerte 82.145
Grundstücke und Gebäude 44.126
Technische Anlagen und Maschinen 198.602
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 70.398
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0
Summe Sachanlagen 313.126

Die immateriellen Wirtschaftsgüter haben bestimmbare Nutzungsdauern.

Die Veränderung des Konsolidierungskreises betrifft Zugänge nach IFRS 3 und Abgänge nach IFRS 5.

Der Restbuchwert von aktivierten Finanzierungsleasingverhältnissen beträgt in 2010 bei Grundstücken und Gebäuden 10.540 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) und bei technischen Anlagen und Maschinen 1.180 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

In 2009 betrifft die Veränderung des Konsolidierungskreises ausschließlich Abgänge von Gesellschaften.

Im aktuellen Jahr enthielt die Veränderung des Konsolidierungskreises Umgliederungen nach IFRS 5: Firmenwert (Anschaffungskosten: 2.230 TEUR, Abschreibung: 2.230 TEUR, Restbuchwert: 0 TEUR), immaterielle Vermögenswerte (Anschaffungskosten: 442 TEUR, Abschreibung: 442 TEUR, Restbuchwert: 0 TEUR), Grundstücke und Gebäude (Anschaffungskosten: 2.509 TEUR, Abschreibung: 1.394 TEUR, Restbuchwert: 1.115 TEUR), technische Anlagen und Maschinen (Anschaffungskosten: 7.820 TEUR, Abschreibung: 7.339 TEUR, Restbuchwert: 481 TEUR) sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung (Anschaffungskosten: 1.935 TEUR, Abschreibung: 1.839 TEUR, Restbuchwert: 96 TEUR).

Bei der Abstimmung der Abschreibungen von Anlagespiegel und Gewinn- und Verlustrechnung im Jahr 2009 ist die im Bereich "Anpassung der Vorjahreszahlen" ausgewiesene Umgliederung der Abschreibung mit einzubeziehen.

[13] Die Restbuchwerte des Anlagevermögens entwickelten sich wie folgt:

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TEUR 31.12.2010 1.1.2010 1.1.2009
Geschäftswert/Goodwill 289.573 289.573 295.974
Aktivierte Entwicklungskosten 9.880 9.823 8.761
Schutzrechte, Konzessionen, sonstige immaterielle Vermögenswerte 7.191 7.293 8.599
Summe immaterielle Vermögenswerte 17.071 17.116 17.360
Grundstücke und Gebäude 126.340 118.466 120.810
Technische Anlagen und Maschinen 86.474 88.242 90.252
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 28.351 27.708 29.118
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.295 4.472 10.483
Summe Sachanlagen 244.460 238.888 250.663

[14] Finanzanlagen und at Equity bewertete Anteile

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TEUR 2010 2009
Andere Beteiligungen 200 204
Sonstige Ausleihungen 8.352 8.790
At Equity bewertete Anteile 1.324 4.578
Summe 9.876 13.572

Die Ausleihungen betreffen selbst ausgereichte Darlehen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Die Ausleihungen werden teilweise unverzinslich, überwiegend mit fristadäquaten Zinssätzen und mit langfristiger Zinsbindung abgerechnet. Leistungsstörungen traten in beiden Geschäftsjahren nicht auf. Die Veränderung der at Equity bewerteten Anteile resultiert zu 3.409 TEUR aus der Veräußerung der COTTANO Vlieswerk GmbH an den Mitgesellschafter.

Weitere Angaben zu assoziierten Unternehmen enthält die folgende Übersicht:

Assoziierte Unternehmen

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TEUR 2010 2009
Anschaffungskosten der assoziierten Unternehmen 17 2.857
Vereinnahmtes Ergebnis der Periode 155 335
Eckdaten der assoziierten Unternehmen:    
Vermögen 7.154 7.840
Schulden 3.559 3.420
Kapital 3.595 4.420
Erlöse 14.081 19.449
Ergebnis 394 658
Beziehungen zu assoziierten Unternehmen:    
Forderungen 511 499
Umsatz 1.048 1.175
Warenbezug 0 902

Wertberichtigungen auf Forderungen gegen at Equity bewertete Unternehmen liegen nicht vor.

[15] Sonstige Vermögenswerte

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TEUR 2010 2009
Übrige Steuererstattungsansprüche 1.450 1.235
Abgrenzung periodenfremder Zahlungen 2.281 1.646
Deckungskapital Rückdeckungsversicherung 896 2.377
Darlehen und andere Forderungen 247 963
Positive Marktwerte von Derivaten 871 771
Übrige Vermögenswerte 3.614 4.499
Summe 9.359 11.491
davon kurzfristig 7.944 8.481
davon langfristig 1.415 3.010

[16] Laufende Ertragsteuern

Die aktiven laufenden Ertragsteuern sind zu 482 TEUR langfristig (Vorjahr: 571 TEUR) und resultieren im Wesentlichen aus aktivierten Körperschaftsteuerguthaben. Von den passiven laufenden Ertragsteuern entfallen 731 TEUR auf Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern (Vorjahr: 466 TEUR ) und 6.622 TEUR auf Rückstellungen für Ertragsteuern (Vorjahr: 3.653 TEUR).

Die Herkunft der aktiven und passiven latenten Steuern nach Bilanzpositionen wird im Folgenden erläutert:

2010

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TEUR Aktiv Passiv Saldo
Goodwill Personengesellschaften 1.839 -21.092 - 19.253
Immaterielle Vermögenswerte 236 - 2.401 - 2.165
Sachanlagen 2.027 - 1.309 718
Sonstige langfristige Aktiva 651 0 651
Forderungen und Vorräte 1.299 - 1.016 283
Sonstige kurzfristige Aktiva 23 - 251 - 228
Langfristige Rückstellung 2.858 - 288 2.570
Sonstige kurzfristige Passiva 1.932 - 1.461 471
Aktivierte Verlustvorträge 3.957 0 3.957
Saldierungen - 12.075 12.075 0
Latente Steuern 2.747 - 15.743 - 12.996

2009

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TEUR Aktiv Passiv Saldo
Goodwill Personengesellschaften 2.237 - 21.914 - 19.677
Immaterielle Vermögenswerte 469 - 2.270 - 1.801
Sachanlagen 2.335 - 1.573 762
Sonstige langfristige Aktiva 395 0 395
Forderungen und Vorräte 0 - 1.475 - 1.475
Sonstige kurzfristige Aktiva 0 - 195 - 195
Langfristige Rückstellung 793 - 91 702
Sonstige kurzfristige Passiva 1.548 - 603 945
Aktivierte Verlustvorträge 5.434 0 5.434
Saldierungen - 11.222 11.222 0
Latente Steuern 1.989 - 16.899 - 14.910

Die Saldierung erfolgt bei Ertragsteuern, die von der selben Steuerbehörde erhoben werden. Im Wesentlichen betrifft das die Körperschaftsteuer der INDUS Holding AG und ihrer deutschen Tochtergesellschaften in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft.

Die passiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus der Berechnung latenter Steuern auf den steuerlich abzugsfähigen Goodwill von Personengesellschaften. Zu steuerlichen Zwecken erfolgt bei Personengesellschaften eine IFRS-ähnliche Kaufpreisallokation; die entstehenden Mehrwerte - auch der steuerliche Goodwill - sind steuerlich abzugsfähig. Da der Goodwill nach IFRS nicht planmäßig abgeschrieben wird, sind nach den Voraussetzungen des IAS 12.21B in der Folge mit der Abschreibung des steuerlichen Goodwills latente Steuern zu bilden. Die latenten Steuern müssen bis zur Veräußerung der Gesellschaft bilanziert werden. Da INDUS Tochterunternehmen grundsätzlich dauerhaft hält, wird diese Position permanent aufgebaut.

Die Veränderung des Saldos der latenten Steuern erfolgte mit 2.135 TEUR (Vorjahr: 1.122 TEUR) ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung und resultiert im Übrigen aus erfolgsneutralen Anpassungen der Bestände im Rahmen der Kapitalkonsolidierung und der Rücklage der Marktbewertung der Finanzinstrumente.

Aufgrund geringer Realisierungsmöglichkeit wurden aktive latente Steuern in Höhe von 136 TEUR nicht angesetzt (Vorjahr: 137 TEUR).

Gewerbesteuerliche und körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 28.513 TEUR (Vorjahr: 40.102 TEUR) werden durch laufendes Einkommen als realisierbar angesehen. Verlust-vorträge in Höhe von zusammen 114.307 TEUR (Vorjahr: 116.711 TEUR), bei denen die Realisierungsmöglichkeit in den nächsten fünf Jahren unwahrscheinlich ist, wurden nicht aktiviert. Es handelt sich zum ganz überwiegenden Teil um gewerbesteuerliche Verlustvorträge, resultierend aus den steuerlichen Besonderheiten der INDUS-Gruppe, wie sie unter [10] erläutert wurden. Zukünftige potenzielle Realisierungsmöglichkeiten sind dementsprechend durch den dann geltenden Gewerbesteuersatz bestimmt. Größte Einzelposition ist der gewerbesteuerliche Verlustvortrag der Holding. Die Verwertung dieser Verlustvorträge unterliegt keinen zeitlichen Beschränkungen.

Aktive latente Steuern in Höhe von 1.216 TEUR (Vorjahr: 1.350 TEUR) wurden bei Gesellschaften, die aktuell steuerliche Verluste erlitten haben, über die entsprechenden passiven latenten Steuern hinaus bilanziert.

Unter Berücksichtigung der spezifischen Steuersätze ergeben sich bilanziell somit aktivierte latente Steuern aus Verlustvorträgen in Höhe von 3.957 TEUR (Vorjahr: 5.434 EUR). Die Ergebnisauswirkung hieraus beträgt 1.477 TEUR (Vorjahr: 4.038 TEUR).

Auf die im Eigenkapital ergebnisneutral gebildeten Positionen wurden im Geschäftsjahr 2010 latente Steuern in Höhe von - 81 TEUR verbucht (Vorjahr: 176 TEUR).

[17] Forderungen

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TEUR 2010 2009
Forderungen an Kunden 112.172 88.382
Zukünftige Forderungen aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen 4.934 10.386
Forderungen an assoziierte Unternehmen 511 499
Summe 117.617 99.267

Im aktuellen Berichtsjahr sind weiterhin 287 TEUR an Forderungen an Kunden aufgrund eines Zahlungsziels von mehr als einem Jahr in den langfristigen Vermögensgegenständen ausgewiesen (Vorjahr: 388 TEUR).

Die zukünftigen Forderungen aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sind in Höhe von 138 TEUR langfristig fällig (Vorjahr: 1.246 TEUR). Weitere Angaben zur Auftragsfertigung enthält die folgende Tabelle:

Auftragsfertigung

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TEUR 2010 2009
Angefallene Kosten zuzüglich anteiliger Ergebnisse 30.361 43.444
Erhaltene Anzahlungen 29.441 34.984
Fertigungsaufträge mit aktivem Saldo 4.934 10.386
Fertigungsaufträge mit passivem Saldo 4.014 1.926
Eventualschulden 15.219 8.785

Die Fertigungsaufträge mit passivem Saldo werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Wesentliche Sicherheitseinbehalte existieren nicht.

Die Forderungen enthalten Wertberichtigungen in Höhe von 5.508 TEUR (Vorjahr: 4.884 TEUR). Die Entwicklung wird im Folgenden dargestellt:

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TEUR 2010 2009
Stand Wertberichtigungen am 1. Januar 4.884 5.744
Währungsdifferenz 31 - 1
Veränderung Konsolidierungskreis - 20 - 9
Zuführungen 2.144 1.715
Verbrauch - 304 - 1.096
Auflösungen - 1.227 - 1.469
Stand Wertberichtigungen am 31. Dezember 5.508 4.884

[18] Vorräte

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TEUR 2010 2009
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 63.455 51.797
Unfertige Erzeugnisse 57.100 40.355
Fertige Erzeugnisse und Waren 56.488 50.148
Für Vorräte geleistete Anzahlungen 1.713 802
Summe 178.756 143.102

Die Buchwerte der Vorräte enthalten Abwertungen in Höhe von 12.046 TEUR (Vorjahr: 9.497 TEUR), davon fallen 5.393 TEUR auf den beizulegenden Zeitwert (Vorjahr: 2.151 TEUR). Es wurden keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet.

[19] Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag 52.538.291,22 EUR. Das Grundkapital ist eingeteilt in 20.207.035 nennwertlose Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber und gewähren in der Hauptversammlung jeweils eine Stimme. Die Aktien sind in Düsseldorf und Frankfurt zum Geregelten Markt und in Berlin, Hamburg und Stuttgart zum Freiverkehr zugelassen. Die Gesellschaft ist im SDAX und CDAX gelistet.

Der Vorstand ist nach Ziffer 4.3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 14.328.626,00 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen.

Der Vorstand ist nach Ziffer 4.4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats zusätzlich um bis zu 4.776.211,78 EUR durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden und weitere Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen:

wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich im Sinne von § 203 Absatz 1 und 2, § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt nur insoweit, als auf die im Rahmen der Kapitalerhöhung auszugebenden Aktien insgesamt ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von nicht mehr als 10 % sowohl des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft entfällt. Auf diesen Höchstbetrag für einen Bezugsrechtsausschluss ist der anteilige Betrag am Grundkapital von Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss ausgegeben oder veräußert werden; ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund von entsprechend dieser Vorschrift ausgegebenen Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind.

bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen.

Unter teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapitals II hat der Vorstand am 28. Oktober 2010 beschlossen, das Grundkapital durch Ausgabe von 1.837.002 auf den Inhaber lautender Stückaktien um 4.776.205,22 EUR auf 52.538.291,22 EUR zu erhöhen. Der Aufsichtsrat hat mit Beschluss vom 28. Oktober 2010 zugestimmt. Die Kapitalerhöhung ist durchgeführt und wurde am 2. November 2010 in das Handelsregister eingetragen. Das Genehmigte Kapital II beträgt somit noch 4,776.211,78 EUR.

Des Weiteren hat die Hauptversammlung vom 1. Juli 2010 die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 30. Juni 2015 eigene Aktien bis zu einer Anzahl von 1.837.003 Stück, was einem Anteil von annähernd 10 % der derzeitigen Zahl der Stückaktien und damit einem Anteil von annähernd 10 % des derzeitigen Grundkapitals entspricht, zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie ein- oder mehrmals ausgeübt werden. Insgesamt dürfen jedoch auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien nicht mehr als 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals entfallen, wobei andere Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und besitzt, sowie Aktien, die der Gesellschaft nach §§ 71d Satz 3 und 71e Abs. 1 Satz 1 AktG zugerechnet werden, anzurechnen sind.

Rücklagen und Konzernbilanzgewinn

Die Entwicklung der Rücklagen ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt und beinhaltet die Kapitalrücklage der INDUS Holding Aktiengesellschaft. Für den Bilanzstichtag ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 31,8 % (Vorjahr: 26,5 %).

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter umfassen im Wesentlichen die Minderheitsanteile an den Kapitalgesellschaften WEIGAND Bau GmbH sowie der SELZER Automotiva do Brasil Ltda. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter von Personengesellschaften sowie von Kapitalgesellschaften, bei denen in Folge bestimmter Optionsverträge die Chancen und Risiken der Minderheitsanteile im Wesentlichen bei der INDUS-Gruppe liegen, werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen [23]. Dies betrifft im Wesentlichen die SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG, die Helmut RÜBSAMEN GmbH & Co. KG und die HAKAMA AG.

Gewinnverwendung

Der Vorstand wird der Hauptversammlung folgende Dividendenzahlungen vorschlagen:

Zahlung einer Dividende von EUR 0,90 je Stückaktie. Dies entspricht bei 20.207.035 Aktien einer Zahlung von 18.186.331,50 EUR. Der vollständige Gewinnverwendungsvorschlag ist separat veröffentlicht.

Kapitalmanagement

Die INDUS Holding AG steuert ihr Kapital mit dem Ziel, die Kapitalrendite zu erhöhen. In diesem Zusammenhang steht auch die fortlaufende Optimierung des Verhältnisses von Eigenkapital zum verzinslichen Gesamtkapital, bestehend aus verzinslichem Fremdkapital und Eigenkapital. Das verzinsliche Fremdkapital umfasst die Pensionsrückstellungen und die Finanzschulden vermindert um die liquiden Mittel und beträgt 394.932 TEUR (Vorjahr: 424.334 TEUR). Unter Berücksichtigung des bilanziellen Eigenkapitals ergibt sich das Gesamtkapital in Höhe von 704.421 TEUR (Vorjahr: 666.048 TEUR). Bezogen auf das eingesetzte verzinsliche Gesamtkapital steigt der Anteil des Eigenkapitals von 36,3 % in 2009 auf 43,9 % in 2010.

Die INDUS Holding AG unterliegt mit Ausnahme der aktienrechtlichen Regelungen zum Mindestkapital keinen weiteren rechtlich vorgegebenen Kapitalerfordernissen. Darüber hinaus ist die INDUS Holding AG im Rahmen von Kreditverträgen Verpflichtungen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote in der AG eingegangen, um damit weiterhin Finanzmittel zu angemessenen Konditionen erhalten zu können. Die geforderte Mindest-Eigenkapitalquote wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen.

[20] Angaben zu Finanzschulden und zugeordneten Derivaten enthalten die folgenden Tabellen:

Angaben zu vertraglichen Tilgungsvereinbarungen/Restlaufzeiten

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    Rückzahlungsverpflichtung
TEUR 31.12.2010 Buchwert Berichtsperiode 1 Jahr über ein bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten        
in Konzernwährung Euro 378.247 93.498 221.496 63.253
in Schweizer Franken 11.182 3.972 5.544 1.666
in übrigen Währungen 5.593 308 4.561 724
Finanzierungsleasing 13.817 1.644 4.952 7.221
ABS-Finanzierung 43.892 43.892 0 0
Schuldscheindarlehen 23.500 6.500 17.000 0
Summe Finanzschulden 476.231 149.814 253.553 72.864
Derivate/Zinsswaps (Nennwert) 191.684 37.624 121.725 32.335

Angaben zu vertraglichen Tilgungsvereinbarungen/Restlaufzeiten

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    Rückzahlungsverpflichtung
TEUR 31.12.2009 Buchwert Berichtsperiode 1 Jahr über ein bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten        
in Konzernwährung Euro 408.306 81.497 248.352 78.457
in Schweizer Franken 22.134 11.461 8.872 1.801
in übrigen Währungen 2.805 286 1.381 1.138
ABS-Finanzierung 38.601 38.601 0 0
Schuldscheindarlehen 30.000 6.500 23.500 0
Summe Finanzschulden 501.846 138.345 282.105 81.396
Derivate/Zinsswaps (Nennwert) 178.283 29.846 115.155 33.282

Unter den Finanzschulden werden Finanzierungsleasing-Verträge betreffend Immobilien und Maschinen ausgewiesen, die im Wesentlichen im Rahmen des als Asset Deal erfolgten Erwerbs von HAKAMA entstanden sind.

Im Rahmen der ABS-Finanzierung wurden zum Stichtag Forderungen in Höhe von 49.251 TEUR transferiert (Vorjahr: 43.379 TEUR), die wegen eines verbleibenden Ausfallrisikos nicht für eine Ausbuchung infrage kommen. In diesem Zusammenhang wurden Finanzierungen von 43.892 TEUR (Vorjahr: 38.601 TEUR) bilanziert, die im Konzernabschluss als besicherter Kredit eingestuft wurden.

Der Finanzmittelzufluss aus dem Forderungsverkauf wird in den Finanzschulden mit kurzfristiger Fälligkeit und Zinsanpassung ausgewiesen.

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      Finanzschulden Derivate: Zinsswaps
Restzinsbindungsfrist
TEUR
Risikoloser Marktzins Auf Basis des Buchwerts gewichteter Zinssatz Nominalvolumen/ historische AHK Buchwert zum 31.12.2010 Buchwert zum 31.12.2009 Nennwert zum 31.12.2010
< 1 Jahr 0,77 % 2,45 % 345.496 252.571 256.359 33.418
1 bis < 2 Jahre 1,33 % 5,00 % 66.106 28.957 28.383 4.405
2 bis < 3 Jahre 1,79 % 5,40 % 60.767 27.001 34.825 10.700
3 bis < 4 Jahre 2,18 % 5,34 % 82.208 53.522 29.920 24.710
4 bis < 5 Jahre 2,52 % 4,40 % 28.407 14.912 62.660 24.717
> 5 Jahre 3,63 % 4,95 % 119.405 99.268 89.699 93.734
Summe     702.389 476.231 501.846 191.684
Marktwerte der originären und derivativen Finanzinstrumente       456.978 482.785 - 9.378
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Restzinsbindungsfrist
TEUR
Derivate: Zinsswaps Nennwert zum 31.12.2009
< 1 Jahr 9.706
1 bis < 2 Jahre 11.329
2 bis < 3 Jahre 5.119
3 bis < 4 Jahre 10.417
4 bis < 5 Jahre 28.533
> 5 Jahre 113.179
Summe 178.283
Marktwerte der originären und derivativen Finanzinstrumente - 10.396

[21] Angaben nach IAS 19: Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung

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TEUR 2010 2009 Übrige Abweichung
Laufender Dienstzeitaufwand 238 237 1
Zinsaufwand 888 863 25
Erträge aus Planvermögen - 70 - 77 7
Erfasster versicherungsmathematischer Gewinn oder Verlust 98 0 98
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0 0
Aufwand für DBO-Versorgungszusagen 1.154 1.023 131
+ Aufwand aus beitragsorientierten Plänen 2.676 1.910 766
= GuV-Periodenaufwand für Pensionszusagen 3.830 2.933 897

Bilanzansatz

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TEUR 2010 2009 Übrige Abweichung
Barwert der rückstellungsfinanzierten Versorgungsansprüche 17.273 15.765 1.508
Barwert der fondsfinanzierten Versorgungsansprüche 2.451 1.587 864
DBO: Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen 19.724 17.352 2.372
Fondsvermögen zu Marktwerten - 2.451 - 1.587 - 864
Nettoverpflichtungen 17.273 15.765 1.508
Nicht erfasstes versicherungsmathematisches Ergebnis - 1.732 229 - 1.961
Endbestand: Bilanzwert zum 31. Dezember 15.541 15.994 - 453
Aufwendungen aus Pensionsverpflichtungen 1.154 1.023 131
Rentenzahlungen - 743 - 833 90
Veränderung Konsolidierungskreis/Saldierungen - 864 - 360 0
Anfangsbestand: Bilanzwert zum 1. Januar 15.994 16.164  
Zugrunde liegende Annahmen:      
Abzinsungsfaktor 4,50 % 5,25 %  
Gehaltstrend 2,00 % 2,00 %  
Rententrend 1,50 % 1,50 %  
Erwartete Erträge aus Planvermögen 4,00 % 4,25 %  

Der Zinsaufwand ist unter der Position Zinsergebnis erfasst. Die erwarteten Erträge aus Planvermögen entsprechen im Wesentlichen den tatsächlichen Erträgen. Die Veränderung des Konsolidierungskreises beruht in 2009 auf dem Abgang der WFV Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau GmbH & Co. KG.

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden aufgrund von neuen Verpfändungen der Aktivwerte Voraussetzungen zu einer weiteren Saldierung von Bilanzwerten geschaffen.

Das Fondvermögen besteht ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen. Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich folgendermaßen dar:

Entwicklung des Planvermögens

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TEUR 2010 2009
Vermögenswerte zum 1. Januar 1.587 1.565
Erwartete Erträge des Planvermögens 70 77
Laufende Beiträge durch die Arbeitgeber 238 44
Pensionszahlungen - 176 - 76
Umklassifizierung Altersversorgung 0 0
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 0
Sonstiges 732 - 23
Vermögenswerte zum 31. Dezember 2.451 1.587

Darüber hinaus sind in der Bilanz weitere Erstattungsforderungen in Höhe von 740 TEUR (Vorjahr: 1.627 TEUR) bilanziert.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Entwicklung der Beträge für das laufende Jahr und die vier Vorjahre für Pensionsverpflichtungen, den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens und die das Vermögen übersteigende Leistungsverpflichtung. Wesentliche erfahrungsbedingte Anpassungen von Pensionsverpflichtungen und Vermögenswerten, die nicht aus Änderungen der versicherungsmathematischen Prämissen resultieren, existieren nicht.

Entwicklung der Eckzahlen

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TEUR 2010 2009 2008 2007 2006
Pensionsverpflichtungen (DBO) 19.724 17.352 17.776 16.497 16.565
Fondsvermögen zu Marktwerten - 2.451 - 1.587 - 1.565 - 1.587 - 1.375
Leistungsverpflichtung 17.273 15.765 16.211 14.910 15.190
Nicht erfasstes versicherungsmathematisches Ergebnis - 1.732 229 - 47 214 - 397
Endbestand: Bilanzwert zum 31. Dezember 15.541 15.994 16.164 15.124 14.793

[22] Rückstellungen

2010

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TEUR Anfangsbestand 1.1.2010 Veränderung Konsolidierungskreis Verbrauch Auflösung Zuführung/ Neubildung Währungsdifferenz
Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung 10.676 - 5 7.114 1.330 13.940 122
Kosten der Belegschaft 9.545 316 7.489 217 10.207 166
Übrige Rückstellungen 11.779 - 926 5.667 1.875 14.486 56
Summe 32.000 - 615 20.270 3.422 38.633 344
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TEUR Endbestand 31.12.2010
Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung 16.289
Kosten der Belegschaft 12.528
Übrige Rückstellungen 17.853
Summe 46.670

2009

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TEUR Anfangsbestand 1.1.2009 Veränderung Konsolidierungskreis Verbrauch Auflösung Zuführung/ Neubildung Währungsdifferenz
Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung 12.771 - 43 8.556 2.050 8.556 - 2
Kosten der Belegschaft 10.220 - 19 7.755 451 7.523 27
Übrige Rückstellungen 13.588 - 426 5.454 3.061 7.132 0
Summe 36.579 - 488 21.765 5.562 23.211 25
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TEUR Endbestand 31.12.2009
Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung 10.676
Kosten der Belegschaft 9.545
Übrige Rückstellungen 11.779
Summe 32.000

Die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen [21] enthält Aufzinsungen von 888 TEUR (Vorjahr: 863 TEUR). Darüber hinaus sind im aktuellen Jahr 561 TEUR an Zinsen in den Rückstellungen berücksichtigt worden.

Die Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung enthalten Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen, Verpflichtungen für Kundenboni und Erlösschmälerungen sowie geschätzte Werte für erwartete Rechnungen. Die Kosten der Belegschaft werden gebildet für Zeitguthaben der Belegschaft, Jubiläen, Altersteilzeit, Abfindungen und ähnliche Verpflichtungen. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl von möglichen Einzelrisiken, die hinsichtlich ihres wahrscheinlichen Eintritts bewertet wurden. Nennenswerte zu erwartende Erstattungen im Zusammenhang mit nach IAS 37 bilanzierten Verpflichtungen liegen nicht vor.

[23] Sonstige Verbindlichkeiten

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TEUR 2010 Kurzfristig Langfristig 2009 Kurzfristig Langfristig
Verbindlichkeiten gegen Fremdgesellschafter 13.567 4.534 9.033 24.641 17.607 7.034
Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich 10.729 10.729 0 7.994 7.994 0
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 5.788 5.788 0 5.442 5.442 0
Abgrenzung periodenfremder Zahlungen 5.453 2.974 2.479 7.181 3.038 4.143
Erhaltene Anzahlungen 3.193 3.193 0 3.062 3.062 0
Fertigungsaufträge mit passivem Saldo 4.014 4.014 0 1.926 1.926 0
Investitionszuschüsse 2.536 282 2.254 2.817 285 2.532
Derivative Finanzinstrumente 8.029 8.029 0 9.131 9.131 0
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 12.700 11.682 1.018 10.694 9.724 970
Summe 66.009 51.225 14.784 72.888 58.209 14.679

Bei Gesellschaften, an denen Fremdgesellschafter beteiligt sind, die durch gesetzliche Kündigungsmöglichkeit oder aufgrund von Optionsvereinbarungen ihre Anteile INDUS jederzeit andienen können, ist der Abfindungsanspruch der Minderheitsgesellschafter mit 9.033 TEUR (Vorjahr: 17.336 TEUR) unter den Verbindlichkeiten gegen Fremdgesellschafter ausgewiesen.

■ Informationen zur Bedeutung von Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente: Aktiva

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TEUR 2010 Bewertet nach anderen Standards* Finanzinstrumente IFRS 7 2009 Bewertet nach anderen Standards* Finanzinstrumente IFRS 7
Finanzanlagen 8.552   8.552 8.994   8.994
Liquide Mittel 96.840   96.840 93.506   93.506
Forderungen 117.617 4.934 112.683 99.267 10.386 88.881
Sonstige Vermögenswerte 9.359 1.450 7.909 11.491 1.235 10.256
Summe     225.984     201.637

* IAS 11, IAS 12 und IAS 20

Finanzinstrumente: Passiva

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TEUR 2010 Bewertet nach anderen Standards* Finanzinstrumente IFRS 7 2009 Bewertet nach anderen Standards* Finanzinstrumente IFRS 7
Finanzschulden 476.231   476.231 501.846   501.846
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36.053   36.053 28.019   28.019
Sonstige Verbindlichkeiten 66.009 12.338 53.671 72.888 10.185 62.703
Summe     565.955     592.568

* IAS 11, IAS 12 und IAS 20

Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien

2010

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TEUR Buchwert Marktwert Nettogewinne/ -verluste
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet:      
Zu Handelszwecken 871 871 100
Designiertes Instrument - - -
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen - - -
Kredite und Forderungen 224.913 225.259 - 1.377
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 200 200 - 672
Finanzinstrumente: Aktiva 225.984 226.330 - 1.949
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet:      
Zu Handelszwecken 8.029 8.029 - 1.102
Designiertes Instrument - - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Restbuchwert 557.926 538.453 55
Finanzinstrumente: Passiva 565.955 546.482 - 1.047

2009

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TEUR Buchwert Marktwert Nettogewinne/ -verluste
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet:      
Zu Handelszwecken 771 771 - 71
Designiertes Instrument - - -
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen - - -
Kredite und Forderungen 200.662 201.189 - 825
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 204 204 - 63
Finanzinstrumente: Aktiva 201.637 202.164 - 959
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet:      
Zu Handelszwecken 9.131 9.131 - 331
Designiertes Instrument - - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Restbuchwert 583.437 564.233 - 41
Finanzinstrumente: Passiva 592.568 573.364 - 372

Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente betreffen grundsätzlich langfristig gehaltene Finanzbeteiligungen, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann. Diese werden nach IAS 39.46c mit Anschaffungskosten bewertet.

Nettogewinne und -verluste von Krediten und Forderungen sowie finanzielle Verbindlichkeiten zum Restbuchwert resultieren im Wesentlichen aus Wertberichtigungen (- 1.789 TEUR; Vorjahr: - 949 TEUR), Erträgen aus Zahlungseingängen und Währungsumrechnungen. Nettogewinne und -verluste von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten entsprechen dem Beitrag dieser Finanzbeteiligungen zum Konzern-Ergebnis.

Nettogewinne und -verluste von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten enthalten die Veränderung der Marktwerte von Zins-, Währungs- und Rohstoffsicherungen, für die die formalen Voraussetzungen des Hedge Accounting nicht erfüllt sind.

Bei der Berechnung der Marktwerte von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Derivaten wurden in beiden Geschäftsjahren ausschließlich marktbezogene Bewertungsverfahren herangezogen. Das entspricht den Verfahren der Stufe 2 nach IFRS 7.27A.b. Auswirkungen aus dem Wechsel von Bewertungsverfahren nach Stufe 1 (Marktpreise) oder Stufe 3 (Bewertungsverfahren ohne beobachtbare Marktdaten) existieren daher nicht.

Die Gesamtzinserträge und Gesamtzinsaufwendungen für Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betragen - 26.073 TEUR (Vorjahr: - 27.562 TEUR).

■ Art und Ausmaß von Risiken, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben

Grundsätze des finanziellen Risikomanagements

Entsprechend der Philosophie der INDUS Holding AG wird die Finanzierung der Gesellschaften zentral gesteuert, während die Einschätzung und das Management der operativen Risiken in der Verantwortung der einzelnen Gesellschaften und ihrer Geschäftsführer liegen. Grundsätzlich werden die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cashflow des Konzerns haben. Die Sicherung erfolgt durch originäre und derivative Finanzinstrumente; Letztere werden ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen.

Risikomanagement und Finanzderivate

Die INDUS-Gruppe unterhält ein leistungsfähiges Risikomanagementsystem zur Früherkennung wirtschaftlicher Risiken, deren Schwerpunkt auf den substanziellen Problemstellungen eines diversifizierten Beteiligungsportfolios beruht. Darin eingebettet sind die spezifischen Fragestellungen des finanziellen Risikomanagements gemäß der Definition nach IFRS 7. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht.

Liquiditätsrisiko

Die einzelnen Beteiligungen finanzieren sich grundsätzlich selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation erfolgen Transfers zur INDUS Holding AG. Die AG verfügt über ausreichende liquide Mittel als strategische Reserve, die die Handlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sicherstellt. Die breit diversifizierte Fremdfinanzierung verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern. Durch vorhandene Liquidität und feste Finanzierungszusagen können sich bietende Chancen jederzeit wahrgenommen werden. Durch die langfristig angelegte Planung der Finanzierung und das bereits in der Vergangenheit erkannte und aufgelöste Klumpenrisiko bei der revolvierenden Neufinanzierung des bestehenden Finanzbedarfs ist das Finanzierungsrisiko begrenzt.

Unter Berücksichtigung der am Abschlussstichtag fixierten Konditionen für Finanzinstrumente wurden folgende Zahlungsmittelabflüsse ermittelt, die in die langfristig angelegte Finanzplanung der INDUS-Gruppe eingehen:

Zahlungsmittelabfluss

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TEUR 1 Jahr Über 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Finanzschulden 168.548 285.700 80.864
Zinsderivate 4.586 9.354 1.137
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36.053 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 42.917 12.530 0
Summe Finanzinstrumente 252.104 307.584 82.001

Die Zahlungsströme bestehen aus Tilgungszahlungen und den entsprechenden Zinsen. Sie enthalten auch Zinszahlungen von Derivaten mit positivem Marktwert, die in einer wirtschaftlichen Sicherungsbeziehung zu den Finanzschulden stehen. Die summierten Zahlungsströme von Finanzschulden und Zinsderivaten ergeben den Zahlungsstrom von entsprechenden Festzinskrediten.

Ausfallrisiko

Im Finanzierungsbereich werden nur Kontrakte mit Kontrahenten erster Bonität abgeschlossen. Im operativen Bereich erfolgt eine dezentrale laufende Überwachung durch die Beteiligungen. Ausfallrisiken wird durch adäquate Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Bilanzansatz der selbst ausgereichten Kredite und Forderungen, bei Derivaten der Summe deren positiver Marktwerte.

Durch die Eigenständigkeit der Unternehmen der INDUS-Gruppe, die ihre Aktivitäten auf verschiedenen Märkten und mit unterschiedlichen Produkten entfalten, wird eine breite Streuung des unternehmerischen Risikos erreicht.

Eine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen resultiert aus der oligopolistischen Struktur der Kunden im Segment Fahrzeugkomponenten/Engineering. Bezogen auf den Gesamtbestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen existieren acht Kunden (Vorjahr: 12) mit einem Anteil von jeweils mehr als 1 %. Das entspricht einem Anteil von ca. 30 % an den Offenen Posten im Konzernabschluss (Vorjahr: 30 %). Der Umsatzanteil der Top-10-Kunden betrug ca. 30 % am Konzernumsatz (Vorjahr: 20 %).

Am Bilanzstichtag existieren wie im Vorjahr keine nicht überfälligen Forderungen an Kunden und assoziierte Unternehmen, die ohne neue Verhandlungen überfällig gewesen wären.

Weiterhin bestehen Forderungen an Kunden und assoziierte Unternehmen, die überfällig sind, aber nicht einzeln wertberichtigt wurden. Im Laufzeitband bis drei Monate treten in der Regel keine wesentlichen Zahlungsausfälle ein, da die Überfälligkeiten überwiegend auf zeitlichen Buchungsunterschieden beruhen. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten am Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Forderungen an Kunden und assoziierte Unternehmen

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TEUR 2010 2009
Buchwert Bilanz* 112.969 89.270
+ darin enthaltene Wertberichtigungen 5.508 4.884
= Bruttowert der Forderungen vor Wertberichtigungen 118.477 94.154
Davon zum Abschlussstichtag    
- weder wertgemindert noch überfällig: 87.203 71.472
- nicht wertgemindert und in folgenden Zeitbändern überfällig:    
weniger als 3 Monate 21.896 14.830
zwischen 3 und 6 Monaten 1.380 1.224
zwischen 6 und 9 Monaten 614 415
zwischen 9 und 12 Monaten 599 228
mehr als 12 Monate 520 363

* ohne Forderungen aus Fertigungsaufträgen nach IAS 11

Zinsrisiko

Die INDUS Holding AG sichert und koordiniert die Finanzierung und Liquidität aller Gesellschaften. Im Vordergrund steht die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios. Dementsprechend wird mit dem Erwerb von Beteiligungen eine fristenadäquate Finanzierung abgeschlossen. Zum Einsatz gelangen festverzinsliche Finanzierungen oder variabel verzinsliche Finanzierungen, die per Zinsswaps in festverzinsliche Finanzierungen transferiert werden.

Änderungen der Zinssätze könnten Marktwert und Cashflow von Finanzinstrumenten beeinflussen. Die Berechnung dieser Auswirkungen erfolgt durch eine Sensitivitätsanalyse, bei der die relevanten Zinsstrukturkurven jeweils um 100 Basispunkte parallel verschoben werden. Die Auswirkungen werden ermittelt für die fixierten Konditionen des am Abschlussstichtag vorliegenden Bestands an Finanzinstrumenten.

Die Veränderung von Marktwerten hat Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, abhängig von den Bewertungskategorien der zugrunde liegenden Finanzinstrumente. Mit Veränderung des Zinsniveaus um ± 100 Basispunkte verändern sich die Marktwerte aller Finanzinstrumente um ca. ± 11,9 Mio. EUR (Vorjahr: ± 14,2 Mio. EUR). Die Marktwerte der Zinsderivate verändern sich um ca. ± 4,0 Mio. EUR (Vorjahr: ± 5,2 Mio. EUR), davon würden aufgrund geschlossener Sicherungsbeziehungen ± 1,4 Mio. EUR (Vorjahr: ± 2,0 Mio. EUR) erfolgsneutral im Eigenkapital verarbeitet. Die Auswirkung auf das Zinsergebnis würde ± 2,6 Mio. EUR (Vorjahr: ± 3,2 Mio. EUR) betragen. Die Auswirkungen auf Ergebnis und Eigenkapital kehren sich in Folgeperioden bis zur Endfälligkeit der Derivate um.

Da wirtschaftlich betrachtet die Zinsänderungsrisiken fast vollständig abgesichert sind, würden sich Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten kompensieren. Wesentliche Auswirkungen auf den zukünftigen Cashflow existieren somit nicht.

Währungsrisiko

Die Währungsrisiken resultieren im Wesentlichen aus der operativen Tätigkeit der Konzernunternehmen sowie aus Finanztransaktionen zwischen den ausländischen Beteiligungsunternehmen und der jeweiligen Muttergesellschaft. Die Risikoanalyse erfolgt auf Nettobasis, die Absicherung entsprechend der unternehmerischen Eigenverantwortung fallweise durch die Beteiligungen. Als Instrumente werden Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte eingesetzt.

Auswirkungen von Währungsrisiken auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entstehen, wenn Finanzinstrumente in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft notieren. Wechselkursbedingte Risiken aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Da Währungssicherungen nicht formal als Sicherungsbeziehungen bilanziert werden, ergeben sich hieraus keine Auswirkungen auf die Rücklagen für Marktbewertungen von Finanzinstrumenten.

Unter der Annahme, dass am Abschlussstichtag die Umrechnungskurse aller Fremdwährungen gegenüber dem Euro um 10 % höher lägen, würde das Nettoergebnis aus der Währungsumrechnung um 3,1 Mio. EUR steigen (Vorjahr: + 2,1 Mio. EUR). Hauptursache sind in Schweizer Franken aufgenommene Darlehen bei der INDUS Holding AG mit + 2,3 Mio. EUR (Vorjahr: + 2,3 Mio. EUR) sowie die Termingeschäfte in US-Dollar mit + 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: + 0,3 Mio. EUR).

■ Bilanzierung von Sicherungsgeschäften

Sicherungsmaßnahmen

Zu den Abschlussstichtagen liegen Währungssicherungen, fast ausschließlich auf USD und CHF, mit einem Nominalvolumen von 13,0 Mio. EUR vor (Vorjahr: 15,3 Mio. EUR). Diese Sicherungskontrakte weisen in 2010 einen positiven Marktwert von 139 TEUR auf (Vorjahr: 156 TEUR).

Rohstoffsicherungen liegen mit einem Nominalvolumen von 1,8 Mio. EUR vor (Vorjahr: 3,1 Mio. EUR). Diese Sicherungskontrakte weisen in 2010 einen Marktwert von 665 TEUR auf (Vorjahr: 460 TEUR).

Zinssicherungen existieren mit einem Nominalvolumen von 191.684 TEUR (Vorjahr: 178.283 TEUR). Die Marktwerte betragen - 9.378 TEUR (Vorjahr: - 10.396 TEUR). Weitere Details zu Fälligkeiten und Laufzeiten finden sich bei der Berichterstattung zu Finanzschulden.

■ Segmentberichterstattung

Ab dem aktuellen Geschäftsjahr wird das Segmentvermögen nicht mehr berichtet, da diese Information ausschließlich für den Konzernabschluss ermittelt wurde. Mit dem im aktuellen Jahr anzuwendenden IFRS 8 ist diese Angabe nicht erforderlich, wenn sie nicht laufend an das Management berichtet wird. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Die Gliederung der Segmente entspricht dem aktuellen Stand der internen Berichterstattung. Die Informationen beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten.

Die Zuordnung der Gesellschaften zu den Segmenten wird durch deren Absatzmärkte bestimmt, wenn der ganz überwiegende Sortimentsanteil in dem Marktumfeld abgesetzt wird (Fahrzeugkomponenten/Engineering, Medizintechnik/Life Science). Sonst wird auf gemeinsame Merkmale der Produktionsstruktur abgestellt (Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Metall/Metallverarbeitung). Die Überleitungen enthalten die Werte der Holding, nicht operativer Einheiten ohne Segmentzuordnung sowie die Konsolidierungen.

Die zentrale Steuerungsgröße der Segmente bleibt das operative Ergebnis (EBIT), entsprechend der Definition im Konzernabschluss. Die Segmentinformationen sind in Übereinstimmung mit den Ausweis- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewandt wurden, ermittelt.

Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten beruhen auf Marktpreisen, soweit diese verlässlich bestimmbar sind, und werden im Übrigen auf Basis der Kostenzuschlagsmethode ermittelt.

Primäres Berichtsformat: nach Geschäftsbereichen

Segmentbericht nach IFRS 8 2010

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TEUR Fahrzeugkomp./ Engineering Medizintechnik/ Life Science Bau/ Infrastruktur Maschinen-& Anlagenbau Metall/ Metallverarbeitung Summe Segmente
Umsatzerlöse mit externen Dritten 284.766 81.570 205.472 128.956 270.582 971.346
Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften 22.492 3.568 7.740 7.076 23.663 64.539
Umsatzerlöse 307.258 85.138 213.212 136.032 294.245 1.035.885
Segmentergebnis (EBIT) 14.355 12.395 27.870 14.310 39.640 108.570
Ergebnis aus Equity-Bewertung 0 0 155 0 0 155
Abschreibungen - 22.951 - 3.100 - 4.977 - 1.930 - 10.336 - 43.294
davon planmäßige AfA aus Erstkonsolidierung - 3.198 - 50 - 740 - 31 - 823 - 4.842
davon außerplanmäßige AfA aus Erstkonsolidierung - 1.658 0 0 0 0 - 1.658
Investitionen 19.164 2.359 6.276 1.145 23.015 51.959
davon Unternehmenserwerbe 0 0 0 0 14.139 14.139
At Equity bewertete Anteile 0 0 1.324 0 0 1.324
Zusätzliche Information: EBITDA 37.306 15.495 32.847 16.240 49.976 151.864
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TEUR Überleitung Konzernabschluss
Umsatzerlöse mit externen Dritten 239 971.585
Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften - 64.539 0
Umsatzerlöse -64.300 971.585
Segmentergebnis (EBIT) - 7.134 101.436
Ergebnis aus Equity-Bewertung 0 155
Abschreibungen - 302 - 43.596
davon planmäßige AfA aus Erstkonsolidierung 0 - 4.842
davon außerplanmäßige AfA aus Erstkonsolidierung 0 - 1.658
Investitionen 83 52.042
davon Unternehmenserwerbe 0 14.139
At Equity bewertete Anteile 0 1.324
Zusätzliche Information: EBITDA - 6.832 145.032

Segmentbericht nach IFRS 8 2009

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TEUR Fahrzeugkomp./ Engineering Medizintechnik/ Life Science Bau/ Infrastruktur Maschinen-& Anlagenbau Metall/ Metallverarbeitung Summe Segmente
Umsatzerlöse mit externen Dritten 199.320 76.869 189.231 105.233 195.680 766.333
Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften 13.012 3.076 7.608 6.088 20.126 49.910
Umsatzerlöse 212.332 79.945 196.839 111.321 215.806 816.243
Segmentergebnis (EBIT) - 8.435 10.790 28.078 12.389 18.458 61.280
Ergebnis aus Equity-Bewertung 0 320 15 0 0 335
Abschreibungen - 26.175 - 3.451 - 4.820 - 2.342 - 8.665 - 45.453
davon planmäßige AfA aus Erstkonsolidierung - 3.735 - 46 - 1.027 - 133 - 917 - 5.858
davon außerplanmäßige AfA aus Erstkonsolidierung - 5.776 0 0 0 0 - 5.776
Investitionen 17.402 1.664 6.350 2.342 6.894 34.652
davon Unternehmenserwerbe 0 0 0 0 0 0
At Equity bewertete Anteile 0 3.409 1.169 0 0 4.578
Zusätzliche Information: EBITDA 17.740 14.241 32.898 14.731 27.123 106.733
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TEUR Überleitung Konzernabschluss
Umsatzerlöse mit externen Dritten 66 766.399
Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften - 49.910 0
Umsatzerlöse -49.844 766.399
Segmentergebnis (EBIT) - 4.223 57.057
Ergebnis aus Equity-Bewertung 0 335
Abschreibungen - 327 - 45.780
davon planmäßige AfA aus Erstkonsolidierung 0 - 5.858
davon außerplanmäßige AfA aus Erstkonsolidierung 0 - 5.776
Investitionen 42 34.694
davon Unternehmenserwerbe 0 0
At Equity bewertete Anteile 0 4.578
Zusätzliche Information: EBITDA - 3.896 102.837

Überleitungsrechnung

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TEUR 2010 2009
Segmentergebnis (EBIT) 108.570 61.280
Nicht zugeordnete Bereiche inkl. AG - 6.991 - 3.400
Konsolidierungen - 143 - 823
Zinsergebnis - 27.389 - 27.576
Ergebnis vor Steuern 74.047 29.481

Sekundäres Berichtsformat: nach Regionen

Die Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die Absatzmärkte. Aufgrund der vielfältigen Auslandsaktivitäten ist eine weitere Aufgliederung nach Ländern nicht sinnvoll, da außerhalb von Deutschland kein Land 10 % des Konzernumsatzes erreicht.

Die langfristigen Vermögenswerte abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente beziehen sich auf den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung ist ebenfalls nicht sinnvoll, da sich der Sitz der Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet.

2010

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TEUR Inland Ausland Konzern
Umsatzerlöse mit externen Dritten 537.708 433.877 971.585
Langfristige Vermögenswerte abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente 485.758 66.669 552.427

2009

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TEUR Inland Ausland Konzern
Umsatzerlöse mit externen Dritten 448.573 317.826 766.399
Langfristige Vermögenswerte abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente 500.770 49.385 550.155

Aufgrund der Diversifikationspolitik von INDUS existieren weder einzelne Produkt- oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von größer als 10 % am Umsatz erreichen.

■ Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sind gesondert im Bereich Forderungen und Vorräte aufgeführt. Gestellte Sicherheiten für Finanzschulden sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

Verpfändete Vermögenswerte

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TEUR 2010 2009
Grundschulden 32.377 31.094
Verpfändete Forderungen (ABS-Finanzierung) 49.251 43.379
Sonstige Sicherheiten 387 326
Summe Sicherheiten 82.015 74.799

Haftungsverhältnisse

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TEUR 2010 2009
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln 0 160

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Operating-Leasing-Verträgen werden mit der Summe der Beträge ausgewiesen, die bis zum frühesten Kündigungstermin anfallen:

Fälligkeit

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TEUR 2010 2009
Bis 1 Jahr 11.113 10.624
Zwischen 1 und 5 Jahren 26.707 23.081
Über 5 Jahre 37.933 41.605
Summe 75.753 75.310

Die Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für das Anlagevermögen belaufen sich auf 6.459 TEUR (Vorjahr: 6.242 TEUR), davon für Sachanlagen 5.969 TEUR (Vorjahr: 5.546 TEUR) und für immaterielle Vermögenswerte auf 490 TEUR (Vorjahr: 696 TEUR).

Immobilienleasingverträge werden mit Mietanpassungsklauseln, die auf der Entwicklung von Preisindizes beruhen, abgeschlossen. Die Verträge beinhalten regelmäßig Kaufoptionen. Der Ausübungspreis der Option am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses liegt erwartungsgemäß nicht deutlich niedriger als der Marktwert.

Die Leasingzahlungen des aktuellen Jahres betrugen 13.113 TEUR (Vorjahr: 11.281 TEUR).

Zukünftig fällige Zahlungen aus Finanzierungsleasing zeigt die folgende Übersicht.

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TEUR Bis 1 Jahr Über 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Summe
Leasingzahlungen 1.895 6.475 7.480 15.850
Zinsanteil 393 1.096 544 2.033
Buchwert/Barwert 1.502 5.379 6.936 13.817

Für die entsprechenden Vermögenswerte (Sachanlagen) bestehen in der Regel günstige Kaufoptionen, die nach heutigem Kenntnisstand auch ausgeübt werden. Die Kaufpreise sind fixiert, Preisanpassungsklauseln existieren nicht. Die den Verträgen zugrunde liegenden Zinssätze liegen zwischen 2,5 % und 5,8 %. Es existieren weder Eventualmietzahlungen noch Mietzahlungen aus Untermietverhältnissen. Im Vorjahr existierten keine wesentlichen Finanzierungsleasingverträge.

Mitarbeiter im Durchschnitt des Geschäftsjahres

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  2010 2009
Gewerbliche 4.141 3.470
Angestellte 1.895 1.901
Gesamt 6.036 5.371

■ Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und nahestehende Personen

Entsprechend der Struktur der INDUS-Gruppe zählen zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen der Aufsichtsrat (6 Mitglieder in 2010 und 6 Mitglieder in 2009), der Vorstand der INDUS Holding AG (2010: 4 Personen, Vorjahr: 4 Personen) sowie die Geschäftsführer der operativen Einheiten (2010: 57 Personen, Vorjahr: 58 Personen). In 2010 besitzen 5 Geschäftsführer Minderheitsanteile an der entsprechenden Gesellschaft (Vorjahr: 3). Diese Ergebnisbestandteile sind im Anteil von Minderheitsgesellschaftern am Ergebnis enthalten.

Bilanzierungspflichtige Pensionszusagen der INDUS Holding AG für Mitglieder des Vorstands existieren nicht. Im Rahmen eines beitragsorientierten Versorgungsplans für Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr Beiträge von 54 TEUR geleistet (Vorjahr: 54 TEUR).

Übersicht Vergütungen

2010

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TEUR Aufwand der Periode Davon Gehälter Davon SAR* Davon Abfindung Davon Pensionen
INDUS Holding AG          
Aufsichtsrat 212 212 - - -
Vorstand 2.995 2.859 136 - -
Tochterunternehmen          
Geschäftsführer 11.146 10.840 - 306 -
Familienmitglieder 314 254 - - 60
Summe 14.667 14.165 136 306 60

2009

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TEUR Aufwand der Periode Davon Gehälter Davon SAR* Davon Abfindung Davon Pensionen
INDUS Holding AG          
Aufsichtsrat 176 176 - - -
Vorstand 1.649 1.649 - - -
Tochterunternehmen          
Geschäftsführer 11.014 10.522 - 454 38
Familienmitglieder 491 434 - - 57
Summe 13.330 12.781 - 454 95

* SAR (Stock Appreciation Rights)=virtuelle Aktienoptionen

In 2010 waren 6 Familienmitglieder von Gesellschaftern oder Geschäftsführern in den operativen Beteiligungsgesellschaften beschäftigt (Vorjahr: 7 Personen).

Vergütungen des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde von der Hauptversammlung der INDUS Holding AG im Juli 2010 neu festgelegt. Sie ist in Punkt 6.16 der Satzung geregelt. Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält außer dem Ersatz seiner Auslagen für seine Tätigkeit im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr eine Grundvergütung in Höhe von 30.000 EUR sowie ein Sitzungsgeld von 3.000 EUR pro Sitzung. Der Vorsitzende erhält das Doppelte der beiden vorgenannten Beträge, der Stellvertreter das Eineinhalbfache. Den Aufsichtsratsmitgliedern wird die Mehrwertsteuer erstattet, soweit sie bei der Gesellschaft als Vorsteuer abzugsfähig ist. Für den Aufsichtsrat bestehen keine Aktienoptionsprogramme und ähnlichen wertpapierorientierten Anreizsysteme. Die neue Vergütungsregelung wurde mit Stichtag 5. Juli 2010 (Eintragung der Satzungsänderung) berechnet. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum 5. Juli 2010 wurde noch die alte Vergütungsregel berechnet (Grundvergütung plus Variable in Abhängigkeit von der Dividende). Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder belief sich im Geschäftsjahr 2010 insgesamt auf 212 TEUR (Vorjahr: 176 TEUR). Der Aufsichtsrat tagte in 2010 vier Mal und in 2009 fünf Mal.

Vergütungen des Vorstands

Durch die Einführung des Vorstandsvergütungsgesetzes im August 2009 sollen von börsennotierten Gesellschaften bei der Festsetzung der Vergütung von Vorständen künftig verstärkt Anreize für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gesetzt werden. Hierdurch ist die INDUS Holding AG gehalten, die variablen Vergütungsanteile für die Mitglieder des Vorstands neu zu regeln. Ab dem 1. Januar 2010 wurde daher das Long-Term-Incentive-Programm als langfristige Anreizwirkung in Form von virtuellen Aktienoptionen aufgelegt. Die Mitglieder des Vorstands erhalten auf Grundlage eines festgelegten Zielwerts jährlich eine bestimmte Anzahl von virtuellen Aktienoptionen (Stock Appreciation Rights). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der INDUS Holding AG bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe sich nach der Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Börsenkurs bei Ausübung der Option bemisst. Der Basispreis der SAR entspricht dem Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft während der letzten zwanzig Handelstage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Die Ausübungshürde beträgt 112 % des Basispreises. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig bei maximal dem Zweifachen des ursprünglich vereinbarten Zielwerts begrenzt (Deckelung). Die SAR unterliegen der gesetzlichen Sperrfrist von vier Jahren ab dem Zeitpunkt der Zuteilung der Tranche. Der Ausübungszeitraum beträgt für jede Tranche ab dem ersten Jahr nach Ablauf der Sperrfrist maximal zwei Jahre.

Im Geschäftsjahr 2010 wurden insgesamt 169.160 SAR mit einem Basispreis von jeweils EUR 12,13 gewährt (Tranche 2010). Die Auszahlungsansprüche aller Berechtigten aus dieser Tranche sind auf den Betrag von insgesamt 630 TEUR begrenzt. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der SAR insgesamt 350 TEUR. Der ermittelte zeitanteilige beizulegende Zeitwert der gewährten SAR betrug zum Bilanzstichtag 136 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) und ist in voller Höhe in den Personalaufwendungen und Rückstellungen enthalten. Die Zeitwertermittlung erfolgte mit einem anerkannten finanzmathematischen Optionspreismodell unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche. Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der INDUS Holding AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der INDUS Holding AG.

Der kurzfristige variable Anteil der Gesamtbezüge des Vorstands ist erfolgsbezogen und bemisst sich nach dem Planerfüllungsgrad des Konzern-EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) der INDUS Holding AG. Der erfolgsabhängige Anteil des Gehalts betrug 1.616 TEUR (Vorjahr: 327 TEUR).

Sonstige Beziehungen

Ehemalige Vorstände erhielten sonstige Bezüge in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 13 TEUR). An Mitglieder des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr 2010 für persönlich erbrachte Beratungsleistungen an Konzerngesellschaften Zahlungen in Höhe von 7 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) geleistet.

Darüber hinaus bestanden Geschäftsbeziehungen zu Minderheitsgesellschaftern und deren Angehörigen hinsichtlich Beratung (200 TEUR; Vorjahr: 163 TEUR), Miete von Grundstücken und Gebäuden (112 TEUR, Vorjahr: 758 TEUR) sowie sonstigen Sachleistungen (2.671 TEUR, Vorjahr: 2.741 TEUR). Zum Bilanzstichtag bestanden offene Forderungen gegen nahestehende Unternehmen in Höhe von 272 TEUR (Vorjahr: 187 TEUR). Es existieren Ausleihungen in Höhe von 450 TEUR (Vorjahr: 500 TEUR), die marktüblich verzinst werden. Weiterhin bezogen Minderheitsgesellschafter Zinsen in Höhe von 582 TEUR (Vorjahr: 722 TEUR).

Die Angaben zu Geschäftsvorgängen mit assoziierten Unternehmen erfolgen aus Gründen der Übersichtlichkeit im Bereich der entsprechenden Eckdaten [14, 17].

Kosten der Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung

Das Honorar der Treuhand- und Revisions-AG Niederrhein für die Abschlussprüfungen betrug 187 TEUR (Vorjahr: 167 TEUR), für sonstige Bestätigungen oder Bewertungsleistungen 5 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR), für Steuerberatungsleistungen 5 TEUR (Vorjahr: 1 TEUR) und für sonstige Leistungen 9 TEUR (Vorjahr: 39 TEUR).

Deutscher Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben im Dezember 2010 gemäß § 161 AktG eine Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und diese den Aktionären auf der Webseite der INDUS Holding Aktiengesellschaft (http://www.indus.de) zugänglich gemacht.

Meldungen nach § 21 Abs. 1 WpHG

Die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, Deutschland, hat gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 3. November 2010 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding AG, Bergisch Gladbach, Deutschland, ISIN: DE 0006200108, WKN 620010 am 28. Oktober 2010 die Schwelle von 3 % und 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 9,09 % (das entspricht 1.837.002 Stimmrechten) betragen hat.

Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB

In der beim elektronischen Handelsregister hinterlegten Anteilsbesitzliste zum 31. Dezember 2010 sind die Tochtergesellschaften bezeichnet, die die Befreiung von der Offenlegungspflicht nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB in Anspruch nehmen.

 

Bergisch Gladbach, den 14. April 2011

INDUS Holding AG

Der Vorstand

Helmut Ruwisch

Jürgen Abromeit

Dr. Wolfgang Höper

Dr. Johannes Schmidt

Anteilsbesitzliste zum 31. Dezember 2010

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Firma Sitz Beteiligungs-
quote
%
gezeichnetes Kapital
T€
Eigen-
kapital
T€
Jahres-
ergebnis
T€
letzter
Jahres-
abschluss
A. Verbundene Unternehmen im Konzernabschluss nach IFRS 3 konsolidiert            
I. Operative Gesellschaften            
1. ASS Maschinenbau GmbH1 Overath-Untereschbach 100,00 % 500,0 2.152,8 790,5 31.12.2010
2. - ASS End of Arm Tooling Inc. Livonia/USA 90,00% bei Nr. 1 * 41,6 * 203,7 * 123,3 31.12.2010
3. AURORA Konrad G. Schulz GmbH & Co. KG1 Mudau 100,00 % 2.564,0 2.694,5 1.205,6 31.12.2010
4. - AURORA ISI Araclari Sanayi Ve Ticaret Limited Sirketi Istanbul/Türkei 99,00% bei Nr. 3 * 483,2 * 383,4 * 45,5 31.12.2010
5. Bacher AG Reinach/Schweiz 100,00 % * 2.559,2 * 4.727,9 * 771,5 31.12.2010
6. Betek Bergbau- und Hartmetalltechnik Karl-Heinz Simon GmbH & Co. KG1 Aichhalden 100,00 % 1.534,0 1.547,3 7.297,0 31.12.2010
7. Betomax Kunststoff- und Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG1 Neuss 100,00 % 3.074,0 3.630,2 1.758,1 31.12.2010
8. - Ancotech AG Dielsdorf/Schweiz 100,00% bei Nr. 7 * 80,0 * 5.236,0 * 3.339,6 31.12.2010
9. - Ancotech GmbH Köln 100,00% bei Nr. 7 25,0 310,0 59,1 31.12.2010
10. Bilstein & Siekermann GmbH & Co. KG1 Hillesheim 100,00 % 1.000,0 3.885,0 896,9 31.12.2010
11. M. Braun Inertgas-Systeme GmbH1 Garching 100,00 % 1.000,0 5.581,0 4.410,4 31.12.2010
12. - M. Baun Inertgas-Systeme (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai/China 10,00% bei Nr. 11 * 188,6 * 300,6 * 436,1 31.12.2010
13. - M. Baun Inc. Stratham/USA 100,00% bei Nr. 11 * 74,8 * 836,0 * 751,9 31.12.2010
14. - Mecalab - M. Braun AG Grenchen/Schweiz 100,00% bei Nr. 11 * 80,0 * -611,7 * 188,3 31.12.2010
15. Emil Fichthorn Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG1 Schwelm 100,00 % 623,0 623,0 298,9 31.12.2010
16. FS Kunststofftechnologie GmbH & Co. KG1 Reichshof-Hahn 100,00 % 514,0 997,0 1.498,4 31.12.2010
17. - B & F Formulier- und Abfüll GmbH & Co. KG1 Drolshagen-Iseringhausen 100,00% bei Nr. 16 54,0 74,8 15,4 31.12.2010
18. - EVT Dichtstoffe GmbH Stuttgart 85,25% bei Nr. 16 102,3 102,3 0,0 31.12.2010
19. GSR Ventiltechnik GmbH & Co. KG1 Vlotho 100,00 % 514,0 618,3 671,5 31.12.2010
20. - Buschjost Magnetventile GmbH & Co. KG1 Bad Oeynhausen 90,00% bei Nr. 19 5,2 5,2 357,1 31.12.2010
21. GVV Grevener Vermietungs- und Verpachtungsgesellschaft mbH & Co. KG1 Greven 100,00 % 515,0 563,2 0,0 31.12.2010
22. - ISC IT Service & Consulting GmbH Greven 100,00% bei Nr. 21 50,0 -2.035,7 247,1 31.12.2010
23. HAKAMA AG Bättwil/Schweiz 60,00 % * 3.998,7 * 4.365,5 * 332,2 31.12.2010
24. HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG1 Herbrechtingen 100,00 % 1.550,0 2.558,0 2.051,9 31.12.2010
25. Horn GmbH & Co. KG1 Flensburg 100,00 % 1.024,0 1.024,0 0,0 31.12.2010
26. imeco Einwegprodukte GmbH & Co. KG Vliesstoffvertrieb1 Hösbach 100,00 % 565,0 982,6 1.011,6 31.12.2010
27. - IMAKON Sp Z.o.o. Luban/Polen 100,00% bei Nr. 26 * 178,6 * 473,8 * 6,5 31.12.2010
28. - apos GmbH & Co. KG1 Hösbach 100,00% bei Nr. 26 100,0 100,0 0,0 31.12.2010
29. IPETRONIK GmbH & Co. KG1 Baden-Baden 100,00 % 515,0 720,8 1,0 31.12.2010
30. - IPETRONIK Inc. Livonia, Michigan/ USA 100,00% bei Nr. 29 * 4,5 * 2,5 * 136,2 31.12.2010
31. - Ipetronik S.A.R.L. Voisins-Le-Bretonneux/Frankreich 100,00% bei Nr. 29 15,0 -168,3 -183,3 31.12.2010
32. Kieback GmbH & Co. KG1 Osnabrück 100,00 % 514,0 993,7 0,0 31.12.2010
33. Anneliese Köster GmbH & Co. KG1 Ennepetal 100,00 % 100,0 770,4 469,0 31.12.2010
34. - Köster & Co. GmbH1 Ennepetal 100,00% bei Nr. 33 275,0 2.211,0 1.329,5 31.12.2010
35. - Köster - VVG spol. s r.o. Zacler/Tschechien 100,00% bei Nr. 33 * 4,0 * 60,2 * 18,5 31.12.2010
36. - Köster CS, spol. s r.o. Zacler/Tschechien 100,00% bei Nr. 34 * 179,6 * 331,3 * -33,3 31.12.2010
37. - Köster Ceska Republika spol. s r.o. Zacler/Tschechien 100,00% bei Nr. 34 * 39,9 * 55,2 * 49,9 31.12.2010
38. - Köster ITALIA S.r.l. Lucca/Italien 100,00% bei Nr. 34 20,4 213,2 14,0 31.12.2010
39. MEWESTA Hydraulik GmbH & Co. KG1 Münsingen 100,00 % 514,0 540,0 182,0 31.12.2010
40. MIGUA 1. Beteiligungsgesellschaft mbH1 Wülfrath 100,00 % 1.636,4 3.152,3 1.503,6 31.12.2010
41. - MIGUA Fugensysteme GmbH & Co. KG1 Wülfrath 100,00% bei Nr. 40 153,4 543,5 2.084,2 31.12.2010
42. Mikrop AG Kronbühl/Schweiz 100,00 % * 40,0 * 1.532,5 * 673,3 31.12.2010
43. - Microtec Optica d.o.o. Kac'/Serbien 100,00% bei Nr. 42 * 461,5 * 585,3 * 315,0 31.12.2010
44. Nisterhammer-Maschinenbau GmbH & Co. KG1 Nister 100,00 % 774,0 811,3 0,2 31.12.2010
45. OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG1 Oelde 100,00 % 260,0 4.258,2 1.630,6 31.12.2010
46. - OBUK Slovakia s.r.o. Malacky/Slowakei 100,00% bei Nr. 45 6,6 -198,4 88,9 31.12.2010
47. Ofa Bamberg GmbH1 Bamberg 100,00 % 1.500,0 5.656,7 2.870,5 31.12.2010
48. planetroll GmbH & Co. KG1 Munderkingen 100,00 % 515,0 515,0 0,0 31.12.2010
49. Rebo Plastic GmbH & Co. KG1 Kalletal-Erder 100,00 % 774,0 902,3 6,4 31.12.2010
50. REMKO GmbH & Co. KG Klima- und Wärmetechnik1 Lage 100,00 % 1.534,0 4.558,0 3.580,1 31.12.2010
51. Helmut Rübsamen GmbH & Co. KG1 Bad Marienberg 88,89 % 500,0 750,8 923,5 31.12.2010
52. Konrad Schäfer GmbH1 Osnabrück 100,00 % 400,0 2.099,7 0,0 31.12.2010
53. - Schäfer Modell- und Formenbau GmbH & Co. KG1 Mühlhausen 100,00% bei Nr. 52 1.024,0 1.205,1 6,0 31.12.2010
54. - Schäfer Konstruktions GmbH Osnabrück 100,00% bei Nr. 52 50,0 31,8 0,7 31.12.2010
55. Schuster Klima Lüftung GmbH & Co. KG1 Friedberg 100,00 % 1.024,0 1.158,0 247,3 31.12.2010
56. Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG1 Driedorf-Roth 85,00 % 6.000,0 13.000,0 7.216,8 31.12.2010
57. - Selzer Automotiva do Brasil Ltda. Vinhedo/Brasilien 90,00% bei Nr. 56 * 1.623,3 * 3.261,2 * 1.094,8 31.12.2010
58. - Selzer Systemtechnik GmbH1 Driedorf-Roth 100,00% bei Nr. 56 200,0 241,3 1,8 31.12.2010
59. Semet Maschinenbau GmbH & Co. KG1 Brackenheim 100,00 % 774,0 957,7 -291,7 31.12.2010
60. Karl Simon GmbH & Co. KG1 Aichhalden 100,00 % 2.100,0 4.145,5 -334,4 31.12.2010
61. - Siku GmbH Rickenbach/Schweiz 100,00% bei Nr. 60 * 639,8 * 995,8 * -200,5 31.12.2010
62. Sitek-Spikes GmbH & Co. KG1 Aichhalden 100,00 % 1.023,0 1.248,7 400,4 31.12.2010
63. S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG1 Backnang 100,00 % 1.005,0 2.573,0 -1.134,4 31.12.2010
64. - SMA Engineering South Africa (PTY) Ltd. East London/Südafrika 100,00% bei Nr. 63 * 0,0 * 1.828,8 * 697,4 31.12.2010
65. Turmbau Steffens & Nölle GmbH1 Berlin 100,00 % 500,0 1.788,2 0,0 31.12.2010
66. - tomcast GmbH Antennenanlagen Essenbach-Altheim 100,00% bei Nr. 65 25,0 -66,5 0,0 31.12.2010
67. VULKAN INOX GmbH1 Hattingen 100,00 % 770,0 5.565,9 1.224,0 31.12.2010
68. - VULKAN Harex Steelfiber (North America) Inc. Brantford, Ontario/Kanada 100,00% bei Nr. 67 * 375,3 * 613,9 * 41,0 31.12.2010
69. Weigand Bau GmbH1 Bad Königshofen 80,00 % 1.000,0 4.541,4 906,9 31.12.2010
70. Weinisch GmbH & Co. KG1 Oberviechtach 100,00 % 500,0 500,0 955,3 31.12.2010
71. Wiesauplast Kunststoff und Formenbau GmbH & Co. KG1 Wiesau 100,00 % 564,0 853,7 -1.447,1 31.12.2010
72. - Wiesauplast de Mexico S. de R. L. de C.V. Santiago de Queretaro/Mexico 100,00% bei Nr. 71 * 3.002,2 * -807,0 * -1.371,7 31.12.2010
73. - Wiesauplast Servicios S. de R. L. de C.V. Santiago de Queretaro/Mexico 100,00% bei Nr. 71 * 5,9 * 0,4 * -79,4 31.12.2010
74. - MID-TRONIC Wiesauplast GmbH Wiesau 100,00% bei Nr. 71 300,0 233,1 -66,9 31.12.2010
II. Komplementär GmbH's und andere nicht operative Gesellschaften            
75. INDUS Alpha GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 25,0 25,3 0,0 31.12.2010
76. INDUS Beta GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 26,0 27,2 0,0 31.12.2010
77. INDUS Gamma GmbH Bergisch Gladbach 100,00% 26,0 29,1 0,0 31.12.2010
78. EOS Wärmetechnik und Maschinenhandel GmbH Mudau 100,00% bei Nr. 3 26,0 30,9 1,6 31.12.2010
79. Betek Bergbau- und Hartmetalltechnik Karl-Heinz Simon Verwaltungs-GmbH Aichhalden 100,00% bei Nr. 6 26,0 28,1 2,1 31.12.2010
80. Betomax Kunststoff- und Metallwarenfabrik Verwaltungs-GmbH Neuss 100,00% bei Nr. 7 26,0 26,0 2,6 31.12.2010
81. Bilstein & Siekermann Verwaltungs GmbH Hillesheim 100,00% bei Nr. 10 26,0 30,5 2,3 31.12.2010
82. Emil Fichthorn Verwaltungs-GmbH Schwelm 100,00% bei Nr. 15 27,0 27,0 2,3 31.12.2010
83. FS Verwaltungs GmbH Reichshof-Hahn 100,00% bei Nr. 16 26,0 29,8 1,0 31.12.2010
84. B & F Verwaltungs GmbH Drolshagen-Iseringhausen 100,00% bei Nr. 17 26,0 32,2 1,2 31.12.2010
85. GSR Ventiltechnik Verwaltungs-GmbH Vlotho 100,00% bei Nr. 19 26,0 29,7 1,4 31.12.2010
86. Buschjost Magnetventile Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung Bad Oeynhausen 100,00% bei Nr. 19 25,6 31,3 1,6 31.12.2010
87. GVV Verwaltungs-GmbH Greven 100,00% bei Nr. 21 26,0 27,2 0,8 31.12.2010
88. HAUFF-Verwaltungs GmbH Herbrechtingen 100,00% bei Nr. 24 26,0 32,6 1,7 31.12.2010
89. ALUCOLOR Dr. Ing. Richard Heim GmbH Bergisch Gladbach 100,00% bei Nr. 24 26,0 24,4 -1,1 31.12.2010
90. Horn Verwaltungs GmbH Flensburg 100,00% bei Nr. 25 26,0 35,9 1,7 31.12.2010
91. Deutsche Tecalemit Verwaltungs GmbH Bergisch Gladbach 100,00% bei Nr. 25 25,0 31,2 1,0 31.12.2010
92. imeco Einwegprodukte GmbH Hösbach 100,00% bei Nr. 26 27,0 28,8 1,2 31.12.2010
93. IPETRONIK Verwaltungs GmbH Baden-Baden 100,00% bei Nr. 29 25,0 27,1 2,1 31.12.2010
94. Kieback Verwaltungsgesellschaft mbH Osnabrück 100,00% bei Nr. 32 26,0 28,0 1,6 31.12.2010
95. Anneliese Köster Verwaltungs GmbH Ennepetal 100,00% bei Nr. 33 26,0 29,1 1,6 31.12.2010
96. MEWESTA Hydraulik Verwaltungs GmbH Münsingen 100,00% bei Nr. 39 26,0 29,8 1,2 31.12.2010
97. MIGUA Verwaltungsgesellschaft mbH Wülfrath 100,00% bei Nr. 40 26,0 30,4 -0,4 31.12.2010
98. Nisterhammer Maschinenbau Verwaltungs GmbH Nister 100,00% bei Nr. 44 26,0 29,2 1,2 31.12.2010
99. OBUK Beteiligungsgesellschaft mbH Oelde 100,00% bei Nr. 45 25,0 33,0 0,5 31.12.2010
100. planetroll Verwaltungs GmbH Munderkingen 100,00% bei Nr. 48 25,0 26,6 1,1 31.12.2010
101. Rebo-Plastic Gesellschaft mit beschränkter Haftung Kalletal-Erder 100,00% bei Nr. 49 26,0 30,9 0,6 31.12.2010
102. REMKO Verwaltungs-GmbH Lage 100,00% bei Nr. 50 26,0 34,1 1,9 31.12.2010
103. Helmut Rübsamen Verwaltungs GmbH Bad Marienberg 100,00% bei Nr. 51 26,0 28,6 1,0 31.12.2010
104. Schäfer Modell- und Formenbau Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH Mühlhausen 100,00% bei Nr. 53 26,0 32,5 3,1 31.12.2010
105. Schuster Verwaltungs GmbH Friedberg 100,00% bei Nr. 55 26,0 29,3 0,7 31.12.2010
106. Selzer Verwaltungsgesellschaft mbH Driedorf-Roth 100,00% bei Nr. 56 60,0 60,0 3,5 31.12.2010
107. Semet Maschinenbau Verwaltungs-GmbH Brackenheim 100,00% bei Nr. 59 26,0 27,0 1,0 31.12.2010
108. Simon Beteiligungsgesellschaft mbH Aichhalden 100,00% bei Nr. 60 140,0 140,0 12,5 31.12.2010
109. Sitek-Spikes Beteiligungs-GmbH Aichhalden 100,00% bei Nr. 62 27,0 27,0 2,4 31.12.2010
110. S.M.A. Metalltechnikverwaltungs GmbH Backnang 100,00% bei Nr. 63 26,0 33,4 1,1 31.12.2010
111. Weinisch Verwaltungsgesellschaft mbH Oberviechtach 100,00% bei Nr. 70 26,0 29,3 0,8 31.12.2010
112. Wiesauplast Kunststoff und Formenbau Verwaltungs GmbH Wiesau 100,00% bei Nr. 71 26,0 28,8 1,5 31.12.2010
B. Assoziierte Unternehmen im Konzernabschluss nach IAS 28 bilanziert            
113. Betomax Austria GmbH Linz/Osterreich 48,00% bei Nr. 7 35,0 250,0 -189,8 31.12.2010
114. Betomax Polska Sp. z.o.o. Konskie/Polen 36,00% bei Nr. 7 * 251,6 * 3.344,5 * 580,9 31.12.2010
C. Sonstige Beteiligungen            
I. im Konzernabschluss nach IFRS 3 i.V.m. Sic 12 konsolidiert            
115. Farlos Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG1 Pullach i. Isartal 94,00% bei Nr. 47 25,0 -893,9 -430,3 31.12.2010
116. MESIL Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG1 Pullach i. Isartal 94,00% bei Nr. 49 25,4 -16,4 10,3 31.12.2010
117. Akor Grundstücks-
verwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG
Wiesbaden 94,00% bei Nr. 60 5,1 -67,2 -16,3 31.12.2010
II. im Konzernabschluss nach IAS 39 bilanziert            
118. AURORA North America Inc. Michigan, Grand Rapids, USA 76,00% bei Nr. 3 * 37,4 * -44,3 * -82,3 31.12.2010
119. TRIBO Hartstoff GmbH Immelborn 13,00% bei Nr. 6 500,0 1.930,0 - 31.03.2010
120. Betek Tools Inc. Burford, Georgia, USA 100,00% bei Nr. 6 * 0,1 * 6,8 * 6,1 31.12.2010
121. M. Braun UK Ltd. Mansfield, Großbritannien 100,00% bei Nr. 11 * 0,0 * 118,0 * 118,4 31.12.2010
122. MAPOTRIX Dehnfogen GmbH & Co. KG Schwarzenbek 10,00% bei Nr. 41 100,0 59,1 - 31.12.2010
123. Polartherm Oy Luvia/Finnland 18,00% bei Nr. 50 170,0 4.077,0 - 30.04..2010
124. Selzer Automotive Inc. Auburn, Alabama/USA 100,00% bei Nr. 56 Angaben liegen nicht vor      
125. Selzer Automotive LP. Auburn, Alabama/USA 100,00% bei Nr. 56 Angaben liegen nicht vor      
126. Wiesauplast PMC de Mexico, S. De R.L. de C.V Santiago de Queretaro/Mexico 45,00% bei Nr. 72 * 166,2 * 40,2 * 120,0 31.12.2010

1 Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB
* Landeswährung umgerechnet zum Stichtagskurs 31.12.2010 bzw. Periodendurchschnittskurs 2010 beim Jahresergebnis

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

Das Geschäftsjahr 2010 im Überblick

Nach dem drastischen Konjunktureinbruch 2008 und 2009 erwarteten wir für 2010 einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Ertrag. Die deutsche Wirtschaft erholte sich rasant und INDUS konnte dank ihrer Stärken überproportional von diesem Aufschwung profitieren. Uns kamen zwei Faktoren zugute: Zum einen machten sich die 2009 schnell und umfassend eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen kurzfristig positiv auf der Kostenseite bemerkbar. Damit traf die Konjunkturbelebung auf verschlankte Strukturen. Zum anderen profitierten wir von der stark steigenden Nachfrage aus China, Indien und den USA. Der Aufschwung vollzog sich dabei quer durch alle Segmente mit dem größten Swing in den Segmenten Fahrzeugkomponenten/Engineering sowie Metall/Metallverarbeitung als besonders vom Exportboom profitierende Geschäftsfelder.

INDUS erreicht damit bereits im Jahr eins nach der Krise wieder das Ertragsniveau der Jahre 2007 und 2008. Die Stärke unseres breiten Portfolios sowie seine Risikostreuung in den jeweiligen Nischen haben wir damit sowohl in der Krise als auch im Aufschwung unter Beweis gestellt. Die 2010 erzielte EBIT-Marge von über 10 % belegt unsere starke Stellung als Verbund von mittelständischen Hidden Champions.

Im kommenden Geschäftsjahr wird INDUS das Portfolio mit gezielten Investitionen in bestehende Töchter weiterentwickeln. Diese Investitionen sollen sowohl in neue Produkte und Produktionsverfahren fließen als auch für Zukäufe auf Ebene unserer Töchter zur Verfügung stehen. Wir wollen damit vorhandene Kompetenzen strategisch ergänzen, mit dem Ziel, neue Geschäftsfelder zu erschließen, die internationale Präsenz weiter zu erhöhen und technische Kompetenz auszubauen. Darüber hinaus halten wir auch weiterhin Ausschau nach erfolgreichen Hidden Champions, um unser Portfolio sukzessive auszubauen und damit dauerhaft eine optimale Gesamtperformance zu erzielen.

Geschäftsmodell und Strategie

AUFSTELLUNG UND GESCHÄFTSMODELL

Führen mittelständischer Produktionsunternehmen mit Nischenkompetenz

Die INDUS Holding AG besteht aus der Führungsgesellschaft mit Sitz in Bergisch Gladbach sowie 40 in Deutschland und der Schweiz ansässigen Produktionsunternehmen. Seit ihrer Gründung 1985 hat sich INDUS als Spezialist für die Übernahme mittelständischer Unternehmen im deutschsprachigen Europa etabliert. Die Tochtergesellschaften handeln operativ selbstständig. Die Holding übernimmt die Zentralfunktionen wie Finanzen, Steuern, Bilanzen und Recht. Das Portfolio der INDUS Holding AG gliedert sich in fünf Segmente: Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugkomponenten/Engineering, Metall/Metallverarbeitung Bau/Infrastruktur, und Medizintechnik/Life Science. Besonders in den beiden letzten Segmenten will INDUS langfristig wachsen. Weitere interessante Perspektiven sehen wir in den Geschäftsfeldern Energie- und Umwelttechnik sowie Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik. Die Unternehmen der INDUS-Gruppe sind in sehr unterschiedlichen Absatzmärkten aktiv. Informationen zu den einzelnen Branchenentwicklungen sind im Segmentbericht dargestellt. Regional betrachtet spielt der inländische Markt immer noch eine wichtige Rolle. Der Auslandsanteil von über 44 % belegt den mittlerweile hohen Internationalisierungsgrad der Gruppe.

Ziele und Strategie: langfristiges strategisches Begleiten der Unternehmen

INDUS investiert langfristig in mittelständische Produktionsunternehmen. Dies ist die Kernaussage der Unternehmensstrategie der INDUS Holding AG. Die Grundlage bilden der mehrheitliche Erwerb von erfolgreichen mittelständischen Unternehmen und deren kontinuierliche Weiterentwicklung. INDUS kauft ausschließlich Industrieunternehmen, die in interessanten Nischenmärkten aktiv und innerhalb ihrer jeweiligen Märkte führend sind. Wir betrachten uns als führenden Ansprechpartner für Nachfolgeregelungen. Im Fokus unserer Akquisitionen liegen Unternehmen, die bereits bewiesen haben, dass sie als etablierte Produktionsunternehmen über ein stabiles Geschäftsmodell mit wachstumsstarken Produkten verfügen. Dementsprechend schließen wir Start-up-Unternehmen und Restrukturierungsfälle aus unseren Portfolioüberlegungen aus. Exit-Szenarien sind nicht Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. In begründeten Einzelfällen ist eine spätere Trennung nur denkbar und eventuell erforderlich, wenn sich die ursprünglichen Rahmen- und Marktbedingungen nach erfolgreichen Jahren gravierend ändern.

INDUS setzt stark auf organisches Wachstum durch permanente Pflege des Portfolios und unternimmt erhebliche Investitions- sowie ergänzende Akquisitionsanstrengungen auf Ebene der Enkelgesellschaften, um die Positionen der Tochtergesellschaften nachhaltig auszubauen und so deutlich zu wachsen. Gezielte Zukäufe von neuen Hidden Champions aus heutigen und künftigen Wachstumsmärkten erhalten, beziehungsweise verbessern die Gesamtperformance. Als Verbund von Hidden Champions sehen wir unsere Zukunft in Portfolioergänzungen durch Zukäufe in perspektivisch nachhaltig und überdurchschnittlich wachsenden Märkten. Gleichzeitig wollen wir unsere mittelständische Kultur erhalten und unsere technische Ausprägung mit innovativen, zukunftsträchtigen Produkten und Lösungen ausbauen.

Akquisitionsprofil zielt auf Risikoverteilung

Die Entscheidung für eine Investition in ein neues Unternehmen treffen wir nach einer detaillierten quantitativen und auch qualitativen Analyse. Für INDUS haben Unternehmen, die Umsätze zwischen 20 und 100 Mio. Euro erzielen und dabei ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 2 und 10 Mio. Euro erwirtschaften, die optimale Größe. Damit gewährleisten wir, dass innerhalb des Beteiligungsportfolios keine Klumpenrisiken entstehen und das ausgewogene Chancen-Risiko-Profil nicht beeinträchtigt wird.

Wir analysieren bei einem Kauf vor allem das Geschäftsmodell sowie die jeweilige Branchensituation. Entscheidend ist für uns die nachhaltige Stabilität des Geschäftsmodells. Innerhalb einer attraktiven Nische sollten sowohl das jeweilige Unternehmen als auch die Branche über langfristiges Wachstumspotenzial verfügen. Um dieses Potenzial zu heben, achten wir auf ein erfolgreiches und innovatives Produktprogramm sowie eine breite Abnehmerstruktur - letzteres, um die Abhängigkeit von einzelnen Kunden zu minimieren.

INDUS verfolgt bei sämtlichen Akquisitionen zwar das Ziel, langfristig 100 % der Anteile zu übernehmen. Gleichzeitig ist eine sehr enge Bindung der geschäftsführenden Unternehmer über den Kaufzeitpunkt hinaus für uns von besonderer Bedeutung, um den kontinuierlichen Geschäftserfolg zu wahren. Diese Bindung kann auch durch entsprechende Beteiligungsmodelle für einzelne Geschäftsführer unterstützt werden.

Führung und Kontrolle: Klare Aufgabenverteilung mit schlanker Organisationsstruktur

Zwischen den Unternehmen und der Holding besteht eine klare, dezentral ausgerichtete Aufgabenverteilung. Die Verantwortung für die operative Entwicklung liegt bei den Geschäftsführern der einzelnen Gesellschaften. Sie umfasst die wichtigen Bereiche Produktion und Vertrieb, Marketing und Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung. Die Führungsgesellschaft konzentriert sich auf klassische Querschnittsfunktionen wie Finanzierung, Controlling, Bilanzierung, Steuern und Recht. Die strategischen Ziele und Meilensteine der operativen Entwicklung werden in einem permanenten Dialog zwischen den verantwortlichen Geschäftsführern vor Ort und den Experten der Holding definiert.

FINANZIELLE UND NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Frühzeitiges Erkennen von Risiken durch enge Steuerung

Das Steuerungssystem der INDUS Holding AG basiert auf regelmäßigen strategischen Diskussionen auf Basis einer mehrjährigen Perspektive innerhalb des Vorstands sowie mit den Geschäftsführern der Gesellschaften. Darüber hinaus führen der Vorstand und die einzelnen Geschäftsführer unterjährig detaillierte Budget- und Planungsgespräche. In diesen Gesprächen werden auf Basis fortgeschriebener Einzelstrategien kurz- und mittelfristige Planungsszenarien inklusive individueller Rentabilitätsziele gesetzt. Ein effizientes Controllingsystem überprüft die Einhaltung dieser Szenarien und Ziele, sodass Planabweichungen frühzeitig erkannt und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. Zentrale Kennzahlen dabei sind vor allem die EBIT-Marge, Umsatz-, Eigenkapital- und Gesamtkapitalrendite sowie der Netto-Cashflow.

Vernetzung und hohe Nischenkompetenz sind integraler Bestandteil des Geschäftsmodells

Neben dem jederzeitigen Zugriff auf die Expertise der Vorstände und Spezialisten im Beteiligungsmanagement der Holding profitieren die Beteiligungsgesellschaften besonders von einem zentralisierten Finanzmanagement. Die langjährig guten Bonitätseinstufungen der INDUS Holding AG bieten den INDUS-Unternehmen einen komfortablen Kredit- und Kapitalmarktzugang. Die INDUS-Gruppe hat sich in ihrer über 20-jährigen Unternehmensgeschichte ein breites Netzwerk aufgebaut; unsere Kontakte zu Banken, Versicherungen, M&A-Häusern, Beratungsgesellschaften, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern sichern uns einen steten Zufluss an potenziellen Akquisitionsobjekten. Das Managementteam der INDUS Holding AG verfügt über langjährige Erfahrungen durch das Ausüben von Führungspositionen in der Industrie und im Bankwesen.

Konstante Wachstumsperspektive durch innovative Forschung und Entwicklung

Kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind die Basis für die gute Marktposition der Beteiligungsgesellschaften in ihren jeweiligen Nischenmärkten. Ziel der dezentral von den einzelnen Beteiligungsgesellschaften gesteuerten Aktivitäten ist es, die vorhandenen Produkte weiterzuentwickeln, innovative Produkte bis zur Marktreife zu führen und erfolgreich im Markt zu platzieren sowie die Produktionsprozesse zu optimieren. Sämtliche eingesetzten Verfahren werden kontinuierlich weiterentwickelt. Neue Technologien und Materialien werden auf Verbesserungspotenziale für die Prozesskette geprüft. Im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen sowohl die Frage des Mehrwertes der einzelnen Produkte für den Kunden als auch ökologische Aspekte. Die Aufwendungen der INDUS-Gruppe für F&E-Investitionen lagen 2010 bei 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: 6,8 Mio. Euro).

INDUS wirtschaftet nachhaltig und übernimmt ökologische und gesellschaftliche Verantwortung

Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung besitzt für die INDUS Holding AG einen hohen Stellenwert. Sie ist Teil unseres Selbstverständnisses. Für INDUS sind daher die wirtschaftsethischen Grundsätze der Stetigkeit und Nachhaltigkeit wichtig. Wir sehen uns nicht nur als Wirtschaftsunternehmen, das seinen Kunden, Eigentümern und Mitarbeitern verpflichtet ist, sondern auch als ein der Gesellschaft verpflichtetes Unternehmen. Auch unsere Beteiligungen nehmen ihre Verantwortung als aktiver Teil der Gesellschaft wahr. Sie unterstützen mit ihrem Engagement kulturelle und soziale Projekte in der Nachbarschaft.

Der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Alle Mitarbeiter in der Gruppe sind dazu angehalten, bei der Beschaffung, der Produktion und der Entsorgung darauf zu achten, die Regelungen des Umweltschutzes einzuhalten. Grundlagen für das Handeln sind detaillierte Regelungen und Maßnahmen, die von den Geschäftsführern der einzelnen Beteiligungsgesellschaften mit Blick auf das spezifische Umfeld im Einklang mit der Unternehmensphilosophie entwickelt und umgesetzt werden.

Für das Berichtsjahr 2010 wird sich INDUS erneut am Carbon Disclosure Project (CDP) beteiligen (www.cdpproject.net). Im Rahmen des CDP-Projekts erfolgt eine systematische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken und den daraus abgeleiteten konkreten Maßnahmen, die sich für die Beteiligungsunternehmen von INDUS aus den Folgen des Klimawandels ergeben. Außerdem wird die Gesamtmenge von global emittiertem CO2 bilanziert (CO2 -Footprint). Nachdem die CO2 -Bilanz für die Geschäftsjahre 2009 und 2010 vorliegt, wird für das Jahr 2011 erstmals ein konkretes Ziel für die Reduktion der spezifischen CO2 -Emissionen der INDUS-Gruppe formuliert werden. Die zentrale Verantwortung für die Erreichung dieses Emissionsziels wird im Vorstandsressort Technik angesiedelt.

WEITERE PFLICHTANGABEN

Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate Governance

Der Vorstand der INDUS Holding AG berichtet - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance sowie gemäß § 289a HGB über die Unternehmensführung. Die entsprechenden Ausführungen finden sich im Corporate-Governance-Bericht sowie auf der Internetseite der Gesellschaft (www.indus.de).

Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vorstandsvergütung setzt sich aus einer fixen Vergütung und einer variablen Vergütung zusammen und steht in einem Bezug zu den Aufgaben und Leistungen sowie zum geschäftlichen Erfolg des Unternehmens. Die variable Vergütung beinhaltet neben einer jahresbezogenen auch eine langfristige Komponente. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine fixe Vergütung und eine variable Vergütung in Form eines Sitzungsgelds.

Neues Vergütungssystem gemäß dem Gesetze zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG)

Das Vergütungssystem für den Vorstand wurde in 2009 überprüft. Mit Hilfe einer externen Beratung wurden eine Benchmark-Analyse durchgeführt und Änderungen diskutiert. Auf der Hauptversammlung 2010 hat der Aufsichtsrat das geänderte Vergütungssystem für künftige Vorstandsverträge ausführlich vorgestellt. Die Neuerungen beinhalten nun auch eine Nachhaltigkeitskomponente. Für das Berichtsjahr wurde das neue Vergütungssystem für alle Vorstandsverträge bereits angewendet. Das bisherige Vergütungssystem enthielt keine langfristig orientierte Vergütungskomponente. Es bestand aus einem Festgehalt und einem Short Term Incentive, das abhängig vom Geschäftserfolg des jeweiligen Jahres gezahlt wurde. Das System enthielt keinerlei Pensionszusagen.

Das neue Vergütungssystem besteht nun gesetzeskonform aus drei Elementen: Festgehalt, Short Term Incentive und Long Term Incentive. Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage und kurzfristig variable Elemente sind angemessen gewichtet. Mit einer höheren Grundvergütung wurde zudem ein marktübliches Vergütungsniveau erreicht und ein Ausgleich für eine fehlende arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung geschaffen.

Das Short Term Incentive bemisst sich am Konzern-EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen). Die Zielmarke wird jährlich im Rahmen der Unternehmensplanung festgelegt. Bei einer 100 %igen Zielerreichung entspricht der Bonusfaktor ebenfalls 100 %. Liegt die Zielerreichung unter 50 %, ergibt sich für den Bonusfaktor ein Wert von 0. Bei einer Zielerreichung zwischen 50 % und 125 % erhöht sich der Bonusfaktor um 2 Prozentpunkte je Prozentpunkt Zuwachs. Ab einer Zielerreichung von über 125 % besteht ein Cap (maximale Obergrenze).

Das Long Term Incentive besteht aus sogenannten virtuellen Aktienoptionen (Stock Appreciation Rights). Dazu wird zum Ausgabezeitpunkt ein Basispreis der Wertsteigerungsrechte festgestellt. Aus der Festlegung des Zielbonus im Rahmen der jährlichen Unternehmensplanung ergibt sich die Anzahl der virtuellen Aktien. Eine Auszahlung kann nur erfolgen, wenn der Aktienkurs im Ausübungszeitraum über diesem Basispreis liegt und definierte Erfolgshürden erreicht wurden (Mindestkurssteigerung von 12 %). Der frühestmögliche Zeitpunkt der Auszahlung wird von einer Sperrfrist (4 Jahre) abhängig gemacht; es besteht eine Obergrenze (Cap) bei Erreichen von 200 % des Zielbonus. Im Geschäftsjahr 2010 wurden insgesamt 169.160 Stock Appreciation Rights (SAR) zum Basispreis von jeweils EUR 12,13 gewährt (Tranche 2010). Die Auszahlungsansprüche aller Berechtigten aus dieser Tranche sind auf insgesamt TEUR 630 begrenzt. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der SAR insgesamt TEUR 350. Der ermittelte zeitanteilige beizulegende Zeitwert der gewährten SAR betrug zum Bilanzstichtag TEUR 136 (Vorjahr: TEUR 0) und ist in voller Höhe in den Personalaufwendungen und Rückstellungen enthalten.

Aufsichtsrat

Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde von der Hauptversammlung der INDUS Holding AG im Juli 2010 neu festgelegt. Sie ist in Punkt 6.16 der Satzung geregelt. Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält außer dem Ersatz seiner Auslagen für seine Tätigkeit im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr eine Grundvergütung in Höhe von 30.000 EUR sowie ein Sitzungsgeld von 3.000 EUR pro Sitzung. Der Vorsitzende erhält das Doppelte der beiden vorgenannten Beträge, der Stellvertreter das Eineinhalbfache. Den Aufsichtsratsmitgliedern wird die Mehrwertsteuer erstattet, soweit sie bei der Gesellschaft als Vorsteuer abzugsfähig ist. Für den Aufsichtsrat bestehen keine Aktienoptionsprogramme und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme. Die neue Vergütungsregelung wurde mit Stichtag 5. Juli 2010 (Eintragung der Satzungsänderung) berechnet. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum 5. Juli 2010 wurde noch die alte Vergütungsregel berechnet (Grundvergütung plus Variable in Abhängigkeit von der Dividende).

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB: Grundkapital, Stimmrechte und Übertragung von Aktien

Das Grundkapital der INDUS Holding AG betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 52.538.291,22 Euro und ist eingeteilt in 20.207.035 nennwertlose Inhaber-Stammaktien. Dabei gewährte jede Aktie eine Stimme. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

Beteiligungen von mehr als 10 %

Direkte oder indirekte Beteiligungen an der INDUS Holding AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, wurden der Gesellschaft nicht angezeigt.

Sonderrechte und Stimmrechtskontrolle

Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der INDUS Holding AG beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt.

Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern

Die Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften, geregelt in den §§ 84, 85 AktG, bestellt und abberufen. Die Satzung enthält hierzu keine Sonderregelungen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder auf höchstens fünf Jahre, wobei eine wiederholte Bestellung durch den Aufsichtsrat zulässig ist. Nach Punkt 5.1 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat kann nach Punkt 5.2 der Satzung ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands und ein weiteres Mitglied zum stellvertretenden Vorsitzenden bestellen.

Satzungsänderungen

Satzungsänderungen erfolgen gemäß § 179 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung. Grundsätzlich ist für eine Satzungsänderung die Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Der Aufsichtsrat ist gemäß Punkt 7.12 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, vorzunehmen sowie gemäß Punkt 4.5 der Satzung den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals zu ändern.

Befugnisse des Vorstands zu Aktienausgabe und Aktienrückkauf

Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt Euro 14.328.626,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen. Der Vorstand ist weiterhin ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen.

Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats zusätzlich um bis zu 9.552.417,00 Euro durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Gemäß ad hoc-Mitteilung vom 28. Oktober 2010 hat der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht und eine Barkapitalerhöhung um 4.776.205,22 Euro unter Ausschluss des Bezugsrechts durchgeführt (nähere Erläuterungen finden sich dazu im Kapitel Finanz- und Vermögenslage).

Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen und die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung festzulegen:

wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich im Sinne von § 203 Abs. 1 und 2, § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt nur insoweit, als auf die im Rahmen der Kapitalerhöhung auszugebenden Aktien insgesamt ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von nicht mehr als 10 % sowohl des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch des im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft entfällt. Auf diesen Höchstbetrag für einen Bezugsrechtsausschluss ist der anteilige Betrag am Grundkapital von Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss ausgegeben oder veräußert werden; ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund von entsprechend dieser Vorschrift ausgegebenen Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind.

bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen.

(1) Des Weiteren hat die Hauptversammlung vom 1. Juli 2010 die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 30. Juni 2015 eigene Aktien bis zu einer Anzahl von 1.837.003 Stück, was einem Anteil von annähernd 10 % der derzeitigen Zahl der Stückaktien und damit einem Anteil von annähernd 10 % des derzeitigen Grundkapitals entspricht, zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie ein- oder mehrmals ausgeübt werden.

Insgesamt dürfen jedoch auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien nicht mehr als 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals entfallen, wobei andere Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und besitzt, sowie Aktien, die der Gesellschaft nach §§ 71d Satz 3 und 71e Abs. 1 Satz 1 AktG zugerechnet werden, anzurechnen sind.

Der Erwerb der Aktien der INDUS Holding Aktiengesellschaft (INDUS-Aktien) erfolgt nach Wahl des Vorstands als Kauf über die Börse oder über die Abgabe eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre der Gesellschaft.

Erfolgt der Erwerb über die Börse, darf der Kaufpreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Handelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Börsenkurs einer INDUS-Aktie im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse oder in einem an die Stelle des XETRA-Systems getretenen funktional vergleichbaren Nachfolgesystem um nicht mehr als 10 % übersteigen und um nicht mehr als 10 % unterschreiten.

Erfolgt der Erwerb über die Abgabe eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre der Gesellschaft, dürfen der angebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Mittelwert der Schlussauktion der INDUS-Aktie im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse oder in einem an die Stelle des XETRA-Systems getretenen funktional vergleichbaren Nachfolgesystem an den letzten zehn Handelstagen vor der öffentlichen Ankündigung des Angebots um nicht mehr als 10 % übersteigen und um nicht mehr als 10 % unterschreiten. Das Angebot bzw. die Aufforderung zur Abgabe von Angeboten können unter anderem eine Annahmefrist, Bedingungen sowie die Möglichkeit vorsehen, die Kaufpreisspanne während der Annahme- bzw. Angebotsfrist anzupassen, wenn sich nach der Veröffentlichung eines formellen Angebots während der Annahmefrist erhebliche Kursbewegungen ergeben. Bei einer solchen Anpassung ist dann maßgeblich das arithmetische Mittel der Schlussauktionskurse im XETRA-Handel oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem an der Frankfurter Wertpapierbörse für INDUS-Aktien an den letzten zehn Börsenhandelstagen vor dem Beschluss des Vorstandes über die Anpassung. Überschreitet die Zeichnung das Volumen des Angebots, erfolgt die Annahme nach Quoten. Sofern mithin die angedienten Aktien die von der Gesellschaft insgesamt zum Erwerb vorgesehene Aktienanzahl übersteigen, kann das Andienungsrecht der Aktionäre insoweit ausgeschlossen werden, als der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien erfolgt. Dabei kann eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 angedienten Aktien je Aktionär vorgesehen werden.

(2) Der Vorstand wird ermächtigt, die aufgrund der Ermächtigung unter Ziffer (1) oder einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien über die Börse oder mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre auch in anderer Weise zu veräußern.

Bei einer Veräußerung im Börsenhandel darf der Veräußerungspreis pro Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) die durchschnittlichen Börsenschlusspreise im XETRA-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem an den dem Veräußerungsgeschäft vorangegangenen zehn Börsenhandelstagen nicht wesentlich unterschreiten.

Bei einer Veräußerung außerhalb des Börsenhandels darf der Veräußerungspreis pro Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) die durchschnittlichen Börsenschlusspreise im XETRA-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem an den zehn vorangegangenen Börsenhandelstagen vor der Abgabe des Veräußerungsangebotes nicht wesentlich unterschreiten. Der Veräußerungspreis darf den rechnerischen Nennbetrag der Aktien nicht unterschreiten. Die erworbenen eigenen Aktien können ferner unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Sachleistung veräußert werden, vor allem, um sie Dritten beim Zusammenschluss mit Unternehmen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder anderen Wirtschaftsgütern anzubieten. "Veräußern" in diesem Sinne umfasst auch Erwerbsoptionen und darlehensweise Überlassung. Der Wert der Sachleistung darf dabei bei einer Gesamtbeurteilung nicht unangemessen niedrig sein.

Darüber hinaus darf in den vorgenannten Fällen der zusammengenommene, auf die Anzahl der unter dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußerten Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals der Gesellschaft zusammen mit dem anteiligen Betrag des Grundkapitals von neuen Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund von etwaigen Kapitalerhöhungen unter Ausschluss des Bezugsrechts nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG begeben werden, insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung ist auch der anteilige Betrag des Grundkapitals der Gesellschaft anzurechnen, auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in sinngemäßer Anwendung der Regelung in § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben worden sind.

Das Bezugsrecht der Aktionäre auf erworbene eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen verwendet werden.

Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die erworbenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.

Die Ermächtigungen dieser Ziffer (2) können ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden.

Wesentliche Vereinbarungen bei Kontrollwechsel

Im Falle eines Kontrollwechsels besitzen die Vorstände der INDUS Holding AG im Rahmen ihrer Anstellungsverträge ein außerordentliches Kündigungsrecht. In diesem Fall bestehen Abfindungsansprüche. Grundsätzlich ist dies die Gesamtvergütung, die das Vorstandsmitglied bis zum vorgesehenen Beendigungszeitpunkt erhalten hätte, mindestens jedoch die Gesamtvergütung eines Vertragsjahrs.

UMFELD UND GESCHÄFTSENTWICKLUNG

ENTWICKLUNG VON WIRTSCHAFT UND BRANCHEN

Deutsche Wirtschaft erholt sich im Rekordtempo

Die deutsche Wirtschaft hat sich 2010 überraschend stark und zügig erholt. Mit einem Wachstum von 3,8 % beim preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) verlief der Aufschwung stärker als prognostiziert. Die Konjunkturbeobachter gingen mehrheitlich davon aus, dass es mehrere Jahre dauern würde, bis die Wirtschaft wieder das Niveau von vor der Rezession erreicht. Anders als Spanien, Irland oder Griechenland litt die deutsche Wirtschaft nicht unter den Folgen einer geplatzten Kredit- und Immobilienblase. Konjunktur belebend wirkten auch die wirtschaftlichen Reformen und die Lohnzurückhaltung der letzten Jahre. Getrieben wurde der beinahe beispiellose Wachstumsschub im Frühjahr 2010 - dies ist für Deutschland beinahe klassisch - vor allem durch die Exporte. Die deutschen Exportunternehmen profitierten von ihrer hohen Wettbewerbsfähigkeit und ihrer überwiegend aus Investitionsgütern und qualitativ hochwertigen Konsumgütern bestehenden Produktpalette. Deutschland liefert aus diesen Bereichen viele Produkte, die gerade in den stark wachsenden Schwellenländern vermehrt nachgefragt werden.

Wachstumsrate BIP in % in Deutschland

Wurde der Aufschwung zu Beginn des Jahres 2010 noch wesentlich vom Export getragen, so sprang der Funke im weiteren Jahresverlauf über auf die Inlandsinvestitionen. Seit Anfang 2010 legten die Unternehmensinvestitionen laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) von Quartal zu Quartal zu: Im ersten Quartal +3,6 %, im zweiten Quartal +4,6 %. Gleichzeitig zeigte sich auch die Binnennachfrage wieder erstarkt. Zur Jahresmitte belebte sich, neben dem Staatskonsum, erstmals nach drei Quartalen des Rückgangs auch der private Konsum.

Arbeitsmarkt erholt sich, Stimmung bei Verbrauchern steigt

Auch der deutsche Arbeitsmarkt profitierte 2010 von der starken wirtschaftlichen Erholung. Gegenüber dem Krisenjahr 2009 sank die Arbeitslosigkeit, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit stiegen kräftig. Laut Bundesagentur für Arbeit belief sich die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote 2010 auf 7,7 %. Im Vergleich zum Vorjahr nahm sie damit um 0,5 Prozentpunkte ab. Im Dezember 2010 lag sie bei 7,2 %.

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und erfreuliche Nachrichten über ausgelastete Produktionskapazitäten sorgten auch bei den Bürgern wieder für mehr Zuversicht. Neben den direkten Einkommenseffekten wirkte damit auch ein psychologischer Effekt. Einer Studie des Versicherungskonzerns Allianz zufolge war die Zuversicht der Menschen in Deutschland seit 2007 nicht mehr so hoch: Auf die Frage, wie sie die Zukunft Deutschlands hinsichtlich der allgemeinen Wirtschaftslage sehen, antworteten im Herbst 38 % der Befragten "mit großer Zuversicht" oder "mit Zuversicht". Damit verdoppelte sich der Wert im Vergleich zum vergangenen Jahr (19 %). Genauso groß war der Optimismusschub in puncto Sicherheit der Arbeitsplätze: Hier hatten sich die zuversichtlichen Antworten im dritten Quartal 2010 (27 %) mit einem Plus von 19 Prozentpunkten gegenüber dem Herbst 2009 (8 %) verdreifacht.

INDUS-relevante Industriebranchen nehmen Wachstumstrend auf

In den für INDUS relevanten Branchen verlief die wirtschaftliche Entwicklung über alle Geschäftsbereiche positiv, wenn auch in Abstufungen: Am stärksten wirkte die Dynamik im Bereich der Automobilzulieferer gefolgt von den metallverarbeitenden Betrieben. Der spätzyklische Maschinenbau erholte sich 2010 spürbar, verzeichnet aber noch nicht das gleiche Wachstum. Erfreulich verlief die Entwicklung, trotz des harten Winters, im Bereich Bau. Auch die Medizintechnikbranche entwickelte sich stabil und stetig. Für Details zu den branchenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verweisen wir auf den nachfolgenden Segmentbericht.

UMSATZ UND ERGEBNISENTWICKLUNG

Übersicht über wesentliche Kennzahlen der INDUS-Gruppe

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in Mio. Euro 2010 2009*
Umsatz 971,6 766,4
EBITDA 145,0 102,8
EBIT 101,4 57,1
EBT 74,0 29,5
Konzern-Jahresüberschuss 46,9 11,4
Bilanzsumme 973,1 913,5
Eigenkapital 309,5 241,7
Nettoverschuldung 379,4 408,3
Eigenkapitalquote (in %) 31,8 26,5
Eigenkapital der AG 502,2 484,4
Eigenkapitalquote der AG (in %) 54,6 53,0
Operativer Cashflow 81,9 106,6
Cashflow aus Geschäftstätigtkeit 54,3 77,1
Cashflow aus Investitionstätigtkeit -38,4 -32,7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -13,9 -39,1
Liquide Mittel zum 31.12. 96,8 93,5
Ergebnis je Aktie, unverwässert nach IFRS (in Euro) 2,59 0,89
Cashflow je Aktie (in Euro) 2,69 4,20
Dividende je Aktie (in Euro) 0,90** 0,50
Mitarbeiter im Periodendurschschnitt 6.036 5.371
- Inland 4.772 4.549
- Ausland 1.264 822
Beteiligungen (Anzahl zum 31.12.) 40 40

* Vorjahreszahlen gemäß IFRS angepasst
** Vorschlag

Veränderungen im Konsolidierungskreis

In den Abschluss einbezogen sind 115 voll konsolidierte Tochterunternehmen und zwei at equity bewertete Unternehmen. Der Verkauf der Maschinenfabrik BERNER GmbH & Co. KG führte zu einer Anpassung der Vorjahreszahlen.

Umsatzentwicklung

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in Mio. Euro 2010 in % 2009* in %
Umsatzerlöse Konzern 971,6   766,4  
davon Inland 537,7 55,3 448,3 58,5
davon Ausland 433,9 44,7 317,8 41,5

* Vorjahreszahlen gemäß IFRS angepasst

Umsatzentwicklung: INDUS-Gruppe weist Rekordumsatz aus

Der Konzernumsatz der INDUS-Gruppe stieg infolge der Konjunkturerholung im Geschäftsjahr 2010 stark an und verbesserte sich um mehr als 25 % auf 971,6 Mio. Euro (Vorjahr: 766,4 Mio. Euro). INDUS erzielte damit den höchsten Umsatz seit ihrer Gründung vor 25 Jahren.

Aufwands- und Ertragslage spiegeln positive Geschäftsentwicklung wider

Entsprechend der Umsatzentwicklung gestalten sich auch die übrigen Ertragsdaten positiv: Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken zwar von 23,3 Mio. Euro in 2009 auf 19,6 Mio. Euro in 2010. Die Vorjahreszahlen beinhalten Kurzarbeitergelder in Höhe von 3,7 Mio. Euro. Der Materialaufwand stieg bedingt durch die verbesserte Auftragslage entsprechend von 337,0 Mio. Euro in 2009 auf 462,0 Mio. Euro. Die Materialaufwandsquote erhöhte sich im Berichtsjahr zwar auf 47,6 % (Vorjahr: 44,0 %), sie liegt aber damit wieder im langjährigen Mittel. Durch den schnellen Aufschwung und die hohe Nachfrage aus den Schwellenländern zogen die Preise für Rohstoffe 2010 an. Der Personalaufwand stieg von 227,8 Mio. Euro auf 265,1 Mio. Euro. Dies ist im Wesentlichen durch vermehrte Neueinstellungen im Aufschwung bedingt. Dabei konnte sich die Personalaufwandsquote gegenüber 2009 auf 27,3 % verbessern (Vorjahr: 29,7 %).

Die Abschreibungen liegen mit 43,6 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau mit 45,8 Mio. Euro. Außerplanmäßige Abschreibungen infolge der Impairment-Tests lagen bei 1,7 Mio. Euro und betrafen das Segment Fahrzeugkomponenten/Entwicklung (Vorjahr: 5,8 Mio. Euro). Basis des Impairment-Tests ist die für jedes Unternehmen rollierende mittelfristige bottom-up-Planung für die jeweils nächsten drei Geschäftsjahre. Unter anderem aufgrund gesunkener Kapitalkosten war ein WACC (Weighted Average Cost of Capital) von 8,0 % anzusetzen (Vorjahr: 8,5%).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen deutlich über dem Vorjahr. Sie stiegen auf 140,0 Mio. Euro (Vorjahr: 109,2 Mio. Euro). Ausschlaggebend für diesen Anstieg sind vor allem variable Kosten wie Verpackungs- und Lieferkosten.

Entwicklung EBITDA und EBIT

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in Mio. Euro 2010 2009*
EBITDA 145,0 102,8
EBIT 101,4 57,1

* Vorjahreszahlen gemäß IFRS angepasst

Ergebnis vor Steuern mehr als verdoppelt

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs 2010 überproportional um rund 40 % von 102,8 Mio. Euro auf 145,0 Mio. Euro. Die leicht gesunkenen Abschreibungen führten zu einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 101,4 Mio. Euro. Damit hat INDUS ihr operatives Ergebnis im letzten Jahr um über 70 % gesteigert (Vorjahr: 57,1 Mio. Euro). Die EBIT-Marge für die INDUS-Gruppe erreicht mit 10,4 % wieder den langjährigen Zielkorridor von 10 % bis 12 % (Vorjahr: 7,5 %).

Das Zinsergebnis bewegt sich mit -27,4 Mio. Euro auf dem gleichen Niveau wie 2009 (Vorjahr: -27,6 Mio. Euro). Betrachtet man nur die darin enthaltenen tatsächlich gezahlten Zinsen für das operative Geschäft, zeigt sich, dass der Aufwand infolge des Schuldenabbaus gesunken ist: von -28,0 Mio. Euro auf -26,9 Mio. Euro. Die ebenfalls enthaltene Position "Zinsen IFRS" zeigt nicht cash-wirksame Marktbewertungen von Zinsswaps und Minderheitsanteilen. Diese stabile Situation verdankt die INDUS-Gruppe ihren langfristig vereinbarten Kreditverträgen mit günstigen Konditionen. Die Zinserträge stiegen leicht von 1,4 Mio. Euro auf 1,9 Mio. Euro. Zinssicherungsinstrumente setzt die Gruppe nur zur Risikoabsicherung ein. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) zeigt den Turn Around in der Geschäftsentwicklung am deutlichsten: Mit einem Ergebnis von 74,0 Mio. Euro (Vorjahr: 29,5 Mio. Euro) erzielt INDUS das Zweieinhalbfache des Ergebnisses des Vorjahres.

Die Steuern stiegen absolut von 12,6 Mio. Euro auf 25,3 Mio. Euro; die Steuerquote aber sank kräftig und liegt inklusive latenter und aperiodischer Steuern bei 34,2 % (Vorjahr: 42,7 %). Bei einer gesonderten Betrachtung ohne aperiodische Steuern in Höhe von 3,8 Mio. Euro ergäbe sich ein rechnerischer Steuersatz von 29 %; dieser entspricht idealtypisch dem "Normsteuersatz" von 30 %. INDUS erreicht somit 2010 eine Steuerquote auf einem ausgewogenen Niveau, das mit dem Vorkrisenjahr 2007 vergleichbar ist. Zu den steuerlichen Besonderheiten und dem tatsächlichen Steueraufwand verweisen wir auch auf die näheren Erläuterungen unter Ziffer 10 im Anhang.

Das Konzernergebnis nach Steuern verbessert sich auf 46,9 Mio. Euro (Vorjahr: 11,4 Mio. Euro). Davon stehen den Aktionären der INDUS Holding AG 46,6 Mio. Euro (Vorjahr: 10,8 Mio. Euro) und den Minderheiten 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro) zu. Das Ergebnis je Aktie wurde deutlich auf 2,59 Euro (Vorjahr: 0,89 Euro) gesteigert.

Gewinnverwendung: Anhebung der Dividende vorgeschlagen

Angesichts der positiven Geschäftsergebnisse sieht der vom Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat getroffene Gewinnverwendungsvorschlag eine Anhebung der Dividende auf 0,90 Euro vor. Damit werden gemäß der langjährigen Dividendenpolitik von INDUS rund 50 % der Unternehmensgewinne an die Aktionäre ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividendenrendite von rund 4,1 % auf den Jahresschlusskurs.

ENTWICKLUNG IN DEN SEGMENTEN

Das Portfolio der INDUS Holding AG gliedert sich in die fünf Segmente Bau/Infrastruktur, Fahrzeugkomponenten/Engineering, Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik/Life Science, Metall/Metallverarbeitung.

Umsatzverteilung 2010 nach Segmenten

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in Mio. Euro 2010 Anteil
in %
Bau/Infrastruktur 205,5 21,2
Fahrzeugkomponenten/Engineering 284,8 29,3
Maschinen- und Anlagenbau 129,0 13,3
Medizintechnik/Life Science 81,6 8,4
Metall/Metallverarbeitung 270,6 27,9
  971,6 100

EBIT 2010 nach Segmenten

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in Mio. Euro 2010
Bau/Infrastruktur 27,9
Fahrzeugkomponenten/Engineering 14,4
Maschinen- und Anlagenbau 14,3
Medizintechnik/Life Science 12,4
Metall/Metallverarbeitung 39,6
Überleitung -7,2
Gesamt 101,4

BAU/INFRASTRUKTUR

Harter Winter zum Jahresende drückt Branchenumsatz leicht ins Minus

Trotz des heftigen Wintereinbruchs zum Jahresende entwickelten sich die Umsätze im Bauhauptgewerbe 2010 besser als erwartet. Nach Aussage des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie ergibt sich für die baugewerblichen Umsätze 2010 ein Umsatzminus von nominal 0,3 %. Der Wohnungsbau war 2010 die wichtigste Stütze der Baukonjunktur: Hier stiegen die Umsätze um 6,6 %. Auch die Auftragseingänge nahmen weiter zu und lagen um 9,8 % über dem Vorjahresniveau. Die Stabilisierung der Einkommenserwartungen im Zuge des Konjunkturaufschwungs, ein wieder erwachtes Interesse der Anleger an Wohnimmobilien und anhaltend niedrige Zinsen haben den Wohnungsbau belebt.

Demgegenüber entwickelte sich der Öffentliche Bau enttäuschend: Der konjunkturelle Impuls aus den Konjunkturprogrammen fiel - unter anderem aufgrund der Streichung des Zusätzlichkeitskriteriums im Zukunftsinvestitionsgesetz - schwächer aus als erwartet. Die Umsätze gingen 2010 um 2,2 % zurück. Auch die Auftragseingänge entwickelten sich negativ: Sie lagen im vergangenen Jahr um 5,2 % unter dem Vorjahreswert.

Der Wirtschaftsbau hat 2010 hingegen besser abgeschlossen als ursprünglich erwartet: Die Bauunternehmen meldeten zwar einen Umsatzrückgang von 4,3 %, die Auftragseingänge legten aber um 6,0 % zu.

KENNZAHLEN

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Mio. Euro 2010 2009
Umsatz 205,5 189,2
EBIT 27,9 28,1
EBIT-Marge (in %) 13,6 14,9
Abschreibungen 5,0 4,8

Segmentumsatz übertrifft Vorjahresniveau; Marge bleibt weiterhin deutlich über Branchendurchschnitt

Das Segment Bau/Infrastruktur umfasste zum 31. Dezember 2010 neun operative Einheiten. Die Umsatzerlöse des Segments übertrafen im Berichtsjahr mit 205,5 Mio. Euro nochmals das Vorjahr. Sie entwickelten sich damit gegen den Branchentrend, trotz eines harten Winters, der vor allem im ersten Quartal ergebnisbelastend wirkte. Das EBIT sank marginal auf 27,9 Mio. Euro (Vorjahr 28,1 Mio. Euro). Trotz verringerter EBIT-Marge, sie beträgt immer noch sehr gute 13,6 %, erzielten die Unternehmen der INDUS-Gruppe ein erfreuliches Ergebnis nach der Sonderkonjunktur 2009. Die "normalisierte" Entwicklung in 2010 zeigt die Effekte der nun langsam auslaufenden Konjunkturprogramme.

FAHRZEUGKOMPONENTEN/ENGINEERING

Branche glänzt mit rasanter Aufholjagd, deutsche Unternehmen können verstärkt profitieren

Das internationale Pkw-Geschäft erholte sich in 2010 erheblich schneller als erwartet. Es gewann insbesondere zum Jahresende noch einmal kräftig an Fahrt. Nachdem 2009 der Neuwagenabsatz in vielen Ländern aufgrund der Finanzkrise stark rückläufig war, zogen in den vergangenen zwölf Monaten mit zunehmender konjunktureller Erholung die Automobilverkäufe spürbar an. Insgesamt wurden 2010 weltweit mehr als 61,7 Mio. Pkw verkauft; das ist ein Plus von 12 %. Wachstumstreiber im internationalen Pkw-Geschäft waren dabei vor allem die vier BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China sowie der US-Markt.

Vom Aufschwung profitierten die exportstarken deutschen Automobilhersteller mit ihren CO2 -effizienten und attraktiven Modellen besonders. Sie konnten in vielen wichtigen Regionen ihren Marktanteil steigern. Weltweit wurde rund jeder fünfte Neuwagen von einem deutschen Konzern hergestellt. Im Inland wurden 2010 laut Verband der deutschen Automobilindustrie knapp 2,92 Mio. Pkw neu zugelassen. Zwar lag der Inlandsmarkt damit erwartungsgemäß unter dem sehr hohen Vorjahresniveau (-23 %). Das hohe Vorjahresniveau wurde aber im Wesentlichen durch die Abwrackprämie erreicht. Insgesamt zeigt der Trend wieder nach oben: Die Pkw-Inlandsfertigung der deutschen Hersteller lag im Dezember 2010 mit 413.500 Einheiten um 18 % über dem Vorjahreswert. Im Gesamtjahr stieg die Pkw-Inlandsproduktion um 12 % auf rund 5,5 Mio. Neuwagen. Nach und nach erholt sich auch der Nutzfahrzeugmarkt: 2010 wurden insgesamt 17 % mehr Nutzfahrzeuge in Deutschland verkauft und 53 % mehr Nutzfahrzeuge exportiert.

KENNZAHLEN

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Mio. Euro 2010 2009
Umsatz 284,8 199,3
EBIT 14,4 -8,4
EBIT-Marge (in %) 5,1 -4,2
Abschreibungen 23,0 26,2

Segment Fahrzeugkomponenten/Engineering schafft schnellen Turnaround

Zum 31. Dezember 2010 umfasste das Segment zwölf operative Einheiten. Die Umsatzerlöse des Segments Fahrzeugkomponenten/Engineering erholten sich 2010 schnell nach den gravierenden Umsatzeinbrüchen von 2008/2009. Aufgrund der weltweit hohen Nachfrage nach deutschen Autos stieg der Umsatz der Beteiligungsunternehmen auf ein Rekordniveau von 284,8 Mio. Euro (Vorjahr: 199,3 Mio. Euro). Das EBIT verbesserte sich deutlich auf 14,4 Mio. Euro, die EBIT-Marge erreichte nach dem Verlust von 2009 mit 5,1 % wieder ein zunächst akzeptables Niveau. Damit ist die EBIT-Marge noch nicht wieder auf dem Vor-Krisenniveau, da sowohl margenschwache Aufträge als auch zusätzliche Kosten, resultierend aus dem abrupten Hochfahren der Leistung, das Ergebnis belasten. Innerhalb des Segments profitierten insbesondere die Zulieferer im Seriengeschäft überproportional von der vermehrten Nachfrage. Die Nachfrage zog bereits im ersten Quartal so stark an, dass infolge des erheblichen Leistungsanstiegs kurzfristig Produktivitätsprobleme auftraten; nachdem 2009 Beschäftigte abgebaut werden mussten, waren zu Beginn zunächst vermehrt Zeitarbeit und Überstunden notwendig. Im Jahresverlauf wurde dann sukzessive auch die Belegschaft wieder aufgestockt. Wachstumstreiber waren vor allem die Premiummarken unter den deutschen Automobilherstellern Daimler, BMW und Audi. Im EBIT sind Abschreibungen aus Impairment-Tests in Höhe von 1,7 Mio. Euro enthalten (Vorjahr: 5,8 Mio. Euro).

MASCHINEN- UND ANLAGENBAU

Branche erholte sich kräftig, Aufschwung verläuft je nach Teilsegment unterschiedlich rasch

Seit Sommer 2009 erholt sich der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau in raschem Tempo. 2010 legte die Branche laut Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) bei der Produktion um 8,8 % zu. Der Branchenumsatz stieg auf 174 Mrd. Euro, die Kapazitätsauslastung lag im Schnitt bei 79,8 %. Hinter der Durchschnittsentwicklung der Maschinenbauindustrie verbirgt sich auf Fachzweigebene aber weiterhin eine breite Streuung. Einige Maschinenbau-Branchen wie beispielsweise Bau- und Baustoffmaschinen oder Druck- und Papiertechnik, sind erst auf einem zaghaften Erholungskurs, andere wie Hütten- und Walzwerkseinrichtungen, Power Systems, Elektrische Automation oder Bergbaumaschinen haben ihre ehemaligen Top-Levels dagegen bereits teils sehr deutlich übertroffen.

Insgesamt stieg der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau 2010 real um 36 %. Die Branche ist damit auch international gut aufgestellt: Der Export lag 2010 bei 123 Milliarden Euro, die Exportquote stieg auf 74,8 %. Deutsche Exporteure profitierten insbesondere von Chinas Wachstum. Der Absatz ins Reich der Mitte kletterte von Januar bis November 2010 um fast ein Drittel auf 13,7 Milliarden Euro. Bereits 2009 hatten die Chinesen die USA als wichtigsten Absatzmarkt der deutschen Maschinenexporteure überholt.

KENNZAHLEN

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Mio. Euro 2010 2009
Umsatz 129,0 105,2
EBIT 14,3 12,4
EBIT-Marge (in %) 11,1 11,8
Abschreibungen 1,9 2,3

Segment Maschinen- und Anlagenbau erholt sich mit Zeitverzögerung

Das Segment Maschinen- und Anlagenbau umfasste zum 31. Dezember 2010 acht operative Einheiten. Von der Krise waren das Segment in Summe nicht so stark betroffen, da die Mischung von früh- und spätzyklischen Unternehmen ausgleichend wirkte. Die Beteiligungen profitierten 2010 vom Aufschwung und konnten den Umsatz um rund 24 Mio. Euro auf 129,0 Mio. Euro steigern. Das EBIT erreichte 14,3 Mio. Euro (Vorjahr: 12,4 Mio. Euro). Obwohl sich einige Segmentunternehmen, die im spätzyklischen Anlagenbau tätig sind, nur mit wesentlicher Verzögerung erholen, lag die EBIT-Marge mit knapp 11,1 % nur wenig unter dem Ergebnis von 2009 (Vorjahr: 11,8 %). Hier wurden 2010 teilweise auch Aufträge zur Beschäftigungssicherung angenommen - mit entsprechenden Beeinträchtigungen der Ertragsquoten.

MEDIZINTECHNIK/LIFE SCIENCE

Branche verzeichnet stabilen Wachstumstrend gestützt durch die demografische Entwicklung

Die Medizintechnologiebranche zählt weltweit zu den Wachstumsmärkten. Der medizintechnische Fortschritt, die demografische Entwicklung in den Industrienationen mit immer mehr älteren Menschen und eine erweiterte Gesundheitsvorsorge werden dafür sorgen, dass dieser Trend nachhaltig anhält. Damit wird auch der Bedarf an Gesundheitsleistungen weiter steigen. Patienten sind immer mehr bereit, in ihre Gesundheit zu investieren. Die Unternehmen der Medizintechnologie blieben 2010 innovations- und wachstumsstark. Laut der Herbstumfrage 2010 des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) lag das Umsatzwachstum 2010 bei rund 5,5 % (2009: rund 3 %). Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche verlief insgesamt gut. Die Gewinnsituation wurde aber nach Verbandsaussagen durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise und höhere Außenstände teilweise beeinträchtigt. Weltweit ist Deutschland die Nummer drei im Markt für Medizintechnik. Abgesehen von wenigen großen Unternehmen ist die Branche stark mittelständisch geprägt. 95 % der Betriebe beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter.

KENNZAHLEN

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Mio. Euro 2010 2009
Umsatz 81,6 76,9
EBIT 12,4 10,8
EBIT-Marge (in %) 15,2 14,0
Abschreibungen 3,1 3,5

Segment wächst kontinuierlich und verbessert nochmals seine Marge

Das Segment Medizintechnik/Life Science umfasste zum 31. Dezember 2010 drei operative Einheiten. Die Entwicklung der Unternehmen verlief konstant positiv. Von der Krise waren die Segmentunternehmen nicht betroffen. Sie legten 2010 im Umsatz rund 6 % zu auf 81,6 Mio. Euro (Vorjahr: 76,9 Mio. Euro). Auch ihre Ergebnissituation konnten sie überproportional verbessern: Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag mit 12,4 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahr, die EBIT-Marge stieg auf 15,2 % (Vorjahr: 14,0 %). Insbesondere das Endverbrauchergeschäft legte überproportional zu, hinzu kam eine Erholung bei den Geschäftskunden. Die sehr erfreuliche Entwicklung bei unseren Beteiligungen in diesem Segment zeigt uns, dass Gesundheit und Pflege zu den Wachstumsthemen der Zukunft gehören.

METALL/METALLVERARBEITUNG

Nach abrupter Talfahrt 2009 kann sich die Branche 2010 wieder deutlich erholen

Die Weltwirtschaftskrise hatte die deutsche Metall- und Elektroindustrie 2009 voll getroffen. Die Produktion, im August 2008 auf einem Höchststand, sank rasant innerhalb von nur sechs Monaten um fast 30 %; die Auftragseingänge gingen im gleichen Zeitraum sogar um 34 % zurück. Ein solcher Einbruch ist in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig. 2010 dann war die Metall- und Elektrobranche zusammen mit der Automobilbranche eine der wesentlichen Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft. Die gesamten Exporte aus Deutschland stiegen um mehr als 14 %. Trotzdem sieht der Verband Gesamtmetall zum Jahresende noch Nachholbedarf: Das Niveau von vor der Krise sei noch nicht wieder erreicht. So wurden bei der Produktion erst 70 %, beim Auftragseingang 80 % des Einbruchs wettgemacht.

KENNZAHLEN

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Mio. Euro 2010 2009
Umsatz 270,6 195,7
EBIT 39,6 18,5
EBIT-Marge (in %) 14,6 9,5
Abschreibungen 10,3 8,7

Unternehmen des Segments Metall/Metallverarbeitung erweisen sich als Wachstumslokomotiven

Das Segment Metall/Metallverarbeitung umfasste zum 31. Dezember 2010 acht operative Einheiten. Ähnlich wie im Segment Fahrzeugkomponenten/Engineering wurden auch die Unternehmen dieses Segments stark von der Rezession getroffen. Umsatz und Ertrag gingen 2009 deutlich zurück, in vielen Unternehmen war Kurzarbeit unumgänglich. Umso erfreulicher waren die überraschend schnelle und starke Erholung und das Umsatzwachstum quer durch alle Beteiligungen. Die INDUS-Töchter erlösten in Summe 270,6 Mio. Euro (Vorjahr: 195,7 Mio. Euro). Das Segmentergebnis wuchs auf 39,6 Mio. Euro, die EBIT-Marge verbesserte sich auf den Rekordwert von 14,6 % (Vorjahr: 9,5 %). Die mittelfristigen Auswirkungen der laufenden Materialpreissteigerungen sind im Ergebnis noch nicht abzulesen. Damit liegt das INDUS-Segment in puncto Ertrag deutlich über dem Branchendurchschnitt und erreicht eine neue Bestmarke.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Mitarbeiterzahl stark gestiegen infolge der sehr guten Auftragslage

Unser Geschäft lebt vom Fachwissen und vom loyalen Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie identifizieren sich in einem hohen Maß mit ihrem Unternehmen. Das ist aus unserer Sicht eine der wesentlichen Stärken mittelständischer Unternehmen. So zählte es in der zurückliegenden kritischen Marktphase zu unseren wesentlichen Zielen, die Stammbelegschaft in der Krise zu halten und soweit wie möglich auf Kündigungen zu verzichten. Damit konnten wir das wichtige Know-How in unseren Betrieben halten.

2010, mit dem Wiederanziehen der Konjunktur, kam uns dies zugute. Im Zuge der besonderen wirtschaftlichen Erholung zog die Mitarbeiterzahl gegenüber 2009 sogar deutlich an: von 5.371 Mitarbeiter in 2009 auf nunmehr 6.036 Mitarbeiter. Besonders in den Bereichen Fahrzeugkomponenten/Engineering und Metall/Metallverarbeitung haben die INDUS-Beteiligungen viele Mitarbeiter einstellen können. In den Vorjahreszahlen waren zudem die Beschäftigten der Anfang 2010 erworbenen HAKAMA AG nicht enthalten.

Mitarbeiter nach Standorten

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  2010 2009
Inland 4772 4.549
Ausland 1264 822
Gesamt 6.036 5.371

"Kapaflex"-Programm sichert Flexibilität bei Arbeitskrafteinsatz

INDUS ist auch nach der Krise darauf bedacht, die Flexibilität in den Produktions- und Personalkosten zu erhalten beziehungsweise weiter auszubauen. Unser Ziel ist es, in der Gruppe durchschnittlich flexible Kapazitäten von ca. 20 % vorzuhalten. Das heißt, dass auch in Wachstums- und Einstellungsphasen der Fixkostenaufbau möglichst niedrig gehalten werden soll. Dazu hat INDUS für ihr Portfolio das Programm "Kapaflex" entwickelt. Es sichert durch die Koppelung verschiedener Maßnahmen wie Zeitkonten, Überstundengutschriften, befristete Arbeitsverträge und Leiharbeit sowie steuerbare In- und Outsourcing-Potenziale die notwendige Reaktionsfähigkeit und Flexibilität in unseren Unternehmen. Nicht zuletzt dank des Ausschöpfens der durch "Kapaflex" geschaffenen Spielräume gelang es INDUS, die Stammbelegschaft in der Krise 2009 weitgehend zu halten. INDUS wird in der aktuellen Aufschwungphase darauf achten, Flexibilität zu erhalten beziehungsweise weiter auszubauen.

Ausbildung und Personalentwicklung sichern Fachkompetenz

Für uns besitzt die Ausbildung junger Menschen in technischen und kaufmännischen Berufen einen hohen Stellenwert. Aktuell bildet die INDUS-Gruppe 253 junge Menschen aus (Vorjahr: 272); das entspricht einer Ausbildungsquote von 4,2 % (Vorjahr 5,1 %). Die fachliche und soziale Kompetenz der Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. Zur Förderung dieses Kapitals bieten die Beteiligungsgesellschaften eine Reihe an Weiterbildungsmaßnahmen an; sie sind abgestimmt auf die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter. Die dezentrale Organisation des Weiterbildungsprogramms durch die einzelnen Beteiligungsgesellschaften in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern gewährleistet einen eng an den spezifischen Anforderungen ausgerichteten Ausbau des Know-hows. 2010 wurden erneut wieder einige unserer Töchter für ihre Initiativen und Personalmaßnahmen ausgezeichnet. So wurde beispielsweise eine Division des Unternehmens Ofa, Bamberg von einer mittelständischen Vereinigung mit der Auszeichnung "Bester Arbeitgeber 2011" geehrt.

Finanz- und Vermögenslage

FINANZLAGE

Finanzmanagement: Steuerung erfolgt durch die Führungsgesellschaft

Die Steuerung des Finanzmanagements erfolgt innerhalb der INDUS-Gruppe zentral durch die Führungsgesellschaft. Das Finanzmanagement umfasst im Wesentlichen die Liquiditätssteuerung, die Beschaffung von Krediten sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Ziel dieses zentralen Ansatzes ist es, den traditionell hohen erwirtschafteten operativen Cashflow optimal zu nutzen. INDUS achtet auf einen bestmöglichen, breit gestreuten Mix aus Finanzierungsinstrumenten und -instituten, um seine Finanzierungsoptionen möglichst kostengünstig zu nutzen.

Im Rahmen des Finanzmanagements setzt die Gruppe unterschiedliche Instrumente wie ABS-Programme (Asset Backed Securities), Forderungsverkäufe, Schuldscheindarlehen und langlaufende Bankkredite ein. Diese sind auf diverse Institute verteilt.

Auf Basis einer komfortablen Liquiditätsausstattung im Zusammenspiel mit Finanzierungszusagen der Banken können wir jederzeit flexibel investieren. Bei der Finanzierung legt INDUS Augenmerk auf eine langjährige, partnerschaftliche Verbindung zu einer Vielzahl solider deutscher Kreditinstitute. Stabilisierende Faktoren bei der langfristigen Finanzierung der Gruppe sind eine breite Verteilung des Kreditvolumens sowie eine ausgewogene Tilgungsstruktur bei gleichzeitiger Nutzung eines möglichst breiten Fächers alternativer Finanzierungsinstrumente. Zur Steuerung der Marktpreisrisiken setzt die Gruppe Zins- und Währungsderivate ein, die ausschließlich der Risikosicherung dienen.

Kapitalflussrechnung

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in Mio. Euro 2010 2009
Operativer Cashflow 81,9 106,6
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 54,3 77,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit -38,4 -32,7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -13,9 -39,1
Liquide Mittel am Ende der Periode 96,8 93,5

Liquidität: Schuldenabbau trotz Wachstumsfinanzierung

Der operative Cashflow sank aufgrund der notwendigen Wachstumsfinanzierung von 106,6 Mio. Euro auf 81,9 Mio. Euro. Ausgehend von einem Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche in Höhe von 48,8 Mio. Euro ist der Rückgang vorrangig durch die erforderliche Finanzierung von Vorräten und infolge der höheren Umsätze auch vermehrten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bedingt. In den um 18,5 Mio. Euro veränderten Rückstellungen sind eine Vielzahl von geschäftsvolumenabhängigen Effekten berücksichtigt. So entfallen unter anderem rund 6 Mio. Euro auf Gewährleistungen, Provisionen und Umsatzboni/Rabatte und weitere 3 Mio. Euro auf gestiegene Kosten für die Belegschaft (vor allem auf höhere Urlaubs- und Zeitkonten sowie Sondervergütungen).

Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit (Mittelzufluss) verringerte sich demzufolge von 77,1 Mio. Euro auf 54,3 Mio. Euro. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit (Mittelabfluss) wuchs von -32,7 Mio. Euro auf -38,4 Mio. Euro. Er zeigt im Wesentlichen den Erwerb von 60 % der Anteile an der schweizerischen HAKAMA AG, den Kauf der restlichen Anteile an der OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG und die Investitionen in Maschinen und Anlagen der Töchter.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (Mittelabfluss) entwickelte sich aufgrund der im Herbst durchgeführten Kapitalerhöhung sehr positiv. Er erreichte -13,9 Mio. Euro (Vorjahr: -39,1 Mio. Euro). Im Berichtsjahr tilgte INDUS Kredite in einem Volumen von 97,7 Mio. Euro (Vorjahr: 107,4 Mio. Euro) und verringerte gleichzeitig die Kreditneuaufnahme um 24,1 Mio. Euro auf 60,0 Mio. Euro (Vorjahr: 84,1 Mio. Euro). Zudem wurden 9,2 Mio. Euro als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Trotzdem liegt die Liquiditätsreserve mit 96,8 Mio. Euro zum Jahresende nochmals höher gegenüber dem Jahresende 2009 (Vorjahr: 93,5 Mio. Euro).

Investitionen: vermehrte Investitionen in Sachanlagen und Zukäufe

Die Investitionen betrugen im Berichtsjahr 52,0 Mio. Euro (Vorjahr: 34,7 Mio. Euro). Hiervon entfielen 14,1 Mio. Euro auf Unternehmenserwerbe, 33,3 Mio. Euro auf Investitionen in Sachanlagen und 4,6 Mio. Euro auf Investitionen in immaterielles Anlagevermögen. Die Investitionen im Anlagevermögen sind im Geschäftsjahr 2010 wieder gestiegen, da INDUS eine neue Beteiligung und restliche Anteile einer bestehenden Beteiligung erwarb und infolge besserer Marktaussichten die im Vorjahr spürbare Zurückhaltung bei Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen aufgegeben wurde. Die Investitionen in Sachanlagen betrafen insbesondere technische Anlagen und Maschinen mit 18,2 Mio. Euro, andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 8,1 Mio. Euro sowie Grundstücke und Gebäude mit 2,8 Mio. Euro. Die Abschreibungen lagen bei 43,6 Mio. Euro und damit aufgrund der Investitionszurückhaltung in der Wirtschaftskrise leicht unter dem Vorjahr mit 45,8 Mio. Euro.

Investitionen

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in Mio. Euro 2010 2009
Investitionen 52,0 34,7
davon in:    
Unternehmenserwerbe 14,1  
Investition in immaterielles Anlagevermögen 4,6 5,3
Investition in Sachanlagen 33,3 29,4
davon entfallen auf:    
- Technische Anlagen und Maschinen 18,2 15,9
- And. Anlagen, Betriebs- u. Geschäftsausstattung 8,1 7,4
- Grundstücke und Gebäude 2,8 2,0
- Geleistete Anzahlungen u. Anlagen im Bau 4,3 4,1

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Als außerbilanzielle Finanzierungsformen nutzt INDUS vor allem Miet- und Pachtleasing, operatives Leasing für EDV-Zubehör und Firmenfahrzeuge. Die Leasingverpflichtungen lagen zum 31. Dezember 2010 bei 75,8 Mio. Euro (Vorjahr: 75,3 Mio. Euro). Weitere außerbilanzielle Finanzierungsformen, die einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben, bestanden nicht.

Bilanzstruktur

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in Mio. Euro 2010 2009
AKTIVA 973,1 913,5
Langfristige Vermögenswerte 565,1 564,1
Kurzfristige Vermögenswerte 407,9 349,3

PASSIVA

973,1 913,5
Eigenkapital 309,5 241,7
Langfristige Schulden 375,3 413,2
Kurzfristige Schulden 288,3 258,6

VERMÖGENSLAGE

Aktivseite: Aufschwung lässt Vorräte und Forderungsbestand ansteigen

Auf der Aktivseite lagen die langfristigen Vermögenswerte auf dem Niveau des Vorjahrs mit 565,1 Mio. Euro (Vorjahr: 564,1 Mio. Euro). Auch der Geschäftswert blieb konstant bei 289,6 Mio. Euro. Das gleiche gilt für die immateriellen Vermögenswerte: Sie betrugen 17,1 Mio. Euro in 2009 wie auch in 2010. Die Sachanlagen stiegen aufgrund einer über den Abschreibungen liegenden Investitionstätigkeit auf 244,5 Mio. Euro (Vorjahr 238,9 Mio. Euro). Für weitere Details zu den 2010 getätigten Investitionen verweisen wir auf den vorstehenden Abschnitt "Investitionen". Auch die Finanzanlagen blieben mit 8,6 Mio. Euro gegenüber 2009 (Vorjahr: 9,0 Mio. Euro) nahezu unverändert. Die at equity bewerteten Anteile verminderten sich auf 1,3 Mio. Euro (Vorjahr: 4,6 Mio. Euro) aufgrund des Verkaufs der Anteile der Cottano Vlieswerke GmbH, einer 50 %-Beteiligung der IMECO, an den langjährigen Mitgesellschafter. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte sanken auf 1,4 Mio. Euro (Vorjahr 3, 0 Mio. Euro). Die latenten Steuern sind von 2,0 Mio. Euro auf 2,7 Mio. Euro leicht gestiegen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte legten von 349,3 Mio. Euro auf 407,9 Mio. Euro zu; das ist vor allem durch den starken Anstieg der Vorräte und Forderungen bedingt infolge der verbesserten Auftragslage. Trotz erhöhter Kapitalbindung im Working Capital konnten die liquiden Mittel um 3,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr auf 96,8 Mio. Euro gesteigert werden. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte blieben nahezu konstant, die Forderungen aus laufenden Ertragsteuern lagen bei 6,8 Mio. Euro (Vorjahr: 5,0 Mio. Euro).

Passivseite: Kapitalerhöhung zur Stärkung der Eigenkapitalbasis durchgeführt

Mit Wirkung vom 28. Oktober 2010 beschloss der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre. Ausgegeben wurden 1.837.002 neue auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von gerundet 2,60 Euro je Aktie zu einem Ausgabebetrag von 18,20 Euro je Aktie. Damit wurde das Grundkapital der Gesellschaft von 47.762.086,00 Euro um 4.776.205,22 Euro auf 52.538.291,22 Euro erhöht. Die neuen Aktien sind für das Geschäftsjahr 2010 voll dividendenberechtigt. Aus dieser Kapitalerhöhung flossen der INDUS Holding AG 33.433.436,40 Euro zu. Die neuen Aktien wurden komplett von der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts übernommen, die die Anteile im Rahmen ihrer langfristig orientierten Kapitalanlagestrategie zeichnete.

Eigenkapital um rund 68 Mio. Euro gewachsen, Eigenkapitalquote steigt auf nahezu 32 %

Auf der Passivseite verbesserte sich das Eigenkapital um 67,8 Mio. Euro auf 309,5 Mio. Euro. Damit erreicht INDUS zum 31. Dezember 2010 eine Eigenkapitalquote von 31,8 % (Vorjahr: 26,5 %) und hat das sechste Jahr in Folge seine Eigenkapitalquote ausgebaut. Die langfristigen Schulden sanken auf 375,3 Mio. Euro (Vorjahr: 413,2 Mio. Euro), im Wesentlichen aufgrund geringerer langfristiger Finanzschulden infolge der deutlich unter der geleisteten Tilgung liegenden Neuaufnahme von Krediten. Die kurzfristigen Schulden stiegen in Summe an, von 258,6 Mio. Euro auf 288,3 Mio. Euro. Der Anstieg verteilte sich auf die einzelnen Bilanzpositionen wie folgt: höhere kurzfristige Finanzschulden (plus 11,5 Mio. Euro), gestiegene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (plus 8,0 Mio. Euro), höhere kurzfristige Rückstellungen (plus 14,0 Mio. Euro), sowie erhöhte laufende Ertragsteuern (plus 3,2 Mio. Euro). Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sanken um 7,0 Mio. Euro.

Zinstragende Verbindlichkeiten um rund 45 Millionen vermindert

Die Nettoverschuldung berechnet INDUS aus der Differenz von lang- und kurzfristigen Finanzschulden zu den liquiden Mitteln. Zum 31. Dezember 2010 lag die Nettoverschuldung bei 379,4 Mio. Euro und somit unter 2009 (Vorjahr: 408,3 Mio. Euro). Davon sind 365,6 Mio. Euro zinstragende Finanzschulden. Bei 13,8 Mio. Euro handelt es sich im Wesentlichen um einen langfristigen Miet-Kauf-Vertrag für Immobilien, der gemäß den Rechnungslegungsvorschriften als Finanzierungsleasing-Vertrag zu klassifizieren ist. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) hat sich auf 122 % verbessert (Vorjahr: 169 %). INDUS hat damit, trotz eines sprunghaft angezogenen Kapitalbedarfs infolge des Aufschwungs und trotz des Zukaufs der HAKAMA AG zum Jahresbeginn, ihre Schulden reduzieren können.

Bilanzkennzahlen

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in Mio. Euro 2010 2009
Bilanzsumme 973,1 913,5
Liquide Mittel 96,8 93,5
Eigenkapital 309,5 241,7
Eigenkapitalquote (in %) 31,8 26,5
Nettoverschuldung 379,4 408,3
Gearing (in %) 122 169
Working Capital 257,1 211,3

Das Working Capital ermittelt sich aus den Vorräten zuzüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der erhaltenen Anzahlungen. Zum 31. Dezember 2010 lag das Working Capital bei 257,1 Mio. Euro (Vorjahr: 211,3 Mio. Euro). Damit wuchs das Working Capital deutlich unterproportional (+21,7 % gegenüber 2009) im Vergleich zur Gesamtleistung (+31,9 % gegenüber 2009). Das zeigt, dass die Maßnahmen zur Reduzierung des Working Capitals als Reaktion auf die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise auch im Aufschwung noch Wirkung behalten haben.

Lage der INDUS Holding AG

ERTRAGSLAGE

Die Umsatzerlöse lagen in der AG mit 4,3 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau von 3,4 Mio. Euro. Sie umfassen ausschließlich die erbrachten Beratungsleistungen der Holding für die einzelnen Beteiligungsgesellschaften. Geschäftsbeziehungen mit außen stehenden Dritten bestanden wie in den Vorjahren nicht. Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen fiel von -3,7 Mio. Euro auf -2,3 Mio. EUR. Der Personalaufwand stieg von 2,9 Mio. EUR auf 4,7 Mio. Euro infolge höherer leistungsbezogener Vergütungen.

Das gegenüber 2009 deutlich verbesserte Jahresergebnis 2010 wurde wesentlich beeinflusst durch den starken Anstieg der Erträge aus Ausleihungen des Finanzvermögens, die von 30,8 Mio. Euro im Vorjahr auf aktuell 49,1 Mio. Euro anstiegen. Die Erträge aus Beteiligungen entwickelten sich aufgrund des raschen Aufschwungs ebenfalls erfreulich und stiegen um 10,0 Mio. Euro auf 43,7 Mio. Euro. Die Zinserträge lagen mit 5,6 Mio. Euro nur leicht unter dem Vorjahresniveau von 6,4 Mio. Euro.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen blieben unverändert bei 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen gingen stark zurück von 40,7 Mio. Euro auf 28,7 Mio. Euro. Diese Entwicklung spiegelt die 2009 vorgenommene Neubewertung des Finanzanlagevermögens wider, die aufgrund der schlechten Konjunkturlage vorgenommen werden musste. Die gesunkenen Aufwendungen aus Verlustübernahme von 4,0 Mio. EUR (Vorjahr: 9,3 Mio. EUR) spiegeln ebenfalls die Erholung wider. Die Zinsaufwendungen gingen von 24,9 Mio. Euro auf 22,4 Mio. Euro deutlich zurück.

Insgesamt verbesserte sich damit das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von -7,6 Mio. Euro auf 40,1 Mio. Euro. Nach Steuern führt die Gewinn- und Verlustrechnung somit zu einem Gewinn von 32,4 Mio. Euro (Vorjahr: -7,6 Mio. Euro). Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 1,74 EUR (Vorjahr: -0,41 EUR).

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Die Bilanzsumme der INDUS Holding AG stieg um 8,8 Mio. Euro auf 922,4 Mio. Euro (Vorjahr: 913,6 Mio. Euro). Das Anlagevermögen wurde um 3,1 Mio. Euro auf 760,0 Mio. Euro erhöht (Vorjahr: 756,9 Mio. Euro). Innerhalb des Umlaufvermögens stiegen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 3,3 Mio. Euro auf 140,6 Mio. Euro (Vorjahr: 137,3 Mio. EUR). Die liquiden Mittel lagen bei 21,6 Mio. Euro (Vorjahr: 19,2 Mio. Euro). Damit lag das Umlaufvermögen mit 162,3 Mio. Euro insgesamt um 5,8 Mio. Euro über dem entsprechenden Vorjahresniveau von 156,5 Mio. Euro.

Das Eigenkapital betrug 503,2 Mio. Euro (Vorjahr: 484,4 Mio. Euro). Damit verfügt INDUS über eine nochmals stark verbesserte Eigenkapitalquote von 54,6% (Vorjahr: 53,0 %), die einen langjährigen Höchststand erreicht - und dies trotz der Verrechnung von erstmals nach BilMoG (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz) zu bildenden passiven latenten Steuern mit den Gewinnrücklagen. Die Verbindlichkeiten sanken auf 371,2 Mio. Euro (Vorjahr: 424,5 Mio. Euro).

MITARBEITER

In der AG beschäftigte INDUS zum 31. Dezember 2010 insgesamt 18 Mitarbeiter (Vorjahr: 17 Mitarbeiter).

Chancen- und Risikobericht

GESAMTEINSCHÄTZUNG

Keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar

Im Geschäftsjahr 2010 hat INDUS ihre langfristig ausgerichtete und bewährte Unternehmensstrategie fortgesetzt. Die unverändert komfortable Liquiditätssituation des Unternehmens sowie die bestehenden Finanzierungszusagen verschiedener Banken sollen 2011 genutzt werden, um das Portfolio weiter zu stärken. Im bestehenden Portfolio bieten sich attraktive Wachstumschancen, die durch geplante Investitionen von rund 50 Mio. Euro in die gehaltenen Beteiligungen im Jahr 2011 aktiv genutzt werden sollen. Darüber hinaus sind ergänzende und zielgerichtete Akquisitionen geplant.

Die Umsatzerlöse lagen im Berichtsjahr mit 971,6 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahr. Infolgedessen erzielte die INDUS-Gruppe eine operative EBIT-Marge von 10,4 % und lag damit wieder in ihrem angestrebten Zielkorridor von 10 % bis 12 %. Die Finanzierungsstruktur hat sich nochmals verbessert: Die Eigenkapitalquote im Konzern beträgt 31,8 % (Vorjahr: 26,5%), in der AG 54,6 % (Vorjahr: 53,0 %). Insgesamt beurteilt INDUS die Geschäftssituation als stabil.

Die Gesamtrisikosituation des Konzerns setzt sich aus den aggregierten Einzelrisiken aller Risikokategorien zusammen. Zu den wesentlichen potenziellen Risiken der zukünftigen Entwicklung der INDUS Holding AG gehören insbesondere die Risiken aufgrund einer schwierigen konjunkturellen Gesamtentwicklung, die gleichzeitig viele der Beteiligungsunternehmen betreffen könnte. Für den Konzern waren im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand des Unternehmens haben könnten. Diese drohen aus heutiger Sicht auch in absehbarer Zukunft nicht. Auch mittelfristig stehen INDUS sämtliche Möglichkeiten offen, die sich bietenden Chancen in einem konjunkturell guten Umfeld zu nutzen.

CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Gesellschaft führt und pflegt ein effizientes Risikomanagementsystem

Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer internationalen Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit dem Eingehen von Risiken verbunden. Es ermöglicht aber auch das Ergreifen neuer Chancen, um damit die Sicherung und den Ausbau der Marktposition des Unternehmens und der Beteiligungsgesellschaften zu gewährleisten. Der Eintritt von Risiken könnte nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die INDUS Holding AG hat daher in Übereinstimmung mit branchenüblichen Standards und gesetzlichen Bestimmungen ein Risikomanagementsystem eingerichtet, um potenzielle Risiken zu erkennen und über alle Funktionen hinweg beobachten und beurteilen zu können.

Das Risikomanagementsystem ist als integraler Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse in das Informations- und Kommunikationssystem der INDUS Holding AG eingebunden und ist wesentlicher Bestandteil des Führungssystems der INDUS Holding AG. Die Verantwortung für die Gestaltung des Risikomanagementsystems liegt beim Vorstand, der ein aktives Management der Risiken sicherstellt. Das Risikomanagementsystem der INDUS Holding AG ist im Risikomanagement-Handbuch der Gesellschaft dokumentiert.

Ziel des Risikomanagementsystems ist es, Risiken systematisch zu identifizieren, zu inventarisieren, zu analysieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Der Vorstand überprüft und überarbeitet dazu im regelmäßigen Turnus sowie anlassbezogen das Risikokataster der Gesellschaft. Auf dieser Basis werden die erforderlichen Maßnahmen zur Risikosteuerung definiert, dokumentiert und deren Wirksamkeit ebenfalls mit dem Risikokataster überwacht.

Die Struktur und die Funktionsweise des Risikomanagementsystems werden in regelmäßigen Abständen sowie anlassbezogen vom Vorstand überprüft. Die Ergebnisse dieser Prüfung ebenso wie die Anmerkungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung fließen dann in die systematische Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ein. Die unterjährige Überwachung der Risikolage, die Überprüfung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie eingeleitete Maßnahmen zur Verbesserung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems werden einmal jährlich im Risikomanagement-Jahresbericht der Gesellschaft dokumentiert.

Enge Verzahnung mit den Beteiligungsgesellschaften

Zu den Grundelementen des Risikomanagementsystems zählen die organisatorische Einbindung der Chancen- und Risikoprozesse in das operative Tagesgeschäft, eine adäquate Managementstruktur, ein abgestimmtes Planungssystem sowie detaillierte Berichts- und Informationssysteme. Dementsprechend berichten die Beteiligungsgesellschaften eng verzahnt mit den bestehenden Controllingprozessen bei INDUS im Rahmen des Risikomanagementsystems den Status und die Veränderung bedeutender Risiken an die Holding. Dies führt zu einer regelmäßigen Neubewertung der Chancen- und Risikosituation durch den Vorstand von INDUS. Dabei werden sowohl unternehmensspezifische als auch externe Ereignisse und Entwicklungen analysiert und bewertet. Unabhängig von den normalen Berichtswegen werden kurzfristig auftretende Risiken mit Bedeutung für den Gesamtkonzern direkt von den einzelnen Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften an den entsprechenden Verantwortlichen in der Holding kommuniziert.

Chancenmanagement

Eng verknüpft mit dem Risikomanagement ist für INDUS das Chancenmanagement. Auf operativer Ebene werden die Chancen von den Geschäftsführern der einzelnen Beteiligungsgesellschaften analysiert und gesteuert. Grundlage hierfür sind umfangreiche Analysen der relevanten Märkte und Wettbewerber sowie unterschiedlicher Entwicklungsszenarien von entscheidenden Kostentreibern und Erfolgsfaktoren. Chancen ergeben sich insbesondere durch die stetige Entwicklung von neuen Produkten. Sie hilft den Unternehmen, ihre starke Marktstellung in den jeweiligen Nischenmärkten auszubauen.

Die Holding nutzt Chancen durch die permanente Analyse und Optimierung des Beteiligungsportfolios. Die parallele konsequente Weiterentwicklung der Portfolio-Unternehmen und die Akquisition neuer Gesellschaften stellen für INDUS die zentralen Wachstumschancen dar. Hier legt die Holding besonderes Augenmerk auf die Optimierung und Erweiterung des Portfolios um wachstumsstarke und renditestabile Unternehmen in Zukunftsmärkten.

ERLÄUTERUNG DER EINZELRISIKEN

Umfeld- und Branchenrisiken

Die Geschäftstätigkeit der Beteiligungen bedingt vom Grundsatz her einen engen Zusammenhang zwischen der Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Neben den konjunkturellen Risiken stellen Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise Risiken für die Entwicklung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften und der Gruppe dar. Mit einem ausgewogenen Beteiligungsportfolio, bestehend aus fünf Segmenten, vermeidet INDUS die Abhängigkeit von einzelnen Branchen. Durch eine hohe Spezialisierung und eine starke Position innerhalb einer attraktiven Marktnische wird sowohl das Branchenrisiko als auch das allgemeine konjunkturelle Risiko für die Beteiligungsunternehmen gemindert. Ein grundsätzliches konjunkturelles und branchenspezifisches Risiko verbleibt natürlich in Extremsituationen.

INDUS konzentriert sich auf den Erwerb von mittelständischen Produktionsunternehmen in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland. 55,3 % der Gesamtumsätze werden dabei im Inland erzielt (Vorjahr: 58,5 %). Somit ist die Entwicklung des Konzerns stark durch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland beeinflusst. Die Abhängigkeit vom deutschen Markt ist in den vergangenen Jahren aufgrund des strategischen Ausbaus des internationalen Geschäfts leicht gesunken. Die regionale Diversifikation des operativen Geschäfts streut das Geschäftsrisiko für INDUS also zusätzlich.

Unternehmensstrategische Risiken

Unternehmensstrategische Risiken bestehen hauptsächlich in der Fehleinschätzung der künftigen Markt- bzw. Geschäftsentwicklung der akquirierten Beteiligungsgesellschaften. Der langfristige Erfolg von INDUS hängt im Wesentlichen von der sorgfältigen Analyse potenzieller Akquisitionsunternehmen und der Steuerung des Beteiligungsportfolios der Holding ab. Um mögliche Risiken auf dem Feld "unternehmensstrategische Risiken" zu minimieren, setzt die Holding auf umfangreiche Instrumente zur Marktanalyse der jeweiligen Branche sowie eigene quantitative Analysetools.

Den möglichen Risiken aus Fehleinschätzungen in der operativen Entwicklung begegnet INDUS durch intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, regelmäßige Strategiegespräche mit den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften sowie den wesentlichen Kunden und Lieferanten. Sämtliche Beteiligungsunternehmen berichten auf monatlicher Basis über ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und die individuelle Risikolage. Die kurz- und mittelfristigen Planungen für jedes Beteiligungsunternehmen und aggregiert für die Holding gewährleisten stets einen umfassenden Überblick über die Risikolage des einzelnen Unternehmens und des Konzerns. Erforderliche Reengineering-Maßnahmen bei den Tochtergesellschaften werden durch die Holding begleitet und unterstützt.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Neben den unternehmensstrategischen Risiken bestehen für INDUS und die Tochterunternehmen leistungswirtschaftliche Risiken, wie insbesondere Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken und Absatzrisiken. Die Beteiligungsunternehmen benötigen für die Herstellung ihrer Produkte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die von unterschiedlichen Lieferanten bezogen werden. Aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS sind Lieferrisiken im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energieträger können stark schwanken. Abhängig von der jeweiligen Marktsituation ist es den Beteiligungsgesellschaften nicht immer möglich, die daraus entstehenden Belastungen an die Kunden zeitnah und vollumfänglich weiterzugeben. Die operativ Verantwortlichen stehen im kontinuierlichen Kontakt mit Lieferanten und Kunden. So können sie frühzeitig auf eventuell auftretende Preis- und Mengenrisiken auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten reagieren. Zusätzlich begrenzt INDUS mit dem Abschluss von Rohstoffsicherungen das Risiko. Das Nominalvolumen der Rohstoffsicherungen betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 9,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3,1 Mio. Euro).

Die Produktionsanlagen der Beteiligungsgesellschaften werden in einem permanenten Prozess optimiert. Hierzu setzt INDUS vielfältige Überwachungs- und Kontrollsysteme ein. Auf diesem Weg können mögliche Produktionsrisiken frühzeitig erkannt und es kann entsprechend reagiert werden. Strategisches Ziel von INDUS ist es, die Produktion auf Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse zu internationalisieren und damit mögliche weitere Kostenvorteile zu nutzen.

Personalrisiken

Der langfristige Erfolg der INDUS-Gruppe hängt maßgeblich vom Know-how und von der Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter ab. Mögliche Risiken ergeben sich im Wesentlichen bei der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sowie durch die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. INDUS begrenzt diese Risiken durch ein umfassendes Angebot von zielgerichteten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine leistungsgerechte Vergütung mit einem erfolgsabhängigen Anreizsystem. Die Gesamtheit dieser Maßnahmen macht INDUS und ihre Beteiligungsunternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber, sodass den Risiken aus Fluktuation, demografischer Entwicklung und Kompetenzverlust aktiv begegnet wird.

Informationstechnische Risiken

Grundlage einer modernen Arbeitsumgebung ist eine sichere und effektive informationstechnische Infrastruktur. Die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit der permanenten Verfügbarkeit stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnologie. Möglichen Risiken aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch begegnet INDUS mit regelmäßigen Investitionen in Hard- und Software, dem Einsatz von Virenscannern und Firewallsystemen sowie effektiven Zugangs- und Zugriffskontrollen. Eine permanente Kontrolle dieser Maßnahmen erfolgt durch interne und externe Experten. Aus heutiger Sicht bestehen keine wesentlichen informationstechnischen Risiken.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählen vor allem das Liquiditätsrisiko, das Ausfallrisiko, das Zinsrisiko und das Währungsrisiko. Die Finanzierung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften wird zentral durch die Holding gesteuert. Grundsätzlich finanzieren sich die einzelnen Beteiligungsgesellschaften selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation erfolgen Transfers zur oder von der Holding. Um die jederzeitige Handlungsfähigkeit der Holding sowie eine ausreichende Finanzierung der Beteiligungsgesellschaften sicherzustellen, verfügt die Holding über entsprechende Liquiditätsreserven.

Eine breit diversifizierte Finanzierungsstruktur, verteilt auf über 15 Kreditinstitute, verhindert darüber hinaus eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern, sodass aus heutiger Sicht ein Liquiditätsrisiko trotz der weiter anhaltenden Verwerfungen im Bankensektor unwahrscheinlich ist. Das Ausfallrisiko ist durch das breit diversifizierte Portfolio und die Eigenständigkeit der Beteiligungsunternehmen, die ihre Aktivitäten auf verschiedene Märkte und mit unterschiedlichen Produkten konzentrieren, deutlich begrenzt. Die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios erfolgt fristenkongruent durch die Holding durch revolvierende Mittelaufnahme unter Vermeidung von Klumpenrisiken. Kreditbesicherungen bestehen nicht. Die vereinbarten Covenants stellen aus heutiger Sicht kein wirtschaftliches Risiko dar. Bei der Finanzierung setzt INDUS auf einen Mix aus festverzinslicher und variabler Finanzierung, die per Zinsswaps wiederum in festverzinsliche Finanzierungen transferiert werden. Eine Veränderung des Zinsniveaus hätte durch die damit fast vollständig abgesicherten Zinsänderungsrisiken keine Auswirkungen auf die Ertragslage, da sich die Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten kompensieren. Das Nominalvolumen der Zinsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 191,7 Mio. Euro (Vorjahr: 178,3 Mio. Euro).

Aufgrund der zunehmenden internationalen Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften sowie aufgrund von Finanztransaktionen mit den schweizerischen Beteiligungsgesellschaften bestehen verstärkt Währungsrisiken. Diesen begegnet INDUS mit der kongruenten Absicherung der Geschäftsvorfälle durch Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Das Nominalvolumen der Währungsabsicherung betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 13,0 Mio. Euro (Vorjahr: 15,3 Mio. Euro).

Rechtliche Risiken

Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsunternehmen sind einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie Steuerrecht. Aus dem operativen Geschäft der einzelnen Beteiligungsgesellschaften resultieren darüber hinaus Risiken aus Gewährleistungsansprüchen aufgrund von Kundenreklamationen. Ein effizientes Qualitätsmanagement minimiert dieses Risiko zwar, kann aber keinen grundsätzlichen Ausschluss garantieren. Aus diesem Grund wurden 2010 Rückstellungen für Gewährleistungen für Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung in Höhe von 16,3 Mio. Euro bilanziert (Vorjahr: 10,7 Mio. Euro).

Risiken aus dem Ausgang von Gerichts- oder Schiedsverfahren, die nach heutiger Einschätzung einen erheblichen nachteiligen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Gruppe haben könnten, bestehen weder für die INDUS Holding AG noch für die einzelnen Beteiligungsgesellschaften.

Sonstige Risiken

Eine wichtige Rolle für die INDUS Holding AG spielt der verantwortungsbewusste Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Die Produktionsprozesse in den einzelnen Beteiligungsunternehmen werden kontinuierlich auch dahin gehend optimiert, die Belastung für die Umwelt und hier insbesondere den Energieverbrauch zu minimieren. Darüber hinaus sind sämtliche Mitarbeiter der Gruppe dazu angehalten, in ihrem Bereich die entsprechenden Bestimmungen des Umweltschutzes zu beachten und Verbesserungsvorschläge, die über die etablierten Normen hinausgehen, einzureichen. Eventuelle Schäden aus potenziell eintretenden Umweltrisiken sind durch eine Versicherung in ausreichender Höhe abgedeckt. Aktuell sind weder in der Holding noch in den einzelnen Beteiligungsgesellschaften Umweltrisiken erkennbar.

Der Konzern hat aufgrund seiner Unternehmensstrategie die Diversifikation durch einen kontinuierlichen Ausbau des Beteiligungsportfolios voranzutreiben, Firmenwerte in Höhe von 289,6 Mio. Euro bilanziert (Vorjahr: 289,6 Mio. Euro). Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment) unterzogen werden. Sollten Wertminderungen festgestellt werden, sind die entsprechenden Firmenwerte außerplanmäßig abzuschreiben. Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 1,7 Mio. Euro vorgenommen (Vorjahr: 5,8 Mio. Euro).

INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANGEMENTSYSTEM BEZOGEN AUF DEN (KONZERN-)RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS (Bericht gemäß §§ 289 Abs. 5, 315 Abs. 2 Nr. 5)

Umfang und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems (IKS) der INDUS Holding AG liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Der Aufsichtsrat überwacht den Rechnungslegungsprozess und die Wirksamkeit des IKS.

Die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS bei den Beteiligungsgesellschaften werden durch das Controlling bei der INDUS Holding AG und die Abschlussprüfer der Konzerngesellschaften geprüft. Für die INDUS Holding AG selbst obliegt die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS direkt dem Vorstand. Die jeweils Prüfenden haben dazu umfassende Informations-, Prüf- und Eintrittsrechte.

Das IKS beinhaltet die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen, und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das IKS ist so gestaltet, dass der Konzernabschluss der INDUS Holding AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315a Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt wird. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt nach den handelrechtlichen Vorschriften des HGB. Die Struktur des IKS bietet eine möglichst hohe Sicherheit in Bezug auf die Zielerreichung. Unabhängig von seiner Ausgestaltung kann das IKS dennoch keine absolute Sicherheit dahingehend liefern, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden.

Die Prozesse zur Konzernrechnungslegung und Lageberichtserstellung werden von den zuständigen Mitarbeitern im Controlling der INDUS Holding AG gesteuert. Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und anderer Verlautbarungen werden hinsichtlich ihrer Relevanz und Auswirkungen für die Rechnungslegung geprüft. Die sich daraus ergebenden Änderungen der Rechnungslegungsprozesse werden in zentral verfügbaren Verfahrensanweisungen und in den bei der Rechnungslegung verwendeten Systemen abgebildet. Die jeweils aktuelle Konzern-Bilanzierungsrichtlinie wird an alle mit der Rechnungslegung befassten Mitarbeiter der INDUS Holding AG und der Beteiligungsgesellschaften kommuniziert. Zusammen mit dem konzernweit gültigen Abschlusskalender bilden diese Elemente die Basis für den Abschlusserstellungsprozess.

Die Beteiligungsgesellschaften erstellen Ihre Abschlüsse gemäß den Vorgaben der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie. Die Reporting- und Konsolidierungsprozesse erfolgen für alle Beteiligungsgesellschaften über ein einheitliches IT-System, das zentral von der INDUS Holding AG zur Verfügung gestellt wird. Verfahrensanweisungen und standardisierte Meldeformate unterstützen dabei den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Teilweise werden zusätzlich externe Dienstleister, z.B. für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen, beauftragt.

Zur Vermeidung von Risiken im Rechnungslegungsprozess umfasst das IKS präventive und aufdeckende interne Kontrollen. Dazu gehören insbesondere IT-gestützte und manuelle Abstimmungen, die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip.

Das Controlling der INDUS Holding AG stellt über entsprechende Prozesse sicher, dass die Vorgaben der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie konzernweit und einheitlich eingehalten werden. Die in den Rechnungslegungsprozess einbezogenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult. Im gesamten Rechnungslegungsprozess werden die Beteiligungsgesellschaften durch zentrale Ansprechpartner unterstützt.

Der Vorstand der INDUS Holding AG und die Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaften sind dafür verantwortlich, dass die konzernweit gültigen Richtlinien und Verfahren zum Rechnungslegungsprozess eingehalten werden. Weiterhin stellen sie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme sicher.

Auftakt 2011 und Ausblick

WESENTLICHE EREIGNISSE NACH BILANZSTICHTAG

Nach Ablauf des Geschäftsjahres 2010 sind keine weiteren Ereignisse eingetreten, die für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der INDUS Holding AG von wesentlicher Bedeutung sind.

PROGNOSEBERICHT: CHANCEN UND RISIKEN

Voraussichtliche Konzernentwicklung: Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen verbessern sich 2011 weiter

Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung der Bundesregierung vor einem weiteren Erfolgsjahr. Derzeit rechnet die Regierung für 2011 mit einer Zuwachsrate beim preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,3 %. Die deutsche Wirtschaft wächst damit spürbar stärker als der Durchschnitt der Eurozone. Gleichwohl dürfte die Wachstumsdynamik aufgrund der etwas schwächeren weltwirtschaftlichen Impulse insgesamt etwas geringer als im vergangenen Jahr ausfallen. Sollte das Bruttoinlandsprodukt 2011 tatsächlich um mehr als zwei Prozent steigen, hätte Deutschland die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte binnen zwei Jahren wieder ausgeglichen. Das dürfte keinem anderen der am stärksten betroffenen Länder gelingen.

Besonders erfreulich ist, dass der Aufschwung nicht mehr allein am Export hängt, sondern zunehmend auch vom privaten Konsum getragen wird. Die realen verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte nehmen seit dem vergangenen Jahr so stark zu wie seit 2001 nicht mehr. Dazu tragen die positive Arbeitsmarktentwicklung, die moderate Entwicklung des Preisniveaus und auch die staatlichen Maßnahmen bei. Dies stützt die binnenwirtschaftliche Erholung. Im vergangenen Jahr expandierten die privaten Konsumausgaben merklich und trugen 0,3 Prozentpunkte zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei. Für 2011 erwartet die Bundesregierung einen deutlichen Anstieg der privaten Konsumausgaben von preisbereinigt 1,6 %. Die zunehmende Konsumneigung ist auch dadurch bedingt, dass die Gehälter zuletzt deutlicher gestiegen sind und die Erwerbslosigkeit laut Jahreswirtschaftsbericht mit einem erwarteten Jahresdurchschnitt von etwa 2,9 Millionen Arbeitslosen auf den niedrigsten Stand seit 1992 zusteuert.

Diese Einschätzung deckt sich mit Voraussagen anderer Experten. So gehen die Wirtschaftsweisen, das Ifo-Institut und die Bundesagentur für Arbeit davon aus, dass die durchschnittliche Arbeitslosenzahl knapp unter der Drei-Millionen-Marke liegen wird. Auch die Prognosen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) besagen, dass durch den Abbau der Kurzarbeit und das Schaffen neuer Arbeitsplätze die privaten Konsumausgaben 2011 steigen werden. Auch die niedrigen Zinsen wirkten stimulierend. Das Institut warnt aber gleichzeitig davor, dass sich die Anhebung der Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Arbeitslosenversicherung dämpfend auf die Konjunktur auswirken könne. Hinzu komme das Sparpaket, aufgrund dessen die steuerliche Belastung steige, einige Sozialleistungen gestrichen würden und der Staatsverbrauch nur verhalten zunehmen werde. Die Expansion werde sich gegenüber 2010 verlangsamen. Risiken sehen die Experten bei der Staatsschuldenkrise in Europa. Außerdem verweist das RWI auf die noch nicht überwundene Immobilienkrise in den USA.

Branchenvertreter blicken zuversichtlich ins Jahr 2011

Die Entwicklung innerhalb der für INDUS relevanten Teilmärkte wird von den einzelnen Branchenverbänden teilweise unterschiedlich stark in seiner Dynamik beurteilt; insgesamt sind aber alle Aussagen zuversichtlich:

Mit einem Umsatzrückgang im Baugewerbe von 1 % rechnet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie für 2011. Vor allem bei den öffentlichen Bauten prognostiziert der Verband ein Minus. Schon 2010 seien die Umsätze trotz der Konjunkturprogramme um ein bis zwei Prozent zurückgegangen. Diese Normalisierung wird sich 2011 weiter fortsetzen aufgrund der schlechten Finanzlage der Kommunen. Zudem laufen die Konjunkturprogramme der Bundesregierung aus. Auch die Lage im Wirtschaftsbau bleibe labil.

Die deutsche Automobilindustrie erwartet bei der Ausfuhr ein weiteres Wachstum auf über 4,4 Mio. Fahrzeuge. Die Inlandsproduktion soll weiter zulegen und mit 5,8 Mio. Einheiten einen neuen Höchststand erreichen. Davon sollten auch die Zulieferer profitieren.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet für 2011 mit weiterem Wachstum und geht davon aus, dass die deutsche Maschinenproduktion in der Größenordnung von 10 % zulegt.

Die Unternehmen der Medizintechnik blicken vorsichtig optimistisch auf 2011. 48 % erwarten laut einer Umfrage des Branchenverbandes BVmed vom Herbst 2010 ein besseres Ergebnis als in diesem Jahr, 17 % erwarten zurückgehende Gewinne.

Die Metall- und Elektroindustrie ist zuversichtlich, dass die Branche den tiefen Produktionseinbruch infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise bis Ende 2011 wieder ausgeglichen haben wird. Gleichzeitig warnen Branchenvertreter vor einer Regulierung flexibler Arbeitsmarktelemente wie der Zeitarbeit, die sich gerade in der Krise bewährt hätten.

Umsatz- und Ergebnisprognose: Umsatzsteigerung und stabiles Ergebnis

INDUS strebt für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 einen Umsatz deutlich über 1 Mrd. Euro und ein zum Umsatz proportionales EBIT-Wachstum an. Unsere EBIT-Marge soll 2011, trotz größeren Kostendrucks, wieder im Zielkorridor von über 10 % liegen; sollte die derzeit stabile Konjunkturentwicklung anhalten, gehen wir auch für 2012 von einer weiteren Umsatz- und Ergebnisverbesserung aus. Mittelfristig streben wir an, die EBIT-Marge dauerhaft in unserem Zielkorridor 10 bis 12 % zu etablieren.

Für das Jahr 2011 geht INDUS davon aus, dass sich alle Geschäftsbereiche auf dem guten Niveau von 2010 stabilisieren beziehungsweise nochmals leicht verbessern.

Für unser Segment Bau/Infrastruktur gehen wir davon aus, dass sich das Wachstum beruhigen wird, da die margenstarken Aufträge aus den Konjunkturprogrammen nach und nach auslaufen. Die noch anhaltende Investitionszurückhaltung, insbesondere beim Wohnungs- und Wirtschaftsbau, wird sich wieder stärker bemerkbar machen. Trotzdem wollen wir Umsatz und EBIT auf dem hohen Niveau von 2010 halten.

Nach der beispiellosen Aufholjagd im Segment Fahrzeugkomponenten/Engineering gehen wir für 2011 von einem weiteren Mengenwachstum aus und streben eine überproportionale Ergebnisverbesserung an. Da die Sonderbelastungen entfallen, die das abrupte Hochfahren der Kapazitäten verursacht hat und gleichzeitig die 2010 getätigten Investitionen greifen, sollte eine verbesserte EBIT-Marge erreichbar sein.

Im Bereich Maschinen- und Anlagenbau sind wir verhalten optimistisch; die Investitionszurückhaltung im Anlagenbau hält in Teilen noch an. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Asien erwarten wir auch deutliche Bremsspuren bei der Nachfrage nach Maschinen und Anlagen. Für die Segmentunternehmen von INDUS sehen wir daher 2011 moderates Wachstum. Trotzdem gehen wir davon aus, dass es uns gelingt, das gute Ergebnisniveau von 2010 zu stabilisieren.

Analog den positiven Erwartungen der Wirtschaftsexperten für den Konsum 2011 geht INDUS auch für das Segment Medizintechnik/Life Science von einer vermehrten Nachfrage aus. Unser Ziel ist es, die gute Marge zu halten und beim Umsatz in der Größenordnung von 2010 zuzulegen.

Im Segment Metall/Metallverarbeitung gehen wir für 2011 von einer Normalisierung der Nachfrage aus; parallel werden sich zunehmend höhere Materialkosten und steigende Löhne bemerkbar machen, sodass die außergewöhnliche Ergebnissituation des letzten Geschäftsjahres nicht wieder zu erreichen sein wird.

Bei der Portfolioentwicklung setzt INDUS weiter auf internes und externes Wachstum

INDUS setzt 2011 auf internes wie externes Wachstum. Dabei richten wir ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung unseres bestehenden Portfolios. Wir wollen im laufenden Jahr über 50 Mio. Euro in die Gruppe investieren, um die Ertragsstärke der Beteiligungen weiter auszubauen. Diese Investitionen werden sowohl in Erweiterungen, neue Produkte und Maschinen als auch in den Aufbau neuer Produktionskapazitäten fließen. Zudem wollen wir, wo es uns sinnvoll erscheint, unsere Töchter durch strategische Zukäufe stärken. Dazu unterstützen wir unsere Geschäftsführer vor Ort bei möglichen Akquisitionen interessanter kleinerer Unternehmen oder Unternehmensteile, die dann auf Töchterebene integriert und geführt werden.

Gleichzeitig setzen wir unverändert auf den Ausbau unseres Portfolios durch zielgerichtete Akquisitionen, vorzugsweise in den bestehenden Bereichen Bau/Infrastruktur und Logistik sowie Medizintechnik, Gesundheit und Konsum. Weitere interessante Perspektiven sehen wir in den Geschäftsfeldern Energie- und Umwelttechnik sowie Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik. Unsere gute Liquiditätssituation und die vorhandenen Finanzierungszusagen der Banken ermöglichen es uns jederzeit, attraktive mittelständische Unternehmen, so sie in unsere Gruppe passen, zu kaufen.

Neben den wachstumsorientierten Maßnahmen werden wir unsere Optimierungsanstrengungen im Hinblick auf das bestehende Portfolio weiter fortsetzen und, wo erforderlich, Beteiligungen einem Reengineering unterziehen.

Handeln mit Augenmaß

Auf dem Weg zum Erreichen unserer Wachstumsziele werden wir unsere grundsätzlich vorsichtige Unternehmenspolitik nicht verändern. Im Bereich des Fremdkapitals haben wir für 2011 einen weiteren Abbau unserer Nettoverschuldung fest im Blick.

In den letzten Wochen sind erste Bremsspuren zu erkennen, die unser vorsichtiges Unternehmenshandeln stützen. In China ist das zuletzt extreme Wachstum vorsichtig gebremst worden. Die Inflationsgefahr nimmt zudem erheblich zu, sodass die Notenbanken ihre investitionsfreundliche Zinspolitik derzeit überdenken. Schreckliche Umweltkatastrophen, wie Mitte März 2011 in Japan, führen zu einem teilweisen Ausfall wichtiger wirtschaftlicher Leistungsträger. Die wieder aufflackernde energiepolitische Diskussion kann tendenziell die umweltfreundliche Energieerzeugung befördern, würde aber auch mittelfristig Energie insgesamt verteuern. Die sich aus dem politischen Umfeld ergebenden Konsequenzen sind für INDUS noch nicht abschließend einzuschätzen.

 

Bergisch Gladbach, den 14. April 2011

Der Vorstand

Helmut Ruwisch

Jürgen Abromeit

Dr. Wolfgang Höper

Dr. Johannes Schmidt

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

(Bilanzeid)

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010 der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie wesentliche Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Bergisch Gladbach, den 14. April 2011

Der Vorstand

Helmut Ruwisch

Jürgen Abromeit

Dr. Wolfgang E. Höper

Dr.-Ing. Johannes Schmidt

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Überleitung zum Gesamtergebnis, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht zum Jahresabschluss zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Krefeld, den 14. April 2011

Treuehand- und Revisions-Aktiengesellschaft
Niederrhein
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Kuntze, Wirtschaftsprüfer

ppa. Oymanns, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates

Sehr geehrte Damen und Herren,

das langfristig ausgerichtete Unternehmenskonzept der INDUS Holding AG hat sich auch im ersten Jahr nach der Krise bewährt: Die Firmen der INDUS Holding AG waren ausnahmslos in der Lage, ohne Verzug die Chancen des kräftigen Aufschwungs zu nutzen. Der Aufsichtsrat sieht es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, die Nachhaltigkeit der operativen Tätigkeit sicherzustellen. Bei aller verantwortungsvollen Vorsicht und unternehmerischem Mut muss es das Ziel bleiben, die Substanz des Unternehmensverbunds zu stärken. Gleichzeitig achtet der Aufsichtsrat darauf, dass INDUS auch aufgrund seiner guten Dividendenfähigkeit eine attraktive Kapitalanlage für unsere Aktionäre bleibt.

Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat alle Aufgaben wahrgenommen, die ihm nach Gesetz und Satzung obliegen. Er hat den Vorstand kontinuierlich beraten und die Leitung des Unternehmens überwacht. Dabei wurde er durch den Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Lage des Unternehmens sowie über alle wesentlichen Geschäftsvorgänge informiert. Auf diese Weise erhielt er laufend einen aktuellen Einblick in die Geschäfts- und Vermögensentwicklung. Neben der Finanz-, Investitions- und Personalplanung galt die Aufmerksamkeit des Aufsichtsrats der Risikolage und dem Risikomanagement. Alle Informationen wurden mit der strategischen Planung des Unternehmens abgeglichen.

Auch außerhalb der turnusgemäßen Sitzungen wurden alle für die INDUS Holding AG bedeutenden Geschäftsvorgänge mit dem Aufsichtsrat erörtert, sodass dieser stets in grundlegende Entscheidungen eingebunden war. Im Jahr 2010 fanden vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen im Beisein des Vorstands statt. Nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex berichtspflichtige Vorgänge in Bezug auf die Häufigkeit der Sitzungsteilnahme von Mitgliedern des Aufsichtsrats lagen im Geschäftsjahr 2010 nicht vor.

Themenschwerpunkte der Sitzungen

Der Schwerpunkt der ersten Sitzung am 22. April bildeten die Besprechung des Jahresabschlusses 2009 und die Diskussion der Tagesordnung für die Hauptversammlung am 1. Juli 2010. Weiterhin berichtete der Vorstand über Stand und Weiterentwicklung des internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems und den Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2010.

Die zweite Sitzung am 2. Juni konzentrierte sich auf den Investitionsbericht sowie in intensiver Form auf das Risikomanagement. Das Gremium wurde weiterhin über die aktuelle Portfolioentwicklung unterrichtet. Unter anderem wurde der Sachstand zur geplanten Veräußerung der Beteiligung BERNER erläutert.

In der Sitzung am 1. Juli gab der Vorstand eine aktualisierte Vorschau auf die Geschäftsentwicklung des Gesamtjahres. Im Rahmen der Unterrichtung über laufende Projekte stellte der Vorstand einen strategischen Zukauf für den Geschäftsbereich Sonderfahrzeuge bei der Beteiligung AURORA vor. Ein weiteres wichtiges Vorhaben, über dessen Stand der Aufsichtsrat unterrichtet wurde, war die Gewinnung von Ankeraktionären.

Die letzte Sitzung des Jahres am 9. Dezember beschäftigte sich mit der zukünftigen Geschäftsentwicklung. Der Aufsichtsrat genehmigte die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2011 und nahm die Planung für 2012 und 2013 zur Kenntnis. Weiterhin wurde über die Einführung eines neuen Management-Informations-Systems berichtet und ein Modell für mögliche Kapitalbeteiligungen von Geschäftsführern innerhalb der INDUS-Gruppe vorgestellt. Zudem unterzeichneten der Aufsichtsratsvorsitzende sowie der Vorstandsvorsitzende und das für Corporate Governance zuständige Mitglied des Vorstands die neue Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz. Die Entsprechenserklärung wurde mit der anschließenden Veröffentlichung auf der Internetseite der Gesellschaft der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht. Darüber hinaus ist sie Bestandteil des Corporate-Governance-Berichts des Geschäftsberichts.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Als Nachfolger für Günter Kill, der sein langjähriges Mandat zum 9.Dezember 2009 niedergelegt hatte, bestellte das Amtsgericht Köln auf Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand am 2. Februar 2010 den Unternehmer Carl Martin Welcker aus Köln. Carl Martin Welcker wurde auf der Hauptversammlung am 1. Juli 2010 in Köln von unseren Aktionären mit großer Mehrheit für einen Zeitraum von fünf Jahren gewählt.

Arbeit der Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat seit Jahren einen Personalausschuss gebildet. Dieser trat im Geschäftsjahr zweimal zusammen. Ein Anlass war das neue Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG). Unter Hinzuziehung einer Beratungsgesellschaft wurde ein neues Vergütungssystem für den Vorstand erarbeitet, welches den gesetzlichen Vorgaben Rechnung trägt und in seiner absoluten Höhe an den Marktusancen ausgerichtet ist. In seiner Sitzung vom 11. Februar 2010 beschloss der Aufsichtsrat die vorgeschlagenen Änderungen. Die Neuerungen beinhalten neben einer planorientierten Jahrestantieme nun auch eine mehrjährige Nachhaltigkeits-Komponente. Soweit notwendig wurden die laufenden Verträge per 1. Januar 2010 den Neuregelungen angepasst. (Details zum Vergütungssystem finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung, s. S. 13)

Beratung der Jahresabschlüsse und Dividendenvorschlag

Die durch Beschluss der Hauptversammlung vom 1. Juli 2010 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer bestellte Treuhand- und Revisions-Aktiengesellschaft Niederrhein, Krefeld, hat gemäß Auftrag des Aufsichtsrats den Jahresabschluss und den Lagebericht des INDUS-Holding-Konzerns und der INDUS Holding AG geprüft. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Darüber hinaus hat er festgestellt, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht und bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar waren. Eine prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten wurde nicht durchgeführt.

Konzernabschluss und Konzernlagebericht, Jahresabschluss und Lagebericht sowie die Prüfungsberichte wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegt. Sie wurden in der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 14. April 2011 detailliert erörtert. An diesen Erörterungen nahm auch der Abschlussprüfer teil, der über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtete und für zusätzliche Fragen zur Verfügung stand. Der Aufsichtsrat hat sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte eingehend geprüft und diskutiert.

Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung der vorgelegten Unterlagen erhebt der Aufsichtsrat keine Einwände; er schließt sich dem Ergebnis des Abschlussprüfers an, stellt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließt sich der Aufsichtsrat an.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren hohen Einsatz im Geschäftsjahr 2010. Als Verbund mittelständischer Unternehmen sind wir uns der besonderen sozialen Verantwortung für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor Ort bewusst. Wir betrachten unsere Mitarbeiter daher als wichtige Partner und behandeln sie auch dementsprechend. Ohne ihren täglichen Einsatz und ihre Loyalität wäre unsere erfolgreiche Arbeit nicht denkbar. Besonderen Dank schulden wir den Mitgliedern des Vorstands und den Geschäftsführern vor Ort. Schließlich danken wir unseren Aktionären für Ihr Vertrauen in unser Unternehmen.

 

Bergisch Gladbach, im April 2011

Für den Aufsichtsrat

Burkhard Rosenfeld, Vorsitzender

Entsprechenserklärung 2010

Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass das Unternehmen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 26. Mai 2010 in wesentlichen Punkten entspricht und in der Vergangenheit entsprochen hat. Auch in Zukunft beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat, die Empfehlungen zu beachten. Dabei gelten folgende Ausnahmen:

Kodex Ziffer 3.8

Für die Mitglieder des Aufsichtsrates wurde und wird beim Abschluss einer D & O Versicherung kein Selbstbehalt vereinbart.

Der Kodex empfiehlt, bei Abschluss von Haftpflichtversicherungen für Aufsichtsratsmitglieder (sog. Directors and Officers Liability Insurance - D&O-Versicherung) einen Selbstbehalt vorzusehen, während der Selbstbehalt bei Abschluss einer D&O-Versicherung für Vorstandsmitglieder gesetzlich vorgeschrieben ist. Die INDUS Holding AG ist der Auffassung, dass die Vereinbarung eines Selbstbehalts nicht geeignet wäre, die Motivation und Verantwortungsbereitschaft zu verbessern, mit denen die Mitglieder des Aufsichtsrats die ihnen übertragenen Aufgaben und Funktionen wahrnehmen.

Kodex Ziffer 5.3.2:

Ein Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat bestand und besteht nicht.

Die bisherige Praxis, dass sich der gesamte Aufsichtsrat mit allen sechs Mitgliedern möglichst mit allen Themen befasst, soll beibehalten werden. Dies gilt auch hinsichtlich der Einrichtung eines Prüfungsausschusses (Audit Committee). Ein spezielles Audit Committee ist nicht eingerichtet worden, da sich der gesamte Aufsichtsrat in einer eigenen Sitzung mit dem Prüfungsbericht über den Jahresabschluss befasst.

Kodex Ziffer 5.4.6:

Die Mitglieder des Aufsichtsrates sollen neben einer festen eine erfolgsorientierte Vergütung erhalten. Die erfolgsorientierte Vergütung sollte auch auf den langfristigen Unternehmenserfolg orientierte Bestandteile enthalten.

Unserer Auffassung nach ist die Qualität der Arbeit der Aufsichtsräte unabhängig vom Geschäftserfolg zu sehen. Daher enthält die Aufsichtsratsvergütung einen angemessenen fixen Part und einen aufwandsbezogenen, variablen Part. Gerade in schwierigen Zeiten entsteht bei der Wahrnehmung einer intensiven Aufsichtsratstätigkeit erheblicher Mehraufwand; diesen Mehraufwand vergütet INDUS in Form eines Sitzungsgeldes.

Kodex Ziffer 7.1.2:

Eine Veröffentlichung des Konzernabschluss binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende und des Zwischenberichts 45 Tage nach Ende des Berichtszeitraums war und ist mit der notwendigen Sorgfalt nicht durchführbar.

Wir halten uns an die gesetzlichen Regeln bzw. die Regeln der Frankfurter Wertpapierbörse, wonach der Konzernabschluss binnen vier Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres bzw. Zwischenberichte binnen zwei Monaten nach dem Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein sollen. Vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells der INDUS Holding AG ist insbesondere zur abgesicherten und qualifizierten Ermittlung der Abschlüsse aller Tochter- und Enkelgesellschaften ein entsprechender Zeitkorridor erforderlich. Eine frühere Abschlusspublizität würde überproportional zu Lasten der Qualität der Abschlüsse gehen.

 

Bergisch Gladbach, im Dezember 2010

Für den Vorstand

Helmut Ruwisch

Jürgen Abromeit

Für den Aufsichtsrat

Burkhard Rosenfeld